85 Smet Lebensflühen brochen nie Gebetten Arbeit heißer 1032 کاست Gesangbuch für die evangelisch- lutherische Landeskirche des Königreichs Sachsen. Herausgegeben. HHOLSY von dem evangelisch- lutherischen Landeskonsistorium im Jahre 1883. Stof Leipzig und Dresden. In Kommission bei B. G. Teubner. Gb 1032 T talang HP 1 OMO Univ.- Bibl. Giessen www s stapte falsi undi. HORECT bilfot Druck von B. G. Teubner in Leipzig und Dresden. the spri thep spoilsio „ Daß geistliche Lieder singen gut und Gott angenehm ſei, ,, acht ich, sei keinem Christen verborgen, dieweil jedermann nicht ,, allein das Erempel der Propheten und Könige im alten Testament ( die mit Singen und Klingen, mit Dichten und allerlei Saitenspiel Gott gelobt haben), sondern auch solcher Brauch, sonderlich ,, mit Psalmen, gemeiner Christenheit von Anfang kund ist. Ja ,, auch St. Paulus solches 1. Kor. 14. einsetzt und zu den Kolossern gebeut, von Herzen dem Herrn singen geistliche Lieder und ,, Psalmen, auf daß dadurch Gottes Wort und christliche Lehre auf allerlei Weise getrieben und geübt werde. Demnach hab ich auch, samt etlichen anderen, zum guten Anfang und Ursach zu geben ,, denen, die es besser vermögen, etliche geistliche Lieder zusammen,, gebracht, das heilige Evangelium, so jetzt durch Gottes Gnaden ,, wieder aufgegangen ist, zu treiben und in Schwang zu bringen, „ daß wir uns auch möchten rühmen, wie Moses in seinem Gesang ,, thut, 2. B. Mof. 15., daß Christus unser Lob und Gesang sei ,, und wir nichts wissen sollen zu singen noch zu sagen, denn Jeſum ,, Christum, unsern Heiland, wie Paulus sagt 1. Kor. 2." So hebt Dr. Martin Luther an in der Vorrede zu dem ersten, im Jahre 1524 von ihm herausgegebenen Geistlichen Gesangbüchlein", welches nur wenige Lieder, darunter fünf von ihm selbst verfaßte, enthielt. Der gute Anfang hat einen guten Fortgang gehabt, wie die schon im Zeitalter der Reformation und feitdem erfolgte Vermehrung des evangelischen Liederschatzes, dieses köstlichen Kleinods unserer Kirche, durch zahlreiche und treffliche Gesänge gottbegnadigter Dichter, bis herab auf unsere Tage, und a* IV onbus, 1919 mu #tup die große Menge verschiedener Gesangbücher im deutschen evangelischen Volke mit ihrer oft übergroßen Liederzahl beweist. Aber auch die Besorgnis hat sich im Laufe der Zeit als eine nur allzuwohl begründete erwiesen, welche Luther schon im Jahre 1529 aussprach: ,, Weil ich sehe, daß des täglichen Zuthuns ohn allen ,, Unterschied, wie einem jeglichen gut dünkt, will keine Maße ,, werden, über das, daß auch die ersten unsrer Lieder je länger je fälscher gedruckt werden, hab ich Sorge, es werde diesem Büchlein die Läng gehen, wie es allezeit guten Büchern gegangen ist, daß sie durch ungeschickter Köpfe Zusetzen so gar überschüttet und verwüstet sind, daß man das Gute darunter verloren ,, und allein das Unnütze im Brauch behalten hat." Durch Gottes Gnade und Hilfe ist in der evangelisch- lutherischen Kirche seit einer Reihe von Jahrzehnten die Erkenntnis solcher ,, Gesangbuchsnot", wie man das Übel kurz und treffend bezeichnet hat, je länger desto lebendiger geworden. Der Herr hat viele gläubige und fleißige Arbeiter erweckt, welche zur Wiederherstellung unserer evangelischen Kirchenlieder in ihrer ursprünglichen Kraft und Schönheit und zur Auswahl des Besten aus ihrer großen Zahl treulich Handreichung gethan haben. Auf dem Grunde dieser Vorarbeiten ist auch das Gesangbuch entstanden, welches hiermit im vierhundertsten Jahre nach Luthers Geburt, gleichsam als eine Jubiläumsgabe, der evangelisch- lutherischen Landeskirche des Königreichs Sachsen dargeboten wird. Das Gute und Treffliche, was die zur Zeit noch in Gebrauch stehenden Gesangbücher enthalten, an erster Stelle das, was wir unserm Luther und Paul Gerhardt, aber auch manchem unserer sächsischen Sänger, besonders unserm Gellert, an geistlichen Liedern verdanken, wird, so weit möglich in seiner ursprünglichen Gestalt, darin wiedergefunden. Minder Gutes oder Entbehrliches ist durch anderes ersetzt, das seine Kraft zur Erbauung schon vielfach bewährt hat und, so der Herr hilft durch seinen heiligen Geist, ferner bewähren wird. So mögen die in diesem Buche zusammengestellten 686 Lieder, nicht minder die in dem Anhange beigegebenen Gebete und die guten Bekenntnisse unserer evangelischen Väter aus den Tagen der Reformation eine gesegnete Hilfe zur Erbauung, zur Stärkung im Glauben und in der Liebe, zur Übung in der Gottseligkeit, zur Treue gegen die Kirche des lauteren Wortes und Sakramentes, zu Trost und Frieden im Leben und im Sterben werden. nello Liebe Gemeinden! Der Herr gebe seine Gnade, daß dieses Buch den Weg offen finde, den es zu euch sucht, auf daß es in ederen gottesdienstlichen Versammlungen, wie in Haus und Schule, etwas werde zum Lobe der Herrlichkeit unsers Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes; und zur Erfüllung der apostolischen Ermahnung: Ihr, als die lebendigen Steine, bauet euch zum geistlichen Hause und zum heiligen Priestertume, zu opfern geistliche Opfer, die Gott angenehm sind durch Jesum Christum. Amen. Ba motong wordt sun third på bloursorailing budgus and scritesormundusloops didnu Cuts notodepoo nadst] puesda dm ad g9 0856 m ninatamadsiat sang tinito bilanganizu tot com and todborad challsia memint Tabt nordiged Turj 18 54422 notlletjopreman shines asisičs vid deur stadit nousdan find sp V dudas J 117 FOU Inhaltsverzeichnis. Vorwort. Inhaltsverzeichnis Verzeichnis der Lieder I. Das christliche Kirchenjahr 1. Sonntag und öffentlicher Gottesdienst 2. Advent und Anfang des Kirchenjahres 3. Weihnacht 4. Neujahr 5. Fest der Erscheinung Christi 6. Passionszeit 7. Oftern 8. Christi Himmelfahrt 9. Pfingsten 10. Fest der heiligen Dreieinigkeit 11. Andere Feste 1. Mariä Verkündigung 2. Fest Johannis des Täufers. 3. Michaelisfeft. Schuß der heiligen Engel. 4. Reformationsfest 5. Erntedankfeſt. 6. Bußtag( Litanei 183.) II. Die christliche Kirche und die ihr anvertrauten Gnadenmittel. 1. Die christliche Kirche 2. Missionslieder 3. Kirchweih und bei Einweihung einer Kirche( Lied 221. Glockenweihe) 4. Wort Gottes und Katechismus 5. Heilige Taufe-. 6. Konfirmation 7. Das heilige Abendmahl III. Der christliche Glaube 1. Der Glaube im allgemeinen 2. Der erste Artikel: Gott der Vater. Castorspiest dria A. Schöpfung und Erhaltung B. Ratschluß der Erlösung C. Göttliche Regierung und Fürsorge Seite III VI IX 11 " 1 Nr. " 1 " 1 17 }} 11 " 1 " 1 " 1 " 1 3 " 1 " 1 11 " 1 11 " 7 11 " 1 17 " 1 11 11 11 " 1 " 1 17 " 1 155 Pole 1-190 1-17 18-32 33-53 54-66 67-72 73-112 113-134 135-141 142-155 156-159 160-190 160-162 163-165 166-170 171-179 180-182 183-190 191-261 191-206 207-216 217-221 222-231 232-236 237-241 242-261 262-424 262-276 277-301 277-280 281-283 284-301 QUE Inhaltsverzeichnis. 3. Der zweite Artikel: Gott der Sohn A. Die Erlösung B. Jesuslieder IV. Gebet-, Lob- und Danklieder 0194. Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist A. Sünde, Buße, Beichte B. Gnade, Glaube, Rechtfertigung C. Friede und Freude in dem heiligen Geiste D. Heiligung und gottseliger Wandel OST 1. Das Gebet im allgemeinen. 2. Gebetslieder A. Morgenlieder B. Tischlieder. a. Vor Tische b. Nach Tische C. Abendlieder D. Lieder auf die vier Jahreszeiten 3. Herbst 4. Winter Qat E. Witterungslieder 1. Frühling 2. Sommer a. Bei dürrer Zeit und nach geschenktem Regen b. Bei Nässe und nach Abhilfe solcher Not c. Beim Gewitter und Danklied nach demfelben F. Beim Beginn und während der Ernte G. Bergwerkslieder H. Reiselieder. 1. Krieg und Friede. K. In Seuchen und Krankheiten L. In allerlei gemeiner Not 3. Lob- und Danklieder V. Standes- und Berufslieder 1. Vaterland und Obrigkeit 2. Kirche und Schule A. Bei Einführung eines Predigers oder Lehrers B. Kinder- und Schullieder( Schulweihe 545.) 3. Hausstand A. Brautstand B. Trauung und Ehestand C. Geburtstag D. Eltern und Kinder E. Treue im Beruf F. Witwer, Witwen und Waisen. 1000 G. Alter Nr. 302-338 302-307 308-338 339-424 339-360 361-379 380-388 389-424 # 1 11 11 11 11 21 27 " 1 11 11 # 1 11 11 FF 11 77 77 " 1 " 1 " 1 11 11 " 1 11 11 11 " 1 11 " 1 11 ( 1 11 27 21 '" 1 VII 91 425-536 425-440 441-520 441-465 466-470 466-458 469. 470 471-493 494-497 494 495 496 497 498-503 498. 499 500. 501 502. 503 504 505-508 509-611 512-514 515-517 518-520 521-536 537-571 537-539 540-545 540. 541 542-545 546-571 546 547-553 554. 555 556-561 562-567 568. 569 570. 571 VIII Inhaltsverzeichnis. VI. Kreuz- und Trostlieder VII. Sterbe- und Begräbnislieder enth VIII. Wiederkunft des Herrn, Auferstehung, jüngstes Gericht und ewiges Leben. 1. Wiederkunft des Herra 2. Auferstehung und jüngstes Gericht 3. Ewiges Leben Verzeichnis der Liederdichter gängen. Die allgemeine Beichte mit der Absolution IV. V. Gebete A. Allgemeines Kirchengebet B. Betstundengebet. C. Besondere Gebete Anhang. I. Die Ordnung des Gottesdienstes II. Intonationen und Responsorien. III. Die sonn- und festtägigen Perikopen nach den vier Jahr1. Um die Gnade, recht zu beter 2. Morgengebete 1. Am Sonntage 2. An den Wochentagen 3. Abendgebete. 1. Am Sonntage 2. An den Wochentagen Nr. 572-616 617-669 4. Tischgebete.. " 1 670-686 670-672 673-677 678-686 11 Seite 451-462 " 1 " 1 Vor dem Essen.. Nach dem Effen 5. Beicht- und Kommuniongebete: Vor der Beichte d Nach der Beichte, vor der Feier des heiligen Abendmahls Während der Kommunion Danksagung nach Empfang des heiligen Abendmahls 6. Um Glück und Segen im Berufe 7. Um beständigen Glauben. 8. Gebete für Kranke und Sterbende 9. Sprüche, einem Sterbenden zuzusprechen 10. Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden VI. Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers mit der Haustafel VII. Die 21 Artikel des Glaubens und der Lehre der Augsburgischen Konfeffion Seite 463 465 18 11 37 " 1 " 1 17 17 SSSSS " 7 17 17 11 11 12 " 1 11 477 481 481 481 483 483 483 484 484 484 485 485 486 488 488 488 488 488 491 492 MUS 493 494 495 495 497 497 498 507 Verzeichnis 381 Nr. 568 Ach bleib bei uns, Herr Jesu 191 Ach bleib mit deiner Gnade. 192 Ach Gott gieb du uns deine 389 Ach Gott, ich muß in. Ach Gott, laß dir befohlen. Ach Gott und Herr, wie.. Ach Gott, verlaß mich nicht. Ach Gott, vom Himmel sieh. Ach Gott, wie manches. 308 Ach Herr, Herr, du gerechter Gott 498 Ach hilf, o Helfer Jesu Christ 515 Ach komm, füll unsre Seelen 391 Ach lieber Gott, behüte mich. 542 Ach lieber Herr, du großer.. 502 Ach mein Herr Jesu, dein 380 Ach sagt mir nichts von Gold 381 Ach treuer Gott, barmherzig. 572 Ach, was soll ich Sünder machen 340 Ach wie flüchtig, ach wie.... 617 Ach wundergroßer Siegesheld 135 Ade, ich muß nun scheiden.. 618 Allein Gott in der Höh sei Ehr Allein zu dir, Herr Jesu.... 184 Alle Menschen müssen sterben 619 Aller Engel himmlisch Heer.. 166 Aller Gläubgen Sammelplak 620 Alles ist an Gottes Segen.. 277 Alle Welt, was lebt und Allgenugsam Wesen 1 382 302 Also hat Gott die Welt ge liebt, das merke. Am Grab des Christen singet 621 An deine Leiden denken wir. 73 An des Herren Kreuz zu denken 74 An dir allein, an dir hab ich 341 An Einen Gott nur glauben. 264 Auf, auf, den Herrn zu.. 443 Auf, auf, ihr Reichsgenoffen. 18 Auf, auf, mein Herz, mit Auf Christi Himmelfahrt allein 136 Auf den Nebel folgt die Sonn 573 Auferstehn, ja auferstehn.... 673 Auf Gott und nicht auf.... 284 113 400-110 .. 29dang at mi e der Lieder. ANG Nr. 574 Auf, hinauf zu deiner Freude 361 Auf meinen lieben Gott Auf, schicke dich, recht feierlich 33 Auf Seele, schicke dich. 242 556 392 339 362 390 0 309 Auf! was willst du hier. Aus Gnaden soll ich selig Aus irdischem Getümmel. 193 Aus Lieb läßt Gott der Aus meines Herzens Grunde 444 Aus tiefer Not schrei ich.. 185 167 .. 575 425 426 522 34 3 Bedenke, Mensch, das Ende. 622 Befiehl du deine Wege Bei dir, Jesu, will ich bleiben 237 Bete nur, betrübtes Herz Betgemeinde, heilge dich Bis hieher hat mich Gott... Brich an, du schönes. Brunn alles Heils, dich ehren Christ, der du bist der helle Tag 473 Christe, du Beistand deiner.. 194 Christen erwarten in allerlei. 576 Christe, du Lamm Gottes Christe, wahres Seelenlicht.. 445 137 Christ fuhr gen Himmel Christi Blut und Gerechtigkeit, todas ist. 75 303 363 Christ ist erstanden von der. 114 Christ lag in Todesbanden für 115 Christus, der ist mein Leben. 623 Dank sei Gott in der Höhe. 446 Das alte Jahr vergangen ist 62 Das ist eine selge Stunde... Das ist ein teuer wertes Das Jahr geht still zu Ende 63 Das liebe neue Jahr geht an 54 Das walte Gott, der helfen. 562 Das walt Gott Vater und. 447 Das Wetter ist vertrieben. Dein König kommt in niedern 19 Dein Wort, o Herr, bringt. 195 Dein Wort, o Herr, ist.... 222 503 X Verzeichnis der Lieder. Nr. 207 35 Dennoch bleib ich stets an... 577 Der am Kreuz ist meine Liebe 100 Der beste Freund ist in dem 310 Der du, Herr Jesu, Ruh... 110 Der du in Todesnächten Der du zum Heil erschienen. 208 Der Glaub ist eine Zuversicht 265 Der heilge Christ ist kommen Der Herr, der aller Enden.. 285 Der Herr ist Gott, und keiner 267 Der Herr ist meine Zuversicht 286 Der Herr ist mein getreuer.. 223 Der lieben Sonne Licht und. 474 Der Mond ist aufgegangen.. 475 Der Sabbath ist vergangen.. 471 Der Tag ist hin. Mein Geist 476 Der Tag ist hin; mein Jesu 477 Der Tod hat zwar Der Tod ist tot, das Leben. 117 Des Jahres schöner Schmuck. 496 Dich, dich, mein Gott, will. 448 Dich, Jesu, laß ich ewig.. 311 Dich, Jesu, preisen unsre 540 Die Christen gehn von Ort 624 Die Feinde deines Kreuzes.. 196 Die Gnade sei mit allen. Die Gnade unsers Herrn Die güldne Sonne, voll Freud 449 Die helle Sonn leucht jetzt.. 450 Die Himmel rühmen des Die Nacht ist kommen 116 364 15 268 478 36 554 Dies ist der Tag, den Gott. Dies ist der Tag, dies sind Dies ist die Nacht, da mir.. 37 Dies sind die heilgen zehn Gebot 224 Die wir uns allhier 76 493 221 Die Woche geht zu Ende.. Dir, dir, Jehovah, will ich.. 427 Dir sei mein ganzes Leben.. 287 Dreieinger, großer Gott Dreieinger, heilger, großer Gott! 217 Du bist ein Mensch, das... 288 Du gehest in den Garten beten 99 Du Herr der Seraphinen 168 Du Lebensbrot, Herr Jesu.. 243 Du meine Seele, finge Du meines Lebens Leben, du Nr. Durch Trauern und durch... 64 Du siehest, Mensch, wie fort. 674 Du unerforschlich Meer der.. 232 Du weinest vor Jerusalem 342 Du wesentliches Wort, von.. 38 Ein Christ kann ohne Kreuz 578 Eine Herde und Ein Hirt!.. 209 Einer ist König, Smmanuel. 312 Gines wünsch ich mir vor allem 78 Einer ists, an dem wir hangen 210 Ein feste Burg ist unser Gott 171 Ein getreues Herze wissen... 547 Ein Jahr der Sterblichkeit 55 Ein Lämmlein geht und trägt 79 Ein neuer Tag, ein neues Leben 441 Ein reines Herz, Herr, schaff 393 Ein neues Jahr ist angefangen 56 Eins ist not! Ach Herr, dies 313 Eitle Welt, ich bin dein müde 625 Ein Tröpflein von den Reben 678 Ergrünt, ihr Siegespalmen!. 138 Erhalt uns deine Lehre, Herr 172 Erhalt uns, Herr, bei deinem 173 Er ist nicht hier; er ist..... 118 Ermuntert euch, ihr Frommen 670 Ermuntre dich, mein Herz, im 281 Erneure mich, o ewges Licht. Er ruft der Sonn. 394 57 .. Erschienen ist der herrlich Tag Es glänzet der Christen.. Es hat uns heißen treten 119 383 451 679 101 Es ist das Heil uns kommen 365 Es ist die Nacht gekommen.. 479 Es ist gewißlich an der Zeit. 671 Es ist genug; so nimm, Herr 626 Es ist nicht schwer, ein Christ 396 63 ist vollbracht! Er ist. Es ist noch eine Ruh. Es kostet viel, ein Christ zu. 395 Es wolle Gott uns gnädig.. 197 Fahre fort:: Zion,.... Fang dein Werk mit Jesu. Freu dich sehr, o meine Seele 627 Freuet euch, ihr Christen alle 39 289 Fröhlich soll mein Herze. 77 Früh am Morgen Jesus 174 563 40 452 ... Verzeichnis der Lieder. Nr. Früh morgens, da die Sonn 120 Für alle Güte sei gepreist... 480 ... Gedanke, der uns Leben.... 282 Geh aus, mein Herz, und. 495 Gehe hin in deine Kammer 628 Geht hin, ihr gläubigen.. 283 Geht nun hin und grabt mein 629 Gelobet sei der Herr, der Gott 163 Gelobet sei der Herr, mein.. 156 Gelobet sei, Gott Jsrael! du 164 Gelobet feist du, Jesu Christ, daß du der Sünder. Gelobet seist du, Jesu Christ, daß du Mensch geboren... Gelobet seist du, treuer Gott 499 Gesegn uns, Herr, die Gaben 466 Gewagt in Jesu Namen. 564 Gieb dich zufrieden und sei.. 579 Gieb unserm Fürsten. 366 41 537 Gnädigster Erbarmer, zu... 506 Gott, deine Güte reicht so... 428 Gott dem Erzschöpfer droben. 507 Gott, den ich als Liebe kenne. 516 Gott, der du Herzenskündger bift 397 Gott der Gnaden 186 67 Gott der Juden, Gott der. Gott, der wirds wohl machen 580 Gott des Himmels und der.. 453 Gott, du Licht, das ewig. 454 Gottes Sohn ist kommen.. 20 Gott, gieb einen milden Regen 143 Gott hat in meinen Tagen 570 Gott ist gegenwärtig! Laffet. 269 Gott ist mein Hort und auf sein Wort 548 21 244 .... XI 582 142 Gott sei uns gnädig und.... Gott sorgt für dich, was. Gott Vater, sende deinen. Gott verläßt die Seinen nicht 583 Gott wills machen, daß die.. 584 Gott woll uns hoch beglücken 538 Großer Gott von alten Zeiten Großer Mittler, der zur... 6 304 66 139 226 Habe deine Lust am Herrn.. 290 Halleluja, jauchzt ihr Chöre.. 121 Halleluja! Lob, Preis und Ehr 157 Halleluja, schöner Morgen!.. 7 Halt im Gedächtnis Jesum.. 314 Heiland, deine Menschenliebe. 305 Heilge Einfalt! Gnadenwunder 398 Heilger Jesu, Heilgungsquelle 399 Helft Gottes Güte preisen... Herr, auf Erden muß ich.. Herr, dein Wort, die edle.. Herr, denk an mich! Wie oft. 102 Herr, der du als ein stilles Lamm 245 Herr, der du einst gekommen. 400 Herr, der du mir das Leben. 481 Herr, der du vormals hast.. 512 Herr, die Erde ist gesegnet... 180 Herr, du haft für alle Sünder 246 Herr, du hast in deinem Reich 169 Herr, du wollst sie... Herr, es ist von meinem. Herr Gott, der du mein Herr Gott, dich loben wir Herr, Gott Vater im. Herr, Herr, Erbarme dich!.. Herr, höre! Herr erhöre! breit 430 Herr, ich habe mißgehandelt. 343 225 Herr, ich lasse nicht von dir. 585 Gott ist mein Lied. Er ist.. 270 Herr Jesu Christ, dein teures 80 Gott ist und bleibt getreu; 271 Herr Jesu Christ, dich zu uns 8 Gott lebet noch! Seele. 581 Herr Jesu Christ, du höchstes Gottlob! der Sonntag. Gut, du Brunnquell aller Gottlob, die Stund ist. 665 Gnaden, sieh doch, wie ich 344 Gottlob! ein Schritt... 65 Herr Jesu Christ, du höchstes Gottlob, nun ist erschollen. Gott, Schöpfer, Stifter Gott sei Dank durch alle... Gott sei Lob! der Tag ist. 247 482 429 521 467 183 5 514 Gut, du Brunnquell aller. Gnaden, wir kommen. 248 Herr Jesu Christ, mein höchstes Gut..... Nr. 16 *** 384 XII Verzeichnis der Lieder. Nr. Herr Jesu Christ, wahr Mensch 630 Herr Jesu, deine Angst und. 81 Herr Jesu, dir sei Preis und 249 Herr Jesu, Gnadensonne. 345 9 Herr Jesu, Licht der Heiden.. 72 Herr, meine Seele seufzt zu.. 586 Herr, öffne mir die Herzensthür Herr, stärke mich, dein Leiden 82 Herr, stärke mir den Glauben 367 Herr, unser Gott, laß nicht zu 198 Herr von unendlichem. 306 Herr, wie du willst, so schicks 587 Herzlich lieb hab ich dich... 315 Herzlich thut mich verlangen. 631 Herzliebster Jesu, was hast.. 103 Herz und Herz vereint. 199 Heute mir und morgen dir.. 632 Heut triumphieret Gottes Sohn 122 Hier ist Immanuel! das soll 58 Hier legt mein Sinn sich vor 401 Hilf deiner Kirch in ihrer. 175 Hilf Gott, daß unsre Kinderzucht 557 Hilf Helfer, hilf in Angst.... 633 Hilf, Herr Jesu, laß gelingen 59 Hilf mir, mein Gott, hilf, daß 402 Himmelan geht unsre Bahn. 403 Hinunter ist der Sonne Schein 483 Hirte deiner Schafe. 484 Hochgelolt sei unser Gott, der 165 Höchster, denk ich an die Güte 346 Höchster Tröster, komm 144 Höret, ihr Eltern, Christus.. 558 Hosianna Davids Sohne! Der 22 Hosianna! Davids Sohn kommt 23 Hüter, wird die Nacht der... 404 ... Jauchzet, ihr Himmel,...... 42 Ich armer Mensch, ich armer 347 Ich bin bei Gott in Gnaden. 368 Ich bin ein Gast auf Erden. 634 Ich bin getauft auf deinen 238 Ich bin getauft, ich steh im. 233 Ich bin gewiß in meinem 369 Ich bin im Himmel. Ich bin ja, Herr, in deiner.. 635 Ich danke dir durch deinen Sohn 455 Ich danke dir für deinen Tod 83 370 ... Nr. Ich freue mich in dir und... 43 Ich geh zu deinem Grabe, du 123 Ich habe nun den Grund.. 371 Ich hab in Gottes Herz und 291 Ich hab in guten Stunden.. 517 Ich hab mein Sach Gott.... 636 Ich hab mich Gott ergeben.. 637 Jch hab von ferne, Herr 638 124 Jch komme, Herr, und suche. 250 Jch komme vor dein Angesicht 431 Jch ruf zu dir, Herr Jesu. 348 Ich sag es jedem, daß Er. Jch singe dir mit Herz und.. 278 Jch steh an deiner Krippe hier 44 Ich steh in meines Herren.. 292 Ich sterbe täglich, und mein. 639 Jch und mein Haus, wir sind 549 Jch weiß, an wen ich glaube, ich weiß. 316 317 442 Ich weiß, daß mein Erlöser. 675 Ich weiß, mein Gott, daß all 293 Ich weiß von keinem andern. 372 Ich will dich lieben, meine Ich will die neue Woch. Jch will mit Danken kommen 294 Ich will von meiner Missethat 349 Je größer Kreuz, je näher.. 588 Jerusalem, du hochgebaute 680 Jesu, bester Menschenfreund.. 550 Jesu, deine Passion. 84 85 Jesu, deine tiefen Wunden. Jesu, der du bist alleine Haupt 200 Jesu, frommer Menschenherden 318 Jesu, geh voran auf der.... 405 Jesu, großer Wunderstern, der 68 Jesu hilf siegen, du Fürste.. 406 Jesu, meine Freude, meines. 319 Jesu, meiner Seele Leben... 320 Jesu, meines Lebens Leben.. Jesus Christus herrſcht als. Jesu, Seelenbräutigam Jesus ist kommen, Grund 86 .. 321 546 45 Jesus lebt! Mit ihm auch.. 125 Jesus, meine Zuversicht und. 126 Jesus nimmt die Sünder an. 373 Jesus soll die Losung sein... 60 Ihr Eltern, gute Nacht. 666 ... Verzeichnis der Lieder. Nr. Nr. 12 104 497 In allen meinen Thaten.... 589 Liebster Jefu, wir sind hier, dich In Christi Wunden schlaf ich. 640 Liebster Vater, ich, dein Kind 351 In deines Vaters Hände. Robe den Herren, den mächtigen 524 In der stillen Einsamkeit. Lobe den Herren, o meine... 525 In dich hab ich gehoffet, Herr 432 Lobet den Herren, denn er ist 526 In Gottes Namen fahren wir 509 Lobt Gott, ihr Christen, alle. 47 In Gottes Namen fang ich an 565 In Gottes Rat ergeben..... 641 In Jesu Namen zieh ich aus 510 Ist Gott für mich, so trete.. 385 Kehre wieder, kehre wieder.. 350 Keinen hat Gott verlassen 590 König, dem kein König gleichet 322 König Jesu, streite, siege.. 211 Komm du wertes Lösegeld.. 24 Komm Heidenheiland, Lösegeld 25 Komm, heilger Geist, o Schöpfer 147 Komm, heiliger Geist, erfüll. 145 Komm, heiliger Geist, Herre. 146 Komm, komm, du Licht Komm, mein Herz, in Jesu.. Komm, o komm, du Geist. Komm, Segen aus der Höh.. Kommst du, großer Gottessohn 160 Kommst du nun, Jesu..... 46 Kommt alle zu mir, kommt.. 407 Kommt her! ihr Christen.. Kommt her, ihr seid geladen! 252 Kommt Kinder, laßt uns gehen 408 Kommt, Menschenkinder, rühmt 523 Kommt und laßt uns Kyrie, Gott Vater. 148 566 218 69 158 ... 176 251 87 591 10 Laffet ab, ihr meine Lieben. 642 Lasset mich voll Freuden.... 234 Lasset uns mit Jesu ziehen. Laß fahren deine Sorgen Laß mich dein sein und bleiben Laß mir, wenn meine Augen 643 Laßt mich gehn, laßt mich.. 323 Lebst du in mir, o wahres.. 324 Licht, das in die Welt... Licht vom Licht, erleuc, te mich Liebe, die du mich zum Bilde 325 Liebster Jesu, wir sind hier, deinem. 212 11 235 XIII Mache dich, mein Geist, bereit 409 Machs mit mir, Gott, nach.. 644 Macht hoch die Thür, die Thor Man lobt dich in der Stille. Meine Hoffnung steht auf Meine Lebenszeit verstreicht.. 645 Meinen Jesum laß ich nicht, 26 527 592 meine 253 Meinen Jesum laß ich nicht; weil 326 Mein erst Gefühl sei Preis.. 456 Meine Seele erhebet den Meine Seele, nimm zu. Meine Seele senket sich. 161 88 386 352 593 Meine Seele, voller Fehle... Meine Seel ist stille. 387 410 Meine Sorgen, Angst und... 594 Mein Friedefürst, dein... Mein Glaub ist meines Lebens 266 Mein Gott, das Herz ich... Mein Gott, du bist und. Mein Gott, ich danke.. Mein Gott, ich klopf an deine 433 Mein Gott, ich weiß wohl... 646 Mein Gott, nun ist es. 295 528 457 272 374 Mein Gott, was hab ich doch. 555 Mein Gott, wie bist du so.. Mein Jesu, dem die.. Mein Jesu, der du vor dem. 254 Mein Jesus kommt; mein... 647 Mein Jesus lebt! was sollt ich 127 Mein Leben ist ein Pilgrimstand 411 Mein lieber Gott, gedenke Mein schönste Zier und Mir ist Erbarmung 434 327 307 412 Mir nach! spricht Christus. Mit dir, Allmächtiger, fahr 505 Mit Ernst, o Menschenkinder. 27 Mit Freuden will ich heben.. 508 Mit Fried und Freud ich Mit meinem Gott geh ich 648 485 XIV Verzeichnis der Lieder. Nr. Mitten wir im Leben sind... 649 Morgenglanz der Ewigkeit... 458 Müde bin ich, geh zur Ruh.. 486 518 459 149 Nach einer Prüfung kurzer.. 681 Nehmet Jesu Ladung an. 255 Nicht Opfer und nicht Gaben. 413 Nichts Betrübtres ist auf.. Nicht so traurig, nicht so. Nimmt Gott, dem wir Nimm von uns Herr, du. Noch läßt der Herr mich Nun bitten wir den heiligen. Nun bricht die finstre Nacht. 472 Nun danket alle Gott....... 529 un danket all und bringet 530 Nun dankt, ihr Christen, alle 170 Nun freut euch, lieben Christen 375 Nun Gottlob, es ist vollbracht. 236 Nun hilf uns, o Herr Jesu. 543 Nun ist der Regen hin Nun jauchzet all, ihr Frommen Nun jauchzt dem Herren alle. Nun kommt das neue Nun laßt uns den Leib. Nun laßt uns gehn und Nun laßt uns Gott dem. Nun lob, mein Seel, den... Nun preiset alle Gottes. Nun ruhen alle Wälder. Nun schlaf, mein liebes. Nun sich der Tag geendet hat und keine Sonn mehr... 488 Nun sich der Tag geendet, mein Herz zu dir sich 501 Nun singet und seid froh Nur frisch hinein! es wird ... ..... ... am Kreuze.. 569 D Gott voll Gnad und 595 D Gott, von dem wir alles. 296 D großer Gott, du reines Wesen Haupt voll Blut und Nr. O Ewigkeit, du Freudenwort. 682 D frormer Gott, ich danke.. 560 D frommer und getreuer Gott 353 O Gott, der du das Firmament 500 D Gott, du frommer Gott.. 435 D Gottes Lamm, unschuldig 532 273 D heilger Geist, kehr bei uns 151 D heilige Dreifaltigkeit 460 28 531 462 650 187 469 D Herr Gott, der du deiner. 504 D Herr, vor dem sich Erd und 219 D hilf Christe, Gottes Sohn. 91 D Jesu Christe, wahres Licht 201 O Jesu Christ, meins Lebens 651 O Jesu, einig wahres Haupt 177 D Jesu, Herr der Herrlichkeit 541 O Jesu, Jesu, Gottessohn, mein 328 O Jesu, meine Wonne, du.. 256 D Jesu, süßes Licht 29 DKönig aller Ehren, Herr.. 70 D König, deffen Majestät 61 D komm, du Geist der Wahrheit 152 D Lamm Gottes, unschuldig. 92 D Licht, geboren aus dem Lichte 461 D Liebe, die den Himmel hat 49 D liebster Herr, ich armes Kind 355 O mein Herz, gieb dich zufrieden 597 O Mensch, gedent ans Ende. 652 D felig Haus, wo man dich. 551 O selig Kind, so führt dich nun 667 489 Osüßes Wort, das Jesus.. 598 48 O Tod, wo ist dein Stachel. 128 596 D Traurigkeit! o Herzeleid! 111 O Ursprung des Lebens.. O Vater der Barmherzigkeit, der du dir deine Herden D Vater der Barmherzigkeit, ich 329 487 559 daß doch bald dein Feuter. 213 O daß ich tausend Zungen.. 533 O drückten Jesu Todesmienen 89 O du allersüßste Freude... 150 O du Liebe meiner Liebe 10 D Durchbrecher aller Bande O du schönes Weltgebäude O du Vater über alles D Ewigkeit, du Donnerwort. 93 354 181 415 105 202 falle dir zu Fuße....... 356 90 O Vater du, mein Licht und Leben 297 414 O Welt, ich auß dich laffen. 653 279 D Welt, sich hier dein Leben 106 544 O wie fröhlich, o wie selig.. 683 676 O wie selig seid ihr doch, ihr 654 Verzeichnis der Lieder. Nr. Preis dem, der die Welt... 162 Nr. So wahr ich lebe, spricht.... 189 Speise, Vater, deine Kinder.. 468 Steig auf, du Lied im höhern 220 Straf mich nicht in deinem.. 358 Such, wer da will, ein ander. 334 Tag des Zorns, o Tag voll. 677 228 153 14 258 330 Rede, liebster Jesu, rede.... 227 Rett, o Herr Jesu, rett dein Ehr 203 Ringe recht, wenn Gottes 416 Nüstet euch, ihr Christenleute. 417 Teures Wort aus Gottes. Schaffe in mir, Gott, ein.. Schaffet, schaffet Menschenkinder 418 Thut mir auf die schöne Schak über alle Schätze.. Tretet her zum Tisch des. Schaut die Mutter voller.. Treuer Heiland, habe Dank.. 95 Schlage, Jesu, an mein Herz. 357 Treuer Jesu, wache du!.. Treuer Wächter Israel. Schmücke dich, o liebe Seele. 257 Schmückt das Fest mit Maien. 154 Triumph, Triumph! es kommt 129 Schweigt vom Glücke und... 298 Unsern Ausgang segne Gott 17 Schwing dich auf zu deinem. 599 Unter Lilien jener Freuden.. 656 Seele, geh nach Golgatha.. Unumschränkte Liebe, gönne.. 274 Seelenbräutigam, Jesu. Unverwandt auf Christum.. Seele, sei zufrieden.. 107 490 519 376 13 Seele, was ermüdst du dich.. Sehet, sehet, welche Liebe. Seid stille, Sinn und Geist.. Sei getreu bis an das Ende. 239 Sei Gott getren, halt seinen. 240 Sei Lob und Ehr dem.. 534 Sei mir tausendmal gegrüßet. 109 Selig, selig sind die Toten... Selig sind des Himmels Selig sind die reinen Herzen. 419 Sende, Vater, deinen Geift.. 436 Sichrer Mensch, noch ist es 188 Siegesfürst und Ehrenkönig.. 140 Sieh, dein König kommt zu.. Sieh, hier bin ich. 655 684 30 333 Sieh, wie lieblich und wie.. 420 So führst du doch recht selig. 299 So gehst du nun, mein Jesu. 94 So jemand spricht: ich liebe.. 421 Sollt es gleich bisweilen.. Sollt ich meinem Gott nicht fingen 601 300 Sollt ich meinem Gott nicht trauen. 602 Sorge doch für meine 561 So ruhest du, o meine Ruh. 112 So schreib ins Buch des.. 241 So tret ich demnach an... 567 .... 108 332 600 331 159 XV Valet will ich dir geben. 657 437 204 491 50 603 Vater, kröne du mit Segen.. 539 Vater unser im Himmelreich. Verleih uns Frieden gnädiglich 513 Verwirf mich nicht im Alter. 571 Verzage nicht, du Häuflein Vollendet hat der Tag die... Vom Himmel hoch da komm. Vom Himmel kam der Engel 51 Vor deinen Thron tret ich hiermit 463 Von Gott will ich nicht... Wach auf, du Geist der. Wach auf, mein Herz, die Nacht 130 Wach auf, mein Herz, und singe 464 Wachet auf, erhebt die Blicke! 206 Wachet auf! ruft uns die.. 672 Wär Gott nicht mit uns diese Zeit 178 Walte, walte nah und fern.. 214 Wann wird doch einst 685 205 Warum betrübst du dich, mein 604 Warum sollt ich mich denn.. 377 Warum willst du doch für... 605 Warum willst du draußen... 31 Was Gott gefällt, mein. 606 Was Gott thut, das ist wohlgethan; es bleibt gerecht 607 Was Gott thut, das ist wohlgethan! So denken Gottes. 182 .. .. XVI Verzeichnis der Lieder. Nr. 335 96 658 Was ists, daß ich mich quäle 608 Was kann ich doch für Dank 378 Was mein Gott will, gescheh 609 Was rührt so mächtig Sinn. 215 Was uns mit Frieden und.. 379 Weicht, ihr Berge, fallt, ihr.. 275 Weine nicht, Gott lebet noch. 610 Wen hast du dir geladen, mein 259 Wenn Christus seine Kirche.. 179 Wenn dich Unglück hat betreten 438 Wenn ich einst von jenem... 465 Wenn ich ihn nur habe. Wenn ich mir auf viele Jahre 422 Wenn ich, o Schöpfer, deine. 280 Wenn ich vor meinen Schöpfer 439 Wenn kleine Himmelserben.. 668 Wenn meine Sünd mich kränken Wenn mein Stündlein... Wenn wir in höchsten Nöten. 520 Werde licht, du Stadt der. 71 Werde munter, mein Gemüte 492 Wer Gott vertraut, hat wohl 611 Wer ist wohl, wie du, Jesu. 336 Wer ist wohl würdig, sich zu 440 Wer nur den lieben Gott läßt 612 Wer sich auf seine Schwachheit 423 Wer sind die vor Gottes.. 686 Wer weiß, wie nahe mir mein 659 Wes ist das Fest, zu wem... 216 Wie flieht dahin der Menschen 660 Wie Gott mich führt, so will. 613 Wie groß ist des Allmächtgen 276 Wie heilig ist die Stätte. Wie könnt ich sein vergessen.. 261 Wie lieblich ist der Maien.. Wie schön ists doch, Herr Jesu Wie schön leuchtet der 260 494 Nr. Wie wird mir dann, o dann mir 663 Wie wohl ist mir, o Freund 388 der Seelen( zehnzeilig). Wie wohl ist mir, o Freund 338 der Seelen( achtzeilig) Willkommen, Held im Streite 131 Wir Christenleut habn jezund Freud, 52 97 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du vom Tod.. 132 Wir danken Gott für... 470 Wir glauben all an Einen Gott, Schöpfer Himmels und der 262 Wir glauben all an Einen Gott, Vater, Sohn und heilgen Wir haben dieses Haus.. Wir liegen hier zu deinen. Wir Menschen sind zu dem. Wir sind dein, Herr, laß uns Wir singen dir, Immanuel.. Wohlauf, wohlan zum letzten 664 Wohl dem, der Jesum liebet. 230 Wohl einem Haus, wo Jesus 553 Wollt ihr wissen, was mein. 98 Womit soll ich dich wohl.... 535 Wort des Lebens, lautre Quelle 231 Wo soll ich fliehen hin, weil. 359 Wo willst du hin, weils. 133 Wunderanfang, herrlich Ende 301 Wunderbarer König, Herrscher 536 .... 263 545 190 229 424 53 Zeuch ein zu deinen Thoren. 155 Zeuch hin, mein Kind. 669 552 3euch uns nach dir, so laufen 141 337 Zieht in Frieden eure Pfade. 511 Wies Gott gefällt, gefällts 614 Zion, gieb dich nur zufrieden 615 Wie sicher lebt der Mensch... 661 Zion klagt mit Angst und... 616 Wie sie so sanft ruhn 662 Zu dir, Herr Jesu, komme ich 360 Wie soll ich dich empfangen.. 32 Zween der Jünger gehn mit. 134 Die zu Anfang der Lieder hinter dem Worte ,, Melodie" stehende Ziffer bezeichnet die betreffende Nummer im neuen Landeschoral-, sowie in dem demselben entsprechenden kleinen Melodienbuche. Beide Druckwerke sind von B. G. Teubner in Leipzig und Dresden zu bezichen. Das christliche Kirchenjahr. Sonntag und öffentlicher Gottesdienst. 1. Eigene Melodie. 7. Luk. 2, 14. vors Teufels Gwalt fortan behüt, die Jesus Christ erlöset durch große Martr und bittern Tod; abwend all unfern Jammr und Allein Gott in der Höh sei Ehr Not, darauf wir uns verlassen. Nikolaus Decius. † 1541. und Dank für seine Gnade, darum daß nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat, nun ist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. 1. 2. Wir loben, preisn, anbeten dich für deine Ehr, wir danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken. Ganz ungemessn ist deine Macht, fort gschieht, was dein Will hat bedacht. Wohl uns des feinen Herren! 3. D Jesu Christ, Sohn ein 3. D Jefu Chrift, Sohn eingeborn deines himmlischen Vaters, Verföhner der, die warn verlorn, du Stiller unfres Haders; Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unsrer Not, erbarm dich unser aller. I. 4. D heilger Geist, du größtes Gut, du allrheilsamster Tröster, 2. Mel. 58: Gott des Himmels 2c. Pfalm 100. Alle Welt, was lebt und webet, was in Feld und Häusern ist, was nur Stimm und Zunge hebet, Dienet ihm, wer bienen kann, jauchze Gott zu jeder Frist! tret mit Zust vor ihn heran! Meister, er hat uns aus nichts 2. Sprecht: der Herr ist unser gemacht, unfre Leiber, unfre Geister an die lichte Welt gebracht, wir sind seiner Allmacht Ruhm, seine Schaf und Eigentum. geht durch seines Vorhofs Gang, 3. Gehet ein zu seinen Pforten, lobet ihn mit schönen Worten, saget ihm Lob, Preis und Dank; denn der Herr ist jederzeit voller Gnad und Gütigkeit. Sonntag und öffentlicher Gottesdienst. 4. 4. Gott des Himmels und der Erde, Vater, Sohn und heilger daß dein bei uns Mel. 93: Jesu, meines Lebens 2. groß werde, Beiſtand selbst und Das ist eine felge Stunde, Jesu, Hilf uns leift! Gieb uns Kräfte und Begier, dich zu preisen für und für. Johann Frand. † 1677. da man dein gedenkt und das Herz von Herzensgrunde tief in deine Wunden senkt. Wahrlich, nichts als Jesum kennen, Jesum suchen, finden, nennen, das erfüllet unfre Zeit mit der höchsten Seligkeit! 2. Jesu, deine Gnadenquelle fließt so gern ins Herz hinein, deine Sonne scheinet helle, denn du willst genossen sein; und bei aller Segensfülle ist dein Wunsch und ernster Wille, daß man, weil dein Brünnlein voll, unaufhörlich schöpfen soll. 3. Nun, so laß auch diese Stunde dein Gedächtnis in uns sein! In dem Herzen, in dem Munde leb und herrsche du allein. Laß uns deiner nie vergessen! Wie Maria still geseffen, da sie dir hat zugehört, mach das Herz dir zugekehrt. Ernst Gottlieb Woltersborf.+ 1761. 2 3. Mel. 97: Komm, Gott Schöpfer ic. 4. Mof. 6, 24-26. Brunn alles Heils, dich ehren wir und öffnen unsern Mund vor dir; aus deiner Gottheit Heiligtum dein hoher Segen auf uns tomm. 2. Der Herr, der Schöpfer, bei uns bleib. Er segne uns nach Seel und Leib, und uns behüte seine Macht vor allem Übel Tag und Nacht. 3. Der Herr, der Heiland, unser Licht, laß leuchten uns sein Angesicht, daß wir ihn schaun und glauben frei, daß er uns ewig gnädig sei. 4. Der Herr, der Tröster, ob uns schweb, sein Antlitz über uns erheb, daß uns sein Bild werd eingedrückt, und geb uns Frieden unverrückt. 5. Jehova, Vater, Sohn und Geist, o Segensbrunn, der ewig fleußt, durchström Herz, Sinn und Wandel wohl, mach uns deins Lobs und Segens voll. Gerhard Tersteegen. † 1769. 5. Mel. 43: Erschienen ist der herrlich zc. Gottlob! der Sonntag kommt herbei, die Woche wird nun wieder neu. Heut hat mein Gott das Licht gemacht, mein Heil hat mir das Leben bracht. Halleluja. 2. Dies ist der Tag, da Jesus Christ vom Tod für mich erstanden Sonntag und öffentlicher Gottesdienst. ist und schenkt mir die Gerechtig- dienen? Was ist füßer, als sein keit, Troft, Leben, Heil und Selig- Wort, da wir sammeln wie die feit. Halleluja. Bienen und den Honig tragen fort? Selig ist, wer Tag und Nacht also nach dem Himmel tracht. 3. Das ist der rechte Sonnentag, da man sich nicht gnug freuen mag, da wir mit Gott versöhnet sind, daß nun ein Christ heißt Gottes Kind. Halleluja. 5. O mein Gott, sprich selber Amen! denn wir sind dein Eigentum. Alles preise deinen Namen, 4. Mein Gott, laß mir dein alles mehre deinen Ruhm, bis Lebenswort, führ mich zur Him- es fünftig wird geschehn, daß mels- Ehrenpfort; laß mich hier wir dich im Himmel sehn. leben heiliglich und dir lobsingen ewiglich. Halleluja. Raspar Neumann. † 1715. Johann Olearius. † 1684. 3 2. Ach, wie lieb ich diese Stunden, denn sie sind des Herren Feit, das mit so viel Trost verbunden, da mein Gott mich ruhen läßt und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Leben weist. 3. Habe Dank für diesen Morgen, der mir Zeit zum Guten schenkt. Das sind unsre besten Sorgen, wenn der Mensch an Gott gedenkt und von Herzen betet, singt, daß es durch die Wolken bringt. 4. Was ist schöner, als Gott 7. Mel. 58: Gott des Himmels zc. Halleluja, schöner Morgen! 6. Mel. 58: Gott des Himmels 2c. schöner als man denken mag; Großer Gott von alten Zeiten, heute fühl ich keine Sorgen; denn deffen Hand die Welt regiert, dessen Treu auf allen Seiten mich von Jugend auf geführt: heute weckt des Tages Lauf mich zu lauter Andacht auf. das ist ein lieber Tag, der durch seine Lieblichkeit recht das Innerste erfreut. 2. Süßer Ruhetag der Seelen, Sonntag, der voll Lichtes ist, heller Tag der dunkeln Höhlen, Zeit, in der der Segen fließt! Stunde voller Seligkeit, du vertreibst mir alles Leid. 3. Ach, wie schmeck ich Gottes Güte recht als einen Morgentau, die mich führt aus meiner Hütte zu des Vaters grüner Au; da hat wohl die Morgenstund edlen Schatz und Gold im Mund. 4. Ruht nur, meine Weltgeschäfte! Heute hab ich sonst zu thun; denn ich brauche alle Kräfte, in dem höchsten Gott zu ruhn. 1* 4 Sonntag und öffentlicher Gottesdienst. Heut schickt keine Arbeit sich, als uns send; mit Hilf und Gnad nur Gotteswerk für mich. er uns regier und uns den Weg zur Wahrheit führ. 5. Wie soll ich mich heute schmücken, daß ich Gott gefallen mag? Jesus wird die Kleider schicken, die ich ihm zu Ehren trag. Sein Blut und Gerechtigkeit ist das schönste Sonntagsfleid. 6. Ich will in der Zionsstille heute voller Arbeit sein; denn da sammle ich die Fülle von den höchsten Schätzen ein, wenn mein Jesus meinen Geist mit dem Wort des Lebens speist. 7. Herr, ermuntre meine Sinnen und bereite selbst die Brust; leß mich Lehr und Troft ge= winnen, gieb zu deinem Manna Lust, daß mir deines Wortes Hall recht tief in mein Herze fall. 8. Segne deiner Knechte Behren, öffne selber ihren Mund. Mach mit allen, die dich hören, heute deinen Gnadenbund, daß, wenn man hier fleht und singt, solches in dein Herze dringt. 9. Gieb, daß ich den Tag beschließe, wie er angefangen ist. Segne, pflanze und begieße, der bu Herr des Sabbaths bist; bis ich einft auf jenen Tag ewig Sabbath halten mag. Jonathan Krause. † 1762. 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andacht sein, den Glauben mehr, stärk den Verstand, daß uns dein Nam werd wohlbekannt; 3. Bis wir fingen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr! und schauen dich von Angesicht in ewger Freud und selgem Licht. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron! Der heiligen Dreifaltigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! Wilhelm II. von Sachsen- Weimar.(?) † 1662. 9. Mel. 68: Herr Jesu Christ, dich 2c. Herr, öffne mir die Herzensthür, zeuch mein Herz durch dein Wort zu dir; laß mich dem Wort bewahren rein, laß mich dein sein. 2. Dein Wort bewegt des Herzens Grund, dein Wort macht Leib und Seel gesund; dein Wort ist, was mein Herz erfreut, dein Wort giebt Trost und Seligkeit. 3. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron! Der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis Johann Olearius.+ 1684. 8. Eigene Melobie. 68. Herr Jesu Chrift, dich zu uns in Ewigkeit! wend, bein heilgen Geist du zu Sonntag und öffentlicher Gottesdienst. 10. tel. 164: Balet will ich dir geben. P Laß mich dein sein und bleiben, du treuer Gott und Herr, von dir laß mich nichts treiben, halt mich bei deiner Lehr. Herr, laß mich nur nicht wanken, gieb mir Beständigkeit; dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit. Nikolaus Selneder. † 1592. 11. el. 114: Meinen Jefum laß zc. Licht vom Licht, erleuchte mich 5 5. Ruh in mir und ich in dir, bau ein Paradies im Herzen. meiner Andacht Kerzen immer Offenbare dich doch mir, führe neue Nahrung zu, heilge Liebes flamme du. 6. Dieser Tag sei dir geweiht, weg mit allen Eitelkeiten! Ich will deiner Herrlichkeit einen Tempel zubereiten, nichts fonft wollen, nichts sonst thun, als in deiner Liebe ruhn. 7. Du bist mehr denn Salohören, ich will deinen Gnadenmon: laß mich deine Weisheit bei dem neuen Morgenlichte, thron mit gebeugten Knieen ehren, Gnadensonne, zeige dich meinem bis mir deine Sonne lacht und muntern Angesichte, wohne mir den schönsten Sonntag macht. mit Glanze bei, daß mein Sabbath fröhlich sei. Benjamin Schmold. † 1737. 12. 2. Brunnquell aller Süßigfeit, laß mir deine Ströme fließen, mache Mund und Herz bereit, dich in Andacht recht zu grüßen, Eigene Melodie. 104. Apostelgesch. 10, 33. streu das Wort mit Segen ein, Liebster Jesu, wir sind hier, laß es hundertfrüchtig sein. dich und dein Wort anzuhören. 3. Zünde selbst das Opfer an, Lenke Sinnen und Begier auf das auf meinen Lippen lieget, die süßen Himmelslehren, daß fei mir Weisheit, Licht und Bahn, die Herzen von der Erden ganz daß kein Irrtum mich betrüget, zu dir gezogen werden. und fein fremdes Feuer brennt, welches dein Altar nicht kennt. 4. Laß mich heut und allezeit: Heilig, heilig, heilig! singen, und mich in die Ewigkeit mit des Geistes Flügeln schwingen. Gieb mir einen Vorschmack ein, wie es mag im Himmel sein. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsternis umhüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet. Gutes denken, thun und dichten mußt du selbst in uns verrichten. 3. D du Glanz der Herrlich feit, Licht vom Licht, aus Gott want Sonntag und öffentlicher Gottesdienst. geboren, mach uns allesamt bereit, hier. Zieh doch in mein Herz öffne Herzen, Mund und Ohren. hinein, laß es deinen Tempel sein. Unser Bitten, Flehn und Singen laß, Herr Jesu, wohl gelingen. Tobias Clausniger. † 1681. 6 13. Mel. 141: D Gott, du frommer 2c. Seid stille, Sinn und Geist, und euch in Gott ergötzet, heut ist der Ruhetag, den er selbst eingefeget. Er will in stiller Furcht und Lieb geehret sein, wofern er soll bei uns in Gnaden kehren ein. 2. Komm heute in mein Herz, tu König aller Frommen. Laß mit dir Segen, Heil und Seelen frieden kommen. Die Sonne deiner Gnad kehr heute bei mir ein, so wird dann dieser Tag ein rechter Sonntag sein. Valentin Ernst Löscher. † 1749. 14. Mel 58: Gott des Himmels 2c. Thut mir auf die schöne Pforte, führet mich in Zion ein! Ach, wie wird an diesem Drte meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu bir getommen, komme du nun auch zu mir. Wo du Wohnung haft genommen, da ist lauter Himme! 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilge du Leib, Seel und Geist, daß mein Singen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, zieh das Herze ganz empor. 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samkorn auf mich fällt, gieb mir Licht in dem Verstande; und was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht ge deihn. 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, laß dein teures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben, halte stets dein Wort mir für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmelsbrot, tröste mich in aller Not. 7. Öffne mir die grünen Auen, daß dein Lamm sich weiden kann. Laffe mir dein Manna tauen, zeige mir die rechte Bahn hier in diesem Jammerthal zu des Lammes Ehrensaal. Benjamin Schmold.+ 1737. Advent und Anfang des Kirchenjahres. 15. Eigene Melobie. So. 2. Korinth. 13, 13. Die ie Gnade unsers Herrn Jesu Chrifti, und die Liebe Gottes, und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit uns allen, mit uns allen! Amen. 7 2. Er laffe uns sein Antlit leuchten, daß wir auf Erden erkennen seine Wege. 18. Tel. 19: Aus meines Herzens 2c. Matth. 21, 1-9. Auf, auf, ihr Reichsgenossen, eur König kommt heran, empfahet unverdrossen den großen Wundermann. Ihr Christen, geht herfür, laßt uns vor allen Dingen ihm Hosianna fingen mit heiliger Begier. 3. Es segne uns Gott, unser Gott, es segne uns Gott und gebe uns seinen Frieden. Amen. 17. Mel. 104: Biebster Jesu, wir tc. Pfalm 121, 8. Unsern Ausgang jegne Gott, 16. Eigene Melodie. 62. 4. Mof. 6, 24-26. unsern Eingang gleichermaßen, segne unser täglich Brot, segne unser Thun und Lassen, segne Gott sei uns gnädig und barm- uns mit selgem Sterben und herzig und gebe uns seinen gött- mach uns zu Himmels Erben. lichen Segen. Hartmann Schent.+ 1681. 2. Advent und Anfang des Kirchenjahres. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten, der König ist nicht fern; seid fröhlich, ihr Verzagten, dort kommt der Morgenstern. Der Herr will in der Not mit reichem Trost euch speisen, er will euch Hilf erweisen, ja dämpfen gar den Tod. 4. Frisch auf, ihr Hochbetrübten, der König kommt mit Macht, an uns, sein Herzgeliebten, hat 2. Auf, ihr betrübten Herzen, er schon längst gedacht. Nun der König ist gar nah, hinweg wird kein Angst und Pein, noch all Angst und Schmerzen, der Born hinfort uns schaden, dieHelfer ist schon da; seht, wie so weil uns Gott aus Gnaden läßt mancher Ort hochtröstlich ist zu seine Kinder sein. nennen, da wir ihn finden können in Nachtmahl, Tauf und Wort. 5. So lauft mit schnellen Schritten, den König zu befehn, Advent und Anfang des Kirchenjahres. dieweil er kommt geritten stark, 3. Dein Reich ist nicht von herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz versüßen und uns erlösen kann. dieser Erden, doch aller Erde Reiche werden dem, das du gründeft, unterthan. Bewaffnet mit des Glaubens Worten, zieht deine Schar nach den vier Orten der Welt hinaus, und macht dir Bahn. 6. Der König will bedenken die, so er herzlich liebt, mit köstlichen Geschenken, als der sich selbst uns giebt durch seine Gnad und Wort. Ja, König, hoch erhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 4. Und wo du kommest hergezogen, da ebnen sich des Meeres Wogen, es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Du kommst, auf den empörten Triften des Lebens neuen Bund zu stiften, und schlägst in Feffel Sünd und Tod. 7. Nun Herr, du giebst uns chlich, wirst selbst doch arm und schwach; du liebest unvergleichlich, du jagst den Sündern nach. Drum wolln wir all in 8 5. D Herr von großer Huld und Treue, o tomme du auch jetzt aufs neue zu uns, die wir ein die Stimmen hoch erschwingen, sind schwer verstört. Not ist es, ein Hofianna singen und ewig daß du selbst hiernieden kommst, dankbar sein. Sohann Rist. † 1667. zu erneuen deinen Frieden, dagegen sich die Welt empört. 6. D laß dein Licht auf Erden fiegen, die Macht der Finsternis Glimmen aus; daß wir, die erliegen, und lösch der Zwietracht Völker und die Thronen, vereint als Brüder wieder wohnen in beines großen Vaters Haus! Friedrich Rückert. † 1866. 19. Mel. 3: Ach Jefu, meiner sc. Dein König kommt in niedern Hüllen, ihn trägt der lastbarn Eflin Füllen, empfang ihn froh, Jerusalem! Trag ihm entgegen Friedenspalmen, bestreu den Pfad mit grünen Halmen! So ists dem Herren angenehm. 20. 2. O mächtger Herrscher ohne Heere, gewaltger Kämpfer ohne Speere, o Friedensfürst von gro= Gottes Sohn ist kommen uns Eigene Melodie. 59. Ber Macht! Es wollen dir der Erde Herren den Weg zu deinem Throne sperren, doch du gewinnst ihn ohne Schlacht. zum Heil und Frommen hier auf diese Erden uns gleich an Gebärden, daß er uns von Sünde freie und entbinde. Advent und Anfang des Kirchenjahres. 9 2. Er kommt auch noch heute den und im Glauben scheiden zu und belehrt die Leute, wie sie den ewgen Freuden. sich von Sünden solln zur Buße wenden, von Irrtum und Thors heit treten zu der Wahrheit. 21. 3. Die sich sein nicht schämen, seinen Dienst annehmen durch den rechten Glauben und ihm ganz Mel. 128: Nun komm, der Heiben ze. vertrauen, denen wird er eben Gott sei Dank durch alle Welt, ihre Sünd vergeben. 4. Er thut ihnen schenken in ben Sakramenten selber sich zur Speise, sein Lieb zu beweisen, daß fie fein genießen in ihrem Sewiffen. 5. Die treu und ergeben ihm beständig leben, ihm, dem Herrn in allem trachten zu gefallen, werden auch mit Freuden einst von hinnen scheiden. 6. Denn bald und behende kommt ihr letztes Ende; da wird er vom Bösen ihre Seel erlösen und sie mit sich führen zu der Engel Chören. 7. Von dort wird er kommen, wie er aufgenommen, wann die Toten werden aufstehn von der Erden und zu seinen Füßen sich darstellen müssen. 8. Da wird er sie scheiden: seines Reiches Freuden erben alle Frommen; doch die Bösen kommen dahin, wo sie müssen ihr Untugend büßen. Böhmische Brüder. 1544. ( Johann Horn. † 1547.) der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und Rat zu uns hergesendet hat. 2. Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie geprophezeit, ist erfüllt nach Herrlichkeit. 3. Zions Hilf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn, der wohl zweigestammte Held hat sich treulich eingeſtellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil! Hosianna, o mein Teil! Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an. 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne thust, rein von aller Sünden Wust. 6. Und wie deine Zukunft war voller Sanftmut, ohn Gefahr; also sei auch jederzeit deine Sanft mut mir bereit. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin, 9. Ei nun, Herre Jesu, schick und des Satans schlaue Lift sich unsre Herzen zu, daß wir alle zu hoch für mich vermißt. Stunden werden fromm erfun- 8. Tritt der Schlangen Ropf Advent und Anfang des Kirchenjahres. entzwei, daß ich, aller Ängsten anlegt als ein Ehrenkleid und frei, dir im Glauben um und an will eure Sach verfechten. Durch felig bleibe zugethan; die Welt erschall und geh: Hofianna in der Höh. 9. Daß, wenn du, o Lebensfürst, prächtig wieder kommen wirst, ich dir mög entgegengehn und vor dir gerecht bestehn. Heinrich Held. Um 1650. 10 6. Seht den Helfer willig kommen, euch zu raten in der Not, in dem Leben, in dem Tod, als den er auf sich genommen. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh. 22. Eigene Melodie. 77. Hofianna Davids Sohne! Der foll hochgelobet fein, der bei uns jetzt fehret ein, fommend von des Höchsten Throne. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh. 5. Seht, ihr Sünder, den Gerechten, der euch seine Heiligkeit 7. Seht, ihr Armen, seht den Armen, der von seiner Armut euch hier und ewig machet reich; er will euer sich erbarmen. Durch die Welt erschall und geh: Hostanna in der Höh. 8. Herr, o Herr, laß wohlgelingen! Diesen Tag haft du gemacht, dieser Tag hat Freuden bracht; drum wir alle billig singen: Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh 2. Den die Alten mit Verlangen oft gewünscht, gerufen oft, dessen Eintritt sie gehofft, der läßt sich von uns empfangen. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh. 9. Hosianna Davids Sohne! 3. Kommt, dem Könige zu Der soll hochgelobet sein, der bei hulden, treu nach Unterthanen- uns jetzt fehret ein, kommend pflicht; denn ihr sollet ferner von des Höchsten Throne. Durch nicht fremde Dienstbarkeit erbul- die Welt erschall und geh: Hoden. Durch die Welt erschall fianna in der Höh. und geh: Hosianna in der Höh. Chriftian Keymann. † 1662. 4. Kommet her, ihr blöden Herzen, seht des Herren Sanftmut an; seine Gütigkeit, die kann heilen alle Sündenschmerzen. 23. Mel. 114: Meinen Jesum laß z. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna! Davids Sohn kommt Hofianna in der Höh. in Zion eingezogen. Auf! bereitet ihm den Thron, seht ihm tausend Eyrenbogen. Streuet Advent und Anfang des Kirchenjahres. 11 Palmen, machet Bahn, daß er stanna! Bist du da? Ja, du Einzug halten kann. kommst, Halleluja! Benjamin Schmold.+ 1737. 2. Hosianna! sei gegrüßt! Komm, wir gehen dir entgegen. Unser Herz ist schon gerüst, will sich dir zu Füßen legen. Beuch zu unsern Thoren ein, du sollst uns willkommen sein. 3. Hosianna! Friedensfürst, Ehrenkönig, Held im Streite! Alles, was du schaffen wirst, das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna! lieber Gast, wir sind deine Reichsgenossen, die du bir erwählet hast; ach, so laß uns unverdroffen deinem Scepter dienstbar sein, herrsche du in uns allein. 5. Hosianna! steh uns bei! Herr, hilf, laß wohl gelingen, daß wir ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, der dir nicht gehorchen kann. 6. Hosianna! laß uns hier an den Ölberg dich begleiten, bis wir einstens für und für dir ein Psalmenlied bereiten; dort ist unser Bethphage: Hosianna in der Höh! 24. Mel. 114: Meinen Jesum laß zc. Komm, du wertes Lösegeld, dessen alle Heiden hoffen; komm, o Heiland aller Welt, Thor und Thüren stehen offen; komm in angestammter Zier, komm, wir warten mit Begier. 2. Zeuch auch in mein Herz hinein, o du großer Ehrenkönig; laß mich deine Wohnung sein. Bin ich armer Mensch zu wenig, ei, so soll mein Reichtum sein, wenn du bei mir ziehest ein. 3. Nimm mein Hosianna an mit den Siegespalmenzweigen; so viel ich nur immer kann, will ich Ehre dir erzeigen und im Glauben dein Verdienst mir zueignen zum Gewinnst. 7. Hofianna nah und fern! Eile, bei uns einzugehen. Du Gesegneter des Herrn, warum 4. Hosianna, Davids Sohn! Ach Herr, hilf, laß wohl gelingen, laß dein Scepter, Reich und Kron uns viel Heil und Segen bringen, daß in Ewigkeit besteh: Hosianna in der Höh! Johann Gottfried Olearius. † 1711. 25. Mel. 167: Bom Himmel hoch zc. Komm, Heidenheiland, Löſegeld, komm, schönste Sonne dieser roillst du draußen stehen? Ho- Welt: Laß abwärts flammen dei Advent und Anfang des Kirchenjahres. 12 nen Schein, denn so will Gott geboren sein. 2. Komm an von deinem Ehrenthron, Sohn Gottes und der Jungfraun Sohn; komm an, du zweigestammter Held, geh mutig durch dies Thal der Welt. 3. Du nahmest erdwärts deinen Lauf, und stiegst auch wieder himmelauf. Dein Abfahrt war zum Todesthal, die Rückfahrt in den Sternenfaal. 4. D höchster Fürst, dem Vater gleich, besieg hier dieses Fleisches Reich, denn unser Geist, in Fleisches Haft, fehnt sich nach deiner Himmelstraft. 5. Von deiner Krippe glänzt ein Strahl, ein Licht leucht durch dies finstre Thal, es giebt die Nacht so hellen Schein, der da wird unverlöschlich sein. 6. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron, der heiligen Dreifaltigfeit sei Lob und Preis in Ewigfeit. Joh. Frand 1646 nach Ambrofius. † 397. 26. Eigene Melodie. 111) Psalm 24, 7-10. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit! Es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer, reich von Rat! 2. Er ist gerecht, ein Helfer wert, Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, sein Königskron ist Heiligfeit, sein Scepter ist Barmherzigkeit; all unser Not zum End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Heiland, groß von That! der Stadt, so diesen König bei sich 3. D wohl dem Land, o wohl hat! Wohl allen Herzen insge Er ist die rechte Freudensonn, mein, da dieser König ziehet ein! bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spat! 4. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit, eur Herz zum Tempel zubereit; die Zweiglein der Gottseligkeit steckt auf mit Andacht, Lust und Freud; so kommt der König auch zu euch, ja Heil und Leben mit zugleich. Gelobet fei mein Gott, voll Rat, voll That, voll Gnad! espe 5. Komm, o mein Heiland, Jesu Christ, meins Herzens Thür dir offen ist; ach zeuch mit deiner Gnaden ein, dein Freundlichkeit auch uns erschein. Dein heilger Geist uns führ und leit den Weg Advent und Anfang des Kirchenjahres. zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr! Georg Weissel.+ 1635. 27. Mel. 168: Von Gott will ich nicht zc. Jef. 40, 3. 4. Mit Ernst, o Menschenkinder, das Herz in euch bestellt! Bald wird das Heil der Sünder, der wunderstarke Held, den Gott aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben versprochen hat zu geben, bei allen kehren ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast, macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt; macht alle Bahnen recht, die Thäler all erhöhet; macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, gleich und schlecht. 13 4. Ach mache du mich Armen zu dieser heilgen Zeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit. Zeuch in mein Herz hinein vom Stall und von der Krippen; so werden Herz und Lippen dir allzeit dankbar sein! Nach Valentin Thilo jun. † 1662. 28. Mel. 19: Aus meines Herzens 2c. Nun jauchzet all, ihr Frommen, in dieser Gnadenzeit, weil unser Heil ist kommen, der Herr der Herrlichkeit; zwar ohne stolze Pracht, doch mächtig, zu verheeren und gänzlich zu zerstören des Teufels Reich und Macht. 2. Kein Scepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt, im hohen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. Er will hie seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat vollbracht. 3. Ihr Mächtigen auf Erden, nehmt diesen König an, wollt ihr beraten werden und gehn die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt. Sonst, wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, des Höchsten Zorn euch rührt. 4. Jhr Armen und Elenden in dieser bösen Zeit, die ihr an 3. Ein Herz, das Demut übet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmut liebet, mit Angst zu Grunde geht; ein Herz, allen Enden müßt haben Angst das richtig ist und folget Gottes und Leid, seid dennoch wohlgeLeiten, das kann sich recht bereiten, mut! Laßt eure Lieder klingen, zu dem kommt Jesus Christ dem König Lob zu singen, der euer höchstes Gut. 5. Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit, ver wandeln euer Weinen und eure Klag in Freud. Er ists, der helfen kann. Halt eure Lampen fertig und seid stets sein gewärtig, er ist schon auf der Bahn! Michael Schirmer. † 1673. Advent und Anfang des Kirchenjahres. $ 29. Mel. 43: Erschienen ist der zc. Nun kommt das neue Kirchen14 aid jahr, des freuet sich die Christenfchar. Dein König kommt, drum freue dich, du wertes Zion, ewige lich. Halleluja. 2. Wir hören noch das Gnadens wort von Anfang immer fort und fort, das uns den Weg zum Leben weist. Gott sei für seine Gnad gepreist. Halleluja. 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, die unsern Glauben frets vermehrt, laß bei uns bleiben, daß wir dir Lob und Preis sagen für und für. Halleluja. Johann Olearius. † 1684 30. Mel. 114: Meinen Jefum laß z. Matth. 21, 5. Sieh, dein König kommt zu dir! Seele, das sind frohe Worte; sprich: Mein König, komm zu mir; sieh, ich öffne dir die Pforte, zeuch mit deiner Sanftmut ein; was du findest, das ist dein. reuet; komm und reinige dein Haus, das die Sünde hat entweihet. Mach mit deinem Opferblut alles wieder rein und gut. 4. Komm mit deinem Abendmahl, das du uns zum Heil gegeben, daß wir schon im Erdenthal mit dir als im Himmel leben. Komm, Herr Jesu, leb in mir, und mein Leben sei in dir! 5. Komm und bring den Geist auch mit, deinen Geist, der dich verkläret, der mich im Gebet vertritt und des Königs Willen lehret, daß ich bis auf jenen Tag: komm, Herr Jesu! rufen mag. Philipp Friedrich Hiller. † 1769. 31. Mel. 179: Werde munter, mein 2c. Warum Darum willst du draußen stehen*), du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, wohlgefallen, du mein Stern. Du mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit, hilf, o Heiland, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. *) 1. Mof. 24, 31. 2. Komm, ich bin dein Eigentum schon seit deinem Wasserbade; komm, dein Evangelium werde mir ein Wort der Gnade; du schickst ja dein Wort voran, daß mein König kommen kann. 2. Meine Wunden sind der Jammer, welchen oftmals Tag und Nacht des Gesetzes starker Hammer mir mit seinem Schrecken macht. O der schweren Donnerstimm, die mir Gottes Zorn und 3. Komm und räume alles Grimm also tief ins Herze schläget, daß sich all mein Blut beweget. aus, was du haffest, was mich Advent und Anfang des Kirchenjahres. 3. Dazu kommt des Teufels und Seele, flag ihm, was dich Lügen, der mir alle Gnad absagt, drückt und quäle. als müßt ich nun ewig liegen in der Hölle, die ihn plagt. Ja auch, was noch ärger ist, so zermartert und zerfrißt mich mein eigenes Gewissen mit vergiften Schlangenbiffen. 8. Was du Böses hast begangen, das ist alles abgeschafft. Gottes Liebe nimmt gefangen deiner Sünde Macht und Kraft. Christi Sieg behält das Feld, und was Böses in der Welt sich wil wider dich erregen, wird zu lauter Glück und Segen. 4. Will ich denn mein Elend lindern und erleichtern meine Bein bei der Welt und ihren Kindern, fall ich vollends tief hinein: da ist Trost, der mich betrübt, Freude, die mein Unglück liebt, Helfer, die mir Herzleid machen, gute Freunde, die mein lachen. 17 9. Alles dient zu deinem Frommen, was dir bös und schädlich scheint, weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibst du dem nur wieder treu, ists gewiß und bleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. Paul Gerhardt. † 1676. 5. In der Welt ist alles nichtig; nichts ist, das nicht kraftlos wär. Hab ich Hoheit, die ist flüchtig; hab ich Reichtum, was ists mehr, als ein Stäublein armer Erd? Hab ich Lust, was ist sie wert? Was ist, das mich heut erfreuet, 32. Mel. 164: Balet will ich bir geben. das mich morgen nicht gereuet? Wie soll ich dich empfangen 6. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr Jesu Christ; dein Erfreuen ist die Weide, da man sich recht fröhlich ist. Leuchte mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herze bricht; laß mich, Herr, an dir erquicken, Jefu, komm, laß dich erblicken! und wie begegn ich dir? o aller Welt Verlangen, o meiner Scelen Zier! DJesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergöße, mir fund und wissend sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern 7. Freu dich Herz, du bist meinen Sinn. Mein Herze foll erhöret, jego zeucht er bei dir ein; dir grünen in stetem Lob und fein Gang ist zu dir gefehret, Preis, und deinem Namen dienen, heiß ihn nur willkommen sein und so gut es kann und weiß. bereite dich ihm zu, gieb dich ganz 3. Was hast du unterlassen zu zu seiner Ruh, öffne dein Gemüt meinem Trost und Freud? Als 14. Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid, als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen und haft mich froh gemacht. sm ei f na dj t. 4. Jch lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß, und hebst mich hoch zu Ehren, und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdisch Reichtum thut. Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Not zu stillen, die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken vor eurer Sündenschuld; nein! Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld! Er kommt, er kommt den Sündern zum Trost und wahrem Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Teil. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt, als das geliebte Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammerslaft, die fein Mund aus kann sagen, so fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, du herzbetrübtes Heer, bei welchem Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr; seid unverzagt, ihr habet die Hilfe vor der Thür; der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier! 7. Jhr dürft euch nicht bemühen, noch sorgen Tag und faal! 33. Mel. 186: Wir Christenleut! 2c. Auf, schicke dich, recht feierlich des Heilands Fest mit Danken zu 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein König, dem alle Macht und List auf Erden viel zu wenig zum Widerstande ist. 10. Er kommt zum Weltgerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht; mit Gnad und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach fomm, ach komm, o Sonne, und hol uns allzumal zum ewgen Licht und Wonne in deinen FreudenPaul Gerhardt. † 1676. 3. Weihnacht. begehen! Lieb ist der Dank, der Lobgefang, durch den wir ihn, den Gott der Lieb erhöhen. 2. Sprich dankbar froh: Also, also hat Gott die Welt in seinem t Weihnacht. Sohn geliebet. D, wer bin ich, Herr, daß du mich so herrlich hoch in deinem Sohn geliebet! nicht, der täglich wiederkehret. Es ist ein Leuchten aus der Fern, es ist ein Schimmer, ist ein Stern, von dem ich längst gehöret. 3. Er, unser Freund, mit uns vereint zur Zeit, da wir noch 2. Nun wird ein König aller seine Feinde waren, er wird uns Welt, von Ewigkeit zum Heil begleich, um Gottes Reich und seine stellt, ein zartes Kind geboren. Lieb als Mensch zu offenbaren. Der Teufel hat sein altes Recht 4. An ihm nimm teil; er ist das Heil. Thu täglich Buß und glaub an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr, Herr! spricht, und doch nicht sucht sein Beispiel nachzuahmen. am ganzen menschlichen Geschlecht verspielt schon und verloren. 3. Der Himmel ist jetzt nimmer weit, es naht die selge Gotteszeit der Freiheit und der Liebe. Wohlauf, du frohe Christenheit, daß jeder sich nach langem Streit in Friedenswerken übe! 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, dich, Gottes Sohn, bekleiden, speisen, tränken, der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Trost erfreun und dein dabei gedenken. 6. Rat, Kraft und Held, durch den die Welt und alles ist im Himmel und auf Erden, die Christenheit preist dich erfreut, und aller Knie soll dir gebeuget werden. 17 7. Erhebt den Herrn, er hilft uns gern; und wer ihn sucht, den wird sein Name trösten. Gelobt sei Gott, gelobt sei Gott! Freut euch des Herrn und jauchzt ihm, ihr Erlösten! Christian Fürchtegott Gellert. † 1769. 4. Ein ewig festes Liebesband hält jedes Haus und jedes Sand und alle Welt umfangen; wir alle sind ein heilger Stamm, der Löwe spielet mit dem Lamm, das Kind am Nest der Schlangen. 5. Wer ist noch, welcher sorgi und sinnt? Hier in der Krippe liegt ein Kind mit lächelnder Gebärde. Wir grüßen dich, du Sternenheld! Willkommen, Hei land aller Welt! willkommen auf der Erde! Max von Schenfendorf. † 1817. 35. Mel. 19: Aus meines Herzens zc. Der heilge Christ ist kommer 34. Mel. 101: Kommt her zu mir zc. der teure Gottessohn; des freit Brich an, du schönes Morgen sich alle Frommen am höchsta licht! Das ist der alte Morgen Himmelsthron. Auch was au WILD Weihnacht. 18 Erden ist, muß preisen hoch und loben mit allen Engeln droben den lieben heilgen Christ. 2. Das Licht ist aufgegangen, die lange Nacht ist hin; die Sünde ist gefangen, erlöst ist Herz und Sinn. Die Sündenangst ist weg, * der Glaube geht zum Himmel nun aus dem Weltgetümmel auf einem sichern Steg. 3. Verwaiset sind die Kinder nicht mehr und vaterlos; Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gnadenschoß. Er will, daß alle, rein von ihrem alten Schaden, vertrauend seinen Gnaden, gehn in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und preiset, ihr Kindlein, fern und nah! Der euch den Vater weiset, der heilge Christ ist da! Er ruft so freundlich drein mit süßen Liebesworten: Geöffnet sind die Pforten, ihr Kinder kommt herein! Ernst Moritz Arndt. † 1860. 36. Mel. 167: Bom Himmel hoch zc. Dies Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist! 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still, er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad er= hält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit teil, erscheinst im Fleisch, wirst unser Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir. Ich komm, im Buche steht von mir; Gott, deinen Willen thu ich gern."*) Gelobt sei, der da kommt im Herrn! *) Pf. 40, 8. 9. 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott Messias, bet ich an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Majestät, du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Seligkeit, du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, der in des Vaters Schoße sitzt? 10. Jauchzt Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heilig Weihnacht. ften Geburt! und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jefum Christ im Himmel und auf Erden ist! Christian Fürchtegott Gellert.+ 1769. 37. Dies Mel. 136: O baß ich tausend Bungen 2c. Dies ist die Nacht, da mir ers schienen des großen Gottes Freundlichkeit; das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit; und dieses Welt- und * Himmelslicht weicht hunderttausend Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gnaden schein! Der Glanz in dieser kleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein; er treibet weg der Höllen Macht, der Sünden und des Todes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der flaren Seligfeit; wenn Sonne, Mond und Stern vergehen, vielleicht in noch gar furzer Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein Alles sein. 4. Laß nur indessen helle scheinen dein Glaubens- und dein Liebeslicht; mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir 19 diese Sonne nicht. Willst du genießen diesen Schein, so darfst du nicht mehr dunkel sein. 5. Drum, Jesu, schöne Weihnachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst! Dein Licht sei meine Weihnachtswonne und lehre mich die Weihnachtskunst, wie ich im Lichte wandeln soll und sei des Weihnachtsglanzes voll. Kaspar Friedrich Nachtenhöfer.+ 1685. 38. Mel. 141: D Gott, du frommer Gott Du wesentliches Wort, von Anfang her gewesen! Du Gott, von Gott gezeugt, von Ewigkeit erlesen zum Heil der ganzen Welt, o mein Herr Jesu Christ! willkommen, der du mir zum Heil geboren bist. 2. Komm, o bu göttlich Wort, und sprich in meiner Seele, daß mirs in Ewigkeit an Troste nimmer fehle; im Glauben wohn in mir und weiche von mir nicht, laß mich auch nicht von dir abweichen, schönstes Licht! 3. Was hat, o Jesu, dich von Anfang doch bewogen? Was hat vom Himmelsthron dich in die Welt gezogen? Ach! deine große Lieb und meine große Not hat deine Glut entflammt, die stärker als der Tod. 4. Gieb, daß ich dir zum Dienst mein ganzes Herz ergebe, auch dir 2* 20 Weihnacht. allein zum Preis auf dieser Erden lebe. Ja, Jesu, laß mein Herz ganz neu geschaffen sein und dir bis in den Tod gewidmet sein allein. 5. Ach, laß nichts in mir sein, was du nicht hast geschaffen, reut alles Unkraut aus und brich des Feindes Waffen. Was bös, ist nicht von dir, das hat der Feind gethan, du aber führ mein Herz und Fuß auf ebner Bahn. 6. Das Leben ist in dir und alles Licht des Lebens; an mir laß deinen Glanz, mein Gott, nicht sein vergebens. Weil du das Licht der Welt, so sei mein Lebenslicht, o Jesu, bis mir dort dein Sonnenlicht anbricht. Laurentius Laurenti. † 1728. durch sein Blut. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide; Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne. 3. Jesus, wie soll ich dir danken? Ich bekenne, daß von dir meine Seligkeit herrühr. O laß mich nicht von dir wanken, nimm mich dir zu eigen hin: so empfindet Herz und Sinn Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide; Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne. 4. Jesu, nimm dich deiner Glieder ferner auch in Gnaden an; schenke was man bitten fann, zu erquicken deine Brüder. Gieb der ganzen Christenschar Friede und einselig Jahr. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide; Wonne, Wonne über 39. Eigene Melodie. 51. Freuet euch, ihr Christen alle, Wonne: Christus ist die Gnadenfreue sich, wer immer kann: Gott sonne. Christian Kepmann. † 1662. hat viel an uns gethan! Freuet euch mit großem Schalle, daß er uns so hoch geacht, sich mit uns befreundt gemacht. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide; Wonne, Wonne über gen dieser Zeit, da vor Freud Wonne: Christus ist die Gnaden- alle Engel singen. Hört, hört, sonne. add wie mit vollen Chören alle Luft laute ruft: Christus ist geboren! 2. Siehe, siehe, meine Seele, wie dein Heiland kommt zu dir, 2. Heute geht aus seiner Kam brennt in Liebe für und für, daß mer Gottes Held, der die Welt er in der Krippen Höhle harte reißt aus allem Jammer. Gott lieget dir zu gut, dich zu lösen wird Mensch, dir, Mensch, zu 40. totus 52.10) Eigene Melobie. 52. Fröhlich soll mein Herze sprin Weihnacht. gute, Gottes Kind, das verbindt sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun können haffen, der uns giebt, was er liebt, über alle Maßen? Gott giebt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 4. Sollte von uns sein gekehret, der sein Reich und zugleich sich selbst uns verehret? Sollt uns Gottes Sohn nicht lieben, der jetzt kommt, von uns nimmt, was uns will betrüben? 5. Er nimmt auf sich, was auf Erden wir gethan, giebt sich an, unser Lamm zu werden; unser Lamm, das für uns ftirbet und bei Gott für den Tod Heil und Fried erwirbet. 6. Nun, er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: Lasset fahren, liebe Brüder, was euch quält; was euch fehlt, ich bring alles wieder. 7. Ei, so kommt und laßt uns laufen, stellt euch ein, groß und klein, kommt mit großen Haufen. Liebt den, der vor Liebe brennet, schaut den Stern, der uns gern Licht und Labsal gönnet. 8. Die ihr schwebt in großen Leiden, sehet, hier ist die Thür zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. 21 9. Wer sich fühlt beschwert im Herzen, wer empfindt seine Sünd und Gewissensschmerzen, sei getrost! hier wird gefunden, der in Eil machet heil die vergiften Wunden. 10. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände! Hier sind alle guten Gaben und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. 11. Süßes Heil, laß dich umfangen, laß mich dir, meine Zier, unverrückt anhangen. Du bist meines Leben Leben; nun kann ich mich durch dich wohl zufrie den geben. 12. Meine Schuld kann mich nicht drücken, denn du hast meine Last all auf deinem Rücken. Kein Fleck ist an mir zu finden, ich bin gar rein und klar aller meiner Sünden. 13. Jch bin rein um beinetwillen, du giebst gnug Ehr und Schmuck, mich darein zu hüllen. Ich will dich ins Herze schließen, o mein Ruhm, edle Blum, laß dich recht genießen. 14. Ich will dich mit Fleiß bewahren, ich will dir leben hier, und mit dir heimfahren. Mit dir will ich endlich schweben voller Freud ohne Zeit dort im andern Leben. Paul Gerhardt. † 1676 22 Weihnacht. 41. 42. Gigene Melodie. 54. Mel. 106: Robe den Herren, ben zc. Gelobet seist du, Jesu Christ, Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket daß du Mensch geboren bist von einer Jungfrau, das ist wahr; des freuet sich der Engel Schar: Halleluja. ihr englischen Chöre, singet dem Herren, dem Heiland der Menschen zur Ehre: Sehet doch da! Gott will so freundlich und nah zu den Verlornen sich kehren. 2. Des ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippen findt. In unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewge Gut. Halleluja. 3. Den aller Welt Kreis nie beschloß, der liegt in Marien Schoß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Halleluja. 4. Das ewge Licht geht da herein, giebt der Welt ein neuen Schein; es leucht wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Halleluja. 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hier ward, und führt uns aus dem Jammerthal, er macht uns Erbn in seinem Saal. Halleluja. 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm und uns im Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Halleluja. 7. Das hat er alles uns gethan, fein groß Lieb zu zeigen an. Des freu sich alle Christenheit und dank ihm des in Ewigkeit. Halleluja. Martin Luther. † 1546. 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket ihr Enden der Erden! Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden. Friede und Freud wird uns verkündiget heut; freuet euch, Hirten und Herden! 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget! Sehet die Liebe, die ganz sich als Liebe nun zeiget! Sie wird ein Kind, träget und hebet die Sünd; alles anbetet und schweiget. 4. Gott ist im Fleische; wer kann dies Geheimnis verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen; gehet hinein, eins mit dem Sohne zu sein, die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? Du willst dich selber, dein Herz voll Erbarmen mir schenken; follt nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demut versenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herz in der Weihnacht. Liebe verbinde; du sollst es sein, den ich erwähle allein. Ewig entfag ich der Sünde. gelium. Wer Jesum recht erkennt, der stirbt nicht, wenn er stirbt, so man ihn gläubig nennt. 7. Treuer Immanuel, werd 4. Wohlan, so will ich mich auch in mir neu geboren; komm an diesen Jesum halten, und doch, mein Heiland, und laß mich sollte gleich die Welt in tausend nicht länger verloren; wohne in Stücken spalten. D Jesu, dir, mir, mach mich ganz eines mit nur dir, dir leb ich ganz allein! dir, den du zum Leben erkoren. Auf dich, allein auf dich, o Jesu! schlaf ich ein. Kaspar Ziegler. † 1690. 8. Menschenfreund Jesu, dich lieb ich, dich will ich erheben, laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nur streben; gieb mir auch bald, Jesu, die Kindesgestalt, ewiglich dir nur zu leben. Gerhard Tersteegen. † 1769. 23 43. Mel. 125: Nun danket alle Gott. Ich freue mich in dir und heiße dich willkommen, mein liebster Jesu, du! Du hast dir vorgenommen, mein Bruder hier zu sein. Ach, wie ein süßer Ton! Wie freundlich sieht er aus, der große Gottessohn! 44. Mel. 127: Nun freut euch, lieben 2c. Ich steh an deiner Krippe hier, o Jesu, du mein Leben; ich komme, bring und schenke dir, was du mir haft gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin und laß dirs wohlgefallen. 2. Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren, und hast mich dir zu eigen gar, ch ich dich kannt, erkoren. Eh ich durch deine Hand gemacht, da hast du schon bei dir bedacht, wie du mein wolltest werden. 2. Gott senkt die Majestät, fein unbegreiflich Wesen, in eines Menschen Leib; nun muß die 3. Jch lag in tiefster TodesWelt genesen. Der allerhöchste nacht, du wurdest meine Sonne, Gott spricht freundlich bei uns die Sonne, die mir zugebracht ein, wird gar ein kleines Kind, Licht, Leben, Freud und Wonne. will unser Heiland sein. D Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht, wie schön sind deine Strahlen! 3. Wie lieblich klingt es mir, wie schallt es in die Ohren! Es kann durch Stahl und Erz und harte Felsen bohren das Evan4. Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen, Weihnacht. und weil ich nun nicht weiter nah! Himmel und Erde, erzählt fann, bleib ich anbetend stehen. D daß mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte faffen! es den Heiden: Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden. 2. Jesus ist kommen, nun springen die Banden, Stricke des Todes, die reißen entzwei. Unser Durchbrecher ist nunmehr vorhanden, er, der Sohn Gottes, der machet recht frei, bringet zu Ehren aus Sünden und Schanden. Jesus ist kommen, nun springen die Banden. 5. Wenn oft mein Herz in Liebe weint und keinen Trost kann finden, rufst du mir zu: Ich bin dein Freund, ein Tilger deiner Sünden; was trauerst du, mein Fleisch und Bein? du sollst ja guter Dinge sein, ich zahle deine Schulden." 11 3. Jesus ist kommen, ein Opfer für Sünden; Sünden der ganzen Welt träget dies Lamm; Sündern die ewge Erlösung zu finden, steigt er aus Lieb an den blutigen Stamm. Abgrund der Liebe, wer kann dich ergründen? Jesus ist kommen, ein Opfer für Sünden. 4. Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden. Komme, wen dürstet, und trinke, wer will; holet für euren verderblichen Schaden Gnade aus dieser un endlichen Füll. Nehmet, ach nehmt doch, Gott hat euch geladen. Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden. 24 6. Du fragest nicht nach Luft der Welt, noch nach des Leibes Freuden; du haft dich bei uns eingestellt an unsrer statt zu leiden, suchst meiner Seelen Herrlichkeit durch dein selbst eignes Herzeleid. Das will ich dir nicht wehren. 7. Eins aber, hoff ich, wirst bu mir, mein Heiland, nicht verfagen, daß ich dich möge für und für in, bei und an mir tragen. So laß mich deine Wohnung sein, fomm, komm und kehre bei mir ein mit allen deinen Freuden! Paul Gerhardt. † 1676. 5. Jesus ist kommen, der Herzog des Lebens, fein Tod ver= schlinget den ewigen Tod; giebt uns, ach hört es doch ja nicht vergebens! ewiges Leben, ber freundliche Gott. Glaubt ihm, so macht er ein Ende des Bebens. Jesus ist kommen, der Herzog des 45. Mel. 88: Jefu, hilf fiegen, bu x. Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude; 2 und D, Anfang und A Ende ist da! Gottheit und Menschheit vereinen sich beide; Schöpfer, wie kommst du den Menschen so Lebens. € ( Weihnacht. 6. Jesus ist kommen; sagts mich nach deinem Gebot herzlich aller Welt Enden, cilet, ach eilet im Glauben dir danken. zum Gnadenpanier; schwöret ihm 5. Führe mich endlich, o Jesu, Treue mit Herzen und Händen, ins ewige Leben, welches du allen, ſprechet: wir leben und sterben die glauben, versprochen zu geben, bei dir. Herzensfreund, gürte da ich bei Gott ohne Not, Jammit Wahrheit die Lenden! Jesus mer und Tod ewig in Freuden ist kommen, sagts aller Welt kann schweben. Enden! Find Kaspar Friedrich Nachterhöfer. † 1685. Johann Anastasius Freylinghausen. † 1739. 46. Mel. 106: Robe den Herren, den 2c. Kommst du nun, Jesu, vom Himmel herunter auf Erden? Soll nun der Himmel und Erde vereiniget werden? Ewiger Gott, kann dich mein Jammer und Not bringen zu Menschengebärden? 25 2. Was ich in Adam und Eva durch Sterben verloren, hast du mir, Jesu, durch Leben und Leiden erkoren: Gütiger Gott, alle mein Jammer und Not endet sich, da du geboren.and to bed 3. Teufel, Tod, Hölle, die zürnen und halten zusammen, wollen mich Sünder verschlingen und gänzlich verdammen: Mächtiger Gott, wende den Jammer und Not, tilge die höllischen Flammen! ds& spions made 4. Gieb mir, o Jesu, nur heilige gute Gedanken, halte die Glieder des Leibes in heiligen Schranken: Heiliger Gott, laß 47. Eigene Melodie. 109. Lobt Gett, ihr Christen, alle gleich in seinem höchsten Thron, der heut schließt auf sein Himmelreich und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kommt aus feines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein; er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein. 3. Er äußert sich all seiner Gwalt, wird niedrig und gering, nimmt an sich eines Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding. 4. Er liegt an seiner Mutter Brust, ihr Milch ist seine Speis, an dem die Engel sehn ihr Lust, denn er ist Davids Reis, 5. Das seinem Stamm entsprießen sollt in dieser letzten Beit, durch welchen Gott aufrichten wollt sein Reich, die Christenheit. 6. Er wechselt mit uns wunderlich: Fleisch und Blut nimmt er an, und giebt uns in seins Vaters Reich die flare Gottheit dran. 7. Er wird ein Knecht, und ich 26 ein Herr, das mag ein Wechsel sein! wie könnt er doch sein freundlicher, der liebe Jesus mein? Weihnacht 8. Heut schließt er wieder auf die Thür zum schönen Paradeis, der Cherub steht nicht mehr dafür; Gott sei Lob, Ehr und Preis! Nikolaus Hermann.+ 1561. 48. Eigene Melodie. 134. Nun finget und seid froh, jauchzt all und finget so: Unsers Herzens Wonne liegt in der Krippe bloß und leucht doch als die Sonne in seiner Mutter Schoß. Du bist A und D, du bist A und O. 2. Sohn Gottes in der Höh, nach dir ist mir so weh, tröst mir mein Gemüte, o Kindlein zart und rein, durch alle deine Güte; o liebstes Jefulein, zeuch mich hin nach dir. 3. Groß ist des Vaters Huld, der Sohn tilgt unsre Schuld. Wir warn all verdorben durch Sünd und Eitelkeit, so hat er uns erworben die ewge Himmelsfreud; eia, wärn wir da! Nach dem Lateinischen In 49. Mel. 113: Mein Freund zerschmilzt zc. Liebe, die den Himmel hat zerrissen, die sich zu mir ins Elend niederließ: Was für ein Trieb hat dich bewegen müssen, der dich zu mir ins Jammerthal verwies? Die Liebe hat es selbst gethan, sie schaut als Mutter mich in meinem Jammer an. 2. Die Liebe ist so groß in deinem Herzen, daß du für mich das größte Wunder thust; die Liebe macht dir meinetwegen Schmerzen, daß mir zu gut du unter Dornen ruhst. Dunerhörter Liebesgrad, der selbst des Vaters Wort ins Fleisch gesenket hat. wandter worden, mein Bruder ist 3. Die Liebe ist mein Anver= selbst die Barmherzigkeit; der Gottheit Quell lebt nun in meinem Orden, die Ewigkeit vermählt sich mit der Zeit: das Leben selbst ist Mensch geborn, der Glanz der Herrlichkeit, das Licht, das wir verlorn. 4. In ihm wird nun die Menschheit ausgeföhnet, die Reinigkeit 4. Wo ist der Freudenort? der Seelen wiederbracht; sie wird Nirgend sonst als dort, da die als Braut der Gottheit nun geEngel singen mit den Heilgen krönet, da sie der Himmel selbst all, und die Psalmen klingen im so angelacht. Die Menschheit wird hohen Himmelssaal. Eia, wärn nun ganz erneut und als ein reiner Thron der Gottheit ein wir da! duloi jubilo. geweiht. Univ. Bibl. Giessen x 3 Weihnacht. wohl ist mir, daß ich in Christo nun ein Wohlgefallen spür. Christian Friedrich Nichter. † 1711. 5. Die Weisheit spielt nun völlig wiederbracht. D ewig, ewig wieder auf der Erden, dadurch das Paradies im Menschen grünt: Nun können wir aus Gott geboren werden, weil die Geburt des Herren dazu dient; die neugeborne Seele spürt, daß sie ein andrer Geist aus ihrem Ursprung rührt. 50. Cigene Melodie. 167. Lut. 2. 6. Kein Elend kann nun unser Vom Himmel hoch da komm Herz bezwingen, Immanuel ist ich her, ich bring euch gute neue bei uns in der Not; ich darf ja Mär; der guten Mär bring ich nur zur Gnadenquelle bringen, soviel, davon ich singn und sagen so dient mir selbst das Elend und will. der Tod: der Jammer hängt mir nur noch an, der mir in Chrifto doch nicht schädlich werden kann. 7. Die Sünde kann mich auch nicht mehr verdammen, dieweil sie selbst durch ihn verdammet ist; was schaden nun der Seele ihre Flammen, weil Christi Blut und Wasser in fie fließt? Immanuel löscht ihren Trieb, er läßt die Seele nicht, er hat sie viel zu lieb. 8. Ich habe nun ein ewig Leben funden, viel Reichtum, Ehr und Wonne schenkt er mir; ich bin mit ihm, er ist mit mir verbunden. Den ich in mir mit Liebeswirkung spür: Ich bin vergnügt und ganz gestillt, weil mich der lautre Strom aus seiner Lieb erfüllt. 27 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jungfrau auserforn; ein Kindelein so zart und sein, das soll eur Freud und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott; der will euch führn aus aller Not, er will eur Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligs keit, die Gott der Vater hat bereit, daß ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das Zeichen recht, die Krippen, Windelein so schlecht, da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 9. Auf, auf, mein Geist, vergiß die Trauerlieder, erfreue dich in dieser Liebesmacht; des Himmels Kraft und Glanz bestrahlt dich wieder, und der Verlust ist Sohn verehrt. 6. Des laßt uns alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem lieben Weihnacht. 7. Merk auf, mein Herz, und sich der Engel Schar und fingen sich dorthin, was liegt doch in uns solch neues Jahr. der Krippen drin? Wes ist das schöne Rindelein? Es ist das liebe Jefulein. Martin Luther. † 1546 28 51. 8. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding, wie bist du worden so Mel. 167: Vom Himmel hoch ic. gering, daß du da liegst auf Vom Himmel kam der Engel dürrem Gras, davon ein Rind und Efel aß. 9. Sei mir willkommen, edler Gast, den Sünder nicht verschmähet hast, und kommst ins Elend her zu mir: wie soll ich immer danken dir? 10. Und wär die Welt viel mal so weit, von Edelstein und Gold bereit, so wär sie doch dir viel zu klein, zu sein ein enges Wiegelein. 11. Der Sammet und die Seide dein, das ist grob Heu und Windelein, drauf du König, so groß und reich, herprangst, als wärs dein Himmelreich. Schar, erschien den Hirten offenbar, sie sagten ihn: Ein Kindlein zart, das liegt dort in der Krippen hart, 13. Ach, mein herzliebes Jesulein, mach dir ein rein sanft Bettelein, zu ruhn in meines Herzens Schrein, daß ich nimmer vergesse dein. Stadt, wie Micha*) das verkündet 2. Zu Bethlehem, in Davids hat. Es ist der Herre Jesus Christ, der euer aller Heiland ist. *) Micha 5, 1. 3. Des sollt ihr billig fröhlich sein, daß Gott mit euch ist worden ein. Er ist geborn eur Fleisch und Blut; eur Bruder ist das ewge Gut. Sünd und Tod? Ihr habt mit 4. Was kann euch thun die 12. Das hat also gefallen dir, euch den wahren Gott. Laßt die Wahrheit anzuzeigen mir, wie zürnen Teufel und die Höll, Gotts aller Welt Macht, Ehr und Gut Sohn ist worden eur Gesell. aller Welt Macht, Ehr und Gut 5. Er will und kann euch laffen vor dir nichts gilt, nichts hilft noch thut. nicht, seht ihr auf ihn eur Zuversicht; es mögen viel euch fechten an, dem sei Troß, ders nicht laffen kann. 6. Zuletzt müßt ihr doch haben recht, ihr seid nun worden Gotts Geschlecht; des danket Gott in Ewigkeit, geduldig, fröhlich alleMartin Luther.+ 1546. 14. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt feinen eingen Sohn! Des freuen zeit. Bagni Cat ang Weihnacht. 52. Eigene Melodie. 186. Wir ir Christenleut habn jekund Frend, weil uns zu Trost Christus ist' ensch geboren: Hat uns erlöft; wer sich des tröst und glaubet fest, soll nicht werden verloren. 2. Ein Wunderfreud! Gott selbst wird heut von Maria ein wah er Mensch geboren; ein Jungfrau zart sein Mutter ward, von Gott dem Herren selbst dazu erforens and A 3. Die Sünd macht Leid, Christ is bringt Freud, weil er zu uns in diese Welt ist kommen; mit uns ist Gott nun in der Not: Wer ist, der uns als Christen will verdammen? 4. Drum sag ich Dank mit meim Gesang Christo dem Herrn, der uns zu gut Mensch worden, daß wir durch ihn nun all los fein der Sünden Last und unträglichen Bürden. 5. Halleluja! Gelobt sei Gott! fingen wir all aus unsers Herzens Grunde; denn Gott hat heut gemacht solch Freud, der wir vergessen solln zu feiner Stunde. Raspar Füger. † 1592. 29 Himmelsblum und Morgenstern, du Jungfraun Sohn, Herr aller Herrn. Halleluja. 2. Wir fingen dir mit deinem Heer aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, daß du, o längst gewünschter Gast, dich nunmehr eingestellet hast. Halleluja. 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht; dich hat gehofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schar. Halleluja. 4. Vor andern hat dein hoch begehrt der Hirt und König deiner Herd, der Mann, der dir so wohl gefiel, wenn er dir sang auf Saitenspiel: Halleluja. 5. ,, Ach, daß der Herr aus Zion käm und unsre Bande von uns nähm! Ach, daß die Hilfe bräch herein, so würde Jakob fröhlich sein!"*) Halleluja. *) Pf. 14, 7. 6. Nun, du bist hier, da liegest du, hältst in dem Kripplein deine Ruh, bist klein, und machst doch alles groß, bekleidst die Welt, und kommst doch bloß. Halleluja. 7. Du kehrst in fremder Haufung ein, und sind doch alle Himmel dein, trinkst Milch aus deiner Mutter Brust, und bist doch selbst der Engel Lust. Halleluja. 53 Mel. 43: Erschienen ist ber zc. Wir fingen bir, Immanuel, du freund, doch sind dir so viel Men8. Du bist der süße MenschenLebensfürst und Gnadenquell, du schen feind. Herodis Heer hält Neujahr. 30 dich für Greul, und bist doch nichts als lauter Heil. Halleluja. 9. Ich aber, dein geringster Knecht, ich sag es frei und mein es recht: Ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich dich gerne lieben will. Halleluja. für gut. O Jefulein, dein frommer Sinn macht, daß ich so voll Trostes bin. Halleluja. 14. Bin ich gleich Sünd und Schulden voll, hab ich gelebt nicht wie ich soll; ei, kommst du doch deswegen her, daß sich der Sünder zu dir kehr. Halleluja. 10. Der Will ist da, die Kraft ist klein; doch wird dir nicht zuwider sein mein armes Herz, und was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an. Halleluja. 11. Hast du doch selbst dich schwach gemacht, erwähltest, was die Welt veracht: warst arm und dürftig, nahmst fürlieb da wo der Mangel dich hintrieb. Halleluja. 12. Du schliefst ja auf der Erde Schoß, so war das Kripplein auch nicht groß, der Stall, das Heu, das dich umfing, war alles schlecht und sehr gering. Halleluja. 13. Darum, so hab ich guten Zahl. Halleluja. Mut, du wirst auch halten mich 54. Mel. 127: Nun freut euch, lieben 2c. 15. So faß ich dich nun ohne Scheu, du machst mich alles Jammers frei, du trägst den Zorn, du würgst den Tod, verkehrst in Freud all Angst und Not. Halleluja. 16. Du bist mein Haupt, hinwiederum bin ich dein Glied und Eigentum und will, so viel dein Geist mir giebt, stets dienen dir, wie dirs geliebt. Halleluja. 17. Ich will dein Halleluja hier mit Freuden singen für und für; und dort in deinem Ehrensaal solls schallen ohne Zeit und 4. Neujahr. ( Name Jesu.) Paul Gerhardt. † 1676. seinem lieben Sohn, auch Gott dem heilgen Geiste. Dae 2. Gott Vater hat den Sohn as liebe neue Jahr geht gefandt, Gott Sohn ist Mensch an, das alte hat ein Ende. geboren, Gott heilger Geist macht Drum freuet sich heut jeder- solchs bekannt uns, die wir warn mann, erhebt sein Herz und verloren; im felgen lieben GottesHände zu unsrem Gott ins Himmels Thron, dankt ihm und wort geschrieben ists an manchem Ort und wird uns klar verkündet. Neujahr. 31 3. Die reine Lehr und Sakra- vor aller Feinde Truß, da läuft ment wir habn in unfrem Lande, dein Häuflein hin und findet fromm Obrigkeit, gut Regiment, sichern Schuß. Glück, Heil in allem Stande; Gott frönt das Jahr mit seinem Gut, hält Kirch und Schul in guter Hut, auch aller Christen Häuser. 4. Gieb mit dem neuen Jahr uns neue Stärf im Glauben, laß uns den alten Grund der Wahrheit niemand rauben: Erneure Herz und Sinn, und das gegönnte Licht des ewig wahren Worts erlösche bei uns nicht. 4. Das danken wir dem lieben Herrn und freun uns solcher Güte, er woll den Feinden steurn und wehrn und uns hinfort behüten. Er geb ein selges neues Jahr und helf uns zu der Engel Schar, da wolln wir ihn schön preisen. Cyriakus Schneegaß. † 1597. 5. Entzünde neue Lieb und Sanftmut in uns allen; und soll uns dieses Jahr auch neue Not befallen, so stärke die Geduld, und mache deine Treu, o Vater, über uns mit jedem Tage neu. 6. Gieb, daß wir mehr und mehr den alten Menschen töten; verleih an Seel und Leib, was jedem ist vonnöten, und laß uns, Herr, mit dem, was deine Weisheit thut, stets wohl zufrieden sein, du machst doch alles gut. 7. Wem du auf dieses Jahr, von dieser Welt zu scheiden sein Ziel hast festgesetzt, den laß auf dich mit Freuden im Glauben selig hier beschließen seinen Lauf, und nimm in deine Hand die Seele gnädig auf. Henriette Katharine v. Gersdorf. † 1726. 55. Mel. 140: O Gott, du frommer Gott. Ein Jahr der Sterblichkeit, der furzen Lebenstage, ist abermals dahin mit seiner Lust und Plage: Und wiederum ein Teil von unfrer Pilgerschaft nunmehr zurückgelegt durch Gottes Schuß und Kraft. 2. Herr, deine Güte machts, die niemals uns zu lieben ermüdet, noch vergißt, daß wir noch übrig blieben! Nimm unfers Herzens Dank denn jetzo gnädig an für das, was du an uns in diesem Jahr gethan. 56. 3. Wir schließen uns aufs neu Mel. 34: Die Tugend wird durchs sc. in dein so treues Sorgen, in dein Ein neues Jahr ist angefangen, Erbarmen ein; da sind wir wohl geborgen, da ist das feste Schloß laß es ein Jahr der Gnade sein. Herr, jedes blicket voll Verlangen 32 in diese künftge Zeit hinein. Laß jeden finden und erfahren, was feiner Seele dient und frommt; o Heil uns, wenn in allen Jahren dein Reich uns immer näher fommt. Neujahr. 2. Die Tage fliehn und tauchen nieder, die Jahre schwinden wie ein Rauch; du sprichst: ihr Men schen kommet wieder! und nimmst fie weg mit einem Hauch. Du führst heraus die Zahl der Sterne, vor dir ist alles Fleisch wie Heu; was du gebeutst, das kommt von ferne, und deine Hand macht alles neu. Arme streckt. Du haft den heilgen Christusnamen zum Gnadenthrone hingestellt; aus diesem Lebenskeim und Samen erneure die erstorbne Welt. 6. Laß Trost und Frieden neu verkünden den Herzen die zerschlagen sind, zerbrich das Joch der alten Sünden und rette das verirrte Kind. Vergieb uns, Herr, was wir bereuen, und lege du den bessern Grund, auf dem wir Tag für Tag erneuen den feſtgeschlossnen Gnadenbund. Heinrich Puchta. † 1858. 57. 3. D laß auch uns ein Neues hören in dieser neuen Gnadenzeit, ein Neues aus des Himmels ChöMel. 45: Es ist das Heil uns ic. ren, ein Neues aus der Ewig Er ruft der Sonn und schafft feit: ein neues Wort von alter Treue, die täglich neu die Hand uns beut, ein Wort, das unser Herz erfreue, so oft es seine Kraft erneut. den Mond, das Jahr darnach zu teilen. Er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen. Er ordnet Jahre, Tag und Nacht; auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank erteilen! 4. Hilf, Gott, mit deinem Gnadengeiste, daß dieses angefangne Jahr in deinem Reich ein 2. Herr, der da ist, und der Beßres leiste, als der Gewinn da war! von dankerfüllten Zungen des alten war. Erwecke du den sei dir für das verfloßne Jahr Trieb der Seelen, der ein er- ein heilig Lied gesungen; für neutes Herz begehrt, und laß es nicht an Früchten fehlen, wenn sich der alte Mensch bekehrt. Leben, Wohlfahrt, Trost und Rat, für Fried und Ruh, für jede That, die uns durch dich gelangen. 5. Laß deinen Namen neu erfchallen, so weit dein Reich die Erde deckt, laß alle falschen Götter fallen, so weit das Kreuz die verleih uns Kraft, die Kraft ist 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, das du uns neu gegeben; Neujahr. 33 bein, in deiner Furcht zu leben; 2. Immanuel! Gott sei mit du schüßzest uns und du ver- uns in allen Ständen! er sei uns mehrst der Menschen Glück, wenn fie zuerst nach deinem Reiche streben.. id Schild und Lohn und trage uns auf Händen. In unsern Häusern fließ ein fteter Segensquell, wo diese Stimme schallt: Hier ist Immanuel! 4. Gieb mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh und Freuden; doch schadet mir das 3. Immanuel! Gott sei bei Glück der Welt, so gieb mir Kreuz seiner kleinen Herde, daß Zions und Leiden; nur stärke mit Ge- Licht und Recht noch immer größer duld mein Herz und laß mich werde. Hier triefet Lebenstau, nicht in Not und Schmerz die Glücklichen beneiden. 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder, erbarme der Verlaßnen dich und der bedrängten Glieder; gieb Glück zu jeder guten That und laß dich, Gott, mit Heil und Rat auf unsern Fürsten nieder; hier ist der Himmel hell, so rufet man getrost: Hier ist Immanuel! 4. Immanuel! Gott wohn in allen frommen Häusern! und sollte Kreuz und Not sich da und dorten äußern, so sei Gott Rat und That, der uns zufrieden stell; so heißts durchs ganze Jahr: Hier ist Immanuel! 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle throne, daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne, daß Treu und Liebe bei uns sei: dies, lieb59. Mel. 178: Werde licht, bu Stadt zc. ster Bater, dies verleih in Chrifto, Hilf, Herr Jesu, laß gelingen, deinem Sohne! Chriftian Fürchtegott Gellert. † 1769. hilf, das neue Jahr geht an, laß es neue Kräfte bringen, daß aufs neu ich wandeln kann; neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnaden geben. 2. Meiner Hände Werk und Thaten, meiner Zunge Red und Wort müssen nur durch dich geraten und ganz glücklich gehen fort; neue Kraft laß mich erfüllen, zu verrichten deinen Willen. 3. Was ich dichte, was ich 3 58. Mel. 140: D Gott, bu frommer 2c. Hier ist Immanuel! Das soll die Losung bleiben, da wir ein neues Jahr durch Gottes Güte schreiben. So rufet Zion aus, so fingt ganz Jsrael, es heißet: Gott mit uns! Hier ist Immanuel! Benjamin Schmold.+ 1737. Bor 34 Neujahr. mache, bas gescheh in vir allein; diefes angefangne Jahr, trage wenn ich schlafe, wenn ich wache, wollest bu, Herr, bei mir sein; geh ich aus, wollst du mich leiten, komm ich heim, so steh zur Seiten. mich stets auf den Händen, halte bei mir in Gefahr. Freudig will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlassen. Johann Rift+ 1667. 4. Laß mich beugen meine Kniee nur zu deines Namens Ehr, hilf, daß ich mich stets bemühe, dich zu preisen mehr und mehr; laß mein Bitten und mein Flehen doch gen Himmel zu dir gehen. 5. Laß dies sein ein Jahr der Gnade, gieb mir Buß um meine Sünd, hilf, daß sie mir nimmer schade, und ich bald Verzeihung find. Niemand sonst, als du, mein Leben, kann die Sünde mir vergeben. Alis 6. Tröste mich mit deiner Liebe, nimm, o Gott, mein Flehen hin, weil ich mich so sehr betrübe, ja voll Angst und Zagen bin; stärke mich in meinen Nöten, daß mich Sünd und Tod nicht töten. 60. Mel. 114: Meinen Jesum laß ic. Jesus soll die Losung sein, da ein neues Jahr erschienen, Jesu Name soll allein denen zum Paniere dienen, die in seinem Bunde stehn und auf seinem Wege gehn. 2. Jesu Name, Jesu Wort soll bei uns in Zion schallen, und so oft wir nach dem Ort, der nach ihm genannt ist, wallen, mache seines Namens Nuhm unser Herz zum Heiligtum. 3. Sein Versöhnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren: also wird es uns zu teil, wird sich täglich bei uns mehren; auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. 7. Herr, du wolleft Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig sei, und ich christlich könne leben sonder Trug und Heuchelei, daß ich noch allhier auf Erden fromm 4. Unsre Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen; geht uns und selig möge werden. dan dieser Leitstern für, so wird alles 8. Jesus richte mein Beginnen, Jesus bleibe stets bei mir, Jesus zähme mir die Sinnen, Jesus sei nur mein Begier, Jesus sei mir in Gedanken, Jesus laffe nie mich wanten. wohl bestehen, und durch seinen Gnadenschein alles voller Segen sein. 5. Alle Sorgen, alles Leid sell sein Name uns versüßen, so wird alle Bitterfeit uns zu Freude werden müssen. Jesu Nam sei 9. Jesu, laß mich fröhlich enden K 3 K Reujahr. 35 Sonn und Schild, welcher allen unserm Kreuz und Leiden ein Rummer stillt. Brunnen unsrer Freuden. Benjamin Schmold.+ 1737. 61. Mel. 130: Run laßt uns Gott se. Nun laßt uns gehn und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wan dern von einem Jahr zum anbern, wir leben und gedeihen vom alten zu dem neuen, 3. Durch soviel Angst und Plagen, durch Zittern und durch Sagen, durch Krieg und große Schrecken, die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Müttern in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden, 5. Also auch und nichts minder läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Not und Trübfal bligen, in seis nem Schoße sitzen. 6. Ach Hüter unsers Lebens, fürwahr, es ist vergebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 9. Gieb mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 10. Schließ zu die Jammerpforten, und laß an allen Orten, wo Krieg und Blutvergießen, des Friedens Ströme fließen. 8. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in 11. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 12. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berater, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und habe. 13. Hilf gnädig allen Kranken, gieb fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermut quälen. 14. Und endlich, was das Meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 15. Dies alles wollst du geben, o meines Lebens Leben, mir und der Christen Schare zum selgen neuen Jahre! Baul Gerharbt. † 1876. 62. 7. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue; Lob sei den Mel. 189: Wo Gott zum Haus zc. starten Händen, die alles Herz- Das alte Jahr vergangen ist; leid wenden! wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du uns in so viel Gefahr behütet hast auch dieses Jahr. 3* 5 36 Reujahr. 2. Wir bitten dich, du ewger 2. Warum es so viel Leiden, Sohn des Vaters in dem höch- so kurzes Glück nur giebt? warum sten Thron, wollst deine arme Christenheit bewahren ferner alle Zeit. denn immer scheiden, wo wir so sehr geliebt? So manches Aug gebrochen und mancher Mund nun stumm, der erst noch hold gesprochen du armes Herz, warum? bol mik 3. Entzieh uns nicht dein heilsam Wort, welchs ist der Seelen Trost und Hort; vor falscher Lehr, Abgötterei behüt uns, Herr, und steh uns bei. 4. Hilf, daß wir fliehn der Sünden Bahn, und fromm zu werden fangen an; der alten Sünden nicht gedent, ein gnaden reich Neujahr uns schenk: - 6. Zu danken und zu loben dich mit allen Engeln ewiglich. D Jesu, unsern Glauben mehr zu deines Namens Lob und Ehr. Johann Steuerlein( 7). † 1613. nd 3. Daß nicht vergessen werde, was man so gern vergißt: daß diese arme Erde nicht unsre Heimat ist. Es hat der Herr uns allen, die wir auf ihn getauft, in Zions goldnen Hallen ein Heimatrecht erkauft. 5. Christlich zu leben, selig- d4. Hier gehen wir und streuen lich zu sterben, auch hernach fröh- die Thränensaat ins Feld, dort lich am jüngsten Tage aufzu werden wir uns freuen im felstehn, mit dir zum Himmel gen Himmelszelt; wir sehnen einzugehn, uns hienieden dorthin ins Vaterhaus und wissens: die geschieden, die ruhen dort schon aus. 5. D, das ist sichres Gehen durch diese Erdenzeit: nur immer vorwärts sehen mit selger Freudigkeit; wird uns durch Grabeshügel der klare Blick verbaut, Herr, gieb der Seele Flügel, daß sie hinüberschaut! 63. Tel. 74: Herzlich thut mich zc. Das Jahr geht still zu Ende, 6. Hilf du uns durch die nun sei auch still, mein Herz. In Seiten und mache fest das Herz, Gottes treue Hände leg ich nun geh selber uns zur Seiten und Freud und Schmerz und was führ uns heimatwärts. Und ist bies Jahr umschlossen, was Gott es uns hienieden so öde, so allein, der Herr nur weiß, die Thränen, hier schon selig sein! o laß in deinem Frieden uns die gefloffen, die Wunden bren- hier schon selig sein! nend heiß. Eleonore Fürstin Reuß, geb. Gräfin ju Stolberg, geb. 1835. C Neujahr. 64. Mel. 79: 3 bant bir, lieber xe. Durch Trauern und durch Plagen, durch Not, durch Angst und Pein, durch Hoffnung und durch Klagen, durch manchen Sorgenstein bin ich, Gottlob! gedrungen, dies Jahr ist hingelegt. Dir, Gott, sei Lob gesungen! Mein Herze wird erregt. 2. Der du mich haft erbauet, in dir besteht mein Heil, dir ist mein Glück vertrauet, du bist und bleibst mein Teil; du hast mich wohl erhalten, du bist mein Trost Bod 65. Mel. 127: Nun freut euch, lieben. und Licht; dich laß ich ferner Gottlob! ein Schritt zur Ewigwalten, wenn mich die Not anficht. 3. Mein Gott, o meine Liebe, was du willst, will auch ich; gieb, daß ich nichts verübe, was irgend wider dich. Dir ist mein Will ergeben, ja, er ist nicht mehr mein, dieweil mein ganzes Leben dein eigen wünscht zu sein. feit ist abermals vollendet; zu dir im Fortgang dieser Zeit mein Herz sich sehnlich wendet; o Quell, daraus mein Leben fließt, daraus sich alle Gnad ergießt in meine Seel zum Leben! 4. Nach dir soll ich mich schicken und, Herr, ich wills auch thun. Soll mich die Armut drücken? Ich will dabei beruhn. Soll mich Verfolgung plagen? Ja, Herr, befiehl du mir. Soll ich Verachtung tragen? Ach, ich gehorch auch hier. 2. Jch zähle Stunden, Tag und Jahr, und wird mir allzulange, bis es erscheine, daß ich gar, o Leben, dich umfange, damit, was sterblich ist an mir, verschlungen werde ganz in dir und ich unsterblich werde. 3. Bom Feuer deiner Liebe glüht mein Herz, daß sich entzündet, was in mir ist, und mein Gemüt sich so mit dir verbindet, daß du in mir und ich in dir, und ich doch immer noch allhier will näher an dich dringen. 4. D daß du selber kämest 5. Soll ich verlassen figen? Herr Gott, dein Wille gilt. Soll ich in Angsten schwißen? Mein Heiland, wie du willst. Soll ich benn Krankheit leiden? Ich will 37 Soll ich von Herr, dein Will gehorsam sein. bannen scheiden? ist auch mein. bit dan dist 6. Heut ist das Jahr be schlossen; Herr, deine Gnade sei nun über mich ergoffen, mein Herze werd auch neu. Laß ich die alten Sünden, so werd ich, Gott, bei dir auch neuen Segen finden, dein Wort verspricht es mir. Gottfrieb Wilhelm Sacer. † 1699. Neujahr. 38 bald! Ich zähl die Augenblice. die Luft der Welt ablocken, so dir Ach komm, eh mir das Herz er- der Lauf zu langsam deucht, so kalt und sich zum Sterben schicke. eile, wie ein Adler fleucht mit Komm doch in deiner Herrlichkeit, Flügeln füßer Liebe. schau, deine Braut hat sich bereit, die Lampen sind geschmücket. 10. D Jesu, meine Seele ist zu dir schon aufgeflogen; du haft, 5. Doch sei dir ganz anheim- weil du voll Liebe bist, mich ganz gestellt die rechte Zeit und Stunde; zu dir gezogen. Fahr hin, was wiewohl ich weiß, daß dirs gefällt, heißet Stund und Zeit! Ich bin daß ich mit Herz und Munde dich schon in der Ewigkeit, weil ich kommen heiße und darauf von in Jesu lebe. a. 6. Frande.+ 1787. nun an richte meinen Lauf, daß ich dir komm entgegen. 66. 6. Jch bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner Liebe Mel. 19: Aus meines Herzens 2c. trennen, und daß ich frei von Helft Gottes Güte preisen, ihr jedermann dich meinen Freund darf nennen, und daß du dort, o Lebensfürst, dich ganz mit mir vereinen wirst und mir dein Erbe schenken. Christen, stimmet ein, mit Sang und andern Weisen ihm allzeit dankbar sein, vornehmlich zu der Zeit, wo sich das Jahr will enden, die Sonn sich zu uns wenden, das neu Jahr ist nicht weit. 2. Erstlich laßt uns betrachten des Herren reiche Gnad, und so gering nicht achten, was er uns Gutes that, stets faffen zu Gemüt, wie er dies Jahr gegeben all Notdurft unserm Leben und uns vor Leid behüt; 8. Wenn auch die Hände lässig find und meine Kniee wanken, so biet mir deine Hand geschwind in meines Glaubens Schranken, damit durch deine Kraft mein Herz sich stärke und ich himmelwärts ohn Unterlaß aufsteige. 3. Lehramt, Kirch, Schul ers halten in gutem Fried und Ruh, den Jungen wie den Alten Nahrung beschert dazu, und mit gar milder Hand sein Güter ausgespendet und Unheil abgewendet von diesem Ort und Land. 9. Geh, Seele, frisch im Glauben dran und sei nur unerschrocken; 4. Er hat unser verschonet laß dich nicht von der rechten Bahn aus väterlicher Gnad. Wenn er 7. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit, daß sich das Jahr geendet, und also auch von dieser Zeit ein neuer Schritt vollendet, und schreite hurtig weiter fort, bis ich gelange an die Pfort Jerusalems dort oben. ( Erscheinung Chrifti. 39 uns hätt gelohnet nach unfrer lindert die Straf daneben, steht Missethat, wie wir es wohl verdient; wir wären längst gestorben, in mancher Not verdorben, die wir voll Sünden sind. 5. Nach Vaters Art und Treue er uns so gnädig ist; wenn wir die Sünd bereuen, glauben an Jefum Chrift herzlich ohn Heuchelei, will er all Sünd vergeben, 5. fest der Erscheinung Christi. ( Epiphanienzeit.) 67. Mel. 58: Gott des Himmels und ber a Jef. 60, 1-6. Matth. 2, 1-12. Gott der Juden, Gott der Heiben*), aller Völker Heil und Licht, Saba sieht den Stern mit Freuden, der von dir am Himmel spricht, Sem und Japhet kommt von fern, dich zu sehn, du Jakobs ftern. *) Röm. 3, 29. 2. Wir gesellen uns zu denen, die aus Morgenlande sind; unser Fragen, unser Sehnen ist nach dir, bu heilig Kind. Bist du in Jerufalem, oder nur in Bethlehem? 3. Kein Herodes kann uns sagen, wo dein Thron ist aufgericht; wenn wir Weltgelehrte fragen, wissen sie die Weisheit nicht; suchen wir, o König, dich, weifet uns die Welt von sich. uns in Nöten bei. 6. All solch dein Güt wir preis sen, Vater im Himmelsthron, die du uns thust beweisen durch Christum, deinen Sohn, und bitten ferner dich: Gieb Fried im neuen Jahre, vor allem Leid bewahre und nähr uns mildiglich. Nach Paul Eber. † 1569. 4. Doch dein Wort ist Stern und Flamme und bezeichnet Haus und Pfad, wo dich, Held aus Jakobs Stamme, Tyrus angebetet hat, wo die erste Heidenschaft nun an deinem Glanze haft. 5. Nun, wir eilen mit Verlangen, wie die Läufer Midian, dich, Messias, zu umfangen, der den Himmel schenken kann; unfre Kniee beugen sich, unser Arm umfasset dich. 6. Nimm die aufgethanen Schäße, Schatz, der unser Herz erfreut, deine Mildigkeit ersetze unsrer Hände Dürftigkeit; hier ist kein Arabia, es ist lauter Armut da. 7. Nimm für Gold und andre Gaben Glaube, Lieb und Hoffnung an, laß dich einen Weihrauch laben, den die Andacht bringen kann, und als Myrrhen geben wir die Geduld und Buße dir. 8. Nimm die Opfer doch in Erscheinung Chrifti. Gnaden von ergebnen Herzen an, finde und nun fröhlich sprechen und laß keinen Feind uns schaden, kann: Jesus nimmt mein Opfer an. noch verrücken unsre Bahn; wenn Herodes' Schwert gewetzt, so bes halt uns unverlegt. Erdmann Neumeister. † 1756. 40 9. Nun, wir gehn von deiner Krippen, laß mit Segen uns von dir; zeig uns Bahn durch Dorn und Klippen, still der Feinde Mordbegier; mach uns einen Weg bekannt, der uns führt ins Vaterland. Benjamin Schmold.+ 1737. 68. Mel. 114: Meinen Jefum laß zc. Jesu, großer Wunderstern, der aus Jakob ist erschienen, meine Seele will so gern dir an deinem Feste dienen. Nimm doch, nimm doch gnädig an, was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, wie ichs von dir selber habe und damit beschenket bin, so ist dirs die liebste Gabe. Laß es auch bewährt und rein in dem Trübfalsfeuer sein. 69. Mel. 27: Den bie Hirten lobten febre. Kommt und laßt uns Christum ehren, Herz und Sinnen zu ihm kehren, finget fröhlich, laßt euch hören, wertes Volk der Christenheit. 2. Sünd und Hölle mag sich grämen, Tod und Teufel mag sich schämen, wir, die unser Heil annehmen, werfen allen Kummer hin. 3. Sehet, was hat Gott gegeben! seinen Sohn zum ewgen Leben. Dieser kann und will uns heben aus dem Leid ins Himmels Freud. 4. Seine See ist uns gewogen, Lieb und Gunst hat ihn gezogen, uns, die Satanas betrogen, zu besuchen aus der Höh. 5. Jakobs Stern ist aufgegangen, stillt das sehnliche Verlangen, bricht den Kopf der alten Schlangen und zerstört der Hölle Reich. 6. Unser Kerker, da wir saßen und mit Sorgen ohne Maßen uns das Herze selbst abfraßen, ist entzwei, und wir sind frei. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß ihn gnädig dir ges nügen; Herz und Lippen sollen stets, ihn zu opfern, vor dir liegen. Wann ich bete, nimm es auf, und sprich Ja und Amen drauf. 4. Nimm die Myrrhen bittrer Neu; ach mich schmerzet meine Sünde; aber du bist fromm und treu, daß ich Trost und Gnade 8. Schönstes Kindlein in dem 7. D gebenedeite Stunde, da wir das von Herzensgrunde gläuben und mit unserm Munde danken dir, o Jefulein! 4 Erscheinung Chrifti. Stalle, sei uns freundlich, bring uns alle dahin, da mit süßem Schalle dich der Engel Heer erhöht. ud mind Paul Gerhardt. † 1676. men, in dein Reich nimm mich auf, dein Güte schenk mir Armen und segne meinen Lauf. Den Feinden wollst du wehren, dem Teufel, Sünd und Tod, daß sie mich nicht versehren; rett mich aus aller Not. 70. Mel. 79: Jch bank dir, lieber 2c. König aller Ehren, Herr Jesu, Davids Sohn, dein Reich soll ewig währen, im Himmel ist dein Thron. Hilf, daß allhier auf Erden den Menschen weit und breit dein jetzt und in Ewigkeit. Reich bekannt mög werden zur ewgen Seligkeit. 2. Von deinem Reich auch zeugen die Leut aus Morgenland, die Knie sie vor dir beugen, dieweil sie dich erkannt. Der Stern auf dich hinweiset, dazu das göttlich Wort; drum man dich billig preiset, daß du bist unser Hort. 3. Du bist ein großer König, wie uns die Schrift vermeldt, doch achtest du gar wenig vergänglich Glück und Geld, prangst nicht auf einem Roffe, trägst keine güldne Kron, thronst nicht im festen Schlosse; hier hast du Spott und Hohn. 4. Doch bist du schön gezieret, bein Glanz erstreckt sich weit, dein Güt allzeit regieret und dein Gerechtigkeit. Duwollst die Frommen schützen durch dein Macht und Gewalt, daß sie im Frieden sizzen, die Bösen stürzen bald. 5. Du wollst dich mein erbar6. Du wollst in mir entzünden dein Wort, den schönen Stern; halt falsche Lehr und Sünden von meinem Herzen fern. Hilf, daß ich dich erkenne und mit der Christenheit dich meinen König nenne Martin Behm. † 1622 71. Eigene Melodie. 178. Werde licht, du Stadt der Heiden, und du Salem werde licht! Schaue, welch ein Glanz mit Freuden über deinem Haupt anbricht! Gott hat derer nicht vergessen, die in Finsternis gesessen. 2. Ach, wie waren wir verblendet, ehe noch dies Licht brach an; ja, da hatte sich gewendet schier vom Himmel jedermann; unsre Augen und Gebärden hafteten nur an der Erden. 3. Gottes Rat war uns verborgen, seine Gnade schien uns nicht, Klein und Große mußten sorgen, jedem fehlt es an dem Licht, das zum rechten Himmelsleben seinen Glanz uns sollte geben. 4. Aber wie hervorgegangen ist der Aufgang aus der Höh, haben Erscheinung Chrifti. 42 wir das Licht empfangen, welches so viel Angst und Weh aus der Welt hinweggetrieben, daß nichts Dunkles überblieben. 5. Dieses Licht läßt uns nicht wanken in der rechten Glaubensbahn; ewig, Herr, will ich dir danken, daß du hast so wohl gethan und uns diesen Schatz geschenket, der zu deinem Reich uns lenket. 6. Gieb, Herr Jesu, Kraft und Stärke, daß wir dir zu jeder Zeit durch des wahren Glaubens Werke folgen in Gerechtigkeit und hernach im Freudenleben heller als die Sterne schweben. 7. Dein Erscheinen müss erfüllen mein Gemüt in aller Not. Dein Erscheinen müsse stillen meine Seel auch einst im Tod. Herr, in Freuden und in Weinen müsse mir dein Licht erscheinen. 8. Jefu, laß mich endlich gehen freudig aus der bösen Welt, dein so helles Licht zu sehen, das mir dort schon ist bestellt, wo wir sollen unter Kronen in der schönsten Klarheit wohnen. Johann Nift.+1667. 72. Mel. 79: Jch bank dir, lieber Herre ic. But. 2, 22-32. Herr Jesu, Licht der Heiden, der Frommen Schatz und Lieb, wir kommen jetzt mit Freuden, durch beines Geistes Trieb, in diesen deinen Tempel und suchen mit Begier nach Simeons Erempel dich großen Gott allhier. 2. Du wirst von uns gefunden, o Herr, an jedem Drt, bahin du dich verbunden durch dein Verheißungswort; vergönnst noch heutzutage, daß man dich gleicherweis auf Glaubensarmen trage, wie hier der alte Greis. 3. Sei unser Glanz in Wonne, ein helles Licht in Pein, im Dunklen unfre Sonne, im Kreuz ein Gnadenschein, in Zagheit Glut und Feuer, in Not ein Freudenstrahl, in Banden ein Befreier, ein Stern in Todesqual. 4. Herr, laß auch uns gelingen, daß letzt, wie Simeon, ein jeder Christ kann singen den schönen Schwanenton: Mir werden nun mit Frieden die Augen zugedrückt, nachdem ich schon hienieden den Heiland hab erblickt. 5. Ja, ja, ich hab im Glauben, mein Jesu, dich geschaut, kein Feind kann dich mir rauben, wie heftig er auch dräut. Ich wohn in deinem Herzen, und in dem meinen du, uns scheiden keine Schmerzen, kein Angst, kein Tod dazu. E 6. Hier blickst du zwar zuweilen so hart und streng mich an, daß oft vor Angst und Heulen ich dich nicht kennen kann; dort aber wirds geschehen, daß ich von Angesicht zu Angesicht soll sehen dein immer flares Licht. Johann Frand. † 1677. 6. Passionszeit. D Paffionszeit. 43 74. Mel. 10: Alles ist an Gottes Segen 2c. An des Herren Kreuz zu denken, in dein Herz es zu versenken, sei, o Christ, dir heilge Pflicht. Wer mit Andacht seiner achtet und es glaubensvoll betrachtet, wünschet sich das Eitle nicht. 4. Wer mit Trübfal hier ge rungen und durch sie zu Gott ge brungen, dem gab es zum Kampfe Kraft. In ihm wohnet hohe Stärke, bie des Glaubens schönste Werke und die größten Siege schafft. 73. Mel. 177: Wenn wir in höchsten 2c. An deine Leiden denken wir, Herr Jesu Christ, und danken dir, daß du so willig ihre Last zu unserm Heil getragen hast. 12. Im Geiste folgen wir dir 5. Es gewährt uns stete nach von Schmerz zu Schmerz, Freude, ist dem Herzen süße von Schmach zu Schmach; wir Weide und dem Geiste helles schaun zu deinem Kreuz hinan Licht. Alles andre kann dich und beten dich mit Freuden an. trügen, überall kannst du erliegen, nur bei Christi Kreuze nicht. Diesem gnadenreichen Kreuze opfre gern der Sünden Reize und der Welt Vergnügen auf. Stets entzünd es deine Dresdner Gesangbuch. 6. Triebe zu der allerwärmſten Liebe, bis sich schließt dein Lebenslauf. 7. Mit der Liebe heißem Sehnen, mit der Wehmut stillen Thränen schaue deines Heilands Bild; schau ihn an, den Mann der Schmerzen, und im tiefgerührten Herzen fühle nach, was er gefühlt. 2. Wie am Abend, so am Morgen, unter Arbeit, unter Sorgen, in der Freude und im Schmerz, in der Einsamkeit und Stille, in dem lauten Weltgewühle, überall faff es ins Herz. 8. Durst und Hunger mußt er tragen, alle Freuden sich versagen, Gott gehorchen bis zum Tod; und wie niedrig und verachtet schwebet er am Kreuz und schmachtet, dich zu retten aus der Not. 3. Jn des Lebens trüben Stunben, bei der Seele tiefsten Wunden ist es sichre Arzenei. Wenn dich nichts mehr kann erquicken, wenn dich schwere Fesseln drücken, machet dieses Kreuz dich frei. wie seine Feind ihn kränken und 9. Sieh den Heiligsten gefangen und am Marterholze hangen, ihn, des Höchsten eignen Sohn! Sieh, Paffionszeit. 44 mit Effigweine tränken, und die Freunde fliehn davon! 10. Sieh sein Aug, aus dessen Blicken Liebe strahlte und Entzücken, ach, erloschen ist es ganz; auf den Gliedern blutge Nässe, auf den Wangen Todesblässe, auf dem Haupt der Dornenkranz! 11. Ach, woher die harten Plagen? Sieh, für uns ward er geschlagen, für der Menschen Mifsethat; wegen unsrer Sündenschulden mußte Gottes Sohn erbulden, was kein Mensch em pfunden hat. 12. Unternamenlosen Schmerzen bringet ihm der Tod- zum Hergen, und er giebt die Seele auf. Sieh es, Welt, für die er büßet! Fließt ihr Wehmutsthränen, flieget, nichts verhindre euren Lauf! 13. Ja, mein Heiland, dein zu denken, ganz in dich mich zu versenten, sei mir immer heilge Pflicht. An mein Herz will ich dich drücken, mich an deinem Kreuz erquicken, bis auch mir das Herze bricht. Nach bem Lateinischen des Bonaventura. † 1274. 75. Gigene Melodie. 22. Ev. Joh. 1, 29. Chrifle, bu Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, gieb uns deinen Frieden! Amen. 76. Mel. 70: Herr und Altster beiner sc. Die wir uns allhier beisammen finden, schlagen unsre Hände ein, uns auf deine Marter zu verbinden, dir auf ewig treu zu sein; und zum Zeichen, daß dies Lobgetöne deinem Herzen angenehm und schöne, sage: Amen! und zu gleich: Friede, Friede sei mit euch! Christian Renatus Graf von Zinzendorf.+ 1752. 77. Mel. 74: Herzlich thut mich verlangen. Du meines Lebens Leben, du meines Todes Tod, für mich dahin gegeben in tiefste Seelennot, Todes Tod, für mich daz in Marter, Angst und Sterben aus heißer Liebsbegier, das Heil mir zu erwerben, nimm tausend Dank dafür! 2. Ich will nun mit dir gehen den Weg nach Golgatha; laß mich im Geiste sehen, was da für mich geschah. Mit innigzartem Sehnen begleitet dich mein Herz, und meine Augen thränen beim Blick auf deinen Schmerz. Paffionszeit. 3. Erst komm ich zu der Stätte, wo Jefus für mich rang, wo Blutschweiß beim Gebete ihm aus den Adern drang. Ach, diese blutgen Tropfen, die Seele, tobbetrübt, und seines Herzens Klopfen sagt mir, daß er mich liebt. 4. Da seh ich, daß ich Armer des Fluches würdig bin; da giebt sich mein Erbarmer für mich zum Opfer hin. Hier floffen seine Klagen, sein thränendes Gebet, daß ich nicht muß verzagen, wanns einst zum Sterben geht. 5. Mein Heiland wird verraten, geführt zu Spott und Qual; ach, meine Missethaten, die brachten allzumal ihn vors Gericht der Heiden und in der Feinde Hand, ich wars, ich sollte leiden, was da mein Bürg empfand. 6. Seht, welch ein Mensch! er stehet geduldig wie ein Lamm, und nun wird er erhöhet, ein Fluch, am Kreuzesstamm, vollendet da sein Büßen der Welt, auch mir zu gut; aus Händen und aus Füßen strömt sein Verföhnungsblut. 45 Herzen: Mein Gott verläffet mich! Du dürftest in den Schmerzen, und niemand labet dich. Nun soll dein Leid sich enden; du rufft: Es ist vollbracht! empfiehlst des Vaters Händen den Geist. Es war vollbracht! 9. Ich seh mit Lieb und Beugen des Heilands letzten Blick, ich seh sein Haupt sich neigen; das war mein ewges Glück. Mein Bürge stirbt, ich lebe, so todeswert ich bin; er giebt sich mir, ich gebe mich ihm zu eigen hin. 10. D du, an den ich glaube und den mein Geist umfaßt, der du im Todesstaube für mich ge legen hast, auf dein Verdienst und Leiden vertrau ich ganz allein, darauf will ich einst scheiden, und ewig bei dir sein. 11. Erhalt mir deinen Frieden und deines Heils Genuß, so lang ich noch hienieden in Schwachheit wallen muß, bis endlich dir zu Ehren, der mich mit Gott vere föhnt, dort in den obern Chören mein Halleluja tönt. Heinrich von Bruiningt.+ 1778. 19 7. Du flehst am Kreuz für Feinde; mein Jesu, wer war ich? Du denkst an deine Freunde; ge= denk, Herr, auch an mich! Du 78. Mel 70: Herr und Ältster beiner zc. machst den Schächer selig, ver- Eines wünsch ich mir vor allem heißest ihm dein Reich; das macht andern, eine Speise früh und mich Sünder fröhlich, mich, der spät; selig läßts im Thränenthal dem Schächer gleich. sich wandern, wenn dies Eine mit uns geht: Unverrückt auf einen 8. Du klagst voll Angst im 46 Passionszeit. Mann zu schauen, der mit blut- Kinder; es geht und büßet in Gegem Schweiß und Todesgrauen auf sein Antlig niedersank und den Kelch des Vaters trank. duld die Sünden aller Sünder. Es geht dahin, wird matt und frank, ergiebt sich auf die Würge= bank, entzieht sich allen Freuden, es nimmt auf sich Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod, und spricht: Ich wills gern leiden. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, wie er als ein stilles Lamm bort so blutig und so bleich zu sehen, hängend an des Kreuzes Stamm; wie er dürstend rang um meine Seele, daß sie ihm zu feinem Lohn nicht fehle, und dann auch an mich gedacht, als er rief: Es ist vollbracht. 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen meine Schuld und deine Huld! Als ich in der Finsternis gesessen, trugest du mit mir Geduld; hattest längst nach dei nem Schaf getrachtet, eh es auf des Hirten Ruf geachtet, und mit teurem Lösegeld mich erkauft von dieser Welt. 4. Ich bin dein! sprich du darauf ein Amen! Treuster Jesu, du bist mein! Drücke deinen süßen Jesusnamen brennend in mein Herz hinein! Mit dir alles thun und alles lassen, in dir leben und in dir erblassen, das sei bis zur letten Stund unser Wandel, unser Bund. Albert Knapp. † 1864. 2. Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland meiner Seelen, den, den hat Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen. Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die ich ausgethan zur Straf und Bornes Ruten. Die Straf ist schwer, der Zorn ist groß, du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten." 3. Ja, Vater, ja von Herzensgrund, leg auf, ich will dirs tragen. Mein Wollen hängt an deinem Mund, mein Wirken ist dein Sagen." D Wunderlieb, o Liebesmacht, du fannst, was nie ein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen. D Liebe, Liebe, du bist stark! du streckest den in Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. 79. 4. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen, dich will ich stets, gleich wie du mich, mit Liebesarmen fassen. Du sollst sein meines Herzens Licht, Mel. 13: An Wasserflüssen Babylon. Joh. 1, 29.- Jef. 53, 4-7. Ein Lämmlein geht und trägt und wenn mein Herz in Stüdé die Schuld der Welt und ihrer bricht, sollst du mein Herze bleiben. ( 47 Ich will mich dir, mein höchster 3. D Jefu Christe, Gottes Ruhm, hiermit zu deinem Eigen tum beständiglich verschreiben. Sohn, mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, dein teures Blut, dein Lebenssaft giebt mir stets neue Lebenskraft. 5. Ich will von deiner Lieblichkeit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen. Mein Bach des Lebens soll sich dir und deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen; und was du mir zu gut gethan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächtnis schließen. 81. 6. Wann endlich ich soll treten ein in deines Reiches Freuden, Mel. 20: Aus tiefer Not. so soll dein Blut mein Purpur Herr Jesu, deine Angst und sein, ich will mich darein kleiden; Bein und dein betrübtes Leiden es soll sein meines Hauptes Kron, laß mir vor Augen allzeit sein, in welcher ich will vor den Thron die Sünde zu vermeiden; laß mich des höchsten Vaters gehen, und an deine große Not und deinen dir, dem er mich anvertraut, als herben, bittern Tod, dieweil ich eine wohlgeschmückte Braut an lebe, denken. deiner Seite stehen. Paul Gerhardt. † 1676. Paffionszeit. 4. Herr Jesu, in der letzten Not, wenn mich schreckt Teufel, Höll und Tod, so laß ja dies mein Labsal sein: dein Blut macht mich von Sünden rein. Johann Dlearius. † 1684. 2. Die Wunden alle, die du hast, hab ich dir helfen schlagen, auch meine große Sündenlast dir aufgelegt zu tragen; ach liebster Heiland, schone mein, laß diese Schuld vergessen sein, laß Gnad Herr Jesu Christ, dein teures für Recht ergehen 80. Mel. 148: D Jefu Chrift, meins 2c. Blut ist meiner Seele höchstes Gut, das stärkt, das labt, das macht allein mein Herz von allen Sünden rein. 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrenkleid, dein Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich kann vor Gott bestehn und zu der Himmelsfreud eingehn. 3. Du hast verlassen deinen Thron, bist in das Elend gangen, vertrugest Schläge, Spott und Hohn, mußtest am Kreuze hangen, auf daß du für uns schafftest Rat und unsre schwere Mifsethat bei Gott versöhnen möchtest. 4. Drum will ich jetzt zur Dankbarkeit von Herzen dir lob Paffionszeit. fingen, und wenn du zu der 5. Es schlägt den Stolz und Seligkeit mich wirst hinkünftig mein Verdienst darnieder, es stürzt bringen, so will ich daselbst noch mich tief und es erhebt mich viel mehr zusamt dem ganzen Himmelsheer dich ewig dafür loben. 5. Herr Jesu, deine Angst und Bein und dein betrübtes Leiden 6. D Herr, mein Heil, an laß meine letzte Zuflucht sein, dessen Blut ich glaube, ich liege wenn ich von hier soll scheiden. hier vor dir gebückt im Staube, Ach hilf, daß ich durch deinen verliere mich mit dankendem Ges Tod fein fanft beschließe meine müte in deine Güte. Not und selig sterbe! Amen. Nach Tobias Clausniger. † 1684. 48 82. Mel. 73: Herzliebster Jefu, was 2c. Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. ods do 2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer statt gemartert und zerschlagen die Sünde tragen; 3. Welch Wunder, welch hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt, ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen, Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen; dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. wieder, lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; allein sollt ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch, darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Das Größt in Gott ist, Gnad und Lieb erweisen; uns kömmt es zu, sie demutsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. oldog 9. Laß deinen Geist mich stets, mein Heiland, lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 10. Da du dich selbst für mich dahin gegeben, wie könnt ich noch nach meinem Willen leben, und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 11. Unendlich Glück: du littest uns zu gute. Ich bin vers föhnt mit deinem teuren Blute. Du hast mein Heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. 12. So bin ich denn schon Z 3 Passionszeit. felig hier im Glauben, so wird mir nichts, nichts meine Krone rauben, so werd ich dort, von Herrlichkeit umgeben, einst ewig leben. 49 Gott, wenn ich gerat in Todes not, damit ich Gnade spüre. 3. Laß meine Seel in deiner Gunft aus ihrem Leibe scheiden, auf daß an mir nicht sei umsonst dein teuer wertes Leiden; nimm sie hinauf zu solcher Frist, we du, ihr liebster Jesus, bist, und laß mich ewig leben. Johann Scheffler. † 1677. 13. Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erben ein Ärgernis und eine Thorheit werden, so seis doch mir, trotz allen frechen Spottes, die Weisheit Gottes. 14. Gott, eile nicht, sie rächend zu zerschmettern, erbarme dich, wenn einer von den Spöttern sich spät bekehrt und dich, den er 84. Mel. 90: Jesu Leiben, Pein sc. geschmähet, um Gnade flehet. Jesu, deine Bassion will ich 15. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden fränken, so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken; dein Kreuz, dies sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried und Freude. jetzt bedenken; wollest mir vom Himmelsthron Geist und Andacht schenken. In dem Bilde jetzt ers schein, Jesu, meinem Herzen, wie du, unser Heil zu sein, littest alle Schmerzen. Christian Fürchtegott Gellert.+ 1769. 2. Meine Seele sehen mach deine Angst und Bande, deine Schläge, deine Schmach, deine Kreuzesschande, deine Geißel, Dors nenkron, Speer- und Nägelwunden, deinen Tod, o Gottessohn, den du hast empfunden! 83. Mel. 69: Herr Jesu Christ, bu zc. Ich danke dir für deinen Tod, Herr Jesu, und die Schmerzen, die du in deiner letzten Not em- 3. Aber laß mich nicht allein pfandst in deinem Herzen. Laß deine Marter sehen, laß mich auch die Verdienste solcher Pein ein die Ursach fein und die Frucht Labsal meiner Seele sein, wenn verstehen! Ach, die Ursach war mir die Augen brechen. auch ich, ich und meine Sünde; diese hat gemartert dich, daß ich Gnade finde. 2. Ich danke dir für deine Huld, die du auch mir erzeiget, da du zur Zahlung meiner Schuld dein Haupt im Tod geneiget. 4. Jesu, lehr bedenken mich dies mit Buß und Reue; hilf, Ach neig dich auch zu mir, mein daß ich mit Sünde bich martre 4 50 nicht aufs neue! Sollt ich haben 3. Will die Welt mein Herz dazu Lust und nicht wollen meiden, was mein Heiland büßen mußt mit so großen Leiden? verführen auf die breite Sündenbahn, da nichts ist als Jubilieren, alsdann schau ich emfig an deiner Marter Centnerlast, die du ausgestanden hast; so kann ich in Andacht bleiben, alle böse Luſt vertreiben. Passionszeit. 5. Wenn mir meine Sünde will drohen mit der Hölle: Jesu, mein Gewissen still, dich ins Mittel stelle! Dich und deine Passion laß mich gläubig faffen; liebet 4. Ja, für alles, was mich mich der liebe Sohn, wie kann Gott mich haffen? fränket, geben deine Wunden Kraft; wenn mein Herz hinein sich senket, schöpf ich neuen Lebenssaft. Deines Trostes Süßigkeit wendet mir das bittre Leid, weil du mir das Heil erworben, da du bist für mich gestorben. 5. Auf dich seh ich mein Vertrauen, du bist meine Zuversicht. Dein Tod hat den Tod zerhauen, daß er mich kann töten nicht. Daß ich an dir habe Teil, bringet mir Trost, Schutz und Heil; deine Gnade wird mir geben Aufer6. Gieb auch, Jesu, daß ich gern dir das Kreuz nachtrage, daß ich Demut von dir lern und Geduld in Plage, daß ich dir geb Lieb für Lieb. Indes laß bies Lallen bessern Dank ich Jefu, dir gefallen. dorten üb Sigismund von Birken. † 1681. - 1 85. Mel. 193: Zion flagt mit Angst zc. Jesu, deine tiefen Wunden, deine stehung, Licht und Leben. Qual und bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Trost in Leibsund Seelennot. Fällt mir etwas Arges ein, denk ich bald an deine Pein, die verleidet meinem Herzen, mit der Sündenlust zu scherzen. 6. Hab ich dich in meinem Herzen, Brunnquell aller Gütigkeit, so besieg ich alle Schmerzen auch im letzten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich, kein Feind kann verletzen mich. Wer sich birgt in deine Wunden, der Johann Heermann. † 1647. 2. Will sich denn in Lüsten weiden mein verderbtes Fleisch hat glücklich überwunden. und Blut, so gedenk ich an dein Leiden; bald wird alles wieder gut. Kommt der Satan und setzt mir heftig zu, halt ich ihm für beine Gnad und Gnadenzeichen; Jesu, meines Lebens Leben, Jesu, bald muß er von dannen weichen. meines Todes Tod, der du dich 86. Eigene Melodie. 93. Passionszeit. 51 für mich gegeben in die tiefste bedecket, haft gelitten mit Geduld, Seelennot, in das äußerste Ver- ja, den herben Tod geschmecket, derben, nur daß ich nicht möchte um zu büßen meine Schuld. Daß sterben: Tausend tausendmal sei ich würde losgezählet, hast du dir, liebster Jesu, Dank dafür. vollen sein gequälet. Tausend tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 2. Du, ach du haft ausgestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strick und Banden, du gerechter Gottessohn, nur mich Armen zu erretten von des Teufels Sündenketten. Tausend tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 7. Deine Demut hat gebüßet meinen Stolz und Übermut, dein Tod meinen Tod versüßet, es kommt alles mir zu gut. Dein Verspotten, dein Verspeien muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. soran 3. Du hast lassen Wunden schlagen, dich erbärmlich richten zu, um zu heilen meine Plagen, um zu sehen mich in Ruh. Ach, du hast zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen. Tausend tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 8. Nun, ich danke dir von Herzen, Jesu, für gesamte Not. Für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben, bittern Tod, für dein Zittern, für dein Zagen, für die tausendfachen Plagen, für dein Angst und tiefe Bein will ich ewig dankbar sein. 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, dich mit großem Schimpf belegt, und mit Dornen gar gekrönet. Was hat dich dazu bewegt? Daß du möchtest mich er- blub Ernst Christoph Homburg. † 1681. poday 287. gößen, mir die Ehrenfron auf mel. 159: Sollt ich meinem Gott nicht zc. setzen. Tausend tausendmal sei Joh. 11, 16. dir, liebster Jeſu, Dank dafür. Laffet uns mit Jefu ziehen, sei5. Du hast wollen sein ge- nem Vorbild folgen nach, in der schlagen, zu vertilgen meine Pein, Welt der Welt entfliehen auf der fälschlich lassen dich anklagen, daß Bahn, die er uns brach, immerich könnte sicher sein. Daß ich fort zum Himmel reisen, irdisch möchte trostreich prangen, hast noch schon himmlisch sein, glauben du sonder Trost gehangen. Tau- recht und leben rein, in der Lieb send tausendmal sei dir, liebster den Glauben weisen. Treuer Jesu, Dank dafür.Jefu, bleib bei mir, gehe vor, 6. Schweiß und Blut hat dich ich folge dir. 4* Passionszeit. 2. Laffet uns mit Jefu leiden, durch seinen blutgen Tod dich seinem Vorbild werden gleich; erlöst aus aller Not. Drum, o nach dem Leiden folgen Freuden, Seele, nimm zu Herzen deines Armut hier macht droben reich; Jesu bittre Schmerzen. Thränensaat, die erntet Lachen, Hoffnung tröstet mit Geduld; es kann leichtlich Gottes Huld aus dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid ich mit dir, dort teil deine Freud mit mir. 3. Laffet uns mit Jesu sterben; sein Tod uns vom andern Tod rettet und vom Seelverderben, von der ewiglichen Not. Laßt uns töten, weil wir leben, unser Fleisch, ihm sterben ab: so wird er uns aus dem Grab in des Himmels Leben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, daß ich lebe für und für. 52 4. Lasset uns mit Jefu leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt du bist, wir sind deines Leibes Glieder, wo du lebst, da leben wir. Ach erkenn uns für und für, trauter Freund, für deine Brüder. Jesu, dir ich 2. Nunmehr geheft du zum Leben, weil er ging für dich in Tod; nun wirst du in Freuden schweben, weil er hat vollendt die Not; nun wird Frieden, Kraft und Heil durch sein Kreuz dein ewig Teil. Drum, o Seele, nimm zu Herzen deines Jesu bittre Schmerzen. Johann Christoph Arnschwanger. † 1696. im un 89. sin chi Mel. 34: Die Tugend wird durchs zc. drückten Jesu Todesmienen sich meiner Seel auf ewig ein, o möchte stündlich sein Verfühnen in meinem Herzen kräftig sein! Denn ach, was hab ich ihm zu danken! Für meine Sünden floß sein Blut, das heilet mich, den Armen, Kranken, und kommt mir ewiglich zu gut. lebe hier, dorten ewig auch bei dir. 2. Ein Blick im Geift auf Jesu Sigismund von Birken. † 1681. Inad siurba dulk en 88, and short Leiden giebt auch dem blödsten Herzen Mut, die Quelle wahrer bie Geistesfreuden ist sein vergoßnes teures Blut, wenn seine Kraft das Herz durchfließet, sein Lieben unsre Seel durchbringt, die Glaubenshand sein Kreuz umschließet und uns sein Anblick Frieden Mel 50: Freu bich sehr, o x. Meine Seele, nimm zu Herzen und mit allem Fleiß betracht deines Jefu bittre Schmerzen, der zum Heiland dir gemacht, der bringt. ale mis blo tung Paffionszeit. 