O G Buchbinderei und Papier- Handlung von C. B. Kuhnke, Jacobshagen. дв 1376 Pommerscher neu aufgerichteter Sing-, Bet-, Sob- und Dank- Altar, oder vollständiges Gejang Buch, darin nunmehr Ein Tausend Vier Hundert und Neun Lieder nebst nüßlichen Gebeten enthalten. Neue von der pommerschen Provinzial- Synode gebilligte und vom Königlichen Konsistorium der Provinz Pommern genehmigte Ausgabe. Stargard in Pommern. Gedruckt und verlegt von F. Hendeß. 1887. woul Vorrede zu der neuen Ausgabe des Stargarder Gesangbuchs. Anser liebes, schon unsern Boreltern wertes Stargarder Gesangbuch hat seit 1747, in welchem Jahre von den damaligen Stargarder Ministerio eine neue Ausgabe veranstaltet wurde, keine durchgreifende Revision seines Tertes und seiner Melodien erfahren; nur seine äußere Gestalt wurde im Jahre 1859 durch die Anfügung des zweiten verbesserten Anhangs, welcher auf Anordnung des Königlichen Konsistoriums der Provinz Pommern dem Gesangbuch beigegeben wurde, verändert. Um jedoch die mit der Zeit eingedrungenen Druck- und Sprachfehler, sowie auch einige veraltete Wortformen zu beseitigen und zugleich die über den einzelnen Liedern angegebenen Melodien zum Teil durch andere zu erseßen, war gegenwärtig eine Revision ein dringendes Bedürfnis geworden. Die hier vorliegende revidierte Ausgabe ist zugleich um ein Melodienregister und um einen dritten Anhang vermehrt worden. Der lettere enthält, nach dem Kirchenjahr geordnet, eine Reihe von Liedern, die schon vielfach in Kirche, Schule und Haus eingebürgert sind und von vielen ungern im Gesangbuch vermißt wurden. In solcher Gestalt hat nun diese neue Ausgabe unsers Gesangbuchs die Billigung der vierten ordentlichen pommerschen Provinzial- Synode und die Genehmigung des Königlichen Konfiftoriums der Provinz Pommern erhalten. Der dreieinige Gott laffe auch die wiederholte Auflage dieses Gesangbuchs zur Verherrlichung Seines großen Namens und zur Erbauung vieler Seelen gereichen durch Jesum Chriftum, unsern Herrn, Amen. Collin, den 15. April 1885. CEGO Vok, Pastor. 11 Tit. 1. Von der Zukunft Chrifti ins Fleisch, auch ins Herz, M f # 1 " 1 # 1 #F # 1 # 1 91 " 1 M Inhalt. !! Erster Teil. Fest- Lieder, darin von Gott und Jesu Christo, von ihren erken und Wohlthaten gehandelt wird, nach Ordnung der gewöhnlichen Festtage im Jahr. im Advent. 2. Von der Geburt Jesu Christi, auf Weihnachten 3. Von der Beschneidung Jesu Christi, 4. Von den Namen und Ämtern Jesu, aufs neue Jahr 7. Von der Empfängnis Christi auf Mariä Verkündigung 8. Vom Leiden und Sterben Jesu Christi, in der Fasten 5. Von der Erscheinung Christi auf heil. drei Könige. 44 6. Von der Darstellung Christi im Tempel heiligen Dreieinigkeit. 13. Von der Schöpfung, Erhaltung und auf Trinitatis Regierung Gottes 14. Vom Täufer und Vorläufer Jesu, auf Johannis 15. Von der Heimsuchung Mariä, auf das Fest dieses Namens 16. Von den Engeln Gottes, auf Michaelis 1. Von Gott, und zwar von dessen Wesen und Eigenschaften. dreien Personen.. Seite ♦ 1 10 28 23 4 4 9. Von der Auferstehung Jesu Christi, auf Ostern. 87 10. Von der Himmelfahrt Jesu Christi, auf Himmelfahrt 108 11. Von der Ausgießung des heiligen Geistes, auf Pfingsten 114 12. Vom göttlichen Wesen und der 123 133 Werken, und zwar a) überhaupt von der Schöpfung, Erhaltung und Regierung Gottes 48 49 51 Zu diesen nach den Festtagen geordneten Liedern des ersten Teils ist zu bemerken, dass darin gehandelt werde: ( 131 . 146 147 148 123 123 131 b) insonderheit von den Engeln, als Geschöpfen Gottes 148 X. Dritter Teil. Geistliche Lieder auf allerlei besondere Zeiten, fälle und Umstände des menschlichen Lebens, als Tägliche Morgenlieder Tägliche Abendlieder Tägliche Tischlieder + Inhalt. Besondere Sonntagslieder Besondere Wochenlieder Lieder in gemeinen Nöten und Gerichten Gottes Lieder in schweren Kriegsnöten. Lieder nach erlangtem Frieden. Lieder in Pestilenz und Sterbensläuften. Lieder in Hungersnot und teurer Zeit Lieder in schweren Ungewittern. ♦ Danklieder nach dem Ungewitter Lieder in großer Wassersnot Lieder um fruchtbare Witterung überhaupt Lieder um fruchtbaren Regen bei großer Dürre Danksagung für erlangten fruchtbaren Regen Lieder um Sonnenschein bei großer Nässe Danksagung für erlangten Sonnenschein. Sommer- und Erntelieder ♦ ♦ ♦ • + ♦ ♦ ♦ ✦ + ♦ + ✦ ♦ ♦ + ♦ + ♦ ◆ Lieder bei weicher Winterszeit Gemeine Berufslieder. Besondere Berufslieder nach unterschiedenen Ständen Lieder auf Reisen zu Lande. Lieder auf Reisen zu Wasser Lieder in Krankheiten. Lieder nach erlangter Gesundheit Lieder auf besondere Sterbefälle Lieder auf den Glockenschlag Wiegenlied Einige gewöhnliche, mehrere bekannte lateinische und vielerlei neue Lieder Anhang. ◆ ♦ ♦ ♦ + + ♦ + ♦ + ♦ Dem Gesangbuche beigefügt sind: Geistreiche Gebete zur allgemeinen Kirchen- und Hansandacht. Ceite 550 572 588 594 597 600 609 613 615 619 620 624 625 626 626 628 629 631 632 634 635 638 656 659 662 666 668 678 678 679 821 873 Lieder- Register. ( Die Lieder des Anhangs sind durch ein Sternchen vor der Seitenziffer bezeichnet) Nr. der Seite Mel. Nr. der Mel. A. 380 446 447 67 Abba, lieber Vater, höre 136 Abend heller als der Morgen 123 Abermal ist eins dahin 161 Abermal ein Jahr verflossen 711 208 Abgrund wesentlicher Liebe* 836 85 Ach bet, wer beten kann 24 Ach bleib bei uns, Herr 26 Ach bleib mit deiner Gnade 143 Ach ein Wort von großer 111 Ach Gott, es hat mich ganz 72 Ach Gott, gieb du uns 111 Ach Gott, ich muß in 694 694 354 26 Ach, wär ich doch schon droben* 865 161 Ach, was hab ich ausgerichtet 218 77 Ach, was sind wir ohne 157 668 220 339 491 491 158 44 76 Ach, was soll ich Sünder 111 Ach Gott, ist noch dein Geist 215 70 Ach, wenn ich dich mein 138 Ach Gott, mich drückt ein 87 161 Adh, wer schon im Himmel 200 Ach Gott, thu dich erbarmen 600 70 Ach, wie betrübt sind 75 Ach Gott und Herr, wie 215 111 Ach, wie elend ist unsre 111 Ach Gott, vom Himmel sieh 503 111 Ach, wie erschrickt die böse 83 Ach Gott, wie manches 464 76 Ach, wie groß ist deine 194 Ach Gott, wie schrecklich ist 620 192 Ach, wie hat das Gift der 111 Ach Gott, wir treten hier 609 65 Ach, wie heilig ist der Ort 111 Ach Herr, unser gerechter 626 67 Ach, wie lieblich sind die 111 Ach Herr, mein Gott, wir loben 628 45 Ach, wie nichtig, ach wie 211 Ach, wie verkehrt es sich 747 158 * 852 * 833 362 161 Ach Herr, lehre mich 511 216 45 Ach, wie wichtig und wie 465 161 Ach, wie will es endlich 198 161 Ach, wo soll ich Ruhe 641 206 Ach, wundergroßer Sieges 217 94 Adam hat im Paradics 33 85 Ade, du süße Welt 24 Allein auf Gott sez 256 257 111 Allein Gott in der Höh Seite 379 111 Ach, treuer Gott, barmherzigs 466 810 146 Ach, unselig ist zu 353 28 110 Ach, Vater von uns 70 Ach, wachet auf ihr faulen 87 Ach wachet, wachet auf 380 161 Ach, wann kommen doch 278 161 Ach, wann kommt doch 279 117 Ach, wann werd ich 214 156 194 634 328 158 53 108 705 492 329 123 140 Ach Herr, mich armen 111 Ach Herr, wie lange 172 Ach höchster Gott, verleihe 193 Ach hör, o großer Gott 76 Ach, ich armes Kind der 141 Ach, Jesu, dessen Treu 158 Ach, Jesu, mein vergnügtes 25 Ach, komm du süßer 111 Ach, licbe Christen, seid 111 Ach, liebe Eltern, trauert 671 195 Allein zu dir, Herr Jesu 131 Ach, lieber Herr, du großer 621 143 Alle Menschen müssen sterben 40 Ach, mein Herr Jesu, dein 27 Allenthalben wo ich geh 12 Aller Engel himmlisch 615 70 Allein und doch nicht ganz * 856 773 76 Ach, mein Jesu, sich, ich trete 572 77 Ach, mein Jesu, welch Verderben 12 Aller Gläubgen Sammelplaß* 871 84 Alles ist an Gottes Segen 407 156 338 70 Ach, sagt mir nichts von 67 Alle Welt, was lebt und 388 10 Ach, schone doch, o großer 217 141 Ach, sehet, welch ein Mensch 51 253 83 Ach, schet, welche Lieb 73 Ach, starter Gott, wend 57 Ach, stirbt denn so 70 Ach, süßes Wort für 629 111 Am Grab der Christen 53 150 An dein Bluten und 218 211 An Wasserflüssen Babylon 258 237 538 273 131 Also hat Gott die Welt 167 161 Also hoch hat Gott geliebet 168 8 Amen, Bater und 704 * 871 * 832 504 Lieder- Register. Mel. Seite| Mel. 8 Auf, auf, ihr meine Lieder 550 213 Bewährter Arzt der 132 Auf, auf, ihr Reichsgenossen 1 85 Bei dieser Sterbenssucht 111 Auf, auf, mein Geist, ermuntre 301 111 Bis hieher hat mich 140 Auf, auf, mein Geist, zumLoben 551 172 Auf, auf, mein Herz, denk 662 137 Aut, auf, mein Herz, mit 34 Auf, auf, o Mensch, es ist 89 Auf, Christenmensch, auf, auf 111 Auf Christi Himmelfahrt 123 Auf den Nebel folgt die 123 Auf den Regen folgt die 111 Auf diesen Tag bedenken 136 Auf, du priesterlich Geschlechte* 835 55 Auferstehn, ja auferstehn 111 Auf, freuet euch von 158 Auf Gott, und nicht auf 158 Auf Gott vertraut, ist wohl 374 Auf, hinauf zu deiner 118 Auf, ihr Christen, Christi 186 Auf, ihr nah verbundnen 76 Auf, ihr Streiter, durchgedrungen 65 Bist du, der da kommen 65 Bist du, Seele, noch 88 143 Bittet, so wird euch 175 136 Bleibe, es will bend 452 206 Brid) an, du schönes 109 93 Brich auf und werde 467 191 Brich entzwei, mein 631 206 Brich aus, du heilge 724 111 Bringt her dem Herren 24 Brunn alles Heils 798 139 Brunnquell aller Güter 10 XIL 85 Auf meinen lieben Gott 83 Auf, meine Seele, sei 161 Auf, mein Geist und mein 65 Auf, mein Herz, des 150 Auf, mein Herz, wach auf 6 Auf, Seele, auf und 111 Auf, Seele, Jesus, Gottes 164 Auf, Seele, mache dich 165 Auf, Seel, und danke 67 Auf und singe meine 18 Aus der Tiefe rufe ich : Aus Gnaden soll 24 Aus Gottes Wort lernst 132 Aus meines Herzens 111 Aus tiefer Not schrei B. 681 * 834 552 138 Christ lag in Todesbanden 45 24 Christum wir sollen loben 258 196 Christ, unser Herr, zum 538 26 Christus, der ist mein 552 135 Christus, der uns selig 572 52 Christus ist erstanden 468 C. 774 573 574 731 408 24 Christ, der du bist der 757 24 Christe, der du bist Tag 453 21 Christe, du Beistand deiner * 856 3 Christe, du Lamm Gottes 47 Christe, mein Leben, mein * 850 187 Christen sind ein göttlich 54 682 757 408 135 Christe, wahres Seelenlicht 554 597 39 Christ fuhr gen Himmel 109 83 Christi Blut und Gerechtigkeit 748 37 Christ ist erstanden 89 89 11 292 513 55 721 747 279 553 220 42 Barmherziger, grundfrommer 619 172 Barmherziger Vater, höchster 468 141 Bedente doch, o Mensch 140 Bedenke stets das Ende 70 Befiehl dem Herren deine 140 Befiehl du deine Wege und 70 Beglücktes Herz, was 24 Begrabet mich nur 116 Bekehre du mich, Herr 10 Bereite dich, mein Herz 24 Bescher uns, Herr 146 Beschwertes Herz, leg 10 Bestell dein Haus, denn 144 Betgemeinde, heilge 140 Bewahr mich, Gott, mein 34 Da Jesus an dem Kreuze 34 Da Jesus an des Kreuzes Seite * 866 615 786 * 826 318 381 * 824 554 * 828 54 * 860 388 814 114 72 Das alte Jahr ist nun 24 Das alte Jahr vergangen 111 Das Elend weißt du 55 56 47 Danke dem Herren, o Seele 808 1 Danket dem Herrn, denn er 588 200 Danft Gott an allen 613 29 29 159 532 70 Das Grab ist da, hier 409 143 Das ist eine selge 131 89 Das ist ein teures 539 172 Das ist ja gut, was mein 527 94 Das ist je gewißlich wahr 195 198 Das ist mir lieb, daß 628 185 Das Kreuz ist dennoch 808 111 Das liebe, neue Jahr 813 24 Das neugeborne Kindelein 512 111 Da stehn die Armen 813 38 Das walte Gott, der 573 161 Das walt Gott! Die 160 513 814 34 420 680 389 865 711 30 346 818 555 Lieder- Register. Seite Mel. 706 141 Die Liebe hängt am 280 70 Die Liebe leidet * 857 * 858 319 486 589 158 Die neue Woche geht Mel. 213 Dein Mittler kommt 172 Dein Wort ist ja die 146 Dein Wort, o Herr, bringt 158 Dein Wort, o Herr, ist 199 Denen, die Gott lieben 65 Dennoch bleib ich stets 122 Den Vater dort oben 111 Der Abend kommt, so 161 Der am Kreuz ist meine 70 Der beste Freund ist in 24 Der du bist drei in 24 Der du, Herr Jesu, Ruh 161 Der du uns als Vater 140 Der du zum Heil erschienen 141 Der erste Adam war 111 Der falschen Christenschar 111 Der Glaube macht allein 111 Der Glaub ist eine 141 Der Gnadenbrunn fließt 70 Der größte Berg ist 8 Der Herr, der allen 131 Der Herr hat alles 1 Der Herr hat selbst zu 34 Der Herr ist mein getreuer Hirt, darum 111 Der Herr ist mein getreuer Hirt, hält 111 Der Hölle Pforten 165 Der lieben Sonne 93 Der Sabbath ist vergangen 132 Der Schlaf ist nun verschwunden 237 248 XIII. Seite 57 363 36 Die Nacht ist hin 558 21 Die Nacht ist tommen 810 92 Die Nacht ist niemands * 822 93 Die Nacht ist vor der Thür 577 597 574 56 409 731 717 728 38 Dies sind die heilgen 712 175 Die Tugend wird durchs 153 140 Die Woche geht zu 85 Die Zeit ist nunmehr 24 Die Seele Christi heilge 74 Die Seele ist dazu geboren 24 Dies ist der Tag, den 70 Dies ist die Nacht, da 10 Die Sonn hat sich mit 46 Der schmale Weg ist breit 70 Der Sünden Last drückt 38 Der Tag bricht an und 203 Der Tag, der ist so 110 Der Tag, der läßt sich 140 Der Tag hat sich geneiget 36 Der Tag ist hin, mein Geist 576 10 Der Tag ist hin, mein Jesu 577 5 Der Tag vertreibt die 132 Der Tod hat zwar 70 Der Tod ist tot, das 24 Des Morgens, wenn ich 165 Die Christen gehn von 111 Die Engel, die im 132 Die Ernt ist nun zu 72 Die finstre Nacht ist 803 90 26 Die Gnade sei mit allen 240 Die Gnade unsers Herrn 202 Die güldne Sonne, voll 24 Die helle Sonne leucht 93 Die Herrlichkeit der 111 Die Krankheit, du 454 82 Dir, dir, Jehovah, will ich 238 10 Dreieinigkeit, der Gottheit 248 172 Du armer Mensch, lağ 654 141 Du bist ein guter Hirt 410 131 Du bist ein Mensch, das 390 147 Du bist ja, Jesu, meine 109 141 Du dreimal großer 372 132 263 124 110 410 411 111 Du fährst gen Himmel 95 Du Friedefürst, Herr Jesu 609 141 Du großer Schmerzensmann* 829 93 Du großer Zionskönig* 825 89 111 Du Lebensbrot, Herr Jesu 301 575 131 Du Lebensfürst, Herr Jesu 110 815 166 Du liebe Unschuld du, wie 140 Du meine Seele, finge 470 391 * 830 * 822 556 140 Du meines Lebens Leben 371 7 Dunkel ists, des Lebens 221 143 Du, o schönes Weltgebäude 695 557 172 Durch Adams Fall ist 162 163 30 331 72 Du sagst mir zu, o frommer 199 95 Du Siegesfürst, Herr Jesu 610 93 Du schläfst in deiner * 823 72 Du siehest, Mensch, wie 702 354 293 774 293 221 12 11 24 Durch Adams Fall und 702 140 Durch Trauern und durch 575 141 Du sagst, ich bin ein 90 24 Du unbegreiflich höchstes 804 70 Du unerforschlichs Meer * 870 106 Du unser auserwähltes 148 111 Du Volk, das du getaufet 791 195 Du weinest vor Jerusalem 703 141 Du wesentliches Wort 748 731 804 65 Edle Lust, die Jesus 558 161 Edler Geist im 58 154 708 12 577 280 758 598 273 381 124 793 208 Ehr und Dank sei dir 662 158 Ein Christ, ein tapfrer 263 * 836 148 455 XIV. Lieder- Register. Seite Mel. Seite 766 109 Es ist nicht schwer, ein Christ 332 332 213 Es ist noch eine Ruh vorhanden 798 713 171 Es ist nun aus mit meinem 675 514 112 Es ist vollbracht, vergiß 59 724 109 E3 fostet viel, ein Christ 333 713 161 E3 schleicht jetzt an unsrer 616 717 211 Es sei, Herr, deine Gütigkeit 169 439 161 3 sind die letzten * 857 111 Es spricht der Unweisen * 827 24 Es wartet alles, Herr 534 505 809 11 196 Es wolle Gott uns gnädig 505 679 13 161 Ewge Liebe, mein Gemüte 749 65 Ewig, ewig, heißt das 799 58 208 Ewig sei dir Lob gesungen 14 598 F. Mel. 158 Ein Christ fann ohne 196 Ein Christ soll nicht 65 Eine Herde und ein 135 Einen guten Kampf 97 Einer ist König 221 Einer ists, an dem wir 186 Eines wünsch ich mir 198 Ein feste Burg ist 111 Ein Haupt hast du dem 89 Ein Jahr geht nach dem 203 Ein Kindelein, so 2 Ein Kind geboren zu 64 Ein Kind ist uns geboren 211 Ein Lämmlein geht und 70 Ein neuer Tag, ein 24 Ein reines Herz, Herr 153 Eins ist not, ach Herr 161 Einsam leb ich und 140 Ein Tröpflein von den 85 Ein Wetter steiget auf 111 Ein Würmlein bin 110 Ei, sage meine Seele 143 Eitle Welt, ich bin 65 Endlich, endlich muß 143 Endlich muß dies 73 Entbinde mich, mein 156 Entfernet euch, ihr 70 Entreiße dich doch 194 Erbarme dich, mein 24 Erhalt uns, Herr, bei 111 Erhebe dich, o meine 115 Erleucht mich, Herr 70 Ermuntert euch, erquicte 140 Ermuntert euch), ihr 131 Ermuntre dich, mein 195 354 136 Fahre fort mit Liebesschlägen 320 * 862 120 Fahre fort, Zion, fahre 456 364 805 514 92 60 539 185 Fahr nur hin, du schnöde 621 135 Fang dein Werk mit 38 Fegt aus, fegt aus 392 161 Fließt ihr Augen, fließt 493 142 Folget mir, ruft uns 486 84 Fortgekämpft und 533 143 Freu dich, ängstliches 200 161 Freu dich sehr, o meine 364 163 Freue dich, gekränkte 274 204 Freuet euch, ihr Christen 222 161 Freuet euch, ihr Gottes 504 65 Freund der Seelen 559 65 Freundlichster Immanuel 187 201 Freut euch, Gottes Kinder 559 78 Friede, ach Friede, ach 447 172 Frisch auf, mein Seel und 265 294 681 13 172 Frisch auf, mein Seel, verzage 473 302 84 Fröhlich, fröhlich, immer 188 134 Fröhlich soll mein Herze 19 Früh am Morgen Jesus 15 201 806 303 93 91 61 799 372 766 264 515 698 63 Früh morgens, da die Sonn 75 Fünf Brünnlein sind 91 12 Fürst der Fürsten, Jesu 176 471 15 46 644 7.08 93 111 Ermuntre dich, o frommer 24 Erneure mich, o ewges 74 Erquicke mich, du Heil 111 Erscheine, süßer Seelengast 33 Erschienen ist der herrlich 17 Erstanden ist der heilig 200 Erwach, o Mensch, erwache 109 Er wird es thun, der 72 Es fallen mir Gedanken 690 89 Geduldges Lämmlein 141 Es geh mir, wie Gott 421 132 Geduld ist euch vonnöten 176 Es glänzet der Christen 759 211 Gegrüßct seist du, meine 34 Es herrschet ja in dieser 639 172 Gch auf, mein Herzens 111 Es ist das Heil uns 72 Geh aus, mein Herz, und 128 Es ist ein Rof entsprungen* 827 77 Gehe hin in deine Kammer 516 206 Es ist etwas, des Heilands* 842 70 Geht hin, ihr gläubigen 125 Es ist genug, so nimm 494 161 Geht, ihr traurigen 111 Es ist gewiß ein köstlich 472 65 Geht nun hin und grabt 111 G ist gewißlich an der 534 161 Geist vom Vater und 199 E3 ist Gottes Wille, liebes 320 70 Geliebter Jesu, dein 249 632 786 767 794 729 421 61 473 61 35 Lieder- Register. Mel. Seite Mel. 655 234 Gelobet fei der Herr, der Gott 146 38 Gott lebet noch und stirbet 141 Gelobet sei der Herr, mein 125 158 Gott lebt, was kann ich 33 Gelobet scist du, Jesu Christ 16 206 Gott Lob, daß die Zeit 172 Gerechter, allein weiser Gott 635 70 Gerechter Gott, nun soll ich 516 111 Gerechter Gott, uns liegt 24 Gesegne, Herr, die Gaben 111 Geseß und Evangelium 119 Gieb dich zufrieden und 172 Gieb Fried, o frommer 161 Gnade über alle Gnade 67 Gott bei mir an jedem 111 Gott, deine Güte 617 589 198 Gott Lob, daß ich ein Christe 295 70 Gott Lob! Der Tag ist nun 578 70 Gott Lob! Die Nacht ist nun 321 93 Gott Lob! Die Stund ist 671 736 111 Gott Lob! Ein Schritt zur 494 422 70 Gott Lob, es geht nunmehr 517 611 70 Gott Lob, ich schließe 303 111 Gott Lob, mein Jesus * 869 220 Gott Lob, nun ist 647 250 790 * 827 * 837 663 744 170 Gott, den ich als Licbe 111 Gott, der du aller 659 2 645 643. 627 24 Gott, der du alles 161 Sott, der du aus lauter 141 Gott, der du heilig bist 164 Gott, der du selber bist 164 Gott, der du selbst die 132 Gott, der du unverholen 67 Gott der Gnaden, Trost 225 Gott der Vater, wohn 199 Gott, der wirds wohl 77 Gott, des Gätte sich 67 Gott des Himmels 161 Gott, des Zepter, Stuhl 121 Gott, du bleibest doch 94 Gott, du hast in deinem 161 Gott, du hast verschiedne 143 Gott, du läsfest mich erreichen 65 Gott mit uns, Immanuel 10 Gott rufet noch, sollt ich 12 Gott sei Dank durch alle 43 Gott sei gelobet und 222 161 Gott sei Lob, der Tag 202 233 Gott sei uns gnädig und 560 27 Gott und Welt und beides 760 111 Gott unser Vater, der du 642 110 Gott unser Vater oben * 828 34 Gott unsre Zuflucht in der 125 88 Gott Bater in dem Himmelreich 601 134 72 Gott Vater, sende deinen 627 111 Gott Vater, Sohn, heiliger 562 70 Gott weiß es alles wohl 176 98 Gott wills machen, daß 474 221 Gott wohnt in der Himmels 196 208 Großer Gott, der mich 664 67 Großer Gott von alten 161 Großer Gott, wir armen abermal die Abendzeit 578 143 Großer Mittler, der zur 77 Gott, du läsfest mich erreichen 97 Großer Prophete, mein abermal die Morgenzeit 562 134 Groß ist unsers Gottes 76 Gott, du weißt in 77 Gute Nacht, ihr eitlen 123 Gottes Kind ich dennoch 115 505 652 59 Gottes Sohn ist kommen 2 65 Gottes und Mariensohn, 65 Gottes 67 Gottes Wille ist mein 132 Gott fährt auf gen 85 Gott führet wunderlich 161 ott, gieb einen 49 Gott hat das Evangelium 75 Gott, heilger Geist, der 111 Gott herrschet und hält 141 Gott ist die Liebe selbst 132 Gott ist ein Gott der 209 Gott ist gegenwärtig 157 Gott ist getreu, der über 141 Gott ist und bleibt 210 Gott lebet noch), Secle liebster und Mariensohn, Priester 94 Guter Hirte, Jesu 65 Guter Hirte, willst 35 35 143 Hadre, Herr, mit 424 206 Hallelujah, Lob, Preis 111 67 Hallelujah, schöner 65 Habe deine Lust am XV. Seite 411 768 304 740 125 356 382 296 423 775 540 126 * 825 589 725 35 * 838 62 304 495 356 653 393. 816 691 776 687 70 Halt an, mein Herz, in 115 111 Halt im Gedächtnis 535 223 Harre, meine Seele * 869 115 150 Heiland, deine Menschenliebe* 841 * 868 29 Heilge Einfalt 171 760 729 4 Heilger Geist, du 346 241 Heilig ist Gott der 815 221 Heilger Jesu, Heilgungs 781 374 423 132 Helft mir Gotts Güte 30 321 141 Herr, allerhöchster Gott 239 475 21 Herr, aller Weisheit Quell 189 XVI. Mel. 161 Herr, auf Erden muß 141 Herr Christ, der du allein 110 Herr Christ, der einge 111 Herr, deine Rechte 111 Herr, deine Treue ist 111 Herr, der du vormals 93 Herr, der du mir das 143 Herr, dir trau ich all 161 Herr, du haft für alle 161 Herr, es ist von meinem 70 Herr, führe mich auf 211 Herr Gott, der du erforschest 135 24 Herr Gott, dich loben alle 217 Herr Gott, dich loben wir 141 Herr Gott, dich loben wir, regier 149 393 Lieder- Register. Seite Mel. Seite 356 224 49 794 726 67 Herr, mein Gott, was 190 143 Herr, nicht schicke deine 17 232 Herr, nun läsfest du deinen 281 59 Herr, nun laß in Frieden 506 24 Herr, öffne meines Herzens 283 602 111 Herr, schaue meines Herzens 239 712 21 Herr, stärke mich, dein Leiden 718 412 111 Herr, straf mich nicht in 225 * 854 143 Herr und Gott, der Tag 581 579 656 70 Herr, unser Gott, die schweren 629 21 Herr, unser Gott, laß nicht 611 95 Herr, unser Herrscher, Jesu 625 70 Herr von unendlichem 750 732 357 334 424 283 203 622 64 520 661 140 Herzlich thut mich verlangen 495 383 153 Herzog unsrer Seligkeiten* 849 699 487 761 795 594 94 740 204 18 111 Herr Gott, du bist ja für 111 Herr Gott, du hast durch 70 Herr Gott, du kennest 85 Herr Gott, mein Trost 110 Herr Gott, nun sei 111 Herr Gott, wir wollen mit 132 Herr, hilf uns, wir 227 Herr, höre mich, und 124 Herr, ich denk an jene 76 Herr, wann wirst du 70 Herr, wenn ich dich nur 614 111 Herr, wer wird hier 698 111 Herr, wie du willst, so 154 172 Herr Zebaoth, dein 517 141 Herzallerliebster Gott 660 77 Herz, du hörst jetzt 590 21 Herzliebster Jesu 643 224 Herzlich lieb hab ich - 70 Herz, sei getreu in 136 Herz und Herz vereint 65 Heute mir und morgen 38 Heut ist des Herren 63 Heut triumphieret Gottes 70 Hier bin ich, Jesu, zu 22 Hier legt mein Sinn 89 Hier liegt, den meine 183 Hier liegt vor deiner * 854 70 Hier stehn wir unter deinem 322 114 Hilf Gott, laß mir gelingen 64 211 Hilf Gott, wie hat die Eitelkeit 163 70 Silf, Helfer, hilf, ich muß 477 24 Hilf, Helfer, hilf in Angst 413 161 Hilf, Herr Jesu, laß gelingen 31 172 Hilf mir, mein Gott, hilf 161 Hilf uns, Herr, in allen 65 Himmelan geht unsre Bahn 762 12 Himmel, Erde, Luft und 204 603 136 810 63 304 24 Hinunter ist der Sonne Schein 582 * 861 199 Hirte deiner Schafe 191 133 Hochheilige Dreieinigkeit 191 208 Höchster Gott, ich will dich 48 143 Höchster Helfer, sei nicht 305 14 Höchster Priester, der du dich 134 Höchster Tröster komm 77 Herr, ich habe mißgehandelt 223 63 24 Herr Jesu Christ, dein teures 75 Herr Jesu Christ, der du selbst 656 24 Herr Jesu Christ, dich zu uns 594 111 Herr Jesu Christ, du höchstes 223 111 Herr Jesu Christ, du höchstes wir 740 24 Herr Jesu Christe, Gottes* 826 111 Herr Jesu Christ, ich schrei 476 111 Herr Jesu Christ, ich weiß gar 518 224 Herr Jesu Christ, mein Fleisch 685 110 Herr Jesu Christ, mein Leben 203 24 Herr Jesu Christ, meins Lebens 519 111 Herr Jesu Christ, wollst Glück 644 24 Herr Jesu Christ, wahr Mensch 520 111 Herr Jesu, deine Angst 206 Herr Jesu, dir sei Preis 141 Herr Jesu, du regierst 108 Herr Jeju, ewges Licht 110 Herr Jesu, Gnadensonne 140 Herr Jesu, Licht der Heiden 220 Herr Jesu, meine Liebe 24 Herr Jesu, meine Zuversicht 640 77 Herr im Himmel, Gott auf 633 76 Hosianna Davids Sohne 65 Hosianna! Davids Sohn 161 Herr, Israels Hirt und 224 Herr, meines Herzens 141 Herr, mein Gott, lehre 282 744 12 Hosianna! Unser Hort 580 96 Hüter, wird die Nacht der 126 136 655 205 730 3 706 3 563 Lieder- Register. Seite Mel. 211 Jch komme, Herr, und 544 111 Jch komm jetzt als ein * 833 111 Jch kommi, o höchster Gott 709 21 Jch laß dich nicht, du mußt 24 Jch armer Mensch, doch gar 700 70 Ich lasse Gott in allem 70 Ich armer Mensch, ich armer 226 141 Jch lasse Jesum nicht, der 172 Jch armer Sünder, komm zu 226 141 Jch lasse Jesum nicht, mit 185 Ich armes Menschenkind 70 Jch laß ihn nicht, der sich 158 Jch lege mich in Gottes 70 Ich lieg und schlafe ganz 182 Jch preise dich und singe 193 Jch ruf zu dir, Herr 496 Mel. 30 Ja, höchst selig sind wir 161 Jauchzet Gott in allen 47 Jauchzet ihr Himmel XVII. Seite 741 306 227 777 688 74 Jch bete an die Macht der 777 140 Ich bin bei Gott in Gnaden 477 140 Ich bin ein Gast auf Erden 497 6 Ich bin ein kleines Kindelein 818 70 Ich bin ein Mensch von Gottes 254 70 Ich bin getauft auf deinen 172 Jch bin getrost und freue 70 Ich bin gewiß in meinem 123 Jch bin Gottes Bild und 162 Ich bin ja, Herr, in deiner 521 70 Ich bin im Himmel angeschrieben 266 478 6 Jch singe dir mit Herz 739 111 Ich steh an deiner Krippe 70 Ich steh mit einem Fuß 70 Jch sterbe täglich hier 70 Ich sterbe täglich und 141 Jch trau allein auf Gott 255 70 Ich trau auf Gott in allen 70 Ich bin in allem wohl zufrieden 425 70 Ich bin mit dir, mein Gott 425 76 Ich bin müde, mehr zu leben 696 70 Ich bin vergnügt in meinem 425 70 Ich bin vergnügt nach Gottes 426 70 Ich bin vergnügt und halte 427 79 Ich bin vergnügt, weil mich 266 140 Ich dank dir, lieber Herre 65 Jesu, großer Wunderstern 67 Jesu Güte hat kein 97 Jesu, hilf siegen, du 488 488 487 429 676 666 205 137 19 523 523 524 413 414 25 Ich dank dir schon durch 111 Ich danke dir für deinen 10 Ich danke dir mit Freuden 111 Ich danke dir von Herzensgrund 751 111 Ich weiß, daß mein Erlöser 95 74 Ich weiß, ich weiß, an wen 255 34 Ich weiß, mein Gott, daß 430 24 Ich weiß noch keinen bessern 778 213 Ich will dich immer treuer* 846 161 Ich will beten, Gott wird* 844 70 Ich will dich lieben, meine 340 72 Ich will erhöhen immerfort 150 70 Ich will es nicht, wie andre 524 563 70 Ich will im Sterben und im 431 564 111 Ich will von meiner Missethat 228 719 85 Ich will zu aller Stund 307 394 93 Ich zich in ferne Lande 70 Je größer Kreuz, je näher 70 Je lieber Kind, je schärfre 395 177 Jerusalem, du hoch 136 230 Jesaia, dem Propheten 18 143 Jesu, allerliebster 95 76 Jesu, dein betrübtes 161 Jesu, deine heilgen 135 Jesu, deine Passion 648 111 Jch, der ich oft in tiefes Leid 68 Ich erhebe, Herr, zu dir 141 Ich freue mich in dir 140 Ich geh zu deinem Grabe 219 Jch grüße dich am Kreuzes 240 140 Ich habe Lust, zu scheiden, mein 669 93 Ich habe Lust, zu scheiden von 498 70 Ich habe nun den Grund gefunden 141 Ich hab ihn dennoch lieb 178 Ich hab in Gottes Herz 93 Ich hab in guten Stunden 48 Ich hab mein Sach Gott 522 19 Jesu, deiner zu gedenken 161 Jesu, deine tiefen 751 84 Jesu, der du bist 339 19 Jesu, der du deine Liebe 427 143 Jesu, der du meine Seele 768 143 Jesu, der du wollen büßen 77 Jesu, du mein liebstes 140 Ich hab mich Gott ergeben 523 143 Jesu, frommer Menschen 83 Ich hab oft bei mir selbst 696 61 Jesu, geh voran 111 Ich hab, o Herr, mein Gott 251 172 Ich habs verdient, was will 428 101 Ich hab von ferne, Herr 70 Ich halte Gott in allem 24 Ich heb mein Augen sehnlich 81 Jesu, gieb mir deine 65 Jesu, großer Kinderfreund 799 687 137 * 861 322 323 800 127 347 65 66 66 707 67 732 36 229 67 36 36 763 358 642 714 806 456 XVIII. Lieder- Register. Seite Mel. Mel. 18 Jesu, komm doch selbst 150 Jesu, komm in unsre 77 Jesu, komm mit deinem 136 Jesu, fomm, ich hab 77 Jesu, Kraft der blöden 199 Jesu, meine Freude 90 Jesu, mein Erbarmer 199 Jefu, meine Liebe 148 Jesu, meiner Seele Leben 135 Jesu, meiner Seele Licht 18 Jeju, meiner Seele Ruh 117 Jeju, meines Herzens 143 Jesu, meines Lebens Leben, Jeju 143 Jesu, meines Lebens Leben, meines 358 * 855 284 93 In allen meinen Thaten 636 24 Jn Christi Wunden schlaf 164 29 In der Welt ist kein 439 34 In dich hab ich gehoffet * 864 21 In dieser Morgenstund 396 231 Jn dir ist Freude 683 173 In dulci jubilo 13 Jesu, meine Sonne 148 Jesu, o du Trost der 32 Jesu, rufe mich 199 Jesu, Ruh der Seelen 143 Jesu, Ruhe meiner Seele 65 Jesum lieb ich ewiglich 161 Jesus bleibet mein 94 Jesus Christus, Gottes 84 Jesus Christus herrscht 41 Jesus Christus, unser Heiland, der den Tod 16b. Jesus Christus, unser Heiland, der von uns 67 Jesus, Jesus, nichts als 155 Jesus ist das schönste 65 Jesus ist der schönste Nam 207 Jesus ist mein Hirt Selt 8 Im Glauben und Vertrauen 752 65 Immer fröhlich, nicht 441 138 795 365 414 565 69 68 38 In Gottes Namen fahren 37 111 Jn Gottes Namen jang 357 172 In Gottes Namen reise 70 In Gottes Namen will 71 Israel, bekehre dich 179 38 Ist dieser nicht des Höchsten 70 111 st Ephraim nicht meine 478 442 443 541 778 704 657 * 847 657 658 4 432 269 140 Jft Gott für mich, so 267 72 Jst Gott mein Schild und 46 206 Jsts? Oder ist mein Geist 499 269 340 R. 440 67 Kehre wieder, meine 70 140 Keinen hat Gott verlassen 726 150 König, dem kein König 188 König, gieb uns Mut 96 221 König Jesu, streite 75 Komm, Kreuzeslast 307 65 Komm, du angenehmer 431 65 Komm, du wertes 358 16 a. Komm, Gott Schöpfer 37 24 Komm, Heidenheiland 117 707 308 205 Komm, heiliger Geist, Herre 117 684 239 Komm, heiliger Geist, erfüll 730 89 Komm, Herzens- Jesu 96 132 Komm, komm, o Himmels 150 Komm, mein Herz, in 722 206 117 742 177 67 Komm, o komm, du 118 76 Kommst du, kommst du 4 47 Kommst du nun, Jesu 20 111 Komm, Sterblicher, betrachte 525 93 Kommt her, ihr Menschen443 415 778 763 714 432 308 76 Jesus ist und bleibt mein 65 Jefus lebt, mit ihm auch 65 Jesus, meine Zuversicht 65 Jesus nimmt die Sünder an, ach ein Wort 145 Jesus nimmt die Sünder an, drum so will 241 76 Jesus selbst mein Licht 206 284 kinder 547 191 161 Jesu, stärke meinen Glauben 65 Jesu, wenn ich mein Gemüt 440 107 Jesu, wie sanft und wie so 375 72 Kommt her zu mir, spricht 179 172 Jetzt komm ich, Herr, vor 582 161 Kommt, ihr Menschen 72 Jhr armen Sünder, kommt 178 77 Kommt, ihr schnöden 140 Jhr Christen auscrtoren 709 132 Kommt, Kinder, laßt uns 63 Jhr Christen, laßt uns 97 24 Kommt, Menschenkinder 111 Jhr Christen, schickt euch 448 161 Kommt und laßt euch 111 Ihr Christen seht, daß ihr 97 19 Kommt und laßt uns 141 Jhr Eltern, gute Nacht* 870 77 Kreuz und Christ sind 152 Ihr Kinder des Höchsten 348 237 Syrie Eleison 140 Jhr wunderschönen Geister 151 15 Kyrie, Gott Vater 24 Jm finstern Stall 20 236 Kyrie, o Herre Gott 309 * 847 397 334 47 319 604 127 595 Mel. L. 161 Lasset ab, ihr meine 132 Lasset die Kindlein 143 Lasset mich voll Freuden 208 Lasset uns den Herren preisen, o ihr Christen überall 318 Lasset uns den Herren preisen und vermehren Lieder- Register. Seite Mel. 89 Machs mit mir, Gott 669 130 Macht hoch die Thür, die * 853 206 Macht weit die Pforten 739 220 Man lobt dich in der 186 Marter Gottes, wer 98 166 Mein Augen schließ 19 Mein Auge wacht 397 24 Mein Christ, nimm deine 71 118 Meine Hoffnung stehet 324 58 Meine Hoffnung steht auf 65 Meine Lebenszeit 207 779 35 Meine Liebe hängt am 800 65 Meinen Jesum laß ich nicht, 49 ach, was wollt * 848 65 Meinen Jesum laß ich nicht, alle Sinnen 99 65 Meinen Jesum laß ich nicht, Jesus wird 65 Meinen Jesum laß ich nicht, meine Seel 208 Lasset uns mit Jesu 65 Laß es gehen, wie es 140 Laß mich dein sein und 143 Laß, o Jesu, mir auf 56 Laßt mich gehn 110 Laßt uns mit Ernst 313 Lebst du in mir, o 63 Lebt Christus, was bin 65 Lebt doch unser Jesus 67 Licht, das in die Welt 65 Licht vom Licht, erleuchte 67 Liebe, die du mich zum 155 Liebes Herz, bedenke 161 Liebes Kreuze, liebe 14 Liebster Bräutgam 76 Liebster Gott, ich muß 143 Liebster Gott, vergieb die 161 Liebster Gott, wann 147 Liebster Heiland, nahe 44 Liebster Jesu, du wirst 359 143 Liebster Jesu, in den 241 229 Liebster Jesu, liebstes Leben, der 259 143 Liebster Jesu, liebstes Leben, meiner 143 Liebster Jesu, sei willkommen 94 Liebster Jesu, thu mir 77 Liebster Jesu, uns ist 68 Liebster Jesu, was für 94 Liebster Jesu, wir sind hier, deinem Worte 689 714 * 824 172 5 324 500 25 Mein erst Gefühl sei 231 143 Meine Seele, laß dich 252 77 Meine Seele, laß es 499 235 Meine Seele erhebet den 94 Meine Seel, ermuntre 65 Meine Seele senket sich * 864 80 Meine Seele, willst du 199 Meine Seel ist stille 67 Meines Lebens beste 161 Meines Leibes matte M. 144 Mache dich, mein Geist XIX. 65 Meinen Jesum laß ich nicht, weil er sich 649 70 Mein Gott, ach lehre 6 Mein Gott, das Herz 132 Mein Gott, dir will ich 595 70 Mein Gott, du weißt 230 172 Mein Gott, erschaffen 399 70 Mein Gott, ich klopf an 70 Mein Gott, ich wart auf 94 Liebster Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort 135 Liebster Bater, ich, dein 47 Lobe den Herren, den 126 Lobe den Herren, o Christg.* 860 126 Lobe den Herren, o meine 28 Lobet den Herren alle 167 Lobet den Herren:,: denn 21 Lobet den Herren und 141 Lobt Gott! Lobt unsern 24 Lob sei dem allerhöchsten 6 Lobt Gott, ihr Christen 21 Lobt und erhöht des 787 807 70 Mein Gott, ich weiß wohl 70 Mein Gott, nun ist es 590 213 Mein Heiland, du hast 590 212 Mein Heiland nimmt 399 24 Mein Herr und Gott, o 6 111 Mein Herzens- Jesu, meine 21 131 Mein Herze, schwinge 591 132 Mein Herze, sei zufrieden 93 Mein Herz, gieb dich zufrieden 449 111 Mein Herz, o Gott, sprich Seite 526 7 * 859 400 719 583 811 297 415 416 * 869 71 341 489 489 489 807 312 433 147 72 779 342 432 275 398 664 5 161 Meine Sorgen, Angst 769 384 110 Mein Fels hat überwunden 722 605 75 Mein Freund ist mein 780 260 34 Mein Geist und Sinn 275 335 231 640 208 542 384 416 526 565 763 752 309 38 21 325 311 326 327 XX. Lieder- Register. Seite Mel. 242 198 Nun ist auferstanden 85 Nun ist der Regen hin 743 85 Nun ist der Streit Mel. 676 146 Mein Jesu, dem die 74 Mein Jesu, der du vor 71 Mein Jesu, du bist mein 74 Mein Jesu, hier sind deine 310 187 Mein Jesu, schönstes Leben 100 70 Mein Jesus lebt, was soll 100 70 Mein Jesus stirbt, was 73 206 Mein Jesu, süße Seelenluft 270 70 Mein Jesu, weil dein 327 70 Mein Jesu, zeig mir 162 Mein Leben ist ein 70 Mein lieber Gott, gedenke 111 Mein lieber Gott, ich 99 Mein Salomo, dein 34 Mein schönste Zier 18 Mein Vater, zeuge 70 Mein Werk will ich 38 Mensch, willst du leben 70 Mir ist Erbarmung 89 Mir nach, spricht Christus 198 Mitten in den Thränen 226 Mitten wir im Leben 132 Mit Ernst, ihr Menschenkinder 62 Mit Fried und Freud 91 Morgenglanz der 12 Müde bin ich 85 Nun Gott, wir loben dich 10 Nun, gute Nacht, du 140 Kun hab ich überwunden 375 796 207 583 N. 74 Nachdem das alte Jahr 24 Nach dir, o Herr, verlanget 161 Nichts betrübters ist 68 Nicht so traurig, nicht 83 Nimm von uns, Herr 238 Nimm von uns, Herr Gott 606 111 Noch dennoch mußt du 40 Nun bitten wir den 141 Nun danket alle Gott 6 Nun danket all und 84 Nun danket Gott, ihr 141 Nun dankt dem großen 171 Nun dankt, ihr Christen 24 Nun freut euch, Gottes 111 Nun freut euch, lieben 24 Nun giebt mein Jesus 94 Nun Gott Lob! Es ist vollbracht Singen 94 Nun Gott Lob, es ist vollbracht und der 83 Nun hat das heilge 24 Nun jauchz dem Herren 132 Nun jauchzet all ihr Seite 103 631 652 592 140 Nun ist der Tag vergangen 584 111 Nun ist die Mahlzeit 48 Nun ist es alles 38 Nun kommt das 31 360 650 12 Nun kommt der Heiden 8 Nun lasset uns zusammen 24 Nun laßt uns den Leib 8 Nun laßt uns gehn und 8 Nun laßt uns Gott dem 24 Nun lieg ich armes 780 141 Nun lobet, lobet Gott * 860 220 Nun lob, mein Seel 40 101 Nun preiset alle 636 93 Nun ruhen alle Wälder 285 193 Nun sei einmal das Ziel 754 6 Nun sich der Tag geendet 376 6 Nun sich die Nacht geendet 479 173 Nun singet und seid froh 165 12 Nun so bleibt es * 841 568 7 83 Nun treten wir ins neue Jahr 32 49 164 Nun tret ich wieder aus der 567 566 93 Nun wachen alle Wälder 812 88 Nur auf, und nach dem Himmel 500 54 Nur frisch hinein, es wird 769 70 Nur immer nach durch Kreuz 377 27 Nur in Jesu Blut 812 139 158 25 606 692 70 119 29 74 557 8 auferstandner Siegesfürst 103 daß doch bald dein Feuer 715 70 O daß doch bei der reichen 791 daß ich tausend Zungen 402 der alles hätt verloren 765 400 175 O drückten Jesu Todesmienen 720 401 161 119 700 * 836 401 527 32 592 672 402 401 788 585 336 585 566 22 101 141 591 102 152 136 du allersüßte Freude du dreicinger Gott du fröhliche du Liebe meiner Liebe 75 112 186 O Durchbrecher aller Bande 209 172 161 du Schöpfer aller Dinge 745 73 208 Öffne mir die Perlenthore 544 Ewigkeit, du Donnerwort 548 596 164 Ewigkeit, du Freudenwort 542 34 O frommer Gott, ich danke 648 frommer und getreuer Gott, aller frommer und getreuer 164 649 111 O 614 617 366 111 670 Gott, ich hab gebrochen 232 Gott, da ich gar keinen 297 Gott, der du aus Herzens 152 Gott, der du das Firmament 630 102 196 788 111 8 111 Lieder- Register. Seite| Mel. Gott, der du mit eigner Gott, du frommer Gott 645 140 OKönig aller Ehren 210 211 OKönig, dessen Majestät 85 Gott, durch deine Hand 651 70 O könnt ich dich nach 77 O Gott, du unendlich Wesen 271 228 Gott, du unser Vater bist 703 Gott, ein großes Leid Gottes Lamm, mein Element 42 650 105 89 Mel. 83 141 111 Gottes Sohn, Herr Jesu 243 132 O Gott, ich thu dir danken 568 196 Gott, mein Schöpfer, edler 682 211 O Gott, mein Vater und mein 192 Gott, von dem wir Alles 792 Gott, wie groß ist deine 210 großer Gott, der du sehr wohl 70 111 169 754 140 21 O Lamm, das keine Sünde 76 113 O Lamm Gottes, unschuldig 77 Liebe, die den Himmel 710 196 O meine Seel, erhebe dich 128 Mensch, gedenk ans Ende 528 111 O Mensch, wer du auch immer 537 111 O Mensch, wie ist dein Herz 286 146 O reines Wesen, lautre Quelle 197 111 O Seele, weiche Seligkeit 287 178 O felig Haus, wo man 819 105 O stilles Lamm, du haſt 175 O süßer Stand, o selig Leben 765 36 O teures Blut, o rote * 830 78 172 111 70 168 großer Gott, du reines großer Gott von Macht 607 36 111 großer König, Jesu Christ 50 140 O Haupt, voll Blut und Wunden XXI. Seite 715 244 * 855 638 196 111 O Tod, wo ist dein Stachel Traurigkeit, o Herzeleid 76 180 O 110 O 111 569 111 O * 839 590 206 Oheilger Geist, kehr bei uns 120 heilige Dreieinigkeit, voll 127 heilige Dreifaltigkeit 111 158 O treuer Jesu, der du bist 140 O überschweres Leiden Ursprung des Lebens Vater aller Frommen Vater der Barmherzigkeit 232 Vater, Gott von Ewigkeit 129 Vaterherz, o Licht Vater, unser Gott welch ein unvergleichlich 24 53 * 845 385 93 O 93 79 536 143 heiliger Geist, o heiliger 731 213 O Herre Gott, dein göttlich 285 111 O Herr Gott, der du deiner 626 196 299 83 O Herr, mein Gott, in meiner 479 Welt, ich muß dich lassen 677 24 O Herrscher in dem Himmels 630 Welt, sieh hier dein Leben 111 Herr und Richter aller wie fröhlich, o wie felig 801 111 O Herr, vor dem die Engel 377 65 O wie ist das Kreuze doch 328 111 O himmlische Barmherzigkeit 349 30 O wie mögen wir doch* 872 60 Jesu Christ, dein Kripplein 22 30 O wie selig seid ihr doch, ihr 544 75 O Jesu Christ, der du mir bist 113 84 O wie selig sind die Seelen 260 24 O Jesu Christe, wahres Licht 193 215 O wir armen Sünder 111 O Jesu Chrift, ich preise dich 298 211 O wüster Sünder, denkst 193 O Jesu Christ, mein schönstes 343 80 181 41 105 78 701 78 38 Jesu süß, wer dein P. 198 66 O Jesu, der du dich von Sünden 104 161 Prange, Welt, mit 111 O Jesu, dir sei ewig Dant 744 150 Prediger der süßen 24 O Jesu, du mein Bräutigam 312 Jesu, einig wahres Haupt 733 24 Jesu, Gottes Lämmelein 528 206 O Jesu, Herr der Herrlichkeit 817 206 Jesu, Jesu, Gottes Sohn 342 20 Jesu, tomm zu mir, mein 361 70 O Jesu, meiner Seele Leben 211 19 Quem pastores N. 8 Jesu, meine Wonne, du 313 161 Rede, liebster Jesu, rede 737 140 Reiß durch, gekränkte 433 172 Jesu, meine Zuversicht 165 141 O Jefu, süßes Licht, nun 569 29 Ringe recht, wenn Gottes 458 38 O Jesu, süß, wer dein gedenkt 41 221 Rüstet euch, ihr Christenleute 690 24 Jesu, treuster Heiland 812 141 O Jesu, voller Kraft 70 O Jesu, wahrer Arzt der 194 737 2 Puer natus in Bethlehem 704 704 244 271 143 Schaffet, daß ihr selig werdet 181 II XXII. Lieder- Register. Mel. 161 Schaffet, schaffet, Menschenfinder 24 Schaff in mir, Gott, ein reines Herz, ein Herz 111 Schaff in mir, Gott, ein reines Herz, mein Herz ist 242 Schaffe in mir, Gott, ein reiSeite Mel. Seite 529 182 140 So hab ich nun vollendet 140 So hab ich obgesieget 673 198 197 94 So ist nun zu End gebracht 596 24 So lange Jejus bleibt der 734 143 Sollen, Herr, die Eifersruten 680 47 Soll ich denn, Jesu, mein 693 148 Soll ich denn mich täglich 434 132 Soll ich nach deinem Willen 435 500 27 Sollt es gleich bisweilen 445 459 208 Sollt ich meinem Gott nicht 507 fingen 678 404 76 Sollt ich meinem Gott nicht trauen 416 208 Sollt ich nicht mit Luſt* 866 221 So mag dies Haus, das aus 541 181 So nimm denn meine* 839 160 Sorge doch für meine Kinder* 843 135 Sorge, Vater, sorge du 140 70 Sorgt, Christen, sorgt für 36 So ruhest du, o meine Ruh 80 85 So tret ich nunmehr an 42 70 So tret ich denn in Gottes 314 83 So wahr ich lebe, spricht 434 70 So wird die Woche nun 770 154 So wünsch ich nun ein gute 501 361 150 Speise, Vater, deine Kinder 809 199 Seelengast, erscheine 199 Seele, sei vergnüget 599 199 Seele, sei zufrieden 712 * 829 65 Seele, was ermüdst du dich 94 Segnet uns zu guter Leht 77 Steh doch, Seele, steh doch 366 84 Seht die Mutter voller 179 Stille Nacht, heilige * 827 76 Seid zufrieden, lieben 23 144 Straf mich nicht in deinem 233 111 Sci fröhlich alles weit und 106 77 Strahl der Gottheit, Kraft 121 160 Sei getreu in deinem Leiden 490 150 Sünder, freue dich von Herzen 756 64 Sei hoc gelobt barmberzger 173 161 Süßer Jesu, deiner Gnade 570 111 Sri Lob und Ehr dem höchsten 403 143 Süßer Jesu, sei willkommen 315 160 Sei mir tausendmal gegrüßet 81 161 Süßer Trost der matten 136 Sei mir tausendmal will 233 245 328 111 Such, wer da will, ein ander 141 Seid stille, Sinn und Geist 596 196 Sei stille, Welt, und lasse 596 67 Teures Wort aus 34 Sei unverzagt, o frommer 479 111 Sei wohlgemut, o Christen 480 77 Selig, selig sind die Toten 528 69 Seße dich, mein Geist, cin 143 Siegeafürst und Ehrenkönig 96 Sieg! Sieg! Mein Kampf ist 141 Sich an, o Mensch, wie 144 Siehe, ich gefallner Knecht 143 Siehe, liebste Seele, siehe 135 Siehe, mein geliebter Knecht 67 Thut mir auf die schöre 11 Trau auf Gott in allen 720 161 Treuer Gott, ich muß 728 161 Trenter Gott, in deine 673 161 Treuer Hirte deiner Herde 507 81 76 Treuer Jesu, sei gepriesen 212 183 Treuer Wächter Israel 529 83 508 * 844 106 51 143 Treuster Jesu, deine Worte 288 82 65 Treuster Jeju, wache du 69 Sich, hier bin ich, Ehrenkönig 386 83 Triumph, Triumph, cs 12 Sich, wie lieblich und wie 350 161 Tröstet, tröstet, meine * 852 733 147 140 Sie jauchzet doch mit 228 Sie ist mir lieb, die werte 11. 123 Singen wir aus Herzensgrund 593 208 Überwinder, nimm die 189 So führst du doch recht selig 781 213 Umschließ mich ganz 172 So gehst du nun, mein Jesu* 831 76 Unerschaffne Lebenssonne nes Herz, und gicb mir* 840 140 Schatz über alle Schätze 111 Schau, lieber Gott, wie 160 Schaut man das Leben an 24 Schlaf sanft und wohl 135 Schlage, Jesu, an mein Herz 678 65 Schlecht und recht behüte 337 150 Schmücke dich, o liebe Seele 313 199 Schmückt das Fest mit Moien 121 100 Schönster Herr Jeju, Herrscher 781 143 Schöpfer aller Menschenkinder 755 174 Schwing dich auf, o meine 271 135 Schwing dich auf zu deinem 444 65 Seele, geh auf Golgatha 61 Scelen- Bräutigam, Jesu 183 721 637 638 183 288 816 607 481 723 * 868 586 Lieder- Register. Seite| Mel. Mel. 77 Unser Herrscher, unser König 197 Unser Wandel ist im 132 Uns ist ein Kind geboren 111 Uns ist, uns ist ein 111 Uns Menschen stehn zwei 160 Unsre müden Augenlider 84 Unter Leiden prägt der 90 Unter Lilien jener 161 Unter meinem Schmerz 209 Unumschränkte Liebe 136 Unveränderliches Wesen 199 Ursprung wahrer Freuden V. 140 Valet will ich dir geben 161 Vater, ach laß Trost 161 Bater, fröne du mit 161 Vater, laß mich Gnade 83 Vater unser im Himmelreich 21 Veni creator spiritus 50 Verleih uns Frieden 141 Versuchet cuch doch selbst 34 Verzage nicht, o frommer 72 Verzage nicht, o Häuflein 93 Biel besser, nicht 68 Voller Wunder, voller 24 Vom Himmel hoch, da 24 Vom Himmel kam 61 Von des Himmels Thron 196 Von ganzem Herzen dank 132 Von Gott will ich nicht 24 Vor deinen Thron tret 224 Vor dir, Herr Jesu, steh 221 Vor dir, Todesüberwinder XXIII. 405 367 24 Was fürchtst du Feind 12 Was für Kummer 24 70 Was giebst du denn, o 24 38 as Gott gefällt, mein 771 802 83 Was Gott so oft mich laffen 587 586 158 Was Gott thut, das ist immer 665 770 158 Was Gott thut, das ist wohl801 gethan, es bleibt 436 * 821 153 Was Gott thut, das ist wohl788 634 84 460 122 369 141 Was kann ich doch für Dank 213 1 Was Lobes solln wir 405 502 158 Was meinen lieben Gott 437 234 178 Was mein Gott will, gescheh 688 277 792 235 89 Was plagt mich denn die 93 Was? soll ein Christ sich 386 211 Was soll ich doch, o 704 70 Was soll ich mich mit 612 175 Was wär ich ohne dich 246 132 Was willst du dich 140 161 Weg, du schnöder Schlangen 734 161 Weg, mein Herz, mit * 872 111 Weh mir, daß ich so oft * 851 67 Weicht, ihr Berge, fallt Seite 47 437 345 gethan, so denten 70 Was hintet ihr, betrogne 74 Was kann die Welt nicht 482 174 144 * 849 483 300 246 235 783 772 446 272 261 483 451 545 370 608 * 832 277 85 387 783 350 351 289 * 840 25 199 Weicht, ihr finstern Sorgen 26 12 Weicht, ihr Sorgen, quält * 853 64 Weicht, ihr Sorgen, weicht 657 84 Weil ich meinen Jesum 417 144 Weine nicht, Gott lebet 560 141 Welch eine Sorg und 746 163 Welt, ade, ich bin dein * 853 74 Welt, tobe, wie du 21 Wend ab den Zorn, o 140 Wenn alle untreu 735 161 Wenn das nagende 107 111 Wenn dein herzliebster 571 161 Wenn dich Unglück hat 377 29 Wenn doch alle Seelen 449 111 Wenn einer alle Ding 141 Wenn einer alle Kunst W. 82 Wach auf, du Geist der 111 Wach auf, mein Herz, die 537 38 Wenn ich die heilgen zehn 8 Wach auf, mein Herz, und 204 Wachet auf, ihr lieben 221 Wachet auf, ruft uns 161 Wachet, wachet, ihr Jungfrauen 450 140 Wacht auf, ihr Christen 111 Wär Gott nicht mit uns 509 104 Wenn ich ihn nur habe 206 Wann grünt dein ganzer 716 111 Wenn ich, o Schöpfer, deine 789 74 Wann wird der schöne 502 93 Wenn kleine Himmelserben 796 42 Warum betrübst du dich 142 114 Wenn meine Sünd mich 134 Warum sollt ich mich denn 276 111 Wenn mein Stündlein 134 Warum willst du doch 143 24 Wenn Menschenhilf scheint 161 Warum willst du draußen 8 199 Wenn uns Gott vom 161 Warum willst du ewig 184 161 Wenn Vernunft von 196 Was alle Weisheit in der 130 24 Wenn wir in höchsten 161 Waschet euch, ihr Volk der 185 143 Wer das Kleinod will 141 Was frag ich nach der Welt 368 142 Wer da will zu Jesu 85 IT* 530 418 667 86 608 461 370. XXIV. Lieder- Register. Seite Mel. 716 34 Wie wunderbar ist 70 Wie zuckersüß ist 315 Mel. 77 Werde licht, du Stadt 143 Werde munter, mein Gemüte, und erfreue 161 Werde munter, mein Gemüte, und ihr 587 549 111 Wer denket an die 70 Wer folgen will, muß 172 Wer Gott vertraut, hat 86 Wer Jesum bei sich hat 76 Wer im Herzen will 106 Wer ist der Braut des 211 Wer ist es, der die 61 Wer ist wohl, wie du 111 Wer kann vor dir, o 70 Wer nur den lieben 70 Wer nur mit seinem 70 Wer seinen Jefum recht 172 Wer sich auf seine 29 Wer sich dünken läßt, er 132 Wer sich im Geist beschneidet 33 67 Wer sind die vor Gottes 159 Wer überwindet, soll 211 Wer unterm Schirm 70 Wer weiß, wie nahe 70 Wer will mich von der 135 Wer wohl auf ist und 206 Wes ist das Fest? 6 Wie bist du mir so 161 Wie der Hirsch in großen 93 Wie elend müßt ich 48 Wie fliegt dahin der 141 Wie freuet sich mein 141 Wie Gott im Himmel 438 111 Wie Gott mich führt, so 206 Wie groß ist deine 256 175 Wie groß ist des Allmächtgen 789 195 Wie groß, o Gott, ist deine 622 105 Wie herrlich ists, ein* 862 78 Wie ist die Welt so Feindschaft 352 42 Wie ist so groß und schwer 70 Wie kann sich unser 85 Wie lang hat Gott 198 Wie lang, o Herr, wie 111 Wie mein gerechter Gott 182 Wie mit grimmgem 206 Wie schön ists doch, Herr 206 Wie schön leucht uns der Morgenstern am 206 Wie schön leuchtet der Mor= genstern, voll 140 Wie soll ich dich empfangen 220 Wie wohl hast du gelabet 213 Wie wohl ist mir, o 10 Wie wohl ist mir, wenn 24 Willkommen, auferstandner 26 Willkommen, Held im 60 Wir Christenleut habn 93 Wir danken deinem 24 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für 38 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du gen 31 Wir danken Gott 378 418 418 47 756 662 816 Wir glauben all an 42 129 Wird das nicht Freude * 870 252 132 Wir haben jetzt vernommen 624 144 70 Wir liegen hier zu deinen 658 243 Wir loben dich, wir 746 * 857 345 111 Wir Menschen sind in 43 509 461 111 Wir Menschen sind lebendig 166 452 111 Wir Menschen sind zu dem 290 38 Wir singen dir, Immanuel 26 * 839 803 108 Wo findet die Seele 462 111 Wo Gott der Herr nicht 618 24 Wo Gott zum Haus nicht 530 198 Wohlauf, o Herr 446 111 Wohl dem, dem Gott all 406 161 Wohl dem, der den Herrn 716 24 Wohl dem, der fest im 784 484 24 Wohl dem, der Gott von 89 Wohl dem, der Gott zum * 866 141 Wohl dem, der Jakobs Gott 797 140 Wohl dem, der Jesum 261 24 Wohl dem, der in Furcht 438 89 Wohl dem, der sich auf 70 Wohl dem, der sich mit 158 Wohl dem, der stets ans Seite 686 531 108 * 833 26 290 86 24 Wohl einem Haus, da 143 Wohl mir, Jesu Christi 94 Wohl mir, Jesu, du bist 612 70 Wo ist ein solcher Gott 675 184 Wo ist mein Schäflein 352 51 Wollt ihr wissen, was 693 143 Womit soll ich dich 689 141 Woran fehlts immer * 845 199 Wort des höchsten 820 85 Wo soll ich fliehen 127 Wo willst du hin 113 809 131 784 3. 272 150 Beige dich uns ohne 145 651 252 337 388 646 532 161 Wohl dem Menschen, der nicht 292 820 * 840 338 419 291 646 419 463 86 624 186 721 145 213 738 236 812 571 28 84 Wunderanfang, herrlich Ende 785 123 Wunderbarer Gnadenthron 262 209 Wunderbarer König 10 161 Wunderlich ist Gottes 407 485 316 817 Melodien- Register. Seite| Mel. 317 161 Zions Burg ist meine 122 83 Zu deinen Füßen liege 797 146 Zu dir erheb ich meine * 863 224 Zu dir, Herr Jesu 28 82 Zu dir ist meine Seele 362 9 Zuletzt gehts wohl 114 141 Zum Bilde Gottes war 821 24 Zwei Ding, o Herr 510 123 3weierlei bitt ich 511 Mel. 151 Zerfließ, mein Geist 132 Zich ein zu meinen 125 Zich hin, mein Kind 111 Zich, Israel, zu deiner 24 Zich, mein geliebtes 77 Zich mich, zich mich 75 Zieh uns nach dir, so 221 Zicht in Frieden 161 Zion, gieb dich nur 161 Zion tlagt mit Angst Melodien- Register. - Die Lieder sind nach den Gesangbuchs- Nummern angegeben. I. 3weizeilige Strophen. 1. 905. Danket dem Herren. 181. 619. II. Dreizeilige Strophen. 2. 22. Ein Kind geboren. 1098. 3. 92. Christe, du Lamm Gottes. 4. 1147. Heilger Geist, du Tröster. 5. 1273. Der Tag vertreibt. III. Bierzeilige Strophen. 6. 35. Lobt Gott, ihr Christen. 900. Nun fich der Tag. 76. 227. 356, 611.868. 1237, 1305. XXV. 480. 612. 627. 844. 915. 1096. 1188. 11. 942, Trau auf Gott. 9. 1067. 3ulebt gehts wohl dem. 10. 886. Der Tag ist hin. 205. 336. 418, 561, 888.975. 1175. Seite 703 * 822 546 248 * 867 686 155 593 593 12. 14. Nun komm der Heiden. 549. Jesu, komm doch selbst. 1290. Müde bin ich. 2. 5. 67. 224. 534. 676. 690. 717. 1265, 1350. 1375, 1406. 13. 412. Jesu, meine Sonne. 14. 317. Höchster Priester, der du. 764. 15. 213. Kyrie Gott Vater. 1313. Dunkel ists. 16 a. 8. 875. Wach auf, mein Herz. 56. 193. Komm, Gott Schöpfer. XXVI. Melodien- Register. 16 b. 160, Jesus Chriftus, unser Heiland. 17. 153. Erstanden ist der heilig. 18. 70. Mein Vater, zeuge mich. 19. 79. Kommt und laßt uns. 64. 1099, 1104, 1277. 20. 553. O Jesu, komm zu mir. 21. 127. 865, 911. 912. 943. 949, 1128. 1154, 1287, 108. Herzliebſter Jefu. 12 Mel. Gott, der du uns deinen. 22. Mel. Zeuch meinen Geist. 315. 23. Mel. Errett mich, o mein lieber. 1121. 24. 1100, Veni creator. 18. Christum wir sollen loben. 42. Vom Himmel hoch. 236. Wo Gott zum Haus. 243. Herr Gott, dich loben alle. 506. Allein auf Gott set. 772. Erhalt uns, Herr. 796. Herr Jesu Christ, meins Lebens. 797. Herr Jesu Christ, wahr'r Mensch. 809. Nun laßt uns den Leib. 880. Christ, der du bist der helle. 881. Christe, der du bist Tag. 919. Herr Jesu Christ, dich zu uns. 177. 185. 226. 261. 291. 292, 302, 307, 427, 429. 434. 455. 475. 479. 541. 552. 592. 604, 632. 642. 810, 811, 854. 858. 872. 894, 907, 917. 979, 993. 1000, 1002. 1004, 1005. 1046. 1055, 1088, 1105. 1106, 1126, 1159, 1226. 1243, 1257, 1274, 1281. 1283, 1292. 1296, 1308. 1319. 944. Wenn wir in höchsten Nöten sein. 1151. Der du bist Drei in Einigfeit. 10, 43., 47, 49, 51, 80. 98, 106, 123, 143, 25. 864. Ich dank dir schon. 395. 1280. 26. 786. Christus, der ist mein. 428. 1183, 1334, 1392. 27. 688. Sollt es gleich bisweilen. 419. 543, 1291. 28. 1279, Lobet den Herrn Alle. 29. 706. Ringe recht. 1206. Mel. Seelenweide. 560. 699, 1200, 1236. 30. 837. O wie selig seid ihr. 838. 1408. 31. 1285. Wir danken Gott für seine Gaben. 32. 78. Jefu, rufe mich von der Welt. IV. Fünfzeilige Strophen. 33. 27. Gelobet feift du. 34. 94. Da Jesus an dem Krenze. Melodien- Negister. 635. In dich hab ich gehoffet. 663. Ich weiß, mein Gott. 33. 95, 231. 275. 423. 628. 733. 973. 992, 1009. 1066, 1382. 35. 120. Meine Liebe hängt. 36. 130. O Traurigkeit. 129. 855. 885, 1133, 37. 147. Christ ist erstanden. 38. 152. Erschienen ist der herrlich. 431. Dies sind die heilgen zehn. 45. 71. 118. 154. 187. 438, 444. 630. 853, 920. 928, 1024, 1217. 1304. 39. 180. Christ fuhr gen Himmel. 40. 197. Nun bitten wir den. 1219, 41. 160. Jesus Christus, unser Heiland. 43. 465. Gott sei gelobet. 44. 551. Liebster Jesu, du wirst. 45. 556. Ach wie nichtig. 505. 46. 568. Der schmale Weg. XXVII Angesicht. 34. 1062, 1108. 1282. 47. 607. Lobe den Herren, den mächtigen. 1078. Hast du denn, Jesu, dein 48. 800. Ich hab mein Sach Gott. 124, 1260. 49. 824. Gott hat das Evangelium. 50. 950. Verleih uns Frieden. 51. 1134. Wollt ihr wissen. 57. Mel. Ach Gott, erhör mein. 89. 58. 42. 232. Warum betrübst du. 951. 638. Meine Hoffnung steht auf 961, 1013. Gott. 52. 1135. Christus ist erstanden. 53. 1150. O heiliger Geist, o heiliger. 54. 1214. Nur frisch hinein. 55. 1262. Auferstehn. 56. 1268. Laß mich gehn. V. Sechszeilige Strophen. 59. 3. Gottes Sohn ist kommen. 1255. 60. 38. Jesu Christ, dein Kripplein. 44. Wir Christenleut. 61. 72. Seelen- Bräutigam. 1203, 1369, 73, XXVIII. Melodien- Register. 62. 84. Mit Fried und Freud. 63. 157. Heut triumphieret. 156. 162. 165. 64. Mel. Preis, Lob, Chr. 273, 1056. 65. 161. Jesus, meine Zuversicht. 477. Meinen Jesum laß ich nicht. 6. 28. 62. 68. 134. 278. 405, 473, 487. 497. 503. 515. 522. 523, 544. 554. 681. 683. 741. 742. 747. 748, 749. 757. 997. 1001. 1073. 1103. 1107. 1117. 1118. 1136. 1202. 1230. 1254. 1256. 1264. 1316. 1320, 1324. 1337. 1354. 1366. 1402. 66. 172. O Jesu, der du dich. 67. 196. Komm, o komm. 860. Gott des Himmels. 665. Jesus, Jesus, nichts. 1272. Wer sind die vor Gottes. 271. 422, 442, 545. 579. 593, 653, 686, 877. 1120. 1235. 1278. 1300. 1301. 1318. 1325. 1336. 1400. 69. 589. Sieh, hier bin ich. 1132. 151. 166. 234. 286. 304. 322, 323. 327. 337. 341. 349, 390, 396. 415. 421. 450, 493. 494. 495. 496. 502, 513. 518, 519, 527. 528. 546. 557. 573, 575. 578, 587, 625. 634. 639. 649, 652. 655. 656. 657. 658. 659, 664. 689. 691. 708, 712. 727. 729. 743. 744. 751. 785. 787. 792. 793. 794. 802. 803. 804. 805, 808, 818, 830. 857. 866. 890. 930. 932. 968. 977. 988. 990. 1007. 1019, 1022, 1026. 1027. 1049. 1051. 1052. 1069. 1070. 1076. 1166. 1170. 1179. 1181. 1185. 1186. 1187. 1241, 1250. 1251. 1373. 70. 235. Wer nur den lieben Gott. 817. Wer weiß, wie nahe. 521. Ich will dich lieben. 615. O daß ich tausend. 1190. Mir ist Erbarmung. 626. Der beste Freund. 20. 122. 71. 280. Jsrael, bekehre dich. 74. 68. 311. Erquicke mich, du Heil. 229. Nicht so traurig. 225. 399. 1173. Mein Jesu, der du vor 1224. Jch bete an die Macht. 1365. dem Scheiden. 55. 249. 392, 476. 565. 566. 769. 72. 281. Kommt her zu mir. 982. Geh aus, mein Herz. 50. 192. 244. 279. 300, 309. 537, 685, 976, 1075, 1091. 1093. 1160. 73. 310. Entbinde mich. 75. 332. Ach Gott und Herr. 102. 186. 188. 191. 667. 1023. 1231. 76. 339. Ach, was soll ich Sünder. 4. 7. 39. 81. 110. 138. 319. 335. 355. 640, 775. Melodien Register. 878. 901. 1064. 1083. 1155. 1180. 1364. 77. 345. Herr, ich habe mißgehandelt. 618. Unser Herrscher, unser. 65. 105. 201. 253. 254. 263. 414. 436. 474. 488. 555. 562. 669. 791. 813. 861. 938. 965, 972. 983, 1124. 78. 407. Friede, ach Friede. 79. 409. Ich bin vergnügt, weil. 80. 524. Meine Seele, willst du ruhn. 81. 548. Jesu, gieb mir deine. 82. 583. Dir, dir Jehovah. 1161. 1397. 83. 175. Triumph, Triumph. 590. Vater unser im Himmelreich. Mel. Ich dank dir Gott für all Wohlthat. 57. 168, 169. 285. 389. 713t 732. 903. 927. 934. 939.1003.1084. 1182. 1311. 1327. Seht die Mutter voller. 86. 644. Wer Jesum bei sich hat. 87. 692. Ach wachet, wachet auf. 88. 765. Nur auf, und nach den. 89. 807. Machs mit mir Gott. 30. 60. 103. 320. 425. 517. 574.645, 700. 1191.1323. 85. 624. Auf meinen lieben Gott. 364. 420. 470. 538. 580. 753. 954. 956. 964. 981. 989. 1014. 1016. 1029. 1068. 90. 862. Hüter, wird die Nacht. 1270. Unter Lilien. 1390. 91. 867. Morgenglanz. XXIX. 92. 887. Die Nacht ist vor der. 1312. 93. 899. Nun ruhen alle. 1253. 84. 95. 400. O wie selig sind die Seelen. 946. Du Friedefürst. 622. Alles ist an Gottes. 969. Die Herrlichkeit der Erden. 132. 228. 445, 500, 736. 761. 841.870, 1045.1053. 1113. 1212. 1259, 1298. 1314. 1317. 1326. 1386. 1394. 1409. 94. 922. Liebster Jesu, wir sind. 117. 121. 144. 303. 466. 586.923. 926. 1010. 1011. 1057. 1101. 1114. 96. 401. 417. 1060. 1143. 1047. Sieg, Sieg, mein Kampf. 1156. 1209. 1216. 1239. 97. 1140. Einer ist König. 63. 705. 98. 1222. Gott wills machen. 99. 1232. Mein Salomo. 947. XXX. Melodien 100. 1233. Schönster Herr Jesu. 101. 1244. Nun preiset Alle. 1266. Ich hab von ferne. 102. 1340. du fröhliche. 103. 1344. Wo findet die Seelt. 104. 1347. Wenn ich ihn nur habe. 105. 1110. O Liebe, die den Himmel. Mel. Mein Freund zerschmilzt. 1330. 1388. 106. 1194. Wer ist die Braut bes Lammes. Mel. Wie schön ist unsers Königs. 1221. 107. Mel. Jesu, wie süß ist. 572. 108. Mel. Lebt jemand so wie ich. 294. 109. 510. Es kostet viel, ein Christ. 509, 720. VI. Siebenzeilige Strophen. 110. 29. Herr Christ, der einge. 85. 295, 313. 581. 598. 909, 998. 1092, 1137. 111. Mel. Wär Gott nicht mit uns. 816. Wenn mein Stündlein. 69. Mein Herzens- Jesu. 204. Allein Gott in der Höh. 272. Nun freut euch lieben. 340. Aus tiefer Not. 346. Herr Jesu Christ, du höchstes. Register. 348. Herr, straf mich nicht. 383. Es ist das Heil. 654. Herr, wie du willst, so schicks. 770. Ach Gott vom Himmel. 773. Es spricht der Unweisen. 781. Wo Gott der Herr nicht. 795. Herr Jesu Christ, ich weiß. 822. Es ist gewißlich. 17. 32. 41. 74, 75, 86, 107, 140. 149, 159, 163, 173, 174. 176. 179. 182. 214, 216. 241, 247, 250, 252, 255. 259, 266, 306, 326, 333. 351, 352, 358, 363, 366. 367, 369, 374. 377. 381. 384. 385, 387, 388, 397, 432, 440, 441, 446, 451, 454, 457, 460, 461. 462. 463, 469, 501, 511, 529. 533, 535, 576, 584. 588. 594, 602, 616, 629, 677. 694, 707, 714. 715. 721. 726, 730, 734. 756. 776. 780, 789, 806, 825, 826. 843, 856, 882. 897. 914. 935, 945, 955. 958. 959. 970, 971, 974, 999, 1000. 1008, 1028. 1033, 1040. 1044, 1072, 1077, 1086. 1112, 1129, 1139, 1162. 1169. 1174. 1223, 1240. 1246, 1271. 1342. 1359. 1378. 1389, 1399, 1407. 112. 100. Es ist vollbracht. 113. 128.DLamm Gottes, unschuldig. 114. 141. Wenn meine Sünd mich. 109. 115. 290. Erleucht mich Herr. 116. 301. Bekehre du mich, Herr. Melodien- Register. 117. 547. Jefu, meines Herzens. 540. 118. 637. Meine Hoffnung stehet. 701. 119. 650. Gieb dich zufrieden. 120. 704. Fahre fort. 121. 724. Gott, du bleibst doch. 122. 906. Den Vater dort oben. 123. 916. Singen wir aus Herzensgrund. 46. 48. 391. 716. 779, 918. 980, 1017, 124. 1087. Herr, ich denk an jene Zeit. 125. Mel. Ich hab genug, mein Herr. 755, 1261. 126. 1242. Lobe den Herren, o meine. 1383. 127. 1293. Wo willst du hin. 128. 1322, G3 ist ein Rof. 129. 1404. Wird das nicht Freude. VII. Achtzeilige Strophen. 130. 11. Macht hoch die Thür. 131. 23. Ermuntre dich, mein schwa= cher. 36. 183, 220, 267. 596. 963. 132. 53. Helft mir Gotts Güte. XXXI. 641. Von Gott will ich. 848. Aus meines Herzens. 1. 12, 13, 40. 58. 150. 184. 195. 203. 499, 530. 673. 723, 737, 852. 871. 967. 994. 996. 1030. 1038. 1249, 1360. 1368. 133. 211. Hochheilige Dreieinigkeit. 134. 26. Fröhlich soll mein Herze. 424. Warum sollt ich mich. 233. 1148, 1343. 135. 687. Schwing dich aufzu deinem.. 93. Christus, der uns selig. 111. 115. 137. 230. 354. 559, 620, 687, 788. 850. 1054. 1276. 136. 125. O du Liebe meiner. 139. 324. 491. 504. 987, 1201, 1286. 1315, 1338. 137. 146. Auf, auf, mein Herz. 167. 138. 148. Christ lag in. 145. 139. 189. Brunnquell aller Güter. 140. 219. Befiehl du deine Wege. 758. Herzlich thut mich. 768. Balet will ich dir. 812. O Mensch, gedenk ans Ende.. 863. Ich dank dir, lieber Herre. 16. 52. 82. 126. 151, 158. 245. 321, 334. 447. 597. 601, 608, 636. 670, 684. 693. 728. 760, 766, 801. 814, 820, 827, 831, 845. 879. 884, 898, 931, 1041, 1043. 1048. 1109, 1115. 1122. 1329. 1333. 1367. XXXII. Melodien- Register. 141. 325. Gott, du frommer. 610. Nun danfet alle Gott. 21. 31. 59. 88. 97. 136. 206. 207, 248, 251, 258. 270. 293. 312. 314. 329. 330. 368. 375. 378. 382. 402. 492. 507. 520. 536. 564. 151. 486. 3erfließ, mein Geist. 152. 569. 614. 633. 646. 648. 532. Jhr Kinder des Höchsten. 678. 698. 745. 746. 873. 892, 913, 924. 953. 1089. 1328. 1385. 1405. 142. 347. Herr, nicht schicke. 411. 443. 567. 570. 672. 143. 116. Jesu, meines Lebens Leben. 353. Jesu, der du meine. 828. Alle Menschen müssen. 1082. Du, o schönes Weltgebäude. 9. 66. 87. 114. 116. 237. 283. 331. 372. 386. 406. 478. 483, 484. 531. 539. 582. 606, 631. 666, 709. 754. 821, 889, 893. 1018. 1021. 1058. 1063. 1141. 1144. 1167. 1192. 1229. 1269. 1297. 1349. 144. 359. Straf mich nicht in. 328. 695.738. 1295. 1391. 145. 371. Jesus nimmt die Sünder. 146. 373. Mein Jesu, dem die. 305. 840, 1294. 1379. 147. 404. Du bist ja, Jesu. 148. 410. Jesu, o du Trost der. 150. 481. Schmücke dich, o liebe. 846. 1163. 1172, 1193, 1228. 1284. 1302. 1332. 1351. 1374. 149. 25. Freuet euch, ihr Christen alle. 577. 153. 542, Eins ist not. 1363. 154. 767. So wünsch ich nun. 155. 550. Jesus ist das schönste. 8. 156. 558. Entfernt euch, ihr. 157. 651. Gott ist getreu. 158. 674. Was Gott thut, das ist. 171. 394. 623, 662, 675. 703, 819, 929, 984. 1037. 1090. 1208. 1211. 1220. 1380. 159. 711. Wer überwindet, soll. 160. 777. Schaut man das Leben. 161. 783. 3ion flagt mit. 904. Werde munter, mein. 15. 790. Fren dich sehr, o meine. 1355. Ich will beten, Gott wird. 54. 77. 90. 96. 101. 112. 113. 135. 142. 190. 198, 239, 257, 268, 277. 284, 287, 288, 296, 299. 338, 344. 360. 361. 362. 379, 426. 433. 437. 448. 459, 464. 498. 512. 516. 591, 682. 697, 735. 739. 2 Melodien- Register. 173. 740, 750 752. 763, 778. 782. 784, 815, 823. 851, 874. 891. 902. 908. 936. 1097. In dulci jubilo. 37. 174. 957. 1012. 1035. 1036. 1195. Auf, hinauf zu deiner. 416. 1042, 1059, 1080, 1081. 1085, 1095. 1111. 1142. 175. 1145. 1146. 1164. 1168. 1197. Die Tugend wird durchs. 1177. 1184. 1210, 1213. 1131. 1207. 1247, 1362. 1252. 1310. 1335. 1339. 1353. 1371, 1387. 176. 162. 1198. Es glänzet der Christen. 177. 799. Ich bin ja, Herr, in. 1258.1267. Jerusalem, du hochgebaute. 163. 839. Welt ade, ich bin. 161. 179. 842. Ewigteit, du Donner. 1322. Stille Nacht. 829, 835, 859, 869, 1199. 165. 883. Der lieben Sonnen. 847. 1403. 166. 896. Mein Augen schließ. 719. 167. 910. Lobet den Herrn. 941. 991. 170. 1034. Gott, den ich als Liebe. 168. großer Gott von. XXXIII. 169. großer Gott, der du. 171. 1050. Es ist nun aus mit. 172. 1071, Was mein Gott will. 1331. So gehst du nun, mein. 439. 178. 1306. O felig Haus. 180. 1347. O Ursprung des Lebens, 181. 1348. So nimm denn meine. 182. 1357. Wie mit grimmgem. 183. 1374. Hier liegt vor deiner. 184. Mel. Wo ist der schönste, der. 289. 185. Mel. O Jesu, du bist. 759. 1393. 186. Mel. Herr und Ältester. 1127. 1130, 1376. 187. Mel. O du Hüter Israel. 1196, 188. Herre Gott, dein. 260. Durch Adams Fall. 61. Mel. O ihr auserwählten. 1204. 246, 265, 308, 316, 350, 189. 408, 430. 435, 452. 643. 647, 660, 661, 702, 710. Mel. Jehovah ist mein. 1234. 718, 722, 834. 895, 948, 986, 1025, 1032. 190. Mel. Nun schläfet man. 1289. Melodien Register. XXXIV. VIII. Neunzeilige Strophen. 191. 91. Brich entzwei. 192. 256. Ach, wie hat das Gift. 193. 318. Ich ruf zu dir. 514. 526. 995. 194. 343. Erbarm dich mein. 962. 195. 365. Allein zu dir, Herr. 342. 966. 196. -449. Christ unser Herr zum. 774. Es woll uns Gott. 215. 217. 456, 458. 508. 925. 1006. 1061. 197. 563. Unser Wandel ist. 198. 679. Ein feste Burg. 453. 595. 1015. 1079. 1157. 199. 680. Jesu, meine Freude. 1288. Hirte deiner Schafe. 155. 170. 200. 202. 221. 482. 489. 490. 603. 668. 671. 731. 762. 1039. 1165. 1215. 1218. 1288. 200. 933. Ach Gott, thu dich erbarmen. 276. 952. 201. 1225. Jch laß dich nicht. 204( auch acht zeilig). 25. Freuet euch, ihr Christen. 577. 202. 1275. Die güldne Sonne. 205. 194. Komm, heilger Geist, Herre. 206. 403. Wie schön leucht uns. 178. 199. 393. 413, 467. 525. 599, 833. 849. 876, 1020. 1123. 1125, 1303. 1307. 1352, 1381. 1384. 207. 472. Jesus ist mein. 208. 164. Laffet uns den Herrn preiſen. 617. Sollt ich meinem Gott. 24. 119. 210. 223. 242. 836. 1138. 1341. 209. 621. Wunderbarer König. 1245. 1299. 210. 725. Gott lebet noch. 211 771. An Wafferflüssen. 99. 104. 222. 262, 269, 274. 282. 297. 376, 960, 985. 1031. 1171. 212. 1189. Mein Heiland nimmt. 213. 1238. Wie wohl ist mir. 1102. 1205, 1263. 1357, 1358. 1361. 1395. 1398. 214. 732. Mel. Ich dank dir, Gott, für all Wohlthat. IX. Zehnzeilige Strophen. X. Elfzeilige Strophen. 203. 19. Der Tag, der ist so. 215. 133. wir armen Sünder. Melodien- Register. XI. 3wölfzeilige Strophen. 216. 218. Wir glauben all. 217. 600. Herr Gott, dich loben. 218. 605. Lasset uns den. 219, Mel. O Mensch, bewein dein. 370. 220. 613. Nun lob, mein Seel. 468. 485, 609. 1248. 221. 696. Wachet auf, ruft. 571. 832. 1074. 1116. 1119. 1309. 1370. 222. 1158. Sie ist mir lieb. 223. 1401. Harre, meine Seele. XIII. Vierzehnzeilige Strophen. 225. 208. Gott der Vater wohn. 226. 264. Mitten wir im Leben. 227. 585. Herr, höre mich. 228. 1094. Gott, du unser. XXXV. XIV. Sechszehnzeilige Strophen. 229. 398. Liebster Jefu, liebstes. 230. 212. Jesaia, dem Propheten. XV. Achtzehnzeilige Strophen. XII. Dreizehnzeilige Strophen. 224. 798. Herzlich lieb hab ich. 380. 937. Die Litanei. 1065, 1176. 1178. 231. 1227. Jn dir ist Freude. XVI. Strophen ohne Versmaß. 232. 83. Herr, nun läsfest du. 233. 209. Gott, sei uns gnädig. 234. 238. Gelobet sei der Herr. 235. 240. Meine Seele erhebet. 236. 921. Kyrie, o Herre Gott. 237. 238. 940. Nimm von uns, Herre. 239. 1149. Komm, heilger Geist. 240. 1152. Die Gnade unsers. 241. 1153. Heilig ist Gott der. 242. 1332. Schaffe in mir, Gott. 243. 1379. Wir loben dich, wir. 30 Erster Teil. Fest- Lieder von Gott und Jesu Christo, ihren Werken und Wohlthaten. Advents- Lieder. 1. Mel. Von Gott will ich nicht. 1. Auf, auf, ihr Reichsgenossen! eur Sönig fommt heran, empfahet unverdrossen den großen Wundermann! Ihr Chriften geht herfür! Laßt uns vor allen Dingen ihm Hosianna singen mit heiliger Begier. 6. Und wenn gleich Krieg und Flammen uns alles rauben hin; Geduld! weil ihm zusammen ge2. Auf, ihr betrübten Herzen! hört doch der Gewinn. Wenn der König ist gar nah; hinweg gleich ein früher Tod die Kinder all Angst und Schmerzen, der uns genommen, wohlan, so sind Helfer ist schon da. Seht, wie sie kommen ins Leben aus der so mancher Ort hochtröstlich ist Not. zu nennen, da wir ihn finden können im Nachtmahl, Tauf und Wort. 7. Frisch auf, in Gott, ihr Armen, der König sorgt für euch; er will durch sein Erbarmen euch 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten! machen groß und reich. Der an der König ist nicht fern; seid ein Tier gedacht, der wird euch fröhlich, ihr Verzagten, dort auch ernähren; was Menschen kommt der Morgenstern. Der nur begehren, das steht in seiner Herr will in der Not mit rei- Macht. chem Trost euch speisen; er will euch Hilf erweisen, ja dämpfen gar den Tod. 4. Nun hört, ihr frechen Sünder! der König merket drauf, wenn ihr, verlorne Kinder, in vollem Lasterlauf auf Arges seid bedacht, ja thut es ohne Sorgen; gar nichts ist ihm verborgen, er giebt auf alles Acht. den Weg ihm bahnen und mas chen alles recht. Fürwahr, er meint es gut! Drum lasset uns die Plagen, die er uns schickt, ertragen mit unerschrocknem Mut. 5. Seid fromm ihr Unterthanen! der König ist gerecht; laßt uns 8. Hat endlich uns betroffen viel Kreuz, läßt er doch nicht die, so auf ihn stets hoffen mit rechter Zuversicht. Von Gott kommt alles her, er läsfet auch im Sterben die Seinen nicht verderben, sein'r Hand ist nichts zu schwer. 9. Frisch auf, ihr Hochbetrübten! der Stönig kommt mit Macht; an uns, sein Herzgeliebten, hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst noch Pein, noch Zorn hins 1 Advents- Lieder. 2 hinfort uns schapen, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder sein. Mel. Nun komm, der Heiden Heild. 2. Gott sei Dank durch alle Welt, der sein Wort beständig hält, und der Sünder Trost und Rat zu uns her gesendet hat. 10. So lauft mit schnellen Schritten, den König zu besehn, dieweil er kommit geritten, start, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, den Herren zu begrüßen, der alles Kreuz verfüßen und uns erlösen kann. 11. Der König will bedenken die, so er herzlich liebt, mit köstlichen Geschenken, als der sich selbst uns giebt durch seine Gnad und Wort. Ja, König, hoch erhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. In eigener Melodie. 12. Nun Herr, du giebst uns reichlich, und wirst selbst arm und schwach; du liebest unvergleichlich und gehst den Sündern nach. Drum wolln wir dir allein die 3. Gottes Sohn ist kommen Stimmen hoch aufschwingen, dir uns allen zu Frommen Hosianna singen und ewig dank- hier auf diese Erden in armen bar sein. Geberden, daß er uns von Sünde freie und entbinde. Joh. Rist. 2. Er kommt auch noch heute und lehret die Leute, wie sie sich von Sünden zur Buß sollen wenden, von Irrtum und Thorheit treten zu der Wahrheit. 3. Die sich sein nicht schämen und sein Dienst annehmen durch ein rechten Glauben mit ganzem Vertrauen, denen wird er eben ihre Sünd vergeben. 4. Denn er will ihn'n schenken in den Sakramenten sich selber zur Speise, sein Lieb zu beweisen, daß sie sein genießen in ihrem Gewissen. 4. Sei willkommen, o mein Seil! Hosianna, o mein Teil! Richte 5. Die an ihn fest gläuben und beständig bleiben, dem Herdu auch eine Bahn dir in mei- ren in allem trachten zu gefallen, nem Herzen an. die werden mit Freuden auch von 5. Zieh, du Ehrenkönig, ein, es hinnen scheiden. 6. Denr 2. Was der alten Väter Schaar höchster Wunsch und Sehnen war, pas sie geprophezeit, ist er füllt in Herrlichkeit. gehöret dir allein; mach es, wie du gerne thust, rein von aller Sündenlust. 3. Zions Hilf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn, der wohl zweigestammte Held hat sich treulich eingeſtellt. 6. Und gleichwie dein Zukunft war voller Sanftmut, ohn Gefahr, also sei auch jederzeit deine Sanftmut mir bereit. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin, und des Satans schnöde List sich so hoch vor mir vermißt. 8. Tritt der Schlange Kopf entzwei, daß ich aller Ängste frei dir im Glauben um und an selig bleibe zugethan, 9. Daß, wenn du, o Lebensfürst, prächtig wieder kommen wirst, ich dir mög entgegen gehn und vor dir gerecht bestchn. Heinr. Heldt. Advents- Lieder. 3 6. Denn bald und behende kommt len alle Sündenschmerzen! Durch die Welt erschall 2c. ihr letztes Ende; da wird er vom Bösen ihre Seel erlösen, und sie mit ihm führen zu der Engel Chören. 6. Seht, ihr Sünder, den Gerechten, der euch seine Heiligkeit anlegt als ein Ehrenkleid, und will eure Sach verfechten. Durch die Welt erschall und geh zc. 7. Seht den Helfer willig kommen, euch zu raten in der Not, in dem Leben, in dem Tod, als den er auf sich genommen. Durch die Welt erschall und geh 2c. 8. Seht, ihr Armen! seht dert Armen, der von seiner Armut euch hier und ewig machet reich; er will euer sich erbarmen. Durch die Welt erschall und geh 2c. 9. Nehmt, ihr Frommen, mit Verlangen euren teuren Heiland an, macht dem König Ort und Bahn, ihn gebührend zu empfangen. Durch die Welt 2c. 10. Laßt sein Sanftmut euch ergößen, jauchzet eurem Helfer zu, laßt sein reiche Armut nun eure Dürftigkeit ersehen. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh! 7. Von da wird er kommen, wie denn wird vernommen, wenn die Toten werden erstehn von der Erden, und zu seinen Füßen sich darstellen müssen. 8. Da wird er sie scheiden, die Frommen zur Freuden, die Bösen zur Höllen in peinliche Stellen, da sie ewig müssen ihr Untugend büßen. 9. Ei nun, Herrn Jesu, schick unsre Herzen zu, daß wir alle Stunden recht gläubig erfunden, darinnen verscheiden zur ewigen Freuden. Michael Weiß. Mel. Ach, was soll ich Sünder. 4. Hojianna Davids Sohne, der soll hochgelobet sein, der nun zu uns kommt herein aus des Vaters höchstem Throne. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh! 2. Den die Alten mit Verlangen oft gewünschet und erfleht, seinen Gintritt stets begehrt, der läßt sich von uns empfangen. Durch die Welt erschall und 2c. 3. Die geneigten Himmel tauen, aus den Wolken bricht es an, daß man den Gerechten kann nun in unserm Fleische schauen. Durch die Welt erschall und geh 2c. 11. Herr, o Herr! Laß wohl gelingen! Diesen Tag hast du gemacht, dieser Tag hat Freude bracht, drum wir Alle billig singen! Durch die Welt 2c. 12. Hosianna Davids Sohne! der soll hochgelobet sein, der nun zu uns kommt herein aus des Vaters höchstem Throne. Durch die Welt erschall und geh: Hos sianna in der Höh! 4. Kommt, dem Könige zu hulden, nach der Unterthanen Pflicht! Denn ihr sollet ferner nicht fremde Mel. Nun komm, der Heiden Heild. M. C. Kehmann. Dienstbarkeit erdulden. Durch 5. Hosianna! Unser Hort, Got2c. tes ewigliches Wort, wel5. Kommet her, ihr blöden Her- ches alle Ding erhält, hat im zen! Seht des Herren Sanftmut Fleisch sich eingestellt. an, seine Gütigkeit, die kann hei2. Der, den Gott im Paradies 1* nach 4 Advents- Lieder. nach dem Sündenfall verhieß, offen; komm, du unsre Kron und wird zum Trost der ganzen Welt von dem Engel angemeldt. Zier, komm, wir warten mit Be= gier. 3. O du Schlangentreter du, kommst du endlich noch herzu, auf den aller Frommen Schar bis daher vertröſtet war? 2. Zieh auch in mein Herz hinein, o du großer Ehrenkönig, laß mich deine Wohnung sein; bin ich armer Mensch zu wenig, ei, so soll mein Reichtum sein, wenn du bei mir ziehest ein. 3. Nimm mein Hosianna an mit des Sieges Palmenzweigen; so viel ich nur immer kann, will ich Ehre dir erzeigen, und im Glauben dein Verdienst mir zueignen zum Gewinnst. 4. O du Samen Segens voll, wie thust du der Welt so wohl, daß du zur gewünschten Zeit Gnade bringst und Seligkeit! 5. Hosianna! Starker Held, dem der Völker Schar zufällt, o du heilger Gnadenthron, Gottes und Marien Sohn, 6. Komm, o komm und mach uns frei! Todesstachel brich entzwei, Teufelsmacht leg in den Kot, nimm hinweg der Höllen Not! 7. Hast du doch deshalben dich so erniedrigt, daß du mich vom Verderben lösen willst, o du Va= ters Ebenbild. 4. Hosianna! Davids Sohn, ach, Herr, hilf! Laß wohl gelingen! Laß dein Scepter, Reich und Kron uns viel Heil und Segen bringen, daß in Ewigkeit besteh Hosianna in der Höh! M. J. G. Olearius. Licht der Heiden? Ja, 8. Süßer Hort, durch deine Mel. Ach, was soll ich Sünder. Gunst laß des strengen Eifers 7. Kommst du, kommst du, Brunst, damit Gott die Sünde straft, sein gestillt und abgeschafft. 9. Laß dein Volk erlöset sein von der schweren Höllenpein, weil es deiner Zukunft sich jetzt erfrenet inniglich. 10. Alsdann wollen wir mit Lust rühmen, was du an uns thust, und das Hosianna dir fröhlich singen für und für. du kommst und säumest nicht, weil du weißt, was uns gebricht. O du starker Trost im Leiden, Jesu, meines Herzens Thür steht dir offen, komm zu mir! 2. Ja, du bist bereits zugegen, du Weltheiland, Jungfraun Sohn, meine Sinnen spüren schon deitnen gnadenvollen Segen, deine wundervolle Kraft, deine Frucht und Herzenssaft. 3. Able mich durch deine Liebe, Jesu, nimm mein Flehen hin, schaffe, daß mein Geist und Sinn sich in deinem Lieben übe; sonst zu lieben dich, mein Licht, steht Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 6. Komm, du wertes Lösein meinen Kräften nicht. geld, dessen alle Heiden 4. Jesu, rege mein Gemüte, hoffen; fomm, o Heiland aller Jesu, öffne mir den Mund, daß Welt, Thor und Thüren stehen dich meines Herzens Grund innig preise 11. Bater, Sohn und heilger Geist, unser Herz und Mund beweist nach Vermögen, was es fann; nimm du solches gnädig Andreas Heinr. Buchholz. an. Advents- Lieder. 5 preise für die Güte, die du mir, wenn du schreist in deinen Schmero Seelengast, lebenslang erwiesen hast. zen. Er spricht: Es bricht mir das Herze, daß ich mich erbarmen muß, und dann giebt er zur Versichrung einen süßen Gnadenkuß. 6. Nun, mein Jesu, weil du dich selber unsern Helfer nennest, und zu deinem Herzen uns freten Zutritt herzlich gönnest, so komm ich und falle nieder hier vor deinem Gnadenthron; du kannst dich nun selbst nicht leugnen; hilf mir, großer Gottessohn! 7. Hilf mir allzeit ritterlich ringen in den Glaubenskämpfen; hilf mir auch mein Fleisch und Blut durch dein Kreuz und Leiden dämpfen; hilf, daß ich mög überwinden, wie du überwunden hast; hilf mir endlich selig sterben, und ablegen alle Last. 8. So will ich dich meinen Gott, stets als meinen Helfer preisen; ich will auch durch deine Gnad hier schon in der That erweisen, daß ich einen Helfer habe, der da herrscht in aller Welt, und auf welchen ganz alleine meine Hoffnung bleibt gestellt. 9. Halleluja! Dauf sei Gott, der uns diese Gnad erzeiget, und auf uns, sein armes Volk, seine Huld so reichlich neiget, daß er seinen Sohn uns schenfet, der uns nicht verlassen kann. Amen, Amen, Halleluja! singe mit mir jedermann. Ch. J. Koitsch. 5. Laß durch deines Geistes Gaben, Liebe, Glauben und Geduld, durch Bereuung meiner Schuld mich zu dir sein hoch erhaben; dann so will ich für und für Hofianna singen dir. E. E. Somburg. Mel. Jesus ist das schönste Licht. 8. Riebes Herz, bedenke doch deines Jesu große Güte, richte dich jetzt freudig auf und erwecke dein Gemüte; Jesus kommt dir als ein König, der sich deinen Helfer nennt, und sich durch dies Wort dir also selbst zu deinem Heil verpfändt. 2. Als ein Helfer dir zu gut, ist er in die Welt gekommen; als ein Helfer ist er auch in den Himmel aufgenommen, als ein Helfer herrscht er jetzt unter uns im Gnadenreich; als ein Helfer wird er kommen, und uns ihm selbst machen gleich. 3. Da er sich nun Helfer nennt, und zwar nicht im bloßen Namen, sondern zeigt es in der That, was er saget, das ist Amen: was bekümmerst du dein Herze, fucheft Hilfe hie und da? der sich dei nen Helfer nennet, ist dir allenthalben nah. 4. Er will helfen allezeit; was dich drückt, darfst du ihm flagen. Stößt dir Not und Mangel zu, du darfsts ihm nur kindlich sagen; du hast einen solchen Helfer, der Mel. Du, o schönes Weltgebäude, oder: Alle Menschen müssen sterben. von Ewigkeit dich liebt, der die 9. Piebster Jesu, sei willkomNot auch selbst erfahren und im Leiden sich geübt. men hier in dieser bösen. Welt, da du nicht wirst ange= 5. Ja, er will es nicht allein, nommen, da man dich verächtlich sondern nimmt es so zu Herzen, hält; ich, ich will dich nicht verdaß er dich nicht lassen kann, scherzen, wohne nur in meinem Her 6 Advents- Lieder. würd, uns freite von der Sündenbürd, und durch sein Gnade und Wahrheit führte zur ewigen Stlarheit. Herzen. Du bist mein und ich bin dein, allerliebstes Jefulein. 2. Zwar du kommst zu mir nicht prächtig, aber ich bin schon vergnügt, du bist dennoch reich und 3. O große Gnad und Gütigmächtig, hast mir Alles zugefügt, i feit, o tiefe Lieb und Mildigkeit! was mich Sünder, was mich Schwachen kann gerecht und selig machen. Du bist mein, und 2c. 3. Dein so armes Kummerleben soll mein Reichtum allzeit sein. Nun, ich bin dir ganz ergeben und vertraue dir allein, daß du mir in jenem Leben wirst die Ehrenfrone geben. Du bist mein, und ich bin dein 2c. Gott thut ein Werk, das ihm kein Mann, auch kein Engel verdanfen kann. 4. Der Schöpfer aller Kreatur, nimmt an sich unsere Natur, verachtet nicht ein armes Weib, zu werden Mensch in ihrem Leib. 5. Des Vaters Wort von Ewigkeit wird Fleisch in aller Reinigfeit. Das A und O, Anfang und End, giebt sich für uns in groß Elend. 4. Will dich alle Welt gleich meiden, dennoch find ich mich zu dir; dich und mich soll Nichts mehr scheiden, sondern ich will für und für unverrückt an dich nur gläuben, tot und lebend dein verbleiben. Du bist mein, und ich 2c. 5. Deine Schmach und deine 7. O weh dem Volk, das dich Schande, so dir diese Welt an- veracht, der Gnad sich nicht theilthut, dienet mir zum höchsten Pfande und versichert meinem Mut, daß du mir in jenem Leben wirst die Ehrenfrone geben. Du bist mein, und ich bin 2c. 6. Was ist der Mensch, was ist sein Thun, daß Gott für ihn giebt seinen Sohn? Was darf unser das höchste Gut, daß es so unferthalben thut? haftig macht, nicht hören will des Sohnes Stimm, denn auf ihm bleibet Gottes Grimm. 6. Nun, mein Herze steht dir offen, zich, mein Heiland, bei mir ein; laß mich nicht vergeblich hoffen, laß mich nur dein eigen sein; tilge du all mein Verbrechen, so kann ich stets fröhlich sprechen: Du bist mein, und ich bin dein, allerliebstes Jefulein! Sam. Großer. Mel. Vom Himmel hoch, da komm. 10. ob sei dem allerhöchsten Gott, der unser sich erbarmet hat, gesandt sein'n allerliebsten Sohn, aus ihm geborn im höchsten Thron; 2. Auf daß er unser Heiland 8. O Mensch, wie, daß dus nicht verstehst, und deinm König entgegen gehst, der dir so ganz demütig kommt und sich so treulich dein aunimmt? 9. Ei, nimm ihn heut mit Freuden an, bereit ihm deines Herzens Bahn, auf daß er komm in dein Gemüt, und du genießest ſeiner Güt. 10. Unterwirf ihm deine Vernunft in dieser gnadreichen Zukunft; untergieb seiner Herrlichfeit die Werk deiner Gerechtigfeit. 11. Wo du dies thust, so ist er dein, bewahrt dich vor der HölLen Pein; wo nicht, so sieh dich eben Advents- Lieder. eben vor, denn er schließt dir des Himmels Thor. 12. Sein erste Zukunft in die Welt ist in sanftmütiger Gestalt; die andere wird schrecklich sein, den Gottlosen zu großer Pein. 13. Die aber jetzt in Christo stehn, die werden dann zur Freud eingehu, besißen da der Engel Chör, daß sie kein Übel mehr berühr. 7 der Gottseligkeit steckt auf mit Andacht, Lust und Freud, so kommt der König auch zu euch, ja, Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott voll Rath, voll That, voll Gnad! 5. Komm, o mein Heiland Jesu Christ! meins Herzens Thür dir offen ist; ach zieh mit deiner Gnade ein, dein Freundlichkeit auch uns erschein, dein heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr! 14. Dem Vater in dem höchsten Thron, samt seinem eingebornen Sohn, dem heilgen Geist in gleicher Weis sei ewiglich Dank, Ehr und Preis! Mich. Weiß. Georg Weißel. Mel. Von Gott will ich nicht lassen, oder: Helft mir Gotts Güte preisen. In eigener Melodie. 11. Macht hoch die Thür, die 12. Mit Ernſt, ihr Menſchenfinder, das Herz in euch bestellt, damit das Heil der Sünder, der große Wunderheld, den Gott aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben gesendet und gegeben, bei Allen kehre ein. macht weit! Es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt. Derhalben jauchzt, mit Freuden fingt: Gelobet jei mein Gott, mein Schöpfer, reich an Gnad. 2. Bereitet doch fein tüchtig den 2. Er ist gerecht, ein Helfer Weg dem großen Gast; macht wert, Sanftmütigkeit ist sein seine Steige richtig, laßt alles, Gefährt; fein Stönigsfron ist Heiligkeit, sein Zepter ist Barmherzigkeit. All unsre Not zum End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Heiland, groß von That! was er haßt; macht alle Bahnen recht, die Thal laßt sein erhöhet, macht niedrig, was hoch stehet, was frumm ist, gleich und schlecht. 3. Ein Herz, das Demut liebet, bei Gott am Höchsten steht; ein Herz, das Hochmut übet, mit Angst zu Grunde geht; ein Herz, das richtig ist, und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein. Er ist die rechte Freuden- 4. Ach, mache du mich Armen, sonn, bringt mit sich lauter Freud in dieser Gnadenzeit aus Güte und Wonn. Gelobet fei mein und Erbarmen, Herr Jesu, selbst Gott, mein Tröster früh und spat! bereit! Zieh in mein Herz hinein 4. Macht hoch die Thür, die vom Stall und von der Krippen, Thor macht weit, eur Herz zum so werden Herz und Lippen dir Tempel zubereit't! Die Zweiglein ewig dankbar sein. Val. Thilo. 13, Advents- Lieder. 8 Mel. Von Gott will ich nicht lassen, oder: Helft mir Gotts Güte preisen. 13. Nun jauchzet all, ihr Frommen, in dieser Guadenzeit, weil unser Heil ist kommen, der Herr der Herrlichkeit; zwar ohne stolze Pracht, doch mächtig, zu verheeren und gänzlich zu zerstören des Teufels List und Macht. 2. Er kommt zu uns geritten auf einem Efelein, und stellt sich in die Mitten für uns zum Opfer ein. Er bringt kein zeitlich Gut, er will allein erwerben durch seinen Tod und Sterben, was ewig währen thut. 3. Kein Zepter, feine Krone sucht er auf dieser Welt; im hohen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. Er will hier seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat vollbracht. 4. Jhr großen Potentaten, nehmt diesen König an, wenn ihr euch wollet raten und gehn die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt; sonst, wo ihr ihn verachtet, und nur nach Hoheit trachtet, euch Gottes Rache rührt. 5. Ihr Armen und Elenden in dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seid dennoch wohlgemut; laßt eure Lieder klingen, dem Könige zu singen, der ist eur höchstes Gut. 6. Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit, der all eur Klag und Weinen verwandeln wird in Freud. Er ists, der helfen kann. Halt eure Lampen fertig, und seid stets sein gewärtig; er ist schon auf der Bahn. m. Mich. Schirmer. In eigener Melodie. 14.97un kommt der Heiden Heiland, der Jungfrauen Kind erkannt, deß sich wundert alle Welt, Gott solch Geburt ihm beſtellt. 2. Nicht von Mannsblut, noch von Fleisch, allein von dem heiligen Geist ist Gottes Wort wor den Mensch, und blüht ein Frucht Weibesfleisch. 3. Der Jungfraun Leib schwanger ward, doch blieb Keuschheit rein bewahrt, leucht hervor manch Tugend schön; Gott da war in seinem Thron. 4. Er ging aus der Kammer sein, dem königlichen Saal so rein, Gott von Art und Mensch ein Held, sein'n Weg er zu laufen eilt. 5. Sein Lauf fam vom Vater her, und kehrt wieder zum Vater; fuhr hinunter zu der Höll, und wieder zu Gottes Stuhl. 6. Der du bist dem Vater gleich, führ hinaus den Sieg im Fleisch, daß dein ewge Gottsgewalt in uns das krank Fleisch erhalt. 7. Dein Krippe glänzt hell und klar, die Nacht giebt ein neu Licht dar; Dunkel muß nicht kommen drein, der Glaub bleibt immer im Schein. 8. 2ob sei Gott dem Vater g'than, Lob set Gott, seinm eingen Sohn, Lob sei Gott dem heilgen Geist, immer und in Ewigkeit. Verd. d. Dr. M. Luther. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 15. Warum willst du drauBen stehen, du Geseg neter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, wohlgefallen, du mein Stern. Du, mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit! Hilf, o Heiland, meinem Advents- Lieder. nem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Meine Wunden sind der Jammer, welchen oftmals Tag und Nacht des Geseßes starter Hammer mir mit seinem Schrecken macht. Oder schweren Donnerstimm, die mir Gottes Zorn und Grimm also tief ins Herze schläget, daß sich all mein Blut beweget! 3. Dazu kommt des Teufels Trügen, der mir alle Gnad absagt, als müßt ich nun ewig liegen in der Hölle, die ihn plagt. Ja auch, was noch ärger ist, so zermartert und zerfrißt mich mein eigenes Gewissen mit vergiften Schlangenbissen. 9 ret, heiß ihn nur willkommen sein, und bereite dich ihm zu, gieb dich ganz zu seiner Ruh; öffne deint Gemüt und Seele, flag ihm, was dich drück und quäle. 5. In der Welt ist alles nichtig, nichts ist, das nicht kraftlos wär. Hab ich Hoheit, die ist flüchtig; hab ich Reichtum, was ists mehr, als ein Stücklein armer Erd? Hab ich Lust, was ist sie wert? Was ist, das mich heut erfreue, das mich morgen nicht gereue? 6. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr Jesu Christ; dein Erfreuen ist die Weide, da man sich recht fröhlich ist. Leuchte mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herze bricht; laß mich, Herr, an dir erquicken, Jesu, komm, laß dich erblicken! 4. Will ich denn mein Elend sein Stuhl und Thron, er hat lindern und erleichtern meine dich in sich geschlossen, nennt dich Not, bei der Welt und ihren seinen Hausgenoſsen. Kindern fall ich vollends in den Kot. Da ist Trost, der mich betrübt, Freude, die mein Unglück liebt, Helfer, die mir Herzleid machen, gute Freunde, die mein lachen. 10. Seines Himmels güldne Decke spannt er um dich rings herum, daß dich fort nicht mehr erschrecke deines Feindes Ungestüm. Seine Engel stellen sich dir zur Seite; wenn du dich hier willst oder dorthin wenden, tragen sie dich auf den Händen. 7. Freu dich, Herz, du bist er höret, jego fommt und zieht er ein; sein Gang ist zu dir gefeh-| 8. Siehst du, wie sich alles feßet, was dir vor zuwider stund? Hörst du, wie er dich ergößet mit dem zuckersüßen Mund? Ei, wie läßt der große Drach all sein Thun und Toben nach. Er muß aus dem Vorteil ziehen und in seinen Abgrund fliehen. 9. Nun, du hast ein süßes Leben, alles, was du willst, ist dein; Christus, der sich dir ergeben, legt sein Reichtum bei dir ein. Seine Gnad ist deine Kron, und du bist 11. Was du Böses hast begangen, das ist Alles abgeschafft. Gottes Liebe nimmt gefangen deiner Sünden Macht und Kraft. Christi Sieg behält das Feld, und was Böses in der Welt sich will wider dich erregen, wird zu lauter Glück und Segen. 12. Alles dient zu deinem From= men, was dir bös und schädlich scheint, weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Beibst du ihm nur wieder treu, ists gewiß und bleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. Paul Gerhardt. 16. Weihnachts- Lieder. du herzbetrübtes Heer, bei denen Gram und Schmerze sich häuft gen und wie begegn je mehr und mehr; seid unverzagt! Ihr habet die Hilfe vor der Thür: der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier! 7. 3hr dürft euch nicht bemühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Not zu stillen, die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken vor eurer Sünden Schuld. Nein, Jesus will sie decken mit sei ner Lieb und Huld! Er kommt, er kommt den Sündern zum Trost und wahren Heil, schafft, daß bei Gottes Stindern verbleib ihr Grb und Teil. 10 Mel. Valet will ich dir geben. 16. Mie soll ich dich empfanich dir? O aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier! O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergöße, mir fund und wissend sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud? Als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid, als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß, und hebst mich hoch zu Ehren, und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdisch Reichtum thut. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt, als das geliebte Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammerlast, die fein Mund aus kann sagen, so fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er fommt, er fommt, ein König, dem wahrlich alle Feind auf Erden viel zu wenig zum Widerstande sind. 10. Er fommt zum Weltgerichte, zunt Fluch dem, der ihm flucht, mit Gnad und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Soune! und hol uns allzumal zum ewgen Licht und Wonne in deinen Freudenfaal. Paul Gerhardt. 2. Weihnachts- Lieder. Mel. Nun freut ench, lieben Christen. Seil von oben her; denn alles 17. 2uf, freuet euch von Herz noch im Tode wär, wenn er nicht zensgrund, ihr, die ihr wär erschienen. wart verloren; nun wird das große Wunder fund, daß Gott ist Mensch geboren; er bringt das 2. Er ist das Wort, so alles schafft, das alles hält und träget, der schöne Glanz, die ewge Straft, ohn Weihnachts- Lieder. 11 3. Die göttlich Gnad vom Himt= mel groß sich in die keusche Mutter goß; ein Mägdlein trug ein heimlich Pfand, das der Natur war unbekannt. 4. Das züchtig Haus des Herzens zart gar bald ein Tempel Gottes ward; die kein Mann rühret, noch erkannt, von Gottes Wort man schwanger fand. ohn welche sich nichts reget.| 2. Der selig Schöpfer aller Ding Und dies ists, was uns kommt zu zog an eins Knechtes Leib gering, gut, nun fann er unser Fleisch daß er das Fleisch durchs Fleisch und Blut verföhnen und erneuern. erwürb und sein Geschöpf nicht 3. Er ist des ewgen Vaters alls verdürb. Sohn, von Ewigkeit gezenget; doch sich, wie er von seinem Thron zu uns hernieder steiget, mit unserm schwachen Fleisch sich paart, auf daß in uns die göttlich Art mög angerichtet werden! 4. Der Menschen Haufe lag im Grab, zum Guten ganz erstorben, drum fommt das Leben selbst herab, daß die, so ganz verdorben, im schönen Stock des Heils verhüllt, mit neuer Lebenskraft er füllt, den Tod besiegen können. 5. Und weil die Welt die finstre Nacht gänzlich thät überdecken, weil sie nicht selbst aus eigner Macht das Licht sich konnt erwecken; so kommt das unumschränkte Licht und will mit hellem Angesicht in aller Herzen leuchten. 6. Wie bleibst du denn, o Menschenkind, in deinen Sünden liegen? Wie bist du doch so starr und blind, und läßt dich so betrügen? Gi, folge deiner Trägheit nicht! Er will dir Leben, Kraft und Licht aus seiner Fülle schenken! 5. Die edle Mutter hat geborn, den Gabriel verhieß zuvorn, den Sankt Johann mit Springen zeigt, da er noch lag im Mutterleib. 6. Er lag in Heu mit Armut groß, die Strippe hart ihn nicht verdroß; es war ein kleine Milch sein Speis, der nie ein Vöglein hungern ließ. 7. Hier ist mein Herz, o Jesu Christ, der du bist Licht und Leben, ach, mach es, wie dein Herze ist, dazu will ich dirs geben; ach, heil der alten Schlange Biß, treib aus des Todes Finsternis, so bist du mir Mensch worden. J. Fried. Ruopp. In eigener Melodie, oder: Vom Himmel hoch. 18. Christum wir sollen loben schon, der reinen Magd Marien Sohn, so weit die liebe Sonne leucht und an aller Welt Ende reicht. 7. Des Himmels Chör sich freuen drob, und die Engel singen Gott Lob; den armen Hirten wird vermeldt der Hirt und Schöpfer aller Welt. 8. Lob, Ehr und Dank sei dir gesagt, Christ geborn von der reinen Magd, mit Bater und dem heilgen Geist, von nun an bis in Ewigkeit. Dr. Mart. Luther. In eigener Melodie. 19. Der Tag, der ist so freudenreich aller Kreature, denn Gottes Sohn vom Himmelreich über die Nature von einer Jungfrau ist geborn; Maria, dit bist auserkorn, daß du Mutter werdest. Was geschah so wunderlich? Gottes Sohn vom Himmelreich, der ist Mensch geboren. Sin Sindelein so löbelich ist uns geboren heute von einer Jungfrau Weihnachts- Lieder. 12 Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein Alles sein. frau säuberlich zu Trost uns ar men Leuten. Wär uns das Kindlein nicht geborn, so wärn wir allzumal verlorn, das Heil ist unser aller. Ei du süßer Jesu Christ, der du Mensch geboren bist, behüt uns vor der Hölle! 4. Laß nur indessen helle scheinen dein Glaubens- und dein Liebeslicht; mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht. Willst du ge= nießen diesen Schein, so darfst du nicht mehr dunkel sein. 3. Als die Sonn durchscheint das Glas mit ihrem flaren Scheine, und doch nicht versehret 5. Drum, Jesu, schöne Weihdas, so merket allgemeine: zu glei- nachtssonne, bestrahle mich mit cher Weis geboren ward von deiner Gunst; dein Licht sei meine einer Jungfrau rein und zart Weihnachtswonne und lehre mich Gottes Sohn, der Werte. In ein Kripp ward er gelegt, große Marter für uns trägt allhier auf dieser Erde. die Weihnachtskunst, wie ich int Lichte wandeln soll und sei des Weihnachtsglanzes voll. 4. Die Hirten auf dem Felde warn, erfuhren neue Mähre von den Engelischen Scharn, Christ geboren wäre, ein König über alle König groß. Herodes die Red gar sehr verdroß, aus fandt er seine Boten. Ei, wie gar ein falsche List erdacht er wider Jesum Christ: die Kindlein ließ er töten! Dr. Mart. Luther. Mel. Ich will dich lieben. 20. Dies ist die Nacht, da mir erschienen des großen Gottes Freundlichkeit; das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit; und dieses Welt- und Himmelslicht weicht hunderttausend Sonnen nicht. M. C. Nachtenhöfer. Mel. O Gott, du frommer Gott. wie 21. Du wesentliches Wort, vom Anfang her gewesen, du Gott, von Gott gezeugt, von Ewigkeit erlesen zum Heil der ganzen Welt, o mein Herr Jesu Christ! willkommen, der du mir zum Heil geboren bist. 2. Komm, o selbstständigs Wort und sprich in meiner Seelen, dağ mirs in Ewigkeit an Trost nicht solle fehlen; im Glauben wohn in mir und weiche nimmer nicht, laß mich auch nicht von dir abweichen, schönstes Licht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gnadenschein! Der Glanz in dieser Gnadenhöhle streckt sich in alle Welt hinein; er treibet weg der Hölle Macht, der Sünden und des Todes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Seligfeit, wenn Sonne, Mond und Stern vergehen. Vielleicht noch in gar furzer Zeit wird dieses 3. Du wesentliches Wort warst bei Gott, eh geleget der Grund der großen Welt, da sich dein Herz beweget zur Liebe gegen mich; ja du warst selber Gott, damit du machtst im Fleisch Sünd, Höll und Tod zu Epott. 4. Was hat, o Jesu, dich von Anfang doch bewogen? Was hat von Himmels Thron dich in die Welt gezogen? Ach, deine große Lieb und meine große Not hat deine Glut entflammt, die stärker als der Tod. 5. Du Weihnachts- Lieder. 13 5. Du bist das Wort, wodurch giften fonnt, ist worden unser die ganze Welt formieret, denn Blut ohn Sünd. Halle- Halleluja. alle Dinge sind durch dich ans Licht geführet; ach, so bin ich, mein Heil, auch dein Geschöpf und Gab, der Alles, was ich bin, von dir empfangen hab. 7. Er ist uns gar gleich nach dem Fleisch,:,: der Sünd nach ist er uns nicht gleich. Halle- Halleluja. 8. Damit er uns ihm machte 6. Gieb, daß ich dir zum Dienst gleich,:,: und wieder brächt zu mein ganzes Herz ergebe, auch Gottes Reich. Halle- Halleluja. dir allein zum Preis auf dieser 9. Für solche gnadenreiche Zeit, Erde lebe. Ja, Jesu, laß mein: sei Gott gelobt in Ewigkeit. Herz ganz neu geschaffen sein, Halle- Halleluja. und dir bis in den Tod gewidmet sein allein. 10. Lob sei der heilgen Dreis faltigkeit,:,: von nun an bis in Ewigkeit. Halle- Halleluja. Petrus Dresdenfis. In eigener Melodie. 7. O laß nichts in mir sein, was du nicht hast geschaffen; reiß alles Unkraut aus und brich des Feindes Waffen. Was bös, ist 23. Ermuntre dich, nicht von dir, das hat der Feind gethan; du aber führ mein Herz und Fuß auf ebner Bahn. 8. Das Leben ist in dir und alles Licht des Lebens; ach, laß an mir dein Licht, mein Gott, nicht sein vergebens. Weil du das Licht der Welt, so sei mein Lebenslicht, o Jesu, bis mir dort dein Sonnenlicht anbricht. Laur. Laurentii. In eigener Melodie. sich Jerusalem. 22. Ein Stind geborn zu Beth lehem,:,: des freuet Halle- Halleluja. 2. Hier liegt es in dem KrippeIein, ohn Ende ist die Herrschaft sein. Halle- Halleluja. 3. Das Öchslein und das Efelein,:,: erkannten Gott den Herren sein. Halle- Halleluja. 4. Die Könge aus Saba kamen dar,:,: Gold, Weihrauch, Myrrhen brachten sie dar. Halle- Halleluja. 5. Sein Mutter ist die reine Magd, die ohn ein'n Mann geboren hat. Halle- Halleluja. mein schwacher Geist, und trage groß Verlangen, ein kleines Kind, das Vater heißt, mit Freuden zu empfangen. Dies ist die Nacht, darin es kam und menschlich Wesen an sich nahm, dadurch die Welt mit Treuen, als seine Braut zu freien. 2. Willkommen, süßer Bräutigam, du König aller Ehren, will kommen, Jesu, Gottes Lamm, ich will dein Lob vermehren; ich will dir all mein Leben lang von Herzen sagen Preis und Dank, daß du, da wir verloren, für uns bist Mensch geboren. 3. O großer Gott, wie konnt es sein, dein Himmelreich zu laffen, zu kommen in die Welt hinein, da nichts, denn Neid und Hafsen? Wie konntest du die große Macht, dein Königreich, die Freudenpracht, ja dein erwünschtes Leben für solche Feind hingeben? 4. Ist doch, Herr Jesu, deine Braut ganz arm und voller Schanden, noch hast du sie dir 6. Die Schlang ihn nicht ver- selbst vertraut am Kreuz in Todes 14 Weihnachts- Lieder. desbanden. Ist sie doch nichts, Mel. Sollt ich meinem Gott 2c. als Überdruß, Fluch, Unflat, 24. Gwig sei dir Lob gesunTod und Finsternis; noch darfst du ihretwegen den Zepter niederlegen. 5. Du Fürst und Herrscher die gen, o du wunderbarer Held, mit den Herzen und den Zungen, daß du bist auf dieſe Welt, mir zu gut, ins Fleisch geser Welt, du Friedenswiederbrin- kommen und aus lauter Freundger, du kluger Rat und tapfrer lichkeit, o du Sohn der EwigHeld, du starker Höllenzwinger! keit, Fleisch und Blut hast angewie ist es möglich, daß du dich nommen und mein Bruder worerniedrigest so jämmerlich, als den bist. Sei willkommen und wärest du im Orden der Bettler geküßt! Mensch geworden? 2. Sei gefüffet! Dir gehöret heut ein Lobgefang mit Recht, weil du ja so hoch geehret unser 6. O großes Werk, o Wundernacht, dergleichen nie gefunden! Du hast den Heiland hergebracht, menschliches Geschlecht, daß du der alles überwunden; du hast gebracht den starken Mann, der Feur und Wolfen zwingen kann, vor dem die Himmel zittern und alle Berg erschüttern. 7. O liebes Stind, o süßer Knab, holdselig von Geberden, mein Bruder, den ich lieber hab, als alle Schäß auf Erden! Komm, Schönster, in mein Herz hinein; komm eilend, laß die Krippe sein; fomm, fomm, ich will bei Zeiten dein Lager dir bereiten. 8. Sag an, mein Herzensbräutigam, mein Hoffnung, Freud und Leben, mein edler Zweig aus Jakobs Stamm, was soll ich dir denn geben? Ach, nimm von mir Leib, Seel und Geist, ja alles, was Mensch ist und heißt, ich will mich ganz verschreiben, dir ewig treu zu bleiben. solches anvermählet haft der göttlichen Natur; unsre, die so niedrig nur, unfre Menschheit auserwählet und gesetzt auf Gottes Thron in der mittelnden Berson. 3. Die in Adam ganz verderbet und geschwärzt durch Sünde war, so von ihm uns angeerbet, wird jest wieder weiß und flar, flas und rein in dir. Von wegen Adams war sie ganz verflucht; du gebenedeite Frucht der Jungfrauen bist ihr Segen. Satan machte sie zu Spott; du verbindest sie mit Gott. 4. Du, du bist der Mittler worden zwischen Gott und Menschen; du hast den armen Menschenorden wiederum in Fried und Ruh, als du wurdest Mensch, geseget, uns beim Vater ausgeföhnt und mit seiner Huld gekrönt. Solche Gnad und Liebe weßet meinen Glauben wider Tod, wider Sündund Höllennot. 9. Lob, Preis und Danf, Herr Jesu Christ, sei dir von mir gesungen, daß du mein Bruder worden bist und hast die Welt bezwun5. Sollte Gott nicht sein gewogen. Hilf, daß ich deine Gütigkeit gen mir, und ich in seiner Hut, stets preis in dieser Gnadenzeit, und mög hernach dort oben in Ewigkeit dich loben. Jog. Rist. der mein Fleisch hat angezogen? Haßt auch wer sein Fleisch und Blut? Ist sein Sohn nicht mir ges Weihnachts- Lieder. 15 geboren und bekleidt mit meiner| allem Leide; Wonne, Wonne über Haut? Hat er mich nicht ihm vertraut? Troß! der sagt, ich sei verloren. Stoß mir um dies Felsenwort, daß Gott selber ist mein Hort! Wonne! Christus ist die Gnadensonne. 6. Wird das Leben doch mein Leben, leuchtet mir doch selbst das Licht; wird das Heil doch selbst gegeben mir zum Heil; ach was gebricht weiter uns? Die Quell der Freuden fällt in dieses Jammerthal aus dem hohen Himmelssaal uns zu Trost in allem Leiden. Meine Lieb und Seligkeit ist ein Mensch, geboren heut. 7. O du allerschönster Knabe, o du keuscher Jungfraunsohn, meiner Seele reichste Habe, meines Glaubens edle Kron, laß auch neu geboren werden mich und fromm, wie du, o Kind, das man in den Krippen findt, meine beste Freud auf Erden! Laß für diesen Gnadenschein mich dir ewig dankbar sein. Erasm. Francisci. In eigener Melodie. 25. Freuet euch, ihr Christen, alle! Freue sich, wer immer kann! Gott hat viel an uns gethan. Freuet euch mit großem Schalle, daß er uns so hoch geacht, sich mit uns befreundt gemacht! Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide; Wonne, Wonne über Wonne! Christus ist die Gnadensonne. 3. Jesu, wie soll ich dir danken? Ich bekenne, daß von dir meine Seligkeit herrühr. Ach laß mich von dir nicht wanken, nimm mich dir zu eigen hin, so empfindet Herz und Sinn Freude, Freude über Freude. Christus wehret allem Leide; Wonne, Wonne über Wonne! Christus ist die Gnadensonne. 4. Jesu, nimm dich deiner Glieder ferner doch in Gnaden an; schenke, was man bitten kann, zu erquicken deine Brüder; gieb der ganzen Christenschar Friede und ein selges Jahr. Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide; Wonne, Wonne über Wonne, Christus ist die Gnadensonne. m. Christ. Kehmann. In eigener Melodie, oder: Warum sollt ich mich denn. 26. Fröhlich soll mein Herze springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören alle Luft laute ruft: Christus ist geboren! 2. Sente geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir, Mensch zu gute; Gottes Kind, das verbindt sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun können hassen, der uns giebt, was er liebt, über alle Maßen? Gott giebt, unserm Beid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 2. Siche, siehe meine Seele, wie dein Heiland kommt zu dir, brennt in Liebe für und für, daß er in der Krippenhöhle hart daLieget dir zu gut, dich zu lösen 4. Sollte von uns fein gefehret, durch sein Blut. Freude, Freude der sein Reich und zugleich sich über Freude! Christus wehret uns selbst verehret? Sollt uns Got= Weihnachts- Lieder. 16 Gottes Sohn nicht lieben, der jetzt kommt, von uns nimmt, was uns will betrüben? 5. Hätte vor dem Menschenorden unser Heil einen Gräul, wär er nicht Mensch worden. Hätt er Lust zu unserm Schaden, ei so würd unsre Bürd er nicht auf fich laden. 6. Er nimmt auf sich, was auf Erden wir gethan, giebt sich an, unser Lamm zu werden; unser Lamm, das für uns stirbet, und bei Gott für den Tod Heil und Fried erwirbet. 7. Nun er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: Lasset fahrn, o lieben Brüder, was euch quält, was euch fehlt, ich bring Alles wieder. 9. Die ihr schwebt in großen Leiden, sehet, hier ist die Thür zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. 10. Wer sich findt beschwert im Herzen, wer empfindt seine Sünd und Gewissensschmerzen, sei getroft! Hier wird gefunden, der in Eil machet heil die vergiften Wunden. 8. Ei, so kommt und laßt uns laufen, stellt euch ein, groß und klein, kommt mit großen Haufen! 27. Gelobet feift du, Jeſu Liebt den, der vor Liebe brennet, Christ, daß du Mensch schaut den Stern, der uns gern geboren bist von einer Jungfrau, Licht und Labsal gönnet. das ist wahr; des freuet sich der Engel Schar. Kyrieleis! 2. Des ewgen Vaters einig Kind jest man in der Krippen findt; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewge Gut. Kyrieleis! 11. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände. Hier sind alle gute Gaben und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. unverrückt anhangen. Du bist meines Lebens Leben; nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 12. Süßes Heil, laß dich umfangen, laß mich dir, meine Zier, 13. Meine Schuld kann mich nicht drücken, denn du hast meine Last all auf deinem Rücken. Kein Fleck ist an mir zu finden, ich bin gar rein und klar aller meiner Sünden. 14. Ich bin rein um deinetwillen, du giebst gnug Ehr und Schmuck, mich drin einzuhüllen. Ich will dich ins Herze schließen; o mein Ruhm, edle Blum, laß dich recht genießen. 15. Ich will dich mit Fleiß bewahren, ich will dir leben hier, dir will ich abfahren. Mit dir will ich endlich schweben voller Freud ohne Zeit dort im andern Leben. Paul Gerhardt. In eigener Melodie. 3. Den aller Welt Kreis nie beschloß, der liegt in Marien Schoß; er ist ein Kindlein wor den flein, der alle Ding erhält allein. Kyrieleis! 4. Das ewge Licht geht da herein, giebt der Welt ein'n neuen Schein; es leuchtet mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kin der macht. Kyrieleis! 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hie ward; er führt uns aus dem Jam Weihnachts- Lieder. 17 Thron einen Vater an ihm finde, er sei mir auch nicht mehr feind, denn ich bin dein wahrer Freund. 7. Deine Windeln waren klein und zu schlecht für solche Glieder; hülle meine Sünden drein, denn sie sind mir selbst zuwider, und dein Geist, der alles kann, zieh uns Jesum Christum an. 8. Ach, dein Elend ist sehr groß, denn du liegest in der Krippe, trage mich in Gottes Schoß, wenn man künftig mein Gerippe, da mich Gott von hinnen ruft, leget in die finstre Gruft. 9. Ob der Teufel sich erboßt auf der armen Menschen Ocden, bleibe dies mein ganzer Trost, daß Gott selbst ein Mensch ist worden. Ich bin dein mit Leib und Seel; hilf mir, mein Immanuel! 10. Nun, ich weiß, es wird geschehn. Gieb nur, daß wirs alle glauben und hinfort durch kein Versehn dieser Wohlthat uns berauben; hilf auch, daß ich lebenslaß mich auch, was du bist, wer-| lang sage deinem Namen Dank! den; nimm das Elend von mir 3. Du bist worden, was ich bin, Casp. Neumann. hin, das die Menschen plagt auf Jammerthal, und macht uns Erben in seinm Saal. Syrieleis! 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm, und in dem Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Cyrieleis! 7. Das hat er alles uns gethan, sein groß Lieb zu zeigen an. Des freut sich alle Christenheit und dank ihm des in Ewigkeit. Kyrieleis! Dr. Mart. Luther. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 28. Gottes und Marien Sohn, liebster Jesu, sei will kommen! Der du selber in Person unsre Menschheit angenommen, rette mich aus aller Not, o mein Bruder und mein Gott! 2. Wir empfinden alle noch, was uns Adam hat verloren; und auch ich bin in dem Joch seiner Missethat geboren; aber jetzt hoff ich auf dich, andrer Adam, ändre mich. In eigener Melodie. Erden, und gieb mir von deinem 29. Herr Chrift, der einge Heil, mein Erlöser, auch ein Teil. Gotts Sohn, 4. Aus dem Himmel kommst du in Ewigkeit, aus seinem Herz'n her; hilf mir Armen aus der entsprossen, gleichwie geschrieben Hölle; nur ein Stall ist dir noch steht: Er ist der Morgensterne; leer; aber gieb mir eine Stelle sein'n Glanz streckt er so ferne vor unter denen, die bei dir wohnen andern Sternen klar. werden für und für. 5. Steckt mein Herz voll böser Lust, hilf mir, daß es so nicht bleibe; wohne selbst in meiner Brust, wie in deiner Mutter Leibe, bis ich, ganz mit dir erfüllt, werde Gottes Ebenbild. 6. Jetzt bist du ein Menschensohn; mache mich zu Gottes Kinde, daß ich stets vor seinem 2. Für uns ein Mensch geboren im letzten Teil der Zeit, der Mutter unverloren ihr jungfräulich Keuschheit; den Tod für uns zerbrochen, den Himmel aufgeschlossen, das Leben wiederbracht. 3. Laß uns in deiner Liebe und Kenntnis nehmn zu, daß wir im Glauben bleiben und dienen im Geist so, daß wir hier mögen schmek2 Weihnachts- Lieder. 18 schmecken dein Süßigkeit im Herzen und dürften stets nach dir. dein Gerichte nicht, weil du im Tode bist mein Licht. 6. So nimmst du nun dagegen an das alles, was ich habe; du zahlst, was ich nicht zahlen kann, und holst mich aus dem Grabe; für Dürftigkeit giebst du mir dich und mit dir alles ewiglich. 4. Du Schöpfer aller Dinge, du väterliche Kraft, regierst von End zu Ende kräftig aus eigner Macht; das Herz uns zu dir wende, und kehr ab unsre Sinne, daß sie nicht irrn von dir. 5. Ertöt uns durch dein Güte, 7. Du wirst schwach, daß ich sei erweck uns durch dein Gnad. ein Mann, hier ritterlich zu Den alten Menschen kränke, daß kämpfen; du nimmst mein ganzes der neu leben mag wohl hier auf dieser Erden, den Sinn und all Begierden und Gdanken habn zu zu dir. Elif. Creuzigerin. Mel. Machs mit mir, Gott, nach. 8. Du bist mein All, was will 30. Hier liegt, den meine ich mehr in dieſem kurzen Leben? Ehr, wenn du mir das wirst geben, was ich allhier in Furcht und Not muß suchen bis in meinen Tod. Seele nun darf ich nicht mehr klagen, wenn mich die schnöde Welt betrübt, mir anthut Schmach und Plagen. Im Herzen lieget mir dies Kind, bei dem man Trost und Rettung findt. 2. Es scheint ja zwar ein schwaches Kind, liegt da in einer Krippen im Stall, und wo man Unflat findt; doch seine süßen Lippen, die hauchen ein in mir den Geist, der mir den Weg zum Leben weist. 9. Dies Eine will ich bitten noch: Du wollest in mir wenden dies schwer gespannte Sündenjoch, und dies mein Elend enden. Ach laß mich weiter nicht dran ziehn, und ja der Lustseuch bald entfliehn. 3. Räum auf, mein Herz, nimm willig an dein Kreuz, das dir gebieret dies Kind, das dich erfreuen kann und deine Seele zieret. O drückt es fest an deine Brust, und laß es stets sein deine Lust. 4. O wachse doch, du wertes Kind, in mir nach deiner Güte! O Kind, bei dem man einig findt das tröstliche Gemüte; laß mich auch wachsen auf in dir, und mich mit deiner Tugend zier. Mel. Gott, du frommer Gott. 5. Du hast dich ja in Ewigkeit 31. Ich freue mich in dir, und allhier mit mir vermählet, und heiße dich willkommen, mir darauf Gerechtigkeit und Un- mein liebstes Jefulein! Du hast schuld zugezählet; drum scheu ich dir vorgenommen, mein BrüderLein Elend an, um meine Not zu dämpfen. Ich kann es alles sagen nicht, was du mir worden bist, mein Licht. 10. So werd ich voller Trost und Freud in meinem Elend werden, vergessen all mein ganzes Leid und zeitliche Beschwerden. Wenn auch du kommest zum Gericht, wirst du mich dann verdammen nicht. 11. Das hilf uns allen, o Herr Christ, der du dazu geboren, und unser einger Heiland bist, daß niemand sei verloren, der sich befehrt und dir vertraut, und in sich deine Liebe baut. Christoph Runge. Weihnachts- Lieder. 19 lein zu sein. Ach, wie ein süßer| dein Herze schon bedacht, wie du Ton! Wie freundlich sieht er aus, mein wolltest werden. der große Gottessohn! 2. Gott senkt die Majestät, sein unbegreiflich Wesen, in eines Menschen Leib; nun muß die Welt genesen. Der allerhöchste Gott spricht freundlich bei mir ein, wird gar ein kleines Kind und heißt mein Jesulein. 4. Ich lag in tiefer Todesnacht, du würdest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. D Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht, wie schön sind deine Strahlen! 5. Ich sehe dich mit Freuden an, und kann mich nicht satt sehen, und weil ich nun nicht weiter kann, so thu ich, was geschehen. O daß mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte fassen! 3. Wie lieblich klingt es mir, wie schallt es in die Ohren, es kann durch Stahl und Erz und harte Felsen bohren, das liebste Jefulein. Wer Jesum recht er fennt, der stirbt nicht, wenn er stirbt, sobald er Jesum nennt. 4. Wohlan, so will ich mich an dich, o Jesu, halten, und sollte gleich die Welt in tausend Stücke spalten. Jesu, dir, nur dir, dir leb ich ganz allein; auf dich allein, auf dich, mein Jesu, schlaf ich ein. D. Casp. Ziegler. Mel. Nun freut euch, lieben Christ. 32. Ich steh an deiner Strippe hier, o Jesulein, mein Leben, ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin und laß dirs wohlgefallen. 6. Vergönne mir, o Jefulein, daß ich dein Mündlein küsse, das Mündlein, das den süßsten Wein, auch Milch und Honigflüsse weit übertrifft in seiner Kraft, es ist voll Labsal, Stärk und Saft, der Mark und Bein erquicket. 7. Wenn oft mein Herz im Leibe weint und keinen Trost kann finden, da ruft mirs zu: Ich bin dein Freund, ein Tilger deiner Sünden; was trauerst du, mein Fleisch und Bein? du sollst ja guter Dinge sein, ich zahle deine Schulden. 8. Wer ist der Meister, der allhier nach Würdigkeit ausstreichet die Händlein, so das Kindlein mir beginnet zuzureichen! Der Schnee ist hell, die Milch ist weiß, verlieren doch beid ihren Preis, wenn diese Händlein blinken. 2. Du haft mit deiner Lieb erfüllt mein Adern und Geblüte, dein schöner Glanz, dein süßes Bild liegt mir stets im Gemüte; und wie mag es auch anders sein, wie könnt ich dich, mein Herze- 9. Wo nehm ich Weisheit und lein, aus meinem Herzen lassen? Verstand, mit Lobe zu erhöhen 3. Da ich noch nicht geboren die Auglein, die so unverwandt war, da bist du mir geboren und nach mir gerichtet stehen? Der hast mich dir zu eigen gar, eh volle Mond ist schön und flar, schön ich dich kannt, erkoren. Gh ich ist der güldnen Sterne Schar, durch deine Hand gemacht, da hat dies Auglein sind viel schöner. 2* 10. O 20 Weihnachts- Lieder. 10. O daß doch ein so lieber Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr. Stern soll in der Krippe liegen! 33. Jm finstern Stall, o WunFür edle Kinder großer Herrn der groß! des Vaters gehören güldne Wiegen. Ach! Kind liegt nackt und bloß, der Heu und Stroh ist viel zu schlecht; Fürst und Herr des Lebens. O Sammt, Seiden, Purpur wären Himmelspfort! o göttlichs Wort! recht, dich, Kindlein, drauf zu legen. das thust du nicht vergebens. 11. Nehmt weg das Stroh, nehmt weg das Heu! Ich will mir Blumen holen, daß meines Heilands Lager sei auf Rosen und Violen; mit Tulpen, Nelken, Rosmarin aus frischen Gärten will ich ihn von oben her bestreuen. 2. Weil du so dürftig kommst herein, räumst du das Himmelreich uns ein, da wir die Fülle haben. Dein Armut macht, daß uns wird bracht der Reichtum edler Gaben. 12. 3ur Seiten will ich hier und da viel weiße Lilien stecken, die sollen seiner Äuglein Paar im Schlafe sanft bedecken. Doch liebt vielleicht das dürre Gras dies Kindlein mehr, als alles das, was ich hier nenn und denke. 3.0 Menschenfinder, freuet euch, dies arme Kindlein macht euch reich, es bringt euch von der Erden zu Gott, da ihr sollt für und für mit Freud ergößet werden. 4. Drum laßt die Herzen wacker sein und mit den lieben Engelein so eure Stimm erschallen: Gott, dir sei Ehr, und niemand mehr! Uns Fried und Wohlgefallen! 5. Du aber, zartes Jefulein, 13. Du frageft nicht nach Lust der Welt, noch nach des Leibes Freuden; du hast dich bei uns fehr auch bei uns zur Herberg eingestellt, an unsrer Statt zu ein, erleucht uns das Gemüte, leiden; suchst meiner Seele Trost daß Glaub und Lieb ein jeder und Freud durch allerhand Be- üb. Herr, giebs durch deine Güte! schwerlichkeit; das will ich dir nicht wehren. D. B. Derschow. Mel. Lobe den Herren, den. 34. Kommst du nun, Jesu, 14. Eins aber, hoff ich, wirst du vom Himmel herunter mir, mein Heiland, nicht versagen: daß ich dich möge für und auf Erden? Soll nun der Himfür in, bei und an mir tragen. So laß mich doch dein Kripplein sein! Somm, komm und lege bei mir ein dich und all deine Freuden! mel und Erde vereiniget werden? Ewiger Gott, kann dich mein Jammer und Not bringen zu Menschengeberden? 2. Was ich in Adam und Eva durch Sterben verloren, hast du mir, Jesu, durch Leben und Lei15. 3war sollt ich denken, wie gering ich dich bewirten werde; du bist der Schöpfer aller Ding, den erforen. Gütiger Gott! alle ich bin nur Staub und Erde. Doch bist du ein so lieber Gast, daß du noch nie verschmähet hast den, der dich gerne siehet. mein Jammer und Not endet sich, da du geboren. 3. Teufel, Tod, Hölle, die zürnen und halten zusammen, wollen mich Sünder verschlingen und gänzPaul Gerhardt. Weihnachts- Lieder. 21 Nic. Herrmann. gänzlich verdammen. Mächtiger, 8. Heut schließt er wieder auf Gott! Wende den Jammer und die Thür zum schönen Paradeis, Not, tilge die höllischen Flammen! der Cherub steht nicht mehr da4. Gieb mir, o Jesu, nur heilige, für, Gott sei Lob, Ehr und gute Gedanken! Halte die Glieder Preis.:: des Leibes in heiligen Schranken! Mel. Ermuntre dich, mein schwacher. Heiliger Gott! Laß mich nach dei= 36. Mein Herze, schwinge dich empor, sei froh und guter Dinge! Auf! mit demt schönen Engelchor ermuntre dich und singe, weil Gottes eingeborner Sohn von seinem hohen Himmelsthron zu dir und allen Frommen heut ist auf Erden kommen. nem dir danken! 5. Führe mich endlich, o Jesu, ins ewige Leben, welches du allen, die glauben, versprochen zu geben, da ich bei Gott ohne Not, Jammer und Tod ewig in Freuden kann schweben. M. C. F. Nachtenhöfer. In eigener Melodie. 2. O frommer Heiland, Jesu Christ, wie hoch ist doch zu schäßen, daß du gering und nie35. Nobt Gott, ihr Christen, drig bist; wie herrlich kann erallzugleich in seinem gößen die Demut, so du bei dir höchsten Thron, der heut auf- haft! Willkommen, sanftmütiger schließt sein Himmelreich und Gast, du Trost betrübter Sünder, schenkt uns seinen Sohn.:,: des Todes Überwinder! 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein flein, er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein.:: 3. Er äußert sich all seiner Gwalt wird niedrig und gering, und nimmt an sich eins Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding.:,: 4. Er liegt an seiner Mutter Brust, ihr Milch ist seine Speis, an dem die Engel sehn ihr Lust; denn er ist Davids Reis,:,: 3. Daß du, o teurer Seelenfürst, hast Fleisch an dich genommen, geringer als ein Engel wirst, das ist von Liebe kommen. Du wirst dort in dem Ehrenreich uns machen deinen Engeln gleich; du kommst zu uns auf Erden, auf daß wir himmlisch werden. 4. Du wirst ein Gast in dieſer Welt, und führst ein dürftigs Leben; hierdurch ist uns das reiche Zelt des Himmels eingegeben. Du wirst geboren in der Nacht, auf daß uns werde Licht gebracht; durch dich sind wir geriffen aus tiefen Finsternissen. 5. Das aus seinm Stamm entsprießen sollt in dieser lezten Zeit, durch welchen Gott aufrichten wollt sein Reich, die Christenheit.:: 6. Er wechselt mit uns wunderlich, Fleisch und Blut nimmt er an, und giebt uns in seins Vaters Reich die klare Gottheit dran.:: 7. Er wird ein Knecht und ich ein Herr; das mag ein Wechsel sein! Wie könnt es freundlicher das herze Jefulein?:,: ren Todesketten. 5. Jm harten Winter kommest du, bringst uns den Himmelslenzen; du suchst im dunkeln Stalle Ruh, damit wir möchten glänzen, und ewig in der Ruhe sein; in Windeln wickelt man dich ein, daß doch sein du uns möchtest retten von schwe6. Dit 22 Weihnachts- Lieder. 6. Du weinst in deinen Winde- o liebstes Jesulein, zich mich hin lein, auf daß wir ewig lachen. nach dir, zieh mich hin nach dir. Du bist der Größt, und wirst doch 3. Groß ist des Vaters Huld; klein, uns alle groß zu machen. der Sohn tilgt unsre Schuld. Da wir ganz verdorben durch Sünd und Eitelkeit, so hat er uns erworben die ewge Himmelsfreud. Gia, wärn wir da! eia, wärn wir da! Heiland, o du Gnadenthron, du bist ja Gottes liebster Sohn, du kommst zu uns auf Erden, willst unser Bruder werden. 7. Du bist ein Herr, und wirst ein Knecht, uns ewig zu befreien; reich bist du, wirst doch arm und schlecht, uns Reichtum zu verleihen. Du trägst geduldig alles Leid; o gieb, daß ich auch jederzeit, wenn mich die Not wird plagen, dein Kreuz dir mög nachtragen. 4. Wo ist der Freudenort? Nirgends mehr denn dort, da die Engel singen ein neues Liedelein, und die Psalmen klingen im Himmel hell und rein. Eia, wärn wir da! eia, wärn wir da! Petrus Dresdensis. Mel. Wir Christenleut habn. 38. 8. du barmherzigs Jefulein, gieb, daß ich mich des Armen, Jesu Christ, dein Kripplein ist mein Pawo ich ihm kann behilflich sein, radies, da meine Seele weidet. von Herzen mög erbarmen. Gieb Hier ist der Ort, hier liegt das Sanftmut, gieb Bescheidenheit, Wort, mit unserm Fleisch persöngieb christliche Leutseligkeit; laß lich angekleidet. mich den nächsten lieben, auch wahre Demut üben. 2. Dem Meer und Wind gehorsam sind, giebt sich zum Dienst und wird ein Knecht der Sünder. Du, Gottes Sohn, wirst Erd und Thon, gering und schwach, wie wir und unsre Kinder. 9. Dreicher Heiland, schenke mir, was mir kann ewig nüßen. Ostarker Herr, ich hang an dir, du kannst und willst mich schüßen, wenn alle Menschen ferne stehn; auch wenn mir wird die Seel ausgehn, willst du den Tod bezwingen. Dir will ich ewig singen! 3. Du, höchstes Gut, hebst unser Blut in deinen Thron hoch über alle Höhen. Du, ewge Kraft, machst Brüderschaft mit uns, die wie ein Dampf und Rauch vergehen. Gottfried Wilh. Sacer. 37. Nun Mel. In dulci jubilo. un singet und seid froh, 4. Was will uns nun zuwider jauchzt all und saget thun der Seelenfeind mit allem so: Unsers Herzens Wonne liegt Gift und Gallen? Was wirft er in der Strippe bloß, und leuch- mir und Andern für, daß Adam tet als die Sonne in seiner Mut- ist und wir mit ihm gefallen? ter Schoß. Du bist A und O, 5. Schweig, arger Feind! Da du bist 2 und D. figt mein Freund, mein Fleisch 2. Sohn Gottes in der Höh, und Blut hoch in dem Himmel nach dir ist mir so weh; tröste droben. Was du gefällt, das mein Gemüte, o Kindlein zart hat der Held aus Jakobs Stamm und rein, durch alle deine Güte, zu großer Ehr erhoben. 6. Sein Weihnachts- Lieder. 6. Sein Licht und Heil macht alles heil; der Himmel Schaß bringt allen Schaden wieder. Der Freudenquell, Immanuel, schlägt Teufel, Höll und all ihr Reich darnieder. 23 Pfort zu dieses und des andern Lebens Freuden. Er macht bes hend ein seligs End an alle dem, was fromme Herzen leiden. 15. Laß aller Welt ihr Gut und Geld, und siehe nur, daß dieser Schaß dein bleibe. Wer den hier fest hält und nicht läßt, den ehrt und frönt er dort an Seel und Leibe. Paul Gerhardt. 7. Drum, frommer Christ, wer du auch bist, sei gutes Muts und laß dich nicht betrüben. Weil Gottes Kind dich ihm verbindt, so kanns nicht anders sein, Gott muß dich lieben. Mel. Ach, was soll ich Sünder. 8. Gedenke doch, wie herrlich 39. Seid zufrieden, liebe Vahoch er über allen Jammer dich geführet; der Engel Heer ist selbst nicht mehr, als eben du, mit Seligkeit gezieret! 9. Du siehest ja vor Augen da dein Fleisch und Blut die Luft und Wolfen lenken. Was will doch sich, ich frage dich, erheben, dich in Angst und Furcht zu senken? 10. Dein blöder Sinn geht oft dahin, ruft Ach und Weh, läßt allen Trost verschwinden. Komm her und richt dein Angesicht zum Kripplein Christi, da, da wirst dus finden. 11. Wirst du geplagt, sei unverzagt! Dein Bruder wird dein Unglück nicht verschmähen. Sein Herz ist weich und gnadenreich, kann unser Leid nicht ohne Thränen sehen. ters Wort und Licht, das er aus sich selber spricht, bringet das Verlorne wieder, und in unser Fleisch und Bein kleidet ihn die Liebe ein. 2. Höret, wie der Engel Orden in den Lüften sich erfreun und wie sie erstaunet sind, daß das Wort ist Fleisch geworden, daß man Gottes liebes Kind unter Adams Kindern findt. 3. Der die Himmel aufgeführet, und der Erde Grund gelegt, der die Kreaturen trägt, wurde auch, wie wir, formiret, und der alle Ding erfüllt, wird in Windeln eingehüllt. 4. Werde auch in uns geboren und erleuchte dit uns ganz, o du durchgebrochner Glanz! und dein Bild, das wir verloren, fehre wieder bei uns ein, daß wir Menschen Gottes sein. 12. Tritt zu ihm zu, such Hilf und Ruh, er wirds so machen, daß du ihm wirst danken; er weiß und fennt, was beißt und brennt, versteht wohl, wie zu Mute sei dem Kranken. 5. Uns verlangt auf dieser Erde durch der Liebe Wunderkraft zu des Lichtes Bürgerschaft wiederum gebracht zu werden, daß uns unser Vaterland künftig wieder sei bekannt. 13. Denn eben drum hat er den Grimm des Kreuzes auch am Leibe wollen tragen, daß seine Bein ihm möchte sein ein un- 6. Wir verehren diese Liebe, die verrückt Erinnrung unsrer Plagen. sich nun mit uns gepaart. O 14. Mit einem Wort: Er ist die wie lauter und wie zart brannteſt 24 Weihnachts- Lieder. test du in diesem Triebe, da du dein Palast soll sein, so wasche, uns an Licht und Pracht deinen so versöhne, so mache du mich Engeln gleich gemacht! rein. Und gieb, daß ich hinfür bei dir als Gottes Kinde mich als ein Kind befinde und thu, was mir gebühr. 7. Ja, weil du mir den Himmel jetzt selbst entgegen trägst, und für das Weltgetümmel dich mir ins Herze prägst, so wappne meine Seel, wenn sie die Hölle plaget, daß sie mit Freuden saget: Hier ist Immanuel! 7. Nun, dein paradiesisch Leben dringet wieder in uns vor, und der Wille geht empor, deinen Namen zu erheben. Wir genießen deiner Ruh. D, wie selig sind wir nun! Benj. Schmold. Dr. Chr. Fr. Richter. Mel. Helft mir Gotts Güte preisen. 40. Uns ist ein Kind geboren, das schöne Namen hat; der Sohn, der uns erforen, heißt Wunderbar und Rat, ein Mel. Nun freut euch, lieben Christ. Held von großer Straft, ein ewig 41. Uns ist, uns ist ein treuer Vater, Beschüßer und Be= Kind geborn, ein rater, der Ruh und Frieden schafft. Sohn ist uns gegeben, damit 2. Kommt alle zu der Strip- die Welt nicht würd verlorn, und pen, die ihr sonst Kinder heißt; wieder möchte leben; mert auf, bereitet eure Lippen, daß ihr ein o Seele, schaue an, was Gott Kind hier preist, ein Gott- und durch dieses Kind gethan uns arMenschenkind, das alle Menschen- men Menschenkindern. finder, als sonst verdammte Sünder, aus Satans Händen reißt. 3. Willkommen hier auf Erden, du, Davids Herr und Sohn, ein Mensch zwar an Geberden, und Gott auf seinem Thron! Willkommen in der Welt! Willkommen der Gemeine, die du erkennst für deine, die dich für ihren hält! 4. Willkommen auch daneben für mein erfreutes Herz! Du giebst mir erst das Leben, und wendest allen Schmerz, den Gottes Zorn gemacht; du bist der Regenbogen nach trüben Wasserwogen, aus dem der Himmel lacht. 5. Laß Stall und Krippe liegen! Komm, bette dich in mir! Ach, eile, mein Vergnügen, durch meine Herzensthür! Du angenehmer Gast, wo man dich gläubig schauet, ist Bethlehem gebauet, das du erwählet haſt. 6. Bin ich nicht also schöne, wie 2. Es spielt in seinem Angesicht mit reicher Lust und Wonne des Vaters Klarheit, Lieb und Licht; er ist die wahre Sonne, die in der Finsternis aufgeht, darin die ganze Welt jetzt steht, um solche zu erleuchten. 3. Dies Kind hat männlich aufgefaßt auf seinen zarten Rücken der ganzen Herrschaft schwere Last, und was uns pflegt zu drücken. Ist etwas, das euch drückt und plagt, seid nur getrost und unverzagt, er hats schon abgenommen. 4. Sein Name heißet: Wunderbar. Gott wird ein Mensch, o Wunder! mit ihm kommt auch die Engelschar, macht sich in Lüften munter. Nun soll durch dieses Wunderkind, das uns durch sich mit Gott verbindt, die Welt versöhnet werden. 5. Bist du, der Rat von Nötent hat, Weihnachts- Lieder. 25 guten Mähr bring ich so viel, davon ich singn und sagen will. hat, will dirs an Weisheit fehlen?| bring euch gute neue Mähr, der Dies Kind heißt Rat, ist groß von Rat. Wenn du dich wirst vermählen mit ihm, wird er in Not und Bein dein trener Rat und Leitstern sein, der dich am besten führet. 6. Fehlt dirs an Kraft, o liebe Seel, zu gehn auf Gottes Wegen, sei unverzagt! Immanuel wird seine Straft beilegen; er heißet Kraft, der alles thut, macht feurig Herzen, Sinn und Mut, und stärket die Kraftlosen. 7. Fehlt dirs an Mut und Tapferkeit, die Feinde zu bekriegen, hier ist der Held, der in dem Streit dich nicht läßt unterliegen. Wer ihn hier an die Spize stellt, der sieget und behält das Feld, er wird die Feind zerstreuen. 8. Ein Ewig- Bater heißt dies Kind, ein Vater der Verlornen, der solche wieder sucht gelind, macht sie zu Neugebornen; er hat ein väterlich Gemüt voll Vaterliebe, Treu und Güt, die ewig, ewig währet. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn, von einer Jungfrau auserkorn, ein Kindelein so zart und fein, das soll eur Freud und Wonne sein. Joh. Euseb. Schmid. In eigener Melodie. 42. Yom Himmel hoch da komm ich her, ich 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will euch führn aus aller Not, er will eur Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott der Vater hat bereit, daß ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das Zeichen recht, die Strippe, Windelein so schlecht; da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 6. Des laßt uns alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem, lieben Sohn verehrt. 7. Mert auf, mein Herz, und sich dorthin, was liegt dort in dem Krippelein? Wes ist das schöne Kindelein? Es ist das liebe Jesulein. 9. Den Friedenfürsten nennt er sich, der dir den Fried er streitet, darauf bei seiner Tafel dich zu Friedensgütern leitet; er macht dein Herz von Schrecken los, legt dich in seiner Liebe Schoß; da magst du sicher ruhen. 10. Drum freue dich, mein Herz in ihm; nimm an, was Gott gegeben; erhebe jauchzend deine 9. Ach Herr, du Schöpfer aller Stimm; preis ihn mit deinem Ding, wie bist du worden so geLeben. Giebt er fich dir, gieb ring, daß du da liegst auf dürwiederum dich hin zu seinem Gi- rem Gras, davon ein Rind und gentum. So macht dies Kind Esel aß! dich selig. 10. Und wär die Welt vielmal so weit, von Edelstein und Gold bereit't, so wär fie dir doch viel zu klein, zu sein ein enges Wiegelein. 11. Der 8. Sei willkommen, du edler Gast, den Sünder nicht verschmähet hast, du kommst ins Elend her zu mir; wie soll ichs immer danken dir? 26 Weihnachts- Lieder. 11. Der Sammet und die Sei-| nicht, setzt nur auf ihn eur Zus den dein, das ist grob Heu und versicht. Es mögen euch viel Windelein, darauf du König so fechten an, dem sei Troß, ders groß und reich herprangst, als nicht lassen kann! wärs dein Himmelreich. 6. Zulegt müßt ihr doch haben Recht, ihr seid nun worden Gotts Geschlecht; des danket Gott in Ewigkeit, geduldig, fröhlich allezeit. Dr. Mart. Luther. 12. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir, wie aller Welt Pracht, Ehr und Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft, noch thut. In eigener Melodie. 13. Ach mein herzliebes Jesu- 44. Mir Christenleut habn lein! Mach dir ein rein sanft jego Freud, weil Bettelein, zu ruhn in meines Her- uns zu Trost ist Christus Mensch zens Schrein, daß ich nimmer ver- geboren, hat uns erlöst. Wer gesse dein. sich des tröst und glaubet feſt, soll nicht werden verloren. 14. Davon ich allzeit fröhlich sei zu springen, fingen immer frei das rechte Hosianna schon, mit Herzenslust den süßen Ton. 2. Ein Wunderfreud, Gott selbst wird heut von Maria ein wahrer Mensch geboren; ein Jungfrau zart sein Mutter ward, von Gott dem Herren selbst dazu er15. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt feinen eingen Sohn! Des freuet sich der Engel Schar, und singet uns solch neues Jahr. foren. Dr. Mart. Luther. Mel. Vom Himmel hoch. 3. Die Sünd macht Leid. Chris stus bringt Feud, weil er zu uns in diese Welt ist kommen; mit uns ist Gott nun in der Not; wer ist, der uns als Christen kann verdammen? 43. Bom Himmel kam der Engel Schar, erschien den Hirten offenbar; sie sagten ihn'n: Ein Kindlein zart, das liegt dort in der Krippen hart, 4. Drum sag ich Dank mit dem Gesang Christo, dem Herren, der uns zu gut Mensch worden, 2. 3u Bethlehem, in Davids sein der Sünden Last und un2. 3u Bethlehem, in Davids daß wir durch ihn nun all los Stadt, wie Micha das verkündet hat; es ist der Herre Jesus träglichen Bürden. Christ, der euer aller Heiland ist. 3. Des sollt ihr billig fröhlich sein, daß den ein; er ist geborn eur Fleisch und Blut, eur Bruder ist das ewge Gut. 4. Was kann euch thun die 45. Sünd und Tod? Ihr habt mit 5. Halleluja! gelobt sei Gott! fingen wir all aus unsers Herzens Grunde, denn Gott hat heut vergessen solln zu keiner Stunde. gemacht solch Freud, der wir C. Füger. Mel. Erschienen ist der herrlich. Wir fingen dir, Immas nuel, du Lebensfürst euch den wahren Gott. Laß zür- und Gnadenquell, du Himmels nen Teufel und die Höll, Gotts blum und Morgenstern, du JungSohn ist worden eur Gesell. fraun Sohn, Herr aller Herri. 5. Er will und kann euch lassen Halleluja! 2. Wir Univ.- Bibl. Giessen Weihnachts- Lieder. 2. Wir singen dir mit deinem Heer aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, daß du, o lang gewünschter Gast, dich nunmehr eingestellet hast. Halleluja! 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht; dich hat erhofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schar. Halleluja! 4. Vor andern hat dein hoch begehrt der Hirt und König deiner Herd, der Mann, der dir so wohl gefiel, wenn er dir sang auf Saitenspiel. Halleluja! 5. Ach, daß der Herr aus Zion käm, und unsre Bande von uns nähm! Ach, daß die Hilfe bräch herein, so würde Jakob fröhlich fein! Halleluja! 6. Nun, du bist hier, da liegest du, hältst in der Krippe deine Ruh; bist klein und machst doch alles groß, bekleidst die Welt, und kommst doch bloß. Halleluja! 7. Du kehrst in fremde Hausung ein, und sind doch alle Himmel dein; trinkst Milch aus einer Menschenbrust, und bist doch aller Engel Luft. Halleluja! 8. Du hast dem Meer sein Ziel gesteckt, und wirst mit Windeln zugedeckt; bist Gott und liegst auf Heu und Stroh, wirst Mensch, und bist doch A und O. Halleluja! 9. Du bist der Ursprung aller Freud und duldest so viel Herzeleid, bist aller Heiden Trost und Licht, suchst selber Trost und findst ihn nicht. Halleluja! 10. Du bist der süße Menschenfreund, doch sind dir so viel Menschen feind: Herodis Herz hält dich für Gräul, und bist doch nichts als lauter Heil. Halleluja! 11. Ich aber, dein geringster 27 Knecht, ich sag es frei und mein es recht: Ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich dich gerne lieben will. Halleluja! 12. Der Will ist da, die Kraft ist klein; doch wird dir nicht zu wider sein mein armes Herz, und was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an. Halleluja! 13. Hast du doch selbst dich schwach gemacht, erwähltest, was die Welt veracht, warst arm und dürftig, nahmst vorlieb, da wo der Mangel dich hintrieb. Halleluja! 14. Du schliefst ja auf der Er= de Schoß, so war dein Kripplein auch nicht groß, der Stall, das Heu, das dich umfing, war alles schlecht und sehr gering. Halleluja! 15. Darum hab ich so guten Mut, du wirst auch halten mich für gut, o Jesu mein; dein frommer Sinn macht, daß ich so voll Trostes bin. Halleluja! 16. Bin ich gleich Sünd und Laster voll, hab ich gelebt nicht wie ich soll, ei kommst du doch deswegen her, daß sich der Sünder zu dir kehr. Halleluja! 17. Hätt ich nicht auf mir Sündenschuld, hätt ich kein Teil an deiner Huld; vergeblich wärst du mir geborn, wenn ich nicht wär in Gottes Zorn. Halleluja! 18. So faß ich dich nun ohne Scheu, du machst mich alles Jammers frei, du trägst den Zorn, du würgst den Tod, verkehrst in Freud all Angst und Not. Halle= luja! 19. Du bist mein Haupt, hinwiederum bin ich dein Glied und Eigentum, und will, so viel dein Geist mir giebt, stets dienen dir, wie dirs beliebt. Halleluja! 20. Ich Neujahrs- Lieder. 28 20. Ich will dein Halleluja hier mit Freuden singen für und für, und dort in deinem Ehrensaal solls schallen ohne Zeit und Zahl. Halleluja! Paul Gerhardt. Mel. Singen wir aus Herzensgrund. Dr. J. Olearius. 46. Wunderbarer Gnaden- Mel. Vom Himmel hoch, da komm. thron, Gottes und 47. 3ich, mein geliebtes Jesulein, Marien Sohn; Gott und Mensch, ein kleines Kind, das man in der Krippen findt! Großer Held von Ewigkeit, dessen Macht und Herrlichkeit rühmt die ganze Christenheit. 3. Laß mir deine Güt und Treut täglich werden wieder neu; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht, wenn mich Not und Tod ansicht. Laß mich deine Herrlichkeit, deine Wundergütigkeit, schauen in der Ewigkeit! in mein Herz hinein; gieb mir dich selber zum Geschenk, auf daß ich stets an dich gedenk. 2. 3n dir laß mich sein recht erfreut und von dir singen allezeit, damit ohn dich mir keine Lust in meinem Leben sei bewußt. 2. Du bist arm und machst zugleich uns an Leib und Seele reich; du wirst flein, du großer 3. Lob sei Gott in dem höchsten Gott, und machst Höll und Tod Thron, der sendt uns seinen einzu Spott. Aller Welt wird offen- gen Sohn, den uns der heilgen bar, ja, auch deiner Feinde Schar, Engel Schar verkündiget zum daß du, Gott, bist wunderbar. neuen Jahr. 3. Neujahrs- Lieder. Mel. Singen wir aus Herzensgrund. 4. Herr, dein Nachtmahl, Tauf 48. bermal ist eins dahin und Wort hast du noch an un von der Zeiten Anbe- serm Ort rein erhalten, und dazu ginn; abermal ist dieses Jahr, den gewünschten Fried und Ruh wie wir selber, wandelbar; es ist uns so mildiglich beschert; ja, nunmehr bei uns alt; höret, wie was unser Herz begehrt, hast du die Kunde bald von dem neuen reichlich uns gewährt. Jahr erschallt. 2. Gott sei Lob, daß abermal eins dahin ist von der Zahl unsrer Jahre, die wir sehn schneller als den Rauch vergehn, da von unsrer Pilgrimschaft wieder eins ist hingerafft durch so schneller Zeiten Kraft. 3. Herr, wie groß ist deine Güt; ach wie fromm ist dein Gemüt! Hast du doch zu Tag und Nacht dieses Jahr an uns gedacht, da doch wir, nur Staub und Kot, nichts verdienet, als den Tod, ja sogar der Höllen Not. 5. Billig sagen wir dir Dant für die Kleidung, Speif und Trank, für Gesundheit, Ehr und und Gut. Lob sei dir, daß auch die Glut, noch das Wasser, noch der Wind uns, die wir so sträflich sind, nicht verderbt so gar geschwind. 6. Zwar du hast uns lassen sehn, was den Sündern muß geschehn; aber deine Güt und Treu war doch alle Morgen neu. Ach, regier uns Herz und Sinn, da wir jetzt zum Anbeginn alle Bosheit legen hin. 7. Gute Neujahrs- Lieder. 29 7. Gute Nacht, vergangnes Jahr, so gnädig haft beschüßet? Was samt der Trübsal und Gefahr; sind wir Menschen insgemein, gute Nacht, du Sündenkleid, decke daß deine Güt und Gnad allein mich, o Frömmigkeit! Süßer uns giebet, was uns nüßet? Jesu, führe mich zu dem neuen gnädiglich, daß ich lieb und lobe dich. 3. Mich hätt unzählig Unglück ja verderhet, wenn mir nicht so nah dein Hilf und Heil gewesen; dein Allmacht hat mich so ge= führt, daß kein Verderben mich gerührt durch die Gewalt des Bösen. 4. Was bin ich? Lauter Asch und Staub, ein welkend Gras, ein fallend Laub, das eilig muß vergehen; dein Hand, die ist es, die mir Kraft und Hilf in aller Not verschafft, sonst wärs um mich geschehen. Joh. Rist. Mel. Vom Himmel hoch, da komm. 49. Das as alte Jahr vergangen ist; wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du uns in so großr Gefahr behütet hast lang Zeit und Jahr. 2. Wir bitten dich, ewigen Sohn des Vaters in dem höchsten Thron: du wollst dein arme Christenheit bewahren ferner allezeit. 3. Entzieh uns nicht dein heilsam Wort, das ist der Seelen Trost und Hort; vor falscher Lehr, Abgötterei behüt uns, Herr, und steh uns bei. 4. Hilf, daß wir fliehn der Sünde Bahn und fromm zu werden fangen an; kein'r Sünd des alten Jahrs gedenk, ein gnadenreich Neujahr uns schenk. 5. Christlich zu leben, seliglich zu sterben, und hernach fröhlich am jüngsten Tag wied'r aufzustehn, mit dir im Himmel einzugehn, 6. Zu danken und zu loben dich mit allen Engeln ewiglich. Jesu, unsern Glauben mehr zu deines Namens Lob und Ehr! Joh. Steuerlein. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 50. Das alte Jahr ist nun dahin; mein Gott, daß ich gesund noch bin, das dank ich deiner Treue. Komm, Jesu, hilf doch deinem Knecht, daß mit dem neuen Jahr ich recht im Leben mich erneue. 2. Was bin ich, liebster Jesu, doch, daß du mich alle Tage noch 5. Drum bring ich dir, o Höchster, Dank, und will dir auch mein lebenlang dafür zu danfen wissen; so oft der Tag sich zu uns macht, so oft ihn jagt die stille Nacht, bin ich dazu beslissen. 6. Laß mich mit diesem neuen Jahr in deiner Furcht doch ganz und gar mein altes Thun ablegen; vergieb mir auch, was ich gethan von meiner ersten Jugend an, um deines Namens wegen. 7. Ich weiß, daß ich dich oft betrübt, dieweil ich Böses nur geliebt, in den vergangnen Zeiten. Ich habe dich verlassen oft, am meisten auf die Welt gehofft und ihre Eitelkeiten. 8. Doch aber habe noch Geduld, vergieb du mir die alte Schuld mit dieſem alten Jahre! Mein altes Thun will ich ins Grab der alten Sünden legen ab, eh ich von hinnen fahre. 9. Bleib aber auch mein treuer Hort, wie du gewesen immerfort, sonst bin ich gar verloren. Du bist mein alter Gott allein, mein neuer sollst du gleich 30 Neujahrs- Lieder. gleichfalls sein, den ich mir aus- und Herr, ich wills auch thun. erforen. Soll mich die Armut drücken? Es soll dabei beruhn. Soll mich Verfolgung plagen? Ja, Herr, befehle mir. Soll ich Verachtung tragen? Ach! Ich gehorch auch hier. Burchard Wiesenmeier. Mel. Vom Himmel hoch, da komm. 51. Das neugeborne Kindelein, das herzeliebe Jefulein, bringt abermal ein neues Jahr der auserwählten Christenschar. 5. Soll ich verlassen leben? Herr 2. Des freuen sich die Engelein, Gott, dein Wille gilt; soll ich in die gerne um und bei uns sein, Ängsten schweben? Mein Heiland, und fingen in den Lüften frei, wie du willst. Soll ich denn daß Gott mit uns versöhnet sei. Krankheit leiden? Ich will ge3. Ist Gott versöhnt und unser Freund, was kann uns thun der arge Feind? Troß Teufel und der Höllenpfort! Das Jesulein ist unser Hort. horsam sein. Soll ich von dannen scheiden? Herr, dein Will ist auch mein. 4. Gs bringt das rechte Jubeljahr, was trauren wir denn immerdar? Frisch auf, jetzt ist es Singens Zeit, das Jefulein wendt alles Leid. M. Cyriac. Schnegaß. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 52. Durch Trauern und durch Plagen, durch Not, durch Angst und Pein, durch Hoffnung und durch Klagen, durch manchen Sorgenstein bin ich, Gott Lob, gedrungen; dies Jahr ist hingelegt. Dir, Gott, sei Lob gesungen, mein Herze wird erregt. 2. Der du mich haft erbauet, in dir besteht mein Heil; dir ist mein Glück vertrauet, du bist und bleibst mein Teil. Du hast mich wohl erhalten, du bist mein bester Trost, dich laß ich ferner walten, wenn mich die Not anstößt. 3. Mein Gott, o meine Liebe, was du willst, will auch ich; gieb, daß ich nichts verübe, was irgend wider dich. Dir ist mein Will ergeben, ja, er ist nicht mehr mein, dieweil mein ganzes Leben dein eigen wünscht zu sein. 4. Nach dir soll ich mich schicken, 6. Soll ich zum Himmel dringen? Gar gern, o Gott, mein Licht. Soll mich die Höll verschlingen? Ach dieses willst du nicht. Ich habe zwar verdienet die heiße Höllenglut, du aber bist verföhnet durch deines Sohnes Blut. 7. Heut ist das Jahr beschlossen; Herr, deine Gnad ſei heut auf mich neu ausgegossen, mein Herz werd auch erneut. Laß ich die alten Sünden, so werd ich, Gott, bei dir auch neuen Segen finden; dein Wort verspricht es mir. D. G. W. Sacer. In eigener Melodie. 53. Helft mir Gotts Güte preisen, ihr Christen insgemein, mit Gsang und andern Weisen ihm allzeit dankbar sein; vornehmlich zu der Zeit, da sich das Jahr thut enden, die Sonn sich zu uns wenden, das neu Jahr ist nicht weit.2. Ernstlich laßt uns betrachten des Herren reiche Gnad, und so gering nicht achten sein unzählig Wohlthat; stets führen zu Gemit, wie er dies Jahr hat geben all Notdurft diesem Leben, und uns vor Leid behüt't. 3. Lehrs Neujahrs- Lieder. 31 geben. 3. Lehramt, Schul, Kirch erhal-| Leben, kannst die Sünde mir verten in gutem Fried und Ruh, Nahrung für Jung und Alten bescheret auch dazu, und gar mit milder Hand sein Güter ausgespendet, Verwüstung abgewendet von unsrer Stadt und Land. 4. Er hat unser verschonet aus väterlicher Gnad; wenn er sonst hätt gelohnet all unsre Missethat mit gleicher Straf und Pein, wir wären längst gestorben, in mancher Not verdorben, dieweil wir Sünder sein. 5. Nach Vaters Art und Treuen er uns so gnädig ist; wenn wir die Sünd bereuen, glauben an Jesum Christ herzlich ohn Heuchelet, thut er all Sünd vergeben, lindert die Straf daneben, steht uns in Nöten bei. 6. All solch dein Güt wir preisen, Vater im Himmelsthron, die du uns thust erweisen durch Christum, deinen Sohn; und bitten ferner dich: Gieb uns ein friedlich Jahre, vor allem Leid bewahre und nähr uns mildiglich! 3. Tröste mich mit deiner Liebe, nimm, o Gott, mein Flehen hin, wenn ich mich so sehr betrübe und voll Angst und Zagen bin; wenn ich gleich schlaf oder wach, sieh du, Herr, auf meine Sach; stärke mich in meinen Nöten, daß mich Sünd und Tod nicht töten. 4. Herr, du wollest Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig sei, und ich christlich könne leben ohne Trug und Heuchelei; ich auch meinen Nächsten lieb und denselben nicht betrüb, daß ich noch allhier auf Erden fromm und selig möge werden. 5. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr; trage mich auf deinen Händen, halte bei mir in Gefahr; steh mir bei in aller Not, auch verlaß mich nicht im Tod; freudig will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlassen. Joh. Rist. Mel. Erquicke mich du Heil der Sünd. 55. Nachdem das alte Jahr verflossen, und wir, Mel. Zion flagt mit Angst und S. die Gott nunmehr verneut, oder: Freu dich sehr, o meine Seele. desselben Gnad aufs neu genossen, 54. Hilf ilf, Herr Jesu, laß ge- so sind wir billig höchst erfreut, lingen, hilf, das neue daß uns derselbe Glück und Leben Jahr geht an; laß es neue Kräfte so reichlich bis hierher gegeben. ringen, daß aufs Neu ich wandeln kann; laß mich dir befohlen sein, auch daneben all das Mein. Neues Glück und neues Leben wollst du mir aus Gnaden geben. 2. Laß dies sein ein Jahr der Gnade, laß mich büßen meine Sünd; hilf, daß sie mir nimmer 3. Er laß aufs neu sein Licht schade, daß ich bald Vergebung aufgehen, gleichwie die Sonn jetzt find; auch durch deine Gnad ver- höher steigt. Sein Gnadenglanz leih, daß ich herzlich sie bereu, bleib ob uns stehen, bis sich die Herr, in dir; denn du, mein Welt zum Ende neigt, damit wir 2. Der geb uns lauter neue Kräfte, damit der Wille und Verstand fich fest an ihn allein anhefte und nimmermehr werd abgewandt. Er geb uns auch den neuen Willen, sein neu Gebot nun zu erfüllen. wie 32 Neujahrs- Lieder. wie die Frommen handeln und im-| 8. Laß ferner dich erbitten, o mer wie am Tage wandeln. Vater, und bleib mitten in un4. Der Name, den er selbst be- serm Kreuz und Leiden ein Brunkommen, als er für uns beschnit- nen unsrer Freuden. ten ward, durch den wir unser Heil vernommen, sei unser Weg zur Lebensfahrt; der sei der Schmuck an unsrer Krone und zier uns vor des Höchsten Throne. 5. Er lehr uns unser Herz beschneiden von allem, was uns von ihm trennt; er füll uns mit erneuten Freuden, die nie ein weltlich Herz erkennt, damit, was alt, in uns ersterbe, und unser Geist sein Reich erwerbe. C. Knorr v. Rosenroth. 12. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berater, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und habe. 13. Hilf gnädig allen Kranken, gieb fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermut quälen. 14. Und endlich, was das Meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 3. Durch so viel Angst und Plagen, durch Zittern und durch 3a- 15. Das Alles wollst du geben, gen, durch Krieg und große o meines Lebens Leben, mir und Schrecken, die alle Welt bedecken. der Christenschare zum selgen 4. Denn wie von treuen Müt- neuen Jahre. tern in schweren Ungewittern die Paul Gerhardt. Kindlein hier auf Erden mit Mel. Vater unser im Himmelreich. Fleiß bewahret werd 5. Alſo auch und nicht min 57. Nun treten wir ins neue der läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Not und Trübsal blißen, in seinem Schoße sizen. Jahr, Herr Jeſu, rett uns aus Gefahr, wend ab in dieser bösen Zeit Krieg, Teurung, Pest und alles Leid. Wir bitten, laß dir insgemein die drei Hauptständ befohlen sein. 6. Ach, Hüter unsers Lebens, fürwahr, es ist vergebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 2. Gieb uns dein Wort und Sakrament im Lande bis an 7. Gelobt sei deine Trene, die alle unser End; bekrön das Jahr Morgen neue! Lob sei den starken mit deiner Güt und uns mit SeHänden, die alles Herzleid wenden! gen überschütt. Daß solches Amen Mel. Wach auf, mein Herz, und singe. 56. Nun laßt uns gehn und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hieher Kraft gegeben. 9. Gieb mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 10. Schließ zu die Jammerpforten und laß an allen Orten auf so viel Blutvergießen die Friedensströme fließen. 11. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten zu dem neuen Von den Namen und Ämtern Jesu. Amen sei und wahr, von Herzen wünscht die Christenschar. Georg Werner. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 58. Wer sich im Geist bez schneidet und als ein wahrer Christ des Fleisches Tötung leidet, die so hochnötig ist, der wird dem Heiland gleich, der auch beschnitten worden, und tritt ins Kreuzesorden in seinem Gnadenreich. 2. Wer so dies Jahr anhebet, der folget Christi Lehr, weil er im Geiste lebet und nicht im Fleische mehr; er ist ein Gottes Kind, von oben her geboren, das alles, was verloren, in seinem Jesu findt. 3. Doch wie muß dies Beschneiden im Geist, o Mensch, geschehn? Du mußt die Sünde meiden, wenn du willst Jesum sehn. Das Mittel ist die Buß, wodurch das steinern Herze in wahrer Neu und Schmerze zerknirschet werden muß. 4. Ach gieb zu solchem Werke in diesem neuen Jahr, Herr Jesu, Kraft und Stärke, daß sich bald offenbar dein himmlische Gestalt in vielen tausend Seelen, die sich mit dir vermählen; ja, thu es, Jesu, bald! 33 5. Jch seufze mit Verlangen, und Tauserde mit mir, daß ich dich mög umfangen, mein allerschönste Zier. Wenn ich dich hab allein, was will ich mehr auf Erden? Es muß mir alles wer den und alles nüßlich sein. 6. Ach, ihr verstockten Sünder, bedenket Jahr und Zeit! Ihr abgewichnen Kinder, die ihr in Eitelfeit und Wollust zugebracht, ach führt euch Gottes Güte doch einmal zu Gemüte und nehmt die Zeit in Acht! 7. Beschneidet eure Herzen, und fallet Gott zu Fuß in wahrer Reu und Schmerzen, es wird die Herzensbuß, so gläubig muß geschehn, das Baterherz bewegen, diesem Jahre sehn. daß man wird vielen Segen in 8. Ja, mein Herr Jesu, gebe, daß deine Christenschar mit dir im Geist so lebe in diesem neuen Jahr, daß sie in keiner Not sich möge von dir scheiden; stärk sie im Kreuz und Leiden durch deinen bittern Tod. 9. So wollen wir dich preisen die ganze Lebenszeit und unfre Pflicht erweisen in alle Ewigkeit, da du wirst offenbar, und wir mit allen Frommen nach diesem Leben kommen ins ewge neue Jahr. Laurentius Laurenti. 4. Von den Namen und Ämtern Jesu. Mel. Nun danket alle Gott. 2. Vornehmlich wird in mir all 59. Ah Jesu, dessen Tren Herzensangst gestillet, wenn mich im Himmel und auf dein süßer Nam mit seinem Trost Erden durch feines Menschen erfüllet. Kein Trost so lieblich Mund kann gnug gepriesen wer- ist, als den mir giebt dein Nam, den, ich danke dir, daß du ein der süße Jesus- Nam, o Fürst wahrer Mensch geborn, haft von aus Davids Stamm! mir abgewandt, daß ich nicht bin verlorn. 3. O Jesu, höchster Schaß, du fannst nur Freude bringen, es 3 fann 34 Von den Namen und Ämtern Jesu. kann nichts lieblicher, als Jesu und gebe Kraft, wenn ich was Namen klingen; ich kann nicht zu verrichten hab. traurig sein, weil Jesus heißt so viel als Heiland oder Held, der selig machen will. 4. Wenn Satan sich bei mir in Anfechtung will regen, ist Jesu Name mir zum Trost, Schuß, Fried und Segen, zur Weisheit und zur Kraft in aller Angst und Not, daß ich nicht fürchten darf den Teufel und den Tod. 10. In Jesu Namen bin ich heute aufgestanden, in ihm vollbring ich heut, was kommt zu meinen Händen; in seinem Namen ist der Anfang schon gemacht, das Mittel und der Schluß wird auch durch ihn vollbracht. 11. Dir leb ich und in dir, in dir will ich auch sterben; Herr, sterben will ich dir, in dir will ich ererben das ewge Himmelreich, das du erworben mir; von dir verklärt will ich dir dienen für und für. Joh. Heermann. 5. Daß ich ein Zornkind bin, das macht die schnöde Sünde; dein Jesusnam macht mich zu einem Gottesfinde. Er nimmt von mir hinweg die Schuld und Mel. Machs mit mir, Gott. Miſſethat, bringt mir die Selig- 60. Das ist ein teuer werund Gnad. tes Wort, ein Wort sehr lieb zu hören, daß Jeſus ist der Sünder Hort und will die Armen lehren. Das ist ein teuer wertes Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. 2. Er, Jesus, nimmt die Kranfen an, er heilet allen Schaden, er ist ein Gast bei jedermann, der ihn zu sich einladet. Das ist ein teuer wertes Wort, daß 2c. 3. Er, Jesus, ist ein treuer Hirt, er suchet, was verloren; er holt zurück, was sich verirrt, er ist zum Heil erforen. Das ist ein teuer wertes Wort, daß 2c. Du 4. Lob sei dir, Jesu, Gottes Sohn, du unser Schuldenbürge. Osterlamm, du Gnadenthron, du Freistatt vor dem Würger. Das ist ein teuer wertes Wort, daß z. 5. Ach, gieb mir, daß ich diese Gnad und meine Sünd erkenn, daß ich, mein Hirte, früh und spät, nach dir vor Liebe brenne, gez dent an dies so werte Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. H. G. Neuß. 61. 6. Ei nun, so heilge mich, denn ich bin ganz beflecket, dein Jefusname, der die Sünde ganz zudecket; er fehre ab den Fluch, den Segen zu mir wend, auf daß dadurch bei mir sich alle Schwachheit end. 7. Er sei mein Licht, das mich in Finsternis erleuchte! er sei des Himmels Tau, der mich in Hiß anfeuchte; er sei mein Schirm und Schild, mein Schatten, Schloß und Hut, mein Reichtum, Ehr und Ruhm; er sei mein höchftes Gut. 8. Er sei mein Himmelsweg, die Wahrheit und mein Leben; er wolle mir zuletzt aus Gnaden dieses geben, daß ich alsdann in ihm dies Leben schließe wohl, wenn meine Sterbenszeit und Stunde kommen soll. 9. Inzwischen helf er mir, so lang ich hier noch wandle, daß ich in meinem Thun treu und aufrichtig handle. Er stehe mir stets bei mit seines Geistes Gab Von den Namen und Ämtern Jesu. 35 Mel. O Herre Gott, dein göttlich W.| nig und Prophete, Mittler, dit 61. Geh auf, meins Herzens mein Gnadenthron, der am Kreuze Morgenstern, und sich erhöhte, gieb, daß dich mein werde mir zur Sonne! Geh auf Glaube tenn und dich seinen Jeund sei von mir nicht fern, du sum nenn. höchste Seelenwonne! Erleuchte mich ganz inniglich, daß ich in deinem Lichte noch diesen Tag erblicken mag dein liebstes Angesichte. 2. Ich wünsche nichts, als dich zu sehn, hab sonst auch kein Verlangen; ach, wann wird es doch nur geschehn, daß ich dich werd umfangen? Du bist das Licht, das mein Gesicht alleine soll erblicken; du bist der Strahl, der allemal kann meine Seel erquicken. 2. Du, mein süßer Jesu, bift mir geboren, mir gestorben. Was in Adam ist vermißt, hast du wiederum erworben; gieb, daß ich in wahrer Treu auch dein Eigentum ſtets sei. 3. Alles Heil kommt mir von dir, Heiland aller armen Sünder! Dein Tod war die Lebensthür und des Todes Überwinder! Laß auch deines Leidens Pein mein Verdienst im Glauben sein. 4. Tod und Hölle sind durch dich, großer Sieger, überwunden, und durch diesen Sieg hab ich Ruh im Tod und Grabe funden; durch dich werd ich auferstehn, und getrost zum Richter gehn. Caspar Neumann. 3. Du bist der Glanz der Herrlichkeit und giebst der Welt das Leben; dein Anblick macht noch jederzeit mich in den Himmel schweben; dein Freudenschein macht meine Bein mir über Zucker süße; deins Mundes Kuß, deins Geistes Gruß macht, daß ich ganz Mel. Einer ist König, Immanuel. zerfließe. 4. Wo bist du, schönster Bräutis 63. Großer Prophete! mein Herze begehret von gam, o ausertorner Knabe? Wo dir inwendig gelehret zu sein; du, bist du, süßes Gotteslamm, daß aus des Vaters Schoß zu uns ich mich mit dir labe? Komm gekehret, hast offenbaret, wie du doch geschwind, du Gotteskind! und ich Ein; du hast als MittKomm, komm, daß ich dich preise ler den Teufel bezwungen, dir und dir Lob, Ehr und Dank und ist das Schlangenkopftreten geRuhm aus Herzenskraft erweise. Lungen. 5. Der Leib wird matt, die Seel ist schwach, die Augen stehn voll Thränen; der Mund erblaßt, ruft Ach und Ach, das Herz ist voller Sehnen. Jesulein, mein Freudenschein, du kannst mich ja erquicken; verzieh doch nicht, mit deinem Licht mich gnädig anzublicken. Joh. Scheffler. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 62. Gottes und Marien 2. Priester in Ewigkeit! meine Gedanken denken mit brennendem Eifer an dich; bringe mein Seufzen in heilige Schranken, der du ein Opfer geworden für mich; du bist als Fürsprach zum Himmel gefahren, fannst auch dein Eigentum ewig bewahren. 3. König der Ehren! Dich wollen wir ehren; stimmet, ihr Saiten der Liebe, mit ein; lasset das Sohn, Priester, Kö- Loben und Danken nun hören, 3* weil 36 Von den Namen und Ämtern Jesu. weil wir die teuer Erfaufeten ben schüßest durch der Engel Hut; sein; herrsche, liebwürdigster Hei- drum auch dir allein zu Ehren land, als König; Menschenfreund, sich mein Mund soll lassen hören. schüße die Deinen, die wenig. 3. Jesu, Paradies der Freuden, das mein Geist mit Schmerzen sucht; o du starker Trost im Leiden, o du frische Lebensfrucht, alles Trauern, alles Leiden wen4. Nun dann, so soll auch mein Alles erklingen, ich als ein Christe will treten herbei; will nicht ermüdet aus Liebe dir singen, sondern vermehren dies Jubelgeschrei; dest du in lauter Freuden. ich will dich, Herzog des Lebens, verehren: Alles, was Odem hat, Lobe den Herren! Joach. Neander. In eigener Melodie. 64. Jefu, der du deine Liebe läsfest durch des Geistes Triebe in die Herzen sich ergießen und im Glauben dich genießen, 2. Wer kann sagen und beschreiben, was es sei, in dir stets bleiben, dir im Glauben anzuhangen, dich in Liebe zu empfangen? 3. Gieb uns Kraft, die Süßigfeiten deiner Liebe auszubreiten, auch der Leiden und der Thränen derer, die sich nach dir sehnen. 4. O unendlich hohes Wesen, in dem wir allein genesen, mach uns würdig, dich zu sehen, in den Himmel einzugehen, 5. Daß, wenn wir dich freudig schauen in den schönen Himmelsauen, wir dir Halleluja singen; hilf, Herr, laß es wohl gelingen! J. D. Herrnschmidt. 4. Komm, ach komm, du Trost der Heiden, komm, mein Jesu, stärke mich! Stomm, erquicke mich mit Freuden, komm und hilf mir gnädiglich! Komm, mein Wunsch, mein ganzes Hoffen! Komm, mein Herze steht dir offen! 5. Jesu, richte mein Beginnen, Jesu, bleibe stets bei mir; Jesu, zähme mir die Sinnen, Jesu, fei nur mein Begier. Jesu, sei mir in Gedanken, Jesu, lasse mich nicht wanken. 6. Jesu, laß mich selig enden meine furzen Lebensjahr; trage mich stets auf den Händen, halte bei mir in Gefahr; freudig will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlassen. Joh. Rist. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 66. Jesu, frommer Menschenherden guter und getreuer Hirt, laß mich auch dein Schäflein werden, das dein Stab und Stimme führt. Ach, du hast aus Lieb dein Leben für die Schafe hingegeben, und du gabſt es auch für mich; laß mich wieder lieben dich. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 65. Jesu, du mein liebstes Leben, meiner Seele Bräutigam, der du bist für mich 2. Herden ihre Hirten lieben gegeben an des bittern Kreu- und ein Hirt liebt seine Herd; zes Stamm, jetzt will ich mit füßen Weisen dich von ganzer Seele preisen. laß uns auch so Liebe üben, du im Himmel, ich auf Erd. Schallet deine Lieb hernieder, soll dir 2. Du bist Gott, der uns gege- meine schallen wieder. Wenn du ben Seel und Leib, auch Ehr und rufft: Ich liebe dich! ruft mein Gut, der du unser Leib und Le- Herz: Dich liebe ich! 3. Schafe Von den Namen und Ämtern Jesu. 37 3. Schafe ihren Hirten kennen, 4. Bin ich krank und ist kein dem sie auch sind wohlbekannt. Mann, der die Schwachheit linLaß mich auch für dich entbren- dern kann: Jesus will mein Arzt nen, wie du bist für mich ent- in Bein und mein treuer Helfer brannt. Als des Höllenwolfes sein. Rachen eine Bent aus mir wollt machen, riefest du: Ich kenne dich! Ich auch rief: Dich kenne ich! 4. Herden ihre Hirten hören, folgen ihrer Stimm allein. Hirten auch zur Herd sich fehren, wenn sie rufen groß und klein; laß mich hören, wenn du schreiest; laß mich laufen, wenn du dränest; laß mich horchen stets auf dich. Jesu, höre du auch mich! 5. Bin ich nackend, arm und bloß, und mein Vorrat ist nicht groß: Jesus hilft zu rechter Zeit meiner armen Dürftigkeit. 5. Höre, Jesu, und erhöre meine, deines Schäfleins, Stimm; mich auch zu dir schreien lehre, wenn sich naht des Wolfes Grimm; laß mein Schreien dir gefallen, deinen Trost hernieder schallen. Wenn ich bete: Höre mich! Jesu, sprich: Ich höre dich! 6. Höre Jesu, und erhöre, wenn ich ruf, anklopf und schrei. Jesu, dich von mir nicht fehre, steh mir stets in Gnaden bei; ja, du Hörst; in deinem Namen ist ja alles Ja und Amen. Nun, ich glaub und fühle schon deinen Trost, o Gottes Sohn! Sigism. v. Birten. Mel. Nun komm der Heiden Heiland. 67. Jesu, meiner Seelen Ruh und mein bester Schaß dazu, alles bist du mir allein, sollst auch ferner alles sein. 2. Liebet jemand in der Welt edle Schäße, Gold und Geld: Jesus und sein teures Blut ist mir mehr denn alles Gut. 3. Stellen meine Feinde sich öffentlich gleich wider mich: Jesus reißt aus aller Not, tilget Teufel, Höll und Tod. 6. Muß ich in das Elend fort, hin an einen fremden Ort: Jesus forget selbst für mich, schüßet mich ganz wunderlich. 7. Muß ich dulden Hehn und Spott wegen Gott und sein Gebot: Jesus giebt mir Kraft und Macht, daß ich allen Spott nicht acht. 8. Hat der Bienen Honig Saft und der Zucker süße Kraft: Mein herzliebster Jesus Christ tausendmal noch süßer iſt. 9. Drum, o Jesu, will ich dich immer lieben festiglich: Du, o Jesu, sollst allein meiner Seelen Alles sein. 10. Jesus, was durch Ohren bricht, Jesus, was das Auge sieht, Jesus, was die Zunge schmeckt und wonach die Hand sich streckt. 11. Jesus, sei mein Speis und Trank, Jesus sei mein Lobgesang, Jesus sei mein ganzes All, Jesus sei mein Freudenschall. 12. Endlich laß du höchſtez Gut, Jesu, laß dein teures Blut, deine Wunden, deine Pein meinen Trost im Tode sein. C. 2. Backmeister. Mel. Meinen Jejum laß ich nicht. 68. Jesus ist der schönste Nam aller, die vom Himmel kommen, huldreich, prächtig, tugendsam, den Gott selber angenommen. Seiner großen Lieblichkeit gleicht kein Name weit und breit. 2. Jea 38 Von den Namen und Ämtern Jesu. 2. Jesus ist das Heil der Welt, Jesu Name soll allein mir der meine Arznei für die Sünden; liebste Name sein. Joh. Scheffler. Jesus ist ein starker Held, unsre Feind zu überwinden. Wo nur In eigener Melodie, Jesus wird gehört, wird der Teu- oder: Nun freut euch. lieben Christ. fel bald zerstört. 3. Jeſus ist der Weisen Stein, 69. Mein Herzens- Jeſu, meine Lust, an dem der Gesundheit giebt und Leben; ich mich vergnüge, der ich an deiJesus hilft von aller Pein, die ner Liebesbrust mit meinem Herden Menschen kann umgeben. Lege Jesum nur aufs Herz, so verliert sich aller Schmerz. zen liege, mein Mund hat dir ein Lob bereit, weil ich von deiner Freundlichkeit so großes Labsal friege. 4. Jesus ist mein ewger Schatz und ein Abgrund alles Guten. Jesus ist ein Freudenplaß voller süßen Himmelsfluten. Jesus ist ein fühler Tau, der erfrischet Feld und Au. 2. Mein Herze wallt und ist in dich mit heißer Lieb entzündet! Es singt, es springt, es freuet sich, so oft es dich empfindet, fo oft es dich im Glauben küßt, der du dem Herzen alles bist, das dich im Glauben findet. 5. Jesus ist der süße Brunn, der die Seelen recht erquicket. Jesus ist die ewge Sonn, deren Strahl uns ganz entzücket. Willst du froh und freudig sein, laß ihn nur zu dir hinein. 6. Jesus ist der liebste Ton, den mir alle Welt kann singen; ja, ich bin im Himmel schon, wenn ich Jesum hör erflingen. Jesus ist meins Herzens Freud, meine ewge Seligkeit. 7. Jesus ist mein Himmelsbrot, das mir schmeckt, wie ichs begehre; er erhält mich vor dem Tod, stärkt mich, daß ich ewig lebe; Zucker ist er mir im Mund, Balsam, wenn ich bin verwundt. 8. Jesus ist der Lebensbaum voller edler Tugendfrüchte. Wenn er findt im Herzen Raum, wird das Unkraut ganz zunichte. Alles Gift und Unheil weicht, das sein Schatten nur erreicht. 9. Jesus ist das höchste Gut in dem Himmel und auf Erden; .Jesu Name macht mir Mut, daß ich nicht fann traurig werden. 3. Du bist mein wunderbares Licht, durch welches ich erblicke mit aufgedecktem Angesicht, daran ich mich erquicke. Nimm hin mein. Herz, erfüll es ganz, o wahres Licht, durch deinen Glanz, und weiche nicht zurücke! 4. Du bist mein sichrer Himmelsweg, durch dich steht alles offen; wer dich versteht, der hat den Steg zur Seligkeit getroffen. Ach laß mich, liebstes Heil, hinfür doch ja den Himmel außer dir auf feinem Wege hoffen. 5. Du bist die Wahrheit; dich allein hab ich mir außerlesen; denn ohne dich ist Tand und Schein, in dir ist Kraft und Wesen; ach, mach mein Herz doch völlig frei, daß es nur dir ergeben sei, durch den es kann genesen. 6. Du bist mein Leben, deine Kraft soll mich allein regieren; dein Geist, der alles in mir schafft, fann Leib und Seele führen, daß ich voll Geist und Leben bin. Mein Von den Namen und Ämtern Jesu. 39 Mein Jesu, laß mich nur forthin 13. Du bist mein außerkorner das Leben nicht verlieren! Freund, der mir mein Herz bewe7. Du bist mein süßes Himmels- get, mein Bruder, der es treulich brot, des Vaters höchste Gabe; meint, die Mutter, die mich pfle= damit ich mich in Hungersnot als einer Stärkung labe. O Brot, das Kraft und Leben giebt, gieb, daß ich, was der Welt beliebt, niemals zur Nahrung habe! 8. Du bist mein Trank, und deine Frucht ist meiner Seele süße; wer von dir trinkt, derselbe sucht, daß er dich stets genieße. nach der mein Herze schreit, gieb, daß der Strom der Süßigkeit sich ganz in mich ergieße! Quell, 9. Du bist mein allerschönstes Kleid, mein Zierrat, mein Geschmeide; du schmückst mich mit Gerechtigkeit, gleich als mit reiner Seide. Ach, gieb, daß ich die schnöde Pracht, damit die Welt sich herrlich macht, als eine Unzier meide. 10. Du bist mein Schloß und fichres Haus, da ich in Freiheit size; da treibet mich kein Feind heraus, da sticht mich keine Hiße; ach laß mich, liebster Jesu mein, allzeit in dir erfunden sein, daß deine Huld mich schütze. 11. Du bist mein treuer Seelenhirt und selber auch die Weide; du hast mich, da ich war verirrt, geholt mit großer Freude; ach, nimm dein Schäflein nun in acht, damit es weder List noch Macht von deiner Herde scheide. get, mein Arzt, wenn ich verwundet bin, mein Balsam, meine Wärterin, die mich in Schwachheit träget. 14. Du bist mein starker Held im Streit, mein Panzer, Schild und Bogen, mein Tröster in der Traurigkeit, mein Schiff in Wasserwogen, mein Anker, wenn ein Sturm entsteht, mein sichrer Kompaß und Magnet, der mich noch nie betrogen. 15. Du bist mein Leitstern und mein Licht, wenn ich im Finstern gehe, mein Reichtum, wenn es mir gebricht, in Tiefen meine Höhe, mein Labsal, wenns mir bitter schmeckt, mein festes Dach, das mich bedeckt, wenn ich im Regen stehe. 16. Du bist mein Garten, da ich mich in stiller Lust ergöße, mein liebstes Blümlein, welches ich darein zur Zierde sebze, mein Rose in dem Kreuzesthal, da ich mit Dornen ohne Zahl den schweren Gang verlege. 17. Du bist mein Trost in Herzeleid, mein Lustspiel, wenn ich lache, mein Tagewerk, das mich erfreut, mein Denken, wenn ich wache, im Schlaf mein Traum und süße Ruh, mein Vorhang, den ich immer zu mir um mein Bette mache. 12. Du bist mein holder Bräuti- 18. Was soll ich, Schönster, wohl gam, dich will ich stets umfassen, von dir noch weiter sagen könmein Hoherpriester und mein nen? Ich will dich meine LiebsbeLamm, das sich hat schlachten gier, mein Ein und Alles nennen; lassen, mein König, der mich ganz denn was ich will, das bist du besigt, der mich mit seiner All- mir. Ach, laß mein Herze für und macht schüßt, wenn mich viel für von deiner Liebe brennen. Feinde haffen. Dr. J. C. Lange. 70. Von den Namen und Ämtern Jesu. In eigener Melodie. 70. Mein Bater, zeuge mich, dein Kind, nach deinem Bilde, und schaffe selbst in mir die neue Kreatur; laß mich doch gütig sein, auch heilig, weis und milde durch deiner Gnaden Kraft, wie du bist von Natur. 40 2. Mein Licht, erleuchte mich; laß deiner Gnade Strahlen mir dringen in mein Herz; vertreib die Finsternis. Ich fall und irre sonst zu allzuvielen Malen; ja, werd ich nicht erleucht, verderb ich ganz gewiß. 3. Mein Weg zum Vaterland! Ach öffne mir die Pforte, die mich ins Himmelreich im Glauben im Glauben überbringt. Du weißt ja, daß dein Knecht an einem wüsten Orte schon lang genug gewohnt und nun nach Freiheit ringt. 4. Wahrheit, heilge mich in aller deiner Wahrheit, und bringe meinen Sinn zur rechten Lauterkeit; vertreib den Lügengeist durch deines Wortes Klarheit, und mache mich recht fest in allem Kampf und Streit!. 5. Mein Leben, leb in mir und laß mich in dir leben! Ich bin ja ohne dich zum Guten gänzlich tot. Du bist das Lebensbrot, das einzig Nahrung geben kann meinem matten Geist in aller seiner Not. 6. Mein Lämmlein still und fromm, rein, heilig und unschuldig, ach, wirke doch in mir den fanften Lämmleinssinn, so werd ich auch, wie du, im Leiden recht geduldig, und lasse mich zum Kreuz gar willig führen hin. 7. Mein Meister, lehre mich den Vater wohl zu kennen, weil ohne dich, o Licht, ich Gott, das Licht, nicht seh; ach unterweise mich, thn Abba recht zu nennen, daß alle mein Gebet in rechter Brunst gescheh. 8. Mein Hoherpriester, hör nicht auf für mich zu beten; ach rufe doch mit mir den Vater täglich an! Laß deinen heilgen Geist mit Seufzen mich vertreten, wenn ich im harten Kampf selbst nicht mehr beten kann. 9. Mein König, schüße mich, wenn Satan, Welt und Sünde, so sich in mir noch regt, auf meine Seele stürmt; hilf, daß in deinem Schoß ich allzeit Ruhe finde; denn der ist sicher nur, den deine Macht beschirmt. 10. Mein Hirte, weide mich auf einer grünen Aue, und leite mich im Durst ans frische Wasser hin. Hol meine Seel herum! Wollt ich aufs Eitle schauen, so bringe bald zurecht den ausgeschweiften Sinn. 11. Mein Arzt, bin ich verwundt, sind ausgezehrt die Kräfte, so laß den Liebesfluß, dein teur vergoßnes Blut mich heilen; laß des Geists Erneurungslebensfäfte mich laben und erfreun, mir stärken Herz und Mut. 12. Mein Freund, vertraue dich doch besser meinem Herzen, und laß mich deiner Treu noch mehr versichert sein, auf daß zu aller Zeit ich meiner Seele Schmerzen getrost versenken darf in deines Herzens Schrein. 13. Mein Bräutgam, liebe mich, und seße mir das Siegel der unverfälschten Lieb, den Geist, auf meine Brust; laß deinen Gruß und Kuß mich schmecken, sei mein Spiegel, darin ich mich beschau nach aller Herzenslust. 14. Mein Ein und Alles! laß mit dir mich eins hier werden, so wird Von den Namen und Ämtern Jesu. 41 wird mir alles nichts, du aber 9. Jesu, o meine Süßigkeit, du alles sein. Und nimmt einst Trost der Seel, die zu dir schreit, deine Güt mich endlich von der die heißen Thränen suchen dich, Erden, so geh ich friedensvoll in das Herz zu dir schreit inniglich. deine Freuden ein. c. A. Bernstein. Halleluja! Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 71. Jest süß, wer dein gedenkt, des Herz mit Freuden wird getränft; noch füßer aber alles ist, wo du, o Jesu, selber bist. Halleluja! 10. Ja, wo ich bin, da oder hier, so wollt ich, Jesus wär bei mir, Freud über Freud, wenn ich ihn fänd! Selig, wenn ich ihn halten könnt. Halleluja! 2. Jesu, des Herzens Freud und Wonn, des Lebens Brunn, du wahre Sonn, dir gleichet nichts auf dieser Erd, in dir ist, was man je begehrt. Halleluja! 11. Was ich gesucht, das seh ich nun, was ich begehrt, das hab ich schon; vor Lieb, o Jesu, bin ich schwach, mein Herz das flammt und schreit dir nach. Halleluja! 12. Wer dich, o Jesu, also liebt, der bleibt gewiß wohl unbetrübt. 3. Jesu, dein Lieb ist mehr denn süß, nichts ist darin, das uns Nichts ist, das diese Lieb verzehr, verdrießt, viel tausendmal ists, wie ich sag, edler, als man aus sprechen mag. Halleluja! sie wächst und brennt je läng'r je mehr. Halleluja! 4. Jesu, du Quell der Gütigkeit, du bist die Hoffnung unsrer Freud, ein süßer Fluß und Gnadenbrunn, des Herzens wahre Freud und Wonn. Halleluja! 13. Jesu, du Blum und Jungfraun Sohn, du Lieb und unser Gnadenthron, dir sei Lob, Ehr, wie sichs geziemt, dein Reich kein Ende jemals nimmt. Halleluja! 5. Dein Lieb, o süßer Jesu Christ, des Herzens beste Labung ist; sie machet satt, doch ohn Verdruß, der Hunger wächst im Überfluß. Halleluja! 6. Jesu, du meines Lebens Zier, wie süß in Ohren klingst du mir; dich will ich preisen alle Stund aus allertiefstem Herzensgrund. Halleluja! 14. In dir mein Herz hat seine Lust; Herr, mein Begier ist dir bewußt; auf dich ist all mein Ruhm gestellt, Jesu, du Heiland aller Welt. Halleluja! 15. Du Brunnquell der Barmherzigkeit, dein Glanz erstreckt sich weit und breit; der Traurigkeit Gewölk vertreib; du Licht der Glorie bei uns bleib. Halleluja! 16. Dein Lob im Himmel hoch erflingt; fein Chor ist, der nicht 7. Jesu, du höchste Gütigkeit, meins Herzens Luft und beste von dir singt; Jesus erfreut die Freud, du bist die unbegreiflich Güt, dein Lieb umfähet mein Gemüt. Halleluja! ganze Welt, die er bei Gott in Fried gestellt. Halleluja! 17. Jesus im Fried regieren thut; der übertrifft all zeitlich Gut; der Fried bewahr mein Herz und Sinn, so lang ich hier auf Erden bin. Halleluja! 18. Und wenn ich ende meinen Lauf, 8. Jesum lieb haben ist sehr gut, wohl dem, der dieses sucht und thut. Mir selber will ich sterben ab, daß ich in ihm das Leben hab. Halleluja! 42 Von den Namen und Ämtern Jesu. Lauf, so hole mich zu dir hinauf, 8. Deinen Frieden gieb aus so Jesu, daß ich da Fried und Freud großer Lieb uns, den Deinen, die bei dir genieß in Ewigkeit. Hallel.! dich kennen und nach dir sich Chri19. Jesu, erhöre meine Bitt! sten nennen; denen du bist lieb, Jesu, verschmäh mein Seufzen deinen Frieden gieb! nicht! Jesu, mein Hoffnung steht 9. Wer der Welt abstirbt, emsig zu dir! O Jesu, Jesu, hilf du sich bewirbt um den lebendigen mir! Halleluja! Martin Mollerus. Glauben, der wird bald empfindIn eigener Melodie. lich schauen, daß niemand verdirbt, der der Welt abſtirbt. 10. Nun ergreif ich dich, du mein ganzes Sch: Ich will nimmermehr dich lassen, sondern gläubig dich umfassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich. 11. Wenn ich weinen muß, wird dein Thränenfluß nun den meinen auch begleiten und zu deinen Wunden leiten, daß mein Thränenfluß sich bald stillen muß. 72. Seelen- Bräutigam, Jesu, Gottes Lamm, habe Dank für deine Liebe, die mich zieht aus reinem Triebe von der Sünden Schlamm, Jesu, Gottes Lamm! 2. Deine Liebesglut stärket Mut und Blut. Wenn du freundlich mich anblickest und an deine Brust mich drückest, macht mich wohlgemut deine Liebesglut. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Not und Tod! Du bist darum Mensch geboren, zu ersegen, was verloren, durch dein Blut so rot, wahrer Mensch und Gott! 4. Meines Glaubens Licht laß verlöschen nicht; salbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. 5. So werd ich in dir bleiben für und für; deine Liebe will ich ehren und in dir dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. 12. Wenn ich mich aufs neu wiederum erfreu, ists zugleich auch deine Freude, bis ich dort auf deiner Weide ewiglich aufs neu mich mit dir erfreu. 13. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenfron, hier im Hoffen und im Glauben, dort im Haben und im Schauen; denn die Ehrenfron folgt auf Spott und Sohn. 14. Jesu hilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich überwinde und in deinem Sieg empfinde, wie so ritterlich du gefämpft für mich. 6. Held aus Davids Stamm, deine Liebesflamm mich ernähre, 15. Du, mein Preis und Ruhm, und verwehre, daß die Welt werte Saronsblum, in mir soll mich nicht versehre, ob sie mir nun nichts erschallen, als was dir gleich gram, Held aus Davids nur fann gefallen, werte SaronsStamm! blum, du mein Preis und Ruhm! Adam Drese. 7. Großer Friedefürst, wie hast du gedürst nach der Menschen Heil und Leben und dich in den Tod 73. gegeben, da du riefst: Mich dürft! Großer Friedefürst! Mel. Seelenbräutigam. er ist wohl, wie but, Jesu, süße Ruh, unter vielen auserforen, Leben derer, die Von den Namen und Ämtern Jesu. 43 die verloren und ihr Licht dazu, 11. Deines Geistes Trieb in die Jesu, süße Ruh? 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Not zu erlösen, hat geschmecket, meine Schulden zugedecket, und mich aus der Not hat geführt zu Gott! Seele gieb, daß ich wachen mög und beten, freudig vor dein Antlig treten; ungefärbte Lieb in die Seele gieb! 12. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken; habe auf mich acht, Hüter in der Nacht! 13. Einen Heldenmut, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüfte hasse, gieb mir, höchstes Gut, durch dein teures Blut! 3. Glanz der Herrlichkeit, du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4. Großer Siegesheld, Tod, Sünd, Höll und Welt, alle Kraft des großen Drachen hast du wolln zu Schanden machen durch das 14. Solls zum Sterben gehn, Lösegeld deines Bluts, o Held! wollst du bei mir stehn, mich 5. Höchste Majestät, König und durchs Todesthal begleiten und Prophet, deinen Zepter will ich zur Herrlichkeit bereiten, daß ich füssen; ich will fizen dir zu Füßen, einst mag sehn mich zur Rechten wie Maria thät, höchste Majestät! stehn. 3. A. Freylingshausen. 6. Laß mich deinen Ruhm als Mel. Es ist das Heil uns kommen. dein Eigentum durch des Geistes 74. Mir Menschen sind in Licht erkennen, stets in deiner Liebe Adam schon gefallen brennen, als dein Eigentum, allerschönster Ruhm! 7. Zieh mich ganz in dich, daß vor Liebe ich ganz zerrinne und zerschmelze und auf dich mein Elend wälze, das stets drücket mich, zich mich ganz in dich! 8. Deiner Sanftmut Schild, deiner Demut Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz sich rege! Vor dir sonst nichts gilt, als dein eigen Bild. 9. Steure meinen Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht mög von dir wanken, sondern bleiben in den Schranken; sei du mein Gewinn, gieb mir deinen Sinn! 10. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt zu dir fortseße und mich nicht in seinem Neße Satan halte auf; fördre meinen Lauf! und verdorben, dadurch wir den gerechten Lohn des Todes uns erworben; das macht, daß man uns Sünder nennt, die sich aus eigner Schuld getrennt von Gott, dem wahren Leben. 2. Dies ist der Name, der uns macht vor Gott zu Spott und Schande, der uns um unsern Schmuck gebracht, gelegt in Strick und Bande, mit Fluch und Finsternis bedeckt und uns mit Tod und Hölle schreckt, o jammervoller Name! 3. Niemand war in der ganzen Welt, der uns durch seinen Namen befreien fonnt, denn nur der Held, der als des Weibes Samen sich bei uns in der Füll der Zeit aus der verborgnen Ewigkeit im Fleisch hat eingestellet. 4. Sein Name heißet Jesus Christ, 44 Von der Erscheinung Christi. Christ, von Gott selbst so genen- uns zur Ruhe bringet; er, als der net, der mir und dir, und wer es Priester, ist nun da, dem es so ist, dies große Heil gegönnet; ach wohl gelinget, daß er des Herren nimm es ungesäumet an, es freue Tempel baut, an welchem man sich, wer immer kann, des freuden- ihn selber schaut als Grund- und vollen Namens. Eckstein liegen. 5. Dies ist der Name, der uns 9. Drum ist in keinem Andern bringt vor Gott aufs neu zu Eh- Heil, ist auch kein Nam gegeben, ren, der, wie der Chor der Engel daran wir fönnten nehmen teil singt, uns Freude kann bescheren; zur Seligkeit und Leben; nur Jeder uns in Fried und Freiheit setzt, sus ist derselbe Mann, der uns mit Gnad und Gaben uns ergößt das Leben schenken kann. Gelound in den Himmel hebet. bet sei sein Name! 10. Name, werde doch in mir durch Gottes Geist verkläret, denn was verborgen liegt in dir, tein menschlich Herz erfähret; Vernunft kann es begreifen nicht, ohn Gottes Glanz und Gnadenlicht bleibt es unaufgeschlossen. 7. So heißt er denn nicht Jesus 11. Laß mich empfinden deine nur, er ist auch, was er heißet, in- Kraft und innre Süßigkeiten, und dem er unsere Natur aus allem was er sonsten Gutes schafft, laß Jammer reißet; die That stimmt sich in mir ausbreiten, so wird der mit dem Namen ein, wies billig Sünden Not gewehrt, so wird die auch mit uns soll sein, er heißt Last in Lust verkehrt, so bin ich und ist auch Jesus. selig. Amen. I. A. Freylinghausen. 8. Er ist der rechte Josua, der 6. Denn Jesus ists, der unsre Schuld, samt aller Straf und Plagen, o unerhörte Lieb und Huld! hat willig wollen tragen; er war gerecht und ließ doch sich zur Sünde machen, daß du dich in ihm gerecht könnst nennen. 5. Von der Erscheinung Christi. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 3. Sie wissen dieses aus dem 75. Ach, wie erschrickt die Wort Herodi anzupreisen, doch böse Welt vor Gottes Freund und Kindern; wie wird ihr Angesicht verstellt, wenn sie nicht kann verhindern, daß sie im Glauben fahren fort des Herren Werk an allem Ort zu treiben und zu bauen. gehen sie nicht an den Ort, den sie doch selbst anweisen. So geht es noch; wie mancher weiß des Herren Wahrheit und Geheiß, thut doch nicht nach dem Wissen. 4. Wer bleibet in Jerusalem, in Stolz und Pracht des Lebens und 2. Herodes und Jerusalem er- gehet nicht nach Bethlehem, der schrecken, wenn sie hören, daß Je- sucht sein Heil vergebens; auch sus ist zu Bethlehem geboren, da wer die Schrift von außen nennt, ihr Lehren doch zeuget aus der und thut nicht, was er wahr erSchrift davon, daß hier des aller- fennt, wird Jefum nimmer finden. höchsten Sohn geboren sollte wer- 5. Die Weisen forschen so lang den. Inach, bis sie das Haus erblicken, WO Von der Erscheinung Christi. 