3. Für mich starb Jefus, meine Sünden sinds, die ihn in den Tod versenkt; drum läßt er Gnade mir verkünden, die mich mit Lebenswasser tränkt. D Strom der Liebe, klar und helle, mein Herz soll offen stehn für dich; o unerschöpfte Friedensquelle, er gieß ohn Ende dich in mich! 4. Herr Jesu, nimm für deine Schmerzen mich Armen an, so wie ich bin. Ich setze dir in meinem Herzen ein Denkmal deiner Liebe hin, die dich für mich in Tod getrieben, die mich aus meinem Jammer riß. Ich will dich zärtlich wieder lieben, du nimmst es an, ich bins gewiß. 5. Wenn einst mein Herz wird stille stehen, schließ mich in dein Erbarmen ein. Dann werd ich dich von nahem sehen in deiner Klarheit ewgem Schein; die Seele, die durch dich genesen, ruht dann in deinen Armen aus und läsfet gern den Leib verwesen, er wird dereinst ihr neues Haus. 53 und bezahlt mit deinem Blute alle Missethat der Welt! 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen an dem Ölberg sich betrübt, Liebe, die mit Blut und Sehnen unaufhörlich fest geliebt, Liebe, die den eignen Willen in des Vaters Willen legt und, den Fluch der Welt zu stillen, treu die Laft des Kreuzes trägt! 3. Liebe, die mit starkem Herzen alle Schmach und Hohn ge hört, Liebe, die mit Angst und Schmerzen nicht der strengste Tod versehrt! Liebe, die sich liebend zeiget, als sich Kraft und Atem endt, Liebe, die sich liebend neiget, als sich Leib und Seele trennt! 4. Liebe, die mit ihren Armen mich zuletzt umfangen wollt, Liebe, die aus Liebserbarmen mich zuletzt in höchster Huld ihrem Vater überlassen, die selbst starb und für mich bat, daß mich nicht der Zorn sollt fassen, weil mich ihr Verdienst vertrat! 5. Liebe, die für mich gestors Rach Christian Renatus Graf von Bingenberf.+ 1758. ben und ein immerwährend Gut 90. Cigene Refobie. 137. du bu Liebe meiner Liebe, bu erwünschte Seligkeit, die du dich aus höchstem Triebe in das jammervolle Leib deines Leidens, mir ju gute, als ein Opfer eingestellt, an dem Kreuzesholz erworben, ach wie denk ich an dein Blut! Ach wie dank ich deinen Wunden, schmerzensreiche Liebe du, wenn ich in den letzten Stunden fanft in deinen Armen ruh! 6. Liebe, die sich tot gefränket und für mein erfaltet Herz in das falte Grab gesenket, ach wie 54 Passionszeit. dank ich deinem Schmerz! Habe schlachtet, allzeit erfunden gedulDank, daß du gestorben, daß ich ewig leben kann, und der Seelen Heil erworben! Nimm mich ewig liebend an. dig, wiewohl du wurdest verachtet, all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Gieb uns deinen Frieden, o Jesu, o Jesu! Vielleicht: Abam Drese.+ 1701. Nitolaus Decius.+ 1541. hehe Med 93. aas 91. Mel. 90: Jesu Leiden, Pein zc. hilf Christe, Gottes Sohn, durch dein bitter Leiden, daß wir, bir stets unterthan, all Untugend meiden, deinen Tod und sein Ursach fruchtbarlich bedenken, dafür, wiewohl arm und schwach, dir Dankopfer schenken.ns s Michael Weiße. † 1548. 92.nd 2. Von Herzen wir dir danken, daß du so herzliche Treue gethan haft an uns Kranken; gieb eine felige Reue, laß uns die Sünde meiden zu Ehren deinem Leiden. Lamm Gottes, unschuldig Erbarm dich unser, o Jesu! zile am Stamm des Kreuzes ge- 3. Stärk in uns das Vertrauen schlachtet, allzeit erfunden gedul- auf deine heiligen Wunden. Laß dig, wiewohl du wurdest verachtet, all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu, o Jesu! uns darauf fest bauen in unsern letzten Stunden und hilf uns selig sterben, daß wir den Himmel erben. Gieb uns deinen Frieden, o Jesu! iom s nairrjad v. 1 Nikolaus Decius.+ 1541, f. Nr. 92. B. 2-3 unbekannter Dichter. dsis di 92, Eigene Melobie. 144. Jef. 53, 3-7. Mel. 144: D Lamm Gottes, unschuldig. Sef. 53, 3-7. 2. D Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du wurdest verachtet, all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu, o Jesu! 3. D Lamm Gottes, unschulbig am Stamm des Kreuzes geGottes Lamm, unschuldig am Kreuze für uns erwürget, befunden stets geduldig, da du für uns dich verbürget, du trugst der Sünden Plagen, daß wir nicht dürften verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! den 94. Mel 174: Was mein Gott 2c. Do gehst du nun, mein Jeſu, hin, den Tod für mich zu leiden, für mich, der ich ein Sünder bin, Passionszeit. der dich betrübt in Freuden. Wohlan, fahr fort, du edler Hort, mein Augen sollen fließen, gleich einem See, mit Ach und Weh, in Thränen sich ergießen. 55 treiben, auch nach der Zeit in Ewigkeit in deiner Liebe bleiben. Kaspar Friedrich Nachtenhöfer(?). † 1685. 95. Mel. 90: Jesu Leiden, Pein zc. Treuer Heiland, habe Dank für 2.( Jefus:) Ach Sünd, du schädlichs Schlangengift, wie weit kannst du es bringen! Dein Lohn, der Fluch, mich jebo trifft, in dein bittres Leiden, Dank für Tod thut er mich zwingen. Jetzt deinen Todesgang, Dank für dein kommt die Nacht, der Sünden Macht; fremd Schuld muß ich abtragen. Betracht es recht, o Sündenknecht, nun darfst du nicht verzagen. poten de Verscheiden. Was dem Danken hier gebricht, soll dort besser flingen, wenn du mich, mein schönstes Licht, wirst zum Himmel bringen. Joachim Weickmann. † 1736. 3. Jch, ich, Herr Jesu, sollte zwar der Sünden Strafen leiden, der Leib und Seele schuldig war, auch ewig aller Freuden beraubet sein und leiden Pein: so nimmst du weg die Schulden, dein Blut und Tod vertritt bei Gott, was ich hätt müssen dulden. 4.( Jesus:) Ja, liebe Seel, ich büß die Schuld, die du hättst sollen büßen; erfenne daraus meine Huld, die ich dich laß genießen. Ich wähl den Fluch, dieweil ich such vom Fluch dich zu befreien. Denk meiner Lieb, durch deren Trieb die Segen dir gedeihen. 5. Was kann für solche Liebe dir, Herr Jesu, ich wohl geben? Ich weiß und finde nichts an mir; doch nimm mein ganzes Leben zu eigen dir und laß mich hier von deinem Dienst nichts 96. Mel. 76: Hilf Gott, daß mirs 20. Wenn meine Sünd mich tränken, o mein Herr Jesu Christ, so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben bist, und alle meine Schuldenlast am Stamm des heilgen Kreuzes auf dich genommen hast.sar 2. O Wunder ohne Maßen, wenn mans betrachtet recht; es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht; selbst seinen eignen Sohn hat Gott für mich op verlornen Menschen gegeben in den Tod. dung mai 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Jch bin bei Gott in Gnaden, die Schuld ist allzumal bezahlt durch Christi teures Blut, daß ich nicht 56 Passionszeit. mehr darf fürchten der Hölle Qual a 97. in od is é din und Glut. superustied) Mel. 143: D Jefu Chrift, meins x. 4. Drum sag ich dir von Her- Wir danken dir, Herr Jesu zen jetzt und mein lebenlang für deine Pein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dant, für deine Not, dein Angstgeschrei, für dein unschuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. Christ, daß du für uns gestorben bist und hast uns durch dein teures Blut vor Gott gemacht gerecht und gut, stille 2. Und bitten, wahrer Mensch und Gott, durch deine Wunden, Angst und Not, erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Not.l 5. Herr, laß dein bitter Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die fündliche Begier, daß mir nie komme aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, sollts auch sein Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen; gieb, o mein Herr und Gott, daß ich verleugne diese Welt und folge dem Erempel, bas du mir vorgestellt. 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand und reich uns deine Allmachtshand, daß wir im Kreuz geduldig sein, uns trösten deiner schweren Pein, isand bust Juftus Gesenius. † 1678. 4. Und schöpfen draus die Zuversicht, daß du uns werbst verlassen nicht, sondern ganz treulich bei uns stehn, daß wir durchs Kreuz ins Leben gehn.d Christoph Fischer. † 1600. 7. Laß mich an andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann ohn Eigennuß und Heuchelschein und, wie 98. eigene Melobie. 190. bu mir erwiesen, aus reiner Wollt ihr wissen, was mein Lieb allein. lim 8. Laß endlich deine Wunden mich trösten fräftiglich in meinen letzten Stunden und des versichern mich, weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich 2. Wer ist meines Glaubens annehmen, daß ich dich ewig schau. en Preis! wollt ihr lernen, was ich weiß? wollt ihr fehn mein Eigentum? wollt ihr hören, was mein Ruhm? Jefus, der Gefreuzigte.:: Grund? wer stärkt und erweckt den Mund? wer trägt meine Straf und Schuld? wer schafft S Passionszeit. 57 mir des Vaters Huld? Jesus, Tod betrübt. Ach, dies soll mir der Gefreuzigte.:: ans Herze schlagen, daß ich die Sünde so geliebt; drum willst du, daß ein Herz voll Reu mein Anfang zum Gebete fei. 3. Wer ist meines Lebens Teil, meines Geistes Kraft und Heil? wer macht rein mich und gerecht? wer macht mich zu Gottes Knecht? Jesus, der Gefreuzigte.:: 3. Du reißest dich von allen Leuten, du suchst die stille Ein4. Wer ists, der mir Hilfe samkeit; so muß auch ich mich schenkt? wer schützt, wenn ein wohl bereiten und fliehen, was Feind mich drängt? wer erquickt mein Herz zerstreut. Zeuch mich mein mattes Herz? wer erleich von aller Welt allein, daß nur tert meinen Schmerz? Jesus, wir zwei beisammen sein. der Gefreuzigte.:: 5. Wer ist meines Todes Tod? wer hilft in der letzten Not? wer versett mich in sein Reich? wer macht mich den Engeln gleich? Jefus, der Gekreuzigte.:: 6. Und so wißt ihr, was ich weiß, ihr wißt meinen Ruhm und Preis. Er ists bis zum Grabe hin, dem ich lebe, des ich bin, Jefus, der Gefreuzigte.:: Johann Chriftoph Schwebler.+ 1780. 4. Du kniest und wirfst dich hin zur Erden, fällst nieder auf dein Angesicht; so soll die Demut sich gebärden, wenn sich das Herz mit Gott bespricht. Tief beug ich vor ihm meinen Sinn, ich, der ich Staub und Asche bin. 5. Du betest zu dem lieben Vater, rufft Abba! Abba! wie ein Kind; dein Vater ist auch mein Berater, sein Vaterherz iſt treu gesinnt. Ich halte mich getrost an dich und rufe: Abba, höre mich! SE 99. Mel. 180: Wer nur ben lieben Gott ic. Matth. 26, 36-46. 6. Du wirfst voll Zuversicht und Liebe dem Vater dich ans treue Herz und rufft aus stärkstem Du gehest in den Garten beten, Herzenstriebe mit heißen Thrämein treuster Jesu, nimm mich nen himmelwärts. Ach, Glaub mit; laß mich an deine Seite und Liebe sind mir not, sonst ist treten, ich weiche von dir keinen mein Beten falt und tot.. Schritt. Ich will an dir, mein 7. Geduldig Lamm, wie hältst Meister, fehn, wie mein Gebet soll du stille und im Gebete dreimal recht geschehn.zna dan; dabei ist auch für mich dein 2. Du gehst mit Bittern und Wille, daß ich soll thun, wie du mit Bagen und bist bis in den gethan. Hilft Gott nicht gleich Passionszeit. 58 aufs erste Mal, so bet und ruf ich abermal. 8. Dein Wille senkt sich in den Willen des allertreusten Vaters ein; darein muß ich mich auch verhüllen, dafern ich will er höret sein. Drum bet ich in Gelaffenheit: Was mein Gott will, gescheh allzeit. tyd our 9. Nun bu erlangest auf dein Flehen Trost, Kraft, Sieg, Leben, Herrlichkeit. Damit hast du auf mich gesehen, daß ich zur ange: nehmen Zeit auf ernstlich Beten freudenvoll den gleichen Segen ernten soll. 10. Mein Jesu, hilf mir stets so beten, wie mich dein heilig Vorbild lehrt; so kann ich frei zum Vater treten und werde von ihm stets erhört, so bet ich mich zum Himmel ein und will dir ewig dankbar sein. Johann Menger. † 1784. 100. Mel. 179: Werde munter, mein 2c. Der am Kreuz ist meine Liebe, meine Lieb ist Jesus Christ! Weg ihr argen Seelendiebe, Satan, Welt und Fleischeslist! Eure Lieb ist nicht von Gott, eure Lieb ist gar der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe! Frevler, was befrembet dich, daß ich mich im Glauben übe? Jesus gab sich selbst für mich. So ward er mein Friedensschild, aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe! Sünde, du bist mir verhaßt. Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich am Kreuz erblaßt. Kreuzigt ich nicht Gottes Sohn? trät ich nicht sein Blut mit Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe! Schweig Gewissen! glaube dran: Gott aus reinem Liebestriebe hat die Handschrift abgethan und mit meines Bürgen Blut sie durchstrichen mir zu gut. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe! Keine Trübsal noch so groß, Hunger, Blöße, Geißelhiebe, nichts macht mich von Jesu los; nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, fein Fürstentum. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe! Nun, o Tod, bist du mein Freund! Wenn ich wie ein Staub zerstiebe, wird mein Jesus mir vereint. Da, da schau ich Cottes Lamm, meiner Seele Bräutigam. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 1676. Passionszeit. 101. Mel. 180: Wer ur ben lieben 2c. Joh. 19, 30. Es ist vollbracht! Er ist ver schieden; mein Jesus schließt die Augen zu, der Friedefürst schläft ganz in Frieden, die Lebenssonne geht zur Ruh und sinkt in stille Tobesnacht. O großes Wort: Es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! Er hats gesprochen; das ewge Wort muß sprachlos sein, das Herz der Treue wird gebrochen, den Fels des Heils umschließt ein Stein, die höchste Kraft ist nun verschmacht. D wahres Wort: Es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht! Schweig, mein Gewissen; ihr Sünder, faffet neuen Mut! Des Tempels Vorhang ist zerrissen; nun spricht für uns des Sohnes Blut. Gebrochen ist der Hölle Macht. O süßes Wort: Es ist vollbracht! 4. Es ist vollbracht! Mein Herzverlangen, o hochgelobte Liebe du, dich wünschen Engel zu umfangen, nimm auch in meinem Herzen Ruh, wo Liebe dir ein Grab gemacht. O tröstlich Wort: Es ist vollbracht! 5. Es ist vollbracht! Ich will mich legen zur Ruh auf Christi Grabesstein; die Engel find allhie zugegen, ich schlummre sanft wie 59 Jakob ein, die Himmelspfort ist aufgemacht. D Lebenswort: Es ift vollbracht! Salomo Frand. † 1725. 102. Mel. 146: D Traurigkeit, o Herzeleib ze. Lut. 23, 42. Herr, dent an mich! Wie oft hab ich mit Sünden dich verachtet! Sieh die Seele gnädig an, die nach Hilfe schmachtet! 2. Herr, denk an mich! Es jammre dich dies Elend, mein Erbarmer. Wenn du meiner nicht gedenkst, ach was wär ich Armer! 3. Herr, denk an mich! Ach ewiglich kannst du mich nicht vers geffen. Wer kann deine Freundlichkeit, deine Gnad ermessen? 4. Herr, denk an mich! Wie leicht kann ich in Sünd und Elend fallen! Laß mich stets an deiner Hand deine Wege wallen. 5. Herr, denk an mich! Dann nahe sich die Stunde schwerer Lei den. Bin ich dein, o was vermag, mich von dir zu scheiden? 6. Herr, denk an mich! Gestärkt durch dich geh ich dem Tod entgegen. Tod und Grab wird mir durch dich, Jesu Christ, zum Segen. 7. Herr, denk an mich! Dann will ich dich für deine Huld ers heben, wenn du mir das Paradies wirst aus Gnaden geben. Unbekannter Dichter. $ 0 Passionszeit. dpt of 103. 8. Doch ist noch etwas, das du wirst annehmen: des Fleisches Lüfte will ich dämpfen, zähmen, Eigene Melodie. 78. Herzliebster Jesu, was hast du daß sie aufs neue nicht mein Herz entzünden mit alten Sünden. verbrochen, daß man ein solch scharf Urteil hat gesprochen? Was ist die Schuld, in was für Missethaten bist du geraten? 9. Weil aber dies nicht steht in eignen Kräften, fest die Be gierden an das Kreuz zu heften, so gieb mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe.sad 10. Alsdann, so werd ich deine Huld betrachten, aus Lieb zu dir die Welt für gar nichts achten; bemühen werd ich mich, Herr, deinen Willen stets zu erfüllen. 11. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz mehr achten, keine Schmach noch Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen. 12. Dies alles, ob es zwar für schlecht zu schätzen, wirst du es doch nicht gar bei Seite setzen. Zu Gnaden wirst du dies von mir annehmen, mich nicht beschämen. 13. Wann, o Herr Jesu, dort vor deinem Throne wird stehn auf meinem Haupt die Ehrenfrone, da will ich dir, wenn alles wird wohlklingen, Lob und Dank fingen. Johann Heermann. † 1647. 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, ins Angesicht geschlagen und verhöhnet; du wirst mit Effig und mit Gall getränket, ons Kreuz gehenfet. 3. Was ist doch wohl die Urs fach solcher Plagen? Ach meine Sünden haben dich geschlagen! Ich, o Herr Jesu, habe dies verschulbet, was du erbuldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch biese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe, die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte! 5. D große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich gebracht auf biese Marterstraße! Ich lebte mit ber Welt in Luft und Freuden, und du mußt leiden! 6. Ach großer König, groß zu allen Beiten, wie kann ich gnug sam solche Treu ausbreiten? Rein Menschenherz vermag es auszus benken, was dir zu schenken. 104. 7. Ich kanns mit meinen Sin nen nicht erreichen, womit doch bein Erbarmen zu vergleichen. Mel. 74: Herzlich that mich sc Lut. 28, 46. Wie kann ich dir doch deine In deines Vaters Hände bes Liebesthaten im Wert erstatten? fiehlst du deinen Geift. D glaus 3 Paffionszeit. kein Licht nicht gleichet, so schände lich zugericht? bensvolles Ende, das mich zum Himmel weist! Nun ist sie ganz getragen, die centnerschwere Last, 3. Die Farbe deiner Wangen, nun enden alle Plagen, die du der roten Lippen Pracht ist hin, erduldet haft.in transdugns und ganz vergangen; des blaffen 102. In diese Hand befehle auch ich, Herr, meinen Geist, wann zwischen Leib und Seele des Lebens Band zerreißt. Voran bist Todes Macht hat alles hingenommen, hat alles hingerafft, und daher bist du kommen von deines Leibes Kraft. du gegangen, daß ich dir folgen 4. Nun, was du, Herr, erkann. Mich nimmt, mir darf nicht bangen, in dir der Vater an. duldet, ist alles meine Last, ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn vers dienet hat; gieb mir, o mein Ers barmer, den Anblick deiner Gnad! 3. D Herr, mein Heil und Leben, ich soll, wo du bist, sein; denn was dir Gott gegeben, das ist und bleibt ja dein. Nun, treuer Hirt, so halte mich bis zum Grabesrand; dann geht, wenn ich ertalte, mein Geist in Gottes Hand. Johann Christian Wilhelm August 300785 do Hopfensack. 1843. ad izid pob by helpt u 105. in dod nsdon Mel. 74: Herzlich thut mich 2. D 5. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an! Bon dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts gethan, dein Mund hat mich gelabet mit Milch und süßer Kost, dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmelslust. me 6. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht! Von dir Haupt voll Blut und Wun- will ich nicht gehen, wenn dir den, voll Schmerz und voller dein Herze bricht; wenn dein Hohn, o Haupt, zum Spott ge- Haupt wird erblassen im letzten bunden mit einer Dornenkron, Todesstoß, alsdann will ich dich o Haupt, sonst schön gekrönet mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber höchst verhöhnet, gegrüßet seist 2. Du edles Angesichte, davor & Auice sonst schrickt und scheut das große Weltgewichte, wie bist du so bespeit, wie bist du so erbleichet, du mir! wer hat dein Augenlicht, dem sonst 8. Ich danke dir von Herzen, 61 faffen in meinen Arm und Schoß. nis 7. Es dient zu meinen Freuden und thut mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir! 62 Passionszeit. Jesu, liebster Freund, für deine Todesschmerzen, da dus so gut gemeint. Ach gieb, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende sei. 9. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir, wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür. Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Angsten kraft deiner Angst und Pein. 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot. Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt.+ 1676. 106. Mel. 148: D Welt, ich muß bich zc. Welt, sieh hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben, dein Heil sinkt in den Tod! Der große Fürst der Ehren läßt willig fich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her, und schau mit Fleiße: sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes überfüllt. Aus feinem edlen Herzen vor unerschöpften Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht? Du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder, von Übelthaten weißt du nicht. 4. Jch, ich, und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und das betrübte Marterheer. 5. Jch bins, ich sollte büßen, an Händen und an Füßen ge= bunden in der Höll. Die Geißeln und die Banden, und was du ausgestanden, das hat verdienet meine Seel! 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken viel schwerer, als ein Stein. Du wirst ein Fluch, dagegen erwirbst du mir den Segen, dein Schmerzen muß mein Labsal sein. 7. Du setest dich zum Bürgen, ja läsfest dich erwürgen für mich und meine Schuld. Mir läsfeſt du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 8. Ich bin, mein Heil, verbunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr. Was Leib und Seel vermögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr. 9. Nun, ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben, Passionszeit. eins aber will ich thun: Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 11. Wie heftig unfre Sünden den frommen Gott entzünden, wie Rach und Eifer gehn, wie grausam seine Ruten, wie zornig seine Fluten, will ich aus deinem Leiden sehn. 10. Ich wills vor Augen setzen, mich stets daran ergößen, ich sei auch, wo ich sei. Es soll mir 107. Mel. 5: Ach was soll ich Sünder zc. sein ein Spiegel der Unschuld Schaut die Mutter voller und ein Siegel der Lieb und unverfälschten Treu.r 12. Ich will daraus studieren, wie ich mein Herz soll zieren mit stillem, fanftem Mut, und wie ich die soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. 13. Wenn böse Zungen stechen, mir Glimpf und Namen brechen, so will ich zähmen mich; das Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden verzeihen gern und williglich. 14. Ich will ans Kreuz mich schlagen mit dir, und dem absagen, was meinem Fleisch gelüst. Was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, so viel mir immer möglich ist. 63 15. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tausend Thränen, die dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in deinen Schoß und Hände begleiten zu der ewgen Ruh. Paul Gerhardt. † 1676. Schmerzen, wie sie mit zerrißnem Herzen bei dem Kreuz des Sohnes steht! Schauet ihre Trübfalshite, wie des Schwertes blutge Spike tief durch ihre Seele geht! 2. Wessen Auge kann der Zähren bei dem Jammer sich erwehren, der des Höchsten Sohn umfängt? Wie er mit gelaßnem Mute todesmatt in seinem Blute an dem Holz des Fluches hängt! 3. Für die Sünden seiner Brüder leidet er, daß seine Glieder unnennbare Qual zerreißt. Für uns ruft er im Erblassen: Gott, mein Gott, ich bin verlassen! und veratmet seinen Geist. 4. Laß, o Jesu, Quell der Liebe, deines Herzens heilge Triebe strömen in mein Herz hinab! Laß mich dich mein Alles nennen, ganz für dich in Liebe brennen, der für mich sein Leben gab! 5. Drück, mein König, deine Wunden, die du auch für mich empfunden, tief in meine Seel hinein. Laß in Reue mich zerfließen, mit dir leiden, mit dir büßen, mit dir tragen jede Pein. Passionszeit. 6. Laß mich herzlich um dich 2. Schaue doch das Jammers weinen, mich durchs Kreuz mit dir vereinen; aller Weltsinn sei verflucht! Unterm Kreuze will ich stehen und dich zittern, bluten fehen, wenn die Sünde mich versucht. bild zwischen Erd und Himmel hangen, wie das Blut mit Strös men quillt, daß ihm alle Kraft vergangen! Ach der übergroßen Not: Jesus ist, mein Jesus, tot. 3. D Lamm Gottes ohne Schuld, alles das hatt ich vers schuldet, und du hast aus großer Huld Bein und Tod für mich ers duldet. Daß ich nicht verloren bin, giebst du dich ans Kreuz dahin. 4. Ich kann nimmer, nimmermehr diese Plagen dir vergelten; viel zu wenig ist dafür aller Reichtum aller Welten. Alles, alles ist zu flein für die Größe deiner Bein. 64 7. Gieb mir Teil an deinem Leiden, laß von aller Lust mich scheiden, die dir solche Wunden schlug! Ich will auch mir Wunden schlagen, will das Kreuz des Lammes tragen, welches meine Sünden trug. 8. Laß, wenn meine Thränen fließen, mich den Gnadenglanz genießen deines milden Angesichts. Decke mich durch deine Blagen vor den Ängsten und den Klagen einst am Tage des Gerichts. 9. Gegen aller Feinde Stürmen laß mich, Herr, dein Kreuz beschirmen, deine Gnade leuchtet mir! Deckt des Grabes finstre Höhle meinen Leib, so nimm die Seele hin ins Paradies zu dir. Nach dem Lateinischen des Jacoponus. † 1806. 108. Mel. 95: Jesus, meine Zuversicht. Seele, geh nach Golgatha, ses dich unter Jesu Kreuze, und be denke, was dich da für ein Trieb zur Buße reize. Willst du unempfindlich sein, o so bist du mehr als Stein. 5. Nun, ich weiß, was du bes gehrst, daß ich dir mein Herz soll geben; dir gehört es, du gewährst ihm Gerechtigkeit und Leben. Wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend sein. 6. Kreuzige mein Fleisch und Blut, lehre mich die Welt vers schmähen; laß mich dich, du höchftes Gut, immer vor den Augen sehen. Führ in allem Kreuze mich wunderbar, nur seliglich. Benjamin Schmold.+ 1737. 109. Mel. 50: Freu bich sehr, meine sc Sei mir tausendmal gegrüßet, der mich je unb je geliebt, Jesu, der bu selbst gebüßet das, womit : Passionszeit. ich dich betrübt. Ach wie ist mir doch so wohl, wann ich knien und liegen soll an dem Kreuze, da du stirbest und um meine Seele wirbest. 2. Heile mich, o Heil der Seelen, wo ich krank und traurig bin; nimm die Schmerzen, die mich quälen und den ganzen Schaden hin, den mir Adams Fall gebracht und ich selbsten mir gemacht. Wird, o Arzt, dein Blut mich netzen, wird sich all mein Jammer setzen. 3. Schreibe deine blutgen Wunden mir, Herr, in das Herz hin ein, daß sie mögen alle Stunden bei mir unvergessen sein. Du bist doch mein schönstes Gut, da mein ganzes Herze ruht. Laß mich hier zu deinen Füßen deiner Lieb und Gunst genießen. 65 haft, gieb, daß wir in dir ruhen all, und unser Leben dir gefall. 2. Verleih, o Herr, uns Stärk und Mut, die du erkauft mit deinem Blut, und führ uns in das Himmelslicht zu deines Vaters Angesicht. 110. tel. 143: D Jesu Christ, meins 2c. Der er du, Herr Jesu, Ruh und Raft in deinem Grab gehalten 3. Wir danken dir, o Gotteslamm, getötet an des Kreuzes Stamm; laß ja uns Sündern deine Bein den Eingang in das Leben sein. Nach Bonaventura( † 1274) von Georg Werner. † 1643. Eigene Melodie. 146. Wer kann es gnug beklagen? Gott Traurigkeit! O Herzeleid! des Vaters einig Kind wird ins Grab getragen. 2. D große Not! Das Leben 4. Diese Füße will ich halten, tot! Am Kreuz ist er gestorben, liebend, wie ich immer kann. hat dadurch das Himmelreich uns Schaue meiner Hände Falten aus Lieb erworben. und mich Armen freundlich an von dem hohen Kreuzesbaum und gieb meiner Bitte Raum, sprich: Laß all dein Trauren schwinden, ich, ich tilg all deine Sünden. 3. D Menschenfind! nur deine Sünd hat dieses angerichtet, da du durch die Missethat warest ganz vernichtet. Paul Gerhardt. † 1676. 4. Dein Bräutigam, das Gotteslamm, liegt hier mit Blut befloffen, welches er ganz mildiglich hat für dich vergossen. 5. D süßer Mund! D Glaubensgrund! Wie bist du so zerschlagen! Alles, was auf Erden lebt, muß dich ja beklagen. 5 66 Dftern. 6. Hochselig ist zu jeder Frist, Leben! Dich hat jetzt ein Felsender dieses recht bedenket, wie der grab, Fels des Heils, umgeben. Herr der Herrlichkeit wird ins 3. D Lebensfürst, ich weiß, du Grab gesenket. sidda wirst mich wieder auferwecken; sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 7. D Jesu du, mein Hilf und Ruh! Ich bitte dich mit Thränen: Hilf, daß ich mich bis ins Grab möge nach dir sehnen. 4. Sie wird mir sein ein Käm= merlein, da ich auf Rosen liege, weil ich nun durch deinen Tod Grab und Tod besiege. Johann Rift.+ 1667. 5. Gar nichts verdirbt, der Leib nur stirbt; doch wird er auferstehen und in ganz verklärter Zier aus dem Grabe gehen. 6. Indes will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senten und an deinen bittern Tod bis ins Grab gedenken. Salomo Frand. † 1725. 112. Mel. 146: D Traurigkeit, Herzeleid. Do ruhest du, o meine Ruh, in deines Grabes Höhle und erweckst durch deinen Tod meine tote Seele. 2. Man senkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens 7. Oftern. 113. Eigene Melodie. 14. Auf, auf, mein Herz, mit Freuden nimm wahr, was heut geschieht! Wie kommt nach großen Leiden nun ein so großes Licht! Mein Heiland war gelegt da, wo man uns hinträgt, wenn von uns unser Geist gen Himmel ist ge reift.dk 2. Er war ins Grab gesenket, der Feind trieb groß Geschrei; eh ers vermeint und denkfet, ist Christus wieder frei und ruft Viktoria, schwingt fröhlich hier und da sein Fähnlein, als ein Held, der Feld und Mut behält. 3. Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel; nun foll mir nicht mehr grauen vor allem, was mir will entnehmen meinen Mut, zusamt dem edlen Gut, so mir durch Jesum Christ auß Lieb erworben ist. 4. Ich hang und bleib auch hangen an Christo als ein Glied; wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt er mich auch mit. Er reißet durch den Tod, durch Welt, durch Sünd und Not, erreißet durch die Höll, stets bin ich sein Gesell. * Dstern. 5. Er dringt zum Saal der Ehren, ich folg ihm immer nach und darf mich gar nicht kehren an Not und Ungemach. Es tobe, was da kann, mein Haupt nimmt sich mein an; mein Heiland ist mein Schild, der alles Toben stillt. 6. Er bringt mich an die Pforte, die in den Himmel führt, daran mit goldnem Worte der Spruch gelesen wird: Wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit getrönt, wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht. Paul Gerhardt. † 1676. 114. Eigene Melodie. 24. Christ ist erstanden von der Marter alle; des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja. 2. Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; seit daß er erstanden ist, so lobn wir den Vater Jesu Christ. Halleluja. 3. Halleluja, Halleluja, Halleluja. Des folln wir alle froh sein, Christ will unser Troft sein. Halleluja. Um 1200. 67 bracht das Leben: Des wir sollen fröhlich sein, Gott loben und dankbar sein und singen Halleluja, Halleluja. i beldurt 2. Den Tod niemand zwingen fonnt bei allen Menschenkindern; das macht alles unsre Sünd, kein Unschuld war zu finden. Davon kam der Tod so bald und nahm über uns Gewalt, hielt uns in seinem Reich gefangen. Halleluja. 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, an unser statt ist kommen und hat die Sünd abgethan, damit dem Tod genommen all sein Recht und sein Gewalt, da bleibt nichts denn Todsgestalt, den Stachel hat er verloren. Halleluja.hof 4. Es war ein wunderlicher Krieg, da Tod und Leben rungen. Das Leben behielt den Sieg, es hat den Tod verschlungen. Die Schrift hat verkündet das, wie ein Tod den andern fraß, ein Spott aus dem Tod ist worden. Halleluja. 5. Hie ist das rechte Osterlamm, das Gott uns hat ge geben; das ließ an des Kreuzesstamm in heißer Lieb sein Leben; des Blut zeichnet unsre Thür, das hält der Glaub dem Tod für, der Würger kann uns nicht rühren. Halleluja. 115. Eigene Melodie. 25. Christ lag in Todesbanden für 6. So feiern wir das hob unsre Sünd gegeben. Der ist Feft mit Herzensfreud und wieder erstanden und hat uns Wonne, das uns der Herr scheinen 5* Stanzi Dstern. 68 läßt. Er selber ist die Sonne, der durch seiner Gnaden Glanz erleucht unsre Herzen ganz; der Sünden Nacht ist vergangen. Halleluja. Martin Luther. † 1546. Der Tod ist tot, das Leben lebet, das Grab ist selbst bes graben nun. Mein Jesus, der sein Haupt erhebet, will ferner nicht im Kerker ruhn und stellt Der Tod hat zwar verschlungen und ihr lebt auch mit mir. mir diese Losung für: Ich leb 116. Mel. 19: Aus meines Herzens sc. den Herrn der Herrlichkeit, doch ists ihm nicht gelungen zu dieser Ofterzeit. Heut stellt sich Christus ein, die gnadenreiche Sonne bringt Leben, Heil und Wonne, wer wollt nicht fröhlich sein? 2. Nun liegt der Tod zu meinen Füßen, der Lebensfürst, er stirbt nicht mehr, er weiß die Gräber aufzuschließen, er stürzt o das blasse Totenheer. Das Siegeslied klingt herrlich hier: Sch leb und ihr lebt auch mit mir. 2. Man singet in den Landen mit Herzensfröhlichkeit, daß Christus sei erstanden, wie er selbst prophezeit; sein Wort erfüllet ist, freut euch ihr Menschen alle und singt mit großem Schalle: Wir danken dir, Herr Christ! 117. Mel. 186: D baß ich tausend Jungen 2c. Joh. 14, 19. 3. Herr, der du überwunden den Feind und all sein Heer, in unsern letzten Stunden ein sanftes End bescher. Führ uns zum Himmelsthron, weckt auf ohn alle Alage den Leib am jüngsten Tage, o Jefu, Gottes Sohn! 4. Du hast uns unverdrossen burch dein hochteures Blut den Himmel aufgeschlossen, erworben großes Gut: drum halten wir aufs best mit Jauchzen und mit Freuden nach deinem schweren Leiden bas fröhlich Osterfest. Georg Werner. † 1648. 3. Mein Jesu, Wahrheit, Weg und Leben, der Leben hat und Leben giebt, wie soll ich den Triumph erheben, der Nach an meinen Feinden übt? Sie liegen dort, du rufest hier: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. 4. Das Haupt belebet feine Glieder, wer wollte dann gestorben sein? Die Lebenssonne scheint uns wieder und leuchtet bis ins Grab hinein. Da lesen wir die Grabschrift hier: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. 5. D toter Tod, wie kannst du schrecken? Mein Jesus nimmt das Schrecken hin; wie er sich selber fonnt erwecken, so werden wir erweckt durch ihn. Weil Jesus lebt, $ Dstern. 69 fo leben wir: Ich leb und ihr spalten, die Grabesnacht wird lebt auch mit mir. Benjamin Schmold.+ 1737. Tageslicht, ja, wahrer Christen Sterbensnot ist nur des Himmels Morgenrot. d or 118. Rel. 136: D baß ich tausend Jungen*. Matth. 28, 6. 6. Ihr Gläubigen, hört auf zu weinen, denn die Erlösungsstunde schlägt! Bald wird der Er ist nicht hier; er ist erstan- Lebensfürst erscheinen, der euch aus allen Leiden trägt. Sett fort im Glauben euren Lauf und hebet eure Häupter auf! den! So tröstet uns des Engels Mund. Das Wort erschallt in allen Landen und macht den Sieg des Lebens fund; und jedes Christenherz durchbebt die Freudenbotschaft: Jesus lobt! 7. D Tag des Lebens, Tag der Wonne, wann wir aus unsern Gräbern gehn, den Auferstandnen als die Sonne des neuen Himmels leuchten sehn! Dann fragen wir den Herrn nichts mehr, denn 2. Ist mein Erlöser auferstanden, so ist die ganze Erde sein, so wird der Lügengeist zu schanden, die Gößentempel stür- Licht ist alles um uns her. zen ein, der Menschenwahn muß untergehn, nur seine Wahrheit bleibet stehn. Christian August Bähr. † 1846. 119. 3. Hat er zersprengt die Todestetten, so bricht er auch das SünEigene Melobie. 43. denjoch, kann von der Strafe mich Erschienen ist der herrlich Tag, erretten, ergreift mich an dem dran niemand sich gnug freuen Abgrund noch, führt mich gewiß mag; Christ, unser Herr, heut in seiner Gnad und bringt mich triumphiert, all seine Feind ge auf den Lebenspfad. fangen führt. Halleluja. 4. Ist er aus seinem Grab gestiegen, so darf die Unschuld fröhlich sein, so muß die Wahrheit endlich siegen, so ist die Krone dennoch mein, wenn gleich mit ihrer Macht die Welt erbittert fich entgegenstellt. 5. Hat ihn die Erde nicht behalten, so hält sie auch die Seinen nicht; die Felsengrüfte müssen 2. Die alte Schlange, Sünd und Tod, die Hölle, Jammer, Angst und Not hat überwunden Jesus Christ, der heut vom Tod erstanden ist. Halleluja. 3. Die Sonn, die Erd, all Kreatur, alls, was betrübet war zuvor, das freut sich heut an diesem Tag, da der Welt Fürst darnieder lag. Halleluja. Dftern. 4. Drum wir auch billig Held! Wo ist ein Feind, den er fröhlich sein, singen das Halleluja fein und loben dich, Herr Jesu Christ; zu Trost du uns erstanden bist. Halleluja. nicht fällt? Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Thür. Halleluja. Nitolaus Hermann.# 1564. 7. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. Wann mir gleich alle Welt stürb ab: gmug, daß ich Christum bei mir hab. Halleluja. 8. Er nährt, er schützt, er tröstet 120. Mel. 43: Erschienen ist der herrlich x. Früh morgens, da die Sonn mich; sterb ich, so nimmt er mich aufgeht, mein Heiland Christus zu sich. Wo er jetzt lebt, da muß aufersteht. Vertrieben ist der ich hin, weil seines Leibes Glied Sünden Nacht, Licht, Heil und ich bin. Halleluja. Leben wiederbracht. Halleluja. 70 2. Wenn ich des Nachts oft lieg in Not verschlossen, gleich als wär ich tot, läßt du mir früh die Gnadensonn aufgehn nach Trauern, Freud und Wonn. Halleluja. 3. Nicht mehr als nur drei Tage lang mein Heiland bleibt in Todeszwang. Am dritten Tag durchs Grab er dringt, mit Ehren seine Siegsfahn schwingt. Halle luja. 9. Durch seiner Auferstehung Kraft komm ich zur Engel Brüderschaft. Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, die Feindschaft ist ganz abgelehnt. Halleluja. 10. Mein Herz darf nicht entfeßen sich, Gott und die Engel lieben mich. Die Freude, die mir ist bereit, vertreibet Furcht und Traurigkeit. Halleluja. 11. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Dort wollen wir mit größerm Fleiß erheben deinen Ruhm und Breis. Halleluja. Johann Heermann. † 1647. 4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält. Drauf folgt der Sabbath in dem Grab, darin ich Ruh und Frieden hab. Halleluja. 121. 5. In kurzem wach ich fröhlich auf, mein Ostertag ist schon im Mel. 169: Bachet auf! ruft uns 2c. Lauf. Ich wach auf durch des Halleluja, jauchzt ihr Chöre, Herren Stimm, veracht den Tod singt Jesu Christo Lob und Ehre! mit seinem Grimm. Halleluja. Sein herrlich großer Tag ist da. 6. D Wunder groß, o starker Er zerriß des Todes Banden, Dftern. 71 Gottfrieb Benedikt Funt. † 1814. der Held ist aus dem Grab er- Todesbahn gingst du voran; wir standen, der nimmer die Ver- folgen dir in deine Ruh. wesung sah. Sein ist Gewalt und Macht, er hat sein Werk vollbracht, Halleluja! Des Menschen Sohn trägt nun davon des herben Kampfes reichen Lohn. 2. Glorreich hat der Held gerungen, der Hölle finstre Macht bezwungen und uns von Straf und Schuld befreit. Wir, die tief gefallnen Sünder, sind nun durch Christum Gottes Kinder und Erben seiner Seligkeit. Wir sind durch ihn versöhnt, den Gott mit Preis gekrönt, Halleluja! Wir sind nun sein und ihm allein soll unser ganzes Herz sich weihn. 3. Nun kann uns der Tod nicht schrecken, einst wird der Herr uns auferwecken durch seiner Stimme Wundermacht. Er wird unvergänglich Leben und Herrlichfeit den Seinen geben, die ihren Lauf in ihm vollbracht. Wir werden auferstehn, zu seiner Freud eingehn, Halleluja! D Siegesheld, in jene Welt zeuch uns dir nach, wann dirs gefällt. 4. Wir danken dir, Gott, alle gleich und sehnen uns ins Himmelreich. Halleluja, Halleluja. Gott helf zum End uns allzumal, fo fingen wir mit großem Schall: Halleluja, Halleluja. 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne, wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne durch unsers Gra- 5. Dem Vater in dem höchsten bes Dunkel bricht! D was wers. Thron und Christo, feinem lieben den wir empfinden, wenn Nacht Sohn, Halleluja, Halleluja, dem und Finsternis verschwinden, und uns umstrahlt des Himmels Licht! Vollender, führe du uns diesem Tage zu, uns, die Deinen! Die 122. Cigene Melobie. 75. Heut triumphieret Gottes Sohn, der von dem Tod erstanden schon, Halleluja, Halleluja, mit großer Pracht und Herrlichkeit. Des fei ihm Dank in Ewigkeit. Halleluja, Halleluja. 2. Dem Tode hat er die Ges walt zerstört, verheert ihm all Gestalt, Halleluja, Halleluja, wie pflegt zu thun ein großer Held, der seinen Feind gewaltig fällt. Halleluja, Halleluja. 3. D mächtiger Herr Jefu Christ, der du der Sünder Heiland bist, Halleluja, Halleluja, führ uns durch deine Gütigkeit mit Freuden in die Herrlichkeit. Halleluja, Halleluja. heilgen Geiste gleicherweis in Ewigkeit sei Lob und Preis! Halleluja, Halleluja. Bafilius Förtsch. † 1619. 72 Dstern. 123. nist 6. D meines Lebens Leben, o meines Todes Tod! Ich will mich dir ergeben in meiner letzten Not, Mel. 164: Balet will ich bir geben. Ich geh zu deinem Grabe, du ich will mein Bette machen in großer Osterfürst, weil ich die deiner Liebe Gruft, da werd ich Hoffnung habe, daß du mir zeigen schon erwachen, wenn deine wirst, wie man kann fröhlich ster- Stimme ruft. ben und fröhlich auferstehn, auch mit den Himmelserben ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde und haft sie eingeweiht, wenn ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu legen, was Asch und Staub vermehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 7. Du wirst den Ölberg zeigen, wo man gen Himmel fährt; da werd ich fröhlich steigen, bis daß ich eingekehrt in Salems Friedenshäuser; da heißts Viktoria! da trägt man Siegesreifer: ach wäre ich schon da! Benjamin Schmold.+ 1737. 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Drte habe, du drückst die Augen zu; so soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht: den noch werd ich den schauen, der mir zur Seiten steht. 4. Dein Grab war wohl versiegelt, doch brichst du es entzwei; wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei. Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt, da werd ich den erblicken, der mich vom Tode weckt. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden fann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich, da warten Himmelskronen in deiner Hand auf mich. 124. Mel. 126: Nun dantet all c. Ich sag es jedem, daß Er lebt und auferstanden ist, daß Er in unsrer Mitte schwebt und ewig bei uns ist. 2. Ich sag es jedem, jeder sagt es seinem Freunde gleich, daß bald an allen Orten tagt das neue Himmelreich. 3. Jeßt scheint die Welt dem neuen Sinn erst wie ein Vaterland; ein neues Leben nimmt man hin entzückt aus seiner Hand. 4. Hinunter in das tiefe Meer versant des Todes Graun, und jeder kann nun leicht und hehr in seine Zukunft schaun. 5. Der dunkle Weg, den er betrat, geht in den Himmel aus, und wer nur hört auf seinen Rat, fommt auch ins Vaterhaus. Ostern. 73 6. Nun weine feiner mehr all- Leben; reines Herzens will ich hie, wenn eins die Augen schließt; vom Wiedersehn, spät oder früh, wird dieser Schmerz versüßt. 7. Es kann zu jeder guten That ein jeder frischer glühn, denn herrlich wird ihm diese Saat in schönern Fluren blühn.n 8. Er lebt und wird nun bei uns sein, wenn alles uns verläßt, und so soll dieser Tag uns sein ein Weltverjüngungsfest. Friedr. v. Harbenberg.+ 1801. sein und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; bies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt! Sein Heil ist mein, sein sei auch mein ganzes 5. Jesus lebt! Ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsternis, teine Herrlichkeit, kein Leiden. Er giebt Kraft zu jeder Pflicht; dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt! Nun ist der Tod mir ein Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot wird er meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Christian Fürchtegoti Gellert. † 1769. 125. Mel. 95: Sefus meine Zuversicht zc. Joh. 14, 19. Jesus lebt! Mit ihm auch ich; 126. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich Cigene Melodie. 95. von den Toten auferwecken. Er Jesus, meine Zuversicht und verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. mein Heiland, ist im Leben. Dieses weiß ich, soll ich nicht darum mich zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus lebt! JIhm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, 2. Jesus, er mein Heiland was er verspricht; dies ist meine lebt; ich werd auch das Leben Buversicht.nl schauen, sein, wo mein Erlöser 3. Jesus lebt! Wer nun ver- schwebt, warum sollte mir denn jagt, lästert ihn und Gottes Ehre. grauen? Läffet auch ein Haupt Gnade hat er zugesagt, daß der sein Glied, welches es nicht nach Sünder sich befehre. Gott ver- sich zieht?" stößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden; meine starke Glaubenshand wird in ihm gelegt befunden, daß 74 Oftern. mich auch kein Todesbann ewig Schickt das Herze da hinein, wo von ihm trennen kann. en ihr ewig wünscht zu sein. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche werden; das gesteh ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög allezeit. 5. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Heiland, kennen; ich, ich selbst, ein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen; nur die Schwachheit um und an wird von mir sein abgethan. 6. Was hier kranket, feufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen; irdisch werd ich ausgesät, himmlisch werd ich auferstehen; hie geh ich natürlich ein, nachmals werd ich geistlich sein. 7. Seid getrost und hocherfreut! Jefus trägt euch, meine Glieder. Gebt nicht statt der Traurigkeit! Sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, wann die letzt Posaun erklingt, die auch durch die Gräber bringt. 8. Lacht der finstern Erdenkluft, lacht des Todes und der Höllen; denn ihr sollt euch, wenn er ruft, eurem Heiland zugesellen. Dann wird Schwachheit und Verdruß liegen unter eurem Fuß. 9. Nur daß ihr den Geist er hebt von den Lüsten dieser Erden und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beigefügt wollt werden. Louise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg. † 1667. 127. Mel. 181: Wer nur den lieben Gott 2c. Mein Jesus lebt! was sollt ich sterben? Hier steht mein Haupt und triumphiert; so muß ich ja das Leben erben, weil Not und Tod die Macht verliert. Weg Traurigkeit! Was zag ich mehr? Mein Jesus lebt, das Grab ist leer! 2. Mein Jesus siegt, drum liegt zu Füßen, was mir das Leben rauben kann; der Tod wird völlig weichen müssen, mir wird der Satan unterthan. Der Höllen Abgrund selber bebt, denn überall schallt: Jesus lebt! 3. Mein Jesus lebt! Das Grab ist offen; so geh ich freudig in die Gruft. Hier kann ich auch im Tode hoffen, daß mich sein Wort ins Leben ruft. Wie lieblich schallt die Stimme hier: Ich leb, und ihr lebt auch mit mir. 4. Mein Jesus bleibt also mein Leben, er lebt in meinem Herzen hier; und soll ich ihm das Leben geben, der Tod kommt mir nicht schrecklich für, weil er mich in den Himmel hebt, so wahr als Jesus ist und lebt. Benjamin Schmold. † 1737. Oftern. 75128 bleibt; er lebt, ob er gleich ftirbet. Mel. 36: Du Lebensbrot, Herr 2c. Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat nach diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben! 2. Wie sträubte sich die alte Schlang, als Christus mit ihr kämpfte! Mit List und macht sie auf ihn drang, jedennoch er sie dämpfte. Ob sie ihn in die Fersen sticht, so sieget sie doch darum nicht, der Kopf ist ihr zertreten. 8. D Tod, wo ist dein Stachel 3. Lebendig Christus kommt nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? herfür, den Feind nimmt er ge- Was kann uns jetzt der Teufel fangen, zerbricht der Höllen Schloß thun, wie grausam er sich stelle? und Thür, trägt weg den Raub Gott sei gedankt, der uns den Sieg mit Prangen. Nichts ist, was so herrlich hat in diesem Krieg in dem Siegeslauf den starken durch Jesum Christ gegeben! Held kann halten auf; er ist der Überwinder. Justus Gesenius. † 1678. 4. Des Herren Rechte, die behält den Sieg und ist erhöhet; des Herren Rechte mächtig fällt, was ihr entgegenstehet. Tod, Teu 6. Wer täglich hier durch wahre Reu mit Christo auferstehet, ist dort vom andern Tode frei, zum Ehrenthron erhöhet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht und unvergänglich Wesen. 7. Das ist die reiche Osterbeut, der wir teilhaftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort des Herrn verklärtem Leibe. fel, Hölle, Welt und Sünd durch Christi Sieg gedämpfet sind, ihr Born ist kraftlos worden. 129. Gigene Melodie. 162. Triumph, Triumph! es kommt 5. Es war getötet Jesus Christ, und sieh, er lebet wieder! Weil nun das Haupt erstanden ist, erstehn auch wir, die Glieder. So 2. Das stille Lamm jetzt nicht mit Pracht der Siegesfürst heut aus der Schlacht. Wer seines Reiches Unterthan, schau heute sein Triumphfest an. Triumph, Triumph, Viktoria und ewiges Halleluja! jemand Christi Worten gläubt, mehr schweigt, sich mutig als ein im Tod und Grabe der nicht Löwe zeigt; kein harter Fels ihn Ostern. 76 hält und zwingt, Grab, Siegel, Riegel vor ihm springt. Triumph, Triumph, Viktoria und ewiges Halleluja! 3. Der andre Adam heut erwacht nach seiner harten Todes nacht, aus seiner Seiten er erbaut uns, seine teur erlöste Braut. Triumph, Triumph, Viktoria und ewiges Halleluja! 4. Herr Jesu, wahrer Siegesfürst, wir glauben, daß du schenfen wirst uns deinen Frieden, den du bracht mit aus dem Grab und aus der Schlacht. Triumph, Triumph, Viktoria und ewiges Halleluja! 5. Triumph, Triumph! Dich ehren wir und wollen durch dich tämpfen hier, daß wir als Reichsgenossen dort dir folgen durch die Siegespfort. Triumph, Triumph, Viktoria und ewiges Halleluja! Benjamin Prätcrius. t nach 1668. 130. Mel. 36: Du Lebensbrot, Herr zc. Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, die Sonn ist aufgegangen! Ermuntre deinen Geist und Sinn, den Heiland zu empfangen, der heute durch des Todes Thor ges brochen aus dem Grab hervor, der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf und such ein neues Leben; vollführe deinen Glaubenslauf und laß dein Herz sich hebe. gen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nun, was dahinten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesu sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt und strebe nach dem Himmelszelt, wo Jesus ist zu finden. 4. Drückt dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn heben; es kann ein Christ bei Kreuzespein in Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn und sorge nicht, er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. 5. Es hat der Löw aus Juda Stamm heut siegreich überwunden, und das erwürgte Gotteslamm hat, uns zum Heil, gefunden das Leben und Gerechtigkeit, weil er nach überwundnem Streit die Feinde Schau getragen.*) *) Rol. 2, 15. 6. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil Jeſus überwunden; er wird auch überwinden weit in dir, weil er gebunden der Feinde Macht, daß du aufstehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest. 7. Laß weder Teufel, Welt noch Tod dich scheu und zaghaft machen. Dein Jesus lebt, es hat Dftern. 77 nicht Not, er ist noch bei den an deine Glieder aus, wir alle Schwachen und den Geringsten in der Welt als ein gekrönter Siegesheld; drum wirst du überwinden. kommen heute deswegen in dein Haus. 8. Ach mein Herr Jesu, der du bist vom Tode auferstanden, rett uns aus Satans Macht und List und aus des Todes Banden, daß wir zusammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns haft erworben. 9. Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen Gotteskindern, und ewig in der Herrlichkeit von allen Überwindern, die überwunden durch dein Blut; Herr Jesu, gieb uns Kraft und Mut, daß wir auch überwinden. Laurentius Laurenti. † 1722. 131. Mel. 26: Christus, ber ist zc. Willkommen, Held im Streite, aus deines Grabes Kluft! Wir triumphieren heute um deine leere Gruft. 2. Der Feind wird Schau getragen*) und heißt nunmehr ein Spott, wir aber können sagen: Mit uns ist unser Gott. *) Rol. 2, 15. 3. In der Gerechten Hütten schallt schon das Siegeslied, du trittst selbst in die Mitten und bringst den Osterfried. 4. Ach teile doch die Beute 5. Schwing deine Siegesfahne auch über unser Herz, den Lebensweg uns bahne vom Grabe him melwärts. 6. Laß unfer aller Sünden ins Grab verscharret sein und einen Schatz uns finden, der ewig kann erfreun. 7. Wir sind mit dir gestorben, so leben wir mit dir. Was uns dein Tod erworben, das stell uns täglich für. 8. Wir wollen hier ganz fröhlich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir dereinst nur selig mit dir auch auferstehn. 9. Der Tod kann uns nicht schaden, sein Pfeil ist nunmehr stumpf. Wir stehn bei Gott in Snaden und rufen schon: Triumph! Benjamin Schmold.+ 1737. 132. Mel. 43: Erschienen ist ber zc. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du vom Tod erstanden bist und hast zerstört des Todes Macht und uns das Leben wiederbracht. Halleluja. 2. Wir bitten dich durch deine Gnad, nimm von uns unsre Missethat und hilf uns durch die 78 Dftern. Güte dein, daß wir dir treue ind Diener sein. Halleluja. 3. Gott Vater in dem höchsten Thron, samt seinem eingebornen Sohn, dem heilgen Geist in gleicher Weis in Ewigkeit sei Lob und Preis. Halleluja. Thomas Hartmann. Um 1604. 133. Mel. 21: Christ, ber bu bist sc. Lut. 24, 29. Wo willst du hin, weils Abend ist, o liebster Pilgrim Jesu Christ? Komm, laß mich so glückselig sein und kehr in meinem Herzen ein. 2. Laß dich erbitten, liebster Freund, dieweil mein Herz es findlich meint; du weißt, daß du zu aller Frist ein herzenslieber Gast mir bist. 3. Es hat der Tag sich sehr geneigt, die Nacht sich schon von ferne zeigt; drum wollest du, o wahres Licht, mich Armen ja verlassen nicht. 4. Erleuchte mich, daß ich die Bahn zum Himmel sicher finden tann, damit die dunkle Sündennacht mich nicht verführt, noch irre macht. 5. Hilf, Herr, aus meiner letzten Not mir einst durch einen sanften Tod. Herr Jesu, bleib, ich halt dich fest, ich weiß, daß du mich nicht verläßt. Nach Johann Scheffler. † 1677. 134. Mel. 170: Walle stets, o Chrift, c. But. 24, 13-35. Zween der Jünger gehn mit Sehnen über Feld nach Emmaus. Ihre Augen sind voll Thränen, ihre Seelen voll Verdruß. Man hört ihre Klageworte; doch es ist von ihrem Orte unser Jesus gar nicht weit und vertreibt die Traurigkeit. 2. es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Kummer nach, sie bejammern ihre Schmerzen, ihre Not und Ungemach. Manches wandert ganz alleine, daß es nur zur Gnüge weine; doch mein Jesus ist dabei, fragt, was man so traurig sei. 3. Wenn zwei Seelen sich besprechen, so ist er der dritte Mann; er bemerket die Gebrechen, redet, was uns trösten kann. Denn er kann uns nicht versäumen, wie wir glaubenslos oft träumen; er hat alles im Gesicht, seine Treu verläßt uns nicht. 4. Jesus ist mir nachgegangen, wenn ich meiner Eitelkeit und der Sünde nachgehangen; o der unglückfelgen Zeit, die ich der gestalt verloren! Doch er hat mich neu geboren, Jesus hat an mich gedacht und das Schäflein wiederbracht. 5. Hat sich eine Not gefunden, fo ließ er mich nicht allein; Jesus Christi Himmelfahrt. stellt zur rechten Stunden sich mit seinem Beistand ein. Wenn ich mich in Leid verzehre, gleich als ob er ferne wäre, o so ist er mehr als nah und mit seiner Hilfe da! 8. Tröst auch andre, die voll Jammer einsam durch die Fluren gehn, oder in der stillen Kammer 6. Treuster Freund von allen tiefbekümmert zu dir flehn! Wenn Freunden, bleibe ferner noch bei sie von der Welt sich trennen, daß mir! Kommt die Welt, mich an- sie satt sich weinen können, so zufeinden, ach so sei du auch all- sprich ihrer Seele zu: Liebes hier! Wenn mich Trübfalswetter schrecken, wollst du mächtig mich bedecken. Komm, in meinem Geist zu ruhn; was du willst, das will ich thun. Kind, was trauerst du? 9. Hilf, wenn es will Abend werden, und der Lebenstag sich neigt, wenn dem dunkeln Aug auf Erden nirgends sich ein Helfer zeigt; bleib alsdann in unsrer Mitten, wie dich deine Jünger bitten. Dank sei dir, o lieber Gast, daß du mich getröstet hast. Johann Neunherz. † 1787. 7. Bin ich traurig und betrübet, so gieb mir in meinen Sinn, daß mich deine Seele liebet und daß ich der Deine bin. Laß dein Wort mich fester gründen, laß es auch mein 8. Christi Himmelfahrt. 135. Segen wiederbracht, mit Majestät und großer Macht zur Glorie bist erhoben; singet, klinget, rühmt und Mel. 183: Wie schön leuchtet ber 2c. Ach wundergroßer Siegesheld, ehret den, der fähret auf gen Himmel mit Posaunen und Getümmel. 79 Herz entzünden, daß es voller Liebe brennt und dich immer besser kennt. du Sündenträger aller Welt! heut hast du dich gesehet zur Rechten von des Vaters Kraft, der Feinde Schar gebracht zur Haft, bis auf den Tod verletzet. Mächtig, prächtig triumphierst du und regierst du, Tod und Leben, alles ist dir unter geben. 2. Dir dienen alle Cherubim; viel tausend hohe Seraphim dich, Siegesfürsten, loben, weil du den 3. Du bist das Haupt, hingegen wir sind Glieder; ja es kommt von dir auf uns Licht, Troft und Leben. Heil, Friede, Freude, Licht und Kraft und was dem Herzen Labsal schafft, wird uns von dir gegeben. Bringe, bringe all mein Sinnen, mein Beginnen, daß es preise, dir als Siegsherrn Ehr erweise. Christi Himmelfahrt. 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns 2. Weil er gezogen himmelan nach dir, hilf, daß wir forthin für und große Gab empfangen, mein und für nach deinem Reiche trach- Herz auch nur im Himmel kann, ten. Laß unser Thun und Wandel sonst nirgends Ruh erlangen; denn ſein, wo Zucht und Demut tritt wo mein Schatz gekommen hin, herein, all üppigkeit verachten. Un- da ist auch stets mein Herz und art, Hoffart laß uns meiden, Sinn, nach ihm mich sehr vers christlich leiden, wohl ergründen, langet. we die Gnade sei zu finden. de 3. Ach Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auffahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mag meine Nachfahrt zieren und dann einmal, wenns bir gefällt, mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre dies mein Flehen! Nach Jofua Wegelin. † 1640. 80 5. Sei, Jesu, unser Schutz und Schat, sei unser Ruhm und fester Plak, darauf wir uns verlassen. Laß suchen uns, was droben ist; auf Erden wohnet Trug und List, es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen, Angst und Plagen, die da nagen, die da quälen stündlich arme Christenseelen. 137. 6. Herr Jesu, komm, du GnaEigene Melodie. 23. denthron, du Siegesfürst, Held, Chrift fuhr gen Himmel; was Davids Sohn, komm, stille das Berlangen; du, du bist allen uns zu gut, o Jesu, durch dein teures Blut ins Heiligtum gegangen. Komm Herr! Hilf Herr! Dann sandt er uns hernieder? Den Tröster, den heiligen Geist, zu Trost der armen Christenheit. Halleluja. so sollen, dann so wollen wir ohn Ende fröhlich klopfen in die Hände. 2. Halleluja, Halleluja, Halleluja! Des sollen wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein Erbarm dich, Herr! Ernst Christoph Homburg. † 1681. Aus dem 15. Jahrhundert 136. Mel 127: Nun freut euch, lieben zc. 138. Auf Christi Himmelfahrt allein ich meine Nachfahrt gründe und Mel. 164: Balet will ich dir geben. allen Zweifel, Angst und Bein Ergrüint, ihr Siegespalmen! Ihr hiermit stets überwinde; denn weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder Jesus Christ zur rechten Zeit nachholen. Himmel, werdet klar! Ihr Herzen, bringet Psalmen und schmücket den Altar! Singt von dem Menschensohne und seinem großen Sieg, K X Chrifti Himmelfahre. fingt, wie er auf zum Throne der Ewigkeiten ftieg! 2. Der einst von Qual durchbrungen den Sündern war ein Spott, der unsern Tod verschlungen in seine Todesnot, den sehn wir hoch und prächtig im Siegesglanze ziehn, der schwinget sich allmächtig durch alle Himmel hin. 3. Dort auf dem Ölberg stehen die Jünger arm und schwach, mit deiner Mutter sehen sie dir, o Jesu, nach. Doch sehn sie froh dich scheiden in deinen Sternen faal, weil du mit Licht und Freuden sie tröstest ohne Zahl. 4. Du aber hast nach oben zum Throne dich gewandt, und waltest ewig broben zu Gottes rechter Hand. Von dannen wirst du kom men in Richtersmajestät; dann jauchzen deine Frommen, der Stolzen Hohn vergeht. 81 2. Laß dein Herze mir zurücke und nimm meines mit hinauf! Wenn ich Seufzer zu dir schicke, thue selbst den Himmel auf. Und, so ich nicht beten kann, rede du den Vater an; denn du sigest ihm zur Rechten: darum hilf uns, deinen Knechten. 3. Zeuch die Sinnen von der Erde über alles Eitle hin, daß ich mit dir himmlisch werde, ob ich gleich noch sterblich bin, und 5. D Jefu, Heil der Deinen, im Glauben meine Zeit richte rüft uns auf diesen Tag, seis, nach der Ewigkeit, bis wir auch daß er heut erscheinen, seis, daß zu dir gelangen, wie du bist er säumen mag! Wenn dann dir vorangegangen. deine Knechte verklärt entgegenziehn, dann führe deine Rechte auch uns zum Himmel hin! 6. Dann laß in Strömen quillen dein schönes Lebenslicht; dann zeig uns ohne Hüllen des Vaters Angeficht. Dhimmlisches Entzücken! Ofelger Liebeszug! Wenn wir nur dich erblicken, hat unser Herz genug. 4. Dir ist alles übergeben, nimm dich auch der Deinen an! Hilf mir, daß ich christlich leben und dir heilig dienen kann. Kommt der Satan wider mich, ach so wirf ihn unter dich zu dem Schemel deiner Füße, daß er ewig schweigen müsse. 5. Meine Wohnung mache fertig droben in des Vaters Haus, da ich werde gegenwärtig bei dir 6 Nach Beda Venerabilis.+ 735. übersetzt von Albert Knapp. 139. Mel. 50: Freu dich sehr, o meine zc. Herr, auf Erden muß ich leiden und bin voller Angst und Weh. Warum willst du von mir scheiden, warum fährst du in die Höh? Nimm mich Armen auch mit dir, oder bleibe doch in mir, daß ich dich und deine Gaben möge täglich bei mir haben. ARIT Christi Himmelfahrt 82 gehen ein und aus; denn der Weg dahin bist du: darum bringe mich zur Ruh und nimm an dem letzten Ende meinen Geist in deine Hände. Raspar Neumann. † 1715. nem König will ich trauen, ohne Furcht und ohne Grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 5. Geist und Kraft nun überfließen, laß sie strömen auch für mich, bis besiegt zu deinen Füßen alle Feinde legen sich. Herr, bis zu dem fernsten Ende streck dein Scepter aus und wende alle Herhöchst verklärte Majestät! Alle zen nah und fern hin zu dir als Himmel sind zu wenig, du bist ihrem Herrn. Guid drüber hoch erhöht. Sollt ich nicht zu Fuß dir fallen und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubensaug betracht deine Glorie und macht? 140. Mel. 93: Jefu, meines Lebens 2c. Siegesfürst und Ehrenkönig, 6. Du kannst alles aller Orten nun erfülln und nahe sein, meines armen Herzens Pforten stell ich offen, komm herein! Komm, du König aller Ehren, du mußt auch bei mir einkehren; ewig in mir leb und wohn, als in dei2. Seh ich dich gen Himmel fahren, seh ich dich zur Rechten da, seh ich, wie der Engel Scha- nem Himmelsthron. ren alle rufen Gloria, sollt ich nicht zu Fuß dir fallen, nicht mein Herz vor Freude wallen, da der Himmel jubiliert, weil mein König triumphiert? 3. Weit und breit, du Himmels sonne, deine Klarheit sich ergießt, daß ein Strom von Glanz und Wonne durch die Himmelsgeister fließt. Brächtig wirst du aufgenommen, freudig heißt man dich willkommen, schau, ich armes Kindlein hier ruf auch Ho- Lebenswege. fianna dir! Gerhard Tersteegen. † 1769. 141. Mel. 1: Ach Gott und Herr. Beuch uns nach bir, so laufen wir mit herzlichem Verlangen hin, da du bist, Herr Jesu Christ, aus dieser Welt gegangen. 2. Beuch uns nach dir, Herr Christ, und führ uns deine Himmelsstege. Wir irrn sonst leicht und sind verscheucht vom rechten m 3. Zeuch uns nach dir, so folgen wir dir nach in deinen Himmel, daß uns nicht mehr allhier beschwer das böse Welt4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klarheit seh? Sollte mir der Mut noch sinken, da ich deine Macht versteh? Mei- getümmel. Pfingsten. 4. Beuch uns nach dir nur für mach uns gleich den auserwählund für und gieb, daß wir nach- ten Scharen. fahren dir in dein Reich, und that Friedrich Fabricius. † 1703. 9. 83 Pfingsten. am gleich der Fürst der Welt selbst sila wider uns sich legt ins Feld, so kann er doch nichts schaffen. 142, al senin Mel. 101: Kommt her zu mir zc. Gott Bater, fende deinen Geist, den uns dein Sohn erbitten heißt, aus deines Himmels Höhen! Wir bitten, wie er uns gelehrt; laß uns doch ja nicht unerhört von deinem Throne gehen! 2. Rein Menschenkind hier auf der Erd ist dieser edlen Gabe wert, bei uns ist kein Verdienen; hier gilt gar nichts, als Lieb und Gnad, die Christus uns verdienet hat mit Büßen und Verfühnen. 3. Wir halten, Herr, an unserm Heil und sind gewiß, daß wir dein Teil in Christo werden bleiben, die wir durch seinen Tod und Blut des Himmels Erb und höchstes Gut zu haben treulich gläuben. 4. Und das ist auch ein Gnadenwerk und deines heilgen Geistes Stärk, in uns ist kein Vermögen; wie bald würd unser Glaub und Treu, Herr, wo du uns nicht Estündest bei, sich in die Asche legen! 6. Er reißt der Höllen Band entzwei, giebt Trost und macht das Herze frei von allem, was uns tränfet. Wenn uns des Unglücks Wetter schreckt, ist er es, der uns schüßt und deckt viel besser, als man dentet. 7. Er macht das bittre Kreuz uns süß, ist unser Licht in Finsternis, führt uns als seine Schafe, hält über uns sein Schild und macht, daß seine Herd in tiefer Nacht in Fried und Ruhe schlafe. 8. Der Geist, den Gott vom Himmel giebt, der leitet alles, was ihn liebt, auf wohlgebahnten Wegen; er setzt und richtet unsern Fuß, daß er nicht anders treten muß, als wo man findet Segen. 9. Er macht geschickt und rüstet aus die Diener, die des Herren Haus in diesem Leben bauen, er ziert ihr Herz, Mund und Verstand und läßt sie, was uns unbekannt, zu unserm Besten schauen. 5. Dein Geist hält unsers Glaubens Licht, wenn alle Welt dawider ficht mit Sturm und 10. Er öffnet unsers Herzens Thor, wenn sie sein Wort in unser Ohr als edlen Samen vielen Waffen; und wenn auch streuen, er giebet Kraft demselben 6* ARUTY 84 Pfingsten. Wort, läßt es in Segen wachsen fort und auch zur Frucht ge deihen. do no 11. Er lehret uns die Furcht des Herrn, liebt Reinigkeit und wohnet gern in frommen keuschen Seelen; was niedrig ist, was Tugend ehrt, was Buße thut und sich bekehrt, das pflegt er zu erwählen. 12. Er ist und bleibet stets getreu und steht uns auch im Tode bei, wenn alle Dinge fallen. Er lindert unsre legte Qual und läßt uns durch das Todesthal zum Himmel fröhlich wallen. 13. D selig, wer in dieser Welt läßt diesem Gaste Haus und Zelt in seiner Seel aufschlagen! Wer ihn aufnimmt in dieser Zeit, den wird er dort zur ewgen Freud in Gottes Hütte tragen. 14. Nun, Herr und Vater aller Güt, hör unsern Wunsch, geuß ins Gemüt uns allen diese Gabe. Gieb deinen Geist, der uns allhier regiere und dort für und für im ewgen Leben labe. Paul Gerhardt. † 1676. Gab über mich von oben ab wie die starken Ströme fließen und mein ganzes Herz durchgießen. 72. Kann ein Vater hier im Leben, der doch bös ist von Natur, seinen lieben Kindern geben nichts als gute Gaben nur: Solltest du denn, der du heißt guter Vater, deinen Geist mir nicht geben und mich laben mit den guten Himmelsgaben? 3. Jesu, der du hingegangen zu dem Vater, sende mir deinen Geist, den mit Verlangen ich erwarte, Herr, von dir: Laß den Tröster ewiglich bei mir sein und lehren mich in der Wahrheit fest zu stehen, und auf dich im Glauben sehen. 5 da 4. Heilger Geist, du Kraft der Frommen, fehre bei mir Armen ein und sei tausendmal willkommen, laß mich deinen Tempel sein. Säubre du nur selbst das Haus meines Herzens, wirf hinaus alles, was mich hier kann schei den von den süßen Himmelsfreuden.com 143. 5. Schmücke mich mit deinen Gaben, mache mich neu, rein und schön, laß mich wahre Liebe haben und in deiner Gnade stehn. Gieb mir einen starken Mut, heilige Mel. 179: Werbe munter, mein 2c. Gott, gieb einen milden Regen, mein Fleisch und Blut, lehre mich vor Gott hintreten und im Geist und Wahrheit beten. denn mein Herz ist dürr wie Sand; Vater, gieb vom Himmel Segen, tränke du dein durstges Land; laß des heilgen Geistes 6. So will ich mich bir er geben, dir zu Ehren soll mein Pfingsten. 85 Sinn dem, was himmlisch ist, sal, Kreuz und Leiden, Angst nachstreben, bis ich werde kommen und Not, Schmerz und Tod nicht hin, da mit Vater und dem Sohn von Jesu scheiden. ich im höchsten Himmelsthron dich erheben kann und preisen mit den süßen Engelweisen.is 6. Hilf uns nach dem Besten streben, schenk uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu leben. Gieb, daß wir nie stille stehen, treib uns an, froh die Bahn deines Worts zu gehen. Mauritius Kramer.+ 1702. Fisd und dem ind 144. Mel. 178: Warum sollt ich mich 2c. 7 Sei in Schwachheit unfre Stüße, steh uns bei, mach uns Höchster Tröster, kemm hernie- treu in der Prüfungshite. Führ, der, Geist des Herrn, sei nicht wenn Gott uns nach dem Leide fern, salbe Jefu Glieder! Er, sterben heißt, unfern Geist freudig der nie fein Wort gebrochen, in die Freude. Jesus hat deinen Rat seinem Volk versprochen. ab Ehrenfrieb Liebich. † 1780. 2. Schöpfer unsers neuen Lebens, jeder Schritt, jeder Tritt ist ohn dich vergebens. Ach, das Seelenwerk ist wichtig! Wer ist wohl, wie er soll, treu zu handeln tüchtig! 145. Eigene Melodie. 98. Komm, heiliger Geist, erfüll die Herzen deiner Gläubigen und entzünd in ihnen das Feuer deiner 3. Weck uns auf vom Sünden göttlichen Liebe; der du durch schlafe, rette doch heute noch die Mannigfaltigkeit der Zungen die verlornen Schafe; reiß die Welt Völker der ganzen Welt veraus dem Verderben, laß sie nicht sammelt haft in Einigkeit des im Gericht der Verstockung sterben. Glaubens. Halleluja, Halleluja. 4. Geist der Weisheit, gieb uns allen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott gefallen. Lehr 146. uns freudig vor Gott treten, sei uns nah und sprich Ja, wenn wir gläubig beten. Eigene Melobie. 99. 5. Hilf den Kampf des Glau- Komm, heiliger Geist, Herre bens kämpfen, gieb uns Mut, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu dämpfen. Laß uns TrübGott, erfüll mit deiner Gnaden Gut deiner Gläubigen Herz, Mut und Sinn, dein brünstig Lieb Nach dem lateinischen Veni, sancte spiritus aus dem 11. Jahrh. Deutsch 1527. 86 Pfingsten. entzünd in ihn. D Herr, durch deines Lichtes Glanz zu dem Glauben versammelt haft das Volk aus aller Welt Zungen; das sei dir, Herr, zu Lob gesungen. Halleluja, Halleluja. Pfand, du Liebesquell, du Lebensbronn, du Herzenssalbung, Himmelssonn, 3. Du siebenfaches Gnadengut, du Finger Gotts, der Wunder thut, du lösest aller Zungen Band, giebst frei das Wort in alle Land. 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort und lehr uns Gott recht 4. Leucht uns mit deinem erkennen, von Herzen Vater ihn hellen Schein, geuß deine Lieb nennen. Herr, behüt vor ins Herz hinein, stärk unser fremder Lehr, daß wir nicht schwaches Fleisch und Blut durch Meister suchen mehr, denn Jesum deiner Gottheit starken Mut. Christ mit rechtem Glauben und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja, Halleluja. 3. Du heilige Brunst, süßer Trost, nun hilf uns, fröhlich und getroft in deinem Dienst bestänbig bleiben, die Trübfal uns nicht abtreiben. O Herr, durch dein Kraft uns bereit und stärk des Fleisches Blödigkeit, daß wir hier ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Halle luja, Halleluja. Martin Luther. † 1546. schaffen haft. 2. Der du der Tröster bist genannt, des allerhöchsten Gottes 5. Den Feind treib von uns fern hinweg und bring uns auf des Friedens Steg, daß wir, durch deine Huld geführt, vom Argen bleiben unberührt. 6. Lehr uns den Vater kennen wohl, und wie den Sohn man ehren soll; im Glauben mache uns bekannt, wie du von beiden wirst gesandt. 7. Ehr sei dem Vater, unferm Herrn, und seinem Sohn, dem Lebensstern, dem heilgen Geist in gleicher Weis sei jetzt und ewig Lieb und Preis. Nach dem Veni, creator spiritus von Johann Scheffler.+ 1677. 147. Mel. 97: Romm, Gott Schöpfer xc. Komm, heilger Geift, o Schöpfer 148. du, sprich deinen armen Seelen zu, erfüll mit Gnaden, süßer Gaft, die Brust, die du ge= Komm, o tomm, du Geift des Eigene Melodie. 100. Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit! Deine Kraft sei nicht vergebens, sie erfüll uns jederzeit; 3 Pfingsten. so wird Geist und Licht und Schein in den dunkeln Herzen fein. 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Verstand und Zucht, daß wir anders nichts beginnen, denn was nur dein Wille fucht; dein Erkenntnis werde groß und mach uns von Irrtum los. 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod noch Spott uns denselben möge rauben; du bist unser Schuß, o Gott. Sagt das Fleisch gleich immer nein, laß dein Wort gewisser sein. 3. Beige, Herr, die Wohl fahrtsstege, halt uns auf der 9. Wenn wir endlich sollen rechten Bahn: räume alles aus sterben, so versichre uns je mehr, dem Wege, was im Lauf uns als des Himmelreiches Erben hindern kann; wirke Reu an jener Herrlichkeit und Ehr, die Sünden statt, wenn der Fuß Gott giebt durch Jefum Christ, gestrauchelt hat. und die unaussprechlich ist. 4. Laß uns stets dein Zeugnis fühlen, daß wir Gottes Kinder sind, die auf ihn alleine zielen, wenn sich Not und Drangsal findt. Denn des Vaters liebe Nut ist uns allewege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller Freudigkeit; seufz auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns allezeit; so wird unsre Bitt erhört und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch nach Troste bange, daß das Herz oft rufen muß: ach mein Gott, mein Gott, wie lange! so mache den Beschluß: sprich der Seele tröstlich zu und gieb Mut, Geduld und Ruh. 87 Fördre in uns deine Werke, wenn der Feind uns fliehen heißt, schenk uns Waffen in dem Krieg und erhalt in uns den Sieg. 7. D du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser neuer Geist! Heinrich Held. Um 1650. 149. Eigene Melodie. 124. Cun bitten wir den heiligen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahrn aus diesem Elende. Kyrieleis. 2. Du wertes Licht, gieb uns deinen Schein, lehr uns Jefum Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Kyrieleis. 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben und Pfingsten. 88 in Frieden auf einem Sinn bleiben. Ryrieleis. 4. Du höchster Tröster in aller Not, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod; daß in uns die Sinne nicht gar verzagen, wenn der Feind wird das Leben verflagen. Kyrieleis. at de Martin Luther. † 1546. 150. Mel. 50: Freu dich sehr, o meine 2c. du allersüßte Freude, o du allerschönstes Licht, der du uns in Lieb und Leide unbesuchet Läsfest nicht, Geist des Höchsten, höchster Fürst, der du hältst und halten wirst ohn Aufhören alle Dinge, höre, höre, was ich finge. 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensch je nennen kann. Wenn ich dich erwünsch und habe, geb ich alles Wünschen dran. Ach ergieb dich, komm zu mir in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tempel auserforen. 4. Du bist weise, voll Ver: standes, das Geheimste ist dir fund, haft gezählt den Staub des Sandes und durchschaut des Meeres Grund. Nun du weißt auch zweifelsfrei, wie verderbt und blind ich sei; drum gieb Weisheit, gieb uns allen, daß wir mögen Gott gefallen. d) 5. Du bist heilig und zu finden, wo man rein und sauber ist, fliehst hingegen Schand und Sünden, hasfest Schlangentrug und Lift. Mache mich, o Gnadenquell, rein und züchtig, keusch und hell, laß mich fliehen, was du fliehest, gieb mir, was du gerne siehest.us 6. Du bist, wie ein Schäflein pfleget, frommen Herzens, sanften Muts, bleibst im Lieben unbe weget, thust uns Bösen alles Guts. Ach verleih und gieb mir auch diesen edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund und Feinde liebe, keinen, den du liebst, betrübe. 7. D mein Hort, ich bin zufrieden, wenn du nur nicht weichst 3. Du wirst als ein milder von mir; bleib ich von dir ungeRegen ausgegossen von dem schieden, bin ich stets getrost in Thron, bringst uns nichts als lauter Segen von dem Vater und dem Sohn. Laß doch, o du werter Gast, Gottes Segen, den du haft und verteilst nach deinem Willen, meine ganze Seel erfüllen. dir. Laß mich sein dein Eigentum, ich versprech hinwiederum, hier und dort all mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen. 8. Allem will ich gern entsagen, was dir deinen Ruhm entreißt, und mein Herz soll immer Pfingsten. 89 fragen nur nach dem, was du heit fließt, die sich in fromme verleihst. Was der Satan will und sucht, will ich hassen als verflucht, und den schnöden Sündenwegen trete ich mit Ernst entgegen. sid jalb Seelen gießt, laß deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubenseinigkeit auch können alle Christenheit dein wahres Zeugnis lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zum Lob und uns zum Leben. 9. Wohl mir, wenn nur du mich stärkest und mir treulich steheft bei Hilf, mein Helfer, wo du merkest, daß mir Hilfe nötig sei. Brich des bösen Fleisches Sinn, nimm den alten Willen hin, daß er sich in dir erneue und mein Gott sich meiner freue. ithi sms 3. Steh uns stets bei mit deinem Rat und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gieb uns Beständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, wenn wir auch leiden müssen. Schaue, baue, was zerriffen und geflissen, dich zu schauen und auf deinen Frost zu bauen. 4: Laß uns dein edle Balsamkraft empfinden und zur Ritterschaft dadurch gestärket werden, auf daß wir unter deinem Schutz begeg nen aller Feinde Truß mit freudigen Gebärden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5. D starker Fels und Lebenshort, laß uns bein himmelfüßes Wort in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmermehr von deiner weisheitreichen Lehr und reinen Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüte, daß roir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelstau, laß dich in unsre Herzen kräftiglich und schenk uns deine Liebe, daß 10. Sei mein Retter, halt mich eben; wenn ich sinke, sei mein Stab! Wenn ich sterbe, sei mein Leben, wenn ich liege, sei mein Grab! Wenn ich wieder aufersteh, o so hilf mir, daß ich geh hin, wo du in ewgen Freuden wirst die Auserwählten weiden. Paul Gerhardt. † 1676. and 1207 151. Mel. 183: Wie schön leuchtet ber zc. D heilger Geist, kehr bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein, o komm, du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein bei uns und in uns fräftig sein zu steter Freud und Wonne! Sonne, Wonne, himmlisch Leben wirst du geben, wenn wir beten; zu dir kommen wir getreten. 2. Du Quell, draus alle Weis ARTIC 90 Pfingsten. unser Sinn verbunden sei dem treu und mußt uns ganz befreien Nächsten stets mit Liebestreu und von aller Menschenscheu. sich darinnen übe. Kein Neid, 4. Es gilt ein frei Geständnis tein Streit dich betrübe, Fried in dieser unsrer Zeit, ein offenes und Liebe müssen schweben, Fried Bekenntnis bei allem Widerstreit, und Freude wirst du geben. trotz aller Feinde Toben, trot allem Heidentum zu preisen und zu loben das Evangelium. 7. Gieb, daß in reiner Heiligfeit wir führen unsre Lebenszeit, sei unsers Geistes Stärke, daß uns hinfort sei unbewußt die Eitelteit, des Fleisches Lust und seine toten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. Michael Schirmer. † 1673. 152. Mel. 79: Jch bank dir, lieber zc. komm, du Geist der Wahrheit, und kehre bei uns ein, verbreite Licht und Klarheit, verbanne Trug und Schein. Gieß aus dein heilig Feuer, rühr Herz und Lippen an, daß jeglicher getreuer den Herrn bekennen kann. 2. D du, den unser größter Regent uns zugesagt, komm zu uns, werter Tröster, und mach uns unverzagt. Gieb uns in dieser schlaffen und glaubensarmen Zeit die scharf geschliffnen Waffen der ersten Christenheit. 5. Fern in der Heiden Lande erschallt dein kräftig Wort, fie werfen Satans Bande und ihre Göten fort; von allen Seiten kommen sie in das Reich herein; ach, soll es uns genommen, für uns verschlossen sein? 6. D wahrlich, wir verdienen solch strenges Strafgericht; uns ist das Licht erschienen, allein wir glauben nicht. Ach, lasset uns gebeugter um Gottes Gnade flehn, daß er bei uns den Leuchter des Wortes lasse stehn. 7. Du, heilger Geist, bereite ein Pfingstfest nah und fern; mit deiner Kraft begleite das Zeugnis von dem Herrn! D öffne du die Herzen der Welt und uns den Mund, daß wir in Freud und Schmerzen das Heil ihr machen fund! Karl Johann Philipp Spitta. † 1859. 153. Eigene Melobie. 151. Pfalm 51, 12. 13. Schaffe in mir, Gott, ein reines 3. Unglaub und Thorheit brüsten sich frecher jest, als je; darum mußt du uns rüsten mit Waffen aus der Höh. Du mußt uns Kraft Herze und gieb mir einen neuen verleihen, Geduld und Glaubens- gewissen Geist. Verwirf mich nicht, 3 Pfingsten. verwirf mich nicht von deinem Angesicht, von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. 154. Mel. 91: Jesu, meine Freude. chmückt das Fest mit Maien, laffet Blumen streuen, zündet Opfer an; denn der Geist der Gnaden hat sich eingeladen, machet ihm die Bahn. Nehmt ihn ein, so wird sein Schein euch mit Licht und Heil erfüllen und den Rummer stillen. 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll Rat und That, starker Gottesfinger, Friedensüberbringer, Licht auf unserm Pfad! Gieb uns Kraft und Lebenssaft, laß uns deine teuren Gaben zur Genüge laben. 91 5. Schlage deine Flammen über uns zusammen, wahre Liebesglut; laß dein sanftes Wehen auch bei uns geschehen, dämpfe Fleisch und Blut; laß uns doch am Sündenjoch nicht mehr wie vor diesem ziehen, und das Böse fliehen. 6. Gieb zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, führ uns ein und aus; wohn in unsrer Seele, unser Herz erwähle dir zum eignen Haus. Wertes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Jesum recht erkennen und Gott Vater nennen. 7. Mach das Kreuz uns süße; kommen Finsternisse, sei du unser Licht, trag nach Zions Hügeln uns mit Glaubensflügeln und vers laß uns nicht, wenn der Tod, die letzte Not, mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen. 8. Laß uns hier indessen nim 3. Laß die Zungen brennen, mermehr vergessen, daß wir Gott wenn wir Jesum nennen; führ verwandt. Dem laß uns stets den Geist empor; gieb uns Kraft dienen und im Guten grünen als zu beten und vor Gott zu treten, ein fruchtbar Land, bis wir dort, sprich du selbst uns vor. Gieb du werter Hort, bei den grünen uns Mut, du höchstes Gut, tröst Himmelsmaien ewig uns erfreuen. uns kräftiglich von oben bei der Feinde Toben. Benjamin Schmold.+ 1737. 155. 4. Goldner Himmelsregen, schütte deinen Segen auf das Kirchenfeld; lasse Ströme fließen, die das Land begießen, wo dein Zeuch ein zu deinen Thoren, fei Mel. 19: Aus meines Herzens sc. Wort hinfällt, und verleih, daß meines Herzens Gaft, der du, da es gedeih; hundertfältig Frucht ich geboren, mich neugeboren hast. zu bringen, laß ihm stets gelingen. O hochgeliebter Geist des Vaters Pfingsten. 92 und des Sohnes, mit beiden gleiches Thrones, mit beiden gleich gepreist! 2. Beuch ein, laß mich empfinben und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hilf 7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Bank, Haß, Neid und Streit. Der Feindschaft bist du feind, willst, daß durch Liebesflammen sich und Errettung schafft. Entsündge wieder thun zusammen, die voller meinen Sinn, daß ich mit reinem Zwietracht sind. Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, bu haft mich gut gemacht; der Tod durchdrang mein Leben, du haft ihn umgebracht und in der Tauf erstickt als wie in einer Flute mit dessen Tod und Blute, ber uns im Tod erquickt. 8. Du, Herr, haft selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt; so gieb doch deine Gnad zu Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 4. Du bist das heilge Öle, da burch gefalbet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesu Christ zum wahren Eigentum, zum Priester und Propheten, zum König, den in Nöten Gott schützt vom Heiligtum. 9. Erhebe dich und steure dem Herzleid auf der Erd, bring wieder und erneure die Wohlfahrt deiner Herd! Laß blühn durch deine Hut die Länder, so verheeret, die Kirchen, so zerstöret durch Krieg und Feuersglut. 10. Beschirm die Obrigkeiten, bau unsers Königs Thron, steh 5. Du bist ein Geist, der lehret, ihm und uns zur Seiten; schmück, wie man recht beten soll; dein als mit einer Kron, die Alten Beten wird erhöret, dein Singen mit Verstand, mit Frömmigkeit tlinget wohl; es steiget himmelan, die Jugend, mit Gottesfurcht hält an in Jesu Namen und bringt von dem das Amen, der allen Helfen kann. und Tugend das Volk im ganzen Land. 6. Du bist ein Geist der Freuben, vom Trauern hältst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit beines Trostes Licht. Ach ja, wie manchesmal hast du mit süßen Worten mir aufgethan die Pforten jum güldnen Freudensaal! 11. Erfülle die Gemüter mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für. Vertreib den bösen Geist, der dir sich widerseßet und, was dein Herz ergößet, aus unsern Herzen reißt. 12. Gieb Freudigkeit und Fest der heiligen Dreieinigkeit. 93 Stärke, zu stehen in dem Streit, allzeit nach deinem Sinn, und den Satans Reich und Werke uns täglich anerbeut; hilf kämpfen ritterlich, damit wir überwinden, und ja zum Dienst der Sünden kein Chrift ergebe sich. wenn wirs sollen geben ins To des Hände hin, wenns mit uns hie wird aus, so hilf uns fröh lich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus. 13. Richt unser ganzes Leben Paul Gerhardt. † 1676. 10. fest der heiligen 156. Mel. 125: Nun banket alle Gott. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, dessen Hand mir Leib und Seel gegeben, mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an, der alle Augenblick viel Guts an mir gethan! 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Baters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat mit seinem teuern Blut, der mir im Glauben schenkt das allerhöchste Gut! 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werter Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir giebt neue Kraft, der mir in aller Not Rat, Trost und Hilfe schafft! Dreieinigkeit. des Name heilig heißt, Gott Vas ter, Gott der Sohn und Gott der werte Geist! 4. Gelobet fei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles rühmt und lobt, was in den Lüften schwebet! Gelobet sei der Herr, 5. Dem wir das Heilig jetzt mit Freuden lassen klingen undmit der Engelschar das Heilig, Heilig! singen, den herzlich lobt und preist die ganze Christenheit: Gelobet sei mein Gott in alle Ewigkeit! Johann Olearius. † 1684. 157. Mel. 188: Wie schön leuchtet der zc. Halleluja! Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit sei in uns allen ihm bereit Dank, Weisheit, Kraft und Stärke. Singet, flinget, hallet wieder, Jubellieder, Preis und Ehre sei dem Herrn der Himmelsheere! 2. Halleluja! Preis, Ehr und Macht sei auch dem Gotteslamm gebracht, in dem wir sind ers wählet, das uns mit seinem Blut erkauft, damit besprenget und ges 94 Fest der heiligen Dreieinigkeit. tauft und sich mit uns vermählet! zu dir schreien wir aus Herzens Heilig, selig ist die Freundschaft Begier: Eleison! und Gemeinschaft, die wir haben und darinnen uns erlaben. 3. Kyrie, Gott heilger Geist, tröst, stärk uns im Glauben alleJohann Spangenberg.+ 1550. 3. Halleluja! Gott heilger zeit, daß wir am letzten End fröhGeist sei ewiglich von uns ge- lich abscheiden aus diesem Elend. preist, durch den wir neu geboren, Eleison! ber uns mit Glauben ausgeziert, dem Bräutigam uns zugeführt, ben Hochzeitstag erkoren! Heil uns! Heil uns! Da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna und ein ewig Hosianna! 4. Halleluja! Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen! Stimmt an mit aller Himmelsschar und singet nun und immer bar mit Freuden: Amen, Amen! Singet, klinget, hallet wieder, Jubellieder, Preis und Ehre sei den Herrn der Himmelsheere! Bartholomäus Crasselius.(?) † 1724. 158. Eigene Melodie. 102. Kyrie, Gott Vater in Ewigkeit, groß ist dein Barmherzigkeit, aller Ding ein Schöpfer und Regierer. Eleison! 2. Christe, aller Welt Trost, uns Sünder allein du hast erlöst. D Jesu, Gottes Sohn! unser Mittler bist in dem höchsten Thron; 159. Mel. 138: D Durchbrecher aller Bande zc. Sehet, fehet, welche Liebe hat der Vater uns erzeigt; sehet, wie er voll Erbarmen über uns sein Antlitz neigt! Seht, wie er das Allerbeste für das Allerschlechtſte giebt: seinen Sohn für unsre Sünden! Sehet, seht, wie er uns liebt! 2. Sehet, sehet, welche Liebe unser Heiland zu uns trägt, wie er alles für uns leidet, selbst daß man ans Kreuz ihn schlägt; wie er da auch noch den letzten Tropfen Bluts für uns vergießt. Sehet, seht, ob das nicht Liebe, namenLose Liebe ist! 3. Sehet, sehet, welche Liebe uns erzeigt der heilge Geist, wie er auch den ärgsten Sünder gern zum Leben unterweist, wie er strafend, lehrend, tröstend immer zu den Menschen spricht! D wer priese solche große, dreifach große Liebe nicht! Karl Johann Philipp Spitta. † 1859. ny Andere Feste. Mariä Verkündigung. dan his 11. Andere feste. 1. Mariä Verkündigung. sind 160. Mel. 104: Liebster Jesu, wir sind hier. Kommst du, großer Gottessohn, von dem Himmel auf die Erden und verläsfest deinen Thron, unser Bruder hier zu werden? Wie soll man genug dich preisen, dir gebührend Dank erweisen? 2. Nazareth, die kleine Stadt, muß zu deiner Herkunft dienen; was die Welt verachtet hat, kann in deinen Augen grünen. Laß mich allen Stolz verfluchen, so wirst du mich auch besuchen. 3. Jesus soll dein Name sein, dieses heißt ein Seligmacher. Nun, so fürcht ich keine Pein, keinen Feind und Widersacher! Lauter Heil liegt in dem Namen, lauter Ja und lauter Amen. 4. Dir, des Allerhöchsten Sohn, will Gott Davids Stuhl bereiten, beines Königreiches Thron überdauert alle Zeiten. Du sollst Jakobs Haus regieren, und die Jakobs Glauben führen. 5. Wir sind dir auch unterthan, wollen gern dein Scepter küssen, sieh uns stets in Gnaden an, laß uns deine Huld genießen, herrsch in uns mit lauter Segen, so darf fich kein Feind mehr regen. 95 citu 6. Mir gescheh, wie du gewillt, ich bin dir als Knecht verbunden; Du bleibst nun mein Freudenschild, wenn der Engel gleich verschwunden; denn der Herr der Engelscharen ist zu mir herabgefahren. Benjamin Schmold. † 1737. 161. Eigene Melodie. 115. Luk. 1, 46-55. Meine Seele erhebet den Herrn, und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes. 2. Denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen; siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskind. 3. Denn er hat große Dinge an mir gethan, der da mächtig ist, und des Name heilig ist. 4. Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten. 5. Er übet Gewalt mit seinem Arm und zerstreuet, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. 6. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl und erhebet die Niedrigen. 7. Die Hungrigen füllet er mit Gütern und lässet die Reichen leer. Mariä Verkündigung. 8. Er denket der Barmherzig- und bringt allen Heil und Leben, keit und hilft seinem Diener Israel auf; bie nach seinem Reiche streben. 9. Wie er geredet hat unsern Vätern, Abraham und seinem Samen ewiglich. 96 10. Lob und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiſte; 11. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 4. Gottes Sohn verläßt die Freuden seines Thrones uns zu gut, will hier Not und Armut leiden, kommt in unser Fleisch und Blut, die zu retten, die ihn haffen; o wer kann dies Wunder faffen! 2. Tag des Heils, sei uns willkommen! Tag, den uns der Herr gemacht! Was die Sehnsucht jener Frommen Israels sich kaum gedacht, frönt nun deines Volfs Verlangen, Jesus wird vom Geist empfangen. 5. Ihn will Gott einst hoch erheben, ihm, des Allerhöchsten Sohn, will er Königreiche geben, und von Davids Königsthron foll er Jakobs Haus regieren und zur ewgen Wonne führen. 162. 6. Komm, o Jesu, und vollende Mel. 67: Herr, ich habe mißgehanbelt zc. deines Reiches Herrlichkeit! Schuk Preis dem, der die Welt ent- und Gnade sei ohn Ende über fündigt! Preis sei Gott! Der Völker Heil, Jesus Christus ist verkündigt, nimmt an unfrer Menschheit teil und will mitleidsvoll auf Erden der Verlornen deine Christenheit ausgebreitet, laß den Deinen täglich neue Hulb erscheinen! Retter werden. 7. Laß in deinem Reich der Gnaden dir dein Volk gehorsam sein und an deines Geistes Thaten dankbar sich ohn Ende freun, daß wir dir zur Ehre leben und nach jenem Reiche streben. 8. Zeit auch mich auf deinen Wegen, gieb mir Treu und Dankbarkeit, daß ich hier schon deinen Segen und bein Reich der Herrs lichkeit einst mit allen, die dir trauen, möge froh und ewig Unbekannter Dichter. 3. Jesus ist der HeilandsName, der die Sünder selig macht. Der versprochne Weibessame schauen! bricht allein des Todes Macht B Fest Johannis des Täufers. 2. fest Johannis des Täufers. 163. Eigene Melodie. 58. Lut. 1, 68-79. Gelobet sei der Herr, der Gott Jsrael; denn er hat besucht und erlöset sein Volk; 2. Und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils in dem Hause seines Dieners David; 3. Als er vor Zeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten, 7. Daß wir, erlöset aus der Hand unserer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Leben lang, 4. Daß er uns errettete von Amen. unsern Feinden und von der Hand aller, die uns haffen, 5. Und die Barmherzigkeit erzeigete unsern Vätern, und gedächte an seinen heiligen Bund, 6. Und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, 8. In Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist. 9. Und du Kindlein wirst ein Prophet des Höchsten heißen; du wirst vor dem Herrn hergehen, daß du seinen Weg bereitest, 10. Und Erkenntnis des Heils gebeft seinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Sünden, 97 welche uns besuchet hat der Aufs gang aus der Höhe, 12. Auf daß er erscheine denen, Schatten des Todes, und richte die da sizen in Finsternis und unsere Füße auf den Weg des Friedens. 13. Lob und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiſte; 14. Wie er war im Anfang, bleibt er jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. 164. Mel. 173: Was Gott thut, das ist zc. Gelobet sei, Gott Israel! Du haft dein Volk erhöret, das Horn des Heils, Immanuel, ist Davids Haus bescheret. Wir sind erlöst und auch getröst; was du vorlängst versprochen, das hast du nicht gebrochen. 2. Ach, ist uns so viel Herrlichkeit durch deinen Sohn erschienen, so mach auch unser Herz bereit, ihm lebenslang zu dienen. Kein ander Heil wird uns zu teil, Vergebung unsrer Sünden ist nur bei ihm zu finden. 3. Johannes ging vor Jesu her, wir folgen seinen Schritten, denn 11. Durch die herzliche Barm- heut erschallet seine Lehr, er steht herzigkeit unsers Gottes, durch in unsrer Mitten. Dir nur allein 7 98 21 Michaelis feft. 8 folln treu wir sein, bis wir auf ist Barmherzigkeit, leb ihm auch Zions Auen dich, Lebensfonne, zum Dank bereit. schauen.ndt dagsor Benjamin Schmold.+ 1737. a tot 165.con noid Mel. 95: Jefus, meine Zuversicht 2. Hochgelobt sei unser Gott, der sein Volk besucht und liebet! Er erlöset aus der Not, weil er uns den Heiland giebet. Unser Horn des Heils ist hier; lobet unsern Gott mit mir! 4. Jesus macht von Feinden Los, daß wir ihm mit Willen dienen. Schäßen wir die Rettung groß, so muß auch der Glaube grünen, daß man recht und heilig lebt und das Herz zu Gott erhebt. 3. Michaelisfest. 166. Mel. 128: Nun fomm, der Heiben 2c. Aller Engel himmlisch Heer singt Gott ewig Lob und Ehr. Heilig, heilig, heilig! schallt, daß der Himmel wiederhallt. 5. Das macht Gettes VaterHerz, daß die Sonn uns aufgegangen; also weicht der Seelenschmerz, wenn wir dieses Licht erlangen: dann vergeht die Höllenmacht; Gott sei Dank, der uns bewacht. 2. Was der Herr verheißen hat, solches hat er auch erfüllet; nun wird unsern Thränen Rat, unser Rummer wird gestillet. Unsre Ketten sind entzwei, wir Gebundne find nun frei. 6. Nun, so sind wir unverzagt, fürchten keinen Todesschatten, nur mit Jesu frisch gewagt! Dieser 3. Gott hat an den Eid gedacht, Quell erfrischt die Matten; gehn den er Abraham geschworen, er wir doch den Friedensweg: Jehat einen Bund gemacht, dieser sus, Jesus ist der Steg. geht nun nicht verloren. Ach das Johann Neunherz. † 1737. Schutz der heiligen Engel. seiner Werke hehre Pracht, und zu thun, was er gebeut, das ist ihre Seligkeit. 4. Der du sie zum Dienste schickst dem, auf den du gnädig blickst, lasse sich ihr schirmend Heer mächtig lagern um uns 2. Cherubim und Seraphim her. preisen ihn und dienen ihm, Hel- 5. Laß fie halten um uns Hut den, mächtig und geschwind, gleich vor der Abgefallnen Wut, vor als Feuerflamm und Wind. dem Fürsten dieser Welt, wenn 3. Anzustaunen seine Macht, sein Trug uns Schlingen stellt. 7 3 Michaelisfeft. 99 6. Gieb, daß vieler Sünder 4. Solch Wohlthat denen wird Reu dort im Himmel sie erfreu; erzeigt, die nach dem Herren fragen; gieb, daß keiner mehr verübt, die Engel ihnen sind geneigt, den was ihr heilig Aug betrübt. Satan fie verjagen. Darum man fröhlich singen mag: Heut ist der lieben Engel Tag, die uns gen Himmel tragen. Georg Reimann. † 1615. 7. Lieb und Hilf ist Engelamt, dazu schufst du uns gesamt; daran mach uns hier schon reich, hier schon deinen Engeln gleich. 8. Jesu, deinen Geist uns send, daß bei unserm letzten End Engelhand uns sanft und süß zu dir trag ins Paradies. 168. Mel. 148: D Welt, ich muß dich zc. Victor von Strauß. Geb. 1809. Du Herr der Seraphinen, dem tausend Engel dienen und zu Gebote stehn, du allerhöchster Meister der wunderstarken Geister, mein Mund soll deinen Ruhm erhöhn. 2. Die Engel und die Thronen, die in dem Himmel wohnen, giebst du zu meiner Wacht; sie sehn dein Angesichte in höchst vollkommnem Lichte, doch nehmen sie auch mich in Acht. 3. Das sind die starken Helden, die deinen Rat vermelden, du Hüter Israel; das sind die Feuerflammen, die schlagen stets zusammen um frommer Christen Leib und Seel. 4. D laß auch mich bewahren durch diese Heldenscharen, ich sei auch, wo ich sei; laß sie auf meinen Wegen die Hand mir unterlegen, so ist mein Fuß vom Anstoß frei. hi? 3 167. Mel. 127: Nun freut euch, lieben 2c. Aus Lieb läßt Gott der Chriſtenheit viel Gutes widerfahren, aus Lieb hat er ihr zubereit viel tausend Engelscharen. Darum man fröhlich singen mag: Heut ist der lieben Engel Tag, die uns gar wohl bewahren. 2. Sie lagern sich, wenn kommt die Not, in Eil gefaßt sich machen und retten die, so fürchten Gott, und stehen bei den Schwachen. Darum man fröhlich singen mag: Heut ist der lieben Engel Tag, die immer für uns wachen. 3. Sie führen auf den Straßen wohl die Großen samt den Kleinen, daß keiner Schaden leiden soll und nicht im Unglück weinen. Darum man fröhlich fingen mag: 5. Und endlich, wenn ich scheide, Heut ist der lieben Engel Tag, so führe mich zur Freude auf die uns mit Treue meinen. ihren Armen ein; da werd ich 7* 100 Michaelisfest. dich recht loben und in dem Himmel ich schlafe ein, laß sie meine droben dir gleich und deinen Wächter sein. Engeln sein. 6. Mach es wie mit Lazaro, wenn ich künftig werde sterben; und damit ich ebenso möge Trost und Segen erben, heiß die Engel mich zur Ruh tragen nach dem Himmel zu. dr ads0 shin ne Kaspar Neumann. † 1715. Nach Benjamin Schmold. † 1737. 169. Mel. 114: Meinen Jesum laß 2c. Herr, du hast in deinem Reiche große Scharen vieler Engel! Die le 170. ist sen bin ich noch nicht gleich, denn mein Herz ist voller Mängel. Mel. 142: D Herre Gott, dein 2c. Ach wann werd ich auch so rein Nun dankt, ihr Christen, alle als die guten Engel sein! Gott mit Herzen und mit Munde, lobt unsern Herren Zebaoth, weil er zu aller Stunde in der Gefahr uns immerdar erweiset Gnad und Segen, auch durch die Macht der Engelwacht uns schützt auf unsern Wegen. 2. Darum will ich auf meinen Gott in aller Trübfal bauen und ihm allein in aller Not Leib, Seel und Gut vertrauen. Nichts achte ich, ob wider mich gleich alle Feinde stehen; thuts Engelheer 4. Auch dein Wille soll geschehn nur Gegenwehr, muß alles wohl in dem Himmel und auf Erden; darum laß uns dahin sehn, daß wir dir gehorsam werden, und verleih, daß ich dabei aller Engel Mitknecht sei. 2. Mich beschweret Fleisch und Blut, hilf du, daß ich geistlich werde; gieb mir einen Engelmut, der sich trenne von der Erde, daß ich als dein liebes Kind allzeit himmlisch sei gesinnt. 3. Mache mir dein Wort bekannt durch des heilgen Geistes Gabe, daß ich Weisheit und Verstand wie ein Engel Gottes habe, bis ich einst in jenem Licht völlig seh dein Angesicht. caloid s 5. Unfre Welt ist voll Gefahr, ach sie hat viel böse Stellen; sende beiner Engel Schar, daß mich niemand könne fällen, und da, wo ausgehen. Me 3. Ach Herr, laß mir am letzten End auch diesen Schutz gedeihen, und mir die lieben Wächter send, von Angst mich zu befreien. Laß mich von hier fein sanft zu dir in deinen Schoß hintragen, so will ich dir, und sie mit mir, dort ewiglich Dank sagen. Nach Josua Wegelin. † 1640. Profil Reformationsfeft. modasil 4. 171. Eigene Melodie. 38. Pfalm 46. Ein feste Burg ist unser Gott, Reformationsfest. Many 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verLoren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erforen. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, thut er uns doch nichts. Das macht, er ist gericht; ein Wörtlein kann ihn fällen. 101 tudna mdoltoost did dadord hin; sie habens kein Gewinn, das Reich muß uns doch bleiben. Martin Luther. † 1546. 172. ein gute Wehr und Waffen; er Mel. 164: Balet will ich dir geben. hilft uns frei aus aller Not, die Erhalt uns deine Lehre, Herr, uns jegt hat betroffen. Der alt böse Feind mit Ernst ers jetzt meint; groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist, auf Erd ist nicht seinsgleichen. zu der letzten Zeit, erhalt dein Reich und mehre stets deine Christenheit; erhalte festen Glauben, der Hoffnung hellen Strahl, laß uns dein Wort nicht rauben in diesem Jammerthal. 2. Erhalt dein Ehr und wehre dem, was dir widerspricht, erleuchte und bekehre, allwissend ewges Licht, was dich noch nicht erkennet. Entdecke doch der Welt, der du dein Licht gegönnet, wa einzig dir gefällt. 3. Erhalt und laß uns hören dein Wort, das selig macht, den Spiegel deiner Ehren, das Licht in dieser Nacht. Laß diesen Born uns tränken im dürren Thal der Welt; laß diese Stimm uns lenken hinauf zum ewgen Belt. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn und kein Dank dazu haben. Er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: laß fahren da- Ewigkeit. Andreas Gryphius. † 1664. 4. Erhalt in Sturm und Wellen dein Häuflein; laß doch nicht uns Wind und Wetter fällen: steur selbst dein Schiff und richt den Lauf, daß wir erreichen die Anfuhrt nach der Zeit, hilf uns die Segel streichen in selger 801 102 ndamise Reformationsfest. lo di dod 173. Eigene Melodie. 40. rhalt uns, Herr, bei deinem Wort und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, wollen stürzen von deinem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist; beschirm dein arme Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott heilger Geist, du Tröster wert, gieb deinm Volk einen Sinn auf Erd; steh bei uns in der letzten Not, gleit uns ins Leben aus dem Tod. Martin Luther. † 1546. Gut und Geld, bleib im Beten und im Wachen! Zion, wenn sie dir viel Lust verspricht, folge nicht:: Gris D 4. Prüfe recht:: Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; thue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten. Zion, beide, das was frumm und schlecht, prüfe recht:: 5. Dringe ein:: Zion, bringe ein in Gott; stärke dich mit Geist und Leben, sei nicht, wie die andern tot, sei du gleich den grünen Reben. Zion, in die Kraft für Heuchelschein bringe ein:: 6. Brich herfür:: Zion, brich herfür in Kraft, weil die Bruderliebe brennet; zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet. Zion, durch die dir gegebne Thür brich herfür:: 7. Halte aus:: Zion, halte deine Treu, laß dich ja nicht laulich finden. Auf! das Kleined rückt herbei. Auf! verlasse, was dahinten. Zion, in dem letzten Kampf und Strauß halte aus:: Johann Eusebius Schmidt. † 1745. hotbes 174. Eigene Melodie. 49. Fahre fort:: Bion, fahre fort im Licht! Mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Lebensquelle. Zion, bringe durch die enge Pfort! Fahre fort:: 2. Leide dich:: Zion, leide ohne Scheu Trübsal, Angst mit Spott und Hohne, sei bis in den Tod getreu, siehe auf die Lebens, in 175. krone. Bion, fühlest du den Schlangenstich, leide bich:: Mel. 174: Was mein Gott will ic. Hilf beiner Kirch in ihrer Not 3. Folge nicht:: Bion, folge und sei ihr ferner gnädig; mach nicht der Welt, die dich suchet uns von allem Troß und Spott groß zu machen; achte nichts ihr der Widersacher ledig. Mehr das t Reformationsfest. Bertraun, lehr auf dich sehaun, höht, ihr Hoffen ist geschehen. die noch dein Wort verwirren, die Menschenwahn blind nehmen an und ins Verderben irren. 103 SOT 176. Mel. 183: Wie schön leuchtet der zc. Komm, tomm, du Licht in Gottespracht, den Tag, den uns der Herr gemacht, mit deinem Glanz zu weihen! Weck auf, was schläft in dunkler Haft, zünd an der rechten Andacht Kraft, uns heilgen Schmuck zu leihen! Frühe ziehe uns nach oben, den zu loben, der allmächtig Sonnen lentet groß und prächtig! 2. Geuß aus, o Jesu, deinen Geist und rüste neue Zeugen. Das Wort, das deine Gnade preist, laß nimmer bei uns schweigen; und wers veracht, laß deine Macht sein hartes Herz bezwingen, daß deine Knecht behalten Recht und Lob und Preis dir bringen! 3. Verdunkelt stand des Herrn Altar, in Menschentrug begraben war das Wort aus Gottes Munde. Wo bleibst du, Licht vom Anbeginn? Ach Hüter, ist die Nacht bald hin? ist nah des Aufgangs Stunde? Singet, bringet Morgenlieder unserm Hüter! Er 3. Herr, deiner Kirche starker Hort, du wirst die nicht verlassen, die fest ins Herz dein wahres schläft nimmer; herrlich kam des Wort mit rechtem Glauben faffen. Aufgangs Schimmer. Gieb ihnen Teil am ewgen Heil 4. Zu Gottes Helden drang und laß sie nicht verderben; ja, der Schein: Steht auf, ihr sollt auch für mich, Herr, bitt ich dich: hilf mir nur selig sterben! Nach einem alten Reformationsliebe. mein Rüstzeug sein; euch ruft des Reiches König! Da schallts: Die Wahrheit macht euch frei! Die Nacht ist hin, der Tag herbei! und Jubel hallt vieltönig. Herr, Herr! Ewger! Treu im Halten und im Walten über schwenglich! Gott, dein Licht ist unvergänglich! 5. Es stritt mit Macht die Finsternis; die Erde bebt, der Vorhang riß, da siegt das Licht vom Morgen. Jahrhunderte sind hingeflohn, manch Reich gestürzt und mancher Thron; die Kirche steht geborgen. Jesus Christus, gestern, heute und in weite Ewigkeiten! Eilt, sein Lob heut auszubreiten! 2. D seht! in hellem Glanze steht die Kirche Christi hoch erViel Könige, Propheten viel sahn harrend auf nach solchem Ziel, und habens nicht gesehen. Selig, selig, die da sehen auf den Höhen und im Thale Lebenslicht von Gottes Strahle! Reformationsfest. Gut, Blut und Leben wagen, mach uns dadurch getrost und froh, das schwere Kreuz zu tragen. Gieb uns Beständigkeit, daß uns Lust und Beid von dir nicht scheiden es ist ja doch nur Eine! Ein Wort, mag, bis wir den Jubeltag bei Ein Hort! Jauchzt, Verklärte! dir im Himmel halten. Jauchz, o Erde, seinem Namen: Heilig, heilig, heilig! Amen! Christian Friedrich Heinrich Sachse. † 1860. S 104 201 6. Tag, den uns Gott erscheinen läßt, dich grüßt, in Lieb und Glauben fest, die heilige Gemeine, die kämpfend noch hienieden geht, die triumphierend droben steht; 177. Mel. 38: Ein feste Burg ist unser 2c. Jesu, einig wahres Haupt der heiligen Gemeine, die an dich, ihren Heiland, glaubt und nur auf dir alleine als ihrem Felsen steht, ber nie untergeht, wenn gleich die ganze Welt zertrümmert und zerfällt: erhör, erhör uns, Jesu! Q 2. Laß uns, dein kleines Häufelein, das sich zu dir bekennet, dir ferner anbefohlen sein, erhalt uns ungetrennet! Wort, Tauf und Abendmahl laß in seiner Zahl und ersten Reinigkeit bis an den Schluß der Zeit zu unserm Trofte bleiben. 3. Hilf, daß wir dir zu aller Zeit mit reinem Herzen dienen; laß uns das Licht der Seligkeit, das uns bisher erschienen, zur Buße kräftig sein und zum hellen Schein, der unsern Glauben mehrt, der Sünden Macht zerstört und fromme Christen machet. 4. Laß uns beim Evangelio 5. Auf unsers Landesvaters Haus geuß von dem Gnadenthrone den Segen deines Blutes aus; umstrahle seine Krone mit deiner Herrlichkeit, ihm zur Sicherheit, zu seiner Feinde Truß und zum gewünschten Schuß uns, deinen armen Kindern. 6. Erbarm dich deiner Christenheit, vermehre deine Herde; für uns, dein armes Häuflein, streit, daß es erhalten werde. Den Ärgernissen wehr, was dich haßt, befehr; was sich nicht beugt, zerbrich; mach endlich seliglich all unsrer Not ein Ende. 7. Ach Jesu, ach wir bitten dich in deinem Jesusnamen: Erhör, erhör uns gnädiglich, sprich, Jesu, Ja und Amen! Willst du uns Jesus sein, sind wir, Jesu, dein, so halt dein Jesuswort und laß uns hier und dort darüber jubilieren! Joh. Menger.+1784. 178. Mel. 20: Aus tiefer Not schrei 2c. Pfalm 124. War Gott nicht mit uns dieſe Zeit, so soll Israel sagen, wär Erntedankfest. 105 Gott nicht mit uns diese Zeit, nen Ruhm und hält das Chriwir müßten gar verzagen, die so stentum. Mag doch die Hölle ein armes Häuflein sind, veracht wüten! von so viel Menschenkind, die an uns setzen alle. 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron sich wider ihn em2. Auf uns so zornig ist ihr pören, denn den Gefalbten, feiSinn; wo Gott hätt das zugeben, nen Sohn, den wollen sie nicht verschlungen hätten sie uns hin ehren. Sie schämen sich des Worts mit ganzem Leib und Leben; wir des Heilands, unsers Horts, sein wärn als die ein Flut ersäuft Kreuz ist selbst ihr Spott; doch und über die groß Wasser läuft ihrer lachet Gott. Sie mögen und mit Gewalt verschwemmet. sich empören! 3. Gott Lob und Dank, der nicht zugab, daß ihr Schlund uns möcht fangen! Wie ein Vogel des Stricks kommt ab, ist unsre Seel entgangen. Strick ist entzwei und wir sind frei; des Herren Name steht uns bei, Gotts Himmels und der Erden. Amen. Un Martin Luther. † 1546. darido do pound 179 Mel. 38: Ein feste Burg ist unser ic. Wenn Christus seine Kirche schützt, so mag die Hölle wüten; er, der zur Rechten Gottes sitzt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hilfe nah; wenn er gebeut, stehts da. Er schüßet sei 180. 4757 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn, uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn, wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. Mel. 138: Ø Durchbrecher aller Bande 2c. Herr, die Erde ist gesegnet von dem Wohlthun deiner Hand, Güt 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr Herr Zebaoth hält über sein Gebot, giebt uns Geduld in Not, und Kraft und Mut im Tod; was will uns denn erschrecken? christian Fürchtegott Gellert. † 1769. 5. Erntedankfest. und Milde hat geregnet, dein Ges schenk bedeckt das Land. Auf dem Felde, in dem Garten ist dein Segen ausgestreut und gekrönt ist unser Warten, unsre Herzen sind erfreut. ARUANTAN 106 Erntedankfest. 2. Aller Augen sind erhoben, Haus, du aber teilest deine Gaben Herr, auf dich zu jeder Stund, recht wie ein Vater drinnen aus. daß du Speise giebst von oben Dein Segen macht uns alle reich; und versorgest jeden Mund, und ach lieber Gott, wer ist dir gleich? du öffnest deine Hände, dein Vermögen wird nicht matt, deine Hilfe, Gab und Spende machet alle froh und satt. 3. Gnädig hast du ausgegossen deines Überflusses Horn, ließest Gras und Kräuter sprossen, ließest wachsen Frucht und Korn; mächtig hast du abgewehret Schaden, Unfall und Gefahr, und das Gut steht unversehret, und gesegnet ist das Jahr. 4. Herr, wir haben solche Güte nicht verdient, die du gethan; unser Wissen und Gemüte klagt uns vieler Sünden an. Ach gieb, daß auch das Gefilde für dich rühre unser Herz, daß der Reichtum deiner Milde uns bewege himmelwärts. 5. Hilf, daß wir dies Gut der Erden treu verwalten immerfort. Alles soll geheiligt werden durch Gebet und Gottes Wort. Was wir wirken und vollenden, sei ein Same für dein Reich. Wenn du wirst die Sichel senden, sei die Ernte groß und reich! Heinrich Puchta. † 1858. 181. Mel. 186: O daß ich taufend Bungen 2c. Gott, von dem wir alles haben, die Welt ist ein sehr großes 2. Wer kann die Menschen alle zählen, die heut bei dir zu Tische gehn? Doch darf die Notdurft feinem fehlen; denn du weißt allem vorzustehn und schaffest, daß ein jedes Land sein Brot bekommt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung fäet und endlich auch die Frucht genießt. Der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, so das Land begießt, des Himmels Tau, der Sonnen Strahl find deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Menschen Speise, der Acker selbst wird ihm zu Brot, es mehret sich vielfältger Weise, was anfangs schien, als wär es tot, bis in der Ernte jung und alt erlanget seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, wer fanns genug bedenken? Der Wunder sind hier gar zu viel. So viel, als du, kann niemand schenken, und dein Erbarmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr beschert, als wir zusammen alle wert. 6. Wir wollens auch niemals vergessen, was uns dein Segen träget ein. Ein jeder Bissen, den wir essen, soll deines Namens Denkmal sein; und Herz und Mund soll lebenslang für unsre Nahrung sagen Dank. Kaspar Neumann. † 1715. f 182. Mel 173: Was Gott thut, bas ift 2c. Was Das Gott thut, das ist wohlgethan! So denken Gottes Kinder. Wenn man nicht reichlich ernten kann, liebt er uns doch nicht minder. Er zieht das Herz nur himmelwärts, ob wir gleich hier auf Erden bei Mangel traurig werden. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Im Nehmen und im Geben sind wir bei ihm stets wohl daran und können ruhig leben. Er nimmt und giebt, weil er uns liebt, und seine Hände müssen wir stets in Demut küssen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er zeigt uns oft den Segen, und eh er noch ge deihen kann, muß sich die Hoffnung legen. Weil er allein der Schat will sein, so nimmt er andre Güter und bessert die Gemüter. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Laß ihm nur seinen Willen; läßt es sich gleich zum Litanei. 183. Mel. 105. Bustag. Herr, Herr, me Christe, Erbarme dich! Erbarme dich! 107 Hunger an, er weiß ihn doch zu stillen. Wer als ein Christ genügsam ist, wird bei geringen Brocken doch danken und frohLocken. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Das Feld mag traurig stehen, wir gehn getrost auf Zions Bahn und wollen Gott erhöhen. Sein Wort ist Brot, so hats nicht Not, es nennt uns Gottes Erben, wie können wir verderben? 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan! So wollen wir stets schließen; und ist bei uns kein Kanaan, wo Milch und Honig fließen, doch ists genug zur Sättigung, wenn Gott die Notdurft segnet, obs auch nicht Vorrat regnet. 7. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Wie er es nun gefüget, so nehmen wir es billig an und sind dabei vergnüget. Er, unser Gott, weiß, was uns not. Laßt in Geduld uns fassen! Er wird uns nicht verlassen. Nach Benjamin Schmold. † 1797. 6. Bußtag. Herr, Herr, Christe, Erbarme dich! Herr, Gott Vater im Himmel, Herr, Gott Sohn, der Welt Heiland, Erbarme dich! 108 Bußtag. Herr, Gott heiliger Geist, und deine heilige christliche Kirche Erbarm dich über uns! sregieren und führen, alle Hirten und Diener deiner Kirche im heilsamen Wort und in heiligem Leben behalten, Sei uns gnädig, Verschon uns, Herr, Herr, unser Gott! Sei uns gnädig, Hilf uns, Herr, Herr, allen Rotten und Ärgernissen unser Gott! wehren, alle Irrende und Verführte wiederVor allen Sünden, vor allem Irrfal, vor allem Übel Behüt uns, Herr, Herr, unser Gott! Vor des Teufels Trug und List, vor Pestilenz und teurer Zeit, vor Krieg und Blutvergießen, vor Aufruhr und Zwietracht, vor Hagel und Ungewitter, vor Feuer- und Wassersnot, vor bösem schnellen Tod, vor dem ewigen Tod Behüt uns, Herr, Herr, unser Gott! Durch deine heilige Geburt, durch deinen Todeskampf und blutgen Schweiß, durch dein Kreuz und deinen Tod Hilf uns, Herr, Herr, unser Gott! Durch dein Auferstehn und deine Himmelfahrt, in unsrer letzten Not, am jüngsten Gericht Hilf uns, Herr, Herr, unser Gott! Wir armen Sünder bitten, Du wollest uns erhören, Herr, Herr, unser Gott! bringen, den Satan unter unsere Füße treten, treue Arbeiter in deine Ernte senden, deinen Geist und Kraft zum Worte geben, allen Betrübten und Blöden helfen und sie trösten. Erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! Wollest allen Fürsten und Völkern Fried und Eintracht geben, unsern König leiten und schützen und glückliche Regierung ihm verleihen, über unserm deutschen Volke gnädig walten, dem deutschen Kaiser Kraft und Segen schenken, unsers Königs Räte und Diener mit Weisheit und mit Treue rüsten, unsern Rat, Schule und Gemeinde fegnen und behüten. Erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! Wollest allen, so in Gefahr und Not, mit Hilf erscheinen, Bustag. allen Müttern und Säuglingen Gedeihen, Kraft und Leben schenken, aller Kinder und Kranken pflegen und warten, O Jesu Christe, Gottes Sohn, Erhör uns, Herr, Herr, du Hounser Gott! D du Gottes Lamm, das der Welt an Sünde trägt, Christe, Herr, Herr, Christe, Erbarm dich über uns! O du Gottes Lamm, das der Welt ad Sünde trägt, Erhöre uns! Erbarm dich über uns! D du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt, du de Verleih uns steten Frieden! tim tell TIL 109 $ 100 tod alle unschuldig Gefangene los und ledig lassen, alle Unterdrückte retten und befreien, alle Witwen und Waisen verteidigen und versorgen, aller Menschen dich erbarmen. Erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! Wollest unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie bekehren, die Früchte auf dem Lande geben und bewahren, unsrer Hände Werke bei uns för- 2. Mein Sünd ist schwer und dern und unser Flehen gnä- übergroß und reuet mich von Herdiglich erhören.pintzen; derselben mach mich frei und Erhör uns, Herr, Herr, los durch deinen Tod und Schmerunser Gott! Erbarme dich! Erbarmedich! Herr, Herr, erbarme dich! Amen. 184. Eigene Melodie. 8. Allein zu dir, Herr Jesu Christ, Ich weiß, daß du mein Tröster mein Hoffnung steht auf Erden. bist, kein Trost mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist nichts erforn, auf Erden ist kein Mensch geborn, der mir aus Nöten helfen kann; ich ruf dich an, zu dem ich mein Vertrauen hab. 3. Gieb mir nach deinr Barmherzigkeit den wahren Christenglauben, auf daß ich deine SüßigRt feit mög inniglich anschauen, vor allen Dingen lieben dich und meinen Nächsten gleich als mich. Am leßten End dein Hilf mir send, damit behend des Teufels List sich von mir wend. zen; und zeig mich deinem Vater an, daß du haft gnug für mich gethan, so werd ich los der Sünden Last. Herr, halt mir feft, wes du dich mir versprochen haft. 110 Bußtag. 4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Christo seinem liebsten Sohn, der uns allzeit behüte, und Gott, dem werten heilgen Geist, der uns allzeit sein Hilfe leist, damit wir ihm gefällig sein hier in der Zeit und folgends in der Ewigkeit. Johann Schneefing. † 1567. 2. Bei dir gilt nichts, denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben. Es ist doch unser Thun umsonst auch in dem besten Leben. Vor dir niemand sich rühmen kann; des muß dich fürchten jedermann und deiner Gnade leben. 185. Eigene Melodie. 20. Psalm 130. Aus tiefer Not schrei ich zu 186. dir, Herr Gott, erhör mein Nufen! Dein gnädig Ohren kehr zu Mel. 155: Sieh, hier bin ich 2c. mir und meiner Bitt sie öffne. Gott der Gnaden, schwerbeladen Denn so du willst das sehen an, was Sünd und Unrecht ist gethan, wer kann, Herr, vor dir bleiben? neigt sich unser Haupt vor dir. Unsre Herzen sind voll Schmerzen, Staub und Asch ist unsre Zier. Hab Erbarmen mit uns. Armen! Aus der Tiefe rufen wir. 2. Wir verzagen, denn wir tragen auf uns aller Sünden Last, aller Qualen volle Schalen, die du ausgegoffen hast. Hab Erbarmen mit uns Armen! Angst und Not hat uns erfaßt. 3. Wenn du richtest, wenn du fichtest, geht das Zittern vor dir her. Wenn uns decken deine Schrecken, dann ist keine Rettung mehr. Hab Erbarmen mit uns Armen! Deine Hand ist uns zu schwer. 4. Herbe Strafe trifft die Schafe, deren Dhr nicht Folge gab. Vor dem Schwerte bebt die 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen. Auf ihn mein Herz soll lassen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein wertes Wort; das ist mein Trost und treuer Hort, des will ich allzeit harren. Macht verzweifeln nicht, noch forgen. So thu Israel rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward und seines Gotts erharre. b 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnade; sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der Israel erlösen wird aus seinen Sünden allen. Martin Luther. † 1546. Bußtag. 111 Herde, die nicht folgt dem Hirten- find schwach, dein ist die Kraft. stab. Hab Erbarmen mit uns Hab Erbarmen mit uns Armen! Armen! Führ uns nicht zum Denk an deine Pilgrimschaft. don Tod hinab.om mig 11. Wenn du Frieden uns beschieden, fürchten wir die Strafe nicht. Dein Versöhnen wird uns krönen mit Gerechtigkeit und Licht. Dein Erbarmen hilft den Armen! 5. Wir bekennen, Herr, wir nennen laut vor dir die Missethat; es ist keiner hier ein Reiner, jeder erntet böse Saat. Hab Erbarmen mit uns Armen! Sieh Du bist unsre Zuversicht. auf ihn, der für uns bat. Heinrich Buchta. † 1858. 6. Hör uns rufen an den Stufen deines hohen Gnadenthrons. Tilg in Hulden unsre Schulden in dem Blut des Menschensohns. Hab Erbarmen mit uns Armen! Sprich uns los des Sündenlohns. 7. Herr, verzeihe! Jesu, leihe uns dein priesterlich Gebet! Gott, 187. Mel. 13: An Wasserflüssen Babylon zc. König, dessen Majeſtät weit über alles steiget, dem Erd und Meer zu Dienste steht, vor dem die Welt sich neiget; der Himmel verschone, wenn vom Sohne das ist dein helles Kleid, du bist voll Erbarmen zu dir fleht! Hab Er- Macht und Herrlichkeit, sehr groß barmen mit uns Armen, wenn und wunderthätig; ich armer der Mittler vor dir steht. Mensch vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott sei mir Sünder gnädig! 2. Hier steh ich, wie der Zöllner that, beschämet und von ferne; ich suche deine Hilf und Gnad, o Herr, von Herzen gerne. Doch weil ich voller Sünden bin und, wo ich mich nur wende hin, von allem Guten ledig, so schlag ich nieder mein Gesicht vor dir, du reines Himmelslicht. Gott sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, durchängsten mein Gewissen; drum schlag ich reuig an die Brust und will von Herzen 8. Jesu rette, brich die Kette unfrer Finsternis entzwei, daß der Glaube tief im Staube unser Trost und Zuflucht sei. Hab Erbarmen mit uns Armen! Jesu, mach uns wieder frei. 9. Sei uns gnädig, mach uns ledig, führ uns aus dem finstern Thal! Du kannst lindern und vermindern alle Not und Herzensqual. Hab Erbarmen mit uns Armen! Jesu, hilf noch dieses Mal. 10. Du mußt siegen, wir er liegen; du bist frei, wir sind in Haft; du alleine bist der Reine, wir 112 Bußtag. büßen. Ich bin, o Vater, ja nicht wert, daß ich noch wandle auf 188. der Erb; boch weil du wintst, so Sichrer Mensch, noch ist es Zeit, Mel. 160: Straf mich nicht in deinem 2c. bet ich, mit ganz zerknirschtem, bangem Geist, der gleichwohl dich noch Abba heißt: Gott sei mir Sünder gnädig! aufzustehn vom Schlafe; nah ist dir die Ewigkeit, nahe Lohn und Strafe. Hör, Gott spricht! Säume nicht, seinen Ruf zu hören und dich zu bekehren. 4. Mein Abba, schaue Jesum an, den Gnadenthron der Sünder, der für die Welt genug gethan, durch den wir Gottes Kinder im gläubigen Vertrauen sind: der ists, bei dem ich Ruhe find, sein Herz ist ja gutthätig. Ich fasse ihn und laß ihn nicht, bis Gottes Herz mitleidig bricht. Gott sei mir Sünder gnädig! 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben; du bist mein Gott und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach heilige mich ganz und gar, laß meinen Glauben immerdar sein durch die Liebe thätig; und will es nicht fort, wie es soll, so ruf ich, wie mein Herz ist voll: Gott sei mir Sünder gnädig! 6. Mein Leben und mein Sterben ruht allein auf deiner Gnade; 5. Nah dem Untergang wirst mir geh es gleich bös oder gut, du an des Grabes Stufen, bang gieb nur, daß es nicht schade. um Trost und Seelenruh, dann Kommt dann das letzte Stündlein vergebens rufen: Rette, Gott, mich an, so sei mir auf der Todesbahn, vom Tod! Rette noch im Sterben mein Jesu, selbst beirätig; und mich von dem Verderben! wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letzten Seufzer an: Gott sei mir Sünder gnädig. Valentin Ernst Löscher. † 1749. 2. Noch tönt nicht zum Weltgericht der Posaune Stimme, noch finkt dieser Erdball nicht vor des Richters Stimme. Aber bald, bald erschallt Gottes Ruf: zu Erden sollst du wieder werden! 3. Kommt nun, eh du es gedacht, in der Sünde Freuden deines Lebens letzte Nacht, was wirst du dann leiden, wann dein Herz, von dem Schmerz deiner Schuld zerrissen, wird verzagen müssen! 4. Wann vor deinem Antlitz sich jede Sünd enthüllet, wann dann jede, jede dich ganz mit Graun erfüllet, nichts dich dann stärken kann, keine deiner Freuden, was wirst du dann leiden! 6. Noch, noch wandelst du, o Christ, auf des Lebens Pfade; nahe zur Errettung ist dir noch Jesu Gnade. Eil ihr zu! du wirst 7 Bustag. Ruh für dein Herz empfinden und doch sagen hat er nicht gewollt, Vergebung finden. Christoph Christian Sturm. † 1786. daß du bis morgen leben sollst Daß du mußt sterben, ist dir fund; verborgen ist die Todesstund. 189. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich! Eh morgen kommt, kanns ändern sich. Wer heut ist frisch, gesund und rot, ist morgen krant, Mel. 165: Vater unser im Himmelreich 2. Hefet. 33, 11. So wahr ich lebe, spricht dein ja wohl gar tot. Schläfft du in deinen Sünden ein, fährst du dahin zur ewgen Pein. Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, daß er von Sünden halte still, von seiner Boss heit kehre sich und lebe mit mir ewiglich. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich noch heute komm zu dir und Buße thu den Augenblick, eh mich der schnelle Tod hinrück, auf daß ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt sei bereit. Johann Heermann. † 1647. 2. Dies Wort bedenk, o Men schenkind, verzweifle nicht in deiner Sünd. Hier findest du Trost, Heil und Gnad, die Gott dir zugefaget hat, und zwar mit einem teuren Gid. D selig, dem die Sünd ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicherheit; denk nicht: zur Buß ist noch wohl Zeit, ich will mich erst des Lebens freun, und werd ich dessen müde sein, alsdann will ich befehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ists, Gott ist wohl stets bereit dem Sünder mit Barmherzigkeit; doch wer auf Gnade fürdigt hin, fährt fort in seinem bösen Sinn und seiner Seelen selbst nicht schont, der wird mit Ungnad abgelohnt. 5. Gnad hat dir zugesaget Gott durch Jesu Christi Blut und Tod; 113 190. Mel. 180: Wer nur den licben Gott ze. Wir liegen hier zu deinen Füßen, ach Herr von großer Güt und Treu, und fühlen leider im Gewissen, wie reif zur Strafe jeder sei. Das Maß der Sünden ist erfüllt. Ach weh uns, wenn du strafen willst! 2. Du bist gerecht, wir lauter Sünder; wie wollen wir vor dir bestehn? Wir sind die ungeratnen Kinder, die des Verderbens Wege gehn. Verbirgst du deinen Gnadenschein, wir müßten ganz verloren ſein. 3. Doch, Vater, denk an deinen Namen, gedenk an deinen lieben 8 114 Sohn! Dein Wort heißt immer Ja und Amen, dein Eidschwur zeuget selbst davon. Du willst der Sünder Tod ja nicht. Ach geh mit uns nicht ins Gericht. 4. Das teure Blut von deinem Sohne schreit für uns um Barmherzigkeit. Schau doch von deinem Gnadenthrone und denke noch der alten Zeit, da du auch Gnade hast erzeigt, dein Herz dem Sünder zugeneigt. 5. Ach laß die wohlverdiente Strafe nicht über unsre Häupter gehn, daß wir nicht als verlorne Schafe von deiner Huld verlassen sein! stehn. Ach sammle uns in deinem Bustag. IDE Schoß und mach uns aller Pla gen los. 6. Gieb Fried im Land und im Gewissen, gesunde Luft, wohlfeile Zeit; laß Lieb und Treu sich stetig küssen und fördre die Gerechtigteit. Krön unser Feld mit deinem Gut; nimm Kirch und Haus in deine Hut. STEFORE 7. So wollen wir dir Opfer bringen, dein eigen sein mit Leib und Seel. Es soll dein Lob gen Himmel dringen, und dein erlöstes Israel stimm in die Lieder Zions ein: Der Herr soll mein Gott ewig Benjamin Schmold. † 1737. and mode porno do mon pemand now that the in altub and * wcie mi sid lg Inpratuning in thisd Jury pamil Jonaisumin time doing dinam nos dur site ast unlolift nos 200 Doda my idag so tha 3 II. Die christliche Kirche und die ihr anvertrauten Gnadenmittel. 65316 1. Die christliche Kirche. 191, Mel. 68: Herr Jefu Chrift, dich 2c. But. 24, 29. Ach bleib bei uns, Herr Jeſu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht. 2. In dieser letztn, betrübten Zeit verleih uns, Herr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sakrament rein bhalten bis an unser End. 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt; wir sind gar sicher, träg und falt; gieb Glück und Heil zu deinem Wort, damit es schall an jedem Ort. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord; gieb deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Mut und Geduld. zu, auf dieser Erd ist keine Ruh; viel Sekten und groß Schwärmerei auf einen Haufen kommt herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die sich mit Gwalt erheben hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; darum so steh du denen bei, die sich auf dich verlassen frei. 8. Dein Wort ist unsers Herzens Truß und deiner Kirche wahrer Schuk; dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts anders suchen mehr. 9. Gieb, daß wir lebn in deinem Wort und darauf endlich fahren fort von hinnen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelsfaal. Nürnberger Gefangbuch von 1611. 5. Ach Gott, es geht gar übel vers 3-9 von Nitolaus Selneder. † 1592 8* 116 Die christliche Kirche. 192. Mel. 26: Christus, ber ist mein Leben. Ach bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List. 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser wert, daß uns beid hier und dorte sei Güt und Heil beschert. 3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du wertes Licht; dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr; dein Gnad und alls Vermögen in uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schuße bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht truke, noch fäll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Not. Jojua Stegmann. † 1632. wahr, der Glaub ist auch verloschen gar bei allen Menschenkindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, was eigner Wit erfindet; ihr Herz nicht Eines Sinnes ist, in Gottes Wort gegründet. Der wählet dies, der andre das, sie trennen uns ohn alle Maß, und gleißen schön von außen. 3. Gott woll ausrotten alle gar, die falschen Schein uns lehren; dazu ihr Zung stolz offenbar spricht: Trok! wer wills uns wehren? Wir haben Recht und Macht allein; was wir setzen, das gilt gemein. Wer ist, der uns soll meistern? 4. Darum spricht Gott: Jch muß auf sein, die Armen sind verstöret; ihr Seufzen dringt zu mir herein, ich hab ihr Klag erhöret. Mein heilsam Wort soll auf den Plan, getrost und frisch sie greifen an und sein die Kraft der Armen. 5. Das Silber, durchs Feur fiebenmal bewährt, wird lauter funden; an Gottes Wort man warten soll desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz be währet sein; da wird sein Kraft erkannt und Schein, und leucht 193. Eigene Melodie. 2. Pfalm 12. Ach Gott, vom Himmel sieh start in die Lande. darein und laß dich des erbarmen! Wie wenig sind der Heilgen bein, verlassen sind wir Armen. Dein Wort man läßt nicht haben fohlen sein, daß sichs in uns 6. Das wollst du, Gott, be wahren rein vor diesem argen Gschlechte; und laß uns dir be 3 Z Die christliche Kirche. 117 nicht flechte. Der gottlos Hauf Wir werden durch das Wort der sich umher findt, wo diese losen Leute sind in deinem Volk erhaben. Gnaden auch zur Gemeinschaft jener Schar, die um das Lamm beständig war*), gelockt und kräftig eingeladen. Martin Luther. † 1546. *) Off. Joh. 7, 9. 2. Nur Menschen, die von Gott geboren, die unter Einem Haupte stehn, die hat der Herr sich auserkoren, die läßt er Wunderliebe sehn. Gemeinschaft mit dem Vater haben und mit dem Sohn im heilgen Geist, das ist, was ihre Seele speist, nur das kann sie vollkommen laben. 194. Mel. 108: Sobet den Herren, alle 2c. Christe, du Beistand deiner Kreuzgemeine, eile! mit Hilf und Rettung uns erscheine! Steure den Feinden, ihre Blutgebichte mache zu nichte! 2. Streite doch selber für dein arme Kinder, wehre dem Teufel, seine Macht verhinder; alles, was kämpfet wider deine Glieder, ftürze darnieder! 3. Der Glaubensgrund, auf dem wir stehen, ist Christus und fein teures Blut; das einge Ziel, darauf wir sehen, ist Christus, unser höchstes Gut; sein Wort die Regel, die wir kennen, nicht dieser oder jener Ort. Dies ist, was wir nach seinem Wort die heilige Gemeine nennen. 4. Was ist das für ein himmlisch Leben, mit Vater, Sohn und heilgem Geist in feliger Gemeinschaft schweben, genießen das, was Gott geneußt! Wie flammen da die süßen Triebe! Gott schüttet in sein geistlich Haus die ganze Gnadenfülle aus; hier wohnet Gott, die ewge Liebe. 195. Mel. 116: Mein Jesu, dem die zc. 5. Der Vater liebt und herzt Dein Wort, o Herr, bringt die Kinder und schenkt den Geiſt, 3. Frieden in Kirch und Schulen uns beschere; Frieden zu gleich der Obrigkeit gewähre; Frieden dem Herzen, Frieden dem Gewissen gieb zu genießen. 4. Also wird zeitlich deine Güt erhoben, also wird ewig und ohn Ende loben dich, o du Wächter beiner armen Herde, Himmel und Erde. Matthäus Apelles von Löwenstern. † 1648. uns zusammen, da wir in der Gemeinschaft stehn, es läßt an uns die heilgen Flammen des Glaubens und der Liebe sehn. der Abba schreit, des Sohnes Treue schmückt die Sünder mit ewiger Gerechtigkeit, der heilge Geist tritt mit dem Öle des Fries 118 Die christliche Kirche. dens und der Freude zu; dann schenkindern; drum konnt auch schmeckt das Herz die Gottes- Ruh, keine Macht der Welt, Herr, seinen die Kraft durchdringet Leib und Fortgang hindern. Dein Erbe Seele. bleibt dir immerdar und wird selbst von der Feinde Schar zu deinem Ruhm sich mehren. 3. Du wollest deine Herrschaft noch auf Erden weit verbreiten, und unter deinem sanften Joch zum Heil die Völker leiten. Vom Aufgang bis zum Niedergang bring alle Welt dir Preis und Dank und glaub an deiner Namen! 6. Die Eines Herren Leib gegessen, die stehen auch für Einen Mann. Macht sich der Feind an Eins vermessen, sobald greift er fie alle an. Sie fallen betend Gott zu Füßen und siegen in des Herren Kraft, sie wollen von der Brüderschaft der Heilgen nicht das Kleinste missen. 7. Sie wallen mit verbundnen Herzen durchs Thränenthal 4. Auch deine Feinde, die dich ins Vaterland, versüßen sich die schmähn, die frevelnd sich empören, bittern Schmerzen, eins reicht laß deiner Gnade Wunder sehn, dem andern seine Hand, und daß sie sich noch bekehren. Lehr wollen sich mit Freuden dienen, sie mit uns gen Himmel schaun mit Herz und Auge, Hand und und unerschüttert im Vertraun Fuß, bis zu dem völligen Ge- auf deine Zukunft warten. nuß des großen Guts: Jch, ich in ihnen. 5. Uns, deine Gläubgen, wolleft du fest in der Wahrheit gründen, daß wir für unsre Seelen Ruh in deiner Gnade finden. Mach unfers Glaubens uns gewiß; vor Irrtum und vor Finsternis bewahr uns bis ans Ende. The Johann Ludwig Konrad Allenborf. † 1778. 196. Mel. 45: Es ist das Heil uns st. Die Feinde deines Kreuzes drohn, dein Reich, Herr, zu zerstören. Du aber, Mittler, Gottes Sohn, kannst ihrem Troße wehren. Dein Thron bestehet ewiglich; vergeblich wird sich wider dich die Macht der Hölle rüsten. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Wert von Men6. Dein Geist führ uns auf ebner Bahn und heilge unsern Willen, so wird dein Volk, dir unterthan, gern dein Gesetz erfüllen, bis du erscheineft zum Gericht und dann vor deinem Angesicht die Menschenkinder sammelst. 7. Boll Zuversicht erwarten dich, Herr, alle deine Frommen, und freun des großen Tages sich, Die christliche Kirche da du wirst wieder kommen. 198. Dann werden wir, o Gottessohn, den uns verheißnen Gnadenlohn, Herr, unser Gott, laß nicht zu Mel. 73: Herzliebster Jefu sc. dein Himmelreich, ererben. schanden werden die, so in ihren Nöten und Beschwerden bei Tag und Nacht auf deine Güte hoffen und zu dir rufen. 2. Mache zu schanden alle, die dich hassen, die sich allein auf ihre Macht verlassen. Ach kehre dich mit Gnaden zu uns Armen, laß dichs erbarmen! 3. Und schaff uns Beistand wider unsre Feinde; wenn du ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde; sie müssen Wehr und Waffen niederlegen, fein Glied mehr regen. 4. Wir haben niemand, dem wir uns vertrauen, vergebens ists, auf Menschenhilfe bauen; mit dir wir wollen Thaten thun und kämpfen, die Feinde dämpfen. 5. Du bist der Held, der sie kann untertreten und das bedrängte kleine Häuflein retten. Wir suchen dich, wir schrein in Jesu Namen: Hilf, Helfer, Amen. Johann Heermann. † 1647. Balthafar Münter. † 1793. 197. Eigene Melodie. 48. Psalm 67. Es wolle Gott uns gnädig sein S und seinen Segen geben; sein Antlit uns mit hellem Schein erleucht zum ewgen Leben, daß wir erkennen seine Werk, was ihm geliebt auf Erden, und Jesu Christi Heil und Stärk bekannt den Heiden werden und sie zu Gott bekehren. 119 2. So danken, Gott, und loben dich die Heiden überalle; und alle Welt die freue sich und fing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in guten Thaten; das Land bringt Frucht und bessert sich, dein Wort ist wohlgeraten. Uns jegne Vater und der Sohn, uns segne Gott, der heilge Geist, dem alle Welt die Ehre thu, vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen Amen! Martin Luther.+ 1546. 199. Mel. 137: D bu Liebe meiner Liebe zc Herz und Herz vereint zusammen sucht in Gottes Herzen Ruh, lasset eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu! Er das Die christliche Kirche. 120 Haupt, wir seine Glieder, er das Licht, und wir der Schein, er der Meister, wir die Brüder, er ist unser, wir sind sein. welchen du sein Herz enthüllet, auch in seine Liebe zieh, und daß, wie du eins mit ihnen, also sie auch eines sein, sich in wahrer 2. Kommt, ach kommt, ihr Liebe dienen und einander gern Gotteskinder, und erneuert euren erfreun. art scand spm Bund! Schwöret unserm Über- 7. Friedefürst, laß deinen winder Lieb und Treu von Her Frieden stets in unsrer Mitte zensgrund; und wenn eurer Lie- ruhn, unser Tagewerk hienieden beskette Festigkeit und Stärke all in Einem Geist uns thun; fehlt, o so flehet um die Wette, denn, wie kann die Last auf Erden bis sie Jesus wieder stählt.is und des Glaubens Ritterschaft 3. Legt es unter euch, ihr Glieder, auf so treues Lieben an, daß ein jeder für die Brüder auch das Leben lassen kann. So hat uns der Freund geliebet, so vergoß er dort sein Blut; denkt doch, wie es ihn betrübet, wenn ihr selbst euch Eintrag thut. 4. Halleluja! welche Höhen, welche Tiefen reicher Gnad, daß wir dem ins Herze sehen, der uns so geliebet hat, daß der Vater aller Geister, der der Wunder Abgrund ist, daß du, unsichtbarer Meister, uns so fühlbar nahe bist! besser uns versüßet werden, als durch deiner Liebe Kraft? 8. Liebe, hast du es geboten, daß man Liebe üben soll, o so mache doch die toten, trägen Geister lebensvoll; zünde an die Liebesflamme, daß ein jeder sehen kann: wir, als die von Einem Stamme, stehen auch für Einen Mann. Chen 9. Laß uns so vereinigt werden, wie du mit dem Vater bist, bis schon hier auf dieser Erden fein getrenntes Glied mehr ist, und allein von deinem Brennen nehme unser Licht den Schein: also wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger sein. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendork + 1760. 3119 5. Ach du holder Freund, vereine deine dir geweihte Schar, daß sie sich so herzlich meine, wies dein letzter Wille war. Jarin verbinde in der Wahrheit, die du selbst im Wesen bist, alles, was von deiner Klarheit in der That erleuchtet iſt. 200. Mel. 10: Alles ist an Gottes 2c. 6. So wird dein Gebet er Jesu, der du bist alleine Haupt füffet, daß der Vater alle die, und König der Gemeine, segne 2. Die christliche Kirche. 121 sub mich, dein armes Glied! Wollst jedem solchen Segen, wie es not, mir neuen Einfluß geben deines du kennst sie wohl. Geistes, dir zu leben; stärke mich 8. Ach besuch zu dieser Stunde durch deine Güt! is ihre Herzen und im Grunde sie erfreu in dir allein; zieh mit deinen Liebeszügen ihre Lust und ganz Vergnügen wesentlich in dich hinein. 152 2. Ach, dein Lebensgeist durch dringe, Gnade, Kraft und Segen bringe deinen Gliedern allzumal, wo sie hier zerstreuet wohnen unter allen Nationen, die du kennest überall. 9. Teuer hast du uns erworben, da du bist am Kreuz ges 3. D wie lieb ich, Herr, die storben; denke, Jesu, wir sind Deinen, die dich suchen, die dich dein. Halt uns fest, so lang wir meinen, o wie köstlich sind sie mir! Leben und in dieser Wüste schweben, Du weißt, wie michs oft erquicket, laß uns nimmermehr allein; wenn ich Seelen hab erblicket, s 10. Bis wir einst mit allen die sich ganz ergeben dir. Frommen dort bei dir zusammenbe 4. Jch umfasse, die dir dienen, ich vereinge mich mit ihnen, und vor deinem Angesicht wünsch ich Sion tausend Segen; stärke sie in deinen Wegen, führe sie in deinem Licht! kommen und, von allen Flecken rein, da vor deinem Throne stehen, uns in dir, dich in uns sehen, ewig eins in dir zu sein. Gerhard Tersteegen. † 1769. 12 5. Die in Kreuz und Leiden leben, stärke, daß fie ganz ergeben ihre Seel in deine Hand; laß sie dadurch werden kleiner und von allen Schlacken reiner, völlig zu dir hingewandte 201. Mel. 143: O Jefu Christ, meins 2c. Jesu Christe, wahres Licht, erleuchte, die dich kennen nicht, und bringe sie zu deiner Herd, 6. Laß die Deinen noch auf daß ihre Seel auch selig werd. Erden ganz nach deinem Herzen2. Erfüll mit deinem Gnadenwerden, mache deine Kinder schön, schein, die in Irrtum verführet abgeschieden, klein und stille, sanft, sein; auch die, so heimlich noch einfältig, wie dein Wille, und ficht an in ihrem Sinn ein falscher wie du sie gern willst sehn. Wahn. Ar 7. Sonderlich gedenke deren, die es, Herr, von mir begehren, daß ich für sie beten soll. Auf dein Herz will ich sie legen, gieb du 3. Und was sich sonst verlaufen hat von dir, das suche du mit Gnad und ihr verwundt Gewissen heil, laß sie am Himmel haben teil Die christliche Kirche. 4. Den Tauben öffne das Ge- für in Einem Geiste diene dir, in hör, die Stummen richtig reden deiner Liebe lebe. lehr, die nicht bekennen wollen frei, was ihres Herzens Glaube fei. 122 5. Erleuchte, die da sind verblendt, bring her, die sich von uns getrennt. Versammle, die zerstreuet gehn, mach feste, die im Zweifel stehn. 6. So werden sie mit uns zugleich auf Erden und im Himmel reich, hier zeitlich und dort ewiglich, für solche Gnade preisen dich. Johann Heermann. † 1647. 4. Ach, schaue, wie des Satans List sie jämmerlich zertrennet, wie man der Lieb im Streit vergißt, im Unverstande brennet, wie alles in Verwirrung geht, da eins das andre nicht versteht, sich ohne Not entzweiet. 5. Ach Herr, hilf solchem Übel ab, versammle deine Herde, daß unter deines Wortes Stab sie wieder einig werde, daß dein Band der Vollkommenheit, die Liebe, uns aus allem Streit in deinem Geiste bringe. 6. Wie schön und lieblich sieht es aus, wenn Brüder sind beisammen einträchtiglich in Einem Haus und stehn in Liebesflammen, wenn sie im Geist zusammenstehn, zu Gott in Einem Sinne gehn und halten an mit Beten. 7. Dann fließet Gottes Geist und Gnad von Christo zu uns nieder auf die, so er erwählet hat, und alle seine Glieder. Das ist die Frucht der Einigkeit: Heil, Segen, Leben allezeit und alle Himmelsgüter. Heinrich Georg Neuß. † 1716. 202. Mel. 45: Es ist das Heil uns 2c. Vater der Barmherzigkeit, der du dir deine Herden gesammelt zur Apostelzeit und herrlich lassen werden, du hast durch deines Geistes Kraft die große Schar der Heidenschaft zu deinem Reich berufen.pens in 2. Aus ihrer Mannigfaltigkeit des Streits und vieler Sprachen, dadurch sie in der Welt zerstreut sich von einander brachen, hat sie dein guter Geist geführt und sie mit Herrlichkeit geziert in Einig feit des Glaubens.tmamisdi 3. Ach sei doch auch zu dieser Zeit Vater, wieder 203. Mel. 40: Erhalt uns, Herr, bei 2c. und mach uns von der Zungen Nett, o Herr Jesu, rett dein Streit hinwieder frei und ledig; Ehr, das Seufzen deiner Kirche gieb, daß dein Häuflein für und hör, der Feind Anschläg und Die christliche Kirche. 123 Macht zerstör, die jetzt verfolgen er wohl weiß, dir helfen schon, deine Lehr. dich und sein Wort erhalten. 2. Groß ist ihr List, ihr Truß und Macht, sie fahren hoch daher mit Pracht. All unsre Hoffnung wird verlacht, wir sind bei ihnen nichts geacht. 3. Vergieb uns unsre Missethat, vertilg uns nicht, erzeige Gnad. Beweis den Feinden in der That, es gelte wider dich kein Rat. 4. Steh deinem kleinen Häuf lein bei, aus Gnaden Fried und Ruh verleih; laß jedermann ertennen frei, daß hier die rechte Kirche sei. Johann Heermann. † 1647. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, muß Teufel, Welt und Höllenpfort und was dem thut anhangen, endlich werden zu Schand und Spott. Gott ist mit uns, und wir mit Gott, den Sieg wolln wir erlangen. 2. Tröste dich nur, daß deine Sach ist Gottes, dem befiehl die Rach und laß es ihn nur walten. Er wird durch seinen Gideon, den 4. Amen! das hilf, Herr Jesu Christ; dieweil du unser Schutzherr bist, hilf uns durch deinen Namen; so wollen wir, deine Gemein, dich loben und dir dankbar sein und fröhlich singen Amen! 205. 5. Laß sehn, daß du seist unfer Gott, der unsre Feinde setzt zu Spott und macht, daß kommt auf sein Gebot den Seinen Hilfe Wach auf, du Geist der ersten Mel. 35: Dir, bir Jehova will 2c. aus der Not. JI Zeugen, die auf der Mauer treu als Wächter stehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen, und die getrost dem Feind entgegengehn; ja, deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker siedai 204. 1509100 STEIS Mel. 101: Rommt her zu mir, spricht 2c. Verzage nicht, du Häuflein klein, Scharen zu dir bringt.o atting obschon die Feinde willens sein, dich gänzlich zu verstören, und suchen deinen Untergang, davon dir wird recht angst und bang; es wird nicht lange währen. Gustav Adolfs Feldlied von Johann Michael Altenburg. † 1640. 2. D daß doch bald dein Feuer brennte! O möcht es doch in alle Lande gehn! Ach Herr, gieb doch in deine Ernte viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn! D Herr der Ernte, siehe doch darein: die Ernt ist groß, die Zahl der Knechte klein. omonamid diso13 3. Dein Sohn hat ja mit klaren KRUARAN Die christliche Kirche. Worten uns diese Bitte in den daß Kirch und Schul ein Garten Mund gelegt. D siehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herzinbrünstig hierum anzuflehn. Drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn. 4. Ja gieb dein Wort mit großen Scharen, die in der Kraft Evangelisten sein; laß eilend Hilf uns widerfahren und brich in Satans Reich mit Macht hinein. O breite, Herr, auf weitem Erdentreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis. 124 5. Ach daß die Hilf aus Zion käme, o daß dein Geist so, wie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefängnis nähme! D würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und komm herab zur Hilf und mach uns frei. 6. Ach laß dein Wort recht schnelle laufen; es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein! Ach führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll in alle Thore ein! Ja wecke doch auch Israel bald auf und also segne deines Wortes Lauf! 7. D beffre 3ions wüste Stege; und was dein Wort im Gottes fei. 8. Laß jede hoh und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geistes sein; ja site du nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend selber ein, daß treue Lehrer überall erstehn, die, Herr, zu dir für deine Kirche flehn. 9. Herr, zürne nicht, daß ich so bitte, da ich vor dir nur Staub und Asche bin. Du als der Brunnquell aller Güte giebst selber mir etwas von deinem Sinn, daß mich der Menschen Elend jammern kann. Drum bitt ich, Herr, o nimm mein Bitten an! Karl Heinrich von Bogatty. † 1774. 206. Mel 169: Wachet auf, ruft uns 2c. Wachet auf, erhebt die Blicke! Laut mahnen uns die Weltgeschicke, es dränget hart der Brüder Not. Seht, gekommen ist die Stunde, die uns vereint zu schönem Bunde, zu thun, was uns der Herr gebot! Laßt nicht die Hände ruhn, auf, laßt uns Gutes thun allen Menschen im rechten Geist, doch wie es heißt: An Glaubensbrüdern allermeiſt. Laufe hindern kann, das räum, 2. Wachet auf, schaut an das ach räum aus jedem Wege! Gute, das ihr der Väter Mut Bertilg, o Herr, den falschen und Blute und ihrer GlaubensGlaubenswahn und mach uns treu verdankt. Auf und tilgt die bald von jedem Mietling frei, alten Schulden, roie lange foll Missionslieder. sich noch gedulden das Schifflein, Sonnenglanz, der Erntefrang das im Sturme schwankt? Eilt wiegt auf die Mühe voll und ihm zur Hilf herbei, es rudert ganz. froh und frei, wenn ihm Liebe die Segel schwellt, hin durch die Welt, Gott ist es, der das Steuer hält. 3. Wachet auf! In allen Landen erheben sich, vom Tod er standen, die Zeugen frischer Glaubensmacht; werdet müde nicht im Werke, der Gott des Rechts ist unfre Stärke, und seinem Lichte weicht die Nacht. Drum wirkt, so lang es Tag, so heiß er glühen mag; reift doch die Frucht im 125 2. Im Himmel und auf Erden ist alle Macht nur dein, bis alle Völker werden zu deinen Füßen fein, bis die von Süd und Norden, bis die von Ost und West sind deine Gäste worden bei deinem Hochzeitfest. 2. Missionslieder. 207. dem Ruf der Gnaden zu füllen dir dein Haus. Es ist kein Preis zu teuer, es ist kein Weg zu Der du in Todesnächten er- schwer, zu streun dein Lebensfeuer Mel. 79: Jch bank dir, lieber. ins weite Völkermeer. kämpft das Heil der Welt und dich als den Gerechten zum Bürgen dargestellt, der du den Feind bezwungen, den Himmel aufgethan: dir stimmen unsre Zungen ein Halleluja an. 3. Noch werden sie geladen, noch gehn die Boten aus, um mit 4. Wachet auf! die Zeit zum Wachen soll alle Glieder munter machen, und keines trete scheu hintan. Leidet Eins, so leiden alle, brum wachet, daß nicht Eines falle, und stehet freudig Mann für Mann. So streitet wacker fort und haltet fest am Wort! Hoch vom Himmel strahlt uns das Licht, es trüget nicht; der Herr ist unsre Zuversicht! Karl Rudolf Hagenbach. † 1874. 4. So ziehen deine Flammen wie Sonnen um die Welt, Getrenntes fließt zusammen, das Dunkle wird erhellt; und wo dein Name schallet, du König Jesu Christ, ein felig Häuflein wallet dahin, wo Friede ist. 5. O sammle deine Herden dir aus der Völker Zahl, daß viele felig werden und ziehn zum Abendmahl! Schleuß auf die hohen Pforten, es strömt dein Volk heran; wos noch nicht Tag geworden, da zünd ein Feuer an! Christian Gottlob Barth.+ 1862. 126 Missionslieder. bent 208. Mel. 79: Ich dant dir, lieber 2c. Der du zum Heil erschienen der allerärmsten Welt und von den Cherubinen zu Sündern dich gefellt, den sie mit frechem Stolze verhöhnt für seine Huld, als du am Marterholze versöhntest ihre Schuld! 2. Damit wir Kinder würden, gingst du vom Vater aus, nahmst auf dich unsre Bürden und bautest uns ein Haus. Von Westen und von Süden, von Morgen ohne Zahl find Gäste nun beschieden zu deinem Abendmahl. 3. Im schönen Hochzeitkleide, von allen Flecken rein, führst du zu deiner Freude die Völkerscharen ein; und welchen nichts verkündigt, kein Heil verheißen war, die bringen nun entfündigt dir Preis und Ehre dar. 6. Und siehe, tausend Fürsten. mit Völfern ohne Licht, stehn in der Nacht und dürften nach deinem Angesicht! Auch sie hast du gegraben in deinen Priesterschild, am Brunnquell sie zu laben, der dir vom Herzen quillt. dich gemüht und selbst den öden Norden, den ewges Eis bedrückt, zu deines Himmels Pforten erbarmend hingerückt. 5. Drum kann nicht Ruhe werden, bis deine Liebe siegt, bis dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt, bis du im neuen Leben die ausgeföhnte Welt dem, der sie dir gegeben, vors Angesicht gestellt. 7. So sprich dein göttlichWerde! laß deinen Odem wehn, daß auf der finstern Erde die Toten auf erstehn, daß, wo man Gößen fröhnet und vor den Teufeln iniet, ein willig Volk verföhnet zu deinem Tempel zieht. 8. Wir rufen, du willst hören; wir fassen, was du sprichst; dein Wort muß sich bewähren, womit du Fesseln brichst. Wie viele find zerbrochen! wie viele sinds noch nicht! O du, ders uns versprochen, werd aller Heiden Licht! Albert Knapp. † 1864. 209. 4. Du hast dem ärmsten Stlaven, wo heiß die Sonne glüht, wie Mel. 95: Jefus, meine Zuversicht 2c. deinen andern Schafen zuliebe Eine Herde und Ein Hirt! Wie wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird! Freue dich, du kleine Herde, mach dich auf und werde licht! Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden, blinde Pilger flehn um Licht; Jesus hält, was er verspricht Missionslieder. 3. Komm, o komm, getreuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde; ach wie manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Herde! Kleine Herde, zage nicht! Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrotes Helle, und der Sohn der Wüste kniet dürstend an der Lebensquelle, ihn umleuchtet Morgenlicht; Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren aufgethan; rauscht, verdorrete Gebeine, macht dem Bundesengel Bahn, großer Tag des Herrn, erscheine! Jesus ruft: Es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 6.D des Tags der Herrlichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf, es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 127 Friedrich Abolf Krummacher.+ 1845. 10 Verbirg uns nicht das Gnadenlicht von deinem heilgen Angesicht. 2. Nicht wir haben dich erwählet, du selbst hast unsre Zahl gezähket nach deinem ewgen Gnadenrat. Unsre Kraft ist schwach und nichtig, und keiner ist zum Werke tüchtig, der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn, denn Armut ist Gewinn für den Himmel. Wer in sich schwach, folgt, Herr, dir nach und trägt mit Ehren deine Schmach. 3. D Herr Jesu, Ehrenkönig! die Ernt ist groß, der Schnitter wenig, drum sende treue Zeugen aus; send auch uns hinaus in Gnaden, viel frohe Gäste einzuladen zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl beruft zum Abendmahl im Reich Gottes! Da ruht der Streit, da währt die Freud heut, gestern und in Ewigkeit. 4. Schau auf deine Millionen, die noch im Todesschatten wohnen, von deinem Himmelreiche fern. Seit Jahrtausenden ist ihnen kein Evangelium erschienen, kein gnadenreicher Morgenstern. Glanz 210. Mel. 169: Wachet auf, ruft uns 2c. Einer ists, an dem wir hangen, der Gerechtigkeit, geh auf, denn es ist Zeit! Komm, Herr Jesu! Zieh uns voran und mach uns Bahn; gieb deine Thüren aufgethan. der für uns in den Tod gegangen und uns erkauft mit seinem Blut. Unfre Leiber, unsre Herzen gehören dir, o Mann der Schmerzen, in deiner Liebe ruht sichs gut. Nimm uns zum Eigentum, bereite dir zum Ruhm deine Kinder. Aber du wirst für uns streiten 5. Heiland, deine größten Dinge beginnest du still und geringe; was sind wir Armen, Herr, vor dir? Missionslieder. 128 und uns mit deinen Augen leiten, auf deine Kraft vertrauen wir. Dein Senfforn, arm und klein, wächst endlich ohne Schein doch zum Baume, weil du, Herr Christ, sein Hüter bist, dem es von Gott vertrauet ist. Albert Knapp. † 1864. 3. Heile die zerbrochnen Herzen, baue dir Jerusalem und verbinde ihre Schmerzen; laß, was vor dir angenehm, durch der Bundesschriften Zucht noch erblühn zur ewgen Frucht. 4. Wo du sprichst, da muß zergehen, was der starre Frost gebaut, denn in deines Geistes Wehen wird es linde, schmilzt und taut. Herr, auf des Wortes 211. Mel. 169: Wachet auf, ruft uns 2c. Thir, ruf die Seelen all zu bir. König Jesu, streite, fiege, daß alles bald dir unterliege, was lebt und webt in dieser Blick 5. Es sei feine Sprach noch Rede, da man nicht die Stimme auf deine Friedensboten, laß öde, wo nicht dein Gesetzbuch auf deine Friedensboten, laß hört, und kein Land so fern und wehen deinen wehen deinen Lebensodem durchs lehrt; laß den hellen Freudenganze weite Totenfeld. Erhöre schall siegreich ausgehn überall. unser Flehn und laß es bald geschehn! Amen! Amen! So rühmen wir und jauchzen dir ein Halleluja für und für. Unbekannter Dichter. Um 1850. 212. Mel 100: Komm, o komm, du Geift xe. Licht, das in die Welt gekommen, Sonne voller Glanz und Pracht, Morgenstern aus Gott entglommen, treib hinweg die alte Nacht, zieh in deinen Wunderschein bald die ganze Welt hinein. 2. Gieb dem Wort, das von dir zeuget, einen allgewaltgen Lauf, daß noch manches Knie sich beuget, sich noch manches Herz thut auf, eh die Zeit erfüllet ist, wo du richtest, Jesu Christ. 6. Geh, du Bräutgam, aus der Kammer, laufe deinen Heldenpfad, strahle Tröstung in den Jammer, der die Welt verdunkelt hat. O erleuchte, emges Wort, Ost und West und Süd und Nord. 7. Komm, erquick auch unsre Seelen, mach die Augen hell und klar, daß wir dich zum Lehn erwählen, vor den Stolzen uns bewahr. Ja, laß deinen Himmelsschein unsres Fußes Leuchte sein! Rudolf Stier. † 1862. 213. Mel. 54: Die Tugend wird durchs xc. daß doch bald dein Feuer brennte, du unaussprechlich Liebender, und bald die ganze Welt SPENSION 3 Missionslieder. 129 erkennte, daß du bist König, Gott 3. Wort von des Erlösers Huld, und Herr! Erwecke, läutre und der der Erde schwere Schuld durch vereine des ganzen Christenvolkes des heilgen Todes That ewig wegSchar, und mach in deinem genommen hat; Gnadenscheine dein Heil noch jedem offenbar. 4. Kräftig Wort von Gottes Geist, der den Weg zum Himmel weist und durch seine heilge Kraft Wollen und Vollbringen schafft; 5. Wort des Lebens, stark und rein, alle Völker harren dein; walte fort, bis aus der Nacht alle Welt zum Tag erwacht. fod 6. Auf, zur Ernt in alle Welt! weithin wogt das weiße Feld! klein ist noch der Schnitter Zahl, viel der Arbeit überall.dit 2. 3war brennt es schon mit heller Flamme jetzt hier und dort im Ost und West, dir, dem am Kreuz erwürgten Lamme, ein herrlich Pfingst- und Freudenfest; und noch entzünden Himmelsfunken so manches falte, tote Herz und machen Durstge freudetrunken und heilen Sünd und Höllenschmerz. 3. Schmelz alles, was sich trennt, zusammen und baue deinen Tempel aus; laß leuchten deine heilgen Flammen durch deines Vaters ganzes Haus. Beleb, erleucht, erwärm, entflamme doch bald die ganze, weite Welt, und zeig dich jedem Völkerstamme 215. als Heiland, Friedefürst und Held. Mas rührt so mächtig Sinn und Mel. 183: Wie schön leuchtet der 2c. Johann Ludwig Frider.+ 1766. Herz, was hebt die Blicke himmelwärts, wem schallen die Gesänge? Zu dir drängt sich aus fernem Land, vereinigt durch des Glaubens Band, der Völker frohe 214. Mel. 128: Nun komm, der Heiben 2c. Walte, walte nah und fern, allgewaltig Wort des Herrn, wo nur seiner Allmacht Ruf Menschen für den Himmel schuf. 2. Wort vom Vater, der die Welt schuf und in den Armen hält, und aus seinem Schoß herab seinen Sohn zum Heil ihr gab. 7. Herr der Ernte, groß und gut, wirk zum Werke Lust und Mut, laß die Völker allzumal schauen deines Lichtes Strahl. Jonathan Friedrich Bahnmaier. † 1841. Menge. Heiland, Retter! deine Wahrheit füllt mit Klarheit unsre Erde, daß der Sünder selig werde. 2. Ein himmlisch Feuer ist entflammt durch dich, der aus dem Himmel stammt und uns zum Himmel leitet. Es glüht gewaltig 9 130 si venis Missionslieder. fort und fort, wo sich dein selig- dulden Hohn und Schmerzen. machend Wort in Lauterfeit ver- Hilf uns, Heiland, und vermehre breitet. Glaube, Liebe füllt die dir zur Ehre deine Herde, daß Seelen, die dich wählen, läutert, dein Reich vollendet werde! reinigt, bis in dir sich alles einigt. Sonathan Friedrich Bahnmaier. † 1841. 3. Herr, du giebst Sieg, dichors allon lisadustads 47 preisen wir. Schon glüht der kalte tin Pol von dir, o Licht, das allen sid des Sklavenkette 216. Mel. 188: Wie schön leuchtet ber 2c. bricht, der Inseln Menge jauchzt Wes ist das Fest, zu wem empor dem Licht, das alle Völker einet. schallt der Gemeine heilger Chor Falscher Götter Tempelhallen sind mit frohen Feierliedern? Es gilt zerfallen; auf den Trümmern siehet des großen Königs Ruhm, dem man das Kreuz nun schimmern. Priester in dem Heiligtum, dem Haupt von vielen Gliedern. Droben loben ihn, den Meister, reine Geister, aber Sünder preisen ihn als Gottes Kinder. 4. Des blutgen Halbmonds Licht erbleicht, des Dstens falscher Schimmer weicht vor deiner Wahrheit Sonne! Schon blickt mit reuiger Begier ein Häuflein Jakobs, Herr, nach dir, ahnt der Vergebung Wonne. Ist die Fülle aller Heiden einst mit Freuden eingegangen, wird auch Jakob Heil erlangen. 2. Wenn ich dereinst erhöhet bin, will ich sie alle zu mir ziehn": so hat sein Mund gesprochen. D süßes Licht, o selges Wort, das geht durch Erd und Himmel fort, der Tag ist angebrochen! Zeuget, beuget euch, ihr Höhen, Inseln, Seeen, Länder, Meere, Kinder Gottes, bringt ihm Ehre! 5. Dein Geift erfüll die Boten all, laß ihres Wortes Freudenschall durch alle Länder dringen; mit Kraft von oben angethan laß fie bekämpfen Sünd und Wahn, und Heil den Völkern bringen. Eins nur wolle, dich nur wähle ihre Seele, dir nur traue, wer da hilft am großen Baue! 3. Feft steht in Ewigkeit dein Thron! So singen wir, o Gottes Sohn, am Tage deiner Ehren. Weit streckst du von des Vaters Haus das Scepter deines Reiches aus und niemand wird dirs weh6. Vertilge alle Eigensucht, ren. Machtvoll, prachtvoll, unGemächlichkeit und Leidensflucht abwendlich wird doch endlich, und heilge dir die Herzen. Ver- Herr, den Deinen ganz dein hoher leih zu jedem Opfer Mut, für Rat erscheinen. dich zu wagen Gut und Blut, zu 4. Nicht Macht und Weisheit Kirchweih und bei Einweihung einer Kirche. 131 dieser Welt, nicht was dem Flugen zeugest du. D fomm und weck Fleisch gefällt, das hast du nicht aus toter Nuh, die noch dein erforen. Dein Lebenswort, dein Heil nicht kennen, daß alle gläuGeist und Blut, das ists, was big auferstehn, dem Bräutigam alle Wunder thut, was dir uns neu geboren. Helle Quelle erger Wahrheit, gieße Klarheit, Kraft und Milde in des Todes Nachtgefilde. ll est to5. Ich komme bald!" so 3. Kirchweih und bei med mutal 217. m entgegengehn, daß alle Lampen brennen. Faß uns! Laß uns treue Hände bis zum Ende vor dir heben, bis du kommst, den Lohn zu gen. endin Albert Knapp. † 1864. Einweihung einer Kirche. an dies Haus, nach dir genennet, no und daß es kein Feind zerstören kann, wie hoch sein Eifer brennet. Stoß Mel. 45: Es ist das Heil uns zc. laß uns in dieses Hauses Still dich ohne Ende loben. Dreieinger, heilger, großer Gott! aus, was uns hier stören will, sich von des Himmels Höhen, wie hier vor dir, Herr Bebaoth, die Deinen dankend stehen; merk auf das Seufzen und Gebet, das jetzt zu deinem Throne geht von dieser heilgen Stätte. 2. Wir haben dieses Gotteshaus gebauet deinem Namen; mit dir ist es gezieret aus, daß wir samt unserm Samen dein heilig teuer, wertes Wort an diesem dir geweihten Ort zum Seelenheil anhören. 3. Der Grund ist selber Jesus Christ, Apostel und Propheten; ihr Wort der Pfeiler Grundfest ist, darauf in allen Nöten, wie hoch die List der Feinde geht, die Gottesstadt doch lustig steht mit ihrem Zionsbrunnen. 4. Herr, hebe nun zu segnen 5. Lob, Ehr und Dank und Herrlichkeit sei dir, o Herr, gesungen, daß bei der jetzt betrübten Zeit es uns so weit gelungen. Gieb, daß, was wir jetzt fangen an, nicht eher Ende nehmen kann, bis Erd und Himmel brechen. Hans von Assig. † 1694. 218. Mel. 183: Wie schön leuchtet der 2c. Kommt her, ihr Christen, voller Freud, erzählet Gottes Freundlichkeit, kommt her und laßt erklingen die Stimm des Dankens unserm Gott; laßt uns dem Herren Bebaoth mit frohem Munde singen! Singet, bringet 9* 132 Kirchweih und bei Einweihung einer Kirche. schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genoffen haben. bringet schöne Weisen laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. propte 6. Und nun, o Höchster, bitten wir, laß uns auch künftig für und für allhier zusammen kommen; den edlen Schat, das Gnaden- bewahr die Kirch und die Gemein wort, das uns erschließt des Lebens Pfort, Vergebung unsrer Sünden. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 2. Wir gehn in diesem Gotteshaus ein Jahr nun wieder ein und aus und hören da verkünden 3. Da sehen wir mit Freuden an die Dienste, die man leisten kann dem Herrn in seinem Tempel; da hört man mit Verwundrung zu, was Gott für große Thaten thu und Wunder ohn Erempel. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genoffen haben. und die darinnen Lehrer sein, so werden dir die Frommen singen, bringen schöne Weisen und dich preisen für die Gaben, die sie zu genießen haben. stoplise Johann Christoph Arnschwanger. † 1696. 219. Mel. 108: Lobet den Herren, alle 2c. Herr, vor dem sich Erd und Himmel beuget, du Gottes Sohn, von Ewigkeit gezeuget, blick auf der Deinen Flehn und Dankeslieder huldreich hernieder! 4. Da wird Gerechtigkeit ge- 2. Dies Haus, o Herr, ist lehrt, da wird Gottseligkeit ge- deinem Dienst geweihet; hier mehrt, da wird der Glaub ent- schmecken deine Gläubgen hocherzündet. Geduld, Lieb, Hoffnung, freuet das Blut, den Leib, den du keusche Zucht, und was noch mehr zu unserm Leben dahingegeben. des Geistes Frucht, wird alles 3. Hier wird in deinem heilda gegründet. Singet, bringet gen Wasserbade die Schuld geschöne Weisen, laßt uns preisen tilgt, geheilt der Seelenschade, Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. hier weihen wir, o Todesüberwinder, dir unsre Kinder. 5. D große Wohlthat, die Gott 4. Hier finden Kranke Heithut! o heilig, gnadenreiches Gut! lung, Kraft die Müden, die Blinkommt her, kommt liebe Christen! den Licht, die Sünder SeelenDa wohnt der Herr der Herrlich frieden, hier atmen freier bei des feit; wohl denen, die sich allezeit Lebens Schmerzen die wunden zu seinem Dienste rüsten! Singet, Herzen lisil Kirchweih und bei Einweihung einer Kirche. 133 5. Des Ewgen Vorhof ist an dem Berater, singt dem Sohne, diesem Orte, das Heiligtum des singt dem Geist in einem Throne! Herrn, des Himmels Pforte, stets offen allen, die dem ewgen Leben entgegenstreben.bientad 2. O wie so lieblich steht dies Haus, wo seine Hand uns ein und aus mit Vaterhänden leitet, wo sein Wort uns zum Himmel weist, sein Abendmahl die Seele speist, sein Geist uns vollbereitet! Freut euch, weiht euch ihm, dem Treuen; laßt erneuen eure Seelen! euch will er zum Tempel wählen. 6. Mag bei der Stürme Wüten alles zittern, die Kirche steht, ein Fels in Ungewittern, und bleibet bei der Hölle wildstem Trußze in Christi Schutze. 7. Drum freun wir uns der heilgen Tempelweihe und bitten: Herr, Allgütiger, verleihe, daß uns geleite dein mildreicher Segen auf allen Wegen! 8. Nichts raube uns des Her zens fromme Freude, oft kehre dieser Tag zurück, oft weide dein Volk, o Herr, sich an den Himmelsgaben, die hier uns laben! 9. Lob und Anbetung töne dir, o Vater! dir, Gottes Sohn! dir, Tröster und Berater! Lehr uns, dein Velf, durch alle Ewigkeiten dein Lob ausbreiten! Aus dem Lateinischen des acten Jahr Shunderts, oder noch früherer Zeit. 220. Mel. 183: Wie schön leuchtet der 2. Steig auf, du Lied im höhern Chor! ihr Herzen wallet mit empor in süßen Dankesweisen! Kommt, ihn, der seines Volks gedenkt, ihn, der uns einen Tempel schenkt, zu lieben und zu preisen! Heilig, heilig! singt dem Vater, 3. Ja, du in uns, und wir in dir! du höchstes Gut, dich suchen wir, komm unser Herz zu stillen! Von dir laß ausgeschlossen keins, in dir mach unsre Herzen eins, um deines Blutes willen! Alle, alle, den, der lehret, den, der höret, Eltern, Kinder, zeuch zu dir, du Heil der Sünder! 4. Einst sammelst du die Garben ein, einst wird ein Tag der letzte sein, daran wir hier erscheinen. O Jesu, dann verlaß uns nicht, dann wollst du dert im Himmelslicht uns rein um dich vereinen! Dir, dir weihn wir Herz und Sinne, keins entrinne deinen Händen, Herr, beginn und hilf vollenden. Albert Knapp. † 1864. 221. Glockenweihe. Mel. 45: Es ist das Seil uns ic. Dreieinger, großer Gott und Herr, heut sind zuerst erflungen Harita 134 Wort Gottes und Katechismus. zu deines Namens Preis und Jesus Christus streckt auch dir Ehr die neuen ehrnen Bungen. die Arm entgegen. Du haft sie uns zum Heil geschenkt, haft allen Unfall abgelenkt, wir danken dir von Herzen. 5. Und wallet zu dem Hochaltar zum Bunde heilger Ehe still betend ein verlobtes Paar, so mahn es aus der Höhe: Nehmt mich in euren Bund hinein! ich jedermann in deinem Rat und segne und ich kann allein den Wort sein Werk antrete, daß wir uns, wenn die Nacht einbricht, in deinem lieben Gnadenlicht getroft zur Ruhe legen. 2. Laß sie uns früh und abends ſpat aufrufen zum Gebete, daß 3. Laß ihren Klang an deinem Tag durch alle Herzen dringen, daß sie dein Volk mit hellem Schlag zu deinem Hause bringen, auch alle, die in Sündennacht verirret, dein nicht mehr gedacht, zu dir, Herr, wieder rufen. 4. Das Kind, das nach dem Vater weint, lad ein zum Kindschaftsbade, den Sünder, der sich selber feind, lad ein zum Mahl der Gnade: Komm, komm! der Tisch ist dir gedeckt, dein Heiland 4. Wort Gottes 222. Mel. 173: Was Gott thut, das ic. Dein Wert, o Herr, ist milder Tau für trostbedürftge Seelen. Laß keinem Pflänzchen deiner Au den Himmelsbalsam fehlen. Erquickt durch ihn laß jedes blühn und in der Zukunft Tagen dir Frucht und Samen tragen. rechten Einklang geben. 6. Gehn wir dann einst den leßten Gang hinaus zur engen Kammer, so töne aus der Glocken Klang, zum Trost in ihren Jammer, den Trauernden das Freudenwort: Stillt euren Schmerz! ich hab ihn dort zu Gnaden angenommen. 7. Dreieinger, großer Gott und Herr, laß es dir wohlgefallen, daß diese Glocken nimmermehr zu Krieg und Aufruhr schallen. Nur deines hohen Namens Ruhm laß sie im Haus und Heiligtum zu aller Zeit vermehren! Friedrich Ahlfeld, geb. 1810 nied und Katechismus. 2. Dein Wort, das Schwert, das Seel und Geist, auch Mark und Bein zertrennet, der Hammer, der den Fels zerschmeißt, das Feuer, welches brennet, o laß dies Wort noch fort und fort der Günde Macht zerscheitern und alle Herzen läutern! 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern für unsre Pilger Wort Gottes und Katechismus. reife, es führt auch Thoren hin zum Herrn und macht die Einfalt weise. Dein Himmelslicht verlösch uns nicht und leucht in jede Seele, daß keine dich verfehle. 135 223. Mel. 45: Es ist das Heil uns fommen 2c. Psalm 23. Der Herr ist mein getreuer Hirt, dem ich mich ganz vertraue; 4. Ich suchte Trost und fand zur Weid er mich, sein Schäflein, ihn nicht, da ward das Wort führt auf schöner grüner Que; der Gnade mein Labsal, meine zum frischen Wasser leit er mich, Buversicht, die Fackel meiner labt meine Seele kräftiglich durchs Pfade. Sie zeigte mir den Weg selge Wort der Gnade. zu dir und leuchtet meinen Schritten bis zu den ewgen Hütten. 5. Nun halt ich mich mit festem Sinn zu dir, dem sichern Horte; wo wendet ich mich anders hin? Herr, du hast Lebensworte. Noch hör ich dein: Komm, du bist mein! Das rief mir nicht vergebens ein Wort des ewgen 2. Er führet mich auf rechter Bahn von seines Namens wegen; obgleich viel Trübsal geht heran aufs Todes finstern Stegen, so grauet mir doch nicht dafür; mein treuer Hirt ist stets bei mir, sein Steckn und Stab mich trösten. Lebens. 6. Auf immer gilt dein Segensbund, dein Wort ist Ja und Amen. Nie weich es uns aus Herz und Mund und nie von unserm Samen. Laß immer bleibe. fort dein helles Wort in allen Lebenszeiten uns trösten, warnen, leiten! 3. Er hat mir einen Tisch bereit, sollte auch die Feind verbrießen, schenkt mir voll ein, läßt Öl der Freud über mein Haupt herfließen. Drum Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen allezeit; in seinem Haus ich Cornelius Beder. † 1604. Karl Bernhard Garve. † 1841. 224. Eigene Melodie.$ 3. ober leichter singbar mit Weglaffung bes ayrieleis: Komm, Gott Schöpfer x. 97. 7. D sende bald von Ort zu Ort den Durst nach deinen Lehren. Send Herr, dein Lebens2. Mof. 20, 1-17. wort und deinen Geist zu hören; Dies sind die heilgen zehn Geund send ein Heer von Meer bot, die uns gab unser Herre zu Meer, der Herzen Durst zu Gott, durch Mosen, seinen Diener stillen und dir dein Reich zu treu, hoch auf dem Berge Sinai. ( Kyrieleis.) füllen! 2. Ich bin allein dein Gott, 136 Wort Gottes und Katechismus. der Herr, tein Götter sollst du retten du und seine Schande haben mehr; bu sollst mir ganz decken zu.( Kyrieleis.) vertrauen dich, von Herzensgrunde lieben mich.( Kyrieleis.) 3. Du sollst nicht führen zu Unehrn den Namen Gottes, deines Herrn; du sollst nicht preisen recht und gut, ohn was Gott selber redt und thut.( Kyrieleis.) 4. Du sollst heilgen den siebent Tag, daß du und dein Haus ruhen mag; du sollst von deinm Thun lassen ab, daß Gott sein Werk selbst in dir hab.( Kyrieleis.) 5. Du sollst ehrn und gehorsam sein dem Vater und der Mutter dein, und wo dein Hand ihn dienen kann, so wirst du langes Leben han.( Kyrieleis.) 10. Du sollst deins Nächsten Weib und Haus begehren nicht noch etwas draus, du sollst ihm wünschen alles Gut, wie dirs dein Herze selber thut.( Kyrieleis.) 7. Die Eh sollst du bewahren rein, daß auch dein Herz fein andre mein, und halten keusch das Leben dein mit Zucht und Mäßigfeit gar fein.( Kyrieleis.) 8. Du sollst nicht stehlen Geld noch Gut, nicht wuchern jemands Schweiß noch Blut; du sollst aufthun dein milde Hand den Armen, die in deinem Land. ( Kyrieleis.) 11. All die Gebot uns geben sind, daß du dein Sünd, o Menschenkind, erkennen sollst und lernen wohl, wie man vor Gott recht leben soll.( Syrieleis.) 6. Du sollst nicht töten zorniglich, nicht hassen noch selbst rächen dich, geduldig sein und sanften Mel. 1: Ach Gott und Herr, wie ic Muts und auch dem Feinde thun Gott ist mein Hort und auf nur Guts.( Kyrieleis.) 9. Du sollst kein falscher Zeuge fein, nicht lügen auf den Nächsten bein, sein Unschuld sollst auch 12. Das helf uns der Herr. Jesus Christ, der unser Mittler worden ist, es ist mit unserm Thun verlorn, hilft er uns nicht von Gottes Zorn.( Kyrieleis.) in Martin Luther. † 1546. sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, o Herr mein Gott, mich von dem Glauben schrecken. biste mog 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie vernood stünd ich nie, wie ich dich würdig ehrte. du nt injuillo S 225. 143 4. Dein Wort erklärt der Seele Wert, Unsterblichkeit und Wort Gottes und Katechismus. 137 Leben; zur Ewigkeit ist diese Zeit fest bei deinem Worte stehn. Laß von dir mir übergeben. ad mich eifrig sein beslissen, dir zu dienen früh und spat, und mich stets zu deinen Füßen siten, wie Maria that. 5. Dein ewgen Rat, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt ich nicht, wär mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen.) 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden 227. nicht verzagen; nein, du verzeihst, Mel. 50: Freu dich sehr, o meine zc lehrst meinen Geist ein gläubig Abba fagen.) Nede, liebster Jeſu, rede, denn dein Kind giebt acht darauf. Stärke mich, denn ich bin blöde, daß ich meinen Lebenslauf dir zu Ehren seke fort. Ach, so laß dein heilig Wort in mein Herze sein verschlossen, dir zu folgen unverdroffen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte; durch meine Müh vermag ichs nie, dein Wort giebt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort, denn du hasts uns gegeben. Es sei mein Teil, es sei mir Heil und Kraft zum ewgen Leben. Christian Fürchtegott Gellert.+ 1769. noueri shenjtono Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf. bu + 1760. you to 226. Jou M 2. Ach, wer wollte dich nicht hören, dich, du liebster Menschenfreund! sind doch deine Wort und Lehren alle herzlich wohlgemeint. Sie vertreiben alles Leid; auch des Honigs Süßigkeit*) muß vor deinen Worten weichen, nichts ist ihnen zu vergleichen. Mel. 138: O Durchbrecher aller Bande. * Psalm 19, 11. Herr, dein Wort, bie edle Gabe, 3. Jesu, dein Wort soll mich diesen Schatz erhalte mir; denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ists nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu thun. laben, deine trofterfüllte Lehr will ich in mein Herz vergraben. Ach nimm sie ja nimmermehr hier von mir in dieser Zeit, bis ich in der Ewigkeit werde kommen zu den Ehren, dich, o Jesu, selbst zu hören. 2. Halleluja! Ja und Amen! 4. Unterdes vernimm mein Herr, du wolleft auf mich sehn, daß ich mög in deinem Namen Flehen, liebster Jesu, höre mich. Laß bei dir mich feste stehen, so 138 Wort Gottes und Katechismus. will ich dich ewiglich preisen mit wacker und, was hier dein FinHerz, Sinn und Mund; ich will ger schreibt, präge meinem Herzen dir zu jeder Stund Ehr und Dank ein, laß den Zweifel ferne sein. in Demut bringen und dein hohes Lob besingen. il Anna Sophia, Landgräfin von HessenDarmstadt. † 1683. 6. Was ich lese, laß mich merten; was du sagest, laß mich thun. Wird dein Wort den Glauben stärken, laß es nicht dabei beruhn, sondern gieb, daß auch dabei ihm das Leben ähnlich sei. 228. Mel. 58: Gott des Himmels 2c. Teures Wort aus Gottes Munde, das mir lauter Segen trägt, dich allein hab ich zum Grunde meiner Seligkeit gelegt. In dir treff ich alles an, was zu Gott mich führen kann. 2. Will ich einen Vorschmack haben, welcher nach dem Himmel schmeckt, so kannst du mich herrlich Laben, weil bei dir ein Tisch gedeckt, der mir lauter Manna schenkt und mit Lebenswasser tränkt. 3. Geist der Gnaden, der im Worte mich an Gottes Herze legt, öffne mir des Himmels Pforte, daß mein Geist hier recht erwägt, was für Schätze Gottes Hand durch sein Wort mir zugesandt. 4. Laß in dieses Leibes Schranten mich ohn eitle Sorgen sein. Schließe mich mit den Gedanken in ein stilles Wesen ein, daß die Welt mich gar nicht stört, wenn mein Herz dich reden hört. 5. Gieb dem Samen einen Acker, der die Frucht nicht schulbig bleibt. Mache mir die Augen 7. Hilf, daß alle meine Wege nur nach dieser Richtschnur gehn. Was ich hier zum Grunde lege, müsse wie ein Felsen stehn, daß mein Geist auch Rat und That in den größten Nöten hat. 8. Laß dein Wort mir einen Spiegel in der Folge Jesu sein. Drücke drauf dein Gnadensiegel, schließ den Schak im Herzen ein, daß ich fest im Glauben steh, bis ich dort zum Schauen geh. Benjamin Schmold. † 1787. 229. Mel. 71: Herr, wie du willst, so 2. Matth. 13, 1-23. rodna Wir Menschen sind zu dein, o Gott, was geistlich ist, untüchtig; dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig. Wir wissens und verstehens nicht, wo uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht weiset. 2. Drum sind vor Zeiten ausgesandt Propheten, deine Knechte, daß durch sie würde wohlbekannt dein Will und deine Rechte. Zum Wort Gottes und Katechismus. letten ist dein lieber Sohn, o viel Früchte bringen in Geduld, Vater, von des Himmels Thron selbst kommen, uns zu lehren. bewahren deine Lehr und Huld in feinem, gutem Herzen. 3. Für solches Heil sei, Herr, 8. Laß uns, dieweil wir leben gepreist! laß uns dabei verblei hier, den Weg der Sünder meiden, ben, und gieb uns deinen guten gieb, daß wir halten fest an dir Geist, daß wir dem Worte in Anfechtung und Leiden. Rott gläuben, dasselb annehmen jeder aus die Dornen allzumal, hilf zeit mit Sanftmut, Ehre, Lieb und Freud, als Gottes, nicht der Menschen. uns die Weltsorg überall und böse Lüste dämpfen. 9. Dein Wort, o Herr, laß allweg sein die Leuchte unsern Füßen, erhalt es bei uns klar und rein; hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rat und Trost in aller Not, daß wir im Leben und im Tod beständig darauf trauen. 139 4. Hilf, daß der losen Spötter Hauf uns nicht vom Wort abwende; denn ihr Gespött samt ihnen drauf mit Schrecken nimmt ein Ende. Gieb du selbst deinem Worte Kraft, daß deine Lehre in uns haft, auch reichlich bei uns wohne. 10. Gott Vater, laß zu deiner 5. Öffn uns die Ohren und Ehr dein Wort sich weit ausdas Herz, daß wir das Wort breiten. Hilf, Jesu, daß uns recht fassen, in Lieb und Leid, in deine Lehr erleuchten mög und Freud und Schmerz es aus der leiten. O heilger Geist, dein Acht nicht lassen; daß wir nicht göttlich Wort laß in uns wirken Hörer nur allein des Wortes, fort und fort Glaub, Lieb, Geduld sondern Thäter sein, Frucht und Hoffnung. hundertfältig bringen. 6. Am Weg der Same wird fofort vom Teufel weggenommen; auf Fels und Steinen kann das Wort die Wurzel nicht bekommen; der Same, so auf Dornen fällt, von Sorg und Wollust dieser Welt verdirbet und ersticket. David Denice. † 1680. 230. Mel. 79: Jch bank bir, lieber Herre. Wohl dem, der Jesum liebet und dessen Himmelswort! Der wird niemals betrübet von Satans List und Mord. Wo Jesus sich befindet, da stehet alles wohl; wer sich auf Jesum gründet, der 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich allhie dem guten Lande, und sein an guten Werken reich in unserm Amt und Stande, lebet lebensvoll. KUMKAMA Wort Gottes und Katechismus. ed 2. Bist du vielleicht verirret 231. vom rechten Lebensport, hat dich die Welt verwirret, komm, hier Mel. 138: O Durchbrecher aller Bande ist Gottes Wort; das wird dir Wort des Lebens, lautre Quelle, klärlich weisen die rechte Tugend- die vom Himmel sich ergießt! bahn, darauf du müssest reisen, Lebenskräfte giebst du jedem, der wenn du willst himmelan. dir Geist und Herz erschließt, der sich wie die welke Blume, die der Sonnenbrand gebleicht, dürftend von dem dürren Lande zu der Quelle niederneigt. 140 3. Bist du vielleicht betrübet, ja wirst du fort und fort in Kreuz und Not geübet, komm, hier ist Gottes Wort; das wird dich schon erquicken, daß, wenn gleich Höll und Welt dich wollen unterdrücken, du doch behältst das Feld. 4. Hast du dich lassen blenden, so daß bald hier, bald dort du tappest an den Wänden, komm, hier ist Gottes Wort; das machet, daß die Blinden sich zu dem rechten Steg hinwieder können finden von ihrem Irreweg. 5. Und wirst du gleich geführet auch durch den finstern Ort, da sonst der Tod regieret, komm, hier ist Gottes Wort; dies ist der Stab und Stecken, mit diesem kannst du dich auch vor dem letzten Schrecken beschützen mächtiglich. do 6. Hilf, Jesu, daß ich liebe dein feligmachend Wort, daß ich mich stets drin übe; hilf, liebster Seelenhort, daß ichs in meinem Herzen bewahr durch deine Hulb, damit in Kreuzes Schmerzen es Frucht trag in Geduld. Anna Sophia, Landgräfin von HeffenTarmftatt.+ 1688. 2. Ohne dich, was ist die Erde? Ein beschränktes finstres Thal.Ohne dich, was ist der Himmel? Ein verschloffner Freudensaal. Ohne dich, was ist das Leben? Ein erneuter finstrer Tod! Ohne dich, was ist das Sterben? Nachtgraun ohne Morgenrot. - 3. Wort des Lebens, du erleuchtest, doch erwärmst du auch zugleich; eine Hölle offenbarst du, aber auch ein Himmelreich. Furchtbar schreckest du die Sünder aus der dumpfen trägen Ruh; doch mit Liebe deckst du wieder jedes Büßers Fehle zu. 4. Einen Richter lehrst du fürchten, der mit rechter Wage wägt; doch auch einen Vater lieben, der mit Langmut alle trägt; einen Gott, der den geliebten eingen Sohn zum Opfer giebt, der an Ihm die Sünde richtet, und in Ihm die Sünder liebt. 5. Wert des Lebens, wer dich höret, dem versprichst du ewges and Heilige Taufe. re Heil; doch nur dem, der dich bewahret, wird das Kleinod einst zu teil. Nun, so will ich dich bewahren, Schwert des Geistes, 141 Gottes Wort! Hilf mir hier auf Erden streiten und die Kron erwerben dort. 18/201978) sart Johann Philipp Spitta.+ 1859. big ditontong dan bid as aid thesaj de idag 15. Heilige Taufe. mul 232oid of dit gegeben, so gieb mir, Jesu, deine Mel. 84: Ich will dich lieben, meine 2c. Gnad, auch dem Versprechen nachzuleben, das selbst dein Geist verDu unerforschlich Meer der siegelt hat. Des Satans Werk und Wesen sei kein Hindernis an meiner Treu. Gnaden, wie selig ist dein Wasserbad! Es heilet an mir allen Schaden, den Adams Fall gestiftet hat. Die Sündflut gehet über hin, wenn ich in dieser Arche bin. 2. Wie groß sind, Jesu, deine Gaben! Du kommst mit Wasser und mit Blut; und wenn wir diese Schätze haben, so erben wir das höchste Gut. Wenn ich damit gezeichnet bin, so ist der m= mel mein Gewinn. 6. Erhalte mich durch deine Taufe im Bunde der Lebendigen, und führe mich in meinem Laufe vom Irdischen zum Himmlischen, daß ich durch diesen Jordan geh und dort im Lebenslande steh. Benjamin Schmold. † 1737. 233. thisig res Mel. 181: Wer nur den lieben c. 3. Was frag ich nach der eitlen Ehre? Ich bin des Allerhöchsten Ich bin getauft, ich steh im Bunde Kind, weil ich in deren Zahl ge- durch meine Tauf mit meinem höre, die aus Gott selbst geboren Gott! So sprech ich stets mit find. Kein Ehrenstand ist diesem frohem Munde in Kreuz, in Trübgleich, das ist mein Recht zum sal, Angst und Not. Ich bin geHimmelreich. tidtauft, des freu ich mich; die Freude 4. Du schreibeft mich ins Buch bleibet ewiglich. des Lebens, du, meines Lebens Leben, ein; ach lasse mich doch nicht vergebens auf deinen Tod getaufet sein. Ja schreibe mich so kräftig an, daß mich kein Fluch vertilgen kann. and all d 2. Ich bin getauft, ich hab empfangen das allerschönste Ehrenkleid, darin ich ewiglich kann prangen hier und dort in der Herrlichkeit. Ich bin mit Jesu Blut erkauft, ich bin in seinen Tod getauft. 5. Hab ich dir Herz und Hand 142 Heilige Taufe. 3. Ich bin getauft, mir ist gegeben zu gleicher Zeit der heilge Geist; der heiliget mein Herz und Leben, dafür sei ewig Gott ge preist! D welche Zier und große Pracht, die mich gerecht und selig macht. 4. Jch bin getauft, ich bin geschrieben auch in das Buch des Lebens ein. Nun wird mein Vater mich ja lieben und seinem Kinde gnädig sein. Es ist mein Name Gott bekannt und eingeprägt in feine Hand. y sinden 234. Mel. 93: Jesu, meines Lebens Leben. Lasset mich voll Freuden sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der bei menschlichen Gebrechen dennoch ein Kind Gottes ist. Was sind alle Schätze nüße, da ich einen Schatz besitze, der mir alles Heil gebracht und mich ewig selig macht! 2. Reine Sünde macht mir bange, ich bin ein getaufter Christ! Denn ich weiß gewiß, so lange dieser Trost im Herzen ist, kann ich mich von Angst der Sünden, Jesu, durch dein Blut entbinden, weil das teure Wasserbad mich damit besprenget hat. 3. Satan, laß dir dieses sagen: Ich bin ein getaufter Christ! Und pd damit kann ich dich schlagen, ob 8. Ich bin getauft und bin zu- du noch so mächtig bist. Da ich frieden mit meines Vaters Lieb bin zur Taufe kommen, ist dir und Treu. Ich werde von ihm alle Macht genommen, und von 5. Ich bin getauft, was kann mir schaden? Ich bin und bleibe Gottes Kind. Ich weiß, ich bin bei Gott in Gnaden, bei dem ich allzeit Hilfe find. Denn wenn ich weine bitterlich, so spricht mein Vater: Hier bin ich! 6. Ich bin getauft, was kann mir fehlen, weil ja mein Vater an mich denkt? Wer kann die Wohlthat all erzählen, die er mir gnädig hat geschenkt? Mein Vater ist ein reicher Herr, der giebt mir immer mehr und mehr. nie geschieden, mein Liebestrieb wird stündlich neu. Wie es mein Vater schickt und fügt, bin ich in allem wohl vergnügt. 9. Ich bin getauft; ob ich gleich sterbe, was schadet mir das fühle Grab? Ich weiß mein Vaterland und Erbe, das ich bei Gott im Himmel hab; nach meinem Tod ist mir bereit des Himmels Freud und Seligkeit.juu Johann Friedrich Stard.+ 1756. 7. Ich bin getauft, ihr Feinde weichet! Ich stehe unter Gottes Schuß, der seinem Kind die Hände reichet, was acht ich eure Macht und Trut? Greift ihr ein Gottesfind nur an, so glaubt, daß Gott es schützen kann. Heilige Taufe. deiner Tyrannei machet Gottes Bund mich frei.m 4. Freudig sag ich, wenn ich stere: Ich bin ein getaufter Christ! Denn das bringet mich zum Erbe, daß im Himmel droben ist. Lieg ich gleich im Todesstaube, so versichert mich der Glaube, daß mir doch der Taufe Kraft Leib und Leben wieder schafft. 235. Mel. 104: Riebster Jefu, wir sind hier. Liebster Jesu, wir sind hier, deinem Worte nachzuleben. Dieses Kindlein kommt zu dir, weil du den Befehl gegeben, daß man sie zu Christo führe, denn das Himmelreich ist ihre. 143 5. Nun, wir legen an dein Herz, 5. Nun, so soll ein solcher Segen was vom Herzen ist gegangen, mir ein Trost des Lebens sein. führ die Seufzer himmelwärts Muß ich mich zu Grabe legen, und erfülle das Verlangen; ja, schlaf ich auch auf solchen ein. den Namen, den wir geben, schreib Ob mir Herz und Augen brechen, ins Lebensbuch zum Leben. soll die Seele dennoch sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der nun ewig selig ist! Benjamin Schmold. † 1737. Erdmann Neumeister.+ 1756. 2. Ja, es schallet allermeist dieses Wort in unsern Ohren: wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neu geboren, wird von dir nicht aufgenommen und in Gottes Reich nicht kommen. herfür und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden. 4. Hirte, nimm dein Schäflein an, Haupt, mach es zu deinem Gliede, Himmelsweg, zeig ihm die Bahn, Friedefürst, sei du sein Friede, Weinstock, hilf, daß dieser Rebe auch im Glauben dich umgebe. 236. Mel. 104: Liebster Jefu, wir sind hier. Nun Gottlob! es ist vollbracht, und der Bund mit Gott geschlossen; was uns rein und selig macht, ist auf dieses Kind geflossen; Jesus hat es eingesegnet und mit Himmelstau beregnet. 2. D du dreimal selig Kind, vom Dreieinigen geliebet, dem der Vater sich verbindt, dem der Sohn das Leben giebet, dem der Geist ist ausgegossen und der Himmel aufgeschlossen! 3. Werde fromm und wachse groß, werde deiner Eltern Freude, und dein selig Christenlos tröste 3. Darum eilen wir zu dir, dich in allem Leide; deine Taufe sei nimm dies Pfand von unsern die Thüre, welche dich zum Himmel Armen; tritt mit deinem Glanz führe! Benjamin Schmold+ 1737. 144 Konfirmation. spise 6. Konfirmation. 237. Mel. 137: D bu Liebe meiner Liebe. Bei dir, Jesu, will ich bleiben, stets in deinem Dienste stehn, nichts soll mich von dir vertreiben, will auf deinen Wegen gehn. Du bist meines Lebens Leben, meiner Seele Trieb und Kraft, wie der Weinstock seinen Reben zuströmt Kraft und Lebensfaft. 2. Könnt ichs irgend besser haben, als bei dir, der allezeit so viel tausend Gnadengaben für mich Armen hat bereit? Könnt ich je getroster werden, als bei dir, Herr Jesu Christ, dem im Himmel und auf Erden alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, der, was Jesus that, mir thut, mich erkauft von Tod und Sünder mit dem eignen teuren Blut? Sollt ich dem nicht an gehören, der sein Leben für mich gab, sollt ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich, so in Freude, wie in Leid, bei dir bleib ich, dir verschreib ich mich für Zeit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich gewärtig, auch des Rufs aus dieser Welt; denn der ist zum Sterben fertig, der sich lebend zu bir hält. 5. Bleib mir nah auf dieser Erden, bleib auch, wenn mein Tag sich neigt. Wenn es nun will Abend werden und die Nacht herniedersteigt, lege segnend dann die Hände mir aufs müde, schwache Haupt, sprechend: Kind, hier gehts zu Ende, aber dort lebt, wer hier glaubt. 6. Bleibe mir zur Seite stehen, wenn mir grauet vor dem Tod, als dem kalten scharfen Wehen vor dem Himmelsmorgenrot. Wird mein Auge dunkler, trüber, dann erleuchte meinen Geist, daß ich fröhlich zieh hinüber, wie man nach der Heimat reist. Karl Johann Philipp Spitta.+ 1859. 238. Mel. 181: Wer nur ben lieben 2c. Ich bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist; ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt. Ich bin in Christum eingesenkt; ich bin mit seinem Geist beschenkt. 2. Du haft zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt. Du hast die Frucht von deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir gewährt. Du willst Konfirmation. 239. in aller Not und Bein, o guter Geist, mein Tröster sein. Mel. 50: Freu dich sehr, o meine 2c. 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam ei getreu bis an das Ende, zugesagt. Ich habe mich aus daure redlich aus den Streit, reinem Triebe dein Eigentum zu leidest du gleich harte Stände, fein gewagt; hingegen sagt ich endlich ist der Sieg bereit. Ach bis ins Grab des Satans schnöden das Leiden dieser Zeit ist nicht Werken ab. wert der Herrlichkeit, so dein 4. Mein treuer Gott, auf Jesus dir will geben dort in deiner Seite bleibt dieser Bund jenem Freudenleben. wohl feste stehn; wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn. Nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall gethan. 2. Sei getreu in deinem Glauben! Laß dir seinen festen Grund ja nicht aus dem Herzen rauben; halte treulich deinen Bund, den dein Gott durchs Wasserbad fest mit dir geschlossen hat. Die da weichen, sind verloren, nur, die treu, sind außerkoren. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin; erwecke mich zu neuer Treue und nimm Besik von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen thut. 6. Weich, weich, du Fürst der Finsternisse, ich bleibe mit dir unvermengt. Hier ist zwar ein befleckt Gewissen, jedoch mit Jesu Blut besprengt. Weich, eitle Welt! du, Sünde, weich! Gott hört es; ich entfage euch. 145 7. Laß diesen Vorsak nimmer wanken, Gott, Vater, Sohn und heilger Geist! Halt mich in deines Bundes Schranken, bis mich bein Wille sterben heißt. So leb ich dir, so sterb ich dir; so lob ich dich dort für und für. Johann Jakob Rambach. 1735. 3. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt! An dem Nächsten Gutes übe; und ob er dich hat betrübt, denke, wie dein Heiland that, als er für die Feinde bat, so mußt du verzeihen eben, soll Gott anders dir vergeben. 4. Sei getreu in deinem Leiden! Laffe dich kein Ungemach von der Liebe Jesu scheiden; murre nicht in Weh und Ach. Hilft denn was die Ungeduld? Ach fie häufet nur die Schuld. Der trägt leichter, wer das träget mit Ge duld, was Gott aufleget. 5. Sei getreu in deinem Hoffen! Hilft Gott nicht, wie du gewillt, Mittel hat er ball 10 KRUUSTOD 146 Konfirmation getroffen, daß dein Wünschen werd erfüllt. Denke, wie er manche Zeit, bir zu helfen, war bereit; aber dein Ohr war verstopfet, als er bei dir angeklopfet. lauf von seiner Liebe scheiden. Sein alte Treu wird täglich neu, sein Wort steht nicht auf Schrauben; was er verspricht, das bricht er nicht, das sollst du kühnlich glauben. 6. Seigetreu in Todeskämpfen, fechte fühn den letzten Streit; 3. Sei Gott getreu, fein liebes will die Flut der Angst dich Wort standhaftig zu bekennen; dämpfen, schau, das Ufer ist nicht steh fest darauf an allem Ort, weit. Wer alsdann mit Jesu ringt und das Sündenfleisch bezwingt, dem sett er zum Gnadenlohne auf das Haupt die Lebenskrone. laß dich davon nicht trennen. Was diese Welt am höchsten hält, muß alles noch vergehen; sein liebes Wort bleibt immerfort ohn alles Wanken stehen. 7. Drum getreu, getreu aushalten mußt du deinem lieben Gott; ihn mußt du es lassen walten, wenn du nicht willst haben Spott. Rufe nur! Er ist schon hier; sein Herz bricht ihm gegen dir. Rufe nur! Gott ist vor handen; Hoffnung macht ja nicht zu schanden. Benjamin Prätorius. † nach 1668. 240. Mel. 142: D Herre Gott, dein sc. Sei Dei Gott getreu, halt seinen Bund, o Mensch, in deinem Leben! Leg diesen Stein zum ersten Grund, bleib ihm allein ergeben. Denk an den Kauf in deiner Tauf, da er sich dir verschrieben bei seinem Eid, in Ewigkeit als Vater dich zu lieben. 2. Sei Gott getreu von Jugend auf; laß dich nicht Lust noch Leiden in deinem ganzen Lebens4. Sei Gott getreu, der immer sich läßt treu und gnädig finden; streit unter ihm nur ritterlich, laß über dich den Sünden ja wider Pflicht den Zügel nicht; und wär ein Fall geschehen, so sei bereit, durch Buß beizeit nur wieder aufzustehen. 5. Sei Gott getreu bis in den Tod und laß dich nichts abwenden; er kann und wird in aller Not dir treuen Beistand senden. Und käm auch gleich der Hölle Reich mit aller Macht gedrungen, wollt auf dich zu, so glaube du, du bleibest unbezwungen. 6. Wirst du Gott also bleiben treu, wird er sich dir erweisen, daß er dein lieber Vater sei, wie er dir hat verheißen, und eine Kron zum Gnadenlohn im Himmel dir aufseßen, da wirst du dich dann ewiglich an seiner Treu ergößen. Michael Franc. † 1667. 2 Das heilige Abendmahl. 241. Mel. 131: Nun lob, mein Seel 2c. So schreib ins Buch des Lebens, o Herr, auch ihre Namen ein, und laß sie nicht vergebens dir, Jesu, zugezählet sein. Be7. Das heilige 147 wahr sie vor der Sünde und vor der ewgen Pein; ach präg es jedem Kinde heut tief ins Herz hinein, daß es zum ewgen Leben durch dich erkaufet ist; denn du willst allen geben dein Heil, Herr Jesu Christ. Unbekannter Dichter. Abendmahl. digt mich, bei diesem halt ich dich; du wirst mich laben. 6. Nur Glauben schenke mir, der mich, mein Arzt, mit dir genau verbinde, damit mein franker Geist, wenn er dein Mahl geneußt, Gesundheit finde. 2. Der wird dein Gast, o Geist, 7. Laß dein gesegnet Blut, das lauter Wunder thut, mein den das, was Himmel heißt, Herz durchdringen; laß diesen nicht kann umschließen. Der, edlen Saft Heil, Trost und Ledem die Welt zu klein, giebt benskraft mir Armen bringen. fich in Brot und Wein dir zu genießen. 8. Der Leib, der für die Welt zum Opfer dargestellt, sei meine Speise, durch deren Kraft mein. Geist, der sich der Welt entreißt, zum Himmel reise. 9. Dies Pfand von deiner Huld, die dich für meine Schuld in Tod getrieben, verbinde meinen Sinn, so lang ich leb und bin, dich treu zu lieben. 242. Mel. 117: Mein Jesu, der du mich zc. Auf Seele, schicke dich, dein Heiland nahet sich; geh ihm entgegen. Nimm Abschied von der Lust und laß jetzt deine Brust nichts Eitles hegen. 3. D Liebe, die sich hier in ihrer schönsten Zier vollkommen zeiget! Huld, der kein Ziel bekannt, die über den Verstand der Engel steiget! 4. Ach wie komm ich dazu, daß so ein Herr wie du mein Haus beschreitet? Daß mir das höchste Gut von seinem Leib und Blut ein Mahl bereitet? 5. Doch da dirs so gefällt, hab ich mich eingestellt, du willst es haben. Dein Wort entschul10. Wie du, o höchstes Gut, dich mir mit Leib und Blut haft übergeben, so wirke du in mir, daß ich hinwieder dir mag einig leben. 11. Gieb, daß ich als ein 10* Das heilige Abendmahl. 148 Zweig, an Saft und Leben reich, nun an dir bleibe und als in dich versetzt, stets frisch und unverleßt, viel Früchte treibe. 12. Mein Leben sei in dir, dein Leben sei in mir: nimm mich zu eigen. Ich will auf dich nun sehn und nur die Wege gehn, die du wirst zeigen. 13. Du haft an mir gethan ein Werk, das niemand kann nach Würden preisen. Gieb, daß ich willig sei, dem Nächsten Lieb und Treu auch zu erweisen. 14. Buletzt gewähre mir, daß ich mich dort mit dir zu Tische sebe und mich in deinem Reich mit Abraham zugleich an dir ergötze. Johann Jakob Rambach. † 1735. 3. Zwar bin ich deiner Gunst nicht wert, als der ich jetzt erscheine mit Sünden allzuviel beschwert, die schmerzlich ich beweine. In solcher Trübsal tröstet mich, Herr Jesu, daß du gnädiglich der Sünder dich erbarmeſt. 4. Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ, komm selbst, dich mir zu schenken! Dein Blut, das mir vergoffen ist, woll auch mich Schwachen tränken. Ich bleib in dir, du bleibst in mir, drum wirst du, güldne Himmelsthür, auch mich einst dort aufnehmen. Johann Nist. † 1667. 244. Mel. 50: Freu bich sehr, o meine Gott sei Lob! der Tag ist kom 243. men, da ich Jesu werd vertraut, da ich, aller Schuld entnommen, werd in Gottes Huld geschaut. Eigene Melodie. 36. Du Lebensbrot, Herr Jesu Gott sei Lob, daß mir bereit iſt des Lammes Hochzeit heut, da mir Gott zum ewgen Leben will den ganzen Jesum geben. Christ, kann dich ein Sünder haben, der nach dem Himmel hungrig ist und sich mit dir will laben: so bitt ich dich demütiglich, du wollest recht bereiten mich, daß ich recht würdig werde. 2. Auf grüner Aue wollest du mich diesen Tag, Herr, leiten, den frischen Wassern führen zu, den Tisch für mich bereiten. Ich bin zwar fündlich, matt und krank, doch laß mich deinen Gnadentrant aus deinem Becher schmecken. 2. Gott, ich komm bei frühem Morgen zu dir als dein liebes Kind, leg in deine Vatersorgen mich mit Leib und Seel geschwind. Abba, Vater, sorg für mich, daß ich ja heut würdiglich als dein Gast bei dir erscheine und mit Jefu mich vereine. 3. Christe, du Lamm Gottes, höre, trag auch heute meine Sünd; Das heilige Abendmahl. Bräutigam, dich zu mir kehre, guter Hirt, dein Schäflein find. Deiner Güte ich vertrau; führe mich auf grüner Au, speise mich, mir stets zu gute, heut mit deinem Leib und Blute. 4. Heilger Geist, den ich um faffe, bleibe heut und stets bei mir; mich mit Beistand nicht verlasse, sondern hilf, daß selig hier mir zum Nutze, Gott zum Preis, ich genieß die Himmelsspeis, daß ich darnach christlich lebe, freudig meinen Geist aufgebe. Amilia Juliane, Gräfin von SchwarzburgRudolstadt. † 1706. Lamm am martervollen Kreuzesstamm zur Tilgung meiner Sündenlast dich auch für mich geopfert hast, 2. Hier feir ich deinen bittern Tod, hier nährst du mich mit Himmelsbrot, hier ist das un schäßbare Gut, das du mir giebst, dein Leib und Blut. 3. Hier labet mich als deinen Gast der Leib, den du geopfert haft, dein Blut, das, o Herr Jesu Christ, am Kreuzesstamm vergoffen ist. 149 empfahe nicht des Lebens Speise zum Gericht! 5. Hilf, daß mühselig und beschwert mein gläubges Herz darnach begehrt, der Wohlthat ganze Größ ermißt, auch deiner Liebe nicht vergißt. 4. D Heiland, hilf mir, daß ich ja mit tiefer Ehrfurcht dir mich nah! D Herr, mein Mund 6. Hier deinen liebevollen Tod verkündigen ist dein Gebot; hilf, daß ich ihn als vor mir seh, auch sein Geheimnis recht versteh: 245. Mel. 177: Wenn wir in höchsten 2c. Herr, der du als ein stilles uns gnädig nehmen an. 7. Den Fluch, den hier mein Bürge trug, die Wunden, die auch ich dir schlug, den Segen, den du, als du starbst, durch deinen Tod auch mir erwarbst. 8. Mein Herr und Gott, ich glaub an dich und weiß gewiß, du segnest mich; wenn wir im Glauben dir uns nahn, willst du 9. Ich Erd und Asche bins nicht wert, daß so viel Heil mir widerfährt; du willst, mein Heiland, nicht verschmähn, zu meinem Herzen einzugehn. 10. Mein Herz steht offen, richte du dirs selbst zu deiner Wohnung zu; wirf alle Laster ganz hinaus, schmück es mit jeder Tugend aus. 11. Du kommst; gesegnet seist du mir! Du bleibst in mir, ich bleib in dir; ich end in dir einst meinen Lauf, du weckest mich vom Tode auf. 12. O wie so großen Segen giebt dein Bundesmahl dem, der Das heilige Abendmahl. 150 dich liebt! Ihm ists ein Pfand der Seligkeit, ein Siegel der Gerechtigkeit. 13. Ach wie so reich ergießet sich hier meines Gottes Lieb in mich! Hier schau ich seine Lieblichkeit, hier schmeck ich seine Freundlichkeit. Erden mir des Himmels Vorschmack werden. 3. Gnadenvoll willst du mir schenken deinen Leib, dein teures Blut. Drum so laß mich wohl bedenken, was hier deine Liebe thut, und verleihe, daß ich nicht eß und trinke zum Gericht, was du doch zum Heil und Leben mir im Abendmahl willst geben. 4. Wirke heilige Gedanken in der Seele, die dich ehrt. Halte meinen Sinn in Schranken, wenn mich Furcht und Zweifel stört. Fühl ich immer Sündennot, so erquicke mich dies Brot, dieser Kelch mit deinem Blute; denn es floß auch mir zu gute. 246, 5. Ohne dich ist ja kein Leben; gieb mir neue Lebenskraft! Ich bin mit Gefahr umgeben, du bists, der mir Hilfe schafft. Arm am Geist komm ich zu dir; laß Mel. 179: Werde munter, mein 2c. Herr, du haft für alle Sünder dein Abendmahl auch mir bei so mancher Last auf Erden, Herr, zu großer Stärkung werden. einen reichen Tisch gedeckt, wo das Brot der armen Kinder nach des Vaters Liebe schmeckt. Hier erschein ich als ein Gast, welchen du geladen hast. Laß mich nicht mit falschem Herzen deine große Huld verscherzen. 6. Laß mich deine Liebe schmecken und die Güter jener Welt; oder, wenn je Furcht und Schrecken mich dabei noch überfällt, so verleihe mir dein Blut einen rechten Freudenmut, daß ich meinen Trost im Glauben mir durch niemand laffe rauben. 14. Auch stärkt mich dieses Mahles Kraft auf meiner ganzen Pilgerschaft, den Feinden stark zu widerstehn, die mir nach meiner Seele stehn. 15. Und wenn du mich, o Lebensfürst, zur Seligkeit vollen den wirst, ergötzt mit Freuden ohne Zahl mich dort dein ewges Abendmahl. Johann Abolph Schlegel. † 1793. 2. Höre mich, o Herr der Güte! Mache mich vom Eitlen frei, daß voll Andacht mein Gemüte und mein Herz dir heilig sei. Nur zu dir steht mein Vertraun; lehr mich gläubig auf dich ist; keinen meiner Brüder haffen, schaun, und laß deinen Tisch auf der mit mir Ein Brot genießt. 7. Tief will ichs zu Herzen fassen, daß dein Tod mein Leben Das heilige Abendmahl. Deiner will ich mich erfreun, bis ich werde bei dir sein und die Fülle deiner Gaben, meinen Gott und alles, haben. Kaspar Neumann. † 1715. 247. Chor. Mel. 169: Wachet auf, ruft uns bte 2c. Herr, du wollst sie vollbereiten zu deines Mahles Seligkeiten; sei mitten unter ihnen, Gott! Heil und Leben zu empfahen, laß fie, o Sohn, fich würdig nahen, und sprich sie los von Sünd und Tod. Denn durch den Glauben rein, sind sie, o Mittler, dein, sind unsterblich. Ach, die hier stehn, und zu dir flehn, laß sie am Ziel die Krone sehn! Gemeinde. Mel. 95: Jesus, meine Zuversicht. 1. Die ihr seine Laufbahn lauft, teure miterlöste Brüder, all auf Christi Tod getauft, alle seines Leibes Glieder, kommt, Versöhnte, kommt, erneut euren Bund der Seligkeit. 2. Nehmet hin und eßt sein Brot; Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt, ihr trinkt das Leben; hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. 151 Heiligtum, du bist als ein Fluch ans Kreuz gehangen. Also bist du durch den Tod eingegangen, Sohn, zu Gott. 4. Hoherpriester, ja du bist auch für diese eingegangen. Sprich sie Los, Gott, Jesu Christ, wenn sie nun dein Mahl empfangen; laß fie fühlen: ins Gericht kommen, die da glauben, nicht. 5. Nehmet hin und eßt sein Brot; Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt, ihr trinkt das Leben; hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. 6. Ausgeschüttet warest du, warst wie Wasser hingegossen, suchtest, fandest keine Ruh. Deines Todes Wunden flossen, strömten über, ach vom Blut, deines großen Opfers Blut. 7. Deiner Zunge Durst war heiß, heißer noch der Durst der Seele. Müd in deines Todes Schweiß hing dein Leib, und deine Seele lechzte schmachtender zum Herrn, doch schien seine Hilfe fern. 8. D wie warst du fürchterlich, Tod der Sünder! Sterben, sterben sollte der Versöhner, dich, dich zu retten vom Verderben. Ewig faffen dein Gericht endliche Gedanken nicht. 9. Jesus rief: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich ver3. Hoherpriester Jesu Christ, lassen! starb darauf den Kreuzesdu bist einmal eingegangen in das tod. Wer kann diese Liebe fassen? Das heilige Abendmahl. 152 Fluch und Tod sind nun nicht mehr; gebt, ach gebt dem Mittler Ehr! 10. Nehmet hin und eßt sein Brot. Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt, ihr trinkt das Leben. Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. Friedrich Gottlieb Alopstod.+ 1808. 248. Mel. 71: Herr, wie du willst, so 2c. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden, wir kommen, deinen Leib und Blut, wie du uns haft geladen, zu deiner Liebe Herrlichkeit und unsrer Seelen Seligkeit zu essen und zu trinken. 2. D Jesu, mach uns selbst bereit zu diesem hohen Werke; schenk uns dein schönes Ehrenkleid durch deines Geistes Stärke. Hilf, daß wir würdge Gäste sein und werden bir gepflanzet ein zu ewgem Himmelswesen. 3. Bleib bu in uns, daß wir in dir auch bis ans Ende bleiben; laß Sünd und Not uns für und für nicht wieder von dir treiben, bis wir durch deines Nachtmahls Kraft in deines Himmels Bürgerschaft einst ewig selig werden. Um 1724. 249. Mel. 183: Wie schön leuchtet der zc Herr Jesu, dir sei Preis und Dank für diese Seelen- Speis und Trank, damit du uns begabet. Jm Brot und Wein dein Leib und Blut wahrhaftig kommt uns sehr zu gut und unsre Herzen labet. Daß wir in dir uns erfreuen, wohl gedeihen, ewig leben, solches wollest du uns geben. 2. Du kehrest, o Immanuel, ja selber ein in unsre Seel und willst da Wohnung machen; drum uns ein solches Herz verleih, o Gott, das frei und ledig sei von allen eitlen Sachen. Bleibe, treibe unfre Sinnen und Beginnen, daß wir trachten, alle Weltlust zu verachten. 3. Ach Herr, laß uns doch nehmen nicht dein wertes Nachtmahl zum Gericht; ein jeder recht bedenke, daß er mit diesem Lebensbrot im Glauben stille seine Not. Der Fels des Heils uns tränke, züchtig, tüchtig dich dort oben stets zu loben, bis wir werden zu dir kommen von der Erden. 4. D daß wir solche Seligkeit erwarten möchten allezeit in Hoffnung und Vertrauen; und nachmals aus dem Jammerthal eingehen in den Himmelssaal, dein Antlitz, Herr, zu schauen; da fich fröhlich alle Gäste auf das beste werden laben und ganz volle Gnüge haben. Das heilige Abendmahl. 153 rufft, und er erhört dich schon, spricht liebreich: Sei getrost, mein Sohn; die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft, und wirst nun dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. 4. Ich schenke vir die Seligkeit, bewahre sie im Glauben und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir; ich bin der Weinstock, bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, 250. Mel. 13: An Wasserflüssen Babylon. Ich komme, Herr, und suche dich ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würdge mich des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten; ich fühle meiner Sünden Müh, ich suche Ruh und finde sie im Glauben der Erlösten. 5. Ja Herr, mein Glück ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen, und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich fortan nun eifrig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweiſen. Christian Fürchtegott Gellert. † 1769. 5. Das gieb du uns von deinem Thron, o Jesu Christe, Gottes Sohn, giebs durch dein bittres Leiden. Dasselbe, weil wir leben hier, laß uns betrachten für und für, und alles Böse meiden. Amen! Amen! hilf uns kämpfen, hilf uns dämpfen alle Sünden, hilf uns fröhlich überwinden. Bernhard von Derschow. † 1639. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder. Du hast die Handschrift abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht, und an dein Wort: Es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet, du hast für mich dich dargestellt; Gott war 251. Mel. 152: Schmücke dich, o liebe Seele. in dir und hat die Welt in dir Komm, mein Herz, in Jesu Leimit sich verfühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir; er tilget deine Sünden, und läßt an seiner Tafel hier dich den dich zu laben und zu weiden; stille hier dein sehnlich Dürsten an dem Mahl des Lebensfürsten. Daß ich einen Heiland habe, und Gnad um Gnade finden. Du in seinem Heil mich labe, und in 154 Das heilige Abendmahl sein Verdienst mich kleide, das ist solch ein Denkmal selbst gestiftet, meines Herzens Freude. daß ich einen Heiland habe, der gekreuzigt sant zu Grabe, daß er meinen Tod bezwänge und in seinen Sieg verschlänge. 2. Zwar hab ich ihn alle Tage, wenn ich Sehnsucht nach ihm trage; er ist auf der Himmelsreise täglich meine Seelenspeise. Daß ich einen Heiland habe, bleibt mein Alles bis zum Grabe, und ich mag nichts andres wissen, als sein teures Heil genießen. 7. Heilges Brot, sei mir gesegnet, weil mir der mit dir begegnet, dessen heilge Todeswunden die Erlösung mir erfunden. Daß ich einen Heiland habe, der erblaßt und tot im Grabe auch für meine Schuld gelegen, will ich schmecken und erwägen. 8. Heilger Wein, sei mir ge segnet, weil mir der mit dir begegnet, dessen Blut mich lässet finden die Vergebung aller Sünden. Daß ich einen Heiland habe, der die arme Seele labe, muß nicht dies mein Dürsten stillen und mein Herz mit Wonne füllen? 9. Er befiehlts, mich satt zu essen, meines Jammers zu vergessen; er gebeuts, mich satt zu trinken, und in Freude zu versinken, daß ich einen Heiland habe, der sich selbst zur Opfergabe, ja zur Nahrung und zum Leben mir aus ewger Huld gegeben. 3. Aber ich will mit Verlangen auch sein Abendmahl empfangen. Hier darf Seel und Leib ihn essen, und so kann ichs nicht vergessen, daß ich einen Heiland habe, der am Kreuz und in dem Grabe, wie sein Wort mir sagt und schreibet, mein Erlöser war und bleibet. 4. Ach wie werd ich oft so müde, wie entweicht der süße Friede! Sünd und Welt kann mich verwunden, wenn mir dieses Licht entschwunden, daß ich einen Heiland habe, der mit seinem Hirtenstabe, sanft und mild und voll Vergeben, mir nichts ist, als Heil und Leben. 5. D ich Armer, ich Verlorner, ich in Sünden schon Geborner! was wollt ich vom Troste wissen, wäre dies mir weggerissen, daß ich einen Heiland habe, dessen Blut mich Sünder labe! Besser wär es, nie geboren, als dies teure Wort verloren. 6. Sei gesegnet, ewge Liebe, daß du mir aus treuem Triebe, da das Mißtraun mich vergiftet, 10. Will hinfort mich etwas quälen, oder wird mir etwas fehlen, oder wird die Kraft zerrinnen, so will ich mich nur besinnen, daß ich einen Heiland habe, der vom Kripplein bis zum Grabe, bis zum Thron, wo man ihn ehret, mir, dem Sünder, zugehöret. Ernst Gottlieb Woltersdorf. † 1761. Das heilige Abendmahl. 252. Diel. 19: Aus meines Herzens Grunde. Kommt her, ihr seid geladen! der Heiland rufet euch; der süße Herr der Gnaden, an Huld und Liebe reich, der Erd und Himmel lenkt, will Gastmahl mit euch halten und wunderbar gestalten, was er in Liebe schenkt. 155 hell aus der Sünden Nacht; verkünde und erzähle die tiefe Wundermacht, die unermeßlich süß, ein Born der Liebe, quillet, und jeden Jammer stillet, der fast verzweifeln ließ. 7. Drum jauchze, meine Seele, drum jauchze deinem Herrn, verkünde und erzähle die Gnade nah und fern, den Wunderborn im 2. Kommt her, verzagte Sün- Blut, die selge Himmelsspeise, die der, und werft die Ängsten weg! auf verborgne Weise dir giebt kommt her, versöhnte Kinder, hier das höchste Gut! Ernst Moritz Arndt. † 1860. ist der Liebesweg! Empfangt die Himmelslust, die heilge Gottesspeise, die auf verborgne Weise erquicket jede Bruſt! 3. Kommt her, betrübte Seelen, die Not und Jammer drückt, mit Gott euch zu vermählen, der wunderbar beglückt! Kommt, legt auf ewig ab der Sünde bange Säumnis, empfanget das Geheimnis, das Gott vom Himmel gab! 4. D wunderbare Treue! so locst du mich zu dir? O wunderbare Weihe! so nahst du selig mir? Ich soll der Sünden Tod in deinem Blute trinken, vergehen und versinken in deiner Liebe, Gott. 5. D Wonne kranter Herzen, die mir von oben kam, verwunden sind die Schmerzen, getröstet ist der Gram. Was von dem Himmel fleußt, hat lieblich sich ergoffen; mein Herz ist gar durchflossen vom süßen Liebesgeift. 6. Drum jauchze, meine Seele, 253. Mel. 114: Meinen Jesum laß ich nicht. meinen Jeſum laß ich nicht, meine Seel ist nun genesen; selig ist das heutge Licht, da ich Jesu Gast gewesen. Drum ruft jetzt mein Herz und spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Meinen Jesum laß ich nicht, weil er mich so brünstig liebet und sich in mein Herze flicht, ja, sich mir zu eigen giebet und sich ewig mir verspricht. Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Herr, dein Leib und teures Blut, Jesu, das ich jetzt genossen, stärkt mich und macht alles gut, daß ich hinfort nicht verstoßen bin von Gottes Angesicht. Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Wohl mir, daß mich nichts mehr drückt; ach wie wohl ist mir BILD Das heilige Abendmahl. geschehen! Meine Seel ist ganz frischen Proben schließen, wie entzückt, weil ich, Jesu, dich gesehen. Jesu, meine Zuversicht, dich, mein Jesu, laß ich nicht. brünstig deine Liebe sei. Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen verneuern sich in unsern Herzen. 3. Es wird dem zitternden Gewissen ein neues Siegel aufgedrückt, daß unser Schuldbrief sei zerrissen, daß unsre Handschrift sei zerstückt, daß wir Vergebung unfrer Sünden in deinen blutgen Wunden finden. 4. Das Band wird fester zugezogen, das dich und uns zusammenfügt. Die Freundschaft, die wir sonst gepflogen, fühlt, wie sie neue Stüßen kriegt. Wir werden mehr in solchen Stunden mit dir zu einem Geist verbunden. 5. Dies Brot fann wahre Nahrung geben, und dieser Kelch erquickt den Geist. Es mehrt sich unser innres Leben, wenn unser Glaube dich geneußt. Wir fühlen neue Kraft und Stärke in unserm Kampf und Glaubenswerke. 6. Wir treten in genaure Bande mit deines Leibes Gliedern ein, daß wir und sie in solchem Stande Ein Herz und Eine Seele nacht uns hast die Früchte deiner sein. Der Geist muß mehr zuLeiden in einem Testament vermacht, es preisen gläubige Gemüter dich, Stifter dieser hohen Güter. sammenfließen, da wir Ein Fleisch und Blut genießen. 7. Dein Fleisch muß uns zum Pfande dienen, daß unser Fleisch, der Schwachheit voll, einst herrlich aus dem Staube grünen und un2. So oft wir dieses Mahl genießen, wird dein Gedächtnis bei uns neu. Man kann aus verweslich werden soll, ja daß 156 5. Meinen Jesum laß ich nicht, er ist ja mein Bruder worden. Troß, daß Welt und Satan spricht, ich sei noch in ihrem Drden. Nein, mein Jesus ist mein Licht; dich, mein Bruder, laß ich nicht. 6. Laß mich auch, mein Jesu, nicht, wenn es mit mir kommt zum Ende, wenn mir Sinn und Herze bricht. Jesu, nimm in deine Hände meinen Geist, mein Lebenslicht. Ach, mein Jesu, laß mich nicht! 7. Und des bin ich auch gewiß, weil mein Jesus mir verheißen, aus des Todes Finsternis mich mit starker Hand zu reißen. Drum mein Herze gläubig spricht: Amen, Jesum laß ich nicht. Johann Friedrich Mayer. † 1712. 254. Mel. 42: Erquice mich, bu Heil 2c. Mein Jesu, der du vor dem Scheiden in deiner letzten Trauer Das heilige Abendmahl. 157 du uns ein ewig Leben nach diesem 4. Er ist voller Lindigkeit und kurzen werdest geben. chvoll Güte, ganz der Demut ist 8. O teures Lamm, so edle Gaben hast du in dieses Mahl gelegt. Da wir dich selbst zur Speise haben, wie wohl ist unser Geist verpflegt! Dies Mahl ist unter allen Leiden ein wahrer Vorschmack jener Freuden. 9. Dir sei Lob, Ehr und Preis gesungen! ein solcher hoher Liebesgeweiht sein Gemüte, ist zu lauter Treu bereit und zum Friede. Trauet seiner Güte. 5. Seelenruh bedürfet ihr, Trost und Leben; Seelenruhe wird euch hier dargegeben, Seelenruhe quillt euch hier, Trost und Leben; eilt, darnach zu streben. 6. O sein Joch ist sanft und schein verdient, daß aller Engel soll nie beschweren; sein Gesetz Bungen zu dessen Ruhm ge- iſst liebevoll, zu gewähren allen schäftig sein. Wird unser Geist Friede, Ruh und Wohl, die es zu dir erhoben, so wird er dich hören. Folget seinen Lehren. vollkommen loben. Johann Jakob Rambach. † 1735. 7. D Erlöser, bleibe doch unfre Freude und gewöhne an dein Joch deine Leute; tröste, stärk, erfreu uns hoch, Seelenweide, Jesu, unsre Freude! Valentin Ernst Löscher. † 1749. 255. Mel. 92: Jesu, meines Herzens Freud. 256, Nehmet Jesu Ladung an, teure Seelen, der für euch auf rauher Bahn sich ließ quälen. Kommt, ach kommt zu ihm heran, Heil zu wählen, kommt, erlöste Seelen. Mel. 130: Nun laßt uns Gott 2c. Jesu, meine Wonne, du meilichster auf Erden, laß mich dir dankbar werden. 2. Ängstiget euch das Gefühl ner Seelen Sonne, du Freundböser Thaten, seid ihr mannigfalt und viel durch den Schaden, der von Adam auf euch fiel, jetzt beladen, kommt zum Quell der Gnaden. 2. Wie kann ich gnugsam schätzen dies himmlische Ergößen und diese teure Gaben, die uns gestärket haben? 3. Wie soll ich dir es danken, o Herr, daß du mich Kranken gespeiset und getränket, ja selbst dich 3. Nehmet seine Last auf euch, o ihr Schwachen. Er kann stark, zufrieden, reich, selig machen. Lernet nur von ihm zugleich Gottes Sachen. Hier ist Kraft mir geschenket? der Schwachen. 4. Jch lobe dich von Herzen 158 Das heilige Abendmahl. für alle deine Schmerzen, für und freudig auferstehen, o Jesu' deine Schläg und Wunden, die dich zu sehen. Johann Rist. † 1667. du für mich empfunden. 5. Dir dank ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freu257. den; dir dank ich für dein Sehnen Schmücke dich, o liebe Seele, laß Eigene Melodie. 152. aliar und heiß vergoßne Thränen. 6. Dir dank ich für dein die dunkle Sündenhöhle, komm Lieben, das standhaft ist ge- ans helle Licht gegangen, fange blieben; dir dank ich für dein herrlich an zu prangen! Denn Sterben, das mich dein Reich der Herr voll Heil und Gnaden läßt erben. will dich jetzt zu Gaste laden; der den Himmel kann verwalten, will jetzt Herberg in dir halten. 2. Eil, wie Gottverlobte pflegen, deinem Bräutigam entgegen, der mit süßen Gnadenworten klopft an deines Herzens Pforten. Säume nicht, ihm aufzuschließen, wirf dich hin zu seinen Füßen, sprich: o Herr, laß dich umfassen, von dir will ich nicht mehr lassen. 3. Mag ein köstlich Gut auf Erden sonst um Geld erkaufet werden, du, o Herr, für deine Gaben willst nicht Erdenschätze haben, und in allen Bergesgründen könnt ich ja kein Kleinod finden, daß ich bei dem heilgen Mahle, Herr, dein Manna dir bezahle. 7. Jetzt schmecket mein Gemüte ein übergroße Güte; dies teure Pfand der Gnaden tilgt allen meinen Schaden. 8. Herr, laß mich nicht vergessen, daß du mir zugemessen die kräftig Himmelsspeise, wofür ich jeßt dich preise. 9. Du wollest ja die Sünde, die ich noch in mir finde, aus meinem Fleische treiben und kräftig in mir bleiben. 10. Nun bin ich los gezählet von Sünden und vermählet mit dir, mein liebstes Leben; was fannst du Wertres geben? 11. Ach laß, Herr, meine Seele in dieser Leibeshöhle doch allzeit mit Verlangen an deiner Liebe hangen. 12. Laß mich die Sünde meiden, laß mich geduldig leiden, laß mich mit Andacht beten und von der Welt abtreten. 13. Nun kann ich nicht verderben; drauf will ich selig sterben 4. Ach, wie hungert mein Gemüte, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach, wie pfleg ich oft mit Thränen mich nach dieser Koft zu sehnen! Ach, wie pfleget mich zu dürften nach dem Trank des Lebensfürsten: daß in diesem Brot 2 Das heilige Abendmahl. und Weine Christus sich mit mir vereine! 258. 5. Beides, Wonne und auch Mel. 160: Straf mich nicht in deinem 2c. Bangen, fühl ich jetzt mein Herz Tretet her zum Tisch des Herrn, umfangen. Das Geheimnis dieser Gott hat euch geladen; eure HerSpeise und die unerforschte Weise zen sein nicht fern von dem Mahl macht, daß ich voll Staunen merke, der Gnaden. Mit Bedacht nehmt Herr, die Größe deiner Werke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, der dein Allmacht kann ergründen? in acht, was euch Gott wird geben zu dem ewgen Leben. 2. Geht heran, schön angethan mit dem Glaubenskleide; solche Gäste stehn Gott an, sie sind seine Freude. Nehmt die Speis, gleicherweis trinkt sein Blut vergossen, o ihr Tischgenossen. Johann Georg Müller. † 1745. 6. Jesu, meines Lebens Sonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen! Hier fall ich zu deinen Füßen: laß mich würdiglich genießen dieser deiner Himmelsspeise mir zum Heil und dir zum Preise. 159 259. Mel. 79: Jch dant bir, lieber Herre. 7. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel her ge- Wen hast du dir geladen, mein trieben, daß du willig hast dein Heiland mild und gut, zu deiLeben in den Tod für uns gegeben, und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergoffen, das uns jetzt kann träftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. nem Tisch der Gnaden? Nicht die voll Kraft und Mut, die Reichen nicht und Satten sind dir willkommen dran; die Kranken und die Matten rufst du voll Huld heran. 8. Jesu, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens, oder mir vielleicht zum Schaden, sei zu deinem Tisch geladen! Laß mich durch dies Seeleneffen deine Liebe recht ermessen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mög dein Gast im Himmel werden. stativer at de Nach Joh. Frand. † 1677. 2. Da dürfen wir es wagen und treten mit heran; wir müßten wohl verzagen, gings nur die Starken an. Zu dir, dem guten Hirten, stelln wir voll Mut uns ein; du willst ja den Verirrten von Herzen gnädig sein. 3. Es sei dir, unserm Fürsten, fortan das Herz geweiht, mit Hungern und mit Dürsten nach Das heilige Abendmahl. 160 der Gerechtigkeit. Ach laß uns doch genießen das wahre Himmelsbrot und Lebensbäche fließen von uns bis in den Tod. 4. Laß uns darniedersinken an deinem Sühnaltar und reiche uns zu trinken den Kelch des Lebens dar. Wenn auf der Pilgerreise das Herz so matt und krank, ist das die rechte Speise, ist das der rechte Trant. 5. Wer glaubensvoll genoffen den Leib, dazu das Blut, für unfre Schuld vergossen, der hat es ewig gut; der ist vom Fluch entbunden, der jedem Sünder droht, hat Trost in schweren Stunden und in der letzten Not. Friedrich August Gottgetreu Tholuck.+ 1877 und Christian Friedrich Ziek 1836. 3. Wie heilig ist doch dieser Trank, der mein Verlangen stillet, der mein Gemüt mit Lob und Dank und heilger Freud erfüllet. D Lebenstrank, o heilges Blut, das einst geflossen mir zu gut, dich will ich jetzt empfangen. 2. Wie heilig ist dies Lebensbrot, dies teure Gnadenzeichen, 4. Welch unaussprechlich Glück ist mein, welch Heil hab ich gefunden! Mein Jesus kehret bei mir ein, mit ihm werd ich ver= bunden. Wie ist mein Herz so freudenvoll, daß ich in Jesu leben soll und er in mir will leben! 5. D wär doch auch mein Herz geweiht zu einer heilgen Stätte, damit der Herr der Herrlichkeit an mir Gefallen hätte! D wäre doch mein Herz der Ort, an welchem Jesus fort und fort aus Gnaden Wohnung machte! 260. 6. Mein Jesu, komm und Mel. 71: Herr, wie bu willst, fo. heile mich; was sündlich ist, verWie heilig ist die Stätte hier, treibe, damit ich nun und ewigwo ich voll Andacht stehe! Sie lich dein Tempel sei und bleibe. ist des Himmels Pforte mir, die Von dir sei ganz mein Herz ich nun offen sehe. D Lebens- erfüllt; Herr, laß dein heilig thor, o Tisch des Herrn! Vom Ebenbild beständig aus mir Himmel bin ich nicht mehr fern leuchten! und fühle Gottes Nähe. 7. Nun, du hast himmlisch mich erquickt, du hast dich mit gegeben; in dir, der mich so hoch vor dem des Herzens Angst und beglückt, will ich nun stündlich Not und alle Qualen weichen! leben! Laß mich, mein Heiland, allezeit von nun an bis in Ewigs D Brot, das meine Seele nährt, o Manna, das mir Gott beschert, feit mit dir vereinigt bleiben! dich will ich jetzt genießen! Balentin Ernst Löscher. † 1749. Das heilige Abendmahl. 261. Mel. 164: Balet will ich dir geben. Wie Sie könnt ich sein vergessen, der mein noch nie vergaß? wie seine Lieb ermessen, dadurch mein Herz genas? Ich lag in bittern Schmerzen, er kommt, und macht mich frei, und stets quillt aus dem Herzen ihm neue Lieb und Treu. 2. Wie sollt ich ihn nicht lieben, der mir so hold sich zeigt? wie jemals ihn betrüben, der so zu mir sich neigt? Er, der ans Kreuz erhoben, getragen meine Schmach, ruft er mir nicht von oben: Komm, folge du mir nach! 3. Ihn will ich ewig lieben, der mir aus Todesnacht, von meinem Schmerz getrieben, Unsterb161 lichkeit gebracht; der noch zur letzten Stunde mir reicht die treue Hand, daß mich kein Feind verwunde im Lauf zum Heimatland. 4. Er giebt zum heilgen Pfande mir seinen Leib, sein Blut, hebt mich aus Nacht und Schande, füllt mich mit Himmelsmut, will selber in mir thronen mit süßem Gnadenschein; sollt ich bei ihm nicht wohnen, in ihm nicht selig sein? 5. Bei Freude und bei Schmerzen durchleuchte mich dein Bild, wie du, o Herz der Herzen, geblutet hast so mild! Mein Lieben und mein Hoffen, mein Dulden weih ich dir; laß mir die Heimat offen, und dein Herz für und für! Christian Gottlob Kern. † 1835. 11 III. Der christliche Glaube. 1. Der Glaube im allgemeinen. 262. Eigene Melodie. 187. Wir glauben all an Einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Vater geben hat, daß wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel auch wohl be wahren; allem Unfall will er wehren, kein Leid soll uns widerfahren. Er forget für uns, hüt und wacht; es steht alles in feiner Macht. 3. Wir glauben an den heil gen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt und mit Gaben zieret schöne; die ganze Christenheit auf Erden hält in einem Sinn gar eben; hier all Sünd vergeben werden, das Fleisch soll auch wieder leben; nach diesem Elend ist bereit uns ein Leben in Ewigkeit. Amen. Martin Luther. † 1546. 263. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Eigene Melodie. 188. Herren, der ewig bei dem Vater Wir glauben all an Einen Gott, ist, gleicher Gott von Macht und Ehren; von Maria, der Jungfrauen, ist ein wahrer Mensch geboren durch den heilgen Geist im Glauben; für uns, die wir warn verloren, am Kreuz gestorben und vom Tod wieder aufer: standen durch Gott. Vater, Sohn und heilgen Geist, an den Herren Zebaoth, den die Schar der Engel preist, der durch seine große Kraft alles wirket, thut und schafft. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes und Marien Sohn, der vom Himmel kommen ist, und Der Glaube im allgemeinen. 163 uns führt ins Himmels Thron, seines Geistes Kraft und Licht der uns durch sein Blut und Tod hat erlöst aus aller Not. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, der von beiden gehet aus, der uns Trost und Beistand leist wider alle Furcht und Graus. Heilige Dreifaltigkeit, sei gepreist zu aller Zeit! Tobias Clausniger. † 1684. 264. Eigene Melodie. 12. An Einen Gott nur glauben wir, Vater, Sohn und heilgen Geist, Vater, Sohn und heilgen Geist, den froh die Schar der Christen hier, dort der Chor der Engel preist; der durch seine Huld und Kraft alles wirket, thut und schafft. 2. An Jesum Christum glauben wir, Gottes eingebornen Sohn, der für uns Mensch geworden hier, dort herrscht auf des Vaters Thron, der, indem er litt und starb, Heil und Leben uns erwarb. 3. Wir glauben an den heil gen Geist, dessen gnadenvolle Kraft an unfern Herzen sich erweist, Wollen und Vollbringen schafft. * Heilige Dreieinigkeit, fegne deine Christenheit! Dresdner Gesangbuch. uns bringet ins Gemüte, ein unbeweglich fester Grund, auf Gottes Wort und ewgen Bund in seinem Sohn geſtiftet. 2. Er ist ein göttlicher Beweis, den Gottes Zeugnis giebet, daß er uns selbst zu seinem Preis in seinem Sohne liebet; der macht das Herz so ganz gewiß, daß es ohn alle Hindernis zu Gott in Christo eilet. 3. Der Glaube höret, schmeckt und schaut die unsichtbaren Dinge, darauf mein Herze traut und baut, macht, daß ich fröhlich singe: Gott ist mein Gott, sein Sohn mein Heil, der heilge Geist hat mir mein Teil im Himmel schon versiegelt. und klein, wenn Trübfal sich er4. Ist oft mein Glaube schwach hebet, so muß es doch ein Glaube sein, weil er nach Hilfe strebet. So lange sich die Hoffnung regt, die mich nach Gott in Christo trägt, so ist ein Glaub im Herzen. mich und schlägt das Herz dar5. Drückt meiner Fehler Menge nieder, erhebt der alte Drache sich, nieder, erhebt der alte Drache sich, stellt Gott selbst sich zuwider, so kämpft und ringt des Glaubens Licht, bis es hindurch durch alles bricht und Gottes Liebe findet. 265. Mel. 45: Es ist das Heil uns kommen her. Hebr. 11. 6. Ich weiß, an wen ich glauben kann, das soll mir niemand Der Glaub ist eine Zuversicht nehmen; Gott ist mein Freund, zu Gottes Gnad und Güte, die den lauf ich an, so kann mich 11* Der Glaube im allgemeinen. nichts beschämen. Er läßt die ich ihm hier vertraue. Bald, bald nicht, die auf ihn sehn, und wenn verschwindet mir mein Schmerz, auch alles soll zergehn, so glaub und Himmelsfreudenschmeckt mein ich seinem Worte. Herz. 164 7. Auf diesen Glauben will ich nun getrost und freudig bauen; in Gottes Liebe will ich ruhn, auf Jesu Tod vertrauen, sein Geist soll Pfand und Zeugnis sein. Und so will ich in Gott allein durch meinen Glauben leben. Johann Hermann Schrader. † 1737. 266,50 in Mel. 139: D Ewigkeit, du 2c. Mein Glaub ist meines Lebens Ruh und führt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich glaube! Ach gieb mir, Herr, Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterblichkeit nichts meiner Seele raube. Tief präg es meinem Herzen ein, welch Heil es ist, ein Christ zu sein. 2. Ich bin erlöst, ich bin ein Christ! mein Herz ist ruhig und vergißt die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, ich bin des hohen Trostes voll: ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein Teil mir zu, hier kurzen Schmerz, dort ewge Ruh 4. Der du den Tod für mich bezwangst, du hast mich, Mittler, aus der Angst, in der ich lag, gerissen. Nur dir verdank ich meine Ruh, denn meine Wunden heiltest du und stilltest mein Gewissen; und fall ich noch in meinem Lauf, so richtest du mich wieder auf.it 5. Gelobt sei Gott! ich bin ein Christ, und seine Gnad und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Sein Wort hilft mir zur Heiligung, die Gnade wirkt Erneuerung des Herzens und des Lebens. Ich fühle, daß des Geistes Kraft den neuen Menschen in mir schafft. 6. Dank sei dir, Vater, Dank und Ruhm, daß mich dein Evangelium lehrt glauben, hoffen, lieben. Was mir schon jetzt in dieser Zeit den Vorschmack giebt der Seligkeit, wie sollt ich das nicht üben? Erhalte nur mein Herz dabei, so preis ich ewig deine Treu. Balthasar Münter. † 1793. 267. 3 Was seid ihr Leiden dieser Zeit mir, der ich meiner Ewigkeit mit Ruh entgegenschaue? Bald ruft mich Gott, und ewiglich be- Der Herr ist Gott, und keiner lohnet und erquickt er mich, weil mehr, frohlockt ihm, alle FromMel. 45: Es ist das Heil uns kommen 2c. S Der Glaube im allgemeinen. 165 men! Wer ist ihm gleich, wer Falle? Allgegenwärtig breitet sich ist wie er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß, sein Nam ist groß; er ist unendlich grenzenlos in seinem ganzen Wesen. That Castbottatico dein Fittich über alle; du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner. 7. Untadelhaft bist du und 2. Er ist und bleibet wie er gut und reiner, als die Sonne. ist. Wer strebet nicht vergebens, Wohl dem, der deinen Willen ihn auszusprechen, wer ermißt thut, denn du vergiltst mit Wonne; die Dauer seines Lebens? Wir du haft Unsterblichkeit allein, bist Menschen sind von gestern her; eh noch die Erde ward, war er, war, eh die Himmel waren. selig, wirst es ewig sein, hast Freuden, Gott, die Fülle. 8. Dir nur gebühret Lob und 3. Des Ewgen Thron um- Dank, Anbetung, Preis und Ehre; giebt ein Licht, das ihn vor uns kommt, werdet Gottes Lobgefang, verhüllet; ihn fassen alle Him- ihr, alle seine Heere. Der Herr mel nicht, die seine Größ er ist Gott, und keiner mehr; wer füllet. Er bleibet ewig, wie er ist ihm gleich? wer ist wie er, war, verborgen und doch offenbar so herrlich, so vollkommen? in seiner Werke Wundern. Johann Andreas Cramer. † 1788 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, fennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Verstand, und er umspannt mit seiner Hand die Erde samt dem Himmel. M 5. Ist er nicht nah, ist er nicht fern? weiß er nicht aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in Finsternis, was ihr beginnt, er siehts gewiß, er sieht es schon von ferne. 6. Wer schützt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem 268. Eigene Melodie. 32. Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre, ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere; vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort! 2. Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne? wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet und lacht uns von ferne, und läuft den Weg gleich als ein Held. 3. Vernimms und siehe die Wunder der Werke, die die Na 166 Der Glaube im allgemeinen. tur dir aufgestellt! Verkündigt heilig singen ihm zur Ehre aller Weisheit und Ordnung und Stärke Engel hohe Chöre. Herr, verdir nicht den Herrn, den Herrn nimm unfre Stimm, da auch wir der Welt? Geringen unsre Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig allen Eitelkeiten, die mit deinem Dienste streiten. Da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben, dir zum Eigentum ergeben. Du allein sollst es sein, unser Gott und Herre; dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, möcht ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst erweisen! Möcht ich wie die Engel immer vor dir stehen und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir für und für trachten zu gefallen, liebster Gott, in allem. 4. Rannst du der Wesen unzählbare Heere, den kleinsten Staub fühllos beschaun? Durch wen ist alles? O gieb ihm die Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun. 5. Mein ist die Kraft, mein ist Himmel und Erde; an meinen Werken kennst du mich. Ich bins, und werde sein, der ich sein werde, dein Gott und Vater ewiglich. 6. Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil. Ich bins; mich liebe von ganzem Gemüte, und nimm an meiner Gnade teil. Christian Fürchtegott Gellert.+ 1769 269. Mel. 191: underbarer König. Gott ist gegenwärtig! Laffet uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten! Gott ist in der Mitten! Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlagt die Augen nieder! Kommt, ergebt euch wieder! 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht gebücket dienen. Heilig, heilig, 5. Du durchdringest alles, wollst mit deinem Lichte, Herr, berühren mein Gesichte! Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten, laß mich so, still und froh, deine Strahlen faffen und dich wirken laffen. 6. Mache mich voll Einfalt, innig abgeschieden, sanft und still in deinem Frieden; mach mich reines Herzens, daß ich deine Klarheit schauen mag in Geist und Wahrheit. Laß mein Herz himmelwärts, wie ein Adler schweben und in dir nur leben. 7. Komm, in mir zu wohnen, laß mein Herz auf Erden dir ein Heiligtum noch werden! Komm, Der Glaube im allgemeinen. du nahes Wesen! dich in mir verkläre, daß ich stets dich lieb und ehre! Wo ich geh, wo ich steh, laß mich dein gedenken, mich in dich versenken. Gerhard Tersteegen. † 1769. Gott der Stärke; hehr ist sein Nam, und groß sind seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts, so sind und leben Welten; und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr nichts. 270. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr, immerGott ist mein Lied. Er ist der dar soll deines Namens Ehre, Eigene Melobie. 60. dein Lob in meinem Munde sein. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste; er herrscht als Gott, und seines Thrones Feste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 167 8. Er kennt mein Flehn und allen Rat der Seele; er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt, mir gnädig beizustehn. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott, und Gott in ewgen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war, in Himmel, Erd und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sikest oder gehest; ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest, so ist er allenthalben da. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern faffen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel; die Luft, das Meer, die Auen, Thal und Hügel, sie sind dein Loblied und dein Psalm. 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag, und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Rein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. 3ft Gott mein Schuß, will Gott mein Retter werden, so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden, und biete selbst der Hölle Truß. Christian Fürchtegott Gellert. † 1769. 168 Der Glaube im allgemeinen. 271. 6. Gott ist und bleibt getreu; laß alle Wetter krachen, Gott wird der Trübfal doch ein solches Ende Mel. 140: O Gott, du frommer Gott. Gott ist und bleibt getreu; sein machen, daß alles Kreuz und Not Herze bricht von Lieben, pflegt dir ewig nütze sei. So liebt der er gleich oft und schwer die Sei- Höchste dich; Gott ist und bleibt nen zu betrüben; er prüfet durch getreu. Unbekannter Dichter. Um 1695. das Kreuz, wie rein der Glaube sei, wie standhaft die Geduld. Gott ist und bleibt getreu. OUT 2. Gott ist und bleibt getreu; er hilft ja ſelber tragen, was er uns auferlegt, die Last der schweren Plagen; er braucht die Ruten oft und bleibet doch dabei ein Bater, der uns liebt. Gott ist und bleibt getreu. 3. Gott ist und bleibt getreu; er weiß, was wir vermögen, er pfleget nie zu viel den Schwachen aufzulegen; er macht sein Erb und Volk von Last und Banden frei, wenn große Not entsteht. Gott ist und bleibt getreu. 4. Gott ist und bleibt getreu; er tröstet nach dem Weinen, er läßt nach trüber Nacht die Freudensonne scheinen; der Sturm, des Kreuzes Sturm geht augenblicks vorbei; sei, Seele, nur getrost: Gott ist und bleibt getreu. 5. Gott ist und bleibt getreu; er stillet dein Begehren, er will dein Glaubensgold in Trübsals glut bewähren. Nimm an von Gottes Hand den Kreuzkelch ohne Scheu, der Lebensbecher folgt. Gott ist und bleibt getreu. 272. Mel. 180: Wer nur den lieben zc. Mein Gott, wie bist du so verborgen, wie ist dein Rat so wunderbar! Was helfen alle meine Sorgen? Du hast geforget, eh ich war. Mein Gott und Vater, führe mich nur selig, obgleich wunderlich. odstic 2. Herr, wer kann deinen Sinn verstehen? Wir schaun mur deinen Wegen nach; was du bestimmt, das muß geschehen bei unserm Glück und Ungemach. Mein Gott und Vater, führe mich nur selig, obgleich wunderlich. 3. Herr, wer kann deinen Rat ergründen? Dir bleibt allein der Weisheit Preis. Du kannst viel tausend Wege finden, wo die Vermunft nicht einen weiß. Mein Gott und Vater, führe mich nur selig, obgleich wunderlich. 4. Dein allerheiligsten Gedanken sind himmelweit von Menschenwahn; drum leite mich in deinen Schranken und führe mich auf rechter Bahn. Mein Gott und Vater, führe mich nur felig, obgleich wunderlich. Der Glaube im allgemeinen. uns alle mit seinem Segen.:: 5. Dir will ich mich ganz über- sättigt er allzumal; er schaffet lassen mit allem, was ich hab früh- und spaten Regen, füllet und bin. Ich werfe, was ich nicht kann fassen, auf deine Macht und Weisheit hin. Mein Gott und Vater, führe mich nur selig, obgleich wunderlich. 5. Drum preis und ehre seine Barmherzigkeit, sein Lob vermehre, werteste Christenheit! Uns soll hinfort kein Unfall schaden; freue dich, Israel, seiner Gnaden!:: 6. Hilf, daß ich nie mich von dir kehre in Glück und Unglück, Freud und Leid. Schick alles, Herr, zu deiner Ehre und meiner Seelen Seligkeit. Mein Gott und Vater, führe mich nur selig, obgleich wunderlich. Salomo Franc. † 1725. 273. Eigene Melodie. 132. Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit; lob ihn mit Schalle, werteste Christenheit! Er läßt dich freundlich zu sich laden; freue dich, Israel, seiner Gnaden!:: 2. Der Herr regieret über die ganze Welt; was sich nur rühret, ihm auch zu Füßen fällt. Viel tausend Engel um ihn schweben; Psalter und Harfen ihm Ehre geben.:: 3. Wohlauf, ihr Heiden, lasset das Trauern sein, zu grünen Weiden stellet euch willig ein! Da läßt er uns sein Wort verkünden, machet uns ledig von allen Sünden.:: 4. Er giebet Speise reichlich und überall, nach. Baters Weise 169 Matthäus Apelles von Löwenstern. † 1648. 274. Mel. 191: Wunderbarer König. Unumschränkte Siebe, gönne blöden Augen, die sonst kaum auf Erden taugen, daß sie in die Strahlen deiner blicken, die den Erdkreis wärmend schmücken, und zugleich freudenreich Bösen und den Deinen mit der Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja, dein ganz Gebiete ist ein Schauplaß deiner Güte. Deiner Langmut Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. D wie weit, o wie breit, über Berg und Hügel, streckt sie ihre Flügel. 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag für Tag zu leiden, Tag für Tag zu dulden so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh lieben für das Haffen, Herr, wer kann das fassen? Der Glaube im allgemeinen. 4. Du vergiebest Sünde, hörst gebrochen, bis er alles hat vollder Sünder Flehen, wenn sie bracht. Er, die Wahrheit, trüget weinend vor dir stehen; deine nicht; es geschieht, was er verRechte dräuet und erbarmt sich spricht. wieder, legt die Pfeile gerne nieder; da man doch, wenn du noch kaum sie weggeleget, dich zum Zorn erreget. 170 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht empfangen. Wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. König, sei gepriesen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken lohnest. Deiner Hand fei Ehre, die so wohl regieret und mit Ruhm das Scepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmut auszuüben und die Welt zu lieben. Johann Jakob Rambach. † 1735. 275. Mel. 58: Gott des Himmels und 2c. Jej. 54, 10. Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel, brechet, alle Felfen, ein; Gottes Gnade hat das Siegel, sie will unverändert sein. Laßt die Welt zu Trümmern gehn, Gottes Gnade wird bestehn. 2. Gott hat mir ein Wort versprochen, Gott hat einen Bund gemacht; der wird nimmermehr 3. Seine Gnade foll nicht weichen, wenn gleich alles bricht und fällt, sie wird ihren Zweck erreichen, weil sie ewig Glauben hält. Gott ist fromm und gut und treu, sei die Welt voll Heuchelei. 4. Will die Welt den Frieden brechen, hat sie lauter Krieg im Sinn, Gott hält immer sein Versprechen. So fällt aller Zweifel hin, als wär er nicht immerdar, was er ist und was er war. 5. Laßt sein Antlit sich verstellen, ist sein Herz doch treu gefinnt und bezeugt in allen Fällen, daß ich sein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch Grund und Boden weicht. 6. Er will Frieden mit mir halten, wenn sich auch die Welt empört; ihre Liebe mag erkalten, ich bin seinem Herzen wert. Ob auch Sturm und Donner brüllt, bleibt er mir doch Sonn und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer, so hat er sich selbst genannt. Das ist Trost, so werd ich Armer immer als sein Kind erkannt. Sein Erbarmen läßt nicht zu, daß er mir was Leides thu. 8. Nun so soll mein ganz Vertrauen anterfest auf ihm be Der Glaube im allgemeinen. ruhn; auf ihn will ich Felsen bauen, was er sagt, das wird er thun. Erd und Himmel kann vergehn, doch sein Bund bleibt ewig stehn. Benjamin Schmold. † 1737. 171 wirst, wie er ist! Du hast ein Recht zu diesen Freuden, durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 276. Mel.34: Die Tugend wird durchs Kreuz 2c. Wie groß ist des Allmächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhärtetem Gemüte den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren, und seine Güte nicht verstehn? er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben, sein Wort bestärkt ihn ewiglich. Gott foll ich über alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille, ich soll vollkommen sein, wie er. Je mehr ich dies Gebot erfülle, stell ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon nicht bedarf. Wer hat mit Lang- aus Schwachheit fehle, herrscht mut mich geleitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? wer giebt dem Geiste neue Kraft? wer läßt mich so viel Guts genießen? Ists nicht sein Arm, der alles schafft? doch in mir die Sünde nicht. 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du er schaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn 6. O Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein! Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. Christian Fürchtegott Gellert.+ 1769. 172 Der erste Artikel: Gott der Bater. 2. Der erste Artikel: Gott der Dater. ak A. Schöpfung und Erhaltung. wie Gott will, so muß es bleiben; wann Gott will, bin ich bereit. 277. 6. Soll ich hier noch länger leben, will ich ihm nicht widerEigene Melodie. 10. Alles ist an Gottes Segen und streben; ich verlaffe mich auf ihn. an seiner Gnad gelegen, über Ist doch nichts, das lang bealles Geld und Gut. Wer auf stehet; alles Jrdische vergehet und Gott sein Hoffnung setzet, der fährt wie ein Strom dahin. behält ganz unverletet einen freien Heldenmut. Um 1676. 2. Der mich hat bisher ernähret und mir manches Glück bescheret, ist und bleibet ewig mein. Der mich wunderlich geführet und noch leitet und regieret, wird hinfort mein Helfer sein. 3. Viele mühen sich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen und ganz unbeständig sind; ich begehr nach dem zu ringen, was kann volle Gnüge bringen, und man hier gar selten findt. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken; was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben hab ich seiner Gnad ergeben, und ihm alles heimgestellt. THE 12 3 Linz Am 278. 278. Sign Mel. 109: Lobt Gott, ihr Christen ze Ich finge dir mit Herz und Mund, Herr, meines Lebens Luft; ich sing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle feist, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fleußt. 3. Was sind wir doch, was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesetzt? wer ist es, der uns unser Feld mit Tau und Regen nett? 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu erfüllen; es hat alles seine Zeit. Ich hab ihm nichts vorzuschreiben; Zeiten findt? 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? wer schützt uns vor dem Wind? wer macht es, daß man Öl und Most zu seinen 2 Schöpfung und Erhaltung. 173 6. Wer giebt uns Leben und Erb und Teil, dein Glanz und Geblüt? wer hält mit seiner Hand Freudenlicht, dein Schirm und den güldnen, edlen, werten Fried Schild, dein Hilf und Heil, schafft in unserm Vaterland? Rat und läßt dich nicht. 15. Was kränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht. 7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir, und du mußt alles thun; du hältst die Wach an unsrer Thür und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nähreft uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr geraten, herzlich bei. 17. Er hat noch niemals was verfehn in seinem Regiment; nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. 9. Du strafft uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzu sehr; ja endlich nimmst du unsre Schuld und wirfft sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt 18. Ei nun, so laß ihn ferner und schreit, wirst du gar leicht thun und red ihm nicht darein, erweicht und giebst uns, was so wirst du hier in Frieden ruhn uns hoch erfreut und dir zu und ewig fröhlich sein. Ehren reicht. Paul Gerhardt. † 1676. 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein, und was sein Kummer sei; kein Zähr- und Thränlein ist so klein, du hebst und legst es bei. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernährt? Wie manchen schweren Unglückslauf hat er zurückgekehrt! 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Him mels Haus, wenn uns die Erd entgeht. 13. Wohlauf, mein Herze, sing und spring, und habe guten Mut! Dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schak, dein 279. Mel. 138: D Durchbrecher aller Bande. du schönes Weltgebäude, das der Herr mit Glanz und Pracht, uns zum Segen und zur Freude, wunderherrlich hat gemacht! O wie wird in allen Stücken da die Liebe offenbar, die, den Menschen zu beglücken, so erfindrisch sorgsam war! 2. Ja, man kann in allen Werken, klein und großen, nah und fern, die verborgne Weisheit merken des Allgütgen, unsers Der erste Artikel: Gott der Vater. Herrn! Allen ist das Königs- dich erheben soll, mein Gott, nein fiegel ihres Schöpfers aufgedrückt; Herr und Vater! Erd und Himmel sind ein Spiegel, drin man seine Huld erblickt. 3. In der Nähe, in der Ferne man viel tausend Zeugen trifft; wie die Blumen, so die Sterne find ja eine heilge Schrift, die, dem Kindessinn verständlich, wonnevolle Kunde giebt von dem Gott, der uns unendlich segnet, labet, tröstet, liebt. 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn an ihm erhöht? wer fleidet sie mit Majestät? wer ruft dem Heer der Sterne? 4. D wie ist es schön zu lesen in dem aufgeschlagnen Buch der Natur von jenem Wesen, das man niemals hoch genug kann erheben, preisen, loben, das uns liebevoll umschlingt, dem der Chor der Engel droben laut das Dreimalheilig singt. 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? wer heißt den Himmel regnen? wer schließt den Schoß der Erde auf, mit Vorrat uns zu segnen? D Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen! 174 5. Ja, dich kenn ich, Offen barung meines Herrn in der Natur, feit aus eigener Erfahrung ich nicht bloß der Liebe Spur angedeutet, aufgeschrieben in den Werken seiner Hand, nein, ihn selbst und all sein Lieben wesentlich in Christo fand. Karl Johann Philipp Spitta. † 1859. 280. Mel. 45: Es ist das Heil uns 20. Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, an betend überlege; so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht, bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand, dich zu erkennen, leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag Amen! und alle Welt fürcht ihren Herrn, und hoff auf Ratschluß der Erlösung. 5. Er hat den Bund bei sich geschworen, den er dir als ein Vater hält. Deshalben bist du unverloren, wenn Teufel, Sünde, Tod und Welt dich gleich verfolget B. Ratschluß der Erlösung. und betrübt. Also hat Gott die Welt geliebt. 6. Du stehst in seiner Hand geschrieben, da kann der Satan nicht hinein. Nur an dem Glauben fest geblieben, so ist und bleibet Jesus dein, wenn dich die letzte Not betrübt! Also hat Gott die Welt geliebt. ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Christian Fürchtegott Gellert. † 1769. 281. Mel. 181: Wer nur den lieben 2c. Joh. 3, 16. Ermuntre rmuntre dich, mein Herz, im Glauben bei dieses Lebens Not und Qual! Was kann die Seligfeit dir rauben? Bedente deine Gnadenwahl, was sie für Trost und Freude giebt! Also hat Gott die Welt geliebt! 2. Dein schnöder Fall ist ja geschehen, doch will Gott dein Verderben nicht. Er hat dein Elend angesehen, daß ihm sein Vater herze bricht; es schmerzt ihn auch, was dich betrübt. Also hat Gott die Welt geliebt. 3. Eh er dich will verderben laffen, giebt er dir seinen eignen Sohn; der muß die Not zuſammen faffen, der träget deinen Sündenlohn, der wird bis in den Tod betrübt. Also hat Gott die Welt geliebt. 4. Er hat dir seinen Geist gegeben, der dich in hoher Kraft regiert, der dich im Glauben und im Leben stets auf dem rechten Wege führt, und deinem Geiste Zeugnis giebt. Also hat Gott die Welt geliebt. 175 7. Das ist der Grund, der hat das Siegel, daß Gott sein Volk in Jesu kennt. Wir fliehen unter seine Flügel, wann Himmel, Luft und Erde brennt, und tühmen, wann dies Rund zerstiebt: Alfo hat Gott die Welt geliebt! Johann Jakob Rambach. † 1735 282. Mel. 80: Ich dank dir schon durch zc. Gedanke, der uns Leben giebt, wer kann dich ganz ausdenken? Also hat Gott die Welt geliebt, uns seinen Sohn zu schenken. 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt von Finsterniffen, füllst du mein Herz mit Majestät und stillest mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Bau ergründen; und doch kann ich der Sonne Lichi und ihre Wärm empfinden. Der erste Artikel: Gott der Vater. 4. So kann ich auch nicht Gottes Reich erhebst, wo ich dich schauen Rat von Jesu Tod ergründen; allein das Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. werde. 13. Rann unfre Lieb im Glauben hier für dich jemals erkalten? Dies ist die Lieb, o Herr, zu dir, dein Wort von Herzen halten. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ nicht meine Schuld getragen, nicht Gott und mein Erlöser ist, so werd ich angstvoll zagen. 14. Erfüll mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich dich nur nenne, und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 176 6. Jst Christi Wort nicht Gottes Sinn, so werd ich irren müssen und, wer Gott ist, und was ich bin und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein Spötter rauben; ich fühle seine Göttlichkeit und halte fest am Glauben. 8. Sohn Gottes, ganz dein Eigentum, durch dich des Himmels Erbe, dies bin ich, und das ist mein Ruhm, auf den ich leb und sterbe. 9. Du giebst mir deinen Geist, das Pfand, im Glauben mich zu stärken, und bildest mich durch seine Hand zu allen guten Werken. 10. So lang ich deinen Willen gern mit reinem Herzen thue, so fühl ich eine Kraft des Herrn und schmecke Fried und Ruhe. 283. Mel. 84: Sch will dich lieben, meine 2c. 11. Und wenn mich meine Geht hin, ihr gläubigen GeSünde kränkt, und ich zu dir, Herr, trete, weiß ich, daß dein Herz mein gedenkt und thut, warum ich bete. 15. Soll ich dereinst noch würdig sein, um dich hier Schmach zu leiden, so laß mich keine Schmach und Bein von deiner Liebe scheiden. 16. Und sollt ich auch nicht für und für des Glaubens Freud empfinden, so wirk er nur sein Werk in mir und reinge mich von Sünden. 17. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, laß mich noch sterbend denken, wie sollt uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht alles schenken! Christian Fürchtegott Gellert. † 1769. 12. Ich weiß, daß du, mein Heiland, lebst und mich einst aus der Erde erweckst und zu dem danken, ins weite Feld der Ewigkeit; erhebt euch über alle Schranken der alten und der neuen Zeit; erwägt, daß Gott die Liebe sei, die ewig alt und ewig neu. 2. Der Grund der Welt war nicht geleget, der Himmel war 2 Göttliche Regierung und Fürsorge. noch nicht gemacht, so hat Gott schon den Trieb geheget, der mir das Beste zugedacht. Da ich noch nicht geschaffen war, da reicht er mir schon Gnade dar. 3. Sein Ratschluß war, ich sollte leben durch seinen eingebornen Sohn; den wollt er mir zum Mittler geben, den macht er mir zum Gnadenthron; in dessen Blute follt ich rein, geheiliget und selig fein. 4. D Wunderliebe, die mich wählte vor allem Anbeginn der Welt und mich zu ihren Kindern zählte, für welche sie das Reich bestellt! O Vaterhand, o Gnadentrieb, der mich ins Buch des Lebens schrieb! 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüte hinauf zu dieser Quelle steigt, von welcher sich ein Strom der Güte zu mir durch alle Zeiten neigt, daß jeder Tag sein Zeugnis giebt: Gott hat mich je und je geliebt. 177 8. Jm sichern Schatten deiner Flügel find ich die ungestörte Ruh. Der feste Grund hat dieses Siegel: wer dein ist, Herr, den kennest du. Laß Erd und Himmel untergehn; dies Wort der Wahrheit bleibet stehn. 9. Wenn in dem Kampfeschwerer Leiden der Seele Mut und Kraft gebricht, so salbest du mein Haupt mit Freuden, so tröstet mich dein Angesicht; da spür ich deines Geistes Kraft, die in der Schwachheit alles schafft. 10. Ach könnt ich dich nur besser ehren, welch edles Loblied stimmt ich an! es sollten Erd und Himmel hören, was du, mein Gott, an mir gethan. Nichts ist so köstlich, nichts so schön, als, höchster Bater, dich erhöhn. 11. Doch nur Geduld! Es kommt die Stunde, da mein durch dich erlöster Geist im höhern Chor mit frohem Munde dich, schönste Liebe, schöner preist; drum eilt mein Herz aus dieser Zeit und sehnt sich nach der Ewigkeit. Johann Gottfried Herrmann. † 1791. 6. Wer bin ich unter Millionen der Kreaturen seiner Macht, die in der Höh und Tiefe wohnen, daß er mich bis hieher gebracht! C. Göttliche Regierung und Ich bin ja nur ein dürres Blatt, ein Staub, der feine Stätte hat. o Vater, selbst nicht mein, dein bin ich, Herr, und bleibe dein. fürsorge. 284. 7. Ja freilich bin ich zu geringe der herzlichen Barmherzigkeit, womit, o Schöpfer aller Dinge, mich deine Liebe stets erfreut; ich bin, Auf Gott und nicht auf meinen Mel. 173: Was Gott thut, das ist zc. Rat will ich mein Glücke bauen, und dem, der mich erschaffen hat, 12 178 Der erste Artikel: Gott der Vater. mit ganzer Seele trauen. Er, der er hilft uns gern; seid fröhlich, die Welt allmächtig hält, wird ihr Gerechten! der Herr hilft mich in meinen Tagen als Gott seinen Knechten.gal, 105/ und Vater tragen. Christian Fürchtegott Gellert.+ 1769. 285. bed 2. Er sah von aller Ewigkeit, wie viel mir nüßen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Mel. 130: Nun laßt uns Gott, dem 2c. Pfalm 23. Schmerz, der zu des Glaubens Der Herr, der aller Enden Ehre nicht zu besiegen wäre? regiert mit seinen Händen, der Brunn der ewgen Güter, der ist mein Hirt und Hüter. 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wille, der geschehe. 2. So lang ich diesen habe, fehlts mir an keiner Gabe; der Reichtum seiner Fülle giebt mir die Füll und Hülle. 3. Er lässet mich mit Freuden auf grüner Aue weiden, führt mich zu frischen Quellen, schafft Rat in schweren Fällen. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größte Not hebt doch der Tod; und Ehre, Glück und habe verläßt mich doch im Grabe. 4. Wenn meine Seele zaget und sich mit Sorgen plaget, weiß er sie zu erquicken, aus aller Not zu rücken. 5. An dem, was wahrhaft 5. Er lehrt mich thun und glücklich macht, läßt Gott es feinem fehlen; Gesundheit, Reichtum, Ehr und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rat vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübfal auch versüßen. laffen, führt mich auf rechter Straßen, läßt Furcht und Angst sich stillen, um seines Namens willen. 6. Und ob ich gleich vor andern im finstern Thal muß wandern, fürcht ich doch keine Tücke, bin frei vom Mißge= schicke. nd eldar# 580 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden 7. Denn du stehst mir zur dieser Zeit? wie bald ists über- Seiten, schützst mich vor bösen wunden! Hofft auf den Herrn! Leuten; dein Stab, Herr, und Göttliche Regierung und Fürsorge. 179 dein Stecken benimmt mir all werke. Herr, groß von Rat und mein Schrecken. stark von That! mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 8. Du setzest mich zu Tische, machst, daß ich mich erfrische, wenn mir mein Feind viel Schmer- 3. Noch nie hat sich, wer dich zen erweckt in meinem Herzen. geliebt, verlassen sehen müssen; 9. Du falbst mein Haupt mit du läßt ihn, wenn ihn Not umÖle und füllst mir Herz und giebt, doch deinen Trost genießen. Seele, die leer und durstig saßen, mit vollgeschenkten Maßen. 10. Barmherzigkeit und Gutes wird mein Herz gutes Mutes, voll Lust, voll Freud und Lachen, so lang ich lebe, machen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eitles Dichten wird einst dein Rat vernichten. 11. Ich will dein Diener blei ben und dein Lob herrlich treiben im Hause, da du wohnest und Frommsein wohl belohnest. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott! Des Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte selbst im Tod Ruh und Erquickung findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn Frevler zittern, ein Fels in Ungewittern. 12. Ich will dich hier auf Erden und dort, da wir dich werden selbst schaun im Himmel droben, hoch preisen, singen, loben. Paul Gerhardt. † 1676. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet! Weh denen, die zu Menschen fliehn; weh dem, der von ihm weichet! Dein Heiland starb und er erwarb auf seinem Todeshügel dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um 286. Mel. 178: Was Gott thut, das ist sc. Der Herr ist meine Zuversicht, dich her sich Ungewitter fammeln! mein bester Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Heil und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist mein Gott! auf sein Gebot wird meine Seele stille; mir gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche zu dir schaun, sehn deine WunderGott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er; er wägt die Schmerzen, und wälzt sie von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht, auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz 12* Der erste Artikel: Gott der Vater. 180 auf dich, Allmächtiger, verlassen und sich im Kummer faffen? 8. In deine Hand befehl ich mich, mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich, dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott und einst im Tod der Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue. Christoph Christian Sturm. † 1786. 287. Mel. 148: D Welt, ich muß dich laffen. Dir ir sei mein ganzes Leben, mein Vater, übergeben, dir sei mein Herz geweiht. Du sollst zu allen Zeiten mein Gott sein und mich leiten; du leitest stets mit Gütigkeit. 2. Das heut vorherzusehen, was morgen wird geschehen, das ist zu hoch für mich. Dein Weg bleibt mir verborgen; drum werf ich alle Sorgen auf meinen besten Freund, auf dich. 3. Hilf, daß ich nicht in Sünden mein Glück je such zu finden: Kein Sünder bleibt vor dir. Mit ruhigem Gewissen dein Wohlthun zu genießen, dies Glück, o Gott, verleihe mir. 4. Herr, präge dir zur Ehre und mir zum Trost die Lehre tief in mein Herz hinein: Wer Gott von Herzen liebet, ihm dient, sich ihm ergiebet und auf ihn hofft, muß selig sein. 5. Ich will stets mit Vertrauen auf dich, den Vater, schauen, der gerne Gutes thut. Wenn Seel und Leib sich trennen, so will ich doch bekennen: dein Weg ist allzeit recht und gut. Dresdner Gesangbuch. 288. Mel. 41: Ermuntre dich, mein 2c. Du bist ein Mensch, das weißt du wohl; was strebst du denn nach Dingen, die Gott, der Höchst, alleine soll und kann zuwege bringen? Du fährst mit deinem Witz und Sinn durch so viel tausend Sorgen hin, und denkst: wie wills auf Erden doch endlich mit mir werden? 2. Es ist umsonst, du wirst fürwahr mit allem deinen Dichten auch nicht ein einzges kleines Haar in aller Welt ausrichten. Es dient dein Gram sonst nirgends zu, als daß du dich aus deiner Ruh in Angst und Schmerzen stürzest und selbst dein Leben kürzeſt. 3. Willst du was thun, was Gott gefällt und dir zum Heil gedeihet, so wirf dein Sorgen auf den Held, den Erd und Himmel scheuet, und gieb dein Leben, Thun und Stand nur fröhlich hin in Gottes Hand, so wird er deinen Sachen ein fröhlich Ende machen. 4. O fiche doch, wie viel und oft ist schändlich umgeschlagen, Göttliche Regierung und Fürsorge. 181 was du gewiß und fest gehofft ihn regieret, in seinem Rat gemit Händen zu erjagen. Hingegen, wie so manches Mal ist doch geschehn, was überall kein Mensch, kein Rat, kein Sinnen sich hat erdenken können. führet. 9. Drum, liebes Herz, sei wohlgemut und laß von Sorg und Grämen! Gott hat ein Herz, das nimmer ruht, dein Bestes wahrzunehmen; er kanns nicht lassen, glaube mir, sein Herz ist ganz gekehrt zu dir und uns hier allzusammen in heilger Liebe Flammen. 5. Wie oft bist du in große Not durch eigne Schuld gekommen, da dein bethörter Sinn den Tod fürs Leben angenommen; und hätte Gott dein Werk und That ergehen lassen nach dem Rat, in dem dus angefangen, du wärst zu Grund gegangen. 10. Thu als ein Kind und lege dich in deines Vaters Arme, bitt ihn und flehe, bis er sich 6. Der aber, der uns ewig dein, wie er pflegt, erbarme; liebt, macht gut, was wir ver- so wird er dich durch seinen wirren; erfreut, wo wir uns selbst Geist auf Wegen, die du jetzt betrübt, und führt uns, wo wir nicht weißt, nach wohlgehaltirren; und dazu treibt ihn sein nem Ringen aus allen Sorgen Gemüt und die so reine Vater- bringen. güt, in der uns arme Sünder er trägt als seine Kinder. 7. Ach wie so oftmals schweigt er still, und thut doch, was uns nüßet; da unterdessen unser Will und Herz in Ängsten sitzet; sucht hier und da, und findet nichts; Du meine Seele, singe, wohlwill sehn, und mangelt doch des Lichts; will aus der Angst sich winden, und kann den Weg nicht finden. Paul Gerhardt. † 1676. 289. Mel. 79: Ich dant dir, lieber Herre. Psalm 146. auf und singe schön dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn! Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd, ich will ihn herzlich loben, so lang ich leben werd. 8. Gott aber geht gerade fort auf seinen weisen Wegen; er geht und bringt uns an den Port, da 2. Wohl dem, der einzig Sturm und Wind sich legen. schauet nach Jakobs Gott und Hernachmals, wenn das Werk geschehn, so kann der Mensch Heil. Wer sich dem anvertrauet, der hat das beste Teil, das höchste alsdann erst sehn, was der, so Gut erlesen, den schönsten Schatz 182 Der erste Artikel: Gott der Vater. geliebt; sein Herz und ganzes Wesen bleibt ewig unbetrübt. 3. Bei ihm ist alle Stärke und unerschöpfte Macht. Das predigen die Werke, die seine Hand gemacht, der Himmel und die Erde mit ihrem ganzen Heer, der Fisch unzählge Herde im wilden, weiten Meer. 4. Hier sind die treuen Sinnen, die niemand Unrecht thun und denen Gutes gönnen, die in der Treu beruhn. Gott hält sein Wort mit Freuden und, was er spricht, geschicht, und wer Gewalt muß leiden, den schützt er im Gericht. 5. Er weiß viel tausend Weisen, zu retten aus dem Tod, er nährt und giebet Speisen zur Zeit der Hungersnot, macht schöne rote Wangen oft bei geringem Mahl, und die da sind gefangen, die reißt er aus der Qual. 290. Mel. 114: Meinen Jesum laß ich nicht. Pfalm 37, 4. Habe deine Lust am Herrn, der dir schenket Lust und Leben, so wird dir dein Gnadenstern tausend holde Strahlen geben; denn er beut dir treulich an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich verkehret; wer das Herz in seiner Brust Gott allein zur Lust gewähret, dieser trifft in allem an, was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust an Gott steigt über sich, wenn man Gott im Wort erkennet, Bust an Gott ist inniglich, wenn man in der Liebe brennet; solche Luft geht eine Bahn, die das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Lust am Herren hat, hat auch Lust an seinem Willen und bemüht sich früh und spat, diesen Willen zu erfüllen; und dann wird ihm auch ge than, was das Herz nur wünschen kann. 6. Er ist der Fremden Hütte, der Waisen Gut und Hab, erfüllt der Witwen Bitte, wird selbst ihr Trost und Stab. Die aber, die ihn haffen, von seinem Geiste nicht sich ziehn und strafen Lassen, die trifft sein Strafgericht. 7. Ach, ich bin viel zu wenig, zu rühmen seinen Ruhm; der Herr allein ist König, ich eine welke Blum. Jedoch, weil ich gehöre gen Zion in sein Zelt, ists billig, daß ich mehre sein Lob vor kann. aller Welt. Paul Gerhardt. † 1676. 5. Ist die Luft nicht ohne Last, trage willig die Beschwerden; wenn du wohl gelitten haft, wirst du erst recht fröhlich wer den und triffst dort im Himmel an, was dein Herz nur wünschen Benjamin Schmold. † 1737. Göttliche Regierung und Fürsorge. 291. Mel. 174: Was mein Gott will 2c. Ich hab in Gottes Herz und Sinn mein Herz und Sinn er geben. Was böse scheint, ist mir Gewinn, der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein Sohn des, der den Thron des Himmels aufgezogen; ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, bleibt doch sein Herz gewogen. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, mein Vater muß mich lieben. Wenn er gleich auch mich wirft ins Meer, so will er mich nur üben und mein Gemüt in seiner Güt gewöhnen festzustehen; halt ich dann Stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhöhen. 3. Zudem ist Weisheit und Verstand bei ihm ohn alle Maßen. Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt, zu thun und auch zu lassen. Er weiß, wann Freud, er weiß, wann Leid uns, seinen Kindern, diene; und was er thut, ist alles gut, obs noch so traurig schiene. 4. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret, es sei mit einer großen Last dein Glück und Heil beschweret, haft spät und früh viel Sorg und Müh, an deinen Wunsch zu kommen, und denkest nicht, daß was geschicht, gescheh zu deinem Frommen. 5. Fürwahr, der dich geschaffen 183 hat und ihm zur Ehr erbauet, der hat schon längst in seinem Nat ersehen und beschauet aus wahrer Treu, was dienlich sei dir und den Deinen allen; laß ihm doch zu, daß er nur thu nach seinem Wohlgefallen. Ich 6. Wills Gott, so kanns nicht anders sein, es wird zuletzt dich freuen; was du jetzt nennest Kreuz und Bein, wird dir zum Trost gedeihen. Wart in Geduld, die Gnad und Huld wird sich doch endlich finden. All Angst und Qual wird auf einmal gleich wie ein Dampf verschwinden. 7. Es kann bei lauter Sonnenlicht das Feld nicht Früchte tragen; so reift auch Menschenwohlfahrt nicht bei lauter guten Tagen. Wie bitter sei die Arzenei, weckt sie doch neues Leben; so wird ins Herz durch Angst und Schmerz dir Gottes Heil gegeben. 8. Ei nun, mein Gott, so fall ich dir getrost in deine Hände. Nimm mich, und mach es du mit mir bis an mein letztes Ende, wie du wohl weißt, daß meinem Geist ein Segen draus erstehe, und deine Ehr je mehr und mehr sich an mir selbst erhöhe. 9. Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm ichs an mit Freuden; solls aber Kreuz und Unglück sein, will ichs geduldig leiden. Soll mir allhier des Lebens Thür noch ferner offen stehen, 184 Der erste Artikel: Gott der Vater. wie du mich führst und führen Pflege; ich weiß, die Wege, die wirst, so will ich gern mitgehen. 10. Soll ich denn auch des Todes Weg und finstre Straße reisen, wohlan, so geh ich Bahn er geht, sind lauter Wunderwege. Was böse scheint, ist gut gemeint, er ist doch nimmermehr mein Feind, und giebt nur Liebesschläge. und Steg, den mir dein Augen 5. Und meines Glaubens Unweisen. Du bist mein Hirt, der alles wird zu solchem Ende kehren, terpfand ist, was er selbst verheißen, daß nichts mich seiner daß ich einmal in deinem Saal starken Hand soll je und je entdich ewig möge ehren. dreißen. Was er verspricht, das Paul Gerhardt. † 1676. bricht er nicht; er bleibet meine Zuversicht, ich will ihn ewig preisen. tomonin Karl Johann Philipp Spitta. † 1859. prisatio 292. Mel. 36: Du Lebensbrot, Herr ac. Ich steh in meines Herren Hand und will drin stehen bleiben; nicht Erdennot, nicht Erdentand follo 293. Eigene Melodie. 83. Jer. 10, 23. Apostelgesch. 5, 38. 39. mich daraus vertreiben; und wenn zerfällt die ganze Welt, wer sich Ich weiß, mein Gott, daß all an ihn und wen er hält, wird wohlbehalten bleiben. mein Thun und Werk auf deinem Willen ruhn; von dir kommt Glück 2. Er ist ein Fels, ein sichrer und Segen; was du regierst, das Hort, und Wunder sollen schauen, geht und steht auf rechten guten die sich auf sein wahrhaftig Wort Wegen. mit 40 verlassen und ihm trauen. Er 2. Gieb mir Verstand aus hats gesagt, und darauf wagt deiner Höh, auf daß ich ja nicht mein Herz es froh und unverzagt ruh und steh auf meinem eignen und läßt sich gar nicht grauen. Willen. Sei du mein Freund und treuer Rat, was recht ist, zu erfüllen.lum 3. Und was er mit mir machen will, ist alles mir gelegen; ich halte ihm im Glauben still und hoff auf seinen Segen. Denn was er ist immer gut, und wer von ihm behütet ruht, ist sicher allerwegen. 3. Prüf alles wohl, und, was mir gut, das gieb mir ein; was Fleisch und Blut erwählet, verwehre. Der höchste Zweck, Na upr das beste Teil sei deine Lieb und 4. Ja, wenns am schlimmsten Ehre. dre mit mir steht, freu ich mich seiner 4. Was dir gefällt, das laß Göttliche Regierung und Fürsorge. 185 auch mir, o meiner Seelen Sonn deinen Geist, wo Freud und und Zier, gefallen und belieben; Wonne stehet. was dir zuwider, laß mich nicht11. Du bist mein Vater, ich in Werk und That verüben. dein Kind; was ich bei mir nicht 5. Jsts Werk von dir, so hilf hab und find, hast du zu aller zu Glück; ists Menschenthun, so Gnüge. So hilf nun, daß ich treibs zurück und ändre meine meinen Stand wohl halt und herrSinnen. Was du nicht wirkst, lich siege.omblis dan bole pflegt von sich selbst in kurzem 12. Dein soll sein aller Ruhm zu zerrinnen und Ehr. Ich will dein Thun je mehr und mehr aus hocherfreuter Seelen vor deinem Volk und aller Welt, so lang ich leb, erzählen. Paul Gerhardt. † 1676. 6. Sollt aber dein und unser Feind an dem, was dein Herz gut gemeint, beginnen sich zu rächen, ist das mein Trost, daß seinen Zorn du leichtlich könnest brechen. 7. Tritt du zu mir und mache leicht, was mir sonst fast unmöglich däucht, und bring zum guten Ende, was du selbst angefangen hast durch Weisheit deiner Hände. 294. Mel. 19: Aus meines Herzens Grunde. Psalm 111. Ich will mit Danken kommen in den gemeinen Rat der rechten, es wahren Frommen, die Gottes Rat und That mit süßem Lob erhöhn; zu denen will ich treten, da foll mein Dank und Beten von gan zem Herzen gehn.melem 8. Ist gleich der Anfang etwas schwer, und muß ich auch ins tiefe Meer der bittern Sorgen treten, so treib mich nur, ohn Unterlaß zu seufzen und zu beten. 2. Groß ist der Herr und mächtig, groß ist auch, was er macht. Wer aufmerkt und andächtig nimmt seine Werk in acht, hat eitel Lust daran. Was seine Weisheit setzet und ordnet, das ergötzet und ist sehr wohl gethan. unes i 9. Wer fleißig betet und dir traut, wird alles, davor sonst ihm graut, mit tapfrem Mut bezwingen; sein Sorgenstein wird in der Eil in tausend Stücke springen.! du 10. Der Weg zum Guten ist gar wild, mit Dorn und Hecken ausgefüllt; doch wer ihn freudig 3. Sein Heil und große Güte steht fest und unbewegt. Damit auch dem Gemüte, so lang das gehet, kommt endlich, Herr, durch Herze schlägt, dieselbe nicht ent 186 Der erste Artikel: Gott der Vater. weich, hat er zum Glaubenszunder mit seinem Mund. D wie klug ist ein Denkmal seiner Wunder ge- der Sinn, der diesen Weg verstift in seinem Reich. stehet und fleißig darauf gehet! Des Lob fällt nimmer hin. Paul Gerhardt. † 1676. 4. Gott ist voll Gnad und Gaben, giebt Speis aus milder Hand, die Seinen wohl zu laben, die ihm allein bekannt; denkt stets an seinen Bund, giebt denen, die er weiden will mit NO 295. Mel. 173: Was Gott thut, bas ift 2c. des Geistes Freuden, all seine Mein Gott, du bist und bleibst mein Gott; das macht mir tausend Freuden. Es kann mich weder Not noch Tod von deiner Liebe scheiden; denn hab ich dich, so werden mich die Flammen nicht ergreifen, die Fluten nicht ersäufen. 2. Du bist mein Gott von Jugend auf in Freud und Leid gewesen. Es war mein ganzer Lebenslauf zum Segen auserlesen. Wie manche Not, die mir gedroht, hat deine Hand gewendet und Hilfe mir gesendet! 3. Du bist mein Gott, und bis hieher willst du noch immer walten. Da meiner längst vergessen wär, hast du mich doch erhalten, gespeist, getränkt und sonst beschenkt mit vielen Gnadengaben, die Leib und Seele laben. 4. Du bist mein Gott auch noch jetzund; kein Augenblick verschwindet, der nicht zugleich mir Herz und Mund zu neuem Dank verbindet. Und seh ich an, was du gethan auf allen meinen Wegen, so ist es lauter Segen. 5. Du bist mein Gott auch künfThaten kund. 5. Das Wirken seiner Hände und was er uns gebeut, das hat ein gutes Ende, bringt rechten Trost und Freud und Wahrheit, die nicht treugt. Gott leitet seine Knechte in dem rechtschaffnen Rechte, das sie zum Leben neigt. 6. Sein Herz läßt ihm nicht reuen, was uns sein Mund verspricht; giebt redlich und mit Treuen, was unser Unglück bricht; macht freudig, unverzagt, will endlich uns erlösen vom Kreuz und allem Bösen, das seine Rinder plagt. 7. Sein Wort ist wohl gegründet, sein Mund ist rein und klar. Wozu er sich verbindet, das macht er fest und wahr, und wird ihm gar nicht schwer. Sein Name, den er führet, ist heilig und gezieret mit großem Lob und Ehr. 8. Die Furcht des Herren giebet den ersten, besten Grund zur Weisheit, die Gott liebet und rühmt Göttliche Regierung und Fürsorge. tighin, darauf vertrau ich feste; du änderst nie den treuen Sinn, und sorgst für mich aufs beste. In Lieb und Leid bist du bereit, mir Rat und That zu geben, so lang ich werde leben. 6. Du bist mein Gott; kein Kreuze kann mir diesen Trost benehmen, und geh ich gleich auf rauher Bahn, will ich mich doch nicht grämen. Der Weg zu dir ist dornicht hier, und führt mich doch zum Ziele, wenn ich auch Schmerzen fühle. 7. Du bist mein Gott, auch wenn der Tod mir alles andre raubet. Stirbt gleich der Leib, es hat nicht Not; wer nur an Jesum glaubet, der findet dort des Lebens Port, wo uns ein beffres Leben von Christo wird gegeben. 8. Du bist mein Gott, drum freu ich mich; ich werde zu dir kommen, so bald aus Todesbanden ich bin aller Angst entnommen; es ist mir schon vor deinem Thron das Erbteil zugewendet, das nie verblüht noch endet. 187 297. Mel. 184: Wie wohl ist mir, o 2C. Vater, du mein Licht und Leben, du aller guten Gaben Quell, dir bin ich einmal übergeben, dir, dir gehöret Leib und Seel. Ich will mich nicht mehr 9. So bist und bleibest du mein selber führen, der Vater soll das Gott; dran hab ich keinen Zweifel. Kind regieren: So geh nun mit Ich sag es aller Welt zum Spott, mir aus und ein und leite mich und auch zum Trotz dem Teufel: bei allen Tritten; ich geh- ach Mein Gott ist mein, und ich bin hör, o Herr, mein Bitten!- sein! Nichts soll mir diesen für mich nicht einen Schritt allein. Glauben aus meinem Herzen rauben. Benjamin Schmold. † 1737. 296. Mel. 74: Herzlich thut mich verlangen. Psalm 127. Nimmt Gott, dem wir vertrauen, nicht unsers Werks sich an, will er das Haus nicht bauen, vergebens baun wir dann. Will er die Stadt nicht schüßen, er groß durch Rat und macht, was wird der Wächter nüßen? Umſonſt ists, daß er wacht. 2. Was hilfts, daß ihr vom Morgen bis in die Nacht euch quält? Laßt euren Vater sorgen, er weiß es, was euch fehlt; er, der uns selbst im Leiden so treu und zärtlich liebt und uns so viele Freuden auch unerwartet giebt. Johann Andreas Cramer. † 1788. 2. Was kann dein schwaches Kind vollbringen? ich weiß mir gar in keinem Rat. Drum sei Der erste Artikel: Gott der Vater. OPHOL 188 auf mich acht aufs allerbeste und lehre selbst mich wachsam sein! in groß und kleinen Dingen mir O halte meine Seele feste, hab immer selber Rat und That. Du willst dich meiner gar nichtschämen; werd ich zu dir die Zuflucht nehmen, willst du mir selber alles sein. So follst du denn in allen Sachen den Anfang und das Ende machen; dann stellt sich lauter Segen ein. 3. Du führest mich, ich kann nicht gleiten, dein Wort muß ewig feste stehn. Du sprichst, dein Auge soll mich leiten, dein Angesicht soll vor mir gehn; ja, deine Güte und Erbarmen soll mich umfangen und umarmen. O daß ich nur recht findlich sei, bei allem gläubig zu dir flehe und stets auf deinen Wink nur sehe, so spür ich täglich neue Treu. 6. O mache mich recht treu und stille, daß ich dir immer folgen kann. Nicht mein, nur dein vollkommner Wille sei für mich Schranke, Lauf und Bahn. Nichts soll mich ohne dich vergnügen, laß mir nichts mehr am Herzen liegen, als deines großen Namens Ruhm. Der sei allein mein Ziel auf Erden; ach, laß mirs nie verrücket werden, denn ich bin ja dein Eigentum. 4. Gieb, daß ich auch im Kleinsten merke auf deine Weisheit, Güt und Treu, damit ich mich im Glauben stärke, dich lieb und lob und ruhig sei und deine Weisheit lasse walten, stets Ordnung, Maß und Ziel zu halten, denn lauf ich vor, so lauf ich an. Drum mach in allem mich gelassen, nichts ohne dich mir anzumaßen: was du mir thust, ist wohlgethan. 5. Du weißt allein die rechten Wege, weißt auch, was meinen Frieden stört; drum laß mich meiden alle Stege, wo Welt und Sünde mich versehrt. Ach, daß ich nimmer von dir irrte, noch durch Zerstreuung mich verwirrte, auch nicht beim allerbesten Schein! 7. Ich sehne mich, nur dir zu leben, der du mein Gott und Vater bist. Was dir sich will nicht ganz ergeben, und was nicht deines Willens ist, das strafe bald in dem Gewissen; laß deine Gnade auf mich fließen und tilge, was nicht lauter heißt. Laß nur dein Lob zur Lust mir werden und dann das Heil der armen Herden mit einer reinen Lieb im Geist. 