45 heißet Jesus Christ. wo sie an der gesuchten Sach sich führet dich zum Kindelein, das in der That erquicken. Ach, daß wir möchten thun wie sie und sparen weder Zeit noch Müh, bis wir dies Heil gefunden! 6. Herodes fraget heimlich nach, wann dieser Stern erschienen, und that ers gleichwohl nur aus Rach, 5. Drum höre, merke, sei bereit, verlaß des Vaters Haus, die so laßt es dazu dienen, daß wir Freundschaft, alle Eitelkeit, geh nur um des Sternes Schein, der Jesus ist, bekümmert sein, so lang wir forschen können. von dir selber aus! 7. Gold, Weihrauch, Myrrhen sei die Gab, die wir zum Opfer bringen, samt Seel und Leib, als unsre Hab, so wird es uns gelingen, daß unser Fußfall Gott gefällt, und Jesus sich zu uns gesellt im Leben und im Sterben. 8. Herr Jesu, der du wunderbar die Heiden hast gezogen, gieb, daß ich, wie die Heidenschar, im Herzen werd bewogen, zu suchen dich und gar nichts mehr, zu deines Namens Preis und Ehr, so lang ich leb auf Erden. 4. Er ist der Held aus Davids Stamm, die teure Saronsblum, das rechte, echte Gotteslamm, Israels Preis und Ruhm. Mel. Lobt Gott, ihr Christen allzugl. 76. Auf, Seele, auf, und säume nicht! Es bricht das Licht herfür; der Wunderstern giebt dir Bericht, der Held sei vor der Thür. 9. Nimm wahr, mein Herz, doch deiner Sach, gingst du auch ganz allein, und forsche weiter fleißig nach und such das Kindelein. 9. Ja, preis, o werte Christenheit, 10. Halt dich im Glauben an das wie es dir heut gebühret, daß Wort, das fest ist und gewiß, das Gott aus der Unwissenheit die führet dich zum Lichte fort aus Heiden hat geführet, und denke, aller Finsternis. daß die Finsternis ein böses Ende nehmen müss, wenn man als Heide lebet. 11. In solchem Lichte siehet man das wahre Licht allein; ein armes Menschenkind, das kann nur davon Zeuge sein. Laur. Laurenti. 12. Johannes selbst, ders treulich meint, der zeuget ja von sich, daß er nur sei des Bräutgams Freund; zu solchem nahe dich! 13. Sint du vor seinem hellen Glanz, in tiefste Demut ein, und laß dein Herz erleuchten ganz von solchem Freudenschein! 14. Gieb dich ihm selbst zum Opfer dar mit Geist, mit Leib und 3. Gieb acht auf diesen hellen Seel, und singe mit der Engel Schein, der dir aufgangen ist; er Schar: Hier ist Immanuel! 15. O 2. Geh weg aus deinem Vaterland, zu suchen solchen Herrn, laß deine Augen sein gewandt auf diesen Morgenstern! 6. Und mache dich behende auf, befreit von aller Last, und laß nicht ab von deinem Lauf, bis du dies Kindlein haſt. 7. Du, du wirst selbst das Bethlehem, die rechte Davidsstadt, wenn Gott dein Herze macht bes quem zu solcher großen Gnad. 8. Da findest du das Lebensbrot, das dich erlaben kann, für deiner Seelen Hungersnot das allerbeste Mann. 46 Von der Erscheinung Christi. 15. O wunderbare Süßigkeit, geh du die Lebensbahn in Still die dieser Anblick giebt dem, dessen zur frohen Ewigkeit. Mich. Müller. Herz dazu bereit und dieses Kind- Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. lein liebt! 16. Die Engel in des Himmels 77. Freuet euch, ihr Gottesfinder, preiset mit mir Saal, die freuen sich darob, die Gottes Macht! Freuet euch, ihr Kinder Gottes allzumal, die bringen hier ihr Lob. 17. So sieh und schmeck, wie süß die Lust, die hier verborgen liegt in deines Jesu Liebesbrust, die alles Leid besiegt. armen Sünder! Gott hat heut an uns gedacht, und den Heiland kund gethan, der uns führet himmelan, daß wir arme Heiden können uns nun Gottes Kinder nennen. 18. Genieße hier das Engelbrot, die süße Himmelskost, und lobe herzlich deinen Gott bei diesem Freudenmost. 2. Seine Herrschaft sich erstrecket über alles, was da lebt; seine Hand schüßt und bedecket, was sich reget, lebt und schwebt. Wenn er spricht, so geht sein Wort schnell wie Blig und Donner fort; es durchdringet Geist und Leben, kann Trost, Heil und Leben geben. 19. Hier ist das Ziel, hier ist der Ort, wo man zum Leben geht; hier ist des Paradieses Pfort, die wieder offen steht. 20. Hier fallen alle Sorgen hin, zur Lust wird alle Bein; es wird erfreuet Herz und Sinn in diesem Jefulein. 21. Hier ist in Allem Überfluß, was einem nur behagt; da ist kein Kummer noch Verdruß, der dir das Herz zernagt. 22. Mit Gott und allen Seligen hast du Gemeinschaft hier, der Ort ist wohl am glücklichsten, da wohnet Gott in dir. 3. Nun, ihr Sünder hier auf Erden, wollt ihr es auch haben gut, wollt ihr Gottes Kinder werden, ei, so ändert euren Mut! Preiset Gottes Güt und Macht, so wird er euch geben Kraft, daß ihr auch zu ihm könnt kommen und euch freuen mit den Frommen. 4. Aller Heiden Trost ist kom men, Jesus, unser Seelenlicht, der Beschirmer aller Frommen, unser Schuß und Zuversicht; preiset seine Güt und Treu, die uns noch wird täglich neu; so wird er euch allen geben, hier und dort mit ihm zu 23. Der zeigt dir einen andern Weg, als du vorher erkannt, den stillen Ruh- und Friedenssteg zum leben. ewgen Vaterland. Dr. J. Olearius. In eigener Melodie. Jesu, rufe mich von der Welt, daß ich zu dir eile, nicht verweile; Jesu, rufe mich! 2. Nicht Jerusalem, sondern Bethlehem hat bescheret, was uns nähret, nicht Jeruſalem. 24. Denfelben geh und folge dann 78. und kehre nicht zurück, Herodi es zu zeigen an, der heget einen Tück. 25. Er will dies Kindlein bringen um, die edle Gottesfrucht; den teuren Schaß, dein Eigentum, er dir zu rauben sucht. 3. Wertes Bethlehem, du bist an26. Laß toben, würgen, wie er genehm; aus dir kommet, was will, dir widerfährt kein Leid; uns frommet, wertes Bethlehem! 4. Du Von der Erscheinung Christi. 47 4. Du bist, wie man spricht, nun uns das Herze selbst abfraßen, iſt die Kleinste nicht; allen Leuten, auch den Heiden, bringst du Heil und Licht. entzwei und wir sind frei. 7. O du hochgesegnte Stunde, da wir das von Herzensgrunde glauben, und mit unserm Munde danken dir, o Jefulein! 8. Schönstes Kindlein in dem Stalle, sei uns freundlich, bring uns alle dahin, da mit süßem Schalle dich der Engel Heer erhöht! Paul Gerhardt. wir sollen loben, oder: Vom Himmel hoch. 80. Was fürchtst du, Feind Herodes, sehr, daß uns geborn fommt Christ der Herr? Er sucht fein weltlich Stönigreich, der zu uns bringt sein Himmelreich. 2. Dem Stern die Weisen fol= gen nach, solch Licht zum rechten Licht sie bracht; sie zeigen mit den Gaben drei, dies Kind Gott, Mensch und König ſei. 3. Die Tauf im Jordan an sich nahm das himmelische Gotteslamm; dadurch, der nie ein Sünde that, von Sünden uns gewaschen hat. 2. Sünd und Hölle mag sich schah, sechs steinern Krüge man da sah voll Wassers, das verlor sein Art, guter Wein durch sein grämen, Tod und Teufel mag sich 4. Ein Wunderwerk da neu ge= schämen; wir, die unser Heil annehmen, werfen allen Kummer hin. 3. Sehet, was hat Gott gegeben! Seinen Sohn zum ewgen Leben. Wort draus ward. Dieser kann und will uns heben aus dem Leid ins Himmels Freud! 4. Seine Seel ist uns gewogen, Lieb und Gunst hat ihn gezogen, uns, die Satanas betrogen, zu besuchen aus der Höh. 5. Lob, Ehr und Dank sei dir gesagt, Christ, geborn von der reinen Magd, mit Vater und dem heilgen Geist von nun an bis in Ewigkeit. Verd. d. Dr. M. Luther. Mel. Ach was soll ich Sünder. 5. Jakobs Stern ist aufgegan81. Mer im Herzen will ergen, stillt das sehnliche Verlangen, fahren und darum bricht den Kopf der alten Schlan- bemüthet ist, daß der König Jesus gen und zerstört der Hölle Reich. Christ sich ihm möge offenbaren, 6. Unser Kerker, da wir saßen der muß suchen in der Schrift, bis und mit Sorgen ohne Maßen er diesen Schaß antrifft. 2. Er 5. Zeige mir den Stern, der mich aus der Fern von den Heiden lehr abscheiden, zeige mir den Stern. 6. So werd, Jesu, ich bald, bald finden dich. Andachtskerzen, Neu im Herzen gläubig bringe ich. 7. Ach, verschmäh mich nicht! Gieb doch, daß dein Licht nun und immer in mir schimmer. Ach, verschmäh mich nicht! 8. Schönstes Wunderkind, hilf, daß ich entzündt in dir brenne, dich stets nenne schönstes Wunderkind! 9. Süßer Liebesblick! Gönne mir das Glück, hier und droben dich zu Loben, süßer Liebesblick! Adam Drese. In eigener Melodie. 79. Kommt und laßt uns Christum ehren, Herz und Sinnen zu ihm fehren, singet fröhlich, laßt euch hören, wertes Volt der Christenheit! Mel. Christum 48 Auf das Fest der Darstellung Christi im Tempel. 2. Er muß gehen mit den Weisen steht, oder eine Beicht hersagen bis der Morgenstern aufgeht und darauf zum Nachtmahl gehn, und im Herzen stille steht; so meinend, dann sei gnug geschehn. kann er sich selig preisen, weil des Herren Angesicht glänzt von Klarheit, Recht und Licht. 8. Nein! wenn dies in deinem Leben nach Gewohnheit nur geschieht, so ists noch nicht ausge3. Denn wo Jesus ist geboren, richt; du mußt dich Gott ganz da erweiset sich gar bald seine ergeben und im Glauben Nacht göttliche Gestalt, die im Her- und Tag deinem Jesu folgen nach). zen war verloren; seine Stlar- 9. Dann läßt er auch bald sich heit spiegelt sich in der Seele finden in dem Tempel bei der kräftiglich. Beicht, in dem Nachtmahl, und 4. Alles Fragen, alles Sagen bezeugt, daß die vorbegangnen ist von diesem Jefulein und von Sünden sind vergeben, und sein dessen Gnadenschein, dem sie fort Blut reinigt Seele, Geist und Mut. und fort nachjagen, bis die Seele in der That diesen Schaß gefunden hat. 10. Dann, so kann man freudig treten zu dem Gnadenstuhl und Thron und den König in der Kron als ein treuer Knecht anbeten, 5. Ach wie weit sind die zurücke, die nur fragen in der der nichts suchet auf der Welt, Welt: Wo ist Reichtum, Gut und als was seinem Herrn gefällt. Geld? Wo ist Ansehn bei dem 11. Jesu, laß mich auf der Glücke? Wo ist Wollust, Ruhm Erden sonst nichts suchen als und Ehr? und noch solcher Thorheit mehr. allein, daß du mögest bei mir sein, und ich dir mög ähnlich werden in dem Leben dieſer Zeit und in jener Ewigkeit. 6. Ja, unfelig sind die Herzen und in ihrem Wandel blind, die also beschaffen sind, weil sie diesen Schaß verscherzen und erwählen eitlen Tand, der sie bringt in ewge Schand. 12. So will ich mit allen Weis sen, die die Welt für Thoren acht, dich anbeten Tag und Nacht und dich loben, rühmen, preifen, 7. Auch heißt nicht nach Jesu liebster Jesu, und vor dir christfragen, wenn man nur zur Kirche lich wandeln für und für. geht, und in der Versammlung| Laur. Laurenti. 6. Auf das Fest der Darstellung Christi im Tempel. Mel. Herzlich thut mich verlangen. gier nach Simeons Erempel dich 82. Herr Jesu, Licht der großen Gott allhier. Heiden, der From- 2. Du wirst von uns gefunden, men Schaß und Lieb, wir kom- o Herr, an jedem Ort, dahin du men jest mit Freuden durch dei- dich verbunden durch dein Vernes Geistes Trieb in diesen dei- heißungswort; vergönnst noch nen Tempel und suchen mit Be- heutzutage, daß man dich glei cher Von der Empfängnis Christi. 49 cher Weis auf Glaubensarmen 2. Denn meine Augen haben trage, wie hier der fromme Greis. deinen Heiland gesehen, welchen 3. Sei unser Glanz in Wonne, du bereitet hast vor allen Völkern ein helles Licht in Pein, in 3. Ein Licht, zu erleuchten die Schrecken unsre Sonne, im Kreuz Heiden und zum Preis deines ein Gnadenschein, in Zagheit Volks Israel. Glut und Feuer, in Not ein Freudenstrahl, in Krankheit ein Befreier, ein Stern in Todesqual! 4. Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste, 5. Wie es war im Anfang, jest 4. Herr, laß uns auch gelingen, und immerdar, und von Ewigdaß einst, wie Simeon, ein jeder feit zu Ewigkeit, Amen. Christ kann singen den schönen Schwanenton: Mir werden nun In eigener Melodie. in Frieden die Augen zuge- 84. Mit Fried und Freud drückt, nachdem ich schon hienieden den Heiland hab erblickt. Gottes Willen. Getroft ist mir ich fahr dahin in mein Herz und Sinn, sanft und stille. Wie Gott mir verheißen hat, der Tod ist mein Schlaf worden. 5. Ja, ja, ich hab im Glauben, mein Jesu, dich geschaut. Kein Feind kann dich mir rauben, wie heftig er auch dräut; ich wohn in deinem Herzen, und in dem meinen du; uns scheiden keine Schmerzen, kein Angst, kein Tod 2. Das macht Christus wahr'r Gottes Sohn, der treue Heiland, den du mich, Herr, haft ſehen lahn und machst bekannt, daß er Not und Sterben. mir das Leben sei und Heil in dazu. 6. Hier blickst du zwar zuweilen mich fast ungnädig an, daß oft 3. Den hast du allen vorgestellt vor Angst und Weinen ich dich mit großen Gnaden, zu ſeinem nicht fennen kann; dort aber Reich die ganze Welt heißen lawirds geschehen, daß ich von An- den, durch dein teuer heilsam gesicht zu Angesicht soll sehen dein Wort, an allem Ort erschollen. immer flares Licht. Joh. Frand. 4. Er ist das Heil und selig Licht für alle Heiden, zu erleuchten, die dich kennen nicht, und zu In eigener Melodie. 83. Herr, nun läsfeſt du deiz weiden. Er ist deins Volts Israel nen Diener in Frie- der Preis, Ehr, Freud und Wonne. den fahren, wie du gesaget hast.| Dr. M. Luther. 7. Auf das Fest der Empfängnis Jeſu. Mel. Herr Christ, der einge 2c. 2. Der Jesus ward genen. 85. Laßt uns mit Ernst be- net, als er empfangen ist, der trachten den Grund der wird von uns bekennet, daß er Seligkeit und überaus hoch ach sei Jesus Christ, der uns macht ten den, der uns hat befreit von frei von Sünden und läßt die Sünden, Tod und Hölle, der ster- Seel empfinden viel Trost zu jes bend auch zu fällen den Satan der Frist. war bereit. 3. Es sollte Christus heißen, 4 der 50 Von der Empfängnis Christi. der Heiland aller Welt, und Sa- zu nennen; es lässet sich nicht tans Reich zerreißen bald als ein trennen der Gott und Mensch tapfrer Held, das Höllenschloß allhier. zerstören, dadurch den Himmel mehren und thun, was ihm gefällt. 11. Durch Jesum ist bereitet die ganze Welt; er hat den Himmel ausgebreitet, es ist durch seinen Rat der Engel Heer erschaffen, ein Heer, das ohne Waffen oft 4. Es sollte Jesus wehren der Sünd und Missethat, Gerechtigkeit bescheren und nach des Vaters große Wunder thut. Rat im Sieg den Tod verschlingen, auch alles wiederbringen, was man verloren hat. 12. Er, Jesus, fann erwecken die Toten fräftiglich, er weiß ein Ziel zu stecken dem starken 5. Von Gott ist ihm gegeben Wüterich; er prüfet Herz und das Zepter in die Hand, sein Königreich daneben, daß er in solchem Stand uns geistlich soll regieren und durch sein Leiden führen ins wahre Freudenland. Nieren, will in den Himmel führen, die selbst verleugnen sich. 13. Laßt uns zusammen treten, des Allerhöchsten Sohn in Demut anzubeten; denn ihm ist ja die Kron der Ehr und Macht gegeben; gieb, Herr, nach diesem 6. Er ist von Gott erkoren zum Hohenpriestertum; er selbst hat ihm geschworen, daß er mit gro- Leben auch uns den Gnadenlohn! Bem Ruhm ein solches Amt bedienen und ewiglich soll grünen als Sarons schönste Blum. Joh. Rift. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 86. großer Sönig Jesu 7. Er wird auch Herr genenChrist, der du vom net, dem alles unterthan, wodurch Geist empfangen in der Jungman frei bekennet, daß er, ohn frauen Leibe bist, ach laß mich eitlen Wahn, auch Gott sei nach Gnad erlangen, daß ich geboren dem Wesen, durch den wir bloß werd im Geist und, was der genesen auf dieser Leidensbahn. Name Jesus heißt, im Herzen 8. Muß doch die Schrift bezeu- wohl erwäge. gen, daß er Jehova heißt, dem 2. Du heißest Jesus, weil du alle Knie sich beugen, den alle mich machst selig von den SünWelt hoch preist; ja, dem von den und ich als meinen Heiland allen Zungen wird Ehr und Dank dich in Nöten möge finden; kein gesungen, so weit die Sonne reist. Nam ist sonst zum Heil der Welt 9. Sein Stuhl muß ewig dauern, von Gott im hohen Himmelszelt, sein Zepter stehet als Jesus, auserforen. Zions starken Mauern; er ist 3. Er ist des Allerhöchsten aufs allerbest mit Freudenöl ge- Sohn, den Gott will hoch erhezieret, hoch ist er aufgeführet, der ben auf seines Vaters Davids nie sein Volk verläßt. Thron, des Reich will er ihm ge= 10. Ist Gott nun offenbaret im ben und ihn zum König seben Fleisch, so glauben wir, daß der, ein, des Königreich kein End wird so uns bewahret und segnet für sein, dazu wird er empfangen. und für, sei Gott und Mensch 4. O Jesu, laß dein Reich in fest samt mir Passions- Lieder. 51 2. Fragst du, wie sie werden nennen ihren Sohn? Immanuel. Lerne du ihn recht erkennen, der sich giebt für unsre Seel. Er läßt Gott mit uns sich heißen, ihn als Gott und Mensch zu preisen. Siehe, wie die 2c. 3. Drum laß alle Feinde toben, 5. Es ist ja doch in uns dein Reich, wills gleich die Welt nicht wissen, und wird dies Reich ge- die sich widerseßen dir, du kannſt hasset gleich vom Reich der Fin- deinen König Lloben, der dich sternissen, so wird es dennoch feste schüßet für und für. Er regiert stehn und nicht im Herzen unter an allen Enden, alles steht in gehn, wenngleich die Feinde toben. seinen Händen. Siehe, wie die 2c. 6. Bald wird es werden offenbar, wenn Jesus wird einbrechen und sich als Richter stellen dar, sich wider die zu rächen, die hier sein Reich gefochten an und mit Verfolgung, Fluch und Bann verfolgt die Reichsgenossen. 4. Was hält er für eine Weise hier in diesem Jammerzelt? Butter, Honig ist die Speise, die vor andern ihm gefällt, daß er zu verwerfen wisse Böses und das Gute füsse. Siche, wie die 2c. 5. Nun, du wertgeschätzte Seele, 7. Herr Jesu, mache mich bereit denk an deinen Ehrenstand, wer und hilf mir überwinden, daß sich jest mit dir vermähle, du ich dein Gnadenreich ausbreit und bist Jefu selbst verwandt. Er dort bald möge finden das Reich will dich mit Himmelsschäßen als der frohen Ewigkeit, das man dort dein Bräutigam ergößen. Siehe, erbet nach dem Streit. Ach laß wie die Christenheit sich erfreut es bald erscheinen! Laur. Laurenti. in dieser Zeit! Mel. Alle Menschen müssen sterben. 6. O der großen Herrlichkeiten, 87. Siehe, liebste Seele, siehe, die dein Heiland dir verspricht! die du Jesu Freundin Auf, du sollst sein Lob ausbreibist, siche, was dort neues blühe: ten; er bleibt deines Lebens eine Jungfrau schwanger ist; sie Licht. Wohl dir, weil dein Je= wird einen Sohn gebären, der sus fommen! Jesus ist das allein kann Heil gewähren. Siehe, Haupt der Frommen! Siehe, wie wie die Christenheit sich erfreut die Christenheit sich erfreut zu zu dieser Zeit. dieser Zeit! Lic. Joh. Peißter. mir ganz fest gepflanzet werden, daß du in mir und ich in dir so leben mög auf Erden, daß dieses Reich in Heiligkeit, im Glauben und Gerechtigkeit mög unverstöret bleiben. 8. Passions- Lieder. o Weh! mein Jesus ist betrübt Mel. O Gott, du frommer Gott. bis in den Tod. 88. 21h, fehet, welch ein 2. Ach, sehet, welch ein Mensch! wie Mensch! ach seht, muß sich Jesus quälen, die Schmerwelch Angst und Schmerzen steht zen seiner Seel sind hier nicht zu erunser Jesus aus für uns in sei- zählen; er trauert, zittert, zagt vor nem Herzen; o Schmerz, o große großer Herzenspein. Ach seht den Vein, o Marter, Angst und Not! Jammer an, er muß des Todes sein. 3. Ach, 4* 52 Passions- Lieder. 3. Ach, sehet, welch ein Mensch! den blutgen Leib! Ach, seht die der mit dem Tode ringet; seht, Wunden an! Ach, seht, er wird wie sein teures Blut aus seinem gequält, daß er kaum leben kann! Leibe dringet! Wie herzlich flehet er: Ach Bater, nimm von mir den bittern Kreuzestod, wenn es gefället dir! 10. Ach, sehet, welch ein Mensch! Seht, wie die bösen Rotten den Herrn der Herrlichkeit verhöhnen und verspotten; sie krönen ihm sein Haupt mit einer Dornenfron 4. Ach, sehet, welch ein Mensch! der ganz und gar verlassen, den und neigen sich vor ihm aus laufeine Jünger selbst mun fangen ter Spott und Hohn! an zu hassen; der böse Judas, 11. Ach, sehet, welch ein Mensch! der verrät den Herren Christ Ach, laffet Thränen fließen! mit einem falschen Kuß. O böse Laßt eure Augen sich gleich einer Teufelslift! Flut ergießen! Ach, seht das 5. Ach, sehet, welch ein Mensch! Elend an! Seht, unser Herr und der nie hat Bös's begangen, den Gott, der Heiland Jesus, trägt greift man mit Gewalt, den nim- das Kreuz zu seinem Tod. met man gefangen gleich einem 12. Ach, sehet, welch ein Mensch! Mörder und führt ihn gebunden O Plagen über Plagen! Ach, fort ins Hohenpriesters Haus, sehet, Jesus, ach, wird an das da hört man Lästerwort. Kreuz geschlagen! Er ruft vor großer Bein und Schmerzen ängstiglich: Mein Gott! mein Gott! Warum hast du verlassen mich? 13. Ach, sehet, welch ein Mensch! O weh, weh meinem Herzen! O weh! Ach, ich vergeh vor großer Angst und Schmerzen! O Jammer! ach, o weh! o Schmerz! o große Not! O weh, o weh, o weh! ach, Jesus! ach, ist tot! 14. Ach, sehet, welch ein Mensch! Der für uns Menschen stirbet, der uns das Leben durch den bittern 8. Ach, sehet, welch ein Mensch! Tod erwirbet, der uns durch den man gebunden bringet in des seine Bein befreit von aller Not, Landpflegers Haus; ach, seht, der uns erlöset von dem ewgen pie auf ihn dringet der Juden Höllentod. Grausamkeit; sie rufen: Kreuzge ihn, Pilate! Barrabam gieb los, nimm diesen hin! 6. Ach, sehet, welch ein Mensch! Seht, wie sie den verklagen, der ganz unschuldig ist; von welchem niemand sagen kann eine Missethat, von dem wird ein Geschrei, daß er, der selbst ist Gott, ein Gotteslästrer sei. 7. Ach, sehet, welch ein Mensch! ach seht die großen Plagen, die Jesus leiden muß; ach seht, er wird geschlagen mit Fäusten ins Gesicht. Schande, Spott und Sohn, sie speien ins Gesicht dem wahren Gottes Sohn! 15. O Jesu! Dir sei Dant, daß du für uns gestorben und hast durch deinen Tod das Les 9. Ach, sehet, welch ein Mensch! ben uns erworben; führ uns O Marter, Angst und Plagen! durch deinen Tod ins ewge LeAch, sehet, Jesus wird mit Gei- ben ein, so wollen wir auch dort Beln hart geschlagen! Ach, seht dir ewig dankbar sein. Joh. Rist. 89. Passions- Lieder. Mel. Ach Gott, erhöre mein. 89. Ach, stirbt denn so mein allerliebstes Leben? Ja, es ist hin, der Geist ist auf53 riegeln. Bleib du in mir; laß mich in dir und deiner Treu antdächtiglich bespiegeln. D. G. W. Sacer. wie ich, in Kummer schweben? gegeben; mein Gott ist tot, o Mel. Zion flagt mit Angst und. Angst! o Not! kann jemand auch, 90. Ach, wo soll ich Ruhe finden, als bei dir, 2. Am Abend stirbt der Auf- mein Bräutigam? du allein trägst gang aus der Höhe, es leget sich meine Sünden, o du wahres das früh gejagte Nehe. Ach, Gotteslamm! Meine Schuld hat weint mit mir, flagt meine Zier, dich betrübt; doch du hast mich ach, daß ich nicht mit ihm zur so geliebt, daß du auch zuletzt Erden gehe! dein Leben für mich in den Tod gegeben. 3. Des Vaters Wort, der Schutz und Truß der Frommen, der 2. Sollt ich noch die Sünde Siegesfürst ist schmählich umge- lieben, die dir so viel Blut erkommen; des Himmels Preis, preßt? Nein, sie bleibe nun verdes Davids Reis, die Ros im trieben; denn es soll der Übers Thal ist von der Welt genommen. rest meines Lebens nur allein 4. Der ist erstarrt, vor dem die deinem Dienst gewidmet sein, und Höll erschricket, vor welchem sich hernach will ich dich oben mit der hohe Himmel bücket; der dem Heer der Engel loben. Seelen Freund, des Todes Feind wird von dem Tod ins finstre Grab gerücket. 3. Deine Bande, deine Ketten wurden dir nur angethan, daß sie mich vom Strick erretten 5. Ihr Gräber brecht, ihr har- auf der Eitelkeiten Bahn. Du ten Felsen splittert, du Sonn er- empfingst den falschen Kuß, daß blaß, ihr Erdenklüfte schüttert; ich mich erinnern muß, wie du du Luft, du Meer, du Sternen- mir willst helfen siegen, wenn die heer, flagt euren Herrn; ihr Welt mich wird befriegen. Elemente, zittert! 4. Deine blutgefärbten Hände bieten sich dem Sünder dar, strecke sie am letzten Ende nach mir und umfaß mich gar. Wenn du mich im Tod umarmst und dich meiner Angst erbarmst, werd ich in den letzten Zügen gar sanft, wie auf Rosen, liegen. 5. Weil der Geißel harte Striemen dir so manchen Schmerz gemacht; ach, so will sichs ja geziemen, daß die Seele stets betracht, wie der Schläge bittre 8. Dies Grab soll mir dein Qual, meiner Sünden große Zahl guter Geist versiegeln, der Glau- habe von mir weg getrieben, daß ben solls mir fest und wohl ver- ich dich soll ewig lieben. 6. Ich 6. Der Hirt ist tot für die geliebte Herde; fomm, Joseph, fomm, und bring ihn zu der Erde; gieb her Gewand mit milder Hand, gieb Salben, daß er wohl begraben werde! 7. Mein Jesu Christ, auch ich will dich bedenken; ich will dir, Herr, die Spezereien schenken der wahren Neu; mein Herz wird neu, in dieses Grab will ich dich, Heiland, senken. 54 Passions- Lieder. 6. Ich will an die Krone den- weint ihr Wolken Thränengüsse, fen, die dein heilig Haupt zer- weint doch ihr Quellen überall! rigt, und die Dornen in mich Die Meere brausen, die Stürme senken, wenn das Fleisch nach sausen. Ach Not! ach Not! ach Wollust schwißt; aller Reichtum, Not! Jesus 2c. Stolz und Pracht werde ganz 4. Trauert mit, ihr hellen Lichvon mir veracht! Sollt ich mich ter, ihr klaren Sterne, finstert nach Ehren sehnen, da du dich euch! finstert eure Angesichter! zum Schimpf ließst krönen? Der Herrscher hängt jest blaß 7. Wurdest du aus Hohn ver- und bleich. Die Sonne sintet, speiet, so erduld ich auch die kein Mondlicht blinket. Ach Not! Schmach. Ob es andere gereuet, ach Not! ach Not! Jesus 2c. so folg ich doch willig nach. Geht 5. Fall und stirb, du Sammt es dir, dem Herren, schlecht, so und Seide, vermodre aller Stolz begehr ich, als der Knecht, bei und Pracht! es muß jetzt mein den angepflöckten Füßen auch Jesus leiden, mein Jesus wird nichts Bessers zu genießen. 8. Nun, Herr Jesu, Heil der Seelen, meines Lebens Zuver sicht, ich will mir dein Kreuz erwählen, andre Schäße mag ich nicht. Deine Marter, Angst und ihr lebt, denn mein Jesus muß Pein soll mir stets das Liebste erblassen, der über alles lebt und sein. Ich bin nun der Welt ent- schwebt. Die Grüfte beben, die rissen und will nichts, als Jesum, Toten leben. Ach Not! ach Not! wissen. ach Not! Jesus 2c. jest umgebracht. Der Scharlach weißet, der Vorhang reißet. Ach Not! ach Not! ach Not! Jesus 2c. 6. Laß, o Welt, jetzt Lust und Prassen, ach, weinet vielmehr, die Ph. B. Sinold. In eigener Melodie. 7. Jesu, du mein Schaß und Leben, hier bring ich mein Herz, nimm es an! Das soll sich der Welt begeben, soll trauern, weinen, was es fann, so lang sichs reget und noch beweget. Ach Not! ach Not! ach Not! Jesus 2. 8. Jesus, er mein Schaß, ist blieben, ach jämmerlich an einem Pfahl. Ach, mein Schaß, den ich 2. Slaget mit, ihr stummen muß lieben in Ewigkeit und Mauern; ach, seht doch euren König überall, den soll ich missen und an! Kanns euch nicht, ihr Steine, nicht mehr küssen! Ach Not! ach dauern, was harte Felsen dauern Not! ach Not! Jesus Christ, mein fann? Die Berge springen, die Herr, ist tot! M. Dav. Trommer. Felfen klingen. Ach Not! ach In eigener Melodie. 91. Brich entzwei, mein armes Herze, mein armes Herze brich entzwei! Ach mein Schmerz, mein großer Schmerze, der ist so viel und mancherlei. Der Himmel zittert, die Erd erschüttert. Ach Not! ach Not! ach Not! Jefulein, mein Schaß, ist tot. Not! ach Not! Jesus Christ, mein 92. Christe, du Lamm Got Herr, ist tot! tes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, der 3. Seufzet mit, ihr stillen Flüsse, bejammert eures Königs Fall; Passions- Lieder. 55 Jesus in seine Seit mit dem Speer gestochen, daraus Blut und Wasser rann, die Schrift zu erfüllen, wie Johannes zeiget an, nur um unsertwillen. der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, gieb uns deinen Frieden! Amen. Dr. Mart. Luther. In eigener Melodie. 7. Da der Tag sein Ende nahm, der Abend war kommen, ward 93. Christus, der uns selig Jesus vom Kreuzesstamm durch macht, kein Bös hat Joseph genommen, herrlich, nach, begangen, der ward für uns in jüdischer Art, in ein Grab geleder Nacht als ein Dieb gefangen, get, allda mit Hütern verwahrt, geführt vor gottlose Leut und wie Matthäus zeuget. fälschlich verklaget, verlacht, verhöhnt und verspeit, wie denn die Schrift saget. 8. O hilf, Christe, Gottes Sohn, durch dein bitter Leiden, daß wir dir stets unterthan, all Untugend 2. In der ersten Tagesstund meiden, deinen Tod und sein ward er unbescheiden als ein Ursach fruchtbarlich bedenken, daMörder dargestellt Pilato, dem für, wiewohl arm und schwach, Heiden, der ihn unschuldig be- dir Dankopfer schenken. fand, ohn Ursach des Todes, ihn deshalben von sich sandt zu König Herodes. 3. Um drei ward der Gottes 94. Da Jeſus an dem Kreuze sohn mit Geißeln geschmissen, und stund und ihm sein fein Haupt mit einer Kron von Leichnam ward verwundt so gar Dornen zerrissen; gekleidet zu mit bittern Schmerzen, die sieben Hohn und Spott ward er sehr Wort, die Jesus sprach, betracht geschlagen, und das Kreuz zu in deinem Herzen. seinem Tod mußt er selber tragen. 2. 3um ersten sprach er süßig4. Um sechs ward er nackt und lich zum Vater in dem Himmelbloß an das Kreuz geschlagen, reich mit Kräften und mit Sinan dem er fein Blut vergoß, be- nen: Vergieb ihn'n, Vater, sie tet mit Wehklagen. Die Zu- wissen nicht, was sie an mir beschauer spotten sein, auch die bei ginnen. ihm hingen, bis die Sonn auch ihren Schein entzog solchen DinMichael Weiß. In eigener Melodie, oder: In dich hab ich gehoffet. 3. Zum andern denk seinr Barmherzigkeit, die Gott dem Schächer hat bereit; er sprach gar gnädigliche: Fürwahr, du wirst heut bei mir sein in meines Vaters gen. 5. Jesus schrie zur neunten Stund, flaget sich verlassen; bald ward Gall in seinen Mund mit Reiche. Effig gelassen; da gab er auf sei- 4. 3um dritten denk seinr gronen Geist, und die Erd erbebet; Ben Not, laß dir die Wort nicht des Tempels Vorhang zerreißt, sein ein Spott: Weib, schau dein'n und manch Fels sich hebet. Sohn gar eben; Johannes, 6. Da man hat zur Vesperzeit nimm deine Mutter wahr, du die Schächer zerbrochen, ward sollst ihr'r eben pflegen. 5. Nun 56 Passious- Lieder. 5. Nun merket, was das viert Reich heut leben. Herr! Nimm Wort war: Mich dürst! So hart, uns auch bald zu dir, die wir im ohn Unterlaß schrie Gott mit lauter Elend schweben! Stimme! Der Menschen Heil thät 4. Zum dritten: Deinen Sohn er begehrn, der Nägel ward er sieh, Weib! Johannes, ihr zu empfindend. Diensten bleib, und sie als Mutter liebe! Versorg, Herr, die wir lassen hier, daß niemand sie betrübe. 6. 3um fünften denk seinr Bitterkeit, die Gott am heilgen Kreuz ausschreit: Wie hast du mich verlassen! Das Elend, das ich leiden muß, das ist ganz über die Maßen. 5. 3um vierten saget er: Mich dürft! Jesu, großer Lebensfürst, du hast Durst und Verlan7. Das Sechst war gar ein gen nach unsrer Seligkeit, drum kräftig Wort, das mancher Sün- hilf, daß wir sie auch empfangen. der auch gehört aus seium gött- 6. 3um fünften: O mein Gott, lichen Munde: Es ist vollbracht mein Gott, wie läßt du mich mein Leiden groß, wohl hier zu so in der Not! Hier wirst du, dieser Stunde! Herr, verlassen, daß uns Gott 8. 3um siebenten: Ich meine wieder dort aufnehm; den Trost Seel, o Vater, in dein Händ be- laß uns wohl fassen. fehl in meinen lebten Zeiten, 7. 3um sechsten: Hiermit ists weil sie jetzt von mir scheiden vollbracht und alles nunmehr gut will, und mag nicht länger bleib'n. 9. Wer Gottes Mart'r in Ehren hat und oft gedenkt der sieben Wort, des will Gott eben pflegen wohl hier auf Erd mit seiner Gnad und dort im ewgen Leben. gemacht. Gieb, daß wir auch durchdringen, und was du, Herr, uns auferlegst, hilf seliglich vollbringen. Georg Silius. 8. Zum letzten: Ich nun meine Seel, o Gott, mein Vater, dir befehl zu deinen treuen Händen. Dies Wort sei unser letter Wunsch, wenn wir das Leben enden. 95. Da Jesus an des Kreuzes Stamm der gan9. Wer oft an diese Wort gedenkt, wenn seine Missetat ihn zen Welt Sünd auf sich nahm, kränkt, der wird es wohl geniesprach er in seinen Schmerzen ßen; denn er durch Gottes Gnad noch sieben Wort, die lasset uns erlangt ein ruhiges Gewissen. erwägen wohl im Herzen. 10. Verleih uns dies, Herr 2. 3um ersten: Bater, strafe Jesu Christ, der du für uns genicht an ihnen, was mir jetzt ge- storben bist! Gieb, daß wir deine schieht, weil sie es nicht verste- Wunden, dein Leiden, Marter, hen. Bergieb uns, Gott, wenn Kreuz und Tod betrachten alle wir auch noch aus Irrtum Sünd Stunden. In eigener Melodie, oder: In dich hab ich gehoffet. begehen! chers dacht: Fürwahr, du wirst 96. De Liebe, meine Lieb iſt Su eigener Melodie, 3. Zum andern er des Schä- oder: Freu dich sehr, o meine Seele. er am meine noch vor der Nacht in meinem Je= Passions- Lieder. 57 Jesus Christ. Weg, ihr argen zu büßen, sie läßt ihr reines Blut Seelendiebe, Satan, Welt und für fremde Sünden fließen; jest, Fleischeslust! Eure Lieb ist nicht da dies große Wert vollkommen von Gott, eure Lieb ist gar der ist vollbracht, giebt sie, o große Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, Lieb! aus Liebe gute Nacht. weil ich mich im Glauben übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe. Frevler, was befremdets dich, daß ich mich im Glauben übe? Jesus gab sich selbst für mich; so ward er mein Friedensschild, aber auch mein Lebensbild. Der am Streuz ist meine 2c. 3. Die Liebe neigt ihr Haupt, 3. Der am Kreuz ist meine Liebe. das scharfe Dornen stechen; der Sünde, du verlierst den Sturm; Augen holder Glanz muß jetzt weh mir, wenn ich den betrübe, aus Ohnmacht brechen; der LipSer statt meiner ward ein Wurm! pen Rosen stehn von ihrem PurKreuzigt ich nicht Gottes Sohn? pur bloß, das Herz empfindet Trät ich nicht sein Blut mit Hohn? jetzt den allerleßten Stoß. Der am Kreuz ist meine 2c. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe.. 4. Ach, meine Liebe stirbt! Gott Schweig, Gewissen! Niemand ist die Lieb, Gott stirbet! Mein mahnt. Gott aus reinem Lie- Heiland, der aus Lieb die Liebe bestriebe hat die Handschrift ab mir erwirbet, schließt, der ich gethan. Sehet, wie mein Bürge doch sein Feind, für mich die zahlt! Gottes Blut hat sie durch Augen zu und setzt durch seinen Tod mich in die wahre Ruh. malt! Der am 2c. 2. Die Liebe schreiet laut, daß alle Welt soll wissen, es sei durch ihre Macht das Höllenreich zerrissen. Hat gleich der Schlange Stich die Fersen hart verleßt, bleibt doch ihr schnöder Kopf bis auf den Tod zerfest. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe. 5. Wars denn noch nicht genug, Keine Trübsal noch so groß, daß du, mein Jesus, kamest und Hunger, Blöße, Geißelhiebe, unser Fleisch und Blut aus nichts macht mich von Jesu los; großer Lieb annahmest? Muß nicht Gewalt, nicht Gold, nicht nun auch tausend Angst dein Ruhm, Engel nicht, kein Fürsten- grimmger Henker sein, und ein so tum. Der am Kreuz 2c. bittrer Tod beschließen deine Pein? 6. Der am Kreuz ist meine Liebe. 6. Ja, ja, das ist der Schluß, noch Komm, Tod, komm, mein bester eh die Welt gefaffet: Du bist Freund. Wenn ich wie ein Staub nach Gottes Rat am schnöden zerstiebe, wird mein Jesus mir Holz erblasset. Sollt Gottes reivereint. Da, da schau ich Gottes ner Geist durch Blut verföhnet Lamm, meiner Seele Bräutigam. sein, mußt Gottes Liebe sich zum Der am Kreuz ist meine Liebe, Opfer stellen ein. weil ich mich im Glauben übe. Gedichtet im Jahre 1668. 7. Womit verehr ich nun, o Liebe, deine Treue? Ich habe nichts, denn nur als Glauben, Lieb und Reute; ach, nimm dies' Armut doch von meinen Händen an, Mel. Gott, du frommer Gott. 97. Die Liebe hängt am Kreuz, der Menschen Schuld 58 Passions- Lieder. an, verschmäh das Opfer nicht, und Spott, Angst, Wunden, womit ich danken fann. Striemen, Kreuz und Tod, und 8. Doch gönne mir zugleich, bei spricht: Ich wills gern leiden. deinem Kreuz zu stehen; laß mich 2. Das Lämmlein ist der große zu feiner Zeit von deiner Richt- Freund und Heiland meiner Seestätt gehen; dein Kreuz sei stets len; den, den hat Gott zum Sünmein Ruhm, dein Blut sei meine denfeind und Sühner wollen Pracht; dein Leiden meine Kunst; wählen. Geh hin, mein Kind, dein Tod mein größte Macht. und nimm dich an der Kinder, die ich ausgethan zur Straf und Zornesruten: Die Straf iſt schwer, der Zorn ist groß; du fannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten. 3. Ja, Bater, ja, von Herzensgrund! Leg auf, ich wills gern 2. Das Wasser, welches auf den Stoß des Speers aus seiner tragen; mein Wollen hängt an den Stoß des Speers aus seiner deinem Mund, mein Wirken ist Seite floß, das sei mein Bad, dein Sagen. und all sein Blut erquicke mir Liebesmacht! du fannst, was nie Wunder- Lieb, o Mel. Nun laßt uns den Leib. 98. Die Seele Chrifti heilge mich; sein Geist verfenfe mich in sich; sein Leichnam, der für mich verwundt, der mach mir Leib und Seel gesund. Herz, Sinn und Mut. 3. Der Schweiß von seinem Sohn abzwingen. ein Mensch gedacht, Gott seinen Liebe, Angesicht laß mich nicht kommen Liebe, du bist stark; du streckest ins Gericht; sein ganzes Leiden, den ins Grab und Sarg, vor Kreuz und Bein, das wolle meine dem die Felsen springen. Stärke sein. 4. Du marterft ihn am Kreuzes4. O Jesu Christ, erhöre mich, stamm mit Nägeln und mit Spie nimm und verbirg mich ganz in ßen; du schlachtest ihn als wie dich; laß mich in deine Wunden ein Lamm, machst Herz und ein, daß ich vorm Feind kann Adern fließen, das Herze mit der sicher sein. 5. Ruf mir in meiner lezten dem edlen Saft des purpurroten Seufzer Kraft, die Adern mit Not und seß mich neben dich, Blutes. O süßes Lamm, was mein Gott, daß dir von deinen soll ich dir erweisen dafür, daß Heilgen alln mög ewiglich dein du mir erzeigest so viel Gutes? Lob erschalln. 5. Mein Lebetage will ich dich Mel. An Wasserflüssen Babylon. aus meinem Sinn nicht lasſen; 99. Ein Lämmlein geht und dich will ich stets, gleich wie du trägt die Schuld der mich, mit Liebesarmen fassen. Welt und ihrer Kinder; es geht Du sollst sein meines Herzens und träget in Geduld die Sün- Licht, und wenn mein Herz in den aller Sünder. Es geht das Stücke bricht, sollst du mein hin, wird matt und franf, er- Herze bleiben. Ich will mich) giebt sich auf die Würgebant, dir, mein höchster Ruhm, hiermit entzieht sich allen Freuden, es zu deinem Eigentum beständiglich nimmt an sich Schmach, Hohnverschreiben. Joh. Scheffler. 6. Ich Passions- Lieder. 59 6. Ich will von deiner Lieblich-| sein, ich will mich darin fleiden; keit bei Nacht und Tage singen; es soll sein meines Hauptes Kron, mich selbst auch dir zu aller Zeit in welcher ich will vor den Thron zum Freudenopfer bringen. Mein des höchsten Vaters gehen und Bach des Lebens soll sich dir und dir, dem er mich anvertraut, als deinem Namen für und für in eine wohlgeschmückte Braut an Dankbarkeit ergießen; und was deiner Seite stehen. Baul Gerhardt. du mir zu gut gethan, das will ich ſtets, ſo tief ich kann, in mein Gedächtnis In eigener Melodie. 100. Es ist vollbracht! verz dies 7. Erweitre dich, mein Herzens schrein, du sollst ein Schaßhaus werden der Schäße, die viel gröBer sein, als Himmel, Meer und Erden. Weg mit dem Gold Arabia! Weg Kalmus, Myrrhen, Cassia! Ich hab ein Bessers funden. Mein großer Schaß, Herr dort Gesetz und der Propheten Jesu Christ, ist dieses, was ge- Wort; was wir niemals vollflossen ist, aus deines Leibes Wunden. bringen konnten, ist nun vollbracht durch Jesu Wunden; was Gottes Nat von Ewigkeit bedacht, das ist durch seinen Tod voll9. Was schadet mir des Todes Gift? Dein Blut, das ist mein Wort, mein Herz, das Jesus spricht, da er am Kreuze für dich stirbet und dir die Seligkeit erwirbet, da er, der alles, alles wohlgemacht, nunmehro spricht: Es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht am Kreuze 8. Das soll und will ich mir zu Nuß zu allen Zeiten machen; im Streite soll es sein mein bracht. Schuß, in Traurigkeit mein La- 3. Es ist vollbracht und gnug chen; in Fröhlichkeit mein Saitenspiel, und wenn mir nichts mehr schmecken will, soll mich dies Manna speisen; im Durst solls sein mein Wasserquell, in Einsamkeit mein Sprachgesell zu Haus und auch auf Reisen. gethan, daß man nicht mehr verlangen kann; Gott iſt versöhnt und ganz gestillet, weil sein Sohn alles hat erfüllet. Was ists, daß man in Augst und Sorgen wacht? Man glaube nur: Es ist vollbracht. 4. Es ist vollbracht! Was soll ich nun dazu noch, o mein Jesu, ben. Wenn mich der Sonne thun? Nichts, nichts, denn was Hige trifft, so kann mirs Schat- von dir geschehen, wird schon als ten geben. Setzt mir der Weh- mein Werk angesehen; auch das, mut Schmerzen zu, so find ich bei was ich vollbringe Tag und dir meine Ruh, wie auf dem Bett Nacht, wird von dir selbst in mir ein Kranker. Und wenn des vollbracht. Kreuzes Ungestüm mein Schifflein treibet um und um, so bist du dann mein Anker. 5. Es ist vollbracht! Ich bin befreit, ich habe schon die Seligfeit. Weil Sünd und Tod sind weggenommen, ist Gnad und Leben wieder kommen. Darum, 10. Wenn endlich ich soll treten ein in deines Reiches Freuden, so soll dies Blut mein Purpur wenn auch gleich alles bricht und fracht, Passions- Lieder. bessre und bekehre dich. Wer fann diese That ansehen, daß man 6. Es ist vollbracht! Vergiß ja nicht bewege sich? Jesus steht nicht dies Wort, mein Herz, das an unsrer Statt; was der Mensch Jesus spricht, und laß es dir verdienet hat, büßet Jesus und auch dazu dienen, daß du voll- erduldet, was der Sünder hat bringst, was dir will ziemen. So verschuldet. lang du lebst, laß dies nicht aus 6. Er hält seinen heilgen Rücken der Acht, daß Jesus spricht: Es Geißel, Rut und Peitschen dar; ist vollbracht! wer kann dies ohn Reu erblicken? Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Wenn die rohe Heidenschar Hand J. E. Schmidt. 101. Fließt, ihr Augen, fließt anlegt an Gottes Bild, das von Thränen, und so freundlich, fromm und mild, beweinet eure Schuld; brich, mein und doch nackend wird geHerz, von Seufzen, Sehnen, weil hauen, wer kann solchen Greul ein Lämmlein in Geduld nach anschauen? 60 fracht, sag ich getrost: Es ist vollbracht! Jerusalem zum Tod, ach, zum 7. Also sollt man dir begegnen, Tod für deine Not und der gan- du verruchtes Menschenherz; aber zen Welt hinwandelt; dent, ach, nun kommt, dich zu segnen und wie hast du gehandelt! zu tragen deinen Schmerz, Jesus, 2. Es soll nun vollendet werden, und entblößet sich und wird dort was davon geschrieben ist, und so jämmerlich abgestraft, berwarum auf diese Erde ist gekom- wundt, zerschlagen, daß kein Maß, men Jesus Christ. Schanet nun noch Ziel der Plagen. des Höchsten Sohn in dem Leiden, Schmach und Hohn, in den Wunden, in den Schmerzen und nehmt alles wohl zu Herzen. 8. Endlich wird der Schluß gesprochen: Jesus muß zum Tode gehn, und der Stab wird abgebrochen, es hilft hier kein Bitten, Flehn. Barrabas wird losge= zählt, Jesus wird zum Kreuz erwählt. Weg mit diesem, dem Verfluchten! ruft der Haufe der Verruchten. 3. Es wird in der Sünder Hände überliefert Gottes Lamm, daß sich dein Verderben wende. Jud und Heiden sind ihm gram und verwerfen diesen Stein, der ihr Eckstein sollte sein. Ach, dies 9. Folge denn zur Schädelstätte leidet der Gerechte für die bösen deinem Jesu traurig nach; aber Sündenknechte! auf dem Wege bete, bet im Geist 4. Jesus steht in Strick und mit Weh und Ach, daß der VaBanden, dessen Hand die Welt ter auf sein Kind, als den Bürgemacht, bei Verachtung, Spott gen für die Sünd, sehen woll und Schanden, und wird höhnisch und sich erbarmen über die ausgelacht. Backenstreich und Elendn und Armen. Fäustenschlag, Jud- und Heidengrimm und Rach duldet er für deine Sünden; wer fann solche Lieb ergründen? 5. Laß es dir zu Herzen gehen, 10. Muß ich, Jesu, dich denn fehen ant verfluchten Kreuzespfahl, ach, so laß ich übergehen meine Thränen sonder Zahl. Ach, erbarm dich, Gotteslamm, das da Passions- Lieder. 61 da hängt am Kreuzesstamm; ach,| all Angst und Plagen und Ungeerbarm dich, weil dein Leiden mach zu jeder Frist geduldig hast mir gereichen soll zur Freuden.getragen, verleih mir auch zur 11. Ich will dir ein Opfer ge- Leidenszeit Geduld und alle Tapben, Seel und Leib ist meine ferfeit. Gab; Jesu, nimm dies arme Leben, weil ich ja nichts bessers hab; töt in mir, was dir mißfällt, leb 2. Du hast gelitten, daß auch ich dir folgen soll und leiden, daß ich mein Kreuze williglich mit dir leben, sterben und dein Reich im Himmel erben. in mir auf dieser Welt; laß mich soll tragen auch mit Freuden. Ach, möcht ich doch in Kreuz und Pein geduldig wie ein Lämmlein fein! 12. Tausendmal sei dir gesungen, liebster Jesu, Preis und 3. Ich bin bereit von HerzensRuhm, daß du Höll und Tod be- grund, für dich geschlacht zu werzwungen. Nun bin ich dein den und was noch mehr: zu jeEigentum, und du meine Freud der Stund gekreuzigt stehn auf und Woun; möcht ich dich, o Erden; doch aber wünsch ich schönste Sonn, bald in deiner auch dabei, daß ich ein Lämmlein Krone sehen! Komm, dein Leiden Jesu sei. ist geschehen! Laur. Laurenti. Mel. Ach Gott und Herr. 4. Laß kommen alles Kreuz und Pein, laß kommen alle Plagen; 102. Fünf Brünnlein sind, laß mich veracht, verſpottet ſein, daraus mir rinnt verwundt und hart geschlagen, Fried, Heil, Trost, Freud und laß aber auch in aller Pein mich Leben; in Angst und Not, bis in ein geduldigs Lämmlein sein. den Tod, mir solche Labsal geben. 5. Ich weiß, man kann ohn Kreuz und Leid zur Freude nicht gelangen, weil du in deine Herrlichfeit selbst bist durchs Kreuz gegangen. Wer nicht mit dir leidt Kreuz und Pein, kann auch mit dir nicht selig sein. Joh. Scheffler. 2. Die Quell du bist, Herr Jesu Christ, die Brünnlein deine Wunden, daraus ich mich lab innerlich in heißen Kreuzesstunden. 3. Laß mir stets sein das Leiden dein ein Spiegel, Regel, Riegel, daß ich nach dir mein Fleisch regier und laß ihm nicht den Zügel. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 4. Gotteslamm, o Liebes- 104. Gegrüßet feiſt du, flamm, o meiner Seele Freude, meine Kron und nimm hin die Sünd, das Herz König aller Frommen, der du entzünd, daß mich von dir nichts zum Trost von deinem Thron scheide. uns armen Sündern kommen. O 5. So werde ich recht seliglich wahrer Mensch, o wahrer Gott, Len Lebenslauf vollbringen und ein Helfer voller Hohn und Spott, fröhlich hier, o Gott, mit dir: Es den du doch nicht verschuldest! ist vollbracht! einst singen. Ach, wie so arm, wie nackt und Mel. Machs mit mir, Gott, nach. bloß hängst du am Kreuz, wie 103. Geduldigs Lämmlein, schwer und groß ist dein Schmerz, Jefu Chrift, der du den du duldeſt! 2. 63 62 Passions- Lieder. 2. Es fließet deines Blutes du falsche Welt! Sehet doch, Bach mit ganzen vollen Haufen, welch Angst und Leiden jetzt ausdein Leib ist dir mit Ungemach steht der Lebensheld! Wie er zitganz durch und durch belaufen. tert, wie er ringet, daß sein O unumschränkte Majestät, wie Blut auch von ihm dringet. kommts, daß dirs so kläglich geht? Das macht dein Huld und Treue. Wer dankt dir des? Wo ist der Mann, der sich, wie du für uns gethan, für dich zu sterben freue? 3. Was soll ich dir doch immer mehr, mein Heiland, dafür geben, 3. Ich mag euch durchaus nicht daß dein Herz sich so hoch und hören, die ihr bald ein frommes sehr bemüht hat um mein Le- Herz mit dem Ansehn könnt beben? Du rettest mich durch dei- thören; hebet euch nur hinternen Tod von mehr als einer To- wärts! Jhr sollt mich nicht mehr desnot, und machst mich sicher verblenden, noch von Jesu mich wohnen. Laß Höll und Teufel abwenden! böse sein; was schadts? Sie müssen dennoch mein und meiner Seele schonen. 2. Wie soll ich denn Wollust pflegen und, o schnöde Welt, mit dir gehen auf den breiten Wegen der verderblichen Begier? Nein, ich will nun Jesu leben und euch gute Nacht jetzt geben. 4. Besser ists, mit Jefu leiden Hohn, Verachtung, Schmach und Spott, als von ihm sein abge= schieden und bei der gottlosen Rott hier in großen Ehren sigen und dort in der Hölle schwißen. 4. Vor großer Lieb und heilger Lust, damit du mich erfüllet, drück ich dich an mein Herz und Brust, so wird mein Leid gestillet, das deinen Augen wohlbekannt; und das ist dir ja teine Schand, ein frankes Herz zu laben. Ach, bleib mir hold und gutes Muts, bis mich die Ströme dieses Bluts ganz rein gewaschen haben. 5. Weg mit Hoffahrt, weg, mit Prangen, weg mit allem Ubermut! Meines Heilands Haupt und Wangen triefen überall von Blut; und dem Schußherrn aller Frommen sind die Kleider selbst genommen. 5. Sei du mein Schaß und 6. Ach, das Haupt muß Dorhöchste Freud! Ich will dein nen tragen, und die Glieder Diener bleiben, und deines Kreu- prangen noch? Ja, der Herr muß zes Herzeleid will ich in mein Blöße klagen, und der Knecht Herz schreiben. Verleihe du mir stolzieret doch? O du falsch be Kraft und Macht, damit, was ich schöntes Gleißen, wer kann dich bei mir bedacht, ich mög ins doch christlich heißen! Werk auch seßen. So wirst du, 7. Weiche Schwelgen, weiche Schönster, meinen Sinn und Saufen, denn dein Wesen macht, alles, was ich hab und bin, ohn daß mich Furcht und Schrecken Unterlaß ergößen. überlaufen, wenn ich nur bedenk, wie sich auch zu ihrem großen Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. Schaden viel in Wollust überladen. 105. Gute Nacht, ihr eitlen 8. Und dem Schöpfer aller Freuden, gute Nacht, Dinge hats so gut nicht können Paul Gerhardt. sein, Passions- Lieder. 63 sein, daß, als er am Kreuze hinge 4. Herr Jesu, in der letzten in der schwersten Todespein, er fein mattes Herz zu laben, möcht ein Tröpflein Wassers haben. 9. Drum geb ich euch, schnöde Sünden, hiermit nochmals gute Nacht. Weichet fern und bleibt Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu. Not, wenn mich schreckt Teufel, Höll und Tod, so laß ja dies mein Labsal sein: Dein Blut macht mich von Sünden rein. D. Joh. Olearius. dahinten, ihr habt Gott die Angst 107. Herr Jeſu, deine Angſt er klaget ohne Maßen, wie sein Gott ihn hab verlassen. dein betrübtes Leiden laß mir vor Augen allzeit sein, die Sünde zu vermeiden; laß mich an deine große Not und deinen herben, bittern Tod, dieweil ich lebe, denken. 2. Laß deiner Seele Höllenqual, Schwißen 10. Daß der Lebensherr verstirbet und daß er ein Fluch jest ist, der den Segen uns erwirbet, das soll mich zu jeder Frist von der Sündenbahn abschrecken und dein blutgeroun'nes zu wahrer Buß aufwecken. 11. Habe Dant, o Freund der Seelen, für die Angst und Traurigkeit, für die Striemen, Not und Quälen, für des Todes Bitterkeit, die du hast, von Sünd und Schanden uns zu retten, ausgestanden. 12. Gieb, daß wir forthin bereuen unsrer Sünden schwere Last, und die Strafen nicht er neuen, die du jest bezahlet hast, sondern dir uns ganz ergeben und nach deinem Willen leben. Mel. Nun laßt uns den Leib. 106. err und übrig Elend allzumal, darin du mußtest sizen, mir immer wieder fallen ein und eine starke Warnung sein vor mehrern Missethaten. 3. Jesu Christe, Gottes Sohn, mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, dein teures Blut, dein Lebenssaft giebt mir stets neue Lebenskraft. 3. Die Wunden alle, die du haft, hab ich dir helfen schlagen, auch meine große Sündeniast dir aufgelegt zu tragen. Ach, liebster Heiland, schone mein! Laß dieſe Schuld vergessen sein, laß Gnad für Recht ergehen! 4. Du hast verlassen deinen Thron, bist in das Elend gangen, ertrugest Schläge, Spott und dein am teures Blut ist mei- gen, auf daß du für uns schafftest ner Seele höchstes Gut; das Rat, und unsre schwere Misseſtärkt, das labt, das macht allein that bei Gott versöhnen möchtest. mein Herz von allen Sünden rein. 5. Drum will ich jetzt aus Dank2. Dein Blut, mein Schmuck, barkeit von Herzen dir lobsingen, mein Ehrenkleid, dein Unschuld und wenn du zu der Seligkeit und Gerechtigkeit macht, daß ich mich künftig wirst hinbringen, so kann vor Gott bestehn und zu will ich daselbst noch vielmehr, der Himmelsfreud eingehn. zusamt dem ganzen Himmelsheer, dich ewig dafür loben. 6. Herr Jesu, deine Angst und Pein und dein betrübtes Leiden laß meine lebte Zuflucht sein, wenn ich von hier soll scheiden. Ach 64 Passions- Lieder. Ach hilf, daß ich durch deinen 9. Ich fanns mit meinen SinTod fein sanft beschließe meine nen nicht erreichen, womit doch Not und selig sterbe! Amen. 3. a. dein Erbarmen zu vergleichen; In eigener Melodie. wie kann ich dir denn deine Lie108. Herzliebster Jesu, was besthaten im Werk erstatten? hast du verbrochen, 10. Doch ist noch etwas, das daß man ein solch scharf Urteil dir angenehme, wenn ich des hat gesprochen? Was ist die Fleisches Lüste dämpf und zähme, Schuld? In was für Missethaten bist du geraten? 2. Du wirst verspeit, geschlagen und verhöhnet, gegeißelt und mit Dornen scharf gekrönet; mit Effig, als man dich ans Kreuz gehenfet, wirst du getränket. daß sie aufs neu mein Herze nicht entzünden mit alten Sünden. 11. Weil aber dies nicht steht in eignen Sträften, fest die Begierden an das Kreuz zu heften, so gieb mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 3. Was ist die Ursach aller solcher Plagen? Ach, meine Sün12. Alsdann so werd ich deine Huld betrachten, aus Lieb zu den haben dich geschlagen; ich, dir die Welt für garnichts achten. ach, Herr Jesu, habe dies verschuldet, was du erduldet. Ich werde mich bemühen, deinen Willen stets zu erfüllen. 13. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, fein Kreuz mehr achten, keine Schmach noch Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen. 14. Dies alles, obs zwar ist für schlecht zu schäßen, wirst du es doch nicht gar bei Seite seßen; in Gnaden wirst du dies von mir annehmen, mich nicht beschämen. 6. Ich war von Fuß auf voller Schand und Sünden, bis zu dem Scheitel war nichts Guts zu finden; dafür hätt ich dort in der Hölle müssen ewiglich büßen. 15. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne auf meinem Haupte stehn die Ehrenkrone, so will ich dir, wenn alles wird wohl klingen, Lob und Dank 7. O große Lieb, o Lieb ohn singen. Joh. Heermann. alle Maße, die dich gebracht auf Mel. Wenn meine Sünd mich? c. dieſe Marterstraße! Ich lebte mit 109. Hilf Gott, laß mir der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden! 8. Ach, großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam solche Treu ausbreiten? Kein menschlich Herz vermag es aus zudenken, was dir zu schenken. gelingen, du Schöpfer mein, die Wort in Reim zu bringen, zu Lob dem Namen dein, daß ich mag fröhlich heben an, von deinem Wort zu singen, Herr, du wollst mir beiſtehn. 2. Ewig 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe; die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte. 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt, der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt. Der Mensch verwirft den Tod und ist entgangen; Gott wird gefangen. Passions- Lieder. 65 2. Ewig dein Wort wird blei-| 9. Mit seinem Haupt geneiget ben, wie Jesaias meldt, in sei- er seinen Geist aufgab, als uns nem Buch thut schreiben: Eh Johannes zeiget; er ward genomwird vergehn die Welt, und was men ab vom Kreuz, ins Grab Gott selber je erschuf, sollt es ward er gelegt, am dritten Tag alles verderben, er thät fein'n erstanden, wie er vorher gesagt. Widerruf. 10. Und in denselben Tagen 3. Jesus, das Wort des Vaters, Jesus sein Jünger lehrt, allein ist kommen in die Welt mit sein Wort zu tragen, predgen in großen Wunderthaten; verkauft aller Welt! Wer glaubet und wird um schnödes Geld durch Judam, feiner Jünger ein'n, ward er in Tod gegeben, Jesus, das Lämmelein. auch getauft, der hat das ewge Leben, durch Christum ihm er= kauft. 11. Lucas gar schön thut schrei4. Nachdem sie hatten gessen, ben von seiner Himmelfahrt, daß vernehmt, das Osterlamm, da thät er bei uns will bleiben, wie er er nicht vergessen, das Brot in versprochen hat; vernimms in sein Hand nahm, sprach: Eßt, seinm göttlichen Wort; wider das das ist mein Leichnam lind, der kann nicht siegen kein Gwalt noch für euch wird gegeben, zur Ver- Höllenpfort. gebung eurer Sünd. 12. Ein'n Tröster er thät senden, das war der heilge Geist, von Gott; der thät sie wenden in Wahrheit allermeist; denselben wolln wir rufen an, der wird uns nicht verlassen, und uns treulich beistehn. 13. Recht laßt uns alle bitten 6. Jesus wusch ihn'n die Füße Christum für Obrigkeit, ob wir wohl zu derselben Stund; lehrt schon von ihr litten Gewalt; auch fie mit Worten süße aus seinm für all Feind, daß ihn'n Gott göttlichen Mund: Liebet einander wolle gnädig sein, zu Lobe seiallezeit, dabei wird man erkennen, nem Namen, um Christi Tod und daß ihr mein Jünger seid. Bein. 5. Reicht ihn'n auch dar zu trinfen im Wein sein Blut so rot; sein'n Tod sollt ihr verkündgen, Paulus geschrieben hat: Wer würdig ist von diesem Brot und trinkt aus diesem Kelche, der wird nicht sehn den Tod. D. H. Müller. 7. Christus, der Herr, im GarMel. Ach, was soll ich Sünder. ten, da er gebetet hat, der Juden 110. Jeſu, dein betrübtes thät erwarten, von ihn'n gebunden ward; sie führten ihn zum Richter dar, gegeißelt und gekrönet, zum Tod verurteilt ward. Leiden, deine schwere Kreuzespein, soll mein ganzes Denken sein, allen Welttand zu vermeiden. Jesu, deine bittre Not kränket mich bis auf den Tod. 2. Deines Leibes blutig Schwißen, deiner Seele Höllenqual, deine Striemen allzumal, deiner Krone Dornenspißen, solche deine bittre Not fränket mich bis auf den Tod. 3. Ach, 5 8. Hoch an ein Kreuz gehangen der hochgeborne Fürst, nach uns thät ihn verlangen; darum sprach er: Mich dürft! Vernimm, nach unfrer Seligkeit; darum ein Mensch geboren von einer reinen Magd. 66 Passions- Lieder. 3. Ach, was soll ich Armer sa-| wunden, dadurch du, o Gottesgen? Alle Wunden, die du hegst, sohn, dir mich hast verbunden. alle Striemen, die du trägst, hab ich dir selbst helfen schlagen. Jesu, deine bittre Not fränket mich bis auf den Tod. 3. Laß mich aber nicht allein deine Marter sehen, laß mich auch die Ursach sein und die Frucht verstehen. Ach, die Ursach war 4. Dein Gesicht ist dir zerstoßen, auch ich, ich und meine Sünde, deiner Augen Freundlichkeit ist diese hat gemartert dich, daß ich verächtlich angespeit von des Teu- Gnade finde. fels Hilfsgenossen. Jesu, deine bittre Not fränket mich bis auf den Tod. 4. Jesu, lehr bedenken mich dies mit Buß und Reue; hilf, daß ich mit Sünden dich martre nicht 5. Herr, du bist uns nachgegan- aufs neue. Sollt ich dazu haben gen, haft verlassen deinen Thron; Lust und nicht wollen meiden, ist dies nun dein Dank und was Gott selber büßen mußt mit Lohn, daß du mußt am Kreuze so großem Leiden? hangen? Jesu, deine bittre Not fräntet mich bis auf den Tod. 5. Wenn mir meine Sünde will machen heiß die Hölle, Jesu, 6. Sollte mich denn dies nicht mein Gewissen still, dich ins kränken? Sollt ich nicht bei dieser Mittel stelle; dich und deine Zeit fliehn der Erde Eitelkeit und Passion laß mich gläubig fassen. an deinen Tod gedenken? Jesu, Liebet mich sein lieber Sohn, wie deine bittre Not fränket mich bis kann Gott mich hassen? auf den Tod. 6. Gieb auch, Jesu, daß ich gern dir das Kreuz nachtrage, daß ich Demut von dir lern und Geduld in Plage, daß ich dir geb Lieb um Lieb. Indes laß dies Lallen, bis es kommt aus reinem Trieb, Jesu, dir gefallen. Sigism. v. Birken. Mel. Zion klagt mit Angst und. Wunden, Qual Mel. Chriftus, der uns felig. 112. Jesu, deine heilgen 111. Jefu, deine Paſsion will ich jetzt beden- und bittern Tod, laß mir geben ken; wollest mir vom Himmels- alle Stunden Trost in Leibs- und thron Geist und Andacht schen- Seelennot. Wenn mir fällt was fen. In dem Bilde jetzt erschein, Arges ein, laß mich denken deiJesu, meinem Herzen, wie du, ner Bein, daß ich deine Angst unser Heil zu sein, littest große und Schmerzen wohl erwäg in Schmerzen. meinem Herzen. 2. Meine Seele sehen mag deine 2. Will sich gern in Wollust Angst und Bande, Speichel, weiden mein verderbtes Fleisch Schläge, Hohn und Schmach, deine und Blut; laß mich denken, daß Kreuzesschande, deine Geißel, dein Leiden löschen muß der Dornentron, Speer und Nägel Hölle Glut. Dringt der Satan ein 7. Laß, Herr Jesu, laß dein Leiden, deine Marter, Angst und Pein meine lebte Zuflucht sein, menn ich soll von hinnen scheiden. Hilf, daß ich durch deinen Tod sanft beschließe meine Not. T. Clausnißer. Passions- Lieder. 67 ein zu mir, hilf, daß ich ihm 2. Will sich gern in Wollust halte für deine Wundenmal und weiden mein verderbtes Fleisch Zeichen, daß er von mir müsse und Blut, so gedenk ich an dein weichen. Leiden, bald wird alles wieder gut. Kommt der Satan und feßt mir heftig zu, halt ich ihm für deine Gnad und Gnadenzeichen, bald muß er von dannen 3. Wenn die Welt mich will verführen auf die breite Sündenbahn, wollst du mich also regieren, daß ich alsdann schaue an deiner Marter Centnerlast, die weichen. du ausgestanden hast, daß ich könn in Andacht bleiben, alle böse Lust vertreiben. 4. Gieb für alles, was mich kränket, mir aus deinen Wunden Kraft. Wenn mein Herz hinein sich senket, so gieb neuen Lebenssaft, daß mich stärf in allem Leid deines Trostes Süßigkeit, weil du mir dein Heil erworben, da du bist für mich gestorben. 5. Laß auf deinen Tod mich trauen, o mein Gott und Zuversicht, laß mich feste darauf bauen, daß den Tod ich schmecke nicht; deines Todes Angst laß mich stets erquicken mächtiglich. Herr, laß deinen Tod mir geben Auferstehung, Heil und Leben. 6. Jesu, deine heilgen Wunden, deine Qual und bittern Tod laß mir geben alle Stunden Trost in Leibs- und Seelennot, sonderlich am letzten End hilf, daß ich mich zu dir wend, Trost in deinen Wunden finde und dann fröhlich überwinde. 3. Will die Welt mein Herze führen auf die breite Wollustbahn, da nichts ist als Jubilieren, alsdann schau ich emsig an dei ner Marter Centnerlast, die dit ausgestanden hast; so kann ich in Andacht bleiben, alle böse Lust vertreiben. 4. Ja, für alles, das mich fräntfet, geben deine Wunden Kraft; wenn mein Herz hinein sich senfet, frieg ich neuen Lebenssaft. Deines Trostes Süßigkeit wendt in mir das bittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du bist für mich gestorben. 5. Auf dich seß ich mein Vertrauen, du bist meine Zuversicht. Dein Tod hat den Tod zerhauen, daß er mich kann töten nicht. Daß ich an dir habe teil, bringet mir Trost, Schuß und Heil; deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. Justus Gesenius. Mel. Zion klagt mit Angst. 6. Hab ich dich in meinem Herzen, du Brunn aller Gütigkeit, ſo empfind ich keine Schmerzen auch im letzten Kampf und Streit. 113. Jesu, deine tiefen Wun- Ich verberge mich in dich, welch den, deine Qual und Feind kann verlegen mich? Wer bittrer Tod geben mir zu allen sich legt in deine Wunden, der Stunden Trost in Leibs- und hat glücklich überwunden. Seelennot. Fällt mir etwas Arges ein, denk ich bald an deine Mel. Alle Menschen müssen sterben. Bein; die erlaubet meinem Her- 114. Jesu, der du wollen Joh. Heermann. zen mit der Sünde nicht zu scherzen. büßen für die Sünden aller Welt durch dein teu5* res 68 Passions- Lieder. res Blutvergießen, der du dich wenn mir alle Kraft verschwunhast dargestellt als ein Opfer für den, wenn ich schmacht in Seedie Sünder, die verdammten lenpein. Sent in'n Abgrund deiner Adamskinder; ach! laß deine Gnaden alle Schuld, die mich beTodespein nicht an mir verloren laden. Ach! laß deine Todessein! pein nicht an mir verloren sein! 2. Rette mich durch deine Pla- 8. Ach, zerbrich des Eifers gen, wenn mich meine Sünde Rute, ach, erzeige Gnad und plagt; laß, ach, laß mich nicht Huld! Tilge doch mit deinem verzagen, weil du selbst für mich Blute meine schwere Sündengezagt; hilf, daß mich dein Angst- schuld; laß mich in der Angst der schweiß fühle, wenn ich Drang- Sünden Ruh in deiner Seite finfalshiße fühle. Ach! laß deine den. Ach! laß deine Todespein Todespein nicht an mir 2c. nicht an mir verloren sein! 3. Mache mich durch deine Bande 9. Hilf, daß mir dein Dürsten von des Satans Banden frei, nüße, das am Kreuze dich geplagt; hilf, daß dein erlittne Schande wenn ich lechze, kämpf und schwiße, meine Kron und Ehre sei. Trost wenn mich meine Sünde jagt, der Seelen, Heil der Erden, laß mich deines Dursts genießen, laß mich nicht zu Schanden laß mir Lebensströme fließen. werden! Ach! laß deine Todes- Ach! laß deine Todespein nicht 2c. pein nicht an mir 2c. 10. Jesu, komm mich zu be freien durch dein lautes Angstge= schrei, wenn viel tausend Sünden schreien, stehe doch mir Armen bei; wenn mir Wort und Sprach entfallen, laß mich sanft von hinnen wallen. Laß mir deine Todespein Leben, Heil und Himmel sein! J. Frant. 4. Rede durch dein Stilleschweigen, liebster Jesu, mir das Wort, wenn mich Sünden überzeugen und verklagen fort und fort, wenn mein bös Gewissen schreiet und mir mit Verdammnis dräuet. Ach! laß deine Todespein nicht zc. 5. Laß mich Freudenrosen brechen, liebster Jesu, meine Zier, Mel. Christus, der uns selig macht. von den Dornen, die dich stechen. 115. Jesu, meiner Seelen Jesu, nahe dich zu mir; kröne Licht, Freude meiner mich mit Huld und Gnade, daß Freuden, meines Lebens Zuverkein Sündendorn mir schade. sicht, nimm doch für dein Leiden Ach! laß deine Todespein nicht diesen schlechten Dank hier an, so an mir 2c. viel meine Seele immer mehr dir bringen kann in der Schwachheitshöhle. 6. Heile des Gewissens Striemen; nimm von mir der Schmerzen Last durch die Geißeln, durch 2. Ich erwäg es hin und her, die Riemen, welche du gefühlet was dich doch bewogen, daß du hast, daß ich, böser Knecht der so viel Herzbeschwer hast auf dich Sünde, Satans Stricke nicht gezogen, daß du Angst, Gewalt empfinde. Ach! laß deine 2c. und Not, Schläge, Hohn und 7. Ach, laß deine tiefen Wun- Banden, Lästerung und Kreuz den frische Lebensbrunnen sein! und Tod willig ausgestanden. 3. Gotts Passions- Lieder. 69 3. Gottes Gottes Wohlgewogenheit, cher Fürsprach ich vertrau und Baterlieb und Güte, deine Her- an wen ich glaube. Jesu, du zensfreundlichkeit und dein treu bist es allein, der mich hält und Gemüte, Jesu, hat es ausgebracht, schüßet, wenn gleich alle Höllendaß kein Mensch verzaget, wenn pein auf mich stürmt und bliget. der Sünden Meng und Macht 10. Ich will, weil ich mit dir die Gewissen naget. frei werd im Himmel erben, Herr, 4. O du wunderbarer Rat, den in deinen Armen treu leben und man nie ergründet, o der uner- auch sterben; bis man fröhlich hörten That, die man nirgend sagen wird nach den Todesbanfindet! Was der Mensch, der den: Sieh, dein Bräutgam und Sündenknecht, trogig hat ver- dein Hirt, Jesus, ist vorhanden. brochen, wird an dem, der doch geHeinrich Heldt. recht, durch und durch gerochen. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 5. Meine schnöde Lustbegier hat 116. Jefu, meines Lebens dich so zerschlagen, diese KrankLeben, Jesu, meines heit hab ich dir, Jesu, aufgetra- Todes Tod, der du dich für mich gen. Meine Schuld und Misse- gegeben in die tiefste Seelennot, that hat dich so verbürget, bis sie in das äußerste Verderben, nur dich auch endlich hat unrecht hin- daß ich nicht möchte sterben. Taugewürget. send, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 6. Alle Strafe, der ich war Tag und Nacht verbunden, liegt 2. Du, ach, du hast ausgestanauf dir nun ganz und gar, und den Lästerreden, Spott und Hohn, durch deine Wunden wird uns Speichel, Schläge, Strick und Fried und Heil gebracht. Drum Banden, du gerechter Gottessohn, will mir geziemen, deine starke nur mich Armen zu erretten von Liebesmacht ewiglich zu rühmen. des Teufels Sündenketten. Tau7. Laß doch dieser Sicherheit send, tausendmal sei dir, liebster gleichfalls mein Gewissen, zwi- Jesu, Dank dafür! schen Angst und Tod und Streit, 3. Du hast lassen Wunden schlakräftiglich genießen! Ach, ach, gen, dich erbärmlich richten zu, meines Herzens Herz, wirf durch um zu heilen meine Plagen und deine Schmerzen meine Schmer- zu seßen mich in Ruh. Ach, du zen hinterwärts, fern aus mei- haft zu meinem Segen lassen nem Herzen! dich mit Fluch belegen. Tausend, tausendmal 2c. 8. Und wie schnell mein Herz erschricht über Straf und Sün- 4. Man hat dich sehr hart ver= den, so schnell wird mein Herz höhnet, dich mit großem Schimpf erquickt, wenn ich Gnad fann belegt und mit Dornen gar gefinden. Jesu, sieh, ich falle dir frönet; was hat dich dazu bemit rechtschaffner Buße und mit wegt? Daß du möchtest mich erBesserungsbegier glaubensvoll zu gößen, mir die Ehrenfron aufFuße. seßen. Tausend, tausendmal 2c. 9. Nun, ich weiß, worauf ich 5. Du hast wollen sein geschlabau und bei wem ich bleibe, wel- gen, zu befreien meine Bein, fälsch 70 Passions- Lieder. fälschlich lassen dich anklagen, daß vielmehr uns durch sein Leben ich möchte sicher sein; daß ich selig machen, die er Brüder heißt möchte trostreich prangen, hast und seines Leibes Glieder. du sonder Trost gehangen. Tausend, tausendmal 2c. 6. Du hast dich in Not gestecket, welcher selbst den Schlangenbiß haft gelitten in Geduld, gar den heilet, daß er in uns wohne; ei, herben Tod geschmecket, um zu so rühmen auch wir Sünder, daß büßen meine Schuld; daß ich wir nun sind Gottes Kinder. würde los gezählet, hast du wollen fein gequälet. Tausend, tausendmal 2c. 4. Aber nicht alleine dies, sondern weil wir sind im Sohne, 5. Hochgelobet, sagen wir, Vater in dem Himmel oben! Siehe, wie die Sünd allhier noch in uns 7. Deine Demut hat gebüßet will immer toben. Wollest, Herr, meinen Stolz und Übermut; dein den Geist uns geben, daß wir in Tod meinen Tod verfüßet. Es dir ewig leben. D. 3. 3. Breithaupt. fommt alles mir zu qut: Dein Verspotten, dein Verspeien muß Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. zu Ehren mir gedeihen. Tau- 118. Ist dieser nicht des send, tausendmal 2c. Höchsten Sohn, der 8. Nun, ich danke dir von Her- Sünder Heil und Gnadenthron, zen, Jesu, für gesamte Not, dem man in seiner großen Qual für die Wunden, für die Schmer- die Rippen zählet allzumal ans zen, für den herben, bittern Tod, Kreuzes Pfahl? für dein Zittern, für dein Zagen, für dein tauſendfaches Plagen, für dein Angst und tiefe Bein will ich ewig dankbar sein. 2. Ach ja, es ist mein Jesulein, dem schau ich in die Seit hinein, in welcher lauter Honig klebt, das aller Trübfal widerstrebt, die um uns schwebt. E. C. Homburg. Mel. Liebster Jesu, wir sind. 3. Gegrüßet feist du, schönste 117. Jesus Christus, Gottes Quell, in dir erscheinet trefflich Lamm ist für unsre hell der Liebe Macht, die rote Schuld gestorben, hat gezahlt am Flut, des Lebens Brunn, dein Kreuzesstamm und die Freiheit edles Blut, mein höchstes Gut. uns erworben; wer die Sünde 4. Ich mache mich in Furcht zu wohl bereuet, wird durch Christi dir, du Gotteslamm! Verzeih es Tod erfreuet. mir, ich komm allein zu sehen an die Wunde, welch uns heilen kann, da Blut ausrann. 2. Gott, der selbst die Liebe ist, preiset seiner Liebe Wunder, daß sein Sohn, Herr Jesus Christ, 5. O werter Riß, o süßer Fluß, starb für alle Feind und Sün- nimm hin von mir den Glauder; sind wir durch dics Blut bensfuß; eröffne mir dadurch den Gerechte, trifft der Zorn nicht mehr die Knechte. Mund und laß mich werden bald gefund bis auf den Grund. 3. Ja, so wir verföhnet sind, 6. Wie heilsam ist doch deine weil der Sohn sich hingegeben, Kraft, wie trefflich deine Eigenso wird das erstandne Kind noch schaft; du riechest edler als der Wein; Passions- Lieder. 71 Wein; kein Gift kann vor dir seinem Vorbild werden gleich! sicher sein; du machst uns rein. 7. Du bist der rechte Lebenstrank; du heilest mich, wenn ich bin frank; viel süßes Labsal giebst du mir, wenn mich, Herr, dürstet für und für allein nach dir. Nach dem Leiden folgen Freuden, Armut hier macht dorten reich. Thränenfaat die erntet Lachen, Hoffnung tröstet mit Geduld; es kann leichtlich Gottes Huld aus dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid ich mit dir, dort teil deine Freud mit mir! 8. Eröffne dich, du Herzensschrein, daß ich begrüß das Herze dein. Ach, Jesu, fann es nicht geschehn, daß ich kann in dein Herz hinein und bei dir sein? 3. Laffet uns mit Jesu sterben! Sein Tod uns vom andern Tod rettet und vom Seelverderben, 9. Herr, meine Lippen schließen von der ewgen Todesnot. Laßt sich, dein Herz zu küssen säuber- uns töten, weil wir leben, unser lich; ich dringe mit Gewalt hin- Fleisch ihm sterben ab; so wird ein, ich will in deines Herzens Schrein verschlossen sein. er uns aus dem Grab in des Himmels Leben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, daß ich lebe für und für! 10. süße Speis, o Himmelsbrot! Aus Liebe wünsch ich mir den Tod; wer dich geschmeckt, du Heil der Welt, der hat sich selbst schon hingestellt ins Himmelszelt. 4. Lasset uns mit Jesu leben! Weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wieder geben. Jesu, 11. In dieser Höhle foll fein unser Haupt du bist, wir sind Schmerz betrüben mein zerschlag- deines Leibes Glieder; wo du nes Herz; hier fürcht ich nicht lebst, da leben wir. Ach, erkenn der Hölle Glut, des Höchsten uns für und für, trauter Freund, Grimm, der Sünden Flut, des für deine Brüder! Jesu, dir ich Kreuzes Nut. lebe hier, dorten ewig auch bei dir! Sieg. v. Birken. In eigener Melodie. Jesu, schließ jetzt meine Seel in diese deine Seitenhöhl, 12. und laß mich frei von allem 120. Meine Liebe hängt am Streit erheben dich nach dieser will Zeit in Ewigkeit! Joh. Rist. ihn daselbst umfassen und nicht Mel. Sollt ich meinem Gott nicht. lassen, daß er durch sein teures 119. Paffet uns mit Jesu Blut mache mich gerecht und gut. ziehen, seinem Vor- 2. Meine Liebe hängt am Kreuz! bild folgen nach, in der Welt Was häng ich denn an den Brüder Welt entfliehen, auf der Bahn, sten schnöder Büsten? Wäre doch die er uns brach, immerfort die Welt nur mir und auch ich zum Himmel reisen, irdisch noch, gekreuzigt ihr! doch himmlisch sein, glauben recht 3. Meine Liebe hängt am Kreuz! und leben rein, in der Lieb den Ich will seiner stets gedenken, Glauben weisen. Treuer Jesu, wenn mich fränken Sünde, Tod bleib bei mir; gehe vor, ich und Teufel, Höll; er macht selig meine Seel. folge dir! 2. Laffet uns mit Jefu leiden, 4. Meine Liebe hängt am Kreuz! Auf 72 Passions- Lieder. Auf ihn will ich fröhlich sterben| rauf ich nur Jesum suche und, und ererben, was mir Gott hat was ihn betrübt, verfluche. zubereit't in der ewgen Seligkeit. D. U. Tribbechovius. 8. Weg, ihr Sünden, weg von mir! Ich kann euch an mir nicht leiden; euretwegen müßt ich hier und dort von dem sein geschieden. ohne welchen ist kein Leben, feine Gnade, kein Vergeben. Mel. Liebster Jesu, wir sind. 121. Meine Seel, ermuntre dich, deines Jesu Lieb bedenke, wie er für dich giebet sich, darauf deine Andacht lenke; ach erwäg die große Treue und dich deines Jesu freue. 2. Sieh, der wahre Gottessohn ist für dich ans Holz gehänget, sein Haupt trägt die Dornentron, sein Leib ist mit Blut besprenget; er läßt sich für dich verwunden. Wo ist größre Lieb gefunden? 3. Du, du solltest große Pein ewig leiden in der Hölle und von Gott verstoßen sein wegen vieler Sündenfälle; aber Jesus trägt die Sünden, daß du mögest Gnade finden. 4. Durch sein Leiden ist gestillt deines Gottes Zorn und Rache; er hat das Gesetz erfüllt, gut gemacht die böse Sache, Sünde, Teufel, Tod umschränket und den Himmel dir geschenket. 5. Was zu thun, o liebes Herz? Wie sollst du dich recht anstellen? Jesu Leiden ist tein Scherz, seine Liebe kein Verstellen; denke drauf, was dir oblieget gegen den, der für dich sieget. 9. Du, mein Jesu, du mein Heil, dir will ich mich ganz verschreiben, daß ich dir, als meinem Teil, ewig will getreu verbleiben, dir zu leben, dir zu leiden, dir zu sterben, dir zu scheiden. 10. Du, mein Jesu, sollst es sein, den ich mir zum Zweck gesebet; wie du mein, so will ich dein bleiben stets und unverleget; was du liebest, will ich lieben, und was dich, soll mich betrüben. 11. Was du willst, das ſei mein Will, dein Wort meines Herzens Spiegel; wenn du schlägeſt, halt ich still; dein Geist bleibt mein Pfand und Siegel, daß ich soll den Himmel erben, darauf kann ich fröhlich sterben. 12. Nun, so bleibt es fest dabei: Jesus soll es sein und bleiben, dem ich lebe, des ich sei; nichts soll mich von Jesu treiben. Du wirst, Jesu, mich nicht lassen, ewig will ich dich umfassen. 13. Ist bereits schon jezo hier solche Freud und Ruh zu finden, wenn im Glauben wir mit dir, uns, mein Jesu, recht verbinden; schenkst du schon so viel auf Erden, ei, was will im Himmel 6. Ich kann nimmer, nimmermehr das Geringste nur vergelten; er verbindt mich allzusehr. Meine Trägheit muß ich schelten, werden! daß ich ihn so schlecht geliebet 14. Was für Lust und Süßigund wohl gar mit Sünd betrübet. feit, was für Freud und Jubi7. Was geschehen, soll nun nicht lieren, was für Ruhe nach dem hinfort mehr von mir geschehen; Streit, was für Ehre wird uns mein Schluß sei nun fest gericht, zieren! Gwig, ewig werd ich loben, einen andern Weg zu gehen, da- wenn ich ganz in Gott erhoben. 15. Ach, Passions- Lieder. 73 15. Ach, ich freu mich alle herbei und machet all ein KlagStund auf dies freudenvolle Le- geschrei, das ihr erhebt zur ben, danke dir mit Herz und selben Frist, da Gott am Kreuz Mund; du, o Jesu, hasts gegeben. verschieden ist. Nur im Glauben laß michs halten, und dein Kraft in mir stets walten. Joh. Casp. Schade. 3. Des Tempels Vorhang trennet sich; das Erdreich bebet furchtsamlich, die Berge springen himmelan, daß man den Abgrund schauen kann. Mel. Wer nur den lieben Gott. 122. Mein Jesus stirbt, 4. Die Wolken schreien Weh was soll ich leben? und Ach; die Felsen geben groMein Haupt erblaßt, wo bleibt Ben Krach; den Toten öffnet sich sein Glied? Ach, sollt ich ihm den Geist nicht geben, da jest sein Geist von dannen zieht? Ach ja, ich sterbe nun mit dir; mein Jesu, lebe du in mir! die Thür, und sie gehn aus dem Grab herfür. 2. Mein Jesus stirbt! Die Augen brechen! Ach nimm den letzten 5. So muß der Herr der Herrlichkeit beläutet werden dieser Zeit, da man denselben in der Still hinab zur Ruhstatt bringen will. Blick von mir! Sein Mund ver- 6. Die Weiber stehen zwar von schmacht, was soll ich sprechen? Mein letztes Wort ist Jesus hier. Ach Jesu, Jesu, laß mich nicht, wenn mir der Tod das Herze fern und wollten sehn den Ausgang gern, doch wissen sie nicht, wie man wohl den Leib zu Grabe tragen soll. bricht! 7. 3ulegt begiebt sich in Gefahr Josephus, der ein Ratsherr war, der Christus liebt und wollte nicht, daß man ihn brächte vor Gericht. 3. Mein Jesus neigt sein Haupt zur Erde; Welt, gute Nacht! Ich scheide mit. Soll Jesus eine Leiche werden, was schen ich denn den letzten Tritt? Ich füsse seinen blassen Mund; er stirbt, so sterb ich auch jebund. 4. Mein Jesus wird ins Grab versenket; o legt ihn in mein Herze hin! Und daß es immer 9. Bald kommt der Nicodemus dran gedenket, daß ich mit ihm auch, zu salben ihn nach altem gestorben bin, so sebt mir diese Brauch; er bringt der besten Grabschrift bei, daß Jesu Tod Specerei samt saubern Tüchern auch mein Tod sei. Benj. Schmold. mancherlei. 8. Getrost ist ihm sein Herz und Sinn; drum geht er zu Pilato hin, begehrt den Leichnam Jesu Christ, der ihm auch nicht verweigert ist. Mel. Nun lasset uns den Leib. 10. Da Jesus mun ist balsamiert 123. Nun giebt mein Jesus und fein auf Totenart geziert, hinab gute Nacht; nun ist da senket man ihn sanft fein Leiden ganz vollbracht; nun und legt ihn in des Josephs Grab. hat er seiner Seele Pfand gelie- 11. Nun, Gottes Sohn, der uns fert in des Vaters Hand. erweckt, wird selbst mit einem Stein bedeckt. O Mensch, merk auf 2. Kommt, ihr Geschöpfe, kommt Passions- Lieder. 74 auf zu jeder Frist, daß dir ein Grab bereitet ist. 12. Was troket doch der arme Staub? Der Würger macht ihn bald zum Raub. Ach, prange nicht, du trüber Kot, denn heut ein König, morgen tot. 13. Es wird vielleicht nicht balJoh. Rift. Mel. Ich hab mein Sach Gott. famiert dein Leichnam, noch so 124. Nun ist es alles wohlschön geziert; es ist genug, wenn man ihn trägt und ehrlich in die Grube legt. gemacht, weil Jesus ruft: Es ist vollbracht! Er neigt sein Haupt, o Mensch, und stirbt, der dir erwirbt das Leben, das niemals verdirbt. 14. Doch freue dich, o frommes Herz, daß dich der Sünden bite trer Schmerz hinfort nicht mehr betrüben kann, den selbst begrub der Schmerzensmann. stus, der im Grab erwacht, hat heilig auch mein Grab gemacht. 21. Bald kommt die liebe Zeit herbei, wenn uns der Engel Feldgeschrei macht munter, daß wir Jesum sehn und zu des Lammes Hochzeit gehn. 2. Erschrecklich, daß der Herr erbleicht der Herrlichkeit, dem niemand gleicht, der Lebensfürst. Die Erde kracht, und es wird 15. Nun, er that deine Bosheit ab und nahm sie gänzlich mit Nacht, weil Gottes Sohn wird ins Grab; und als er ward vom Tod befreit, da bracht er mit Gerechtigkeit. 16. Sterb ich nun gleich, was ists denn mehr? Steh ich doch auf mit Pracht und Ehr; im Grabe bleibt der Sündenschlamm, den ich aus dieser Welt mitnahm. 17. Mein Heiland hat in jener Nacht den Sabbath mir zuwege bracht, der hilft mir bald zur süßen Ruh, indem ich thu mein Augen zu. 5. Du bist die Schuld, nimm dies in acht, daß Jesus ist ans 18. Hier leb ich aller Unruh Kreuz gebracht, ja, gar zum Tod voll, und wenn mans dennoch und in das Grab, weil loben soll, so heißt es gleichwohl, daß hierbei nur Müh und Angst gewesen sei. er aufgab den Geist und mit Geschrei ichied ab. 6. Drum folge Jesu nach ins Grab, und stirb dem Greul der Sünden ab; gehst du nicht mit ihm in den Tod vom Sündenfot, so mußt du fühlen Höllennot. 7. Ach, Vater, ach, dein einger Sohn erbleicht am Kreuz mit Schmach und Hohn! Nun, dies geschieht für meine Schuld! Drum 19. Sobald ich aber aus der Luft gebracht bin in die dunkle Gruft, so wohn ich sicher, still, behend, und all mein Unglück hat ein End. umgebracht. 3. Die Sonn verlieret ihren Schein, des Tempels Vorhang reißet ein, der Heiligen Gräber öffnen sich ganz wunderlich; sie stehen auf gar sichtbarlich! 4. Weil denn die Kreatur fich regt, so werd, o Mensch, hierdurch bewegt; zerreißt ein Fels, und du wirst nicht durch dies Gericht bewogen, daß dein Herze bricht? 20. Heißt das nicht wohl ein großer Ruhm? mein Grab wird mir zum Heiligtum; denn Chri Passions- Lieder. 75 Drum hab Geduld, und zeig in Sehnen unaufhörlich fest geliebt, Jesu Gnad und Huld! Liebe, die mit allem Willen Got 8. Ich will mit ihm zu Grabe tes Zorn und Eifer trägt, den, gehn, und wo die Unschuld blei- so niemand konnte stillen, hat bet, sehn; ja, ich will ganz be- dein Sterben hingelegt. graben sein im Tod allein mit ihm, und selig schlafen ein. 3. Liebe, die mit starkem Herzen alle Schmach und Hohn ge= 9. Ertöt, o Jesu, selbst in mir hört, Liebe, die mit Angst und der Schlangen Brut, das böse Schmerzen nicht der strengste Tier, den alten Menschen, daß Tod versehrt, Liebe, die sich lieich sterb und mich erheb gen bend zeiget, als sich Kraft und Himmel und dir, Jesu, leb. Atem endt, Liebe, die sich lie10. Sollt ich den Sündenun- bend neiget, als sich Leib und flat noch mehr hegen? Nein, Seele trennt; dies schwere Joch sei abgelegt, es hat mir lang gemachet bang; nun weiß ich, daß ich Gnad empfang. 4. Liebe, die mit ihren Armen mich zuletzt umfangen wollt, Liebe, die aus Liebserbarmen mich zulegt in höchster Huld ihrem 11. Ich will heut abgestorben Vater überlassen, die ſelbst starb fein der Sünd und leben dir und für mich bat, daß mich nicht allein; es hat dein Tod das Le- der Zorn sollt fassen, weil mich ben mir gebracht herfür und auf ihr Verdienst vertrat; gethan die Himmelsthür. 5. Liebe, die mit so viel Wun12. O Jefu Chrifte, stärke den gegen mich, als seine Braut, mich in meinem Vorsatz kräftig- unaufhörlich mich verbunden und lich; laß mich den Kampf so seßen fort nach deinem Wort, daß ich die Kron erlange dort. auf ewig anvertraut; Liebe, laß auch meine Schmerzen, meines Lebens Jammerpein, in dem blutverwundten Herzen sanft in dir gestillet sein! 13. So will ich dich, Herr Jesu Christ, daß du für mich gestorben bist, von Herzen preisen in 6. Liebe, die für mich geftorder Zeit und nach dem Streit ben und ein immerwährend Gut in Freud und Wonn in Ewigkeit. Laur. Laurenti. an dem Kreuzesholz erworben, ach, wie dent ich an dein Blut! Ach, wie dank ich deinen Wuns In eigener Melodie. 125. du Liebe meiner den, du verwundte Liebe du, Liebe, du erwünschte wenn ich in den letzten Stunden Seligkeit, die du dich aus höch- sanft in deiner Seite ruh! stem Triebe in das jammervolle 7. Liebe, die sich tot getränket Leid deines Leidens, mir zu gute, und für mein erfaltet Herz in als ein Schlachtschaf eingestellt ein faltes Grab gefenfet; ach, wie und bezahlt mit deinem Blute dank ich deinem Schmerz! Habe alle Missethat der Welt: Dank, daß du gestorben; daß ich 2. Liebe, die mit Schweiß und ewig leben kann und der Seelen Thränen an dem Ölberg sich be- Seif erworben. trübt, Liebe, die mit Blut und ewig liebend an! Nimm mich Elis. v. Seniß. 126. 76 Passions- Lieder. Mel. Herzlich thut mich verlangen. wenn ich in deinem Leiden, mein 126. Saupt, voll Blut Heil, mich finden soll. Ach, möcht und Wunden, voll ich, o mein Leben, an deinen Schmerz und voller Hohn! O Kreuze hier, mein Leben von mir Haupt, zum Spott gebunden, mit geben, wie wohl geschähe mir! einer Dornenkron! O Haupt, 8. Ich danke dir von Herzen, o sonst schön gezieret mit höchster Jesu, liebster Freund, für deines Ehr und Zier, jetzt aber höchst Todes Schmerzen, da dus so gut schimpfieret, gegrüßet seist du mir! gemeint. Ach gieb, daß ich mich 2. Du edles Angesichte, davor halte zu dir und deiner Treu, sonst schrickt und scheut das große und wenn ich nun erkalte, in dir Weltgewichte, wie bist du so be- mein Ende sei. speit! Wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht nicht gleichet, so schändlich zugericht? 9. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir, wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür. Wenn mir am al3. Die Farbe deiner Wangen, lerbängsten wird um das Herze der roten Lippen Pracht ist hin sein, so reiß mich aus den Ängsten und ganz vergangen; des blassen fraft deiner Angst und Bein. Todes Macht hat alles hinge- 10. Erscheine mir zum Schilde, nommen, hat alles hingerafft, zum Trost in meinem Tod, und und daher bist du kommen von laß mich sehn dein Bilde in deiner deines Leibes Kraft. Kreuzesnot. Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. es selbst verschuldet, was du ge- Wer so stirbt, der stirbt wohl. tragen hast. Schau her, hier Paul Gerhardt. 4. Nun, was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last; ich hab steh ich Armer, der Zorn verdie- Mel. Herzlicbster Jesu, was hast. 127. Lamm, das keine Sünde je beflecket, net hat; gieb mir, o mein Er barmer, den Anblick deiner Gnad! 5. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an! Bon dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts gethan; dein Mund hat mich gelabet mit Milch und füßer Koft, dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmelslust. das Adams Gift, wie uns, nicht angestecket, das schön und reiner, als die Seraphinen, die dich bedienen! 2. Du bist das Heilge, aus dem Geist empfangen, das man im Schmuck der Unschuld sahe prangen, der Allerschönste unter Menschenkindern, nicht aus den Sündern. 6. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht! Von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht; wenn dein 3. Wie gehts denn zu, wie soll Haupt wird erblassen im letzten ich mich drein finden, daß es dir Todesstoß, alsdann will ich dich geht, als ob du alle Sünden verfassen in meinen Arm und Schoß. übt, und nichts so schnöd, als du, 7. Es dient zu meinen Freuden auf Erden könnt funden werden? und kommt mir herzlich wohl, 4. Nicht nur der Abgrund, sondern Passions- Lieder. dern auch der Himmel stürmt auf dich zu, man siehet ein Getümmel der Scharen, die mit hundert tausend Freuden dir machen Leiden. 77 duldet und, was über mich sollt kommen, auf dich genommen. 13. Fürwahr, du trugest meine Not und Schmerzen, die Strafe lag auf dir und deinem Herzen. Daß du mir konntest Gnad und Fried erteilen, wirst du voll Beulen. 14. Sch nehme an, mein Heil, was du erworben, und glaube, daß du bist darum gestorben, daß mir, der von der Schuld nunentladen, kein Tod soll 5. Da liegest du in Angst, im Schweiß und Blute, wer fanns begreifen, wie dir sei zu Mute? Man siehet dich vor Gottes Zorngewittern und Grimm erzittern. 6. Man fällt dich an, man führet dich gefangen, man höhnt, mehr man schlägt, bespeiet deine Wan- schaden. gen; man frönt und geißelt dich, macht deinem Herzen viel Qual und Schmerzen. 15. Ach, stärke nur durch deine Kraft den Glauben, daß er sich diesen Schaß nicht lasse rauben, der nicht vermag mit allem Gut der Erden bezahlt zu werden. 16. Laß deines Leidens Frucht mich recht genießen; laß diesen Quell auf mein Gewissen fließen; er müsse sein, zu steter Lust und Freude, des Geistes Weide. 17. Die Sünde, der an dir ihr Recht geschehen, die müſſe nun müsse an mir, ihr forthin zu diemit es nen, sich nichts erfühnen. 9. Das macht, daß sie sich hat für uns verbürget; drum hat man fie für mich und dich erwürget; Gott mußte so, sollt er der Schuld ner schonen, den Bürgen lohnen. Lamm, soll sein mein Leben zum 18. Nur dir, nur dir, mein Eigentum hinwiederum ergeben, wozu du mich durch deinen Tod und Wunden so hoch verbunden! 10. Die Sünde konnt nicht 19. Nichts kann und soll hinbleiben ungerochen; des Todes fort von dir mich scheiden; ich Urteil war ihr längst gesprochen; bleibe dein, bis du mich dort dies mußt einmal auf der ver- wirst weiden, wo deine Liebe mit fluchten Erden vollzogen werden. verklärten Zungen stets wird bes 11. Was Sünde sei und was sie fungen. längst verdienet, hat Gott, eh ihm 3. A. Freilingshausen. 7. Ja, was noch mehr, du wirst zum Fluch gemachet, ans Holz geschlagen und dabei verlachet, von Gott verlassen, und mußt endlich schmecken den Tod mit Schrecken. 8. Sag an, o Mensch, sind das nicht lauter Plagen, womit man follt den größten Sünder schlagen? Warum muß denn die Unschuld selbst ohn Maßen sich strafen lassen? In eigener Melodie. der Sünder würd verfühnet, zum 128. Zeugnis seines Ernstes wollen Lamm Gottes! uns schuldig am Stamm zeigen und nicht mehr schweigen. des Kreuzes geschlachtet, allzeit 12. Hab Dant, o Lamm, für gefunden geduldig, wiewohl du deine Wunderliebe, darin du warest verachtet; all Sünd hast dieser Zornart strenge Hiebe er- du getragen, sonst müßten wir ver= 78 Passions- Lieder. berzagen. Erbarm dich unser, beklagen? Gott des Vaters einig o Jesu, o Jeſu! Kind wird ins Grab getragen. 2. O große Not! Gott selbſt liegt tot; am Kreuz ist er gestorben; hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb erworben. 3. O Menschenkind, nur deine Sünd hat dieses angerichtet, da du durch die Missethat wareſt ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, das Gotteures Blut, o rote teslamm, liegt hier mit Blut Flut! Wie quillst du beflossen, welches er ganz mildiglich hat für dich vergossen. aus den Wunden, die mit unerhörter Angst Jesus hat empfunden! 5. O süßer Mund, o Glau2. Ach teurer Fluß! Ach, Fluß, bensgrund, wie bist du so zerich muß mit dir die Seele laben, schlagen! Alles, was auf Erden fonsten fann sie in der Welt lebt, muß dich ja beklagen. keinen Labsal haben. 3. Fließ auf sie zu und schaff 6. O lieblichs Bild, schön, zart und mild, du Söhnlein der Jungihr Ruh, wenn sie die Sünde frauen, niemand kann dein heißes naget, wenn sie fühlet Höllen- Blut ohne Reu anschauen. angst und nach Troste fraget! 7. O selig ist zu jeder Frist, 4. O Gottes Sohn, mein Gna- der dieses recht bedenket, wie der denthron, du stirbst, auf daß ich Herr der Herrlichkeit wird ins lebe und an dir, o Weinstock, sei Grab gesenket. eine grüne Rebe. 8. Jesu, du mein Hilf und 5. Ich Sündenknecht bin nun Ruh, ich bitte dich mit Thränen: gerecht, mein Fluch wird mir Hilf, daß ich mich bis ins Grab zum Segen; denn ich bin des nach dir möge sehnen. Joh. Rist. Höchsten Kind meines Jesu wegen. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 6. Ich danke dir, o Himmels- 131. überschweres Leiden, zier, daß du für mich gelitten, daß du sterbend meinen Tod ritterlich bestritten. 2. Lamm Gottes! unschuldig 2c. Erbarm dich unser, o Jesu, o Jesu! 3. Lamm Gottes! unschuldig 2c. Gieb uns deinen Frieden, o Jesu, o Jesu! Nic. Decius: Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. 129. o Tod, o hartes Seelenscheiden, o Herzensangst und Not! Wie kann ich gnug betrachten die übergroße Last, so meine Sünden machten dir, Jesu, ohne Nast. 8. Dann leb ich wohl, gleich wie 2. Was hat dich doch beweget, o ewigs Baterwort, daß du haft ich soll, und sterb in deinem Na- angeleget mein Fleisch und bist men. Komm, du teures A und O, mich zu holen! Amen. Sim. Dach. In eigener Melodie. der Hort der armen Menschen worden? Die trene Liebesmacht hat dich in diesen Orden und 130. Traurigkeit, o Herze- schwere Pein gebracht. leid! Ist das nicht zu! 3. Denn als ich ganz verloren durch 7. Pelitan, o reiner Schwan, laß solches mich bedenken, bis man endlich meinen Leib wird ins Grab versenken. Passions- Lieder. 79 durch meine Sündenthat der unsre Kinder, von Übelthaten weißt du nicht. Hölle war erforen, kamst du und schafftest Rat: Du ließest dich 4. Ich, ich und meine Sünden, erwürgen, ohn Schuld ver- die sich wie Körnlein finden des scharren ein. O des getreuen Sandes an dem Meer, die haben Bürgen, so mich führt Him- dir erreget das Elend, das dich schläget, und das betrübte Marterheer. mel ein! 4. Ich bin fast ohne Sinnen, wenn ich ersinnen will das schreckliche Beginnen der Feinde ohne Ziel; doch ists ihn'n nicht gelungen, sie sind gänzlich erlegt; weil Jesus durchgedrungen, ihr Wüten sich nicht regt. 6. Du nimmst auf deinen Rüf5. Wie soll ich dir verdanken, ten die Lasten, die mich drücken o Jesu, wahrer Gott, daß du viel schwerer als ein Stein; du mich Schwach und Kranken er- wirst ein Fluch, dagegen verehrst rettet aus der Not? Ach, hier du mir den Segen; dein Schmerbin ich zugegen mit meiner Opfergab, damit will ich hinlegen Seel, Leib und was ich hab. zen muß mein Labsal sein. 7. Du sebest dich zum Bürgen, ja läsfest dich gar würgen für mich und meine Schuld; mir läsfest du dich frönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 8. Du springst ins Todes Nachen, mich frei und los zu machen von solchem Ungeheur; mein Sterben nimmst du abe, vergräbst es in dem Grabe: unerhörtes Liebesfeur! des Kreuzes schweben, dein Heil 9. Ich bin, mein Heil, verbun= finkt in den Tod; der große den all Augenblick und Stunden Fürst der Ehren läßt willig sich dir überhoch und sehr. Was beschweren mit Schlägen, Hohn Leib und Seel vermögen, das und großem Spott. soll ich billig legen allzeit an 2. Tritt her, und schau mit deinen Dienst und Ehr. Fleiße, sein Leib ist ganz mit 10. Nun, ich kann nicht viel Schweiße des Blutes überfüllt; geben in diesem armen Leben; aus seinem edlen Herzen, vor eins aber will ich thun: es soll unerschöpften Schmerzen, ein dein Tod und Leiden, bis Leib Seufzer nach dem andern quillt. und Seele scheiden, mir stets in 3. Wer hat dich so geschlagen, meinem Herzen ruhn. mein Heil, und dich mit Plagen 11. Ich wills vor Augen sehen, so übel zugericht? Du bist ja mich stets daran ergößen, ich sei nicht ein Sünder, wie wir und auch, wo ich sei; es soll mir sein ein 6. Nimm sie doch auf in Gnaden, weil du sie hast erlöst; wend ab der Sünden Schaden, laß mich nicht ungetröst. Wenn in dem letzten Scheiden das Leben gehet ab, führ, Jesu, ein zur Freuden die Seele, die ich hab. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 132. Welt, sich hier dein Leben am Stamin 5. Ich bins, ich sollte büßen aut Händen und an Füßen gebunden in der Höll; die Geißeln und die Banden, und was du ausgestanden, das hat verdienet meine Seel. 80 Passions- Lieder. ein Spiegel der Unschuld, und zu stark. Daß wir würdn erein Siegel der Lieb und un- löset, so konnts nicht anders verfälschten Treu. sein, denn Gottes Sohn mußt 12. Wie heftig unsre Sünden leiden des Todes bittre Pein. den frommen Gott entzünden, Kyrie Eleison! Christe 2c. wie Nach und Eifer gehn, wie 3. So nicht wär gekommen grausam seine Ruten, wie zor- Christus in die Welt, und an sich nig seine Fluten, will ich aus genommen unsre arm Gestalt, deinen Leiden sehn. und für unsre Sünde gestorben williglich, so hättn wir müssen bleiben verdammet ewiglich. Kyrie Eleison! Christe 2c. 13. Ich will daraus studieren, wie ich mein Herz soll zieren mit stillem fanften Mut, und wie ich die soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. 4. Solche große Gnade und väterliche Gunst hat uns Gott erzeiget lauter gar umsonst, in 14. Wenn böse Zungen stechen, Christo, seinem Sohne, der sich mir Glimpf und Namen brechen, gegeben hat in den Tod des so will ich zähmen mich; das Un- Streuzes zu unsrer Seligkeit. recht will ich dulden, dem Näch- Kyrie Eleison! Christe 2c. sten seine Schulden verzeihen gern und williglich. 5. Des sollen wir uns trösten gegen Sünd und Tod, und ja 15. Ich will mich mit dir schla- nicht verzagen vor der Höllengen ans Kreuz, und dem absagen, glut; denn wir sind errettet aus was meinem Geist gelüft. Was all Fährlichkeit durch Christum deine Augen hassen, das will unsern Herren, gelobt in Ewigich fliehn und lassen, so viel mir teit. Kyrie Eleison! Christe immer möglich ist. Eleison! Kyrie Eleison! 16. Dein Seufzen und dein 6. Darum wolln wir loben Stöhnen, und die viel tausend und danken allezeit dem Vater Thränen, die dir geflossen zu, und dem Sohne und dem heilidie sollen mich am Ende in gen Geist, und bitten, daß sie woldeinen Schoß und Hände be- len behüten uns vor Gefahr, und gleiten zu der ewgen Ruh. daß wir stetig bleiben bei seinem heilgen Wort. Kyrie Eleison! Christe Eleison! Kyrie Eleison. M. Herm. Bonnus. Paul Gerhardt. In eigener Melodie. 133. wir armen Sünder! Unsre Missethat, daMel. Jesus, meine Zuversicht. rin wir empfangen und geboren 134. Seele, geh auf Golgafind, hat gebracht uns alle in so tha! Seß dich unter große Not, daß wir unterworfen Jesu Kreuze und bedenke, was sind dem ewgen Tod. Kyrie dich da für ein Trieb zur Buße Eleison! Christe Eleison! Kyrie reize. Willst du unempfindlich Eleison! sein, o, so bist du mehr als Stein. 2. Aus dem Tod wir konnten 2. Schaue doch das Jammerdurch unser eigen Werk nimmer bild zwischen Erd und Himmel werdn errettet; die Sünde war hangen, wie das Blut mit Strömen Passions- Lieder. 81 men quillt, daß ihm alle Kraft Mel. Zion tlagt mit Angst und. vergangen! Ach, der übergroßen 135. Not, es ist gar mein Jesus tot! ei mir tausendmal gegrüßet, der mich je 3. D, Lamm Gottes, ohne und je geliebt, Jesu, der du selbst Schuld! Alles das hatt ich ver- gebüßet das, womit ich dich beschuldet, und du hast aus großer trübt. Ach, wie ist mir doch so Huld Pein und Tod für mich er- wohl, wenn ich fnien und liegen duldet. Daß ich nicht verloren soll an dem Streuze, da du stirbin, giebst du dich ans Kreuze hin. best und um meine Seele wirbeſt. 4. Unbeflecktes Gotteslamm, ich, 2. Ich umfange, herz und küsse verehre deine Liebe. Schaue von der gefränkten Wunden Zahl, des Kreuzes Stamm, wie ich und die purpurroten Flüsse deimich um dich betrübe; dein im ner Füß- und Nägelmal. O, Blute wallend Herz feget mich wer kann doch, schönster Fürst, in tausend Schmerz. den so hoch nach uns gedürft, deinen Durst und Liebsverlangen völlig fassen und umfangen? 5. Ich kann nimmer nimmermehr diese Plagen dir vergelten; du verbindest mich zu sehr; schenkt ich dir gleich tausend Welten; ach, das wäre nicht genug nur für deinen Gallentrunk. 6. Nun, ich weiß noch was für dich: Ich will dir mein Herze geben; dieses soll beständiglich unter deinem Kreuze leben. Wie du mein, so will ich dein, lebend, leidend, sterbend sein. 3. Heile mich, o Heil der Seelen, wo ich frank und traurig bin; nimm die Schmerzen, die mich quälen, und den ganzen Schaden hin, den mir Adams Fall gebracht und ich selber mir gemacht. Wird, o Arzt, dein Blut mich nezen, wird sich all mein Jammer seßen. 4. Schreibe deine blutgen Wun7. Laß dein Herz mir offen stehn, ein, daß sie mögen alle Stunden den mir, Herr, in das Herz hinöffne da öffne deiner Wunden Thüre; da bei mir unvergessen sein. Du hinein will ich stets gehn, wenn ich Kreuz und Not verspüre, wie ein Hirsch nach Wasser dürst, bis du mich erquicken wirst. bist doch mein schönstes Gut, da mein ganzes Herze ruht. Laß mich hier zu deinen Füßen deiner Lieb und Gunst genießen. 8. Kreuzige mein Fleisch und 5. Diese Füße will ich halten Blut, lehre mich die Welt ver- auf das best ich immer fann. schmähen; laß mich dich, du höch- Schaue meiner Hände Falten ftes Gut, immer vor den Augen und mich selber freundlich an sehen; führ in allem Kreuze mich von des hohen Kreuzes Baum, wunderlich, nur seliglich. und gieb meiner Bitte Raum, 9. Endlich laß mich meine Not sprich: Laß all dein Trauren auch geduldig überwinden; nir- schwinden, ich, ich tilg all deine gend sonst wird mich der Tod als Sünden. in deinen Wunden finden. Wer sich hier sein Bette macht, spricht zuleßt: Es ist vollbracht! Benj. Schmold. Paul Gerhardt. Mel Gott, du frommer Gott. 136. Sieh an, o Mensch, wie Gott und Mensch ans 6 82 Passions- Lieder. ans Kreuz geschlagen, durch dessen falten; das verblendte, taube Macht sonst wird die ganze Welt Heer wird ihn sehn und hören, getragen. Der aller Menschen und mit Lust zu seiner Ehr ihren Schar den Brunn des Lebens Glauben mehren. schenkt, ist durſstig, wird für dich mit Galle selbst getränkt. 4. Aber da, wo Gottes Licht reichlich wird gespüret, hält man 2. Der alle Kreatur auf seinem sich mit nichten nicht, wie es sich Boden heget, hat nicht, da er gebühret; denn wer glaubt im vor Angst sein heilig Haupt hin- Jüdenland unsrer Predigt Worleget; der allein heilig ist, der ten? Wem wird Gottes Arm alles geben kann, wird bloß, ja bekannt in Israels Orten? als ein Fluch ans Kreuz genagelt an. 5. Niemand will fast seinen Preis ihm hier lassen werden, 3. Der Kron und Zepter giebt, denn er schießt auf, wie ein trägt eine Dornenkrone, wird Reis aus der dürren Erden, unter Mördern aufgehängt mit frank, verdorret, ungestalt, volSchand und Hohne; das Labsal ler Blut und Schmerzen; daher leidet Not, weil ihm selbst Trost scheut ihn jung und alt mit ents gebricht, der Lebensfürst erblaßt, wandten Herzen. im Tod kein Wort mehr spricht. 6. Ei, was hat er denn gethan, 4. Darum bedenk, o Mensch, was sind seine Schulden, daß er wie unaussprechlich Leiden em- da vor jedermann solche Schmach pfindet Gottes Sohn, und lern muß dulden? Hat er etwa Gott die Sünde meiden; merk und betrübt bei gesunden Tagen, daß glaub festiglich, daß Christus dir er ihm nun jezzo giebt seinen zu gut vergossen mildiglich sein Lohn mit Plagen? wertes, teures Blut. D. 3. Olearius. Mel. Christas, der uns selig macht. 137. Siehe, mein geliebter Knecht, der wird 7. Nein, fürwahr, wahrhaftig nein! Er ist ohne Sünden! Sondern was die Welt für Pein billig sollt empfinden, was für weislich handeln, ohne Tadel, Krankheit, Angst und Weh uns schlecht und recht auf der Erde von Recht gebühret, das ists, wandeln; sein getreuer, frommer was ihn in die Höh an das Sinn wird in Einfalt gehen, Kreuz geführet. aber dennoch wird man ihn an das Kreuz erhöhen. 8. Daß ihn Gott so heftig schlägt, thut er unfertwillen; 2. Hoch am Kreuze wird mein daß er solche Bürden trägt, das Sohn große Marter leiden, und mit will er stillen Gottes Zorn viel werden ihn mit Hohn, als und großen Grimm, daß wir ein Scheufal meiden; aber also Friede haben durch sein Leiden, wird sein Blut auf viel Heiden und in ihm Leib und Seele laben. springen, und das ewge wahre 9. Wir sinds, die wir in der Gut in ihr Herze bringen. Irr als die Schafe gingen, und 3. Könge werden ihren Mund noch stets zur Höllenthür als die gegen ihn zuhalten, und aus in- Tollen dringen; aber Gott, der nerm Herzensgrund ihre Hände fromm und treu, nimmt, was wir 83 trogen, nie verleget Gottes Ehr, sein Mund nie gelogen. 16. Ach, er ist für fremde 10. Nun, er thut es herzlich Sünd in den Tod gegeben, auf gern, ach, des treuen Herzen! daß du, o Menschenkind, durch Er nimmt an den Zorn des ihn möchtest leben, daß er pflanzte Herrn mit viel tausend Schmer sein Geschlecht, den gerechten Sazen, und ist allzeit voll Geduld, läßt fein Wörtlein hören wider die, so ohne Schuld ihn so hoch beschweren. Passions- Lieder. wir verdienen, und legts seinem Sohne bei, der muß uns verfühnen. men, der Gott dient und Opfer brächt seinem heilgen Namen. 17. Denn das ist sein höchste Freud und des Vaters Wille, 11. Wie ein Lämmlein sich da- daß den Erdkreis weit und breit hin läßt zur Schlachtbank leiten, sein Erkenntnis fülle, damit der und hat in dem frommen Sinn gerechte Knecht, der vollkommne gar kein Widerstreiten, läßt sich Sühner, gläubig mach und recht handeln, wie man will, fangen, gerecht alle Sündendiener. binden, zähmen, auch dazu in großer Still sich sein Leben nehmen: 18. Große Menge wird ihm Gott zur Verehrung schenken, darum, daß er sich mit Spott für 12. Also läßt auch Göttes uns lassen fränken, da er denen Lamm ohne Widersprechen sich gleich geseßt, die sehr übertreten, die, so verlegt, selbst sein Herz am Kreuzesstamm un- auch für die, so ihn verlegt, ſelbſt fertwegen brechen. Er finkt in bei Gott gebeten. Faul Gerhardt. den Tod hinab, den er selbst doch Mel. Ach, was soll ich Sünder. bindet, weil er sterbend Tod und 138. Treuer Jesu, sei geGrab mächtig überwindet. priesen für dein Lei13. Er wird aus der Angst und den, deine Qual, für die Wohl= that ohne Zahl, die dein Tod uns Qual endlich ausgerissen, tritt hat erwiesen; laß dafür in Kreuz den Feinden allzumal ihren Kopf und Bein uns, o Herr, dir dankmit Füßen. Wer will seines Lebens Läng immermehr umschrän fen? Seiner Tag und Jahre Meng ist nicht auszudenken. bar sein! 2. Liebster Jesu, Trost der Armen, daß wir nicht verloren sein, machet einzig und allein deine Gnad und dein Erbarmen; laß dafür in Kreuz und Bein uns, o Herr, dir dankbar sein! 14. Doch ist er wahrhaftig hier für sein Volk gestorben, und hat völlig mir und dir Heil und Gnad erworben, kommt auch in 3. Starfer Jesu, Troß der Höldas Grab hinein, herrlich einge- len, du vertilgest unsre Not. hüllet, wie die, so mit Reichtum Welt und Satan, Höll und Tod sein in der Welt erfüllet. sind zu schwach, dein Volk zu 15. Er wird als ein böser fällen; laß dafür in Kreuz und Mann vor der Welt geplaget, Bein uns, o Herr, dir dankda er doch noch nie gethan, auch bar sein! noch nie gefaget, was da bös 4. Süßer Jesu, Fürst des Leund unrecht wär; er hat nie be- bens, die, so uns den Tod gedräut, 6* 84 Passions- Lieder. dräut, sind durch deinen Tod zer- Bürde, die den matten Geiſt bestreut, unser Trost ist nicht ver- schwert. Weißt du doch, wie dem gebens; laß dafür in Kreuz und zu Mute, welchen drückt der Pein uns, o Herr, dir danf- Sünden Last, weil du selbst im bar sein! Schweiß und Blute dieses Joch getragen hast. 5. Werter Jesu, unsre Freude, du hast uns ein Haus bereit in 5. O wie hat es dich gedrükder süßen Ewigkeit, nach der fet, Herzenslämmlein, frommes Welt geringem Leide; laß dafür Schaf! Du bist drunter tief ge= in Kreuz und Bein uns, o Herr, dir dankbar sein! 6. Treuter Jesu, sei gepriesen für dein Leiden, deine Qual, für die Wohlthat ohne Zahl, so dein Tod uns hat erwiesen; laß dafür in Kreuz und Bein uns, o Herr, dir dankbar sein! bücket gangen, aller Jammer traf deiner Menschheit zarte Glieder, unsre Schmach hat dich gehöhnt, aber so hast du uns wieder mit dem Vater ausgeföhnt. Mcl. O du Liebe meiner Liebe. 139. Unveränderliches We6. Laß mich diese Freundschaft schmecken, so auf ewig festgestellt; laß dein Blut die Schuld bedeffen, das du hast zum Lösegeld deinem Vater dargegeben durch sen, unbegreiflich der Liebe Wundermacht, und da= höchstes Gut, von dem Vater durch du uns das Leben deiner außerlesen, daß du seines Zornes Gottheit wiederbracht. Glut und erweckten Grimm sollst stillen durch dein Gottesblut, so rot, und erfüllen seinen Willen im Gehorsam bis zum Tod. 7. Laß dein Herz mir offen stehen, öffne deiner Seite Thür, dahinein soll mein Herz gehen, wenn ich keine Kraft mehr spür. 2. Ich verehre deine Liebe, un- Wie ein Hirsch in vollem Sprinbeflecktes Gotteslamm, die durch gen, laß den ausgezehrten Geist ihre Feuertriebe dich gebracht ans Kreuzes Stamm. Ach, daß ich doch könnt durchschauen dein von Lieb durchglühtes Herz und im gläubigen Vertrauen dadurch lindern meinen Schmerz! hin zu deinen Wunden dringen, daraus Blut und Wasser fleußt. 8. Dieser Balsam müsse stärken Geist und Seele, Mark und Bein, laß mich neue Kräfte merfen, dir, o Lämmlein, treu zu sein; 3. Zwar kann ich mich wert zeichne meines Herzens Pfosten, nicht schäßen, daß in meiner daß der Würger mich nicht rühr; Seelenpein ich an dir mich soll laß mich wahre Freiheit fosten, ergößen, ein so armes Würme- die mich zu der Ruhe führ. lein; doch du bist ein Arzt der Schwachen, der betrübten Sünder Freund, pflegst den freundlich anzulachen, der mit Petro kläglich weint. 9. Lamm, du hast dich mir er geben, dir ergeb ich wieder mich und verschreibe mich daneben, dein zu bleiben ewiglich. Du bist nun erhöhet worden, Liebster, zich 4. Drum sich nicht auf meine mich dir bald nach, daß ich in Würde, Lamm, das aller Würde der Engel Orden deine Treu bewert, schau hingegen auf die fingen mag. 3. A. Freilingshausen. 140. Passions- Lieder. 85 Mel. Es ist das Heil uns kommen. denlast am Stamm des heilgen 140. Wenn dein herzliebster Kreuzes auf dich genommen hast. Sohn, o Gott, nicht 2. O Wunder ohne Maßent, wär auf Erden kommen und wenn mans betrachtet recht, es hätt, als ich in Sünden tot, mein hat sich martern lassen der Herr Fleisch nicht angenommen, so für seine Knecht; es hat sich selbst müßt ich armes Würmelein zur der wahre Gott für mich verHölle wandern in die Bein um lornen Menschen gegeben in den meiner Sünde willen. Tod. 2. Jest aber hab ich Ruh und 3. Was kann mir denn nun Nast, darf nimmermehr verza- schaden der Sünden große Zahl? gen, weil er die schwere Sünden- ich bin bei Gott in Gnaden, die last für mich hat selbst getragen. Er hat mit dir versöhnet mich, da er am Kreuz ließ töten sich, auf daß ich selig würde. Schuld ist allzumal bezahlt durch Christi teures Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Hölle Qual und Glut. 3. Drum ist getrost mein Herz 4. Drum sag ich dir von Herund Mut mit findlichem Ver- zen jetzt und mein lebenlang für trauen; auf dies sein rosinfarbnes deine Bein und Schmerzen, o Blut will ich mein Hoffnung Jesu, Lob und Dank, für deine bauen, das er für mich vergossen Not und Angstgeschrei, für dein hat, gewaschen ab die Missethat unschuldig Sterben, für deine und mir das Heil erworben. Lieb und Treu. 4. In seinem Blut erquick ich mich und komm zu dir mit Freuden; ich suche Gnad demütiglich, von dir soll mich nichts scheiden. Was mir erworben hat dein Sohn durch seinen Tod und Marterfron, soll mir fein Teu fel rauben. 5. Herr, laß dein bitter Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die sündliche Begier; daß mir nie komme aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. 5. Nichts hilft mir die Gerech6. Mein Kreuz und meine Plagen, sollts auch sein Schmach und Spott, hilf mir geduldig tigkeit, die vom Geset herrühret. tragen. Gieb, o mein Herr und Wer sich in eignem Werk erfreut, wird jämmerlich verführet. Des Herren Jefu Werk allein, das machts, daß ich kann selig sein, der ichs mit Glauben fasse. Gott, daß ich verläugne dieſe Welt und folge dem Erempel, das du mir vorgeſtellt. Joh. Heermann. 7. Laß mich an andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann ohn Eigennuß und Heuchelschein, und, wie du mir 141. Menn meine Sünd erwiesen, aus reiner Lieb allein. In eigener Melodie. mich fränken, o mein Herr Jesu Christ, so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben bist und alle meine Schul8. Laß endlich deine Wunden mich trösten kräftiglich in meinen legten Stunden, und des versichern mich: Weil ich auf dein Ver 86 Passions- Lieder. Verdienst nur trau, du werdest 6. Dies drückt mich in Hoffart mich annehmen, daß ich dich ewig nieder; in Betrübnis hälts empor; schau. D. Just. Gesenius. giebt in Schwachheit Stärke wieMel. Freu dich sehr, o meine Seele, der; aus Verzweiflung zichts 142. Wenn Bernunft von hervor; hält mich zwischen Lieb Christi Leiden und und Leid in der rechten Mäßigvon dessen Nußen spricht, will sie feit; ja ich find die tiefste Stille, sich von außen weiden mit dem wenn am Kreuze hängt mein Wille. Trost, den sie erdicht; oder, 7. O geheimnisreiche Liebe, die kommt es hoch, so kann sie viel sich im Verborgnen schenkt, öffne Klagens fangen an über Christi die geheimen Triebe, wenn mein Bein und Schmerzen, gleichwohl Sinn ans Kreuz hindenkt. Keine gehts ihr nie von Herzen. Leidenskraft von dir müsse jemals mangeln mir! Außer mir mag alls vergehen, bleibe du in mir nur stehen! G. Arnold. 2. Aber meines Geistes Sehnen zielt auf die Gemeinschaft hin, stets zum Sterben zu gewöhnen den so tief verderbten Sinn. Hier häng ich den Myrtenstrauch nicht nur auf die Brust zum Brauch; in mein Herz will ich 143. Wir danken dir, Herr ihn schließen und ihn nimmer drin vermissen. Mel. Herr Jesu Christ, wahr Mensch, oder: Nun lasset uns den Leib. Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und hast uns durch dein teures Blut wahrn Mensch vor Gott gemacht gerecht und gut. bitten dich, wahrn Mensch und Gott, durch dein heilig fünf Wunden rot, erlös uns von dem ewgen Tod, und tröst uns in der legten Not. 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand, rett uns durch dein allmächtge Hand, daß wir im Kreuz geduldig sein, uns trösten deiner schweren Bein, 3. Dies Geheimnis wird verborgen und als Thorheit ange= 2. Und bitten dich, sehn; aber meine größten Sor- 2. Und gen sollen auf dies Wunder gehn, daß nur Christi Tod in mir, durch Ersterben für und für in dem Leben ausgebieret, im Gericht den Sieg ausführet. 4. Drum such ich den Freund im Grunde meines Herzens, wo er sich aus dem sonst verschlossnen Munde mir einflößt so süßiglich; feine ganze Sterbenstraft, die ein neues Wesen schafft, wie die Nosen in den Lenzen nach dem Tod des Winters glänzen. 5. Wenn ich dann vom Oster- Kreuz ins Leben gehn. Iamme mit recht bittern Salsen 4. Und schöpfen draus die Zuversicht, daß du uns wirst verlassen nicht, sondern ganz treulich bei uns stehn, bis wir durchs M. Christ. Fischer. speis, das die heiße Liebesflamme Mel. Liebster Jesu, wir sind. selbst nur zu bereiten weiß, frag 144. Mohl mir, Jesu, du ich nicht erst, wer es sei, weil ich ihn selbst esse frei, und wenns noch an Kräften fehlet, ist er mir zur Kraft erwählet. bist tot, denn man träget dich zu Grabe; nunmehr hat es keine Not, weil ich einen Heiland habe, der auch bis zum Grab Oster- Lieder. 87 Grab gekommen und sich meiner in der Erde finstern Schoß hast angenommen. du meinen Fluch verstecket; Got2. Dieses Grab ist zwar nicht tes Zorn ist aufgehoben und dein, Joseph hat dirs nur geleh- mit dir zugleich begraben. net; doch es muß geborget sein, wo man fremde Schuld versöhnet. Du hast andern Guts er worben und bist nicht für dich gestorben. 6. Mund und Augen hast du zu, doch sie liegen nur im Schlafe; dieser Tod ist voller Ruh, und auch meiner keine Strafe; denn ich werde mit den Alten in der Erde Sabbat halten. 7. Schlafe wohl, du großer Held! Deine Feinde find bezwungen, dich hat wohl der Tod ge= fällt; aber du haft ihn verschlungen, und das kann mir Hoffnung 4. Nicodemus falbte dich mit geben, daß wir alle werden leben. viel guten Spezereien; aber dieſe 8. Habe nun deswegen Dank, können mich von Verwesung ich will mich darauf verlassen, nicht befreien; nur im Blute und zuleßt, wenn sterbenskrant, deiner Wunden hab ich meine dich in Herz und Seele faffen; Salbung funden. sodann werd ich, auch begraben, 5. Unsre Fehler waren bloß, meinen Jefum bei mir haben. nunmehr sind sie ganz bedecket; C. Neumann. 3. Drum ist auch der Ort so rein, daß noch niemand dage legen; denn aus deiner Kraft allein kommit ja aller Menschen Segen, und die Rettung von den Sünden ist bei andern nicht zu finden. 9. Ofter- Lieder. Mel. Christ lag in Todesbanden.| dein Jesus ist erstanden, der Tod 145. Ach Gott, mich drückt und Höllenmacht zerbricht und ein schwerer Stein, löst die Sündenbanden, er wird wer will ihn von mir nehmen? auch durch seinen Tod dich reißen Dir ist bekannt mein Schmerz aus dem Sündenfot und zu dem und Bein und mein geheimes Geistesleben erheben. Grämen: Jesus lebt und ich bin 4. Er ist darum erstanden heut, tot! Ach Bater, das ist meine daß du mögst auferstehn durch Not, und ich kann ihn vor Sün- seine Kraft zur Seligkeit und den nicht finden! fröhlich mit ihm gehen durch 2. Wer wälzet diesen Stein viel Trübsal, Angst und Qual von mir, der mich so hart be- und durch das finstre Todesschweret? Wann öffnet sich die thal zur Freud und Wonn erGrabesthür? Wann wird mir hoben dort oben. Trost gewähret? Soll ich aus 5. Dein Jesus läßt dich nicht zudem Tode nicht durchbrechen zu rück, weil er ist vorgegangen, er dem Himmelslicht? Wer will wird zerreißen Band und Strick, mich von den Ketten erretten? in welchen du gefangen, und dich 3. Betrübtes Herz, verzage nicht, aus dem Grabe ziehn ohn alle Sor Oster- Lieder. 88 Sorgen und Bemühn und nehmen deine Schmerzen vom Herzen. 6. Des Herren Engel sind bei dir, die dich zu Jesu leiten und auf dem Weg zur Lebensthür mit der Feind liegt und legt abe Flammen für dich streiten. Suchst Gift, Gall und Ungestüm; er du den Gekreuzigten? so geh wirft zu Christi Fuß sein Hölhin mit den Heiligen, wo Jesus lenreich und muß selbst in des ist von Banden erstanden. Siegers Band ergeben Fuß und Hand. 7. Er ist nicht in dem Sündenund da sein Fähnlein als ein Held, der Feld und Mut behält. 3. Der Held steht auf dem Grabe und sieht sich munter um, grab, nein! Wer mit ihm erstan- 4. Das ist mir anzuschauen ein den, und folget seinem Hirten- rechtes Freudenspiel, nun soll stab, bei dem ist er vorhanden. mir nicht mehr grauen vor allem, Darum prüf, o Mensch, dein was mir will entnehmen meinen Herz; thu Buß in wahrer Reu Mut zusamt dem edlen Gut, und Schmerz, so ist der Stein so mir durch Jesum Christ auß gehoben von oben. Lieb erworben ist. 8. Flieh aus dem Grab ins Himmelszelt, da ist dein Heil zu finden; geh aus im Glauben aus der Welt, verlasse, was dahinten; so wird Jesus sich in Eil dir zeigen als das beste Teil, und wirst ihn nach Verlangen umfangen. 9. O Jesu, laß mich auferstehn im Geist und mit dir leben, bis du mich selig wirst erhöhn und mir die Krone geben, die mir ist nach dieser Zeit bereit im Reich der Herrlichkeit. Herr, hör und laß mein Flehen geschehen! Laur. Laurentii. 5. Die Höll und ihre Rotten, die frümmen mir kein Haar; der Sünden kann ich spotten, bleib allzeit ohn Gefahr; der Tod mit seiner Macht wird schlecht bei mir geacht, er bleibt ein totes Bild, und wär er noch so wild. 6. Die Welt ist mir ein Lachen mit ihrem großen Zorn; sie zürnt und kann nichts machen, all Arbeit ist verlorn; die Trübsal trübt mir nicht mein Herz und Angesicht; das Unglück ist mein Glück, die Nacht mein Sonnenblick. In eigener Melodie. 146. Auf, auf, mein Herz, 7. Ich hang und bleib auch hangen an Christo als ein Glied; wo mein Haupt durch ist ganmit Freuden nimm gen, da nimmt er mich auch mit; wahr, was heut geschicht! Wie er reißet durch den Tod, durch kommt nach großen Leiden mun Welt, durch Sünd und Not; cr ein so großes Licht? Mein Hei- reißet durch die Höll; ich bin stets land war gelegt da, wo man uns sein Gesell. hinträgt, wenn von uns unser Geist gen Himmel ist gere.st. 8. Er dringt zum Saal der Ehren, ich folg ihm immer nach 2. Er war ins Grab gesenket, und darf mich gar nicht fehren der Feind trieb groß Geschrei. an einig Ungemach. Es tobe, was Eh ers vermeint und denket, ist da kann, mein Haupt nimmt sich Christus wieder frei und ruft: mein an; mein Heiland ist mein Victoria! schwingt fröhlich hier Schild, der alles Toben stillt. 9. Er Oster- Lieder. 89 9. Er bringt mich an die Pforte, 4. Es war ein wunderlich die in den Himmel führt, daran mit güldnen Worten der Reim gelesen wird: Wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit gekrönt; wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht. Krieg, da Tod und Leben rangen; das Leben behielt den Sieg, es hat den Tod verschlungen. Die Schrift hat verkündigt das, wie ein Tod den andern fraß; ein Spott aus dem Tod ist wor= den. Halleluja! Paul Gerhardt. 147. C hrist ist erstanden von der Marter alle; des solln wir alle froh sein, Christus will unser Trost sein. Kyrieleis! 2. Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; seit daß er erstanden ist, lobn wir den Herren Jesum Christ. Kyrieleis! 3. Halleluja, Halleluja, Halleluja! des solln wir alle froh sein, Christus will unser Trost sein. Kyrieleis! Dr. M. Luther. 6. So feiern wir das hohe Fest mit Herzens Freud und Wonne, das uns der Herr scheinen läßt; er ist selber die Sonne, der durch seiner Gnade Glanz erleuchtet unsre Herzen ganz, der Sünde Nacht ist vergangen. Halleluja! banden, für unsre 7. Wir essen und leben wohl, zum süßen Brot geladen, der alte Sauerteig nicht soll sein bei dent Wort der Gnaden. Christus selbſt will die Kost sein und speisen unsre Seel allein; der Glaub will teins andern leben. Halleluja! Dr. M. Luther. 148. Christ lag in Todes 5. Hier ist das recht Oſterlamm, davon Gott hat geboStamm in heißer Lieb gegeben; ten; das an des Kreuzes Stamm in heißer Lieb gegeben; des Blut zeichnet unsre Thür, das hält der Glaub dem Tod für; der Würger fann uns nicht rühren. Halleluja! Sünd gegeben; der ist wieder erstanden und hat uns bracht das Leben. Des wir sollen fröhlich sein, Gott loben und dank bar sein und singen: Halleluja! Halleluja! 2. Den Tod niemand zwingen konnt bei allen Menschenkindern; das machet alles unsre Mel. Nun freut euch, lieben Christ'n. Sünd, kein Unschuld war zu fin- 149. Der Hölle Pforten den; davon kam der Tod so bald zerstört, und nahm über uns Gewalt, hielt Tod ist nun verschlungen, des uns in seinm Reich gefangen. Satans Reich ist ganz verheert; Halleluja! Lob sei dir, Gott, gesungen! 3. Jesus Christus, Gottes Der Sünden Macht ist abgethan, Sohn, an unsrer Statt ist fom- durch Christum ist die Himmelsmen und hat die Sünd ab- bahn uns wieder aufgeschlossen. gethan, damit dem Tod genom- 2. Was uns des alten Adams men all sein Recht und sein Ge- Schuld im Paradies verloren, walt; da bleibt nichts denn Tods- das und noch mehr hat Christi gestalt, den Stachel hat er verlo- Huld uns wiederum erforen. ren. Halleluja! Der starke Held aus Davids Stamm 90 Ofter- Lieder. Stamm hat seines Vaters Zornes-| Schar, Herr Christ, die dich zum flamm gelöscht mit seinem Blute. Tode brachten und bei dem Grabe 3. Heut ist er aus dem Grab wachten, nun gar verschwunden ist. herfür mit großer Macht gebro- 3. Man singet in den Landen chen, und stecket auf des Heils aus Herzensfröhlichkeit, daß Panier, wie er zuvor versprochen; Christus sei erstanden, wie er er bringt nach wohlgeführtem selbst prophezeit. Sein Wort erStreit uns Gnade, Segen, Fried füllet ist. Freut euch ihr Menund Freud, ja alle Himmels- schen alle, und singt mit großem schäße. Schalle: Wir danken dir, Herr 4. Drum laffet uns in Fröh- Christ! lichkeit Herz und Gemüt erheben, 4. Du haft uns unverdrossen weil uns ist diese Gnadenzeit durch dein hochteures Blut den Himmel wiedergeben. Wir Himmel aufgeschlossen, erworben haben Christi Reich und Macht, großes Gut; drum halten wir er ist hinweg, der Tag und Nacht aufs best mit Jauchzen und mit vor Gott uns hat verklaget. Freuden nach deinem schweren 5. Der alle Welt verführt in Leiden das fröhlich Osterfest. Not, liegt in dem Staub der 5. Herr, der du überwunden den Erden; der vormals starke See- Tod und höllisch Heer, in letzten lentod hat müssen fraftlos wer- Todesstunden ein sanftes End den; des Lammes Blut hat ihn bescher; führ uns ins Himmels befriegt, sein wahres Zeugnis Thron, weck auf ohn alle Klage obgesiegt und uns zum Heil er- den Leib am jüngsten Tage, o halten. Jesu, Gottes Sohn! G. Werner. 6. Wir werden auch nach dieser Zeit wie Christus, auferstehen, Mcl. O daß ich tausend. und mit ihm in die Herrlichkeit 151. Der Tod iſt tot, das und Himmelsfreud eingehen; lebet, denn wo das Haupt geblieben ist selbst begraben nun; mein Jeist, da müssen auch, wie Paulus sus, der sein Haupt erhebet, will liest, die andern Glieder wohnen. ferner nicht im Kerfer ruhn und m m. Schirmer. stellt mir diese Losung für: Ich Mcl. Von Gott will ich nicht. leb und ihr lebt auch mit mir! 150. Der er Tod hat zwar 2. Nun liegt der Tod zu meiverschlungen den nen Füßen, der Fürst des Lebens Herrn der Herrlichkeit, doch ists stirbt nicht mehr. Er weiß die ihm nicht gelungen in dieser Gräber aufzuschließen, er stürzt Ofterzeit. Heut stellt sich Chri- das finstre Sündenheer. Das stus ein; die gnadenreiche Sonne Siegeslied flingt herrlich hier: bringt Leben, Heil und Wonne. Ich leb und ihr lebt auch mit mir! Wer wollt nicht fröhlich sein? 3. Mein Jesus, Wahrheit, Weg 2. Ein Engel kommt von oben, und Leben, der Leben hat und der von des Grabes Thür den Leben giebt, wie soll ich den schweren Stein gehoben, fein Triumph erheben, der Nach an Siegel ist dafür; der Juden meinen Feinden übt? Sie liegen dort, Ofter- Lieder. 91 dort, du rufest hier: Ich leb| dem Weg, vor Freud das Herz im und ihr lebt auch mit mir! Leib ihn'n brannt; am Brotbre4. Das Haupt belebet feine chen ward er erkannt. Halleluja! Glieder, wer wollte denn gestor- 7. Unser Simson, der starke ben sein? Die Lebenssonne Held, Christus, den starken Löscheint uns wieder und leuchtet wen fällt; der Hölle Pforten bis ins Grab hinein; da lesen er hinträgt, dem Teufel sein wir die Grabschrift hier: Ich Gwalt er legt. Halleluja! leb und ihr lebt auch mit mir! 5. O schwacher Tod, wie kannst du schrecken? Mein Jesus nimmt das Schrecken hin. Wie er sich selber fonnt erwecken, so werden wir erweckt durch ihn. Weil Jesus lebt, so leben wir: Ich Ieb und ihr lebt auch mit mir! Benj. Schmold. 8. Jonas im Wallfisch war dret Tag, so lang Christus im Grab auch lag; denn länger ihn der Tod kein Stund in seinem Rachen behalten fonnt. Halleluja! 9. Sein Raub der Tod mußt geben hin, das Leben siegt und gwann ihn sich; zerstört ist nun all seine Macht, Christ hat das Leben wiederbracht. Halleluja! 10. Heut gehn wir aus Egyptenland, aus Pharaonis Dienſt und Band; das rechte Osterlämmelein effen wir heut im Brot und Wein. Halleluja! 11. Auch essen wir die süßen Brot, die Moses Gottes Volk gebot; fein Sauerteig soll bei uns sein, daß wir von Sünden leben rein. Halleluja! Mel. Wir singen dir, Emanuel. 152. Erschienen ist der herrlich Tag, dran sich niemand gnug freuen mag; Christ, unser Herr, heut triumphiert, all seine Feind gefangen führt. Halleluja! 2. Die alte Schlang, die Sünd und Tod, die Höll, all Jammer, Angst und Not hat überwunden Jesus Christ, der heut vom Tod erstanden ist. Halleluja! 3. Am Sabbat früh mit Spezerei famen zum Grab Marien drei, daß sie salbten Mariens Sohn, der von dem Tod erstanden schon. Halleluja! 4. Wen sucht ihr da? der Engel sprach: Christ ist erstanden, der hier lag; hier seht ihr die Schweißtücherlein, geht hin, sagts bald den Jüngern sein. Halleluja! 14. Drum wir auch billig fröh5. Der Jünger Furcht und lich sein, singen das Halleluja Herzeleid wird bald verfehrt in fein und loben dich, Herr Jesu lauter Freud, sobald sie nur den Christ, zu Trost du uns erstanHerren sahn, verschwand ihr Trau- den bist. Halleluja! Nic. Hermann. ern, Leid und Zagn. Halleluja! In eigener Melodie. 6. Der Herr hielt ein freundlich 153. Gespräch mit zween Jüngern auf 12. Der Würgengel vorübergeht, fein Erstgeburt er bei uns schlägt; des Herzens Schwell hat Christi Blut bestrichen, das hält uns in Hut. Halleluja! 13. Die Sonn, die Erd, all Kreatur, und was betrübet war zuvor, das freut sich heut an diesem Tag, da der Weltfürst darnieder lag. Halleluja! Grstanden ist der heilig Christ, Halleluja! Hal 92 Oster- Lieder. Halleluja! der aller Welt ein 13.( Engel.) Seht an das Tröster ist, Halleluja! Halleluja! Tuch, darin er lag, Halleluja! 2. Und wär er nicht erstanden, Halleluja! gewickelt bis am dritHalleluja! Halleluja! so wär die ten Tag, Halleluja! Halleluja! Welt vergangen, Halleluja! HalleIuja! 3. Und seit daß er erstanden ist, Halleluja! Halleluja! lobn wir den Herren Jesum Christ, Halleluja! Halleluja! 4. G3 gingen drei heilge Frauen, luja! da findt ihr ihn, sagt er, Halleluja! Halleluja! des Mor- zur Hand. Halleluja! Halleluja! gens früh im Tauen, Halleluja! Halleluja! 16.( Maria.) Habt Dank, ihr lieben Engel fein, Halleluja! Halleluja! nun wolln wir alle fröhlich sein, Halleluja! Halleluja! 5. Sie suchtn den Herren Jesum Christ, Halleluja! Halleluja! der von dem Tod erstanden ist. Halleluja! Halleluja! 17.( Engel.) Geht hin, sagt das Sanct Betro an, Halleluja! Halle6. Sie fanden da zween Engel luja! und seinen Jüngern lobeschon, Halleluja! Halleluja! die san, Halleluja! Halleluja! tröstn die Frauen lobesan, Halleluja! Halleluja! 14.( Maria.) Wir sehens wohl zu dieser Frist, Halleluja! Halleluja! weis uns den Herren Sesum Christ, Halleluja! Halleluja! 15.( Engel.) Geht hin ins galiläisch Land, Halleluja! Halle7.( Engel.) Erschrecket nicht und seid all froh, Halleluja! Halleluja! denn den ihr sucht, der ist nicht da, Halleluja! Halleluja! 18.( Maria zum Volk.) Nun singet all zu dieser Frist, Halleluja! Halleluja! erstanden ist der heilge Christ. Halleluja! Halleluja! 19.( Gemeine.) Des solln wir alle fröhlich sein, Halleluja! Halleluja! und Christ soll unser Tröster sein. Halleluja! Halleluja! 8.( Maria.) O Engel, lieber Engel fein, Halleluja! Halleluja! wo find ich doch den Herren mein? Halleluja! Halleluja! Dr. Mart. Luther. Mel. Erschienen ist der herrlich. dem Grab, 9.( Engel.) Er iſt erſtanden aus 154. Feat aus, fegt aus, fegt der heut an dem heilgen Ostertag, alte Sau'rteig muß heraus, ihr Halleluja! Halleluja! müßt sein heilig, fromm und 10.( Maria.) Zeig uns den rein, ein neuer Tag müßt ihr Herren Jesum Christ, Halleluja! nun sein. Halleluja! Halleluja! der von dem Tod erstanden ist, Halleluja! Halleluja! 11.( Engel.) So tret't herzu, und seht die Statt, Halleluja! Halleluja! da man ihn hingeleget hat, Halleluja! Halleluja! 2. Wir haben auch ein Oſterlamm, das für uns hing ans Kreuzes Stamm, das Sündenopfer Jesus Christ, der heut vou Tod erstanden ist. Halleluja! 3. Drum laßt uns unsre Ostern 12.( Maria.) Der Herr ist hin, heut recht feiern mit Gerechtigs er ist nicht da, Halleluja! Halle- teit, der Sauerteig findt teine luja! wenn ich ihn hätt, so wär Statt, wo man recht Osterfreude ich froh, Halleluja! Halleluja! hat. Halleluja! 4. Weg Oster- Lieder. 93 4. Weg Bosheit, Schaltheit, Heiland Christus aufersteht. Hall., Büberei, der Süßteig kann nicht Halleluja! Vertrieben ist der stehn dabei; der Glaub bringt Sünden Nacht, Licht, Heil und Lewahre Lauterfeit, das ist das ben wiederbracht. Hall., Halleluja! rechte Osterfleid. Halleluja! 2. Wenn ich des Nachts oft 5. Ehr sei dem Vater und dem lieg in Not, verschlossen gleich, Sohn, samt heilgem Geist in als wär ich tot, Hall., Halleluja! einem Thron, der heiligen Drei- läßt du mir früh die Gnadensonn einigkeit sei Ehr und Preis in aufgehn, nach Trauren Freud Ewigkeit. Halleluja! D. 3. clearius. und Wonn. Halleluja, Halleluja! Mel. Jesu, meine Freude. 3. Nicht mehr, als nur drei 155. Freut euch, Gottes Kin- Tage lang hat mein Heiland des der! Unser Überwin- Todes Zwang, Hall., Halleluja! der, Jesus, hat gesiegt. Satan ist Den dritten Tag durchs Grab er gefangen, und der Kopf der dringt, mit Ehren seine SiegsSchlangen in dem Staube liegt. fahn schwingt. Hall., Halleluja! Jesus Christ hat ihre List durch 4. Jeht ist der Tag, da mich die sein göttlich Wort gedämpfet und Welt mit Schmach am Kreuz gefür mich gekämpfet. fangen hält, Hall., Halleluja! Drauf folgt der Sabbat in dem Grab, darin ich Ruh und Frieden hab. Halleluja, Halleluja! 2. Was kann mich anfechten, weil mir steht zur rechten ein so großer Gott? Laß sich grimmig rüsten, wider mich ausbrüsten Kummer, Not und Tod! Welt und Geld gar leicht zerfällt, Ehr und Reichtum, Lust der Sünden 5. In kurzem wach ich fröhlich auf, mein Östertag ist schon im Lauf. Hall., Halleluja! Ich wach auf durch des Herren Stimm, wie ein Rauch verschwinden. veracht den Tod mit seinem 3. Satan, laß dein Stürmen! Grimm. Halleluja, Halleluja! Mich wird wohl beschirmen mein 6. Am Kreuz läßt Christus Immanuel. Weg mit deinen Lü- öffentlich vor allem Volke töten gen! Durch ihn will ich siegen sich. Hall., Halleluja! Da er wider dein Gebell. Er wird mir durchs Todes Kerker bricht, läßt wohl für und für, Troß sei allen ers die Menschen sehen nicht. deinen Tücken, großen Schuß zu- Halleluja, Halleluja! schicken. 7. Sein Reich ist nicht von dies 4. Wenn schon meine Glieder ser Welt, kein groß Gepräng ihm sich nun senten nieder zu der lan- hier gefällt. Hall., Halleluja! gen Nacht, da wird Gott gebie- Was schlecht und niedrig geht ten, daß vor allem Wüten seiner herein, soll ihm das allerliebste Engel Wacht mir Geleit zur sein. Halleluja, Halleluja! Ewigkeit und dem rechten Freudenleben sicher möge geben. 8. Hier ist noch nicht ganz fund gemacht, was er aus seinem Grab Gust. v. Mengden. gebracht, Hall., Halleluja! der Mel. Heut triumphieret Gottes 2c. große Schab, die reiche Beut, 156. Frühmorgens, da die drauf sich ein Christ so herzlich Sonn aufgeht, mein freut. Halleluja, Halleluja! 9. Der 94 Oster- Lieder. 9. Der jüngste Tag wird zeigen| weil ich ein Glied seins Leibes an, was er für Thaten hat ge- bin. Halleluja, Halleluja! than, Hall., Halleluja! wie er 17. Durch seiner Auferstehung der Schlangen Kopf zerknickt, die Kraft komm ich zur EngelbrüHöll zerstört, den Tod erdrückt. derschaft. Hall., Halleluja! Durch Halleluja, Halleluja! ihn bin ich mit Gott versöhnt, 10. Da werd ich Christi Herr- die Feindschaft ist ganz abgelichkeit anschauen ewig, voller lehnt. Halleluja, Halleluja! Freud. Hall., Halleluja! Ich 18. Mein Herz darf nicht ent= werde sehn, wie alle Feind zur seßen sich, Gott und die Engel Höllenpein gestürzet sein. Hall., lieben mich. Halleluja, HalleHalleluja! luja! Die Freude, die mir iſt bereit't, vertreibet alle Traurigkeit. Halleluja, Halleluja! 11. Der Herr den Tod zu Boden schlägt, da er selbst tot und sich nicht regt, Hall., Halleluja! 19. Für diesen Trost, o großer Geht aus dem Grab aus eigner Held, Herr Jesu, dankt dir alle Kraft, Tod, Teufel, Höll an ihm Welt. Halleluja, Halleluja! Dort nichts schafft. Hall., Halleluja! wollen wir mit größerm Fleiß 12. Wunder groß, o starter erheben deinen Ruhm und Preis. Held, wo ist ein Feind, den er Halleluja, Halleluja! Jos Heermann. nicht fällt? Hall., Halleluja! In eigener Melodie. Kein Angſtstein liegt so schwer 157. Heut triumphieret Gotauf mir, er wälzt ihn von Herzens Thür. Hall., Halleluja! dem Tod erstanden schon, Hall., 13. Stein Streuz und Trübsal ist Halleluja! Mit großer Pracht so tief, mein Heiland thut drein und Herrlichkeit, des dankn wir einen Griff, Hall., Halleluja! ihm in Ewigkeit. Hall., Halleluja! führt mich heraus mit seiner Hand, wer mich will halten, wird zu Schand. Hall., Halleluja! 14. Und daß der Herr erstan2. Dem Teufel hat er seine Macht zerstört, verheert mit großer Kraft, Hall., Halleluja! wie pflegt zu thun ein starker den sei, das ist von allem Zweifel Held, der seinen Feind gewaltig frei. Hall., Halleluja! Der En- fällt. Halleluja, Halleluja! gel selbst bezeugt es klar, das leere Grab machts offenbar. Halleluja, Halleluja! 3. O süßer Herre Jesu Christ, der du der Sünder Heiland bist, Halleluja, Halleluja! Führ uns 15. Lebt Christus, was bin ich durch dein Barmherzigkeit mit betrübt? Ich weiß, daß er mich Freuden in dein Herrlichkeit. herzlich liebt. Hall., Halleluja! Halleluja, Halleluja! Wenn mir gleich alle Welt stürb ab, gnug, daß ich Christum bei mir hab. Hall., Halleluja! 4. Hier ist doch nichts, denn Angst und Not. Wer glaubet und hält dein Gebot, Halleluja, 16. Er nährt, er schüßt, er Halleluja! der Welt ist er ein tröstet mich; sterb ich, so nimmt Hohn und Spott, muß leiden er mich zu sich. Hall., Halleluja! oft ein schnöden Tod. Wo er jetzt lebt, da muß ich hin, luja, Halleluja! Halle5. Nun Oster- Lieder. 95 5. Nun kann uns kein Feind Stein schon rücken, der auch mein schaden mehr, ob er gleich murrt, ists ohn Gefahr. Hall., Halleluja! Er liegt im Staub, der arge Feind, dagegen wir Gotts Kinder find. Hallel., Halleluja! Grab bedeckt, da werd ich den erblicken, der mich vom Tode weckt. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich, da warten lauter Kronen in deiner Hand auf mich. 6. Dafür wir danken allzugleich und sehnen uns ins Himmelreich, Hallel., Halleluja! Es ist am End; Gott helf uns all, so singen wir mit großem Schall: Halleluja, Halleluja! 6. O meines Lebens Leben, o meines Todes Tod, ich will mich 7. Gott Vater in dem höchsten dir ergeben in meiner letzten Thron samt seinem eingebor- Not. Ich will mein Bette machen nen Sohn, Hallel., Halleluja! in deiner Liebe Gruft; da werd dem heilgen Geist in gleicher Weis in Ewigkeit sei Lob und Preis! Halleluja, Halleluja! ich einst erwachen, wenn deine Stimme ruft. Basilius Förtsch. 7. Du wirst den Ölberg zeigen, wo man gen Himmel fährt. Mel. Herzlich thut mich verlangen. Da will ich fröhlich steigen, bis 158. ch geh zu deinem daß ich eingekehrt in Salems Grabe, du großer Friedenshäuser, da heißts: VicOsterfürst, weil ich die Hoffnung toria! da trägt man Siegesreihabe, daß du mir zeigen wirst, ser. Ach, wär ich nun schon dal wie man kann fröhlich sterben Benj. Schmold. und fröhlich auferstehn, auch mit Mel. Wenn mein Stündlein vorh., den Himmelserben ins Land des oder: Nun freut euch lieben. Lebens gehn. 159. Ich weiß, daß mein Er2. Du liegeft in der Erde und löser lebt, das soll mir haft sie eingeweiht, wenn ich be- niemand nehmen. Er lebt, und graben werde, daß sich mein Herz was ihm widerstrebt, das muß nicht scheut, auch in den Staub sich endlich schämen. Er lebt zu legen, was Asch und Staub fürwahr, der starke Held, sein vermehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. Arm, der alle Feinde fällt, hat auch den Tod bezwungen. 3. Du schläfest in dem Grabe, 2. Des bin ich herzlich hoch erdaß ich auch meine Ruh an die freut und habe gar kein Scheuen sem Orte habe. Du drückst die vor dem, der alles Fleisch zerAugen zu, so soll mir gar nicht streut, gleich wie der Wind die grauen, wenn mein Gesicht ver- Spreuen; nimmt er gleich mich geht; ich werde den wohl schauen, und mein Gebein und scharrt der mir zur Seite steht. 4. Dein Grab war wohl verftegelt, doch brichst du es entzwei. Wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei; du wirst den uns in die Gruft hinein, was tann er damit schaden? 3. Mein Heiland lebt! Ob ich nun werd ins Todes Staub mich strecken, so wird er mich doch aus 96 Oster- Lieder. aus der Erd hernachmals aufer- Tod, so bleibet doch Gott, mein wecken; er wird mich reißen aus Erlöser, leben. Paul Gerhardt. dem Grab und aus dem Lager, da ich hab ein kleines ausgeschlafen. In eigener Melodie. 4. Da werd ich eben diese Haut 160. Jesus Christus, unfer und eben diese Glieder, die jeder überwand, ist auferstanden, die Heiland, der den Tod jebo an mir schaut, auch was Sünd hat er gefangen. Styrie fich hin und wieder von Adern und Gelenken findt und meinen Leib zusammenbindt, ganz rich tig wieder haben. Eleiſon! 2. Der ohne Sünde war geborn, trug für uns Gottes Zorn; hat uns verföhnet, daß uns Gott sein Huld gönnet. Kyrie Eleison! 5. 3war alles, was der Mensche trägt, das Fleisch und seine Knochen, wird, wenn er hin sich sterben legt, zermalmet und zer brochen von Maden, Motten und 3. Tod, Sünd, Teufel, Leben und Gnad, alls in Händen er hat; er fann erretten alle, die zu ihm was mehr gehöret zu der Wär- treten. Kyrie Eleison!. M. Luther. mer Heer, doch solls nicht stets so bleiben. In eigener Melodie. 161. Jesus, meine Zuversicht 6. Es soll doch alles wieder und mein Heiland, ist im stehn in seinem vorgen Wesen; Leben. Dieses weiß ich; sollt ich was niederlag, wird Gott er- nicht darum mich zufrieden geben, höhn; was umfam, wird genesen; was die lange Todesnacht mir was die Verfaulung hat verheert auch für Gedanken macht? und die Verwesung ausgezehrt, wird alles wieder kommen. 2. Jesus, er, mein Heiland, lebt; ich werd auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser schwebt, warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden; meine starke Glaubenshand wird in ihn gelegt befunden, daß Licht ihn sehn und mich erquif- mich auch kein Todesbann ewig ken, mein Auge wird sein Ange- von ihm trennen kann. sicht mit großer Lust erblicken; ich werd ihn mir sehn, mir zur Freud, und werd ihm dienen ohne Zeit, 8. Ich selber werd in seinem 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche werden. Das gesteh ich, doch wird ich selber und kein Fremder. er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög allezeit. 9. Troß sei nun allem, was mir will mein Herze blöde machen; wärs noch so mächtig, groß 5. Dann wird eben diese Haut und viel, kann ich doch fröhlich mich umgeben, wie ich gläube. lachen; man treib und spanne Gott wird werden angeschaut noch so hoch Sarg, Grab und dann von mir in diesem Leibe, und 7. Das hab ich je und je gegläubt und faß ein fest Vertrauen; ich werde den, der ewig bleibt, in meinem Fleische schauen; ja, in dem Fleische, das hier stirbt, in Staub und Asche erst verdirbt, darin werd ich Gott sehen. Oster- Lieder. 97 und in diesem Fleisch werd ich scin Kreuz ist unser Ehr und Jesum sehen ewiglich. Ruhm. Halleluja! Halleluja! 3. Des Himmels Freud er uns erwirbt, wohl dem, der mit ihm lebt und stirbt. Halleluja! Halleluja! Er ist und bleibt uns allezeit die Sonne der Gerechtigfeit. Halleluja! Halleluja! 6. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Heiland, fennen; ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen; nur die Schwachheit um und an wird von mir sein abgethan. 7. Was hier franket, seufzt und 4. Der uns aus diesem Todesfleht, wird dort frisch und herr- thal durchleuchtet in des Himlich gehen. Irdisch werd ich ausgesät, himmlisch werd ich auferstehen. Hier geh ich natürlich ein, nachmals werd ich geistlich sein. Halleluja! Halleluja! v. voidius. Mel. Nun freut euch, lieben Christ'n. mels Saal. Halleluja! Halleluja! Des laßt uns doch stets fröhlich sein und singen Halleluja fein. 8. Seid getroft und hoch erfreut, Jefus trägt euch, meine 163. Ihr Christen, ſeht, daß ihr ausfegt, was sich in euch von Sünden und altem Glieder! Gebt nicht Statt der Sauerteig noch regt, nichts muß Traurigkeit! Sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, wenn die letzt Trompet erklingt, die auch durch sich des mehr finden; daß ihr die Gräber dringt. ein neuer Teig mögt sein, der ungefäuert sei und rein, ein Teig, der Gott gefalle. 2. Habt doch darauf genaue acht, daß ihr euch wohl probieret, wie ihrs vor Gott in allem macht und euren Wandel führet. Ein wenig Sauerteig gar leicht den 10. Nur daß ihr den Geist er- ganzen Teig fortan durchschleicht, hebt von den Lüsten dieser Erden, daß er wird ganz durchsäuert. und euch dem schon jetzt ergebt, 3. Also es mit den Sünden ist; dem ihr beigefügt sollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. Louise Henriette, Kurfürstin v. Brandenburg. Mel. Heut triumphicret Gottes. wo eine herrschend bleibet, da bleibt auch, was zu jeder Frist zum Bösen ferner treibet. Das Ofterlamm im neuen Bund erfordert, daß des Herzens Grund ganz rein in allem werde. 162. Jhr Christen, laßt uns fröhlich sein und singen Halleluja fein. Halleluja! Halleluja! Und loben Gott den Herren Christ, der uns zu Trost er standen ist. Halleluja! Halleluja! 2. Troß Sünde, Teufel, Tod und Höll, den Sieg behält Immanuel. Halleluja! Halleluja! 4. Wer Ostern halten will, der muß dabei nicht unterlassen die bittern Salsen wahrer Buß; er muß das Böse hassen, daß Christus, unser Osterlamm, für uns geschlacht am Kreuzesstamm, ihn durch sein Blut rein mache. 5. Drum laßt uns nicht im Der uns erlöst, sein Eigentum; Sauerteig der Bosheit Ostern 7 effen; 9. Lacht der finstern Erdenkluft! Lacht des Todes und der Höllen! denn ihr sollt euch durch die Luft eurem Heiland zugesellen. Dann wird Schwachheit und Verdruß liegen unter eurem Fuß. 98 Ofter- Lieder. essen; auch nicht in Schaltheit,| fen? Hölle, wo ist dein Triumph? ob sie gleich uns hat sehr hart Satan konnte gar nichts schafbesessen; vielmehr laßt uns die fen, seine Pfeile wurden stumpf. Osterzeit im süßen Teig der Christus ist sein Gift gewesen, Lauterkeit und Wahrheit christ- ja der Hölle Seuch und Pest, lich halten. Welt und Sünde liegen fest, und 6. Herr Jesu, Osterlamm, ver- wir Menschen sind genesen wieleih uns deine Ostergaben, daß derum durch solchen Streit. Freue wir den Frieden und dabei ein dich, o Christenheit! reines Herze haben. Gieb, daß 5. Gott, der heilet unsre PlaMel. Sollt ich meinem Gott 2c. in uns dein heilig Wort der gen, wenn wir nirgends Hilfe Sünden Sauerteig hinfort je fehn, lässet ihn nach dreien Tamehr und mehr ausfege. gen lebend wieder auferstehn. Darum muß ich dankbar werden, und mein Herz ist freudenvoll, weil der Herr nicht sehen soll die Verwesung in der Erde, erweisen unserm Gott mit süßem noch der Hölle Einsamkeit. Freue 164. Raffet uns den Herren preisen, o ihr Christen überall! Kommet, daß wir Dank Schall. Er ist frei von Codesdich, o Christenheit! banden, Simson, der vom Him- 6. Er ist aus der Angst gerissen mel kam, und der Löw aus und mit Ehren angethan; wer iſt, Judas Stamm, Christus Jesus, ist erstanden; nun ist hin der lange Streit. Freue dich, o Christenheit! der sein Leben wissen, und die Läng ausreden kann? Christus ist der Eckstein worden. Gott, das ist von dir geschehn, wie wir jetzt vor Augen sehn; wir sind aus der Sünder Orden hingerissen durch den Streit. Freue dich, o Christenheit! 7. Hast du schon vom Bach am 2. Christus selbst hat überwunden des ergrimmten Todes Macht; der in Tüchern lag gebunden, hat die Schlange umgebracht. Satans Reich ist ganz Wege angenommen einen Trank verheeret; Christus hat es nach und erlitten tausend Schläge, der Ruh ausgetilget, und dazu Belial sein Schloß zerstöret, daß wir haben frei Geleit. Freue dich, o Christenheit! warest kränker noch als frant; ei, so hast du doch erhoben dein verklärtes Angesicht, stirbest nun und nimmer nicht, ja, wir wer3. Warest du, o Held, gestor- den ewig loben dich, Herr Jesu, ben? Warest du ins Grab ge- nach dem Streit. Freue dich, legt? Ei, du bleibest unverdor- o Christenheit! ben. Da sich hat der Fels erregt, 8. Herr, dies sind die edlen da, da bist du wieder kommen, Früchte, die dein Auferstehen hast das Leben und die Macht giebt, daß wir treten vor Gerichte aus der Gruft herwieder bracht ganz in deine Gunst verliebt. und des Todes Raub genom- Herr, dies sind die schönen Gamen, schenkest uns die Seligkeit. ben: Gnad und Leben, Freud und Freue dich, o Christenheit! Sieg, Trost und Friede nach dem Krieg; o die sollen kräftig laben Leib 4. Tod, wo sind nun deine Waf Ofter- Lieder. 99 Welt stürb ab, gnug, daß ich Christum bei mir hab. Halleluja! Halleluja! Leib und Seel in allem Leid.| Halleluja! Wenn mir gleich alle Freue dich, o Christenheit! 9. Weil nach diesem Fried ich dürfte, wie nach Wasser Tag und Nacht, den du großer Sieges- 2. Mein Jesus lebt und schüßet fürste durch den Kampf hast mich, darum, mein Herz, freu allwiederbracht, ei, so teil jest aus zeit dich. Hallel.! Halleluja! Ob die Beute, wie der starke Simson sich erhebt der Bösen Rott, sei that, als er überwunden hat; laß gutes Muts und ihrer spott. sich rühmen alle Leute, daß ge- Halleluja! Halleluja! endigt sei der Streit. Freue dich, o Christenheit! 3. Lebt doch mein Jesus in der Höh, troß dem, der mir entgegen 10. Gieb, Herr Jesu, deine steh. Halleluja! Halleluja! Er Gnade, daß wir stets mit Neue kann dem Feind begegnen so, sehn, wie so groß sei unser Scha- daß er der List wird nimmer de, daß wir dir gleich auferstehn. froh. Halleluja! Halleluja! Brich hervor in unsern Herzen, 4. Ich seh auch nicht, warum überwinde Sünd und Tod, Teu- ich sollt betrüben mich, wenn ich fel, Welt und Höllennot; dämpf gleich wollt. Hallel.! Halleluja! in uns die Angst und Schmerzen, Weil Jesus lebt, an den ich samt der Seelen Traurigkeit. glaub, wer ist, der mir das Le= Freue dich, o Christenheit! ben raubt! Halleluja! Halleluja! 11. Meinen Leib wird man 5. Er macht ja durch sein Aufbegraben, aber gleichwohl ewig erstehn, daß ich zum Himmel nicht; bald werd ich das Leben kann eingehn. Hall.! Halleluja! haben, wenn das letzte Weltge- Kein Sünd, kein Tod im Weg richt alle Gräber wird aufdecken mehr sein, die Straße hält er frei und der Engel Feldgeschrei zeigen, und rein. Halleluja! Halleluja! was vorhanden sei; dann wird 6. Mein Glaub an Jesum tilgt mich mein Gott aufwecken und beschließen all mein Leid. Freue dich, o Christenheit! die Sünd, Gott liebet mich recht als sein Stind. Hall.! Halleluja! Ist Gott versöhnt und nun mein 12. Dann so werden meine Freund, laß toben Welt und alle Glieder, die jest Staub und Asche Feind. Halleluja! Halleluja! sind, unverweslich leben wieder 7. O Tod, vor dir fürcht ich und erlangen solchen Schein, des- mich nicht, dein Macht die Bösen sen gleichen hier auf Erden nim- nur anficht. Hallel.! Halleluja! mermehr zu finden ist. Ja, mein Mein Leben, Jesus, dich beLeib, Herr Jesu Christ, soll dem zwingt und mich durch dich zum deinen ähnlich werden, voller Himmel bringt. Hall.! Halleluja! Pracht und Herrlichkeit. Freue 8. Wenn ich Trost, Hilf und dich, o Christenheit! Joh. Rist. Gnad begehr, mein Jesu, mir dasselb gewähr. Hall.! Halleluja! Ich glaub an dich, stärk meinen Geist, daß du vom Tod erstanden seist. Halleluja! Halleluja! 9. So 7* Mel. Heut triumphieret Gottes. 165. Nebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. Hallel.! 100 Ofter- Lieder. 9. So werd ich nimmer sein| schallt seine Stimme hier: Sch verlorn, so wahr, als du ein leb und ihr lebt auch in mir! Mensch geborn. Hall.! Halleluja! Wer an dich glaubt und zweifelt nicht, der kommet ja nicht ins Gericht. Halleluja! Halleluja! 4. Mein Jesus bleibt also mein Leben, er lebt in meinem Herzen hier; und soll ich ihm das Leben geben, mein Tod kommt mir 10. Ich glaub an dich, mein nicht schrecklich für, weil er mich Jesus Christ, daß du für mich in den Himmel hebt, so wahr, getötet bist, Hallel.! Halleluja! als Jesus ist und lebt! und auferstanden mir zu gut, daß du mich haltest stets in Hut. Halleluja! Halleluja! Benj. Schmold. Mel. Auf, auf, mein Herz mit. 167. Mein Jefu, schönstes 11. Wie könnt ich denn verloren Leben, du rechtes fein? Es ist unmöglich! Nein, Osterlamm, der du dich haft geach nein! Halleluja! Halleluja! geben für mich ans Kreuzes Gott Lob, der starke Jesus lebt; Stamm aus heißer Herzenslieb, mit ihm lebt, wer im Glauben aus freiem Geistestrieb, zum schwebt. Halleluja! Halleluja! Opfer und zur Gab, mein mattes 12. Ich leb und werd in Ewig- Herze lab. feit mit Jesu leben, o der Freud! 2. O Lämmlein ohne Schulden, Halleluja! Halleluja! Des habe das läßt erwürgen sich, und gerne Dant, du Lebenshort; hab Dank, will erdulden die Straf und Bein o Jesu, hier und dort. Halleluja! für mich, du hängest an dem Halleluja! Holz, zu büßen meinen Stolz; du stirbest für die Welt, die doch von dir nichts hält. Joh. Casp. Schade. Mel. O daß ich tausend Zungen. 166. Mein Jefus lebt! was 3. Hier hängt das Heil der Ersoll ich sterben? den, mein Schaß und BräutiHier steht mein Haupt und gam; hier will zur Sünde wertriumphiert. So muß ich ja das den ein reines Gotteslamm. Leben erben, weil Not und Tod die Macht verliert. Weg Traurigfeit, Vergnügung her! Mein Jefus lebt, das Grab ist leer! Das Leben selber stirbt, Gnad, Segen, Fried erwirbt uns Men= schen insgemein; ach, laßt uns dankbar sein! 2. Mein Jesus lebt! Drum liegt 4. Das Lämmlein läßt sich zu Füßen, was mir das Leben töten am hohen Kreuzesstamm, rauben kann. Der Tod muß nun zu helfen von den Nöten der ewdie Erde füssen, mir wird der gen Höllenflamm; sein schönes Satan unterthan. Der Hölle Ab- rotes Blut löscht aus die heißze grund selber bebt, denn überall Glut und dämpfet Gottes Grimm schallt: Jesus lebt! durch seiner Fürbitt Stimm. 3. Mein Jesus lebt! Das Grab 5. Doch bleibt nicht immer lieist offen, so geh ich freudig in gen das Lämmlein in dem Grab; die Gruft. Hier kann ich auch es steht auf und will siegen, nachim Tode hoffen, daß mich sein dems geleget ab die Schwachheit, Wort ins Leben ruft. Wie süß nimmt es an ein Löwenmut; da kann Oster- Lieder. 101 schwach und matt, wird durch dich stark und satt; wer geht gebückt, gedrückt, wird in dir wohl erquickt. kann es zwingen als ein Held jammervolles Herz. Wer in sich Sünd, Teufel, Tod und Welt. 6. Wie soll ich doch genießen dies Lämmlein würdiglich, das sein Blut läßt vergießen, ja gar erwürgen sich? Mein Herz erst 13. Drum, Lämmlein Jefu, kosten muß die Salben bittrer speise mit deinem Fleisch und Buß, daß Geist und Auge thränt Blut uns auf der Himmelsreiſe und sich nach Trost recht sehnt. und bring uns zu der Hut, wo 7. Ich will dich, Jesu, essen und niemanden mehr dürft, da du gläubig nehmen ein, dabei nicht selbst leiten wirst dein Schäflein sei vergessen der ausgestanduen zu der Quell, die selig, klar und Bein. Mein Herze, Hand und hell. Mund zu jeder Zeit und Stund soll danken deiner Treu, die alle Morgen neu. 14. Da Gott, die Lebenssonne, in, durch und an uns scheint; wo Jesus Freud und Wonne dem einschenkt, der geweint; wo jauchzt, wer hier geächzt; wo hüpft, wer hier gelechzt; der Schaden wird erseßt, was war verlegt, ergößt: 15. Da wollen wir dem Lamme, mitten ins Vaters Thron, dem Held aus Judas Stamme, dem rechten Davidssohn, Preis, Ehre, Lob und Ruhm, Macht, Weisheit und Reichtum, zusamt Victoria bringen. Halleluja! Joh. Casp. Schade. Mel. Vater unser im Himmelreich. 168. Nun banket Gott, ihr Christen all, und jauchzet ihm mit großem Schall, dieweil er seiner Gottheit Macht durch seinen Sohn an Tag ge= gebracht. Triumph, Triumph, schreit alle Welt, denn Jesus hat den Feind gefällt! 11. Wein, Honig, Manna laben und sind die beste Stost; die aber Jesum haben, beteuern gar getroft: Nichts Süßers ist, als und Gottes Himmelreich gemehrt. du, o Jesu, sanfte Ruh; nichts Triumph, Triumph, 2c. 2. Er ist erstanden von dem Tod, der Lebensfürst, der wahre Gott. Er hat des Teufels Burg zerstört gehet milder ein, als dies Brot, Fleisch und Wein. 8. Der Sauerteig der Sünden muß werden ausgefegt; die Lüfte, so fich finden bei mir, sein abgelegt. In süßer Lauterkeit will ich nun sein bereit, zu wandeln hier auf Erd, so lang ich leben werd. 9. Gegürtet will ich stehen zum Guten und geschuht, den Weg des Herrn zu gehen, da man, was droben, sucht; dein Kreuz soll sein mein Stab; der Erde sag ich ab; zu dir hinauf ich eil; im Himmel ist mein Teil. 10. Wie süß, o süße schmecket dies Osterlämmelein, sein Seleid die Blöße decket, sein Blut macht heil und rein. Sein Fleisch, so schön und zart, hat rechte Zuckerart, im Mund giebts süßen Saft, dem Herzen Stärk und Kraft. 3. Er ist erschienen, wie ein Blit und hat bethört der Feinde 12. Wer steht in schweren LeiWit; er hat erwiesen mit der den, wen ängst der Seele Schmerz, That, was er zuvor verkündigt kann in dir, Jesu, weiden sein hat. Triumph, zc. 4. Gr 102 Ofter- Lieder. 4. Er hat nun überwunden gar| Sünde trägt, hat eure Macht in sein Leiden, Trübfal und Gefahr; Staub gelegt. Es herrschet träfsein Haupt trägt schon mit groBem Glanz den ewig grünen Lorbeerkranz. Triumph, 2c. tig dort und hier und eure Freud währt für und für. Triumph 2c. 6. Ja, liebster Heiland, deine 5. Die Wunden, die er hier Kraft hat uns nun Fried und empfing, da er ans Kreuz gena- Ruh geschafft; ganz matt sind, gelt hing, die leuchten wie die die uns drängen sehr, und gelMorgenstern und strahlen von ten fort und fort nichts mehr. ihm weit und fern. Triumph, 2c. Triumph 2c. 6. Er ist nun voller Seligkeit 7. Was murret ihr, ihr Teufel, und herrschet über Ort und Zeit; noch? Was reget sich die Hölle er lebt voll Freud im Paradeis noch? Wie dürfen Gottes heilger und hört mit Luft sein Lob und Schar noch Marter drohen und Preis. Triumph, 2c. Gefahr? Triumph 2c. 7. Drum danfet Gott, ihr Christen all, und jauchzet ihm mit großem Schall; ihr sollt in ihm 8. Das Lämmlein, das erwürget war, bricht euren Mut und Rachgier gar; der Löw aus Juda einst auferstehn und in die ewge steht uns bei und macht von Freude gehn. Drum ruf Tri- eurem Garn uns frei. Triumph 2c. umph die ganze Welt, denn Jesus 9. Der Simson bricht der Hölle hat den Feind gefällt! Joh. Scheffler. Thür; der fühne David bricht Mel. Vater unser im Himmelreich. herfür; der Goliath liegt schon 169. Nun hat das heilge gestreckt, und die Philister sind Gotteslamm, dem man am Kreuz das Leben nahm, den schönen Sieg an Höll und Tod behauptet, als ein wahrer Gott. Triumph, Triumph, Victoria und ewiges Halleluja! erschreckt. Triumph 2c. 10. Du Heiland, du beherzter Held, hast aller Feinde Mut gefällt, indem du aus dem Grab aufstehst und wiederum zum Leben gehst. Triumph 2c. 2. Sein Fersenstich giebt nicht 11. Was wollen wir denn fürchmehr Blut, verschwunden ist der ten sehr des Todes Macht, das Schlange Mut; ihr Haupt ist höllsche Heer? Laß toben, was nun zerknirschet gar, das bei dem da will und kann, tritt nur den Kreuz so freche war. Triumph 2c. Kampf frisch mit ihn'n an. 3. Der Drache hat sich einge- Triumph, Triumph 2c. hüllt, sein Troß und Frevel ist 12. Ist deine Macht, o Mensch, gestillt; sein Gift macht ihm selbst gleich schwach, so hält dein HeiAngst und Bein und dringet auf land hinten nach, durch dessen sein Herz hinein. Triumph 2c. 4. Wo ist, o Tod, dein Stachel jetzt? Wo habt ihr Teufel euren Wiz? Wo ist der Hölle Macht 13. Heiland, hilf zu jeder und Sieg? Wer führet wider Frist, der du vom Tod erstanden uns nun Krieg? Triumph 2c. bist; tritt her zu uns in aller 5. Das Lamm, das der Welt Not, führ uns ins Leben durch den Kraft wirst du bestehn, und dein Feind muß zu Boden gehn. Triumph, Triumph 2c. Ofter- Lieder. 103 den Tod. Triumph, Triumph, mit seinen Pfeilen er vielmehr Victoria und ewiges Halleluja! uns heilen. A. H. Buchholz. 7. Darum mir nicht grauet, wenn mein Geist anschauet, daß noch in dem Grab meine müden Glieder werden liegen nieder, weil ich dieses hab, daß mein Hort mir diesen Ort selbst mit seinem Leibe weihe, daß ich ihn nicht scheue. 8. So sind all wir Christen dir und deinen Lüsten tot, o Eitelfeit! Wie wir uns nun haben lassen mit begraben hier in dieser Zeit, so wird er, der große Herr, uns hervor auch mit sich führen und mit Kronen zieren. 9. Denn dies sicher stehet: Weil das Haupt nun gehet aus dem Grab heraus, müssen auch die 3. Niemand wird nun finden, Glieder ohne Zweifel wieder aus daß von unsern Sünden noch was dem Totenhaus, wenn jegund die übrig sei, weil der wieder kom- liebe Stund ihnen wieder giebt men, der sie übernommen. Ja, das Leben, zu ihm sich begeben. indem er frei, so ist nun genug 10. der großen Freude! Wer zu thun, weil die Zahlung voll wollt nun das Kleide dieser befunden, feiner mehr verbunden. Sterblichkeit nicht getrost able4. Was will uns nun schaden, weil wir ja zu Gnaden sind einmal gebracht? Will der Teufel dräuen, dürfen wir nicht scheuen sein verlorne Macht; hier ist der, vor welchem er augenblicklich muß erbeben und hinweg sich heben. 5. Hölle, willst du pochen? Der dich hat zerbrochen, stellt sich lebend dar. Weil du nun gelassen und nicht mochtest fassen den, der Bürge war, so hast du für immerzu deines Rechtes dich begeben wider unser Leben. Mel. Jesu, meine Freude. 170. Nun ist auferstanden aus des Todes Banden Gotts- und Menschensohn. Jesus hat gesteget, daß nun alles lieget unter seinem Thron. Alle Feind, so viel ihr sein, hat er auf das Haupt geschlagen, ja gar Schau getragen. 2. Daß er wollen sterben, war, uns zu erwerben Heil und Se ligkeit. Nachdem dies geschehen, dürfen wir nun sehen, daß vor furzer Zeit er zwar sich wahrhaftiglich in den Tod um unser Leben hab dahin gegeben. gen? weil ja doch hingegen nach so kurzer Zeit Jesus Christ bereitet ist, ihn zu kleiden mit der Sonne in der Himmelswonne. Dr. phil. Jac. Spener. Mel. Was Gott thut, das ist. 171. auferstandner Siegess fürst, du Leben aller Leben, heut bringst du Friede, da du wirst zur Freude uns gegeben. Erst bracht die Not dich in den Tod; jetzt bist du auferstanden und frei von Todesbanden. 2. Ach, unfre Sündenlast und Schuld ließ dich in Fesseln fal= len; du gabest dich aus großer Huld zum Kreuze für uns alle; nun sind wir frei von Sklaverei, darinnen wir gefangen, weil du 3. Nun 6. Laß die Zähne blecken und die Hand ausstrecken wider uns den Tod; denn sein Pfeil und Bogen finden sich betrogen, es hat keine Not. Ob er trifft, ists drum kein Gift, sondern muß hervorgegangen. 104 Oster- Lieder. 3. Nun geht uns fröhlich wie- die du durch Macht uns mitgeder auf die rechte Gnadensonne, bracht, führ uns heraus zum die erst erstarb in ihrem Lauf, Leben, daß wir an dir fest kleben. giebt Strahlen neuer Wonne; 10. Es liegen tausend Hüter jest ist die Seel mit Freudenöl hier, die unser Herz berennen, von dir gefalbt und bleibet dir daß wir aus dieser Grabesthür ewig einverleibet. nicht zu dir kommen können; der 4. Die Kraft von deiner Maje- Sünden Nacht hält selbst die stät bricht selbst durch Grab und Wacht; die Welt mit ihren Steine; dein Sieg ists, der uns Schäßen fängt an, es zu beseßen. mit erhöht zum vollen Guaden- 11. Die Wollust, Sorge, Neid scheine. Des Todes Wut, der und Geld schiebt vor die stärksten Höllen Glut hat alle Macht ver- Riegel; der Pharisäer dieser Welt loren, und wir sind neu geboren. drückt selbst darauf das Siegel. 5. O daß wir diesen teuren Wer wälzet ab von diesem Grab Sieg lebendig möchten kennen und den schweren Stein der Sünden, unser Herz bei diesem Krieg im den wir in uns empfinden? Glauben möchte brennen; denn anders nicht kann dieses Licht uns in das Leben führen, wo wir nicht Glauben spüren. 12. Herr Jesu, du bist es allein, du kannst die Fesseln lösen, darin wir eingewickelt sind, zerreiß die Macht des Bösen. Wälz 6. So brich denn selbst durch ab den Stein und führ uns ein unser Herz, o Jesu, Fürst der zum Reiche deiner Gnaden, daß Ehren, und laß vorher uns him- uns die Feind nicht schaden. melwärts zu dir uns gläubig 13. Erscheine uns mit deiner kehren, daß wir in dir die offne Güt, wenn wir in Buße weinen, Thür zur ewgen Ruhe finden und laß uns deinen teuren Fried und auferstehn von Sünden. in unsere Herzen scheinen, so 7. Ach hilf, daß wir zur rech- können wir, o Held, mit dir die ten Zeit zu dir, o Jesu, kommen rechten Ostern feiern und uns in mit Spezerei der Neu und Leid, dir erneuern. dem Herzensgrund entnommen, 14. Laß uns das wahre Auferdaß wir in Eil zu deinem Heil stehn auch innerlich erfahren im wahren Glauben laufen und Buße sollen kaufen. und aus den Totengrüften gehn, daß wir den Schaß bewah8. Vertreib den Schlaf der Si- ren, das teure Pfand, das deine cherheit, daß wir bei frühem Mor- Hand zum Siegen uns gegeben; gen zu suchen dich stets sein bereit, so gehn wir ein zum Leben. wenn du dich gleich verborgen, Just. Henn. Böhmer. In eigener Melodie. und weichen ab vom SündenJesu, der du dich von und grab, weil du hervorgebrochen 172. und unsern Feind gerochen. 9. Laß uns doch mit dir aufer- des Todes Banden hast los gestehn, wir liegen noch im Grabe, macht und bist erstanden und und können noch das Licht nicht lebst nun ewiglich, ach, gieb doch, sehn. Die Kraft von deiner Gabe, daß ich dich im Glauben recht faffe Oster- Lieder. 105 fasse und gänzlich dein Leben| sticht, so sieget sie darum doch mein Leben sein laffe. nicht; der Kopf ist ihr zertreten. 3. Lebendig Christus kommt herfür, den Feind nimmt er gefangen; zerbricht der Hölle Schloß und Thür, trägt weg den Raub mit Prangen; nichts ist, das in dem Siegeslauf den starfen Held fann halten auf: Er ist 2. Dein Tod kommt mir zu gut, wie sollte nicht vielmehr dein Leben, mir Seligkeit und Gnade geben, weil dein Tod solches thut. Ach möcht ich nur außer dir alles verachten und in dir erfunden zu werden recht trachten! 3. Die Größe jener Kraft, so der leberwinder. dich hat aus dem Grab geführet, 4. Des Todes Gift, der Hölle die ist es auch, die mich regieret, und alles in mir schafft; ach, laß mich recht mit dir aufstehen von Sünden und Wirkung der mächtigen Stärke empfinden. Pest ist unser Heiland worden; wenn Satan auch noch ungern läßt vom Wüten und vom Morden, und da er sonst nichts schaffen fann, nur Tag und Nacht uns flaget an, so ist er doch verworfen. 4. Ich lebe, doch nicht ich, denn, weil du mich dir einverleibest und auch in meinem Herzen bleibeft, so treibst und regst du mich. Ach, laß mich, o Jesu, recht eins mit dir werden im Geiste und Sinne und gleichen Geberden. 5. Des Herren Rechte, die behält den Sieg und ist erhöhet; des Herren Rechte mächtig fällt, was thr entgegen stehet. Tod, Teufel, Höll und alle Feind in Christo ganz gedämpfet sind; ihr Zorn ist kraftlos worden. 5. Dir leb ich und nicht mir. Denn weil du dich im Tod und 6. Es war getötet Jesus Christ, Leben mir ganz zu eigen hast und sich, er lebet wieder. Weil gegeben, so geb ich mich auch dir. nun das Haupt erstanden iſt, Ach, nimm mich, o Jesu, nur stehn wir auch auf, die Glieder. gänzlich hinwieder, so werden So jemand Christi Worten dich preisen Geist, Seele und gläubt, im Tod und Grabe der Glieder. nicht bleibt. Er lebt, ob er gleich ftirbet. Joh. Eus. Schmidt. Mel. Nun freut euch, lieben Christ'n. 7. Wer täglich hier in wahrer 173. Tod, wo ist dein Reu mit Christo auferstehet, ist Stachel nun? Wo ist dort vom andern Tode frei, derdein Sieg, o Hölle? Was kann selb ihn nicht angehet; der Tod uns jetzt der Teufel thun, wie hat ferner feine Macht, das Lebös er sich auch stelle? Gott sei ben ist uns wiederbracht und ungedankt, der uns den Sieg so vergänglichs Wesen. herrlich hat nach diesem Strieg aus Gnad und Gunst gegeben. 8. Das ist die rechte Osterbeut, der wir teilhaftig werden; Fried, 2. Wie sträubte sich die alte Heil, Freud und Gerechtigkeit im Schlang, als Christus mit ihr Himmel und auf Erden. Hier kämpfte; mit List und macht sie sind wir still und warten fort, auf ihn drang, jedennoch er sie bis unser Leib wird ähnlich dort dämpfte. Ob sie ihn in die Fersen Christi verklärtem Leibe. 9. Der 106 Ofter- Lieder. 9. Der alte Drach und seine und ihr sollt mit mir leben für Rott hingegen wird zu Schanden; und für, weil ich es euch erworben. erlegt ist er mit Schimpf und 5. Der Tod hat keine Kräfte Spott, da Christus ist erstanden. mehr, wir dürfen ihn nicht Des Hauptes Sieg der Glieder scheuen; ich bin sein Siegesfürst ist, drum kann mit aller Macht und Herr, des sollt ihr euch ers und List uns Satan nicht mehr freuen. Dazu, so bin ich euer schaden. Haupt; drum werdet ihr, wenn ihr mir glaubt, als Glieder mit mir leben. 10. Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jeßt der Teufel thun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat durch diesen Krieg aus Gnad und Gunst weil des Teufels Macht und List gegeben. Mel. Nun freut euch, lieben Christ'n. 174. Sei fröhlich alles weit und breit, was vor6. Der Hölle Sieg, der ist auch mein, ich habe sie zerstöret, es darf nicht fürchten ihre Pein, wer mich und mein Wort höret; und Luc. Badmeister. gedämpft, sein Kopf zertreten ist, mag er ihm auch nicht schaden. 7. Nun, Gott sei Dant, der uns den Sieg durch Jesum hat gegemals war verloren, weil heut der ben, und uns den Frieden für Herr der Herrlichkeit, den Gott den Krieg und für den Tod selbst auserkoren zum Sünden- das Leben erworben, der die büßer, der sein Blut am Kreuz Sünd und Tod, Welt, Teufel, vergossen uns zu gut, vom Tod Höll und was in Not uns stürzet, ist auferstanden. überwunden. Paul Gerhardt. 2. Wie schön hast du durch Mel. Vater unser im Himmelreich deine Macht, du wilder Feind 175. Triumph, Triumph! es fommt mit Bracht des Lebens, den Lebensfürsten umgebracht! Dein Stachel ist vergebens durch ihn geschossen, schnöder Feind; du hättest wahrlich wohl gemeint, er würd im Staube bleiben. der Siegesfürst heut aus der Schlacht. Wer seines Reiches Unterthan, schau heute sein Triumphfest an. Triumph, Triumph, Victoria und ewiges Halleluja! 2. Vor Freuden Thal und Wald erklingt, die Erde schöne Blumen bringt, des Lenzes Zier so mancherlei zeigt, daß ihr Schöpfer Sieger sei. Triumph, Triumph, Victoria und ewiges 2c. 3. Die Sonne sich aufs schönste schmückt und wieder durch das 4. Denn deine Macht, die ist da- Blaue blickt, die schwarz zuhin, und keinen Schaden bringet dem, der sich stets mit Herz und Sinn zu diesem Fürsten schwinget, der fröhlich spricht: Ich leb, vor im Trauerkleid beschaut den Blut- und Todesstreit. Triumph, Triumph, Victoria 2c. 4. Das stille Lamm jetzt nicht mehr 3. Nein, nein! er trägt sein Haupt empor, ist mächtig durchgedrungen durch deine Bande, durch dein Thor, ja, hat im Sieg verschlungen dich selbst, daß, wer an ihn nur gläubt, von dir jetzt ein Gespötte treibt und spricht: Wo ist dein Stachel? Ofter- Lieder. 107 Victoria und ewiges Halleluja! V. Prätorius. mehr schweigt, sich mutig als ein Siegespfort. Triumph, Triumph, Löw erzeigt; fein harter Fels ihn hält und zwingt, Grab, Siegel, Riegel vor ihm springt. Triumph, Triumph, Victoria und ewiges Halleluja! 5. Der andre Adam heut er wacht nach seiner harten Todesnacht; aus seiner Seite er erbaut uns feine teur erlöste Braut. Triumph, Triumph, Victoria und ewiges Halleluja! 6. Wie Arons Rute schön ausschlug, am Morgen Blüt und Mandeln trug, so träget Frucht der Seligkeit des Hohenpriesters Leichnam heut. Triumph, Triumph, Victoria 2c. 7. Nun ist die Herrlichkeit erkämpft, der Sünden Best und Gift gedämpft; der schweren Handschrift Fluch und Bann vertilgt hier mein Erlösersmann. Triumph, Triumph 2c. Mel. Nun freut euch, lieben Christ'n. 176. Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, die Sonn ist aufgegangen! Era muntre dich, mein Geist und Sinn, den Heiland zu empfangen, der heute durch des Todes Thür gebrochen aus dem Grab herfür, der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf und such ein neues Leben; vollführe deinen Glanbenslauf, und laß dein Herz sich heben gen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nun, was dahinten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesu sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt und strebe nach dem Himmelszelt, wo Jesus ist zu finden. 8. Er hat für meine Seel gebürgt, er hat den Höllenfeind er= 4. Quält dich ein schwerer Sorwürgt, er hat des Teufels Reich genstein, dein Jesus wird ihn zerstört und hat des Todes Macht heben; es kann ein Christ bei gewehrt. Triumph, Triumph, Kreuzespein in Freud und Wonne Victoria 2c. leben. Wirf dein Anliegen auf 9. Hier liegt der stolze Belial, den Herrn und sorge nicht, er ist und seine Burgen ohne Zahl nicht fern, weil er ist auferhat unser Siegesfürst zerstört, kein Feind sich wider uns empört. Triumph, Triumph, Victoria 2c. 10. Herr Jesu, wahrer Siegesfürst, wir glauben, daß du schenfen wirst uns deinen Frieden, den du bracht mit aus dem Grab und aus der Schlacht. Triumph, Triumph 2. 11. Triumph, Triumph! dich ehren wir und wollen durch dich kämpfen hier, daß wir als Reichsgenossen dort dir folgen durch die standen. 5. Geh mit Maria Magdalen und Salome zum Grabe, die früh dahin aus Liebe gehn mit ihrer Salbungsgabe; so wirst du sehn, daß Jesus Christ vom Tod heut auferstanden ist und nicht im Grab zu finden. 6. Es hat der Löw aus Judas Stamm heut siegreich überwunden; und das erwürgte Gotteslamm hat, uns zum Heil, erfunden das Leben und Gerechtigkeit, weil Himmelfahrts- Lieder. 108 weil er nach überwundnem Streit die Feinde Schau getragen. Mel. Herr Gott, dich loben alle, oder: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. aufer7. Drum auf, mein Herz, fang 177. Millkommen, an den Streit, weil Jesus überstandner Held, Herr wunden; er wird auch überwinden Jesu, der du hast gefällt durch weit in dir, weil er gebunden der deinen Tod des Todes Macht Feinde Macht, daß du aufstehst und Gottes Gnade wiederbracht. und in ein neues Leben gehst und 2. Willkommen, siegend SeelenGott im Glauben dienest. heil mit der verlangten Beute 8. Scheu weder Teufel, Welt, Teil! Schreib unter deiner Sienoch Tod, noch gar der Hölle Ra- gesfahn mich, deinen teur Erchen; dein Jesus lebt, es hat nicht lösten, an. not, er ist noch bei den Schwa- 3. Du bist des Allerhöchsten chen und den Geringen in der Sohn, der Sünder Heil und Welt als ein gekrönter Sieges- Gnadenthron; wer zu dir kommt held, drum wirst du überwinden. und Gnade sucht, erhält dein 9. Ach, mein Herr Jesu, der du Auferstehungsfrucht. bist vom Tode auferstanden, rett uns aus Satans Macht und List und aus des Todes Banden, daß wir zusammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns haft erworben. 4. Herr Jesu, deine Siegesfreud erquicket mich in allem Leid; gieb, daß ich jetzt aufsteh mit dir von Sünd und böser Luftbegier. 5. Mach mich auch, wenn kommt meine Zeit, zum süßen Einschlaf wohl bereit, und durch dein heil10. Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen Gotteskindern und sam Auferstehn laß froh mich ewig in der Herrlichkeit von allen aus dem Grabe gehn. Überwindern, die überwunden durch dein Blut; Herr Jesu, gieb uns Kraft und Mut, daß wir auch überwinden! Laur. Laurenti. 6. So lang du aber mich hier läßt, verbinde dir aufs allerbest mich, dein ersiegtes Eigentum, zu deines großen Namens Ruhm.. v. 10. Himmelfahrts- Lieder. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenst.| Siegesfürsten, loben, weil du den 178. 21h wundergroßer Sie- Segen wiederbracht, mit Majeſtät gesheld, du Sünden- und großer Bracht zur Freude träger aller Welt, heut hast du bist erhoben. Singet, flinget, dich gesetet zur Rechten deines rühmt und ehret den, so fähret Vaters Kraft, der Feinde Schar auf gen Himmel, mit Posaunen gebracht zur Haft, bis auf den und Getümmel. Tod verletet. Mächtig, prächtig triumphierst du, jubilierst du; Tod und Leben ist, Herr Christ, dir untergeben. 2. Dir dienen alle Cherubim; 3. Du bist das Haupt, hingegen wir sind Glieder; ja, es kommt von dir auf uns Licht, Trost und Leben; Heil, Friede, Freude, Stärk und Kraft, Erquickung, viel tausend hohe Seraphim dich, Labfal, Herzenssaft wird uns boll Himmelfahrts- Lieder. 109 von dir gegeben. Bringe, zwinge denn wo mein Schatz gekommen mein Gemüte, mein Geblüte, daß hin, da ist auch stets mein Herz es preise, dir Lob, Ehr und Dank erweise. und Sinn; nach ihm mich stets verlanget. 4. Zieh Jesu, uns, zieh uns 3. Ach Herr, laß diese Gnade nach dir, hilf, daß wir fünftig mich von deiner Auffahrt spüren, für und für nach deinem Reiche daß mit dem wahren Glauben trachten; laß unser Thun und ich mag meine Nachfahrt zieren, Wandel sein, daß wir demütig, und dann einmal, wann dirs gezüchtig, rein, all üppigkeit ver- fällt, mit Freuden scheiden aus achten. Unart, Hoffart laß uns der Welt. meiden, christlich leiden, wohl er- Flehen! gründen, wo die Gnade sei zu finden. Herr, höre doch mein Josua Wegelin. In eigener Melodie. 180. Christ fuhr gen Himmel, was sandt er 5. Sei, Jesu, unser Schuß und und Schaß, sei unser Ruhm und uns hernieder? Den Tröster, den fester Plaß, darauf wir uns ver- heiligen Geist, zu Trost der lassen; laß suchen uns, was droben armen Christenheit. Kyrieleis! ist, auf Erden wohnet Trug und 2. Halleluja! Halleluja! HalleList; es ist auf allen Straßen Lü- Inja! Des solln wir alle froh gen, Trügen, Angst und Plagen, sein, Christus will unser Trost die da nagen, die da quälen sein! Kyrieleis! D. M. Luther. stündlich arme Christenseelen. Mel. Danket dem Herrn. 6. Herr Jesu, komm, du Gna- 181. Der Herr hat selbst zn denthron, du Siegesfürst, Held, meinem Herrn geDavids Sohn, fomm, stille das sprochen: Seß dich zur Rechten Verlangen. Du, du bist allen mir, bis du gerochen. uns zu gut, o Jesu, durch dein 2. Bis ich die Feinde, die dir teures Blut ins Heiligtum ge- sind zuwider, zum Schemel deigangen. Komm schier, hilf mir! ner Füße lege nieder. Dann so sollen, dann so wollen wir ohn Ende fröhlich klopfen in die Hände! E. C. Homburg. Mel. Nun freut euch, lieben Christ'n. 179. Auf Christi Himmel 3. Der Herr wird Ehr und Stärke dir zuwenden, das Zepter deines Reichs aus Zion senden. 4. Drum herrsch, o Herrscher, unter deinen Feinden; beschüß, erhalt und hilf du deinen Freunden. 5. Dein Volk wird nach dem Sieg dir willig dienen, im heilfahrt allein ich meine Nachfahrt gründe und allen Zweifel, Angst und Bein hiermit stets überwinde. Denn weil das Haupt gen Schmuck mit Opfer dich im Himmel ist, wird seine Glie- verfühnen. der Jesus Christ zur rechten Zeit nachholen. 6. Gleich wie der Thau der Morgenröte werden die Kinder dir geboren auf der Erden. 2. Weil er gezogen himmelan und große Gab empfangen, mein 7. Der Herr, der gänzlich alles Herz auch nur im Himmel kann, wird erneuen, hat selbst geschworn sonst nirgends, Ruh erfangen; und wird ihn nicht gereuen: 8. Du 110 Himmelfahrts- Lieder. 8. Du bist ein Priester, den in den schönen Himmelssaal, da soll jeder hören, auf Melchisedecks Jesus mich wird trösten. Weise ewig ehren. D. G. Händel. 9. Zu deiner Rechten wird der Mel. Ermuntre dich, mein schwacher. Herr zerschmeißen die Könige, 183. Du Lebensfürst, Herr wenn wird sein Zorn ausreißen. Jesu Christ, der du 10. Da wird er unter denen Hei- bist aufgenommen gen Himmel, den richten und große Schlachten da dein Vater ist, und die Gemein thun und sie vernichten. der Frommen; wie soll ich deinen großen Sieg, den du uns durch den schweren Krieg erworben hast, recht preisen, und dir gnug Ehr erweisen? 2. Du hast die Höll und Sündennot ganz ritterlich bezwungen; du haft mit Teufel, Welt und Tod in deinem Tod gerungen; Mel. Es ist das Heil uns. 182. Du fährst gen Himmel, du haft gesieget weit und breit; wie soll ich solche Herrlichkeit, o Herr, in diesem Leben gnug würdiglich erheben? Jesu Christ, die Stätt mir zu bereiten, auf daß ich bleibe, wo du bist, zu ewiglichen Zeiten; du fährst, mein Heiland, in die Höh, auf daß ich in die Höh auch geh. Dies kann mich recht ergößen. 3. Du hast dich zu der rechten Hand des Vaters hingeseket, der alles dir hat zugewandt, nachdem du unverletet die starken Feinde umgebracht, Triumph und Sieg daraus gemacht, und sie auf deinem Wagen ganz herrlich Schau getragen. 11. Der großen Lande Haupt wird er zerschlagen; er wirds zertreten in denselben Tagen. 12. Und trinken von dem Bach am Weg daneben; deshalben wird er auch sein Haupt erheben. Mich. Müller. 2. Du fährst, mein Jesu, Wolken an und bringst durch alle Himmel, damit ich dir nachfahren kann aus diesem Weltgetümmel. Du bist, mein Jesu, aus dem Leid gegangen in die höchste Freud, daß stete Freud mich labe. 4. Nun lieget alles unter dir, die dich selbst nur ausgenommen; Engel müssen für und für dir aufzuwarten kommen; die Für 3. Wo Jesus ist, da komm ich sten stehn auch auf der Bahn hin, bei Jesu will ich bleiben. und sind dir willig unterthan; Drum steht zu Jesu stets mein Luft, Wasser, Feuer, Erden muß Sinn, nichts soll mich von ihm dir zu Dienste werden. treiben. Ob ich schon duld hier manche Not, so werd ich doch nach meinem Tod bei Jesu recht erquicket. 5. Du starter Herrscher fähreſt auf mit Jauchzen und Lobsagen, und gleich mit dir in vollem Lauf auch mehr als tausend Wagen; 4. So zage nicht, o meine Seel, du fährest auf mit Lobgesang: laß nur den Kummer fahren, und es schallet der Posaunen Klang. dich nicht allzu schmerzlich quäl, Mein Gott, vor allen Dingen ich werd nach kurzen Jahren ge- will ich dir auch lobsingen. langen aus dem Jammerthal hin 6. Du bist gefahren in die Höh, hin-' Himmelfahrts- Lieder. 111 das himmlisch ist, genesen. hinführend die Gefangnen, die herein; laß uns in einem Wesen, uns mit Thränen, Ach und Weh geneßet oft die Wangen. Drum preisen wir mit süßem Schall, o starter Gott, dich überall, wir, die wir so viel Gaben von dir empfangen haben. 7. Du bist das Haupt in der Gemein, und wir sind deine Glieder; du wirst der Glieder Schuß ja sein, und zu uns kommen wieder mit deinem Trost und deinem Licht. Wenn uns vor Angst das Herz zerbricht, dann kannst du Kraft und Leben, ja Fried und Freude geben. 12. Hilf, daß wir suchen unsern Schatz nicht hier in diesem Leben, sondern nur dort, wo du den Plaß wirst Gottes Kindern geben. Ach laß uns streben fest und wohl nach dem, das fünftig werden soll; so können wir ergründen, wo dein Gezelt zu finden. 13. Zieh uns dir nach, so laufen wir, gieb uns des Glaubens Flügel; hilf, daß wir fliehen weit von hier auf Israelis Hügel. Mein Gott, wann fahr ich doch dahin, woselbst ich ewig fröhlich bin? Wann werd ich vor dir stehen, dein Angesicht zu sehen? 14. Wann soll ich hin ins Ba radies zu dir, o Jesu kommen? Wann kost ich doch das Engelsüß? Wann werd ich aufgenommen? Mein Heiland, komm und nimm mich an, auf daß ich fröhlich jauchzen kann und flopfen in die Hände: Gelobt sei Gott, 8. Du salbest uns mit deinem Geist, giebst uns getreue Hirten, die Lehrer, welch uns allermeist mit Himmelsbrot bewirten; du Hoherpriester zeigest an, daß deine Hand uns retten fann, ja, von der Höllen Rachen uns frei und ledig machen. 9. Du hast durch deine Himmelfahrt die Straße uns bereitet; du hast den Weg uns offenbart, ohn Ende! der uns zum Vater leitet. Und Mel. Aus meines Herzens Grunde. weil denn du, Herr Jeſu Christ, 184. Gott fähret auf gen Joh. Rist. nun stets in deiner Wonne bist, so werden ja die Frommen dahin auch zu dir kommen. Jubelschall, mit prächtigem Getümmel und mit Posaunenhall. 10. Ist unser Haupt im Him- Lobsingt, lobsinget Gott! Lobsingt, melreich, wie die Apostel schrei- lobsingt mit Freuden dem Könige ben, so werden wir den Engeln der Heiden, dem Herren Zebaoth! gleich, nicht ausgeschlossen bleiben. 2. Der Herr wird aufgenomDu wirst, mein Gott, die Jün- men, der ganze Himmel lacht; ger dein nicht lassen von dir ferne um ihn gehn alle Frommen, die sein, die auf dich fest vertrauen, er hat frei gemacht. Es holen dein Herrlichkeit zu schauen. Jesum ein die lautern Cherubinen; den hellen Seraphinen muß er willkommen sein. 11. Herr Jesu, zieh uns für und für, daß wir mit den Gemütern nur oben wohnen stets bei 3. Wir wissen nun die Stiege, dir in deinen Himmelsgütern; die unser Haupt erhöht; wir wislaß unsern Siz und Wandel sein, sen zur Genüge, wie man zum wo Fried und Wahrheit geht Himmel geht. Der Heiland geht vor 112 Himmelfahrts- Lieder. voran, will uns nicht nach sich sich die Engel sehr und gönnen laffen; er zeiget uns die Straßen, uns gern solche Ehr. er macht uns sichre Bahn. 4. Der Herr hat uns die Stätt 4. Wir sollen himmlisch werden, bereit, da wir solln bleibn in der Herr macht selbst uns Plaß; wir Ewigkeit. Lobsinget ihm, lobgehen von der Erden dort hin, singet ihm; lobsinget ihm mit wo unser Schaß. Ihr Herzen heller Stimm! macht euch auf, wo Jesus hingegangen; dahin sei das Verlangen, dahin sei euer Lauf. 5. Laßt uns zum Himmel dringen mit herzlicher Begier; laßt uns zugleich auch singen: Dich, Jesu, suchen wir, dich, o du Gottes Sohn, dich Weg, dich wahres Leben, dem alle Macht gegeben, dich unsers Hauptes Kron. 5. Wir sind Erben im Himmelreich, wir sind den lieben Engeln gleich; das sehn die lieben Engel gern, und danken mit uns Gott, dem Herrn. 6. Es hat mit uns nun nimmer not; der Satan, Sünd und ewger Tod allsamt zu Schanden worden sind durch Gottes und Mariens Kind. 6. Ade mit deinen Schäßen, du 7. Den heilgen Geist sendt er trugesvolle Welt! Dein Tand herab, auf daß er unsre Herzen kann nicht ergögen; weißt du, lab, und tröst uns durch das was uns gefällt? Der Herr ist göttlich Wort und uns behüt vor unser Preis, der Herr ist unsre Teufels Mord. Freude und köstliches Geschmeide, zu ihm gilt unsre Reis. Mel. Herr Gott, dich loben alle, oder: Vom Himmel hoch, da komm. 8. Also baut er die Christenheit zur ewgen Freud und Seligkeit; allein der Glaub an Jesum Christ die recht Erkenntnis Gottes ist. 7. Wann soll es doch geschehen? Wann kommt die liebe Zeit, daß wir Gott werden sehen in seiner Herrlichkeit? Du Tag, wann 9. Der heilge Geist den Glauben stärkt, Geduld und Hoffnung wirst du sein, daß wir den Heiland in uns wirkt, erleucht und macht grüßen, daß wir den Heiland küfsen? Komm, stelle dich doch ein! die Herzen fest und uns in Trübsal nicht verläßt. D. G. W. Sacer. 10. Was uns die göttlich Majestät am heilgen Kreuz erworben hat, das teilet aus der heilge Geist, darum er unser Lehrer heißt. 11. Der Vater hat den Sohn gesandt; der Sohn wird anders nicht erkannt, ohn durch den heilgen Geist allein, der muß die Herzen machen rein. 12. So manche schöne Gottes= gab bringt uns der heilge Geist herab und uns vorm Satan wohl bewahrt; solchs schafft des 185. Nun freut euch, Gottes Kinder all, der Herr fährt auf mit großem Schall. Lobsinget ihm, lobsinget ihm; lobfinget ihm mit heller Stimm! 2. Die Engel und all Himmelsheer erzeigen Christo göttlich Ehr, und jauchzen ihm mit frohem Schall; das thundie lieben Engel all. 3. Daß unser Heiland Jesus Christ, wahr'r Gottes Sohn, Herren Himmelfahrt. Mensch worden ist, des freuen 13. So danket nun dem lieben Herrn, Himmelfahrts- Lieder. 113 fer Gott, Immanuel, stärk uns an Leib, stärk uns an Seel. Halleluja! Herrn, und lobet ihn von Herzen gen Himml gefahren bist. O stargern; lobsinget mit der Engel Chör, daß man es in dem Himmel hör. 14. Gott Vater in der Ewigfeit, es fagt dir deine Christenheit groß Ehr und Dank mit höchstem Fleiß, zu allen Zeiten Lob und Preis. 2. Es freut sich alle Chriſtenheit und saget jeßt und allezeit Gott Lob und Dank im höchsten Thron, weil unser Freund iſt Gottes Sohn. Halleluja! 15. Herr Jesu Christe, Gottes Sohn, gewaltig, herrlich, prächtig, schön, es danft dir deine Christenheit von nun an bis in Ewigkeit! 16. O heilger Geist, du wahrer Gott, der du uns tröst in aller Not, wir rühmen dich, wir loben dich und fagen dir Dank ewiglich! 