8. So lob und lieb ich in der Stille und ruh als Kind in deinem Schoß. Ich schöpf aus deiner Gnadenfülle und bin nun aller Sorgen los. Ich sorge nur vor allen Dingen, wie ich zum Himmel möge dringen und halt im Glauben mich bereit. Ach zieh mich, zieh mich weit von hinnen; was du nicht bist, laß ganz zerrinnen, o reiner Glanz der Ewigkeit! Karl Heinrich von Bogatty. † 1774. and stot Göttliche Regierung und Fürsorge. 20 298. Mel. 155: Sieh, hier bin ich 2c. Schweigt vom Glücke und Geschicke, die ihr Gottes Thun nicht wißt! Mir genüget, was Gott füget, welcher Erd und Himmel mißt, der lebendig, der beständig, der der rechte Vater ist. 2. Alle Schritte, alle Tritte sind dem Vater wohlbekannt; wenn ich falle, da ich walle, fall ich doch in seine Hand. Gehn die Gänge durchs Gedränge, gehn sie doch zum Vaterland. 3. Das ist feste: auf das beste führt mich Gott auf seiner Bahn; und ich fühle an dem Ziele, was er thut, sei wohlgethan. Ihm gehöre Dank und Ehre, weil er selig führen kann. Philipp Friedrich Hiller.+ 1769. 299. Eigene Melodie. 157. So führst du doch recht selig, Herr, die Deinen, ja selig und doch meistens wunderlich! wie könntest du es böse mit uns meinen, da deine Treu nicht kann verleugnen sich? Die Wege sind oft krumm und doch gerad, worauf du läßt die Kinder zu dir gehn. Da pflegt es wunderseltsam auszusehn; doch triumphiert zuleht dein hoher Nat. 2. Du willst dein Werk nicht 189 auf Gesetze bauen, wie sie Vernunft und Menschenmeinung stellt; du kannst den Knoten mit dem Schwert zerhauen und sanft auflösen, wie es dir gefällt. Du reißest wohl das stärkste Band entzwei; was sich entgegensetzt, muß sinken hin, ein Wort von dir bricht oft den härtsten Sinn; dann geht dein Fuß auch durch Unwege frei. 3. Was unsre Klugheit will zusammenfügen, teilt dein Verstand in Ost und Westen aus. Was mancher unter Joch und Last will biegen, setzt deine Hand frei an der Sterne Haus. Die Welt zerreißt, und du verknüpfft in Kraft; sie bricht, du baust; sie baut, du reißest ein; ihr Glanz muß dir ein dunkler Schatten sein; dein Geist bei Toten Kraft und Leben schafft. 4. Wen die Vernunft oft fromm und selig preiset, den hast du längst aus deinem Buch gethan. Doch wem die Welt dies Zeugnis nicht erweiset, den führst du in der Stille himmelan. Den Tisch der Pharisäer läßt du stehn und speisest mit den Sündern, sprichst sie frei. Wer weiß, was manchmal deine Absicht sei? wer kann der tiefsten Weisheit Abgrund sehn? 5. Was alles ist, gilt nichts in deinen Augen; was nichts ist, hast du, großer Gott, recht lieb. Der Der erste Artikel: Gott der Vater. 190 Worte Pracht und Ruhm kann dir nicht taugen, du giebst die Kraft durch deines Geistes Trieb. Die besten Werke bringen dir kein Lob, sie sind versteckt, der Blinde geht vorbei; wer Augen hat, sieht fie, doch nie so frei; die Sachen sind zu fein, der Sinn zu grob. 6. D Herrscher, sei von uns gebenedeiet, der du uns tötest und lebendig machst. Wenn uns dein Geist der Weisheit Schatz verleihet, so sehn wir erst, wie wohl du für uns wachst. Die Weisheit spielt bei uns, wir spielen mit; bei uns zu wohnen, ist dir lauter Lust, die reget sich in deiner Vaterbrust und gängelt uns im zarten Kinderschritt. 7. Bald scheinst du etwas hart uns anzugreifen, bald fährest du mit uns ganz säuberlich. Geschiehts, daß unser Sinn sucht auszuschweifen, so weist die Zucht uns wieder hin auf dich. Da gehn wir denn mit blöden Augen hin; du küsfest uns, wir sagen Beffrung zu: drauf schenkt dein Geist dem Herzen wieder Ruh und hält im Baum den ausgeschweiften Sinn. 8. Du kennst, o Vater, wohl das schwache Wesen, die Ohnmacht und der Sinne Unverstand; man kann es fast an unfrer Stirne lefen, wie es mit schwachen Kindern sei bewandt. Drum greifft du zu und hältst und trägest sie, brauchst Vaterrecht und zeigest Muttertreu. Wo niemand meinet, daß es deine sei, da hegest du dein Schäflein, läsfests nie. 9. So gehest du nicht die gemeinen Wege, dein Fuß wird selten öffentlich gesehn, damit du sehst, was sich im Herzen rege, wenn du in Dunkelheit mit uns willst gehn. Das Widerspiel legt sich vor Augen dar von dem, was du in deinem Sinne haft; wer meint, er hab die Absicht recht erfaßt, der wird am End ein andres oft gewahr. 10. D Auge, das nicht Trug noch Heucheln leidet, gieb mir des scharfen Blickes Sicherheit, der die Natur von Gnade unterscheidet, das eigne Licht von deiner Herrlichkeit. Laß doch mein thöricht Herz dich meistern nicht, brich ganz den Willen, der sich selber liebt; erweck die Lust, die sich nur dir ergiebt und tadelt nie dein heimliches Gericht! 11. Will etwa die Vernunft dir widersprechen und schüttelt ihren Kopf zu deinem Weg, so wollst du ihre Festung niederbrechen, daß ihre Höhe sich bei Zeiten leg. Kein fremdes Feuer sich in mir entzünd, das ich vor dich in Thorheit bringen möcht, womit ich gar dir zu gefallen dächt! Ach selig, wer dein Licht ergreift und findt. 12. So zieh mich gänzlich denn nach deinem Willen und trag und Göttliche Regierung und Fürsorge. 191 heb und führ dein armes Kind! auch hin und wieder mich des Dein innres Zeugnis soll den Zweifel stillen; dein Geist die Furcht und Lüste überwind. Du bist mein Alles, denn dein Sohn ist mein, dein Geist regt sich ganz kräftiglich in mir. Ich brenne nur nach dir in Heilsbegier; wie oft erquickt mich deiner Wahrheit Scheinend 13. Drum muß die Kreatur mir immer dienen, kein Engel schämt nun der Gemeinschaft sich; die Geister, die vor dir vollendet grünen, sind meine Brüder und erwarten mich. Wie oft erquicket meinen Geist ein Herz, das dich und mich und alle Christen liebt! Ists möglich, daß mich etwas noch betrübt? Komm, Freudenquell! weich ewig, aller Schmerz! Gottfried Arnold. † 1714. 300. Eigene Melodie. 159. Sollt ich meinem Gott nicht fingen? sollt ich ihm nicht fröhlich sein? Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut ers mit mir mein. Ist doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, daß ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. ir 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, also hat Höchsten Arm gedeckt; mich geschützt mit Vatertreue, feit er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab und deß ich mich jetzt noch freue. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer, nein, er giebt ihn für mich hin, daß er mich vom ewgen Feuer durch sein teures Blut gewinn. O du unergründter Brunnen, wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, deine Tief ergründen können! Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer giebt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmelspfort, daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Reich zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 5. Meiner Seelen Wohlergehen hat er ja recht wohl bedacht; will dem Leibe Not entstehen, nimmt ers gleichfalls wohl in acht. Wenn mein Können, mein Vermögen nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebt mir an sein Vermögen beizulegen. Alles Ding 192 Der erste Artikel: Gott der Vater. währt seine Zeit, Gottes Lieb gefangen hält, durch das Kreuze in Ewigkeit. zu ihm lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 10. Das weiß ich fürwahr und lasse mirs nicht aus dem Sinne gehn, Christenkreuz hat seine Maße und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein; also wird auch nach der Bein, wers erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt. Wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält, Tier und Kräuter und Getreide in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein 11. Weil denn weder Ziel noch Sorgen und ermuntert mein Ge- Ende sich in Gottes Liebe findt, müt, daß ich alle liebe Morgen ei, so heb ich meine Hände zu dir, schaue neue Lieb und Güt. Wäre Vater, als dein Kind; bitte, mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht geleitet, wär ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu umfangen Tag und Nacht hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit.. 8. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzeucht, ob es gleich bisweilen Sünde thut und aus der Bahne weicht, also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, will 301. Mel. 10: Alles ist an Gottes Segen. mein Fehlen mit der Nut und Wunderanfang, herrlich Ende, Paul Gerhardt. † 1676. wo die wunderweisen Hände Gottes führen ein und aus! Wunderweislich ist sein Raten, wunderherrlich seine Thaten, und du sprichst: Wo wills hinaus? nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 9. Seine Strafen, seine Schläge, ob es mir auch bitter scheint, dennoch, wenn ichs recht erwäge, sind es Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der schnöden Welt, die mich hart scheinet, ist das End doch gut 2. Denke doch: es muß so gehen, was Gott weislich heißt geschehen, ihm und dir zur Herrlichkeit. Ob der Anfang seltsam Der zweite Artikel: Gott der Sohn. gemeinet, Friede folget nach dem Streit. 2 Ons? 3. Gottes Weg ist in den Flüssen und in großen Wassergüssen, und du spürst nicht seinen Fuß. So auch in dem Meer der Sorgen hält Gott seinen Pfad verborgen, daß man nach ihm suchen muß. 4. Weil der Herr im Dunkeln wohnet und fein Reich im Trauen thronet, da man glaubt, ob man nicht sieht: bleibet unnüt unser Sorgen; wer nicht trauen will auf morgen, dem auch keine Hilfe blüht. 5. Gott muß man in allen Sachen, weil er alles wohl kann 193 machen, End und Anfang geben frei. Er wird, was er angefangen, lassen so ein End erlangen, daß es wunderherrlich sei. 6. D laß dir doch nimmer grauen, lerne deinem Gott vertrauen, sei getrost und guten Muts. Er fürwahr, er wird es führen, daß du wirst am Ende spüren, wie er dir thut lauter Guts. 2. Warum doch das? Daß du, o Welt, frei wieder möchtest stehen und durch ein teures Lösegeld 7. Du wirst seinen Ruhm erzählen und nicht vor der Welt verhehlen, was die blinde Welt nicht fennt. Er wird dir dein Kreuz versüßen, daß du wirst bekennen müssen: Wunderanfang, herrlich End! Heinrich Arnold Stockfleth. † 1708. 3. Der zweite Artikel: Gott der Sohn. A. Die Erlösung. aus deinem Kerker gehen. Du warst in Fluch und Tod versenkt, sollst nun durch den, den Gott geschenkt, Erlösung, Trost und Gaben des ewgen Lebens haben. 3. Ich freue mich, so oft und viel ich dieses Sohns gedenke; dies ist mein Lied und Saitenspiel, wenn ich mich heimlich kränke; wenn meine Sünd und Missethat will größer sein, als Gottes Gnad, und wenn mir meinen Glauben mein eigen Herz will rauben. 302. Mel. 41: Ermuntre dich, mein 2c. Joh. 3, 16. Also hat Gott die Welt geliebt, das merke, wer es höret! Die Welt, die Gott so hoch betrübt, hat Gott so hoch geehret, daß er den eingebornen Sohn, den eingen Schatz, die einge Kron, das einge Herz und Leben, mit Willen hingegeben. 4. Ei, sprech ich, war mir Gott geneigt, da wir noch Feinde waren, so wird er ja, der kein Recht beugt, 13 Der zweite Artikel: Gott der Sohn. nicht feindlich mit mir fahren jetzt, ein teuer wertes Wort, daß Jesus da ich bin mit ihm verfühnt, da, ist der Sünder Hort. was ich Böses je verdient, sein Sohn, der nichts verschuldet, so wohl für mich erduldet. 3. Mein Jesus ist ein treuer Hirt, er suchet, was verloren, er holt zurücke, was verführt, er ist zum Heil erkoren. Das ist ein teuer wertes Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. 194 5. Fehlts hier und da? Ei unverzagt! laß Sorg und Kummer schwinden! Der mir das Größte nicht versagt, wird Rat zum Kleinen finden. Hat Gott mir feinen Sohn geschenkt und für mich in den Tod gesenkt, wie follt er, laßt uns denken, mit ihm nicht alles schenken? 4. Lob sei dir, Jesu, Gottes Sohn, du hast die Schuld getragen, du Ofterlamm, du Gnadenthron, du Zuflucht, wenn wir zagen. Das ist ein teuer wertes Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. 5. Ach gieb mir, daß ich diese Gnad und meine Sünd erkenne, daß ich, dein Schäflein, früh und spat nach dir vor Liebe brenne, und denk an dieses werte Wort, und Thron, da wird fürwahr daß Jesus ist der Sünder Hort. mein Leben in ewgen Freuden Heinrich Georg Neuß. † 1716. schweben. Paul Gerhardt. † 1676. 6. Ich bins gewiß und sterbe drauf nach meines Gottes Willen: mein Kreuz und ganzer Lebenslauf wird sich noch fröhlich stillen. Hier hab ich Gott und Gottes Sohn; und dort bei Gottes Stuhl 304. Mel. 93: Jesu, meines Lebens Leben. Großer Mittler, der zur Rech303. Mel. 110: Machs mit mir, Gott zc. 1. Tim. 1, 15. ten seines großen Vaters sitzt, Das ist ein teuer wertes Wort, und die Schar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaden schützt, dem auf dem erhabnen Throne, in der königlichen Krone, bringet aller Engel Heer stets in Demut Preis und Ehr. ein Wort sehr lieb zu hören, daß Jesus ist der Sünder Hort und will die Armen lehren. Das ist ein teuer mertes Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. 2. Dein Erlösungswerk auf Erden und dein Opfer ist vollbracht; was vollendet sollte wer2. Mein Jesus nimmt die Kranten an, er heilet allen Schaden, er ist ein Gast bei jedermann, der ihn zu sich geladen. Das ist den, hast du alles wohl gemacht. me Die Erlösung. 305. Da du bist für uns gestorben, ist uns Gnad und Heil erworben, und dein siegreich Auferstehn Mel. 152: Schmücke dich, o liebe Seele. läßt uns in die Freiheit gehn. Heiland, deine Menschenliebe 195 3. Nunmehr ist es dein Ge- war die Quelle deiner Triebe, schäfte in dem obern Heiligtum, die dein treues Herz bewogen, die erworbnen Segenskräfte durch dich in unser Fleisch gezogen, dich dein Evangelium allen denen mit- mit Schwachheit überdecket, dich zuteilen, die zum Thron der vom Kreuz ins Grab gestrecket. Gnaden eilen; nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. O der wunderbaren Triebe deiner treuen Menschenliebe! 4. Alle Namen deiner Frommen trägst du stets auf deiner Brust, und die gläubig zu dir kommen, sind und bleiben deine Lust. Du vertrittst, die an dich glauben, daß sie nichts dir möge rauben, wirkest in des Vaters Haus ihnen eine Wohnung aus. 2. Über seine Feinde weinen, jedermann mit Hilf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klagen hören, sich in andrer Dienst verzehren, sich für Sünder töten lassen, wer kann solche Liebe fassen? 3. D du Zuflucht der Elenden, wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hilf und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? O wie ist dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! O mie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mitzuteilen. 6. Großer Mittler, sei gepriesen, daß du in dem Heiligtum 4. Die Betrübten zu erquicken, zu den Kleinen sich zu bücken, die Unwissenden zu lehren, die Verführten zu bekehren, Sünder, so viel Treu an uns bewiesen; die sich selbst verstocken, liebreich dir sei Ehre, Dank und Ruhm. zu dir hinzulocken mit VerzehLaß uns dein Verdienst vertreten, wenn wir zu dem Vater beten; sprich für uns in letzter Not, wenn den Mund verschließt der Tod. Johann Jakob Stambach. † 1735. rung deiner Kräfte, war dein tägliches Geschäfte. 5. O wie hoch stieg dein Erbarmen, da du für die ärmsten Armen dein unschäßbar teures 13* 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt noch dienen, nicht, weil dein Herz dir vor Erbarmen über ihrem Elend bricht. Daß dein Vater ihrer schone, daß er nicht nach Werken lohne, daß er ändre ihren Sinn, ach, da zielt dein Bitten hin. 196 Der zweite Artikel: Gott der Sohn. Leben in den ärgsten Tod ge- Schuld, für deinen Ruf an alle geben! Da du in der Sünder Bösen und für das Wort von Händen, alles Leid von uns zu deiner Huld, ja, für die Kraft wenden, uns den Segen zu er in deinem Wort dankt dir mein werben, als ein Fluch haft wollen Herze hier und dort. fterben. 3. Für deinen heilgen Geist der Liebe, der Glauben wirkt in unserm Geist, für dieses Glaubens Kraft und Triebe, wodurch sich deine Macht erweist, für die Befestigung darin dankt dir mein neugeschaffner Sinn. 6. Deine Lieb hat dich getrieben, Sanftmut und Geduld zu üben, ohne Schelten, Drohen, Klagen andrer Schmach und Last zu tragen, allen freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu segnen, für der Feinde Schar zu beten und die Mörder zu vertreten. 4. Für dein so tröstliches Versprechen, daß deine Gnade ewig fei! Wenn Berge stürzen, Hügel brechen, so bleibt dein Bund und deine Treu; wenn Erd und Himmel weicht und fällt, so lebt doch Gott, der Glauben hält. 7. Herr, laß deine Liebe decken meiner Sünden Meng und Flecken. Du hast das Gefetz erfüllet, des Gesetzes. Fluch gestillet. Laß mich wider dessen 5. Für deine teuren SafraStürmen deiner Liebe Schild beschirmen. Heilge meines Her zens Triebe, salbe sie mit deiner Liebe. Johann Jakob Rambach. † 1735. mente, die Siegel deiner wahren Schrift, wo Gott, damit ich glauben könnte, ein Denkmal seiner Wunder stift, für diese Gnaden in der Zeit dankt dir mein Herz in Ewigkeit. 6. Ja, Mund und Herze foll dir danken; doch bittet auch mein Herz und Mund: Laß weder Mund noch Herze wanken und gründe mich auf diesen Grund; erhalte nur durch deine Treu auch bis ans Ende mich dabei. 306. Mel. 180: Wer nur den lieben Gott. Herr Derr von unendlichem Erbarmen, du unergründlich Liebesmeer! ich danke dir mit andern Armen, mit einem ganzen Sünderheer, für deine Huld in Jesu Christ, die vor der Welt gewesen ist. 2. Für dein so allgemein Erlösen, für die Verfühnung aller 7. Laß mich in Liebe heilig leben, unsträflich dir zum Lobe sein, versichere mein Herz daneben, es reiße keine Lust noch Pein mich von der Liebe Gottes Jesuslieder. hin, weil ich in Christo Jesu bin. 8. Tod, Leben, Trübsal, Angst und Leiden, was Welt und Hölle in sich schließt, nichts soll mich ich noch im Tod. von der Liebe scheiden, die da in Christo Jesu ist. Ja, Amen, Vater aller Treu, zähl mich den Auserwählten bei. Philipp Friedrich Hiller.+ 1769. 197 Rühmen sein, auf dies Erbarmen will ich glauben, auf dieses bet ich auch allein, auf dieses duld ich in der Not, auf dieses hoff 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben, dies soll mein einzig 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, nimm dein Erbarmen nicht von mir und führe einst im Tod mich Armen durch meines Heilands Tod zu dir; da bin ich ewig hocherfreut und rühme die Barmherzigkeit. Philipp Friedrich Hiller. † 1769. 307. Mel. 181: Wer nur den lieben Gott. B. Jesuslieder. Mir ist Erbarmung widerfahren, Erbarmung, deren ich nicht wert, das zähl ich zu dem Wunderbaren, mein 308. Mel. 143: O Jesu Christ, meins 2c. nie begehrt. Nun weiß ich das Ach Gott, wie manches Herzeund bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. leid begegnet mir zu dieser Zeit. Der schmale Weg ist trübsalvoll, den ich zum Himmel wandeln soll. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet, und soll bei Gott in Gnaden sein; Gott hat mich mit sich selbst verfühnet und macht durchs Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her? warum geschiehts? Erbarmung ists und weiter nichts. 2. Wie schwerlich läßt doch Fleisch und Blut sich zwingen zu dem ewgen Gut! Wo soll ich mich denn wenden hin? Zu dir, Herr Jesu, steht mein Sinn. 3. Bei dir mein Herz Trost, Hilf und Rat allzeit gewiß gefunden hat. Niemand jemals verlassen ist, der fest vertraut auf Jesum Christ. 3. Das muß ich dir, mein Gott, belennen, das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Erbarmung nennen, 4. Es kann kein Trauern sein so ist mein ganzes Herz gesagt. so schwer, dein süßer Nam erfreut Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. viel mehr; kein Elend mag so bitter sein, dein süßer Trost der linderts fein. 5. Ob mir gleich Leib und 198 Der zweite Artikel: Gott der Sohn. Seel verschmacht, so weißt du mein Begehr: o, wenn ich doch Herr, daß ichs nicht acht; wenn schon bei dir wär! ich dich hab, so hab ich wohl, was ewig mich erfreuen soll. Martin Moller?+ 1606. 6. Dein bin ich ja mit Leib und Seel, was fann mir thun Sünd, Tod und Höll? Kein beſsre Aus irdischem Getümmel, wo denn nur Treu auf Erden ist, bei dir, Herr Jesu Christ. 7. Ich weiß, daß du mich nicht verläßt, dein Wahrheit bleibt mir ewig fest; du bist mein rechter treuer Hirt, der ewig mich behüten wird. nichts das Herz erquickt, wer zeigt den Weg zum Himmel, wohin die Hoffnung blickt? Wer spornet unser Streben, wenn es das Ziel vergißt? Wer führt durch Tod zum Leben? Der Weg ist Jesus Christ. 8. So oft ich nur gedenk an dich, all mein Gemüt erfreuet sich. Wenn ich mein Hoffnung stell zu dir, so fühl ich Fried und Trost in mir.. 9. Wenn ich in Nöten bet und sing, so wird mein Herz recht guter Ding; dein Geist bezeugt, daß schon dabei des ewgen Lebens Vorschmack sei. 10. Drum will ich, weil ich lebe noch, nachtragen dir des Kreuzes Joch. Mein Gott, mach mich dazu bereit; es dient zum Besten allezeit. 309. Mel. 164: Valet will ich dir geben. Joh. 14, 6. 11. Hilf mir mein Sach recht greifen an, daß ich den Lauf vollenden kann. Hilf mir bezwingen Fleisch und Blut, vor Sünd und Schand nimm mich in Hut. 2. Wenn Irrtum uns befangen, kein Strahl die Nacht durchbricht, wie können wir gelangen zum wahren Lebenslicht? Getrost! es strömt die Klarheit von Gottes ewgem Thron, denn Christus ist die Wahrheit, der eingeborne Sohn. 3. Wer schenkt in Not und Leiden, wenn bang das Herz verzagt, die Hoffnung ewger Freuden, daß einst der Morgen tagt? Wer stillt der Seele Beben? Wer giebt im Tode Ruh? Heil! Christus ist das Leben, führt uns dem Vater zu. Christoph Karl Julius Asscherfeldt. † 1856. 310. 12. Erhalt mein Herz im GlauMel. 136: D daß ich tausend Zungen 2c. ben rein, so leb und sterb ich dir Der beste Freund ist in dem allein. Jesu, mein Trost, hör Himmel, auf Erden sind die Jesuslieder. 199 Freunde rar; denn bei dem fal- mir nicht ein Haar. Hier immer schen Weltgetümmel ist Redlichkeit Freund und nimmer Feind: Mein oft in Gefahr. Drum hab ichs Jesus ist der beste Freund. immer so gemeint: Mein Jesus ist der beste Freund. Benjamin Schmold. † 1737. 311. 2. Die Menschen sind wie eine Wiege, mein Jesus stehet felsenfest; daß, wenn ich gleich darMel. 173: Was Gott thut, das ist 2c. niederliege, mich seine Freundschaft Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, dir bleibt mein Herz ergeben. Du kennst dies Herz, das redlich spricht: nur Einem will ich leben. Du, du allein, du sollst es sein, du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Himmel werden. doch nicht läßt. In Freud und Leid ers redlich meint: Mein Jesus ist der beste Freund. 3. Die Welt verkaufet ihre Liebe dem, der am meisten nützen kann; und scheinet dann das Glück uns trübe, so steht die Freundschaft hintenan. Doch hier ist es nicht so gemeint: Mein Jesus ist der beste Freund. 4. Er läßt sich selber für mich töten, vergießt für mich sein eigen Blut, er steht mir bei in allen Nöten, er sagt für meine Schulden gut. Er hat mir Gutes nie verneint: Mein Jesus ist der beste Freund. 5. Mein Freund, der mir sein Herze giebet, mein Freund, der mein, und ich bin sein, mein Freund, der mich beständig liebet, mein Freund bis in das Grab hinein. Ach hab ichs nun nicht recht gemeint: Mein Jesus ist der beste Freund! 6. Behalte, Welt, dir deine Freunde, sie sind doch gar zu wandelbar. Und hätt ich hunderttausend Feinde, so frümmen sie 2. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir meine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund hat festen Grund; die deiner sich nicht schämen, die kann dir niemand nehmen. 3. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht; aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder ins Gericht und büßtest für mich Armen. Aus Dankbarkeit will ich erfreut um deines Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen. 4. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, du stärkest mich von oben. Auf dich steht meine Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich flieh zu dir, du eilst zu mir; wenn mich die Feinde hassen, wirst du mich nicht verlaſsen. 5. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, dich, Gottes größte Gabe. Der zweite Artikel: Gott der Sohn. Ich weiß, daß mit kein Gut ge- Ewig muß unsere Seele genesen bricht, Herr, wenn ich dich nur in dem holdseligsten, lieblichen habe. Ich mag der Welt für Gut Wesen. und Geld, wornach die Eitlen laufen, dich, Heiland, nicht verkaufen. 6. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, das Kreuz soll uns nicht scheiden. Es bleibet jedes Gliedes Pflicht, mit seinem Haupt zu leiden. Doch all mein Leid währt kurze Zeit, bald ist es überstanden und Ruh ist dann vorhanden. 7. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, nie will ich von dir wanken. Wenn meine morsche Hütte bricht, sterb ich mit dem Gedanken: mein Freund ist mein und ich bin sein; er ist mein Schaß und Tröster, und ich bin sein Erlöster. Ehrenfried Liebich. † 1780. 200 3. Halte, o Seele, im Leiden fein stille, schlage die Nute des Vaters nicht aus; bitte und nimm aus der göttlichen Fülle Kräfte, zu fiegen im Kampfe und Strauß. Fluten der Trübsal verrauschen, vergehen, Jesus, der Treue, bleibt ewig dir stehen. 4. Laufet nicht hin und her, eilet zur Quelle; Jesus, der bittet: Kommt alle zu mir. Sehet, wie lieblich, wie lauter und helle fließen die Ströme des Lebens allhier! Trinket, ihr Lieben, und werdet erquicket; hier ist Erlösung für alles, was drücket. 5. Streitet nur unverzagt, seht auf die Krone, die euch der König des Himmels anbeut! Jesus wird felber den Siegern zum Lohne; wahrlich, dies Kleinod belohnet 312. Mel. 88: Jesu, hilf siegen, du Fürste 2c. den Streit. Streitet nur unverzagt, seht auf die Krone, selber Jehovah wird Siegern zum Lohne. Siner ist König, Immanuel fieget, bebet ihr Feinde und gebet die Flucht! Zion hingegen, sei innig vergnüget, labe dein Herze mit himmlischer Frucht! Ewiges Leben, unendlichen Frieden, Freude die Fülle hat er uns beschieden. 6. Droben in Salem, da wird man einst sehen eine gewaltige, siegende Schar deine unendliche Hoheit erhöhen, dir wird man bringen Halleluja dar. Seht, wie fie preisend aufs Angesicht fallen, höret, wie donnernde Stimmen erschallen! 2. Stärket die Hände, ermuntert die Herzen, trauet mit Freuden dem ewigen Gott! Jesus, die Liebe, versüßet die Schmerzen, reißet aus Ängsten, aus Jammer und Not. 7. Reichtum, Kraft, Weisheit, Preis, Stärke, Lob, Ehre Gott und dem Lamm und dem heiligen intel Jesuslieder. Geist! Wenn ich da stände, o wenn ich da wäre! Springet, ihr Bande, ihr Fesseln zerreißt! Amen, die Liebe wird wahrlich erhören. Alles, was Odem hat, lobe den Herren! Johann Ludwig Konrad Allendorf.+ 1773. 201 belehren, ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt und wurde ihr alles in Einem geschenkt: 4. Also ist auch mein Verlangen, liebster Jesu, nur nach dir. Laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir. Ob viel auch umkehren zum gröBesten Haufen, so will ich dir dennoch in Liebe nachlaufen; denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist; was ist wohl, das 313. Eigene Melodie. 39. Lut. 10, 42. Fins ist not! Ach Herr, dies man nicht in Jesu geneußt? Eine lehre mich erkennen doch! 5. Aller Weisheit*) höchste Alles andre, wies auch scheine, Fülle in dir ja verborgen liegt. ist ja nur ein schweres Joch, Gieb nur, daß sich auch mein darunter das Herze sich naget Wille fein in solche Schranken und plaget und dennoch kein fügt, darinnen die Demut und wahres Vergnügen erjaget. Er- Einfalt regieret und mich zu der lang ich dies Eine, das alles er- Weisheit, die himmlisch ist, fühsetzt, so werd ich mit Einem in ret. Ach wenn ich nur Jesum allem ergött. recht kenne und weiß, so hab ich der Weisheit vollkommenen 2. Seele, willst du dieses finden, fuchs bei keiner Kreatur; Preis. laß, was irdisch ist, dahinten, schwing dich über die Natur. Wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste, notwendigste Teil, mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. *) 1. Kor. 1, 30. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein teures Mittlerblut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben; die Kleider des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 3. Wie Maria war beflissen auf des Einigen Genieß, da sie sich zu Jesu Füßen voller Andacht niederließ: ihr Herze entbrannte, dies einzig zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte wähle, mir zur Heiligung ge7. Nun, so gieb, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht; du bist ja, den ich er Der zweite Artikel: Gott der Sohn. 314. macht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir alles geMel. 71: Herr, wie du willst, so 20. 2. Timoth. 2, 8. geben; entreiße mich aller ver- Halt im Gedächtnis Jesum gänglichen Lust, dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. Christ, o Mensch, der auf die 8. Ja, was soll ich mehr ver- Erden vom Thron des Himmels Langen? Auf mich strömt die kommen ist, dein Bruder da zu Gnadenflut. Du bist einmal ein werden. Vergiß nicht, daß er dir gegangen in das Heilge durch zu gut hat angenommen Fleisch dein Blut; da hast du die ewge und Blut. Dank ihm für dieſe Erlösung erfunden, daß ich Liebe. nun der höllischen Herrschaft 2. Halt im Gedächtnis Jefum entbunden; dein Eingang die Christ, der für dich hat gelitten, völlige Freiheit mir bringt, im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. ja gar am Kreuz gestorben ist und dadurch hat bestritten Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod und dich erlöst aus aller Not. Dank ihm für dieſe Liebe. 9. Volles Gnügen, Fried und Freude jeho meine Seel ergötzt, weil auf eine frische Weide mein 3. Halt im Gedächtnis Jesum Hirt Jesus mich gesetzt. Nichts Christ, der auch am dritten Tage Süßers kann also mein Herze siegreich vom Tod erstanden ist, erlaben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. befreit von Not und Plage. Bedenk, daß Frieden er gemacht und Heil und Leben wieder bracht. Dank ihm für diese Liebe. 202 10. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein Ein und Alles fein; prüf, erfahre, wie ichs meine, tilge allen Heuchelschein; sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege. Laß alles mich achten für Schaden, mein Gott, und Jesum gewinnen, dies Eine ist not. Johann Heinrich Schröder. † 1699. 4. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der nach den Leidenszeiten gen Himmel aufgefahren ist, die Stätt dir zu bereiten, da du sollst bleiben allezeit und sehen seine Herrlichkeit. Dank ihm für diese Liebe. 5. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der einst wird wieder kommen und sich, was tot und lebend ist, zu richten vorgenommen. O denke, daß du da be Jesuslieder. 203 stehst und mit ihm in sein Reich tans Mord und Lügen wehr, in eingehst, ihm ewiglich zu danken. 6. Gieb, Jesu, gieb, daß ich dich kann mit wahrem Glauben fassen, und nie, was du an mir gethan, mög aus dem Herzen lassen; daß dessen ich in aller Not mich trösten mög und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag geduldiglich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Seel in Todesnot. Cyriacus Günther. † 1704. 3. Ach Herr, laß dein lieb Engelein am letzten End die Seele mein in Abrahams Schoß tragen; den Leib in seinem Kämmerlein gar sanft ohn einge Qual und Bein ruhn bis zum jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottes Sohn, 315. Eigene Melodie. 72. Pfalm 18, 2. Herzlich lieb hab ich dich, o mein Heiland und mein Gnadenthron. Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich, ich will dich preisen ewiglich. Martin Schalling. † 1608. Herr; ich bitt, wollst sein von mir nicht fern mit deiner Hilf und Gnaden. Die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Himml und Erde frag ich nicht, wenn ich dich nur kann haben. Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, so bist du doch mein Zuversicht, mein Teil und meines Herzens Trost, der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Chrift, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmermehr. 316. Mel. 164: Valet will ich dir geben. 2. Timoth. 1, 12. Ich weiß, an wen ich glaube, ich weiß, was fest besteht, wenn alles hier im Staube wie Staub und Rauch verweht; ich weiß, was ewig bleibet, wo alles wankt und fällt, wo Wahn die Weisen treibet und Trug die Klugen hält. 2. Ich weiß, was ewig dauert, ich weiß, was nie verläßt; auf ewgen Grund gemauert steht dieſe Schutzwehr fest. Es sind des Heilands Worte, die Worte fest und klar; an diesem Felsenhorte 2. Es ist ja, Herr, dein Gschenk und Gab mein Leib und Seel und was ich hab in diesem armen Leben. Damit ichs brauch zum Lobe dein, zum Nuß und Dienst des Nächsten mein, wollst mir dein Gnade geben. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, des Sa- halt ich unwandelbar. Der zweite Artikel: Gott der Sohn. 3. Auch kenn ich wohl den Gotteslamm, als meinen SeelenMeister, der mir die Feste baut: bräutigam. es ist der Herr der Geister, auf den der Himmel schaut, vor dem die Seraphinen anbetend niederknien, um den die Heilgen dienen, ich weiß und kenne ihn. 4. Das ist das Licht der Höhe, das ist mein Jesus Christ, der Fels, auf dem ich stehe, der diamanten ist, der nimmermehr kann wanken, mein Heiland und mein Hort, die Leuchte der Gedanken, die leuchtet hier und dort. 5. Drum weiß ich, was ich glaube, ich weiß, was fest besteht und in dem Erdenstaube nicht mit als Staub verweht. Es bleibet mir im Grauen des Todes ungeraubt; es schmückt auf Himmelsauen mit Kronen einst mein Haupt. Ernst Morik Arndt. † 1860. 204 --- 317. Eigene Melodie. 84. Ich will dich lieben, meine Stärke, ich will dich lieben, meine Zier; ich will dich lieben mit dem Werke und immerwährender Begier; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herz im Tode bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen allerbesten Freund; ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Glanz bescheint; ich will dich lieben, 3. Ach, daß ich dich so spät erkennet, du hochgelobte Schönheit du, und dich nicht eher mein genennet, du höchstes Gut und wahre Ruh! Es ist mir leid, ich bin betrübt, daß ich dich hab so spät geliebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet, ich suchte dich und fand dich nicht, ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht; nun aber ists durch dich geschehn, daß ich dich endlich hab ersehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du güldner Mund, daß du mir machst das Herz gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen und laß mich nicht mehr irre gehn; laß meinen Fuß auf deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn. Erleucht mir Leib und Seele ganz, du starker, reiner Himmelsglanz. 7. Ich will dich lieben, meine Krone; ich will dich lieben, meinen Gott, ich will dich lieben sonder Lohne, auch in der allergrößten Not; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herz im Tode bricht. Nach Johann Scheffler. † 1677. Jesuslieder. 2. Herden ihre Hirten lieben, und ein Hirt liebt seine Herd; laß uns auch so Liebe üben, du im Himmel, ich auf Erd. Schallet deine Lieb hernieder, soll dir meine schallen wieder; wenn du rufft: Ich liebe dich! ruft mein Herz: Dich liebe ich! 205 318. Mel. 93: Jesu, meines Lebens Leben. Jesu, frommer Menschenherden guter und getreuer Hirt, laß mich auch dein Schäflein werden, das 6. Höre, Jesu, und erhöre, dein Stab und Stimme führt. wenn ich ruf, anklopf und schrei; Ach, du hast aus Lieb dein Leben Jesu, dich nicht von mir fehre, für die Schafe hingegeben, und steh mir bald in Gnaden bei! Ja, du gabst es auch für mich; laß du hörft, in deinem Namen ist mich wieder lieben dich. ja alles Ja und Amen. Nun ich glaub und fühle schon deinen Trost, o Gottes Sohn. Sigismund von Birken. † 1681. 3. Schafe ihren Hirten kennen, dem sie auch sind wohlbekannt; laß mich dir in Liebe brennen, wie dein Herz zu mir gebrannt. Als der Wolf mit offnem Rachen mich zur Beute wollte machen, riefest du: Ich kenne dich! ich auch rief: Dich kenne ich! wenn sich naht des Wolfes Grimm. Laß mein Schreien dir gefallen, deinen Trost herniederschallen; wenn ich bete: Höre mich! Jeſu, sprich: Ich höre dich! 319. Eigene Melodie. 91. Jesu, meine Freude, meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier! ach wie lang, ach lange ist dem Herzen bange und verlangt nach dir! Gottes Lamm, mein Bräutigam, außer dir soll mir auf Erden nichts sonst Liebres werden. 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde 4. Herden ihre Hirten hören, frei. Mag die Hölle wüten, ich folgen ihrer Stimm allein; Hirten kann Troß ihr bieten, mir steht sich zur Herde kehren, wenn sie Jesus bei. Ob es jetzt gleich kracht schreien groß und klein. Wenn und blitzt, ob gleich Sünd und du rufest, laß mich eilen, wenn Hölle schrecken, Jesus will mich du dräuest, nicht verweilen. Laß mich hören stets auf dich; Jesu, höre du auch mich. decken. 5. Höre, Jesu, und erhöre meine, deines Schäfleins, Stimm; mich auch zu dir schreien lehre, 3. Weg mit allen Schätzen! Du bist mein Ergößen, Jesu, meine Lust. Weg, ihr eitlen Ehren, will von euch nicht hören, bleibt mir unbewußt. Elend, Der zweite Artikel: Gott der Sohn. Not, Kreuz, Schmach und Tod bist mein; ich will keines andern soll mich, ob ich viel muß leiden, sein. nicht von Jesu scheiden. 206 4. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen; mir gefällst du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht. Gute Nacht, du Stolz und Pracht; dir sei ganz, o Lasterleben, gute Nacht gegeben. 5. Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Freudenmeister, Jesus tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Wonne sein. Duld ich schon hier Spott und Hehn, dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Johann Frand. † 1677. to, coisa 320. Mel. 87: Jefu, der du meine Seele. Jeju, meiner Seele Leben, meines Herzens höchste Freud, dir will ich mich ganz ergeben jetzt und bis in Ewigkeit. Meinen Gott will ich dich nennen, und vor aller Welt bekennen: Ich bin dein, und du bist mein; ich will feines andern sein. 2. Deine Güt hat mich um fangen, eh mich noch die Welt umfing, dir bin ich schon angehangen, als an Mutterbrust ich hing. Dein Schoß hat mich aufgenommen, da ich bin zur Taufe kommen. Ich bin dein, und du 3. Auf der Kindheit wilden Wegen folgte mir stets deine Güt Deines Geistes Trieb und Regen regte mir oft mein Gemüt, daß ich nach dem Übertreten zu dir wiederkam mit Beten. Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. 4. Ach, wie oft in meiner Jugend hat mich deine Hand gefaßt, wenn die Frömmigkeit und Tugend meinem Sinne war verhaßt! Ohne dich wär ich verdorben und in Sünden längst gestorben. Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern fein. 5. Jrr ich, sucht mich deine Liebe; fall ich, richtet sie mich auf, tröstet, wenn ich mich betrübe, stärket mich in meinem Lauf. Bin ich arm, giebt ſie mir Güter; droht Gefahr, ist sie mein Hüter. Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. 6. Dein Geist zeiget mir mein Erbe, das mir droben beigelegt. Ich weiß, wenn ich heute sterbe, wo man meine Seel hinträgt: zu dir, Jesu, in die Freude, daß von dir mich nichts mehr scheide. Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. 7. Druin, ich sterbe oder lebe, bleib ich doch dein Eigentum; dir allein ich mich ergebe, du bist Jesuslieder. meiner Seele Ruhm, meine Zu versicht und Freude, und mein süßer Trost im Leide. Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. 8. Höre, Jesu, noch ein Flehen, eine Bitte nimm noch an: Wenn das Auge nicht mehr sehen und ich nicht mehr sprechen kann, laß mich deinen Geist vertreten und mich noch im Seufzen beten: Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. Christian Scriver. † 1693. nend 321. Eigene Melodie. 94. Jesus Christus herrscht als König, alles wird ihm unterthänig, alles legt ihm Gott zu Fuß. Alle Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muß. 2. Fürstentümer und Gewalten, Mächte, die die Thronwacht halten, geben ihm die Herrlichkeit. Alle Herrschaft dort im Himmel, hier im irdischen Getümmel ist zu seinem Dienst bereit. 3. Gott ist Herr; der Herr ist Einer, und demselben gleichet keiner; nur der Sohn, der ist ihm gleich. Dessen Stuhl ist unumstößlich, dessen Leben unauflöslich, dessen Reich ein ewig Reich. 4. Gleicher Macht und gleicher 207 Ehren sitt er unter lichten Chören über allen Cherubim. In der Welt und Himmel Enden hat er alles in den Händen; denn der Vater gab es ihm. 5. Nur in ihm, o Wundergaben! können wir Erlösung haben, die Erlösung durch sein Blut. Hörts: das Leben ist erschienen, und ein ewiges Verfühnen kommt in Jesu uns zu gut. 6. Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen; klagt, ihr Kranken, ihm die Schmerzen; sagt, ihr Armen, ihm die Not! Er kann alle Wunden heilen, Reichtum weiß er auszuteilen, Leben schenkt er nach dem Tod. 7. Zwar auch Kreuz drückt Christi Glieder hier auf kurze Zeit darnieder, und das Leiden geht zuvor. Nur Geduld, es folgen Freuden; nichts kann sie von Jesu scheiden, und ihr Haupt zieht sie empor. 8. Jauchz ihm, Menge heilger Knechte; rühmt, vollendete Gerechte, und du Schar, die Palmen trägt! Märtyrer, ihr mit der Krone, und du Chor vor seinem Throne, der die GottesHarfen schlägt! 9. Ich auch auf der tiefsten Stufen, ich will glauben, reden, rufen, ob ich schon noch Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als König, alles sei ihm unterthänig; ehret, liebet, lobet ihn! Philipp Friedrich Hiller. † 1769. Der zweite Artikel: Gott der Sohn. 322. Mel. 152: Schmüde bich, o liebe Seele. König, dem kein König gleichet, dessen Ruhm kein Mund erreichet, dem als Gott das Reich gebühret, der als Mensch das Scepter führet, dem das Recht gehört zum 6. Herrsche auch in meinem Throne als des Vaters eingem Sohne, den so viel Vollkommenheiten krönen, zieren und begleiten! dir ist niemand zu vergleichen, an dem Überfluß der Schätze, an der Drdnung der Gesetze, an Vortrefflichkeit der Gaben, welche deine Bürger haben. Du beschützest deine Freunde, du bezwingest deine Feinde. 2. Himmel, Wasser, Luft und Erde, nebst der urgezählten Herde der Geschöpfe in den Feldern, in den Seeen, in den Wäldern, sind, Herr über Tod und Leben, dir zum Eigentum gegeben. Tiere, Menschen, Geifter scheuen, Menschensohn, dein mächtig Dräuen. 208 Herzen über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen; laß mich deinen Schutz genießen, gläubig dich ins Herze schließen, ehren, fürchten, loben, lieben, und mich im Gehorsam üben, hier mit ringen, dulden, streiten, dort mit herrschen dir zur Seiten. Johann Jakob Rambach. † 1735. 323. 3. In des Gnadenreiches GrenEigene Melodie. 103. zen sieht man dich am schönsten Laßt mich gehn, laßt mich gehn, glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen, die durchs Scepter deines Mundes, nach dem Recht des Gnadenbundes, sich von dir regieren lassen und, wie du, das Unrecht haffen. di daß ich Jesum möge sehn! Meine Seel ist voll Verlangen, ihn auf ewig zu umfangen und vor seinem Thron zu stehn.d 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man stets dich loben hören von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitz schauen, die dich unermüdet preisen und dir Ehr und Dienst erweisen. 5.D Monarch in dreien Reichen, 2. Süßes Licht, süßes Licht, Sonne, die durch Wolfen bricht, o wann werd ich dahin kommen, daß ich dort mit allen Frommen schau dein holdes Angesicht? 3. Ach, wie schön, ach, wie schön ist der Engel Lobgetön! Hätt ich Flügel, hätt ich Flügel, flög ich über Thal und Hügel heute noch nach Zions Höhn! 4. Wie wirds sein, wie wirds sein, wenn ich zieh in Salem ein, 209 in die Stadt der goldnen Gassen? Glieder an. Halt uns als Einen Herr, mein Gott, ich kanns nicht Leib zusammen, daß keine Macht faffen, was das wird für Wonne uns trennen kann. Wenn ich sein! nur bin wie du gesinnet, dein Bild in mir Gestalt gewinnet, und dein Gebot mir heilig ist, so werd ich Freund und Feinde lieben, so wird ihr Kummer mich betrüben, wie du mir vorgegangen biſt. Jesuslieder. 5. Paradies, Paradies, wie ist deine Frucht so süß! Unter deinen Lebensbäumen wird uns sein, als ob wir träumen. Bring uns, Herr, ins Paradies! Gustav Friedrich Ludwig Knat.+ 1878. 324. Mel. 184. Wie wohl ist mir, o Freund 2c. Lebst du in mir, o wahres Leben, so sterbe nur, was du nicht bist; denn seit ich dir mein Herz ergeben, so weiß ich erst, was Leben ist. O Jesu, du sollst mein verbleiben, nichts soll mich von der Liebe treiben, wie du mir zugefaget hast. D Strom der Freude, der mich tränket, wenn sich mein Herz in dich versenket, und dich, o Seelenfreund, umfaßt! 4. Soll ich in Not und Kummer stehen, so laß mich nie verzaget sein. Die Liebe muß mit Thränen säen, eh goldne Halmen sie erfreun. Du gehst voran mit treuem Winken; und wenn die müden Kniee sinken, so richte du sie wieder auf. Laß mich im Kampf nicht mutlos werden; der kurze Leidensgang auf Erden führt mich zur ewgen Freud hinauf. 2. Herz, das in Liebesglut gestorben, ach laß mein Herz in Flammen stehn; entzünd es mir, du hasts erworben, laß alles andre untergehn. An dir soll ewig mir genügen; laß mich in deiner Liebe fiegen, ja, siege du nur selbst in mir, so werd ich ewig triumphieren, 5. Gieb mir des Glaubens Licht und Kräfte, daß er die wahren Früchte treibt; mach mich zur Rebe voller Säfte, die fest an ihrem Weinstock bleibt. Du bist der Fels, auf den ich baue, du bist mein Heiland, dem ich traue, du bist des Glaubens fester Grund. Wenn sich die Zweifelsstunden finden, so laß dein Licht mir nicht verschwinden, und mach den franken Geist geſund. so wird dein Todes- Sieg mich 6. Hilf, daß die Hoffnung nicht zieren, so leb und leid und sterb ich dir. erlieget, und daß dein Kreuz ihr Anker ist; gieb, daß sie alle Angst besieget durch dich, der du mein Alles bist! Die Welt mag auf 14 3. Zünd auch in mir der Liebe Flammen zum Dienste deiner 210 Der zweite Artikel: Gott der Sohn. ich mich, dein zu bleiben ewiglich. das Eitle bauen, ich aber will und Seligkeit: Liebe, dir ergeb auf dich nur schauen, o Jesu, meiner Hoffnung Licht! Ich will dich stets in Lieb umfassen, dich, der du mich nicht wirst verlassen, denn deine Liebe wanket nicht! 7. Zur Demut führe mich dein Leiden, die Niedrigkeit sei meine Zier. Wer dich sucht, muß das Hohe meiden, der Stolz hat keinen Teil an dir. Weh dem, der nur nach Ehren rennet! Dagegen wer sein Nichts erkennet, den hebst du aus dem Staub empor. O drück dein Bild mir in die Seele, daß ich das Kleinod Demut wähle, so dring ich durch das enge Thor. Philipp Balthasar Sinold, gen. von Schüß. † 1742. 325. Mel. 100: Komm, o komm, du Geist zc. Liebe, die du mich zum Bilde deiner Gottheit haft gemacht; Liebe, die du mich so milde nach dem Fall hast wiederbracht: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich erkoren, eh ich noch erschaffen war; Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelitten und gestorben in der Zeit; Liebe, die mir hat erstritten ewge Luft 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort; Liebe, die sich dargegeben mir zum Heil und Seelenhort: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich hat gebunden an ihr Joch mit Leib und Sinn; Liebe, die mich überwunden und mein Herze hat dahin: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 6. Liebe, die mich ewig liebet, die für meine Seele bitt; Liebe, die das Lösgeld giebet und mich kräftiglich vertritt: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 7. Liebe, die mich wird erwecken aus dem Grab der Sterblichkeit; Liebe, die mein Haupt wird decken mit dem Kranz der Herrlichkeit: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. Johann Scheffler. † 1677. 326. Eigene Melodie. 114. Meinen Jesum laß ich nicht; weil er sich für mich gegeben, so erfordert meine Pflicht, nur Er allein für ihn zu leben. ist meines Lebens Licht: meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich nimmer Jesuslieder. nicht, weil ich soll auf Erden leben; ihm hab ich voll Zuversicht, was ich bin und hab, ergeben. Alles ist auf ihn gericht: meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, Hören, Schmecken, Fühlen weichen, laß das letzte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen; wenn des Leibes Hütte bricht: meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor seinem Angesicht meiner Väter Glaube pranget. Mich erfreut sein Angesicht: meinen Jefum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seele wünscht und sehnet; Jesum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott verföhnet, der mich frei macht vom Gericht; meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jefum laß ich nicht von mir, geh ihm ewig an der Seiten; Christus läßt mich für und für zu dem Lebensbächlein leiten. Selig, mer mit mir so spricht: meinen Jefum laß ich nicht! Christian Keymann. † 1662. P06## 211 und allezeit in Lieb und Leid im Herzen dich behalten. 2. Dein Lieben über alles geht, kein Ding auf Erd so fest besteht, das muß man frei bekennen; drum soll nicht Tod, nicht Angst und Not von deiner Lieb mich trennen. 3. Dein Wort ist wahr und trüget nicht und hält gewiß, was es verspricht, im Tod und auch im Leben. Du bist mun mein, und ich bin dein, dir hab ich mich ergeben. 4. Der Tag nimmt ab. D schönste Zier, Herr Jesu Christ, bleib du bei mir, es will nun Abend werden; laß doch dein Licht auslöschen nicht bei uns allhier auf Erden. Um 1597 328. Mel. 183: Wie schön leuchtet der zc. Jesu, Jesu, Gottessohn, mein Bruder und mein Gnadenthron, mein Schak, mein Freud und Wonne! Du weißt es, daß ich rede wahr, vor dir ist alles sonnenklar und klarer als die Sonne. Herzlich lieb ich mit Gefallen dich vor allen; nichts auf Erden kann und mag mir lieber werden. 327. Mel. 83: Jch weiß, mein Gott* c. 2. Dies ist mein Schmerz, dies Mein schönste Zier und Kleinod kränket mich, daß ich nicht gnug bist auf Erden du, Herr Jesu Christ; dich will ich lassen walten kann lieben dich, wie ich dich lieben wollte. Ich werd von Tag 14* 212 Der zweite Artikel: Gott der Sohn. zu Tag entzündt, je mehr ich lieb, je mehr ich find, daß ich dich lieben follte. Von dir laß mir deine Güte ins Gemüte lieblich fließen, so wird sich die Lieb ergießen. mir dein klares Wort vermeldt, aus Liebe mich stets übe, bis ich endlich werd abscheiden und mit Freuden zu dir kommen, aller Trübsal ganz entnommen. 3. Durch deine Kraft treff ich 7. Da werd ich deine Gütigkeit, das Ziel, daß ich, so viel ich soll die hier schon waltet weit und und will, dich allzeit lieben möge. breit, in reiner Liebe schmecken Nichts auf der ganzen weiten und sehn dein lieblich Angesicht Welt, Pracht, Wollust, Ehre, mit unverwandtem Augenlicht, Freud und Geld, wenn ich es ohn alle Furcht und Schrecken. recht erwäge, kann mich ohn dich Reichlich werd ich sein erquicket gnugsam laben. Nur die Gaben und geschmücket vor dem Throne deiner Liebe trösten, wenn ich mit der schönen Himmelskrone. mich betrübe. Johann Heermann. † 1647. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, schaffst seinem Herzen Fried und Ruh, erfreuest sein Gewissen. Es geh ihm, wie es woll, auf Erd, wenn ihn gleich ganz das Kreuz verzehrt, soll er doch dein genießen. Ewig selig nach dem Leide große Freude wird er finden, alles Trauern muß verschwinden. 5. Rein Ohr hat dies jemals gehört, kein Mensch gesehen, noch gelehrt, es fanns niemand beschreiben, was denen dort für Herrlichkeit bei dir und von dir ist bereit, die in der Liebe bleiben. Gründlich läßt sich nicht erreichen, noch vergleichen den Weltschätzen dies, was uns dort wird ergößen. 329. Eigene Melodie. 147. Ursprung des Lebens, o ewiges Licht, da niemand vergebens sucht, was ihm gebricht! Lebendige Quelle, die lauter und helle sich aus seinem heiligen Tempel ergießt und in die begierigen Seelen einfließt; 2. Du sprichst: Wer begehret zu trinken von mir, was ewiglich nähret, der komme, allhier sind himmlische Gaben, die füßiglich laben; er trete im Glauben zur Quelle heran, hier ist, was ihn ewig beseligen kann. 3. Hier komm ich, mein Hirte, mich dürftet nach dir; o Liebster, bewirte dein Schäflein allhier! Du kannst dein Versprechen mir 6. Drum laß ich billig dies allein, o Jesu, meine Sorge sein, daß ich dich herzlich liebe, daß ich in dem, was dir gefällt und Armen nicht brechen, du siehest, T X Jesuslieder. wie elend und dürftig ich bin; auch giebst du die Gaben aus Gnaden nur hin. 5. Drum gieb mir zu trinken, wies dein Wort verheißt, laß gänzlich versinken den sehnenden Geist im Meer deiner Liebe; laß heilige Triebe mich immerfort treiben zum Himmlischen hin, es werde mein Herze ganz trunken darin. 6. Wenn du auch von Leiden was schenkest mir ein, so gieb, dir mit Freuden gehorsam zu sein. Denn alle die, welche mit trinken vom Kelche, den du hast getrunken im Leiden allhier, die werden dort ewig sich freuen mit dir. 213 4. Du süße Flut labest Geist, Seele und Mut und, wen du begabest, findt ewiges Gut. Wenn 2. Ach Freude aller Freuden, man dich genießet, wird alles ver- du wahres Himmelsbrot, damit füßet, es jauchzet, es singet, es ich mich kann weiden, das meine springet das Herz, es weichet zurücke der traurige Schmerz. Seelennot ganz kräftiglich kann stillen und auch in Leidenszeit mich reichlich kann erfüllen mit Trost und Süßigkeit: 7. Drum laß mich auch werden, mein Jesu, erquickt, da wo deine Herden kein Leiden mehr drückt, wo Freude die Fülle, wo liebliche Stille, wo Wonne, wo Jauchzen, wo Herrlichkeit wohnt, wo heiliges Leben wird ewig belohnt. Christian Jakob Koitsch. † 1735. ergöße, hier hab ich einen Plak in meinem treuen Herzen dir, Heiland, zugeteilt, weil du mit deinen Schmerzen mir meinen Schmerz geheilt. 3. Laß mich im Geist erblicken dein freundlich Angesicht; mein Herze zu erquicken, komm, komm, mein Freudenlicht! Denn ohne dich zu leben ist lauter Herzeleid, vor deinen Augen schweben ist wahre Seligkeit. 4. Drum bleibt mein Herz ergeben dir immer für und für, zu sterben und zu leben. Ich will getroft mit dir die Schmach des Kreuzes leiden, und soll mich keine Pein von deiner Liebe scheiden, noch mir beschwerlich sein. 5. D Herrlichkeit der Erden, dich mag und will ich nicht; mein Geist will himmlisch werden und ist dahin gericht, wo Jesus wird geschauet; da sehn ich mich hinein, wo Jesus Hütten bauet, denn dort ist gut zu sein. 330. 6. Nun Jesu, mein Verlangen, komm, hole mich zu dir, daß ich dich mög umfangen; komm, meiner Mel. 164: Balet will ich dir geben. Schatz über alle Schätze, o Jesu, Seelen Zier, und setze mich aus liebster Schatz, an dem ich mich Gnaden in deine Freudenstadt 214 Der zweite Artikel: Gott der Sohn. so kann mir niemand schaden, so bin ich reich und satt. Salomo Liscow. † 1689. 331. Mel. 95: Jesus, meine Zuversicht. Seele, was ermüdst du dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott aufschwingen; richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringen. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 332. 3. Du verlangst oft süße Ruh, dein betrübtes Herz zu laben; eil zum Lebensquell hinzu, da kannst 1010011 Eigene Melodie. 154. du sie reichlich haben. Suche Jesum Seelenbräutigam, Jeſu, Gottes 4. Geh einfältig stets einher, laß dir nichts das Ziel verrücken; Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 6. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet und auf die, so keusch und fromm, sich im reichen Maß ergießet. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 5. Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmelshöhen; laß, was dich zur Erde reißt, weit von dir entfernet stehen. Suche Jefum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 7. Laß dir seine Majestät immerdar vor Augen schweben; laß mit brünstigem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 8. Sei im übrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen; glaube, daß sein Liebeswill stillen werde dein Verlangen. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. Jakob Gabriel Wolf. † 1754. Lamm, habe Dank für deine Liebe, die mich zieht aus reinem Triebe von der Sünden Schlamm: Jesu, Gottes Lamm. 2. Deine Liebesglut stärket Mut und Blut: wenn du freundlich mich anblickest und an deine Brust mich drückest, macht mich wohlgemut deine Liebesglut. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Not und Tod, du bist darum Mensch geboren, zu ersehen, was verloren, durch dein Blut so rot, wahrer Mensch und Gott. X 4 Jesuslieder. 4. Meines Glaubens Licht laß 333. verlöschen nicht, salbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Eigene Melodie. 155. Seele ja verlösche nicht meines Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig, Glaubens Licht. 5. So werd ich in dir bleiben für und für; deine Liebe will ich ehren und in dir dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. 6. Held aus Davids Stamm, deine Liebesflamm mich ernähre, und verwehre, daß die Welt mich nicht versehre, ob sie mir gleich gram, Held aus Davids Stamm. 215 9. Jesu hilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich über winde, und in deinem Sieg em pfinde, wie so ritterlich du gekämpft für mich. lege mich vor deinen Thron; schwache Thränen, kindlich Sehnen bring ich dir, du Menschensohn. Laß dich finden, laß dich finden von mir, der ich Asch und Thon. B 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, lenke mich nach deinem Sinn. Dich alleine ich nur meine; dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden, gieb dich mir und nimm mich hin. 7. Deinen Frieden gieb aus so großer Lieb uns den Deinen, die dich kennen und nach dir sich 3. Herr, erhöre! Ich begehre Christen nennen; denen du bist nichts, als deine freie Gnad, die Christen nennen; denen du bist du giebest, weil du liebest den, lieb, deinen Frieden gieb. dich finden, laß dich finden, der der dich liebt in der That. Laß hat alles, der dich hat. 8. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron; hier im Hoffen und im Glauben, dort im Haben und im Schauen: denn die Ehrenkron folgt auf Spott und Hohn. 4. Hör, wie kläglich, wie beweglich dir die treue Seele singt, wie demütig und wehmütig deines Kindes Stimme klingt. Laß dich finden, laß dich finden; denn mein Herze zu dir dringt. 5. Dieser Zeiten Eitelkeiten, bu Reichtum, Wollust, Ehr und 10. Du mein Preis und Ruhm, Freud, sind nur Schmerzen meiwerte Himmelsblum, in mir soll nem Herzen, welches sucht die nun nichts erschallen, als was dir Ewigkeit. Laß dich finden, laß nur kann gefallen, werte Himmels- dich finden, großer Gott, ich bin blum, du mein Preis und Ruhm. bereit. Adam Drese † 1701. Joachim Neander. † 1680. Der zweite Artikel: Gott der Sohn. 334,3 Mel. 71: Herr, wie du willst, so 2c. Such, wer da will, ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden; mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen. Sein dort Lob sagen. Wort ist wahr, sein Werk ist klar; sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden. 216 2. Such, wer da will, Nothelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu Teil, uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 3. Ach sucht doch den, laßt alles stehn, die ihr das Heil begehret; er ist der Herr und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein, denn wohl wird sein dem, der ihn herz lich ehret. 4. Meins Herzens Kron, mein Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelfeit vertreiben. Bleib du mein Preis, dein Wort mich speis; bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr an dich stets fest zu gläuben. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich im Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen. Hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dir ewig Georg Weiffel. † 1635. 335. Eigene Melodie. 175. Wenn ich ihn nur habe, wenn er mein nur ist, wenn mein Herz bis hin zum Grabe seine Treue nie vergißt: weiß ich nichts vom Leide, fühle nichts als Andacht, Lieb und Freude. 2. Wenn ich ihn nur habe, laß ich alles gern, folg an meinem Wanderstabe treugefinnt nur meinem Herrn, lasse still die Andern breite, lichte, volle Straßen wandern. 3. Wenn ich ihn nur habe, schlaf ich fröhlich ein: ewig wird zu süßer Labe seines Herzens Flut mir sein, die mit sanftem Zwingen alles wird erweichen und durchdringen. 4. Wo ich ihn nur habe, ist mein Vaterland, und es fällt mir jede Gabe wie ein Erbteil in die Hand. Längst vermißte Brüder find ich nun in seinen Jüngern wieder. Friedrich v. Hardenberg.+ 1801. addad: Sejuslieder. 336. 217 8. Steure meinem Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht mög von dir wanken, sondern Mel. 154: Seelenbräutigam. Wer ist wohl, wie du, Jesu, bleiben in den Schranken; sei du füße Ruh? Unter vielen aus mein Gewinn, gieb mir deinen erforen, Leben derer, die ver- Sinn.ithoodilin all loren, und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh. biritos 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Not zu erlösen, hat geschmecket, meine Schulden zugedecket und mich aus der Not hat geführt zu Gott. 3. Glanz der Herrlichkeit, du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket, und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit. 4. Großer Siegesheld, Tod, Sünd, Höll und Welt hast du herrlich überwunden und mir ewig Heil erfunden durch das Lösegeld deines Bluts, o Held. 5. Höchste Majestät, König und Prophet, deinen Scepter will ich küssen, ich will sizen dir zu Füßen, wie Maria thät, höchste Majeſtät. 6. Laß mich deinen Ruhm als dein Eigentum durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen als dein Eigentum, allerschönster Ruhm. 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt zu dir fortsetze, und mich nicht in seinem Netze Satan halte auf; fördre meinen Lauf. 10. Deines Geistes Trieb in die Seele gieb, daß ich wachen mög und beten, freudig vor dein Antlig treten; ungefärbte Lieb in die Seele gieb. 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken; habe auf mich acht, Hüter in der Nacht. 12. Einen Heldenmut, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gieb mir, höchstes Gut, durch dein teures Blut. 13. Solls zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todesthal begleiten und zur Herrlichkeit bereiten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn. Johann Anastasius Freylinghausen. 1739. 337. 7. Deiner Sanftmut Schild, deiner Demut Bifd mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn und Eigene Melodie. 183. Stolz sich rege; vor dir ſonst nichts Wie schön leuchtet der Morgengilt, als dein eigen Bild. stern, voll Gnad und Wahrheit 218 Der zweite Artikel: Gott der Sohn. von dem Herrn, aus Juda auf- Welt in deinem Sohn geliebet; gegangen! Du Davids Sohn aus Jakobs Stamm, mein König und mein Bräutigam, du hast mein Herz umfangen, lieblich, freundlich, schön und prächtig, groß und mächtig, reich an Gaben, über alles hoch erhaben. dein Sohn hat sich mit mir vertraut, mein Herz auf ihn mit Freuden schaut; was ists, das mich betrübet? Preis dir, Heil mir! Himmlisch Leben wird er geben mir dort oben; ewig soll mein Herz ihn loben. 2. O meine Perle, werte Kron, Sohn Gottes und Marien Sohn, du hochgeborner König, mein Herz ist voll von deinem Ruhm, dein süßes Evangelium ist lauter Milch und Honig. Herr, dich preis ich, Hosianna! himmlisch Manna, das wir essen, deiner kann ich nicht vergessen. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, du Gottesglanz und Him melsschein, die Flamme deiner Liebe, und stärk mich, daß ich ewig bleib, o Herr, ein Glied an deinem Leib in frischem Lebenstriebe. Nach dir wallt mir mein Gemüte, ewge Güte, bis es findet dich, des Liebe mich entzündet. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, wenn mich dein holdes Angesicht mit Freundlichkeit anblicket. Herr Jesu, du mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, 6. Spielt unfrem Gott mit Saitenklang und laßt den süßesten Gesang ganz freudenreich erschallen! Ich will mit meinem Jesus Christ, der mir mein Ein und Alles ist, in steter Liebe wallen. Singet, klinget, jubilieret, triumphieret, dankt dem Herren, ihm dem König aller Ehren. 7. Wie freu ich mich, Herr Jesu Christ, daß du der erst und letzte bist, der Anfang und das Ende! Du wirst mich einst zu deinem Preis aufnehmen in das Paradeis; froh falt ich meine Hände. Amen, Amen! komm, du schöne Freudenkrone, bleib nicht lange, weil ich sehnlich dein verlange. Nach Philipp Nicolai.+ 1608. 338. dein Leib und Blut mich innerEigene Melodie( achtzeilig). 185. lich erquicket. Nun, ich bitt dich, Wie wohl ist mir, o Freund blick mich Armen voll Erbarmen an mit Gnaden; auf dein Wort komm ich, geladen. 5. Gott Vater, o du starker Held, du hast mich ewig vor der der Seelen, wenn ich in deiner Liebe ruh! Ich traure nicht; was kann mich quälen? Mein Licht, mein Trost, mein Heil bist du. Bei dir vergeß ich meine Leiden: PA Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. denn o wie viele hohe Freuden einst zum Segen, auf dunkle genieß ich nicht, vereint mit dir! Du bist mein Himmel auch schon hier. Nächte folgt das Licht. Ich zittre nicht mehr vor dem Grabe; so lang ich dich zum Freunde habe, kann ich des Grabes selbst mich freun. Bald werd ich ewig bei dir sein. 2. Hab ich, Erlöser, dich zum Freunde; was brauch ich dann? du sorgst für mich. Hätt ich auch eine Welt voll Feinde: ich bin 4. Gelobt seist du, o Freund getrost, ich trau auf dich. Tritt der Seelen! In deiner Huld, alles wider mich zusammen; ich wie wohl ist mir! Was kann, bebe nicht. Wer will verdammen? da du uns liebst, mir fehlen? Ich Du haft für mich genug ge- finde jedes Heil bei dir. In noch than, Gott nimmt sich meiner so drückenden Beschwerden hab gnädig an. ich den Himmel schon auf Erden: denn du bist durch den Glauben mein. Mein Freund ist mein, und ich bin sein. Dresdner Gesangbuch. 3. Hier wall ich zwar auf rauhen Wegen; doch du bist meine Zuversicht. Auch Leiden werden 4. Der dritte Artikel: A. Sünde, Buße, Beichte. 339. Eigene Melodie. 1. Ach Gott und Herr, wie groß und schwer sind mein begangne Sünden. Da ist niemand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit zu dieser Zeit bis an der Welt ihr Ende, und wollt los sein des Kreuzes mein, würd ich doch solchs nicht wenden. 219 3. Zu dir flieh ich, verstoß mich nicht, wie ichs wohl hab verdienet. Ach Gott, zürn nicht, Gott der heilige Geist. geh nicht ins Gricht, dein Sohn hat mich verfühnet. 4. Solls ja so sein, daß Straf und Bein auf Sünde folgen müssen, so fahr hier fort und schone dort und laß mich hier wohl büßen. 5. Gieb Herr Geduld, vergieb die Schuld, verleih ein ghorsam Herze. Laß mich nur nicht, wies oft geschicht, mein Heil murrend verscherzen. 6. Handle mit mir, wies dünket dir, durch dein Gnad will ichs leiden; laß mich nur nicht dort ewiglich von dir sein abgeschieden. Martin Rutilius † 1618. 220 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. 340. Eigene Melodie. 5. Ach, was soll ich Sünder machen? ach, was soll ich fangen an? mein Gewissen klagt mich an, es beginnet aufzuwachen. Dies ist meine Zuversicht: meinen Jesum laß ich nicht. 2. Zwar es haben meine Sünden meinen Jesum oft betrübt, doch weiß ich, daß er mich liebt, denn er läßt sich gnädig finden. Drum, ob mich mein Sünd anficht, meinen Jesum laß ich nicht. 3. Ob gleich schweres Kreuz und Leiden, so bei Christen oft entsteht, mir sehr hart entgegengeht, soll michs doch von ihm nicht scheiden. Zu ihm ist mein Herz gericht; meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich weiß wohl, daß unser Leben nichts als nur ein Nebel ist; denn wir hier zu jeder Frist mit dem Tode sind umgeben. Doch, wenn auch mein Herze bricht, meinen Jesum laß ich nicht. 5. Durch ihn will ich wieder leben, denn er wird zur rechten Zeit wecken mich zur Seligkeit, und sie mir aus Gnaden geben; muß ich schon erst vors Gericht, meinen Jesum laß ich nicht. 6. Drum, o Jefu, sollst mein bleiben, bis ich komme an den Ort, welcher ist des Himmels Pfort, wo du dann wirst einverleiben meine Seele deinem Licht; meinen Jesum laß ich nicht. Johann Flittner. † 1678. 341. Eigene Melodie. 11. Psalm 51, 6. An dir allein, an dir hab ich gefündigt und übel oft vor dir gethan. Du siehst die Schuld, die mir den Fluch verkündigt; sieh, Gott, auch meinen Jammer an. 2. Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht verborgen, und meine Thränen sind vor dir. Ach Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen? wie lang ent fernst du dich von mir! 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld. Ich suche dich, laß mich dein Antlitz finden, du Gott der Langmut und Geduld. 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade füllen, Gott, Vater der Barmherzigkeit. Erfreue mich um deines Namens willen; du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich wieder freudig wallen, und lehre mich dein heilig Recht, mich täglich thun nach deinem Wohlgefallen; du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Herr, eile du, mein Schutz, mir beizustehen, und leite mich Sünde, Buße, Beichte. auf ebner Bahn. Er hört mein und ob sie nicht zu zählen sein, Schrein, der Herr erhört mein Flehen und nimmt sich meiner Seele an. dennoch dir keine fehlet. So oft vor dir sie regen sich, so oft bewegen sie auch dich, daß du dich mein erbarmen mußt. Dir ist bewußt mein Kreuz: drum hilfst du mir mit Luſt. Christian Fürchtegott Gellert.+ 1769. 221 342. Mel. 8: Allein zu dir, Herr Jesu zc. 5. Wer jetzund fäet Thränen aus, hält in Geduld Gott stille, Du weinest vor Jerusalem, wird fröhlich sein in deinem Herr Jesu, heiße Zähren, bezeugst, es sei dir angenehm, wenn Sünder sich bekehren. Wenn ich vor dir mit Buß erschein und über meine Sünden wein, so wäschst du ab aus lauter Gnad die Missethat, so mich bisher gequälet hat. Haus, da Freude ist die Fülle; ja solche Freude, die kein Mann mit seiner Zung aussprechen kann, und die da bleibt in Ewigkeit; mein Kreuz und Leid wird werden dort zu lauter Freud. 2. Wenn deines Vaters Zorn entbrennt von wegen meiner Sünde, zu deinen Thränen ich mich wend, da ich Erquickung finde. Vor Gott sind sie so hoch geschätzt; wer damit seine Sünde netzt, den blickt Gott an mit deine Thränen für und für. Gütigkeit zu jeder Zeit und sein betrübtes Herz erfreut. 6. Für diese Thränen dank ich dir, daß du die Freudenkrone, Herr Christ, dadurch erworben mir bei dir im Himmelsthrone. Wenn du mich holen wirst hinauf zu deiner Auserwählten Hauf, dann will ich recht lobsingen dir, o höchste Zier, für Johann Heermann. † 1647. 343. 3. Hier muß ich noch im Thränenhaus vor großer Angst oft weinen, der Welt aushalten Eigene Melodie. 67. manchen Strauß; sie martert stets Herr, ich habe mißgehandelt, die Deinen. Auf allen Seiten, ja mich drückt der Sünden Last; wo sie kann, fängt sie mit mir ich bin nicht den Weg gewandelt, zu hadern an. Doch tröstet mich den du mir gezeiget hast, und zu aller Frist: Herr Jesu Christ, in Not du auch geweſen bist. jetzt möchte ich voll Schrecken mich vor deinem Zorn verstecken. 4. Du zählest alle Thränen mein; ich weiß, sie sind gezählet, 2. Doch, wie könnt ich dir entfliehen? Du wirst allenthal Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. ben sein. Wollt ich übers Meer den, sich doch, wie ich in meinem gleich ziehen, stieg ich in die Gruft hinein, hätt ich Flügel gleich den Winden, dennoch würdest du mich finden. Mut mit Schmerzen bin beladen und in mir hab der Pfeile viel, die im Gewissen ohne Ziel ist mich armen Sünder quälen. 3. Drum ich muß es nur bekennen: Übel, Herr, hab ich gethan; darf mich nicht dein Kind mehr nennen, ach nimm mich zu Gnaden an; laß die Menge meiner Sünden deinen Zorn nicht ganz entzünden. 222 4. O daß meine Augen wären Thränenquellen Tag für Tag, o daß ich mit heißen Zähren möcht betrauern meine Schmach! Laß mein Weinen, laß mein Flehen steigen, Herr, zu deinen Höhen. 5. Doch, mein Heiland, deine Schmerzen, dein für mich vergoßnes Blut, tilgen aus die Qual im Herzen, löschen meiner Sünden Glut. Drum will ich, die Angst zu stillen, mich in dein Erbarmen hüllen. 6. Dir will ich die Last aufladen, wirf sie in die tiefste See; tilge meiner Seele Schaden, mache mich so weiß wie Schnee. Lasse deinen Geist mich treiben, ewig, Herr, bei dir zu bleiben. Johann Frand.+ 1677. 344. Eigene Melodie. 69. Herr err Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gna2. Erbarm dich mein in folcher Last, nimm sie aus meinem Herzen, dieweil du sie gebüßet hast am Holz mit Todesschmerzen, auf daß ich nicht vor großem Weh in meinen Sünden untergeh, noch ewiglich verzage. 3. Fürwahr, wenn mir kommt alles ein, was ich mein Tag begangen, so fällt mir auf das Herz ein Stein, und bin mit Furcht umfangen; ja, ich weiß weder aus noch ein und müßt ewig verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Allein dein heilsam Wort, das macht mit seinem süßen Klingen, daß mir das Herz vor Freuden lacht, dein Lob beginnt zu singen, dieweil es alle Gnad verheißt dem, der sich mit zerknirschtem Geist zu dir, Herr Jesu, nahet. 5. So komm ich denn zu dir allhie in meiner Not geschritten, und will dich mit gebeugtem Knie von ganzem Herzen bitten: Vergieb es mir doch gnädiglich, was ich mein Lebtag wider dich auf Erden hab begangen. 6. Vergieb mirs doch, ach Herr, mein Gott, um deines Namens willen. Du wollst in mir die große Not der Übertretung stillen, daß Y Sünde, Buße, Beichte. sich mein Herz zufrieden geb und dir hinfort zu Ehren leb in kindlichem Gehorsam. 7. Stärk mich mit deinem Freudengeist, heil mich mit deinen Wunden, durch deinen Tod mir Beistand leist in meiner letzten Stunden, und nimm mich einst, wenn dirs gefällt, in wahrem Glauben von der Welt zu deinen Auserwählten. Bartholomäus Ringwald.+ 1598. 223 ach Herr, erhöre mich. 3. Ertöt in meiner Seele den alten Adamssinn, daß ich nur dich erwähle, nur deinem Dienst fort hin von Herzen mich ergebe, nur dir zu Ehren lebe, durch den erlöst ich bin. brains gläubig treibe, in deiner Wahrheit bleibe und wachse fort und fort. 5. Auch zünde deine Liebe in meinem Herzen an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. 6. Nun, Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und Mut; denn das sind Gnadenwerke, die dein Geist schafft und thut; dagegen all mein Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist nimmer recht und gut.m 345, Mel. 64: Herr Christ, der einig 2c. 7. Darum, du Gott der GnaHerr Jesu, Gnadensonne, wahr- den, du Bater aller Treu, wend haftes Lebenslicht, laß Leben, Licht und Wonne mein blödes Angesicht nach deiner Gnad er freuen und meinen Geist erneuen; mein Gott, versag mirs nicht. 2. Vergieb mir meine Sünden und wirf sie hinter dich, laß allen Zorn verschwinden und hilf mir gnädiglich; laß deine Friedens346. Mel. 50: Freu dich sehr, o meine sc. gaben mein armes Herze laben; Höchster, denk ich an die Güte, die du mir bisher erzeigt, o so wird mein ganz Gemüte zu der tiefsten Scham gebeugt, daß ich dich gering geschätzt, dein Gebot hintangesetzt und dich, der du mich geliebet, mit Vergehungen betrübet. allen Seelenschaden und mach mich täglich neu; gieb, daß ich deinen Willen stets suche zu erfüllen, und steh mir kräftig bei. Ludwig Andreas Gotter. † 1735. 4. Befördre dein Erkenntnis in mir, mein Seelenhort, und bring mir zum Verständnis dein heilges Lebenswort, damit ichs Dienstes fertig sein. O wie hab 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines 224 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. ich sie entweiht; ach, zur Unge- weihn. Gieb, daß keine Kraft mir rechtigkeit und zum schnöden fehle, folgsam deinem Wort zu Dienst der Sünden ließ ich mich sein. Stehe mir stets mächtig oft willig finden. bei, daß mein Herz dir heilig sei; dich zu lieben, dir zu leben, sei mein heiligstes Bestreben. Johann Samuel Diterich. † 1797 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu. Von wie manchen schweren Sorgen machte sie das Herz mir frei. Was mir nützte, gabst du mir, aber ach, wie dankt ich dir? O wie hab ich so vermessen deines Wohlthuns Zweck vergessen. 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn, und von meinem Seelenschaden frei zu werden mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße; aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte selbst mich zu verstocken. 5. Ach, an dir hab ich gefündigt, Gott mein Vater, ohne Scheu; dir hab ich oft aufgekündigt meine schuldge Kindestreu. Ach vergieb, was ich gethan; nimm mich doch erbarmend an, führe mich vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Gnade. 347. Mel. 180: Wer nur den lieben 2c. Ich armer Mensch, ich armer Sünder steh hier vor Gottes Angesicht: ach Gott, ach Gott, verfahr gelinder und geh nicht mit mir ins Gericht. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 2. Wie ist mir doch so herzlich bange, wie fränkt mich meine große Sünd; hilf, daß ich wieder Gnad erlange, ich armes und verlornes Kind. Erbarme dich zc. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu 3. Nicht, wie ich hab verschuldet, lohne und handle nicht nach meiner Sünd. O treuer Vater, schone, schone; erkenn mich wieder für dein Kind. Erbarme dich 2c. 6. Dir ergeb ich mich aufs neue; gieb, daß mein gebeugter Geist deiner Vaterhuld sich freue, 4. Hör, ach erhör mein seufdie dein tröstend Wort verheißt. zend Schreien, du allerliebstes Was dein Sohn auch mir erwarb, da er für die Sünder starb, Fried und Freude im Gewissen, ach, das laß auch mich genießen. Vaterherz: wollst alle Sünden mir verzeihen und lindern meines Herzens Schmerz. Erbarme dich zc. 5. Sprich nur ein Wort, so werd ich leben; sag, daß der arme Sünder hör: Geh hin, die Sünd ASünde, Buße, Beichte. izd 225 ist dir vergeben; mur fündige hin- umsonst; es mag niemand er fort nicht mehr! Erbarme dich, er erben, noch erwerben durch Werke barme dich, Gott, mein Erbarmer, deine Gunst, die uns errett vom über mich! Christoph Zieße.+ 1703. Sterben. 348. Eigene Melodie. 82. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, ich bitt, erhör mein Klagen; verleih mir Gnad zu dieser Frist, laß mich doch nicht verzagen. Den rechten Glauben, Herr, ich mein, den wollest du mir geben, dir zu leben, dem Nächsten nüß zu sein, dein Wort zu halten eben. 2. Jch bitt noch mehr, o Herre Gott, du es mir geben: daß ich nicht wieder werd zu Spott, die Hoffnung gieb daneben; voraus, wann ich muß hie davon, daß ich dir mög vertrauen und nicht bauen auf eignes Werk und Thun, sonst wirds mich ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus Herzensgrund den Feinden mög vergeben; verzeih mir auch zu dieser Stund, schaff mir ein neues Leben. Dein Wort mein Speis laß allweg sein, die Seel damit zu nähren, mich zu wehren, wenn Unglück geht herein, das mich bald möcht verkehren. 4. Laß mich kein Lust noch Furcht von dir in dieser Welt abwenden, allzeit beständig sein gieb mir; du hasts allein in Händen, und wem dus giebst, der hats 5. Ich lieg im Streit und widerstreb; hilf, o Herr Christ, mir Schwachen! In deiner Gnad allein ich leb; du kannst mich stärker machen. Kommt nun Anfechtung und Gefahr, wollst du mich bestermaßen fest umfassen; behüt mich immerdar! Ich weiß, du wirsts nicht lassen. Johann Agricola. † 1566. 349. Mel. 71: Herr, wie du willst 2c. Ich will von meiner Miſsethat zum Herren mich bekehren: Du wollest selbst mir Hilf und Rat hierzu, o Gott, bescheren, und deines guten Geistes Kraft, der neue Herzen in uns schafft, aus Gnaden mir gewähren. 2. Der Mensch kann von Natur doch nicht sein Elend recht empfinden, bleibt ohne deines Geistes Licht blind, taub und tot in Sünden; verkehrt ist Herz, Verstand und Thun; des großen Jammers komm mich nun, o Vater, zu entbinden. 3. Herr, klopf in Gnaden bei mir an und führ mir wohl zu Sinnen, was Böses ich vor die gethan; du kannst mein Herz gewinnen, daß ich aus Kummer 15 226 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. und Beschwer laß über meine unser aller Sünden Müh dir, o Wangen her viel heiße Thränen du Gotteslamm, ward hie zu rinnen. tragen aufgebunden. Sendo da od 4. Wie hast du doch an mich 9. Wollst mich durch deines gewandt den Reichtum deiner Gnaden! Mein Leben dank ich deiner Hand; die hat mich über laden mit Ruh, Gesundheit, Ehr und Brot; du machst, daß mir noch keine Not bis hieher können schaden. Todes Bein und durch dein heilig Leiden, von allen meinen Sünden rein, in deine Unschuld kleiden. Von wegen deines Kreuzes Last erquick, was du zermalmet haſt, mit deines Trostes Freuden. 5. Haft auch in Christo mich erwählt tief aus der Höllen Fluten, daß niemals mir es hat gefehlt an irgend einem Guten: und daß ich ja dein eigen sei, hast du mich auch aus großer Treu gestäupt mit Vaterruten. 10. So angethan will ich mich hin vor deinen Vater machen. Ich weiß, er lenket seinen Sinn und schaffet Nat mir Schwachen. Er weiß, was Fleischeslust und Welt und Satan uns für Nege stellt, die uns zu stürzen machen. 11. Wie werd ich mich mein Leben lang vor solcher Plage scheuen, durch deines guten Geistes Drang, den du mir wollst verleihen, daß er von aller Sünden List und dem, was dir zuwider ist, helf ewig mich befreien. 6. Bisher hab ich in Sicherheit fein unbesorgt geschlafen, gesagt: es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen; er fähret nicht mit unsrer Schuld so strenge fort, es hat Geduld Louise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg. der Hirte mit den Schafen. t 1667. 7. Dies alles jetzt zugleich erwacht, mein Herz will mir zerspringen, ich sehe deines Donners Macht und Feuer auf mich bringen. Es regt sich wider mich zugleich des Satans und der Hölle Reich, die wollen mich verschlingen. e 8. Herr Jesu, nimm mich bei dir ein, ich flieh zu deinen Wunden, die du, o Heiland, wegen mein am Kreuze haft empfunden, als 350. Eigene Melodie. 96. Kehre wieder, kehre wieder, der du dich verloren haft! Sinke reuig bittend nieder vor dem Herrn mit deiner Last! Wie du bist, so darfst du kommen und wirst gnädig aufgenommen. Sieh, der Herr kommt dir entgegen, und sein heilig Wort verspricht dir Ver es Sünde, Buße, Beichte. 227 gebung, Heil und Segen. Kehre in das Leben, aus der Welt ins wieder, zaudre nicht! Himmelreich! Doch was Gott dir heut will geben, nimm auch heute, fehre gleich! Karl Johann Philipp Spitta. † 1859. 2. Rehre aus der Welt Zer streuung in die Einsamkeit zurück, wo in geistiger Erneuung deiner harrt ein neues Glück, wo sich bald die Stürme legen, die das Herz so wild bewegen, wo des heilgen Geistes Mahnen du mit stillem Beben hörst und von neuem zu den Fahnen Jesu Christi heilig schwörst. 351. Mel. 90: Jefu Leiden, Pein und Tob. Liebster Vater, ich, dein Kind, komm zu dir geeilet, weil ich sonisten niemand find, der mich Armen 3. Kehre wieder, irre Seele; heilet. Meine Wunden sind sehr deines Gottes treues Herz beut groß, groß sind meine Sünden. Vergebung deinem Fehle, Balsam Mach mich von denselben los, für den Sündenschmerz. Sieh auf laß mich Gnade finden. den, der voll Erbarmen dir mit ausgestreckten Armen winket von dem Kreuzesstamme. Kehre wieder, fürchte nicht, daß der Gnädge dich verdamme, dem sein Herz vor Liebe bricht.... 4. Rehre wieder, neues Leben trint in seiner Liebeshuld! Bei dem Herrn ist viel Vergeben, große Langmut und Geduld. Faß ein Herz zu seinem Herzen! Er hat Troft für alle Schmerzen, er kann alle Wunden heilen, macht von allem Aussatz rein. Darum kehre ohne Weilen zu ihm um und bei ihm ein! 5. Kehre wieder, endlich kehre in der Liebe Heimat ein, in die Fülle aus der Leere, in das Wesen aus dem Schein; aus der Lüge in die Wahrheit, aus dem Dunkel in die Klarheit, aus dem Tode 2. Nahmst du mich in dein Geschlecht, hast du Vatersitten, ei so hab ich Kindesrecht und darf fühnlich bitten; denn den Kindern steht es frei, Väter anzuflehen: Vater, deine Vatertreu laß mich Armen sehen. 3. Liebster Vater, willst du dich Vater lassen nennen, ei so mußt du lassen mich Vaterfinn erkennen. Meine Sünden bringen Schmerz, die ich hab begangen, ach, du liebstes Vaterherz, laß mich Gnad erlangen. 4. Hast du doch in deinem Wort Gnade mir versprochen; laß mich an die Gnadenpfort nicht vergeblich pochen. Laß mein Flehn durch deinen Sohn zu dem Himmel dringen und von deinem Gnadenthron mir die Gnade bringen. 5. Ich laß doch nicht eher 15* Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. ab, bis du mir gewähret Gnade, leihn; gieb die Triebe reiner Liebe die ich von dir hab inniglich be- voller in mein Herz herein. Welch gehret. Segne mich, ich lasse dich ein Segen ist zugegen, wenn es eher nicht; ich hange unverrückt heißt: du mein, ich dein! an dir, bis ich Gnad von dir erlange. 5. Lehre, leite, vollbereite mich, wie du mich haben willst; gieb mir 6. Du bist Gott und heißest Klarheit, Geist und Wahrheit, daß gut, weil du Gutthat übest und, ich gleich sei deinem Bild, daß gleich wie ein Vater thut, deine man merke, meine Stärke sei in Kinder liebest. Dieser Gutthat dir, und du mein Schild! 228 Christoph Tiete. † 1703. laß mich auch, treuer Gott, ge- 6. Bis im Lichte dein Gesichte nießen, Laß auf mich nach deinem mir sich droben völlig zeigt, wenn Brauch deine Gnade fließen. die Deinen nicht mehr weinen und die Klagestimme schweigt. Drum so zeige mir die Steige, da man auf zum Himmel steigt! Magdalena Sibylla Rieger. † 1786. Langsun 352. Mel. 155: Sieh, hier bin ich. Meine Seele, voller Fehle, suchet in dem Dunkeln Licht. Jesu, neige dich und zeige mir dein tröstlich Angesicht; auf mein Flehen laß dich sehen, und verbirg dich länger nicht! 2. Ich empfinde, meine Sünde sei an allem Kummer schuld; ich gestehe dies und flehe um Vergebung und Geduld. Du, mein Leben, kannst mir geben neue Hilfe, neue Huld. 3. Ach von Herzen und mit Schmerzen such ich dich, mein Trost und Heil. Wie so lange ist es bange meiner Seele, komm in Gil; laß dich nieder, komme wieder, meines Herzens bestes Teil! 4. Richtig wandeln, weise handeln wollst du künftig mir vere Pravond 353. Mel. 40: Erhalt uns, Herr, bei 2c. frommer und getreuer Gott, ich hab gebrochen dein Gebot und sehr gefündigt wider dich, das ist mir leid und reuet mich. 2. Weil aber du, o gnädger Gott, nicht haft Gefalln an meinem Tod und ist dein herzliches Begehr, daß ich thu Buß und mich bekehr: 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm, ich armer Sünder dir zu komm, und bitt dich durch den bittern Tod und heilige fünf Wunden rot 4. Deins lieben Sohnes Jesu Christ, der mir zu gut Mensch worden ist: laß dein Gnad und Sünde, Buße, Beichte. 229 Barmherzigkeit mehr gelten denn stehet; eröffne mir die GnadenGerechtigkeit. thür, eh mein Geist gar vergehet. 4. Ach sei mir gnädig, weil dein Sohn auch meine Schuld getragen; hilfmir durch diesen Gnadenthron, du wirst mirs nicht versagen. Sein teures Blut, mein höchstes Gut, macht mich ja rein von Sünden. Erhöre mich, hilf gnädiglich; ach laß mich Gnade finden. 5. Verschon, o Herr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld; so werd ich arm verlornes Kind ledig und los all meiner Sünd. 6. Ich will, o Herr, nach deinem Wort mich bessern, leben fromm hinfort, damit ich mög nach dieser Zeit gelangen zu der Seligkeit. Unbekannter Dichter. Um 1640. 5. Gottlob, mein Herz empfindet schon aus deinem Wort das Leben; ich seh, daß mir des Himmels Thron mein Jesus hat gegeben. Mein Gott, regier all mein Begier, den rechten Weg mir weise; gieb Frömmigkeit, Beständigkeit, daß ich dich ewig preise. Johann Dlearius. † 1684. 354. Mel. 37: Durch Adams Fall 2c. Gott voll Gnad und Gütigkeit, mein Gott, erhör mein Flehen; gedenk an dein Barmherzigkeit, laß dirs zu Herzen gehen. Ich steckt in Not; Sünd, Höll und Tod will meine Seel verschlingen; 355. eröffne mir die Gnadenthür, laß liebster Herr, ich armes Kind, Mel. 177: Wenn wir in höchsten 2c. mein Gebet durchdringen. das nirgends Trost und Ruhe findt, will mich, so elend als ich bin, vor deine Augen legen hin. 2. Du weißt es, wie ich bin verirrt, beschwert, verfinstert und verwirrt; dir ist mein ganzer Jammerstand viel besser, als mir selbst, bekannt. 3. Ich mag mich kehren, wie ich will, mein Herz wird ohne dich nicht still; ach schau mich mit Erbarmen an, da ich mir selbst nicht helfen kann! 2. Ich muß gestehn, ich bins nicht wert, mein Augen aufzu heben; ich muß mich schämen und die Erd ansehn mit Furcht und Beben, weil ich vielmal, ja ohne Bahl, in meinem ganzen Leben nicht recht gethan, der breiten Bahn der Sünden mich ergeben. 3. Ach Gott, mein Gott, du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden, ich flieh zu dir; Herz, Sinn und Mut, mühselig und beladen, sucht deine Gnad, die früh und spat noch allen offen 4. Ich lieg ganz hilf- und rat 230 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. los hier und schrei aus Herzens- all meine Werk anfange und grund zu dir: D Gottessohn, er vollende. barm dich mein und mach mein Herze still und rein! 3. O Jesu Christe, der du haft am Kreuze für mich Armen getragen aller Sünden Last, wollst meiner dich erbarmen! D Gottes und des Menschen Sohn, erbarm dich mein, und mein verschon, hör an mein kläglich Rufen! 5. Du Menschenfreund, ich weiß es wohl, daß ich dein eigen werden soll. So komm denn meinem Herzen nah, bereit es selbst und wohne da! 6. Nichts heiligt mich, nicht Menschengunft, nicht Menschen wort, noch Kraft, noch Kunst; komm du ins Herz und schleuß es zu, so find in dir ich Gnad und Ruh. 7. Wenn du in mir wirst offenbar, bald wird mein Herz befriedigt gar; es weicht die Finsternis und Sünd, ich werd ein selges Gotteskind. Gerhard Tersteegen. † 1769. 4. Laß deiner Wunden teures Blut, dein Todespein und Sterben mir kommen kräftiglich zugut, daß ich nicht muß verderben; bitt du den Vater, daß er mir im Zorn nicht lohne nach Gebühr, wie ich es hab verschuldet. 5. Dheilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich die Sündenlust ansicht, laß mich von dir nicht wanken; verleih, daß nun noch nimmermehr Begier nach Reichtum oder Chr in meinem Herzen herrsche! 6. Und wenn mein Stündlein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Troß und List durch Christi Sieg mög dämpfen; auf daß mir Krankheit, Angst und Not und dann der letzte Feind, der Tod, nur 356. Mel. 20: Aus tiefer Not schrei 2c. Vater der Barmherzigkeit, ich falle dir zu Fuße. Verstoß den nicht, der zu dir schreit und thut noch endlich Buße; was ich begangen wider dich, verzeih mir alles gnädiglich durch deine große sei die Thür zum Leben. Güte. David Denicke. † 1680. 2. Durch deiner Allmacht Meisterthat nimm von mir, was mich quälet; durch deine Weißworinnen mirs 357. schaffe Mel. 90: Jefu Leiden, Pein und Tob. noch fehlet; gieb Willen, Mittel, Schlage, Jesu, an mein Herz, Kraft und Stärk, daß ich mit dir rühre mein Gewissen, damit aus Sünde, Buße, Beichte. der Sünden Schmerz heiße Thrä- 3. Zeig mir deine Vaterhuld, nen fließen. Blicke mich wie Petrum an, daß ich in mich schlage, daß ich mag gedenken dran und doch nicht verzage. stärk mit Trost mich Schwachen; ach Herr, hab mit mir Geduld, wollst gesund mich machen; heil die Seel mit dem Öl deiner großen Gnaden, wend ab allen Schaden. 4. Weicht ihr Feinde, weicht von mir! Gott erhört mein Beten. Nunmehr darf ich mit Begier vor sein Antlitz treten. Teufel, weich! Hölle, fleuch! Was mich sonst gefränket, hat mir Gott geschenket. 5. Vater, dir sei ewig Preis, hier und auch dort oben; wie auch Christo gleicherweis, der allzeit zu loben; heilger Geist, sei gepreist, hoch gerühmt, geehret, daß du mich erhöret. Johann Georg Albinus. † 1679. 2. Weck mich durch der Glocken Ton aus dem Schlaf der Sünden; laß, o Herr, vor deinem Thron mich Erbarmung finden, und nimm mich zu Gnaden auf; meinen Glauben stärke, daß mein ganzer Lebenslaufseivoll Tugendwerfe. 3. Dein Blut, das mir Rettung schafft, sei mein Trost in Leiden, meiner Seele Heil und Kraft, so sterb ich mit Freuden. In der Stunde letzter Not wollst du mein gedenken und ein selig End im Tod mir, o Jesu, schenken. Veit Budwig Megander. † 1709. 231 358. 359. Eigene Melodie. 160. Pfalm 6. Wo So Mel. 18: Auf meinen lieben Gott. soll ich fliehen hin, weil Straf mich nicht in deinem ich beschweret bin mit viel und Zorn, großer Gott, verschone! großen Sünden? Wo kann ich Ach, laß mich nicht sein verlorn, Rettung finden? Wenn alle Welt nach Verdienst nicht lohne! Hat die her käme, mein Angst sie nicht Sünd dich entzündt, laß um Chrifti wegnähme. willen deinen Zorn sich stillen. 2. Jesu voller Gnad, auf dein Gebot und Rat kommt mein betrübt Gemüte zu deiner großen Güte. Laß du auf mein Gewissen ein Gnadentröpflein fließen. 2. Herr, wer denkt im Tode dein? wer dankt in der Hölle? Nette mich aus jener Pein, rette meine Seele; daß ich dir für und für dort an jenem Tage, höchster Gott, Lob sage. 3. Jch, dein betrübtes Kind, werf alle meine Sünd, so viel Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. ihr in mir stecken und mich so heftig drücket meiner Sünden Laft, fie schrecken, in deine tiefen Wunden, da ich stets Heil gefunden. 4. Durch dein unschuldig Blut, vergossen mir zu gut, wasch ab all meine Sünde, mit Trost mein Herz verbinde, und ihr nicht mehr gedenke, ins Meer sie tief versenke. läßt mir keine Ruh noch Raft. Wird sie mir nicht benommen, so müßt darunter ich vergehn, ich könnte nicht vor Gott bestehn, vor dem die Himmel selbst nicht rein, ich müßt ein Kind des Todes sein. Herr Jesu Christ, mein Trost und Licht, mein Trost und Licht, erquicke mich und laß mich nicht. 232 5. Du bist der, der mich tröst, weil du mich haft erlöst; was ich gefündigt habe, hast du verscharrt im Grabe; da hast du es bedecket, daß es mich nicht mehr schrecket. 6. Jst meine Sünde groß, werd ich doch ihrer los, wenn ich dein Kreuz umfasse und mich darauf verlasse; wer sich zu dir nur findet, all Angst ihm bald verschwindet. 7. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich. Nun kann ich nicht verderben, dein Reich muß ich ererben; denn du hast mirs erworben, da du für mich gestorben. 8. Führ auch mein Herz und Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mög alles meiden, was mich und dich kann scheiden, und ich an deinem Leibe ein Glied maß ewig bleibe. Johann Heermann. † 1647. 2. Zu dir steht meine Zuversicht, ich weiß von keinem Helfer nicht, ohn dich, du Arzt der Sünder! All andre Helfer sind zu schlecht, du bist allein vor Gott gerecht, des Todes Überwinder, die Freistatt und der sichre Ort, das feste Schloß, der Schild und Hort, der Mittler und der Gnadenthron, des Vaters Herz und liebster Sohn. Herr Jesu Christ, das glaube ich, das glaube ich, ach stärk in solchem Glauben mich! 3. Hinfort will ich nun jederreit dein Joch, die sanfte Bürde. zeit auf mich zu nehmen sein beDarunter find ich Fried und Ruh, ich wachs und nehm im Guten zu, und ob ich dabei würde aus Schwachheit, die dir ist bekannt, ermüden, wird doch deine Hand mir immer wieder helfen auf, um zu vollenden meinen Lauf. Herr Jesu Christ, durch dich allein, durch dich allein kann ich hier und 360. Mel. 72: Herzlich lieb hab ich dich sc. Zu dir, Herr Jesu, komme ich, bort felig sein. nachdem du mich so mildiglich zu dir haft heißen kommen. Mich Johann Anaftafius Freylinghausen. † 1739. Gnade, Glaube, Rechtfertigung. 233 ja B. Gnade, Glaube, Recht Herz! Er ists allein, der um dich abfertigung. so treulich wirbet und für dich aus Liebe stirbet; drum bist du sein. 361. Eigene Melodie. 17. 6. Auf, hinauf! was droben, Auf, hinauf zu deiner Freude, suche; trachte doch allein dahin, meine Seele, Herz und Sinn! wo dein Jesus; sonst verfluche Weg, hinweg mit deinem Leide; allen schnöden Sündensinn. Zum hin, zu deinem Jesu, hin! Er ist Himmel zu! Welt und Erde muß dein Schat, Jesus ist dein einzig verschwinden; nur bei Jesu ist zu Leben; will die Welt nicht Raum finden die wahre Ruh. dir geben, bei ihm ist Platz. Johann Kaspar Schade. † 1698. 2. Fort, nur.fort, steig immer weiter in die Höh zu Jesu auf! An, hinan die Glaubensleiter flettre mit geschwindem Lauf. Gott ist dein Schutz; Jesus bleibet dein Beschirmer wider alle Seelbestürmer, und bietet Truk. 3. Fest, nur fest dich angehalten an die starke Jesustreu! Laß du, laß du Gott nur walten, seine Güt ist täglich neu; er meint es gut. Wenn die Feinde dich anfallen, müssen sie zurücke prallen; hab guten Mut. 4. Ein, hinein in Gottes Kammer, die dir Jesus aufgethan! Klag und sag ihm deinen Jammer, rufe ihn um Hilfe an! Er steht dir bei; wenn dich alle Menschen haffen, kann und will er dich nicht lassen; das glaube frei. 362. Mel. 84: Ich will dich lieben, meine Stärke. Ephef. 2, 8. 9. Aus Gnaden soll ich selig werden! Herz glaubst dus oder glaubst dus nicht? Was willst du dich so blöd gebärden? Ists Wahrheit, was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit sein: aus Gnaden ist der Himmel dein. 2. Aus Gnaden! Hier gilt kein Verdienen, die eignen Werke fallen hin. Der Mittler, der im Fleisch erschienen, hat diese Ehre zum Gewinn, daß uns sein Tod das Heil gebracht und uns aus Gnaden selig macht. 3. Aus Gnaden! Merk dies Wort: aus Gnaden! So hart dich deine Sünde plagt, so schwer 5. Hoch, so hoch du dich vom du immer bist beladen, so schwer Staube fannst erheben himmel- dein Herz dich auch verklagt: was wärts, schwing zu Jesu sich dein die Vernunft nicht fassen kann, Glaube, gieb ihm hin dein ganzes das beut dir Gott aus Gnaden an. 234 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn meine Glaubensfahn und geh geauf Erden und übernahm die trost trok allem Zweifel durchs Sündenlast. Was nötigt ihn, dein rote Meer nach Kanaan; ich glaub, Freund zu werden? Sprich, wes was Jesu Wort verspricht, ich du dich zu rühmen haft? Gab fühl es oder fühl es nicht. er sich nicht zum Opfer dar und nahm dein Heil in Gnaden wahr? Christian Ludwig Scheidt.+ 1761. 5. Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben, so lange Gott wahr363. Mel. 143: D Jefu Chrift, meins ic. haftig heißt. Was alle Knechte Christi Blut und Gerechtigkeit, Jefu schreiben, was Gott in seinem Worte preist, worauf all unfer Glaube ruht, ist Gnade durch des Sohnes Blut. das ist mein Schmuck und Ehrenkleid, damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn. 2. Und wenn ich durch des Herrn Verdienst noch so treu würd in seinem Dienst, gewänn den Sieg dem Bösen ab und fündigte nicht bis ans Grab; 3. So will ich, wenn ich zu ihm komm, nicht denken mehr an gut und fromm; nur dies: hier kommt ein Sünder her, der gern fürs Lösgeld felig wär. 4. Ja, sei gelobet Jesus Christ, daß du ein Mensch geboren bist und haft für mich und alle Welt bezahlt ein ewig Lösegeld. 6. Aus Gnaden! Doch, du sichrer Sünder, denk nicht: wohlan, ich greife zu! Wahr ists: Gott ruft verlorne Kinder aus Gnaden zur verheißnen Ruh; doch nimmt er nicht zu Gnaden an, wer noch auf Gnade sündgen kann. 7. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehöret, tret ab von aller Heuchelei. Nur wenn der Sünder sich bekehret, dann lernt er erst, was Gnade sei; beim Sünde thun scheint sie gering, dem Glauben ists ein Wunderding. 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Vaters aufgethan, wenns unter Angst und heißen Schmerzen nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich oftmals Stärkung her, 364. Mel. 26: Christus, der ist mein Leben. wenn Gnade nicht mein Anker Die Gnade sei mit allen, die wär? Gnade unsers Herrn, des Herrn, dem wir hier wallen und sehn sein Rommen gern.don shp 9. Aus Gnaden! Dies hör Sünd und Teufel! Ich schwinge Nikolaus Ludwig, Graf von Binzendorf. † 1760. Gnade, Glaube, Rechtfertigung. 2. Auf dem so schmalen Pfade gelingt uns gar kein Tritt, es gehe seine Gnade denn bis zum Ende mit. 3. Auf Gnade darf man trauen, man traut ihr ohne Reu; und wenn uns je will grauen, so bleibt der Herr doch treu. 4. Wird stets der Jammer größer, so glaubt und ruft man noch: Du mächtiger Erlöser, du kommst; so komme doch! 5. Damit wir nicht erliegen, muß Gnade mit uns sein; denn sie flößt zu dem Siegen Geduld und Glauben ein. 6. So scheint uns nichts ein Schade, was man um Jesum mißt; der Herr hat eine Gnade, die über alles ist. 7. Bald ist es überwunden nun durch des Lammes Blut, das in den schwersten Stunden die größten Thaten thut. 8. Herr, laß es dir gefallen! Noch immer rufen wir: Die Gnade sei mit allen! die Gnade sei mit mir! Philipp Friedrich Hiller. † 1769. 235 Glaub sieht Jesum Christum an; der hat genug für uns gethan, er ist der Mittler worden. 2. Was Gott uns im Geset gebot, das konnte niemand halten. Darob erhob sich große Not vor Gott so mannigfalten; vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, drauf das Geset dringt allermeist; es war mit uns verLoren. 3. Es war der falsche Wahn dabei, Gott hab sein Gfet gegeben, als ob wir könnten selber frei nach seinem Willen leben; ist es doch nur ein Spiegel zart, der uns zeigt an die sündge Art, in unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war es, diese Art aus eigner Kraft zu lassen; wie wohl es oft versuchet ward, doch mehrt sich Sünd ohn Maßen; denn sie nahm Ursach am Gebot, das dräute mir den ewgen Tod, weil ich den Sünden diente. 5. Doch mußts Geset erfüllet sein, sonst waren wir verloren; drum schickt Gott seinen Sohn herein, der selber Mensch ist wor den. Das ganz Gesetz hat er erfüllt, dadurch des Vaters Zorn gestillt, der über uns ging alle. 6. Und weil es nun erfüllet ist durch den, ders konnte halten, so lerne jetzt ein frommer Chrift des Glaubens Art und Walten. 365. Eigene Melodie. 45. Röm. 3, 28. Es ist das Heil uns kommen her von Gnad und lauter Güte; die Werke helfen nimmermehr, Sprich nichts, als: Lieber Herre sie mögen nicht behüten. Der mein, dein Tod wird mir das 236 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. Leben sein; du haft für mich be- vertaget. Er weiß wohl, wanns zahlet! am besten ist, und braucht an 7. Daran ich keinen Zweifel uns kein arge List; des solln wir trag; dein Wort kann nicht be- ihm vertrauen. trügen. Nun sagst du, daß kein Mensch verzag, das wirst du nimmer lügen: Wer glaubt an mich und wird getauft, dem ist der Himmel schon erkauft, daß er nicht wird verloren. 12. Und schien es auch, als wollt er nicht, so laß dich das nicht schrecken; es wacht ob dir sein Angesicht, kannst dus auch nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser sein, und spräch dein Fleisch gleich lauter Nein, so laß dir doch nicht grauen. 8. Gerecht vor Gott sind die allein, die dieses Glaubens leben; doch wird des Glaubens heller 13. Sei Lob und Ehr mit Schein durch Werke kund sich hohem Preis um dieser Güte geben; der Glaub ist wohl mit Gott daran, und aus der Nächstenlieb sieht man, daß du aus Gott geboren. willen Gott Vater, Sohn und heilgem Geist; der woll mit Gnad erfüllen, was er in uns begonnen hat zu Ehren seiner Macht und Gnad; geheiligt werd sein Name! 9. Die Sünde, durchs Gesetz erkannt, schlägt das Gewissen nieder; das Evangelium kommt zu Hand und stärkt den Sünder wieder; es spricht: Komm nur zum Kreuz herzu, du findest doch nicht Raft und Ruh in des Gesetzes Werken! 14. Sein Reich zukomm, sein Will auf Erd gscheh wie im Himmelsthrone, das täglich Brot uns heute werd; Gott unsrer Schuld verschone, wie wir auch unsern Schuldnern thun; laß uns nicht in Versuchung stehn, Lös uns vom Übel. Amen. Paul Speratus. † 1554. 10. Die Werke fommen sicher her aus einem rechten Glauben; denn das kein rechter Glaube wär, dem man die Werk wollt rauben. Doch macht gerecht der Glaub allein; die Werke sollen 366. Mel. 68: Herr Jesu Christ, dich 2c. Früchte sein, dran wir den Glau- Selobet feist du, Jeſu Chrift, ben merken. 11. Die Hoffnung harrt der rechten Zeit; was Gottes Wort zusaget, das wird geschehen uns zur Freud, wenn Gott es auch daß du der Sünder Heiland bist, und daß dein unschätzbares Blut an unsern Seelen Wunder thut. 2. Gelobet sei des Vaters Rat, der dich der Welt geschenket hat, Gnade, Glaube, Rechtfertigung. und weil er viel Erbarmen hegt, dir alle Schulden aufgelegt. 367. 3. Gelobet sei der heilge Geist, Mel. 64: Herr Chrift, der einig 2c. Lut. 17, 5. der uns zu dir, o Jeſu, weiſt, Herr, stärke mir den Glauben! zu dir, du Arzt, der jedermann durch seine Wunder heilen kann. er ist ein Werk von dir; so kann 4. Gottlob! daß ich nun kein Feind mir rauben, was du weiß, wohin, ich, der ich frank selbst schaffst in mir. Bis an die und unrein bin, den Furcht und Todespforte halt ich dir deine Scham und Zweifel quält, dem Worte, die teuren Worte für. alle Kraft zum Guten fehlt. 2. Wenn ich bei meinen Fehlen mich fast zu glauben scheu, mach mir in meiner Seelen die Glaubensgründe neu: des Geistes Gnadentriebe, des Sohnes Blut und Liebe, des Vaters ewge Treu. 5. Der Kranke wird nicht erst gesund, er macht dem Arzt die Seuche kund. So komm ich, Gottes Lamm, zu dir; ich weiß, du thust dein Wert an mir. 6. Vergebung heilt mein ganzes Herz, fie tilgt die Furcht, sie stillt den Schmerz; sie macht mich ruhig, leicht und licht, und voll von süßer Zuversicht. 7. Die Seele wird von Banden frei, fie lobt und singt und spürt dabei, daß eines neuen Geistes Kraft sie neu belebt und Früchte schafft. 8. So macht der Glaub an Christi Blut in armen Sündern alles gut; und was noch Böses übrig bleibt, ist Not, die uns zum Helfer treibt. 237 9. Gelobet feist du, Jesu Christ, daß du der Sünder Heiland bist, und daß du, hocherhabner Fürst, der Sünder Heiland bleiben wirst. ding Ernst Gottlieb Woltersdorf. † 1761. 3. Jm Beten lehr mich trauen, daß du mir gnädig bist; im Wandel laß mir grauen vor dem, was eitel ist. Und stell mich dar im Kämpfen, des Satans Pfeil zu dämpfen, mit Glauben ausgerüst. 4. Wenn ich auch oft nichts fühle von froher Zuversicht, entzieh nur bis zum Ziele mir deine Gnade nicht! Gieb mir nur ein Verlangen, an dem doch stets zu hangen, was mir dein Wort verspricht. 5. Gieb, daß auch in dem Sterben mein Glauben Kräfte hat; alsdann mach mich zum Erben in deiner Gottesstadt. Hier müssen wir noch dürsten; bei dir, dem Lebensfürsten, wird man im Schauen satt. Philipp Friedrich Hiller. † 1769. Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. 368. Mel. 164: Valet will ich dir geben. Röm. 8, 31-39. Ich bin bei Gott in Gnaden durch Christi Blut und Tod; was kann mir endlich schaden? was acht ich alle Not? Ist er auf meiner Seiten, gleichwie er wahrlich ist, laß immer mich bestreiten auch alle Höllenlist. 238 2. Was wird mich können scheiden von Gottes Lieb und Treu? Verfolgung, Armut, Leiden und Trübfal mancherlei? Laß Schwert und Blöße walten; man mag in tausend Pein mich für ein Schlachtschaf halten, der Sieg bleibt dennoch mein. 3. Ich kann um dessen willen, der mich geliebet hat, gnug meinen Unmut stillen und fassen Troft und Rat. Denn das ist mein Vertrauen, der Hoffnung bin ich voll, die weder Drang noch Grauen mir ewig rauben soll: 4. Daß weder Tod noch Leben, noch eines Engels Macht, wie hoch sie möchte schweben, kein Fürstentum, kein Pracht, nichts dessen, was zugegen, nichts, was die Zukunft trägt, nichts, was da hoch gelegen, nichts, was die Tiefe hegt, osad und Sterben. Ihn fleh ich gläubig an, der mich, sein Kind und Erben, nicht lassen will noch kann. Simon Dach. 1659. band 369. Mel. 136: D daß ich tausend Zungen 2c. Ich bin gewiß in meinem Glauben, der mich in Christum einverleibt. Wer kann mir dieses Kleinod rauben, das mir sein Blut und Tod verschreibt? Sein teures Wort bekräftigt dies, drum sagt mein Glaub: Ich bin gewiß. 2. Ich bin gewiß in meiner Liebe, die nur für Jesum lebt und webt, daß, wenn ich mich im Glauben übe, mein Jesus in dem Herzen lebt. Sein Lieben ist mein Paradies. Er liebet mich: Ich bin gewiß. 42207 How 3. Ich bin gewiß in meinem Leben, daß Jesu Gnade bei mir ist, die hilft mir allen Jammer heben; wenn sich mein Herz an seines schließt, so achte ich kein Hindernis; Gott sorgt für mich: Ich bin gewiß. 4. Ich bin gewiß in meinem Leiden; kein Engel und kein Fürstentum mag mich von meinem Jesu scheiden, er ist mein Heil, mein Teil, mein Ruhm. 5. Noch sonst, was je ge- So schadet mir kein Schlangenschaffen, von Gottes Liebe mich biß, Geduld sagt doch: Ich bin soll scheiden oder raffen. Denn diese gründet sich auf Jesu Blut gewiß. 5. Ich bin gewiß in meinem Gnade, Glaube, Rechtfertigung. 239 Hoffen; was gegenwärtig ist, ver- 3. Was schreckt mich des Gegeht; was künftig ist, steht mir setzes Wetter? Ich seh ins Lebensnoch offen, dahin sich auch mein buch hinein, wo Christi heilges Geist erhöht. Die Hoffnung macht Blut die Blätter gezeichnet mit das Leiden süß, weil sie stets der Gnade Schein; hier les ich, singt: Ich bin gewiß. was mir Tröstung giebt: Dich hab ich je und je geliebt. 6. Ich bin gewiß in meinem Sterben, daß mich der Tod nicht töten kann; er macht mich nur zu einem Erben von dem beglückten Kanaan. Ein ander Leben folgt auf dies; mein Jesus lebt: Ich bin gewiß. 4. Obgleich im schwarzen Buch der Sünden viel Schulden aufgeschrieben stehn, läßt Jesus mich doch Gnade finden und mich ins Buch des Lebens sehn; da schau ich meine Gnadenwahl und steh in seiner Kinderzahl. Hool 5. Auf Jesum will ich fröhlich sterben, ich will des Glaubens Hochzeitkleid nur in des Lammes Blute färben, so geh ich ein zur Seligkeit und zu dem großen Abendmahl; o freudenvolle Gnadenwahl. 7. Ich bin gewiß, so soll es heißen, bis aus dem Glauben Schauen wird; es soll mich nichts von Jesu reißen, ich bin sein Schaf, er ist mein Hirt. In Ewigkeit folgt hier kein Riß, die Losung bleibt: Ich bin gewiß. Benjamin Schmold. † 1737. 6. Kein Teufel soll den Trost mir rauben, daß ich erwählt von Anbeginn, daß ich aus Gnaden 370. Wel. 84: Ich will dich lieben, meine 2c. durch den Glauben an Christi Ich bin im Himmel angeschrieben, ich bin ein Kind der Seligkeit; was kann die Sünde mich betrüben und alles Leiden dieser Zeit? Ich weiß, daß ich von Anbeginn in Chrifto außerwählet bin. Blut erlöset bin! So leb ich denn und sterbe drauf, auf Christum schließ ich meinen Lauf. Salomo Franc. † 1725. 2. Das Lamm hat mich mit seinem Blute gezeichnet in das Lebensbuch und mir erlanget alles Gute, Erlösung von dem Tod und Fluch. Was ists doch, was mein Herze quält? Ich bin zum Himmel auserwählt. 371. Mel. 181: Wer nur den lieben Gott 2c. Ich habe nun den Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält. Wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund, der 240 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt; es sind die offnen Liebesarme des, der sich zu dem Sünder neigt, dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. und Verdruß, daß ich mich noch in vielen Stücken mit eitlen Dingen mühen muß; werd ich dadurch oft sehr zerstreut, so hoff ich doch Barmherzigkeit. 8. Muß ich an meinen besten Werken, darinnen ich gewandelt bin, viel Unvollkommenheit bemerken, so fällt wohl alles Rühmen hin; doch ist auch dieser Trost bereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 9. Es gehe mir nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist. Er wolle selbst mein Herze stillen, damit es dies nur nicht vergißt; so stehet es in Lieb und Leid in, durch und auf Barmherzigkeit. 10. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so lange mich die Erde trägt. Das will ich denken, thun und treiben, so lange sich ein Glied bewegt. So sing ich einst auch nach der Zeit: D Abgrund 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll geholfen sein; deswegen kam sein Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein; deswegen flopft er für und für so stark an unsers Herzens Thür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunde recht verbinden; da findet kein Verdammen statt; weil Chrifti Blut beständig schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getrost vertraun, und wenn mich meine Sünden fränken, nur bald der Barmherzigkeit! nach Gottes Herzen schaun; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit.d 6. Wird alles andre weggeriffen, was Seel und Leib erquicken kann; darf ich von keinem Troste wissen und schein ich völlig ausgethan, ist die Errettung noch so weit, mir bleibet doch Barmherzigkeit. k 7. Beginnt das Irdische zu drücken, ja häuft sich Kummer Johann Andreas Rothe.+ 1758. 372. Mel. 182: Wer weiß, wie nahe mir 2. Sch weiß von keinem andern Grunde, als den der Glaub in Christo hat; ich weiß von keinem andern Bunde, von keinem andern Weg und Rat, als daß man elend, arm und bloß sich legt in seines Vaters Schoß. immig Gnade, Glaube, Rechtfertigung. 2. Ich bin zu meinem Heiland kommen und eil ihm immer besser zu; ich bin auch von ihm aufgenommen und finde bei ihm wahre Ruh; er ist mein Kleinod und mein Teil, und außer ihm weiß ich kein Heil. 3. Jch bleibe Christo nun verbunden und bin in ihm gerecht und rein; werd ich in ihm nur treu erfunden, so kann ich immer sicher sein; Gott sieht auch mich in Christo an, wer ists, der mich verdammen kann? 241 5. Vor Christo such ich stets zu stehen und seh in allem ihn nur an, nach seinem Wink einherzugehen, daß nichts mein Ziel verrücken kann. Ich seufze stets: Herr, steh mir bei, daß ich dein rechter Jünger sei. 6. Und da ich so in Christo bleibe, stets vor ihm wandelnd auf ihn seh, das Wort des Friedens fröhlich treibe und unablässig zu ihm fleh, so bleib ich stets im Grunde stehn; da kann mein Wachstum vor sich gehn. 7. Jch bleib im tiefsten Demutsgrunde und will von Christo nimmer gehn; ich bleib im allgemeinen Bunde, in allgemeiner Liebe stehn, und hang an Christo ganz allein; dies soll mein Grund auf ewig sein. 8. D Jesu, laß mich in dir bleiben; o Jesu, bleibe du in mir. Baß deinen guten Geist mich treiben, daß ich im Glauben folge dir. Laß mich stets fromm und wachsam sein, so reißet nichts den Grund mir ein. Karl Heinrich von Bogazky.+ 1774. 373. 4. Ich fühle noch in mir die Sünde; doch schaden kann sie mir nicht mehr, weil ich in Christo Mel. 95: Jesus, meine Zuversicht. Luk. 15, 1-7. mich befinde; wohl aber beuget Jesus nimmt die Sünder an! sie mich sehr. Ich halte nichts gering und klein, sonst bringt ein sichres Wesen ein. Saget doch dies Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir wert; doch hat er in seinem Worte eidlich sich dazu erklärt. Sehet nur, die Gnadenpforte ist hier völlig aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, ſuchet treulich das verirrte, daß es nicht verderben kann: Jeſus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder; Jesus rufet euch, und er macht 16 242 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. aus Sündern Gottes Kinder. die der verhaßten Sünden Nacht Glaubt es doch und denkt daran: mit ihrem Schatten trüb geJesus nimmt die Sünder an. macht, dein helles Licht zu schauen taugen? 5. Jch Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden; laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Doch gönne meinen Glaubensblicken den Eingang in dein Heiligtum, und laß mich deine Gnad erquicken zu meinem Heil und deinem Ruhm; reich deine Gnade meiner Seele, die sich in Demut vor dir neigt, dir Lieb und Dankbarkeit bezeigt; sprich: Ja, du bists, die ich erwähle. 3. Seignädig, Jesu, voller Güte, dem Herzen, das nach Gnade lechzt! Hör, wie mein sehnendes Gemüte: Gott sei mir Armen gnädig! ächzt. Ich weiß, du kannst mich nicht verstoßen. Wie könntest du ungnädig sein mir, den dein Blut von Schuld und Pein erlöst, da es so reich geflossen? 4. Ich fall in deine Gnadenhände, und flehe glaubensvoll zu dir: Gerechter König, wende, wende mit deiner Gnade dich zu mir! Ich bin gerecht durch deine Wunden; es ist nichts sträflich mehr an mir; bin aber ich verföhnt mit dir, so bleib ich auch mit dir verbunden. 6. Ich bin ganz getrosten Muts; ob die Sünden blutrot wären, müssen sie kraft deines Bluts dennoch sich in schneeweiß kehren, da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Mein Gewissen quält mich nicht, Moses darf mich nicht verklagen; der mich frei und ledig spricht, hat die Sünden abgetragen, daß mich nichts verdammen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 8. Jesus nimmt die Sünder an! Mich hat er auch angenommen und den Himmel auf gethan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. Han Erdmann Neumeister. † 1756. 374. Eigene Melodie. 116. 5. Ach laß mich deine Weisheit leiten und nimm ihr Licht nicht Mein Jesu, dem die Seraphinen von mir weg; stell deine Gnade im Glanz der höchsten Majestät selbst mit bedecktem Antlitz dienen, wenn dein Befehl an sie ergeht; wie sollten blöde Fleischesaugen, mir zur Seiten, daß ich auf dir beliebtem Steg beständig bis ans Ende wandle, damit ich hier in dieser Zeit in Lieb und Herzens Gnade, Glaube, Rechtfertigung. freudigkeit nach deinem Wort und Willen handle. 6. Reich mir die Waffen aus der Höhe und stärke mich durch deine Macht, daß ich im Glauben sieg und stehe, wenn Stärk und List der Feinde wacht. So wird dein Gnadenreich auf Erden, das uns zu deiner Ehre führt und endlich gar mit Kronen ziert, auch in mir ausgebreitet werden. 7. Ja ja, mein Herz will dich umfassen; erwähl es, Herr, zu deinem Thron! Hast du aus Lieb ehmals verlassen des Himmels Pracht und deine Kron, so würdge auch mein Herz, o Leben, und laß es deinen Himmel sein, bis du, wann dieser Bau fällt ein, mich wirst in deinen Himmel heben. 8. Ich steig hinauf zu dir im Glauben, steig du in Lieb herab zu mir; laß mir nichts diese Freude rauben, erfülle mich nur ganz mit dir! Ich will dich fürchten, lieben, ehren, so lang in mir das Herz sich regt; und wenn dasselb auch nicht mehr schlägt, so soll doch noch die Liebe währen. Wolfgang Christoph Deßler. † 1722. Is 243 in ein mit Luft und Liebe singen, was Gott an uns gewendet hat, und seine süße Wunderthat; gar teur hat ers erworben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, im Tod war ich verloren; mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, darin ich war geboren; ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein; die Sünd hat mich besessen. 3. Mein gute Werk, die galten nicht, mit ihnen wars verdorben; der freie Will haft Gotts Gericht, zum Guten ganz erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb, da nichts denn Sterben bei mir blieb; zur Höllen mußt ich sinken. 4. Da jammert Gott in Ewigkeit mein Elend übermaßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen; er wandt zu mir sein Vaterherz; es war bei ihm fürwahr kein Scherz, er ließs sein Bestes fosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn:' s ist Zeit, mich zu erbarmen, fahr hin, meins Herzens werte Kron, und sei das Heil dem Armen, und hilf ihm aus der Sünden Not, erwürg für ihn den bittern Tod und laß ihn mit dir leben. 375. Eigene Weise. 127. Ephef. 1, 3-7. 6. Der Sohn dem Vater ghorsam ward; er kam zu mir auf Erden, von einer Jungfrau Nun freut euch, lieben Christen rein und zart, er sollt mein Bruder gmein, und laßt uns fröhlich werden. Gar heimlich führt er springen, daß wir getrost und all sein Gewalt, er ging in meiner 16* 244 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. armen Gstalt, den Teufel wollt er fangen. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, es soll dir jetzt gelingen. Ich geb mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn ich bin dein und du bist mein, und wo ich bleib, da sollst du sein, uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben; das leid ich alles dir zu gut, das halt mit festem Glauben; den Tod verschlingt das Leben mein, mein Unschuld trägt die Sünde dein, da bist du selig worden. Martin Luther. † 1546. allen, welche zu ihm flehen, ist gewisses Heil bereit. Siehet man im Herzen an, was er für die Welt gethan, und man glaubt daran mit Beugen, so bekommt man es zu eigen. 2. Wenn doch alle Seelen wüßten, wie es dem so wohl ergeht, welcher in der Zahl der Christen, wahrer Glieder Jesu steht. Da geht man in seinem Glück immer fort und nie zurück; man ist auf dem Lebenspfade und nimmt immer Gnad um Gnade. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein fahr ich von diesem Leben; da will ich sein der Meister dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Trübnis trösten soll und Lehren mich erkennen wohl und in der Wahrheit leiten. 10. Was ich gethan hab und gelehrt, das sollst du thun und lehren, damit das Reich Gotts werd gemehrt zu Lob und seinen 377. Gigene Melodie. 172. Ehren. Und hüt dich vor der Warum sollt ich mich denn Menschen Satz, davon verdirbt der edle Schat. Das laß ich dir zur Leße. grämen? Hab ich doch Christum noch; wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Nackend lag ich auf dem Boden, da ich kam, da ich nahm meinen ersten Odem; nackend werd ich auch hinziehen, wenn ich werd von der Erd als ein Schatten fliehen. 376. Mel. 179: Werbe munter, mein Gemüte. Unverwandt auf Christum sehen, bleibt der Weg zur Seligkeit; 3. Bring uns völlig in die Schranken, die dein Liebesrat gesetzt; weder Worte noch Gedanken werden sonst für gut geschätzt. Herr, nur wer auf deiner Spur geht als neue Kreatur, kann dich lieben und erhöhen und in deine Freud eingehen. Johann Andreas Rothe. † 1758. Gnade, Glaube, Rechtfertigung. 245 3. Gut und Blut, Leib, Seel recht Gut zu finden; was die Welt und Leben ist nicht mein; Gott in sich hält, muß im Nu verallein ist es, ders gegeben. Will schwinden. ers wieder zu sich kehren, nehm ers hin; ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüter. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wen den; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, 6. Satan, Welt und ihre laß mich hingelangen, da du mich Rotten können mir nichts mehr und ich dich ewig werd umfangen. hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß fie lachen; Gott, mein Heil, wird in Eil sie zuschanden machen. Paul Gerhardt. † 1676. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergößt, sollt ich jetzt auch nicht etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 378. 7. Unverzagt und ohne Grauen Mel. 141: D Gott, du frommer Gott. soll ein Christ, wo er ist, stets fich laffen schauen. Wollt ihn auch der Tod aufreiben, soll der Mut dennoch gut und fein stille bleiben. Was kann ich doch für Dank, o Herr, dir dafür sagen, daß du mich mit Geduld so lange Zeit getragen, da ich in mancher Sünd und Übertretung lag und dich, o frommer Gott, erzürnte alle Tag? 8. Kann uns doch kein Tod nicht töten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöten; 2. Sehr große Lieb und Gnad schließt das Thor der bittern erwiesest du mir Armen: ich fuhr Leiden und macht Bahn, da man in Bosheit fort, du aber in Erkann gehn zur Himmelsfreuden. barmen; ich widerstrebte dir und du 9. Allda will in süßen Schätzen schob die Buße auf, du schobest ich mein Herz auf den Schmerz auf die Straf, daß die nicht ewiglich ergößen. Hier ist kein folgte drauf. 246 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. 3. Daß ich nun bin bekehrt, hast du allein verrichtet; du haft des Satans Reich und Werk in mir zernichtet. Herr, deine Güt und Treu, die an die Wolken reicht, hat auch mein steinern Herz zerbrochen und erweicht. 379. Mel. 124: Nun bitten wir den 20. 4. Selbst fonnt ich allzuviel beleidgen dich mit Sünden; ich Was uns mit Frieden und Troft konnte aber nicht selbst Gnade wieder finden. Selbst fallen konnte ich und ins Verderben gehn; ich konnte selber nicht von meinem Fall aufstehn. erfüllt, was unsre Seelen alleine stillt, was wir immer müssen im Herzen finden, ist die Versöhnung für unsre Sünden durch Jesu Blut. 5. Du hast mich aufgericht und mir den Weg gewiesen, den ich nun wandeln soll; dafür sei, Herr, gepriesen! Gott sei gelobt, daß ich die alte Sünd nun haß und willig ohne Furcht die toten Werke laß. 6. Damit ich aber nicht aufs neue wieder falle, so gieb mir deinen Geist, dieweil ich hier noch walle, der meine Schwachheit stärk und darin mächtig sei, und mein Gemüte stets zu deinem Dienst sehen! O werter heilger Geist, regier mich allezeit, daß ich dir diene hier und dort in Ewigkeit! Justus Gesenius. † 1673. 8. D Gott, du großer Gott, o Vater, hör mein Flehen! O Jesu, Gottes Sohn! laß deine Kraft mich 2. Wer auf das Opfer des Lammes vertraut, der hat gewiß nicht auf Sand gebaut, sondern auf den Felsen, der ewig stehet; denn wenn die Welt auch zu Grunde gehet, so bleibet er. 3. Verachtet man Gottes eingen Sohn, so ist es ja der verdiente Lohn, daß man unterm Zorne muß liegen bleiben; denn denen nur, die an Jesum gläuben, ist Heil bereit. Nikolaus Ludwig, Graf von Zinzendorf. † 1760. erneu. 7. Ach leit und führe mich, so lang ich leb auf Erden; laß mich C. Friede und Freude in dem nicht ohne dich durch mich geführet heiligen Geiste. . werden. Führ ich mich ohne dich, so werd ich bald verführt; wenn du mich führest selbst, thu ich, was mir gebührt. 380. Eigene Melodie. 4. Ach mein Herr Jesu, dein Nahesein bringt großen Frieden ins Herz hinein; und dein Gnadenanblick macht uns so selig, daß Friede und Freude in dem heiligen Geiste. Leib und Seele darüber fröhlich und dankbar wird. 381. Mel. 186: D daß ich tausend Zungen 2c. 2. Wir sehn dein freundliches Angesicht voll Huld und Gnade Ach sagt mir nichts von Gold wohl leiblich nicht; aber unsre und Schätzen, von Pracht und Seele kanns schon gewahren, du Schönheit dieser Welt; es kann kannst dich fühlbar gnug offen- mich ja kein Ding ergößen, was baren, auch ungesehn. mir die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 2. Er ist alleine meine Freude, mein Gold, mein Schat, mein schönstes Bild, an dem ich meine Augen weide und finde, was mein Herze stillt. Ein jeder liebe, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 3. D wer nur immer bei Tag und Nacht dein zu genießen recht wär bedacht! Der hätt ohn Ende von Glück zu sagen, und Leib und Seele müßt immer fragen: Wer ist wie du? 247 4. Barmherzig, gnädig, geduldig sein, uns täglich reichlich die Schuld verzeihn, heilen, stillen, trösten, erfreun und segnen, und unsrer Seele als Freund begegnen, ist deine Lust. 5. Ach gieb an deinem kostbaren Heil uns alle Tage vollkommen Teil, und laß unsre Seele sich immer schicken, aus Not und Liebe nach dir zu blicken ohn Unterlaß. 6.So werden wir bis in Himmel hinein mit dir vergnügt wie die Kindlein sein. Muß man gleich die Wangen noch manchmalnetzen, wenn sich das Herz nur an dir stets letzen und stillen kann! 7. Du reichst uns deine durchgrabne Hand, die so viel Treue an uns gewandt, daß wir beim Drandenken beschämt dastehen, und unser Auge muß übergehen vor Lob und Dank. Christian Gregor. † 1801. 3. Die Welt vergeht mit ihren Lüften, des Fleisches Schönheit dauert nicht; die Zeit kann alles das verwüsten, was Menschenhände zugericht. Drum lieb ein jeder, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 4. Er ist allein mein Licht und Leben, die Wahrheit selbst, das ewge Wort; er ist mein Stamm, ich bin sein Reben, er ist der Seelen Fels und Hort. Ein jeder liebe, was er will; ich bleib bei Jesu, meinem Ziel. 5. Er ist der König aller Ehren, er ist der Herr der Herrlichkeit; er kann mir ewges Heil gewähren und rettet mich aus allem Streit. Ein jeder liebe, was er will; nur Jesus ist und bleibt mein Ziel. 6. Sein Schloß kann keine 248 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. Macht zerstören, sein Reich ver- 2. Wem du dich gegeben, kann geht nicht mit der Zeit, sein Thron bleibt stets in gleichen Ehren von nun an bis in Ewigkeit. Gin jeder liebe, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. im Frieden leben, er hat, was er will; wer im Herzensgrunde lebt mit dir im Bunde, liebet und ist still. Bist du da und innig nah, muß das Schönste bald erbleichen und das Beste weichen. 7. Sein Reichtum ist nicht zu ergründen; sein hoch und heilig 3. Höchstes Gut der Güter, Angesicht, und was von Schmuck Ruhe der Gemüter, Trost in aller um ihn zu finden, verbleichet und Pein, was Geschöpfe haben, kann veraltet nicht. Ein jeder liebe, den Geist nicht laben, du verwas er will; ich liebe Jesum, gnügst allein. Was ich mehr als der mein Ziel. ad dich begehr, kann mein Seligsein nur hindern und den Frieden mindern. did Lushing and 8. Er will mich über alles heben und seiner Klarheit machen gleich; er wird mir so viel Schäke geben, daß ich werd unerschöpflich reich. Ein jeder liebe, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 4. Was genannt mag werden droben und auf Erden, alles reicht nicht zu; Einer nur kann geben Freuden, Ruh und Leben; Eins 9. Muß ich gleich hier sehr viel ist not, nur du. Hab ich dich entbehren, so lang ich wandre in nur wesentlich, so mag Leib und der Zeit, so wird er mirs doch Seel verschmachten, ich wills doch wohl gewähren im Reiche seiner nicht achten.s Herrlichkeit. Drum lieb ich billig 5. Komm, du selges Wesen, das in der Still nur Jesum, meines ich mir erlesen, werd mir offenHerzens Ziel.usbar; meinen Hunger stille, meinen Johann Scheffler. † 1677. Grund erfülle mit dir selber gar. Bleib nur du mein Gut und Ruh, bis du wirst in jenem Leben dich mir völlig geben. bra Gerhard Tersteegen. † 1769. saat 382. Mel. 91: Jesu, meine Freube. Allgenugsam Wesen, das ich hab 383. erlesen mir zum höchsten Gut, du vergnügst alleine, völlig, innig, reine Seele, Geist und Mut. Wer dich hat, ist still und satt; Eigene Melodie. 44. Koloff. 3, 3. 4. wer dir kann im Geiſt anhangen, Es glänzet der Christen indarf nichts mehr verlangen. wendiges Leben, obgleich sie von Friede und Freude in dem heiligen Geiste. 249 außen die Sonne verbrannt. Was ihnen der König des Himmels gegeben, ist keinem, als ihnen nur selber, bekannt. Was niemand verspüret, was niemand berühret, hat ihre erleuchteten Sinne gezieret und sie zu der göttlichen Würde geführet. 5. Sie wandeln auf Erden und leben im Himmel, sie bleiben ohnmächtig und schützen die Welt; sie schmecken den Frieden bei allem Getümmel, sie kriegen, die Ärmsten, was ihnen gefällt; sie stehen in Leiden, sie bleiben in Freuden; sie scheinen ertötet den äußeren Sinnen, und führen das Leben des Glaubens von innen. 12. Sie scheinen von außen oft arm und geringe, ein Schauspiel der Engel, ein Ekel der Welt; doch innerlich sind sie voll herr licher Dinge, der Zierat, die Krone, die Jesu gefällt; das Wunder der Zeiten, die hier sich bereiten, den König, der über die Himmel gegangen, mit brennenden Lampen dereinst zu empfangen. 6. Wann Christus, ihr Leben, wird effenbar werden, wann er sich einst dar in der Herrlichkeit stellt, dann werden sie mit ihm als Herren der Erden auch herrlich erscheinen zum Wunder der Welt; sie werden regieren, mit ihm triumphieren, den Himmel als prächtige Lichter auszieren; da wird man die Freude gar offenbar spüren. 3. Sonst sind sie noch Adams natürliche Kinder und tragen das Bildnis des Irdischen auch; sie leiden am Fleische wie andere 7.Frohlocke, du Erde, und jauchSünder, fie essen und trinken nach zet, ihr Hügel, dieweil du den nötigem Brauch. In leiblichen göttlichen Samen geneußt! Denn Sachen, im Schlafen und Wachen das ist des Ewigen göttliches sieht man sie vor andern nichts Siegel, zum Zeugnis, daß er dir Sonderlichs machen, nur daß sie die noch Segen verheißt. Du sollst Thorheit der Weltluft verlachen. noch mit ihnen aufs prächtigste bro4. Doch innerlich sind sie aus grünen, wann einst ihr verborgegöttlichem Stamme, geboren aus nes Leben erscheinet, wonach sich Gott durch sein mächtiges Wort; dein Seufzen mit ihnen vereinet. es lodert in ihnen die himmlische do 8. D Jefu, verborgenes Leben Flamme, entzündet von oben, ge- der Seelen, du heimliche Zierbe nähret von dort. Die Engel sind der inneren Welt, laß deinen Brüder, die ihre Loblieder mit verborgenen Weg uns erwählen, ihnen gar fröhlich und wonniglich wenn gleich das verachtete Kreuz fingen; das muß dann ganz herr- uns entstellt! Hier wenig gekenlich, ganz prächtig erklingen.net und übel genennet, hier 250 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. heimlich mit Christo im Vater gelebet, dort öffentlich mit ihm im Himmel geschwebet! Christian Friedrich Richter. † 1711. 384. Mel. 72: Herzlich lieb hab ich dich zc. Psalm 73, 23-26. Herr Jesu Christ, mein höchstes Gut, mein Seelenschatz, mein Herzensmut und aller Sinnen Freude! ich bleibe dennoch stets an dir; so ist auch nichts, das dich von mir und unsre Liebe scheide. Du machst mir deinen Weg bekannt, hältst mich bei meiner rechten Hand, regierst und führst den Lebenslauf und hilfft auch meiner Schwachheit auf. Herr Jesu Christ, du bist mein Licht, du bist mein Licht, ich folge dir, so irr ich nicht. 2. Du leitest mich nach deinem Rat, der anders nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet. Gehts gleich zu Zeiten wunderlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohl gelinget. Nach hartem Tritt auf rauher Bahn nimmst du mich dort mit Ehren an, wo mich vor deinem Thron erfreut die Krone der Gerechtigkeit. Herr Jesu Christ, ach voll Begier, ach voll Begier sehnt sich mein Herz, zu sein bei dir. 3. Mein Alles ist auf dich gericht; hab ich nur dich, so frag ich nicht nach Himmel und nach Erden. Denn wär der Himmel ohne dich, so könnte keine Lust für mich in tausend Himmeln werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, möcht ich auch nicht auf Erden sein; denn auch die ganze weite Welt hat nichts, das mir, wie du, gefällt. Herr Jesu Christ, wo du nicht bist, wo du nicht bist, ist nichts, das mir erfreulich ist. 4. Und sollte mir durch Kreuz und Not, durch Marter, durch Gewalt und Tod auch Seel und Leib verschmachten; dies alles wird, wenns auch noch mehr, ja gar wie eine Hölle wär, mein Glaube doch nicht achten. Du bist und bleibest stets mein Heil und meines Herzens Trost und Teil; so wird und muß durch dich allein auch Leib und Seele selig sein. Herr Jesu Christ, ich hoffe fest, ich hoffe fest, daß deine Kraft mich nicht verläßt. 5. Wer von dir weicht und liebt die Welt, wer nicht beständig Glauben hält, muß freilich wohl verderben, und kann, weil er die Luft und Pracht des Fleisches hier zum Himmel macht, den Himmel dort nicht erben. Wer Satan folgt und ärgerlich in Sünden lebet wider dich, und denkt an wahre Buße nicht, den bringst du um durch dein Gericht, Friede und Freude in dem heiligen Geiste. Herr Jesu Christ, und bist dabei, und bist dabei dem, der dir treu ist, ewig treu. 6. Drum halt ich mich getrost zu dir; du aber hältst dich auch zu mir, und das ist meine Freude. Ich setze meine Zuverficht auf dich, mein Fels, der nicht zerbricht, in Freud und auch im Leide. Dein Thun soll alles und allein in meinem Herz und Munde sein, bis ich dich kann mit Augen sehn. Ach möchte solches bald geschehn! Herr Jesu Christ, ich warte drauf, ich warte drauf, komm, komm, mein Schat, und nimm mich auf! Erdmann Neumeister. † 1756. 251 3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, daß ich finde das ewge wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert. 4. Mein Jesus ist mein Ehre, mein Glanz und helles Licht. Wenn der nicht in mir wäre, könnt ich bestehen nicht. In ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmut, darf kein Gericht mehr scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sei; und daß in allen Fällen er mir zur Nechten steh und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh. 5. Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts nimmt mir meinen Mut; die Höll und ihre Flammen löscht meines Heilands Blut. Rein Urteil mich erschrecket, fein Unheil mich betrübt: weil mich mit Flügeln decket mein Heiland, der mich 385. Mel. 164: Valet will ich dir geben. Röm. 8, 31-39. Ift Gott für mich, so trete liebt. gleich alles wider mich. So oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir thun der Feinde und Widersacher Rott? 6. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibt mir Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin, giebt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft. 7. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schwachheit findt, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind zwar mir und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, 252 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. der an des Herzens Grunde er siehet seine Lust. 8. Sein Geist spricht meinem was im Himmel ist. ist mein Herr Jesus Christ; das was mich fingen machet, ist, Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hilfe leiste, der bei ihm suchet Ruh; und wie er hab erbauet ein edle neue Stadt, da Aug und Herze Mel. 95: Jesus, meine Zuversicht. schauet, was es geglaubet hat. Meine Seele senket sich hin 9. Da ist mein Teil und Erbe in Gottes Herz und Hände, und mir prächtig zugericht, wenn ich erwartet ruhiglich seiner Wege gleich fall und sterbe, fällt doch Ziel und Ende, legt sich still und mein Himmel nicht. Muß ich sorgenlos in des liebsten Vaters auch gleich hier feuchten mit Schoß.lt das blak Thränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchfüßet alles Leid. 2. Meine Seele murret nicht, ist mit allem wohlzufrieden; was der eigne Wille spricht, ist zum Tode schon beschieden; was die Ungeduld erregt, ist in Christi Grab gelegt. 3. Meine Seele forget nicht, will vielmehr an nichts gedenken, was gleich spiken Dornen sticht und den Frieden nur kann fränken. Sorgen kommt dem Schöpfer zu; meine Seele sucht nur Ruh. 12. Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein; die Sonne, die mir lachet, Paul Gerhardt. † 1676. anmu 91d dine da 386, 10. Die Welt, die mag zerbrechen, du stehst mir ewiglich; kein Brennen, Hauen, Stechen soll trennen mich und dich; kein Hungern und kein Dürsten, kein Armut, keine Bein, kein Zorn des großen Fürsten soll mir ein Hindrung sein. 11. Kein Engel, keine Freuden, kein Thron, kein Herrlich keit, kein Lieben und kein Leiden, kein Angst, kein Herzeleid; was 4. Meine Seele grämt sich nicht, liebt hingegen Gott im man nur kann erdenken, es sei Leiden. Kummer, der das Herze klein oder groß, der feines soll mich lenken aus deinem Arm und Schoß. bricht, trifft und ängstet nur die Heiden; wer Gott in dem Schoße liegt, bleibt in aller Not vergnügt. 5. Meine Seele flaget nicht, denn sie weiß von keinen Nöten, hangt an Gottes Angesicht, auch noch dann, wenn er will töten. Friede und Freude in dem heiligen Geiste. 253 Wo sich Fleisch und Blut be- Not verschlingt und unsern Geist flagt, wird der Freudengeist ver- zur sanften Ruhe bringt. jagt. 4. Wenn sich in mir des Herren Klarheit spiegelt und seines Angesichtes milder Schein, dann wird das neue Leben recht ge= deihn; der Weisheit Tiefen werden mir entsiegelt; es wird mein Herz in Gottes Bild verklärt, und alle Kraft der Sünde abgewehrt. 5. So ruh ich nun, mein Heil, in deinen Armen, du selbst sollst mir mein ewger Friede sein. Ich hülle mich in deine Gnade ein, mein Element ist einzig dein Erbarmen; und weil du selbst mir Eins und Alles bist, so ists genug, wenn dich mein Herz genießt. Christian Friedrich Richter. † 1711. 6. Meine Seel ist still zu Gott, und die Zunge bleibt gebunden. Also hab ich allen Spott, alle Marter überwunden, bin gleich wie ein stilles Meer, voll von Gottes Preis und Ehr. Johann Joseph Windler. † 1722. 387. Mel. 118: Mein Salomo, dein 2c. Mein Friedefürst, dein freundliches Regieren stillt alles Weh, das meinen Geist beschwert. Wenn sich zu dir mein blödes Herze kehrt, so läßt sich bald dein Friedensgeist verspüren; dein Gnadenblick zerschmelzet meinen Sinn und nimmt die Furcht und Unruh von mir hin. 388. Eigene Melodie( zehnzeilig). 134. 2. Gewiß, mein Freund giebt Wie wohl ist mir, o Freund solche edle Gaben, die alle Welt mir nicht gewähren kann. Schau an die Welt, schau ihren Reich tum an; er kann ja nicht die müden Seelen laben. Mein Jesus kanns, er thuts im Überfluß, wenn alle Welt zurücke stehen muß. 3. D Seelenfreund, wie wohl ist dem Gemüte, das im Gesetz sich so ermüdet hat, und nun zu dir, der Lebensquelle, naht und schmeckt in dir die wunderfüße Güte, die alle Angst und alle der Seelen, wenn ich in deiner Liebe ruh. Ich steige aus der Schwermut Höhlen und eile deinen Armen zu. Da muß die Nacht des Trauerns scheiden, wenn mit so angenehmen Freuden die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wer wollte nicht vergnüget werden, der in dir suchet Ruh und Lust? 2. Die Welt mag schmähen oder preisen, es sei also, ich trau ihr nicht, wenn sie mir gleich will 254 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. Lieb erweisen bei einem freund- Weges End erzittern, wenn aus lichen Gesicht. In dir vergnügt Gefahr und Ungewittern er einsich meine Seele; du bist mein geht in die Sicherheit? Mein Freund, den ich erwähle, du bleibst Licht, so will ich auch mit Freumein Freund, wenn Freundschaft den aus dieser finstern Wildnis weicht. Der Welt Haß kann mich scheiden zu deiner Ruh der doch nicht fällen, weil in den stärk- Ewigkeit. sten Unglückswellen mir deine Treu den Anker reicht. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich mich lehn auf dich! Mich kann Welt, Not und Tod nicht quälen, weil du, mein Gott, vergnügest mich. Laß solche Ruh in dem Gemüte nach deiner unumschränkten Güte des Himmels füßen Vorschmack sein. Weg, Welt, mit allen Schmeicheleien! Nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. O reicher Troft: Mein Freund ist mein! Wolfgang Christoph Deßler. † 1722. 3. Will mich der Sünde Last erdrücken, blitzt auf mich des Gesetzes Weh, droht Straf und Hölle meinem Rücken, so steig ich gläubig in die Höh und flieh in deine heilgen Wunden; da hab ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen, du bist mein Heil; wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. D. Heiligung 4. Führst du durch Wüsten meine Reise, ich folg und lehne mich auf dich. Du giebst mir aus den Wolken Speise und labest aus dem Felsen mich. Ich traue deinen Wunderwegen; sie enden sich in Lieb und und gottseliger Wandel. 389. Mel. 101: Kommt her zu mir, spricht 2c. wenn ich dich bei mir hab. Ich Ach Gott, gieb du uns deine weiß, wen du willst herrlich zie ren und über Sonn und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. Gnad, daß wir all Sünd und Missethat bußfertiglich erkennen, und glauben fest an Jesum Christ. zu helfen er ein Meister ist, wie er sich selbst läßt nennen. 2. Hilf, daß wir auch nach deinem Wort gottselig leben im merfort, zu Ehren deinem Namen, daß uns dein guter Geist regier, 5. Der Tod mag andern düster scheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Mut in dir, der du verläsfest keinen, o allerliebstes Leben, ruht. Wen macht des Heiligung und gottseliger Wandel. 255 auf ebner Bahn zum Himmel 5. Ach Gott, verlaß mich nicht, führ, durch Jesum Christum. ich bleibe dir ergeben. Hilf mir, Amen. Samuel Zehner. † 1635. o großer Gott, recht glauben, christlich leben und selig scheiden ab, zu sehn dein Angesicht. Hilf mir in Not und Tod; ach Gott, verlaß mich nicht! Salomo Franc. † 1725. 390. Mel. 140: D Gott, du frommer Gott. ser Pfalm 38, 22. Ach Gott, verlaß mich nicht, gieb mir die Gnadenhände; ach führe mich, dein Kind, daß ich den Lauf vollende zu meiner Seligkeit. Sei du mein Lebenslicht, mein Stab, mein Hort, mein Schuh; ach Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach Gott, verlaß mich nicht, regiere du mein Wallen; ach laß mich nimmermehr in Sünd und Schande fallen. Gieb mir den guten Geist, gieb Glaubenszuversicht, sei meine Stärk und Kraft; ach Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht, ich ruf aus Herzensgrunde; ach Höchster, stärke mich in jeder bösen Stunde. Wenn mich Versuchung plagt und meine Seel anficht, so weiche nicht von mir; ach Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht, ach laß dich doch bewegen, ach Vater, kröne doch mit reichem Himmelssegen die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht, zu thun was dir gefällt; ach Gott, verlaß mich nicht! 391. Mel. 85: In dich hab ich gehoffet, Herr. Ach komm, füll unsre Seelen ganz, du gnadenreicher Liebesglanz, du väterlich Erbarmen; von deiner Glut laß Herz und Mut recht inniglich erwarmen. 2. Du willst den Tod des Sünders nicht, du gehst mit uns nicht ins Gericht; wie dürften wir denn richten? Laß immer mild des Bruders Bild durch unser Wort sich lichten. 3. Das ist der Liebe freundlich Amt, daß sie zurecht bringt, nicht verdammt. Ach wer steht unbescholten, und was sind wir, Herr Gott, vor dir, daß wir verdammen sollten? 4. Herr, leucht in uns mit deiner Gnad, wenn uns des Nächsten Wort und That bringt Kränkung, Leid und Schmerzen; laß ganz und rein uns ihm verzeihn in Wahrheit und von Herzen. 5. Du reicher Geber aller Hab, all unser Gut ist deine Gab, o hilf das Herz erschließen; laß fie Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. 256 gemein durch Liebe sein und reich der Armut fließen. 6. Ach komm, füll unsre Herzen ganz, du gnadenreicher Liebesglanz, du väterlich Erbarmen; von deiner Glut laß Herz und Mut recht inniglich erwarmen. Viktor von Strauß, geb. 1809. 392. 393. Mel. 163: Unter Lilien jener Freuden. Mel. 68: Herr Jefu Chrift, dich zu zc. Auf! was willst du hier verweilen? Du mußt eilen, wenn Ein reines Herz, Herr, schaff in mir, schleuß zu der Sünde Thor und Thür, vertreibe sie und laß nicht zu, daß sie in meinem Herzen ruh. du willst gekrönet sein. Du mußt mutiger eindringen; denn ohn Ringen geht man nicht zur Freude ein. 2. Auf! du mußt nicht lässig werden; denn auf Erden findest du gewiß nicht Ruh. Richt dein Herze vom Getümmel zu dem Himmel unverrückt und einzig zu. 3. Wenn du wirst anhaltend flehen, wirst du sehen, wie der Helfer zu dir eilt, wie er dein Herz wird umfassen und nicht Laffen, ob er anfangs gleich verweilt. 4. Kostet es gleich langes Sehnen und viel Thränen, werde nur darob nicht matt. Ringe bis aufs Blut und Leben, Gott wird geben, was sein Sohn erwor ben hat. Du, o Jesu, du bleibst meine, ich der Deine, der du mir haft Heil verschafft. 6. Herr, so will ich nicht verweilen, sondern eilen, bis in mir das Abba klingt. Du wirst selbst mir Kräfte geben zu dem Leben, das ins Himmelreich eindringt. Unbekannter Dichter. 5. Und wenn dann die Ketten springen, wirst du singen Preis, Lob, Ehr, Dank, Macht und Kraft. 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Thür, ach komm und wohne du bei mir, treib all Unreinigkeit hinaus aus deinem Tempel, deinem Haus. 3. Laß deines guten Geistes Licht und dein hellglänzend Angesicht erleuchten mein Herz und Gemüt, o Brunnquell unerschöpfter Güt! 4. Und mache dann mein Herz zugleich an Himmelsgut und Segen reich, gieb Weisheit, Stärke, Rat, Verstand aus deiner milden Gnadenhand. 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigentum, und dieses achten für Gewinn, wenn ich nur dir ergeben bin. Heinrich Georg Neuß. † 1716. Heiligung und gottseliger Wandel. 257 394. kostets Müh, auf seiner Hut zu stehn, daß nicht das Gift kann in die Seele bringen. Wenn mans Mel. 189: Wo Gott zum Haus zc. Erneure mich, o ewges Licht, versucht, so spürt man mit der und laß von deinem Angesicht mein Herz und Seel mit deinem Schein durchleuchtet und erfüllet sein. 2. Ertöt in mir die schnöde Lust, feg aus den alten Sünden wust! Ach rüst mich aus mit Kraft und Mut, zu streiten wider Fleisch und Blut. 3. Schaff in mir, Herr, den neuen Geist, der dir mit Lust Gehorsam leist und nichts sonst, als was du willst, will. Ach Herr, mit ihm mein Herz erfüll. 4. Auf dich laß meine Sinne gehn, laß sie nach dem, was droben, stehn, bis ich dich schau, o ewges Licht, von Angesicht zu Angesicht. Johann Friedrich Nuopp.+ 1708. Zeit die Wichtigkeit. 3. Doch ist es wohl der Mühe wert, wenn man mit Ernst die Herrlichkeit erwäget, die ewiglich ein solcher Mensch erfährt, der sich hier stets aufs Himmlische geleget. Es hat wohl Müh; die Gnade aber macht, daß mans nicht acht. sein und nach dem Sinn des reinen Geistes leben; denn der Natur geht es gar sauer ein, sich immer dar in Christi Tod zu geben; und ist hier gleich ein Kampf wohl ausgericht, das machts noch nicht. 4. Du sollst ein Kind des Höchsten sein, ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte; wie wirst du da so stark, so hell und rein, so herrlich sein, verklärt im Angesichte; dieweil da Gottes wesentliche Pracht so schön dich macht. 5. Da wird das Kind den Vater sehn, im Schauen wird es ihn mit Lust empfinden; ein lautrer Strom wird von dem Throne gehn und es mit Gott zu Einem Geist verbinden. Wer weiß, was da im Geiste wird geschehn? Wer 395. Eigene Melodie. 47. Es fostet viel, ein Christ zu mags verstehn? 6. Was Gott genießt, wird uns erfreun, was Gott bereitet, wird uns da gegeben; des Himmels Schätze werden unser sein, wie lieblich werden wir mit Jesu leben! Nichts höher wird an Kraft und Würde sein, als Gott 2. Man muß hier stets auf Schlangen gehn, die leicht ihr allein. Gift in unsre Fersen bringen; da 7. Auf, auf, mein Geist, er17 258 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. müde nicht, der Macht der Finster- wecke nur zum Glauben deinen nis dich zu entreißen! Was sor- Sinn, wenn Furcht und Weh dein gest du, daß dirs an Kraft ge- schwaches Herze naget; sprich: bricht? Bedenke, was für Kraft Vater, schau mein Glend gnädig uns Gott verheißen! Wie gut an! so ists gethan. wird sichs doch nach der Arbeit ruhn; wie wohl wirds thun! 5. Erhalt dein Herz nur in Geduld, wenn du nicht gleich des Vaters Hilfe merkest. Versiehst dus oft und fehlst aus eigner Schuld, so sieh, daß du dich durch die Gnade stärkest; so wirds gewiß mit seiner Hilf erfreut zu seiner Zeit. Christian Friedrich Richter. † 1711. de 396. Mel. 47: Es kostet viel, ein Christ 2c. Es ist nicht schwer, ein Christ zu sein und nach dem Sinn des reinen Geistes leben. Zwar der Natur geht es gar sauer ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben; doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit den schweren Streit. 2. Du darfst ja nur ein Kind lein sein, du darfst ja nur die leichte Liebe üben. O blöder Geist, schau doch, wie gut ers mein! Das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben. Drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr; es ist nicht schwer. 3. Dein Vater fordert nur das Herz, daß er es selbst mit seiner Gnade fülle; der fromme Gott macht dir gar keinen Schmerz, die Unlust schafft in dir dein eigner Wille; drum übergieb ihn willig in den Tod; so hats nicht not.id antep 4. Wirf nur getrost den Kummer hin, der nur dein Herz vergeblich schwächt und plaget; er6. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, wenn dich will Nacht und Finsternis bedecken. Dein Vater wird nichts Schlimmes mit dir thun, vor keinem Wind und Sturm darfst du erschrecken; ja, siehst du endlich ferner keine Spur, so glaube nur. 7. So wird dein Licht aufs neu erstehn, und wirst dein Heil mit großer Klarheit schauen; was du geglaubt, wirst du dann vor dir sehn, drum darfst du nur dem frommen Vater trauen. O Seele, sich doch, wie ein wahrer Chrift so selig ist. desde disse dan 8. Auf, auf, mein Geist! was säumest du, dich deinem Gott ganz kindlich zu ergeben? Geh ein, mein Herz, genieß die süße Ruh, in Frieden sollst du vor dem Vater schweben; die Sorg und Last wirf nur getrost und kühn allein auf ihn. Christian Friedrich Richter. † 1711.. Heiligung und gottseliger Wandel. 259 his son 397.5. Nein, Ehre nicht, nicht Gut Mel. 139: D Ewigkeit, du 2c. und Geld, kein Fürstentum und keine Welt foll mich so weit verGott, der du Herzenskündger führen! Um alle Leiden dieſer bist, Herr, dem die Falschheit Zeit will ich doch Gott und SeligGreuel ist, und jede Lüg Ver- keit mutwillig nicht verlieren. Wie brechen! Kein Wort spricht je klein mein Glück auch immer ein falscher Mund, das dir, All sei: nur Gott und reines Herz wissender, nicht kund; du Heiliger dabei! wirsts rächen! Laß jederzeit mein Ja und Nein, wies Christen ziemt, aufrichtig sein. 2. Und wenn ich schwörend vor dir steh, dir in dein heilig Antlitz seh, die Hand zum Himmel hebe, wenn ich zum Zeugen feierlich anrufe, Hocherhabner, dich, durch den ich bin und lebe: dann sei von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge frei! 3. Wenn Frevler dich auch da noch schmähn und frech mit Lügen vor dir stehn, dann laß mein Herz erschrecken! Weh dem, der Gott und Gottes Macht zum Siegel seiner Bosheit macht, sie vor der Welt zu decken! Herz, schau den Gott mit Zittern an, der Seel und Leib verderben kann! 6. Gott! lehre mich bei jedem Eid aus Furcht vor deiner Heiligkeit die Wahrheit pünktlich sprechen. Beschwör ich heilig Amt und Pflicht, so laß mich auch im Kleinsten nicht die teure Zusag brechen! Auch dir, Gott, schwur ich treu zu sein: Erhalt mich ewig, ewig dein! 4. Gott! wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht Johann Daniel Karl Bickel. † 1809. adabitissue 4 the 398. prob Mel. 150: Ringe recht, wenn Gottes 2c. Heilge Einfalt! Gnadenwunder, tieffte Weisheit, größte Kraft, schönste Zierde, Liebeszunder, Werk, das Gott alleine schafft! 2. Alle Freiheit geht in Banden, aller Reichtum ist nur Wind; alle Schönheit wird zu schanden, wenn wir ohne Einfalt sind. mehr mein Heiland ist, dein Him- 3. Wenn wir in der Einfalt mel nicht mein Erbe; wenn mich beim Leiden dieser Zeit kein Trost vom Himmel mehr erfreut, kein Trost mehr, wenn ich sterbe; wenn Gott und Jesus nicht mehr mein: dann besser, nie geboren sein! stehen, ist es in der Seele licht; aber wenn wir doppelt sehen, so vergeht uns das Gesicht. 4. Einfalt ist ein Kind der Gnade, die bei uns sich Wohnung baut, und auf schmalem Pilger17* Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. 260 pfade nicht nach dem und jenem schaut. 5. Einfalt denkt nur an das Eine, in dem alles andre steht, Einfalt hängt sich ganz alleine an den ewigen Magnet. 6. Einfalt quillt aus Jesu Wunden mit dem teuren Opferblut; wer sie da nicht hat gefunden, der ist fern von diesem Gut. 7. Wen sonst nichts als Jesus letzet, wen nichts außer ihm erquickt, wessen Ohr nur er ergößet, wessen Aug auf ihn nur blickt; 8. Wer nur lebt aus Jesu Fülle, wer nur will, was ihm beliebt, wer nur kann, was Jesu Wille, wer nur hat, was Jesus giebt; 9. Wer nur geht auf seinem Pfade, wer nur sieht bei seinem Licht, wer nur stets verlangt nach Gnade und mag alles andre nicht; 10. Wer ihn so mit Inbrunst liebet, daß er seiner selbst vergißt; wer sich nur um ihn betrübet und in ihm nur fröhlich ist; 11. Wer allein auf Jesum trauet, wer in Jesu alles findt: der ist auf den Fels erbauet und ein selig Gnadenkind. August Gottlieb Spangenberg. † 1792. helle, du lautrer Strom der Heiligkeit! Aller Glanz der Cheru binen und Heiligkeit der Seraphinen ist gegen dich nur Dunkelheit. Ein Vorbild bist du mir, ach bilde mich nach dir, du mein Alles! O Jesu du, hilf mir dazu, daß ich mag heilig sein, wie du. 2. Stiller Jesu, wie dein Wille dem Willen deines Vaters stille und bis zum Tod gehorsam war, also mach auch gleichermaßen mein Herz und Willen dir gelassen, ach stille meinen Willen gar! Mach mich dir gleich gesinnt, wie ein gehorsam Kind, fromm und stille! O Jesu du, hilf mir dazu, daß ich fein stille sei, wie du. 3. Wacher Jesu, ohne Schlummer, in großer Arbeit, Müh und Kummer bist du gewesen Tag und Nacht; mußtest täglich viel ausstehen, des Nachts lagst du vor Gott mit Flehen und hast gebetet und gewacht. Gieb mir auch Wachsamkeit, daß ich zu dir allzeit wach und bete. O Jesu du, hilf mir dazu, daß ich stets wachsam sei, wie du. 4. Gütger Jesu, ach wie gnädig, wie liebreich, freundlich und gut thätig bist du doch gegen Freund und Feind. Dein Sonnenglang, der scheinet allen, dein Regen muß auf alle fallen, ob sie dir gleich 399. Mel. 169: Wachet auf, ruft uns 2c. Heilger Jesu, Heilgungsquelle, nicht dankbar sind. Mein Gott, mehr als Krystall rein, klar und ach lehre mich, damit hierinnen A Heiligung und gottseliger Wandel. ich dir nacharte. O Jesu du, hilf mir dazu, daß ich auch gütig sei, wie du. 6. Hoher Jesu, Ehrenkönig, du suchtest deiner Ehre wenig und wurdest niedrig und gering, du wandeltest ganz arm auf Erden in Demut und in Knechtsgeberden, erhobst dich selbst in keinem Ding. Herr, solche Demut lehr mich auch je mehr und mehr stetig üben! O Jesu du, hilf mir dazu, daß ich demütig sei, wie du. 261 5. Sanfter Jefu, warst unschuldig, erlitteſt alle Schmach ge duldig, vergabst und übtst nicht Rache aus. Niemand kann deine zu erhöhn; Sanftmut messen, bei der kein 2. Komm, führe unsre stolze Eifer dich gefressen, als der um Art in deine Demut ein; nur deines Vaters Haus. Mein Heiland, ach verleih mir Sanftmut und dabei guten Eifer. O Jesu du, hilf mir dazu, daß ich sanftmütig sei, wie du. 7. Liebster Jesu, liebstes Leben, mach mich in allem dir ergeben und deinem heilgen Vorbild gleich. Dein Geist und Kraft mich ganz durchdringe, daß ich viel Glaubensfrüchte bringe und tüchtig werd zu deinem Reich. Ach zieh mich ganz zu dir, behalt mich für und für, treuer Heiland. O Jesu du, laß mich, wie du und wo du bist, einst finden Ruh. Bartholomäus Crasselius(?)+ 1724. 400. Mel. 133: Nun sich der Tag geendet hat. Herr, der du einst gekommen Weise nie gewesen ist, sich selber bist, in Knechtsgestalt zu gehn, des wo sich Demut offenbart, kann Gottes Gnade ſein. 3. Der du noch in der letzten Nacht, eh du für uns erblaßt, den Deinen von der Liebe Macht so treu gezeuget haft; 4. Erinnre deine kleine Schar, die sich so oft entzweit, daß deine letzte Sorge war der Glieder Einigkeit. 5. Du opfertest die Jünger noch dem Vater im Gebet; o würden unsre Herzen doch oft im Gebet erhöht! 6. Der du um unsre Seligkeit mit blutgem Schweiße rangst und thränenvoll im bangen Streit des Todes Macht bezwangst; 7. Bezwing doch unsern stolzen Sinn, der nichts von Demut weiß und führ ihn in die Liebe hin zu deiner Liebe Preis. 8. Gekreuzigter, den seine Lieb in Not und Tod geführt, ach würd auch unsrer Liebe Trieb treu bis zum Tod verspürt! 9. Drum leit auf deiner Leidensbahn uns selber an der Hand, 262 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. weil dort nur mit regieren kann, 7. Indessen will ich treulich wer hier mit überwand. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf. † 1760. kämpfen und stets die falsche Regung dämpfen, bis du dir deine Zeit ersiehst und mich aus solchen Netzen ziehst. 40% 401. Mel. 192: Zeuch meinen Geist, triff 2c. Hier legt mein Sinn sich vor dir nieder, mein Geist sucht seinen Ursprung wieder; laß dein erfreuend Angesicht zu meiner Armut sein gericht. 2. Schau her, ich fühle mein Verderben; laß mich in deinem Tode sterben. O möchte doch in deiner Bein mein alter Mensch ertötet sein! 3. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe und mich in deinen Wegen übe; und doch ist von Unlauterkeit die Liebe noch nicht ganz befreit. 4. Ich muß noch mehr auf dieser Erden durch deinen Geist geheiligt werden; der Sinn muß tiefer in dich gehn, der Fuß muß unbeweglich stehn. der Menschen Thaten; wer macht sein Herz wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket sein. 8. In Hoffnung kann ich fröhlich sagen: Gott hat der Hölle Macht geschlagen, Gott führt mich aus dem Kampf und Streit in seine Ruh und Sicherheit. 9. Drum will die Sorgemeiner Seelen ich dir, mein Vater, ganz befehlen. Ach drücke tief in meinen Sinn, daß ich in dir schon selig bin. 10. Wenn ich mit Ernst hieran gedenke und mich in dein Erbarmen senke, so werd ich von dir angeblickt, und mein Herz wird von dir erquickt. de an 402. Mel. 37: Durch Adams Fall ist 2c. 5. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu raten, hier gelten nicht Hilf mir, mein Gott, hilf, daß 6. Doch kenn ich wohl dein treues Lieben; du bist noch immer treu geblieben. Ich weiß gewiß, du stehst mir bei und machst mich von mir selber frei. 11. So wächst der Eifer mir im Streite, so schmeck ich schon die süße Beute und fühle, wie es Wahrheit ist, daß du, mein Gott, die Liebe bist. Christian Friedrich Richter. † 1711. nach dir von Herzen mich verlange, und ich dich suche mit Begier, wenn mir wird angst und bange. Verleih, daß ich mit Freuden dich in meiner Angst bald finde; gieb mir den Sinn, daß ich forthin meid alle Schand und Sünde. 2. Hilf, daß ich stets mit Reu Heiligung und gottseliger Wandel. wollst du von mir vertreiben. und Schmerz mich deiner Gnad stockten Sinn und Diebsgewinn ergebe, hab immer ein zerknirschtes Herz, in wahrer Buße lebe, vor dir erschein, herzlich bewein all meine Missethaten. Mein Trost und Licht, ach laß mich nicht in ewgen Tod geraten. 7. Hilf, daß ich folge treuem Rat, von falscher Meinung trete, den Armen helfe mit der That, für Freund und Feind stets bete, 90 dien jedermann, so viel ich kann, 3. Die Luft des Fleisches dämpf das Böse haß und meide nach in mir, daß sie nicht überwinde; deinem Wort, an allem Ort, bis rechtschaffne Lieb und Lust zu dir ich von hinnen scheide. im Herzen mir entzünde, daß ich is Johann Heermann. † 1647. in Not bis in den Tod dich und dein Wort bekenne, und mich kein Truß noch Eigennuß von deinerse stur Wahrheit trenne. Mel. 95: Jesus, meine Zuversicht. 4. Behüte mich vor Zorn und Himmelan geht unfre Bahn, wir Grimm, mein Herz mit Sanftmut ziere, auch alle Hoffart von mir nimm und mich zur Demut führe. Was sich noch findt von alter Sünd, laß mich hinfort ablegen; laß allezeit Trost, Fried und Freud in mir durch dich sich regen. sind Gäste nur auf Erden, bis wir dort nach Kanaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimsstand, droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist, denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Zweck erlesen. Ein von Gott erleucht'ter Sinnkehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre. Hab ich es dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 5. Den Glauben stärk, die Lieb erhalt, die Hoffnung mache feste, daß ich von dir nicht wanke bald; Beständigkeit ists beste. Den Mund bewahr, daß nicht Gefahr durch ihn mir werd erwecket. Gieb Brot dem Leib, doch daß er bleib von Wollust unbeflecket. 263 6. Gieb, daß ich treu und fleißig ſei in dem, was mir gebühret, daß ich auch nicht von Heuchelei und Ehrgeiz werd verführet. Leichtfertigkeit, Haß, Zank und Neid laß von mir ferne bleiben; verHofbeen 403. 4. Himmelan! mein Glaube zeigt mir das schöne Los von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist 264 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. du 5. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimat führen, da ich über alle Not ewig werde triumphieren; Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 6. Himmelan! ach himmelan! das soll meine Losung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelslust vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. Benjamin Schmolck. † 1737. 404. Mel. 163: Unter Lilien jener Freuden. Hüter, wird die Nacht der Sünden nicht verschwinden? Hüter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finsternis der Sinnen bald zerrinnen, davon ich umhüllet bin? 2. Möcht ich, wie das Rund der Erden, lichte werden. Seelensonne, gehe auf! Ich bin finster, falt und trübe; Jesu Liebe, komm, beschleunige den Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist; und ich muß mich stets im Schatten so ermatten, weil du mir so ferne bist. 5. Wie kann ich des Lichtes Werke ohne Stärke in der Finsternis vollziehn? Wie kann ich die Liebe üben, Demut lieben und der Nacht Geschäfte fliehn? 6. Ach daß länger meine Seele sich nicht quäle, zünd dein Feuer in mir an! Laß mich finstres Kind der Erden helle werden, daß ich Gutes wirken kann. 7. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben; Jesus und sein heller Schein, Jefus muß das Herz anblicken und erquicken, Jesus muß die Sonne sein. 8. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wenn sein reines Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine sein. 9. Jesu, gieb gesunde Augen, die was taugen, rühre meine Augen an; denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Christian Friedrich Richter. † 1711. 405. Mel. 154: Seelenbräutigam. Jesu, geh voran auf der Lebensbahn, und wir wollen nicht ver weilen, dir getreulich nachzueilen; führ uns an der Hand bis ins Vaterland. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, da du kommen, aber ich bin lauter Nacht; darum wollst du 2. Solls uns hart ergehn, laß mir, dem Deinen, auch erscheinen, uns feste stehn, und auch in den der nach Licht und Rechte tracht. schwersten Tagen niemals über Heiligung und gottseliger Wandel. Lasten klagen; denn durch Trübsal die Last der Begierden empfinde, hier geht der Weg zu dir. und sich mein tiefes Verderben 3. Rühret eigner Schmerz darlegt; so hilf, daß ich vor mir irgend unser Herz, kümmert uns selbst mag erröten und durch dein ein fremdes Leiden, o so gieb Leiden mein sündlich Fleisch töten. Geduld zu beiden; richte unsern 4. Jesu hilf siegen und lege Sinn auf das Ende hin. 4. Ordne unfern Gang, Jesu, lebenslang; führst du uns durch rauhe Wege, gieb uns auch die nötge Pflege; thu uns nach dem Lauf deine Thüre auf. gefangen in mir die Lüfte des Fleisches und gieb, daß bei mir lebe des Geistes Verlangen, aufwärts sich schwingend durch heiligen Trieb. Laß mich eindringen ins himmlische Wesen, so wird mein Geist, Leib und Seele genesen. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf. † 1760. 265 406. 5. Jesu hilf siegen, damit auch mein Wille dir, Herr, sei gänzlich zu eigen geschenkt, und ich mich stets in dein Wollen verhülle, wo Eigene Melodie. 88. Jesu hilf siegen, du Fürste des sich die Seele zur Ruhe hin lenft. Laß mich mir sterben und alle dem Meinen, daß ich mich zählen kann unter die Deinen. Lebens! sieh, wie die Finsternis dringet herein, wie sie ihr höllisches Heer nicht vergebens mächtig aufführet, mir schädlich zu sein! Wütet die Sünde von außen und innen, laß mir, Herr, niemals die Hilfe zerrinnen. 6. Jesu hilf siegen und laß mich nicht sinken! Wenn sich die Kräfte der Lügen aufblähn und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken, laß doch viel heller dann deine Kraft sehn. Steh mir zur Rechten, o König und Meister; lehre mich kämpfen und prüfen die Geister! 7. Jesu hilf siegen im Wachen und Beten! Hüter, du schläfst ja und schlummerst nicht ein. Laß dein Gebet mich unendlich vertreten, der du beim Vater Fürsprecher willst sein. Wenn mich die Nacht 3. Jesu hilf siegen! Wenn in mir die Sünde, Eigenlieb, Hoffart und Mißgunst sich regt, wenn ich mit Ermüdung will decken, wollst 2. Jesu hilf siegen! Ach wer muß nicht sagen: Herr, mein Gebrechen ist immer vor mir! Hilf, wenn die Sünden der Jugend mich nagen, die mein Gewissen mir täglich hält für. Ach laß mich schmecken dein kräftig Verfühnen, und dies zu meiner Demütigung dienen. 266 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. du mich, Jesu, ermuntern und wecken. 8. Jesu hilf siegen! Wenn alles verschwindet und ich mein Nichts und Verderben nur seh, wenn kein Vermögen zu beten sich findet, wenn ich bin wie ein verschüchtertes Reh; ach Herr, so wollst du im Grunde der Seelen dich mit dem innersten Seufzen vermählen. 9. Jefu hilf siegen und laß mirs gelingen, daß ich das Zeichen des Sieges erlang; so will ich ewig dir Lob und Dank singen, Jesu, mein Heiland, mit frohem Gesang. Wie wird dein Name da werden gepriesen, wo du, o Held, dich so mächtig erwiesen! 10. Jesu hilf siegen, wenn ich einst soll scheiden von dieser jam mer- und leidvollen Welt; wenn du mich rufest, gieb, daß ich mit Freuden zu dir mög fahren ins himmlische Zelt. Laß auch zuletzt mich im Kampf nicht erliegen, reiche die Hand mir, o Jesu, hilf siegen. Johann Heinrich Schröder. † 1699 407. Mel. 101: Kommt her zu mir, spricht 2c. Matth. 11, 28-30. Kommt alle zu mir, kommt zu mir, und fürchtet euch doch nicht, die ihr mit Sünden seid beladen; kommt her, ich bin der gute Hirt, der euer Herz erquicken wird, kein Übel soll euch schaden. 2. Nehmt in Geduld auf euch mein Joch, seht nur auf mich und lernet doch, wie ihr euch sollt erzeigen. Seid fein sanftmütig wie ich bin, liebt Demut, laßt nicht euren Sinn zur Hoffart sich ver steigen. 3. So werdet ihr zu jeder Zeit für eure Seel in Freud und Leid Trost und Erquickung finden. Mein Joch ist sanft, leicht ist die Last; wer sie geduldig auf sich faßt, dem helf ich überwinden. 4. Ich komm zu dir, Herr Jesu Christ, der du mein heilig Vorbild bist, das laß mich stets betrachten, daß ich mich selbst, und was die Welt an eitler Luft mir vorgestellt, mög gegen dich verachten. 5. Gieb, daß ich wahre Demut üb, den Nächsten stets mit Sanftmut lieb, dein Joch trag bis ans Ende, für meine Seel hier Ruh erlang und dort die Ehrenkron empfang, wann ichs durch dich vollende. David Denicke. † 1680. 408. Mel. 168: Von Gott will ich nicht lassen. Kommt, Kinder, laßt uns gehen, der Abend kommt herbei, es ist gefährlich stehen in dieser Wüstenei. Kommt, stärket euren Mut, zur Ewigkeit zu wandern, von einer Kraft zur andern; es ist das Ende gut. is Heiligung und gottseliger Wandel. 267 2. Es soll uns nicht gereuen der währen, harr noch ein wenig aus, schmale Pilgerpfad, wir kennen es wird nicht lang mehr währen, ja den Treuen, der uns gerufen so kommen wir nach Haus. Da hat. Rommt, folgt und trauet wird man ewig ruhn. Wenn wir dem; ein jeder sein Gesichte mit mit allen Frommen daheim zum ganzer Wendung richte fest nach Vater kommen, wie wohl, wie Jerusalem. wohl wirds thun! Gerhard Tersteegen.+ 1769. 3. Kommt, Kinder, laßt uns gehen, der Vater gehet mit; er selbst will bei uns stehen in jedem sauren Tritt, er will uns machen 409. Mut, mit süßen Sonnenblicken Mel. 160: Straf mich nicht in 2c. Mart. 14, 38. uns locken und erquicken; ach ja, wir habens gut. 4. Ein jeder munter eile, wir sind vom Ziel noch fern, schaut auf die Feuersäule, die Gegenwart des Herrn. Wir gehen Hand in Hand, kommt, laßt uns munter wandern, eins freuet sich am andern in diesem fremden Land. Mache dich, mein Geist, bereit, wache, fleh und bete, daß dich nicht die böse Zeit unvermerkt betrete; denn es ist Satans List über viele Frommen zur Versuchung kommen. 5. Sollt wo ein Schwacher fallen, so greif der Stärkre zu, man trag, man helfe allen, man pflanze Fried und Ruh. Kommt, schließt euch fester an; ein jeder sei der Kleinste, und auch zugleich der Reinste auf unsrer Pilgerbahn. 6. Kommt, laßt uns munter wandern, der Weg kürzt immer ab; es folgt ein Tag dem andern, bald fällt das Fleisch ins Grab. Nur noch ein wenig Mut, nur noch ein wenig treuer, vor allen Dingen freier gewandt zum ew gen Gut! 7. Es wird nicht lang mehr 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe; denn es folget sonst darauf eine lange Strafe, und die Not samt dem Tod möchte dich in Sünden unvermutet finden. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht unser Herr erleuchten! Wache, sonsten wird dein Licht dir noch ferne deuchten. Denn Gott will für die Füll seiner Gnadengaben offne Augen haben. 4. Wache, daß dich Satans List nicht im Schlaf umstricke, weil er sonst behende ist, daß er dich berücke; und Gott giebt, die er liebt, oft in seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. 268 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge oder, wenn sie sich verstellt, wieder an sich bringe; wach und sieh, Mein Gott, das Herz ich bringe daß dich nie falsche Brüder fällen, die dir Netze stellen. dir zur Gabe und Geschenk; du forderst dieses ja von mir, des ich eingedenk. 6. Wache dazu auch für dich, für dein Fleisch und Herze, damit es nicht freventlich Gottes Gnad verscherze; denn es ist voller List und kann sich bald heucheln und in Hoffart schmeicheln. 7. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen; denn der Herr nur kann dich frei von dem allen machen, was dich drückt und bestrickt, daß du schläfrig bleibest und sein Werk nicht treibest. 8. Ja, er will gebeten sein, wenn er was soll geben; er verlanget unser Schrein, wenn wir wollen leben und durch ihn unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden kräftig überwinden. 9. Doch getrost! es muß uns schon alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet anflehen; denn er will uns mit Füll seiner Gunst beschütten, wenn wir gläubig bitten. 10. Drum so laßt uns immerdar machen, flehen, beten, weil die Angst, Not und Gefahr immer näher treten; denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. Johann Burchard Freystein. † 1720. 410. Mel. 133: Nun sich der Tag geendet hat. Sprüche 23, 26. 2. Gieb mir, mein Sohn, dein Herz! sprichst du, das ist mir lieb und wert; du findest anders auch nicht Ruh im Himmel und auf Erd. es an, mein Herz, veracht es nicht, 3. Nun du, mein Vater, nimm ich gebs, so gut ichs geben kann, kehr zu mir dein Gesicht. 4. Zwar ist es voller Sündenwust und voller Eitelkeit, des Guten aber unbewußt und wahrer Frömmigkeit. 5. Doch aber steht es nun in Reu, kennt seinen Sündenstand und trägt vor allem nunmehr Scheu, daran es Lust sonst fand. 6. Gott heilger Geist, nimm du auch mich in die Gemeinschaft ein, ergieß um Jefu willen dich tief in mein Herz hinein. 7. Dein göttlich Licht gieß in mich aus und Glut der reinen Lieb, lösch Finsternis, Haß, Falschheit aus, schenk mir stets deinen Trieb. 8. Hilf, daß ich sei von Herzen treu im Glauben meinem Gott, daß mich im Guten nicht mach scheu der Welt List, Macht und Spott. Heiligung und gottseliger Wandel. 9. Hilf, daß ich sei von Herzen 3. herderieren ist ohn Ungefest im Hoffen und Geduld, daß, wenn du mich nur nicht verläßt, mich tröste deine Huld. 10. Hilf, daß ich sei von Herzen fromm, ohn alle Heuchelei, damit mein ganzes Christentum dir wohlgefällig sei. 11. Nimm ganz, o Gott, zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit und laß es deine Wohnung sein auch in der Ewigkeit. 12. Dir geb ichs ganz zu eigen hin, brauchs, wie es dir gefällt. Ich weiß, daß ich der Deine bin, der Deine, nicht der Welt. Johann Kaspar Schade. † 1698. 411. Mel. 78: Ich bin ja, Herr, in 2c. Mein Lein Leben ist ein Pilgrimstand, ich reise nach dem Vaterland, nach dem Jerusalem, das droben Gott selbst als eine feste Stadt auf Bundesblut gegründet hat; da werd ich Jakobs Hirten loben. Mein Leben ist ein Pilgrimstand, ich reise nach dem Vaterland. 2. So schnell ich Land und Sand verlaß, so schnell läuft auch mein Stundenglas, und was vorbei ist, kommt nicht wieder. Jch eile zu der Ewigkeit; Herr Jesu, mach mich nur bereit und öffne meine Augenlider, daß ich, was zeitlich ist, veracht und nur nach dem, was ewig, tracht. 271 mach, der Lebensweg hat auch sein Ach. Man wandelt nicht auf weichen Rosen; der Steg ist eng, der Feinde viel, die mich ableiten von dem Ziel. Ich muß mich oft an Dornen stoßen, ich muß durch dürre Wüsten gehn und kann selbst keinen Ausweg sehn. 4. Der Sonne Glanz mir oft geht, der Sonne, die mit Gnadenlicht in unverfälschte Herzen strahlet; Wind, Regen stürmen auf mich zu, mein matter Geist hat nirgend Ruh. Doch alle Müh ist reich bezahlet, wenn ich mir schon die Himmelsthür im festen Glauben stelle für. 5. Israels Hüter, Jesu Christ, der du ein Pilgrim worden bist, da du mein Fleisch haft angenommen, zeig mir im Worte deine Tritt; laß mich bei einem jeden Schritt zu deinem Heil stets näher kommen. Mein Leben flieht, ach eile du, mein Herr, zu deinem Knecht herzu. 6. Durch deinen heilgen Geist mich leit, gieb in Geduld Beständigkeit, vor Straucheln meinen Fuß beschütze. Ich falle stündlich, hilf mir auf; zieh mich, damit ich dir nachlauf; sei mir ein Schirm in Trübsalshize, laß deinen süßen Gnadenschein in Finsternis nicht ferne sein. ans 7. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll, vor Durst nach dir Der dritte Artikel: Gotber heiliaege Geist. verschmachten will, jo läp mich keit, voll Liebe meine Seele. Mein dich zum Labsal, finden; und schließ ich meine Augen zu, so bring mich zu der wahren Ruh, da Streit und alle Müh verschwinden. Laß mich da sein in Abrams Schoß dein Liebling und dein Hausgenoß. 5.8 8. Bin ich in diesem Pilgerland der blinden Welt schon am bekannt; dort sind die Freunde, die mich kennen, dort werd ich mit der Himmelsschar dir jauchzend dienen immerdar und in der reinsten Liebe brennen. Mein Bräutigam, komm, bleib nicht lang; hier in der Wüste wird mir bang. Friedrich Adolf Lampe. † 1729. 412. Mel. 110: Machs mit mir, Gott 2c. Matth. 16, 24. 25. Mir ir nach! spricht Christus, unser Held, mir nach, ihr Christen alle; verleugnet euch, verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle, nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach. 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für mit heilgem Tugendleben. Wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben. Ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll DemütigMund, der fließt zu jeder Zeit von süßem Sanftmutsöle, mein Geist, Gemüte, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Jch zeig euch das, was schädlich ist, zu fliehen und zu meiden und euer Herz von arger List zu reingen und zu scheiden; ich bin der Seelen Fels und Hort und führ euch zu der Himmelspfort. 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, ich steh euch an der Seite; ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still darf stehn, wenn er den Feldherrn sieht angehn. 6. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich verlieren; wer sie hier zu verlieren scheint, wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht wert und meiner Zier. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit Leib und Seel nachgehen und wohlgemut, getroft und gern bei ihm im Leiden stehen. Wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Johann Scheffler. † 1677. 413. Mel. 164: Valet will ich dir geben. Nicht Opfer und nicht Gaben, auch Ruhm und Ehre nicht, noch, was sonst Sünder haben, befreit uns vom Gericht. Nur Jesu Heiligung und gottseliger Wandel. Liebe bleibet, sie ist von Ewigkeit; dem Schaden, Spott und Schande was außer ihr uns treibet, verschwindet mit der Zeit. lauter Lust und Himmel ist; übe ferner dein Gerichte wider unsern Adamssinn, bis uns, Herr, dein Angesichte führet aus dem Kerfer hin. 2. Sie giebt uns Kraft und Leben, reißt jeden Bann entzwei, lehrt helfen, trösten, geben, macht von der Lüge frei; sie muß gerecht uns machen und los von Sündenlust, zum Beten und zum Wachen bewegen unsre Brust. 3. Sie ist die höchste Zierde, des Christentumes Kern, sie gilt als schönste Würde und Krone vor dem Herrn. Was hilfts, mit Engelzungen hoch reden ohne Herz? Wen Liebe nicht durchdrungen, der ist ein totes Erz. 4. Geheimnisvolle Lehren und starker Glaubenssinn stehn nicht bei Gott in Ehren, wenn Liebe nicht darin. Der treibt nur arm Geschwäße, wer kalt und liebeleer der größten Weisheit Schäße darleget um sich her. 5. Der Vater ist die Liebe, der Sohn ist Lieb allein, des heilgen Geistes Triebe sind Liebe heiß und rein. Das ist die Lebensquelle vom Vater und vom Sohn! Mach unsre Seelen helle, du Strom von Gottes Thron! Johannes Rothen, geb. 1797. 271 414. Eigene Melodie. 138. Micha 2, 13. 2. Jsts doch deines Vaters Wille, daß du endest dieses Werk; hierzu wohnt in dir die Fülle aller Weisheit, Lieb und Stärk, daß du nichts von dem verliereſt, was er dir geschenket hat, und es aus der Unruh führest zu der süßen Ruhestatt. 3. Ach, so mußt du uns vollenden, willst und kannst ja anders nicht; denn wir sind in deinen Händen, dein Herz ist auf uns gericht, wie die Welt uns auch verachte hier in dieser Pilgerzeit und mit Hochmut uns betrachte ob des Kreuzes Niedrigkeit. 4. Schaue denn auf unsre Retten, da wir mit der Kreatur seufzen, um Erlösung beten von der fündigen Natur, von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns noch so hart bedrückt, ob auch unser Geist zu Zeiten sich auf etwas Beffres schickt. 5. Ach erheb die matten Kräfte, reiß die Bande doch entzwei, daß auch unterm Weltgeschäfte unser Sinn stets himmlisch sei. Weg mit Menschenfurcht und Zagen, Zweifel und Bedenklichkeit, fort Durchbrecher aller Bande, der du immer bei uns bist, bei mit Scheu vor Schmach und 272 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. Plagen, weg des Fleisches Zärtlichkeit. ererben; führ ins Paradies uns ein. Doch, wohlan! du wirst nicht 6. Herr, zermalme, brich, ver- säumen, werden wir nicht lässig nichte alle Macht der Finsternis; fein; wirst uns wecken wie aus ach, entnimm uns dem Gerichte, Träumen, wenn die Freiheit mach des Sieges uns gewiß. Heb bricht herein. Gottfried Arnold.+ 1714. uns aus dem Staub der Sünden, treib die Weltlust von uns aus; laß uns wahre Freiheit finden droben in des Vaters Haus. 7. Wir verlangen keine Ruhe für das Fleisch in dieſem Streit; wie dus nötig findst, so thue noch vor unsrer Abschiedszeit. Aber unser Geist, der bindet dich im Glauben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, die dein treuer Mund verspricht. 415. Mel. 181: Wer nur den lieben Gott 2c. großer Gott, dureines Wesen, der du die reinen Herzen dir zur steten Wohnung auserlesen, ach schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das von der argen Welt sich rein und unbefleckt erhält. 2. Vor allem mache mein Ge8. Herrscher, herrsche! Sieger, müte durch ungefärbte Buße rein, fiege! König, brauch dein Regi- und laß es, Herr, durch deine ment, führe deines Reiches Kriege, Güte und Christi Blut gewaschen mach der Sklaverei ein End, denn sein. Dann mache mich zur Reidie Last treibt uns zu rufen, alle flehen wir dich an: Zeig doch nur die ersten Stufen der gebrochnen Freiheitsbahn! 9. Laß, die teuer du erworben, nicht der Menschen Knechte sein. Denn bist du für uns gestorben, mußt du uns auch machen rein, rein und frei und ganz voll kommen, ähnlich deinem heilgen Bild. Der hat Gnad um Gnad genommen, welchen deine Füll erfüllt. nigkeit des Lebens fertig und bereit. 3. Regiere mich nach deinem Geiste, der mein getreuer Beistand sei und mir erwünschte Hilfe leiste. Gott, stehe mir in Gnaden bei und gieb mir einen solchen Geist, der neu, gewiß und willig heißt. 4. Doch weil ich meine Schwachheit merke, mein Vater, so verwirf mich nicht und stoß mich wegen meiner Werke ja nicht von deinem Angesicht. Laß mich hier in der Gnade stehn und dort in 10. Liebe, zieh uns in dein Sterben, laß mit dir gefreuzigt sein, was dein Reich nicht kann deinen Himmel gehn. Heiligung und gottseliger Wandel. 273 wahr; hier in dieser Leibeshöhle schwebst du täglich in Gefahr. 5. Nimm deinen Geist, den Seele, deines Heils mit Zittern Geist der Liebe, ja nun und nimmermehr von mir und leite mich durch seine Triebe, durch seinen Beistand für und für. Ja führe du mich durch die Zeit hin zu der reinen Ewigkeit! Johann Olearius. † 1684. hom dich nun ziehet und bekehrt, daß dein Geist sich recht entlade von der Last, die ihn beschwert. 416. Eigene Melodie. 150. 10. Laß dem Fleische nicht den Willen, gieb der Lust den Zügel Luk. 13, 24. Ninge recht, wenn Gottes Gnade nicht; willst du die Begierden ſtillen, so verlischt das Gnadenlicht. 2. Ringe, denn die Pfort ist enge, und der Lebensweg ist schmal; hier bleibt alles im Gedränge, was nicht zielt zum Himmelssaal. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, dring hinein in Gottes Reich; will der Satan widerstreben, werde weder matt noch weich. 4. Ninge, daß dein Eifer glühe, und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe; halbe Liebe hält nicht Stich. 5. Ringe mit Gebet und Schreien, halte damit feurig an; laß dich keine Zeit gereuen, wärs auch Tag und Nacht gethan. 8. Halt ja deine Krone feste; halte männlich, was du haft. Recht beharren ist das beste; Rückfall ist ein böser Gast. 6. Hast du dann die Perl errungen, denke ja nicht, daß du nun alles Böse haft bezwungen; denn es ist noch viel zu thun. 7. Nimm mit Furcht ja deiner 9. Laß dein Augeja nicht gaffen nach der schnöden Eitelkeit; bleibe Tag und Nacht in Waffen, fliehe träge Sicherheit. 11. Wahre Treu führt mit der Sünde bis zum Grab beständig Krieg, gleichet nicht dem Rohr im Winde, sucht in jedem Kampf den Sieg. 12. Wahre Treu kommt dem Getümmel dieser Welt niemals zu nah; ist ihr Schatz doch in dem Himmel, drum ist auch ihr Herz allda. 13. Dies bedenket wohl, ihr Streiter! streitet recht und fürchtet euch; dringet alle Tage weiter, bis ihr kommt ins Himmelreich. 14. Denkt bei jedem Augenblicke, obs vielleicht der letzte ſei; bringt die Lampen ins Geschicke, holet neues Öl herbei. 15. Liegt nicht alle Welt im Bösen? steht nicht Sodom in der Glut? Seele, wer soll dich erlösen? Eilen, eilen ist hier gut. 16. Eilet, zählet Tag und 18 274 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. Stunden, bis des Bräutgams Ruf Toten wecken, und Christus wird erklingt, der, wenn ihr nun über wunden, euch zum Schauen Gottes bringt. die Welt erschrecken, so stehen wir mit Freuden auf. Gottlob! wir sind versöhnt. Daß uns die Welt verhöhnt, währt nicht lange; und Gottes Sohn hat längstens schon uns beigelegt die Ehrenkron. 4. Jesu, stärke deine Kinder und mach aus ihnen Überwinder, die du erkauft mit deinem Blut. Schaff in uns ein neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Mut. 417. Mel. 169: Wachet auf, ruft uns 2c. Nüstet euch, ihr Christenleute! Geuß aus auf uns den Geist, da durch die Liebe fleußt in die Herzen; so halten wir getreu an dir im Tod und Leben für und für. Wilhelm Erasmus Arends. † 1721. 17. Eile, gehe ihm entgegen! sprich: Mein Licht, ich bin bereit, meine Hütte abzulegen, mich dürst nach der Ewigkeit. Johann Joseph Windler.+ 1722. die Feinde suchen euch zur Beute; ja Satan selbst hat eur begehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte und kämpfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell? Hier ist Immanuel. Hosianna! Der Starke fällt durch diesen Held, und wir behalten mit das Feld. 418. Mel. 50: Freu dich sehr, o meine Seele. Philipp. 2, 12. 2. Reinigt euch von euren Lüsten; besieget fie, die ihr seid Schaffet, schaffet MenschenChristen, und stehet in des Herren kinder, schaffet eure Seligkeit! Kraft. Stärket euch in Jesu bauet nicht wie sichre Sünder nur Namen, daß ihr nicht strauchelt auf gegenwärtge Zeit; sondern wie die Lahmen. Wo ist des schauet über euch, ringet nach Glaubens Ritterschaft? Wer hier dem Himmelreich und bemühet ermüden will, der schaue auf das Ziel! Da ist Freude! Wohlan, so seid zum Kampf bereit! so krönet euch die Ewigkeit. euch auf Erden, wie ihr möget selig werden. 2. Daß nun dieses mög geschehen, so bekämpfet Fleisch und Blut, und der Welt zu widerstehen, rüstet euch mit Kraft und Mut. Gottes Wille soll allein eures 3. Streitet recht die wengen Jahre, eh ihr kommt auf die Totenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Lebens Richtschnur sein, mag es Heiligung und gottseliger Wandel. 275 eure schwachen Herzen nun er- schlagen; Gott ists, der des Geistes freuen oder schmerzen. Öl und, nachdem es ihm beliebt, Wollen und Vollbringen giebt. O so laßt zu ihm uns gehen, ihn um Gnade anzuflehen! 8. Und dann kreuzigt eure Glieder, drin die Sündenlust sich regt, kämpft den alten Menschen nieder, bis ihm seine Macht gelegt; was euch ärgert, hauet ab, was euch hindert, senkt ins Grab; denket stets an diese Werte: Gehet durch die enge Pforte! 3. Ihr habt Ursach zu bekennen, daß in euch noch Sünde steckt, daß ihr Fleisch vom Fleisch zu nennen, daß euch lauter Elend deckt, und daß Gottes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft; ja, daß außer seiner Gnade in euch nichts, denn Seelenschade. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet, selig, wer im Kampf besteht, wer des Fleisches Lüfte dämpfet, selig, wer die Welt verschmäht! Unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach. Wer den Himmel will er erben, muß zuvor mit Christo sterben. 9. Bittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum sehn, bis ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ach mein Heiland, geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht; gieb mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir, auf daß ich in Jesu Namen meinen Kampf zu Ende führ. Er verleihe Kraft und Stärk und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe, und also zum Himmel dringe. Ludwig Andreas Gotter.+ 1735. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern träg und lässig sein, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure Hoffnung ein; ohne tapfern Streit und Krieg folget niemals rechter Sieg; nur den Siegern wird die Krone beigelegt zum Gnadenlohne. 6. Mit der Welt nach Luft zu jagen, hat bei Christen keine Statt; an dem Fleisch Gefallen tragen, macht des Geistes Kräfte matt; nda unter Christi Kreuzesfahn geht 419. es wahrlich niemals an, daß man noch mit frechem Herzen sicher wollte thun und scherzen. Mel. 169: Wachet auf, ruft uns zc. Matth. 5, 8. 7. Furcht muß man im Herzen Selig sind die reinen Herzen, tragen, denn Gott kann mit Leib und Seel uns zur Hölle niederdie ihre Krone nicht verscherzen; sie werden Gottes Antlig sehn 18* 276 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. Alle Reuschen, Unbefleckten, vom 7. Bind zusammen Herz und Herrn zum guten Kampf Erweckten, die in der Reinigkeit bestehn, sie sehen einst im Licht sein strahlend Angesicht voller Gnaden. Herr, wir sind dein, behalt uns rein und lehre uns dir ähnlich sein! Herz, laß uns trennen keinen Schmerz, knüpfe selbst durch deine Hand fest das heilge Bruderband. 8. So, wie du, Herr Jesu Christ, Eins mit deinem Vater bist, sei vereinigt treu und wahr deine ganze Jüngerschar. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf. † 1760. 9. Kraft, Lob, Ehr und Herrlichkeit sei dir jetzt und allezeit, o Herr Jesu; laß uns dein, ewig in bir Eines sein. 420. Mel. 89: Jesu, tomm doch selbst zu mir. Psalm 133. Sieh, wie lieblich und wie fein ists, wenn Brüder im Verein friedlich mit einander gehn und in Herzenseintracht stehn. 421. Mel. 110: Machs mit mir, Gott 20. 1. Joh. 4, 20. 21. 2. Diesen ja verheißt der Herr reichen Segen nach Begehr, hier So jemand spricht: ich liebe das Leben in der Zeit und auch dort in Ewigkeit. 3. Aber ach, wie ist die Lieb so erloschen, daß ein Trieb, der das Herz für andre rührt, nur so selten wird geſpürt. 4. Ach so viele gehen hin in der Welt nach ihrem Sinn, denken an die andern nicht; wo bleibt da die Liebespflicht? Michael Müller, † 1704, und Johann Christian Nehring. † 1736. 5. D Herr Jesu, Gottes Sohn, schaue doch von deinem Thron, schaue die Zertrennung an, die ein Mensch nicht bessern kann. 6. Sammle, großer Menschenhirt, alles, was sich hat verirrt; laß in deinem Gnadenschein alles ganz vereinigt sein. Gott, und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb und will, daß ich den Nächsten liebe gleich als mich. Avtampl 2. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines Leibes Glieder; drum diene deinem Nächsten gern, denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich, mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 3. Ein Heil ist unser aller Gut. Ich sollte Brüder hassen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich Heiligung und gottseliger Wandel. verfühnt, hab ich dies mehr als sie verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen; ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier gethan, dem Kleinsten auch von diesen, das sieht er, mein Erlöser, an, als hätt ichs ihm erwiesen. Und ich, ich sollt ein Christ noch sein und Gott in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gieb mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. Christian Fürchtegott Gellert. † 1769. 422. Mel. 10: Alles ist an Gottes Segen. Lut. 12, 19. 20. Wenn ich mir auf viele Jahre einen großen Vorrat spare, wes wird sein mein Überfluß, wenn ich einst gesammelt werde in ein 2 Räumlein fühler Erde, oder heute sterben muß? 2. Herr, bewahr mich vor den Stricken, wenn der Geiz mich will berücken; das, was da ist, sei genug! Gieb mir Vorsicht auf mein 277 Scheiden und mach auf die Ewigkeiten mich durch deine Gnade flug. 3. Lehr mich bei den irdschen Gaben Mangel oder Fülle haben, hungern oder satt zu sein. Jesus ist für uns gestorben; was am Kreuz er uns erworben, bleibt im Sterben uns allein. 4. Stönnt er auch die Welt gewinnen, führ er dennoch arm von hinnen, wer nicht teil am Himmel hat. Wer an Jesum Christum glaubet, dem wird nichts im Tod geraubet; reich in Gott sein, das macht satt. 5. Herr, ich glaube, laß im Sterben mich mit deinen Kindern erben; dort ist unser wahrer Schatz. Was wir opfern um dein Lieben, dafür hast du uns verschrieben einen himmlischen Ersatz. Philipp Friedrich Hiller. † 1769. 423. Mel. 174: Was mein Gott will ic. Wer sich auf seine Schwachheit steift, der bleibt in Sünden liegen; und wer den Heiland nicht er greift, wird sich gewiß betrügen. Den Himmelsweg und schmalen Steg hat er nie angetreten; er weiß auch nicht in Gottes Licht, was kämpfen sei und beten. 2. Was jetzt die Welt nur Schwachheit heißt, ist ihrer Bosheit Stärke; dadurch vermehrt der böse Geist sehr mächtig seine 278 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. Werke. Auf, Seele, auf! richt das teure Pfand des Geistes uns deinen Lauf zur Allmacht, die gegeben, dadurch wir, frei von dich rettet; des Heilands Hand Heuchelei, im Streit stets siegzerreißt das Band, womit du an- reich leben. gefettet. 6. Gieb Kraft, wo keine Kraft 3. Der erste Schritt im Christen- mehr ist, gieb Kraft, das Fleisch tum macht von der Sünd uns zu dämpfen. Gieb Kraft, wenn te scheiden; bei einem wahren Glau- Satans Macht und List uns bensruhm muß man die Weltluft meiden. Wenn Christi Geist die Seel entreißt von ihren Todesbanden, spürt sie die Kraft, die Jesus schafft, mit dem sie auferstanden. 4. Mein Heiland, fördre selbst dein Werk, laß mich gekräftigt werden; es ist Gerechtigkeit und Stärk mein bestes Teil auf Erden. Du machst gerecht uns, dein Geschlecht, und willst zugleich uns stärken, daß wir in dir des Glaubens Zier, die Macht der Gnade merken. 5. Brich durch, o starker Gottessohn, damit auch wir durchbrechen, uns freudig nahn dem Gnaden thron, nicht mehr von Schwachheit sprechen, wenn deine Hand schwächen will im Kämpfen. Wenn uns die Welt viel Netze stellt, gieb Kraft, sie zu vernichten; so wird in Not, ja selbst im Tod uns deine Kraft aufrichten. Bernhard Walter Marperger. † 1746. 424. Mel. 9: Alle Menschen müssen sterben. Wir sind dein, Herr, laß uns immer unter deinen Flügeln ruhn, laß dein Licht und Gnadenschimmer strahlen über unser Thun; schaff in uns, was dir beliebet, tilge, was dein Werk betrübet; mach, was alt ist von Natur, zur erneuten Kreatur! Valentin Ernst Löscher. † 1749. IV. Gebet-, Sob- und Danklieder. 1. Das Gebet im allgemeinen. 425. dammen; sei getreu bis in den Tod, beten hilft aus aller Not. 5. Beten hilft aus aller Not, Mel. 95: Jefus, meine Zuversicht. Bete nur, betrübtes Herz, wenn ei so bete ohne Zweifel. Biſt du dich Angst und Kummer kränken, flag und sag Gott deinen Schmerz, er wird endlich an dich denken; Gott wird dein Gebet und Flehn, ist es ernstlich, nicht verschmähn. arm, Gott schenkt dir Brot; schreckt dich Hölle, Welt und Teufel, bete nur, so wirst du sehn, Gott wird dir zur Seite stehn. 2. Gott wird dein Gebet und Flehn dir zur rechten Zeit gewähren; glaube nur, es wird geschehn, was die Frommen hier begehren, denn Gott kennet deinen Schmerz; bete nur, betrübtes Herz! 3. Bete nur, betrübtes Herz, bete stets in Jesu Namen, wirf die Sorgen hinterwärts; Gott ſpricht schon das süße Amen, deines Jesu Tod und Blut macht dein Beten recht und gut. 6. Gott wird dir zur Seite stehn, vor wem sollte dir nun grauen? Mußt du hier auf Dornen gehn, endlich sollst du Rosen schauen, denn Gott fennet deinen Schmerz; bete nur, betrübtes Herz. Johann Gottfried Krause. † 1746. 426. Mel. 160: Straf mich nicht in 2c. Betgemeinde, heilge dich mit dem heilgen Öle, Jeju Geist ergieße sich dir in Herz und Seele. Laß den Mund alle Stund von Gebet und Flehen heilig übergehen. 4. Deines Jesu Tod und Blut stillt die hell entbrannten Flammen; bete mit beherztem Mut, Gott kann dich nun nicht ver- 2. Das Gebet der frommen 280 Das Gebet im allgemeinen. Schar, was sie fleht und bittet, ist der Heilgen Kunst: beten, wie das wird auf dem Rauchaltar ers liebet, daß gescheh je und je, vor Gott ausgeschüttet; und da wie ers vorgenommen, auf sein ist Jesus Christ Priester und Ver- endlich Kommen. fühner aller seiner Diener. 3. Kann ein einiges Gebet einer gläubgen Seelen, wenns zum Herzen Gottes geht, seines Zwecks nicht fehlen: was wirds thun, wenn sie nun alle vor ihn treten und zusammen beten? 4. Wenn die Heilgen dort und hier, Große mit den Kleinen, Engel, Menschen mit Begier alle Eigene Melodie. 35. vereinen, und es geht Ein Gebet aus von ihnen allen, wie Dir, dir, Jehovah, will ich singen, denn wo ist doch ein solcher Gott wie du? Dir will ich meine Lieder bringen; ach gieb mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es thu im Namen Jesu Christ, so wie es dir durch ihn gefällig ist. 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir; dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinnen und Verstand regier, daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl und dir darob im Herzen fing und spiel. muß das erschallen! 5. D der unerkannten Macht von der Heilgen Beten! Ohne das wird nichts vollbracht, so in Freud, als Nöten. Schritt für Schritt wirkt es mit, wie zum Sieg der Freunde, so zum End der Feinde! 9. Dies Verlangen muß vorher in der Seele glimmen, so macht aus den Bitten er Donner, Blitz und Stimmen; die ergehn und geschehn, daß die Feinde beben und Gott Ehre geben. Christoph Karl Ludwig von Pfeil. † 1776. dor 427. 6. Oso betet alle drauf, betet immer wieder! Heilge Hände hebet auf, heiligt eure Glieder! Heiliget das Gebet, das zu Gott sich schwinget; betet, daß es dringet! 7. Betet, daß die letzte Zeit vollends übergehe, daß man Christi Herrlichkeit offenbaret sehe; stimmet ein insgemein mit der Engel Sehnen nach dem Tag, dem schönen! 8. Das Gebet hat Christi Gunst, wo mans ernstlich übet; und das 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß mein Singen recht gethan, so klingt es schön in meinem Liede, und ich bet dich im Geist und Wahrheit an; so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor. Das Gebet im allgemeinen. 0905 4. Denn der kann mich bei dir Ewigkeit, daß du mir schenkest vertreten mit Seufzern, die ganz solche Seligkeit! unaussprechlich sind; der lehret mich recht gläubig beten, giebt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Miterbe Jesu Bartholomäus Traffelius. † 1724. 428. Christi sei, daher ich Abba, lieber mel. 45: G3 ist das Heil uns kommen her. Vater! schrei. 1. Könige 3, 5-14. 5. Wenn dies aus meinem Her Gott, deine Güte reicht so weit, zen schallet durch deines heilgen Geistes Kraft und Trieb, so bricht dein Vaterherz und wallet ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb, daß mirs die Bitte nicht versagen kann, die ich nach deinem Willen hab gethan. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, das ist nach deinem Willen eingericht und wird gewiß von dir erhöret, weil deines Sohnes Name für mich spricht, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe! Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir verlange jederzeit, die giebst du und thust überschwenglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr. 281 8. Wohl mir, ich bitt in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt! In ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir, Lob dir jetzt und in so weit die Wolken gehen; du frönst uns mit Barmherzigkeit und eilst uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort, denn ich will vor dir beten. 2. Ich bitte nicht um Überfluß und Schäße dieser Erden; laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gieb mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Jch bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Namens Eigentum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, Herr Zebaoth, auch nicht um langes Leben. Fm Glücke Demut, Mut in Not, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. Christian Fürchtegott Gellert. † 1769. 282 Das Gebet im allgemeinen. 429. Mel. 40: Erhalt uns, Herr, bei zc. Herr Gott, der du mein Vater bist, ich ruf im Namen Jesu Christ zu dir, auf sein Wort, Eid und Tod, hör, Helfer treu, in Angst und Not. 2. Laß uns dein Wort, stärk uns im Geist, hilf, daß wir thun, was es uns heißt; gieb Frieden, Schuß und täglich Brot, behüt das Land, du treuer Gott. 3. Errett von Teufel, Sünd und Tod, aus Leibes und der Seelen Not, ein selig Stündlein uns bescher; dein ist das Reich, Kraft, Preis und Ehr. 4. Auf dein Wort sprech ich Amen, Herr; aus Gnaden meinen Glauben mehr. Du bist allein der Vater mein, laß mich dein Kind und Erbe sein. Johann Mathesius. † 1565. 430. He Mel. 148: D Welt, ich muß dich lassen. err höre! Herr erhöre! breit beines Namens Ehre an allen Orten aus. Behüte alle Stände durch deiner Allmacht Hände, beschütze Kirche, Thron und Haus. 2. Ach laß dein Wort uns allen noch ferner reichlich schallen zu unsrer Seelen Nutz. Bewahr uns vor den Rotten, die deiner Wahrheit spotten, biet allen Widersachern Truk. 3. Gieb du getreue Lehrer und unverdrossne Hörer, die beide Thäter sein. Auf Pflanzen und Begießen laß dein Gedeihen fließen und reichlich Segen ernten ein. 4. Den König hoch beglücke, laß deine Gnadenblicke auf all die Seinen gehn, schütz ihn auf seinem Throne und lasse seine Krone in segensvollem Glanze stehn. 5. Laß alle, die regieren, ihr Amt getreulich führen, hilf jedermann zum Recht, daß Fried und Treu sich müssen in unserm Lande küssen; ja segne gnädig Herrn und Knecht. 6. Ach wende, Herr, in Gnaden Krieg, Feuer, Wasserschaden, treib Sturm und Hagel ab. Bewahr des Landes Früchte und mache nicht zu nichte, was deine milde Hand uns gab. 7. Laß alle giftgen Seuchen von unsern Grenzen weichen, verleih gesunde Luft. Laß Not und teure Zeiten sich nicht bei uns ausbreiten, da man umsonst nach Brote ruft. 8. Die Leidenden erquicke, und bringe die zurücke, die in der Irre gehn. Die Witwen und die Waisen wollst du mit Troste speisen, wenn sie zu dir um Hilfe flehn. 9. Ach segne jede Ehe mit Frieden, Herr, und stehe den Das Gebet im allgemeinen. Müttern gnädig bei. Zeuch unsre fahr, ich harre deiner immerdar. zarte Jugend zur Frömmigkeit und Tugend, daß sie der Eltern Freude sei. Ist wohl ein Übel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 10. Hilf als ein Arzt den Kranken und, die im Glauben wanken, laß nicht zu Grunde gehn. Die Alten heb und trage, auf daß sie ihre Plage geduldig mögen überstehn. 111. Bleib der Verfolgten Stüße, die Reisenden beschüße, die Sterbenden begleit mit deinen Engelscharen, daß sie in Frieden fahren zu Zions Freud und Herrlichkeit. 12. Nun Herr, du wirst er füllen, was wir nach deinem Willen in Demut jetzt begehrt. Wir sprechen nun das Amen in unsers Jesu Namen; so ist uns unser Wunsch gewährt. Benjamin Schmold. † 1737. 283 2. Schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb und Furcht zu dir, ein Herz voll Demut, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein Leben lang. 3. Sei mein Beschüßer in Ge4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand, von dir empfing ich den Verstand; erhalt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort. 5. Laß deines Namens mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen sein; laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig sein. 6. Was du mich lehrst, das ist mein Heil, die folgen sei mein bestes Teil. Nach deines Reichs Gerechtigkeit laß, Herr, mich trachten allezeit. 7. Ich bin zu schwach, aus eigner Kraft zu siegen über Leidenschaft; du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg er langen kann. 431. 8. Gieb von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel als dir gefällt; gieb deinem Knecht ein Mel. 143: D Jesu Christ, meins 2c. Ich komme vor dein Angesicht; mäßig' Teil, zu seinem Fleiße Glück und Heil. verwirf, o Gott, mein Flehen nicht, vergieb mir alle meine Schuld, du Gott der Gnaden und Geduld. 9. Schenkt deine Hand mir Überfluß, so gieb mir Weisheit im Genuß, und laß, die Dürftgen zu erfreun, mich einen frohen Geber sein. 10. Gieb mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nüß und dankbar sei, und nie aus Liebe gegen sie mich zaghaft meiner Pflichtentzieh. Das Gebet im allgemeinen. 11. Erwecke mir stets einen mein Kraft, sagt mir dein Wort, Freund, ders treu mit meiner mein Hilf, mein Heil, mein Leben, Wohlfahrt meint, mit mir in dei mein starker Gott in aller Not: ner Furcht sich übt, mir Rat und wer mag mir widerstreben? Trost und Beispiel giebt. 5. Mir hat die Welt oft zugericht mit argem Lug- und Truggedicht Netz und geheime Stricke. Herr, nimm mein wahr in der Gefahr, schütz mich vor falscher Tücke. 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir, mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände; o wahrer Gott, aus aller Not hilf mir am letzten Ende. 7. Lob, Preis und Ehr und Herrlichkeit sei Vater, Sohn und Geist bereit, Lob seinem heilgen Namen! Die göttlich Kraft mach uns sieghaft durch Jesum Christum. Amen. Adam Reusner. † um 1575. 284 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel, und werden meiner Tage viel, so bleibe meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter nicht. 13. Und wird sich einst mein Ende nahn, so nimm dich meiner herzlich an und sei durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn. Christian Fürchtegott Gellert.+ 1769. 432. Eigene Melodie. 85. Psalm 31, 1-6. In dich hab ich gehoffet, Herr, hilf, daß ich nicht zuschanden werd, noch ewiglich zu Spotte. Dies bitt ich dich, erhalte mich dir treu, dem treuen Gotte. 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, erhöre mich und tritt herfür, eil bald, mich zu erretten. In Angst und Weh ich lieg und steh, hilf mir in meinen Nöten. 3. Mein Gott und Schirmer, 433. Mel. 180: Wer nur den lieben 2c. Mein Gott, ich klopf an deine Pforte mit Seufzen und mit Bitten an, ich halte mich an deine Worte: Klopft an, so wird euch aufgethan. Ach öffne mir die Gnadenthür, in Jesu Namen steh ich hier. 2. Wer kann was von sich steh mir bei, sei meine Burg, selber haben, das nicht von dir darin ich frei und ritterlich mög streiten, ob noch so sehr der Feinde Heer mich dräng auf beiden Seiten. 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, mein Schild, bist das Gut, das immer gilt. den Ursprung hat? Du bist der Geber aller Gaben, bei dir ist immer Rat und That. Du bist der Brunn, der immer quillt, und Das Gebet im allgemeinen. 285 9. Drum komm ich auch mit schweben und meinen letzten meinem Beten, das voller Herz Sterbetag, damit mein Ausgang und Glauben ist. Der mich heißt aus der Welt den Seligen mich freudig vor dich treten, ist mein zugesellt. Erlöser, Jesus Christ; und der in mir das Abba schreit, ist, Gott, dein Geist der Freudigkeit. 434. 4. Gieb, Vater, gieb nach deinem Willen, wes ich, dein Kind, Mel. 182: Wer weiß, wie nahe mir 2c. bedürftig bin; du kannſt mir mei- Mein lieber Gott, gedenke meinen Hunger stillen, in dir muß aller Segen blühn. Doch gieb, du Geber, allermeist, was mich dem Sündendienst entreißt. ner im Besten jetzt und allezeit; denn außer dir ist nirgends einer, der mich mit Rat und Trost erfreut. Dein Wort macht mich voll Zuversicht und sagt mir, du vergißt mein nicht. 2. Gedenke meiner, wenn ich höre dein süßes Evangelium, und mache durch die Himmelslehre mein Herz zu deinem Heiligtum; so wird dein Wort in mir gedeihn und reich an guten Früchten sein. 5. Verleih Beständigkeit im Glauben, laß meine Liebe brünstig sein; will Satan mir das Kleinod rauben, so halt mit der Versuchung ein, damit mein armes Fleisch und Blut dem Feinde nichts zu Willen thut. 6. Das Kreuz, ich darf dich wohl nicht bitten, daß es mich ganz verschonen soll; hat doch mein Jesus selbst gelitten, und also leid ich billig wohl. Doch wird Geduld gar nötig sein, die wollest du mir, Herr, verleihn. 7. Das andre wird sich alles fügen; ich möge arm sein oder reich, an deiner Huld laß ich mir gnügen, die macht mir Glück und Unglück gleich; kommt zeitlich Gut nicht reichlich ein, wirds doch genug zur Notdurft sein. 8. Jch bitte nicht um langes Leben, nur daß ich christlich leben mag; laß mir den Tod vor Augen Benjamin Schmold. † 1737. 3. Gedenke meiner, wenn ich bete, und neig dein Vaterherz zu mir; weil ich in Christo vor dich trete, so dringt mein Flehn gewiß zu dir. Doch gieb mir nichts, als das allein, was mir kann gut und selig sein. 4. Gedente meiner, wenn ich falle, und wirf mich nicht im Zorne hin. Weil ich, so lang ich hier noch walle, zum Guten schwach und träge bin, so fördre meinen Gang und Stand durch Kraft und Stärke deiner Hand. 5. Gedenke meiner, wenn ich 286 Das Gebet im allgemeinen. leide. Wen hab ich sonst, als Leib ein unverletzte Seel und dich allein, der bei der Menschen rein Gewissen bleib. Haß und Neide mein Freund und Tröster könnte sein? Doch hab ich dich, so lacht mein Mut, wenn auch die Welt mir Böses thut. 2. Gieb, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet. Gieb, daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs thu, so gieb, daß es gerate wohl. 6. Gedenke mein auch in dem allen, woran ich nicht gedenken kann, und blicke mich mit Wohlgefallen in meinem ganzen Leben an; denn giebst du mir, was dir gefällt, so ists um mich gar wohl bestellt. 7. Gedenke meiner, wenn ich sterbe und wenn mich alle Welt vergißt; versetze mich in jenes Erbe, wo du mein Teil und Leben bist; denn bleibst du nicht im Himmel mein, so möcht ich nie geboren sein. 8. Ich will mich über nichts betrüben. In deine Hände haft du mich zu Heil und Segen angeschrieben, drum sieht die Hoffnung bloß auf dich und weiß, daß, wie du alles lenkst, auch mein im Besten du gedenkst. Erdmann Neumeister. † 1756. 435. Eigene Melodie. 140. Gott, du frommer Gott, du Brunnquell guter Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben, gesunden Leib gieb mir, und daß in solchem 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnützes Wort aus meinem Munde gehen, und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gieb den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. 4. Findt sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen; gieb einen Heldenmut, das Kreuz hilf selber tragen. Gieb, daß ich meinen Feind mit Sanftmut überwind, und wenn ich Rats bedarf,* auch guten Rat erfind. 5. Laß mich mit jedermann in Fried und Freundschaft leben, soweit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichtum, Gut und Geld, so gieb auch dies dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauern Tritt hindurch ins Alter bringen, so gieb Ge duld, vor Sünd und Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End Das Gebet im allgemeinen. 287 auf Christi Tod abscheiden; die 4. Heilige Dreieinigkeit, UrSeele nimm zu dir hinauf zu sprung aller guten Gaben, laß deinen Freuden; dem Leib ein mich wahre Freudigkeit und im Räumlein gönn bei frommer Herzen Zeugnis haben, daß du Christen Grab, auf daß er seine stets nach deinem Willen wolleft Ruh an ihrer Seite hab. meine Bitt erfüllen. 8. Wenn du die Toten wirst an jenem Tag erwecken, wollst du auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken; laß hören deine Stimm, und meinen Leib weck auf und führ ihn schön verklärt zum auserwählten Hauf. Johann Heermann. † 1647. 436. Mel. 104: Liebſter Jeſu, wir sind hier. Sende, Bater, deinen Geist, da ich vor dein Antlitz trete, daß, wie es dein Wort mich heißt, ich im Geist und Wahrheit bete. Lehre mich, dich recht erkennen und dich Abba, Vater nennen. 2. Liebster Jesu, hilf du mir, daß ich bet in deinem Namen, daß, was Gott verheißt, in dir mir auch werde Ja und Amen. Sprich für mich und laß mich sehen dich zur Rechten Gottes stehen. 3. Heilger Geist, erleuchte mich, und entzünde mein Verlangen, daß ich Gottes Huld durch dich voller Inbrunst mög empfangen. Brich die Trägheit, zeuch die Sinnen aus der Welt zu dir von hinnen. Johann Hermann Schrader. † 1737. gyv 437. Eigene Melodie. 165. Matth. 6, 9-13. Ba ater unfer im Himmelreich, der du uns alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an, willst, daß wir bitten und empfahn, gieb, daß nicht bet allein der Mund, hilf, daß es geh von Herzensgrund. 2. Geheiligt werd der Name dein; dein Wort bei uns hilf halten rein, daß wir auch leben heiliglich, nach deinem Namen würdiglich. Behüt uns, Herr, vor falscher Lehr, das arm, verführte Volk bekehr. 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit. Der heilge Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei. Des Satans Zorn und groß Gewalt zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt. 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich auf Erden, wie im Himmelreich. Gieb uns Geduld in Leidenszeit, gehorsam sein in Lieb und Leid; wehr und steur Das Gebet im allgemeinen. 288 allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 438. 5. Gieb uns heut unser tägMel. 50: Freu dich sehr, o meine Seele. lich Brot und was bedarf des Wenn dich Unglück hat betreLeibes Not. Behüt uns, Herr, vor Unfried, Streit, vor Seuchen und vor teurer Zeit, daß wir in gutem Frieden stehn und nicht in Geiz und Sorgen gehn. 6. All unfre Schuld vergieb uns, Herr, daß sie uns nicht betrübe mehr; wie wir auch unsern Schuldigern vergeben Schuld und Fehle gern. Zu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit. 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht; wenn uns der böse Geist anficht zur linken und zur rechten Hand, hilf uns thun starken Widerstand, im Glauben fest und wohlgerüst und durch des heilgen Geistes Trost. 8. Von allem Übel uns erlös; es sind die Zeit und Tage bös. Erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Not; bescher uns auch ein selig End, nimm unsre Seel in deine Händ. 9. Amen! das ist: es werde wahr! Stärk unfern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln' dran, dies Beten dring zu dir hinan auf dein Wort, in dem Namen dein; so sprechen wir das Amen fein. Martin Luther. † 1546. ten, wenn du liegst in Angst und Not, mußt du fleißig zu Gott beten; Beten hilft in Not und Tod, daß du Gottes Angesicht, auch im Kreuz auf dich gericht, kannst aus seinem Wort erblicken und dein Herz mit Trost erquicken. 2. Keiner wird jemals zuschanden, der sich seinem Gott vertraut. Kommt dir gleich viel Not zuhanden, hast du auf ihn wohl gebaut; obs gleich scheint, als hör er nicht, weiß er doch, was dir gebricht. Deine Not mußt du ihm klagen und in keiner Not verzagen. 3. Rufen, Schreien, Klopfen, Beten ist der Christen beste Kunst, allzeit gläubig vor ihn treten, findet Hilfe, Gnad und Gunst. Wer Gott fest vertrauen kann, ist der allerbeste Mann; der wird allzeit Rettung finden, kein Feind wird ihn überwinden. 4. Lerne Gottes Weise merken, die er bei den Seinen hält; er will ihren Glauben stärken, wenn sie Unglück überfällt. Unser Gott, der lebt ja noch, schweigt er gleich, so hört er doch; schrei getrost, du mußt nicht zagen, dein Gott kann dirs nicht versagen. 5. Laß dich Gottes Wort regieren, merke, was die Wahrheit Das Gebet im allgemeinen. 289 Gutes seinen Kindern giebt, bleibt Vater, wenn er sie betrübt. lehrt; Satan wird dich nicht ver in des Herzens Tiefen blickt. Der führen, der die ganze Welt verfehrt; Gottes Wahrheit ist dein Licht, dein Schuh, Trost und Zuversicht. Trau nur Gott, der kann nicht lügen; bet, du wirst gewiß obsiegen. 4. Drum bitt ich nicht in meinen Leiden: o Vater, nimm du sie von mir; auch bitt ich nicht in meinen Freuden: erhalte, Bater, diese mir; nur um ein Gott ergebnes Herz bet ich in Freuden und im Schmerz. Freifrau Elise von der Recke. † 1833. 6. Lob sei Gott für seine Gnade! Seine große Güt und Treu macht, daß mir kein Feind nicht schade; sie ist alle Morgen neu. Drum will ich mein Leben lang immer sagen Lob und Dank, meinem Gott in allen Dingen fröhlich Halleluja fingen. Johann Olearius. † 1684. 440. Mel. 35: Dir, dir, Jehovah zc. Wer der ist wohl würdig, sich zu nahen zu Gottes hocherhabner Majestät? Wie darf der Mensch sich unterfahen, den Ewgen anzurufen im Gebet? Die Finsternis erbebet vor dem Licht, das Herz will beten und vermag es nicht. Doch Christus hat uns ausgefühnet, als er für uns vergoß fein teures Blut; er hat uns Gottes Huld verdienet und uns gebahnt den Weg zum höchsten Gut. Das Heiligtum ist uns jetzt aufgethan, in Christi Namen dürfen wir uns nahn. 2. Dann lach ich jenen falschen Freuden, ich lache jener eitlen Pracht, um die sich Menschen oft beneiden, und die sie nur zu 3. Er selbst ist uns voranSklaven macht, und fühle: Gott gegangen, vertritt beim Vater vereinigt sein, das, das sei wahre seine Gläubgen nun. Seht, wie Freud allein. der brennet vor Verlangen, was 439. Mel. 84: Ich will dich lieben, meine 2c. Wenn ich vor meinen Schöpfer trete und hier in heilger Einsam feit zu hm aus voller Seele bete, was fühl ich da für Seligkeit! Ganz werd ich Geist, und alles flieht, was mich zur Erde niederzieht. 3. Dann weichen auch die sie in seinem Namen flehn, zu schwersten Sorgen, das bängste thun; in reicher Fülle beut er Leiden, das mich drückt; ich weiß, ewig dar des Heiles Güter, groß sie sind dem nicht verborgen, der und wunderbar. 19 Gebetslieder. 290 4. Nun kann und darf ich Herz geschrieben; mein Werk sei nimmer zagen, mein Sündenelend nichts, das seine nur sei groß. machet mich nicht scheu; im Glau- In Christi Schmuck mußt du ben will ichs fröhlich wagen, Gott mich lieben, ohn ihn steh ich vor selber steht durch seinen Geist mir dir beschämt und bloß. Bring bei. Und ruf ich Abba gläubig ich ihn mit, steht offen mir dein in dem Herrn, so höret und er- Haus, ohn ihn werd ich von dir höret Gott mich gern. gestoßen aus. 5. Stets lehre du mich also beten, wie es, o Gott, dir wohlgefällig ist; laß mich nie anders vor dich treten, als daß ich hab im Herzen Jesum Christ. Ach mache mich nur von mir selber frei, daß Christus alles mir in allem fei. 6. Sein Nam sei mir ins Gertrind Johann Anastasius Freylinghausen. † 1739. ve 2. Gebetslieder. A. Morgenlieder. Am Anfange der Woche. 441. Mel. 181: Wer nur den lieben Gott c. Ein neuer Tag, ein neues Leben geht mit der neuen Woche an, Gott will mir heut aufs neue geben, was mir sonst niemand geben kann; denn hätt ich seine Gnade nicht, wer gäbe mir sonst Trost und Licht? 7. Nun, Vater, fülle meine Hände, so oft ich sie in Christo hebe auf; aus seiner Fülle mir zusende, was mächtig ist, zu fördern meinen Lauf. Hier ist mein Geist dir im Gebete nah, einst schaut mein Auge dich. Halleluja. 2. Ich grüße diesen lieben Morgen und küsse Gottes Vaterhand, die diese Nacht so manche Sorgen in Gnaden von mir abgewandt. Ach Herr, wer bin ich Armer doch? Du sorgft für mich, ich lebe noch. 3. Nun, das erkenn ich, Herr, und gebe mich freudig dir zum Opfer hin; doch weil ich hier, so lang ich lebe, mit Not und Tod umgeben bin, so weich auch heute nicht von mir, denn meine Hilfe steht bei dir. 4. Mein Glück in dieser neuen Woche soll nur in deinem Namen blühn. Ach, laß mich nicht am Sündenjoche mit meinem Fleisch und Blute ziehn. Gieb deinen Geist, der mich regier und nur nach deinem Willen führ. 5. Soll ich mein Brot mit Kummer essen, so laß es doch Morgenlieder. gesegnet sein; und was du sonsten zugemessen, das richte mir zum besten ein. Ich bitt um feinen Überfluß, nur was ich nötig haben muß. 6. So thue nun, mein Gott, das Deine und laß mich auch das Meine thun; behüte beides, Groß und Kleine, laß sie in deiner Liebe ruhn, damit ein jedes diesen Tag mit dir vergnügt beschließen mag. Benjamin Schmold. † 1737. 442. Mel. 141: D Gott, du frommer Gott. Ich will die neue Woch mit dir, o Gott, anheben, du wollst mir deinen Geist und deinen Segen geben. Im Anfang steh mir bei und weiche nicht von mir, daß ich am Ende noch vereinigt sei mit dir. 2.Dhn deinen Segen kann, mein Vater, nichts gedeihen; drum wir, o Segens- Gott, um Segen zu dir schreien. Ach komme selbst zu uns und greif das Werk mit an, weil es durch dich allein Gedeihen haben kann. 3. Ach ja, es ist umsonst, am Morgen früh aufstehen und mit Bekümmernis an seine Arbeit gehen, wenn du nicht selbst mit gehst und stehest mit dabei, daß Anfang und auch End von dir gefegnet fei. 291 4. Drum komm, o Gott, zu mir und gieb mir deinen Segen; denselben wollest du in meine Arbeit legen. Ach segne all mein Thun, ach fegne meine Tritt und geh als Kraft und Rat durch alle Tage mit. 5. Laß mich in Frömmigkeit die ganze Woch hinbringen, laß bei der Arbeit auch mein Beten zu dir dringen; bewahre mich vor Sünd und aller Missethat, und wenn ich Buße thu, so schenk mir deine Gnad. 6. Mein Gott, begleite mich auf allen meinen Wegen, und willst du diese Woch ein Kreuz mir auferlegen, so reich mir deine Hand und steh mir kräftig bei und trage selber mit, daß mirs erträglich sei. 7. Nun, was du Gutes wirst mir diese Woch erweisen, dafür soll dich, mein Gott, mein Mund und Herze preisen. Ach laß mich als dein Kind dir stets empfohlen sein, bis ich durch Jesu Blut geh zu der Freude ein. Johann Friedrich Starck. † 1756. 443. Mel. 164: Balet will ich dir geben. Auf, auf, den Herrn zu loben, erwache, mein Gemüt! Dem großen Vater droben erschall ein frommes Lied! Denn wer erhielt mein Leben in der vergangnen Nacht? Der Herr, der mirs 19* 292 Gebetslieder. gegeben, der hat es auch bewacht. 2. Beschützer aller Welten, wie dank ich würdig dir? Wie soll ich dir vergelten, was du gethan an mir? Mein Opfer ist geringe, ein dir ergebner Sinn ist alles, was ich bringe: Nimm du es gnädig hin. 444. 3. Verzeihe mir die Sünde, die ich bisher verübt, weil ich mit Eigene Melodie. 19. Reu empfinde, daß ich dich so Aus meines Herzens Grunde betrübt; verzeihe mir und dämpfe sag ich dir Lob und Dank in die fündliche Begier, mit der dieser Morgenstunde, dazu mein ich täglich kämpfe, ja, hilf du selber mir! Leben lang, o Gott in deinem Thron, dir zu Lob, Preis und Ehren, durch Christum, unsern Herren, dein eingebornen Sohn: 2. Daß du mich haft aus Gnaden in der vergangnen Nacht vor Gfahr und allem Schaden behütet und bewacht. Ich bitt demütiglich, wollst mir mein Sünd vergeben, womit in diesem Leben ich hab erzürnet dich. 3. Du wollest auch behüten mich gnädig diesen Tag vor Teufels List und Wüten, vor Sünden und vor Schmach, vor Feur- und Wassersnot, vor Armut und vor Schanden, vor Ketten und vor Banden, vor bösem, schnellem Tod. 4. Mein Leib, mein Seel, mein Leben, mein Weib, Gut, Ehr und Kind sei dir, Herr, übergeben, dazu mein Hausgesind, als dein Geschenk und Gab, mein 4. Send auch auf meinen Wegen mir deinen Engel zu, und sprich du selbst den Segen zu allem, was ich thu. Verleihe du mir Kräfte aus deines Himmels Höhn, daß des Berufs Geschäfte erwünscht von statten gehn. 5. Gieb mir vor allen Dingen getroften Mut und Geist, das freudig zu vollbringen, was mein Beruf mich heißt. Laß mich in guten Tagen nicht übermütig sein und nicht kleingläubig zagen, dringt gleich ein Kreuz herein. wie ich so leben mag, daß ich an jedem Morgen denk an den letzten Tag; und wird er einst anbrechen, so gieb, daß ich erfreut von Herzen könne sprechen: Romm, Herr, ich bin bereit! Nach Johann Franc. † 1677. 6. Hilf, daß in meinem Stande ich thu, was dir gefällt; auch laß mich nicht in Schande geraten vor der Welt. Richt, Herr, mein ganzes Leben nach deinem Willen ein, und laß mein Haus daneben von dir gesegnet sein. 7. Vor allem hilf mir sorgen, Morgenlieder. Eltern und Verwandten, Ge- neues Leben in mir schaff; denn schwister und Bekannten und alles, was ich hab. hast du gegeben dieser Welt das Sonnenlicht, welches all erfreuet, wirst du mich ja lassen nicht täglich unerneuet. 5. Dein Engel laß auch bleiben und weichen nicht von mir, den Satan zu vertreiben, auf daß der Feind allhier in diesem Jammerthal sein Tück an mir nicht übe, Leib und Seel nicht betrübe und bring mich nicht zu Fall. 6. Gott will ich lassen raten, denn er all Ding vermag; er segne meine Thaten, mein Vornehmen und Sach! Ihm hab ich heimgestellt mein Leib, mein Seel, mein Leben, und was er mir gegeben; er machs, wies ihm gefällt. 293 3. Kehre zu mir deine Güt, freundlich mich anblicke, daß mein innerstes Gemüt sich in dir erquicke an dem hellen Himmelstau deiner süßen Lehre. Drum, Herr Christe, auf mich schau und dich zu mir kehre. 4. Laß ja ferne von mir sein Hoffart, Augenweide; Fleischeslust und allen Schein, Jesu, mir verleide, damit sich die Welt ergött, ach, nur zum Verderben, denn was sie fürs beste schätzt, macht auf ewig sterben. 7. Darauf so sprech ich Amen! und zweifle nicht daran, Gott 5. Nun so bleibe stets mein nimmt es allzusammen mit Wohlgefallen an. Drauf streck ich aus die Hand, greif an das Werk mit Freuden, das Gott mir ließ bescheiden in meinem Amt und Stand. 1592 Licht, Jesu, meine Freude, bis der frohe Tag anbricht, da nach allem Leide ich in deines Reiches Pracht Lob und Preis dir bringe und, daß Gott es wohl gemacht, ohn Aufhören finge. Christoph Prätorius. † 1713. 445. Mel. 153: Schwing dich auf zu deinem 2c. Christe, wahres Seelenlicht, deiner Christen Sonne, o du flares Angesicht, der Betrübten Wonne! Deiner Güte Lieblichkeit ist neu alle Morgen; in dir bin ich recht erfreut, laffe dich, Herr, sorgen. 2. Wecke mich vom Sündenschlaf; der du bist das Leben, mich bewacht. 446. Mel. 79: Ich dank dir, lieber Herre. Dank sei Gott in der Höhe zu dieser Morgenstund, durch den ich jetzt aufstehe vom Schlaf frisch und gesund. Mich hatte fest gebunden mit Finsternis die Nacht, ich hab sie überwunden durch den, der 294 Gebetslieder. 2. Nun komm ich, dich zu bitten, dessen Kraft wir leben und bringen o Schutzherr Israel, du wollest Frucht dazu. Hilf, daß wir an auch behüten den Tag mir Leib dir bleiben und wachsen immer und Seel. All unfre Obrigkeiten, mehr; laß deinen Geist uns treiben die Schulen, die Gemein, laß zu Werken deiner Ehr. jetzt und alle Zeiten dir, Herr, befohlen sein. Johann Mühlmann. † 1613. 3. Erhalt durch deine Güte uns bei gesunder Lehr, vor Jrrtum uns behüte, streit für dein Wort und Ehr, daß wir und unser Same immer in einem Geist bekennen: Herr, dein Name sei groß und hoch gepreist! 4. Dem Leibe gieb daneben Nahrung und guten Fried, gesund und mäßig Leben, dazu ein froh Gemüt, daß wir in allen Ständen Tugend und Ehrbarkeit lieben und Fleiß drauf wenden als echte Christenleut. 5. Gieb deinen milden Segen, daß wir auf dein Geheiß wan deln auf guten Wegen, thun unser Amt mit Fleiß, daß jedermann sein Neße auswerf und auf dein Wort sein Trost mit Petro sege; so geht die Arbeit fort. 6. Was dir gereicht zu Ehren und der Gemein zu Nuß, das will der Satan wehren mit List und großem Truß. Doch kann ers nicht vollbringen, weil du, Herr Jesu Christ, herrschest in allen Dingen und unser Beistand bist. 7. Wir sind die zarten Reben, der Weinstock selbst bist du, aus 447. Mel. 189: Wo Gott zum Haus 2c. Das walt Gott Vater und Gott Sohn, Gott heilger Geist im Himmelsthron! Man dankt dir, eh die Sonn aufgeht; wenns Licht anbricht, man vor dir steht. 2. Drum beug ich diesen Morgen früh in rechter Andacht meine Knie, und ruf zu dir mit heller Stimm; dein Ohren neig, mein Flehn vernimm. 3. Jch rühm von Herzen deine Güt, weil du mich gnädig hast behüt, daß ich nun hab die finstre Nacht in Ruh und Friede zugebracht. 4. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, nimm mich auch diesen Tag in Hut, laß deine lieben Engelein mir Wächter und Gefährten sein. 5. Dein Geist mir Leib und Seel regier und mich mit seinen Gaben zier; er führ mich heut auf rechter Bahn, daß ich was Guts vollbringen kann. 6. Gieb, daß ich meine Werk und Pflicht mit Freuden diesen Tag verricht; behüt mich heut Morgenlieder. und allezeit vor Schaden und vor Herzeleid. hand 7. Bewahr mein Herz vor Sünd und Schand, daß ich, vom Bösen abgewandt, das Herz mit Sünden nicht beschwer und mein Gewissen nicht versehr. 8. Mein Aus- und Eingang heut bewahr, daß mir kein Übel widerfahr; behüte mich vor schnellem Tod und hilf mir, wo mir Hilf ist not. Martin Behm. † 1622. 5. Gieb mir auch heute, was mir nüßet, vor allem aber gieb ein ruhig Herz, das sich auf deine Weisheit stüßet und dir vertraut auch in dem größten Schmerz. Du weißt, was mir zum wahren 448, Mel. 35: Dir, dir, Jehovah zc. Dich, dich, mein Gott, will ich Wohl gebricht, und dies versagſt du meinen Bitten nicht. erheben, du warst mein Schirm in der verfloffnen Nacht, erquicktest mich, erhieltst mein Leben und schafftest, daß ich fröhlich bin erwacht. Wer bin ich, daß du meiner so gedenkst und wieder einen Tag zum Heil mir schenkst? 2. Auch über mir ist deine Güte noch immerfort an jedem Morgen neu. Mit dankbar freudigem Gemüte fühl ich die Größe deiner Vatertreu. Auch diesen Tag will ich mich deiner freun, auch er soll deinem Dienst geheiligt sein. 295 Welt. O stärke selbst durch deine Gnade mich, denn was vermag ich Schwacher ohne dich? 4. Laß diesen Tag mich so vollbringen, daß ich ihn ohne Reu beschließen kann. Soll guter Vorsag mir mißlingen, so nimm als That den Vorsatz gnädig an. Auch dieser Teil von meiner Übungszeit sei mir Gewinn noch für die Ewigkeit. 3. Vor deinen Augen will ich wandeln und redlich thun, was dir, mein Gott, gefällt; gewissen haft in allem handeln und weislich fliehn die schnöde Luft der 6. In diesem findlichen Vertrauen will ich an des Berufs Geschäfte gehn, auf deinen sichern Beistand bauen und deiner Fügung still entgegenſehn. Ich weiß, du führst mich stets auf rechter Bahn und nimmst mich einst gewiß zu Ehren an. Joh. Samuel Diterich. † 1797. 449. Eigene Melodie. 31. Die güldne Sonne, voll Freud und Wonne, bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen ein herzerquickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder, die lagen darnieder; aber nun steh ich, bin 296 Gebetslieder. Geiziges Brennen, unchristliches Rennen nach Gut mit Sünde, 2. Mein Auge schauet, was das tilge geschwinde von meiGott gebauet zu seinen Ehren nem Herzen und wirf es hinaus. und uns zu lehren, wie sein Ver- 7. Menschliches Wesen, was mögen sei mächtig und groß, und ists? Gewesen! In einer Stunde wo die Frommen dann sollen hin- geht es zu Grunde, sobald die kommen, wann sie mit Frieden Lüftlein des Todes drein wehn. von hinnen geschieden aus dieser Alles in allen muß brechen und Erden vergänglichem Schoß. il fallen; Himmel und Erden, die müssen das werden, was sie gewesen vor ihrem Entstehn. 3. Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben; was wir nur haben, alles sei 8. Alles vergehet, Gott aber stehet ohn alles Wanken; seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden, die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone, vergieb und schone! Laß meine Schulden in Gnad und Hulden aus deinen Augen sein abgewandt. Sonsten regiere mich, lenk und führe, wie dirs gefället; ich hab gestellet alles in deine allmächtige Hand. munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. Gotte zum Opfer gesetzt. Die besten Güter sind unsre Gemüter; dankbare Lieder sind Weihrauch und Widder, an welchen er sich am meisten ergößt. 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen; segnen und mehren, Unglück verwehren sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein. 5. Ich hab erhoben zu dir hoch droben all meine Sinnen; laß mein Beginnen ohn allen Anstoß und glücklich ergehn. Laster und Schande, des Seelenfeinds Bande, Fallen und Tücke treib ferne zurücke; laß mich auf deinen Geboten bestehn. de in 6. Laß mich mit Freuden ohn alles Neiden sehen den Segen, den du wirst legen in meines Bruders und Nächsten Haus. 10. Willst du mir geben, womit mein Leben ich kann ernähren, so laß mich hören allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste, das Beste, Gott iſt das Süßte und Allergewißte, aus allen Schätzen der edelste Hort. 11. Willst du mich fränken, mit Galle tränken, und soll von Morgenlieder. 297 Plagen ich auch was tragen, Fleiß gereich zu deinem Lob wohlan! so mach es, wie dir es und Preis. beliebt. Was gut und tüchtig, 0 Nikolaus Hermann. † 1561. was schädlich und nichtig meinem Gebeine, das weißt du alleine, hast niemals einen zu schmerzlich betrübt. mo 451. Mel. 79: Ich dank bir, lieber Herre. 12. Kreuz und Glende, das Es hat uns heißen treten, o nimmt ein Ende; nach Meeres Brausen und Windes Saufen leuchtet der Sonne gewünschtes Gesicht. Freude die Fülle und selige Stille soll ich erwarten im himmlischen Garten; dahin sind meine Gedanken gericht. lagnis Paul Gerhardt. † 1676. Gott, dein lieber Sohn mit herzlichen Gebeten vor deinen hohen Thron, und uns mit teurem Amen Erhörung zugesagt, wenn man in seinem Namen nur bittet, fleht und klagt. 2. Darauf komm ich gegangen in dieser Morgenstund; ach laß mich doch erlangen, was ich aus Herzensgrund von dir, mein Gott, begehre im Namen Jesu Christ, und gnädig mir gewähre das, 450. Mel. 65: Herr Gott, dich loben alle 2c. Die helle Sonn leucht jetzt was mir nüßlich ist. herfür, fröhlich vom Schlaf auf stehen wir. Gottlob! der uns in dieser Nacht behütet hat vor Feindes Macht. 2. Herr Christ, den Tag uns auch behüt vor Sünd und Schand durch deine Güt. Laß deine lieben Engelein unsre Hüter und Wächter sein; 3. Nicht aber mir zu geben bitt ich aus deiner Hand Geld, Gut und langes Leben, noch Ehr und hohen Stand; denn dieses ist nur nichtig und lauter Eitelfeit, vergänglich, schwach und flüchtig und schwindet mit der Zeit. 4. Jch bitte, mir zu schenken ein frommes, keusches Herz, das nimmermehr mag denken auf Sünd und losen Scherz, das stets mit Liebe flammet zu dir, Gott, himmelan und alle Lust verdammet der breiten Sündenbahn. 5. Hernach laß mich gewin4. Laß unser Werk geraten wohl, was jeglicher ausrichten soll, daß unsre Arbeit, Müh und nen nach deiner großen Kraft 3. Daß unser Herz gehorsam leb und deinem Wort nicht widerstreb, daß wir stets gehn auf deiner Bahn in allem, was wir fangen an. alle dan si Gebetslieder 298 Gerhart Chryno Herman Stip. † 1882. Kunst, Weisheit, fluge Sinnen, und wir werden fröhlich sehen, Verstand und Wissenschaft, daß daß er uns nicht läßt allein. all mein Thun und Handeln dir mög gefällig sein; laß vor der Welt mein Wandeln sein ohne falschen Schein. 453. 6. So wird von jenen allen, Eigene Melodie. 58. Stand, Leben, Ehr und Geld, Gott des Himmels und der auf meine Seite fallen, so viel dir, Gott, gefällt. Man muß die Seel erst schmücken, so wirst du allgemach den Leib auch schon beglücken; Glück folgt der Tugend nach. Georg Neumart. † 1681. Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, deſsen starke Hand die Welt und was drinnen ist, erhält: 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen hast behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. 452. Mel. 27: Den die Hirten lobten sehre. Früh am Morgen Jesus gehet und vor allen Thüren stehet, klopfet an, wo man geflehet: Komm, Herr Jesu, unser Gast! 2. Nun, so lasset ihn nicht dorten, thut ihm auf des Herzens Pforten und ruft ihn mit süßen Worten: Kehre, Jesu, bei uns ein! der 3. Wollest täglich bei uns bleiben, alle Feinde von uns treiben, uns ins Buch des Lebens schreiben und der gute Hirte sein; 4. Weiden uns auf grüner Auen, daß wir deine Fülle schauen und auf deinen Reichtum bauen, mit dir gehen aus und ein. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; o Herr Jesu, laß mich finden deine Wunden offen stehn, da alleine Hilf und Rat ist für meine Miſsethat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort, sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein 5. Amen, ja es soll geschehen! Hort; nirgends, als bei dir allein, Jesus wird heut mit uns gehen, kann ich recht bewahret sein. Morgenlieder. 299 Christo werde. 6. Meinen Leib und meine auf der Erde und Ein Geist mit Seele samt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigentum. 4. Segne meiner Hände Werke, fördre mich in meiner Pflicht, bleibe meiner SchwachheitStärke, meines Lebens Kraft und Licht. Laß mein Lebensziel allein deines Namens Ehre sein; hilf, daß ich stets wahre Liebe gegen meinen Nächsten übe. 5. Führ mich einst zu jenem Lichte deiner höchsten Majestät, wo vor deinem Angesichte die verklärte Seele steht, heller, als der Sonnenschein, schön, unsterblich, engelrein; laß sie sein mit dir vereinet, wenn mein letzter Tag erscheinet. Salomo Franc. † 1725. 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschlag von mir wende und mich halt in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu. Heinrich Albert. † 1651. 454. Mel. 179: Werde munter, mein Gemüte. Gott, du Licht, das ewig bleibet, das ohn allen Wechsel ist, das die Finsternis vertreibet, der du bleibeſt, wie du bist, ich verlasſe meine Ruh; rufe: werde Licht! mir zu, daß ich, der ich Nacht und Erde, durch dein Licht verkläret werde. 2. Wecke, da der Leib geschlafen, auch die Seele geistlich auf, gieb ihr deines Lichtes Waffen, richt und leite ihren Lauf; laß mich sein des Lichtes Kind, hilf mir, weil ich geistlich blind, Jesu, daß ich wieder sehe und in deinem Lichte gehe. 3. Schenke mir, Herr, und gewähre, was die arme Seele stillt; ach erneure und verkläre stets in mir dein Ebenbild! Sende mir den Geist der Kraft, der ein neues Leben schafft, daß ich himmlisch 455. Mel. 80: Ich dank dir schon durch 2c. Ich danke dir durch deinen Sohn, o Gott, für deine Güte, daß du mich hast in dieser Nacht so gnädiglich behütet. 2. Jch bitte dich aus Herzensgrund, du wollest mir vergeben all meine Sünd, die dir ward kund an mir im ganzen Leben; 3. Und wollest mich auch diesen Tag in deinem Schutz erhalten, und, daß kein Feind mir schaden mag, mit deiner Gnade walten. 4. Regier mich nach dem Willen dein, laß mich in Sünd nicht fallen, auf daß dir mög das Leben mein und all mein Thun gefallen. 5. Denn ich befehl dir Seel und 300 Leib und alls in deine Hände; in meiner Angst, Herr, bei mir bleib, mir deine Hilfe fende, 6. Auf daß der Fürste dieser Weltkein Ursach an mir finde; denn wo nicht deine Hand mich hält, bringt er gar schnell in Sünde. 7. Ich hab es all mein Tag gehört, daß Menschenhilf verloren, drum steh mir bei, o treuer Gott, zum Helfer mir erkoren. 8. Allein Gott in der Höh sei Preis samt seinem eingen Sohne in Einigkeit des heilgen Geists, der herrscht im Himmelsthrone. 9. Er herrschet so gewaltiglich vom Anfang bis zum Ende; Gott Vater, Sohn und heilger Geist, gieb mir ein selig Ende! Gebetslieder. 1586. 456, Mel. 80: Ich dank bir schon durch 2c. Mein erst Gefühl sei Preis und Dank, erheb ihn, meine Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang, lobsing ihm, meine Seele. 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß und schützt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben. Du bist es, der es uns erhält und mirs jetzt neu gegeben. 6. Gelobet feist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr, auf dich hofft meine Seele; sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. 9. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue; 10. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe; 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an andrer Wohl= ergehn und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. Christian Fürchtegott Gellert.+1769. Sol 457. Morgenlieder. Mel. 182: Wer weiß, wie nahe mir zc. Mein Gott, nun ist es wieder Morgen, die Nacht vollendet ihren Lauf; mun wachen alle meine Sorgen auf einmal wieder mit ich tot und lebend dein. mir auf. Die Ruh ist aus, der Schlaf dahin, ich sehe wieder, wo ich bin. 3. Vergieb mir, Vater, alle Sünden, die ich von Kindheit auf gethan; laß früh vor dir mich Gnade finden und nimm mein reuig Bitten an. Ist deine Gnade nur mein Teil, so fehlt mir nichts zu meinem Heil. 301 6. Du gabst mir Kraft, jetzt aufzustehen; dein Aufsehnists, was mich erhält. Ich weiß nicht, wie mirs heut wird gehen; doch schick es, Herr, wie dirs gefällt. Schließ mich in deine Obhut ein, so bin 458. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, wo jeder Tag sein Elend Eigene Melodie. 121. hat, wo ich zwar immer älter Morgenglanz der Ewigkeit, Licht werde, doch nimmer rein von Missethat. Ich kenn, o Gott, dein heilig Recht, und bin doch kein getreuer Knecht. vom unerschöpften Lichte, schick uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte und vertreib durch deine Macht unsre Nacht. 5. Bewahre mir Leib, Seel und Leben, Verwandt und Freunde, Hab und Gut. Willst du mir Kreuz zu tragen geben, so gieb dabei auch Trost und Mut; und willst du Freuden mir verleihn, so laß sie mir zum Segen sein. Kaspar Neumann. † 1715. 2. Deiner Güte Morgentau fall auf unser matt Gewissen, laß die dürre Lebensau lauter süßen Trost genießen und erquick uns, deine Schar, immerdar. 3. Gieb, daß deiner Liebe Glut unfre falten Werke töte, und er4. Hilf du in allen Sachen weck uns Herz und Mut bei erraten, denn wo wär ich mir standner Morgenröte, daß wir, selbst genug? bewahre mich vor eh wir gar vergehn, recht auf Übelthaten, vor böser Menschen stehn. List und Trug; laß mich den Tag wohl wenden an und Gutes schaffen, wo ich kann. 4. Ach du Aufgang aus der Höh, gieb, daß auch am jüngsten Tage unser Leichnam aufersteh und, entfernt von aller Plage, sich auf jener Freudenbahn freuen kann. 5. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadensonne, führ uns durch das Thränenfeld in das Land der süßen Wonne, 302 da die Luft, die uns erhöht, nie vergeht. Christian Knorr von Rosenroth. † 1689. Gebetslieder. 460. 459. Mel. 68: Herr Jesu Christ, dich zu zc. heilige Dreifaltigkeit, o hochgelobte Einigkeit, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, heut Mel. 26: Christus, der ist mein 2c. Noch läßt der Herr mich leben! diesen Tag mir Beistand leiſt. Mit fröhlichem Gemüt eil ich, ihn zu erheben; er hört mein frühes Lied. 2. Zu ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht; ich falle vor ihm nieder, der sie und mich gemacht. 3. Du Herrscher aller Welten, nimmst dich auch meiner an. Wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? 4. Wirst du nach Opfern schauen? Sie gelten nichts vor dir; du forderst nur Vertrauen, nur Lieb, o Gott, von mir. 5. So will ich dir lobsingen, mich deines Namens freun, nach beiner Gnade ringen, mein ganzes Herz dir weihn. 6. D Tilger meiner Sünden, mein Mittler Jesu Christ, laß mich den Trost empfinden, daß du so gnädig bist. 7. Dir hab ich mich ergeben, ich freue mich in dir; erfreuender, als Leben, ist deine Güte mir. 8. Laß mich am ersten trachten nach dem, was dir gefällt, mehr deinen Beifall achten, als allen Ruhm der Welt. Christoph Friedrich Neander.+1802. 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, daß mir kein Böses widerfahr, und mich der Satan nicht verlet, noch mich in Schand und Schaden setz. 3. Des Vaters Huld mich heut anblick, des Sohnes Weisheit mich erquick, des heilgen Geistes Glanz und Schein erleucht meins finstern Herzens Schrein. 4. Mein Schöpfer, steh mir kräftig bei; o mein Erlöser, hilf mir frei; o Tröster wert, weich nicht von mir, mein Herz mit werten Gaben zier. 5. Herr, segne und behüte mich, erleuchte mich, Herr, gnädiglich, Herr, heb auf mich dein Angeficht und deinen Frieden auf mich richt. Martin Behm. † 1622. 461. Eigene Melodie. 145. Licht, geboren aus dem Lichte, Sonne der Gerechtigkeit: du schickst uns wieder zu Gesichte die angenehme Morgenzeit; drum will sichs gehören, dankbarlich zu ehren solche deine Gunst. Gieb auch Morgenlieder. 303 unsern Sinnen, daß sie sehen sein, weil ich sonst nichts verkönnen deiner Liebe Brunst. 2. Laß deines Geistes Morgenröte in unsern dunkeln Herzen sein, daß sie mit ihren Strahlen töte der eitlen Werke toten Schein. Siehe, Herr, wir wanken; Thun und auch Gedanken gehn auf falscher Bahn: du wollst unserm Leben deine Sonne geben, daß es wandeln kann. 3. Verknüpfe mit des Friedens Bande der armen Kirche schwache Schar. Halt fern von unserm Vaterlande Verfolgung, Trübsal und Gefahr: laß uns ruhig bleiben, unsern Lauf zu treiben diese kleine Zeit, bis du uns wirst bringen, wo man dir wird singen Lob in Ewigkeit. Martin Opit v. Boberfeld. † 1639. 462. Mel. 141: O Gott, du frommer Gott. Jesu, süßes Licht, nun ist die Nacht vergangen, nun hat dein Gnadenglanz aufs neue mich umfangen; nun ist, was an mir ist, vom Schlafe aufgeweckt und hat nun in Begier zu dir sich ausgestreckt. 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnad einsenten mit Leib, mit Seel, mit Geist, heut diesen ganzen Tag; das soll mein Opfer mag. 3. Drum siehe da, mein Gott, da hast du meine Seele; sie sei dein Eigentum, mit ihr dich heut vermähle in deiner Liebeskraft. Da hast du meinen Geist, darinnen wollst du dich verklären allermeist. 4. Da sei denn auch mein Leib zum Tempel dir ergeben, zur Wohnung und zum Haus. Ach allerliebstes Leben, ach wohn, ach leb in mir, beweg und rege mich; so hat Geist, Seel und Leib mit dir vereinigt sich. 5. Dem Leibe hab ich jetzt die Kleider angeleget; laß meiner Seele sein dein Bildnis eingepräget im güldnen Glaubensschmuck, in der Gerechtigkeit, die allen Seelen ist das rechte Ehrenkleid. 6. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit und Geduld durch deines Geistes Triebe; auch mit der Demut mich vor allem fleidean, so bin ich wohlgeschmückt und köstlich angethan. 7. Gieb, daß doch diesen Tag mir stets vor Augen schwebe, daß dein Allgegenwart mich wie die Luft umgebe; auf daß mein ganzes Thun, durch Herz, durch Sinn und Mund, dich lobe inniglich, mein Gott, zu aller Stund. 8. Ach segne, was ich thu, ja Gebetslieder. 304 rede und gedenke; durch deines Geistes Kraft es also führ und lenke, daß alles nur gescheh zu deines Namens Ruhm, und daß ich unverrückt verbleib dein Eigentum. Joachim Lange. † 1744. 463. 8. Gott heilger Geist, du höchste Kraft, des Gnade in mir alles Mel. 65: Herr Gott, dich loben alle wir. schafft, ist etwas Guts am Leben Vor deinen Thron tret ich hier mein, so ist es wahrlich alles dein. 9. Dein ists, daß ich Gott recht erkenn, ihn meinen Herrn und Vater nenn, sein wahres Wort und Sakrament behalt und lieb bis an mein End. mit, o Gott, und dich demütig bitt, wend doch dein gnädig Angesicht von mir, dem armen Sünder, nicht! 2. Du hast mich, o Gott Vater mild, gemacht nach deinem Ebenbild, durch dich bin, web und lebe ich, vergehen müßt ich ohne dich. 3. Errettet hast du mich gar oft ganz wunderbar und unverhofft, da nur ein Schritt, ja nur ein Haar mir zwischen Tod und Leben war. 4. Verstand und Ehr hab ich von dir, des Lebens Notdurft giebst du mir, dazu auch einen treuen Freund, ders treu in Glück und Unglück meint. allein mir Trost und Freudigkeit verleihn. 7. Du bist mein Fürsprach allezeit, mein Heil, mein Trost und meine Freud; ich kann durch dein Verdienst allein hier ruhig und dort selig sein. 5. Gott Sohn, du haft auch mir zu gut vergoffen dein so teures Blut und für mich das Gesetz erfüllt, dadurch des Vaters Zorn gestillt. 6. Wenn mein Gewissen mich verklagt und meine bange Seele zagt, so kann dein Mittlertod 10. Daß ich fest in Anfechtung steh und nicht in Trübsal untergeh, daß ich im Herzen Trost empfind, zuletzt mit Freuden überwind. 11. Drum dank ich dir mit Herz und Mund, o Gott, in dieser Morgenstund für alle deine Treu und Gnad, die meine Seel empfangen hat; 12. Und bitt, daß deine Gnadenhand bleib über mir heut ausgespannt; mein Amt, Gut, Ehr, Freund, Leib und Seel in deinen Schuß ich dir befehl. bid 13. Hilf, daß ich sei von Herzen fromm, damit mein ganzes Christentum aufrichtig und rechtschaffen sei, nicht Augenschein und Heuchelei. 14. Erlaß mir meine Sündenschuld und hab mit deinem Knecht Morgenlieder. 305 Geduld; zünd in mir Glauben dein Werk an mir und senden, an und Lieb, zu jenem Leben Hoffnung gieb. der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 15. Ein selig Ende mir bescher, am jüngsten Tag erweck mich, Herr, daß ich dich schaue ewiglich. Amen, Amen, erhöre mich! Bobo von Hodenberg. † 1650. 464. Mel. 130: Nun laßt uns Gott dem 2c. Wach auf, mein Herz, und finge dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem frommen Menschenhüter. 2. Heut als die dunkeln Schatten mich ganz umgeben hatten, 7 haft du, o Gott, gewehret, daß mich kein Leid versehret. 3. Du sprachst: Mein Kind, nun liege, trotz dem, der dich betrüge! schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. 4. Dein Wort, das ist geschehen, ich kann das Licht noch sehen, von Not bin ich befreiet, dein Schuß hat mich erneuet. 5. Du willst ein Opfer haben, hier bring ich meine Gaben; mein Weihrauch, Farr und Widder sind mein Gebet und Lieder. 8. Sprich Ja zu meinen Thaten, hilf selbst das Beste raten, den Anfang, Mitt und Ende, ach Herr, zum Besten wende. 9. Mit Segen mich beschütte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reiſe. Paul Gerhardt. † 1676. 465. Mel. 179: Werde munter, mein 2c. Wenn ich einst von jenem Schlummer, welcher Tod heißt, aufersteh und, von dieses Lebens Kummer frei, den schönern Morgen seh: o dann wach ich anders auf, schon am Ziel ist dann mein Lauf! Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen. 2. Hilf, daß keiner meiner Tage, Geber der Unsterblichkeit, mich dereinst vor dir verklage, daß er ganz von mir entweiht. Auch noch heute wacht ich auf. Dank dir, Herr! Zu dir hinauf führ mich jeder meiner Tage, jede Freude, jede Plage; 6. Die wirst du nicht verschmähen, du kannst ins Herze sehen und weißt wohl, daß zur Gabe ich ja nichts Beffres habe. 3. Daß ich gern sie vor mir sehe, wenn ihr letzter nun erscheint, wenn zum dunklen Thal ich gehe, und mein Freund mun 7. So wollst du nun vollenden um mich weint. Lindre dann 20 306 Gebetslieder. des Todes Pein und laß mich den Stärksten sein, mich, der ihn gen Himmel weise und dich, Herr des Todes, preiſe. Friedrich Gottlieb Klopstock.+ 1803. B. Tischlieder. a) Dor Cische. 466. Mel. 143: O Jesu Christ, meins 2c. Gesegn uns, Herr, die Gaben dein, die Speif laß uns zur Nahrung sein; hilf, daß dadurch erquicket werd der dürftge Leib auf dieser Erd. 2. Doch dieses zeitlich Brot allein kann uns nicht gnug zum Leben sein; dein göttlich Wort die Seele speist, hilft uns zum Leben allermeiſt. 3. Drum gieb uns beides, lieber Gott! hilf endlich auch aus aller Not; so preisen deine Gütigkeit wir hier und dort in Ewigkeit. Um 1560. Hand, behüte uns vor Sünd und Schand, gieb Frieden uns und Einigkeit, bewahr uns auch vor teurer Zeit. Herr, Gott Bater im Himmelreich, wir, deine Kinder allzu gleich, bitten dich jetzt aus Herzensgrund, speis uns alle zu dieser Stund. 2. Thu auf, Herr, deine milde 3. Laß uns hier leben feliglich, dein Reich besitzen ewiglich. Das sei heut und zu aller Frist Amen im Namen Jesu Christ. Kaspar Huberinus. Um 1540. 468. Mel. 152: Schmücke dich, o liebe Seele. Speise, Bater, deine Kinder, tröste die betrübten Sünder, sprich den Segen zu den Gaben, die wir jeto vor uns haben, daß sie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben, bis wir endlich zu den Frommen an die Himmelstafel kommen. Johann Heermann. † 1647. b) Nach Tische. 469. Eigene Melodie. 130. Nun laßt uns Gott dem Herren danksagen und ihn ehren für alle seine Gaben, die wir empfangen 0467. Mel. 139: Wo Gott zum Haus nicht zc. haben. 2. Den Leib, die Seel, das Leben hat er allein gegeben; dieselben zu bewahren, will er nie etwas sparen. 3. Nahrung giebt er dem Leibe; daß auch die Seele bleibe, hat er Tischlieder. Abendlieder. der Sünde Wunden durch seine be Gnad verbunden. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, der selber ist das Leben: Christus, für uns gestorben, hat uns das Heil erworben. 5. Sein Wort, sein Tauf, sein Nachtmahl dient wider allen Unfall; der heilge Geist im Glauben lehrt uns darauf vertrauen. 6. Durch ihn ist uns vergeben die Sünd, geschenkt das Leben; im Himmel folln wir haben, o Gott, wie große Gaben! 7. Wir bitten deine Güte, daß sie hinfort behüte die mit den Kleinen; du kannsts nicht böse meinen. 8. Erhalt uns in der Wahrheit, gieb ewigliche Freiheit, zu preifen deinen Namen, durch Jesum Christum. Amen! Ludwig Helmbold. † 1598. C. Abendlieder. Um Sonntage. 307 471. Der Mel. 148: D Welt, ich muß dich lassen. Der Sabbath ist vergangen, ich habe mein Verlangen nach Herzenswunsch erfüllt. Gott hat mich unterweiset, mit Lebensbrot geſpeiset und meiner Seele Durst gestillt. 2. Gott ruht durchs Wort im Herzen, drum leg ich ohne Ruh. Denn allen Sündenschaden Schmerzen auch meinen Leib zur deckt Jeſus nun in Gnaden mit feinem Purpurmantel zu. 3. D du dreieinig Wesen! mein Geist ist schon genesen, weil ich dein Tempel bin. Ich habe Licht vom Lichte, dein leuchtend Angesichte treibt alle Finsternisse hin. 4. Du wirst schon bei mir wachen und eine Sonne machen 470. Mel. 65: Herr Gott, dich loben alle wir auch mitten in der Nacht, bis Wir danken Gott für seine Gabn, die wir von ihm empfangen habn, und bitten unsern lieben Herrn, er woll hinfort uns mehr beschern. bei den Cherubinen ein Sonntag ist erschienen, der alle Nacht zuschanden macht. 5. Ich schlafe ganz vergnüget, denn wo mein Herze lieget, da 2. Er woll uns speisn mit ist der Engel Heer. Mich stört feinem Wort, daß wir satt werden kein Weltgetümmel, es träumt hier und dort; ach, lieber Gott, mir nur vom Himmel. Ach, wer du wollst uns gebn nach dieser doch nur bald droben wär! Zeit das ewge Lebn. 1589. Benjamin Schmold.+ 1787. 20* 308 Gebetslieder. 472. Mel. 133: Nun sich der Tag geendet hat. Nun bricht die finstre Nacht herein, des Tages Glanz ist tot; jedoch mein Herz, schlaf noch nicht ein, geh, sprich zuvor mit Gott. 2. D'Gott, du großer Herr der Welt, den niemand sehen kann, bu siehst ja mich in deinem Zelt, hör auch mein Seufzen an. 3. Der Tag, den ich nunmehr vollbracht, der war besonders 2. Obschon die Augen schlafen dein, drum hätt er auch bis in ein, so laß das Herz doch wacker die Nacht dir sollen heilig sein. sein, halt über uns dein rechte 4. Vielleicht ist dieses nicht Hand, daß wir nicht falln in geschehn; denn ich bin Fleisch Sünd und Schand. und Blut und pfleg es öfters zu versehn, ist gleich der Wille gut. 3. Wir bitten dich, Herr Jesu Christ, behüt uns vor des Teufels List, der stets nach unsern Seelen tracht, daß er an uns hab keine Macht. 5. Nun such ich deinen Gnaden thron, sich meine Schuld nicht an und denke, daß dein lieber Sohn für mich genug gethan. 6. Schreib alles, was man heut gelehrt, in unsre Herzen ein und lasse die, so es gehört, dir auch gehorsam sein. 7. Erhalte ferner noch dein Wort und thu uns immer wohl, damit man stets an diesem Ort dir diene, wie man soll. ein; da wird in deiner Herrlichfeit mein Sabbath ewig sein. Kaspar Neumann. † 1715. 8. Indessen such ich meine Ruh; o Vater, steh mir bei und gieb mir deinen Engel zu, daß er mein Wächter fei. 9. Und endlich führe, wenn es Zeit, mich in den Himmel 473. bus Eigene Melobie. 21. Christ, der du bist der helle Tag, vor dir die Nacht nicht bleiben mag. Du leuchtest uns vom Vater her und bist des Lichtes Prediger. 4. Sind wir doch dein ererbtes Gut, erworben durch dein teures Blut; das war des ewgen Vaters Rat, als er uns dir geschenket hat. 5. Befiehl dein'm Engel, daß er komm und uns bewach, dein Eigentum, gieb uns die lieben Wächter zu, auf daß wir haben Fried und Ruh. Erasmus Alberus. † 1553. 474. Eigene Melodie. 28. Der lieben Sonne Licht und Pracht hat nun den Lauf voll Abendlieder. führet, die Welt hat sich zur Ruh 475. gemacht, thu, Seel, was dir ge bühret: tritt an die Himmelsthür Mel. 148: O Welt, ich muß dich lassen. und bring ein Lied herfür, laß Der Mond ist aufgegangen, die deine Augen, Herz und Sinn auf Jesum sein gerichtet hin. 2. Jhr hellen Sterne leuchtet wohl und glänzt mit euren Strahlen, ihr macht die Nacht des Lichtes voll, doch noch zu tausendmalen scheint heller in mein Herz die ewge Himmelskerz, mein Jesus, meiner Seele Ruhm, mein Schuß, mein Schat, mein Eigentum. 309 5. Nun, matter Leib, gieb dich zur Ruh und schlaf fein sanft und stille; ihr müden Augen, schließt euch zu, denn das ist Gottes Wille; schließt aber dies mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! so ist der Schluß recht wohl gemacht. Nun, liebster Jesu, gute Nacht. Christian Scriver. † 1693. goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar. Der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold, als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt. 3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getroft belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn. 3. Verschmähe nicht dies arme Lied, das ich dir, Jesu, singe; in meinem Herzen ist kein Fried, bis ich es zu dir bringe. Ich bringe, was ich kann, ach nimm es gnädig an; es ist doch herzlich gut gemeint, o Jesu, meiner Seelen Freund. 4. Wir stolzen Menschenkinder 4. Mit dir will ich zur Ruhe sind eitel arme Sünder und wisgehn, dir will ich mich befehlen, sen gar nicht viel. Wir spinnen du wirst, mein Hüter, auf mich Luftgespinnste und suchen viele sehn zum Besten meiner Seelen. Künste und kommen weiter von Ich fürchte keine Not, auch selber dem Ziel. nicht den Tod, denn wer mit Jesu schlafen geht, mit Freuden wieder aufersteht. 5. Gott, laß dein Heil uns schauen, auf nichts Vergänglichs bauen, nicht Eitelkeit uns freun. Laß uns voll Einfalt werden und vor dir hier auf Erden wie Kin der fromm und fröhlich sein. 6. Wollst endlich sonder Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod. Laß, wenn du uns genommen, uns in den Himmel kommen, du, unser Herr und unser Gott! 310 Gebetslieder. 7. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder; falt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und unsern kranken Nachbar auch. Matthias Claudius. † 1815. 476. Mel. 146: O Traurigkeit, o Herzeleid. Der Tag ist hin. Mein Geist und Sinn sehnt sich nach jenem Tage, der uns völlig machen wird frei von aller Plage. 2. Die Nacht ist da. Sei du mir nah, Jesu, mit hellen Kerzen, treib der Sünden Dunkelheit weg aus meinem Herzen. 3. Der Sonne Licht uns jetzt gebricht. D unerschaffne Sonne, brich mit deinem Licht hervor mir zur Freud und Wonne. 5. Ein jeder will bei solcher Still der füßen Ruhe pflegen. Laß die Unruh dieser Zeit, Jesu, bald sich legen. 6. Halt du die Wach, damit kein Ach und Schmerz den Geist berühre; sende deiner Engel Schar, die mein Bettlein ziere. Wann der Tag anbrechen wird, dem kein Tag zu gleichen. 7. Wann aber soll der Wechsel wohl der Tag und Nächte weichen? 8. Wann diese Welt in Trümmer fällt und du heimführst die Deinen, sollen heller siebenmal Mond und Sterne scheinen. 9. Alsdann wird nicht der Sonne Licht Jerusalem verlieren; denn das Lamm ist selbst das Licht, das die Stadt wird zieren. 10. Halleluja! ei wär ich da, wo alles lieblich klinget, da man ohne Unterlaß Heilig, heilig! singet. ' 11. D Jesu du, mein Hilf und Ruh, laß mich dahin gelangen, daß ich mög in deinem Glanz vor dir ewig prangen. Johann Anastasius Freylinghausen. † 1739. 4. Was sich geregt, was sich Eigene Melodie. 29. bewegt, ruht jetzt von seinen Der Tag ist hin; mein Jeſu, Werken. Laß mich, Herr, in stiller Ruh dein Werk in mir merken. bei mir bleibe. D Seelenlicht, der Sünden Nacht vertreibe; geh auf in mir, Glanz der Gerechtigkeit, erleuchte mich, ach Herr, denn es ist Zeit. 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen! Dir sei die Ehr, daß alles wohlgelungen nach deinem Rat, ob ichs gleich nicht versteh; du bist gerecht, es gehe, wie es geh. 3. Nur Eines ist, das mich empfindlich quälet: Beständigkeit 477.9900 Abendlieder. im Guten mir noch fehlet. Das weißt du wohl, du Herzenskündiger, ich strauchle noch wie ein Unmündiger. 4. Vergieb es, Herr! Mir sagt es mein Gewissen, der Sünde Lust hat mich von dir gerissen. Es ist mir leid, ich stell mich wieder ein; da ist die Hand: du mein, und ich bin dein. 5. Jsraels Schuß, mein Hüter und mein Hirte, zu meinem Trost dein sieghaft Schwert umgürte. Bewahre mich durch deine große Macht, wenn mir der Feind nach meiner Seele tracht. 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen, ach las die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen. Lebenssonn, erquicke meinen Sinn. Dich laß ich nicht, mein Fels; der Tag ist hin. Joachim Neander. † 1680. 478. Mel. 108: Tobet den Herren alle, die 2c. Die Nacht ist kommen, drin wir ruhen sollen. Gott walts zu Frommen nach seinem Gefallen, daß wir uns legen, unter seinem Segen der Ruh zu pflegen. 2. Treib, Herr, von uns fern die unreinen Geister, halt die Nachtwache, sei selbst unser Schutzherr; schirm beid, Leib und Seel, unter deine Flügel, send uns dein Engel! 311 3. Laß uns einschlafen mit guten Gedanken, fröhlich aufmachen und von dir nicht wanfen; laß uns in Züchten unser Thun und Dichten zu dein'm Preis richten. 4. Pfleg auch der Kranken als deiner Geliebten, hilf den Gefangnen, tröste die Betrübten; pfleg auch der Kinder, sei selbst ihr Vormünder, des Feinds Neid hinder. 5. Vater, dein'm Namen sei Lob in der Höhe, dein Reich zukomme, dein Will, der geschehe, gieb Brot, vergieb, und die Versuchung wende, erlös am Ende. Petrus Herbert.+ 1571. 479. Mel. 148: O Welt, ich muß dich lassen. Es ist die Nacht gekommen, in Dunkel ist verglommen der Sonne lichter Schein. Herr, Gut und Leib und Seele ich deiner Hut befehle; denn was ich hab, ist alles dein. 2. Wenn sich die Augen schließen, so laß mich dein genießen im Herzen unverwehrt. Wenn schlummern alle Hüter, so wahre du die Güter, die deine Gnade mir beschert. 3. Sei du mein Stab und Stecken, so kann mich nicht erschrecken des Todes finstres Thal; ja in der Nächte längsten kann CREADAI 312 ich mich nimmer ängsten, ich steh im Lichte allzumal was ich vermag bis diesen Tag, ist alles deine Güte. din. galt 4. Du hast ja, die da saßen 4. Sei auch nach deiner Lieb in Todesschatten, lassen, o Herr, dein Licht erschaun; wie könnten gehn verloren, die du zum Licht erforen und führst auf deinen Friedensaun! und Macht mein Schutz und Schirm in dieser Nacht, vergieb mir meine Sünden; und kommt mein Tod, Herr Zebaoth, so laß Gebetslieder. dabod mich Gnade finden. 5. Hast du mit hellem Sterne das Morgenland, das ferne, nach Bethlehem geführt, so gieb, wenn mir es dunkelt, daß mir der Stern dann funkelt, der mit der Gnade Strahl mich rührt. 6. Nun Herr, dir seis befohlen, was, meinem Aug verhohlen, die dunkle Nacht deckt zu. Herr, es will Abend werden; so gieb der bangen Erden im Schatten deiner Flügel Ruh! so Abolph Harleß+ 1879. 480. da Mel. 83: Ich weiß, mein Gott, daß zc. Für alle Güte sei gepreist, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! Ihr bin ich zu geringe. Vernimm den Dank, den Lobgefang, den ich dir kindlich bringe. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, haft Großes heut an mir gethan, mir mein Gebet gewähret; hast väterlich mein Haus und mich beschützet und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk; der Geist, mit dem ich dein gedenk, ein ruhiges Gemüte, Christian Fürchtegott Gellert.+ 1769. d mantom nad 481 m 1909 481. Mel. 148: D Welt, ich muß dich laffen. Herr, der du mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich findlich an. Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich finge, und die du heut an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüte freu ich mich deiner Güte, ich freue mich in dir. Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke, und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen: nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4 Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Teil. 5. Bedeckt mit deinem Segen eil ich der Ruh entgegen, dein Abendlieder. Name sei gepreist; mein Leben und mein Ende ist dein, in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist! bom bol dan 313 morgen mit den Meinen nicht im Unglück dürfe weinen. 5. Steure den gottlosen Leuten, die im Finstern Böses thun. Sollte man etwas bereiten, uns zu schaom den, wenn wir ruhn, so zerstöre Christian Fürchtegott Gellert. † 1769. Innot drur anscur your bidion Sol 482. dodu den Rat und verhindere die That; wend auch allen andern Schrecken, den die Bosheit kann moond Mel. 179: Werde munter, mein 2c. Herr, es ist von meinem Leben erwecken. God dolas wiederum ein Tag dahin. Lehre 6. Herr, dein Auge geht nicht mich nun Achtung geben, ob ich fromm gewesen bin; zeige mir auch selber an, so ich was nicht recht gethan, und hilf jetzt in allen Sachen guten Feierabend machen. 02. Freilich wirst du manches finden, was dir nicht gefallen hat; denn ich bin noch voller Sünden, in Gedanken, Wort und That, und zu jeder Tagesstund pfleget Herz und Hand und Mund ach, so schnell und oft zu fehlen, daß ichs selber nicht kann zählen. unter, wenn es bei uns Abend wird; denn du bleibest ewig munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Herde wacht. Darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir alle sicher schlafen. 7. Laß mich denn gefund er-. wachen, wenn es rechte Zeit wird sein, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein; oder haft du, lieber Gott, heut beſtimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Kaspar Neumann. † 1715. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch einmal Geduld; ich bin freilich schwer beladen, doch vergieb mir alle Schuld! Deine große Vatertreu werde diesen Abend neu; so will ich auch deinen Willen künftig mehr als Hinunter ist der Sonne Schein, 483. Mel. 40: Erhalt uns, Herr, bei 2c. heut erfüllen. IL DIS die finstre Nacht bricht stark herein: leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht, laß uns im Finstern wandeln nicht. 4. Heilige mir das Gemüte, daß der Schlaf nicht sündlich sei; decke mich mit deiner Güte, und dein Engel steh mir bei. Lösche 2. Dir sei Dank, daß du uns Feur und Lichter aus und be- den Tag vor Not, Gefahr und wahre sonst das Haus, daß ich mancher Plag durch deine Engel Gebetslieder. 314 haft behüt aus Gnad und väterlicher Güt. 4. Komm, verschließ die Kammer und laß allen Jammer ferne 3. Womit wir habn erzürnet von uns sein. Sei du Schloß dich, dasselb verzeih uns gnädig- und Riegel, unter deine Flügel lich und rechn es unsrer Seel nicht zu, laß schlafen uns in Fried und Ruh. nimm dein Küchlein ein. Deck uns zu mit Schutz und Ruh, so wird uns kein Grauen wecken, noch der Feind erschrecken. 4. Durch dein Engel die Wacht bestell, daß uns der böse Feind nicht fäll; vor Schrecken, Angst und Feuersnot behüt uns heut, 5. Wie? wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? wie bald rot, bald tot! Drum, hast du Nikolaus Hermann.+1561. o lieber Gott! Sou beschlossen, daß mein Ziel verflossen, kommt die Todesnot, so will ich nicht wider dich; hab ich Heil in dir gefunden, sterb ich alle Stunden. Me 484. Mel. 91: Jesu, meine Freude. Hirte irte deiner Schafe, der von keinem Schlafe etwas wissen mag, deine Wundergüte war mein Schild und Hütte den vergangnen Tag. Sei die Nacht auch auf der Wacht und laß mich von deinen Scharen um und um bewahren. 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vaterhuld; ein versöhnt Gewissen sei mein Ruhekissen, drum vergieb die 485. Mel. 85: In dich hab ich gehoffet 2c. Schuld. Denn dein Sohn hat mich Mit meinem Gott geh ich zur davon durch die tief geschlagnen Wunden gnädiglich entbunden. Ruh und thu in Fried die Augen zu; denn Gott im Himmelsthrone mich wohl bewacht bei Tag und Nacht, auf daß ich sicher wohne. 3. Laß auch meine Lieben keine Not betrüben, sie sind mein und dein. Schließ uns mit Erbarmen in den Vaterarmen ohne Sorgen ein. Du bei mir, und ich bei dir, also sind wir ungeschieden, und ich schlaf im Frieden. 6. Nun wohlan, ich thue in vergnügter Ruhe meine Augen zu. Seele, Leib und Leben hab ich dir ergeben, o du Hüter du. Gute Nacht, nimm mich in acht! und erlebe ich den Morgen, wirst du weiter sorgen. Benjamin Schmold. † 1737. 2. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, der du allein mein Helfer bist: Laß kein Leid widerfahren, durch deinen Schutz vors Teufels Truß dein Engel mich bewahren. Abendlieder. 315 3. Befiehl du deinen Engelein, Himmel, halte Wacht, gieb uns daß sie stets um und bei uns eine gute Nacht. sein; all Übel von uns wende. Louise Hensel. † 1876. Gott heilger Geist, dein Hilf uns leist an unserm letzten Ende. 487. 4. Herr, meinen Geist befehl ich Mel. 148: D Welt, ich muß dich lassen. dir; mein Gott, mein Gott, weich Nun ruhen alle Wälder, Vieh, nicht von mir, nimm mich in deine Hände. O wahrer Gott, aus aller Not hilf mir am letzten Ende. Menschen, Städt und Felder, es schläft die ganze Welt. Ihr aber, meine Sinnen, auf, auf! ihr sollt beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. 5. Lob, Preis und Ehr und Herrlichkeit sei Vater, Sohn und Geist bereit, Lob feinem Igen Namen! die göttlich Kraft mach uns sieghaft durch Jesum Christum. Amen. Aus dem 17. Jahrhundert. V. 1 von Cornelius Beder, † 1604. v. 2 u. 8 meine Wonne, gar hell in meinem von unbekanntem Verfasser. V. 4 u. 5 von Adam Reusner, t um 1575. Herzen scheint. 486. 3. Der Tag ist nun vergangen, die güldnen Sternlein prangen tam blauen Himmelsfaal. Also werd ich auch stehen, wenn mich Mel. 89: Jesu, komm doch selbst zu zc. Müde bin ich, geh zur Ruh, wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammerthal. schließe meine Augen zu. Vater, laß die Augen dein über meinem Bette sein. 2. Hab ich unrecht heut gethan, sieh es, lieber Gott, nicht an. Deine Gnad und Jesu Blut macht ja allen Schaden gut. 3. Alle, die mir sind verwandt, Gott, laß ruhn in deiner Hand; alle Menschen groß und klein sollen dir befohlen sein. 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind. Fahr hin, ein andre Sonne, mein Jesus, 4. Kranken Herzen sende Ruh, nasse Augen schließe zu; Gott im 4. Der Leib, der eilt zur Ruhe, legt ab nun Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit. Die zieh ich aus, dagegen wird Christus mir anlegen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zu Ende die Arbeit kommen sei. Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glie Gebetslieder. 316 der, geht hin und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt. Es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 7. Mein Augen stehn verdroffen, im Nu find sie geschlossen, wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel. 8. Breit aus die Flügel beide, o Jesu meine Freude, und nimm dein Küchlein ein! Will Satan mich verschlingen, so laß die Englein singen: Dies Kind soll unverletzet sein. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht betrüben ein Unfall noch Gefahr. Gott laß euch ruhig schlafen, stell euch die güldnen Waffen ums Bett und seiner Helden Schar! Paul Gerhardt. † 1676. 488. Eigene Melodie. 133. Nun Lun sich der Tag geendet hat und keine Sonn mehr scheint, schläft alles, was sich abgematt und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, wachst allezeit, du schläfft noch schlum merst nicht; vor dir ist keine Dunkelheit, weil du selbst bist das Licht an mich in dieser schwarzen Nacht, und schenke du mir gnädiglich die Obhut deiner Wacht. 4. 3war fühl ich wohl der Sünde Schuld, die mich bei dir flagt an; doch hat ja deines Sohnes Huld genug für mich gethan. 5. Den setz ich dir zum Bürgen ein, wenn ich muß vor Gericht; ich kann ja nicht verloren sein in solcher Zuversicht. 6. Drauf thu ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein. Mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollte traurig sein? 7. Weicht, nichtige Gedanken, hin und endet euren Lauf! Ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 8. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Jammerthal, so führ mich, Herr, zum Himmel ein zu der Erwählten Zahl. 9. Und also leb und sterb ich dir, du starker Zebaoth; im Tod und Leben hilfst du mir aus aller Angst und Not. Johann Friedrich Herzog. † 1699. 489. Mel. 148: D Welt, ich muß dich lassen. Nun sich der Tag geendet, mein Herz zu dir sich wendet und danket inniglich. Dein holdes Angesichte zum Segen auf mich richte, er3. Gedenke, Herr, doch auch leuchte und entzünde mich. Abendlieder. 2. Ich schließe mich aufs neue in deine Vatertreue und Schutz und Herze ein. Die fündlichen Geschäfte und alle finstern Kräfte vertreibe durch dein Nahesein. 3. Daß du mich herzlich liebest, daß du mich stets umgiebest und rufft zu dir hinein, daß du vergnügst alleine so wesentlich und reine, laß allezeit mir heilig ſein. 4. Ein Tag, der sagts dem andern, mein Leben sei ein Wandern zur großen Ewigkeit. O Ewigkeit, du schöne, mein Herz an dich gewöhne! mein Heim ist nicht in dieser Zeit. Gerhard Tersteegen. † 1769. 490. Mel. 95: Jesus, meine Zuversicht. Treuer Jesu, wache du! denn jetzt geh ich einzuschlafen; gieb mir und den Meinen Ruh. Bleib, o Hirt, bei deinen Schafen, schließ die Thüren selber zu; treuer Jesu, wache du! 2. Treuer Jesu, weiche nicht! sonst wird Grauen, Furcht und Schrecken, das oft samt der Nacht einbricht, uns mit Ach und Weh erwecken; bleib bei uns mit deinem Licht, treuer Jesu, weiche nicht! 3. Treuer Jesu, steh uns bei, daß in uns der Geist und Glaube, wenn wir schlafen, wacker sei, und 317 der Feind uns ihn nicht raube. Deine Hilfe mach uns frei, treuer Jesu, steh uns bei! 4. Treuer Jesu, sorge du, menn es einmal kommt zum Sterben. Bring mich dann zu meiner Ruh, mache mich zum Himmelserben; schließ mir selbst die Augen zu, treuer Jesu, sorge du! 5. Treuer Jesu, nimm zu dir endlich mich und all die Meinen! Wenn dein Tag nun bricht herfür, da du selber wirst erscheinen, führ uns durch des Himmels Thür, treuer Jesu, ein zu dir! Um 1690. 491. Mel. 165: Vater unfer im Himmelreich. Vollendet hat der Tag die Bahn, sein Licht der Abend ausgethan, und überall die dunkle Nacht die Zeit der Ruhe hergebracht; o reicher Gott, nun segne du uns diese Nacht zu guter Ruh.. 2. Was du uns Gutes hast beschert, wie du uns heut versorgt, ernährt, in aller Fährlichkeit beschützt, uns zugewendet, was uns nüßt, wir danken dafür inniglich, und Herz und Lippen preisen dich. 3. Was aber Übels wir gethan, das rechn aus Gnaden uns nicht an; wir klagen dirs mit Reu und Schmerz und zeichnen unser Haus und Herz mit deines lieben 318 Sohnes Blut zu Glaubenstrost keit, daß mir ist mein Werk geund Glaubensmut.et lungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so getreulich haft bewahrt, auch den Feind hinweggetrieben, daß ich unbeschädigt blieben. 3. Herr, verzeihe mir aus Gnaden alle Sünd und Missethat, die mein armes Herz beladen und sogar vergiftet hat. Des Versuchers List und Tück danken Lauf, so fährt es auf- treib durch deine Macht zurück; geregt einher wie ein vom Sturm du allein kannst mich erretten, bewegtes Meer, und manche strafe nicht mein Übertreten! Stunde stiller Nacht wird Nuhe suchend hingebracht. 5. Hältst du nicht selbst im Herzen auf der Sorgen und Ge6. Drum bring du unser Herz zur Ruh und schließ uns bald die Augen zu. Mit deiner Güte decke uns, zur rechten Zeit er wecke uns. Dann sei dir unser Dank gebracht für dein Geschenk, die gute Nacht. Karl Johann Philipp Spitta.+ 1859. Gebetslieder. 4. Nun gieb uns Ruhe, die erquickt, nach der das müde Auge blickt. Des Wächters Hut und Wachsamkeit, der Thor und Riegel Festigkeit, das Lager weich und warm und dicht, das alles giebt die Ruhe nicht. 492. Eigene Melodie. 179. Werde munter, mein Gemüte, und ihr Sinnen, geht herfür, daß ihr preiset Gottes Güte, die er hat gethan an mir, da er mich den ganzen Tag vor so mancher schweren Plag hat behütet und in Gnaden abgewendet allen Schaden. 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barmherzig4. Bin ich gleich von dir gewichen, stell ich mich doch wieder ein; hat uns doch dein Sohn verglichen durch sein Angst und Todespein. Ich verleugne nicht die Schuld; aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich allzeit in mir finde. 5. D du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewigkeit, dir will ich mich ganz be fehlen diese Nacht und alle Zeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, weil es nunmehr dunkel hier; daß kein Unfall mich betrübe, decke mich mit deiner Liebe. 6. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanfte, süße Nuh; alles Übel laß verschwinden, decke mich mit Segen zu. Leib und Seele, Mut und Blut, Weib und Kinder, Hab und Gut, Freunde, Feinde, Hausgenossen sein in deinen Schuß beschlossen. Abendlieder. 319 7. D du großer Gott, erhöre, gehäufte Missethat! Weil deine was dein Kind gebeten hat! Jesu, des ich stets begehre, bleibe ja mein Schutz und Rat! Und mein Hort, du werter Geist, der du Freund und Tröster heißt, höre doch mein sehnlich Flehen! Amen, ja es soll geschehen! Johann Nist. † 1667. Am Schlusse der Woche. 493, Mel. 79: Ich dank bir, lieber Herre, Die Woche geht zu Ende, nicht aber Gottes Treu, denn wo ich mich hinwende, da ist sie immer neu. Die Zeit kann wohl verschwinden, nur Gottes Güte nicht; sie läßt sich täglich finden und giebt mir Trost und Licht. 2. Die ganze Woche zeuget von deiner Gütigkeit, die du zu mir geneiget; ja meine Lebenszeit vom Anfang meiner Pfade bis diesen Augenblick rühmt deine Wundergnade im Unglück wie im Glück. 3. Allein mein Herze bebet, wenn es zurücke denkt, wie übel ich gelebet und dich, mein Gott, gefränkt. Je mehr du mich geliebet und meiner haft verschont, je mehr ich dich betrübet, mit Undant dir gelohnt. 4. Ach strafe nicht im Grimme Vaterstimme mich selbst gerufen hat, so schrei ich: Herr, erbarme, erbarm dich über mich! ich fall dir in die Arme, ach schone gnädiglich! 5. Mein Glaube heißt mich hoffen, es sei durch Christi Blut ein neuer Bund getroffen und alles wieder gut. Drum will ich dir geloben, auf ewig treu zu sein; dein guter Geist von oben wird mir die Kraft verleihn. 6. Ich bin dein Kind aufs neue; drum gieb, daß diese Nacht mich auch dein Schuß erfreue, der alles sicher macht. Ich werde gleichsam sterben, der Schlaf ist wie ein Tod; doch kann ich nicht verderben, du lebst in mir, mein Gott. 7. Du wirst auch die versorgen, die mein sind und auch dein; so werden wir uns morgen in deiner Kraft erfreun. Wir werden Opfer bringen mit Herzen, Mund und Hand und dir ein Loblied singen, wie du uns bist bekannt. Mar 8. Soll das in meinem Leben die letzte Woche sein, will ich nicht widerstreben und mich im Geiste freun auf einen Feierabend. den Christi Tod gemacht, und diese Hoffnung habend sprech ich nun: Gute Nacht! Benjamin Schmold. † 1737. 320 Gebetslieder. D. Lieder auf die vier Jahreszeiten. 1. frühling. 494. Mel. 164: Balet will will ich dir geben. Mie Sie lieblich ist der Maien aus lauter Gottes Güt, daß sich die Menschen freuen, weil alles grünt und blüht. Die Tier sieht man jest springen mit Lust auf grüner Weid, die Vöglein hört man singen, die loben Gott mit Freud. 2. Herr, dir sei Lob und Ehre für solche Gaben dein, die Blüt zur Frucht vermehre, laß sie er sprießlich sein. Es steht in deinen Händen, dein Macht und Güt ist groß; drum wollst du Segen spenden uns aus der Erde Schoß. 2. Sommer. 495. Mel. 101: Kommt her zu mir zc. Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben; schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben. 2. Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide. Narzissus und die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an, als Salomonis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täublein fleucht aus seiner Kluft und macht sich in die Wälder, die hochbegabte Nachtigall ergötzt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Thal und Felder. 3. Herr, laß die Sonne blicken ins finstre Herze mein, damit fichs möge schicken, fröhlich im Geist zu sein, die größte Lust zu haben allein an deinem Wort, das mich im Kreuz kann laben und weist des Himmels Pfort. lein aus, der Storch baut und 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, der Storch baut und lein speist die Jungen, der schnelle bewohnt sein Haus, das SchwälbHirsch, das leichte Reh ist froh und kommt aus seiner Höh ins tiefe Gras gesprungen. 4. Mein Arbeit hilf verbringen zum Sob dem Namen dein, und 5. Die Bächlein rauschen in laß mir wohl gelingen, im Geist dem Sand und malen sich und fruchtbar zu sein. Die Blümlein laß aufgehen von Tugend mancherlei, damit ich mög bestehen und nicht verwerflich sei. ihren Rand mit schattenreichen Myrthen, die Wiesen liegen hart dabei und klingen ganz von Lustgeschrei der Schaf und ihrer Hirten. Martin Behm. † 1622. 6. Die unverdroßne Bienen Lieder auf die vier Jahreszeiten. 321 schar zeucht hin und her, sucht weil ich noch hier trage dieses hier und dar die edle Honigspeise, des süßen Weinstocks starker Saft kriegt täglich neue Stärk und Kraft in seinem schwachen Reise. 7. Der Weizen wächset mit Gewalt, darüber jauchzet jung und alt, und rühmt die große Güte des, der so überflüssig labt und mit so manchem Gut begabt das menschliche Gemüte. 8. Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes großes Thun erweckt mir alle Sinnen; ich finge mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen. 9. Ach, denk ich, bist du hie so schön, und läßt dus uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden, was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Himmelszelt und güldnen Schlosse werden? Leibes Joch, auch nicht gar stille schweigen; mein Herze soll sich fort und fort an diesem und an allem Ort zu deinem Lobe neigen. 13. Hilf mur und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himmel fleußt, daß ich dir stetig blühe. Gieb, daß der Sommer deiner Gnad in meiner Seelen früh und spat viel Glaubensfrucht erziehe. 14. Mach in mir deinem Geiste Raum, daß ich dir werd ein guter Baum, und laß mich Wurzel treiben. Verleihe, daß zu deinem Ruhm ich deines Gartens schöne Blum und Pflanze möge bleiben. 15. Erwähle mich zum Paradeis und laß mich bis zur letzten Reis an Leib und Seele grünen; so will ich dir und deiner Ehr allein, und sonsten keinem mehr, hier und dort ewig dienen. Paul Gerhardt. † 1676. 3. Herbst. 10. Welch hohe Lust, welch heller Schein wird wohl in Christi Garten sein? wie muß es da wohl klingen, da so viel tausend Seraphim mit eingestimmtem Mund und Stimm ihr Halleluja singen? 496. Mel. 101: Kommt her zu mir, spricht zc. 11. O wär ich da! o stünd ich Des Jahres schöner Schmuck schon, liebreicher Gott, vor deinem Thron und trüge meine Palmen! entweicht, die Flur wird kahl, der Wald erbleicht, der Vöglein Lieder So wollt ich nach der Engel Weis' schweigen. Ihr Gotteskinder, erhöhen deines Namens Preis schweiget nicht und laßt hinauf zum ewgen Licht des Herzens mit tausend schönen Psalmen. 12. Doch will ich gleichwohl, Opfer steigen! 21 Gebetslieder.# 322 2. Gott ließ der Erde Frucht gedeihn, wir greifen zu, wir holen ein, wir sammeln seinen Segen. Herr Jesu, laß uns gleichen Fleiß an deiner Liebe Ruhm und Preis mit Herzensfreude legen! ter in die Erd, davon du bist genommen! 