3. Gen Himmel er gefahren ist, bleibt doch bei uns zu aller Frist und herrschet nun in seinem Reich als wahrer Mensch und Gott zugleich. Halleluja! 4. über all Himm'l er sich erhebt, über all Eng'I er mächtig schwebt, über all Menschen er regiert und alle Kreaturen führt. Halleluja! 5. Zu Gottes Rechten er mit Mcl. Ach Gott und Herr. 186. Jefu Chrift, der du Macht hat alles unter sich gemir bist der Liebst auf dieser Erden, gieb, daß ich ganz in deinem Glanz mög aufgezogen werden. bracht, und lebet jezt ins Himmelsthron, als Gottes und Mariens Sohn. Halleluja! 6. Mit Teufel, Welt, Sünd, Höll und Tod hat es von jetzt an feine Not; trog, wer da will, es liegt nichts dran, den Sieg ihm niemand nehmen kann. Halleluja! 7. Wohl dem, der ihm vertrauen thut und hat in ihm nur frischen Mut. Welt, wie du willst, wer fragt nach dir? dem Himmelsfürften leben wir. Halleluja! 8. Er ist, der uns das höchste Gut erworben durch sein teures Blut, und das Gefängnis in der That gefangen weggeführet hat. Halleluja! 9. Wir freuen uns aus Herzensgrund und singen fröhlich mit dem Mund: Er, Christus, unser Fleisch und Blut ist unser allerhöchstes Gut. Halleluja! 10. Durch ihn der Himmel unfer ist; hilf uns, o Bruder, Jesu Christ, daß wir nur trauen feſt Mel Erschienen ist der herrlich 187. ir banken bir, Herr auf dich und durch dich leben Jesu Christ, daß du ewiglich. Halleluja! 8 11. Amen, Erasm. Alberus. 2. Zieh mich nach dir, so laufen wir mit herzlichem Belieben in dem Geruch, der uns den Fluch verjagt hat und vertrieben. 3. Zieh mich nach dir, so laufen wir in deine süßen Wunden, wo insgeheim der Honigseim der Liebe wird gefunden. 4. Zieh mich nach dir, so laufen wir, dein liebstes Herz zu küssen, und seinen Saft mit aller Straft aufs beste zu genießen. 5. Zieh mich in dich, und speise mich, du ausgegoßnes Öle; gieß dich in Schrein meins Herzens ein und labe meine Seele. 6. O Jesu Chrift, der du mir bist der Liebst auf dieser Erden, gieb, daß ich ganz in deinem Glanz mög aufgezogen werden. Joh. Scheffler. 114 Pfingst- Lieder. 11. Amen, Amen, Herr Jesu o Jesu Christ, aus dieser Welt Christ, der du gen Himml gefah- gegangen. ren bist, behalt uns, Herr, bei reiner Lehr, des Teufels Trug und Listen wehr. Halleluja! 2. Zieh uns nach dir, in Liebsbegier, ach, reiß uns doch von hinnen, so dürfen wir nicht länger hier den Kummerfaden spinnen. 3. Zieh uns nach dir, Herr Christ, und führ uns deine Himmelsstege, wir irrn sonst leicht, sind abgeneigt vom rechten Lebenswege. 13. Amen singen wir noch ein- 4. 3ich uns nach dir, so folgen mal und sehnen uns ins Him- wir dir nach in deinen Himmel, melsfaal, da wir mit allen En- daß uns nicht mehr allhier be geln dein das Amen wollen singen schwer das böse Weltgetümmel. fein. Halleluja! D. Nic. Selneccer. 12. Komm, lieber Herr, komm, es ist Zeit, zu dem Gericht in Herrlichkeit; führ uns aus Liesem Jammerthal in deinen ewgen Freudensaal. Halleluja! Mel. Ach Gott und Herr. 188. 3 ich uns nach dir, so 5. Zieh uns nach dir nur für und für und gieb, daß wir nachfahren dir in dein Reich, und kommen wir mit herz- mach uns gleich den auserwähllichem Verlangen hin, da du bist, ten Scharen. F. Fabricius. Pfingst- Lieder. In eigener Melodie. schmacht; komm, o mein Verlan189. Brunnquell aller Gü- gen, fomm, mein Lieb, gegangen, dann mein Herze lacht, wird von neuem ganz erquicket, wenn es, Labsal, dich erblicket. ter, Herrscher der Gemüter, lebendiger Wind, Stiller aller Schmerzen, dessen Glanz und Kerzen mein Gemüt ent- 5. Wie ein Hirschlein gähnet, zündt, lehre mich zu allen Zeiten sich nach Wasser sehnet, wenn es deine Kraft und Lob ausbreiten. wird gejagt, so pflegt mein Ge2. Starker Gottesfinger, frem- müte, Herr, nach deiner Güte, der Sprachen Bringer, süßer Her- wenn es wird geplagt, tief zu zenssaft, Tröster in dem Leide, seufzen und im Schmachten nach Brunnquell aller Freude, alles dir, reichem Strom, zu trachten. Lebens Kraft: Gieb mir deine 6. Großer Menschenschöpfer, Brunst und Gaben, dich von Herzen lieb zu haben. unsers Thones Töpfer, Gott von Ewigkeit; Zunder keuscher Liebe, 3. Bräutigam der Seele, laß gieb, daß ich mich übe, auch in mich in der Höhle deiner Lieb- Kreuz und Leid alles dir anheint lichkeit Ruh und Zuflucht finden, zu stellen, und mich tröst in allen mach mich von den Winden trüber Not befreit; komm hervor, o Gnadensonne, füsse mich mit Trost und Wonne. Fällen. 7. Führe meine Sachen, meinen Schlaf, mein Wachen, meinen Tritt und Gang, Glieder und Gesichte, 4. Teure Gottesgabe, fomm, o daß mein arm Gedichte, daß mein komm, mich labe; sieh, ich bin ver- schlecht Gesang, Wandel, Werk und Pfingst- Lieder. 115 und Stand vor allen, dir, o Vas| schön; laß mich wahre Liebe hater, mög gefallen. ben und in deiner Gnade stehn; 8. Laß den Sohn der Höllen gieb mir einen starken Mut, nicht mit Listen fällen meiner heilige mein Fleisch und Blut; Tage Lauf; nimm nach diesem lehre mich vor Gott hintreten und Leiden mich zur Himmelsfreuden, im Geist und Wahrheit beten. deinen Diener, auf, da soll sich mein Mund erheben, dir ein Halleluja geben. Joh. Frant. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 190. Gott, gieb einen mil6. So will ich mich dir ergeben; dir zur Ehren soll mein Sinn dem, was himmlisch ist, nachstreben, bis ich werde kommen hin, da mit Bater und dem Sohn ich im den Regen, denn höchsten Himmelsthron dich erheben kann und preisen mit den süßen Engelweisen. M. Kramer. mein Herz ist dürr wie Sand; Bater, gieb vom Himmel Segen, tränke du dein durstig Land; laß des heilgen Geistes Gab über mich von oben ab, wie die starken Ströme fließen, und mein ganzes Herz durchgießen. 2. Kann ein Vater hier auf Erden, der doch bös ist von Na tur, seinen lieben Kindern geben nichts als gute Gaben nur; solltest du denn, der du heißt guter Vater, deinen Geist mir nicht geben und mich laben mit den guten Himmelsgaben? 3. Jesu, der du hingegangen zu dem Vater, sende mir deinen Geist, den mit Verlangen ich erwarte, Herr, von dir. Laß den Tröster ewiglich bei mir sein, und lehre mich in der Wahrheit fest zu stehen, und auf dich im Glauben sehen. Mel. Ach Gott und Herr. 191. Gott heilger Geiſt, der du verheißt, bei Frommen einzuziehen, komm auch zu mir, daß ich mit dir das Böse möge fliehen. 2. Komm, füßer Gast, nimm weg die Last und Greulichkeit der Sünden, daß deine Gunst und Liebesbrunst bei mir sich möge finden. 3. Du bist ein Geist, der unterweist und alle Blöden lehret, durch deinen Mund wird Gottes Bund und Gnadenreich vermehret. 4. Jch bitte dich, beschenke mich mit deinen werten Schäßen; auch wollest du, zu steter Ruh, dich in mein Herze setzen. 5. Du Lebensfaft, laß deine Kraft mich trösten und erquicken, daß mich die Not und auch der Tod, nicht möge unterdrücken. 6. Du Liebespfand, laß deine Hand mein Kreuz und Leid versüßen, auch dort bei dir mich für und für die Seligkeit genießen. M. C. Scriver. 4. Heilger Geist, du Kraft der Frommen, fehre bei mir Armen ein, und sei tausendmal willkommen, laß mich deinen Tempel sein. Säubre du nur selbst das Haus meines Herzens, wirf hinaus alles, was mich hier kann Mel. Kommt Her zu mir, spricht. scheiden von den süßen Himmels- 192. Gott Bater, sende deifreuden. nen Geist, den uns 5. Schmücke mich mit deinen dein Sohn erbitten heißt, aus Gaben, mache mich neu, rein und deines Himmels Höhen; wir bit8* telt, 116 Pfingst- Lieder. ten, wie er uns gelehrt, laß uns uns schüßt und deckt viel besser, doch ja nicht unerhört von deinem als man denket. Throne gehen. 2. Kein Menschenfind hier auf der Erd ist dieser edlen Gabe wert, bei uns ist kein Verdienen. Hier gilt gar nichts als Lieb und Gnad, die Christus uns verdienet hat mit Büßen und Verfühnen. 10. Der Geist, den Gott vom 3. Es jammert deinen Bater- Himmel giebt, der leitet alles, finn der große Jammer, da wir was ihn liebt, auf wohlgebahnten hin durch Adams Fall gefallen; Wegen; er seßt und richtet unsern durch dieses Fallen ist die Macht Fuß, daß er nicht anders treten des bösen Geistes leider bracht muß, als wo man findt den Segen. auf ihn und auf uns alle. 11. Er macht geschickt und rüstet 4. Wir halten, Herr, an unserm aus die Diener, die des Herren Heil und sind gewiß, daß wir Haus in diesem Leben bauen; er dein Teil in Christo werden blei- ziert ihr Herz, Mund und Verben, die wir durch seinen Tod und stand und läßt sie, was sonst unbes Blut des Himmels Erb und höch- tannt, zu unserm Besten schauen. stes Gut zu haben, treulich gläuben. 12. Er öffnet unsers Herzens 5. Und das ist auch ein Gnaden- Thor, wenn sie sein Wort in unwerk und deines heilgen Geistes ser Ohr als edlen Samen streuen; Stärk, in uns ist kein Vermögen. Wie bald würd unser Glaub und Treu, Herr, wo du uns nicht stündest bei, sich in die Asche legen? 13. Er lehret uns die Furcht 6. Dein Geist hält unsers Glau- des Herrn, liebt Reinigkeit und bens Licht, wenn alle Welt da- wohnet gern in frommen, feuwider ficht mit Sturm und vielen schen Seelen; was niedrig ist, Waffen. Und wenn auch gleich was Tugend ehrt, was Buße der Fürst der Welt selbst wider thut und sich befehrt, das pflegt uns sich legt ins Feld, so kann er zu erwählen. er doch nichts schaffen. er giebet Kraft demselben Wort, und wenn es fället, bringt ers fort und läsfets wohl gedeihen. 14. Er ist und bleibet stets getreu und steht uns auch im Tode bei, wenn alle Ding abstehen; er lindert unsre legte Qual, läßt uns hindurch ins Himmels Saal getroft und fröhlich gehen. 15. O felig, wer in dieser Welt läßt diesem Gaste Haus und Zelt in seiner Seel aufschlagen. Wer ihn aufnimmt in dieser Zeit, den wird er dort zur ewgen Freud in Gottes Hütte tragen. 16. Nun, Herr und Vater aller Güt, 7. Wo Gottes Geist ist, da ist Sieg, wo dieser hilft, da wird der Krieg gewißlich wohl ablaufen. Was ist doch Satans Reich und Stand? Wenn Gottes Geift er hebt die Hand, fällt alles übern Haufen. 9. Er macht das bittre Kreuze süß, ist unser Licht in Finsternis, führt uns als seine Schafe, hält über uns sein Schild und Wacht, daß seine Heerd in tiefer Nacht mit Fried und Ruhe schlafe. 8. Er reißt der Hölle Band entzwei, er tröst und macht das Herze frei von allem, was uns fränfet. Wenn uns des Unglücks Wetter schreckt, so ist ers, der Pfingst- Lieder. 117 Güt, hör unsern Wunsch, gieß dein brünstig Lieb entzünd in ins Gemüt uns allen diese Gabe. ihn'n. O Herr, durch deines Gieb deinen Geist, der uns all- Lichtes Glanz zu dem Glauben hier regiere, und dort für und für versammelt haft das Volk aus im ewgen Leben labe. Paul Gerhardt. aller Welt Zungen; das sei dir, In eigener Melodie. Herr, zu Lob gesungen. Halleluja, Halleluja! 193. Komm, Gott Schöpfer, heiliger Geist, besuch das Herz der Menschen dein. Mit Gnaden sie füll, wie du weißt, daß dein Geschöpf soll vor dir sein. 2. Denn du der Tröster bist genannt, des Allerhöchsten Gabe teur, ein geistlich Salb an uns gewandt, ein lebend Brunn, Lieb und Feur. 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort und lehr uns Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. O Herr, behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr, denn Jefum mit rechtem Glauben und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja, Halleluja! 3. Du bist mit Gaben mannigfalt der Finger Gottes rechter Hand; des Vaters Wort giebst du gar bald mit Zungen frei in alle Land. 4. Zünd uns ein Licht an im Verstand, gieb uns ins Herz der Liebe Brunst; des Fleisches Schwachheit, dir bekannt, stärk allzeit durch dein Kraft und Gunst. 5. Des Feindes List treib von uns fern, den Fried schaff in uns deine Gnad, daß wir Leiten folgen gern, und meiden unsrer Seelen Schad. 3. Du heilige Brunst, süßer Trost, nun hilf uns fröhlich und getroft in deinem Dienst beständig bleiben, daß Trübsal uns nicht abtreiben. O Herr, durch dein Straft uns bereit und stärt des Fleisches Blödigkeit, daß wir hier ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Halleluja, Halleluja! Dr. M. Luther: Mel. Von Gott will ich nicht. deinm 195. Komm, komm, o Himmelstaube, fomm, fomm, o werter Geist; komm, 6. Lehr uns den Vater kennen fomm, dieweil mein Glaube dich wohl, dazu Jesum Christ, seinen schon willkommen heißt; komm, Sohn, daß wir des Glaubens fehre bei mir ein; es ist, wie sichs werden voll, dich, beider Geist, gebühret, mein Herz schon ausge= recht zu verstehn. zieret, das soll dein Lusthaus sein. 7. Gott Vater sei Lob und dem Sohn, der von den Toten auf erstund; dem Tröster sei dasselb gethan in Ewigkeit zu aller Stund. Verdeutscht durch Dr. M. Luther. In eigener Melodie. 2. Mein Jesus hat die Maie des Glaubens eingepflanzt, und es mit Buß und Reue als einen Zaun umschanzt; er hat es zubereit gleich einem hohen Throne, in welchem nunmehr wohne felbft 194. omm, heiliger Geist, Herre Gott, erfüll die Dreieinigkeit. 3. Romm, komm, du güldner mit deiner Gnaden Gut deiner Regen, befeuchte meinen Sinn; Gläubigen Herz, Mut und Sinn, tomm, schütt auch allen Segen auf 118 Pfingst- Lieder. auf alle Frommen hin; laß deinen läßt du dein Allmacht sehen und Liebesbach mit reichen Strömen ziehest mich herfür. fließen und derer Herz begießen, die da sind matt und schwach. 4. Du bist ein Mund der Blöden, der Armen Schatz und Gut; ein Gasthof in der Öden, der hart Erschreckten Mut; ein Weg dem, der da irrt; der Blinden Licht und Sonne, der Herzbetrübten Wonne, derStranken Arzt und Wirt. 5. Du kannst die Herzen lenken 10. Drum fomm, o Troft von oben, fomm, fehre bei mir ein, so kann im größten Toben ich still und mutig sein. Dir ist mein Angst bekannt. Im ärgsten Un= gewitter schaust du schon durchs Gegitter hart hinter meiner Wand. S. Frand. In eigener Melodie, oder: Gott des Himmels und der. in einem Blick und Nu; wenn 196. Komm, o komm, du Menschen Arges denken, so sprichst Geist des Lebens, du Nein dazu; machst ihren Rat wahrer Gott von Ewigkeit; deine zu Spott; kannst ihren Hochmut Kraft sei nicht vergebens, sie erschwächen, daß jeder drauf muß füll uns jederzeit; so wird Geist sprechen: Seht, das thut unser und Licht und Schein in dem Gott! dunklen Herzen sein. 6. Du bist ein Glanz der Trü- 2. Gieb in unser Herz und Sintben, der Müden Ruhm und nen Weisheit, Rat, Verstand Stab; der Sehnenden Belieben, und Zucht, daß wir anders nichts treibst allen Kummer ab. Du beginnen, denn was nur dein hebest auf den Stuhl; doch, wer Wille sucht; dein Erkenntnis in hohen Sachen sich groß und werde groß und mach uns vom hoch will machen, den wirfst du Irrtum los. in den Pfuhl. 3. Zeige, Herr, die Wohlfahrtsftege; was gethan ist wider dich, räume ferner aus dem Wege; schlecht und recht behüte mich; wirke Reu an Sünden Statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat. 7. Oft, wenn es mit den Deinen jest scheinet aus zu sein, und die Thrannen meinen, sie wären nur allein, die niemand steuren kann, da pflegest du ein Schrecken in ihnen zu erwecken und stürzest Roß und Mann. 4. Laß uns stets dein Zeugnis 8. Will Pharao gleich denken fühlen, daß wir Gottes Kinder durch unerhörte That dein Israel sind, die auf ihn alleine zielen, zu fränken, so weißt du doch schon wenn sich Not und Drangsal Rat; wenn er der Frommen findt; denn des Vaters liebe Rut Schar die Arbeit heißt verdop- ist uns allewege gut. peln und Stroh zusammen stop- 5. Reiz uns, daß wir zu ihm peln, schickst du den Moses dar. treten frei mit aller Freudigkeit; 9. Nun wohl, ich will auch seufz auch in uns, wenn wir trauen, du werdest bei mir stehn beten, und vertritt uns allezeit; und alles Unglücksdrohen vorüber so wird unsre Bitt erhört und lassen gehn; wenn vor der Welt die Zuversicht gemehrt. mit mir es scheinet, wie geschehen, 6. Wird uns auch nach Troste bange, Pfingst- Lieder. 119 bange, daß das Herz oft rufen| Schand noch Tod, daß in uns muß: Ach, mein Gott, mein die Sinne nicht verzagen, wenn Gott, wie lange? O, so mache der Feind das Leben wird vers den Beschluß! Sprich der Seele flagen. Styrieleis! Dr. M. Luther. tröstlich zu, und gieb Mut, Geduld Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. und Ruh. 198. du allerfüßste Freude, o du allerschönstes 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser neuer Geist, Licht, der du uns in Lieb und fördre in uns deine Werke, wenn Leide unbesuchet läsfest nicht, Geist der Satan Macht beweist; schenk des Höchsten, höchster Fürst, der uns Waffen in dem Krieg und du hältst und halten wirst ohn erhalt in uns den Sieg. Aufhören alle Dinge, höre, höre, was ich singe. 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensch nur nennen kann. Wenn ich dich erwünsch und habe, geb ich alles Wünschen dran. Ach, ergieb dich, komm zu mir in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tempel auserforen. 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod noch Spott uns denselben möge rauben, du bist unser Schuß und Gott; sagt das Fleisch gleich immer nein, laß dein Wort gewisser sein. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichre uns je mehr, als des Himmelreiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr, die Gott giebt durch Jesum Christ und die unaussprechlich ist. Heinrich Held. In eigener Melodie. 197. un bitten wir den heiligen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahrn aus diesem Elende. Kyrieleis! 3. Du wirst aus des Himmels Throne wie ein Regen ausgeschütt't, bringst vom Vater und vom Sohne nichts als lauter Segen mit. Laß doch, o du werter Gast, Gottes Segen, den du hast und verwaltst nach deinem Willen, mich an Leib und Seele füllen. 4. Du bist weis und voll Verstandes, was geheim ist, ist dir fund; zählst den Staub des flei= 2. Du wertes Licht, gieb uns nen Sandes, gründst des tiefen deinen Schein, lehr uns Jesum Meeres Grund. Nun du weißt Chrift fennen allein, daß wir an auch zweifelsfrei, wie verderbt ihm bleiben, dem treuen Seiland, und blind ich sei; drum gieb der uns bracht hat zum rechten Baterland. Kyrieleis! Weisheit, und vor allem, wie ich möge Gott gefallen. 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden 5. Du bist heilig, läßt dich finden, wo man rein und sauber ist, der Liebe Brunst, daß wir uns fliehst hingegen Schand und Sünvon Herzen einander lieben, und in Fried auf einem Sinne bleiben. Kyrieleis! den, wie die Taube rein du bist. Mache mich, o Guadenquell, durch dein Waschen rein und hell; laß 4. Du höchster Tröster in aller mich fliehen, was du fliehest, gieb Not, hilf, daß wir nicht fürchten mir, was du gerne sieheſt. 6. Dit 12C Pfingst- Lieder. 6. Du bist, wie ein Schäflein in uns träftig sein, zu steter pfleget, frommen Herzens, sanften Freud und Wonn. Sonne, WonMuts, bleibst im Lieben unbewe- ne, himmlisch Leben willst du get, thust uns Bösen alles Guts. geben, wenn wir beten; zu dir Ach, verleih und gieb mir auch kommen wir getreten. diesen edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund und Feinde liebe, keinen, den du liebst, betrübe. 2. Du Quell, draus alle Weisheit fließt, die sich in fromme Seelen gießt, laß deinen Trost uns 7. Mein Hort, ich bin wohl zu hören, daß wir in Glaubens Eifrieden, wenn du mich nur nicht nigkeit auch können aller Christenverstößt; bleib ich von dir unge- heit dein wahres Zeugnis lehren. schieden, ei, so bin ich gnug ge- Höre, lehre, daß wir können Herz tröst. Laß mich sein dein Eigen- und Sinnen dir ergeben, dir zum tum; ich versprech hinwiederum, Lob und uns zum Leben. hier und dort all mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen. 3. Steh uns stets bei mit deinem Rat, und führ uns selbst 8. Ich entfage alle deme, was den rechten Pfad, die wir den Weg dir deinen Ruhm benimmt; ich nicht wissen. Gieb uns Beständigwill, daß mein Herz annehme nur keit, daß wir getreu dir bleiben allein, was von dir kömmt. Was für und für, wenn wir auch leiden der Satan will und sucht, will müssen. Schaue, baue, was zerich halten als verflucht; ich will rissen, und beflissen dich zu schauen seinen schnöden Wegen mich mit und auf deinen Trost zu bauen. Ernst zuwider legen. 4. Laß uns dein edle Balsams= 9. Nur allein, daß du mich stär- fraft empfinden und zur Ritterfest und mir treulich stehest bei. schaft dadurch gestärket werden, Hilf, mein Helfer, wo du mer- auf daß wir unter deinem Schuß fest, daß mir Hilfe nötig sei; begegnen aller Feinde Truß mit brich des bösen Fleisches Sinn; freudigen Geberden. Laß dich nimm den alten Willen hin, daß reichlich auf uns nieder, daß wir er sich in dir erneue, und mein wieder Trost empfinden, alles Gott sich meiner freue. Unglück überwinden. 10. Sei mein Retter, halt mich 5. O starter Fels und Lebenseben; wenn ich sinke, sei mein hort, laß uns dein himmelfüßes Stab; wenn ich sterbe, sei mein Wort in unsern Herzen brennen, Leben; wenn ich liege, sei mein daß wir uns mögen nimmermehr Grab; wenn ich wieder aufersteh, von deiner weisheitsreichen Lehr ei, so hilf mir, daß ich geh hin, da und reinen Liebe trennen. Fließe, du in ewgen Freuden wirst dein gieße deine Güte ins Gemüte, Auserwählten weiden. Paul Gerhardt. daß wir können Christum unsern Mel. Wie schön leucht uns der M. Heiland nennen. 199.heilger Geist, kehr bei 6. Du füßer Himmelsthau, laß uns ein und laß uns dich in unsre Herzen kräftiglich deine Wohnung sein, o komm, du und schenk uns deine Liebe, daß Herzenssonne! Du Himmelslicht, unser Sinn verbunden sei dem laß deinen Schein bei uns und Nächsten stets mit Liebestreu, und Pfingst- Lieder. 121 6. Schlage deine Flammen über und sich darinnen übe. Keinfeld! Laffe Ströme fließen, die Neid, kein Streit dich betrübe; das Land begießen, wo dein Wort Fried und Liebe müssen schweben, hinfällt! Und verleih, daß es geFried und Freude wirst du geben. deih, hundertfältig Frucht zu brin7. Gieb, daß in reiner Heilig- gen, laß ihm stets gelingen. feit wir führen unsre Lebenszeit, sei unsers Geistes Stärke, daß uns zusammen, wahre Liebesglut! uns hinfort sei unbewußt die Laß dein sanftes Wehen auch bei Eitelkeit, des Fleisches Lust und uns geschehen, dämpfe Fleisch und feine toten Werke. Rühre, führe Blut! Laß uns doch am Sündenunsre Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmels erben werden. M. Mich. Schirmer. Mel. Jesu, meine Freude. 200. Schmückt das Fest mit joch nicht mehr, wie vor diesem, ziehen und das Böse fliehen. 7. Gieb zu allen Dingen Wol= len und Vollbringen, führ uns ein und aus! Wohn in unsrer Maien, lasset Blu- Seele, und des Herzens Höhle men streuen, zündet Opfer an! sei dein eigen Haus! Wertes Denn der Geist der Gnaden hat Pfand, mach uns bekannt, wie sich eingeladen; machet ihm die wir Jesum recht erkennen und Bahn! Nehmt ihn ein, so wird Gott Vater nennen. sein Schein euch mit Licht und Heil erfüllen und den Kummer stillen. 8. Mach das Kreuze füße, und in Finsternissen sei du unser Licht! Trag nach Zions Hügeln uns mit 2. Tröster der Betrübten, Sie- Glaubensflügeln, und verlaß uns gel der Geliebten, Geist voll Rat nicht, wenn der Tod, die letzte und That; starker Gottesfinger, Not, mit uns will zu Felde lieFriedensüberbringer, Licht auf gen, daß wir fröhlich siegen. unserm Pfad! Gieb uns Kraft und Lebenssaft; laß uns deine teuern Gaben zur Genüge laben! 9. Laß uns hier indessen nimmermehr vergessen, daß wir Gott verwandt; dem laß uns stets die3. Laß die Herzen brennen, wenn nen und im Guten grünen als wir Jesum nennen, führ den Geist ein fruchtbar Land, bis wir dort, empor! Gieb uns Kraft, zu beten du werter Hort, bei den grüund vor Gott zu treten; sprich uns nen Himmelsmaien ewig uns erselber vor! Gieb uns Mut, du freuen. höchstes Gut; tröst uns kräftiglich Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. von ol en bei der Feinde Toben! 201. Strahl der Gottheit, Benj. Schmold. 4. Helles Licht, erleuchte! Klarer Kraft der Höhe, Geist Brunn, befeuchte unser Herz und der Gnaden, wahrer Gott, höre, Sinn! Gnadenöl, erquicke! Dein wie ich Armer flehe, das zu geMagnet entzücke bis zum Himmel ben, was mir not; laß den Aushin! Baue dir den Tempel hier, fluß deiner Gaben auch mein daß dein Heerd und Feuer bren- dürres Herze laben. net, wo man Gott bekennet. 5. Goldner Himmelsregen, schütte deinen Segen auf das Kirchen 2. Glaube, Weisheit, Rat und Stärke, Furcht, Erkenntnis und Verstand, das sind deiner Gottheit 210 122 Pfingst- Lieder. heit Werke, dadurch wirst du 4. Wenn ich nun soll sterben uns bekannt, dadurch weißt du und mein Fleisch verderben, da recht zu lehren, wie wir sollen Christum ehren. verlaß mich nicht; tritt mir an die Seite, hilf, daß ich so streite, daß ich ins Gericht ja nicht komm; o mache fromm mich, daß ich in diesem Leben bloß mög hiernach streben. Ch. Runge. Mel. Von Gott will ich nicht, oder: Aus meines Herzens Grunde. 4. Laß das Feuer deiner Liebe 203. 3ich ein zu meinen rühren meine Zung und Mund, meines daß ich auch mit heißem Triebe Herzens Gaft, der du, da ich ge= Gottes Thaten mache tund; laß boren, mich neu geboren hast. es Seel und Geist entzünden, O hochgeliebter Geist des Vaters und verzehren alle Sünden. und des Sohnes, mit beiden 5. Leg hingegen meiner Seele gleiches Thrones, mit beiden deine heilge Salbung bei, daß, gleich gepreist. geweiht mit deinem Öle, auch mein Leib dein Tempel sei; bleibe bei mir, wenn ich sterbe, daß ich Christi Reich ererbe. Berlin 1713. 2. Zieh ein, laß mich empfinden und schmecken deine Straft, die Kraft, die uns von Sünden Hilf und Errettung schafft. Entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. Mel. Jesu, meine Freude. 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut gemacht; der Tod durchdrang mein Leben, du hast ihn umgebracht und in der Tauf erstickt, als wie in einer Flute, mit dessen Tod und Blute, der uns im Tod erquickt. 3. Teurer Lehrer, Gottes Finger, lehr und schreibe deinen Sinn auch ins Herz mir, deinem Jünger; nimm mich ganz zu eigen hin, daß ich stets von deiner Fülle reichlich lerne, was dein Wille. 202. Ursprung wahrer Freuden, fomm in meinem Leiden und erfreue mich; strafe meine Sünden, so, daß ich mag finden, daß du kräftiglich dich in mir, v werte Zier, hast ergossen, daß dein Lieben ich hier mög ausüben. 2. Laß nicht Lieb erkalten in mir, sondern halten meines Herren Wort; lehre mich ergründen 4. Du bist das heilge Öle, dadies Wort; laß mich finden hier durch gesalbet ist mein Leib und an meinem Ort, wertes Licht, meine Seele dem Herren Jesu was mir gebricht; doch laß mich Christ zum wahren Eigentum, in meinem Klagen gleichwohl nicht verzagen. zum Priester und Propheten, zum Stönge, den in Nöten Gott schüßt im Heiligtum. 3. Auch wollst du in Zeiten mich behutsam leiten in die Wahr- 5. Du bist ein Geist, der lehret, heit ein, daß ich möge fämpfen wie man recht beten soll; bein ritterlich und dämpfen, was mir Beten wird erhöret, dein Singen bringet Bein. Wenn die Sünd flinget wohl; es steigt zum Himauf mich geschwind ihren Stachel mel an, es steigt und läßt nicht schießt, mich stärfe, daß ich Trost abe, bis der geholfen habe, der vermerke. allen helfen kann. 6. Dit Auf das Fest Trinitatis. 123 6. Du bist ein Geist der Freu- 10. Beschirm die Polizeien; bait den, vom Trauern hältst du nicht, unsers Königs Thron, daß sie erleuchtest uns im Leiden mit dei- und wir gedeihen; schmück, als nes Trostes Licht. Ach ja, wie mit einer Kron, die Alten mit Ver= manches Mal hast du mit süßen stand, mit Frömmigkeit die JuWorten mir aufgethan die Pfor- gend, mit Gottesfurcht und Tu ten zum güldnen Freudensaal. gend das Volk im ganzen Land. 7. Du bist ein Geist der Liebe, 11. Erfülle die Gemüter mit ein Freund der Freundlichkeit, reiner Glaubenszier, die Häuser willst nicht, daß uns betrübe und die Güter mit Segen für Zorn, Bank, Haß, Neid und und für; vertreib den bösen Geist Streit. Der Feindschaft bist du der dir sich widersetzet und was feind, willst, daß durch Liebes- dein Herz ergößet, aus unsernt flammen sich wieder thun zusam Herzen reißt. men, die voller Zwietracht sind. 12. Gieb Freudigkeit und Stärke, 8. Du, Herr, hast selbst in zu stehen in dem Streit, den Händen die ganze, weite Welt, Satans Reich und Werke uns fannst Menschenherzen wenden, täglich anerbeut. Hilf kämpfen wie dir es wohl gefällt; so gieb ritterlich, damit wir überwinden doch deine Gnad zu Fried und und ja zum Dienst der Sünden Liebesbanden; verknüpf in allen fein Christ ergebe sich. Landen, was sich getrennet hat. 13. Richt unfer ganzes Lebent 9. Erhebe dich und steure dem allzeit nach deinem Sinn, und Herzleid auf der Erd; bring wie- wenn wirs sollen geben ins Todes der und erneure die Wohlfahrt Rachen hin, wenns mit uns hier deiner Heerd! Laß blühen wie wird aus, so hilf uns fröhlich zuvor, die Länder, so verheeret, sterben und nach dem Tod era die Kirchen, so zerstöret durch erben des ewgen Lebens Haus. Krieg und Feuerszorn. Paul Gerhardt. 12. Auf das Fest Trinitatis. In eigener Melodie. geschieht, was dein Will hat be= 204. Allein Gott in der Höh dacht. [ llein Gott in der Höh dacht. Wohl uns des feinen sei Ehr und Dank Herren! für seine Gnade, darum, daß nun 3. O Jesu Christ, Sohn eingeund nimmermehr uns rühren born deines himmlischen Vaters, fann kein Schade; ein Wohlge- Versöhner der'r, die warn verlorn, falln Gott an uns hat, nun ist du Stiller unsers Haders; Lamm groß Fried ohn Unterlaß, all Gottes, heilger Herr und Gott, Fehd hat nun ein Ende. nimm an die Bitt von unsrer 2. Wir loben, preisn, anbeten Not: Erbarm dich unser aller! dich für deine Ehr; wir danken, 4. O heilger Geist, du höchstes daß du, Gott Vater, ewiglich re- Gut, du allr heilsamster Tröster, gierst ohn alles Wanken; ganz vors Teufels Gwalt fortan be unermessn ist deine Macht. fort hüt, die Jesus Christ erlöset durch große 124 Auf das Fest Trinitatis. große Martr und bittern Tod, Ehr in Ewigkeit. Ja! Amen! abwend all unsern Jammr und Ja! singt alle Christenheit. Not. Dazu wir uns verlassen. Nic. Decius. 8. Dein Nam ist groß, dein Reich, Herr, in uns wohne; dein Will uns zwing; ernähr uns und verschone; Versuchung steur, erheit wahrer Spiegel, lös aus böser Zeit; dein ist das o Licht vom Licht, als dessen All- Reich, die Kraft und Herrlichkeit. Joh. Frant. Mel. Der Tag ist hin, mein 2c. 205. Dreieinigkeit, der Gott machtsflügel sich um und um durch diesen Erdkreis streckt und Mel. Nun danket alle Gott. alle Welt mit ſeinemSchirm bedeckt. 206. Du dreimal großer 2. Wir loben dich, sobald die Gott, dem Erd und Sonn erwachet, und wenn sie jetzt Himmel dienen, dem heilig, heilig, den späten Abend machet. Was singt die Schar der Seraphinen; lebt und webt auf dieser Erde du höchste Majeſtät, du Helfer weit, ist alles, Herr, zu deinem in der Not, du aller Herren Herr, Dienst bereit. Jehovah Zebaoth. 3. O reicher Schab, o unum schränktes Wesen, wer hat wohl 2. Dich bet ich jegund an, dir Lob und Dank zu lallen; mein Halleje dein Heimlichkeit gelesen? Oluja laß dir gnädig wohlgefallen, tiefer Brunn, Brunn, o unerforschte du allerhöchstes Gut und gnaPracht, wie groß, ach Gott, wie denvolle Sonn, du aller Gaben groß ist deine Macht! Meer und unerschöpfter Brunn. 4. Wer kann doch hier, Herr, 3. Mein Schöpfer! Mensch und deine Weg erfinden? Wie sollt Vieh und alles andre Wesen ein Mensch wohl dein Gericht läßt deiner Allmacht Pracht ganz ergründen? Nur weg Vernunft, klärlich an sich lesen; dich, gronur weg, nur weg mit dir, dein ßer Zebaoth, erhebet die Natur, Wiß der ist ja viel zu schlecht Stern, Element, Gewölk und alle allhier. Kreatur. 5. Nur immer hin, nur hin mit deinem Dichten, du kannst dich nicht in Gottes Weisheit richten. Wo Gott nicht selbst dich unter weisen wird, so bleibest du verloren und verirrt. 4. Es muß dich jedermann, den treuen Vater, preisen; du führest wunderbar, willst Leib und Seele speisen; erhörest das Gebet, erfrischest unsern Mut; wir sind viel zu gering, was deine Treue thut. 5. Heiland, Immanuel, Lamm Gottes ohne Sünden, mein Jefu! Deine Lieb fann tein Verstand ergründen, das Halleluja singt dir, als dem wahren Christ, das menschliche Geschlecht, das nun erlöfet ist. 7. Gieb, daß von dir dies Wort bei uns stets flinge; von Ihm, 6. Du nahmest Fleisch an dich durch Ihn, in Ihm find alle und tratest in die Mitten; trugſt Dinge. Dem großen Gott sei unsre Sündenschuld, haft bis aufs 6. Drum lehr uns, Herr, o lehr uns ohne Trennen, in Einem Drei, in Dreien Eins erkennen; ach lehr uns doch, Gott Vater, Sohn und Geist, daß du ein Gott in drei Personen heißt. Auf das Fest Trinitatis. aufs Blut gelitten; doch dies, dein Blut und Tod, erwirbt uns lauter Heil, macht, daß wir selbst an Gott nun können nehmen teil. 125 Blut; der mir im Glauben schenkt sich selbst das höchste Gut. 3. Gelobet fei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werter Geist, den mir der Sohn gegeben; der mir mein durchs Evangelium bringst du Herz erquickt, der mir giebt neue das Volk zusammen, das Chriftum fennt und ehrt; du machest alles licht; giebst neue Feuerglut, damit kein Glaub gebricht. Kraft; der mir in aller Not Rat, Trost und Hilfe schafft. 8. Ach, allerhöchster Trost und bester Wahrheitslehrer, Erleuchter, Heiliger, Berufer und Bekehrer, du teilst die Gaben aus, erfülleft uns mit Kraft, die der Verderbnis wehrt und Gutes in uns schafft. 7. Herr Gott heilger Geist, du Geist voll reiner Flammen, 4. Gelobet sei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles rühmt und lobt, was in den Lüf= ten schwebet. Gelobet sei der Herr, des Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn und Gott, der werte Geist. 5. Dem wir Halleluja mit Freu den lassen klingen und mit der Engel Schar, das Heilig, Heilig singen; den herzlich lobt und preist die ganze Christenheit. Gelobet sei mein Gott in alle Ewigkeit! D. Joh. Olearius. 9. Gott Vater, Sohn und Geist, ein Gott und Eins in Dreien, gepriesne Majestät! Die wir stets benedeien, laß auf der rechten Bahn uns allezeit bestehn, und durch ein seligs End zu unserm In eigener Melodie. Erb eingehn. 208. Gott der Bater wohn 10. Laß, o dreieinger Gott, dein uns bei und laß Gnadenantlig leuchten; dein edler uns nicht verderben, mach uns Segensthau woll unser Herz be- aller Sünden frei und hilf uns feuchten; wir hoffen ja auf dich, selig sterben. Vor dem Teufel du läßt uns nicht in Spott; wir uns bewahr, halt uns bei festem fingen: Gloria, gelobt, gelobt Glauben, und auf dich laß uns sei Gott! bauen, aus Herzensgrund vera trauen dir uns lassen ganz und Mel. Nun dantet alle Gott. 207. Gelobet fei der Herr, gar; mit allen rechten Christen mein Gott, mein entfliehn des Teufels Listen, mit Licht, mein Leben, mein Schöpfer, Waffen Gotts uns rüsten. Amen, der mir hat mein Leib und Seel Amen, das sei wahr, so singen gegeben, mein Vater, der mich schüßt von Mutterleibe an, der alle Augenblick viel Guts an mir gethan. wir Halleluja! 2. Jesus Christus wohn uns bet und laß uns nicht verderben 2c. 3. Der heilge Geist uns wohne bei und laß uns nicht verderben 2c. D. M. Luther. 2. Gelobet fei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der Mel. Meine Seele erhebt den H. sich für mich gegeben; der mich 209. Gott sei uns gnäerlöset hat mit seinem teuren dig und barmherzig, 126 Auf das Fest Trinitatis. zig und geb uns seinen gött-| Heil! O Licht, welchem nimmer lichen Segen. 2. Er lasse uns sein Antlik leuchten, daß wir auf Erden ertennen seine Wege. Glanz gebricht, laß mich deine Flamm entzünden! Ach, du reinste Liebesglut, brenn mir lieblich Herz und Mut! 5. Unaussprechlich süße Weide, gieb dich einst zu schmecken mir; o du höchster Trost und Freude, find ich alles doch an dir. Du Mel. Sollt ich meinem Gott nicht. kannst rechten Reichtum geben; 210. Großer Gott, der mich nichts als lauter Armut ist da, wo du nicht alles bist. Ach was ist doch dieses Leben! Ohne dich nur Höllennot, übertünchtes Grab und Tod. erschaffen hat zu seinem Lob und Preis, laß dein Lob bei mir nicht schlafen, wecke selber meinen Fleiß, stets ein Opfer dir zu bringen; denn wer kann so löb- 6. Schaß, du reizest mein Verlich sein, wer so herrlich, heilig, langen; ach, wann kommt der rein, von so hohen Wunderdingen, schöne Tag, Herr, daß ich dich so gerecht und schön dazu, schön- einst umfangen und vollkömms ster Herr und Gott, als du? lich schauen mag, daß, o meines 2. Du bist lauter Güt und Geistes Krone, ich, vom eiteln Wahrheit, du ein Quell der Staube frei, ganz mit dir verFreundlichkeit, unaussprechlich hell einigt sei und in deinem Reiche an Klarheit; Licht und Strahlen wohne, wo dein Antlig hell und sind dein Kleid, Heil und Recht klar uns soll werden offenbar? sind deine Werke; alle Dinge 7. Nun, du hast schon längst erdeiner Hand dir von Ewigkeit lesen Zeit und Stunde, mir zu bekannt; deiner Weisheit, deiner gut, und ein solches lieblichs WeStärke ist nichts gleich, ganz sen auch mit deinem eignen Blut nichtig ist vor dir unser Wiß und List. mir verschrieben; unterdessen will ich harren in Geduld, Gott, mein 3. Niemand mag dir wider König, deiner Huld, deines Lostehen; wer ist mächtig doch wie bes nicht vergessen. Lob und Gott? Wie ers denkt, so muß es Preis sei dir bereit, hier und gehen, denn er heißt: Herr Ze- dort in Ewigkeit! E. Fing. baoth. Alles läuft nach seinem In eigener Melodie. Willen; sein allsehend Angesicht 211. Hochheilige Dreieinigweichet von 3. Es fegne uns Gott, unser Gott. Es segne uns Gott und gebe uns seinen Frieden! Amen. und milde mich hast geschaffen in der Zeit zu deinem Ebenbilde; ach, daß ich dich von Herzens 4. Das Vermögen seiner Hände grund doch lieben möchte alle ist unendlich, also auch seine Stund. Drum komm doch und Gnade sonder Ende und ihm täg- zieh ein bei mir, mach Wohnung lich im Gebrauch. Laß mich sehn und bereit mich dir. dich, dich empfinden, du ewiges 2. O Vater, nimm ganz träftig seine Gegenwart kann füllen Erd und Himmel hier und dort, schaut und hört sie fort und fort. Auf das Fest Trinitatis. 127 tig ein das sehnende Gemüte, Gott, der Herre Zebaoth! Heilig mach es zu deinem innern Schrein ist Gott, der Herre Zebaoth! und deiner stillen Hütte; vergieb, Heilig ist Gott, der Herre Zedaß meine Seele sich so oft zer- baoth! Seine Ehr die ganze Welt streuet jämmerlich; verseze sie in erfüllet hat. Von dem Geschrei deine Ruh, daß nichts in ihr sei, zittert Schwell und Balken gar, als nur du. das Haus auch ganz voll Rauchs und Nebels war. D. M. Luther. In eigener Melodie. 3. Gott Sohn, erleuchte den Verstand mit deiner Weisheit Lichte; vergieb, daß er sich oft 213. Kyrie, Gott Vater in gewandt zu eitelem Gedichte; laß e Ewigkeit, groß ist nunmehr nur in deinem Schein dein Barmherzigkeit, allerDing ein mein einzigs Schaun und Wirken Schöpfer und Regierer, Eleison! sein; hilf, daß er sich hier in der Zeit entreiße von der Eitelkeit. 2. Christe, aller Welt Trost, uns Sünder du allein hast erlöst; o Jesu, Gottes Sohn, unser Mittler bist du in dem höchsten Thron, zu dir schreien wir aus Herzens Begier, Eleison! 3. Kyrie, Gott heilger Geist, tröst, stärt uns im Glauben allermeist, daß wir am letzten End fröhlich abscheiden aus diesem Elend, Eleison! Mel. Nun freut euch, lieben Christ. 214. heilige Dreieinigkeit, 4. O heilger Geist, du Liebesfeur, entzünde meinen Willen; stärk ihn, komm mir zu Hilf und steur, den deinen zu erfüllen; vergieb, daß ich so oft gewollt, was sündlich ist und nicht gefollt; verleih, daß ich mit reiner Brunst dich innig ewig lieb umsonst. 5. O heilige Dreieinigkeit, führ mich nur ganz von hinnen, und richte auf die Ewigkeit mein Herz und alle Sinnen. Vereinge mich und laß mich hier eins mit dir sein, daß ich mit dir auch dort sei in der Herrlichkeit, o heiligste Dreieinigkeit. Joh. Scheffler. In eigener Melodie. Ehren! Wie kann doch deine Christenheit dein Lob genug vermehren? Du bist sehr hoch und wunDersam, ganz unbegreiflich ist dein Nam, dein Wesen unerforschlich. 212. Jesaia dem Propheten 2. Wir danken dir, daß deine Gnad, auch weil wir hier noch leben, in deinem Worte so viel hat uns offenbart gegeben, daß du bist wahrer Gott und heißt: Gott Vater, Sohn und heilger Geist, dreifaltig und doch einig. das geschah, daß er im Geist den Herren sigen sah auf einem hohen Thron mit hellem Glanz, seines Kleides Saum den Chor erfüllte ganz. Es stunden zween Seraphim bei ihm dran; sechs Flügel sah er einen 3. O Vater, aller Dinge Quell jeden habn; mit zween verbargen und Ursprung, sei gepriesen für sie ihr Antlit flar; mit zween alle Wunder, klar und hell, durch bedeckten sie ihre Füße gar, und deine Macht erwiesen. Du Vamit den andern zween sie flogen ter, haft vor aller Zeit dein frei; gegen einander riefen sie eingen Sohn von Ewigkeit, dein mit großem Geschrei: Heilig ist Ebenbild, gezeuget. 4. Du 128 Auf das Fest Trinitatis. 4. Du hast gemacht den Erden-| Durch dich wird unsre Hoffnung kreis nach deinem Wohlgefallen, fest, und wenn uns alle Welt ver= uns Menschen drauf zu deinem läßt, bleibst du bei uns im Herzen. Preis, damit dein Lob erschalle; 11. Wir bitten dich demütiglich, auch wird durch deines Mun- daß es ja mög durchdringen, was des Wort dies alles immer fort wir mit Seufzen oft vor dich in und fort erhalten und regieret. unfrer Not vorbringen, und wenn 5. Drum steh, o Bater, ferner die letzte Stund da ist, so hilf, bei uns, deinen armen Kindern, daß wir auf SJefum Chrift ge= und alle Schulden uns verzeih trost und selig sterben. den hochbetrübten Sündern; aus 12. Gott Vater, Sohn, heiliger unsern Nöten mannigfalt errette Geist, für alle deine Güte, fei uns und hilf uns bald, wie du immerdar von uns gepreist mit uns haft versprochen. freudigem Gemüte! Des Him6. O Jesu Christe, Gottes Sohn, mels Heer dein Lob dir bringt und von Ewigkeit geboren, uns Men- Heilig, Heilig, Heilig singt; das schen auch ins Himmels Thron thun auch wir auf Erden. D. Just. Gesenius. zum Mittler auserforen; durch dich geschieht, was nur geschieht, o wahrer Gott, o wahres Licht, vom wahren Gott und Lichte. 7. Du bist des Vaters Ebenbild 215. meine Seel, erhebe und hoch vom Himmel fommen; dich, mit Andacht zu als eben war die Zeit erfüllt, betrachten, wie Gott hat offenhast du Fleisch angenommen, haft baret sich und wie man ihn soll uns erworben Gottes Huld, be- achten, daß er der Allerhöchste zahlet unsre Sünd und Schuld ist im Himmel und auf Erden, durch dein unschuldig Leiden. und soll gerühmt zu jeder Frist, 8. Nun sigest du zur rechten auch angerufen werden als UrHand des Vaters hoch erhoben; sprung aller Dinge. beherrscheft alle Leut und Land 2. Gott, du bist einig für und und dämpfst der Feinde Toben. für, nichts sind der Heiden GötHilf uns, o wahrer Mensch und ter, fein Heil noch Trost ist außer Gott, wir wollen dir für deinen dir, kein Helfer noch Erretter. Tod und alle Wohlthat danken. Laß mich, o Herr, auf dich allein 9. Oheilger Geist, du werte von ganzem Herzen trauen, dir Kron, Erleuchter unsrer Sinnen, inniglich ergeben sein, auf nieder du vom Vater und dem Sohn mand anders bauen, dir Gott ausgehest ohn Beginnen; du bist allein anhangen. allmächtig und ohn End, der Vater und der Sohn dich sendt, im Glauben uns zu leiten. 3. Herr, mein Gott, du bist ein Geist und teilest bei uns allen an Gaben aus, was geistlich 10. Herr, du gebierest durch die heißt, nach deinem Wohlgefallen. Tauf uns wiederum aufs neue, Laß mich stets geistlich sein geund nachher auch nimmst du uns sinnt, daß, wenn ich vor dich trete, auf, wenn du giebst wahre Reue. ich deine Kraft in mir empfind, und Mel. Christ, unser Herr, zum Jordan, oder: Es woll uns Gott genädig sein. Auf das Fest Trinitatis. 129 und dadurch dich anbete im Geist und gut, wo sich bekehrt der Sünund in der Wahrheit. der, erbarmst dich, wie ein Vater thut, von Herzen deiner Kinder. Herr, laß von deiner Lieb und Gnad mich allweg Trost bekommen, von mir auch meine Missethat so fern sein hingenommen, als Morgen ist vom Abend. 10. Gott, deine Wahrheit stets besteht, und wohl dem, der dir gläubet; der Himmel und die Erd vergeht, dein Wort, Herr, ewig bleibet. Gieb, daß ich fürchte dein Gericht und alles, was du dräuest, auch hoffe, was dein Wort verspricht, daß dus mir gern verleihest. Hoffnung wird nicht zu Schanden. 4. Du bist, o Gott, von Ewigkeit, ohn Anfang und ohn Ende. Sieb, daß mein Herz von aller Freud des Zeitlichen sich wende, auf daß ich möge immerdar drum bitten und drauf denken, weil alles hier ist wandelbar, daß du mir dort wollst schenken das un vergänglich Erbe. 5. Gott, du bist an allem Ort und gar nicht zu ermessen; ob einer hier ist oder dort, ist er dir nicht entsessen. Laß mich nicht zweifeln, wo ich sei, du könnst dich mein annehmen; auch was ich thu, laß mich dabei des Bösen vor dir 11. Allselig bist du, Gott, und schämen und überall dich fürchten. frei und thust, was dir beliebet; 6. Unendlich, Herr, ist deine du bist ein milder Herr dabei, Macht, zu retten, die dich lieben, der reichlich Gutes giebet. Laß und wenn der Gottlos dich ver- mich mit dem zufrieden sein, was acht, die Rache auch zu üben. ist dein heilger Wille; gieb auch, Gieb, daß sich deiner Allmacht daß ich von dir allein und deiner Schuß fort über mich erstrecke, mich auch nicht Menschengrimm noch Truß, nur deine Straf erschrecke; du töteft Leib und Seele. 7. Voll höchster Weisheit bist du, Gott; niemand fann sie er gründen! Wie wunderschwer auch ist die Not, weißt du doch Rat zu finden. Gieb, daß ichs dir stets traue zu, auf dich werf meine Sorgen, auch Übels weder denf, noch thu, weil du siehst ins Verborgne und prüfest Herz und Nieren. Güte Fülle erwarte alls in allem. 12. Gott, wenn ich dich so kenn und ehr, dein Wort zum Grunde seze, fann ich mich drob erfreuen mehr, als über alle Schäße; bis ich dort, o du wahres Licht, ohn Lallen dich werd nennen, von Angesicht zu Angesicht anschauen und erkennen und ohn Aufhören loben. 13. Gott Vater, Sohn und heilger Geist, der du auch willst auf Erden von mir und allen sein ge= preist, laß deinen Ruhm groß werden; verleih mir Gnade, Kraft und Stärk, daß ich zu allen Zeiten, Herr, deinen Namen und dein Werk könn mehr und mehr ausbreiten, so lang ich leb auf Erden. D. Denide. 8. Gott, du bist heilig und gerecht, du kannst die Sünd nicht leiden; wer sagen will, er sei dein Knecht, der muß das Böse meiden. Gieb, daß ich mich zu jeder Zeit der Heiligkeit befleiße, nachjage der Gerechtigkeit, auch dein Gericht gut heiße, ob ichs schon nicht begreife. 216. 9. Du bist sehr gnädig, fromm 9 Mel. Es ist das Heil uns kommen. Bater, Gott von& wigfeit, der Gottheit wahre Quelle, 130 Auf das Fest Trinitatis. Quelle, dich ehrt die ganze Chri- 8. O heilige Dreieinigkeit, Jestenheit, denn deines Thrones hovah der Heerscharen, der du dich Stelle ist herrlich, voller Majestät, daß billig dir zu Dienste steht der Himmel samt der Erde. deiner Christenheit hast wollen offenbaren, daß du mit deinem Namen heißt Gott Vater, Sohn und heilger Geist, wir danken dir mit Freuden. 9. Denn wer dich, Gott, recht weiß und kennt, der hat das rechte Leben, und wer von deiner Liebe brenut, den kannst du bald erhe3. Drum bleib noch ferner zu- ben, daß er nach dieser trüben gethan als Vater deinen Kindern, Zeit im Licht der frohen Ewigund nimm dich unsrer Wohlfahrt feit dich wesentlich kann schauen. an; hilf allen armen Sündern, M. Sal. Listow. daß wir von deiner Mildigkeit Mel. Christ, unser Herr, zum Jordan, zur guten und zur bösen Zeit oder: Es woll uns Gott. Trost, Schuß und Nahrung haben. 4. Gott Sohn, des Vaters Ebenbild, von Ewigkeit geboren, und endlich, da die Zeit erfüllt, als Mittler auserforen, der wahrer Gott und Mensch zugleich. Du haft der Welt dein Himmelreich durch deinen Tod erworben. 2. Als Vater hast du deinen Sohn von Ewigkeit gezeuget, daß sich vor seiner Gottheit Thron der Chor der Engel neiget; als Vater hast du diese Welt und alles an das Licht gestellt, auch väterlich erhalten. 5. Als Gott besißest du den Thron zu deines Vaters Rechten, uns wider allen Neid und Hohn des Teufels zu verfechten. Ach, hilf uns durch dein teures Blut, daß uns dein Vater bleibe gut und ewiglich gewogen. 6. O heilger Geist, du werter Gast, der Frommen Schaß und Krone, der du den Ausgang ewig hast vom Vater und dem Sohne; du süßer Tröster, treuster Freund, der du die Deinen immerfort in alle Wahrheit Leiteſt. 217. Mas alle Weisheit in der Welt bei uns hier kaum fann lallen, das läßt Gott aus dem Himmelszelt in alle Welt erschallen, daß er alleine König sei, hoch über alle Götter, groß, mächtig, freundlich, fromm und treu, der Frommen Schuß und Retter, ein Wesen, drei Personen. 2. Gott Vater, Sohn und heilger Geist heißt sein hochheilger Name; so kennt, so nennt, fo rühmt und preist ihn der gerechte Same, Gott Abrahams, Gott Isaats, Gott Jakobs, den er liebet, Herr Zebaoth, der Nacht und Tag uns alle Gaben giebet und Wunder thut alleine. 3. Der Vater hat von Ewigkeit den Sohn, sein Bild, gezeuget; der Sohn hat in der Füll der Zeit im Fleische sich gezeiget. 7. Komm, wahrer Gott, mit dei- Der Geist geht ohne Zeit herfür ner Kraft zu deinen Auserwähl- vom Vater und vom Sohne, mit ten; gieb uns den rechten Lebens- beiden gleicher Ehr und Zier, saft und tröste die Gequälten. gleich ewig, gleicher Krone und Bleib unser Trost und Zuversicht, ungeteilter Stärke. der Seelen Schaß und Freuden- 4. Sieh hier, mein Herz, das licht und unsers Geistes Leben. ist dein Gut, dein Schaß, dem feiner Von der Schöpfung und Regierung Gottes. 131 teiner gleichet; das ist dein König seist, hoch über alle GötFreund, der alles thut, was dir ter, Gott Bater, Sohn und heilzum Heil gereichet, der dich ge- ger Geist, der Frommen Schutz baut nach seinem Bild, für deine und Retter, ein Wesen, drei BerSchuld gebüßet, der dich mit sonen. wahrem Glauben füllt und all Paul Gerhardt. In eigener Melodie. dein Kreuz durchfüßet mit seinem heilgen Worte. 218. Wir glauben all an ei5. Erhebe dich, steig zu ihm zu nen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich und lern ihn recht erkennen, denn zum Vater gegeben hat, daß wir solch Erkenntnis bringt dir Ruh seine Kinder werden. Er will und macht die Seele brennen in uns allzeit ernähren, Leib und reiner Liebe, die uns nährt zum Seel auch wohl bewahren, allem ewgen Freudenleben, da, was Unfall will er wehren, kein Leid hier unser Ohr gehört, Gott wird soll uns widerfahren. Er forget zu schauen geben den Augen seiner Kinder. für uns, hüt und wacht es steht alles in seiner Macht. 6. Weh aber dem verstockten Heer, das sich hier selbst verblendet, Gott von sich stößt und seine Ehr auf Kreaturen wendet! Dem wird gewiß des Himmels Thür einmal verschlossen bleiben; denn wer Gott von sich treibt allhier, den wird er dort auch treiben von seinem heilgen Throne. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren. Von Maria, der Jungfrauen, ist ein wahrer Mensch geboren durch den heilgen Geist im Glauben, für uns, die wir warn verloren, am Kreuz gestorben und vom Tod:: wied'r auferstanden ist durch Gott. 7. Ei nun, so gieb, du großer Held, Gott Himmels und der Erden, daß alle Menschen in der 3. Wir glauben auch an heilWelt zu dir befehret werden; er- gen Geist, Gott mit Vater und leuchte, was verblendet geht, dem Sohne, der aller Blöden bring wieder, was verirret; reiß Tröster heißt, uns mit Gaben aus, was uns im Wege steht zieret schöne. Die ganze Chris und freventlich verwirret die stenheit auf Erden hält in einem Schwachen in dem Glauben. Sinn gar eben; hier all Sünd 8. Auf daß wir also allzugleich vergeben werden; das Fleisch soll zur Himmelspforte dringen und uns wieder leben; nach diesem dermaleinst in deinem Reich ohn Glend ist bereit, uns ein Lealles Ende singen, daß du alleine ben in Ewigkeit. D. M. Luther. 13. Von der Schöpfung, Erhaltung, Vorsorge und Regierung Gottes insonderheit. In eigener Melodie, oder: Valet will ich dir geben. fränkt, der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt; der 219. Befiehl du deine Wege Wolken Luft und Winden giebt und was dein Herze Wege, Lauf und Bahn, der wird auch 9* 132 Von der Schöpfung und Regierung Gottes. auch Wege finden, da dein Fuß| 8. Jhn, ihn laß thun und walgehen kann. ten, er ist ein weiser Fürst und 2. Dem Herren mußt du wird sich so verhalten, daß du trauen, wenn dirs soll wohler- dich wundern wirst, wenn er, wie gehn; auf sein Werk mußt du ihm gebühret, mit wunderbarem schauen, wenn dein Werk soll be- Rat die Sach hinausgeführet, stehn. Mit Sorgen und mit die dich befümmert hat. Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott sich gar nichts nehmen, es muß erbeten sein. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn und thun an seinem Teile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben und sollst du für und für in Angst und Nöten schweben, als frag er nichts nach dir. 10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da dus 4. Weg hast du allerwegen, an am mindsten gläubst. Er wird Mitteln fehlts dir nicht; dein dein Herze lösen von der so Thun ist lauter Segen, dein schweren Last, die du zu keinem Gang ist lauter Licht; dein Werk Bösen bisher getragen hast. fann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zu rücke gehn. Was er sich vorgenommen, und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 11. Wohl dir, du Kind der Treue! Du hast und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron. Gott giebt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpsalmen, dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende mit aller unsrer Not! stärk unfre Füß und Hände, und laß 6. Hoff, o du arme Seele, hoff bis in den Tod uns allzeit deiner und sei unverzagt! Gott wird Pflege und Tren empfohlen sein, dich aus der Höhle, da dich der so gehen unsre Wege gewiß zum Kummer plagt, mit großen Gna- Himmel ein. den rücken. Erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. Paul Gerhardt. 7. Auf, auf! gieb deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht! Laß fahren, was dein Herze betrübt und traurig macht. Bist du doch nicht Regente, der alles führen soll; Gott sist im Regimente und führet alles wohl. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater! weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rat gefällt. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher. 220. Du biſt ein Mensch, was strebst du denn nach Dingen, die Gott der Höchst alleine soll und kann zuwege bringen? Du fährst mit deinem Wiß und Sinn durch so viel tausend Sor= gen hin und denkst: Wie wills auf Von der Schöpfung und Regierung Gottes. 133 für dich sich hat erhoben. Dein Brot, dein Wasser und dein Kleid war eher noch, als du bereit; die Milch, die du erst nahmest, war auch schon, da du kamest. 8. Die Windeln, die dich allgemach umfingen in der Wiegen, dein Bettlein, Rammer, Stub und Dach, und wo du solltest liegen, das war ja alles zuge= richt, eh als dein Aug und Ange sicht eröffnet ward und sahe, was in der Welt geschahe. auf Erden doch endlich mit mir werden? 2. Es ist umsonst; du wirst fürwahr mit allem deinen Dichten auch nicht ein einges kleines Haar in aller Welt ausrichten; und dient dein Gram sonst nirgends zu, als daß du dich aus deiner Ruh in Angst und Schmerzen stürzeft, und selbst das Leben fürzest. 3. Willst du was thun, was Gott gefällt und dir zum Heil gedeihet, so wirf dein Sorgen auf den Held, den Grd und Himmel scheuet, und gieb dein Leben, Thun und Stand, nur fröhlich hin in Gottes Hand, so wird er deinen Sachen ein fröhlich Ende machen. 9. Und dennoch soll dein Angeficht dein ganzes Leben führen; du traust und glaubest weiter nicht, als was dein Augen spüren; was du beginnst, da soll allein dein Kopf dein Licht und Meister sein; was er nicht außerforen, in der Mutter Leibeshöhl und das hältst du als verloren? finsterm Kerker lage? Wer hat 10. Nun, siehe doch, wie viel allda dein Heil bedacht? Was that da aller Menschen Macht, da Geist und Sinn und Leben dir ward ins Herz gegeben? 4. Wer hat gesorgt, da deine Seel im Anfang deiner Tage noch und oft ist schändlich umgeschlagen, was du gewiß und fest gehofft mit Händen zu erjagen; hingegen, wie so manchesmal ist 5. Durch wessen Kunst steht dein doch geschehn, das überall kein Gebein in ordentlicher Fülle? Mensch, kein Rat, kein Sinnen Wer gab den Augen Licht und sich hat ersinnen können. Schein, dem Leibe Haut und 11. Wie oft bist du in große Hülle? Wer zog die Adern hier Not durch eignen Willen komund dort, ein jed an ihre Stell men, da dein verblendter Sinn und Ort? Wer setzte hin und den Tod fürs Leben angenommen, wieder so viel und schöne Glieder? und hätte Gott dein Werk und 6. Wo war dein Will, Herz und That ergehen lassen nach dem Verstand, da sich des Himmels Rat, in dem dus angefangen, du Decken erstreckten über See und wärst zu Grunde gangen. Land und aller Erden Ecken? 12. Der aber, der uns ewig Wer brachte Sonn und Mond liebt, macht gut, was wir verwirherfür? Wer machte Kräuter, ren, erfreut, wo wir uns selbſt Bäum und Tier, und hieß sie deinen Willen und Herzenslust erfüllen? betrübt, und führt uns, wo wir irren; und dazu treibt ihn sein Gemüt und die so reine Vatergüt, in der uns arme Sünder er trägt, als seine Kinder. 13. Ach, wie so oftmals schweigt er 7. Heb auf dein Haupt, schau überall, hier unten und dort oben, wie Gottes Sorg auf allen Fall 134 Von der Schöpfung und Regierung Gottes. er still und thut doch, was uns gehaltnem Ringen aus allen Sors nüget, da unterdessen unser Will gen bringen. und Herz in Ängsten sißet, sucht Paul Gerhardt. Mel. Jesu, meine Freude. hier und da und findet nichts, will 221. Gott, der wirds wohl fehn, und mangelt doch des Lichts, machen, dem ich alle will aus der Angst sich winden, Sachen allzeit heimgestellt. Er und kann den Weg nicht finden. hat mich erforen, eh ich noch ge14. Gott aber geht gerade fort boren bin auf diese Welt; hat auf seinen weisen Wegen; er geht mir auch nach seinem Brauch, und bringt uns an den Port, da was vonnöten, stets gegeben hier Sturm und Wind sich legen. Her in diesem Leben. nachmals, wenn das Werk ge- 2. Gott, der wirds wohl machen, schehn, da kann der Mensch als- der mir manches Lachen, Freud dann erst sehn, was der, so ihn re- und Lust geschenkt, der mich nie gieret, in seinem Rat geführet. vergessen, der mit Kleid und 15. Drum, liebes Herz, sei Essen täglich mich bedenkt; auch, wohlgemut und laß von Sorg wenn fast die Kreuzeslast oft die und Grämen! Gott hat ein Herz, Seinen niederdrücket, hat er mich das nimmer ruht, dein Bestes erquicket. vorzunehmen; er fanns nicht 3. Gott, der wirds wohl machen, lassen, glaube mir, sein Einge- laß das Wetter krachen und die weid ist gegen dir und uns hier Stürme gehn! Wenn mit großem allzusammen voll allzufüßer Flammen. Grausen alle Wellen brausen, will er bei dir stehn. Jonas lag den dritten Tag. Schlägt dich Unglück auch danieder, Gott erhebt dich wieder. 16. Gr hißt und brennt von Gnad und Treu, und also kannst du denken, wie seinem Mut zu Mute sei, wenn wir uns oftmals 4. Gott, der wirds wohl machen, fränken mit so vergebner Sorgen er wird selber machen über deibürd, als ob er uns nun gänzlich ner Not. Wenn du willst verwürd aus lauterm Zorn und Haf- zagen unter deinen Plagen, ist sen ganz hilf- und trostlos lassen. der fromme Gott auf dem Plan 17. Das schlag hinweg und laß und nimmt dich an. Dann verdich nicht so leichtiglich bethören! stäubt die Angst geschwinde, wie Ob gleich nicht allzeit das geschieht, der Rauch im Winde. was Freude kann vermehren, so 5. Gott, der wirds wohl machen, wird doch wahrlich das geschehn, mächtig in den Schwachen ist er was Gott, dein Vater, ausersehn; allezeit. Wem hats je gefehlet, was er dir zu will fehren, das der sich Gott erwählet in dem wird kein Mensch dir wehren. Herzeleid? Drum, mein Herz, 18. Thu als ein Kind und lege vergiß den Schmerz, alles steht dich in deines Vaters Arme; bitt in seinen Händen; Gott kann ihn und flehe, bis er sich dein, wie alles wenden. er pflegt, erbarme: so wird er 6. Gott, der wirds wohl machen, dich durch seinen Geist, auf Wegen, wenn des Todes Rachen gleich die du jetzt nicht weißt, nach wohl- ist aufgethan. Wenn die Lebensjah Von der Schöpfung und Regierung Gottes. 135 jahre liegen auf der Bahre, führt da, auch in der Höll trittst du mir er himmelan. Dieser Bund hat nah, kann dir mich nicht entziehen. feinen Grund: Die gelebt und 4. Nun, großer Gott, weil deine leben werden, kommen in die Hand mich überall fann finden, Erden. und all mein Thun dir ist bekannt, 7. Gott, der wirds wohl machen, so hüt ich mich vor Sünden. Denn der den alten Drachen dämpfet Finsternis ist Licht bei dir, was ritterlich; führt er gleich die heimlich war, kommt klar hervor, Seinen, anders als sie meinen, ich kann dir nicht entgehen. Was noch so wunderlich, sei bereit ich gethan, geredt, gedacht, das zu Freud und Leid; Gott befiehl wird vor deinen Thron gebracht, nur deine Sachen! Gott, der wirds da muß ich vor dir stehen. wohl machen. Ernst Strickmann. 5. Herr, meine Seel erkennt dies wohl, daß du mich haft be= Mel. An Wasserflüssen Babylon.reitet, und wie ein Mensch gestalt't 222. Herr Gott, der du er- sein soll, aus Mutterleib geleitet; forschest mich und durch deine Vorsorg Fleisch und kennst mich aus und innen, mein Bein und alle Glieder an mir Thun und Lassen kommit vor sein, dein Aug hat mich erwähdich, mein sämtliches Begin- let. Da ich noch ungeboren war, nen; was ich im Leben dent und hast du schon Stunden, Tag und dicht, siehst du von fern und Jahr im Lebenslauf gezählet. fehleft nicht, du prüfest Herz und Nieren. Du kannst auch, wenn ich bin allein und gerne wollt verborgen sein, all meine Weg ausspüren. 6. Ich danke dir und preise dich für solche große Thaten, und daß du mir so wunderlich an Leib und Seel geraten. Sehr köstlich ist dein Werk an mir, wenn ich erwach, bin ich bei dir und warte deiner Gnaden. Ich glaube fest, daß meine Sünd durch Christum mir vergeben sind, daß sie mir nicht mehr schaden. 7. Den Vorsatz gieb mir, Herr, dabei, daß ich, was bös ist, meide; der Bösen Rott fern von mir sei, von Frommen mich nicht scheide, daß ich nur lieb, was dir gefällt, und hasse, was ist von der 3. Wie du die Deinen wunder- Welt, auch ihren Troß nicht achte, lich, o Gott, hier pflegst zu füh- halt dein Gebot, hör gern dein ren, versteh ich nicht, und lasse Wort, im Glauben und in Hoffmich blos deine Gnad regieren. nung fort das Ewige betrachte. Wo soll ich hin vor deinem Geist? 8. Erforsch mich, Gott, ergründ denn du auch die Gedanken weißt, mein Herz, durchsuch all mein es hilft vor dir kein Fliehen. Gedanken, und siehe, ob ich hinFühr ich gen Himmel, bist du terwärts und auf die Seit woll wan2. Es ist kein Wort in meinem Mund, so ich dir könnt verhehlen. Du, Herr, siehst recht des Herzens Grund, und was in meiner Seelen. Du schaffest ja, was ich vollbring, wie groß es ist und wie gering; ich kanns ohn dich nicht richten. Wenn aber du durch deine Gnad Verstand mir giebst, auch Hilf und Rat, so kann ich alles schlichten. 136 Von der Schöpfung und Regierung Gottes. wanken. Bin ich vielleicht auf dir vercint ich dein Himmelreich bösem Weg, so führ du mich auf ererbe. So lob ich mit Herzensrechten Steg, der nach dem Him- freud dich, o Gott, in Ewigkeit. mel weiset, daß ich vom Sündendienste frei und dir, o Herr, gefällig ſei, bis ich von hinnen reiſe. Mel. Nun komm der Heiden Heil. 224. Himmel, Erde, Luft und Meer zeugen von des Schöpfers Ehr, meine Mel. Sollt ich meinem Gott. 223. Höchster Gott, ich will Seele, sing auch du, bring auch dich preisen verehren für und für. Dir, Herr, will ich Dank erweisen, dir, o meiner Seelen Zier. Du mein Bater, du mein Leben, du mein Hort, hast mich gemacht und aus Erd hervorgebracht; du, ja du haft mir gegeben Leib und Seele, Fleisch une Bein, meines Lebens ganzes Sein. 2. Seht, das große Sonnenlicht, wie es durch die Wolken bricht; Mondesglanz und Sternenpracht jauchzen Gott bei stiller Nacht. 3. Sehet, wie der Erde Ball Gott geziert hat überall. Walder, Felder, Baum und Tier zeigen Gottes Finger hier. 2. Meine Seel hast du begabet 4. Seht, wie fliegt der Vögel Schar in den Lüften Paar bei mit Vernunft und mit Verstand. Paar; Donner, Bliz, Dampf, Du bists, der mich täglich labet, Hagel, Wind, seines Willens Diealles kommt von deiner Hand. ner sind. Ach ich wäre längst verschmachtet, ach mit mir und meinem Haus wär es tausendmal schon aus, wo du meiner nicht geachtet, sen ihren Herren hoch. mo du nicht für mich gewacht 6. Ach, mein Gott, wie wunund mit Fleiß an mich gedacht. derlich spüret meine Seele dich; 3. Summa: Was ich bin und drücke tief in meinen Sinn, was habe, Ehr, Gesundheit, Hab und du bist und was ich bin. Gut, Schöpfer, das ist deine Joach. Neanter. 5. Seht der Wasserwellen Lauf, wie sie steigen ab und auf; durch ihr Rauschen sie auch noch preiGabe! Ach, umgieb mit deiner Mel. Nicht so traurig, nicht so sehr. Hut ferner mich auf allen Seiten; 225. Ich erhebe, Herr, zu dir stehe mir, o Vater, bei, wider Satans Tyrannei. Laß sich deine Licht; mein Gesicht ist für und Güt ausbreiten und mich drunter für zu den Bergen aufgericht, zu ficher sein. Ich bin dein und du den Bergen, da herab ich mein bist mein. Heil und Hilfe hab. 4. Nimmt der Tod mich von 2. Meine Hilfe kommt allein der Erden, führt er mich zur lan- von des Schöpfers Händen her, gen Ruh, soll mein Leib zu der so künstlich, hübsch und fein Staube werden; ach, so laß doch Himmel, Erde, Luft und Meer ja nicht zu, daß ich, dein Ge- und was in dem allen ist, uns schöpf, verderbe. Wenn der letzte zum besten ausgerüst. Tag erscheint, so gieb, daß mit 3. Er nimmt deiner Füße Tritt, o mein Von der Schöpfung und Regierung Gottes. 137 o mein Herze! wohl in acht; hat er gemacht, er hält über uns wenn du gehest, geht er mit, und Hut und Wacht. bewahrt dich Tag und Nacht. Sei getrost, das Höllenheer wird dir schaden nimmermehr. 4. Siehe, wie sein Auge wacht, wenn du liegeft in der Ruh: schläfet nicht. Wenn du schläfest, kommt mit Macht auf dein Bett geflogen zu seiner Engel güldne Schar, daß sie deiner nehme wahr. 3. Er führet dich auf rechter Bahn, so daß dein Fuß nicht gleiten kann; seß nur auf ihn dein Zuversicht, der dich behütet, 4. Der treue Hüter Israel bes wahret dir dein Leib und Seel; er schläfet weder Tag noch Nacht, wird auch nicht müde von der Wacht. 5. Alles, was du bist und hast, ist umringt mit seiner Hut. Dei- 5. Vor allem Unfall gnädiglich ner Sorgen schwere Last nimmt er weg, macht alles gut; Leib und Seel hält er verdeckt, wenn dich Sturm und Wetter schreckt. der fromme Gott behütet dich; unter dem Schatten seiner Gnad bist du gesichert früh und spat. 6. Wenn der Sonne Hiße brennt und des Leibes Kräfte bricht; wenn dich Stern und Monde blendt mit dem flaren Angesicht, hat er seine starke Hand dir zum Schatten vorgewandt. 6. Der Sonne Hiß, des Mondes Schein, sollen dir nicht beschwerlich sein; Gott wendet alle Trübsal schwer zu deinem Nuß und seiner Ehr. 7. Stein Übel muß begegnen dir, des Herren Schutz ist gut dafür; in Gnad bewahrt er deine Seel vor allem Leid und Ungefäll. 7. Nun, er fahre immer fort, der getreue fromme Hirt, bleibe stets dein Schild und Hort, wenn dein Herz geängstet wird; wenn die Not wird viel und groß, schließ er dich in seinen Schoß. 8. Der Herr dein'n Ausgang stets bewahr, zu Weg und Steg gesund dich spar; bring dich zu Haus in seinm Geleit von nunt 8. Wenn du sigest, wenn du an bis in Ewigkeit. D. Cornel. Becker. stehst; wenn du redest, wenn du mel. Lobt Gott, ihr Christen, all. hörst; wenn du aus dem Haufe 227. Ich finge dir mit Herz gehst und zurücke wieder kehrst; wenn du trittst aus oder ein: woll er dein Gefährte sein! und Mund, Herr, meines Herzens Luft! Ich fing und mach auf Erden fund, was mir von dir bewußt. Paul Gerhardt. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten, oder: Herr Jesu Christ, dich zu uns. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle bist, daraus uns allen früh und spat 226. J heb mein Augen sehnlich auf und seh viel Heil und Gutes fließt. die Berge hoch hinauf, wann mir 3. Was sind wir doch, was mein Gott vom Himmelsthron mit seiner Hilf zu statten komm. 2. Mein Hilfe kommt mir von dem Herrn, er hilft uns ja von haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd? 4. Wer hat das schöne HimHerzen gern. Himmel und Erd melszelt hoch über uns gesetzt? Wer 138 Von der Schöpfung und Regierung Gottes. und läßt dich nicht. Wer ist es, der uns unser Feld dein Hilf und Heil, schafft Nat mit Tau und Regen nett? 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schüßt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Öl und Most zu seinen Zeiten findt. 6. Wer giebt uns Leben und 15. Was fränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von JuGeblüt? Wer hält mit seiner gend auf versorget und ernährt? Hand den güldnen, edlen, werten Fried in unserm Vaterland? Wie manchen schweren Unglückslauf hat er zurückgekehrt! 7. Ach, Herr, mein Gott, das 17. Er hat noch niemals was fommt von dir, du, du mußt versehn in seinem Regiment; nein, alles thun; du hältst die Wach was er thut und läßt geschehn, an unsrer Thür, und läßt uns das nimmt ein gutes End. ficher ruhn. 18. Ei nun! So laß ihn ferner 8. Du nährest uns von Jahr zu thun und red ihm nichts darein, Jahr, bleibst immer fromm und so wirst du hier in Frieden ruhn treu, und stehst uns, wenn wir und ewig fröhlich sein. Paul Gerhardt. in Gefahr geraten, treulich bei. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 9. Du strafft uns Sünder mit 228. In allen meinen ThaGeduld und schlägst nicht allten laß ich den Höchzusehr; ja endlich nimmst du sten raten, der alles kann und unfre Schuld und wirfst sie in hat; er muß zu allen Dingen, das Meer. folls anders wohl gelingen, selbst geben guten Rat und That. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stells in seine Vatergunst. 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein und was sein Kummer sei; kein Zähr- und Thränlein ist so 3. Es kann mir nichts gescheklein, du hebst und legst es bei. hen, als was er hat ersehen und 12. Du füllst des Lebens Man- was mir selig ist. Ich nehm es, gel aus mit dem, was ewig steht, wie ers giebet; was ihm von und führst uns in des Himmels mir beliebet, das hab ich willig Haus, wenn uns die Erd entgeht. auch erfiest. 13. Wohl auf, mein Herze, 4. Ich traue seiner Gnaden, die fing und spring, und habe guten mich vor allem Schaden, vor alMut; dein Gott, der Ursprung lem Übel schüßt. Leb ich nach seialler Ding, ist selbst und bleibt nen Säßen, so wird mich nichts dein Gut. verlegen, nichts fehlen, was mir ewig nüßt. 14. Er ist dein Schak, dein Erb und Teil, dein Glanz und Freu- 5. Er wolle meiner Sünden in denlicht, dein Schirm und Schild, Gnaden mich entbinden, durchstrei10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht und giebst uns, was uns hoch erfreut und dir zu Ehren reicht. Von der Schöpfung und Regierung Gottes. 139 ftreichen meine Schuld. Er wird 4. Der ist albern, der sich fränkt auf mein Verbrechen nicht stracks um ein Hand voll Eitelkeit, wenn das Urteil sprechen und haben ihm Gott dagegen schenkt Schäße noch mit mir Geduld. der beständgen Zeit. Bleibt der Centner dein Gewinn, fahr der Heller immer hin. 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in Banden, und was mir stößt zu Handen: so tröstet mich sein göttlich Wort. 5. Schaue alle Güter an, die dein Herz für Güter hält; keines mit dir gehen kann, wenn du gehest aus der Welt; alles bleia bet hinter dir, wenn du trittst ins Grabes Thür. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängnis gehn; fein Unfall unter allen wird mir so schwer je fallen, ich will ihn freudig überstehn. 8. Jhm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut, es sei heut oder morgen; dafür laß ich ihn sorgen, er weiß die allerbeste Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine, und traue dem alleine, der dich geschaffen hat. Es gehe, wie es gehe, mein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Nat. Paul Flemming. In eigener Melodie. 229. Nicht so traurig, nicht so sehr, meine Seele, sei betrübt, daß dir Gott Glück, Gut und Ehr nicht so viel, wie andern, giebt. Nimm vorlieb mit deinem Gott; hast du Gott, so hats nicht not. 2. Du, noch sonst ein Menschen find, hast ein Recht in dieser Welt. Alle, die geschaffen sind, sind nur Gäst im fremden Zelt. Gott ist Herr in seinem Haus; wie er will, so teilt er aus. 3. Bist du doch darum nicht hier, daß du Erden haben sollst! Schau den Himmel über dir! Da, da ist dein edles Gold; da ist Ehre, da ist Freud; Freud ohn End, Ehr ohne Neid. 6. Aber was die Seele nährt, Gottes Huld und Christi Blut, wird von keiner Zeit verzehrt, ist und bleibet allzeit gut. Erdengut zerfällt und bricht; Seelengut, das schwindet nicht. 7. Ach, wie bist du doch so blind und im Denken unbedacht! Augen hast du, Menschenfind, und hast doch noch nie betracht deiner Augen helles Glas: Siehe, welch ein Schaß ist das! 8. Zähle deine Finger her und der andern Glieder Zahl; feins ist, das dir unwert wär, ehrst und liebst sie allzumal; feines gäbst du weg um Gold, wenn man dirs abnehmen wollt. 9. Nun, so gehe in den Grund deines Herzens, das dich lehrt, wie viel Gutes alle Stund dir von oben wird beschert. Du haft mehr als Sand am Meer und willst doch noch immer mehr. 10. Wüßte, der im Himmel lebt, daß dir wäre nüß und gut, wonach so begierlich strebt dein verblendtes Fleisch und Blut, würde seine Frömmigkeit dich nicht lassen unerfreut. 11. Gott ist deiner Liebe voll und von ganzem Herzen treu. Wenn du wünschest, prüft er wohl, wie dein Wunsch beschaffen sei: 140 Von der Schöpfung und Regierung Gottes. Ist dirs gut, so geht ers ein; ists die Obrigkeit, Diener deines Wor dein Schade, spricht er nein. 12. Unterdessen trägt sein Geist dir in deines Herzens Haus Manna, das die Engel speist, ziert und schmückt es herrlich aus. Ja. er wählet, dir zum Heil, dich zu seinem Gut und Teil. 13. Ei, so richte dich empor, du betrübtes Angesicht! Laß das Seufzen, nimm hervor deines Glaubens Freudenlicht! Das behalt, wenn dich die Nacht deines Kummers traurig macht. 14. Sebe, als ein Himmelssohn, deinem Willen Maß und Ziel; rühre stets vor Gottes Thron deines Dankens Saitenspiel, weil dir schon gegeben ist Mehres, als du würdig bist. 15. Führe deines Lebens Lauf allzeit Gottes eingedenk. Wie es kommt, nimm alles auf als ein wohlbedacht Geschenk. Geht dirs widrig, laß es gehn, Gott und Himmel bleibt dir stehn. Paul Gerhardt. tes, und dazu für alle Leut jedes Stands und Ortes. 4. Sorge, großer Menschenfreund, für uns, deine Kinder; sorge, Herr, für Freund und Feind, sorge für uns Sünder; sorge für mein Stücklein Brot, sorge doch für alle, die da sind mit mir in Not; sorge, wenn ich falle. 5. Sorge, wenn sich schließen zu meine Augenlider; sorge, wenn ich bin zur Ruh und erwache wieder; sorge für mein Amt und Stand, Wort, Bernunft und Tichten, für die Arbeit meiner Hand, Lassen und Verrichten. 6. Sorge für mein Hab und Gut, Ehr und guten Namen; forge, wenn mir Leides thut die Welt und ihr Samen; sorge, wenn zu Sünd und Spott mich mein Fleisch will leiten; sorge, wenn ich mit dem Tod ringen soll und streiten. Mel. Christus, der uns selig macht. 230. Sorge, Bater, sorge du, sorge für mein Sorgen. Sorge Jesu, sorge du, sorge heut und morgen. Sorge für mich allezeit; sorge für das Deine. O du Gott der Freundlichkeit, forge du alleine. 7. Sorge, Herr, wenn mich anficht Satan auf der Erde; sorge, wenn vor dein Gericht ich gefordert werde; sorge für mein Grabstättlein; sorge hier und dorten; sorge für mich, du bist mein; sorge aller Orten. 2. E. Gräfin v. Schwarzburg- Rudolstadt. Mel. In dich hab ich gehoffet. 231. Verzage nicht, o from 2. Sorge, wenn der Tag anmer Christ, der du bricht, für mein Leib und Seele; von Gott erschaffen bist, obgleich sorge, daß ich niemand sie außer die Zeiten schwere, vertrau du dir befehle; sorge, lieber Gott, deinem lieben Gott, er wird dich allhier auch für meine Sinne; wohl ernähren. sorge, daß zuwider dir ich ja nichts beginne. 2. Hat er dir doch zu seiner Zeit im Augenblick dein Seel und Leib, auch das natürlich Leben, ohn all dein Müh, Sorg und Arbeit im Mutterleib gegeben. 3. Sorge doch und laß mir auch dein Wort bis ans Ende; laß mir, Herr, den rechten Brauch deiner Sakramente. Sorge für 3. Auch nähret Gott die Vögelein, Von der Schöpfung und Regierung Gottes. 141 lein, die gar nichts thun, noch ein klein Vorrat, womit wolln sammeln ein und in den Lüften wir uns kleiden? schweben; sie säen nicht, sie ernten nicht, doch fristet Gott ihr Leben. 4. Das sind die klein Waldvögelein, die uns zu gut erschaffen fein, sind wir doch gar viel besser; wie sollte Gott vergessen dein, wenn du ihn nicht verläsfest! 12. Denn der himmlische Vater dein, der für uns trägt die Sorg allein, weiß wohl, was wir be= dürfen; sieh nur, daß du die Sorge dein im Glaubn auf ihn thust werfen. 5. Sich an die schönen Blümlein zart, im weiten Feld, an allem Ort wachsen aus Staub und Erden, die doch sobald in schneller Fahrt zunichte müssen werden. 14. Wenn sichs anließ, als 6. Ob sie schon sind dahin ge- wollte nun Not, Angst und Manricht, daß sie fäen und pflanzen gel, auch dazu Unglück mit Haunicht, doch schmückt sie Gott fo fen kommen, so laß dich das erschöne, also, daß ihnen nichts ge- schrecken nicht; glaub, es wird bricht an Kraft, Schönheit und sein dein Frommen. Zierde. 15. Wirst du nun alle deine 7. Weil Gott fleidet das grüne Not in dieser Welt bis in den Gras und ziert es schön über die Tod nach Gottes Willen tragen; Maß, das doch sobald verdorret; fommt Zeit, kommt Rat, der wie vielmehr wird er uns das treue Gott wird dich nicht lassn thun, dieweil er für uns sorget. verzagen. 8. Wie ein Vater für seinen Sohn, also wird Gott uns treulich thun, wie Christus uns thut fagen. Drum sei getrost, spricht Gottes Sohn, und laß die Heiden zagen. 9. Wer ist, der seiner Läng ein Ell, ob er gleich drum hat große Qual, mit Sorgen kann zuseßen? ob er gleich leidt groß Ingemach, und fümmert sich im Herzen. 13. Such erst sein Reich und Grechtigkeit und sei in dem allzeit bereit, fleißig in allen Din= gen, so werden dir zu rechter Zeit all Sachen wohl gelingen. 10. Laß fahren, was nicht blei ben will; denn Gott der Herr nach seinem Ziel hat allbereit gemessen dein Teil und wird dirs geben wohl, er wird dein nicht vergessen. 16. Hilf, Helfer, hilf aus aller Not, bescher uns auch das täg= lich Brot, hilf allen gläubgen Leuten, die jebund leiden Angst und Not in diesen schweren Zeiten. 17. Verlaß uns nicht, Herr Jesu Christ, weil du auch arm gewesen bist und im Kummer so schwere; so hilf uns auch zu der Frist, den Leib und Seel ernähre. 18. Du giebst allhier auf dieser Welt nicht allen gleich viel Gut und Geld, du weißt die rechte Maßen; jedoch wirst du, wenn dirs gefällt, in keiner Not uns lassen. 19. Denn Geld und Gut nicht allezeit in Not, Angst und Ge= fährlichkeit den Menschen kann befreien, vielmehr am gutn Genehmen Brot, daß wir nicht wissen liegts, das kann den Mut Mangel leiden? Wir haben gar erfreuen. 11. Sprich nicht in Mangel und in Not: Wo werden wir denn 20, Ein 142 Von der Schöpfung und Regierung Gottes. 20. Ein gut Gwissen nimmt man 6. Da er lag unterm Wachholmit sich, das glaub ein Christ derbaum, ein Engel Gotts vom ganz sicherlich, wenn man scheidet Himmel kam und bracht ihm von hinnen; sonst bleibet alles Speis und Trant. Er ging gar hinter sich, wenn wir uns recht einen weiten Gang, bis zu dem besinnen. Berg Horeb genannt. 21. Darum halt immer fest an 7. Des Daniels Gott nicht verGott, es sei so groß als woll, gaß, da er unter den Löwen saß, die Not, laß dir nichts Liebers sein Engel sandt er hin und ließ werden. Wer Gott vertraut, sich ihm Speise bringen gut, durch gnügen läßt, der ist der Reichst seinen Diener Habakuk. auf Erden. 8. Joseph in Ägyptn verkaufet 22. Wenn sich nun zu uns naht ward, vom König Pharao ge= der Tod, so tröst du uns, o fangen hart um seinr Gotts Herre Gott, um deines Sohnes fürchtigkeit. Gott macht ihn zu Namen. Hilf uns endlich aus einm großen Herrn, daß er fonnt aller Not durch Jesum Christum, Vatr und Brüdr ernährn. Amen. Nic. Herrmann. In eigener Melodie. 232. Warum betrübst du dich, mein Herz, bekümmerst dich und trägest Schmerz nur um das zeitlich Gut? Vertrau du deinem Herren Gott, der alle Ding erschaffen hat. 2. Er kann und will dich lassen nicht; er weiß gar wohl, was dir gebricht; Himmel und Erd ist sein. Mein Vater und mein Herre Gott, der mir beisteht in aller Not. 3. Weil du mein Gott und Vater bist, dein Kind wirst du verlassen nicht, du väterliches Herz! Ich bin ein armer Erdenkloß, auf Erden weiß ich keinen Trost. 4. Der Reich verläßt sich auf sein Gut, ich aber will vertraun meinm Gott. Ob ich gleich werd veracht, so weiß ich und glaub festiglich, wer Gott vertraut, dem mangelts nicht. 5. Elia, wer ernährte dich, da es so lange regnet nicht in so schwer teurer Zeit? Ein Witwe aus Sidonier Land, zu welcher du von Gott warst gsandt. 9. Es ließ auch nicht der treue Gott die drei Männer im Feuerofen rot; sein Engel fandt er hin, bewahrt sie vor des Feuers Glut und half ihnen aus aller Not. 10. Ach Gott, du bist noch heut so reich, als du gewesen ewiglich, mein Vertraun steht zu dir; mach mich an meiner Seele reich, so hab ich gnug hier und ewiglich. 11. Der zeitlich Ehr will ich entbehrn, du wollst mir nur das Ewge gewährn, das du erworben hast durch deinen herben bittern Tod, das bitt ich dich! mein Herr und Gott! 12. Alles, was ist auf dieser Welt, es sei Silber, Gold oder Geld, Reichtum und zeitlich Gut, das währt nur eine kleine Zeit und hilft doch nichts zur Seligkeit. 13. Ich dank dir, Christe, Gottes Sohn, daß du mich solchs erkennen läßt durch dein göttliches Wort. Verleih mir auch Beständigkeit zu meiner Seelen Seligkeit. 14. Lob, Ehr und Preis sei dir geſagt für all dein erzeigte Wohlthat Von der Schöpfung und Regierung Gottes. 143 that und bitt demütiglich: Laß| tet und zugleich Gottes Reich mich nicht von deinm Angesicht über alles achtet, der wird wahrverstoßen werden ewiglich. lich nach Verlangen Speis und Trank lebenslang wie im Schlaf erlangen. Hans Sachs. Mel. Warum sollt ich mich denn. 233. Warum willst du doch für morgen, armes Herz, dir zum Schmerz, als ein Heide sorgen? Wozu dient dein täglich Grämen, denn Gott will in der Still sich der Not annehmen? 9. Laß die Welt denn sich bemühen, immerhin; ach, mein Sinn soll zu Jefu fliehen. Er wird geben, was mir fehlet, ob ers oft unverhofft eine Weil verhehlet. 2. Gott hat dir geschenkt das Leben, Seel und Leib, darum bleib ihm allein ergeben; er wird ferner alles schenken. Trau ihm fest, er verläßt nicht, die an ihn denken. 3. Sage nicht: Was soll ich essen? Gott hat dir schon allhier so viel zugemessen, daß der Leib sich kann ernähren. Übriges wird indes Gottes Hand bescheren. 4. Es ist mehr als Trank und Speisen dieser Leib, darum gläub, daß Gott wird erweisen, daß er Speis und Trank kann geben, dem, der sich festiglich ihm ergiebt im Leben. 10. Will er prüfen meinen Glauben und die Gab, die ich hab, mir ja lassen rauben, so muß mir zum Besten kommen, wenn Gott mir alles schier hat hinweg genommen. 5. Sorgst du, wie du dich sollst kleiden? Jesus spricht: Sorge nicht, solches thun die Heiden; schau die Blumen auf den Feldern, wie so schön diese stehn und die Bäum in Wäldern. 11. Er kann alles wiedergeben; wenn er nimmt, so bestimmt er sein Wort zum Leben. Ach, wie viele fromme Seelen leben so und sind froh ohne Sorg und Quälen. 12. Sie befehlen Gott die Sorgen, wie er will, und sind still immer im Verborgnen. Was Gott will, ist ihr Vergnügen, und wies der ungefähr will mit ihnen fügen. 13. Doch kann ihnen nicht versagen Gott ihr Brot in der Not, wenn er hört ihr Klagen; er kommt wahrlich, sie zu trösten, eh mans meint und erscheint, wenn die Not am größten. 6. Sorgt ein Vogel auf den 14. Shre Sorg ist für die See3weigen, wenn er singt, hüpft len, und ihr Lauf geht hinauf zu und springt, wer ihm soll anzei- den Felsenhöhlen, zu des Herren gen, was er essen soll und trin- Jesu Wunden, hier sind sie aller ten? Nein, ach nein, er allein Müh und der Not entbunden. folgt des Himmels Winken. 15. Nun Herr Jesu, meine Freu7. Ach der Glaube fehlt auf de, meine Sonn, meine Bonn, Erden, wär er da, müßt uns ja, meiner Seele Weide, forge nur was uns not ist, werden. Wer für meine Seele, so wird mir Gott kann im Glauben fassen, auch allhier nichts am Leibe fehlen. der wird nicht, wenns gebricht, 16. Alles sei dir unverholen, von ihm sein verlassen. was mir fehlt, was mich quält, 8. Wer Gerechtigkeit nach trach- großer Gott, befohlen; forge du, fo 144 Von der Schöpfung und Regierung Gottes. 17. Ich will dir mit Freuden danken fort und fort, hier und dort und will nimmer wanfen. Lob und Preis sei deinem Namen! Sei mein Teil, Hilf und Heil, liebster Jesu, Amen. so will ich schweigen und vor 6. Die Heiden mögen sich nur dir, nach Gebühr, meine Stniee grämen, bei denen Gott nicht beugen. Vater heißt; ich, als ein Christ, ich muß mich schämen, denn mich belehrt dein Gnadengeist. Der Vater weiß, was ich bedarf, er ist dem Kinde nicht zu scharf. Laur. Laurenti. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. Ich will nach deinem Reiche trachten, das wird die beste Sorge sein, und alles Irdische verachten, es stellt sich ohnedem wohl ein. Hat jeder Tag auch seine Bein, wird er doch ohne Troft nicht sein. 234. Was soll ich mich mit Sorgen plagen? mein Jefus forget selbst für mich; ein andrer mag im Herzen klagen, der keinen Gott glaubt über sich. Gott sorgt ja für die ganze Welt, dem hab ich alles heimgestellt. 8. Drum werf ich alle meine Sorgen auf dich, mein Gott, im Glauben hin; ach sorge für mich heut und morgen und stille den 2. Niemand kann zweien Herren betrübten Sinn. Nimm einst mich dienen; Gott und der Mammon in den Himmel ein, da werd ich können nicht in einer Brust bei- wohl versorget sein. sammen grünen, ein jeder fordert In eigener Melodie. seine Pflicht. Die Sorge und 235. Wer nur nur den lies der Mammon macht, daß man der Fürsicht Gottes lacht. Sand gebaut. ben Gott läßt walten und hoffet auf ihn alles 3. Jesu, laß mich das be- zeit, den wird er wunderbar erdenken, daß ich nicht findisch sor- halten in allem Kreuz und Traugen soll; du willst mich speisen rigkeit. Wer Gott, dem Allerund auch tränken, denn deine höchsten traut, der hat auf feinen Hand ist Segens voll. Der mir das Leben hat verliehn, wird 2. Was helfen uns die schweren Speis und Kleider nicht entziehn. Sorgen? Was hilft uns unser 4. Ich seh die Vögel in den Weh und Ach? Was hilft es, daß Lüften, sie tragen ihre Kost da wir alle Morgen beseufzen unser von; die Lilien auf den Blumen- Ungemach? Wir machen unser triften sind schöner als ein Sa- Kreuz und Leid nur größer durch lomon. Das haben sie ohn alle die Traurigkeit. Müh, bin ich denn nicht viel mehr denn sie? 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst 5. Wo ist ein Mensch, der sei- bergnügt, wie unsers Gottes Gnaner Länge nur eine Ell zufeßen denwille, wie sein Allwissenheit mag mit aller seiner Sorgen es fügt. Gott, der uns ihm hat Menge, und sorgt er auch den auserwählt, der weiß auch gar ganzen Tag? Unmöglich Ding wohl, was uns fehlt. verbeut sich wohl; man sorgt, wo man nicht sorgen soll. 4. Er fennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, wann es nüß Von der Schöpfung und Regierung Gottes. 145 nüglich sei; wenn er uns nur hat| Schand und Spott, vor ihrem treu erfunden und merket feine Feind bewahrt sie Gott. Heuchelei: so kommt Gott, eh wirs uns versehn und lässet uns viel Guts geschehn. 5. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron, welchs ihm auch also sei bereit von nun an bis in Ewigfeit. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshiße, daß du von Gott verlassen seist, und daß der Gott im Dr. M. Luther. Mel. Alle Menschen müssen. Schoße size, der sich mit stetem 237. Womit soll ich dich Glücke speist; die Folgezeit verändert viel und seßet jeglichem sein Ziel. wohl ger Herr Zebaoth? Sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott; denn ich kann mit nichts erreichen deine Gnad und Liebeszeichen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 2. Herr, entzünde mein Gemüte, daß ich deine Wundermacht, deine Gnade, Treu und Güte stets ertes Wegen, verricht das Deine hebe Tag und Nacht; denn von nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu; denn welcher seine Zuversicht auf Gott seßt, den verläßt er nicht. Georg Neumart. 3. Denk ich nur der SündenMel. Herr Jesu Christ, dich zu uns. gassen, drauf ich häufte Schuld 236. Wo Gott zum Haus mit Schuld; so möcht ich vor deinen Gnadengüssen Leib und Seele zengen müssen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! nicht giebt sein Scham erblassen vor der LangGunst, arbeitet jedermann um- mut und Geduld, womit du, o sonst; wo Gott die Stadt nicht Gott, mich Armen hast getragen selbst bewacht, so ist umsonst der mit Erbarmen. Tausend 2c. Wächter Wacht. 4. Ach ja, wenn ich überlege, mit was Lieb und Gütigkeit du durch so viel Wunderwege mich geführt die Lebenszeit, so weiß ich fein Ziel zu finden, noch den Grund hier zu ergründen. Tausend, tausendmal 2c. 5. Du, Herr, bist mir nachgelaufen, mich zu reißen aus der Glut. Denn da mit der Sünder Haufen ich nur suchte irdisch Gut, 4. Es soll und muß dem gsche- hießest du auf dies mich achten, hen wohl, der dieser hat sein'n wonach man zuerst soll trachten. Köcher voll; sie werden nicht zu Tausend, tausendmal 2c. 10 6, O 6. Es sind ja Gott sehr schlechte Sachen und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich; Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Got2. Vergebens, daß ihr früh aufsteht, dazu mit Sorgen schlafen geht und eßt eur Brot mit Ungemach, denn wems Gott gönnt, giebt ers im Schlaf. 3. Nun sind sein Erben unsre Kind, die uns von ihm gegeben sind; gleichwie die Pfeil ins Starken Hand, so ist die Jugend Gott befannt. 146 Auf das Fest Johannis des Täufers. 6. O wie hast du meine Seele wenns auch gleich aufs Höchste stets gesucht zu dir zu ziehn, daß kommen. Tausend, tausendmal 2c. ich aus der Sündenhöhle möchte zu den Wunden fliehn, die mich ausgeföhnet haben und mir Kraft zum Leben gaben. Tausend, tausendmal 2c. 11. Du hast mich auf Adlers Flügeln oft getragen väterlich, in den Thälern, auf den Hügeln wunderbar errettet mich; wenn schien alles zu zerrinnen, ward doch deiner Hilf ich innen. Tausend, tausendmal 2c. 12. Fielen tausend mir zur 7. Ja, Herr, lauter Gnad und Wahrheit sind vor deinem Angesicht; du, du trittst hervor in Klarheit, in Gerechtigkeit, Gericht, Seiten und zur Rechten zehnmal daß man soll aus deinen Werken deine Güt und Allmacht merken. Tausend, tausendmal 2c. mehr, ließest du mich doch begleiten durch der Engel starkes Heer, daß den Nöten, die mich drangen, 8. Wie du sebest jedem Dinge ich bin dennoch stets entgangen. Zeit, Zahl, Maß, Gewicht und Tausend, tausendmal 2c. Ziel, damit keinem zu geringe 13. Bater, du hast mir erzeiget möcht geschehen, noch zu viel; so lauter Gnad und Gütigkeit, und hab ich auf tausend Weisen deine du hast zu mir geneiget, Jesu, Weisheit auch zu preisen. Tau- deine Freundlichkeit, und durch send, tausendmal 2c. dich, o Geist der Gnaden, werd 9. Bald mit Lieben, bald mit ich stets noch eingeladen. TauLeiden kamst du, Herr, mein Gott, send, tausendmal 2c. zu mir, nur mein Herze zu be- 14. Tausendmal sei dir gesunreiten, sich ganz zu ergeben dir, gen, Herr, mein Gott, Preis, Lob daß mein gänzliches Verlangen und Dank, daß es mir bisher möcht an deinem Willen hangen. gelungen. Ach, laß meines LeTausend, tausendmal 2c. bens Gang ferner noch durch Jesu 10. Wie ein Vater nimmt und Leiten nur gehn in die Ewigkeigiebet, wie es Kindern nüßlich ten. Da will ich, Herr, für und ist, so hast du mich auch geliebet, für, ewig, ewig danken dir. Herr, mein Gott, zu jeder Frist und dich meiner angenommen, Ludw. Andr. Gotter. 14. Auf das Fest Johannis des Täufers. durch den Mund seiner heiligen In eigener Melodie. 238. Gelobet fei der Herr, Propheten, der Gott Israels, denn er hat besuchet und erlöset sein Volt. 2. Und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils in dem Hause seines Dieners Davids. 4. Daß er uns errettete von unsern Feinden und von der Hand aller, die uns hassen, 5. Und die Barmherzigkeit erzeigete unsern Vätern und gedächte an seinen heiligen Bund 3. Als er vor Zeiten geredt hat! 6. Und an den Gid, den er ge= Auf das Fest der Heimsuchung Mariä. 147 geschworen hat unserm Vater| Volt, spricht mein Gott; tröstet, Abraham, uns zu geben, die sich jetzt betrüben über Fein7. Daß wir erlöset aus der des Hohn und Spott! Weil JeHand unsrer Feinde, ihm diene- rusalem wohl dran, redet sie nun ten ohne Furcht unser Lebelang, freundlich an, denn ihr Leiden 8. In Heiligkeit und Gerechtig- hat ein Ende, ihre Ritterschaft keit, die ihm gefällig iſt. ich wende. 10. Und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Sünden, 9. Und du, Kindlein, wirst ein 2. Ich vergeb all ihre Sünden, Prophet des Höchsten heißen; du ich tilg ihre Missethat; ich will wirst vor dem Herrn hergehen, nicht mehr sehn noch finden, was daß du seinen Weg bereitest die Straf erwecket hat. Sie hat ja zweifältig Leid schon empfangen; ihre Freud soll sich täglich neu vermehren und ihr Leid in Freud verkehren. 11. Durch die herzliche Barmherzigkeit unsers Gottes, durch welche uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe; 12. Auf daß er erscheine denen, die da sizen in Finsternis und Schatten des Todes und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. 13. Lob und Preis sei Gott dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiſte, 3. Eine Stimme läßt sich hören in der Wüste weit und breit, alle Menschen zu bekehren: Macht dem Herrn den Weg bereit! Machet Gott ein ebne Bahn! Alle Welt soll heben an, alle Thale zu erhöhen, daß die Berge niedrig stehen. 4. Ungleich soll nun eben werden und was höckrig, gleich und 14. Wie es war im Anfang, schlecht; alle Menschen hier auf jezt und immerdar und von Ewig- Erden sollen leben schlecht und keit zu Ewigkeit, Amen. recht; denn des Herren Herrlichfeit, offenbar zu dieser Zeit, Mel. Zion klagt mit Angst und S. macht, daß alles Fleisch kann 239. Tröstet, tröstet, meine sehen, wie, was Gott spricht, Lieben, tröstet mein muß geschehen. D. Joh. Olearius. 15. Auf das Fest der Heimsuchung Mariä. In eigener Melodie. mir gethan, der da mächtig ist, 240. Meine Seele erhebet und des Name heilig iſt, den Herren, und 4. Und seine Barmherzigkeit mein Geist freuet sich Gottes währet immer für und für bei meines Heilandes; denen, die ihn fürchten. 2. Denn er hat seine elende 5. Er übet Gewalt mit seinem Magd angesehen. Siehe, von nun Arm und zerstreuet, die hoffäran werden mich selig preisen alle Kindeskind. 3. Denn er hat große Ding an tig sind in ihres Herzens Sinn. 6. Er stößet die Gewaltigen vom. Stuhl und erhebet die Niedrigen. 10* 7. Die 148 Von den heiligen Engeln Gottes. 7. Die Hungrigen füllet er mit Gütern und lässet die Reichen leer. 8. Er gedenket der Barmherzigkeit heiligen Geiste. und hilft seinem Diener Israel auf. 11. Wie es war im Anfang, 9. Wie er geredet hat unsern jegt und immerdar und von Vätern, Abraham und seinem Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. Samen ewiglich. 10. Lob und Preis sei Gott dem Vater und dem Sohn und dem 16. Auf das Michaelis- oder Engels- Fest. Mel. Es ist das Heil uns kommen. wo sein herrlichs Eigentum das 241. Die Engel, die im Him- dreimal Heilig finget. melslicht Jehovah 6. O Jesu, mache mich bereit fröhlich loben und schauen Got- und tüchtig, dich zu loben, damit tes Angesicht, die sind zwar hoch ich dich nach dieser Zeit mit allen erhoben; doch sind sie von dem Engeln oben erheben mög und Herrn bestellt, daß sie die Kin- Engeln gleich mög ewig sein in der auf der Welt behüten und deinem Reich. Das gieb aus bewahren. Gnaden. Amen. Laur. Laurenti. Mel Sollt ich meinem Gott 2c. 2. O große Lieb, o große Güt, die Gott uns Armen zeiget, daß 242. Chr und Dank sei dir auch der Engel rein Gemüt sich zu gesungen, großer den Kindern neiget, die Gott im Gott, mit süßem Ton; alle VolGlauben hangen an. Drum lobe, fer, alle Zungen müssen stehn was nur loben kann, Gott mit den Engelscharen. vor deinem Thron und dich unaufhörlich loben, daß du deiner 3. Ach werdet doch den Engeln Engel Schar, welch uns schüßet gleich, ihr Sterblichen auf Erden, vor Gefahr, deinem Volke giebst schon hier in diesem Gnadenreich von oben. Ach, wer kann doch an Herzen und Geberden! Es ist würdiglich, Herr der Engel, preiz der Engel Amt und Pflicht, daß sen dich? Gottes Will allein geschieht im 2. Diese Geister find geschaffen, Himmel und auf Erden. daß sie sollen Tag und Nacht 4. Legt ab, was euch verhindern schüßen uns mit solchen Waffen, mag, an diesem neuen Leben; die kein Mensch recht kennen mag; reißt aus die Unart nach und diese Helden müssen kämpfen winach und bleibet doch nicht kle- der das, was in der Welt uns an ben am Erdenstaub, schwingt euch Leib und Seel nachstellt, sonderempor im Geist zu Gottes En- lich den Satan dämpfen. Ach gelchor, und dienet Gott mit wie kann man würdiglich, Gott, Freuden. für solches preisen dich? 5. Ein Mensch, der sich das Eitle 3. 3war es müssen auch die läßt in dieser Welt gefallen, der Frommen, wenn der Herr sie kommt nicht auf des Herren Fest, prüfen will, in Gefahr und Trübwo Engellieder schallen dem großen sal kommen, und dann stehn ihr Gott zum Preis und Ruhm, und Engel ftill: aber wenn sie sich ge= halten 149 Gott erteilet, rühmen, wenn er uns in dieser Zeit solche große Fürsten giebet, Helden, die zu Tag und Nacht, schüßen uns durch seine Macht. Schauet, wie der Herr uns 4. Gott, der forget für die Sei- liebet! Ach, wie kann man würdignen, ob er erst zwar in Gefahr lich auch für solches preisen dich? ſeine Kinder läsfet weinen, zeiget 9. Ehr und Dank sei dir gesuner doch offenbar, daß er bald sie gen, großer Gott, mit süßem wolle retten; er allein weiß unser Ton; alle Völker, alle Zungen best, er, der seine Fürsten läßt uns müssen stehn vor deinem Thron zum Dienst und Schuß auftreten. und dich unaufhörlich loben, daß Ach wie kann man würdiglich, du deiner Engel Schar, die uns Herr, für solches preisen dich? schüßen vor Gefahr, sendest täg5. Nicht allein durch tapfre lich noch von oben; laß hinfort Thaten helfen vielmals sie ge- uns würdiglich, Herr der Engel, schwind; Engel wissen auch zu preisen dich. raten, wenn wir ganz verirret sind. Als Elias gar nicht wußte, was zu thun, da trieb ihn bald Joh. Rist. wohin nun Von den heiligen Engeln Gottes. halten ritterlich, so treten dann auch ihr Engel wieder an, die so wohl ihr Amt verwalten, daß man kaum kann würdiglich, Herr, für solches preisen dich. In eigener Melodie, oder: Herr Jesu Christ, dich zu uns. 243. Herr Gott, dich loben alle und sollen Weg er nehmen sollte. Herr, billig danken dir für dein Geschöpf, wie kann man würdiglich auch der Engel Schar, die um dich für solches preisen dich? schwebn immerdar. 6. Engel können uns erfreuen, wenn wir vor des Satans List und der argen Welt uns scheuen, wie das klar zu sehen ist dort an Joseph, dem sie sagten: Feind Herodes wäre tot und samt 2. Sie glänzen hell und leuchten klar und sehen dich ganz offenbar; dein Stimm sie hören allezeit und sind voll göttlicher Weisheit. 3. Sie feiern auch und schlafen nicht, ihr Fleiß ist ganz dahin ihm des Kindleins Not, daß sie gericht, daß sie, Herr Christe, um nichts nach Drohen fragten. Herr, dich sein und um dein armes wie kann man würdiglich auch Häufelein. für solches preisen dich? 4. Der alte Drach und böse 7. Engel können Trost ertei- Feind vor Neid, Haß und vor len; wenn es scheinet, daß man Zorne brennt; sein Trachten steht schier müsse zur Verzweiflung allein darauf, wie er zertrenne eilen, dann so treten sie herfür, deinen Hauf. gießen Kraft in unsre Herzen, 5. Und wie er sonst hat bracht wie sie Christo selbst gethan, als in Not die Welt, führt er sie er auf dem Leidensplan fühlte noch in Tod. Kirch, Wort, Gemehr dann tausend Schmerzen. seß, all Ehrbarkeit ist er zu tilHerr, wie kann man würdiglich gen stets bereit. auch für solches preisen dich? 6. Darum fein Rast noch Ruh 8. Nun, so will sich ja geziemen, er hat, brüllt wie ein Löw, tracht daß wir unsre Herrlichkeit, die uns früh und spat, legt Garn und Strick, 150 Von den heiligen Engeln Gottes. Stric, braucht falsche List, daß er verderb, was christlich ist. 7. Indessen wacht der Engel Schar, die Christo folget immer dar, beschüßet seine Christenheit und wehrt des Teufels Liftigkeit. fann da dauern. 8. An Daniel wir lernen das, als er unter den Löwen saß; des gleichen auch dem frommen Lot der Engel half aus aller Not. 9. Dermaßen auch des Feuers Glut verschont und keinen Schaden thut den Männern in der heißen Flamm; der Engel ihn'n zu Hilfe kam. Heer zieht fröhlich an, stellt sich zur Wehr, ja macht sich selbst zu Mauern; da weicht und fleucht die böse Rott, der Satan wird zu Hohn und Spott, kein Unglück 2. Gott ist ein Gott, der reichlich tröst; wer ihn nur sucht, der wird erlöst, ich hab es selbst er fahren. Sobald man betet oder fingt, kommt Heil und was uns Freude bringt, vom Himmel hergefahren. 3. Der frommen Engel starkes 4. Ach, was ist das für Süßigfeit! Ach, schmecket alle, die ihr seid mit Sinnen wohl begabet! Kein Honig ist mehr auf der Erd hinfort des süßen Namens wert, Gott ists, der uns recht labet. 5. O selges Herz, o selges Haus, das alle Lust treibt von sich aus und diese Lust beliebet! All andre 10. Also schüßt Gott noch heut- Schönheit wird verrückt, der aber zutag vor Übel und vor man- bleibet stets geschmückt, der sich cher Plag uns durch die lieben dem Herrn ergiebet. Engelein, die uns zu Wächtern geben sein. 6. Der Könge Gut, der Fürsten Geld, ist nichts und bleibt nicht 11. Darum will billig loben in der Welt, wenn die Besizer dich und danken dir, Gott, ewig- sterben. Wie oft verarmt ein lich, wie auch der lieben Engel reicher Mann? Wer Gott verSchar dich preiset heut und traut, bleibt reich und kann die immerdar. ewgen Schäß ererben. 12. Und bitten dich, du wollst allzeit dieselbe lassen sein bereit, zu schüßen deine kleine Herd, die hält dein göttlichs Wort in Wert. 7. Kommt her, ihr Kinder, hört mir zu, ich will euch zeigen, wie ihr Ruh und Wohlfahrt könnt erjagen. Ergebet euch und euren Sinn zu Gottes Wohlgefallen hin in allen euren Tagen. P. Eber. Mcl. Kommt her zu mir, spricht. 244.h will erhöhen immerfort und preisen 8. Bewahrt die Zung, habt folchen Mut, der Zant, und was meiner Seele Hort; ich will ihn zum Zanken thut, nicht reget_fonherzlich ehren! Wer Gott liebt, dern stillet; so werden eure Tage stimme mit mir ein, laßt alle, die sein mit stillem Fried und süßem betrübet sein, ein Freudenlied jetzt Schein bes Segens überfüllet. hören. 9. Laß ab vom Bösen, flich die Sünd, o Mensch, und halt dich als ein Kind des Vaters in der Höhe. Du wirsts erfahren in der That, wies dem, der ihm gefolget hat, so trefflich wohlergehe. 10. Den Frommen ist Gott wieder fromm und machet, daß gefloffen komm auf uns all sein Ge 151 Von den heiligen Engeln Gottes. Gedeihen; sein Aug ist unser bereitet, woselbst der Engel Zier Sonnenlicht; sein Ohr ist Tag sich trefflich ausgebreitet und und Nacht gericht zu hören unser Schreien. bleibt so für und für. 5. Doch soll man sie nicht ehren wie Gott, das höchste Gut, und dessen Ruhm versehren, der so viel Thaten thut. Sie sind zwar sehr beflissen, zu dienen Gott forts seine Bein, er hebt sie auf und hin; doch können sie nicht wissen 11. 3war, wer Gott dient, muß leiden viel, doch hat sein Leiden Maß und Ziel, Gott hilft ihm aus dem allen. Er sorgt für alle legt sie ein, fein einzigs muß verfallen. der Menschen Herz und Sinn. 6. Sehr heilig ist ihr Leben, 12. Gott sieht ins Herz und keusch, züchtig und gerecht; die weiß gar wohl, was uns macht werten Geister schweben als edle Angst und Sorgen voll; kein Gottesknecht und können nimmer Thränlein fällt vergebens; er fallen, nachdem sie kräftiglich bezählt sie all und legt davor uns stätigt sind in allen und niemals treulich bei im Himmelschor all ändern sich. Ehr des ewgen Lebens. Paul Gerhardt. Mel. Valet will ich dir geben. 245. Jhr wunderschönen Geister, die an 7. O Mensch, willst du sie haben zu deines Lebens Schuß, so faß auch ihre Gaben, nur fromm sein ist dir nuß. Wenn sie dich sollen lieben, so mußt du für und für im Guten dich auch üben, nach Engel Art und Zier. fangs hat gemacht ein noch viel schönrer Meister, der alles wohlbedacht; ihr Engel nach dem Wefen im großen Heiligtum; ihr Thronen außerlesen, sehr hoch ist euer Ruhm. 8. Sie sind auch tapfre Helden, sehr groß von Straft und Macht, als viel Erempel melden, der auch die Schrift gedacht. Ein Engel 2. Aus Nichts seid ihr erschaf- konnte schlagen, was er im Lager fen und zwar in großer Meng; fand; ein Engel machte zagen ihr sieget ohne Waffen, sehr hell das ganz Egyptenland. ist eur Gepräng; es ist kein Ort 9. Šie lieben Gott von Herzen, bewahret, so fest, so fern, so weit, sie loben Gott mit Lust; den den ihr nicht überfahret durch schönen Himmelskerzen ist anders eure Schnelligkeit. 3. Ihr Sadducäer, schweiget und glaubet doch der Schrift, die flärlich das bezeuget, was diese Lehr betrifft, ob wir schon hier nicht sehen der Engel große Schar, daß sie doch gleichwohl stehen dort oben offenbar. 4. Sehr groß sind ihre Gaben, als Weisheit und Verstand, die sie vom Schöpfer haben, der die ses weite Land im Anfang hat nichts bewußt, als Gott und uns zu dienen; dies thun ohn Unterlaß auch selbst die Cherubinen, o welche Ehr ist das! 10. G8 dienen uns auf Erden die schnellen Geisterlein, wenn wir geboren werden und erst des Ta ges Schein in dieser Welt anblicken; sie halten uns in Schuß, daß uns nicht mög ersticken des Satans Grimm und Truß. 11. In unserm Thun und Leben 152 Von den heiligen ben sind diese Helden auch zu dienen uns ergeben, ja folgen dem Gebrauch, daß sie wie Kämpfer stehen, o welche Hilf in Not! und auf uns Arme sehen, sogar bis in den Tod. Engeln Gottes. 5. Ach, Herr, laß mir am letzten End auch diesen Schuß ge= deihen, und mir die lieben Wächter send; ach, thu es mir verleihen! Laß sie doch fein die Seele mein in Abrahams Schoß tragen, so will ich dir und sie mit mir, dort ewiglich Dank sagen. Mel. Nun freut euch, licben Christ Gott, der du aus Herzensgrund die Menschenkinder liebest und als ein Vater alle Stund uns sehr viel Gutes giebest, wir danken 246. Nun dankt, ihr Chri- dir, daß deine Treu ist bei uns 12. Wenn wir zuletzt nun scheiden aus dieser schnöden Welt, so führen sie mit Freuden uns in des Himmels Zelt, daß wir zur 247. Ehr erhoben und aus der Angst befreit, den Allerhöchsten loben in seiner Herrlichkeit. Joh. Rist. Mel. Was mein Gott will, das. sten, alle Gott mit alle Morgen neu in unserm ganHerzen und mit Munde; lobt zen Leben. unsern Herren Zebaoth, weil er 2. Wir preisen dich insonderheit, zu aller Stunde in der Gefahr daß du die Engelscharen zu deiuns immerdar erweiset Gnad und nem Lobe hast bereit, auch uns Segen, auch stets läßt sein die En- mit zu bewahren, daß unser Fuß gelein bei uns auf unsern Wegen. an keinen Stein, wenn wir auf 2. Ist das nicht große Gütig- unsern Wegen sein, sich stoße keit, daß Engel uns bewachen? und verlege. Ist das nicht Lieb und Freund- 3. Was ist der Mensch, o Valichkeit, daß sie sich um uns ma- ter, doch, daß du sein so gedenchen mit starker Macht und sind test, und ihm dazu so reichlich bedacht, wie sie von allem Bösen, noch die große Gnade schenkest, in aller Not, auch von dem Tod daß er die Himmelsgeister hat, uns kräftiglich erlösen? wenn er nur geht auf rechtem Pfad, zu seinem Schuß und Hütern. 3. Nun fürchten wir uns nimmermehr; mit Engeln Engel strei- 4. Herr, diese große Freundlichten, zumalen weil das Himmels- keit und sonderbare Güte erheischet heer hat Gott auf seiner Seiten. von uns allezeit ein dankbares Der kann das Feld, wenns ihm Gemüte; darum, o Gott, so rühgefällt, ohn alle Müh erhalten; men wir die große Lieb und danes fehlt ihm nicht; wenn er nur ken dir für solche hohe Gnade. spricht, muß Hilfe ob uns walten. 5. Es ist der starken Helden 4. Darum will ich auf meinen Kraft gestanden uns zur Seiten, Gott in aller Trübsal bauen und sonst wären wir schon hingerafft will ihm blos in aller Not Leib, in diesen bösen Zeiten; die Kirche Seel und Gut vertrauen. Nichts und die Polizei, ein jeder auch achte ich, ob wider mich gleich alle für sich dabei ist gnädiglich erFeinde stehen. Wenn bei mir halten. sind die Engelein, muß alles wohl abgehen. 6. Ach, Herr, laß uns durch deine Gnad in deiner Furcht verbleiben, Vom anerschaffenen göttlichen Ebenbilde. 153 ben und ja nicht selbst durch daß sie an allem Ort um uns Übelthat die Engel von uns trei- sich stets her lagern. ben; gieb, daß wir rein und hei- 9. Laß deine Kirch und unser lig sein, demütig und ohn Heuchel- Land der Engel Schuß empfinschein, dem Nächsten gerne dienen. den, daß Fried und Heil in allem 7. Gieb auch, daß wir der En- Stand ein jeder möge finden. gel Amt verrichten dir zu Ehren Laß sie des Teufels Mord und und deine Wunder allesamt aus- List, und was sein Reich und breiten und vermehren, die du Anhang ist, durch deine Kraft uns in der ganzen Welt und dei- zerstören. nem Wort hast vorgestellt, voll Weisheit, Macht und Güte. 10. Zulegt laß sie an unserm End hinweg den Satan jagen 8. Und wie du durch die Engel und unsre Seel in deine Händ, haft aus Not uns oft geführet, in Abrahams Schoß, tragen, da so, daß uns manche schwere Last alles Heer dein Lob nur singt, und und Plage nicht berühret, so thu Heilig, Heilig, Heilig klingt, ohn es ferner noch hinfort, befiehl, einiges Aufhören. Juftus Gesenius. Zweiter Teil. Gesänge vom vierfachen Zustande der Menschen. 1. Vom Stande der Unschuld. Mel. O Gott, du frommer Gott. 4. Es wohnete in ihm ein gött248. Der erste Adam war lich, ewig Leben, sein Leib und von Gott sehr schön Seele war mit Unschuld ganz formieret; er war mit Gottes umgeben; sein Schaß und bestes Bild an Leib und Seel gezieret; Teil war Gott, sein höchstes die Seele war erfüllt mit Licht Gut, an diesem klebete sein Herze, und Heiligkeit; sie schmeckte Got- Sinn und Mut. tes Lieb und Gunst zu jeder Zeit. 5. So ruhte er in Gott und 2. Es war der erste Mensch lebete in Freuden. Er hatte keine des schönen Gottes Spiegel; in Not, noch das geringste Leiden. ihm war ausgedrückt des großen Das schöne Paradies, das war Gottes Siegel. Teilhaftig war sein Freudenzelt; er war ein der Mensch der göttlichen Natur Gottesmensch und großer Herr und auch in dieser Welt die beste der Welt. Kreatur. 6. Ach, lehre mich, mein Gott, 3. Er war ganz engelrein und die große Lieb erwägen, daß dir wußt von keinen Sünden; man gefallen hat, dein Bild uns ankonnte keinen Fehl noch Flecken zulegen, indem du Adam haft zu an ihm finden; der Stand der deinem Bild bereit. Gieb, daß Unschuld bracht ihm lauter Se- ich dies erkenn in rechter Dantligkeit; unsterblichs Wesen war barkeit. des Leibes bestes Kleid. 7. Ach schade, daß dies Bild durch 154 Vom anerschaffenen göttlichen Ebenbilde. durch Adams Fall verloren; nun Liebe blieben, so wär sie frei von wird ein jeder Mensch nach Qual und Pein; allein der Feind Adams Bild geboren; das ist hat sie verderbet, die Sünde ist des Teufels Bild, so uns so gar uns angeerbet. verstellt, dem Satan ähnlich 5. Sie ist nunmehr ganz irdisch macht und das ihm wohlgefällt. worden, sie liebt die Eitelkeit der 8. Lob sei dir, Gott, daß du Welt. Sie lebt nun in der Sünuns deinen Sohn gegeben, dein der Orden, der Arge hat sie ganz wesentliches Bild, in welchem Heil verstellt; sie kann sich nicht mehr und Leben; der hat dein Ebenbild uns wiederum verdient, die Sünde abgethan und uns mit dir verfühnt. aufwärts schwingen, sie suchet Ruh in schnöden Dingen. 6. Sie ist in Aberwis verfallen, sie spielet mit dem ewgen Tod. Hört sie gleich Gottes Donner schallen, so denkt sie doch an keine Not; sie übt sich nur in eitlen Werken und läßt nur Thorheit an sich merken. 7. Gott, der du dein Heil gegeben und hilfft der Seele wieMel. Erquicke mich, du Heil der. der auf, erivecke sie zum neuen 249. Die Seele ist dazu ge- Leben und fördre zu dir ihren Lauf. boren, daß sie was Laß mich die Weisheit wieder Göttliches erfren. Sie war vom finden und mich mit neuer Lieb Schöpfer auserforen, daß sie sein entzünden! Th. F. Richer. Bild und Gleichnis sei. Wer 9. Nun wollst du, Gott, in mir des Teufels Bild zernichten und wiederum dein Bild in meiner Seel anrichten, damit ich wieder werd ins Paradies gebracht, wenn ich vollkommen bin nach deinem Bild erwacht. kann die Ehre gnugsam preisen, Mel. Nun freut euch, lieben. die Gott der Seele wollt erweisen? 250. Herr Gott, du haft 2. Kein Adel glich sich ihrem durch deine Macht Aldel; kein Pracht kam ihrer und wundergroße Güte, aus Schönheit bei, man fand an ihr einem Erdenkloß gebracht das gar keinen Tadel; ihr Schmuck war viel und mancherlei. Es fonnt ihr ewiglich nichts fehlen, denn Gott war selbst das Licht der Seelen. menschliche Geblüte, und es mit aller Heiligkeit nach deinem Ebenbild bereit zu deines Namens Ehre. 2. Die Seele war hier ausgeziert in allen ihren Kräften; den 3. Sie schöpfte stets aus ihrer Leib hat keine Not berührt, er Quelle, aus welcher sie entsprun- war zu den Geschäften ganz ungen war; die Weisheit war ihr verdrossen und geschickt, in allem Spielgeselle, die Trefflichkeit war seinem Thun beglückt, frei von wunderbar. Sie hatte Ehr und der Sünden Bürden. Reichtum funden, weil sich der Höchste ihr verbunden. 3. Kein Irrtum, keine Finsternis war im Verstand zu finden; Ihr Leben war, stets Gott er fannte die Natur gewiß, das zu lieben, ihr Alles, daß sie sein Dunkle mußt verschwinden vor follt sein. Wär fie in seiner diesem hellen Lebenslicht, das alles Vom anerschaffenen göttlichen Ebenbilde. 155 alles so genaue richt und Gottes Güt erkannte. | und Geist im Werke selbst zusammen, daß Gott von ihnen würd gepreist in heißen Liebesflammen. Der Wille war nicht ohne Stärk, die Liebe zeigte sich im Wert und war nicht Schein ohn Wesen. 11. So heilig, selig, gut und schön war dies Geschöpf erschaffen, daß es nur Freude anzusehn in seinen Lichteswaffen. O selig, 5. Man sah hier andre Armut nicht, als die in Gott zu finden; das Herz war voller Zuversicht wer dies recht bedenkt, sein Herze und wußte nichts von Sünden. fleißig dahin lenkt, daß es sich Daher auch kein Gewissensschmerz hiernach sehnet. den Menschen drückte niederwärts; Furcht war nicht in der Liebe. 4. Der Wille war mit Heiligfeit und Wahrheit angefüllet und in das unbefleckte Kleid der Unschuld eingehüllet, voll Liebe Gottes, voller Lust, der nichts als Süßigkeit bewußt und reine Himmelsfreude. 12. Wir mangeln nunmehr allzumal des übergroßen Gutes und liegen unter Tod und Qual von wegen Fleisch und Blutes, weil wir empfangen und geborn in Sünd und unter Gottes Zorn der ewgen Bein sind schuldig. 13. Jesu, hilf uns aus der Not, darein wir sind verfallen; befreie uns von Sünd und Tod und von den Feinden allen, die uns gefangen halten noch, zerbrich durch deine Macht ihr Joch, zerreiße unsre Bande. 14. So sei dir denn Lob, Ehr und Macht für alle deine Güte, Gott Vater, Sohn und Geist, gebracht mit Herz, Seel und Gemüte, daß du uns dir hast gleich gemacht und nun dein Bild haft wiederbracht durch deines Sohnes Gnade. 15. O Jesu, teures Ebenbild des Vaters in dem Himmel, dur 9. Was man nur herrlich nen- haft des Vaters Zorn geſtillt, nen mag und selig ist zu schäzen, hilf uns vom Weltgetümmel; das legte dieses Bild an Tag; mach uns hier deinem Bilde gleich vollkommenes Ergößen bewegte und bring uns in dein Freudenstets den innern Grund der Seele, reich und paradiesisch Leben. Gott mit Herz und Mund ohn Unterlaß zu loben. 10. Gs stimmten Kräfte, Leib 6. Den Leib traf auch nicht Schmerz noch Leid; nichts fonnte ihn verlegen; die Speisen, die ihm Gott bereit, genoß er mit Ergößen; die Erde war vom Fluche los; er ging in seiner Unschuld bloß, ganz frei von Scham und Tode. 7. So war nun Gottes Ebenbild in Leib und Seel gedrücket, daß man an dieser Kreatur den Schöpfer selbst erblicket, wie schön, wie heilig, gut und rein, er in sich selber müsse sein, vollfommen, selig, weise. 8. Hier wollte Vater, Sohn und Geist stets seine Wohnung haben und werden ewiglich gepreist für seine milden Gaben; dies sollte Gottes Ruhstatt sein, da er wollt gehen aus und ein und immer darin wandeln. Mcl. O Gott, du frommer Gott. 251. 3Der erste Mensch forBilde Gottes war mie 156 Vom menschlichen Elende und Verderben. mieret und auf das herrlichste Tiere großes Heer, was fliegt von seinem Gott gezieret; sein Schmuck und seine Zierd war die Gerechtigkeit, und seine hohe Würd war lauter Herrlichkeit. gen Himmel an, was sich im Meer bewegt, das war ihm unterthan. 4. Durch Ungehorsam ist dies Ebenbild verloren; die Erbfünd 2. Er konnte seinen Gott ohn aber wird uns allen angeboren; Irrtum recht erkennen und aus daher die Menschen all, so viel des Herzens Grund ihn seinen ihr immer sein, vor Gott nur Vater nennen; des Schöpfers Sünder sind, und keiner mehr ist ganzen Rat, sein Wort und sein rein. Geheiß erfüllte er mit Lust zu Gottes hohem Breis. 5. Mein Gott, ich bitte dich, dem alten Menschen steure; im 3. Der Leib war schöner noch, Geiste des Gemüts mich wiederunt als jemand kann aussprechen; er erneure, damit mein ganzes Thun, war frei von dem Tod, von ohn alle Heuchelei, zu deinem Krankheit und Gebrechen. Der Dienst bestimmt und dir gefällig sei. 2. Vom Stande der Sünde. Mel. Es ist das Heil uns kommen.| ihre Lebenskraft verzehrt, sonst 252. Ah Gott, es hat mich muß ich untersinken. ganz verderbt der 5. Wen sollt ich anders schreiett Aussaß meiner Sünden, die mir an als dich, mein Heil und Levon Adam angeerbt, wo soll ich ben? Du bist allein der HelfersRettung finden? Es ist mein mann, der mir kann Rettung geElend viel und groß, und ist vor ben, daß ich von Sünden werde deinen Augen bloß, wie tief mein rein und als geheilt vor Gott erHerz verdorben. schein durch deinen Tod und Wunden. 2. Es ist verdorben mein Verstand, mit Finsternis umhüllet; 6. Du weißt, o Jesu, meine der Will ist von dir abgewandt, Not, und kannst nach deinem mit Bosheit angefüllet; und die Willen vertreiben diesen meinen Begierden sind geneigt, die Lust, Tod und allen Jammer stillen. die aus dem Herzen steigt, im Ja, Herr, ich weiß, ich traue fest, Werke zu vollbringen. daß du mich nicht in Angst verläßt, du heißt und bist ja Jesus. Laur. Laurenti: Verderben 3. Wer kann aussprechen solchen Greul, der Leib und Seel beflecket? Wer macht uns von Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. dem Unheil heil, das uns hat an- 253. Ach, mein Jeſu, welch gestecket? Der Tausendste bedenkt es nicht, der Sinn ist nicht dahin nicht in meiner Brust? denn mit gericht, daß er davon genese. andern Adamserben steck ich vol4. Ich komm zu dir in wahrer ler Sündenlust. Ach, ich muß Reu und bitte dich von Herzen! dir nur bekennen: Ich bin Fleisch O Jesu, Jesu, mache frei die vom Fleisch zu nennen. Seele von den Schmerzen und 2. Wie verkehrt sind meine dem, was sie bisher beschwert und Wege, wie verderbt mein alter Sinn, Vom menschlichen Elende und Verderben. 157 Sinn, der ich zu dem Guten jämmerlich und arm! Ach was träge und zum Bösen hurtig sind wir? Voller Elend! Ach, bin. Ach, wer wird mich von Herr Jesu, dich erbarm! Laß den Ketten dieses Sündentodes dich unsre Not bewegen, die wir retten? dir vor Augen legen. 3. Hilf mir durch den Geist der 2. Wir sind nichts ohn dich, Herr Gnaden aus der angeerbten Not; Sesu! hier ist lauter Finsternis; heile meinen Seelenschaden durch dazu quälet uns gar heftig der dein Blut und Kreuzestod; schlage vergifte Schlangenbiß. Dieses du die Sündenglieder meines Gift steigt zu dem Herzen und alten Adams nieder. verursacht stete Schmerzen. 4. Ich bin unten von der Erden, stecke in dem Sündengrab. Soll ich wieder lebend werden, so mußt du von oben her mich durch deinen Geist gebären und mir neue Straft gewähren. 5. Schaff in mir ein reines Herze, einen neuen Geist gieb mir, daß ich ja nicht länger scherze mit der Sünden Lustbegier; laß mich ihre Tück bald merken, mich im Geist dagegen stärken. 6. Lehr mich wachen, beten, ringen und mein böses Fleisch und Blut unters Geistes Joch zu zwingen, weil es doch thut nimmer gut. Was nicht kann dein Reich ererben, laß in deinem Tod ersterben. 3. Ach, ohn dich, getreuer Jesu, schreckt der Teufel und die Höll; die Verdammnis macht mich zittern, da ich steh auf dieser Stell; mein Gewissen ist erwachet, und der Abgrund flammt und krachet. 4. Ohne dich, herzliebster Jesu, kommt man nicht durch dieſe Welt; sie hat fast auf allen Wegen unsern Füßen Neß gestellt; sie kann trogen und kann heucheln und hält uns mit ihrem Schmeicheln. 5. Ach wie kraftlos, HerzensJesu, richten sich die Kranken auf; unsre Macht ist lauter Ohnmacht in dem müden Lebenslauf. Denn man sieht uns, da wir wallen, öfters straucheln, oftmals fallen. 6. Darum stärk uns, liebster 7. Reize mich durch jene Krone, Jesu, sei in Finsternis das Licht, die mir droben beigelegt, daß ich öffne unsre Herzensaugen, zeig meiner niemals schone, wenn und dein freundlich Angesicht; spiel, wo ein Feind sich regt, sondern o Sonn, mit Lebensblicken, so hilf mir tapfer kämpfen, Teufel, wird sich das Herz erquicken. Welt und Fleisch zu dämpfen. 7. Tritt den Satan, starter 8. Sollt ich etwa unterliegen, Jesu, unter unsern schwachen p, so hilf mir wieder auf und Fuß. Komm zu deiner Braut gein deiner Kraft obsiegen, daß ich meinen Lebenslauf unter dei nen Siegeshänden möge ritterlich vollenden. 2. A. Gotter. rühre. gangen, biet ihr deinen Friedensgruß, daß sie Himmelsfreud verspüre und tein Leid sie mehr be 8. Faß uns an, o süßer Jesu, Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. führ uns durch die Bilgerstraß, 254. Ach, was sind wir ohne daß wir auf den rechten Wegen Jefum? Dürftig, gehen fort ohn Unterlaß; laß uns mei= 158 Vom menschlichen Elende und Verderben. meiden alle Stricke und nicht| Eltern haben aus des frommen wieder sehn zurücke. Schöpfers Hand, vormals in der Unschuld Stand überkommen und 9. Laß den Geist der Kraft, Herr Jesu, geben unserm Geiste erkannt. Kraft, daß wir brünstig dir 2. Mir ist kein Vermögen blienachwandeln nach der Liebe Eigen- ben, dich, das höchste Gut, o schaft. Ach, Herr, mach uns selber Gott, zu erkennen und zu lieben tüchtig, so ist unser Leben richtig. und zu fürchten in der Not, oder 10. Dann wird Lob und Dank, dir allein zu trauen und auf Herr Jesu, schallen aus des Her- deine Macht zu bauen. Ach, die zens Grund; dann wird alles ju- angeerbte Sünd macht mich zum bilieren und dir singen Herz und verkehrten Kind, an Verstand und Mund; dann wird auf der gan- Sinnen blind. zen Erden Jesus hoch gelobet werden. 3. Mein Will ist dir ganz zuwider, was du willst, das will er nicht, ja verderbt die Kräft und Glieder; was du hasfest, das geschieht. Leider o wie gar verfehret ist, was du ganz gut bes ser Erden! Gar bald der Mensch barnieder liegt, wir müssen alle scheret; oft zwar will ich, was da sterben. Allhier in diesem Jam- gut, doch das böse Fleisch und merthal ist Müh und Arbeit Blut immer seinen Willen thut. überall, auch wenn es wohl gelinget. 2. Ach Adams Fall und Missethat ließ solches auf uns erben; o Gott, gieb du uns guten Rat, daß wirs erkennen lernen. Daß wir so blind und sicher sein mit ten in Trübfal und in Pein, das ist ja zum erbarmen. 4. Ach ich sag oft: Wer wird lösen mich von diesem schweren Joch, das mit gar zu vielent Bösen mich beschwert auch heute noch? Wie ein Wasserbrunnen quillet und sich Tag und Nacht nicht stillet, so steigt aus des Herzens Grund und aus dies sem in den Mund Sünd um Sünd fast alle Stund. 3. Herr Gott, du unsre Zuflucht bist, dein Hilfe thu uns senden; 5. Jesu, Abgrund aller Güte, denn du der Deinen nicht vergißt, der in Allem helfen kann, dich ruft die sich zu dir nur wenden. Mit mein betrübt Gemüte aus des deinem Geiste steh uns bei; ein Elends Abgrund an; du wollst selges Stündlein uns verleih diesen Jammer stillen und mit durch Jesum Christum. Amen. Gnad und Geist mich füllen; M. Joh. Gigas. wasche mich mit deinem Blut; schenke neuen Sinn und Mut; J. H. Calisius. Seel und Leib verderbt, daß nichts Mel. Zion flagt mit Angst und S. Guts an mir zu finden und dar- 257. Ach, wie will es endlich werden, ach, wie und der Gaben, so die ersten will es laufen ab, daß ich stets hang In eigener Melodie. 256. Ach wie hat das Gift was verderbt, das mache gut. Sünden mich an über bin enterbt Gottes Bildes P. Lackmann. Mel. Aus tiefer Not schrei. 255. Ach wie elend ist unsre Zeit allhier auf die Vom menschlichen Elende und Verderben. 159 hang an der Erden und so we- drum verlaß doch diesen Stand. nig Andacht hab? Ja, daß ich Jesu, du wollst mich erhören im harten Sinn ohne Buße gehe und mir bieten deine Hand; wecke hin. Jesu, mir mein Herze rühre diesen Toten auf, steure meinem und zur wahren Buße führe. Sündenlauf; Herr, um deiner Marter willen, wollst du meinen Wunsch erfüllen. 2. Ach, ich fühle teine Schmerzen, ach, ich bin ganz tot und falt; es gehn mir nicht recht zu 8. Laß mich durch den Glauben Herzen meine Fehler mannigfalt; finden Gnad und Huld in deinem ich bin sonder Reu und Leid, lebe hin in Sicherheit. Wer kann mich von diesem Bösen sonst als du, o Herr, erlösen? Blut, die Abwaschung meiner Sünden. Dein Geist stärke meinen Mut und erneure meinen Sinn, daß ich Leib und Seel forthin dir, nur dir zum Dienst ergebe, was ich lebe, nur dir lebe. 3. Ach, ich kann an dich nicht denken, wie ich sollt und gerne wollt; mein Herz läßt sobald sich lenken dahin, wo es fliehen sollt, Mel. O Gott, du frommer Gott. und klebt dem ſo feſte an, was 258. Bedenke doch, o Mensch, und zum Abgrund ziehen fann; ach, Herr, hilf, bitt ich aus Gnaden, derben; um deiner Sünden Schuld mich der schweren Last entladen. mußt du des Todes sterben. Du 4. Sieh, mein Geist ist ganz er- bist ein Kind des Zorns, weil storben, und das Fleisch nimmt deine Missethat nichts, als nur überhand; alles ist an mir verdor- Fluch und Zorn bei Gott verben und vom Guten abgewandt. Was du willst, vermerk ich kaum, 2. Denn da der erste Mensch lasse deinem Geist nicht Raum. von Gott ist abgewichen, hat sich Jesu mir die Gnade gönne, daß gleich Sünd und Tod bei allen ich die Gefahr erkenne. eingeschlichen; daher nun alle 5. Nun so wache doch von Sün- Welt im Tod gefangen liegt und den einmal auf du fichrer Geist. geistlich von der Macht des TeuSuche Gott, weil er zu finden, fels wird besiegt. dienet hat. und weil er dich suchen heißt. 3. Wir werden von Natur von Komm, dieweil die Gnadenthür diesem Feind regieret, der uns in jetzt noch stehet offen dir. Laß seinem Netz und Strick gefangen dich seinen Geist erwecken, daß führet, in alle Sünden stürzt und dein End nicht sei mit Schrecken. ins Verderben bringt, ja, wie ein 6. bedenk das Maß der starker Löw, gar grausamlich verSchulden, das du hast bisher ge- schlingt. häuft und was du dafür zu dul4. Daneben hält uns auch noch den, wo es länger überläuft; das Geseß gefangen und treibt denke, wie statt Christi Ruh, du der Hölle eilest zu und wie ferneres Verweilen Ursach werde härtrer Beulen. uns an, daß es die Zahlung will erlangen für unsre Sündenschuld; allein, weil wir zu schwach, fo so droht es uns den Fluch und 5. In 7. Ach, es ist Zeit umzukehren, Gottes Zorn und Rach! 160 Vom menschlichen Elende und Verderben. 5. In unsern Gliedern steckt verderbet; denn mein Verstand auch das Geseß der Sünden, so verfinstert ist, ich kann dich garuns gefangen nimmt, und will nicht, wie du bist, nach deinem uns sich verbinden zu seinem har- Rat erkennen. ten Dienst der Ungerechtigkeit. Ach, wer ist doch, der uns von diesem Joch befreit? 2. Mein Wille ist so sehr verkehrt in meinem Thun und Lassen, daß er am meisten das begehrt, was du befiehlst zu hassen; hingegen, Vater, was du willst, bei mir sehr wenig oftmals gilt, ich seß es aus den Augen. 3. Es geht des alten Adams Trieb nur immerdar zu Sünden; das recht Vertrauen, rechte 7. Doch Gottes Vaterherz kann Lieb sich in mir nicht befinden, solches nicht ansehen, daß seiner daß ich dem Nächsten diene nicht, Hände Werk soll gar zu Grunde wenns nicht zu meinem Nuß gegehen; drum giebt er für die schieht und suche nur das Meine. Welt den eingen Sohn dahin, 4. Ja, wenn ich alles recht bedaß er sie durch sein Blut er- tracht, so würd gar leicht auf löse und gewinn. Erden ein Abgott aus mir selbſt 8. Und durch dies Bundesblut gemacht, dem fort gedient müßt sind wir nun losgelassen, die wir werden; denn eigne Lieb und im Höllenreich zuvor gefangen eigne Ehr, auch Eigennuß und saßen; Gott hat uns frei gemacht, was des mehr, mir leider noch erlöset und verseßt in seines Soh- anhanget. nes Reich, da uns fein Tod verleßt. 9. Gott sei gelobt, der uns durch Christum Sieg gegeben und uns erlöset hat, daß wir nun sollen leben in seinem Gnadenreich, von Schuld und Straf befreit in wahrer Heiligkeit, Unschuld und Seligkeit. 6. Kann doch ein Bruder nicht den andern aus dem Rachen des Todes und der Höll erlösen und los machen; es kostet gar zu viel; drum muß ers laffen stehn; fein einzger kann von selbst dem Zorngericht entgehn. 10. Er laffe seine Gnad hier über uns stets walten, daß wir sein Lösegeld in reinem Glauben halten, und als Erlösete in wahrer Freiheit stehn, bis wir uns völlig frei dort in dem Himmel sehn. 5. Dies ist die Wurzel und der Grund, draus alles Unheil rühret, daß ich zu aller Zeit und Stund von dir werd abgeführet; es steht mir stets mein Herz und Mut nach Wollust, Ehre, Geld und Gut und solchen eitlen Dingen. 6. Da ich mich nun der Sündenlust nicht sollt gefangen geben und, wie mirs macht dein Wort bewußt, ihr allzeit widerstreben: so denk ich nicht so fleißig dran, ruf dich nicht gleich um Hilfe an; ich bin oft träg und sicher. 7. Wenn mir was Böses kommt Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu. in Sinn, dawider ich sollt käm259. Da as Elend weißt du, pfen, so tracht ich nicht alsbald Gott, allein, das mir dahin, das Feur mit Macht zu ist angeerbet und wie mir alle dämpfen; das nimmt dann in mir Kräfte sein durch Adams Fall überhand, daß ich möcht leicht in Sünd Vom menschlichen Elende und Verderben. 161 Sünd und Schand darüber gröb-| stes Krieg ist dies bei Jung und lich fallen. 8. Oft will mich auch die arge Welt, die ich doch stets soll fliehen, wenn meinem Fleisch ihr Werk gefällt, mit zur Gesellschaft ziehen; sie will, daß ich auch Übels thu und andre reizen soll dazu, daß sie auch Sünd begehen. Alten; laß mich da immerfort den Sieg durch deine Kraft erhalten. Herr, stärke mich und mich erneu, daß ich stets unverdrossen sei, an diesen Streit zu treten. 15. Vor Stolz und Ehrsucht mich behüt, daß die nicht funden werden in meinem Herzen und Gemüt, i.. Worten und Geberden; Hoffart war ja des Teufels Fall; ach hilf, Herr, daß ich überall fest an der Demut halte. 16. Die Sorg der Nahrung nimm von mir, laß mich nicht mehr begehren, denn was ich hab vonnöten hier, mich ehrlich zu ernähren; daß ich auch keinen Zweifel hab, du werdest mich bis in mein Grab mit Unterhalt versorgen. 9. Ach Gott, ich hab nach solcher Art gar lang mit großem Schaden, eh ich zu dir befehret ward, gelebet außer Gnaden. Ich bin auch noch nicht ohn Gefahr, die weil mir jetzt und immerdar die Sündenlust anklebet. 10. Herr, in dieser meiner Not sich mich an mit Erbarmen; komm mir zu Hilf, du trener Gott, und steh mir bei, mir Armen; erleucht durch deine Gnad 17. Herr, gieb mir Gnade, daß und Güt mein unverständiges Ge- ich dämpf des Fleisches bösen müt, daß ich dich recht erkenne. Willen, und wider mich ja selber 11. Den Willen leit nach dei fämpf, die Luft nicht zu erfüllen, nem Wort, daß ich dich herzlich wenns gleich nur in Gedanken liebe, dir fest vertrau und fort wär. Hilf auch, daß ich mich und fort in Gottesfurcht mich nicht beschwer mit Essen oder übe; daß ich dir meine Taufzu- Trinken. sag mit starkem Borsaß alle Tag aufs neue wiederhole. 18. Gieb, daß ich oft der Hölle Qual dawider mög bedenken, 12. Und weil dir niemand ohn wie häufig man die wird einmal Gebet beständig fann anhangen, für böse Luft einschenken; Bein, so gieb, daß ich oft vor dich tret, Angst und Jammer ohne Maß die Gnade zu erlangen, damit mein ganzes Christentum des Nächsten Nuß und deinen Ruhm ohn Heuchelei befördre. wird folgen dort ohn Unterlaß auf furze Lust und Freude. 19. Laß mich allzeit vorsichtig sein, mit wem und wie ich wandle, 13. Gieb mir des Geistes Freu- daß ich halt mein Gewissen rein digkeit, daß ich dadurch verachte in allem, was ich handle, und Geld, Ehr und Wollust dieser achte feines Menschen Gunſt, Zeit, das Ewige betrachte. Ach wenn mich die Welt durch ihre nimm mich mir und gieb mich Kunst von dir zu sich will ziehen. dir, daß ich dir leb und sterbe 20. Dem böfen Geist gieb nim mir und meinen bösen Lüften. merzu, mich irgend zu verlegen und meine Seel aus ihrer Ruh 14. Des Fleisches und des GeiANT 11 162 Vom menschlichen Elende und Verderben. in Not aufs neu zu sehen. Wenn ters Wort; wem wollt vorm sich Versuchung zu mir wendt, Sterben grauen? laß sie gewinnen so ein Eud, daß ich es könn ertragen. 5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, die Wahrheit und das 21. Verleih, o Vater, gnädig- Leben, des Vaters Rat und ew= lich, daß es ja mög geschehen, ges Wort, den er uns hat gewas ich, dein Kind, nun bitte geben zu einem Schuß, daß wir dich mit Seufzen und mit Flehen. mit Truß an ihn fest sollen Hilf, wenn mir alle Hilf zer- glauben; darum uns bald kein rinnt, daß ich geduldig überwind Macht noch Gwalt aus seiner in Jesu Christi Namen. Hand wird rauben. 6. Der Mensch ist gottlos und verflucht, sein Heil ist auch noch In eigener Melodie. 260. Durch Adams Fall ist ferne, der Trost bei einem Menganz verderbt mensch- schen sucht und nicht bei Gott, lich Natur und Wesen, dasselb dem Herren; denn wer sich will Gift ist auf uns geerbt, daß wir ein ander Ziel ohn diesen Tröster nicht konntn genesen ohn Gottes stecken, den mag gar bald des Trost, der uns erlöst hat von Teufels Gwalt mit seiner List dem großen Schaden, darin die erschrecken. Schlang Eva bezwang, Gotts Zorn auf sich zu laden. 2. Weil denn die Schlang Eva hat bracht, daß sie ist abgefallen von Gottes Wort, das sie veracht't, dadurch sie in uns allen hat bracht den Tod, so war je Not, daß uns auch Gott sollt geben sein'n lieben Sohn, den Gnadenthron, in dem wir möchten leben. 7. Wer hofft auf Gott und demt vertraut, der wird nimmer zu Schanden; denn wer auf diesen Felsen baut, ob ihm gleich stößt zu handen viel Unfalls hier, hab ich doch nie den Menschen sehen fallen, der sich verläßt auf Gottes Trost; er hilft sein Gläubgen allen. 8. Jch bitt, o Herr, aus Herzensgrund, du wollst nicht von mir nehmen dein heilges Wort aus 3. Wie uns nun hat ein fremde meinem Mund, so wird mich Schuld in Adam all verhöhnet; nicht beschämen mein Sünd und also hat uns ein fremde Huld Schuld, denn in dein Huld sez in Christo all versöhnet; und wie ich all mein Vertrauen. Wer sich wir all durch Adams Fall sind nur fest darauf verläßt, der wird ewgen Tods gestorben, also hat den Tod nicht schauen. Gott durch Christi Tod erneurt, was war verdorben. 9. Mein'n Füßen ist dein heilges Wort ein Licht, das nah und 4. So er uns denn sein Sohn ferne hell scheint und mir den geschenkt, da wir noch Feinde Weg weist fort; so dieser Morwaren, der für uns ist ans Kreuz gensterne in uns aufgeht, so bald gehenft, getöt't, gen Himml ge- versteht der Mensch die hohen fahren, dadurch wir sein von Gaben, die Gottes Geist deTod und Pein erlöst, so wir ver- nen verheißt, die Hoffnung dazu trauen in diesem Hort des Ba| haben. Lazar. Spengler. 261. Vom menschlichen Elende und Verderben. 163 Mel. Herr Jesu Christ, wahr'r Mensch. 10. So spür ich neue Geistes 261. Durch Adams Fall und Missethat, die er ehmals verübet hat, ist auf uns kommen Sünd und Tod, famt andrer überhäufter Not. kraft, die Gottes Werke in mir schafft; so dringt ein neues Leben ein, zu dienen dir ohn Heuchelschein. 2. Wo ist des edlen Bildes Glanz? Wo ist der reinen Unschuld Kranz? Wo ist des Lebensbaumes Saft? Ist es nicht alles weggerafft? 3. Da lieg ich nun in meinem Blut, muß fühlen Gottes Zornesrut; vom Fuß bis an das Haupt verwundt; an Seel und Leib ist nichts gesund. 4. Wo ist der Arzt, der helfen kann? Ist niemand, der sich mein nimmt an? Wo ist die Salb, wo ist das Öl, das heilet meine tranfe Seel? 11. Ich fasse dich bei deinem Wort, o starker Fels und Lebenspfort, da du gesagt: Ich bin dein Heil, dein Arzt, dein Leben und dein Teil. 12. Drum leb ich durch dich ewiglich, und ob ich sterb, so glaube ich, daß ich doch wieder leben werd ganz frisch, gesund und ohn Beschwerd. 13. Halleluja, Dank, Kraft und Macht sei von uns allen dir gebracht, o Arzt, jetzt und zu aller Stund! Mach uns doch durch und durch gesund! 3 A. Freilinghausen. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 5. Ach, aber ach! nichts hilfet 262. Hilf Gott, wie hat die mir, fein uns nüzet hier, und was die Kunst erfunden hat; nur eins ist, das hier findet ſtatt. schen so vernichtet, daß gar kein Alter, feine Zeit was Gutes fast verrichtet. Ob mans vom An6. Dein Blut, das Jesu, deine fang bis zum End oft überleget, Huld, vergossen hat für meine fehrt und wendt, so muß man Schuld, das ist es, das mich doch bekennen, worauf man seget heilen kann. Ach nun, so nimm Herz und Sinn, von Kindheit bis dich meiner an! ins Alter hin, sei Eitelkeit zu nennen. 9. Ei nun, so eile doch herzu, schaff meiner Seele Hilf und Ruh; gieb Öl und Wein mit mildem Guß, so weicht die Qual, so flieht Berdruß. 7. Das Wasser, das so flar und hell aus deines Herzens 2. Die ersten Jahre gehn vorLebensquell geflossen, macht mich bei, unwissend wie bei Tieren; hell und rein, macht ruhig und stillt alle Bein. man schläft, man treibet Kinde rei, nichts Weises kann man spü8. Die Wunden, die man dir ren. Kommt mit den Kräften gemacht, da man dich hat ans der Verstand, regt sich die BosKreuz gebracht, die dienen mir zur heit auch zur Hand, sie steckt in Arzenei und machen mich vom Knabenherzen; wenn nun die Tode frei. Zucht und scharfe Nut ihm Unterricht zur Tugend thut, bringts ihm Verdruß und Schmerzen. 3. Die Jugend fort nach Freiheit strebt und suchet hin und wieder, wo man in Freud und. 11* Wol 164 Vom menschlichen Elende und Verderben. Wollust lebt, mißbraucht gesunde| gottloses Wesen und streben nach Glieder. Man fähret zu mit Un- der neuen Art, dazu der Mensch bedacht, das Künftige wird nicht gebildet ward; wer das begehrt, betracht, zum Guten ist man sprech Amen. Wolfg. Chr. Räthel. träge; auf Zucht und Tugend Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. man nicht denkt, sein Herz und 263. Jesu, Kraft der blönur zu den Herzen, Trost frumme Wege. in aller Bangigkeit, Labsal in 4. Das männlich Alter folgt den Sündenschmerzen, Arzt für darauf und rühmt sich großer alles Herzeleid, Hilfe für die ToThaten; man will da gerne hoch deswunden, die man stets voll hinauf und über alle raten; der Kraft befunden. Ehrgeiz macht zu 3ank und 2. Meines Herzens Brünnlein Streit gar leicht ein solches Herz quillet lauter angebornen Wust; bereit, das sich allein hoch schäget. Mark und Adern sind erfüllet Ob auch noch etwas Guts ge- von dem Gift der bösen Luft; schieht, giebt man doch Gott die fein Blutstropfen ist zu finden, Ehre nicht, der wird hintan ge- der nicht ist befleckt mit Sünden. feget, 3. Ja, ich stecke voller Pfeile 5. Wenns Alter kommt, so durch den Teufel, Fleisch und lässet sich der Geiz rechtschaffen Welt; eh ich zu dem Helfer eile, blicken; da braucht man nun sehr werd ich wiederum gefällt; meine meisterlich deren bösen Ränk und Seele muß erliegen, eh sie kann Tücken; man forget und hat we- recht Atem friegen. nig Ruh, indem man denfet immer zu das Irdische zu mehren; der Leib wird schwach und voller Not, doch mag man ungern von dem Tod und von dem Himmel hören. 4. Will ich mich zu dir erheben, wird vor Trägheit nichts daraus; wenn dein Geist in mir soll leben, jagt das wilde Fleisch ihn aus, daß ich auch die Qual der Schulden fort nicht länger fann erdulden. 6. Ach sieh, o Gott, dies Elend an und hilf, daß wir beizeiten 5. Drum, du Heil der franken abtreten von der breiten Bahn Sünder, Brunn, von dem das der Sünd und Eitelkeiten. Gieb Leben springt, Arzt für deine Kraft von oben her, daß wir das schwachen Kinder, dessen Kur flüchtig eitle Wesen hier für nichts, stets wohl gelingt, du kannst Bein ja schändlich achten, und nach dem Guten, das uns dort beständig bleibet fort und fort, zeit unsers Lebens trachten. und Schmerzen lindern, ja des Todes Stoß verhindern. 6. Komm, o Herr, und drück in Gnaden mir dein Bild ins 7. Lob sei dem Vater und dem Herz hinein, so wird meinem alten Sohn und auch dem heilgen Geiste, Schaden durch dein Blut geholals er im Anfang war und nun, fen sein. Salbt dein Öle meine der seine Gnad uns leiste, daß Wunden, so bin ich genug ver= wir in diesem Jammerthal von bunden. Herzen scheuen überall der Welt 7. Flößest du denn meiner See Vom menschlichen Elende und Verderben. 165 Seele dich, o Helfer, selber ein, armen Sünder nicht, für den du so wird meiner Adern Höhle voll dich gegeben. Gedenke an dein des neuen Lebens sein. Ja, mein Blut und Tod und an dein Mund wird voller Weisen, dein schmerzlich Sterben, ach hilf mir Erbarmen ewig preisen. von der Sündennot und schreck lichem Verderben. Ch. Knorr v. Rosenroth. In eigener Melodie. 2. Du weißt ja selbst, was für 264. Mitten wir im Leben ein Wust und wie viel taufend sind mit dem Tod Sünden von der verderbten umfangen; wen suchen wir, der Adamsluft sich in mir Arment Hilfe thut, daß wir Gnad erlan- finden. Da reget sich die Eigen= gen? Das bist du, Herr, alleine. heit, Hoffart und Wollustliebe, Uns reuet unsre Missethat, die verkehrter Will und Eitelkeit und dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger andre Sündentriebe. Herre Gott! Heiliger starker 3. Des Satans Reich tobt selbst Gott! Heiliger barmherziger Heiland, du ewiger Gott! Laß uns nicht versinken in der bittern Todesnot. Syrieleison! in mir und schwächt der Seele Kräfte; das Fleisch verhindert für und für die göttlichen Geschäfte. Mein Ohr ist taub, die 3ung ist 2. Mitten in dem Tod anficht schwach, mein Auge kann nicht uns der Hölle Rachen; wer will sehen; Verstand und Urteil nicht uns aus solcher Not frei und vermag, das Gute zu verstehen. ledig machen? Das thust du, 4. Ja, Herr, wie kann ich ArHerr, alleine. Es jammert dein mer doch den Jammer meiner Barmherzigkeit unsre Sünd und Seelen, das Elend in dem Süngroßes Leid. Heiliger Herre Gott! denjoch und alle Not erzählen? Heiliger starker Gott! Heiliger Ich kenne mich ja selber nicht barmherziger Heiland, du ewiger und habe von dem allen fast Gott! Laß uns nicht verzagen vor kein Erkenntnis und kein Licht, der tiefen Höllenglut. Kyrieleison! so tief bin ich gefallen. 3. Mitten in der Höllen Angst 5. O treuer Gott, was fang ich unfre Sünd uns treiben; wo an bei so verderbtem Wesen? folln wir denn fliehen hin, da Ist denn nichts, was mir helfen wir mögen bleiben? Zu dir, Herr fann? Wie soll ich doch genesen? Christ, alleine. Bergossen ist Thu Buße, rufst du mir zwar zu, dein teures Blut, das gnug für und glaube meinem Worte, so die Sünde thut. Heiliger Herre öffnet sich zu deiner Ruh die Gott! Heiliger starker Gott! rechte Gnadenpforte. Heiliger barmherziger Heiland, du 6. Allein, wo ist in mir die ewiger Gott! Laß uns nicht ent- Kraft, dies beides auszuführen? fallen von des rechten Glaubens Trost. Kyrieleison! Dr. M. Luther. Mel. Was mein Gott will, das. 265. Se meine ZuverWo nicht dein Geist, der alles schafft, mein Herze selbst will rühren, so bleibt es tot, vermag gar nicht in Buße zu zerrinnen, sicht, mein Heiland noch wenger kann es Zuversicht und mein Leben, verstoß mich zu deiner Huld gewinnen. 7. Drum 166 Vom menschlichen Elende und Verderben. 7. Drum stehe du mir selber durch deine Macht in Gnaden, bei, du Abgrund aller Gnaden, daß Sünde, Welt und Höllenund mach mein armes Herze frei rott mir niemals können schaden. von diesem Todesschaden. Ach 13. O Jesu, teurer Gottessohn, Herr, verleih, daß ich durch dich gedenke an mich Armen, du bist mich selber recht verstehe und in das Elend, welches mich verderbet, tief einsehe. der einge Gnadenthron; ach, gönn mir dein Erbarmen, und weil ich ganz erstorben bin, das Gute zu vollführen, so wollst du selbst mein Herz und Sinn durch deinen Geist regieren. 8. Zerschmelze du mein hartes Herz, daß es wie Wachs zerfließe und in wahrhafter Neu und Schmerz die Thränenflut ver- 14. O heilger Geist, mein gieße. Ach, mach es durch den Trost und Hort, du Geist voll Glauben rein, und gieb gerechte Kraft und Stärfe! Führ mich Werke; ja, kehre du selbst bei mir in deiner Wahrheit fort, schaff ein, o meiner Seele Stärke. in mir deine Werke. Laß dei9. Zerstör in mir das Höllen- nen Frieden in mir sein und reich, schlag Satans Schild in schreib den neuen Namen, den Stücken und laß ihn über dei- niemand kennt, der Seele ein um nen Zeug sein Schwert nicht Jefu willen. Amen. 2. A. Gotter. ferner zücken; ertöt und zähm Mel. Es ist das Heil uns kommen. das böse Fleisch samt dessen 266. Wir Menschen find Luftbegierden; mach aber mich tot, recht rein und feusch und voller wir in Sünden wallen; wir Glaubenszierden. sehen nicht die Höllennot, bis 10. Zerbrich die schnöde Eigen- daß wir drein gefallen; wir le= heit und meinen bösen Willen, ben hin ohn Sorg und Scheu, und laß mich, was dein Sohn ge- gedenfen spät an Gottes Treu, beut, durch deinen Geist erfüllen; die für uns alle forget. eröffne Ohren und den Mund, 2. Ob wir gleich sind in fal gieb deines Worts Verständnis, schem Wahn, der Frömmigkeit und thu mir deine Wahrheit kund zu deiner selbst Erkenntnis. beflissen, von uns sich niemand rühmen fann, er sei rein im Gewissen: Gott ist und bleibt allein gerecht; wir sind doch nur unnüße Knecht, als die sich schämen müssen. 11. Gieb deine Furcht in meine Brust, das Gute auszuüben und laß mich dich mit Herzenslust getreu und ewig lieben; laß mich 3. Ein jeder muß sich voller in Demut, Mäßigkeit, Geduld Schand den größten Sünder nenund Sanftmut prangen, und nen; der Sünde ist so viel wie schmück mein Herze allezeit mit Sand, des Zahl nicht zu erkennen; heiligem Verlangen. so will auch mich die große 12. O Vater, hilf, denn meine Schuld von aller Gnade, Lieb und Kraft kann dieses nicht erzwin- Huld des Allerhöchsten trennen. gen; du aber bist, der in uns schafft 4. Sch, ich bin der verlorne das Wollen und Vollbringen. Sohn, den seine Sünden reuen, Ach, stärke mich, o treuer Gott, der nun zu deinem Gnadenthron 311 Von der erbarmenden Liebe Gottes und Jesu. 167 zu fliehn sich fast will scheuen. eilt dein Vaterherz, mich aus der Angst zu reißen. Vater, ich hab für und für sehr oft und viel gefündigt dir, muß um Erbarmung schreien. 5. Ich bin, ach leider, nun nicht wert, daß ich dein Sohn soll heißen; ich bin mit deinem Zorn beschwert, du wollst dich gnädig weisen; du siehst ja meine Reu und Schmerz; ich weiß, es mel streben. 6. Der ich zuvor war gleichsam tot, empfind nun neues Leben. Ein neues Kleid, Speis, Trant und Brot läßt du mir nunmehr geben; so will ich auch ohn falschen Schein dir als ein Kind ge= horsam sein und nach dem HimJ. Mich. Dillherr. 3. Vom Stande der Gnade, und zwar: a) Vom Grunde, Quell und Ursprung desselben, nämlich: Von der erbarmenden Liebe und Gnade Gottes und Jesu Christi. Denn du weißt wohl, du schnöde Braut, wie, da dich Gott ihm anvertraut, du wider deinen Orden ihm allzu untreu worden. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher.| stehen, und durch ein teures Löse267. Also hat Gott die Welt geld aus deinem Sterker gehen. geliebt, das merke, wer es höret! Die Welt, die Gott so hoch betrübt, hat Gott so hoch geehret, daß er sein eingebornen Sohn, den eingen Schaß, die 5. Darüber hat dich Sünd und einge Kron, das einge Herz und Tod und Satanas Gesellen zu Leben mit Willen hingegeben. bittrer Angst und harter Not be2. Ach! wie muß doch ein ein- schlossen in der Höllen. Und ges Kind bei uns hier auf der hier ist gar kein andrer Rat, als Erden, da man doch nichts als Bosheit findt, so hoch geschonet werden; wie hißt, wie brennt der Batersinn; wie giebt und schenkt er alles hin, eh als er an das Schenken des eingen nur will denken! der, den Gott gegeben hat; wer den hat, wird dem Haufen der höllschen Feind entlaufen. 6. Gott hat uns seinen Sohn verehrt, daß aller Menschen Wesen, so mit dem ewgen Fluch beschwert, durch diesen soll geneſen. 3. Gott aber schenkt aus freiem Wen die Verdammnis hat umMut und treuem milden Herzen schränkt, der soll durch den, den fein einges tind, sein schönstes Gott geschenkt, Erlösung, Trost Gut in mehr als tausend Schmer- und Gaben des ewgen Lebens zen. Er giebt ihn in den Tod haben. hinein, ja in die Höll und deren Bein; zu unerhörtem Leide stößt Gott sein einge Freude. 7. Ach! mein Gott, meines Lebens Grund, wo soll ich Worte finden? Mit was für Lobe foll 4. Warum doch das? Daß du, mein Mund dein treues Herz ero Welt, frei wieder möchtest gründen? Wie ist dir immermehr ge= 168 Von der erbarmenden Liebe Gottes und Jesu. geschehn? Was hast du an der gar; und er ist meine Krone. Welt erfehn, daß, die so hoch dich hab ich den Sohn, so hab ich höhnet, du so gar hoch gekrönet? gnug, sein Kreuz und Leiden ist 8. Warum behieltst du nicht dein mein Schmuck; sein Angst iſt Recht und ließest ewig pressen, meine Freude, sein Sterben meine diejenge, die dein Recht geschwächt Weide. und freventlich vergessen? Was hattest du an der für Lust, von welcher dir doch war bewußt, daß fie für dein Verschonen dir schändlich würde lohnen? 14. Ich freue mich, so oft und viel ich dieses Sohns gedenke; dies ist mein Lied und Saitenspiel, wenn ich mich heimlich fränke, wenn meine Sünd und Missethat will größer sein als Gottes Gnad, und wenn mir meinen Glauben mein eigen Herz 9. Das Herz im Leibe weinet mir vor großem Leid und Grämen, wenn ich bedenke, wie wir dir so gar schlecht uns bequemen. will rauben. Die meisten wollen deiner nicht, und was du ihnen zugericht durch deines Sohnes Büßen, das treten sie mit Füßen. 15. Ei, sprech ich, war mir Gott geneigt, da wir noch Feinde waren, so wird er ja, der kein Recht beugt, nicht feindlich mit mir fah10. Du, frommer Vater, meinst ren anjeßo, da ich ihm versühnt, es gut mit allen Menschenkin- da, was ich Böses je verdient, dern; du ordnest deines Sohnes sein Sohn, der nichts verschuldet, Blut und reichst es allen Sün- so wohl für mich erduldet. dern, willst, daß sie mit der Glau- 16. Fehlts hier und da? Ei, benshand das, was du ihnen zu- unverzagt! laß Sorg und Kumgewandt, sich völlig zu erquicken, mer schwinden! Der mir das fest in ihr Herze drücken. Größte nicht versagt, wird Rat 11. Sieh aber, ist nicht immer zum Kleinen finden. Hat Gott fort dir alle Welt zuwider? Du mir seinen Sohn geschenkt und bauest hier, du bauest dort, die für mich in den Tod gesenkt, wie Welt schlägt alles nieder; darum erlangt sie auch kein Heil, sie bleibt im Tod und hat kein Teil am Reiche, da die Frommen, die Gott gefolgt, hinkommen. sollt er, laßt uns denken, mit ihm nicht alles schenken? 12. An dir, o Gott, ist keine Schuld, du, du hast nichts verschlafen. Der Feind und Hasser deiner Huld ist Ursach seiner Strafen, weil er den Sohn, der ihm so klar und nah ans Herz gestellet war, auch einzig helfen Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. follte, durchaus nicht haben wollte. 268. Also hoch hat Gott 17. Ich bins gewiß und sterbe drauf nach meines Gottes Willen: Mein Kreuz und ganzer Lebenslauf wird sich noch fröhlich stillen. Hier hab ich Gott und Gottes Sohn und dort, bei Gottes Stuhl und Thron, da wird fürwahr mein Leben in ewgen Freuden schweben. Paul Gerhardt. 13. So fahre hin, du tolle geliebet arge Schar, ich bleibe bei dem Sohne; böse Welt, daß er seinen Sohn dem geb ich mich, des bin ich dir giebet, als ein teures Lösegeld, Von der erbarmenden Liebe Gottes und Jesu. 169 geld, auf daß du und jedermann, Mel. An Wasserflüssen Babylon. der ihn nimmt mit Glauben an, 269. Es ſei, Herr, deine Haufen nicht mit dem verdammten dürfe nach der Hölle laufen; Gütigkeit mit Freuden hoch gepriesen, der du uns 2. Sondern daß er ewig lebe schon vor aller Zeit dein Liebe und dort in der Seligkeit mit hast erwiesen zum Zeugnis, daß und bei den Engeln schwebe vor fie ewig ist, ja selbst so alt, als dem Herren allezeit; denn Gott alt du bist, da dennoch deine hat aus seinem Thron darum Jahre nie angefangen, noch einnicht gesandt den Sohn, daß er mal derselben ungezählte Zahl zu soll die Menschen richten und ver- Ende werde kommen. dammen: Nein, mit nichten. 2. Du wohnetest in deinem Licht, wohin niemand mag kommen, da Erd und Himmel noch garnicht den Anbeginn genommen. Du warest völliglich vergnügt, weil in dir selber alles liegt, was dich mag selig nennen; vollkommen warest du für dich und bists gewesen ewiglich, ehs jemand mocht erkennen. 4. Darum selig ist, der glaubet an den teuren Gottessohn, und bei ihm beständig bleibet, 3. Konnt also, da du noch allein, dein Majestät bestehen, doch wollwie teft dus nicht ewig sein, viel und auf ihn die Väter schon ihre mehr nun aus dir gehen Hoffnung auch gesetzt und an ihm etwas schaffen außer dir, das dann ihr Herz ergößt; darum auch aus ihrem Orden alle solche selig worden. hinfort nur für und für sich deiner Gnade nährte; darin, als deinem Eigentum, man deinen treuen Preis und Ruhm all Tag erklingen hörte. 4. Darauf du denn die ganze Welt von Himmel und von Erden, dir alsobald haft vorgestellt, wie solche jollte werden. Doch nahmest du vornehmlich für, zum Oberhaupt und Fürsten ihr den 6. Wer das Arge thut mit Freu- Menschen darzugeben, der da dein den, der ist auch des Lichtes Bild und Gleichnis wär; darum Feind, daß er nicht dürf Strafe in Heiligkeit auch er vollkommen leiden, weil die Werke böse sind. sollte leben. Wer die Wahrheit liebt und übt und der Tugend sich ergiebt, der läßt seine Werke sehen, denn sie find in Gott geschehen. 5. Doch hast du gleich auch vorgesehn, daß Adam würde fallen, und daß dies würd zugleich geschehn mit seinen Kindern allen. Denn alle würden selber sich durch Joh. Heermann. 3. Vielmehr soll er selig machen jedermann, der sich bekehrt, und der aus des Teufels Rachen herzlich frei zu sein begehrt. Wer beständig glaubt an ihn, hat das Leben zum Gewinn; wer nicht glaubet, der wird müssen vor Gerichte stehn und büßen. 5. Dies ist aber das Gerichte und der Welt ihr Untergang, daß sie zu dem hellen Lichte sich nicht kehren will mit Dank, das doch wendet spät und früh seinen Gnadenglanz auf sie; sie will nicht vom Bösen lassen, drum pflegt sie das Licht zu hassen. 170 Von der erbarmenden Liebe Gottes und Jesu. durch Sünd dem Satan ewiglich nicht das, was die Welt mag ge zu Sklaven mit verkaufen und ben; mein Freud ist nur darauf also leider ohn Verzug sich dem gericht, daß ich werd ewig leben, ergeben, der mit Trug fie läßt daß mirs nicht weiter fehlen kann, ins Elend laufen. weil mich der Herr hier schreibet an mit seinen lieben Kindern. Nun ist er mächtig ja genug, daß weder mit Gewalt noch Trug ihn Satan könnte hindern. 6. Nun leider war kein Mittel da, zur Hilfe für uns Arme; doch, da dein Güte solches sah, so wolltst du dich erbarmen; da wurde nun der Schluß gemacht: 11. Doch ist es lauter deine daß Heil zuwege würd gebracht, Gunst und, Jesu, deine Gabe. follt Jesus Christus fommen; damit durch dessen Blut und Tod die Sünd und alle unsre Not würd kräftig weggenommen. 7. Weil denn nun Christus nur allein sollt unfertwegen sterben, nicht schämen. Es war ja alles das umsonst, was ich sonst an mir habe. Verdienen konnt ich nichts von mir, ich muß es nur allein von dir mit Bettlers Händen nehmen; doch will ich deiner Gütigfeit mich so mußt auch alles unser sein, überlassen allezeit und deren mich was solcher würd erwerben und zwar, daß die Gerechtigkeit nicht 12. Verdienst fann freilich ganz erst durch Werke würd bereit, die und gar hier nicht gedacht nur wir noch leisten sollten. Wir soll werden, weil ja ich nicht geschaften gleich in Gnaden stehn und fen war, noch in dem Schoß der in das Reich des Herren gehn, Erden, da du mich allbereit er= wenn wir nur glauben wollten, wählt und deinen Lieben zuge8. So ward der teure Got- zählt. Was hattest du gesehen tesrat, daraus all dies geflossen, an mir, das dich dazu erregt, was uns wiedrum gegeilet hat, und zu der Gutthat dich bewegt, aus lauter Lieb beschlossen, und die da an mir geschehen? wurden gleich zu diesem Mal in die gebenedeite Zahl der ligen geschrieben all, sie Glaubenszuversicht allein Christum sich gericht, mit Danfen ihn zu lieben. 13. Ich war ja leider beffer Se- nicht als einer unter allen, ja, also mit elend zugericht, daß dir nichts auf mocht gefallen als dies allein, daß mein Glend, so von mir würde abgewendt, dir diente, dich zu preifen. So suchtest du demnach durch mich, von deiner Güte öffentlich ein Beispiel zu erweisen. 9. Da schwinge nun, mein Geist, dich hin, den Namen selbst zu lesen, da ich dort aufgezeichnet bin so lang, eh ich gewesen. Ich fehe freilich solchen stehn, daß er auch nicht mehr wird ausgehn, noch werden ausgerissen. So fann ich denn der Ewigkeit, weil Gott wahrhaftig, allezeit mich fest versichert wissen. 10. So freuet mich nun weiter 14. So sei mein Jesus denn geehrt und dessen Ruhm bejungen, der seine Güt zu mir ge= fehrt, durch welche mirs gelungen; der, da ich leider auch verderbt und mir die Hölle angeerbt, mich wiederum geheilet, der da mit anderen zugleich von Ewigfeit Von der erbarmenden Liebe Gottes und Jesu. 171 teit in seinem Reich mir Plaß auch zugeteilet. Schuß gerecht und sicher sei vor aller Feinde Truß. 15. Ich werde nun unausge- 6. Wie nun durch Adam ist der fest, mein Heiland, dein verblei- Fluch auf alle kommen, also hat ben, weil du mich würdig hast ge- Christi Blut ihn wieder weggea schäßt, den Deinen beizuschreiben. nommen und die Rechtfertigung Gieb mir, daß ich mit höchstem des Lebens wiederbracht, als er Fleiß zu deines Namens Lob den Friedensbund in seinem Blut und Preis in Heiligkeit mög le- gemacht. ben, daß auch mein Bruder dieser Zeit, gebeffert, deiner Gütigkeit fönn dessen Zeugnis geben. D. Phil. Sac. Spener. Gott, du frommer. Mel. 270. Gott ist die Liebe selbst, mitleidig, voll Erbarmen und trägt uns mit Geduid in seinen Liebesarmen. Die Liebe treibet ihn, daß er den liebsten Sohn uns zur Erlösung giebt zu einem Gnadenthron. 7. Des Teufels Tyrannei kann uns hinfort nicht binden, weil wir erlöset sind von allen unsern Sünden, da unser Jesus hat den starten Feind besiegt, der nun ohn alle straft zu seinen Füßen liegt. 8. Auch Tod und Hölle sind durch seinen Arm zerstöret, und was sich jemals nur hat wider Gott empöret. Er hat die Welt erlegt, der Schlange Kopf zer= knickt, vom fünftgen Zorn erlöst und allem, was uns drückt. 2. Dem Samariter brach sein Herz in tausend Stücken, als er 9. Er hat sich selbst für uns nur einen mußt halb tot zur Erd zum Lösegeld gegeben und durch erblicken; viel wenger fonnte Gott vor uns vorüber gehn, als er uns allesamt in unserm Blut mußt ſehn. sein eigen Blut erworben Heil und Leben, gestillet Gottes Zorn, gelöscht der Hölle Glut, Gerech tigkeit gebracht und immerwährend Gut. 3. Eh er der ganzen Welt will nach Verdienste lohnen, so will er 10. Was des Gefeßes Fluch lieber nicht des eingen Sohnes will mit Gewalt erzwingen, das schonen. Er giebt ihn willig hin, kann vollkommentlich uns Christi daß er für alle Welt sein teures Unschuld bringen. O welche SeBlut vergieß zu einem Lösegeld. ligkeit, daß Jesus uns erlöst; 4. Wir waren in Gewalt des nun sind wir schon genug für Teufels und der Sünden und alles Leid getröst; follten ewiglich der Hölle Qual 11. Denn wir sind aus der empfinden; doch nun sind wir Gruft der Sünden ausgeführet, erlöst durch Christi teures Blut, daß uns hinfort kein Schmerz, das ausgelöschet hat den Zorn noch Zorn und Angst berühret; und Feuersglut. wir werden von dem Tod zum Leben auferweckt, weil Jesus uns erlöst und unsre Schuld bedeckt. 5. Denn was durch Adams Fall und eigne Schuld gestorben, hat Christus wiederum vom ew- 12. Gott hat dies Lösegeld als gen Tod erworben zu seinem gültig angenommen und will, daß Eigentum, das unter seinem alles soll zum Sohne wieder kommen. 172 Von der erbarmenden Liebe Gottes und Jeſu. men. Wer nun zum Sohne kommt, laßt uns fröhlich springen, daß erlangt die Seligkeit, die durch wir getroft und all in ein mit fein Lösegeld den Sündern ist Lust und Liebe singen, was Gott bereit. an uns gewendet hat und seine Mel. Gott des Himmels und der. süße Wunderthat; gar teur hat 271. Riebe, die du mich zum ers erworben. J. V. Uz. Bilde deiner Gottheit 2. Dem Teufel ich gefangen haft gemacht; Liebe, die du mich lag, im Tod war ich verloren; so milde nach dem Fall mit Heil mein Sünd mich quälte Nacht bedacht; Liebe, dir ergeb ich mich, und Tag, darin ich war geboren. dein zu bleiben ewiglich! Ich fiel auch immer tiefer drein, es war fein Guts am Leben mein, die Sünd hat mich besessen. 3. Mein gute Wert, die galten nicht, es war mit ihn'n verdorben; der frei Will haßte Gotts Gericht, er war zum Gutn erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn Sterben an mir blieb; zur Hölle mußt ich sinken. 4. Da jammert Gott in Ewigkeit mein Glend übr die Maßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen; er wandt zu mir sein Vaterherz, es war bei ihm fürwahr kein Scherz; ließ sichs sein Bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Die Zeit ist hier zu erbarmen; fahr hin, meins Herzens werte Stron und sei das Heil der Armen, und hilf ihn'n aus der Sünden Not, erwürg für sie dent bittren Tod und laß sie mit dir leben. 2. Liebe, die du mich erforen, eh als ich geschaffen war; Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar; Liebe, dir ergeb ich mich, dein 2c. 3. Liebe, die für mich gelitten und gestorben in der Zeit; Liebe, die mir hat erstritten ewge Lust und Seligkeit; Liebe, dir 2c. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort; Liebe, die sich bloß ergeben mir zum Heil und Seelenhort; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich! 5. Liebe, die mich hat gebunden an ihr Joch mit Leib und Sinn; Liebe, die mich überwunden und mein Herz hat ganz dahin; Liebe, dir ergeb ich 2c. 6. Liebe, die mich ewig liebet, die für meine Seele bitt; Liebe, die das Lösgeld giebet und mich kräftiglich vertritt; Liebe, dir ergeb ich mich, dein 2c. 7. Liebe, die mich wird erwekken aus dem Grab der Sterblichkeit; Liebe, die mich wird um stecken mit dem Laub der Herrlichkeit; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich! Joh. Scheffler. In eigener Melodie. 7. Er sprach zu mir: Halt dich 272. Nun freut euch, lieben an mich, es soll dir jest gelinChristen gmein und gen; ich geb mich selber ganz für 6. Der Sohn dem Batr gehorsam ward; er kam zu mir auf Erden, von einer Jungfrau rein und zart, er wollt mein Bruder werden; gar heimlich führt er sein Gewalt; er ging in einer armn Gestalt; den Teufel wollt er fangen. Von der erbarmenden Liebe Gottes und Jesu. 173 für dich, da will ich für dich rin-| Natur verderbte Menschen, schnöde gen; denn ich bin dein und du Sünder und Fremde vom Verbist mein; und wo ich bleib, da heißungstestament, arm, lahm und sollst du sein; uns soll der Feind bloß, blind, taub, stumm und elend. nicht scheiden. 8. Vergießen wird man mir mein Blut, dazu mein Leben rauben; das leid ich alles dir zu gut, das halt mit festem Glauben; den Tod verschlingt das Leben mein; mein Unschuld trägt die Sünde dein; da bist du selig worden. 4. Allein, du Vater, voller Gnad, hast unsers Elends dich erbarmet und uns nach deinem Gnadenrat in Christo, deinem Sohn, umarmet, daß wir in ihm, wie du zuvor bedacht, nun Kinder sind und angenehm gemacht. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein, fahr ich aus diesem Leben; da will ich sein der Meister dein, den Geist will ich dir geben; der dich in Trübsal trösten soll und lehren mich erkennen wohl und solcher Schmach befreit. in der Wahrheit leiten. 5. Du läsfest uns in Jesu Blut Heil, Leben und Erlösung finden und wäschest durch die edle Flut uns von dem Unflat aller Sünden. O tiefe Lieb, o Wundergütigkeit, die unsre Seel von 6. Du hast uns Menschen dei10. Was ich gethan hab und nen Rat durch Jesum Christum gelehrt, das sollst du thun und wissen lassen, damit du, was da lehren, damit das Reich Gotts Odem hat, in ihm zusammen werd gemehrt zu Lob in seinen möchtest fassen. Er ist der Grund, Ehren, und hüt dich vor der auf welchem alles steht, was lebt Menschen Gsaß, davon verdirbt und webt, was lieget, sißt und der edle Schatz: Das laß ich dir geht. zulette. Dr. M. Luther. Mel. Preis, Lob, Ehr 2c. 7. Er stiftet Frieden zwischen Gott und uns, da wir noch 273. Sei hochgelobt, barm- Feinde waren, und wird der Welt herzger Gott, der du und Höll zum Spott den Frieden dich unser angenommen und uns auch in uns bewahren. Herrin unsrer Seelennot mit Hilfe lichkeit, daß wir im Frieden stehn, bist zu statten kommen; du schen- nun dürfen wir getrost zum Batest uns von deinem Himmels- ter gehn. thron dein liebes Kind und eingebornen Sohn. 8. Lebt Christus doch in uns und wir sind auch durch ihn mit 2. Du segnest uns in ihm, dem Gott verbunden; wir haben seiHerrn, mit überschwenglich rei- ner Lieb Panier als eine starke chem Segen und gehest unsrer Festung funden; in ihm sind wir Armut gern mit deiner teuren voll Ruh und Sicherheit und Gnad entgegen; was sind wir schmecken schon die Kraft der Sedoch, du allerhöchstes Gut, daß deine Lieb so Großes an uns thut? 3. Was dringet dich? Wir sind ja nur des ersten Adams Sündenkinder und sind auch alle von ligkeit. 9. Du giebst uns auch das Erbeteil durch Christum, der es uns erworben, als er, der Herr, zu unser eit am bittern Kreuzesstamm 174 Von der erbarmenden Liebe Gottes und Jesu. stamm gestorben; und sein Ver- wohl bedacht, von Herzen rühmen dienst und Leiden macht allein, und ausbreiten. Es rühme dich daß dir zum Preis wir nunmehr und deine große That, was rühetwas sein. men kann, was lebt und Odem hat. 10. Durch dich und Jesum, 16. Ja, treuer Gott, wir loben unsern Hort, erkennen wir das dich und ehren deinen großen Wort der Wahrheit und wachsen Namen; Herz, Seel und Geist immer fort und fort im Lichte erhebet sich und singet: Halleluja! zur vollkommnen Klarheit; du Amen! Der Herr ist Gott, der selber bist das wesentliche Licht, dreimal Heilig heißt, Gott Vadas durch den Sohn die Finster- ter, Sohn und auch Gott heilnis vernicht. ger Geist! Ludw. Andr. Gotter. 11. Du, Vater, wirkest auch Mel. An Wasserflüssen Babylon. durch ihn in uns den lebendigen 274. Was soll ich doch, o Glauben, den uns die Welt nicht was kann entziehn, noch Satan aus ich aus dir machen? Der du so dem Herzen rauben. Er wirket oftmals meinen Grimm hast pfleselbst, und seines Geistes Trieb gen zu verlachen? Soll ich dich macht unsre Seel unsträflich in schüßen, Israel? Soll ich dir der Lieb. deine freche Seel auch ferner noch 12. Du haft mit deines Geistes bewahren, aus welcher doch von Pfand durch Christum unsre Seel Jugend auf ein solcher großer geschmücket und ihn auf unsre Sündenhauf ohn alle Scheu geBrust und Hand zum festen Sie gel aufgedrücket, zur Versichrung, daß wir zu deinem Ruhm dein Erbe sein und auch dein Eigentum. fahren? 2. Sollt ich nicht billig deiner That und Leben gleich mich stellen und dich, wie Sodom, ohne Gnad und wie Adama fällen? Sollt ich nicht billig meine Glut auf dein verderbtes Gut und Blut, wie auf Zeboim, schütten, dieweil du ja mein Wort und Bahn fast ärger noch, als sie gethan, bis hierher überschritten? 3. Ja, billig sollt ich dich dahin in alles Herzleid senken. Allein mir nicht zu Sinn, ich 14. So, Vater, so bist du bereit, es will in, durch und um des Sohnes hab ein andres Denken. Mein willen, den du gezeugt von Ewig- Herze will durchaus nicht dran, keit, uns mit dir selber zu er- daß dir es thu, wie du gethan, es füllen, auf daß wir nichts, er brennt vor Gnad und Liebe; mich aber allerlei, ja alles gar in allen jammert dein von Herzen sehr, Dingen sei. und kann nicht sehen, daß das Heer der Hölle dich betrübe. 15. Drum wollen wir, Herr, deine Macht, du Vater aller 4. Ich kann und mag nicht, wie Herrlichkeiten, die unsre Seel so du wohl verdienet, dich verderben; 13. Nun, was wir sind, das kommt von dir; in Christo haft du uns geschaffen zum Lobe deiner Macht, daß wir in Gottes Kraft und Geistes Waffen aus reiner Lieb in deinem Wege gehn und deinen Ruhm mit Mund und Herz erhöhn. Von der göttlichen Gnadenberufung. 175 ben; ich bin und bleib erbar- ein Lamm will geben. Sch, ich mungsvoll und halte nichts vom will tragen alle Laft, die du dir, Sterben. Denn ich bin Gott, der Mensch, gehäufet hast, auf daß treue Gott, mit nichten einer aus du mögest leben. der Rott der bösen Adamskinder, 6. heilger Herr, o ewges die ohne Treu und Glauben sind Heil, Versöhner meiner Sünden! und werden ihren Feinden feind Ach, heilge mich, und laß mich und täglich größre Sünder. teil in, bei und an dir finden! 5. So bin ich nicht, das glaube Erwecke mich zur wahren Reu mir, und nimms recht zu Ge- und gieb, daß ich dein edle Treu müte! Ich bin der Heilge unter im festen Glauben fasse; auch dir, der ich aus lauter Güte für töte mich durch deinen Tod, dameine Feinde in den Tod und in mit ich allen Sündentod hinfort des bittern Kreuzes Not mich als von Herzen hasse. Paul Gerhardt. 4. b. Von den Gnadenwirkungen Gottes und zwar: ( 1.) Von der Berufung der Menschen zur Seligkeit. Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr.| mann, Jesum, den Schlangen275. Auf, auf, o Mensch, treter, der selbst für dich geopfert es ist nun Zeit, zu suchen die Gerechtigkeit, die Christus hat erworben, der durch sein Blut gemachet gut, was Satan hat verdorben. sich; der, der ist dein Erretter. 6. Geh hin und falle ihm zu Fuß und sprich in wahrer Herzensbuß: Herr, tilge meine Sünden! Denk nicht daran, was ich gethan! Ach, laß mich Gnade finden! 2. Du warst des Schöpfers schönstes Bild, mit Lieb und Licht von ihm erfüllt, als er dich erst formierte, und seine Hand in solchem Stand dich, einer Braut gleich, zierte. 7. Bringst du ein recht zerknirschtes Herz, das seiner Sünden Qual und Schmerz erfährt und mit Vertrauen zu Jesu flieht und ihn ansieht, so darf dir fort nicht grauen. 8. Dies Opfer ist Gott angenehm, und du fannst also recht bequem an Christi teuren Schäßen, die seine Treu dir schenfet frei, dich inniglich ergößen. 4. Da liegst du nun in deinem Blut, getrennt von Gott, dem 9. Desselben rein und teures höchsten Gut und dessen Licht Blut, so er vergossen dir zu gut, und Leben, der dir dafür, das glaube mir, des Todes Lohn fönnt geben. wird heilen deine Wunden; dies ist der Saft, der Heil und Kraft dir giebet alle Stunden. 3. Doch sieh, wie durch der Schlange List du bald darauf gefallen bist aus diesem schönen Orden, wie du ganz blind und voller Sünd ein Andrer bist geworden. 5. Schau aber den im Glauben 10. Drum auf, o Mensch, denn an, den Gott gesetzt zum Helfers- es ist Zeit, geh, suche die Gerechtig 176 Von der göttlichen Gnadenberufung. tigkeit, die Christus dir erwor- Liebesmahl von den Zäunen, ben; so kommest du zu Fried und von den Gassen du mich auch Ruh und bleibest unverdorben. Mel. Ach Gott, thu dich erbarmen. 276. Erwach, o Mensch, erhast laden lassen. 2. Herr, wer bin ich? und hingegen, wer bist du? was deine wache. Steh auf vom Bracht? Ich ein Würmlein an Sündenschlaf, es kommt des Höch- den Wegen, du der König großer sten Rache und seine schwere Straf Macht; ich Staub, Erde, Asch mit Schrecken und mit Unge- und Kot, du der Herre Zebastüm und sucht die Sünder heim oth; ich ein Scherz und Spiel im Grimm, die auf der Erde woh- der Zeiten, du ein Herr der nen. Der Herr wird zornig loh- Ewigkeiten. nen und nur der Frommen schonen. 3. Ich grundbös und ganz ver 2. Drum fallet Gott zu Fuße, dorben, du die höchste Heiligkeit; ihr Menschen, groß und klein; ich verfinstert und erstorben, du thut rechte wahre Buße, stellt des Lebens Licht und Freud; ich alle Bosheit ein. Seid auf den ein arm elendes Kind, lahm und großen Tag bereit mit Glauben frumm und stumm und blind; und Gottseligkeit, so trifft euch du das Wesen aller Wesen, ganz kein Verderben; so könnt ihr vollkommen, auserlesen. felig sterben und Gottes Reich ererben. 4. Und doch läsfest du mich laden zu dem großen Hochzeitmahl. der übergroßen Gnaden, ich foll in des Himmels Saal mit dem lieben Gotteslamm, meinem Herrn und Bräutigam, bei der Engel Chor und Reihen ewig mich, ach ewig freuen. 5. Felder, Wälder, Bäum und Büsche, Hügel, Gründe, Berg und Thal, Vögel, Thiere, Vieh und Fische, o ihr Engel allzumal, Himmel, Erde, Land und Meer, rühmet, singet, jauchzet sehr, Gott läßt zu dem Mahl der Gnaden das elende Volk einladen. 6. Wen nun dürftet, soll sich laben an der süßen Lebensquell; B. Craffelius. wen nun hungert, der soll haben Brots genug für seine Seel. D ein süßes Mahl und Ort, da ſich und Krone herrschet Gottes Herz und Wort seiner über alle Welt, der du deinem Braut und Hochzeitsgästen giebt liebsten Sohne eine Hochzeit hast bestellt, dir sei Dank ohn End und Zahl, daß zu diesem Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 277. Gott, des Zepter, Stuhl in Speis und Trank zum besten. 7. du großer Herr und Kö O nig, der du rufft: Kommt, kommt her3. Ach, nehmet dies zu Herzen, die ihr erlöset seid durch Christi Blut und Schmerzen, bekehrt euch in der Zeit. Sagt allem ab, was zeitlich ist, und liebt alleine Jesum Christ; thut, was derselb euch lehret. Denn wer ihn so nicht ehret, der wird im Zorn verzehret. 4. Bekehre du uns, Herre, so werden wir bekehrt! Ach, führ uns aus der Irre zu deiner from men Herd. Verzeih, was wir bisher gethan, nimm uns durch Christum wieder an; laß deinen Geist uns leiten, daß wir zu allen Zeiten dein heiligs Lob ausbreiten. Von der göttlichen herbei! ach, ich bin, ich bin zu wenig aller deiner Lieb und Treu; ach, ich kann dir nimmermehr H. G. Neuß. Mel. Jesus, meine Zuversicht. danken gnug und also ſehr, wie 278. Jesus nimmt die Sünich schuldig bin und sollte, und wie ich wohl gerne wollte. der an! Ach, ein Wort voll Kraft und Leben, das 8. Laß dir doch dies schwache betrübten Herzen kann Ruhe, Lallen, das ich kaum gefangen Trost und Freude geben. Höre, an, meiner Zunge wohl gefallen, weil ichs ja nicht besser kann, und entzünde Herz und Mund aus 2. Jesus nimmt die Sünder an, dem innern Seelengrund; laß die von Gott sich losgerissen dein Gnadenlicht durchbrechen, und sich auf der breiten Bahn deine Wunder auszusprechen. laufe, wer nur kann: Jesus nimmt die Sünder an! alles Bösen je beslissen. Höre, laufe, wer 2c. 3. Jefus nimmt die Sünder an, alle, die nur zu ihm fommen, Jung und Alte, Frau und Mann, wer da will, wird aufgenommen. öre, laufe, wer 2c. 4. Jesus nimmt die Sünder an mit ganz freundlichen Geberden, weil er will, daß jedermann soll mit Gott versöhnet werden. Höre, laufe, wer 2c. 5. Jesus nimmt die Sünder an, spricht von nichts als von Erbarmen, ist kein grimmiger Tyrann, nein, er läuft, sie zu umarmen. Höre, laufe, wer 2c. 6. Jesus nimmt die Sünder an; denn er steht in ihrem Orden, weil sie Gott so lieb gewann, daß er selbst ist Mensch geworden. Höre, laufe, wer 2c. 7. Jesus nimmt die Sünder an; denn er hat für sie gelitten; er ging, als das Haupt, voran und hat Sünd und Tod bestritten. Höre, laufe, wer 2c. 8. Jesus nimmt die Sünder an; führet sie als seine Glieder in den Kampf mit auf den Plan aus dem Tod ins Leben wieder. Höre, laufe, wer 2c. 9. Jesus nimmt die Sünder an, will 12 9. Du reichst uns so viele Gaben und zerbrichst durch deine Macht den, der Jesum nicht will haben und dein teures Mahl veracht. Laß dein Lebensquell in mir fließen immerfort aus dir; laß mich deines Hauses Gaben, bis ich trunken werde, laben. 10. Zieh du mich, dein Mahl zu schmecken, aus der finstern Erdenkluft; deine Stimme laß mich wecken, die so sehn- und lieblich ruft: Komm, o Mensch! Komm, eile, fomm! Komm zum Lebensquell und Strom! Komm zum Brot, davon zu zehren und den Geist damit zu nähren. 11. Öffn, ach öffne meine Ohren dieser Stimm, die also flingt, die zu deinen Freudenthoren, o Jerusalem, mich bringt; laß den, den du teur erfauft, und auf dich felbst ist getauft, ja nicht ferner in dem Treiben dieser fündgen Weltlust bleiben. Gnadenberufung. 177 zeitehren möge feiern ohn Aufhören. 12. Gieb, daß dieser Welt Getümmel, das bald wie ein Nebel flieht, von des Lammes Mahl im Himmel, das stets bleibt, mich nicht abzieht; fleide Jesu, in der Zeit mich in dich, mein Hochzeitkleid, daß ich deine Hoch 178 Von der göttlichen Gnadenberufung. will sie von den Sündenketten, Geh getroft zu ihm hinan, er des Gesetzes Fluch und Bann und befreit dich von den Plagen. Höre, von Höll und Teufel retten. laufe, wer 2c. Höre, laufe, wer nur kann, Sesus nimmt die Sünder an. 10. Jesus nimmt die Sünder an, wäscht sie mit dem Blute reine, das aus seinem Leibe rann, daß er sie mit Gott vereine. Höre, laufe, wer 2c. 19. Jesus nimmt die Sünder an. Willst du nun fein Sünder bleiben, ei, so lauf, er ist der Mann, der den Schaden will vertreiben. Höre, laufe, wer nur 2c. 20. Jesus nimmt die Sünder an; aber nicht die frechen Sün: 11. Jesus nimmt die Sünder der, die er nicht entreißen kann an, flößt in sie ein neues Leben, von dem irdschen Land und Wewendet allen Fleiß daran, daß sen. Höre, laufe, wer 2c. fie ewig an ihm fleben. Höre 2c. 12. Jesus nimmt die Sünder an, die der Seele Krankheit fühlen, die nicht auf der Sündenbahn mehr in Fleisches Lüsten wühlen. Höre, laufe, wer zc. 21. Jesus nimmt die Sünder an! Ach, verirrter Sünder, höre! Denn dein ewig Heil hängt dran, niemand dich im Laufen störe. Höre, laufe, wer 2c. 22. Jesus nimmt die Sünder an! 13. Jesus nimmt die Sünder an, Willst du länger noch verweilen? die sich arm am Geiste kennen, Hör, er rufet, was er kann: die ihn ihren Helfersmann voller Kommt, ihr Sünder, laßt euch Glaubenssehnsucht nennen. Höre, heilen! Höre, laufe, wer 2c. laufe, wer 2c. 14. Jesus nimmt die Sünder an, die sein Joch mit Freuden tragen und so, wie er selbst gethan, willig Blut und Leben wagen. Höre, laufe, wer 2c. 15. Jesus nimmt die Sünder an, die auch dem geringsten Regen, das im Guten hindern kann, sich mit Ernst entgegen legen. Höre, laufe, wer 2c. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 279. Jhr armen Sünder, fommt zu Hauf, fommt eilig, kommt und macht euch auf, mühselig und beladen; hier öffnet sich das Jesusherz für alle, die in Reu und Schmerz er kennen ihren Schaden. 2. Es heißt: Er nimmt die Sün16. Jesus nimmt die Sünder an, die, wenn sie durch List der Schlangen sind verleitet, dann und wann, doch voll Buße an ihm hangen. Höre, laufe, wer 2c. 17. Jesus nimmt die Sünder an, der an, drum komm, dein Jes die das Herz von allen Dingen sus will und kann dich rettent abgezogen und sodann immer und umarmen. Komm weinend, näher zu ihm dringen. Höre, komm in wahrer Buß und fall laufe, wer 2c. im Glauben ihm zu Fuß, er 18. Jesus nimmt die Sünder an. wird sich dein erbarmen. Bist du so, was willst du zagen? 3. Ein Hirt verläßtsein Schäflein nicht, 23. Jesus nimmt die Sünder an! Kehre, Sünder, fehre wieder! Eile von der breiten Bahn! Wirf dich ihm zu Füßen nieder! Höre, laufe, wer nur kann, Jejus nimmt die Sünder an. Joh. Heinr. Meuffel. Von der göttlichen Gnadenberufung. nicht, dems in der Irr an Hilf In eigener Melodie. noch gebricht, er sucht es mit Berlan= 280. Israel, bekehre dich, ach, gen; er lässet neun und neunzig stehn und sie gar in der Wüste gehn, das eine zu umfangen. 4. Es sucht der liebste Jesus Christ das Schäflein, das verlo- fus ruft die Seinen. ren ist, bis daß ers hat gefunden. So laß dich finden, liebste Seel, und flieh in Jesu Wundenhöhl, noch sind die Gnadenstunden. 5. O Jesu, deine Lieb ist groß, ich komm mühselig, nackt und bloß, ach, laß mich Gnade finden; ich bin ein Schaf, das sich verirrt, ach nimm mich auf, weil ich verwirrt im Strick und Neß der Sünden. 7. Laß mich dein Schäflein ewig sein, sei du mein treuer Hirt allein im Leben und im Sterben; laß mich vom eitlen Weltgesind ausgehn, und mich, als Gottes Kind, um dich, mein Schaß, bewerben. 179 8. Ich will von nun an sagen ab der Sündenlust bis in mein Grab, und in dem neuen Leben, und im Glauben dich bereite, daß du könnest würdiglich bei dem Abendmahl erscheinen, wozu Je6. Ach, wehe mir, daß ich von 4. Solcher Schmuck und Himdir gewichen bin zum Abgrund melstracht Christo einzig wohlgeschier; ach, laß mich wiederkeh- fället; wer der Welt hier gleich ren zu deinem Schafstall, nimm sich stellet, der wird von ihm mich an, und mach mich frei von nicht geacht und wird von den Fluch und Bann! Dies ist mein Reichsgenossen schimpflich wieder Herzbegehren. ausgestoßen. 9. Ach nimm dein armes Täublein ein, und laß es sicher bei dir sein in deinen Wundenhöhlen. Bewahre mich vor Sündenwerk, und gieb mir deines Geistes Stärt an Leib und an der Seelen. Laur. Laurenti. 2. Willst du kommen, säubre dich von dem Schmuß der Lasterflecken, die in deinem Fleische stecken; Christi Blut kann dich und mich reinigen von allen Sünden, wenn wir Buße bei uns finden. 3. Glaube, Hoffnung und Geduld, Liebe, Demut und dergleichen sind der Christen wahre Zeichen, welche stehn in Christi Huld, die er kennt und heißt sie kommen, daß sie werden aufgenommen. 5. Jsrael, befehre dich, weil es jetzt noch heißet heute, und im Glauben dich bereite, daß du könneft würdiglich bei dem Abendmahl erscheinen, wozu Jesus ruft die Seinen. In eigener Melodie. 281. Kº mein 281. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn, in Heilig- und Gerechtigkeit dir all, die ihr seid beschweret nun, dienen noch die furze Zeit, die mir zum Seil gegeben. mit Sünden hart beladen! Ihr Jungen, Alten, Frau und Mann, ich will euch geben, was ich kann, will heilen euren Schaden. 2. Mein Joch ist füß, mein Bürd ist g'ring, wer mirs nachträgt in dem Geding, der Höll wird er entweichen; ich will ihm treulich helfen tragn, mit meiner 12* Hilf 180 Von der göttlichen Gnadenberufung. Hilf wird er erjagn das ewge diesen Maien; wenn einer hätt Himmelreiche. die ganze Welt, Silber und Gold 3. Was ich gethan und glitten und alles Geld, so muß er an hier in meinem Leben spät und die Reihen. früh, das sollt ihr auch erfüllen; 10. Dem Glehrten hilft doch was ihr gedenkt, ja redt und nicht sein Kunst; die weltlich Pracht thut, das wird euch alles recht ist gar umsonst; wir müssen alle und gut, wenns gschieht nach sterben. Wer sich in Christo nicht Gottes Willen. bereit, weil er lebt in der Gna4. Gern wollt die Welt auch denzeit, ewig muß er verderben. felig sein, wenn nur nicht wär 11. Höret und merkt, ihr lieben die schwere Pein, die alle Christen Kind, die jetzo Gott ergeben sind, leiden; so mag es denn nicht laßt euch die Müh nicht reuen; anders sein; darum ergeb sich halt stets am heilgen Gottes nur darein, wer ewge Bein will Wort; das ist eur Trost und meiden. höchster Hort; Gott wird euch 5. All Kreatur bezeuget das, schon erfreuen. was lebt im Wasser, Laub und 12. Nicht übel ihr um Übel Gras, sein Leiden fanns nicht gebt; schaut, daß ihr hier unmeiden. Wer denn in Gottes schuldig lebt; laßt euch die Welt Namn nicht will, zulegt muß er nicht äffen; gebt Gott die Nach des Teufels Ziel mit schwerem und alle Ehr; den engen Weg Gwissen leiden. geht immer her; Gott wird die Welt schon strafen. 6. Heut ist der Mensch schön, jung und lang, sieh, morgen ist er schwach und frank, bald muß 13. Wenn es ging nach des Fleisches Mut, in Gunst, Geer auch gar sterben. Gleich wie sundheit, großem Gut, würdt ihr die Blume auf dem Feld, also muß auch die schnöde Welt in einem Hui verderben. gar bald erkalten. Darum schickt Gott die Trübsal her, damit das Fleisch gezüchtigt werd, zur ew= gen Freud erhalten. 14. 3st euch das Kreuz bitter und schwer, gedenft, wie heiß die Hölle wär, darein die Welt thut rennen; an Leib und Seel muß Leiden sein, ohn Unterlaß die ewge Pein, es mag doch nichts verbrennen. 7. Die Welt erzittert ob dem Tod. Wenn einer liegt in letter Not, dann will er erst fromm werden. Einer schafft dies, der andre das, seinr armen Seel er ganz vergaß, dieweil er lebt auf Erden. 8. Und wenn er nimmer leben mag, so hebt er an ein große Klag, 15. Jhr aber werdt nach diewill sich nun Gott ergeben; ich ser Zeit mit Christo habn die fürcht fürwahr, die göttlich Gnad, ewge Freud; dahin sollt ihr gedie er allzeit verspottet hat, wird schwerlich ob ihm schweben. denken. Es lebt kein Mann, der aussprechn fann die Glorie und den ewgen Lohn, den uns der 9. Einm Reichen hilft doch nicht sein Gut, dem Jungen nicht Herr wird schenken. sein stolzer Mut, er muß aus 16. Und was der ewge, gütge Gott Von der göttlichen Gnadenberufung. 181 Gott in seinem Wort verspro- über deine Sünde Ach! und chen hat, geschworn bei seinem ernstlich dich bekehre. Namen, das hält und giebt er gwiß fürwahr; der helf uns zu der Engelschar durch Jesum Christum! Amen. 5. Noch ist die heilge Himmelsthür für deine Buße offen; es ist noch heute auch für dich, was Guts von Gott zu hoffen. Auf! dich zur rechten Reu anschick, verMel An Wasserflüssen Babylon. säume nicht den Gnadenblick; 282. wüsterSünder, denkst noch scheint dir deine Sonne; du nicht, was dein so wird auf deiner Thränen Guß verruchtes Leben an jenem großen erfolgen Gottes Gnadenfluß und Weltgericht für Lohn dir werde fünftig ewge Wonne. geben? Gedenkst du nicht in deinem Mut an Gottes Zorn und seine Rut, damit er grimmig drohet den Sündern, die in tollem Sinn gelebet und von Anbeginn vor ihm sich nicht gescheuet. 