8. Doch wie der Landmann seine Saat ausstreuet, eh der Winter naht, um künftig Frucht zu sehen, so, treuer Vater, deckest du auch unsern Leib mit Erde zu, daß er soll auferstehen. 3. Der Weinstock giebt die süße Kost, aus voller Kelter fließt der Most, die Herzen zu erfreuen. Du rechter Weinstock, höchstes Gut, laß deine Reben durch dein Blut sich freudiglich erneuen! 4. Was Gottes Hand für uns gemacht, das ist nun alles heims gebracht, hat Dach und Raum gefunden. So sammle dir zur Gnadenzeit, o Seele, was dein Herr dir beut für deine Kreuzesstunden! Het 4. Winter. 497. 5. Denn wie die Felder öde stehn, die Nebel kalt darüber2005 Mel. 89: Jefu, tomm doch selbst zc. wehn, und Reif entfärbt die In der stillen Einsamkeit findest Matten; so endet alle Bust der Welt, des Lebens Glanz und Kraft zerfällt, schnell wachsen seine Schatten. du dein Lob bereit; großer Gott, erhöre mich, meine Seele suchet dich! 2. Der du alle Sterne führst und der Jahre Lauf regierst, un veränderlich bist du, nimmer still und doch in Ruh. 6. Es braust der Sturm, der Wald erkracht, der Wandrer eilt, um noch vor Nacht zu flüchten aus den Wettern. O Jesu, sei uns Dach und Turm, wenn nun des Lebens rauher Sturm uns will zu Boden schmettern! 9. Indes, wie über Land und Meer der Störche Zug, der Schwalben Heer der Sonn entgegenstreben, so laß zu dir die Seelen fliehn, zu deinem Paradiese ziehn, an deiner Sonne leben! Bittor von Strauß. Geb. 1809. 3. Diese kalte Winterluft kräf tig in die Herzen ruft: Seht, wo ist der Sommer hin? nur der Herr erwecket ihn! 4. Reif, wie Asche, nah und fern streuet aus die Hand des Herrn; wer kann bleiben vor dem Frost, wenn es weht von Nord 7. Es fällt der höchsten Bäume Laub und mischt sich wieder mit dem Staub, von dannen es gekommen. Ach Mensch, sei noch so hoch und wert, du mußt hinun- und Ost? Witterungslieder. 5. Gleich wie Wolle fällt der Schnee und bedecket Land und See; wehet aber Gottes Wind, so zerfließet er geschwind. 6. D Beherrscher der Natur, allen zeigst du Zeit und Spur; Frühling, Sommer, Herbst und Eis nahn und fliehn auf dein Geheiß. 7. Folgte deines Worts Befehl auch so willig meine Seel! O daß, Jesu, deine Lieb in mir lenkte jeden Trieb! 8. Friert da draußen alles ein, soll mein Herz doch brennend sein; leuchte, o mein Heil, in mir, o so glüht und lebt es dir! Joachim Neander. † 1680. 323 zu deines Namens Ehr allein, Herr, unser Gott und Tröster! 2. Herr, unfre Sünd bekennen wir, du wollst sie uns verzeihen; all unsre Hoffnung steht zu dir, wollst Hilf und Trost verleihen. Gieb Regen und den Segen dein 3. Gedenke, Herr, an deinen Bund um deines Namens willen; wir bitten dich von Herzensgrund, doch unsre Not zu stillen. O kehre doch mit Regen ein; denn du bist ja der Herr allein, bei dir steht unsre Hilfe. 4. Verschmäh doch unser Flehen nicht, laß deine Gnade walten; das Weltall hast du zugericht, als Herrscher drin zu schalten. Allmächtig ist der Name dein; nichts, nichts kann dir unmöglich sein, Herr unser Gott und Tröster! 1592. 499. E. Witterungslieder. Mel. 45: Es ist das Heil uns kommen 2c. a) Bei dürrer Zeit und nach Gelobet seist du, treuer Gott, geschenktem Regen. 498. von Herzen und Gemüte, daß du gewendet unsre Not und zeigst uns deine Güte. Wir sehen, daß du uns erhört, weil du uns giebst, Mel. 2: Ach Gott, vom Himmel ic. Ach Herr, Herr, du gerechter was wir begehrt, den längst erwünschten Regen. Gott, wir habens wohl verdienet mit unsrer Sünd und Missethat, daß unser Feld nicht grünet und Mensch und Vieh in Trauer gehn; läßt du nicht deine Hilfe sehn, so müssen wir verschmachten. 2. Ach Vater, das bleibt dennoch wahr: wenn Christen zu dir schreien, so hilfft du frei und offenbar, daß sie sich wieder freuen. Wir riefen dich um Regen an, und sieh, er tröstet jedermann, er kömmt mit reichem Segen. 3. Du tränkest mun mit reichem Naß die Gärten, Wiesen, Felder, erfrischest alles Laub und Gras 21* Gebetslieder. 324 und die versengten Wälder, läßt regnen, daß die matte Saat, ja alles, was das Leben hat, frisch, grün und fruchtbar werde. 4. Doch denke, Herr, an deine Treu, laß deinen Zorn sich legen, wohn uns in Gnaden wieder bei, sei unser Trost und Segen. Wie hält so hart sich dieser Zeit dein Herz und deine Freundlichkeit! Du bist ja unser Vater. 5. Gieb uns von deinem Himhemelsfaal dein klares Licht und Sonne, und laß uns wieder überall empfinden Freud und Wonne, daß alle Welt erkenne frei, daß außer dir kein Segen sei im Himmel und auf Erden. Michael Schirmer † 1673. 4. Drum singen wir auch hocherfreut: Gottlob! wir sind er höret, die Hilfe kam zur rechten Zeit, Gott selbst zu uns sich kehret; gottlob! die Wolken geben Naß, gottlob! nun trinket Laub und Gras, Gott sei Lob, Preis und Ehre! Michael Schernac. † 1675. b) Bei Nässe und nach Abhilfe solcher Not. 500. mar 20: Aus tiefer Not schrei ich zc. D Gott, der du das Firmament mit Wolken kannst bedecken, ingleichen wiederum behend' das Sonnenlicht erwecken, ach halt doch mit dem Regen ein und gieb uns wieder Sonnenschein, daß unser Land sich freue. verachtet deine Huld und nicht beweinet unsre Schuld, so muß der Himmel weinen.com donar 2. Die Felder trauern weit und breit, die Früchte leiden Schaden, weil sie von vieler Feuchtigkeit und Nässe sind beladen. Dein Segen, Herr, den du gezeigt uns Armen, sich zur Erde neigt und will fast gar verschwinden. 3. Das machet unsre Missethat und ganz verkehrtes Leben, so deinen Zorn entzündet hat, daß wir in Nöten schweben; weil wir 501, Mel. 18: Auf meinen lieben Gott. Nun ist der Regen hin; wohlauf, mein Herz und Sinn, sing nach betrübten Leiden Gott, deinem Herrn, mit Freuden! Gott hat sein Herz gekehret und unfre Bitt erhöret.dat de ser ut 2. Sein Zorn war sehr entbrannt auf uns und unser Land. Er sprach: Ihr Menschenkinder, ihr seid und bleibet Sünder, wollt von der Bosheit Straßen euch gar nicht wenden lassen. 3. Drum soll mein Himmelslicht sein klares Angesicht in schwarze, trübe Decken und dunkle Wolken stecken, und für das helle Witterungslieder. Scheinen der Himmel auf euch weinen. 4. Bald aber fiel sein Grimm durch unsers Seufzens Stimm; sein väterlich Gemüte dacht an sein ewge Güte und ließ auf unser Schreien ihn seinen Zorn gereuen. AKH 5. Die Wolken flohen weg; der feuchten Winde Steg, daher die Wasser flossen, nahm ab und ward verschlossen, des hohen Himmels Tiefen, die hörten auf zu triefen. 6. Steh auf, du mattes Feld, aus deinem Trauerzelt! steh auf und laß uns wieder die süßen Sommerlieder zu deines Schöpfers Ehren mit Luft und Freuden hören. 325 samt zumessen, wir werdens sehn und essen und mit dem Gut der Erden zur Gnüg ersättigt werden. 11. Nun, Gott ist fromm und treu, sein Huld ist immer neu und läßt sich leicht verfühnen, giebt, was wir nicht verdienen, läßt gnädig sich erfinden, straft nicht nach unsern Sünden. 12. Darum, so richte nun, o Mensch, auch du dein Thun zu Gottes Lob und Liebe, daß dein Herz nicht betrübe mit mehrerm Zorn und Schmerze das allerfrömmste Herze. Paul Gerhardt. † 1676. Strahle. 8. Die Erde wird erquickt, und was durch Näß erstickt, das wird nun wieder leben und reife Früchte geben, die Äcker gut Getreide, die Wiesen Gras und Weide. 9. Die Bäume werden schön in ihrer Fülle stehn, die Berge werden fließen und Wein und Öl ergießen, das Bienlein wird eintragen bei stillen, warmen Tagen. 10. Davon wird unsern Teil das ewge Gut und Heil uns allenc) Beim Gewitter und Danklied nach demselben. 502. 7. Sieh her: der Sonnen Zier geht wieder schön herfür, bringt uns nach langem Regen den lieben warmen Segen auf Höhen und Mel. 71: Herr, wie du willst, so 2c. im Thale mit wunderreichem Ach lieber Herr, du großer Gott, den alle Welt muß ehren, auf dessen mächtiges Gebot der Donner sich läßt hören; es zucket feurig Blitz auf Blitz herab von deinem Wolkensitz, der Regen fällt in Strömen. 2. Wir hören deines Himmels Zelt dumpfdonnernd widerhallen; der Sturmwind brauset durch das Feld, die Wasserwogen wallen; die Felsen bücken sich vor dir, die hohen Berge zittern schier vor deines Zornes Schelten. 3. D Herr, vor dem der Him Gebetslieder. 326 mel bebt, wenn du zur Erde blickest, wenn unter dir der Cherub schwebt, und du dein Feuer schickest; wohin mit unserm schwachen Sinn, o Herr, wo fliehn wir Armen hin, wenn du willst mit uns zürnen? 4. Willst du nach unfrer Missethat die Straf ergehen lassen, so können wir nicht Trost und Rat vor großer Trübfal faffen; denn alles Fleisch ist sündenvoll, und keiner, wie er werden soll. Wie können wir bestehen? 5. Doch, großer Gott, erbarme dich, gedenk an deine Gnade! Wend ab das Wetter väterlich, daß uns der Blitz nicht schade. Du Vater voller Huld und Treu, ach steh uns armen Sündern bei, deck uns mit deinen Händen! 6. Bewahre Menschen, Vieh und Kraut, die Bäum und Frucht der Felder, und was zur Wohnung ist erbaut, dazu auch Gras und Wälder. Hilf uns, daß nicht mit einem Mal von oben her ein Feuerstrahl uns jämmerlich verderbe. 7. Laß deinen Donner, Sturm und Blitz, o Herr, ins weite ziehen, daß wir vor deinem Gnadensitz mit froher Seele knieen und dich im hellen Sonnenlicht Lobpreisen, dessen Angesicht uns mild in Christo segnet. Nach Johann Nift. † 1667. stomer sad 503. Mel. 168: Von Gott will ich nicht zc. Das Wetter ist vertrieben durch deine Gnad und Kraft, du bist stets bei uns blieben, haft Sicherheit verschafft; wie dein Sohn Jesus Christ das wilde Meer bebräuet, die Jünger bald erfreuet, der Helfer du stets bist. 2. Haus, Hof, Gut, Leib und Leben hat deine Gnadenhand behütet und darneben beschützet unser Land. Dein gnädig Angesicht läßt du uns wieder schauen, die wir uns dir vertrauen mit starker Zuversicht. 3. Dankopfer wir dir bringen für das, was du gethan; von deiner Macht wir singen, nimms, Vater, gnädig an durch Christum, deinen Sohn, um seins Verdienstes willen, der deinen Zorn kann stillen, der wahre Gnadenthron. 4. Ach Herr, am jüngsten Tage, wenn der herein nun fällt, daß er mit Donnerschlage anzündet diese Welt, so streck aus deine Hand und zeuch uns, die wir gläuben an dich und treu verbleiben, hinauf ins Vaterland. Johann Heermann. † 1647. F. Beim Beginn und während der Ernte. 504 Mel. 71: Herr, wie du willst, so zc. Herr Gott, der du deiner Schar haft zugesagt auf Erden, Bergwerkslieder. 327 daß sie von dir soll immerdar man durch deinen Segen froh im Kreuz getröstet werden, und wird deinen Namen preisen. daß du unser täglich Brot, samt Bartholomäus Ringwalb. † 1598. Rettung aus der Angst und Not, uns freundlich willst bescheren! 2. Giebreine Luft und Sonnenschein, fruchtbaren Tau und Regen, damit die Früchte wohl gedeihn durch deinen milden Segen, die hier zu Lande und spat der 505. Mel. 109: Lobt Gott, ihr Christen 2c. Ackermann geworfen hat auf dein Mit dir, Allmächtger, fahr ich Wort in die Erde. 3. Umsonst ist alle unsre Müh im Pflanzen und Begießen, wenn du nicht läsfest spat und früh des Regens Ströme fließen. Nur du regierst des Wetters Lauf, durch dich wächst jede Pflanze auf, durch dich nur bringt sie Früchte. 4. Herr, straf uns nicht in deinem Zorn, gedenk an deine Güte; den Weinstock und das liebe Korn uns gnädiglich behüte vor hartem Frost und Hagelschlag, vor Dürre und was sonst noch mag den Früchten Schaden bringen. 5. Gieb gnädig, was uns deine Hand so reichlich jego weiset, auf daß damit im ganzen Land werd Arm und Reich gespeiset. So wird dich loben groß und klein, die Alten und die Kinderlein und was auf Erden lebet. 6. Wir trauen dir, o großer Gott, laß deine Gnade walten! Du weißt gar wohl, was uns ist Not, haft lange Haus gehalten und wirst regieren ferner so, daß G. Bergwerkslieder. Vor der Einfahrt. an und voll Vertraun auf dich; nicht schreckend ist die dunkle Bahn, wenn du begleitest mich. 2. Ein jeder Schritt auf steiler Fahrt erinnert an den Tod; ich wandle sie, von dir bewahrt, getrost und froh, mein Gott. 3. Dein Wille war, daß meine Hand oft schmerz- und wundenvoll und nahe an des Grabes Rand das Brot verdienen soll. 4. So folg ich denn und fürchte nicht Gefahr und was mir droht; du, Herr, bist meine Zuversicht; ich thue dein Gebot. 5. Der Welt zum Nußen opfre ich mein Leben, meinen Schweiß und dabei trau ich fest auf dich, du segnest meinen Fleiß. 6. Dir, dir will ich mein Leben weihn mit christlich frommem Sinn. Dein Beifall sei, o Gott, allein mein Ruhm und mein Gewinn. 7. Bis jetzt verließ dein Schut mich nicht bei drohender Gefahr; gesund vollbracht ich meine Schicht, so schwer sie oft auch war. 328 Gebetslieder. 8. So sei auch ferner noch bei mir auf meinem Arbeitspfad, mit deiner Hilfe, die von dir sich oft mein Herz erba Kluft! Wetter, Bruch und Wände drohten mir das Ende in der finstern Gruft. Doch du hast bei aller Last deinen Schuß an mir erneuet und mich nun befreiet. 9. Fahr ich zur Grube froh heraus, dann dank ich dir, daß 3. Herr, auf meinen Wegen du mich zu den Meinen führst hab ich deinen Segen überall genach Haus und giebst uns Brot spürt. Du hast meine Tritte und und Ruh.doard is all meine Schritte gnädiglich re10. Doch sollt ein widriges Geschick mir in der Teufe drohn, so bist du, Herr, der Meinen Glück, ihr Trost, ihr Schild, ihr Lohn. 11. Jch lege sie in deine Hand, du wirst ihr Vater sein; dir ist kein Unfall unbekannt, der plötzlich bricht herein. 12. So komme denn die letzte Schicht auf meiner Pilgerbahn. Glück auf! Glück auf! ich zage nicht, du nimmst dich meiner an. giert. Nun kann ich mit Freuden dich, meinen Hort und Helfer, preisen und dir Dank erweisen. 4. Ja, ich will dich loben hier und einst dort oben und mich deiner freun. Stets foll mein Gemüte für die große Güte fromm und dankbar sein. Doch, mein Licht, verlaß mich nicht! Schütze ferner Leib und Seele, die ich dir befehle! 507. Mel. 19: Aus meines Herzens Grunde. Nach der Ausfahrt. 506. Gott dem Erzschöpfer droben ſei Ehr und Preis gesagt. Wir Bergleut billig loben sein große Gottesmacht, daß er, der höchste Mel. 91: Jesu, meine Freude zc. Gnädigster Erbarmer, zu dir Hort, so mancherlei Metallen nach komm ich Armer nach vollbrachter Fahrt. Du hast heut aus Gnaden mich vor allem Schaden als dein Kind bewahrt. Keine Not, kein Leid, kein Tod hat, o Vater, mich berühret, weil du mich geführet. 2. D, wie war mein Leben von Gefahr umgeben in der tiefen seinem Wohlgefallen geschaffen durch sein Wort. 2. Gold, Silber, Kupfer, Eisen, auch Wismut, Zinn und Blei ist alles hoch zu preisen als Gottes Gaben frei, die er noch allezeit läßt wachsen aus der Erden, daß wir erhalten werden durch sein Allmächtigkeit. Reiselieder. 329 noch immerdar, sie hat noch lange Zeit und Jahr gefristet unser Leben. Lieblich, fröhlich zc.d 3. D Gott, zu dir wir schreien; du treues Vaterherz wollst uns Bergleut erfreuen. Heiß wachsen reiches Erz, thu Gäng und Flötze auf und gieb uns deinen Segen, daß wir gewinnen mögen gut Erz ein ganzen Hauf. 4. Wenn wir ausfahren oder ein, sendt er uns seine Engelein, die himmlischen Heerscharen und thut denselbigen Befehl, sie sollen 4. Halt uns bei reiner Lehre unser Leib und Seel vor allem durch deine große Güt! Reich Leid bewahren. Lieblich, fröhAusbeut auch beschere, vor Schaden uns behüt, damit wir sicher sein! So laß der Engel Scharen ein und aus mit uns fahren, daß sie uns schützen fein! lich zc. 5. Herr Jesu Christ, du edler Hort, erhalt uns nur dein reines Wort, drum wir dich herzlich bitten; thu auf dein reiche milde Hand und segne unser ganzes Land, all Bergwerk und Schmelzdhütten! Hilf Herr, bescher Glück auf Erden, bis wir werden zu 508. Mel. 183: Wie schön leuchtet der 2c. Mit Freuden will ich heben an dir kommen in den Himmel aufgenommen. Matthäus Wieser, um 1658. und einen Bergreihn klingen lan dem höchsten Gott zu Ehren. Auf, auf, ihr christlichen Bergleut, rühmt Gottes groß Allmächtigkeit, helft mir sein Lob vermehren! Lieblich, fröhlich jubilieret, triumphieret, singet alle und lobt Gott mit großem Schalle! H. Reiselieder. 509. Mel. 43: Erschienen ist der herrlich 2c. 2. Zuvörderst lasset uns mit In Gottes Namen fahren wir, Fleiß dem Höchsten sagen Dank sein heilger Engel geh uns für, und Preis, daß er uns hat ge- wie dem Volk in Ägyptenland, schenket fein reines Wort, das das entging Pharaonis Hand. höchste Gut, das Leib und Seel er- Kyrieleis. quicken thut, so oft man sein gedenket. Lieblich, fröhlich 2c. 3. Glück, Heil und Segen mannigfalt, Nahrung dazu für jung und alt hat er nach Notdurft geben. Sein Gnade währt 2. Herr, du wollst unser Gleitsmann sein und mit uns gehen aus und ein und zeigen alle Steig und Steg; wehre dem Unfall auf dem Weg! Kyrieleis. 3. So wird kein Berg noch Gebetslieder. 330 tiefes Thal, kein Wasse uns irren überall; fröhlich kommn wir an unsern Ort, wenn du uns gnädig hilfest fort! Kyrieleis. 4. Herr Christ, du bist der rechte Weg zum Himmel und der einge Steg; hilf uns Pilgrimn ins Vaterland, weil du dein Blut an uns gewandt! Kyrieleis. Nikolaus Hermann. † 1561. 7. In deine Hand ergeb ich dir Leib, Seel und was ich hab bei mir, an allen Orten, nah und weit, bei jedermann, zu jeder Zeit. 8. Behüt in Gnaden Weib und Kind, Verwandte, Freunde, Haus, Gesind und was ich mehr verlassen hab; davon wend alles Unglück ab. 510. Mel. 21: Christ, der du bist der 2c. 9. Und wenn ich glücklich dann vollbracht, was zu vollbringen ich In Jesu Namen zieh ich aus, gedacht, so führe mich ſelbſt in der selbst aus seines Vaters Haus, als aus dem höchsten Freudensaal, ist kommen in dies Jammerthal. mein Haus, wie du mich hast geführet aus. 10. Und laß mich finden un versehrt, was du aus Gnaden mir beschert. Für solchen Schuh und stark Geleit, o Gott, dank an, wenn ich nicht weiter reisen kann. Zu solchen Leuten führe mich, die recht von Herzen lieben dich. 2. Was man in Jesu Namen thut, das macht uns freudig Herz und Mut, es muß in ihm geraten wohl und feines Segens ich in Ewigkeit. werden voll. 4. Befiehl den Engeln, daß sie mich auf allen Wegen sicherlich begleiten, und durch ihre Wach abwenden alles Ungemach. 3. Du, Jesu, richtest meinen Fuß, daß nichts von dir mich wenden muß. Du führst mich 511. Mel. 169: Wachet auf, ruft uns die zc. aus und wieder ein, durch dich Zieht in Frieden eure Pfade; wird alles heilsam sein. mit euch des großen Gottes Gnade und seiner heilgen Engel Wacht! Wenn euch Jesu Hände schirmen, gehts unter Sonnenschein und Stürmen getroft und froh bei Tag und Nacht. Lebt wohl, lebt wohl im Herrn! er sei euch nimmer fern spät und frühe. Vergeßt uns nicht in seinem Licht, und wenn ihr sucht sein Angesicht. Gustav Friedrich Ludwig Knat. † 1878. 5. Treib meine Sachen glücklich fort und bringe mich selbst an den Ort, dahin zu kommen ich gedenk; den Sinn der Menschen zu mir lent. 6. Laß sie mich willig nehmen Nach Johann Heermann.+ 1647. Krieg und Friede. I. Krieg und Friede. anire shihising Bad dded 512. Mel. 176: Wenn mein Stündlein 2c. Psalm 85. Herr, der du vormals haft dein Land mit Gnaden angeblicket und Israel aus Feindes Hand er löset und erquicket, der du die Sünd und Missethat, die dein Volk sonst begangen hat, hast väterlich verziehen; 2. Herr, der du deines Eifers Glut zuvor oft abgewendet und nach dem Zorn das süße Gut der Lieb und Huld gesendet: ach frommes Herz, ach unser Heil, nimm weg und hebe auf in Eil, was uns so schwer jetzt fränket. 3. du, denn nicht nun einmal wieder laben? und sollen wir an deinem laben? und sollen wir an deinem Licht nicht wieder Freude haben? Ach geuß aus deines Himmels Haus, Herr, deine Güt und Segen aus auf uns und unsre Häuser. 4. Ach daß ich hören sollt das Wort erschallen bald auf Erden, daß Friede sollt an allem Ort, wo Christen wohnen, werden! Ach daß uns Gott doch sagte zu des Krieges Schluß, der Waffen Ruh und alles Unglücks Ende! 331 nicht möchten ganz verzagen! Doch ist ja Gottes Hilfe nah, und seine Gnade stehet da all denen, die ihn fürchten. 6. Wenn wir nur fromm sind, wird sich Gott schon wieder zu uns wenden, den Krieg und alle andre Not nach Wunsch und also enden, daß seine Ehr in unserm Land und überall recht werd erkannt, ja stetig bei uns wohne. 7. Die Güt und Treue werden schön einander grüßen müssen, Gerechtigkeit einher wird gehn und Friede wird sie küssen. Die Treue wird mit Lust und Freud auf Erden blühn, Gerechtigkeit wird von dem Himmel schauen. 8. Der Herr wird uns viel Gutes thun, das Land wird Früchte geben, und die in seinem Schoße ruhn, die werden davon leben; Gerechtigkeit wird dennoch stehn und stets in vollem Schwange gehn zur Ehre seines Namens. Paul Gerhardt. † 1676. nied 513. Eigene Melodie. 166. Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten! es ist ja doch kein andrer nicht, 5. Ach daß doch diese böse der für uns könnte streiten, denn Seit jetzt wiche guten Tagen, da- du, unser Gott, alleine. mit wir in dem großen Leid Martin Luther. † 1546. 332 Gebetslieder. 514. Mel. 131: Nun Lob, mein Seel, ben 2c. Gottlob, nun ist erschollen das edle Fried- und Freudenwort, daß nunmehr ruhen sollen die Spieß und Schwerter und ihr Mord. Wohlauf und nimm nun wieder dein Saitenspiel hervor, o Deutschland, finge Lieder im hohen vollen Chor. Erhebe dein Gemüte und danke Gott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte bleibt dennoch ewiglich. 2. Wir haben nichts verdienet, als schwere Straf und großen Zorn, weil stets bei uns noch grünet der freche, schnöde Sündendorn. Wir sind fürwahr geschlagen mit harter, scharfer Rut, und dennoch muß man fragen: Wer ist, der Buße thut? Wir sind und bleiben böse, Gott ist und bleibet treu, hilft, daß sich bei uns löse der Krieg und sein Geschrei. 3. Sei tausendmal willkommen, du teure, werte Friedensgab! Jetzt sehn wir, was für Frommen dein Beiunswohnen in sich hab. In dich hat Gott verfenfet all unser Glück und Heil; wer dich betrübt und kränket, der drückt sich selbst den Pfeil des Leides in das Herze und löscht aus Unverstand die güldne Freudenferze mit seiner eignen Hand. 4. Das brückt uns niemand beffer in unfre Seel und Herz hinein, als ihr zerstörten Schlösser und Städte voller Schutt und Stein; ihr vormals schönen Auen, mit frischer Saat bestreut, jetzt traurig anzuschauen, gleich einer wüsten Heid, ihr Gräber voller Leichen und tapfrer Helden Blut, die treu und sonder Weichen gekämpft um edles Gut. sid 5. Hier trübe deine Sinnen, o Mensch und laß den Thränenbach aus beiden Augen rinnen! geh in dein Herz und denke nach! Was Gott bisher gesendet, das hast du nicht geacht; nun hat er sich ge wendet und väterlich bedacht, vom Grimm und scharfen Dringen zu deinem Heil zu ruhn, ob er dich möchte zwingen mit Lieb und Gutesthun. 6. Ach laß dich doch erwecken! wach auf! wach auf! du harte Welt, bevor der letzte Schrecken dich schnell und plötzlich überfällt. Wer aber Christum liebet, sei unerschrocknen Muts; der Friede, den er giebet, bedeutet alles Guts. Er will die Lehre geben: das Ende naht herzu, da sollt ihr bei Gott leben in Fried und ewger Ruh. Paul Gerhardt. † 1676. K. Jn Seuchen und Krankheiten. 515. Mel. 21: Chrift, der du bist der helle ac. Ach hilf, o Helfer Jesu Christ, weil Hilfe hoch vonnöten ist, be In Seuchen und Krankheiten. 333 wahr uns, Herr; ach Herr, be- aus; und wenn wir im Berufe wahr bei soviel Krankheit und stehn, so laß den Tod vorübergehn. Gefahr. algod 12. Schon viele sind hinweggerafft inmitten ihrer Bilgerschaft, und viele liegen auf den Tod in bittrer jammervoller Not. 3. Du fährst, Herr, auch an diesem Ort mit deiner scharfen Strafe fort und mahnest, daß wir deine Huld verscherzt durch schwere Sündenschuld. ork mard sur 4. Ach ja, wir selbst gestehn es frei, daß gar nichts Gutes an uns sei, und daß wir alle, jung und alt, dich, Herr, erzürnt so mannigfalt. C 5. Doch reuets uns von Herzensgrund, wir bitten dich zu dieser Stund: Laß Gnade walten doch für ob diesem fündigen Geſchlecht. red tugh has been him 6. D Gottes Sohn, Herr Jesu Christ, dieweil du unser Mittler bist und hast genug für uns gethan, nimm unser dich beim Vater an. 7. Vertritt du aus Barmherzigkeit uns all in dieser bösen Zeit; die Seuche nimm von unserm Ort und fahre nicht mit Strafen fort. 8. Noch hast du viele, Herr, beschirmt, daß sie die Krankheit nicht bestürmt; sei doch auch ferner Schild und Wehr, daß keinen mehr ihr Gift versehr. 9. Laß keine Plag in unser Haus einbrechen, wenn wir gehen 10. Gieb, daß die Seuche, die da schleicht im Finstern, wieder von uns weicht; laß deiner Engel starken Schutz uns all umstehn zu Hilf und Truß. 11. Dann wollen wir dir allzumal Lobopfer bringen ohne Zahl, wenn deine Lieb und große Treuwird alle Morgen wieder neu. 12. Wir wollen auch in Heiligkeit vollbringen unsre Lebenszeit, bis auf dein Wort des Todes Hand uns heimführt in das Vaterland. Nach einem älteren Liede bearbeitet von Albert Knapp. † 1864. 516. Eigene Melodie. 57. Gott, den ich als Liebe kenne, der du Krankheit auf mich legst und des Leidens Glut erregst, daß ich davon glüh und brenne: o verbrenne doch in mir, was den Geist bisher gehindert und der Liebe Regung mindert, die mich ziehen will zu dir. 2. In der Schwachheit sei du kräftig, in den Schmerzen sei mir süß; schaffe, daß ich dich genieß, wenn die Krankheit streng und heftig. Denn was jetzt den Leib erregt, was mein Fleisch und Mark verzehret, was den Körper jetzt beschweret, hat die Liebe auferlegt. Gebetslieder. 334 3. Leiden ist jetzt mein Geschäfte; andres kann ich jetzt nicht thun, als nur in dem Leiden ruhn. Leiden müssen meine Kräfte, leiden ist jetzt mein Gewinnst; das ist jetzt des Vaters Wille, den verehr ich sanft und stille; leiden ist mein Gottesdienst. 4. Gott, ich nehms aus deinen Händen als ein Liebeszeichen an; denn in solcher Leidensbahn willst du meinen Geist vollenden. Auch die Labung, die man mir zu des Leibes Notdurft giebet, kommt von dir, der mich geliebet; alles kommt, mein Gott, von dir. 5. Laß nur nicht den Geist er müden bei des Leibes Mattigkeit, daß er sich zu aller Zeit in dich sent in Lieb und Frieden. Laß des Leibes Angst und Schmerz nicht der Seelen Auffahrt hindern und die Ruhe in mir mindern; unterstütze du das Herz. 6. Hilf mir, daß ich ganz bescheiden, ganz in Ruh mit Freundlichkeit, stille mit Gelassenheit mög auf meinem Bette leiden. Denn wer hier am Fleische leidt, wird errettet von den Sünden, so den Körper oft entzünden, und an seinem Geist erneut. 7. Dir empfehl ich nun mein Leben und dem Kreuze meinen nicht mehr kann verderben; denn die Liebe reinigt mich. Christian Friedrich Richter. † 1711. 517. Mel. 148: D Welt, ich muß dich laffen. Ich hab in guten Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelassen mich auch in Leiden fassen; welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfft und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? Leib; gieb, daß ich mit Freuden Auch auf des Todes Pfade verbleib an dich völlig übergeben. Denn so weiß ich festiglich, ich mag leben oder sterben, daß ich trau ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Not. 6. Ich will dem Kummer wehren, In allerlei gemeiner Not. gut ist, wird geschehn. Christian Fürchtegott Gellert.+ 1769. 519. Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Der Herr Mel. 156: Singen wir aus Herzensgrund. wird alles lenken; und, was mir Treuer Wächter Israel, des fich freuet meine Seel, der du kennest alles Leid deiner armen Christenheit; o du Wächter, der du nicht schläfst noch schlummerst, zu uns richt dein hilfreiches Angesicht. 2. Schau, wie große Not und Mel. 165: Bater unfer im Himmelreich. Qual trifft dein Volk jetzt überall; 518. täglich wird der Trübsal mehr. Nimm von uns Herr, du treuer Gott, die schwere Straf und große Not, die wir mit Sünden ohne Zahlverdienet haben allzumal. Behüt vor Krieg und teurer Zeit, vor Seuchen, Feur und großem Leid. Hilf, ach hilf, schüß deine Lehr. Wir verderben, wir vergehn; nichts wir sonst vor Augen fehn, wo du nicht bei uns wirst ſtehn. 2. Erbarm dich deiner bösen Knecht; wir bitten Gnad und nicht das Recht; denn so du, Herr, den rechten Lohn uns geben wolltst nach unserm Thun, so müßt die ganze Welt vergehn, und könnt kein Mensch vor, dir bestehn. 3. Hoherpriester Jesu Christ, der du eingegangen bist in das Heiligtum zu Gott durch dein Kreuz und bittern Tod, uns verföhnt mit deinem Blut, ausgelöscht der Höllen Glut, wiederbracht das höchste Gut, L. In allerlei gemeiner Not. da 3. Ach Herr Gott, durch die Treue dein mit Trost und Rettung uns erschein; beweis uns deine große Gnad, straf nicht nach unsrer Missethat; wohn uns mit deiner Güte bei und sprich von unsrer Schuld uns frei. 335 4: Gedenk an deines Sohnes Tod, an seine bittre Kreuzesnot; die sind ja für die ganze Welt die Zahlung und das Lösegeld. Des trösten wir uns allezeit und hoffen auf Barmherzigkeit. Martin Moller. † 1606. 4. Sikest nun in Vaters Reich ihm an Macht und Ehren gleich, unser einger Gnadenthron, seine höchste Freud und Kron, den er in dem Herzen trägt, wie sich selbst zu lieben pflegt, dem er keine Bitt abschlägt: 5. Kläglich schreien wir zu dir, klopfen an die Gnadenthür; wir, die du mit höchstem Ruhm dir erkauft zum Eigentum: Herr, dich gnädig zu uns wend, mach des Vaters Zorn ein End, der wie lauter Feuer brennt. 6. Jesu, der du Jefus heißt, Gebetslieder. 336 als ein Jesus Hilfe leist! Hilf mit Tod, Frieden wiederbracht bei deiner starken Hand; Menschenhilf Gott: gicb uns Frieden gnädighat sich gewandt. Eine Mauer lich, so wird dein Volk freuen um uns bau, daß dem Feinde sich, dafür ewig preisen dich. davor grau, der mit Zittern sie anschau. Johann Heermann. † 1647. 520. 7. Liebster Hort, Immanuel, du Beschützer meiner Seel, Gott mit uns in aller Not, neben uns Eigene Melodie. 177. und in uns Gott, Gott für uns Wenn wir in höchsten Nöten zu aller Zeit! Truß dem, der uns thu ein Leid! Gottes Straf ist ihm bereit. sein und wissen nicht, wo aus noch ein, und finden weder Hilf noch Rat, ob wir gleich sorgen früh und spat: 8. Deines Vaters starker Arm, komm und unser dich erbarm! Laß jetzt sehen deine Macht, drauf wir hoffen Tag und Nacht; aller Feinde Bündnis trenn, daß dich alle Welt erkenn, aller Herren Herren nenn. 9. Andre traun auf ihre Kraft, auf ihr Glück und Ritterschaft; deine Christen traun auf dich, auf dich traun sie festiglich. Laß sie werden nicht zuschand, bleib ihr Helfer und Beistand, sind sie dir doch wohlbekannt. 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zusammen ins gemein dich rufen an, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Not; 3. Und heben unser Aug und Herz zu dir in wahrer Reu und Schmerz und flehen um Begnadigung und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißest gnädiglich allen, die darum bitten dich im Namen deins Sohns Jesu Christ, der unser Heil und Fürsprach ist. 10. Du bist ja der Held und Mann, der den Kriegen steuern kann, der da Spieß und Schwert zerbricht, der die Bogen macht zu5. Drum kommen wir, o Herre nicht, der die Wagen gar ver- Gott, und klagen dir all unfre brennt und der Menschen Herzen wendt, daß der Krieg gewinnt ein End. Not; weil wir jetzt stehn verlassen gar in großer Trübsal und Gefahr. 11. Friedensfürst voll Macht 6. Steh uns in unserm Elend und That, der der Schlange Kopf bei, mach uns von allen Plagen zertrat an dem Kreuz durch seinen frei; sieh nicht an unsre Sünde Lob- und Danklieder. 337 groß, sprich uns davon in Gna- dir, gehorsam sein nach deinem den los, Wort, dich allzeit preisen hier 7. Auf daß von Herzen können und dort. wir nachmals mit Freuden danken Paul Eber.+ 1569. 3. Lob- und Danklieder. 521. Eigene Melodie. 66. Te deum laudamus. Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir danken dir. Dich, Vater in Ewigkeit, ehrt die Welt weit und breit. All Engel und Himmelsheer, und was dienet deiner Ehr, auch Cherubim und Seraphim singen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott! heilig ist unser Gott! heilig ist unser Gott, der Herre Zebaoth! Jungfrau Schoß, zu machen uns von Sünden los. Du hast dem i Tod zerstört sein Macht und all Christen zum Himmel bracht. Du sitst zur Rechten Gottes gleich mit aller Ehr ins Vaters Neich. Ein Richter du zukünftig biſt alles, was tot und lebend ist. 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, Gott Vaters ewger Sohn du bist, hast nicht verschmäht der 2. Dein göttlich Macht und Herrlichkeit geht über Himml und Erden weit. Der heiligen zwölf Boten Zahl und die lieben Propheten all, die teuren Märtrer 5. Täglich, Herr Gott, wir allzumal loben dich, Herr, mit loben dich und ehrn dein Namen großem Schall. Die ganze werte Christenheit rühmt dich auf Erden allezeit. Dich, Gott Vater im höchsten Thron, deinen rechten und eingen Sohn, den heilgen Geist und Tröster wert mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. stetiglich. Behüt uns heut, o treuer Gott, vor aller Sünd und Missethat. Sei uns gnädig, o Herre Gott, sei uns gnädig in aller Not. Zeig uns deine Barmherzigfeit, wie unsre Hoffnung zu dir steht. Auf dich hoffen wir, lieber Herr, in Schanden laß uns nimmermehr. Amen. 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, die durch dein Blut erlöset sein. Laß uns im Himmel haben Teil mit den Heilgen am ewgen Heil. Hilf deinem Volk, dein Erbteil ist. Wart und pfleg Herr Jesu Christ, und segne, was ihr zu aller Zeit und heb sie hoch in Ewigkeit. Martin Luther. † 1546. ( Nach dem Ambrosianischen Lobgefange.) 22 338 Lob- und Danklieder. 522. Mel. 45: Es ist das Heil uns 2c. 3. Er ist es, ja er ist es wert, Bis hieher hat mich Gott ge- der König Himmels und der Erd, bracht durch seine große Güte, daß nicht ein Tag vorübergeh, da bis hieher hat er Tag und Nacht man nicht dankbar vor ihm steh. bewahrt Herz und Gemüte, bis 4. Dies ist der Engel edles hieher hat er mich geleit, bis Amt, die Gottes Feuer angehieher hat er mich erfreut, bis flammt, und wollen wir einst hieher mir geholfen.dog Engel sein, so schicken wir uns 2. Hab Lob und Ehre, Preis bald darein. und Dank für alle deine Treue, die du, o Gott, mir lebenslang bewiesen stets aufs neue; in mein Gedächtnis schreib ich an: Der Herr hat Großes mir gethan, bis hieher mir geholfen. 3. Hilf fernerhin, mein treuer Hort, hilf mir zu allen Stunden, hilf mir an all und jedem Ort, hilf mir durch Jesu Wunden; damit ich rühme bis zum Tod: Durch Christi Blut hilft mir mein Gott, er hilft, wie er geholfen. Amilia Juliana Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt. † 1706. 523. Mel. 65: Herr Gott, dich loben alle 2c. Kommt, Menschenkinder, rühmt und preist Gott, Vater, Sohn und heilgen Geist, die allerhöchste Majestät, vor welcher Augen ihr jetzt ſteht. men ein, das Herz soll nicht entfernet sein. 2. Jhr Lippen, hebet freudig an, die Zunge folge, was sie kann, Verstand und Wille stim5. Die Welt, die gar im argen liegt und uns mit ihrem Schein betrügt, hält zwar von Gottes Lob nicht viel, weil Eigenlob ihr eitles Ziel. 6. Wir selbst, die wir im Fleische sind, wenn uns nicht treibt des Herren Wind, vergessen Gottes Ruhm gar sehr, die Klagelieder hört man mehr. 7. Denn unser unvergnügtes Herz macht ohne Not sich manchen Schmerz und denkt indes gar wenig dran, was Gott ihm hat zugut gethan. 8. Doch Herr, es soll nun besser gehn, weil Mund und Augen offen stehn; im Schmuck des Glaubens bringen wir die Opfer unfrer Lippen dir. 9. Nimm an den schwachen Preis und Ruhm von deinem Volk und Eigentum, hör unserm, Lied in Gnaden zu, du treuer Gott und Vater du! 10. Wann kommt die Zeit, wann kommt der Tag, da man, Lob- und Danklieder. befreit von aller Plag, dir tausend Halleluja bringt und Heilig, heilig, heilig! singt? 525. Eigene Melodie. 107. Pfalm 146. Valentin Ernst Löfcher.+1749. Lobe den Herren, o meine Seele! Ich will ihn loben bis in Tod. Weil ich noch Stunden auf Erden zähle, will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, werde gepriesen früh und spat. Halleluja, Halleluja! 524.09 Eigene Melodie. 106. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren, meine geliebete Seele, das ist mein Begehren. Rommet zu Hauf, Psalter und Harfe, wacht auf, lasset den Lobgesang hören! 2. Lobe den Herren, der alles 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber ge fällt. Hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet. In wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet! 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet. Denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet! 339 5. Lobe den Herren; was in mir ist, lobe den Namen! Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen! Er ist dein Licht, Seele, vergiß es ja nicht! Lobende, schließe mit Amen! Joachim Neander.+ 1680. 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, und kehren um zu ihrem Staub; ihre Anschläge sind Grab nimmt seinen Raub. Weil auch verloren, wenn nun das denn kein Mensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hilfe an. Halleluja, Halleluja! 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, des Hilfe der Gott Jafobs ist; welcher vom Glauben sich nicht läßt trennen und hofft getroft auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rat und That. Halleluja, Halleluja! 4. Dieser hat Himmel und Meer und Erden, und was darinnen ist, gemacht; alles muß pünktlich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Halleluja, Halleluja! 5. Beigen sich welche, die Unrecht leiden, er ists, der ihnen Recht verschafft. Hungrigen will 22* Lob und Danklieder. 340 hören. Lobet den Herren! er zur Speis bescheiden, was Lob ist schön und lieblich anzuihnen dient zur Lebenskraft. Die hart Gebundenen macht er frei, seine Genad ist mancherlei. Halle luja, Halleluja! 2. Singt um einander dem Herren mit Danken, lobt ihn mit Harfen, unfern Gott, den werten; denn er ist mächtig und von großen Kräften. Lobet den Herren! 6. Sehende Augen giebt er den Blinden, erhebt, die tiefgebeuget gehn; wo er kann einige 3. Er kann den Himmel mit Fromme finden, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsicht ist der Fremden Truk, Witwen und Waisen hält er Schuh. Halle luja, Halleluja! davidvine Wolken bedecken, und giebet Regen, wann er will, auf Erden; er läßt Gras wachsen hoch auf dürren Bergen. Lobet den Herren! 4. Der allem Fleische giebet seine Speise, dem Vieh sein Futter väterlicher Weise, den jungen Raben, wenn sie ihn anrufen. Lobet den Herren! 7. Aber der Gottvergessenen Tritte kehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen verkehrte Schritte und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich; Zion, dein Gott sorgt stets für dich. Halleluja, Halleluja! 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen des, der so große Wunder thut. Alles, was Odem hat, rufe Amen! und bringe Lob mit frohem Mut. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heilgen Geist. Halleluja, Halleluja! Johann Daniel Herrnschmidt. † 1723. 5. Danket dem Herren, Schöpfer aller Dinge; der Brunn des Lebens thut aus ihm entspringen gar hoch vom Himmel her aus seinem Herzen. Lobet den Herren! 6. D Jesu Christe, Sohn des Allerhöchsten! gieb du die Gnade allen frommen Christen, daß sie dein Namen ewig preifen, Amen. Lobet den Herren! Nikolaus Selnecker(?). † 1592. 527. 526. d Mel. 131: Nun lob, mein Seel, ben Herren. Psalm 65, 2-5. Mel. 108: Lobet et den Herren, alle 2c. Psalm 147. Man lobt dich in der Stille, du hocherhabner Zions- Gott; des Rühmens ist die Fülle vor dir, du starker Zebaoth. Du bist doch, Lobet den Herren, denn er ist sehr freundlich; es ist sehr föstlich, unsern Gott zu loben, sein Herr, auf Erden der Frommen Lob- und Danklieder. Zuversicht; in Trübsal und Beschwerden läßt du die Deinen nicht: drum soll dich stündlich ehren mein Mund vor jedermann und deinen Ruhm vermehren, so lang er lallen kann. Macht mich an das Tageslicht gebracht, mit Leib und Seele schön geziert, und in die Christenheit geführt. 3. Die böse Lust, die in mir shaft, hat zur Verdammnis feine Kraft, weil du mich wieder in der Tauf zu deinem Kind genommen auf. 2. Es müssen, Herr, sich freuen von ganzer Seel und jauchzen schnell, die unaufhörlich schreien: Gelobt sei der Gott Jsrael! Sein Name sei gepriesen, der große Wunder thut und der auch mir erwiesen das, was mir nütz und gut: Nun, das ist meine Freude, zu hängen fest an dir, daß nichts mich von dir scheide, so lang ich lebe hier. 69 33. Herr, du haft deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht; denn als die Schwachen kamen, hast du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad erzeiget, nun, wie vergelt ichs dir? ach, bleibe mir geneiget, so will ich für und für den Kelch des Heils erheben und preisen weit und breit dich, Herr mein Gott, im Leben und dort in Ewigkeit. Johann Nift. † 1667. 528. Mel. 189: Wo Gott zum Haus 2c. Mein Gott, ich danke herzlich dir für alle Güte, die du mir von Kindheit bis auf diese Stund so überflüssig haft gegönnt. 2. Du hast durch deine große 341 4. Wiewohl sich leider Schwachheitsünd an mir noch immer häufig find, so hast du doch durch deinen Sohn dieselbe mir vergeben schon. 5. Viel tausend Gnade haft du mir auch sonst erwiesen für und für. Ich spür es stets und überall, drum sag ich billig noch einmal: 6. Mein Gott, ich danke herzlich dir für alle Güte, die du mir von Kindheit bis auf diese Stund so überflüssig haft gegönnt. 7. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron, welch ihm auch also sei bereit von nun an bis in Ewigkeit! Unbekannter Dichter. 529. 940 Eigene Melodie. 125. Sirach 50, 24-26. Nun Lun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut und noch jetzund gethan. 342 Lob- und Danklieder. 2. Der ewig reiche Gott woll und werf all Angst, Furcht, Sorg uns bei unserm Leben ein immer und Schmerz ins Meeres Tiefe fröhlich Herz und edlen Frieden hin. geben und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort und uns aus aller Not erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis fei Gott, dem Vater und dem Sohne und dem, der beiden gleich im höchsten Himmelsthrone, dem dreieinigen Gott, wie es im Anfang war und ist und bleiben wird jekund und immerdar. Martin Rintart. † 1649. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn auf unserm Vaterland, er gebe Glück zu unserm Thun und Heil zu allem Stand. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn 7. Er lasse seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn, was aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil und bleib auch, wenn wir von der Erd abscheiden, unser Teil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ewgen Ruh. Paul Gerhardt. † 1676. 530. Mel. 109: Lobt Gott, ihr Christen 2c. Sirach 50, 24-26. Nun danket all und bringet Ehr, 531. ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeldt. Mel. 65: Herr Gott, dich loben alle wir. Pfalm 100. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höchsten Nun jauchzt dem Herren, alle Gut, der seine Wunder überall und große Dinge thut. Welt! kommt her, zu seinem Dienst euch stellt, kommt mit Frohlocken, säumet nicht, kommt vor sein heilig Angesicht. 3. Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält und, wo kein Mensch uns helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt. 4. Der, ob wir ihn gleich hochbetrübt, doch bleibet gutes Muts, die Straf erläßt, die Schuld vergiebt und thut uns alles Guts. 2. Erkennt, daß Gott ist unser Herr, der uns erschaffen ihm zur Ehr, und nicht wir selbst; durch Gottes Gnad ein jeder Mensch sein Leben hat. costring 3. Er hat uns ferner wohl bedacht und uns zu seinem Volk gemacht, zu Schafen, die er ist Lob- und Danklieder. 343 bereit zu führen stets auf grüner Adler gleich. Der Herr schafft Weid. Recht, behütet die Leidenden im Reich. 2. Er hat uns wissen lassen sein herrlich Recht und sein Gericht, dazu sein Güt ohn Maßen; es mangelt an Erbarmung nicht. 5. Dankt unserm Gott, lob- straft nicht nach unsrer Schuld, Sein Zorn läßt er bald fahren, finget ihm, lobsinget ihm mit die Gnad thut er nicht sparen, lauter Stimm, lobfingt und danket den Blöden ist er hold. Sein allesamt; Gott loben, das ist Güt ist hoch erhaben ob dem, der unser Amt. fürchtet ihn; so fern der Ost vom Abend, ist unsre Sünd dahin. 4. Jhr, die ihr bei ihm wollet sein, kommt, geht zu seinen Thoren ein mit Loben durch der Psalmen Klang, zu seinem Vorhof mit Gesang. 6. Er ist voll Güt und Freundlichkeit, voll Treu und Lieb zu jeder Zeit, sein Gnade währet dort und hier, und seine Wahrheit für und für. 7. Gott Vater in dem höchsten Thron und Jesus Christ, sein einger Sohn, samt Gott, dem werten heilgen Geist, sei nun und immerdar gepreist! David Denicke(?). † 1680. 3. Wie Väter sich erbarmen ob ihrer jungen Kindelein, so thut der Herr uns Armen, wenn wir ihn kindlich fürchten rein. Er kennt das arm Geschlechte und weiß, wir sind nur Staub, dem Grase gleich Gemächte, ein Blum und fallend Laub. Der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da; also der Mensch vergehet, sein End, das ist ihm nah. 532. Eigene Melodie. 131. 4. Die Gottesgnad alleine steht fest und bleibt in Ewigkeit bei seiner liebn Gemeine, die steht Psalm 103. Nun lob, mein Seel, den Herren, in seiner Furcht bereit; die seinen Bund behalten. Er herrscht im Himmelreich. Ihr starken Engel waltet seins Lobs und dient zugleich dem großen Herrn zu Ehren und treibt sein heilges Wort. Mein Seel soll auch vermehren was in mir ist, den Namen sein. Sein Wohlthat thut er mehren, vergiß es nicht, o Herze mein! Hat dir dein Sünd vergeben und heilt dein Schwachheit groß, errett dein armes Leben, nimmt dich in seinen Schoß, mit reichem sein Lob an allem Ort. Trost beschüttet, verjüngt dem Johann Gramann. † 1541. 344 Lob- und Danklieder. 533. Dia ad buldom ronis Eigene Melodie. 136. daß ich tausend Zungen hätte und einen tausendfachen Mund! so stimmt ich damit um die Wette vom allertiefsten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. 2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! D daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang es noch im Laufe geht! Ach wär ein jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gefang! dig 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf! braucht allen euern Fleiß und stehet munter im Geschäfte zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich. 4. Jhr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gräschen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein! 5. Ach alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehilfen geben, denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn.ned 6. Lob sei dir, allerliebster Bater, für Seel und Leib, für Hab und Gut; Lob sei dir, mildester Berater, für alles, was dein Lieben thut, das alles in der ganzen Welt zu meinem Nußen hat bestellt. bas 7. Mein treuster Jesu, sei gepriesen, daß dein erbarmungsvolles Herz sich mir so hilfreich hat erwiesen, daß es durch Blut und Todesschmerz mich von des Satans Joch befreit und dir zum Eigentum geweiht. und mann 8. Auch dir sei ewig Ruhm und Ehre, o heilger werter Gottesgeist, für deines Trostes süße Lehre, die mich ein Kind des Lebens heißt; denn wo was Guts von mir geschicht, das wirket nur dein göttlich Licht. 9. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr Gott Zebaoth. Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. ortodont 10. Ich hab es ja mein Lebetage schon so manch liebes Mal gespürt, daß du mich unter vieler Plage zwar wunderbar, doch wohl geführt; denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. misdal 100 11. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem fteten Lobe ſtehn? Wie wollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphierend Lob- und Danklieder. 345 darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht, ist alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! du nomie crit einher gehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein.malah 12. Ich will von deiner Güte fingen, so lange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer 4. Ich rief dem Herrn in bringen, so lange sich mein Herz meiner Not: Ach Gott, vernimm bewegt; ja, wenn der Mund wird mein Schreien! Da half mein kraftlos sein, so stimm ich noch Helfer mir vom Tod und ließ mit Seufzen ein.mir Trost gedeihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir; ach danket, danket Gott mit mir, gebt unserm Gott die Ehre! 13. Ach nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin; im Himmel soll es besser werden, wenn ich wie Engel 5. Der Herr ist noch und Gottes*) bin; da sing ich dir im nimmer nicht von seinem Volk höhern Chor viel tausend Halle- geschieden; er bleibet ihre Zuverluja vor.* Matth. 22, 30. sicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Johann Menger. † 1734 Mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hilf ermangeln muß, die alle Welt erzeiget, so kommt, so hilft der Überfluß, der Schöpfer selbst und neiget die Vateraugen denen zu, die sonsten nirgends finden Ruh. Gebt unserm Gott die Chre! 534. Mel. 45: Es ist das Heil uns 2c. Dei Lob und Ehr dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüte mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt. Gebt unserm Gott die Ehre! eppt 2. Es danken dir die Himmelsheer, o Herrscher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfermacht, die alles also wohl bedacht. Gebt 8. Jhr, die ihr Christi Namen unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren; man soll, o Gott, den Lobgefang an allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre fich, mein Geist und Leib erfreue dich! Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten, nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! 346 Lob- und Danklieder. Die falschen Gößzen macht zu send-, tausendmal sei dir, großer Spott, der Herr ist Gott, der König, Dank dafür! Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, Herr, mein Gott, 9. So kommet vor sein An- zu mir, um mein Herze zu begesicht mit jauchzenvollem Sprin- reiten, ganz sich zu ergeben dir, gen, bezahlet die gelobte Pflicht daß mein gänzliches Verlangen und laßt uns fröhlich fingen: möcht an deinem Willen hangen. Gott hat es alles wohl bedacht, Tausend-, tausendmal sei dir, und alles, alles recht gemacht! großer König, Dank dafür! Gebt unserm Gott die Ehre! Johann Jakob Schüt. † 1690. 5. Wie ein Vater nimmt und giebet, wies den Kindern nützlich ist, so hast du mich auch geliebet, Herr, mein Gott, zu jeder Frist und dich meiner angenommen, wenns aufs höchste war gekommen. Tausend-, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 6. Du hast mich auf Adlerflügeln oft getragen väterlich, in den Thälern, auf den Hügeln wunderbar errettet mich; schiens, daß alles auch zerrinne, ward ich deiner Hilfe inne. Tausend-, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 7. Fielen tausend mir zur Seiten und zehntausend um mich her, ließest du mich doch begleiten durch der Engel starkes Heer, daß den Nöten, die mich drangen, ich durch deinen Schuh entgangen. Tausend-, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 8. Vater, du hast mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit; du auch haft zu mir geneiget, Jesu, deine Freundlichkeit, und durch 535. Mel. 170: Walle stets, o Christ 2c. Won Somit soll ich dich wohl loben, mächtiger Herr Zebaoth? Sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott; denn ich kann mit nichts erreichen deine Gnad und Liebeszeichen. Tausend-, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 2. Herr, entzünde mein Gemüte, daß ich deine Wundermacht, deine Gnade, Treu und Güte stets erhebe Tag und Nacht, da von deinen Gnadengüssen Leib und Seele zeugen müssen. Tausend-, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 3. Wahrlich, wenn ich überlege, wie mit Lieb und Gütigkeit du durch so viel Wunderwege mich geführt die Lebenszeit, so weiß ich kein Ziel zu finden, weiß den Grund nicht zu ergründen. Tau 347 dich, o Geist der Gnaden, werd 2. Himmel, lobe prächtig deines ich stets noch eingeladen. Tau Schöpfers Thaten mehr, als aller send-, tausendmal sei dir, großer Menschen Staaten! Großes Licht König, Dank dafür! do der Sonne, sende deine Strahlen, and 9. Tausendmal sei dir ge- die das große Rund bemalen! fungen, Herr, mein Gott, Preis, Lobet gern! Mond und Stern, Lob und Dank, daß es mir bis- seid bereit zu ehren einen solchen her gelungen. Ach laß meines Herren. Lebens Gang ferner noch durch Jesu Leiten gehen in die Ewigkeiten. Da will, Herr, ich für und für ewig, ewig danken dir. 3. D du meine Seele, singe fröhlich, singe, singe deine Glaubenslieder! Was den Odem holet, jauchze, preise, klinge, wirf dich in den Staub darnieder! Er ist Gott Zebaoth, er ist nur zu loben hier und ewig droben. 150 Judwig Andreas Gotter. † 1735. To hold 536. bo mu doportal Lob- und Danklieder. Eigene Melodie. 191. Wunderbarer König, Herrscher von uns allen, laß dir unser Lob gefallen! Deine Gnadenströme hast du lassen fließen, ob wir schon dich oft verließen. Hilf uns noch, stärk uns doch, laß die Zunge loben. fingen, laß die Stimm erklingen! dhe hedhuro.birs and kald n dumontun 4. Halleluja bringe, wer denHerren kennet, wer den Herren Jesum liebet! Halleluja finge, welcher Christum nennet, fich von Herzen ihm ergiebet. D wohl dir! glaube mir, endlich wirst du droben ohne Sünd ihn Joachim Neander. † 1680. alon sorts and mo dis V. Standes- und Berufslieder. 1. Vaterland und Obrigkeit. 537. Eigene Melodie. 56. Gieb unserm Fürsten und aller Obrigkeit Fried und gut Regiment, daß wir unter ihnen ein geruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Amen. sudahmad nine she lich 1566. 4. Gott woll uns hoch beglücken, mit Lieb und Treue schmücken den Fürsten und das Land, auf daß der Zwietracht Sünde fern sei, und uns um538.winde des goldnen Friedens Himmelsband. Sott Mel. 148: D Welt, ich muß dich laffen. ott woll uns hoch beglücken, mit steten Gnadenblicken auf unsern König sehn, ihn schützen auf dem Throne, auf seinem Haupt die Krone lang uns zum Segen lassen stehn. smord 3. Gott woll uns hoch beglücken, fein festes Siegel drücken auf jede Königsthat, daß Freud aus ihr die Fülle und Heil und Segen quille zum Wohl, das keinen Wandel hat. Klaus Harms. † 1855. 539. Mel. 50: Freu dich sehr, o meine 2c. Vater, kröne du mit Segen unsern König und sein Haus, 2. Gott woll uns hoch be- führ durch ihn auf deinen Weglücken, mit seinen Gaben gen herrlich deinen Ratschluß schmücken das ganze Königshaus, aus! Deiner Kirche sei er Schuß, darüber mächtig walten, den teuren Stamm erhalten bis in die fernste Zeit hinaus. de fegne, segne unsern König! deinen Feinden biet er Truß. Sei du dem Gesalbten gnädig, Vaterland und Obrigkeit. Kirche und Schule. 349 ehret! das, o Herr, ist dein Gebot, und du hast es selbst bewähret, warst gehorsam bis zum Tod. Wer dich liebt, der folget dir; drum so beten alle wir: Vor Empörung schirm uns gnädig, segne, segne unsern König! 6. Gieb uns Mut in den Gefahren, wenn der Feind uns ernst bedroht, daß wir Treue dann bewahren, gehen freudig in den Tod. Du bist unser Siegspanier! Gott mit uns! so singen wir. Deine Treuen krönst du gnädig; segne, segne unfern König! 7. Breite, Herr, dein Reich auf Erden, auch in unserm Lande aus, daß wir deine Bürger werden, ziehen in dein Vaterhaus. Frieden und Gerechtigkeit gieb uns, Gott, zu aller Zeit. Sei du deinem Volke gnädig, segne, segne unsern König! Wilhelm Hülsemann. † 1865. 2. Rüst ihn mit des Glaubens Schilde, reich ihm deines Geistes Schwert; daß Gerechtigkeit und Milde ihm des Friedens Heil gewährt! Mach ihm leicht die schwere Last, die du auferlegt ihm haft. Sei in Jesu du ihm gnädig, schütze, segne unsern König! 3. Sammle um den Thron die Treuen, die mit Rat und frommem Flehn fest in deiner Streiter Reihen für des Landes Wohlfahrt stehn. Baue um den Königsthron eine Burg, o Gottes Sohn; sei du ihm auf ewig gnädig, leite, segne unsern König! 4. Nähre du die heilge Flamme, die das Herz des Volks erneut, daß es unserm Königsstamme Treue bis zum Tode weiht. In der Zeiten langer Nacht hast du über ihm gewacht und ihn uns erhalten gnädig; segne, segne unsern König! 5. Fürchtet Gott, den König 2. Kirche und Schule. ke matri A. Bei Einführung eines Predigers oder Lehrers. Q540. Herde zugeführt. Heil uns, daß du so treu die Deinen liebst und fromme Hirten deiner Herde giebst. our • Mel. 35: Dir, bir, Jehovah, will ich 2c. 2. Sei auch mit diesem deinem Dich, Jesu, preisen unsre Lie- Knechte, mach offenbar durch ihn der, dich, Herr, der seine Kirche dein teures Wort, dein Licht stets regiert; du gabst uns einen und deine heilgen Rechte, und Hirten wieder, du hast ihn dieser wie du hilfft den Deinen hier 350 do Rirche und Schule. und dort, so wird die Herde, die Himmel führen, und die voll er weiden soll, durch seinen Dienst des wahren Glaubens voll. Eifer, Geist und Kraft von göttlich tiefer Wissenschaft das Herz der Sünder rühren. Treue Hirten laß den Seelen niemals fehlen und die Herden mit den Hirten selig werden. TON 3. Verleih ihm Mut und Geistesstärke, erhalt in ihm den frommen Hirtensinn, daß er in seinem Amt und Werke seh unverwandt, Herr, auf dein Vorbild hin. Ihn rühre weder Menschengunst noch Dräun, sein Hoffen gehe stets auf dich allein. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, den du uns gesandt. Herr, segne sein Geschäfte! Die Seelen, die sich 4. Verleih, daß tief ins Herz ihm vertraun, durch Lehr und uns dringen des Lebens Worte, Leben zu erbaun, gieb Weisheit die sein Mund uns lehrt, so ihm und Kräfte. Lehr ihn, hilf werden wir viel Früchte brin- ihm thun und leiden, dulden, gen, so wird durch ihn dein göttlich Reich gemehrt. Sei hier, o Herr, sein Schild und großer Lohn, dort preis er dich samt uns, vor deinem Thron. Samuel Christian Gottlieb Küster. † 1838. streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn, laß ihn sein Amt mit Freuden thun; nichts sei, das ihn betrübe! Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, gieb uns ein Herz, das folgsam hört, ein Herz voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste stehen und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unsern Lehrer, unsern Freund, uns dir entgegenführen. Du giebst ihm unter seine Hand die Seelen als ein Unterpfand; laß keine ihn verlieren. Jefu, hilf du, beut die Hände, daß am Ende Hirt und Herde treu vor dir erfunden werde.stoni) silk 541. dit Mel. 183: Wie schön leuchtet der 2c. Jesu, Herr der Herrlichkeit, du König deiner Christenheit, du Hirte deiner Herden! Du siehst auf die erlöste Welt, regierst sie, wie es dir gefällt, sorgst, daß sie selig werden. Von dir sind wir auch erwählet, zugezählet den Erlösten, die du segnen willst und trösten. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, nach deinem Sinn ihm Hirten giebst, die es zum 6. Sei uns gesegnet, Knecht Kinder- und Schullieder. 351 Willen ruhn, lehr uns nach deinem Vorbild thun. des Herrn! Du kommst im Na- Kreatur: Hilf uns in deinem men unsers Herrn, in Jesu Christi Namen. O Hirte, nimm uns bei der Hand; führ uns zum ewgen Vaterland! Gott mit dir! Amen, Amen! Mit dir gehn wir durch die Leiden dieser Zeiten zu dem Leben, das uns Bund. unser Gott will geben. 3. Gieb deinen Geist in unsre Brust, hilf lernen uns mit Kindeslust, damit wir legen rechten Grund und ewig stehn in deinem Böhmische Brüder. 1531. Johann Daniel Karl Bickel.+1809. B. Kinder- und Schullieder. 542. Mel. 68: Herr Jefu Chrift, dich zu uns zc. Ach lieber Gott, behüte mich und meine Eltern gnädiglich; auch mein Geschwister vor Gefahr mit deinem starken Arm bewahr. 2. Und alle, die uns sind verwandt, beschüß durch deine rechte Hand. Behüte mich vor aller Sünd, hilf, daß ich werd ein frommes Kind. Amen. Johann Heermann. † 1647. 544. Mel. 138: D Durchbrecher aller Banbe. du Vater über alles, was auf Erden Kinder heißt, den auch frohen Muts und Schalles unsrer Herzen Danklied preiſt, laß uns immerdar recht kindlich deiner Lieb und Güt uns freun, laß uns aber auch empfindlich jede Sünde schnell bereun. 2. Laß uns dir zum Preise werden Pflanzen der Gerechtigkeit, die wohl wachsen hier auf Erden, aber für die Ewigkeit. Laß uns unter deiner Pflege, Herr, in deinem Weinberg stehn, unsre guten Triebe hege, unsre argen laß vergehn. 543. Mel. 143: D Jesu Christ, meins 2c. 3. Fülle du uns früh mit Gnade, zeige allen früh dein Heil, Nun hilf uns, o Herr Jeſu früh uns freundlich zu dir lade, Christ, der du einst hier gewesen hüt uns unser gutes Teil. Ach bist ein freundliches und frommes für Leben und für Sterben laß Kind, ohn alle Schuld, ohn alle uns dir befohlen sein; führe uns Sünd! nur einst als Erben in das ewge Leben ein. Sad 2. Wir Kinder bitten Eines nur, versags nicht, Herr der Karl Johann Philipp Spitta. † 1859. dans de Hausstand. 308 545. ( Schulweihe.) Mel. el. 45: Es ist das Heil uns 2c. Wir haben dieses Haus gebaut, 352 o Herr, durch deine Güte. Dir, Höchster, sei es anvertraut, du selber wach und hüte! Wend allen Schaden gnädig ab und sei der Stecken und der Stab für alle, die drin wohnen. 2. Ach zeuch mit ein, Herr Jesu Christ, du holder Freund der Kleinen, und laß, weil du ein Helfer bist, die Gnadensonne scheinen auf das dir werte Arbeitsfeld und segne, die du hast bestellt zu Hirten deiner Herde. 13. O heilger Geist, du höchstes Licht, leucht uns mit deiner Klarheit; laß allezeit uns sein gericht auf dich und deine Wahrheit. Erfüll mit deines Lichtes Glanz die Herzen und die Häuser ganz, und gieb uns deinen Frieden. Christian August Bähr. 1846. † ang stod isd thin bus ind Idaos di ison hi muad 3. Hausstand. A. Brautstand. 4. Hast du unsern Bund gestift, ei so wollest du ihn zieren, daß man nichts an uns antrifft, Mel. 114: Meinen Jefum laß ich nicht. was kann deine Huld verlieren; 546. bringt die Eh auch Weh mit sich, führ uns du nur seliglich. Jesu, Seelenbräutigam, der uns je und je geliebet und in reiner Himmelsflamm uns sein Herz zu eigen giebet, ach laß uns in dir allein treu und fest verbunden sein. 2. Laß dir wohlgefällig sein das Gebet vor deinem Throne, daß dein heller Gnadenschein unter uns in Segen wohne, denn der Ehstand muß allein durchs Gebet geheiligt sein. 5. Nun so gehn wir zum Altar, es geschieht in deinem Namen, stelle dich zum Segen dar, sprich zu unserm Ja dein Amen. Unser Ehstand grüne hier, bis er dorten blüh vor dir Nach Benjamin Schmold.+ 1737. Band B. Trauung und Ehestand. 547. 3. Der du selbst die Liebe bist, liebster Heiland, lehr uns lieben, daß dein Bild zu aller Mel. 178: Werde licht, du Stadt 2c. Frist sei in unser Herz geschrieben, Ein getreues Herze wissen hat und auch nicht ein Wink geschieht, des höchsten Schatzes Preis. Der der nicht stets auf Liebe sieht. ist selig zu begrüßen, der ein Brautstand. Trauung und Ehestand. treues Herze weiß. Mir ist wohl 1548. bei höchstem Schmerze, denn ich weiß ein treues Herze. Mel. 189: Wo Gott zum Haus nicht zc. 2. Läuft das Glücke gleich zu Gott, Schöpfer, Stifter heilger Seiten anders, als man will und meint, ein getreues Herz hilft streiten wider alles, was ist feind. Mir ist wohl bei höchstem Schmerze, denn ich weiß ein treues Herze. Eh, schau auf dies Paar aus deiner Höh, das vor dir steht, den Ehebund zu schließen jetzt mit Hand und Mund. 2. Mit Gnade schau auf sie herab, daß sie zusammen bis ins Grab, geduldig, liebreich, fromm gesinnt, in Christo dir gefällig sind. 3. Laß fie einander inniglich sich lieben, doch nie mehr, als dich; von Untreu fern, im Herzen rein, auch recht in Wort und Wandelsein. 4. Und wenn ein Kreuz sie niederdrückt, laß sie dabei nicht unerquickt; gieb heitre Tage nach dem Leid und segn es für die Ewigkeit. 5. Laß uns zusammen dir vertraun, zusammen unsre Seel er5. Eins ist: da sein und baun, zusammen deine Hilferflehn, geschieden, ein getreues Herze zusammen auch dein Lob erhöhn. hält, giebt sich allezeit zufrieden, stehet wieder auf, wenns fällt. Mir ist wohl bei höchstem Schmerze, denn ich weiß ein treues Herze. Johann Abelf Schlegel. † 1793. 6. Nichts ist süßer als zwei Treue, welche Eins find sonder Schein. Dies ists, des ich mich erfreue, Jesus giebt sein Ja auch drein. Mir ist wohl bei höchstem Schmerze, denn ich weiß ein treues Herze. Paul Flemming. † 1640. 3. Sein Vergnügen steht alleine in des andern Redlichkeit, hält des andern Not für seine, weicht auch nicht bei böser Zeit. Mir ist wohl bei höchstem Schmerze, denn ich weiß ein treues Herze. 4. Gunst, die kehrt sich nach dem Glücke, Geld und Reichtum, das zerstäubt, Schönheit läßt uns bald zurücke, ein getreues Herze bleibt. Mir ist wohl bei höchstem Schmerze, denn ich weiß ein treues Herze. 353 549. Mel. 183: Wie schön leuchtet der 2c. Josua 24, 15. Ich und mein Haus, wir sind bereit, dir, Herr, die ganze Lebenszeit mit Seel und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein, gieb deinen Segen nur darein, daß wir dir willig dienen. Eine kleine, fromme, reine Haus23 354 Hausstand. gemeine mach aus allen! dir nur soll sie wohlgefallen. ratio 2. Es wirke durch dein kräftig Wort dein guter Geist stets fort und fort an unser aller Seelen; es leucht uns wie das Sonnenlicht, damits am rechten Lichte nicht im Hause möge fehlen. Reiche gleiche Seelenspeise auch zur Reise durch dies Leben uns, daß wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus und alle, die drin wohnen, aus, im Glauben uns verbinde; laß uns in Liebe alle 550. Mel. 104: Liebster Jesu, wir sind hier. Jesu, bester Menschenfreund, zeit zum Dulden, Tragen sein schönster Bräutigam der Seelen, bereit, voll Demut, sanft und linde. Liebe übe jede Seele; keinem fehle, dran man kennet den, der sich den Deinen nennet. der es treu mit allen meint, die den rechten Weg erwählen; reich uns deine Gnadenhände und bring alles wohl zu Ende. 4. Laß unser Haus gegründet fein auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte. Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hilfe schaun mit kindlichem Gemüte; selig, fröhlich, selbst mit Schmerzen in dem Herzen dir uns lassen und dann in Geduld uns fassen. 6. Und endlich flehn wir allermeist, daß in dem Haus fein andrer Geist, als nur dein Geist regiere. Der ists, der alles wohl bestellt, der gute Zucht und Ordnung hält, der alles lieblich ziere. Sende, spende ihn uns allen, bis wir wallen heim, und droben dich in deinem Hause loben. Karl Johann Philipp Spitta.+ 1859. 5. Giebst du uns irdsches Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Weltlust aus, des Reichtums böse Gäste; denn wenn das Herz an Demut leer und voll von eitler Weltlust wär, so fehlte uns das Beste: jene schöne, tiefe, stille Gnadenfülle, die mit Schäßen einer Welt nicht zu ersehen. 2. Ohne dich gerät es nicht, drum erteile du den Segen. Laß dein holdes Angesicht mit uns sein auf unsern Wegen; laß den Himmel offen stehen, wenn die Seufzer aufwärts gehen. 3. Sende deiner Liebe Pfand, deinen Geist in die Gemüter; mach uns täglich mehr bekannt mit den Schätzen deiner Güter. Deinen Tau laß uns befeuchten und dein Antlitz uns erleuchten. 4. Du sollst Kranz und Krone sein. Deine Wahrheit, Kraft und Leben soll mit hellem Gnadenschein über unserm Haupte schweben; deine Wahrheit soll uns führen, deine Treu soll uns regieren. Trauung und Ehestand. 355 5. Nimm die Herzen, nimm sie liebe hegt und pflegt; wo sie zu hin, die sich dir zum Opfer bringen. In dir ruhet Mut und Sinn, hilf und laß es wohl gelingen. Herr, wir trauen deinem Namen, sprich zu unserm Ja dein Amen! deinen Füßen gern sich sammeln und horchen deiner süßen Rede zu, und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, sich deiner freun, du lieber Heiland, du!! 54. O felig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen, und wissend, wessen Augen auf sie fehn, bei allem Werk in einem Eifer brennen, daß es nach deinem Willen mag geschehn; als deine Diener, deine Hausgenossen, in Demut willig und in Liebe frei, das Ihre schaffen froh und unverdrossen, in kleinen Dingen zeigen große Treu. Br Johann Gottfried Herrmann. † 1791. indond dat ist allig 551. Handig Mel. 157: So führst du doch recht 2c. selig Haus, wo man dich aufgenommen, du wahrer Seelenfreund, Herr Jesu Christ; wo unter allen Gästen, die da kommen, du der gefeiertste und liebste bist; wo aller Herzen dir entgegenschlagen, und aller Augen freudig auf dich sehn; wo aller Lippen dein Gebot erfragen, und alle deines Winks gewärtig stehn. p este un 2. D selig Haus, wo Mann und Weib in einer, in deiner Liebe eines Geistes sind, als beide eines Heils gewürdigt, keiner im Glaubensgrunde anders ist gesinnt; wo beide unzertrennbar an dir hangen, in Lieb und Leid, Gemach und Ungemach, und nur bei dir zu bleiben stets verlangen an jedem guten, wie am bösen Tag. dan inst 3. D selig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, du Freund der Kinder, der sie als die Seinen mit mehr als Mutter5. O selig Haus, wo du die Freude teilest, wo man bei keiner Freude dein vergißt! O selig Haus, wo du die Wunden heilest und aller Arzt und aller Tröster bist, bis jeder einst sein Tagewerk vollendet, und bis sie endlich alle ziehen aus dahin, woher der Vater dich gesendet, ins große, freie, schöne Vaterhaus. Karl Johann Philipp Spitta.+ 1859. 552. Met. 183: Wie schön leuchtet der 2c. Wie Sie schön ists doch, Herr Jesu Christ, im Stande, da dein Segen ist, im Stande heilger Che! Wie steigt und neigt sich deine Gab und alles Gut so mild herab aus deiner heilgen Höhe, wenn sich 23* Hausstand. 356 an dich fleißig halten Jung und Alte, die im Orden Eines Lebens einig worden. alle beide, bis wir bei dir, deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen ewig loben werden. Amen! Paul Gerhardt. † 1676. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl verstehn und unverrückt beisammen stehn im Bande reiner Treue, da geht das Glück im vollen Lauf, da sieht man, wie Mel. 143: D Jefu Chrift, meins 2c. der Engel Hauf im Himmel selbst Wohl einem Haus, wo Jesus 553. sich freue. Kein Sturm, kein Wurm kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott giebet dem Paar, das in ihm sich liebet. Christ allein das All in allem ist! Ja wenn er nicht darinnen wär, wie finster wärs, wie arm und Leer. 3. Sei gutes Muts; wir sind es nicht, die diesen Orden auf gericht, es ist ein höhrer Vater. Der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, der beste Freund und Rater; Anfang, Ausgang aller Sachen, die zu machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenken. 4. 3war bleibts nicht aus, es kommt ja wohl ein Stündlein, da man Leides voll die Thränen läffet fließen. Jedennoch, wer sich in Geduld ergiebt, des Leid wird Gottes Huld in großen Freuden schließen. Meide, leide nur ein wenig; unser König wird behende machen, daß die Angst sich wende. 2. Wohl, wenn der Mann, das Weib und Kind im rechten Glauben einig sind, zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot. 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist und heißt. 4. Wohl, wenn das Räuchwerk im Gebet beständig in die Höhe geht, und man nichts treibet fort und fort als Gottes Werk und Gottes Wort. 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand mit fleißiger, getreuer Hand ein jegliches nach seiner Art den Geist der Eintracht offenbart! Thrille 5. Wohl her, mein König, nah herzu! gieb Rat im Kreuz, in Nöten Ruh, in Ängsten Trost und Freude! Des sollst du haben Ruhm und Preis; wir wollen singen besterweis und danken ihrer feins zurück. 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind, und wenn sie Kind und Kindeskind versäumen nicht am ewgen Glück! Dann bleibet Geburtstag. 7. Wohl solchem Haus! denn es gedeiht; die Eltern werden hocherfreut, und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen fegnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund samt meinem Hause diesen Bund: Wich alles Volk auch von ihm fern, ich und mein Haus stehn bei dem Herrn. Christoph Karl Ludwig von Pfeil+ 1776. C. Geburtstag. 554. Mel. 84: Ich will dich lieben, meine 2c. Dies ist der Tag, dies sind die Stunden, die mich ans Licht der Welt gebracht. Wie vieles Gute hab ich funden, was hat mir Gott zum Ziel gemacht! Ich geh mit gottergebnem Sinn zu diesem Ziel allmählich hin. 2. Gott, du allein bist Herr der Zeiten, mein Schöpfer, dem ich schuldig bin ein freudig Opfer zu bereiten mit einem frommen Kindessinn. Nimm, Herr, mit Gnadenaugen an, was Dankbarfeit dir bringen kann. 3. Durch deine Macht bin ich geboren, bin Mensch, ich, der ein Nichts sonst war; durch deine Huld ward ich erforen zu der er löften Christenschar. Ich war in deiner Liebeshand, eh ich noch, Bater, dich gekannt. 357 4. Du hast bis hierher mich geführet, bald über Berg, bald durch ein Thal; du hast mit Weisheit mich regieret und warst mein Leitstern überall; selbst wenn mich Angst und Not gedrückt, hat deine Treue mich erquickt. 5. Jch bin zu schwach, dir Dank zu sagen; o mache mich von Banden frei, die ich zu lange schon getragen; hilf, daß ich wie du heilig sei! Verschmäh, o Herr, nicht das Gebet, das um Erneurung zu dir fleht. 6. Laß deine Treue für mich sorgen, die Treue, die für alle wacht, und schaffe freudenreiche Morgen aus jeder kummervollen Nacht! Schließ, Herr, mich in dein Sorgen ein, dann werd ich wohl versorget sein. 7. Du wollest mir die Gnade geben, daß ich fromm ende meinen Lauf, und mich nach diesem Prüfungsleben zu deinem Himmel nehmen auf; dort will ich ewig fein bereit, zu preisen deine Herrlichkeit. Joachim Weickmann.+ 1736. 555. Mel. 141: D Gott, du frommer Gott. Mein Gott, was hab ich doch in den verfloßnen Jahren bis diesen Tag von dir für Lieb und Treu erfahren! Ich stelle nun mich heut auch dankbar bei dir Hausstand. 13 Gott, wie du mir sollst begegnen, wie du mich führen sollst und 2. Es müss aus Herz und Mund Leid und Freuden segnen. Du nur stets dein Lob erschallen; doch weißt es, was mir nütt, auch müss ich auch mit Reu, dir, Herr, was mir schaden kann, und nimmst zu Fuße fallen. Was nun ver- dich meiner Seel am allerbesten an. gangen ist, vergieb und decke zu; 8. Du wirst, o treuer Gott, mich und was noch künftig folgt, regier und führe du. 3. D laß mich auf dich traun und keine Schuld mehr haben; laß sie in Jesu Tod und Grabe sein vergraben. Auch fülle mich mit Kraft der Glaube an sein Blut und zieh mich heut aufs neu in deine Huld und Hut. 358 ein; o laß mein ganzes Herz von Dank durchdrungen sein. 4. Du hast von Jugend auf mich schon zu dir gezogen; nur daß ich deinen Zug so oft nicht recht erwogen. Drum hast du meinen Weg mit Dornen überdeckt und mich durch Not, mein Heil zu suchen, oft erweckt. noch recht selig führen und nicht aus deinem Aug und von der Hand verlieren. Drum geb ich mich aufs neu auch diesen Tag dir hin und sag aufs neu dir zu, daß ich der Deine bin. polsij gol du loo 9. Zu diesem Vorsatz wollst du selbst mir Kräfte geben, im neuen Lebensjahr dir, Gott, nur dir zu leben. Dann fehlt mir weiter nichts zu meinem wahren Heil; dann bist und bleibest du mein Herzenstrost und Teil. 10. O mache mich nur dir recht kindlich, treu und stille; mein Ziel, mein Augenmerk, sei nur, o Gott, dein Wille; dein Auge leite mich hier immer aus und ein; hilf mir bis in den Tod beständig treu zu sein. Karl Heinrich von Bogatky. † 1774. 5. Ja, kräftig hast du mich, mein Gott, hierdurch erwecket, auch, wenn ich rückwärts wich, die Hand nach mir gestrecket, mich Wankenden aufs neu als Vater angefaßt und mich gestärkt, erquickt bei aufgelegter Lasti d 6. Es hat zwar manche Not mir allzuschwer geschienen; doch hat mir alles noch zum Besten Mel. 71: Herr, wie du willst, so 20. müssen dienen. Mir prägte jede Ach Gott, laß dir befohlen sein Not dein Bild nur tiefer ein und machte mich stets mehr von allem Weltsinn rein. zu diesen bösen Zeiten den teuren Schatz, die Kinderlein; wollst sie zum Guten leiten. Gar bald die Jugend wird verführt, wohl auch 7. Du weißt es schon, mein D. Eltern und Kinder. E 556. Eltern und Kinder. ein Alter sich verirrt; drum stehe du zur Seiten.ing sie 2. Dein Vatertreu sie mir behüt, dein Gnad sie mir regiere; dein guter Geist leit ihr Gemüt, daß niemand sie verführe. Halt, Jesu, ihre Herzen rein, laß deine Engel um sie sein, daß sie kein Unfall rühre. baresco di 3. Und weil man dir, Herr, dienen soll allhier in allen Ständen, so mach sie deiner Weisheit voll und laß sie Wege finden, zu dienen dir in der Gemein; du, Herr, am besten weißt allein ihr Thun zu Nutz zu wenden. 4. Dir, meinem Gott, erzieh ich sie in deiner Furcht und Treue; schaff, daß nicht Arbeit, Sorg und Müh in Zukunft mich gereue, daß ich vielmehr in Ewigkeit mich meiner Kinder Seligkeit vor deinem Throne freue. Josua Wegelin. † 1640. 359 2. Laß sie den Eltern insgemein, den Obern auch gehorsam sein und meiden all ihr lebenlang Lug, Eigensinn und Müßiggang. door drul dispu 3. Gieb ja, daß ihnen mangle nicht heilsame Lehr und Unterricht, damit aus deinem Wort und Mund ihr Glaub erhalte festen Grund. 4. Erleuchte sie mit deinem Schein, laß sie zum Lernen willig sein; gieb Gottesfurcht in ihren Sinn, die aller Weisheit Anbeginn. mandating ini 5. Behüte sie vor Ärgernis, mach sie des rechten Wegs gewiß, wenn ihnen ein Verführer naht mit giftgem Reiz zur Missethat. 6. Durch deine Weisheit, Macht und Güt vor allem Unfall sie behüt; führ du sie selbst auf rechter Bahn, damit ihr Fuß nicht gleiten kann. 7. Hilf Gott, daß sie dich überall vor Augen haben allzumal und sich befleißen jederzeit der Tugend, Zucht und Ehrbarkeit. 8. Und wo sie gehen aus und sidein, da laß du sie gesegnet sein, auf daß sie ihre Lebensjahr zubringen christlich immerdar. 557. stand Mel. 189: Wo Gott zum Haus 2c. 9. Vollende sie in dieser Zeit Hilf Gott, daß unsre Kinder- zum Erbteil in der Ewigkeit; zucht geschehe stets mit Nutz und Frucht, daß aus dem Mund der Kinder dir ein Lob ertöne für und für. den Kindern, Heiland, sprichst ja du so liebevoll den Himmel zu. 10. Und schließt sich dann ihr Erdenlauf, so nimm sie, Herr, zu dir hinauf; gieb, daß mit ihnen wir zugleich dich preifen dort in deinem Reich.atój modu 11. Gott Vater, Sohn und heilger Geist, von dem ein Meer 360 Hausstand.s119 der Gnade fleußt, wir loben dich, wir danken dir mit unsern Kindern für für. David Denice. 1680. bi notion Mel. 133: Nun sich der Tag geendet 20. ad din matone) send bind Nun schlaf, mein liebes Kinde558. mamans Mel. 68: Herr Jesu Christ, dich zu 2c. Höret, ihr Eltern, Chriftus öret, ihr Eltern, Christus spricht, den Kindern sollt ihr wehren nicht, sondern sie lassen zu ihm nahn, er nimmt sie voller Liebe an. 2. Er nimmt sie auf ins Himmelreich und was ist dem auf Erden gleich? Mit aller Weltlust, Gut und Ehr hats bald ein End und ist nicht mehr. 3. Das Himmelreich kein Ende nimmt, darein uns Jesus Christus bringt durch seine Lehr, dazu er will, daß man die Kinder halten soll. 4. Gehorchet ihm und bringt sie her, daß man von Jugend auf fie lehr in Kirchen und in Schulen wohl, wie man Gott gläubig ehren soll. 5. Wers gut mit seinen Kindern meint, gewiß sie zum Herrn Christo sendt. Wer anders thut, der ist ihr Feind, wie groß auch seine Liebe scheint. muidus 6. Was hilft den Kindern nur groß Geld, viel Ehr und Lust der eitlen Welt? Wer sie von Gott recht lehren läßt, der thut für sie das Allerbest. Nach Ludwig Helmbold.+ 1598. 559 Nome thin wis lein, thu deine Äuglein zu, denn Gott, der will dein Vater sein, drum schlaf in guter Ruh. 2. Dein Vater ist der liebe Gott und wills auch ewig sein, der Leib und Seel gegeben hat dir durch die Eltern dein. 3. Er schenkt dir seinen lieben Sohn, den giebt er in den Tod, der kam zur Erd vom Himmelsthron, half dir aus aller Not. 4. Er schickt auch seine Engelein zu Hütern Tag und Nacht, daß sie bei deiner Wiege sein und halten gute Wacht. an br stimol 5. Dem Vater und der Mutter dein befiehlt er dich mit Fleiß, daß sie dir treue Pfleger sein, ziehn dich zu Gottes Preis. 6. Der heilge Geist, der segne dich, bewahr dich allezeit, sein heilger Nam behüte dich, schüß dich vor allem Leid. Nach Johann Mathesius.+ 1565. 560. Mel. 83: Ich weiß, mein Gott, daß 2c. frommer Gott, ich danke dir, daß du so liebe Eltern mir Gnaden haft gegeben und noch zur Zeit sie mir zur Freud erhalten bei dem Leben. 2. Verzeihe mir die Missethat, Eltern und Kinder. die dich und sie beleidigt hat, laß 2. Sie sind dir von Kindesmich es nicht entgelten, daß ich, mein Gott, auf dein Gebot geachtet hab so selten. beinen und von ihrer ersten Stund übergeben als die Deinen; und durch deinen Gnadenbund hast du sie in ihrer Tauf väterlich genommen auf, daß sie, wenn sie sollten sterben, wären deines Reiches Erben. 3. Gieb mir ein Herz, das dankbar sei und meiner Eltern Eifer scheu, nichts thu, was sie verletet, auch nimmermehr sich ihrer Lehr aus Bosheit widerfeket.sdsgones 4. Laß oft mir kommen in den Sinn, wie sauer ich der Mutter bin vom Anfang her geworden, und wie für mich der Vater sich bemühet aller Orten. 5. Gieb meinen Eltern Fried und Ruh, es decke sie dein Segen zu, ihr Kreuz hilf ihnen tragen, behüte sie doch spat und früh vor Trübfal, Angst und Plagen. 6. Und wenn dahin ist ihre Zeit, so führ sie aus der Sterblichkeit hinauf zum Reich der Ehren, ich bringe dir viel Lob dafür, wenn du mich wirst erhören. Unbekannter Dichter. 361 3. Du haft sie bisher ernähret und so manchem Unglücksfall mehr als väterlich gewehret, der sie hier und überall hätt in Angst und Not gestürzt, ja das Leben abgekürzt; aber deine Vatertreue spendest täglich du aufs neue. Güte immer dir verpflichtet ſein 4. Sollt ich nicht für solche und mit dankbarem Gemüte folchen Glücks- und Segensschein rühmen und vor jedermann deine Wohlthat zeigen an, ach so müßt ich ganz vermessen Gottes, meines Heils, vergessen. 5. Sammeln andre große Schäßze, daß ihr Haus in solchem Heil sich an Geld und Gut ergöße, so bist du mein einzig Teil. Bleib auch meiner Kinder Gott, in keiner Not und in keinem Kreuz verderben, bis sie endlich selig sterben. 561. Mel. 179: Werde munter, mein 2c. Sorge doch für meine Kinder, Vater, nimm dich ihrer an; ob sie gleich vor dir sind Sünder, sind sie dir doch zugethan und durch deines Sohnes Blut gleich wohl dein erworbnes Gut; darum wirst du sie aus Gnaden wohl beschützen und beraten. 6. Schüße sie vor bösen Leuten und vor der Verführer Schar, daß ihr Fuß nicht möge gleiten; laß sie ihre Lebensjahr in der Tugend bringen zu, bis du sie wie mich zur Ruh wirst ins fühle Hausstand. 362 Grab versenken und die Seligkeit uns schenken. mais 7. Können sie in diesem Leben hier und wo es dir gefällt, was zu deinen Ehren geben, so laß in der ganzen Welt ihnen, wo sie immer gehn, deine Furcht vor Augen stehn, daß sie dich im Thun und Lassen stets in ihre Herzen fassen. 8. Endlich, wenn die Zeit verfloffen, daß sie diese Lebenszeit haben christlich hier genossen und sie in die Ewigkeit sollen ihren Eintritt thun, so laß alle Schmerzen ruhn und laß sie in ihrem Sterben glaubensvoll den Himmel erben. 9. Gönne mir die große Freude, daß am lieben jüngsten Tag, nach so vielem Kreuz und Leide, ich mit Jauchzen sagen mag: Liebster Vater, ich bin hier und die Kinder, die du mir hast in jener Welt bescheret. Ewig sei dein Nam geehret! Ludwig Heinrich Schlosser.+ 1723. E. Treue im Beruf. 562. Mel. 43: Erschienen ist der herrlich zc. Das walte Gott, der helfen kann! Mit Gott fang ich mein Arbeit an, mit Gott nur geht es glücklich fort, drum ist auch dies mein erstes Wort: das walte Gott! 2. All mein Beginnen, Thun und Werk erfordert Gottes Kraft und Stärk; mein Herz sucht Gottes Angesicht, drum auch mein Mund mit Freuden spricht: das walte Gott! Hoff) 3. So Gott nicht hilft, so kann ich nichts; wo Gott nicht giebet, da gebrichts; Gott giebt und thut mir alles Guts, drum sprech ich nun auch gutes Muts: das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dankbar sein dafür; auf sein Wort werf ich aus mein Netz und sag in meiner Arbeit stets: das walte Gott! 5. Anfang und Mitte samt dem End stell ich allein in Gottes Händ; er gebe, was mir nützlich ist, drum sprech ich auch zu jeder Frist: das walte Gott! 6. Legt Gott mir seinen Segen bei nach seiner großen Güt und Treu, so gnüget mir zu jeder Stund; drum sprech ich auch von Herzensgrund: das walte Gott! 7. Trifft mich ein Unglück: unverzagt! Ist doch mein Werk mit Gott gewagt; er wird mir gnädig stehen bei, drum dies auch meine Losung sei: das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, bis all mein Thun ein Ende hat; er giebt und nimmt, machts, wie er will; drum sprech ich fein auch in der Still: das walte Gott! Treue im Beruf. 363 9. Gott steht mir bei in aller und bei Nacht woll er stehn zur Not und giebt mir auch mein täglich Brot; nach seinem alten Vaterbrauch thut er mir Guts, streiten. drum sprech ich auch: das walte Gott! Seiten, wenn des Satans List und macht dich sucht zu be10. Ohn ihn ist all mein Thun umsonst, nichts hilft Verstand, Witz oder Kunst; mit Gott gehts fort, gerät auch wohl, daß ich fann sagen glaubensvoll: das walte Gott! 11. Zeilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht ich keiner Feinde Neid; mag hassen, wers nicht lassen kann, ich stimme doch mit Freuden an: das walte Gott! 12. Thu ich denn was mit Gottes Rat, der mir beistehet früh und spat, dann alles wohl geraten muß; drum sprech ich nochmals zum Beschluß: das walte Gott! Johann Betichius. † 1722. 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, laß die Feinde wüten; er wird dich vor ihrer List schützen und behüten; seß nur das Vertrauen dein ganz in seine Hände, und glaub sicher, daß allein er dein Unglück wende. führ mit Jefu deinen Lauf, laffe Jesum schaffen. 4. Wenn denn deine Sach mit Gott also angefangen, ei so hat es keine Not, wirst den Zweck erlangen; es wird folgen Glüc und Heil hier in diesem Leben, endlich wird dir Gott dein Teil auch im Himmel geben. 5. Nun, Herr Jesu, all mein Sach sei dir übergeben, es nach deinem Willen mach auch im Tod und Leben. All mein Werk greif ich jetzt an, Herr, in deinem Namen, laß es doch sein wohlgethan! Darauf sprech ich Amen! Um 1700. 563. Mel. 90: Jesu Leiden, Pein und Tod. Fang dein Werk mit Jefu an, 564. Jesus hats in Händen; Jeſum ruf zum Beistand an, Jesus wirds vollenden. Steh mit Jesu morMel. 168: Von Gott will ich nicht 20. gens auf, geh mit Jeſu schlafen, Gewagt in Jesu Namen! so ist es wohl gewagt, denn das heißt Ja und Amen, was er uns zugesagt. Der Held in Israel, der kann uns nicht belügen, sein Wort kann nimmer trügen, ihm traut 2. Morgens soll der Anfang sein, Jesum anzubeten, daß er woll dein Helfer sein stets in allen Nöten. Morgens, abends von ganzer Seel. 364 2. Von ihm kommt aller Segen aus seiner treuen Hand; gehn wir auf unsern Wegen nach Pflicht, Beruf und Stand, so fällt sein Gnadentau auf unsre Weg und Werke, so giebt er Kraft und Stärke zum Grund und weitern Bau. Hausstand. 3. Oft will es fauer werden; doch, weil es Gott gefällt, daß wir hier baun auf Erden mit Arbeit unser Feld, so lassen wir den Schweiß vom Angesichte fließen, weil wir den Trost schon wissen: Gott segnet Müh und Fleiß. 4. Zwar drückt der Fluch die Erde, die Dorn und Disteln trägt; doch hat man die Beschwerde an Gottes Herz gelegt, kann seine Gnadenhand den Fluch in Segen kehren und Rosen da gewähren, wo Dorn und Distel stand. 5. Drum gehen wir mit Frieden an unser Amt und Pflicht, wie Gott es uns beschieden; ein Träger erntet nicht. Mit Arbeit und Gebet sei es frisch ange= fangen; der wird den Schatz erlangen, der wachet, kämpft und fleht. 6. O felig ist zu schätzen, wer mit Gott alles thut! Kein Neid mag ihn verletzen, weil Segen auf ihm ruht, dem niemand wehren kann. Wohlan! Gott wird ihn geben, denn unsre Hände heben in Gottes Namen an. Benjamin Schmold. † 1737. 565. bid Mel. 36: Du Lebensbrot, Herr Jesu 2c. In Gottes Namen fang ich an, was mir zu thun gebühret; mit Gott wird alles wohlgethan und glücklich ausgeführet. Was man in Gottes Namen thut, ist allenthalben recht und gut und muß uns auch gedeihen. 2. Gott ists, der das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen. Er giebt uns Segen, Mut und Kraft und läßt das Werk gelingen, daß uns ein reicher Zug entsteht und dergestalt zur Nahrung geht, daß wir die Fülle haben. tracht und bleibt auf seinen We3. Wer erst nach Gottes Reiche gen, der wird auch leiblich reich gemacht durch Gottes milden täglich satt, daß er von seiner Segen. Da wird der Fromme täglich fatt, daß er von seiner Arbeit hat, auch Armen Brot zu geben. 4. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, er krönet sie mit Gnaden, der bösen Welt Haß, Neid und Hohn kann ihnen gar nicht schaden. Gott decket sie mit seiner Hand, er segnet ihre Stadt und Land und füllet sie mit Freuden. 5. Drum komm, Herr Jesu, stärke mich, hilf mir in meinen Werken. Laß du mit deiner Gnade Treue im Beruf. 1903 3. Wo meine Füße gehn, was meine Händ arbeiten, da will ich auf dich sehn, als stündst du mir zur Seiten. Dein Geist regiere mich, bis alles, was du willt, in meinem Herzen ist und durch mein Thun erfüllt! dich bei meiner Arbeit merken. Gieb dein Gedeihen selbst dazu, daß ich in allem, was ich thu, ererbe deinen Segen. di 6. Regiere mich durch deinen Geist, den Müßiggang zu mei den, daß das, was du mich schaffen heißt, gescheh mit lauter Freuden. Ach daß ich dir mit aller Treu auf dein Gebot gehorsam sei und meinen Nächsten liebe! 7. Nun Jesu, komm und bleib bei mir! Die Werke meiner Hände befehl ich, liebster Heiland, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines Namens Herrlichkeit, und hilf, daß ich zur Abendzeit er wünschten Lohn empfange. Salomo Liscow. † 1689. 365 2. Laß alles freundlich sein, voll Demut, was ich sage, es sei groß oder klein, und daß ich lieber trage, als meinem Nächsten werd aus eigner Schuld zur Last, auf daß du Ruhm dabei von deinem Kinde hast. Benigna Maria, Gräfin von Reuß- Ebersdorf.+ 1751. 567. Mel. 18: Auf meinen lieben Gott. mein So tret ich demnach an, fo stark ich immer fann, Amt, Beruf und Wesen, dazu mich Gott erlesen; der wird mir seinen Segen auch wissen beizulegen. 566. 2. Dir, Vater, sag ich Dank, daß du mein lebenlang so reichlich mich ernähret und manche Gnad bescheret; laß deine Güt Mel. 140: O Gott, du frommer Gott. Komm, Segen aus der Höh, und Gaben mich heut und ferner laben. gieb, Herr, mir Lieb und Stärke, daß ich nur wachsam geh an jedes meiner Werke! Arbeitsam sein ist süß; nur hilf auch du dabei, daß Martha dieser Leib, der Geist Maria sei. 3. Ach mein Herr Jesu Christ, der du mein Helfer bist, geſegne meine Werke und mich vom Himmel stärke, damit ich deinen Willen in allem mög erfüllen. 4. Behüte Seel und Leib, und alles von mir treib, was meine Nahrung hindert und deinen Segen mindert. Ja laß in Fried und Freuden mich einst von hinnen scheiden. Johann Heinrich von Hippen. Um 1676. 366 301$ ausstand. Jon Ha F. Witwer, Witwen und ich will betrachten deinen Stand, Daifen. odwie Gott dir alles Kreuz gewandt & m in höchste Freud und Wonne. 6. Kein Angst und Trübsal, Weh und Not kann dich hinfort fromme Gott mit Liebe dich erverleßen; im Himmel thut der götzen; die Seele schaut mit Luft feit mit allen Auserwählten. und Freud die heilige Dreifaltig 568. alst Mel. 176: Wenn mein Stündlein 2c. Ach Gott, ich muß in Traurigfeit mein Leben nun beschließen, dieweil der Tod von meiner Seit so eilends hat gerissen mein treues Herz, der Tugend Schein; des muß ich jetzt beraubet sein, wer fann mein Elend wenden? nem Schoß und wischt ab alle 7. Dein Gott hat dich in seiThränen, erfüllet dich mit Freu2. Wann ich an ihre Freund- den groß, darnach wir uns noch lichkeit gedenk in meinem Herzen, sehnen; du sitzest bei der Engel die sie mir hat zu jeder Zeit in Freud und auch in Schmerzen erwiesen ganz beständiglich, mein Kreuz und Weinen mehret sich, vor Angst möcht ich vergehen. Schar, lobsingest Gott, frei von Gefahr, mit süßem Ton und Schalle. 3. Bei wem soll ich auf dieser Welt rechtschaffne Liebe finden? Der meiste Teil nicht Glauben hält, die Treu will gar verschwinden. Ich glaub und red es ohne Scheu, die best ist die getraute Treu, der muß ich jetzt entraten. 4. Fürwahr, mir geht ein scharfes Schwert jetzund durch meine Seele, die abzuscheiden oft begehrt aus ihres Leibes Höhle. Wo du nicht, o Herr Jesu Christ, in solchem Kreuz mein Tröster bist, muß ich in Leid verzagen. 5. O treugeliebtes, selges Herz, zu dir will ich mich wenden in diesem meinem großen Schmerz, ob sich mein Angst möcht wenden; 8. Du kommst nicht wieder her zu mir in dies betrübte Leben, ich aber komm hinauf zu dir, da werd ich mit dir schweben in höchster Freude, Wonn und Luft, die deine Seele täglich kost, drauf ich mich herzlich freue. 9. Dwie mit großer Freudigfeit wolln wir einander kennen! Da wird uns dann zu keiner Zeit der bittre Tod mehr trennen. Ach welche Freude wird dann sein, wenn ich dich, die ich jetzt bewein, mit Freuden werd umfangen. 10. Dies will ich stets in meinem Leid mir zu Gemüte führen, erwarten in Geduld der Zeit, wie Christen will gebühren. Gott alles Trostes, steh bei mir und mich durch deinen Geist regier zu deines Namens Ehre! Joh. Heermann. † 1647. Witwer, Witwen und Waisen. Alter. 3 or 367 2. Sein Weg war oft verborgen; doch, wie der helle Morgen aus dunklen Nächten bricht, so hab ich stets gespüret: der Weg, den Gott mich führet, bringt mich durchs finstre Thal zum Licht. 569. Mel. 50: Freu dich sehr, o meine 2c. Nichts Betrübtres ist auf Erden, nichts kann so zu Herzen gehn, als wenn arme Witwen werden, wenn verlassen Waisen stehn, ohne Vater, ohne Mut, ohne Freunde, ohne Gut. Witwen sind verlassne Frauen; wer wird auf die Waisen schauen? 2. Witwen sind in Gottes Armen, Waisen sind in GottesSchoß; ihrer will er sich erbar men, wär die Not auch noch so groß. Ein solch ungerechter Mann tastet Gottes Augen an, der die armen Waisen drücket und der Witwen Herz bestricket. 3. Wenn sie bleiben in den Schranken, darein Gott sie hat gestellt, und von seiner Treu nicht wanken, weil er sich zu ihnen hält, sollen sie im Himmelsschloß werden alles Kummers Los; da soll nicht mehr wie auf Erden Witwennot gehöret werden. a Michael Hunold. † 1672. G. Alter. 3. War Menschenhilf vergebens, so kam der Herr des Lebens und half und machte Bahn. Wußt ich mir nicht zu raten, so that meiner mächtig an. Gott große Thaten und nahm sich will ich dich heben, tragen und 4. Bis zu des Alters Tagen dein Erretter sein! Dies hat mir Gott versprochen, der nie sein Wort gebrochen; ich werde sein mich ewig freun. 5. Er wird mir schwachem Alten, was er verheißen, halten, denn er ist fromm und treu; bin ich gleich matt und müde, er giebt mir Trost und Friede und steht mit Mut und Kraft mir bei. 6. Noch wenig bange Stunden, dann hab ich überwunden, ich bin vom Ziel nicht weit; o welche große Freuden sind nach dem letzten Leiden vor Gottes Thron für mich bereit! men 570. 7. Ich harre froh und stille, bis Mel. 148: O Welt, ich muß dich laffen. meines Gottes Wille mich nach Gott hat in meinen Tagen mich väterlich getragen von meiner Jugend auf; ich sah auf meinen Wegen des Höchsten Hand und Segen, er lenkte meines Lebens Lauf. dem Kampfe krönt. An meiner Laufbahn Ende sink ich in Jesu Hände, der mich dem Vater hat versöhnt. Jakob Friedrich Febbersen. † 1788. 368 rer Hausstand. 571. Mel. 26: Chriſtus, der ist mein Leben. Verwirf mich nicht im Alter, verlaß mich nicht, mein Gott! bist 6. Wenn mich die Glieder du nur mein Erhalter, so werd schmerzen, so bleibe du mein Teil ich nie zu Spott. und mache mich im Herzen durch Christi Wunden heil. 2. Wie oft hab ich erfahren, der Vater sei getreu; ach mach in alten Jahren mir dieses täglich neu. 3. Wenn ich Berufsgeschäfte von außen schwächlich thu, leg deines Geistes Kräfte dem innern. Menschen zu. 5. Will mein Gehör verfallen, so laß dies Wort allein mir in dem Herzen schallen: Ich will dir gnädig sein! 4. Wenn dem Verstand, den Augen die Schärfe nun gebricht, daß sie nicht viel mehr taugen, sei Jesus noch mein Licht. 7. Sind Stimm und Zunge blöde, so schaffe du, daß ich im Glauben stärker rede: Mein HeiLand spricht für mich! 8. Wenn Händ und Füße beben, als zu dem Grabe reif, so gieb, daß ich das Leben, das ewig ist, ergreif. 154 Philipp Friedrich Hiller.+ 1769. -100 VI. Kreuz- und Trostlieder. 572. Mel. 20: Aus tiefer Not schrei ich 2c. Ach treuer Gott, barmherzig Herz, des Güte sich nicht endet, ich weiß, daß mir dies Kreuz und Schmerz dein Hand hat zugewendet; ja Herr, ich weiß, daß diese Last du mir aus Lieb erteilet hast und gar aus keinem Hasse. 2. Denn das ist allzeit dein Gebrauch; wer Kind ist, muß was leiden, und wen du liebst, den stäupst du auch, schickst Trauern vor den Freuden; führst uns zur Höllen, thust uns weh und führst uns wieder in die Höh, und so geht eins ums andre. 3. Du führst ja wohl recht wunderlich die, so dein Herz ergötzen. Was leben soll, muß vorher sich ins Todesdunkel setzen; was steigen soll zur Ehr empor, liegt auf der Erd und muß zuvor sich in dem Staube wälzen. 4. Das hat, Herr, dein geliebter Sohn selbst wohl erfahrn auf Erden; denn eh er kam zum Ehrenthron, mußt er gekreuzigt werden. Er ging durch Trübsal, Angst und Not, ja durch den herben, bittern Tod drang er zur Himmelsfreude. 5. Hat nun dein Sohn, der fromm und recht, so willig sich ergeben, was will ich armer Sündenknecht dir viel zuwider streben? Er ist der Spiegel der Geduld; und wer sich sehnt nach deiner Huld, der muß ihm ähnlich werden. 6. Ach liebster Vater, wie so schwer ists der Vernunft zu gläuben, daß du demselben, den du sehrbetrübst, sollst günstig bleiben! Wie macht doch Kreuz so lange Zeit; wie schwerlich will sich Lieb und Leid zusammen lassen reimen! 7. Was ich nicht kann, das gieb du mir, o höchstes Gut der Frommen! Gieb, daß mir nicht des Glaubens Zier durch Trübfal werd entnommen. Erhalte mich, o starter Hort, befestge mich in 24 370 Kreuz- und Trostlieder. deinem Wort, behüte mich vor ein Hütte, da ich sicher sik im Murren. Sturm und Ungewitter. 13. Ach laß mich schauen, wie so schön und lieblich sei das Leben, das denen, die durch Trübsal gehn, du dermaleinst wirst geben; ein Leben, gegen welches hier die ganze Welt mit ihrer Zier durchaus nicht zu vergleichen. 8. Bin ich ja schwach, laß deine Treu mir an die Seite treten; hilf, daß ich unverdrossen sei zum Rufen, Seufzen, Beten. So lang ein Herze hofft und gläubt und im Gebet beständig bleibt, so lang ists unbezwungen. 9. Greif mich auch nicht zu heftig an, damit ich nicht vergehe; du weißt wohl, was ich tragen kann, wies um mein Leben stehe. Ich bin ja weder Stahl noch Stein; wie bald doch geht ein Wind herein, so fall ich hin und sterbe. 10. Ach Jesu, der du worden bist mein Heil mit deinem Blute, du weißt gar wohl, was Kreuze ist und wie dem sei zu Mute, den Kreuz und großes Unglück plagt; drum wirst du, was mein Herze flagt, gar gern zu Herzen faffen. 11. Ich weiß, du wirst in dei nem Sinn mit mir Mitleiden haben und mich, wie ichs bedürftig bin, mit Gnad und Hilfe laben. Ach stärke meine schwache Hand; ach heil und bring in bessern Stand das Straucheln meiner Füße. 12. Sprich meiner Seele herzlich zu und tröste mich aufs beste; denn du bist ja der Müden Ruh, der Schwachen Burg und Feste, ein Schatten vor der Sonnenhit, 14. Daselbst wirst du in ewger Luft gar freundlich mit mir handeln, mein Kreuz, das dir und mir bewußt, in Freud und Ehr verwandeln. Da wird mein Weinen lauter Wein, mein Ächzen lauter Jauchzen sein. Das glaub ich; hilf mir! Amen. Paul Gerhardt. † 1676. 573. Mel. 156: Singen wir aus Herzensgrund. Auf den Nebel folgt die Sonn, auf das Trauern Freud und Wonn, auf die schwere, bittre Bein stellt sich Trost und Labsal ein. Meine Seele, die zuvor sank bis zu dem Höllenthor, steigt nun bis zum Himmelschor. 2. Der, vor dem die Welt erschrickt, hat mir meinen Geist er quickt, seine hohe, starke Hand reißt mich aus der Höllen Band; alle feine Lieb und Güt überströmt mir mein Gemüt und erfrischt mir mein Geblüt. 3. Hab ich vormals Angst gefühlt, hat der Gram mein Herz Kreuz und Trostlieder. zerwühlt, hat der Kummer mich beschwert, hat der Satan mich bethört: ei so bin ich nunmehr frei, Heil und Rettung, Schutz und Treu steht mir wieder treulich bei. 4. Gott läßt feinen traurig stehn, noch mit Schimpf zurücke gehn, der sich ihm zu eigen schenkt und ihn in sein Herze senkt; wer auf Gott sein Hoffnung seßt, findet endlich und zuletzt, was ihm Leib und Seel ergößt. 5. Kommts nicht heute, wie man will, sei man nur ein wenig still; ist doch morgen auch ein Tag, da die Wohlfahrt kommen mag. Gottes Zeit hält ihren Schritt; wann die kommt, kommt unfre Bitt und die Freude reichlich mit. 371 Nacht mich mit Wachen krank gemacht, als mir aller Mut entfiel, tratst du, mein Gott, selbst ins Spiel, gabst dem Unfall Maß und Ziel. 9. Nun, so lang ich in der Welt haben werde Haus und Zelt, soll mir dieser Wunderschein stets vor meinen Augen sein; ich will all mein lebenlang meinem Gott mit Lobgesang dafür bringen Preis und Dank. La 10. Allen Jammer, allen Schmerz, den des ewgen Vaters Herz mir schon jetzo zugezählt oder künftig auserwählt, will ich hier, in diesem Lauf meines Lebens, allzuhauf frisch und freudig nehmen auf. 11. Ich will gehn. in Angst und Not, ich will gehn bis in 6. Ach wie oft schon dacht ich den Tod und will gehn ins Grab doch, da mir noch der Trübsal hinein und doch allzeit fröhlich Joch auf dem Haupt und Nacken sein; wem der Stärkste bei will lag und mir fast das Herz zer- stehn, wen der Höchste will erbrach: Nun ist keine Hoffnung höhn, kann nicht ganz zu Grunde mehr, auch kein Ruhen, bis ich kehr in das schwarze Totenmeer. gehn. Paul Gerhardt. † 1676. 574, 7. Aber mein Gott wandt es bald, heilt und hielt mich dergestalt, daß ich, was sein Arm gethan, nie genugsam preisen Auf meinen lieben Gott trau Eigene Melodie. 18. fam kann. Da ich weder hier noch da ich in Angst und Not. Der kann eingen Weg zur Hilfe sah, hatt ich seine Hilfe nah. 8. Als ich furchtsam und verzagt mich selbst und mein Herz geplagt, als ich manche liebe 2. Ob mich mein Sünd anmich allzeit retten aus Trübfal, Angst und Nöten; mein Unglück kann er wenden, steht alls in seinen Händen. 24* 372 Kreuz- und Trostlieder. ficht, will ich verzagen nicht; auf Winden giebt Wege, Lauf und Christum will ich bauen und ihm allein vertrauen, ihm hab ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohlergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott sich gar nichts nehmen, es muß erbeten sein. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Gewinn, und Christus ist mein Leben; dem hab ich mich ergeben. Ich sterb heut oder morgen, mein Seel wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, der du geduldig bist für mich am Kreuz gestorben, hast mir das Heil erworben, das Himmelreich uns allen, die wir auf Erden wallen. 5. Erhöre gnädig mich, mein Trost, das bitt ich dich; hilf mir am letzten Ende, nimm mich in deine Hände, daß selig ich abscheide zur ewgen Himmelsfreude. 6. Amen zu aller Stund sprech ich aus Herzensgrund; du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, damit wir deinen Namen auf ewig preisen. Amen. Sigismund Weingärtner. Um 1600. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erleſen, das treibst du, starker Held, und bringst zu Stand und Wesen, was deinem Rat gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dirs nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht; dein Werk kann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zu rückegehn. Was er sich vorgenommen und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu 575. Mel. 74: Herzlich thut mich verlangen. seinem Zweck und Ziel. Psalm 37, 5. 6. Hoff, o du arme Seele, Befiehl du deine Wege, und hoff und sei unverzagt! Gott was dein Herze kränkt, der aller treusten Pflege des, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken, erwarte nur die Kreuz- und Trostlieder. 373 12. Mach End, o Herr, mach Ende mit aller unsrer Not, stärk 7. Auf, auf! gieb deinem unsre Füß und Hände und laß Schmerze und Sorgen gute Nacht! bis in den Tod uns allzeit deilaß fahren, was das Herze be- ner Pflege und Treu empfohlen trübt und traurig macht! Bist sein, so gehen unsre Wege gewiß du doch nicht Regente, der alles zum Himmel ein. führen soll, Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl. Paul Gerhardt. † 1676. 576. 8. Jhn, ihn laß thun und walten, er ist ein weiser Fürst, und wird sich so verhalten, daß Mel. 88: Jefu hilf fiegen, du Fürste 2c. du dich wundern wirst, wenn er, Christen erwarten in allerlei Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rat das Werk hinausgeführet, das dich bekümmert hat. Fällen Jesum mit seiner allmächtigen Hand; mitten in Stürmen und tobenden Wellen sind sie gebauet auf felsiges Land. Wenn sie die Nächte der Trübfal bedecken, kann doch ihr Grauen fie wenig erschrecken. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn und thun an seinem Teile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben, und solltst du für und für in Angst und Nöten schweben, als fragt er nichts nach dir. 10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da dus am mindsten gläubst. Er wird dein Herze lösen von der so schweren Laft, die du zu keinem Bösen bisher getragen haſt. 2. Jauchzen die Feinde zur Rechten und Linken, drohet und hauet ihr blinkendes Schwert, lassen doch Christen die Häupter nicht sinken, denen sich Jesus im Herzen verklärt. Wüten- die Feinde mit Schnauben und Toben, schauen sie dennoch voll Trostes nach oben. 3. Geben die Felder den Sa11. Wohl dir, du Kind der men nicht wieder, bringen die Treue! du hast und trägst davon Gärten und Auen nichts ein, mit Ruhm und Dankgeschreie den schlagen uns Schloßen die Früchte Sieg, die Ehrenkron. Gott giebt darnieder, brennen die Berge dir selbst die Palmen in deine vom hitzigen Schein; kann doch rechte Hand, und du fingst Freu- ihr Herze den Frieden erhalten, denpsalmen dem, der dein Leid weil es den Schöpfer in allem gewandt. läßt walten. 374 Kreuz- und Trostlieder. 4. Viele verzehren in ängstlichen Engeln und Menschen zu teil, Sorgen Kräfte, Gesundheit und wenn Christus prächtig am Ende Kürze der Zeit, da doch im Rate wird kommen, um sich zu samdes Höchsten verborgen, wann meln die Herde der Frommen. und wo jedem sein Ende bereit; sind es nicht alles vergebliche Schmerzen, die ihr euch machet, o thörichte Herzen? 5. Zweifel und Sorgen verderben die Frommen; glauben und hoffen bringt Ehre bei Gott. Seele, verlangst du, zur Ruhe zu kommen, hoffe der Angst und dem Zweifel zum Spott. Ob auch die göttliche Hilfe verborgen, traue dem Höchsten und meide die Sorgen. 6. Gutes und alle erbetenen Gaben folgen dir, bis man dich leget ins Grab; ja du wirst sel ber den Himmel noch haben; ei warum sagst du den Sorgen nicht ab? Werde doch in dir recht ruhig und stille, das ist des Vaters, des ewigen, Wille. 7. Freue dich, wenn du statt freundlichen Blicken mancherlei Jammer erduldest und Not; wisse, was Gott will erhöhn und erquicken, muß erst mit Jesu durch Zeiden und Tod. Willst du mitleben, so mußt du mitsterben, anders kann keiner den Himmel ererben. 9. Seine allmächtige Stärke beweiset in den Ohnmächtigen mächtige Kraft; dann wird alleine sein Name gepreiset, wenn er den Zagenden Freudigkeit schafft. Darum, o Jesu, gieb, daß ich dir traue, wenn ich die Hilfe nicht sichtbarlich schaue. istab Christian Ludwig Edeling. † 1742. 8. Völlige Wonne, verklärete Freude, himmlische Güter, undenkliches Heil werden dir dort auf der ewigen Weide unter den 577. Mel. 95: Jefus meine Zuversicht. Psalm 73, 23. Dennoch bleib ich stets an dir, mein Erlöser, mein Vergnügen! Mich verlanget, dort und hier nur an deiner Brust zu liegen. Meines Lebens schönste Zier, dennoch bleib ich stets an dir. 2. Suchet die verderbte Welt mich aus deinem Arm zu reißen, will sie Ehre, Lust und Geld mir nach ihrer Art verheißen; o so sprech ich bald zu ihr: Dennoch bleib ich stets an dir. 3. Bricht des Kreuzes Sturm herein, überfällt mich Angst und Leiden, so vermag doch keine Bein 15 mich von meinem Haupt zu scheiden, und ich schreib in mein Banier: Dennoch bleib ich stets an dir. 4. Selbst im finstern Todesthal bleibt die Freundschaft un R Kreuz- und Trostlieder. 375 getrennet. Ich empfinde keine schrecken, wenn unbereit die EwigQual, wenn der Lebensfürst mich fennet. Sterbend ruf ich mit Begier: Dennoch bleib ich stets an dir. keit und der Posaunen Schallen uns würde überfallen. Johann Jakob Rambach. † 1735. 5. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Es lehrt die Sünde haffen und unsern lieben Gott allein mit rechter Lieb umfassen. Die Welt vergeht, und Gott besteht. Bedenks und laß dich üben, das ewge Gut zu lieben. 578. Mel. 173: Was Gott thut, das ist zc. Sin Christ tann ohne Kreuz nicht sein. Drum laß dichs nicht betrüben, wenn Gott versucht mit Kreuz und Pein die Kinder, die ihn lieben. Je lieber Kind, je ernster sind des frommen Vaters Schläge. Schau, das sind Gottes Wege. 2. Ein Chrift kann ohne Kreuz nicht sein, Gott wills nicht anders haben, auch dieses Lebens Not und Bein sind deines Va579. Eigene Melodie. 55. ters Gaben. Solls denn so sein, Gieb dich zufrieden und sei so geh es ein, es kommt von Liebeshänden; Gott wird nichts Böses senden. 10:01 stille in dem Gotte deines Lebens. In ihm ruht aller Freuden Fülle, ohn ihn mühst du dich vergebens. Er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne. Gieb dich zufrieden. 2. Er ist voll Lichtes, Trost und Gnaden, ungefärbten treuen Herzens. Wo er steht, thut dir keinen Schaden auch die Pein des größten Schmerzens. Kreuz, Angst und Not kann er bald wenden, ja auch den Tod hat er in Händen. Gieb dich zufrieden. 3. Wie dirs und andern oft er3. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Das Kreuz lehrt fleißig beten, zieht ab vom eitlen Trug und Schein und lehrt zu Jesu treten. Drum wirfs nicht hin mit sprödem Sinn, wenns nun zu dir gekommen; es soll der Seele frommen. 4. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Das muß uns immer wecken; wir schliefen sonst in Sünden ein. Wie müßten wir er6. Auch ich will ohne Kreuz nicht sein; was Gott schickt, will ich tragen. Schickts doch der liebste Vater mein, sinds doch nur kurze Plagen und wohlgemeint! Wer gläubig weint, lebt dort in steten Freuden. Ich will mit Christo leiden. David Nerreter. † 1726. 376 Kreuz- und Trostlieder, gehe, ist ihm wahrlich nicht ver- und Land sich muß von laben. borgen; er sieht und fennet aus Gieb dich zufrieden. der Höhe der betrübten Herzen Sorgen. Er zählt den Lauf der heißen Thränen und faßt zu Hauf all unser Sehnen. Gieb dich zu frieden. 4. Wenn gar kein Einger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er dein Treuster werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen, auch weiß er Zeit, dirs zu benehmen. Gieb dich zufrieden. 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stilles Klagen, und was du keinem darfst erzählen, magst du Gott gar kühnlich sagen. Er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald ſteht in der und gern der Armen Bitten. Gieb dich zufrieden. 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, halt an Gott, so wirst du siegen; ob alle Fluten dich umringen, wirst du doch nicht unterliegen; denn wenn du wirst zu hoch beschweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gieb dich zufrieden. 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie dus halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt bescheren. Er hat die Hand voll aller Gaben, da See 8. Sprich nicht: ich sehe keine Mittel, wo ich such, kann nichts mich trösten; denn das ist Gottes Ehrentitel, helfen, wenn die Not am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, da greift er zu, uns wohl zu führen. Gieb dich zufrieden. 9. Bleibt gleich die Hilf in etwas lange, wird sie dennoch endlich kommen. Macht dir das Harren angst und bange, glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man gewisser, und was verzeucht, ist desto süßer. Gieb dich zufrieden. anders werden, alle Menschen 10. Es kann und mag nicht müssen leiden. Was webt und lebet auf der Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Not wird sich nicht enden bis in den Tod; da wird sichs wenden. Gieb dich zufrieden. 11. Es ist ein Ruhetag vorhanden, da uns unser Gott wird Lösen; er wird uns reißen aus den Banden dieses Leibs und allem Bösen. Es wird einmal der Tod herdringen und aus der Qual uns alle bringen. Gieb dich zufrieden. 12. Er wird uns bringen zu den Scharen der Erwählten und Getreuen, die hier mit Frieden heimgefahren, sich auch nun im 377 die Angst geschwinde, wie der Rauch im Winde. 5. Gott, der wirds wohl machen; mächtig in den Schwachen ist er allezeit. Wem hats je gefehlet, der sich Gott erwählet in dem Herzeleid? Drum mein Herz, ver580.gif den Schmerz; alles steht in feinen Händen, Gott kann alles wenden. So ott, der wirds wohl machen, 6. Gott, der wirds wohlmachen, dem ich meine Sachen allzeit heimgestellt. Er hat mich erkoren, eh ich noch geboren bin auf dieser Welt; hat mir auch nach seinem Brauch, was vonnöten, stets gegeben hier in diesem Leben. wenn des Todes Rachen gleich ist aufgethan; wenn die Lebensjahre enden an der Bahre, führt er himmelan. Sei bereit zu Freud und Leid; Gott befiehl nur deine Sachen, Gott, der wirds wohl machen. Ernst Stockmann. † 1712. Kreuz- und Trostlieder. Frieden freuen, da sie den Grund, der nicht kann brechen, den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gieb dich zufrieden.pl sensi Paul Gerhardt.+1676. Mel. 91: Jesu, meine Freude. Psalm 37, 5. 2. Gott, der wirds wohlmachen, der mir manches Lachen, Freud und Lust geschenkt; der mich nie vergessen, der mit Kleid und Effen täglich mich bedenkt. Oft, wenn fast die Kreuzeslast seine Kinder 581. Eigene Melodie. 61. niederdrücket, hat er mich erquidet. Gott lebet noch! Seele, was 3. Gott, der wirds wohlmachen. Laß das Wetter krachen und die Stürme gehn; wenn mit großem Grausen alle Wellen brausen, will er bei dir stehn. Nur Geduld, trau seiner Huld! schlägt dich Unglück gleich darnieder, Gott erhebt dich wieder. verzagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen alle Hilf auf Erden thut, der mit Kraft und starken Armen machet alles wohl und gut; Gott kann besser, als wir denken, alle Not zum Besten lenken. Seele, so bedente doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 4. Gott, der wirds wohl machen; er wird selber machen über deiner 2. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Sollt er Not. Wenn du willst verzagen schlummern oder schlafen, der das unter deinen Plagen, ist der fromme Gott auf dem Plan und nimmt dich an; dann verstäubt Aug hat zugericht? Der die Ohren hat erschaffen, sollte er denn hören nicht? Gott ist Gott, der hört 378 Kreuz- und Trostlieder. und siehet, wo den Frommen Weh dir sein. Gott ists, der es herzgeschiehet. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. lich meinet, wo die Not am größten scheinet. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erdenfreis verhüllet mit den Wolken weit und breit, der die ganze Welt erfüllet, ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hilf und Trost an allen Enden. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geängstet wallen auf der harten Dornenbahn, es ist Gottes Wohlgefallen, dich zu führen himmelan; Gott wird nach dem Jammerleben Friede, Freud und Wonne geben. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch! Johann Friedrich Zihn. † 1719. 4. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz beladen, nimm zu Gott nur deinen Lauf; Gott ist groß und reich von Gnaden, hilft den Schwachen gnädig auf. Gottes 582. Eigene Melodie. 63. Gnade währet immer, seine Treu Gott sorgt für dich, was willst du dich viel plagen mit deiner Sorg, o Mensch, und gar verzagen? Du bist sein Kind, er wird dich nicht verlassen; trau nur auf ihn, so wirst du Sorgen haffen. 05. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden kränken, dein Verbrechen quält dich sehr, komm zu 2. Kein Vöglein sorgt für Gott, er wird versenken deine seines Lebens Speise, es steht Sünden in das Meer; mitten in der Angst der Höllen kann er dich zufriedenstellen. Seele, so be denke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. vergehet nimmer. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 6. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, weißt du weder aus noch ein, Gott wird dennoch dich umfassen und im Leiden bei früh auf und singt nach seiner Weise ein Morgenlied; dann fleugt es in die Wälder, bald anderwärts durchsucht es alle Felder. 3. Es weiß noch nicht, wo ihm hab hingeleget ein Körnlein Speis der Gott, der alles träget durch seine Macht; doch findt es alle Morgen sein Speis und Trank, läßt Gott noch ferner sorgen. Kreuz- und Trostlieder. 4. So, Menschenkind, mach es in deinen Sachen, laß Gott für dich nur immer sorgen, wachen. Arbeit und bet! Er wird dir alles geben, was nötig ist zu deinem ganzen Leben. 5. Vertraue Gott und ehre seinen Willen, so wird er dich mit Gnad und Gut erfüllen; er forget schon, wie er dich mög erhalten, laß du nur Gott noch ferner für dich walten. Simon Bornmeister.+ 1688. 583. Mel. 95: Jesus meine Zuversicht. Gott verläßt die Seinen nicht. Nach dem Seufzen, nach dem Weinen, lässet er das schöne Licht seiner Gnadensonne scheinen, und wir werden aufgericht! Gott verläßt die Seinen nicht! 2. Gott verläßt die Seinen nicht. Sollt es gleich auf dieser Erden, wann die Trübsal uns anficht, bis zum Tod uns bange werden, ein getrostes Herze spricht: Gott verläßt die Seinen nicht! 3. Gott verläßt die Seinen nicht. Ja, er läßts in allen Dingen, wie er selber sich verpflicht, uns zur Seligkeit gelingen. Glaube, Hoffnung, Liebe spricht: Gott verläßt die Seinen nicht! Unbekannter Dichter. 379 584. Mel. 150: Ringe recht, wenn Gottes 2c. Matth. 8, 23-27. Gott wills machen, daß die Sachen gehen, wie es heilsam ist. Laß die Wellen immer schwellen, wenn du nur bei Jefu biſt. 2. Wer sich kränket, weil er denket, Jesus liege in dem Schlaf, wird mit Klagen mur sich plagen, daß der Unglaub leide Straf. 3. Du Verächter! Gott, dein Wächter, schläfet ja noch schlummert nicht. Zu den Höhen aufzusehen, wäre deine Glaubenspflicht. 4. Im Verweilen und im Eilen bleibt er stets ein Vaterherz; laß dein Weinen bitter scheinen, dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 5. Glaub nur feste, daß das Beste über dich beschlossen sei. Wenn dein Wille nur ist stille, wirst du von dem Kummer frei. 6. Willst du wanken in Gedanken, faß dich in Gelassenheit. Laß den sorgen, der auch morgen Herr ist über Leid und Freud. 7. Gottes Hände sind ohn Ende, sein Vermögen hat kein Ziel. Ifts beschwerlich, scheints gefährlich? Deinem Gott ist nichts zu viel. 8. Wenn die Stunden sich gefunden, bricht die Hilf mit Macht herein; und dein Grämen zu beschämen, wird es unversehens sein. 9. Nun so trage deine Plage 380 Kreuz- und Trostlieder. 586. fein getroft und mit Geduld. Wer das Leiden will vermeiden, häufet seiner Sünden Schuld.. Mel. 47: Es kostet viel, ein Chrift 2c. 10. Aber denen, die mit Herr, meine Seele seufzt zu dir, Thränen küssen ihres Jesu Joch, wird die Krone vor dem Throne ihres Heilands werden noch. 11. Amen, Amen! In dem Namen meines Jesu halt ich still; es geschehe und ergehe, wie und wenn und was er will. Johann Daniel Herrnschmidt. † 1723. 585. Mel. 95: Jejus meine Zuversicht. Herr, ich lasse nicht von dir, betend will ich mit dir ringen, wie einst Jakob rang mit dir; endlich muß mirs doch gelingen, endlich muß mein heißes Flehn, Vater, dir zu Herzen gehn. 2. Ob du dich auch von mir kehrst, mir dein Angesicht verhülleft, mich mit neuem Leid beschwerst, mich mit neuer Angst er fülleft; dennoch ruf ich, Herr, zu dir, endlich, endlich hilfst du mir. 3. Wann und wie? was kümmerts mich! weiß ich doch, es wird geschehen. Läßt du mich, nicht laß ich dich, endlich hörst du doch mein Flehen, machst mich frei von aller Not, wärs auch endlich durch den Tod. Julius Sturm. Geb. 1816. ach komm und hilf um deiner Güte willen und neig in Gnaden dich herab zu mir, mein Herz mit deinem Troste zu erfüllen; du bist mein Gott und deine Güt und Treu sind ewig neu. 2. Du hast mit deiner starken Hand mir tiefe Wunden in das Herz geschlagen; ach laß in meiner Schmerzen Feuerbrand mich nur an deiner Liebe nicht verzagen und mich aufs Kreuz mit festem Blicke schaun und dir vertraun. 3. Am Kreuze starb nach deiner Wahl dein eingeborner Sohn für meine Sünde, damit ich ledig aller Angst und Qual auf deine Gnade meinen Glauben gründe und dir getrost, vom Eigenwillen frei ergeben sei. 4. So laß mich deine Wege gehn, bis ich einst rufen darf, der Welt entnommen: Kein Ohr vernahms, kein Auge hats gesehn, und ist in keines Menschen Herz gekommen, was Gott dem Volke, das ihn treu geliebt, im Himmel giebt. Julius Sturm. Geb. 1816. 587. Eigene Melodie. 71. Herr, wie du willst, so schicks mit mir im Leben und im Ster295 Kreuz- und Trostlieder. ben; allein zu dir steht mein Begier, laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld, sonst wie du willst; gieb mir Geduld, denn dein Will ist der beſte. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte; behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gieb mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit; wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben. 3. Soll ich einmal nach deinem Rat von dieser Welt abscheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir; o Herr, ein selig End gieb mir durch Jesum Christum. Amen. Kaspar Bienemann. † 1591. 381 auf dem Feuerherd, ein Christ in mancher Not bewährt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube! Die Palme wächset bei der Laft, die Süßigkeit fließt aus der Traube, wenn du sie wohl gekeltert hast. Im Kreuze wächset uns der Mut, wie Perlen in gesalzner Flut. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe! Der Sturm bläst nur die Flamme auf, und scheinet gleich der Himmel trübe, so lachet doch die Sonne drauf. Und wie das Öl die Flamme nährt, wird Liebesglut durchs Kreuz vermehrt. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete! Geriebne Kräuter duften wohl; wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht nach dem Pol. Wo kämen Davids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wär? 588. 6. Je größer Kreuz, je mehr Mel. 182: Wer weiß, wie nahe mir 2c. Verlangen! Im Thale steiget man bergan; wer durch die Wüsten Jak. 1, 12, Je größer Kreuz, je näher Him- oft gegangen, der sehnet sich nach Kanaan. Das Täublein, findets hier nicht Ruh, so fliegt es nach der Arche zu. mel! Wer ohne Kreuz, ist ohne Gott; bei Sündenlust und Weltgetümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod. O selig ist der Mann geschätzt, den Gott in Kreuz und Trübsal setzt. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben! Man freut sich recht auf seinen Tod; denn man entgehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Not. Das Kreuz, das Christengräber ziert, bezeugt, sie haben triumphiert. 2. Je größer Kreuz, je beffre Christen! Gott streicht uns an den Probestein; wie mancher Garten lieget wüste, fällt nicht ein Thränenregen drein. Das Gold wird 8. Je größer Kreuz, je schönre Kreuz- und Trostlieder. 382 Krone, die Gott den Seinen bei gelegt, und die einmal vor seinem Throne der Überwinder Scheitel trägt. Ach, dieses teure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 9. Gekreuzigter, laß mir dein Kreuze je länger und je lieber sein! Daß mich die Ungeduld nicht reize, so pflanz ein solches Herz mir ein, das Glaube, Liebe, Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Benjamin Schmold. † 1737. 589. Mel. 148: D Welt, ich muß dich lassen. In allen meinen Thaten laß ich den Höchsten raten, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, solls anders wohl gelingen, selbst geben Segen, Rat und That. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stells in seine Vatergunft. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat versehen und was mir selig ist; ich nehm es, wie ers giebet, was ihm von mir geliebet, dasselbe hab ich auch erkiest. verlegen, nichts fehlen, was mir ewig nützt.nd i midiel 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durch streichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urteil sprechen und mit mir haben noch Geduld. 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in Banden, und was mir stößt zu Handen, so tröstet mich sein teures Wort. mul kon 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängnis gehn. Kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen, mit Gott will ich ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, deine und traue dem alleine, der dich geschaffen hat; es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rat. Auf der Reise. 10. Jch zieh in ferne Lande, zu nüßen einem Stande, zu dem er mich bestellt; sein Segen wird mich lassen, was gut und recht ist, fassen, zu dienen treulich seiner 4. Jch traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Übel schützt; leb ich nach seinen Sätzen, so wird mich nichts Welt. Kreuz- und Trostlieder. 383 11. Bin ich in wilder Wüsten, doch kein Leid. Gott will die so bin ich doch bei Christen und Christus ist bei mir; der Helfer in Gefahren, der kann mich doch bewahren, wie dorten, ebenso auch hier in di Seinen schüßen, zuletzt erheben hoch und geben, was da nüßet hier zeitlich und auch dort. 2. Allein ichs Gott befehle; is er machs, wies ihm gefällt, zu nutz für meine Seele! In dieser argen Welt ist doch nur Not und Leiden und muß auch also sein; denn eitle Erdenfreuden bringen uns ewge Bein. 12. Er wird zu diesen Reisen gewünschten Fortgang weisen, wohl helfen hin und her; Gesundheit, Heil und Leben, Zeit, Wind und Wetter geben und alles, was ich noch begehr. ind 13. Sein Engel, der getreue, macht meine Feinde scheue, tritt zwischen mich und sie; durch seinen Schuß, den frommen, sind wir soweit nun kommen und wissen selber fast nicht wie. ne 14. Gefällt es seiner Güte und sagt mir mein Gemüte nicht was Vergeblichs zu, so werd ich Gott noch preisen mit manchen schönen Weisen daheim in meiner stillen Ruh.. 15. Indes wird er den Meinen mit Segen auch erscheinen, ihr Schutz wie meiner sein; wird bei derseits gewähren, was unser Wunsch und Zähren ihn bitten können überein. Paul Flemming. † 1640. 3. Treulich will ich Gott bitten und nehmen zum Beistand in allen meinen Nöten, ihm beffr als mir bekannt. Wie könnt er mich dann lassen der treue Vater mein! wenn meine Not am größten, so will er bei mir sein. 4. Mein Unglück und mein Glücke das kommt ja nur von Gott; ich weiche nicht zurücke, wank nicht in meiner Not. Geduld will ich erbitten in allen Nöten mein; er wird mich wohl behüten und mein Nothelfer sein. 5. Auf Reichtum und auf Schätze, was sonst der Welt gefällt, ich meinen Sinn nicht setze; das bleibt doch in der Welt; ein Schatz hab ich im Himmel, der Jesus Christus heißt, ist über alle Schätze, schenkt uns den heilgen Geist. 590. 6. Ihn hab ich eingeschlossen Mel. 74: Herzlich thut mich verlangen. in meines Herzens Schrein; sein Keinen hat Gott verlassen, der ihm vertraut allzeit; ob mich drum viele haffen, so bringt mirs Blut hat er vergossen für mich arm Würmelein, damit ich los soll werden von ewger Angst und Kreuz- und Trostlieder. 384 Pein; wie könnt auf ganzer Erden doch größre Liebe sein! 592. 7. Nun will ich mich erzeigen Meine Hoffnung steht auf Gott; Eigene Melodie. 112. dankbar für seine Gnad; ich geb mich Gott zu eigen mit allem, was ich hab! Wie ers will weiter machen, hab ich ihm heimgestellt; er lenke meine Sachen, wie es ihm wohlgefällt. Gott, mein Heiland, mein Erretter, Stiller aller Trübfalswetter, steh bei mir bis in den Tod; meine Hoffnung steht auf Gott.:: 8. Amen, nun will ich schließen dies arme Liedelein! Herr, durch dein Blutvergießen laß mich dein Erben sein! So hab ich alls auf Erden, was mich erfreuet schon; im Himmel soll mir werden die ewge Gnadenkron. Fm Um 1610. 2. Meine Hoffnung steht auf Gott, der mir Leib und Seel gegeben und mich durch mein ganzes Leben hat erhalten in der Not. Meine Hoffnung steht auf Gott.: 3. Meine Hoffnung steht auf Gott; Gott, mein Heiland, hilft mir Armen, kann und will sich mein erbarmen, steht bei mir bis in den Tod; meine Hoffnung steht auf Gott.:: int 4. Meine Hoffnung steht auf Gott; Hoffnung läßt mich nicht verderben, Hoffnung läßt mich selig sterben, giebt mich nicht dem ewgen Tod; meine Hoffnung steht auf Gott.:: Aus dem Dresdner Gesangbuch von 1731. 591. Mel. 26: Christus, der ist mein Leben. Laß fahren deine Sorgen, du änderst nicht dein Los; das Heut ist dein, das Morgen trägt Gott in seinem Schoß. 2. Und wie ers wird gestalten, ergründen kannst dus nicht; doch glaubst du an sein Walten, so gehst du auch im Licht. 593. 3. Und was er dir mag senden, es gern; kommt Mel. 91: Jesu, meine Freude. du und es doch aus den Händen des besten Meine Seel ist stille zu Gott, aller Herrn. 4. Nie kann dein Morgen trübe, dein Abend dunkel sein; denn deines Gottes Liebe giebt ihnen hellen Schein. Julius Sturm. Geb. 1816. dessen Wille mir zu helfen steht. Mein Herz ist vergnüget mit dem, wies Gott füget, nimmts an, wie es geht. Geht die Bahn nur himmelan, und bleibt Jesus ungeschieden, so bin ich zufrieden. Kreuz- und Trostlieder. 2. Meine Seele hanget an dir 594. und verlanget, Gott, bei dir zu sein aller Ort und Zeiten, und Mel. 193: Zion tlagt mit Angst 2c. mag keinen leiden, der ihr redet Meine Sorgen, Angſt und Pla3. Nein, ach nein! nur Einer, sagt sie, und sonst keiner wird von mir geliebt. Jesus, der Getreue, in dem ich mich freue, sich mir ganz ergiebt. Er allein, er soll es sein, dem ich wieder mich ergebe, dem ich einzig lebe. ein; von der Welt, Ehr, Lust gen laufen mit der Zeit zu End; und Geld, wonach viele sind be- alles Seufzen, alles Klagen, das fliffen, mag sie nichts mehr wissen. der Herr allein nur kennt, wird, gottlob! nicht ewig sein; nach dem Regen wird ein Schein von viel tausend Sonnenblicken meinen matten Geist erquicken. 2. Meine Saat, die ich gesäet, wird zur Freude wachsen aus; wenn die Dornen abgemähet, träget man die Frucht nach Haus. Wenn ein Wetter ist vorbei, wird der Himmel wieder frei; nach dem Kämpfen, nach dem Streiten kommen die Erquickungszeiten. 4. Gottes Güt erwäge und dich gläubig lege sanft in seinen Schoß. Lerne ihm vertrauen, so wirst du bald schauen, wie die Ruh so groß, die da fleußt aus stillem Geist. Wer sich weiß in Gott zu schicken, den kann er erquicken. 5. Meine Seele schweiget, har ret aus und neiget sich an Jesu Brust. Sie wird stark durch Hoffen; was sie je betroffen, sie erträgts mit Lust; fasset sich ganz männiglich durch Geduld und Glauben feste: am End kommt das beste. 385 Johann Kaspar Schade. † 1693. 3. Wenn man sich will Rosen brechen, muß man leiden in der Still, daß uns auch die Dornen stechen; alles geht, wie Gott es will. Er hat uns ein Ziel gezeigt, das man nur im Kampf erreicht; will man hier das Kleinod finden, so muß man erst überwinden. 4. Unser Weg geht nach den Sternen, der mit Kreuzen ist be6. Amen! es geschiehet. Wer setzt; hier muß man sich nicht zu Jesu fliehet, merket Gottes entfernen, ist er gleich mit Blut Art, wie er seinen Kindern pflegt benetzt. Zu dem Schloß der das Kreuz zu mindern und das Ewigkeit kommt kein Mensch hin Glück aufspart bis zu End; als- sonder Streit; die in Salems dann sich wendt das zuerst so Mauern wohnen, zeigen ihre bittre Leiden, und angehn die Freuden. Dornenkronen. 5. Es sind wahrlich alle Frommen, die des Himmels Klarheit 25 386 Kreuz- und Trostlieder. wie er will, so teilt er aus. sehn, aus viel Trübfal herge- Gott ist Herr in seinem Haus, kommen; und nun siehet man sie stehn vor des Lammes Stuhl und Thron, prangend in der Ehrenkron und mit Palmen schön gezieret, weil sie glücklich triumphieret. 6. Gottes Ordnung stehet feste und bleibt ewig unverrückt; seine Freund und Hochzeitsgäste werden nach dem Streit beglückt. Jsrael erhält den Sieg nach geführtem Kampf und Krieg, Kanaan wird nicht gefunden, wo man nicht hat überwunden. 3. Bist du doch nicht darum hier, daß du Erde haben sollst. Schau den Himmel über dir, da, da ist dein edles Gold; da ist Ehre, da ist Freud, Freud ohn End, Ehr ohne Neid.edud 4. Der ist thöricht, der sich fränkt um ein Handvoll Eitelkeit, wenn ihm Gott dagegen schenkt Schätze der Beständigkeit. Bleibt der Centner dein Gewinn, fahr der Heller immer hin. 7. Darum trage deine Ketten, meine Seel, und dulde dich, Gott wird dich gewiß erretten, das Gewitter leget sich; nach dem Blitz und Donnerschlag folgt ein angenehmer Tag, auf den Abend folgt der Morgen und die Freude nach den Sorgen. Aus Freylinghausens Gesangbuch v. 1708. 5. Schaue alle Güter an, die dein Herz für Güter hält; feines mit dir gehen kann, wenn du geheft aus der Welt; alles bleibet hinter dir, trittst du in des Grabes Thür. 6. Aber was die Seele nährt, Gottes Huld und Christi Blut, wird von feiner Zeit verzehrt, ist und bleibet allzeit gut. Erdengut zerfällt und bricht, Seelengut, das schwindet nicht. 595. Eigene Melodie. 123. 7. Wüßte der im Himmel lebt, daß dir wäre nüh und gut, Nicht so traurig, nicht so sehr, meine Seele, sei betrübt, daß dir Gott Glück, Gut und Ehr nicht so viel wie andern giebt. Nimm vorlieb mit deinem Gott: hast du Gott, so hats nicht not. wonach so begierig strebt dein verblendet Fleisch und Blut, würde seine Frömmigkeit dich nicht lassen unerfreut. 2. Du, noch sonst ein Menschenfind, hast ein Recht in dieser Welt; alle, die geschaffen sind, 8. Gott ist deiner Liebe voll und von ganzem Herzen treu. Wenn du wünschest, prüft er wohl, wie dein Wunsch beschaffen sei; ist dirs gut, so geht ers ein, sind nur Gäst im fremden Zelt. ists dein Schade, spricht er nein. Kreuz- und Trostlieder. 9. Unterdessen trägt sein Geist dir in deines Herzens Haus Manna, das die Engel speist, ziert und schmückt es herrlich aus. Ja, er wählet, dir zum Heil, dich zu seinem Gut und Teil. 10. Ei so richte dich empor, du betrübtes Angesicht! laß das Seufzen, nimm hervor deines Glaubens Freudenlicht! Das be halt, wenn dich die Nacht deines Rummers traurig macht. 11. Seße als ein Himmelsjohn deinem Willen Maß und Ziel; rühre stets vor Gottes Thron deines Dankens Saitenspiel, weil dir schon gegeben ist mehr, als du nur würdig bist. 12. Führe deinen Lebenslauf allzeit Gottes eingedenk. Wie es kommt, nimm alles auf, als ein wohlbedacht Geschenk; geht dirs widrig, laß es gehn: Gott und Himmel bleibt dir stehn. Paul Gerhardt. † 1676. tief nicht sein; das rote Meer wird dir schon Platz vergönnen. Was wimmerst du? Sollt der nicht helfen können, der nach dem Blig giebt heitern Sonnenschein? Nur frisch hinein! 387 Eh sein Volk sollte sinken, muß selbst das Meer auf dieses Helden Winken zur Mauer sein. Er herrscht im Flutenfeld, der Himmelsheld. 2. Der Himmelsheld hat einen Weg bestellt, den niemand weiß. 3. Die Centnernot zerbricht der kalte Tod. Hindurch, hindurch! und folge deinem Führer! Dein Jesus ist der Erd- und Meerregierer; der winket nur, da weicht auf sein Gebot die Centnernot. 596. 6. Herr Jesu Christ, wenn du nur bei mir bist, so will ich auch mit dir mein Leiden enden; zu dir, mein Gott, will ich mich gänzlich wenden und tragen, was dup omi Eigene Melodie. 135. Nur frisch hinein! es wird so mir auferleget ist, Herr Jeſu Christ. Michael Kongehl. † 1710. 4. Er ist dein Hirt, der dich nicht lassen wird, er wird sein Schaf auf seinen Achseln tragen; es wartet schon auf dich der Engel Wagen zum sichern Schutz! und ob du dich verirrt, er ist dein Hirt. 5. Auf, schwacher Sinn, wirf allen Kummer hin und schicke dich, die Tiefe zu durchschreiten. Kommt schon ein Sturm, dein Jesus wird dich leiten und helfen aus, der Tod ist dein Gewinn. Auf, schwacher Sinn! find 597. Mel. 179: Werde munter, mein Gemüte. mein Herz, gieb dich zufrieden, o verzage nicht so bald! Was dein Gott dir hat beschieden, 25* Kreuz und Trostlieder. 388 nimmt dir keiner Welt Gewalt. Keiner hindert, was er will; this wor harre nur, vertraue still, geh des Mel. 177: Wenn wir in höchsten Nöten 20. Weges, den er sendet; er begann, und er vollendet. 2ut. 7, 11-17. füßes Wort, das Jesus spricht 2. Hüllt er dich in Dunkel- zur armen Witwe: Weine nicht! heiten, so lobsing ihm aus der Es komme nie aus meinem Sinn, Nacht; sieh, er wird dir Licht be- zumal wenn ich betrübet bin. reiten, wo dus nimmermehr gedacht. Häuft sich Not und Sorg umher, wird die Last dir allzu schwer, faßt er plötzlich deine Hände und führt selber dich ans Ende. 3. Wär die ganze Welt dir feindlich, rottete sich wider dich, dank ihm; o der Herr ist freundlich, seine Huld währt ewiglich. Sind auch Trauer, Angst und Leid seines Segens dunkles Kleid, dank ihm; er schickt seinen Segen auf geheimnisvollen Wegen. 4. Endlich wird dein Morgen grauen; kennst du nicht sein Morgenrot? Darfst du zagend rückwärts schauen, wenn dich Glut und Sturm bedroht? Denn auch Feuerflamm und Wind Boten seines Willens sind; und kanns nur ein Wunder wenden, auch ein Wunder kann er senden. nis mbt 598. 5. O so laß denn alles Bangen! wirke frisch, halt mutig aus! Was mit ihm du angefangen, führet er mit dir hinaus; und ob alles widersteht, im Vertraun und imGebet bleib am Werke deiner Hände, se führt ers zum schönsten Ende. Viktor von Strauß. Geb. 1809. 2. Es wird geredt nicht leis ins Ohr, vielmehr ganz laut am freien Thor, so daß es höret jedermann und sich darüber freuen kann. asor n shisor 3. Er redets aber zu der Zeit, da Tod und Leben war im Streit; drum soll es auch erquicken mich in Tod und Leben kräftiglich. 4. Wenn Not und Armut mich ansicht, spricht doch mein Jesus: Weine nicht! Gott ist dein Vater, trau nur ihm, erhört er doch der Raben Stimm. 5. Bin ich sehr kraftlos, krank und schwach, und ist nichts da denn Weh und Ach, so tröstet Jesus mich und spricht: Ich bin dein Arzt, drum weine nicht! 6. Raubt mir der Feind mein Gut und Hab, daß ich muß fort mit meinem Stab, sagt Jesus wieder: Weine nicht! denk, was dem Hiob dort geschicht. 7. Vertreibt mich des Verfolgers Hand, gönnt er mir keinen Sitz im Land, ruft Jesus in mein Herz und spricht: Dein ist der Himmel, weine nicht! 8. Wenn um mich Band und Kreuz- und Trostlieder. 389 Ketten schon, wenn Feind und 3. Christi Unschuld ist mein falsche Freunde drohn, spricht Jesus: Weine nicht und glaub! dir kann nicht schaden Asch und Staub. Ruhm, sein Recht meine Krone, sein Verdienst mein Eigentum, darin frei ich wohne, als in einem festen Schloß, das kein Feind fann fällen, brächt er gleich davor Geschoß und Gewalt der Höllen. 9. Reißt mir der Tod das Liebste hin, sagt Jesus: Weine nicht! ich bin, ders wieder giebt; gedenke dran, was ich zu Nain hab gethany dara 4. Stürme, Teufel, Welt und Tod! was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Not Gott mit seiner Gnaden; der Gott, der mir seinen Sohn selbst geschenkt aus Liebe, daß der ewge Spott und Hohn mich nicht dort betrübe. 5. Was ist in dem Himmelszelt, was im tiefsten Meere, was ist Gutes in der Welt, das mir gut nicht wäre? Für wen brennt das Sternenlicht? wozu ist gegeben Luft und Wasser? Dient es nicht mir und meinem Leben? 6. Meine Seele lebt in mir 599. Eigene Melodie. 153. Schwing dich auf zu deinem durch die süßen Lehren, so die Gott, du betrübte Seele! Warum liegst du, Gott zum Spott, in der Schwermutshöhle? Merkst du nicht des Satans List? Er will durch sein Kämpfen deinen Trost, den Jesus Chrifst dir erworben, dämpfen. 10. Muß ich selbst ringen mit dem Tod, ist Jesus da, ruft in der Not: Ich bin das Leben, weine nicht! wer an mich glaubt, wird nicht gericht. dar 11. O süßes Wort, das Jesus spricht in allen Nöten: Weine nicht! Ach klinge stets in meinem Sinn, so fähret alles Trauern hin! Johann Höfel. † 1683. Christen mit Begier alle Tage hören. Gott eröffnet früh und spat meinen Geist und Sinne, daß sie seines Geistes Gnad freudig werden inne. 7. Ich bin Gottes, Gott ist mein; wer ist, der uns scheide? 2. Hab ich was nicht recht ge- Dringt das liebe Kreuz herein than, ist mirs leid von Herzen; dahingegen nehm ich an Christi Blut und Schmerzen. Denn das ist das Lösegeld meiner Missethaten; damit ist der ganzen Welt und auch mir geraten. mit dem bittern Leide, laß es dringen, kommt es doch von geliebten Händen; schnell zerbricht des Kreuzes Joch, wenn es Gott will enden. 8. Kinder, die der Vater soll BOTAN 390 ziehn zu allem Guten, die gedeihen selten wohl ohne Zucht und Ruten. Bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd will aufs Gute ziehen? Kreuz- und Trostlieder. frischen Mut. Ist die Not dein täglich Brot, mußt du weinen mehr, wie lachen, Gott wirds doch wohl machen. 2. Scheint der Himmel trübe, stirbt der Menschen Liebe dir 9. Es ist herzlich gut gemeint auch ganz dahin; kommt das mit der Christen Plagen. Wer Mißgeschicke fast all Augenblicke hier zeitlich wohl geweint, darf und quält deinen Sinn: mur nicht ewig klagen; sondern hat Geduld! Des Himmels Huld sieht vollkommnes Heil dort in Christi auf alle deine Sachen, Gott Garten, wo ist aufbewahrt sein wirds doch wohl machen. Teil, endlich zu gewarten. 10. Gottes Kinder säen zwar traurig und mit Thränen, aber 3. Ungeduld und Grämen kann nichts von uns nehmen, macht nur größern Schmerz. Wer endlich bringt das Jahr, wonach sich widersetzet, wird nur mehr sie sich sehnen. Denn es kommt die Erntezeit, da sie Garben bringen; da wird all ihr Gram und Leid lauter Freud und Singen. verletzet; drum Geduld, mein Herz! Wirf, mein Sinn, die Sorgen hin! Drücket gleich die Last die Schwachen, Gott wirds doch wohl machen. 11. Ei so faß, o Christenherz, alle deine Schmerzen; wirf sie fröhlich hinterwärts, laß des Trostes Kerzen dich entzünden mehr und mehr; gieb dem großen Namen deines Gottes Preis und Ehr. Er wird helfen! Amen. Paul Gerhardt. † 1676. ein Regenbogen, und die Sonne 4. Auf die Wasserwogen folgt blickt; so muß auf das Weinen lauter Freude scheinen, die das Herz erquickt. Laß es sein, wenn Angſt und Bein mit dir schlafen, mit dir wachen, Gott wirds doch wohl machen. 600. 5. Kronen sollen tragen, die des Kreuzes Plagen in Geduld besiegt. Fröhlich ausgehalten und Gott lassen walten, das macht recht vergnügt. Drum nimm Mel. 91: Jeju, meine Freude. Seele, sei zufrieden, was dir Gott beschieden, das ist alles gut. Treib aus deinem Herzen Ungeduld und Schmerzen, fasse 6. Dabei soll es bleiben, ich dir, o Seele, für, alles Unglück zu verlachen, Gott wirds doch wohl machen. Kreuz- und Trostlieder. will mich verschreiben, Gott getreu zu sein. Beides, Tod und Leben, bleibet ihm ergeben; ich bin sein, er mein. Denn mein Ziel ist: wie Gott will! Drum sag ich in allen Sachen: Gott wirds doch wohl machen. shildusp Benjamin Schmold. † 1737. do clue al 601. 160 391 treiben, muß mir doch der Himmel bleiben; ist der Himmel mein Gewinn, geb ich gern das andre hin. 8. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, acht ich keiner andern Gabe; legt man mich gleich in das Grab, gnug, Herr, wenn ich dich nur hab! Christoph Tieße. † 1703. 602. Eigene Melodie. 158. Mel. 5: Ach was soll ich Sünder 2c. Sollt es gleich bisweilen schei- Sollt ich meinem Gott nicht nen, als verließe Gott die Seinen, o so glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. trauen, der mich liebt so väterlich, der so herzlich sorgt für mich? Sollt ich auf den Fels nicht bauen, der mir ewig bleibet fest, der die Seinen nicht verläßt? 2. Hilfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenns nötig ist. 6. Laß die Welt nur immer neiden; will sie mich nicht länger leiden, ei so frag ich nichts darnach, Gott ist Richter meiner Sach. 7. Will sie gleich mich von sich 3. Gleich wie Väter nicht bald geben, wonach ihre Kinder streben, so hält Gott auch Maß und Ziel; er giebt, wem und wann er will. 2. Er weiß alles, was mich drücket, mein Anliegen, meine Not, steht mir bei bis in den Tod. Er weiß, was mein Herz erquicket; seine Lieb und Vatertreu bleibt mir jetzt und ewig neu. 4. Seiner kann ich mich ge- 3. Der die Vögel all ernähret, trösten, wenn die Not am aller- der die Blumen, Laub und Gras größten; er ist gegen mich, sein kleidet schön ohn Unterlaß, der Kind, mehr als väterlich gesinnt... uns alles Guts bescheret, sollte 5. Will mir Satan bange der verlassen mich? Nein, ich machen, ich kann seine Macht trau ihm sicherlich. verlachen. Trotz dem schweren Kreuzesjoch! Gott, mein Vater, lebet noch. 4. Wenn nach seinem Reich ich trachte und des Neichs Gerechtigkeit, find ich meine Seligfeit. Wenn des Mammons ich nicht achte, segnet mein Gott früh und spat Wort und Werke, Rat und That. 5. Ei, so sorg ich nicht für Kreuz- und Trostlieder. morgen; das, was noch zukünftig. 4. Es kann ihm nichts geist, irrt mich nicht; ich bin ein fallen, denn was mir nützlich ist; Christ, ich laß meinen Gott ver- er meints gut mit uns allen, sorgen alles, weil doch aller Zeit schenkt uns den Herren Christ, ihre Sorg ist schon bereit. den eingebornen Sohn; durch ihn ve 6. Gott sei Lob, der mich er- er uns bescheret, was Leib und freuet, daß ich glaube feftiglich: Seel ernähret; lobt ihn im HimGott, mein Vater, sorgt für mich. melsthron! Gottlob, der den Trost erneuet, daß ich weiß: Gott liebet mich, Gott versorgt mich ewiglich. Johann Olearius. † 1684. 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, die er uns beide schenkt! Das ist ein felge Stunde, darin man sein gedenkt; sonst ist all unsre Zeit verdorben hier auf Erden; wir sollen selig werden hier und in Ewigkeit. 392 603.00 Eigene Melodie. 168. 6. Denn wenn die Welt ver= Von Gott will ich nicht lassen, gehet mit ihrer stolzen Pracht, denn er läßt nicht von mir, führt mich auf rechter Straßen, da ich sonst irrte sehr. Er reicht mir seine Hand; den Abend wie den Morgen thut er mich wohl versorgen, sei, wo ich woll im Land. nicht Ehr noch Gut bestehet, das vor war groß geacht; ja wenn wir nach dem Tod, tief in die Erd begraben, fein sanft geschlafen haben, will uns erwecken Gott. 2. Wenn sich der Menschen 7. Die Seel bleibt unverloren, Hulde und Wohlthat all verkehrt, so findet sich gar balde sein Macht und Gnad bewährt; er hilft aus aller Not, erlöst von Sünd und Schanden, von Retten und von Banden, und wenns auch wär der Tod. od lor auto geführt in Abrams Schoß, der Leib wird neu geboren, von allen Sünden los, wird heilig, rein und zart, ein Kind und Erb des Herren. Daran muß uns nicht irren des Teufels listge Art. 3. Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit. Es kann mich nicht gereuen, er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn ergeben. Er schaffs, wies ihm gefällt. 8. Darum, ob ich schon dulde hie Widerwärtigkeit, wie ich auch wohl verschulde, kommt doch die Ewigkeit, die, aller Freuden voll und ohne Maß und Ende, durch Christi treue Hände mir widerfahren soll. nam isig 9. Das ist des Vaters Wille, Kreuz- und Trostlieder.. 393 tum gleich. der uns geschaffen hat; sein Sohn reich, so gilt mir andrer Reichhat Guts die Fülle erworben uns aus Gnad; auch Gott der heilge Geist im Glauben uns regieret, zum Reich der Himmel führet. Ihm sei Lob, Ehr und Preis! Ludwig Helmbold.+ 1538. Team 604. Kad armas Eigene Melodie. 171. 7. Alles, was ist auf dieser Welt, es sei Gold, Silber oder Geld, Reichtum und zeitlich Gut, das währt nur eine kleine Zeit, und hilft doch nicht zur Seligkeit. 8. Ich dank dir, Christe, Gottes Sohn, daß du mich dies hier läsfest schon erkennen durch dein Wort; verleih mir auch Beständigkeit zu meiner Seelen Seligkeit. 2. Er kann und will dich lassen nicht; er weiß gar wohl, was dir gebricht, Himmel und Erd 9. Lob, Ehr und Preis sei dir ist sein. Mein Vater und mein Herre Gott, der mir beisteht in aller Not: gebracht, daß du es immer wohlgemacht, und bitt demütiglich, du wollst von deinem Angesicht mich nicht verstoßen ewiglich. Um 1565.( Hans Sachs. † 1576.)? 6. Zeitlicher Ehr will ich entbehrn, willst du das Ewge mir gewährn, das du erworben hast durch deinen herben, bittern Tod: das bitt ich dich, mein Herr und Gott. et and a dick? W arum betrübst du dich, mein Herz, bekümmerst dich und trägest Schmerz nur um das zeitlich Gut? Vertrau du deinem Herrn und Gott, der alle Ding er schaffen hat. 3. Weil du mein Gott und Vater bist, dein Kind wirst du verlassen nicht, du väterliches Herz! Ich Erd und Asche habe hier doch keinen Trost, als nur in dir. our distic 4. Der Reiche baut auf irdisch Gut, ich aber will dir traun, mein Gott; ob ich gleich werd veracht, so weiß ich und glaub festiglich: Wer dir vertraut, dem mangelts nicht! std pinter 15. Ach Gott, so reich bist du noch heut, als du es warst von Ewigkeit, mein Trauen steht zu 2. Gott hat dir geschenkt das dir; mach mich an meiner Seele Leben, Seel und Leib; darum 605. Vel. 172: Warum sollt ich mich zc. Matth. 6, 25-34. Warum willst du doch für morgen, armes Herz, immerwärts als ein Heide forgen? Wozu dient dein täglich Grämen, weil Gott will in der Still sich der Not annehmen? CH 394 Kreuz und Trostlieder. bleib ihm allein ergeben. Er wird Freude, meine Sonn, meine ferner alles schenken; traue fest, er verläßt nicht, die an ihn denken. Wonn, meiner Seelen Weide, sorge nur für meine Seelen, so wird mir auch allhier für den Leib nichts fehlen. 19 3. Sage nicht, was soll ich effen? Gott hat dir schon allhier soviel zugemessen, daß der Leib sich kann ernähren; übriges wird indes Gottes Hand bescheren. 10. Alles sei dir unverhohlen was mir fehlt, was mich quält, großer Gott, befohlen. Sorge du, so will ich schweigen und vor dir nach Gebühr meine Kniee beugen. 4. Sorgst du, wie du dich sollst kleiden? Jesus spricht: Sorge nicht, solches thun die Heiden. Schau die Blumen auf den Feldern, wie so schön diese stehn und die Bäum in Wäldern. 11. Ich will dir mit Freuden danken, fort und fort, hier und dort, und will nimmer wanten. Lob und Preis sei deinem Namen! Sei mein Teil, Hilf und 5. Sorgt ein Vogel auf den 3weigen, wenn er singt, hüpft und springt, wer ihm werde zei- Heil, liebster Jesu! Amen. gen, was er essen soll und trinken? Nein, ach nein, ganz allein folgt er Gottes Winken.d Laurentius Laurenti. † 1722. 6. Ach, der Glaube fehlt auf Erden; wär er da, müßt uns ja, was uns not ist, werden. Wer Gott kann im Glauben fassen, der wird nicht, wenns gebricht, von ihm sein verlassen. 606. Mel. 43: Erschienen ist der herrlich 20. Was Gott gefällt, mein frommes Kind, nimm fröhlich an; stürmt gleich der Wind und braust, daß alles kracht und bricht, so sei getrost, denn dir geschicht, was Gott gefällt. 7. Wer Gerechtigkeit nach trachtet und zugleich Gottes Reich über alles achtet, der wird wahr- 2. Der beste Will ist Gottes lich nach Verlangen Speis und Will, auf diesem ruht man sanft Trank lebenslang wie im Schlaf und still; da gieb dich allzeit erlangen. wait frisch hinein, begehre nichts, als nur allein, was Gott gefällt. 8. Laß die Welt denn sich bemühen immerhin; ach, mein Sinn soll zu Jesu fliehen. Er wird geben, was mir fehlet, ob ers oft unverhofft eine Weil verhehlet. 3. Der flügste Sinn ist Gottes Sinn; was Menschen sinnen, das fällt hin, wird plötzlich kraftlos, müd und laß, thut oft, was bös, und selten das, was Gott gefällt. 9. Nun Herr Jesu, meine Kreuz- und Trostlieder. 4. Der frömmste Mut ist Gottes Mut, der niemand Arges gönnt noch thut; er segnet, wenn uns schilt und flucht die böse Welt, die nimmer sucht, was Gott gefällt. 5. Das treuste Herz ist Gottes Herz, treibt alles Unglück hinterwärts, beschirmt und schützet Tag und Nacht den, der stets hoch und herrlich acht, was Gott gefällt. 6. Ach könnt ich singen, wie ich wohl im Herzen wünsch und billig soll, so wollt ich öffnen meinen Mund und singen jezzo diese Stund, was Gott gefällt. 17. Ich wollt erzählen seinen Rat und übergroße Wunderthat, das süße Heil, die ewge Kraft, die allenthalben wirkt und schafft, was Gott gefällt. 8. Er ist der Herrscher in der Höh, auf ihm steht unser Wohl und Weh; er trägt die Welt in seiner Hand, hinwieder trägt uns See und Land, was Gott gefällt. 10. Sein Häuflein ist ihm lieb und wert; sobald es sich zur Sünde kehrt, so winkt er mit der Vaterrut und locket, bis man wieder thut, was Gott gefällt. 395 und sei geduldig, wenn du hast, was Gott gefällt. bi allo st 12. Rebst du in Sorg und großem Leid, hast lauter Gram und keine Freud, o sei zufrieden! trägst du doch in diesem sauren Lebensjoch, was Gott gefällt. 13. Mußt du viel leiden hier und dort, so halte fest an deinem Hort; denn alle Welt und Kreatur ist unter Gott, kann nichts, als nur, was Gott gefällt. 607. 9. Sein ist die Weisheit und Verstand, ihm ist bewußt und wohlbekannt sowohl wer Böses denkt und übt, als auch wer Gutes Eigene Melodie. 173. 5. Mos. 32, 4. thut und liebt, was Gott gefällt. Was Gott thut, das ist wohl11. Laß andre sich mit stolzem Mut erfreuen über großes Gut, du aber nimm die Kreuzeslast 14. Der Glaub ergreift des Höchsten Huld, die Hoffnung bringt und schafft Geduld; schleuß beid in deines Herzens Schrein, so wird dein ewges Erbe sein, was Gott gefällt. 15. Dein Erb ist in dem Himmelsthron, hier ist dein Scepter, Reich und Kron, hier wirst du schmecken, hören, sehn, hier wird ohn Ende dir geschehn, was Gott gefällt. Paul Gerhardt. † 1676. gethan; es bleibt gerecht sein Wille. Wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Not mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er wird mich nicht 396 Kreuz- und Trostlieder. betrügen. Er führet mich auf rechter Bahn, so laß ich mich 608, begnügen an seiner Huld und Mel. 148: O Welt, ich muß dich laſſen. hab Geduld; er wird mein Un- Was ists, daß ich mich quäle? glück wenden, es steht in seinen Harr auf den Herrn, o Seele, Händen. oharr und sei unverzagt! Du weißt 3. Was Gott thut, das ist nicht, was dir nüßet; Gott weiß wohlgethan, er wird mich wohl es und Gott schützet, er schüßzet bedenken. Er, als ein Arzt und den, der nach ihm fragt. Wundermann, wird mir nicht Gift einschenken für Arzenei. Gott ist getreu, drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid. Es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken; weil doch zu letzt ich werd ergötzt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Gdmerzen. hin 6. Was Gott thut, das ist mohlgethan; dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten. Drum laß ich ihn nur walten. Samuel Robigast. † 1708. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich die Welt noch fah. Eh ich mich selbst noch kannte, eh ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hilfe nah. Bod 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dem ja nicht verborgen, der alles sieht und hält; und was er mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wärs auch die größte Last der Welt. 4. Jch lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, besteht die 5. Was dieses Glück vermehret, fei mir von dir gewähret; Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verleßet, wenns alle Welt auch schätzet, das sei, mein Gott, mir ewig fern.dord- 6. Sind auch der Krankheit Plagen, ist Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott; so harr ich und bin stille zu Gott, denn nicht mein Wille, Kreuz- und Trostlieder. dein Wille nur gescheh, o und Tod hast du mir überGott! wunden.orgenda 397 7. Du bist der Müden Stärke, 4. Noch eins, Herr, will ich und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn Gott mich will bewahren? Und du, mein Gott, bewahrest mich. Christian Fürchtegott Gellert.+ 1769. 070 bitten dich, du wirst mirs nicht versagen: Wenn mich der böse Feind anficht, laß mich, Herr, nicht verzagen! Hilf, steur und wehr, ach Gott, mein Herr, zu Ehren deinem Namen! Wer das begehrt, dem wirds gewährt; drauf sprech ich fröhlich: Amen! het Suom 609.9 Eigene Melodie. 174. Was mein Gott will, gescheh 610. allzeit, sein Will, der ist der beste; zu helfen dem ist er bereit, der Mel. 160: Straf mich nicht in sc. an ihn glaubet feste. Er hilft Weine nicht, Gott lebet noch, aus Not, der fromme Gott, und züchtiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den will er nicht verlassen. du betrübte Seele; drückt dich gleich ein hartes Joch in der Trauerhöhle, nur Geduld, Gottes Huld sendet nach den Leiden wieder Trost und Freuden. 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht, mein Hoffnung und mein Leben. Was mein Gott will, daß mir geschicht, will ich nicht widerstreben. Sein Wort ist wahr, denn all mein Haar er selber hat gezählet; er hüt und wacht, stets für uns tracht, auf daß uns gar nichts fehlet. Markgraf Albrecht von Brandenburg(?) † 1557. 2. Weine nicht, Gott denkt an dich, wenn dein ganz vergessen. Es hat seine Treue sich dir so hoch vermessen, daß die Welt eh zerfällt, eh er dich wird hassen oder gar verlassen. 201 3. Und muß ich Sünder von der Welt hinfahrn nach Gottes Willen zu meinem Gott; wenns ihm gefällt, will ich ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl in meiner letzten Stunden. 3. Weine nicht, Gott siehet dich, scheint er gleich verstecket; wenn du mur geduldiglich seinen Kelch geschmecket, setzt er dir Labsal für und läßt nach dem Weinen seine Sonne scheinen. 4. Weine nicht, Gott höret dich, wenn du dich verirret. Haft D frommer Gott! Sünd, Höll du dich gleich wunderlich in die 398 Kreuz und Trostlieder. Not verwirret, ruf ihn an, denn Christ, der sie all schlägt darer kann deinen Unglückswellen nieder; und wenn ich dich nur hab ihre Grenzen stellen. 5. Weine nicht, Gott liebet dich, wenn der Feind dich sichtet und so manchen Schlangenstich auf dein Herze richtet. Wen Gott liebt, 3. Dein tröst ich mich ganz um mich mit deinem Geist und Gnaden, so kann fürwahr mir ganz und gar nicht Tod noch Teufel schaden. 19 medausinad nichts betrübt; will gleich alles krachen, er kann doch nur lachen. 6. Weine nicht, Gott sorgt für dich. Ei, was kann dir fehlen, was willst du dich stetiglich mit den Sorgen quälen? Wirf auf ihn alles hin, er wird deine Sachen gut und besser machen. 7. Weine nicht, Gott tröstet dich nach den Thränengüssen. Endlich wird der Kummer sich in das Grab verschließen. Durch den Tod stirbt die Not, und wenn der erscheinet, hast du ausgeweinet. Benjamin Schmold+1787. 611. Mel. 174: Was mein Gott will 2c. Wer Ser Gott vertraut, hat wohl gebaut im Himmel und auf Erden; wer sich verläßt auf Jesum Christ, dem muß der Himmel werden. Darum auf dich all Hoffnung ich ganz fest und frei will sehen. Herr Jesu Christ, mein Trost du bist in Todesnot und Schmerzen. is 2. Und wenns gleich wär dem Teufel sehr und aller Welt zu wider, dennoch so bist du, Jesu sicherlich; denn du kannst mir wohl geben, was mir ist not, du treuer Gott, hier und in jenem Leben. Gieb wahre Reu, mein Herz erneu, errette Leib und Seele! Ach höre, Herr, dies mein Begehr, und laß mein Bitt nicht fehlen B. 1 von Joachim Magdeburg. † 1583. 2. 2 1 und 3 später. 612. Eigene Melodie. 180. Pfalm 55, 23. Sirach 11, 11-24. Wer nur den lieben Gott läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Not und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut. dile uying on 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? was hilft uns unser Weh und Ach? was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unf Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gna Kreuz- und Trostlieder. denwille und sein Alwissenheit geschieht, was er mir außerfehn, es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch gar wohl, was uns fehlt. wird mirs an keinem fehlen. Wie er mich führt, so geh ich mit und folge willig Schritt für Schritt in kindlichem Vertrauen. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still und folge seinem Leiten, obgleich im Fleisch der Eigenwill will öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit, in Zeit und auch in Ewigkeit stets seinen Schluß zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, ich ruh in seinen Händen. Wie er es schickt und mit mir fügt, wie ers will kehrn und wenden, sei ihm hiermit ganz heimgestellt; er mach es, wie es ihm gefällt, zum Leben oder Sterben. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, wann es nüßlich sei; wenn er uns nur hat treu befunden und merket keine Heuchelei, so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und lässet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangfalshige, daß du von Gott verlassen seist, und daß der Gott im Schoße sige, der sich mit stetem Glücke speist; die Folgezeit verändert viel und setzet jeglichem fein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen arm und klein zu machen, den Armen aber groß und reich. Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn bald stürzen kann. Mo 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu; denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Georg Neumart. † 1681. badan 613. Mel. 71: Herr, wie du willst, so 2c. Wie Die Gott mich führt, so will ich gehn ohn alles Eigenwählen; 399 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich in seinen Vaterwillen. Scheints der Vernunft gleich wunderlich, sein Rat wird doch erfüllen, was er in Liebe hat bedacht, eh er mich an das Licht gebracht; ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei, was will mich von ihm scheiden? Ich faffe in Geduld mich fest; was Gott mir widerfahren läßt, muß mir zum Besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, es geh durch Dorn und Hecken. Kann ichs auch an Kreuz- und Trostlieder. 400 615. fangs nicht verstehn, einst wird er mirs aufdecken, wie er nach seinem Vaterrat mich treu und Mel. 179: Werde munter, mein 2c. Pfalm 46. wohl geführet hat. Dies fei mein Zion, gieb dich nur zufrieden, Glaubensanker. Lampertus Gedicke. † 1735. Gott ist noch bei dir darin; du bist nicht von ihm geschieden, er hat einen Vatersinn. Wenn er straft, so liebt er auch; das ist sein beliebter Brauch. Zion, lerne dies bedenken, warum willst du dich so fränken? 614. Mel. 174: Was mein Gott will 2c. Wies Gott gefällt, gefällts auch mir, und laß mich gar nicht irren. Will mich der Feind verschlingen schier, und mögen sich verwirren all Sachen gar, ich glaub für wahr, Gott wird doch Gnad bescheren! Ja, fest ich weiß: solls sein, so seis! wer ist, der Gott kann wehren? 2. Treiben dich die Meereswellen in der wilden tiefen See, wollen sie dich gar zerschellen, mußt du rufen Ach und Weh, schweigt dein Heiland still dazu, gleich als schlief er sanft in Ruh: Zion, laß dich nicht bewegen, diese Flut wird bald sich legen. 2. Wies Gott gefällt, laß ichs ergehn, gar still ich mich drein schicke; wer seinem Rat will widerstehn, fällt in des Satans Stricke. Die Hoffnung mein se ich nur drein, auf diesen Grund zu bauen, weil fest ich weiß: folls sein, so seis! dem Herrn ist gut vertrauen. 3. Wies Gott gefällt, so nehm ichs an, will um Geduld nur 4. Müssen schon allhier die bitten. Er ist allein, der helfen Thränen oft dein Trank und kann, und wenn ich schon wär Speise sein, mischt das Seufzen mitten in Angst und Not, läg und das Stöhnen sich in deine gar im Tod, kann er mich wohl Lieder ein, muß dein Burpur erretten. Ja, fest ich weiß: solls sein das Blut und der Mangel sein, so seis! ich gwinns, wer Hab und Gut: Zion, laß dir doch nicht grauen, du kannst deinem Gott vertrauen. nur will wetten. Nach Kurfürst Johann Friedrich I. von Sachsen(?) † 1554. 3. Berg und Felsen mögen weichen, ob sie noch so feste stehn; ja, die ganze Welt desgleichen möchte gar auch untergehn. Dennoch hat es keine Not in dem Leben und im Tod. Zion, du kannst doch nicht wanken aus des Gottesbundes Schranken. Kreuz- und Trostlieder. 5. Droht man dir mit Schmach und Banden, mit dem Tod und Herzeleid, dennoch wirst du nicht denk nur an die Ewigkeit, sei nur fröhlich, wohl gemut, denn der Herr ists, der es thut. Zion, Gott wird dich schon stärken, auf den Herren mußt du merken. 6. Freue dich, es kommt das Ende und der Abend schon herbei; gieb dich nur in Gottes Hände, der dich nun will machen frei. Für die Trübfal, Spott und Hohn giebt er dir die Freudenkron. Zion, du wirst wieder lachen, drum so laß die Welt nur machen. 7. Halleluja! Deine Wonne, liebes Zion, wird nun groß; Christus, deine Gnadensonne, nimmt dich auf in seinen Schoß, giebt dir einen Freudengruß und den rechten Friedenskuß. Zion, wo ist nun dein Klagen? Jetzt kannst du von Freuden fagen. 401 thin. Sorbi 616. Eigene Melodie. 193. Jef. 49, 14-16. Zion flagt mit Angst und Schmerzen, Zion, Gottes werte Stadt, die er trägt in seinem Herzen, die er sich erwählet hat. Ach, spricht sie, wie hat mein Gott mich verlassen in der Not, und so hart läßt er mich preffen! meiner hat er ganz vergessen. 2. Der Gott, der mir hat versprochen seinen Beistand jederzeit, der läßt sich vergebens suchen jetzt in meiner Traurigkeit. Ach, will er denn für und für so gar grausam zürnen mir? kann und will er sich der Armen jetzt nicht, wie vorhin, erbarmen? 3. Zion, o du Vielgeliebte, sprach zu ihr des Herren Mund, zwar du bist jetzt die Betrübte, Seel und Geist ist dir verwundt; doch stell alles Trauern ein! wo mag eine Mutter sein, die ihr eigen Kind kann haffen und aus ihrer Sorge lassen? 4. Ja, wenn du gleich möchtest finden einen solchen Muttersinn, da die Liebe kann verschwinden, so bleib ich doch, der ich bin. 8. Dihr Engel, Himmelserben, freuet euch mit Zion hier. Denn die jetzt hat wollen sterben, soll nun leben für und für und sich freuen ohne Zahl in dem schönen Meine Treue bleibet dir, Zion, Himmelsfaal. Zion, wer will o du meine Zier; du haft mir dich nun scheiden von dem Lamm und ewgen Freuden? mein Herz besessen, deiner kann ich nicht vergessen. Hier Joachim Pauli. Um 1670. 5. Laß dich nicht den Satan blenden, der sonst nichts als 26 ARUT Kreuz- und Trostlieder. schrecken kann; siehe hier in mei- nem Schoß, wie ein Kind in nen Händen hab ich dich ge- Mutterarmen; meine Treu zu schrieben an. Wie mag es denn dir ist groß. Dich und mich anders sein? Ich muß ja ge- kann keine Zeit, keine Not, Gedenken dein; deine Mauern muß fahr noch Streit, ja die Hölle ich bauen und dich fort und fort selbst nicht scheiden. Bleib geanschauen. treu in allen Leiden! 402 6. Stets sieht auf dich meine Johann Heermann. † 1647. Erbarmen, du liegst mir in mei VII. Sterbe- und Begräbnislieder. 617. 6. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig sind der Menschen Schätze! Es kann Glut und Flut ent= Eigene Melodie. 6. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig stehen, dadurch, eh wir uns versehen, alles muß zu Trümmern gehen. ist der Menschen Leben. Wie ein Nebel bald entstehet und auch wieder bald vergehet, so ist unser Leben, sehet! 2. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig sind der Menschen Tage! Wie ein Strom beginnt zu rin nen und mit Laufen nicht hält innen, so fährt unsre Zeit von hinnen. Jenis: 1905 19 3. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Freude! Wie sich wechseln Stund und Zeiten, Licht und Dunkel, Fried und Streiten, so sind unsre Fröhlichkeiten. 618. Mel. 74: Herzlich thut mich verlangen. Ade, ich muß nun scheiden, ihr Freunde, gute Nacht! In Freuden und in Leiden gar schwer ist mirs gemacht, in Rummer und in Thränen, in Arbeit und in Not; drum ruft mein heißes Sehnen: D komm, mein Herr und Gott. 2. O komm und schließ dem Matten die müden Augen zu, 5. Ach wie flüchtig, ach wie bett ihm im kühlen Schatten die nichtig ist der Menschen Prangen! stille, sanfte Ruh, bett ihm im Der in Purpur hoch vermessen fühlen Grabe den letzten weichen ist als wie ein Gott gesessen, Pfühl, die einzge letzte Gabe vom dessen wird im Tod vergessen. ganzen Weltgewühl. 4. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Schöne! Wie ein Blümlein bald vergehet, wenn ein rauhes Lüftchen wehet, so ist unsre Schöne, fehet! 7. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig sind der Menschen Sachen. Alles, alles, was wir sehen, das muß fallen und vergehen; wer Gott fürcht, bleibt ewig stehen. Michael Frand. † 1667. 26* Sterbe- und Begräbnislieder. 3. Ade, ihr sollt nicht weinen, winn, er hat mir das Heil erihr Freunde lieb und fromm; das Licht wird bald mir scheinen, das ruft dem Schläfer: Komm! Das flingt in seine Kammer: Steh nur vom Schlummer auf, steh auf aus Erdenjammer, der Himmel thut sich auf. 404 4. Ade, ihr sollt nicht klagen, daß ich von hinnen muß; die Nacht wird wieder tagen mit Freudenüberfluß. Der große Held der Frommen wird mit der Krone stehn, und Engel werden kommen und mich zu Gott erhöhn. Ernst Moritz Arndt. † 1860. 619. Eigene Melodie. 9. Alle Menschen müssen sterben, alles Fleisch vergeht wie Heu; was da lebet, muß verderben, soll es anders werden neu. Dieser Leib, der muß verwesen, wenn er anders soll genesen zu der großen Herrlichkeit, die den Frommen ist bereit. worben, drum fahr ich mit Freud dahin, hier aus diesem Weltgetümmel in den schönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen die Dreifaltigkeit. 4. Da wird sein das Freudenleben, da viel tausend Seelen schon sind mit Himmelsglanz umgeben, dienen Gott vor seinem Thron, da die Seraphinen prangen und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott, der Vater, Sohn und Geist! 5. Da die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal, wo auf ihren Ehrenthronen sitzet der zwölf Boten Zahl, wo in so viel tausend Jahren alle Frommen hingefahren, da wir unserm Gott zu Ehrn ewig Halleluja hörn. 6. O Jerusalem, du schöne, ach wie helle glänzest du! ach wie lieblich Lobgetöne hört man da in sanfter Ruh! O der großen Freud und Wonne! Jegund gehet auf die Sonne, jetzund gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag. 2. Drum so will ich dieses Leben, wann es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt. 7. Ach ich habe schon erblicket alle diese Herrlichkeit! Jezund werd ich schön geschmücket mit Denn in meines Jesu Wunden dem weißen Himmelskleid; mit hab ich schon Erlösung funden, und mein Trost in Todesnot ist des Herren Jesu Tod. der güldnen Ehrenkrone steh ich da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. Johann Georg Albinus. † 1679. 3. Jesus ist für mich gestorben, und sein Tod ist mein Ge Sterbe- und Begräbnislieder. 620. Mel. 128; Nun komm, der Heiden 2c. Alle Aller Gläubgen Sammelplatz ist da, wo ihr Herz und Schatz, wo ihr Heiland Jesus Christ und ihr Herze hier schon ist. 2. Eins geht da, das andre dort in die ewge Heimat fort, ungefragt, ob die und der uns nicht hier noch nüßlich wär. 3. Aber wenns nun schon geschehn, und Gott kann nie was verfehn, hat man nichts dabei zu thun, als zu schweigen und zu ruhn. 4. Manches Herz, das nicht mehr da, geht uns freilich gar sehr nah; aber, Herr, du bist uns mehr, als das eigne Leben wär. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf. † 1760. 405 nicht, daß der Gottesknecht nun überwunden, wüßten. 5. Weg ist nun alles Leid und Schmerz, die Thränen abgewischet, getröstet ewiglich sein Herz, gestärket und erfrischet. Nun wohnet er in einem Licht bei Christo dort, das nimmer nicht in Ewigkeit verlischet. 621. 6. Der Geist, zur Ewigkeit gereift, ist heim zum Herrn gegangen, hat nur die Hülle abgestreift, die Mel. 127: Nun freut euch, lieben 2c. Am Grab des Christen singet ihn allhier umfangen; und hat aus Jesu Christi Hand ein ander neu und hell Gewand vor seinem Thron empfangen. 3. Nicht seine Hand, nicht seine Kraft hat es gethan, die Rechte des Herrn hat ihm den Sieg verschafft, die Krone seinem Knechte. Die legt er ihm zu Füßen hin, singt: Jesu, das ist dein Gewinn; ich bin ein arm Gemächte. 4. Er wusch in dem Versöhnungsblut die Kleider rein und helle. In ihm, in Gottes Frieden ruht sein Leib an dieser Stelle, bis daß ihn der getreue Hirt einst wieder auferwecken wird, der Herr, des Lebens Quelle. 2. Drum singen wir Viktoria! beim Tode dieses Christen, dem wir ein Ehrengrabmal da zu seiner Ruhe rüsten. Dann weinten wir um ihn mit Recht, wenn wir man vom Sieg mit lauter Freuden. Er hat vollendet seine Bahn, geendet seine Leiden, gekämpfet einen guten Streit, sich durchge- 7. Drum singen wir Viktoria! drängt durch manches Leid; die Kron ist ihm beschieden. Denn ihm ist wohl geschehen. Wie gegenwärtig und wie nah kann er den Herrn nun sehen! Wir sehn ihm nach, er sieht herab auf uns, die wir bei seinem Grab ihm nachzukommen flehen. Christoph Karl Ludwig von Pfeil. † 1776. 406 Sterbe- und Begräbnislieder. stuhl, laß mich auch nicht verachten der Hölle Feuerpfuhl. 6. Hilf Gott, daß ich in Zeiten auf meinen letzten Tag Bedente, Mensch, das Ende, mit Buße mich bereiten und tägbedenke deinen Tod. Der Tod lich sterben mag! Jm Tod und fommt oft behende; wer heute vor Gerichte steh mir, o Jesu, frisch und rot, kann morgen und bei, daß ich im Himmelslichte zu geschwinder hinweg gestorben sein. wohnen würdig sei. Drum bilde dir, o Sünder, ein täglich Sterben ein. Salomo Liscow. † 1689. 622. Mel. 74: Herzlich thut mich verlangen. Psalm 90, 12. cont 623. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht; es müssen alle Stände vor Jesu Angesicht. Rein Mensch ist Eigene Melodie. 26. Philipp. 1, 21. ein jeder muß heran und wird Christus, der ist mein Leben, den Lohn bekommen, nachdem er hat gethan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, der Höllen Angst und Leid, daß dich nicht Satan blende mit seiner Eitelkeit. Hier ist ein kurzes Freuen, dort aber ewiglich ein kläglich Schmerzensschreien. Ach Sünder, hüte dich. 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke doch die Zeit, daß ja dich nichts abwende von jener Herrlichkeit, damit vor Gottes Throne die Seele wird gepflegt. Dort ist die Lebenskrone den Frommen beigelegt. 5. Herr, lehre mich bedenken der Zeiten lette Zeit, daß, sich nach dir zu lenken, mein Herze sei bereit. Laß mich den Tod betrachten und deinen RichterSterben ist mein Gewinn; dem hab ich mich ergeben, mit Fried fahr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, auf daß ich zu ihm komme und ewig bei ihm sei. 3. Ich hab nun überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Not; durch seine heilgen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Atem geht schwer aus, und kann kein Wort mehr sprechen, Herr, nimm mein Seufzen auf! 5. Wenn mein Herz und Gedanken zergehn als wie ein Licht, das hin und her thut wanken, wenn ihm das Öl gebricht: 6. Alsdann fein fanft und stille, Sterbe- und Begräbnislieder. Herr, laß mich schlafen ein nach deinem Rat und Willen, wenn kommt mein Stündelein. 7. An dir laß gleich den Reber mich bleiben allezeit und ewig bei dir leben in Himmelswonn und Freud. THE Um 1608. 624. Mel. 28: Der lieben Sonne Licht 2c. Die ie Christen gehn von Ort zu Ort durch mannigfaltgen Jammer und kommen in den Friedensport und ruhn in ihrer und ruhn in ihrer Kammer. Gott nimmt sie nach dem Lauf in seine Arme auf; das Weizenkorn wird in sein Beet auf Hoffnung schöner Frucht gesät. 2. Wie seid ihr doch so wohl gereist; gelobt sein eure Schritte, du friedevoll befreiter Geist, du jetzt verlaßne Hütte! Du Seele, bist beim Herrn, dir glänzt der Morgenstern; euch Glieder deckt mit sanfter Ruh der Liebe stiller Schatten zu. 3. Wir freun uns in Gelassenheit der großen Offenbarung; in beffen bleibt das Pilgerkleid in heiliger Verwahrung. Wie ist das Glück so groß in Jesu Arm und Schoß! Die Liebe führ uns gleiche Bahn, fo tief hinab, so hoch hinan! Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf. † 1760. 407 625. Mel. 9: Alle Menschen müssen sterben. Citle Welt, ich bin dein müde, meine Seele sehnet sich nach des Himmels Ruh und Friede; ach mein Gott, wann rufft du mich? Rufe mich, mit allen Freuden will ich aus der Trübsal scheiden, denn ich weiß, durch Christi Blut machest du mein Ende gut. 2. Mir macht gar der Tod nicht bange, denn ich bin des Lebens satt; wer das Jammerthal so lange, als wie ich, gemessen hat, wird wohl alle Stunden zählen, bis die Freiheit seiner Seelen und der Abschied aus der Welt sich erwünscht hat eingestellt. 3. Zwar ich bin nicht ungeduldig, daß mich Kreuz und Elend drückt, ich bin mehr zu leiden schuldig, als mir Gott hat zu= geschidt; weiß ich doch, daß mich kein Leiden kann von seiner Liebe scheiden, sondern daß das Kreuz ein Kuß seiner Gnade heißen muß. 4. Aber darum will ich sterben, daß ich Jesum möge sehn und sein ewig Heil ererben; möcht es heute noch geschehn! Dwie selig find die Stunden, da ich, aller Angst entbunden, auf der müden Lebensbahn meinen Lauf vollenden kann. 5. So ist mir der Tod ein Segen und das Sterben ein Gewinn; kommt, ihr Engel, kommt entgegen, traget meine Seele hin! OUTRADA 408 Sterbe- und Begräbnislieder. Ach mir wird von jenem Leben meinen Zähren. Ach Herr, wie jetzt der Vorschmack schon gegeben; lange soll es währen! Es ist darum wünsch ich dies allein, auch genug!:: im Schauen da zu sein. bi 6. Alle, die mich hier geliebet, alle, denen ich bekannt, die mein Abschied nun betrübet, die befehl 4. Es ist genug, wenn nur mein Jesus will. Er kennet ja mein Herz; ich harre sein und halt indessen still, bis er mir allen ich Gottes Hand; Gott versorget, Schmerz, der in der siechen Brust Gott beschützet, Gott bescheret, was euch nüket. Also ist mein Haus bestellt; gute Nacht, du eitle Welt. mir naget, zurücke legt und zu mir saget: Es ist genug!:: Erdmann Neumeister. † 1756. 5. Es ist genug. Herr, wenn es dir gefällt, so spanne mich doch aus. Mein Jesus kommt; nun gute Nacht, o Welt! Ich fahr ins Himmels Haus; ich fahre sicher hin in Frieden; mein großer Jammer bleibt danieden. Es ist genug!:: pony 200 Franz Joachim Burmeister, um 1670. 626. Eigene Melodie. 46. 1. Könige 19, 4. Es ist genug; so nimm, Herr, meinen Geist zu Zions Geistern hin, lös auf das Band, das allgemach schon reißt, befreie diesen Sinn, der sich nach seinem Gotte 627. Eigene Melodie. 50. ſehnet, der täglich flagt und nächt- Freu dich sehr, o meine Seele, lich thränet. Es ist genug!:: und vergiß all Not und Qual, 2. Es ist genug des Jammers, der mich drückt; von Adams Falle bleibt der Sünde Gift, das mich fast gar erstickt, mir jetzt noch einverleibt. Was mich von meinem Gott abdränget und stets mit Angst und Furcht beenget, es ist genug!:: weil dich Christus nun, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal. Aus der Trübsal, Angst und Leid sollst du fahren in die Freud, die kein Ohr jemals gehöret, die in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Not. Wie sich sehnt ein Wandersmann nach dem Ende seiner Bahn, so hab ich gewünschet 3. Es ist genug des Kreuzes, das mir fast den Rücken wund gemacht. Wie schwer, o Gott, wie hart ist diese Last! Ich schwemme manche Nacht die Lagerstatt mit Sterbe- und Begräbnislieder. 409 eben, daß sich enden mög mein schwindt, meine Zung nicht mehr Leben. Soal kann sprechen, der Verstand sich nicht besinnt, bist du doch mein Licht und Hort, Leben, Weg und Himmelspfort, wirst in Gnaden mich regieren, auf der rechten Bahn heimführen. ut ostetils 8. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Not und Qual, weil dich nun Christus, dein Herre, führt aus diesem Jammerthal. Seine Freud und Herrlichkeit sollst du sehn in Ewigkeit, mit den Engeln jubilieren und auf ewig triumphieren. Um 1615. 3. Denn gleich wie die Rofen stehen unter Dornenspitzen gar, also auch die Christen gehen durch viel Not, Angst und Gefahr. Wie die Meereswellen sind und der ungestüme Wind, also ist allhier auf Erden unsre Wallfahrt voll Beschwerden. 4. Welt, Tod, Teufel, Sünd und Hölle, unser eigen Fleisch und Blut plagen stets hier unsre Seele, lassen uns bei keinem Mut. Wir sind voller Angst und Plag, lauter Kreuz sind unsre Tag; wenn wir nur geboren werden, findt sich Jammer gnug auf Erden. 5. Wenn die Morgenröte leuchtet, und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Kummer daher schleichet, Müh sich findt an allem End. Unsre Thränen sind das Brot, so wir essen früh und spat; wenn die Sonn auf hört zu scheinen, ist nur lauter Klag und Weinen. 6. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, der du ewiglich aufgehst, sei von mir jetzund nicht ferne, weil mich dein Blut hat erlöst. Hilf, daß ich mit Fried und Freud mög von hinnen fahren heut; ach sei du mein Licht und Straße, mich mit Beistand nicht verlasse. dai rad 7. Db mir schon die Augen brechen und mir das Gehör ver628. Mel. 67: Herr, ich habe mißgehandelt. Jef. 26, 20. Gehe hin in deine Kammer, Gottes Volk, geh in das Grab; geh mit Freuden, deinen Jammer legst du dann auf einmal ab. Sei getrost, auf allen Seiten wollen Engel dich begleiten. 2. Geh, wenn deine Zeit verflossen, denn die Thüre wird nach dir fest und eilend zugeschlossen; Engel halten Wach dafür, und die Zeit wird bald vergehen bis zum frohen Auferstehen. Christian August Freyberg. † 1742. 629. Mel. 95: Jesus, meine Suversicht. Geht nun hin und grabt mein Grab, denn ich bin des Wanderns Sterbe- und Begräbnislieder. müde! Von der Erde scheid ich Schemen, aus dem Eitlen, aus ab, denn mir ruft des Himmels dem Nichts, hin ins Land des Friede, denn mir ruft die süße ewgen Lichts! Ruh von den Engeln droben zu. 8. Weinet nicht! Mein süßes Heil, meinen Heiland hab ich funden, und ich habe auch mein Teil in den warmen Herzenswunden, woraus einst sein heilig Blut floß der ganzen Welt zu gut. 9. Weint nicht! Mein Erlöser lebt. Hoch vom finstern Erdenstaube hell empor die Hoffnung schwebt, und der Himmelsheld, der Glaube; und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! Ernst Moritz Arndt. † 1860. 268 410 2. Geht nun hin und grabt mein Grab! Meinen Lauf hab ich vollendet, lege nun den Wanderstab hin, wo alles Irdsche endet; lege selbst mich nun hinein in das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch in dem dunklen Thale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch wir auch stellen unsre Sachen, muß es doch wie Sand zergehn, wenn die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl, laß mich nun in Frieden scheiden! Deine Hoffnung, ach! ist hohl, deine Freuden selber Leiden, deine 630. Mel. 165: Vater unser im Himmelreich. Schönheit Unbestand, eitel Wahn Herr Jesu Christ, wahr Mensch und Trug und Tand. 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne! Fahret wohl mit eurer Pracht, denn ich reis in weite Ferne, reise hin zu jenem Glanz, worin ihr verschwindet ganz. 6. Die ihr nun in Trauer geht, fahret wohl, ihr lieben Freunde! Was von oben niederweht, tröstet ja des Herrn Gemeinde. Weint nicht ob dem eitlen Schein; droben nur kann ewig sein. 7. Weinet nicht, daß nun ich will von der Welt den Abschied nehmen, daß ich aus dem Irrtum will, aus den Schatten, aus den und Gott, der du littst Marter, Angst und Spott, für mich am Kreuz auch endlich starbst und mir deins Vaters Huld erwarbst! Ich bitt durchs bittre Leiden dein, du wollst mir Sünder gnädig sein. 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnot und ringen werde mit dem Tod, wenn mir vergeht all mein Gesicht, und meine Ohren hören nicht, wenn meine Zunge nichts mehr spricht, und mir vor Angst mein Herz zerbricht; 3. Wenn mein Verstand sich nichts besinnt, und mir all menschlich Hilf zerrinnt; so komm, Herr Christe, mir behend zur Hilf an Sterbe- und Begräbnislieder. meinem letzten End und führ 631. mich aus dem Jammerthal, verfürz mir auch des Todes Qual Eigene Melodie. 74. 4. Die bösen Geister von mir Herzlich thut mich verlangen treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib, bis sich die Seel vom Leibe trennt; so nimm sie, Herr, in deine Händ, der Leib hab in der Erd sein Ruh, bis naht der jüngste Tag herzu. nach einem selgen End, weil ich hier bin umfangen mit Trübsal und Elend. Ich hab Luſt, abzuscheiden von dieser argen Welt, sehn mich nach ewgen Freuden; o Jesu, komm nur bald! 5. Ein fröhlich Auferstehn verleih, am jüngsten Tag mein Fürsprech sei und meiner Sünd nicht mehr gedenk, aus Gnaden mir das Leben schenk. Wie du hast zugesaget mir in deinem Wort, das trau ich dir! 6. Fürwahr, fürwahr, euch fage ich, wer mein Wort hält und glaubt an mich, der wird nicht kommen ins Gericht und den Tod ewig schmecken nicht; und ob er gleich hie zeitlich stirbt, mit nichten er drum gar verdirbt. 7. Sondern ich will mit starker Hand ihn reißen aus des Todes Band und zu mir nehmen in mein Reich; da soll er dann mit mir zugleich in Freuden leben ewiglich! Dazu hilf uns ja gnädiglich! 411 8. Ach Herr, vergieb all unsre Schuld, hilf, daß wir warten mit Geduld, bis unser Stündlein kommt herbei; auch unser Glaub stets wacker sei, dein'm Wort zu trauen feftiglich, bis wir einschlafen feliglich. Paul Eber. † 1569. 2. Du hast mich ja erlöset von Sünd, Tod, Teufel, Höll, es hat dein Blut gekostet, drauf ich mein Hoffnung stell. Warum sollt mir denn grauen vor Teufel, Tod und Sünd? Weil ich auf dich darf bauen, bin ich ein selig Kind. 3. Wenn gleich süß ist das Leben, der Tod sehr bitter mir, will ich mich doch ergeben, willig zu sterben dir. Ich weiß ein besser Leben, da meine Seel fährt hin, des freu ich mich gar eben, Sterben ist mein Gewinn. 4. Der Leib zwar in der Erden von Würmern wird verzehrt, doch auferwecket werden durch Christum schön verklärt, wird leuchten als die Sonne und leben ohne Not in Himmelsfreud und Wonne; was schadet mir der Tod? 5. Ob mich die Welt auch reizet, länger zu leben hier, und mir auch immer zeiget Ehr, Gut und alle Zier; doch ich das gar nicht achte, es währt nur kurze Zeit, das Himmlisch' ich betrachte, das bleibt in Ewigkeit. Sterbe- und Begräbnislieder. 6. Wenn ich auch gleich nun zu aller Frist. Hilf ritterlich mir scheide von meinen Freunden gut, ringen, dein Hand mich halt mit ihnen und mir zu Leide; doch Macht, daß ich mag fröhlich singen: tröstets meinen Mut, daß ich in Gottlob, es ist vollbracht! größern Freuden dereinst mit ihnen wohn, wo uns nichts mehr kann scheiden vor Gottes Gnadenthron. Christoph Knoll. † 1621. 000. 632. 7. Ob ich auch hinterlasse betrübte Waiselein, deren mich über Mel. 95: Jesus, meine Zuversicht. Maßen jammert im Herzen mein, Heute mir und morgen dir! so 412 will ich doch gerne sterben und trauen meinem Gott; er läßt sie nicht verderben, reißt sie aus aller Not. 8. Was wollt ihr so sehr zagen, ihr armen Waiselein? Sollt euch Gott Hilf versagen, der speist die Raben klein? Frommer Witwen und Waisen ist er der Vater treu, trotz dem der sie beleidigt, das glaubt ohn alle Scheu. 9. Gesegn euch Gott der Herre, ihr Vielgeliebten mein! Trauert nicht allzu sehre über den Abschied mein! Beständig bleibt im Glauben! es währt nur kurze Zeit, bis wir uns wieder schauen dort in der Ewigkeit. 10. Nun will ich mich ganz wenden zu dir, Herr Christ allein, gieb mir ein selig Ende, send mir dein Engelein; führ mich ins ewge Leben, das du erworben hast, da du dich hingegeben für meine Sündenlast. hört man die Glocken klingen, wenn wir die Verstorbnen hier auf den Gottesacker bringen. Aus den Gräbern rufts herfür: Heute mir und morgen dir! 2. Heute rot und morgen tot! Unser Leben eilt auf Flügeln, und wir haben täglich Not, daß wir uns an andern spiegeln. Bald ergeht des Herrn Gebot; heute rot und morgen tot! 3. Mensch, es ist der alte Bund! und der Tod zählt keine Jahre; bist du heute noch gesund, denk an deine Totenbahre. Morgen fällt, der heute stund; Mensch, es ist der alte Bund! 4. Ach, wer weiß, wie nah mein Tod! Ich will sterben, eh ich sterbe, so wird mir die letzte Not, wenn sie kommt, doch nicht zu herbe. Rüste mich dazu, mein Gott. Ach, wer weiß, wie nah mein Tod! 5. Selig, wer in Chrifto stirbt! Christi Tod wird ihm zum Leben. Wer in ihm sich Gnad erwirbt, 11. Hilf, daß ich ja nicht wanke von dir, Herr Jesu Christ, den schwachen Glauben stärke in mir kann den Geist getroft aufgeben, Sterbe- und Begräbnislieder. weil er also nicht verdirbt. Selig, wer in Christo stirbt! Benjamin Schmold. † 1737. 633. In Sterbensnot. Mel. 177: Wenn wir in höchsten 2c. Hilf Helfer, hilf in Angst und Not; erbarm dich mein, du treuer Gott! Ich bin ja doch dein liebes Kind, trok Teufel, Welt und aller Sünd. 2. Ich trau auf dich, o Gott, mein Herr; wenn ich dich hab, was will ich mehr? Ich hab ja dich, Herr Jesu Christ; du mein Gott und Erlöſer bist. 3. Des freu ich mich von Herzen fein, bin gutes Muts und harre dein, verlaß mich gänzlich auf dein Namen; hilf Helfer, hilf! Drauf sprech ich Amen. Nikolaus Selnecker. † 1592. 634. Mel. 74: Herzlich thut mich verlangen. Cbr. 11, 13-16. Ich bin ein Gast auf Erden und hab hier keinen Stand, der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland. Hier reif ich zu dem Grabe, dort in der ewgen Ruh ist Gottes Gnadengabe, die schieußt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an, als Müh 413 und Not gewesen? So lang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. Mich hat auf meinen Wegen manch harter Sturm erschreckt; manch Wetter kam entgegen und hat mir Angst erweckt; Verfolgung, Haß und Neiden, ob ichs gleich nicht verschuldt, hab ich doch müssen leiden und tragen mit Geduld. 4. So gings den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenns fehlt an gutem Rat. Wie mußten sie sich plagen, in was für Weh und Schmerz, in was für Furcht und Sagen sank oft ihr armes Herz! 5. Die frommen heilgen Seelen, sie gingen fort und fort und änderten mit Quälen den erstbewohnten Ort; sie zogen hin und wieder, ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod sie nieder legt in des Grabes Schoß. 6. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid, was will ich besser leben in dieser letzten Zeit? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten sein; wer nicht hat wohlgerungen, geht nicht zur Freude ein. 7. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt. Ich wandre meine 414 Sterbe- und Begräbnislieder. Straßen, die zu der Heimat führt, da mich ohn alle Maßen mein Vater trösten wird. 8. Mein Heimat ist dort droben, da aller Engel Schar den großen Herrscher loben, der alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, auch alles hebt und leget, wie es ihm wohlgefällt. 9. Zu dem steht mein Verlangen, da wollt ich gerne hin; die Welt bin ich durchgangen, daß ichs fast müde bin. Je länger ich hier walle, je wenger find ich Freud, die meinem Geist gefalle; das meist ist Herzeleid. 10. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel. Ach komm, mein Gott, und löse mein Herz, wann dein Herz will; komm, mach ein selig Ende in meiner Wanderschaft, und was mich fränkt, das wende durch deines Armes Kraft. 11. Was ich bisher beseffen, ist nicht mein rechtes Haus. Wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich dann hinaus; und was ich hier gebrauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so scharrt man mich ins Grab. 12. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du zeuchst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll gleich als die helle Sonne mit andern leuchten soll. 13. Da will ich immer wohnen und nicht nur als ein Gast bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast. Da will ich herrlich singen von deinem großen Thun und frei von allen Dingen in meinem Erbteil ruhn.n Paul Gerhardt. † 1676. 635. Eigene Melodie. 78. Ich bin ja, Herr, in deiner Macht, du hast mich an das Licht gebracht, du unterhältst mir auch das Leben; du kennest meiner Monden Zahl, weißt, wann ich diesem Jammerthal auch wieder gute Nacht muß geben; wo, wie und wann ich sterben soll, das weißt du, Vater, alles wohl. 2. Wen hab ich nun, als dich allein, der mir in meiner letzten Pein mit Trost und Rat weiß beizuspringen? Wer nimmt sich meiner Seelen an, wenn nun mein Leben nichts mehr kann und ich muß mit dem Tode ringen, wenn allen Sinnen Kraft gebricht? Thust du es Gott, mein Heiland, nicht? 3. Mich dünkt, ich liege schon dahier in großer Hitz, ohn Kraft, ohn Zier mit höchster Herzensangst befallen, die Augen finster wie das Grab, Gehör und Rede nehmen ab; doch kränkt die Sünde mich vor allen, des Satans An Sterbe- und Begräbnislieder. flag hat nicht Ruh, setzt mir auch mit Versuchung zu. 4. Herr Jesu Christ, dein eignes Blut zeugt, daß ich bin dein teures Gut, daß ich der Sünde nicht gehöre; darum kann mich der Bösewicht nicht schrecken mit dem Zorngericht. Komm, rette deines Leidens Ehre! du giebst mich nicht in fremde Hand, da du so viel an mich gewandt! 5. Nein, nein, ich weiß gewiß, mein Heil, du läsfest mich mein wahres Teil in deinen offnen Wunden finden. Ich siege über Angst und Not! Laß kommen Hölle, Fluch und Tod, sie sollen mich nicht überwinden. Dieweil ich lebte, war ich dein, jetzt kann ich keines andern sein. Simon Dach. † 1659. 415 der Höllen Glut gelöscht mit seinem teuren Blut. 4. Dem leb und sterb ich allezeit, der Tod von ihm mich nimmer scheidt; leb oder sterb ich, bin ich sein, er ist allein der einge Trost und Helfer mein. 5. Das ist mein Trost zu aller Zeit, in allem Kreuz und Traurigkeit: ich weiß, daß ich am jüngſten Tag ohn alle Klag werd auferstehn aus meinem Grab. 6. Mein lieben Gott von Angesicht werd ich anschaun, dran zweifl ich nicht. In ewger Freud und Seligkeit, die mir bereit: ihm sei Lob, Preis in Ewigkeit. 7. O Jesu Christe! Gottes Sohn, der du für uns hast gnug gethan, ach schleuß mich in die Wunden dein, du bist allein der einge Trost und Helfer mein. 636. Eigene Melodie. 81. 8. Amen, mein lieber frommer Gott, bescher uns alln ein felgen Ich hab mein Sach Gott heim- Tod: hilf, daß wir mögen allzugleich bald in dein Reich kommen und bleiben ewiglich. gestellt, er machs mit mir, wies ihm gefällt: ob ich allhier noch länger leb, nicht widerstreb, sein'm Willen ich mich ganz ergeb. Joh. Pappus. † 1610. 637. Mel. 74: Herzlich thut mich verlangen. 2. Und ob mich schon mein Sünd anficht, dennoch will ich verzagen nicht: ich weiß, daß mein getreuer Gott für mich in Tod fein liebsten Sohn gegeben hat. Ich hab mich Gott ergeben, dem liebsten Vater mein; hier ist kein Immer- Leben, es muß geschieden sein. Der Tod kann mir nicht 3. Derselbe mein Herr Jesus Chrift für all mein Sünd gestorben ist: hat, auferstanden mir zu gut, schaden, er ist nur mein Gewinn; Sterbe- und Begräbnislieder. 416 in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin! 2. Mein Weg geht jetzt vorüber; o Welt, was acht ich dein? Der Himmel ist mir lieber; da trachte ich hinein, darf mich nicht sehr beladen, weil ich wegfertig bin. In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin! 3. Ach selge Freud und Wonne hält mir der Herr bereit, da Christus ist die Sonne, Leben und Seligkeit! Was kann mir doch nun schaden, weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin! 4. Gesegn euch Gott ihr Meinen, ihr Liebsten allzumal! Um mich sollt ihr nicht weinen, ich weiß von keiner Qual. Den rechten Port noch heute nehmt ja mit Fleiß in acht! In Gottes Fried und Freude fahrt mir bald alle nach! Johann Siegfried. † 1637. 638. Mel. 132: Nun preiset alle Gottes 2c. Ich hab von ferne, Herr, deinen Thron erblickt und hätte gerne mein Herz vorausgeschickt, und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hingegeben.:: 2. Das war so prächtig, was ich im Geist gesehn! Du bist allmächtig, drum ist dein Licht so schön. Könnt ich an diesen hellen Thronen doch schon von heute an ewig wohnen!:: 3. Nur bin ich fündig, der Erde noch geneigt; das hat mir bündig dein heilger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt, noch nicht ganz innig mit dir vereinigt.:: 4. Doch bin ich fröhlich, daß mich kein Bann erschreckt; ich bin schon selig, seitdem ich das ent deckt. Ich will mich noch im Leiden üben und dich zeitlebens inbrünstig lieben.:: 5. Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt gesehn; und ohn Ermüden will ich ihr näher gehn, und ihre hellen, goldnen Gassen lebenslang nicht aus den Augen lassen.:: Johann Timotheus Hermes.+ 1821. 639. Mel. 180: Wer nur den lieben 2c. Ich sterbe täglich, und mein Leben eilt immerfort zum Grabe hin. Wer kann mir einen Bürgen geben, ob ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt her; ach wer nur immer fertig wär! 2. Es schickt der Tod nicht immer Boten, er kommet oft unangemeldt und fordert uns ins Land der Toten. Wohl dem, der Haus und Herz bestellt! Denn Sterbe- und Begräbnislieder. 417 ewig Unglück oder Glück hängt zum Herzen, so schließe mir den nur an einem Augenblick. 3. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in deiner Hand; wie lange du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf, daß ich jeden Glockenschlag an meinen Abschied denken mag! Himmel auf; verkürze mir des Todes Schmerzen und hole mich zu dir hinauf: so wird mein Abschied keine Pein, zwar eilig, dennoch selig sein. Benjamin Schmold. † 1737. 4. Es kann vor Abend anders werden, als es am Morgen mit mir war. Den einen Fuß hab ich auf Erden, den andern auf der Totenbahr; ein kleiner Schritt ist nur dahin, wo ich der Würmer Speiſe bin. 5. Ein einzger Schlag kann alles wenden, und Fall und Tod beisammen sein. Doch schlage nur mit Baterhänden und schleuß in Christi Tod mich ein, daß, wenn der Leib zu Boden fällt, die Seel an Jesu Kreuz fich hält. 6. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn Auge, Mund und Ohr sich schleußt; drum bet ich bei gesunden Tagen: Herr, ich befehl dir meinen Geist! Verschließen meine Lippen sich, so schreie Jesu Blut für mich. 7. Kann ich die Meinen nicht mehr segnen, so segne du sie mehr, als ich. Wenn lauter Thränen um mich regnen, o Tröster, so erbarme dich und lasse der Verlaßnen Schrein durch deinen Trost erhörlich sein. 8. Dringt mir der letzte Stoß 640. Mel. 143: O Jesu Christ, meins 2c. In Christi Wunden schlaf ich ein, die machen mich von Sünden rein; Christi Blut und Gerechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid. 2. Damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn; mit Fried und Freud fahr ich dahin, ein Gottesfind ich allzeit bin. 3. Dank hab, o Tod, du förderst mich, ins ewge Leben wandre ich, mit Christi Blut gereinigt fein. Herr Jesu, stärk den Glauben mein! Paul Eber. t 1569. 641. Mel. 164: Valet will ich dir geben. In Gottes Rat ergeben, verlaß ich gern die Welt; ich geh zum bessern Leben, so bald es ihm gefällt. Was wärs, das mich betrübte? Dort schau ich ewig den, den meine Seele liebte, noch eh ich ihn gesehn. 27 Sterbe- und Begräbnislieder. 2. Er ruft zur Zeit der alle Qual und Not überwunden Schmerzen uns voll Erbarmen und bei Gott mit den Auszu: Kommt, ihr beladnen Herzen, erwählten schwebe voller Freud, zu mir und findet Ruh! Dies und ewig lebe? Wort aus deinem Munde laß, Herr, auch mich erfreun und in der letzten Stunde mir Geist und Leben fein. 2. In des Herren Jesu Wunden hab ich mich geschlossen ein, da ich alles reichlich funden, wodurch ich kann selig sein. Er ist die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt jederzeit. Wer dieselb ergreift im Glauben, dem kann nichts den Himmel rauben. 418 3. Mit dir muß mir es glücken, den Kampf zu überstehn. In gläubigem Entzücken laß meine Seele sehn, wie du, o Heil der Sünder, einst mit dem Tode rangst, und wie du, Überwinder, allmächtig ihn bezwangst. 4. Der frohe Siegsgedanke: 3. Niemand sag, ich sei umkommen, ob ich gleich gestorben bin; mein Gott hat mich hingenommen, Sterben ist jetzt mein wo ist dein Stachel, Tod? stärk Gewinn. Vor dem Unglück hat mich, daß ich nicht wanke in mei- er mich hingerafft so väterlich. ner Todesnot; so ist, ob ich gleich Jetzt kann mich kein Trübfal sterbe, doch Sterben mein Gewinn. pressen, aller Angst ist nun verIch bin des Himmels Erbe; dein geſsen. Wort sagt, daß ichs bin. 5. Du schriebst ins Buch des Lebens auch meinen Namen ein; dein Blut kann nicht vergebens für mich vergossen sein. Dir trauet meine Seele, dich lobt, was in mir ist, Erlöser meiner Seele, der du die Liebe bist. 4. Mein Leib schläft in seiner Kammer ohne Sorgen sanft und wohl, und entgeht dem großen Jammer, dessen jetzt die Welt ist voll. Meine Seele schauet an den, der nichts als lieben kann, ihn, der mich zu Ehren setzet und mit höchster Freud ergößet. Christoph Friedrich Neander. 1802. 5. Euch wird, meine liebsten Freunde, die ihr weinet in der Welt, schüßen wider alle Feinde Gottes Sohn, der starke Held. 642. Mel. 50: Freu bich sehr, o meine Seele. Seid und bleibt ihm nur getreu, Laffet ab, ihr meine Lieben, laffet ab von Traurigkeit! Was wollt ihr euch mehr betrüben, weil ihr des versichert seid, daß ich seine Gnad ist täglich neu; wer Betrübte will betrüben, der muß wie die Spreu zerstieben. 6. Nun, ich will euch dem be Sterbe- und Begräbnislieder. 419 fehlen, der sich euren Vater nennt, nicht: wenn sich mein Seel will der die Thränen pflegt zu zählen, dem sein Herz vor Liebe brennt; der wird euch in eurem Leid trösten und zu seiner Zeit zu dem Ort, da ich bin, führen und mit höchster Klarheit zieren.& 7. Da wird uns der Tod nicht scheiden, der uns jetzt geschieden hat; Gott selbst wird uns als dann weiden und erfreun in seiner Stadt. Ewig, ewig werden wir in dem Paradies allhier mit einander jubilieren und ein selig Leben führen. Johann Heermann. † 1647. scheiden, so nimm sie, Herr, in deine Händ! Ist alles gut, wenn gut das End.m 2. Gern will ich folgen, lieber Herr, du wirst mir nicht verderben; denn du bist ja von mir nicht fern, ob ich gleich hier muß sterben und lassen meine lieben Freund, dies mit mir herzlich gut gemeint. 3. Ruht doch der Leib sanft in der Erd, die Seel zu dir sich schwinget, in deiner Hand sie unversehrt durch Tod ins Leben dringet. Hier ist doch nur ein Thränenthal, Angst, Not und Trübsal überall. 643. 4. Tod, Teufel, Höll, die Welt und Sünd mir können nichts mehr Mel. 34: Die Tugend wird durchs 2c. Laß mir, wenn meine Augen schaden; an dir, o Herr, ich Nettung find, ich tröst mich deiner Gnaden. Dein eigner Sohn aus Lieb und Huld für mich bezahlt hat alle Schuld. brechen, Herr, deinen Frieden fühlbar sein; komm, deinen Trost mir zuzusprechen, und segne du mein matt Gebein. Gieb Ruhe mir in deinen Armen, darin ich Gnad und Frieden fand, und trag mich vollends mit Erbarmen sanft zu dir heim ins Vaterland. Christian Renatus Graf von Zinzendorf. † 1752. Chid 5. Warum sollt ich denn traurig sein, weil ich so wohl bestehe, bekleidt mit Christi Unschuld rein, wie eine Braut hergehe? Gehab dich wohl, du schnöde Welt; bei Gott zu leben mir gefällt. de Johann Hermann Schein. † 1630. 410 644. 645. Eigene Melodie. 110. Mel. 95: Jesus meine Zuversicht 2c. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt, hilf mir in meinem Leiden! Meine Lebenszeit verstreicht, Ruf ich dich an, versag mirs stündlich eil ich zu dem Grabe, 27* Sterbe- und Begräbnislieder 420 und wie wenig ists vielleicht, das ich noch zu leben habe! Denk, o 646. Mensch, an deinen Tod; säume Mein Gott, ich weiß wohl, daß Mel. 182: Wer weiß, wie nahe mir zc. nicht, denn Eins ist not. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, ich sterbe; ich bin ein Mensch, der wünschen wirst, gelebt zu haben. bald vergeht, und finde hier kein Güter, die du hier erwirbst, Wür solches Erbe, das ewig in der Welt den, die dir Menschen gaben, nichts besteht. Drum zeige mir in Gnaden wird dich im Tod erfreun; diese an, wie ich recht selig sterben kann. Güter sind nicht dein. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe; kein Augenblick geht sicher hin, wie bald zerbricht doch eine Scherbe, die Blume fann gar leicht verblühn. Drum mache mich nur stets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugnis giebt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, giebt im Tode Freudigkeit. 4. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott und bet und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht scheun, lern auch seiner dich erfreun. 5. Überwind ihn durch Vertraun; sprich: Ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd ihn schaun; denn er weckt mich aus dem Staube. Er, der rief: Es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 6. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken; lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag. Christian Fürchtegott Gellert. † 1769. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, dieweil der Tod viel Wege hält; dem einen wird das Scheiden herbe, sanft geht ein andrer aus der Welt. Doch wie du willst; nur gieb dabei, daß, Herr, in dir mein Ende sei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welcher Sand mein Grab verdeckt; doch wenn ich dieses nur erwerbe, daß deine Hand mich auferweckt, so nehm ich gern ein Räumlein ein; die Welt ist allenthalben dein. 5. Nun lieber Gott, wenn ich denn sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir, auf daß ich dort mit Christo erbe; und hab ich Jefum nur bei mir, so gilt mirs gleich und geht mir wohl: wann, wie und wo ich sterben soll. Benjamin Schmold.+ 1737. Sterbe- und Begräbnislieder. 647. Mel. 73: Herzliebster Jesu, was 2c. Mein Jesus kommt; mein Sterben ist vorhanden, ich werde frei von dieses Leibes Banden. Wie soll ich aber wohl und selig sterben, dein Reich ererben? 2. Wie du, mein Jesus, bist am Kreuz gestorben und hast dadurch das Leben uns erworben; so laß auf deinen Tod mich auch abscheiden zu deinen Freuden. 421 7. Ich übergebe sie zu deinen Handen; behüte sie vor Sünden, Schmach und Schanden. Du wirst, o Vater, diesen meinen Willen an mir erfüllen. 8. Drauf wendet sich mein Herz von dieser Erden; dein Paradies, das soll mir eigen werden. Ins Paradies, das schöne, laß mich heute eingehn zur Freude. 9. Ach Jesu, zeige mir jetzt deine Güte; gieb mir ein himmeldringendes Gemüte, daß ich ergreife dort zum Gnadenlohne die schöne Krone. 10. Zwar Höll und Teufel fangen an zu quälen und streben mir nach meiner armen Seelen, weil ich dein Wort in dieser Sündenhütten hab überschritten. 3. Und was du noch zuleht haft ausgesprochen und deines Vaters Herz damit gebrochen, das will ich dir, indem die Augen brechen, getroft nachsprechen. 4. Vergieb, o Vater, denen, die mich hassen, die wider mich Neid, Eifer ausgelassen; vergieb doch, weil die Feinde nicht verstehen, was sie begehen. 5. Vergieb auch mir, o Bater, alle Sünde und was ich jetzt noch Böses an mir finde; ich bin von Fleisch und Blut oft übereilet, von dir geeilet. 13. Ach laß mich nicht in 6. Ich habe, Jesu, Seele, meiner Not versinken, laß mich Leib und Leben in meinem Testa- die Kraft aus deinen Wunden ment dir übergeben, du wirst trinken. Ich dürfte, wie ein die Meinen auch heut oder mor- Hirsch; laß dich erblicken, mich gen hier wohl versorgen. zu erquicken. 11. Ich aber will die Seufzer tiefer fassen: Mein Gott! mein Gott! du wirst mich nicht verlassen, dieweil du selbst von Gott verlassen hingest und mich umfingest. 12. Mein Herze dürftet nach dir, und ich ächze, ich seufze nach dem Himmel, ach! ich lechze nach dir, nach dir, mit großem Durst, ich Armer, du mein Erbarmer! 14. Jetzt kommt der Trost; mein Herz hat sich gelabet, Jesu, mit deinem Blut bin ich begabet. Es ist vollbracht, was übrig ist gewesen; ich bin geneſen. Sterbe- und Begräbnislieder. Martin Luther. † 1546. 15. Nun ist vollbracht mein Israel Preis, Ehre, Freud und Leiden, Kreuz und Jammer; Wonne. mein schwacher Leib schläft sanft in seiner Kammer und wartet nur, bis Jesus diese Glieder mir giebet wieder. 422 649. Eigene Melodie. 120. 16. Jch gebe dir den Geist in deine Hände; o Jesu, komm Mitten wir im Leben sind mit und mach ein selig Ende! Ich bleibe dir, ich sterbe deinem Namen; Jesu sprich Amen! Michael Hunold. † 1672. dem Tod umfangen. Wen suchen wir, der Hilfe thu, daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unsre Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott! heiliger starker Gott! heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott! laß uns nicht versinken in des Mit Fried und Freud ich fahr bittern Todes Not. Kyrie eleison! 648. Eigene Melodie. 119. Lut. 2, 29-32. 2. Mitten in dem Tod ansicht uns der Höllen Rachen. Wer will uns aus solcher Not frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine. Es jammert dein Barmherzigkeit unsre Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott! heiliger, starker Gott! heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott! laß uns nichtverzagen vor der tiefen Höllenglut. Kyrie eleison! 3. Mitten in der Höllen Angst unsre Sünd uns treiben. Wo solln wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen 4. Er ist das Heil und selig ist dein teures Blut, das gnug Licht für die Heiden, zu erleuchten, für die Sünde thut. Heiliger die dich kennen nicht, und zu Herre Gott! heiliger, starker Gott! weiden. Er ist deins Volks heiliger, barmherziger Heiland, dahin in Gottes Wille; getrost ist mir mein Herz und Sinn, fanft und stille. Wie Gott mir verheißen hat, der Tod ist mein Schlaf worden. 2. Das macht Christus, wahr Gottes Sohn, der treue Heiland, den du mich, Herr, hast lassen sehn, und machst bekannt, daß er fei das Leben und Heil in Not und Sterben. 3. Den hast du allen vorgestellt mit großen Gnaden, zu seinem Reich die ganze Welt heißen laden durch dein teuer heilsam Wort, an allem Ort erschollen. Sterbe- und Begräbnislieder. du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost. Kyrie eleison! Martin Luther. † 1546. 650. Eigene Melodie. 129. Die Gemeinde. Nun laßt uns den Leib begraben und daran kein Zweifel haben, er werd am jüngsten Tag aufstehn und unverweslich hervorgehn. Der Chor. 1: Begrabet mich nur immer hin, da ich so lang verwahret bin, bis Gott, mein treuer Seelenhirt, mich wieder auferwecken wird. Die Gemeinde. 2. Erd ist er und von der Erden, wird auch zu Erd wieder werden und von der Erd wieder aufstehn, wenn Gotts Posaune wird angehn. Der Chor. 2. Ja freilich werd ich durch den Tod zu Asche, Erde, Staub und Kot; doch wird das schwache Fleisch und Bein von meinem Gott verwahret sein. Die Gemeinde. 3. Sein Seele lebt ewig in Gott, der sie allhier aus seiner Gnad von aller Sünd und Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 423 Der Chor. 3. Mein Leib wird hier der Würmer Spott; die Seele lebt bei meinem Gott, der durch seins Todes Bitterfeit sie hat erlöst zur Seligkeit. Die Gemeinde. 4. Sein Arbeit, Trübsal und Elend ist kommen zu ein'm guten End; er hat getragen Christi Joch, ist gestorben und lebet noch. Der Chor. 4. Was hie für Trübfal hat verletzt, wird nun mit Himmelslust ersetzt; die Welt ist doch ein Jammerthal, dort ist der rechte Freudenfaal. Die Gemeinde. 5. Die Seele lebt ohn alle Klag, der Leib schläft bis zum jüngsten Tag, an welchem Gott ihn verklären und ewger Freud wird gewähren. Der Chor. 5. Wenn alle Welt in Trümmer bricht, und Gott wird halten sein Gericht, so wird mein Leib verkläret stehn und in das Himmelreich eingehn. Die Gemeinde. 6. Hier ist er in Angst gewesen, dort aber wird er genesen, in ewiger Freud und Wonne leuchten wie die helle Sonne. Sterbes und Begräbnislieder. sedan s Der Chor. med land, daran du hast dein Blut 6. Wie manche Widerwärtig- gewandt. feit betraf mich in der Lebenszeit! Nun aber ist mir nichts bewußt, denn ewigliche Himmelslust. die 3. Zur Reif' ist mir mein Herz sehr matt, der Leib gar wenig Kräfte hat, doch meine Seele seufzt in mir: Herr, hol mich heim; nimm mich zu dir! 424 Die Gemeinde. 7. Nun lassen wir ihn hier schlafen und gehn all heim unsre Straßen, schicken uns auch mit allem Fleiß, denn der Tod kommt uns gleicherweis. 4. Drum stärk mich durch das Leiden dein in meiner letzten Todespein; dein Durst und Gallentrank mich lab, wenn ich sonst keine Stärkung hab. Der Chor. 5. Wenn mein Mund nicht kann reden frei, dein Geist in 7. So laßt mich nun in meiner meinem Herzen schrei. Hilf, daß Ruh und geht nach euren Häusern mein Seel den Himmel find, zu; ein jeder denke Nacht und wenn meine Augen werden blind. Tag, wie er auch selig werden mag. 6. Dein letztes Wort laß sein mein Licht, wenn mir im Tod das Herze bricht, dein Kreuz laß sein mein Wanderstab, mein Ruh und Rast dein heilig Grab. Die Gemeinde. 8. Das helf uns Christus, unser Trost, der uns durch sein Blut hat erlöst vons Teufels Gwalt und ewger Bein; ihm sei Lob, Preis und Ehr allein! Michael Weiße, † 1540, Chor: Georg Neumart. † 1681. 651. Eigene Melodie. 143. Jesu Christ, meins Lebens Licht, mein Hort, mein Trost, mein Zuversicht, auf Erden bin ich nur ein Gast und drückt mich sehr der Sünden Last. 2. Jch hab vor mir ein schwere Reis' zu dir ins Himmels Paradeis; da ist mein rechtes Vaterich trau, darauf ich meine Heim7. Auf deinen Abschied, Herr, fahrt bau; thu mir die Thür des Himmels auf, wenn ich beschließe meinen Lauf. 8. Am jüngsten Tag erweck den Leib; hilf, daß ich dir zur Rechten bleib; daß mich nicht treffe dein Gericht, das aller Welt ihr Urteil spricht. 9. Alsdann den Leib erneure ganz, daß er leucht wie der Sonne Glanz und ähnlich sei dein'm klaren Leib, auch gleich den lieben Engeln bleib. 10. Wie werd ich dann so Sterbe- und Begräbnislieder. fröhlich sein, werd fingen mit den Engeln dein, und mit der auserwählten Schar dein Antlik ewig schauen klar! Martin Behm.+ 1622. 652. D Mel. 74: Herzlich thut mich verlangen. Mensch, gedenk ans Ende, willst du nicht übels thun; der Tod bringt oft behende das allerletzte Nun. An einem Augen blicke hängt ewig Wohl und Weh; drum denke wohl zurücke, wohin dein Leben geh. 2. O Mensch, gedenk ans Ende. Wer weiß, ob nicht noch heut der Tod sich zu dir wende; drum mache dich bereit, wenn du sollst Rechnung geben von dem, was du gethan, damit dein eignes Leben dich nicht verklagen kann. 425 Leben in meines Gottes gnädge Hand. yang 2. Mein Lauf ist nun vollendet, der Tod das Leben endet; Sterben ist mein Gewinn. Kein Bleiben ist auf Erden, das Erge muß mir werden, mit Fried und Freud fahr ich dahin. die Welt, von Gott gezogen durch 3. Ob mich gleich hat betrogen nicht verzagen, vielmehr mit GlauSünden mancherlei, will ich doch ben sagen, daß mir mein Sünd vergeben sei. 4. Auf Gott steht mein Vertrauen, sein Antliß will ich schauen wahrlich durch Jesum Christ, der auch für mich gestorben, des Vaters Huld erworben, mir auch der Mittler worden ist. schaden, erlöst bin ich aus Gnaden, 5. Die Sünd mag mir nicht umsonst durch Jesu Blut. Kein Werk kommt mir zu Frommen, so will ich zu ihm kommen; allein der Glaub es thut. der wahre Glaub es thut. 3. O Mensch, gedenk ans Ende, stirb stets den Sünden ab, gieb dich in Gottes Hände und fürchte nicht das Grab. Sei fertig alle 6. Drauf will ich fröhlich Stunden, halt dich an Christi sterben, das Himmelreich ererben, Blut; stirb du in Jesu Wunden, wie er mirs hält bereit. Hier so ist dein Ende gut. the Benjamin Schmold. † 1737. mag ich nicht mehr bleiben, der Tod mag mich vertreiben, mein Seele sich vom Leibe scheidt. 653. Eigene Melobie. 148.o Welt, ich muß dich lassen; ich fahr dahin mein Straßen ins ewge Vaterland. Mein Geist will ich aufgeben und legen Leib und 7. Damit fahr ich von hinnen; Welt, wollst dich befinnen, denn du mußt auch mir nach. Auf! dich zu Gott bekehre und von ihm Gnad begehre; o werde nicht im Glauben schwach. 426 Sterbe- und Begräbnislieder. 8. Die Zeit ist schon vor handen; hör auf von Sünd und Schanden und richt dich auf die Bahn mit Beten und mit Wachen; sonst alle irdschen Sachen laß fahrn und gieb sie willig dran. 9. Das sehenk ich dir am Ende: Ade! zu Gott dich wende, zu ihm steht mein Begehr. Hüt dich vor Pein und Schmerzen, nimm mein Abschied zu Herzen; meins Bleibens ist jetzt hie nicht mehr.in Johann Heß. † 1547. 654, Eigene Melodie. 149. wie selig seid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Jhr seid entgangen aller Not, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man hier doch wie im Kerker leben, da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben. Was wir hier kennen, ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 3. Jhr hingegen ruht in curer Kammer, sicher und befreit von allem Jammer; kein Kreuz und Leiden ist euch hinderlich in euren Freuden. 44. Christus wischet ab euch alle Thränen, ihr habt schon, wonach wir uns erst sehnen; euch wird gesungen, was durch feines Ohr allhier gedrungen. 5. Ach wer wollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt ererben? Wer wollt hier bleiben, sich den Jammer länger lassen treiben? 6. Komm, o Christe, komm, uns auszuspannen, lös uns auf und führ uns bald von dannen! Bei dir, o Sonne, ist der frommen Seelen Freud und Wonne. Simon Dach. † 1659. 655. Mel. 67: Herr, ich habe mißgehandelt. Selig, selig sind die Toten, die am Ende wohl bestehn, und mit selbst zu Grabe gehn; die von welchen Gottes Boten, Engel Christo, wenn sie sterben, Wohnung, Heil und Leben erben. 2. Ihre Seligkeit und Freude hat den Anfang, wenn der Geist von dem Leibe, von dem Leide zu den reinen Geistern reist, wenn er auf Elias Wagen wird in Abrams Schoß getragen. 3. Arbeit, Elend, Angst und Klage, Jammer, Wehmut, große Not, alle Morgen neue Plage, Kreuz, das schwerer als der Tod, droht uns täglich noch hinieden; doch die Toten sind im Frieden. 4. Nur die Leiber ruhn in Höhlen, denn Gott schafft den Seelen Luft; Gott entdeckt den frommen Seelen, was kein Aug und Ohr gewußt, und belohnt Sterbe- und Begräbnislieder. 427 6. O wie bald kannst du es machen, daß mit Lachen unser Mund erfüllet sei. Du kannſt durch des Todes Thüren träumend führen und machst uns auf einmal frei. Christian August Freyberg.+ 1742. s dod med and list! A 7. Du hast Sünd und Straf getragen; Furcht und Zagen muß nun ferne von mir gehn. Tod, dein Stachel liegt darnieder; meine Glieder werden fröhlich auferstehn. 656, nd Eigene Melodie. 163. 8. Gottes Lamm, dich will ich Loben hier und droben mit der Unter Lilien jener Freuden sollst herzlichsten Begier. Du hast dich du weiden, Seele, schwinge dich zum ewgen Leben mir gegeben; empor! Als ein Adler fleug be- hole, Heiland, mich zu dir! hende, Jesu Hände öffnen schon das Perlenthor. Johann Ludwig Konrad Allendorf. † 1773. ihr Kämpfen, Ringen, das er selber half vollbringen. 5. Selig, selig sind die Toten, die am Ende wohl bestehn, und mit welchen Gottes Boten, Engel selbst zu Grabe gehn; die von Christo, wenn sie sterben, Wohnung, Heil und Leben erben. 657. 2. Laßt mich gehen, laßt mich laufen zu den Haufen derer, die des Lammes Thron nebst dem Chor der Seraphinen schon beEigene Melodie. 164. dienen mit dem reinsten Jubelton. Valet will ich dir geben, du 3. Löse, erstgeborner Bruder, doch die Ruder meines Schiffleins; laß mich ein in den sichern Friedenshafen zu den Schafen, die der Furcht entrücket sein. arge, falsche Welt; dein sündlich böses Leben durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen, hinauf steht mein Begier; da wird Gott herrlich lohnen dem, der ihm dient allhier. 2. Rat mir nach deinem Herzen, o Jesu, Gottes Sohn! Soll ich ja dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Christ, davon; verkürz mir alles Leiden, stärk meinen blöden Mut; laß selig mich abscheiden, setz mich in dein Erbgut! 3. In meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein funkelt 4. Nichts soll mir am Herzen fleben, süßes Leben, was die Erde in sich hält. Sollt ich mich in diesen Wüsten länger fristen? Nein, ich eil ins Himmelszelt. 5. Herzensheiland, schenke Glauben, festen Glauben, der durch alles siegreich dringt. Nach dir sehnt sich meine Seele in der Höhle, bis sie sich von hinnen schwingt. 428 Sterbe- und Begräbnislieder. all Zeit und Stunde; drauf kann letzte Bein und Not; die werden ich fröhlich sein. Erschein mir mich erhalten. in dem Bilde zu Trost in meiner Not, wie du dich, Herr, so milde geblutet haft zu Tod! 4. Verbirg mein Seel aus Gnaden bei dir vor allem Leid; rück sie aus allem Schaden zu deiner Herrlichkeit. Der ist wohl hier gewesen, wer kommt ins Himmels Schloß; und ewig ist genesen, wer bleibt in deinem Schoß. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich im Grab nicht bleiben; mein höchster Trost dein Auffahrt ist, Todsfurcht kann sie vertreiben. Denn wo du bist, da komm ich hin, daß ich stets bei 5. Schreib meinen Nam aufs beste ins Buch des Lebens ein, bind meine Seele feste ins Lebens- dir leb und bin; drum fahr ich bündelein der, die im Himmel hin mit Freuden. Nikolaus Hermann. † 1561. grünen und vor dir leben frei; so will ich ewig rühmen, daß treu dein Herze ſei. Valerius Herberger. † 1627. 658. Eigene Melodie. 176. Wenn mein Stündlein vorhanden ist, zu fahren meine Straße, so leit du mich, Herr Jesu Christ, mit Hilf mich nicht verlasse! Mein Seel an meinem letzten End befehl ich dir in deine Händ; du wollst sie mir bewahren. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, des tröst ich mich von Herzen! Von dir ich ungeschieden bleib in Todesnot und Schmerzen. Wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir; ein ewges Leben hast du mir durch deinen Tod erworben. 2. Mein Sünde wird mich kränken sehr, mein Gwissen wird mich nagen, denn ihr ist viel wie Sand am Meer; doch will ich nicht verzagen, will denken Herr, an deinen Tod, an deine 659, Eigene Melodie. 182. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende! Hin geht die Zeit, her kommt der Tod; ach wie geschwinde und behende kann kommen meine Todesnot! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; denn weil ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut! Suol 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken und, wenn ich Sterbe- und Begräbnislieder. mit meinem Ende gut. einstens sterben muß, die Seel durch Christi Blut, machs nur in Jesu Wunden senken und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut! 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und sage frisch in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schicks mit mir! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut! 9. Ich habe Jesu Fleisch ge gessen, ich hab sein Blut getrunken hier; nun kannst du meiner nicht vergessen, ich bleib in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs mur mit meinem Ende gut!! 10. So komm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt; ich bin und bleib in deinen Sorgen, weil sein hochzeitlich Kleid mich 429 5. Mach immer süßer mir den Himmel und immer bittrer diese Welt; gieb, daß mir in dem Weltgetümmel die Ewigkeit sei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut! 6. Ach Vater, deck all meine Sünde mit dem Verdienste Christi zu, worauf ich meine Hoffnung gründe; das giebt mir recht erwünschte Ruh. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut! 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sei Leben oder Tod. Ich leg die Hand in seine Seite und sage: Mein 660. Mel. 81: Ich hab mein Sach Gott 2c. Herr und mein Gott! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut! Wie flieht dahin der Menschen Zeit, wie eilet man zur Ewigkeit! Wie wenig denken an die Stund von Herzensgrund, wie schweigt hievon der träge Mund! 8. Ich habe Jesum angezogen schon längst in meiner heilgen Tauf, und darum bist du mir 2. Das Leben ist gleich wie gewogen, nahmst mich zu deinem Kinde auf. Mein Gott, ich bitt ein Traum, ein nichtger, leerer Wasserschaum; im Augenblick es Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut! 11. Ich leb indes in Gott vergnüget und sterb ohn alle Kümmernis. Mir gnüget, wie mein Gott es füget; ich glaub und bin es ganz gewiß: durch deine Gnad und Christi Blut machst dus mit meinem Ende gut. Amilia Juliana Gräfin von Schwarzburg- Ruvolstadt. † 1706. ANAH 430 Sterbe- und Begräbnislieder. bald vergeht und nicht besteht, 3. Sprich nicht: ich denk in gleich wie ihr dieses täglich seht. 3. Nur du, Jehovah, bleibest mir das, was du bist; ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin; mir ist Gewinn, wenn ich allein bei Jefu bin. Glück und Not im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat. nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben für die Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut; und unsers Lebens kleinster Teil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vor Gericht; da bringt Gott alles an das Licht und macht, was hier verborgen war, den Rat der Herzen offenbar. 6. Drum da der Tod dir täglich dräut, so sei stets wacker und bereit; prüf deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der letzten Not, ein Wunsch, durch des Erlösers Tod vor Gottes Thron gerecht zu sein, dies macht dich nicht von Sünden rein. 4. Was hilft die Welt in letter Not? Lust, Ehr und Reichtum in dem Tod? O Mensch, du läufst dem Schatten zu; bedenk es nu, du kommst sonst nicht zu wahrer Ruh! 5. Weg Eitelkeit, der Thoren Lust! Mir ist das höchste Gut bewußt; das such ich nur, das bleibet mir. O mein Begier, Herr Jesu, zieh mein Herz nach dir! 6. Was wird das sein, wenn ich dich seh und bald vor deinem Throne steh! Du unterdessen lehre mich, daß stetig ich mit flugem Herzen suche dich. Joachim Neander. † 1680. 661, Mel. 177: Wenn wir in höchsten 2c. Wie Sie sicher lebt der Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrtum wahr. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt und sich vom Bösen kehrt; ein gläubig Herz, von Lieb erfüllt, dies ist es, was in Chrifto gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh, du wirkst sie nicht, Gott wirket sie; du aber ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir. 10. Wie oft vergaß ich dieſe Pflicht, Herr, geh mit mir nicht ins Gericht; drück selbst des To Sterbe- und Begräbnislieder. 431 des Bild in mich, daß ich dir lebe gethan, daß, wie in Einem alle würdiglich; sterben, also in Einem sie wie2) 11. Daß ich mein Herz mit der leben. jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Liebe, Demut, Fried und Treu die Frucht des Geistes in mir sei; 12. Daß ich zu dir um Gnade fleh, stets meiner Schwachheit widersteh und endlich in des Glaubens Macht mit Freuden ruf: Es ist vollbracht! halt holl Christian Fürchtegott Gellert.+ 1769. ne spindle eatsid 662. Eigene Melodie. Siehe Anhang Nr. 20. Wie Die sie so sanft ruhn, alle die Seligen, von ihrer Arbeit, die sie in Gott gethan, und ihre Werke folgen ihnen nach in des ewigen Friedens Hütten. 2. Von ihren Augen wischt er die Thränen ab, sie kommen freudig, bringn ihre Garben ein, die weinend gingen, edlen Samen trugen in Hoffnung, in Lieb und Glauben. S. D. Roller. † 1850. 3. Wenn einst die Stimme wieder sie auferweckt des Menschensohnes, die durch die Gräber bringt, dann wird, was irdisch und verweslich, himmlisch und jugendlich auferstehen. 663. Mel. 183: Wie schön leuchtet der 2c. Wie wird mir dann, o dann mir sein, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, in ihm entschlafen werde; von keiner Sünde mehr entweiht, entladen von der Sterblichkeit, nicht mehr der Mensch von Erde. Freu dich, Seele; stärke, tröste dich, erlöste, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich und bebe doch; so drückt mich meines Elends Joch, der Fluch der Sünde, nieder. Der Herr erleichtert mir mein Joch, es stärkt durch ihn mein Herz sich doch, glaubt und erhebt sich wieder. Jesus Christus, laß mich sterben, dir zu leben, dir zu sterben, deines Vaters Reich zu erben. 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geist; er ist ein Weg zum Schaun, der Weg im finstern Thale. Er sei dir nicht, mehrfürchterlich; ins Allerheiligste führt dich der Weg im finstern Thale. Gottes Ruh ist unver4. Preis, Ruhm und Ehre gänglich, überschwänglich, die Ersei dir, o Gott, gebracht für lösten wird sie unaussprechlich deine Werke, die du an uns trösten. Sterbe- und Begräbnislieder. 4. Herr, Herr, ich weiß die führet aus! Wohlan, hinaus! Stunde nicht, die mich, wenn nun fein Bleiben ist im Erdenhaus. mein Auge bricht, zu deinen Toten 2. Du Herberg in der Wandersammelt. Vielleicht umgiebt mich ihre Nacht, eh ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Vater, Vater, ich befehle meine Seele deinen Händen, deinen treuen Vaterhänden. zeit, gehab dich wohl und laß dein Leid. Schließ nur getrost die Pforte zu! Was trauerst du? dein Gast geht hin zur ewgen Ruh! 432 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, die Hütte meiner Sterblichkeit, wird sie erst spät zertrümmert, laß mich, Vater, gute Thaten, gute Thaten mich begleiten vor den Thron der Ewigfeiten. 6. Wie wird mir dann, ach dann mir sein, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort anbeten werde; von keiner Sünde mehr entweiht, ein Mit genoß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig, heilig, heilig! singen wir dir, bringen Preis und Ehre, dir, der war und sein wird, Ehre. Friedrich Gottlieb Klopstock. † 1803. 664. A. Mel. 81: Ich hab mein Sach Gott 2c. Wohlauf, wohlan zum letzten Gang! kurz ist der Weg, die Ruh ist lang; Gott führet ein, Gott 3. Tragt ihn fein sanft ins Schlafgemach; ihr Lieben, folgt ihm segnend nach. Hab gute Nacht; der Tag war schwül im Erdgewühl. Hab gute Nacht; die Nacht ist kühl. 4. Ein Festschmuck ist der Särge Tuch, ein Siegeszug der Leichenzug. Triumph! der Herr macht gute Bahn! Sein Kreuz voran, das winkt und deutet himmelan. 5. Jhr Glocken, tönt hochfestlich drein und läutet hell den Sabbath ein, der nach des Werktags kurzer Frist durch Jesum Chrift für Gottes Volk vorhanden ist. B. 6. O selig, wer das Heil erwirbt und in dem Herrn, dem Mittler, stirbt! O selig, wer, vom Laufe matt, die Gottesstadt, die droben ist, gefunden hat! 7. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst so viel, und Eins ist not! Die Welt beut ihre Güter feil; dent an dein Heil und wähl in Gott das beste Teil. Sterbe- und Begräbnislieder. 8. Was sorgst du bis zum letzten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Lust und Schmerz; schau himmelwärts! Da, wo dein Schat, da sei dein Herz. 9. Mit Gott bestell dein Haus beizeit, eh dich der Tod an Tote reiht. Sie rufen: Gestern wars an mir, heut ists an dir; hier ist kein Stand, kein Bleiben hier. 10. Vom Freudenmahl zum Wanderstab, aus Wieg und Bett in Sarg und Grab. Wann, wie und wo, ist Gott bewußt; schlag an die Brust, du mußt von dan nen, Mensch, du mußt! 11. Da ist kein Sitz zu reich, zu arm, kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm, da blüht zu schön kein Wangenrot; im Finstern droht der Tod und überall der Tod. 433 14. Wohl dem, der, Herr, mit dir vertraut, schon hier sich ewge Hütten baut! Er sieht das Kleinod in der Fern und kämpfet gern und harrt der Zukunft seines Herrn.is C. 15. Nun Thor des Friedens, die Wallfahrt sich. Ihr Schlumöffne dich! Hinein! hier schließt mernden im Friedensreich), gönnt allzugleich dem Staub ein Räumlein neben euch! 16. Viel Gräber hier im Ruhemel dort! bereitet ist die Stätte port, viel Wohnungen im Himschon am Gnadenthron, bereitet uns durch Gottes Sohn. 17. Sein ist das Reich mit Allgewalt; er zeugt und spricht: Ich komme bald! Ja komm, Herr Jesu, führ uns ein! wir harren dein; Amen, dein laß uns ewig sein! Christian Friedrich Heinrich Sachse. † 1860. von Kindern. 12. Ach banges Herz im Leichen- Beim Code und Begräbnisse thal, wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? Du bists, Herr, der mit Gottesmacht aus Grabesnacht das Leben hat ans Licht gebracht. 665. Mel. 148: D Welt, ich muß dich zc. 13. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr: Wer an mich Gottlob, die Stund ist kommen, glaubt, stirbt nimmermehr! Dein da ich werd aufgenommen ins Kreuz, dein Grab, dein Aufer- schöne Paradeis! Ihr Eltern stehn, dein Himmelgehn läßt uns dürft nicht klagen; mit Freuden den Himmel offen sehn. sollt ihr sagen: Dem Höchsten sei Lob, Chr und Preis. 2. Kurz war mein irdisch Leben; ein beffres wird mir geben 28 Sterbe- und Begräbnislieder. 434 Gott in der Ewigkeit. Da werd ich nicht mehr sterben, in feiner Not verderben; mein Leben wird sein lauter Freud. 9. Ade, nun seid gesegnet! Was is jeßund euch begegnet, ist andern 3. Er eilet mit den Seinen, auch geschehn; viel müssens noch läßt sie nicht lange weinen in erfahren. Nun, Gott woll euch diesem Thränenthal. Ein schnell bewahren! Dort wollen wir uns und selig Sterben ist schnell und wiedersehn. 864 170 glücklich erben des schönen Him- Johann Heermann.+1647. mels Ehrensaal. erfüllen und ihm sich in Geduld ergiebt! 666. 4. Die Welt mag Netze stellen; mich wird sie nun nicht fällen, sie wird mir thun kein Leid. Denn Mel. 140: D Gott, du frommer Gott. wer kann den verletzen, den Ihr Eltern, gute Nacht! Nun Christus will versehen ins Schloß vollkommner Sicherheit? 5. Zuvor bracht ich euch Freude; jetzt, da ich von euch scheide, betrübt sich euer Herz. Doch, wenn ihrs recht betrachtet und, was Gott thut, hoch achtet, wird sich bald lindern aller Schmerz. geht es an ein Scheiden; ich fahr zu Jesu hin in seine Himmelsfreuden, zu Jesu, dessen Huld in Ewigkeit mir lacht. Ach weinet, weinet nicht, ihr Eltern! gute Nacht! 2. Ihr Eltern, gute Nacht! Hört auf, um mich zu klagen, da jetzt mein zarter Leib wird in das Grab getragen; wißt, daß die Seele ist zur Himmelsruh gebracht. Ach weinet, weinet nicht, ihr Eltern! gute Nacht! 6. Gott zählet alle Stunden, er schlägt und heilet Wunden, er kennet jedermann. Nichts ist je mals geschehen, was er nicht vorgesehen; und was er thut, ist wohlgethan. 7. Wenn ihr mich werdet finden vor Gott, frei aller Sünden, 3. Ihr Eltern, gute Nacht! Sehr herrlich ists, zu wohnen im schönen Himmelsschloß, da man in weißer Seide stehn und tra- erblicket Kronen, die Gott den gen Siegespalmen in Händen und mit Psalmen des Herren Lob und Ruhm erhöhn: aldus Frommen hat aus Gnaden zugedacht. Ach weinet, weinet nicht, ihr Eltern! gute Nacht! 8. Da werdet ihr euch freuen, es wird euch herzlich reuen, daß ihr euch so betrübt. Wohl dem, der Gottes Willen gedenket zu 4. Jhr Eltern, gute Nacht! Muß ich euch schon verlassen, so werdet ihr mich doch mit Herzenslust umfassen, wenn Gott mit euch Sterbe- und Begräbnislieder. 435 und mit der Welt ein Ende dir nach und preisen deinen Tod; macht. Ach weinet, weinet nicht, ihr Eltern! gute Nacht! wer überwindt, dem wird dort tausendfach versüßt die Erdennot. Dein zarter Geist, er blüh und lebe, an Christi Weinstock eine Rebe! O selig Kind! 5. Jhr Eltern, gute Nacht! Die Angst- und Marterstunden, die sind in dieser Welt nun völlig überwunden; mein Leib schläft sanft, bis daß er wiederum eris wacht. Ach weinet, weinet nicht, ihr Eltern! gute Nacht! Benjamin Schmold. † 1737. Gotthard Schuster. † 1761. 668. Mel. 148: D Welt, ich muß dich lassen. Wenn kleine Himmelserben in 667. ihrer Unschuld sterben, so büßt man sie nicht ein; sie werden nur Mel. 46: Es ist genug, so nimm 2c. dort oben vom Vater aufgehoben, selig Kind, so führt dich nun damit sie unverloren sein. der Tod zu deinem Jesus hin! 2. Sie sind ja in der Taufe Dein Schmerz entflieht, dein zu ihrem Christenlaufe für Schlaf wird Morgenrot, dein Christum eingeweiht und noch Sterben ein Gewinn. Dein Jesus bei Gott in Gnaden; was sollt ruft dir zu: Ich lebe, ich bin es ihnen schaden, daß Jesus sie der Weinstock, du die Rebe"; o zu sich entbeut? selig Kind!:: 3. D wohl auch diesem Kinde! es stirbt nicht zu geschwinde. Zeuch hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen und bleibest bei den Schafen, die ewig unsers 2. O selig Kind! die Taufe pflanzte dich in diesen Weinstock ein; jetzt zieht er dich liebend hinauf zu sich in Zions Sonnenschein. Dort pflegt er ewig dich Jesu sind. als Rebe, daß eines in dem anJohann Andreas Rothe. † 1758. dern lebe; o selig Kind!:: bdul ialle 3. D felig Kind! Gott rufe dieses Wort auch deinen Eltern zu: modric dall 669. wie selig ist nun euer Kindlein Mel. 46: Es ist genug, so nimm 2c. dort in stiller Himmelsruh! lernet Gott das Seine geben! Kein Weinstock läffet seine Reben. O selig Kind!": ter Zeuch hin, mein Kind; denn Gott selbst fordert dich aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, dein Tod betrübet mich, doch weil es 4. O selig Kind! so sehen wir Gott gefällt, so unterlaß ich alles 28* 436 Sterbe- und Begräbnislieder. Klagen und will mit stillem Geiste 4. Zeuch hin, mein Kind! Wir sagen: Beuch hin, mein Kind!:: folgen alle nach, so bald es Gott gefällt. Du eilest fort, eh dir das Ungemach verbittert diese Welt. Wer lange lebt, steht lang im Leide; wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude. Zeuch hin, mein Kind!:: 2. Zeuch hin, mein Kind! Der Schöpfer hat dich mir nur in der Welt geliehn. Die Zeit ist aus, darum befiehlt er dir jetzt wieder fortzuziehn. Zeuch hin! Gott hat es so versehen; was dieser will, das muß geschehen. Zeuch hin, mein Kind!:: 3. Zeuch hin, mein Kind! Im Himmel findest du, was dir die Welt versagt; denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, kein Schmerz mehr, der uns plagt. Hier müssen wir in Ängsten schweben; dort kannst du ewig fröhlich leben. Zeuch hin, mein Kind!:: 5. Zeuch hin, mein Kind! Die Engel warten schon auf deinen frommen Geist. Du siehest auch, wie Gottes lieber Sohn dir schon die Krone weist. Nun wohl; die Seele ist entbunden, du hast im Herren überwunden. Zeuch hin, mein Kind!:: Gottfried Hoffmann. † 1712. del panel med bill VIII. Wiederkunft des Herrn, Auferstehung, jüngstes Gericht und ewiges Leben. 1. Wiederkunft des Herrn. 4. Wer wollte denn nun schlafen? Wer flug ist, der ist wach. Gott kommt, die Welt zu strafen, zu üben Grimm und Rach an allen, die nicht wachen und die, von Wahn umhüllt, den fliehen und verlachen, der doch ist Sonn und Schild. 670. Mel. 164: Balet will ich dir geben. Matth. 25, 1-13. Ermuntert euch, ihr Frommen, zeigt eurer Lampen Schein; der Abend ist gekommen, die finstre Nacht bricht ein. Es hat sich aufgemachet der Bräutigam mit 5. Begegnet ihm auf Erden, Pracht; auf! betet, kämpft und ihr, die ihr Zion liebt, mit freuwachet; bald ist es Mitternacht. 2. Macht eure Lampen fertig und füllet sie mit Öl und seid des Heils gewärtig, bereitet Leib und Seel. Die Wächter Zions schreien: Der Bräutigam ist nah, begegnet ihm im Reihen und singt Halleluja! digen Gebärden und seid nicht mehr betrübt; es sind die Freudenstunden gekommen, und der Braut wird, weil sie überwunden, die Krone nun vertraut. 3. Ihr klugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und mit Schalle zum frohen Engelchor. Die Thür ist aufgeschlossen, die Hochzeit ist bereit; auf, auf! ihr Reichsgenossen, 6. Die ihr Geduld getragen und mit gestorben seid, sollt nun nach Kreuz und Klagen in Freuden sonder Leid mit leben und regieren und vor des Lammes Thron mit Jauchzen triumphieren in eurer Siegeskron. 7. Hier sind die Siegespalmen, hier ist das weiße Kleid; der Bräutgam ist nicht weit. hier stehn die Weizenhalmen im Wiederkunft des Herrn. 438 Frieden nach dem Streit und nach den Wintertagen; hier grünen die Gebein, die dort der Tod erschlagen; hier schenkt man Freudenwein. 3. Ein Buch wird dann gelesen bald, darinnen steht geschrieben, was alle Menschen, jung und alt, auf Erden je getrieben; da dann gewiß ein jedermann wird hören, was er hat gethan in seinem ganzen Leben. 8. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, wo die Erlösten weiden; hier ist der 4. O weh dem Menschen, welsichre Port, hier sind die güldnen cher hat des Herren Wort verGaffen, hier ist das Hochzeits- achtet und nur auf Erden früh mahl; hier soll sich niederlassen und spat nach großem Gut gedie Braut im Freudensaal. 9. D Jesu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf. Geh auf, ersehnte Sonne, und fördre deinen Lauf. O Jesu, mach ein Ende und führ uns aus dem Streit; wir heben Haupt und Hände nach der Erlösungszeit. Laurentius Laurenti. † 1722. trachtet! Der wird fürwahr gar schlecht bestehn und mit dem Satan müssen gehn von Christo in die Hölle. 5. D Jesu, hilf zur selben Zeit durch deine heilgen Wunden, daß ich im Buch der Seligfeit werd eingezeichnet funden; daran ich denn auch zweifle nicht, denn du hast ja den Feind gericht und meine Schuld bezahlet. 6. Derhalben mein Fürsprecher sei, wenn du nun wirst erscheinen, 671. Mel. 127: Nun freut euch, lieben 2c. Es ist gewißlich an der Zeit, und lies mich aus dem Buche daß Gottes Sohn wird kommen in seiner großen Herrlichkeit, zu richten Bös' und Fromme. Dann wird das Lachen werden teur, wenn alles wird vergehn im Feur, wie Betrus davon schreibet. frei, darinnen stehn die Deinen; auf daß ich samt den Brüdern mein mit dir geh in den Himmel ein, den du uns hast erworben. 7. D Jesu Christ, du machst es lang mit deinem jüngsten Tage; den Menschen wird auf Erden bang von vieler Not und Plage. Komm doch, komm doch, du Richter groß, und mach uns bald in Gnaden los von allem Übel! Amen. Bartholomäus Ringwald. † 1598. 2. Posaunen wird man hören gehn an aller Welten Ende; dann werden alsbald auferstehn die Toten gar behende. Die aber noch am Leben sind, die wird des Herren Wort geschwind verwandeln und erneuen. Auferstehung und jüngstes Gericht. 672. Eigene Melodie. 169. Matth. 25, 1-13. Wachet auf! ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne, wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde! Sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräutgam kömmt; steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zu der Hochzeit; ihr müfset ihm entgegen gehn. 439 vom Himmel prächtig, von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig; ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werte Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hofianna! Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesungen mit Menschen und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Cymbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Thore an deiner Stadt, wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. ron. Kein Aug 2. Zion hört die Wächter sin- hat je gesehn, kein Ohr hat je gen; das Herz will ihr vor Freu- gehört solche Freude. Des jauchzen den springen, sie wachet und steht wir und singen dir das Halleluja eilend auf. Ihr Freund kommt für und für! Philipp Nicolai. † 1608. 2. Auferstehung und jüngstes Gericht. 673. Eigene Melodie. 16. Auferstehn, ja auferstehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh. Unsterblich Leben wird, der dich schuf, dir geben. Halleluja! 2. Wieder aufzublühn, werd ich gesät; der Herr der Ernte geht und sammelt Garben uns ein, uns, die wir starben. Halleluja! 4. Wie den Träumenden wirds dann uns sein; mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden. Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann, lebt ich im Heiligtume zu feines Namens Ruhme. Halleluja! Friedrich Gottlieb Klopstock. † 1803. 674. 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag, du meines Gottes Tag! wenn ich im Grabe Mel. 101: Kommt her zu mir, spricht 2c. genug geschlummert habe, erwedst Du siehest, Mensch, wie fort du mich. und fort der eine hier, der andre 440 Auferstehung und jüngstes Gericht. dort uns gute Nacht muß geben; tig halte und nicht, verstrickt in der Tod hält keinen andern Lauf, böser Lust, des ewgen Lebens uner sagt zuletzt die Wohnung auf bewußt, zum ewgen Tod erkalte. uns allen, die wir leben. Simon Dach. † 1659. 2. Bedenk es weislich in der Zeit und flieh den Schlaf der Sicherheit, sei augenblicklich wacker; denn wiss, es bleibet dabei nicht, 675. Mel. 45: Es ist das Heil uns 2c. daß man dich hin aus diesem Ich weiß, daß mein Erlöser Licht trägt auf den Gottesacker. lebt, das soll mir niemand neh3. Wir werden aus den Grä- men. Er lebt, und was ihm bern gehn und alle vor Gerichte widerstrebt, das muß sich endlich stehn, das Christus selbst wird schämen. Er lebt fürwahr, der hegen, wann auf der Engel Feld- starke Held; sein Arm, der alle geschrei die Glut das große Welt- Feinde fällt, hat auch den Tod gebäu wird in die Asche legen. bezwungen. 2. Mein Heiland lebt; ob ich nun werd in Todes Staub mich strecken, so wird er mich doch aus der Erd hernachmals auferwecken; er wird mich reißen aus dem Grab und aus dem Lager, da ich hab ein kleines ausgeschlafen. 3. Ich werde dann in seinem Licht ihn sehn und mich erquicken, mein Auge wird sein Angesicht mit großer Lust erblicken; ich werd ihn sehen mir zur Freud und werd ihm dienen ohne Zeit, ich selber und kein Fremder. 4. Troß sei nun allem, was mir will mein Herze zittern machen. Wärs noch so mächtig, 7. Gieb, daß ich mich bei groß und viel, kann ich doch gutem Sinn, und weil ich noch fröhlich lachen; und drohen Tod bei Kräften bin, zu sterben fer- und Hölle noch, Triumph! 4. Alsdann wird erstlich aller Welt Vergeltung werden zugestellt; die Sünder sollen büßen und ohne Trug und ohne Schein sich selber Kläger, Richter sein, verdammt durch ihr Gewissen. 5. Ach Gott, kommt mir dies Urteil vor, so steigen mir die Haar empor, mein Herz fühlt Angst und Schrecken. Ihr hohen Hügel, heb ich an, ihr Berg und was sich stürzen kann, fallt her, mich zu bedecken. 6. Herr Jesu, meine Zuversicht, ach laß dein strenges Zorngericht, ach laß es mir nicht schaden! Zeig an dem Vater den Vertrag, damit ich freudig hören mag den süßen Spruch der Gnaden. Auferstehung und jüngstes Gericht. 441 Triumph! es bleibet doch Gott, dieser Welt hast du so lange mein Erlöser, leben. Bein bestellt. Ach nimm dies wohl zu Herzen und merke drauf, Menschenkind: kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. 5. Wach auf, wach auf vom Schlaf der Sünd, ermuntre dich, verlornes Kind und beffre bald dein Leben! Wach auf, es ist doch hohe Zeit, es kommt heran die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte Tag; wer weiß, wie man noch sterben mag. 6. D Ewigkeit, du Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wann es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt. Johann Nist.+ 1667. Paul Gerhardt.+ 1676. poc non aunmole dano 4501 2002 this 676. Eigene Melodie. 139. 9 Ewigkeit, du Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! DEwigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Mein ganz erschrocknes Herz erbebt, daß mir die Zung am Gaumen klebt. 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt und ganz wird auf gehoben; die Ewigkeit nur hat fein Ziel, fie treibet fort und fort ihr Spiel, läßt nimmer ab zu toben. Ja, wie mein Heiland selber spricht, ihr Wurm und Feuer sterben nicht. 677. 3. O Ewigkeit, du machst mir bang! Dewig, ewig ist zu lang, hier gilt fürwahr kein Scherzen! Drum, wenn ich diese lange Eigene Melodie. 161. Röm. 2, 5. Nacht und ihre große Pein be- Tag des Zorns, o Tag voll tracht, erschreck ich recht von Grauen, da die Welt den Herrn Herzen. Nichts ist zu finden soll schauen, nach dem Wort, weit und breit so schrecklich als dem wir vertrauen! die Ewigkeit. 2. Zittern in der Erde Gründen wird des Richters Nahn verkünden, der die Herzen will ergründen. 3. Wunderbar Posaunenhal4. Ach Gott, wie bist du so gerecht, wie strafest du die bösen Knecht im heißen Pfuhl der Schmerzen! Auf kurze Sünden 442 Auferstehung und jüngstes Gericht. len wird durch jedes Grab erschallen, auf zum Throne! rufend allen. 4. Erd und Tod wird sehn mit Beben das Geschöpf der Gruft entschweben, Antwort seinem Herrn zu geben. 5. Und ein Buch wird sich entfalten, drin die Schuld der Welt enthalten, über dir Gericht zu halten. 12. Gleich Verworfnen fühl ich Bangen, Schuld macht glühen meine Wangen, mein Gebet laß Gnad erlangen. 13. Du, der lossprach einst Marien und dem Schächer hast verziehen, haft auch Hoffnung mir verliehen. Flehen, laß du Heiland Gnad 14. Gar unwürdig ist mein mich sehen, nicht ins ewge Feuer gehen. 6. Wenn er nun sitzt auf dem Throne, kommt alsbald vor Gottes Sohne alles zum verdienten Lohne. 7. Was soll dann ich Armer sagen? wer mich zu vertreten wagen, wo selbst die Gerechten zagen? 8. Furchtbar hoch erhabner König, Quell der Liebe, Heiland gnädig, mache mich der Sünde ledig! 9. Jesu, deiner Lieb gedenke, daß du für mich kamst, bedenke, darum einst mir Gnade schenke. 10. Bist voll Schmerz mich mit Grauen Gott die Kreatur 18. Tag der Thränen, wo fuchen gangen, haft am Kreuz soll schauen, aus dem Grabe für mich gehangen, nicht umsonst zitternd steigen, wollst dann allen sei Tod und Bangen. Heiland du, schenke alln die ewge Huld erzeigen. Frommer Jesu, 11. Richter der gerechten Rache, deiner Huld mich teilhaft mache, eh der Tag des Zorns erwache. Ruh. Amen! 15. Wollst mich von den Böcken trennen und den Schafen zuerkennen, Platz zu deiner Rechten gönnen. 16. Ruf, wenn in die ewgen Flammen sinken, die du willst verdammen, mit den Deinen mich zusammen. 17. Sieh, nach dir streck ich die Hände, zum Zerknirschten, Herr, dich wende, o gieb mir ein felig Ende. Nach Thomas von Celano, t um 1250, von Christian Karl Josias von Bunsen. † 1860. des Ewiges Leben. 3. Ewiges Leben. 678. Mel. 164: Balet will ich dir geben. Ein Tröpflein von den Reben bunten Paradeis. der süßen Ewigkeit kann mehr Erquickung geben, als dieser eitlen Zeit gesamte Wohlgenüsse; und wer nach jener strebt, tritt unter seine Füße, was hier die Welt erhebt. 2. Wer von dir möchte sehen nur einen Blick, o Gott, wie wohl würd ihm geschehen! Die Welt wär ihm ein Spott mit allem ihrem Wesen; so herrlich und so rein, so lieblich, so erlesen ist deiner Augen Schein. 3. Du reichlichste Belohnung der auserwählten Zahl, wie lieblich ist die Wohnung, da deiner Gottheit Strahl sich offenbarlich zeiget! D herrlich edler Tag, dem diese Sonne steiget und ihn erleuchten mag. 4. O Licht, das ewig brennet, dem keine Nacht bewußt, das keinen Nebel kennet! Gesellschaft, reich an Zust, da Gott und Engel kommen mit Menschen überein, und ewiglich die Frommen gefegnet werden sein. 5. Vollkommne Liebe bringet dort immer neue Freud; aus ewger Lieb entspringet ein ewge 443 Fröhlichkeit. Gott selbst ist solche Wonne, ist solcher Liebe Preis, ist seiner Blumen Sonne im 6. Was wünscheft du für Gaben? Du wirst fie finden dort und in dir selber haben den Reichtum fort und fort. Denn Gott, vor welchem Kronen und Perlen Staub und Spott, wird selber in uns wohnen, und wir in unserm Gott. 7. Wann werd ich einmal kommen zu solchem Freudenquell? Wär ich doch aufgenommen und schon bei dir zur Stell! Herr Christe, nimm mein Flehen so lang indessen an, bis ich dich selber sehen und ewig schauen kann. Erasmus Fing. † 1694. 679. Mel. 184: Wie wohl ist mir, o Freund zc. Ebr. 4, 9. Es ist noch eine Nuh vorhanden; auf, müdes Herz, und werde licht! Du seufzest hier in deinen Banden, und deine Sonne scheinet nicht. Sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden dort wird vor seinem Stuhle weiden; wirf hin die Last und eil herzu. Bald ist der schwere Kampf geendet, bald, bald 444 der saure Lauf vollendet; so gehst du ein zu deiner Ruh. Ewiges Leben. garben bringen; denn unsre Thränenfaat ist aus! D welch 2. Die Ruhe hat Gott aus ein Jubel wird erklingen und erforen, die Ruhe, die kein Ende süßer Ton im Vaterhaus! nimmt; es hat, da noch kein Schmerz, Seufzen, Leid, Tod Mensch geboren, die Liebe sie uns schon bestimmt. Das Gottes lamm, es wollte sterben, uns diese Ruhe zu erwerben; es ruft, es locket weit und breit: Ihr müden Seelen und ihr Frommen, verſäumet nicht, heut einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit. und dergleichen wird müssen fliehn und von uns weichen. Wir werden den Erlöser sehn; er wird beim Brunnquell uns erfrischen, die Thränen aus den Augen wischen; wer weiß, was sonst noch soll geschehn? 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, die manche Laft und Bürde drückt; eilt, eilt aus euren 6. Kein Durst noch Hunger wird uns schwächen; denn die Erquickungszeit ist da. Die Sonne wird uns nicht mehr stechen; der Kummerhöhlen, geht nicht mehr Herr ist seinem Volke nah. Er ſeufzend und gebückt. Ihr habt will selbst über ihnen wohnen des Tages Last getragen; dafür und ihre Treue wohl belohnen läßt euch der Heiland sagen: Ich mit Licht und Troft, mit Ehr ſelbst will eure Ruhstatt sein. beine grünen; der große SabEs werden die GeIhr seid mein Volk, gezeugt von oben; ob Sünde, Welt und Teufel toben, seid nur getroft bath ist erschienen, da man von keiner Arbeit weiß. und gehet ein. 4. Was mag wohl einen Kranken laben und einen müden Wanders7. Da ruhen wir und sind im Frieden und leben ewig sorgenlos. Ach fasset dieses Wort, ihr mann? Wo jener nur ein Lager Müden, legt euch dem Heiland haben und sanft von Schmerzen in den Schoß! Ach, Flügel ruhen kann, wenn dieser sich darf her! wir müssen eilen und uns niedersehen, an einem frischen nicht länger hier verweilen; dort Trunk ergößen: wie sind sie beide wartet schon die frohe Schar. so vergnügt! Doch dies sind Fort, fort mein Geist, zum kurze Ruhestunden; es ist noch Jubilieren, begürte dich zum eine Ruh erfunden, da man auf Triumphieren! Auf, auf! es ewig stille liegt. kommt das Ruhejahr. 5. Da wird man FreudenJohann Sigismund Kunth. † 1779. Ewiges Leben. 680. Eigene Melodie. 86. Offenb. Joh. 21. Jerusalem, du hochgebaute Stadt, wollt Gott, ich wär in dir! Mein schnend Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg und Thale, weit über blaches Feld schwingt es sich über alle und eilt aus dieser Welt. 445 zogen schon? Was in der Welt von Auserwählten war, seh ich, die beste Kron, die Jesus mir, der Herre, entgegen hat gesandt, da ich noch war von ferne in meinem Thränenland. 3. Im Augenblick wird sie erheben sich bis an das Firmament, wenn sie verläßt so sanft, so wunderlich die Stätt der Element; fährt auf Eliä Wagen mit großer Engelschar, die sie in Händen tragen, umgeben ganz und gar. 6. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch Christen insgemein, die weiland dort trugen des Kreuzes Joch und der Tyrannen Pein, schau ich in Ehren schweben, mit Freiheit überall, mit Klarheit hell umgeben, mit 2. D schöner Tag und noch viel schönre Stund, wann wirst sonnenlichtem Strahl. du kommen schier? da ich mit Lust und freiem Freudenmund die Seele geb von mir in Gottes treue Hände zum auserwählten Pfand, daß sie mit Heil anlände in jenem Vaterland? 7. Wenn dann zuletzt ich angelanget bin im schönen Paradeis, von höchster Freud erfüllet wird der Sinn, der Mund von Lob und Preis. Das Halleluja reine man singt in Heiligkeit, das Hosianna feine ohn End in Ewigfeit. 8. Mit Jubelflang, mit Instrumenten schön, auf Chören ohne Zahl, daß von dem Schall und von dem süßen Ton sich regt der Freudensaal; mit hundert tauſend Zungen, mit Stimmen noch viel mehr, wie von Anfang gesungen die Himmel und ihr Heer. Johann Matthäus Meyfart. † 1642. 4. D Ehrenburg, sei nun gegrüßet mir, thu auf der Gnaden Pfort! Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh ich bin kommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit, und mir Gott hat gegeben das Erb der Ewigkeit. 681. Eigene Melodie. 122. Nach einer Prüfung kurzer Tage 5. Was für ein Volk, welch erwartet uns die Ewigkeit. Dort, eine edle Schar kommt dort ge- dort verwandelt sich die Klage in 446 Ewiges Leben. göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ists, der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen selgen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt; bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter siegt, als fällt; bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öfters glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet und des Bekümmerten vergißt, hier kann der Mensch nie frei von Bein, nie frei von eigner Schwachheit sein. 5. Hier such ichs nur, dort werd ichs finden; dort werd ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Wert empfinden, den unaussprechlich hohen Wert; den Gott der Liebe werd ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn.bid 6. Da wird des Vaters heilger Wille mein Will und meine Freude sein; und lieblich Wesen, Heil die Fülle am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich felig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammenhang. 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart; ein Heilig, heilig, heilig! singen dem Lamme, das erwürget ward; und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Scharen mich ihnen gleich und heilig sehn, das nie gestörte Glück erfahren, fromm mit den Frommen umzugehn. Da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd ich dem auch Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu millionen Malen noch segnen, daß er mir ihn wies; da find ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchte Gott es geben! vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil sei dir, denn du haft das Leben, die Seele mir gerettet, du! D Gott, wie muß das Glück erfreun, der Retter einer Seele sein! ind Ind 12. Was seid ihr Leiden dieser Erden doch gegen jene Herrlichfeit, die offenbart an uns soll wer Ewiges Leben. den von Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh! Spor Christian Fürchtegott Gellert.+ 1769. 682. Snowd Mel. 139: D Ewigkeit, bu Donnerwort. Ewigkeit, du Freudenwort, das mich erquicket fort und fort, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Freud ohne Leid, ich weiß vor Herzensfröhlichkeit gar nichts mehr vom Elende, weil mir verfüßt die Ewigkeit, was uns betrübet in der Zeit. 2. Kein Herrlichkeit ist in der Welt, die endlich mit der Zeit nicht fällt und gänzlich muß vergehen; die Ewigkeit nur hat kein Biel, fie treibet fort und fort ihr Spiel, bleibt unverändert stehen; ja wie der heilge Petrus spricht: ihr Erbe, das verwelket nicht. 3. DEwigkeit, du währest lang! Wenn mir auf Erden gleich ist bang, weiß ich, daß dies aufhöret. Drum wenn ich diese lange Zeit erwäge samt der Seligkeit, die gar nichts mehr zerstöret, so acht ich alles Leiden nicht, das mich nur kurze Zeit anficht. 4. Was ist doch aller Christen Qual, die Pein der Märtrer allzumal, so vieles Kreuz und Leiden? Wenn man es gleich zusammenträgt und alles auf die Wage 447 legt, sodann zur andern Seiten dort jenes Lebens Herrlichkeit, wie wird es überwogen weit! 5. Jm Himmel lebt der Christen Schar bei Gott viel tausend tausend Jahr und werden des nicht müde; sie stimmen mit den Engeln ein, sie sehen stets der Gottheit Schein, sie haben güldnen Frieden, da Christus giebt, wie er verheißt, das Manna, das die Engel speist. 6. Ach wie verlanget doch nach dir mein mattes Herze mit Begier, du überselges Leben! Wann komm ich doch einmal dahin, wohin mein schwacher, blöder Sinn sich allzeit übt zu streben? Ich will der Welt vergessen ganz, mich sehnen nach des Himmels Glanz. 7. Fahr hin, du schnöde Sucht und Pracht, du Augenlust und eitle Tracht, fahr hin, du sündlich Wesen; fahr hin, du falsche Liebesbrunst, du armer Stolz und Geldesdunst und was die Welt erlesen gleich als ihr einig höchstes Gut! Das Ewge macht mir bessern Mut. 8.D Ewigkeit, du Freudenwort, das mich erquicket fort und fort, o Anfang sonder Ende! D Ewigkeit, Freud ohne Leid, ich weiß von keiner Traurigkeit, wenn ich zu dir mich wende. Herr Jesu, gieb mir solchen Sinn beharrlich, bis ich komm dahin. Kaspar Heunish. † 1690. 448 Ewiges Leben. 683. Mel. 9: Alle Menschen müssen 2c. wie fröhlich, o wie selig werden wir im Himmel sein; droben ernten wir unzählig unsre Freudengarben ein. Gehen wir hier hin und weinen, dorten wird die Sonne scheinen; dort ist Tag und keine Nacht, dort, wo man nach Thränen lacht. 2. Ach wer wollte sich nicht sehnen, dort in Zion bald zu stehn und aus diesem Thal der Thränen an den Freudenort zu gehn, wo sich unser Kreuz in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Last in Lust verkehrt und das Jauchzen ewig währt. 3. Da wird unser Aug erblicken, was ganz unvergleichlich ist; da wird unsern Mund erquicken, was aus Gottes Herzen fließt; da wird unser Ohr nur hören, was die Freude kann vermehren; da empfindet unser Herz lauter Labsal ohne Schmerz. 4. Ach wann werd ich dahin kommen, daß ich Gottes Antlik schau? Werd ich nicht bald aufgenommen in den schönen Himmelsbau, dessen Grund den Perlen gleichet, dessen Glanz die Sonne weichet, dessen wundervolle Pracht Goldesglanz zu nichte macht? mich recht trösten wirst. Unterdessen laß auf Erden schon mein Herze himmlisch werden, bis mein Los in jener Welt auf das allerschönste fällt. Benjamin Schmold. † 1737. 684. Mel. 169: Wachet auf, ruft uns die zc. Selig sind des Himmels Erben, die Toten, die im Herren sterben, zur Auferstehung eingeweiht! Nach den letzten Augenblicken des Todesschlummers folgt Entzücken, folgt Wonne der Unsterblichkeit. Im Frieden ruhen sie, los von der Erde Müh. Hosianna! Vor Gottes Thron zu seinem Sohn begleiten ihre Werke fie. 19 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre sei dir, Versöhner, Jesu Christ! Ihr, der Überwinder Chöre, bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre dem Lamme, das geopfert ist! Er sant wie wir ins Grab, wischt unsre Thränen ab, alle Thränen! Er hats vollbracht; nicht Tag, nicht Nacht wird an des Lammes Throne sein! 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann; er ist uns Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach 5. Nun so stille mein Verlan- dem wir weinend rangen, nun bist gen, o du großer Lebensfürst! Laß du hell uns aufgegangen, nicht mich bald dahin gelangen, wo du mehr im Dunkeln, nicht von fern! Ewiges Leben. 449 Nun weinen wir nicht mehr; das verleide mir die Welt; hilf, daß Alte ist nicht mehr! Halleluja! Er sank hinab, wie wir, ins Grab; er ging zu Gott, wir folgen ihm! ich das erwähle, was droben mir bestellt; gieb, daß mein Herz fich finde in dir, mein treuer Hort, und zeige deinem Kinde den ewgen Friedensport. Friedrich Gottlieb Klopstock. † 1803. 685. 6. So ist wohl aufgehoben mein allerbestes Teil; nicht unten, sondern oben im Himmel ist mein Mel. 164: Valet will ich bir geben. Wann wird doch einst erscheinen Heil. Gehts dann, o Welt, zu die angenehme Zeit? Komm Jesu, Ende mit deiner Luft und Last, führ die Deinen in deine Herr- so tragen Jesu Hände mich heim lichkeit! Ach laß auch uns anbrechen den schönsten Sommertag, da man wird freudig sprechen: Weg Tod, weg Not, weg Plag! zur süßen Rast. 2. Es kann nicht lang mehr werden, drum hebt das Haupt empor; ach neigt es nicht zur Erden, denn seht, es bricht hervor der Tag, da ihr sollt sehen, was die Erlösung sei, der Tag, da ihr sollt stehen vor Jesu sündenfrei. 686. 3. Ach Jesu, meine Liebe, mein Teil in jener Welt, ach hilf, daß ich mich übe, so wie es Mel. 100: Komm, o komm, du Geist 2c. Offenb. Joh. 7, 9-17. dir gefällt; gieb, daß ich stets bedenke, Wersind die vor Gottes Throne? der Tag sei nicht mehr weit, damit sich ja nicht lenke mein Herz zur Eitelkeit. 4. Ach lehre mich stets beten und stehn auf meiner Hut, laß mich einst vor dich treten mit unverzagtem Mut; und wenn ich soll erscheinen und kommen vor Gericht, so trenn mich von den Deinen ein strenges Urteil nicht. 5. Du Freude meiner Seele, 7. Nun komm erwünschtes Leben, komm schönste Sommerzeit, komm, Tag, der mir wird geben die süße Ewigkeit. Komm Jesu, Lebenssonne, fomm, führe mich hinein ins Haus der Freud und Wonne, da werd ich selig sein. Johann Job. † 1736. was ist das für eine Schar? Tragen jeder eine Krone, glänzen wie die Sterne flar; Halleluja! fingen all, loben Gott mit frohem Schall. 2. Wer sind die, so Palmen tragen wie ein Sieger in der Hand, welcher seinen Feind geschlagen, hingestrecket in den Sand? Welcher Streit und welcher Krieg hat gezeuget diesen Sieg? 29 450 Ewiges Leben. 3. Wer sind die in reiner Seide ihr Durst gestillet ist, da sie sind göttlicher Gerechtigkeit, angethan bei Jesu Christ. mit weißem Kleide, das bestäubet 9. Dahin streck auch ich die keine Zeit und veraltet nimmer- Hände, o Herr Jesu, zu dir aus; mehr; wo sind diese kommen her? mein Gebet ich zu dir wende, der ich noch in deinem Haus hier auf Erden steh im Streit: Treibe, Herr, die Feinde weit. 4. Es sind die, so wohl gerungen für des großen Gottes Ehr, haben Welt und Tod bezwungen, folgend nicht dem sündgen Heer, die erlanget auf den Krieg durch des Lammes Blut den Sieg. 5. Es sind die, so viel erlitten, Trübfal, Schmerzen, Angst und Not, im Gebet auch oft gestritten mit dem hochgelobten Gott. Nun hat dieser Kampf ein End, Gott hat all ihr Leid gewendt. 6. Es sind Zweige eines Stammes, der uns Huld und Heil gebracht; haben in dem Blut des Lammes ihre Kleider hell gemacht, sind geschmückt mit Heiligkeit, prangen nun im Ehrenkleid. 7. Es sind die, so stets erschienen hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel geopfert gern. Nunmehr stehn sie all herum vor dem Stuhl im Heiligtum. 8. Wie ein Hirsch am Mittag lechzet nach dem Strom, der frisch und hell, so hat ihre Seel geächzet nach dem rechten Lebensquell. Nun 10. Hilf mir in dem Kampfe siegen wider Sünde, Höll und Welt; laß mich nicht darnieder liegen, wenn ein Sturm mich überfällt. Führe mich aus aller Not, Herr, mein Fels, mein treuer Gott. 11. Gieb, daß ich, aus dir geboren, an dir als ein grünes Reis wachse und sei auserkeren, durch dein Blut gewaschen weiß, meine Kleider wahre rein, meide allen falschen Schein; 12. Daß mein Teil sei bei den Frommen, welche, Herr, dir ähnlich sind, und auch ich, der Not entnommen, als dein dir getreues Kind dann, genahet zu dem Thron, nehme den verheißnen Lohn. 13. Welches Wort faßt diese Wonne, wenn ich mit der heilgen Schar in dem Strahl der reinen Sonne leucht auch wie die Sterne klar! Amen, Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Heinrich Theobald Schent. † 1727.. Rindel and the form b die Verzeichnis der Liederdichter. sturin A. Amilia Juliana, Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt, geboren 1637,+1706. 244. 522. 659. Agricola, Johann, geb. 1492 in Gisleben,+1566 als Hofprediger in Berlin. 348. Ed Shiits? dan 609. Allendorf, Johann Ludwig Konrad, geb. 1693 in Johbach bei Marburg, † 1773 als Pastor und Scholarch zu Halle. 195.312.656. Altenburg, Michael, geb. 1584 in Alach bei Erfurt,+ 1640 als Pastor zu Erfurt. 204. Ambrofius, geb. um 340 in Trier, + 397 als Bischof von Mailand. 25. 521. Anna Sophie, Landgräfin von Heffen- Darmstadt, geb. 1638, + 1683 als Abtissin des Stifts Quedlinburg. 227. 230. Arends, Wilhelm Erasmus, † 1721 als Pastor in Halberstadt. 417. Arndt, Ernst Morik, geb. 1769 in Schorik auf Rügen,+ 1860 als Professor der Geschichte zu Bonn. 35. 252. 316. 618. 629. Arnold, Gottfried, geb. 1666 in Annaberg, † 1714 als Pfarrer und Inspektor zu Perleberg. 299. 414. Ahlfeld, Friedrich, geb. 1810 in Mehringen( Anhalt), 1851 bis 1881 Pfarrer zu St. Nicolai in Leipzig, lebt daselbst als Pastor emer. und Geh. Kirchenrat. 221. Albert, Heinrich, geb. 1604 zu Lobenstein im Voigtlande,+1651 als Organist zu Königsberg in Preußen. 453. Alberus, Erasmus( Alber), geb. um 1500 in der Wetterau, Freund Luthers,+1553 als Superintendent zu Neubrandenburg( Mecklenburg). 473. Arnschwanger, Johann Christoph, geb. 1625 in Nürnberg,+ daselbst 1696 als Senior und Archidiafonus. 88. 218. Albinus, Johann Georg, geb. 1624 in Unternessa bei Weißenfels, + 1679 als Pfarrer zu Naumburg. 358. 619. Asschenfeldt, Christoph Karl Julius, geb. 1792 in Riel,+ 1856 als Oberkonsistorialrat und Propst in Flensburg. 309. Albrecht, Markgraf von Branden- Breslau, † 1694 als SchloßhauptAffig, Hans von, geb. 1650 in burg- Kulmbach, geb. 1522,+ 1557. mann zu Schwiebus. 217. Bähr, Christian August, geb. 1795 zu Atterwasch bei Guben. 1821 bis 1834 Pfarrer zu Oppach( Oberlausi), seit 1834 Pfarrer zu Weigsdorf bei Zittau, wo er 1846 starb. 118. 545. 29* Verzeichnis der Liederdichter. Bahumaier, Jonathan Friedrich, Böhmische Brüder, aus der Husgeb. 1774 zu Oberstenfeld in Württemberg, † 1841 als Dekan in Kirchheim. 214. 215. Barth, Christian Gottlob, geb. 1799 in Stuttgart, Pfarrer in Möttlingen bei Calw, unermüdlicher Förderer der Heidenmission, † 1862 zu Calw( Württemberg). 207. Beder, Cornelius, geb. 1561 in Leipzig, Diakonus in Rochlik, später Professor der Theologie und Pastor zu St. Nicolai in seiner Vaterstadt, wo er 1604 starb. 223. 485. fitischen Bewegung hervorgegangene Gemeinden, welche bereits um die Mitte des 15. Jahrhunderts im Gegensate zur herrschenden Kirche die heilige Schrift für die Norm des Glaubens erklärten, später meist der lutherischen Kirche sich anschlossen, und aus denen die herrnhutische Brüderunität entstanden ist. Vgl. Weiße, Michael. 20. 543. Bonaventura, eigentlich Johann Fidenza, geb. 1221 in Italien, Ordensgeneral der Franziskaner, +1274. 74. 110. Bornmeister, Simon, geb. 1652 in Nürnberg,+ daselbst 1688 als Rektor. 582. 452 Beda, genannt Venerabilis, d. h. der Ehrwürdige, geb. 674 in England, Mönch im dortigen Kloster Jarrow,+ 735. 138. Behm, Martin, geb. 1557 zu Lauban,+ daselbst 1622 als Paftor prim. 70. 447. 460. 494. 651. Benigna Maria, Gräfin von ReußEbersdorf, Schwägerin des Grafen von Zinzendorf; geb. 1695, + 1751. 566. Betichius, Johann, geb. 1650 zu Steckby( Anhalt),+ 1722 als Diakonus in Zerbst. 562. Bidel, Johann Daniel Karl, geb. 1737 zu Altweilnau in Nassau, +1809 als Konsistorialrat in Usingen. 397. 541. Bienemann, Kaspar( Melissander), geb. 1540 in Nürnberg, † 1591 als Generalsuperintendent in Altenburg. 587. Birken, Sigismund von( Betulius), geb. 1626 in Wildenstein bei Eger, Prinzenerzieher, t 1681 als Privatgelehrter in Nürnberg. 84. 87. 318. Bogatky, Karl Heinrich von, geb. 1690 zu Jankowe in Schlesien, +1774 als Privatmann im Waisenhause zu Halle. 205. 297. 372. 555. Bruiningt, Heinrich von, geb. 1739 in Riga, † 1772 zu Barby als Bischof der Brüdergemeinde. 77. Bunsen, Christian Karl Josias von, geb. 1791 zu Korbach in Waldeck, Kgl. Preußischer Gesandter, verdienstvoller Hymnolog, † 1860 in Bonn. 677. Burmeister, Franz Joachim, um 1670 Prediger in seiner Vater stadt Lüneburg. 626. Claudius, Matthias, geb. 1740 in Reinfeld bei Lübeck, der ,, Wandsbecker Bote", tzu Hamburg 1815 als Privatgelehrter und Revisor der schleswig- Holsteinischen Bank in Altona. 475. Clausniper, Tobias, geb. 1618 in Thuin bei Annaberg,+1684 als Kirchenrat zu Weiden in der Oberpfalz. 12. 81. 263. Cramer, Johann Andreas, geb. 1723 zu Jöhstadt in Sachsen, + 1788 als Professor der Theologie in Kiel. 267. 296. Verzeichnis der Liederdichter. Craffelius, Bartholomäus, geb. 1667 in Wernsdorf bei Glauchau, + 1724 als Pfarrer in Düsselborf. 157. 399. 427. D. Dad, Simon, geb. 1605 in Memel, +1659 als Professor der Dichtkunst zu Königsberg i. Pr. 368. 635. 654. 674. Decius, Nikolaus, latinisierter Name des Nikolaus Hovesch, der, aus Braunschweig stammend, seit 1523 in Stettin als evangelischer Geist licher wirkte und daselbst 1541 als Prediger an St. Nicolai starb. 1. 92. 93 v. 1. Denicke, David, geb. 1603 in Zittau, + 1680 als Konsistorialrat in Hannover. 229. 356. 407. 531. 557. Derschow, Bernhard von, geb. 1591 in Königsberg,+ daselbst 1639 als Konsistorialrat und Professor der Theologie. 249. Deßler, Wolfgang Christoph, geb. 1660 in Nürnberg,+ daselbst 1722 als Konrektor. 374. 388. Diterich, Johann Samuel, geb. 1721 in Berlin, t daselbst 1797 als Oberkonsistorialrat. 346. 448. Drese, Adam, geb. 1620 in Thüringen, † 1701 als Kapellmeister zu Arnstadt. 90. 332. Eber, Paul, geb. 1511 zu Kikingen in Franken, Freund Luthers, + 1569 als Generalsuperintendent und Professor der Theologie in Wittenberg. 66. 520. 630.640. Edeling, Christian Ludwig, geb. 1678 in Löbejün bei Halle, Hofmeister des Grafen von Zinzendorf, † 1742 als Oberpfarrer 453 und Inspektor zu Schwanebeck bei Halberstadt. 576. S. Fabricius, Friedrich, geb. 1642 in Stettin,+ daselbst 1703 als Pfar141. rer. Feddersen, Jakob Friedrich, geb. 1736 in Schleswig, † 1788 als Hauptpastor und Propst des Konfiftoriums in Altona. 570. Fing, Erasmus, geb. 1627 in Lübeck, † 1694 als Privatgelehrter in Nürnberg. 678. Fischer( Bischer), Christoph, geb. zu Joachimsthal in Böhmen, † 1600 als Generalfuperintendent und Hofprediger in Celle. 97. Flemming, Paul, geb. 1609 zu Hartenstein in Sachsen,+ 1640 als praktischer Arzt in Hamburg. 547. 589. Flittner, Johann, geb. 1618 in Suhl, Diakonus zu Grimmen bei Greifswald, † 1678 auf der Flucht in Stralsund. 340. Förtsch, Basilius, geb. zu Roßla in Thüringen,+ 1619 als Pfarrer in Gumperda bei Drlamünde. 122. Frand, Johann, geb. 1618 in Guben, + daselbst 1677 als Bürgermeister. 2. 25. 72. 257. 319. 343. 443. Frand, Michael, geb. 1609 in Schleusingen, † 1667 als Lehrer in Koburg. 617. Frand, Salomo, geb. 1659 in Weimar,+ daselbst 1725 als Oberkonsistorialsekretär. 101. 112. 272. 370. 390. 454. France, August Hermann, geb. 1663 in Lübeck,+1727 als Profeffor der Theologie und Pastor zu Halle; Gründer des Waisenhauses dafelbst. 65. Freyberg, Christian August, geb. 1684 zu Stolpen in Sachsen,+1742 Verzeichnis der Liederdichter. 454 in Dresden als Rektor der Ans nenschule. 628. 655. Freylinghausen, Johann Anastafius, geb. 1670 zu Gandersheim in Braunschweig, August Hermann Frandes Schwiegersohn und Gehülfe,+ 1739 zu Halle als Paftor und Direktor der France schen Stiftungen. 45. 336. 360. 440. 476. 594. Freystein, Johann Burchard,+1720 als Hof- und Justizrat in Dres den. 409. Frider, Johann Ludwig, † 1766 als Pfarrer zu Dettingen( Würts temberg). 213. Füger, Kaspar, Hosprediger der Hers zogin Katharina von Sachsen( der Witwe Heinrichs des Frommen) zu Torgau; † 1592 als Diakonus an der Kreuztirche zu Dresden. 52. Funt, Gottfried Benedikt, geb. 1734 zu Hartenstein in Sachsen,+ 1814 als Konsistorialrat und Direktor des Domgymnasiums zu Magdeburg. 121. 65. Garbe, Karl Bernhard, geb. 1763 zu Jeinsen bei Hannover,+1841 zu Herrnhut als Prediger der Brüdergemeinde. 222. Gedide, Lampertus, geb. 1683 in Gardelegen, † 1735 als Feldpropft in Berlin. 613. Gellert, Christian Fürchtegott, geb. 1715 zu Hainichen in Sachsen, + 1769 in Leipzig als Professor der Moral. 33. 36. 57. 82. 125. 179, 225, 250. 268. 270. 276. 280, 282. 284. 341. 421. 428. 431. 456. 480. 481. 517. 608. 645. 661. 681. 61. 69. 79. 105. 106. 109. 113. 142. 150. 155. 278. 285. 288. 289. 291. 293. 294. 300. 302. 377. 385. 449. 464. 487. 495. 501. 512. 514. 530. 552. 572. 573. 575. 579. 595. 599. 606. 634. 675. Gersdorf, Henriette Katharine von, geb. 1648 zu Sulzbach in Bayern, Großmutter des Grafen von Zinzendorf, † 1726 zu Großhennersdorf in Sachsen. 55. Gesenius, Justus, geb. 1601 zu 3beck in Hannover, † 1673 als Oberhofprediger und Generalsuperintendent in Hannover. 96. 128. 378. Gotter, Cudwig Andreas, geb. 1661 in Gotha,+ daselbst 1735 als Hofrat. 345. 418. 535. Gramann, Johann( Poliander), geb. 1487 zu Neustadt in Bayern, Freund Luthers, Rektor der Thomasschule in Leipzig,+1541 als Pastor zu Königsberg i. Pr. 532. Gregor, Christian, geb. 1723 zu Diersdorf in Schlesien,+ 1801 zu Berthelsdorf als Bischof der Brüdergemeinde. 380. Gryphius, Andreas, geb. 1616 in Großglogau,+ daselbst 1664 als Landschaftssyndikuś. 172. Günther, Cyriatus, geb. 1650 zu Goldbach bei Gotha,+ 1704 als Gymnasiallehrer in Gotha. 314. Hj. ngenbach, Karl Rudolf, geb. 1801 in Basel, daselbst 1874 als Professor der Theologie. 206. Hardenberg, Friedrich Freiherr von ( Novalis), geb. 1772 in Wiederstedt in der Grafschaft Mansfeld, + 1801 als Affeffor in Weißenfels. 124. 335. Gerhardt, Paul, geb. 1607 zu Gräfenhainichen bei Wittenberg, + 1676 als Archidiakonus in Lübben. 31. 32. 40. 44. 53. Harleß, Gottlieb Christoph Adolf, Verzeichnis der Liederdichter. geb. 1806 in Nürnberg, Professor und Pastor in Leipzig, 1850- 52 Oberhofprediger in Dresden, † 1879 als Oberkonsistorialpräsident in München. 479. Harms, Klaus, geb. 1778 zu Fahrstadt in Süderdithmarschen,+1855 als Hauptpastor und Propst in Kiel. 538. Held, Heinrich, um 1650 Rechtsanwalt zu Guhrau in Schlesien. 21. 148. Herrnschmidt, Johann Daniel, geb. Hartmann, Thomas, um 1604 Diafonus in Eisleben. 132. Seermann, Johann, geb. 1585 zu Raudten in Schlesien, Pastor in Köben bei Glogau, bis ihn andauernde Krankheit nötigte, dem Amt zu entsagen,+1647 zu Lissa Heß, Johann, geb. 1490 in Nürn1675 in Bopfingen( Württemberg), † 1723 in Halle als Profeffor der Theologie und Mitdirektor der Franckeschen Stif tungen. 525. 584. Herzog, Johann Friedrich, geb. 1647 in Dresden, † daselbst 1699 als Rechtskonsulent. 488. ( Posen). 85. 103. 120. 189. 198. 201. 203. 328. 342. 359. 402. berg,+ 1547 als Pfarrer in Breslau. 653. 435. 468. 503. 510. 519. 542. 568. 616. 642. 665. Heunisch, Kaspar, geb. 1620 in Schweinfurt,+ daselbst 1690 als Superintendent. 682. Hiller, Philipp Friedrich, geb. 1699 zu Mühlhausen in Württemberg, Pfarrer in Steinheim bei Nördlingen, wo er 1769 starb, nachdem er schon 18 Jahre zuvor wegen andauernder völliger Heiferkeit sein Amt niederzulegen genötigt war. 30. 298. 306. 307. 321. 367. 571. Helmbold, Ludwig, geb. 1532 zu Mühlhausen in Thüringen,+ daselbst 1598 als Superintendent. 469. 558. 603. Hensel, Louise, geb. 1798 zu Linum bei Fehrbellin, Tochter eines evangelischen Pfarrers, dichtete, 18 Jahre alt, das Abendlied ,, Müde bin ich 2c.",+1876 in Paderborn. 486. 455 und Inspektor der dortigen Kirchen und Schulen. 638. Herrmann, Johann Gottfried, geb. Herberger, Valerius, geb. 1562 zu Fraustadt in Posen,+ daselbst 1627 als Pfarrer. 657. zu Herbert, Petrus, † 1571 als Konsenior der Brüder- Unität Eibenschüß. 478. Hermann, Nikolaus, geb. am Schluß des 15. Jahrhunderts, Kantor zu Joachimsthal in Böhmen, † 1561 daselbst. 47. 119. 450. 483. 509. 658. Hermes, Johann Timotheus, geb. 1738 in Petnick( Pommern), + 1821 in Breslau als Pastor 1707 zu Altjeßnitz bei Bitterfeld, + 1791 als Oberhofprediger in Dresden. 283. 550. Hippen, Johann Heinrich von, geb. zu Wohlau in Schlesien, war 1676 limburgischer Hofmarschall. 567. Hodenberg, Bodo von, geb. 1604, + 1650 als Landdrost zu Osterode am Harz. 463. Höfel, Johann, geb. 1600 zu Uffenheim,+1683 als Rats- und Stadtkonsulent in Schweinfurt. 598. Hoffmann, Gottfried, geb. 1658 zu Lowenberg in Schlesien, 1712 als Rektor des Gymnasiums zu Zittau. 669. Homburg, Ernst Christoph, geb. 1605 in Mühla bei Eisenach, + 1681 als Rechtskonsulent in Naumburg. 86. 135. Verzeichnis der Liederdichter. Hopfensack, Johann Christian Wil- Knapp, Albert, geb. 1798 in Tübingen,+1864 als Stadtpfarrer in Stuttgart. 78. 138. 208. 210. 216. 220. 515. helm August, geb. 1801 zu SchloßVippach in Sachsen- Weimar, Profeffor am Gymnasium zu Cleve, wo er 1874 starb. 104. Horn, Johann, † 1547 in Jungbunzlau als Vorsteher der böhmischen Brüder- Unität. 20. Huberinus, Kaspar, lebte um 1540 in Augsburg. 467. 456 Hülsemann, Wilhelm, geb. 1781 zu Soeft in Westfalen,+ 1865 als Superintendent in Elsen bei Iserlohn. 539. Hunold, Michael, geb. 1621 zu Leisnig, † 1672 als Archidiakonus zu Rochlik in Sachsen. 569. 647. I. Knoll, Christoph, geb. 1563 in Bunzlau,+ 1621 als Diakonus in Sprottau. 631. Knorr von Rosenroth, Christian, geb. 1636 zu Altrauden in Schle fien, † 1689 als Geheimer Rat zu Sulzbach in der Pfalz. 458. Koitsch, Christian Jakob, geb. 1671 in Meißen,+ 1735 als Rektor des Gymnasiums zu Elbing. 329. Kongehl, Michael, geb. 1646 zu Kreuzburg( Ostpreußen), † 1710 als Bürgermeister zu Königsberg in Pr. 596. Kramer, Morik, geb. 1646 zu Ammerswort in Holstein,+ 1702 als Pfarrer zu Marne in SüderKrause, Johann Gottfried, geb. dithmarschen. 143. 1685 zu Greußen in Schwarzburg, † 1746 als Superintendent Krause, Jonathan, geb. 1701 in zu Dahma. 425. Hirschberg,+ 1762 als Superintendent in Liegnių. 7. Krummacher, Friedrich Adolf, geb. 1768 zu Tecklenburg in Westfalen, † 1845 als Pfarrer in Bremen. 209. Jacoponus, ein Franziskanermönch, + 1306. 107. Job, Johann, geb. 1664 in Frank furt a. M., † 1736 als Ratsherr und Baumeister in Leipzig. 685. Johann Friedrich I., der Großmütige, geb. 1503 in Torgau, Kurfürst von Sachsen 1532 bis 1547, gefangen gehalten 1547 bis 1552, † 1554. 614. K. Kern, Christian Gottlob, geb. 1792 in Söhnstetten( Württemberg), + 1835 als Pfarrer in Dürrmenz- Kunth, Johann Sigismund, geb. Mühlacker bei Pforzheim. 261. the Keymann, Christian, geb. 1607 zu Pantraz in Böhmen, † 1662 als Rektor des Gymnasiums zu Zittau. 22. 326. 1700 in Liegnik, † 1779 als Oberpfarrer zu Baruth in der Provinz Brandenburg. 679. Küster, Samuel Christian Gottlieb, geb. 1762 in Havelberg, Superintendent in Berlin, † 1838 zu Neustadt- Eberswalde. 540. Klopstod, Friedrich Gottlieb, geb. 1724 in Quedlinburg, der Sänger des ,, Meffias",+ 1803 in Hamburg. 247. 465. 663. 673. 684. knak, Gustav Friedrich Ludwig, geb. 1806 in Berlin, Pastor daſelbst,+ 1878 auf einer Reise zu Dünow bei Stolpmünde. 323.511. W£. Lampe, Friedrich Adolf, geb. 1683 in Bremen,+ daselbst 1729 als Prediger. 411. Verzeichnis der Liederdichter. Lange, Joachim, geb. 1670 in Gardelegen,+ 1744 als Professor der Theologie in Halle. 462. Laurenti, Laurentius( Lorenz Lorenzen), geb. 1660 in Husum, + 1722 als Musikdirektor und Kantor in Bremen. 38. 130. 605. 670.0 Liebich, Ehrenfried, geb. 1713 in Propsthagen bei Liegnik, † 1780 als Pastor zu Lomnik bei Hirschberg. 144. 311. Liscow, Salomo, geb. 1640 zu Niemitsch in der Niederlausit, + 1689 als Diakonus in Wurzen. 330. 565. 622. Löscher, Valentin Ernst, geb. 1673 in Sondershausen, vierzig Jahre lang Superintendent an der Kreuz kirche in Dresden, auch Oberkonsistorialrat, daselbst 1749. 13. 187. 255. 260. 424. 523. Löwenstern, Matthäus Appelles von, geb. 1594 in Neustadt bei Oppeln,+ 1648 als Staatsrat in Breslau. 194. 273. Louise Henriette, geb. 1627 im Haag, Gemahlin des großen Kurfürsten von Brandenburg,+1667 in Berlin. 126. 349. Luther, Martin, geb. 1483 in Eisleben,+ daselbst 1546. 41. 50. 51. 115. 146. 149. 171. 173. 178. 185. 193. 197. 224. 262. 375. 437. 513. 521. 648. 649. Magdeburg, Joachim, geb. 1525 in Gardelegen, † nach 1583 als Prediger in Österreich. 611. Marperger, Bernhard Walter, geb. 1682 in Hamburg, † 1746 als Oberhofprediger in Dresden. 423. Mathesius, Johann, geb. 1504 zu Rochlik in Sachsen, † 1565 als Pastor zu Joachimsthal in Böh men. 429. 559. 457 Mayer, Johann Friedrich, geb. 1650 in Leipzig, kurze Zeit Superintendent in Leisnig und in Grimma, dann Professor in Wittenberg, Pastor in Hamburg, zulett Profeffor in Greifswald und Generalsuperintendent von Bommern, + 1712 in Stettin. 253. Megander, Beit Ludwig, aus Schweinig in Sachsen,+ daselbst 1709 als Amtsinspektor. 357. Menter, Johann, geb. 1658 zu Jahmen in der Oberlausik, 38 Jahre lang Pfarrer in Kemnit bei Bernstadt, wo er 1734 starb. 99. 177. 533. Meyfart, Johann Matthäus, geb. 1590 zu Wahlwinkel in Thüringen, +1642 als Professor und Pastor in Erfurt. 680. Moller, Martin, geb. 1547 in Krop= städt bei Wittenberg, † 1606 als Paftor prim. in Görlik. 308. 518. Mühlmann, Johann, geb. 1573 in Begau,+ 1613 als Professor und Archidiatonus in Leipzig. 446. Müller, Johann Georg, geb. 1651 zu Jauer in Schlesien, 47 Jahre lang Pfarrer in Limbach bei Chemnik, wurde, 83 Jahre alt, Propst zu Schkölen bei Naumburg und + 1745 im Pfarrhause zu Limbach bei seinem Sohn. 258. Müller, Michael, geb. 1673 in Blankenburg am Harz, † 1704 als Kandidat der Theologie zu Schaubeck in Württemberg. 420. Münter, Balthasar, geb. 1735 in Lübeck, † 1793 als Pastor der deutschen Kirche in Kopenhagen. 196. 