6. Sprich zu den Sünden ins gemein, die dich so tief vergiftet: Kommt bei mir nur nicht wieder ein, ich hab ein Haus geſtiftet für Gott in meines Herzens Saal, entweicht und fliehet all2. Vergisfest du der Hölle Glut, zumal, ihr schändlichen Verräter! darin die Teufel wohnen, und Es fliehet meine arme Seel in deiner mit viel Graus und Wut der Felslöcher tiefe Höhl, zu nicht werden fünftig schonen? Jesu, dem Vertreter. Es brennet ja bereits das Feur, 7. Ach Jesu, süßes Gnadenheil, darin dein Leib, das Ungeheur, du Vater deiner Kinder! Ach der Aufenthalt der Sünden, die Jesu, zum Erbarmer eil für mich arme Seel, der freche Geist, der betrübten Sünder. Ich komm; nun so mancher Lust genießt, ihr ach komme, nimm mich an, du Ach und Weh wird finden. großer Gnad- und Wundermann, ich bitte um Erbarmen; ich weiß, daß noch wird übrig sein in deinem süßen Herzensschrein ein Trostblick für mich Armen. 3. Erbarme dich selbst über dich und deine arme Seele, damit sie nicht so grausamlich in fenem Feur sich quäle; gedenke doch, du Sündenknecht, daß Gott 8. Herr Sesu, Meer der Gütigallwissend und gerecht und deine feit, laß deine Gnade fließen, Laster zähle. Auf, auf! ermuntre und wie ein Strom in dieser Zeit dich mit Fleiß, die Sündennetze sich auch auf mich ergießen. Hier bald zerreiß, du arm verwirrte steh ich elend, blind und bloß, Seele. eröffne mir der Liebe Schoß und 4. Gieb gute Nacht der Eitel- laß mich Gnade finden; führ feit und ihrem wüsten Wesen, auch durch deinen guten Geistvergiß der vorgen Sündenzeit mich so, daß ich fort allermeist und suche dein Genesen in wah- absterbe allen Sünden. rer Buß ohn Heuchelei, ohn Falschheit und ohn Trügerei, Mel. Alle Menschen müssen sterben. nach Gottes heilger Lehre; er 283. Schaffet, daß ihr selig öffne deinen Thränenbach, ruf T. 3. Lassenius. werdet, ihr, die ihr wollt 182 Von der göttlichen Gnadenberufung. wollt selig sein, ench zwar chrift- sein; es mag Fleisch und Blut lich hier gebärdet, doch davon in allen übel oder wohl gefallen. tragt bloßen Schein. Denfet, 3. Ihr habt Ursach zu bekenwenn der Herr wird kommen, nen, daß in euch noch Sünde steckt, hier zu richten Bös und From- daß ihr Fleisch vom Fleisch zu men, daß ihr schafft mit Furcht nennen, daß euch lauter Elend allein, wie ihr möget selig sein. deckt, und daß Gottes Gnaden2. Schafft mit großer Furcht fraft nur allein das Gute schafft, und Zittern, o ihr Sünder allzu- ja, daß außer seiner Gnade, in mal, wenn der jüngste Tag wird euch nichts, denn Seelenschade, wittern, daß ihr dann der Höllenqual mit erfreuter Seel entgehet, nicht zur Linken Jesu stehet. Schafft mit Furcht hier insge- dämpfet; selig, wer die Welt mein, daß ihr dann mögt selig sein, verschmäht. Unter Christi Streuzesschmach jaget man dem Frieden nach. Wer den Himmel will ererben, muß zuvor mit Christo 4. Selig, wer im Glauben fämpfet; selig, wer im Kampf be= steht, wer die Sünden in sich 3. Schaffet, daß ihr selig werdet, traut nicht eurem Fleisch und Blut, das sich heilig hier gebärdet und thut euch doch nimmer gut. sterben. Flieht das falsche Christenleben, bleibt an Jesu Leben kleben; dem folgt. Schafft hier insgemein, daß ihr möget selig sein. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern träg und lässig sein, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit und Krieg folget niemals rechter Sieg; nur den Siegern wird die Krone beis gelegt zum Gnadenlohne. 4. O herr, der du durch dein Leiden uns von Sünd erlöset hast, laß uns nicht sein abgeschieden von dir, Anker, Steur und Mast. Wir zwar kleben stets an 6. Mit der Welt nach Luft Sünden; aber laß uns Gnade zu jagen, hat bei Christen keine finden. Deine treue Lieb allein Statt; Leichtsinn bei der Welt schaffe, daß wir selig sein. cy. Runge. Gelagen schwächt den Geist und Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. macht ihn matt. Unter Christi 284. Shaffet, schaffet Streuzesfahn geht es wahrlich niemals an, daß man noch mit frechem Herzen sicher wollte thun und scherzen. Menschenkinder, schaffet eure Seligkeit; bauet nicht, wie freche Sünder, nur auf gegenwärtge Zeit; sondern schauet 7. Furcht muß man vor Gott über euch, ringet nach dem Him- stets tragen; denn der kann mit melreich, und bemühet euch auf Leib und Seel uns zur Höllen Erden, wie ihr möget selig werden. niederschlagen; er ists, der des 2. Daß nun dieses mög gesche- Geistes Öl und, nachdem es ihm hen, müßt ihr nicht nach Fleisch beliebt, Wollen und Vollbringen und Blut und nach dessen Neigung giebt. O so laß uns zu ihm ge= gehen, sondern was Gott will hen, ihn um Gnade anzuflehen! und thut; das muß einzig und allein eures Lebens Nichtschnur 8. Und dann zähmet eure Glieder, drin die Sündenluft sich regt, Von der göttlichen Gnadenberufung. 183 regt; kämpft den alten Menschen stets bereit dem Sünder mit nieder, bis ihm seine Macht gelegt. Barmherzigkeit; doch wer auf Was euch ärgert, hauet ab, was Gnade sündigt hin, fährt fort in euch hindert, senkt ins Grab, und seinem bösen Sinn und seiner denft stets an diese Worte: Ge- Seele selbst nicht schont, der wird het durch die enge Pforte! 9. 3ittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum sehn, bis ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ach, mein Heiland, geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht, gieb mir deines Geistes Waffen, meine Se ligfeit zu schaffen. mit Ungnad abgelohnt. 5. Gnad hat dir zugesaget Gott von wegen Christi Blut und Tod; doch sagen hat er nicht ge= wollt, ob du bis morgen leben sollst; daß du mußt sterben, ist dir fund, verborgen ist des Todes Stund. 6. Heut lebst du, heut befehre dich, eh morgen kommt, kanns ändern sich; wer heut ist frisch, gesund und rot, ist morgen frank, ja wohl gar tot. So du nun 10. Amen, es geschehe, Amen, Gott, versiegle dies in mir, auf daß ich in Jesu Namen so den Glaubensfampf ausführ. Jesus gebe Kraft und Stärt und re- stirbest ohne Buß, dein Leib und giere selbst das Werk, daß ich Seel dort brennen muß. wache, bete, ringe und also zum Himmel dringe. L. A. Gotter. Mel. Vater unser im Himmelreich. 285. So wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, daß er von Sünden halte still, von seiner Bosheit fehre sich und lebe mit mir ewiglich. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich jetzt komme bald zu dir und Bußze thu den Augenblick, eh mich der schnelle Tod hinrück, auf daß ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt sei bereit. Joh. Heermann. Mel. Wer nur den lieben. 2. Dies Wort bedenk, o Menschenfind, verzweifle nicht in deiner Sünd; hier findest du Trost, Heil und Gnad, die Gott dir zugefaget hat, und zwar durch einen teuren Gid. Oselig, dem die Sünd ist leid! 286. Sorgt, Christen, sorgt für eure Seele und seid mit Fleiß darauf bedacht, wie ihr sie reißet aus der Höhle, darein die Sünde sie gebracht. Der Satan, als der Sünden Freund, bleibt ja der Seelen ärgster Feind. 2. Drum tragt die Seel in euren Händen, bewahrt sie als den besten Schatz. Will euch der 3. Doch hüte dich vor Sicherheit, denk nicht, es ist noch gute Satan den entwenden, so lasset Zeit; ich will noch fröhlich sein ihm ja keinen Platz. auf Erd, und wenn ich lebensmüde werd, alsdann will ich befehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. Weil ihr hier unter Feinden schwebt, so seht, wie ihr vorsichtig lebt. 3. Gott hat die Seel euch anvertrauet, fie stammet nicht von Menschenblut; sie ist von Golde 4. Wahr ists, Gott ist zwar nicht 184 Von der göttlichen Gnadenberufung. nicht gebauet, wohl aber von dem| Mel. Zion flagt mit Angst. höchsten Gut. Daß ihr sie 287. Warum willst du ewig sterben? Gotte wiedergebt, so schaut, wie ihr in Sorgen lebt. warum stürzst du dich in das 4. In Sünden war sie zwar höllische Verderben? Willst du verloren, doch hat sie Jesus hoch geliebt und sie zu seinem Schaß erforen, da er sein Blut für sie hingiebt. Daß sie nun Jesu eigen sei, so lebet nicht von Sorgen frei. dich verbinden. leiden ewiglich? Willst du denn mit allem Fleiß machen dir die Hölle heiß? Stehe ab von detnen Sünden, die dem Teufel 5. Zum Tempel ist sie zuberei- 2. Denke an die letzte Stunde; tet von Gott, dem werten heil- denke an das jüngst Gericht, an gen Geist, der sie zu allem Gu- die Bein im Höllengrunde, an ten leitet und aus des Satans des Richters Angesicht; schaue Stricken reißt. Daß Satan ihn über dich; der Thron ist dazu. nicht nehme ein, ach, laßt dies bereitet schon; Erde und selbst eure Sorgen sein. Himmels Lichter schmelzen stets vor diesem Nichter. 6. Seht, wie sie sonst Gott hat begabet mit Weisheit, Straft, Ghr 3. Das Gericht wird abgehalten, und Verstand, wie er sie mit dem und wird dir in einem Buch dein Troste labet und sie beschüßt mit Verbrechen vorgehalten und auch starker Hand. Sält Gott die Seele allzeit hoch, sorgt auch für dieselbe doch. dein verdienter Fluch; dann wird Gottes Nichterstab dir den Himmel sprechen ab, und das Urteil heißt: Ihr Sünder seid und bleibt des Teufelsfinder. 7. Die Welt sorgt für das eitle Wefen; auf Sünden ist sie mehr 4. Siehe, neben dir da fechten bedacht, als wie die Seele mag dich die beiden Kläger an, das genesen, drum stürzet sie die Gesetz zu deiner Rechten, dem du schnöde Pracht. Soll euch der nicht genug gethan, und der arge Himmel sein bereit, sorgt für Schadenfroh flagt zur Linken die Seele allezeit. ebenso über deine böse Sache um gerechte Straf und Rache. 8. Will Gott der Seele gleich zuschicken Kreuz, Leiden, Angst 5. Unter dir ist Höllenfeuer, und schwere Pein, die Liebe läßt unter dir der ewge Tod und sich nicht ersticken, es muß der der Hölle Ungeheuer; Sünder, Weg zum Himmel sein. Drum sag, was dünft dich doch? Wo lasset in der Kreuzesglut das steht deine Ausflucht hin? Haft wirst du nicht bestehen, sondern mehr in Schande gehen. Sorgen sein eur höchstes Gut. du Lügen in dem Sinn? Damit 9. Und wenn sich Satan will bemühen, die Seele durch der Sünden Brut zu sich ins Höllen- 6. Es wird selber dein Gewisreich zu ziehen, zu rauben ihr sen über deiner Sündenmeng bei des Himmels Gut, so fliehet stets dem Nichter zeugen müssen, da die Sündenhöhl. Wohl dem, der wird dir die Welt zu eng, und sorgt für seine Seel. gerecht dein Urteil sein: Du sollst in Von der göttlichen Gnadenberufung. 185 in der Höllenpein in viel tau- ist; ich will, Jesu, dich nicht sendfachen Qualen, mit der Seel lassen, bis du mir genädig biſt. und Leib bezahlen. Vater, Christi Tod und Blut wird für meine Sünde gut; seine blutgeschwisten Thränen werden dich und mich verföhnen. 7. Diese ausgesprochnen Rechte werden zu vollziehen stehn die bereiten Henkersknechte, also wird es dir ergehn! Also stehet es um dich! Also sollst du ewiglich in dem höllischen Verderben sterben und doch nimmer sterben. 13. Vater, schau, ich fall zu Fuße, als der größte Sünder hier; laß das Seufzen meiner Buße deine Gnad abbetteln dir; ohne Zweifel 8. Das sind deine Sicherheiten, Tod und Bein größer, als wird ja sein Christi Marter, die dich machen jetzt so bang, die J. G. Schottel. von den man in Gnadenzeiten dir schweren Sünden, die sich an mir Armen finden. gedrohet hat so lang; aber du dachtst immerdar, es wird haben kein Gefahr; es wird nimmermehr geschehen, daß es also mir wird gehen. mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 288. Maschet euch, ihr Volk der Sünden, reinigt euer Herz und Sinn; wo ihr wollet Gnade finden, thut das frevle Wesen hin, thut das Böse weg von mir, weg von meinen Augen hier; soll euch helfen mein Erlösen, o, so laffet ab vom Bösen. 2. Lernet, mterft es, dahingegen Gutes und fein Arges thun, trachtet nach den rechten Wegen, weil ihr doch in eurem Nun, in der furzen Lebenszeit und der Ungewißheit seid; sparet ja nicht eure Buße; eilet, fallet mir zu Fuße. 3. Wenn ihr kommt mit wahrer Reue und mit wahrem Glauben her; wenn der alte Mensch 11. Ich find keinen Retter, kei wird neue, und ihr thut nach nen, der mit treuer Hilf und meinm Begehr; laßt uns rechRat meiner Seele will erschei- ten, kommet her: eure Sünd, ist nen; meine Reu ist viel zu spät. Ach, ich ungeratnes Kind, mich zollt nimmermehr die Sünd, wenn ich wär aus diesen Stricken, wie geschehn, forthin berücken. die gleich schwer, soll sie doch wie Schnee auf Erden, rein und weiß und schöne werden. 4. Sollt auch euer Maß der Sünde blutrot angefüllet sein, daß es sich gleich ließe finden einem rosinfarbnen Wein, soll sie dennoch wieich 9. Weh mir, weh der armen Seele! Trost, Verzweiflung oder Tod? Was aus diesen soll wählen nun in meiner Sündennot? Meine Sünd ist allzuschwer; ich hab feine Gnade mehr in der Bein, die mich getroffen, von dem großen Gott zu hoffen. 10. Kann ich seiner Hand ent= gehen, seinem Eiser oder Grimm? In der Höllenglut bestehen, vor der harten Donnerstimm? Sich das Würmlein, das mich nagt, und das Feuer, so mich plagt; es ist wohl für meine Sünden nicht Vergebung mehr zu finden. 12. Ich will meinen Jesum faffen, der der Sünden Büßer 186 Von der göttlichen Gnadenberufung. wieder rein, wie die schönste Wolle lich für und für, ob du noch sein. Herr Jesu, mir verleihe wolltest wiederkehren zu deinem solche wahre Buß und Reue. Ursprung, deiner Quelle, aus welcher du geflossen bist, die ja so lieblich und so helle von Ewigfeit gewesen ist. Christoph Runge. Mel. Wo ist der Schönste, den. Jefus der Hirte. 6. Kann dich mein Nufen nicht 289. Wo ist mein Schäflein, das ich liebe, das erweichen, das in der Wüste laut erschallt und in den Klüften wiesich so weit von mir verirrt und derhallt, so bist du wohl recht zu selbst aus eigner Schuld verwirrt, vergleichen den harten Felsen und darum ich mich so sehr betrübe? In welchen Büschen oder Hecken treff ich es endlich wieder an, daß ich es wieder fann erwecken und retten von der Irrebahn? den Steinen, die doch mein Wort zerschmeißen kann. Ach, ich muß vor Erbarmen weinen, daß du mich nicht willst hören an. Schäffein. 2. Ach, Schäslein, finde dich 7. Wes ist die Stimme, die ich doch wieder zu dem, der dich so höre in dieser wilden Wüstenei? herzlich liebt und nie was Bö- Es scheint, als obs mein Hirte ses hat verübt an dir, der sich sei. Er rufet immer: Wiedergelassen nieder, um dich zu fu- fehre! Sollt er mich denn auch chen und zu fassen auf seine Ach irgend meinen? Ich sehe wohl, seln sanftiglich, und nimmermehr daß ich verirrt. Nun bin ich dich kann verlassen; denn meine lahm auf meinen Beinen, ach, Lieb währt ewiglich. hätt ich mich nicht so verwirrt! Hirte. 3. Ich kann dich ja nicht länger wissen in solcher Abgeschiedenheit; du läufst nun hin und her.8. Ich will dir keine Ruhe lassen; zerstreut und mußt die große ich will dich locken, bis du hörst Freude missen, die andre Schäf- und dich von Herzen zu mir kehrst. lein bei mir finden, die nur in Ach, wie will ich dich dann ummeinem Schoße ruhn; da sind fassen und an mein Herz ganz fie sicher vor den Winden, die fanfte drücken; in Liebesfeilen ihnen können Schaden thun. sollst du gehn; dann wird kein 4. Du findest eher keinen Frie- Feind dich mehr berücken, in meiden, bis du dich ganz in mich ver- nen Hürden sollst du stehn. fenft und dein Herz haft zu mir gelenkt. Ich bins alleine, der 9. Ach, holder Hirt, ich komm den Müden fann Leben, Kraft, gelaufen, so gut ich fann, auf Erquickung geben; so komme doch nun bald herzu. Ach, schone doch dein armes Leben und schaffe deiner Seele Ruh. Schäflein. dein Geschrei; du mußt mich aber machen frei und selber bringen zu dem Haufen der andern Schäflein, die dich kennen, die dich nur 5. Willst du, o armes Lamm, ihre Augenlust und allerliebsten nicht hören, läufst immer weiter Hirten nennen. Nun drück mich weg von mir? Ruf ich doch sehn- fest an deine Brust! 3. scheffler. 5. Von der göttlichen Gnadenerleuchtung. 187 5.( 2.) Von der Gnadenerleuchtung der Menschen. In eigener Melodie. und was er hat, von Herzen 290. Erleucht mich, Herr, haßt und spricht: Nur Jesus ist mein Licht, ich bin mein Licht! mir selbst verborgen und fenne mich noch nicht; ich merke dieses zwar, ich bin nicht, wie ich war; indessen fühl ich wohl, ich bin nicht, wie ich soll. 8. Das ist des Glaubens Wort und dürftiges Verlangen: Herr Jesu, sei mein Hort, Versöhner, Herr und Schild, und führ mich, wie du willst; dein bin ich, wie ich bin, nimm mich zu eigen hin. 9. Wer dies nicht gründlich meint, des Glaub ist noch un tüchtig, der bleibt noch Gottes Feind; sein Hoffnungsgrund iſt Sand und hält zuleßt nicht stand. Der einge Glaubensgrund ist dies 3. Kein zeitlicher Verlust verurfacht diese Schmerzen, so viel mir ser Gnadenbund. je bewußt; mich liebt manch 10. Hier, sorg ich, fehlt es mir; treuer Freund; mich überwindt die Lieb ist noch nicht richtig, die kein Feind; der Leib hat, was er ich, Herr Christ, zu dir jetzt will, Gesundheit, Hüll und Füll. habe; weil ich doch, beinah ein 4. Nein, es ist Seelenpein, es Christe noch, die Welt und Lust fommt mir aus dem Herzen und noch mehr geliebt, als deine hr. dringt durch Mark und Bein. 11. Mein Herz, begreif dich nun, Nur dies, dies liegt mir an, daß ich muß es redlich wagen, ich ich nicht wissen kann, ob ich fomm eh nicht zur Ruh. Sagst ein wahrer Christ und du mein Jesus bist. 2. Ich lebt in stolzer Ruh und wußte nichts von Sorgen vor diesem; aber nun bin ich ganz voller Angst und mir selbst eine Last; was vormals meine Freud, macht mir jeßt Herzeleid. du hiermit der Welt, und was dem Fleisch gefällt, rein ab und Christo an, so ist die Sach gethan. 12. Du Erdwurm, solltest du weiß, daß der allein des Namens dem Könge dich versagen, dem würdig ist, der seine liebste Lust alles stehet zu, der allein weif durch Christi Kraft zerbricht und und reich, der alles ist zugleich. lebt sich selber nicht. der selbst die ganze Welt erschaffen und erhält? 6. Es ist ein Selbstbetrug, mit diesem Wahn sich speisen; als ob 13. Wenn alles wird vergehn, dies schon genug zur Glaubens- was Erd und Himmel heget, so probe sei, daß man von Lastern bleibt er fest bestchn; sein Wesen frei, die auch ein blinder Heid nimmt nicht ab, sein Gottheit kennt aus Furcht der Schande meidt. tein Grab, und wen er einmal 7. Der zieht nur Christum an, fennt, des Wohlstand nimmt kein der aus sich selbst gegangen und End. seines Fleisches Wahn, Vermö14. Wer aber in der Zeit mit gen, Luft und Rat, Gut, Ehr ihm sich nicht verträgt, der bleibt in 5. Es ist nicht so gemein, ein Christe sein als heißen. Ich 188 Von der göttlichen Gnadenerleuchtung. in Ewigkeit von Gottes Freuden-| 7. Mach in mir das Gewissen haus ewig geschlossen aus, ver- rein und laß es abgewaschen sein; göff er in dem Weh auch einen so kann ich dann durch deinen Thränensee. Sohn mit Freuden stehn vor 15. Wünscht nun Gott den deinem Thron. Vertrag, laß ihn dein Jawort schlichten, o liebe Seel, und sag: Dir opfr ich gänzlich auf, o mein Gott, meinen Lauf und Geist und Leib und Blut, Lust, Ehre, Hab und Gut. 8. Auf dich laß meine Sinnen gehn und stets hinauf gerichtet stehn, daß ich dein Wort mit Freuden hör, mein Herz nach ihm in allem kehr. 9. Gieb, daß ich finde deine 16. Thu, was du willst mit mir; Straft und schmecke deiner Güte werd ich nur zugerichtet zu dei- Saft; laß mich dein freundlich nem Preis und Zier, mit deiner Angesicht mit Freuden sehn in Herrlichkeit, mit deinem Heil be- deinem Licht. fleidt, geheiligt um und an: Wohl mir, so ists gethan! 10. Wenn ich in deinem Wort dich such, so laß es mir sein ein Geruch, der Leben, Kraft und Süßigkeit in meine Seelenkräfte streut. 11. Und weil du voller Güte bist, die lieblich und erfreulich ist, so gieb, daß ich dich fühl in mir und ganz umschlossen sei von dir. 12. Und wie ich von mir selbst nichts kann, so treib durch deinen Geist mich an, daß er in mir die Herrschaft führ, Geist, Seel, Herz, Sinn und Mund regier. 3. Schaff in mir, Herr, den neuen Geist, der dir mit Lust Gehorsam leist; ein willig Opfer willst ja du, und alles Fleisch taugt nicht dazu. 13. Wie dieses ohne Glaubert nicht in mir fann werden ausgericht; der Glaub auch ohn dies nicht besteht, wenn er nicht in die Werke geht: 4. Mach in mir das Gedächtnis 14. So wirte, Herr, durch deineu, daß es auf dich gerichtet nen Geist den Glauben, der sich sei und was dahinten ist, vergeß kräftig weist und in ein neues und stündlich Christi Tod ermeß. Wesen dringt und seine Lebens5. Des Fleisches Willen töt in mir und mach ihn unterthänig dir; durch deine Liebe treib ihn an, zu gehn auf deiner Lebensbahn. 6. Und wie ich ohn dein Gnadenlicht erkenne deinen Willen nicht, so leuchte du, o Gott, allein in 16. So acht ich nicht des Teufels dem Verstand mit deinem Schein. List, der stets voll böser Feindſchaft E. W. Buchfelder. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns. 291. Erneure mich, o ewges Licht, und laß von deinem Angesicht mein Herz und Seel mit deinem Schein durch leuchtet und erfüllet sein. 2. Ertöt in mir des Fleisches Lust und nimm hinweg der Sünden Wust. Bewaffne mich mit Kraft und Mut, zu streiten wider Fleisch und Blut. früchte bringt. 15. In allem, o Herr Jefit Christ, laß mich mit Kraft sein ausgerüst, zu fechten wider Fleisch und Blut, und nimm mich unter deine Hut. 189 Von der göttlichen Gnadenerleuchtung. schaft ist. Ich bleib im Sieg, in| dich zu meiner Bitt und höre mich; dir will ich, mein Jesu, leben ewiglich. nimm solche Thorheit von mir hin und gieb mir einen bessern Sinn. 10. Gieb mir die Weisheit, die du liebst und denen, die dich lieben, giebst, die Weisheit, die vor deinem Thron allstets erscheint in ihrer Stron. 11. Ich lieb ihr liebes Angesicht, sie ist mein Herzens Freud und Licht; sie ist die Schönste, die mich hält und meinen Augen J. F. opp. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns. 292. Herr, aller Weisheit Quell und Grund, dir ist all mein Vermögen kund; wo du nicht hilfft und deine Gunst, da ist mein Thun und Werk umfonst. 2. Jch, leider als ein Sündenfind, bin von Natur zum Guten blind; mein Herze, wenns dir wohlgefällt. dienen soll, ist ungeschickt und Thorheits voll. 3. Ja, Herr, ich bin gering und schlecht, zu handeln dein Gefeß und Recht; was meinem Näch sten nüßt im Land, ist mir verdeckt und unbekannt. 4. Mein Leben ist gar furz und schwach, ein Lüftlein, das bald läfset nach; was in der Welt zu prangen pflegt, das ist mir wenig beigelegt. 5. Wenn ich auch gleich vollkommen wär, hätt aller Gaben Ruhmn und Ehr und sollt entraten deines Lichts, so wär ich doch ein lauter Nichts. 6. Was hilfts, wenn einer gleich viel weiß und hat zuvörderst nicht mit Fleiß gelernet deine Furcht und Dienst, der hat mehr Schaden als Gewinnst. 7. Das Wissen, was ein Mensch vorführt, wird leichtlich in ihm selbst verirrt; wenn unsre Kunst am meisten kann, so stößt sie aller Enden an. 12. Sie ist hochedel, außerkorn, von dir, o Höchster, selbst ges born; sie ist der hellen Sonne gleich an Tugend und an Gaben reich. 13. 3hr Mund ist süß und tröftet schön, wenn uns die Augen übergehu; wenn uns der Kummer niederdrückt, so ist sies, die das Herz erquict. 14. Sie ist voll Ehr und Herrlichkeit, bewahrt vorm Tod und großem Leid; wer fleißig um sie tämpft und wirbt, der bleibet lebend, wenn er stirbt. 15. Sie ist des Schöpfers nächster Rat, von Worten mächtig und von That; durch sie erfährt die blinde Welt, was Gott gedenkt in seinem Zelt. 16. Denn, welcher Mensch weiß Gottes Rat? Wer ists, der je gefunden hat den Schluß, den er im Himmel schleußt? Den Weg, den er uns laufen heißt? 17. Die Seele wohnet in der Erd und wird durch ihre Last 8. Wie mancher stürzet seine beschwert; die Sinnen hin und Seel durch Klugheit, wie Ahi- her zerstreut, sind ja vom Irrtophel und nimmt, weil er dich tum nicht befreit. nicht recht fennt, mit seinem Wiß ein schrecklich End. 18. Wer will erforschen, was Gott segt? und sagen, was sein 9. Gott, mein Vater, kehre Herz ergößt? Es sei denn, der du 190 Von der göttlichen Gnadenerleuchtung. du ewig lebst, daß du uns deine| det. Wer führt mich Tappenden Weisheit gäbst. und Blinden auf die Bahn, wo man in ebnem Feld zur Wahrheit wandeln kann? 3. Du Herr, du mußt es thun, du Wahrheit, Weg und Leben; du aller Heiden Licht, der du das Licht gegeben der Welt von Anbeginn, da du dem Tage rufst und selbst der Nacht zu Dienst das fleine Licht erschufft. 19. Drum sende sie von deinem Thron und gieb sie deinem Kind und Sohn; ach, schütt und gieß sie reichlich aus in meines Herzens armes Haus. 20. Befiehl ihr, daß sie mit mir sei, und wo ich gehe, stehe bei; wenn ich arbeite, helfe sie mir tragen meine schwere Müh. 21. Gieb mir durch ihre weise 4. Jch bitt, o Sonne, dich, brich Hand die recht Erkenntnis und an in meinem Herzen. Mein Verstand, daß ich an dir alleine fleb Stern, erleuchte mich; steck deiund nur nach deinem Willen leb. ner Klarheit Kerzen in dem Ver22. Gieb mir durch sie Geschickt- stande auf. Vertreib die Dun lichkeit, zur Wahrheit laß mich kelheit durch deines Geistes Glanz, sein bereit, daß ich nicht mach der dich in mir erneut. aus sauer süß, noch aus dem Lichte Finsternis. 5. Bekennen muß ich zwar, ich bin ein armer Sünder, ein recht unnüber Knecht und habe garnichts minder, als diese Huld verdient; doch dein hochteures Blut macht meine schlimme Sach, das glaub ich, wieder gut. 6. Um Reichtum ist mir nicht, auch nicht um eitle Ehre, nur Weisheit ists, die ich so sehr von dir begehre. Du, Herr der Ehren, bist allzeit mein Ehr und Ruhm, mein Trost, Schaß, Teil und Gut, Gewinn und Eigentum. 7. Dein sind, du hast, du kannſt die guten Gaben geben; laß deinen Himmelsstrahl den finstern Sinn beleben; durchhell das finstre Paul Gerhardt. Mel. O Gott, du frommer Gott. 293. Herr Christ, der du Herz, ich rufe dich drum an, weil niemand außer dir mir das gewähren kann. allein die Weisheit bist von oben; wer deine Weisheit findt, hat Schäße gnug er- 8. Herr, hör, erhöre mich, so hoben; all Wissen ohne dich ist will ich dir lobsingen, dazu mein albern Klügelei; gieb, daß ich ganzes Herz dir zum Danfopfer nur in dir weis und verständig sei. bringen; nimm es für gut, nimm 2. Der Hölle Finsternis hat mein an den Willen für die That; du Gemüt verblendet, und eitler Ei- weißt wohl, daß dein Knecht genwiß hat den Verstand geschän- sonst nichts zu geben hat. 294. 23. Gieb Lieb und Lust zu deinem Wort; hilf, daß ich bleib an meinem Ort und mich zur from men Schar gesell, in ihren Rat mein Wesen stell. 24. Gieb auch, daß ich gern jedermann mit Rat und That, so viel ich kann, aus rechter, un verfälschter Treu zu helfen allzeit willig sei; 25. Auf daß in allem, was ich thu, in deiner Lieb ich nehme zu; denn wer sich nicht der Weisheit giebt, der bleibt von dir auch ungeliebt. Von der göttlichen Gnadenerleuchtung. 191 Mel. Lebt jemand so wie ich. 2. Vergieb mir meine Sünden, und wirf sie hinter dich; laß allen Zorn verschwinden und hilf mir gnädiglich. Laß deine FriedensHerzen recht helle Glaubensker- gaben mein armes Herze laben. zen, ja nimm uns gänzlich ein, Ach, Herr, erhöre mich! 294. Herr Jeſu, ewges Licht, das uns von Gott anbricht: Pflanz doch in unsre du heilger Gnadenschein. mich dich erwählen, daß ich mich künftighin zu deinem Dienst ergebe und dir zu Ehren lebe, weil ich erlöset bin. 3. Vertreib aus meiner Seelen 2. Ein Strahl der Herrlichkeit den alten Adamssinn, und laß und Glanz der Ewigkeit wirst du von dem genennet, der dich durch dich erkennet. Ach, leucht auch in uns klar, mach dich uns offenbar. 3. Von dir kommt lauter Kraft, 4. Befördre dein Erkenntnis in die Gutes wirkt und schafft; denn mir, mein Seelenhort, und öffne du bist Gottes Spiegel, sein heilig mein Verständnis durch dein heiBild und Siegel, sein Antlig vol- liges Wort, damit ich an dich ler Gnad und sein geheimer Rat. gläube und in der Wahrheit bleibe 4. Hochheilig Lebenslicht, dein zu Troß der Höllenpfort. Gnadenangesicht und majestätisch 5. Tränk mich an deinen BrüWesen leucht uns, daß wir ge- sten und freuzge mein Begier nesen und werden ganz befreit samt allen bösen Lüsten, auf daß aus finstrer Dunkelheit. ich für und für der Sündenwelt absterbe und nach dem Fleisch verderbe, hingegen leb in dir. 5. Gieb dich in unsern Sinn; nimm unsre Herzen hin; füll sie mit deiner Liebe, gieb deines Geistes Triebe, daß wir, wahrhaftig dein, der Weisheit Kinder sein. 6. Ach, zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. 6. Erneure du uns ganz durch deines Lichtes Glanz, daß wir im Lichte wandeln und allzeit thun und handeln, was Lichtes Kindern ziemt und deinen Namen rühmt. 7. Tränf uns mit deinem Wein; dein Wasser wasch uns rein; salb uns mit deinem Öle; heil uns 7. Nun, Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und Mut; denn das sind Gnadenwerke, die dein Geist schafft und thut; hingegen meine Sinnen, mein Lassen und an Leib und Seele; bring uns Beginnen ist böse und nicht gut. ins Licht zur Ruh, du ewge 8. Darum, du Gott der GnaWeisheit du. den, du Vater aller Treu, wend allen Seelenschaden und mach Barth. Craffelius. Mel. Herr Christ, der einge zc. 295. Herr Jesu, Gnaden- mich täglich neu; gieb daß ich sonne, wahrhaftes deinen Willen, stets suche zu erLebenslicht, laß Leben, Licht und füllen, und steh mir kräftig bei. Wonne mein blödes Angesicht 2. A. Gotter. nach deiner Gnad erfreuen und Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. meinen Geist erneuen; mein Gott, 296. Kommt ihr Menschen, versag mirs nicht. laßt euch lehren, kommt 192 Von der göttlichen Gnadenerleuchtung. fommt und lernet allzumal, welche 7. Weise sind, die Gott ergreidie sind, die gehören in der rech- fen als ihr höchst und bestes Teil ten Weisen Zahl, und die billig und nicht lang um ihn herschweijedermann als verständig siehet fen, weil doch ohne Gott fein an; ob gleich viele sie verlegen Heil. Die sich ihn zum Zweck geund ihr Thun für Thorheit schäßen. seßt, die sonst nichts, als er, er2. Weise sind, die sich selbst fen- gößt und ihm zu gefallen trachten, nen, wie so gar verderbt sie sind; die kann man recht weise achten. die sich selber Thoren nennen 8. Weise sind, die sich nicht und befinden, wie so blind bei- schämen, sondern deren Sinn sich des, Wille und Verstand, weil lenft, Christi Kreuz auf sich zu sie sich von Gott gewandt; die nehmen, den man selbst ans Kreuz sich ihrer Thorheit schämen und gehenkt. Christi Kreuz bringt zur Buße sich bequemen. lauter Licht, das verdunfelt ninimer nicht. Wer recht weise denkt zu werden, liebet Christi Kreuz auf Erden. 3. Weise sind, die Christum wissen durch des Geistes Glaubenslicht, die ihn, als die Weisheit, füssen, der es nie an Licht 9. Weise sind und voll Verstangebricht, die die Weisheit dieser des, die, so lang sie wallen hier, Welt und was sonst die Welt hoch ihres rechten Vaterlandes mit hält, fahren lassen aus den Sinnen, entzündeter Begier sind und bleium nur Christum zu gewinnen. ben eingedenf, und nicht mit der 4. Weise sind, die Gott stets großen Meng andrer sich hier flehen um den Geist, der weise feste seßen, sondern sich als Pilmacht, die nach dessen Leitung grim schäßen. gehen und darauf stets haben 10. Herr, des Weisheit zu er Acht; denn die Gottes Geist nicht reichen keinem möglich hier auf lehrt, bleiben thöricht und ver- Erd, hilf, daß dieser Weisheit Zei= kehrt, ob sie gleich von Geistes- chen ich aus Gnaden fähig werd; sachen können kluge Worte machen. gieb, daß ich mich selbst recht 5. Weise sind, die sich erwählen fenn, Christum meine Weisheit Gottes Wort zum Prüfestein, nenn, dich um seinen Geist stets damit sie nicht mögen fehlen, zu flehe und vom Worte nie abgehe; erkennen Kraft und Schein. Wer 11. Daß ich alles Eitle hasse will den betrügen leicht, der von und nur dich allein erwähl, Gottes Wort nicht weicht? das, Christi Schmach und Kreuz aufwenn alles auch vergehet, ohn Aufhören doch bestehet fasse und stets meine Tage zähl. Bater, hilf samt deinem Sohn 6. Weise sind, die das nicht und dem Geist von deinem Thron, suchen, was nicht ewig währen daß ich möge hier auf Erden mag, und die furze Luft verflu- doch so klug und weise werden. 3. A. Freylingshausen. chen, die da bringt ein langes Ach, die nicht lieben in der Welt Mel. An Wasserflüssen Babylon. Ehre, Wollust, Gut und Geld, 297. Gott, mein Bater sondern allem dem entsagen, weil es doch nur mehrt die Plagen. Brunnquell und mein Herr, du aller Gaben, der du den Von der göttlichen Gnadenerleuchtung. 193 den Himmel, Erd und Meer, und nen, was auf Erden geht, und was sie in sich haben, durch dei- was uns unter Händen steht, nes Wortes Kraft gemacht und kaum treffen und erfinden. durch die Weisheit vorgebracht, 6. Wer will denn nun, was den Menschen zu formieren, daß himmlisch ist, o Herr, erforschen er auf Erden weit und breit mit heiliger Gerechtigkeit soll herrschen und regieren. 2. Gieb mir die Weisheit, die fönnen? Wer will das, wessen Rats du bist, erfahren und benennen? Es sei denn, daß du Weisheit giebst und sendest denen, bei dir um deinen Thron stets die du liebst, den Lehrer aus der schwebet, die deine Werke für Höhe, damit man lerne in der und für erkennet und erhebet. Sie war dabei, da du die Welt mit allem, was sie in sich hält, durch dein Wort hießest werden. Was dir gefällig ist, o Gott, und was erfordert dein Gebot, weiß man durch sie auf Erden. Welt, was richtig ist und dir gefällt, und so ins Leben gehe. 7. Drum wende dich, mein Gott, zu mir, erhöre dies mein Flehen; laß deine Weisheit für und für in, um und bei mir stehen. Gieb, daß sie stets mein dich kennen; so werd ich, o mein höchster Hort, dich herzlich lieben fort und fort und ewig Vater 3. Ach sende sie von oben heut Herz regier, damit ich ja nicht aus deinem heilgen Throne, dem irr von dir, laß mich durch sie Throne deiner Herrlichkeit, auf daß sie in mir wohne. Verwirf in diesem Jammerthal mich nicht aus deiner Kinder Zahl. Ich bin nennen. dein Knecht geboren. Ich bin ein ſchwaches Menschenkind, des 298. Tage bös und wenig sind, mein Wissen ist verloren. D. H. G. Neuß. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns. Jeſu Chriſte, wahres die dich kennen nicht, und bringe sie zu deiner Herd, auf daß ein jeder selig werd. 2. Erfülle, die im Irrtum sein, mit deinem Geist und Gnadenschein, auch die, so heimlich fichtet an in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 4. Drum sende sie, daß sie bei mir stets sei und helf arbeiten; mich lehre, was gefället dir; laß sie mich mäßig leiten in meinen Werken allezeit, durch ihre große Heiligkeit mich gnädiglich bewahren. Sie weiß und fennet alles wohl; wie man vor dir recht 3. Und was sich sonst verlaufen leben soll, muß man durch sie hat von dir, das suche du mit erfahren. Gnad, und sein verwundt Ge= 5. Denn welcher Mensch weiß wissen heil, am Himmel laß sie deinen Rat und wer weiß dein haben teil. Beginnen? Wer kann, was Gott 4. Den Tauben öffne das Gebeschlossen hat, erdenken und be- hör; die Stummen richtig reden finnen? Des Menschen Thun ist lehr; auf daß sie alle sagen frei, wandelbar, sein Rat und An- was ihres Herzens Glaube sei. schlag voll Gefahr, die Seel be- 5. Erleuchte, die da sind verschwert mit Sünden. Wir kön- blendt; bring her, die sich von 13 uns 194 Von der Wiedergeburt und Bekehrung. uns getrennt; versammle, die zer-| wenn ihnen alles glückt. O nein, streuet gehn; hilf allen, die im Reichtum, Glück und Heil, ist Zweifel stehn: der armen Sünder Teil. Die6. So werden sie mit uns zu- ses weiß mein Herz zu finden, gleich auf Erden und im Him- und die Welt zu überwinden. melreich, hier zeitlich und dort 5. Ei, so komm mein wahres Leewiglich für solche Gnade preisen ben, komm und unterweise mich; dich. Joh. Heermann. Dir will ich mein Herz ergeben, Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. daß es wisse nichts als dich. 299. Prange, Welt, mit Allerhöchste Wissenschaft, ach bedeinem Wissen, das weise deine Kraft, daß ich einzig du jetzt so hoch gebracht! Ich an dir hange und nichts außer kann deine Weisheit missen, die dir erlange. der weise Gott veracht. Meines Jesu Kreuz und Bein soll mein liebstes Wissen sein. Weiß ich das im wahren Glauben, wer will mir den Himmel rauben? 6. Weiß ich keinen Trost auf Erden, flagt mich mein Gewissen an, will mir angst und bange werden, ist nichts, das mir helfen kann, drückt mich des Gesetzes Joch, so laß mich bedenken doch, 2. Andre mögen Weisheit nennen, was hier in die Augen fällt, daß du hast mit deinem Blute ob sie schon den nicht erkennen, Gnad erlanget mir zu gute. dessen Weisheit alles hält. Mir 7. Ach, mein Jesu, pflanze weisoll meines Jesu Pein meine ter dieses Wissen in mein Herz; Kunst und Weisheit sein. Das sei mein treuer Freund und Leiter Geheimnis seiner Liebe ist die und laß deinen Todesschmerz, Schul, da ich mich übe. deine schwere Kreuzespein mir 3. Andre mögen ihre Sinnen stets in Gedanken sein. Du hast schärfen durch Verschlagenheit, dich mir wollen schenken, daran daß sie Lob und Ruhm gewinnen laß mich ewig denken. bei den Großen dieser Zeit. Ich will meines Heilands Schmach ganz alleine denken nach. Christen will es nicht geziemen, daß sie sich des Eiteln rühmen. 8. Endlich, wenn des Todes Grauen alles Wissen von mir treibt, so laß meine Augen schauen diesen Trost, der ewig bleibt. Jesu Leiden, Kreuz und Bein 4. Andern mag es wohl behagen, soll mein bestes Wissen sein. wenn sie hurtig und geschickt, Jesu, hilf mir das vollbringen, so große Schäße zu erjagen, und will ich dir ewig singen. Joh. Job. 6.( 3) Von der Wiedergeburt und Bekehrung des Menschen. Mel. Kommt her zu mir, spricht. fest an Jesum Christ, der unsre 300. Ach Gott, gieb du uns Hilf und Meister ist, wie er sich deine Gnad, daß wir selbst thut nennen. all Sünd und Missethat buß- 2. Hilf, daß wir auch nach deifertiglich erkennen und glauben nem Wort gottselig leben immerfort Von der Wiedergeburt und Bekehrung. fort zu Ehren deinem Namen, daß uns dein guter Geist regier, auf ebner Bahn zum Himmel führ, durch Jesum Christum, Amen. Sam. Zehner. In eigener Melodie. 301. Bet ekehre du mich, Herr, so werd ich wohl befehret, denn du bist der Gott, der von Jugend auf mich lehret; gedenke meiner Sünden nicht, so ist es bei dir ausgericht, und ich bin wohl zufrieden. 2. Ich habe zwar, o Gott, mich manches Mal versehen und wider dein Gebot gethan; es ist geschehen mehr, als ich mich besinnen fann; doch was liegt dir, o Gott, daran? Du fannst noch mehr vergeben. 3. Herr, laß sich meine Seel dir nimmermehr entziehen; sie weiß sonst keine Höhl, als nur zu dir zu fliehen; was wäre deine Gütigkeit, wenn ich nach Herzensreu und Leid mich der nicht sollte trösten? 195 deine Schmach, die würd an mir zerrinnen, wenn ich geriet an jenen Ort, da fest verriegelt ist die Pfort. O besser, nie geboren! 4. Ach, nirgend besser Statt und Raum hat deine Güte, als wo die Missethat gehäuft, wie mein Gemüte mir, leider, solches stellet für, drum flopf ich an die Gnadenthür: Ach, laß mich Gnad erbitten! 11. Für solche Güt erweist, will ich den Vater droben, den Sohn und beider Geist mit meinen Lippen loben; die Güt ist ewig; ewig Dank soll dir, o Gott, mein lebenlang von mir gesungen werden. 12. O, wie ist nun mein Herz 5. O Jesu, großer Hirt! Du Hirte so leicht und ganz entladen; was deiner Schafe, such mich, weil Trübfal, Pein, was Schmerz? Es ich verirrt, damit ich nicht entschlafe in Sicherheit und dahin geh, wo Sündenlast in Höllenweh die armen Seelen stürzet. 6. Ich flage ja mit Reu, daß ich abwegs geraten, doch Gnade gröBer set, denn meine bösen Thaten. Wenn gleich dein Schäflein böse wird, bist du dennoch mein guter Hirt und wirst es allweg bleiben. 7. Ach, mein Erlöfer, ach, was würdest du gewinnen? Jesu, 8. Wenn aber deine Hand mich sucht und dem wird wehren, was mich von dir abgewandt, alsdann wirst du vermehren die Zahl, die dir zur Rechten steht; darum mein Glaub inbrünstig fleht und will dran gar nicht zweifeln. 9. werter Geist, der du vom Vater und dem Sohne ausgehſt, ach, hilf mir nun, in meinem Herzen wohne, vertritt mich auf das allerbest, weil ich nicht weiß, wie ich Gott fest mit dem Gebet foll halten. 10. Erleuchte meinen Sinn, das Sündliche zu meiden; nimm alles von mir hin, was Gott und mich kann scheiden; denn ich erkenne deine Gnad; und wer da geht in deinem Pfad, den hat die Güt umfangen. fann mir garnichts schaden. Gott, deine Gnad mich kräftig tröst, bis ich aus allem Leid erlöst, von hinnen werde scheiden. m. c. Bezzel. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens. 302. Ein reines Herz, Herr, schaff in mir, schließ zu der Sünde Thor und Thür; vertreibe fie und laß nicht zu, daß sie in meinem Herzen ruh. 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Thür, ach komm und wohne du 13* bet 196 Von der Wiedergeburt und Bekehrung. bei mir; treib all Unreinigkeit über meine Sünden kränke; doch hinaus aus deinem Tempel und nach den betrübten Stunden führe Wohnhaus. mich zu Jesu Wunden. 3. Laß deines guten Geistes Licht und dein hellglänzend Angesicht erleuchten mein Herz und Gemüt, D Brunnen unerschöpfter Güt. 6. Pflanze mich daselbst in ihn, als ein Glied an seinem Leibe, und wenn ich sein eigen bin, hilf mir, daß ich es auch bleibe, er der Weinstock, ich die Rebe, daß ich ganz in Jesu lebe. 4. Und mache dann mein Herz zugleich an Himmelsgut und Segen reich; gieb Weisheit, Stärke, Rat, Verstand aus deiner milden Gnadenhand. 7. Hierzu bitt ich diese drei: Glaube, Hoffnung und die Liebe; steh auch sonst mir also bei, daß tein Teufel mich betrübe. Gieb mir Demut, Fried und Freude und auch Sanftmut, wenn ich leide. 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigentum, und dieses achten für Gewinn, wenn ich nur dir ergeben bin. 8. Hilf mir reden recht und wohl, auch zuweilen gar nichts fagen; hilf mir beten, wie ich soll, hilf mir auch mein Kreuze tragen. Wenn es Zeit ist, hilf mir sterben und danach den Himmel erben. H. G. Nerß. Mcl. Liebster Jesu, wir sind. 303. Gott, du hast in dei nem Sohn mich von Ewigkeit erwählet; sende nun von deinem Thron, was noch meinem Heile fehlet, und gieb Cafp. Neumann. Mel. Wer nur den lieben Gott. mir des Geiſtes Gaben, alsdann 304. großer Gott, du werd ich alles haben. reines Wesen, der 2. Ach ich bin lebendig tot und du die reinen Herzen dir zur zum Guten ganz verloren. Heil- steten Wohnung außerlesen, ach, ger Geist, mein Herr und Gott, schaff ein reines Herz in mir, mache du mich neu geboren; denn ein Herz, das von der argen Welt das Fleisch ist mein Verderben sich rein und unbeflecket hält. und fann nicht den Himmel erben. 2. Vor allem mache mein Ge 3. Treibe weg die finstre Nacht müte durch ungefärbte Buße rein meiner irrigen Gedanken. Dämpfe und laß es, Herr, durch deine das, was Gott veracht; halte die Güte und Christi Blut gewaschen Vernunft in Schranken, daß ich sein; dann mache mich zur Reianders nicht als gerne, selbst von nigkeit des Lebens fertig und dir die Weisheit lerne. bereit. 4. Was mein Herze ticht und tracht, ist von Jugend auf nur böse; aber hilf, daß deine Macht 3. Regiere mich mit deinem Geiste, der mein getreuer Beistand sei und mir erwünschte Hilfe mich auch von mir selbst erlöse; leiste. Gott, stehe mir aus Gnaund zu allen guten Dingen gieb den bei und gieb mir einen solmir Wollen und Vollbringen. chen Geist, der neu, gewiß und willig heißt. 5. Schaffe mir ein reines Herz, daß ich stets an Gott gedenke und mich oft mit Reu und Schmerz 4. Doch weil ich meine Schwachheit merke, mein Vater, so ver wirf Von der Wiedergeburt und Bekehrung. 197 verwirf mich nicht von dir und deinem Angesicht, ein Blick von deiner Huld mich labe. 5. Den Geist, den du mir haft geschenket, das edle, teure Liebespfand, das unsern Geist mit Wollust tränket und fliehen heißt des Fleisches Tand, laß nicht von. mir genommen werden, vielmehr damit versiegelt sein mein Herz, bis dieser Bau fällt ein und du mich nimmst von dieser Erde. 6. Weil sich auch noch in mir befindet das Zagen, das die Sünde bringt, wenn sie im Kampf uns überwindet und unter ihre Macht uns zwingt; so wollst du, Herr, mit Trost der Freuden, der aus dem Brunn des Lebens fleußt, verbinden den verwundten Geist und so beschließen dieses Leiden. wirf mich nicht und stoß mich wegen meiner Werke ja nicht von deinem Angesicht. Laß mich hier in der Gnade stehn und dort in deinen Himmel gehn. 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, ja nun und nimmermehr von mir, und leite mich durch seine Triebe, durch seinen Beistand für und für. Auch führe du mich durch die Zeit hin zu der reinen Ewigkeit. Joh. Olearius. Mel. Mein Jesu, dem die Seraph. 305. reines Wesen, lautre Quelle, o Licht ohn alle Dunkelheit, vor deinen Augen, die so helle, ja heller als die Heiterkeit des großen Weltlichts, ist entdecket des Herzens angeborner Wust, und wie so manche schnöde Lust den edlen Geist bisher beflecket. 7. Ich bleib an deiner Gnade hangen und senke mich in ihren Bund; des Innern heimlichstes Verlangen ist dir, dem Herzensfündger, fund; du wirst auch, solches zu vollbringen, den Geist der Freud und Willigkeit mir mitzuteilen sein bereit; dafür will ich Loblieder singen. 3. A. Freilingshausen. Mel. Es ist gewißlich an der. mich abzuziehn; von nun an laß 306. Schaff in mir, Gott, mich unbezwungen dagegen seiner ein reines Herz, List entfliehn und wappne mich mein Herz ist ganz verderbet; es mit Kraft und Stärke durch den fühlt der Sünden großen Schmerz, gewissen neuen Geist, darum dein die ihm sind angeerbet, und die Wort uns bitten heißt, in dir es noch thut ohne Scheu. Ach, zu thun all meine Werke. mache, daß es wieder sei, wie di es erst erschaffen. 2. Wenn nur ein reines Herz zu schauen gewürdigt wird dein Angesicht, so kommt mich billig an ein Grauen, wenn ich auf mich mein Auge richt; mit Wehmut seh ich mein Verderben, doch aber schrei ich, Herr, zu dir: Ein reines Herze schaff in mir! Das Böse laß in mir ersterben. 3. Gnug, daß es ist dem Feind gelungen, von dir, mein Gott, 4. Hat meine Schuld und Übertreten mich unwert deiner Gunst 2. Gieb mir auch einen neuen gemacht, so tret ich doch zu dir Geist, der wie du sei gefinnet, mit Beten und sage: Ach, Herr, der stets dir anhang allermeist hab nicht acht auf das, was ich und, was du willst, beginnet; gefündigt habe; im Zorn verwirf, gieb, daß er hasse Fleisch und Blut, 198 Von der Erneuerung, Heiligung und Erhaltung. Biut, den Glauben üb in sanftem Herz, das sich stets himmelwärts Mut, Zucht, Demut, Hoffnung, aufschwinge und, von Sünden frei, Liebe. mit Lust dir diene ohne Scheu. 3. Verwirf von deinem Ange- 2. Erneure, was verblichen ist sicht, ob ich es gleich verdienet, in mir durch Satans Trug und mich, allerliebster Bater, nicht, List; befestige den schwachen weil Jesus dich verfühnet. Ach, Sinn, daß nicht der Feind ihn laß doch nun und nimmermehr reiße hin. mich, dein Kind, fallen allzusehr, daß du es von dir würfest. 4. Den heilgen Geist nimm nicht 3. Dein Auge hat es wohl gesehn, was durch Betrug der Luft geschehn; ich bin nicht wert, dein von mir, den bösen Geist vertreibe; Angesicht zu sehen; doch, Herr, damit er mich nicht nehme dir, zürne nicht. und ich stets deine bleibe. Beherr- 4. Den Geist, das teure Liesche mein Herz, Sinn und Mut bespfand, den deine Gunst mir durch deinen Geist, so ist es gut, zugewandt, nimm nicht, wie ichs im Leben und im Sterben. verdient, von mir, weil ich ge= sündigt hab an dir. 5. Mit deiner Hilfe tröste mich; hilf und vergieb die Sünden; und 5. Laß aber seiner Gnade Kraft, sucht dann meine Seele dich, so die Fried und Freude in uns laß dich von ihr finden und dein schafft, den Trost einflößen meiVerdienst, Herr Jesu Christ, da- nem Geist, darauf dein Wort uns rinnen Trost und Leben ist, trot hoffen heißt. Sünde, Tod und Teufel. 6. So werd ich ohne Furcht 6. Dein Freudengeist erhalt mich und Zwang mit Freuden richten doch mit seinem Freudenöle, da- meinen Gang zu deiner Ehr, nach mit nicht das Verzweiflungsjoch deinem Wort und selig sein, so verderbe meine Seele; sei du hier als dort. mein Freund, o Herr, allein. Ach! laß mich deine Freude sein und führe mich zur Freude. 7. Dem Vater, Sohn und heilgen Geist, der aller Blöden TröLudämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzburg. Ruhm und Herrlichkeit von nun fter heißt, sei Preis, Dank, Mel. Herr Jesu Christ, meins. 307. Schaff in mir, Gott, ein reines Herz, ein an bis in Ewigkeit. I. A. Freilingshausen. 7.( 4.) Von der Erneuerung und Heiligung, auch Erhaltung in der Gnade. Mel. Was mein Gott will, das. Kreuz und Leiden, damit der Tod 308. Ach höchster Gott, ver- und Höllennot mich nimmer von leihe mir, daß ich dir scheiden. nur dich begehre, und daß ich 2. Gieb meinem Herzen wahre christlich für und für durch dich Reu und Thränen meinen Augen, mich nen gebäre, daß ich, dein daß ich hinfort das Böse scheu Kind, dich such und find in allem und meine Werke taugen. Hilf, daß Von der Erneuerung, Heiligung und Erhaltung. 199 daß ich sei ohn Heuchelei, ein 8. Herr, säubre doch von EitelSchuß und Trost der Armen, feit mein sündliches Gemüte, daß auch jederzeit voll Freundlichkeit ich in dieser kurzen Zeit vor schnömich ihrer mög erbarmen. der Lust mich hüte. Des Herzens Grund sei wie der Mund, dem Nächsten nicht zum Schaden; so werd ich nicht, wie sonst geschieht, mit Schmerzen überladen. 3. Lösch aus in mir des Fleisches Lust, daß nichts als deine Liebe, in dieser Welt mir sei bewußt und stets also mich übe nach deinem Wort an allem Ort in tugendhaften Dingen; so wird mein Geist sich allermeist zu dir, Herr Jesu, schwingen. 9. Gieb, daß ich ja den Müßiggang samt aller Trägheit hasse; dagegen, Herr, mein lebenlang mein Arbeit so verfasse, daß ich zur Not mein täglich Brot mit Ehren mög erwerben und wenn ich soll, fein sanft und wohl in dir, Herr Jesu, sterben. 10. Ach gieb mir deinen guten Geist, daß ich die Laster fliehe, und nur um das, was christlich heißt, von Herzen mich bemühe; so fann fein Leid in dieser Zeit von deiner Hand mich treiben; auch werde ich einst ewiglich bei dir, Herr Jesu, bleiben. Joh. Rist. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 5. Gieb mir auch diese dreierlei: Erst einen festen Glauben, bei welchem rechte Treue sei, die nimmer steht auf Schrauben, daß ich mich üb in wahrer Lieb und 309. Du ſagſt mir zu, D hoff auf deine Güte, die mich, o frommer wenn Gott, vor Schand und Spott ich dich lieb bis in den Tod und auch bis ins Grab behüte. hasse hier mein Leben, so wollst du mir nach dieser Zeit dort in des Himmels Herrlichkeit die Lebensfrone geben. 6. Nach vielem Reichtum, Gut und Geld, Herr, laß mich ja nicht trachten; gieb, daß ich alle Pracht der Welt mög inniglich 2. Von Herzen gerne wollt ich verachten, auch nimmermehr nach nun, o Gott, nach deinem Willen hoher Ehr und großem Namen thun und dir getreu verbleiben, strebe, besonders nur nach rechter da du ja so genädiglich durch Spur der wahren Christen lebe. Guts und Böses pflegest mich 7. Vor Schmeicheln, List und hierzu stets anzutreiben. Heuchelei bewahre mir die Sin- 3. Ach, aber dies mein Fleisch nen, und laß mich nicht durch und Blut mir Widerstand hierinGleißnerei den Nächsten lieb ge- nen thut und trägt nur Lust zur winnen. Laß ja und nein mein Sünde; es macht, daß ich zu alle Antwort sein, danach man sich dem, was gut ist, leider, unbezu richten; denn dieses fann bei quem und träge mich befinde. jedermann die Sachen leichtlich schlichten. 4. Der Teufel trachtet auch dahin, wie er mir Lust in meinen Sinn 4. Treib aus von mir den stolzen Sinn, laß mich in Demut leben; Rach, Neid und Zorn nimm von mir hin, so kann ich bald vergeben; wenn schon durch List mein Nebenchrist ins Elend mich getrieben, weiß ich doch wohl, daß man auch soll die ärgsten Feinde lieben. 200 Von der Erneuerung, Heiligung und Erhaltung. 12. Hilf, daß in schwerer Leidenszeit ich dir mit Glaubensfreudigkeit geduldig mög aushalten, und weil doch alle Kreuzes= pein muß meiner Seele heilsam sein, dich laß in allem walten. Sinn und mich in Sünde bringe; Wort bring rechte Früchte fort er schafft dazu Gelegenheit, und fort durch ein gottselig Leben. braucht große List und Wachsamfeit, bis daß es ihm gelinge. 5. So sucht die böse Welt ja dies, wie sie mir durch viel Argernis den Fallstrick mag bereiten; Pracht, Ehre, Wollust, Gut und Geld ists, was sie mir vor Augen 13. Voraus laß in der lezten stellt, dadurch mich zu verleiten. Not von Sünde, Teufel, Höll 6. Nehm ich denn nun gleich oft- und Tod mich keinen Anstoß leimals mir, so viel ich kann, was den; daß ich kann mit getrostem Gutes für: fann ichs doch nicht Mut auf deines Sohnes Tod und vollenden; weil mir darin der Blut aus diesem Elend scheiden. arge Feind, Welt, Fleisch und Blut zuwider sind und mich davon abwenden. 14. Wenn ich dir so getreu hier leb, auch so getreu den Geist aufgeb, kann ich mich selig schäßen; weil du aus Gnaden mir wirst dort, wie mir verspricht dein heilig Wort, die Lebenstron aufseßen. 8. Ach, Herr, erbarme dich doch mein und laß mich nicht verworfen sein, gieb mir ein ander Herze; damit ich thu, was dir ge= fällt und nicht mit der gottlosen 15. Drum bitt ich nochmals flehentlich, gieb, daß ich bis ans Ende mich dir mag getreu erweisen. Ach, treuer Gott, ich bitte noch um Christi willen: Gieb mirs doch! Ich will dich ewig preisen. Ch. Gensch v. Breitenau. In eigener Melodie. Welt den Himmelreich verscheize. 310. Entbinde mich, mein 9. Verleihe, daß dein guter Geist Gott, von allen meimir Hilfe, Rat und Beistand nen Banden, womit mein armer leist in meinem ganzen Leben; Geist noch so gebunden ist. Mach von ihm rühits her, von ihm al- aller Feinde Strick und Tücke lein, daß man hier kann beständig ganz zu Schanden, weil du mein sein; das wollest du mir geben! Goel nun und auch mein Sim10. Ach hilf, daß er mich leit son bist. Zerbrich, zerschlag, zerund treib, daß ich ja fest und reiß und mach mich durch den standhaft bleib in deiner reinen Sohn zum recht Befreieten vor Lehre und schlechthin glaube dei- deinem Gnadenthron. ner Schrift, auf daß Vernunft und Irrtumsgift mich nie von ihr abkehre. 7. Gott, wie übel bin ich dran, daß ich das Gute so nicht kann verrichten, wie ich wollte, und ohne dich nur immerzu das Böse wohl mit Freuden thu, so ich nicht will, noch sollte. 2. Ach Gott, erst war ich recht ein Stlave aller Sünden, doch dein Erbarmen hat mich davon 11. Laß mich auch sonst der Chri- fret gemacht. Nun wollen sich sten Pflicht mein lebelang ver- aufs neu verborgne Stricke fingeffen nicht, vielmehr recht eifrig den; ach, so wird doch mein streben; damit bei mir dein heilig Fuß zulegt ins Garn gebracht. D Von der Erneuerung, Heiligung und Erhaltung. 201 O Vater, mach mich frei, stell mancherlei, die Schwermut der mich auf weiten Raum, daß sich Natur, die fommt noch wohl dazu. mein Geist ausbreit als wie ein Ach, wer wird mich befreien? Cedernbaum. Wer zeigt zur Freihett mir die 3. Was zieht mich niederwärts, rechte sichre Spur? Ich Armer, daß ich nicht fann auffliegen? ach, wie lang soll ich gebunden Was macht mich denn so matt in sein? Wann schau ich ins Gesetz meinem Christenlauf? Ach, welch der vollen Freiheit ein? ein Bleigewicht seh ich noch in mir liegen; das drückt mich unter wärts und läßt mich nicht hinauf. O, woher frieg ich Kraft, von allem los zu sein, so frei und los gemacht als wie ein Vögelein? 8. Die Eigenliebe schleicht sich oft in meine Glieder und stört durch ihren Trieb mir öfters alle Nuh; dies schlägt die Freudigkeit der Seele mächtig nieder. Kaum thut das Herz sich auf, so schließt sich wieder zu. Soll Licht und Finsternis denn stets im Wechsel sein? Wann kommt mein helles Licht und steter Sonnenschein? 4. Ach, dieser Todesleib beschwert die arme Seele; die Hütte drückt den Geist, der drin gebunden liegt. O, wer macht mich doch frei aus dieser Sündenhöhle? daß mein Verlangen Luft und freien Zugang friegt. Durchbrecher, brich doch durch und mach mich völlig frei, daß mein Geist nicht, wie ich, mehr so gefangen sei! 9. Ach Gott, entbinde mich von allen meinen Banden und was allhier mich noch im Fleisch ge= fangen hält. Ist das nicht schon genug, wenn eines nur vorhanden, was mich noch bind fann in dieser Sündenwelt? Soll ich gebunden sein, so binde deine Treu mein armes Herz, auf daß ich dein Gefangner sei. 5. Ich weiß, ich liebe dich; doch, soll ichs recht bekennen, noch lange nicht so viel, als meine Seel begehrt. Es ist noch was in mir, ich kann es selbst nicht nennen, 10. Wen deine Liebe bindt, ist das öfters meinen Geist in dei- nicht ein Knecht der Sünden; er ner Liebe stört. Ach, fänd ich, bleibt in Banden auch ein rechter denk ich oft, doch nur ein Räu- freier Mann. Mein Vater, so melein, da ich ganz ungestört will ich mich gerne lassen binden, dich möchte liebend sein. wenn ich dein freies Kind auf ewig bleiben fann. Nur mach mich von ihr frei und von der argen Welt, daß meine edle Seel 6. Such ich die Einsamkeit und mein es da zu finden, so wär es freilich gut, wenn ich da fönnt allein mich gänzlich von mir selbst ihr Freiheitsrecht behält. und meiner Last entbinden, daß V. Gedide. ich auch ohne mich könnt recht In eigener Melodie. der Sünder, durch alleine fein; doch nun trag ich 311. Erquicke mich, du heil mit mir mein argcs Fleisch und Blut, das in der Einsamkeit auch nimmer in mir ruht. dich und deinen Gnadenschein und laß. o Freund der Menschenkin7. Gedanken plagen mich und der, dein Herz auf mich gerichtet tolle Phantasien, Berstreuung sein; komm und erzeige dein. Erbar 202 Von der Erneuerung, Heiligung und Erhaltung. barmen dem heil- und hilfsbe- wollest nicht verweilen; ach, heile dürftgen Armen. mich, so werd ich heil; laß deine 2. Du bist und bleibst der Trost Wunden, o mein Leben, für der Erden und der gepriesne meine Wunden Heilung geben. Wundermann, durch welchen wir errettet werden, der allen Men schen helfen kann und uns von allem unsern Schaden durch seine Huld und Kraft entladen. 9. Ich bin ganz tot, und meine Kräfte, Will und Verstand sind ohne Kraft, zu thun recht göttliche Geschäfte; Herr, gieb mir neuen Lebenssaft, daß ich gleich einem Baum ausschlage und tausendfache Früchte trage. 3. Der Blinde kann die Sonne sehen; der Taube hört die Stimme dann; der Lahme muß gerade gehen; der Aussaß wird hinweg gethan; den Toten hast du Geist nen Ruhm; die Friedensbotschaft 10. Ich find mich arm und im Elende, entblößt von allem eigund Leben und allen Armen Trost gegeben. 4. Hast du vor diesem solche Thaten, o Herr, durch deine Hand gestift, so wollest du auch jezo raten zu mir sende, dein süßes Evangelium, daß ich dadurch noch hier auf Erden gerecht und selig möge werden. Mel. 2. A. Gotter. Gott, du frommer. dem Schaden, der die Seele trifft. 312. Gott, der du heilig Ach, zeige deine große Stärke bist, wir auch durch unverdiente Gnadenwerke. heilig leben und unsre Leiber dir 5. Du weißt ja, was wir Men- zum Opfer ganz ergeben, das schen taugen, wir sind verblendt da lebendig ist; ach, wie hat böse und sehen nicht; darum erleuchte Lust doch unser Herz befleckt mit meine Augen mit deinem Glanz vielem Sündenwuſt! und Gnadenlicht, zu sehen, was sonst nicht zu sehen, wenn wir in deinem Licht nicht stehen. 2. Vor deinem Richterstuhl fann ja kein Mensch bestehen, wenn du die fleischlichen Begierden willst ansehn zusamt der Eitelkeit, die unser Herz auficht; ein Gräuel sind wir, Herr, vor deinem Angesicht. 3. Drum hilf uns böse Lust durch deines Geistes Stärke bezwingen und mit Ernst stets fliehen Fleisches Werke; damit der Glaub und Geist behalte Sieg und Macht und dein hochheilger Will von uns hier werd vollbracht. 6. Eröffne mir, Herr, meine Ohren und mache mich zu deinem Knecht. Laß mich von dir nicht sein verloren, daß ich auf ewig treu und recht dir diene und auf dein Wort merke, danach zu thun all meine Werte. 7. Ich wante auf gelähmten Füßen und strauchle hier, bald fall ich dort; laß deine Kraft in mich einfließen, daß ich mag gehn gerade fort und meine Tritte niemals gleiten, noch aus dem Pfad der Wahrheit schreiten. 8. Wer will doch meinen Aussaß heilen, der Krankheit allerschlimmsten Teil? Mein Arzt, du 4. Verbinde du dich selbst mit uns serm Geist und Seelen, daß wir des schmalen Wegs zum Leben nicht ver= fehlen; nimm weg, was unrein ist und wider dein Gebot, damit nichts Sündliches uns stürze in den Tod. 5. Ach, laß dein Gottesbild in Von der Erneuerung, Heiligung und Erhaltung. 203 in uns von neuem prangen; zu| mich auf dich schauen und wardir nur und dem Lamm steh ten allzeit dein; ja laß mich dich unser ganz Verlangen; befreie stets loben hier und hernach dort unsern Geist von schnöder Lüste oben in alle Ewigkeit. Pein, und laß uns göttlicher Natur teilhaftig sein. 7. Mein Heiland, du wollst kommen; ja komm, ach komme doch; erlöse deine Frommen von allem Band und Joch; ach, Jesu, komm und dämpfe das Fleisch; gieb, daß ich kämpfe allein durch deine Kraft. 8. Nun, Vater, hör mein Lallen. Mein Jesu, meine Bitt laß dir doch nicht mißfallen und selber mich vertritt. Gott, heilger Geist, erfülle mein Herz, daß ich sei stille und allzeit lobe dich. J. F. Sannow. 6. Nimm uns zum Tempel ein, o Herr, nach Leib und Seele; ach, heilg uns durch und durch, und dich mit uns vermähle in Christo, unserm Herrn, dem feuschen Jungfraunsohn, den nur ein reines Herz wird schaun in seiner Stron. Met. Herr Christ, der einge. 313. Herr Jesu Christ, mein Leben und einge Zuversicht, dir hab ich mich ergeben, verlaß, verlaß mich nicht; ach, laß Mel. O Gott, du frommer Gott. mich deinen Willen beständiglich 314. Herzallerliebster Gott, erfüllen, du, meiner Seele Zier! dieses 2. Ach, schenk mir deine Liebe, Leben, Leib, Seele und Vernunft mein Hort und Bräutigam; gieb, aus Gnaden hast gegeben; regiere daß ich nicht betrübe dich, wertes ferner mich durch deinen guten Gotteslamm! Ach, laß mich an dir Geist, daß er in allem Thun mir hangen, im Herzen dich umfan- Kraft und Beistand leist. gen, denn du bist liebenswert. 3. In Liebe laß mich brennen 2. Hilf, daß ich allezeit des Fleisches Lüste meide, hingegen em= und an dir halten fest; von dir soll siglich des Geistes Werke treibe mich nichts trennen, du bist der Allerbest; ach, laß mich mit dir sterben und nachmals auch ererben das Reich der Herrlichkeit. 4. Ach, laß mich allzeit bleiben ein grüne Reb an dir; dir will ich mich verschreiben; ach, weiche nicht von mir; ich bleib dir ganz ergeben, im Tod und auch im Leben; ach, hilf mir Armen bald. und gute Ritterschaft ausübe, auch dabei in Hoffnung immer stark und fest gegründet sei. 3. Gieb, daß ich als ein Christ, wie Christus mich bezeige und daß ich stets mein Herz zu seiner Lehre neige. Im Glauben stärke mich, daß ich der argen Welt nicht folge, wenn sie mich von deinem Wort abhält. 4. Entzünde du mein Herz mit deiner wahren Liebe und gieb, 5. Nun, Jesu, sei mein Leben, mein Alles ganz allein; nach dir daß ich zugleich am nächsten Liebe laß mich stets streben, so werd ich selig sein; ach, laß mich dich stets suchen und alles das verfluchen, was mich von dir hält ab. übe. Verleihe mir Geduld, wenn Trübsal bricht herein, und hilf, daß ich im Glück demütig möge sein. 6. Gieb, daß ich mein Vertrauen nur seg auf dich allein; Herr, laß 5. Verleihe, daß ich stets nach deinem Reiche ringe, auf daß dein Segen auch zu mir herunter dringe. Wer 204 Von der Erneuerung, Heiligung und Erhaltung. 6. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu raten, hier gelten nichts der Menschen Thaten; wer macht sein Herz wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket sein. Wer nach dem Ewigen vor allen Dingen tracht, der wird auch wohl mit dem, was zeitlich ist, bedacht. 6. Haß, Falschheit, Übermut und Heuchelei daneben, laß ja an mir nicht sein in meinem ganzen Leben; List, Unrecht, Frevel, Geiz und Unbarmherzigkeit sei ferne weg von mir, o Gott, zu aller Zeit. 7. Mit deiner rechten Hand, Herr, wollest du mich leiten und 8. Indessen will ich treulich schüßen Tag und Nacht, daß meine kämpfen und stets die falsche ReTritt nicht gleiten. Du wollest gung dämpfen, bis du dir deine meine Burg und Schuß in Nöten Zeit ansiehst und mich aus solsein, wenn ich in meinem Amt chem Neße ziehst. ausgehe oder ein. 7. Doch kenn ich wohl dein treues Lieben, du bist noch immer treu geblieben; ich weiß gewiß, du stehst mir bei und machst mich von mir selber frei. 8. Zulegt erlöse mich von allem 9. In Hoffnung kann ich fröhlich sagen: Gott hat der Hölle Kreuz und Leiden; und wenn ich Macht geschlagen; Gott führt soll einmal von dieser Welt abscheiden, so stehe du mir bei mit deiner Gnadenhand und führe mich hinauf ins rechte Vaterland. mich aus dem Kampf und Streit in seine Ruh und Sicherheit. 10. Drum will die Sorgen meis ner Seelen, ich dir, mein Vater, ganz befehlen; ach, drücke tief in meinen Sinn, daß ich in dir schon selig bin. Mel. Zeuch meinen Geist, triff. 315. Hier legt mein Sinn sich vor dir nieder, mein Geist sucht seinen Ursprung wieder; laß dein erfreuend Angesicht zu meiner Armut sein gericht. 2. Schau her, ich fühle mein Verderben, laß mich in deinem Tode sterben; o könnte doch in könnte doch in 12. So wächst der Eifer mir deiner Bein die Eigenlieb ertötet ſein. 3. Du wolleft, Jesu, meinen Willen mit der Gelassenheit erfülIen, brich der Natur Gewalt entzwei und mache meinen Willen frei. im Streite; so schmeck ich schon des Sieges Beute und fühle, daß es Wahrheit ist, daß du, mein Gott, die Liebe bist. D. Chr. Fr. Richter. Mel. Was mein Gott will, das. 4. Ich fühle wohl, daß ich dich 316. Hilf mir, mein Gott, dir übe; nur ist von der Unlauterfeit von Herzen mich verlange und die Liebe noch nicht ganz befreit. ich dich suche mit Begier, wenn 5. Ich muß noch mehr auf die- mir wird angst und bange. Verfer Erde durch deinen Geist ge- leih, daß ich mit Freuden dich heiligt werden; der Sinn muß in meiner Angst bald finde. Gieb tiefer in dich gehn, der Fuß muß mir den Sinn, daß ich forthin unbeweglich stehn. meid alle Schand und Sünde. 2. Hilf, 11. Wenn ich mit Ernst hieran gedenke und mich in deinen Abgrund senke, so werd ich von dir angeblickt und mein Herz wird von dir erquict. Von der Erneuerung, Heiligung und Erhaltung. 205 2. Hilf, daß ich stets mit Reu deinem Wort an allem Ort, bis und Schmerz mich deiner Gnad ich von hinnen scheide. ergebe, hab immer ein zerknirschtes Herz, in wahrer Buße lebe, Joh. Heermann. In eigener Melodie. vor dir erschein, herzlich bewein 317. Höchster Brieſter, der all geallzeit laß sein bereit, dem Dürftigen zu raten. 3. Die Lust des Fleisches dämpf in mir, daß sie nicht überwinde. Rechtschaffne Lieb und Lust zu dir in meinem Herzn anzünde, daß ich in Not bis in den Tod dich und dein Wort bekenne und mich kein Truß noch Eigennuß von deiner Wahrheit trenne. 4. Behüte mich vor Zorn und Grimm, mein Herz mit Sanftmut ziere; auch alle Hoffart von mir nimm, zur Demut mich anführe. Was sich noch firdt von alter Sünd, laß mich hinfort ablegen. Trost, Fried und Freud laß jederzeit sich in mir Armen regen. opfert haft für mich, laß doch, bitt ich noch auf Erden, auch mein Herz dein Opfer werden. 2. Denn die Liebe nimmt nichts an, was du, Liebe, nicht gethan; was durch deine Hand nicht gehet, wird zu Gott auch nicht erhöhet. 3. Drum, so töte immerhin meinen Willen, meinen Sinn; reiß das Unfraut aus dem Herzen, sollts auch sein mit tausend Schmerzen. 4. Trage Holz auf den Altar und verbrenn mich ganz und gar. Wenn doch, allerliebste Liebe, von dem Bösen nichts mehr bliebe! 5. Also wird es wohl geschehn, daß der Herr es wird ansehn; also werd ich noch auf Erden Joh. Scheffler. In eigener Melodie. 5. Den Glauben stärk, die Lieb Gott ein liebes Opfer werden. erhalt, die Hoffnung mache feste; daß ich von dir nicht wante bald, Beständigkeit ists Beste. Mund bewahr, daß nicht Gefahr durch ihn mir werd erwecket. Speis ab den Leib, doch daß er bleib in Zucht und unbeflecket. Den 318. h ruf zu dir, Herr Jesu Christ, ich bitt, erhör mein Klagen; verleih mir Gnad zu dieser Frist, laß mich doch nicht verzagen; den rechten Glauben, Herr, ich mein, den wollest du mir geben, dir zu leben, dem Nächsten nüß zu sein, dein Wort zu halten eber. 6. Gieb, daß ich treu und fleißig sei in dem, was mir gebühret; daß ich auch nicht durch Heuchelei und Ehrgeiz werd verführet; Leichtfertigkeit, Haß, 3ank und Neid laß in mir nicht verbleiben; verstockten Sinn und Diebsgewinn wollst ferne von mir treiben. 2. Ich bitt noch mehr, o Herre Gott, du kannst es mir wohl geben, daß ich nicht wieder werd zu Spott. Die Hoffnung gieb daneben, voraus wenn ich muß hier davon, daß ich dir mög vertrauen und nicht bauen auf alles, was ich thu, sonst wird michs ewig reuen. 7. Hilf, daß ich folge treuem Rat, von falscher Meinung trete, den Armen helfe mit der That, für Freund und Feind stets bete; dien jedermann, so viel ich fann, das Böse haß und meide nach grund mein Feinden mög ver3. Verleih, daß ich aus Herzensgeben; 206 Von der Erneuerung, Heiligung und Erhaltung. geben; verzeih mir auch zu die-| 4. Pflanz in mein Herz und ser Stund, schaff mir ein neues Gemüte deine große FreundlichLeben. Dein Wort mein Speis keit, die Geduld und Frömmiglaß allweg sein, damit mein Seel keit, deine Liebe, deine Güte. Anzu nähren, mich zu wehren, wenn dacht, Treu und Heiligkeit, WahrUnglück geht daher, das mich heit und Gerechtigkeit. bald möcht abkehren. 5. Laß mich dir zu Ehren le= 4. Laß mich kein Lust noch ben, Jesu, meines Herzens Licht, Furcht von dir in dieser Welt mein Trost, Heil und Zuversicht. abwenden; beständig sein ans End Mach mich dir allein ergeben; gicb mir, du hasts allein in Hän- laß mich sterben dieser Welt; laß den; und wem dus giebst, der hats mich thun, was dir gefällt. umsonst und mag niemand ererben, noch erwerben durch Werke deine Gnad, die uns errett vom Sterben. 6. Führe mich auf deinen Wegen; gieb mir deinen guten Geist, der mir Hilf und Beistand leiſt. Laß mich deine Gnad und Se5. Ich lieg im Streit und wi- gen stets empfinden früh und spat; derstreb, hilf, o Herr Christ, dem segne Denken, Wort und That; Schwachen; an deiner Gnad al- 7. Bis ich endlich werde fomlein ich kleb, du kannst mich stär- men aus der Unvollkommenheit ker machen. Kommt nun An- zu des Himmels Herrlichkeit, da fechtung her, so wehr, daß sie ich dann mit allen Frommen mich nicht umstoße; du kannst deine große Gütigkeit preisen will machen, daß mirs nicht bring in Ewigkeit. Gefahr; ich weiß, du wirsts nicht laffen. 3. Olearius. Mel. Machs mit mir, Gott. 3. Agricola. 320. Komm, Herzens Jesu, liebster Schaß, zieh Mel. Ach, was soll ich Sünder. 319. Jesus selbst, mein Licht, ein in mein Gemüte; erwähls zu meiner Seele Zier, spricht: Kommt her, lernt all von mir. Jesus, dem ich mich ergeben, mein Heil und Gerechtigkeit, lehrt mich selbst die Frömmigkeit. mein Leben, Jesus, deinem Tugendplaß, ists doch durch deine Güte, nachdem dein Geist es neu geborn, zum Paradiese auserforn. 2. Du bist die schönste Tugendkraft, die Tugenden gebieret; es 2. Ach, wie ist mein Herz ver- ist dein edler Lebenssaft, der diederbet, wie fest hält das Sünden- sen Garten zieret; du bist die band Leib und Seel, Sinn und Ver- edle Lebensblum, des Geistes stand; was von Adam angeerbet, höchste Wonn und Ruhm. sündlich Wesen, Fleisch und Blut, bleibet Fleisch und thut nicht gut. 3. Mein Gott, hilf du mir ausrotten alles Unkraut, Haß und Neid, Hochmut, Ungerechtigkeit; laß den Satan mich nicht spotten; mach du mein Herz täglich neu, mach mich aller Bosheit frei. 3. Dein sanftes Wesen muß mein Herz zur wahren Sanftmut lenken; dein linder Sinn muß allen Schmerz der eignen Rache fränken; du brichst durch deine Lindigkeit des Felsenherzens Härtigkeit. 4. Die Tiefe deiner Niedrigkeit muß Von der Erneuerung, Heiligung und Erhaltung. 207 muß meinen Hochmut beugen; durch dich zu deiner Freude, gedein Geist, der voll Demütigkeit, zogen werd zum Himmelssaal aus muß meinen Geist hinneigen, zu küssen deine Gnadenhand, als deiner Liebe Unterpfand. dieses Lebens Jammerthal. Mel. Valet will ich dir geben. 321. Raß mich dein sein und bleiben, du treuer 5. Ists nicht dein reiner holder Mund, der mich die Wahrheit Gott und Herr; von dir laß mich lehret? Thut mir nicht deine nichts treiben, halt mich bei reiZunge fund, wie man im Geist ner Lehr. Herr, laß mich nur dich ehret, daß Wort und Werk nicht wanken, gieb mir Beständigwahrhaftig sei, nicht Eigenlieb keit; dafür will ich dir danken in und Heuchelei? alle Ewigkeit. 6. Du bist die Quelle reiner D. Nic. Selneccer. Mel. Wer nur den lieben Gott. Lieb, die Seel und Geist anlachet. 322. Mein lieber Gott, gez meiner im Wenn deines Geistes Liebestrieb mich brünstig liebend machet, so Besten jeßt und allezeit, denn schwimmt mein Herz in Süßig außer dir ist ja sonst feiner, der keit und dämpfet alle Bitterkeit. mich mit Rat und Trost erfreut. 7. Du bist ein Lämmlein voll Dein Wort macht mich voll ZuGeduld, das unser Übel träget; versicht und sagt mir, du vergißt du lehrest, wie man fremde Schuld sich selbst mit Lust aufleget und mit Geduld in Kreuz und Schmach stets deiner Vorschrift folget nach. mein nicht. 2. Gedenke meiner, wenn ich höre dein süßes Evangelium, und mache mir die Himmelslehre zur Straft in meinem Christentum, 8. Dein Herz ist voller Heilig- daß deines Wortes Werk gelingt keit, dein Wandel ohne Wandel; und tausendfache Früchte bringt. dein Thun ist selbst die Reinig- 3. Gedenfe meiner, wenn ich feit; wenn ich in meinem Handel bete, und merke doch mit Gnaden will heilig handeln und regiern, drauf. Weil ich in Christo vor muß deine Heiligkeit mich ziern. dich trete, so schließ dein Herz 9. Du richtest mit Gerechtigkeit; dein Zepter ist gerade, daß es in seiner Richtigkeit, auch selbst dem Feind nicht schade; ist in mir etwas schlecht und recht, so kommts von deinem Licht und Recht. und Wohlthat auf; doch gieb mir nichts, als dies allein, was mir kann gut und selig sein. 4. Gedente meiner, wenn ich falle, und wirf mich nicht im Zorne hin; weil ich, wie andre 10. Immanuel, du höchstes Gut, Menschen alle, im Fleische schwach was soll ich weiter fingen? Dein und blöde bin, so fördre meinen Glanz erfreuet Mut und Blut, Gang und Stand durch Kraft du kannst mir alles bringen; du und Stärke deiner Hand. bist der Brunn der Gütigkeit, der 5. Gedenke meiner, wenn ich Seelen schönstes Tugendkleid. leide. Wen hab ich sonst, als dich 11. Drum fleh ich dieses noch von allein, der bei der Menschen Haß dir: Daß ich in deinem Kleide mit und Neide mein Freund und eiger Ehre, Schmuck und Zier, Tröster könnte sein; und hab ich dich, 208 Von der Erneuerung, Heiligung und Erhaltung. dich, so lacht mein Mut, wenn herzigkeit, so muß mir alles Welt und Teufel böse thut. 6. Gedenke meiner auch in allem, woran ich nicht gedenken kann, und blicke mich mit Wohlgefallen in meinem ganzen Leben an; denn giebst du mir, was dir gefällt, so ists um mich recht gut bestellt. TET 7. Gedenke meiner, wenn ich sterbe und wenn mich alle Welt vergißt. Verseße mich in jenes deine Vatertreue heißt. Erbe, wo du mein Teil und Leben bist; denn bleibst du nicht im Himmel mein, so wollt ich nie geboren sein. 8. Ich will mich über nichts betrüben; in deine Hände hast du mich zum Heil und Segen angeschrieben; drum steht die Hoffnung blos auf dich und denkt im Glauben ungekränkt, daß Gott im Besten meiner denkt. nüßen können, was man sonst heißet Kreuz und Leid; denn auch das Bittre süße ist, wenn du, o Gott, im Herzen bist. 5. Drum gieb, daß ich recht kindlich gläube, und nur fein frisch und unverzagt, jedoch in Demut mir zuschreibe, was mir dein heilges Wort zusagt. Dein Geist erkläre meinem Geist, was 6. Du unerschaffnes höchstes Wesen, hast vor der Welt an mich gedacht und, da ich gar noch nicht gewesen, den liebensvollen Schluß gemacht, daß ich in Christo dein soll sein und frei von aller Höllenpein. 7. Dein Kind, mein Jesus, hat vollendet, was du beschlossen vor der Zeit, hat Schuld und Strafen abgewendet und mir geschenkt die Seligkeit. Dein Geist, der mir dies macht bekannt, ist alles dessen Unterpfand. E. Neumeister. Mel. Wer nur den lieben Gott. 323. Mein Gott, du weißt am allerbesten das, was mir gut und nüßlich sei; du 8. Ich weiß nicht, was ich sonst fannst allein mein Heil befesten, soll sagen, von deiner Treu, die ich weg mit dem eigenen Gebäu; gieb, verspürt, da du mich sonst in meiHerr, daß ich auf dich nur bau nen Tagen bis hierher wunderbar und dir mit ganzem Herzen trau. geführt; ja, dort bei dir in Ewig2. Reiß alles weg aus meiner feit ist mir das Beste noch bereit. Seele, was dich nicht sucht und 9. Nun, Herr, ich falle dir zu deine Ehr; ja wollte ich es auch Füßen und bitt, o allerhöchstes verhehlen, so prüfe selbst je mehr Gut, laß mich wie Wachs doch und mehr mein innere Beschaffen- ganz zerfließen in dieser deiner heit und gieb mirHerzensredlichkeit. Liebesglut. Ach, gieb, daß rechte 3. Daß ich könn in der Wahr- Gegentreu doch stets in meiner heit sprechen: Du bist mein Abba, Seele sei. Licht und Heil! Du heilest alle 10. Und weil ich auf so viele mein Gebrechen und schenkest Weise, mein Vater, bin dein mir an Christo Teil! Du bist Eigentum; so gieb, daß ich auch mein allerbester Freund, ders all- dir zum Preise und deines großen zeit herzlich mit mir meint! Namens Ruhm stets diene in 4. Denn kann ich dich nur Ba- Gerechtigkeit und dir beliebter ter nennen, o Abgrund der Barm- Heiligkeit. 11. Du Von der Erneuerung, Heiligung und Erhaltung. 209 11. Du mußt das Gute selbst 4. Schau doch aber unsre Ket= vollbringen in Worten, Werken ten, da wir mit der Kreatur seufund Verstand; drum reiche mir zen, ringen, schreien, beten um in allen Dingen aus Gnaden Erlösung von Natur, von dem deine Vaterhand; denn hier gilt Dienst der Eitelkeiten, der uns nicht, wer laufen kann, bloß noch so harte drückt, ohngeacht kommts auf dein Erbarmen an. der Geist in Zeiten sich auf et12. Legst du was auf, so hilfs auch was bessers schickt. tragen; gieb nur Geduld in Lei- 5. Ach, erheb die matten Kräfte, denszeit, und sei in gut und bö- sich einmal zu reißen los und fen Tagen mein Trost, mein Nat durch alle Weltgeschäfte durchge= und meine Freud. Gieb Demut, Einfalt, Lieb und Zucht; was falsch und hoch ist, sei verflucht. 13. Nun, Amen! Es sei fest beschlossen; nur daß des heilgen Geistes Kraft bleib über mir stets ausgegoffen, als welcher alles Gute schafft: So bleibts in Ewigfeit dabei, daß du mein und ich deine sei. brochen stehen bloß. Weg mit Menschenfurcht und Zagen! Weg Vernunftsbedenklichkeit. Fort mit Scheu vor Schmach und Plagen! Weg des Fleisches Zärtlichkeit! 6. Herr, zermalme, brich und reiße die verboßte Macht entzwei! Denke, daß ein armer Mensche dir im Tod nichts nüße sei. Heb ihn aus dem Staub der Sünden, wirf die Schlangenbrut hinaus; Durchbrecher aller laß uns wahre Freiheit finden Bande, der du im- in des Vaters Hochzeitshaus. Israel Clauder. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 324. mer bei uns bist, bei dem Scha- 7. Wir verlangen feine Ruhe den, Spott und Schande lauter für das Fleisch in Ewigkeit. Wie Luft und Himmel ist; übe ferner dein Gerichte wider unsern Adamsfinn, bis uns dein se treu Gesichte führet aus dem Kerker hin. 2. Ist doch deines Vaters Wille, daß du endest dieses Werk; hierzu wohnt in dir die Fülle aller Weisheit, Lieb und Stärk, daß du nichts von dem verlierest, was er dir geschenket hat, und es von dem Streite führest zu der süßen Ruheſtatt. du's nötig findst, so thue noch vor unsrer Abschiedszeit; aber unser Geist, der bindet dich im Glau ben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, da ihm Zeit und Maß gebricht. 8. Herrscher, herrsche! Sieger, fiege! König, brauch dein Regiment! Führe deines Reiches Kriege! Mach der Sklaverei ein End! Laß doch aus der Grub die Seelen durch des neuen Bundes Blut! Laß uns länger nicht so quälen, denn 3. Ach, so mußt du uns vollenden, willst und kannst ja anders du meinsts mit uns ja gut! nicht; denn wir sind in deinen 9. Haben wir uns selbst gefanHänden, dein Herz ist auf uns ge- gen in Lust und Gefälligkeit, ach, richt; ob wir wohl vor allen Leu- so laß uns nicht stets hangen in ten als gefangen sind geacht, weil dem Tod der Eitelkeit! Denn die des Kreuzes Niedrigkeiten uns Last treibt uns zu rufen, alle veracht und schnöd gemacht. schreien wir dich an: Zeig doch 14 nur 210 Von der Erneuerung, Heiligung und Erhaltung. nur die ersten Stufen der ge-| selber tragen; gieb, daß ich meibrochnen Freiheitsbahn! nen Feind mit Sanftmut überwind und wenn ich Rats bedarf, auch guten Rat erfind. 10. Ach, wie teur sind wir erworben, nicht der Menschen Knecht zu sein! Drum, so wahr du bist 5. Laß mich mit jedermann in gestorben, mußt du uns auch Fried und Freundschaft leben, so machen rein, rein und frei und weit als christlich ist. auch vollkommen, nach dem besten Bild gebildt. Der hat Gnad um Gnad genommen, wer aus deiner Füll sich füllt. Willst du mir etwas geben an Reichtum, Gut und Geld, so gieb auch dies dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt mein 11. Liebe, zieh uns in dein Sterben, laß mit dir gefreuzigt Leben höher bringen, durch mansein, was dein Reich nicht fann chen sauren Tritt hindurch ins ererben; führ ins Paradies uns Alter dringen, so gieb Geduld; ein! Doch wohlan, du wirst nicht vor Sünd und Schanden mich säumen, wo wir nur nicht lässig bewahr, auf daß ich tragen mag sein; werden wir doch als wie mit Ehren graues Haar. träumen, wenn die Freiheit bricht herein. G. Arnold. In eigener Melodie. 325. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod abscheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu Gott, du frommer deinen Freuden; dem Leib ein Gott, du Brunn- Räumlein gönn bei frommer quell aller Gaben, ohn den nichts Christen Grab, auf daß er seine ist, was ist, von dem wir alles Ruh an ihrer Seite hab. haben; gesunden Leib gieb mir, und daß in solchem Leib ein verlegte Seel und rein Gewissen bleib. 8. Wenn du die Toten wirst an jenem Tag aufwecken, so thu auch deine Hand nach meinem Grab ausstrecken; laß hören deine Stimm und meinen Leib weck auf und führ ihn, schön verklärt, zum auserwählten Hauf. Joh. Heermann. 2. Gieb, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet. Gieb, daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs thu, so gieb, daß es gerate wohl. Mel. Es ist das Heil uns. 326. Gott, wie groß ist deine Gnad, die du mir Armen schenfest, indem du 3. Hilf, daß ich rede stets, wo- mich vom Lasterpfad zu dir so mit ich kann bestehen; laß kein freundlich lenfest, indem du füh unnüßes Wort aus meinem Munde rest mich zurück, der ich sonst in gehen; und wenn in meinem Amt des Satans Strick hätt ewig ich reden soll und muß, so gieb müssen leiden. den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. 2. Sch war ja schon lebendig tot, im Guten ganz erstorben; 4. Findt sich Gefährlichkeit, so ich wälzte mich im Sündenkot, laß mich nicht verzagen; gieb an Leib und Seel verdorben; die einen Heldenmut, das Kreuz hilf! Laster nahmen mich ganz ein, es mar Von der Erneuerung, Heiligung und Erhaltung. 211 war an mir fein Tugendschein, nimm sie von meinem Herzen! ich fühlte schon die Hölle. Ach, ich, dein ungeratnes Kind, 3. Ich wachte zwar bisweilen ich leide große Schmerzen; verauf und fühlte meine Sünden; stoß mich nicht! Verwirf mich nicht ach aber, ach, ihr großer Hauf von deinem heilgen Angesicht! war gar nicht zu ergründen; der Ach, Herr, erbarm dich meiner! Schaden war nur allzugroß, ver- 10. Ich hatte kaum dies Wort zweifelt bös, verzweifelt groß, ich gesagt, da ließest du dich sehen; wollte schon versinken. ich war von dir schon frei gemacht, die Hilfe war geschehen; ich fühlte schon die Seelenruh, die Gnadenthür war nicht mehr 4. Ich ging gebeugt und sehr gebückt, den ganzen Tag in Trauern; das Herz, die Seel blieb unerquickt, ich fühlte großes Schau- zu, ich sahe sie eröffnet. ern; die Glieder waren ohne Kraft, in ihnen war verdorrt der Saft vor allzugroßen Schmerzen. 11. Ja, deine milde Batershand umfing in Lieb mich Armen; du nahmst von mir der Hölle Band 5. Es war gar keine Rast noch aus herzlichem Erbarnten; du Fried und Stärk in den Gebei- rissest mich selbst aus dem Kot, nen; es war an meinem Leib und führtest mich aus aller Not; kein Glied, das fröhlich wollte scheinen; die Sünden ließen keine Ruh, sie seßten mir erschrecklich zu, ich wußte nicht zu bleiben. der Teufel mußte fliehen. 12. Ach, liebster Gott, nun bin ich dein, dir ist ja nichts zu gleichen; ach, laß mich dir gehorsam 6. Ich schrie und weinte für sein und stets vom Bösen weichen; und für in diesen großen Plagen, laß mich nicht von dem Tugendmein allerhöchster Hort, nach dir, steg hinlaufen auf den Lasterweg; du hörtest mich nicht klagen; ja du verbargest dich vor mir, verschlossest deines Herzens Thür, da war mir angst und bange. laß mich die Welt verachten. 13. So wird der lieben Engel Chor sich über mich erfreuen, und die schon stehn in deinem Thor, 7. Ich schlug auch oft an meine dein Lob mit Lob erneuen; so Brust, bekannte meine Sünden: will ich dann hier und auch dort Herr, nimm von mir den Sün- dich, Himmelsfürsten, fort und denwust und laß mich Gnade fin- fort in Ewigkeit erheben. den. Sei mir in Gnaden zugethan; Mel. Wer nur den lieben Gott. ach, siehe mich nur einmal an, 327. O Jeſu, meiner Seele genesen! Leben, mein höchster 8. Ich rief mit dem verlornen Schatz und Herzenslust, dir will Sohn: Ach Vater, mein Verbre ich mich, mein Gott, ergeben, ach, chen verdienet zwar nur Spott dämpf in mir der Sünden Wust. und Hohn; wo du dich wolltest Ach, nimm dich meiner Seele an rächen, so müßt ich Eifer, Zorn und zeige mir die Lebensbahn. und Grimm und feuerheißes Un- 2. Wenn mir die Welt viel geſtüm mit schwerer Straf em- Stricke leget, wenn Satan mich pfinden. will ziehen ab, wenn in mir sich was Böses reget, so sei, o Gott, 14* 9. Doch ich bekenne meine Sünd, mein 212 Von der Erneuerung, Heiligung und Erhaltung. mein Licht und Stab. Ach, doch das Fleisch ist Trägheit nimm dich meiner Seele an und voll, will die Herrschaft üben. zeige mir die Lebensbahn. Fleisch und Geist zieht und reißt mich auf beiden Seiten; o, da gilt es streiten! 3. Gott, du Licht der frommen Herzen, vor dir ist alles sonnenklar; du zählest ab der 6. Ach, was mach ich Armer Frommen Schmerzen und hilfst doch? Wer wird mich erretten? der auserwählten Schar. Ach, nimm dich meiner Seele an und zeige mir die Lebensbahn. Wohin flieh ich endlich noch? Wer wird mich vertreten? Herr, mein Heil, komm in Eil! Brich des Fleisches Tücke, die verstrick4. Ach, sende, Herr, aus deinem Throne Licht, Kraft und Gnade ten Stricke! deinem Kind; hilf Israeli, deiJesus. nem Sohne, vergieb aus Gna- 7. Sieh, ich komme und erfüll, den alle Sünd. Ach, nimm dich Seele, dein Verlangen; ja ich meiner Seele an und zeige mir die Lebensbahn. D. H. G. Neuß. Mel. Straf mich nicht in deinem. Seele. küsse dich und will dich mit Lieb umfangen. Fleisches Not, Welt und Tod, ja der Hölle Banden mache ich zu Schanden. 8. Meinen Geist, den schenk ich Knecht, voller Blut dir, der das Fleisch bezwinge; und Schläge, ich, dein Diener, auch die Lieb, die dich zu mir bin wohl recht langsam, faul und zieh und kräftig dringe; ich heil träge. Ach, mein Gott, Zebaoth, dich; dich will ich reingen und enthör mein Schreien, Flehen und binden, stärken, kräftgen, gründen. mein ängstlich Sehnen. 2. Ich bin falt, entzünde mich, o erweich mich Harten. Speis mich, weil voll Hungers ich; feucht mich dürren Garten; Satan schlägt und erregt sehr viel harte Wunden in Versuchungsstunden. Seele. 10. Dieser reine Burpurschweiß 3. Meines Fleisches Luftbegier machet alles reine; was nicht macht mir manche Schmerzen; reine, das wird weiß durch dies auch die Welt, die schießet mir Blut alleine. Was der Fall Pfeile nach dem Herzen. Man- überall unter euch verleget, wird cherlei Menschenschen sucht mich dadurch erseßet. zu erschrecken und in Not zu stecken. 4. Ach, könnt ich doch, Jesu, 11. O wie rein ist doch dein Blut, dich, wie ich wollte, lieben; o, Jesu, meine Wonne. Schneeweiß möcht ich doch kräftiglich solche ist die Wundenflut, heller denn Lieb ausüben; brünstiglich wün- die Sonne. Ganz und gar hell sche ich dich im Geist zu küssen und klar werden dort die Deinen und dein zu genießen. durch dein Blut erscheinen. 12. Dank sei dir, du Gottes5. Mein Geist weiß und schmecket wohl, was es sei, dich lieben; lamm, daß du überwunden, daß du 328. Siehe, ich gefallner 9. Deiner Wunden tiefen Schmerz heilen meine Wunden; deine Schläge hat mein Herz dir zum Heil empfunden; trag Geduld; alle Schuld soll mein Blut bezwingen, tilgen und verschlingen. Von der Erneuerung, Heiligung und Erhaltung. 213 du mir am Kreuzesstamm die und mein Gemüte stets zu deiErlösung funden. Ich bin dein; nem Dienst ernen. Lud. Andr. Gotter. Mel. O Gott, du frommer Gott. 329. Was kann ich doch für Dank, o Herr, dir dafür sagen, daß du mich mit dir allein will ich mich ergeben, 7. Ach! leit und führe mich, in dir siegen, leben. so lang ich leb auf Erden; laß mich nicht ohne dich durch mich geführet werden. Führ ich mich ohne dich, so werd ich bald verführt; wenn du mich führest selbst, thu ich, was mir gebührt. Geduld so lange Zeit getragen? 8. O Gott, du frommer Gott, da ich in mancher Sünd und o Vater, hör mein Flehen! O Übertretung lag und dich, o from Jesu, Gottes Sohn, laß deine mer Gott, erzürnet alle Tag. Kraft mich sehen! O werter heil2. Sehr große Lieb und Gnad ger Geist, regier mich allezeit, erweisest du mir Armen; ich fuhr daß ich dir diene hier und dort in Bosheit fort, du aber in Er- in Ewigkeit! D. Just. Gesenius. barmen; ich widerstrebte dir und Mel. O Gott, du frommer Gott. schob die Buße auf; du schobest 330. Woran fehlts immerauf die Straf, daß sie nicht folgte drauf. mehr, mein Herze, 3. Daß ich nun bin bekehrt, hast du allein verrichtet; du haft des Satans Reich und Werk in mir vernichtet. Herr, deine Güt und Treu, die an die Wolken reicht, hat auch mein steinern Herz zerbrochen und erweicht. daß du bleibest nur immer schwach und krank und fort dein Klagen treibest? Wer ist denn Schuld daran? Geh in den innern Grund; durch rechtes Forschen wird die Ursach endlich fund. 2. An Gott fehlts nimmer nicht, denn er ist selbst die Liebe; sein 4. Selbst fonnte ich dich wohl Herz ist allzeit voll der süßen beleidigen mit Sünden, ich konnte Liebestriebe, dem Menschen Guts aber nicht selbst Gnade wieder zu thun; sein Wille bleibet feſt, finden; selbst fallen konnte ich sich mitzuteilen dem, der ihn nur und ins Verderben gehn, doch wirken läßt. konnt ich selber nicht von meinem Fall aufstehn. 3. Gott ist der Ursprung selbſt der teuren Menschenseelen; wie 5. Du hast mich aufgericht und sollt er sich denn wohl vor ihnen mir den Weg gewiesen, den ich so verhehlen und seine Kraft ent= nun wandeln soll. Dafür sei, ziehn? Was er hervorgebracht, Herr, gepriesen! Gott sei gelobt, wird allezeit sehr hoch und wert daß ich die alte Sünd nun haß von ihm geacht. und willig ohne Furcht die toten Werke laß. 4. Hat er doch seinen Sohn für dich dahin gegeben, weil du in 6. Damit ich aber nicht aufs Ewigkeit in ihm sollst selig leben. neue wieder falle, so gieb mir Was hätt er dies bedurft? Er deinen Geist, dieweil ich hier tam aus freier Wahl. Was lockt noch walle, der meine Schwach- ihn denn zu dir aus seinem Himheit stärk und darin mächtig sei, melsfaal? 5. Nichts 214 Von der wahren Buße und Bekehrung zu Gott. 5. Nichts Gutes war in dir; zeit gesucht in dich zu ziehn; ich hingegen war zu finden ein Stru- habe nur gesucht dein Gnadendel voller Wut und eine Welt werk zu fliehn. voll Sünden, ein gräuelvolles 10. Nun, Herr, erforsche mich Meer, ein Pfuhl voll Höllenkot; und sich auf meine Wege und in solcher Häßlichkeit lag deine wende meinen Fuß vom falschen Seele tot. Heuchelstege. Du, Herr, erkennest > 6. Als ein verworfnes Kind mich; erleuchte meinen Sinn, weil lagst du in deinem Blute; nicht ich noch gar zu blind in deinen cine streatur that etwas dir zu Wegen bin. gute; die arme Seele trug des 11. Der Seele Auge laß in Teufels Larv an sich; dein Zu- mir einfältig werden, daß es stand durch und durch war gar nicht mehr zugleich sich richte nach zu jämmerlich. der Erde und nach dem Himmel zu; nimm alle Schalkheit weg; dein Wille sei allein und allemal mein Zweck. 12. Vollbringe, Herr, dein Werk, das du hast angefangen; laß mich durch deinen Geist einmal dahin gelangen, wohin dein Wort mich weist, daß ich zur Reinigkeit, die deinem Volk gebührt, gelang in dieser Zeit. 13. So wird mein Leib und Seel und Geist in dir sich freuen und täglich deinen Ruhm und füßes Lob erneuen. Wohl mir! 9. Ach ja, mein treuer Gott, du wird sein mein Wort; Gott hat bleibest der Gerechte, auch wenn viel Gnad erzeigt! Sein Ruhm erdich richten will das sündliche strecket sich, so weit der Himmel Geschlechte. Du hast mich jeder- reicht. Chr. Jac. Koitsch. 8. c. Von der Gnaden- und Heils- Ordnung, 7. Da kam der Seelenfreund, nahm sich in seiner Gnade des armen Menschen an; er heilte deinen Schaden mit seinem teuren Blut; und daß er völlig dich mit Gott vereinigte, nahm er dein Fleisch an sich. 8. Und was hat wohl das Herz des Vaters so bewogen, daß er so vielmal dich durch seinen Geist gezogen? Drum liegt es nicht an Gott, der es gar treulich meint; du bist dir heimlich selbst der allerärgste Feind. und zwar: ( 1.) Von der wahren Buße und Bekehrung zu Gott. Mel. Alle Menschen müssen sterben. kennen jeßt zum Preise deiner 331. Ah, ein Wort von gro- Gnad: Böses war wohl nichts zu Ber Treue, teuer und nennen, dessen ich nicht schuldig annehmenswert, ehre ich in tief- ward. Leider ach! Vor andern fter Reue lebenslang auf dieser allen ließ ich mir die Sünd geErd: Hier in diese Welt, ihr fallen, aber dein Barmherzigkeit Kinder, ein Erlöser aller Sün- rett't mich in die Ewigkeit. der, Jesus Christus, kommen ist! 3. Christe, drum muß ich auch Troß nun Welt und Satanslist! billig dir hier als Erempel sein, 2. Schöpfer, ach, ich muß be- wie du freundlich, gnädig, willig, alle Von der wahren Buße und Bekehrung zu Gott. 215 alle Sünder ladest ein, rufft: Ach flucht ist die Höhle deiner Wunfommt ihr blöden Tauben, tretet den. Wenn Sünd und Tod mich doch herzu im Glauben, ziehet an bracht in Not, hab ich mich drein das Hochzeitskleid in der legten gefunden. Gnadenzeit! 9. Darin ich bleib, obschon der Leib und Seel sich werden scheiden. So werd ich dort bei dir, mein Hort, sein in ewigen Freuden. 10. Ehre sei mun Gott Vater, Sohn, dem heilgen Geist zusammen. Zweifle auch nicht, denn Christus spricht: Wer glaubt, wird selig. Amen. M. Nutilius. Mel. Herr Jesu Christ, du, oder: Aus tiefer Not schrei ich zu. 333. Ach Gott, ist noch dein Geist bei mir, der mir kann Zeugnis geben, ich sei dein Kind? Ich zweifle schier, wenn ich beschan mein Leben. Nichts ist an mir, das mich entzündt, in wahrer Buß zu sein gesinnt, wie du von mir begehrest. 2. Den guten Geist, den du mir haft versprochen, mich zu führen, treib ich von mir und halt für Last sein himmlisches Regieren; die Freud in Gott, die wahre Ruh, kann ich mir nimmer eignen zu, weil nur mein Fleisch mich leitet. 3. Du bist ein hocherhabner Gott, der alles wohl regieret, du drohest Straf und ewgen Tod, wie Sündern ja gebühret. Das alles, leider, acht ich nicht; den Richter weiß ich; das Gericht will ich doch nicht erwägen. 6. Handle mit mir, wies dünket 4. Die vielen Gaben dieser Welt dir, nach deinr Gnad will ichs lieb ich mehr als den Geber. leiden; laß mich nur nicht dort Bracht, Hoheit, Ehre, Wollust, ewiglich von dir sein abgeschieden. Geld, das sind die schnöden Trä7. Gleich wie sich fein ein Vöge- ber, wonach ich meine Wünsche lein in hohle Bäum verstecket, stell, worüber ich die wahre Quell, wenns trüb hergeht, die Luft un- dich, meinen Gott, verliere. stät Menschen und Bieh erschrecket: 5. Ich meine zwar, ich liebe dich, 8. Also, Herr Christ, mein Zu- wünsch auch dein Gegenlieben, was 4. Halleluja, kommt ihr Armen! Lobt mit mir des Höchsten Güt! Laßt uns preisen sein Erbarmen, eitel Gnade uns jest blüht. Le ben er den Toten schenfet und mit seiner Lieb uns tränfet. Jesu, laß uns für und für Halleluja singen dir! J. H. Schröter. In eigener Melodie. 332. Ah, Gott und Herr, wie groß und schwer sind mein begangne Sünden! Da ist niemand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit zu dieser Zeit bis an das Weltenende und wollt los sein des Kreuzes Pein, würd ich es doch nicht wenden. 3. Zu dir flieh ich, verstoß mich nicht, wie ichs wohl hab verdienet! Ach Gott, zürn nicht, geh nicht ins G'richt, dein Sohn hat mich versöhnet. 4. Solls ja so sein, daß Straf und Bein auf Sünde folgen müssen, so fahr hier fort, nur schone dorf und laß mich ja jetzt büßen. 5. Gieb, Herr, Geduld, vergiß die Schuld, verleih ein g'horsams Herze; laß mich nur nicht, wies oft geschieht, mein Heil murrend verscherzen. 216 Von der wahren Buße und Bekehrung zu Gott. was aber scheidet dich und mich,| nen Untergang und Tod, sonst scheu ich mich nicht zu üben. Ich fällt voll Schrecken, Angst und halte dich für meinen Gott, will Not die Seel in das Verderben. doch nicht halten dein Gebot, 12. Laß nicht der vielen Sünentzieh mich deinem Joche. den Wust mich gar kleinmütig 6. Du gabst aus Lieb mir deinen machen. Des Sünders Reu ist Sohn, mich Armen zu erlösen. deine Lust, der Engel Freud und Was geb ich dir für einen Lohn? Lachen. Dein guter Geist geb Ich laufe nach dem Bösen. Die für und für ein Zeugnis meinem Sünden, die du hast verbannt, Geist in mir, daß ich dein Kind in die bin ich so sehr entbrannt, und Erbe. daß ich dein gar vergesse. Anton Ulrich, Herzog von Braunschweig. 7. Ja, großer Gott, es faget Mel. Herzlich thut mich verlangen. mir der Zeuge, mein Gewissen: 334. Ach Herr, mich armen Ich geb dir nichts; ich raube dir Sünder straf nicht die Seel, die du gerissen mit sol in deinem Zorn; den ernsten cher Müh aus ihrer Not; ich Grimm doch linder, sonst ists mit stürz sie willig in den Tod, ver- mir verlorn. Ach Herr, wollst rat sie deinen Feinden. mir vergeben mein Sünd, mir gnädig sein, daß ich mag ewig leben, entfliehn der Höllenpein. 8. Die Gaben, die von deiner Hand ich dankbar sollt empfangen, die sinds, die mich von dir 2. Heil du mich, lieber Herre, gewandt, nur sie sind mein Ver- denn ich bin frank und schwach; langen; mein Geist flebt dieser mein Herz betrübet sehre, leidet Erde an, daß er sich nicht auf groß Ungemach; mein Gbeine schwingen fann zum Ursprung sind erschrocken, mir ist sehr angst seines Wesens. und bang; mein Seel ist auch erschrocken. Ach, du Herr, wie so lang? 9. Ach, daß mein Herz so irdisch ist, durch Eitelkeit verdorben, da zu voll arger Tück und List, dem 3. Herr, tröst mir mein GeGuten abgestorben. Herr, mein, müte, mein Netter; lieber Gott, nicht dein ist diese Schuld, doch von wegen deiner Güte hilf mir laß nach deiner Vaterhuld mich aus aller Not. Im Tod ist alGnad und Rettung finden. les stille, da denkt man deiner 10. Zerknirsch, zermalme mei- nicht, wer will doch in der Hölle nen Sinn, wie du hast angefan- dir danken ewiglich? gen; hab du mein ganzes Herze 4. Ich bin vom Seufzen müde, in, und laß mich Heil erlangen, hab weder Kraft noch Macht; in das Heil, das mir Vergebung großer Angst ich liege durchaus bringt und mich zur Heiligung die ganze Nacht; mein Lager durchdringt aus Christi Tod und naß von Thränen, mein Gstalt Wunden. vor Trauren alt; zu Tod ich 11. Den guten Geist, den ich mich fast gräme, die Angst ist nunmehr so lange nicht gefühlet, mannigfalt. laß mir doch wieder kommen her 5. Weicht all ihr Übelthäter, and steure dem, der zielet auf mei- mir ist geholfen schon. Der Herr Von der wahren Buße und Bekehrung zu Gott. 217 ist mein Erretter; er nimmt mein Flehen an, er hört mein weinend Stimme; es müssen fallen hin all, die sind meine Feinde, und schändlich kommen um. 6. Denke, was du hast geschworen: Du willst nicht des Sünders Tod; der dich anruft in der Not, soll nicht, soll nicht sein verloren. Drum so wend ich mich zu dir: Jesu, sei doch gnädig mir! 6. Drum dank ich dir von Herzen, o Gott, im höchsten Thron; du wirst mir meine Schmerzen und Leiden lindern schon; auch mir all Gnad erweisen, wie ich gebeten dich; dafür will ich dich preisen immer und ewiglich. C. Schneegaß. Mel. Ach, was soll ich Sünder. 335. Ach, ich armes Kind 7. Sei doch gnädig deinem Kinde und gieb Gnade, daß ich nun Trost, Erquickung, Fried und Nuh, Herr, in deinem Blute finde; laß mir in der höchsten Pein deine Wunden heilsam sein. 8. Ach, dein Blut muß mich doch stärken und vertilgen allen Schmerz; es macht mein verdammder Sünden, ach, tes Herz rein von allen toten was hab ich doch gethan? Ach, Werken; deinen Blutschweiß stell wie übel bin ich dran, wo soll ich mir mitten in dem Tode für. ich doch Rettung finden? Meine 9. Drum, mein Geist, hör auf Not ist gar zu groß, ach, wie zu flagen, Gott im Himmel ist werd ich sie doch los? verfühnt. Was die Sünde hat verdient, hat sein Sohn schon abgetragen. Sei getroft und bessre dich, Gottes Treu bleibt ewiglich. 2. Mein Gewissen, mein Gewissen nagt und plagt mich Tag und Nacht; es ist endlich aufgewacht und ganz jämmerlich zerrissen; meines Herzens Angst und Bein läßt mich gar nicht ruhig sein. 3. Ich soll vor Gericht erscheiBer Menschenhüter! nen, Moses steht schon wider mich; Ach strafe nicht, barmherziger und der Satan rüstet sich auf das Gebieter! Ach rechne nicht! Wer Beste mit den Seinen, und die kann vor dir bestehn? Ach zürne ganze Hölle ruft: Fort! Nur nicht! Ich will doch zu dir gehn. fort! Du bist verflucht! Mel. Der Tag ist hin, mein Jesu. 336. Ach schone doch, o gro2. Ach zürne nicht! In Jesu 4. Ach, wer hilft mir nun will ich kommen; hat der nicht, zurechte? Christe Jesu, Gottes Herr, die Strafe weggenommen? Sohn, allerschönster Gnaden- Er ist am Kreuz ein Fluch für thron, sei doch gnädig deinem Knechte, geh nicht mit mir ins Gericht, halt, was mir dein Wort verspricht! mich gemacht, an meiner Statt hat er das Werk vollbracht. 3. Ach rechne nicht, auf tausend muß ich schweigen; ich will mich 5. Alles, was zu dir ist kom- nur zum Gnadenzepter neigen, men mit gebognem Herzensknie, auf meinen Mund die Hand ich um den Abend oder früh, hast legen will und wie ein Kind gedu freundlich angenommen: Ei, duldig schweigen still. so wirst du ja auch mich nicht verstoßen ewiglich! 4. Ach strafe nicht, du sonst verzehrend Feuer; ich muß vergehn, die 218 Von der wahren Buße und Bekehrung zu Gott. die Flamm brennt ungeheuer; da ist dein Sohn, der stehet vor dem Riß, da ist der Bürg, der hat bezahlet dies. gen kann: Mein Jesus nimmt die Sünder an! 5. Du hattest wohl zu deinem Bilde, wie einen Groschen, mich geprägt; allein ich führte das im Schilde, was lauter Sünd und Greuel hegt. Ach, wie so wenig dacht ich dran: Mein Jesus 2C. 6. Nun suche mich mit deinem Lichte aus meinem Sündenwinfel auf; gieb mir ein anderes GeAntwort Gottes. 6. Ich kann dich nicht, mein wichte und drück ein neues BildKind, hinfort verlassen, ich will nis drauf, daß ich mich ferner mit Lieb dich ewiglich umfassen. rühmen kann: Mein Jesus nimmt Sei nur getrost! Hab einen fri- die Sünder an! schen Mut! Es ist bezahlt durch deines Jesu Blut. Joach. Neander. 7. Gieb, daß ich dir mit meiner Buße auch eine Freude machen mag! Ich fall in Demut dir zu Fuße! Ach, stifte selber den Mel. Ich will dich lieben. As Ach füßes Wort für Vertrag! Du hast genug für mich arme Sünder, das gethan. Mein Jesus nimmt 2c. man mir heut ins Herze schreibt, 8. Und hast du einmal mich geob gleich der Mund der Welten- funden, so laß mich nicht verlofinder nur sein Gespött darüber ren gehn. Erhalte mich in deinen treibt. Wort, das mich er- Wunden, laß mich in deiner Treue freuen kann: Mein Jesus nimmt stehn. Mein Lauf sei stets auf die Sünder an!! dieser Bahn, wo Jesus nimmt die Sünder an. 9. Trag endlich mich auf deinem Rücken in deine Herd zur Welt hinaus und laß mich dort den Schaß erblicken, wo dein geschmücktes Himmelshaus; so weiß ich, was dies Trostwort fann: 3. Ein Hirte suchet mit Ver- Mein Jesus nimmt die Sünlangen, wenn er ein Schaf ver- der an! loren hat. Ach eile, mich doch Mel. Zion flagt mit Angst und. zu umfangen und bringe mich 338. Ach, was hab ich ausauf rechten Pfad. Du bist der, gerichtet? Ach, was der mich finden kann. Ach Jesu, hab ich doch gethan? Wer ist, nimm dein Schäflein an! der die Sache schlichtet? Mein 4. Ich bin ja, leider, sehr ver- Gewissen flagt mich an; ich bin irret; die Welt ist eine Wüstenei, selber wider mich, weil ich also da hab ich meinen Fuß verwir- freventlich mich mit Sünden ganz ret; ach mache mich in Gnaden beflecket und des Höchsten Zorn frei, daß man von mir auch sa- erwecket. 2. Gott 5. Ach schone doch, ich bin nur Asch und Erde, ein schlechtes Blatt, das bald zu Staub wird werden; was nüßet doch zu treten auf die Blum? Was bin ich, Herr? Gedenk an deinen Ruhm. 337. 2. Ich war auch unter jenem Haufen, der, Jesu, von dir ferne stund. Doch komm ich dir jetzt nachgelaufen, es naht sich zu dir Herz und Mund. Ach thue, was du dort gethan! Mein Jesus nimmt die Sünder an! Von der wahren Buße und Bekehrung zu Gott. 219 2. Gott, ich muß mit Zittern| steckt? Keine Kreatur kann raten sagen, daß ich sei ein Sünden- meinen schweren Missethaten. knecht; jeßo fühl ich deine Plagen, aber du, du bist gerecht. Mein verderbtes Fleisch und Blut hat das rechte, wahre Gut durch des Teufels Trieb verachtet und den Lüften nachgetrachtet. 3. Vorhin hab ich mich gefreuet meiner schweren schweren Sündenlast; jezo, da mich solche reuet, hab ich weder Ruh noch Rast. Ach, was mich vorhin ergößt, hat mich jest in Angst gefeßt; was vor hin den Leib erquicket, ist, das jeßt die Seele drücket. 8. Herr, es steht in deinen Händen, du alleine hilfft aus Not; du kannst meinen Kummer wenden; du kannst retten aus dem Tod. Es steht nur allein bei dir, niemand kann sonst helfen mir; du kannst gnädig mich erneuen und in Ewigkeit erfreuen. 9. Ich verdamme Seel und Glieder, sprich du sie in Gnaden los; bittend fall ich vor dir nieder, nimm du mich in deinen Schoß. Stärk mich, der ich abgeschwächt, laß doch Gnade gehn vor Recht; wirst du ins Gerichte gehen, Herr, wer fann vor dir 4. So viel Jahr bin ich gelaufen auf dem breiten Irreweg, hab mit dem verruchten Haufen bestehen? ausgesetzt den schmalen Steg, der zur Himmelspforte führt; nie, ach nie hab ich gespürt eine Rene meiner Sünden! Wo soll ich nun Rettung finden? 5. Gott, ich soll gen Himmel sehen, aber ich seh unter mich. 10. Deines Sohnes Marterzeichen stell ich zwischen mir nud dir; laß mich hiermit Gnab erreichen; seinen Tod halt ich dir für, glaube fest und sicherlich, daß, weil Jesus auch für mich hat gelitten, ist gestorben, ich auch Wie ist mir, mein Gott, gesche- soll sein unverdorben. hen, daß ich so verlassen dich? 11. Du hast uns gewiß verhei= Ich bin wert, daß mich dein ßen herzliche Barmherzigkeit; daGrimm mit erzürnter Donner- für sollen wir dich preisen. Denk stimm möcht in tausend Trümmer an deinen teuren Eid, der den schlagen, ja zur Hölle ewig jagen. 6. Alle Freude sei verfluchet, so von Sünden hergerührt diese Zeit, da ich gesuchet, was mir Höllen angst gebiert; was mir Gottes Wort verbeut, sei verflucht in Ewigkeit. Ewig sein verflucht die Stunden, da ich Sündenlust empfunden! Sündern Trost verspricht; du willst ihren Tod ja nicht. Leben willst du ihnen schenken, wenn sie sich nur zu dir lenken. 12. Herr, so sei nun doch erhöret, bitt ich, der verlorne Sohn, der zu seinem Vater kehret; blicke von des Himmels Thron. Ich bring ein zerknirschtes Herz voller Reue, voller Schmerz, das nach deiner Gnade trachtet; ſolches hast du nie verachtet. 7. O wie bist du Sünde, Sünde, eine Laft, wie Felsen schwer; an mir ich nichts Reines finde, wie fränkt mich das doch so sehr! Gott, dein Zorn hat mich erschreckt; ach, wer ist, der mich ver- weil ich lebe noch auf Erden, 13. Laß die Engel fröhlich werden, daß ein Sünder Buße thut; will 220 Von der wahren Buße und Bekehrung zu Gott. will ich das, was Fleisch und| ben, denn er wird zu rechter Zeit Blut hat bisher so hoch geacht, wecken mich zur Seligkeit und was mich fälschlich angelacht, sie mir aus Gnaden geben, muß hassen, fliehen, ernstlich meiden ich schon erst vors Gericht. Meiund mich gänzlich dir vereiden. nen Jesum laß ich nicht! 14. Wirst du mir zur Seite ste- 7. Jesu, drum sollst du mein hen durch des guten Geistes Straft, bleiben, bis ich komme an den will ich nicht, wie vormals, ge- Ort, welcher ist des Himmels hen den Weg, der zur Hölle rafft. Pfort; ach, du wollest einverleiGott, ich fehre mich zu dir, fehre du dich auch zu mir; dafür will ich deinen Namen ewig loben. Amen, Amen. ben meine Seele deinem Licht! Meinen Jesum laß ich nicht! Joh. Flittner. In eigener Melodie. In eigener Melodie. 340. Aus tiefer Not schrei 339. Ach, was soll ich Sünich zu dir, Herr der machen? Ach, Gott, erhör mein Rufen; dein was soll ich fangen an? Mein gnädig Ohr neig her zu mir und Gewissen flagt mich an, es be- meiner Bitt sie öffne; denn so du ginnet aufzuwachen. Dies ist willst das sehen an, was Sünd meine Zuversicht: Meinen Jesum und Unrecht ist gethan, wer kann, laß ich nicht! Herr, vor dir bleiben? D. G. W. Sacer. 2. 3war es haben meine Sün- 2. Bei dir gilt nichts, denn den meinen Jesum oft betrübt; Gnad und Gunst, die Sünde zu doch weiß ich, daß er mich liebt, vergeben; es ist doch unser Thun denn er läßt sich gnädig finden; umsonst auch in dem besten Ledrum ob mich mein Sünd an- ben; vor dir sich niemand rühficht: Meinen Jesum laß ich nicht. men fann, es muß dich fürchten 3. Ob zwar schweres Kreuz und jedermann und deiner Guade leben. Leiden, so bei Christen oft ent- 3. Darum auf Gott will hoffen steht, mit mir hart darnieder geht, ich, auf mein Verdienst nicht solls mich doch von ihm nicht bauen; auf ihn mein Herz soll scheiden; er ist mir ins Herz ge- lassen sich und seiner Güte trauen, richt: Meinen Jesum laß ich nicht! die mir zusagt sein wertes Wort; 4. Ich weiß wohl, daß unser das ist mein Trost und treuer Leben nichts als nur ein Nebel Hort, des will ich allzeit harren. ist; denn wir hier zu jeder Frist mit dem Tode sind umgeben und wer weiß, was heut geschieht? Meinen Jesum laß ich nicht! 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen; doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht, noch 5. Sterb ich bald, wird meine sorgen. So thu Israel rechter Seele los der Welt Beschwerlich- Art, der aus dem Geist erzeuget keit, ruhe bis zur vollen Freud ward, und seines Gotts erharre. und weiß, daß im finstern Grabe 5. Ob bei uns ist der Sünden Jesus ist mein helles Licht. Mei- viel, bei Gott ist viel mehr Gnade; nen Jesum laß ich nicht! sein Hand zu helfen hat kein Ziel, 6. Durch ihn will ich wieder le- wie groß auch sei der Schade. Er Von der wahren Buße und Bekehrung zu Gott. 221 Er ist allein der gute Hirt, der Israel erlösen wird aus seinen Sünden allen. Welt. Auf den Erlöser bauen wir und kehren wieder um zu dir. 6. Wir haben zwar die Gunst verscherzet, die du uns angeboten hast; doch weil uns das Ver= brechen schmerzet, so nimm doch von uns diese Last; erquick uns wieder durch dein Wort, so danfen wir dir hier und dort. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu Christ. 342. Du weinest vor Jerusalem, Herr Jesu, heiße Zähren zum Zeugnis, dir ſei angenehm, wenn Sünder sich bekehren. Wenn ich vor dir mit Buß erschein und über meine Sünden wein, abwäschest du aus lauter Gnad all Ubelthat, so mich bisher gequälet hat. 2. Wenn deines Vaters Zorn entbrennt von wegen meiner Sünde, zu deinen Thränen ich mich wend, da ich Erquickung finde. Vor Gott sind sie so hoch geschäßt; wer seine Sünd hiermit beneßt, den blickt Gott an mit Gütigkeit zu jeder Zeit, und sein betrübtes Herz erfreut. 6. Ehr sei dem Vater und dem Sohn und auch dem heilgen Geiste, als es im Anfang war und nun; der uns sein Gnade leiste, damit wir gehn anf seinem Pfad, daß unfre Sünd der Seel nicht schad. Wer das begehrt, sprech: Amen! Dr. M. Luther. Mel. Wer nur den lieben Gott. 341. Der Sünden Last drückt unsre Herzen und beuget sie der Hölle zu; die Last gebieret Angst und Schmerzen, sie läßt uns weder Rast noch Ruh; wir seufzen drunter Tag und Nacht, weil wir die Schuld so groß gemacht. 2. Hier fann fein Engel uns erquicken, kein Mensch reißt uns aus solcher Not; der Himmel will kein Labsal schicken, der Satan drohet uns den Tod; es flagt uns das Gewissen an, die Hölle hat sich aufgethan. 3. Wir fliehn zu dir, du Gott der Gnaden, den unser Thun erzürnet hat; wir klagen unsern Seelenschaden, die Herzen sind vom Seufzen matt; erlaß uns unsre schwere Schuld nach deiner väterlichen Huld. 3. Hier muß ich noch im Thränenhaus aus großer Angst oft weinen, der Welt aushalten manchen Strauß, sie martert stets die Deinen. Auf allen Seiten, wo sie fann, fängt sie mit mir zu hadern an. Dies tröstet mich zu 4. Du bists alleine, der ver- aller Frist: Herr Jesu Christ, in giebet, was Missethat und Sünde Not du auch gewesen bist. heißt; du bist es, der die Men- 4. Ja, alle meine Seufzerlein schen liebet und sie aus allen und Thränen sind gezählet, und Nöten reißt; ach, reiß uns auch ob sie gleich unzählbar sein, denaus dieser Bein, du siehst, wie noch dir feine fehlet. So oft vor wir verlassen sein. dir sie regen sich, so oft sie auch 5. Wir sind dein Erbteil, deine bewegen dich, daß du dich mein Kinder durch Christi teures Lö- erbarmen mußt, wie dir bewußt, segeld, das gab er dir für alle denn du mir allzeit Hilfe thust. Sünder, er zahlte für die ganze 5. Wer jeßund säet Thränen aus, 222 Von der wahren Buße und Bekehrung zu Gott. aus, hält in Geduld Gott stille, deins Heils, Herr, zu mir richt; wird fröhlich sein in deinem der willig Geist enthalt mich dir. Haus und ernten reiche Fülle, 4. Die Gottlosn will ich deine ja solche Fülle, die kein Mann Weg, die Sünder auch dazu lehmit seiner Zung aussprechen kann ren, daß sie vom bösen falschen und die da bleibt in Ewigkeit. Steg zu dir durch dich sich bekehren. Mein Kreuz und Leid wird wer- Beschirm mich, Herr, meins Heils den lauter Fröhlichkeit. ein Gott, vor dem Urteil durchs 6. Für diese Thränen dank ich Blut bedeut. Mein Zung verdir, daß du die Freudenkrone, tünd dein rechtes Gebot; schaff, daß Herr Christ, dadurch erworben mein Mund dein Lob ausbreit. mir, bei dir im Himmelsthrone; 5. Stein leiblich Opfer von mir wenn du mich holen wirst ein- heischst, ich hätt dir das auch gemal hinauf in deinen Freuden- geben; so nimm nun den zerfaal, dann will ich recht lobsin- knirschten Geist, betrübt und traugen dir, o höchste Zier, für deine rigs Herz darneben. Verschmäh Thränen für und für. nicht, Gott, das Opfer mein; thu wohl, in deiner Gütigkeit, dem Berg Zion, da Christen sein, die opfern dir Gerechtigkeit. Joh. Heermann. In eigener Melodie. 343. Erbarm dich mein, o Herre Gott, nach deiner großn Barmherzigkeit. Wasch ab, mach rein mein Misſe- 344. Gott, der du aus M. Erh. Hegenwalt. Mel. Freu dich sehr, o meine. that, ich kenn meine Sünd und lauter Gnaden nicht ist mir leid. Allein ich dir ge- Luft am Verderben hast, fieh, fündigt hab, das ist wider mich stetiglich; das Bös vor dir mag nicht bestahn, du bleibst gerecht, ob man urteilt dich. ach sieh, ich bin beladen mit der centnerschweren Last meiner hochgehäuften Schuld, habe du mit mir Geduld; ach, laß mich in meinen Sünden, Trost, Rat, Heil und Hilfe finden. 2. Sieh, Herr, in Sündn bin ich geborn, in Sündn empfing mich mein Mutter; die Wahr- 2. Sei du meiner Seele gnäheit liebst, thust offenbarn deinr dig, wie ein frommer Vater thut; Weisheit heimliche Güter. Be- mache mich der Sünden ledig, spreng mich, Herr, mit Ysopo. durch das rosinfarbne Blut, das Rein werd ich, so du wäschest dein allerliebstes Kind, unfer mich, weißer denn Schnee; mein Heiland, für die Sünd aller Ghör wird froh, all mein Ge- Welt so unverdrossen und unbein wird freuen sich. schuldig hat vergoffen. 3. Herr, sich nicht an die Sünde 3. Mir und aller Welt zu mein, thu ab all Ungerechtigkeit frommen, ist dein eingeborner und mach in mir das Herze rein; Sohn zu uns ja auf Erden komein'n neuen Geist in mir bereit. men, hat gelitten Spott und Verwirf mich nicht von deinm Hohn. Unaussprechlich war die Angesicht; dein heilgen Geist Not, die ihn bracht in solchen wend nicht von mir; die Freud Tod; wär er nicht für uns gestorben, Von der wahren Buße und Bekehrung zu Gott. 223 storben, so wär alle Welt ver- ner Sünden deinen Zorn nicht dorben. gar entzünden. 4. Sünder, hör und nimms 4. Könnt ein Mensch den Sand zu Herzen, sei auf großen Dank gleich zählen an dem weiten bedacht: Jesu Not und Todes Mittelmeer; dennoch würd es schmerzen haben dich gesund ge- ihm wohl fehlen, daß er meiner macht. Daß er nur erwürbe Sünden Heer, daß er alle mein dich, hat er selbst verlassen sich; Gebrechen sollte wissen auszuselber hat er wollen sterben, dir sprechen. das Leben zu erwerben. 5. Wein, ach wein jetzt um die 5. Gnädig ist drum und ge- Wette meiner beiden Augen Bach! duldig Gott der Vater in dem O, daß ich gnug Zähren hätte, Sohn; bist du zehen tausend zu betrauern meine Schmach! schuldig, hier ist höhrer Löse- O, daß aus dem Thränenbronnen lohn; ein Blutströpflein dieser fäm ein starker Strom geronnen! Huld zahlet alle Sündenschuld. Glaub es nur und sei mur fröhlich, so bist du in Christo selig. 6. Ach, daß doch die strengen Fluten überschwemmten mein Gesicht, und die Augen möchten bluten, weil mir Wasser sonst gebricht! Ach, daß sie wie Meereswellen möchten in die Höhe schwellen! 6. Amen, Lob, Preis, Kraft und Stärke sei für alle Gütigfeit, für so große Gnadenwerte unserm Gott zu aller Zeit, Vater, Sohn und heilgem Geist, der in drei Personen heißt Ein Gott, daß zu ihm sich wende aller Dank und Ehr ohn Ende. 7. Aber, Christe, deine Wunden, ja ein einzig Tröpflein Blut, das kann meine Wunden heilen, löschen meiner Sünden Glut. Drum will ich, mein In eigener Melodie. 345. Herr, ich habe mißge Angst zu stillen, mich in deine handelt, ja, mich drückt der Sünden Last; ich bin nicht den Weg gewandelt, den 8. Dir will ich die Last aufbinden, wirf sie in die tiefe See; wasche du mir gezeiget hast; und jetzt mich von meinen Sünden, mache wollt ich gern aus Schrecken mich vor deinem Zorn verstecken. mich so weiß wie Schuee; laß dein'n guten Geist mich treiben, 2. Doch, wie könnt ich dir ent- einzig stets bei dir zu bleiben. fliehen? Du wirst allenthalben Joh. Franc. sein. Wollt ich über See gleich ziehen, stieg ich in die Gruft hinein, hätt ich Flügel gleich den 346. Herr Jeſu Chrift, du Mel. Wenn mein Stündlein, oder: Aus tiefer Not schrei ich. du mich finden. Brunnquell aller Gnaden, sieh 3. Drum, ich muß es nur be- doch, wie ich in meinem Mut kennen: Herr, ich habe mißge- mit Schmerzen bin beladen und than, darf mich nicht dein Kind in mir hab der Pfeile viel, die mehr nennen; ach, nimm mich zu im Gewissen ohne Ziel mich Gnaden an, laß die Menge mei- armen Sünder drücken. 2. Gr 224 Von der wahren Buße und Bekehrung zu Gott. 2. Erbarm dich mein in solcher Stunden und nimm mich dann, Last, nimm sie aus meinem wenn dirs gefällt, im wahren Herzen, dieweil du sie gebüßet Glauben aus der Welt zu deinen haft am Holz mit Todesschmer- Auserwählten; zen, auf daß ich nicht vor gro- 9. Auf daß ich in der ewgen Bem Weh in meinen Sünden Freud mit Singn und Jubilieren untergeh, noch ewiglich verzage. preis ewig deine Herrlichkeit mit 3. Fürwahr, wenn mir das kom- lautem Triumphieren. Erhör met ein, was ich mein Tag began- mein Bitt nach deinem Wort; gen, so fällt mir auf das Herz ein nimm auf dein Kind, du treuer Stein und bin mit Furcht umfan- Hort, durch Jesum Christum, gen; ja, ich weiß weder aus noch Amen. ein und müßte ja verloren sein, Barth Ringwald. In eigener Melodie. wenn ich dein Wort nicht hätte. 347. Herr, nicht schicke deine 4. dein meine macht mit seinem süßen Singen, böse Sache, ob sie wohl durch daß mir das Herze wieder lacht Übelthat deinen Zorn verdienet und fast beginnt zu springen, die- hat. Freilich muß ich es bekenweil es alle Gnad verheißt denen, nen, Ursach hast du gnug zu brenso mit zerknirschtem Geist zu dir, nen; doch du wollest jetzt allein o Jesu, kommen. Vater und nicht Richter sein. 2. Schicke lieber, o mir Armen, 5. Und weil ich denn in meinem Sinn, wie ich zuvor gekla- für den Eifer dein Erbarmen; get, auch ein betrübter Sünder heile mich, denn ich vorhin bin, den sein Gewissen naget, schwach und lasterhaftig bin. und gerne möcht im Blute dein Siehe, wie ich ab bin kommen, von Sünden abgewaschen sein, wie David und Manasse: wie mir alle Kraft benommen; mache, Herr, es ja nicht lang, Mark und Bein ist sterbenskrank. 6. Also komm ich nun auch allhier in meiner Not geschritten 3. Vor der Sorgen Bein und und thu dich mit gebeugtem Snie Schmerzen ist kein Herz in meivon ganzem Herzen bitten: Ver- nem Herzen; mein Gemüte, das gieb mir, Herr, doch gnädiglich, dich liebt, ist bis an den Tod bewas ich mein Lebtag wider dich auf Erden hab begangen. trübt. Mein Trost, kannst du noch verweilen? Hat es keine Not, zu eilen? Macht denn deine Hilfe sich schwächer, als der Kummer mich? 7. O Herr, mein Gott, vergieb mirs doch um deines Namens willen, und thu in mir das schwere Joch der Übertretung stillen, daß sich mein Herz zufrieden geb und dir hinfort zu Ehren leb, in findlichem Gehorsam. 4. Sehre wieder, wieder fehre, eh ich mich in Angst verzehre; reiche deine Hand, o Gott, meiner Seele in der Not. Zwar, du 8. Stärt mich mit deinem Freu- möchtest sie wohl hassen, weil sie dengeist, heil mich mit deinen selber dich verlassen; doch beWunden; wasch mich mit deinem trachte dies dabei, was dein Todesschweiß in meinen letzten Heil und Güte sei. 5. Men Von der wahren Buße und Bekehrung zu Gott. 225 5. Menschen, die nicht mehr im für; weichen müssen sie zurücke Leben, die den Geist schon aufge- plößlich und im Augenblicke und geben, wissen nichts von Schuld doch sehen auch dabei, daß der und Pflicht und gedenken deiner Herr mein Heiland sei. nicht; denn wer fann dir Ehr Joh. Krüger. erweisen, wer vermag dich wohl zu preisen, wenn er schon liegt ausgeIn eigener Melodie, oder: Aus tiefer Not schrei. streckt und im tiefen Grabe stedt? 348. Herr, ſtraf mich nicht in deinem 6. sagen, was der Mund nicht weiß zu bitt ich dich von Herzen; ich bin flagen; durch mein Weinen alle sonst ganz und gar verlorn, mit Nacht wird mein Lager naß ge- dir ist nicht zu scherzen; nicht macht. Meiner Augen heiße Zäh- züchtge mich in deinem Grimm, ren, die mir Ruh und Schlaf weil ich so voll Betrübnis bin verwehren, quellen als ein Was- und leide große Schmerzen. ferfluß, daß mein Lager schwimmen muß. 2. Sei gnädig mir, denn ich bin schwach, von Herzen sehr er= 7. Von der Bein, die ich em- schrocken; kein Ruh hab ich bei pfunden, ist mein Antlit fast Nacht und Tag, das Mark im geschwunden; Ungeduld macht die Bein vertrocknet; mein Seel auch Gestalt mir vor meinen Jahren sehr betrübet ist, daß du, o Herr, alt; denn ich muß von allen so lang aus bist, auf den ich Seiten mit dem losen Haufen stets thu hoffen. streiten, der mir anthut Schmach und Spott und mich ängstet auf den Tod. 8. Nun, ihr Übelthäter, ziehet! Ihr Thrannen, auf und fliehet! Geht, ihr Volt der Eitelkeit, hin, woher ihr kommen seid! Denn der Herr sieht, wenn ich weine, daß ich es mit Treue meine; meine Thränen fließen hin in sein Herz und beugen ihn. 3. Ach, wende dich, du lieber Herr, errette meine Seele; hilf mir durch deine Güt und Ehr, ich thu mich dir befehlen. Im Tod gedenkt man deiner nicht, fein Dank dir in der Höll geschieht, darin ist nichts denn Quälen. 4. Bom Seufzen ich sehr müde bin, mein Bette thu ich schwemmen; betrübt ist mir mein Herz und Sinn, nach dir thu ich mich 9. Er, der Herr, der hat mein sehnen; die ganze Nacht das LaFlehen schon in Gnaden ange- ger mein mit Thränen muß ge= sehen, mein Gemüte, das sich nebet sein; das wollst du, Herr, regt, hat ihm feines auch be- erkennen. wegt; denn so bald ich ihn ge- 5. Von Trauren abgenommen beten, ihm vor Augen bin ge- hat mein G'stalt und ist veraltet; treten, hat auch seine Güte sich ausgebreitet über mich. ich werd geängstigt früh und spat, das Herz im Leib erfaltet. Ach, 10. Vor der ganzen Welt auf Herr, erhör das Weinen mein, Erden sollen die nun schamrot mein Flehn laß nicht vergeblich werden, zittern auch vor Gott sein, im Glauben mich erhalte! und mir, die mich hassen für und 6. Ihr Übelthäter, weicht von 15 mir 226 Von der wahren Buße und Bekehrung zu Gott. mir, der Herr erhört mein Fle meiner Sünd. O treuer Vater hen; mein Feind zu Schanden schone, schone, und nimm mich werden schier, mein G'bet, zu Gott wieder an zum Kind. Erbarme geschehen, wird nicht vergeblich dich, erbarme dich, Gott, mein sein fürwahr; das ist gewiß und of- Erbarmer, über mich! fenbar, des thu ich mich versehen. Ludwig Deler. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. Sprich nur ein Wort, so werd ich leben, sag, daß der arme Sünder hör: Geh hin, die Sünd 349. Jch armer Mensch, ich ist dir vergeben, nur fündige armer Sünder, steh hinfort nicht mehr. Erbarme hier vor Gottes Angesicht. Ach dich, erbarme dich, Gott, mein Gott, ach Gott! verfahr gelinder Erbarmer, über mich! und geh nicht mit mir ins Gericht. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 8. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret, erhöret bin ich zweifels frei; weil sich der Trost im Herzen mehret, drum will ich enden mein Geschrei: Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 2. Wie ist mir doch so herzlich bange von wegen meiner großen Sünd; ach, daß ich von dir Gnad erlange, ich armes und verlornes Kind. Erbarme dich, Christ. Tieße. Mel. Durch Adams Fall, oder: Was mein Gott will. Sünder fomm zu dir mit erbarme dich, Gott, mein Er- 350. Ich armer barmer, über mich! 3. Hör und erhör mein Seuf- demütigem Herzen; o Gott, der zen, Schreien, du allerliebstes gnädig für und für, bekenne dir Vaterherz; wollst alle Sünden mit Schmerzen die Sünden all mir verzeihen und lindern meines und jeden Fall, wie ich ihn hab Herzens Schmerz. Erbarme dich, begangen von Jugend auf mit erbarme dich, Gott, mein Er- großem Hauf, darin ich auch barmer, über mich! empfangen. 4. Wie lang soll ich vergeblich 2. Die Sünden sind, die ich ge flagen! Hörst du denn nicht? than, unmöglich aufzuzählen; doch Ach, hörst du nicht? Wie kannst ich sie auch nicht bergen fann, du das Geschrei vertragen? Hör, weil sie mich immer quälen. was der arme Sünder spricht: Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Dein liebster Sohn hat mich da von durch seinen Tod entbunden; dennoch hab ich jetzt lassen mich den Satan neu verwunden. 5. Wahr ist es, übel steht der Schade, den niemand heilet nur, 3. So ist auch mein Undankals du. Ach aber Gnade, Gnade, barkeit sehr groß bis diese Stunde; Gnade! Ich laß dir doch nicht ich habe dir zu feiner Zeit ges eher Ruh. Erbarme dich, er- gedankt von Herzensgrunde für barme dich, Gott, mein Erbar- deine Treu, die täglich neu, fir mer, über mich! deine Lieb und Güte, die ich an mir gar reichlich spür und stets 6. Nicht, wie ich hab verschuldet, lohne, und handle nicht nach trag im Gemüte. 4. Vor Von der wahren Buße und Bekehrung zu Gott. 227 4. Vornehmlich hast du mit Ge- So weit hats bracht der Sünden duld viel Jahre mich verschonet und mich nicht, wie ich oft verschuldt, bald zornig abgelohnet; hast fort und fort, o höchster Hort, dich meiner angenommen; Macht; ich muß es frei bekennen; wo du siehst an, was ich gethan, so muß ich ewig brennen. 10. O Vater der Barmherzigfeit, ich falle dir zu Fuße; verhast nichts gespart nach deiner wirf nicht den, der zu dir schreit Art, bis ich zu dir gekommen. und thut rechtschaffne Buße. Dein Angesicht aus Gnaden richt auf mich, betrübten Sünder; gieb mir ein'n Blick, der mich erquic, so wird mein Angst bald minder. 5. Mit deinem Wort hast du gar oft an mein Herz angeschlagen, durch deinen Geist mich an gerührt, den Himmel angetragen; haft früh und spat durch viel 11. Gröffne mir dein freundlichs Wohlthat zur Buße mich bewo- Herz, die Residenz der Liebe; gen, auch mit Trübsal, Angst, vergieb die Sünd, heil meinen Not und Qual zu dir hinauf Schmerz, hilf, daß ich mich stets gezogen. übe in dem, was dir gefällt an Joh. Heermann. 6. Dennoch, was ich nicht leug- mir und alles Böse meide, bis nen kann, wenn du gleich ange- ich hinfahr zur Engelschar, da klopfet, hab ich dir niemals auf- nichts denn lauter Freude. gethan, die Ohren zugestopfet, mit Unbedacht dies ganz veracht, den Rücken dir gefehret; doch haſt du mich ſo gnädiglich geduldt Mel. Aus ticfer Not schrei ich. 351. Ich komm, o höchster und nicht verzehret. 7. Du fönntest oft mit gutem Recht das Leben mir verkürzen und mich als einen bösen Knecht hinab zur Hölle stürzen, der ich ohn Scheu, ohn Leid und Neu, in Sünden mich verweilet; den noch gibst du mir Raum und Ruh, hast mich nicht übereilet. 8. Wenn mein Herz dies bei Gott, zu dir und lieg auf meinen Knien; ach, willst du denn so gar von mir, du lieber Bater, fliehen? Ach nicht, ach nicht! hilf, Helfer, doch, weil du, mein Gott, fannst helfen noch und reiß mich aus den Nöten. 2. Gedenke nicht, wie schwer ich mich an dir, mein Gott, verbrohen, wie oftmals ich erzürnet dich, wie manchen Tag und sich bedenkt, in Stück'n es fast Wochen, ja manches Jahr hab zerspringet; die große Sicherheit zugebracht, daß ich die Schuld mich fränkt und Mark und nicht recht bedacht, die dich zum Bein durchdringet. Kein Höllen Zorn gereizet. pein so groß mag sein, ich habe sie verschuldet; ich bin nicht wert, daß mich die Erd trägt, nährt und auf sich duldet. 9. Unwert bin ich, daß man mich nennt ein Werk von dir geschaffen; wert bin ich, daß all Ele ment zur Strafe mich hinraffen. 3. Ach, richte mich, gerechter Gott, nicht so, wie ichs verdienet; hab ich gebrochen dein Gebot, so hats dein Sohn verfühnet; ich glaube fest und traue dir, du wirst um seinetwillen mir. von Sünden helfen. Amen. M. B. Sattler, 352. 15* 228 Von der wahren Buße Mel. Aus tiefer Not schrei ich. 352. Ich will von meiner Missethat zum Herund Bekehrung zu Gott. 7 Die Thorheit meiner jungen Jahr und alle schnöden Sachen verflagen mich zu offenbar. Was ren mich bekehren; du wollest soll ich Armer machen? Sie stelselbst mir Hilf und Rat hierzu, len, Herr, mir vors Gesicht dein o Gott, bescheren und deines unerträglich Zorngericht, der Hölle guten Geistes Kraft, der neue offnen Rachen. Herzen in uns schafft, aus Gnaden mir gewähren. 8. Ach, meine Greuel allzumal schäm ich mich zu bekennen; ihr'r 2. Natürlich kann ein Mensch ist auch weder Maß noch Zahl, doch nicht sein Elend selbst em- ich weiß sie nicht zu nennen, und pfinden; er ist ohn deines Geistes ist ihr'r feiner noch so klein, um Licht blind, taub und tot in welches willen nicht allein ich Sünden; verkehrt ist Will, Ver- ewig müßte brennen. stand und Thun; des großen Jammers wollst du nun, o Bater, mich entbinden. 9. Bisher hab ich in Sicherheit fein unbesorgt geschlafen, gesagt, es sei noch lange Zeit, Gott 3. Herr, flopf in Gnaden bei pflegt nicht bald zu strafen; er mir an und führ mir wohl zu fähret nicht mit unsrer Schuld Sinnen, was Böses ich vor dir so strenge fort, es hat Geduld gethan; du kannst mein Herz ge- der Hirt mit seinen Schafen. winnen, daß ich aus Kummer und Beschwer laß über meine Wangen her viel heiße Thränen rinnen. 10. Jegt aber alls zugleich erwacht, mein Herz will mir zerspringen; ich sehe deines Donners Macht und Feuer auf mich dringen; du regest wider mich zugleich des Todes und der Hölle Reich, die wollen mich verschlingen. 4. Wie hast du doch auf mich gewandt den Reichtum deiner Gnaden! Mein Leben dank ich deiner Hand; du hast mich über laden mit manchem Gut, nebst Kleid und Brot; du machst, daß mir noch keine Not bisher hat fönnen schaden. 11. Wo bleib ich denn in solcher Not? Nichts helfen Thor und Riegel. Wo flieg ich hin? D Morgenrot, erteil mir deine Flügel! Verbirg mich, o du fernes Meer! Bedecket mich, fallt auf mich her, ihr Klippen, Berg und Hügel! 12. Ach, alls umsonst! und wenn ich gar könnt in den Himmel steigen und wieder in die Höll allda, mich zu verfriechen, eilen: dein Auge drängt durch alles sich, du Ach nein! ein anders saget mir wirst da meine Schand und mich mein Herz und mein Gewissen. Darin ist leider nichts gesund, an allen Orten ist es wund, vom Sündenwurm gebissen. der lichten Sonne zeigen. 13. Herr Jesu Christ, ich flieh allein zu deinen tiefen Wunden; laß mich da eingeschlossen sein und 5. Du hast in Christo mich erwählt, tief aus den Höllenfluten; es hat mir sonst auch nicht gefehlt an irgend einem Guten; zuweilen bin ich auch dabei, daß ich nicht sicher lebt und frei, gestäupt mit Baterruten. 6. Hab ich denn nun auch gegen dich Gehorsams mich beslissen? Von der wahren Buße und Bekehrung zu Gott. 229 und bleiben alle Stunden. Dir| mir. Das zwar, was wir Wolist ja, o du Gotteslamm, der len nennen, halt ich meiner Seele Menschen Sünd am Kreuzesstamm für, aber Fleisch und Blut zu zu tragen aufgebunden. zwingen und das Gute zu voll14. Dies stelle deinem Vater bringen, folget gar nicht, wie es für, daß er sein Herze lenke und soll; was ich nicht will, thu ich gnädig wiederkehr zu mir, nicht wohl. meiner Schuld gedenke, auf daß er meine Sündenlast, die du auf dich genommen hast, ins tiefste Meer versenke. 15. Hierauf will ich nun jeder5. Aber, Herr, ich kann nicht wissen, wie viel meiner Fehler sein; mein Gemüt ist ganz zerriffen durch der Sünden Schmerz und Bein, und mein Herz ist matt zeit mit Ernst und Sorgfalt mei- von Sorgen; ach, vergieb mir, den der schnöden Lüste Eitelkeit und lieber alles leiden, denn daß ich Sünd aus Vorsaß thu; ach, Serr, gieb du stets Straft dazu, bis ich von hier muß scheiden. was verborgen; rechne nicht die Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. 6. Jesu, du hast weggenommen meine Schulden durch dein Blut; laß es, o Erlöser, kommen meiner Seligkeit zu gut; und dieweil du, sehr zerschlagen, hast die Sünd am Kreuz getragen, ei, so sprich mich endlich frei, daß ich ganz dein eigen sei. 7. Weil mich auch der Hölle Schrecken und des Satans Grimmigkeit vielmals pflegen aufzuwecken und zu führen in den Streit, daß ich schier muß unter= liegen, ach, so hilf, Herr Jesu, siegen; o du meine Zuversicht, laß mich ja verzagen nicht! 2. Treulich hast du ja gesuchet die verlornen Schäfelein, als sie liefen ganz verfluchet in der Hölle Pfuhl hinein; ja, du Satansüber- 8. Deine rotgefärbten Wunden, winder hast die hochbetrübten deine Nägel, Kron und Grab, Sünder so gerufen zu der Buß, deine Glieder, fest gebunden, wendaß ich billig kommen muß. den alle Plagen ab. Deine 3. Ach, ich bin ein Kind der Pein und blutges Schwißen, deine Sünden; ach, ich irre weit und Striemen, Schläg und Rizen, breit; es ist nichts an mir zu fin- deine Marter, Angst und Stich, den, als nur Ungerechtigkeit; all o Herr Jesu, trösten mich. mein Dichten, all mein Trachten heißet unsern Gott verachten; böslich leb ich ganz und gar und sehr gottlos immerdar. 9. Wenn ich vor Gericht soll treten, da man nicht entfliehen kann, ach, so wollest du mich retten und dich meiner nehmen an. Du allein, Herr, kannst es weh4. Herr, ich muß es ja bekennen, daß nichts Gutes wohnt in ren, daß ich nicht den Fluch darf hören In eigener Melodie, oder: Alle Menschen müssen sterben. 353. Jesu, der du meine Seele hast durch deinen bittern Tod aus des Teufels finstrer Höhle, samt der schweren Sündennot kräftiglich herausgeriffen und mich solches lassen wissen durch dein angenehmes Wort: sei doch jest, o Gott, mein Hort. 230 Von der wahren Buße und Bekehrung zu Gott. und nicht thun nach Baterrecht, was sich will gebühren. hören: Ihr zu meiner linken Hand schlecht, bloßen Namen führen, seid von mir noch nie erkannt! 10. Du ergründest meine Schmerzen, du erkennest meine Pein; es 4. Nun, so nimm dich meiner ist nichts in meinem Herzen, als an, wie die Väter pflegen; meine dein herber Tod allein; dies, mein Buß und Thränenbahn laß dich Herz mit Leid vermenget, das doch bewegen. Meine Sünden dein teures Blut besprenget, so bringen Schmerz, die ich hab beam Kreuz vergossen ist, geb ich dir, Herr Jesu Christ. gangen; ach, du liebstes Vaterherz, laß mich Gnad erlangen! 11. Nun, ich weiß, du wirst mir stillen mein Gewissen, das mich plagt; es wird deine Treu erfüllen, was du selber hast gesagt, daß auf dieser weiten Erde keiner soll verloren werden, sondern ewig leben wohl, wenn er nur ist glaubensvoll. 5. Hast du doch in deinem Wort Gnade mir versprochen; laß mich an der Gnadenpfort nicht vergeblich pochen. Laß der matten Seufzer Stärk durch die Wolken dringen und von deinem Himmelsberg mir die Gnade bringen. 6. Ich laß doch nicht eher ab, bis du mir gewähret Gnade, die 12. Herr, ich glaube, hilf mir Schwachen, laß mich ja verzagen ich von dir hab inniglich begehnicht! Du, du kannst mich stärker ret; segne mich, ich lasse dich machen, wenn mich Sünd und eher nicht, ich hange wie die Tod ansicht; deiner Güte will Klett am Kleid, bis ich Gnad ich trauen, bis ich fröhlich werde von dir erlange. schauen dich, Herr Jesu, nach dem Streit in der süßen Ewigkeit. Joh. Rist. Mel. Christus, der uns selig. 7. Du bist Gott, du heißest gut, weil du Gutthat übest und, gleichwie ein Vater thut, deine Kinder liebest; diese Gutthat laß mich auch, Baterherz, genießen; laß auf mich nach deinem Brauch deine Gnade fließen. 354. Liebster Bater, ich bein Stind, komm zu dir geeilet, weil ich sonst ja niemand find, der mich Armen heilet. 8. Ach, sei gnädig; ach, vergieb, Meine Wunden sind sehr groß, was ich mißgehandelt, weil ich groß sind meine Sünden; mach nach der Sünden Trieb oftmals mich von denselben los, laß mich bin gewandelt. Meine Sünden Gnade finden. ich versenk, Herr, in deine Wun2. Hast du einen Vatersinn und den; ach, derselben nicht gedenk, auch Vatersitten; ei, so tret ich laß sie sein verschwunden. freudig hin und will findlich bit- 9. Slagt mich mein Gewissen an ten; denn den Kindern steht es frei, und will mich verdammen; will Väter anzuflehen. Vater, deine der schwarze Höllenmann dich zur Vatertreu laß mich Armen sehen. Nach anflammen: ei, so denke in 3. Liebster Vater, willst du dich Geduld, daß ich Staub und Vater lassen nennen, ei, so mußt Asche, und daß mich von meiner du lassen mich Vatersinn erfen- Schuld Christi Blut gewaschen. nen; denn das wäre viel zu Christ. Tieße. 355, Von der wahren Buße und Bekehrung zu Gott. 231 Mel. Ach, was soll ich Sünder. 355. Liebster Gott, ich muß bekennen, daß ich nicht; ich gebs, so gut ichs geben kann, kehr zu mir dein Gesicht. 4. 3war ist es voller Sündenbin in deiner Schuld; ach Herr, wust und voller Eitelkeit, des hab mit mir Geduld; ich darf Guten aber unbewußt, der wahmich faum laffen nennen deinen ren Frömmigkeit. Kuecht; die Schuld ist groß; Herr, mach mich aus Gnaden los! 5. Doch aber steht es nun in Reu, erkennt sein'n Übelstand, und träget jego vor dem Scheu, darans zuvor Lust fand. 2. Laß dich meine Not erbarmen; sieh doch, wie Herz, Hand und Mund mehret die zehntau- 6. Hier fällt und liegt es dir zu send Pfund; hilf aus Gnaden; Fuß und schreit: Nun schlage hilf mir Armen; schone; nimm zu! Zerknirsch, o Vater, daß ich den Bürgen an, der für mich hat Buß rechtschaffen vor dir thu. gnug gethan. 7. Zermalm mir meine Härtig= 3. Hilf, daß ich auch mag ver- feit, mach mürbe meinen Sinn, geben, wie du mir vergeben hast daß ich in Seufzer, Reu und Leid meine schwere Sündenlast, allen, und Thränen ganz zerrinn. die in diesem Leben mich mit ihrer Zung und That sehr beleidigt früh und spat. 8. So dann nimm mich, mein Jesu Christ, tauch mich tief in dein Blut; ich glaub, daß du gefreuzigt bist, der Welt und mir zu gut. 9. Stärk mein sonst schwache Glaubenshand, zu fassen auf dein Blut, als der Vergebung Unterpfand, das alles machet gut. 10. Schenk mir nach deiner Je= sushuld Gerechtigkeit und Heil, und nimm auf dich mein Sünd und Schuld und meiner Strafe Teil. 11. In dich wollst du mich kleiden ein, dein Unschuld ziehen an, daß ich, von allen Sünden rein, vor Gott bestehen kann. 4. Laß dein Wort mein Herz erschrecken, da du drohest Höllenpein, wo wir unversöhnlich sein; laß dein Wort in mir erwecken Güte und Barmherzigkeit, Liebe, Fried und Einigkeit. 5. So will ich dich ewig preisen, daß du mir aus Sünden not hilfft durch deines Sohnes Tod; ich will Lob und Dank erweisen dir für deine Gütigkeit hier und dort in Ewigkeit. D. Joh. Olearius. 12. Gott heilger Geist, nimm du auch mich in die Gemeinschaft ein; ergieß um Jesu willen dich tief in mein Herz hinein. 2. Gieb mir, mein Sohn, dein Herz, sprichst du, das ist mir lieb und wert; du findest anders auch 13. Dein göttlich Licht schütt in mich aus, und Brunst der reinen Lieb; lösch Finsternis, Haß, Falschheit aus schenk mir stets deinen Trieb. nicht Ruh im Himmel und auf Erd. 14. Hilf, daß ich sei von Her3. Nun du, mein Vater, nimm zen tren im Glauben meinem Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 356. Mein Gott, das Herz ich bringe dir zur Gab und zum Geschenk; du forderst dieses ja von mir, des bin ich eingedenk. es an, mein Herz, veracht es Gott, daß mich im guten nicht ntact 232 Von der wahren Buße und Bekehrung zu Gott. mach scheu der Welt List, Macht gebrochen dein Gebot und sehr und Spott. gefündigt wider dich; das ist mir leid und reuet mich. 15. Hilf, daß ich sei von Herzen fest in Hoffen und Geduld, daß, wenn du mich nur nicht verläßt, mich tröste deine Huld. 16. Hilf, daß ich sei von Herzen rein im Lieben, und erweis, daß mein Thun nicht sei Augenschein, durchs Werk zu deinem Preis. 17. Hilf, daß ich sei von Her zen schlicht, aufrichtig ohn Betrug, daß meine Wort und Werke recht und niemand schelt ohn Fug. 18. Hilf, daß ich sei von Herzen klein, Demut und Sanftmut halt, daß ich von aller Weltlieb rein, vom Fall aufstehe bald. 19. Hilf, daß ich sei von Herzen fromm, ohn alle Heuchelei, damit mein ganzes Christentum dir wohlgefällig ſei. 20. Nimm gar, o Gott, zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit; ja, laß es deine Wohnung sein in jener Ewigkeit. 2. Weil aber du, o gnädger Gott, nicht hast Gefalln an meinem Tod und ist dein herzliches Begehrn, daß ich mich soll zu dir befehrn: 21. Dir geb ichs ganz zu eigen hin, brauchs, wozu dirs gefällt; 3. Auf dies Wort, lieber Vater, fromm, ich armer Sünder zu dir fomm und bitt dich durch den bittern Tod und heilige fünf Wunden rot 5. Verschon, o Herr! Laß deine Huld zudecken alle meine Schuld, so werd ich arm, verlornes Kind ledig und los all meiner Sünd. 6. Ich will, o Herr, nach deinem Wort mich bessern, leben fromm hinsort, damit ich mög nach dieser Zeit gelangen zu der Celigkeit. Barth. Ringwald. Mel. Aus tiefer Not schrei ich. ich weiß, daß ich der Deine bin, 358. Bater der Barmherz der der zigkeit, ich falle dir 22. Drum soll sie nun und nim- zu Fuße; verstoß den nicht, der mermehr dies richten aus bei zu dir schreit, und thut noch erdmir; sie lock und droh auch noch lich Buße. Was ich begangen so sehr, daß ich soll dienen ihr. wider dich, vergieb mir alles gnä23. In Ewigkeit geschieht das nicht, du falsche Teufelsbraut! Gar wenig mich, Gott lob, anficht, dein glänzend Schlangenhaut. diglich durch deine große Güte. 24. Weg Welt, weg Sünd! Dir geb ich nicht mein Herz; nur Jesu, dir ist dies Geschenke zugericht; behalt es für und für! 2. Durch deiner Allmacht Wunderthat nimm von mir, was mich quälet; durch deine Weisheit schaffe Rat, woran es mir sonst fehlet; gieb Willen, Mittel, Kraft und Stärk, daß ich mit dir all meine Werf anfange und vollende. 3. Jesu Christe, der du haft am Kreuze für mich Armen geJoh. Casp. Schade. Mel. Nun laßt uns den Leib. 357. frommer und getragen aller Sünden Laſst, wollst treuer Gott, ich hab meiner dich erbarmen. O wahrer 4. Deins lieben Sohnes Jesu Christ, der mir zu gut Mensch worden ist: Laß deine Gnad und Gütigkeit mehr gelten, denn Gerechtigkeit! Von der wahren Buße und Bekehrung zu Gott. 233 rer Gott, o Davids Sohn! Erbarm dich mein und mein verschon; hör an mein kläglich Rufen! 4. Ach, sich mein Gebeine an, wie sie all erstarren; meine Seele gar nicht kann deiner Hilfe harren; ich verschmacht; Tag und Nacht muß mein Lager fließen von den Thränengüssen. 4. Laß deiner Wunden teures Blut, dein Leiden, Bein und Sterben mir kommen kräftiglich zu gut; ach laß mich nicht verderben! Bitt du den Bater, daß er mir im Zorn nicht lohne nach Gebühr, wie ich es hab verschuldet. 5. heilger Geist, du wahres Licht, regiere die Gedanken; wenn der Schwermutshöhle? mich die Sündenlust ansicht, laß 6. Weicht, ihr Feinde, weicht 5. Ach, ich bin so müd und matt von den schweren Plagen; mein Herz ist der Seufzer satt, die nach Hilfe fragen. Wie so lang machst du bang meiner armen Seele in mich von dir nicht wanken. Verleihe, daß ja nimmermehr Begierd nach Wollust, Geld und Ehr in meinem Herzen herrsche. von mir, Gott erhört mein Beten! Nunmehr darf ich mit Begier vor sein Antlig treten. Teufel weich, Hölle fleuch! Was mich sonst gefränket, hat mir Gott geschenket. 6. Und wenn mein Stündlein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Trug und List durch Christi Sieg mag dämpfen, auf daß die Krankheit, Angst und Not und selbst der letzte Feind, der Tod, mir sei die Thür zum Leben. D. Denice. 7. Bater, dir sei ewig Preis hier und auch dort oben, wie auch Christo gleicher Weis, der allzeit zu loben. Heilger Geist, sei gepreist, hoch gerühmt, geehret, daß du mich erhöret! In eigener Melodie. Joh. Georg Albinus. Mel. Zion flagt mit Angst und, oder: Freu dich sehr, o meine Seele. 360. Süßer Trost der mat359. Straf mich nicht in deinem Born, großer Gott, verschone! Ach, laß mich ten Herzen, liebster nicht sein verlorn, nach Verdienst Jesu, meine Lust, dem ja meiner nicht lohne! Hat die Sünd dich Seele Schmerzen besser, als mir entzündt, lösch ab in dem Lamme selbst, bewußt: ich, ich liege hier deines Grimmes Flamme. vor dir, trage dir mein Elend 2. Herr, wer denkt im Tode für und die Last der schweren dein? Wer dankt in der Höllen? Sünden, die bei mir sich leider Nette mich aus jener Bein der verdammten Seelen, daß ich dir für und für dort an jenem Tage, höchster Gott, Lob sage. finden. 2. Von Natur ist mein Geblüte durch die Erbsünd angesteckt; Leib und Geist, Herz und Gemüte iſt 3. Zeig mir deine Vaterhuld, mit Sündenschuld befleckt; fast sag mir: Du sollst leben! Ach, bin ich verschmachtet schon. Ich Herr, hab mit mir Geduld, mein vergleich mich jenem Sohn, der Gebeine beben; heil die Seel mit den Guten abgeschworen und sein dem Öl deiner großen Gnaden; Kindesrecht verloren. wend ab allen Schaden. 3. Ach, mein Erbteil ist ver= schwendet, 234 Von der wahren Buße und Bekehrung zu Gott. schwendet; ach, mich hat mein| Wegen geh. Laß mein ganzes Fleisch und Blut, Satan und die Thun und Leben deinem Dienste Welt verblendet! Ach, mir ist sein ergeben, das höchste Gut ewig aus der 9. Bis ich nach Verlauf der Hand gebracht! Ja, ich hab es so Jahre, die du mir hast zugedacht, gemacht, daß mir Gott ohn alles selig aus dem Eiteln fahre und Schonen könnte mit der Hölle du mich dahin gebracht, da ich dich, lohnen. mein Heil, mein Licht, sehen werd von Angesicht; o, da will ich deinen Namen ewig, ewig preisen, Amen! 4. Aber ach, ich falle nieder, o du Bater aller Huld; ach, erbarm dich meiner wieder, hab mit dei nem Kind Geduld! Zieh mich doch nicht ins Gericht, denn daselbst beſteh ich nicht; ja, da kann auf 361. Vater, ach laß Troſt ers ich nicht ein du Wörtlein sagen. dein Kind denn nicht bitterlich mit 5. Sich, Herr, an die tiefen Betro weinen, wie es mit MaWunden, die dein liebster Sohn nasse spricht, wie es schlägt an empfing, als er, an das Kreuz seine Brust, wie die eitle Sündengebunden, zwischen Erd und Him- lust wird aus Neue so verfluchet, mel hing. Schaue doch auf sei- wie es weinend Gnade suchet? nen Tod, seine Schmerzen, seine Not, seine Marter, Schmach und Blagen, die er mir zu gut getragen! 2. Hast du, Vater, nicht geliebet, mich vor aller Ewigkeit? So mich nun die Schuld betrübet, tröst ich mich der Gnadenzeit. Jesu Kreuz und Dornenfron bring ich her vor deinen Thron; hat dein Sohn nicht das gelitten und fann fräftig für mich bitten? 3. 3war, du bist gerecht; ich schäme mich der Ungerechtigkeit; so ich Feigenblätter nehme, meiner Werke nichtig Kleid, deckt es doch die Blöße nicht. So du, Vater, vor Gericht Recht für Gnade läſfeſt gehen: wer ist rein, wer fann bestehen? 6. Laß doch dieses bittre Leiden meiner Sünden Lösgeld sein; Jesu, Brunnquell aller Freuden, tröste, stärfe mein Gebein, welches sehr erschrocken ist. Herr, der du betrübet bist und dich in den Tod gegeben: Rette, rette mir mein Leben! F. v. Derschau. Mel. Zion flagt mit Angst, oder: Freu dich sehr, o meine Seele. 7. Nimm mich, herzbetrübten Sünder, trautster Jesu, wieder an; o du großer Überwinder, der alleine helfen kann, reich mir deine Gnadenhand und zerreiß das 4. Gleichwohl sagst du zu das Sündenband; wirf, mein Jesu, Leben und willst nicht der Sünmeine Sünde in die tiefen Meeresgründe. der Tod; du willst schenken und vergeben, wo verlassen dein Ge8. Wirk, mein Heiland, wahre bot; wo aus bös verderbter Art Buße und ein neues Herz in mir. auf der breiten Höllenfahrt ich mich Ach, ich falle dir zu Fuße, gieb habe lassen finden in recht wisdoch, daß ich für und für allen fentlichen Sünden. Sünden widersteh und auf deinen 5. Suche mich, dein Schäflein, wieder, Von der wahren Buße und Bekehrung zu Gott. 235 seinen Tod und Blutvergießen laß mich Armen auch genießen. wieder, du mein Gott und treuer Hirt, welches irret auf und nieder, Wölfen sonst zum Raube wird. Schließ in Jesu Wunden ein das verschmachte Täubelein, daß es Satan nicht erwische in dem wüsten Weltgebüsche. 5. 3war ich sollte längst sein kommen, da es noch war rechte Zeit, doch ist dadurch nichts benommen deiner großen Gütigkeit: Steine Buße ist zu spät, wenn sie nur von Herzen geht; darum wird dir auch mein Flehen sicher noch zu Herzen gehen. 6. Herr, ich habe lang verzogen, bin nach Noä Raben Art sicher hin und her geflogen, habe Buße lang gespart; jest thu ich zu dir den Tritt, bringe Neu und Glauben mit. Herr, ich komme hoch beladen, nimm dein armes Kind zu Gnaden! 6. Großer Gott von Lieb und Treue, laß durch Jesu Wunden doch meine späte Buß und Neue vor dir etwas gelten noch. Denfe doch nicht weiter dran, was ich habe mißgethan; laß mein arges Sündenleben mir aus Gnaden M. B. Prätorius. Mel. Zion flagt mit Angst, oder: Freu dich sehr, o meine Seele. sein vergeben. 362. Vater, laß mich Gnade finden, gieb mir wie- 7. Wirst du nun mir armen der Trost in Sinn, der ich wegen Sünder, o mein Gott, barmhermeiner Sünden so betrübt und zig sein und mich in die Zahl der traurig bin. Siehe, mein Gott, Kinder wieder gnädig nehmen ein, wie ich hier jest vor deiner Gna- so will ich von Herzen dich dafür denthür mit dem Zöllner schamrot preisen ewiglich. Drum in Jesu stehe und dich um Vergebung flehe. Christi Namen wollst du mich 2. Du bist heilig, ich hingegen erhören! Amen. voller Ungerechtigkeit, muß mich blos aufs Bitten legen und auf mel. Aus ticfer Not schrei ich zu. deine Gütigkeit seben meine 3u- 363. Weh mir, daß ich so versicht, denn so du, Herr, dein Ch. Gensch v. Breitenau. oft und viel, als Gericht ließest ohne Gnad erge- wär ich gar verblendet, gefündigt hen, würd es übel um mich stehen. ohne Maß und Ziel, von Gott 3. Aber Herr, nach deiner Lehre mich abgewendet; der mir doch willst du feines Sünders Tod, nichts als lauter Gnad und Wohlsondern daß er sich befehre und that stets erwiesen hat in meinem frei werde seiner Not. Dieser ganzen Leben. Trost erquicket mich, als der ich auch ängstiglich Reu und Leid bei mir empfinde über meine schwere Sünde. 4. Denke, daß dein Sohn auf Erden drum vergossen hat sein Blut, auf daß könne selig werden, wer im Glauben Buße thut. Ach, sein Kreuz und Dornenkron 2. Weh mir, daß ich vor meinem Gott mein Herz so fest ver= schlossen, da er mir doch ein Schuß in Not zu sein war unverdrossen; viel Greuel hab ich drein gebracht, des Herren Gutthat nicht bedacht, mutwillig sie vergessen. 3. Mich überzeuget Herz und bring ich hier vor deinen Thron; Sinn, ich muß es frei bekennen, daß 236 Von der wahren Buße und Bekehrung zu Gott. daß ich der größte Sünder bin, als das Lebensbrot, ohn Scheu darf mich nicht anders nennen. hintan gefest und unbedacht mit Doch wenn ich dich, o Gott, Träbern sich gefüllet. Das schau an, mit nichten ich verzwei- 10. Ich habe dir oft widerfeln kann; du kannst und willst strebt, gefolget meinem Willen mir helfen. und den Begierden nachgelebt, 4. Groß ist zwar meine Misse- daß ich sie möcht erfüllen. that, die mich bisher besessen; höchste Gut hab ich veracht, an doch ist weit größer deine Gnad, das, was zeitlich ist, gedacht, es fann sie niemand messen. So mein Herz daran gehänget. groß, o großer Gott, du bist, so groß ist auch zu aller Frist bei dir die Gnad und Güte. 11. Doch wollest du aus lauter Gnad, o Herr, nicht mehr gedenken, was ich geübt für Fre5. Die hast du keinem je ver- velthat, ins Meer wollst du sie sagt, seit diese Welt gestanden; senten. Die Sünd erlaß, die wer dir vertraut und nicht ver- Straf abführ, ein neues Leben zagt, wird nimmermehr zu Schan- schaff in mir um deines Sohnes den. Ich bitt, ich fleh, ich schrei, willen. ich ruf! Auf deine Hilfich wart und Joh. Heermann. Mel. Auf meinen lieben Gott. hoff. Ach, laß mich Gnade finden! 364. Wo soll ich fliehen 6. Ich denk jetzt an das Gnahin, weil bedenwort, aus deinem Mund er schweret bin mit vielen großen schollen, indem du mich, o Le- Sünden? Wo soll ich Rettung benshort, so hast anreden wollen: Du hast, o Mensch, zwar Pflicht und Treu hintan geseßt und ohne Scheu mit andern zu gehalten, finden? Wenn alle Welt herkäme, mein Angst sie nicht wegnähme. 2. O Jesu, voller Gnad, auf dein Gebot und Rat kommt mein betrübt Gemüte zu deiner großen Güte; laß du auf mein Gewissen ein Gnadentröpflein fließen. 7. Doch komm, bereu, was du gethan, laß fremde Buhler fahren; ich will dich wieder nehmen an, die Seele dir bewahren. Bei diesem Wort ergreif ich dich und komme glaubend festiglich, du werdest mich annehmen. 3. Jch, dein betrübtes Kind, werf alle meine Sünd, so viel ihr'r in mir stecken und mich so heftig schrecken, in deine tiefe Wunden, da ich stets Heil gefunden. 8. Denn eben diese meine Seel ist andern nachgeeilet und hat 4. Durch dein unschuldig Blut, sich, o Immanuel, in Sünden die schöne rote Flut, wasch ab lang verweilet; ich habe fremde all meine Sünde, mit Trost mein Lust gesucht, die doch dein Wort Herz verbinde, und ihr'r nicht so hoch verflucht, die wie ein mehr gedenke, ins Meer sie tief Rauch verschwindet. versenfe. 9. Ich bin das ungeratne Kind, 5. Du bist es, der mich tröst, das sich von dir gewendet und weil du mich haft erlöst. Was mit dem frechen Weltgesind sein ich gesündigt habe, hast du verErbteil hat verschwendet, dich, scharrt im Grabe; da hast du es ber Vom wahren seligmachenden Glauben an Jesum. 237 verschlossen; da wirds auch blei- 9. Dein Blut, der edle Saft, ben müssen. hat solche Stärf und Kraft, daß 6. Ist meine Bosheit groß, auch ein Tröpflein kleine die werd ich doch ihrer los, wenn ganze Welt fann reine, ja gar ich dein Kreuz umfasse und mich aus Teufels Rachen frei, los darauf verlasse. Wer sich zu dir und ledig machen. nur findet, all Angst ihm bald verschwindet. 7. Mir mangelt zwar sehr viel; doch was ich haben will, ist alles mir zu gute erlangt mit deinem Blute, damit ich überwinde Tod, Teufel, Höll und Sünde. 10. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich; jetzt fann ich nicht verderben, dein Reich muß ich ererben; denn du hast mirs erworben, da du für mich gestorben. 11. Führ auch mein Herz und Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mög alles meiden, was mich und dich kann scheiden, und 8. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär, darf ich doch nicht verzagen, mit dir fann ich sie schlagen; dein Blut darf ich an deinem Leibe ein Gliedich nur zeigen, so muß ihr Troß maß ewig bleibe. bald schweigen. Joh. Heermann. 9.( 2.) Vom wahren seligmachenden Glauben an Jesum. In eigener Melodie. Bigkeit mög inniglich anschauen; 365. Allein zu dir, Herr vor allen Dingen lieben dich, und Jesu Christ, mein meinen Nächsten gleich als mich. Hoffnung steht auf Erden. Ich Am lezten End dein Hilf mir weiß, daß du mein Tröster bist, send, damit behend des Teufels fein Trost mag mir sonst wer- List sich von mir wend. den. Von Anbeginn ist nichts 4. Ehr sei Gott in dem höchs ei forn, auf Erden war fein sten Thron, dem Vater aller Mensch geborn, der mir aus Nö- Güte, und Jesu Christ, seinm icn helfen kann; ich ruf dich an, liebsten Sohn, der uns allzeit 311 dem ich mein Vertrauen hab. behütte, und Gott dem heilgen 2. Mein Sünd sind schwer und Geiste, der uns sein Hilf allzeit übergroß und reuen mich von Her- leiste, damit wir ihm gefällig zen; derselben mach mich quitt und sein, hier in der Zeit und fols los durch deinen Tod und Schmer- gends in der Ewigkeit. zen, und zeig mich deinem Vater an, daß du hast gnug für mich geD. J. Schnesing. Mel. Aus tiefer Not schrei ich. than, so werd ich quitt der Sün- 366. er falschen Christen denlast. Herr, halt mir fest, wes Schar gedenkt: Sollt du dich mir versprochen hast. ich vor Sünd erbeben? Ist Chri3. Gieb mir nach deinr Barm- stus doch ans Kreuz gehenft; herzigkeit den wahren Christen- was brauch ich christlich leben? glauben, auf daß ich deine Sü- Er hat für mich ja gnug gethan; ich 238 Vom wahren seligmachenden Glauben an Jesum. ich thue, was ich will und kann, es ist gefährlich, in der Not erst Gott muß es mir vergeben. 2. Die Welt ist solcher Christen wollen lernen beten. Nimm dir anstatt der Sicherheit vielmehr voll, die stets beharrn in Sünden, Gebet und Wachsamkeit, solch da zwar der Glaube gelten soll, Unkraut auszujäten. doch Frucht nicht ist zu finden. Warum? Er ist nur in dem Mund; allein des Herzens rechter Grund läßt seine Kraft verschwinden. 3. Es steht nicht, wie man fälschlich meint, der Glaub in unsern Händen, daß man sich weigert und verneint, zu gürten seine Lenden, Gott anzuflehen in der Zeit, daß er uns aus Barmherzigkeit den Glauben wolle senden. E. Finx. Mel. Nun freut cuch, lieben Christ. 367. Der Glaub ist eine Zu versicht zu Gottes 4.'s ist nicht genug, daß jemand Gnad und Güte; der bloße Beisich ein Sündenkind erfennet und fall thut es nicht, es muß Herz bleibet gleichwohl freventlich von und Gemüte durchaus zu Gott Sünden ungetrennet; denn, ob gerichtet sein und gründen sich es wohl ein wahres Wort, daß auf ihn allein, ohn Wanken und Christus ist der Sünder Hort, ohn Zweifel. und ihren Arzt sich nennet: 2. Wer sein Herz also stärkt und steift im völligen Vertrauen und Jesum Christum recht ergreift, auf sein Verdienst zu bauen, der hat des Glaubens rechte Art 5. So meint er solche Sünder doch, die in der Zeit der Gnaden mit Thränen ihrer Sünden Joch ihm auf die Schultern laden. Es 9. Ach, Jesu, lehr uns deine Huld und Gnade recht erkennen; erlaß uns unsrer Trägheit Schuld, laß unsre Lampen brennen; dein Öl erhalt uns ihren Schein, daß, wenn du kommst und brichst her: ein, du uns dein Reich fönnst gönnen. heißt zwar: Kommt, ich bin be- und kann zur seligen Hinfahrt reit, doch euch, die ihr gefränket sich schicken ohne Grauen. seid, zu heilen euren Schaden. 3. Das aber ist kein Menschen6. Der Glaub ist eine Stühnheit werk, Gott muß es uns gewähnicht, die ruchlos Wesen übet; er ren; drum bitt, daß er den Glauist vielmehr die Zuversicht, die ben stärt und in dir woll verZucht und Demut liebet, von Gott stets ihre Stärke sucht, mit Flehen und durch gute Frucht sich zu erkennen giebet. mehren. Laß aber auch des Glaubens Schein, die guten Werke, an dir sein; sonst ist dein Glaube 7. Denn wer auf Gnade Böses thut mit sicherem Gemüte, wird schuldig an des Herren Blut und findet Zorn statt Güte. Die Arzenei kann nicht dafür, daß du mit Gift mutwillig dir verderbest das Geblüte. 8. Ach, harre ja nicht, bis der Tod schon kommt herangetreten; eitel. 4. Es ist ein schändlich böser Wahn, des Glaubens sich zu rühmen und doch gehn auf der Sün der Bahn, das Christen nicht will ziemen. Wer das thut, der soll wissen frei, daß solcher Glaub nur Heuchelei, der ihn zur Hölle bringe. 5. Drum lasse sich ein frommer Christ Vom wahren seligmachenden Glauben an Jesum. 239 Christ mit Ernst sein angelegen, schwacher Glaub nicht werde hier daß er aufrichtig jeder Frist sich zu Spott. halt in Gottes Wegen; damit sein Glaub ohn Heuchelei vor Gott dem Herrn rechtschaffen sei und vor dem Nächsten leuchte. 7. Ach, lieber Herr, wie du für Petrum hast gebeten, daß er nicht möchte ab vom wahren Glauben treten, so bitte auch für mich, der du mein Mittler bist, weil es dein Wille ja und mir ersprießlich ist. Mel. O Gott, du frommer Gott. 368. Herr, allerhöchster Gott, von dem wir alle Gaben und was uns nüßlich ist, durch Christum müssen haben, ich Sünder klage dir, daß leider ich nicht kann dich, wie ich gerne wollt, im Glauben beten an. 2. Ich glaube ja zwar wohl, doch mit sehr schwachem Glauben, den mir noch will dazu der arge Feind wegrauben. In sol- Mel. Aus tiefer Not schrei ich. cher Not, o Gott, weil ich auf 369. Herr, schaue meines Herzens Last, ich dich allein vertraue, wollest du mein treuer Helfer sein. 3. Ach, strecke du zu mir doch deine Gnadenhände; hilf meiner Schwachheit auf und Stärkung mir zusende, ob schon, dem Senf forn gleich, mein Glaube ist sehr klein, so laß ihn doch bei mir in stetem Wachstum ſein. stecke ganz in Sünden und bin dir zwar darum verhaßt, doch lag mich Gnade finden. Ich hehle meine Sünde nicht, weil dein erschrecklich Zorngericht auch das Verborgne strafet. 2. Die Adamssünd mich flaget an; ich bin in Sünd empfangen, so, daß ich nichts als Böses kann; darum steht mein Verlangen zu dir, Herr Jesu; wasche mich voll meinen Sünden gnädiglich mit deinem teuren Blute. 4. Ich bin zwar schwach; doch sei der Glaub in mir geschäftig, und deine Stärk und Kraft sei in mir Schwachen mächtig. Ach, zieh mich hin zu dir, Herr, meine Zuversicht, auf daß sich mehr in 3. Bedenke mein Ohnmächtigkeit mir des wahren Glaubens Licht. zu allen guten Werken; es steht 5. O frommer Gott, der du ein bei dir die Stund und Zeit, Fünklein angezündet des Glan- wann du willst Schwachheit ſtärbens, blas es auf, daß, wenn sich ken. Darum, so gieb mir deinen Not einfindet, ich wohl gerüstet Geist, der mich von Sünden zu sei und gute Ritterschaft ausübe dir reiß, mein Gott, und mich allezeit durch dieses Lichtes Kraft. aufrichte. 6. Herr Jesu, blicke du mich an aus lauter Gnaden, wie dort das arme Weib aus Cana, das beladen mit vielem Unglück war; vertritt du mich bei Gott, damit mein daß ich nicht nach Judas Rat 4. Schließ mich ins Vaters Sorgen ein und richte meine Wege; laß mich in deiner Gnade sein, und selbst das Gut erwäge. Hilf, ver= 8. Erhöre mich, mein Gott; mein Gott mich doch erhöre; merk auf mein Flehen und die Bitte mir gewähre, daß ich des Glaubens Ziel, der Seelen Seligkeit erlange dort einmal bei dir in Ewigkeit. 240 Vom wahren seligmachenden Glauben an Jesum. verzweifle und, in Missethat ver- in tausend Schmerzen; doch sieht stockt, ohn Glauben sterbe. mein Glaube wohl an dir, daß 5. Die Sünd ist so gewaltig Gottes Majestät und Zier in dienicht, daß sie Gnad übersteiget, sem Leibe wohne, und daß du wenn nur ein Herz hat Zuver- hier so würdig seist, daß man sicht und seine Buß bezeuget. Gott dich Herr und König heißt, als will nicht eines Sünders Tod; auf dem Ehrenthrone. er hilft gewaltig aus der Not und freut sich über Buße. 2. Ich füsse dich, mein Seelenfreund; wer zweifelt, daß dus gut gemeint, da du für mich erblassest? Mein Bräutigam, nimm einen Blick von deiner Sulamith zurück, die du im Geist umfassest. Du stirbst zwar, weil die Liebesmacht dich zu der höchsten Probe bracht, und liebest bis ans Ende; 7. Sieh mich wie deinen Jünger doch lebst du mir und meine Not an, such den verlornen Groschen; verwandelt sich mit deinem Tod bring dein verirrtes Schaf zur in Heil durch deine Hände. Bahn und laß nicht sein verlo- 3. Ich fasse dich, mein Lösegeld, schen, was zwar nicht brennt, Berföhner Gottes und der Welt, doch aber glimmt, durch Glau- mit unverrücktem Glauben. Sch benskraft dein Wort vernimmt halte dich und laß dich nicht, du und deinen Saum anrühret. haft den Kampf für mich verricht, 8. Nimm mich verlornen Sohn dich soll mir niemand rauben. doch an, wisch ab des Petri Mein Hoherpriester hat vollbracht, Thränen; vergieb, was David was mich gerecht und selig macht, hat gethan, merk auf Manasses mein Goel hat bezahlet. Nun Sehnen. Ich Sünder schlag an bin ich los; mein Glaube gilt, meine Brust; dir, Jesu, alles ist wenn das Gefeß gleich droht und bewußt. Gott sei mir Sünder schilt, wenn Sünd und Hölle gnädig! prahlet. 9. Leb ich, mein Gott, so leb 4. Jch trinfe deinen Purpursaft ich dir; ich lebe, dir zu sterben; und ziehe neue Lebenskraft aus du bist mein Vater für und für den geweihten Wunden. Mein und läßt mich nicht verderben. Arzt, du gabst dich willig hin, Dir sei es alles heimgestellt; mach alles, wie es dir gefällt, nach deines Vaters Willen. daß mein verderbtes Herz und Sinn geheilt sei und verbunden. Die Myrrhen, die mein Jefus brach in seiner Marter, Angst Mel. O Mensch, bewein dein. 370. Ich grüße dich am und Schmach, die kommen mir Kreuzesstamm, du zu gute; der Balsam, der am hochgelobtes Gotteslamm, mit Streuze quillt, erquick mich, wenn andachtsvollem Herzen. Hier hängst ich werd erfüllt mit seinem teudu zwar in lauter Not und bist ren Blute. 6. Drum fomm ich, Herr, zum Gnadenthron, bereue That und Leben; berufe mich auf deinen Cohn, den du zum Heil gegeben, und seufze wegen meiner That: Herr Jesu, gieb doch guten Rat und rette meine Seele! gehorsam bis zum Tod, vergehst 5. Ich folge dir durch Tod und Leid, Vom wahren seligmachenden Glauben an Jesum. 241 Leid, o Herzog meiner Seligkeit, bleibt mir gewiß: Jesus nimmt nichts soll mich von dir trennen. die Sünder an! Du gehst den engen Weg voran, 4. Jesus nimmt die Sünder an! dein Kreuzestod macht offne Bahn Bin ich gleich von ihm geirret; den Seelen, die dich kennen. Ach hat der Satan auch mein Herz, Jesu, deine höchste Treu macht, oftmals schon so sehr verwirret, daß mir nichts unmöglich sei, da du für mich gestorben. Ich schene nicht den Märtrertod und bin gewiß in aller Not; wer glaubt, ist unverdorben. daß ich schier verzweifeln möcht. Ach, es ist ein bloßer Wahn, ich glaub dennoch festiglich: Jesus nimmt 2c. 5. Jesus nimmt die Sünder an! 6. Sieh auch auf mich, o Got- Dieses ists, was mich ergößet. teslamm, ach füsse mich, mein Wenn mich alle Welt betrüht und Bräutigam, und gieb dich mir, mein Leben. Mein Seelenarzt, komm, heile mich; mein Herzog, ich erkenne dich, ach, laß mich an dir kleben. In Christi Leiden glüht mein Geist; die Liebe Jesu wird gepreist; mein Glaube foll hier erben. Die Hoffnung zeigt mir Hilf und Nat; Gehorsam folge in der That! So will ich leben, sterben! in lanter Trauern seget, wenn mich das Gewissen schreckt und verflucht, so sehr es fann, so ergößt mich dieser Trost: Jesus nimmt 2c. D. V. E. Löscher. In eigener Melodie. 6. Jesus nimmt die Sünder an! Laß es alle Welt verdrießen, laß den Satan alle Pfeil nur auf mein Gewissen schießen; Pharifäer, murret nur! Troß, wer unter allen kann diesen Trost vertilgen mir: Jesus nimmt 2c. 371 Jefus nimmt die Sünder 7. Jesus nimmt die Sünder an! an! Drum, so will ich Diesen Trost hab ich erkoren. nicht verzagen, wenn mich meine Hat sich schon das Schaf verirrt, Missethat und die Sünden heftig ist der Groschen gleich verloren, plagen. Drücket das Gewissen Gott hat schon ein Licht bereit, mich, ei, so denk ich nur daran, das erleuchtet jedermann; dieses daß mir Gottes Wort verspricht: Jesus nimmt die Sünder an! bringt mich auch zurecht: Jesus nimmt 2c. 2. Jesus nimmt die Sünder an, 8. Jesus nimmt die Sünder an! wenn sie sich zu ihm bekehren Diesem Hirten meiner Seelen und Vergebung ihrer Sünd nur will ich jetzt und immerdar mich in wahrer Buß begehren. Sündenlust, drum gute Nacht! Ich verlasse deine Bahn; mich erfreuet, daß ich hör: Jesus nimmt 2c. zu treuer Hut empfehlen. Führe mich nach deinem Rat, daß ich endlich rühmen kann, wie du mich verlassnes Schaf, Jesus, hast genommen an. 3. Jesus nimmt die Sünder an! Wehe dem, der diesen Glauben, Mel. Alle Menschen müssen sterben. dieſe feste Zuversicht, sich vom 372. Liebſter Jesu, in den Satan läffet rauben, daß er in Tagen deiner Nieder Sünden Angst nimmer fröh- drigkeit allhier hörte man zum lich sagen fann: Dieser Trost Volk dich sagen: Es geht eine 16 Kraft 242 Vom wahren seligmachenden Glauben an Jesum. Kraft von mir. Laß auch deine In eigener Melodie. Kraft ausfließen und sich deinen 373. Mein Jeſu, dem die Se Geist ergießen, da du in der raphinen im Glanz Herrlichkeit nun regierest weit der höchsten Majestät selbst mit und breit. bedecktem Antlig dienen, wenn 2. Denn dir ist in deine Hände dein Befehl an sie ergeht, wie nun gegeben alle Macht; bis an sollten blöde Fleischesaugen, die aller Welten Ende wird dein Name der verhaßten Sünden Nacht mit hoch geacht. Alles muß sich vor ihrem Schatten trüb gemacht, dein dir neigen und was hoch ist, muß helles Licht zu schauen taugen? sich beugen; selbst der letzte Feind 2. Doch gönne meinen Glaubensauch muß endlich unter deinen blicken den Eingang in dein HeiFuß. ligtum, und laß mich deine Gnad erquicken zu meinem Heil und deinem Ruhm. Reich deinen Zepter meiner Seele, die sich wie 3. Darum kannst du allen raten, deine Kraft ist nie zu klein; das bezeugen deine Thaten, die uns aufgeschrieben sein. Ja, du bist Esther vor dir neigt und dir als deswegen kommen, weil du dir deine Braut sich zeigt; sprich: Ja, haft vorgenommen, aller Men du bists, die ich erwähle! schen Heil zu sein und zu retten groß und klein. 3. Sei gnädig, Jesu, voller Güte, dem Herzen, das nach Gnade 4. Hier, mein Arzt, steh auch sucht; ach höre doch, wie mein 4. Hier, mein Arzt, steh auch Gemüte: Gott sei mir Armen ich Armer, frank am Geiste, blind und bloß; rette mich, o mein Er- gnädig! ruft. Ich weiß, du fannſt barmer, mache mich von Sünden mich nicht verstoßen; wie könnteſt barmer, mache mich von Sünden du ungnädig sein dem, den dein los und von den so vielen Tücken, Blut von Schuld und Bein erdie mein armes Herz bestricken; löst, da es so reich geflossen? ach, laß deinen süßen Mund zu 4. Ich fall in deine Gnadenmir sprechen: Sei gesund! hände und bitte mit dem Glau5. Siehe, meine Seele rühret bensfuß: Gerechter König, wende, deinen Saum im Glauben an, wende die Gnade zu der Herzenswartet, bis sie endlich spüret, buß! Ich bin gerecht durch deine was du hast an ihr gethan; an Wunden, es ist nichts Sträflichs dein Wort will ich mich halten, mehr an mir; bin aber ich verund indes dich lassen walten; föhnt mit dir, so bleib ich auch leugnen kannst du dich doch nicht, mit dir verbunden. da dein Wort mir Heil verspricht. 5. Ach, laß mich deine Weis 6. Amen, du wirst mich erhö- heit leiten und nimm ihr Licht ren, daß ich durch dich werde nicht von mir weg; stell deine rein und zu mir dein Antlig Gnade mir zur Seiten, daß ich kehren, daß ich könne fröhlich auf dir beliebtem Steg beständig sein; so will ich aus Herzens- bis ans Ende wandle, damit ich grunde deine Güte mit dem Munde auch zu jeder Zeit in Lieb und rühmen hier in dieser Zeit, bis Herzensfreudigkeit nach deinem zur frohen Ewigkeit. Wort und Willen handle. 6. Reich Vom wahren seligmachenden Glauben an Jesum. 243 6. Reich mir die Waffen aus denheil die wahr Erkenntnis finder Höhe und stärke mich durch den, wie der nur habe an dir deine Macht, daß ich im Glau- teil, dem du vergiebst die Sünben sieg und stehe, wenn Stärt den. Hilf, daß ichs such, wie und List der Feinde wacht, so sichs gebührt, du bist der Weg, wird dein Gnadenreich auf Erden, der mich recht führt, die Wahrdas uns zu deiner Ehre führt heit und das Leben. und endlich gar mit Kronen ziert, auch in mir ausgebreitet werden. 7. Ja, ja, mein Herz will dich umfassen, erwähl es, Herr, zu deinem Thron! Hast du aus Lieb ehmals verlassen des Himmels Pracht und deine Kron, so würdge auch mein Herz, o Leben, und 5. Den Glauben, Herr, laß laß es deinen Himmel sein, bis trösten sich des Bluts, so du verdu, wenn dieser Bau fällt ein, gossen, auf daß in deinen Wunmich wirst in deinen Himmel den ich bleib immer eingeschlosheben. sen, und durch den Glauben euch 4. Gieb, daß ich traue deinem Wort, ins Herze es wohl fasse, daß sich mein Glaube immerfort auf dein Verdienst verlasse, daß zur Gerechtigkeit mir werd, o Herr, wenn Sünde mich beschwert, dein Kreuztod zugerechnet. 8. Sch steig hinauf zu dir im die Welt, und was dieselb am Glauben, steig du in Lieb herab höchsten hält, für Kot allzeit nur zu mir; laß mir nichts dieſe achte. Freude rauben, erfülle mich nur ganz mit dir. Ich will dich fürchten, lieben, ehren, so lang in mir das Herz sich regt, und wenn dasselb auch nicht mehr schlägt, so soll doch noch die Liebe währen. W. Chr. Dreßler. 6. Wär auch mein Glaub ein Senfkorn klein und daß man ihn faum merke, wirst du in mir doch mächtig sein, daß deine Gnad mich stärfe, die das zerbrochne Rohr nicht bricht, das glimmend Docht auch vollends nicht auslöschet in dem Schwachen. Gottes Sohn, Herr Jesu Christ, daß 7. Hilf, daß ich stets sorgfältig sei, den Glauben zu behalten; ein man recht könne gläuben, ja gut Gewissen auch dabei und daß unser eigen Werk nicht ist, noch ich so mög walten, daß ich sei standhaft zu verbleiben. Drum lauter jederzeit ohn Anstoß, mit hilf du mir von oben her, den Gerechtigkeit erfüllt und ihren wahren Glauben mir gewähr und Früchten. daß ich fest beharre. 2. Ach lehr und unterweise mich, daß ich den Vater fenne, und 8. Herr, durch den Glauben wohn in mir, laß ihn sich immer stärken, daß er sei fruchtbar für daß ich, Jesu Christe, dich den und für und reich in guten WerSohn des Höchsten nenne, auch ken; daß er sei thätig durch die ehre Gott den heilgen Geist, zu- Lieb und sich zu allen Zeiten üb gleich gelobet und gepreist in dem in dem, was Gott gefällig. dreieingen Wesen. Mel. Es ist das Heil uns. 374. 9. Insonderheit gieb mir die 3. Laß mich vom großen Gna- Kraft, daß vollends bei dem 16* Ende 244 Vom wahren seligmachenden Glauben an Jesum. Ende ich übe gute Ritterschaft, und meine Seele stehn; sprich zu dir allein mich wende in mei- nur ein Wort, so muß ihr Troß ner letzten Stund und Not, des und Macht vergehn. Glaubens End durch deinen Tod, die Seligkeit, erlange. 6. Ach, laß mir offen stehn die Quelle deiner Wunden; dadurch 10. Herr Jesu, der du angezündt hab ich doch schon die Sünden das Fünklein in mir Schwachen, überwunden. Dem Vater bin ich was sich vom Glauben an mir ja durch dich schon ausgeföhnt, findt, das wollst du stärker daß mich nun seine Gnad durch machen; was du gefangen an, dein Verdienst bekrönt. vollführ bis an das End, daß 7. Dies glaub ich: Fühl ich dort bei dir auf Glauben folg schon die Menge meiner Sünden, das Schauen. D. Denide. drückt mich gleich ihre Last, muß Mel. O Gott, du frommer Gott. ich gleich Zorn empfinden, so weiß 375. Seju, voller Kraft, ich doch, du hast ſchon ſolchen o Heiland, voller Zorn gestillt, der Sünden Macht Güte, laß deinen Lebenssaft er zerstört und das Gesetz erfüllt. füllen mein Gemüte; ich weiß sonst 8. Ich wende mich zu dir, der feinen Trost auf dieser ganzen du mich kannst erquicken. Läffft Welt, wo sich nicht deine Gnad du mich deine Huld und Freundmir Armen zugefellt. lichkeit erblicken, so weicht die 2. Betrübt ist mir mein Herz Unruh weg, der Sünden Macht von wegen meiner Sünde, die ich zerbricht; ich finde Fried und mit Traurigkeit und tiefster Reu Ruh in deinem Angesicht. empfinde. O wie hat doch das Gift, das auf uns ist geerbt, aufs allergräulichste uns durch und durch verderbt. 9. Nun, du, mein Heiland, du fannst mich doch nicht verlassen, da meine Glaubensarm dich suchen zu umfassen. Schließ ewig mich in dich und deine Liebe ein; dein will ich hier und dort, und keines andern sein. 3. Wie oft hat mir dein Wort das Böse untersaget und mein Gewissen mich mit Ängsten angeklaget. Wie oft hat mich dein Wort bald so, bald so geschredt und mein Verderben mir im Grunde aufgedeckt. les steiget, dem Erd und Meer 4. Doch bleib ich immer noch zu Dienste steht, vor dem die in meinem Elend liegen und kann Welt sich neiget; der Himmel iſt nicht über mich und meine Sünde dein helles Kleid, du bist voll siegen; mich schließet ihre Macht Macht und Herrlichkeit, sehr groß in ihre Fesseln ein, ich muß und wunderthätig; ich armer ein Sklav der Lust und meines Wurm vermag nichts mehr, als Fleisches sein. daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott, sei mir Sünder gnädig! 5. Jesu, der du hast die Finsternis der Höllen durch Blut 2. Hier steh ich, wie der Zöllund Tod besiegt, du kannst die ner that, beschämet und von ferFeinde fällen, die jego wider mich ne; ich suche deine Hilf und Gnad, J. F. Ruopp. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 376. König, dessen Maz jestät weit über al Vom wahren seligmachenden Glauben an Jesum. 245 Gnad, o Herr, von Herzen gerne. nimm den letzten Seufzer an: Doch weil ich voller Fehler bin, Gott, sei mir Sünder gnädig! und wo ich mich nur wende hin, D. V. E. Löscher. beschmußet und unflätig: so Mel. Nun freut euch, lieben Chriſt. schlag ich nieder mein Gesicht vor dir, du reines Himmelslicht; 377. Such, wer da will, ein Gott, sei mir Sünder gnädig! ander Ziel, die Se3. Die Schulden, der ich mir ligkeit zu finden; mein Herz albewußt, durchängsten mein Ge- lein bedacht soll sein, auf ChriSein wissen; drum schlag ich reuig an stum sich zu gründen. die Brust und will von Herzen büßen. Ich bin, o Bater, gar nicht wert, daß ich noch wandle auf der Erd; doch, weil du winkst, so bet ich mit ganz zerknirschtem, bangen Geist, der gleichwohl dich noch Abba heißt: Gott, sei mir Sünder gnädig! Wort ist wahr, sein Werk sind flar; sein heilger Mund hat Kraft und Grund, den Feind zu überwinden. 2. Such, wer da will, Nothelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen fann, bei dem nie was verdorben. 4. Mein Abba, schaue Jesum Uns wird das Heil durch ihn zu an, den Gnadenthron der Sün- teil, uns macht gerecht der treue der, der für die Welt genug ge- Knecht, der für uns ist geſtorben. than, durch den wir Gottes Kin- 3. Ach, sucht doch den, laßt alder im gläubigen Vertrauen find; les stehn, die ihr das Heil beder ists, bei dem ich Ruhe find, gehret! Er ist der Herr und sein Herz ist ja gutthätig. Ich feiner mehr, der euch das Heil fasse ihn und laß ihn nicht, bis gewähret. Sucht ihn all Stund Gottes Herz mitleidig bricht. von Herzensgrund; sucht ihn alGott, sei mir Sünder gnädig! lein, denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben; 4. Meins Herzens Kron und du bist mein Gott, und was ich Freudensonn, sollst du, Herr bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach, Jesu, bleiben; laß mich doch heilige mich ganz und gar, laß nicht von deinem Licht durch Eimeinen Glauben immerdar sein telkeit vertreiben. Bleib du mein durch die Liebe thätig. Und will Preis; dein Wort mich speis; bleib es nicht fort, wie es soll, so ruf du mein Ehr; dein Wort mich ich, wie mein Herz ist voll: Gott, lehr, an dich stets fest zu gläuben. sei mir Sünder gnädig! 5. Wend von mir nicht dein 6. Mein Leben und mein Ster- Angesicht, laß mich im Kreuz ben ruht allein auf deiner Gnade; nicht zagen; weich nicht von mir, mir geh es gleich bös oder gut, giebo höchste Zier, hilf mir mein nur, daß es nicht schade. Kommt Leiden tragen. Hilf mir zur dann das letzte Stündlein an, so Freud nach diesem Leid, hilf, sei mir auf der Todesbahn, mein daß ich mag nach dieser Klag Jefu, selbst beirätig; und wenn dir ewig dort Lob sagen. ich nicht mehr sprechen kann, so M. G. Weissel. 378. 246 Vom wahren seligmachenden Glauben an Jesum. Mel. O Gott, du frommer Gott. droht er uns mit dem Tod, wir 378. Verfuchet euch doch selbst, ob ihr im Glauben stehet, ob Christus in euch ist, ob ihr ihm auch nachgehet in Demut und Geduld, in Sanftmut, Freundlichkeit, in Lieb dem Nächsten stets zu dienen seid bereit. zeigen ihm das Leben; flucht er, so segnen wir. In Schande, Spott und Hohn ist unser bester Trost des Himmels Ehrenfron. 8. Seßt uns Gott auf die Prob, ein schweres Streuz zu tragen, der Glaube bringt Geduld, macht leicht uns alle Plagen; statt Murren und Verdruß wird das Gebet erweckt, weil aller Angst und Not von Gott ein Ziel gesteckt. 2. Der Glaube ist ein Licht, im Herzen tief verborgen, bricht als ein Glanz hervor, scheint als der helle Morgen; erweiset seine Kraft, macht Christo gleich gefinnt; erneuert Herz und Mut, macht uns zu Gottes Kind. 9. Man lernet nur dadurch sein Elend recht verstehen, wie auch des Höchsten Güt; hält an mit Bitten, Flehen; verzaget an sich selbst und trauet Christi Macht; vernichtet sich zu Grund, sucht nur bei Christo Kraft. 3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben und will in Einfalt es dem Nächsten wieder geben. Dieweil er überreich in Christo worden ist, preist erlanget Geist und Stärke, in 10. Hält sich an sein Verdienst; er die Gnade hoch, befennet Jesum Christ. 4. Er hofft in Zuversicht, was solcher Zuversicht zu üben gute Werke; steht ab vom Eigensinn; flieht die Vermessenheit; hält sich Gott im Wort zusaget; drum in Gottesfurcht, in Glück und muß der Zweifel fort, die Schwer- schwerer Zeit. mut wird verjaget. Sieh, wie 11. So prüfe dich denn wohl, der Glaube bringt die Hoffnung ob Christus in dir lebet; denn an den Tag, hält Sturm und Christi Leben ists, wonach der Wetter aus, besteht in Ungemach! Glaube strebet. Erst machet er 5. Aus Hoffnung wächst die gerecht, dann heilig, wirket Lust Lieb, weil man aus Gottes Hän- zu allem guten Werk. Sieh, ob den nimmt alle Dinge an, nicht du auch so thust. zürnen mag, nicht schänden; denn alles uns zu Nuß und Besten ist gemeint; drum dringt die Liebe durch auf Freunde und auf Feind. 6. Ob wir gleich Feinde sind von Gott und seinem Sohne, so giebt er doch sein Kind zu einem Gnadenthrone, sest Liebe gegen Haß. Wer gläubig dies erkennt, Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. wird bald in Lieb entzündt, die 379. Weg, mein Herz, mit allen Haß verbrennt. dem 7. Wie uns nun Gott gethan, ob du verstoßen wärst! Bleib thun wir dem Nächsten eben; in Gottes Wort und Schranken, da 12. O Herr, vermehre doch in mir den wahren Glauben, so kann mich keine Macht der guten Werk berauben. Wo Licht ist, geht der Schein freiwillig davon aus; du bist mein Gott und Herr, führ mich ins Himmelshaus. D. J. J. Breithaupt. Vom wahren seligmachenden Glauben an Jesum. 247 da du anders reden hörst. Bist] 7. Dennoch bleibt in Liebesdu bös und ungerecht, ei, so ist flammen sein Verlangen allzeit Gott fromm und schlecht; hast groß, ruft und locket uns zusamdu Zorn und Tod verdienet, sinke men in den weiten Himmelsnicht, Gott ist verfühnet. schoß. Wer sich nun da stellet ein, suchet frei und los zu sein aus des Satans Reich und Rachen, der macht Gott und Engel lachen. 2. Du bist wie die andern alle, angesteckt vom Sündengift, wel ches Adam mit dem Falle samt der Schlange hat gestift't; aber so du fehrst zu Gott und dich besferst, hats nicht not. Sei getrost, Gott wird dein Flehen und Abbitten nicht verschmähen. 8. Gott und alles Heer hoch droben, dem der Himmel schweigen muß, wenn sie ihren Schöpfer loben, jauchzen über unsre Buß; aber, was gesündigt iſt, das verdeckt er, und vergißt, wie wir ihn beleidigt haben; alles, alles ist vergraben! 3. Er ist ja tein Bär noch Leue, der sich nur nach Blute sehnt; sein Herz ist zu lauter Treue und zur Sanftmut hingewöhnt. Gott hat 9. Kein See kann sich so er= einen Vatersinn; unser Jammer gießen, fein Grund mag so grundjammert ihn; unser Unglück ist los sein, kein Strom so gewaltig sein Schmerze; unser Sterben fließen, gegen Gott ist alles fränkt sein Herze. flein, gegen Gott und seine Huld, die er über unsre Schuld alle Tage lässet schweben durch das 4. So wahrhaftig, als ich lebe, will ich feines Menschen Tod, sondern daß er sich ergebe an mich ganze Sündenleben. aus der Gottes Sündennot. Freud ists, wenn auf Erd ein Verirrter wiederkehrt; will nicht, daß aus seiner Heerde das Geringst verloren werde. 10. Nun, so ruh und sei zufrieden, Seele, die du traurig biſt; was willst du dich viel ermüden, da es nicht von nöten ist? Deiner Sünden großes Meer, wie dirs scheinet, ist nicht mehr( gegen Gottes Herz zu sagen), als was wir mit Fingern tragen. 5. Kein Hirt fann so fleißig gehen nach dem Schaf, das sich verläuft; solltst du Gottes Herze sehen, wie sich da der Kummer 11. Wären tausend Welt zu häuft, wie es dürftet, ächzt und finden, von dem Höchsten zugebrennt nach dem, der sich abgetrennt von ihm und auch von den Seinen, würdest du vor Liebe weinen. richt't, und du hättest alle Sünden, die darinnen sind, verricht't, wär es viel, doch lange nicht so viel, daß das volle Licht seiner Gnaden hier auf Erden dadurch könnt erlöschet werden. 12. Mein Gott, öffne mir die Pforten solcher Wohlgewogenheit; laß mich allzeit aller Orten schmecken deine Süßigkeit! Liebe mich und treib mich an, daß ich dich, so gut ich kann, wiederum um= 6. Gott der liebt nicht nur die Frommen, die in seinem Hause find, sondern auch, die ihm genommen durch den grimmen Seelenfeind, der dort in der Hölle sist, und der Menschen Herz erhißt wider den, der, wenn sich reget sein Fuß, alle Welt beweget. 