266. n. Nachtenhöfer, Kaspar Friedrich, geb. 1624 in Halle, † 1685 als Pfarrer in Koburg. 37. 46. 94. Neander, Christoph Friedrich, geb. Verzeichnis der Liederdichter. 458 1724 in Kurland, † daselbst 1802 als Propst. 459. 641. Neander, Joachim, geb. 1650 in Bremen, daselbst 1680 als Prediger. 333. 477. 497. 524. 536. 660. Nehring, Johann Christian, aus Gotha,+ 1736 als Pastor zu Morl bei Halle. 420. Nerreter, David, geb. 1649 in Nürnberg, † 1726 zu Stargard in Pommern als Generalsuperintendent. 578. Neumann, Kaspar, geb. 1648 in Breslau,+ daselbst 1715 als Pastor prim. 6. 139. 169. 181. 246. 457. 472. 482. Neumark, Georg, geb. 1621 zu Mühlhausen in Thüringen,+ 1681 als Bibliothekar in Weimar. 451. 612. 650. Neumeister, Erdmann, geb. 1671 zu üchterit bei Weißenfels,+ 1756 als Hauptpastor in Hamburg. 68. 234. 373. 384. 434. 625. Neunherz, Johann, geb. 1653 zu Waltersdorf in Schlesien, † 1737 als Oberpfarrer in Hirschberg. 134. 165. Opik, Martin( von Boberfeld), geb. 1597 in Bunzlau, † 1639 in Danzig als Kgl. Poln. Historiograph. 461. P. Pappus, Johann, geb. 1549 in Lindau,+ 1610 in Straßburg als Professor und Präsident des Kirchen- Konvents. 636. Pauli, Joachim, geb. um 1636 in Wilsnack, noch 1674 Hauslehrer in Berlin. 615. Pfeil, Christoph Karl Ludwig von, geb. 1712 zu Grünstadt in Bayern, † 1776 als Kgl. Preuß. Minister in Deufstetten bei Anſpach. 426. 553. 621. Prätorius, Benjamin, geb. 1571 in Weißenfels,+ nach 1668 als Pastor zu Lissa bei Delitzsch. 129. 239. Prätorius, Christoph, geb. 1631 in Stendal,+ daselbst 1713 als Natskämmerer. 445. Puchta, Christian Heinrich Rudolf, geb. 1808 zu Kadolzburg in Bayern,+ 1858 als Pfarrer in Augsburg. 56. 180. 186. R. Neuß, Heinrich Georg, geb. 1654 in Elbingerode am Harz, † 1716 als Konsistorialrat in Wernigerode. 202. 303. 393. Nicolai, Philipp, geb. 1556 zu Mengeringhausen in Waldeck, t 1608 als Hauptpastor in Ham- Necke, Elise Freifrau von der, geb. burg. 337. 672. Rambach, Johann Jakob, geb. 1693 in Halle,+ 1735 als Professor der Theologie in Gießen. 238. 242. 254. 274. 281. 304. 305. 322. 577. 1754 in Kurland, † 1833 in Dresden. 439. Reimann, Georg, geb. 1570 zu Olearius, Johann, geb. 1611 in Leobschüß in Schlesien,+ 1615 Halle, † 1684 als Hofprediger als Professor der Beredsamkeit in Weißenfels. 5. 9. 29. 80. 156. zu Rönigsberg. 167. 354. 415. 438. 602. Reuß, Eleonore Fürstin, geb. Gräfin Olearius, Johann Gottfried, geb. zu Stolberg Wernigerode, geb. 1635 in Halle, ein Bruderssohn 1835 zu Gedern, lebt zu Jänkendes vorher Genannten,+1711 als dorf in der Oberlausik. 63. Konsistorialrat in Arnstadt. 24. Reusner, Adam, geb. 1496 in Verzeichnis der Liederdichter. 459 Mündelheim bei Düsseldorf, Ge- Ruopp, Johann Friedrich, aus heimsekretär des Feldhauptmanns Georg von Frundsberg, tum 1575 in seiner Baterstadt. 432. 485. Nichter, Christian Friedrich, geb. Straßburg, 1708 als Inspektor am Waisenhaus in Halle. 394. Rutilius, Martin, geb. 1550 in Düben bei Bitterfeld, † 1618 als Diakonus in Weimar. 339. 1676 in Sorau, † 1711 als Arzt am Waisenhaus in Halle. 49. 383. 387. 395. 396. 401. 404. 516. Rieger, Magdalena Sibylla, geb. 1707 in Maulbronn, Gattin des Stadtvogts von Stuttgart,+ daselbst 1786. 352. Ringwald, Bartholomäus, geb. 1530 in Frankfurt a. D., † 1598 als Pfarrer zu Langfeld in der Neumart. 344. 504. 671. Ninfart, Martin, geb. 1586 in Gilenburg, † daselbst 1649 als Archidiakonus. 529. Rist, Johann, geb. 1607 in Ottenfen bei Hamburg, † 1667 als Pastor zu Wedel bei Altona. 18. 59. 71. 111. 243. 256. 492. 502. 527. 676. Rodigast, Samuel, geb. 1649 in Gröben bei Jena, † 1708 als Gymnasialdirektor in Berlin. 607. Roller, David Samuel, geb. 1779 in Heynik bei Meißen, † 1850 als Pfarrer in Lausa bei Dresden. 662. Rothe, Johann Andreas, geb. 1688 in Lissa bei Görlik, Zinzendorfs Patronatspfarrer in Berthelsdorf, +1758 als Pfarrer zu Thommendorf bei Bunzlau. 371. 376. 668. Rothen, Johannes, geb. 1797 zu Neuenec( Kanton Bern), lebt, körperlich schwer heimgesucht, in Basel. 413. Rückert, Friedrich, geb. 1789 in Schweinfurt, Professor der orientalischen Sprachen zu Berlin,+ 1866 als Preuß. Geheimrat auf seinem Landgut Neuseß bei Ko burg. 19, Sacer, Gottfried Wilhelni, geb. 1635 in Naumburg,+1699 als Kammeradvokat in Wolfenbüttel. 64. Sachs, Hans, geb. 1494 in Nürnberg, t daselbst 1576 als Schuster Sachse, und Meistersinger. 604? Christian Friedrich Heinrich, geb. 1785 zu Eisenberg in Sachsen- Altenburg, † 1860 als Hofprediger und Konsistorialrat in Altenburg. 176. 664. Schade, Johann Raspar, geb. 1666 in Kühndorf bei Meiningen, t 1698 als Diakonus in Berlin. 361. 410. 593. Schalling, Martin, geb. 1532 in Straßburg, † 1608 als Pfarrer in Nürnberg. 315. Scheffler, Johann, geb. 1624 in Breslau, Herzoglicher Leibarzt in Öls, † 1677 als geistlicher Rat des Fürstbischofs von Breslau. 83. 133. 147. 317. 325. 381. 412. Scheidt, Christian Ludwig, geb. 1709 zu Waldenburg in Württemberg, † 1761 als Hofrat und Bibliothekar in Hannover. 362. Schein, Johann Hermann, geb. 1586 zu Grünhain in Sachsen, + 1630 als Musikdirektor in Leipzig. 644. Schent, Hartmann, geb. 1634 in Ruhla bei Eisenach, † 1681 als Pfarrer in Ostheim vor der Röhn. 17. Schenk, Heinrich Theobald, aus Heffen,+ 1727 als Stadtpfarrer in Gießen. 686. 460 Verzeichnis der Liederdichter. Schenkendorf, Max von, geb. 1783 in Tilfit,+1817 als Regierungsrat in Koblenz. 34. Shernad, Michael, geb. 1622 in Treuenbrießen,+ 1675 als Prediger in Wittenberg. 499. Shirmer, Michael, geb. 1606 in Leipzig,+1673 als Konrektor in Berlin. 28. 151. 500. Schlegel, Johann Adolf, geb. 1721 in Meißen, † 1793 als Generalsuperintendent in Hannover. 245. Langenhessen bei Zwickau,+1761 als Archidiakonus in Zwickau. 666. Schüß, Johann Jakob, geb. 1640 in Frankfurt a. M., † daselbst 1690 als Rechtsanwalt. 534. Schwedler, Johann Christoph, geb. 1672 zu Krobsdorf in Schlesien, + 1730 als Pfarrer zu Niederwiesa in der Oberlausit. 98. Scriver, Christian, geb. 1629 in Rendsburg, 1693 als Hofprediger in Quedlinburg. 320. 474. Selnecker, Nikolaus, geb. 1530 in Hersbruck bei Nürnberg, Hofprediger in Dresden, Professor und Superintendent in Leipzig, + daselbst 1592. 10. 191.526.633. Siegfried, Johann, geb. 1564, + 1637 als Superintendent in Schleiz. 637. Sinold, Philipp Balthasar, gen. von Schük, geb. 1657 auf Schloß Königsberg bei Gießen, † 1742 als Gräfl. Solmsscher Geheimrat zu Laubach. 324. 548. Schlosser, Ludwig Heinrich, geb. 1663 in Darmstadt, † 1723 als Prediger in Frankfurt a. M. 561. Schmidt, Johann Eusebius, geb. 1669 in Hohenfelden bei Erfurt, + 1745 als Pastor in Siebleben bei Gotha. 174. Schmold, Benjamin, geb. 1672 zu Brauchitschdorf in Schlesien, + 1737 als Pastor prim. und Inspektor in Schweidnik. 11. 14. 23. 58. 60. 67. 108. 117. 123. 127. 131. 154. 160. 164. 168. Spangenberg, August Gottlieb, geb. 182. 190. 228. 232. 235. 236. 275. 290. 295. 310. 369. 403. 430. 433. 441. 471. 484. 493. 546. 564. 588. 600. 610. 632. 639. 646. 652. 667. 683. Schneegaß, Cyriatus, geb. 1546 1704 zu Klettenberg in Hannover, Bischof der Brüdergemeinde, + in Berthelsdorf 1792. 398. Spangenberg, Johann, geb. 1484 zu Hardegsen in Hannover, † 1550 als Superintendent in Eisleben. 158. in Buffleben bei Gotha, † 1597 als Pastor zu Friedrichsroda in Thüringen. 54. b Schneefing, Johann, aus Frankfurt a. M., † 1567 als Pfarrer in Friemar bei Gotha. 184. Schrader, Johann Hermann, geb. 1684 in Hamburg, † 1737 als Konsistorialrat und Propst in Tondern. 265. 436. Speratus, Paul( von Spretten), geb. 1484 zu Rottweil in Schwaben,+ 1551 in Marienwerder als Bischof von Pomefanien. 365. Spitte, Karl Johann Philipp, geb. 1801 in Hannover, † 1859 als Superintendent in Burgdorf( Hannover). 152. 159. 231. 237. 279. 292. 350. 491. 544. 549. 551. Stard, Johann Friedrich, geb. 1680 in Hildesheim,+1756 als Konsistorialrat in Frankfurt a. M. Schröder, Johann Heinrich, geb. 1666 zu Hallerspringe in Hannover, † 1699 als Pfarrer zu Meseberg bei Magdeburg. 313. 406. Schuster, Gotthard, geb. 1673 in Stegmann, Josua, geb. 1588 in 233. 442. Verzeichnis der Liederdichter. 461 getreu, geb. 1799 in Breslau, + 1877 in Halle als Professor der Theologie und Konsistorialrat. 259. Sulzfeld bei Meiningen,+ 1632 Tholud, Friedrich August Gottals Professor der Theologie und Superintendent in Rinteln. 192. Steuerlein, Johann, geb. 1546 in Schmalkalden,+ † 1613 als Stadtschultheiß in Meiningen. 62. Stier, Ewald Rudolf, geb. 1800 zu Fraustadt in Posen,+ 1862 als Superintendent und Oberpfarrer in Eisleben. 212. Stip, Gerhart Chryno Herman, geb. 1809 zu Norden, Herausgeber des ,, unverfälschten Liederfegens",+1882 zu Potsdam. Thomas von Celano, Franziskanermönch, tum 1250. 677. Zieh, Christian Friedrich, ein Preuße, gab 1836 geistliche Lieder heraus. 259. 452. Stockfleth, Heinrich Arnold, geb. 1643 in Alefeld bei Hildesheim, +1708 in Mönchsberg als Brandenburg- Bayreuthischer Oberhofprediger und Generalsuperintendent. 301. Stockmann, Ernst, geb. 1634 in Lützen, † 1712 als Oberkonsistorialrat in Eisenach. 580. Strauß, Viktor Friedrich von, geb. 1809 in Bückeburg, SchaumburgLippescher Wirkl. Geheimer Rat, lebt in Dresden. 166. 391. 496. 597. Sturm, Christoph Christian, geb. 1740 in Augsburg, † 1786 als Hauptpastor in Hamburg. 188. 286. Sturm, Julius Karl Reinhold, geb. 1816 in Köstritz( Reuß- Gera), seit 1857 Pfarrer daselbst. 585. 586. 591. T. Trefteegen, Gerhard, geb. 1697 in Mörs,+ 1769 als Bandmacher in Mühlheim an der Ruhr 42. 140. 200. 269. 355. 382. 408. 489. 3. Zhilo, Valentin jun., geb. 1607 zu Königsberg i. Pr., t daselbst 1662 als Professor der Beredfamkeit. 27. Liebe, Christoph, geb. 1641 in Wilkau bei Breslau,+1703 als Pastor in Hersbruck bei Nürnberg. 347. 351. 601. W. Wegelin, Josua, geb. 1604 in Augsburg, † 1640 als Pfarrer in Weidmann, Joachim, geb. 1662 Preßburg. 136. 170. 556. in Danzig, t daselbst 1736 als Weingärtner, Sigismund, um 1600 Pastor. 95. 554. Weiße, Michael, aus Neiße in Prediger in Heilbronn. 574. Schlesien,+ 1540 in Neutomischt als Vorsteher der Böhmischen Brüder, von deren Liedern er viele verfaßt oder doch bearbeitet hat. 91. 650. Weiffel, Georg, geb. 1590 zu Doinnau in Preußen, † 1635 als Pfarrer in Königsberg i. Pr. 26. 334. Werner, Georg, geb. 1589 in Preuß.- Holland, † 1643 als Diakonus zu Königsberg i. Pr. 110. 116 Wieser, Matthäus, um 1658. 508. Wilhelm II., Herzog zu SachsenWeimar, geb 1598 auf Schloß Altenburg, † 1662 in Weimar. 8. Windler, Johann Joseph, geb. 1670 zu Lucka in Sachsen- Altenburg, + 1722 als Konsistorialrat in Altenburg. 386. 416. Wolf, Jakob Gabriel, geb. 1684 Verzeichnis der Liederdichter. 462 in Greifswald, † 1754 als Profeffor der Rechte in Halle. 331. Woltersdorf, Ernst Gottlieb, geb. 1725 in Friedrichsfelde bei Berlin,+1761 als Pfarrer in Bunz lau. 4. 251. 366. B. Zehner, Samuel, geb. 1594 in Suhl, † 1635 als Superintendent in Schleusingen. 389. Ziegler, Kaspar, geb. 1621 in Lieder unbekannter Dichter. 48. 73. Leipzig, † 1690 als Professor der Rechte und Appellationsge richtsrat in Wittenberg. 43. Zihn, Johann Friedrich, geb. 1650 in Suhl,+ daselbst 1719 als Archidiakonus. 581. 93 v. 2. 3. 100. 102. 114. 137. 145. 162. 175. 211. 219. 241. 248. 264. 271. 277. 287. 327. 338. 353. 392. 444. 455. 466. 470. 485 v. 2. 3. 490. 498. 505. 506. 507. 528. 537. 560. 563. 583. 590. 592. 611 v. 2. 3. 623. 627. Zinzendorf, Nikolaus Ludwig Graf von, geb. 1700 in Dresden, Stifter der Brüdergemeinde, + 1760 in Herrnhut. 199. 226. 363. 379. 400. 405. 419. 620. 624. Zinzendorf, Christian Renatus Graf von, Sohn des vorher Genannten, geb. 1727 in Herrnhut, Presbyter der Brüdergemeinde, † 1752 in London. 76. 89. 643. Anhang. I. Die Ordnung des Gottesdienstes. 1. Der Hauptgottesdienst. A. Un fest- und Sonntagen. 1. Ein Eingangslied. 2. Intonation mit Responsorium. You die und des Kirchenjahres Seite 465, für die Sonntage Seite 470, für besondere Feste und Gelegenheiten Seite 472.) 3. Kyrie. Der Geistliche singt: Kyrie( Herr), Die Gemeinde singt: Eleison ( Erbarme dich). Geistlicher: Christe, Gemeinde: Eleison( Erbarme dich). Geistlicher: Kyrie( Herr), Gemeinde: Eleison( Erbarme dich über uns). Oder: Geistlicher: Kyrie eleison, Gemeinde: Herr, erbarme dich. Geistlicher: Christe eleison, Gemeinde: Christe, erbarme dich. Geistlicher: Kyrie eleison, Gemeinde: Herr, erbarme dich über uns. 4. Gloria. L a) An den Festen des Kirchenjahres. Der Geistliche singt: Ehre sei Gott in der Höhe, Gemeinde: Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Oder: Den ersten Vers des Lie des: ,, Allein Gott in der Höh sei Ehr" 2c. b) An Sonntagen u. besonderen Festen. Geistlicher: Ehr' sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geift, Gemeinde: Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 5. Die Salutation. Geistlicher: Der Herr sei mit euch, Gemeinde: Und mit deinem Geiste. Geistlicher: Laßt uns beten: 6. Die Kollekte von dem Geistlichen gesungen. Die Gemeinde singt: Amen. 7. Vorlesung der Epistel. Der Geistliche spricht: Halleluja. Die Gemeinde singt: Halleluja, Halleluja, Halleluja. In der Passionszeit spricht der Geistliche anstatt des Halleluja: Gelobt sei Gott. Amen. Die Gemeinde singt: Amen. 8. Das Glaubensbekenntnis. Die Gemeinde singt das Lied: Wir glauben all an Einen Gott" 2c. oder ein anderes Bekenntnislied. 17 I. Die Ordnung des Gottesdienstes. 464 9. Vorlesung des Evangeliums. Der Geistliche spricht: Gelobt seist du, Herr Jesu. Amen. Die Gemeinde singt: Lob sei dir, o Christe. 10. Das Hauptlied. 11. Predigt mit Kanzelvers und stillem Gebet. 12. Allgemeine Beichte mit der Absolution. 13. Das allgemeine Kirchengebet. 14. Fürbitten, Danksagungen und andere Abkündigungen. 15. Das Vaterunser. 16. Ein oder einige Verse eines Liedes. 17. Die Feier des heiligen Abend. mahls. Der Geistliche singt: Friede sei mit euch. Die Gemeinde singt: Amen. Geistlicher: Die Herzen in die Höhe, Gemeinde: Erheben wir zum Herrn. Geistlicher: Laffet uns Dank fagen dem Herrn, unserm Gott. Gemeinde: Das ist würdig und recht. alle Himmel samt den vollendeten Gerechten mit einhelligem Jubel preisen. Mit ihnen singen wir deiner Herrlichkeit einen Lobgesang und rufen ohne Ende: Chor und Gemeinde: Heilig, heilig, heilig ist unser Gott, der Herr Zebaoth. Alle Lande sind seiner Ehre voll. Hosianna in der Höhe. Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, Hosianna in der Höhe. Der Geistliche singt das Vaterunser. Chor und Gemeinde: Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit Amen. Die Eingangsintonation mit Responsorium siehe Seite 472. Nach der Predigt folgt: Die Worte der Einsetzung. Während der Ausspendung. Gemeinde: Christe, du Lanım Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unser. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unser. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, gieb uns deinen Frieden. Amen. Nach dem Abendmahl. Intonation mit Responsorium und Kollekte( siehe Seite 475). Geistlicher: Wahrhaft würdig und recht, billig und heilsam ists, daß wir dir, heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gett, allezeit und allenthalben Dank sagen durch Jesum Christum, unsern Herrn, durch welchen deine 18. Der Segen. Majestät anbeten die Engel und 19. Ein Schlußvers. B. Un Bußtagen. Der Hauptgottesdienst an Buß- a) Der Ders eines Bußliedes. tagen wird bis zur Predigt in der b) Die Titanei, in welcher die im unter A. angegebenen Ordnung gehalten. Drucke eingerückten Stellen von dem Chor und der Gemeinde gesungen werden. c) Der Geistliche spricht: Herr, höre meine Worte, merke II. Intonationen und Responsorien. auf meine Rede, vernimm mein Schreien, mein König und mein Gott, denn ich will vor dir beten. Das Vaterunser. Herr, Gott Vater im Himmel, erbarme dich über uns; 465 keit, sei uns gnädig und gieb uns deinen Frieden. Amen. Die Gemeinde singt: Amen. d) Die Absolution. e) Gesang eines oder einiger Liederverse. Herr, Gott Sohn, der Welt Heiland, erbarme dich über uns; Herr, Gott heiliger Geist, erbarme dich über uns. g) Segen. Ach, du hochgelobte Dreieinig- h) Schlußvers. 4. Vaterunser. 5. Ein oder einige Verse eines Liedes. 6. Intonation mit Responsorium und Kollekte. 7. Der Segen. 8. Ein Schlußvers. f) Intonation, Responsorium und Kollekte. 2. Nachmittags- und andere Nebengottesdienste. a) Mit Predigt. 1. Gesang eines Liedes. 2. Die Predigt. 3. Gebet. b) Ohne Predigt. An denjenigen Fest- und Sonntags- Nachmittagen, an welchen statt des Predigtgottesdienstes Bet: stunde mit Bibelerklärung stattfindet, tritt diese an der unter a) der Predigt zugewiesenen Stelle ein. Im übrigen wird die unter a) beschriebene Ordnung des Gottesdienstes eingehalten. II. Intonationen und Responsorien. 1. Für die Feste und Festzeiten des Kirchenjahres. 1. Advent. 3. Geistlicher: Bereitet dem Herrn den Weg, Halleluja, Gemeinde: Machet seine Steige richtig, Halleluja. 1. Geistlicher: Machet die Thore weit und die Thürer in der Welt hoch, Halleluja, Gemeinde: Daß der König der Ehren einziehe, Halleluja. 2. Geistlicher: Christus wird fommen in seiner Herrlichkeit, Halleluja, Gemeinde: Und alle heiligen Engel mit ihm, Halleluja. 4. Geistlicher: Freue dich sehr, dein König kommt, Halleluja, Gemeinde: Sanftmütig und ein Helfer, Halleluja. 5. Geistlicher: O Herr, hilf, o Herr, laß wohl gelingen, Halleluja, 30 466 II. Intonationen und Responsorien. Gemeinde: Gelobt sei, der da 3. Neujahrsfest.* kommt im Namen des Herrn, 15. Geistlicher: Herr, hebe an zu Halleluja. segnen dein Volk, 6. Geistlicher: Die Nacht ist vergangen, Halleluja, Gemeinde: Der Tag ist herbei gekommen, Halleluja. Gemeinde: Denn was du segnest, das ist gesegnet ewiglich. 16. Geistlicher: Sein Name soll 7. Geistlicher: Gelobt sei der Herr, der Gott Jsraels, Halleluja, Gemeinde: Denn er hat besuchet und erlöset sein Volk, Halleluja. 8. Geistlicher: Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes, Halleluja, Gemeinde: Unser Gott kommt und schweiget nicht, Halleluja. 2. Weihnacht. 9. Geistlicher: Euch ist heute der Heiland geboren, Halleluja, Gemeinde: Welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids, Halleluja. 10. Geistlicher: Uns ist ein Kind geboren, Halleluja, Gemeinde: Ein Sohn ist uns gegeben, Halleluja. 11. Geistlicher: Also hat Gott die Welt geliebt, Halleluja, Gemeinde: Daß er seinen eingebornen Sohn gab, Halleluja. Jesus heißen, Halleluja, Gemeinde: Denn er wird sein Volk selig machen von ihren Sünden, Halleluja. 17. Geistlicher: Jesus Christus gestern und heute, Halleluja, Gemeinde: Und derselbe auch in Ewigkeit, Halleluja. 18. Geistlicher: Herr Gott, du bist puunsre Zuflucht für und für, Gemeinde: Ehe denn die Berge worden und die Erde und die Welt geschaffen worden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. 19. Geistlicher: Der Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unserer Hände, Gemeinde: Ja, das Werk unferer Hände wolle er fördern. * Intonationen und Responsorien zum Jahresschluß siehe unter 3. 6, Seite 473. 4. Fest der Erscheinung Christi. 20. Geistlicher: Das Volk, so im Finstern wandelt, siehet ein großes Licht, Halleluja, Gemeinde: Und über die da wohnen im finstern Lande, scheinet es helle, Halleluja. 12. Geistlicher: Das Wort ward 21. Geistlicher: Die Heiden wer* Fleisch, Halleluja, Gemeinde: Und wohnete unter uns, Halleluja. den in deinem Lichte wandeln, Halleluja, 13. Geistlicher: Gott ist die Liebe, Gemeinde: Und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott und Gott in ihm. Gemeinde: Und die Könige im Glanze, der über dir auf geht, Halleluja. 22. Geistlicher: Lobet den Herrn, alle Heiden, Halleluja, Gemeinde: Preiset ihn alle Völker, Halleluja. 14. Geistlicher: Gelobet sei unser Herr, Jesus Christus, Gemeinde: Hochgelobet in 23. Geistlicher: Mache dich auf, Ewigkeit. werde Licht, Halleluja, II. Intonationen und Responsorien. 467 mir ein starker Fels und eine Burg, daß du mir helfest, Gemeinde: Denn du bist mein Fels und meine Burg, und um deines Namens willen wolleft du mich leiten und führen. 5. Passionszeit. 24. Geistlicher: Gott hat seines 33.( Invocavit) Geistlicher: Er ruft mich an, so will ich ihn erhören, eigenen Sohnes nicht verschonet, Gemeinde: Sondern ihn für uns alle dahingegeben. 25. Geistlicher: Christus ist um Gemeinde: Ich will ihn herausreißen und zu Ehren machen. unsrer Missethat willen ver- 34.( Reminiscere) Geistlicher: duwundet, al Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit, Gemeinde: Denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir, Halleluja. Gemeinde: Und um unsrer Sünde willen zerschlagen. 26. Geistlicher: Fürwahr er trug unsre Krankheit, Gemeinde: Und lud auf sich unsre Schmerzen. Gemeinde: Und an deine Güte, die von der Welt her gewesen ist. 35.( Oculi) Geistlicher: Meine 27. Geistlicher: Die Strafe liegt Augen sehen stets zu dem Herrn, Gemeinde: Denn er wird meinen Fuß aus dem Nege ziehen. auf ihm, auf daß wir Frieden 36.( Laetare) Geistlicher: Freuet hätten, euch mit Jerusalem und seid fröhlich über sie alle, die ihr fie lieb habet, Gemeinde: Freuet euch mit ihr alle, die ihr über sie traurig gewesen seid. Gemeinde: Auf daß wir, der 37.( Judica) Geistlicher: Richte Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. mich, Gott, und führe meine Sache wider das unheilige Volk, Gemeinde: Und errette mich von den falschen bösen Leuten. 29. Geistlicher: Christus hat geliebet die Gemeinde, Gemeinde: Und hat sich selbst 38.( Palmarum) Geistlicher: Hofür sie gegeben. 30. Geistlicher: Christus hat gelitten für uns und uns ein Vorbild gelassen, Gemeinde: Daß wir sollen nachfolgen seinen Fußstapfen. 31. Geistlicher: Lasset uns aufsianna dem Sohne Davids, gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, Gemeinde: Hosianna in der Höhe. Gemeinde: Und durch seine Wunden sind wir geheilet. 28. Geistlicher: Christus hat unfre Sünde selbst geopfert an seinem Leibe, sehen auf Jesum, Gemeinde: Den Anfänger und Vollender unsers Glaubens. Außerdem können auch folgende, zumeist die Anfänge der alten Introiten bildende Intonationen gesungen werden: 32.( Estomihi) Geistlicher: Sei 6. Gründonnerstag. 39. Geistlicher: Christus hat gestiftet ein Gedächtnis seiner Wunder, Halleluja, Gemeinde: Der gnädige und barmherzige Herr, Halleluja. 40. Geistlicher: So oft ihr von diesem Brot effet und von 30* II. Intonationen und Responsorien. diesem Kelch trinket, sollt ihr 48. Geistlicher: Christus ist die des Herrn Tod verkündigen, Auferstehung und das Leben, Gemeinde: Bis daß er kommt. Halleluja, Gemeinde: Wer an ihn glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe, Halleluja. 468 7. Karfreitag.* 41. Geistlicher: Siehe, das ist 49. Geistlicher: Der Tod ist verGottes Lamm, schlungen in den Sieg, Halleluja, Gemeinde: Das der Welt Sünde trägt. 42. Geistlicher: Sterben wir mit, so werden wir mit leben, Gemeinde: Dulden wir mit, so werden wir mit herrschen. 43. Geistlicher: Das Lamm, das erwürget ist, ist würdig zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke, Gemeinde: Lob und Ehre und Preis und Gewalt von Ewig- 50.( Quasimodogeniti) Geistli keit zu Ewigkeit. cher: Gott hat uns wieder: geboren zu einer lebendigen Hoffnung, Halleluja, Gemeinde: Durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, Halleluja. * Andere Intonationen und Responforien für den Karfreitag siehe unter 5, Seite 467. Gemeinde: Gott sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat, durch unsern Herrn Jesum Christum, Halleluja.ndojies Oferzeit. An den sechs Sonntagen nach Ostern können auch folgende, zumeist den alten Introiten entnommene Intonationen gesungen werden: 8. Ostern. 44. Geistlicher: Der Herr ist auf 51.( Misericordias Domini) Geift: erstanden, Halleluja, Gemeinde: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden, Halleluja. 45. Geistlicher: Christus ist um Gemeinde: Und seine Wahrunsrer Sünde willen dahin- heit verkündigen mit meinem gegeben, Halleluja, Munde für und für, Halleluja. Gemeinde: Und um unsrer 52.( Jubilate) Geistlicher: JauchGerechtigkeit willen auferwecket, Halleluja. 46. Geistlicher: Christus hat dem Tode die Macht genommen, Halleluja, Gemeinde: Und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht, Halleluja. 47. Geistlicher: Ich weiß, daß zet Gott alle Lande, Halleluja, Gemeinde: Lobsinget zu Ehren seinem Namen, Halleluja. 53.( Cantate) Geistlicher: Singet dem Herrn ein neues Lied, Halleluja, Gemeinde: Denn er thut Wunder, Halleluja. mein Erlöser lebt, Halleluja, Gemeinde: Und er wird mich nachher aus der Erde auferwecken, Halleluja. 54.( Rogate) Geistlicher: Bittet, so werdet ihr nehmen, Gemeinde: Daß eure Freude vollkommen sei. 55.( Exaudi) Geistlicher: Herr, licher: Ich will fingen von der Gnade des Herrn ewiglich, Halleluja, II. Intonationen und Responsorien. 469 Gemeinde: Hochgelobet in Ewigkeit. Gemeinde: Sei mir gnädig 64. Geistlicher: Schaffe in mir, und erhöre mich. sid höre meine Stimme, wenn ich rufe, 15081 9. Himmelfahrt. 56. Geistlicher: Christus ist auf gefahren über alle Himmel, Halleluja, Gemeinde: Auf daß er alles erfüllete, Halleluja. 57. Geistlicher: Christus ward aufgehoben gen Himmel, Halleluja, 66. Geistlicher: Thue wohl an Zion nach deiner Gnade, Gemeinde: Und baue die Mauern zu Jerusalem. Gemeinde: Und siket zur rechten Hand Gottes, Halleluja. 58. Geistlicher: Lobsinget, lobsinget Gott, Halleluja, Gemeinde: Lobsinget unserm Könige, Halleluja. 59. Geistlicher: Suchet, was droben ist, da Christus ist, Gemeinde: Sigend zur Rechten Gottes. Gott, ein reines Herz, Gemeinde: Und gieb mir einen neuen gewissen Geist. 65. Geistlicher: Wir haben einen findlichen Geist empfangen, Halleluja, Gemeinde: Durch welchen wir i rufen: Abba, lieber Vater, Halleluja. 63. Geistlicher: Gelobet sei der Geist des Vaters und des Sohnes, 11. Trinitatisfest. 67. Geistlicher: Wir loben Gott den Vater, Sohn und heiligen Gemeinde: Und preisen ihn Geist, Halleluja, von nun an bis in Ewigkeit, Halleluja. 68. Geistlicher: Heilig, heilig, heis lig ist der Herr Zebaoth, Halleluja, 10. Pfingsten. Gemeinde: Alle Lande sind seiner Ehre voll, Halleluja. 60. Geistlicher: Siehe, spricht der Herr, ich will meinen Geist ausgießen über alles Fleisch, Halle1 ľuja, Gemeinde: Und soll geschehen, wer den Namen des Herrn anrufen wird, soll selig werden, Halleluja. 12. Marientage. Maria Reinigung. 61. Geistlicher: Der Herr ist Gott, 69. Geistlicher: Opfere Gott Dank, Halleluja, der uns erleuchtet, Halleluja, Gemeinde: Schmücket das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars, Halleluja. Gemeinde: Und bezahlé dem Höchsten deine Gelübde, Halleluja. 62. Geistlicher: Der Vater im Himmel wird seinen heiligen Geist geben, Halleluja, Mariä Verkündigung. Gemeinde: Denen, die ihn 70. Geistlicher: Siehe, eine Jungbitten, Halleluja. frau wird einen Sohn gebären, Halleluja, Gemeinde: Den wird sie heiBen Immanuel, Halleluja. 470 II. Intonationen und Responsorien. Maria Heimsuchung. 71. Geistlicher: Meine Seele erhebet den Herrn, Halleluja, Gemeinde: Und mein Beift freuet sich Gottes, meines Heilandes, Halleluja. 13. Johannistag. 72. Geistlicher: Gelobet sei der Herr, der Gott Israels, Gemeinde: Denn er hat be suchet und erlöset ſein Volk. 73. Geistlicher: Bereitet dem Herrn den Weg, Halleluja, Gemeinde: Machet seine Steige richtig, Halleluja. 2. 2n Sonn- und 77. Geistlicher: Betet an den Herrn im heiligen Schmuck, Halleluja, Gemeinde: Es fürchte ihn alle Welt, Halleluja. 78. Geistlicher: Lobe den Herrn, meine Seele, Gemeinde: Und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. 79. Geistlicher: Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat, Gemeinde: Lasset uns freuen und fröhlich darinnen sein. 80. Geistlicher: Es segne uns Gott, unser Gott, Gemeinde: Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn. 81. Geistlicher: Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen, Gemeinde: Allen, die ihn mit Ernst anrufen. 14. Michaelistag. 74. Geistlicher: Lobet den Herrn, ihr seine Engel, die ihr seinen Befehl ausrichtet, Halleluja, Gemeinde: Lobe den Herrn, meine Seele, Halleluja. 75. Geistlicher: Der Herr hat seinen Engeln befohlen über dir, Gemeinde: Daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen. 15. Schluß des Kirchenjahres. 76. Geistlicher: Der Name des Herrn sei gelobet und gebenedeiet, Gemeinde: Von nun an bis in Ewigkeit. 82. Geistlicher: Herr, handle nicht mit uns nach unsern Sünden, Wochentagen. Gemeinde: Und vergilt uns nicht nach unsrer Missethat. 83. Geistlicher: Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, Gemeinde: Und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. 84. Geistlicher: Hilf uns, Gott unsers Heils, um deines Namens willen, 85. Geistlicher: Heiliger Vater, heilige uns in deiner Wahrheit, Gemeinde: Dein Wort ist die Wahrheit. Geistlicher: Herr, zeige uns deine Wege, Gemeinde: Lehre uns deine Steige. Geistlicher: Dein Wort ist meines Fußes Leuchte, Gemeinde: Und ein Licht auf meinem Wege. 86. Gemeinde: Errette uns und vergieb uns unsre Sünde um deines Namens willen. 87. II. Intonationen und Responsorien. 88. Geistlicher: Rufe mich an in der Not, spricht der Herr, Gemeinde: So will ich dich erretten, so sollst du mich preisen. Gemeinde: Denn dasselbe dein Wort ist unsers Herzens Freude und Trost. 93. Geistlicher: Herr, wohin sollen wir gehen? 89. Geistlicher: Herr, wir hoffen darauf, daß du so gnädig id bist, Gemeinde: Unser Herz freuet sich, daß du so gerne hilfst. 90. Geistlicher: Siehe, der Herr kommt mit viel tausend Heiligen, Gemeinde: Demselben sei Ehre nun und zu ewigen Zeiten. Gemeinde: Gericht zu halten 99. Geistlicher: Selig sind, die über alle. Gottes Wort hören und bewahren, Gemeinde: Und bringen 91. Geistlicher: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, Halleluja, Frucht in Geduld. Gemeinde: Und seine Güte 100. Geistlicher: Selig sind, die währet ewiglich, Halleluja. da Leid tragen, 92. Geistlicher: Herr, erhalte uns dein Wort, Gemeinde: Denn sie sollen getröstet werden. 471 Gemeinde: Denn sie werden Gott schauen. 95. Geistlicher: Nehmet das Wort an mit Sanftmut, das in euch gepflanzet ist, Gemeinde: Welches kann eure Seelen selig machen. 97. Geistlicher: Herr, lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott, Gemeinde: Dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. 98. Geistlicher: Wachset in der Gnade und Erkenntnis unsers Herrn und Heilandes Jesu Chrifti, 96. Geistlicher: Selig sind, die reines Herzens sind, Gemeinde: Du hast Worte des ewigen Lebens. 102. Geistlicher: Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang, 94. Geistlicher: Schaffet, daß ihr selig werdet, Gemeinde: Von nun an bis in Ewigkeit. Gemeinde: Mit Furcht und 103. Geistlicher: Der Herr wird Bittern. mich erlösen von allem Übel, Gemeinde: Und aushelfen zu seinem himmlischen Reiche. 104. Geistlicher: Siehe, der Herr Herr kommt gewaltiglich, Gemeinde: Siehe, sein Lohn ist bei ihm und seine Vergeltung ist vor ihm. 101. Geistlicher: Der Herr gebe uns ein fröhlich Herz, Gemeinde: Und verleihe immerdar Frieden zu unsern Zeiten. 472 II. Intonationen und Responsorien. 3. für besondere feste und Gelegenheiten. 1. Bustag.e 105. Geistlicher: Herr, wir liegen 118. Geistlicher: Wohl dem, demt die übertretungen vergeben sind, vor dir mit unserm Gebete, Gemeinde: Nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit. 106. Geistlicher: Aus der Tiefe 114. Geistlicher: Der Herr hat 2. Reformationsfest. rufe ich, Herr, zu dir, Gemeinde: Herr, laß deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens. Großes an uns gethan, Halleluja, 107. Geistlicher: Herr, strafe mich nicht in deinem Zorn, Gemeinde: Züchtige mich nicht in deinem Grimm. 108. Geistlicher: Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, Gemeinde: Und tilge meine Sünden nach deiner Barmherzigkeit. 109. Geistlicher: Christus hat unsre Sünde selbst geopfert an seinem Leibe, Gemeinde: Auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. 110. Geistlicher: Bekehre du mich, Herr, so werde ich befehret, Gemeinde: Hilf du mir, so ist mir geholfen. 111. Geistlicher: Bei dem Herrn ist die Gnade und viel Erlösung, Gemeinde: Und er wird Js= rael erlösen aus allen seinen Sünden. Gemeinde: Dem die Sünde bedecket ist. Gemeinde: Der Herr hat sind wir fröhlich, Halleluja. Großes an uns gethan, des 115. Geistlicher: Herr, dein Wort bleibt ewiglich, Halleluja, Gemeinde: Deine Wahrheit währet für und für, Halleluja. 116. Geistlicher: Herr, erhalte dir im Bau deinen Weinstock, den deine Rechte gepflanzet hat, Gemeinde: Und den du dir festiglich erwählet haft. Geistlicher: Fürchte dich nicht, du kleine Herde, 117. Gemeinde: Denn es ist eures Baters Wohlgefallen, euch das Reich zu geben. 3. Erntefest. 118. Geistlicher: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, Halleluja, Gemeinde: Und seine Güte en währet ewiglich, Halleluja. 119. Geistlicher: Gott, du krönest das Jahr mit deinem Gut, Halleluja, Gemeinde: Und deine Fußstapfen triefen von Fett, Halleluja. 112. Geistlicher: Barmherzig und gnädig ist der Herr, Gemeinde: Geduldig und von 120. Geistlicher: Opfere Gott großer Güte.ne Dank, Halleluja, II. Intonationen und Responsorien. 473 Gemeinde: Und bezahle dem 128. Geistlicher: Leben wir, so Höchsten deine Gelübde, Hal- leben wir dem Herrn, leluja. Gemeinde: Sterben wir, so sterben wir dem Herrn. 121. Geistlicher: Das Land giebt sein Gewächs; es segne uns Gott, unser Gott, Halleluja, Gemeinde: Es fegne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn, Halleluja. 122. Geistlicher: Die Güte des Herrn ists, daß wir nicht gar aus sind, Gemeinde: Seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende. 124. Geistlicher: Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses, Gemeinde: Und den Ort, da deine Ehre wohnet. 5. Feier zum Gedächtnis der Verstorbenen. 4. Kirchweihfest. 123. Geistlicher: Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Ze- 131. Geistlicher: Der Herr behüte Habaoth, Halleluja, Gemeinde: Meine Seele verlanget und sehnet sich nach den Vorhöfen des Herrn, Halleluja. unsern Ausgang und Eingang, Gemeinde: Von nun an bis in Ewigkeit. 6. Schluß des bürgerlichen Jahres. 126. Geistlicher: Herr, lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, Gemeinde: Auf daß wir flug werden. 129. Geistlicher: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, Halleluja, Gemeinde: Und seine Güte währet ewiglich, Halleluja. 127. Geistlicher: Sei getreu bis an den Tod, Gemeinde: So will ich dir die Krone des Lebens geben. 130. Geistlicher: Herr, ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und aller Treue, Gemeinde: Die du an deinem Knechte gethan haft. 7. In allgemeiner Not und Gefahr. 125. Geistlicher: Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben von nun an, Halleluja, Gemeinde: Ja, der Geist 134. Geistlicher: Gott ist unsre spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit, und ihre Werke folgen ihnen nach, Halleluja. Zuversicht und Stärke, Gemeinde: Eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben. 132. Geistlicher: Siehe an, Herr, unsern Jammer und Elend, Gemeinde: Und vergieb uns alle unsre Sünde. 133. Geistlicher: Das Verlangen der Elenden hörest du, Herr, Gemeinde: Ihr Herz ist ges wiß, daß dein Ohr darauf merket. 8. Nach abgewandter Not und Gefahr. 135. Geistlicher: Gelobet sei der Herr täglich, Halleluja, Gemeinde: Er legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch, Halleluja. II. Intonationen und Responsorien. 474 136. Geistlicher: Wir haben einen Gott, der da hilft, Halleluja, Gemeinde: Und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet, Halleluja. 9. Krieg und Friede. Krieg. 137. Geistlicher: Gott, gieb Fried in deinem Lande, Gemeinde: Glück und Heil 144. Geistlicher: Herr, deine zu allem Stande. 138. Geistlicher: Deine Hand, o Herr, schütze das Volk deiner Rechten, Gnade reicht, so weit der Himmel ist, Halleluja, Gemeinde: Und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen, Halleluja. Gemeinde: Und die Leute, die du dir festiglich erwählet hast. Friede. 10. Feste für kirchl. Liebeswerke.* Bibelfelt. 141. Geistlicher: Wir haben ein festes prophetisches Wort, Halleluja, Gemeinde: Und ihr thut wohl, daß ihr darauf achtet, Halleluja. 142. Geistlicher: Herr, dein Wort ist eine rechte Lehre, Halleluja, Gemeinde: Heiligkeit ist die Zierde deines Hauses ewiglich, Halleluja. Missionsfest. * Andere Intonationen für diese Feste find folgende: 85. 87. 92.- 11. 20 bis 23. 60. 66. 3. 5. 6. 13. 114 bis 117. 143. Geistlicher: Saget unter den Heiden, daß der Herr König sei, Halleluja, Gemeinde: Und habe sein Reich, so weit die Welt ist, bereitet, Halleluja. 139. Geistlicher: Kommet her und schauet die Werke des Herrn, Halleluja, Gemeinde: Der den Kriegen steuert in aller Welt, Halleluja. 140. Geistlicher: Der Herr ist meine Innere Mission. im Namen des Herrn, HalStärke und mein Lobgesang 146. Geistlicher: Unsere Hilfe steht und mein Heil, Halleluja, Gemeinde: Der Herr ist der rechte Kriegsmann, Herr ist sein Name, Halleluja. - Für die Mission unter Israel. 61 145. Geistlicher: Ach, daß die Hilfe aus Zion käme über Israel, Gemeinde: Und der Herr sein gefangen Volk erlöſete. leluja, Gemeinde: Der Himmel und Erde gemacht hat, Halleluja. 147. Geistlicher: Der Herr ist mein Hirte, Halleluja, Gemeinde: Mir wird nichts mangeln, Halleluja. 148. Geistlicher: Hilf, Herr, die Heiligen haben abgenommen, Gemeinde: Und der Gläubigen ist wenig unter den Menschenkindern. Gustav- Adolf- Fest. 149. Geistlicher: Laßt uns Gutes thun an jedermann, Gemeinde: Allermeist aber an des Glaubens Genossen. II. Intonationen und Responsorien. 150. Geistlicher: Lobe, Zion, deis nen Gott, Halleluja, Gemeinde: Der sein Wort giebt mit großen Scharen 154. Geistlicher: Nicht uns, Herr, Evangelisten, Halleluja. nicht uns, sondern deinem Namen gieb Ehre, Gemeinde: Um deine Gnade und Wahrheit. 11. Geburtstag des Königs. 151. Geistlicher: Herr, der König freuet sich in deiner Kraft, Halleluja, Gemeinde: Und wie sehr fröhlich ist er über deiner Hilfe, Halleluja. 12. Synodalgottesdienst. 152. Geistlicher: Herr, thue wohl an Zion nach deiner Gnade, Gemeinde: Baue die Mauern Jerusalems. 153. Geistlicher: Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, 475 Gemeinde: Wir segnen euch, die ihr vom Hause des Herrn seid. 13. Landtagsgottesdienst.* 155. Geistlicher: Herr, hilf deinem Volk und segne dein Erbe, Gemeinde: Weide sie und erhöhe sie ewiglich. 156. Geistlicher: Gott, gieb Fried in deinem Lande, Gemeinde: Glück und Heil zu allem Stande. * Andere Inconationen und Reſponforien für den Beginn und den Schluß des Landtags siehe unter 2. Seite 470. 4. Das heilige Abendmahl. 163. Geistlicher: Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, Nach dem Abendmahl. 157. Geistlicher: Danket dem du deinen Diener in Frieden fahren, Herrn, denn er ist freundlich, 161. Geistlicher: Herr, nun läsfest Halleluja, Gemeinde: Und seine Güte dan is währet ewiglich, Halleluja. 158. Geistlicher: Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist, Gemeinde: Wohl dem, der auf ihn trauet. 159. Geistlicher: Lasset uns ihn lieben, Gemeinde: Denn er hat uns erst geliebt. 160. Geistlicher: Gelobet sei unser Herr Jesus Christus, Gemeinde: Hochgelobet in Ewigkeit. Gemeinde: Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen. 162. Geistlicher: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, Gemeinde: Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigfeit. 5. Die heilige Taufe. Gemeinde: Aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, spricht der Herr. 476 164. II. ntonationen und Responsorien. Geistlicher: Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, Gemeinde: Was vom Geist geboren wird, das ist Geist. 165. Geistlicher: Fürchte dich nicht, 167. Geistlicher: Es ist ein köstliches Ding, daß das Herz fest werde, 6. Konfirmation. 166. Geistlicher: Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz, Gemeinde: Prüfe mich und 169. Geistlicher: So man erfahre, wie ich es meine. Herzen glaubt, so wird man von 168. Geistlicher: Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat, ich habe dich erlöset, spricht der Herr, Gemeinde: Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Gemeinde: Glück und Heil zu allem Stande. Gemeinde: Welches geschieht 170. Geistlicher: Sei getreu bis durch Gnade. an den Tod, Gemeinde: So will ich dir die Krone des Lebens geben. Gemeinde: Lasset uns freuen und fröhlich darinnen sein. 173. Geistlicher: Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben, Gemeinde: Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit. gerecht, Gemeinde: Und so man mit dem Munde bekennt, so wird man selig. 7. Trauung. 171. Geistlicher: Gott, gieb Fried 172. Geistlicher: Wohl dem, der in deinem Lande, den Herrn fürchtet und auf seinen Wegen gehet, Gemeinde: Wohl dir, du haft es gut. To 16 8. Begräbnis. Gemeinde: Auf daß wir klug werden. 176. Geistlicher: Christus ist die Auferstehung und das Leben, Gemeinde: Wer an ihn glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe. 174. Geistlicher: Ich weiß, daß mein Erlöser lebet, Halle: 177. Geistlicher: Leben wir, so luja, entre leben wir dem Herrn, Gemeinde: Und er wird mich hernach aus der Erde auferwecken, Halleluja. 175. Geistlicher: Herr, lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, Gemeinde: Sterben wir, so sterben wir dem Herrn. 178. Geistlicher: In deine Hände befehle ich meinen Geiſt, Gemeinde: Du hast mich erlöset, Herr, du treuer Gott. III. Die sonn- und festtägigen Perikopen 2c. 179. Geistlicher: Sei getreu bis an den Tod, Gemeinde: So will ich dir die 184. Geistlicher: Der Herr wird Krone des Lebens geben. mich erlösen von allem Übel und mir aushelfen zu seinem himmlischen Reiche, Gemeinde: Ihm sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. 180. Geistlicher: Christus ist um unsrer Sünde willen dahingegeben, Gemeinde: Und um unsrer Gerechtigkeit willen auferwecket. 181. Geistlicher: Christus ist mein Leben, DNI Gemeinde: Und Sterben mein Gewinn. 182. Geistlicher: Tröste du uns, Herr, so sind wir getröstet, Gemeinde: Hilf uns, so ist uns geholfen. 477 Augen haben deinen Heiland gesehen. 183. Geistlicher: Herr, nun läsfest du deinen Diener in Frieden fahren, Gemeinde: Denn meine 185. Geistlicher: Der Herr hats gegeben, der Herr hats genommen, Gemeinde: Der Name des Herrn sei gelobet. 1.Sonntag d. Advents. I. Joh. 15, 1-16. II. Röm. 13, 11-14. III. Luk. 1, 67-75. IV. a) Jerem.31,31-34. b) Psalm 100. c) Joh. 17, 3. 2.Sonntag d. Advents. I. Matth. 5, 17-19. II. Ap.- Gesch.3,22-25. III. Matth. 3, 1-10. IV. a) Jef. 40, 1-5. b) Maleachi 4, 1-2. c) 1. Timoth. 1, 15. 186. Geistlicher: Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht, Gemeinde: Denn solcher ist das Himmelreich. 187. Geistlicher: Des Herrn Rat ist wunderbar, Gemeinde: Und führt es herrlich hinaus. Evangelien. Apostelgeschichte. Existeln. III. Die ſonn- und festtägigen Perikopen nach den vier Jahrgängen. 3.Sonntag d. Advents.| 1. Weihnachtsfeiertag. I. Matth. 11, 2-10. II. Rol. 1, 12-15. III. 2ut. 3, 15-17. IV. a) Hagg. 2, 7-10. b) 1. Mose 49, 18. c) 1.Timoth.2,4-5. 4.Sonntag d. Advents. I. Joh. 1, 19-27. II. 1. Joh. 1, 1-4. III. Joh. 1, 15-18. IV. a) Sef. 12, 2-6. b) 5.Mose18,18-19. c) 1.30h. 4, 9. I. Luk. 2, 1-14. II. Tit. 2, 11-14. III. Sul. 2, 1-14. IV. a) Lut. 2, 1-14. b) Micha 5, 1-3. c) Joh. 3, 16-18. 2. Weihnachtsfeiertag. I. Luk. 2, 15-20. II. Hebr. 1, 1-6. III. Sut. 2, 15-20. IV. a) 2ut. 2, 15-20. b) Jef. 9, 6-7. c) 1. Joh. 5, 1. 478 III. Die fonn- und festtägigen Perikopen 2c. Sonnt. n. Weihnacht. 3. Sonnt. n. d. Ersch.| Estomihi. I. Matth. 25,14-30. II. Jaf. 4, 13-15. III. Joh. 1, 9-14. IV. a) gef. 40, 27-31. b) Psalm 103,8-18. c) Br.Judä V.24-25. Neujahrstag. I. Matth. 8, 5-13. II. Röm. 12, 14-21. III. Joh. 1, 35-43. IV. a) 2.Mofe 34,4-10. b) Jef. 3, 10-11. c) Hebr. 3, 5-6. 4. Sonnt. n. d. Ersch. I. 2ut. 12, 5-9. II. Röm. 8, 24-28. III. Joh. 4, 34-36. IV. a) Matth.16,24-26. b) Pf. 102,26-29. c) Hebr. 10, 35-36. Sonntag n.d. Neujahr. I. Lut. 2, 33-40. II. Tit. 3, 4-7. III. 2ut. 12, 16-21. IV. a) 1.Mose 17, 1-4. b) Jef. 45, 5-7. c) Röm. 14, 7-8. Feft d. Ersch. Christi. I. Matth. 2, 1-12. II. Jes. 60, 1-6. III. Lut. 2, 25-32. IV. a) Joh. 1, 4-5. b) Jef. 55, 3-5. c) Röm. 10, 14-18. 1. Sonnt. n. d. Erfdy. I. 2ut. 2, 41-52. II. Gal. 3, 23--29. III. Matth. 3, 13-17. IV. a) 1.Mose28,10-17. b) Pf. 139, 7-12. e) Kol. 2, 18. 2. Sonnt. n. d. Ersch. I. Joh. 2, 1-11. II. Röm. 12, 1-6. III. Matth. 4, 1-12. IV. a) 1.Mose50,15-21. b) Spr. Sal. 3,5-7. c) Jat. 3, 17-18. I. Matth. 8, 23-27. II. Röm. 13, 8-10. III. Joh. 1, 47-51. IV. a) Josua 1, 7-9. b) Psalm 12,2-6. c) 1.Theff. 5,6-9. 5. Sonnt. n. d. Ersch. I. Matth. 9, 35-38. II. Ephef. 1, 3-6. III. 2ut. 4, 16-30. IV. a) 1.Sam. 2,26-30. b) Jerem, 2, 19. c) Röm. 12, 11-12. 6. Sonnt. n. d. Ersch. I. Matth. 17, 1-9. II. 2. Petri 1, 16-18. III. Mart. 6, 20-29. IV.a) 1.Sam.12,20-25. b) Psalm 21, 2-8. c) Röm. 13, 1-2. Septuagesima. I. Matth. 20, 1-16. II. 1. Kor. 9, 24-27. III. Joh. 2, 23-25. IV.a) 1.Chrn. 18,15-20. b) Jerem. 9, 23-24. c) 1. Petri 5, 6-7. Seragesima. I. Lut. 8, 4-15. II. 2. Kor. 11, 21-31. III. Joh. 4, 5-15. IV. a) 2. Sam. 12, 1-7. b) Ezech. 18, 20. c) 1. Kor. 6, 19-20. I. Luk. 18, 31-43. II. 1. Kor. 13. III. Joh. 4, 19-30. IV. a) 1. Rön. 2,1-4. b) Bred.Sal. 7,3-5. c) Hebr. 13, 7. Invocavit.ng inbyg I. Joh. 10, 12-16. II. 2. Kor. 6, 1-10. III. Joh. 5, 5-18. IV. a) 1.Rön. 3,5-15. b) Psalm 85, 8-14. c) Röm. 12, 7-8. Reminiscere. I. Matth.15,21-28. II. Hebr. 12, 1-6. III. 2ut. 9, 51-56. IV. a) Ezech. 33, 7-9. b) Jes. 58, 6-9. c) 2. Petri 1,19-21. Oculi. I. Lut. 20, 9-20. II. 1. Petri 2, 21-25. III. Joh. 11, 1-16. IV. a) Nehem.9, 30-34. b) Psalm 77, 8-14. c) 1.Betri 1,13-16. Lätare. I. Joh. 15, 18-25. II. Röm. 5, 1-6. III. Joh. 11, 32-46. IV. a) Hiob 22, 21-30. b) Psalm 23. c) 2. Kor. 5, 19-21. Judica. I. Joh. 16, 16-22. II. Röm. 8, 31-39. III. Joh. 11, 47-57. IV. a) gef. 53, 4-5. b) Psalm73,23-26. c) 1. Joh. 3, 5-6. III. Die sonn- und festtägigen Perikopen 2c. 479 1. Pfingstfeiertag. I. Ap.- Gesch. 2, 1-13. II. Eph. 1, 9-14. III. Ap.- Gesch. 2, 1-13. IV. a) Joh. 14, 23-27. b) 1. Kor. 12, 3-7. c) Hebr. 2, 2-4. Palmarum. I. Matth. 21, 1-9. II. Philipp. 2, 5-11. III. Joh. 12, 1-13. IV. a) Jef. 53, 11-12. b) Pf. 118, 16-22. c) Hebr. 5, 7-9. Gründonnerstag. I. Lut. 22, 14-20. II. 1. Kor. 11, 23-29. III. Mart. 14, 17-26. IV. a) Matth.26,26-28. b) Joh. 13, 1-17. c) 1.Kor. 10, 16-17. Karfreitag. I. Lut. 23, 44-48. II. 1. Petri 1, 18-21. III. Mark. 15, 27-37. IV. a) Joh. 19, 30. b) 1. Kor. 1, 30. c) 2. Kor. 5, 14-15. 1. Ofterfeiertag. I. Mark. 16, 1-8. II. 1. Petri 1, 3-9. III. Matth. 28, 1-10. IV. a) Luk. 24, 1-9. b) 2. Tim. 1, 9-10. c) Joh. 11, 25-26. 2. Ofterfeiertag. I. 2ut. 24, 13-35. II. Ap.- G.10,34—41. III. Joh. 20, 11-18. IV. a) 2ut.24, 36-40. b) 1. Kor. 6, 14. c) Joh. 6, 57-58. Quasimodogeniti. I. Joh. 20, 24-29. II. 1. Kor. 15,50-57. III. Joh. 20, 19-23. IV. a) Joh. 14, 1-6. b) Röm. 1, 4. c) Rol. 3, 1-4. Misericord. Domini. I. Joh. 21, 15-17. II. Röm. 10, 8-14. III. Matth. 18, 1-7. IV. a) Matth.18,10-14. b) Spr.Sal.22,17-19. c) Ephef. 6, 1-4. Jubilate. I. Lut. 24, 46-49. II. 1. Petri 2,11-17. III. Joh. 21, 20--22. IV. a) Joh. 12, 24-26. b) 2. Kor. 4, 7-11. e) 1. Kor. 15, 19. Cantate. I. Joh. 16, 5-15. II. Sat. 1, 13-18. III. Matth. 28, 18-20. IV. a) Joh. 5, 28-29. b) 1.Kor.15,40-44. e) Offb. Joh. 21, 4. Rogate. I. Joh. 16, 23-28. II. 2. Kor. 9, 8-11. III. 2ut. 11, 1-4. IV. a) Matth.7,7-11. b) Jerem. 5, 24. c) Jat. 5, 7-8. Himmelfahrt Christi. I. Mart. 16, 14-20. II. Ap.- Gesch. 1, 1-11. III. Qut. 24, 50-53. IV. a) Joh.17,11-14. b) Ephef. 1, 20-23. c) Hebr. 6, 17-20. Exaudi. I. Joh. 15,26-16,4. II. Eph. 2, 4-7. III. Ap.- Gesch.1, 15-26. IV. a) Joh.14,12-17. b) 2. Petri 1, 2-4. c) Hebr. 8, 1-2. 2. Pfingstfeiertag. I. Ap.- Gesch.2,14-18. II. Eph. 1, 15-19. III. Ap.- Gesch.2, 14-18. IV. a) Quf. 13,18-21. b) Ezech. 36,26-27. c) 2. Kor. 6, 16. Trinitatisfest. I. Joh. 3, 1-15. II. Röm. 11, 33-36. III. Ap.- Gesch.2,38-39. IV. a) 1. Joh.4, 12-16. b) 1. Kor. 2, 10-11. c) 2. Kor. 13, 13. 1. Sonnt. n. Trinit. I. Luk. 16, 19-31. II. 1. Joh. 4, 16-21. III. Ap.- Gesch.2,42-47. IV. a) 2ut. 17, 20-21. b) Psalm 78, 1-7. c) Hebr. 10, 23-25. 2. Sonnt. n. Trinit. I. Luk. 14, 16-24. II. Sat. 1, 21-25. III. Ap.- Gesch. 3, 1-10. IV. a) Joh. 5, 23-24. b) Jerem. 7, 25-28. c) 2. Kor. 13, 8. 3. Sonnt. n. Trinit. I. Luk. 15, 1-10. II. 1. Timoth. 6, 6-10. III. Ap.- Gesch. 4, 8-21. IV. a) Joh. 5, 39-44. b) Matth. 5, 13-16. c) 2.Tim. 3, 15-17. 480 III. Die sonn- und festtägigen Perikopen 2c. 4. Sonnt. n. Trinit.| 10. Sonnt. n. Trinit.| 16. Sonnt. n. Trinit. I. Lut. 6, 36-42. II. 2. Kor. 4, 13-18. III. Ap.- Gesch.5, 16-21. IV. a) Joh. 6, 47-51. b) Matth. 7,24-27. c) 1.Tim. 1, 18-19. 5. Sonnt. n. Trinit. I. Luk. 5, 1-11. II. 1. Petri 3, 8-15. III. Ap.- Gesch.5, 34-42. IV. a) Joh. 8, 31-36. b) Matth.6, 22-23. e) Hebr. 13, 9. 6. Sonnt. n. Trinit. I. Matth. 5, 1-12. II. Röm. 6, 3-6. III. Ap.- Gesch. 6, 1-7. IV. a) Joh. 10, 23-30. b) Matth. 5, 44-48. c) 1. Joh. 1, 8-10. 7. Sonnt. n. Trinit. I. Mart. 8, 1-9. II. 1. Petri 2, 5-10. III. Ap.- Gesch.6, 8-15 u. 7, 55-59. IV. a) Matth.16,15-19. b) Matth. 6, 1-8. c) Hebr. 13, 8. 8. Sonnt. n. Trinit. I. Matth. 7, 15-23. II. Röm. 8, 12-17. III. Ap.- Gesch.8, 14-25. IV. a) Matth.9, 9-13. b) Matth. 6, 19-21. c) Röm. 8, 8-9. 9. Sonnt. n. Trinit. I. Luk. 16, 1-9. II. 1. Kor. 10, 12-13. III. Ap.- Gesch.8, 26-38. IV. a) Qut.12, 42-48. b) 1.Mose 37,4-11. c) Röm. 6, 16-18. I. Luk. 19, 41-48. II. Röm. 2, 1-11. III. Ap.- Gesch. 9, 1-8. IV. a) Luf.13, 31-35. b) 1. Sam. 19, 1-6. c) 1.Petri 3,15-16. 11. Sonnt. n. Trinit. I. Luk. 18, 9-14. II. Röm. 1, 16-20. III. Ap.- Gesch.9, 19-28. IV. a) 2ut. 13,23-25. b) 1.Sam.24,17-20. c) Röm. 14, 17-19. 12. Sonnt. n. Trinit. I. Matth.13, 24-30. II. 1. Kor. 4, 1-5. III. Ap.- Gsch.10,25-33. IV. a) 2ut.15, 11-32. b) 2.Sam.18,31-33. c) Jak. 2, 10. 13. Sonnt. n. Trinit. I. Lut. 10, 25-37. II. Röm. 7, 18-25. III. Ap.- Gesch.12, 1-11. IV. a) Luk. 9, 57-62. b) 1.Mofe43,26-30. c) 1. Kor. 7, 24. 14. Sonnt. n. Trinit. I. Luk. 17, 11-19. II. Philipp.3, 12-16. III. Ap.- Gsch.13,42-49. IV. a) Matth.11,16-19. b) 1.Sam.3, 11-13. c) Jak. 1, 5-6. 15. Sonnt. n. Trinit. I. Matth. 6, 24-34. II. Gal. 5, 26-6, 5. III. Ap.- Gsch.14,11-18. IV. a) Matth.11,25-30. b) Dan. 5, 13-17. c) Luk. 17, 10. I. Lut. 7, 11-17. II. Eph. 3, 14-21. III. Ap.- Gsch.14,19-23. IV. a) Joh. 9, 1-5. b) 2.Sam.12,18-23. c) Jak. 4, 7-10. 17. Sonnt. n. Trinit. I. Luk. 14, 1-11. II. Eph. 4, 1-6. III. Ap.- Gesch.15,6-12. IV. a) 2uk.12, 54-57. b) 2.Mose 2, 16-20. c) 1.Theff.4,11-12. 18. Sonnt. n. Trinit. I. Matth.22, 34-40. II. Hebr.10,38-11,6. III. Ap.- Gsch.17,16-28. IV. a) Matth.10,16-22. b) 1.Mose18,20-32. c) Matth. 5, 33-37. 19. Sonnt. n. Trinit. I. Luk. 10, 38-42. II. Eph. 4, 22-28. III. Ap.- Gesch.19,1-11. IV. a) Mart.9,38-41. b) 1.Mose 33, 9-11. c) Jak. 3, 5-10. 20. Sonnt. n. Trinit. I. Lut. 13, 6-9. II. Rol. 3, 14-17. III. Ap.- Gsch.19,23-40. IV. a) Matth.19, 3-8. b) 1.Mose13, 8-9. c) Matth. 5, 27-30. 21. Sonnt. n. Trinit. I. Matth. 25, 1-13. II. 1. Petri 1, 22-25. III. Ap.- Gsch.20,17-38. IV. a) Matth.12,46-50. b) Ruth 1, 15-17. c) Eph. 5, 25. IV. Die allgemeine Beichte mit der Absolution. 481 26. Sonnt. n. Trinit. I. Joh. 12, 44-50. II. 2. Petri 3, 8-13. III. Ap.- Gsch.26,24-32. IV.a) Off.Joh.3,15-17. b) Psalm 16,8-11. c) 1. Kor. 15, 58. 27. Sonnt. n. Trinit. 22. Sonnt. n. Trinit.| 24. Sonnt. n. Trinit. I. Matth.18, 21-35. II. Philipp. 1, 3-11. III. Ap.- Gesch.21,8-14. IV. a) Matth.21,28-31. I. Matth.25, 31-46. II. Gal. 6, 7-9. III. Ap.- Gfch.24,24-27. IV. a) Matth.20,20-23. b) Jef. 55, 8-9. c) Philipp.1,20-21. 25. Sonnt. n. Trinit. b) 1. Mose 39, 2-5. e) Matth.23,27-28. 23. Sonnt. n. Trinit. I. Matth.22, 15-22. II. Philipp.3, 17-21. III. Ap.- Gsch.24,10-16. IV. a) Mart.12, 41-44. b) 2. Mose 5,1-4. c) Jak. 4, 2-3. I. Matth.24, 15-22. II. 2. Kor. 5, 1-10. III. Ap.- Gesch.25,6-15. IV. a) Matth.13,47-50. b) Pred.Sal.8,11-13. c) Jak. 1, 12. I. Matth. 24, 43-51. II. Offb.Joh.3, 19-22. III. Ap.- Gsch.28,16-31. IV.a) Offb.Joh.21,5-7. b) Pred. Sal.12,13-14. c) 2. Theff. 2, 16-17. IV. Die allgemeine Beichte mit der Absolution. Allmächtiger Gott, barmherziger und mir zu meiner Besserung deines Bater, ich armer, elender, sündhafter Geistes Kraft verleihen. Amen. Mensch bekenne dir alle meine Sünde und Missethat, womit ich dich jemals erzürnet und deine Strafe zeitlich und ewiglich verdienet habe. Sie find mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und ich bitte dich durch deine grundlose Barmherzigkeit und durch das unschuldige, bittere Leiden und Sterben deines lieben Sohnes, Jesu Christi, du wollest mir armem sündhaften Menschen gnädig und barmherzig sein, mir alle meine Sünden vergeben Auf solches euer Bekenninis verkündige ich, nach Befehl unsers Herrn Jesu Christi, als verordneter Diener seines Wortes, euch, die ihr eure Sünden herzlich bereuet, an Jeſum Christum glaubet und den guten ernstlichen Vorsatz habt, durch Beistand Gottes, des heiligen Geistes, euer sündliches Leben forthin zu bessern, die Gnade Gottes und die Bergebung eurer Sünden im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. V. Gebete. A. Allgemeines Kirchengebet. Herr Gott, himmlischer Vater, wir keit erwiesen haft, und bitten dich loben und preisen dich für alle die unzähligen Wohlthaten, die du uns im Geistlichen und Leiblichen ohne alles unser Verdienst und Würdigs im Namen Jesu Christi, deines lieben Sohnes, unsers Mittlers und Fürsprechers um deinen ferneren Segen. Segne deine Kirche. Erhalte sie 31 V. Gebete. 482 bei der reinen Lehre deines Evangeliums und bei dem Genusse der Ruhe und Freiheit. Thue täglich hinzu, die da selig werden, zu der Gemeinde. Laß dein heiliges Wort nie von unserm Lande weichen und es unter uns und allenthalben auf Erden immer mehr Frucht bringen. Segne alle Regenten und Länder, besonders unsern König. Laß ihn deiner schüßenden Fürsorge, Huld und Liebe immerdar befohlen sein. Erfreue ihn durch deine Güte, leite ihn durch deine Weisheit, stärke ihn durch deine Kraft. Breite über ihn und seine Gemahlin, die Königin, über die Prinzen und Prinzessinnen des Königlichen Hauses die Fülle deiner himmlischen Segnungen aus. Auch bitten wir um deinen Segen für unser gesamtes deutsches Vaterland. Segne Kaiser und Reich. Vereinige alle Fürsten und Stämme des deutschen Volkes immer inniger durch das Band des Friedens, erhalte sie in deiner Furcht und Liebe und laß Glauben und Treue, Kraft und Einigkeit unsers Volkes Schmuck und Ehre sein. Schenke allen Räten und Dienern unsers Königs deinen Geist. Segne alle Obrigkeiten, besonders auch die, welche du uns gegeben hast, daß durch ihre Treue und Gewissenhaftigkeit die Gerechtigkeit ge handhabt, der Bosheit gesteuert und dem gemeinen Besten gedient werde. Laß unsre Landeskirche und die sie regieren deiner Gnade befohlen sein. Walte mit deinem Segen über unserm Kirchenpatron und gieb den Vorstehern unsrer Kirchfahrt deinen heiligen Geist, daß sie der Gemeinde Bestes suchen. Den Lehrern in Kirchen und Schulen gieb Licht und Kraft, daß sie das Evangelium von Christo mit aller Treue verkündigen und demselben würdiglich wandeln. Verleihe den Eltern deinen Segen zur Auferziehung ihrer Kinder in der Furcht des Herrn. Erbarme dich des ganzen Landes und aller seiner Bewohner. Sei du Kraft und Schild derer, die zum Schuße des Vaterlandes die Waffen tragen. Gieb zu aller treuen Arbeit in Wissenschaft und Kunst, in Handel und Gewerbe dein gnädiges Gedeihen. Segne den Acker- und Bergbau. Gieb ersprießliche Witterung zum Wachstum der Früchte des Landes und laß sie uns mit Danksagung in Friede und Ruhe genießen. Bewahre uns vor Krieg und Teurung, vor ansteckenden Krankheiten, vor schädlichem Ungewitter, vor Feuer- und Wassersnot. Sende Hilfe den Elenden und Hilfsbedürftigen, Trost den Traurigen, Geduld und Kraft den Kranken und Schwachen, Gedeihen den Müttern und Säuglingen. Sei du der Witwen und Waisen Vater. Laß uns auch auf dem Wege des Leidens deinen väterlichen Willen erkennen und mit Geduld und Zuversicht verehren, auch selbst im Tode nicht wanken im Vertrauen auf dich und den Versöhnungstod deines Sohnes. Gott, du fannst überschwenglich thun über alles, was wir bitten und verstehen. Und so hoffen wir getrost, du werdest uns nach deiner Weisheit und Güte alles schenken, was einen jeden unter uns hier und dort selig machen kann. Dir, unserm Vater, samt deinem Sohne, unserm Erlöser, und dem heiligen Geiste, unserm Tröster, sei jetzt und immerdar Preis und Ehre. Amen. asm V. Gebete. B. Betstundengebet. Barmherziger, ewiger Gott und Werk und mache zu nichte den Rat Vater unsers Herrn Jesu Christi, deiner Feinde! O lieber Herr und ein Herr Himmels und der Erden, Gott, breite aus, mehre und stärke wir arme elende Sünder bekennen dein Reich auch in diesen Landen, vor deinem heiligen Angesicht, daß darin wir wohnen. Erhalte uns wir mit unsern Vätern gesündigt, und unsre Nachkommen bei der reideinen Zorn und allerlei Strafen nen, gesunden Lehre und gieb Friewohl verdienet haben. Solche unsre den deinem Volke. Sei uns gnädig, Sünden aber reuen uns von Herzen, o Herr Gott, sei uns gnädig in aller und da du nicht Gefallen haft an Not! Zeige uns deine Barmherz des Sünders Tod, so fliehen wir zigkeit, wie unsre Hoffnung zu dir zu deiner Barmherzigkeit demütig steht. Erleuchte unsre Herzen, daß bittend, du wolleft nicht gedenken wir die Sünde meiden und dein der Sünden unsrer Jugend, noch heiliges Wort stets vor Augen haben. aller andern Übertretung, sondern vielmehr eingedenk sein deiner grundlosen Güte, Gnade und Barmherzigkeit. Verstoße uns nicht von deinem Angesicht. Erbarme dich über uns, wie sich ein Vater erbarmet über seine Kinder. Das alles wollest du thun, o treuer, barmherziger Vater, um des teuren Verdienstes deines lieben Sohnes, unsers Herrn willen, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in gleicher Majestät und Ehre, wahrer Gott und Mensch, hochgelobet in Ewigkeit. Mache dich auf, Herr, zu richten und hilf allen Bedrängten! Laß es Amen. gelingen denen, die da treiben dein 483 C. Besondere Gebete. 1. Um die Gnade, recht zu beten. Ich danke dir, mein Herr und beuge und in allen Nöten als ein mein Gott, für die unaussprechliche Wohlthat, daß du uns nicht allein befohlen hast, deinen hilf reichen Namen in allen Nöten anzurufen, sondern auch so gar väterlich und holdselig verheißen, daß du uns gewißlich erhören und immer geben wollest zur rechten Zeit, was uns heilsam und ut ist an Leib und Seele. Jch bitte dich, mein Gott, gieß aus über mich deinen heiligen Geist, den Geist des Gebetes, daß ich allezeit Lust und Liebe zum Gebete habe, täglich getrost und mit aller Zuversicht im Namen meines Herrn Jesu Chrifti hinzutrete, meine Kniee vor dir liebes Kind dich anrufe, mein lieber Vater, der du der rechte Vater bist über alles, was Kinder heißt im Himmel und auf Erden. Gieb, daß ich allezeit heilige Hände zu dir aufhebe ohne Zorn und Zweifel und festiglich traue, daß alle meine Gebete, ja alle Seufzer, die aus meinem Herzen kommen, gewiß erhöret werden. Verleihe mir auch, wenn die Hilfe verzieht, daß ich Geduld trage, dir nicht Zeit noch Maß vorschreibe, sondern harre und warte auf deine Stunde; denn du haft Wohlgefallen an denen, die dich fürchten und auf deine Güte hoffen. Endlich, mein Gott, regiere und 31* 484 V. Gebete. erinnere mich durch deinen heiligen Bereitschaft halte und um einen seGeist, daß ich täglich an mein Ende ligen Abschied von Herzen dich bitte. denke, mich alle Stunden in guter Amen. 2. Morgengebete. Um Sonntage. 1. Herr Gott, heiliger Geist, öffne mir die Thür zum leuchtung meines Gemütes, daß ich die Weide deiner göttlichen Lehre und deines Troftes finde, die Stimme meines Erzhirten Jesu in mir höre, durch den Glauben zu ihm eingehe, durch die Liebe ihm gehorche, folge und zu meinem Nächsten ausgehe und den Glauben beweise, damit ich allhier im Reiche der Gnaden bis ans Ende bleibe und ins ewige Reich der Herrlichkeit aufgenommen werde, durch Jesum Christum, unfern Herrn. Amen. An den Wochentagen. nem Herzen auf, damit ich in deinem Glanze als ein Kind des Lichtes und als am Tage wandeln und dich dermaleinst im ewigen Freubenlichte selig schauen möge. Amen. 4. D du einiger, wahrer, allmächtiger Gott und Herr der Heerscharen, Vater, Sohn und heiliger Geist! Ach gieb, daß in aller Menschen Herzen aufgehe der rechte Morgenstern und in eines jeden Gewissen leuchtend und scheinend werde das wahrhaftige Licht, welches alle Menschen zu erleuchten ist in die Welt gekommen, und daß in eines jeden Menschen Gemüt möge sprechen und reden das ewige Wort der unvergänglichen Wahrheit, auf daß sie alle Wohnungen und Tempel Gottes sein und bleiben mögen und in der Liebe, Weisheit und Erkenntnis wachsen und zunehmen in Zeit und Ewigkeit. Amen. 2. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, dei nen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch be hüten vor Sünden und allem über, daß dir all mein Thun und Leben gefalle; denn ich befehle mich, mei5. nen Leib und meine Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel fei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Allmächtiger Gott, von dem alle gute und alle vollkommene Gabe herabkommt, dir befehle ich heute und allezeit Leib und Seele, Gut und Blut, Weib und Kind, Vater und Mutter, und alle meine Ge danken und Reden, mein Herz, Sinne und Anschläge. Ich befehle dir nochmals meinen Mund und alle meine Worte. Ich befehle dir alle meine Werke, daß sie zu deines Namens Ehre gereichen und zu Nuß meines Nächsten. Mache mich heute zum Gefäß deiner Barmherzigkeit, zum 3. Herr Jesu, du Glanz der Herrlichkeit deines himmlischen Vaters, ich danke dir von Herzen, daß du mich das fröhliche Sonnenlicht wieder schauen läsfest. D du helle Sonne der Gerechtigkeit, geh auch in mei- Werkzeug deiner Gnade. Segne all V. Gebete. 485 mein Thun und laß meinen Beruf zu dir erhebe ich mein Gemüt mit glücklich fortgehen und wehre allen schuldiger Dankbarkeit. Deine Gedenen, die ihn hindern. Erhöre rechtigkeit will ich nicht verbergen mich um Jesu Christi willen. Amen. in meinem Herzen, von deiner Wahrheit und von deinem Heil will ich reden. Denn es ist ein köstlich Ding, deinem Namen, du Höchster, des dem Herrn danken und lobsingen Morgens deine Gnade und des Abends deine Wahrheit verkündigen. Darum preiset dich meine Seele, deine überschwengliche Barmherzigdu in durch keit beschüket hast. O Herr, lehre und daß mein Leben ein Ende habe, mich bedenken, daß ich sterben muß daß ich täglich geschickt sei, aus dieser Welt abzuscheiden. Darum Erfenntnis. Behüte mich vor den erhalte mich in deiner Furcht und Werken der Ungerechtigkeit, und so ich etwa wider dich aus Schwachheit würde sündigen, so bitte ich keit nicht von mir wenden und deine dich, du wollest deine BarmherzigHilfe mir nicht entziehen. Herr, auf dich hoffe ich; leite meinen Fuß auf rechter Straße, daß ich nicht wandle im Rat der Gottlosen, noch trete auf den Weg der Sünder, noch size, da die Spötter sigen, sondern daß ich all meines Herzens Lust und Liebe habe zu deinem Wort und deinen Geboten und in denselben mich übe Tag und Nacht durch Je6. Herr Jesus Christus, der du mir armem, verlorenen Sünder durch dein heiliges, unschuldiges Leiden Gnade bei deinem himmlischen Bater erworben und das ewige Leben wieder gebracht hast, ich danke dir aus Herzensgrund für deine Liebe, deine Angst und Not und deinen seligmachenden Tod und bitte dich, erhalte mich ewig in der Liebe und im Lobe deines Leidens und gieb mir Gnade, die ewige Wohlthat der teuren Erlösung mit dankbarem Her zen zu erkennen und zu preisen. Laß mich dadurch im Glauben stärter, in der Hoffnung fröhlicher, in der Liebe heißer, in der Geduld ge= troster, im Gehorsam williger und beständiger werden und meinen Sünden absterben. Hilf auch, daß ich an meinem Ende deines blutigen Todes mich zur ewigen Seligkeit freue und tröste. D Herr Jesus Christus! Amen. 7. D du seliger und allein gewaltiger Gott, du König aller Könige und Herr aller Herren, der du allein Unsterblichkeit hast, du Gott und Bater unsers Herrn Jesu Christi, sum Christum. Amen. 3. Abendgebete. Um Sonntage. 1. Nun danket alle Gott, der uns von Mutterleibe an lebendig erhält und thut uns alles Gute Er gebe uns ein fröhliches Herz und verleihe immerdar Friede zu unsern Zeiten, auf daß seine Gnade stets bei uns bleibe und uns erlöse, so lange wir leben. Die Gnade unsers Herrn Jesu Chrifti, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit uns in alle Ewigkeit. Herr, allmächtiger Gott, himm= lischer Vater, ich danke dir von Grund meines Herzens für alle deine Güte und Wohlthat, die du mir heute so väterlich erzeigt haft. Insbesondere V. Gebete. 486 danke ich dir dafür, daß du dein bis auf gegenwärtige Stunde vor seligmachendes Wort mir nicht entzogen, sondern es mir hast wieder verkündigen lassen in deiner Gemeinde zu meines Herzens Freude, Trost und Ermunterung. allem Unglück Leibes und der Seele gnädig behütet hast, und bitte dich um Jesu Christi, deines lieben Sohnes, willen, du wollest mir aus Gnaden vergeben alle meine Sünden, so ich heute abermal mit Ge danken, Worten und Werken wider dich gethan habe, und wollest derselbigen in Ewigkeit nicht gedenken. Und weil ich mich nun will zur Ruhe legen, so wollest du mich dieſe Nacht vor allem Übel Leibes und der Seele auch väterlich behüten, daß ich sicher ruhen und schlafen Ich bitte dich als dein liebes Kind, du wollest mich bei deinem feligmachenden Worte bis an mein lettes Seufzen gnädig erhalten und mein Herz mit deinem heiligen Geiste erleuchten, daß ich möge erkennen, was gut oder böse ist. Du wollest auch alle meine Sünde, die ich heute wissentlich oder unwissentlich gethan habe, ich die verborgenen und zu deinem Lobe frisch und geFehler, durch deine Barmherzigkeit fund wieder erwachen möge. In vertilgen und durch die Ruhe der beine göttliche Hand befehl ich mich zukünftigen Nacht mich stärken, daß ganz und gar. Du hast mich erich frisch und gesund zu deinem Löset, Herr, du treuer Gott. Amen. Lobe wieder aufstehe. Hilf auch, lieber Vater, daß ich durch deine Gnade ein neues, dir wohlgefälliges Leben anfange, zu meiner Seelen Seligkeit in Jesu Christo, deinem lieben Sohne, unserm einigen Helfer. Amen, 4. Herr, du Hüter Israel, der du weder schläfst noch schlummerst, sorge auch in dieser finstern Nacht für die schen; dein Auge wache für sie, deine lieben Meinigen und für alle MenHand bedecke sie, dein Engel beschirme sie. Erhöre jetzt, mein Gott, aller frommen Christen Abendgebet. derer, die dich heute beleidigt haben. Schone nach deiner großen Güte Erbarme dich auch derer, die dich noch nicht kennen und ohne Andacht und Gebet sich niederlegen. Erquicte nun alle Menschen, so diesen Tag über sind müde geworden. Stärke die, so aus Not auch in der Nacht noch arbeiten müssen. Laß keinen fallen, der im Finstern ndelt. Hilf den Reisenden zurecht, die viel leicht jetzt noch auf der Straße wandern. Schaffe denen ihr Bleiben, die heute keine Herberge haben. Labe die, die sich hungrig müssen niederBarmherziger Gott und gnädiger legen. Wache selbst bei den KranVater, ich danke dir von ganzem ken, pflege der Kinder und stehe Herzen, daß du mich diesen Tag mit deinem Trost allen Leidenden 3. Un den Wochentagen. 2. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich unrecht gethan habe, und mich diese Nacht gnädiglich behüten; denn ich befehle mich, meinen Leib und meine Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. V. Gebete. bei, welche heute eine elende Nacht haben werden. Endlich behüte unfere ganze Gemeinde in dieser Nacht vor Lärmen und Aufruhr, vor Not und Gewalt, vor Mord und Totschlag, vor Feuers- und Wassersgefahr, vor allem Schaden und Unglück; hilf, daß alle, die für uns wachen, treulich auf ihrer Hut stehen, und erhalte einem jeden das Seine in Ruhe und Frieden, bis wir endlich aus dieser Finsternis werden kommen zu dem ewigen Licht, durch Jesum Christum. Amen. 5. Ich sage dir, o treuer Gott, Lob, Ehr und Dank für deine Güte und Wohlthat, die du mir diesen Tag erzeigt hast, wiewohl ich ein armer Sünder und nicht wert bin, dein Kind genannt zu werden. Aber ich weiß, daß deine Barmherzigkeit sehr groß ist und viel größer, denn meine und der ganzen Welt Sünde. Dar um bekenne ich dir alle meine Sünde und Missethat, die ich heute, ja von Jugend auf wider dich begangen habe, und bitte dich, du wollest mir dieselbe vergeben und dich meiner, als deines lieben Kindes, aus Gnaden erbarmen. Gieb mich in den Schuß deiner heiligen Engel, daß sie mich diese Nacht und alle künftige Zeit vor allem Unglück Leibes und der Seele gnädig behüten. Dir ergebe ich mich ganz zu eigen im Tod und Leben. Laß mich ewig bei dir sein und bleiben. Solches verleihe mir, gnädiger Gott und Vater, um Jesu Christi willen. Amen. 6. 487 vergieb mir meine Sünde. Gieb mir deinen heiligen Geist, der mein Herz allezeit mit himmlischem Troste erfülle. Ich schlafe oder wache, ich liege oder stehe auf, so hilf mir, wie du weißt, daß mir am besten geholfen wird an Leib und Seele. Du vermagst alles, du bist Gott und Herr über alles, es steht alles in deinen Händen. Gedenke an deine Barmherzigkeit und Verheißung, ja gedenke des vollkommenen Gehorsams deines geliebten Sohnes Jeſu Christi, durch welchen ich dir gänzlich versöhnt bin. Um deswillen sei mir heute und allezeit gnädig. Und wenn es ja sein sollte, daß ich nach deinem väterlichen Willen mit Gefahr, Kreuz und Unglück oder auch mit dem Tode sollte heimgesucht werden, so wollest du mich auch heimsuchen mit deinem göttlichen Troste, Segen und Gnade. Ohne deinen Willen, o Herr, kann mir nichts widerfahren. Ob ich schon wandle im finstern Thale, so bist du doch bei mir; dein Stecken und Stab trösten mich. Auch alle meine Haare auf meinem Haupte hast du gezählt. Wovor sollte mir grauen? Ich lebe oder sterbe, so bin ich dein und darum nicht verloren, sondern ewig selig durch Jesum Christum. Amen. Dallmächtiger, ewiger, gnädiger und barmherziger Gott, der du gesagt haft: ,, Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten," ich bitte dich, erbarme dich mein und 7. Barmherziger Gott und Vater, ich sage dir von Herzen Lob und Dank, daß du dich meiner die Zeit meines Lebens so väterlich angenommen und mich diesen Tag über und sonderlich die ganze Woche bis auf diese Stunde vor allem Unglück Leibes und der Seele gnädiglich behütet hast. Ich bitte dich ferner, du wollest alle meine Sünden, die ich heute und die ganze Woche wider dich und meinen Nächsten wissentlich 488 oder unwissentlich gethan und die mir herzlich leid sind, durch deine Gnade, welche alle bußfertigen Sünder bei dir haben, zudecken und ihrer nimmermehr gedenken. Hilf gnädiglich, daß ich aus der alten Woche in ein neu christlich Leben trete, dir und allen Auserwählten im Himmel gefallen möge, und laß mich diese angehende Nacht in deinen gnädigen Schuß befohlen sein, daß V. Gebete. 405 4. Tischgebete. Vor dem Essen. 1. Aller Augen warten auf dich, Herr, und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du thust deine milde Hand auf und erfüllest alles, was da lebet, mit Wohlgefallen. Herr Gott, himmlischer Vater, segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu 2. Wir danken dir, Herr Jesu uns nehmen, durch Jesum Christum, Christ, daß du unser Gaft geweſen unsern Herrn. Amen. bist, und bitten dich, du Lebensbrot, hilf uns gnädig aus aller Not. Amen. 2. Komm, Herr Jesu, sei unser Gast und segne, was du uns bescheret hast. Amen. 3. Segne, Bater, diese Speise uns zum Wohl und dir zum Preise. Amen. Nach dem Essen. 1. Danket dem Herrn, denn er ist ich sicher ruhen und schlafen, frisch und gesund zu deinem ferneren Lobe wieder aufstehen möge, und wenn mein Stündlein vorhanden ist, nimm mich zu dir, Herr Jesu Christ, denn ich bin dein und du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd umfangen. Amen. 5. Beicht- und Vor der Beichte. 1. Heiliger und gerechter Gott, du erforschest mich und kennest mich, ich site oder stehe auf, ich gehe oder liege, so weißt du es, du verstehest meine Gedanken von ferne und siehest alle meine Wege; es ist kein Wort freundlich und seine Güte währet ewiglich. Wir danken dir, Herr Gott, himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn, für alle deine Gabe und Wohlthat, der du lebeft und regierest in Ewigfeit. Amen. 3. Herr Gott, himmlischer Vater, wir sagen dir Lob und Dank für alle deine Gaben und bitten dich, du wollest, wie du unsern Leib gespeiset hast, gleich also unsere Seelen allezeit im wahren Glauben gnädiglich erhalten. Amen. Kommuniongebete. auf meiner Zunge, das du, Herr, nicht alles wissest. Wo soll ich hingehen vor deinem Geist und wo soll ich hinfliehen vor deinem Angesicht? Spräche ich: Finsternis möge mich decken, so muß die Nacht auch Licht um mich sein, weil dein Licht auch unsere unerkannten Sünden vor V. Gebete. 489 Zorn und Rachsucht, Haß und Bitterkeit in mir aufgestiegen! Ich habe nicht vergeben, wo ich sollte, und nicht alles gethan, um den Frieden herzustellen. Anstatt dem Nächsten mit Trost und Rat zu helfen und für sein leibliches und geistliches Wohl zu sorgen, habe ich nur an mich und meinen Vorteil gedacht. Und wie befleckt ist oft mein Wesen durch unreine Lüste und Begierden gewesen! In Fleischeslust, Augenlust und hoffärtigem Wesen habe ich der Eitelkeit gedient. Auch wie mancher Unredlichkeit und Untreue in Anwendung deiner Gaben muß ich mich schuldig bekennen! Die Kräfte meines Leibes und meiner Seele, die edle Zeit und was du mir von Gütern gegeben hast, habe ich nicht so benußt, wie es einem treuen Haushalter gebühret; ja selbst des Nächsten Eigentum war mir nicht so heilig, daß ich von aller Untreue mich freisprechen könnte. Auch des Nächsten Name war mir nicht teuer genug. D wie viele Zungensünden zeugen wider mich, wie manche Verleumdung, wie vieles lieblose Richten, wie viele Verkleinerungssucht und Schadenfreude! Ich habe überhaupt tausendfältig mich des Bösen gelüsten lassen. Ach, mein Gott, wie groß ist meine Not! Du läsfest mir sagen: Ungnade und Zorn, Trübsal und Angst über alle Seelen der Menschen, die da Böses thun. Ach, Gott, erbarme dich meiner! Verwirf mich nicht von deinem Angesicht. Du hast ja deinen eingebornen Sohn auch für mich dahingegeben. Um Jesu willen sei mir gnädig, sein Verdienst laß mir gelten, seine Fürsprache laß für mich reden, um seinetwillen erfülle deine Verheißung: Ich vertilge deine MisseO mein Gott, wie groß ist meine Schuld gegen dich, wie zahllos sind meine Übertretungen und Versäumnisse, wie kalt meine Liebe, wie tot mein Glaube; wie schwach und befleckt ist auch das wenige Gute an mir! Wie habe ich in allem mich, nicht dich und deine Ehre gesucht! Und wie vieler Sünden können meine Nebenmenschen mich anklagen? Gegen Eltern, Lehrer und Vorgesetzte bin ich nicht gehorsam und treu genug, nicht so gewissenhaft gewesen, daß man in all mein Thun und Laffen, in alle meine Worte und Gedanken mir hätte hineinsehen dürfen, ohne mich da oder dort lieblos, nachlässig, träg, untreu und ungehorsam zu finden. Und wie sehr fehlt es mir an der brüderlichen und an der allgemeinen Menschenliebe! Wie oft sind that, wie eine Wolke, und deine dein Angesicht stellet. Darum will ich mich nicht bedecken und nicht entschuldigen, sondern mit dem verlorenen Sohne bekennen: Vater, ich habe gesündiget im Himmel und vor dir. Kein einziges deiner heiligen Gebote habe ich gehalten, wie ich hätte sollen. Alle habe ich wenigstens in Gedanken und Begierden oft übertreten. Ich habe andere Götter gehabt neben dir. Ich habe dich nicht geliebt als das höchste Gut aus allen Kräften, mich nicht an dich ge halten als meinen Herrn und Gott. Auch habe ich mein Vertrauen nicht auf dich allein gegründet, sondern oft Fleisch für meinen Arm gehalten. Deinen heiligen Namen habe ich unnük geführt. Im Gebet bin ich viel zu träge und schläfrig gewesen und mit deinem Wort und dessen Predigt gleichgiltig umgegangen. Ich habe dich nicht geehrt durch echtes Bekenntnis in Wort und Wandel. V. Gebete. 490 Sünde, wie den Nebel. Mein Gott, ich hoffe auf dich, laß mich nicht zu schanden werden. Amen. 2. O du allwissender, heiliger Gott, du Herzenskündiger, der du Herzen und Nieren prüfest, vor dem mein Inwendiges bloß und entdecket ist, von dir kommt alle gute und vollkommene Gabe, von dir stammt alle wahre Weisheit; auch alle gründliche Selbsterkenntnis kommt von dir. Denn das Herz ist ein trokig und verzagt Ding, du allein kannst es ergründen. O mein Gott, so lehre mich doch mich selbst erkennen, offenbare mir, wie mein Herz zu dir steht, mache es mir klar, ob ich im lebendigen Glauben stehe und also dein Kind bin oder nicht, be wahre mich vor allem groben und feinen Selbstbetrug, daß ich mich nicht für lebendig halte, während ich tot bin. Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz, prüfe mich und erfahre, wie ichs meine. Hilf, daß ich mich erkenne, wie ich erkannt bin von dir. Laß alle Finsternis in meinem Innern vor dem Lichte deines Geistes sich zerstreuen. Führt mein Weg zu einem Abgrund hin, o so laß mich ihn sehen und heilsam erschrecken. Ist mein Sinn und Wandel nicht angenehm in deinen Augen, so nimm die Decke hinweg, die mir dies verbirgt, und laß mich nicht eher zur Ruhe kommen, bis meine Wege dir wohlgefallen. Habe ich Lust an der Sünde oder an falscher Lehre, so enthülle mir doch die Jammergestalt meines Innern, damit ich eile und meine Seele errette. Stehe ich in Berleugnung deines Namens, schände ich durch meinen Wandel deine Wahrheit, die ich durch deine Gnade erkannt habe, stelle ich mich der Welt gleich und ziehe ich an einem Joche mit den Ungläubigen, Herr, mein Gott, so erfasse mich mit deiner rechten Hand und bringe mich, den Verblendeten, zur Besinnung. D entseglicher Zustand des Selbstbetrugs, da man des Himmels sich tröstet und mit jedem Schritt und Tritt weiter in den Abgrund des Verderbens hinabsinkt! Mein Gott, der du Gebet erhörest, salbe meine Augen mit Augensalbe, daß ich sehen möge, damit ich nicht gehöre zu den unnüßen Knechten, die des Herrn Willen wissen und nicht thun, zu den selbstgerechten Pharisäern, die in ihrer Tugend und in ihren Gaben sich spiegeln, zu jenen Betrogenen, die Herr Herr sagen, aber dereinst das Urteil der Verdammung vernehmen müssen. Ach, wie fürchterlich ist es, vor dir und den Menschen als ein Christ gelten zu wollen und doch keiner zu sein, sondern den Gräbern zu gleichen, die auswendig übertüncht sind, aber inwendig voll Moder und Totengebeine, deine Gnade zum Leben erfahren zu haben und doch wieder erkaltet und erstorben zu sein, gleich einem kahlen, unfruchtbaren Baume. Herr, meine Seele erbebt in ihrem Innersten, wenn ich daran gedenke und an mir jenes Feuer der ersten Liebe zu dir, jene Inbrunst des Geistes, jene Andacht des Gebetes, jene Sehnsucht, auch andern Seelen zu ihrem Heile nüßlich zu werden, vermisse, wenn ich erwäge, wie wenig ich deinem Geiste in mir Raum gegeben habe, wenn ich mir sage, daß ich ohne ernste Umkehr von dir gänzlich ge schieden werden könnte. Herr, gieb mir den Sieg in diesem innern Kampfe der Gedanken, die sich gegenseitig verklagen und entschuldigen, V. Gebete. 491 geben: daß, ob ich wohl schwach, krank und verzagt bin, ich dennoch mich solches nicht irren lasse, sondern die Vergebung der Sünden mit starkem Glauben ergreife. Dazu verhelfe mir das teure Verdienst Christi Jesu, meines Erlösers und Seligmachers. Amen. laß mich deine Stimme hören, damit ich erkenne, ob ich in deiner Gnade stehe oder aus ihr gefallen bin. Siehe, ob ich auf bösem Wege bin und leite mich auf ewigem Wege. Meine Seele ist sehr unruhig, wie ein stürmisch bewegtes Meer, und ich werde von allerlei trüben und beängstigenden Gedanken umhergetrieben. Gieb du mir einen festen Halt und laß mich nicht der Wahrheit verfehlen, wenn ich mich prüfe nach deinem Worte. Löse mir alle Zweifel, gieb du mir Antwort auf meine Fragen, mache meine Finsteris licht. Laß das Blut meines Heilandes Jesu Christi nicht ver loren an mir sein; laß mich erkennen, wo es mir fehlt, damit ich aus seiner Fülle Gnade um Gnade nehme. Herr, erfülle mein Sehnen, stelle mich unter die Zucht deines heiligen Geistes und züchtige mich hier zeitlich, damit ich nur nicht ewig verloren gehe. Amen, in Jesu Namen. Amen. Nach der Beichte, vor der feier des heiligen Abendmahls. 1. Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedecket ist, wohl dem Menschen, dem der Herr die Sünde nicht zurechnet, in des Geist kein Falsch ist. Ich sprach: Ich will dem Herrn meine Übertretung bekennen. Da vergabest du mir die Missethat meiner Sünde. Du, o Herr, bist mein Schirm, du wollest auch ferner mich vor aller Angst behüten, daß ich errettet ganz fröhlich rühmen könne. Ja, freuet euch des Herrn und seid fröhlich, ihr Gerechten, und rühmet, alle ihr Frommen. Der Herr hat Großes an uns gethan, der da mächtig ist und des Name heilig ist, und seine und für bei denen, die ihn fürchten. Barmherzigkeit währet immer für Er will nicht immer Hadern und delt nicht mit uns nach unsern Sünnicht ewiglich Zorn halten. Er handen und vergilt uns nicht nach unsrer Miſsethat. So fern der Morgen ist tretung von uns sein. Wie sich ein vom Abend, läßt er unsere ÜberVater über seine Kinder erbarmet, 3. Allmächtiger, ewiger Gott, Vater unsers Herrn Jesu Christi, der du deinem heiligen Worte Kraft giebst, du hast mir mein Herz mit deinem Geset gerühret, daß ich nun meine Sünde erkenne, bereue und nach gnädiger Vergebung derselben ein herzliches Verlangen habe. Darum hast du auch neben dem gepredigten Wort die Beichte verordnet, daß ich armer, sündhafter Mensch zum Reichtum deiner himmlischen Gnade kommen soll. So gehe ich nun meine so erbarmet sich der Herr über die, Sünde zu bekennen und niederzulegen, dagegen Trost und Vergebung zu empfangen. Ich bitte daher, du wollest in mir eine rechte Andacht, Begierde und Verlangen nach deiner Gnade entzünden und mir einen festen Glauben an deine Verheißung Mund des Herrn Lob sagen und so thn fürchten. Darum soll mein seinen heiligen Namen preisen immer und ewiglich. Amen. 2. Lieber himmlischer Vater, dir sei Preis und Dank, daß du durch dei V. Gebete. 492 nen eingeborenen Sohn Jesum Christum auch mir armem Sünder die große Hoffnung gegeben hast, daß mir alle meine Sünden vergeben sind aus lauter Gnade, und daß du mich um Jesu willen für fromm und gerecht und für dein liebes Kind willst halten, auch mich zum Erben machen aller deiner himmlischen Güter. D Herr, laß mich nimmermehr aus dieser Gnade fallen und entzünde mein Gemüt mit heiliger Liebe zu dir, daß ich dein eigen sei und du samt dem Sohn und hei: ligen Geist in mir Wohnung machen könnest ewiglich. Dazu segne mir nun auch dein teures Abendmahl, in dem du dich mit mir verbinden wollest auf ewig. Bereite meine Seele vollends ganz zu, daß sie offen stehe als ein reines Gefäß, in das du den ganzen Reichtum deiner Gnade niederlegen kannst. O komm zu mir, mein Jesu, gieb dich mir und nimm mich hin, daß ich nach Leib, Seele und Geist dein heiliges Eigentum sei und du dich an mir verherrlichen könneft auf ewig. Amen. feit für mich machen. O allmächtiger Gott, laß deine Gnadensonne mir in vollem Glanze aufgehen, vertreibe alle Nacht meiner sündlichen Natur und allen Nebel irdischer Gedanken und Zerstreuungen. Laß die Himmelslust deiner Liebe und Gnade mich durch und durch erfrischen und neu beleben und mich inne werden, daß ich dein versöhntes Kind und ein Erbe deiner himmlischen Güter sei. Fülle mich an deinem Gnadentische mit den reichen Gütern deines Hauses. Versiegle mir die vollkommene Vergebung aller meiner Sünden, wie du durch das Amt, das die Versöhnung predigt, sie mir zugesprochen. Stärke meinen Glauben, befestige meine Liebe, gieb mir deinen Frieden und durchdringe mich mit himmlischen Lebenskräften, daß ich einen Vorschmack der Herrlichkeit bekomme, die einst an uns soll geoffenbaret werden. Ja, erfülle an uns allen, die wir zu deinem Tisch treten, deine Verheißung: ,, Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der bleibet in mir und ich in ihm, und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage." Amen. 3. Halleluja! Lobe den Herrn, meine Seele! Dies ist der Tag, den der Herr macht, laßt uns freuen und fröhlich darinnen sein. D Herr, hilf, o Herr, laß wohl gelingen. Hosianna in der Höhe! Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn! Du bist mein Gott, und ich danke dir, mein Gott, ich will dich preisen. Du bist gütig allen, die auf dich hoffen, und richteft auf alle, die Sei mir willkommen, Herr Jesu, niedergeschlagen sind. Darum er mit der edlen Speise deines heihebet dich meine Seele, und mein ligen Leibes, den du mir jetzt unter Geist freuet sich deiner, meines Hei- dem Brote zu essen giebst, wie du landes. In deinem heiligen Mahle ihn für mich in den Tod gegeben wollest du nun bei mir einkehren hast. Das laß mir gedeihen zum und diesen Tag zu einem Gnaden- ewigen Leben. Herr Jesu, dein und Segenstag auf Zeit und Ewig- heiliger Leib stärke und bewahre Während der Kommunion. Jest komme ich betrübter Sünder, Herr Jesu, richte dein liebreiches Auge zu mir, erquicke mich und verstoße den nicht, der zu dir kommt, wie du verheißen hast: ,, Wer zu mir kommt, den will ich nicht hinausstoßen." Amen. - 493 mich in rechtem Glauben zum ewigen in die Tiefe des Meeres, und ich Leben. Amen. bin gewiß, daß mich nunmehr nichts wird scheiden von der Liebe Gottes, die da ist in Christo Jesu, unserm Herrn. Denn durch diese köstliche Speise und Trank ist Christus mein eigen worden mit allen seinen Wohlthaten, die er mir durch sein Blut und Tod erworben hat: so bin ich ihm auch einverleibet und durch den Glauben mit ihm fest und stark verbunden, daß uns nichts von einander scheiden soll. Gieb Gnade, o lieber Vater, daß ich nimmermehr von dir weiche, sondern mein Ge lübde treulich bezahle. Vollführe das gute Werk, das du in mir angefangen hast, bis auf den Tag Jesu Christi und laß mich endlich siten an deinem Tisch in dem Reich deiner Ehre und Herrlichkeit, daß ich dich mit allen Auserwählten ewiglich mag rühmen und preisen durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. V. Gebete. Sei mir willkommen, Herr Jesu, mit dem edlen Tranke deines teuren Blutes, das du mir jetzt unter dem Weine zu trinken giebst, wie du es am Kreuze für mich vergoffen haft zur Vergebung der Sünden. Das laß mir gedeihen zum ewigen Leben. Herr Jesu, dein heiliges Blut stärke und bewahre mich in rechtem Glauben zum ewigen Leben. Amen. - Danksagung nach Empfang des heiligen Abendmahls. 1. Wir bitten, o Herr, von Herzen, daß wir auch mit reinem Gemüte annehmen, was wir mit dem Munde empfangen haben, und daß uns diese zeitliche Gabe gedeihe zur ewigen Arzenei, durch Christum, unsern Herrn. Amen. 2. Dallmächtiger Gott, himmlischer Bater, dir sei Lob, Ehr und Dank, daß du mich nicht allein zum Abendmahl des Lammes berufen und zur himmlischen Hochzeit eingeladen hast, sondern daß du mich auch jetzt so herrlich gespeiset und bewirtet. Du hast mich mit deinen himmlischen Gütern erfüllet und mit Christi, meines Erlösers, Leib und Blut gespeiset und getränket. Nun ist mein Herz genesen, meine arme Seele ist getröstet, und alles, was an mir ist, das ist durch diese heilsame Gabe erquicket und aufgerichtet worden. Ich war müde und schwach, aber nun bin ich gestärkt; ich war verwundet, aber nun bin ich geheilt; ich war voller Schmerzen und Krankheit, aber nun bin ich getröstet. Alle meine Sünden sind zurückgeworfen 3. Barmherziger Gott und Vater, der du überschwenglich thuft über unser Bitten und Verstehen, dich preist meine Seele am Schluß des Gnadentages, den deine grundlose Liebe mir heute geschenket hat. So ist es denn wahr und gewiß, daß du mich nicht lassen willst im Tode, sondern hast dich meiner Seele herzlich angenommen, daß sie nicht verdürbe. O mein Jesu, was hast du mir erworben! So gewiß ich deinen Leib gegessen und dein Blut getrunken habe, so gewiß ist es, daß du mich liebst und mir alle meine Sünden vergeben haft und willst, ich soll ein Kind deines und meines Vaters, ja ein Miterbe deiner Herrlichkeit sein. O mein Jesu, du in mir, ich in dir! Dieses unaussprechliche Gnadenwort verstehe ich noch lange nicht, wie ich auch V. Gebete. 494 den Segen deines Abendmahls erst dengüter. Dein herrliches Königin der Ewigkeit recht einsehen werde. Aber des bin ich gewiß, daß diese innige Vereinigung mit dir mehr ist, als aller Welt Weisheit, Hoheit, Lust, Ehre, Freude und Herrlichkeit. O Herr, mein Gott, du in mir, ich in dir! Laß es ewig so bleiben. Behalte mich in dir, sonst bin ich bald wieder außer dir. So leicht nehmen die irdischen Dinge und Kreaturen mich wieder gefangen, obgleich ich weiß, daß sie mich niemals sättigen und befriedigen können. Nur du giebst Leben und volle Genüge. Darum laffe mir allenthalben bange werden, wo ich dich nicht finde, und bewahre mich, daß ich das hochzeit liche Kleid deiner Gerechtigkeit nicht mit neuen Sünden beflecke. Deine Liebe werde mir täglich süßer, als alle Süßigkeit der Welt. Ach mache mich los auch von ihren feinsten Banden; hilf mir auch von dem flatterhaften und zerstreuten Sinn und führe mich so in dich ein, daß mein ganzes Wesen in dir ruhe und in dir lebe. O Jesu, dein Geist besike mich nun ewiglich! Deine Gnadensonne durchleuchte mich ohne Unterlaß, dein heiliger Leib erhalte mich, dein teures Blut durchdringe mich. Dein Leiden heilige mich, dein Tod erwecke mich zum ewigen Leben, deine Gerechtigkeit zeuge für mich vor dem Vater. Deine Auferstehung verkläre meinen nichtigen Leib, daß er ähnlich werde deinem verklärten Leibe. Deine Himmelfahrt verseke mich in das himmlische Wesen und eröffne mir das Allerheiligste. Dein ewig gültiges Hohepriestertum verleihe mir alle deine himmlischen Gna- Jesu. Amen. reich rette mich von allen meinen Feinden und erhöhe mich in deine Herrlichkeit. In dieser seligen Hoffnung will ich fröhlich meine Augen schließen, einst im Tod, jetzt im Schlaf. Du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Dein Name ist ein festes Schloß, der Gerechte läuft dahin und wird beschirmet. In dieser Burg laß mich und all die Meinen ruhen in dieser Nacht und allezeit. Du bist das Licht, das alle Finsternis erleuchtet, in deine Hände befehle ich meinen Leib und meine Seele, du wollest über mic wachen und treulich für mich sorgen nach allen meinen Bedürfnissen. Ich werfe alle meine Sorgen auf dich. Bei dir ist Freude die Fülle und liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich. Laß auch die Sabbathfreude, die du mir heute geschenkt hast, alle Zeit in meinem Herzen forttönen und entzünde mich mit deiner Liebe, daß ich täglich deines Preises voll sei und ewig rühmen könne, wie freundlich du bist. So bereite mich auf den großen Tag deiner Zukunft, da du herrlich erscheinen wirst mit deinen Heiligen. Da laß mich freudig stehen in deiner Gegenwart unter den flugen Jungfrauen, deren Öl in den Lampen helle brennet und die du aufnimmst in deinen herrlichen Hochzeitsaal. D komme bald, Herr Jesu! Wir sehnen uns nach deiner Erscheinung in dieser letzten betrübten Zeit. Der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es höret, der spreche: Komm, ja komm, Herr 6. Um Glück und 1. Lieber Gott, in meinem Berufe Segen im Berufe. ist dein Wort und Befehl. Darauf gehe ich hin und werfe heute mein V. Gebete. 495 Net aus und lasse dich sorgen, wie Wohlgefallen, denn du bist mein es geraten werde. Ich bitte allein daneben, gieb deinen Segen und das Gedeihen dazu. Amen. 2. Gott, dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Ich weiß ja, mein Gott, daß ich auch berufen bin in deinen Weinberg und die Arbeit zugesagt habe. Ich bitte dich, verleihe mir gesunden Leib bis an mein Ende und stärke mich, daß ich die Last und Hitze meines Berufs willig trage und dir, meinem Herrn, allezeit treu und gewärtig ſei. Mein Herr und mein Gott, ich weiß ja, daß des Menschen Thun nicht steht in seiner Gewalt, und steht in niemandes Macht, wie er wandle und seinen Gang richte. Regiere mich allezeit durch deinen heiligen Geist, daß ich in meinem Be- Weil mir aber die Stunde meirufe stracks vor mich hinsehe und nes Feierabends verborgen ist, so des Meinen treulich warte. Leite lehre mich, daß ich alle Stunden und mich allezeit auf rechtem Wege, daß Augenblicke fertig sei, einen seligen ich nicht wanke weder zur Rechten, Abschied machen, die Welt willig noch zur Linken. Mache meinen Gang laffen, mit Fried und Freuden eingewiß nach deinem Wort und laß schlafen und mit dir und allen Auskein Unrecht über mich herrschen. erwählten den ewigen Ruhe- und Regiere mich allezeit nach deinem Feiertag halten möge. Amen. 7. Um beständigen Glauben. Herr Jesu Christe, ich weiß ja, Ich glaube ja, aber hilf du meiner daß der wahre christliche Glaube und Schwachheit allzeit auf! Laß das das herzliche Vertrauen auf deinen zerstoßene Rohr nicht zerbrechen und Namen eine edle, lautre Gabe Got- den glimmenden Docht nicht austes ist, die gegeben wird denen, die löschen bis an mein Ende, auf daß deinem Worte gehorchen. Ich danke ich dich mit gläubigem Herzen alle dir, daß du dies heilige Licht auch Augenblicke fest halte, mit herzlicher in meinem Herzen angezündet und Zuversicht auf dich gänzlich traue, mir gegeben hast, daß auch ich, ob- mich an deinen himmlischen Gnadenwohl noch mit großer Schwachheit, schäßen allzeit ergötze, Fried und jedoch mit solchem schwachen Glau- Trost daraus empfinde, und alle ben all meine Zuversicht auf dich meine Lust und Freude täglich an allein setze. Mein Heiland, erhalte dir haben möge bis an mein Ende. und mehre in mir meinen Glauben! Amen. 8. Gebete für Kranke und Sterbende. 1. D Herr Jesu Christe, du mein treuer Heiland, Erlöser und Seligmacher, der du gesprochen haft: ,, Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken," auf dieses dein Wort komme ich zu dir, beladen mit großer Schwachheit des Leibes und der Seele. Ich bitte dich von Herzen, erbarme dich meiner und erquicke meine Seele mit deinem Troste. Herr Jesu, dir gebe ich meinen Leib und meine Seele und alles, was ich habe. Du bist mein treuer Heiland, du hast mich durch dein teures Blut erlöset. Dir lebe ich, dir sterbe ich, dein bin ich tot und lebendig. Laß mich mit V. Gebete. 496 Geduld deiner Hilfe warten, auf daß ich deinen Namen loben und dich ewig preisen möge. Amen. 2. Allmächtiger Gott, himmlischer Vater, weil du uns geboten hast und gesprochen: ,, Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du sollst mich preisen," so rufe ich auch zu dir in meiner großen Not durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, und bitte, du wollest mich armen fündigen Menschen nicht verlassen. So nun diese meine Krank heit nicht ist zum Tode, so hilf mir auf, daß ich genese, um deiner Barmherzigkeit willen, auf daß ich deine Macht und Kraft verkündige und preise. Ist es mir aber nüßlicher, aus diesem Leben zu scheiden, so geschehe, Herr Gott, dein gnädiger guter Wille. Verleihe mir nur Gnade, daß ich mich in deinen Willen, der allezeit der beste ist, gänzlich ergebe. Erhalte mich fest im christlichen Glauben und wahrer Erkenntnis bis an mein Ende. Laß mich von dir nimmermehr abgeschieden werden, sondern nimm meine Seele zu dir in dein Reich, durch deinen lieben Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 3. D mein Gott und Vater, nach dem meine Seele verlanget, ich danke dir mit demütigem Herzen für alle deine Wohlthaten, mit welchen du mich in meinem Leben überschüttet hast, und daß du mich als ein Glied deiner Kirche bei deinem heiligen Wort und Sakramenten so gnädig erhalten, behütet und beschirmt haft, mich auch jetzt durch Krankheit und den Tod allgemach bei der Hand nimmst, um mich in dein himmlisches Haus einzuführen. Sei mir ein gnädiger Gott und rechne mir meine vielfältigen Sünden nicht zu, sondern rechne mir zu die Gerechtigkeit Jesu Christi, welche ich mit wahrem Glauben ergreife und laß mich durch ihn, der für mich gestorben und auferstanden ist, ewig selig werden. Dir und deiner väterlichen Gnade befehle ich alles, was ich bin und habe, wie denn auch alles dein ist und ich alles von dir empfangen habe. Ich befehle dir meinen schwachen Lcib, daß du die Schmerzen desselben linderst und ihm helfest zu seiner Ruhe. Ich befehle dir meine seufzende und kämpfende Seele, daß sie von allem Bösen befreit, von den Engeln getragen werde in Abrahams Schoß. Ich befehle dir auch alle die Meinigen; sei du ihr Gott und führe sie zu seiner Zeit auch in dein seliges Reich. Erhöre mich, mein Gott, um Jesu Christi willen. Amen. 4. D mein himmlischer Vater, Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, du Gott alles Trostes, ich danke dir, daß du mir deinen lieben Sohn Jesum Christum geoffenbaret hast, an den ich glaube, den ich bekannt, den ich geliebet und gelobet habe. Ich bitte dich, Herr Jesu Christe, laß dir meine Seele befohlen sein. himmlischer Vater, ob ich schon diesen Leib lassen und aus diesem Leben hinweggerissen werden muß, so weiß ich doch gewiß, daß ich bei dir ewig bleibe und aus deinen Händen mich niemand reißen kann. Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist, du hast mich erlöset, Herr, du treuer Gott. Amen. V. Gebete. 9. Sprüche, einem Sterbenden zuzusprechen. Ob ich schon wanderte im finstern seinem himmlischen Reiche; welchem Thale, fürchte ich kein Unglück, enn sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! du bist bei mir, dein Stecken und Amen. 2. Tim. 4, 8. Stab trösten mich. Psalm 23, 4. Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn. Phil. 1, 21. Fürchte dich nicht, ich habe dich erlöset, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Jef. 43, 1. Der Herr wird dich erlösen von allem Übel und dir aushelfen zu 497 Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet. Psalm 68, 21. Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe. Joh. 11, 25. Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist, du hast mich erlöset, du treuer Gott. Pſalm 31, 6. 10. Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. Herr Gott, himmlischer Vater, Du bist allein die Thür zum wir, deine Kinder, legen diesen Leben, laß sie durch dich eingehen Sterbenden an dein väterliches und selig werden. Sättige sie nun Herz. Tilge alle seine Sünden um mit ewigem Leben und zeige ihr deines Sohnes willen. Laß ihn dein Heil. der kräftigen Fürbitte Jesu genießen in der Stunde seines Todes. Sei du sein Stecken und Stab im finstern Thale des Todes. Erhalte ihn wider die Anklage des Gewissens und stärke ihn wider die Anläufe des Teufels. Öffne ihm die Thür des Himmels und führe ihn aus allem Jammer zur ewigen Freude, durch den Tod ins ewige Leben. Dheiliger Geift, breite deine Flügel aus über diesen deinen Erlösten. Bezeuge ihm die Kindschaft in seinem Herzen und versiegle in ihm das Erbe des ewigen Lebens. Heilige ihn durch und durch und bringe ihn ins Allerheiligste, das droben ist. Heiliger dreieiniger Gott, wir arme Sünder bitten, du wolleft diesem Sterbenden alle Schmerzen Herr Jesu, du Sohn Gottes, wir verkürzen und ihm nach diesem legen diesen Sterbenden in deinen Elende ein Leben in der Ewigkeit Schoß, an dein treues Hirtenherz, geben. Erhöre uns! Erlöse ihn! führe ihn zur ewigen Freude und Erbarme dich! Nimm ihn zu dir Weide. Die Seele, die du mit in deine Herrlichkeit, daß er bei dir deinem Blute erkauft hast, bringe bleibe und dich preise und rühme zum Erbteil der Heiligen im Licht. in Ewigkeit. Amen. 32 498 Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers c. amise prazdanad 10in opu VI. Der kleine Katechismus URUGE Dr. Martin Luthers mit der Haustafel. Das erste Hauptstück. Die zehn Gebote. Das erste Gebot. Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst nicht andere Götter haben neben mir. Was ist das? Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen. Das zweite Gebot. Du sollst den Namen deines Gottes nicht unnützlich führen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen, son dern denselbigen in allen Nöten anrufen, beten, loben und danken. Das dritte Gebot. Du sollst den Feiertag heiligen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten, sondern basselbe heilig halten, gerne hören und lernen. Das vierte Gebot. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß dir's wohl gehe und du lange lebest auf Erden Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsre Eltern und Herren nicht verachten noch erzürnen, sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und wert haben. Das fünfte Gebot. Du sollst nicht töten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid thun, sondern ihm helfen und fördern in allen Leibesnöten. Das sechste Gebot. Du sollst nicht ehebrechen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir keusch und züchtig leben in Worten und Werken, und ein jeglicher sein Gemahl lieben und ehren. Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers 2c. Das zehnte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh oder alles, was sein ist. Das siebente Gebot. Du sollst nicht stehlen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lie ben, daß wir unsers Nächsten Geld und Gut nicht nehmen, noch mit falscher Ware oder Handel an uns bringen, sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen beſſern un und Nahrung helfen bessern und behüten. Das achte Gebot. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verraten, afterreden oder bösen Leumund machen, sondern ihn entschuldiz gen, Gutes von ihm reden und alles zum besten kehren. Das neunte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen und mit einem Schein des Rechten an uns bringen, sondern ihm dasselbige zu behalten förderlich und dienstlich sein. Der erste Artikel. idri), tio molio) 10 pit Von der Schöpfung. dnic Ich glaube an Gott den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erden. 499 Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht sein Weib, Gesinde oder Vieh abspannen, abdringen oder abwendig machen, sondern dieselbigen anhalten, daß sie bleiben und thun, was sie schuldig sind. Der Beschluß. Was sagt nun Gott von diesen Gekoten allen? Das zweite Hauptstück. in Der Glaube. Er sagt also: Ich, der Herr dein Gott, bin ein starker, eifriger Gott, der über die, so mich hassen, die Sünde der Väter heimsucht an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied. Aber denen, so mich lieben und meine Gebote halten, thue ich wohl bis ins taufendste Glied. Was ist das? Gott drohet zu ftrafen alle, die diese Gebote übertreten; darum sollen wir uns fürchten vor seinem Zorn und nicht wider solche Ge bote thun. Er verheißt aber Gnade und alles Gute allen, die solche Gebote halten; darum sollen wir ihn auch lieben und vertrauen und gerne thun nach seinen Geboten. Was ist das? Ich glaube, daß mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch er32* 500 Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers zc. hält; dazu Kleider und Schuh, Effen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Acker, Vieh und alle Güter, mit aller Notdurft und Nahrung des Leibes und Lebens reichlich und täglich versorget, wider alle Fährlichkeit beschirmet und vor allem Übel behütet und bewahret; und das alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohne all mein Verdienst und Würdigkeit; das alles ich ihm zu danken und zu loben, dafür zu dienen und gehorsam zu sein schuldig bin. Das ist gewißlich wahr. Tode und von der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen, teuern Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben, auf daß ich sein eigen sei und in seinem Reiche unter ihm lebe, und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit, gleichwie er ist auferstanden vom Tode, lebet und regieret in Ewigkeit. Das ist gewißlich wahr. Der dritte Artikel. Von der Heiligung. Der zweite Artikel. Von der Erlösung. Ich glaube an Jesum Christum, feinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auf erstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sikend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. Was ist das? Ich glaube, daß Jesus Christus, wahrhaftiger Gott, vom Vater in Ewigkeit geboren, und auch wahrhaftiger Mensch, von der Jungfrau Maria geboren, sei mein Herr, der mich verlornen und verdammten Menschen erlöset hat, erworben, gewonnen von allen Sünden, vom Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben Amen. Was ist das? Ich glaube, daß ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesum Christum, meinen Herrn, glauben oder zu ihm kommen kann, sondern der heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiligt und erhalten, gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden berufet, sammelt, erleuchtet, heiliget und bei Jesu Christo erhält im rechten einigen Glauben; in welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünde reichlich vergiebt, und am jüngsten Tage mich und alle Toten auferwecken wird, und mir samt allen Gläubigen in Christo ein ewiges Leben geben wird. Das ist gewißlich wahr. 1009 Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers 2c. 05 Das dritte Hauptstück. Das Vaterunfer. Die Anrede. Vater unser, der du bist im Himmel. Was ist das? Gott will uns damit locken, daß wir glauben sollen, er sei unser rechter Vater, und wir seine rechten Kinder, auf daß wir getrost und mit aller Zuversicht ihn bitten sollen, wie die lieben Kinder ihren lieben Vater. Die erste Bitte. Geheiliget werde dein Name. Was ist das? Gottes Name ist zwar an ihm selbst heilig; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns heilig werde. Wie geschieht das? Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehret wird, und wir auch heilig als die Kinder Gottes darnach leben. Das hilf uns, lieber Vater im Himmel! Wer aber an ders lehret und lebet, denn das Wort Gottes lehret, der entheiliget unter uns den Namen Gottes. Davor behüte uns, lieber himmlischer Vater! Die zweite Bitte. Dein Reich komme. Was ist das? Gottes Reich kommt wohl ohne unser Gebet von ihm selbst; aber wir bitten in diesem Gebet, daß es auch zu uns komme. 501 Wie geschieht das? Wenn der himmlische Vater uns seinen heiligen Geist giebt, daß wir seinem heiligen Worte durch seine leben, hier zeitlich und dort ewiglich. Gnade glauben und göttlich Die dritte Bitte. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Was ist das? Gottes guter, gnädiger Wille geschieht wohl ohne unser Gebet; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geschehe. Wie geschieht das? Wenn Gott allen bösen Rat und Willen bricht und hindert, ſo uns den Namen Gottes nicht heiligen und sein Reich nicht kommen lassen wollen, als da ist des Teufels, der Welt und unsers Fleisches Wille; sondern stärket und behält uns fest in seinem Wort und Glauben bis an unser Ende. Das ist sein gnädiger und guter Wille. Die vierte Bitte. Unser täglich Brot gieb uns heute. Was ist das? Gott giebt täglich Brot auch wohl ohne unsre Bitte allen bösen Menschen; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er uns erkennen laffe und mit Danksagung empfan: gen unser täglich Brot. 502 Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers ic. Was heißt denn täglich Brot? uns Gott wolle behüten und erdie Welt und unser Fleisch nicht halten, auf daß uns der Teufel, betrüge und verführe in Mißglauben, Verzweiflung und andere große Schande und Laster; und ob wir damit angefochten würden, daß wir doch endlich gewinnen und den Sieg behalten. Alles, was zur Leibes- Nahrung und Notdurft gehört, als Effen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromm Gemahl, fromme Kinder, fromm Gefinde, fromme und getreue Oberherren, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Bucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen. Die fünfte Bitte. Und vergieb uns unsre Schuld, wie wir vergeben unsern Schuldigern. Die siebente Bitte. Sondern erlöse uns von dem Übel. Was ist das? der Wir bitten in diesem Gebet, daß der Vater im Himmel nicht ansehen wolle unsere Sünde, und um der felbigen willen solche Bitte nicht versagen. Denn wir sind der keines wert, das wir bitten, haben's auch nicht verdienet, sondern er wolle uns alles aus Gnaden geben; denn wir täglich viel sündigen und wohl eitel Strafe verdienen. So wollen Der Beschluß. Denn dein ist das Reich und die keit. Amen. wir zwar wiederum auch herzlich Kraft und die Herrlichkeit in Ewigvergeben und gerne wohlthun denen, die sich an uns versündigen. Was ist das? Gott versucht zwar niemand, aber wir bitten in diesem Gebet, daß Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet, als in der Summa, daß uns der Vater im Himmel von allerlei Übel Leibes und der Seele, Gutes und Ehre erlöse, und zuletzt, wenn unser Stündlein kommt, ein seliges Ende beschere, und mit Gnaden von diesem Jammerthal zu sich nehme in den Himmel. Was heißt Amen? Die sechste Bitte. Daß ich soll gewiß sein, solche Und führe uns nicht in Versuchung. angenehm und erhöret; denn er Bitten sind dem Vater im Himmel felbst hat uns geboten, also zu beten, und verheißen, daß er uns will erhören. Amen, Amen, das heißt: Ja, ja, es soll also geschehen. 50noor nade Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers 20. Das vierte Hauptstück. 1810 diss zu Eper 60e #SER wolpe Das Sakrament der heiligen Taufe.diale, day gosp Bum ersten. Was ist die Taufe? Die Taufe ist nicht allein schlecht Wasser, sondern sie ist das Wasser, in Gottes Gebot gefaffet und mit Gottes Wort verbunden. Welches ist denn- solch Wort Gottes? Da unser Herr Christus spricht Matthäi am letten: Gehet hin in alle Welt, lehret alle Heiden und taufet sie im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Bum andern. Was giebt oder nüket die Taufe? Sie wirket Vergebung der Sünden, erlöset vom Tod und Teufel und giebt die ewige Seligkeit allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißung Gottes lauten. Welches sind denn solche Worte und Verheißung Gottes? Da unser Herr Christus spricht Marci am letzten: Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt. 503 Bum dritten. Wie kann Wasser solche große Dinge thun? Glaube, so solchem Wort Gottes im Wasser trauet. Denn ohne Gottes Wort ist das Wasser schlecht Wasser und keine Taufe; aber mit dem Worte Gottes ist es eine Taufe, das ist ein gnadenreich Wasser des Lebens und ein Bad der neuen Geburt im heiligen Geist, wie St. Paulus sagt zum Tito am dritten Kapitel: Gott macht uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Er neuerung des heiligen Geistes, wel chen er ausgegoffen hat über uns reichlich durch Jesum Christum, unbesselbigen Gnade gerecht und Er auf wir durch ben seien des ewigen Lebens nach der Hoffnung; das ist gewißlich wahr. Bum vierten. Was bedeutet denn solch Wassertaufen? Es bedeutet, daß der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße soll ersäufet werden und sterben mit allen Sünden und bösen Lüsten, und wiederum täglich herauskommen und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit vor Gott ewiglich lebe. Wo stehet das geschrieben? St. Paulus zu den Römern am sechsten spricht: Wir sind samt Christo Tod, auf daß, gleichwie Christus durch die Taufe begraben in den ist von den Toten auferwecket durch die Herrlichkeit des Vaters, also dern das Wort Gottes, so mit sollen auch wir in einem neuen und bei dem Wasser ist, und der Leben wandeln. Wasser thut's freilich nicht, son 504 Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers 2c. Das fünfte Hauptstück. Das Sakrament des Altars. Sakrament Vergebung der Sünden, Altars? im Leben und Seligkeit durch solche Worte gegeben wird; denn wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. Was ist das Sakrament des Es ist der wahre Leib und Blut unsers Herrn Jesu Christi, unter dem Brot und Wein uns Christen zu essen und zu trinken, von Christo selbst eingesetzt. Was nütt denn solch Essen und Trinken? Wie kann leiblich Essen und Trinken solche große Dinge thun? Wo stehet das geschrieben? So schreiben die heiligen Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und St. Paulus: Unser Herr Jesus Christus in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankete und brach's und gab's seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und effet; das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches thut zu meinem Gedächtnis. Desselbigengleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankete und gab ihnen den und Wer empfängt denn solch Saframent würdiglich? sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus; dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch vergoffen wird zur Vergebung der Sünden. Solches thut, so oft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis. astig Effen und Trinken thut's freilich nicht, sondern die Worte, so da stehen: Für euch gegeben und vers gossen zur Vergebung der Sünden. Welche Worte sind neben dem leiblichen Effen und Trinken als das Hauptstück im Sakrament; und wer denselbigen Worten glaubet, der hat, was sie sagen und wie sie lauten, nämlich Vergebung der Sünden. Das zeigen uns diese Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden. Nämlich, daß uns im Herzen. ist wohl eine feine äußerliche Fasten und leiblich sich bereiten Zucht, aber der ist recht würdig und wohl geschickt, wer den Glauben hat an diese Worte: Für euch Vergebung der Sünden. Wer gegeben und vergossen zur aber diesen Worten nicht glaubet oder zweifelt, der ist unwürdig und ungeschickt; denn das Wort: Für euch" fordert eitel gläubige St 48 Das Lehrstück von der Beichte. Was ist die Beichte? Absolution oder Vergebung vom Die Beichte begreift zwei Stücke Beichtiger empfahe als von Gott in sich: eines, daß man die Sünde selbst, und ja nicht daran zweifle, bekenne, das andere, daß man die sondern fest glaube, die Sünden Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers 2. seien dadurch vergeben vor Gott im Himmel. In Welche Sünden soll man beichten? Vor Gott soll man sich aller Sünden schuldig geben, auch die wir nicht erkennen, wie wir im Vater unser thun; aber vor dem Beichtiger sollen wir allein die Sünden bekennen, die wir wissen und fühlen im Herzen. Das Lehrstück vom Was ist das Amt der Schlüssel? Das Amt der Schlüssel ist die sonderbare Kirchengewalt, die Christus seiner Kirche auf Erden hat gegeben, den bußfertigen Sündern die Sünde zu vergeben, den unbußfertigen aber die Sünde zu behalten, solange sie nicht Buße thun. Wo stehet das geschrieben? So schreibt der heilige Evangelist Johannes im zwanzigsten Kapitel: Der Herr Jesus blies seine Jünger an und sprach zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden er Den Biſchöfen, Pfarrherren und Predigern. Ein Bischof soll unsträflich sein, eines Weibes Mann, nüchtern, sittig, 505 Welche sind die? Da siehe deinen Stand an nach den zehn Geboten, ob du Vater, Mutter, Sohn, Tochter, Herr, Frau, Knecht, Magd seist; ob du ungehorsam, untreu, unfleißig, zornig, unzüchtig, hässig gewesen seist; ob du jemand Leid gethan haft mit Worten oder Werken; ob du gestohlen, versäumet, verwahrloset oder Schaden gethan hast. Amt der Schlüssel. lasset, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Was glaubst du bei diesen Worten? Dr. Martin Luthers Haustafel etlicher Sprüche für allerlei christliche Stände. Diener Christi aus seinem göttlichen Ich glaube, was die berufenen Befehl mit uns handeln, sonderlich wenn sie die öffentlichen und unbußfertigen Sünder von der christlichen Gemeinde ausschließen und die, so ihre Sünden bereuen und sich beffern wollen, wiederum entbinden, daß es also kräftig und gewiß sei, auch im Himmel, als handelte es unser lieber Herr Christus mit uns selber. mäßig, gaſtfrei, lehrhaftig, nicht ein Weinsäufer, nicht beißig, nicht unehrliche Hantierung treiben, sondern gelinde, nicht haderhaftig, nicht geizig, der seinem eigenen Hause 506 Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers ac. Den Eltern. wohl vorstehe, der gehorsame Kinder habe, mit aller Ehrbarkeit, nicht ein Neuling, der ob dem Worte halte, das gewiß ist, und lehren kann, auf daß er mächtig sei zu ermahnen durch die heilsame Lehre und zu strafen die Widersacher. In der ersten Epistel zu Timoth. am dritten Kapitel. nicht zu Zorn, daß sie nicht scheu Ihr Väter, reizet eure Kinder der Zucht und Vermahnung zu dem werden, sondern ziehet sie auf in Herrn. Zun Ephefern am sechsten Kapitel. Von weltlicher Obrigkeit. Jedermann sei unterthan der Obrigkeit; denn die Obrigkeit, so allenthalben ist, ist von Gott geordnet. Wer aber der Obrigkeit widerstrebet, der widerstrebet Gottes Ordnung; wer aber widerstrebet, wird sein Urteil empfahen. Denn sie trägt das Schwert nicht umsonst, fie ist Gottes Dienerin, eine Räche rin zur Strafe über die, so Böses thun. Zun Römern am dreizehnten Kapitel. Den Ehemännern. Ihr Männer, wohnet bei euren Weibern mit Vernunft nd gebet dem weiblichen als dem schwächsten Werkzeuge seine Ehre, als Miterben der Gnade des Lebens; auf daß euer Gebet nicht verhindert werde. In der ersten Epistel Petri am dritten Kapitel. Und seid nicht bitter gegen sie. Zun Kollossern am dritten Kapitel. Den Ehefrauen. Die Weiber seien unterthan ihren Männern, als dem HErrn; wie Sara Abraham gehorsam war und hieß ihn Herr, welcher Töchter ihr worden seid, so ihr wohl thut und nicht so schüchtern seid. In der ersten Epistel Petri am dritten Kapitel. Den Kindern. Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem HErrn; denn das ist billig. Ehre Vater und Mutter, das ist das erste Gebot, das Verheißung hat, nämlich, daß dir's wohlgehe und du lange lebest auf Erden. Zun Ephesern am sechsten Kapitel. Den Knechten, Mägden, Tagelöhnern und Arbeitern. Ihr Knechte, seid gehorſam euren leiblichen Herren, mit Furcht und Zittern, in Einfältigkeit eures Herzens, als Christo selbst, nicht mit Dienst allein vor Augen, als Menschen zu gefallen, sondern als die Knechte Christi, daß ihr solchen Willen Gottes thut von Herzen mit gutem Willen. Laßt euch dünken, daß ihr dem HErrn und nicht den Menschen dienet; und wisset, was ein jeglicher Gutes thut, das wird er empfahen, er sei Knecht oder frei. Den Hausherren und Hausfrauen. Ihr Herren, thut auch dasselbige gegen ihnen und lasset euer Dräuen und wisset, daß ihr auch einen HErrn kein Ansehen der Person. Ephes. 6. im Himmel habt und ist bei ihm Der gemeinen Jugend. Ihr Jungen, seid den Alten unterthan und beweiset darin die Demut; denn Gott widerstehet den Hoffärtigen, aber den Demütigen 4440 Die 21 Artikel des Glaubens zc. 507 giebt er Gnade. So demütiget euch tot. In der ersten Epistel zu Tinun unter die gewaltige Hand motheo am fünften Kapitel. Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. In der ersten Epistel Petri am fünften Kapitel. Den Witwen. Welche eine rechte Witwe und einsam ist, die stellet ihre Hoffnung auf Gott und bleibet am Gebet Tag und Nacht. Welche aber in Wollüften lebet, die ist lebendig Der Gemeine. Liebe deinen Nächsten als dich selbst. In dem Wort sind alle Ge bote verfasset; zun Römern am dreizehnten Kapitel. Und haltet an mit Beten für alle Menschen; in der ersten Epistel zu Timotheo Kap. 2. Ein jeder lern sein Lektion, So wird es wohl im Hause ftohn. VII. Die 21 Artikel des Glaubens und der Lehre der Augsburgischen Konfession. Der I. Artikel. Don Gott. find, als Manichaei, die zween Götter gesetzt haben, einen bösen und einen guten. Stem Valentiniani, Erstlich wird einträchtiglich ge- Ariani, Eunomiani, Mahometisten, lehret und gehalten, laut des Be- und alle dergleichen, auch Samosaschluffes Concilii Nicaeni, daß ein teni, alte und neue, so nur Eine einig göttlich Wesen sei, welches Person setzen und von diesen zweien: genannt wird und wahrhaftiglich ist ,, Wort und heiligem Geist", Sophi Gott, und sind doch drei Personen sterei machen und sagen, daß es in demselbigen einigen göttlichen nicht müssen unterschiedene Personen Wesen, gleich gewaltig, gleich ewig, sein, sondern Wort bedeute leiblich Gott Vater, Gott Sohn, Gott hei- Wort oder Stimme und der heilige liger Geist; alle drei Ein göttlich Geist sei erschaffene Regung in KreaWesen, ewig, ohne Stück, ohne End, turen. unermeßlicher Macht, Weisheit und Güte, ein Schöpfer und Erhalter aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge. Und wird durch das Wort Persona verstanden nicht ein Stück, nicht eine Eigenschaft in einem andern, sondern das selbst besteht, wie denn die Väter in dieser Sache dies Wort gebraucht haben. Derhalben werden verworfen alle Ketzereien, so diesem Artikel zuwider Der II. Artikel. Von der Erbsünde. Weiter wird bei uns gelehrt, daß nach Adams Fall alle Menschen, so natürlich geboren werden, in Sünden empfangen und geboren werden, das ist, daß sie alle von Mutterleib an voller böser Lust und Neigung sind und keine wahre Die 21 Artikel des Glaubens 2c. Gottesfurcht, keinen wahren Glau- richten die Lebendigen und die Toben an Gott von Natur haben kön- ten 2c. laut des Symboli Apostonen; daß auch dieselbige angeborne lorum. Seuche und Erbsünde wahrhaftiglich Sünde sei und verdamme alle diejenigen unter ewigen Gottes Zorn, so nicht durch die Taufe und heiligen Geist wiederum neu geboren werden. 508 Sieneben werden verworfen die Pelagianer und andere, so die Erbfünde nicht für Sünde halten, damit sie die Natur fromm machen durch natürliche Kräfte, zu Schmach dem Leiden und Verdienst Christi. Der III. Artikel. Von dem Sohne Gottes. Item es wird gelehrt, daß Gott der Sohn sei Mensch worden, geboren aus der reinen Jungfrau Maria, und daß die zwo Naturen, göttliche und menschliche, in Einer Person, also unzertrennlich vereinigt, Ein Christus sind, welcher wahrer Gott und Mensch ist, wahrhaftig geboren, gelitten, gefreuziget, ge storben und begraben, daß er ein Opfer wäre nicht allein für die Erbsünde, sondern auch für alle andere Sünde und Gottes Zorn versöhnete. Item, daß derselbige Christus sei abgestiegen zur Hölle, wahrhaftig am dritten Tage von den Toten auferstanden, aufgefahren gen Himmel, sigend zur Rechten Gottes, daß er ewig herrsche über alle Kreaturen und regiere, daß er alle, so an ihn glauben, durch den heiligen Geist heilige, reinige, stärke und tröste, ihnen auch Leben und allerlei Gaben und Güter austeile, und wider den Teufel und wider die Sünde schüße und beschirme. Item, daß derselbige Herr Christus endlich wird öffentlich kommen, zu Der Artikel. Von der Rechtfertigung. Weiter wird gelehrt, daß wir Vergebung der Sünden und Gerechtigkeit vor Gott nicht erlangen mögen durch unser Verdienst, Werk und Genugthun, sondern daß wir Vergebung der Sünden bekommen und vor Gott gerecht werden aus Gnaden, um Christus willen, durch den Glauben, so wir glauben, daß Christus für uns gelitten hat und daß uns um seinetwillen die Sünde vergeben, Gerechtigkeit und ewiges Glauben will Gott für GerechtigLeben geschenkt wird. Denn diesen keit vor ihm halten und zurechnen, wie St. Paulus sagt zun Römern am 3. und 4. Der V. Artikel. Vom Predigtamt. Solchen Glauben zu erlangen, hat Gott das Predigtamt eingesett, Evangelium und Sa kramente gegeben, dadurch er, als durch Mittel, den heiligen Geist giebt, welcher den Glauben, wo und wenn er will, in denen, so das Evangelium hören, wirket, welches da lehret, daß wir durch Christus Verdienst, nicht durch unser Verdienst, einen gnädigen Gott haben, so wir solches glauben. und werden verdammt die Wiedertäufer und andere, ſo lehren, daß wir ohne das leibliche Wort des Evangelii den heiligen Geist durch eigene Bereitung, Gedanken und Werke erlangen. Die 21 Artikel des Glaubens 2c. Der VI. Artikel. Dom neuen Gehorsam. Auch wird gelehrt, daß solcher Glaube gute Früchte und gute Werke bringen soll, und daß man müsse gute Werke thun, allerlei, so Gott geboten hat, um Gottes willen, doch nicht auf solche Werke zu vertrauen, dadurch Gnade vor Gott zu verdienen. Denn wir em pfahen Vergebung der Sünde und Gerechtigkeit durch den Glauben an Christum, wie Christus selbst spricht: So ihr dies alles gethan habt, sollt ihr sprechen: Wir sind un tüchtige Knechte. Also lehren auch die Väter. Denn Ambrosius spricht: ,, Also ist's beschlossen bei Gott, daß wer an Christum glaubt, selig sei, und nicht durch Werke, sondern allein durch den Glauben, ohne Verdienst, Vergebung der Sünden habe." Der VII. Artikel. Von der Kirche. 509 wie ihr berufen seid zu einerlei Hoffnung eures Berufs, Ein Herr, Ein Glaube, Eine Taufe. Der VIII. Artikel. Was die Kirche sei? Item, wiewohl die christliche Kirche eigentlich nichts anders ist, denn die Versammlung aller Gläubigen und Heiligen, jedoch dieweil in diesem Leben viel falscher Chriſten und Heuchler sind, auch öffentliche Sünder unter den Frommen bleiben, so sind die Sakramente gleichwohl kräftig, obschon die Priester, dadurch sie gereicht werden, nicht fromm sind, wie denn Christus selbst anzeigt: Auf dem Stuhl Mosis sitzen die Pharisäer zc. Derhalben werden die Donatiſten und alle anderen verdammt, so anders halten. Der IX. Artikel. Von der Taufe. Von der Taufe wird gelehrt, daß sie nötig sei und daß dadurch Gnade angeboten werde; daß man auch die Kinder taufen soll, welche durch solche Taufe Gott überantwortet und gefällig werden. Derhalben werden die Wieders täufer verworfen, welche lehren, daß die Kindertaufe nicht recht sei. Es wird auch gelehrt, daß alle Zeit müsse Eine heilige christliche Kirche sein und bleiben, welche ist die Versammlung aller Gläubigen, bei welchen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente laut des Evangelii gereicht werden. Denn dieses ist genug zu wahrer Der X. Artifel. Einigkeit der christlichen Kirche, daß Vom heiligen Abendmahl. da einträchtiglich nach reinem Verstand das Evangelium gepredigt Vom Abendmahl des Herrn und die Sakramente dem göttlichen wird also gelehrt, daß wahrer Worte gemäß gereicht werden. Und Leib und Blut Christi wahrist nicht not zu wahrer Einigkeit haftiglich unter der Gestalt der christlichen Kirche, daß allent des Brots und Weins im halben gleichförmige Ceremonien, Abendmahl gegenwärtig sei von den Menschen eingesett, gehal- und da ausgeteilt und genomten werden, wie Paulus spricht men wird. Derhalben wird auch Ephef. 4.: Ein Leib, Ein Geist, die Gegenlehre verworfen. 510 Die 21 Artikel des Glaubens 2c. Der XI. Artikel. Von der Beichte. Von der Beichte wird also gelehrt, daß man in der Kirche privatam absolutionem erhalten und nicht fallen lassen soll; wiewohl in der Beicht nicht not ist, alle Missethat und Sünden zu erzählen, die weil doch solches nicht möglich ist, Psalm 19: Wer kennet die Misse: that. Der XII. Artikel. Von der Buße. Von der Buße wird gelehrt, daß diejenigen, so nach der Taufe gefündigt haben, zu aller Zeit, so sie zur Buße kommen, mögen Vergebung der Sünde erlangen und ihnen die Absolution von der Kirche nicht soll geweigert werden. Und ist wahre, rechte Buße eigentlich Reu und Leid oder Schrecken haben über die Sünde und doch daneben glauben an das Evangelium und Absolution, daß die Sünde vergeben und durch Christum Gnade erwor ben welcher Glaube wiederum das Herz tröstet und zufrieden macht. Darnach soll auch Besserung folgen, und daß man von Sünden laffe; denn dies sollen die Früchte der Buße sein, wie Johannes spricht Matth. 3: Wirket rechtschaffene Früchte der Buße. Hie werden verworfen die, so lehren, daß diejenigen, so einst sind fromm worden, nicht wieder fallen mögen. Dagegen werden auch verdammt die Novatiani, welche die Absolution denen, so nach der Taufe gesündigt hatten, weigerten. Auch werden die verworfen, so nicht lehren, daß man durch Glau: ben Vergebung der Sünde erlange, sondern durch unser Genugthun. dns no Der XIII. Artikel. Vom Gebrauch der Sakramente. Vom Brauch der Sakramente wird gelehrt, daß die Sakramente eingesetzt sind, nicht allein darum, daß sie Zeichen seien, dabei man äußerlich die Christen kennen möge, sondern daß es Zeichen und Zeugnisse sind göttlichen Willens gegen uns, unsern Glauben dadurch zu erwecken und zu stärken; derhalben sie auch Glauben fordern und dann recht gebraucht werden, so man's im Glauben empfähet und den Glauben dadurch stärkt. Der XIV. Artikel. Vom Kirchenregiment. Vom Kirchenregiment wird gelehrt, daß niemand in der Kirche öffentlich lehren oder predigen oder Sakramente reichen soll, ohne or dentlichen Beruf. Der XV. Artikel. Von Kirchenordnungen. Von Kirchenordnungen, von Menschen gemacht, lehrt man die jenigen halten, so ohne Sünde mögen gehalten werden, und zu Frieden, zu guter Ordnung in der Kirche dienen, als: gewisse Feier, Feste und dergleichen. Doch ge= schieht Unterricht dabei, daß man die Gewissen nicht damit beschweren soll, als sei solch Ding nötig zur Seligkeit. Darüber wird gelehrt, daß alle Sakungen und Tradition, von Menschen dazu gemacht, daß man dadurch Gott versöhne und Gnade verdiene, dem Evangelio und der Lehre vom Glauben an Christum entgegen sind. Derhalben sind Klostergelübde und andere Tradition von Unterschied der Speise, Tag 2c., dadurch man N Die 21 Artikel des Glaubens 2c. 511 vermeint, Gnade zu verdienen und so der Obrigkeit Gebot ohn Sünde für Sünde genug zu thun, untüchtig nicht geschehen mag, soll man Gott und wider das Evangelium. mehr gehorsam sein denn den Menschen. Actor. IIII. Der XVI. Artikel. Von dem weltlichen Regiment. Von Polizei und weltlichem Regiment wird gelehrt, daß alle Obrigkeit in der Welt und geordnete Regimente und Gesetze, gute Ordnung, von Gott geschaffen und eingesetzt sind, und daß Christen mögen in Obrigkeit, Fürsten- und Richter- Amt ohne Sünde sein, nach kaiserlichen und andern üblichen Rechten Urteil und Recht sprechen, Übelthäter mit dem Schwert strafen, rechte Kriege führen, streiten, kaufen und verkaufen, aufgelegte Eide thun, Eignes haben, ehelich sein 2c. Hie werden verdammt die Wieder täufer, so lehren, daß der Obangezeigten keines christlich sei. Auch werden diejenigen verdammt, so lehren, daß christliche Vollkommenheit sei, Haus und Hof, Weib und Kind leiblich verlassen und sich der vorberührten Stücke äußern, so doch dies allein rechte Vollkommenheit ist: rechte Furcht Gottes und rechter Glaube an Gott. Denn das Evangelium lehrt nicht ein äußerlich, zeitlich, sondern innerlich, ewig Wesen und Gerechtigkeit des Herzens, und stößt nicht um weltlich Regiment, Polizei und Ehestand, sondern will, daß man solches alles halte, als wahrhaftige Gottesordnung, und in solchen Ständen christliche Liebe und rechte gute Werke, ein jeder nach seinem Beruf, beweise. Derhalben sind die Christen schuldig, der Obrigkeit unterthan und ihren Geboten gehorsam zu sein, in allem, so ohne Sünde geschehen mag. Denn Der XVII. Artikel. Von der Wiederkunft Chrifti zum Gericht. Auch wird gelehrt, daß unser Herr Jesus Christus am jüngsten Tage kommen wird, zu richten, und alle Toten auferwecken, den Gläubigen und Auserwählten ewiges Leben und ewige Freude geben, die gottlosen Menschen aber und die Teufel in die Hölle und ewige Strafe verdammen. Derhalben werden die Wiedertäufer verworfen, so lehren, daß die Teufel und verdammten Menschen nicht ewige Pein und Qual haben werden. Item, hie werden verworfen etliche jüdische Lehren, die sich auch jekund ereignen, daß vor der Auferstehung der Toten eitel Heilige, Fromme ein weltlich Reich haben und alle Gottlosen vertilgen werden. Der XVIII. Artikel. Vom freien Willen. Vom freien Willen wird gelehrt, daß der Mensch etlicher Maßen einen freien Willen hat, äußerlich ehrbar zu leben und zu wählen unter denen Dingen, so die Vernunft begreift. Aber ohne Gnad, Hilfe und Wirkung des heiligen Geis stes vermag der Mensch nicht, Gott gefällig zu werden, Gott herzlich zu fürchten, oder zu glauben, oder die angeborne böse Lust aus dem Herzen zu werfen, sondern sol ches geschieht durch den heiligen Geist, welcher durch Gottes Wort gegeben wird; denn Paulus spricht 512 Die 21 Artikel des Glaubens 2c. 1. Kor. 2: Der natürliche Mensch Joh. 8: Der Teufel redet Lüvernimmt nichts vom Geist gen aus seinem Eigenen. Gottes. Und damit man erkennen möge, daß hierin keine Neuigkeit gelehrt werde, so sind das die klaren Worte Augustini vom freien Willen, wie jezund hiebei geschrieben aus dem 3. Buch Hypognosticon: " 1 Wir bekennen, daß in allen Menschen ein freier Wille ist; denn sie haben je alle natürlichen, angebor: nen Verstand und Vernunft, nicht daß sie etwas vermögen mit Gott zu handeln, als: Gott von Herzen zu lieben, zu fürchten; sondern allein in äußerlichen Werken dieses Lebens haben sie Freiheit, Gutes oder Böses haben sie Freiheit, Gutes oder Böses zu wählen. Gut mein ich, das die Natur vermag, als: auf dem Acker zu arbeiten oder nicht, zu effen, zu trinken, zu einem Freunde zu gehen oder nicht, ein Kleid an- oder auszuthun, zu bauen, ein Weib zu nehmen, ein Handwerk zu treiben und dergleichen etwas Nützliches und Gutes zu thun, welches alles doch ohne Gott nicht ist, noch bestehet, sondern alles aus ihm und durch ihn ist. Dagegen kann der Mensch auch Böses aus eigner Wahl vornehmen, als vor einem Abgott niederzuknieen, einen Totschlag zu thun 2c." Der XIX. Artikel. Von Ursach der Sünden. Von Ursach der Sünden wird bei uns gelehrt, daß, wiewohl Gott der Allmächtige die ganze Natur geschaffen hat und erhält, so wirket doch der verkehrte Wille die Sünde in allen Bösen und Verächtern Gottes, wie denn des Teufels Wille ist und aller Gottlosen, welcher alsbald, so Gott die Hand abgethan, sich von Gott zum Argen gewandt hat, wie Christus spricht Der XX. Artikel. Dom Glauben und guten Werken. Den Unsern wird mit Unwahrheit aufgelegt, daß sie gute Werke verbieten; denn ihre Schriften von Zehn Geboten und andere beweisen, den und Werken guten nüßlichen daß sie von rechten christlichen StänBericht und Ermahnung gethan haben, davon man vor dieser Zeit in allen Predigten auf kindische, unwenig gelehrt hat, sondern allermeist nötige Werke, als Rosenkränze, Heiligendienst, Mönchewerden, Wallfahrten, gesetzte Fasten, Feier, Brüderschaften 2c. getrieben. Solche unWiderpart nun nicht mehr ſo hoch, nötige Werke rühmt auch unser als vor Zeiten; dazu haben sie auch den, davon sie doch in Vorzeiten gelernet, nun vom Glauben zu regar nichts gepredigt haben; lehren aus Werken gerecht werden vor Gott, dennoch nun, daß wir nicht allein sondern setzen den Glauben an Christum dazu, sprechen: Glauben und Werke machen uns gerecht vor Gott, welche Rede mehr Trostes bringen mag, denn so man allein lehrt, auf Werke zu vertrauen. Dieweil nun die Lehre vom Glauben, die das Hauptstück ist im christlichen Wesen, so lange Zeit, wie man bekennen muß, nicht getrieben worden, sondern allein Werklehre an allen Orten gepredigt, ist davon durch die Unsern solcher Unterricht geschehen: Erstlich daß uns unsere Werke nicht mögen mit Gott versöhnen und Gnade erwerben, sondern solches geschieht allein durch den Glauben, so man glaubt, daß uns um Christus willen die Die 21 Artikel des Glaubens c. 513 Sünden vergeben werden, Denn etliche hat das Gewissen in welcher allein der Mittler ist, die Klöster gejagt, der Hoffnung, den Vater zu versöhnen. Wer daselbst Gnade zu erwerben durch nun vermeinet, solches durch Werke Klosterleben; etliche haben andere auszurichten und Gnade zu verdie- Werke erdacht, damit Gnade zu vernen, der verachtet Christum und dienen und für Sünde genug zu suchet einen eignen Weg zu Gott wider das Evangelium. thun. Derselbigen viel haben erfahren, daß man dadurch nicht ist zu Frieden kommen. Darum ist not gewesen, diese Lehre vom Glauben an Christum zu predigen und fleißig zu treiben, daß man wisse, daß man allein durch den Glauben ohne Verdienst Gottes Gnade ergreift. Es geschieht auch Unterricht, daß man hie nicht von solchem Glauben redet, den auch die Teufel und Gottlosen haben, die auch die Historien glauben, daß Christus ge litten habe und auferstanden sei von den Toten, sondern man redet vom wahren Glauben, der da glaubt, daß wir durch Christum Gnade und Vergebung der Sünde erlangen. Und wer nun weiß, daß er einen gnädigen Gott durch Christum hat, kennt also Gott, ruft ihn an und ist nicht ohne Gott, wie die Heiden. Denn der Teufel und Gottloſe glauben diesen Artikel ,, Vergebung der Sünde" nicht; darum sind sie Gott feind, können ihn nicht anrufen, nichts Gutes von ihm hoffen. Und also, wie jetzt angezeigt ist, redet die Schrift vom Glauben und heißet nicht Glauben ein solches Wissen, das Teufel und gottlose Menschen haben. Denn also wird vom Glauben gelehrt zu den He bräern am 11., daß Glauben sei nicht allein die Historien wissen, sonDiesen Trost hat man vor Zei- dern Zuversicht haben zu Gott, ten nicht getrieben in Predigten, seine Zusage zu empfahen. Und sondern die armen Gewissen auf Augustinus erinnert uns auch, daß eigne Werke getrieben und sind wir das Wort Glauben in der mancherlei Werke vorgenommen. Schrift verstehen sollen, daß es 33 Diese Lehre vom Glauben ist öffentlich und klar im Paulo an vielen Orten gehandelt, sonderlich zu den Ephesern am 2.: Aus Gnaden seid ihr selig worden, durch den Glauben, und das felbige nicht aus euch, sondern es ist Gottes Gabe, nicht aus Werken, damit sich niemand rühme 2c. Und daß hierin kein neuer Verstand eingeführt sei, kann man aus Augustino beweisen, der diese Sache fleißig handelt und auch also lehrt, daß wir durch den Glauben an Christum Gnade erlangen und vor Gott gerecht werden, und nicht durch Werke, wie sein ganzes Buch de Spiritu et Litera ausweist. Wiewohl nun diese Lehre bei unversuchten Leuten sehr verachtet wird, so befindet sich doch, daß sie den blöden und erschrockenen Gewissen sehr tröstlich und heilsam ist. Denn das Gewissen kann nicht zu Ruhe und Frieden kommen durch Werke, sondern allein durch Glauben, so es bei sich gewißlich schließt, daß es um Christus willen einen gnädigen Gott habe, wie auch Paulus spricht Röm. 5: So wir durch den Glauben sind gerecht worden, haben wir Ruhe und Friede mit Gott. Die 21 Artikel des Glaubens 2c. 514 heiße Zuversicht zu Gott, daß er uns gnädig sei, und heiße nicht allein solche Historien wissen, wie auch die Teufel wissen. Ferner wird gelehrt, daß gute Werke sollen und müssen geschehen, nicht daß man darauf vertraue, Gnade damit zu verdienen, sondern um Gottes willen und Gott zu Lob. Der Glaube ergreift allzeit allein Gnade und Vergebung der Sünde. Und dieweil durch den Glauben der heilige Geist gegeben wird, so wird auch das Herz geschickt, gute Werke zu thun; denn zuvor, dieweil es ohne den heiligen Geist, so ist es zu schwach, dazu ist es ins Teus fels Gewalt, der die arme menschliche Natur zu viel Sünden treibt, wie wir sehen in den Philosophen, welche sich unterstanden, ehrlich und unsträflich zu leben, haben aber den noch solches nicht ausgerichtet, sondern sind in viel große, öffentliche Sünde gefallen. Also geht es mit dem Menschen, so er außer dem rechten Glauben ohne den heiligen Geist ist und sich allein durch eigne menschliche Kräfte regiert. hohe und rechte Werke mögen nicht geschehen ohne die Hilfe Chrifti, wie Er selbst spricht Joh. 15: Ohne mich könnt ihr nichts thun 2c. Der XXI. Artikel. Vom Dienst der Heiligen. Vom Heiligendienst wird von den Unsern also gelehrt, daß man der Heiligen gedenken soll, auf daß wir unsern Glauben stärken, so wir sehen, wie ihnen Grade widerfahren, auch wie ihnen durch Glauben geholfen ist; dazu, daß man Erempel nehme von ihren guten Werken, ein jeder nach seinem Beruf, gleichwie die kaiserliche Majestät seliglich und göttlich dem Exempel Davids folgen mag, Kriege wider den Türken zu führen; denn beide sind sie in königlichem Amt, welches Schutz und Schirm ihrer Unterthanen fordert. Durch Schrift aber mag man nicht beweisen, daß man die Heiligen anrufen oder Hilfe bei ihnen suchen soll; denn es ist allein ein einiger Versöhner und Mittler gejest zwischen Gott und den Menschen, Jesus Christus 1. Tim. 2, welcher ist der einige Heiland, der einige oberste Priester, Gnadenstuhl und Fürsprecher vor Gott, Röm. 8. Und der hat allein zugesagt, daß er unser Gebet erhören wolle. Das ist auch der höchste Gottesdienst nach der Schrift, daß man denselbigen Jesum Christum in allen Nöten und Anliegen non Herzen suche und anrufe. 1. Joh. 2: So jemand sündiget, haben wir einen Fürsprecher bei Gott, der gerecht ist, JeDerhalben ist die Lehre vom Glauben nicht zu schelten, daß sie gute Werke verbiete, sondern vielmehr zu rühmen, daß sie lehre, gute Werke zu thun, und Hilfe anbiete, wie man zu guten Werten kommen möge. Denn außer dem Glauben und außerhalb Christo ist menschliche Natur und Vermögen viel zu schwach, gute Werke zu thun, Gott anzurufen, Geduld zu haben im Leiden, den Nächsten zu lieben, befohlene Ämter fleißig auszurichten, gehorsam zu sein, böse Lust zu meiden. Solche sum zc. FA Inches 1 Centimetres Blue , 1 2 3 2 Cyan 5 ¹6 17 Farbkarte# 13 Green 3 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 ( O 6 15 White 116 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8