248 Von der Rechtfertigung oder gnädigen Vergebung. umfang und liebe und ja nun Christ, und für mich bitt:,: wenn nicht mehr betrübe. Satan wider mich auftritt. Paul Gerhardt. 3. Zu dir steht meine ZuverMel. Herzlich lieb hab ich dich. sicht, ich weiß von einem Helfer 380. 3u bir, Herr Jesu, nicht, ohn dich, o Arzt der Sündu mich so süßiglich zu dir haft schlecht, du bist allein vor Gott heißen kommen. Mich drücket gerecht, des Todes Überwinder, meiner Sünden Last, sie läßt die Freistatt und der sichre Ort, mir keine Ruh noch Rast; würd das feste Schloß, der Schild und sie mir nicht benommen, so müßt Hort, der Mittler und der Gnadarunter ich vergehn, ich könnte denthron, des Vaters Herz und vor Gott nicht bestehn, vor dem liebster Sohn. Herr Jesu Christ, die Himmel selbst nicht rein, ich das glaube ich:: ach, stärk in müßt ein Kind des Todes sein. solchem Glauben mich! Herr Jesu Christ, mein Trost und Licht erquicke mich und laß mich nicht! 4. Hinfort will ich nun jederzeit auf mich zu nehmen sein bereit dein Joch, die sanfte Bürde. 2. Das Sündenjoch ist mir zu Darunter find ich Fried und schwer, es drückt den Geist nur Ruh, ich wachs und nehm im allzusehr; du, Herr, wollst es Guten zu; und ob ich drunter zerbrechen. Gedenke, daß du diese würde aus Schwachheit, die dir Last darum für mich getragen ist bekannt, ermüden, wird doch haft, damit nicht möchte rächen deine Hand mir immer wieder der Vater, was ich hab ver- helfen auf, um zu vollenden meischuldt, vielmehr, daß seine Gnad nen Lauf. Herr Jesu Christ, und Huld mir Armen wieder durch dich allein:,: kann ich hier würd zu teil; mach mich durch und dort selig sein. deine Wunden heil, Herr Jesu J. A. Frchlinghausen. 10. d. Von den göttlichen Gnadenwohlthaten und Heilsgütern, und zwar: 1. Von der Rechtfertigung oder gnädigen Ver gebung der Sünden. Mel. Nun freut euch, lieben Christn. Knecht, die thu aus gutem Her381. Der Glaube macht al- zen; dabei nun glaube recht und lein gerecht durch schlecht, daß bloß durch Christi Christum, ders erworben. Stein Schmerzen und seinen Tod du Werk erwirbt das Himmelrecht, feist gerecht, und flieh, zu sein weil alls an uns verdorben. Doch der Sünden Knecht. Gott woll ist ohn Lieb der Glaube tot; uns all bekehren! Ch. Runge. drum willst du meiden ewge Not, Mel. O Gott, du frommer Gott. so glaub, thu Buß und liebe. 382. Der Gnadenbrunn fließt noch, den je= 2. Die Liebe sei des Nächsten Von der Rechtfertigung oder gnädigen Vergebung 249 jedermann kann trinken; mein helfen nimmermehr, sie mögen Geist, laß deinen Gott dir doch nicht behüten; der Glaub sieht umsonst nicht winken; es lehrt Jesum Christum an, der hat gnug dich ja das Wort, das Licht für für uns all gethan; er ist der deinen Fuß, daß Christus dir al- Mittler worden. lein von Sünden helfen muß. 2. Was Gott uns im Geseß ge2. Dein Thun ist nicht geschickt bot, da mans nicht konnt erzu einem bessern Leben; auf Chri- füllen, erhub sich Zorn und große stum richte dich, der kann dir Not, die niemand konnte stillen. solches geben. Der hat den Zorn Vom Fleisch wollt nicht heraus der versöhnt mit seinem teuren Blut Geist, vom Gseß erfordert allerund uns den Weg gebahnt zu meist; es war mit uns verloren. Gott, dem höchsten Gut. 3. Es war ein falscher Wahn 3. Die Sünden abzuthun fannst dabei, Gott hätt sein Gseg drum du dir doch nicht trauen; dein geben, als ob wir möchten selber Glaube muß allein auf Gottes frei nach seinem Willen leben. Hilfe bauen. Vernunft geht wie So ist es nur ein Spiegel zart, sie will, der Satan kann sie der uns zeigt an die sündge Art, drehn; hilft Gottes Geist dir in unserm Fleisch verborgen. nicht, so ists um dich geschehn. 4. Nicht möglich wars, dieselbge 4. Nun, Herr, ich fühle Durst Art aus eignen Kräften lassen, nach deiner Gnadenquelle, wie wiewohl es oft versuchet ward, ein gejagter Hirsch, auf so viel doch mehrt sich Süud ohn Maßen; Sündenfälle. Wie fomm ich aus denn Gleißners Werk Gott hoch der Not, als durch den Gnaden- verdammt und jedem Fleisch der faft? Hilf mir durch deinen Sünde Schand allzeit war angeGeist; in mir ist feine Straft. boren. 5. Du hast ja zugesagt, du 5. Noch muß das Gseß erfüllet wollst, die Durst empfinden nach sein, sonst wärn wir all verdorder Gerechtigkeit, befrein von ben; drum schickt Gott seinen ihren Sünden. Nun weiset uns Sohn herein, der selber Mensch den Weg dein Sohn, der wahre Christ; nur du mußt Helfer sein, weil du voll Hilfe bist. ist worden; das ganz Geseß hat er erfüllt, damit des Baters Zorn geſtillt, der über uns ging alle. 6. selig! Willst du mir von 6. Und wenn es nun erfüllet diesem Wasser geben, das trän- ist durch den, der es fonnt halfet meinen Geist zu der Gerech- ten, so lerne nun ein frommer ten Leben. Gieb diesen Trank Christ des Glaubens recht Gemir stets, du Brunn der Gütigfeit, so ist mir immer wohl in der Gelassenheit. stalten. Nichts mehr, denn: Lieber Herre mein, dein Tod soll mir das Leben sein; du hast für mich bezahlet. Ch. Knorr v. Rosenroth. In eigener Melodie. 7. Daran ich keinen Zweifel 383. trag; dein Wort kann nicht betrügen. Nun sagst du, daß kein Gnad und lauter Gäte; die Werte Mensch verzag, das wirst du nimist das Heil uns kommen her aus mer AFF 250 Von der Rechtfertigung oder gnädigen Vergebung. mer lügen: Wer glaubt an dich willen Gott Vater, Sohn, heiliund wird getauft, dem ist der gem Geist; der woll mit Gnad Himmel schon erkauft, daß er erfüllen, was er in uns anfannicht werd verloren. gen hat, zu Ehren seiner Ma8. Es ist gerecht vor Gott allein, jestät, daß heilig werd sein Name. der diesen Glauben fasset; der 14. Sein Reich zukomm; sein Glaub giebt aus von sich den Will auf Erd gscheh wie im Schein, daß er die Werk nicht Himmelsthrone; das täglich Brod lässet. Mit Gott der Glaub ist ja heut uns werd; Herr unsrer wohl daran, dem Nächsten wird Schuld verschone, als wir auch die Lieb Guts thun, bist du aus unsern Schuldgern thun; laß uns Gott geboren. nicht in Bersuchung stehu; löf uns vom Übel. Amen. 9. Es wird die Sünd durchs Gseb erkannt und schlägt das Gwissen nieder; das Evangelium D. Paul Speratus. Mel. Es ist das Heil uns. kommt zur Hand und stärft den 384. Gott Lob, mein Jefus Sünder wieder; es spricht: Komm macht mich rein, von nur zum Kreuz herzu, im Gseß allen meinen Sünden; was er ist weder Rast noch Ruh mit büßt, muß bezahlet sein; mun allen seinen Werken. kann mich nicht mehr binden der 10. Die Werk gewißlich kom- Sünden Strick, des Teufels men her aus einem rechten Glau- Macht; drum mein Glaub Höll ben; denn das nicht rechter Glaube und Tod verlacht, weil Jesus ist wär, dem man die Werf wollt mein Leben. rauben. Doch macht allein der Glaub gerecht, die Werke sind des Nächsten Knecht, dran wir den Glauben merfen. 2. Was traur ich denn? Er lebt ja noch, der das Gefeß erfüllet, der durch den Tod und Kreuzesjoch des Vaters Zorn gestillet. Was er hat, das ist alles mein; wie fönnt doch größer Reichtum sein, als den mir Jesus schenket? 12. Ob sichs anließ, als wollt er nicht, laß dich es nicht er schrecken; denn wo ers meint am besten mit, da will ers nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser sein, und ob dein Herz spräch lauter Nein, so laß dir doch nicht grauen. 3. Weil Jesus mich von Sünden rein durch sein Verdienst will machen, daß ich, los aller Qual und. Bein, nicht fürcht des Todes Rachen, so tröst mich seine Heiligkeit; sein Unschuld, Heil und Seligkeit ist mein Schatz und mein Leben. 4. So kann ich auch mit Fried und Freud, wie Simeon, mein Leben beschließen, frei von allem Leid, mich meinem Gott ergeben. 13. Sei Lob und Ehr mit ho- So bald ich thu mein Augen zu, hem Breis, um dieser Gutthat so wird mein Tod mein Schlaf und 11. Die Hoffnung wart't der rechten Zeit, was Gottes Wort zusage. Wann das geschehen soll zur Freud, setzt Gott fein gwisse Tage; er weiß wohl, wanns am besten ist, und braucht an uns kein arge List; das solln wir ihm vertrauen. Von der Rechtfertigung oder gnädigen Vergebung. 251 und Ruh, seh ich des Himmels| trauen: Willst du der Sünde halFreude. ber nicht mich, großer Gott, an5. Wie werd ich dann so fröh- schauen, so siehe mich in Gnaden lich sein, wenn ich die Welt ver- an, weil gnug dein Sohn für lasse, mich Himmelsgeister, klar mich gethan und meine Schuld und rein, geführt zur Lebensstraße, bezahlet. wenn ich erblickt die Ewigkeit, wenn ich erlangt die Seligkeit, die mir mein Gott bereitet. 5. Nimm wahr, o Vater, deinen Sohn, sei gnädig deinem Knechte; kraft seines Leidens meiner schon 6. Hilf, Gott, daß ich sei stets und strafe nicht nach Rechte. bereit, laß mich nichts von dir Wenn du siehst seine Nägelmal, wenden; bring mich zu deiner so laß doch meiner Sünden Zahi Herrlichkeit, hilf seliglich vollen- daselbst verborgen bleiben. den; fomm bald, hilf mir aus aller Not; hilf mir, Herr, durch dein Blut und Tod; ja komm, Herr Jesu! Amen. 6. Schau an sein rosinfarbnes Blut, für mich am Kreuz vergossen; schau an die schöne, rote Flut, die mildiglich geflossen. Weil dich das Fleisch erzürnet hat, so laß dich auch das Fleisch zu Gnad nun wiederum beD. Joh. Olearius. Mel. Herr Jesu Christ, du höchstes, oder: Es ist das Heil uns. wegen. 385. Ich hab, o Herr, mein Gott, durch mich dich zwar erzürnen können, wie 7. Groß ist es, was ich oft und viel durch Missethat verschuldet; aber ich versöhne dich, weiß ich jedoch ich nicht verzagen will, nicht auszufinnen; doch weiß ich, daß dein liebstes Kind, an dem man nichts Sündhaftes findt, ist mein Erlöser worden. weil Christus hat erduldet gehor= samlich den bittern Tod und mir dadurch, o treuer Gott, die Seligkeit erworben. 2. Vom Himmel ist er willig- 8. Groß ist mein Ungerechtiglich zu uns hernieder kommen keit, die deinen Zorn erwecket; und hat aus großer Lieb an sich sein Unschuld aber ist das Kleid, mein Fleisch und Blut genom- damit sie wird bedecket. Kein men, daß er mich Schwachen hei= Mensch so große Sünde findt, len möcht und wiederum zu- die nicht in Christi Tod verrechte brächt, was leider ich verdorben. schwindt, der unser Bruder worden. 9. Wer ist so sehr in dieser Welt mit Sündenschuld beladen, dem Christus, unser Lösegeld, nicht hilft von allem Schaden? 3war groß ist meine Missethat, noch größer aber Gottes Gnad, in Christo mir erworben. 10. Ja, wenn man legte Christi Bein und aller Menschen Sün4. Ja, dies ist meine Zuver den in gleiche Wageschalen ein, sicht, dies ist mein ganz Ver- so würde sich befinden ein solcher großer 3. Dich hat ein Mensch zum Zorn bewegt, dich mußt ein Mensch verföhnen. Drum ward auf dei nen Sohn gelegt, was billig uns verhöhnen und quälen sollt in Ewigkeit. Nun, diese große Gütigkeit giebt mir Trost, Heil und Leben. 252 Von der Rechtfertigung oder gnädigen Vergebung. großer Unterschied, als zwischen an; laß mich auf dich gläubig Nacht und Tage ist, als zwischen bauen, weil mir nichts sonst helHöll und Himmel. fen kann ohne deine große Güte. 11. Darum, o gnadenreicher Herr, ach stärke mein Gemüte, Gott, der du nicht auszugründen, daß ich einst zu seiner Zeit bei durch deines Sohnes Blut und dir leb in Ewigkeit. Tod vergieb mir meine Sünden; Mel. Es ist das Heil uns. durch seine Unschuld meine Schuld, 387. Wer kann vor dir, o durch die Geduld die Ungeduld laß ausgetilget werden. Herr, bestehn? Wir sind vor dir verloren. Wo du 12. Laß seine Demut allezeit willst ins Gerichte gehn mit de vor Hoffart mich beschüßen; laß nen, die geboren, so fann auf wider meinen Haß und Neid mir tausend Fragen nicht, ein Wort seine Sanftmut nüßen. Er sei ich bringen an das Licht, es heißt: mir Alls, was ich bedarf, so Du bist verfluchet. wird kein Unglück sein so scharf, das mich verdammen möchte. 2. Unmöglich ist nun, daß man fann, recht halten dein Geseße; denn dieses will von jedermann, daß keiner es verlege. Wer Joh. Heermann. Met. Alle Menschen müssen sterben 386. Liebster Gott, vergieb auch in allem nicht verbleibt, der die Sünde, streich ist verflucht, wie Moses schreibt: fie aus mit Christi Blut, daß ich Thu Das, so wirst du leben. wieder Gnade finde und ergreife 3. Nun haben wir den ersten frischen Mut. Jesus hat ja müssen sterben, o, so laß mich nicht verderben; was wir durch den Fall verdient, hat er wieder ausgefühnt. Bund, wie Adam, überschritten. Erfahrung lehrt uns alle Stund, daß gegen dich wir stritten. Wir bleiben also in den Tod, wo nicht ein Bürg in dieser Not ein göttlich Mittel findet. 2. Ach, ich habe bald mit Werfen, bald mit Worten dich be- 4. Wahrhaftige Gerechtigkeit iſt trübt; doch, so kann mich wieder freventlich verscherzet; die Schlang stärken, daß dein Sohn uns herz- hat in der ersten Zeit betrogen; lich liebt. Hab ich leider in den ach, das schmerzet! Herr Jesu, Schranfen meines Lebens mit nimm dich unser an, du bist ein Gedanken mich vergriffen fort und Gott, der helfen kann, und dafort, doch so tröstet mich dein Wort. rum Mensch geworden. 3. Alle Sünder, die nur fom5. Herr, unsere Gerechtigkeit, men, hast du ja, o frommer die nur vor Gott bestehet, biſt Gott, so gar tröstlich angenom- du allein; du bist bereit zu helfen, men; nun, so wird mich auch wenn man flehet. Darum mein der Tod nicht verschlingen; denn Glaube zu dir spricht: Gerechter ich glaube, daß ich in der Gnade Herr, verlaß mich nicht, wenn bleibe und mit Gott versöhnet mein Gewissen naget. bin. Christi Tod ist mein Gewinn. Mel. Nun freut euch, lieben Christ. 4. Drum, so seufz ich mit Ber- 388. Mohl dem, dem Gott trauen: Jesu, nimm dich meiner all seine Sünd allhier Von der Gnadenkindschaft Gottes. 253 7. Darum, so trau ich dir allein, wenn Tod und Teufel wüten; du wirst mich vor der Höllenpein, das glaub ich fest, behüten; denn dein Sohn Jesus Christus hat für alle meine Missethat am Holz genug bezahlet. hier in diesem Leben, gleichwie| rechtigkeit, die heißt: Vergebung ein Vater seinem Kind, aus Gna- aller Sünden. den hat vergeben und ihm dieselb nicht rechnet zu; wohl ihn, er wird gewisse Ruh in seiner Seele haben. 2. Der ist nun frei von Missethat und rein von allen Schulden; kein Falschheit er im Herzen hat, steht fest in Gottes Hulden; ein Heuchler aber geht zu Grund, weil er des Herren Gnadenbund in Christo selbst verachtet. 3. Denn da ich meine Sünd einst wollt verschweigen und bedecken, wußt ich nicht, wo ich bleiben sollt vor Seelenangst und Leib, wenns nötig ist, zusete. Schrecken; ja, mir verschmacht'ten Mark und Bein, ich konnte nicht zufrieden sein, mein Herze wollte brechen. 8. Mein Herz wollst du, Herr, durch dein Wort zu deinem Dienst bereiten, solang ich leb, mich immerfort mit deinen Augen leiten, daß ich auf deinen Wegen bleib und um die Wahrheit Gut und 9. Seid nicht wie Roß und Mäuler sind, die ohn Verstand hinleben, und wenn man sie nicht zähmt und bindt, halsstarrig widerstreben; vielmehr gehorchet Gottes Stimm, auf daß euch nicht sein Zorn und Grimm an Leib und Seel verderbe. 10. Der Gottlof hat viel Augst und Plag, das macht sein falsch Vertrauen; denn er vermag an 5. Und da ich solches frei be- keinem Tag des Herren Gnad kannt und bat dich um dein zu schauen; wer aber sich auf Gnade, dein schwerer Grimm sich Gott verläßt, den wird die Güt von mir wandt, womit ich war beladen; du mein Gewissen wieder labt'st und mir all meine Sünd vergabst um deines Sohnes willen. umfahen fest. Des freut euch, ihr Gerechten! 11. Gott Vater, Sohn und heilger Geist, dir sei Lob, Preis und Ehre für alles, was du uns er= 6. Hierum die Heilgen allzumal weist; dein Segen sich vermehre, im neuen Bund und alten, dich daß wir fortspüren deine Güt werden bitten überall und darin und stets mit willigem Gemüt recht behalten im Glauben durch dir und dem Nächsten dienen. den heilgen Geist, denn ihr GePaul Gerhardt. 4. Denn dein gerechter, ernster Zorn, weil ich mich nicht erkannte, stach mich gewaltig, wie ein Dorn, und wie ein Feur mich brannte, daß ich zulegt bekennen mußt und sprach: Ich habe keine Lust zum Guten allenthalben. 11.( 2) Von der Gnadenkindschaft Gottes. Mel. Vater unser im Himmelreich.| ter uns erzeiget hat, der uns sein 389. 2h sehet, welche Lieb Eigentum erkeunt, uns Sünder und Gnad der Vas seine Kinder nennt, der uns Unwürdigen 254 Von der Gnadenkindschaft Gottes. würdigen aus Huld erlässet alle Himmelszelt, das droben für uns Sündenschuld. steht bereit, zu wohnen da in 2. Dies zwar verstehet nicht die Ewigkeit, da unsre Hoffnung wird Welt, die uns für Gottes Feinde erfüllt und unser sehnend Herz hält, uns hasset, würgt, belegt geſtillt. mit Spott und meint, sie diene darin Gott; denn sie erkennet Gott nicht recht, drum kennt sie auch nicht sein Geschlecht. 9. Ist denn für uns der große Gott, was scheuen wir denn noch den Tod? Ist Gott für uns, der uns losspricht, was fann uns irgend ein Gericht? Wer ist, der uns von Gott abtrennt, da Gott vor Liebe zu uns brennt? 10. So bleibt es, daß Gott unser Freund und wir dann Gottes Kinder sind; und noch ist es erschienen nicht, was wir vor Gottes Angesicht dort werden sein in Ewig-. feit und was uns allda sei bereit't. 11. Doch wissen wirs schon auf heit vergebe nach Barmherzig- der Erd, daß dies gewiß erscheikeit, wie denn ein jedes Gottes- nen werd, daß wir in Gottes find ist seinem Vater gleich Freudenreich sind ihm und seigesinnt. nen Engeln gleich, weil da ein jeder Glaubens- Mann ihn, wie er ist, wird schauen an. 4. So jemand fluchet, fegnen wir und tragen Gott im Beten für, daß er der Feind Unwissen12. Drum, Vater, preifen wir aufs best dich, der du uns dies wissen läßt. Wir bitten, gieb uns deinen Geist, der uns den Weg zum Himmel weist, darauf wir zu dir, Vater, gehn und vor dir ewiglich bestehn. H. G. Neuß. Wel. O, daß ich tausend Zungen. 390. Ich bin ein Mensch von Gottes Gnaden. O süßes Wort, das mich ergößt! Ein Mensch, mit Sünden zwar 7. Der nimmt sich denn auch beladen und doch bei Gott so unser an, wenn unser Mund hoch geschäßt, daß er in seiner nicht beten fann; vertritt uns Guade steht, die über alle Würde auf das allerbest, wenn er die geht. Seufzer hören läßt, die Gott versteht, obgleich der Mund vor ihm sie nicht fann machen fund. 2. Ich bin ein Christ von Gottes Gnaden! In Christo hab ich diesen Ruhm; was will mir Welt und Teufel schaden? Ich bleibe Gottes Eigentum. Durch diese Gnade 3. Indessen kann es schaden nicht, wenn uns die böse Welt anficht; vielmehr gedeiht es uns zu gut, weil wir stehn unter Gottes Hut. Wir rühmen uns auch in der Bein, daß wir des Höchsten Kinder sein. 5. Wenn wir denn also Kreuz und Schmach dem Sohne Gottes tragen nach, so sind wir in ihm angenehm, zu allem guten Werk bequem; wir werden schon in dieser Zeit die Erben wahrer Seligkeit. 6. Dann giebt der Geist das Zeugnis ein, daß wir des Höchsten Kinder sein, durch welches Zeugnis unser Geiſt Gott Abba, lieber Vater, heißt, daß wir in voller Zuversicht zu ihm hintreten an das Licht. 8. Durch ihn verachten wir die Welt und trachten nach dem Von der Gnadenkindschaft Gottes. 255 Gnade nur allein fann ich gerecht und selig sein. bin Christi Schaß und Braut, Christi Auge auf mich schaut. 3. Ich bin ein Kind von Got- 5. Meine Ruh bleibt ungestört, tes Gnaden! Drum schweigt ihr meine Ruhe ewig währt; meine Kinder dieser Welt! Bin ich gleich Lust vergehet nicht; ich komm hier mit Kreuz beladen, so wißt, nimmer ins Gericht. Christus daß Gott es also hält: Die selber ist der Mann, der für mich Kinder, die in Gnaden stehn, hat gnug gethan; keine Plage die müssen durch die Thränen rührt mich an. gehn. 6. Drum bin ich stets wohlge= 4. So bin und bleib ich hier mut, weil mich Christus hat in auf Erden von Gottes Gnaden, Hut und sein Herz mich ewig was ich bin; aus Gnaden wird liebt, ja, weil er sich mir ergiebt. mir dorten werden ein unaus- Auf, mein Geist, und nicht versprechlicher Gewinn. Drum soll weil, Gott, der selbst dein Gut und mir nichts erfreulich sein, als Teil, stets zu lieben für dies Heil. Gottes Gnade nur allein. Mel. Erquicke mich, du Heil der. 392. Ich weiß, ich weiß an Benj. Schmold. Mel. Singen wir aus Herzensgrund. 391. Ich bin Gottes Bild und Ehr, bin sein Kind, was will ich mehr? Christus ist mir anverwandt, ach wie herrlich ist mein Stand. Christus ist mein Schmuck und Kleid hier und dort in Ewigkeit; durch ihn werd ich hoch erfreut. wen ich glaube, ich glaub an Jesum, Gottes Sohn, an Jesum, der mich seine Toube, der mich nennt seine werte Kron, der, der hat mir das Heil er= worben, da er für mich am Kreuz gestorben. 2. Ach, ach, ich habe nun verstanden, was ich in Jesu worden 2. Gott hat mich gerecht gemacht, sei; in Jesu bin ich von den Christus hat mir Heil gebracht; Banden der Sünden und des Gott zürnt nimmermehr mit mir, Satans frei; in ihm bin ich, ich bin selig für und für; Gott hält mich auf seinem Schoß, ich bin Gottes Hausgenoß, mein Siz ist im Himmelsschloß. von Gott betrachtet, so heilig, als er selbst geachtet. 3. In Jesu bin ich schon vollkommen, ich bin ganz ohne 3. Gott verläßt mich nimmer- Schuld und Sünd; in ihm hat mehr; er giebt, was ich nur be- mich Gott angenommen, zu seigehr; alles, was Gott hat, ist nem lieben Gnadenkind; in Jesu mein, Christi Taufe wäscht mich bin ich neu geboren und Gott rein; ich bin Gottes Heiligtum; zum Dienste auserforen. Christus zieret mich mit Ruhm, 4. In Jesu bin ich auch ge= schenkt sich mir zum Eigentum. schaffen zu guten Werken als ein 4. Gottes Liebe wohnt in mir, Christ; in ihm bin ich mit Kraft Gottes Gnad ist mein Panier; und Waffen, zu allem Kampf Christus hat mich auserwählt; wohl ausgerüst; in Jesu bin ich, er hat sich mit mir vermählt, er wenn ich sterbe, ein Siegesfürst hat sich mit mir vertraut; ich und Himmelserbe. 5. D. 256 Von der geistl. Vereinigung mit Gott und Christo. 5. O, was für teure Glaubens- 4. Du bist auch deines Jesu schäße, die ich so lange nicht ge- Braut; hat er sich nicht mit dir wußt, in welchen ich mich nun vertraut und dich selbst schön ge= ergöße, in welchen meine höchste schmücket? Hat er dir nicht des Lust! Wer ist der, der mich Geistes Pfand von seinem Thron will anklagen? Auf Jesum will herabgesandt, damit du unverichs mit ihm wagen. 3. E. Echmidt. rücket stündlich, gründlich mit Mel. Wie schön leucht't uns der. dem Herzen unter Schmerzen ihm 393. Wie groß ist deine anhangest und nach ihm allein Herrlichkeit, o Chri- verlangest? stenmensch, in dieser Zeit und 5. Du stehst, bedenks, mit Gott noch viel mehr dort oben, wenn im Bund; sein Thron ist deines anders, was dein Name heißt, Herzens Grund, darin er Wohdein Wesen und die That beweist nung machet. Aus dir macht er und deine Werk dich loben. Chri- sich einen Ruhm; du bist ſein stus Jesus salbt mit Ole deine bestes Eigentum, darüber er stets Seele; Geistes Gaben machen dich wachet. Was mehr? daß er so hoch erhaben. aus Erbarmen in den Armen dich stets träget und wie eine Mutter heget. 2. Du bist selbst göttlichen Geschlechts, der Kindschaft und des Kinderrechts mit der Natur teil- 6. Wer ist, der alles sagen kann, haftig. Sieh, welche Lieb und was dir für Ehre angethan schon Ehr ist dies! Die Welt hälts hier auf dieser Erde? Ists gleich zwar nicht für gewiß, doch, ob auch noch nicht offenbar, doch sie gleich geschäftig, immer schlim- bleibts gewiß und ewig wahr, mer es zu machen mit dem La- daß du Gott gleich wirst werden. chen und dem Hassen, muß sie Deine reinen Liebesaugen werden dir die Ehre lassen. taugen, Gott zu sehen, wenn du wirst verklärt aufstehen. 3. Du bist ein Priester und Prophet, der vor des Herren 7. O Christenmensch, bedenk den Throne steht und wird von Gott Stand, darin dich Gottes Gnagelehret. Du bist ein König, denhand gesetzt, und deine Würde! dessen Macht weit größer ist, als Rühm deine Höhe jederzeit in man gedacht, ob dich gleich nie- aller deiner Niedrigkeit; trag aber mand ehret. Freilich, heilig und auch die Bürde. Lebe, strebe, so herrlich bist du wahrlich durch daß dein Adel ohne Tadel immer den Glauben, den dir auch kein bleibe, und vor allen Dingen Feind kann rauben. gläube! J. E. Schmidt. 12.( 3) Von der Gnadengemeinschaft mit Gott, wie auch: Von der geistlichen Vermählung mit Christo. Mel. Was Gott thut, das ist. hin mein Herz und Sinnen; 394. Ach Jesu, mein ver- nach Welt und Erde frag ich gnügtes Licht, nimm nicht, ach, laß mich dich gewinnen; Von der geistl. Vereinigung mit Gott und Christo. 257 nen; reiß mich zu dir, o meine| Herzen und zieht sich dennoch Zier; schließ mich und meine nicht zurück; er sieht auf Christi Seele in deine Wundenhöhle. 2. Nichts kann mir sonst erfreulich sein, als deine Liebesflammen; sie lindern mir die größte Bein, Kreuz, Not und Tod zusammen. Heil meine Seel, Immanuel! Nur du bleibst mein Ergößen, du Schaß von allen Schäßen! Schmerzen. 4. Ich öffne dir Herz, Seel und Sinn mit brünstigem Verlangen, dich, meine Ruh und mein Gewinn, recht freudig zu umfangen. 5. Komm, komm und halt dein Abendmahl mit deinem schwachen Stinde, auf daß dein wunderfüßer Strahl mich inniglich entzünde. 6. Dein Manna giebt uns Ses ligkeit vom ewgen Freudenleben, die uns aus jener Ewigkeit zu 3. Lebst du in mir und ich in dir, ei, was fann mir denn schaden? Regiere mich nur für und für in deinen süßen Gnaden; nichts außer dir genüget mir; schmecken wird gegeben. ein Strahl von deiner Sonne, bleibt meine schönste Wonne. 7. Es ist wohl ein verborgner Schaß, doch bringt er Geist und 4. angenehmster Bräutigam, Leben( und läßt den Sünden halt mich bei festem Mute; rosin- feinen Platz), die Andacht zu gefärbtes Liebeslamm, neß mich erheben. mit deinem Blute; entzünde mich, so lieb ich dich; frön mich mit deiner Güte! Herr, höre, was ich bitte! 5. Laß ganz und gar mich deine sein, auch in den größten Schmerzen; vermehre deinen Gnadenschein, pflanz ihn sehr tief im Herzen; ich lebe dir nur für und für; bei dir will ich auch sterben, so kann ich nicht verderben. Benj. Schmold. 8. Go fehrt Gott zu der Seele ein mit allen seinen Gütern und machet seine Kraft gemein den himmlischen Gemütern. 9. Da liegt des Teufels Macht zerstreut, die Welt ist überwunden, es führt des Geistes Freudigkeit die Sündenlust gebunden. 10. Gott zeigt, was zu erwarten sei auf wenig Kreuzesstunden, wenn wir, von diesen Fesseln frei, die Freiheit so gefunden. Mel. Ich dank dir schon durch. 11. Da, da verbindt sich Seel 395. A fomm, du füßer und Gott in recht vertrauter Labsal meiner Seele, bei der du deine Wohnung hast in dieser Jammerhöhle. Herzensgast, du Liebe; was nicht ist göttlich, wird zu Spott vor diesem Himmelstriebe. 12. Wie leicht ist da des Hei2. Rott aus, du teures Glau- lands Joch, wie sanft ist seine benspfand, was nicht dein eigen Bürde! Ach, spricht die Seel, heißet; ach, biet dem Willen doch daß ich jetzt doch ein Himmelsdie Hand, der sich der Welt ent- bürger würde! reißet! 13. Mein Gott, wann ziehſt 3. Es schaut dein holder Gna- du mich zu dir, wann werd ich denblick die Sündengruft im dahin kommen, daß ich dein 17 Ant 258 Von der geistl. Vereinigung mit Gott und Christo. Antlik für und für anschaue mit nach dem Winde drehn, daß der, den Frommen? so voller Zucker war, bald eine 14. Ich glaube doch, ich werde Schlange drauf gebar. sehn das Gut im Freudenhimmel 5. Drum kann mir niemand und dort vor deinem Throne hier verdenken, wenn ich in meistehn nach diesem Weltgetümmel. ner Einsamkeit mich also suche zu 15. Du Geist der Gnade, steh beschränken, daß Gott allein mein bei mir und laß mich ja nicht Herz erfreut. Die Welt ist volfallen; mach meinen Gang gewiß ler Trug und List! Wohl dem, und frei, ach leite mich in allem! der Gott verbunden ist! 16. Ach streite wider meinen 6. Ein Weltkind mag GesellFeind, so kann und werd ich sie schaft suchen; ich liebe Gott in gen, und wenn ers gleich aufs stiller Ruh und sollten mir die ärgste meint, fannst du nicht Neider fluchen, so schließ ich unterliegen. meine Kammer zu und nehme 17. Drum nimm mein Herz dir Gott mit mir hinein, so wird gänzlich ein und stärk es aus der der Neid betrogen sein. Höhe; dann werd ich völlig selig sein, wenn ich dich ewig sehe. Lüder Mence. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. Mit Gott red ich in seinem Worte, und durch sein Wort redt er mit mir. Bet ich an einem stillen Orte, so findet er sich bald zu mir. Brauch ich in meinem Kreuze Rat, er ist, der mich getröstet hat. 396. Allein und doch nicht ganz alleine bin ich in meiner Einsamkeit; denn wenn ich ganz verlassen scheine, vertreibt mir Jesus meine Zeit. Ich bin bei ihm und er bei mir, so ist mirs niemals einsam hier. 8. Mach ich im Stillen meine Sachen, so hat er seine Hand bei mir. Ich mag nun schlafen oder wachen, so stellt er mir sein Bildnis für; auch in dem Traume spielet er, als wenn ich wachend bei ihm wär. 2. Komm ich zur Welt, man redt von Sachen, die nur auf Eitelkeit gericht; da muß sich 9. Wer wollte denn nun nicht lassen der verlachen, der etwas bekennen, daß ich stets in Gefellvon dem Himmel spricht; drum schaft bin? Und will die Welt wünsch ich lieber ganz allein, als mich einsam nennen, so thue fie bei der Welt ohn Gott zu sein. es immerhin; gnug, daß bei mir, 3. Verkehrte können leicht ver- wenn ich allein, Gott und viel fehren, wer greift Pech ohne tausend Engel sein. v. Schmold. kleben an? Wie sollt ich mich Mel. Es ist das Heil uns kommen. dahin begeben, wo man Gott 397. Auf, Seele! Jeſus, Gottes Lamm, hat bald vergessen fann? Gesellschaft, die verdächtig scheint, wird oft mals nach dem Fall beweint. dich zur Braut erwählet! Er hat mit dir als Bräutigam aus 4. Zudem kann sich ein Mensch Gnaden sich vermählet. Er brennt verstellen, wer kann in aller vor Liebe gegen dich; sein feuHerzen sehn? Man sieht oft sches Herze sehnet sich nach keuscher heimliche Gesellen, die sich nur Gegenliebe. 2. Gr Von der geistl. Vereinigung mit Gott und Christo. 259 2. Er liebet nicht auf kurze| meinem Thun betrüben; nimm Zeit; nein, so ist nicht sein Lie- meine Seel und Sinnen ein; laß ben; er will an dir in Ewigkeit mich dir ganz ergeben sein und recht treue Liebe üben. Bleib deine Braut verbleiben. du ihm auch in Liebe treu und unaufhörlich sie erneu; sein Lieben wird nicht wanten. CH.C. Edeling. In eigener Melodie. 398. Riebster Jefu, liebstes 3. Er will sich in Gerechtigkeit Leben, der du bist mit dir nach Wunsch vertrauen; das Gotteslamm, das die Sünde er ist ohn Unterlaß bereit, dich auf sich nahm, dir hab ich mich gnädig anzuschauen; er meinets ganz ergeben;:: dich will ich recht und schenket sich selbst zur den Bräutgam nennen, denn ich Gerechtigkeit, die dich, als dein Gewand, soll fleiden." bin ja deine Braut, die du ewig dir vertraut, nichts:::,: nichts soll unsre Liebe trennen. Selig, selig, selig sind, die zu dem Abendmahl der Hochzeit des Lammes berufen sind:: 2. Laß mich diese Kühnheit üben hier in meinem Christentum, daß nur dieses sei mein Ruhm, daß kein Unfall, fein Betrüben:,: mich durch Schrecken könn abziehen von der Lieb, damit ich dir bin verpflichtet für und für, all,:::: alle Lust der Welt zu fliehen. Selig, selig 2c. 3. Laß durch deine Gnad geschehen, daß mir niemals Öl gebricht; gieb, daß meines Glaubens Licht nimmer mög in mir ausgehen;:;: laß die Lampen sein geschmücket durch Gebet und Wachsamkeit, und daß in der Dunkelheit sie:::,: sie stets scheint und helle blicket. Selig, selig 2. 4. Laß den Schlaf nicht überwinden meine Augen, sondern gieb, daß durch deines Geistes an dir Gnade übet. Ach, Trieb du mich wachend mögeſt 4. Er sucht an dir Barmherzigfeit und Gnade zu beweisen; er giebet, was dein Herz erfreut, will dich mit Manna speisen. Wer ihn nur liebet, hat es gut; er stärkt und labet Sinn und Mut; bei ihm ist lauter Himmel. 5. Du darfst dich seiner Liebesbrunst im Glauben nur vertrauen; du fannst auf seine große Gunst mehr als auf Felsen bauen. Er ist die Wahrheit und das Licht; von Lug und Falschheit weiß er nicht; was er verspricht, geschiehet. 6. Du wirst ihn ernstlich in der Not als deinen Herrn erkennen; auch selbst der schreckensvolle Tod wird dich nicht von ihm trennen. Dann wird er dich zum Himmelssaal als eine Braut zum Hochzeitsmahl geschmückt und herrlich führen. 7. Ach, Seele, liebe wiederum den, der dich herzlich liebet; ergieb dich dem zum Eigentum, der faß ihn tief in deine Brust und laß dich nicht die schnöde Lust der eiteln Welt verleiten. 8. Ach, zünde mich, o Jesu, an, dich inniglich zu lieben; laß mich stets meiden, was dich kann an finden:: und mit herzlichem Verlangen wartend, wenn der Engel ruft hoch von der gestirnten Luft: Auf,:,:,: auf, der Bräutgam kommt gegangen! Selig, selig 2c. 5. Laß mich dir entgegen gehen, 17* wenn 260 Von der geistl. Vereinigung mit Gott und Christo. wenn du mir entgegen kommst, daß du mich zu dir einnimmst, da ich dich soll ewig sehen.:: Jefu, 400. wie felig sind die du wollst mich erneuen, daß bei Seelen, die mit deinem Abendmahl in der Auser- Jesu sich vermählen, die sein wählten Zahl ich:::: ich mich sanfter Liebeswind so gewaltigewig fönn erfreuen. Selig, selig, lich getrieben, daß sie ganz dafelig sind,:,: die zu dem 2c. selbst geblieben, wo sich ihr Geliebter findt. F. W. Petersen. In eigener Melodie, oder: Alles ist an Gottes Segen. Mel. Nicht so traurig, nicht so sehr. 399. Liebster Jefu, was für die bei dieser Leibesbürde sich in 2. Denn wer fasset ihre Würde, ihnen schon befindt? Alle Himmel Müh hast du nicht sind zu wenig für die Seelen, die der auf mich gewandt, eh ich dich je König so vortrefflich hat entzündt. hab erkannt; bist gelaufen spät 3. Wenn die Seraphim sich und früh, zu erretten aus der Pein decken und vor seiner Macht ermich, dein armes Schäfelein. schrecken, wird er dort von sei 2. Du hast deine Herrlichkeit, ner Braut in der wundervollen deine Hoheit, deine Pracht mir Krone auf dem gloriosen Throne zu gute selbst veracht; wolltest ohne Decke angeschaut. arm sein in der Zeit, gabst dich selbst in Hohn und Spott, mir zu helfen aus der Not. 4. Sonst erfreut man sich mit gittern und bedienet mit Er schüttern dieses Königs Heilig3. Du verließest deinen Thron feit; aber wer mit ihm vertrauet, und das ewge Königreich, wurdest wird, wenn er sein Antlig schauet, einem Hirten gleich, daß du möch- dort gar sanftiglich erfreut. test als zum Lohn meine Seele 5. Wenn Jehovah man genennehmen hin dir zu einer Stönigin.net, wird nichts Höhers mehr er4. Über dieses ist bekannt, wie kennet, als die Herrlichkeit der du durch den bittern Tod willig Braut; sie wird mit dem höchsten übergabeft Gott deine Seel zum Wesen, das sie sich zur Lust erlesen, Unterpfand, daß ich dir als eine gar zu einem Geist vertraut. Braut würd in Ewigkeit vertraut. 6. Sie ist edler als Karfunkel; 5. Weil denn alles dies ge- Diamanten sind zu dunkel vor schehn, süßer Jesu, und du mich dem Glanz der Herrlichkeit, der mehr geliebet hast als dich: ei, sie durch und durch erfüllet, der so laß doch mich auch sehn diesen wie Ströme aus ihr quillet, der hochgewünschten Tag, da ich es die Königin erfreut. genießen mag. 7. Drum, wer wollte sonst was lieben und sich nicht beständig 6. Laß mich in dein Reich hinein; laß mich hören deinen Gruß: üben, dieses Königs Braut zu laß mich schmecken deinen Kuß; sein? Muß man gleich dabei laß mich, Liebster, ewig sein viel leiden, sich von allen Dindeine nächste Dienerin, deine gen scheiden, bringts ein Tag Braut und Königin. doch wieder ein. Joh. Scheffler. 8. Schenke, Herr, auf meine Bitte Von der geistl. Vereinigung mit Gott und Christo. 261 Mel. Nun danfet alle Gott. 402. Mie freuet fich mein Herz, wie freut sich Bitte mir ein himmlisches Ge- lich, weil ich bin in Jesu selig; ich müte, einen föniglichen Geist, bin sein und er ist mein. Singen, mich als dir verlobt zu tragen, springen, jubilieren und in Jesu allem freudig abzusagen, was triumphieren soll nur mein Genur Welt und irdisch heißt. schäfte sein. 9. So will ich mich selbst nicht achten; sollte gleich der Leib verschmachten, bleib ich Jesu doch getreu. Sollt ich keinen Trost er Leib und Seele, mein Jesu, über blicken, will ich mich damit er- dich; mein Geist aus seiner Höhle quicken, daß ich meines Jesu sei. sich schwinget hoch empor, zu 10. Ohne Fühlen will ich trauen, preisen früh und spat, was deine bis die Zeit kommt, ihn zu große Lieb an mir erwiesen hat. schauen, bis er sich zu mir gesellt, 2. Du hast, o Jesu, dich mit bis ich werd in seinen Armen in mir aus lauter Liebe in Ewiggar süßer Lieb erwarmen und feit verlobt. Was ists, das mich er mit mir Hochzeit hält. betrübe, weil du mich so erfreuſt? Ich bin nun, Jesu, dein und du bist gänzlich mein, wie kann ich traurig sein? D. Chr. Fr. Richter. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 401. Weil ich meinen Se an 3. Nun kann und will ich dich für meinen Schaß erkennen, dich meinen Bräutigam, mein Ein und Alles nennen, ja, meine Lust und Freud. Ich nehm von deiner Hand den Geist im Glauben an zum wahren Unterpfand. 2. Wo ich size, wo ich stehe, wo ich liege, wo ich gehe, weicht 4. Du bist schön überall und mein Jesus nicht von mir. Er voller Lieblichkeiten, holdselig, ist mir stets an der Seiten, will mächtig, reich und treu zu allen mich überall begleiten; ich bin Zeiten; du hast von Ewigkeit seine Lust und Zier. sum habe und seiner Brust mich labe, fürcht ich keine Not und Bein. Wer ihn liebet, wer ihn fennet, wer weiß, wie sein Herze brennet, der kann niemals traurig sein. mich dir erwählt zur Braut und dir durch deinen Tod im Glauben mich vertraut. 3. Er hat mich zur Braut erforen. Eh ich sollte sein verloren, müßt zergehn die ganze 5. Du wäschest mich ganz rein Welt. Ach, was ist, das mich mit deinem Gottesblute; und betrübet? Da mich der so hochge- deine Heiligkeit fommt gänzlich liebet, der ja alles trägt und hält. mir zu gute zu meiner Zierd und 4. Er hat sich mit mir verbun- Schmuck. Du ziehst mich selber den, nichts wird in der Welt ge- an mit einem weißen Kleid, das funden, das ihn von mir trennen dir gefallen kann. kann. Er, mein Bräutgam und 6. Ich bin ein Geist mit dir, mein König, achtet sonsten al- ich will fest an dir hangen, als les wenig; er nimmt sich stets meinem Fleisch und Bein; ich will dich stets umfangen mit ungefärbter Lieb. O herrlicher Gemeiner an. 5. Darum fröhlich, immer fröhwini, 262 Von der geistl. Vereinigung mit Gott und Christo. winn, daß göttlicher Natur ich nun teilhaftig bin! besessen; lieblich, freundlich, schön und herrlich, groß und ehrlich, reich an Gaben, hoch und sehr prächtig erhaben. 7. Der wahre Glaub allein kann mich mit dir verbinden; die Liebe will der Geist je mehr und mehr entzünden; die Hoffnung bleibt gewiß, und unverrückt die Treu, auf daß der heilge Bund fest und beständig sei. 2. Ei, meine Perl, du werte Kron, wahr'r Gottes und Marien Sohn, ein hochgeborner König! Mein Herz heißt dich ein Lilium, dein süßes Evangelium ist lauter 8. Du wirst mich auch gewiß Milch und Honig. Ei, mein zur Hochzeit bald heimführen in Blümlein, Hosianna, himmlisch deines Vaters Haus. Da wirst Manna, das wir essen, deiner du mich recht zieren mit deinem kann ich nicht vergessen. Himmelsschmuck und in vollkommner Freud mit dir mich sättigen in alle Ewigkeit. 3. Gieß sehr tief in mein Herz hinein, o du mein Herr und Gott allein, die Flamme deiner Liebe; daß ich in dir nur immer bleib und mich kein Zufall von dir 9. Drum ist mein Mut und Sinn mit Himmelslust erfüllet; die Freud je mehr und mehr treib, nichts fränke, noch betrübe. in Mund und Herzen quillet, 3n dir laß mir ohn Aufhören wenn ich dies recht bedenk. Ich sich vermehren Lieb und Freude, muß auch deinen Ruhm erzäh- daß der Tod uns selbst nicht scheide. len fort und fort, o, du mein Eigentum! 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, wenn du mit dei10. Laß nur, mein Bräutigam, nem Angesicht mich freundlich dir dieses schlechte Lallen, das thust anblicken. Herr Jesu, ich in Schwachheit thu, in Gna- mein trautes Gut! Dein Wort, den wohl gefallen; dort soll es dein Geist, dein Leib und Blut besser gehn! Dann fällt die mich inniglich erquicken. Nimm Schwachheit hin, wenn ich nun mich freundlich in dein Arme, völliglich mit dir vereinigt bin. daß ich warme werd von Gna11. Indes gieb, Jesu, doch, ja, den. Auf dein Wort komm ich du wirst Gnade geben, daß ich, geladen. als deine Braut, beständig möge 5. Herr, Gott Vater, mein starleben rein, heilig, unbefleckt, ohn| ker Held, du hast mich ewig vor alle Lieb der Welt, bis du mich der Welt in deinem Sohn gelies zu dir holst in jenes Freudenzelt. bet; dein Sohn hat mich ihm Cyriacus Günther. selbst vertraut; er ist mein Schaß, Mel. Wie schön leucht uns ter M. ich bin sein Braut, sehr hoch in 403. Wie schön leuchtet der ihm erfreuet. Gia, eia! HimmMorgenstern, voll lisch Leben wird er geben mir Gnad und Wahrheit von dem dort oben; ewig soll mein Herr Herrn, die süße Wurzel Jesse! ihn loben. Du Sohn Davids aus Jakobs 6. 3wingt die Saiten in Ci Stamm, mein König und mein thara, und laßt die süße Musika Bräutigam, hast mir mein Herz ganz freudenreich erschallen, daß ich Von dem Frieden Gottes. 263 ich möge mit Jefulein, dem wun- und O, der Anfang und das derschönen Bräutgam mein, in Ende. Er wird mich doch zu fteter Liebe wallen. Singet, seinem Preis aufnehmen in das springet, jubilieret, triumphieret, Paradeis, des klopf ich in die dankt dem Herren! Groß ist der Hände. Amen, Amen! Komm König der Ehren! du schöne Freudenkrone, bleib nicht lange! Deiner wart ich mit 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, daß mein Schaß ist das A Verlangen! D. P. Nicolai. 13.( 4) Von dem Frieden Gottes und der Freude in dem heiligen Geiste. In eigener Melodie. Kraft ge= nie an deiner 404. Du bist ja, Jesu, meine bricht. Nun hast du mich ja anFreude, warum ist genommen, als ich bin flehend denn mein Herz betrübt? Kann zu dir kommen; es hats mein denn die Freud auch bei dem Herz ja wohl gespürt, als es dein Leide sein in dem Herzen, das Gnadenblick gerührt. dich liebt? Ach ja, mein Jesu, 5. Weil ich denn nun an deiwenn ich übe mein Herz in deinem Leibe ein Glied, wiewohl ner süßen Liebe, so zeigt sich unwürdig, bin, so gieb, daß ich folche Freud oft an, die feine stets in dir bleibe und in mir Zung aussprechen kann. habe deinen Sinn. Laß mich 2. Weil aber noch nicht ganz nicht andre Helfer suchen; laß gedämpfet in mir mein böses falsche Lüste mich verfluchen; beFleisch und Blut und noch der sige du mein Herz allein; dein Geist dawider kämpfet, wird oft Leben laß mein Leben sein. dadurch gefränkt der Mut. Drum 6. Gieb, daß ich mich in dir nah ich mich zu dir mit Flehen; stets freue, weil dein Herz mich mein Heil, laß Hilfe mir gesche- beständig liebt, doch auch dabei hen und stärke mich in diesem fein Leiden scheue, als welches Streit, daß ich mög überwin- meinen Glauben übt und macht, daß ich viel stärker ringe und 3. Du hast, o Held, mich über immer näher in dich dringe, bis wunden; gieb mir auch Über- endlich nach besiegter Bein in windungskraft, und laß mich in mir wird lauter Freude sein. den Kampfesstunden erfahren, den weit. Christ. Koitsch. was dein Leiden schafft, dadurch Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. du alles haft besieget, daß unter 405. Edle Luft, die Jesus deinen Füßen lieget Welt, Sünde, giebt, voller Leben, Teufel, Höll und Tod; nun mach voll Vergnügen; ach, wer dieſe sie auch an mir zum Spott! 4. Ich trau allein auf deine Gnade, die mir dein teures Wort verspricht. Es sagt, daß nichts den Deinen schade, weils Neigung liebt, ist schon himmelan gestiegen, und genießt an Jesu Brust lauter stille Liebeslust. 2. Jeder Mensch sucht seine Ruh; ach, wie selten wird sie funden! 264 Von dem Frieden Gottes. den! Nirgends komm ich sonst löser thut dir Guts; laß dein dazu, als in meines Jesu Wun- Trauern, laß dein Weinen; Gott den; keine Ruh kann süßer sein läßt für dich Gnade scheinen; du und befreit von aller Bein. bist frei und sollst stets sein bei ihm, deinem Jefulein. 3. Nehmt mir alle Freude hin; jaget mich in ferne Wüsten; gebt 2. 3war, dich drücken deine Sünmir Gift für Medizin, und tränkt den und das angeerbte Gift; niemich an Gallenbrüsten; nichts mand konnte dich verbinden; kommt mir betrübet für, denn mein Jesus ist bei mir. Angst, die nur Verzweiflung stift, Centnerlast hat dich betreten; niemand konnte dich erretten; doch dein Jesus heilte dich und nahm 4. Aus den Thränen macht er Wein; von den Dornen bricht er Feigen; oft muß sich der Son- selbst die Straf auf sich. nenschein noch im größten Donner zeigen. Seine linke Hand erquickt, ob mich gleich die rechte drückt. 3. Dein verdammliches Verbrechen sollte Teufel, Höll und Tod unaufhörlich an dir rächen. Jefus aber nimmt die Not, die dich 5. Meine Hoffnung muß zulegt ewig sollte drücken, selber auf Mandeln von den Disteln lesen; sein Haupt und Rücken, leidet er verleßet und ergößt; recht ver- Trübsal, Tod und Pein, daß du fehrt ist oft sein Wesen; folgt mögest sicher sein. man aber mit Geduld, erntet man viel tausend Huld. 4. Gottes Eifer, Grimm und Toben, so dein Frevel hat erregt, wird von dir hinweg gehoben und auf Gottes Sohn gelegt, der dich läßt nach seinem Willen nun mit Gnad und Segen füllen, der dir volle Gnüge schenkt, sich mit Gall und Myrrhen tränft. 5. Gottes Kind auf seinen Rei6. Laß, mein Herze, Jesum nicht, der dich kann mit Wollust fleis den; giebt die Welt ein scheel Gesicht, er will dich auf Rosen weiden. Blicke, die auf Jesum gehn, o wie sind sie doch so schön! 7. Himmelstau erquicket mich, red ich nur von seiner Liebe; sen, die es blos für dich gethan, nenn ich ihn, er meldet sich, er mußte Not und Unfall speisen, macht lichte, was war trübe. wie mans kaum erdenken kann, Voller Leben ist mir er, ob ich nur damit an seinem Tische sich auch im Grabe wär. dein Geist und Seel erfrische, da aus süßer Liebesglut er dich speist mit Leib und Blut. 8. Nun, so hab und halt ich ihn, keine Bein treibt mich zurücke; o, wenn ich bei Jesu bin, lach ich 6. Ja, er stillt der Hölle Flunur der Todesstricke. Hier bei ten, die gerechter Grimm erregt; Jesu wird gewiß aus der Höll durch sein Leiden, durch sein ein Paradies. Benj. Schmolc. Bluten wird des Vaters Sinn Mel. Alle Menschen müssen sterben. bewegt, daß er um des Sohnes 406. Freudig! ängstliches willen nicht will seine Rach erGewissen, sei ver- füllen, die dein Abfall wohl vergnügt und guten Muts. Satans dient; so wirst du mit Gott Handschrift ist zerrissen; dein Er- verfühnt. 7. Treu Von dem Frieden Gottes. 265 7. Treuster Jesu, Trost und da ist droben bei Christo, erLeben, meiner Seele bestes Teil, wähle; verleugne dich selbst und du bist, der mir Ruh gegeben, den irdischen Lauf; nimm auf der mein ganz verlornes Heil dich das sanfte Joch Christi hiesamt dem Segen wieder brachte; nieden, so findest du Ruhe und hilf, daß ich nichts höher achte, göttlichen Frieden. weder hier, noch ewig dort, als dich, meinen Schuß und Hort. 3. Nahm doch der Mittler des Friedens viel Schmerzen von 8. Nimm mein Alles, was ich wegen des Vaters Versöhnung habe, zur Vergeltung deiner Treu; auf sich. Nimm dies, o Seele, ists doch dein Geschenk und Gabe! recht fleißig zu Herzen und siehe, Billig, daß ich dankbar sei! was thut wohl dein Jesus für Richte Geist, Sinn und Gemüte auf den Reichtum deiner Güte, daß sonst nichts als deine Treu, mir stets im Gedächtnis sei. 4. Nun, dafür bist du ihm ewig 9. Tilge meiner Sünden Men- verbunden; du sollst dafür gänzge; hilf, daß mich kein schneller lich sein Eigentum sein, weil er Fall, fein Verderb noch Anstoß die ewge Erlösung erfunden, und dränge, sondern laß mich überall schließt dich im Gnaden- und stets in deinen Wegen bleiben; Friedensbund ein. laß mich mein Verlangen treiben nur zu dem, was dir gefällt und mich dir zu Dienst erhält. Drum siehe, daß du dich ihm gänzlich ergiebest und immer beständig von Herzen ihn liebeſt. dich? Er bringet mit seinem Blut Friede zuwege und machet, daß alle Unruhe sich lege. 10. Herr, ich will für diese 5. Siehe, von allen, die BunGüte, für so teure Gnad und desgenossen, erfordert er herzHuld mit höchst dankbarem Ge- liche Liebe und Treu; darum müte mein Vermögen, meine sollst du von dir alles ausstoßen, Schuld, dir, mein Heiland, gern abtragen und dir Lob und Dant stets sagen. Du sollst ewig, ewig sein mein herzliebstes Jesulein! was da ist von feindlicher Gegenpartei; Welt, Teufel und Sünde, die mußt du nicht leiden, was Jesu zuwider ist, fliehen und meiden. Joh. Rist. In eigener Melodie. 407. Friede, ach Friede, ach 6. Weislich und fleißig mußt du dich entschlagen der bösen Gegöttlicher Friede! sellschaft und fündlichen Rott, zum Vater durch Christum im welche den weltlichen Lüsten nachheiligen Geist, welcher der From- jagen, nicht fürchten und lieben men Herz, Sinn und Gemüte in den heiligen Gott; denn die sich Christo zum ewigen Leben auf- zu solchen Gottlosen gesellen, die schließt: den sollen die gläubigen fahren mit ihnen hinunter zur Seelen erlangen, die alles ver- Höllen. leugnen und Jesu anhangen. 7. Küchlein, die folgen alleine 2. Richte deswegen, friedlie- der Henne, sie schreien und laubende Seele, dein Herze im fen den Raben nicht nach; also Glauben zu Jesu hinauf; was auch, Seele, zu Jesu dich wende, dich 266 Von dem Frieden Gottes. dich aller Gemeinschaft der Bö- heit und stillet mein Gewissen; sen entschlag; so wird auch dein den Frieden giebt er mir zur Beut, Heiland sein Stüchlein beschirmen, zum Schild und sanften Kissen. wenn auf dich Welt, Teufel und Hölle losstürmen. 4. Hab Dank; o Jesu, Gottes Sohn, du Friedenswiederbringer, 8. Liebe und übe, was Jesus daß du herab von deinem Thron dich lehret, und was er dir faget, bist kommen als Bezwinger von dasselbige thu; hasse und lasse, allem, was den Frieden stört; was sein Wort verwehret, so ach laß mein Herz doch werden findest du Frieden und ewige zum Tempel, da der Fried einRuh; denn selig, die also sich fehrt; sei selbst mein Fried auf Jesu ergeben und gläubig und Erden. heilig nach seinem Wort leben. In eigener Melodie. mich 9. Jesu, du Herzog der Frie- 409. Ich bin vergnügt, weil densheerscharen, o König von Salem! Ach zieh uns nach dir, liebt, der sich mit meiner Seele daß wir den Friedensbund treu- fest verbunden. Gott ists allein, lich bewahren, im Wege des Frie- dem sich mein Herz ergiebt, bei dens dir folgen allhier; ach laß dem ich stets den besten Trost uns doch deinen Geist fräftig gefunden; denn so bin ich, wenn regieren und dir nach im Frie- Gott im Herzen liegt, in Gott den zum Vater hinführen. vergnügt. Barth. Craffelius. Mel. Was mein Gott will, das. 408. Ich bin getroft und freue mich, weil ich Jesum gefunden; ich lieg und schlafe sicherlich in seinem Schoß und Wunden. Dies ist der Ort, allwo mich nicht Sünd, Tod und Hölle schrecket, weil mir in Christo nichts gebricht und seine Macht mich decket. 2. Er spricht zu mir: Ich bin ganz dein, und du bist mein hinwieder; ich mache dich frei aller Pein, drum singe Friedenslieder. Ich fülle dich mit meiner Freud und kröne dich mit Wonne; ich gebe mich dir selbst zum Kleid; du bist schön wie die Sonne. 2. Ich bin vergnügt! Gott ist das höchste Gut; drum will ich eifrig nach demselben streben; ich weiß auch wohl, was er mir Gutes thut und was er mir von Jugend auf gegeben. Drum bin ich stets, weil alles wohl gefügt, in Gott vergnügt. 3. Ich bin vergnügt! Mein Herze wallet schon, so oft es Gottes Liebe recht bedenket. Ich hal in Pfand, das ist sein lieber Suhn, den hat er mir und aller Welt geschenfet; sein Geist macht uns, weil er im Herzen liegt, in Gott vergnügt. 4. Ich bin vergnügt! Gott giebt dem Herzen Trost, wenn Satan, Tod und Hölle mich bekriegen; 3. Wer will mich nun aus der stolze Feind ist grimmig und Christi Huld verstoßen und ver- erboßt, allein Gott lässet mich treiben? Wer mir beimisset eine nicht unterliegen; drum bleib ich Schuld, dem halt ich vor sein Lei- doch, weil Jesus mit mir siegt, den. Dies stellet mich in Sicher- in Gott vergnügt. 5. Ich Von dem Frieden Gottes. 267 5. Ich bin vergnügt! Die Welt Da bin ich recht, wenn alle Not verfolget mich, die Feinde treten besiegt, in Gott vergnügt. wider mich zusammen; die Macht 11. Sch bin vergnügt, und also ist groß, denn sie verbinden sich sterb ich gern, so bald mich Jesus und wollen mich vertilgen und heißt von hinnen scheiden: Ach verdammen; allein ich bin, wenn hilf mir, Gott; sei doch von mir alles mich bekriegt, in Gott ver- nicht fern; verseze mich in deine gnügt. Himmelsfreuden; da bleib ich stets, wenn sichs so wohl gefügt, in Gott vergnügt. 6. Ich bin vergnügt! Die Welt verleumdet mich; doch wohl, es ist den Lügnern nicht gelungen. Ich bin getrost und trau, o Gott, auf dich, der stürzet doch zuletzt die Lästerzungen; das heißt: Ich bin, wenn mich die Welt belügt, in Gott vergnügt. 12. Ich bin vergnügt! Mein Herze hat den Herrn; drum frag ich nichts nach Himmel und nach Erde. Wo Jesus ist, da bin und bleib ich gern, bei ihm muß auch die Hölle Himmel werden. Drum bin ich doch, weil sichs nun also fügt, in Gott vergnügt. 7. Ich bin vergnügt, wenn mich das Kreuz betrifft. Gott will mich dadurch prüfen und probieren; ich halts auch aus, weils doch viel Gutes stift't, Gott läßt mich seinen Trost im Kreuze spüren; und so bin ich, wenn alles fracht und biegt, in Gott vergnügt. 13. Ich bin vergnügt, wenn Leib und Seel verschmacht, denn Je= sus bleibt der beste Trost im Sterben; er ist mein Teil, das Gott mir zugedacht, drum kann ich in dem Tode nicht verderben; auch dort bin ich, wenn alle Not besiegt, in Gott vergnügt. 8. Ich bin vergnügt! Gott gies bet Stärk und Mut; an diesem will ich meine Freude haben, wenn 14. Ich bin vergnügt! Das ist mir die Welt gleich viel zuwider und bleibt mein Schluß. Ach, thut. Gott weiß mich schon mit Gott, erhalte mich in diesen Hilf und Trost zu laben; mich Schranken. Was frag ich viel nach macht sein Wort, das niemals Schaden und Verdruß? Ich halte fehlt und lügt, in Gott vergnügt. Jesum doch fest in Gedanken. 9. Ich bin vergnügt! Gott blei- So bin ich recht, wenn er im bet meine Zier; mit dem ich mich Herzen liegt, in Gott vergnügt. verlobet und verbunden, der lieIn eigener Melodie. bet mich, und dieſen wünsch ich 410. Jesu, o du Trost der mir; der segnet mir die Jahre, Seelen, der in Zeit und Stunden; und so bin den lieben Höhlen deiner Wunich, weil der mein Glücke fügt, in Gott vergnügt. den haft zur Ruh mich, geängstet, laffen kommen und mich freund10. Ich bin vergnügt! Was lich aufgenommen, gieb doch dieschadet mir der Tod? Ich kann ses auch dazu, daß mich niemand doch fröhlich und recht selig ster- hier vertreibe, daß ich ewig dein ben; mein Jesus hilft auch in der verbleibe. letzten Not und macht mich nach der Angst zum Himmelserben. 2. Herr, in diesen deinen Wunden hab ich jego schon gefunden all 268 Von dem Frieden Gottes. all erwünschte Sicherheit; wonach 8. Hier alleine lieg ich warme ich schon längst gestanden, ist in des Allerliebsten Arme; ja ich nun alles hier vorhanden. Ach, lieg an seiner Brust. Da will möcht ich denn allezeit dieses ed- ich den Durst recht stillen und len Guts genießen und mich mit Süßigkeit mich füllen, die gänzlich hier einschließen. der Welt noch unbewußt. Aller 3. Niemals hast du je vertrie- Wein mag nichts erlaben, wo ben, der gern wäre da geblieben; ich Jesu Blut kann haben. Herr, jetzt fängst du es nicht an! 9. Dieses hat mich neu geboDu hast selbst mich hingeführet, ren, da ich vorhin war verloren weil ich nicht, wie sichs gebühret, und verloren blieben wär. Dieohne Leiter kommen fann; soll ses fann mich recht erlaben; dietest du denn nun ablassen, bei ses schenkt mir Himmelsgaben, der Hand mich noch zu fassen? daraus kommt Vergebung her. Dieses kann allein erquicken und mich ewig wohl beglücken. 4. 3war ich weiß es und empfinde, daß die angeborne Sünde täglich darauf ist bedacht, daß sie 10. Jesu, wohl! Ich bin vermich darnieder fälle, und ich Ar- gnüget. Alle andre Wollust trümer in die Hölle werde endlich get, aber diese hat Bestand; denn hingebracht; aber, Jesu, Herr daß sie sich ewig schreibet und der Ehren, du wirst deinen Fein- ohn Ende bei uns bleiber, machet den wehren! deine milde Hand, die nicht höret auf zu schenken und mit Freudenwein zu tränken. 5. Was ich bin, ist deine Güte. Ach, so bitt ich denn: Behüte, den du aufgenommen hast. Hältst du mich in deinen Händen, so kann mich nichts mehr abwenden, denn so find ich Ruh und Nast. Du kannst mich allein bewahren vor der Menge der Gefahren. 11. Süßer Trant, o Wein des Lebens, den ich trinke nie vergebens, du bist überhimmlisch süß. Ach, laß mich so trunken werden, daß ich nicht mehr auf der Erden, sondern droben dein genieß; 6. Gute Nacht, ihr Weltpaläste, denn ich fann alleine drobent die ihr dennoch eure Gäste nicht deine Süßigkeit recht loben. vollkommen selig macht, die ihr 12. Unterdessen dennoch preise noch mit Angst gefüllet, niemals ich zwar noch auf schwache Weiſe das Verlangen stillet, nun geb meines Jesu Freundlichkeit, der ich euch gute Nacht. Ich hab mich also heißen kommen und den Palast gefunden in des Her- mich liebreich aufgenommen, der ren Jesu Wunden. die Wohnung mir bereit't; der mich also liebreich tränket, ja, der mir sich selber schenket. 7. Will zur Linken oder Rechten mich vielleicht der Feind anfechten, bin ich in der Festung frei. 13. Wer will meiner Zunge Hab ich selbst mich wund geschla- wehren, dich, Herr Jesu, schön gen oder will mich Krankheit zu ehren, ob es wohl gelallet plagen, ist sie auch die Arzenei. ist? Meinen Heiland soll ich Sucht der Tod mich hinzugeben, loben; ewig sei dein Ruhm erthut er doch nichts diesem Leben. hoben, mein Erlöser, Jesu Christ! Fürst Von dem Frieden Gottes. 269 Fürst des Himmels! Herr der 5. Wenn die Sünden mich verErden, dem nichts gleich genannt giften und im Herzen Unruh stifmag werden! ten, eile ich nach Jesu zu und ergreife seine Ruh. Dorten kann ich trotz der Höllen mein Gemüt zufrieden stellen, und für die Gewissenspein nehm ich süße Ruhe ein. Mel. Herr, nicht schicke deine R. 411. Jesu, Ruhe meiner See6. Muß ich gleich auf Erden leiden und entblößt sein aller Freuden, muß ich gleich im Finstern stehn und fein Licht und Stern mehr sehn: trag ich dennoch alle Schmerzen mit Geduld len, laß mich deine und stillem Herzen; denn ich Ruh erwählen, wenn die Misse- weiß, ich trage doch meines Jesu that ihr Spiel in der Unruh sanftes Joch. zeigen will; denn du bleibest 7. Nun, ich will die Welt vermein Ergößen, und ich kann mich fluchen und hingegen Christum selig schäßen, wenn mein Geist suchen, welchen meine Seele liebt, in deinem Blut und in deinen weil er solche Ruhe giebt. Ich Wunden ruht. will ihn ins Herze fassen, durch den Glauben ihn nicht lassen, weil er mich die rechte Bahn zut der Ruhe führen kann. 700 14. Herr, es werd in allen Zungen dein unendlich Lob befungen; es erschall bei jedermann! Obgleich alles ist zu wenig, was von dir, o Himmelskönig, Menschenzunge rühmen faun, gleichwohl wird dir noch gefallen, was wir, deine Stinder, lallen. Ph. I. Spener. 2. Deine Ruhe bringet Gaben, welche Seel und Herze laben; deine Ruh ist meine Stost und ein füßer Freudenmost, und bei dir, du Seelenweide, findet man ge= wünschte Freude, Heil und Friede in dem Geist und was nur erfreulich heißt. 8. Nun, so komme denn mein Leben! Deinen Frieden wollst du geben! Laß mich nicht in fteter Bein und Gewissensunruh sein. Führ, ach führe meine Seele hin in deine Seitenhöhle und bereite mir die Ruh in dem ewgen LeLudw. Andr. Gotter. 3. Ach, was fann auf dieser Erde doch für Ruh gefunden werden? Arbeit, Schmerz und ben zu. Herzeleid ist der Menschen Lebenszeit. Auf der Welt ist alles In eigener Melodie. bitter und bei stetem Ungewitter 412. Jesu, meine Sonne, wird der Menschen Ruh und aller Frommen WonRaft eine centnerschwere Laſt. ne! Was für Freude muß es 4. Aber deine Ruh ist süße, und, sein, wenn du kommst ins Herz sobald ich sie genieße, weicht aus hinein. meinem trüben Sinn Unruh, Last 2. Du erleuchtst die Blinden, und Unmut hin. Ja, wenn ich machst die Nacht verschwinden, in deinen Wunden habe Trost und Ruh gefunden, hab ich dein erworben Heil und das allerbeste Teil. bringest dem Gewissen Ruh, giebst ihm wahren Trost dazu. 3. Die betrübte Seele jauchzt in ihrer Höhle; denn du tränfft fie 270 Von dem Frieden Gottes. fie wie ein Strom, machst sie sus mit den Schäßen mich erheilig, satt und fromm. gößen, die bestehen, wenn die Weltlust muß vergehen. 4. Alle Kräft und Sinnen werden deiner innen; auch die Glieder jauchzen schier vor Frohlocken über dir. 4. Wer Jesum fest im Glauben hält, der hat die Kraft der andern Welt hier allbereit zu 5. Deine Liebesküsse sind wie schmecken. Pflegt Jesus gleich Zucker süße. Dein Geruch ist zu mancher Zeit bei großer gänzlich gleich Gott und seinem Herzenstraurigkeit sein Antlig Himmelreich. verdecken: ist doch sein Joch sanft und feiner, als wenn einer denn mir ist schon bange, und auf dem Bette dieser Welt zu 3 6. Ach, verzieh nicht lange, mein Herze sehnet sich, dich zu schlafen hätte. haben ewiglich. 5. So weiß ich auch aus deinem Wort, daß du dich, liebſter mich zwar laben; aber keine, Seelenhort, nicht ewiglich ver7. Alle deinte Gaben können Jesu Christ, schmeckt mir, wie du selber biſt. steckest; du thust vor mir die Augen zu, auf daß du desto größre Ruh hernach in mir erweckeſt, Mel. Wie schön leucht't uns der M. 413. Mein Jefu, füße See- wenn ich treulich als ein Rebe lenlust, mir ist an dir flebe, auch im Leide, nicht nichts außer dir bewußt, wenn nur in der süßen Freude. du mein Herz erquickest; dieweil 6. Derhalben soll mich keine dein Kuß so lieblich ist, daß man Not, mein Jesu, wär es auch auch seiner selbst vergißt, wenn der Tod, von deinem Dienst abdu den Geist entzückest, daß ich schrecken. Ich weiß, daß mich in dich aus dem Triebe reiner dein Herze liebt; darum so geh Liebe von der Erde über mich ich unbetrübt mit dir durch Dorn gezogen werde. und Hecken. Plage, schlage, ich 2. Was hatt ich doch für Trost bin stille; ists dein Wille mich und Licht, als ich dein holdes zu fränken: du wirst meiner doch Angesicht, mein Jesu, noch nicht gedenken. fannte? Wie blind und thöricht 7. Und sollt ich auch, mein Hort, ging ich hin, da mein verkehrter in mir dein süßes Manna nich Fleischessinn von Weltbegierden allhier in dieser Welt empfinden, brannte, bis mir von dir Licht so will ich doch zufrieden sein, und Leben ward gegeben, dich und werde deinen Gnadenschein zu kennen, herzlich gegen dich zu in jenem Leben finden, da man brennen. stets kann, sich zu laben, Jesum haben, stets erblicken und ihn in die Arme drücken. 3. Die arme Welt hat zwar den Schein, als wär ihr schlechtes Fröhlichsein ein herrliches 8. Allein, du holder MenschenVergnügen; allein, wie eilend sohn, ich kenne deine Liebe schon, gehts vorbei! Da sieht man, daß wenn uns die Dornen stechen. Dein es Blendwerk sei, wodurch wir Herz, das mich in Trauern segt une betrügen. Drum muß Je- und sich verschließt, muß doch zut= Von dem Frieden Gottes. 271 zuletzt von lauter Liebe brechen. Welt, so laß du auf allen Seiten Drum füllt und quilt in mein um mich sein dein Friedenszelt, Herze nach dem Schmerze deine so will ich in stiller Seelen allSüße, die ich schon allhier genieße. zeit deinen Ruhm erzählen. J. E. Schmidt. Seel recht Ich weiß 9. Du labest mich mit Freudenöl, so daß sich öfters Leib und inniglich erfreuen. 415. wohl, daß du mich betrübst; ich weiß auch, was du denen giebst, die sich davor nicht scheuen. Drum gieb den Trieb, unabwendig und beständig treu zu bleiben und recht fest an dich zu gläuben. 10. Der Glaub ist eine starke Hand und hält dich als ein festes Band; ach stärke meinen Glauben! Im Glauben kann dich niemand mir; im Glauben kann mich niemand dir, o starker Jesu, rauben, weil ich fröhlich Welt und Drachen kann verlachen und die Sünden durch den Glauben überwinden. Joachim Neander. Mel. Ich will dich lieben. Jefu, wahrer Arzt der Seelen, ich schaue dich im Glauben an und will nur deinen Ruhm erzählen, denn du hast mir viel Guts gethan. In dir allein besteht mein Heil; dein Nam ist meiner Seele Teil. 2. Du hast mein Elend angesehen, zu mir gefehrt dein Angeficht; du hast erhört mein sehnlich Flehen und mein Geschrei verachtet nicht; du wäschest meine Sünden ab und scharrest sie ins finstre Grab. 3. Ich sahe an mir nichts als Jammer; der Sünden Aussag plagte mich; ich klopfte mit dem Glaubenshammer vor deiner Mel. Unser Herrscher, unser König. Pforte ängstiglich; du wandtest 414. Gott, du unendlich dein Gesicht zu mir und öffnetest Wesen, der du dir die Gnadenthür. zu deinem Thron stille Seelen 4. Nun bin ich rein von meiaußerlesen, Gott, mein Schild und großer Lohn, gieb, daß ich mit stillem Geiste, deinen Dienst dir stetig leiste. nen Sünden; ich bin nun meiner Plagen quitt; in Jesu ist mein Heil zu finden, des Gnadenantlig auf mich sieht, der mit Barmherzigkeit und Gnad mich armen Staub gekrönet hat. 2. Wenn die Sündenfluten wüten, so laß deinen Gnadenschein und den hohen Gottesfrieden frieden 5. Mein Mund ist froh; Gott über meinem Herzen sein; denn sei gepriesen, der mich verjüngt wenn Sünde nicht mehr tobet, mit Adlers Kraft, der sich mir wirst du in der Still gelobet. väterlich erwiesen und den er3. Wenn es anders pflegt zu wünschten Frieden schafft. Mein gehen, als der Eigenwille denkt, Heiland nimmt weg meine Bein, so laß mich auf dich nur sehen drum will ich ewig dankbar sein. und dir ganz sein eingesenkt; denn in solcher heilgen Stille wird gepreist dein guter Wille. H. G. Neuß. Mel. Auf, hinauf zu deiner. 416. Schwing dich auf, o 4. Wenn die bösen Lüste streimeine Seele, steig ten, samt dem Teufel und der aus deinem Staub empor, flieh aus 272 Von dem Frieden Gottes. aus deiner finstern Höhle! Dein Herzen durch den wahren GlauLicht bricht mit Glanz hervor, ben wohnt, hab ich Friede, Trost dein süßes Heil, das dir lauter und Freude und verbleib in alFreude bringet und mit Lust ent- lem Leide vor der Höllenangst gegen singet: Gott ist dein Teil! verschont. 2. Bist du gleich beschwert mit 2. Laß die Welt auf allen SeiSünden, mit Verdammnis über- ten mit Verdruß und Schrecken deckt, Gnade, Gnade ist zu finden streiten, welches nur den Körper plagt! Meine Seele wird nicht müde, denn mein Jesus hat den Frieden klar und deutlich zugesagt. 3. Laß die Sünde mächtig wer3. Alles, alles ist besieget, was den; laß den Abgrund dieser Erdir die Verdammnis droht; Chri- den wider mich zu Felde gehn; sti Leiden überwieget alle Sün- laß die ganze Welt verzagen, ich denangst und Not. Der Tod ist will unter solchen Plagen als tot; drum, so laß dein Herz er- ein Friedenskind bestehn. flingen und vor Freude immer singen: Versöhnt ist Gott! 4. Will der Teufel und die Hölle mich auf unterschiedne Fälle wie 4. Dadurch mußt du überwin- der in das Neße ziehn: will ich den, kleid dich nur in Christum doch vor solchem Jammer in des ein; durch Beschauung deiner Höchsten Friedenskammer als in Sünden geht nicht auf der Gna- einen Fels entfliehn. denschein. Er ist das Licht, dran sich muß das Auge weiden, draus entsteht der Glanz der Freuden und sonsten nicht. 5. Ach, der Fried ist wohl ge troffen und der Zugang steht mir offen, wo der höchste Vater sigt. Christus selber ist die Pforte, so werd ich an jenem Orte wider Furcht und Fluch beschüßt. 6. Danket Gott mit einem Lie5. Mofis Strahlen sind zum Schrecken, die uns unsere Gestalt und das böse Herz aufdecken, wie es gegen Gott so talt. Er treibt de, daß er seinen Himmelsfrieden das Herz mit Bedrohen und mit so vergnüglich kosten läßt. Troß Fluchen, Christum, unser Heil, der Welt und allen Sünden! zu suchen in Reu und Schmerz. Jesus hilft mir überwinden, des 6. Diesen zich denn an im sen Huld bestehet fest. ch. Weise. Glauben, leer dich von dir selber aus; sein Verdienst laß dir nicht Mel. Der Tag ist hin, mein Jesu. rauben, so vergehet Furcht und 418. Wie wohl ist mir, Graus. Er ist der Mann, der J. F. Ruopp. wenn ich an dich dein Herz weiß zu erquicken und gedenke und meine Seel in deine den Stein, der dich mag drücken, Wunden senke, o Jesu! Nur bei bald heben kann. dir bin ich vergnügt, so oft mein Mel. Alles ist an Gottes Segen. Geist durch dich die Welt besiegt. 417. Weicht, ihr Sorgen, weicht, ihr Schmerzen! Weil mir Jesus in dem 2. Wie wohl ist mir, wenn ich mich nach dir sehne und meinen Geist zu dir allein gewöhne, wenn ich wider das, was dich erschreckt. Hier ist der Held, der die Sünde überwunden durch sein Blut und bittre Wunden. Sie ist gefällt. Von der lebendigen Hoffnung des ewigen Lebens. 273 ich mit dir genau vereinigt bin und| 5. Wie wohl ist mir, wenn mich richte mich von mir zu dir stets hin. die Welt verachtet und wenn mein Herz nach ihrer Gunst nicht trachtet. Ach, drum so sei, o Jesu, völlig mein, so wird mir sonst nichts mehr gefällig sein. 6. Wie wohl wird mir auch in dem Tode werden, denn also 4. Wie wohl ist mir, so oft ich komm ich von der eitlen Erde. zu dir bete und als ein Kind vor Da will ich denn in weißent deine Gottheit trete; bring mich Kleidern stehn und nimmermehr nur ganz zu der Zufriedenheit, aus deinem Frieden gehn. da mich nichts mehr, als du alBalthasar Sinold. lein, erfreut. 3. Wie wohl ist mir, wenn ich dein Kreuz umfasse und alles, was du hasfest, herzlich hasse! Ach, führe mich auf dieser schmalen Bahn noch ferner fort, wie du bisher gethan. 14.( 5) Von der lebendigen Hoffnung des ewigen Lebens. In eigener Melodie, oder: Sollt es gleich bisweilen. 419.[ llenthalben, wo ich gehe, size, liege oder stehe, sehn ich mich nach Jesu 2. Was soll ich denn nun thun? Christ, der für mich gestorben ist. Ich soll auf dem beruhn, was 2. Von der bösen Welt zu schei- du mir hast verheißen, daß du den nach so vielem Kreuz und mich wollest reißen aus meines Leiden, wenn es ihni gefällig ist, bin ich fertig und gerüst. Grabes Stammer und allem andern Jammer. 3. Wenn ich werde mit ihm leben, herrschen und in Freuden schweben, o wie selig werd ich sein bei den lieben Engelein! 3. Ach, Jesu, wie so schön wird mirs alsdann ergehn! Du wirst mit tausend Blicken mich durch und durch erquicken, wenn ich hier von der Erde zu dir mich schwin4. Herzlich werd ich mich erfreuen, wenn mich Christus wird gen werde. erneuen, in den Himmel führen ein, prächtig da bei ihm zu sein. 5. 3ung und Herze wird da flingen und dem Herren Jesu singen; ewig werd ich stimmen ein mit den lieben Engelein. 6. Besser Leben werd ich finden ohne Tod und ohne Sünden. wie selig werd ich sein bei den lieben Engelein! bist da. Die Zeichen, die den Lenten dein Ankunft sollen deuten, die sind, wie wir gesehen, in großer Zahl geschehen. Joh. Rosenthal. Mel. Auf meinen lieben Gott. 420. Die Zeit ist nunmehr nah, Herr Jesu, du 4. Ach, was wird doch dein Wort, o süßer Seelenhort, was wird doch sein dein Sprechen, wenn dein Herz aus wird brechen zu mir und meinen Brüdern, als deines Leibes Gliedern? 5. Werd ich denn auch vor Freud in solcher Gnadenzeit den Augen ihre Zähren und Thränen können.wehren, daß sie mir nicht in Haufen auf meine Wangen laufen? 6. Was für ein schönes Licht wird 18 274 Von der lebendigen Hoffnung des ewigen Lebens. wird mir dein Angesicht, das ich| Sinn, halt ein, wo denkst du hin? in jenem Leben werd erstmals se- Willst du, was grundlos, grünhen, geben? Wie wird mir deine den? Was unbegreiflich, finden? Güte entzücken mein Gemüte! Hier muß der Wiß sich neigen und alle Redner schweigen. 15. Dich aber, meine Zier, dich laß ich nicht von mir; dein will ich stets gedenken, Herr, der du mir wirst schenken mehr, als mit meiner Seelen ich wünschen kann und zählen. gefälschte Lust und edle Seelen- 16. Ach, wie ist mir so weh, eh speise in deinem Paradeise, die ich dich aus der Höh her sehe zu kannst du wohl beschreiben, ich uns kommen. Ach, daß zum kann nicht mehr als gläuben. Heil der Frommen, du meinen Wunsch und Willen noch möchtest heut erfüllen! 17. Doch, du weißt deine Zeit; mir ziemt nur, stets bereit und fröhlich da zu stehen und so einher zu gehen, daß alle Stund 10. Ach Herr! Mein schönstes und Tage mein Herz mich zu Gut! Wie wird sich all mein Blut in allen Adern freuen und auf das Neu erneuen, wenn du mir wirst mit Lachen dein Himmelsthûr aufmachen? dir trage. 7. Dein Augen, deinen Mund, den Leib, der noch verwundt, da wir so fest auf trauen, das werd ich alles schauen, auch innig herzlich grüßen die Mal an Händ und Füßen. 8. Dir ist allein bewußt die un9. Doch, was ich hier gegläubt, das steht gewiß und bleibt mein Teil, dem gar nicht gleichen die Güter aller Reichen. All andres Gut vergehet, mein Erbteil, das beſtehet. 18. Dies gieb, Herr, und verleih, auf daß dein Huld und Treu ohn Unterlaß mich wecke, daß mich dein Tag nicht schrecke, da unser Schreck auf Erden soll Fried und Freude werden. Paul Gerhardt. Mel. Ich will dich lieben. wirst du sagen, weide dein Herz 421. Entreiße dich doch, meiin ewger Freude! ne Seele, und mach 12. Ach, du so arme Welt! dich von der Eitelkeit ganz los; Was ist dein Gold und Geld hier verlaß die finstre Höhle der Süngegen diese Stronen und mehr als den und sei nur bereit zu lieben güldne Thronen, die Christus das, was ewig steht, wenn alles hingestellet dem Volk, das ihm Gitte untergeht. gefället? 11. Komm her, komm und empfind, o auserwähltes Kind, komm, schmecke, was für Gaben ich und mein Vater haben! Komm, 13. Hier ist der Engel Land, 2. Ergöß dich an den Ewigfeiten, so wird dein Geist recht der selgen Seelen Stand; hier wohl erfreut; denn dieses sind hör ich nichts als singen; hier seh| die besten Zeiten, wenn Jesus ich nichts als springen. Hier ist unser Herz bereit't, daß wir im kein Kreuz, kein Leiden, kein Tod, Glauben schauen an, was er für tein bittres Scheiden. Guts an uns gethan. 14. Halt ein, mein schwacher 3. Dies Eitle fann mich nicht er götzen, Von der lebendigen Hoffnung des ewigen Lebens. 275 gößen, weil es ist lauter Unbe- pränge, ist es lieblich anzusehn, stand; das, was mich soll in Ruhe währt es doch nicht in die Länge seßen, ist meinem Herzen wohl be- und ist bald damit geschehn; plößfannt; ich habe Labsal, Trost und lich pfleget aus zu sein dieses Freud an meines Jesu Herrlichkeit. Lebens Glanz und Schein. 4. Ich finde alle mein Vergnü5. Aber dort des Himmels Gagen in jener schönen Himmelsstadt, ben, die mein Jesus innen hat, wodurch ich kann die Welt besiegen und werden ganz von jenem fatt; mein Geist genießt die Himmelslust, die nur den Seinen ist bewußt. 5. Und leb ich gleich noch auf der Erde, so bin ich doch im Himmel schon; mein Geist hat Jesum zum Gefährten, der zeiget mir die schöne Kron. Er spricht: Sieh, das hab ich bereit für dich in meiner Herrlichkeit. 6. O wär doch schon die Zeit verflossen, daß mich mein Jesus nähme auf, so wollte ich ganz unverdrossen beschließen meinen Lebenslauf. Mein Jesu, bring mich bald dahin, allwo ich ewig bei dir bin! Mel. Gott des Himmels und der. 422. Meines Lebens beste Freude ist der Himmel, Gottes Thron; meiner Seele Trost und Weide ist mein Jesus, Gottes Sohn; was mein Herze recht erfreut, ist in jener Herrlichkeit. können Herz und Seele laben, machen ewig reich und satt, und vergeht zu feiner Zeit jenes Lebens Herrlichkeit. 6. Rost und Motten, Raub und Feuer schaden auch der Freude nicht, die mein Jefus, mein Getreuer, und sein Himmel mir verspricht. Dort ist alles ausges merzt, was die Seele fränkt und schmerzt. 7. Einen Tag bei Jesu sißen, iſt viel besser, als die Welt tausend Jahr in Freuden nüßen; aber ewig sein gestellt zu des Herren rechter Hand, bleibt ein auserwählter Stand. 8. Essen, Trinken, Tanzen, Springen labet meine Seele nicht; aber nach dem Himmel ringen und auf Jesum sein gericht iſt der Seele schönste Zier, geht auch aller Freude für. 9. Ach, so gönne mir die Freude, Jesu, die dein Himmel hegt; ſei du selber meine Weide, die mich 2. Andre mögen sich erquicken an hier und dort verpflegt und, an Gütern dieser Welt, ich will dir recht froh zu sein, nimm mich nach dem Himmel blicken und zu in den Himmel ein. Jesu sein gesellt; denn der Erde Gut vergeht, Jesus und sein Reich beſteht. M. Sal. Listow. Mel. In dich hab ich gehoffet. 423. Mein Geist und Sinn 3. Reicher kann ich nirgends ist hocherfreut in werden, als ich schon in Jesu bin; Gott, der mich hat benedeit in alle Schäße dieser Erde sind ein Christo, seinem Sohne, den er schnöder Angstgewinn. Jesus ist zum Heil und besten Teil gedas rechte Gut, das der Seele sandt von seinem Throne. fanfte thut. 4. Glänzet gleich das Weltge2. Er hat mich vor der Welt erwählt und seinen Kindern zugezählt, 18* 276 Von der lebendigen Hoffnung des ewigen Lebens. zählt, er wird mich nimmer laf-| frei und steht mir bei, daß ich sen; die Gnadenfüll giebt, was ich kann fröhlich singen. will; sein Lieb ist ohne Maßen. 11. Es wird mir ewig wohl ergehn; ich werd ihn selbst mit Augen sehn, den Ursprung aller Freuden; mein Herz wird sich, das glaube ich, ohn Ende in ihm weiden. 3. Bin gleich ich Sünder des nicht wert, bleibt seine Huld doch unversehrt, sie hebt, sie trägt, sie duldet; drum trifft mich nicht das Zorngericht, das ich sonst hätt verschuldet. 4. In Christo siehet er nicht an, was meine Unart hat gethan, wenn ihn mein Glaube faffet und alle Sünd, die sich noch findt, mit Ernst und Abscheu hafset. 5. So schenkt er mir auch seinen Geist, der mir den Weg zum Leben weist, sein Lieb ins Herze gieBet, der mir mein Leid und Traurigfeit vermindert und versüßet. 6. Er ist der allerbeste Freund, ders treu und gut mit mir stets meint, man findt nicht seines Gleichen; wer ihn erkennt und Vater nennt, sollt er von dem wohl weichen? 12. Stein menschlich Ohr es hat gehört, was mir von Gott noch ist beschert, ich seh es schon im Glauben und freu mich sehr, daß nimmermehr fein Feind es mir In eigener Melodie. 424. Warum sollt ich mich denn grämen? Hab ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Got2. Nackend lag ich auf dem Botes Sohn beigelegt im Glauben? den, da ich kam, da ich nahm werd ich auch hinziehen, wenn ich meinen ersten Odem. Nackend werd von der Erd als ein Schatten fliehen. 7. Ich habe und behalte ihn; ich geb mich ihm vollkommen hin; 3. Gut und Blut, Leib, Seel ohn ihn will ich nichts wissen. und Leben ist nicht mein, Gott Weil ich ihn hab zu meiner Gab, allein ist es, ders gegeben. Will kann ich leicht alles missen. ers wieder zu sich fehren, nehm ers hin, ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Bein, sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden, er weiß wohl, wie er soll, all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergößt, sollt ich jetzt auch nicht etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 10. Er segnet mich, wenn man mir flucht, und wenn der Feind mein Unglück sucht, wirds ihm doch nicht gelingen; er macht mich 6. Satan, Welt und ihre Rotten 8. Er ist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels, mein Heil, drum acht ich nicht selbst Himmel und die Erde, weil mir ohn ihn, nach meinem Sinn, kein Gut und Teil mag werden. 9. Er ist mein allerhöchstes Gut, mein Herz in seinem Herzen ruht, ich schlafe ganz mit Frieden; wir bleiben fort, so hier als dort, vereint und ungeschieden. kann rauben. Von der lebendigen Hoffnung des ewigen Lebens. 277 ten können mir nichts mehr hier| Lohn, denn Jesus ist selbst meine thun, als meiner spotten. Laß Kron. sie spotten, laß sie lachen; Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen; wollt ihn auch der Tod aufreiben, soll der Mut dennoch gut und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch kein Tod nicht töten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöten; schließt das Thor der bittern Leiden und macht Bahn, da man kann gehn zu Himmelsfreuden. 2. Muß gleich in dieser Sterblichkeit mein Herz sich immer nagen und mit so mancher trüben Zeit sich martern und zerplagen, so folget doch in jener Welt Triumph, dem ich bin zugezählt. 3. Wohl denn, gebrauchet eure List, ihr falsch gesinnten Seelen! Mein Jesus doch mein Beistand ist, was wollet ihr mich quälen? Ihr legt euch selber Fall und Strick durch euren Neid und böse Tück. 4. Auf, meine Seel, verzage nicht! Gedenf an jenes Leben, das bald nach diesem eiteln Licht, dein Jesus dir wird geben, allwo die Feinde insgemein dir werden unterwürfig sein. 9. Allda will in süßen Schäßen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergößen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß im Hui verschwinden. 5. So hab mit Satan, Höll 10. Was sind dieses Lebens Gü- und Welt, ich weiter nichts ter? Eine Hand voller Sand, zu schaffen; ich hab mein Sach Kummer der Gemüter. Dort, Gott heimgestellt, er wird es aldort sind die edlen Gaben, da les machen; ich werde doch bei Jeſu mein Hirt, Christus, wird mich stehn und im Triumph zu ihm ohn Ende laben. eingehn. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Freuden, du bist mein, ich bin 426. Wenn das nagende Gewissen uns der dein, niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben Sünden Handschrift zeigt und und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben. wir dann bekennen müssen, was sonst alle Welt verschweigt, bricht die Nacht des Todes ein und läßt uns nicht ruhig sein; unsre ketten sind die Sünden, die uns an die Hölle binden. Mel. Machs mit mir, Gott. 2. Wenn wir dann den Jammer spüren und dabei auf Chris stum sehn, unsre Fesseln vor ihm 425. Mas plagt mich denn rühren, seufzend auf und nieder die Welt so viel gehn; wenn wir uns in seinem aus Satans Trieb und Heißen? Blut Gott, dem allerhöchsten Warum verfolgt sie mich ohn Gut, hin zu seinen Füßen legen, Ziel und denkt mich hin zu rei- so empfangen wir den Segen. Ben? Vergebens ist der Arbeiti 3. Denn die Sünden sind gerochen 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, da du mich und ich dich leiblich werd umfangen. Paul Gerhardt. 278 Vom Worte Gottes, Gesetz und Evangelio. rochen am verfluchten Kreuzes-| nicht gefällt, bleiben wir doch die stamm, als der Richterstab ge- Gerechten unter allen Weltgebrochen worden über Gottes schlechtern. Lamm. Wer nun diesen Mittler 8. Unser Ruhm ist selbst im liebt, sich im Glauben ihm er Leiden; Trübsal bringet doch giebt, kann den Frieden Gottes Geduld und verdoppelt nur die erben und darf nicht in Sünden Freuden über Gottes Vaterhuld. sterben. Wer sein Kreuze täglich trägt, 4. Stehen wir sodann in Gna- das ihm Gottes Hand auflegt, den, schreckt uns Gottes Stimme kann mit Jesu sich verbinden; nicht. Wenn uns solche will ein- denn er ist am Kreuz zu finden. laden, zu erscheinen vor Gericht, 9. Trübsal kann uns nicht bespricht er doch uns selbst gerecht, trüben; denn, weil unsre Namen weil der auserwählte Knecht, sind in dem Himmel angeschrieChristus, allen seinen Willen ben, trifft uns mancher rauhe wollte selbst für uns erfüllen. Wind. Dadurch prüfet Gott zu5. Dorten mußte Adam fliehen, vor, ob wir noch beweglich Rohr, ob er schon ein Feigenblatt um bis wir unter Sturm und Wehen die Blöße konnte ziehen nach wie die Cedern Gottes stehen. begangner Missethat; wer hin- 10. Unser Ruhm wird ewig gegen glauben kann und das blühen, wenn einst die verdammte Opfer schauet an, das man frönt Welt wird vor ihrem Richter mit Dorn aus Hecken, darf sich knieen, die den Frommen nachgeferner nicht verstecken. stellt; denn wir werden insgesamt, wenn die Welt zur 6. Denn Gott hat den Fluch hrenkronen schauen und bei Jesu Hütten bauen. der Erde auf sein heilig Haupt Schmach verdammt, Gott in gelegt, und wir können fruchtbar werden, weil er Dorn und Disteln trägt. Er bezahlet unsre Schuld; 11. Diese Hoffnung muß auf wir genießen Gnad und Huld, Erden unser Himmelsanfer sein; daß wir zu den Gnadengaben sie läßt nicht zu Schanden wereinen freien Zugang haben. den mitten in der Todespein. 7. Wer wird uns verdammen Dieses ist die Herrlichkeit, daß wollen? Fehlet uns doch nicht wir nach vollbrachtem Streit vor der Ruhm, den wir vor Gott des Lammes Throne dienen und haben sollen; wir sind Gottes mit Siegespalmen grünen. Eigentum. Splittert gleich an uns die Welt, die Gott selber N. Arends. 15. e. Von den göttlichen Gnadenmitteln, als: 1. Vom Worte Gottes, Gesetz und Evangelio. Mel. Christ, der du bist der helle, oder: nun Abend worden ist; dein göttHerr Jesu Christ, dich zu uns wend. lich Wort, das helle Licht, laß 427. Ach bleib bei uns, Herr ja bei uns auslöschen nicht. Jesu Christ, weil es 2. In dieser legt'n betrübten Zeit Vom Worte Gottes, Gesetz und Evangelio. 279 Zeit verleih uns, Herr, Bestän- 3. Ach bleib mit deinem Glanze digkeit, daß wir dein Wort und bei uns, du wertes Licht; dein Sakrament rein b'halten bis an Wahrheit uns umschanze, damit unser End. wir irren nicht. 3. Herr Jefu, hilf, dein Kirch 4. Ach bleib mit deinem Segen erhalt, wir sind gar sicher, faul bei uns, du reicher Herr; dein und falt; gieb Glück und Heil Gnad und alls Vermögen in uns zu deinem Wort, damit es schall reichlich vermehr. an allem Ort. 5. Ach bleib mit deinem Schuße 4. Erhalt uns nur bei deinem bei uns, du starker Held, daß Wort und wehr des Teufels uns der Feind nicht truge, noch Trug und Mord; gieb deiner fäll die böse Welt. Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Mut und Geduld. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott; Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Not! D. 3of. Stegmann. 5. Ach Gott, es geht gar übel zu, auf dieser Erd ist keine Ruh; viel Sekten und viel Schwärmeret auf einen Haufen kommt herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre die mit Mel. Herr Jesu Christ, meins. 429. Aus Gottes Wort lernst du erkenn'n, wie hoch und bringen stets was Neues sich deinen Gott läßt nenn'n, der her, zu fälschen deine rechte Lehr. dir hilft aus der Sündennot durch 7. Die Sach und Ehr, Herr seines Sohnes Blut und Tod. Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; darum, so steh du denen bei, die sich auf dich verlaſſen frei. 2. Wenn du das recht glaubst festiglich, wie dein Gott selbst versichert dich, so hast du Trost aus Gottes Wort, so bist du selig hier und dort. 8. Dein Wort ist unsers Herzens Truß und deiner Kirche 3. Die Tauf schenkt uns das wahrer Schutz; dabei erhalt uns, höchste Gut, das Nachtmahl lieber Herr, daß wir nichts anders suchen mehr. Christi Leib und Blut. Wenn dir die Sünd vergeben sind, so heißt und bist du Gottes Kind. Nic. Selneccer. 4. Hüt dich vor Sünd, glaub schlecht und recht, und halt dich fromm als Gottes Knecht; bleib Gott getreu bis in den Tod, so Mel. Christus, der ist mein Leben. hilft dir Gott aus aller Not, 428. 21h bleib mit deiner 5. So segnet dich Gott mildigGnade bei uns, Herr lich; so lebst du bei Gott ewigJesu Christ, daß uns hinfort lich; so wird dein Glaub vor nicht schade des bösen Feindes List. Gott bestehn, wenn endlich muß 2. Ach bleib mit deinem Worte die Welt vergehn. bei uns, Erlöser wert, daß uns beid, hier und dorte, sei Güt und Heil beschert. 6. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, samt heilgem Geist in einem Thron, welchs ihm auch also sei be= 9. Gieb, daß wir lebn nach deinem Wort und darauf ferner fahren fort von hinnen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelsfaal. 280 Vom Worte Gottes, Gesetz und Evangelio. bereit, von nun an bis in Ewig-| mehr; du sollst mir ganz verfeit! trauen dich, von Herzensgrunde lieben mich. Kyrieleis! 3. Du sollst nicht führen zu Un= D. Joh. Olearius. Mel. Durch Adams Fall ist ganz, oder: Was mein Gott will. 430. Dein Wort ist ja die rechte Lehr, ein Licht, das uns erleuchtet, ein Schild zu unsrer Gegenwehr, ein Tau, der uns befeuchtet, ein Stärkungstrank, wenn wir uns frank an Seel und Leib befinden, ein festes Band, das unsre Hand mit deiner fann verbinden. 2. So führe denn auf rechtem Pfad durch dies dein Licht mich Blinden; laß mich durch deinen Schuß und Rat den Satan über winden; die Süßigkeit laß allezeit von deinem Wort mich schmecken und deine Gunst in mir die Brunst der Gegenlieb erwecken. 3. Verleih auch deinen guten Geist, der alles das versiegle, worin dein Wort mich unter weist, daß ich mich darin spiegle, und immerdar dies, was ich war, und was ich bin, erkenne, auch niemals mich von deiner Lehr zu Sünd und Irrtum wende. ehrn den Namen Gottes, deines Herrn; du sollst nicht preisen recht noch gut, ohn was Gott selber redt und thut. Kyrieleis! 4. Gieb meinem Glauben deine Kraft, die alles kann vollbringen; damit durch meines Gottes Kraft ich ritterlich kann ringen, und Kreuz und Not, ja gar den Tod, viel lieber wolf erleiden, als daß ich hier vom Wort und dir mich ließ aus Kleinmut scheiden. 4. Du sollst heilgen den siebenten Tag, daß du und dein Haus ruhen mag; von deinem Thun sollst lassen ab, daß Gott sein Werke in dir hab. Syrieleis! 6. Du sollst nicht töten zorniglich, nicht hassen, noch selbſt rächen dich, Geduld haben und sanften Mut, und auch dem Feinde thun das Gut. Kyrieleis! 7. Dein Eh sollst du bewahren rein, daß auch dein Herz kein andre mein, und halten keusch das Leben dein, mit Zucht und Mäßigkeiten fein. Ryrieleis! 8. Du sollst nicht stehlen Geld noch Gut, nicht wuchern jemands Schweiß noch Blut; du sollst aufthun dein milde Hand den Armen, so in deinem Land. Kyrieleis! 9. Du sollst kein falscher Zeuge sein, nicht lügen auf den Nächsten dein; sein U. schuld sollst auch retten du, und seine Schande decken zu. Kyrieleis! In eigener Melodie, oder: Erschienen ist der herrlich Tag. 10. Du sollst deins Nächsten 431. Dies sind die heilgen Weib und Haus begehren nicht, zehn Gebot, die uns noch etwas draus; du sollst ihm gab unser Herre Gott durch wünschen alles Gut, wie dir dein Mosen, seinen Diener treu, hoch Herze selber thut. Kyrieleis! auf dem Berge Sinai. Kyrieleis! 11. Die G'bot all uns gegeben 2. Ich bin allein dein Gott und sind, daß du dein Sünd, o MenHerr, kein Götter sollst du haben schenkind, erkennen sollst und ler5. Du sollst ehrn und gehorsam sein dem Vater und der Mutter dein, und wo dein Hand ihn'n dienen kann, so wirst du langes Leben habn. Kyrieleis! Vom Worte Gottes, Gesetz und Evangelio. 281 lernen wohl, wie man vor Gott recht leben soll. Styrieleis! Nach aus Zorn und Feindschaft übe; dem, der mir anthut Troß 12. Das helf uns der Herr und Schmach, verzeihe und ihn Jesus Christ, der unser Mittler liebe; sein Glück und Wohlfahrt worden ist! Wir sind mit un- jedem gönn, schaut, ob ich jemand serm Thun verlorn, verdienen dienen fönn, und thu es dann nichts, denn eitel Zorn. Kyrieleis! mit Freuden. D. M. Luther. 7. Unreine Wert der Finsternis Mel. Es ist das Heil uns kommen. laß mich mein Lebtag meiden, daß ich nicht für die Luftfeuch müss der Hölle Qual dort leiden; schaff in mir, Gott, ein reines Herz, daß ich schandbare Wort und Scherz, nebst andern Sünden fliehe. 432. Herr, err, deine Rechte und Gebot, danach wir sollen leben, wollst du mir, o getreuer Gott, ins Herze selber geben, daß ich zum Guten willig fei, mit Sorgfalt und ohn Heuchelei, was du befiehlst, vollbringe. 2. Gieb, daß ich dir allein vertrau, allein dich fürcht und liebe, auf Menschenhilf und Trost nicht bau, in deiner Furcht mich übe, daß großer Leute Gnad und Gunst, Gewalt, Pracht, Neichtum, Wiß und Kunst mir nicht zum Abgott werde. 8. Gieb, Herr, daß ich mich redlich nähr und böser Nänké schäme, mein Herz von Geiz und Unrecht fehr, auch nichts durch List hinnehme, und von der Arbeit meiner Händ, was übrig ist, auf Arme wend und nicht auf Pracht und Hoffart. 9. Hilf, daß ich meines Nächsten 3. Hilf, daß ich deinen Gna- Glimpf zu retten mich befleiße, denbund aus deinem Wort er- von ihm abwende Schmach und kenne, auch nicht unnüßlich mit Schimpf, doch Böses nicht gut dem Mund, Herr, deinen Na- heiße. Gieb, daß ich lieb Aufrichmen nenne; daß ich bedenke alle tigkeit und hab ein Abscheu jeTag, wie stark mich meine Tauf- derzeit vor Lästerung und Lügen. zusag zum Dienste dir verbinde. 4. Am Tage deiner heilgen Ruh laß mich früh vor dich treten; die Zeit auch heilig bringen zu mit Danken und mit Beten; daß ich hab meine Lust an dir, dein Wort gern höre und dafür herzinniglich dich preiſe. 10. Laß mich des Nächsten Haus und Gut nicht wünschen, noch begehren; was aber mir vonnöten thut, das wollst du mir gewähren; doch daß es niemand schädlich sei, ich auch ein ruhig Herz dabei und deine Gnad behalte. 5. Die Eltern, Lehrer, Obrigkeit, so vorgesezt mir werden, laß mich ja ehren allezeit, daß mirs wohl geh auf Erden. 11. Ach, Herr, ich wollte deine Recht und deinen heilgen Willen, wie mir gebühret, deinem Knecht, Für ihre ohn Mangel gern erfüllen; doch Treu und So laß mich, auch fühle ich, was mir gebricht und wenn sie werden wunderlich, gehorsam sein und dankbar. 6. Hilf, daß ich nimmer eigne wie ich das Geringste nicht vermag aus eignen Kräften. 12. Drum gieb du mir von deinem 282 Vom Worte Gottes, Gesetz und Evangelio. nem Thron, Gott Vater, Gnad| also überzeugend sein, daß er sich und Stärke; verleih, o Jesu, des Irrtums schäme und zur Gottes Sohn, daß ich thu rechte Wahrheit sich bequeme. Werke; o heilger Geist, hilf, daß ich dich von ganzem Herzen, und, als mich, ohn Falsch den Nächsten liebe! D. Denice. 6. Wen die Finsternis bedrüfket sündlicher Unwissenheit, daß ihn hin und wieder rücket Frechheit, Zweifel, Bangigkeit: führe den zur Wahrheit an, die Gewißheit geben kann; Gottes Wort Hüter, deiner Kirche ist Seelenspeise und macht Alberne auch weise. Fels und Grund, lauter unschäßbare Güter flößt dein Wort in 7. Wen die Welt mit falschen Herz und Mund; ja ein Strom Negen ihrer Lust gefangen hält, voll Süßigkeit teilt sich mit uns daß ihn das nur will ergößen, in der Zeit, da dein Wort zum was dem argen Fleisch gefällt: Heil und Leben einen teuren Ruf dessen Augen und Gesicht öffne gegeben. durch des Wortes Licht, daß er Mel. Freu dich sehr, o meine S. 433. Herr, 3sraels Hirt und 2. Aus dem ewigen Verderben Satans Ränke scheue, sich aus führt uns deines Wortes Kraft; seinem Neß befreie. unser Fluch und unser Sterben, 8. Wer mit schweren Ärgerwird getilgt und weggeschafft; nissen sich und andre hat befleckt, dein verschloßnes Himmelreich dessen schlafendes Gewissen werde zeigt und öffnet sich zugleich, wenn durch dein Wort erweckt; und dein Geist dies Wort aufschließet und es in das Herz ergießet. wenn er mit Neu und Leid ängstiglich nach Hilfe schreit, so laß seinen Glauben finden die Vergebung aller Sünden. 3. Ach, wie ist uns angst und bange, wenn man sieht des Satans List, der da als die alte 9. Wer mit Anfechtung belaSchlange zum Betrug geschäftig den, da Gewissensangst ihn nagt, ist; der der Menschen Herz be- hat erkannt den Seelenschaden, thört und sie krumme Wege lehrt, daß sie des Verführers Willen zum Verderben stets erfüllen. bösem Vorsatz abgesagt, wem sein Glaube dünket schwach, wer in Angst dir schreiet nach: dem laß nach dem bittern Weinen deines Trostes Sonne scheinen. 4. Ach, zerbrich des Feindes Kräfte, reiß die Bande selbst entzwei; hilf, daß sein Werk und 10. Wer den Stand der Gnade Geschäfte an uns Menschen nich- schmecket und in deiner Liebe tig sei. Deines Wortes Kraft ruht, daß dein Zorn ihn nicht und Lauf baue dein Reich in uns mehr schrecket, weil ihn tilget auf, daß wir stets als grüne Reben Christi Blut; da verhüte Sicheran dem Lebensweinstock fleben.heit, dein Wort wirke Wachsam5. Wen Bernunft und Wig be- keit, daß der Glaub ein gut Getrogen, daß er weicht von ebner wissen zu bewahren sei beslissen. Bahn und hat Lehren eingesogen, 11. Wo man auch beim Gnadie entstehn aus falschem Wahn, denstande das erwünschte Wachsdem laß deines Wortes Schein tum spürt und der Baum im guten Vom Worte Gottes, Gesetz und Evangelio. 283 guten Lande schön mit Früchten feit sei Lob und Preis in Ewigist geziert: da gieb deines Wor- feit! tes Kraft mit erneutem Lebenssaft, hilf in gut und bösen Tagen da viel tausend Früchte 435. Herr Zebaoth, dein heis tragen. das du D. Joh. Olearius. Mel. Durch Adams Fall ist, oder: Was mein Gott will. 12. Wer vor andern ist beschwe- uns hast gegeben, daß man darret und das Elend bauen muß, nach an allem Ort soll richten sich vom Thränenbrot hier näh- Lehr und Leben, ist worden fund ret, wie ein armer Lazarus: ach, aus deinem Mund und in der dem flöße kräftig ein deines Schrift beschrieben rein, schlecht Trostes Freudenwein, daß sein und recht, durch deine Knecht, Reichtum ist verwahret und auf jene Welt gesparet. vom heilgen Geist getrieben. 2. Dies Wort, das jetzt in 13. Wenn die Seele ist er Schriften steht, ist fest und unschrecket durch des Todes Bitter- beweglich; der Himmel und die feit, oder wer mit Furcht bedecket Erd vergeht, dein Wort bleibt ist in dieser bösen Zeit: ach, dem aber ewig. Nicht Höll, nicht öffne durch dein Wort jenen Tod, noch jüngster Tag dasselbe schönen Freudenort, wo kein Tod kann vernichten. mehr ist zu finden, Angst und Thränen ganz verschwinden. Drum, denen soll sein ewig wohl, die sich darnach recht richten. 14. Endlich laß dies Manna 3. Es ist vollkommen, hell und dienen allen und für allerlei. flar, ein Richtschnur reiner Lehre; Wird dies Paradies uns grünen, es zeigt uns auch ganz offenbar macht es uns von Kummer frei; Gott, seinen Dienst und Ehre, dieser Segen von dem Wort macht und wie man soll hier leben uns selig hier und dort. Gott, wohl, Lieb, Hoffnung, Glauben drum laß dein Wort erschallen üben. Drum fort und fort wir und gesegnet sein bei allen. dieses Wort von Herzen sollen lieben. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu. 434. Herr, öffne meines Herzens Thür, zieh mein Herz durch dein Wort zu dir; laß mich dein Wort bewahren rein; laß mich dein Kind und Erbe sein. 4. Im Kreuz giebts Trost, in Traurigkeit zeigt es die Freudenstelle; den Sünder, dem die Sünden leid, führt es zur Gnadenquelle; giebt Trost zur Hand, macht auch bekannt, wie man soll willig sterben und wie zugleich 2. Dein Wort bewegt des Her- das Himmelreich durch Christum zens Grund; dein Wort macht zu ererben. Leib und Seel gesund; dein Wort 5. Sieh, solchen Nuß, so große ist, das mein Herz erfreut; dein Straft, die nimmer gnug zu Wort giebt Trost und Seligkeit. schäßen, das Wort des Höchsten 3. Ehr sei dem Vater und dem in uns schafft. Drum auch zuSohn, dem heilgen Geist in einem rück zu setzen Gold, Silber, Geld Thron! Der heiligen Dreieinig- und was die Welt sonst herrlich pflegt 284 Vom Worte Gottes, Gesetz und Evangelio. pflegt zu achten, und jederzeit in Lieb und Leid nach diesem Schab zu trachten. was mir Jesus zugesagt, daß ich. traue seiner Güte, wenn vielleicht der Zweifel fragt, ob auf meine Bitt und Flehen Hilf und Nettung werd ergehen. 6. Nun, Herr, laß uns dein heilges Wort und dessen Kraft empfinden; den Feinden steur an 7. Gs fann feine Not mehr allem Ort und laß es frei ver- haben, weil mein Jesus wohnt künden; so wollen wir dir für in mir; ich genieße seine Gaben, die sein Geist mir stellet für, wenn ich ihn beständig liebe und in seinem Wort mich übe. 8. Wer nach seinem Wort nicht lebet und ihn nicht von Herzen Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 436. Jesu, komm mit dei- liebt, nur nach schnöder Wollust nem Vater, fomm strebet, der muß ewig sein bezu mir, ich liebe dich. Komm, trübt. Gott wird nicht in ihm o treuer Seelenrater, heilger mehr wohnen, sondern ihn mit Geist, besite mich. Laß mich, Zorn belohnen. o dreieinges Wesen, dir zur Woh- 9. Mein Herz, du darfst nicht ernung sein erlesen. schrecken, Jesus ist mein Aufent2. Laß mich, Jesu, deinem halt; denn sein Friede wird dich Worte vollen Glauben teilen zu, decken wider alle Feindsgewalt, denn es ist die rechte Pforte zu die vergeblich auf dich stürmet, der süßen Seelenruh; niemand kann den Trost ergründen, der in deinem Wort zu finden. weil sein Friede dich beschirmet. 10. Fahre hin mit deinem Frieden, mehr als feindgesinnte Welt; deiner werd ich ja leicht müde, weil dein Friede bald zerfällt. Gottes Fried erfreut die Herzen; Welt, dein Friede bringet Schmerzen. und für von ganzem Herzen danfen. Herr, unser Hort, laß uns dein Wort fest halten und nicht wanfen. 3. Sende nun, o Bater, sende deinen Geist von deinem Thron, der mein Herz zu dem nur wende, was dein allerliebster Sohn, des sen Wort wir angehöret, uns von deinem Willen lehret. 11. Nun soll weder Angst noch Leiden, Jesu, keine Macht noch 4. Von mir selbst kann ich nichts List mich von deiner Liebe scheifassen, mein Herz ist verfinstert den, weil dein Friede bei mir ist; ganz; ich geh auf den Irrtums- ja, es sollen meine Sinnen nichts, straßen, wo nicht deines Geistes als Jesum, lieb gewinnen. Glanz den verblendten Sinn regieret und zur hellen Wahrheit führet. 12. Jesu, der du vorgegangen durch den Tod zum Vater hin, hol mich, der ich mit Verlangen dir zu folgen willig bin. Willst du, ich will gern aufstehen und mit dir von hinnen gehen. 3. P. v. Schulte. 5. Zünd doch an die Liebeskerzen und entflamme Geist und Mut; werter Geist, laß unsre Herzen brennen in der reinen Glut; schaff, daß deine heilgen Flammen schlagen über mich zuſammen. 437. Jeſu, ſtärke meinen 6. Führe mir stets zu Gemüte, Glauben, daß er nicht ge= Mel. Freu dich sehr, o meine S. Vom Worte Gottes, Gesetz und Evangelio. 285 gegründet sei auf Vernunft und Sabbattag, auf daß ich in dir Meinungsschrauben, daß er ohne wirken mag. Styrieleis! Heuchelei bleib allein bei deinem 4. Dem Vater und der Mutter Wort unverrücket fort und fort, dein sollst du nach mir gehorsam daß ich mich darauf verlasse, es sein; niemand töten noch zornig mit festem Glauben fasse. sein, und deine Ehe halten rein. Kyrieleis! 5. Du sollst einm andern stehlen nicht, auf niemand Falsches zeugen nicht; deins Nächsten Weib auch nicht begehrn und all seins Gutes gern entbehrn. Kyrieleis! D. M. Luther. 2. Dann mag Satan Neze stellen; was frag ich nach seinem Strick? Ja, was frag ich nach der Hölle, ich bin frei von ihrer Tück; denn du, Jesu, bist bei mir, drum bleib ich auch stets bei dir; laß mich nichts von dir abtreiben, ich will treulich bei dir bleiben. In eigener Melodie. 439. Herre Gott, dein göttlich Wort ist lang verdunkelt blieben, bis durch dein Gnad uns ist gesagt, was Paulus hat geschrieben und andere Apostel mehr, aus deinm göttlichen Munde; das dank ich die mit Fleiß, das wir erlebet habn die Stunde, 3. Laß mich deinen Geist regieren, liebster Herr, nach deinem Wort und auf deinen Wegen führen; denn du bist mein treuer Hort, der im Glauben mich erhält wider Teufel, Sünd und Welt; wenn sie noch so greulich wüten, kannst du mich doch wohl behüten. 4. Du, du wirst die Ehrenkrone 2. Daß es mit Macht an Tag ohne Zweifel schenken mir; du ist bracht, wie flärlich ist vor wirst mir zum Gnadenlohne öff- Augen. Ach Gott, mein Herr, nen auch die Himmelsthür. Herr, erbarm dich der'r, die dich noch ich bleibe dir verpflicht. Herr, jest verleugnen und achten sehr ich glaub und zweifle nicht; du auf Menschenlehr, darin sie doch wirst mir nach diesem Leben auch verderben; deins Worts Verstand des Himmels Freude geben. mach ihn'n bekannt, daß sie nicht ewig sterben. 3. Willst du nun fein gut Christe sein, so mußt du erstlich glauben, segn dein Vertraun, darauf feſt baun Hoffnung und Lieb, im Glauben allein durch Christ zu aller Frist; dein Nächsten lieb daneben; das Gwissen frei, rein Herz dabei, das kein Geschöpf kann geben. 4. Allein, Herr, du mußt solches thun, doch gar aus lauter 3. Du sollst mein'n Namen eh- Gnaden; wer sich des tröst, der ren schon und in der Not mich ist erlöst, und kann ihm niemand rufen an; du sollst heilgen den schaden. Ob wollten gleich Papst, StaiA. Sophie, Landgräfin von Hessen. Mel. Dies sind die heilgen zehn G. 438. Mensch, willst du leben seliglich und bei Gott bleiben ewiglich, sollst du halten die zehn Gebot, die uns geboten unser Gott. Syrieleis! 2. Dein Gott und Herr allein bin ich, kein ander Gott soll irren dich; trauen soll mir das Herze dein; in meinem Reiche sollst du sein. Kyrieleis! 286 Vom Worte Gottes, Gesetz und Evangelio. man die Saat, auch wer das Land befäet hat: Gott oder der Verderber. 2. Ist nun dein Herz dem Wege 5. Hilf, Herre Gott, in dieser gleich und einer Nebenstraßen, Not, daß sich auch die bekehren, da auf dem breiten Lastersteig die nichts betrachin, dein Wort die Vögel alles fraßen; ach, prüfe verachtn und wollens auch nicht dich, es ist kein Scherz; ist so belehren. Sie sprechen schlecht, es wandt dein armes Herz, so bist sei nicht recht, und habens nie du zu beklagen. gelesen, auch nie gehört das edle Wort. Ists nicht ein teuflisch Wesen? Kaiser, Reich, sie und dein Wort vertreiben, ist doch ihr Macht für nichts geacht, sie werd'ns wohl laffen bleiben. 6. Ich glaub gwiß gar, daß es sei wahr, was Paulus hat geschrieben: Eh muß geschehn, daß alls vergeh, dein göttlich Wort soll bleiben in Ewigkeit, wär es auch leid vieln hart verstockten Herzen; fehrn sie nicht um, werden sie drum leiden gar große Schmerzen. 3. Denn ist der Same wegge: rafft, vertreten und gefressen, so hast du keine Glaubenskraft, noch Seelenspeis zu essen. Fällt dir ins Ohr der Same nur und nicht ins Herz, so ist die Spur zum Leben ganz vertreten. 4. Ist auch dein Herze felsenhart, verhärtet durch die Sünden, so ist der Same schlecht verwahrt auf solchen Felsengründen. Ein Felsenstein hat keinen Saft; drum hat der Same feine Kraft zu sprießen und zu schießen. 7. Gott ist mein Herr, so bin ich der, dem Sterben kommt zu gute, dadurch uns hast aus aller Last erlöst mit deinem Blute. Das dank ich dir; drum wirst du mir nach deinr Verheißung geben, was ich dich bitt; versag mirs nicht im Tod und auch im Leben. 5. So lang noch nicht zerknirscht dein Herz und vom Geseß zerschlagen durch wahre Buße, Reu und Schmerz, so kanns nicht Früchte tragen; bedenk es wohl und thue Buß; glaub fest und 8. Herr, ich hoff je, du werdest falle Gott zu Fuß, so ist dein die in feiner Not verlassen, die Herz genesen. dein Wort recht als treue Knecht im Herzn und Glauben fassen: giebst ihn'n bereit die Seligkeit, und läßt sie nicht verderben. Herr, durch dich bitt ich, laß mich willig und fröhlich sterben. 6. Oft ist das Herz auch dornenvoll, mit Sorgen angefüllet; oft lebet es im Reichtum wohl, da wird der Sam verhüllet; ja, er ersticket ganz und gar und wird nicht einmal offenbar; das ist wohl zu beklagen. D. M. Luther. Mel. Aus tiefer Not schrei ich. 7. So geht es, wenn man nur 440. um Geld und Reichtum ist bemüMensch, wie ist dein Herz bestellt? Hab het, und nach der Wollust dieser Achtung auf dein Leben! Was Welt mit Aug und Herze siehet; trägt für Frucht dein Herzens- da kann kein Gutes haben statt, feld? Sinds Dornen oder Re- wo man der Wollust nicht wird ben? Denn aus der Frucht kennt satt; der Same muß ersticken. 8. Doch Vom Worte Gottes, Gesetz und Evangelio. 287 8. Doch ist, Gott Lob! noch gutes| lern ich dich selbst erkennen; auch Land auf dieser Welt zu finden, das Gott dem Herrn allein bekannt, da in den Herzensgründen der Same, den Gott eingelegt, wohl hundertfältig Früchte trägt, das sind die rechten Herzen. Jesum meinen treuen Hort, mein Lebenslicht zu nennen; ja, dieses Wort zeigt mir den Geist, das Pfand des Erbs, das du verheißst uns Sterblichen zu geben. 5. Wenn Sünde, Teufel, Höll und Tod mich wollen faſt er= schrecken, so kann dein Wort in solcher Not gewissen Trost erwecken; weil Christus hat dem Tod ein Gift der Höllenfeuch und Best gestift, den Teufel überwunden. 9. Wer Ohren hat, der höre doch und prüfe sich ohn Heucheln; dieweil es heute heißet noch, hier muß sich keiner schmeicheln. Die Zeit vergeht, das Ende naht; fällt auf kein gutes Land die Saat, so mußt du ewig sterben. 10. Herr Jesu, laß mein Herze sein zerknirschet und zerschlagen, damit der Same dring herein, und laß ihn Früchte tragen, die mir im Himmel folgen nach, da ich sie finde tausendfach; das wünsch ich mit Verlangen. Laur. Laurenti. 6. Wenn mir die Welt viel Trübsal macht, ich muß in Kummer leben; Verfolgung trifft mich Tag und Nacht, Gefahr hat mich umgeben; es findt sich Krankheit, ja der Tod; so hab in deinem Wort, o Gott, ich immer Trost gefunden. Mel. Nun freut euch, lieben Christ. 7. Dein Wort ist meines Le441. Seele, welche Selig- bens Licht, und lehrt mich richauf Erden von deinem Schöpfer zubereit, wenn er dir fund läßt werden den süßen HimmelsLebenssaft, sein Wort, das lauter Labungskraft und Leben mit sich führet. feit ist dir allhier tig gehen, und bei der Sündenrotte nicht auf ihrem Pfad zu stehen. Dein Wort ist meiner Seele Speis, es ist das Holz im Paradeis, das schenkt uns Kraft zum Leben. 8. Wie sollte nun nicht fort und 2. Gleichwie ein Schäflein sich fort, dies meine Freude heißen? ergößt am Klee auf grüner Hei- Ach, Herr, erhalte mir dein Wort, den, wenn sich sein Hirt daselbst laß es ja niemand reißen aus meihinseßt, und läßt es fröhlich wei- nes Herzens innerm Schrein. den; so auch dein Wort zu aller Ohn deines Vaters Glanz und Zeit viel tausend Wohlzufrieden- Schein ist alles Thun vergebens. heit, o Gott, in mir gebieret. 9. Laß meine Rede Tag und 3. Denn, was ich suche, find Nacht, mein Denken und mein ich dort; was mir not ist, zu Sinnen auf dein Wort täglich haben, das zeiget sich in deinem sein bedacht, und nichts so lieb Wort, dein Wort das kann mich gewinnen, als diese deine Sülaben; dein edles Wort begreift Bigkeit; es soll in allem Trauerin sich, was tröstet und erfreuet leid mein Trost dein Wort mir mich im Sterben und im Leben. bleiben. 4. Aus deinem honigsüßen Wort 10. Kommt endlich gar der Tod her 288 Vom Worte Gottes, Gesetz und Evangelio. herbei, laß Jesu Wort mich hö- Herzen ein; laß den Zweifel ren, daß er mein Auferstehung ferne sein. sei, und dann mit Freuden feh- 7. Was ich lese, laß mich merren aus dieser Welt, dieweil er fen; was du sagest, laß mich thun. spricht, daß diese nimmer sterben nicht, die nur an ihn fest glauben. 3. Ch. Arnschwanger. Mel. Gott des Himmels und der. Wird dein Wort den Glauben stärken, laß es nicht dabei beruhn, sondern gieb, daß auch dabei ihm das Leben ähnlich sei. 8. Hilf, daß alle meine Wege nur nach dieser Nichtschnur gehn. Was ich hier zu Grunde lege, müsse wie ein Felsen stehn, daß mein Geist auch Rat und That in den größten Nöten hat. 442. Teures Wort aus Gottes Munde, das mir lauter Honig trägt; dich allein hab ich zum Grunde meiner Seligkeit gelegt. In dir treff ich alles an, was zu Gott mich führen kann. 9. Laß dein Wort mir einen Spiegel in der Folge Jesu sein; 2. Will ich einen Vorschmack drücke drauf ein Gnadensiegel; haben, welcher nach dem Himmel schließ den Schaß im Herzen ein, schmeckt; so kannst du mich herr- daß ich fest im Glauben steh, bis lich laben, weil bei dir ein Tisch ich dort zum Schauen geh. gedeckt, der mir lauter Manna schenkt und mit Lebenswasser tränft. B. Schmold. Mel. Herr, nicht schicke deine. 443. Treuster Seſu, deine 3. Du, mein Varadies auf ErWorte sind die rechte den, schließz mich stets im Glau- Himmelspforte; deine Lehren sind ben ein; laß mich täglich flüger der Pfad, der uns führt zur werden, daß dein heller Gnaden Gottesstadt. O wie selig, wer dich schein mir bis in die Seele dringt höret, wer von dir will sein gelehund die Frucht des Lebens bringt. ret, wer zu jeder Zeit und Stund 4. Geist der Gnade, der im schaut auf deinen treuen Mund. Worte mich an Gottes Herze legt, 2. Sprich doch ein in meine öffne mir des Himmels Pforte, Seele, gieb ihr göttliche Bedaß mein Geist hier recht erwägt, fehle, lehr sie halten bis zum was für Schäße Gottes Hand Tod deiner Liebe Liebsgebot. durch sein Wort ihm zugesandt. Hilf mir mich im Lieben üben 5. Lasse mich in diesen Schran- und Gott über alles lieben; meiten ohne eitle Sorgen sein. Schließe nen Nächsten, gleich wie mich, mich mit den Gedanken in ein laß mich lieben inniglich. stilles Wesen ein, daß die Welt mich gar nicht stört, wenn mein Herz dich reden hört. 3. Lehr mich christliche Geberden; laß mir deine Demut werden; gieß mir deine Sanftmut 6. Gieb dem Saattorn einen ein; mach mich flug in Einfalt Acker, der die Frucht nicht schul- fein. Also werd ich gehn von dig bleibt. Mache mir die Au- hinnen und der Seele Ruhe fingen wacker, und was hier dein den; also werd ich in der Zeit Finger schreibt, präge mir im tüchtig für die Ewigkeit. 444. Vom Worte Gottes, Gesetz und Evangelio. 289 Mel. Dies sind die heilgen zehn, oder: zeit der Wahrheit und AufrichErschienen ist der herrlich Tag. tigkeit. Kyrieleis! 10. Ich hab mit Rechtes Schein und List begehrt, was meines Nächsten ist, was sich an Gütern bei ihm findt, sein Amt, Haus, 444. Menn ich die heilgen zehn Gebot betrachte, die du selbst, o Gott, gegeben hast, erschrecke ich, daß ich so sehr erzürnet dich. Styrieleis! Land, Vieh und Gesind. Kyrieleis! 2. Ich hab die Kreatur weit 11. Ach, starker und ewiger mehr geliebt als dich und deine Gott, wer dich veracht und dein Ehr, dich nicht gefürcht, dir Gebot, des Lohn ist Zorn und nicht vertraut, auf mich und Men- Ungenad bis in den drittn und schenhilf gebaut. Kyrieleis! vierten Grad. Kyrieleis! 3. Ich habe deinen Namn und 12. Der aber hat in tausend Bund vergeblich oft geführt im Glied hier zu erwarten Gnad Mund, mit Herzensandacht nicht und Fried, der dich, Herr, liebt betracht, Herr, deine Weisheit, Güt und Macht. Kyrieleis! und dein Gesetz hält über Luft und alle Schäß. Kyrieleis! 4. Ich hab zubracht den Sab- 13. Solch Vorfat, leider! ist battag in Wollust, oder Müh nicht hier; es wohnet gar nichts und Plag, dein Wort versäumt Guts in mir; ich habe nicht darund nicht gepreist, was du für nach gefragt, was du gedroht Wohlthat mir beweist. Kyrieleis! und zugesagt. Kyrieleis! 5. Ich habe nicht geehrt allzeit die Eltern, Lehrer, Obrigkeit, ihr die Eltern, Lehrer, Obrigkeit, ihr Treu und Sorge nicht erkannt, auch nicht gedient mit willger Hand. Kyrieleis! 14. Mein Dichten ist von Jugend auf sehr bös im ganzen Lebenslauf; denn ich ganz von dem Scheitel an verderbt bis auf die Fußsohl bin. Kyrieleis! 6. Ich hab den Nächsten nicht geliebt, vielmehr geneidet und betrübt, Bank, Hader, Streit gefangen an, durch Zorn und Nachgier Sünd gethan. Kyrieleis! 15. Ach Vater, sich mein Glend an, verzeih mir, was ich hab gethan, nimm weg durch deine Güt und Huld die schwere Straf, die ich verschuldt. Kyrieleis! 7. Ich hab unreine Lust gesucht, nicht Heiligkeit geliebt und Zucht, zum öftern auch im Trank und Speis hintan gefeßet Maß und Weis. Khrieleis! 16. Gedenk, daß dein Sohn Jesus Christ ein Fluch am Holze worden ist für mich und meine Missethat, die er auf sich genommen hat. Kyrieleis! 8. Ich hab mein Amt nicht so 17. Weil ich denn bin in Chrifto verricht, wie es erfordert meine nun geschaffen, gute Werk zu Pflicht; mit Unrecht Gut an thun, so gieb mir deines Geistes mich gebracht, den Armen nicht Gab, daß ich vom Bösen lasſe mit Hilf bedacht. Kyrieleis! ab. Kyrieleis! 9. Ich hab die Lästrer gern ge- 18. Daß ich nach deinem Wilhört, nicht alls zum besten vor- len leb, der Sündenlust stets gefehrt, mich nicht beslissen jeder- widerstreb und darnach ringe fort 19 und 290 Vom Worte Gottes, Gesetz und Evangelio. und fort, daß ich eingeh zur en- den in deinem Worte weiden, gen Pfort. Kyrieleis! sowohl zur guten Zeit, als auch in bösen Tagen. In centnerschweren Plagen gieb christliche D. M. Luther. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 445. Wir danken deinem Beständigkeit. Namen, daß du 9. Ob tausend Heuchler fielen, den edlen Samen, dein Wort, ge- so dürfen wir nicht spielen mit geben hast. Ach, bleib mit sol- dir und deiner Lehr! Ein Herz, chem Worte an diesem lieben Orte, das fest gegründet und sich mit o Heiland, unser steter Gast. dir verbindet, verleugnet Jesum 2. Bisher hab ich gefehlet, dein nimmermehr. Wort nicht recht erwählet, noch 10. Herr, zieh unsre Seelen es mit Ernst geglaubt. Ich aus ihren Sorgenhöhlen; laß uns glich den harten Wegen, so blieb nach großem Staat und Reichdas Wort ohn Segen, das Körnlein ward hinweg geraubt. tum ja nicht trachten, auch keine Weltlust achten, denn das erstickt des Wortes Saat. 3. Und hab ichs gleich empfangen, ists auch gleich aufgegangen, 11. Mein Gott, sei mein Erdoch war mein Herz wie Stein. gößen, mein Schaß vor allen Drum fonnt es nicht gedeihen Schäßen, mein Sorgen und Beund keine Früchte treiben; das mühn; so wird in meiner Erden macht mir jeßt im Herzen Bein. dein Wort recht fruchtbar wer4. Da wuchsen Dorn und Hek- den, alsdann wird meine Tugend ken, die fonnten auch ersticken, blühn. was mir dein Wort gesagt. Die Lust zu Ruhm und Schäßen, die Wollust und Ergößen, die haben viele Frucht verjagt. 12. Mach uns aus dürrem Sande zum rechten guten Lande durch deine Gnadenkraft. Laß uns dein Blut befeuchten und deinen Geist erleuchten, so wird uns reiche Frucht verschafft. 13. Hilf, Jesu, Jung und Alten, daß wir dein Wort behalten, verleih Geduld dazu, damit wir nicht ermüden. Wenn wir in Ängsten sieden, so sei dein Trostwort unsre Ruh. 5. Herr, streue nicht vergebens dies teure Wort des Lebens in Ohr und Seelen ein. Laß doch die Saat gelingen und in das Leben dringen, so wird man volIer Früchte sein. 6. Wenn wir die schönen Lehren des heilgen Wortes hören, so wehr dem bösen Geist, daß er die Gnadengaben, die wir gefasset haben, uns nicht von unserm Herzen reißt. 14. Ich muß dir nochmals flagen, daß ich nicht viel getragen, der Acker ist nichts wert; doch nimm derweil das Schlechte, bis endlich deine Rechte viel tausendfache Frucht beschert. 7. Was uns dein Wort befohlen, das laß uns wiederholen, sonst ist es drum geschehn. Laß weltliches Mel. Es ist das Heil uns kommen. Geschwäße dein göttliches Gesetze 446. Wir Menschen sind zu dem, o Gott, was der armen Seele nicht verdrehn. 8. Gieb, daß wir uns mit Freu- geistlich ist, untüchtig; dein Wefen, Vom Worte Gottes, Gesetz und Evangelio. 291 sen, Wille und Gebot ist viel zu ken reich in unserm Amt und hoch und wichtig; wir wissen und Stande, viel Früchte bringen in verstehens nicht, wo uns dein Geduld, bewahren deine Lehr und göttlich Wort und Licht den Weg Huld in feinem guten Herzen. zu dir nicht weiſet. 8. Laß uns, so lang wir leben 2. Drum sind vor Zeiten ausge- hier, den Weg der Sünder meis sandt Propheten, deine Knechte, den; gieb, daß wir halten fest an daß durch dieselben würd bekannt dir in Anfechtung und Leiden. dein heilger Will und Rechte. Rott aus die Dornen allzumal; Zum lezten ist dein einger Sohn, hilf uns die Weltsorg überall o Vater, von des Himmels Thron und böse Lüste dämpfen. selbst kommen, uns zu lehren. 9. Dein Wort, o Herr, laß 3. Für solches Heil sei du ge- allweg sein die Leuchte unsern preist; laß uns dabei verbleiben, Füßen, erhalt es bei uns klar und und gieb uns deinen heilgen Geist, rein; hilf, daß wir draus geniedaß wir dem Worte gläuben, Ben Kraft, Rat und Trost in aller dasselb annehmen jederzeit mit Not, daß wir im Leben und im Sanftmut, Ehrfurcht, Lieb und Tod beständig darauf trauen. Freud, als Gottes, nicht der Menschen. 10. Gott Bater, laß zu deiner Ehr dein Wort sich weit ausbrei4. Hilf, daß der losen Spötter ten; hilf, Jesu, daß uns deine Schar uns nicht vom Wort ab- Lehr erleuchten mög und leiten. wende; denn ihr Gespött samt O heilger Geist, dein göttlich ihnen gar mit Schrecken nimmt Wort laß in uns wirken fort ein Ende. Gieb du selbst deinem und fort Glaub, Lieb, Geduld Worte Kraft, daß deine Lehre und Hoffnung. D. Just. Gesenius. in uns haft und reichlich bei uns wohne. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 5. Öffn uns die Ohren und 447. Wohl dem, der Jeſum liebet und dessen das Herz, daß wir das Wort Himmelswort, der wird niemals recht fassen, in Lieb und Leid, betrübet vons Teufels Höllenin Freud und Schmerz es aus mord. Wo Jesus sich befindet, der Acht nicht lassen; daß wir da stehet alles wohl; wer sich auf nicht Hörer nur allein des Wor- Jesum gründet, der lebet lebenstes, sondern Thäter sein, Frucht voll. hundertfältig bringen. 2. Bist du vielleicht verirret 6. Am Weg der Same wird so- vom rechten Lebensport? Hat fort vom Teufel fortgenommen; dich die Welt verwirret? Komm, in Fels und Steinen fann das hier ist Gottes Wort; das wird Wort die Wurzel nicht bekom- dir klärlich weisen die rechte sichre men; der Sam, so in die Dornen Bahn, auf der du müsseft reisen, fällt, von Sorg und Wollust die- wenn du willst himmelan. ser Welt verdirbet und ersticket. den gleich dem guten fruchtbarn Lande und sein an guten Wer 3. Bist du vielleicht betrübet, ja 7. Ach hilf, Herr, daß wir wer- wirst du fort und fort in Kreuz und Not geübet? Komm, hier ist Gottes Wort; dies wird dich schon 19* 292 Vom Sakrament der heiligen Taufe. schon erquicken, daß, wenn gleich noch tritt auf der Sünder Pfad; Höll und Welt dich wollten un- der der Spötter Freundschaft terdrücken, dit doch behältst das fleucht und von ihren Sesseln Feld. weicht; der hingegen liebt und ehret, was uns Gott vom Him mel lehret. 4. Hat Satan dich verblendet, und dich bald hier, bald dort vom Guten abgewendet, fomm, hier ist Gottes Wort; dies machet, daß die Blinden sich zu dem rechten Steg hinwieder können finden von ihrem Irreweg. 2. Wohl dem, der mit Lust und Freude das Gesetz des Höchsten treibt und hier, als auf süßer Weide, Tag und Nacht beständig bleibt; dessen Segen wächst und 5. Wirst du auch gleich gefüh- blüht, wie ein Palmbaum, den ret durch den stockfinstern Ort, man sieht bei den Flüssen, an da sonst der Tod regieret; komm, den Seiten seine frischen Zweig hier ist Gottes Wort. Dies ist ausbreiten. der Stab und Stecken, mit die- 3. Also, sag ich, wird auch grüsem kannst du dich vors Teufels nen, wer in Gottes Wort sich List und Schrecken beschüßen übt; Luft und Erde wird ihm mächtiglich. dienen, bis er reiche Früchte giebt; 6. Hilf, Jesu, daß ich liebe seine Blätter werden alt und dein seligmachend Wort, daß ich doch niemals ungestalt; Gott giebt mich stets drin übe; hilf, liebster Seelenhort, daß ich in meinem Herzen bewahr durch deine Huld, damit in Kreuzes Schmerzen es Frucht trag in Geduld. Glück zu seinen Thaten; was er macht, muß wohl geraten. 4. Aber wen die Sünd erfreuet, mit dem gehts viel anders zu. Er wird wie die Spreu zerstreuet Anna Sophie, Landgrafin zu Hessen. von dem Wind im schnellen Nu. Mel. Werde munter, mein Gemüte. Wo der Herr sein Häuflein richt, 448. Mohl dem Menschen, da bleibt der Gottlose nicht. der nicht wandelt Summa: Gott liebt alle Fromin gottloser Leute Rat; wohl men und wer böf ist, muß umdem, der nicht unrecht handelt, kommen. Paul Gerhardt. 16.( 2) Von der heiligen Taufe. In eigener Melodie. wohl, was Gott selbst heißt die 449. Christ, unser Herr, Taufe und was ein Christe glauzum Jordan kam nach seines Vaters Willen, von Sankt Johanns die Taufe nahm, sein Werk und Amt zu erfüllen; da wollt er stiften uns ein Bad, zu waschen uns von Sünden, ersäufen auch den bittern Tod durch sein selbst Blut und Wunden; es galt ein neues Leben. ben soll, zu meiden Keßerhaufe. Gott spricht und will, das Wasser sei doch nicht allein schlecht Wasser, sein heilges Wort ist auch dabei mit reichem Geist ohn Maßen; der ist allhier der Täufer. 3. Solchs hat er uns bewiesen klar mit Bildern und mit Worten; des Vaters Stimm man offenbar daselbst am Jordan hör2. So hört und merket alle te. Vom Sakrament der heiligen Taufe. 293 te. Er sprach: Dies ist mein lieber den Adams Fall verursacht hat. Sohn, an dem ich hab Gefallen, Die Sündflut gehet überhin, den ich euch will befohlen habn, daß ihr ihn höret alle und folget seiner Lehre. wenn ich in dieser Arche bin. 2. Wie groß sind, Jesu, deine Gaben! Du kommst mit Wasser 4. Auch Gottes Sohn hier sel- und mit Blut, und wenn wir ber steht in seiner zarten Mensch- diese Schäße haben, so erben heit; der heilge Geist hernieder wir das höchste Gut. Wenn wir fährt, in Taubenbild verkleidet, damit bezeichnet sein, so läßt du daß wir nicht sollen zweifeln uns zum Himmel ein. dran, wenn wir getaufet werden; all drei Person getaufet habn, damit bei uns auf Erden zu wohnen sich ergeben. 3. Was frag ich nach der eiteln Ehre? Ich bin des Allerhöchsten Kind, weil ich in derer Zahl gehöre, die gar aus Gott geboren sind. Kein Ehrenstand ist diere Christ: Geht hin, all Welt zu sem gleich, das ist mein Recht lehren, daß, was verlorn in Sün- zum Himmelreich. 5. Sein'n Jüngern heißt der Herden ist, sich soll zur Buße kehren. 4. Du schreibest mich ins Buch Wer glaubet und sich taufen des Lebens, du meines Lebens läßt, soll dadurch selig werden, ein neugeborner Mensch er heißt, der nicht mehr könne sterben, das Himmelreich soll erben. Leben, ein. Ach, lasse mich doch nicht vergebens auf deinen Tod getaufet sein. Ja, schreibe mich so fräftig an, daß mich kein Fluch vertilgen kann. 5. Hab ich dir Herz und Hand gegeben, so gieb mir, Jesu, deine Gnad, auch dem Versprechen nachzuleben, das selbst dein Geiſt versiegelt hat. Des Satans Werk und Wesen sei kein Hindernis für meine Treu. 6. Erhalte mich bei deiner Taufe im Bündlcin der Lebendigen, und führe mich in meinem Laufe vom Irdischen zum Himmlischen, daß ich durch diesen Jordan geh und dort im Lebenslande steh. 6. Wer nicht glaubt dieser groBen Gnad, der bleibt in seinen Sünden und ist verdammt zum ewgen Tod tief in der Hölle Gründen. Nicht hilft sein eigne Heiligkeit, all sein Thun ist verloren; die Erbsünd machts zur Nichtigkeit, darin er ist geboren; vermag sich selbst nicht helfen. 7. Das Aug allein das Wasser sieht, wie Menschen Wasser gießen; der Glaub im Geist die Kraft versteht des Blutes Jesu Christi, und ist für ihn ein rote Flut, von Christi Blut gefärbet, Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. taufet bist die allen Schaden heilen thut, 451. Du Volk, das du gevon Adam her geerbet, auch von uns selbst begangen. D. M. Luther. Mel. Ich will dich lieben. nen Gott erkennest, auch nach dem Namen Jesu Christ dich 450. Du unerforschlichs und die Deinen nenneſt: nimms Meer der Gnaden, wohl in acht und denke dran, wie selig ist dein Wasserbad! Es wie viel dir Gutes sei gethan am heilet an mir allen Schaden, Tage deiner Taufe. 2. Du 294 Vom Sakrament der heiligen Taufe. 2. Du warst, noch eh dy wurbst gethan und willig ausgestanden. geborn und eh du Milch gesogen, Hier wäscht uns sein hochteures verdammt, verstoßen und verlorn, Blut und macht uns heilig, darum, daß du gezogen aus deiner fromm und gut in seines Vaters Eltern Fleisch und Blut, ein Art, Augen. die sich vom höchsten Gut, dem ewgen Gott, stets wendet. 3. Dein Leib und Seel war mit der Sünd als einem Gift durchzogen, und du warst nicht mehr Gottes Kind, nachdem der Bund gebrochen, den unser Schöpfer aufgericht, da er uns seines Bildes Licht und herrlichs Kleid erteilte. 4. Der Zorn, der Fluch, der ewge Tod, und was in diesem allen enthalten ist für Angst und Not, das war auf dich gefallen; du warst des Satans Sklav und Knecht; der hielt dich fest, nach seinem Recht, in seinem Reich gefangen. 9. O großes Wert! O heilges Bad! Wasser, dessen gleichen man in der ganzen Welt nicht hat! kein Sinn kann dich erreichen. Du hast recht eine Wunderkraft, und die hat der, so alles schafft, dir durch sein Wort geschenket. 10. Du bist ein schlechtes Wasser nicht, wies unsre Brunnen geben. Was Gott mit seinem Munde spricht, das hast du in dir leben. Du bist ein Wasser, das den Geist des Allerhöchsten in sich schleußt und seinen großen Namen. 11. Das halt, o Mensch, in allem wert und danke für die Gaben, die dein Gott dir darin beschert, und die uns alle laben, wenn nichts mehr sonst uns laben will; die laß, bis daß des Todes Ziel dich trifft, nicht ungepreiset. 12. Brauch alles wohl, und weil du bist nun rein in Christo wor den, so leb und thu auch als ein Christ und halte Christi Orden; bis daß dort in der ewgen Freud er dir das Ehr- und Freudenkleid um deine Seele lege. Paul Gerhardt. 5. Das alles hebt auf einmal auf und schlägt und drückt es nieder das Wasserbad der heilgen Tauf; ersetzt dagegen wieder, was Adam hat verderbt gemacht, und was wir selber durchgebracht bei unserm bösen Wesen. 6. Es macht dies Bad von Sünden los und giebt die rechte Schöne. Die Satans Kerker vor beschloß, die werden frei und Söhne des, der da trägt die höchste Kron; der läßt sie, was sein eigner Sohn ererbt, auch mit ihm erben. Mel. Was mein Gott will, das. 7. Was von Natur vermaledeit 452. Frisch auf, mein Seel, und traure nicht, und mit dem Fluch umfangen, das dein Jesus lebt, er lebet; fein wird hier in der Lauf erneut, den Aug hat er zu dir gericht, sein Segen zu erlangen. Hier stirbt Fittig ob dir schwebet; er ist dein der Tod und würgt nicht mehr; Heil, dein Trost und Teil, wie hier bricht die Höll, und all ihr fannst du sein in Trauer? Der Heer muß uns zu Füßen liegen. treue Sort in seinem Wort ver8. Hier ziehn wir Jesum Chri- spricht sich selbst zur Mauer. stum an und decken unsre Schanden mit dem, was er für uns 2. Drum traure nicht; es kränket zwar, wo so viel Sünd begangen, und Vom Sakrament der heiligen Taufe. 295 und ist es leider allzuwahr, daß sein, ich geb mich drein; wie dus wir in Sünd empfangen; doch schickst, will ichs leiden! sieh darauf, daß in der Tauf dir solche sind geschenket und dir zu gut durch Christi Blut gar tief ins Meer gesentet. 3. Ja, sprichst du, wenn ich nicht aufs neu den Taufbund übertreten! Was du versehen hast, bereu! Und dann Gott abgebeten. Fall nur zu Fuß und thue Buß; er wird dich gern aufnehmen, wenn es fein Scherz, und sich dein Herz des Bösen recht will schämen. 4. Wenn es dich schmerzt, was 4. Wenn es dich schmerzt, was du gethan; es nimmer zu begehen, aufs neue Gott gelobest an: vergiebt er, was geschehen; weil Jesus Christ der Mittler ist für die, so an ihn glauben; doch siehe zu, es nicht mehr thu, der Gnad dich zu berauben. 5. Glaub fest an Jesum, Gottes Sohn, daß durch sein Tod und Leiden, durch seine Wunden, Spott und Hohn nunmehr auf Gottes Seiten Gerechtigkeit, Gnad, Heil bereit, die Sünde dir erlassen. Du bist gerecht, wo du ihn schlicht im Glauben weißt zu fassen. 6. Fühlst du den Glauben nicht so groß, wie du wohl möchtst begehren, ergieb dich Gottes Willen bloß, ob er dir woll gewähren die Bitt, und trau, daß er genau dein Seufzen hör und kenne; halt dich ans Wort, bet immer fort, der Hilf nicht Zeit benenne. 8. Auch wenn das Fleisch selbst dich anficht, die Sünde lockt mit Reizen; der Satan dich im Siebe ficht't, arglistig wie den Weizen; die Welt bald lacht, bald haßt, veracht; es scheint, Gott woll nicht hören, ja, hast wohl schwach zur bösen Sach gar lassen dich bethören. 9. Lauf unverzüglich und mit Eil in allen diesen Dingen zu Jesu Christo, daß er heil, was scheinet zu mißlingen; daß er, was schwach an dir, stark mach und seinen Geist dir gebe, der in dir bleib, zum Guten treib, dem Bösen widerstrebe. 10. Gewiß, es ist kein Not so schwer, so bitter ist kein Leiden; es drückt das Kreuz auch noch so sehr, Schmerz sei auf allen Seiten; der Mut nicht steh, der Leib verGott lebet noch! Sißt nicht zu geh, darum doch nicht verzaget; hoch! Nur frisch auf ihn gewaget! 11. Wohl, wohl und ewig, ewig wohl! Wer fest auf Gott vertrauet, es gehe, wie es mag und soll, er hat sehr fest gebauet. Wenn bricht die Welt, der Himmel fällt, sein Glaub wird doch nicht fallen; das Wahrheitswort steht fort und fort: Gott hilft den Seinen allen. 12. Und sollt es auch der Tod gleich sein, so gieb dich doch zufrieden; stell, liebe Seel, das Trauern ein, du bleibest ungeschieden von dem, der ist dein Jesus Christ; 7. Imgleichen, wenn die Liebe im Tod ist er dein Leben. Was schwach, die Hoffnung will ver- willst du mehr? O freu dich schwinden, und heißt: Daß doch sehr, bedenk, was dir gegeben. der Freuden, ach! kein Fühlen und Empfinden! Sei in Gott J. C. Schade. Mel. Ein feste Burg ist unser. ſtill, fag: Herr, dein Will gescheh 453. Gott Lob, daß ich ein zu allen Zeiten! Das Best wird Christe bin, so geh ich 296 Vom Sakrament der heiligen Taufe. ich nicht verloren; die Taufe| Spruch ergeht, daß dann der bleibet mein Gewinn, da werd Bund besteht, damit muß allerich neu geboren. Und war ich gleich in Not und in den Sünden tot; doch, als die Gnade fam, mich in den Taufbund nahm, sollt ich in Jesu leben. meist Gott Bater, Sohn und Geist auch hier die Hoffnung bleiben. 7. Ach Gott, steh mir in Gnaden bei, daß ich im Geiste wandle und der versprochnen Bundestreu 2. Mit Wasser ward mein Haupt niemals zuwider handle; gieb besprengt in Gottes teurem Na- deinen Geist dazu, daß, wenn ich men; das Pfand ward mir dazu Buße thu, dir dann mein Thun geschenkt durch ein bewährtes gefällt, bis wir in jener Welt Amen. Was Gott der Vater der Buße nicht bedürfen. liebt, und was mein Jesus giebt, Ch. Weise. und was der werte Geist in sei- Mel. Nun freut euch, lieben Christ. ner Kraft verheißt, das hab ich 454. Gott Vater, Sohn, heiliger Geist, du nun beisammen. 3. Ich bin durch Jesum Gottes Gott von großer Güte, sei jetzt Kind, den hab ich angezogen; der und immerdar gepreist mit dankVater, der ihn lieb gewinnt, der barem Gemüte, daß du aus unist auch mir gewogen. Was mich verdienter Gnad mich durch das auch sonst befleckt, das ist so heilge Wasserbad von Sünden ganz bedeckt; ich steh in lauter abgewaschen. Huld und finde feine Schuld, die mich verdammen könnte. 2. Herr, ich bekenne, daß ich bin gezeugt aus Sündensamen, ein Kind des Zorns, das immerhin entheiligt deinen Namen. Ich weiß, daß von Natur ich leb ohn deine Furcht und widerstreb, Gott, deinem Wort und Willen. 3. Du aber hast, o Bater, mich, da ich war ganz verloren, zu dir läßt die Gnad und Wahrheit gezogen gnädiglich und wieder walten. 4. Ich bin schon selig in der Welt, da mag ich alles hoffen; denn wer sich an den Taufbund hält, dem steht der Himmel offen. Was Gott mir selbst verspricht, das trüget nimmer nicht; der Grund bestehet fest, dieweil Gott ewig neu geboren durchs Wasserbad der heilgen Tauf, daß ich in meinem Lebenslauf mich deiner Lieb kann tröſten. 5. Es liegt nicht an der Würdigfeit, denn hier ist lauter Sünde. Gnug, daß ich in der Gnadenzeit mein Heil in Jesu finde. Wenn 4. Herr Jesu Christ, dein teuich dann nur forthin stets fromm res Blut wäscht mich von meinen und dankbar bin; ich soll nun Sünden; fraft dessen macht die Gottes Freund und aller Sün- Wasserflut der Sünde Fluch verden Feind und Christi Liebe heißen. schwinden, den ich hab von Na6. Wenn Höll und Tod viel tur verschuldt, und sebet mich Schrecken schafft, so beicht ich ins Vaters Huld, die Adam hat Gott die Sünde; da zeigt die verscherzet. Taufe ihre Kraft, daß ich Ver- 5. O heilger Geist, ich danke gebung finde. Und wenn der dir für diese edle Gabe, daß ich nun Vom Sakrament der heiligen Taufe. 297 nun innerlich in mir dein kräftig 3. Bedent, sie ist ein geistlich Zeugnis habe, dadurch ich meinen Schöpfer kann getrost und freudig rufen an und sagen: Abba, Vater! Grab, da du der Sünd gestorbent ab; drum steh mit deinem Heiland auf zu einem neuen Lebenslauf. 4. Wenn du hörst, daß sie heilig sei, macht dich von Schuld und Strafen frei, so halt dich fest an solchem Heil; was unrein ist, das meid in Eil. 5. Sie zieht dir an ein neues Kleid, den Brautrock der Gerechtigkeit, mit dem dein Blöß bleibt zugedeckt, wenn er nicht wird aufs neu befleckt. 6. Sie ist das Wasserbad im Wort, das du sollst hören fort und fort; schließ ja davor dein Ohr nicht zu, verlangst du deiner Seele Ruh. 6. Weil in der Tauf auch Jesus Christ von mir ist angezogen, so hilf, daß durch des Satans List ich nimmer werd betrogen; denn die nun Gottes Tempel sind, die bleiben vor dem bösen Feind in deiner Gnade sicher. 7. O Herr, an diese Würdigkeit, die du mir wollest schenken, laß mich jebund und allezeit in meiner Not gedenken, daß ich dadurch ein Herze faß und immer mich darauf verlaß, daß du mir Gnad versprochen. 8. Ich hab auch bei dem Wasserbad mich dir zum Dienst verbunden; drum gieb, daß feine Sündenthat in mir werd herrschend funden. Gieb, daß für deine Güt und Treu ich den Gehorsam stets erneu, den ich dir angelobet. 9. Und so ich was aus Schwachheit thu, das wollst du mir verzeihen, und mir es ja nicht rechnen zu, den Beistand auch verleihen, daß ich an dir beständig bleib, bis du die Seele von dem Leib zu dir hinauf wirst nehmen. D. Just. Gesenius. Mel. Herr Jesu Christ, meins. 455. Mein Christ, nimm 7. Sie töt das Fleisch durch Gottes Geist, den bitt, daß er dir Beistand leist; er wirkt die Buß und Sündenreu, durch ihn wird auch dein Wandel neu. 8. So oft die Tauf verrichtet wird, von dir dem Höchsten Dank gebührt, auch bitt, daß er den Schaß bewahr, der in der Tauf gereicht dir war. 9. Mit dieser Tauf am letzten End des Teufels Anklag von dir wend! Sag, du seist frei von allem Fluch, dein Nam steh in dem Lebensbuch. Magn. Hesenthal. Mel. Christ, unser Herr, zum Jordan, oder: Es woll uns Gott genädig. Gott, da ich gar feinen Rat für deine Tauf in acht, 456. erwäg stets ihre Kraft und Macht; weil sie dich wäscht von Sünden- Seel konnt finden, hast du mich not, so flieh die Sünd mehr als durch das Wasserbad gewaschen den Tod. rein von Sünden; dabei du klär2. Die Tauf ist ein geschlossner lich haft erweist uns durch ein Bund, da dein Gewissen findet sichtbar Zeichen, o Vater, Sohn Grund; wenn du nicht willst und heilger Geist, es sei nichts meineidig sein, halt stetig dein zu vergleichen mit deiner Gnad Gewissen rein. und Liebe. 2. Denn 298 Vom Sakrament der heiligen Taufe. 2. Denn willig und von Her- tröst und freu, darin beständig zensgrund, so bald ich zu dir bleibe, als dein Kind Teufels kommen, hast du mich ja in dei- Werke hafs, die bösen Lüste dämnen Bund zum Kinde angenom- pfe, das Gut zu thun nie werde men. Du hattest Ursach, mich laß, bis an das End hier kämpfe vielmehr zu strafen und zu haf- und dort dein Reich ererbe. sen und hast, o großer Gott, fo sehr herunter dich gelassen, den Bund mit mir gestiftet. Joh. Heermann. Mel. Nun freut euch, lieben Christ. 457. Sefu Christ, ich 3. Dadurch bin ich nun als dein preise dich mit fröhliKind versichert deiner Gnaden. chem Gemüte, daß du mich SünWas sich für Schwachheit an mir der gnädiglich nach deiner großen findt, das läßt du mir nicht scha- Güte durch deine Tauf errettet den. Den Geist der Kindschaft haft von aller meiner Sündengiebst du mir; und wenn ich vor last und mir dein Heil geschenket. dich trete, mein Herz ausschütte, 2. Sobald mein Haupt dein Gott, vor dir, nach deinem Wil- Wasserguß begann zu übergießen, len bete, werd ich allzeit erhöret. da ließst du deinen Liebesfluß 4. Hingegen hab ich mich ver- auch in mein Herze fließen; ein pflicht, ich woll ein gut Gewissen göttlich Leben gabst du mir; dein fort bei des Glaubens Zuversicht Geist verband mein Herz mit dir, zu halten sein beflissen; dich, ich ward aus Gott geboren. Vater, Sohn und Geist allzeit 3. Du wuschest meine Seele ab für meinen Gott erkennen, und von allen Sündenflecken, und samt der wahren Christenheit mit ließest also in ein Grab des Ehrerbietung nennen den eingen Herrn und Vater. Fleisches Macht verstecken; es ward in deinen Tod getaucht, 5. Ich hab dem bösen Feind was Satanas vorher gebraucht, entsagt und allen seinen Werken; ins Elend mich zu bringen. und dieser Bund, der ihn verjagt, 4. So stelletest du heilig dar kann gegen ihn mich stärken. Ich vor deines Vaters Throne und bin, o Gott, dein Tempel nun und vor der Auserwählten Schar wieder neu geboren, auf daß ich mich in der schönen Krone der rechte Werke thu, dazu ich bin er- göttlichen Gerechtigkeit; du wurforen, und die du selbst befohlen. best selbst mein Ehrenkleid, darin 6. Der alte Mensch muß sterben ich konnte prangen. ab, der neue aber leben; den bösen 5. Stein Engel war so schön als Lüsten, die ich hab, muß ich stets ich, da ich dich angezogen; ich widerstreben. Ich muß dem Guten prangte mehr als königlich; du hangen an, verrichten deinen Wil- wurdest selbst bewogen, mich nun len, mit Fleiß und Sorgfalt den zu nennen deine Braut, im Glauken dran, daß ich ihn mög erfüllen ben ward ich dir vertraut. So durch deine Kraft und Stärke. hoch ward ich erhoben. 7. Gott Vater, Sohn und Geist verleih, daß ich fest an dich gläube, mich meines Taufbunds 6. Da ward mir auch zugleich das Recht zu deinem Reich gegeben; ich war von göttlichem Geschlecht: du Vom Sakrament der heiligen Taufe. 299 du wurdest selbst mein Leben, nicht, der auf dich seine Zuverweil ich an deinem Leibe ward sicht von ganzem Herzen sebet. ein Glied und nun nach deiner 13. 3war hab ich auch durch Art mein Leben konnte führen. viele Schuld den Gnadenbund 7. Doch mußte dies verborgen zerrissen, bin unwert worden deisein, die Schönheit ward ver- ner Huld; doch bin ich nun bedecket, da man mich also tauchte flissen, daß durch die Buße dieser ein und unters Kreuz verstecket; Bund befestigt werde, weil der es mußte nun ans Leiden gehn, Grund bei dir noch feste stehet. bis ich auch künftig fönnte stehn in offenbarer Klarheit. 14. 3ch steh im Kampfe wider mich, mein Fleisch und Blut zu zwingen; der Geist kämpft in mir ritterlich, wenn Lüfte auf mich bringen. Läßt mir der Satan mit auf mich zu, geb ich mich feine Ruh, stürmt auch die Welt nicht gewonnen. 15. Denn weil ich nun getaufet bin mit deinem Liebesfeuer, das 9. Ach ja, es ist noch dieser ganz durchglühet meinen Sinn, Bund mein Siegel im Gewissen, ist mir sehr wert und teuer dein das mich versichert alle Stund, göttlichs Wort, das weiset mir, wie du noch seist beflissen, mich wie ich soll fliehen für und für, zu erhalten, daß ich fann noch was dir nicht wohlgefället. ftets die Frage stellen an: Bin ich nicht, Gott, dein eigen? 16. Gieb nun, daß deine Lieb in mir stets treibe mein Gemüte, daß ich mich sehne stets nach dir und mich vor Sünden hüte. Du, Liebe, thust mir viel zu gut, gieb, daß ein jeder Tropfen Blut von deiner Liebe walle. Chr. Koitsch. mel. Christ, unser Herr, zum Jord., oder: Es woll urs Gott genädig. O 458. welch ein unvergleichlich Gut giebſt du, Herr, deinen Kindern; das Wasser und zugleich dein Blut verehrest du den Sündern. Drei Dinge sind, die allermeist auf Erden Zeugnis geben: das Blut, das Wasser und der Geist, die können uns erheben zu deinem Freudenleben. 2. Dies Sakrament ist ſelbſt 8. So war es zu derselben Stund, als ich war aufgenommen in diesen heilgen Gnadenbund und in die Zahl der From men. Wie ist es aber mir, mein Heiland, soll ich jezo dir nicht gleichfalls angehören? 10. Hast du mich nicht zu deinem Kind in deinem Sohn erwählet? Hast du mich nicht von aller Sünd in Gnaden losgezählet? Ist nicht dein Bund ein ewger Bund? Hat solchen nicht dein treuer Mund mit einem Eid versiegelt? 11. Geht mich nicht auch das alles an, was Christus hat erworben? Hat ers nicht mir zu gut ge= than? Ist er mir nicht gestorben? Ist sein Verdienst mir nicht geschenkt, da ich im Glauben ward versentt in seine Gnad und Güte? 12. Drum bleib ich ja dein Eigentum, daß du dir nicht läßt nehmen; der Sünden Macht wird wieder um mich nimmermehr beschämen. durch dich geheiligt und beschlosDu willst und kannst den lassen sen, daß, wie du, Herr, bist sicht= bar 300 Vom Sakrament der heiligen Taufe. barlich mit Wasser ganz begossen| gen; laß uns durch wahre Reu im Jordan durch Johannes Hand, und Buß auch täglich mit dir sterso soll auch uns rein machen dein ben, weil doch der alte Adam heiligs Blut, das teure Pfand, muß mit seiner Lust verderben, das lauter große Sachen kann soll man dein Reich ererben. wirken in uns Schwachen. 8. Hilf, daß wir diesen Gna3. Du hast uns durch dies Sa- denbund der Taufe nie vergessen, frament der Herde einverleibet, und ihn fein freches Herz und die sich von Christo Christen nennt und an denselben gläubet; dies Wasserbad hat samt dem Wort uns rein gemacht von Sünden; dein guter Geist, der woll hinfort im Glauben uns recht gründen und uns zur Lieb entzünden. Mund zu schmähen sei vermeſsen. Laß unsre Tauf in Angst und Bein, ja, wenn wir gehn von hinnen, Herr, unser Trost und Freude sein. Hilf uns der Welt entrinnen, den Himmel zu gewinnen. Joh. Nist. Mel. Freu dich sehr, o meine S., 4. Wir sind, Herr, in dein Gna- oder: Werde munter, mein Gemüte. denreich durch diesen Bund ge- 459. Weg, du schnöder sebet; darin genießen wir zugleich, Schlangensamen, was unsern Geist ergößet. Du hast uns durch dies teure Bad, so trefflich schön gezieret, daß man uns, o der großen Gnad, im Schmuck, wie sichs gebühret, dem Bräutigam zuführet. 5. Aus Höllenfindern sind wir schon der Gnade Kinder worden; dies ist der Christen schönste Kron und Schmuck in ihrem Orden; ja, Christus selber und sein Blut, sein Tod und Sieg daneben, ist nunmehr unser eignes Gut, das er uns hat gegeben, mit ihm dadurch zu leben. Sünde, Furcht und Traurigkeit; denn ich trage Christi Namen, als ein Glied der Christenheit. Gott hat nichts an mir gespart, und als ich getaufet ward, fand ich in dem Wasserbade Chriſti Blut und alle Gnade. 2. Sollt mir dies nicht widerfahren, was der Gnadenbund verheißt? Ach, die hohen Zeugen waren Vater, Sohn und heilger Geist, und mir ward des Vaters Gnad, was der Svijut erworben hat, was der Geist im Worte lehret, als ein teur Geschenk verehret. 6. Er hat uns auch das Kindes- 3. Gott hat nichts umsonst verrecht der Seligkeit geschenket; sprochen, was er sagt, das trifft durch solches ist die Sünde schlecht mir ein, und der Schluß bleibt ins tiefe Meer versenket. Was ungebrochen, sollt mir das nicht können Teufel, Höll und Tod, tröstlich sein? Wer an seinen Jedie uns stets widerstunden? Weil sum gläubt und bei seiner Taufe Jesus Christus alle Not und bleibt, ist zur Seligkeit versehen, Plagen überwunden: Nun ist und das soll an mir geschehen. das Heil gefunden! 4. Doch, wer hat dem Gnaden7. Herr, laß uns nun den Re- bunde recht und christlich nachgeben gleich auch gute Früchte brin- lebt? Wer hat in der Gnadengen und aus der Welt nach dei stunde feiner Gnade widerstrebt? nem Reich im Glauben eifrig rin- Bin ich auch, als Gottes Kind, Got Vom Sakrament des heiligen Abendmahls. 301 Gottes Willen gleich gesinnt? machen, daß uns keine Schuld Hab ich Christum angezogen und betrübt. Dennoch, wer zurücke fällt bin doch der Welt gewogen? und den Schatz verächtlich hält, 5. Heißet dieses neugeboren, diefer kann in solchen Sünden wenn das Fleisch bei Kräften weder Gott noch Himmel finden. bleibt; oder bin ich unverloren, 7. Jesu, gieb mir noch beizeiwenn mich Satans Wille treibt? ten deines Geistes Unterricht. Ja, dieweil das höchste Gut in Denn, gewiß auf deiner Seite der Glaubenskraft beruht, ach, so wankt der Bund des Friedens wird der Trost zunichte; denn nicht. Doch, wer sich so lang verwo sind die Glaubensfrüchte? geht, bis die Todesfurcht entsteht, 6. Freilich sind es große Sa- möcht die Buß zu lange sparen: chen, was die Taufe nüßt und Jesu, laß michs nicht erfahren! biebt; denn sie kann uns selig 17.( 3) Von dem heiligen Abendmahl, vor, bei und nach dem Genuß desselben. Mel. Herr Jesu Christ, du höchstes, sein, da will er prächtig ziehen oder: Es ist das Heil uns kommen. ein und ewig in dir bleiben. 460. Auf, auf, mein Geist, 5. Nun, Herr, der du mein ermuntre dich! Die Herze weißt, zu dir fomm ich geschritten; du wollest nebst dem heilgen Geist den Vater für mich bitten, daß ja mein Glaub aufhöre nicht, und ich dies Mahl nicht zum Gericht unwürdig brauchen möge. Nacht ist nun vergangen. Mein Jesus kommt und wecket mich, er ruft mich mit Verlangen; mit seinem Leib und teurem Blut, das gnug für meine Sünde thut, will er mich heut erquicken. 6. Ihr Engel kommt und füh2. Steh auf und is! Das Le- ret mich zu diesem Tisch der Gnabensbrot wird dir heut aufge- den! Troß, daß Sünd, Tod und tragen; der selge Trank, so ro- Hölle sich jetzt regen, mir zu schafinrot und heilet alle Plagen, den; mein Jesus kommt; zurücke den biet dir Jesus selber dar; prallt! Er eilt zu mir; zu Boden trink fröhlich, so kann die Ge- fallt, ihr Teufel! Hier ist Jesus! fahr der Hölle dir nicht schaden. 3. Doch wirf zuvor das SündenD. J. Fr. Mayer. Mel. Aus tiefer Not schrei ich. kleid von dir, das ſehr beflecket; 461. Du Lebensbrot, Herr nimm den Rock der Gerechtigkeit, Jesu Christ, mag dich der deine Blöße decket; den heil- ein Sünder haben, der nach dem gen Geist ruf eifrig an, der deine Himmel hungrig ist und sich mit Seele heilgen kann, daß er dich dir will laben: so bitt ich dich dewohl bereite. mütiglich, du wollest so bereiten 4. So wird alsdann das Got- mich, daß ich recht würdig werde. teslamm auch gerne bei dir woh- 2. Auf grüner Aue wollest du nen und als ein treuer Bräutigam mich diesen Tag, Herr, leiten, dich, seine Braut, belohnen; du den frischen Wassern führen zu, sollst, mein Herz, sein Himmel den Tisch für mich bereiten; ich bin 302 Vom Sakrament des heiligen Abendmahls. bin zwar fündig, matt und frank, Mel. Nun freut euch, lieben Chr. doch laß mich deinen Gnadentrant 462. Ermuntre dich, o from aus deinem Becher schmecken. mer Christ, steh auf 3. Du zuckersüßes Himmelsbrot, vom Schlaf der Sünden; leg ab du wollest mir verzeihen, daß ich von dir, was irdisch ist, und laß in meiner Seelennot zu dir mag dich heilig finden; denn du wirst kindlich schreien; dein Glaubens- heut im Jammerthal zu einem rock bedecke mich, auf daß ich großen Abendmahl von Gott möge würdiglich an deiner Ta- selbst eingeladen. fel sißen. 2. Darum so soll sich himmel. 4. Tilg allen Haß und Bitter- wärts dein ganz Gemüte schwinfeit, o Herr, aus meinem Herzen; gen und ein zerknirschtes, reines laß mich die Sünd in dieser Zeit Herz zu dieser Mahlzeit bringen; bereuen ja mit Schmerzen; du es muß dein Geist zu dieser Zeit uns geschenktes Osterlamm, du sich ganz von aller Eitelkeit aus meiner Seele Bräutigam, laß Gottes Kraft erheben. mich dein Recht genießen. 3. Schan was dein Heiland dir 5. 3war bin ich deiner Gunst erweist und wie er dich bedenket, nicht wert, als der ich jetzt er daß er mit seinem Leib dich speist scheine mit Sünden allzuviel be- und dich so reichlich tränfet mit schwert, die schmerzlich ich be- feinem teuer werten Blut, so weine. In solcher Trübfal trö- er alleine dir zu gut am Kreustet mich, Herr Jesu, daß du gnä- zesstamm vergossen. diglich der Sünder dich erbarmest. 6. Ich bin ein Mensch ganz voller Sünd, laß deine Hand mich heilen; erleuchte mich, denn ich bin blind, du kannst mir Gnad erteilen; ich bin verdammt, erbarme dich; ich bin verloren, suche mich und hilf aus lauter Gnaden. 4. Sticht und verleßt der Sündendorn, fühlst du der Hölle Flammen, daß du vermeinest, Gottes Zorn schlag über dir zusammen: sei nur getroft und tritt herzu, da findest du Gewissensruh bei dieser Himmelsspeise. 5. Sobald dir dein Herr Je7. Mein Bräutigam, komm her sus Christ sein Leib und Blut zu mir und wohn in meinem Herzen; laß mich dich küssen für und für und lindre meine Schmerzen. Ach, laß doch deine Süßigkeit für meine Seele sein bereit und stille meinen Jammer. läßt reichen, so muß des Satans Grimm und List und alle Sünde weichen; Gott fehret selber bei dir ein mit seinem süßen Gnadenschein, sich mit dir zu vereinen. 8. Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ, komm selbst, dich mir zu schenken; o Blut, das du vergossen bist, komm eiligst, mich zu trän6. Du wirst durch dieses Hims melsbrot an Seel und Geist erneuet, in aller Angst und Sees lennot mit großer Kraft erfreuet. Es dämpfet alle böse Lust; es fen. Ich bleib in dir, du bleibst reiniget vom Sündenwust und in mir, drum wirst du, güldne stärket deinen Glauben. Himmelsthür, auch mich dort 7. Ja, wenn du dies genossen auferwecken. Joh. Rist. haft und glaubest Christi Wortest, Vom Sakrament des heiligen Abendmahls. 303 ten, also bist du ein würdger[ Christ, mein treuer Samariter Gast; die hohen Himmelspforten bist, willst Leib und Seele helfen. stehn dir eröffnet angelweit zu 6. Du hältst mir die Verheißung deiner Seelen Seligkeit, da Chri- fest und meinst es gut von Herzen, stus deiner wartet. die treulich du geschehen läßt; 8. Und wenn es endlich Gott Öl gießt du in die Schmerzen; gefällt, daß du dem Jammer- denn wie du, Herr, verheißen leben und dieser bösen, falschen hast, so hast du deinen armen Welt dereinst sollst Abschied ge- Gast jezt königlich verpfleget. ben, so kommest du zum Abendmahl des Lammes in den Freudensaal zu allen Auserwählten. 7. Trifft mich der Seelen Hungersnot, muß sich mein Herz abmatten, so komme du, mein Himmelsbrot, erfreulich mir zu statten; dein teures Blut im Abendmahl erfrische mich in Todesqual, damit ich nicht verschmachte. Mel. Aus tiefer Not schrei ich. 463. Erscheine, süßer See lengast, daß ich mich hoch erfreue; fomm an, du meine Ruh und Rast; wie groß ist deine Treue, daß du zur Seele, die so schwach, hier unter eines Sünders Dach so brüderlich einkehrest! 2. Groß Herzenslust hab ich daran, wenn ich dein Wunder merke; doch schau ich, was du hast gethan in dem Erlösungswerke, wie mich dein Leib und But erquickt, 8. Wie herrlich, heilig, groß und hehr ist, großer Gott, dein Name; wie heilig ist dein Ruhm und Ehr! Ich bin ein böser Same. Jedoch, weil du mit mir, Herr Christ, im Abendmahl vereinigt bist, kannst du dein Glied nicht hassen. M. B. Prätorius. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. ſobald mein Geist viel Luft erblickt 464. Gnade über alle Gnamit Vorschmack jenes Lebens. den! Heißet das 3. Wie gnädig bist du, Wunder- nicht Gütigkeit? Jesus hat uns Gott, der hochbetrübten Seelen; selbst geladen zu dem Tisch, den du läsfest sie ja nicht mit Spott er bereit; Jesus bittet uns zu von stolzen Feinden quälen; dein Gast, daß wir aller Sorgen teurer Schuß mir steht bereit, zu Last, aller Sünd und Not entTruß des Teufels Grausamkeit. nommen, zu dem Himmel möchTroß! wer es nicht kann lassen! ten kommen. 4. Wohl weidest du mich, treuer 2. Jesus Christus will uns Hirt, zeigst mir gesundes Wasser; speisen und auch selbst die Speise du tränfst mich als ein rechter Wirt, treibst ab den bösen Hasser, und giebst dich selbst zu eigen mir; was opfre ich dir denn dafür, für diese Liebesthaten? sein; heißet das nicht Gnad erweisen, o mein liebstes Jesulein? Solches ist an keinem Ort, o mein liebster Seelenhort, sonst gehöret, noch gesehen; solches ist noch nie geschehen. 5. Nun habe, süßer Jesu, Dank, du hast mich wohl verbunden; 3. Hast du dich doch schon gegedu stärkst mich, wenn ich liege ben unsertwegen in den Tod, daß krank an alten Adamswunden. wir möchten wieder leben frei von Ich danke dir, daß du, Herr aller Qual und Not; aber deiner 304 Vom Sakrament des heiligen Abendmahls. ner Liebe Macht hat dich auch| brüderlicher Treue, daß uns die dahin gebracht, daß du deinen Speis nicht gereue. Kyrieleison! Leib uns schenfest und mit deinem Blut uns tränkest. D. M. Luther. Me'. Liebster Jesu, wir sind hier. 4. Hier sieht man dein treu Gemüte, du bist sonst der Arzt allein; 466. Guter Hirte, Jesu Christ, dir sei Lob doch willst du aus lauter Güte und Dank gegeben für dein teuauch die Arznei selber sein. Du res Abendmahl, das uns dient giebst dich selbst uns zu teil, zum Himmelsleben, uns befreit daß wir möchten werden heil von allen Sünden, so oft wir von den tiefen Seelenwunden, uns dazu finden. die sonst wären unverbunden. 2. Siehe, Jesu, dieses Mal sind 5. Ach, zu dir komm ich ge- wir auch allhier vorhanden, deischritten, o mein liebster Jesu nen wahren Leib und Blut wider Christ, und will dich im Glauben bitten, weil für mich bereitet ist jezo deiner Gnaden Tisch, daß ich meine Seel erfrisch und vor Hunger nicht vergehe, daß mir meine Kraft nicht fehle. 6. Ach, so wollefst du mich laben mit dem süßen Himmelsbrot und mit reichem Trost begaben wider Höll und wider Tod. Ach, laß deine Lebensquell auch mich machen rein und hell; tränke mich, Herr, eh ich sterbe und vor großem Durst verderbe. 7. Nun, so will ich jetzt dir schicken mein ganz müd und mattes Herz; ach, das wollest du erquicken, weil unsrer Sünden Schanden zu ge nießen und dein Leiden zu verfündigen mit Freuden. 3. Ach, Herr Jesu, schenke uns deines guten Geistes Gaben, daß wir allesamt dazu mögen rechte Herzen haben, dich mit Glauben zu umfangen und dir stetig anzuhangen. 4. Schaff uns neu durch diese Speis, daß wir alles Böse lassen, und nur dich und dein Geheiß, und was himmlisch ist, umfassen. Ach, gieb es durch deinen Namen! Jesu, liebster Jesu! Amen. Mel. Wie schön leucht uns der M. es faſt vergeht vor Schmerz. 467. Herr Jesu, bir fei allein und Dank mein von Sünden machen rein. Du allein nur kannst mich heilen von der Sünden Eiterbeulen. In eigener Melodie. 465. Gott sei gelobet und für diese Seelenspeis und Trank, damit du uns begabet. Im Brot und Wein dein Leib und Blut kommt uns wahrhaftig wohl zu gut und unfre Herzen labet, daß gebenedeiet, der uns wir in dir und nach allem Wohlselber hat geſpeiset mit seinem gefallen heilig leben; solches Fleische und mit seinem Blute, wollest du uns geben. das gieb uns, Herr Gott, zu gute. Kyrieleison! 2. Du fehrest, o Immanuel, ja selber ein in unsre Seel, dir Woh2. Gott geb uns allen seinen nung da zu machen. Drum uns ein Gnadensegen, daß wir gehn auf solches Herz verleih, das von der seinen Wegen in rechter Lieb und Weltlieb ledig sei und allen eitlen Sachen. Vom Sakrament des heiligen Abendmahls. 305 Sachen. Bleibe, treibe unser Sin-| Wenn meinen Geist zu nagen er nen und Beginnen, daß wir trach- emsig und bemühet ist, da hat er ten, alles Irdsche zu verachten. tausend Künste, von dir mich ab3. Ach Herr, laß uns doch neh- zuziehn; bald treibt er mir die men nicht dein wertes Nachtmahl Dünste des Zweifels in den Sinn; zum Gericht; ein jeder recht be- bald nimmt er mir dein Meinen denke, daß wir mit diesem Le- und Wollen aus der Acht, und bensbrot im Glauben stillen un- lehrt mich ganz verneinen, was fre Not. Der Fels des Heils uns du doch fest gemacht. tränke, züchtig, tüchtig dich dort oben stets zu loben, bis wir werden zu dir kommen von der Erden. 3. Solch Unheil abzuweisen, hast du, Herr, deinen Tisch geſetzt, da läsfest du mich speisen, so daß 4. O, daß wir solche Seligkeit sich Mark und Bein ergößt. Du erwarten möchten allezeit in Soff- reichst mir, zu genießen, dein teunung und Vertrauen, und ein- res Fleisch und Blut, und läſfeſt stens aus dem Jammerthal ein Worte fließen, da all mein Herz gehen in den Himmelsfaal, da aufruht. Komm, sprichst du, komm wir Gott werden schauen, tröst- und nahe dich ungescheut zu mir, lich, köstlich uns als Gäste auf was ich dir geb, empfahe, und das beste bei ihm laben und ganz nimms getrost zu dir. volle Gnüge haben. 4. Hier ist beim Brot vorhanden 5. Das gieb du uns von deinem mein Leib, der dargegeben wird Thron, o Jesu Christe, Gottes zum Tod und Kreuzesbanden Sohn, giebs durch dein bitter für dich, der sich von mir verirrt. Leiden; dasselbe, weil wir leben hier, laß uns betrachten für und für, all Böses darum meiden. Amen, Amen! Hilf uns kämpfen, hilf uns dämpfen alle Sünden! Hilf uns fröhlich überwinden! D. B. Derschow. Mel. Nun lob, mein Seel, den. 5. Herr, ich will dein gedenken, 468. Herr Jesu, meine Lie- so lang ich Luft und Leben hab, be, ich hätte nim- und bis man mich wird senken an mer Ruh und Rast, wo nicht fest meinem End ins finstre Grab. in mir bliebe, was du für mich Ich sehe dein Verlangen nach geleistet hast; es müßt in meinen meinem ewgen Heil. Am Holz Sünden, die sich sehr hoch er- bist du gehangen, und haft so höhn, all meine Kraft verschwin- manchen Pfeil der Trübsal lassen den und wie ein Rauch vergehn, dringen in dein unschuldigs Herz, wenn sich mein Herz nicht hielte auf daß ich möcht entspringen zu dir und deinem Tod, und ich des Todes Bein und Schmerz. nicht stets mich fühlte an deines Leidens Not. 2. Nun weißt du meine Plagen und Satans, meines Feindes, List. Beim Wein ist, was gefloffen zur Tilgung deiner Schuld, mein Blut, das ich vergossen in Sanftmut und Geduld. Nimm beides mit dem Munde, und denk auch mit dabei, wie fromm im Herzensgrunde ich, dein Erlöser, sei. 6. So hast du auch befohlen, daß, was den Glauben stärken kann, ich bei dir solle holen, und soll doch gar nicht zweifeln dran, 20 du 306 Vom Sakrament des heiligen Abendmahls. du habst für alle Sünden, die in Hirt, auf deine Himmelsauen, der ganzen Welt bei Menschen bis meine Seel erquicket wird, je zu finden, ein völligs Lösegeld wenn du sie läsfest schauen die und Opfer, das bestehet vor dem, Ströme deiner Gütigkeit, die du der alles trägt, in dem auch al- für alle hast bereit, so deiner Hut les gehet, bezahlet und erlegt. vertrauen. 4. Jch armes Schäflein suche 7. Und daß ja mein Gedanke, der voller Falschheit und Betrug, dich auf deiner grünen Weide; nicht im geringsten wanke, als dein Lebensmanna speise mich zu wär es dir nicht Ernst genug, so Trost in allem Leide; es tränke neigst du dein Gemüte zusamt mich dein teures Blut, auf daß der rechten Hand und giebst mit mich ja kein falsches Gut von großer Güte mir das hochwerte deiner Liebe scheide. Pfand zu essen und zu trinken! 5. Gleichwie des Hirsches matIst das nicht Trost und Licht tes Herz nach frischem Wasser dem, der sich läßt bedünken, du schreiet, so schrei auch ich im wollest seiner nicht? Seelenschmerz: Ach, laß mich sein befreiet von meiner schweren Sündenpein und schenke mir die Trostflut ein! Dann bin ich benedeiet. 8. Ach Herr, du willst uns alle, das sagt uns unser Herze zu. Die, so der Feind zu Falle gebracht, rufst du zu deiner Ruh. Ach, hilf, Herr, hilf uus cilen zu dir, der 6. Vor allen Dingen wirk in jederzeit uns allesamt zu heilen, mir ein ungefärbte Reue, daß geneigt ist und bereit. Gieb Lust ich zu fündigen vor dir mit ganund heilges Dürsten nach deinem Abendmahl, und dort mach uns zu Fürsten im güldnen Himmelsjaal! Paul Gerhardt. zem Ernst mich scheue; zieh mir den Rock des Glaubens an, der dein Verdienst ergreifen kann, damit mein Herz sich freue. 7. Entzünd in mir der Andacht Brunst, daß ich die Welt verlasse und deine Treu und Brudergunst zu deinem Tische, den du für in dieser Speise fasse, daß durch mich bereitet hast, daß er mein dein Lieben Lieb in mir zu meiHerz erfrische, wenn mich der nem Nächsten wachs herfür und Seele Hunger nagt, wenn mich ich auch niemand hasse. der Durst des Geistes plagt, bis ich dich, Herr, genieße. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu. 469. h komm jest als ein armer Gast, o Herr, 8. Ach, führe mich nur selbst von mir! Bei mir ist nichts, denn Sterben; nimm aber mich, o Herr, zu dir, bei dir ist kein Ver derben. In mir ist lauter Höllenpein, in dir ist nichts, als selig sein mit allen Himmelserben. 2. Nun sprichst du, Seelenbischof, dort: Ich bin das Brot zum Leben. Dies Brot treibt auch den Hunger fort, den sonst nichts mag aufheben. Ich bin der Brunn; wer glaubt an mich, dem will ich jetzt und ewiglich der Labung Fülle geben. 3. Drum fithre mich, o treuer 9. Erneure mich, o Lebensstab, gieb mir des Geistes Gaben; laß mich die Sünde danken ab, die mich sonst konnte laben; regiere mei Vom Sakrament des heiligen Abendmahls. 307 meinen trägen Sinn, daß er die Trost und Leben hier und dort Lüste werfe hin, die er sonst ewig geben. D. Joh. Olearius. pflegt zu haben. In eigener Melodie. 10. So komm nun, o mein See 471. Jesus Chriſtus, unſer lenschaß, und laß dich freundlich Heiland, der von füssen; mein Herze giebt dir Raum den Gotteszorn wandt, durch das und Plaß und will von keinem wis- bittre Leiden sein, half er uns sen, als nur von dir, mein Bräuti- aus der Höllenpein. gam, dieweil du mich am Kreuzesstamm aus Not und Tod gerissen. 11. O, liebster Heiland, großen Dank für deine Süßigkeiten! Ich bin vor lauter Liebe krank, drum wart ich auf die Zeiten, in welchen du, o Lebensfürst, mich samt den Auserwählten wirst zur Himmelstafel leiten. M. Justus Sieber. 2. Daß wir nimmer des vergessen, gab er uns sein'n Leib zu essen, verborgen im Brot so klein, und zu trinken sein Blut im Wein. 3. Wer sich zu dem Tisch will machen, der hab wohl acht auf fein Sachen; wer unwürdig hinzugeht, für das Leben den Tod empfäht. Mel. Auf meinen lieben Gott. 470. Ich will zu aller Stund aus meines Herzens Grund, Gott, deine Güte preisen, die du mir thust beweisen; ich will mein ganzes Leben zu deinem Lob ergeben. 4. Du sollst Gott den Vater preisen, daß er dich so wohl thut speisen, und für deine Missethat in den Tod sein'n Sohn geben hat. 5. Du sollst glauben und nicht wanken, daß er sei ein Speis der Kranken, deren Herz von Sünden schwer und vor Angst ist betrübet sehr. 6. Solch groß Gnad und Barm2. Jesu, mein höchstes Gut, dein herzigkeit sucht ein Herz in großer Leib, dein wahres Blut ist meines Arbeit; ist dir wohl, so bleib davon, Herzens Freude, mein Trost in daß du nicht friegest bösen Lohn. allem Leide, weil diese deine 7. Er spricht selber: Kommt, Gaben mir Leib und Seele laben. ihr Armen, laßt mich über euch 3. Vernunft, Wiß und Verstand erbarmen; fein Arzt ist dem wird hier zu Spott und Schand; Starfen not, fein Kunst wird an der Wahrheit muß man trauen, ihm gar ein Spott. auf Gottes Wort fest bauen, 8. Sättst du dir was könn'n erwas Gott spricht, muß bestehen, werben, was dürft ich denn für follt alle Welt vergehen. dich sterben? Dieser Tisch auch dir nicht gilt, so du dir selber helfen willst. 4. Hier ist das Gotteslamm für uns am Kreuzesstamm aus lauter Lieb gestorben, dadurch das Heil 9. Glaubst du das von Hererworben; hier fannst du Gnade zensgrunde, und bekennest mit finden, Vergebung aller Sünden. dem Munde, so bist du recht 5. Gott Lob für seine Treu, die wohl geschickt, und die Speis ich noch immer neu in seinem deine Seel erquickt. Nachtmahl finde; weicht Teufel, Tod und Sünde, Gott will mir 10. Die Frucht soll auch nicht ausbleiben, deinen Nächsten sollst 20* dit 308 Vom Sakrament des heiligen Abendmahls. D. M. Luther. In eigener Melodie. du lieben, daß er dein genießen tritt ins Feld und läßt sich gnädig kann, wie dein Gott hat an dir spüren. Er will nun aus dem gethan. Jammerthal mich nehmen in den Freudensaal. Jesus hat sich 2c. 472. Jesus ist mein Hirt; 8. Nun weg Gut und Ehr, weg auf Jesum will ich Welt mit deinen Schäßen; ich bauen; Jesus, Jesus wird mich kann mich nunmehr an Jesu stets gnädiglich anschauen. Er führt ergößen; er soll nun mein sein auf einer grünen Au und tränfet ewiglich und ich auch sein, des mich mit Himmelstau. Jesus freu ich mich. Jesus hat zc. hat sich mir ergeben; Jesus ist Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. mein Trost allein; ich mag ster- 473. Komm, du angenehmer ben oder leben, Jesus ist und Gast, Mund und bleibet mein. Herze steht dir offen; bringe, 2. Was kann süßer sein, als was du Schönes hast, und bemeines Jesu Gaben? Ich bin sein, friedige mein Hoffen. Freund er mein; ich krank, er will mich der Seelen, weiß und rot, Himlaben; drum, was ich rede, denk melstau und Lebensbrot. und mein, soll mein herzliebster Jesus sein. Jesus hat sich 2c. 3. Jesus, Jesus ist mein Trost mich an als ein Magnet, liebe in meinen Nöten, nun fann feine mich, ich lieb dich wieder; lege List mich ängstigen noch töten? mich an deine Brust, nähre mich nun bin ich nicht ein Höllen- mit Himmelsluſt. brand, ich leb in meines Jesu Hand. Jesus hat sich 2c. 2. Allerhöchste Majestät, laß dich in mein Herz hernieder; zieh 3. Führe mich, o treuer Hirt, auf die süßen Lebensauen, daß 4. Jesus ist mein Licht, mein mein Herz gesättigt wird, wenn Aufenthalt und Leben; was mir du läßt dein Manna tauen. sonst gebricht, das, das will er Siehe, wie dein Schäflein lechzt mir geben. Nun will er mich in und in seinem Hunger ächzt! seinem Reich bald machen allen Engeln gleich. Jesus hat sich 2c. 5. Jesus ruft mir zu: Mein Kind, nun kannst du leben freudig und in Ruh, die Sünd ist dir vergeben; nun wirst du fühlen keine Qual! Drum fomm und schmeck 5. Schenke mir den Kelch voll mein Abendmahl. Jesus hat 2c. Seil, der voll deines Blutes 6. Ach, ich Sündenkind bekomm quillet. Wird mir dieser Schatz für Flüch den Segen, weil nun zu teil, so ist aller Durst ge= mehr mir ist von meines Jesu stillet. Was aus deinem Munde wegen vergeben meiner Sünden trieft, ist des Todes Gegengift. Schuld, ich bin versichert Gottes Huld. Jesus hat 2. 4. O du wahres Osterlamm, lasse mich dein Fleisch genießen, welches hat am Kreuzesstamm meine Schulden müssen büßen. Zuckersüßes Seelenbrot, Arznei wider Not und Tod! 7. Drum Welt, bleibe Welt, du willst mich nur verführen; Jesus 6. Mache himmlisch meinen Sinn beim Genuß der Himmelsgaben, daß ich recht begierig bin, mich an deiner Brust zu laben. Schrän Vom Sakrament des heiligen Abendmahls. 309 Schränke die Vernunft hier ein,| will selber, euch zu weiden, Marlaß den Glauben brünstig sein. ter, Tod, Verspottung leiden. 7. Nun wohlan, so geh ich hin, 5. Er kennt eures Hungers Grömir gescheh nach deinem Willen. ße, seht hier seinen Tisch bereit; Ob ichs gleich nicht würdig bin, er weiß eures Leibes Blöße, wirst du doch dein Wort erfüllen; nehmt von ihm dies Ehrenkleid, mache du mich selbst geschickt und das der teure Purpur zieret, der zum Hochzeitsmahl geschmückt. von Gottes Blut herrühret. 8. Komm, gebenedeites Fleisch, komme, Blut des neuen Bundes; mache meine Seele keusch, sei der Zucker meines Mundes, meines Herzens Paradeis, meiner Seelen Ehrenpreis. 9. Sei willkommen, Lebensbrot! Sei willkommen, Wein der Engel! Hier vergeß ich aller Not, hier verschwinden alle Mängel; hier muß lauter Freudenwein, Manna, Hosianna sein! Benj. Schmold. 6. O wie wundergroße Trachten, welch ein teures Wundermahl! Gott läßt sich zur Speise schlachten für verdammter Sünder Zahl; läßt für sie sein Blut vergießen, läßt sie seinen Leib genießen. 7. Gott wird seiner armen Heerde sichrer Schuß und treuer Hirt; daß die Trift geweidet werde, wird er selber Gast und Wirt, Speis und Trank; sie zu vergnügen, will er selbst im Grabe liegen. 8. Liebster Hirt, mein Trost und Leben, meiner Seele bestes Teil, laß mich hierauf Achtung geben; laß mich ja mein einigs Heil allzeit würdiglich betrachten, dich vor allem hoch zu achten. Joh. Arndt. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 474. Kommt, ihr schnöden Adamskinder, ihr abtrünniges Geschlecht, kommt, ihr hochbeschwerten Sünder, die ihr euer Bürgerrecht, euer ErbMel. Herr Jesu Christ, meins. der Gott verschworen. teil habt verloren und euch wi- 475. Mein Herr und Gott, o Jesu Christ, daß 2. Kommt zu diesem Gnaden- du der Sünder Heiland bist und brunnen, der mit zweigeteilter rufest sie so mit Begier, wie soll Flut aus des Lebens Strom ge- ich das nur danken dir? ronnen, euch und eurem Heil zu gut; kommt, bereuet eure Sünden, hier, hier könnt ihr Gnade finden. 3. Seid ihr gleich beschwert, beladen mit unzählig grober Schuld, kommt zum Felsen aller Gnaden, 3. Mein Herze steckt voll Misseder verspricht euch Hilf und Huld; that, du bietest mir an deineGnad; der hat für euch selbst sein Leben du deckest meine Sünden zu und 2. Ach, ich bin es zwar gar nicht wert, daß deine Liebe mich begehrt; ich bin ein Mensch, ein Sündenkind, wie bist du doch so gut gefinnt! schaffst mir wahre Seelenruh. in den schweren Tod gegeben. 4. Seht sein väterlich Gemüte, 4. Ach, meine Seele ist die seht, wie herzlich sich doch sehnt Braut, die du dir selber haft verseine brüderliche Güte nach dem traut mit Lieb und mit BarmherSchaf, das sich entwöhnt. Er zigkeit vor Anfang über alle Zeit. 5. Mit 310 Vom Sakrament des heiligen Abendmahls. 5. Mit Liebe, deren süßer Brand nun als deine Glieder das Brot weit stärker als des Todes Band, zu brechen angestellt und wollen mit Liebe, so der List und Macht dein Gedächtnis preisen, wie du des Teufels und der Hölle lacht. im Nachtmahl hast geheißen. 6. Zu deiner Mahlzeit rufst du 2. Und darum rufen wir zu mich; du sebeft mir recht königlich sammen: Erweck in uns den rechdie allerbeste Speise vor, ja ten Trieb, daß wir durch deines Herr, du sättigst mich mit dir. Geistes Flammen im Glauben, 7. Für mich verdien ich nicht die Ehr; weil aber du mich rufft so sehr, so komm ich, ein geringer Gast, den du selbst groß gemachet hast. Hoffnung, Furcht und Lieb und in Gewißheit vor dir stehen und dieses hohe Werk begehen. 3. Wir sind jetzt deine Tischgenoffen, genießen deinen Leib und Blut, so hingegeben und vergossen uns und der ganzen Welt zu gut; drum laß uns wider unsre Sünden die Kraft davon in uns empfinden. 4. Denn unser Geist will dieſe 9. Ich bin befleckt, du reinigft Stunde mit Leib und Blut gemich; ich bin verlegt, du heilst speiset sein; drum nehmen wir den Stich; ich leb in Blöß und mit unserm Munde dies Labsal Hungersnot, du bist mein Kleid unter Brot und Wein. Ach, laß und Himmelsbrot. durch diese teure Gaben uns Stärkung und Erquickung haben! 10. Ach Jesu, dir ist wohl befannt mein Glend und betrübter Stand; am allerbesten siehest du, was mir so heftig sebet zu. 5. Und weil wir deinen Leib genießen, weil uns dein Blut Genesung giebt, so können wir 11. Drum stell ich mich jetzt gewißlich schließen, daß jeder, bei dir ein; du, Jesu, sollst mein der von uns dich liebt, an dir Helfer sein! Ich bins nicht wert, und deinem werten Leibe in das sag ich noch, bedarf es aber Ewigkeit vereinigt bleibe. höchlich doch. 6. Wie wir von einem Brote essen und eins in einem Leibe sind, so laß uns nimmermehr vergessen, was uns jegt unter uns verbindt, daß wir uns inniglich vereinen, daß wir ein Leib in Lieb erscheinen. 7. Ja, liebster Jesu, weil wir leben, so sind und leben wir in dir, weil wir uns einmal dir ergeben und mit so herzlicher Begier die Gaben, welche von dir fließen, mit deinem Leib und Blut genießen. 8. Wir können dich auch recht bekennen durch dieses teure Lie besmahl vor denen, die sich nach dir 8. Mich drücket meine Sündennot, du führest mächtig aus dem Tod. Krant bin ich, du bist Arzenei; gefangen bin ich, du machst frei. 12. O Jesu, du mein Trost und Ruhm, laß mir dies große Heiligtum; laß deinen Leib, dein teures Blut sein meiner Seele Heil und Gut. 13. Herzliebster Jesu, laß doch nicht mich solches nehmen zum Gericht. Ach gieb, daß ich an deinem Leib ein lebend Gliedmaß ewig bleib. Mel. Erquicke mich, du Heil der S. 476. Mein Jefu, hier sind deine Brüder, die Liebe an einander hält; die haben Vom Sakrament des heiligen Abendmahls. 311 dir nennen, daß wir in deiner Rücken meiner Sünden StrafgeBrüder Zahl und deine rechten richt, die mich Armen sollten Jünger blieben, wenn wir uns drücken; wenn mich meine Sünd mit einander lieben. anficht, laß ich dich, Lamm Gottes, nicht. 9. Wir können uns des endlich freuen, daß du, o großer Lebensfürst, mit uns das Abendmahl von neuem in deinem Reiche halten wirst; denn du kannst uns in diesen Werken mit Glauben, Lieb und Hoffnung stärken. 3. H. Schroter. 7. Meinen Jesum laß ich nicht, er ist nun mein Bruder worden troß, daß Welt und Satan spricht, ich sei noch in ihrem Örden. Nein, mein Jesus ist mein Licht! Dich, mein Bruder, laß ich nicht. 8. Mein Gewissen, stille dich, deine Handschrift ist zerrissen. Jesus, der so jämmerlich ward gemartert und zerschmissen, der ist nun genesen; selig ist das vertritt mich vor Gericht; darum heutge Licht, da ich Jesu Gast laß ich Jesum nicht. gewesen. Darum ruft mein Herz und spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. In eigener Melodie. 477. Meinen Jefum laß ich nicht, meine Seel 9. Kommt, ihr Teufel, sprecht mir Hohn, fragt, ob ich sei Gottes Erbe? Freilich, Jesus, Gottes Sohnt, bleibt mein Erbteil, wenn ich sterbe; Troß, der mir dies Gut abspricht, meinen Jesum laß ich nicht. 2. Meinen Jesum laß ich nicht, weil er mich so brünstig liebet und sich in mein Herze flicht, ja, sich mir zu eigen giebet und sich ewig mir verspricht: Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Herr, dein Leib und teures Blut, Jesu, das ich jetzt genossen, stärkt mich und macht alles gut, daß ich hinfort nicht verstoßen bin von Gottes Angesicht: Meinen Jesum laß ich nicht. 10. Tod, dein Stachel iſt entzwei, Christus ist zum Gift dir worden; von dir bin ich ewig frei, weil du mich nicht kannst ermorden, troß, daß mich dein Stachel sticht, weil ich Jesum lasse nicht. 11. Hölle schweig, denn deine Glut ist nun völlig ausgelöschet. Jesus ist es, dessen Blut mich ganz rein von Sünden wäschet und mich frei vom Feuer spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Wohl mir, daß mich nichts mehr drückt; ach, wie wohl ist mir geschehen; meine Seel ist ganz entzückt, weil ich, Jesu, dich gesehen. Jesu, meine Zuversicht, dich, mein Jesu, laß ich nicht. 12. Jesus ist und bleibet mein; er hat sich mit mir verlobet wie 5. Mose, donnre nun nicht mehr, ein Bräutgam, ich bin sein. Ob für mich ists Gesetz erfüllet; der Feind gleich gräulich tobet, Jesus, Gott des Vaters Ehr, hat weiß ich, daß mir nichts geschieht, den großen Zorn gestillet und weil ich Jesum lasse nicht. das Werk mit Blut geschlicht: Meinen Jesum laß ich nicht. 6. Dich, Lamm Gottes, laß ich nicht, weil du trägst auf deinem 13. Laß mich auch, mein Jesu, nicht, wenn es mit mir kommt zum Ende; wenn mir Sinn und Herze bricht, Jesu, nimm in deine Hände mei= 312 Vom Sakrament des heiligen Abendmahls. meinen Geist, meins Lebenslicht.| senke tief mein Herz hinein. Ach, mein Jesu, laß mich nicht. Komm, du König aller Ehren, 14. Und des bin ich auch gewiß, komm mit Gnaden einzukehren weil mein Jesus mir verheißen, unter meines Herzens Dach, das aus des Todes Finsternis mich so niedrig, arm und schwach. mit starker Hand zu reißen. 6. Jesu, laß mich Gnade finDrum auch meine Seele spricht: den und vertreib mir alles Weh; Amen, Jesum laß ich nicht! mache die blutroten Sünden weiD. J. Fr. Meyer. ßer noch, als Woll und Schnee; Mel. Alle Menschen müssen sterben. komm, mein Herze steht dir offen, 478. Meine Seele, laß dich das die Liebe hat getroffen; laß finden auf der dein Herz, das ewig rein, und wahren Glaubensbahn, dich mit mein Herz ein Herze sein. Christo zu verbinden, thu ihm auf, er klopfet an; der, den Mel. Herr Jesu Christ, meins. Himmel nicht umfassen, will in 479. O Jesu, du mein dir sich niederlassen; Gott will Bräutigam, der du selbst in Brot und Wein wesent- aus Lieb am Kreuzesstamm für lich zugegen sein. mich den Tod gelitten hast, ges nommen weg der Sünden Last; Sal. Frand. 2. Sch fomm zu deinem Abends mahl, verderbt durch manchen 2. O geheimnisvolle Weise, die kein Menschenwiß ermißt; hier giebt sich ein Lamm zur Speise, das der Erzhirt selber ist; hier Sündenfall; ich bin frank, unwill zu der Gäste Leben selbst der Wirth zur Kost sich geben, und zum Opfer stellt sich hier selbst der Hohepriester für. 3. Seht, wie hungert nach den Seelen selbst das wahre Lebensbrot; selig sind, die dies erwählen für des Geistes Hungersnot. Ja, an dieser heilgen Stelle lechzet selbst die Lebensquelle nach der armen Sünder Heil; Jesus ist ihr bestes Teil. rein, nackt und bloß, blind, arm, ach Herr! mich nicht verstoß! 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, du bist der Herr, dem nichts gebricht; du bist der Brunn der Heiligkeit, du bist das rechte Hochzeitskleid. 4. Darum, Herr Jesu, bitt ich dich, in meiner Schwachheit heile mich; was unrein ist, das mache rein, durch deinen hellen Gnadenschein. 4. Siehe, Mensch, den Schaß der Gnade, den dir Jesus aufgethan; rühre nicht die Bundeslade mit verwegnen Händen an, soll nicht Gottes Grimm er steur und wehr, wachen und dich gar zu nichte machen; tritt mit Zittern doch herzu, du elender Sünder du. 5. Erleuchte mein verfinstert Herz, zünd an die schöne Glaubensferz; mein Armut in Reichtum verkehr und meinem Fleische 6. Daß ich das rechte Himmelsbrot, dich, Jesu, wahrer Mensch und Gott, mit höchster Ehrerbietung eff und deiner Liebe nicht vergeß. 5. Jesu, mache meine Sinnen und mein ganzes Herze rein; laß der Wunden Quellen rinnen, 7. Lösch alle Laster aus in mir, mein Vom Sakrament des heiligen Abendmahls. 313 mein Herz mit Lieb und Glau- den Ursprung meiner Freuden; ben zier, und was sonst ist von Tugend mehr, das pflanz in mir zu deiner Ehr. dir dank ich für dein Sehnen und heiß vergossne Thränen. 8. Gieb, was mir nüß an Seel und Leib, was schädlich ist, fern von mir treib; fomm in mein Herz, laß mich mit dir vereinigt bleiben für und für. 6. Dir dank ich für dein Lieben, das standhaft ist geblieben; dir dank ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 7. Jetzt schmecket mein Gemüte dein übergroße Güte; dies teure Pfand der Gnaden tilgt allen meinen Schaden. 9. Hilf, daß durch deiner Mahlzeit Kraft das Bös in mir werd abgeschafft, erlaffen alle Sünd und Schuld, erlangt des Vaters Lieb und Huld. 8. Herr, laß michs nicht bergessen, daß du mir zugemessen die träftge Himmelsspeise, wofür mein Herz dich preise. 10. Vertreibe alle meine Feind, die sichtbar und unsichtbar sind. Den guten Vorsaß, den ich führ, durch deinen Geist fest mach in mir. 11. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht nach deinem heilgen Willen richt. Ach, laß mich meine Tag in Ruh und Friede christlich bringen zu, 9. Du wollest ja die Sünde, die ich jetzt noch empfinde, aus meinem Fleische treiben und kräftig in mir bleiben. 10. Nun bin ich losgezählet von Sünden und vermählet mit dir, mein liebstes Leben; was kannst du Werters geben? 12. Bis daß du mich, o Lebensfürst, in deinen Himmel nehmen 11. Laß, Schönster, meine Seele doch stets in dieser Höhle des wirst, daß ich bei dir dort Leibes mit Verlangen an deiner ewiglich an deiner Tafel freue mich. Liebe hangen. 12. Laß mich die Sünde meiJoh. Heermann. Mel. Wach auf, mein Herz und singe. 480. den, laß mich geduldig leiden, Jeju, meine Won- laß mich in Andacht beten und ne, du meiner Seele von der Welt abtreten. Sonne, du Freundlichster auf Er- 13. Daß ich nicht werd vermesden, laß mich dir dankbar werden. 2. Wie kann ich gnugsam schäßen dies himmlische Ergößen und diese teuren Gaben, die mich gestärket haben. sen, laß nimmer mich vergessen, wie sehr du mich beglücket und himmlisch hast erquicket. 3. Wie soll ichs dir verdanken, o Herr, daß du mich Kranken gespeiset und getränket, ja selbſt dich mir geschenket? 14. Nun kann ich nicht verderben; drauf will ich selig sterben und freudig auferstehen, o Jesu, dich zu sehen. Joh. Rist. In eigener Melodie. 4. Ich lobe dich von Herzen. 481. Schmücke dich, o liebe Seele, laß die dunkle für alle deine Schmerzen, für Sündenhöhle; fomm ans helle deine Schläg und Wunden, die Licht gegangen, fange herrlich du für mich empfunden. an zu prangen; denn der Herr, 5. Dir dank ich für dein Leiden, voll Heil und Gnaden, will dich jetzt 314 Vom Sakrament des heiligen Abendmahls. jetzt zu Gaste laden; der den Himmel kann verwalten, will jegt Herberg in dir halten. 7. Jesu, meines Lebens Sonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, 2. Eile, wie Verlobte pflegen, Lebensquell und Licht der Sindeinem Bräutigam entgegen, der nen, hier fall ich zu deinen Füßen, da mit dem Gnadenhammer klopft laß mich würdiglich genießen an deine Herzenskammer; öffn dieser deiner Himmelsspeise, mir ihm bald die Geistespforten, red zum Heil und dir zum Preise. ihn an mit schönen Worten: 8. Herr, es hat dein teures Komm, mein Liebster, laß dich Lieben dich vom Himmel abgefüssen; laß mich deiner nicht mehr trieben, daß du willig haft dein missen. Leben in den Tod für uns gegeben, und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, das uns jetzt fann fräftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. 9. Jesu, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens, oder mir vielleicht zum Schaden, sei zu deinem Tisch gela4. Ach, wie hungert mein Ge- den. Laß mich durch dies Seelenmüte, Menschenfreund, nach dei- essen deine Liebe recht ermeffent, ner Güte. Ach, wie pfleg ich daß ich auch, wie jetzt auf Erden, oft mit Thränen mich nach dieser mög ein Gast im Himmel werden. Kost zu sehnen. Ach, wie pflegt mich oft zu dürften nach dem Joh. Franc. 3. Zwar in Raufung teurer Waren pflegt man sonst kein Geld zu sparen; aber du willst für die Gaben deiner Huld kein Geld nicht haben, weil in allen Bergwerksgründen kein solch Kleinod ist zu finden, das die blutgefüllten Schalen und dies Manna fann bezahlen. Mel. Jesu, meine Freude. Trank des Lebensfürsten, wün- 482. Seelengaſt, erscheine, sche stets, daß mein Gebeine mich im Brot und durch Gott mit Gott vereine. Weine, gieb mir Leib und Blut. 5. Beides, Lachen und auch Zit- Zeige mir jekunder, was für tern, läsfet sich in mir jetzt wittern. große Wunder dein Gedächtnis Das Geheimnis dieser Speise thut. Ktüffe mich, ich küsse dich; und die unerforschte Weise machet, schenk dich mir zum Angedenken; daß ich früh vermerke, Herr, die ich will dir mich schenken. Größe deiner Werke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, der dein Allmacht kann ergründen? 2. Hier wird aufgetragen mehr, als ich kann sagen, o gewünschte Tracht! Hier ist eine Speise, die 6. Nein, Vernunft die muß hier verborgner Weise uns recht himmweichen, kann dies Wunder nicht lisch macht. Hier ist Most; wer ihn erreichen, daß dies Brot nie wird nur fost, fann bereits auf dieser verzehret, ob es gleich viel tausend Erden schon unsterblich werden. nähret, und daß mit dem Saft der 3. JB, o Herz, dies Manna; Reben uns wird Christi Blut singe Hosianna! das ist Davids gegeben. der großen Heim- Sohn, der mich hat erwählet lichkeiten, die nur Gottes Geist und sich mir vermählet, er, mein fann deuten! Gnadenthron! Ach verbleib, du rei Vom Sakrament des heiligen Abendmahls. 315 reiner Leib, von mir ewig unge- von dem Thron der Herrlichkeit; schieden, so bin ich zufrieden. du kommst mir zu großer Freude, Jesu, meiner Seele Weide, und suchst dir, o Gottessohn, in mir Armen einen Thron. 4. Edoms Keltertreter, tauch den Misfethäter in dein rotes Blut! Lasse meine Flecken deinen Purpur decken und sprich für mich gut! Ach durchstreich die Schuld zugleich in dem Sünd- und Strafregister, o mein Hoherpriester! 5. Wer will mich verdammen? Tretet her zusammen, die ihr Feinde heißt! Da der Zorn gestillet, das Gefeß erfüllet, und mich Jesus speist, biet ich Truß ganz gutes Muts, weil ich nunmehr zum Paniere Blut des Lammes führe. 3. Liebster Jesu, meine Freude, meines Herzens einger Troft, meiner Seele beste Weide, hort, süße Himmelskost, laß dich jego von mir füssen; laß mich würdiglich genießen deinen Leib, das höchste Gut, und dein rosinfarbnes Blut. 4. Herr, ich werf mich vor dir nieder und dant dir herzinniglich, daß du jezt aufs neue wieder mich erquickt so gnädiglich; gieb, daß ich, o teure Gabe, dich allzeit im Herzen habe und dir Seele, Mut und Sinn gebe ganz zu eigen hin. 5. Jesu, liebster Schatz der Seele, gieb mir täglich neue Kraft; gieß in meines Herzens Höhle deines Blutes edlen Saft; sodann werd ich Ruhe finden vor dem. 7. Nun, ihr Sinne schmecket, Teufel, Höll und Sünden und weil der Tisch gedecket, wie Gott darauf nach dieser Zeit bei dir freundlich ist. Sehet, Gottes in der Ewigkeit. 6. Kräftiges Geschenke, köstliches Getränke, komm und labe mich! Zieh in meine Seele, denn des Herzens Höhle machet Raum für dich! Gieb mir Kraft und Lebensfaft! Zier mich selbst mit deinem Kleide zu der Hochzeitsfreude! Diener, reicht euch den Verfüh- Mel. Alle Menschen müssen sterben. ner, den man hier genießt. Tre- 484. Werde munter mein tet dar, hier zum Altar; Jesus kommt, ach, sagt: Willkommen, Labsal aller Frommen. Gemüte und Benj. Schmolek. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 483. Süßer Jesu, sei will erfreue dich, mein Geist, da sich deines Jesu Güte überschwenglich an dir zeigt. Ach, mein Herz soll hier auf Erden ihm ein Gnadenhimmel werden, denn er kommen, sei will- zieht im Brot und Wein durch fommen, liebster Gast, der du sein Nachtmahl bei mir ein. haft hinweggenommen meiner Sünden schwere Last; liebstes Leben, Schatz der Seelen, laß mirs nicht am Glauben fehlen; gieb dich mir zu Speis und Trank, stärke, was ist schwach und frant. 2. Daß du mir, Herr, möchtest zeigen deine Lieb und Freundlich feit, willst du dich herunter neigen 2. Solche Lieb ist nicht zu finden, die so treu und brünstig wär. Ist ein Abgrund zu ergründen, diese Liebe nimmermehr, Liebe, die kein Sinn erreichet, der nichts, als sie selber gleichet, da sie Staub und Asche liebt und sich ihr zu eigen giebt. 3. Es wird mir sein Leib gegeben, 316 Vom Sakrament des heiligen Abendmahls. ben, der am Kreuze für mich starb; Speise, o süßer Lebenstrank! o Heil, Gerechtigkeit und Leben, Liebsmahl, das ich preise mit und was er noch mehr erwarb, einem Lobgesang, indem es hat hab ich nun zum Eigentume, erquicket, mein Leben, Herz und und in solchem Schmuck und Mut; mein Geist, der hat erRuhme erb ich auch nach dieser blicket das allerhöchste Gut. Zeit die gewisse Seligkeit. 2. Du hast mich jetzt geführet, o 4. J: zt hab ich sein Blut ge- Herr, in deinen Gnadensaal; datrunken, das aus seinen Wunden selbst hab ich berühret dein edle floß. Wär ich sonst in Angst ver- Güter allzumal; da hast du mir sunken, da mir Gott sein Herz vergebens( umsonst) geschenket verschloß, ei, so bin ich nun ver- mildiglich das werte Brot des söhnet, daß mich seine Gnade krö- Lebens, das sehr ergößet mich; du net, und ein süßer Liebeskuß hast mir zugelassen, daß ich den mich, sein Sind, erquicken muß. Seelenwein im Glauben möchte 5. Welt, ich mag dich nicht mehr fassen und dir vermählet sein. kennen, meinen Jesum fenn ich nur; ja, in ihm will ich mich nennen eine neue Kreatur, wo kein Greuel alter Sünden, jetzt und künftig mehr zu finden; ihm soll hast erzeiget mir Armen solche das Gewissen rein und das Leben heilig sein. 3. Bei dir hab ich gegessen die Speise der Unsterblichkeit; du hast mir voll gemessen den edlen Kelch, der mich erfreut. Ach Gott, du Gunst, daß billig jetzt sich neiget mein Herz vor Liebesbrunst. Du hast mich lassen schmecken das köstlich Engelbrot; hinfort kann mich nicht schrecken Welt, Teufel, Sünd und Tod. 6. Jesus, Jesus, nichts als Jesus ist, das mich vergnügen muß; arm ist außer ihm ein Nabal, reich mit ihm ein Lazarus. Ihn will ich vor allen Schäßen, mir 4. So lang ich leb auf Erden zum Schaß und Segen seben; preis ich dich, liebster Jesu, wohl, denn so hab ich reich und satt, daß du mich läsfest werden von dir mehr als Erd und Himmel hat. und durch dich satt und voll. Du 7. Bleib, mein Jesu, bleib im hast mich selbst getränket mit deiHerzen, mit dir acht ich keine nem teuren Blut und dich zu Not; du besiegest Kreuz und mir gelenket, o unvergleichlichs Schmerzen und du tötest selbst Gut! Nun werd ich ja nicht sterden Tod; also kann ich nicht ver- ben, weil mich gespeiset hat, der derben, ich mag leben oder ster- nimmer kann verderben, mein ben; jeßt und ewig bist du mein, Trost, Schuß, Hilf und Rat. und ich leb und sterbe dein. 5. Wie kann ich aber fassen, Herr M. Erd. Neumeister. Jesu, daß du mit Begier dich Mel. Nun lob, mein Seel, den. hast so tief gelassen vom Himmels485. Wie wohl hast du ge- saal herab zu mir? Du Schöpfer labet, o liebster aller Dinge besuchest deinen Knecht; Jesu, deinen Gast, ja mich so ach hilf, daß ich dir bringe ein reich begabet, daß ich jetzt fühle Herz, das fromm und schlecht, Freud und Rast; o wundersame das gläubig dir vertraue, damit nach Vom Sakrament des heiligen Abendmahls. 317 nach dieser Zeit ich ja dein AntIn eigener Melodie. litz schaue dort in der Ewigkeit. 486. 2erfließ, mein Geiſt, 6. Du bists, der ewig bleibet; ich aber bin dem Schatten gleich, den bald ein Wind vertreibet. Herr, ich bin arm und du bist reich; du bist sehr groß von Güte, kein Unrecht gilt bei dir; ich boshaft von Gemüte, kann fehlen für und für; noch kommest du hernieder zu mir, dem Sündenmann; was geb ich dir doch wieder, das dir gefallen kann? in Jesu und Wunden und trink nach langem Durst dich satt. Ich habe jetzt die Quelle wieder funden, die Seelen labt, so müd und matt. Gil, wie ein Hirsch, zu dieser Quell, die fräftig, lieblich, süß und hell aus Jesu Herz und Seite fließet und unser Herz und Seel durchfüßet. 2. Die Welt hat nichts, das dir ein Labsal wäre, fie tränft mit Gift vom Höllenpfuhl; darum dich bald zum Strom des Lebens fehre, der lauter fließt vor Gottes Stuhl. Hier wird das Innerste vergnügt, das sonst nur wie verschmachtet liegt; hier wirkt ein Balsam aller Säfte mit Kraft 7. Ein Herz, durch Reu zerschlagen, ein Herz, das ganz zerfnirschet ist, das weiß ich, wird behagen, mein Heiland, dir zu jeder Frist; du wirst es nicht verachten, demnach ich emsig bin nach deiner Gunst zu trachten. Nimm doch in Gnaden hin das Opfer meiner Zungen, denn billig wird jezund in alle Seelenkräfte. dein teurer Ruhm besungen, Herr 3. Thu ab, wo du noch etwas Gott, durch meinen Mund. haft im Munde, das nach den 8. Hilf ja, daß dies Genießen des eitlen Wassern schmeckt, daß der edlen Schaßes schaff in mir ein Krystall fließ in dem reinen unaufhörlich Büßen, daß ich mich Grunde, den Gottes Brünnlein wende stets zu dir. Laß mich von dir entdeckt; vermische nicht Gott jeßt an spüren fein andre Lieblich- und die Welt, weil dieses nie keit, als die pflegt herzurühren zusammen hält. Es haben reine von dir in dieser Zeit; laß mich ja Sinn und Augen die Kinder, die nichts begehren, als deine Lieb und die Gnade schauen. Gunst, denn niemand kann ent- 4. Und, o wie schön, wie unausbehren hier deiner Liebe Brunst. sprechlich quillet die Himmelslust 9. Wohl mir, ich bin versehen in unser Herz, wenn Gott den mit Himmelsspeis und Engel- Durst in seiner Liebe stillet und in trank; nun will ich fröhlich ste- uns strömet niederwärts! Dies hen, zu singen dir Lob, Ehr und kann kein fleischlich Auge sehn, viel Dank. Fahr hin, du Weltgetüm- weniger die Werk verstehn, die mel, du bist ein eitler Tand; ich Gott in stiller Seele thut, wenn seufze nach dem Himmel, dem sie von ihren Werken ruht. rechten Vaterland, in dem ich werde leben ohn Unglück und Verdruß, denn du, Gott, wirst mir geben der Wollust Überfluß. 5. Der Mensch sieht Gott mit heilger Furcht und Zittern in Kräften über alle Kraft, da er in uns das Irdsche will zersplitJoh. Rist. tern, das uns hält in gemeiner Haft. 318 Vom Kreuz und Anfechtung der Christen. Haft. Doch kommet er so lieb- nen, und doch erhält mich deine lich süß, daß diese Bein ist kein Gnad; dein Licht zeigt mir den Verdrieß; er hält uns mit ver- kleinsten Staub der Sünden, die borgnen Händen, daß wir uns ich sonst nicht glaub; dies legt gerne zu ihm wenden. den Stolz fein bei mir nieder und 6. Herr, deine Lieb kann sonst führt mich zu der Demut wieder. unmöglich tragen die Kreatur, 10. Nun, hier kann ich, mein die so voll Sünd; denn ob sie Heiland, dich erkennen, wie gnawohl hier hat ein Wohlbehagen, denreich dein Angesicht. Du fegst wenn du sie blickest an geschwind, den Staub von deiner lieben so muß doch, wenn ein Strahl ent- Tennen und giebest mir, was steht von deiner hohen Majestät, mir gebricht; mein Elend nimmst was sterblich ist, vor dir erschrek- du von mir ab und giebst dich ken und mit Elia sich verdecken. mir zum sichern Stab, und wenn 7. Doch offenbarst du dich in ich nicht weiß fortzugehen, so großer Wonne, die deinem Kind muß ein neues Licht aufgehen. erträglich fällt; du spielst in uns, o freudenreiche Sonne, als Sonne in der neuen Welt. Wir suchen Licht verklärt, und wenn ich dann nur die Morgenröt, da doch dein die frohen Hände falte, die Seel Licht stets höher geht, bis uns der Liebe Kraft erfährt: dann nach Herzenslust erschienen dein freut sie sich im Liebestrieb und volles Licht der Blutrubinen. hat dich, Herr, inbrünstig lieb und gäbe dir wohl tausend Welten, die treue Liebe zu vergelten. 11. Je treuer ich dich in dem Glauben halte, je klarer wird dein 12. O Herr, laß mich dein Angesicht oft sehen, ich weiß sonst nichts, das mich vergnügt! Ach, laß doch bald die schwarze Wolk vergehen, wenn sie mir vor den Sinnen liegt! Du, Freundlichster, du bist uns nah; wenn man dich sucht, so bist du da, und mich recht erkennen, daß ich voll hältst dich immer zu den Deieitler Sünden bin, ein faules nen; darum mußt du mir oft er Holz, nichts wert, als zu verbren- scheinen. 9. Mein Heiland, hier kann ich P. Lacmann. 18.( 4) Vom Kreuz und Anfechtung der Christen, 8. Ein Strom von diesen Wassern kann vertreiben Egyptens dicke Finsternis; die Kraft kann man nicht reden oder schreiben, die in dir macht das Herz gewiß; wir fühlen deinen starken Geist, der deine große Liebe preist in reiner Klarheit ohne Makel, als eine reine Wahrheitsfackel. als einem göttlichen Hilfsmittel der Gnaden. Mel. Jesus, meine Zuversicht. hat seine Macht Rosen aus den 487. Bist du, Seele, noch Dornen bracht. betrübt? Ach, ver- 2. Antre du nur fest auf ihn, laß die eitlen Sorgen; ruhe, weil auf den Herren ist gut bauen; dich Jesus liebt, bleibt dir gleich gehst du gleich mit Weinen hin, sein Rat verborgen. Ach, wie oft nach dem Regen wirst du schauen, es Vom Kreuz und Anfechtung der Christen. 319 girren, faß ich mich doch als ein Christ. Gott hat mir mein Kreuz bestimmt; Gott ists, der es von es sei nur ein Übergang; Thränen sind der Christen Trant. 3. Alles, was er thut, ist gut, hassen kann er nicht, nur lieben; mir nimmt. Erden, Reichtum, Ehre, Gut und Geld; übet nur eure Geberden nach dem, was die Mode hält; troßt auf eureWollustweide; Trübsal ist der Christen Freude. ach er hat ja durch sein Blut 4. Rühmt, ihr Kinder dieser seine Treue dir verschrieben; ist nicht das ein großes Pfand? Nimmermehr reißt dieses Band. 4. Glück und Unglück schicket er, ei, so nimms nach seinem Willen; beides kommt nicht ohngefähr, o 5. Nun, mein Gott, laß deine er kann den Schmerz leicht stillen; Rute nimmer ferne von mir sein; harre nur, mein Herz, auf ihn; es geschieht mir ja zu gute, Ehre Ruh und Trost ist dein Gewinn. folgt auf Schmach und Pein; 5. Es ist doch auf dieser Welt rauhe Dornen mögen stechen, Ronur ein Sterker frommer Seelen; sen werd ich dorten brechen. eile drum, wenns Gott gefällt, Benj. Schmold. aus den schwarzen SündenhöhMel. Jeju, meine Freude. Len, oben trifft man Canaan 489. Denen, die Gott lienach der Welt Egypten an. ben, wird viel zu 6. Blicke stets, mein Geist, da- getrieben von der bösen Welt; hin, o wie werd ich ihm noch doch, wenn sie nur dulden, ohne danken! Kronen werden dorten ihr Verschulden, so wies Gott blühn, kämpfe nur in diesen gefällt: so ist schon die EhrenSchranken. Jesus bleibet mein, fron von dem Höchsten zubereiich sein, nichts fann mir ver- tet jedem, der recht streitet. gnügter sein. 2. Die geliebten Seinen lässet Gott oft weinen, wenn die Welt gleich lacht; doch wird all ihr Leistets verbunden, den zu gewünschten Freuden mit Kronen sind, wo Dornen sind. der Zeit gemacht. Fallen hier Hier giebts Freud und Trauer- gleich spät und früh ihre Thrästunden, hier kehrt Lust und nen auf die Erden, doch kanns Jammer ein. Regenflut und besser werden. Sonnenflammen reimen sich oft bald zusammen. 2. Wie sollt ich denn auf der Erden immer ohne Kreuze sein? Wenn ich Jesu gleich soll werden, ſo geschichts durch Angst und Bein. Thränen ließ er selber fließen, Thränen muß ich auch vergießen. Benj. Schmold. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 488. reuz und Christ sind 3. Odu süßer Trank von Myrrhen, ob du gleich sehr bitter bist; fängt mein Herze an zu 3. Gott weiß wohl, wenns diene, daß das Glück uns grüne, oder Kreuz uns plag; er hat schon versehen, wies uns soll ergehen un ser Lebetag; was sein Rat beschlossen hat, ist, obs gleich uns widrig scheinet, dennoch gut gemeinet. 4. Lieben Eltern Kinder, Gott liebt ja nicht minder seine Kinderschar. Kann ein Vater sehen, daß sein Kind soll gehen gar in Tods Gefahr? So fann Gott auch keinen Spott 320 Vom Kreuz und Anfechtung der Christen. Spott sehn und seiner Frommen| hängt, was uns bedrängt, tritt Leiden, noch von ihnen scheiden. uns oft im Zorne nieder, hebet 5. Müssen gleich die Frommen uns doch wieder. in viel Trübsal kommen, schadet es doch nicht; Gott giebt bei dem Werke, dennoch Kraft und Stärke, so wie er verspricht. Sind sie schwach und geben nach, doch hat er durch seine Kräfte da auch sein Geschäfte. 2. Es ist Gottes Wille, leide nur und hülle in Geduld dich ein; sein Rat ist verborgen, aber laß ihn sorgen, bis die Zeit wird sein. Endlich scheint, wie ers gemeint, Trost und Sonne nach dem Regen, Herzen folgt den Schlägen. 6. Alle Dinge fallen, wenn 3. Es ist Gottes Wille, liegt Gott selbst mit allen einst ein doch Lust die Fülle in des KreuEnde macht; aber wer Gott die- zes Last. Sehn wir unbeweget net, wird, da er verfühnet, nie auf die Hand, die schläget, bis zu Fall gebracht; Kreuz und Not, ja. Höll und Tod, kann von Gottes Lieb nicht scheiden, die mit Christo leiden. wir sie gefaßt; ei, sie heilt, ob sie verweilt, trieft nicht allezeit von Myrrhen, heißt nicht immer girren. 4. Ist es denn dein Wille, lieber Gott, so fülle immer Thrä7. 3um erwählten Haufen kann nicht jeder laufen, der sich bei der nen ein; schmeckt es bittersüße, Welt immer will einfinden, auch auf die Finsternisse folgt ein in Schand und Sünden sich zu Freudenschein; es geh mir, wie ihr gesellt. Wer sein Teil im du willst, hier; tröst ich mich ewgen Heil suchen will, der muß doch in der Stille: Herr, es ist auf Erden wohl gepresset werden. dein Wille. Benj. Schmold. 8. Besten Christenleuten ist Mel. O du Liebe meiner Liebe. nichts anzudenten felbft nach 491. Fahre fort mit LiebesWort, daß sie schlägen, süßer Jeleiden, und doch dort der Freu- su, liebster Hort; laß sich Trübden warten an dem Ort, wo sals Winde regen, führ zur Himdie Freud ohn End und Zeit melsruh mich fort. Ach, ich biete länger, ach viel länger währet, als was hier beschweret. dir den Rücken, schlag nur zu, ich habs verschuldt. Kreuz und Not find Liebesstricke, Zeichen deiner großen Huld. 2. Ich bin lang von dir ge wichen, lang war mir das Eitle lieb, doch bist du mir nachgeschlichen, weil dich deine Liebe trieb: Liebe, die dir Händ und Füße an des Kreuzes Holz gespießt; Liebe, die so honigfüße auf die armen Sünder fließt. 9. Dienen nun die Plagen uns nicht zum Verzagen, sondern zur Geduld; ei so laß es gehen, wie es Gott ersehen, ists doch lauter Huld. Laß die Bein dir dienlich sein, denn es schadet kein Betrüben denen, die Gott lieben. Mel. Jcsu, meine Freude. 490. Es ist Gottes Wille, liebes Herz, sei stille in der Traurigkeit. So hat ers 3. Ach, so denke nicht, wie lange ersehen, also muß geschehen bei- ich dich, Bräutgam, nicht erkannt, des, Lust und Leid. Er ver- wie ich mich zur alten Schlange oft Vom Kreuz und Anfechtung der Christen. 321 oft mit Herz und Sinn gewandt; Mel. O Gott, du frommer Gott. sondern denk an deine Wunden, 492. Gott ist und bleibt die dein heilig Fleisch durchrißt, getreu! Sein Herze dent an deine Trauerstunden, da bricht vor Lieben, pflegt er gleich du Blut für mich geschwißt. öfters auch die Seinen zu be 4. Fege durch die Kreuzesrute trüben. Er prüfet durch das alles aus dem Herzen aus; wasch Kreuz, wie rein der Glaube sei, es denn mit deinem Blute und wie standhaft die Geduld. Goti mach es zu deinem Haus. Ach, ist und bleibt getreu! eröffne selbst die Thüre, wälz 2. Gott ist und bleibt getreu! den Sündenstein davon; gieb, Er hilft ja selber tragen, was er daß ich dich drinnen spüre, du uns auferlegt, die Last der schwegeliebter Gottes Sohn. ren Plagen. Er braucht die Rute oft und bleibet doch dabei ein Vater, der uns liebt. Gott ist 2c. 5. Wenn du es nun eingenommen, so laß gar nichts mehr hinein, denn ich hab mir vorgenommen, dein hinfort allein zu sein. Ich will selbst mich nicht mehr kennen, nicht die Welt, nicht Fleischeslust; Augenlust, Stolz, sündlich Brennen sei mir niemals mehr bewußt. 6. Denn ich will in deinen Armen unterm Kreuz gar sanfte ruhn; doch vertrag auch mit Erbarmen, wenn mein Lassen oder Thun noch mit Schwachheit sehr beflecket, die dir nicht verborgen ist; diese aber wird verdecket, weil du mein Erlöser bist. 7. Nun, du sollst mein in dem Leben und im Tod auch meine sein; dir mit Leib und Seel ergeben, geh ich in mich selbst hinein; dich such ich in meinem Herzen, bis du dich mir offenbarst; schenke mir des Glaubens Kerzen, wie du vormals gnädig warst. 8. Hör, ach hör mein sehnlich Flehen, ach wie lang verbirgst du dich? Hilf mir kämpfen, widerstehen, meine Kraft verlieret sich; aber du bist in den Schwachen mächtig, wenn ihr Herz betrübt; drum magst du es mit mir machen, Jesu, wie es dir beliebt. Ph. B. Sinold. 3. Gott ist und bleibt getreu! Er weiß, was wir vermögen; er pfleget nie zuviel den Schwachen aufzulegen; er macht sein Israel von Last und Banden frei, wenn große Not entsteht. Gott ist 2c. 4. Gott ist und bleibt getreu! Er tröstet nach dem Weinen; er läßt nach trüber Nacht die Freudensterne scheinen; der Sturm, des Kreuzes Sturm, geht augenblicks vorbei; sei, Seele, nur getrost! Gott ist und bleibt 2c. 5. Gott ist und bleibt getreu! Er stillet dein Begehren; er will dein Glaubensgold in Trübsalsglut bewähren; nimm an von Gottes Hand den Kreuzkelch ohne Scheu, der Lebensbecher folgt. Gott ist und bleibt getreu! 6. Gott ist und bleibt getreu! Laß alle Wetter frachen, Gott wird der Trübsal doch ein solches Ende machen, daß alles Kreuz und Not dir ewig nüßlich sei. So liebt der Höchste dich. Gott ist und bleibt getreu! Mel. Wer nur den lieben Gott. 493. Gott Lob, die Nacht ist nun vorüber, die mir mein Gott hat zugeschickt; 21 mein 322 Vom Kreuz und Anfechtung der Christen. mein Herze freuet sich darüber, daß nichts in unserm Herzen steh, daß mich Gott wieder hat er als Jesus, der Gekreuzigte. quickt. Denn, ob gleich stäupet seine Rut, so bleibet doch sein Herze gut. 2. Kein ander Bild wird uns gewiesen, als das, so dich am Kreuze weist; so wird auch keiner je ge= priesen, daß er dein rechter Jünger heißt, er nehme denn sein Kreuz auf sich und folge dir beständiglich. 3. Zum Kreuze warest du erkoren, im Kreuz verlangt und vorgebildt; zum Kreuz auf dieſe 3. Mich flagte, wer mich nur Welt geboren, am Kreuz mit gesehen, wie mich die Angst ge- Not und Tod erfüllt. So predrücket hat; ich meinte selbst, ich digt man in aller Welt nur dich, müßte gehen den harten, bittern am Streuze vorgestellt. Todespfad; doch hat, Herr, deiner Liebe Glut bei mir gewendet alles gut. 4. O gieb, daß wir nur auch im Glauben mit dir, Herr Christ, gekreuzigt sein. Will uns das 4. Das Kreuz muß uns oft Fleisch die Kräfte rauben, so schlagen nieder, daß wir uns schlag ihm deine Nägel ein. Nur üben in Geduld; wir lebten stets der gehöret Christo an, der sich sonst Gott zuwider und häuften ans Kreuze heften kann. täglich Sündenschuld. Gott stärkt im Kreuz der Christen Mut und macht zuletzt auch alles gut. 5. Die Welt laß uns zu allen Zeiten und uns der Welt gekreuzigt sein. Soll uns dein Kreuze stets begleiten und geht es mit uns aus und ein, so lehr uns wohl die Kreuzgebühr und tröst uns mit der Kreuzeszier. 6. Es sei nun ferne von uns rühmen, denn nur in deinem Kreuz allein; für deinen Tod, 6. Soll ich, mein Gott, noch Kreuz, Blut und Striemen laß ferner leiden, wenn es dein weiser uns von Herzen dankbar sein; Rat bestimmt, so stehe nur auf dein Kreuze werd uns jederzeit meiner Seite, daß kein Kreuz mir zum Anker unsrer Seligkeit. die Hoffnung nimmt, daß, Herr, durch deines Sohnes Blut mir bleiben muß das höchste Gut. M. Erdmann Neumeister. Mel. Wer nur den lieben Gott. 494. Hier stehn wir unter Kreuz und Leiden gehn und dort in deinem gekreuzigter Herr Jesu Christ, hilf, 7. So gehn wir mit Geduld und Hoffen in deiner Kreuzkirch aus und ein; wir finden stets den Himmel offen; dein Kreuze muß der Schlüssel sein, bis wir aus Kirche Benj. Schmold. Mel. Wer nur den lieben Gott. daß uns keine Lust mehr reize, 495. Je größer Kreuz, je die deinem Streuz zuwider iſt, näher Himmel, wer oh2. Mir machte zwar die Last sehr bange, die du, mein Gott, mir aufgelegt; ich schrie oft: Ach Herr, wie so lange? Mein Seufzen hat dein Herz bewegt; du sahest meine Thränenflut, drum ist auch alles worden gut. 5. Drum dank ich dir, mein Gott, von Herzen, daß du dein Kind gestärket hast, daß meine Pein, Leid, Not und Schmerzen gewehret meiner Sündenlast, daß deine Lieb und Vaterrut befördert meiner Seele Gut. Vom Kreuz und Anfechtung der Christen. 323 ohne Kreuz, ist ohne Gott. Bei| das Christengräber ziert, bezeugt, Sündenlust und Weltgetümmel man habe triumphiert. vergißt man Hölle, Fluch und Tod. O selig ist der Mensch geschäßt, den Gott in Kreuz und Trübfal ſeßt. 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gottes Schaß uns beigelegt und die einmal vor seinem Throne der Überwinder Scheitel trägt. Ach, dieses teure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 2. Je größer Kreuz, je besfrer Christe. Gott prüft uns an dem Probestein. Wie mancher Garten lieget wüste, fällt nicht ein Thränenregen ein. Das Gold wird auf dem Feuerherd, ein Christ in mancher Not bewährt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube; die Palme wächset bei der Last; die Süßigkeit fließt aus der Traube, wenn du sie wohl gefeltert hast. Am Kreuze wächset uns der Mut, wie Berlen in gesalzuer Flut. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe; der Wind bläst nur die Flammen auf, und scheinet gleich der Himmel trübe, so lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Glut, gleich wie das Öl im Feuer thut. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete; geriebne Kräuter riechen wohl; wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht nach dem Pol. Wo kämen Davids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wär. 6. Je größer Streuz. je mehr Verlangen; im Thale steiget man bergan. Wer durch die Wüste oft gegangen, der sehnet sich nach Kanaan. Das Täublein, findt es hier nicht Ruh, so fliegt es nach der Arche zu. 9. Gefreuzigter, laß mir dein Kreuze je länger und je lieber sein; daß mich die Ungeduld nicht reize, so pflanz ein solches Herz mir ein, das Glaube, Lieb und Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Benj. Schmold. Mel. Wer nur den lieben Gott. 496. Je lieber ind, je schärfre Rute, so heißet Gottes Lektion; das Kreuze thut uns viel zu gute, aus Liebe wächst die Dornenfron. Gott stäupt die Söhne, die er liebt, ein Bastard bleibet unbetrübt. 2. Die Zucht ist Gottes Liebesprobe, hier schmelzt er Gold von Schlacken ab; durch Schande führt er uns zum Lobe und in den Himmei durch das Grab; die Thränen fallen uns wohl schwer, doch sind sie Gottes Freudenmeer. 3. Das liebste Kind muß in dem Leiden bei Gott das allernächste sein; dem wird die größte Laſt beschieden, der sich will großer Gnade freun, und wer im Himmel wünscht zu stehn, muß gleichsam erst zur Hölle gehn. 4. Gott schläget wohl mit seiner Linken, doch mit der Rechten 7. Je größer Kreuz, je lieber herzet er; er läßt uns öfters Sterben; man freut sich recht Essig trinken, giebt aber endlich auf seinen Tod; denn man ent- Zucker her. Ob gleich das Kreuz gehet dem Verderben, es stirbt den Zentnern gleicht, er machet auf einmal alle Not. Das Kreuz, alles federleicht. 21* 5. Die 324 Vom Kreuz und Anfechtung der Christen. 5. Die ganze Welt wollt ich zen; ich halt ihm in allem still nicht nehmen und ohne Kreuz und greif ihm nach seinem Herund Leiden sein; drum will ich zen; denn dasselb ist immer gut, mich dazu bequemen, ein Gottes- wenn die Hand gleich wehe thut. find klingt gar zu fein. Gott meint 8. Ich will ihm für Kreuz und es immer mit mir gut, je lieberKind, Leid auch, wie für das Gute, je schärfre Rut. Benj. Schmold. danken, denn er seßt zu aller Zeit auch der Trübsal ihre Schranken. Lust und Last fehrt bei mir ein, beides muß mir selig sein. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 497. Laß es gehen, wie es geht, alles geht nach Gottes Willen. Wenn es noch so übel steht, kann er allen Kummer stillen, weil es doch am beſten 498. Liebes Kreuze, liebe Benj. Schmold. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. ist, was sein weiser Rat beschließt. Rute, was für Se2. Segt er dich ins Thränen- gen bringst du doch. Du bist bad, laß den alten Adam schwi- unserm Fleisch und Blute zwar Ben, wenn er gute Tage hat, ein unerträglichs Joch, da hinwill er nur auf Rosen sißen; wo gegen dich der Geist eine große der Pfahl im Fleische steckt, wird Wohlthat heißt; denn durchs der Geist zu Gott erweckt. Kreuz wird man getrieben, sich in Gottesfurcht zu üben. 3. Auf den Donner wächst die Saat, auf den Regen folgt der Se- 2. Hätten wir kein Kreuz zu gen; wenn der Sturm gewütet tragen, o wie felten würden wir hat, kann man sich vor Anker le- nach dem Worte Gottes fragen; gen; unser Christentum gedeiht, aber tritt die Not herfür, ficht wenn uns Gottes Rute stäupt. uns eine Trübsal an, da uns 4. Nimm mit deinem Gott vor- sonst nichts trösten kann, o wie lieb, du mußt keine Trübsal scheu- lernt man darauf merken und en; denn er will durchs Kummer- sich aus demselben stärken. sieb dich nur von der Spreu befreien, daß du guter Weizen bist, wenn das Kreuz vorüber ist. recht ans Herze greifet, wenn sich Not und Jammer häufet. 3. In dem Kreuze lernt man beten, während wir in guter Zeit ohne Andacht vor Gott treten; 5. Laß ihn immer sauer sehn, er legt hingegen Kreuz und Leid unkann es nicht böse meinen. Wenn ser Herz in heiße Glut, das Ge des Kreuzes Winde wehn, wird bet mit Ernst man thut und Gott die Sonne drunter scheinen; pußt man doch ein dunkles Licht, wenn ihm Glanz und Schein gebricht. 4. Wehrt das Kreuz nicht man 6. Wie ein Kraut noch stärker chen Sünden? Denn, wenn unser riecht, wenn es unsre Hand zerrei- Fleisch und Blut etwas schmerz bet, also schadet es uns nicht, wenn liches empfinden, steht der Geist uns Gott durchs Kreuze treibet. auf guter Hut und behält uns O, wie wohl riecht das Gebet, in der Zucht, wenn der Fuß zu wenn man in dem Kreuze fleht. straucheln sucht. Man vergißt 7. Nun, Gott mach es, wie er bei solchem Leiden, in der Wolwill, er mag herzen oder schmer- lust sich zu weiden. 5. Un Vom Krenz und Anfechtung der Christen. 325 5. Unsre Schwachheit zu erken| du liebst. Deinen Kindern schickeſt nen, ist das liebe Kreuze gut. du alles Kreuz zum Besten zu. Laß Wenn wir in dem Glücke rennen, mich dieses stets erkennen und o wie stolz wird oft der Mut; dein Kreuz mein Kleinod nennen. aber stellt ein Kreuz sich ein, wie geschmeidig wird man sein, das Benj. Schmold. Mel. Von Gott will ich nicht. wird allen Hochmut schwächen 499. Mein Herze, sei zufrieden, stell doch und den alten Adam brechen. 6. Würden wir die Welt nicht dein Trauern ein; du mußt nicht lieben, wenn sie nicht voll Kreuze gleich ermüden, noch so verzaget wär? Durch das Kreuz wird sein, wenn dich ein Unglück drückt; man getrieben, daß man auf dem laß dir es doch in allem mit Thränenmeer immer nach dem Freuden wohlgefallen, wie es Hafen sieht und die Eitelkeiten Gott mit dir schickt. flieht, die das Kreuze nicht vermindern, aber wohl den Trost verhindern. 2. Gott sucht durch Kreuz und Plagen dein Bestes allezeit; du weißt, bei guten Tagen lebst du in Sicherheit, bist voller Sündenlust, hängst an den Eitelkeiten, die dich also verleiten, daß du zur Hölle mußt. 7. Und wie wächst doch das Verlangen, das man nach dem Himmel trägt. Wenn uns Angst und Not umfangen, ach, da wird der Geist bewegt, daß er aus der Welt 3. Wenn aber je zuweilen ein sich sehnt und auf Christi Kreuz Kreuz beschweret dich, pflegst du sich lehnt, daß er es zum Wan- zu Gott zu eilen, dein Geist er= derstabe auf der letzten Reise habe. 8. Endlich ist auch Kreuz und Leiden, was uns Christo ähnlich macht. Wollen wir uns nach ihm kleiden, das ist unsre schönste 4. Drum sei doch gutes MuTracht. Wer sein Jünger wünscht tes, mein Herz, in deiner Not; zu sein, wird sich auch in Trüb- weil dadurch so viel Gutes dir sal freun und wie hier im Kreuz auf Erden, dort im Glanz auch ihm gleich werden. muntert sich; dein Beten hat mehr Kraft; du lernest auf Gott bauen, ihm in Geduld vertrauen, bis er dir Hilfe schafft. 9. Ei, so soll das liebe Kreuze mir ein rechtes Labsal sein. Legt 5. Laß deinen Gott frei machen es mich gleich in die Beize, Got- und meistre ihn ja nicht; befiehl tes Salz macht flug und rein. ihm deine Sachen; er weiß, was Immer her, Kreuz, immer her, dir gebricht und wird nach seiwenn ich nicht im Kreuze wär, ner Treu, durch seine Hand und wär ich längstens in der Hölle, Thaten dir wissen wohl zu raten da ist erst des Jammers Quelle. und hilfreich stehen bei. thut der fromme Gott; flag ihm nur deine Bein; vor Ungeduld dich hüte und hoff auf seine Güte, so wirst du selig sein. 10. Lieber Gott, ich will es 6. Wenn Gott wohl lang ausleiden, was du mir zu tragen bliebe, mußt du erwarten sein; giebst; denn ich kann wohl unter- du weißt, wie er aus Liebe auch scheiden, wen du hafsst und wen öfters wartet dein. Je länger währt 326 Vom Kreuz und Anfechtung der Christen. währt das Leid, je besser es sich sen für Kreuz und Ungemach, dies endet, und wenn Gott Hilfe aber zu erweisen, ich hier bin viel sendet, je mehr sie dich erfreut. zu schwach; so hilf doch, daß ich 7. Darum sollst du nicht sorgen dir im Himmel einst mit Freuin langer Kreuzespein; vielleicht den für all mein Kreuz und kann dir schon morgen nach Leiden Dank sage nach Gebühr. Wunsch geholfen sein. Gott ist Ch. Gensch von Breitenau. niemals so nah, als wenn die Mel. Nun ruhen alle Wälder. Not sich mehret. Wenn Menschen- 500. Mein Herz, gieb dich rat aufhöret, ist seine Hilfe da. wie ein Lamm. zufrieden und blei8. Wer Gott in allen Dingen be ganz geschieden von Sorge, getrost vertrauen kann, dem wird Furcht und Gram; die Not, die es nie mißlingen; Gott nimmt dich jetzt drücket, hat Gott dir sich seiner an; denn, wo er ihn zugeschicket; sei still und halt dich verließ, so müßte sein Wort trügen; drum, weil Gott nicht kann 2. Mit Sorgen und mit Zagen lügen, hilft er ihm gar gewiß. und unmutsvollen Klagen häufst 9. Es ist niemals geschehen, du nur deine Pein; durch Stilledaß ein geplagter Christ, wenn sein und Hoffen wird, was dich er auf Gott gesehen, zu Schan- jest betroffen, erträglich, sanft den worden ist; gewiß ist, daß und lieblich sein. sich Gott nicht unsern Vater nennte, wenn er nicht wollt noch könnte uns helfen in der Not. 3. Kanns doch nicht ewig währen, oft hat Gott unsre Zähren, eh mans meint, abgewischt. Wenns 10. Mein Herz, von diesem allen bei uns heißt: Wie lange? Wird nimm Trost in deiner Not. Hat mir so angst und bange, so hat dich Kreuz überfallen, o, darum er Leib und Seel erfrischt. nicht gleich tot! Dein Vater 4. Gott pflegt es so zu machen: kann und will Rat schaffen allen nach Weinen schafft er Lachen, Plagen, willst du es nur drauf nach Negen Sonnenschein; nach wagen und willst ihm halten still. rauhen Wintertagen der Lenz 11. Nun, Herr, was dir ge- muß Blumen tragen; er führt fället, so mir begegnen soll, das in Höll und Himmel ein. werd ins Werk gestellet; ich bin 5. Indes ist abgemessen die der Hoffnung voll, du wirst nach Last, die uns soll pressen, auf deiner Gnad Geduld und Trost daß wir werden klein; was aber verleihen, zuletzt mich auch er- nicht zu tragen, darf sich an uns freuen durch Hilfe in der That. nicht wagen, und sollts auch nur 12. Du wollest mich nur stärken ein Stäublein sein. in meiner Blödigkeit, daß ich 6. Denn es sind Liebesschläge, mag christlich merken des Kreuzes wenn ich es recht erwäge, womit Nußbarkeit, und daß desselben er uns belegt; nicht Schwerter, Bein, wie sehr sie auch betrübet, sondern Ruten finds, damit Gott demselben, der dich liebet, muß zum Guten auf uns, die Seinen, hier zuschlägt. nig und heilsam sein. 13. Weil ich dich auch soll prei- 7. Er will uns dadurch ziehen 311 Vom Kreuz und Anfechtung der Christen. 327 zu Kindern, die da fliehen das, 3. Ach, lehr mich einzig und alwas ihm mißgefällt; den alten lein von ganzem Herzen glauben, Menschen schwächen, den Eigen- daß du mir wollest gnädig sein willen brechen und alle böse Lust und wohl gewogen bleiben. Wend der Welt. alle meine Traurigkeit und schenk mir deines Geistes Freud, Trost, Hilfe, Heil und Leben. 8. Er will uns dadurch lehren, wie wir ihn sollen ehren mit Glauben und Geduld, und sollt er uns in 4. Soll aber ich mich fernerNöten auch lassen, ja gar töten, weit mit solchen Sorgen quälen, uns doch getrösten seiner Huld. so hilf nach deiner Gütigkeit, 9. Denn, was will uns auch Herr, meiner armen Seele, daß scheiden von Gott und seinen ich im Glauben feste steh, bis Frenden, dazu er uns ersehn? diese Prob zum Ende geh, und ich Man lebe oder sterbe, so bleibet errettet werde. Christ. Brunkhorst. uns das Erbe des Himmels ewig- Mel. Wer nur den lieben Gott. lich doch stehn. 502. Mein Jefu, weil dein 10. Ist Christus unser Leben, ganzes Leben zu so muß uns, seinen Reben, der war gemacht, so Tod sein ein Gewinn; er mag muß ich mich schon drein ergedes Leibes Höhle zerbrechen, ben, wenn du mir Leiden zugedoch die Seele fliegt auf zum dacht; das Glied muß fühlen Bau des Himmels hin. in der That, was auch das Haupt empfunden hat. lauter Leiden 2. Gs geht fein andrer Weg zum Himmel, als der mit Dornen ist belegt, da sonst der Menschen Lustgetümmel die meisten zu der Hölle trägt; es ist die Bahn zur Herrlichkeit mit Blut und Thränen eingeweiht. 11. Drum gieb dich ganz zufrieden, mein Herz, und bleib geschieden von Sorge, Furcht und Gram. Vielleicht wird Gott bald senden, die dich auf ihren Händen hintragen zu dem Bräutigam. 3. A. Freylingshausen. Mel. Herr Jesu Christ, du höchstes, oder: Aus tiefer Not schrei ich zu. 501. Mein Herz, o Gott, spricht selbst zu mir: Wo willst du Gnade finden; der große Gott der zürnt mit dir von wegen deiner Sünden; wer Gott mit seiner Missethat so oft, wie du, beleidigt hat, dem ist er gar nicht gnädig. 2. Drum gieb du mir nach deiner Gnad ein inniglich Verlangen, Haß gegen Sünd und Missethat und Lust, dir anzuhangen, daß ich an solchen Zeichen seh, wie ich noch fest im Glauben steh und an dir, Jesu, bleibe. 3. Wollt ich mich deines Kreuzes schämen, so wär ich deiner auch nicht wert; ich will es lieber auf mich nehmen, ob es die Schulter gleich beschwert; du weißt schon, was ich tragen kann, und beutst mir selbst den Rücken an. 4. Die Welt wird mir nicht Freude machen, weil sie auch deine Feindin war; doch mag sie spotten, mag sie lachen, sie schadet mir doch um kein Haar, weil ihr verleumderisches Gift mehr dich als mich, dein Gliedmaß, trifft. 5. Leid ich um deines Namens willen, so ist mein Leiden ein Se= 328 Vom christlichen Leben und Wandel. Gewinn; so mag auch gar die kommen; hat dich Jesus doch beHölle brüllen, ich kann in deine reits mir zum Beispiel aufgenomWunden fliehn. Ein Tröpflein men. Kommst du, Jesus fommet Blut schlägt alles tot, was mir mit, der mit dir ins Herze tritt. den Untergang gedroht. 4. O, ich wäre nicht sein wert, 6. Du zeichnest deine liebsten wollt ich vor dem Kreuze fliehen. Schafe, das Kreuze muß ihr Der das Leid in Freude fehrt, Merkmal sein. Daß man nicht wird mich immer nach sich ziehen, allzu sicher schlafe, kehrt Not und bis mein Hand in jener Welt Trübsal bei uns ein. Die heißen Palmen für das Kreuze hält. auch nicht liebes Kind, die dir nicht ähnlich worden sind. Benj. Schmold. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 7. Wohlan, ich will bein Kreuze 504. Sei mir tausendmal tragen, das du mir übertragen willkommen, süßes hast. Wenn du nur liebst, magst Leiden, liebes Kreuz; o du Manna du doch schlagen; gieb endlich aller Frommen, labst du mich Lust nach aller Last, so wird mein auch allbereits? Ja, mein JeKreuz die Siegesfahn, die ich im sus will mich küssen jetzt in seiHimmel schwingen kann. ner Dornenkron, und mein Vater läßt mich wissen, daß ich sei sein lieber Sohn. Benj. Schmold. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 503. wie ist das Kreuze 2. O, wie füß ich deine Rute, doch ein so schöner Vater, o, ich füsse sie; denn sie Schmuck der Christen; dieses ist thut mir viel zu gute, tötet meine das sanfte Joch und ein Stecken Sünd in mir. Drum, so schlag, in der Wüsten, den Gott seinen Kindern reicht, wenn ihr Fuß vom Wege weicht. o Bater, schlage nur noch mehr den bösen Feind, ders ja wahrlich all mein Tage niemals gut mit mir gemeint. 2. Wen Gott liebt, dem giebt er auch seines lieben Kindes Zei- 3. Jesu, stürm in mir die Hölle chen; doch muß dieser Dornen- der verkehrten Eigenheit. Brich, strauch auch die Rosenblüt er- zermalme und zerschelle alle meine reichen; es wird eine Panace Eitelkeit, so will ich dir fröhlich aus der bittern Aloe. fingen Lob und Preis und Glo3. Ei, so komm denn, liebes ria; Herz und Mund soll noch er Kreuz, denn du bist mir nur will- klingen vom Triumph. Victoria! 19. f. Von den Früchten der Gnade in dem Menschen, als: 1. Vom christlichen Leben und Wandel überhaupt, oder vom wahren rechtschaffenen Christentum. Mel. Ach wie nichtig, ach wie. Leben; denn sie Gott von Herzen 505. Ach wie wichtig und wie lieben, ihre Buße nicht aufschierichtig ist der Christen ben und sich stets im Guten üben. 2. Ach Vom christlichen Leben und Wandel. 329 2. Ach wie wichtig und wie richtig ist der Christen Herrschen; richtig sind der Christen Tage; über Sünd, Tod, Teufel, Hölle Gott hat alle abgezählet und haben sie die Oberstelle, tro zum Besten auserwählet, giebt dem Feinde, der sie fälle! auch Trost, wenn Kummer quälet. 12. Ach wie wichtig und wie 3. Ach wie wichtig und wie richtig ist der Christen Prangen; richtig ist der Christen Freude; alle Pracht der Welt sie meiden, denn sie sich an Gott ergößen, sich in Christi Unschuld kleiden alle Hoffnung auf ihn seßen; und gehn her in reiner Seiden. darum kann sie nichts verlegen. 13. Ach wie wichtig und wie richtig sind der Christen Sachen; weil sie alles Gott befehlen und das beste Gut erwählen, kann es ihnen nirgends fehlen. 4. Ach wie wichtig und wie richtig ist der Christen Schöne; sie sind innerlich gezieret, mit dem Glaubensschmuck staffieret, leben auch, wie sichs gebühret. 5. Ach wie wichtig und wie richtig ist der Christen Stärke; denn Gott selbst in ihnen streitet, sie zum Kämpfen recht bereitet und den Sieg zu ihnen leitet. Das güldene ABC. In eigener Melodie. 6. Ach wie wichtig und wie richtig ist der Christen Glücke; obs gleich oft sehr hart hergehet, 506. Allein auf Gott seg dein bald doch ihnen Hilf entstehet Vertraun, auf Menund zuletzt erfreulich gehet. schenhilf sollst du nicht baun. Gott 7. Ach wie wichtig und wie ist allein, der Glauben hält, sonst richtig ist der Christen Ehre; ist kein Glaub mehr in der Welt. denn Gott sie als Kinder liebet, 2. Bewahr dein Ehr, hüt dich ihnen auch den Himmel giebet, vor Schand, Ehr ist fürwahr nichtig ist, was sie betrübet. 8. Ach wie wichtig und wie richtig ist der Christen Wissen; weil sie ihren Jesum kennen, ihn im Glauben Bruder nennen und bis in den Tod bekennen. dein höchstes Pfand. Wirst du die Schanz einmal versehn, so ists um deine Ehr geschehn. 3. Claff nicht zuviel, sondern hör mehr, das wird dir bringen Preis und Ehr. Mit Schwei9. Ach wie wichtig und wie gen sich verredt niemand, Clafrichtig ist der Christen Dichten; fen bringt manchn in Sünd und stets hinauf ihr Herz nur trach- Schand. tet und, was droben ist, hoch ach- 4. Dem Größten weich, acht tet und, was irdisch ist, verachtet. dich gering, daß er dich nicht in 10. Ach wie wichtig und wie Unglück bring. Dem Kleinsten richtig sind der Christen Schäße; auch nicht Unrecht thu, so bleies mag Flut und Glut entstehen best du in guter Ruh. und die ganze Welt vergehen, 5. Erheb dich nicht aus stolbleibt ihr Schaß doch ewig stehen. zem Mut, wenn du bekommen 11. Ach wie wichtig und wie hast groß Gut. Es ist dir nicht da14. Ach, mein Heiland, ach, mein Beistand, Jesu, voller Güte! Mich durch deinen Geist regiere, daß ich so mein Leben führe. Dir sei ewig Preis und Ehre! Siegesm. v. Birten. 330 Vom christlichen Leben und Wandel. darum gegebn, daß du dich das nicht richten fort, bis du gehört durch sollst erhebn. des andern Wort. 6. Frömmigkeit laß gefallen dir viel mehr, denn Gold, das glaube mir. Wenn Geld und Gut sich von dir scheidt, so weicht doch nicht die Frömmigkeit. 7. Gedenk der Armn zu jeder Frist, wenn du von Gott gefegnet bist, sonst dir das widerfahren kann, was Christus sagt vom reichen Mann. 8. Hat dir jemand was Guts gethan, so sollst du allzeit den- an, er wird gewißlich bei dir fen dran. Es soll dir sein von stahn. Er hilft einm jeden aus Herzen leid, wenns deinem Näch- der Not, der nur nach seinem sten übel geht. Willen thut. 9. In deiner Jugend sollst du dich zur Arbeit halten fleißiglich. Hernach gar schwer die Arbeit ist, wenn du zum Alter kommen bist. 10. Kehr dich auch nicht an jedermann, der dir vor Augen dienen kann. Nicht alles geht von Herzensgrund, was schön und lieblich redt der Mund. 15. Pracht, Hoffart, Stolz meid überall, daß du nicht kommest zu Unfall. Mancher wär ein behaltner Mann, hätt er Hoffart und Pracht gelahn. 16. Quad von niemand gedenk noch sprich, denn kein Mensch lebet ohn Gebrech. Redest du alls nach deinem Willn, wird man dich gar bald wieder stilln. 17. Ruf Gott in allen Nöten 11. Laß kein'n Unfall verdrießen dich, wenn das Glück gehet hinter sich. Anfang und Ende sind nicht gleich, wie solches oft mals findet sich. 19. Tracht stets darnach, was recht gethan, obs schon nicht lobet jedermann. Es kanns doch feiner machen so, daß's jedermann gefallen thu. 20. Berlaß dich nicht auf irdisch Ding, alls zeitlich Gut verschwindt gering; darum der Mensch gar weislich thut, der allein ſucht das ewge Gut. 21. Wenn jemand mit dir hadern will, so rat ich, daß du schweigest still und ihm nicht helfest auf die Bahn, da er gern wollt ein Ursach han. 13. Nicht schäm dich, rat ich 22. erres verließ sich auf sein allermeist, daß man dich lehr, Heer, drüber ward er geschlagen was du nicht weißt. Wer etwas sehr; wenn du mußt friegen, fann, den hält man wert, den Ungeschickt'n niemand begehrt. Gott vertrau, sonst allezeit den Frieden bau. 14. O mert, so einer führt ein 23. Ye läng'r, je mehr fehr Klag vor dir, so sollst du bald dich zu Gott, daß du nicht der Sach nicht glauben, auch friegst des Teufels Spott. Der Mensch 12. Mäßig im Zorn sei alle zeit; um klein Ursach erheb kein Streit. Durch Zorn das Herze wird verblendt, daß niemand recht damit erkennt. 18. Sieh dich wohl vor, die Beit ist bös, die Welt ist falsch und sehr gottlos. Willst du der Welt viel hangen an, ohn Schand und Schad kommst nicht davon. Vom christlichen Leben und Wandel. 331 Mensch ein'n solchen Lohn wird weil Gottes Wort und Lehre han, wie er im Leben hat gethan. ohn allen Menschentand ich flei24. 3ier all dein Thun mit ßig lef und höre. Ja, Lieber, Redlichkeit, bedenk zu End den thust du auch, was dieses Wort legten Bscheid; denn vorgethan uns lehrt? Nicht ders hört, sonund nach bedacht, hat manchen dern thut, der ist bei Gott geehrt. in groß Leid gebracht. Barth. Ningwald. 7. Du sagst: Ich bin ein Christ, ich beichte meine Sünden und Mel. O Gott, du frommer Gott. laß beim Beichtstuhl mich gewiß 507. Du fagst: Ich bin ein nicht selten finden. Findt aber Christ. Wohlan! sich, mein Freund, ich bitte, sag wenn Werk und Leben dir dessen, es mir, nach abgelegter Beicht was du sagst, Beweis und Zeug- die Bessrung auch bei dir? nis geben, so steht es wohl um 8. Ach du bleibst nach wie vor; dich. Ich wünsche, was du die Worte, Werk und Sinnen sprichst, zu werden alle Tag, sind oftmals ärger noch; dein nämlich ein guter Christ. Vorsatz und Beginnen geht nach dem alten Trieb, und was noch gut soll sein, ist, wenn mans recht besteht, nur lauter Heuchelschein. 2. Du sagst: Ich bin ein Christ. Der ists, der Jesum fennet und feinen Gott und Herrn ihn nicht alleine nennet, sondern thut auch mit Fleiß, was fordert sein Gebot. Thust du nicht auch also, ist, was du sagst, ein Spott. 3. Du sagst: Ich bin ein Christ. Wer sichs will nennen lassen, muß lieben, was ist gut, mit Ernst das Böse hassen. Der liebet Christum nicht, der noch die Sünde liebt, ist auch fein Christ, ob er sich gleich den Namen giebt. 9. Du sagst: Ich bin ein Christ, laß speisen mich und tränken mit dem, was Christus uns im Abendmahl will schenken. Wohl! Aber zeige mir, ob Christi Leib und Blut in dir zur Heiligung auch seine Wirkung thut? 10. Du sagst: Ich bin ein Chrift; ich bete, lef und singe, ich geh ins Gotteshaus; sind das nicht gute Dinge? Sie sind es; aber, wenn sie werden so verricht, daß Gott auch stets dabei ein reines Herze sieht. 11. Du sagst: Ich bin ein Christ: Ich kanns nicht zugestehen, es sei denn, daß ichs werd aus deinem Wandel sehen. Wer sagt 5. Hast du ihn nicht vorlängst und rühmet, daß er Christo angar oft und viel gebrochen? Hast gehör und auch sein Jünger sei, du als Gottes Kind, dich, wie| muß wandeln gleich wie er. du hast versprochen, in allem 12. Bist du ein solcher Christ, Thun erzeigt, dem Guten nach so mußt du sein gesinnet, wie Jegestrebt? Hat nicht der alte sus Christus war. Wenn reine Mensch bisher in dir gelebt? Liebe rinnet aus deines Herzens 6. Du sagst: Ich bin ein Christ, Quell, wenn du demütig bist von Her4. Du sagst: Ich bin ein Christ, denn ich bin ja besprenget mit Wasser in der Tauf, mit Christi Blut vermenget. Ja wohl! hast aber du gehalten auch den Bund, den du mit Gott gemacht in jener Gnadenstund? 332 Vom christlichen Leben und Wandel. Herzen, wie der Herr, so sag, uns des Geistes Kräfte gab im du seist ein Christ. heilgen Wasserbade, dem wir auch müssen bis ins Grab stets folgen auf dem Pfade des gottergebnen Lebens. 13. So lang ich aber noch an dir erseh und spüre, daß Stolz und Übermut dein Herz und Sinn regiere; wenn an der Sanft- 3. Wer seinen Gott recht ehrt mut Stell sich zeiget Haß und und liebt, wie einem Kind geNeid, so bist du ganz gewiß vom Christentum sehr weit. bühret, der scheut sich, daß er das verübt, was ihn von Gott ab: 14. Sagst du: Ich bin ein führet; der Heuchler Art hingegen Christ, und rühmst dich des mit ist, von außen fromm zu scheinen, Freuden, thust aber du auch mehr, und doch durch böse Tück und als andre kluge Heiden? Ach, List ein anders bei sich meinen öfters nicht so viel, was Gutes und in der That verrichten. sie gethan, sie werden dorten dich gewißlich klagen an. 4. Dergleichen Heuchelei, o Gott, laß mich doch nimmer treiben. 15. Sag nicht: Ich bin ein Christ, In Lieb und Neid, in Not und bis daß dir Werk und Leben Tod laß mich beständig bleiben. auch dessen, was du sagst, Beweis Gieb, daß ich mag vor allen und Zeugnis geben. Die Wort dich, hernach den Nächsten lieben, sind nicht genug; ein Christ muß auch selbst diejengen, welche mich ohne Schein das, was er wird verletzen und betrüben, damit ich genannt, im Wesen selber sein. Christo folge. 16. Ach, mein Gott, gieb doch 5. Ich bin ein Mensch, und Gnad, mich ernstlich zu befleißen, meine Tritt vermögen fehl zu zu sein ein wahrer Christ und gehen; drum richte, Jesu, meine nicht nur so zu heißen; denn Schritt, daß ich bald mag aufwelcher Nam und That nicht hat stehen durch Buße, wenn ich etwa und führt zugleich, der kommet fall; halt mein Herz bei dem nimmermehr zu dir ins Himmel- Einen, daß ich dich fürchte überreich. all, bis du mich zu den Deinen Mel. Christ, unser Herr, zum Jordan, wirst in den Himmel nehmen. oder: Es woll uns Gott genädig. Adam Haslocher. J. Ritter. 508. Ein Christ soll nicht Mel. Es kostet viel, ein Christ zu. der Meinung sein, 509. Es ist nicht schwer, ein daß unser Christenleben besteh Christ zu sein und im Namen nur allein, den Christus nach dem Sinn des reinen Geistes uns gegeben, und daß man möge immerhin nach eignem Wohlgefallen und angeerbtem bösen Sinn in diesem Leben wallen auf eitlen Sündenwegen. leben. Zwar der Natur geht es gar sauer ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben; doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit den schweren Streit.:,: 2. Ein wahrer Christ denkt alle zeit gebührend zu erweisen den Namen mit der Thätlichkeit und Gott mit Dank zu preisen, der schau doch, wie gut ers meint. Das 2. Du darfst ja nur ein Kixdlein sein; du darfst ja nur die leichte Liebe üben; o blöder Geist, Vom christlichen Leben und Wandel. 333 Das kleinste Kind kann ja diel ein, mein Herz, genieß die süße Mutter lieben; drum fürchte dich Ruh, im Frieden sollst du vor nur ferner nicht so sehr, es ist dem Vater schweben; die Sorg nicht schwer.:,: und Last wirf nur getroft und fühn allein auf ihn.:,: D. Ch. Fr. Richter. In eigener Melodie. 3. Dein Vater fordert nur das Herz, daß er es selbst mit reiner Gnade fülle; der fromme Gott macht dir ja keinen Schmerz: 510. s kostet viel ein Chrift die Unlust schafft in dir dein zu sein und nach des reinen Geistes leben; denn der Natur geht es gar sauer ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben, und ist hier gleich ein Kampf wohl ausgericht, das machts noch nicht.:,: 2. Man muß hier stets auf Schlangen gehn, die leicht ihr Gift in unsre Fersen bringen; da kostets Müh, auf seiner Hut zu stehn, daß nicht das Gift kann in die Seele dringen. Wenn mans versucht, so spürt man mit der Zeit die Wichtigkeit.:,: 3. Doch ist es wohl der Mühe werth, wenn man mit Ernst die Herrlichkeit erwäget, die ewiglich ein solcher Mensch erfährt, der sich hier stets aufs Himmlische geleget. Es hat wohl Müh; die Gnade aber macht, daß mans nicht acht.:: 4. Man soll ein Kind des Höchsten sein, ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte; wie wird der Leib so start, so hell und rein, so herrlich sein, verklärt im Angesichte; dieweil uns da die wesentliche Pracht so schöne macht.:,: 7. So wird dein Licht aus Nacht entstehn, und wirst dein Heil mit großer Klarheit schauen; was du geglaubt, wirst du dann 5. Da wird das Kind den Va= vor dir sehn; drum darfst du nur ter sehn, im Schauen wird es dem frommen Vater trauen. O, ihn mit Luft empfinden; der Seele, sieh doch, wie ein wahrer Christ so selig iſt.:;: lautre Strom wird es da ganz durchgehn und es mit Gott zu 8. Auf, auf, mein Geist, was einem Geist verbinden. Wer weiß, säumest du, dich deinem Gott was da im Geiste wird geschehn? ganz findlich zu ergeben? Geh Wer mags verstehn?:,: 6. Da Eigenwille; drum übergieb ihn dem Sinn willig in den Tod, so hats nicht Not.:: 4. Wirf nur getroft den Kummer hin, der nur dein Herz vergeblich schwächt und plaget; erwecke nur zum Glauben deinen Sinn, wenn Furcht und Weh dein schwaches Herze naget; sprich: Bater, schau mein Elend gnädig an, so ists gethan.:,: 5. Faß nur dein Herze in Geduld, wenn du nicht gleich des Vaters Hilfe merkest. Versiehst dus oft und fehlst aus eigner Schuld, so fieh, daß du dich durch die Gnade stärkest: so ist dein Fehl und kindliches Versehn wie nicht geschehn.:,: 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, wenn dich wird Nacht und Finsternis bedecken; dein Bater wird nichts Schlimmes mit dir thun, vor feinem Sturm und Wind darfst du erschrecken; ja siehst du endlich ferner feine Spur, so glaube mur.:,: 334 Vom christlichen Leben und Wandel. 6. Da giebt sich ihm die Weis- Leut, hält aber hoch die Frömmigheit ganz, die es hier stets als keit und alle, die Gott fürchten. Mutter hat gespüret; sie frönet 4. Wer seine Worte treulich es mit ihrem Perlenkranz, und hält, nicht hinterlistig schwöret, wird als Braut der Seele zuge- nicht Wucher treibt mit Korn führet, und das Geheimnis wird und Geld, noch Witwen Brot ganz offenbar, das in ihr war.:,: verzehret und nicht Geschenke 7. Was Gott genießt, genießt nimmet an, zu hindern den gees auch; was Gott besigt, wird rechten Mann in seiner guten ihm in Gott gegeben. Der Him- Sache. mel steht bereit ihm zum Ge- 5. Wer das thut, ist ein from brauch. Wie lieblich wird es mer Christ, das mag man fühndoch mit Jesu leben! Nichts höher wird an Kraft und Würde sein, als Gott allein.:,: lich glauben; es wird ihn feine Macht noch List von seinem Orte treiben. Er wird beschüßt durch Gottes Hand, behalten seinen Ehrenstand bis an sein selig Ende. 6. Gott Vater, hilf mir kräftiglich das Böse überwinden! O 8. Auf, auf, mein Geist, ermüde nicht, dich durch die Macht der Finsternis zu reißen! Was sorgest du, daß dirs an Kraft gebricht? Bedenke, was für Kraft Jesu Christ, befreie mich von uns Gott verheißen! Wie gut Missethat und Sünden! Oheilwird sichs doch nach der Arbeit ger Geist, durch deine Lehr erruhn! Wie wohl wirds thun!:: muntre mich je mehr und mehr, D. Ch. Fr. Nichter. dem Guten nachzustreben! Mel. Freu dich sehr, o meine S. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 512. Kommt und laßt euch 511. Herr, err, wer wird hier auf Erden noch in Jesum lehren; fommt und lernet allzumal, welche die deiner Hütte wohnen und wen sind, die gehören in der rechten wirst du im Himmel doch in Christen Zahl, die bekennen mit Gnaden wohl belohnen? Wer dem Mund, glauben auch von wird ein wahres Gliedmaß sein Herzensgrund und bemühen sich hier deiner christlichen Gemein daneben, Guts zu thun, so lang und dort der Auserwählten? fie leben. 2. Wer sich der Frömmigkeit 2. Selig sind, die Demut habefleißt und liebet die Gerechten, ben und sind allzeit arm im Geist, nicht fremde Güter an sich reißt rühmen sich gar feiner Gaben, mit einem Schein des Rechten, daß Gott werd allein gepreist; hat eine reine Zung im Mund, danken dem auch für und für, die Wahrheit sagt von Herzens- denn das Himmelreich ist ihr. grund und hasset alle Lügen. Gott wird dort zu Ehren sehen, 3. Wer seinen Nächsten nicht die sich selbst gering hier schätzen. veracht, noch mit der Zunge 3. Selig sind, die Leide tragen, schändet, kein Unglück einem Men- da sich göttlich Trauren findt, schen macht, zum Besten alles die beseufzen und beklagen ihr wendet und liebet nicht gottlose und andrer Leute Sünd; die des Vom christlichen Leben und Wandel. 335 deshalben traurig gehn, oft vor Schmach, Verfolgung, Angst und Gott mit Thränen stehn: diese Bein, da sie es doch nicht verschulsollen noch auf Erden und dann den und gerecht befunden sein. dort getröstet werden. Ob des Kreuzes gleich ist viel, seget Gott doch Maß und Ziel, und hernach wird ers belohnen ewig mit der Ehrenkronen. 4. Selig sind die frommen Herzen, da man Sanftmut spüren kann, welche Hohn und Troß verschmerzen, weichen gerne jedermann; die nicht suchen eigne Rach und befehlen Gott die Sach; diese will der Herr so schüßen, daß sie noch das Land besigen. 10. Herr, regier zu allen Zeiten meinen Wandel hier auf Erd, daß ich solcher Seligkeiten durch dein Gnade fähig werd; gieb, daß ich mich acht gering, meine Klag oft vor dich bring, Sanftmut auch an Feinden übe, die Gerechtigkeit stets liebe; 11. Daß ich Armen helf und diene, immer hab ein reines Herz, die in Unfried stehn, verfühne, dir anhang in Freud und Schmerz. Vater, hilf von deinem Thron, daß ich glaub an deinen Sohn, und durch deines Geistes Stärke mich befleiße rechter Werke. 5. Selig sind, die sehnlich streben nach Gerechtigkeit und Treu, daß in ihrem Thun und Leben kein Gewalt noch Unrecht sei; die da lieben Gleich und Recht, sind auf richtig fromm und schlecht, Geiz, Betrug und Unrecht hassen, die wird Gott satt werden lassen. 6. Selig sind, die aus Erbarmen sich annehmen fremder Not, sind mitleidig mit den Armen, bitten treulich für sie Gott; die behilflich sind mit Rat, auch wo möglich mit der That, werden wieder Hilf empfangen und Barmherzigkeit erlangen. Joh. Heermann. Mel. Wer nur den lieben Gott. 513. Mein Gott, ach lehre Selbstbetrug und Heuchelschein, daß tausend, die sich Chriſten 7. Selig, die gefunden werden nennen, mit nichten Christi Gliereines Herzens jederzeit, die in der sein. Ach wirk in mir zu Werk, Wort und Geberden lie- deinem Ruhm, mein Gott, das ben Zucht und Heiligkeit; diese, wahre Christentum. welchen nicht gefällt die unreine 2. Hilf, daß ich dir allein erLust der Welt, sondern sie mit geben und mir ganz abgefaget Ernst vermeiden, werden schauen sei; laß mich mir sterben, dir zu leGott mit Freuden. ben, ach mach in mir, Herr, alles neu. Ach wirk in mir 2c. 8. Selig sind, die Friede machen, und drauf sehn ohn Unter- 3. Reiß du mein Herz los von laß, daß man mög in allen Sachen der Erden und nimm mich von fliehen Hader, Streit und Haß; mir selber hin; laß einen Geist die da stiften Fried und Ruh, ra- mit dir mich werden und gieb ten allerseits dazu, sich auch mir meines Heilands Sinn. Ach Friedens selbst befleißen, werden wirk in mir 2c. Gottes Kinder heißen. 9. Selig sind, die müssen dulden 4. Ach führe mein Herz, Leib und Seele, damit ich Christo folge nach, 336 Vom christlichen Leben und Wandel. nach, daß ich den schmalen Weg 4. Dem Teufel sag ich gänzlich erwähle und Ehre such in Christi ab und allen seinen Werken, Schmach. Ach wirk in mir 2c. hingegen will ich bis ins Grab 5. Hilf, daß ich Fleisch und aus Gottes Wort mich stärken; Weltgeschäfte ertöt und dir ver- das soll mein Licht und Fackel bleibe treu; daß ich an Christi sein und meinen Gang bedingen, Kreuz mich hefte und mir die flüglich zwingen, zu dir will Welt gekreuzigt sei. Ach wirk 2c. ich allein, Gott, mein Gemüte 6. Laß meinen Glauben, Hoff- bringen. nung, Liebe lebendig, fest und 5. Dir will ich trauen fort und thätig sein, daß ich bis an mein fort, dich fürchten, lieben, ehren, Sterben übe das Christentum ohn Heuchelschein. Ach wirk 2c. 7. So hab ich schon auf dieser Erde den Himmel und das Paradies. Wenn ich mit Gott vereinigt werde, schmeck ich des Himmels Lustgenieß. Ach wirk 2c. dir danken, dienen und dein Wort mit Andacht fleißig hören; den nächsten lieben gleich als mich, den Obern Folge geben, friedlich leben, mich halten mäßiglich in Ehrbarkeit daneben. 6. Den Armen soll auch meine Hand sein mildreich aufgeschlosvon mir Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu. sen; das Unrecht sei 514. Nun sei einmal das verbannt, die Falschheit ausgeZiel gesteckt den stoßen; Verleumdung, Lügen, frechen Missethaten! Gott hat Trug soll mir aus Mund und mich aus dem Schlaf erweckt Herzen weichen, samt den Seuund meiner Seel geraten. Drum chen der schnöden Lustbegier; hab ich teuer mich verpflicht, von durch dich kann ichs erreichen. Sünden abzustehen, zuzusehen, daß ich nun weiter nicht, was bös ist, mög begehen. 7. Durch deinen guten Geist kannst du mein hart Gemüt bald beugen und mir den Weg zur 2. Forthin will ich dem Geist Tugend zu, du weiser Gott, allein in Furcht Gehöre geben, leicht zeigen. Ich mache mit dir gehorsam, rein und heilig sein, einen Bund, dein will ich sein nach Gottes Willen leben, sonst und bleiben, mich verschreiben wird mein Wort, das ich geredt, mit Herzen, Hand und Mund, mich richten und verdammen zu an dich allein zu gläuben. den Flammen vor jener Richter- 8. Du aber sollst mein Vater stätt, die uns einst ruft zusammen. sein, acht haben auf mein Beten, 3. Ich sags durch deinen Bei- mich als ein Kind in Not und stand zu, mein Gott, ich wills Bein an Seel und Leib vertreten, auch halten, daß ich von diesem mein Herze zu dir schicken zu, Augenblick unsträflich will ver- daß ich stets an dir flebe, nach walten mein Amt, als wie ein dir strebe, und bis ich geh zur frommer Christ, des Fleisches Ruh, in Buße christlich lebe. eitle Freuden sorglich meiden und von der falschen List der Welt mein Herz abschneiden. 9. Mein Heiland Jesus Christus hat dies Bündnis schon voll30gen, mein Beistand und mein Ad Vom christlichen Leben und Wandel. 337 Advokat, drum werd ich nicht stehn, werden sich hier unterbetrogen. Ein zweifach Siegel schreiben. Jeder spreche nur für hängt zumal daran, daß ich dir sich: Schlecht und recht behüte traue und drauf baue: die Tauf mich. und Abendmahl. Troß dem, der drüber schnaube! Mel. Freu dich sehr, o meine S. 10. Wohlan, weil denn in deiz 516. Wohl dem, der den nen Schuß ich mich dir hab ergeund ben: so will ich von dir alles Guts sich fürcht vor seinem Gott; se= versehen mich und leben vor dir wie ein getreuer Knecht, so wirst du mich zum Erben nach dem Sterben einst feßen. Laß dies Recht mich bald aus Gnad ererben! lig, der sich herzlich freuet, zu erfüllen sein Gebot. Wer den Höchsten liebt und ehrt, wird erfahren, wie sich mehrt alles, was in seinem Leben ihm vom Himmel ist gegeben. 2. Seine Kinder werden stehen wie die Rosen in der Blüt; sein Geschlecht wird einhergehen voller Gnad und Gottes Güt; und was diesen Leib erhält, wird der Herrscher aller Welt reichlich und mit vollen Händen ihnen in die Häuser senden. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 515. Schlecht und recht behüte mich, so bin ich sehr wohl behütet und kann ruhen süßiglich; da hingegen schmerzlich wütet das unruhig bös Geschlecht, so nichts hält auf Schlecht und Recht. 2. Ich will meinem Gott und 3. Das gerechte Thun der Herrn, der mich ihm hat auser- Frommen steht gewiß und wansehen, treulich und von Herzen fet nicht; sollt auch gleich ein gern dienend unter Augen gehen. Wetter fommen, bleibt doch Gott, Ist mein Thun vor ihm schon schlecht, dennoch spricht er mich gerecht. der Herr, ihr Licht, tröstet, stärfet, schüßt und macht, daß nach ausgestandner Nacht und nach hochbetrübtem Weinen Freud und Sonne wieder scheinen. 3. Gott, der Höchste, liebt das Recht, pflegt es auch mit Ernst zu hegen, und dem bösen Sünden- 4. Gottes Gnad, Huld und Erknecht seine Strafen aufzulegen. barmen bleibt den Frommen imIch bin Gottes Kind und Freund, mer fest. Wohl dem, der die drum bin ich dem Unrecht feind. Not der Armen sich zu Herzen 4. Nun, ihr Frommen, thut gehen läßt und aus Liebe Gutes ihr recht, dürft ihr euch vor nie- thut, den wird Gott, das höchste mand scheuen, tröstet euch des Gut, gnädiglich in seinen ArRechts und sprecht: Wer kann men, als der liebste Vater, wärmen. uns des Bösen zeihen? Gehts euch schon darüber schlecht, ei, so habt ihr dennoch recht. 5. Wenn die schwarzen Wolken blißen vor dem Donner in der Luft, wird er ohne Sorgen siten, 5. Unrecht muß zu Grunde wie ein Täublein in der Kluft; gehn, Recht muß Recht und ewig er wird bleiben ewiglich, auch bleiben; alle, so dies recht ver- wird sein Gedächtnis sich hier 22 und 338 Von der Liebe Gottes und Jesu. und da auf allen Seiten wie die edlen Zweig ausbreiten. 3. Wohl dem, der sich feſt hält an Gott, wenn falsche Zungen 6. Wenn das Unglück will an- stechen, und wenn Verachtung, kommen, das die rohen Sünder Hohn und Spott ihm Glimpf plagt, bleibt der Mut ihm unbe- und Namen brechen. Gott wird nommen, und das Herze unver- schon finden diese Rott; wohl dem, zagt. Unverzagt ohn Angst und der sich fest hält an Gott. Pein, bleibt das Herze, das sich 4. Wohl dem, der in der Defein seinem Gott und Herrn er- mut bleibt und läßt die Prahgiebet und die, so verlassen, liebet. lereien der Welt, die jetzt die 7. Wer Betrübte gern erfreuet, Mode treibt in Pracht und Lumwird vom Höchsten hoch ergößt; pereien; denn Stolz und Hochwas die milde Hand ausstreuet, mut Gott zerstäubt: wohl dem, wird vom Himmel wohl erseßt. der in der Demut bleibt. Wer viel giebt, erlanget viel; 5. Wohl dem, der nach dem was sein Herze wünscht und will, Himmel tracht und täglich dardas wird Gott mit gutem Willen schon zu rechter Zeit erfüllen. nach ringet, und ob er drüber wird verlacht, dennoch beständig 8. Aber seines Feindes Freude singet: Gott ist mein Trost, wenn wird er untergehen sehn; er, der alls verschmacht. Wohl dem, Feind, vor großem Neide wird der nach dem Himmel tracht. zerbeißen seine Zähn; er wird fnirschen und mit Grimm solches Glück mißgönnen ihm und doch damit gar nichts wehren, sondern sich nur selbst verzehren. Paul Gerhardt. 6. Wohl dem, der Jesum herzlich sucht, wenn ihn die Sünden drücken, und Moses auf ihn blitt und flucht, so fann er sich nun schmücken mit Christi Blut und Glaubensfrucht. Wohl dem, der Jesum herzlich ſucht! Mel. Machs mit mir, Gott. 517. Mohl dem, der Gott zum Freunde hat und ihn vor allem liebet; der findet bei ihm Trost und Rat, wenn ihn die Welt betrübet; denn Menschengunst fällt wie ein Blatt. Wohl dem, der Gott zum Freunde hat. 7. Wohl dem, der Jesum feſte hält und klebt an seinen Wunden. Wenn ihm der Tod sein End anmeldt, und er sein Ziel gefunden; so sei ihm dies zuleßt gestellt: Wohl dem, der Jesum feste hält! 2. Wohl dem, der herzlich ist 8. Nun Jesu, du, du bleibest vergnügt mit dem, was Gott be- mein im Leben und im Sterben; scheret, und Unglück mit Geduld dein Thun und bittre Todespein besiegt, wenn solches ihn be- läßt mich den Himmel erben. schweret. Er nimmt es an, wie Dies ist und bleibt mein Trost Gott es fügt; wohl dem, der allein: Nun, Jesu, du, du bleiherzlich ist vergnügt. best mein! Ch. Gerber. 20.( 2) Von der Liebe Gottes und Jesu. Schätzen, von Pracht und Schön518. Ah, sagt mir nichts heit dieser Welt; es kann mich und ja kein Ding ergößen, was mir Mel. Ich will dich lieben. von Gold die Von der Liebe Gottes und Jesu. die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe was er will: ich liebe Jesum, der mein Ziel. 2. Er ist allein ja meine Freude, mein Gold, mein Schaß, mein schönstes Bild, an dem ich meine Augen weide und finde, was mein Herze stillt. Ein jeder liebe, was er will: ich liebe Jesum, der mein Ziel. 339 8. Er will mich über alls erheben und seiner Klarheit machen gleich; er wird mir so viel Schäße geben, daß ich werd unerschöpflich reich. So lieb nun jeder, was er will: mein Jesus bleibt mein bestes Ziel. 9. Muß ich gleich hier sehr viel entbehren, so lang ich wandre in der Zeit; so wird er mirs 3. Die Welt vergeht mit ihren doch wohl gewähren im Reiche Lüsten; des Fleisches Schönheit seiner Herrlichkeit. Drum lieb dauert nicht; die Zeit kann alles ich billig in der Still nur Je= das verwüsten, was Menschen- sum, meines Herzens Ziel. hände zugericht. Drum lieb ein jeder, was er will: nur Jesus ist allein mein Ziel. Joh. Scheffler. 4. Er ist allein mein Licht, mein Erd und Himmel frag ich nicht. Leben, die Wahrheit selbst, das ewge Wort; er ist mein Stamm und ich sein Rebe, er ist der Nichts ist, das meine Seele labe, Seelen Fels und Hort. Ein je der liebe, was er will: ich bleib bei Jesu, meinem Ziel. als du, mein Gott, mein Trost und Licht. Rühmt sich die Welt mit ihrer Lust, ohn dich ist mir tein Trost bewußt. 2. Soll Leib und Seele mir verschmachten, ich hoffe doch ge= 5. Er ist der König aller Ehren, er ist der Herr der Herrlichkeit; er kann mir ewges Heil gewäh ren und retten mich aus allem Streit. Ein jeder liebe, was er will: nur Jesus ist und bleibt mein Ziel. alle Plage achten, an dir allein auf nichts will ich erquick ich mich. Legt sich auch alles wider mich, es bleibt dabei: ich liebe dich. 6. Sein Schloß kann keine 3. Hab ich nur dich, so hab ich Macht zerstören, sein Reich ver- alles, was meine Seele wünschen geht nicht mit der Zeit; sein Thron bleibt stets in gleichen Ehren von nun an bis in EwigEin jeder liebe, was er will: weil Jesus ist mein höchstes Ziel. kann; auch fürcht ich mich gar feines Falles, liebst du mich nur, was ficht mich an? Drum spricht mein Herz: Du bist mein Teil, in dir ist meiner Seele Heil. feit. Benj. Schmold. mel. O, daß ich tausend Zungen. 519. Ach wenn ich dich, mein Gott, nur habe, nach 7. Sein Reichtum ist nicht zu ergründen; sein allerschönstes Mel. O Gott, du frommer Gott. Angesicht und was von Schmuck 520. Ich hab ihn dennoch um zu finden, verbleichet und an veraltet nicht. Ein jeder liebe, ihm hangen; er einzig meine Lust, was er will: denn Jesus ist mein er einzig mein Verlangen. Fall höchstes Ziel. ich schon manches Mal aus meiner22* Lie= Von der Liebe Gottes und Jesu. 340 Liebespflicht, so trennet solches doch die treue Liebe nicht. 3. Ach, daß ich dich so spät erkennet, du hochgelobte Schönheit du, und dich nicht eher mein ge2. Denn hätt ich nur die Kraft, die ich mir wünschen wollte, nennet, du höchstes Gut und wenn mein Wunsch nach Begier wahre Ruh. Es ist mir leid, erfüllet werden sollte: gewiß, ich ich bin betrübt, daß ich dich erst bliebe treu; er sollte noch an so spät geliebt. mir von Herzen sein vergnügt, er, meine höchste Zier. 4. Ich lief verirrt und war verblendet, ich suchte dich und 3. Das Wollen und der Mut fand dich nicht; ich hatte mich sind da, obgleich zu Zeiten Voll- von dir gewendet und liebte das bringen mangeln will. Drum geschaffne Licht; nun aber ists seh ich täglich streiten in mir mit durch dich geschehn, daß ich dich Fleisch und Blut den geistge- endlich hab ersehn. sinnten Sinn, weil ich nur noch ein Kind in Christi Liebe bin. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat 4. Doch werd ich dermaleinst Licht gebracht. Ich danke dir, zu meiner Mannheit kommen, du Himmelswonne, daß du mich wie will ich ihm so treu ver- froh und frei gemacht. Ich bleiben, meinem frommen und danke dir, du süßer Mund, daß allerbesten Schaß. Ach, gegen du mich Kranken machst gesund. ihn allein soll in recht feuscher 6. Erhalte mich auf deinen Brunst mein Herz entzündet sein! Stegen und las mich nicht mehr 5. Komm, Liebster, zünde an, irre gehn; laß meinen Fuß in entzünde die Gedanken; entzünde deinen Wegen nicht straucheln oder mir mein Herz, so werd ich nie- stille stehn; erleuchte Leib und mals wanken in meiner Liebes- Seele ganz, du wunderschöner pflicht; entzünde gegen dich mein Himmelsglanz. Herz, so bleib ich treu dir, Liebster, ewiglich. Joh. Casp. Schade 7. Gieb meinen Augen süße Thränen, gieb meinem Herzen feusche Brunst; laß meine Seele sich gewöhnen zu üben in der Liebeskunst; laß meinen Geist, Sinn und Verstand sein stets zu dir, mein Schaß, gewandt. 8. Ich will dich lieben, meine Krone, ich will dich lieben, meinen Gott; ich will dich lieben ohne Lohne auch in der allergrößten Not; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herz im Sterben bricht. In eigener Melodie. 521. Ich will dich lieben, meine Stärke, ich will dich lieben, meine Zier; ich will dich lieben mit dem Werke und immerwährender Begier; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir dereinst das Herz zerbricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen allerbesten Freund; ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Glanz Joh. Scheffler. bescheint; ich will dich lieben, Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Gotteslamm, als meinen schönen 522. Jeſum lieb ich ewigBräutigam. lich, sein Wort will ich Von der Liebe Gottes und Jesu. 341 er mir den Himmel weist. ich treulich halten; seine Liebe die Thür der Schafe heißt, weil stärket mich, wenn mein Herze will erfalten. Er hat mich verbunden sich, Jesum lieb ich ewiglich. 9. Jch bleib Jesu Eigentum, bin sein Schaf und er mein Hirte; er, mein Gotteslamm, mein Ruhm, träget meine Sündenbürde. Dieses ist und bleibt mein Ruhm: Jesus ist mein 2. Jesus läßt mir seinen Fried, denn er ist für mich gestorben; seines Geistes reiche Güt hat er mir am Kreuz erworben; dies Eigentum. erquicket mein Gemüt; Jesus läßt mir seinen Fried. D. Christ. Sonntag. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 3. Weiche weg, was Trauern 523. Meinen Jeſum Laß heißt, Jesus will mir reichlich ich nicht. Ach was lohnen; Bater, Sohn und heilger wollt ich bessers haben? Ruhe, Geist will in meinem Herzen Freude, Trost und Licht ist in wohnen. Mich erfreuet Gottes seinem Schoß begraben; alles, Geist, weiche weg, was Trauern was Vergnügen giebt, hab ich, heißt. weil mich Jesus liebt. 4. Also liebt vons Himmels Thron Gott die Welt, daß er gegeben seinen eingebornen Sohn und wir alle möchten leben. Muß ich heute gleich davon; liebet mich doch Gottes Sohn. 2. Er ist mein und ich bin sein, Liebe hat uns so verbunden; er iſt auch mein Heil allein durch sein Blut und tiefe Wunden. Auf ihn bau ich felsenfest voller Hoffnung, die nicht läßt. 5. Wer an seinen Jesum glaubt, der wird nimmermehr verloren, niemand ihm den Himmel raubt; er ist ewig auserforen. Ihm den Himmel niemand raubt, wer an seinen Jesum glaubt. 3. Ohne Jesum würde mir nur die Welt zur Hölle werden. Hab ich ihn, so giebt er mir schon den Himmel auf der Erde. Hungert mich, so sebzt er mir Brot wie lauter Manna für. 6. Weil nun Jesus mir ist hold, 4. Eine Stunde, da man ihn will ich gern vor sein Gerichte. recht ins Herze sucht zu schließen, Wenn ich heute sterben sollt, giebt den seligsten Gewinn, Gnad wird vor seinem Angesichte mich und Friede zu genießen. Ein nicht quälen meine Schuld, Je- nach ihm geschickter Blick bringt sus ist und bleibt mir hold. viel tausend Lust zurück. 7. Jesus liebt mich für und für, 5. O, wie wird mein Kreuz so drum will ich ihn wieder lieben; flein, weil er mir es selbst hilft er hat an des Himmels Thür tragen, richtet es zum Besten ein; mich, sein Schäflein, angeschrie- er will auch nicht immer schlagen. ben; er ist selbst die Lebensthür, Nach der Rute kommt die Huld, Jesus liebt mich für und für. er begehret nur Geduld. 8. Jesus mir den Himmel weist, drum will ich ihm ewig trauen. Jesus und sein Freudengeist füh6. Führt er mich gleich wunderlich, rechts und links, durch Leid und Schmerzen; er hat dennoch über ren mich auf grünen Auen. Er mich immer etwas Guts im Herzen; ja 342 Von der Liebe Gottes und Jesu. ja es führt die Wunderbahn nir-| 6. Schäße weltlich Freud und gends hin, als himmelan. Lust nur für Staub und Sünden7. Von der treuen Liebeshand wust, weil doch nichts von solchen offenbart sich lauter Liebe; nichts Dingen dir fann wahre Ruhe beruht auf Unbestand bei dem bringen. Jesum lieben nur altreuen Liebestriebe; Jesus immer lein, wird die wahre Ruhe sein. einerlei, er ist und verbleibet treu. 7. Nun, mein Jesu, schenke mir, 8. Blinde Welt, such immerhin daß ich einzig für und für liebe deine Lust auf dieser Erden; dich von ganzem Herzen; alles außer Jesu kann mein Sinu andre zu verscherzen und zu lieniemals recht vergnüget werden. ben dich allein, soll mein Wunsch Also bleibts bei dieser Pflicht: und Wille sein. Meinen Jesum laß ich nicht! 8. Gieß selbst deinen Geist der Lieb, seine Brunst und süßen Trieb mildiglich in mein Ge524. Meine Seele, willst müte; laß mich schmecken deine Benj. Schmold. In eigener Melodie. Güte, dich zu lieben unverrückt, daß ich sei in dich verzückt. du ruhn und dir immer gütlich thun, wünschest du dir, von Beschwerden und Be gierden frei zu werden? Liebe Jesum und sonst nichts, meine Seele, so geschiehts. 9. Wie mag einer Seele sein, deren Liebe zu dir rein, die nichts wünschet, nichts verlanget, als nur dich, dem sie anhanget? Mehr als alles bist du ihr, was sie sucht, findt sie in dir. 2. Niemand hat sich je betrübt, daß er Jesum hat geliebt; niemand hat je Weh empfunden, daß er Jesu sich verbunden; Je sum lieben nur allein, ist so viel als selig sein. 10. Ruhe, Fried und Sicherheit, Leben, Lust, Trost, Heil und Freud giebet, Jesu, deine Liebe. O, daß sich mein Geist erhübe, rein und fest zu lieben dich, hilf, mein Helfer, seufze ich. 3. Wer ihn liebt, liebts höchste Gut, das allein vergnügen thut; seine Liebe pflegt zu geben ewge Freud und ewges Leben; seine Liebe macht die Zeit gleich der süßen Ewigkeit. 11. Gott die Lieb, in wem er bleibt, lieb zu haben stets antreibt. Daß er in uns, kann man merken an der Lieb und ihren Werken. Gott und Jesum lieben heißt in uns unsers Gottes Geist. 12. Ach, du reine Liebesglut, brenn in meinem Sinn und Mut; nach der Liebe laß mich ringen, ruf mir zu bei allen Dingen: 5. Liebe Seele, ach, daß du diese Jesum liebe nur allein, sonst wahre Seelenruh doch nicht eher kannst du nicht selig sein. hast erkennet und dein höchstes Joh. Scheffler. Gut genennet; laß dirs leid sein, Mel. Wie schön leuchtet der. sei betrübt, daß du ihn so spät 525. geliebt. Jesu, Jefu, Gottes Sohn, mein MittTer 4. Drum, so du von aller Pein, meine Seel, wünschst frei zu ein, so du suchst dich zu ergößen und in ewge Ruh zu seßen: liebe Jesum und sonst nichts, meine Seele, so geschiehts. Von der Liebe Gottes und Jesu. 343 Ier und mein Gnadenthron, du Weltschäßzen dies, was uns dort meine Freud und Wonne! Du wird ergößen. weißt es, daß ich rede wahr; vor dir ist alles sonnenklar, ja flarer als die Sonne. Herzlich lieb ich mit Gefallen dich vor allen, nichts auf Erden kann und mag mir lieber werden. 6. Drum laß ich billig dies allein, o Jesu, meine Freude sein, daß ich dich herzlich liebe; daß ich in dem, was dir gefällt und mir dein klares Wort vermeldt, aus Liebe mich stets übe, bis ich endlich werd abscheiden und mit Trübsal ganz entnommen. Freuden zu dir kommen, aller 7. Da werd ich deine Süßigs feit, die jetzt berühmt ist weit und breit, in reiner Liebe schmecken und sehn dein liebreich Angesicht mit unverwandtem Augenlicht, ohn alle Furcht und Schrecken. Reichlich werd ich sein erquitfet und geschmücket vor dem Throne mit der schönen Himmelsfrone. 2. Dies ist mein Schmerz, dies fränket mich, daß ich nicht gnug fann lieben dich, wie ich dich lieben wollte. Ich werd von Tag zu Tag entzündt; je mehr ich lieb, je mehr ich find, daß ich dich lieben sollte. Bon dir laß mir deine Güte ins Gemüte lieblich fließen, so wird sich die Lieb ergießen. 3. Durch deine Kraft treff ich das Ziel, daß ich, so viel ich soll und will, dich allzeit lieben möge. Nichts auf der ganzen Joh. Heermann. weiten Welt, Pracht, Wollust, mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu. Ehre, Freud und Geld, wenn ich es recht erwäge, fann mich 526. Jesu Christ, mein ohn dich gnugsam laben. Ich du in deiner muß haben reine Liebe, die tröst't, wenn ich mich betrübe. schönstes Licht, der Seelen so hoch mich liebſt, daß ich es nicht aussprechen kann noch zählen, gieb, daß mein 4. Denn wer dich liebt, den Herz dich wiederum mit Lieben liebest du, schaffst seinem Herzen und Verlangen mög umfangen Fried und Ruh, erfreuest sein und als dein Eigentum nur einGewissen. Es geh ihm wie es zig an dir hangen. woll auf Erd, wenn ihn gleich 2. Gieb, daß sonst nichts in ganz das Kreuz verzehrt, soll er meiner Seel als deine Liebe doch dein genießen im Glück, wohne; gieb, daß ich deine Lieb ewig nach dem Leide. Große erwähl als meinen Schaß und Freude wird er finden; alles Krone. Stoß alles aus, nimm Trauern muß verschwinden. alles hin, was mich und dich will 5. Kein Ohr hat dies jemals gehört, kein Mensch gesehen, noch gelehrt, es fanns niemand beschreiben, was denen dort für 3. Wie freundlich, selig, süß und Herrlichkeit bei dir und von dir schön ist, Jefu, deine Liebe; wenn ist bereit, die in der Liebe blei- diese steht, kann nichts entstehn, ben. Gründlich läßt sich nicht das meinen Geist betrübe. Drum erreichen, noch vergleichen den laß nichts anders denken mich, nichts trennen und nicht gönnen, daß all mein Thun und Sinn in deiner Liebe brennen. 344 Von der Liebe Gottes und Jesu. nichts sehen, fühlen, hören, lieben, 9. Ach zieh, mein Liebster, mich ehren, als deine Lieb und dich, nach dir, so lauf ich mit den der du sie kannst vermehren. Füßen; ich lauf, ich will dich 4. O, daß ich dieses hohe Gut mit Begier in meinem Herzen möcht ewiglich besigen! O, daß füssen; ich will aus deines mich diese edle Glut ohn Ende Mundes Zier den süßen Trost möcht erhißen. Ach, hilf mir empfinden, der die Sünden und wachen Tag und Nacht und die alles Unglück hier kann leichtlich sen Schatz bewahren vor den überwinden. Scharen, die wider uns mit 10. Mein Trost, mein Schatz, Macht aus Satans Reiche mein Licht und Heil, mein höchfahren. stes Gut und Leben, ach, nimm 5. Mein Heiland, du bist mir mich auf zu deinem Teil, dir zu Lieb in Not und Tod ge- hab ich mich ergeben; denn außer gangen und haft am Kreuz als dir ist lauter Pein, ich find hier wie ein Dieb und Mörder da überalle nichts denn Galle; nichts gehangen, verhöhnt, verspeit und kann mir tröstlich sein; nichts sehr verwundt. Ach, laß mich ist, das mir gefalle. deine Wunden alle Stunden mit Lieb im Herzensgrund auch reizen und verwunden. 11. Du aber bist die rechte Ruh, in dir ist Fried und Freude. Gieb, Jesu, gieb, daß immerzu mein Herz in dir sich weide. Sei 6. Dein Blut, das dir vergossen meine Flamm und brenn in mir! ward, ist föstlich, gut und reine; Mein Balsam, wollest eilen, mein Herz hingegen böser Art lindern, heilen den Schmerz, der und hart, gleich einem Steine. stets allhier mich seufzen macht O, laß doch deines Blutes Kraft und weinen. mein hartes Herze zwingen, wohl durchdringen und diesen Lebenssaft mir deine Liebe bringen. 12. Was ists, o Schönster, das ich nicht in deiner Liebe habe? Sie ist mein Stern, mein Sonnenlicht, mein Quell, da ich mich labe, mein süßer Wein, mein Himmelsbrot, mein Kleid vor Gottes Throne, meine Krone, mein Schuß in aller Not, mein Haus, darin ich wohne. 13. Ach, liebstes Lieb, wenn du entweichst, was hilft mir sein ge8. O, daß ich wie ein kleines boren? Wenn du mir deine Lieb Kind mit Weinen dir nachginge entzeuchst, ist all mein Gut verso lange, bis dein Herz entzündt, loren. So gieb, daß ich dich, mit Armen mich umfinge, und meinen Gast, wohl such und deine Seel in mein Gemüt in bestermaßen möge fassen, und voller süßer Liebe sich erhübe und also deiner Güt ich stets vereinigt bliebe. wenn ich dich gefaßt, in Ewigfeit nicht lassen. 14. Du hast mich je und je ge= 7. O, daß mein Herze offen stünd und fleißig möcht auffangen die Tröpflein Bluts, die meine Sünd im Garten dir abbrangen! Ach, daß sich meiner Augen Brunn aufthät und mit viel Stöhnen heiße Thränen vergösse, wie die thun, die sich in Liebe sehnen. Von der Liebe Gottes und Jesu. 345 geliebt und auch nach dir ge- willig, du allein hast es bezahlt; zogen; eh ich noch etwas Guts es ist ja dein. geübt, warst du mir schon gewo- 4. Wem sollt ich mein Herz gen. Ach, laß doch ferner, edler lieber gönnen, als dem, der mir Hort, mich deine Liebe leiten und das Seine giebt? Dich kann ich begleiten, daß sie mir immerfort den Herzliebsten nennen, du haft beisteh auf allen Seiten. mich in den Tod geliebt. Mein Herz, dein Herz, ein Herz, allein, 15. Laß meinen Stand, darin ich steh, Herr, deine Liebe zieren, soll dein und feines andern sein. und wo ich etwa irre geh, alsC. F. Lochner. bald zurechte führen; laß sie mich allzeit guten Rat und rechte Mel. Ich will dich lieben. Werke lehren; steuren, wehren 528. Wer seinen Jesum der Sünd und nach der That bald wieder mich befehren. lieben, der achtet nicht die Eitelkeit; ihit 16. Laß fie sein meine Freud kann kein Ungemach betrüben, er in Leid, in Schwachheit mein bleibt auch treu bei rauher Zeit. Vermögen; und wenn ich nach Wer Jesum hat und Jesum liebt, vollbrachter Zeit mich soll zur Ruhe legen, alsdann laß deine Liebestreu, Herr Jesu, mir beistehen, Lust zuwehen, daß ich getrost und frei mög in dein Reich eingehen. der liebt den, der den Himmel giebt. 2. Wer Jesum liebt, muß alles lassen, was falschen Schein der Liebe macht; nur seinen Jefum muß er fassen und sein auf ihn Mel. O, daß ich tausend Zungen. und Jesum liebt, der 2c. allein bedacht. Wer Jesum hat Paul Gerhardt. 527. Was giebst du denn, 3. Wer Jesum liebt, verlangt D meine Seele, Gott, der dir täglich alles giebt? den Himmel und ruht an seines Was ist in deiner Liebeshöhle, Jesu Brust; er läßt das böse das ihn vergnügt und ihm be- Weltgetümmel und seufzet nach liebt? Es muß das Liebst und der Himmelslust. Wer Jesum hat Beste sein: Gieb ihm, gieb ihm und Jesum liebt, der liebet 2c. das Herz allein. 4. Wer Jesum liebt, der fann 2. Du mußt, was Gottes ist, nicht sterben, er lebt auch in dem Gott geben; sag, Seele, wem Tode noch. Sein Jesus läßt gebührt das Herz? Dem Teufel ihn nicht verderben, ob ihn hier nicht, er haßt das Leben; wo drückt der Sünden Joch. Wer dieser wohnt, ist Höllenschmerz. Jesum hat und Jesum liebt 2c. Dir, dir, o Gott, dir soll allein 5. Wer Jefum liebt, kann sich mein Herz aufwärts gewidmet sein. ergößen, wenn ihn sein liebster 3. So nimm nun hin, was du Jesus küßt, wenn er ins Leben verlangest, die Erstgeburt ohn ihn wird sehen und alles Herzealle List, das Herz, damit du, leid versüßt. Wer Jesum hat Schöpfer, prangest, das dir so und Jesum liebt, der liebt den, sauer worden ist. Dir geb ichs der den Himmel giebt. 21.( 3) 346 Von der Liebe des Nächsten. 21.( 3) Von der gemeinen und besondern Liebe des Nächsten. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu.| der Zwistigkeit absage, sich brüder529. Da stehn die Armen lich vertrage in Sanftmut imvor der Thür, ach merhin. lasset euch erbarmen! Reicht eure 2. Der Satan ist ein Störer milde Hand herfür und denket des Friedens und bedacht, daß an die Armen. Sie stehen ja des Wortes Hörer ganz lasse hungrig, nackt und bloß. Was aus der acht, was wider Haß überflüssig ist und groß, davon und Neid der Heiland treulich bedenkt die Armen. lehret, und wie von Gott abkehret die Unversöhnlichkeit. 2. Die dürsten und wir trinken wohl, ach, laßt uns sie auch 3. Wer hier den Frieden liebet tränken! Was wir einschenken in Wahrheit ohn Berdruß, dem allzuvoll, damit laßt sie bedenken. Nächsten sich ergiebet ohn Absicht Womit wir treiben große Bracht, auf Genuß, der hat am Himmel damit laßt Arme sein bedacht; teil, da Fried und Liebe wohnet, ach, denket doch der Armen! da Friede wird belohnet. Gott 3. Der Armen Seufzer sind ist und bleibt sein Heil. nicht gut, drum lasset uns sie 4. Dagegen, wer beladen mit ſpeisen! Wer einem Armen Gutes bitterm Haß und Zorn, der hat thut, der wird es Gott erweisen. des großen Schaden; er ist und Bekleidet doch der Armen Not bleibt verlorn. Es kommt das und teilt mit ihnen euer Brot, teure Blut, so Christus unverihr Freunde, denkt der Armen! drossen aus Liebe hat vergossen, 4. Die Armen bitten Gottes ihm nimmermehr zu gut. Lohn und uns die ewgen Hütten. 5. Wer seinen Nächsten hasset, Hat unser Jesus, Gottes Sohn, der hasset selber Gott, drauf nicht Armut gnug erlitten? auf daß er uns in Armut nicht verließe; dem nun nichts gebricht. Bedenket doch die Armen! Gottes Zorn ihn fasset und stürzt in solche Not, darinnen er verdirbt; denn dort ist fein Erretten; der Hölle Band und Ketten ihn fesseln, wenn er stirbt. 5. Es ist ja alles Gott gethan auf Wucher, was wir geben. 6. Wer dieses recht bedenket, Gott lohnet reichlich jedermann, der wird der Sonne Licht, wenn hier und in jenem Leben, was es zur Erd sich senket, und eh man den Armen in der Not gereicht an Wasser oder Brot. Ach, so bedenkt die Armen! der Glanz erlischt, nicht lassen untergehn, bevor sich hab geleget der Zorn, den er geheget. Wohl, wohl, wenns ist geschehn! Mel. Von Gott will ich nicht. 530. Gott ist ein Gott der 7. Christe, steur und wende Liebe, ein Freund des Satans Bitterfeit, damit er der Einigkeit; er will, daß man nicht behende erwecke Zorn und sich übe in dem, was wirket Streit bei denen, die der Geist Freud und Fried in einem Sinn, des Friedens soll regieren und in Von der Liebe in der Stille führen zu dem, was lieblich heißt. des Nächsten. 347 und Last denen, die mit falschen Waren handeln, angedrohet haſt, 8. Hilf uns ja fleißig halten da du sprichst: Du wollest scheuen die Einigkeit im Geist, daß über und als Unflat von dir speien uns mög walten dein Segen aller Heuchler falschen Mut, der allermeist, nach deinem Geist Guts vorgiebt und nicht thut. und Sinn einander uns vertragen in Freundschaft und nachjagen dem köstlichen Gewinn. 6. Gieb mir ein beständig Herze gegen alle meine Freund, auch dann, wenn mit Kreuz und Schmerze sie von dir beleget Mel. Alle Menschen müssen sterben. sind, daß ich mich nicht ihrer 531. Jefu, allerliebster Bru- schäme, sondern mich nach dir Ch. Prätorius. der, ders am besten bequeme, der du, da wir arm mit mir meint, du mein Anker, und bloß, uns gesegt in deinen Mast und Ruder und mein teurer Schoß. Herzensfreund, der du, ehe was 7. Gieb mir auch nach deinem geboren, dir das Menschenvolk Willen einen Freund, in dessen erforen, auch mich armen Erden- Treu ich mein Herze möge stillen, gast dir zur Lieb ersehen hast. da mein Mund sich ohne Scheu 2. Du bist ohne Falsch und öffnen und erklären möge, da Tücke, dein Herz weiß von feiner ich alles dann ablege, nach dem List; aber wenn ich nur erblicke, Maß, das mir genügt, was mir was hier auf der Erde ist, find auf dem Herzen liegt. ich alles voller Lügen. Wer am besten kann betrügen, wer am schönsten heucheln kann, ist der allerbeste Mann. 3. Ach, wie untreu und verlogen ist die Liebe dieser Welt! Ist sie jemand wohl gewogen, währts nicht länger als sein Geld. Wenn das Glück uns blüht und grünet, sind wir schön und hübsch bedienet; 8. Laß mich Davids Glück erleben; gieb mir einen Jonathan, der mir sein Herz möge geben, der auch, wenn nun jedermann mir nichts Gutes mehr will gönnen, sich nicht lasse von mir trennen, sondern fest in Wohl und Weh als ein Felsen bei mir steh. 9. Herr, ich bitte dich, erwähle kommt ein wenig Ungestüm, mir aus aller Menschen Meng kehrt sich alle Freundschaft um. eine fromme, heilge Seele, die 4. Treib, Herr, von mir und an dir recht kleb und häng, auch verhüte solchen unbeständgen nach deinem Sinn und Geiste Sinn; hätt ich aber mein Ge- mir stets Trost und Hilfe leiste: müte, weil ich auch ein Sünder Trost, der in der Not besteht, bin, schon mit Wankelmut ge- Hilfe, die von Herzen geht. schändet, mich der Falschheit zu- 10. Wenn die Zung und Mund gewendet, so erfenn ich meine nur liebet, ist die Liebe schlecht Schuld, bitt um Gnade und Ge- bestellt. Wer mir gute Worte duld. giebet und den Haß im Herzen 5. Laß mir ja nicht wider- hält, wen der Gigennuß regieret, fahren, was du, Herr, zur Straf und, wenns Bienlein nichts mehr füh= 348 Von der Liebe des Nächsten. führet, alsdann gehet nach der Der Vater im Himmel fann Thür: ei, der bleibe fern von mir. Herzen erkennen, wir dürfen uns 11. Hab ich Schwachheit und Brüder ohn Liebe nicht nennen, Gebrechen, Herr, so lente meinen die Flamme des Höchsten muß Freund, mich in Güte zu be- lichterloh brennen. sprechen und nicht als ein Löw 2. Sobald wir von oben aufs und Feind. Wer mich freund- neue geboren, da sind wir von lich weiß zu schlagen, ist, als der Christo zu Brüdern erforen. Ein in Freudentagen reichlich auf Vater, ein Glaube, ein Geist, mein Haupt mir gießt Balsam, eine Tauf, ein voller zum Himder am Jordan fließt. mel gerichteter Lauf fann unsere Herzen vollkommen verbinden, wir können nichts anders als Süßigkeit finden; Verdacht, Neid und Ärgernis Ärgernis müssen berschwinden. 12. O, wie groß ist meine Habe, wie köstlich ist mein Gut, Jesu, wenn mit dieser Gabe dein Herz meinen Willen thut, daß mich meines Freundes Treue und Beständigkeit erfreue. Wer dich 3. Der Vater, der droben ist, fürchtet, liebt und ehrt, dem ist hält uns zusammen und schickt dieser Schaß beschert. uns herunter die himmlischen 13. Gute Freunde sind wie Flammen. Kein Unterschied finStäbe, dran der Menschen Gang det hier einige Statt, weil Desich hält; daß der schwache Fuß mut die Herzen vereiniget hat. sich hebe, wenn der Leib zu Boden Wo Eigenheit, 3ant und Haß fällt; wehe dem, der nicht zu können regieren, da kann man Frommen solches Stabes weiß den Funken der Liebe nicht spüzu kommen, der hat einen schweren ren, noch in den Chor englischer Lauf; wenn er fällt, wer hilft Thronen ihn führen. ihm auf? 4. Ein wahres Kind Gottes 14. Nun, Herr, laß dirs wohl- verläßt die Verwandten, ſest gefallen, bleib mein Freund bis in Brüder am höchsten vor alle mein Grab! Bleib mein Freund, Bekannten. Wer noch ist bezauund unter allen mein getreuster, bert von Liebe der Welt und sich stärkster Stab. Wenn du dich in der Falschheit zum Bruder mir wirst verbinden, wird sich verstellt, den kann man unmögschon ein Herze finden, das durch lich zum Bruder annehmen, er deinen Geist gerührt, mir was müßt sich denn völlig zur Buße Gutes gönnen wird. bequemen, man darf sich des redlichen Sinnes nicht schämen. Paul Gerhardt. In eigener Melodie. 532. Jhr Kinder des Höch5. Seht aber, wie selig wir haben erwählet, die wir sind zum sten, wie stehts Segen der Brüder gezählet, wir um die Liebe? Wie folgt man find die erkaufete, feligste Schar. dem wahren Vereinigungstriebe? Ach, lobet den Vater, denn kurz: Bleibt ihr auch im Bande der Er ists gar. Singt ihm mit verEinigkeit stehen? Ist keine 3er- einigtem Herzen und Munde; trennung der Geister geschehen? ohn Loben und Lieben vergeh fei Von der Liebe des Nächsten. 349 keine Stunde. Wir stehn vor dem Mel. Nun freut euch, lieben Christ. Herrn als Einer im Bunde. 533. himmlische Barmherzigkeit, die Je6. Was ich bin, mein Bruder, das bist du auch worden, wir sus uns anpreiset! Ach, wer iſt find an dem himmlischen Erbe doch zu dieser Zeit, der sich geKonsorten; ein jeder für alle zum treu erweiset, der, gleich wie Gott Vaterland dringt, die Kirche der Vater ist, barmherzig ist zu nach Einem stets kämpfet und jeder Frist und das aus Herzensringt. Wir müssen bereit sein, grunde? für Brüder zu sterben, wie Jesus uns auch so gemacht hat zu Erben. Ein Glied fühlt und leidet des andern Verderben. 2. Gott ist barmherzig, spricht der Mund, und wer ist, ders nicht gläubet? Allein macht Gott dies also fund, daß er zur Nachfolg treibet, so ist verschlossen Herz und Ohr und wankt der Glaube, wie ein Rohr, weil mans unmöglich achtet. 7. Ach, laß uns einander er innern und führen, daß wir nicht die Krone des Lebens verlieren. Wenn Babel auch trunken wird von Zions Blut, so stehn wir 3. Von Gott will man Barmvereinigt auf unserer Hut. Das herzigkeit in seinem ganzen Leben, Schreien der Kinder wird wahr- ja, daß sie möge weit und breit lich erhöret; durch völlige Ein- sich über uns erheben; allein, soll tracht wird Babel zerstöret; wer man Barmherzigkeit am Nächist, der verbundenen Geistern was wehret? sten thun, wie Gott gebeut, so ist niemand zu Hause. 8. Drum lasset uns lieben und 4. Ach denke, daß der Höchste freuen von Herzen, versüßen ein- dir Barmherzigkeit erzeiget, daß ander die leidenden Schmerzen; dich die Güte überführ und du dringt träftig, ihr Geister, in auch seist geneiget, zu geben dem, Eines hinein, vermehret die der dürftig ist und gar ein Strahlen vom göttlichen Schein. Gliedmaß Jesu Christ; dies ist Das lässet der Vater sich herz- des Herren Wille. lich gefallen, im Loben kann auch sein Ruhm herrlich erschallen, wenn Kinder, vor Liebe entzündet, nur lallen. 5. Es wird ein grausames Gericht dort über den ergehen, der dieses hat erkannt im Licht und läßt es nicht geschehen. Das Wissen, das entschuldigt nicht, man muß ausüben, was Gott spricht, das ist die rechte Liebe. 9. In jener Welt wird es noch besser hergehen; da wird vor dem Vater die Brüderschaft stehen in heiligem Feuer, in seligster 6. Wie mancher Reiche stößet Brunst, die ziehet zusammen des aus und weist von Thür und Königes Gunst. Ach, schließt in- Pforten die Armen, die vor seinem einander die Herzen und Hände Haus, die Not mit vielen Worten und bittet, daß Zion er Hilfe ausschütten, daß ein Felsenstein bald sende; so fennet die Liebe darüber sollt mitleidig sein; alnicht Anfang noch Ende. lein man wills nicht hören. C. A. Bernstein. 7. Ach, laß mein Herz barmher 350 Von der Liebe des Nächsten. 6. Jedermann lebt für sich hin in der Welt nach seinem Sinn, denkt an einen andern nicht; wo bleibt da die Liebespflicht? herzig sein und nach Vermögen 5. Aber ach, wie ist die Lieb so geben aus wahrer Liebe, nicht zum erloschen, daß kein Trieb mehr Schein, wenn ihre Stimm erheben auf Erden wird geſpürt, der des die Armen in der Hungersnot, andern Herze rührt. daß sie an meinem Stücklein Brot, o Jesu, sich erfreuen! 8. Du giebst Barmherzigkeit ohn End mir Armen auf der Erden; so laß auch wieder Herz und 7. O, Herr Jesu, Gottes Sohn, Händ mit freundlichen Geberden schaue doch von deinem Thron, austeilen, was du mir beschert, schaue die Zertrennung an, die daß auch der Arme werd ernährt ein Mensch nicht bessern kann. durch den bescherten Segen. 8. Sammle, großer Menschen9. Ist unbarmherzig gleich die hirt, alles, was sich hat verirrt; Welt und hat ihr Herz verschlossen, laß in deinem Gnadenschein also laß mich thun, was dir ge- les ganz vereinigt sein. fällt, und helfen unverdrossen. 9. Gieß den Balsam deiner Laß mich dem Vater ähnlich Kraft, der dem Herzen Leben sein, der überflüssig schenket ein Barmherzigkeit und Güte. schafft, tief in unser Herz hinein, strahl in uns den Freudenschein. 10. Bind zusammen Herz und Herz, laß uns trennen keinen 10. Ja, Bater, gieb mir solchen Sinn, daß ich von deinen Gaben, die du mir giebst, geb andern hin, Schmerz; knüpfe selbst durch deine die Dürftigen zu laben; laß mich nach deinem Ebenbild sein liebreich, gütig, sanft und mild! Dies bitt ich herzlich, Amen. Laur. Laurenti. Mel. Nun komm der Heiden Heil. 534. Sich, wie lieblich und wie fein ists, wenn Brüder friedlich sein, wenn ihr Thun einträchtig ist, ohne Falschheit, Trug und List, 2. Wie wenn edler Balsam fließt und sich von dem Haupt ergießt, weil er von sehr guter Art, über Aarons ganzen Bart, 3. Wie er fließet auf sein Kleid und erregt so Lust und Freud, wie befällt der Tau Hermon, auch die Berge zu Zion. 4. Denn daselbst verheißt der Herr reichen Segen nach Begehr und das Leben in der Zeit und auch dort in Ewigkeit. Hand das geweihte Bruderband. 11. So wie Vater, Sohn und Geist, drei und doch nur Eines heißt, werd vereinigt ganz und gar eine große Brüderschar. 12. Was für Freude, was für Lust wird ihr da nicht sein bewußt; was sie wünschet und begehrt, wird von Gott ihr dann gewährt. 13. Alles, was bisher verstummt, wird mit Lob aus einem Mund preisen Gottes Liebesmacht, wenn er uns dahin gebracht. 14. Kraft, Lob, Ehr und Herrlichkeit sei dem Höchsten allezeit, der, wie er ist Drei in Ein, uns in ihm läßt Eines sein. Mich. Müller. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 535. Wenn einer alle Ding verstünd, mit Engelzungen redte; wenn er zugleich weis Von der Liebe des Nächsten. 351 weissagen könnt, den Wunder- der in der höchsten Freud vollglauben hätte, daß er versette kommen werden lieben. Berge hin, und hätte nicht der Liebe Sinn, so wär es alls vergebens. 8. Herr Jesu, du stellst selber dich zum Vorbild wahrer Liebe; verleih, daß demzufolge ich die 2. Wenn einer auch all seine Lieb am Nächsten übe, daß ich Hab austeilete den Armen, er bei allem, wo ich kann, Lieb, schenkte aber nicht die Gab aus Liebe und Erbarmen; wenn er sich brennen ließ dabei, und hätte nicht die Lieb und Treu, so wär es ihm nichts nüße. Treu und Hilfe jedermann, wie ichs mir wünsch, erweise. D. Denice. 3. Die Lieb ist lauter Sanftmut voll, ist gütig und gelinde, daß man, es komme wie es woll, nichts bittres an ihr finde. Wenn einer etwas Guts verricht, so eifert und mißgönnt sie nicht, sie thut nichts Ungeschicktes. 4. Die Lieb nicht aufgeblasen ist, die Lieb beschimpfet feinen; sie sucht nicht ihren Nuß mit List, sie ratet den Gemeinen, entrüst't sich nicht, ob man viel sagt vom Nächsten, über den man klagt; sie fehrt alles zum Besten. Mel. O Gott, du frommer Gott. 536. Wenn einer alle Kunst und alle Weisheit hätte, wenn er mit Menschenund mit Engelzungen redte, hätt aber sonst dabei der wahren Liebe nicht, so wäre doch vor Gott damit nichts ausgericht. 2. Er wäre wie ein Erz, das zwar sehr helle klinget, sonst aber keine Frucht und keinen Nußen bringet; es wär ein solcher Mensch, ein solcher guter Christ, wie eine Schell, in der kein Geist noch Leben ist. 3. Wenn er weissagen könnt 5. Die Lieb sich allda nimmer und hätte allen Glauben, daß er freut, wo unrecht wird gerichtet, auch Wunderwerk an Bergen, der Wahrheit und Gerechtigkeit Blinden, Tauben erwies, und von Herzen sie beipflichtet; des hätte doch der wahren Liebe Nächsten Mängel sie verträgt, nicht, so wäre abermal damit bedecket und zurücke legt, und sie nichts ausgericht. ihm nicht aufrücket. 4. Wenn einer seine Hab und 6. Die Lieb vom Nächsten gern alles Gut den Armen hingebe, das Best ohn Argwohn glaubt aber es nicht thäte aus Erbarmen, in allem; sie hofft noch seine wenn er sich brennen ließ, und Bessrung fest, wenn er in Sünd hätte nicht dabei der Liebe, sag ich gefallen. Wenn man ihr Leid thut unverschuldt, verträgt sie alles mit Geduld, wird auch dabei nicht müde. doch, daß es nichts nüße sei. 7. Und wenn zulegt die Wissenschaft und alles wird aufhören, behält die Liebe ihre Kraft und wird sich noch vermehren, wenn wir dort in der Seligkeit einan- Liebe hasset keinen, sucht ihren Nuz5. Die Lieb ist sanftmutvoll, langmütig und gelinde, sehr freundlich jedermann, stets fertig und geschwinde in Nöten beizustehn, die Liebe eifert nicht, die Liebe siehet zu, daß keinem Leid geschieht. 6. Die Liebe ist nicht stolz, die 352 Von der Liebe des Nächsten. Nußen nicht, sie ratet den Gemei- 3. Wer seinem Bruder nicht nen; die Liebe zürnet nicht; die Lieb vergiebt, noch ihn von reinem hilft jedermann und wendet Scha- Herzen liebt, der kann Gott nimden ab, wo sie nur immer kann. mer lieben; er ist aus Kains 7. Die Liebe ist betrübt, wenn Mordgeschlecht und ein verdammunrecht wird gerichtet, und freuet ter Sündenknecht, dran Gott wird sich, wenn man der Wahrheit fest Rache üben. beipflichtet; die Liebe decket auch des Nächsten Mängel zu, verträget alles gern und liebet Fried und Ruh. 4. O Mensch, geh einmal in dein Herz und treibe ferner keinen Scherz mit Gottes Wort im Leben. Der Heiland spricht: 8. Ohn Argwohn glaubet sie Wer nicht vergiebt dem Nächsten, das Beste nur von allen, sie hof- sondern Feindschaft übt, wird fet Besserung, wenn jemand ist ins Gericht gegeben. gefallen in Sünd und Missethat; 5. Bewahre mich, Herr Jesu hat sie gleich keine Schuld, so Christ, daß meine Seele nicht verleidet sie dennoch, was möglich, gißt, was du mir vorgeschrieben; mit Geduld. laß mich vergeben siebenmal und 9. Wenn dort die Wissenschaft mehr als zehnfach an der Zahl, einmal wird ganz aufhören, so und meinen Bruder lieben. wird die Liebe doch sich fort und fort vermehren. Wenn Glaub und Hoffnung auch vergehet mit der Zeit, so bleibet doch die Lieb in alle Ewigkeit. 6. Ihr Menschenkinder folget nach, denn dies ist eine große Sach; ihr müsset dem vergeben, der euch allhier beleidigt hat. Drum folgt gehorsam Jesu Rat! Wer dies thut, der wird leben. Laur, Laurenti. Mel. Auf meinen lieben Gott. 538. Wie lang hat Gott Geduld mit unsrer Sündenschuld; wie lang kann er zusehen, eh er sein Recht läßt gehen; wie lang trägt er die Sünder, die abgewichnen Kinder. 2. Wenn unsrer Schuld kein Ziel, erläßt er doch so viel, als wir verschuldet haben, ja, giebt viel andre Gaben, wenn um Erlaß wir flehen und reuig vor ihm stehen. 3. Allein, wie machts die Welt, 2. Allein, wer opfert sein Ge- die Gott stets trägt und hält? schenk und wird nicht vorher ein- Sie will in diesem Leben dem gedenk, daß jemand etwas habe Mitknecht nicht vergeben; hat sie auf ihn zu flagen, hat kein Teil zu fordern Schulden, so will fie an Jesu Tod und ist ein Greul gar nicht dulden. mit seiner Opfergabe. 4. Sie greift ihn mit Gewalt in zor= 10. Herr Jesu, der du bist ein Vorbild wahrer Liebe, verleihe, daß ich auch am nächsten Liebe übe; gieb, daß ich allezeit von Herzen jedermann zu dienen sei bereit, wo ich nur soll und kann. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 537. Wie ist die Welt so Feindschaft voll, fie lebt in Rachgier, Streit und Groll und will sich nicht versöhnen; man kommt zum Altar ohne Scheu, im Heuchelglauben ohne Reu und meint doch, Gott zu dienen. Vom Verlangen und Begierde nach Gott und Jesu. 353 zorniger Gestalt und will, wenn 9. Ist er in deiner Schuld, so er ohn Bürgen, ihn unbarmherzig habe doch Geduld und such ihn würgen. So kanns die Bosheit nicht zu quälen; ist dir an Leib machen und noch dazu wohl lachen. und Seelen zuwider gleich ge= 5. Weh dem, der ins Gefecht schehen, so mußt dus übersehen. kommt mit dem Weltgeschlecht; 10. Wenn er BVergebung sucht, die Welt ist ohn Erbarmen und so sei nicht so verrucht, daß du schonet nicht der Armen; fällt dein Herz verstockest und das man gleich vor ihr nieder, segt Gericht herlockest, das dich wird sie sich doch zuwider. bald betrüben, wirst du nicht Liebe üben. 11. Der Kerker ist bestellt dem, der also vergällt fortfährt in seinen Sünden und kann nicht Gnade finden; der Peinger wird ihn quälen an Leib und an der Seelen. 7. Allein, was thut der Herr, 12. Mein Gott, bewahre mich, wenns also geht daher; er läßt daß ich nicht zorniglich mit meiden Schalksknecht kommen, den nem Nächsten lebe, gieb, daß ich er vorher entnommen der Schuld, und ihn daneben den Beingern übergeben. ihm vergebe, wie du mir haft vergeben, so werd ich christlich leben. 8. O Schalksknecht, werde wach 13. Und wenn ich scheiden soll, und denk doch einmal nach, wie so laß mich freudenvoll in Sanft= viel dir Gott erlassen, da er dich mut, Lieb und Güte mit friedsollte haffen; und du willst nicht samem Gemüte hinfahren zu den im Leben dem Bruder auch ver- Scharen, die sich in Liebe paaren. geben? Laur. Laurenti. 6. Sucht man bei seiner Schuld nur kurze Zeit Geduld und will ihr alles zahlen, so fängt sie an zu prahlen und droht mit Strick und Banden, mit Spott, mit Schimpf und Schanden. 22.( 4) Vom Verlangen und Begierde nach Gott und Jesu. Mel. Alle Menschen müssen sterben.| herzet, dort bald findt sich, das 539. Ach, unfelig ist zu da schmerzet; aber mein Herr nennen, der sich in Jesus Christ alles mir in allem ist. die Welt verliebt, der nicht will 3. Nichts nach Himmel, nichts noch mag erkennen, was die nach Erden frag ich; nur nach Welt für Güter giebt. Stück- Jesu Christ seufz ich, daß er mir werk, unvollkommnes Wesen ist mag werden, der nur mein Veres, was die Welt erlesen; aber langen ist. Wenn ich den im Hermein Herr Jesus Christ alles zen habe, so hab ich die beste mir in allem ist. Gabe; denn ja mein Herr Jesus Christ alles mir in allem ist." 2. Ach, wo mag man hier auf Erden finden ein so großes Gut, dadurch möcht vergnüget werden unsre Seele, Herz und Mut? Findt sich hier was, das da 4. Wenn mir Leib und Seel verschmachtet, weil die Angst mich preßt und drückt, doch mein Herz es ja nicht achtet, weil mich Jesu Lieb 23 354 Vom Verlangen und Begierde nach Gott und Jesu. Lieb erquickt; denn mein Labsal, treuster Jesu! Nimm von mir die Trost und Freude ist er mir in Sündenlast, treuster Jesu! Du Angst und Leide. Ach ja, mein bist meine Ruh und Rast, treuster Herr Jesus Christ alles mir in Jesu! Jesu, treuster Jesu! allem ist. 6. Jesu Lieb erscheine mir, wer5. In der Schwachheit meine ter Jesu! Meine Seele dürft't Stärke, in der Finsternis mein nach dir, werter Jesu! Deiner Licht; daß ich treibe gute Werte, wart ich für und für, werter nur mit seiner Hilf geschieht. Jesu, Jesu! werter Jesu! A. Fritzsch. Mel. Wo Gott zum Haus nicht, oder: Herr Jesu Christ, dich zu. Was mein Herz nur Guts begehret, das wird mir in ihm gewähret. Oder Freud, daß Jesus Christ alles mir in allem ist! 6. Drum, wie selig ist zu nenstes Gut, an welnen, der den Herren Jesum liebt, chem flcbt mein Herz und Mut, ders bedenkt und fanns erkennen, ich dürft, o Lebensquell, nach was für Güter Jesus giebt. dir; ach hilf, ach lauf, ach komm Lauter ganz vollkommne Gaben zu mir. 541. Du unbegreiflich höchwir allein in Jesu haben; denn 2. Ich bin ein Hirsch, der durer selber, Jesus Christ, alles mir stig ist vor großer Hiß; du, Jein allem ist. su, bist für meine Seel ein Seelentrank; erquicke mich, denn ich bin frant. Mel. Jesu, meines Herzens. 540. Ach, wann werd ich schauen dich, liebster Jesu? Wann wirst du umfangen mich, liebster Jesu? Mein Herz nach dir sehnet sich, liebster Jesu! Jesu, liebster Jesu! 3. Ich schreie zu dir ohne Stimm, ich seufze nur: O Herr, vernimm! Vernimm es doch, du Gnadenquell und labe meine dürre Seel. 4. Ein frisches Wasser fehlet 2. Schmerzlich ich nach dir mir, Herr Jesu, zieh, zieh mich verlang, schönster Jesu! Meiner zu dir; zu dir ein großer Durst Seele ist sehr bang, schönster mich treibt, ach, wär ich dir nur Jesu! Ach, wo bleibest du so einverleibt! lang? schönster Jesu! Jesu, schönster Jesu! 5. Wo bist du denn, o Bräutigam, wo weidest du, o Gotteslamm, an welchem Brünnlein ruhest du? Ich dürste, laß mich auch dazu! 3. Alles ist nur Angst und Pein, teurster Jesu, was nicht himmlisch, was nicht dein. Teurster Jesu, ich bin dein und du bist mein, teurster Jesu! Jesu, teurster Jesu! 4. Deine süße Lieblichkeit, füßer Jesu, mich erfreut in Traurigfeit, süßer Jesu, und verfüßzet alles Leid, süßer Jesu! Jesu, 542. Eins ist not! Ach, 6. Ich kann nicht mehr, ich bin zu schwach; ich schreie, dürst und ruf dir nach, die Seele muß geträntet sein, du bist ja mein und ich bin dein. Joach. Neander. In eigener Melodie. süßer Jesu! Herr, dies Eine lehre 5. Komm, o angenehmster Gast, mich erkennen doch; alles andre, wies Vem Verlangen und Begierde nach Gott und Jesu. 355 wies auch scheine, ist ja nur ein bringen als nur dich, mein höchschweres Joch, darunter das stes Gut. Jesu, es muß mir geHerze sich naget und plaget und lingen durch dein rosinfarbnes dennoch kein wahres Vergnügen Blut. Die höchste Gerechtigkeit erjaget. Erlang ich dies Eine, ist mir erworben, da du bist am das alles ersetzt, so werd ich mit Stamme des Kreuzes gestorben; einem in allem ergößt. die Kleider des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun, so gieb, daß meine Seele auch nach deinem Bild er wacht; du bist ja, den ich ers erwähle, mir zur Heiligung ge= macht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir alles ge= geben; entreiße mich aller vergänglichen Lust; dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 8. Sa, was soll ich mehr verLangen? Mich umströmt die Gnadenflut; du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut; da hast du die ewge Erlösung erfunden, daß ich nun der höllischen Herrschaft entbunden; dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, im findlichen Geiste das Abba nun klingt. 9. Volles Gnügen, Fried und Freude jego meine Seel ergößt, weil auf eine frische Weide mein Hirt, Jesus, mich geſetzt. Nichts Süßers kann also mein Herze erlaben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 2. Seele, willst du dieses finden, fuchs bei feiner Streatur; laß, was irdisch ist, dahinten, schwing dich über die Natur. Wo Gott und die Menschheit in einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet: da, da ist das beste, notwendigste Teil, mein Ein und mein Alles, mein seliges Heil. 3. Wie Maria war beflissen auf des Einigen Genieß, da sie sich zu Jesu Füßen voller Andacht niederließ; ihr Herze entbrannté, dies einzig zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren; ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt, und wurde ihr alles in Einem geschenkt: 4. Also ist auch mein Verlangen, liebster Jesu, nur nach dir; laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir. Ob viel auch umkehren zum größesten Haufen, so will ich dir dennoch in Liebe nachlaufen, denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist; was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? 5. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt. Gieb nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, darinnen die Demut und Einfalt re- 10. Drum, o Jesu, du alleine gieret und mich zu der Weisheit, sollst mein Ein und Alles sein. die himmlisch ist, führet. Ach, Prüf, erfahre, wie ichs meine, wenn ich nur Jesum recht kenne tilge allen Heuchelschein. Sieh, und weiß, so hab ich der Weis- ob ich auf bösem, betrüglichem heit vollkommenen Preis. Stege, und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege. Gieb, daß ich 6. Nichts kann ich vor Gott ja 23* 356 Vom Verlangen und Begierde nach Gott und Jeſu. ich hier alles nur achte für Rot gößen. Jesu Liebe kann allein und Jesum gewinne: Dies deiner Seele Reichtum sein. Eine ist not! 11. Lieb in Jesu, was du Mel. Sollt es gleich bisweilen scheinen. liebest, üb in Jefu, was du übest; 543. Gott und Welt und Jesum, Jesum laß allein alles dir in allem sein. J. H. Schröder. beider Glieder sind einander stets zuwider; was Gott lobt, das schilt die Welt, und er schilt, was sie hoch hält. 12. Wer sich Jesu ganz ergiebet, ohne den nichts liebt noch übet, an ihm sein Vergnügen hat, der ist selig in der That. 2. Klugheit nach des Fleisches Sinnen, Kunst, geschickliches Be- 13. Jesu, gieb mir solche Gnade, ginnen, irdisch Reichtum, Hoheit, daß ich dich nur zu mir lade, an Macht, ist ihr Schaß, den sie be- dir habe meine Freud, Jesu, wacht. meine Seligkeit. 3. Aber Gott hat an dem allen, H. G. Neuß. Mel. Jesus, meine Zuversicht. so mans liebt, kein Wohlgefallen, 544. Habe deine Lust am und hält hoch das, was die Welt Herrn, der dir thöricht, schwach und niedrig hält. schenket Lust und Leben, so wird 4. Was willst du dich denn er dir dein Gnadenstern tausend heben, o du Staub, in solchem holde Strahlen geben; denn er Leben? Dein Thun trüget über- biet dir treulich an, was dein all, solch Erheben ist dein Fall. Herz nur wünschen kann. 5. Willst du recht erhoben wer- 2. Laß der Welt die eitle Lust, den, laß das Wesen dieser Er- die in Weinen sich verkehret. den; Jesum, Jesum laß allein Wer das Herz und seine Brust alles dir in allem sein. Gott allein zur Lust gewähret, dieser trifft in allem an, was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust an Gott steigt über sich, wenn man Gott im Worte fennet. Lust an Gott ist innerlich, wenn man in der Liebe brennet. Solche Lust geht eine Bahn, die das Herz nur wünschen kann. 7. Suchst du wahrer Weisheit Gaben, du kannst sie in Jesu haben. Er hat alles wiederbracht, ist zur Weisheit uns gemacht. 8. Wünschest du dir Kraft und 4. Wer die Lust am Herren Stärke, wirt in Jesu deine Werke. hat, hat auch Lust an seinem In dem Herrn ist Stärk und Willen und bemüht sich früh und Macht, Sieg und Leben wieder spat, solchen Willen zu erfüllen; bracht. darum wird ihm auch gethan, 9. Willst du Ehr und Ruhm er- was das Herz nur wünschen kann. reichen, gieb dich Jesu nur zu eigen. Niemand hat mehr Ehr Mel. Gott des Himmels und der. und Ruhm, als wer Jesu Eigen- 545. Herr, mein Gott, was Benj. Schmold. tum. 6. Was dein Herz, o Mensch, begehret, wird in Jesu dir gewähret; suche Jesum nur allein, mit dem bleibet alles dein. 10. Trachtest du nach Gut und wenn ich dich nur haben kann? Schäßen, laß dich Jesu Lieb er- Ich begehre keine Gaben, nur du Vom Verlangen und Begierde nach Gott und Jesu. 357 du selber stehst mir an; dich geht mich Sternenklarheit an? allein nenn ich mein Ziel; hab Genug, wer dich Gott haben kann. ich dich, so hab ich viel. 3. Wie reich ist doch von Gold und Schäßen der Erde großes Wunderfeld! Wie weiß sich mancher zu ergößen an Reichtum, Ehre, Gut und Geld. Was geht mich alles dieses an? Genug, wer dich, Gott, haben kann. 4. Kann auch ein festrer Bund im Leben, als zwischen Leib und Seele sein? Wenn die sich von einander geben, tritt alsobald Vernichtung ein. Was geht mich dieses Leben an? Genug, wer dich, Gott, haben kann. 5. Du, Gott, ja du bist mein alleine, meins Herzens Trost Schmerzen? Seele, fasse frischen und beste Freud; des Himmels Mut! Schmachtet gleich die Glanz weicht deinem Scheine, Kraft im Herzen, so ist Gott die Weltlust aller Herrlichkeit. für alles gut. Bist du nur mit Was geht die Welt uns Christen Gott wohl dran, du hast, was an? Genug, wer dich, Gott, hadich trösten kann. ben kann. 5. Doch was will ich ferner rügen? Gott ist mein und ich bin sein. Allezeit soll mich vergnügen meines Gottes Gnadenschein. meiner Pein, und mein Teil: Du Gott allein. 2. So ich dich nicht sollte finden, frag ich nach dem Himmel nicht. Ich laß alles sonst dahinten; nichts erfreut mich ohn dein Licht. Nach dir seufz ich für und für, Himmel gnug hab ich in dir. 3. Und wie kannst du mich ergößen, Erde voller Eitelkeit, wenn der Weg zu deinen Schäßen mir gemalte Rosen streut, gleich als wenn nicht dein Begehr Leib und Seele schädlich wär? 4. Und was acht ich alle 6. Drum hilf, daß ich an dich gedenke in meinem Leben allezeit und mein Gemüt zum Himmel lenke, entrückt der eitlen Eitelkeit. Herzenstrost in Was geht die Welt uns Christen an? Genug, wer dich, Gott, ha- ben kann. A. Fritzsch. Benj. Schmold. tausend Zungen. Mel. O, daß ich In eigener Melodie. 546. Herr, wenn ich dich 547. Jesu, meines Herzens nur werde haben, Freud, süßer Jesu; mein bestes Teil zu jeder Zeit, meiner Seele Süßigkeit, süßer so wird sich Leib und Seele Jesu; des Gemütes Sicherheit, laben hier zeitlich und in Ewig- süßer Sesu; Jesu, süßer Jesu! keit. Was geht die Welt uns Christen an? Genug, wer dich, Gott, haben kann. 2. Tausendmal gedenk ich dein, mein Erlöser, und begehre dich allein, mein Erlöser! Sehne mich, bei dir zu sein, mein Erlöser! Jesu, mein Erlöser! 2. Wie schön und hoch hast du gebauet die sternenreiche Himmelsstadt, daß sie der Mensch 3. Nichts ist lieblicher als du, mit Lust anschauet, die soviel liebste Liebe; nichts ist freundGlanz und Klarheit hat. Was licher als du, süße Liebe; auch iſt 358 Vom Verlangen und Begierde nach Gott und Jesu. ist süßer nichts als du, süße ich will dich gewiß erlösen von Liebe! Jesu, süße Liebe! dem Bösen. D. Ch. Fr. Richter. 4. Weide mich und mach mich In eigener Melodie. satt, Himmelsspeiſe! Tränke mich, 549. Jeſu, komm doch selbst mein Herz ist matt, Seelenweide! zu mir und verbleibe Sei du meine Ruhestatt, Ruh für und für; komm doch, werter der Seelen! Jesu, Ruh der Seelen! Seelenfreund, Liebster, den mein Herze meint! 5. Ich bin frank; fomm, stärke mich, meine Stärke! Ich bin matt; erquicke mich, süßer Jesu! Wenn ich sterbe, tröste mich, du mein Tröster! Jesu, du mein Tröster! 2. Tausendmal begehr ich dich, weil sonst nichts vergnüget mich. Tausendmal ruf ich zu dir: Jesu, Jesu, komm zu mir! Joh. Flittner. In eigener Melodie. 3. Keine Lust ist auf der Welt, die mein Herz zufrieden stellt; 548. Jefu, gieb mir deine Jesu, nur dein Beimirsein nenn Fülle, siehst du ich meine Lust allein. nicht, was gebricht? Schweigst 4. Aller Engel Glanz und du denn dazu so stille? Willst Pracht und was ihnen Freude du nicht den Geist erlösen von macht, ist mir, süßer Seelenfuß, dem Bösen? ohne dich nichts als Verdruß. 2. Du bist Licht, ich leb im 5. Nimm nun alles von mir Schatten; du bist rein, ich ge- hin, ich verändre nicht den Sinn; mein; du bist Kraft, ich muß du, o Jesu, mußt allein ewig ermatten; o Erlöser, von den meine Freude sein. Sünden, laß dich finden! 6. Keinem andern sag ich 31, daß ich ihm mein Herz aufthu: Dich alleine laß ich ein, dich alleine nenn ich mein. 7. Dich alleine, Gottes Sohn, heiß ich meine Kron und Lohn. 4. Ei, die Liebe muß ja lieben; Du, für mich verwundtes Lamm, follte sie denn nicht hier sich an mir bift allein mein Bräutigam. auch wollen üben? Nun, sie wird 8. O, so fomm denn, süßes ja auch des Armen sich erbarmen. Herz, und vermindre meinen 5. So gewiß ein Feuer brennet, Schmerz; denn ich rufe für und so gewiß ist auch dies, daß, wer für: Jesu, Jesu, fomm zu mir! dich als Licht erfennet, muß vom 9. Nun, ich warte mit Geduld, Lichte lichte werden auf der Erden. bitte nur um diese Huld, daß 6. Aber warum währts so lange, du mir in Todespein wollst ein eh du eilst und mich heilst? Eile, süßer Jesus sein. Joh. Scheffler. sonsten ist mir bange, daß der In eigener Melodie. Tod mich übereile bei der Weile. 550. Jesus ist das schönste Antwort. Licht, Jesus ist des 3. Sollte mich mein Arzt nicht heilen? Warum wär ehmals er selbst gewesen so voll Beulen? Sollt ich stets im Tode schweben bei dem Leben? 7. Meine Stund ist noch nicht Baters Freude, so er aus sich kommen; liebe mich, leide dich, selber spricht; er ist meine Lust bis ich dich in mich genommen; und Weide. Jesus ist die süße Kraft, Vom Verlangen und Begierde nach Gott und Jesu. 359 Kraft, die mit Liebe mich entzün-| sei in ihn entbrannt und mit det, da mein Herz alleine findet, Liebesmacht durchdrungen; faget was mir Ruh und Freude schafft. ihm, wie ich gerungen, da ich 2. Jesus ist die Lieblichkeit und seinen Zug erkannt. der Seele Lustspiel worden und verzehret alles Leid; er erleuchtet seinen Orden. Jesus ist mein Freudenspiel; ich bin ganz in ihm entzündet, weil man alles in ihm findet, was man wünscht und was man will. 8. Doch ich will ihn selber sehn, ich muß Jesum selber sprechen, und ich weiß, es wird geschehn, es wird ihm sein Herze brechen; denn ich will nicht eher ruhn, bis ich Jesum kann umfassen, bis er sich wird sehen lassen und wird Gnade an mir thun. 9. Oft hast du mich angeblickt und gelabt mit deinen Gaben, doch bin ich nicht gnug erquickt, ach, ich muß dich selber haben; Jesu, brich in mir herfür! Jesu, werde mir zur Sonne! Jesu, Jesu, meine Wonne! Jesu, ach ergieb dich mir! D. Ch. Fr. Richter. In eigener Melodie. magſt du mich doch nun mit den 551. Liebster Jeſu, du wirst Liebesseilen binden! Jesum such kommen, zu erfreuen 3. Jesus wird von mir gesucht, Jesus wird von mir begehret; alles, alles sei verflucht, was mich in dem Suchen störet. Sagt mir nichts von Lust und Welt, sagt mir nichts von guten Tagen; wollt ihr aber ja was sagen, sagt, wie Jesus mir gefällt. 4. Jesu, Jesu, meine Ruh! Jesu, Jesu, laß dich finden! Jesu, ich nur allein, Jesus soll mich nun deine Frommen, die bedränget besitzen! Laß die Höllenkräfte find allhier: Jesu, mich, Jesu, bligen, kann ich nur in Jefu sein! mich verlangt nach dir! 5. Nenne mich nur deine Braut, 2. Ach, so laß mich deine bleinenne mich nur deine Taube; ben, laß mich deinen Geist stets mache mich dir recht vertraut, mache, daß ich an dich glaube! Jesu, Jesu, nimm mich auf, ich will dein alleine heißen, mich von allen Dingen reißen, so verhindern meinen Lauf! treiben, daß du allzeit wohnst in mir: Jesu, mich, Jesu, 2c. 3. Richte, Jesu, meine Wege; bahne du selbst meine Stege; laß mich seufzen für und für: Jeſu, mich, Jesu, mich 2c. 6. Sage nicht, o Kreatur, daß ich dir noch sei verbunden; mun hab ich die reine Spur meines Bräutigams gefunden; was von dir noch an mir klebt, soll nicht 5. An dir hanget meine Seele; immer in mir bleiben; Jesus ohne dich ich mich sehr quäle; ohne wird es schon vertreiben, wenn dich vergeh ich schier: Jesu, mich, 2c. er mich in sich erhebt. 4. Komm doch, Jesu, mein Vergnügen, in mein Herz; laß mich nicht liegen vor des Fleisches Sündenthür: Jesu, mich, 2c. 6. Bilde du dein schönes Wesen in mein Herz, das du erlesen; spiegle du dich selbst in mir: Jesu, mich, Jesu, mich zc. 7. Gia, Jesu, schönste Wonne, schein 7. Ihr Gespielen, saget mir, wo ich finde, den ich meine? Ach, wer bringet mich zu dir? Saget ihm, ich sei nun seine; sagt, ich 360 Vom Verlangen und Begierde nach Gott und Jesu. schein in mir, du Lebenssonne, und Zeugnis hält, der wird er= es ist nichts im Leben hier: Jesu, halten, wenn er fällt. mich, Jesu, mich 2c. 8. Eix Herz, das Gott von 8. Gieb mir deine Liebestränke, Herzen scheut, das wird in seidein Bild sich in mich einsenke; nem Leid erfreut; und wenn die geh durch meines Herzens Thür: Not am tiefsten steht, so wird Jesu, mich, Jesu, mich 2c. sein Kreuz zur Wonn erhöht. 9. Halte meine Seele feste, du bist ja der allerbeste: ach daß ich dich nicht verlier: Jesu, mich zc. 9. Nun, Herr, ich bin dir wohl bekannt, mein Geist, der schwebt in deiner Hand; du siehst, wie 10. Allerliebste Herzenswonne, meine Seele thränt und sich nach du bist meine Lebenssonne, schein deiner Hilfe sehnt. in meine Herzensthür! Jesu, mich, Jesu, mich verlangt nach dir! 10. Die Angst, die mir mein Herze dringt und daraus so viel Mel. Herr Jesu Christ, meins. Seufzer zwingt, ist groß; du aber 552. Nach dir, o Herr, ver- bist der Mann, dem nichts zu langet mich, du bist groß entstehen kann. mein Trost, ich hoff auf dich; ich hoff und bin der Zuversicht, du werdest mich beschämen nicht. 2. Der wird zu Schanden, der dich schändt und sein Gemüte von dir wendt; der aber, der sich dir ergiebt und dich recht liebt, bleibt unbetrübt. 11. Drum steht mein Auge stets nach dir, und trägt dir mein Begehren für; ach laß doch, wie du pflegst zu thun, dein Aug auf meinen Augen ruhn. 5. Ach wende, Herr, dein Augen ab von dem, wo ich geirret hab. Was denkst du an den Sündenlauf, den ich geführt von Jugend auf? 12. Wenn ich dein darf, fo wende nicht von mir dein Aug und Angesicht; laß deiner Antwort Gegenschein mit meinent Beten stimmen ein. 3. Herr, nimm dich meiner Seele an und führe sie die rechte Bahn; laß deine Wahrheit Leuchten mir 13. Die Welt ist falsch, du bist im Steige, der uns bringt zu dir. mein Freund, ders treulich und 4. Denn du bist ja mein einzigs von Herzen meint; der Menschen Licht, sonst weiß ich keinen Helfer Gunst steht nur im Mund, du nicht. Ich harre dein bei Tag aber liebst von Herzensgrund. und Nacht: was ists, das dich so säumend macht? 14. Zerreiß die Neß, heb auf die Strick und brich des Feindes List und Tück; und wenn mein Unglück ist vorbei, so gieb, daß ich auch dankbar ſei. 15. Laß mich in deiner Furcht bestehn, fein schlecht und recht stets einhergehn; gieb mir die 6. Gedent, o meines Lebens Hort, an deine Güt und süßes Wort, Einfalt, die dich ehrt und lieber damit dein Herz zu trösten pflegt duldet, als beschwert. das, was sich dir zu Füßen legt. 16. Regier und führe mich zu dir, 7. Der Herr ist fromm und auch andre Christen neben mir. herzlich gut dem, der sich prüft Nimm, was dir mißfällt, von uns und Buße thut. Wer seinen Bund hin, gieb neue Herzen, neuen Sinn. 17. Wasch Vom Verlangen und Begierde nach Gott und Jesu. 361 17. Wasch ab all unsern SünMel. Jesus, meine Zuversicht. denfot; erlös aus aller Angst 554. Seele, was ermüdst und Not, und führ uns bald mit Gnaden ein zum ewgen Friedund Freudenschein. Paul Gerhardt. du dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht! In eigener Melodie. 553. Jesu, komm zu mir, mein rechtes Leben, und mache mich an dir zum starken Reben; ich kann und will ja nicht nur mein verbleiben; drum wollst du mich, mein Licht, dir einverleiben. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott aufschwingen; richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringen. Suche Jesum 2c. 3. Du verlangst oft süße Ruh, dein betrübtes Herz zu laben; 2. Was wär ich ohne dich? Was eil zur Lebensquell hinzu, da könnt ich machen? Der Hölle kannst du sie reichlich haben. steckte ich im weiten Rachen; wie Suche Jesum und sein Licht, 2c. könnt ich doch, mein Heil, vor 4. Fliehe die unselge Pein, so Gott bestehen? Hätt ich an dir das finstre Reich gebieret; laß nicht teil, müßt ich vergehen. nur den dein Labsal sein, der 3. Drum soll die Glaubenshand zur Glaubensfreude führet. Suche dich stets umfassen, du wirst ja Sesum und sein Licht, alles andre dieses innge Band nicht hassen; hilft dir nicht. mein Heiland, ich bin dein, du 5. Ach, es ist ja schlecht genug, wirst mich lieben, dein Blut hat daß du sonst viel Zeit verdorben mich dir ein ins Herz geschrieben. 4. So nimm mich gänzlich hin zu deinem Willen, der kann den blöden Sinn bald gänzlich stillen; ich bin schon selig hier in diesem Leben, weil Jesus sich hat mir zum Schaß gegeben. mit nichtswürdigem Gesuch, dabei du bist fast erstorben! Suche Jesum und sein Licht, alles 2c. 6. Geh einfältig stets einher, laß dir nichts das Ziel verrücken; Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum und 2c. 5. Ach, Seele, willst du doch noch mehr verlangen und diesem Eiteln weiter noch anhangen? Jesu, laß mich bald von hier abscheiden; dort ist mein Aufenthalt in deinen Freuden. 7. Weißt du nicht, daß diese Welt ein ganz ander Wesen heget, als dem Höchsten wohlgefällt und dein Ursprung dir vorleget? Suche Jesum und sein 2c. 6. So komme denn zu mir, mein 8. Du bist ja ein Hauch aus Licht und Leben, und mache mich Gott und aus seinem Geist gean dir zum starken Reben; so boren, darum liege nicht im Kot; kann ich dir durch dich viel bist du nicht zum Reich erforen? Früchte bringen und hier und Suche Jesum und sein Licht, zc. ewiglich Danklieder singen. 9. Schwinge dich nur oft im Geist über alle Himmelshöhen; laß, Joach. Neander. 362 Von Verleugnung der Welt und sein selbst. laß, was dich zur Erde reißt,| soll ich mich soust befehlen? Weck weit von dir entfernet stehen. mich aus dem Sündenschlaf. Suche Jesum und sein Licht, 2c. Guter Meister, laß mich laufen 10. Nahe dich dem lautern zu dir und zu deinem Haufen. Strom, der vom Thron des Lam- 3. Wie ein Wolf den Wald erfülmes fließet und auf die, so keusch let mit Geheul bei finstrer Nacht, und fromm, sich in reichem Maß also auch der Satan brüllet, um ergießet. Suche Jesum und 2c. mich wie ein Löwe wacht; Herr, 11. Laß dir seine Majestät im- er will dein Sind verschlingen, merdar vor Augen schweben; laß hilf im Glauben ihn bezwingen. mit brünstigem Gebet sich dein 4. Seelenmörder, alte SchlanHerz zu ihm erheben. Suche 2c. ge, Gottes Feind du, schäme dich! 12. Sei im übrigen ganz still, Nimmermehr machst du mir bange, du wirst schon zum Ziel gelan- denn mein Jesus tröstet mich; gen; glaube, daß sein Liebeswill weil er ziehet, muß ich laufen, stillen werde dein Verlangen. er will mich sich selbst erkaufen. Drum such Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. J. G. Wolf. 5. Zieh mit deinen Liebesseilen, zieh mich träftig, o mein Gott; ach, wie lange, lange Weilen Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. machst du mir, Herr Zebaoth; 555. 3ich mich, zieh mich doch ich hoff in allen Nöten, wenn mit den Armen töten. ner großen Freundlichkeit; Jesu Christe, dein Erbarmen helfe meiner Blödigkeit; wirst du mich nicht zu dir ziehen, ach, so muß ich von dir fliehen. 6. Mutterherze will zerbrechen über ihres Kindes Schmerz; du wirst dich an mir nicht rächen, o du mehr als Mutterherz! Zieh mich von dem bösen Haufen! Zu 2. O du Hirte meiner Seelen, dir, Jesu, will ich laufen. suche dein verirrtes Schaf; wem Joach. Neander. 23.( 5) Von Verleugnung der Welt und fein selbst. In eigener Melodie. Zeiten, Licht und Dunkel, Fried 556. Ach wie nichtig, ach und Streiten, so sind unsre Fröhwie flüchtig ist der lichkeiten. Menschen Leben! Wie ein Nebel bald entstehet und bald wiederum vergehet, so ist ser Leben. Sehet! 2. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Tage! Wie ein Strom beginnt zu rinnen und mit Laufen nicht hält innen, so fährt unsre Zeit von hinnen. 3. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Freude! Wie sich wechseln tund und 4. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Schöne! Wie ein Blümlein bald vergehet, wenn ein rauhes Lüftlein rehet, so ist unsre Schöne. Sehet! 5. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Stärke! Der sich wie ein Löw erwiesen, niederworfen einen Riesen, den wirft eine Krankheit nieder. 6. Ach wie nichtig, ach wie flüch Von Verleugnung der Welt und sein selbst. 363 flüchtig ist der Menschen Glücke! Herren, die einander feind, be= Wie sich eine Kugel drehet und dienen will, tst feines Freund. bald da, bald dorten stehet, so ist unser Glücke. Sehet! 2. Was hinkst du denn auf beiden Seiten, o Seel? Jst Gott, 7. Ach wie nichtig, ach wie der Herr, dein Schaß, wie haben flüchtig ist der Menschen Ehre! denn die Eitelkeiten der Welt in Über den, dem man hat müssen dir noch Teil und Plaz? Soll er heut die Hände höflich küssen, dich nennen seine Braut, darfst tritt man morgen gar mit Füßen. du nicht andern sein vertraut. 8. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Wissen! Der das Wort kann trefflich führen und vernünftig diskurieren, der muß allen Wiß verlieren. 9. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Dichten! Der die Kunst hat lieb gewonnen und manch schönes Werk ersonnen, ist dem Tode nicht entronnen. 3. Dafern du Christum willst behalten, so halt ihn einig und allein. Die ganze Welt muß dir erkalten und nichts als lauter Schaden sein; dein Fleisch muß sterben, eh die Not der Sterblichkeit dir bringt den Tod. 4. Warum sollt ich doch das umfangen, was ich sobald verlassen muß, was mir nach dieses Lebens Prangen brächt ewig Efel und Verdruß? Sollt ich um einen Dunst und Schein mein eigener Verderber sein? 10. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Schäße! Es kann Glut und Flut entstehen, dadurch, eh wirs uns versehen, alles muß zu Grunde gehen. 5. Die Augen dieser Erde lachen 11. Ach wie nichtig, ach wie zwar häufig troß der Sterbflüchtig ist der Menschen Herr- lichkeit; beweinen aber in dem schen! Der durch Macht ist hoch Rachen der Hölle ihr unendlich gestiegen, muß zuleßt aus Unver- Leid; der Engel Traub hingegen mögen in dem Grabe niederliegen. tränkt den, der mit Thränen hier 12. Ach wie nichtig, ach wie sich fränkt. flüchtig ist der Menschen Prangen! 6. Ach Gott, wo sind sie, die Der im Purpur hoch vermessen vor Jahren ergeben aller Eitelist gleichwie ein Gott gesessen, dessen wird im Tod vergessen.. 13. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Sachen! Alles, alles, was wir sehen, das muß fallen und vergehen. Gott fürcht, bleibt ewig stehen. keit und in die Welt so brünstig waren verliebt? Des schnöden Leibes Kleid sind Würmer; ihre Seele ist in ewig heiße Glut gestürzt. Wer Mich. Franc. 7. Die Welt legt ihre Toten nieder und weckt sie nimmer wieder auf; mein Schaß ruft seine Mel. O, daß ich tausend Zungen. Toten wieder zum unbeschränk557. Di ie Liebe leidet nicht ten Lebenslauf, verklärt sie, wie Gesellen, so fern sie das Morgenrot, wenn jene nagt der andre Tod. treu und redlich brennt; zwei Sonnen mögen nicht erhellen 8. Was hab ich denn, o Welt, zusammen unser Firmament. Wer zu schaffen mit deiner leichten Ro 364 Von Verleugnung der Welt und sein selbst. Rosenkron? Flieh hin und gieb 6. Ach reiß mich los von allen fie deinen Affen; laß mir des Banden, mach mich von allen Neben Kreuzes Dorn und Hohn. Be- frei; mach aller Feinde Nat zu fiß ich Jesum nur allein, ist al- Schanden, daß ich dein freies les, was zu wünschen, mein. Schäflein sei. Hab gute Nacht! du List und Macht, die mich so oft betrogen hat! Euch fehlt an mir nun Rat und That. Erasm. Francisci. In eigener Melodie. 558. Entfernet euch, ihr matten Kräfte, von 7. Wie süß ist doch ein freier allem, was noch irdisch heißt; Wandel in voller Abgeschiedenwirf hin die zeitlichen Geschäfte, heit, wenn der Weltfinder toller mein gnuggeplagter müder Geist. Handel uns keine Sorg noch Nun, gute Nacht; es ist voll- Furcht bereit; ja, gute Nacht, bracht; ich fang ein ander We- du Lust und Pracht! Ich bin sen an, das sich mit nichts ver- bereits in meinem Sinn verlobte TUFA mengen kann. Braut und Königin. 2. Ihr Berg und Thäler, helft mir 8. Verbirg mich nur in deinem fingen, besingen meines Jesu Frieden und drückt mich fest in Preis, der unter so geringen Din- deinen Schoß; mach mich von gen mich doch so lang zu schüßen allem abgeschieden und von den weiß. Habt gute Nacht! Ich habs Kreaturen los. Nun gute Nacht! bedacht; es ist mit mir recht hohe Die Liebe macht, daß ich mich Zeit zu fliehen die Bergänglichkeit. selbst vergessen kann und sehne 3. Ihr seid ja wohl, ihr grünen mich nur himmelan.. Arnold. Auen, im Sommer lieblich anzusehn; doch wird man auch an euch bald schauen, wie alle SchönMel. Christus, der uns selig macht. 559. Fahr nur hin, du Welt, fahr heit muß vergehn. Drum gute aus meinen Sinnen; du sollst Nacht! Nimm dies in acht, mein doch mit deinem Geld mir nichts Herz; du liebest von Natur nur allzu gern die Kreatur. 4. Hast du bisher noch was geliebet, was dir hat Zeit und Kraft verzehrt, so sei dann auch nicht mehr betrübet, wenn dir wird der Genuß gewehrt. Gieb gute Nacht! Der Bräutgam wacht und will, daß seine Braut ihm bleib ein wohl geschmückt, jungfräulich Weib. 5. Nun weg, du schnöde Eigenliebe, du mußt mein Herze lassen leer, zu folgen dessen Liebestriebe, dem nur gebührt allein die Ehr. Nun gute Nacht, was sich selbst acht! Ich geh nun von mir selber aus, zu ziehn in meines Liebsten Haus. abgewinnen. Jesum Christum hab ich mir auserwählt zu lieben; alles andre, was man hier liebet, fann betrüben. 2. Was ist aller Reichtum hier? Nur ein Stücklein Erde, eine Last, die für und für drücket mit Beschwerde, eine Flamme, die das Herz giftiglich entzündet, eitel Dornen, da der Schmerz unsre Seel verwundet. 3. Was ist Ehr und Herrlichfeit? Nur ein Schein und Schemen, kommt und schwindet mit der Zeit, stürzet nur in Grämen; wenn wir wir wollen himmelan unsre Flügel schwingen, müssen wir Von Verleugnung der Welt und sein selbst. 365 wir mit Gottes Hauf in die Jesus kann mir meinen Sinn Schande dringen. mehr als Gold ergößen. Mangelt Gold, so hab ich Gott; es wird mir gelingen, sollten auch die Raben Brot mir vom Himmel bringen. 4. Deine Wollust ist ein Gift, künstlich überzogen mit viel Täuschung; wen sie trifft, wird durch fie betrogen; wer ihr dienet, muß mit Bein in die Hölle fahren, trinken von dem Feuerwein der verdammten Scharen. 11. Bin ich von der Welt veracht und werd hier betrübet, fo werd ich doch wert geacht bei Gott und geliebet. Menschenehr muß wie ein Dunst, wie ein Schaum vergehen; bleibt mir nur des Himmels Gunst, will ich doch bestehen. D. Heinr. Müller. Mel. Ringe recht, wenn Gottes. 560. In der Welt iſt kein Vergnügen, das die Seele ruhig macht; wer sich durch sie läßt betrügen, der wird um men? 5. O du blinde Menschenseel, magst du das noch lieben, was dich in der Höllenhöhl ewig kann betrüben und doch nichts ist als ein Rauch, als ein Dampf und ScheAuf verdammter Liebe Brauch folgt ein ewig Grämen. 6. Bist du nicht vom Himmel her, himmlisch am Gemüte? Kannst genießen immer mehr dei- sein Heil gebracht. nes Gottes Güte? Wie soll denn, was irdisch noch, die Begierden stillen? Kann das Erdenpünftlein doch nicht den Himmel füllen. 7. Fahr hin, Welt, mit deinem Schein, du kannst mich nicht laben; Jesus soll mein Erbteil sein; wenn ich den mag haben, frag ich nichts nach aller Luft, die der Himmel heget; alles ist nur Kot und Wust, was das Erdreich träget. 8. Ist auf Erden süße Lust, giebt die Welt auch Schäße, so ist mir doch mehr bewußt, wenn ich mich ergöße hier an Jesu, der allein fan vergnüglich laben; ohne den ists lauter Pein, Erd und Himmel haben. 2. Sie ist eine See von Wellen, voller Klippen, Sturm und Wind, wo der Sünden bittre Quellen, unsrer Ruhe Mörder sind. 3. Schattenwerk ist alles Wesen, das ein Christ auf Erden sieht, wo er sich nichts fann auslesen, das nicht Kummer nach sich zieht. 4. Richtet man nun seine Sinnen auf die Menschen dieser Welt, so merkt man, daß ihr Beginnen nur in lauter Thorheit fällt. 5. Wer auf ihre Herzen bauet, legt auf Eis den schwachen Grund; wer auf ihr Versprechen trauet, dem wird nichts als Falschheit kund. 6. Den man heute liebt und 9. Er ist mir, was ich begehr, ohne ehret, schaut man morgen kaum List und Trügen, mein erwünsch- mehr an, und so wird die Lust gete Zier und Ehr, mein höchstes störet, eh man sich besinnen kann. Vergnügen, mein Erb und mein 7. Giebt ein Tag oft helle Blicke, Paradeis, mein Schaß und mein so kommt bald ein Regenguß; Leben, meines Mundes höchster Weinen folgt auf frohes Glücke, Preis; er kann mich erheben. es hält nicht gar lange Fuß. 10. Fahr nur, Welt, fahr immer 8. Es ist nur ein Traum zu hin mit den güldnen Schäßen; nennen, wenn sich Ehr und Reichtum 366 Von Verleugnung der Welt und sein selbst. tum findt, weil es, eh man ihn geb ich mich allein, du sollst nun kann kennen, schon in schneller mein, ich dein vollkommen sein. Eil verschwindt. 4. Mit dir, mein Schat, will 9. O, wer wollte denn verlangen, ich mich recht verbinden, mein was uns Qual und Angst ge- Herz kann doch sonst keine Ruhe biert? O, wer wolltedamit prangen, finden, nur deine Lieb mein süßes was man gar zu bald verliert? Labsal ist. Drum flich, o Welt, 10. Für den Geist, den Gott ich liebe Jesum Christ. gegeben, ist was bessers ausersehn; Christus soll nur sein sein Leben, so fann er in Frieden gehn. 5. Er ist mein Lamm, das höchste Gut auf Erden, das schönste Bild, das mag gefunden werden; 11. Wer sich diesem Fels ver- sein Augenlicht hemmt mir mein trauet, der hat Ruh und Sicher- Herz und Sinn, daß ich vor heit; wer auf ihn im Glauben Freud nicht bei mir selber bin. bauet, solchem widerfährt kein Leid. 6. O großer Herr, hoch über alle 12. Dornen sind zwar ausge- Herren, Gott Zebaoth, den auch streuet, aber Christi Gnad und Hut die Engel ehren; was ist der macht, daß dieses uns erfreuet, was dem Fleisch sonst wehe thut. 13. Christus giebt nur wahre Freude, er ist unsers Geistes Licht. Christus ist der Seelen Weide, seine Liebe wechselt nicht. Mensch, daß du sein so gedenkst, und deine Lieb in seine Seele senkst. 14. Weichet denn, ihr Eitelkeiten, ihr bringt nichts denn Angst und Bein; Christus soll zu allen Zeiten meine wahre Ruhe sein. 7. Halleluja, es ist mir schon gelungen, mein Heiland hat mich süßiglich bezwungen. Drum, schnöde Welt, fahr hin mit deiner Lust, mir ist hinfort nur Gott allein bewußt. Mel. Unser Herrscher, unser König, oder: Herr, ich habe mißgehandelt. Mel. Der Tag ist hin, mein Jesu. 561. Nun, gute Nacht, du eitles Weltgetüm sinn dich, wo du bist; denke doch, mel, mein Herze sehnt sich fort wo dich dein Wille, der so gar nur nach dem Himmel; denn im Eiteln ist, der so gar flebt deine Lust bringt nichts als an der Erde, endlich hin verBein und Last, in Christi Liebe leiten werde. find ich Ruh und Rast. 2. Mein Heiland ruft, mich ihm zur Braut zu werben, zu seiner Ehr und seines Reiches Erben; was ist dem gleich? Ach, nichts auf dieser Welt, nicht reatur, nicht Gold, das sonst gefällt. 3. Ehr ist Rauch; willst du den 3. Sollt ich denn wohl mein fangen? Gold ist nichts denn Glücke selbst verscherzen? Das rote Erd; trägst du danach ein möcht ich ja wohl nimmermehr Verlangen? Lust ist ganz und verschmerzen. Nein, Jesu, dir er- gar nichts wert, so die Erde uns 2. Weißt du denn, wo du hinrennest, warum du dir Mühe machst? Ist es etwas, das du fennest oder das du recht betrachtst, drum du, alles zu gewinnen, stetig fränkest deine Sinnen? er= 562. Steh doch, Seele, steh be Von Verleugnung der Welt und sein selbst. 367 erzeiget, wenn sie nicht vom Him-| benslauf; bitt, daß er dir Flügel mel steiget. sende, schwing dich fröhlich zu ihm auf. Wirst du den Erlöser sehen, so wird dir erst wohl geschehen." 4. Laß der Welt den Dampf der Ehre; gönn ihr doch, daß sie ihr Gold mit unrechtem Gut vermehre; laß sie sein den Freuden hold, die ein'n Augenblick erfreuen und hingegen ewig reuen. 5. Wie ein Fischer in den Flüssen, der mit Angeln Fische fängt, wenn er dem den Wurm entrissen, ihn vor einen andern senkt und doch keinen läßt verschlingen: so gehts auch mit solchen Dingen. 6. Dir wirds heute vorgestreutet, was der Seele bringt den Tod, bald ein andrer daran fäuet, bis er kommt in gleiche Not; viele dies ins Neße treibet und doch endlich keinem bleibet. 12. Wirf doch hin, was dich beschweret, Christus will dein eigen sein, der sich gnädig zu dir kehret und dich zu sich lässet ein; freundlich will er den umfangen, der nach ihm nur trägt Verlangen. 13. O, so hilf, du höchste Stärke, und mich also richte zu, daß ich deine Kraft vermerke, daß ich deinen Willen thu, daß ich dich allein betrachte und die Erde nichts mehr achte. 14. Ich bin lahm, du mußt mich führen; ich bin blind, erleuchte mich; ich bin stumm, du wollst anrühren meine Zunge, daß ich dich hier anfangen mög zu loben, und hernach im Himmel oben. 15. Hilfst du nicht, so ists geschehen, niemand ohn dich helfen wird. Gieb, Herr, daß ich dich mag sehen, daß ich sprech: O trener Hirt, niemand wird von dir verlassen, der dich wird im Glauben fassen. G. Richter. 7. Ach! der Tod hat seine Pfeile auf dir längstens ausgewebt; eile, dich zu schüßen, eile, eh er grimmig an dich setzt. Läßt du dich im Eiteln finden, ewig wirst dus nicht verwinden. 8. Was da ewiglich kann daus ern, das ist dein und sonst nichts mehr; warum willst du denn viel trauern um vergänglich Gut und Ehr, das dich heute kann erfreuen In eigener Melodie. und sich morgen muß zerstreuen? 563. Unser Wandel ist im 9. geringe; Himmel! doch du bist viel zu gut dazu, daß dir dein Herz dahin. Seele, denke, sollten solche Dinge nehmen des daß ich hier in dem schnöden Gemütes Ruh. Willst du auf Weltgetümmel, unter Mesech, der Erde liegen, kannst du nicht unter Redar, nur ein fremder gen Himmel fliegen. Pilgrim bin. Laß den Kindern 10. Willst du dich in Sünde nur das Spiel; aber schaue du senken? Du bist ja zum Reich allein auf das vorgesteckte Ziel. erkorn. Willst du dich zu Gott 2. Unser Wandel ist im Himmel! nicht lenken, der dir hat so oft ge- Rufe, schreie, weine doch, seufze, schworn: So du dich nur willst be- liebes Christenherz, über alles kehren, soll die Freude ewig währen. Weltgetümmel und beklage doch 11. Christus reicht dir selbst die mit Thränen Babels Dienst, Hände, lauf, o Seel, im Glau- Egyptens Joch; leg dich an des Him 368 Von Verleugnung der Welt und sein selbst. Himmels Thür; alles, was die Er-| mit, aber denke, wie dein Gott de liebt, tritt mit Füßen unter dir. dir getroft zur Seite tritt. 3. Unser Wandel ist im Himmel! 8. Unser Wandel ist im HimNeinge dich je mehr und mehr; mel! Rede das zu aller Zeit, fege nur die Sünden aus; leg sprich und rede nur davon. Ach, das eitle Weltgetümmel unters wie wird das Weltgetümmel um Kreuz des lieben Jesu. Mach dein Herze nochmals buhlen; dich ganz vom Eitlen leer, liebe aber dieser Kampf und Streit Jesum nur allein; ach, dein legt dir lauter Kronen bei; ach treuer Seelenfreund muß dein so ringe, weil du kannst, bis Licht, dein Labsal sein. das Kleinod deine sei. 4. Unser Wandel ist im Him4. mel! 9. Unser Wandel ist im Himmel! Raste weder Tag noch Nacht; Richter, Herr der ganzen schlafe nicht, o Himmelstind, bis Welt, füßer Jesu! Bring uns das blinde Weltgetümmel unter Christi Kreuze lieget. Faffe Gott mit aller Macht; laß ihn nicht, bis sich dein Geist aus dem Sterfer, von der Last, von dem Dienst der Sünden reißt. hin, hast du doch vom Weltgetümmel unfre Seelen losgeriffen; Herr Jesu, starter Held! Laß es bald ein Ende sein, ach, dein armes Zion schreit: Mach ein Ende meiner Bein! Mel. Nun danfet alle Gott. 5. Unser Wandel ist im Himmel! Reiß nur alle Mauern ein; schwing dich über Berg und Thal, Welt und allen 564. Was frag ich nach der ihren Schäßen, wenn ich mich über alles Weltgetümmel; um nur an dir, Herr Jesu, kann erden Himmel muß das Leben, Leib und Kraft gewaget sein. gößen, dich hab ich einzig mir Lobe Gott, daß Jesus Chrift zur Wollust vorgestellt; du, du an dem Kreuze deine Lust und nach der Welt! bist meine Ruh, was frag ich dein Reichtum worden ist. 2. Die Welt ist wie ein Rauch, 6. Unser Wandel ist im Him- der in der Luft vergehet, und mel! Richte nur dein Angesicht; einem Schatten gleich, der kurze schau die Auserwählten an, wie Zeit bestehet. Mein Jefus aber jie dieses Weltgetümmel unter bleibt, wenn alles bricht und fällt; Schma und Spott besiegen. er ist mein starker Fels, was 2c. Hier ist Christi Himmel nicht. 3. Die Welt sucht Ehr und Ruhm Lust und Schäße liebt die Welt; bei hocherhabnen Leuten und aber wer Gott angehöret, sucht denkt nicht einmal dran, wie bald und liebt das Himmelszelt. doch diese gleiten; das aber, was mein Herz vor andern rühmlich hält, ist Jesus nur allein; was frag ich nach der Welt! 7. Unser Wandel ist im Himmel! Reiß nicht aus, wenn Spott und Hohn, Schmach und Marter auf dich fällt; du mußt in dem Welt- 4. Die Welt sucht Geld und getümmel unter lauter Dornen Gut und kann nicht eher raften, blühen, dort kommt erst der Eh- sie habe denn zuvor den Mammon renthron. Leide nur und weine in dem Kasten. Ich weiß ein besser But, Von Verleugnung der Welt und sein selbst. 369 Gut, wonach mein Herz sich| 3. Beängstige mein hart Gestellt: Ist Jesus nur allein. Was wissen, stell Sünd und Missethat frag ich nach der Welt! 5. Die Welt bekümmert sich, im Fall sie wird verachtet, als wenn man ihr mit List nach ihren Ehren trachtet. Ich trage Christi Schmach, so lang es ihm gefällt. Wenn mich mein Heiland ehrt, was frag ich nach der Welt! 6. Die Welt kann ihre Lust nicht hoch genug erheben, sie dürfte noch dafür wohl gar den Himmel geben. Ein andrer halts mit ihr, der von sich selbst viel hält: Ich liebe meinen Gott, was frag ich 2c. 7. Was frag ich nach der Welt! Im Nu muß sie vergehen, ihr Ansehn kann durchaus dem Tod nicht widerstehen; die Güter müssen fort und alle Lust verfällt: Bleibt Jesus nur bei mir, was 2c. mir vor; vergäll mir alle meine Bissen; verbirg doch aber nicht dein Ohr, wenn ich auf dieses Jammers Stufe, o Gott, mein Gott, um Gnade rufe. 4. Ach ja, mein Vater, laß mich finden, ob ichs gleich höchst unwürdig bin, daß meine Greuel, meine Sünden vergeben sein, ach, wirf sie hin, wo sie des Meeres Fluten decken, und sie mich wetter nicht erschrecken. 5. Von nun an müssen Seel und Glieder dir gänzlich eingeräumet sein; was ich verscherzt, erstatte wieder, ach tilge allen Heuchelschein; laß Wahrheit gürten meine Benden; in dir müsf all mein Thun sich enden. 8. Was frag ich nach der Welt! Mein Jesus ist mein Leben, mein Schap, mein Eigentum, dem ich mich ganz ergeben, mein ganzes Himmelreich und was mir sonst gefällt. Drum sag ich noch einmal: Was frag ich nach der Welt! 6. Halt meine Zung im festen Zügel und lege selbst ein Schloß davor; schieb vor die Ohren deine Riegel, daß sie nicht wider ihr Gebühr nach eitlem Tand und Wollust hören und dadurch Leib und Seel bethören. 7. Will Hand und Fuß die m. G. M. Pfefferkorn. Werk verrichten, die dir verhaßt, Mel. Erquicke mich, du Heil der. o reines Licht, so möge deine 565. Mas kann die Welt Furcht bewirken, die Furcht vor Wa nicht zu sich ziehen deinem Angesicht, daß sie sich ja und was vermag ihr Zärteln zu nichts bequemen, daß ich mich nicht? Das böse Fleisch hat Lust zu fliehen von Gott und folgt dem Bösewicht, der uns in hundert tausend Fällen weiß Neß und Stricke aufzustellen. vor dir müßte schämen. 8. Das Herz zieh hin zu deinen Schäßen und mach es deiner Liebe voll; laß fernre Untreu nicht verlegen den Bund, nach dem ich wandeln soll; es müsse all mein Thun und Tichten nach dir und deinem Geist sich richten. 2. Läßt man sich fangen, muß man gehen, wohin der arge Feind uns führt; wie aber werd ich dort bestehen, wo Sünd empfängt, was ihr gebührt? Drum Gott, mein Gott, laß hier auf Erden mir mein Verderben sauer werden. 9. Führ mir die Eitelkeit zu Sinne und zeige mir, wie wohl der steht, wie der der Gnad sich freuen könne, der stets auf dei24 nen 370 Von Verleugnung der Welt und sein selbst. nen Wegen geht und dich in al- gleich dem Fleisch und Blut len seinen Sachen läßt raten, schmerzet und sehr bange thut. sorgen, thun und machen. 2. Höret, was uns Jesus saget: 10. Erhöre mich um Jesu wil- Wer nicht alles um mich waget: len, und lohne mir nicht nach Vater, Mutter, Weib und Kind, dem Recht; du wollst mit deinem Bruder, Schwester und Gesind, Geist mich füllen, daß ich hinfort ja dazu sein eigen Leben nicht sei recht und schlecht. Herr, will in die Schanze geben, dulsei gnädig deinem Kinde, damit den, was ihm widerfährt, der ich in dir Ruhe finde. ist mein gewiß nicht wert. 3. Und wer nicht sein Kreuze träget, nichts nach Erd und Himmel fräget, ja mir folget in der willst, und wüte, Pein, der kann nicht mein Jünger sein, sondern bleibet ausgeschlossen von den wahren Reichsgenossen, denen dorten ist bereit Himmel und die Seligkeit. Mel. Erquicke mich, du Heil der. 566. Welt, tobe wie du mein Ziel bleibt dennoch unverrückt; mein Sinn und Herz und mein Gemüte sind nie von deiner Lust entzückt; denn ob mich Welt und Lust schon triebe, bleibt doch gekreuzigt meine Liebe. 4. Was dünkt dich hierbei, mein Herze? Wie gefället dir der 2. Die Liebe, die vergänglich Schmerze, den du zu erfahren hast bleibet, ist schon aus meinem hier bei Jesu leichter Last? Doch Sinne hin; ich bin der Liebe wer will zum Leben gehen, lasse aleinverleibet, die, Jesu, dich hat les liegen, stehen, eile nur zu Jeals Gewinn. Denn ob mich 2c. su zu, um zu finden wahre Ruh. 3. Mein Herz ist himmlisch nur 5. Gute Nacht, ihr eitlen Dinge, gefinnet; was weltlich ist, bleibt denn ich achte euch geringe, ob ihr unberührt; die Liebe, die den große Namen habt und viel TauPreis gewinnet, ist diese, die zum send fälschlich labt. Gute Nacht, Himmel führt. Denn ob mich 2c. ihr meine Freunde, die ihr werdet 4. Ob ich der Welt gleich bin meine Feinde und mich führen wollt verhafset, weil mir verhaßt ist, von Gott, dem so starken Zebaoth. was sie liebt; so leb ich doch mit Lieb umfasset von dem, dem sich mein Herz ergiebt; denn ob mich Welt und Lust schon triebe, bleibt doch gekreuzigt meine Liebe. 6. Sei willkommen, liebes Kreuze, ich will, ob mich niemand reize, dich annehmen herzlich gern, es sei nahe oder fern. Die Welt will ich ernstlich haffen, dabei in Geduld mich fassen, und zwar alles in der Still, es mag kom men, wie es will. Ph. v. Besen. Mel. Herr, nicht schicke deine. 567. Wer da will zu Jesu kommen und von 7. Und so folge ich im Segen ihm sein aufgenommen, der ver- Jesu nach auf seinen Wegen zu leugne sich nur bald und sei ja der schönen Gottesstadt, wie er nicht lau und kalt, sondern nehme mir befohlen hat hier in seinem Kreuz und Leiden auf sich und klaren Worte: Geh ein durch die folg ihm mit Freuden, ob es enge Pforte, dadurch man sich ängst Von der Nachfolge Jesu Christi. 371 ängstlich drängt und zur Him-| 9. Ach, sei du doch selbst mein melshöhe tömmt. Führer, mein Geleitsmann und 8. Christe Jesu, wer dich ken Regierer, daß ich unter Sturm net, Wahrheit, Weg und Leben und Wind stets den schmalen nennet, der führt diesen Christen- Weg hier find. Laß mich gehn stand, den dein Geist ihm macht in Liebesfeilen, daß ich sicher bekannt. Ach, du wolleft dich er- könne eilen aus der argen bösen barmen, dich verklären auch mir Welt hi: zum schönen HimArmen, daß ich alle Augenblick melszelt. so zu leben mich anschick. 24.( 6) Von der Nachfolge Jesu Christi. In eigener Melodie. dem Herren treulich nach; er 568. Der schmale Weg ist leidet erst, er trägt erst seine breit genug zum Schmach, eh er mit ihm im Leben; wenn man nur sacht und Lichte pranget, der die Geburt grad und stille geht, so wird man aus Christo hat erlanget. nicht so leichtlich umgeweht; man muß sich recht hinein begeben, so ist er breit genug zum frommen Leben. 6. Er wird mit ihm in seinen Tod begraben, er wird im Grab auf eine Zeit verwahrt; er stehet auf und hält die Himmelfahrt, bekommt darauf des Geistes Gaben, wenn er vorher mit ihm im Tod begraben. 7. Derselbe Geist, der Christum hier geübet, derselbe übt die Jünger Christi auch; der eine Geist hält immer einen Brauch, 3. Wie kann ein Bär des Schafes tein andrer Weg wird sonst beSanftmut üben? Kein wilder liebet, der Jünger wird wie Wolf giebt sich in Schranken Christus hier geübet. ein; wie kann das Fleisch nach Gott gesinnet sein und diesen Weg des Geistes lieben? Es kann kein Bär des Schafes Sanftmut üben. 8. Und ob es gleich durch Tod und Dornen gehet, so triffts doch nur die Fers und nicht das Herz; die Traurigkeit läßt feinen tiefen Schmerz, wer nur getrost und 4. Du mußt erst Geist aus Geist feste stehet, ob schon es durch geboren werden, dann wandelst den Tod und Hölle gehet. du des Geistes schmale Bahn; 9. Das sanfte Joch kann ja sonst ist es schwer und gehet nicht harte drücken, es wird dadoch nicht an. Weg schnöder durch das Böse nur gedrückt; der Sinn, du Schaum der Erden! Mensch wird frei, damit er nicht Ich muß erst Geist aus Geist erstickt, wer sich nur weiß darein geboren werden. zu schicken, das sanfte Joch kann ja nicht harte drücken. 10. Die leichte Last macht auch 24* ein 2. Des Herren Weg ist voller Süßigkeiten, wenn man ihn nur im Glauben recht bedenkt, wenn man das Herz nur fröhlich auf ihn lenkt; man muß sich recht auf ihn bereiten, so ist der schmale Weg voll Süßigkeiten. 5. Wer die Geburt aus Christo hat erlanget, der folgt allein 372 Von der Nachfolge Jesu Christi. ein leicht Gemüte, das Herz hebt Leben! O, daß mein ganzes Herz sich darunter hoch empor; der und was sich in mir regt, zur Geist friegt Luft, sein Wandel Gegenliebe würd aus dieser Lieb kommt in Flor und schmeckt dabei bewegt! des Herren Güte; die leichte Last macht auch ein leicht Gemüte. 6. Ach, wär ich Schäfleins Art, die sich um nichts bemühen, nicht 11. Zieh, Jesu, mich, zieh mich, sorgen, weil sie nicht von ihrem dir nachzulaufen; zich mich dir Hirten fliehen; sie gehen, wo der nach, zieh mich, ich bin noch weit; Hirt sie führet hier und dort, und dein schmaler Weg ist voller Sü- folgen seiner Stimm und Stab Bigkeit, das Gute folgt uns da an jedem Ort. mit Haufen. Zieh, Jesu, mich, zieh mich, dir nachzulaufen! D. C. F. Richter. Mel. Nun danfet alle Gott. 569. Du bist ein guter Hirt 7. O, daß ich möcht auf dich, o Jesu, mein Anliegen stets werfen und in dir allein mein Herz vergnügen; hingegen stille sein und sorgen ferner nicht, weil du und wirst es ewig als Hirte weißt, was deinem bleiben, o Jesu! Gieb, daß ich Schaf gebricht. dies mög im Herzen gläuben; laß hören deine Stimm, daß ich davon erwach, und als ein Schäflein dir gehorsam folge nach. 2. Ich kenne deine Stimm und 8. Ja, Herr, du willst und kannst und wirst mich also machen, daß ich im Glauben dir befehle meine Sachen; du kommst ja von dir selbst und führst die Schäfhör der Fremden keinen, die meine lein ein, daß sie ganz unbesorgt Seele nicht, sich aber selber mei- in deinem Schafftall sein. nen; der Mietling hält ohndem in Not bei mir nicht Stand; drum folg ich deiner Stimm und deiner Hirtenhand. 9. O, Jesu, leite mich als ein getreuer Hirte, der seiner Schäflein sich annehm und sie bewirte selbst zu der bösen Zeit, da wenig Hirten mehr getreu im Glauben sind, noch leben nach der Lehr. 3. Du bist getreu in Not; mein Herz soll sich verlassen auf dich, mein Hirt, und dich mit Glaubensarmen fassen. Bist du mein Hirt, so wird dein Schaf verforget sein und auf der Weide gehn nach Willen aus und ein. 4. Ach, daß ich deine Treu im Herzen möcht erkennen und mich bis in den Tod dein frommes Schäflein nennen. deine Lieb erwägen möchte so, daß mich die Hirtenlieb im Kreuz auch machte froh! 10. Führ du, o Jefu, mich auf grüner Weid und Auen, und laß mein Glaubensaug im Leben auf dich schauen und deine Stimme mich so hören, daß ich dich, als meinen Hirten, lieb hier und dort ewiglich. Laur. Laurenti. Mel. Herr, nicht schicke deine Rache. Ach, daß ich 570. Folget mir, ruft uns das Leben, was ihr bittet, will ich geben, gehet nur den rechten Steg; folget, ich bin 5. O, daß ich dir allein, mein selbst der Weg; folget mir von Hirte, wär ergeben, der du für ganzem Herzen, ich benehm euch mich aus Lieb gelassen hast dein alle Schmerzen; lernet von mir ins= Von der Nachfolge Jesu Christi. 373 insgemein fanft und reich an Streit, sondern mit BarmherzigDemut sein. teit. Gieb, daß wir als Hausgenossen dir zu folgen unverdrossen wandeln in der Tugend Bahn, wie du hast vor uns gethan. 2. Ja, Herr Jesu, dein Begehren sollt ich billig dir gewähren, weil ich weiß, daß der fein Christ unter uns zu nennen ist, der sich gleichsam pflegt zu schämen, deine Last auf sich zu nehmen. Ach, ich weiß es gar zu wohl, 8. Herr, wie bist du doch gelaufen unter jenen schnöden Haufen damals, als der Sünden Macht dich hat an das Kreuz ge= daß man dir nachwandeln soll. bracht, und die übergroße Liebe 3. Aber, Herr, wo find ich dich für uns zum Sterben triebe, Stärke, zu vollbringen gute Werke, da dein teur vergoßnes Blut dir mit Lust zu folgen nach? Ach, uns erwarb das höchste Gut. mein Gott, ich bin zu schwach. 9. Laß uns auch in solchen Geh ich schon auf guten Wegen, Schranken christlich laufen ohne muß ich bald mich niederlegen; Wanken, daß uns Lieb und und dich lieben, o mein Licht, steht in meinen Kräften nicht. Freundlichkeit fest verknüpf in dieser Zeit. Niemand seh in die4. 3war mein Geist wird oft bewo- sem Stücke, wohl zu leben, hier, gen, aber bald durchs Fleisch betro- zurücke. Christus gehet vor uns gen, wenn die Wollust tritt herfür, her! Folget, das ist sein Begehr! freundlich rufend: Folge mir! 10. Jesu, du mein Licht und Ehr und Pracht, samt andern Leben, deine Schritte sind ganz Sachen, wollen sich zum Herren eben; die Fußstapfen deiner Füß machen; Geiz und Ungerechtigkeit kommen auch zu diesem Streit. 5. Ach, wie seh ich doch ein Rennen nach den Gütern, die wir kennen; liebet doch die schnöde Welt nur den Reichtum und das Geld; und dem Herren, der das Leben nach dem Sterben uns will geben, folget niemand mit der That, ob mans gleich versprochen hat. halt ich über Honig süß; hilf, daß ich im Schmuß der Sünden meinen Gang nicht lasse finden. Zeig, Herr, deinem armen Kind, welches deine Wege sind. 11. Laß mich deine Gnade spüren, meinen Tritt also zu führen, daß ich in der Unschuld geh und nicht bei den Spöttern steh. Hilf, daß ich nicht nur in Freuden, sondern auch in Kreuz und Leiden, 6. Aber, Herr, ich will nicht durch so manchen Kampf und lassen, dich mit Freuden zu um- Streit, dir zu folgen sei bereit. faffen; hilf mir gnädig, stärke 12. Laß mich, Herr, doch nicht mich, immer fest zu halten dich. verdrießen, Angst und Trübsal zu Jener Wege laß ich fahren, nur genießen, weil man weiß, des Lemit dir will ich mich paaren; bens Bahn ist ein rechter Unjener Wege sind Betrug; wer dir glücksplan, da man muß in Dorfolget, der ist flug. nen waten und mit Elend sich beladen, da im Laufe jedermann gar zu schleunig fallen kann. 13. Laß mir doch mein Ziel auf Er7. Du bist vor uns hergegangen nicht mit großem Stolz und Prangen, nicht mit Hader, Bank und 374 Von der Nachfolge Jesu Christi. Erden nicht so schnell verrücket| du, hilf mir dazu, daß ich stets werden, daß ich ja das Gnaden- wachsam sei wie du. licht in der Zeit verliere nicht. 4. Gütger Jesu, ach wie gnäGieb, daß ich von meiner Jugend dig, wie liebreich, freundlich und bis ins Alter mir die Tugend gutthätig bist du doch gegen recht von Herzen, nicht zum Freund und Feind. Deine Sonne Schein, lasse angelegen sein. scheinet allen; dein Regen muß 14. Hilf mir, Herr, vor allen auf alle fallen, ob sie bir gleich Dingen meinen Lauf so zu voll- undankbar sind. Mein Gott, ach bringen, daß ich mich in deiner lehre mich, damit hierinnen ich Lieb und der wahren Demut üb. dir nacharte. O Jesu, du, hilf Hilf, daß ich dir hier vertraue mir dazu, daß ich auch gütig sei und dich dort mit Freuden schaue; wie du. jenes gieb mir in der Zeit, dieses in der Ewigkeit. Joh. Rist. 5. Sanfter Jesu, warst unschuldig und littest alle Schmach Mel. Wachet auf, ruft uns die. geduldig, vergabst und ließst nicht 571. Heilger Jefu, HeilRachgier aus; niemand kann gungsquelle, mehr dein Sanftmut messen, bei der als Krystall rein, klar und helle, kein Eifer dich besessen, als den du lautrer Strom der Heiligkeit; du hattst ums Vaters Haus. aller Glanz der Cherubinen und Mein Heiland, ach verleih mir Heiligkeit der Seraphinen ist ge- Sanftmut und dabei guten Eifer! gen dich nur Dunkelheit. Ein O Jesu, du, hilf mir dazu, daß Vorbild bist du mir. Ach, bilde ich sanftmütig sei wie du. mich nach dir, du mein Alles! 6. Hoher Jesu, Ehrenkönig, du suchtest deine Ehre wenig und wurdest niedrig und gering; wandeltest ganz arm auf Erden in Demut und in Jesu, du, hilf mir dazu, daß ich mag heilig sein wie du. 2. Stiller Jesu, wie dein Wille dem Willen deines Vaters stille und bis zum Tod gehorsam Knechtsgeberden, erhubst dich war: also mach auch gleicher- selbst in keinem Ding. Herr, maßen mein Herz und Wille dir solche Demut lehr mich auch je gelassen; ach stille meinen Willen mehr und mehr stetig üben. O gar. Mach mich dir gleich gesinnt, Jesu, du, hilf mir dazu, daß ich wie ein gehorsam Kind, stille, demütig sei wie du. stille! O Jesu, du, hilf mir dazu, daß ich fein stille sei wie du. 7. Keuscher Jesu, all dein Wesen war züchtig, feusch und 3. Wacher Jesu, ohne Schlum- auserlesen, von tugendvoller Sittmer, in großer Arbeit, Müh und samkeit; Denken, Neden, GlieKummer bist du gewesen Tag der, Sinnen, Geberden, Kleidung und Nacht; mußtest täglich viel und Beginnen war voller lautrer ausstehen, des Nachts lagst du Züchtigkeit. O mein Immanuel, vor Gott mit Flehen und hast mach mir Geist, Leib und Seel gebetet und gewacht. Gieb mir keusch und züchtig. O Jesu, du, auch Wachsamkeit, daß ich zu dir hilf mir dazu auch keusch und allzeit wach und bete. O Jesu, rein zu sein wie dit. 8. Mä Von der Nachfolge Jesu Christi. 375 8. Mäßger Jesu, deine Weise 4. Und wer nur auch sein ganim Trinken und Genuß der Speise zes Leben in Sanft- und Demut lehrt uns die rechte Mäßig- führt, wie du, der findet wahre feit; Durst und Hunger dir zu Seelenruh, die du, ja du allein, stillen, war statt der Rost, des kannst geben; sein Leiden trägt Vaters Willen und Werk vollen- er mit Geduld, das machet deine den, dir bereit. Herr, hilf mir Lieb und Huld. meinen Leib stets zähmen, daß 5. Zwar dünfts dem Fleische ich bleib dir stets nüchtern. unerträglich, denn darauf ists Jesu, du, hilf mir dazu, daß ich auch abgesehn, daß solches mög stets nüchtern sei wie du. zu Grunde gehn; jedoch der Geist bleibt unbeweglich und hält nur dies für seine Last, daß ihn das Fleisch so hart umfaßt. 6. Nun, Jesu, gieb mir ferner Kräfte, daß ich dein Joch beständig trag mit Freuden und ohn alle Klag, und meines Fleisches Lustgeschäfte, die Selbst- und Weltlieb allermeist, ertöte durch den neuen Geist. 9. Liebster Jesu, liebstes Leben, mach mich in allem dir recht eben und deinem heilgen Vorbild gleich; mich mit Geist und Kraft durchdringe, daß ich viel Glaubensfrüchte bringe und tüchtig werd zu deinem Reich. Ach, zieh mich ganz zu dir, behalt mich für und für, treuer Heiland. Jesu, du, laß mich, wie du und wo du bist, einst finden Ruh. G. Arnold. 7. Ists hier so süß, dir, Jesu, dienen, wie süße wird nicht sein Mel. Jesu, wie süß ist deine Liebe, der Lohn, wenn man nun dort 572. Jefu, wie sanft und vor deinem Thron im Licht des wie so leichte ist Lebens ist erschienen; wenn uns, doch dein Joch und deine Last, wie wir von dir gehört, dein wer sie nur willig aufgefaßt, da Vater selbst auf ewig ehrt. ihm dein Ruf die Kräfte reichte; wie wohl ward mir, du süßes Mel. Wer nur den lieben Gott. Lamm, da ich dein Kreuz auch 573. Mein Jeſu, zeig mir deine Wege, die du J. E. Schmidt. auf mich nahm. 2. Ich war mühselig und be- für mich gegangen bist, und hilf, laden, da ich noch war der Sün- daß ich auf gleichem Stege dir den Knecht, und da mir Gottes folge als ein rechter Christ. Laß strenges Recht aufdeckte meinen meinen Gang gerichtet sein allein alten Schaden. Viel Meister zu dir zum Himmel ein. binden manche Bürd, die feiner 2. Du gingst vom Himmel auf mit dem Finger rührt. 3. Du aber, Jesu, hilfst selbst tragen, was du dem Jünger aufgelegt; ja, du bists, der das Schwerste trägt; wer wollte denn nunmehr verzagen? Die Sündenstrafe liegt auf dir, Gewissensfrieden haben wir. die Erde, nur mich zu führen himmelan. Ach, daß denn ich auch tüchtig werde, zu gehen auf der Himmelsbahn; ja, Herr, laß nur gerichtet sein den Gang zu dir zum Himmel ein. 3. Du gingst als Pilgrim in die Ferne, zu zeigen mir, was ich hier fei. 376 Von der Nachfolge Jesu Christi. sei. Ich folge dir von Herzen gerne 10. Du gingst zum Vater in den auf diesem Wege ohne Scheu. Himmel und giebst von da mir Drum laß also gerichtet sein den alles Heil; du wirst auch aus dem Gang zu dir zum Himmel ein. Weltgetümmel Weltgetümmel mich bringen, Herr, in mein Erbteil. So laß denn doch gerichtet sein den Gang zu dir zum Himmel ein. 4. Du gingst zum Tempel, uns zu lehren, wie wir zum Himmel sollen gehn; so nämlich, wenn wir uns bekehren, und in dem Lauf nicht stille stehn. Drum laß also gerichtet sein den Gang zu dir zum Himmel ein. 11. Mein Jesu, diese deine Gänge drück du mir selbst in meinen Sinn und lehr mich, daß die Pforte enge, dadurch ich geh zum Leben hin, damit nur mög gerich5. Du gingst zum Jordan, ließst dich taufen, und sieh, der Him- tet sein mein Gang zu dir zum mel öffnet sich; nur daß ich könnte Himmel ein. sichrer laufen den Weg, der zu dir führet mich. So laß doch auch gerichtet sein den Gang zu dir zum Himmel ein. 12. Nun, Herr, ich weiß, du wirst mich führen auf deiner schmalen Himmelsbahn; dein Geist wird mich auch stets regieren; drum 6. Du gingst umher in deinem stimm ich nur noch einmal an: Lande und thatest allenthalben Laß meinen Gang gerichtet sein wohl; ach, daß auch ich in meinem allein zu dir zum Himmel ein. Stande so wandeln möchte, wie E. CH. Philippi. ich soll. Ja, Herr, laß doch ge- Mel. Machs mit mir, Gott, nach. richtet sein den Gang zu dir zum 574. Mir nach, spricht Himmel ein. unser 7. Du gingst in Demut, Sanftmut, Liebe, Gehorsam und Geduld einher. O, daß aus deines Geistestriebe auch ich auf solchem Wege wär, so würde dann gerichtet sein mein Gang zu dir zum Himmel ein. Held, mir nach, ihr Christen alle! Verleugnet euch, verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle! Nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach! 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für mit heilgem Tugendleben; wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben. Ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demütigfeit, voll Liebe meine Seele; mein Mund, der fließt zu jeder Zeit von süßem Sanftmutsöle; mein Geist, Gemüte, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Ich zeig euch das, was schädlich ist, zu fliehen und zu meiden, 9. Du gingst ins Grab und auch zur Höllen, in beide als ein Sie gesheld; drum kann und soll mich nicht mehr fällen Tod, Sünde, Teufel, Höll und Welt; vielmehr soll nun gerichtet sein mein Gang zu dir zum Himmel ein. und euer Herz von arger List zu rein8. Du gingst freiwillig an dein Leiden, zu büßen meine Sündenschuld; ich kann daher mit großen Freuden mich trösten deiner Lieb und Huld. Mein Gang kann auch gerichtet sein, allein zu dir zum Himmel ein. Von der Nachfolge Jesu Christi. 377 reingen und zu scheiden. Ich bin müssen durch viel Trübsal gehn, der Seelen Fels und Hort und eh wir in Gottes Reiche stehn. führ euch zu der Himmelspfort. 4. Nur immer dran! Es fann 5. Fällts euch zu schwer, ich nicht fehlen, der Kampf bringt geh voran, ich steh euch an der seinen Sieg zuleßt. Je mehr wir Seite; ich kämpfe selbst, ich brech Lebensstufen zählen, je mehr wird die Bahn, bin alles in dem unser Herz ergößt. Nur nach, Streite. Ein böser Knecht, der nur fort, nur durch, nur dran! So still mag stehn, wenn er den geht der Weg zum Himmel an. Feldherrn sieht angehn. Benj. Schmold. 6. Wer seine Seel zu finden Mel. Aus tiefer Not schrei ich. meint, wird sie ohn mich verlies 576. ren; wer sie hier zu verlieren Herr, vor dem die Engel sich in tiefscheint, wird sie in Gott einfüh- ster Demut bücken, ich wollt auch ren. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht wert und meiner Zier. herzlich gerne mich, dich anzubeten, schicken; laß hier mein Herz erniedrigt sein, daß ich nicht darf gebücket sein dort in der Angst der Hölle. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit Leib und Seel nachgehen und wohlgemut, getrost 2. Ich werf mich dir zu Füßen und gern bei ihm im Leiden hin, ich fleh zu deiner Liebe: Ach, stehen; denn wer nicht kämpft, beuge doch den stolzen Sinn; trägt auch die Kron des ewgen laß deines Geistes Triebe in Lebens nicht davon. meinem Herzen allezeit zur Demut und zur Niedrigkeit mich immerdar anweisen. 3. Laß mich recht in mein Nichts eingehn und aller Ding vergessen; auf dein Erempel aber sehn, daß ich nicht werd besessen von Lieb der Welt und Kreatur und also stets in deiner Spur den Lebenswandel führe. Joh. Scheffler. Mel. Wer nur den lieben Gott. 575. Nur immer nach durch Kreuz und Leiden, mein Jesus hat die Bahn gemacht. Wenn ich den Himmel nur gewinne, so geb ich auf den Weg nicht acht, und ob er gleich voll Dornen wär, geht doch mein Jesus vor mir her. 4. Du wollest mich dir machen 2. Nur immerfort! Was willst gleich und deinem edlen Leben; du stehen? Die Welt muß einmal damit ich, an der Seele reich, hinter dich; die, so den Weg nach könn heilge Früchte geben, mit 3ion gehen, die steigen immer Glaub, Lieb, Demut sei erfüllt über sich. Dein Wandel muß und also hier in deinem Bild im Himmel sein, sonst kommst stets lebe und einst sterbe. du nicht zum Himmel ein. Mel. Freuet euch, ihr Christen, alle. 3. Nur immer durch! Man muß 577. Wachet auf, ihr lieben es wagen, mit Gott geht man Herzen, wachet auf, durch Glut und Flut. Man wird und tret't heran, seht, was Jedich nicht auf Rosen tragen, das sus hat gethan; er mußt durch Kreuz erfordert guten Mut. Wir viel Todesschmerzen, durch so man 378 Von der Nachfolge Jesu Christi. manchen harten Streit gehen ein uns werd der Freudenort; durch zur Herrlichkeit. Ach, so schick die letzte Wach wir sehen schon den sich auch zum Leiden, wer ge- Blick der Morgenröt, da die nießen will der Freuden; gebt Freudensonn aufgeht. Es fängt euch in des Vaters Willen, er wird eure Sehnsucht stillen. 2. Kämpfet, denn es wird geboren in dem Streuz die Friedenskraft und die wahre Ruh geschafft. 7. Jesu, du hast durch dein LeiWer nun will sein außerforen, den uns geheiligt vor der Stadt; dringe durch des Leidens Nacht, drum ist es des Vaters Nat, daß so wird er dazu gebracht. Laßt wir uns zum Kreuz bereiten in uns sein darauf beflissen: burch der kurzen Bilgrimschaft. Ach, viel Kreuz und Leiden müssen, die so gieb uns allen Kraft, daß wir gottsfürchtig wollen leben, nach deine Schmach mit tragen, und dem Reiche Gottes streben. wird uns Versuchung plagen, laß uns, Herr, nur nicht verderben, daß wir Gottes Reich ererben. 3. C. Nehring. 3. Wer dem Lamme will nachgehen, wo es hingeht allezeit, muß sich wagen in den Streit. Der wird einst auf Zion stehen, der sich innig ihm ergiebt, und nicht feine Seele liebt. Denn der muß die nun bald an zu tagen, wie die Wächter alle sagen; es wird keine Nacht mehr kommen, denn vollendet sind die Frommen. Mel. Wer nur den lieben Gott. 578. Mer folgen will, muß Seel verlieren, der durchs Kreuz wem sicherlich zu folgen sei. Dem sich nicht läßt führen; wer sie aber wagt im Streite, wird sie tragen noch zur Beute. 6. Ach, so laßt uns ihm nachgehen, unser Leben eilet fort, daß Fleisch, der Welt ist nicht zu trauen. Berführer sind sie, dieſe zwei. Wer folgen will ohn Unge4. Unsers Hauptes Vater träget mach, der folge seinem Jesu nach. Vaterliebe gegen die, so ein wenig 2. Das Fleisch, so sich vor anhaben Müh unterm Kreuz, wenn dern brüstet, raunt unsern lüftern er sie schläget, und den Kindern Ohren ein: Folg mir und thu, das Gemüt mit der Liebesrute was dir gelistet, erfreue stets zieht. Er zerschlägt und reißet dein Traurigsein; ich bin zur nieder; doch heilt er und bauet wieder, tötet und schenkt auch das Leben denen, die sich ihm ergeben. 5. Als der Heiland war auf Erden, ging es seinen Jüngern gut; aber da der Feinde Wut wollte gar zum Mörder werden an den felben, fürcht'ten sich die Verlaßnen ängstiglich. Endlich haben sie ihr Leben selbst mit Freuden hingegeben, die gefolget Gottes Sohne und erlangt die Marterkrone. Wollust dir die Thür, drum, Lieber, komm und folge mir! 3. Laß diesen Führer dich nicht leiten, das Fleisch verblendet und ist blind; wie leicht kann dieser Blinde gleiten, daß beide in der Grube find? Gift ist im Honig zugericht. Ach, folge diesem Führer nicht! 1000 4. Lebst du nach deinem Wohlgefallen, so leide, was dir nicht gefällt. Auf unsers Fleisches Lasterwallen ist schon das End, der Tod, bestellt, wie selber Gott das Vom Gebet und Anrufung Gottes. 379 das Urteil spricht. Ach, folge| 9. Ach, Jesu, ja, ich folge gerne, doch dem Fleische nicht! willst du, so führe mich in Not; 5. Die Welt will auch erwählet du hebst mich über Sonn und werden, schüßt Schäße, Ehr und Sterne, wenn du mich wirfest Wollust vor; wer werden will ein Herr auf Erden, steigt, sagt sie, nur durch mich empor. Ich zier den Menschen mir zur Zier; fomm, Lieber, komm und folge mir! in den Kot. Geh mir zu aller Marter für, ich folge dennoch willig dir. 10. Mit dir verarmen, kann bereichern; die Schand der Welt 6. Ach, laß die Welt dich nicht verherrlicht dort; muß ich im verstören, der breite Weg führt Angstmeer Segel streichen, ich seh Höllen ein; laß dich den Reich- des Himmels Freudenport. Der tum nicht bethören, er zinset ewig Tod ist mir die Lebensthür, harte Pein, wo der Gewissens- drum folg ich, Jesu, willig dir. wurm dich sticht. Ach, folge diesem Führer nicht! 7. Die Ehren dieser Welt sind Ähren, aus denen wächset eige Schand; wer ihrer Lust nicht mag entbehren, bleibt stets in Sündendurst entbrannt, dem alle Gotteslieb gebricht. Ach, folge diesem Schatten nicht! 11. Will mir die Erd zur Wüste werden, schickt mir der Himmel Manna zu; ich lache aller Angstbeschwerden, weil du doch bleibest meine Ruh. In dir versüßt sich alles mir, drum folg ich), Jesu, willig dir. 12. Mein Sinnen sinnt nach deinen Zinnen, mein Sein verlangt 8. Wie hört man aber Jefum mit dir zu sein. Kann dieses mir sagen? Will einer hier mein Jün- der Tod gewinnen, zerspring der ger sein, der nehm sein Kreuz auf Seele Wohnungschrein! Ich seufze sich zu tragen und stelle sich so zu dir mit Begier: Herr Jesu, bei mir ein. Komm, Sünder, nimm mich bald zu dir! mich verlangt nach dir; komm, J. H. Lochner. Sünder, komm und folge mir! 25.( 7) Vom Gebet und Anrufung Gottes. Mel. Komm, o tomm, du Geist des, 3. Komm zu uns mit deinem oder: Gott des Himmels und der. Reiche, König, dem kein König 579. Abba, lieber Vater, gleich, daß das Reich des Satans höre, wenn dein weiche; bau in uns dein GnadenKind gen Himmel schreit. Rette reich; führ uns auch nach dieser deines Namens Ehre, denn du Zeit in das Reich der Herrlichkeit. bist voll Gütigkeit; unsre Herzen 4. Laß doch deinen guten Wilhalten dir unsers Jesu Namen für. len, lieber Gott, bei uns ge= 2. Herr, wer kann dich gnug schehn, daß wir ihn mit Lust erheben, wie dein Name, so dein erfüllen und auf deinen Wegen Ruhm. Ach, erhalt in Lehr und gehn, so stimmt Grd und Himmel Leben deines Namens Heilig- ein, wenn wir deines Willens sein. tum; diesen Namen laß allein 5. Geber aller guten Gaben, unsers Herzens Freude sein. gieb uns das bescheidne Teil; du weißt, 380 Vom Gebet und Anrufung Gottes. weißt, was wir müssen haben, 5. O Herr, durch alle Land und bei dir steht unser Heil. Hat geheiligt werd dein Nam; zukomm man Gott und täglich Brot, o dein Reich; dein Wille gescheh, so hat es keine Not. und ihn erfülle; gieb Brot; ver= 6. Großer Gott von großen gieb die Sünde, daß Kampf und Gnaden, ach vergieb die Sünden- Not verschwinde. schuld, die wir täglich auf uns 6. Dein Blut, das beffer redt laben, habe nur mit uns Geduld; als Abels, mich vertret, mein laß uns andern auch verzeihn, Jesu, daß ich finde Vergebung sonst kannst du nicht gnädig sein. meiner Sünde, dich stets in Herz 7. Sucht der Satan uns zu und Armen und meines Gotts fichten, und versucht uns Fleisch Erbarmen. und Welt: hilf, daß wir den Kampf 7. Seufz, heilger Geist, für berrichten, bis der Geist den Sieg mich; den Glauben mehr, bitt behält. Laß uns fest im Glauben ich; gieb Zeugnis meinem Geiste stehn und in keiner Angst vergehn. und diesen Trost mir leiste, daß 8. Alle Not und Trübsal wende, ich sei und auch sterbe ein Gotdaß sie uns nicht schädlich sei, teskind und Erbe. und mach uns an unserm Ende auch von allem Übel frei. ist Reich und Kraft und Ehr; Amen, großer Gott, erhör! 8. Hilf, Gott, daß fest und stet Dein ich halt an am Gebet, mit Beten früh aufstehe, mit Beten schlafen gehe, mit Beten auch arbeite, mit Beten leid und scheide. Benj. Schmold, Mel. Auf meinen lieben Gott. 580. Ach bet, wer beten As kann, eh denn der Tod kommt an, eh oft vor Angst und Schmerzen nichts will aus Mund und Herzen, eh der Verstand zerrinnet, und man sich nicht besinnet. 2. Bet, Herz, ohn Unterlaß und Jesum gläubig faß, durch dessen Blutvergießen kannst du die Hilf genießen und Seel- und Leibes9. So bet ich für und für, Herr, hilf durch Jesum mir; Herr, hilf durch Jesu Wunden, Herr, hilf in Todesstunden; Herr, hilf mir vor Gerichte, Herr, hilf zum ewgen Lichte. 10. Du sollst dann sein geehrt, wenn mein Gebet erhört, das sich auf Christum gründet, wenn Gnad bei Gott ich finde; ich will dich hier und droben für diese Gnade loben. Mel. Herr Christ, der einge. gaben durch seine Fürbitt haben. 581. Ah Bater von uns an, es allen, der du wird dir aufgethan; bitt, es wird Himmel bist, hör deines Kindes dir gegeben und such, du findst Lallen, das hier auf Erden ist. das Leben; wags nur, in Jesu Jch bet in Jesu Namen, ach laß Namen ist alles Ja und Amen. es Ja und Amen vor deinem 4. Nun denn getrost drauf los; Throne sein. ich werf in Jesu Schoß mich, daß 2. Laß deinen teuren Namen er für mich spreche, das Vaterherze bei uns stets heilig sein, und streu breche. Mein Jesu, lehr mich des Wortes Samen in unfre beten, ich will zum Vater treten. Herzen ein, auf daß wir deinen Wil Vom Gebet und Anrufung Gottes. 381 und um einen Fisch ihn bäte, der ihm brächt auf seinen Tisch eine Schlang für einen Fisch? 4. So denn ihr, die ihr doch Sünder und aus argem Samen feid, könnt begaben eure Kinder mit den Gütern dieser Zeit; vielmehr wird auf euer Bitten ener Gott und Vater schütten über euch den heilgen Geist, den er euch durch mich verheißt. Willen auf Erden so erfüllen, wie in dem Himmel dort. 3. Gieb täglich Brot zu essen, so lang es heute heißt, und laß uns nicht vergessen, wer uns so reichlich speist. Bergieb uns unsre Schulden, laß uns den nächsten dulden in Fried und Einigkeit. 4. Wenn wir versuchet werden, so steh uns kräftig bei und mach uns von Beschwerden und an derm Übel frei, bis du von allem Bösen uns endlich wirst er lösen durch einen sanften Tod. 5. Es steht in deinen Händen, dein ist Reich, Kraft und Ehr; du wirst dich zu uns wenden mit gnädigem Gehör und auf des Herzens Flehen mit holden Augen Halleluja bringen dir. sehen: so heißt es Amen! Ja! Benj. Schmold. 5. Jesu, dies ist deine Lehre, schreib sie mir ins Herz hinein, damit ich niemals aufhöre anzuklopfen und zu schrein. Ja, du wollst selbst für mich bitten, Gnad und Segen auf mich schütten, dafür will ich für und für Laur. Laurenti. In eigener Melodie. Mel. Jeft, meines Lebens Leben, 583. Dir, bir, Jehovah, oder: Alle Menschen müssen will ich singen; 582. Bittet, so wird euch denn wo ist doch ein solcher Gott, gegeben, was nur wie du? Dir will ich meine euer Herz begehrt; was zu dies'm Lieder bringen; ach gieb mir deiund jenem Leben nützlich ist, nes Geistes Kraft dazu, daß ich wird euch gewährt; sucht mit es thu im Namen Jesu Christ, so Fleiß, so werdt ihr finden Rat und Trost für eure Sünden. Klopft bei Gott im Glauben an, so wird euch bald aufgethan. wie es dir durch ihn gefällig ist. 2. Zieh mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir; dein Geist in 2. Denn wer bittet, der erlan- meinem Herzen wohne und meine get, was sein Glaube hofft und Sinne und Verstand regier, daß will; wer Gott sucht und ihm ich den Frieden Gottes schmeck anhanget, findet seine Gnaden- und fühl und dir darob im füll; wer mit rechtem Ernst an- Herzen sing und spiel. klopfet, dem bleibt nimmermehr verstopfet Gottes Ohr, das alles hört; sein Leid wird in Freud verkehrt. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß mein Singen recht gethan; so klingt es schön in meinem Liede, und ich 3. Welcher ist wohl von euch bet dich im Geist und Wahrheit allen, so sein Sohn von ihm heischt an; so hebt dein Geist mein Herz Brot, der ihm einen Stein zu- zu dir empor, daß ich dir Psalfallen läßt in seiner Hungers- men sing im höhern Chor. not? Oder, so er zu ihm träte 4. Denn der kann mich bei dir ver= 382 Vom Gebet und Anrufung Gottes. vertreten mit Seufzern, die ganz Herz gericht, erhör uns, deine unaussprechlich sind; der lehret Sinder. mich recht gläubig beten, giebt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Miterbe Jesu Christi sei, daher ich Abba, lieber Vater, schrei. 2. Hilf, daß wir deinem heilgen Nam die Ehr in allem geben, wie groß du bist und wundersam, mit Freudigkeit erheben; dich, deine Weisheit, Macht und Treu, erkennen und ohn Heuchelei dir und dem Nächsten dienen. 5. Wenn dies aus meinem Her zen schallet durch deines heilgen Geiftes Kraft und Trieb, so bricht 3. Laß uns in deinem Gnadein Vaterherz und wallet ganz denreich des heilgen Geistes brünstig gegen mich vor heißer Gaben, dein Wort und dessen Lieb, daß mirs die Bitte nicht Kraft zugleich, Glaub, Lieb und versagen kann, die ich nach dei- Hoffnung haben. Des Satans nem Willen hab gethan. Sündenreich zerstör; schüß deine Kirch, und sie vermehr in Einigfeit und Wahrheit. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, das ist nach deinem Willen eingericht, und wird ge- 4. Dein Will geschehe für und wiß von dir erhöret, weil es im für im Himmel und auf Erden, Namen deines Sohns geschieht, daß unser Will und bös Begier durch welchen ich dein Kind und dadurch gebrochen werden. VerErbe bin und nehme von dir leihe uns in Freud und Leid Gnad um Gnade hin. ein ruhig Herz, daß jederzeit, was du willst, uns gefalle. 7. Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe! Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir verlange jederzeit, die giebst du und thust überschwenglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr. 8. Wohl mir, ich bitt in Jesu Namen, der mich zu deiner Rech5. Gieb uns heut unser täglich Brot durch Arbeit unsrer Hän de; Pest, Krankheit, Feur und Wassersnot, und was sonst schadt, abwende. Gieb treue Obern, Fried und Heil, auch jedem sein bescheiden Teil und laß uns dran begnügen. ten selbst vertritt; in ihm ist 6. Vergieb uns alle unsre alles Ja und Amen, was ich Schuld und sündhaft böses Lebent; von dir im Geist und Glauben hilf, daß mit Liebe und Geduld bitt. Wohl mir, Lob dir, jezt wir andern auch vergeben; ach, und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit! übe an uns teine Nach, und laß uns Unrecht, Troß und Schmach dem Nächsten auch verzeihen. Barth. Craffelius. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 7. In der Versuchung, Herr, 584. Gott, unfer Bater, uns stärk, und hilf uns überwinden der du bist im Him- das Fleisch, die Welt, des Satans mel hoch erhoben, und schauest, Werk, und was uns reizt zu Sünwas auf Erden ist, von deinem den, daß, wenn uns Wollust, Ehr Throne oben; Herr, unser Trost und Geld wird süß und listig vorund Zuversicht, zu dir ist unser gestellt, wir doch darüber siegen. 8. Vont Vom Gebet und Anrufung Gottes. 383 8. Von allem Übel, Angst und Feinde mir erzeigen, die mir Nez Not in Gnaden uns erlöse, daß und Strice stellen; darum fleh uns im Leben und im Tod nicht und bitt ich dich: Herr, sieh auf schaden kann der Böse. Gieb, daß mich! Herr, sieh auf mich! wir freudig und getrost, wenn uns 4. Herr, zieh auch mich mit gleich manches Kreuz zustößt, des deinem Gnadenblick, daß ich nicht Glaubens End erhalten.seh zurück auf das, was ist da9. Dies alles, Vater, werde wahr, hinten; gieb, daß ich mein Gedu wollest es erfüllen; erhör und sicht nur einzig dahin richt, wo hilf uns immerdar um Jesu Chri- ich das Kleinod finden und das fti willen; denn dein, o Herr, ist Ziel erlangen möge, das du mir allezeit von Ewigkeit zu Ewigkeit, hast vorgestecket, auch nicht werde das Reich, die Macht, die Ehre! laß und träge, bis ich hab dent In eigener Melodie. Lauf vollstrecket und geendet se585. Herr, höre mich und liglich; Herr, ziehe mich! Herr, auf mein Wort, o du mein treuer Hort, 5. Herr, stärke mich mit deines denn ich will vor dir beten und Geistes Kraft in meiner Nitterjezt vor deinen Thron im Geist schaft, daß ich mög tapfer rindurch deinen Sohn mit Flehen gen. Zieh du zu aller Zeit ſelbst gläubig treten; du giebst mir vor mir her im Streit, damit ich hierzu das Wollen. Weil wir tann bezwingen Teufel, Sünde, aber doch nicht wissen, was und Welt und alles, was mir nach der wie wir bitten sollen, wird dein Seele stehet und sich freuet meiGeist mich lehren müssen schreien, nes Falles. Deine Rechte sei erhöseufzen inniglich: Herr, höre het über mich, so siege ich; Herr, mich, Herr, höre mich! stärke mich! Herr, stärke mich! 2. Herr, lehre mich und öffne 6. Serr, mert auf mich, wenn mein Gehör, daß ich zu deiner Lehr ich bin in Gefahr und doch nicht mich gänzlich möge kehren, und in immerdar dich sehe oder höre. des Herzens Grund die Stimm Wenn du dich stellest hart, wie aus deinem Mund recht deutlich deine Gegenwart mir gar entzokönne hören. Mache den Verstand gen wäre, da gieb Hoffnung und verständig und den Willen dir Vertrauen, daß ich treu sei bis recht willig; mach mein Sinnen ans Ende, und kann ich dich dir gefällig, daß ich sei gesinnt, gleich nicht schauen, nimm mich wie billig, dir zu dienen heiliglich. doch in deine Hände, daß ich Herr, lehre mich, Herr, lehre mich! merk und fühle dich; Herr, merk 3. Herr, fieh auf mich und laß auf mich! Herr, mert auf mich! dein wahres Licht und gnädig 7. Herr, weide mich auf einer Angesicht mir leuchten und mich grünen Au, wo mir dein Gnadenleiten. Bewahre meinen Gang, tau das Manna giebt zu schmekdamit mein Leben lang mein Fuß ten, und mach mich fatt und nicht möge gleiten, noch von dei- frisch an deinem Himmelstisch, ner Bahn abweichen. Laß mich den du hast decken lassen für die, nicht die Tücke fällen, so die so nach dir verlangen, als die Scha 384 Vom Gebet und Anrufung Gottes. 2. Thu mir auf des Vaters Herz, mach es weich in deinem Blute; treib den Satan hinterwärts, daß ich mit getrostem Mute im Gebete mit dir ringe und im Glauben dich bezwinge. Schafe deiner Weide; laß mich hier auf Erden lauter Himmelsda vollauf empfangen, wo die schlüssel werden. Gäste deiner Freude süß und freundlich schmecken dich. Herr, weide mich! Herr, weide mich! 8. Herr, leite mich zum frischen Wasser hin, indem ich durstig bin nach deiner Lebensquelle, und meine Seel ächzt, als wie 3. Sei du selber der Altar, ein Hirschlein lechzt nach der drauf mein Herz als Opfer brenErquickungsstelle, da du ihr wirst net. Zeige deine Wunden dar, voll einschenken von den Strö- wenn dein Vater mich erkennet, men deiner Freuden und sie wirst daß ich nicht im Zittern stehe, mit Wollust tränken, daß sie nicht sondern kindlich zu ihm gehe. mehr Durst darf leiden; dahin senfz ich dürftiglich: Herr, leite, mich! Herr, leite mich! 4. Rede du, wenn ich nicht kann und sei dujeßt mein Berater; denn auf dich kommt alles an, daß mein Beten wohl gerate; du wirst schreien, ich will lallen und so wird es Gott gefallen. 9. Herr, labe mich, wenn ich vor Angst und Schmach im Kreuz und Ungemach muß gar in Ohnmacht liegen. Sei mir da Labsals 5. Ach, du Wort des Vaters, gnug und laß mich den Geruch sprich nur ein Wort zu meinen vom Lebensbalsam riechen, der Worten; nur ein Wort erfreuet durch Geist und Seele dringet mich, da ich bin an deiner Pforten, und die Kräfte ganz erneuet, der da ich bet in deinem Namen, ach, da neues Leben bringet und gar so sprich nur: Amen, Amen! von dem Tod befreiet, daß ich leb und lobe dich: Herr, labe mich!:,: Benj. Schmold. Mel. Wer nur den lieben Gott. 10. Herr, habe mich zu deinem 587. Mein Gott, ich klopf Ehrenfaß, füll mich mit vollem ich halte mich an deine Worte: Klopft an, so wird euch aufgethan. Ach, öffne mir die Gnadenthür, mein Jesus klopft selbst an mit mir. an deine Pforte Maß von deiner Gottesfülle, da- mit meinem Seufzerhammer an; mit in meiner Seel dein Salbund Freudenöl dir stets zu Ehren quille, und daß hier all mein Beginnen, als ein Opfer, dir wohl rieche! Endlich, wenn ich scheid 2. Wer kann was von sich selber von hinnen, gieb mir dort die haben, das nicht von dir den Urvolle Gnüge! Herr, behalt mich sprung hat? Du bist der Geber ewiglich! Da hast du mich, da aller Gaben, bei dir ist immer hast du mich! B. Craffelius. Rat und That; du bist der Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Brunn, der immer quillt; du 586. Liebster Jefu, thu mir bist das Gut, das immer gilt. auf, ich steh hier an 3. Drum fomm ich auch mit deiner Thüre; laß der Andacht meinem Beten, das voller Herz ihren Lauf, daß sie mich gen und Glauben ist; der mich vor Himmel führe und die Seufzer dich hat heißen treten, heißt mein Er Bom Gebet und Anrufung Gottes. 385 Erlöser Jesus Christ, und der in mir das Abba schreit, ist ja dein Geist der Freudigkeit. 10. Was will ich nun noch mehr begehren? Du weißt schon, was ich haben muß. Du wirst ja 4. Gieb, Vater, gieb nach dei- alles mir gewähren, denn Jesus nem Willen, was deinem Kinde macht den süßen Schluß: Ich nötig ist; du fannst mir mein soll in seinem Namen schrein, so Verlangen stillen, weil du die wird es Ja und Amen sein. Segensquelle bist; doch gieb, du Geber, allermeist, was meiner Seele selig heißt. Benj. Schmold. Mel. Es ist das Heil uns. 588. Bater, unser Gott, es Beständigkeit im ist unmöglich auszu= 5. Verleih Glauben, laß meine Liebe brün- finnen, wie du recht anzurufen stig sein; will Satan mir dies bist, Vernunft kanns nicht beginKleinod rauben, so halt mit der nen; deshalben gieß, wie du verVersuchung ein, damit mein ar- heißt, selbst über uns aus deinen mes Fleisch und Blut dem Feinde Geist der Gnad und des Gebetes. nichts zu Willen thut. 6. Erweckt in mir ein gut Gewissen, das weder Welt noch Teufel scheut, und laß mich meine Sünde büßen noch hier in die ser Gnadenzeit, durchstreich die Schuld mit deinem Blut und 2. Daß er bei dir uns kräftiglich mit Seufzen mög vertreten, so oft wir kommen, Herr, vor dich, zu danken und zu beten. Laß nicht nur plappern unsern Mund; hilf, daß zu dir aus Herzensgrund, o großer Gott, wir rufen. mach das Böse wieder gut. 3. Zieh unser Herz zu dir hin7. Vom Kreuze darf ich wohl und thu uns auch die Lippen auf, auf im Beten, und im Singen nicht bitten, daß es mich ganz ein Opfer dir zu bringen, das verschonen soll; hat doch mein dir gefalle, wenn allda das Herz Jesus selbst gelitten, und also ist mit den Lippen nah und nicht leid ich billig wohl. Doch wird von dir entfernet. Geduld mir nötig sein, die wollest du mir, Herr, verleihn. 4. Im Geist und Wahrheit laß zu dir das Herz uns immer rich8. Das andre wird sich alles ten, mit Andacht beten für und fügen, ich möge arm sein oder für, ohn fremdes Denk und Dichreich; an deiner Huld laß mir ten. Gieb uns des Glaubens genügen, die macht mir Glück Zuversicht, daß wir die Bitte und Unglück gleich; kommt zeit- zweifeln nicht durch Christum zu lich Gut nicht reichlich ein, wirds erhalten. doch genug zur Notdurft sein. 9. Ich bitte nicht um langes Leben, nur daß ich christlich leben mag; laß mir den Tod vor Augen schweben und des Gerichtes großen Tag, damit mein Ausgang aus der Welt den Eingang in den Himmel hält. 5. Hilf, daß wir keine Zeit noch Maß im Beten dir vorschreiben, anhalten ohne Unterlaß, bei dem allein auch bleiben, was ist dein Will, was deine Ehr und unser Wohlfahrt mehr und mehr befördert hier und ewig. 6. Laß uns im Herzen und Ge25 müt 386 Vom Gebet und Anrufung Gottes. müt auf unsre Werk nicht bauen, Laß dich finden,:,: gieb dich mir allein auf deine Gnab und Güt und nimm mich hin. laß einzig uns vertrauen; ob wir es gleich nicht würdig sein, wollst du aus lauter Gnad allein uns doch die Bitt gewähren. 3. Jch begehre nichts; gewähre mir nur deine freie Gnad, die du giebest, weil du liebest den, der dich liebt in der That. Laß dich fin 7. Du Vater, weißt, was uns den,:,: der hat alles, wer dich hat. gebricht, solang wir sind im Le- 4. Himmelssonne, Seelenwonben; es ist dir auch verborgen ne, unbeflecktes Gotteslamm, in nicht, wenn in Gefahr wir schwe- der Höhle meine Seele suchet ben. Um Beistand flehen wir dich dich, o Bräutigam! Laß dich an, dein Vaterherze uns nicht finden,:,: starker Held aus Dakann verlassen, deine Kinder. vids Stamm. 8. Wir haben ja die Freudig- 5. Hör, wie fläglich, wie beteit in Jesu Christ empfangen; weglich dir die treue Seele singt, der Gnadenstuhl ist da bereit, wie demütig und wehmütig deidie Hilfe zu erlangen. Drum nes Kindes Stimme flingt! Laß laß hier und an allem End uns dich finden,:,: denn mein Herze stets aufheben heilge Händ, zu zu dir dringt. dir gen Himmel schreien. 6. Dieser Zeiten Eitelkeiten, 9. Dein Nam, o Gott, geheiligt Reichtum, Wollust, Ehr und werd; dein Reich laß zu uns kom- Freud sind nur Schmerzen meimen; dein Will geschehe auch auf nem Herzen, welches sucht die Erd; gieb Fried, Brot, Nuß und Ewigkeit. Laß dich finden,:,: Frommen; all unsre Sünden uns großer Gott, ich bin bereit! verzeih; steh uns in der Versuchung bei; erlös uns von dem Übel. Joach. Reander. In eigener Melodie 10. Dies alles, Pater, werde 590. Vater unſer im Himwahr, du wollest es erfüllen; ermelreich, der du uns hör und hilf uns immerdar um alle heißest gleich Brüder sein Jefu Chrifti willen; denn dein, und dich rufen an, und willst das o Herr, ist allezeit von Ewigkeit zu Ewigkeit das Reich, die Macht, die Ehre. In eigener Melodie. Beten von uns habn; gieb, daß nicht bet allein der Mund, hilf, daß es geh aus Herzensgrund. 2. Geheiligt werd der Name 589. Sieh, hier bin ich, dein, dein Wort bei uns hilf Ehrenkönig, lege halten rein, daß wir auch leben mich vor deinen Thron; schwache heiliglich, nach deinem Namen Thränen, kindlich Sehnen bring würdiglich. Behüt uns, Herr, ich dir, du Menschensohn. Laß vor falscher Lehr, das arm verdich finden, laß dich finden von führte Volk bekehr. mir, der ich Asch und Thon. 3. Gs fomm dein Reich zu 2. Sieh doch auf mich, Herr, dieser Zeit und dort hernach in ich bitt dich, lenke mich nach dei- Ewigkeit; der heilge Geist uns nem Sinn. Dich alleine ich nur wohne bei mit seinen Gaben meine, dein erkaufter Erb ich bin. mancherlei; des Satans Zorn und Vom Gebet und Anrufung Gottes. 387 und groß Gewalt zerbrich, vor bist in Angst und Not, mußt ihm dein Kirch erhalt. du fleißig zu Gott beten; beten 4. Dein Will gescheh, Herr hilft in. Not und Tod, daß du Gott, zugleich auf Erden, wie Gottes Angesicht, auch im Kreuz im Himmelreich. Gieb uns Ge- auf dich gericht, kannst aus seis duld in Leidenszeit, gehorsam nem Wort erblicken und dein sein in Lieb und Leid, wehr, Herz mit Trost erquicken. steure allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 2. Steiner wird jemals zu Schanden, der sich seinem Gott ver= 5. Gieb uns heut unser täglich traut; fommt dir gleich viel Not Brot und was man darf zur zu handen, hast du auf ihn wohl Leibesnot. Behüt, Herr, vor Un- gebaut. Obs gleich scheint, als fried und Streit, vor Seuchen hört er nicht, weiß er doch, was und vor teurer Zeit, daß wir dir gebricht; deine Not mußt du in gutem Frieden slehn, der ihm klagen und in keinem Kreuz Sorg und Geizes müßig gehn. verzagen. 6. All unsre Schuld vergieb uns, Herr, daß sie uns nicht betrübe mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern; zu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit. 3. Rufen, Schreien, Klopfen, Beten ist der Christen beste Kunst; allzeit gläubig vor Gott treten, findet Hilfe, Gnad und Gunft. Wer Gott fest vertrauen kann, ist der allerbeste Mann und wird allzeit Rettung finden, alles Un7. Führ uns, Herr, in Ver- glück überwinden. suchung nicht, wenn uns der 4. Lerne Gottes Weise merken, böse Geist anficht; zur linken und zur rechten Hand, hilf uns thun starken Widerstand, im Glauben fest und wohl gerüst und durch des heilgen Geistes Troft. die er bei den Seinen hält; er will ihren Glauben stärken, wenn sie Unglück überfällt. Unser Gott, der lebt ja noch, schweigt er gleich, so hört er doch. Schrei ge= 8. Von allem Übel uns erlöf, trost, du mußt nicht zagen, dein es sind die Zeit und Tage bös; er- Gott kann dir nichts versagen. lös uns von dem ewgen Tod, und 5. Laß dich Gottes Wort regietröst uns in der letzten Not; be- ren, das Geduld und Hoffnung scher uns, Herr, ein selges End, Lehrt; laß dich keine Furcht vernimm unsre Seel in deine Händ. führen, würd die Welt auch unte 9. Amen, das ist: Es werde wahr! gekehrt. Gottes Wahrheit ist Stärf unsern Glauben immerdar, dein Licht, dein Schuß, Troft auf daß wir ja nicht zweifeln dran, und Zuversicht. Trau mur Gott, was wir hiermit gebeten habn auf er kann nicht lügen. Bet, du dein Wort, in dem Namen dein. wirst gewiß obsiegen. So sprechen wir das Amen fein. D. M. Luther. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 591. Wenn dich Unglück hat betreten, wenn du 6. Lob sei Gott für seine Gna-= de! Seine große Güt und Treu macht, daß nie ein Feind mir schade, sie ist alle Morgen neu. Drum will ich mein lebenlang 25* im 388 Vom Dank und Lobe Gottes und Jesu. immer sagen Lob und Dank, 4. Ein Vater giebet feinen meinem Gott in allen Dingen Stein, wenn seine Kinder hunfröhlich Halleluja singen. grig sein nach Brot, noch tragen sie davon für Fische Schlang und Skorpion. D. Joh. Olearius. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten, oder: Herr Jesu Christ, dich zu. 592. Wohl dem, der fest im Glauben steht und in dem Namen Jesu fleht; denn wahrlich, wahrlich, es geschieht, was ihm des Herren Mund verspricht. 5. Also, wer Gott zum Vater hat, der wird erhöret in der That; die Sünder aber hört er nicht, er fehrt von ihnen sein Gesicht. 6. Nur der, der von der Sünd abtritt und stellet Jesum in die Mitt, der schmecket seiner Bitte Frucht, 2. Doch müssens Gottes Kin- der findet, was er hat gesucht. der sein, die ohne Trug und 7. Drum bet und fleh aus Hers Heuchelschein zu ihm aufheben zensgrund im Geist und nur heilge Händ, zu solchen er sein nicht mit dem Mund, in GlanAntlitz wendt. benskraft und Zuversicht um alles, woran dirs gebricht. 8. Du aber, Jesu, lehre mich zum Vater beten würdiglich, das mit ich dadurch früh und spat in dir erlange Gnad um Gnad. und Lobe Gottes und Jesu. Mel. Gott des Himmels und der. 4. Gott des Himmels und der 593. Alle Welt, was lebt Erde, Bater, Sohn und heilger und webet und in Geist, daß dein Ruhm bei uns Feld und Häusern ist, was nur groß werde, Beistand selbst und Stimm und Zung erhebet, jauchze| Hilf uns leist; gieb uns Kräfte Gott zu jeder Frist; dienet ihm, und Begier, dich zu preisen für wer dienen fann, fommt mit und für. Joh. Frant. Lust und Freud heran! Mel. Es ist das Heil uns. 2. Sprecht: Der Herr ist unser 594. Bringt her dem Her Meister, er hat uns aus nichts ren Preis und Ehr gemacht; unsre Leiber, unsre aus freudigem Gemüte! Ein jeGeister an die lichte Welt ge- der Gottes Ruhm vermehr und bracht; wir sind seiner Allmacht preise seine Güte. Ach lobet, Ruhm, seine Schaf und Eigen- lobet alle Gott, der uns befreiet aus der Not, und danket seinem Namen! tum. 3. Wenn zu dem Vater schreit ein Kind, so hört darauf sein Ohr geschwind; wenns, ihn anspricht in Hungersnot, versagt er ihm ja nicht das Brot. 26.( 8) Vom Dank 3. Gehet ein zu seinen Pforten, geht durch seines Vorhofs Gang; lobet ihn mit schönen Worten, saget ihm Lob, Preis und Dank; denn der Herr ist jederzeit vol ler Gnad und Gütigkeit. 2. Lobt Gott und rühmet allezeit die großen Wunderwerke, die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt und dadurch Vom Dank und Lobe Gottes und Jesu. 389 Herz mit Angst und Qual; doch hat mir Gott geholfen. durch alle Ding erhält. Drum danket feinem Namen! 3. Lobt Gott, der uns erschaf- 2. Jch tam in Jammer und in fen hat, Leib, Seele, Geist und Not, ich sank fast gar zu Grunde; Leben aus lauter väterlicher Gnad und da ich sant, rief ich zu Gott uns allen hat gegeben; der uns mit Herzen und mit Munde: O durch seine Engel schützt und Herr, ich weiß, du wirst, als täglich giebet, was uns nüßt! alles Lebens Fürst, schon führen Drum danfet seinem Namen! meine Sach! Und wie ich bat und 4. Lobt Gott, der uns schenkt sprach, so ists auch nun geschehen. feinen Sohn, der für uns ist ge- 3. Sei wieder froh und gutes storben und uns die selge Lebens- Muts, mein Herze, sei zufrieden; fron durch seinen Tod erworben, der Herr, der thut dir alles Guts; der worden ist der Hölle Gift durch ihn ist nun geschieden und und Frieden hat mit Gott geſtift. ferner weggebracht, was mich so Drum dantet seinem Namen! traurig macht; er hat mich aus 5. Lobt Gott, der in uns durch der Not und schweren Todesden Geist den Glauben angezün- joch mit seiner Hand gerissen. det und alles Gute noch verheißt, 4. Mein Aug ist nun von Thräuns stärket, fräftget, gründet; der uns erleuchtet durch sein nen frei, mein Fuß von seinem Wort, regiert und treibet fort Schen und rühmen bei den LeuGleiten; das will ich sagen ohne und fort. Drum danket 2c. 6. Lobt Gott, der auch dies ten. Was ja ein Mensch nicht gute Werk, so in uns angefan- kann, das hat mir Gott gethan. gen, vollführen wird und geben aber weiß gar wohl, wie er sein Der Mensch ist Lügen voll, Gott Stärt, das Kleinod zu erlangen, das er uns dort hat dargestellt und Wort soll halten. seinen Gläubgen vorbehält. Drum danket seinem Namen! 7. Lobt Gott, ihr starken Sera5. Sch glaube fest in meinem Sinn, und was mein Herze gläubet, das red ich auch in Einfalt phim, ihr Herrschaften und Thro- hin: Wer Gott vertraut, der bleinen; es loben Gott mit heller bet. Stimm, die hier aufErden wohnen. Lobt Gott und preist ihn früh und spat, ja alles, was nur Odem hat, das danke feinem Namen! Die Welt und böse Rott lacht dessen mir zum Spott, ja plagt mich noch dazu; ich aber steh und ruh auf dir, mein Trost und Helfer. E. Günther. 6. Du stürzest meiner Feinde Mel. Ein feste Burg ist unser Gott. Rat und segnest, wenn sie schel595. Das ist mir lieb, daß ten. Wie soll ich doch die große Gott, mein Hort, so Gnad dir immermehr vergelten? treulich bei mir stehet; wenn ich Ich will, Herr, meinesteils den ihn bitte, wird kein Wort in mei- Selch voll deines Heils, der voller ner Bitt verschmähet. Des schwar- Bitterkeit, doch mir zum Nuß gezen Todes Hand, samt aller Höl- deiht, gehorsamlich annehmen. lenband, umgaben überall mein 7. Was du mir zugemessen hast, das 390 Vom Dank und Lobe Gottes und Jesu. das will ich gerne leiden; wer acht auf ihn und auf uns alle; fröhlich trägt des Strenzes Laft, er rief und ruft noch mich und dem hilfst du aus mit Freuden. dich aus lauter Lieb und sehnet Du weißt der Deinen Not und sich in süßen Liebesflammen hältst so ihren Tod sehr hoch, sehr lieb und wert, auch läßt du auf der Erd ihr Blut nicht ungerochen. 8. So zürne nun gleich alle Welt mit mir, Herr, deinem Knechte. Du, du deckst mich in deinem Zelt und reichst mir deine Rechte. Darüber will ich dich allstets recht inniglich, so gut ich immer kann, mit Dank vor jedermann in deinem Hause preisen. Paul Gerhardt. nach uns hier allzusammen. 5. Der Herr hat alles wohl gemacht? Der uns sein Wort gegeben, das Freude unserm Herze macht. Wenn wir in Ängsten schweben, da ist er unsre Zuversicht. Er tröstet uns und läßt uns nicht in allen unsern Nöten, und sollt er uns gleich töten. 6. Der Herr hat alles wohl gemacht, da er für uns gestorben, uns Heil und Leben wiederbracht Mel. Ermuntre dich, mein schwacher. und durch sein Blut erworben. 596. Der Herr hat alles Was willst du mehr, betrübter Geist, komm her, schau hier, was lieben heißt; sollt der nicht alles geben, der für dich giebt sein Leben? wohl gemacht! Er wird nichts Böses machen. Dies, fromme Seele, recht betracht in allen deinen Sachen, in Freud und Leid, in Glück und Not, in Krankheit, Jammer, Kreuz und Tod, in Kummer, Angst und Schmerzen; das glaub, o Herz, von Herzen. 7. Der Herr hat alles wohl gemacht! Da er vom Tod erstanden und aus ganz eigner Kraft und Macht uns von der Hölle Banden und ihren Ketten hat be freit, daß unser Mund getrost ausschreit: Wo ist der Sieg der Höllen und ihrer Mitgesellen? 2. Der Herr hat alles wohl gemacht, noch eh er uns erschaffen; er hat uns mit dem Heil bedacht, das einzig unsre Waffen, ja unser Schild und Rettung ist. Er hat uns vor der Zeit erfieft; eh man die Stern gezählet, da hat er uns erwählet. 3. Der Herr hat alles wohl gemacht! Dies rühme, wer es höret, als er uns hat hervor gebracht und gnadenvoll genähret, da er das menschliche Geschlecht geseg net, daß auch Früchte brächt das Erdreich, und was drinnen begriffen wird mit Sinnen. 4. Der Herr hat alles wohl gemacht! Obwohl der Mensch gefallen, so hat er dennoch flei ig 8. Der Herr hat alles wohl gemacht, da er ist aufgefahren gen Himmel, da ein Herz hintracht, das Trübfal hat erfahren; er hat die Stätt uns da bereit, da wir nach dieser kurzen Zeit in Freuden sollen schweben und ewig mit ihm leben. 9. Der Herr hat alles wohl gemacht, wenn seinen Geist er sendet zu uns herab, der uns bewacht und unsre Herzen wendet von dieser Welt zu Gott hinauf, auf daß wir endlich unsern Lauf ganz seliglich vollziehen, wenn wir von hinnen fliehen. 10. Der Herr hat alles wohl ge= Vom Dank und Lobe Gottes und Jesu. 391 will den Herren droben hier prei fen auf der Erd; ich will ihn herzlich loben, so lang ich leben werd. 2. Ihr Menschen, laßt euch leh= ren, es wird euch nüßlich sein. Laßt euch doch nicht bethören die Welt mit ihrem Schein. Verlasse sich 11. Der Herr hat alles wohl ja keiner auf Fürstenmacht und gemacht, wenn er in Lieb und Gunst, weil sie, wie unser einer, Treue, noch immerfort an uns nichts sind als nur ein Dunst. gedacht und macht uns wieder neue, wenn er den alten Menschen bricht und die verkehrten Wege richt nach seinem frommen Willen, daß den wir treu erfüllen. gemacht, auch wenn er uns betrübet, wenn uns die finstre Kreuzesnacht befällt und allzeit übet in Kreuz und Widerwärtigkeit, in Angst, in Trübfal und in Leid, wenn er uns stärkt im Glauben, den niemand uns kann rauben. 12. Der Herr hat alles wohl gemacht! Wenn er wird wiederkommen, und ob gleich alles bricht und fracht, wird er doch seine Frommen zu sich aufziehen in die Höh, und retten sie von allem Weh, da wir und sie er hoben, ihn ewig werden loben. 3. Was Mensch ist, muß er= blassen und sinken in den Tod: er muß den Geist auslassen, selbst werden Erd und Kot; allda ists dann geschehen mit seinem klugen Rat und ist frei klar zu sehen, wie schwach sei Menschenthat. 4. Wohl dem, der einzig schauet nach Jakobs Gott und Heil; wer dem sich anvertrauet, der hat das beste Teil, das höchste Gut erlesen, den schönsten Schaß ge= liebt; sein Herz und ganzes Wesen bleibt ewig unbetrüb 13. Der Herr hat alles wohl gemacht! Es wird kein Sinn 5. Hier sind die starken Kräfte, erreichen hier seines Ruhmes die unerschöpfte Macht; das weigroße Pracht, er muß zurücke sen die Geschäfte, die seine Hand weichen und schreien aus mit gemacht, der Himmel und die voller Macht: Der Herr hat alles Erde mit ihrem ganzen Heer, wohl gemacht! dafür wir hier der Fisch unzählge Herde im und oben ihn billig ewig loben. großen wilden Meer. 14. Nun, er hat alles wohl 6. Spier sind die treuen Sinnen, gemacht; er wird nichts Böses die niemand unrecht thun, all demachen, er träget dich gar sanft nen Gutes gönnen, die in der Treu und sacht; darum in allen Sa- beruhn. Gott hält sein Wort mit chen, in Freud und Leid, in Glück Freuden, und was er spricht, geund Not, in Krankheit, Jammer, schieht, und wer Gewalt muß leiKreuz und Tod, in Kummer, den, den schüßt er im Gericht. Angst und Schmerzen gieb ihm sein 7. Er weiß viel tausend Waisen Lob von Herzen. zu retten aus dem Tod; ernährt und giebet Speisen zur Zeit der Hungersnot; macht schöne rote Wangen, oft bei geringem Mahl, und die da sind gefangen, die schön dem, welchem alle Dinge reißt er aus der Qual. zu Dienst und Willen stehn! Ich 8. Er ist das Licht der BlinChr. Runge. Mel. Valet will ich dir sagen. 597. Du, meine Seele, singe, wohlauf und singe den, 392 Vom Dank und Lobe Gottes und Jefir. den, erleuchtet ihr Gesicht, und die 5. Wer hat dich neu geborem sich schwach befinden, die stellt er durchs Wasser und den Geist, frei aufgericht. Er liebet alle From willig auch erforen zum Hünmell men, und deren Auge weint, allermeift, in dich fish gang, werfen die finden, wann sie kommen, en tet, den Glauben bin geschenket? ihm den besten Freund. Ach, das hat Gott gethan. 9. Er ist der Fremden Hütte, 6. Wer hat der Kirche Gottes die Waisen nimmt er an, erfüllt wohl einerleibet dich? Wer hat der Wittwen Bitte, wird selbst dich seines Gebotes gemacht teilihr Trost und Mann. Die aber, haftig, gelehret, Gott zu kennen, die ihn hassen, bezahlet er in auch Bater ihn zu nennes? Ach Grimm; ihr Haus, und wo sie das het Gott gethan.. faßen, das wirft er um und am. 10. Ach, ich bin viel zu wenig, zu rühmen seinen Ruhm; der Herr ist ewger König, ich eine welke Blum. Jedoch weil ich gehöre gen Zion in sein Zelt, ists billig, daß ich mehre sein Lob vor aller Welt. Paul Gerhardt. 7. Ach, wer hat dich begabet mit Gutem immerfort und dich bis jetzt gelabet mit seinem reinen Wort, mit seines Leibes Weide, der Quelle seiner Seite? Ach, das hat Gott gethan. 8. Wer hat dich stets begleitet durch seiner Engel Heer, zur Buße auch geleitet, wenn du gefündigt sehr, und laſsen von den Sünden in Gnaden dich entbinden? Ach, das hat Gott gethan. 9. Wer hat dich oft behütet vor Sünde, Spott und Schand, und wenn der Feind gewütet, dir Hilfe zugesandt, auch da der Tod schon kommen, dich ihm doch abgenommen? Ach, das hat Gott gethan. 10. O, wer hat dich geseßet in ein christliches Land, mit Wohlthun dich ergößet, gegeben Amt und Stand, den Frieden allerwe gen, auch allenthalben Segen? Ach, das hat Gott gethan. 11. Wer hat dir wohl bescheret Gesundheit, Speis und Trank? Wer hat dich doch ernähret und dich dein lebelang so wunderlich geführet, erhalten und regieret? Ach, das hat Gott gethan. Mel. Herr Christ, der eigne. 598. Ei, fage meine Seele, wer hat wohl dich gemacht und in des Leibes Höhle so meisterlich gebracht? Wer schuf nach seinem Bilde so weislich dich und milde? Ach, das hat Gott gethan. 2. Wer war dir so gewogen, da du noch warest nicht; wer hat dich doch gezogen aus Mutterleib ans Licht, dir auch Geist, Sinne, Leben, Vernunft und Wiß gegeben? Ach, das hat Gott gethan. 3. Wer hat dir denn erworben Gerechtigkeit und Heil? Wer ist für dich gestorben; wer seßt dir ein Erbteil dort in der Engel Orden? Wer ist dein Heiland worden? Ach, das hat Gott gethan. 4. Wer hat durch seine Wunden Sünd, Satan, Höll und Tod, die Welt auch überwunden? Wer hat der Seelen Not und alle Straf erduldet, die du doch sonst verschuldet? Nch, das hat Gott gethan. hundert tausendmal ganz väter12. Wer hat so viel Gefahren, Kreuz, Elend, Angst und Qual, Unglück, Betrug und Tücke, viel lich Vom Dank und Lobe Gottes und Jesu. 393 lich gewendet und dafür Glück ge-| Bräutigam uns zugeführt, den sendet? Ach, das hat Gott gethan. Hochzeitstag erforen. Schauet, 13. Hat Gott gethan die Werke schauet: Da ist Freude, da iſt und noch viel mehr dazu an dir Weide, da ist Manna und ein durch seine Stärke, was thust du ewig Hosianna! ihm denn nun? Du kannst nur wenig lallen, weißt lange nicht von allem, was Gott an dir gethan. 4. Halleluja! Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Na14. Ach, gieb dich Gott nur men; stimmt an mit allerHimmelswieder mit allem früh und spat; schar und singet nun und immergieb wieder ihm die Glieder, die dar mit Freuden: Amen, Amen. er gegeben hat; sprich: Herr, fie Klinget, singet: Heilig, heilig! dir behalte, darüber stetig walte, freilich, freilich, heilig ist Gott! wie du bisher gethan. unser Gott, der Herr Zebaoth! B. Crasselius. 15. Nimm hin, auch was dir giebet für Breis, Dank, Ruhm 600.HerrGott, dich loben wir, wir Seele, liebet, sie hat sonst gar nichts mehr. Hilf ihr den Dank hier bringen und dort vollkommen singen: Alles hat Gott gethan! Aemilie Juliane, Gräfin v. Schwarzburg. Mel. Wie schön leucht uns. 599. Halleluja! Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit sei in uns allen ihm bereit Dant, Weisheit, Kraft und Stärke! Heilig, heilig! freilich, freilich, heilig ist Gott! unser Gott, der Herr Zebaoth! dir! Dich, Gott Vater in Ewigkeit, Ehret die Welt sehr weit u. breit. Alle Engel und Himmelsheer, Und was da dienet deiner Ehr, Auch Cherubim und Seraphim Singen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Der Herre Zebanth. Klinget, singet: Dein göttlich Macht und Herrlichkeit 2. Halleluja! Preis, Ehr und Macht sei auch dem Gotteslamm gebracht, in dem wir sind erwählet; das uns mit seinem Blut erkauft, damit besprenget und ge= tauft und sich mit uns vermähGeht über Himm'l und Erden weit. Der heiligen zwölf Boten Zahl Und die lieben Propheten all, Die teuren Märtrer allzumal Loben dich, Herr, mit großem Schall; Die ganze werte Christenheit Rühmt dich auf Erden allezeit. let! Heilig, selig ist die Freund- Dich, Gott Bater, im höchsten schaft und Gemeinschaft, die wir Thron! haben und darinnen uns erlaben. Deinen rechten und eingen Sohn 3. Halleluja! Gott heilger Geist sei ewiglich von uns gepreist, durch den wir neu geboren; der uns mit Glauben angeziert, dem Den heilgen Geist und Tröster wert Mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. Du 394 Vom Dank und Lobe Gottes und Jesu. Du Kön'g der Ehren, Jesu Christ, diese Gnad erteilt, daß meiner Gott Vaters ewger Sohn du bist. Feinde Streiten mein Leben nicht Der Jungfraun Leib nicht hast ereilt, wenn sie an hohen Orten verschmäht mich, der ichs nicht gedacht, mit bösen, falschen Worten sehr übel angebracht. Zu erlös'n das menschlich Geschlecht. Du hast dem Tod zerstört sein Macht Und alle Christn zum Himmel bracht. Du fisst zur Rechten Gottes gleich Mit aller Ehr ins Vaters Reich. Ein Richter du zukünftig bist, Alles, was tot und lebend ist. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, Die mit deinm Blut erlöset ſein. 3. Wenn sie wie wilde Leuen die Zungen ausgestreckt und mich mit ihrem Schreien bis auf den Tod erschreckt, so hat dann dein Erbarmen, das alles lindern kaun, gewaltet und mir Armen den treuen Dienst gethan. 4. Sie haben oft zusammen sich wider mich gelegt, und, wie die Feuerflammen, Gefahr und Brand erregt; da hab ich denn gesessen und Blut vor Angst geLaß uns im Himmel haben teil. schwißt, als ob du mein vergessen, Mit den Heilgen im ewgen Heil. und hast mich doch geschüßt. Hilf deinem Volk, HerrJesu Chrift, Und segue, was dein Erbteil ist; Wart und pfleg ihr'r zu aller Zeit Und heb sie hoch in Ewigkeit. Täglich, Herr Gott, wir loben dich, Und ehrn dein'n Namen stetiglich. Behüt uns heut, o treuer Gott, Vor aller Sünd und Missethat, Sei uns gnädig, o Herre Gott, Sei uns gnädig in aller Not. Zeig uns deine Barmherzigkeit, Wie unsre Hoffnung zu dir steht. Auf dich hoffn wir, o lieber Herr, In Schanden laß uns nimmer5. Du hast mich aus dem Brande und aus dem Feur gerückt, und wenn der Hölle Bande mich um und um bestrickt, so hast du, auf mein Bitten, dich, Herr, zu mir gesellt, und aus des Unglücks Mitten mich frei ins Feld gestellt. 6. Den Kläffer, der mit Lügen gleich als mit Waffen kämpft und nichts kann als betrügen, den hast du oft gedämpft; wenn er gleich einem Drachen, das Maul hoch aufgezerrt, so hast du ihm den Rachen durch deine Kraft gesperrt. mehr. Amen, Amen. Berdeutscht durch D. Martin Luther. Mel. Balet will ich dir geben. 7. Ich war nah am Verderben, du nahmst mich in den Schoß; 601. Ich danke dir mit Freu- es den, mein König und du kam mit mir zum Sterben, aber sprachst mich los und mein Heil, daß du manch schwe- hieltest mich beim Leben und res Leiden, so mir zu meinem gabst mir Rat und That, die Teil oft häufig zugedrungen, durch sonst kein Mensch zu geben in deine Wunderhand gewaltig haft seinen Mächten hat. bezwungen und von mir abgewandt. 2. Du hast in harten Zeiten mir 8. Es war in allen Landen, so weit die Wolken gehn, fein einger Freund vorhanden, der bei mir woll Vom Dank und Lobe Gottes und Jesu. 395 der werden auch nicht ruhn und werden doch, a Gott, dein Thun und Werk nicht ganz auspreisen. 6. Wie mancher hat vor mir dein Heil und Lob mit Fleiß getrieben, und siehe, mir ist doch mein Teil zu loben übrig blieben. Ich will von deiner Wundermacht und der so herrlich schönen Bracht bis an mein Ende reden. wollte stehn; da dacht ich an die Güte, die du, Herr, täglich thuft und hub Herz und Gemüte zur Höhe, da du ruhst. 9. Ich rief mit vollem Munde; du nahmest alles an und halfft recht aus dem Grunde, so, daß ich nimmer fann nach Würden gnugfam loben; doch will ich Tag und Nacht dich in dem Himmel droben zu preisen sein bedacht. Paul Gerhardt. Mel. Nun freut euch, lieben. 602. Jch, der ich oft in tiefes Leid und große Not muß gehen, will dennoch Gott mit großer Frend und Herzenslust erhöhen. Mein Gott, du König, höre mich, ich will ohn alles Ende dich und deinen Namen loben! 2. Ich will dir mit der Morgenrot ein täglich Opfer bringen; so oft die liebe Sonn aufgeht, so oftmals will ich fingen dem großen Namen deiner Macht, das soll auch in der späten Nacht mein Werk sein und Geschäfte. 3. Die Welt, die dünft uns schön und groß, und was für Gut und Gaben sie trägt in ihrem Arm und Schoß, das will ein jeder haben, und ist doch alles lauter Nichts. Eh, als mans recht genießt, zerbrichts und geht im Nu zu Grunde. 4. Gott ist alleine groß und schön, unmöglich auszuloben, auch denen, die doch allzeit stehn vor seinem Throne droben. Laß sprechen, wer nur sprechen kann; doch wird kein Engel noch kein Mann des Höchsten Größ aussprechen. 5. Die Alten, die nun nicht mehr sind, die haben ihn gepreiset; so hat ein jeder auch sein Kind zu solchem Dienst geweiset; die Stin7. Und was ich rede, wird von mir manch frommes Herze lernen; man wird dich heben für und für hoch über alle Sternen. Dein Herrlichkeit und starke Hand wird in der ganzen Welt be= kannt und hoch berufen werden. 8. Wer ist so gnädig als wie du? Wer kann so viel erdulden? Wer sieht mit folcher Langmut zu so vielen schweren Schulden, die aus der ganzen weiten Welt ohn Unterlaß bis an das Zelt des hohen Himmels steigen? 9. Es muß ein treues Herze sein, das uns so hoch kann lieben, da wir doch in den Tag hinein, was gar nicht gut ist, üben. Gott muß nicht anders sein als gut, daher fließt seiner Güte Flut auf alle seine Werke. 10. Drum, Herr, so sollen dir auch nun all deine Werke danken, voraus die Heilgen, deren Thun fich hält in deinen Schranfen, die sollen deines Reichs Ges walt und schöne Regimentsge= stalt mit vollem Munde rühmen. 11. Sie sollen rühmen, daß der Ruhm durch alle Welt erklinge, daß jedermann zum Heiligtum dir Dienst und Opfer bringe. Dein Reich, das ist ein ewges Reich, dein Herrschaft ist dir ſelber gleich, der du kein End erreichest. 12. Der Herr ist bis in unsern Tod 396 Vom Dank und Lobe Gottes und Jesu. Tod beständig bei uns allen, er- täglich singen, und also thut auch leichtert unsers Kreuzes Not und immer fort, was webt und lebt hält uns, wenn wir fallen. Er an jedem Ort: Das wird Gott steuert manches Unglücks Lauf wohlgefallen. und hilft uns wieder freundlich Paul Gerhardt. Mel. Jesu, meine Freude. auf, wenn wir ganz hingeschlagen. 603. Jeſu, meine Liebe, die 13. Herr, aller Augen sind nach ich oft betrübe hier dir und deinem Stuhl gekehret; in dieser Welt, dir dankt mein denn du bists auch, der alles hier Gemüte wegen deiner Güte, die so väterlich ernähret. Du thust mich noch erhält, die mir oft gar auf deine milde Hand, machst froh unverhofft hat geholfen in demklaund satt, was auf dem Land, im gen, Not, Leid, Angst und Zagen. Meer und Lüften lebet. 2. Nun, ich will dran denken, 14. Du meinst es gut und thust wenn ich werd in Kränken und in uns Guts, auch da wirs oft nicht Ängsten sein; wo ich werde stehen, denken. Wie mancher ist betrüb- wo ich werde gehen, will ich denken ten Muts und frißt sein Herz dein; ich will dir, Herr, für und mit Kränken, besorgt und fürcht für dankbar sein in meinem Hersich Tag und Nacht, Gott hab zen, denken dieser Schmerzen. ihn gänzlich aus der Acht gelassen und vergessen. 15. Nein, Gott vergißt der Seinen nicht, er ist uns viel zu treue; sein Herz ist stets dahin gericht, daß er uns legt erfreue. Gehts gleich bisweilen etwas schlecht, ist er doch heilig und gerecht in allen seinen Wegen. 3. Jch bat dich mit Thränen, mit Leid, Angst und Sehnen; mein Aug und Gesicht hub ich auf und schriee; beugte meine Kniee, stand auch aufgericht; ich ging hin und her, mein Sinn war bekümmert und vollSorgen durch die Nacht und Morgen. 4. Jch, als ich nicht sahe, daß du mir so nahe, sprach in meinem 16. Der Herr ist nah und stets Sinn: Ich kann nicht mehr beten; bereit einm jeden, der ihn ehret, und komm, mein Heil, getreten, sonst wer nur ernstlich zu ihm schreit, sink ich dahin. Ja, ich sint! Ei, der wird gewiß erhöret. Gott sprach dein Wink: Halt, meinst weiß wohl, wer ihm günstig sei, du, daß ich nicht lebe und stets und stehet solchem treulich bei, um dich schwebe? wenn ihn die Angst nun treibet. 5. Ich war noch im Glauben, den mir doch zu rauben Satan war bemüht, der die armen Seelen in des Leibeshöhlen vielmals zu sich zieht. Ich sprach doch: Ich glaube noch; glaubt ich nicht, ich würd nicht beten, noch vor dich hintreten. 17. Den Frommen wird nichts abgesagt, Gott thut, was sie begehren. Er mißt das Unglück, das fie plagt und zählt all ihre Zähren und reißt sie endlich aus der Last; den aber, der sie fränkt und haßt, den stürzt er ganz zu Boden. 6. Herr, wer zu dir schreiet, seine Sünd bereuet, ruft dich herzlich 18. Dies alles und was sonsten mehr man kann für Lob erzwin- an aus getreuem Herzen, dessen gen, das sollt mein Mund zum große Schmerzen wirst du, Herr, Ruhm und Ehr des Höchsten alsdann, wenn er fest glaubt, dich nicht Vom Dank und Lobe Gottes und Jesu. 397 Glaubens opfern wir die Farren unsrer Lippen dir. nicht läßt, als die deinen selbst empfinden, tilgen seine Sünden. 7. Drum, o meine Liebe, die ich 9. Nimm an den schwachen oft betrübe, hier in dieser Welt, Preis und Ruhm von deinem dir dankt mein Gemüte wegen Volk und Eigentum; hör unserm deiner Eüte, die mich noch erhält; Lied in Gnaden zu, du treuer die mir oft, gar unverhofft hat Gott und Vater du. geholfen in dem Klagen, Not, Leid, Angst und Zagen. Ch. Runge. 10. Als Schöpfer sollst du sein gepreist, so lange man uns Mene schen heißt. Du giebst das Les ben, nährst uns wohl und machst uns deines Segens voll. nie11. Herr Jesu, Heiland aller Welt, vor dir man billig derfällt; denn was dein Blut an uns gethan, ist mehr, als man dir danken fann. Mel. Herr Gott, dich loben alle, oder: Herr Jesu Christ, dich zu uns. 604. Kommt Menschenkinder, rühmt und preist Gott Vater, Sohn und heilgen Geist, die allerhöchste Majestät, vor welcher Augen ihr jetzt steht. 2. Ihr Lippen, hebet freudig 12. Dein Ruhm soll auch unendan, die Zunge folge, wie sie tann, lich sein, o Geist, der bei uns kehret Verstand und Wille stimme ein, ein, wie deine uns erzeigte Treu; das Herz soll auch nicht ferne sein. ist dein Trieb alle Morgen neu. 3. Er ist es ja, er ist es wert 13. Nimm an das Lob in dieser der König Himmels und der Erd, Zeit, o heilige Dreieinigkeit; verdaß nicht ein Tag vorübergeh, da man nicht dankbar vor ihm steh. schmähe nicht das arme Lied und schenk uns Segen, Heil und Fried. 4. Dies ist der Engel edles Amt, die Gottes Feuer angeflammt; und wollen wir einst Engel sein, so schicken wir uns bald darein. 5. Die Welt, die gar im Argen liegt, und uns, wie Delila betrügt, hält zwar von Gottes Lob nicht 14. Wann kommt die Zeit, wann kommt der Tag, da man, befreit von aller Plag, dir tausend Halleluja bringt und Heiz lig, Heilig, Heilig singt? D. V. E. Löscher. In eigener Melodie. viel, weil Eigenlob ihr eitel ziel. 605. Laffet uns den Herren 6. Auch wir, die wir im Fleische preisen und vermehsind, wenn uns nicht treibt des ren seinen Ruhm; stimmet an Herren Wind, vergessen Gottes die süßen Weisen, die ihr seid Ruhm gar sehr, die Klagelieder sein Eigentum; ewig währet sein hört man mehr. Erbarmen; ewig will er uns um-= armen mit der süßen Liebeshuld, nicht gedenken unsrer Schuld. Preiset ewig seinen Namen, die ihr seid von Abrams Samen; rühmet ewig seine Werke, gebet ihm Lob, Ehr und Stärke! 8. Doch, Herr, es soll nun besser gehn, denn Herz und Mund 2. Che noch ein Mensch geboren, dir offen stehn; im Schmuck des hat er uns zuvor erkannt und in 7. Denn unser unvergnügtes Herz macht ohne Not sich manchen Schmerz und denkt indes gar wenig dran, was Gott ihm hat zu gut gethan. 398 Vom Dank und Lobe Gottes und Jesu. in Christo außerforen, seine Huld| hierbei schämen, sondern Gnad um uns zugewandt. Selbst der Him- Gnade nehmen; wer ein hungrig mel und die Erde müssen uns zu Herze hat, wird aus seiner Fülle Dienste werden, weil wir durch satt. Ewig solche Fülle währet, sein liebstes Kind seine Kinder die uns so viel Guts bescheret; worden sind. Ewig solche Gnade Wollust, die uns ewig tränket, währet, die er uns in ihm be- wird uns daraus eingeschenfet. scheret; ewig wollen wir uns 7. Nun, du Liebster, unser Lallen, üben, über alles ihn zu lieben. damit wir dir dankbar sein, laß 3. Ja, wir wollen nur mit Freu- dir gnädig wohlgefallen bis wir den zu dem lieben Vater gehn; alle insgemein ewig deine Güuns in seiner Liebe weiden, wie die tigkeiten mit gesamtem Lob austhun, so vor ihm stehn; heilig heilig, heilig singen; Halleluja soll erklingen unserm Gotte und dem Lamm, unserm holden Bräutigam. Lasset seinen Ruhm er schallen und erzählt sein Werk vor allen, daß er ewig uns erwählet und zu seinem Volk gezählet. breiten, da wir werden Gloria singen und: Halleluja, Preis, Ehr, Ruhm, Dant, Macht und Stärke und was rühmet seine Werke, werde unserm Gott gegeben! Laßt uns ihm zu Ehren leben! Christ, Koitsch. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 4. Lernet euren Jesum kennen, 606. Liebſter Jeſu, liebstes der euch teur erkaufet hat; lernet Leben, meiner Seele ihn fein lieblich nennen, euren Aufenthalt, nichts kann mir VerBruder, Freund und Rat, euren gnügen geben, als nur deine starken Held im Streiten, eure Lust in Fröhlichkeiten, euren Trost und euer Heil, euer allerbestes Teil. Ewig solche Güte währet, die euch durch ihn widerfähret; ewig soll das Lob eilingen, das wir ihm zu Ehren singen. Liebsgestalt. Jesu, meine Freud und Wonne, meine Hoffnung, Licht und Sonne, ach, wie soll ich würdiglich, liebster Jesu, loben dich? 2. O du allerschönstes Wesen, o du Glanz der Herrlichkeit, von dem Vater außerlesen zum Erlö5. Tretet nur getroft zum Throne, ser in der Zeit, ohne dich kann da der Gnadenstuhl zu sehn; es kann ich auf Erden nicht gerecht und euch von Gottes Sohne nichts als selig werden. Ach, wie soll zc. Lieb und Huld geschehn; denn er 3. Komm, mein Liebster, laß mich wartet mit Verlangen, bis er könne schauen dein erfreulich Angesicht; uns umfangen und das allerhöchste Gut uns mitteilen durch sein Blut. Große Gnad ist da zu finden, er will sich mit uns verbinden und soll niemals etwas können uns von seiner Liebe trennen. laß mich deine Huld betauen, gönne mir dein Gnadenlicht; eile bald, mich zu erquicken mit den füßen Liebesblicken. Ach, wie 2c. 4. O du Paradies der Freuden, Brunnquell aller Süßigkeit, Trö6. Er hat nunmehr selbst die Fülle ster in dem größten Leiden, ja ins seiner Gottheit aufgethan, und es Todes Bitterkeit, Brot der Enist sein ernster Wille, daß nun gel, höchste Gabe, da ich mich mit tomme jedermann; keiner soll sich stärk und labe! Ach, wie soll 2c. 5. O Vom Dank und Lobe Gottes und Jesu. 399 5. O wie lieblich sind die Hütten, wie vergnüglich ist die Luft, die du pflegest auszuschütten in der Deinen Schoß und Brust; meine Seel, o Herr, verlanget nach der Wohnung, die so pranget. Ach, wie soll ich 2c. 608. Lobt Gott! Lobt unsern Herren, in seinem Heiligtum! Zu Lobe seiner Ehre macht herrlich seinen Ruhm! Lobt ihn am Firmamente, da seine 6. Wohl den Seelen, die dich groß Gewalt und sein stark Rekennen und dich loben immerdar, gimente zu sehn ist mannigfalt! die in deiner Liebe brennen und 2. Lobt Gott mit Herz und dir trauen ganz und gar, die Munde, rühmt seine Wunderthat, dich nennen ihre Stärke und be- die er zu aller Stunde häufig wundern deine Werke. Ach, wie verrichtet hat! Ob seiner Majesoll ich würdiglich, liebster Jesu, stäten und großen Herrlichkeit loben dich? Joach. Holce. thut sein Lob weit ausbreiten in alle Ewigkeit! 3. Lobt Gott! Lobt fröhlich alle mit der Posaunen Klang! Dent Herren zu Gefallen macht lieblichen Gesang mit Psalter, Harf und Geigen, samt anderm Instrument! Mit Pauken, Pfeifen, Reigen preiset sein Lob behend! In eigener Melodie, oder: Balet will ich dir geben. In eigener Melodie. 607. Robe den Herren, den mächtigen König der Ehren, meine gelicbete Seele! das ist mein Begehren. Kommet zu Hauf! Psalter und Harfe wach auf! Laffet die Musita hören! 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret! Der dich auf Ade- 4. Des Herren Namen alle lolers Fittigen sicher geführet! Der bet mit Saitenspiel! Mit hellem dich erhält, wie es dir selber gefällt; 3imbelschalle macht seines Lobes hast du nicht dieses verspüret? viel! Mit Zimbeln, die wohl 3. Lobe den Herren, der fünft- tlingen, rühmt seine Gütigkeit! lich und fein dich bereitet! Der Von seinem Lob thut fingen imdir Gesundheit verliehen, dich mer und allezeit! freundlich geleitet! In wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet? 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet! Der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet! Denke daran, was der Allmächtige fann, der dir mit Liebe begegnet! 5. Es soll den Herren Loben und preisen immerdar, im Himmel hoch dort oben, der Engel hehre Schar! Desgleichen auch auf Erden alles, was Odem hat, soll seines Ruhms voll werden, preisen sein Wunderthat! 6. Amen mit Mund und Herzen sprich, o du gläubge Schar! 5. Lobe den Herren, was in All Traurigkeit und Schmerzen mir ist, lobe den Namen! Alles, was Odem hat, lobe mit Abra hams Samen! Er ist dein Licht! Seele, vergiß es ja nicht! Lobende, schließe mit Amen! Joach. Neander. treibt von euch ganz und gar! Seid fröhlich in dem Herren und lobt ihn allezeit! Er wird in Frend verkehren all euer Herzeleid. 7. Er wird euch reichlich geben das, was ench nötig ist allhier in dies 400 Vom Dank und Lobe Gottes und Jesu. diesem Leben und dort zu aller der uns von Mutterleib und Frift! Wird euch gen Himmel Kindesbeinen an unzählig viel zu führen und selig machen gar. gut und noch jegund gethan. Thuts mit einm Eid beteuren! Amen, das werde wahr! 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort und uns aus Zusaß. aller Not erlösen hier und dort. habner Zionsgott; des Rühmens 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, ist die Fülle vor dir, du starter dem Vater und dem Sohne und Zebaoth; du bist doch Herr auf auch dem heilgen Geist im hohen Erden, der Frommen Zuversicht. Himmelsthrone, dem dreieinigen In Trübfal und Beschwerden läßt Gott, als der im Anfang war du die Deinen nicht; drum soll und ist und bleiben wird jezund dich stündlich ehren mein Mund und immerdar. vor jedermann und deinen Ruhm vermehren, so lang er lallen kann. 4. Stell dich, Herr, wie du 2. Es müssen, Herr, sich freuen willst, ich fahre fort mit Schreien von ganzer Seel und jauchzen in meiner Angst zu dir, du wirst schnell, die unaufhörlich schreien: mir Hilf verleihen; du hast mirs Gelobt sei der Gott Jsrael! Sein zugesagt, drum muß es auch geName werd gepriesen, der große schehn. Ich werd noch meine Wunder thut und der auch mir Lust an deiner Hilfe sehn. erwiesen, das, was mir nüß und gut. Nun, das ist meine Freude, daß ich an ihm stets fleb und niemals von ihm scheide, so lang ich leb und web. 5. Laß dich, Herr Jesu Christ, durch mein Gebet bewegen, komm in mein Haus und Herz und bringe mir den Segen; all Arbeit, Müh und Kunst ohn dich nichts richtet aus, wo du mit Gnaden bist, kommt Segen in dies Haus. 3. Herr, du haft deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht; denn als die Schwachen kamen, 6. Jetzt ist die Gnadenzeit, jetzt hast du gar bald an sie gedacht. steht der Himmel offen; jest hat Du hast mir Gnad erzeiget, nun, noch jedermann die Seligkeit zu wie vergelt ichs dir? Ach, bleibe hoffen; wer diese Zeit versäumt mir geneiget, so will ich für und und sich zu Gott nicht fehrt, der für den Kelch des Heils erheben schrei Weh über sich, wenn er und preisen weit und breit dich, zur Hölle fährt. Herr, mein Gott, im Leben und dort in Ewigkeit. Joh. Rist. 7. Der große, starke Gott woll uns von allem Bösen und was uns schaden mag, gewaltiglich erlösen; er schüß, er rette uns! Er helf uns allezeit, so lang er uns allhier das Leben noch verleiht! M. Rindart. Joh. Frand Mel. Nun lob, mein Seel, den. 609. Man lobt dich in der Stille, du hocherIn eigener Melodie. 610. Nun banket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden; 611. Vom Dank und Lobe Gottes und Jesu. 401 Seel und was wir haben sind alles seine Gaben. 3. Daß wir erhalten werden, schafft er, was not auf Erden; ja alles Fleisch er speiset, viet Gutes uns beweiſet. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 611. Mun banket all und bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeldt. 2. Ermuntert euch und singt 4. Da wir in Not geraten durch Sohn uns geben, der wiederbracht das Leben. mit Schall Gott, unserm höch- unsre Missethaten, hat er den sten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge thut. 3. Der uns von Mutter Leibe an frisch und gesund erhält, und wo kein Mensch mehr helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt. 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet gutes Muts, die Straf erläßt, die Schuld vergiebt und thut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn, und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn In eigener Melodie. auf Israelis Land; er gebe Glück 613. Nun Lob, mein Seel, zu unserm Thun und Heil in allem Stand. den Herren, was in mir ist, den Namen sein! Sein 7. Er laffe seine Lieb und Güt Wohlthat thut er mehren, vergiß um, bei und mit uns gehn, was aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil und bleib auch, wenn wir von der Erd abscheiden, unser Teil. 5. Wenn wir sein Blut auffaf= sen, wird uns die Sünd erlassen; wohl dem, der auf ihn bauet, ihm Leib und Seel vertrauet. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ewgen Ruh. Paul Gerhardt. 6. Den heilgen Geist er schentet, mit seinem Blut uns tränket, mit seinem Fleisch uns speiset, viel Gutes uns beweiset. 7. Drum lasset uns ihn ehren und seinen Ruhm vermehren; laßt uns dem Herren fingen und ein Dankopfer bringen. es nicht, o Herze mein! Hat dir dein Sünd vergeben und heilt dein Schwachheit groß; errett't dein armes Leben, nimmt dich in seinen Schoß, mit reichem Trost beschüttet, verjüngt dem Adler gleich. Der Herr schafft Recht, behüttet, die leidn in seinem Reich. Mel. Wach auf, mein Herz und. 2. Er hat uns wissen lassen sein heilges Recht und sein Gericht, dazu sein Güt ohn Maßen; es mangelt an Erbarmung nicht: Sein Born läßt er bald fahren, straft nicht nach unsrer Schuld; die Gnad thut er nicht sparen, den Blöden ist er hold. Sein Güt ift hoch erhaben ob den'n, die fürch2. Er ists, der uns das Leben ten ihn. So fern der Oft vom aus Gnaden hat gegeben; Leib, Abend, ist unsre Sünd dahin. 612. Nun un lasset uns zusammen, in Jesu Christi Namen, dem Herren Lob erweisen und seine Güte preisen. 26 3. Wie 402 Vom Dank und Lobe Gottes und Jesu. 3. Wie sich ein Bat'r erbarmet alle Ewigkeit. Drum sei ihm ob seiner jungen Kinder klein, so Lob und Preis, Dank, Ruhm thut der Herr uns Armen, so wir und Ehr bereit't! M. Müller. ihn findlich fürchten rein. Er In eigener Melodic. kennt das arm Gemächte, Gott 615. daß ich tausend weiß, wir sind nur Staub, gleich Zungen hätte und wie das Gras vorm Rechen, ein einen tausendfachen Mund, so Blum und fallend Laub; der Wind stimmt ich damit um die Wette nur drüber wehet, so ist es nim- bom allertiefsten Herzensgrund mter δα: Also der Mensch ver- ein Loblied nach dem andern an gehet, sein Ende ist ihm nah. von dem, was Gott an mir gethan. 4. Die Gottesgnad alleine steht 2. O daß doch meine Stimme fest und bleibt in Ewigkeit bei schallte bis dahin, wo die Sonne seiner liebn Gemeine, die stets in steht! O daß mein Blut mit seiner Furcht bereit, die seinen Jauchzen wallte, so lang es Bund behalten. Er herrscht im noch im Laufe geht! Ach wär Himmelreich. Ihr starken Engel, ein jeder Puls ein Dank und waltet seins Bobs und dient zu jeder Odem ein Gesang. gleich dem großen Herrn zu Ehren und treibt sein heilges Wort. Mein Seel soll auch vermehren sein Lob an allem Ort.. 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß und stehet munter im Geschäfte zu Gottes, mei5. Sei Lob und Preis mit Ehnes Herren, Preis! Mein Leib ren Gott Vater, Sohn und heilgem und Seele schicke dich und lobe Geist! Der woll in uns vermeh- Gott herzinniglich. ren, was er aus Gnaden uns 4. Ihr grünen Blätter in den verheißt, daß wir ihm fest ver- Wäldern, bewegt und regt euch trauen, verlassen ganz auf ihn, doch mit mir! Ihr schwanken von Herzen auf ihn bauen, daß Gräschen in den Feldern, ihr unser Mut und Sinn ihm ste- Blumen, laßt doch eure Zier zu tig thu anhangen. Drauf sin- Gottes Ruhm belebet sein und gen wir zur Stund: Amen! Wir stimmet lieblich mit mir ein. werdens erlangen, glaubn wir 5. Ach alles, alles, was ein Leaus Herzensgrund. 3. Gramann. ben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehilfen geben, denn mein Bermögen ist zu matt, den Herren, alle die großen Wunder zu erhöhn, Heiden! Ihr Völker allzumal, die allenthalben um mich stehn. lobsinget ihm mit Freuden! Ihr 6. Dir sei, o allerliebster Bater, Völker, singet ihm Lob, Preis unendlich Lob für Seel und Leib; je mehr und mehr, erhebet seinen Lob sei dir, mildester Berater, Ruhm und seines Namens Ehr. für allen edlen Zeitvertreib, den 2. Denn seine Güt ist groß und du mir in der ganzen Welt zu seine Wahrheit währet und blei- meinem Nußen haft bestellt. bet ewiglich ganz fest und unver- 7. Mein treuster Jesu, sei gesehret, und waltet über uns in priesen, daß dein erbarmungsMel. Nun danket alle Gott. 614. Nun lobet, lobet Gott vol Vom Dank und Lobe Gottes und Jesu. 403 volles Herz sich mir so hilfreich 14. Ich will von deiner Güte hat erwiesen und mich durch singen, so lange sich die Zunge Blut und Todesschmerz von al regt; ich will dir Freudenopfer ler Teufel Grausamkeit zu dei- bringen, so lange sich mein Herz nem Eigentum befreit. bewegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 8. Auch dir sei ewig Ruhm und Ehre, o heilig, werter Gottesgeist, für deines Trostes süße Lehre, die mich 15. Ach, nimm dies schlechte Lob ein Kind des auf Erden, mein Gott, in allen Lebens heißt. Ach, wo was Gnaden hin; im Himmel soll es Guts von mir geschieht, das wirket nur dein göttlich Licht. besser werden, wenn ich ein schöner Engel bin; da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor. Joh. Menzer. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 616. Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüte mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt. Gebt unserm Gott die Ehre! 9. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schüßet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 10. Vor allem füß ich deine Rute, die du mir aufgebunden hast; wie viel thut sie mir doch zu gute und ist mir eine sanfte Last; sie macht mich fromm und zeigt dabei, daß ich von deinen Liebsten sei. 11. Ich hab es ja mein Lebetage schon so manch liebes Mal geſpürt, daß du mich unter vieler Plage durch Not und Kummer hast geführt; denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 2. Es danfen dir die Himmels= heer, o Herrscher aller Thronen; und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfermacht, die alles also wohl bedacht. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat das will er auch erhalten; darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht und alles gleich. Gebt 2c. 4. Ich rief dem Herrn in meiner Not: Ach Gott, vernimm mein Schreien! Da half mei: 13. Drum reiß ich mich jetzt Helfer mir vom Tod und ließ aus der Höhle der schnöden Eitel- mir Trost gedeihen. Drum dant, feiten los und rufe mit erhöhter ach Gott, drum dank ich dir. Seele: Mein Gott, du bist sehr Ach, danket, danket Gott mit mir. hoch und groß! Kraft, Ruhm, Gebt unserm Gott die Ehre! Preis, Dank und Herrlichkeit gehört dir jetzt und allezeit! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk ge= 26* schie12. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem steten Lobe stehn? Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphierend einhergehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 404 Vom Dank und Lobe Gottes und Jesu. schieden; er bleibet ihre Zuver- über seine Jungen streckt, also sicht, ihr Segen, Heil und Frie- hat auch hin und wieder mich den. Mit Mutterhänden leitet des Höchsten Arm gedeckt, alsoer die Seinen stetig hin und her. bald im Mutterleibe, da er mir Gebt unserm Gott die Ehre! mein Wesen gab und das Le6. Wenn Trost und Hilf erman- ben, das ich hab und noch diese geln muß, die alle Welt erzeiget, Stunde treibe. Alles Ding 2c. so kommt, so hilft der Überfluß, 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu der Schöpfer selbst, und neiget teuer, nein, er giebt ihn für mich die Vateraugen denen zu, die hin, daß er mich vom ewgen Feuer sonsten nirgends finden Ruh. durch sein teures Blut gewinn. Gebt unserm Gott die Ehre! Odu unergründter Brunnen! Wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, deine Tief ergründen können? Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, giebt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmelspfort, daß er mir mein Herz erfülle mit dent hellen Glaubenslicht, das des Todes Reich zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit 2c. 7. Ich will dich all mein Lebenlang, o Gott, von nun an ehren; man soll, Gott, deinen Lobgesang an allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre sich, mein Geist und Leib erfreue dich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Jhr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht befennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Gözen macht zu Spott! Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott! Gebt unserm 2c. 9. So kommet vor sein Ange- 5. Meiner Seele Wohlergehen ficht mit Jauchzen Dank zu brin- hat er ja recht wohl bedacht; gen, bezahlet die gelobte Pflicht will dem Leibe Not zustehen, und laßt uns fröhlich singen: nimmt ers gleichfalls wohl in Gott hat es alles wohl bedacht acht. Wenn mein Können, mein und alles, alles recht gemacht! Vermögen nichts vermag, nichts Gebt unserm Gott die Ehre! helfen kann, fommt mein Gott und hebt mir an, sein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt 2c. 6. Himmel, Erd und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt; wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält. Tier und Kräuter und Getreide in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding 2c. Joh. Casp. Schade. In eigener Melodie. 617. Sollt ich meinem Gott nicht singen, sollt ich ihm nicht dankbar sein? Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut ers mit mir mein. Ist doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüt, daß ich alle liebe Morgen schaue Vom Dank und Lobe Gottes und Jesu. 405 schaue neue Lieb und Güt. Wäre fangen Tag und Nacht hier in mein Gott nicht gewesen, hätte meinem ganzen Leben, bis ich mich sein Angesicht nicht geleitet, dich nach dieser Zeit Lob und wär ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding 2C. 8. Wie so manche schwere Plage lieb in Ewigkeit. Paul Gerhardt. 618. Unser Herrscher, unser König, unser allerhöchstes Gut, herrlich ist dein groBer Name, weil er Wunderthaten thut, löblich nah und auch von ferne, von der Erd bis an die Sterne. wird vom Satan hergeführt, die mich doch mein Lebetage niemals noch bisher berührt. Gottes Engel, den er sendet, hat das Böse, was der Feind anzurichten ist gemeint, in die Ferne weggewendet. Alles Ding währt seine 2c. 9. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzicht, lieben, suchen und begehren; ob es gleich bisweilen Sünde drum aus fleiner Kinder Mund thut und aus der Bahne weicht: hast du dir ein Lob bereitet, also hält auch mein Verbrechen welches deine Macht ausbreitet. mir mein frommer Gott zu gut, will mein Fehlen mit der Rut und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt zc. 2. Wenig sind zu diesen Zeiten, welche dich von Herzensgrund In eigener Melodie, oder: Herr, ich habe mißgehandelt. 3. Es ist leider zu beklagen, ja, wem bricht das Herze nicht, wenn man sieht so viele tauſend fallen bei dem hellen Licht? Ach 10. Seine Strafen, seine Schläge, wie sicher schläft der Sünder! Iſt ob sie mir gleich bitter sind, den- es nicht ein großes Wunder? noch, wenn ichs recht erwäge, sind 4. Unterdessen, Herr, mein Herres Zeichen, daß mein Freund, scher, will ich treulich lieben dich; der mich liebet, mein gedenke, denn ich weiß, du treuer Vater, und mich von der schnöden Welt, daß du heimlich liebest mich. Zieh die uns hart gefangen hält, durch mich kräftig von der Erden, daß das Kreuze zu ihm lenke. Alles mein Herz mag himmlisch werden. Ding währt seine Zeit, 2c. 5. Herr, dein Nam ist hoch ge= 11. Das weiß ich fürwahr und rühmet und in aller Welt belasse mirs nicht aus dem Sinne kannt. Wo die warmen Sonnengehn: Christenkreuz hat seine strahlen nur erleuchten einig Maße und muß endlich stille Land, da ruft Himmel, da ruft stehn. Wenn der Winter ausge- Erde: Hochgelobt Jehovah werde! schneiet, tritt der schöne Som- 6. Herr, mein Herrscher, o wie mer ein; also wird auch nach herrlich ist dein Name meiner der Pein, wers erwarten kann, Seel; drum ich auch vor deinen erfreuet. Alles Ding währt zc. Augen singend mich dir anbefehl; 12. Weil denn weder Ziel noch gieb, daß deines Kindes Glieder Ende sich in Gottes Liebe findt, sich dir ganz ergeben wieder. ei, so heb ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind; bitte, Joach. Neander. Mel. Danket dem Herren. wollst mir Gnade geben, dich 619. Was Lobes solin wir aus aller meiner Macht zu um= dir, o Vater, fingen? Vom Dank und Lobe Gottes und Jesu. 406 gen? Dein That kann feines Menschen Zung aufbringen. 2. Du hast uns wahre Siegel aufgedrücket, dabei wir deine Gunst und Güte schmecken. 3. Den bösen Pharao im Meer erwürget, Israel in der Wüstn mit Brot versorget. 4. Dabei wir sollen lernen heut und morgen, daß du willst unfern Leib und Seel versorgen. 5. Zu beweisn deine große Wunderwerke, hast du zerknirschet der Hethiter Stärke. 6. Dazu ein ewgen Bund mit uns gemachet. Wohl dem, der mit dem Herzen darauf achtet! 9. Teur, schrecklich, unvergänglich ist dein Name; wer den fürchtet, der wird zur Weisheit kommen. 10. Lob, Ehr und Dank muß dir, o Vater, werden in Ewigkeit auch hier auf dieser Erden. güldnen Himmels Zelt wir noch fünftig haben. 3. Wär ich gleich wie Crösus reich, hätte Barschaft liegen; wär ich Alexandern gleich an Triumph und Siegen, müßte gleich wohl siech und schwach Pfühl und Betten drücken: würd auch mich in Ungemach all mein Gut erquicken? 7. O Vater, deine Reden sind säß im höchsten Stande; wär ich beständig Gerichte, Wahrheit, mächtig aller Macht und ein Werke deiner Hände. Herr im Lande, mein Leib aber 8. Du sendest die Erlösung den hätte doch auf- und angenommen Gefangnen und trägest weg deu der betrübten Strankheit Joch: Raub mit hohem Prangen. was hätt ich für Frommen? 6. Ich erwähl ein Stücklein Brot, das mir wohl gedeihet, vor des roten Goldes Kot, da man Ach! bei schreiet. Schmeckt mir Speis und Mahlzeit wohl und darf mein nicht schonen, halt ich ein Gerichtlein Kohl höher als Melonen. 11. Lob, Ehr und Dank muß dir, o Jefu, werden in 2c. 4. Stünde gleich mein ganzer Tisch voller Lust und Freude; hätt ich Wildbret, Wein und Fisch und die ganze Weide, die den Mund und Hals ergößt: wozu würd es nüßen, wenn ich dennoch ausgesetzt müßt in Schmerzen sigen? 5. Hätt ich aller Ehren Pracht, 7. Samt und Burpur hilft mir 12. Lob, Ehr und Dank muß nicht mein Elende tragen, wenn dir, o Tröster, werden in 2c. mich Hauptweh, Stein und Gicht Mel. Christus, der uns selig macht. und die Schwindsucht plagen; lie620. Wer wohlauf ist und ber will ich fröhlich gehn im gegesund, hebe sein ringen Kleide, als mit Leid und Gemüte und erhöhe seinen Mund Ängsten stehn in derschönsten Seide. an des Höchsten Güte. Laßt uns 8. Sollt ich stumm und sprachdanken Tag und Nacht mit ge- los sein oder lahm an Füßen; funden Liedern unserm Gott, der sollt ich nicht des Tages Schein us bedacht mit gefundenGliedern! sehen und genießen; sollt ich gehen 2. Ein gesundes, frisches Blut spat und früh mit verschloßnen hat ein fröhlichs Leben; giebt uns Ohren: wollt ich wünschen, daß Gott dies einge Gut, ist uns gnug ich nie wär ein Mensch geboren. gegeben hier in dieser armen Welt, 9. Lebt ich ohne Nat und Witz, da die schönsten Gaben und des wär im Haupt verwirret; hätte mei Vom findlichen Vertrauen und Hoffnung zu Gott. 407 meiner Seele Siz, mein Herz, 15. Halte mich bei Stärk und sich verwirret; wäre mir mein Kraft, wenn ich nun alt werde, Mut und Sinn niemals guter bis mein Stündlein hin mich Dinge: wär es besser, daß ich rafft in das Grab und Erde. Gieb hin, wo ich her bin, ginge. mir meine Lebenszeit ohne son10. Aber nun gebricht mir dres Leiden und dort in der Ewignichts an erzählten Stücken. Ich keit die vollkommnen Freuden. erfreue mich des Lichts und der Paul Gerhardt. Sonne Blicken; mein Gesichte sieht sich um, mein Gehöre höret, In eigener Melodie. wie der Vöglein füße Stimm 621. Munderbarer König, ihren Schöpfer ehret. 11. Händ und Füße, Herz und Herrscher von uns Deines Vaters Güte hast du las allen, laß dir unser Lob gefallen; Geist sind bei guten Kräften; alle fen triefen, ob wir schon von dir mein Vermögen fleußt und geht wegliefen. Hilf uns noch, stärk in Geschäften, die mein Herrscher hat gestellt hier in meinem Blei uns doch; laß die Zunge fingen, ben, also lang es ihm gefällt, in laß die Stimme flingen! der Welt zu treiben. 12. Ist es Tag, so mach und thu ich, was mir gebühret; kommt die Nacht und süße Ruh, die zum Schlafen führet: schlaf und ruh ich unbewegt, bis die Sonne wieder mit den hellen Strahlen regt meine Augenlider. 2. Himmel, lobe prächtig dei nes Schöpfers Thaten, mehr als aller Menschen Staaten! Großës Licht der Sonne, sende deine Strahlen, die das große Rund bemalen! Lobet gern, Mond und Stern! Seid bereit zu ehren einen folchen Herren! 3. O du meine Seele, singe fröh13. Habe Dant, du milde Hand, lich, singe! Singe deine Glaudie du aus dem Throne deines benslieder! Was den Odem hoHimmels mir gefandt diese schöne let, jauchze, preise, klinge! Wirf Krone deiner Gnad und großen dich in den Staub danieder! Huld, die ich all mein Tage nie- Er ist Gott, Zebaoth; er ist nur mals hab um dich verschuldt und doch an mir trage! zu loben hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, wer den 14. Gieb, so lang ich bei mir Herren kennet, wer den Herren hab ein lebendigs Hauchen, daß Jesum liebet; Halleluja finge, ich solche teure Gab auch wohl welcher Christum nennet, sich von möge brauchen; hilf, daß mein Herzen ihm ergiebet. Owohl gesunder Mund und erfreute dir! Glaube mir, endlich wirst du Sinnen dir zu aller Zeit und droben ohne Sünd ihn loben. Stund alles Liebs beginnen. Joachim Neander.. 27.( 9) Vom kindlichen Vertrauen und Hoffnung zu Gott. In eigener Melodie. ner Gnad gelegen, über alles 622. Alles ist an Gottes Geld und Gut. Wer auf Gott Segen und an sei sein Hoffnung seßet, der behält ganz 408 Vom findlichen Vertrauen und Hoffnung zu Gott. ganz unverletet einen freien Hel-| gen. In seinem Rat ist auch die denmut. That; drum, wer ihm folgt auf 2. Der mich hat bisher ernäh- Erden, der kann nicht irre werden. ret und mir manches Glück besche- 3. Rührt uns die Not, er tritt ret, ist und bleibet ewig mein; herbei, recht väterlich zu sorgen; der mich wunderlich geführet und ja, seine Güt ist immer neu, am noch leitet und regieret, wird Abend und am Morgen; Kreuz, hinfort mein Helfer sein. Not und Leid krönt er mit Freud. Hält man an ihm nur feste, hilft 3. Viel bemühen sich um Sachen, die nur Sorg und Unruh er aufs allerbeste. machen und ganz unbeständig 4. Von ihm kommt Lust und Laſt find; ich begehr nach dem zu ringen, herfür, Verlegen und Ergößen. was mir fann Vergnügen brin- Ob sich ein Christe muß allhier gen und man jetzt gar selten findt. oft in die Asche seßen: nur un4. Hoffnung kann das Herz er- verzagt! Nachdem er plagt, läßt quicken; was ich wünsche, wird sich er auch nach dem Weinen die schicken, so es anders Gott ge- Gnadensonne scheinen. fällt. Meine Seele, Leib und Leben hab ich seiner Gnad ergeben und ihm alles heimgestellt. 5. Und diesen Trost will ich dabei unendlich liebgewinnen; plagt mich die Welt, Gott ist getreu. 5. Er weiß schon nach seinem Krönt der nur meine Sinnen, kann Willen mein Verlangen zu erfül- mir die Bein kein Schrecken sein. len; es hat alles seine Zeit. Ich Bleib ich bei Gott in Gnaden, hab ihm nichts vorzuschreiben; so kann mir gar nichts schaden. wie Gott will, so muß es bleiben; Benjamin Schmold. wenn Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich länger allhier leben, In eigener Melodie. 624. Auf meinen lieben Gott trau ich in Angst und ich verlasse mich auf ihn. Ist Not; der kann mich allzeit retten doch nichts, das lang bestehet, aus Trübsal, Angst und Nöten; alles Irdische vergehet und fährt mein Unglück kann er wenden, wie ein Strom dahin. steht alls in seinen Händen. Nürnberg. 1676. Mel. Was Gott thut, das ist. 2. Ob mich mein Sünd ansicht, will ich verzagen nicht; auf Christum will ich bauen und ihm allein 623. Auf Gott vertraut, ist wohl gebaut, ach vertrauen; ihm will ich mich ergefelig! wers bedenket! Denn wer ben im Tod und auch im Leben. auf diesen Helfer schaut, der wird 3. Ob mich der Tod nimmt zwar oft gefränket, allein fein hin, ist Sterben mein Gewinn, Herz acht keinen Schmerz, macht und Christus ist mein Leben; Gott nur seine Sachen; mit Gott dem hab ich mich ergeben; ich ist es zu machen. sterb heut oder morgen, mein Seel wird er versorgen. 2. Führt Gott uns gleich gar wunderbar, fürwahr, er kann nicht 4. O mein Herr Jesu Christ, trügen; reicht seine Hand uns im- der du geduldig bist für mich am merdar, regiert uns mit Vergnü- Kreuz gestorben, hast mir das Heil Vom kindlichen Vertrauen und Hoffnung zu Gott. 409 Heil erworben; da ist das Reich| nem Leben fügt; nur nimm dich uns allen im Himmel zugefallen. meiner Seele an, so hab ich, was 5. Erhöre gnädig mich, mein ich wünschen kann. Trost, das bitt ich dich; hilf mir am lezten Ende; nimm mich in deine Hände, daß ich selig abscheide zu deiner Himmelsfreude. 6. Ich weiß, du thusts, sie ist die Deine und kostet dir dein teures Blut; behalte sie dir schön und reine, laß auch dies mir vertraute Gut nur einzig meine Sorge sein, so trifft mein ganzes Wünschen ein. 6. Amen! zu aller Stund sprech ich aus Herzensgrund, du wollest uns wohl leiten, Herr Christ! zu allen Zeiten, auf daß wir deinen Namen dort ewig preisen. Amen. Sig. Weingärtner. 7. Indes sei stets, mein Heil, gepriesen, für alle Sorgfalt, die du mir, noch eh ich war, schon hast erwiesen, da du, mein treuer Hirte, dir zum Eigentum mich haft erwählt und deinen Schafen zugezählt. dich von Sorgen los; vertraue seiner Vaterpflege, vor ihm ist nichts zu schwer und groß, das er zu seines Namens Preis nicht herrlich auszuführen weiß. 8. Dir sei auch ewig Lob gegeben, daß du so unvermutet haft für mich gesorgt in meinem Leben. So lang ich bin der Erde Gasſt, ist alles liebreich, nüß und gut, was deine Schickung mit mir thut. 2. Wo du ihn nur haft raten lassen, da hat er alles wohl ge- 9. Dort werd ich deiner Liebe macht; denn was dein Denfen Thaten erst preisen in Vollkomnicht kann fassen, das hat er menheit, wenn nur mein Wünschen längst zuvor bedacht; wie dies ist geraten, daß ich kann in der sein Rat hat ausersehn, so und Ewigkeit erkennen, wie dein Wille nicht anders muß es gehn. mir so gut gewesen für und für. Benj. Schmold. 3. Wie werden deine Lebenstage von manchem Kummer sein befreit; wie leicht wird alle Not In eigener Melodie, oder: daß ich tausend. und Plage dir werden in der 626. Der beste Freund ist in Eitelkeit, wenn du nichts wünschest in der Welt, als was Gott will und ihm gefällt. dem Himmel, auf Erden sind die Freunde rar; denn bei dem falschen Weltgetümmel iſt Redlichkeit oft in Gefahr. Drum hab ichs immer so gemeint: Mein 4. Dir wirds an feinem Gute fehlen, wenn du dein Herz gewöhnst und lehrst, nur Gottes Jesus ist der beste Freund! Willen zu erwählen und deinem 2. Die Menschen sind wie eine eignen Willen wehrst, den stets Wiege, mein Jesus stehet felfendie eigne Wahl betrog und von Gott fort zur Falschheit zog. fest, daß, wenn ich gleich darnieder liege, mich seine Freundschaft doch 5. Gieb meinem Herzen folche nicht läßt; er ists, der mit mir Stille, mein Jesu, daß ich sei lacht und weint, mein Jesus 2c. vergnügt mit allem, was dein 3. Die Welt verkaufet ihre Liebe Gnadenwille mit mir und mei- dem, der am meisten nüßen kann, und Mel. Wer nur den lieben Gott. 625. Befiehl dem Herren deine Wege und mache 410 Vom findlichen Vertrauen und Hoffnung zu Gott. 7. Denn du stehst mir zur Seiten, schüßst mich vor bösen Leuten; dein Stab, Herr, und dein Stecken benimmt mir all mein Schrecken. und scheinet dem das Glücke trübe, 6. Und ob ich gleich vor andern so steht die Freundschaft hinten im finstern Thal muß wandern, an. Doch hier ist es nicht so fürcht ich doch keine Tücke, bin gemeint, mein Jesus ist der 2c. frei vom Ungelücke. 4. Er läßt sich selber für mich töten, vergießt für mich sein eigen Blut; er steht mir bei in allen Nöten, er spricht für meine Schulden gut; er hat mir niemals was 8. Du seßest mich zu Tische, verneint, mein Jesus ist der 2c. machst, daß ich mich erfrische, 5. Mein Freund, der mir sein wenn mir mein Feind viel SchmerHerze giebet, mein Freund, der zen erweckt in meinem Herzen. mein, und ich bin sein; mein 9. Du salbst mein Haupt mit Freund, der mich beständig liebet, Öle und füllest meine Seele, die mein Freund bis in das Grab leer und durstig saße mit vollge= hinein. Ach hab ichs nun nicht schenktem Maße. recht gemeint, mein Jesus ist 2c. 10. Barmherzigkeit und Gutes 6. Behalte, Welt, dir deine wird mein Herz gutes Mutes, Freunde, sie sind doch gar zu wan- voll Lust, voll Frend und Lachen, delbar, und hätt ich hunderttau- so lang ich lebe, machen. send Feinde, so frümmen sie mir nicht ein Haar. Hier immer Freund und nimmer Feind, mein Jesus ist der beste Freund. 11. Ich will dein Diener bleiben und dein Lob herrlich treiben im Hause, da du wohnest und Frommsein wohl belohnest. Benj. Schmold. Mel Wach auf, mein Herz und. 627. Der Herr, der aller Enden regiert mit seinen Händen, der Brunn der ewgen Güter, der ist mein Hirt und Hüter. 2. So lang ich diesen habe, fehlt mirs an keiner Gabe; der Reichtum seiner Fülle giebt mir die Füll und Hülle. 3. Er lässet mich mit Freuden auf grüner Auen weiden, führt mich zu frischen Quellen, schafft Rat in schweren Fällen. 4. Wenn meine Seele zaget und sich mit Sorgen plaget, weiß er fie zu erquicken, aus aller Not zu rücken. 5. Er lehrt mich thun und lassen, führt mich auf rechter Straßen; läßt Furcht und Angst sich stilIen, um seines Namens willen. 12. Ich will dich hier auf Erden und dort, wo wir dich werden selbst schaun, im Himmel droben, hoch preisen, singn und loben. Paul Gerhardt. Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr. 628. Der Herr ist mein getreuer Hirt, darum mir gar nichts mangeln wird, weidt mich auf grüner Auen; zum frischen Wasser er mich führt, wovor sollt mir denn grauen. 2. Ob ich wandre im finstern Thal, fürcht ich kein Unglück überall, der Herr thut bei mir halten; er kann und will mich nicht ver= laffn, ich will ihn lassen walten. 3. Auf rechter Straße leit't er mich, mein Seel erquickt er mildiglich, mit Gnad will er mich füllen, und solches thut der liebe Gott um seines Namens willen. 4. Sein Vom kindlichen Vertrauen und Hoffnung zu Gott. 411 4. Sein Steckn und Stab mich kräftig tröst, wenn Unglück mir zu Handen stößt, der Herr wird mich erfreuen; und wer an diesen Hirten gläubt, den wird es nicht gereuen. 5. Ein herrlichn Tisch er mir zuricht vor meiner Feinde An- 5. Gutes und die Barmherzigs gesicht; er salbet mich mit Öle feit folgen mir nach im Leben, und reiniget durch seinen Sohn und ich werd bleiben allezeit im von Sünden meine Seele. halben, machst mein Herz unverzagt und frisch; mein Haupt thust du mir falben mit deinem Geist, dem Freudenöl, und schenfest voll ein meiner Seel deiner geistlichen Freuden. 6. Sein Güte und Barmherzigkeit, mir folgen werden alle zeit; in Freuden werd ich schweben im Haus des Herren Zebaoth und dort im ewgen Leben. 7. Solches sing ich aus Herzensgrund, bekenn es auch mit meinem Mund, zu Lobe Gottes Na- ist mein Trost und Zuversicht. men. Im Herren freuet sich mein Geist und singet fröhlich Amen. D. Cornel. Becker. Haus des Herren eben, auf Erd in christlicher Gemein und nach dem Tode werd ich sein bet Christo, meinem Herren. B. Ringwald. Mel Erschienen ist der herrlich Tag. 630. Gott lebet noch und stirbet Gott Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 629. Der Herr ist mein ge treuer Hirt, hält mich in seiner Hute, darum mir gar nichts mangeln wird an irgend einem Gute; er giebt mir Weid ohn Unterlaß, darauf wächst das wohlschmeckend Gras seines heilsamen Wortes. 2. Zum reinen Wasser er mich weist, das mich erquicken thue, das ist sein werter heilger Geist, der mich macht wohlgemute; er führet mich auf rechter Straß in sein'n Geboten ohn Ablaß, von wegen seines Namens. 2. Gott lebet noch, was sorg ich denn? So lang ich Gott den Vater kenn, seß ich die Sorgen an die Seit und singe fröhlich allezeit: Gott lebet noch! 3. Stirbt mir allhier ein Vater ab, bring ich mit Thränen ihn ins Grab; wenn Kind und Freund hinreißt der Tod, so ist mein Trost in solcher Not: Gott lebet noch! 4. Mein Herz, wenn du weißt keinen Nat, wenn dich die Not beklemmet hat, ja, dich gefeßt in großes Leid, so denke doch nur allezeit: Gott lebet noch! 5. Gott lebet noch und weiß gar wohl, wie er dich recht regieren soll. Dein Vater meint und macht es gut, wenn er dich straft. Drum wohlgemut: Gott 2c. 6. Gott legt dir auf ein schwere Last, ob dus gleich nicht vermutet hast; doch hilft er tragen, was 4. Du breitest vor mir einen dich plagt und stärkt dich, drum Tisch, vor mein Feindn allent- sprich unverzagt: Gott 2c. 7. Wenn 3. Ob ich wandre im finstern Thal, fürcht ich kein Ungelücke, in Verfolgung, Leiden, Trübsal und dieser Welt ihr Tücke; denn du bist bei mir stetiglich, dein Stab und Stecken tröstet mich, auf dein Wort ich mich lasse. Ja, wenn die ganze Welt fällt ein, soll dies mein bestes Hoffen sein: Gott lebet noch! 412 Vom findlichen Vertrauen und Hoffnung zu Gott. 7. Wenn dir nun wird dein 5. Stoß mich nicht von deiner Kreuze schwer und drücket dich Seiten, wenn mein hohes Alter mit Macht gar sehr, ja, wenn kommt, da die schwachen Tritte dichs fast zu Boden stößt, so gleiten und man Trost vom Stekhilft dir Gott; drum set getrost: fen nimmt, da greif du mir in die Gott lebet noch! Arme; fall ich nieder, so erbarme 8. Mein Vater, sorge du für du dich, hilf mir in die Höh und mich, mein Hoffnung steht allein halt, bis ich wieder steh. auf dich, sieh mich mit Guaden- 6. Mach es nicht, wie mirs augen an, daß ich stets fröhlich fingen kann: Gott lebet noch! die gönnen, die mein abgesagten Feind, auch mir, wo sie immer fönM. Kramer.nen, mit Gewalt zuwider sind, Mel. Alle Menschen müssen sterben. sprechen: Auf, laßt uns ihn faſsen, 631. Herr, bir trau ich all sein Gott hat ihn ganz verlaſsen; mein Tage, laß mich nicht in Schimpf bestehn! Wie ich von dir glaub und sage, also laß mirs auch ergehn! Rette mich; laß deine Güte mir er frischen mein Gemüte, neige deiner Ohren Treu und vernimm mein Angstgeschrei. jagt und schlagt ihn immerhin; niemand schüßt und rettet ihn. 7. Ach, mein Helfer, sei nicht ferne, komm und eile doch zu mir; hilf mir, mein Gott, bald und gerne, zieh mich aus der Not herfür, daß sich meine Feindeschämen und vor Hohn und Schande grämen, ich hingegen fröhlich set über mir erwiesne Treu. 2. Sei mein Aufhalt, laß mich fißen bei dir, o mein starker Hort! Laß mich deinen Schuß beschüßen und erfülle mir dein Wort, da du selber meinem Leben dich zum Fels und Burg gegeben. Hilf mir aus des Heuchlers Band und des Ungerechten Hand. 8. Mein Herz soll dir allzeit bringen deines Ruhms gebührlich Teil, auch soll meine Zunge fingen täglich dein unzählig Heil. Ich bin stark, einher zu gehen, unerschrocken da zu stehen, durch 3. Denn dich hab ich außerlesen des großen Herrschers Kraft, der von der zarten Jugend an. Dein die Welt und Alles schafft. Arm ist mein Trost gewesen, 9. Herr, ich preise deine TuHerr, so lang ich denken kann. gend, Wahrheit und GerechtigAuf dich hab ich stets geschauet keit, die mich schon in meiner Juund von Mutterleib getrauet. gend hoch ergößet und erfreut. Deine Hand zog mich ans Licht, Hast mich als ein Sind ernähret, Herr, Herr, meine Zuversicht. deine Furcht dabei gelehret, oft4. Vou dir ist mein Ruhm, mals wunderlich bedeckt, daß mein Sagen, dein erwähn ich im- mein Feind mich nicht erschreckt. merzu. Viele spotten meiner 10. Fahre fort, o mein ErhalPlagen, höhnen, was ich red und ter, fahre fort und laß mich nicht thu; aber du bist meine Stärke; in dem hohen grauen Alter, wenn wenn ich Angst und Trübfal mir Lebenskraft gebricht. Laß merke, lauf ich dich an; gönne mein Leben in dir leben, bis ich mir, fröhlich stets zu sein in dir. Unterricht fann geben Kindesfin= Vom findlichen Vertrauen und Hoffnung zu Gott. 413 findern, daß dein Hand ihnen dich, Herr Jesu Christ, der du gleichfalls sei bekannt. mein Gott und Heiland bist. 11. Gott, du bist sehr hoch zu 3. Des freu ich mich von Herloben, dir ist nirgends etwas gleich, zen fein, bin gutes Muts und weder hier bei uns, noch oben in harre dein, verlaß mich ganz dem Stern- und Engelreich. auf deinen Nam'n; hilf, Helfer, Dein Thun ist nicht auszuspre- hilf! Drauf sprech ich: Am'n. chen, deinen Rat kann niemand Nach N. Selneder. brechen; alles liegt in deinem Mel. O Gott, du frommer Gott. Schoß und dein Werk ist alles groß. 633. ch trau allein auf Gott 12. Du ergiebst mich großen Nöten, giebst auch wieder große Freud. Heute läßt du mich ertöten, morgen ist die Lebenszeit, da ermunterst du mich wieder und erneuerst meine Glieder, holst sie aus der Erdenkluft, giebst dem Herzen wieder Luft. und bau auf seine Güte; er läßt in Ewigkeit kein ihm verpflicht Gemüte; bei Gott verharr ich stets, er prüfe, wie er will, ich weiß, daß er als Freund erscheint, aufs beste Ziel. 13. Such ich Trost und finde feinen, bald doch werd ich wieder groß; dein Trost trocknet mir mein Weinen, daß mir aus den Augen floß. Ich selbst werde wie ganz neue, sing und klinge deine Treue, meines Lebens einzges Ziel, auf der Harf und Psalterspiel. 2. Ich trau allein auf Gott, ich weiß, daß Menschen trügen; er ist die Wahrheit selbst, der Menschen Wort sind Lügen. Ich wag es blos auf Gott, der meine Feinde schlägt und durch ein Winken nur, was schreckt, zu Boden legt. 3. Ich hange nur an Gott und laß ihn einzig walten, er kann in Angst und Not gesegnet mich erhalten; ich weiche nicht von Gott, er reicht mir seine Hand und hält mich, wenn die Welt vergeht, im festen Stand. 14. Ich bin durch und durch entzündet, fröhlich ist, was in mir ist. Alle mein Geblüt empfindet dein Heil, das du selber bist. Ich steh im gewünschten Stande, mein Feind ist voll Scham und Schande; der mein Unglück hat gesucht, leidet, was er mir geflucht. 4. Ach Gott, du wahrer Gott, der nie sein Wort gebrochen, du hast ausdrücklich mir, ganz ohne Falsch versprochen, daß, wer in seiner Not Erhörung bei dir sucht und Zuflucht zu dir nimmt, nicht suche ohne Frucht; Paul Gerhardt. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten, oder: Herr Jesu Christ, meins. 5. Daß, wer durch deinen Sohn 632. Hilf, Helfer, hilf in von dir wollt was erlangen, ohnAngst und Not, erbarm dich mein, o treuer Gott; ich bin doch ja dein liebes Kind trog Teufel, Welt und aller Sünd. fehlbar solches sollt, dafern es gut, empfangen; dein Sohn verspricht uns selbst, daß dein Herz offen steht dem, der in Demut dir mit Reu entgegen geht. 6. Jch bitt aus Herzensgrund, was will ich mehr? Ich hab ja Herr, laß mir nicht den Glauben, wenn 2. Jch trau auf dich, o Gott, mein Herr, wenn ich dich hab, 414 Vom findlichen Vertrauen und Hoffnung zu Gott. wenn nun die Not anbricht, aus gerne leiden, Gott wird mir keimeinem Herzen rauben. Gieb, nen Schaden thun. Drum seh daß ich auf dich hoff, und wenn ich auch in meiner Not zc. der böse Tag mir Härtres bringen 3. Er hats mir ja so oft versprowill, nicht in Kleinglauben zag. chen, daß er mein Helfer wollte 7. Gieb, daß ich dich, mein sein; ich weiß, er hält mirs ungeHerr, wie auch den Nächsten brochen, sein Wort trifft immer liebe, daß ich mich lebenslang richtig ein. Drum seh ich auch zc. in Glaubensfrüchten übe; mein 4. Läßt Gott die Vöglein nicht Leben sei allein verpflichtet dei- verderben, so glaub ich sicherlich ner Ehr. Herr, zeige mir die und fest, daß er mich auch nicht Bahn, zu gehn nach reiner Lehr. Hungers sterben, noch sonst in 8. Ach Gott, du bist mein Schild, Not verderben läßt. Drum seh du kannst und willst mich schüßen; ich auch in meiner Not zc. erschein ich gleich jetzt hier und 5. Wohlan, ich will beständig muß im Elend sizzen, verlaß mich bleiben bei Gott in Not und nicht, mein Gott, nun mich die Todesqual; von Gott soll mich grimme Not anfällt mit Fluch kein Unglück treiben, drum sag und Höll, mit Angst, Spott, ich ein für allemal: Ich seh in Schmach und Tod. aller meiner Not zuvörderst auf den lieben Gott. Halle 1697. 9. Du hast auf meinem Haupt gezählt die kleinsten Haare; drum In eigener Melodie. gieb nicht zu, daß ich hin ins Ber- 635. In dich hab ich gederben fahre. Dir ist mein Leid hoffet, Herr, hilf, bewußt, du einzig bist mein Heil; daß ich nicht zu Schanden werd, schieb deinen Trost nicht auf, noch ewiglich zu Spotte; das bitt Zeit ists, mein Jesu, eil. ich dich, erhalte mich in dir, dem trenen Gotte. 10. Mein Jesu, fomm, ach fomm, mir wird von Herzen bange; die Not nimmt überhand, wo bleibst du doch so lange? Du bists, der helfen will, du bists, der helfen kann; du bists, der helfen muß; dich, Jesu, ruf ich an! Mel. Wer nur den lieben Gott. 634. Ich trau auf Gott in allen Sachen, denn wer wollt sonst mein Helfer sein? Ach, niemand hilft den armen Schwachen, denn nur mein Gott, der thuts allein; drum seh ich auch in meiner Not zuvörderst auf den lieben Gott. 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, erhör mein Bitt, thu dich herfür, eil bald mich zu erretten; in Angst und Weh, ich lieg, ich steh, hilf mir aus meinen Nöten! 3. Mein Gott und Schirmer steh mir bei; sei meine Burg, darin ich frei und ritterlich mög streiten; denn meiner Feind gar viele sind bei mir zu beiden Seiten. 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort, mein Hilf, mein Heil, mein Leben. Mein starker Gott in aller Not, wer mag dir widerstreben? 5. Mir hat die Welt trüglich 2. Und muß ich gleich zu trüben Zeiten was dulden, ei was ists denn nun? Ich will es herzlich gericht mit Lügen und falschem Vom kindlichen Vertrauen und Hoffnung zu Gott. 415 schem Gedicht, viel Neß und was sonst der Welt gefällt, drauf heimlich Stricke. Herr, nimm ich mein Sinn nicht sebe, das mein wahr in der Gefahr, hüt bleibet in der Welt; ein'n Schatz mich vor falscher Tücke. hab ich im Himmel, der Jesus Christus heißt, ist über alle Schäße, schenkt uns den heilgen Geist. 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir; mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in 6. Ihn hab ich eingeschloſsen deine Hände. O wahrer Gott, aus in meines Herzens Schrein; sein aller Not hilf mir am letzten Ende. Blut hat er vergossen für mich 7. Glorie, Lob, Ehr und Herr- arms Würmelein, mich damit lichkeit sei dir, Gott Vatr und zu erlösen von ewger Angst und Sohn bereit, dem heilgen Geist Pein; wie könnt auf dieser Ermit Namen; die göttlich Kraft den doch größre Liebe sein? mach uns sieghaft durch Jesum Christum. Amen. Adam Reußner. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 636. einen hat Gott verlassen, der ihm vertraut allzeit; und ob ihn gleich viel hassen, geschieht ihm doch kein Leid. Gott will die Seinen schüßen, zulegt erheben hoch und geben, was da nüget, hier zeitlich und auch dort. 7. Nun soll ich mich erzeigen dankbar für solche Gnad; drum geb ich mich Gott eigen mit allem, was ich hab; wie ers mit mir will machen, hab ich ihm heimgestellt, befehl ihm meine Sachen, er machs, wies ihm gefällt. 8. Amen, nun will ich schließen dies schlichte Liedelein. Herr, durch dein Blutvergießen laß mich dein Erbe sein, so habe ich 2. Allein ichs Gott heimstelle, auf Erden, was mich erfreuet er machs, wies ihm gefällt, zu schon; im Himmel soll mir werNuß der armen Seele. In dieser den die ewge Gnadenkron. argen Welt ist doch nur Kreuzg In eigener Melodie. und Leiden und muß auch also 637. Meine Hoffnung stehet sein; denn die zeitlichen Freuden feste auf den lebenbringen oft ewge Bein. digen Gott; er ist mir der allerbeste, der mir beisteht in der Not; er allein soll es sein, den ich nur von Herzen mein. 3. Treulich will ich Gott bitten und nehmen zum Beistand in allen meinen Nöten, die ihm sehr wohl bekannt; Geduld will ich 2. Sagt mir, wer kann doch vererbitten in den Anliegen mein, trauen auf ein schwaches Mener wird mich wohl behüten und schenkind? Wer kann feste Schlösmein Nothelfer sein. ser bauen in die Luft und in den Wind? Es vergeht, nichts besteht, was ihr auf der Erde seht. 3. Aber Gottes Güte währet immer und in Ewigkeit, Vieh und Menschen er ernähret durch erwünschte Jahreszeit; alles hat seine Gnad dargereichet früh und 4. Gie4. All Glück und Ungelücke, das kommt allein von Gott; ich weiche nicht zurücke, ihm fleh ich in der Not. Wie kann er mich deun hassen, der treue Helfer mein, denn, wenn die Not am größten, will er ja bei mir sein. 5. Reichtum und alle Schäße, spat. 416 Vom findlichen Vertrauen und Hoffnung zu Gott. 4. Giebet er nicht alles reichlich nen Händen, mach es mit mir, und mit großem Überfluß? Seine wie dirs gefällt. Ich will mich Lieb ist unbegreiflich, wie ein star- nach den Bergen wenden in deinem ker Wasserguß; Luft und Erd hohen Himmelszelt. Die Hilfe uns ernährt, wenn es Gottes fommt allein von dir, mein bester Gunst begehrt. Helfer, hilf du mir. 5. Danket nun dem großen Schöpfer durch den wahren Men schensohn, der uns wie ein freier Meister hat gemacht aus Erd und Thon. Groß von Rat, stark von That ist, der uns erhalten hat. Joach. Neander. In eigener Melodie. 638. Meine Hoffnung steht auf Gott; Gott, mein Heiland und Erretter, Stiller aller Kreuzeswetter, steht bei mir bis in den Tod. Meine Hoffnung steht auf Gott.:: 2. Meine Hoffnung steht auf Gott, der mir Leib und Seel gegeben und mich durch mein ganzes Leben hat erhalten in der Not. Meine Hoffnung steht auf Gott.:,: 3. Meine Hoffnung steht aufGott; Gott, mein Heiland, hilft mir Armen, kann und will sich mein erbarmen, steht mir bei bis in den Tod. Meine Hoffnung steht auf Gott.:,: 3. Wenn Furcht und Hoffnung in mir streiten, heißt mich der Glaube stille sein; ich sehe deine Hand von weitem, die wird mir Trost und Kraft verleihn. Ich werde, wenn es wird geschehn, doch Lust an deiner Gnade sehn, 4. Mit Jakob geh ich dir entgegen, mein Glaube ringt und kämpft mit dir; ich laß dich nicht, gieb mir den Segen, dein Segen ruh und bleib auf mir. Dein Segen ists, der mir die Nacht zur schönen Morgenröte macht. 5. Nun, deiner Allmacht will ich trauen, die allen Kummer ändern kann; auf dein Wort will ich Felsen bauen, du hast gesaget: Ruf mich an. Ich rufe nun, ich hoffe nun, du wirst nach deinem Worte thun. 6. So komm ich denn mit meinen Schmerzen zu Jesu dir, dem Schmerzensmann; so greif ich denn nach deinem Herzen, das 4. Meine Hoffnung steht auf mich ja nimmer lassen kann. Dein Gott. Hoffnung läßt mich nicht Herz dir bricht, dein Mund mir verderben, Hoffnung läßt mich spricht: Ich laß dich nicht, ich selig sterben, machet mich niemals schamrot. Meine Hoffnung steht auf Gott.:,: laß dich nicht! Benj. Schmold. Mel. Ach, was soll ich Sünder. 640. Sollt ich meinem Gott Mel. Wer nur den lieben Gott. nicht trauen, der 639. Mein Gott, ich wart die mir noch nicht geschlagen hat. Ich habe diesen Trost zum Grunde: Bei dir ist immer Rat und That. Dein Wert wird an 2. Er weiß alles, was mich drükmir doch erfüllt, die Stunde fet, mein Anliegen, meine Not, fommt mir, wenn du willst. er steht mir bei bis zum Tod; er 2. Jch bin, mein Gott, in dei- weiß, was mein Herz erquicket; mich liebt so väterlich, der so auf deine Stunde, herzlich sorgt für mich? Sollt ich auf den Fels nicht bauen, der mir ewig bleibet fest, der die Seinen nicht verläßt? feis Vom findlichen Vertrauen und Hoffnung zu Gott. 417 ben sei Gott dem Herrn ergeben; er machs, wies ihm gefällt. seine Lieb und Vatertreu bleibt mein Leib, mein Seel, mein Lemir jeßt und ewig neu. 3. Der die Vögel all ernähret, der die Blumen, Laub und Gras kleidet schön ohn Unterlaß, der uns alles Gut bescheret, sollte der verlassen mich? Nein, ich trau ihm sicherlich. 4. Wenn nach seinem Reich ich trachte, wenn ich durch Gerechtigfeit finde meines Himmels Freud, wenn ich Geld und Gut verachte, segnet Gott mich früh und spat, Wort und Werke, Rat und That. 5. Ei, so bleib der andre Morgen! Das, was noch zukünftig ist, irrt mich nicht, ich bin ein Christ; ich laß meinen Gott versorgen alles, weil doch aller Zeit ihre Sorge schon bereit. 4. Es kann ihm nichts gefallen, als was mir nüßlich ist; er meints gut mit uns allen, schenkt uns den Herren Christ, ja, seinen lieben Sohn; durch ihn er uns bescheret, was Leib und Seel ernähret. Lobt ihn ins Himmels Thron! 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, ihn, der uns beides schenkt. Das ist ein selge Stunde, darin man sein gedenkt; verlorn ist alle Zeit, ohn ihn verbracht auf Erden; wir sollen selig werden und bleibn in Ewigkeit. 6. Auch wenn die Welt vergehet mit ihrem Stolz und Pracht, nicht Ehr noch Gut bestehet, das vor war hoch geacht. Wir werden nach dem Tod tief in die Erd begraben; wenn wir geschlafen haben, will uns erwecken Gott. 6. Gott sei Lob, der mich erfreuet, daß ich glaube festiglich, Gott, mein Vater, sorgt für mich, der mir diesen Trost erneuet, daß ich weiß, Gottliebet mich, Gott versorgt mich ewiglich. D. Joh. Olearius. In eigener Melodie. 641. Vo 7. Die Seel bleibt unverloren, geführt in Abrams Schoß; der on Gott will ich nicht Leib wird neu geboren, von allassen, denn er läßt len Sünden los, ganz heilig, rein nicht von mir, führt mich auf und zart, ein Kind und Erb des rechter Straßen, da ich sonst irrte Herren, daran muß uns nicht irsehr; er reicht mir seine Hand; ren des Teufels listge Art. den Abend und den Morgen thut 8. Darum, ob ich schon dulde er mich wohl versorgen, wo ich hier Widerwärtigkeit, wie ichs auch sei im Land. auch wohl verschulde, kommt doch die Ewigkeit, ist aller Freuden voll; dieselb ohn einges Ende, wird mir gar bald aufs neue dieweil ich Christum kenne, mir sein Macht und Gnad bewährt; widerfahren soll. hilft mir aus aller Not, errett von Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden und wenns auch wär der Tod. 9. Das ist des Vaters Wille, der uns erschaffen hat; sein Sohn hat Guts die Fülle erworben durch sein Gnad; auch Gott, der heilge 3. Auf ihn will ich vertrauen Geist im Glauben uns regieret, in meiner schweren Zeit; so kann zum Reich des Himmels führet: mir gar nicht grauen, er wendet al- Ihm sei Lob, Ehr und Preis! les Leid, ihm sei es heimgestellt; M. 2. Helmbold. 27 2. Wenn sich der Menschen Treue und Wohlthat all verkehrt, 642. 418 Vom kindlichen Vertrauen und Hoffnung zu Gott. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten, 3. Dein tröst ich mich ganz sicheroder: Herr Jesu Christ, meins. 642. Menn Menschenhilf scheint aus zu sein, so stellt sich Gottes Hilfe ein; wenn niemand hilft, so hilfet er und macht mein Leiden nicht zu schwer. 2. Was tracht ich viel nach Menschen Gunst, die doch vergehet wie ein Dunst? Es ist in dieser Welt kein Freund, der stets es gut mit einem meint. lich, denn du kannst mir wohl geben, was mir ist not, du treuer Gott, hier und in jenem Leben. Gieb wahre Reu, mein Herz erneu, errette Leib und Seele. Ach höre, Herr, dies mein Begehr und laß mein Bitt nicht fehlen. 3. Magdeburg. In eigener Melodic. 644. Mer Jesum bei sich hat, 3. Nimm deine Zuflucht nur zu Gott, der kann dir nehmen deine Not; such den zum Freund, der dir allein mit seiner Hilf kann nüglich sein. kann feste stehen, untergehen; wer Jesum bei sich hat, wird auf dem Unglücksmeer nicht was kann dem schaden? Sein Herz ist überall mit Trost beladen. 2. Wer Jesum bei sich hat, der 4. Wenn Gott ist Freund, als laffen nur das Weltgetümmel; hat den Himmel, wünscht zu vers dann dein Feind ist ohne Macht wer Jesum bei sich hat, der lebt und ganz verkleint; und wären vergnüget mit dem, was Gott, noch viel tausend hier, so könnt doch keiner schaden dir. sein Herr, ihm zugefüget. 5. Es muß doch gehn, wies Gott gefällt, wenn sich gleich alles gegen stellt. Laß Gott nur machen, wie er will, und halte seinem Willen still. 3. Wer Jesum bei sich hat, der mag nicht haben die Eitelkeit der sum bei sich hat, hat gnug auf Welt und ihre Gaben; wer JeErden und mag in Ewigkeit nicht reicher werden. A. Ulrich, Herzog zu Braunschweig. Mel. Was mein Gott will, das 643. Wer Gott vertraut, hat Himmel und auf Erden; wer sich verläßt auf Jesum Christ, dem muß der Himmel werden; darum auf dich all Hoffnung ich getrost und fest will seßen, Herr Jesu Christ, mein Trost du bist in Todesnot und Schmerzen. sicher reisen, er wird ihm schon 4. Wer Jesum bei sich hat, kann den Weg zum Himmel weisen; wohl gebaut im wer Jesum bei sich hat in höchsten Nöten, den kann kein Teufel nicht, noch Mörder töten. 5. Wer Jesum bei sich hat, ist wohl beschüßet, wenns heftig donnert und erschrecklich bliget; wer Sesum bei sich hat, darf nicht erschrecken, wenn seine Sünd ihm 2. Und wenns gleich wär dem Teu- Furcht und Angst erwecken. fel sehr und aller Welt zuwider, 6. Wer Jesum bei sich hat, dennoch so bist du, Jesu Christ, darf nicht verzagen und kann den der sie all schlägt darnieder. Und Teufel auch leicht von sich jagen; wenn ich dich nur hab um mich wer Jesum bei sich hat, wird mit deinem Geist und Gnaden, so nicht verderben; wer Jesum bei kann fürwahr mir ganz und gar fich hat, kann fröhlich sterben. nicht Tod noch Teufel schaden. Ch. F. Connow. 645. Vom kindlichen Vertrauen und Hoffnung zu Gott. 419 Mel. Machs mit mir, Gott, nach.| tes Wahrheit traut, die nimmer645. Wohl dem, der sich mehr kann lügen. Der Herr ist auf seinen Gott recht kindlich kann verlassen; den mag gleich Sünde, Welt und Tod und alle Teufel hafsen, so bleibt er dennoch wohl vergnügt, wenn er nur Gott zum Freunde kriegt. gut und fromm, und was sein Wort verspricht, das folget in der That gewiß und fehlet nicht. 2. Die böse Welt mag immer hin mich hier und da anfeinden; fann sich nur mein Gemüt und Sinn mit meinem Gott befreunden, so frag ich nichts nach ihrem Haß; ist Gott mein Freund, wer thut mir was? 3. Wie gut ists, auf den Herrn und nicht auf Menschen bauen; wie eitel, schwach und falsch, wie schnöd ist das Vertrauen, so sich auf Fleisch verläßt und auf ein Menschenkind; denn auch die Könge selbst auf Erden sterblich sind. 3. Und ob ich gleich darüber oft hab Unglück leiden müssen, so hat dennoch Gott unverhofft mich wieder draus gerissen. Da lernt ich erst, daß Gott allein der Menschen bester Freund muß sein. 4. Ja, wenn gleich meiner Sünden Schuld sich häuft in mir zusammen, mich treibt in Angst und Ungeduld und will gleich hier verdammen: so fürcht ich doch dieselbe nie, denn Gott, mein Freund, vertilget sie. 5. Drum sag ich Troß der Hölle Heer! Troß auch des Todes Rachen! Troß aller Welt! Mich fann nicht mehr ihr Pochen traurig machen. Gott ist mein Schuß, mein Hilf und Rat. Wohl dem, der Gott zum Freunde hat! 4. Die sich mit ihrer Not zu ihren Füßen legen, die müssen Zeugen sein, wie nichtig ihr Vermögen, wie wandelbar ihr Sinn und ihrer Hoheit Pracht, wie mancher Unglücksfall ihr Können schamrot macht. 5. Weit sichrer ist mein Trost! Ich weiß, an wen ich glaube, trop, daß die größte Not mir solch Bertrauen raube zu dem, der ewig bleibt, dem rechten Wundermann, dem feine Not zu groß; der helfen will und kann. 6. In ihm ist meine Seel in höchster Ruh und Stille; sein Hand ist unverkürzt; sein gnadenvoller Wille ist unverändert gut, unendlich seine Kraft, die stets von Alters her hat Hilf und Rat geschafft. 7. Drum halt ich mich zu Gott; und das ist meine Freude, wenn mein erquicktes Herz nach überstandnem Leide sich seiner Wohl= that rühmt und ihm mit ganzem Fleiß ein Danklied singen kann zu seines Namens Preis. J. Ch. Ruben. Mel. O Gott, du frommer Gott. 646. Mohl dem, der Jakobs Gott zum Helfer sich erwählet, der, was sein Herze 8. Laß du mich nur, mein Gott, kränkt, voll Hoffnung ihm erzäh- dein Lob hier zu erhöhen, nicht faul let, der seine Zuversicht fest auf und träge sein, wie du nie auf den Herren stellt, der alle Hilfe mein Flehen zu merken müde thut und ewig Glauben hält. wirst und stets, von Kindheit 2. Unmöglich ists, daß den sein an, so überschwenglich viel an Hoffnung kann betrügen, der Got- mir hast Guts gethan. 27* 9. Gieb, 420 Von der Zufriedenheit oder Gelassenheit in Gott. 9. Gieb, daß ich ferner auch an 12. Laß seine Wunden mir als. dir fest hangen bleibe, daß weder dann an meinem Ende ein fichres Glück noch Not mich von der Freischloß sein, dahin mein Geist Bahn abtreibe, die dein Gebot sich wende, wenn mich mein Herz mir zeigt; gieb meinem Geiste verdammt, wenn Satan noch zuStraft, zu üben immerdar die letzt sein Heil an mir versucht gute Ritterschaft. und grimmig an mich setzt. 13. Daß, wie ich Jesu hier, mich ganz zu eigen gebe, dort, wo er herrscht und lebt, ich ewig mit ihm lebe als sein erfauftes Gut und treue, werte Braut, die in der Schwachheit hier er sich schon hat vertraut. 10. Daß ich, was eitel ist, nicht für mein Wohlsein achte, noch Fleisch für meinen Arm; daß ich nach sonst nichts trachte, als was du selber bist. Ach nimm, mein Gott, mich mir, entreiße mich der Welt und zieh mich ganz nach dir! 11. Laß mich in allem Streuz 14. Daß an dem Freudenort, und auch im Tode schmecken, wie wo reine Geister wohnen, auch freundlich du mir bist; laß mich ich dich, meinen Gott, in allen die Schuld nicht schrecken, die drei Personen, in deinem klaren Jesus schmerzlich gnug schon Licht vollkommen kennen kann längst an meiner Statt gebüßt, und mit der Engel Schar ein und dir, mein Gott, durch sich Danklied stimmen an. bezahlet hat. H. Katharina v. Gersdorf. 28.( 10) Von der Zufriedenheit oder Gelasfenheit in Gott und göttlichem Willen. Mel. Was mein Gott will, das. dir gar nichts fehlen, weil Gott, 647. Das ist ja gut, was dein Gut, steht auf der Hut, bemein Gott will, fein reit für dich zu streiten; drum Will der ist der beste; dem folge freue dich herzinniglich jetzt und ich und bin ganz still, an ihm zu allen Zeiten. halt ich mich feste. Der liebe 4. So führe mich denn immerGott hilft in der Not und will hin, mein Gott, nach deinem den nicht verlassen, der auf ihn Willen, und gieb mir einen solschaut und ihm vertraut; er wird chen Sinn, dasselbe zu erfüllen, ihn fest umfassen. was über mich du gnädiglic 2. So sei denn immer still zu deinem Rat beschlossen; laß deine Gott, o Seele, und vergnüget; Kraft und Lebenssaft in mir sein weich nicht von ihm in Not und ausgegossen. Tod, es ist gut, wie ers füget. 5. Auf daß ich thu, was mir geIn Lieb und Leid sei du bereit, bührt und alles möge meiden, dich ihm zu übergeben; er hüt't was mein nur ist und mich verführt, und wacht, stets auf dich acht't auch von dir kann abscheiden. Ach, in deinem ganzen Leben. nimm mich mir und gieb mich 3. Wo du nur bist also gesinnt dir, laß mich dir stets ankleben und ruhig in der Seelen, so bist und folgen still, wohin dein Will du Gottes liebes Kind und kann mich führt im Tod und Leben. 648. Von der Zufriedenheit oder Gelassenheit in Gott. 421 Benj. Schmold. Mel. Gott, du frommer Gott. ich sterbe so: Der Himmel ift 648. G geh mir, wie Gott mein Ziel! Nichts sag ich, als nur will, so geht mirs dies: Es geh mir, wie Gott will! nach Vergnügen; vertrau ich dessen Huld, so muß sich alles fügen. Aus seiner Vaterhand kommt zwar des Leidens viel, doch bleibt bei mir der Schluß: Es geh mir, wie Gott will! Mel. Wer nur den lieben Gott. 649. Ge eliebter Jesu, dein Verlangen geht bloß nach meiner Ruhe hin; wie bist du mir nicht nachgegangen, eh 2. Auch eine Wüste kann oft ich dein Schäflein worden bin! süßes Manna haben; die Schäße O laß mich, liebster Jesu mein! muß man ja aus finstern Höhlen dir ferner ganz gelassen sein! graben. Bin ich auf dieser Welt 2. Du weißt ja, was mich des Glückes Ball und Spiel, acht nicht vergnüget; du weißt, mein ich doch alles nicht: Es geh zc. Jesu, was mir fehlt und was 3. Nuh und Vergnügen muß mir auf dem Herzen lieget und sich endlich mit uns füssen, allein meine arme Seele quält; doch Geduld ist not, die Wermut zu laß mich nur bei aller Pein dir, versüßen. Gelt ich bei Menschen Liebster, ganz gelaſsen sein! hier gleich wenig oder viel, entgeht mir dennoch nichts: Es 2c. 4. Bin ich zum Weinen mehr als Lachen hier geboren, o darum ist mein Trost nicht ganz und gar verloren. Hier sind die Thränen doch der Christen Saiten ſpiel; trifft mich nun dieses auch: Es geh mir, wie Gott will! 3. Wird schon die Seele sehr gesichtet; muß gleich der Leib in Ängsten gehn, wenn sie die Lust und Furcht anfichtet und sie in Unruh müssen stehn: so laß, o Jesu, nur allein den Geist in dir gelassen sein! 5. Empfind ich Haß und Neid, wie scharfe Nessel brennen, nichts kann mich dennoch hier von meinem Jesu trennen. Ein Blick von ihm erquickt, wie Tau vom Himmel fiel. Verfolgt mich auch die Welt: Es geh mir, wie 2c. 4. Ich lauf, ich eil, ich bet und finge, nur los zu sein der Eitelkeit, und doch in keinem dieser Dinge erlang ich die Gelassenheit; wär aber nur mein Wille rein, so könnt ich auch gelassen sein. 5. Es ist ja fein vergnügters Leben, als bloß im Willen Jesu ruhn und seinen eignen Willen und sein Thun. Drum zieh mich, Liebster, in dich ein und laß mich ganz gelassen sein! 6. Ob ich auch endlich soll die geben in Jesu Willen Totenbahre füssen und diesen meinen Lauf mit müden Augen schließen: lieg ich doch sanft genug, weil Jesus ist mein Pfühl 6. So will ich mir denn nun und bleibt mein letztes Wort: absterben und mich aufopfern Es geh mir, wie Gott will! Jesu nur; stürz, Herr, mein 7. Kreuz, Leiden, Angst und Eignes ins Verderben, töt alle Not und was uns sonsten plas Lust zur Kreatur! Nur laß mich, get, kommt immer auf mich los, liebster Jesu mein, dir ganz und mein Herz ist unverzaget; ich leb, gar gelassen sein! 650. 422 Von der Zufriedenheit oder Gelassenheit in Gott. 7. Was forgst du für dein ar650. Gieb dich zufrieden und mes Leben, wie dus halten wollst In eigener Melodie. fet stille in dem und nähren? Der dir das Leben Gotte deines Lebens. In ihm hat gegeben, wird auch Unterhalt ruht aller Freuden Fülle, ohn bescheren. Er hat ein Hand voll ihn mühst du dich vergebens; er aller Gaben, da See und Land ist dein Quell und deine Sonne, sich muß von laben. Gieb dich 2c. scheint täglich hell zu deiner Wonne. Gieb dich zufrieden! 8. Sprich nicht: Ich sehe keine Mittel; wo ich such, ist nichts zum 2. Er ist voll Lichtes, Trost und Besten; denn das ist Gottes EhGnaden, ungefärbten treuen Her- rentitel: Helfen, wenn die Not zens; wo er steht, thut dir kein am größten. Wenn ich und du Schaden auch die Bein des größ- ihn nicht mehr spüren, da greift ten Schmerzes. Kreuz, Angst er zu, uns wohl zu führen. Gieb und Not kann er bald wenden, dich zufrieden! ja, auch den Tod hat er in Händen. Gieb dich zufrieden! 9. Bleibt gleich die Hilf in etwas lange, wird sie dennoch 3. Wie dirs und andern oft er- endlich kommen; macht dir das gehe, ist ihm wahrlich nicht verbor- Harren angst und bange, glaube gen. Er sieht und fennet aus der mir, es ist dein Frommen. Was Höhe der betrübten Herzen Sor- langsam schleicht, faßt man ge= gen; er zählt den Lauf der heißen wisser, und was verzieht, ist Thränen und faßt zu Hauf all un- desto süßer. Gieb dich zufrieden! ser Sehnen. Gieb dich zufrieden! 10. Nimm richt zu Herzen, was die Rotten deiner Feinde von dir dichten; laß sie nur immer weidlich spotten. Gott wirds hören und recht richten. Ist Gott dein Freund und deiner Sachen, was kann dein Feind, der Mensch, groß machen? Gieb dich zufrieden! 11. Hat er doch selbst auch wohl das Seine, wenn ers sehen könnt 4. Wenn gar kein Einzger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er dein Treuster werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen; auch weiß er Zeit, dirs zu benehmen. Gieb dich zufrieden! 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stilles und wollte. Wo ist ein Glück so Klagen, und was du keinem darfst klar und reine, dem nicht etwas erzählen, magst du Gott gar fehlen sollte? Wo ist ein Haus, fühnlich sagen; er ist nicht fern, das könnte sagen: Ich weiß durchsteht in der Mitten, hört bald und aus von keinen Plagen. Gieb 2c. gern der Armen Bitten. Gieb 2c. 12. Es kann und mag nicht an6. Laß dich dein Elend nicht be- ders werden: Alle Menschen müszwingen; halt an Gott, so wirst sen leiden. Was webt und lebet auf du siegen. Ob alle Fluten einher der Erden, kann das Unglück nicht gingen, dennoch mußt du oben lie- vermeiden. Des Kreuzes Stab gen; denn wenn du wirst zu hoch schlägt unsre Lenden bis in das beschweret, hat Gott, dein Fürst, Grab; da wird sichs enden. Gieb 2c. dich schon erhöret. Gieb dich 2c. 13. Es ist ein Ruhetag vorhan ist sein Sinn; drauf fann und will ich wetten, die Not sei, wie sie sei, er wird mich doch erretten. Gott ist getreu! Von der Zufriedenheit oder Gelassenheit in Gott. 423 handen, da uns unser Gott wird der, die Hand nicht ab, so redlich lösen; er wird uns reißen aus den Banden dieses Leibs und allem Bösen. Es wird einmal der Tod herkommen und aus der Qual befrein die Frommen. Gieb 2c. 14. Er wird uns bringen zu den Scharen der Erwählten und Getreuen, die hier mit Frieden heimgefahren, sich auch nun in Trauerwaffen so jämmerlich bis Friede freuen, da sie den Grund, der nicht kann brechen, den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gieb dich zufrieden! 5. Gott ist getreu, der wird mir Trost verschaffen, wenn gleich der Trost bei allen Menschen fehlt; der wird den Geist, der mich mit auf die Seele quält, gar ferne von mir treiben, ich aber werde frei bei meinem Jefu bleiben. Gott ist getreu! Paul Gerhardt. Melodie. In eigener 6. Gott ist getreu, er mags au 651. Gott ist getreu, der über mit mir machen so wunderlich meine Sträfte mich armes Kind noch niemals hat versucht; vielleicht geschiehts, daß er die Angstgeschäfte des Trauergeists noch diesen Tag verflucht. Mein Herz, du sollst es sehen, was hier für Hilfe kann in kurzer Zeit geschehen. Gott ist getreu! und scharf er immer will; läßt er auf mich gleich alle Wetter frachen, er hat es Macht; ich halte willig still; ja, will er mich gleich töten, so sag ich doch dabei: Gott hilft aus allen Nöten; Gott ist getreu! 2. Gott ist getreu in allen seinen Werken! Macht er mir gleich die Bürde noch so schwer, so fann er mich dabei doch wieder stärken; von ihm allein kommt Trost und Labsal her, und wenn die Zeit vorhanden, so machet er mich frei von allen Jammerbanden. Gott ist getreu! 7. Gott ist getreu, und Troß sei euch, ihr Teufel, daß ihr dies Wort aus meinem Herzen reißt! Ihr bringet mir den Trost in feinen Zweifel, und wenn ihr gleich nur Grimm und Zorn mir ſpeit! Die bittern Trauerzeiten gehn endlich doch vorbei; dann kommen große Freuden. Gott ist getreu! Mel. Wer nur den lieben Gott. 652. Gottweiß es alles wohl 3. Gott ist getreu; dem hält jeßt meine Seele sein teures Wort mit festem Glauben für: Kommt! zu machen, als der Suchet mich in eurer Kummer- nichts Böses je gethan; wer nur höhle! Drum kommt dein Kind sein Weinen und sein Lachen nach und sucht dich mit Begier; du kannst Gottes Fügung fügen kann, der mich nun nicht lassen, ich sag es hält im Glück und Unglück still und ohne Schen, du wirst dich selbst will, was Gottes Wille will. nicht hassen. Gott ist getreu! 2. Kann doch kein Unfall mir 4. Gott ist getren! Er stößet begegnen, es sei denn Gottes seine Kinder im Zorne nicht von Will dabei; auch kann mich nieseinen Augen hin; er zieht von mand anders segnen, als meines uns, sind wir gleich große Sün- Schöpfers Vatertreu. So gehe mirs 424 Von der Zufriedenheit oder Gelassenheit in Gott. mirs wohl oder trüb: beliebts giebt er wenig oder viel, so will nur Gott, ist mir auch lieb. ich zufrieden sein. Er theilt al3. Zwar zähle ich wohl tausend les weislich ein. Proben von meines Schöpfers 5. Gottes Wille wirft im LeiGütigkeit, die ich nicht alle weiß den mir das beste Pflaster zu. zu loben in meiner Unvollkom- Will er mir ein Kreuz bescheiden, menheit; daraus ich sicher schließen denkt er doch auf meine Ruh. kann, was Gott thut, das sei Wer sich in Geduld nur faßt, der wohlgethan. bekommt nur halbe Last. 6. Gottes Wille soll im Sterben auch mein bestes Labsal sein: Werd ich doch den Himmel erben! Das versüßt des Todes Pein! Ich will in den Lebensport lieber heut als morgen fort. 7. Nun, mein Gott, laß deinen 5. Drum wünsch ich mir in Willen, welcher ja vollkommen Kreuz und Glücke Geduld und gut, mich durch deine Kraft erDemit jederzeit, womit ich mich füllen; beuge selber meinen Mut, gehorsam schicke zur wahren so halt ich dir immer still und Gottgelassenheit und achte weder mein Boos ist: Wie Gott will! Wohl noch Weh, wenn ich in Gottes Gnade steh. Mel. Wenn mein Stündlein, oder: Juliane, Gräfin v. Schwarzburg- Rudolstadt. Es ist gewißlich an der Zeit. Benj. Schmold. 4. Ergößen mich die Freudenzeiten, beherrsche ich des Glückes Schoß, dann schadet nicht, zu Zeiten leiden, es würde sonst der Mut zu groß; auch prüfet Got tes Prüfestein, was recht bewährte Christen sein. Mel. Gott des Himmels und der. 654. Herr, wie du willst, 653. Gott ottes Wille ist mein schicks mir im Leben und im Sterben! Zu dir allein steht mein Begier, laß mich, Herr, nicht verderben; erhalt mich nur in deiner Huld, sonst wie du willst, gieb mir Geduld, dein Wille ist der beste. Wollen, das ist aller Christen Pflicht. Wo sie ihm gefallen sollen, widersprechen sie ihm nicht; denn es muß sein Ja und Nein auch ihr Ja und Nein stets sein. 2. Gottes Wille soll im Glauben meine beste Richtschnur sein. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih Will man mir die Wahrheit rau- mir, Herr, und Lieb zu deinem ben: giebt sein Wort mir hellen Worte; behüt mich, Herr, vor Schein und zeigt mir die rechte falscher Lehr und gieb mir hier Bahn, daß ich nimmer irren kann. und dorte, was dient zu mei3. Gottes Wille soll im Leben ner Seligkeit; wend ab all Unmeine stete Regel sein; er wird gerechtigkeit in meinem ganzen das Vollbringen geben, so stimmt Leben. mein Gehorsam ein, und so wird das Fleisch betäubt, daß es in der Zucht verbleibt. 3. Wenn ich einmal nach deinem Rat von dieser Welt soll scheiden, verleih, o Herr, mir deine 4. Gottes Wille giebt im Beten Gnad, daß es gescheh mit Freu mir das rechte Maß und Ziel; den. Mein Leib und Seel befehl ich will findlich vor ihn treten; ich dir; o Herr, ein selig End gieb Von der Zufriedenheit oder Gelassenheit in Gott. 425 gieb mir durch Jesum Christum. der zwar nicht ferner mein, dieAmen. weil er dein beginnt zu sein. C. Bienemann. 2. Willst du mich auf das Siechbett legen? Ich will; soll ich in Mangel sein? Ich will; soll sich Unfall regen? Ich will; und willst du, daß ich wein? Ich will; und giebst du mich dem Tod? Ich will; dein Will gescheh, o Gott. 3. Willst du mich in den Himmel bringen? Herr, das ist mein erwünschtes Ziel. Soll mich die Hölle noch verschlingen? Ich weiß, Herr, das ist nicht dein Will. Daß dein Will so nicht werden sollt, hat deines Sohnes Tod gewollt. 4. Sein Tod erklärt mir deinen Willen; dein Will ist, daß ich heilig sei. So will ich zwar, doch das Erfüllen verhindert leider mancherlei. Bald will sich Unwill mengen ein, bald Mutwill mein Beherrscher sein. Mel. Wer nur den lieben Gott. 655. Ich bin in allem wohl zufrieden, befind mich ein ruhig und vergnügt, weil ich hab Gottes Lieb hienieden. Mein Jesus mir im Herzen liegt; der heilge Geist mich lehrt und leit, und Gottes Wort mein Herz erfreut. 2. Es troßt mein Herz in meinem Leibe auf Gott, weil ich sein eigen Kind. Troß dem, der mich von ihm abtreibe, es sei Welt, Satan oder Sünd! Gott ist mein Alles ohne Trug, ich habe Gott und hab genug. 3. Soll Leid für Freud mir sein gesendet und für das Leben gar der Tod, ich bins zufrieden, weil mir wendet zu meinem Besten alles Gott. Wie Gott will, so ist auch mein Will; wie er es macht, so schweig ich still. 4. Um mich hab ich mich ausgekümmert, die Sorge ist auf Gott gelegt; ob Erd und Himmel gleich zertrümmert, so weiß ich doch, daß er mich trägt; und wenn ich habe meinen Gott, so frag ich nichts nach Not und Tod. 5. Nicht so, mein Herz! Was Gott dir giebet, bös oder gut, nimms willig an. Weg Eigenwill! Was Gott beliebet, das sei mit Lust von mir gethan. Ach ja, mein Herz, ruh sanft und still, erwähl und woll, was dein Gott will! Andr. Ingolstäter. 5. Gott, einen solchen Sinn laß haben mich jetzt und bis ins Mel. Wer nur den lieben Gott. Grab hinein, mit deinen Leid- und 657. Ich bin vergnügt in meiFreudengaben, wie du sie giebst, nem und weiß, zufrieden sein, genießen deiner daß mich der Himmel liebt; laß Seligkeit zur Lebens- und zur Glück und Unglück mit mir scherzen, Sterbenszeit. ich bleibe dennoch unbetrübt; auch wenn mich alle Not bekriegt, nenn ich ein Wort: Ich bin vergnügt! 2. Auf Dornen müssen Rosen wachsen, ein Sonnenblick vertreibt die Nacht; läßt man nur Gottes Güte machen, ist alles wohl und gut gemacht. So schafft er Ümilta Juliana, Gräfin zu Schwarzburg. Mel. Wer nur den lieben Gott. 656. Ich bin mit dir, mein Gott, zufrieden und halte deinem Willen still; was deine Güte mir beschieden, mit dem begnüget sich mein Will, mein Will, 426 Von der Zufriedenheit oder Gelaffenheit in Gott. 3. Ich bin vergnügt; ob meine Zeiten schon nicht in hohen Ehren 3. Betrübnis ferfert nur die stehn, was hilfts? Es sind nur Seelen, ein froher Geist steigt Eitelkeiten, die wie ein Rauch int himmelan. Troß allen unmuts- Wind vergehn. Wer diesen traut, vollen Höhlen! Hier find ich eine sich selbst betrügt: Gott ist mein Rosenbahn. Fragt nicht, wie Ruhm, ich bin vergnügt! ich so sorgenlos, ruht doch mein Herz in Gottes Schoß. 4. Jch bin vergnügt, ob schon das Glücke mich hier nicht freund4. Ein Anker muß das Schiff lich lachet an und sich dagegen erhalten; ist Sturm und Wetter saure Blicke des Unglücks nahen noch so groß, ich lasse Gottes meiner Bahn. Geduld, Geduld! Gnade walten, an ihr hängt mei- Dieselbe siegt und mich erhält. ner Seele Los; vertrau ich ihr, Ich bin vergnügt! muß meine Bein oft in der Wermut Zucker sein. 5. Ich bin vergnügt und halte stille, wenn mich gleich manche 5. Nichts kann mir auf der Welt Trübsal drückt, und denke, daß geschehen, so Gott mir nicht hat es Gottes Wille, der mir das zugewendt, und wie es der hat Kreuze zugeschickt. Und hat er außersehen, nimmt endlich alles mir es zugefügt, so trägt ers mit. Kreuz ein End; denn sein hoch- Ich bin vergnügt! heiliges Geschick richt alles ein zu unserm Glück. 6. Ich bin vergnügt, wenn meiner spotten der Satan und die 6. Es bleibt dabei: Ich bin ganze Welt. Was schaden mir vergnüget! Trau ich nur Gott, die argen Rotten. Ein frommer so trau ich wohl; so weiß ich, daß, Christ behält das Feld, wenn er wenn alles lieget, kein Fall mich sich nur geduldig schmiegt und dennoch treffen soll. Ich achte freudig spricht: Ich bin vergnügt! nicht, wie er es fügt; nur sag ich dies: Ich bin vergnügt! Benj. Schmold. 7. Ich bin vergnügt in meinem Hoffen; denn hilft Gott gleich nicht, wann er will, so hat er schon den Schluß getroffen, er weiß die beste Zeit und Ziel. Ich harr auf ihn, denn so betrügt die Hoffnung nicht. Ich bin vergnügt! er oft ein Paradies aus einer schwarzen Finsternis. Mel. Wer nur den lieben Gott. 658. Ich bin vergnügt nach Gottes Willen und wies derselbe mit mir schickt; was helfen mir die Kummergrillen, da- 8. Ich bin vergnügt, wies mir durch man nur das Herz erstickt. Gott giebet aus seiner milden Oselig, wer mit mir erwägt die Baterhand, und ob er mich etwa schönen Wort: Ich bin vergnügt! betrübet, bleibt mir doch seine 2. Ich bin vergnügt, ob ich auf Huld bekannt. Sein wahres Erden schon großen Reichtum Wort, das nimmer lügt, verspricht habe nicht und muß mirs lassen mir Trost. Ich bin vergnügt! sauer werden, muß dulden, wenn mirs oft gebricht. Ich denke: Gott hats so gefügt; o schöner Trost: Ich bin vergnügt! 9. Ich bin vergnügt in meinem Leben; hab ich Glender gleich nicht viel, so glaub ich, daß mirs Gott kann geben und bleibet dies allzeit mein Von der Zufriedenheit oder Gelassenheit in Gott. 427 mein Ziel: Wer Gott vertraut und hier sich schmiegt, den läßt er nicht. Ich bin vergnügt! 4. Ich bin vergnügt in meinem Leben; hab ich nicht viel und mancherlei, so glaub ich, daß mir alles geben kann, der mein Gott und Vater sei. Obgleich der Arme unterliegt, so heißt es doch: Ich bin vergnügt. 10. Ich bin vergnügt, wenn ich nur habe nach Notdurft meinen Unterhalt. Auch wenn mein Leben naht dem Grabe und ich nun werde schwach und alt, bleibt dies mein 5. Ich bin vergnügt, wenn meis Trost, der nimmer trägt: Gott ner spotten der Satan und die sorgt für mich! Ich bin vergnügt! ganze Welt. Was schaden mir 11. Ich bin vergnügt! Wird die argen Rotten? Ein frommer mir nur geben der allerhöchste Christ behält das Feld, wenn er liebe Gott ein fröhlich Herz, ge- sich nur geduldig schmiegt, und sundes Leben, und was der ar- Demut liebt: Ich bin vergnügt. men Seele not; das Übrige, wie 6. Ich bin vergnügt auch in es sich fügt, befehl ich Gott. Ich dem Sterben, wenn nun der Geiſt bin vergnügt! vom Störper eilt; ich weiß, daß 12. Ich bin vergnügt, wenn wir die Kron ererben, die uns mir am Ende mein Jesus giebt schon lange zugeteilt, weil Gott in ein'n sanften Tod und zu sich seinem Wort nicht lügt; drum nimmt in seine Hände die arme sag ich noch: Ich bin vergnügt. Seel aus aller Not. Alsdann hab ich die Welt besiegt und bin ganz wohl in Gott vergnügt.. Tug. 7. Ich bin vergnügt in Jesu Armen, ich lieg an seiner Liebesbrust; da kann mein faltes Herz erwarmen, ich achte keine Men= schenlust. Ich habe nun die Welt besiegt und bin in Jesu nur vera gnügt. Mel. Wer nur den lieben Gott. Clemens Thieme. 659. Ich bin vergnügt und halte stille, wenn mich gleich manche Trübsal drückt und denke, daß es Gottes Wille, der mir das Streuze zugeschickt. Und hat er mir es zugefügt, so bin ich doch mit ihm vergnügt. Mel. Was mein Gott will, das. 660. Ich hab in Gottes Herz und Sinn mein Herz und Sinn ergeben. Was böſe 2. Ich bin vergnügt in allem scheint, ist mir Gewinn, der Tod Leiden, dieweil es doch nicht ewig selbst ist mein Leben. Ich bin währt; es soll mich nichts von ein Sohn des, der den Thron Jesu scheiden, weil Leid in Freude des Himmels aufgezogen; ob er wird verkehrt. Mein Heiland gleich schlägt und Kreuz auflegt, hat all Angst besiegt der ganzen bleibt doch sein Herz gewogen. Welt: Ich bin vergnügt. 3. Ich bin vergnügt in meinem Hoffen; denn hilft Gott gleich nicht, wie ich will, so hat er schon den Schluß getroffen, er weiß die beste Zeit und Ziel. Ich harr auf ihn, denn so betrügt die Hoffnung nicht. Ich bin vergnügt. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr; mein Vater muß mich lieben. Wenn er gleich auch mich wirft ins Meer, so will er mich nur üben und mein Gemüt in seiner Güt gewöhnen fest zu stehen. Halt ich dann Stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhöhen. 3. Ich 428 Von der Zufriedenheit oder Gelassenheit in Gott. und Qual wird auf einmal gleich wie ein Dampf verschwinden. 3. Ich bin ja von mir selber nicht die Gnad und Huld wird sich entsprungen noch formieret; mein doch endlich finden. All Angst Gott ists, der mich zugericht, an Leib und Seel gezieret, der Seele Siß mit Sinn und Wiß, 9. Das Feld kann ohne Ungeden Leib mit Fleisch und Beinen. stüm gar feine Früchte tragen, so Wer so viel thut, des Herz und fällt auch Menschen Wohlfahrt Mut fanns nimmer böse meinen. um bei lauter guten Tagen. Die 4. Woher wollt ich mein'n Auf- Aloe bringt bittres Weh, macht enthalt auf dieser Erd erlangen? gleichwohl rote Wangen, so muß Ich wäre längstens tot und kalt, wo mich nicht Gott umfangen mit seinem Arm, der alles warm, gesund und fröhlich machet. Was er nicht hält, das bricht und fällt; was er erfreut, das lachet. ein Herz durch Angst und Schmerz zu seinem Heil gelangen. 10. Ei nun, mein Gott, so fall ich dir getrost in deine Hände! Nimm mich und mach es so mit mir bis an mein letztes Ende, wie du wohl weißt, daß meinem Geist dadurch sein Nuß entstehe, und deine Ehr je mehr und mehr sich in ihr selbst erhöhe. 11. Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm ichs an mit Freuden; solls aber Kreuz und Unglück sein, will ichs geduldig leiden. Soll mir allhier des Lebens Thür noch ferner offen stehen, wie du mich führst und führen wirst, so will ich gern mitgehen. 5. Zudem ist Weisheit und Verstand bei ihm ohn alle MaBen; Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt, zu thun und auch zu lassen. Er weiß, wann Freud, er weiß, wann Leid uns, seinen Kindern, diene; und was er thut, ist alles gut, obs noch so traurig schiene. 6. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret, als sei mit einer großen Last dein Licht und Seil beschweret; haft ſpät und früh viel 12. Soll ich denn auch des ToSorg und Müh, an deinen Wunsch des Weg und finstre Straßen reizu kommen, und denkest nicht, sen, wohlan! so geh ich Bahn daß, was geschieht, gescheh zu und Steg, den mir dein Augen deinem Frommen. weisen. Du bist mein Hirt, der 7. Fürwahr, der dich geschaffen alles wird zu solchem Ende kehhat und ihm zur Ehr erbauet, ren, daß ich einmal in deinem der hat schon längst in seinem Saal dich ewig möge ehren. Rat ersehen und beschauet aus wahrer Treu, was dienlich sei dir und den Deinen allen. Laß ihm doch zu, daß er nur thu nach seinem Wohlgefallen. Paul Gerhardt. Mel. Was mein Gott will, das. 661. Ich habs verdient; was ich mich wider Gott viel sperren? Komm 8. Wills Gott, so kanns nicht immer her, du Kreuzes Joch und anders sein, es wird zulegt dich bittrer Kelch des Herren! Ohn freuen. Was du jetzt nennest Angst und Bein mag der nicht Kreuz und Pein, wird dir zum sein, der wider Gott gehanTrost gedeihen. Wart in Geduld; delt, wie ich gethan, da ich die Von der Zufriedenheit oder Gelaffenheit in Gott. 429 die Bahn der schnöden Welt ge-| ihrs vermeint, mir helfen, daß wandelt. ich siege; sein heilge Hand wird meinen Stand schon wieder feſte gründen; es wird sich Freud uno gute Zeit nach trübem Wetter 2. Ich will des Herren Straf und Zorn mit willgem Herzen tragen; in Sünden bin ich ja geborn, hab auch in Sündentagen finden. mit eitler Freud oft meine Zeit 8. Ich bin in Not und weiß ganz lästerlich verzehret, Gott, doch nicht von rechter Not zu meinen Hort, in seinem Wort sagen; denn Gott ist meines nicht, wie ich sollt, gehöret. Herzens Licht; wo der ist, muß 3. Ich habe den gebahnten Steg es tagen auch in der Nacht, da verlassen und geliebet den gotts- sich die Macht der Finsternis vergessnen Irreweg; drum wird vermehret; wenn dieses Licht mir auch nun betrübet mein Herz scheint, so bricht und fällt, was und Mut durch Gottes Rut; er mich beschweret. hält ein recht Gerichte vor seinem Thron, giebt Sold und Lohn mit völligem Gewichte. 9. Es kommt die Zeit und ist nicht weit, da will ich jubilieren; der aber, der mich jest verspeit 4. Gott ist gerecht, doch auch da- und gern will irre führen in meibei sehr fromm und voller Güte. ner Not: Wo ist dein Gott? der Die Vaterlieb und Muttertren, wird mit Schanden stehen; er die wohnt ihm im Gemüte. Gott wird mit Hohn, ich mit der Kron zürnet nicht, wie wohl geschieht der Ehren, davon gehen. bei uns hier auf der Erden, da mancher Mann nicht wieder fann dem Feind verföhnet werden. 3. Burth. Rösler. Mel. Was Gott thut, das ist. 662. Ich lege mich in Gottes Hand; mein Wille Gottes Wille; und was er mir hat zuerkannt, das leid ich in der Stille; viel besser ist, zu aller Frist des Herren Hand ertragen, als Menschen lassen schlagen. 2. Ich küsse meines Gottes Hand, sie trieft voll lauter Liebe; sie macht aus Wermut Zucker6. Das wird fürwahr auch mir fand, und wenn es noch so trübe, geschehn, es solls ein jeder spüren. so steckt sie mir ein Licht doch Gott wird einmal zum Rechten für, daß auch die Finsternisse sehn und meine Sach ausführen; des Todes weichen müssen. sein Angesicht wird mich ans Licht 3. Ich traue aus meiner Höhle bringen, daß Hand, wenn Menschenhände sinseine Treu ich frisch und frei erzählen mög und singen. meines Gottes fen; sie ist mein bestes Unterpfand und läßt mich nicht ertrin7. Drum freut euch nicht, ihr, ken. Wenn sie mich hält, so mag meine Feind, ob ich danieder die Welt in lauter Trümmer liege; denn mein Gott wird, eh gehen, ich will doch feste stehen. 4. Ich 5. Nein, traun! Dies ist nicht Gottes Sinn; sein Zorn hat bald ein Ende; wenn wir uns bessern, fällt er hin und macht die strengen Hände sanft und gelind, hört auf, die Sünd hier bei uns heimzusuchen. Gott fehrt den Grimm mit Gnaden um und segnet nach dem Fluchen. 430 Von der Zufriedenheit oder Gelassenheit in Gott. 4. Ich halte meines Gottes oft sieht er auch für schädlich an, Hand und will sie gar nicht las- was Gott doch selbst erwählet. sen; denn wenn der Tod den Bogen spannt, darf ich sie nur umfassen, so muß sein Pfeil in aller Eil von mir zurücke prallen so daß ich nicht fann fallen. 4. So fängt auch oft ein weiser Mann ein gutes Werk zwar fröhlich an und bringts doch nicht zu stande; er baut ein Schloß und festes Haus, doch nur auf lauterm Sande. 5. Wie mancher ist in seinem Sinn fast über Berg und Spißen hin; und eh ers sich versiehet, fo liegt er da und hat sein Fuß vergeblich sich bemühet. 5. Ich leb in meines Gottes Hand, so lange mirs bestimmet; und ob mein Leben so bewandt, daß es in Thränen schwimmet, so führt er mich so wunderlich und wird mich auf den Wellen, wie Petrum, sicher stellen. 6. Ich sterb in meines Gottes Hand viel lieber heut als morgen; sie führet mich ins Vaterland, da bin ich wohl geborgen; denn Gottes Hand ist zugewandt den Seelen der Gerechten und seinen treuen Knechten. 7. Wohlan! Ich stell in Gottes Hand, was er mir hat gegeben: mein Glück und meinen Jammerstand, mein Sterben und mein Leben. Wie Gott gebeut, will ich allzeit; er wirds zum Besten wen den; ich bin in seinen Händen. Penj. Schmold. In eigener Melodie. 663. Ich weiß, mein Gott, daß all mein Thun und Werk auf deinem Willen ruhn, von dir kommt Glück und Segen; was du regierst, das geht und steht auf rechten, guten Wegen. 2. Es steht in keines Menschen Macht, daß sein Rat werd ins Wert gebracht und seines Gangs sich freue; des Höchsten Rat, der machts allein, daß Menschenrat gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch in seinem Mut, dies oder jenes sei ihm gut, und ist doch weit gefehlet; 6. Drum, lieber Vater, der du Kron und Zepter trägst im Himmelsthron und aus den Wolken blibest: vernimm mein Wort und höre mich vom Stuhle, da du fizeſt. 7. Verleihe mir das edle Licht, das sich von deinem Angesicht in fromme Seelen gießet und da der rechten Weisheit Kraft durch deine Kraft erschließet. 8. Gieb mir Verstand aus deiner Höh, auf daß ich ja nicht ruh und steh auf meinem eignen Willen; sei du mein Freund und treuer Rat, was gut ist, zu erfüllen. 9. Brüf alles wohl und was mir gut, das gieb mir ein; was Fleisch und Blut erwählet, das verwehre. Der höchste Zweck, das beste Teil sei deine Lieb und Ehre. 10. Was dir gefällt, das laß auch mir, o meiner Seele Sonn und Zier, gefallen und belieben; was dir zuwider, laß mich nicht im Werk und That verüben. 11. Jsts Werk von dir, so hilf zu Glück; ists Menschenthun, so treibs zurück und ändre meine Sinnen. Was du nicht wirkst, pflegt von sich selbst in furzem zu zerrinnen. 12. Sollt aber dein und unser Feind au dem, was dein Herz gut ge= Von der Zufriedenheit oder Gelassenheit in Gott. 431 gemeint, beginnen sich zu rächen: die beste Gabe, die meinem Herist das mein Trost, daß seinen Zorn zen wohlgefällt. Weg Gold, weg du leichtlich könnest brechen. Gut, weg stolze Pracht! Ich habe, was mich freudig macht. 3. Gnug, wenn mir Gott Gesundheit giebet und so viel, als ich darf zur Not. Gnug, wenn mich nur mein Heiland liebet und spei= set mich mit Himmelsbrot, auch mein Gewissen rein bewahrt bis zu der Seele Himmelfahrt. 13. Tritt du zu mir und mache leicht, was mir sonst fast unmöglich deucht und bring zum guten Ende, was du selbst angefangen hast, durch Weisheit deiner Hände. 14. Ist gleich der Anfang etwas schwer, und muß ich auch ins tiefe Meer der bittern Sorgen treten: ſo treib mich nur ohn Unterlaß zu seufzen und zu beten. 15. Wer fleißig betet und dir traut, wird alles, da ihm sonst vor graut, mit tapferm Mut bezwingen; sein Sorgenstein wird in der Gil in tausend Stücke springen. 4. Wenn alles Unglück sich empöret, wenn Unglück mich verzaget macht, so weiß ich, daß mich Gott ernähret, an dem ich hange Tag und Nacht. Drum soll kein Elend bis ins Grab von meinem Gott mich scheiden ab. 16. Der Weg zum Guten ist 5. Ich will mich stets zu Jesu gar wild, mit Dorn und Hecken halten in meiner ganzen Lebensausgefüllt; doch wer ihn freudig zeit und meinen Gott nur lassen gehet, kommt endlich, Herr, durch walten im Wohlstand und in deinen Geist, wo Freud und Traurigkeit. Wonne stehet. Giebt mir Gott 17. Du bist mein Vater, ich dein Kind; was ich bei mir nicht hab und find, hast du zu aller Gnüge. So hilf nun, daß ich meinen Stand wohl halt und herrlich siege. wenig oder viel, Zufriedenheit bleibt doch mein Ziel. Barbara Elis. Schubart. 18. Dein soll sein aller Ruhm und Ehr. Ich will dein Thun je mehr und mehr aus hocherfreuter Seelen vor deinem Bolt und aller Welt, so lang ich leb, erzählen. Paul Gerhardt. In eigener Melodie, oder: Gott des Himmels und der. 665. Jesus, Jesus, nichts als Jesus soll mein Wunsch sein und mein Ziel. Ich mach jetzt mit ihm ein Bündnis, daß ich will, was Jesus will. Denn mein Herz mit ihm erfüllt, rufet nur: Herr, wie du willst! 2. Giner ist es, dem ich lebe, Mel. Ich will dich lieben. 664. Ich will im Sterben den ich liebe früh und spat; Jeund im Leben mit sus ist es, dem ich gebe, was er meinem Gott zufrieden sein; denn mir gegeben hat. Ich bin in was des Höchsten Hände geben, da- dein Blut verhüllt, führe mich, bei ist lauter Gnadenschein. Ich bin Herr, wie du willst! vergnügt, wie Gott es giebt; was ihm gefällt, auch mir beliebt. 2. Wenn ich nur meinen Se sum habe, so frag ich nichts nach Gut und Geld; denn Jesus ist Gieb dich mir, Herr Jesu, mild; 3. Scheinet was, es sei mein Glücke und ist doch zuwider dir, ach, so nimm es bald zurücke; Jesu, gieb, was nüßet mir! nimm 432 Von der Zufriedenheit oder Gelassenheit in Gott. nimm mich dir, Herr, wie du willst! 2. Ich will ja gern den Zorn des Herrn und seinen Eifer dulden, 4. Und vollbringe deinen Wil- weil seine Glut mein Frevelmut len in, durch und an mir, mein und Sünde wohl verschulden. Gott! Deinen Willen laß erfüllen 3. Ich sag es recht: Ich Lastermich im Leben, Freud und Not; knecht hab öfters mißgehandelt, sterben als dein Ebenbild, Herr, den Sündenpfad durch Misfsethat wann, wo und wie du willst! von Jugend auf gewandelt. 5. Sei auch, Jesu, stets ge- 4. Dadurch hab ich geſtürzet priesen, daß du dich und viel mich in ewiges Verderben; ich dazu mir geschenket und erwiesen, müßte fort zur Höllenpfort und daß ich fröhlich singe nun: Mir bösen Todes sterben. geschehe, Gott, mein Schild, wie du willst, Herr, wie du willst! Ludämilia Elisabeth, Gräfin v. Schwarzburg. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 5. Wenn deine Gunst und Liebesbrunst nicht vor den Riß getreten und nicht dein Sohn, mein Gnadenthron, bei dir mich 666. Jeu, meines Lebens Leben, meines Herzens Trost und Teil, dir will ich mich ganz ergeben, denn von dir kommt alles Heil. Meinen Schaß will ich dich nennen und vor allen so bekennen: Deine, deine, deine, dein will ich, Jesu, ewig sein! losgebeten. 6. Weil du denn bist zu jeder Frist, mein Gott, sehr reich von Güte, und liebst dabei, wenn voller Reu und Buße das Gemüte: 7. So glaub ich auch ganz sicherlich, du wirst mich lassen spüren dein Herrlichkeit und mit der 2. Ich mag sterben oder leben, Zeit mir meine Sach ausführen. es mag gehen, wie es fann, ich 8. Du wirst, mein Gott, aus will mich in alles geben, wies Hohn und Spott ans Licht mich Gott fügt, so nehm ichs an. endlich bringen, der Feinde Schar Mein Gott, du bleibst meine nicht immerdar es lassen so ge= Freude, meine Süßigkeit im lingen. Leide. Meine, meine, meine, mein follst du, Jesu, ewig sein! 9. Drum, Kreuzeslast, komm, werter Gast! Jch will dich willig tragen, weil jeder Christ, so fromin er ist, muß haben seine Plagen. Ernst Christ. Homburg. Jesu, meine Freude. Mel. nicht ab, daß, wenn Leib und Seel 668. Meine Seel ist stille wird brechen, ich zuvor noch möge sprechen: Deine, deine, deine, dein muß ich, Jesu, ewig sein! zu Gott, deffen Wille mir zu helfen steht; mein Herz ist vergnüget mit dem, wies Gott füget, nimmts an, wie es geht. Geh ich nur zum Himmel zu, bleib von Jesu ungeschieden: 3. Nur noch eines muß ich flehen, und drum bitt ich bis ins Grab; mein Gott, laß es doch geschehen, schlag mir diese Bitt Mel. Ach Gott und Herr. Domm, Kreuzeslast, du werter Gast! Ich will dich willig tragen, weil je- so bin ich zufrieden. der Christ, so fromm er ist, muß haben seine Plagen. 667. 1 2. Meine Seele hanget an dir und verlanget, Gott, bei dir zu fein Von der Zufriedenheit oder Gelassenheit in Gott. 433 mer nichts, als lauter Herzeleid; plaget dich sehr großer Jammer hier in dieser Sterblichkeit: Liebste Seele, halte stille, denke, daß 2c. sein aller Ort und Zeiten und 3. Ist in deiner Herzenskammag feinen leiden, der ihr redet ein von der Welt, Ehr, Lust und Geld, wonach so viel sind beflissen, das mag sie nicht wissen. 3. Nein, ach nein! Nur einer, sagt sie, und sonst keiner wird von mir geliebt. Jesus, der Getreue, in dem ich mich freue, sich mir ganz ergiebt. Er allein, er soll es sein, dem ich wieder mich ergebe und ihm einzig lebe. 4. Gott pflegt die getreuen Herzen, wenn sie durch das Kreuz bewährt, wohl zu trösten nach den Schmerzen und thut, was sie nur begehrt. Liebste Seele, halte zc. 5. Auf den Regen scheint die Sonne; also kommet Lust auf Leid. Auf die Angst folgt lauter Wonne; Freude kommt auf Traurigkeit. Liebste Seele, halte 2c. 4. Gottes Güt erwäge und dich gläubig lege sanft in seinen Schoß; lerne ihm vertrauen, so wirst du bald schauen, wie die Ruh 6. Sollst du von der Welt abso groß, die da fließt im stillen scheiden, scheide nur getroft zu Geist. Wer sich weiß in Gott zu Gott; Gott giebt auf das Scheischicken, den kann er erquicken. den Freude; Freude giebt er auf 5. Meine Seele harret und die Not. Liebste Seele, halte sich ganz verscharret tief in Jesu stille, denke, daß es Gottes Wille. Brust; sie wird stark durch Hof- Mel. Befiehl du deine Wege, oder: fen; was sie je betroffen, träget fie Valct will ich dir geben. mit Lust; faffet fich ganz männigs 670. Reiß durch, gekränkte Glauben durch Geduld feste; am End kommt das Beste. Seele, und traure nicht; eil aus der 6. Amen, es geschiehet! Wer zu Schwermutshöhle! Gott weiß, Jefu fliehet, wird es recht er- was dir gebricht; er hat mein fahrn, wie Gott seinen Kindern Wohlergehen gewißlich in dem pflegt das Kreuz zu mindern und Sinn; dabei bleib ich fest stehen, das Glück zu sparn bis zu End; mein Hoffnung ruht darin. alsdann sich wendt das zuerst 2. Der Höchste wirds wohl gekost'te Leiden, es gehn an die Freuden. machen, was will ich Mensch denn thun? Auf Gott bestehn die Sachen, in ihm sie auch beruhn. Ich hab mich Gott ergeben, der mag bekümmert sein! Auf mein betrübtes Leben folgt froher Sonnenschein. 3. Bald wird mir Hilfe werden, was soll der feige Mut? Nachdem ich hab auf Erden gelitten, wird es gut; dann werd ich fröhlich singen: Auf Gott hab ich ge= baut, drum muß es mir gelingen. Wohl dem, der Gott vertraut! 28 4. Wohl Joh. Casp. Schade. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 669. Meine Seele, laß es gehen, wie es in der Welt jetzt geht; meine Seele, laß es stehen, wie es jego geht und steht. Liebste Seele, halte stille, denke, daß es Gottes Wille. 2. Ist dir gleich die Welt zu wider, bist du deiner Freunde Spott; drücken dich die Feinde nieder, so vertraue deinem Gott. Liebste Seele, halte stille, 2c. 434 Von der Zufriedenheit oder Gelassenheit in Gott. 4. Wohl dem, der seine Sorgen 3. Niemand kann auf Erden auf Gottes Rücken legt; sein Rat stets vergnüget werden, es ist ist uns verborgen, wenn uns ein Eitelkeit. Hat man durch Be= Unfall schlägt. Wenns donnert mühen Rosen sehen blühen, ift und wenns bliget und wenn das der Dorn nicht weit. Nirgends Wetter tobt, so werden wir be- hat man Hilf und Nat; Gott schüßet. Der Herr sei hoch gelobt! allein kann unsern Sachen einen 5. Ich weiß wohl wie im Trau- Ausgang machen. ern ich oftmals hab gesteckt; die 4. Bleib in deinen Schranken, Haut beginnt zu schauern, das opfre die Gedanken heiliger Ge Herze wird erschreckt, wenn ich da- duld. Rasen deine Feinde, nimm ran gedenke; doch hat der treue nur Gott zum Freunde, er ist Gott des bösen Feindes Ränke voller Huld. Vor ihm scheut gemacht zu Schand und Spott. sich List und Neid; Otterngift 6. Jetzt wird es auch geschehen; muß bei den Seinen nur wie ich bin zwar hoch betrübt, bald Balsam scheinen. werd ich fröhlich sehen, wie mich der Herr geliebt, wenn dies mein 5. Zeit und Gott versprechen, edle Frucht zu brechen, drum großes Leiden, die zentnerschwere gedulde dich. Laufen ThränenPein, wird von mir müssen scheiden und weggenommen sein. güsse, ja, dergleichen Flüsse tragen Gold in sich! Zweifle nicht, 7. Auf, Sinnen, die ihr zaget, daß es geschieht; Jesus macht weg, weg, Melancholei! Wenn aus diesen Wellen noch viel mich ein Unfall plaget, macht Zuckerquellen. Benj. Schmold. Gott mich wieder frei. Muß ich Mel. Herr, nicht schicke deine Rache. mich jetzt gleich bücken, komm, 672. Soll ich mich denn tägfrischer, freier Mut! der Höchste wird es schicken, daß mir thut Trübfal gut. D. G. W. Sacer. Mel. Jesu, meine Freude. lich kränken und ans Künftige gedenken? Soll ich denn niemals mit Ruh meine Augen schließen zu? Muß nur immer vor mir stehen, wies mir einund wie Gott es stens wird ergehen, da doch durch füget, so gieb dich darein. Ach, mein Sorgen nicht das Geringst es kann sein Lieben nimmermehr wird ausgericht? 671. Seele, fei vergnüget, betrüben, nur Geduld muß sein. 2. Gott, der mich bisher erAuf der Welt ists so bestellt: halten, höret noch nicht auf zu Man muß leiden, was uns trof- walten; oder sollt er jeßt allein fen, aber doch auch hoffen. dessen müde worden sein? Nun, 2. Gute Hoffnung machet, daß so laß mein Sorge bleiben, Gott das Herze lachet auch bei aller allein es heim zu schreiben, daß Pein. Läßt man Gott nur sorgen, er kann alle Morgen noch den Geist erfreun. Angst und Schmerz frißt nur das Herz. Für den Kummer muß dies Leben oft die Hälfte geben. er, wie es ihm gefällt, mir die Sorg ins Leben stellt. 3. Er ists, der allein verstehet, wenn mirs so und so ergehet, ob dasselbe nüß und gut, oder obs mir Schaden thut; da wir sonst in Von der Zufriedenheit oder Gelassenheit in Gott. 435 in unsern Lüsten uns nicht zu kannt, aus des Höchsten Liebesentschließen wüßten, öfters wäh- hand solche Züchtigung annehlend ohngefähr, was uns nur men und mich nicht unmäßig grähochschädlich wär. men, daß solch herbe Arzenei meinem Fleische nötig sei. 4. Soll ich denn stets niedrig leben und nur an der Erde fleben, daß, wenn ich zur Ruh mich leg, niemand von mir wissen mög; soll mich solches gar nicht kränken, sondern soll dabei bedenken, daß ich vieler Sorgen frei und vor Fallen sicher sei? 10. Soll ich viele Jahre zählen und also mich lange quälen, so gescheh des Herren Will, dem ich gern auch halte still. Er wird mir doch Gnade geben, daß in diesem Trauerleben je zuweilen komm ein Tag, der mich noch erfreuen mag. 5. Dennoch will ich auch nicht fliehen, wenn er wollte selber zie hen mich hervor aus niedrem Staub, weil ich solches sicher glaub: Es liegt nur an seinen Gaben, die wir dann gewiß auch haben, wenn wir seinem Wink allein im Beruf gehorsam sein. 11. Bin ich aber bald vorüber, ist mir solches desto lieber, daß ich dann von Sünden frei und in solchem Stande sei, wo ich meinem Gott in allem ewig möge wohl gefallen, so hier nicht geschehenkann, weil die Sünd mir hänget an. 12. Also bleibts Gott heimge= wiesen und sein teurer Nam gepriesen, was er auch in seinem Rat über mich beschlossen hat. Ich will anders nicht mehr achten, sondern dieses nur betrachten, daß den Seinen zum Beschluß endlich alles frommen muß. D. Ph. Jac. Spener. 6. Will die Armut meiner Hütten er mit Segen überschütten und mit Gütern dieser Welt, sei es auch ihm heimgestellt. Ich will ihm für solches danken und nur beten, nicht zu wanken, daß nicht, wie sorst viel gethan, ich das Herz auch hänge dran. 7. Ist mir Armut denn beschieden, bin ich auch damit zufrieden, weil mir dieses felsenfest, daß er drum mich nicht verläßt. Ich bücket sein und hier mein Maß will doch ihm freudig singen und erfüllen, das mir geschenket ein; mein täglich Opfer bringen, bis soll ich des Kreuzes Weh, so lang nach dieser armen Zeit folgt die reiche Ewigkeit. ich lebe, dulden, so ist es mein Verschulden. Herr, deinWill gescheh! 2. Dir sind bekannt die Sorgen, die täglich drücken mich, und nicht die Not verborgen, die inund äußerlich die matte Seele quält; sie ist dir unverholen; drum sei sie dir befohlen, du weißt, Herr, was mir fehlt. 8. Wird Gesundheit mir gegeben, soll dieselb in meinem Leben dazu dienen, daß ich mehr fördern könne seine Ehr, daß ich müßig nicht vergrabe, was ich drum em pfangen habe, damit ich es brauch dahin, wozu ich berufen bin. Mel. Von Gott will ich nicht. 673. Soll ich nach deinem Willen, o Gott, ge9. Soll ich aber Krankheit lei- 3. Willst du sie mir abnehmen, den, will ich dennoch auch mit so will ich danken dir; soll aber Freuden, weil mir seine Treu be- sich noch zähmen mein Fleisch und Lust28* 436 Von der Zufriedenheit oder Gelassenheit in Gott. Lustbegier, so fahre fort, mein 10. Ach ja, es dents ein jeder Gott, und schlage fräftig nieder, und tröste sich dabei, daß über was dir an mir zuwider, die alle Brüder ergeh so mancherlei. ganze Sündenrott. so manche Leidensart, so manche 4. Kann ich es nicht verstehen, Not und Schmerzen, die sich in warum bald dies, bald das hat frommen Herzen zugleich mit müssen so geschehen, und daß ohn offenbart. Unterlaß das Kreuz mich hat gedrückt, so wirst dus offenbaren, und werd ichs wohl erfahren, warum dus zugeschickt. 11. Drum sprich: Mein Gott. ich leide, was meine Schuld verdient, weil ich in Lust und Freude mich vormals hab erfühnt zu le5. Drum will ich sein gelassen ben auf der Welt. Du bist gerecht; in Einfalt als ein Kind und ge- drum richte und mache ganz zuhen meine Straßen, bis ich den nichte, was mich noch von dir hält. Ausgang find; ich will in Hoff- 12. Ich füffe deine Nute und nung still auf dich, mein Jesu, beuge willig mich, bis in dem schauen und dir die Not ver- Fleisch und Blute die Luft getrauen, bis ich mein Teil erfüllt. leget sich, die noch zur Sünde 6. Ich weiß doch, daß mein treibt; bis aller Zorn gedämpfet, Leiden mir nüß und selig ist, die- und nachdem er bekämpfet, der weil ich lerne meiden der Sün- Liebe Herrschaft bleibt. den Schlangenlist; mein Sündenleib verdirbt, und ich seh sich anheben des neuen Geistes Leben, je mehr das alte stirbt. 13. So will ich dich erheben in allem Kreuzesstreit und dir gehorsam leben in Zeit und Ewigteit. Wenn dies das Kreuz ge= 7. Es lebt im Kreuz verborgen biert, so hab ich gnug erhalten mein liebster Jesus noch, und und lasse ferner walten dein wo die größten Sorgen als sei- Hand, wie sie mich führt. nes Kreuzes Joch, da ist er ganz In eigener Melodie. gewiß mit großem Heil und Se- 674. Was Gott thut, das gen im Herzensgrund zugegen und stehet vor dem Niß. 8. Drumt, Seele, sei zufrieden und dulde deine Bein; es wechselt sich hienieden bald Sturm, bald Sonnenschein; schau an die große Meng, die mit dir auf dem Wege, und werde ja nicht träge, ob gleich der Weg ist eng. ist wohl gethan, es bleibt gerecht sein Wille; wie er fängt meine Sachen an, will ich ihni halten stille. Er ist mein Gott, der in der Not mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohl gethan, er wird mich nicht betrü= gen; er führet mich auf rechter Bahn; so laß ich mich begnügen an seiner Huld und hab Geduld; er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohl gethan, er wird mich wohl bedenfen; 9. Meinst du, daß deine Plagen sein überhäuft und groß, so dent, was andre tragen, die elend, nackt und bloß, ja gar gefangen find, die Freund und Feind verlafsen und als ein Scheusal hafsen, was deren Herz empfindt! Von der Zufriedenheit oder Gelassenheit in Gott. 437 fen; er als mein Arzt und Wun-| ist getreu, der uns aufs neu hat dermann, wird mir nicht Gift väterlich verheißen, uns aus der einschenken für Arzenei. Gott Not zu reißen. ist getreu; drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohl gethan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid. Es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 4. Was meinem lieben Gott gefällt, das soll mir auch gefallen. Wenn mir der böse Feind nachstellt, muß er zurücke prallen, weil seine List vor Gott nichts ist; der kann den Satan fällen und uns zufrieden stellen. 5. Was Gott thut, das ist wohl gethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach mei5. Was meinem lieben Gott ge= fällt, das soll mir auch gefallen; der mir die Engel zugesellt, die himmlischen Basallen, die mich allzeit in Lieb und Leid wohl nem Wahn, laß ich mich doch nicht wissen zu bewahren vor manschrecken, weil doch zuletzt ich werd cherlei Gefahren! ergößt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohl gethan, dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. Mm. Sam. Rodigast. 6. Was meinem lieben Gott gefällt, das soll mir auch gefallen, ob ich vom Unglück werd gequält in meinem Erdenwallen. Wenn alles bricht, so bricht doch nicht das göttliche Versprechen; das kann kein Tod mehr brechen. 7. Was meinem lieben Gott gefällt, das soll mir auch gefallen. Ein süßer Tod ist mir bestellt, befreit von Gift und Gallen. Sterb ich dahin, ist mein Gewinn der Tod; denn Gottes Willen ich gerne will erfüllen. 8. Was meinem lieben Gott gefällt, das soll mir auch gefallen; der mich, wenn ich reis von der Welt, reißt aus des Todes Krallen 2. Was meinem lieben Gott und führt mich heim zum Hogefällt, das soll mir auch gefallen. nigseim in süßen Nektarflüssen, Er ist mein Gott, der Glauben sie ewig zu genießen. hält uns, die wir vor ihm wallen; Mel. Nun fomm der Heiden Heiland, der fromme Gott läßt uns in oder: Müde bin ich, geh. Mel. Was Gott thut, das. 675. Was meinem lieben Gott gefällt, das soll mir auch gefallen. Er ist mein Schild, der starke Held, und schönste unter allen. Aus aller Not, ja gar vom Tod, von Satan, Band und Ketten weiß er mich zu erretten. Not nicht sterben, noch verder- 676. Was für Kummer, was ben, uns, seine Himmelserben. für Schmerz ficht 3. Was meinem lieben Gott ge- dich an, mein traurigs Herz? fällt, das soll mir auch gefallen. Blöde Seele, schwacher Sinn, Es sei ihm alles heim gestellt, ach, wo will das Trauern hin? sein Sorge gilt uns allen. Gott 2. Kränkest du dich noch so sehr, frie 438 Von der Zufriedenheit oder Gelassenheit in Gott. friegest du darum nicht mehr. 4. Wie Gott mich führt, so geb Sorge nur das Herze frißt! Ach, die Sorg nur schädlich ist. 3. Sorge ist des Grabes Thür; du bekommst doch nichts dafür als nur Gram und Herzeleid; ach, darum die Sorge meid. ich mich in seinen Vaterwillen. Scheints der Vernunft gleich wunderlich, sein Rat wird doch erfüllen, was er in Liebe hat bedacht, eh er mich an das Licht gebracht. Ich bin ja nicht mein eigen. 4. Ob mich alle Welt verläßt, hält mein Gott doch bei mir feft; er ist meine Zuversicht; ach, mein Gott, verlaß mich nicht. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden: Steht er mit seiner Kraft mir bei, was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest; was Gott mir widerfahren läßt, muß mir zum Besten dienen. 5. Hast du doch so wunderlich, großer Gott, erhalten mich; wenn die Not mich hat gedrückt, ei, so hast du mich erquickt. 6. Dir befehl ich meine Sach; rett dein Kind, und freudig mach die betrübte Seel in mir, denn ich flieh, mein Gott, zu dir. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, es geh durch Dorn und Hecken: Von vornen läßt sich Gott nicht sehn; doch einst wird 7. Drum hinweg Melancholei, er aufdecken, wie er nach seinem Gott steht mir in Nöten bei; Baterrat mich treu und wohl geGott, der hilft mir allermeist! führet hat: Dies sei mein GlauGute Nacht, du Trauergeist! Mel. Es ist das Heil uns kommen. bensanter. 677. Wie Gott mich führt, so will ich gehn ohn alles Eigenwählen; geschieht, was er mir ausersehn, wird mirs an keinem fehlen. Wie er mich führt, so geh ich mit und folge willig Schritt vor Schritt in findlichem Vertrauen. Lampertus Gedicke. Mel. O Gott, du frommer Gott 678. Mie Gott im Himmel will, so will ich auch auf Erden; wie Gott im Himmel will, so mag es immer werden. Dies sei mein steter Zweck und mein gerades Ziel, daß ich gewillet bin, wie Gott im Himmel will. 2. Wie Gott im Himmel will, 2. Wie Gott mich führt, so bin so gehs in meinem Leben; hier sei ich still und folge seinem Leiten, ich dir, mein Gott, und was ich obgleich im Fleisch mein Eigen- bin ergeben; machs, wie es dir will will öfters widerstreiten. gefällt! Dies sei mein stetes Ziel, Wie Gott mich führt, bin ich be- daß ich gewillet bin, wie Sott 2c. reit in Zeit und auch in Ewigkeit stets seinen Schluß zu ehren. 3. Wie Gott im Himmel will, so will ich mich bequemen; will 3. Wie Gott mich führt, bin ich allzeit willig sein aus seiner Hand vergnügt, ich ruh in seinen Hän- zu nehmen, was er mir zugedacht. den: Wie er es schickt und mit mir Dies sei mein stetes Ziel, daß fügt, wie ers will fehrn und wen- ich gewillet bin, wie Gott 2c. den, sei ihm hiermit ganz heimge- 4. Wie Gott im Himmel will! stellt; er mache, wie es ihm gefällt, Soll Angst und Not mich pressen, zum Leben oder Sterben. soll ich mein liebes Brot vielleicht 439 Von der Freudigkeit des Glaubens. leicht mit Weinen essen, ach Gott,| auch mein Ziel, daß ich gewillet ich bin dein Kind; drum bleibet bin, wie Gott im Himmel will. auch mein Ziel, daß ich gewillet 6. Wie Gott im Himmel will! bin, wie Gott im Himmel will. und hab ich nun gelitten, so ists 5. Wie Gott im Himmel will. gewiß, Gott kommt auch wieSo mag die Not mich drücken, derum geschritten und hilft ohnGott wird mir schon Geduld in fehlbar mir. Drum bleibet auch meinem Kreuze schicken, ich bin mein Ziel, daß ich gewillet bin, ja noch sein Kind. Drum bleibet wie Gott im Himmel will. 29.( 11) Von der Freudigkeit des Glaubens. In eigener Melodie. 679. Ein feste Burg ist un- muß uns bleiben! tein'n Gewinn, das Reich Gotts D. M. Luther. In eigener Melodie. ser Gott, ein gute Wehr und Waffen. Er hilft uns 680. Jesu, meine Freude, meifrei aus aller Not, die uns jetzt nes Herzens Weide, hat betroffen. Der alte böse Jesu, meine Zier! Ach, wie Feind, mit Ernst ers jetzt meint; lang, ach lange ist dem Herzen groß Macht und viel List sein bange und verlangt nach dir! grausam Rüstung ist, auf Erdn Gottes Lamm, mein Bräutigam, ist nicht seins Gleichen. außer dir soll mir auf Erden nichts sonst lieber werden. 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei. Laß den Satan wittern, laß den Feind erbittern; mir steht Jesus bei; ob es jest gleich kracht und blißt, ob gleich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit't für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat er foren. Fragst du, wer er ist? Er heißt Jesus Christ, der Herre Zebaoth, und ist kein andrer Gott; das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll 3. Troß dem alten Drachen! Teufel wär und wollten uns Troß des Todes Rachen! Troß verschlingen, so fürchten wir uns der Furcht dazu! Tobe, Welt, nicht so sehr, es soll uns doch und springe, ich steh hier und gelingen. Der Fürste dieser singe in gar sichrer Ruh. GotWelt, wie sauer er sich stellt, tes Macht hält mich in acht. thut er uns doch nichts, das Erd und Abgrund muß verstum-= macht, er ist gericht; ein Wört- men, ob sie noch so brummen. lein kann ihn fällen. 4. Weg mit allen Schäßen! Dut 4. Das Wort sie sollen lassen bist mein Ergößen, Jesu, meine stahn und kein'n Dank dazu ha- Lust. Weg, ihr eitten Ehren, ben; er ist bei uns wohl auf ich mag euch nicht hören, bleibt dem Plan mit seinem Geist und mir unbewußt! Elend, Not, Gaben. Nehmen sie uns den Kreuz, Schmach und Tod soll Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib; mich, ob ich viel muß leiden, laß fahren dahin, sie habens nicht von Jesu scheiden. 5. Gute 440 Von der Freudigkeit des Glaubens. 5. Gute Nacht, o Wesen, daß| Freude Christi macht, daß mein die Welt erlesen, mir gefällst du Herz den Tod verlacht. nicht! Gute Nacht, ihr Sünden, 6. Donnert das Gesetz und blist bleibet weit dahinten, kommt schrecklich über alle Bösen: hier nicht mehr ans Licht! Gute steht Christus, der mich schützt, Nacht, du Stolz und Pracht! der mich kann vom Fluch erlösen; Dir sei ganz, du Lasterleben, dessen Thun vor Gott so gilt, gute Nacht gegeben. als hätt ich es selbst erfüllt. 6. Weicht, ihr Trauergeister, 7. Er, der große Weltheiland denn mein Freudenmeister, Je- hat Lust, in mein Herz zu ziehen sus, tritt herein! Denen, die und hat mir zum Liebespfand Gott lieben, muß auch ihr Be- seinen werten Geist verliehen; trüben lauter Freude sein. Duld Gott, mein Vater, wohnt in mir, ich schon hier Spott und Hohn, ich bin sein Kind für und für. dennoch bleibst du auch im Leide, 8. Sage mir Vernunft ja nicht: Jesu, meine Freude. Joh. Franc. Du bist elend und gebrechlich; denn mein Glaub an Christum Mel. Jesus, meine Zuversicht. spricht: Ich bin unaussprechlich 681. Jefu, wenn ich mein Geherrlich. Niemand schrecke mich forthin, weil ich hier schon selig bin. müt christlich in mich selber lenke und den Reichtum 9. Treib, o Gott, aus mir dadeiner Güt, meine Seligkeit, be- von, was den Glauben will zerdenke, so deucht mir, ich sag es stören; laß dein Evangelium, frei, daß ich schon im Himmel sei. Tauf und Abendmahl mich näh2. An dem schnöden Sünden- ren; dies sei mir in Freud und wust mag ich alsdann nicht mehr Leid meine liebe Seelenweid. tleben; ich verspüre Kraft und 10. Und bei solcher werten Kost Lust, heilig und nach Gott zu will ich mich so lang ergößen, leben; ich bin reiner Freuden voll, bis du mich, mein süßer Trost, mir ist überschwenglich wohl. wirst zur Himmelstafel segen, da ich recht soll nehmen ein, was es sei: Ganz selig sein. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 682. Jesus bleibet mein Verwiederbracht und mich solches las sen erben in der Tauf, die durch dein Blut alle meineSchuld abthut. 4. Dieses macht mich schön und fein, ohne Flecken, ohne Makel, heilig, ganz gerecht und rein, heller als die Sonnenfackel; denn dein Unschuld, mein Herr Christ, macht mich, wie du selber bist. winden. 5. Höll und Teufel sind gefällt, 2. Gi, was sollt ich mich denn ihre Macht hat weichen müssen, grämen, wenn mirs gleich hier die verdammte böse Welt tret ich widrig geht; laß die Welt das ritterlich mit Füßen, und die Ihre nehmen, gnug, wenn Jesus gnügen, der den wahren Frieden schenkt; durch ihn werd ich endlich siegen über alles, was mich fränft. Sind die Leiden dieser Zeit doch nicht wert der Herrlichkeit, welche dorten werden finden, die geduldig überbei 3. Dir sei Dank, Preis, Ehr und Macht, Jesu, daß du durch dein Sterben mir das Heil haft Von der Freudigkeit des Glaubens. 441 bei mir steht; was mir außer-| nen, doch von diesem allem ab, dem gebricht, fahre hin, es schadt was da muß wie nichts zerrinnen; mir nicht. Der zur Rechten und laß mir bis in mein Grab Gottes figet, weiß am besten, deinen Tod und Kreuzespein ein was mir nüket. beständig Denkmal sein, daran ich mich möge üben, dich im 3. Giebt mir doch Gott alle Morgen neue Lebenskraft und Kreuze recht zu lieben. Stärk, so wird er ja weiter sorgen für mich, seiner Hände Wert. Denken Menschen, wie sie mich stürzen wollen listiglich, Gott, mein Hüter, wird schon wachen und ihr Thun zu Schanden machen. 4. Von dem Herrn will ich nicht lassen, es mag gehen, wie es will. Wenn mich Welt und Satan hafsen, hoff ich auf ihn und bin still. Ist gleich niemand mir zur Hand, dem mein Leiden ist bekannt, und dem ichs recht könnte flagen, ei, so will ichs Gott vortragen. 10. Weil denn Gott der Waisen Vater und der Witwen Richter ist, so bleibt er auch mein Berater, dem ich trau zu jeder Frist. Wenn die Kreuzesnacht 5. Muß ich auch an Babels Wei- anbricht, so soll meines Glauden meine Harfen hängen hin und bens Licht durch Geduld doch kann nicht in solchen Freuden, wie endlich siegen. Jesus bleibet wohl wünschet Herz und Sinn, zu mein Vergnügen! 3. 5. Schröter. dem Tempel Gottes gehn, so soll Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. meines Herzens Flehn doch vor 683. Immer fröhlich, nicht Gott gleich mit und im Geist und Wahrheit beten. unter Kreuz und Plagen; hab 6. Gott hat alles ja in Händen; ich Jesum, der mich liebt, ach, so könnt er doch durch seine Macht darf ich nicht verzagen. Nehmt leichtlich solche Hilfe senden, mir alle Freude hier; nur mein woran nie ein Mensch gedacht; Jesus bleibe mir. aber da sein weiser Rat anders es beschlossen hat, so dient doch auch, was betrübet, dem zum Besten, der ihn liebet. 2. Erd und Himmel acht ich nicht, sollt ich Jesum da nicht finden; er allein giebt Trost und Licht, bei ihm muß die Nacht verschwinden; 7. Großes Ansehn, Ehr und es mag noch so trübe sein, raubt Glücke, und was sonst der Welt mir niemand seinen Schein. gefällt, sind oft Satans Neß und 3. Halt ich ihn, so hab ich ihn; Stricke, worin er gefangen hält auf ihn kann ich Felsen bauen; die, so Christo sich entziehn und Rosen blühen, wo vorhin Dorn den Weg des Kreuzes fliehn. und Disteln warn zu schauen; Ach Herr, solche Eitelkeiten laß unter seinem Schuß allein schlaf mein Herze nicht verleiten! ich ohne Sorgen ein. 8. Zieh, o Jeju, meine Sin4. O, so kann ich fröhlich sein, Chri9. Laß mich fleißig dies beden= fen, wie durch dich, Herr Jesu Christ, mehr, als alle Welt kann schenken, mir bei Gott erworben ist. Ach, dies stärkt Herz, Mut und Sinn, wenn ich recht gelassen bin, und mit dem, was Gott beschieden, sich mein Herze stellt zufrieden. 442 Von der Freudigkeit des Glaubens. Christus bleibt mein Schuß auf men, die sind mir nur ein Scherz. Erden; komm ich einst zum Him- Rein Urteil mich erschrecket, fein mel ein, so wird es erfüllet wer- Unheil mich betrübt, weil mich den. Leb und sterb ich ihm allein, mit Flügeln decket mein Heiwerd ich auch dort seine sein. land, der mich liebt. Benj. Schmold. Valet will ich dir. 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn; verMel. 684. ft Gott für mich, so trete gleich alles wider mich; so oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir thun der Feinde und Widersacher Nott? treibt mir Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin; giebt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft; hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft. 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch ohne Schen, daß Gott, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sei, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Starm und Wellen und was mir bringet Weh. 8. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schwachheit findt, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde ersiehet seine Lust. 3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein 9. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dent Hilfe leistet, der bei ihm suchet Ruh, und wie er hab erbauet ein edle neue Blut; das machet, daß ich finde Stadt, da Aug und Herze schauet, das ewge, wahre Gut. An mir was es geglaubet hat. und meinem Leben ist nichts auf 10. Da ist mein Teil, mein Erbe dieser Erd; was Christus mir mir prächtig zugericht. Wenn ich gegeben, das ist der Liebe wert. gleich fall und sterbe, fällt doch 4. Mein Jesus ist mein Ehre, mein Glanz und helles Licht. Wenn der nicht in mir wäre, so dürft und könnt ich nicht vor Gottes Augen stehen und vor dem strengen Siz; ich müßte stracks vergehen, wie Wachs in Feuership. 5. Mein Jesus hat gelöschet, was mit sich führt den Tod; der ists, der mich rein wäschet, macht schneeweiß, was ist rot. In ihm fann ich mich freuen, hab einen Heldenmut, darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts nimmet mir mein Herz; die Höll und ihre Flammein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Thränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchfüßet alles Leid. 11. Wer sich mit dem verbindet, den Satan flieht und haßt, der wird verfolgt und findet ein harte, schwere Last zu leiden und zu tragen, gerät in Hohn und Spott; das Kreuz und alle Plagen, die sind sein täglich Brot. 12. Das ist mir nicht verborgen, doch bin ich unverzagt: dich will ich lassen sorgen, dem ich mich zugesagt; es koste Leib und Leben und alles, was ich hab; an dir will ich fest kleben und nimmer lassen ab. 13. Die Von der Freudigkeit des Glaubens. 443 13. Die Welt, die mag zerbre-| Feinde! Die ihr nur stiftet Angst chen, du stehst mir ewiglich. Kein und Bein, es wird zu eurem SchaBrennen, Hauen, Stechen soll den sein. Ich habe Gott 2c. trennen mich und dich; kein Hunger und kein Dürsten, kein Armut, keine Bein, kein Zorn des großen Fürsten soll mir ein Hindrung sein. 5. 3st Gott mein Retter und Patron, was acht ich der Welt Schimpf und Hohn? Weicht alle meine Feinde! Die ihr mich lästert früh und spat, es wird euch richten eure That. Ich habe Gott 2c. 6. Jst Gott mein Heil, mein Hilf und Kraft, die böse Welt nichts an mir schafft. Weicht alle meine Feinde! Die ihr auf mich erbittert seid, ihr thut euch selbſt das größte Leid. Ich habe 2c. 14. Kein Engel, keine Freuden, kein Thron, kein Herrlichkeit, fein Lieben und kein Leiden, kein Angst, fein Herzeleid, was man nur kann erdenken, es sei klein oder groß, der feines soll mich lenken aus deinem Arm und Schoß. 15. Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ; das, was mich singend machet, ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt. E. C. Homburg. Mel. Kommet her zu mir, spricht. Mel. Gott des Himmels und der. ft 685. Jst Gott mein Schild 686. Kehre wieder, meine und Helfersmann, Seele, was betrübſt was wird sein, das mir schaden und grämst du dich? Flieh die tann? Weicht alle meine Feinde! Qual und Kummerhöhle und Die ihr mir listiglich nachsteht, schau redlich über dich. Ei, genur eurer Schmach entgegen geht. Ich habe Gott zum Freunde. denk, gedenke doch: Gott, dein Vater, lebet noch! 2. Ist Gott mein Trost und Zuversicht, kein Leid kann sein, so mich anficht. Weicht alle meine Feinde! Die ihr nur sinnet auf Gefahr, ich achte solches gar kein Haar. Ich habe Gott zum Freunde. 7. Jst Gott mein Beistand in der Not, was kann mir schaden Sünd und Tod? Weicht alle meine Feinde! Tod, Sünde, Teufel, Höll und Welt, ihr müsset räumen doch das Feld. Ich habe Gott zum Freunde! 2. Liegt das Kreuz auf deinem Rücken, will die Angst und schwere Bein deine Hoffnung niederdrükken, laß Geduld dein Labsal sein! Trägst du gleich ein schweres Joch: Gott, dein Helfer, lebet noch! 3. Ist Gott mein Schirm und mein Panier, kein Ungemach fann schaden mir. 3. Denkt der Satan dich zu fällen und will sein verdammtes Weicht alle meine Heer deiner Seligkeit nachstellen, Feinde! Die ihr mich ängstet und ei, so fürchte dich nicht sehr! Er betrübt, es ist umsonst, was ihr verübt. gehört zur Hölle doch; Gott, dein Tröster, lebet noch. Ich habe Gott 2c. 4. Ist Gott mein Schutz und treuer Hirt, kein Unglück mich berühren wird. Weicht alle meine 4. Bist du arm und ganz verlassen, ist doch Gott dein höchstes Gut. Ob dich gleich die Menschen hafa 444 Von der Freudigkeit des Glaubens. haffen, hält dich Gott in seiner 5. Christi Unschuld ist mein Hut. Wohl dir, wenn du sagest Ruhm, sein Recht meine Krone; doch: Gott, mein Hüter, lebet noch. sein Verdienst mein Eigentum, 5. Laß es stürmen, laß es wettern, da ich frei in wohne als in einem laß die Welt voll Teufel sein; laß festen Schloß, das kein Feind kann die Erde sich erschüttern, du bist fällen, brächt er gleich davor GeGottes, er ist dein. Schwebt schoß und Gewalt der Höllen. das Kreuz auch noch so hoch, Gott, dein Schirmer, lebet noch. 6. Stürme Teufel und du Tod! Was könnt ihr mir schaden? Deckt 6. Sehre wieder, meine Seele, mich doch in meiner Not Gott was betrübst und quälst du dich? mit seiner Gnaden, der Gott, der Wenn ich Gott die Not befehle, mir seinen Sohn selbst verehrt kann ich troßen festiglich. Duld aus Liebe, daß der ewge Spott ich viel, so sag ich doch: Gott, und Hohn mich nicht dort betrübe. mein Leben, lebet noch. ch. Junter. 7. Schreie, tolle Welt, es sei Mel. Christus, der uns selig macht. mir Gott nicht gewogen, es sei 687. Schwing dich auf zu dei- lauter Täuscherei und im Grund nemGott, du betrübte erlogen. Wäre mir Gott gram Seele! Warum liegst du Gott und feind, würd er seine Gaben, zum Spott in der Schwermuts- die mein eigen worden sind, höhle? Merkst du nicht des Sa- wohl behalten haben. tans List? Er will durch sein Kämpfen deinen Trost, den Jesus Christ dir erworben, dämpfen. 8. Denn, was ist im Himmels= zelt, was im tiefen Meere, was ist Gutes in der Welt, das nicht 2. Schüttle deinen Kopf und mir gut wäre? Für wen brennt sprich: Flieh, du alte Schlange! das Sternenlicht? Wozu ist geWas erneurst du deinen Stich, geben Luft und Wasser? Dient machst mir angst und bange? es nicht mir und meinem Leben? Ist dir doch der Kopf zerknickt, und ich bin durchs Leiden meines Heilands dir entrückt in den Saal der Freuden. 3. Wirfst du mir mein Sündgen für? Wo hat Gott befohlen, daß mein Urteil über mir ich bei dir soll holen? Wer hat dir die Macht geschenkt, andre zu verdammen, der du selbst doch liegst versenkt in der Hölle Flammen? 9. Für wen wird das Erdreich naß von dem Tau und Regen? Wem ergrünet Laub und Gras? Wem erfüllt der Segen Berg und Thale, Feld und Wald? Wahrlich, mir zur Freude, daß ich meinen Aufenthalt hab und Leibesweide. 4. Hab ich was nicht recht gethan, ist mirs leid von Herzen; 10. Meine Seele lebt in mir durch die süßen Lehren, so die Christen mit Begier alle Tage hören. Gott eröffnet früh und fpat meinen Geist und Sinnen, dahingegen nehm ich an Christi daß sie seines Geistes Gnad in Blut und Schmerzen; denn das sich ziehen können. ist das Lösegeld meiner Missethaten. Bring ich dies vor Gottes Thron, ist mir wohl geraten. 11. Was sind der Propheten Wort und Apostel Schreiben, als ein Licht am dunklen Ort, Fackeln, die Von der Freudigkeit des Glaubens. 445 die vertreiben meines Herzens men deines Gottes Preis und Finsternis und in Glaubens- Ehr; er wird helfen! Amen. sachen das Gewissen fein gewiß und recht grundfest machen. Paul Gerhardt. In eigener Melodie. 12. Nun, auf diesen heilgen 688. Sollt es gleich bis Grund bau ich mein Gemüte, weilen scheinen, als Gott hilft endlich doch gewiß! 2. Hilfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft sehe, wie der Höllenhund zwar wenn Gott verließ die Seinen; dawider wüte; gleichwohl muß et, so glaub und weiß ich dies: er lassen stehn, was Gott aufgerichtet; aber schändlich muß vergehn, was er selber dichtet. 13. Ich bin Gottes, Gott ist mein; wer ist, der uns scheide? er doch, wenns nötig iſt. 3. Gleich wie Väter nicht bald Dringt das liebe Kreuz herein mit dem bittern Leide, laß es geben, wonach ihre Kinder strebringen, kommt es doch von ge- ben: so hält Gott auch Maß es liebten Händen, und zerbricht ge- und Ziel; er giebt, wem und wann schwind sein Joch, wenn es Gott er will. will wenden. 4. Seiner fann ich mich ge= trösten, wenn die Not am allergrößten. Er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 14. Stinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die gedeihen selten wohl ohne Zucht und Ruten. Bin ich den nun Got tes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd will zum Guten ziehen? 5. Troß dem Teufel! Troß dem Drachen! Ich kann ihre Macht verlachen. Troß dem schweren Kreuzesjoch! Gott, mein Vater, lebet noch. 15. Es ist herzlich gut gemeint 6. Troß des bittern Todes Zähmit der Christen Plagen. Wer nen! Troß der Welt und allen hier zeitlich wohl geweint, darf denen, die mir sind ohn Ursach nicht ewig flagen, sondern hat feind! Gott im Himmel ist mein vollkommne Lust dort in Christi Freund. Garten, dem er einzig recht bewußt, endlich zu gewarten. 16. Gottes Kinder säen zwar traurig und mit Thränen, aber endlich bringt das Jahr, wonach sie sich sehnen; denn es kommt die Erntezeit, da sie Garben machen, da wird all ihr Gram und Leid lauter Freud und Lachen. 17. Ei, so faß, o Christenherz, alle deine Schmerzen! Wirf sie fröhlich hinterwärts; laß des Trostes Kerzen dich entzünden mehr und mehr! Gieb dem großen Na7. Laß die Welt nur immer neiden! Will sie mich nicht länger leiden, ei, so frag ich nichts darnach; Gott ist Richter meiner Sach. 8. Will sie mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben. Wenn ich nur den Himmel frieg, hab ich alles zur Genüg. 9. Welt, ich will dich gerne lafsen; was du liebest, will ich hafjen; liebe du den Erdenkot und laß mir nur meinen Gott. 10. Ach Herr, wenn ich dich nur 446 Von der geistlichen Wachsamkeit. nur habe, sag ich ab all andern immer unbetrübt. Mein Schat Gabe; legt man mich gleich in das ist, daß mich Jesus liebt. Grab, ach Herr, wenn ich dich nur hab! Christ. Tieße. Mel. Ich will dich lieben. 689. Wer will mich von der Liebe scheiden, die nur allein in Jesu ist? Und sollt ich alles drüber leiden, was ihr als Kreuz zu nennen wißt, ſo 5. du getreue Jesusliebe, mein Heil und Teil, mein Schat und Schuß! Erhalt mich nur in solchem Triebe, so biet ich allen Feinden Truß, so sterb ich endlich unbetrübt. Mein Trost iſt, daß mich Jesus liebt. Benj. Schmold. Mel. Nun komm der Heiden. und bleib ich immer unbetrübt. Mein 690. Weicht, ihr Sorgen! Quält mich nicht! Trost ist, daß mich Jesus liebt. Jesus, meine Zuversicht, tröſtet 2. Mein Jesus hat sich mir mich und steht mir bei, wie groß verschrieben; die Handschrift ist auch das Elend sei. mit Blut gemacht; die Liebe selbst 2. Ob mich Not und Mangel hat ihn getrieben, daß er sein preßt, halt ich doch an Jesu fest; Leben nicht geacht. So leb ich eh er läßt sein Kind in Not, immer unbetrübt. Mein Heil bringen wohl die Raben Brot. ist, daß mich Jesus liebt. 3. Meine Seufzer, Ach 3. Will mir die Welt ein Nebe Schmerz brechen sein mitleidend stellen, mein Jesus hat ein Lie- Herz; seine Güt und Treu ist groß besband. Will mich der Feind und niemals erbarmungslos. zu Boden fällen, mein Jesus hält mich bei der Hand. So leid ich immer unbetrübt. Mein Schuß ist, daß mich Jesus liebt. 4. Gin andrer mag sich Schäße 5. Drum, ihr Sorgen, quält graben, in Jesu Liebe bin ich mich nicht! Jesus, meine Zuverreich. Wer wollt ein solches sicht, sorgt in aller Not für mich, Gut nicht haben, dem nichts auf dessen freut mein Herze sich. dieser Erde gleich? So geh ich 4. Ist der Vorrat schlecht und klein, Jesum laß den Teiler sein; so macht seine Segenshand reichen Überfluß bekannt. Sophia Regina. Mel. O daß ich tausend. 30.( 12) Von der geistlichen Wachsamkeit. Herzen aufgericht. Ach wandelt 691. Ach wachet auf, ihr doch in solchem Schein, sonst faulen Christen, be- fönnt ihr keine Christen sein! denfet, daß euch Gottes Gnad 3. Ach wachet! Ist der Geist vom tiefen Schlaf der Sünden- schon willig, so ist das Fleisch doch lüfte zum Leben auferwecket hat! gar zu schwach; drum folgen Verlasset doch die finstre Gruft wahre Christen billig dem Geiſt und höret, wenn euch Jesus ruft! und nicht dem Fleische nach. O 2. Ach wachet! denn die Sün- teure Seelen, werdet flug und dennächte entweichen vor dem folget doch des Geistes Zug! hellen Licht, das Gott dem mensch- 4. Ach wachet, denn die alte lichen Geschlechte im Wort und Schlange sucht Tag und Nacht mit Von der geistlichen Wachsamkeit. 447 mit Macht und List die Menschen fährlich sind die Zeiten. Ach in ihr Netz zu fangen, weil wenig wachet, wachet auf! Nun ist die Zeit vorhanden ist. Ergreifet Zeit, zu streiten. Welt, Teufel, doch den Glaubensschild und mit den Sünden sind los und wisset, daß nicht schlafen gilt. nicht zu binden. 5. Ach wachet, eh die Todes- 5. Ach wachet, wachet auf! Seid stunde das unvermerkte Ziel er- nüchtern, betet brünstig! Ach reicht! Ihr seht ja, wie der Tod wachet, wachet auf! Daß Gott Gesunde sowohl als Kranke hin- uns werde günstig. Die ganze terschleicht. Der lebte Stoß ist Welt will sterben, der Herr will ungewiß, ach werte Christen, merfet dies! sie verderben. 6. Ach wachet, wachet auf! Die 6. Ach wachet, daß ihr euch be- Gnade steht noch offen. Ach reitet auf jenen großen Tag des wachet, wachet auf! die Sünden Herrn! Denn wie uns Gottes sind getroffen; lauft zu der GnaWort bedeutet, so ist derselbe denquelle, lauft von der Süntnicht mehr fern. Ach schicket denhölle! euch, vielleicht kommt heut der erste Tag der Ewigkeit! 7. Ach wachet, wachet auf! Ihr hart verstockte Sinnen. Ach wa7. Ach wachet! Jesus hats ge- chet, wachet auf! Was wollt boten. Ach, folget seiner Wäch- ihr doch beginnen? Wollt ihr terstimm! Was schlafet ihr doch denn noch nicht sehen, nicht höwie die Toten? Ermuntert euch ren, nicht verstehen? und kehret um! Ach, lasset nimmer aus der Acht, daß Jesus allen saget: Wacht! 8. Ach wachet, wachet auf! Wie seid ihr so verstocket? Ach wachet, wachet auf, weil euch der Höchste locket! Gott wird sonst In eigener Melodie. 692. Ach wachet, wachet endlich kommen, wenn alle Gnad genommen. auf! Gefährlich sind die Zeiten. Ach wachet, wachet Joachim Neander. Mel. Valet will ich dir geben. auf! Wer wollt sich nicht be- 693. Ermuntert euch, thr reiten? Gott kommt mit FeuerFrommen, zeigt eustrahlen, den Sünder zu bezahlen. rer Lampen Schein; der Abend 2. Ach wachet, wachet auf! Wie ist gekommen, die finstre Nacht sicher könnt ihr schlafen? Ach bricht ein. Es hat sich auf wachet, wachet auf! Greift nach des Geistes Waffen; das Öl zur Hand genommen, der Bräutigam will kommen. machet der Bräutigam mit Pracht; auf! Betet, kämpft und wachet! Bald ist es Mitternacht. 2. Macht eure Lampen fertig 3. Ach wachet, wachet auf! Bo- und füllet sie mit Öl, und seid saunen hört man klingen. Ach des Heils gewärtig, bereitet Leib wachet, wachet auf! Ein Buß- und Seel! Die Wächter Zions lied laßt uns singen: Ach Va- schreien: Der Bräutigam iſt ter, Vater schone, in Jesu, dei- nah! Begegnet ihm im Reihen nem Sohne! und singt Halleluja. 4. Ach wachet, wachet auf! Ge3. Ihr klugen Jungfraun alle, hebt 448 Von der geistlichen Wachsamkeit. hebt nun das Haupt empor mit hier soll sich niederlassen die Jauchzen und mit Schalle zum Braut im Rosenthal. frohen Engelchor! Die Thür ist 10. O Jesu, meine Wonne, aufgeschlossen, die Hochzeit ist be- komm bald und mach dich auf! reit: Auf, auf, ihr Reichsgenos- Geh auf, verlangte Sonne, und sen, der Bräutgam ist nicht weit! fördre deinen Lauf! O Jesu, mach 4. Er wird nicht lang verziehen, ein Ende und führ uns aus dem drum schlafet nicht mehr ein! Streit! Wir heben Haupt und Man sieht die Bäume blühen; der Hände nach der Erlösungszeit. schöne Frühlingsschein verheißt Erquickungszeiten; die Abendröte Mel. Ach Gott vom Himmel, oder: zeigt den schönen Tag von wei- Es ist gewißlich an der Zeit. Laur. Laurentii. tem, vor dem das Dunkle weicht. 694. Jhr Christen, schickt 5. Wer wollte denn nun schlafen? euch in die Zeit, Wer flug ist, der ist wach; Gott seht, wie es um euch stehet; dakommt, die Welt zu strafen, zu mit ihr euch in Sicherheit von üben Grimm und Rach an allen, Gott nicht weit ergehet; es mehrt die nicht machen und die des Tie- sich täglich die Gefahr, das Elend res Bild anbeten sanit dem Dra- wächst von Jahr zu Jahr. Ach, chen! Drum auf! Der Löwe brüllt. das sind böse Zeiten! 6. Begegnet ihm auf Erden, ihr, die ihr Zion liebt, mit freudigen Geberden und seid nicht mehr betrübt! Es sind die Freudenstunden gekommen, und der Braut wird, weil sie überwunden, die Krone nun vertraut. 2. Ihr Christen, schickt euch in die Zeit, gebt acht auf die Gedanken, damit sie nicht durch Eitelkeit vom rechten Wege wana fen; ihr wißt wohl, Fleisch und Blut ist schwach, die Erblust reizt uns tausendfach. Ach, das sind böse Zeiten! 7. Die ihr Geduld getragen und mit gestorben seid, sollt nun 3. Ihr Christen, schickt euch in nach Kreuz und Plagen in Freu- die Zeit, der.Satan sißt nicht den, ohne Leid mit leben und stille; er stiftet manches Herzeleid, regieren und vor des Lammes das macht sein böser Wille; er Thron mit Jauchzen triumphie- läßt der Kirche keine Ruh, und ren in eurer Siegesfron. seßt den Frommen heftig zu. 8. Hier sind die Siegespalmen, Sind das nicht böse Zeiten? hier ist das weiße Kleid; hier 4. Ihr Christen, schickt euch in stehn die Weizenhalmen im Frie- die Zeit, die Welt legt euch viel den nach dem Streit und nach den Stricke. Gewalt und ist greift Wintertagen; hier grünen die Ge- um sich weit, ihr Herz ist voller bein, die dort der Tod zerschlagen; Tücke. Wer es nicht mit den hier schenkt man Freudenwein. Bösen hält, dem wird betrüglich nachgestellt. Sind das nicht böse Zeiten? 9. Hier ist die Stadt der Frenden, Jerusalem, der Ort, wo die Erlösten weiden; hier ist der sichre Port; hier sind die güldnen Gasjen; hier ist das Hochzeitsmahl, lebet; wie man nach Geld und 5. Ihr Christen, schickt euch in die Zeit, bedenkt, wie man jest Sus Von der geistlichen Wachsamkeit. 449 Gute schreit, nach Ehr und Wol-| 4. Wache, daß dich Satans Lift lust strebet. Man hält nicht viel auf Gottes Wort, man fährt in allen Sünden fort. Ach, das sind böse Zeiten! 6. Ihr Christen, schickt euch in die Zeit, hört, wie die Menschen klagen; 5. Wache, daß dich nicht die man redt vom Kriege weit und Welt durch Gewalt bezwinge, breit, von Pest und andern Pla- oder, wenn sie sich verstellt, wieder nicht im Schlaf mag finden, weil er sonst behende ist, heimlich dich zu binden; und Gott giebt, die er liebt, oft in seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. gen. Die Strafgerichte brechen an sich bringe. Wach und sieh, ein, es kann auch wohl nicht anders es fehlt nie hier an falschen Brüsein, denn es sind böse Zeiten.dern unter Christi Gliedern. 7. Doch schickt ein Christ sich in die Zeit, so kann er wohl bestehen; er lässet es in Leid und Freud nach Gottes Willen gehen. Er traut auf Gott, liebt dessen Wort, fährt in der Furcht des Herren fort, auch in den bösen Zeiten. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht unser Herr erleuchten; wache, sonsten wird sein Licht dir noch ferne deuchten; denn Gott will 6. Wache dazu auch für dich, für dein Fleisch und Herze, damit es nicht freventlich Gottes Gnad verscherze; denn es ist voller List und kann sich bald heucheln und in Hoffart schmeicheln. 7. Bete aber auch dabei mitten der muß dich frei von dem allen machen, was dich drückt und bestrickt, daß du schläfrig bleibest und sein Wert nicht treibest. 8. Hilf, Gott, daß wir uns in dem Wachen, denn der Herr in die Zeit nach deinem Willen schicken, so wirst du uns aus Krieg und Streit und allem Jammer rücken. Gieb, daß wir stets in Buße stehn und all auf deinen Wegen gehn; so folgen beffre Zeiten. Joh. Rist. Mel. Straf mich nicht in deinem 3. 695. Mache dich, mein Geist, bereit, wache, fleh und bete, daß dich nicht die böse Zeit unverhofft betrete; denn es ist Satans List über viele Frommen zur Versuchung kommen. 8. Ja! Er will gebeten sein, wenn er was soll geben; er verlanget Unser Schrein, wenn wir wollen leben und durch ihn unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden fräftig überwinden. 9. Doch wohl gut, es muß uns schon alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet anflehen; denn er will uns mit Füll seiner Gunst beschütten, wenn wir gläubig bitten. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe; denn es folget sonst darauf eine lange Strafe, und die Not samt dem Tod möchte dich in Sünden unvermutet finden. 10. Drum, so laßt uns immerdar wachen, flehn und beten, weil die Angst, Not und Gefahr immer näher treten; denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. 3. B. Freystein. In eigener Melodie. für die Füll seiner Gnadengaben 696. Wachet auf! ruft uns offne Augen haben. der 29 Wäch 450 Von der geistlichen Wachsamkeit. Wächter sehr hoch auf der Zinne; Bräutgam kommt, gebricht. Das wach auf, du Stadt Jerusalem! ist eine fluge Braut, die darauf, Mitternacht heißt diese Stunde; weils Zeit ist, schaut; die wird sie rufen uns mit hellem Munde: bei dem Bräutgam stehen und Wo seid ihr klugen Jungfrauen? mit ihm zur Hochzeit gehen. Wohlauf, der Bräutgam kömmt! Steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zu der Hochzeit, ihr müsset ihm entgegen gehn. 3. O wie thöricht sind hingegen, die der Feind also berückt, daß fie sich nicht bald drauf legen, daß die Lampen sind geschmückt. Jammer! wenn der Bräutgam spricht: Gehet hin, ich kenn euch nicht; wenn die Gnadenzeit verflossen und die Himmelsthür verschlossen. 2. Zion hört die Wächter singen, das Herz thut ihr vor Freuden springen, sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werte Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 4. Gieb, mein Bräutgam, daß mein Herze sei mit Glaub und Lieb erfüllt, und ich nicht die Zeit verscherze, da du Hochzeit halten willst; sondern wenn dein Tag bricht an und die Thür wird aufge= than, ich nach überstandnem Leiden eingeh zu den Hochzeitsfreuden. 5. Laß mich beten, laß mich wachen, bis mein letter Tag anbricht; laß mich ja nichts schläfrig machen, bleibe du bei mir, mein Licht; Laß stets deiner Gnade Schein leuchten in mein Herz hinein! Hilf mir ringen, hilf mir fämpfen und die falsche Regung dämpfen! 3. Gloria sei dir gesungen mit Menschen und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Zimbelton. Von zwölf Perlen sind die Thore an deiner Stadt; wir sind im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gespürt, fein Ohr hat je gehört 6. Deine Liebe laß mich ehren solche Freude: Drum jauchzen und erheben deinen Ruhm; laß wir und singen dir das Halle- mich stets dein Lob vermehren als luja für und für. D. phil. Nicolai. dein wertes Eigentum. Nimm Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. doch alle Trägheit hin und er: 697. Machet, wachet, ihr muntre meinen Sinn; rüste mich Jungfrauen! Wacht, mit Geisteswaffen; nur was du der Bräutgam bricht herein; lasset willst, laß mich schaffen. euch nicht schläfrig schauen, zeiget 7. Steur dem Fleische, wehr eurer Lampen Schein! Schmückt dem Drachen und der bösen Welt euch, schickt euch, macht geschwind, dazu, die mich wollen schläfrig daß er euch bereit erfind! Wollt machen und doch stören meine ihr erst zum Krämer gehen, et, so bleibt ihr draußen stehen. Ruh; wecke du mich stündlich auf und befördre meinen Lauf, 2. wie selig ist die Seele, daß ich werde alle Stunden kludie die Lampe zugericht, daß es ihr da nicht an Öle, wenn der gen Jungfraun gleich erfunden. J. G. Wolf. 698. Von der geistlichen Wachsamkeit. 451 Mel. O Gott, du frommer Gott.| viel anders hat, wie kann er das 698. Welch eine Sorg und vertreten? Je größer Amt und Furcht soll nicht bei Gut und Pfund und Gaben sein, Christen wachen und sie behut- je größre Rechenschaft bildt man samlich und wohl bedächtig ma- sich kecklich ein. chen! Mit Furcht und Zittern, 8. Die ganze erste Welt mußt heißts, schafft eurer Seelen Heil! jämmerlich vergehen; acht Seelen Wenn taum der Fromme bleibt, find allein vor Gott gerecht erwie dann der sündge Teil? sehen. Nicht zehn Gerechte sind 2. Der Satan geht umher und in Sodoms Nachbarschaft; des suchet zu verschlingen, legt tau- Samens vierter Teil geht nur send Netz und Strick in unver- in Frucht und Kraft. merkten Dingen; die Welt ist toll, verführt und bindt sich selbst die Rut, ja gar der ärgste Feind ist unser Fleisch und Blut. 3. Man kann so manche Sünd unwissentlich begehen, vor Gott tommt der Gedant gleich einem Werk zu stehen. Ein einzig räudig Schaf verdirbt den ganzen 10. Des Richters Zukunft wird Stall. Wer steht, der sehe zu, unrein und gemein, darf nicht zum gleich einem Bliß geschehen; was daß er nicht plößlich fall. 4. 3hr sollet, faget Gott, wie Himmel gehen. Es fühlt die letzte ich bin, heilig leben, mir eure Plag Egyptens erstes Kind; es Seelen ganz, nicht halb geteilet, wird kein Haus fast sein, da geben. Von Adel und Gewalt nicht Verdammte sind. hab ich nicht viel erwählt; viel Herr- Herr- Sager sind der Hölle zugezählt. 5. Und wird ein Frommer bös, so soll ihm das nichts dienen, daß er vor solcher Zeit rechtlich und gut geschienen. Der Knecht, der es nicht thut, den Willen aber 9. Es sind nur etliche in Ranaan gegangen; auch aus den Zwölfen selbst ist Judas aufgedaß er vom Aussaß rein; ach hangen. Der Zehnte dankte nur, möchten fünf doch flug, und fünf nur thöricht sein! 7. Man hat genug zu thun, die eine Seel zu retten, wer noch 11. Herr Gott, so oft ich dies nach aller Läng bedenke, so schneidet Angst und Furcht durch Adern und Gelenke, so schauert mir die Haut, so gellt und klingt das Ohr, so bebet Mund und Herz und hebet sich empor. 12. Jch lebe zwar getrost durch weiß, macht größer sich die Glauben, Lieb und Hoffen und Straf durch seiner Bosheit Fleiß. weiß, daß deine Gnad noch allen 6. Ein einzger Apfelbiß fonnt Menschen offen, und deine Lieb uns so heftig schaden und Christus und Treu mich tröstet und ermußt sich selbst in Gottes Zorne hält; doch fleh ich desto mehr baden; ein Bruch an deiner für mich und alle Welt. Tauf spricht dir den Meineid zu; vielleicht kommt Tod und End in diesem Blick dir zu. 13. Sent deine wahre Furcht in aller Menschen Herzen; lağ niemand mit der Buß und wahrem Glauben scherzen. Thu allen Leichtsinn weg, Trägheit, Vermes29* feu 452 Vom geistlichen Kampf und Streit. fenheit, Verstockung, Heuchelet, und des Wachens doch vergiſset, Bosheit, Unheiligkeit. muß er bald in Thränen stehn. 7. Ist der neue Geist gleich willig, ist das alte Fleisch doch schwach; schläfest du, so trägst du billig statt des Lohns viel Weh und Ach. 14. Hilf siegen über das, was du schon überwunden; zerstör des Teufels Reich, laß ihn bald sein gebunden, daß wir mit Fleiß und Sorg verleugnen, widerstehn, anhalten mit Gebet, ent- 8. Unser Feind steht stets in fliehen und entgehn. Waffen, es kommt ihn kein 15. Verleih Geduld und Trost Schlummer an; warum wollen im Kämpfen und im Ningen; wir denn schlafen? D, das wär sorgfältge Wachsamkeit laß mit nicht wohl gethan. Bestand durchdringen; laß uns 9. Wohl dem, der mit Furcht in heilger Furcht und in Bereit- und Zittern seine Seligkeit stets schaft stehn, daß wir mit Freu- schafft; er ist sicher vor den Wetdigkeit vor deinen Augen gehn. tern, die die Sichern weggerafft. 10. Wohl dem, der stets wacht und flehet auf der schmalen Bilgrimsbahn, weil er unbeweglich ste het, wenn der Feind ihn fället an. D. J. R. Hedinger. 11. Wohl dem, der da seine Lenden immer läßt umgürtet sein, und des Licht in seinen Händen nie verlieret seinen Schein. Mcl. O, der alles hätt verloren, oder: Ringe recht, wenn. 699. Wer sich dünken läßt, er stehet, sehe zu, daß er nicht fall. Der Versucher, wo man gehet, schleichet uns nach überall. 2. Sicherheit hat viel betrogen, Schlafsucht thut ja nimmer gut. Wer davon wird überwogen, bindet sich selbst eine Rut. 3. Willst du lang darin verweilen, hör, was dir begegnen kann; Armut wird dich übereilen, wie ein starter Kriegesmann. 4. Falsche Freiheit ist die Seuche, die da im Mittag verdirbt. Wer sein Leben lieb hat, weiche von ihr, eh er gar erstirbt. 5. Wenn sich Simson niederleget in den Schoß der Delila, wenn sie sein aufs beste pfleget, ist der Untergang ihm nah. 12. Wohl dem, der bei Zeit versiehet seine Lampe mit dem Öl, wenn der Bräutigam verziehet, der errettet seine Seel. 13. O du Hüter deiner Kinder, der du schläfst noch schlummerst nicht, mache mich zum Überwinder alles Schlafs, der mich anficht. 14. Laß mich niemals sicher werden, deine Furcht beschirme mich. Der Versuchung Lastbeschwerden mildre du selbst gnädiglich. 15. Sei du Wecker meiner Sinnen, daß sie dir stets wachend sein und ich, wenn ich muß von hin6. Simon, wenn er sich vermis- nen, wachend auch mög schlafen ein. set, mit dem errn zumTod zu gehn, Halle 1714. 31.( 13) Vom geistlichen Kampf und Streit. Mel. Machs mit mir, Gott, nach. Auf, auf zum Überwinden! In 700. Auf, Christenmensch, dieser Welt, in dieser Zeit ist auf, auf zum Streit! keine Ruh zu finden. Wer nicht will Vom geistlichen Kampf und Streit. 453 Herrn zum Feldpanier den Morgenstern. will streiten, trägt die Kron des ewgen Lebens nicht davon. 2. Der Teufel kommt mit sei- 9. Wer überwindet, der soll dort ner List, die Welt mit Pracht in weißen Kleidern gehen; sein und Prangen, das Fleisch mit guter Name soll hinfort im Buch Wollust, wo du bist, zu fälln des Lebens stehen; ja, Christus dich und zu fangen. Streitst du nicht wie ein tapfrer Held, so bist du hin und schon gefällt. wird denselben gar bekennen vor der Engel Schar. 10. Wer überwindt, soll ewig 3. Gedenke, daß du zu der Fahn nicht aus Gottes Tempel gehen, des Feldherrn hast geschwo- vielmehr drin, wie ein helles ren; gedenke, daß du als ein Licht und güldne Säule stehen; Mann zum Streit bist auser- der Name Gottes, unsers Herrn, foren; ja denke, daß ohn Streit soll leuchten von ihm weit und fern. und Sieg nie einer zum Tri- 11. Wer überwindt, soll auf dem umph aufstieg. Thron mit Christo Jesu siten, soll glänzen wie ein Gottessohn, und wie die Sonne blißen, ja, ewig herrschen und regiern und immerdar den Himmel ziern. 4. Wie schändlich ists, wenn ein Soldat dem Feind den Rücken fehret; wie schändlich, wenn er seine Statt verläßt und sich nicht wehret; wie schimpflich, wenn er gar mit Fleiß sich zaghaft giebt dem Feinde preis. 5. Auf, auf! Der Teufel ist bald hin, die Welt wird bald verjaget; das Fleisch muß endlich aus dem Sinn, wie sehr dichs immer plaget. Dewge Schande, wenn ein Held vor diesen dreien Buben fällt! 12. So streit denn wohl, streit teck und fühn, daß du mögst überwinden; streng an die Kräfte, Mut und Sinn, daß du dies Gut mögst finden! Wer nicht will streiten um die Kron, bleibt ewiglich in Spott und Hohn. Joh. Scheffler. Mel. Meine Hoffnung stehet feſte. 6. Wer überwindt und kriegt 701. Auf, ihr Christen, den Raum der Feinde, die vermesGlieder, sen, der wird im Paradies vom ihr noch hangt an dem Haupt; Baum des eigen Lebens essen; wer überwindt, den soll kein Leid noch Tod berührn in Ewigkeit. auf, wacht auf, ermannt euch wieder, eh ihr werdet hingeraubt! Satan beut an den Streit Christo und der Christenheit. 7. Wer überwindt und seinen Lauf mit Ehren wird vollenden, 2. Auf, folgt Christo, eurem dent wird der Herr alsbald dars Helden, trauet seinem starken Arm! auf verborgnes Manna senden, Liegt der Satan gleich zu Felde ihm geben einen Edelstein und mit dem ganzen Höllenschwarm, einen neuen Namen drein. sind doch der'r noch viel mehr, 8. Wer überwindt, bekommt Ge- die da stets sind um uns her. walt, mit Christo zu regieren, 3. Nur auf Christi Blut gemit Macht die Völker mannig- waget mit Gebet und Wachsamfalt an seiner Hand zu führen; keit! Dieses machet unverzaget wer überwindt, bekommt vom und recht tapfre Kriegesleut; Chri 454 Vom geistlichen Kampf und Streit. Christi Blut giebt uns Mut wi- Knechten geben wird den Gnader alle Teufelsbrut. ingidenlohn, und die Hütten der Ge4. Christi Heeres Kreuzesfahne, rechten stimmen an den Siegesso da weiß und rot besprengt, ist ton; da fürwahr Gottes Schar schon auf dem Siegesplane uns ihn wird loben immerdar. zum Troste ausgehängt. Wer hier kriegt, nie erliegt, sondern unterm Kreuze siegt. Just. Falduer. Mel. Was mein Gott will. 702. Du armer Mensch, laß 5. Diesen Sieg hat auch emt= deinen Sinn nicht pfunden vieler Heilgen starker eitle Lust verführen, sie reißet zu Mut, da sie haben überwunden der Hölle hin, eh man den Weg fröhlich durch des Lammes Blut. fann spüren; sie füllt dein Herz Sollten wir denn allhier nicht mit Angst und Schmerz, und auch streiten mit Begier? wenn auch scheint zu küssen ihr 6. Wer die Sklaverei nur liebet Honigmund, trifft doch zur Stund in der Zeit und Ewigkeit, und ihr Stachel das Gewissen. den Sünden sich ergiebet, der hat wenig Lust zum Streit; denn die Nacht, Satans Macht, hat ihn in den Schlaf gebracht. 2. Du armer Mensch, vergiß es nicht, erkenne deine Banden; ob dich die Lust nicht stets anficht, ist sie doch noch vorhanden; ließ sie ein Jahr dich ohn Gefahr, sollst 7. Aber wen die Weisheit lehret, was die Freiheit für ein du nicht sicher werden; brichst du Teil, dessen Herz zu Gott sich ihr Joch, so bleibt sie doch dein fehret, seinem allerhöchsten Heil, alter Feind auf Erden. sucht allein ohne Schein Christi freier Knecht zu sein. 3. Du armer Mensch haft schon zu viel auf deinen Hals geladen; 8. Denn vergnügt auch wohl ach sege heut den Sünden Ziel das Leben, so der Freiheit man- und mehre nicht den Schaden; geln muß? Wer sich Gott nicht doch mußt du dies, das glaub geganz ergeben, hat nur Müh, Angst wiß, auf Gottes Kraft bloß waund Verdruß. Der, der friegt gen und im Gebet ihm früh und recht vergnügt, der sein Leben spät dein Unvermögen klagen. selbst besiegt. 4. Sprich: Vater, sieh den Sammer an, den Jammer meiner Sünden, weil ich mir selbst nicht helfen kann, und laß mich Gnade finden; ich bin zu schwach, das Ungemach der bösen Zeit zu dämpfen, erbarme dich und lehre mich, durch deine Kraft zu kämpfen. 5. Laß mich stets ausgerüstet sein mit deines Geistes Waffen, 9. Drum auf! Laßt uns überwinden in dem Blute Jesu Christ und an unsre Stirne binden sein Wort, so ein Zeugnis ist, das uns deckt und erweckt und nach Gottes Liebe schmeckt. 10. Unser Leben sei verborgen mit Christo in Gott allein, auf daß wir an jenem Morgen mit ihm offenbar auch sein, da das daß, wenn die Luft sich findet ein, Leid dieser Zeit werden wird zu sie nichts an mir mög schaffen: lauter Freud; verleihe Sieg in diesem Krieg, und laß mich überwinden! Ach wehr 11. Da Gott seinen treuen Vom geistlichen Kampf und Streit. 455 wehr und steur allm Ungeheur,| Brust, die liebsten Busenfünden, das mich stets fucht zu binden. die will ich überwinden. 6. Wirst du, o Mensch, dies also thun, so fannst du fühnlich glauben, daß dir, ob deine Feind nicht ruhn, den Sieg wird niemand rauben. Drauf folgt die Kron zum Gnadenlohn samt einem ewgen Frieden, den Gott uns hat aus lauter Gnad in seinem Reich beschieden. Mcl Was Gott thut, das. 703. in Chrift, ein tapfrer Striegesheld, voll Geist, voll Kraft und Stärke, verleugnet sich, bezwingt die Welt, zerstört des Satans Werke, kämpft innerlich und außer sich mit Teufel, Welt und Sünden und kann doch überwinden. 2. Ich habe mich vorlängst gequält und gab mich schier verloren, bis Gott mich zu der Zahl gezählt, die er aus sich geboren. Wer will die Kraft, die alles schafft, wer Christi Macht ergründen, dadurch wir überwinden? 6. Will Menschenfurcht und Menschengunst Leid oder Freud mir machen, üb ich die ebleStreiterkunst, verachte Drohen, Lachen. Welt, Haß und Gunst ist lauter Dunst und muß wie Rauch ver= schwinden, drum will ich überwinden. 7. Leb ich in steter Traurigkeit, sind wenig gute Stunden in meiner kurzen Lebenszeit, ich habe Gott gefunden; der tröstet mich gar süßiglich; der kann den Schmerz verbinden, und ich will überwinden. 8. Die Welt mit aller Schmach und Hohn befördert mich zu Ehren; sie muß an meiner Ehrenfron die Edelsteine mehren. Wenn wider mich blutdürftiglich viel hunderttausend stünden, so wollt ich überwinden. 9. Der Teufel mit dem Heer der Höll will meine Seele schrecken; Gott will das Küchlein, seine Braut, mit Allmachtsflügeln dekfen. Ist er erbost, ich bin getrost; Gott kann den Satan binden, und ich kann überwinden. 3. Ich sprach: Ich bin ein schwaches Kind, wie alle Menschenfinder, das in sich kein Vermögen findt; ich bin ein armer Sünder. Ach Gott, gieb Rat, gieb Will 10. Will er in falscher Heiligund That und laß mich Gnade feit sich als ein Engel stellen und finden, so kann ich überwinden. sucht durch zugelaffne Freud den 4. Ich war ein Mensch voll schwachen Tritt zu fällen: erblick Eigensinn, voll Eigenlieb und ich nur die Schlangenspur, und Ehre; ich lebte nach den Lüsten geh nicht wie die Blinden, so hin und nicht nach Christi Lehre. fann ich überwinden. Doch Gott sei Ehr! Ich bins 11. Ja, muß ich nach dem höchnicht mehr; ich streite mit den sten Pfand mit Gott, wie Jakob, Sünden und will sie überwinden. ringen, so will ich durch die 5. Kommt mir die alte Vos- Glaubenshand den Allerstärksten heit ein und will noch lieblich zwingen. Kann ich zur Stund schmecken, soll Jesu Leiden, Kreuz aus seinem Mund nicht bald den und Bein mich heilsamlich er- Trost empfinden, doch will ich schrecken. Die süße Lust in meiner überwinden.. 12. Häl 456 Vom geistlichen Kampf und Streit. 12. Hält mir mein Gott die Drohen, nichts ihr Lachen. Zion, Augen zu, kann ich nicht weiter wenn sie dir viel Lust verspricht, sehen, als was ich gegenwärtig folge nicht:: thu, so laß ichs gern geschehen. 4. Brüfe recht!:,: Zion, prüfe Stommt die Vernunft mit ihrer recht den Geist, der dir ruft zu Zunft in ausgeschmückten Gründen, dann muß ich überwinden. 13. Mir geht der Tod nicht bit ter ein, ich bin schon längst gestorben; er soll mir recht willkommen sein, das Haus wird nur verdorben. Gott muß den Gast der Erdenlast auf solche Art entbinden; das hilft mir überwinden. beiden Seiten; thue nicht, was er dich heißt; laß nur deinen Stern dich leiten; Zion, das, was gut scheint oder schlecht, prüfe recht!:,: 5. Dringe ein!:,: Zion, dringe ein in Gott! Stärke dich mit Geist und Leben; sei nicht, wie die andern tot; sei du gleich den grünen Neben; Zion, in die Kraft für Heuchelschein dringe ein!:,: 14. Bisher hab ich mich selbst bekriegt und hatte viel zu schaf- 6. Brich herfür!:,: Zion brich fen; Gott Lob, die Welt ist bald herfür in Straft, weil die Bruderbesiegt mit meinen Glaubens- liebe brennet; zeige, was der in waffen; lieg ich im Sarg, bin dir schafft, der als seine Braut ich doch stark; vergesse, was dahinten, will alles überwinden. 15. Das Kleinod ist mir vorgesteckt, ich soll nur tapfer fämpfen; drum bleibt mein Arm stets aus gestreckt, mit Gott den Feind zu dämpfen. Nur unverzagt und frisch gewagt! Ich seh die Krone und Strauß halte aus!:,: binden, drum will ich überwinden. dich fennet; Zion, durch die dir gegebne Thür, brich herfür!:,: 7. Halte aus!:,: Zion, halte deine Treu; laß dich ja nicht laulich finden! Auf, das Kleinod rückt herbei; auf, verlasse, was dahinten! Zion, in dem leßten Kampf Berlin 1709. Joh. Euf. Schmidt. Mel. Einer ist König. In eigener Melodie. 704. Fahre fort, 3ion, fahre fort im Licht! Mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht; suche stets die Lebensquelle; Zion, bringe durch die enge Pfort, fahre fort:: 705. Jefu, hilf fiegen, du Fürste des Lebens! Sieh, wie die Finsternis dringet herein; wie sie ihr höllisches Heer nicht vergebens mächtig aufführet, mir schädlich zu sein. Satan, der finnet auf allerhand Ränke, wie er mich sichte, verstöre und kränke. 2. Leide dich! Zion, leide ohne Scheu Trübfal, Angst mit 2. Sesu, hilf fiegen, der du Spott und Hohne, sei bis in den mich erfaufet; rette, wenn Fleisch Tod getreu; siehe auf die Lebens- und Blut, Satan und Welt mich krone. Zion, fühlest du den zu berücken ganz grimmig an Schlangenstich, leide dich:,: laufet, oder auch schmeichelnd 3. Folge nicht!:: Bion, folge sich listig verstellt. Wenn Banicht der Welt, wenn sie dich bel wütet von außen und innen, sucht groß zu machen; achte nichts laß mir, Herr, niemals die Hilfe ihr Gut und Geld, nichts ihr zerrinnen. 3. Je Vom geistlichen Kampf und Streit. 457 so muß ich ja irren, wenn mich der Schlange List sucht zu verwirren. 3. Jesu, hilf siegen! Ach, wer scheint? Ach Herr, wo du weichst, muß nicht klagen: Herr, mein Gebrechen ist immer vor mir; hilf, wenn die Sünden der Jugend mich nagen, die mein Gewissen mir täglich hält für. Ach, laß mich schmecken dein kräftigs Verfühnen und dies zu meiner Demütigung dienen. 9. Jesu, hilf siegen und laß mich nicht sinken! Wenn sich die Kräfte der Lügen aufblähn und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken, laß doch viel heller dann deine Kraft sehn. Steh mir zur Rechten, o König und Meister, lehre mich kämpfen und prüfen die Geister. 4. Jesu, hilf siegen! Wenn in mir die Sünde, Eigenlieb, Hoffart und Mißgunst sich regt, wenn ich die Last der Begierden empfinde, und sich mein tiefes Verderben darlegt, so hilf, daß ich vor mir selbst mag erröten und durch dein Leiden mein fündlich Fleisch töten. 5. Jesu, hilf siegen und lege gefangen in mir die Lüste des Fleisches und gieb, daß bei mir lebe des Geistes Verlangen, aufwärts sich schwingend durch heiligen Trieb. Laß mich eindringen ins göttliche Wesen, so wird mein Geist, Leib und Seele genesen. 10. Jesu, hilf siegen im Wachen und Beten! Hüter, du schläfft ja und schlummerst nicht ein. Laß dein Gebet mich unendlich vertreten, der du versprochen, Fürsprecher zu sein. Wenn mich die Nacht mit Ermüdung will decken, wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken. 11. Jesu, hilf siegen! Wenn alles verschwindet, und ich mein Nichts und Verderben nur seh; wenn kein Vermögen zum Beten 6. Jesu, hilf siegen, damit auch sich findet, wenn ich muß seint mein Wille dir, Herr, sei gänz- ein verschüchtertes Reh, ach Herr: lich zu eigen geschenkt, und ich so wollst du im Grunde der mich stets in dein Wollen verhülle, Seelen dich mit dem innersten wo sich die Seele zur Ruhe hin- Seufzen vermählen. lenkt! Laß mich mir sterben und alle dem Meinen, daß ich mich zählen kann unter die Deinen. 7. Jesu, hilf siegen; in allerlei Fällen gieb mir die Waffen und Wehre zur Hand! Wenn mir die höllischen Feinde nachstellen, dich mir zu rauben, o edelstes Pfand: so hilf mir Schwachen mit Allmacht und Stärke, daß ich, o Liebster, dein Dasein vermerke. 12. Jesu, hilf siegen und laß mirs gelingen, daß ich das Zeichen des Sieges erlang, so will ich ewig dir Lob und Dank singen, Jesu, mein Heiland, mit frohem Gesang. Wie wird dein Name da werden gepriesen, wo du, o Held, dich so mächtig erwiesen! 13. Jesut, hilf siegen; laß bald doch erschallen, daß Zion rufet: Es ist nun vollbracht! Babel, die 8. Jefu, hilf siegen! Wer mag Stolze, ist endlich gefallen, die da sonst bestehen wider den listig ver- bis dahin so lang dich veracht. schmizeten Feind? Wer mag doch Ach Herr, komm, mache ein Ende dessen Versuchung entgehen, der des Krieges, schmücke dein Zion wie ein Engel des Lichtes er- mit Palmen des Sieges! 14. Je 458 Vom geistlichen Kampf und Streit. 14. Jefu, hilf fiegen, damit wir dich keine Zeit gereuen, wärs auch uns schicken, würdig zur Hochzeit Tag und Nacht gethan. des Lammes zu gehn! Kleide dein Zion mit güldenen Stücken, laß uns den Untergang Babels einst sehn! Doch wohlan, wankt es, so wirds auch bald liegen. Auf Zion, rüste dich! 6. Hast du dann die Perl errungen, denke ja nicht, daß du nun alles Böse haft bezwungen, das uns Schaden pflegt zu thun. 7. Nimm mit Furcht ja deiner Jesus hilft siegen. Seele, deines Heils mit Zittern 15. Jesu, hilf siegen! Wenns wahr; hier in dieser Leibeshöhle nun kommt zum Sterben, mach schwebst du täglich in Gefahr. du mich würdig und stetig bereit, 8. Salt ja deine Krone feſte, daß ich mich könne recht nennen halte männlich, was du hast; dein'n Erben dort in der Ewig- recht beharren ist das beste, Rückfeit, hier in der Zeit. Jesu, mein Jesu, dir bleib ich ergeben, hilf du mir siegen, mein Heil, Trost und Leben! fall ist ein böser Gast. 16. Jefu, hilf fiegen, wenn ich nun soll scheiden von dieser jam mer und leidvollen Welt! Wenn du mich rufest, gieb, daß ich mit Freuden zu dir mög fahren ins himmlische Zelt. Laß mich, ach, Jesu, recht ritterlich ringen und durch das Leben und Tod zu dir bringen. 3. v. Schröter. In eigener Melodie. 706. Ringe recht, wenn Gottes Gnade dich nun ziehet und bekehrt, daß dein Geist sich recht entlade von der Last, die ihn beschwert. 9. Laß dein Auge ja nicht gaf fen nach der schnöden Eitelkeit; bleibe Tag und Nacht in Waffen, fliehe Träg- und Sicherheit. 10. Laß dem Fleische nicht den Willen, gieb der Lust den Zügel nicht. Willst du die Begierden stillen, so verlöscht das Gnadenlicht. 11. Fleisches Freiheit macht die Seele falt und sicher, frech und stolz, frißt hinweg des Glaubens Ole, läßt nichts, als ein faules Holz. 12. Wahre Treu führt mit der Sünde bis ins Grab beständig Krieg, richtet sich nach feinem Winde, sucht in jedem Kampf den Sieg. 2. Ringe, denn die Pfort ist 13. Wahre Treu liebt Christi enge, und der Lebensweg ist schmal; Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, hier bleibt alles im Gedränge, weiß von feiner Wollustpflege, was nicht zielt zum Himmelsfaal. hält sich selber nichts zu gut. 3. Kämpfe bis aufs Blut und 14. Wahre Treu hat viel zu Leben, dring hinein in Gottes weinen, spricht zum Lachen: Du Reich; will der Satan widerstre- bist toll: weil es, wenn Gott ben, werde weder matt noch weich. wird erscheinen, lauter Heulen 4. Ringe, daß dein Eifer glühe, werden soll. und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe; halbe Liebe hält nicht Stich. 15. Wahre Treu fommt dem Getümmel dieser Welt niemals zu nah; ist ihr Schaß doch in dem Himmel, drum ist auch ihr Herz 5. Ringe mit Gebet und Schreien, halte damit feurig an; laß allda. 16. Das Vom geistlichen Kampf und Streit. 459 16. Das bedenket wohl, ihr der Teufel, Fleisch und Welt Streiter, streitet recht und fürchtet mich leicht in Sünde stürzen. euch; geht doch alle Tage weiter, 2. Der Satanas mit seiner Lift bis ihr kommt ins Himmelreich. im Anfang gar süß locket; drauf, 17. Denkt bei jedem Augenblicke, obs vielleicht der letzte sei; bringt die Lampen ins Geschicke, holt stets neues Öl herbei. wenn die Sünd begangen ist, das Herze er verstodet; er treibt mit Trug und mit Gewalt von einer Sünd zur andern bald und endlich in die Hölle. 18. Liegt nicht alle Welt im Bösen? Steht nicht Sodom in 3. Der Welt Art ist mir wohl der Glut? Seele, wer soll dich bewußt, wie die kann Anlaß erlösen? Eilen, eilen ist hier gut. geben zu Augenluft, zu Fleis 19. Gile, wo du dich erretten und nicht mit verderben willst; mach dich los von allen Ketten, flieh als ein gejagtes Wild. 20. Lauf der Welt doch aus den Händen, dring ins stille Zoar ein; eile, daß du mögst vollenden, mache dich von allem rein. scheslust und hoffärtigem Leben. Wenn aber Gottes Zorn angeht. ein jeder da zurücke steht, die Freundschaft hat ein Ende. 4. Und dennoch will mein Fleisch und Blut von dem ungerne lassen, was ihm so großen Schaden thut, es will die Welt nicht haffen; die kurze Freud gefällt ihm wohl, drum wills nicht, daß ich meiden soll des Teufels Neß und Stricke. 21. Laß dir nichts am Herzen fleben, flieh vor dem verborgnen Bann; such in Gott geheim zu leben, daß dich nichts beflecken kann. 22. Gile, zähle Tag und Stunden, bis dein Bräutgam zu dir dringt und, wenn du nun überwunden, dich zum Schauen Gottes bringt. 5. Nun muß ich Armer immerfort mit diesen Feinden streiten; sie ängsten mich an allem Ort und stehn mir stets zur Seiten. Der Satan seßt mir heftig zu, die Welt läßt mir gar keine Ruh, mein Fleisch zur Sünd mich treibet. 23. Gile, lauf ihm bald entgegen, sprich: Mein Licht, ich bin bereit, 6. Zu dir flieh ich, o treuer nun mein Hüttlein abzulegen; Gott, ich weiß sie nicht zu stillen; mich dürst nach der Ewigkeit. hilf, Vater, hilf in dieser Not 24. Mich verlangt bei dir zu um Jesu Christi willen! Verleih wohnen, Jesu, teurer Gottes mir deines Geistes Stärk, daß sohn! Ach, führ mich zu Him- meiner Feinde List und Werk melsthronen, seß mir auf die Le- dadurch zerstöret werde. bensfron! 7. Laß diesen deinen guten Geist mich innerlich regieren, daß ich thu allzeit, was du heißt und 707. Shau, lieber Gott, wie mich nichts laß verführen; daß meine Feind, damit ich dem Argen widersteh und ich stets muß kämpfen, so listig nicht von deinem Weg abgeh zur und so mächtig sind, daß sie mich Rechten oder Linken. leichtlich dämpfen. Herr, wo mich deine Gnad nicht hält, so kann 8. Ob böse Lust noch mannigfalt mich anficht, weil ich lebe, so hilf, Joh. Jos. Winkler. Mel. Ach Gott, vom Himmel sich, oder: Es ist das Heil uns. 460 Vom geistlichen Kampf und Streit. hilf, daß ich ihr alsobald im Dinge von Herzen und alleine Anfang widerstrebe, und daß ich liebt, der wird der Krone wert ja vergesse nicht die Todesstunde, geschäßt und auf des Königs das Gericht, den Himmel und Stuhl geseßt. die Hölle. 5. Zerreißet die gelegten Schlin9. Gieb, daß ich denke jederzeit gen, die euch in diesem schönen an diese letzten Dinge, und da- Lauf verhindern und zum Säudurch alle Sündenfreud aus mei- men bringen, und rafft euch heut nem Herzen bringe; damit ich von neuem auf. Auf, auf! vermög mein lebenlang dir dienen laßt die falsche Ruh; auf, auf! ohne Furcht und Zwang in wil- es geht zum Himmel zu. ligem Gehorsam. 6. Auf, auf! ist dieser Weg 10. Gott Vater, deine Kraft schon enge und voller Dorn und und Treu laß reichlich mich em- rauher Stein, bringt euch die pfinden. O Jesu Christe, steh Welt oft ins Gedränge, stellt mir bei, daß ich fann überwinden. Satan sich geharnischt ein, erheHilf, heilger Geist, in diesem bet sich sein ganzes Reich: ImKrieg, daß ich da immer einen manuel ist auch bei euch. Sieg erhalte nach dem andern. D. Denide. Mel. O daß ich tausend Zungen. 708. Was hintet ihr, be7. Gott fordert nichts, geliebte Seelen, als daß ihr euch nur zu ihm halt't und ohne heuchlerisch Verhehlen vor ihm die schwachen trogne Seelen, noch Hände falt't. Er streit't für euch, immer hin auf beider Seit? Fällts er macht euch Bahn, Troß dem, der euch besiegen fann! euch zu schwer, das zu erwählen, was euch des Himmels Ruf anbeut? Ach sehts mit offnen Augen an, und brecht hindurch zur schmalen Bahn. 8. Die Allmacht stehet euch zur Seiten, die Weisheit hält bei euch die Wach; die Gottheit selber will euch leiten, folgt nur mit treuen Schritten nach. Wie manchen hat nicht diese Hand hindurch geführt ins Vaterland. 9. Nur spart es nicht auf andre Zeiten, es ist schon jezo viel versäumt. Ihr mehrt euch selbst die Schwierigkeiten, so ihr das süße Seut verträumt. Gilt, eilet! denn 2. Bedenkt, es sind nicht Kaiserkronen, nicht Reichtum, Ehr und Lust der Welt, womit euch Gott will ewig lohnen, wenn euer Kampf den Sieg erhält. Gott selbst ists und die Ewigkeit, voll Lust, voll Ruh, voll Seligkeit. 3. Drum gilt hier fein halbiertes Leben, Gott krönet fein ge- die Gnadenzeit eilt zügellos zur teiltes Herz; wer Jesu sich nicht Ewigkeit. recht ergeben, der macht sich sel- 10. Laßt euch das Fleisch nicht ber Müh und Schmerz und träget träge machen, verfluchet seine zum verdienten Lohn hier Qual Zärtlichkeit; ihr gebt euch ja um und dort die Höll davon. eitle Sachen in tausend Müh und 4. Wer aber mit Gebet und Fährlichkeit. Wie, daß ihr um Ringen auf ewig allem Abschied das höchste Gut so faul, verzagt giebt und den Beherrscher aller und sorglos thut? 11. Ach Vom geistlichen Kampf und Streit. 461 11. Ach sehet nicht das arme hätt mir deine treue Kraft nicht Leben und den geringen Hausrat gewünschte Hilf geschafft. an; will Joseph euch doch Gosen geben und mehr als Erd und Himmel kann. Wer ist um Thon und Sand betrübt, wenn man ihm Gold und Silber giebt? 5. Drum, mein Jesu, steh mir Armen in so großer Schwachheit bei; laß dich meine Not erbarmen, mache mich von allem frei, was mir will mein Ziel verrücken. Komm, mich selbst recht zu bes schicken, gieb mir Kraft und Freudigkeit, fördre meinen Lauf und Streit. 12. Eilt, faßt einander bei den Händen! Seht, wie ist unser Ziel so nah; wie bald wird unser Stampf sich enden; da steht dann unser König( Jesus) da, er führt uns ein zur stillen Ruh und urteilt uns das Kleinod zu. F. Lehr. Mel. Du, o schönes Weltgebäude, oder: Alle Menschen müssen sterben. 6. Es verlohnt sich wohl der Mühe, ob es mich gleich sehr beschwert, wenn ich mich der Welt entziehe, die mich stets von Gott abfehrt. Deine sichre Gnadenkrone 709. Wer das Kleinod will erlangen, der muß ist mir übergnug zum Lohne. Wirst du nur mein Beistand sein, laufen, was er kann. Wer die so ist sie in kurzem meiu. Krone will empfangen, der muß kämpfen als ein Mann; dazu muß Mel. Durch Adams Fall ist, oder: er sich in Zeiten auf das Beste zube= Was mein Gott will. 3. Menger. reiten und von jeder Sach absehn, 710. Wer sich auf seine die ihm fann im Wege stehn. steurt, 2. Herzens- Jesu, deine Güte der bleibt in Sünden liegen; wer steckt mir auch ein Kleinod hin; nicht Herz, Sinn und Mut erdas erfreut mir mein Gemüte neurt, wird sich gewiß betrügen; und entzückt mir meinen Sinn. den Himmelsweg und schmalen O, wie glänzt die schöne Krone Steg hat er nie angetreten; er von dem hohen Ehrenthrone, die weiß auch nicht in Gottes Licht, du in der Herrlichkeit deinen was tämpfen sei und beten. Streitern hast bereit't. 2. Was jetzt die Welt nur 3. Mich verlangt von ganzem Schwachheit heißt, ist ihrer BosHerzen, auch nicht weit davon zu heit Stärke; dadurch mehrt dann sein; ja, ich ziele recht mit Schmer- der Höllengeist sehr mächtig seine zen auf den freudenvollen Schein; Werke. Auf, Seele, auf! richt doch das Laufen thut mir bange, deinen Lauf zur Allmacht, die dich und der Kampf wird mir zu rettet! Des Heilands Blick zerreißt lange; der geschmückte Erdenwust die Strick, womit du angefettet. nimmt mir öfters alle Luft. 3. Der erste Schritt im Chri4. Mein verdorbner Eigenwille stentum macht von der Sünd hat bald dies, bald das zu thun, uns scheiden; bei einem wahren hält im Laufen vielmal stille Glaubensruhm muß man die und will in dem Streite ruhn. Weltlust meiden. Wenn Christi Satan macht mich auch oft mürbe, Geist die Seele reißt von ihren daß mir fast der Sieg verdürbe, Todesbanden, so spürt sie Kraft, die 462 Vom geistlichen Kampf und Streit. die Jesus schafft, mit dem sie| Herz verschmacht't. Du mußt auferstanden. 4. Mein Heiland, fördre selbst bein Wert, laß mich gefräftigt werden! Es ist Gerechtigkeit und Stärt mein bestes Teil auf Erden. Du machst gerecht uns, dein Geschlecht, und willst zugleich uns stärfen, daß wir in dir des Glaubens Zier, die Macht der Gnade merken. mich leiten, selbst helfen streiten und mich bereiten, wie dirs gefällt. Christus. 3. Wer überwindet, dem soll nichts geschehen vom andern Tode, der die Seele quält; er soll mein Angesicht vorm Throne sehen, wo das erwählte Heer mein Bob erzählt. Nach tapferm Ningen soll er mir singen und Opfer bringen in Heiligkeit. 5. Brich durch, o starker Got- Seele. 4. O Jesu, hilf du tessohn, damit auch wir durch- mir selbst überwinden, mein brechen! Laß uns in dir, o Glaub ist oftmals schwach und Guadenthron, nicht mehr von wirket nicht; schick einen GnaSchwachheit sprechen, wenn deine denstrahl, ihn zu entzünden; verHand das teure Pfand des Gei- treib die Finsternis durch helles stes uns gegeben, dadurch wir, Licht. Laß mich recht brennen, frei von Heuchelei, im Streit in Schranken rennen und dich stets siegreich leben. erkennen, o Siegesfürst! 6. Gieb Kraft, wo feine Kraft Christus. 5. Wer überwindet, mehr ist, gieb Krast, das Fleisch dem will ich zu essen vom Manna zu dämpfen; gieb Kraft, wenn geben, das verborgen liegt; sein Satans Macht und List uns Zeugnis bleibet auch gar nicht schwächen will in Kämpfen! Wenn uns die Welt viel Anstoß stellt, gieb Kraft, sie zu vernichten; so wird in Not, ja selbst im Tod höhet des Lammes Blut. uns deine Kraft aufrichten. vergessen; ein neuer Name wird ihm beigefügt, den der verstehet, wer ihn empfähet, und wen erSeele. 6. O Jesu, hilf du B. W. Marperger.mir selbst überwinden, die Welt In eigener Melodie. Christus. legt mir ein falsches Manna vor; darin verbirget sie das Gift der 711. Wer überwindet, soll Sünden, ach ziehe mich, von ihr vom Holz genießen, zu dir empor. Du wollst verjadas in dem ParadieseGottes grünt; gen und niederschlagen, die zu er soll von keinem Tod noch Elend mir sagen: Wo ist dein Gott? wissen, wenn er mir, als dem Christus. 7. Wer überwindet Herrn des Lebens, dient; ich will und hält meine Werke bis an ihn laben mit Himmelsgaben, und das Ende mit Beständigkeit, dem er soll haben, was ewig tröst't. geb ich über Heiden Macht und Die gläubige Seele. Stärke, daß er sie mit der eisern 2. O Jesu, hilf du mir selbst Rute weidt, bis sie zerschmissen überwinden, ich kämpfe zwar, je- erkennen müssen, daß all ihr doch mit wenig Macht; oft pflegt Wissen vor mir nichts gilt. die Sünde mir den Arm zu bin- Seele. 8. O Jesu, hilf du den, daß in dem Streite fast das mir selbst überwinden! Gieb, daß mein 463 Vom geistlichen Kampf und Streit. mein Christentum recht laxter fit ich zu des Vaters rechten sei; laß sich nichts Heidnisches an Hand. Hier soll sich laben an mir befinden; ach mache mich Himmelsgaben und Ruhe haben, vom finstern Wesen frei. Du mußt mich lehren, mein Herz bekehren und das zerstören, was dich betrübt. wer recht gekämpft. Seele. 14. O Jesu, hilf du mir selbst überwinden, der Feinde Zahl ist groß, ach komm ge= Christus. 9. Wer überwindet, schwind! Welt, Teufel, Fleisch soll ganz weiß gekleidet im Buch und Blut, samt meinen Sünden des Lebens eingeschrieben sein, find mir zu start. O Herr, erhör wo seinen Namen nichts vertilgt dein Kind, so soll dort oben mein noch scheidet, den ich bekennen Geist dich loben, wenn ich erhowill, daß er ist mein. Vors ben den Sieg erlangt. Vaters Throne, bei dem ich wohne, wird ihm die Krone des Heils geschenkt. PH. B. Sinold. Mel. Wer nur den lieben Gott. Seele. 10. Jeju, bilf du 712. Wohl dem, der sich mit Fleiß bemühet, daß er mir selbst überwinden, mein Kleid der Seele ist noch schwarz befleckt; der Werke Unwert muß wie Rauch verschwinden, vor deinen Augen bleibt ja nichts verdeckt. Ach, mach mich reine, daß ich als deine im Buch erscheine, das ewig bleibt. Christus. 11. Wer überwindet, soll ein Pfeiler bleiben im Tempel meines Gottes früh und spat; ich will auf ihn den Namen Gottes schreiben, Jerusalems, das Gott erwählet hat. Mein Namens- 3. Was hilfts, daß Christus zeichen soll er erreichen und nim- hier empfangen und unsers Fleischs mer weichen, noch von mir gehn. teilhaftig ward? wenn wir Seele. 12. O Jesu, hilf du nicht auch dazu gelangen, daß mir selbst überwinden, wie leicht- Gott sich in uns offenbart. Und lich sinfet doch mein Herz und soll er in dich fehren ein, so Mut! Du kannst mich vollberei- mußt du erst Maria sein. ten, stärken, gründen, ach waffne 4. Was hilfts, daß Christus mich zum Siege durch dein Blut. ist geboren und uns die KindDu kannst den Schwachen gnug schaft wieder bringt? Dem bleibt Kräfte machen, daß sie stets wa- das Himmelreich verloren, der chen und siegreich sind. Christus. 13. Wer überwindet, soll im Himmel sißen auf meinem Stuhl, gleichwie ich überwand. Ich mußt auch in der Welt am Kreuze schwißen, nun ein Streiter Christi sei, der nicht am Lasterseile ziehet, von Hochmut, Neid und Wollust frei, der stets die arge Welt bekämpft und seinen eignen Willen dämpft. 2. Der heißt allein nur Christi Streiter, wer ihm in allem folget nach. Wem er soll sein Weg, Licht und Leiter, der trägt auch billig seine Schmach. Wer nicht zum Ölberg mit ihm steigt, dem wird nicht Tabors Glanz gezeigt. nicht hinein durch Buße dringt, daß Gottes Geist ihn neu gebiertund er ein göttlich Leben führt. 5. Was hilft dem Menschen Christi Lehre, der der Vernunft ein Sklave bleibt, nach eigner Weiss 464 Von Geduld und Trost in Kreuz und Anfechtung. Weisheit, Wahn und Ehre sein dir Christi Tod ein Bild, wenn Leben, Thun und Wandel treibt? du der Welt nicht sterben willst. Ein Christ, der die Verleugnung ehrt, folgt dem nur, was sein Jesus lehrt. 9. Was hilft sein Lösen und Befreien, wer mit der Welt im Bunde steht? Was hilft dem: 6. Was hilft uns Christi Thun Herr und Meister! schreien, der und Leben, an Demut, Lieb und nicht aus Satans Banden geht? Milde reich, wenn wir dem Stolz Wie denkt doch der, er sei verund Haß ergeben und schänden fühnt, der noch der Welt und seine Heiligkeit? Was hilfts, Sünden dient? nur im Verdienst allein und nicht im Glauben Chrifti sein? 10. Was hilft dir Christi Auferstehen, bleibst du noch in dem 7. Was hilft uns Christi Angst Sündentod? Was hilft dir sein und Leiden, wenn man nicht will gen Himmel gehen, flebst du noch ins Leiden gehn? Nur nach der an dem Erdenkot? Was hilft Pein sind süß die Freuden, und dir sein Triumph und Sieg, führst nach der Schmach steht Purpur du mit dir nicht selber Strieg? schön. Wer hier nicht seinen 11. Wohlan, so lebe, thu und Adam fränkt, wird Christi Kron leide, wie Jesus dir ein Vorbild auch nicht geschenkt. war. Such, daß dich seine Un8. Was hilft uns Christi Tod schuld kleide, so bleibst du in der und Sterben, wenn wir uns selbst Streiter Schar. Wer Jesum nicht sterben ab? Du lebst dein liebt, tracht't nur allein, ein Leben zum Verderben, führst du die Weltbestreiter stets zu sein. Lust nicht in sein Grab. Es bleibt J. G. Wolf. 32.( 14) Von Geduld und Trost in Kreuz und Anfechtung. Mel. Bater unser im Himmelreich. ding hat man erfahrn, daß du, 713. A Gott, wie manches mein Gott, bist Mensch geborn Herzeleid begegnet mir und führest uns durch deinen Tod zu dieser Zeit; der schmale Weg ganz wunderlich aus aller Not. ist trübfalvoll, den ich zum Him- 4. Jesu, mein Herr und Gott mel wandern soll. Wie schwer allein, wie süß ist mir der Name doch läßt mein Fleisch und Blut dein! Es kann kein Trauern sich zwingen zu dem ewigen Gut! sein so schwer, dein süßer Nam 2. Wo soll ich mich denn wen- erfreut vielmehr; kein Elend mag den hin? Zu dir, Herr Jesu, steht so bitter sein, dein süßer Nam mein Sinn. Bei dir mein Herz der linderts fein. Trost, Hilf und Rat allzeit ge- 5. Ob mir gleich Leib und Seel wiß gefunden hat. Niemand je- verschmacht, so weißt du, Herr, mals verlassen ist, der fest ver- daß ichs nicht acht; wenn ich dich traut auf Jesum Christ. hab, so hab ich wohl, was ewig 3. Du bist der rechte Wunder- mich erfreuen soll. Dein bin ich mann, das zeigt dein Amt und ja mit Leib und Seel, was kann dein Person. Welch Wunder- mir thun Sünd, Tod und Höll? 6. Kein Von Geduld und Trost in Kreuz und Anfechtung. 465 M. Moller. 6. Kein beffre Treu auf Erden mein Trost, hör mein Begier: ist, denn nur bei dir, Herr Jesu Mein Heiland, o wär ich bei dir! Christ; ich weiß, daß du mich nicht verläßt; dein Zusag bleibt mir ewig fest; du bist mein rechter, treuer Hirt, der mich ewig behüten wird. 7. Jesu, mein Freud, mein Ehr ganz und gar vergessen? Wie und Ruhm, meins Herzens Schaß lange soll der Sorgenstein mich und mein Reichtum, ich kanns und mein Herze preffen? Wie doch ja nicht zeigen an, wie hoch lange soll dein Angesicht sich von dein Nam erfreuen kann. Wer mir wenden? Willst du nicht Glaub und Lieb im Herzen hat, dich meiner mehr erbarmen? der wirds erfahren in der That. 2. Wie lange soll ich armes Kind 8. Drum hab ich oft und viel der Seelenruh entbehren? Wie geredt: Wenn ich an dir nicht lange soll der Sturm und Wind Freude hätt, wollt ich den Tod der Herzensangst noch währen? mir wünschen her, ja daß ich Wie lange soll mein stolzer Feind, nie geboren wär; denn wer dich ders niemals gut, stets böse nicht im Herzen hat, der ist für meint, sich über mich erheben? wahr lebendig tot. 3. Ach! schaue doch, mein Gott und Hort, von deiner heilgen Hütte, und höre meiner Klage Wort und hochbetrübte Bitte! Gieb meinen Augen Kraft und Macht, und laß des Todes finstre Nacht mich nicht so bald befallen. 4. Sonst würde meiner Feinde Mund des Ruhms kein Ende machen; sie würden mein, als der zu Grund und Boden gangen, lachen. Da liegt er, würden sie mit Freud herprahlen, der uns jederzeit so viel zu schaffen machte! 9. Jesu, du edler Bräutgam wert, mein höchste Zierd auf die ser Erd, an dir allein ich mich ergöz weit über alle güldne Schäß; so oft ich nur gedenk an dich, all mein Gemüt erfreuet sich. Mel. Ach Gott vom Himmel, oder: Aus tiefer Not schrei ich. 714. Ach, Herr, wie lange mein 10. Wenn ich mein Hoffnung stell zu dir, so fühl ich Freud und Trost in mir; wenn ich in Nöten bet und sing, so wird mein Herz recht guter Ding; dein Geist bezeugt, daß solches frei des ewgen Lebens Vorschmack sei. 11. Drum will ich all mein Lebe- 5. Ich kenne sie und weiß gar tag das Kreuz dir willig tragen wohl, was sie im Schilde führen; nach; mein Gott, mach mich dazu ihr Herz ist aller Bosheit voll, bereit, es dient zum Besten alle läßt sich nichts Guts regieren. zeit; hilf mir mein Sach recht Du aber bist der fromme Mann, greifen an, daß ich den Lauf Herr, mein Gott, der nicht lafvollenden kann. 12. Hilf mir auch zwingen Fleisch und Blut, vor Sünd und Schanden mich behüt; erhalt mein Herz im Glauben rein, so leb und sterb ich dir allein. Jesu, sen fann die, so sich zu dir halten. 6. Des tröst ich mich und hoffe drauf, du wirst auch mir fromm bleiben und aller bösen Tücke Lauf gewaltig hintertreiben. Mein Herze freut sich, wenns bedenkt, 30 wie 466 Von Geduld und Trost in Kreuz und Anfechtung. wie gern du stets dein Heil ge-| fnecht dir viel zuwider streben? schenkt dem, der sich dir vertrauet. Er ist der Spiegel der Geduld, und 7. Das thu ich, Herr; ich traue wer sich sehnt nach deiner Huld, dir, du bist mein einge Freude, der muß ihm ähnlich werden. bewahrest mich, thust wohl an 6. Ach lieber Vater, wie so mir und führst mich aus dem schwer ists der Vernunft, zu gläuLeide. Dafür will ich mein le- ben, daß du demselben, den du sehr benlang dir manchen schönen schlägst, solltest günstig bleiben? Lobgesang zum Dank und Opfer bringen. Paul Gerhardt. Mel. Ach Gott vom Himmel, oder: Aus tiefer Not schrei ich. Wie macht doch Kreuz so lange Zeit, wie schwerlich will sich Lieb und Leid zusammen lassen reimen! 7. Was ich nicht kann, das gieb 715. Ach treuer Gott, barm- du mir, o höchstes Gut der Fromherzigs Herz, des men! Gieb, daß mir nicht des GlauGüte sich nicht endet, ich weiß, bens Zier durch Trübsal werd entdaß mir dies Kreuz und Schmerz nommen; erhalte mich, o starker dein Hand hat zugewendet; ja, Hort, befestge mich in deinem Herr, ich weiß, daß diese Last Wort, behüte mich vor Murren! du mir aus Lieb erteilet hast und gar aus feinem Haffe. 2. Denn das ist allzeit dein Gebrauch: Wer Kind ist, muß was leiden, und wen du liebst, den stäupst du auch, schickst Trauern vor den Freuden; führst uns zur Hölle, thust uns weh und führst uns wieder in die Höh, und so geht eins ums andre. 8. Bin ich ja schwach, laß deine Treu mir an die Seite treten; hilf, daß ich unverdrossen sei zut rufen, seufzen, beten. So lang ein Herze hofft und gläubt und im Gebet beständig bleibt, ſo lang ists unbezwungen. 3. Du führst ja wohl recht wunderlich die, so dein Herz ergößen; was leben soll, muß erstlich sich ins Todes Höhle seßen; was steigen soll zur Ehr empor, liegt auf der Erd und muß zuvor im Kot und Staub sich wälzen. 9. Greif mich auch nicht so heftig an, damit ich nicht vergehe; du weißt wohl, was ich tragen kann, wies um mein Leben stehe; ich bin ja weder Stahl noch Stein; wie balde geht ein Wind herein, so fall ich hin und sterbe. 10. Ach, Jesu! der du worden bist mein Heil mit deinem Blute; du weißt gar wohl, was Kreuze ist, und wie dem sei zu Mute, den Kreuz und großes Unglück plagt; drum wirst du, was mein Herze klagt, gar gern zu Herzen fassen. 11. Ich weiß, du wirst in deinem Sinn mit mir Mitleiden haben und mich, wie ichs jetzt dürftig bin, mit Gnad und Hilfe laben. Ach, stärke meine schwache Hand; ach, heil und bring in bessern Stand das Straucheln meiner Füße! 12. Sprich 4. Das hat, Herr, dein geliebter Sohn selbst wohl erfahrn auf Erden; denn, eh er kam zum Ehrenthron, mußt er gekreuzigt werden. Er ging durch Trübsal, Angst und Not; ja, durch den herben, bittern Tod drang er zur Himmelsfreude. 5. Hat nun dein Sohn, der fromm und recht, so willig sich ergeben, was will ich armer Sünden Von Geduld und Trost in Kreuz und Anfechtung. 467 12. Sprich meiner Seele herzlich schrickt, hat mir meinen Geist zu und tröste mich aufs beste; erquickt; seine hohe, starke Hand denn du bist ja der Müden Ruh, reißt mich aus der Hölle Band; der Schwachen Turm und Beste, alle seine Lieb und Güt überein Schatten vor der Sonnen- schwemmt mir mein Gemüt und hig, ein Hütte, da ich sicher sig erfrischt mir mein Geblüt. im Sturm und Ungewitter. 3. Hab ich vormals Angst gefühlt, hat der Gram mein Herz zerwühlt, hat der Kummer mich beschwert, hat der Satan mich bethört: ei so bin ich nunmehr frei; Heil und Rettung, Schuß und Treu steht mir wieder treulich bei. 4. Nun erfahr ich, schnöder Feind, wie dus haft mit mir gemeint; du hast wahrlich mich mit Macht in dein Neß zu ziehn ge14. O heilger Geist, du Freudenöl, das Gott vom Himmel schitfet, erfreue mich, gieb meiner Seel, was Mark und Bein erquicket! dacht. Hätt ich dir zu viel geDu bist der Geist der Herrlichkeit, traut, hättst du, eh ich zugeschaut, weißt, was für Gnade, Trost und mir zum Fall ein Sieb gebaut. Freud mein in dem Himmel warte. 5. Ich erkenne deine List, da dur 15. Ach, laß mich schauen, wie mit erfüllet bist. Du belügst mir so schön und lieblich sei das Leben, meinen Gott und machst seinen das denen, die durch Trübsal gehn, Ruhm zu Spott. Wenn er sett, du dermaleinst wirst geben; ein so wirfst du um; wenn er spricht. Leben, gegen welches hier die verkehrt dein Grimm seine süße ganze Welt mit ihrer Zier durch- Baterstimm. aus nicht zu vergleichen. 6. Hoff und wart ich alles Guts, 16. Daselbst wirst du in ewger bin ich froh und gutes Muts, Lust aufs fußte mit mir handeln, rückst du mir aus meinem Sinn mein Kreuz, das mir und dir be- alles gute Sinnen hin. Gott wußt, in Freud und Ehre wan- ist, sprichst du, fern von dir, aldeln. Da wird mein Weinen lau- les Unglück bricht herfür, steht ter Wein, mein Ächzen lauter und liegt vor deiner Thür. Jauchzen sein. Das glaub ich, 7 Heb dich weg, verlogner hilf mir Armen! Paul Gerhardt. Mund! Hier ist Gott und Gottes Grund; hier ist Gottes Angesicht und das schöne, helle Licht feines Segens, seiner Gnad; all Sonn, auf das Trau- sein Wort und weiser Rat steht ern Freud undWonn, auf die schwe- vor mir in voller That. re, bittre Bein stellt sich Trost und Labsal ein; meine Seele, die zuvor sank bis zu dem Höllenthor, steigt nun bis zum Himmelschor. Mel. Singen wir aus Herzensgrund 716. Auf den Nebel folgt die 8. Gott läßt feinen traurig stehn, noch mit Schimpf zurücke gehn, der sich ihm zu eigen schenkt und ihn in sein Herze senkt. Wer 2. Der, vor dem die Welt er- auf Gott sein Hoffnung setzt, 30* fin13. Und weil ich ja nach deinem Rat hier soll ein wenig leiden, so laß mich auch in deiner Gnad als wie ein Schäflein weiden, daß ich im Glauben die Geduld und durch Geduld dein edle Huld nach scharfer Prob erhalte. 468 Von Geduld und Trost in Kreuz und Anfechtung. Paul Gerhardt. findet endlich und zuletzt, was doch allzeit fröhlich sein. Wem ihm Leib und Seel ergößt. der Stärkste will beistehn; wen 9. Kommts nicht heute, wie man der Höchste will erhöhn, fann will, sei man nur ein wenig still, nicht ganz zu Grunde gehn. ist doch morgen auch ein Tag, da die Wohlfahrt kommen mag. Mel. Nun kommt der Heiden H. Gottes Zeit hält ihren Schritt: 717. Aus der Tiefe rufe ich wenn die kommt, kommt unsre zu dir: Herr, erhöre Bitt und die Freude reichlich mit. mich! Deine Ohren gnädig neig, 10. Ach, wie oftmals dacht ich merk die flehend Stimm zugleich. doch, da mir noch der Trübsal Joch 2. Aus der Tiefe rufe ich; auf dem Haupt und Halse saß Sünden gehen über mich. Willst und das Leid mein Herze fraß: du rechten, Herr, mit mir, so beNun ist keine Hoffnung mehr, steh ich nicht vor dir. auch kein Ruhen, bis ich fehr in das schwarze Totenmeer. 3. Aus der Tiefe rufe ich; will denn niemand hören mich? Ach, so höre, Jesu, mein! Du wirst ja der Helfer sein. 11. Aber mein Gott wandt es bald, heilt und hielt mich dergestalt, daß ich), was sein Arm ge- 4. Aus der Tiefe rufe ich, ach than, nimmermehr gnug preisen schon lang inbrünstiglich; Kreuz fann. Da ich weder hier noch und Leiden halten an, Jesus da einen Weg zur Rettung sah, mich draus retten kann! hatt ich seine Hilfe nah. 5. Aus der Tiefe rufe ich. 12. Als ich furchtsam und ver- Warum, Jesu, läßt du mich? zagt mich selbst und mein Herz Ich harr, warte, seufze, ach! bis geplagt; als ich manche liebe Nacht zur andern Morgenwach. mich mit Wachen frank gemacht; 6. Aus der Tiefe rufe ich. Jesu als mir aller Mut entfiel, tratst Gnade tröste mich; ob es mir du, mein Gott, selbst ins Spiel, gleich gehet hart, ich doch der gabst dem Unfall Maß und Ziel. Erlösung wart. 13. Nun, so lang ich in der Welt haben werde Haus und Zelt, soll mir dieser Wunderschein stets vor meinen Augen sein; ich will all mein lebenlang meinem Gott mit Lobgesang hierfür bringen Lob und Dank. 14. Allen Jammer, allen Schmerz, den des ewgen Vaters Herz mir schon jetzt hat zugezählt oder künftig auserwählt, will ich hier in die7. Aus der Tiefe rufe ich. Jesus wird erlösen mich; Jesus machet, daß ich rein werd von allen Sünden mein. 8. Nunmehr hab ich ausgeklagt, Jesus kommet, schaffet Rat. Seele, schwing dich in die Höh, sage zu der Welt: Ade! 6. Ch. Schwämlein. Mel. Durch Adams Fall, oder: Was mein Gott will. sem Lauf meines Lebens allzuhauf 718. Barmherzger Bater, frisch und freudig nehmen auf. höchster Gott, ge15. Ich will gehn in Angst und denk an deine Worte! Du sprichst: Not, ich will gehn bis in den Tod; Ruf mich an in der Not und ich will gehn ins Grab hinein und flopf an meine Pforte, so will ich Von Geduld und Trost in Kreuz und Anfechtung. 469 ich dir Errettung hier nach dei- dieweil sie mich so treibt und nem Wunsch erweisen, daß du plagt! Sollt denn sich Gott nicht mit Mund und Herzensgrund in Freuden mich sollst preisen. 2. Befiehl dem Herren früh und spat all deine Weg und Sachen; er weiß zu geben Rat und That, fann alles richtig machen. Wirf auf ihn hin, was dir im Sinn liegt und dein Herz betrübet. Er ist dein Hirt, der wissen wird zu schüßen, was er liebet. fehren zu seiner Schar, die hier und da bei Nacht und Tage schreien? Ich sag und halt: Er wird sie bald aus aller Angst befreien. 8. Wenn der Gerecht in Nöten weint, will Gott ihn fröhlich machen; und die zerbrochnes Herzens sind, die sollen wieder lachen. Wer fromm will sein, muß in der Pein und Jammerstraße wallen; doch steht ihm bei des Höchsten Treu und hilft ihm aus dem allen. 3. Der fromme Vater wird sein Kind in seine Arme fassen, und die gerecht und gläubig sind, nicht stets in Unruh lassen. Drum, lieben Leut, hofft allezeit auf den, der völlig labet! Dem schüttet aus, was ihr im Haus und auf dem Herzen habet. 9. Ich hab dich einen Augenblick, o liebes Kind, verlassen. Sieh aber, sieh, mit großem Glück und Trost ohn alle Maßen will ich dir schon die Freudenkron auffeßen und verehren; dein furzes Leid soll sich in Freud und ewges Heil verkehren. 4. Ach, süßer Hort! Wie tröstlich klingt, was du versprichst dem Frommen: Ich will, wenn Trübfal 10. Ach, lieber Gott, ach Vaeinher dringt, ihm selbst zu Hilfe terherz, mein Trost von so viel kommen. Er liebet mich; drum will Jahren, wie läßt du mich so auch ich ihn lieben und beschüßen. manchen Schmerz und große Er soll bei mir im Schoße hier, Angst erfahren. Mein Herze frei aller Sorgen, sißen. schmacht't; mein Auge wacht und weint sich frank und trübe; mein Angesicht verliert sein Licht vom Seufzen, das ich übe. 5. Der Herr ist allen denen nah, die sich zu ihm hinsinden; wenn sie ihn rufen, steht er da, hilft fröhlich überwinden all Angst und Weh; hebt in die Höh, die schon darnieder liegen; er macht und schafft, daß sie viel Kraft und große Stärke kriegen. 6. Fürwahr, wer meinen Namen ehrt, spricht Christus, und fest gläubet, des Bitte wird von Gott erhört, sein Herzenswunsch ge- 12. Willst du verstoßen ewiglich deihet. So tret heran nun jeder- und kein Guts mehr erzeigen? mann! Wer bittet, wird empfan- Soll dein Wort und Verheißung gen, und wer da fucht, der wird die sich nun ganz zu Grunde neigen? Frucht mit großem Nuß erlangen. Zürnst du so sehr, daß du nicht mehr 7. Hört, was dort jener Richter dein Heil magst zu mir senden? sagt: Ich muß die Wittwe hören, Doch, Herr, ich will dir halten still, 11. Ach, Herr, wie lange willst du mein so ganz und gar vergessen? Wie lange soll ich traurig sein und mein Leid in mich fressen? Wie lang ergrimmt dein Herz und nimmt dein Antlit meiner Seelen? Wie lange soll ich sorgenvoll mein Herz im Leibe quälen? 470 Von Geduld und Trost in Kreuz und Anfechtung. still, dein Hand kann alles wen den. geklopft an deine Pforte! Hilf, Helfer, mir; so will ich hier dir 13. Nach dir, o Herr, verlanget Freudenopfer bringen, auch nachmich im Jammer dieser Erden. male dort dir fort und fort im Mein Gott, ich harr und hoff Himmel herrlich singen. auf dich; laß nicht zu Schanden werden, Herr, deinen Freund, Mel. Mein Augen schließ ich jetzt. daß nicht mein Feind ſich freu und 719. Du liebelinſchuld du, wie Paul Gerhardt. gieb wirst geacht! ich, zur Ehr erhoben, triumphiere. Wie oftmals wird dein Thun von aller Welt verlacht! Du dieneſt deinem Gott, hältst dich nach seinen Worten, darüber höhnt man dich und drückt dich aller Orten. 2. Du gehst geraden Weg, fliehst vor der frummen Bahn; ein andrer thut sich zu und wird ein reicher Mann, vermehrt sein kleines 15. Du bist ja ungebundner Gut, füllt Kasten, Boden, ScheuStraft, ein Held, der alles stürzet; nen; du bleibst ein armer Tropf du hast ein Hand, die alles schafft, und darbest samt den Deinen. die ist noch unverkürzet. Herr 3. Du strafft der Bösen Werk Zebaoth wirst du, mein Gott, ge- andrer übt die Kunst der füßen und sagst, was unrecht sei; ein nannt zu deinen Ehren; bist groß von Rat, und deiner That kann Heuchelei. Die bringt ihm Lieb feine Stärke wehren. und Huld und hebt ihn auf die und mußt da unten stehen. Höhen; du aber bleibst zurück 4. Du sprichst, die Tugend sei der Christen schönste Kron; hingegen hält die Welt von Reputation. Wer diese haben will, sagt sie, der muß gar eben sich schicken in die Zeit und gleich den andern leben. 16. Du bist der Tröster Israel und Retter in Trübfalen; wie fommts denn, daß du meine Seel jeßt sinfen läßt und fallen? Du stellst und hast dich wie ein Gast, der fremd ist in dem Lande, und wie ein Held, dems Herz entfällt mit Schimpf und großer Schande. 5. Du rühmeſt viel von Gott 17. Nein, Herr, ein solcher bist und streichst gewaltig aus den Sedu nicht, des ist mein Herz ge- gen, den er schickt in seiner Kingründet! Du stehest fest, der du der Haus. Ist denn nun dem alfo, dein Licht hier bei uns angezün- so laß doch, sagt man, sehen, bet; ja hier hältst du, Herr, deine was ist denn dir für Guts, für Ruh bei uns, die nach dir heißen, Glück und Heil geschehen? und bist bereit, zu rechter Zeit uns aus der Not zu reißen. 6. Halt fest, o frommes Herz, halt fest und bleib getreu in 18. Nun, Herr, nach aller die Widerwärtigkeit; dein Gott, der ser Zahl der jest erzähiten Worte, steht dir bei; laß diesen beine hilf mir, der ich so manchesmal Sach handhaben, schüßen, führen, fo 14. Ach, Herr, du bist und bleibst auch wohl getreu in deinem Sinne; darum, wenn ich ja fämpfen soll, so gieb, daß ich gewinne. Leg auf die Last, die du mir haft beschlossen aufzulegen! Leg auf; doch daß auch nicht das Maß sei über mein Vermögen! Von Geduld und Trost in Kreuz und Anfechtung. 471 so wirst du wohl bestehn und ganzem Herzen ehrst und deine Füße nicht von seinen Wegen fehrst, wirst in der schönen Schar, die Gott mit Manna weidet, hergehn, mit Lob und Ehr, als einem Rock, gekleidet. endlich triumphierenfchen nicht, 7. du das ist ein schlechter Schad; all gnug ists, wenn du haft des ewgen Vaters Gnad. Ein Mensch kann doch nicht mehr, als irren, fehlen, lügen; Gott aber ist gerecht, fein Urteil fann nicht trügen. 14. Drum fasse deine Seel ein wenig mit Geduld; fahr immer fort, thu Recht, leb außer Sün8. Spricht er nun: Du bist denschuld. Halt, daß den schönmein. dein Thun gefällt mir sten Schaß dort in dem andern wohl, wohlan, so sei dein Herz Leben des Höchsten milde Hand getrost und freudenvoll! Schlag dir werd aus Gnade geben. alles in den Wind, was böse Leute 15. Was hier ist in der Welt, dichten; sei still und siehe zu, da sei nur unbemüht; wird dirs Gott wird sie hier bald richten. ersprießlich sein, wies Gott am 9. Stolz, Übermut und Pracht besten sieht, so glaube du gewiß, währt in die Länge nicht; wenns er wird dir deinen Willen schon Glas am hellsten scheint, fällts geben und mit Freud all dein auf die Erd und bricht; und Begehren stillen. Paul Gerhardt. wenn des Menschen Glück am Mel. Es tostet viel, ein Christ zu sein. höchsten ist geſtiegen, so stürzt 720. Er wird es thun, der fromme treue Gott; es unter sich und muß zu Boden liegen. er fann ja nicht ohn alle Maß 10. Das ungerechte Gut, wers versuchen; er bleibet doch ein Barecht und wohl besieht, ist lauter ter in der Not, sein Segensmund Centnerlast, die Herz, Sinn und wird seinem Kind nicht fluchen. Gemüt ohn Unterlaß beschwert, Gi, höre nur, wie er so freundSeel und Gewissen dringet, und lich spricht: Verzage nicht! aus der sanften Ruh in schwe- 2. Bedente fein, daß du berures Leiden bringet. fen bist, in Gottes Reich durch 11. Was hat doch mancher Trübsal einzugehen. Du glaumehr als armer Leute Schweiß? best ja, du seist ein wahrer Was ist und trinket er? Worin Christ, so muß man auch von dir besteht sein Preis, als im geraub- die Broben sehen. So lang es ten Erb und armer Witwen Thrä- geht nach deinem Fleisch und nen, die wie ein dürres Land Blut, stehts noch nicht gut. sich nach Erquickung sehnen? 12. Heißt das nun selig sein? Ist das die Herrlichkeit? welch ein hartes Wort wird über solche 3. Du hast genug vom Christenfreuz gehört, so hast du auch ge= nug davon gesprochen; doch haftet mehr, was die Erfahrung Leut am Tage des Gerichts aus lehrt, drum fomm getrost zum Gottes Thron erschallen; wie Streuz heran getrochen. schändlich wird ihr Ruhm und dieses faßt, dem wird zuleßt zu großes Prahlen fallen! 13. Du aber, der du Gott von Wer teil Kraft, Trost und Heil. 4. Eh Joseph steigt auf der Egyp 472 Von Geduld und Trost in Kreuz und Anfechtung. Egypter Thron, muß er zuvor Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu. den schwarzen Kerker sehen. Eh 721. Es iſt gewiß ein köſtlich David kommt zu der verheißnen in Geduld Kron, muß er mit Schmach im sich fassen und Gottes heilgem Will Elend umhergehen. Histias wird und Wink sich willig überlassen, erst nach der Sterbensnot befreit sowohl bei trüber Not und Bein, vom Tod. als bei dem hellen Sonnenschein. Geduld erhält das Leben. 5. Dein Jesus selbst geht dir zum Beispiel vor: Er mußte ja auf 2. Drum auf, mein Herz, verErden vieles leiden, eh er sich hob zage nicht, wenn dich ein Leiden zur Herrlichkeit empor, da er nun drücket; ach fliehe zu dem ewgen hat und giebt die ewgen Freuden. Licht, das kräftiglich erquicket. Küß Wer treulich kämpft, bringt auch in Geduld des Baters Rut, der dir den guten Lohn zuleßt davon. soviel zu gute thut. Geduld giebt Mut und Kräfte. 6. Drum hoffe nur auf den, der Bater heißt! Er ist dir gut, auch 3. Nur frisch im Glauben fortmitten in dem Jammer. Dein gekämpft, bis sich der SturmBräutgam sieht, wenn dich der wind leget; im Kreuze wird die Kummer fränkt, und schaut hinein Lust gedämpft, die sich im Fleisch in deine Herzenskammer; da sieht ers wohl, wenn du bist Trostes bloß und Hilfe los. noch reget; dem Geist wird neute Straft geschenft, daß er sich still in Gott versenkt. Geduld erhält viel Gnade. 7. Und also bricht das Herz ihm gegen dir, er spricht: Ich 4. Es wird auch keiner dort gewill mich über dich erbarmen; du krönt, als der hier recht gestritten; liebes Kind, hast niemand außer ja, der wird dermaleinst verhöhnt, mir, drum halt ich dich in mei- wer hier nichts hat erlitten; wer ner Güte Armen. Sei gutes aber Christi Joch hier trägt, dem Muts! Die Hilfe ist dir nah, wird sein Schmuck dort angelegt. dein Trost ist da. Geduld erlangt die Krone. 8. Dir sei gedankt, du auser- 5. Gott hilft dir auch bei aller wählter Freund, daß du dein Not, dem kannst du sicher trauen; Aug so richtest auf die Deinen; er übergiebt dich nicht dem Tod, denn, wenn uns jeßt der arge du sollst das Leben schauen. Er Friedensfeind so hat gefaßt, daß steht dir bei, er tröstet dich, bewir verloren scheinen, so stürzest weiset sich recht väterlich. Gedu ihn in der Hölle Schlund zur duld ist voller Segen. rechten Stund. 6. Erwarte nur die rechte Zeit, so wirst du wohl empfinden, wie 9. Gieb, daß auch wir, die du so innig liebst, dich mögen stets in er in süßer Freundlichkeit sich Lieb und Hoffnung ehren, weil mit dir wird verbinden. Es wird du ja nicht von Herzen uns be- nach ausgestandner Pein dein trübst und unser Leid in Freude Labsal unaufhörlich sein. Gewillst verkehren. So sei dir denn duld wird nicht zu Schanden. Lob, Ruhm und Dank gebracht I. G. Wolf. aus aller Macht! 3. D. Herrnschmidt. 722. Von Geduld und Trost in Kreuz und Anfechtung. 473 Mel. Was mein Gott will, das. Denn Gottes Sohn, der Gnaden722. Frisch auf, mein Seel, thron, hat sie all überwunden. verzage nicht! Gott Auf Gott vertrau, fest auf ihn will sich dein erbarmen; Rat, bau, der hilft zu allen Stunden. Hilf wird er dir teilen mit, er 7. Der feinen er verlassen hat, ist ein Schuß der Armen; obs die nach seinm Willen leben, die oft geht hart, im Rosengart kann Gnade suchen früh und spat, sich man nicht allzeit sißen. Wer gänzlich ihm ergeben. Glaub, Gott vertraut, hat wohl gebaut, Lieb, Geduld, bringt Gottes Huld, den will er ewig schützen. dazu ein gut Gewissen. Wer Gott vertraut, fest darauf baut, der solls ewig genießen. 8. Wer aber Hilf bei Menschen sucht und nicht bei Gott, dem Herren, derselb ist gottlos und verflucht, kommt nimmermehr zu Ehren; denn Gott allein will Helfer sein in Jesu Christi Namen. Wer solches glaubt und Gott vertraut, soll selig werden. Amen. C. Schmucer. 2. Das hat Joseph, der fromme Mann, sehr oft und viel erfahren; David und Hiob führt man an, wie sie im Unglück waren; und wie sie Gott in ihrer Not durch seine Gnad behütet; denn wer Gott traut, hat wohl gebaut, wenn noch der Feind so wütet. 3. Troß sei dem Teufel und der Welt, von Gott mich abzuführen! Auf ihn mein Hoffnung ist gestellt, sein Gutthat thu ich spüren; denn Mel. Helst mir Gotts Güte preisen, er hat mir Gnad, Hilf und Rat oder: Von Gott will ich nicht. in seinem Sohn verheißen. Wer 723. Geduld ist euch von nöten, wenn Sorge, Gott vertraut, hat wohl gebaut; wer will mich anders weisen? Gram und Leid, und was euch 4. Wenn böse Leut schon spotten mehr will töten, euch in das mein, mich ganz und gar verach- Herze schneidt. O auserwählte ten, als sollt Gott nicht mein Hel- Zahl, soll euch kein Tod nicht fer sein, dennoch will ichs nicht töten, ist euch Geduld vonnöten; achten. Der Schußherr mein ist das sag ich noch einmal. Gott allein; dem hab ich mich ergeben; dem ich vertrau, fest auf ihn bau, der kann mich wohl erheben. 5. Ob sichs bisweilen schon anließ, als wollt mich Gott nicht schüBen, und hätt die Welt mein Überdruß, wollt mir auch dazu troßen: so weiß ich doch, er wird mich noch zu seiner Zeit nicht lassen. Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut; wie könnt er mich denn hassen? 2. Geduld ist Fleisch und Blute ein herb und bittres Kraut. Wenn unsres Kreuzes Rute uns nur ein wenig dräut, erschricht der zarte Sinn. Im Glück ist er verwegen; fommt aber Sturm und Regen, fällt Herz und Mut dahin. 3. Geduld ist schwer zu leiden, weil wir irdisch gesinnt, bei Gott zu sein nur meinen, wenn in der Freud wir sind, da Gott doch klar erklärt: Ich strafe, die ich liebe, und die ich hoch betrübe, die halt ich hoch und wert. 6. Drum freue dich, o liebe Seel, es soll ja nicht not haben; Welt, Sünd, Lod, Teufel und die Höll soll ewig dir nicht schaden. 4. Geduld ist Gottes Gabe und ſei= 474 Von Geduld und Trost in Kreuz und Anfechtung. seines Geistes Gut; der tröst doch bedacht sein heilge Hand zu und bis zum Grabe, sobald er in loben, spricht: Gott, der hoch uns ruht; der edle werte Gast erhoben, hat alles wohl gemacht. erlöst uns von dem Zagen und 11. Geduld erhält das Leben, hilft uns treulich tragen die vermehrt der Jahre Zahl; vergroße Bürd und Last. treibt und dämpft daneben manch 5. Geduld kommt aus dem Glau- Angst und Herzensqual; ist wie ben und hängt an Gottes Wort; ein schönes Licht, davon, wer an das läßt sie sich nicht rauben; das ihr hanget, mit Gottes Hilf erist ihr Heil und Hort; das ist ihr langet ein fröhlichs Angesicht. hoher Wall; da hält sie sich ver- 12. Geduld macht große Freude, borgen, läßt Gott den Vater bringt aus dem Himmelsthron forgen und fürchtet keinen Fall. ein schönes Halsgeschmeide, dem 6. Geduld seßt ihr Vertrauen Haupt ein edle Stron und fönigauf Christi Tod und Schmerz. lichen Hut; stillt der Betrübten Macht Satan ihr ein Grauen, so Thränen und füllt das heiße faßt sie sich ein Herz und spricht: Sehnen mit rechtem gutem Gut. Zürn immerhin, du wirst mich doch nicht fressen; ich bin zu hoch gesessen, weil ich in Christo bin. 7. Geduld ist wohl zufrieden mit Gottes weisem Rat, läßt sich nicht leicht ermüden durch Aufschub seiner Gnad; hält frisch und fröhlich aus, läßt sich getroft beschweren und denkt: Wer wills ihm wehren? Er ist doch Herr im Haus. 13. Geduld ist mein Verlangen und meines Herzens Lust, nach der ich oft gegangen. Das ist dir wohl bewußt, Herr, voller Gnad und Huld! Ach! gieb mir und ge= währe mein Bitten: Ich begehre nichts anders, als Geduld. 14. Geduld ist meine Bitte, die ich sehr oft und viel aus dieser Leibeshütte zu dir, Herr, schiften will. Kommt dann der lebte 3ug, so gieb durch deine Hände auch ein geduldigs Ende; so hab Paul Gerhardt. 8. Geduld fann lange warten; vertreibt die lange Weil in Got tes schönem Garten; durchsucht ich alles gnug. zu ihrem Heil das Paradies der Schrift und schüßt fich früh und In eigener Melodic. ſpäte mit eifrigem Gebete vor 724. ott, du bleibest doch Satans List und Gift. meinGott; Gott, mein 9. Geduld thut Gottes Willen, erfüllet sein Gebot und weiß sich fein zu stillen in aller Feinde Spott. Es lache, wems beliebt! Wird sie doch nicht zu Schanden; es ist bei ihr vorhanden ein Herz, das nichts drauf giebt. Che Trost, mein Schuß, mein Retter; Gott im Wohlstand, Gott in Not. Stürmen auf mich alle Wetter, kann ich mich gedrückt zwar sehen, doch läßt du es nicht geschehen, daß ich gar muß untergehen. 2. Gott, du bleibest doch mein 10. Geduld dient Gott zu Eh- Gott, wie ich oft und viel erfahren und läßt sich nimmermehr ren; hebst vor denen mich ans von seiner Liebe fehren; und Spott, die mir so gehässig waren; schlüg er noch so sehr, so ist sie daß sie jest selbst müssen sagen: Sein Von Geduld und Trost in Kreuz und Anfechtung. 475 Sein Gott hilft ihm seine Pla-| verzagst du doch? Sollt der schlumgen ritterlich mit selber tragen. mern oder schlafen, der das Aug 3. Gott, du bleibest doch mein hat zugericht; der die Ohren hat Gott. Will mich Welt und Sa- erschaffen, sollte dieser hören nicht? tan hassen, stößt mich hin der Bö- Gott ist Gott, der hört und siesen Rott: von dir werd ich nicht het, wo den Frommen Weh geverlassen. Und so mächtig ihr Ge- schiehet. Seele, so bedente doch: wüte, ja so frisch ist mein Gemü- Lebt doch unser Herr Gott noch! te, weil es stüßet deine Güte. 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erdenfreis verhüllet mit den Wolfen weit und breit, der die ganze Welt erfüllet, ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hilf und Trost an allen Enden. Seele, so bedente zc. 4. Gott, du bleibest doch mein Gott, ob ich gleich in Sünden liege. Macht mich mein Gewissen rot, macht doch Jesus, daß ich siege. Seine Plagen, seine Wunden und was er für mich empfunden, haben mich der Straf entbunden. 5. Gott, du bleibest doch mein Gott. Hätt ich keinen Freund auf Erden, stünd ich jedem zu Gebot, der an mir wollt Meister werden: würd sich deine Freundschaft zeigen und sich fräftig zu mir neigen, daß mein Feind würd müssen schweigen. 6. Gott, du bleibest doch mein Gott. Drum, o Herr, fann ich dich haben, frag ich gar nichts nach dem Tod. Erd und Himmel mich nicht laben. Will mir Seel und Leib zerstäuben, laß ich mich von dir nicht treiben. Gott wird doch mein Gott verbleiben. Anton Ulrich, Herzog au Braunschweig. 4. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz beladen, nimm zu Gott nur deinen Lauf! Gott ist groß und reich von Gnaden, hilft den Schwachen gnädig auf; Gottes Gnade währet immer, seine Treu vergehet nimmer. Seele, so 2c. 5. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden fränken, dein Verbrechen quälet sehr: fomm zu Gott, er wird versenfen deine Sünden in das Meer; mitten in der Angst der Höllen kann er dich zufrieden stellen. Seele, so bedenke 2c. 6. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, weißt du weder In eigener Melodie. 725. Gott lebet noch! Seele, aus noch ein, Gott wird dennoch was verzagst du doch? dich umfassen und im Leiden bei Gott ist gut, der aus Erbarmen dir sein. Gott ist, der es treulich alle Hilf auf Erden thut, der mit meinet, wo die Not am größten Macht und starken Armen machet scheinet. Seele, so bedenke zc. alles wohl und gut; Gott fann besser, als wir denken, alle Not zum besten lenken. Seele, so be denke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch! 2. Gott lebet noch! Seele, was 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Laß den Himmel samt der Erden immerhin in Trümmer gehn; laß die Höll entzündet werden, laß den Feind ver= bittert stehn; laß den Tod und Teufel 476 Von Geduld und Trost in Kreuz und Anfechtung. Lebt doch unser fel blizen! Wer Gott traut, den| trauen; du bist der rechte Gnawill er schützen. Seele, so be- denthron; wer nur auf dich kann denke doch: bauen, dem stehst du bei in aller Herr Gott noch! Not, hilfft ihm im Leben und 8. Gott lebet noch! Seele, was im Tod, darauf ich mich verlaffe. verzagst du doch? Mußt du schon 6. Herr Jesu Christ, das Elend geängstet wallen auf der harten mein wollst gnädiglich ansehen; Dornenbahn, es ist Gottes Wohl durch die heilgen fünf Wunden gefallen, dich zu führen him- dein hör mein Gebet und Flemelan. Gott wird nach dem hen, das Tag und Nacht mit Jammerleben Friede, Freud und Angst und Schmerz zu dir ausWonne geben. Seele, so bedenke gießt mein traurig Herz. Ach, doch: Lebt doch unser Herr Gott laß dichs doch erbarmen! noch! 3. F. Zihn. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu. 726. Her err Jesu Christ, ich 7. Herr Jesu Christ, wenn es ist Zeit nach deinem Wohlgefallen, hilf mir durch dein Barmherzigfeit aus meinen Ängsten allen; zerstör den Anschlag meiner Feind, die mir so stark und mächtig sind; laß mich nicht unterdrücken. schrei zu dir mit höchst betrübter Seele; dein All macht laß erscheinen mir, daß ich mich nicht so quäle; viel größer ist die Angst, der Schmerz, so 8. Herr Jesu Christ, die Brüanficht und betrübt mein Herz, der mein, an Leib und an der als daß ichs kann erzählen.Seele in deine Huld und Gnad 2. Herr Jesu Christ, erbarm allein, ich treulich will befehlen; dich mein nach deiner großen schüß sie durch dein BarmherzigGüte, mit Trost und Rettung doch keit und wend in Freuden auch ihr erschein dem traurigen Gemüte, Leid, das ich dir sehnlich klage. das mit viel Elend wird geplagt, und so du nicht hilfst, gar verzagt, weils feinen Trost fann finden. 9. Herr Jesu Christ, ich weiß nicht Rat, des Elends los zu werden, so du nicht hilfft durch deine Gnad, so lang ich leb auf Erden. Wenn es dir aber so gefällt, daß ich also soll sein gequält, so gieb mir Kraft und Stärke. 3. Herr Jesu Christ, groß ist die Not, darin ich jetzt thu stecken. Ach hilf, mein allerliebster Gott, schlaf nicht, laß dich erwecken! Niemand ist, der mir helfen fann; es nimmt kein Mensch sich meiner an, ich darfs auch niemand flagen. 10. Herr Jesu Christ, verleih Geduld, hilf mir mein Kreuze tragen; wend nicht von mir ab 4. Herr Jesu Christ, du bist deine Huld, und so du mich willst allein mein Hoffnung und mein plagen, es zeitlich hier am Leibe Leben; drum will ich in die Hände thu; gieb nur der armen Seele dein mich ganz und gar ergeben. Ruh, daß sie dort mit dir lebe! O Herr, laß meine Zuversicht auf dich zu Schanden werden nicht; sonst bin ich ganz verloren. 11. Herr Jesu Christ, das glaub ich doch aus meines Herzens Grunde, du wirst mich wohl erhö5. Herr Jesu Christe, Gottes ren noch zu rechter Zeit und StunSohn, zu dir steht mein Ver- de; denn du warst oft mein Spel Von Geduld und Trost in Krenz und Anfechtung. 477 4. Es hat sein Vorrat hier die Fülle, sein Schatz giebt viel und hat auch viel; die Quelle Jakobs steht nicht stille, wenn man gleich immer schöpfen will; je mehr Gott giebt, je mehr er hat, er iſt voll Segen früh und spat. 5. Drum warte nur, Gott eilt mit Weile, versäumet aber niemand nicht; so kommt er öfters in der Eife, wenn aller Menschen Trost gebricht. Der alles weiß, weiß auch dein Zeit, er hat die Stunde schon bereit. 6. Geduld im Kreuz ist dir von nöten, drum wanfe nicht gleich wie ein Schilf, und schiene Gott dich gar zu töten, so hat er dennoch Trost und Hilf. Er bleibt der Helfer in der Not, und wären alle Helfer tot. Helfersmann, wenn ich dich hab gerufen an; des ich mich herzlich tröste. 12. Herr Jesu Christ, du einger Trost, zu dir will ich mich wenden; mein Herzleid ist dir wohl bewußt, du kannst und wirst es en den. In deinen Willen seis gestellt, machs, lieber Gott, wie dirs gefällt; dein bin und will ich bleiben. 13. Herr Jesu Christ, die Seufzer mein, die ich thu vor dich bringen, besprenge mit dem Blute dein, damit sie hindurch dringen und machen weich das Vaterherz, daß es abwend all Angst und Schmerz, die mich von dir wolln trennen. 14. Herr Jesu Christ, mit Hilf erschein den Armen und Elenden, die auch in großen Ängsten sein; thu dich zu ihnen wenden; mit starker Hand heraus sie reiß, dafür sie dir dort Lob und Preis ewiglich sagen werden. Benj. Schmold. Mel. Valet will ich dir geben. 728. Jch bin bei Gott in Gnaden durch Christi Blut und Tod; was kann mir nun noch schaden? Was acht ich alle Not? Ist er auf meiner Seiten, gleichwie er wahrlich ist, laß immer mich bestreiten auch alle Höllenlist. Mel. Wer nur den lieben Gott. 727. Hilf, Helfer, hilf, ich muß verzagen, die Fluten gehen bis ans Herz; die Welt verlachet meine Klagen und treibt mit meinen Thränen Scherz. Bei Menschen ist kein Helfer mehr; ach Helfer, hilf! Ach, Helfer, hör! 2. Die Erde schweigt; Gott will mich trösten. Wenn niemand helfen will und kann, ist Gottes Hilf am allergrößten und scheinet uns in Gnaden an. Naht sich das Kreuz, er ist auch nah; wenn alles aus, ist Gott noch da. 3. Muß doch der Himmel Manna regnen, wenn uns niemand auf Erden speist; er kann den Fels mit Wasser segnen, wenn sonst kein andrer Brunnen fließt; die Raben kommen aus der Luft, wenn er zu unserm Tisch sie ruft. noch keiner Engel Macht, wie hoch 2. Was wird mich können scheis den von Gottes Lieb und Treu? Verfolgung, Armut, Leiden und Trübsal mancherlei? MagSchwert und Blößze walten; mag man in tausend Bein mich für ein Schlachtschaf halten, der Sieg ist dennoch mein! 3. Ich kann um dessentwillen, der mich geliebet hat, gnug meinen Unmut stillen und fassen Trost und Rat; denn das iſt mein Vertrauen, der Hoffnung bin ich voll, die weder Angst noch Grauen mir ewig rauben soll: 4. Daß weder Tod noch Leben, 478 Von Geduld und Trost in Kreuz und Anfechtung. hoch sie möchte schweben, fein geht; was fünftig ist, steht mir Fürstentum, noch Pracht, nichts noch offen, dahin sich auch mein dessen, was zugegen, nichts, was Geist erhöht. Die Hoffnung die Zukunft trägt, nichts, was macht den Wermut süß, weil fie da hoch gelegen, nichts, was die stets singt: Ich bin gewiß. Tiefe hegt, 6. Ich bin gewiß in meinem 5. Noch sonst, was je erschaffen, Sterben, daß mich kein Tod von Gottes Liebe mich soll schei- mehr töten kann; er macht mich den oder raffen; denn diese grün- nur zu einem Erben von dem det sich auf Jesu Tod und Ster- beglückten Kanaan. Ein ander ben; ihn fleh ich gläubig an, der Leben folgt auf dies; mein Jemich, sein Kind und Erben, nicht sus lebt, ich bin gewiß. lassen will noch kann. Sim. Dach. Mel Wer nur den lieben Gott 729. Ich bin gewiß in met J nem Glauben, der 7. Ich bin gewiß, so soll es heißen, bis aus dem Glauben Schauen wird. Es soll mich nichts von Jesu reißen, ich bin sein Schaf, er ist mein Hirt. In Ewigmich in Christum einverleibt. feit folgt hier kein Riß; die LoWer kann mir dieses Kleinod sung bleibt: Ich bin gewiß. rauben, das mit sein Blut und Tod verschreibt? Sein teures Mel Es ist das Heil uns kommen Wort bekräftigt dies, drum sagt 730 st Ephraim nicht meine Benj. Schmold. mein Glaub: Ich bin gewiß. Kron und meines 2. Ich bin gewiß in meiner Herzens Wonne? Mein trautes Liebe, die nur an meinem Jesu Rind, mein teurer Sohn, mein flebt, daß, wenn ich mich im Stern und meine Sonne? Mein Lieben übe, mein Jesus in dem Augenlust, mein edle Blum, mein Herzen lebt. Sein Lieben ist auserwähltes Eigentum und meimein Paradies; er liebet mich, ner Seele Freude? ich bin gewiß. 3. Ich bin gewiß in meinem Leben, daß Jesu Gnade bei mir ist, die hilft mir allen Kummer heben. Wenn sich mein Herz an seines schließt, so acht ich hier kein Hindernis. Gott sorgt für mich, ich bin gewiß. 2. Ich höre seines Seufzens Stimm und hoch betrübtes Klagen. Mein Gott hat mich, spricht Ephraim, gestraft und hart geschlagen; er sucht mich heim mit harter Zucht; das ist mein Lohn, das ist die Frucht und Nußen meiner Sünden. 4. Ich bin gewiß in meinem 3. Hör alle Welt: Ich bin geLeiden; kein Engel und kein Für- treu und halte mein Versprechen. stentum mag mich von meinem Was ich geredt, da bleibt es bei, Jesu scheiden; er ist mein Heil, mein Wort werd ich nicht brechen. mein Teil, mein Ruhm. So Das soll mein Ephraim gar bald schadet mir kein Schlangenbiß, erfahren und mich dergestalt recht Geduld sagt doch: Ich bin gewiß. aus dem Grund erkennen. 5. Ich bin gewiß in meinem 4. Ich denk doch wohl an meiHoffen; was gegenwärtig ist, ver- nen Eid, den ich geschworen habe, da Von Geduld und Trost in Krenz und Anfechtung. 479 da ich aus lauter Gütigkeit mich gewiß. Es wird doch das Lieihm zu eigen gabe; ich sprach: Du hast mein Herz erfüllt mit deiner Lieb, ich bin dein Schild und wills auch ewig bleiben. besjoch bei mir nicht so heftig drücken; o, er fann erquicken. 3. Halte, Welt, dein Glücke; Reichtum macht nur Stricke, Ehre bleiber Wust. Nur in Jefu Wunden ernt ich alle Stunden Schätze voller Luft. Christus schüßt, wenn alles blißt; hier bei ihm muß auch auf Erden Mara süße werden. 4. O, ich will mit Freuden leiden, dulden, meiden. Christen geht es 6. Wo du dich aber bösen Rat so; feine Not fann schrecken. Jewirst von mir wenden lassen, so sus will mich decken! Nur im Geiste will ich deine Missethat heim- froh! Traurigkeit stirbt mit der suchen, doch mit Maßen; und Zeit, und die Trübsal hier auf wenn du wieder kehrst zu mir, Erden muß dort Freude werden. so will ich wieder auch zu dir mich mit Erbarmen kehren. 5. Ich will mit meiner starken Hand, dich als ein Vater führen; dich selbst will ich und auch dein Land aufs schönst und beste zieren; und wirst du mir gehorsam sein, so soll dich meines Segens Schein ohn alles End erfreuen. Benj. Schmold. Mel. Ich dank dir Gott für all, oder: Vater unser im Himmelreich. 7. Nun kehrt zu mir mein Ephra732. Herr, mein Gott, in im, sucht Gnad in meinen Armen; meiner Not ruf ich zu drum bricht mein Herze gegen dir; du hilfest mir. Mein Leib und ihm und muß mich sein erbarmen. Geel ich dir befehl in deine Händ; Der Unmut fällt mir mit Ge- dein'n Engel send, der mich bewalt; mein Eingeweide hitzt und wahr, wenn ich hinfahr von diewallt in treuer Lieb und Gnade. ser Welt, wenn dirs gefällt. 8. Kommt, alle Sünder, kommt zu mir, bereuet eure Sünden, und fuchet Gnad an meiner Thür, ihr follt sie reichlich finden! Wer sich mit Ephraim bekehrt, wird auch mit Ephraim erhört und hier und dort getröstet. Baut Gerhardt. Mel. Jesu, meine Freude. 2. Jesu Christ, gestorben bist lamm! Dein Wunden rot in aller am Kreuzesstamm, du GottesNot, dein teures Blut komm mir mach mich zum Erbn in deinem zu gut; dein Leidn und Sterbn Reich den Engeln gleich. 3. heilger Geist, der Tröster 731. Mitten in den Thränen, heißt, an meinem End dein Troft auch im größten mir send; verlaß mich nicht, wenn Sehnen ruhet Jesus hier. Ist mich ansicht des Teufls Gewalt, nur der im Herzen, ach, wer des Tods Gestalt! Nach deinem macht mir Schmerzen? Gott ist Wort, du höchster Hort, wollst du selbst bei mir. Ruten sind nur mir gebn das ewge Lebn. für sein Kind; überstandne Vaterschläge trösten allewege. D. Nic. Selneccer. Mel. In dich hab ich gehoffet. 733. Sei unverzagt, o from= 2. Nichts scheint mir so trübe; es ist Jesu Liebe recht wie Zucker mer der du füß; in den Dornenspißen nur im Kreuz und Unglück bist, begeduldig fizen, giebt den Trost fiehl Gott deine Sachen! In Not 480 Von Geduld und Trost in Kreuz und Anfechtung. Not und Bein vertrau allein auf deiner Feinde! Es hat das rechte ihn; er wirds wohl machen. Israel noch dennoch Gott zum 2. Dein Unglück kommt nicht Freunde. Wer glaubt und hofft, ohngefähr, es rühret von dem der wird geliebt von dem, der Höchsten her, der hat es so ersehen. unsern Herzen giebt Trost, Friede, Drum sei nur still, und was Gott Freud und Leben. will, das laß du nur geschehen. 3. Sollt auch der Himmel fallen ein und die Natur geändert sein, so kann doch Gott nicht hassen, und auch den Mann, der ihm recht kann vertrauen, nicht verlassen. 4. Zudem wird deine Traurigkeit ja auch nicht währen allezeit; Gott wird dir Freude geben, wo nicht allhier, doch dort, da sie soll ewig ob dir schweben. 5. Hab immer einen Löwenmut, vertraue Gott, es wird noch gut nach aller Trübsal werden; Gott ziehet dich durchs Kreuz zu sich gen Himmel von der Erden. 6. Der liebe Gott ist so getreu und fromm, daß er dir stehet bei, wenn Unfall sich erreget, auch jedermann mehr, als er kann ertragen, nicht aufleget. 7. Es haben ja zu aller Zeit die Heiligen in Traurigkeit und Kreuz oft müssen schwißen; warum willst du denn immer zu im Rofengarten sißen? 8. Bet, hoff und trau auf deinen Gott in allem Jammer, Angst und Not; laß, wie er will, es gehen! Seß ihm fein Ziel; ist er im Spiel, wirst du noch Wunder sehen. 9. Gott Vater, Sohn und heilger Geist, der du ein Gott des Trostes heißt, laß alle Trost empfinden, die traurig sein, und hilf allein das Böse überwinden! Mel. Nun freut euch, lieben Christ. 734. Sei wohlgemut, o Christenseel, beimHochmut 2. 3war thut es weh und ärgert sehr, wenn man vor Augen siehet, wie dieser Welt gottloses Heer so schön und herrlich blühet; sie sind in keiner Todsgefahr, erleben hier so manches Jahr, und stehen wie Paläste. 3. Sie haben Glück und wissen nicht, wie Armen sei zu Mute; Gold ist ihr Gott; Geld ist ihr Licht, sind stolz bei großem Gute. Sie reden hoch und das gilt schlecht; was andre sagen, klingt nicht recht, es ist viel, viel zu wenig. 4. Des Pöbelvolks unweiser Hauf ist auch auf ihrer Seite; sie sperren Maul und Nasen auf und sprechen: Das sind Leute! Das sind ohn allen Zweifel die, die Gott vor allen andern hie zu Kindern auserkoren. 5. Was sollte doch der große Gott nach jenen andern fragen, die sich mit Armut, Kreuz und Not bis in die Grube tragen? Wem hier des Glückes Gunst und Schein nicht leuchtet, kann kein Christesein; er ist gewiß verworfen. 6. Solls denn, mein Gott, vergebens sein, daß dich mein Herze liebet? Ich liebe dich und leide Pein, bin dein und doch betrübet. Ich hätte bald auch so gedacht, wie jene Rotte, die nichts acht, als was vor Augen pranget. 7. Sieh aber, sieh! In solchem Sinn wär ich zu weit gekommen; ich hätte blos verdammt dahin die ganze Schar der Frommen; denn hat auch je einmal gelebt ein from mer Von Geduld und Trost in Kreuz und Anfechtung. 481 mer Mensch, der nicht geschwebt Seel verschmacht, so kann ich in Kreuz und großen Leiden? doch nicht sterben, denn du bist 8. Ich dachte hin, ich dachte meines Lebens Macht und läßt her, ob ich es möcht ergründen. mich nicht verderben. Was frag Es war mir aber allzu schwer, ich nach dem Erb und Teil auf den rechten Schluß zu finden, bis daß ich ging ins Heiligtum und merkte, wie du, unser Ruhm, die Bösen führst zum Ende. 9. Ihr Gang ist schlüpfrig, glatt ihr Pfad, ihr Tritt ist ungewisse. Du suchst sie heim nach ihrer That und stürzest ihre Füße. Im Nu ist alles umgewendt, da nehmen sie ein plötzlich End und fahren hin mit Schrecken. 10. Heut grünen sie gleich wie ein Baum, ihr Herz ist froh und lachet, und morgen sind sie wie ein Traum, von dem der Mensch aufwachet, ein bloßer Schatt, ein totes Bild, das weder Hand noch Auge füllt, verschwindt im Augenblicke. 11. Es mag drum sein, es währe gleich mein Streuz, so lang ich lebe! Ich hab genug am Himmelreich, dahin ich täglich strebe. Hält mich die Welt gleich als ein Tier, ei! lebst du, Gott, doch über mir, du bist mein Ehr und Krone. dieser Welt? Du, du, mein Heil, du bist mein Teil und Erbe. Mel. Zion flagt mit Angst. 735. Treuer Gott, ich muß dir flagen meines Herzens Jammerstand; ob dir wohl sind meine Plagen besser als mir selbst bekannt; große Schwachheit ich bei mir in Anfechtung oft verspür, wenn der Satan allen Glauben will ans meinem Herzen rauben. 2. Du Gott, dem nichts ist verborgen, weißt, daß ich nichts von mir hab, nichts von allen meinen Sorgen; alles ist, Herr, deine Gab. Was ich Gutes find an mir, das hab ich allein von dir; 13. Wenn ich nur dich, o star- auch den Glauben mir und allen fer Held, behalt in meinem Leide, giebst du, wie dirs mag gefallen. so acht ichs nicht, ob gleich zer- 3. O mein Gott, vor den ich fällt das große Weltgebäude. Du trete jetzt in meiner großen Not, bist mein Himmel, und dein Schoß höre, wie ich sehnlich bete, laß bleibt allzeit meine Burg und mich werden nicht zu Spott! Schloß, wenn diese Erd entweichet. Mach zunicht des Teufels Werk, 14. Wenn mir gleich Leib und meinen schwachen Glauben stärk, daß 31 12. Du heilest meines Herzens Stich mit deiner süßen Liebe und wehrst dem Unglück, daß es mich nicht allzuhoch betrübe. Du lei test mich mit deiner Hand, und wirst mich endlich in den Stand der rechten Ehren seßen. 15. Das kann die gottvergeßne Rott mit Wahrheit nimmer fas gen; sie weicht von dir und wird zu Spott, verdirbt in großen Plagen. Mir aber ists, wie dir bewußt, die größte Freud und höchste Lust, daß ich mich zu dir halte. 16. So will ich nun die Zuversicht auf dich beständig seben, es werde mich dein Angesicht zu rechter Zeit ergößen; indessen will ich stille ruhn und deiner weisen Hände Thun mit meinem Munde preisen. Paul Gerhardt. 482 Von Geduld und Trost in Kreuz und Anfechtung. daß ich, nimmermehr verzage, Gieb Kraft, daß ich allen Strauß Christum stets im Herzen trage. ritterlich mög stehen aus, und sc 4. Jesu, Brunnquell aller Gna- oft ich noch muß fämpfen, hilf den, der du niemand von dir mir meine Feinde dämpfen. stößst, der mit Schwachheit ist 10. Reiche deinem schwachen beladen, sondern deine Jünger Kinde, das auf matten Füßen tröst; sollt ihr Glaube auch so steht, deine Gnadenhand geschwinElein, wie ein kleines Senfkorn de, bis die Angst vorüber geht. sein, wollst du sie doch würdig Wie die Jugend leite mich, daß schäßen, große Berge zu verseßen. der Feind nicht rühme sich, er 5. Laß mich deine Gnade finden, hab ein solch Herz gefället, das der ich bin voll Traurigkeit; hilf auf dich sein Hoffnung stellet. du mir selbst überwinden, so oft 11. Du bist meine Hilf im Leich muß in den Streit. Meinen ben, mein Fels, meine Zuversicht, Glauben täglich mehr, deines den ich Leib und Seel ergeben. Geistes Schwert verehr, damit Gott, mein Gott, verzich doch ich den Feind kann schlagen, alle nicht! Eile mir zu stehen bei, brich Pfeile von mir jagen. des Feindes Pfeil entzwei, laß ihn selbst zurücke prallen und mit Schimpf zur Hölle fallen. 6. Heilger Geist im Himmelsthrone, gleicher Gott von Ewigfeit mit dem Vater und dem 12. Ich will alle meine Tage Sohne, der Betrübten Trost und rühmen deine starke Hand, daß Freud, der du in mir angezündt, du meine Angst und Plage hast so viel ich am Glauben find, so gnädig abgewandt; denn nicht über mir mit Gnaden walte, ferner deine Gab erhalte. nur in dieser Zeit soll dein Ruhm sein ausgebreit't, ich wills auch hernach erweisen und dort ewiglich dich preisen. 7. Deine Hilfe zu mir sende, o du edler Herzensgast, und das gute Werk vollende, das du angefangen hast. Blas in mir das Fünklein auf, bis daß nach voll- 736. Was? Soll ein Christ Joh. Heermann. Mel. Nun ruhen alle Wälder. wählten gleiche und des Glaubens Ziel erreiche. sich fränken und nur sein Leid bedenken, nicht auf den Herren sehn? Gott aus dem Streuze schließen, ohn welchen, wie wir wissen, fein einzig Unglück kann geschehn? 8. Gott, groß über alle Götter, heilige Dreieinigkeit, außer dir ist kein Erretter! Tritt mir selbst zur rechten Seit, wenn der 2. Ohn Gott vermag uns allen Feind die Pfeil abdrückt, meine fein Härchen zu entfallen, fein Schwachheit mir aufrückt, will Finger weh zu thun; er fann mir allen Trost verschlingen und nicht mehr als wachen für seiner mich in Verzweiflung bringen. Herde Sachen, wie vormals mächtig, so auch nun. 9. Zieh du mich aus seinen Stricken, die er mir geleget hat; 3. Sollt er es anders meinen, laß ihm fehlen seine Tücken, als gut mit uns, den Seinen? drauf er sinnet früh und spat. Das glaub ich ewig nicht. In Trüb Von Geduld und Trost in Kreuz und Anfechtung. 483 Trübsal uns verlassen und un- 2. Denn Gott verlässet feinen, barmherzig hassen, ist wider seine Treu und Pflicht. 4. Er weiß sich anzustellen, als stürzt er uns zur Höllen und wär uns spinnefeind; bleibt doch in allen Nöten, und möcht er uns auch töten, der allerliebst und beste Freund. der sich auf ihn verläßt; er bleibt getreu den Seinen, die ihm vertrauen fest. Läßt sichs an wunderlich, laß du dir gar nicht grauen! Mit Freuden wirst du schauen, wie Gott errettet dich. 3. Auf ihn magst du es wagen getrost mit frischem Mut; mit ihm wirst du erjagen, was dir ist nüß und gut; denn, was Gott haben will, das kann niemand verhindern aus allen Menschenfindern, so viel ihr'r sind im piel. 5. Er kann mit tausend Leiden sich mannigfach verkleiden in wilder Löwen Haut; ist aber treu von Sinnen und wird bei ihm von in nen ein ewigs Vaterherz geschaut. 6. Mit unbekannten Wegen ist 4. Wenn auch gleich aus der er uns überlegen, sein Rat kommt Höllen der Satan troziglich mit uns nicht bei; doch bleibt sein seinen Rottgesellen sich setzte wiweiser Handel und unerforschter der dich, so muß er doch mit Wandel von allem Tadel quitt Spott von seinen Ränken lassen, und frei. damit er dich will fassen; denn dein Werk fördert Gott. 7. Er pflegt nur seinen Frommen so grausam vorzukommen; 5. Er richts zu seinen Ehren und wer weiß es, was er sucht? Er deiner Seligkeit. Solls sein, fein leitet uns zum Guten und hält durch scharfe Ruten uns nur in seiner Kinderzucht. Mensch kanns wehren, wenns ihm wär noch so leid. Will Gott es aber nicht, so kanns niemand be= treiben; es muß zurücke bleiben. 8. Drum, o betrübte Seelen, schaut aus den Trauerhöhlen auf Was Gott will, das geschieht. seines Trostes Licht! Dem, der euch hat gequälet und wund geschlagen, fehlet es auch durchaus an Hilfe nicht. 6. Drum ich mich ihm ergebe, ihm sei es heimgestellt. Nach nichts mehr sonst ich strebe, denn nur, was ihm gefällt. Sein Will ist mein Begier; der ist und bleibt der beste, das glaub ich treu und feste. Wohl dem, ders glaubt mit mir! Joh. Heermann. 9. Gedenkt, was dort geschrieben: Uns, die wir Gott recht lieben, nüßt alles Kreuz und Bein; das Leid muß unsre Wonne, der Regen unsre Sonne, ja gar mel. Straf mich nicht in deinem. der Tod das Leben sein. Sim. Dach. 738. eine nicht! Gott lebet Mel. Von Gott will ich nicht lassen. noch, du betrübte 737. Was willst du dich be- Seele; drückt dich gleich ein hartes trüben, o meine liebe Joch in der Trauerhöhle, nur GeSeel? Thu den nur herzlich lie- duld! Gottes Huld macht aus Dorben, der heißt Immanuel: Ver- nen Rosen, aus Egypten Gosen. traue ihm allein; er wird gut 2. Weine nicht! Gott denkt an alles machen und fördern deine dich, wenn dein ganz vergessen; Sachen, wie dirs wird selig sein. es hat seine Treue sich dir ſo 31* hoch 484 Von Geduld und Trost in Kreuz und Anfechtung. 3. Weine nicht! Gott siehet dich, hoch vermessen, daß die Welt eh Frommen, schau mit meiner Auzerfällt, eh er dich wird hassen gen Licht? Meine Thränen sind oder gar verlasſen. mein Brot Tag und Nacht in meiner Not, wenn mich schmäscheint er gleich verstecket. Wenn hen meine Spötter: Wo ist nun du nur geduldiglich seinen Kelch dein Gott und Retter? geschmecket, giebt er Kraft, Hilf und Macht und läßt nach dem Weinen seine Sonne scheinen. 3. Wenn ich dann des inne werde, schütt ich mein Herz bei mir aus; wollte gerne mit der Herde 4. Weine nicht! Gott höret deiner Stinder in dein Haus; dich, wenn dein Herze girret. ja, in dein Haus wollt ich gern Hast du dich gleich wunderlich in gehen und dir, meinem Herrn, der Not verwirret: ruf ihn an, in der Schar, die Opfer bringen, denn er fann deinen Unglücks- mit erhobner Stimme singen. wellen ihre Grenze stellen. 4. Was bist du so hoch betrübet 5. Weine nicht! Gott liebet dich, und voll Unruh, meine Seel? wenn die Welt dich hasset und Harr auf Gott, der herzlich lie: so manchen Schlangenstich auf bet, und wohl siehet, was dich dein Herze fasset. Wen Gott liebt, quäl? Ei, ich werd ihm dennoch nichts betrübt; will gleich alles hier fröhlich danken, daß er mir, frachen, er fann doch nur lachen. wenn mein Herz ich zu ihm richte, 6. Weine nicht! Gott sorgt für hilft mit seinem Angesichte. dich, was kann dir dann fehlen? 5. Mein Gott, ich bin voller Was willst du dich stetiglich mit Schande, meine Seele voller Leid; den Sorgen quälen? Wirf auf darum dent ich dein im Lande ihn alles hin; er wird deine bei dem Jordan, an der Seit, Sachen gut und besser machen. da Hermonim hoch herfür, und 7. Weine nicht! Gott tröstet hingegen meine Zier, Zion, ein dich nach den Thränengüssen. flein wenig steiget und dir Kron Endlich wird der Kummer sich in und Zepter neiget. das Grab verschließen. In dem Tod stirbt die Not; und wenn der erscheinet, hast du ausgeweinet. 6. Deines Zornes Fluten saus sen mit Gewalt auf mich daher; dein Gericht und Eifer brausen, wie das wilde, tiefe Meer; deine Wellen heben sich hoch empor und haben mich mit ergrimmten Wasserwogen fast zu Grund hinabgezogen. Benj, Schmold. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 739. Wie der Hirsch in groBen Dürsten schreiet und frisch Wasser sucht, also sucht dich, Lebensfürsten, meine Seel in 7. Gott der Herr hat mir verihrer Flucht. Meine Seele brennt sprochen, wenn es Tag ist, seine in mir, lechzet, dürstet, trägt Be- Güt; und wenn sich die Sonn vergier nach dir, o du süßes Leben, frochen, heb ich zu ihm mein Geder mir Leib und Seel gegeben. müt, spreche: Du mein Fels und 2. Ach, wann werd ich dahin Stein, gegen welchen alles klein, fommen, daß ich Gottes Auge dem ich in dem Schoß gesessen, sicht, das gewünschte Licht der warum hast du mein vergessen? 8. Wa Von Geduld und Trost in Kreuz und Anfechtung. 485 8. Warum muß ich gehn und hat Gott schon von dir gefehrt! weinen über meiner Feinde Wort? Ofters, da man hätt gedacht, du Es ist mir in meinen Beinen durch würdst in des Kreuzes Nacht und durch als wie ein Mord, bleiben liegen und ersterben, ließ wenn sie sagen: Wo ist nun dein dich Gott doch nicht verderben. Gott und sein großes Thun, 5. Nun, der große Gott der davon, wenn du sicher wohntest, Erden, der ist unveränderlich; du so viel dich rühmen konntest? wollst du jetzt verzaget werden, als 9. Was bist du so hoch betrit- follt er nicht schüßen dich? Nein, bet und voll Unruh, meine Seel? sein wertes Vaterherz bricht ihm Harr auf Gott, der herzlich liebet noch bei deinem Schmerz; ja, und wohl siehet, was dich quäl! wies eine Mutter fränket, fo Gi, ich werd ihm dennoch hier fröhlich danken für und für, daß er meinem Angesichte sich selbst giebt zum Heil und Lichte. Paul Gerhardt. dein Gott an dich gedenket. 6. Also fehlts auch nicht am Können, Gott kann machen was aus nichts; drum läßt er sich mächtig nennen; wenn er redet, so geschiehts. Nimmt die Not schon überhand, doch Gott Mittel sind bekannt, wie er könne dich erlösen wider all Vernunft vom Bösen. 7. Hör auch: Was dir Gott versprochen hier und da in seinem Wort, das hält er dir ungebrochen, so gewiß, als er dein Hort. Himmel und die Erd vergehn, Gottes Wort muß doch bestehn. Drum auf Gottes Zusag baue, seiner Macht und Gnade traue. 8. Doch, mein Herz, noch dieſes wisse: Gott ist auch ein weiser Mann; denk nicht, daß er helfen müsse plößlich, da er helfen kann. Wunderlich fügt er die Zeit, wenn er werden will das Leid, wenn ers herrlich will ausführen, unser Haupt mit Gnaden zieren. 9. Hälts Gott nun vor dir verborgen, wann, wie, wo er helfen will; mach dir darum keine Sorgen, sei nur in dem Herren still! Er will sehen, ob auch fest sich dein Herz auf ihn verläßt; er will, daß du ihn wohl kennest, desto mehr auch Vater nennest. 4. Denke doch in deinem Herzen, deine Jugend es dich lehrt: O, wie manche Angst und Schmerzen 10. Er will deine Andacht mehren, Mel. Freu dich sehr, e meine Seele. 740. Wunderlich ist Gottes Schicken, wunder barlich ist sein Rat; herrlich ist doch sein Erquicken, dies erweist zuleßt die That. Wohl dem, der es recht bedenkt, seinen Sinn zu Gott nur lenkt, der wird sich in seinem Leben Gottes Obhut stets ergeben. 2. Also pflegt es Gott zu machen, dieses ist sein alter Brauch: Über die sein Augen wachen, die betrübt und fränkt er auch; stößt in Jammer, Angst und Tod, die er doch bald aus der Not will erheben, hoch verseßen und an Seel und Geist ergögen. 3. Dies bedent, du meine Seele, wenn bei dir die Not bricht ein, und dich ja nicht selber quäle, als sollst du verlassen sein; denn Gott führt dich wunderlich, herrlich zu erretten dich. Laß dein Herze nur nicht wanken, du wirst ihm noch einmal danken. 486 Von der Treue und Beständigkeit bis ans Ende, ren, welche sonst fast falt und daß auch aller Feinde 2st dir tot; er will gern das Lob an- kein Härlein mag berühren ohne hören, so du nach erlittner Not Gott; sie muß verlieren. ihm, als einem Lebensfürst, noch erfreuter geben wirst, wenn du greiflich wirst erblicken Gottes herrliches Erquicken. 12. Nun, mein Jesu, sei ge= lobet; freilich bist du mir getra; ob das Kreuzesmeer schon tobet, ist doch deine Hand dabei. Stärk 11. Drum, so lasse Gott nur nur meine Zuversicht, daß sie walten, ob du manchmal harren fest auf dich gericht; wunderlich mußt; er wird dennoch bei dir wirst dus noch schicken, herrlich halten; deine Not ist ihm be- dein Kind zu erquicken. wußt, die er so genau abmißt, D. J. Weißenborn. 33.( 15) Von der Treue und Beständigkeit bis ans Ende. Mel. Jesus, meine Zuversicht. panier: Dennoch bleib ich stets 741. Dennoch bleib ich stets an dir. an dir, mein Er- 6. Selbst im finstern Todeslöser, mein Vergnügen; mich ver- thal bleibt die Freundschaft unlanget dort und hier, nur an dei- getrennet; ich empfinde feine Qual, ner Brust zu liegen. Meines wenn der Lebensfürst mich kennet; Lebens schönste Zier! Dennoch sterbend ruf ich mit Begier: bleib ich stets an dir. Dennoch bleib ich stets an dir. 2. Deine starke Gnadenhand 7. Dennoch bleib ich stets an hat mich liebreich aufgenommen, dir, dabei soll es ewig bleiben. als ich in das Vaterland dieser Aus dem selgen Lustrevier soll Sterblichen gekommen. Greift mich einst kein Feind vertreiben. der Satan gleich nach mir, den Darum sing ich schon allhier: noch bleib ich stets an dir. Dennoch bleib ich stets an dir. 3. Suchet die verderbte Welt Benj. Schmold. mich aus deinem Arm zu reißen, Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. will sie Ehre, Lust und Geld 742. Sudlich, endlich muß es mir nach ihrer Art verheißen; doch mit der Not ein o, so sprech ich bald bei mir: Ende nehmen; endlich bricht das Dennoch bleib ich stets an dir. harte Joch, endlich schwindet al4. Reizet mich mein Fleisch und les Grämen; endlich muß der Blut, meinen Jesum zu verlas- Kummerstein doch in Gold versen, so bekomm ich frischen Mut, wandelt sein. ihn noch fester anzufassen, und ich seufze für und für: Dennoch bleib ich stets an dir. 2. Endlich bricht man Rosen ab, endlich kommt man durch die Wüsten; endlich kann der Wanders5. Bricht des Kreuzes Sturm mann sich zur Himmelsheimat herein, überfällt mich Angst und rüsten; endlich bringt die ThränenLeiden, so vermag doch keine Bein saat, daß man Freudenernte hat. mich von meinem Haupt zu schei- 3. Endlich sieht man Canaan den. Ich schreib in mein Feld- nach Egyptens Diensthaus liegen; Von der Treue und Beständigkeit bis ans Ende. 487 gen; endlich trifft man Tabor an, Welt gleich viel verspricht, zu wenn der Ölberg überstiegen; brechen meiner Liebe Pflicht. endlich geht da Jatob ein, wo fein Esau mehr wird sein. 4. Endlich! O du schönes Wort, du kannst alles Kreuz versüßen; wenn der Felsen ist durchbohrt, läßt er endlich Balsam fließen. Ei, mein Herz, drum merke dies: Endlich, endlich kommt gewiß! Benj. Schmold, Mel. O daß ich tausend Zungen. 2. Ich laß ihn nicht! Der mich erworben, den werb ich mir; ich sein, er mein! Der für mich ist am Kreuz gestorben, des will ich auch im Sterben sein. Was schreckest du, du Höllgesicht? Was drohest du, du Weltgericht? 3. Ich laß ihn nicht, der mich nicht läsfet, des Name mir der füßte ist; der Seelen brünstig743. Herz, fei getreu in bei- lich umfäfſet, den faffet wieder meine Seel. Was alle Freude übertrifft, das ist mein süßes Gottheitslicht. nemGlauben, bleib in demselben feste stehn; laß diesen Leitstern dir nicht rauben, sonst kannst du nicht zum Himmel gehn; halt dich an Gott, sprich ohne Schen: Ich bleibe Gott im Glauben treu. 4. Ich laß ihn nicht, mich mag verlassen der ganzen Erde Pracht und Macht. Der meine Seele nicht kann hassen, den nehm ich mit zur Todesschlacht; er nimmt mich wieder zu dem Licht, das in dem Himmel neu anbricht. 5. Ich laß ihn nicht, will Jakob werden! Er habe denn gesegnet mich, und müßt ich drüber von der Erden, mein Glaube zieht ihn doch an sich, ob mir Gelenk und Hüft zerbrichtund gar vergehet meinGesicht. 6. Ich laß ihn nicht, wenn ich dies Leben und dieses ganze lassen soll. Wo er, da will ich gleich auch schweben, es mag mir gehen, wie es woll. Wie eine Klette klebt und sticht, so ist mein Sinn auf ihn gericht. 7. Ich laß ihn nicht! Kommt nur, ihr Plagen und seßt mein Wiſsen auf die Prob; mein Kreuz ist ſein, er hilft mir tragen, so sing ich ihm dafür ein Lob. Er bleibet meines Herzens Licht, ob gleich Unglücksnacht anbricht. 2. Herz, sei getreu in deinem Leben, verlaß die krumme Lasterbahn; sei der Gottseligkeit erge ben, dein Wandel gehe himmelan; dies Wort sei ohne Heuchelei: Ich bleibe Gott im Leben treu. 3. Herz, sei getren in deinem Leiden, der beste Trost ist nur Geduld; das Leiden muß doch endlich scheiden, nur halt dich fest an Got tes Huld und sage dies getrost da bei: Ich bleibe Gott im Leiden treu. 4. Und dies soll auch die Losung bleiben im Leben und bis in den Tod: Nichts, nichts soll mich von Gott abtreiben! So bin ich fröhlich in der Not; so leb ich furchtund sorgenfrei und bleibe meinem Gott getreu. J. M. Schumann. die Mel. O daß ich tausend Zungen. 744. Jh laß ihn nicht, der sich gelassen um mein verscherztes Heil herab; er, der mich 8. Ich laß ihn nicht; was willst einmal wollt umfassen, muß meine du, Sünde? Du liegst im tiefen sein bis in das Grab, ob mir die Meer versenkt; Troß, daß sich Sa= 488 Von der Treue und Beständigkeit bis ans Ende. Satan unterwinde zu rauben, zens spricht: Ich leb und sterbe was mir ist geschenkt! Dein Sta- drauf, ich lasse Jesum nicht! chel, Tod, mich nimmer sticht, M. J. N. Hübner. weil Jesus mir im Herzen liegt. Mel. Nun danfet alle Gott. 3.2. Faber. 746. Ich laſſe Jefumt nicht, mit Jesu ist gut 745. Ich lasse Jesum nicht, leben. Er ists, der anfangs mir der sich für mich ge- das Leben hat gegeben. Er ists, geben; ich will nach heilger Pflicht, der mirs vermehrt; er ists, der wie Kletten an ihm fleben. Er mirs erhält, wenn dieser Erdenist mein Schatz und Trost, mein bau vergehet und zerfällt. Hort und Lebenslicht; drum leb 2. Ich lasse Jefum nicht, mit und sterb ich drauf: Ich lasse Sesu ist gut Leiden; er lindert Jesum nicht! mir mein Kreuz, er führet mich 2. Ich lasse Jesum nicht! Nun zu Freuden durch Kreuz und ich auf Erden lebe, voll Glaubens- Traurigkeit. Wenn Jesus bei zuversicht ich mich ihm ganz er- mir ist, so wird die Bitterkeit gebe. Er ist mein Zweck und Ziel, des Kreuzes mir verfüßt. drauf alles ist gericht; drum leb 3. Ich lasse Jesum nicht, mit und sterb ich drauf: Ich lasse 2c. Jesu ist gut streiten. Will Teu3. Ich lasse Jesum nicht! Wenn fel, Welt und Tod sich rüsten alle Sinnen weichen; mein legtes und bereiten, zu streiten wider Tageslicht will ich durch ihn er- mich, so steht mir Jesus bei. Er reichen. Er bleibt mir fest im fämpfet selbst für mich, macht Sinn, wenn gleich mein Herz zer- mich von Feinden frei. bricht. Drum leb und sterb ich drauf: Ich lasse Jesum nicht! 4. Ich lasse Jesum nicht, wenn ich auch angelanget vor seinem Angesicht, wo frommer Glaube pranget; denn da ergößt mich recht sein Freudenangesicht. Drum leb und sterb ich drauf: Ich Lasse Jesum nicht! 4. Ich lasse Jesum nicht, mit Jesu ist gut sterben. Wenn er nur bei mir ist, so kann ich nicht verderben; er führet durch den Tod mich in das Lebenszelt; drum laß ich Jesum nicht, er ists, der mir gefällt. 5. Ich lasse Jesum nicht; denn wenn ich ihn nur habe, so hab 5. Ich lasse Jesum nicht, weil ich hier und dort die allerbeste er mit Gott versöhnet; die Seele Gabe. Les, hör und red ich was, wünscht sein Licht, darnach sie und Jesus ist nicht drin, so will fich recht sehnet. Er hat mich frei mirs schmecken nicht; nach ihm gemacht vom schrecklichen Gericht; steht nur mein Sinn. drum leb und sterb ich drauf: Ich lasse Jesumt nicht! 6. Ich lasse Jesum nicht; ich hang als eine Klette an ihm, er hängt an mir. Er ist die Liebesfette, damit wir sind verknüpft, viel fester als ein Stahl; er wird mich ziehen noch hin in des Him7. Drum Mel. O Gott, du frommer Gott. 6. Ich lasse Jesum nicht; ich bleib ihm an der Seiten und laß mich durch sein Licht zum Lebensbächlein leiten. Wohl dem, der auch mit mir von Grund des Her- mels Saal. Von der Treue und Beständigkeit bis ans Ende. 489 7. Drum laß ich Jesum nicht.| In eigener Melodie. Ich lef, ich schreib, ich gehe des 748. Meinen Jefum laß ich nicht, Jesus wird Abends zu der Ruh, auch wenn ich früh aufstehe, ist Jesus meine mich auch nicht lassen. Jesu hab Lust; auf ihn nur ist gericht mein ich mich verpflicht, ich will ihn ins Tichten und mein Thun. Ich Herzefassen, weiß gewiß und glaube lasse Jesum nicht. fest, daß mich Jesus auch nicht läßt. 2. Meinen Jesum laß ich nicht. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 747. Meinen Jesum laß ich Ich will keinen Himmel achten; hab ich ihn, mir nichts gebricht, ob mir Leib und Seel verschmachten; mir soll Jesus nur allein mehr als tausend Himmel sein. nicht! Alle Sinnen und Gedanken richt ich nur auf dieses Licht treu im Glauben ohne Wanken. Jesus bleibet mein Gewinn, nimmermehr verlaß ich ihn. 3. Meinen Jesum laß ich nicht, 2. Secle, schwing dich him- er ist mir ins Herz gepräget; Jemelan, Christen müssen hinim- sus ist mein Glanz und Licht, mein lisch werden. Hier ist nur ein Vermögen, das mich heget. JeDornenplan, Jammer, Angst und Not auf Erden. Nur bei Jesu find ich Licht, drum läßt ihn mein Herze nicht. sus ist mein Saft und Kraft, meine Seel an seiner haft't. 3. Luft ist öfters voller Last, Eitelkeit muß endlich schwinden; Reichtum ist ein schnöder Gast und kann nur die Herzen binden; 4. Meinen Jesum laß ich nicht. Wenn mich drücken meine Sünden, wenn der Satan mich anficht, wenn mir aller Trost will schwinden, schreckt der Teufel mich gar 5. Meinen Jesum laß ich nicht. sehr: Jesum laß ich nimmermehr. oben ist, was mich verpflicht, wer mir in den letzten Stunden nunmehr laß ich Jesum nicht. 4. Baum des Lebens, Himmels- als ein Christ noch Trost zuspricht, brot, rosenrote Jesuswunden, fage mir von Jesu Wunden, wie ach! Erquict mich in der Not, sich Jesus mir zu gut an dem überzuckert alle Stunden. Kreuz Kreuz zu Tod geblut't. und Leiden acht ich nicht, hab.6. Meinen Jesum laß ich nicht, ich will nichts als Jesum wissen. ich nur mein Lebenslicht. 5. Jesu, treuster Seelenfreund, Wenn mein Herz im Leibe bricht, trage mich in deinen Armen; und ich muß die Augen schließen, schrecke meinen Seelenfeind, kröne wenn kein Mensch mehr helfen mich stets mit Erbarmen; höre, kann, nimmt sich Jesus meiner an. was mein Herze spricht: Dich, Jesus wird mir helfen 7. Meinen Jesum laß ich nicht; mein Jesu, laß ich nicht! siegen und 6. wie selig werd ich sein, vor dem letzten Zorngericht reich und hoch in Zions Auen. hier in den letzten Zügen; ich Führe mich bald himmelein, Fürst weiß, nimmt der Tod mich hin, des Lebens, mein Vertrauen; bleibe hier und dort mein Licht, so laß ich dich nimmer nicht. daß ich doch bei Jefu bin. Benj. Schmold. In eigener Melodie. einen Jesum laß ich nicht! Weil er sich für mich 749. Mein 490 Von der Treue und Beständigkeit bis ans Ende. mich gegeben, so erfordert meine nicht auf zweifelhafte Schrauben; Pflicht, klettenweis an ihm zu sage den gewissen Bund, so gefleben. Er ist meines Lebens schlossen in der Tauf, deinem Licht: Meinen Jesum laß ich nicht! Gott nicht wieder auf; fange an 2. Jesum laß ich nimmer nicht, ein besser Leben, deinem Gott weil ich soll auf Erden leben; zum Dienst ergeben. ihm hab ich voll Zuversicht, was 3. Sei getreu in deiner Liebe ich bin und hab, ergeben. Alles gegen Gott, der dich geliebt! An ist auf ihn gericht: Meinen Je- dem Nächsten Gutes übe, ob er sum laß ich nicht! dich gleich hart betrübt; denke, 3. Laß vergehen das Gesicht, wie dein Heiland that, als er Hören, Schmecken, Fühlen wei- für die Feinde bat; so mußt du chen; laß das letzte Tageslicht verzeihen eben, soll Gott anders mich auf dieser Welt erreichen; dir vergeben. wenn der Lebensfaden bricht: Meinen Jesum laß ich nicht! 4. Sei getreu in deinem Hoffen! HilftGott gleich nicht, wie du willst, 4. Ich werd ihn auch lassen er hat bald ein Mittel troffen, daß nicht, wenn ich nun dahin gelan- dein Wünschen wird erfüllt. Hoffe get, wo vor seinem Angesicht fest, Gott ist schon hier, sein Herz aller Frommen Glaube pranget; bricht ihm gegen dir; hoffe nur, mich erfreut sein Angesicht: Gott ist vorhanden, Hoffnung Meinen Jesum laß ich nicht! macht dich nicht zu Schanden. 5. Nicht nach Welt, nach Him- 5. Sei getreu in Todesnöten! mel nicht meine Seele seufzt und Fechte frisch den letzten Zug; sollt sehnet; Jesum sucht sie und sein dich gleich der Herr auch töten, das Licht, der mich hat mit Gott ver- ist ja der letzte Druck. Wer da recht föhnet, der mich freiet vom Ge- mit Jesu ringt und wie Jakob, ihn richt: Meinen Jesum laß ich nicht! bezwingt, der gewißlich auch obsie6. Jefum laß ich nicht von mir, get und die Lebensfrone frieget. geh ihm ewig an der Seiten; 6. Sei getreu bis an das Ende! Christus läßt mich für und für halte redlich aus im Streit; zu den Lebensbächlein leiten. fämpfe, dulde, bis sichs wende, Selig, wer mit mir so spricht: sei zum Leiden stets bereit. Ist Meinen Jefum laß ich nicht! das Leiden dieser Zeit doch nicht dein Jesus geben dort in jenem wert der Herrlichkeit, so dir wird Freudenleben. M. C. Keymann. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 750. Sei getreu in deinem Leiden! Lasse dich 7. Nun wohlan! So will ich leis kein Ungemach von der Liebe Jesu den, glauben, lieben, hoffen fest scheiden! Murre nicht mit Weh und getreu sein bis zum Scheiden, und Ach! Denke, wie er manche weil mein Jesus nicht verläßt Zeit dir zu helfen war bereit, da den, der ihn beständig liebt und du ihm dein Herz verschlossen, im Kreuze sich ergiebt. Ihm beob ihn das nicht hab verdrossen. fehl ich meine Sachen; Jesus 2. Sei getreu in deinem Glaus wirds zuletzt wohl machen. ben! Baue deiner Seele Grund Joh. Casp. Schade. 34.( 16) Vom Verlangen nach einem seligen Ende. 491 34.( 16) Vom Verlangen nach einem ſeligen Ende und nach dem Himmel. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. Im Himmel wird sich nies 751. Ach, wie betrübt sind mand kränken, im Himmel wird frommeSeelen allhier nur Freude fein; mein Sesus wird uns alle tränken mit seinem süßen Freudenwein; im Himmel ist kein Jammer mehr. Ach wenn ich nur im Himmel wär! 8. Ei nun, mein liebster Jesu, 2. Ich mag mich, wo ich will, führe, ei führe mich aus dieser hinwenden, da seh ich nichts, denn Welt; schließ auf die güldne Himtausend Not; ein jeder hat sein melsthüre, darauf mein Herz am Kreuz in Händen und sein be- meisten hält. Ich achte nun der schieden Thränenbrot, und des Welt nicht mehr; ach wenn ich wird immer mehr und mehr. Ach, nur im Himmel wär! wenn ich nur im Himmel wär! 3. Jm Himmel wird das Kreuz M. Pfefferkorn. Mel. Freu dich sehr, meine Seele. 752. Ach, wer schon im Himmel wäre, liebster auf dieser Jammerwelt! Wer kann das Leiden alles zählen, das sie fast stets gefangen hält? Das schmerzet und das fränket sehr. Ach wer nur bald im Himmel wär! der Erden, und was uns hier zu Boden drückt, zu lauter goldnen Kronen werden, ach wär ich nur schon hingerückt! Die liebe Not ist hier recht schwer. Ach wenn ich nur im Himmel wär! Gott, bei dir, bei dir; höre doch, mein Schöpfer, höre und lag mich nicht länger hier; ich muß ja sein, wo du bist, wo mein Schap, mein Jesus, ist; ich muß aus dem Weltgetümmel, weil mein Tröster ist im Himmel. 4. Hier kann das Glück zwar fröhlich machen, doch kommt es nicht in jebes Haus; den einen macht es stets zu lachen, dem an- 2. Hier kann ich kein Gnügen dern preßt es Thränen aus; mich finden in der bösen Jammerwelt; läßt es leider allzu leer. Ach denn sie ist voll lauter Sünden, wenn ich nur im Himmel wär! ihr ganz Wesen mir mißfällt; 5. Im Himmel sind die größ- Neid, Verfolgung, Spott und ten Gaben, im Himmel sind wir alle reich; im Himmel kann man alles haben, im Himmel sind wir Engeln gleich; im Himmel ist fein Unglück mehr. Ach wenn ich nur im Himmel wär! Hohn giebet sie zum besten Lohn. Ach, du schnödes Weltgetümmel, wäre ich doch nur im Himmel! 3. Wie wohl wird mir doch geschehen, wenn ich immer die Gottheit fann in drei Personen sehen 6. Hier lebt der Mensch in stetem und der Dreien Einigkeit; wenn Jammer, mit Jammer kommt ich sehe Gott, das Licht, Gottes die Abendruh; mit Jammer geht heilig Angesicht. Q, wer aus er aus der Kammer, mit Jam- dem Weltgetümmel bei Gott mer bringt er alles zu. Das wäre dort im Himmel! macht das Leben freilich schwer. 4. Keine Ruhe kann ich haben Ach wenn ich nur im Himmel wär! hier in dieser Zeitlichkeit. Will Wol= 492 Vom Verlangen nach einem seligen Ende. Wollust, Geld, Gut mich laben: 10. Weil du hier mir bist im Herweg, weg mit der Eitelkeit, es ist zen, so bin ich im Himmel zwar, doch nur Unbestand! Ach heim, aber mein Herz macht dir Schmerheim ins Vaterland, heim aus zen, denn es ist so böser Art; darum diesem Weltgetümmel zu der will ich fündenlos lieber bald Ruhe in dem Himmel! 5. Dort kann mir kein Feind ins Himmelsschloß. Ach, nimm aus dem Weltgetümmel mich zu mehr schaden, feine Angst, Gefahr dir. Du bist mein Himmel! und Not; denn ich bin in Gottes 11. Strecke deine Arm und Gnaden, Gott in mir und ich in Hände zu mir aus, ich will hinein; Gott; da erreiche ich mein Ziel, komm, mein Bräutgam, komm alsdann will ich, was Gott will. behende, ich will deine sein allein; Darum weg, du Weltgetümmel, schenk du alle Sünden mir; öffne ich erwähle mir den Himmel. 6. Krankheit, Hunger, Durst, Frost, Hibe, Sorge, Furcht und fteter Streit machen, daß ich oft hier schwiße, daß sich häufet Leid doch die Himmelsthür; ich bin aus dem Weltgetümmel in der Hoffnung schon im Himmel. Ludämil. Elisabeth, Gräfin zu Schwarzburg. Mel. Auf meinen lieben Gott. wenn ich ende meinen Lauf. D, auf Leid; alles aber höret auf, 753. Ade, du süße Welt! Ich schwing ins Himwas bist du Weltgetümmel? melszelt die Flügel meiner SinWäre ich doch nur im Himmel. nen und suche zu gewinnen, was 7. Wie so lieblich wird es schal- ewiglich bestehet, wenn dieses Ien, wenn ich das Halleluja singe Rund vergehet. mit den Engeln allen; o wer doch schon wäre da! Laß indes meins Herzens Schrein, mein Gott, deinen Himmel sein; führ mich aus dem Weltgetümmel, dich zu rühmen, in den Himmel. 2. Fahr hin mit deinem Gut, das eine kleine Flut so balde kann verheeren, und eine Glut verzehren! Fahr hin mit deinen Schäzzen, die nimmer recht ergößen! 8. Bin ich etwa hier in Freuden, so ist Trauern wohl nicht weit; Freude, aber ohne Leiden, ist dort in der Ewigkeit. Welche Unvollkommenheit! Droben ist die Seligkeit. Gute Nacht, du Weltgetümmel! Denn mein Alles ist im Himmel. 3. Fahr hin mit deiner Lust! Sie ist nur Trug und Wust; und deine Fröhlichkeiten vergehen mit den Zeiten. Was frag ich nach den Freuden, auf die nur folget Leiden? 4. Fahr hin mit deiner Pracht! Von Würmern ist gemacht der Sammet und die Seiden, die deinen Leib bekleiden. Was mag genennet werden, ist lauter Staub der Erden. 9. Soll und muß ich aber wan deln länger noch in dieser Zeit, so hilf mir stets christlich handeln, 5. Fahr hin mit deiner Ehr! mein Gott, mache mich bereit; Was ist die Hoheit mehr, als zeig mir, wie ich leben soll, wie Rummer im Gewinnen und Herzich sterbe sanft und wohl, und leid im Zerrinnen? Was frag laß dieses Weltgetümmel mich ich nach den Ehren, die nur das nicht wenden von dem Himmel. Herz beschweren? 6. Fahr Vom Verlangen nach einem seligen Ende. 493 6. Fahr hin mit deiner Gunst! wann rufst du mich? Rufe mich, Falsch lieben ist die Kunst, da- mit allen Freuden will ich aus durch der wird betrogen, dem der Trübfal scheiden; denn ich du dich zeigst gewogen. Was weiß, durch Christi Blut machest frag ich nach dem Lieben, das du mein Ende git. endlich muß betrüben? 2. Mir macht der Tod gar nicht bange; denn ich bin des Lebens satt. Wer das Jammerthal so lange, als wie ich, durchmessen hat, wird wohl alle Stunden zählen, bis die Freiheit seiner Seelen und der Abschied aus der Welt 7. Im Himmel ist der Freund, der mich recht herzlich meint, der mir sein Herze giebet und mich so brünstig liebet, daß er mich füß erquicket, wenn Angst und Trübsal drücket. 8. Des Himmels Herrlichkeit sich erwünscht hat eingestellt. ist mir schon zubereit't. Mein Name steht geschrieben bei denen, die Gott lieben. Mein Ruhm kann nicht vergehen, so lang Gott wird bestehen. 9. O Zions güldne Pracht, wie hoch bist du geacht! Von Perlen find die Pforten, das Gold hat al3. 3war, ich bin nicht ungeduldig, daß mich Kreuz und Elend drückt; ich bin mehr zu leiden schuldig, als mir Gott hat zugeschickt; weiß ich doch, daß mich kein Leiden kann von seiner Liebe scheiden, sondern daß das Kreuz ein Kuß seiner Gnade heißen muß. ler Orten die Gassen ausgeschmüf- 4. Bloß deswegen will ich sterfet. Wann werd ich hingerücket? ben, daß ich Jesum möge sehn 10. süße Himmelslust, wohl und sein ewig Heil ererben; dem, dem du bewußt! Wenn wir ein möcht es heute noch geschehn! Tröpflein haben, so kann es uns er- Doch wer weiß, ob diese Stunlaben. Wie wird mit großen Freude, da ich aller Angst entbunden, den der volle Strom uns weiden! ich auf meiner Lebensbahn nicht 11. O teures Himmelsgut, du den Lauf vollenden kanu? machest rechten Mut. Was werden wir für Gaben bei dir, Herr Jesu, haben! Mit was für reichen Schäßen wirst du uns dort er gößen? 5. So ist mir der Tod ein Segen, und das Sterben ein Gewinn: Kommt, ihr Gugel, kommt entgegen, traget meine Seele hin. Ach, mir wird von jenem Leben jetzt der Vorschmack schon gegeben; 12. Fahr, Welt, fahr immer hin! Gen Himmel steht mein Darum wünsch ich dies allein, Sinn; dem Irdischen ich fluche; bald im Schauen dort zu sein. das Himmlische ich suche. Fahr hin du Weltgetümmel! Ich wähle mir den Himmel. 6. Alle, die mich hier geliebet, alle, denen ich bekannt, und die mein Valet betrübet, die befehl ich Gottes Hand. Gott versor= Mel. Alle Menschen müssen sterben. get, Gott beschüßet, Gott be754. Gitle Welt, ich bin scheeret, was euch nüßet. Also D. Heinr. Müller. dein müde, meine ist mein Haus bestellt. Gute Seele sehnet sich nach des Himmels Nacht, du eitle Welt! Ruh und Friede; ach, mein Gott, E. Neumeister. 755. 494 Vom Verlangen nach einem seligen Ende. Mel. Ich habe gnug! Mein Herr./ daraus mein Leben fließt und 755. Es ist genug! So nimm, alle Gnade sich ergießt in meine Herr, meinen Geist Seel zum Leben! verschlungen werde ganz in dir und ich unsterblich werde. zu Zions Geistern hin; löf auf 2. Ich zähle Stunden, Tag das Band, das allgemach schon und Jahr, und wird mir allzureißt; befreie diesen Sinn, der lange, bis er erscheine, daß ich sich nach seinem Gotte sehnet, gar, o Leben, dich umfange, der täglich flagt und nächtlich damit, was sterblich ist in mir, thränet. Es ist genug! 2. Es ist genug des Jammers, der mich drückt durch Adams Lustbegier; das Sündengift hat mich zu sehr erstickt, nichts Gutes wohnt in mir. Was kläglich mich von Gott abtrennet, was täglich mich beflecket nennet: das ist genug. 3. Vom Feuer deiner Liebe glüht mein Herz, das du entzündet; du bists, mit dem sich mein Gemüt durch deinen Geist verbindet, daß du in mir und ich in dir, und ich doch immer noch allhier möcht näher zu dir dringen. 3. Es ist genug des Kreuzes, 4. O, daß du selber kämest das mir fast den Rücken wund bald! Ich zähl die Augenblicke; gemacht. Wie schwer, o Gott, ach fomm, eh mir das Herz erwie hart ist diese Last! Ich falt und sichs zum Sterben schicke! schwemme manche Nacht mein Komm doch in deiner Herrlichhartes Lager ganz mit Thrä- keit, schau, deine Braut hat sich nen. Wie lang, wie lang muß ich bereit; die Lampen sind geschmücket. mich sehnen? Wann ists genug? 5. Denn da das Öl des Gei4. Es ist genug, wenn nur stes ja in mir ist ausgegossen, du mein Jesus will; er fennet ja mir auch selbst von innen nah mein Herz. Ich harre sein und halt indessen still, bis er mir allen Schmerz, der meine sieche Brust abnaget, zurücke legt und zu mir saget: Es ist genug! und ich in dir zerflossen, so leuchtet mir des Lebens Licht, und meine Lamp ist zugericht, dich fröhlich zu empfangen. 6. Komm! ist die Stimme deiner 5. Es ist genug! Herr, wenn Braut; komm! rufet deine From= es dir gefällt, so spanne mich doch me; sie ruft und schreiet überlaut: aus. Mein Jesus kommt; nun Komm bald, ach Jesu, komme! gute Nacht, o Welt! Ich fahr So komme denn, mein Bräuti ins Himmelszelt; ich fahre sicher gam! Du kennest mich, o Gottes hin mit Frieden; mein großer Lamm, daß ich dir bin vertrauet. Jammer bleibt hienieden. E8 7. Doch sei dir ganz anheim ist genug! gestellt die rechte Zeit und StunMel. Nun freut euch, lieben Christ. de; wie wohl ich weiß, daß dira ge 756. Gott Lob, ein Schritt fällt, daß ich mit Herz und Munde zur Ewigkeit ist dich fommen heiße, und darauf abermals vollendet! Zu dir im von nun an richte meinen Lauf, Fortgang dieser Zeit, mein Herz daß ich dir komm entgegen. sich sehnlich wendet, o Quell, 8. Ich bin vergnügt, daß mich nichts 3. F. Burmeiſter. Vom Verlangen nach einem seligen Ende. 495 nichts kann von deiner Liebe tren- Schafen deiner Herde; führ mich nen und daß ich frei vor jeder in den Schafstall ein, wo die mann dich darf den Bräutgam nen- heilgen Lämmer sein. nen und du, o teurer Lebensfürst, dich dort mit mir vermählen wirst und mir dein Erbe schenken. 9. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit, daß sich der Tag, ( die Nacht, die Stund, das Jahr) geendet und also auch von dieser Zeit ein neuer Schritt vollendet, und schreite hurtig weiter fort, bis ich gelange an die Pfort Jerusalems dort oben. 3. Mich verlangt, dich mit der Schar, die dich loben, anzuschauen, die da weiden ohn Gefahr auf den lichten Himmelsauen, die in Furcht nicht länger stehn und nicht können irre gehn. 4. Denn ich bin hier sehr bedrängt, muß in steten Sorgen leben, weil die Feinde mich umschränkt und mit List und Macht umgeben, daß ich armes Schäfe10. Wenn auch die Hände läs- lein feine Stund kann sicher sein. fig sind und meine Kniee wanken, 5. O Herr Jesu, laß mich nicht so biet mir deine Hand geschwind in der Wölfe Rachen kommen; in meines Glaubens Schranken, hilf in treuer Hirtenpflicht, daß damit durch deine Kraft mein ich ihnen werd entnommen; hole Herz sich stärke, und ich himmel- mich, dein Schäfelein, zu dir in wärts ohn Unterlaß aufsteige. den Himmel ein. Joh. Scheffler. In eigener Melodie. 11. Geh Seele, frisch im Glauben dran und ſei nur uner- 758. Herzlich thut mich verz schrocken; laß dich nicht von der rechten Bahn die Lust der Welt selgen End, weil ich hier bin ablocken! So dir der Lauf zu lang- umfangen mit Trübfal und Elend. sam deucht, so eile, wie ein Adler Ich hab Lust abzuscheiden von fleucht, mit Flügeln süßer Liebe. dieser argen Welt, sehn mich nach 12. O Jesu, meine Seele ist zu ewgen Freuden. O Jesu, komm dir schon aufgeflogen; du hast, nur bald! weil du voll Liebe bist, mich ganz 2. Du hast mich ja erlöset von zu dir gezogen. Fahr hin, was Sünde, Tod und Höll. E3 heißet Stund und Zeit! Ich bin hat dein Blut gekostet, drauf ich schon in der Ewigkeit, weil ich mein Hoffnung stell. Warum sollt in Jesu lebe. mir denn grauen vor Tod, vor Höll und Sünd? weil ich auf dich 757. Guter Hirte, willst du darf bauen; bin ich ein selig Kind. Aug. Herm. Franc. Mel. Jesus, meine Zuversicht. nicht deines Schäfleins dich erbarmen, es nach deiner Hirtenpflicht tragen heim auf deinen Armen? Willst du mich nicht aus der Qual holen in den Freudensaal? 3. Wenn gleich süß ist das Leben, der Tod sehr bitter mir, will ich mich doch ergeben, 311 sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, da meine Seel fährt. hin, des freu ich mich ja eben. Sterben ist mein Gewinn. 4. Der Leib zwar in der Er2. Schau, wie ich verirret bin in der Wüste dieser Erde; komm und bringe mich doch hin zu den den von Würmern wird verzehrt, 496 Vom Verlangen nach einem seligen Ende. zehrt, soll doch erwecket werden durch dein Leiden und Sterben durch Christum, schön verklärt, und blutiges Verdienst. wird leuchten als die Sonne und leben ohne Not in Himmelsfreud und Wonne; was schadt mir denn der Tod? 11. Hilf, daß ich ja nicht wante von dir, Herr Jesu Chrift! Den schwachen Glauben stärke in mir zu aller Frist! Hilf ritterlich mir ringen, dein Hand mich halt in zet, länger zu bleiben hier und acht, daß ich mag fröhlich sinmir auch immer zeiget Ehr, Geld, Gut, all ihr Zier, doch ich das gar nichts achte; es währt nur kleine 5. Ob mich die Welt gleich reigen: Gott Lob, es ist vollbracht. C. Knoll. Mel. O Jesu, du bist mein. 759. Jch armes Menschenkind! Ach, daß mir 6. Wenn ich auch gleich nun meine Sünd, die schwere Todesscheide von meinen Freunden gut, bürde, doch abgenommen würde! das mir und ihn'n bringt Leide, Ach, daß ich vor der Last des doch tröstet meinen Mut, daß wir Fleisches, die mich drücket und in größern Freuden zusammen meinen Geist ersticket, bekäme Ruh werden komm'n und bleiben unge- und Rast! schieden am himmelischen Thron. 2. Mein Gott, wann hilfft du 7. Ob ich auch hinterlasse be- mir? Wann ziehst du mich zu trübte Waiselein, der'r Not mich dir? Wie lange soll das Leben über Maße jammert im Herzen des Fleisches widerstreben dem mein, will ich doch gerue sterben edlen Geistestrieb? Wie lange und trauen meinem Gott; der soll ich leiden, was mich und dich wird sie wohl versorgen, retten fann scheiden, des Fleisches Werk aus aller Not. und Lieb? Zeit; nach Himmliſchem ich trachte, das bleibt in Ewigkeit. 8. Was thut ihr so verzagen, 3. Jefu, mein Herr und Gott, ihr armen Waiselein? Sollt euch du meines Todes Tod, du meiGott Hilf versagen, der speist die nes Lebens Leben, wann willst Raben klein? Frommen Witwen du dich erheben? Steh auf, ers und Waisen ist Gott der Vater hebe dich! Ertöt in deiner Stärke treu; Troß dem, der sie beleidet! des toten Fleisches Werke! In Das glaubet ohne Scheu. dir ertöte mich! 9. Gott geb euch seinen Segen, 4. Ich bin des Lebens satt, das ihr Vielgeliebten mein; ihr sollet mir sonst süße that, obwohl es meinetwegen nicht allzu traurig Tod und sein; beständig bleibt im Glau- Verderben Sterben und stetiges mehr als ein Leben ben! Wir werdn in kurzer Zeit war. So will ich denn nun einander wieder schauen dort in der Ewigkeit. streben nach einem bessern Leben der auserwählten Schar. 10. Nun will ich mich ganz wen- 5. Wer hier dem Fleische nach den zu dir, Herr Christ, allein. will leben, leider, ach! Der ist am Gieb mir ein selig Ende, send Geist gestorben und hat durchs mir die Engel dein; führ mich ins Fleisch verdorben den edlen Geist ewge Leben, das du erworben haft aus Gott. Wer alles das will haz Vom Verlangen nach einem seligen Ende. 497 haben, was unser Fleisch kann| Heil, mein Licht und Sonne! O laben, des Seele leidet Not. füße Seelenwonne, du bist mein Bräutigam! Mein Herz hat stets gethränet und sich nach dir gesehnet, eh ich, Schaß, zu dir fam. 6. Des Geists und Fleisches Reich bestehen nicht zugleich; das Fleisch muß untergehen, soll dein Geist recht aufstehen; denn wo 13. Nun aber, et jetzt alle bin das Fleisch regiert, da schlägt es ich erfreuet sehr; die Augen sind ers alles nieder, was Herz und Geist frischet, die Thränen abgewischet; hinwieder zum Leben neu gebiert. denn meine Feinde sind nunmehr 7. Drum, Jesu, hilf du mir, überwunden, ich habe Jesum fundaß mein Geist leb in dir; laß den und bin ein selges Kind. alles in mir sterben, verwesen D. H. G. Neuß und verderben, was fleisch- und Mel. Herzlich thut mich verlangen. fündlich ist, daß doch zum neuen 760. Ich bin ein Gaft auf Leben mein mag auferund hab stehen, wie du erstanden bist. feinen Stand; der Himmel foll 8. Gieb, daß ich sei der Welt mir werden, da ist mein Vatermit dir ans Kreuz gestellt; gieb land. Hier reis ich bis zum mir, das recht zu fassen, was alle Grabe, dort in der ewgen Ruh Menschen hassen: dein Kreuz und ist Gottes Gnadengabe, die schließt deinen Tod; und daß mir sei hinge- all Arbeit zu. gen der Welt Lust, Freud und Segen mein Kreuz und meine Not. 9. So werd ich auch mit dir zur rechten Lebensthür durch deinen Tod eingehen und in dir auferstehen zur Unverweslichkeit. Ich werd im neuen Wesen des Geistes wohl genesen in Himmelslust und Freud. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an als Müh und Not gewesen? So lang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. Mich hat auf meinen Wegen manch harter Sturm erschreckt; 10. Da werd ich, Jesu, dich Bliz, Donner, Wind und Regen anschauen ewiglich; du wirst hat mir manch Angst erweckt; mich dann umfassen und mich Verfolgung, Haß und Neiden, dich küssen lassen. O süße See- ob ichs gleich nicht verschuldt, lenlust, wie werd ich mich er- hab ich doch müssen leiden und quicken, wenn Jesus mich wird tragen mit Geduld. drücken vor Lieb an seine Brust! 4. So gings den lieben Alten, 11. Wie werd ich dich alsdann, an deren Fuß und Pfad wir uns mein Jesu, reden an? Mein Trost noch täglich halten, wenns fehlt nach meinen Plagen! werd ich an gutem Rat. Wie mußte fich dann zu dir sagen; mein edle Ber- doch schmiegen der Vater Abralenfron! Mein teurer Schaß! ham, eh als ihm sein VergnйMein Leben! Weinstock deiner gen und rechte Wohnstatt kam! Reben! O Jesu, Gottes Sohn! 5. Wie manche schwere Bürde 12. Mein Schaß, umfasse mich! trug Isaak, sein Sohn! Und JaIch, Schaß, umfasse dich! Mein kob, dessen Würde stieg bis zum 32 Him 498 Vom Berlangen nach einem seligen Ende. Himmelsthron, wie mußte der 12. Wo ich bisher gesessen, ist sich plagen! In was für Weh und nicht mein rechtes Haus. Wenn Schmerz, in was für Furcht und mein Ziel ausgemessen, so tret Zagen fant oft sein armes Herz. ich dann hinaus, und was ich 6. Die frommen heilgen See- hier gebrauchet, das leg ich alles len, die gingen fort und fort und ab, und wenn ich ausgehauchet, änderten mit Quälen den erstbewohnten Ort; fie zogen hin und wieder, ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod sie nieder legt in des Grabes Schoß. so scharrt man mich ins Grab. 13. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du ziehst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll, gleich als die helle Sonne, ich besser leben, als solche große mit andern leuchten soll. Leut? Es muß ja durchgedrun- 14. Da will ich immer wohnen, gen, es muß gelitten sein; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein. und nicht nur als ein Gast, bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast. Da will ich herrlich singen von deinem großen Thun und frei von schnöden Dins gen in meinem Erbteil ruhn. Paul Gerhardt. 7. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid. Was will 8. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in die sem fremden Zelt. Ich wandre meine Straße, die zu der Heiz mat führt, da mich ohn alle Mel. Nun ruhen alle Wälder. Maße mein Vater trösten wird. 761. Ich habe Lust zu scheiden von 9. Mein Heimat ist dort droben, da aller Engel Schar den groBen Herrscher loben, der alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, auch alles hebt und leget, nachdems ihm wohlgefällt. 10. Zu dem steht mein Verlangen, da wollt ich gerne hin; die Welt bin ich durchgangen, daß ichs fast müde bin. Je länger ich hier walle, je weniger find ich Freud, die meinem Geist gefalle, das meist ist Herzeleid. 11. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel. Ach komm, mein Gott, und löse mein Herz! wenn dein Herz will. Komm, mach ein selig Ende mit meiner Wanderschaft; und was mich fränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft! Freuden, mein Gott, wenn dirs gefällt; es stehet mein Berlangen nach dir, laß mich umfangen, Herr Jesu, dich im Himmelszelt. 2. Ich habe Lust zu scheiden; Herr Jesu, durch dein Leiden hast du mich recht befreit; du tilgest meine Sünden, daß ich kann Gnade finden, schenkst mir die wahre Seligkeit. 3. Ich habe Lust zu scheiden, weil all mein Kreuz und Leiden alsdann ein Ende hat; drum ich den Tod nicht scheue, weil ich mich innig freue auf jene schöne Himmelsstadt. 4. Ich habe Lust zu scheiden. Es darf mich niemand neiden, wenn ich bei Jefu bin, der kann mich wohl beschüßen vor aller Feins Vom Verlangen nach einem seligen Ende. 499 Feinde Blißen, zu ihm steht| mir spät und frühe von der Welt Herz, Gemüt und Sinn. 5. Ich habe Lust zu scheiden; mein Jesus wird mich fleiden mit der Gerechtigkeit, mit Schmud des Heils mich zieren, daß ich fann triumphieren, wo lauter Lust und gar kein Leid. geschieht. Gottes Schein, der giebt allein Fried und Ruhe meinem Herzen, lindert Seelenschmerzen. 4. Weichet nun, ihr Sünder, weichet, ihr Weltfinder, alle fern von mir, die ihr streitet, frieget, die ihr öfters sieget in dem Bösen hier. Himmelsfreud ist mir bereit; fanfte Ruh und süßes ben wird mir Jesus geben. Lees le= 6. Ich habe Luft zu scheiden, obgleich der Tod wird schneiden den Lebensfaden ab; sterb ich doch nicht im Sterben, den Him mel werd ich erben, legt man mich schon ins finstre Grab. D. Ahasv. Fritsch. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 7. Ich habe Luft zu scheiben: 763. Liebster Sott, wann du helles Licht der Heiden, wirst mich durchs finstre Thal des Todes sicher bringen, daß ich kann fröhlich singen, wenn ich fomm in den Freudensaal. werd ich sterben? Meine Zeit läuft immer hin und des alten Adams Erben, unter denen ich auch bin, haben das zum Vaterteil, daß sie eine kleine Weil arm und elend sind auf Erden und dann selber Erde werden. 2. Ich zwar will mich auch nicht widern, zu beschließen meine Zeit; trag ich doch in allen Gliedern Samen von der Sterblichkeit; geht doch immer da und dort einer nach dem andern fort, und schon mancher liegt im Grabe, den ich wohl gefennet habe. laß mich nicht so quälen hier in dieser Welt! Ich 3. Aber, Gott, was werd ich bin matt und müde, suche Ruh denken, wenn es wird aus Sterund Friede in dem Himmelszelt. ben gehn? Wo wird man den Komm, ach fomm, Herr Jesu, Leib versenken? Wie wirds um komm! Führe mich aus diesem die Seele stehn? Ach, viel KumLeiden hin zu Himmelsfreuden! mer fällt mir ein: Wessen wird 2. Dein Knecht hat gestritten, mein Vorrat sein? Und wo Kreuz und Not erlitten, Jesu, werden meine Lieben nach einSeelenfreund! Laß mich nun ander hin verstieben? außrasten von den Arbeitslaften, morgen oder heut. Komm, ach komm, Herr Jesu, fomm! Bringe mich zu Ruh und Friede! Ich bin matt und müde. 4. Doch entweicht ihr eitlen Sorgen! Soll ich nicht zu Jesu gehn? Lieber heute noch als morgen; denn mein Fleisch wird auferstehn. Ich verzeih es gern der Welt, daß sie alles hier behält und bescheide meinen Erben meinen Gott, der nicht kann sterben. 32* 5. Herr8. Ich habe Lust zu scheiden; mein Jesus wird mich weiden, wo nichts als Freude ist, wo ich nur Ruhe habe und ewiglich mich labe. Hilf mir bald hin, Herr Jesu Christ! Benj. Schmold. Mel. Jesu, meine Freude. 762. Jesu, Ruh der Seelen, 3. Was ich dent und thue, ist nach Himmelsruhe nur allein gericht; alles ist nur Mühe, was 500 Vom Verlangen nach einem seligen Ende. 5. Herrscher über Tod und Les den ist doch wenig Ruh, hier ben! Mach einmal mein Ende gut; fann die Seele nicht genesen; lehre mich den Geist aufgeben mit denn alle Wollust dieser Welt ist recht wohl gefaßtem Mut. Hilf, daß unbeständig und durchgällt, und ich ein ehrlich Grab neben from nur ein lauter Jammerwesen. men Christen hab und auch endlich 2. Nur auf und nach dem Himin der Erde nimmermehr zu Schan- mel zu! Allhier ist weder Raft noch den werde. Caspar Neumann. Ruh. Sehn wir die SonnenMel Höchster Priester, der du dich. strahlen scheinen, so ist der Brand 764. Liebster uns allzuschwer; stürmt dann ein Ungewitter her, so muß man mit den Wolfen weinen. Bräutgam, denkst du nicht an die teure Liebespflicht, da du dich mit tausend Wunden meiner Seele haft verbunden? 2. Denkst du nicht an deinen Spott, an das Kreuz und an die Not und an deiner Seele Leiden, da sie sollte von dir scheiden? 3. Nur auf und nach dem Himmel zu! Hier ist ja nirgend sichre Ruh. Erfreuen uns des Glückes Blicke, wenns uns zu dienen sich bemüht, daß alles um uns lacht und blüht, so läßt es doch nicht feine Tücke. 4. Nur auf und nach dem Himmel zu! Wer hier lebt, findet schlechte Ruh. Stommt hier ein Mensch zu schlechten Jahren und fragt man nach dem Wohlergehn, so muß er frei heraus gestehn, er habe Müh und Angst erfahren. 5. Nur auf und nach dem Himmel zu! Im Himmel ist die wahre Ruh; da ist kein Achzen, Weh und Klagen, kein Schmerz und Schwachheit, keine Bein, gleichwie wir hier geängstigt sind mit ungezählten Jammerplagen. 6. Nur auf und nach dem Him7. Denke doch, o Gotteslamm, mel zu! Da ist die wahre Seelendaß du bist mein Bräutigam; ruh; da schwebt die Seel in soldenke, daß dirs will gebühren, cher Wonne und ist geschmückt deine Braut zur Ruh zu führen. mit schönster Bracht und preist 8. Nimm mich, Liebster, in dein des Höchsten Güt und Macht. Das Reich, mach mich den Erwählten Gotteslamm ist ihre Sonne! gleich; nimm mich aus der 3. Weißt du wohl, daß deine Bein mein Erlösung sollte sein? Und wie muß ich denn auf Erden noch so lang gequälet werden? schlechte Ruh. 4. Bin ich dir als deine Braut schon verlobet und vertraut, was rum läßt du meine Seele in des Leibes Trauerhöhle? 5. Bin ich dein und du bist mein, warum läßt du mich allein? Warum willst du mich, mein Leben, nicht alsbald zu bir erheben? 6. Ich verschmachte vor Begier, die mein Herze hat nach dir; ich vergehe vor Verlangen, dich zu sehn und zu umfangen. Mel. Valet will ich dir geben. Trauerhöhle, Jesu, Bräutgam 766. Schaß über alle Schäße, Joh. Scheffler. In eigener Melodic. Jesu, an dem ich mich ergöße, hier hab 765. Nur auf und nach dem ich einen Play in meinem treuen Himmel zu! Hienie- Herzen dir, Schönster, zugeteilt, weil Vom Verlangen nach einem seligen Ende. 501 und laß sie fahren, ob sie mir gleich viel Jammers macht, Gott wird mich wohl bewahren. Ich meint, die Welt wär eitel Geld, weil du mit deinen Schmerzen mir meinen Schmerz geheilt. 2. Ach, Freude meiner Freuden, du wahres Himmelsbrot, damit ich mich kann weiden, das meine befind es nun viel anders. Seelennot ganz fräftiglich kann stillen und mich in Leidenszeit erfreulich überfüllen mit Trost und Süßigkeit. 3. Laß, Jesu, mich erblicken dein freundlich Angesicht, mein Herze zu erquicken; fomm, komm, zu dir schreien. mein Freudenlicht! Denn ohne 3. Wann komm ich in dein Paradich zu leben, ist lauter Herze- deis, da schon viel Christen wohleid; vor deinen Augen schweben, nen und singen dir Lob, Ehr und ist lauter Seligkeit. Preis, geschmückt mit Siegertronen? Wann holst du mich ins Himmelreich, daß ich dein Antlig schaue? 4. Mein Seel hat Not und große Qual, daß ich so lang muß leis den, in diesem Erdenjammerthal, da nichts als Haß und Neiden. Da treibt ihrn Spott die falsche Rott mit mir in meinen Nöten. 5. Sie fragen: Wo bleibt nun dein Gott? Ja, daß er dir erfcheine! Der Hohn fränkt mir mein Herz und Blut, daß ich vor Trübsal weine. So komm doch bald, mein Aufenthalt, und reiß mich von der Erde! 6. Nimm mich in deinen Freudensaal, von dir bereitet droben, da dich die Patriarchen all mit 7. Nun, Jesu, mein Vergnü- den Propheten loben, und da die gen, komm, hole mich zu dir, in Schar der Engel flar um deinen deinem Schoß zu liegen; komm, Thron herschweben. meiner Seele Zier, und setze mich 7. Was kräntst du dich, o arme aus Gnaden in deine Freuden- Seel? Sei still und thu nicht ftadt, so kann mir niemand scha- wanken; Gott ist mein Burg, den, so bin ich reich und satt. mein Trost und Heil, das werd ich ihm noch danken; ſei still und leid ein kleine Zeit; nach Angst kommt Freud und Wonne. M. Sal. Listow. gute Nacht der Welt 8. Das Kräutlein Patientia wächst 4. Dreiche Lebensquelle! O Jesu, füße Ruh! Du treuer Kreuzges felle, schlag nach Belieben zu! Ich will geduldig leiden, und soll mich feine Bein von deiner Liebe scheis den, noch mir beschwerlich sein. 5. Mein Herze bleibt ergeben dir immer für und für, zu sterben und zu leben, und will vielmehr mit dir im tiefsten Feuer schwißen, als, Schönster, ohne dich im Paradiese Hißen veracht und jämmerlich. 6. D Herrlichkeit der Erden, dich mag und will ich nicht; mein Geift will himmlisch werden und ist dahin gericht, wo Jesus wird geschauet; da sehn ich mich hinein, wo Jesus Hütten bauet; denn dort ist gut zu sein. 2. Ein Hirsch nach frischem Wasser schreit, wenn heiß die Sonne scheinet; also ich durft zu dieser Zeit, mein Aug nach Troste weinet. Mir ist so bang! Ach Gott, wie lang? Herr, ich muß In eigener Melodie. 767. So wünsch ich nun ein 502 Vom Verlangen nach einem seligen Ende. wächst nicht in jedem Garten; ach dein Nam und Kreuz allein funkelt Gott, schaff du mirs immerdar, all Zeit und Stunde, drauf kann daß ich mag deiner warten; sonst ich fröhlich sein. Erschein mir bin ich sehr betrübt und schwer in dem Bilde zum Trost in meiner von Angst auf dieser Erden. Not, wie du, Herr Christ, so 9. Ich seh, daß dein Zorn wie milde dich haft geblut zu Tod. ein Flut dem ganzen Land begeg- 4. Berbirg mein Seel aus Gnanet, und daß es schmerzt und den in deiner offnen Seit; rüd wehe thut, wo sich dein Grimm er sie aus allem Schaden in deine hebet, die Wellen gar ich auch er Herrlichkeit. Der ist wohl hier fahr samt deinen Wasserwogen. gewesen, wer kommt ins Himmels 10. Darum bin ich der Welt so Schloß; und ewig ist genesen, wer müd; all Tag und Nacht ich weine bleibt in deinem Schoß. und laß nicht ab, bis deine Güt, 5. Schreib meinen Namn aufs verheißen mir, erscheine. beste ins Buch des Lebens ein, eil doch fort, mein treuer Hort, und bind mein Seel fein feste ins und nimm mich hin mit Freuden! schöne Bündelein der'r, die im 11. Wie lang soll ich hier traurig Himmel grünen und vor dir le sein, daß mich die Feinde plagen? ben frei, so will ich ewig rühEs ist ein Mord mir im Gebein, men, daß dein Herz treue sei. daß sie ganz höhnisch fragen: Sagl an, wo ist dein Jesus Christ? Ja, daß er dich erlöse! Nun Val. Herberger. Mel. Erquide mich, du Heil. 769. Mann wird der schöne 12. Geduld, Geduld, betrübte Tag doch kommen, Seel! Geduld kann dich nur das Ziel so mancher Qual und retten. Wart nur, bis dein Im- Bein, da ich, der Glieder Laft manuel zerbricht die Trübfals- entnommen, bei meinem Jefu fetten. Er holt uns fort zum werde sein und nach so großem Himmelsport; da werden wir Sturm und Winden den stillen ihm danken. D. Phil. Nicolat. Port des Himmels finden? In eigener Melodie. 768. Valet will ich dir geben, 2. Ach brechet an, gewünschte Stunden, o Tod, verweile dich du arge, falsche Welt; doch nicht; fomm, trenne, was dein sündlich böses Leben durchaus den Geist gebunden und führe mir nicht gefällt. Im Himmel ist mich zu jenem Licht, wo die gegut wohnen, hinauf steht mein liebten Seraphinen dem Herren Begier; da wird Gott ewig loh- aller Herren dienen. nen dem, der ihm dient allhier. 3. Weg Welt mit allen Fröh 2. Rat mir nach deinem Her- lichkeiten, dein Wesen riecht nach zen, o Jesu, Gottes Sohn! Soll Unbestand; ich sehne mich, nur ich hier dulden Schmerzen, hilf bald zu schreiten in das erworbne mir, Herr Christ, davon! Verkürz Vaterland, in den mit Blut ermir alles Leiden, stärk meinen blö- kauften Himmel aus diesem den Mut; laß selig mich abschei- schnöden Weltgetümmel. den, seß mich in dein Erbgut! 4. Mein Gott, was hab ich 3. In meines Herzens Grunde nicht erlitten, da ich als Pilgrim hier Von der christlichen Kirche auf Erden. 503 Ich will mit eitlen Erbenschäßen mein Herz nicht länger hier ergößzen. hier gelebt; wie mancher Schmerz hat mich bestritten, der noch um meine Glieder schwebt; ich konnte noch fein Wörtlein lallen, da ich 9. Komm, fomm und führe ichon Thränen hier ließ fallen.mich von hinnen; ich reiche schon 5. Was hilft es doch, gelebt die Hände dir. Kann ich den zu haben und achtzig Jahren nahe Himmel uur gewinnen, was frag sein? So lange wir nicht sind be ich nach der Erdenzier! Die lichgraben, so lange trifft uns Not ten Hügel bleiben stehen, wenn und Bein; so lange wir noch diese wird in Trümmer gehen. Jahre zählen, befällt uns lauter Angst und Quälen. 10. Mich deucht, ich höre schon die Wonne, den engelsüßen Jubelton, so die geliebte Freudensonne den Auserwählten giebt zum Lohn, wenn sie nach vielem Sturm und Bösen sich von den Eitelkeiten lösen. 6. Ach, welcher Tag ist wohl vergangen, da nicht die schwere Kummerlaft die arme Seele hielt gefangen, da sie Betrübnis nicht umfaßt; ja feiner Nacht kann ich gedenken, die Abschied nahm ohn herbes Kränken. 11. Mein Jesu, ach willst du verlassen die Seele, die dich ewig liebt? Mein Mund soll fröhlich mir erblaffen, da mich das Scheiden dir nun giebt; tein heißer Schweiß, tein kaltes Zittern ſoll mir den herben Tod verbittern. 7. Hab ich nicht manchen Tag gelegen mit tausend Thränen überschwemmt? Oft wollte sich kein Glied mehr regen, so waren sie durch Angst gehemmt; früh, wenn die Sonne gab den Morgen, umfingen mich schon neue Sorgen. 12. Nun, mein Geliebter kommt gegangen, ich wünsche zehnmal 8. Mein Jesu, läßt du denn gute Nacht. Komm, Jesu! trockne verschmachten die Seele, so dich mir die Wangen, die dein VerBräutgam heißt? Schau, wie ziehen naß gemacht; komm, komm, ich kann die Welt verachten, wie wir wollen ohn Verweilen aus sich mein Geist von hinnen reißt! dieser Welt zum Himmel eilen! 35. g. Von den Gnadengenossen, das ist: Von der christlichen Kirche auf Erden. In eigener Melodie, oder: was eigen Wiß erfindet; ihr Herz Es ist gewißlich an der Zeit. nicht eines Sinnes ist in Gottes 770. Ach Gott, vom Himmel Wort gegründet; der wählet dies, fieh darein und laß der andre das; sie trennen uns dich des erbarmen, wie wenig ohn alle Maß und gleißen schön sind der Heilgen dein, verlassen von außen. sind wir Armen! Dein Wort 3. Gott woll ausrotten ganz und läßt man nicht haben wahr; der gar, die falschen Schein uns leh Glaub ist auch verloschen gar bei ren, dazu ihr Zung stolz offenbar allen Menschenkindern. spricht: Troß! Wer will uns wehren? Wir haben Recht und Macht 2. Sie lehren eitel falsche List, als 504 Von der christlichen Kirche auf Erden. allein; was wir segen, das gilt ge-| 3. Wie sollten wir in solchem mein; wer ist, der unssollt meistern? Zwang und Elend, so vorhan4. Darum spricht Gott: Ich den, dem Herren singen ein Gemuß auf sein, die Armen sind sang sogar in fremden Landen? verstöret; ihr Seufzen dringt zu Jerusalem, vergeß ich dein, so mir herein, ich hab ihr Klag er wolle Gott der Rechten mein verhöret; mein heilsam Wort soll gefsn in meinem Leben. Wenn auf den Plan, getrost und frisch ich nicht dein bleib eingedenk, fie greifen an und sein die Kraft mein Zung sich an den Gaumen der Armen. häng und bleibe daran kleben. 5. Das Silber, durchs Feur 4. Ja, wenn ich nicht mit ganfiebenmal bewährt, wird lauter zem Fleiß, Jerusalem, dich ehre, funden; an Gottes Wort man im Anfang meiner Freuden Preis warten soll desgleichen alle Stun- und jetzt noch immermehre! Geden. Es will durchs Kreuz be- denk der Kinder Edom sehr am währet sein, da wird erkannt sein Tag Jerusalems, o Herr, die Kraft und Schein, und leucht in ihr'r Bosheit sprechen: Rein start in die Lande. ab, rein ab, zu aller Stund! Vers 6. Das wollst du, Gott, bewah- tilg sie gar bis auf den Grund, ren rein vor diesem argn Ge- den Boden wolln wir brechen. schlechte, und laß uns dir befohlen 5. Du schnöde Tochter Babysein, daß sichs in uns nicht flechte. Ion, zerbrochen und zerstöret! Der gottlos Hauf sich umher findt, Wohl dem, der dir gab deinen wo diese lose Leute sind in deinem Lohn, und der dir hat vergolten Volk erhaben. dein Übermut und Schaltheit groß und hat gemessen mit dem Maß, wie du uns haft gemessen! Dir ist geschehen, Babylon, was du verdienet an Zion, damit dein werd vergessen. Wolfg. Dachstein. D. M. Luther. In eigener Melodie. 771. An Wasserflüssen Babylon, da saßen wir mit Schmerzen; als wir gedachten an Zion, da weinten wir von Herzen; wir hingen auf mit schwerem Mut die Harfen und die OrIn eigener Melodie, oder: Herr Jesu Christ, dich zu uns. in ihrem da geln gut an ihre Bäum, die Weiden, 772. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort, und mußten wir viel Schmach und steur des Papsts und Türken Schand täglich von ihnen leiden. Mord, die Jesum Christum, dei 2. Die uns gefangen hielten nen Sohn, stürzen wollen vont lang so hart an selben Orten, seinem Thron. begehrten von uns ein'n' Gesang 2. Beweis dein Macht, Herr mit gar spöttischen Worten, und Jesu Christ, der du Herr alsuchten in der Traurigkeit ein ler Herren bist; beschirm dein fröhlich Lied in unserm Leid: Ach, arme Christenheit, daß sie dich Lieber, thut uns singen ein Lob- lob in Ewigkeit. gefang, ein Liedlein schön, von den Gedichten aus Zion, das fröhlich thut erklingen. 3. Gott heilger Geist, du Tröster wert, gieb Eintracht deinem Volk auf Erd; steh bei uns in Von der christlichen Kirche auf Erden. 505 in der letzten Not, leit uns ins Leben aus dem Tod. und höhnet alles, was er sagt, daß Gott sein Trost ist worden. 4. Ihr Anschläg, Herr, zunichte 6. Wer soll Israel, dem armach; laß sie treffen ihr böse Sach, men, zu Zion Heil erlangen? und stürz sie in die Grub hinein, Gott wird sich seins Volts erdie sie machen den Christen dein. barmen und lösen die Gefangnen. 5. So werden sie erkennen doch, Das wird er thun durch seinen daß du, unser Gott, lebest noch, Sohn; davon wird Jakob Wonne und hilfft gewaltig deiner Schar, habn und Israel sich freuen. die sich auf dich verlassen gar. D. M. Luther. D. M. Luther. In eigener Melodic. 774. Swolle Gott uns gnädig sein und seinen Segen geben; sein Antlig uns mit hels lem Schein erleucht zum ewgen Leben, daß wir erkennen seine Werk, und was ihn liebt auf Erden und Jesus Christus Heil und Stärk bekannt den Heiden werde und sie zu Gott bekehre. 2. So danken dir und loben dich, Herr Gott, die Heiden alle; und alle Welt, die freue sich, und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke Gott und lobe dich das Volk in guten Thaten; das Land bring Frucht und bessre sich, dein Wort laß wohl geraten. Uns segne Vater und der Sohn; 4. Wie lange wolln unwissend uns segne Gott der heilge Geist, sein, die solche Müh aufladen, und dem alle Welt die Ehre thu, vor fressen dafür das Volk mein, ihm sich fürchte allermeist. Nun nährn sich mit seinem Schaden? sprecht von Herzen: Amen! Es steht ihr Trauen nicht auf Gott; sie rufen ihn nicht in der Not, sie wolln sich selbst versorgen. 5. Darum ist ihr Herz nimmer still und steht allzeit im Fürchten. Gott bei den Frommen bleiben will, die ihm im Glaubn gehorchen; ihr aber schmäht des Armen Rat D. M. Luther. In eigener Melodie. 773. spricht der Unweisen Mund wohl: Den rechten Gott wir meinen! Doch ist ihr Herz Unglaubens voll, mit That sie ihn verneinen; ihr Wesen ist verderbet zwar, vor Gott ist es ein Gräuel gar, es thut ihr'r feiner kein gut. 2. Gott selbst vom Himmel sah herab auf aller Menschen Kinder, zu schauen sie er sich begab, ob er jemand möcht finden, der sein Verstand gerichtet hätt, mit Ernst nach Gottes Worten thät und fragt nach seinem Willen. 3. Da war niemand auf rechter Bahn, sie warn all ausgeschritten; ein jeder ging nach seinem Wahn und hielt verlorne Sitten; es thät ihr'r keiner doch kein Gut, wie wohl gar viel betrog der Mut; ihr Thun sollt Gott gefallen. Mel. Ach, was soll ich Sünder. 775. Gott, du weißt in was für Kirche schwebt, die nach deinem Willen lebt. Ach, das Unkraut aller Seiten, alles Orts, in allem Stand immer mehr nimmt überhand. 2. Weil 506 Von der christlichen Kirche auf Erden. 2. Weil bei Hütern samt den dem Sündenwust zu büßen ihre Schafen allzu große Sicherheit Fleischeslust nach dem verderbten herrscht in dieser lebten Zeit, sät Willen. der Feind, indem sie schlafen, auf den Acker, da dein Wort wachsen soll, List, Trug und Mord. 4. Die Kreatur entfeßet sich und seufzet, frei zu werden; sie wartet und thut ängstiglich; der 3. Hilf, daß deine Diener wa- Himmel und die Erde, die deiner chen, daß nicht Unkraut, Sünd Finger Werke sind und was sich und Schand plößlich nehmen in denselben findt, beweinen solch überhand; hilf du selbst in allen Verderben. Sachen; gieb den Deinen früh und spat Trost und Hilfe, Rat und That. 5. Wir hoffen dennoch fest zu dir, du werdest uns erhören; wir flehen, o Gott, für und für, du wolleft 4. Laß uns deines Wortes doch bekehren die sündenvolle, Samen, Lehr und Leben halten blinde elt, die sich für so glüc= rein und ein reiner Weizen sein, selig hält, und doch zur Hölle eilet. daß wir deinen werten Namen rühmen hier in dieser Zeit und in alle Ewigkeit. 6. Erbarme dich, o treuer Gott, der du die Welt geliebet, die Welt, die ganz in Sünden tot, in Irrtum dich betrübet. Gieb 5. Wenn du endlich selbst wirst kommen, wenn die Ernte bricht deinem werten Worte Kraft, daß herein, sammle uns mit Freuden es in solchen Herzen haft, die ein und laß uns mit allen From- hart sind wie die Felsen. men in des Lebens Bündelein bei dir ewig selig sein. 7. Laß doch die Welt erkennen noch mit ihren blinden Kindern, wie sanft und angenehm dein Joch sei bei den armen Sündern, die Joh. Dlearius. Mel. Aus tiefer Not schrei ich. - 776. Herr, deine Treue ist fühlen ihre Sündenschuld und wenden sich zu deiner Huld und deines Sohnes Wunden. so groß, daß wir uns wundern müssen; wir liegen vor dir arm und bloß zu deinen Gnadenfüßen. Die Bosheit währet immerfort, und du bleibst doch der treue Sport und willst uns nicht verderben. 8. Die Herde, die du haft erwählt, die seße du zum Segen und schenke, was ihr bisher fehlt, zu gehn auf rechten Wegen; laß deine Treue, Aug und Hand sein 2. Die Sünde nimmet überhand, deinen Gliedern wohl bekannt, du siehest selbst die Schmerzen; die deiner Güte trauen. die Wunden sind dir wohl be- 9. Ein Vater und ein Hirte fannt der sehr verkehrten Herzen; meint es treulich mit den Seinen; die Schulden nehmen täglich zu, du bist noch mehr, als beide sind, es haben weder Rast noch Ruh, du kannsts nicht böse meinen; die dir den Rücken kehren. drum trauen wir allein auf dich; ach, leite du uns väterlich nach deinem Rat und Willen. 3. Dein Auge stehet wider die, so deiner Wege fehlen und in dem ganzen Leben hie den brei- 10. Hier sind wir deine Reben ten Weg erwählen und suchen in schon und freuen uns daneben, daß Von der christlichen Kirche auf Erden. 507 daß du uns willst die Gnaden- haufe, der solchem Hirtenstab frou in deinem Himmel geben; nachfolgt im vollen Laufe der wir hoffen, bald dein Angesicht zu Sünden bis ins Grab. sehen dort in deinem Licht, da uns das Lamm wird weiden. Joh. Weidenheim. In eigener Melodie. 777. Schaut man das Leben 7. O große Sicherheit, man muß davor erschrecken, daß sich die Christenheit will mit dem Schein bedecken und sich die Macht er= lauben, die Sünd auf Gottes Gnad zu thun und falsch zu glaus ben, daß sie Vergebung hat. an der Welt und ihre Sachen, die viele Worte kann vom Glauben zierlich machen, so sieht man aus den Früchten der Kinder dieser Welt, daß sie die Kraft vernichten, die Gott allein gefällt. 8. Nun, dies hat Gottes Geist so lang vorher gezeuget, der uns bemerken heißt, wohin die Zeit sich neiget. Der Abfall ist vorhanden, der, wenn es möglich wär, die Frommen brächt in Schanden durch Irrtum falscher Lehr. 2. Es ist die leßte Zeit, worauf der Geist gezielet, da Satan es so weit durch Macht und List gespielet, daß sich den wahren Glauben der Menschen größter Teil in Blindheit lässet rauben, der sonst ergreift das Heil. 9. O Jesu, denk an mich und alle deine Frommen und leite gnädiglich uns, die wir sind ge= fommen in diese legten Zeiten; laß uns durch deine Macht im Glaubenskampf bestreiten der Sünden finstre Nacht. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 778. Treuer Hirte deiner Herde, deiner Glieder fieget, das er gestreuet ein. starker Schuß, sieh doch, wie die 4. Man spottet Christi Lehr Asch und Erde, großer Gott, mit und sein demütigs Leben; hin- Grimm und Truß tobt und wütet gegen sucht man Ehr und hoch wider dich und vermißt sich frevent= sich zu erheben; ruhmredig, aufgeschwollen sind solche, die allein vor andern gelten wollen, bei falschem Glaubensschein. 3. Die Wahrheit gilt nicht mehr; man ist davon gewichen; die Lüge hat Gehör, der Feind ist eingeschlichen, nachdem in Schlaf gewieget die Wächter sollten leider lich, deine Kirche zu zerstören und dein Erbteil zu verheeren. 2. Du, Herr, bist ja unser König, wir sind dein mit Leib und Seel; 5. Man lebt im Sündenwust Menschenhilf ist gar zu wenig, und in des Satans Stricken nach wo du nicht, Immanuel, zu der aller Fleischeslust; und doch will Deinen Rettung wachst und dich man sich schmücken mit Christi selbst zu Felde machst, für dein Tod und Leiden und mit Gerech- wahres Wort zu kämpfen und tigkeit, die soll das Herz bekleider Feinde Rott zu dämpfen. den, das nie sein Thun bereut. 3. Es trifft deines Namens Ehre, 6. Dies ist das böse Volt, das deiner Wahrheit Heiligtum, Jesu, sich nicht will bekehren, die was- deines Glaubens Lehre, deines ferlose Wolt, dadurch sich läßt Leidens Kraft und Ruhm und bethören der blinde Einfalts- den Dienst, den dir allein wir zu Icta 508 Von der christlichen Kirche auf Erden. Teisten schuldig sein; dazu kannst| Mel. Singen wir aus Herzens G. du ja nicht schweigen, deine 779. Trener Wächter Israel, Leib 4. Du verlachst der Feinde Tücke, und Seel, der du sieheft alles treibst der Bösen Rat und Schluß, Leid deiner armen Christenheit; Mut und Anschlag selbst zurücke, o du Wächter, der du nicht daß er nicht gelingen muß. Die schläfft noch schlummerst, zu uns Verfolgung hat ihr Ziel; du verricht dein hilfreiches Angesicht. hängst ihr'r nicht zu viel und 2. Schau, wie große Not und pflegst derer nur zu spotten, die, Qual trifft dein Volk jeßt übers Herr, wider dich sich rotten. all; täglich wird der Trübsal 5. Stärke nur den schwachen mehr; hilf, ach hilf, schüß deine Glauben, den bei so betrübter Lehr! Wir verderben, wir vergehn; Zeit Fleisch und Satan uns zu nichts wir sonst vor Augen sehn, rauben, und mit Furcht und wo du nicht bei uns wirst stehn. Blödigkeit uns zu schrecken sind 3. Hoherpriester, Jesu Christ, bemüht. Deine Weisheit fennt der du eingegangen bist in den und sieht deiner Kinder schwach heilgen Ort zu Gott, durch dein Vermögen und wird nicht zu Kreuz und bittern Tod, uns verviel auflegen. föhnt mit deinem Blut, ausges löicht der Hölle Glut, wiederbracht das höchste Gut! 4. Stbest in des Vaters Reich, ihin an Macht und Ehren gleich, unser Mittler und Patron, seine höchste Freud und Kron, den er so im Herzen trägt, wie er sich zu lieben pflegt, dem er keine Bitt abschlägt. 7. Laß uns recht und redlich 5. Kläglich schreien wir zu dir, handeln und in Taubeneinfalt flopfen an die Gnadenthür, wir, dir ganz gelassen heilig wandeln, die du mit höchstem Ruhm dir und dabei uns flüglich hier erfauft zum Eigentum; deines schicken in die böse Zeit und Vaters Zorn abwend, der wie vor falscher Heiligkeit, auch vor lauter Feuer brennt, und der keine Feindes List und Wüten uns Grenzen fennt. mit Schlangenflugheit hüten. 6. Zeig ihm deine Wunden rot, 8. Laß mit Beten und mit Wa- red von deinem Kreuz und Tod; chen stets uns stehn auf unsrer und was mehr du haft gethan, Hut und nur dich, Herr, Laffen zeig ihm unfertwegen an; sage, machen, so wird alles werden daß du unsre Schuld haft begut! Jesus streitet für uns hier zahlet in Geduld, uns erlanget und vertritt uns dort bei dir, Gnad und Huld. bis wir auf der neuen Erden mit ihm triumphieren werden. 7. Jesus, der du Jesus heißt, als ein Jesus Hilfe leist! Hilf mit deiner starken Hand; MenfchenH. Katharine v. Gersdorf. 6. Hilf den Deinen und be fehre der Verfolger blindes Heer; der Verfolgung steur und wehre, daß sie uns nicht sei zu schwer. Nimm dich der Bedrängten an; Leit auch die auf rechte Bahn, die noch jest durch Satans Lügen sich selbst um ihr Heil bes trügen. Von der christlichen Kirche auf Erden. 509 schenhilf hat sich gewandt; eine wird bein Volk freuen sich, daMauer um uns bau, daß dem für ewig preisen dich. Feinde davor grau, er mit Zittern sie anschau. Joh. Heermann. Mel. Ach, Herre, du gerechter, oder: Es ist gewißlich an der Zeit. 8. Liebster Schaß, Immanuel, du Beschüßer unsrer Seel, Gott 780. Wär Gott nicht mit uns diese Zeit, so soll Ismit uns in aller Not, neben uns und in uns Gott, Gott für uns zu aller Zeit, Troß dem, der uns thut ein Leid! Gottes Straf ist ihm bereit. rael sagen, wär Gott nicht mit uns diese Zeit, wir hätten müssn verzagen, die so ein armes Häuflein sind, veracht von so viel Menschenkind, die an uns seßen alle. o Gott das hätt zugeben, ver2. Auf uns sozornig ist ihr Sinn. schlungen hätten sie uns hin mit 9. Deines Vaters starker Arm, fomm und unser dich erbarm; laß jetzt sehen deine Macht, drauf wir hoffen Tag und Nacht; aller Feinde Bündnis trenn, daß dich ganzem Leib und Leben; wir alle Welt erkenn, aller Herren wärn, als die ein Flut ersäuft, und über die groß Wasser läuft Herren nenn. und mit Gewalt verschwemmet. 3. Gott Lob und Dank! der nicht zugab, daß uns ihr Schlund 10. Andre trauen ihrer Kraft, ihrem Glück und Ritterschaft; deine Christen sehn auf dich, auf möcht fangen; wie ein Bogel dich traun sie festiglich. werden nicht zu Schand, bleib ihr Helfer und Beistand; sind sie dir doch all bekannt. Laß sie des Strids kommt ab, ist unsre Seel entgangen. Strick ist entzwei und wir sind frei; des Herren Name steht uns bei, des Gotts Himmels und Erden! D. M. Luther. 11. Gürte dein Schwert an die Seit als ein Held, und für sie streit, und zerschmettre deine Feind, so viel ihr'r auf Erden sein. Du In eigener Melodie, oder: Es ist gewißlich an der Zeit. fannst sie zur Strafe ziehn, leg 781. Mo Gott der Herr Wo nicht bei uns hält, sie dir zum Schemel hin und brich ihren stolzen Sinn. wenn unsre Feinde toben, und 12. Du bist ja der Held und er nicht unsrer Sach zufällt im Mann, der den Kriegen steuren kann; der da Schwert und Spieß zerbricht, der die Bogen macht zunicht; der die Wagen gar verbrennt und der Menschen Herzen wendt, daß der Krieg gewinnt ein End. Himmel hoch dort oben; wo er Israels Schuß nicht ist, und selber bricht der Feinde List, so ists mit uns verloren. 2. Was Menschenkraft und Wiß anfäht, soll uns billig nicht schrecken; er sißet an der höchsten 13. Jesu, wahrer Friedefürst, Stätt, er wird ihru Rat aufdecken. der der Schlange hat zerknirscht Wenn sies aufs flügste greifen ihren Kopf durch seinen Tod, an, so geht doch Gott ein andre wiederbracht den Fried bei Gott, Bahn; es steht in seinen Händen. gieb uns Frieden gnädiglich! So 3. Sie wüten sehr und fahren her, 510 Von der christlichen Kirche auf Erden. her, als wollten sie uns freffen; bei dir darin; du bist nicht von ihm zu würgen steht all ihr Begehr; geschieden; er hat einen Vatersinn; Gott ist bei ihn'n vergessen; wie wenn er straft, so liebt er auch; Meereswellen umhergehn, nach dies ist sein beliebter Brauch. Leib und Leben sie uns stehn; Zion, lerne dies bedenken, warum des wird sich Gott erbarmen. willst du dich so fränken? 2. Treiben dich die Meereswel4. Sie stellen uns wie Kegern nach, nach unserm Blut sie trach- len auf der wilden tiefen See, ten; noch rühmten sie sich Christen wollen sie dich gar zerschellen, auch, die Gott allein groß achten. mußt du rufen: Ach und Weh; Ach Gott, der teure Name dein schweigt dein Heiland still dazu muß ihrer Schalkheit Deckel sein; gleich als wärst du in der Ruh: du wirst einmal aufwachen. Zion, laß dich nicht bewegen; 5. Auf sperren sie den Rachen diese Flut wird sich bald legen. weit und wollen uns verschlin- 3. Berg und Felsen mögen weigen; Lob und Dank sei Gott alle chen, ob sie noch so feste stehn, Zeit, es wird ihn'n nicht gelingen; ja die ganze Welt desgleichen er wird ihrn Strick zerreißen sehr und stürzen ihre falsche Lehr; sie werdens Gott nicht wehren. möchte gar auch untergehn; dennoch hat es keine Not in dem Leben und in Tod. Zion, du kannst doch nicht wanken aus des Bundesgottes Schranken. 6. Ach Herr Gott, wie reich tröstest du, die gänzlich sind verlassen; die Gnadenthür steht nimmer zu; Vernunft fann das nicht fassen. Sie spricht: Es ist nun alls verlorn, da doch das Kreuz hat neu geborn, die deinerHilfe warten. 7. Die Feind sind all in deiner Hand, dazu all ihr Gedanken; ihr Anschläg find dir wohl befannt, hilf nur, daß wir nicht wanken. Vernunft wider den Glauben ficht; aufs Künftge will Herzeleid: ei, du wirst doch nicht sie trauen nicht, da du wirst selber trösten. 4. Müssen schon allhier die Thränen deine schönsten Berlen sein; muß das Seufzen und das Stöhnen sein das beste Liedelein; muß dein Purpur sein das Blut und der Mangel Hab und Gut: 3ion, laß dir doch nicht grauen, du kannst deinem Gott vertrauen. 5. Droht man dir mit Schmach und Banden, mit dem Tod und zu Schanden, denk nur an die Ewigkeit. Sei nur fröhlich, wohlge: 8. Den Himmel und die Erde mut, denn der Herr ists, der esthut. bein hast du, Herr Gott, gegrün- Zion, Gott wird dich schon stärdet; dein Licht laß bei uns helle ten; dieses mußt du eben merken. ſein; das Herz in uns entzündet 6. Freue dich, nun ist das Ende in rechter Lieb des Glaubens und der Abend schon herbei; gieb rein, laß bis ans End beständig dich nur in Gottes Hände, der sein; die Welt mag immer murren. dich nun will machen frei. Für die Trübsal, Spott und Hohn giebt er dir die Freudenkron. 782. 3ion, gieb dich nur zu- Zion, du wirst wieder lachen, frieden; Gott ist noch drum so laß die Welt nur machen! D. Just. Jonas. Mel. Zion flagt mit Angst. 7. Sal Vom Tode und der Auferstehung. 511 eigen Kind fann haffen und aus ihren Sorgen lassen? 7. Halleluja! Deine Wonne, 3. 3ion, o du Vielgeliebte, liebes Zion, wird nun groß; sprach zu ihr des Herren Mund, denn die schöne Gnadensonne zwar du bist jetzt die Betrübte, nimmt dich recht in ihren Schoß, Seel und Geist ist dir verwundt; giebt dir einen Freudengruß und doch stell alles Trauren ein; wo den rechten Liebeskuß: Zion, mag eine Mutter sein, die ihr wo ist nun dein Klagen? Jeßt kannst du von Freuden sagen. 8. O ihr Engel, Himmelserben, 4. Ja, wenn du gleich möchtest freuet euch mit Zion hier! Denn finden einen solchen Muttersinn, die jest hat wollen sterben, soll da die Liebe fann verschwinden, nun leben für und für und sich so bleib ich doch, der ich bin. freuen ohne Zahl in dem schönen Meine Treue bleibet dir, Zion, Himmelssaal. Zion, wer will o du meine Zier! Du hast mir dich nun scheiden von dem Lamm mein Herz besessen, deiner kann und ewgen Freuden? Joach. Bauti. ich nicht vergeſsen. In eigener Melodie. 783. 3 ion flagt mit Angst und Schmerzen, Zion, Gottes werte Stadt, die er trägt in seinem Herzen, die er sich erwählet hat. Ach, spricht sie, wie hat mein Gott mich verlassen in der Not und läßt mich so harte pressen! Meiner hat er ganz vergessen. 5. Laß dich nicht den Satan blenden, der sonst nichts als schrecken kann; siehe, hier in meinen Händen hab ich dich geschrieben an. Wie mag es denn anders sein? Ich muß ja gedenken dein; deine Mauern will ich bauen und dich fort und fort anschauen. 6. Du bist mir stets vor den Augen, du liegst mir in meinem 2. Der Gott, der mir hat ver- Schoß, wie die Kindlein, die sprochen seinen Beistand jederzeit, noch saugen; meine Treu zu dir der läßt sich vergebens suchen ist groß. Dich und mich soll jest in meiner Traurigkeit. Ach, keine Zeit, keine Not, Gefahr will er denn für und für grau noch Streit, ja, der Satan selbst sam zürnen über mir? Kann und nicht scheiden. Bleib getreu in will er sich der Armen jetzt nicht, allem Leiden! wie vorhin, erbarmen? Joh. Heermann. 36.( 4) Vom Stande der Herrlichkeit, und zwar: 1. Von den letzten Dingen, welche vor demselben hergehen, als: a. Vom seligen Tode und der fröhlichen Auferstehung zum ewigen Leben. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. die Sinne lenten auf den leg784. 21h Herr, Lehre mich ten Lebensschluß; stelle mir bedenken, daß ich mein Ende für und erwecke die einmal sterben muß; lehre mich Begier, jetzt schon bei gefunden Bet= 512 Vom Tode und der Auferstehung. Zeiten auf das Grab mich zu Jahren, ehe sich die Sünde häuft; bereiten. laß mich täglich Buße thun, daß 2. Endlich muß ein Licht ver- das allerleßte Nun mich befreit brennen; endlich läuft der Zeiger von aller Sünde und mit dir aus; also muß ich wohl bekennen, verföhnet finde. daß ich dieses Leimenhaus endlich auch gesegnen muß; denn es 8. Nun, mein Gott, du wirst es machen, daß ich fröhlich sterben ist der alte Schluß: Menschen, kann. Ich befehl dir meine Saals des Todes Erben, müssen chen, nimm dich meiner Seele auch des Todes sterben. an; deines Sohnes teures Blut 3. Wenn wir faum geboren komme mir alsdann zu gut, daß werden, ist vom ersten Lebens- mein lettes Wort auf Erden: tritt bis ins fühle Grab auf Jesus, Jesus! möge werden. Erden nur ein furz gemessner Benj. Schmold. Schritt. Auch ein jeder Augen- Mel. Wer nur den lieben Gott. blick geht mit unſrer Kraft zurück, 785. Bestell dein Haus, denn und wir sind in jedem Jahre allzureif der Totenbahre. Wer weiß, wann mich die Stimme 4. Und wer weiß, in welcher ruft? Wir sind doch alle ToStunde uns die lebte Stimme deserben, auf jeden wartet Sarg wedt! Denn Gott hats mit sei- und Gruft. So bild ich mir nem Munde feinem Menschen nichts anders ein: Es muß noch entdeckt. Wer sein Haus einmal gestorben sein. nur wohl bestellt, geht mit Freuden aus der Welt, da die Sicherheit hingegen ewigs Sterben kann erregen. 2. Was ist mein Leib? Ein Haus der Sünden, ein Ort, wo mancher Greuel wohnt, und sollte mich der Tod so finden, so würd ich wahrlich nicht verschont. Drum laß michs säubern in der Zeit durch wahre Buß und Sündenleid. 5. Predigen doch meine Glieder täglich von der Sterblichkeit; leg ich mich zur Ruhe nieder, zeigt sich mir das Leichenkleid; 3. Wie mancher Schmerz pocht denn der Schlaf stellt für und an die Thüre und jede Krankheit für seinen Bruder Tod mir für; ja, das Bette will mir sagen: So wird man ins Grab getragen. ist ein Bot; wohin ich meinen Fuß nur führe, begleitet mich der blasse Tod; mein Leben nimmt im Werden ab; ein jeder Schritt führt mich ins Grab. 4. Drum will ich stets ans End 6. Drum, mein Gott, lehr mich bedenken, daß ich niemals sicher bin; will die Welt mich anders lenfen, ach so schreib in meinen gedenfen in dieser meiner Sterb Sinn: Du mußt sterben, Men- lichkeit. Mein Gott, hilf meine schenkind! daß mir alle Lust zer- Sinne lenken und mache du rinnt, die mir sonst in allen Sachen mich selbst bereit; dein Himmels kann den Tod geringer machen. haus sei mir bestellt, wenn mir 7. Laß mich nicht die Buße mein morsches Haus zerfällt. sparen, bis die Krankheit mich ergreift, sondern bei gesunden Benj. Schmold. 786. Vom Tode und der Auferstehung. 513 In eigener Melodie. sich am besten hier, so weiset uns 786. Christus, der ist mein der Tod die Thür. Leben, und Sterben 3. Das Grab ist da oft bei der mein Gewinn, dem hab ich mich er- Wiege; wie manches Kind grüßt geben, mit Freud fahr ich dahin. kaum die Welt, so muß es schon 2. Mit Freud fahr ich von im Sarge liegen, dieweil der dannen zu Christ, dem Bruder Tod nicht Ordnung hält und alles mein, daß ich mög zu ihm tommen und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Not, durch sein heilge fünf Wunden bin ich versöhnt mit Gott. ohn Erbarmen bricht, die Frucht sei zeitig oder nicht. 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Atem geht schwer aus und fann fein Wort mehr sprechen, Herr, nimm mein Seufzen auf. 5. Wenn mein Herz und Gedanken vergehen wie ein Licht, das hin und her muß wanten, wenn ihm die Flamm gebricht: 6. Alsdann fein sanft und stille laß, Herr, mich schlafen ein, nach deinem Rat und Willen, wenn kommt mein Stündelein. 4. Das Grab ist da! Die besten Jahre sind auch des blassen Todes Raub; der wirft den Stärksten auf die Bahre und legt den Schönsten in den Staub; ein jeder Schritt, den man vollbracht, naht sich mit uns zur Grabesnacht. 5. Das Grab ist da! Sobald wir älter, so gehn wir auf den Kirchhof zu. Die Glieder werden. immer fälter und sehnen sich selbst nach der Ruh; denn Sterben ist der feste Schluß; der Junge tann, der Alte muß. 6. Das Grab ist da! Was sollt ich wähnen, daß es noch ferne 7. Ach, laß mich an dir fleben, von mir sei? Denn man begräbt wie eine Slett am Kleid und ja den und jenen, und jeder muß ewig bei dir leben in jener Him- an diese Reih; wie manchen legt melsfreud. man auf die Bahr, der jünger und gesunder war. 7. Das Grab ist da! Ich will mit Buße dahin stets meine Wallfahrt thun. Ich falle dir, mein Gott, zu Fuße, ach laß mich nicht in Sünden ruhn! Wer Sünde mit sich nimmt ins Grab, stirbt dir und auch dem Himmel ab. 8. Das Grab ist da! Wo michs soll laben, so muß ich auch im Glauben mich in meines Jesu Wunden graben. Mein Heiland, ich umfasse dich, denn du bist meines Todes Tod; steh bei mir in der lebten Not. 9. Das Grab ist da! Mein kurzes Leben soll künftig desto frömmer 33 sein 8. Wohl in des Himmels Throne fing ich Lob, Ehr und Preis dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geist. Mel. Wer nur den lieben Gott. 787. Das Grab ist da! Hier steht mein Bette, da ich den Tod umarmen soll. Ach, wer fich gut gebettet hätte, der schliefe sanft und ruhte wohl. Man denket gar zu wenig dran, daß man so leichtlich sterben kann. 2. Das Grab ist da! so heißt es immer; wir gehen ein, wir gehen aus; die Welt ist wohl ein schönes Zimmer, doch aber ein geborgtes Haus. Bequemt man 514 Vom Tode und der Auferstehung. sein und nicht nach Pracht und ergeben meinem Jesu, da ich bin Reichtum streben; das ist ein jest in lauter Freuden; denn kahler Leichenstein. Die Grab- sein Tod ist mein Gewinn, mein schrift, die der Glaube gräbt, Verdienst sein Leiden. macht, daß man auch im Tode lebt. 4. Gute Nacht, ihr meine Freund, 10. Das Grab ist da! Das alle meine Lieben, alle, die ihr Weltgetümmel stört mich bei dem um mich weint, laßt euch nicht Gedanken nicht. Je näher Grab, betrüben, diesen Heimgang, den je näher Himmel; wer weiß, wie ich thu in die Erde nieder: schaut, bald mein Herze bricht; und doch die Sonne geht zur Ruh, kommt erschreck ich nicht dafür; mein doch morgen wieder! Heinr. Albert. Grab wird mir zur Himmelsthür. Mel. Wenn mein Stündlein, oder: 11. Das Grab ist da! Ich steh Aus tiefer Not schrei ich. am Ende mit einem Fuße drin- 789. Ein Würmlein bin ich nen schon; wie, wenn ichs hente arm und klein, mit gar noch fände? Die Zeit eilt Todesnot umgeben. Kein Trost flügelschnell davon. Doch, ich weiß ich in Mark und Bein, im bin immerdar bereit, das Grab Sterben und im Leben, denn daß sei nahe oder weit. du selbst, Herr Jesu Christ, ein armes Würmlein worden bist. Ach Gott, erhör mein Klagen! 2. Laß mich, Herr Christ, an deinem Leib ein grünes Zweiglein bleiben! Mit deinem Geist, Herr, bei mir bleib, wenn meine Seel soll scheiden. Wenn mir vergeht dann mein Gesicht und meines Bleibens länger nicht allhier ist auf der Erde: Mel. Christus, der uns selig macht. 788. Einen guten Kampf hab ich auf der Welt 3. So laß mich nicht in dieser gekämpfet; denn mein Gott hat Not umkommen, noch verzagen. gnädiglich all mein Leid ge- Komm mir zu Hilf, du trener dämpfet, daß ich meines Lebens Gott, mein Angst hilf mir auch Lauf seliglich vollendet und mein tragen! Denk, daß ich bin am Leibe arme Seel hinauf Gott dem dein ein Glied und grünes ZweiHerrn gesendet. gelein. In Fried laß mich heim. fahren! 12. Das Grab ist da! Weg Eitelkeiten! Bei euch vergißt man nur das Grab. Ich will mich täglich so bereiten, daß ich den Tod vor Augen hab. Ich bin ein Mensch: so heißt es ja: Das Grab ist da, das Grab ist da! Benj. Schmold. 2. Forthin ist mir beigelegt der Gerechten Strone, die mir wahre 4. Gedent, Herr, an den teuren Freud erregt in des Himmels Eid, den du selbst hast geschwoThrone; forthin meines Lebens ren: So wahr du lebst in Ewigkeit, Licht, dem ich hier vertrauet, ich soll nicht sein verloren! Ich nämlich Gottes Angesicht, meine Seele schauet. foll nicht kommen ins Gericht, den Tod auch ewig schmecken nicht: 3. Dieser schnöden, bösen Welt dein Heil wollst du mir zeigen! jämmerliches Leben mir nun län- 5. Ach Gott, laß mir ein Leuchte ger nicht gefällt; ich hab mich sein dein Wort zum ewgen Leben. Ein Vom Tode und der Auferstehung. 515 dir traun, mein Herr und Gott, denn du verläßt in feiner Not, die deine Hilf erwarten. Ein selig Ende mir verleih, ich 5. Wenn die Morgenröt herwill mich dir ergeben. Ich will leuchtet und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Kummer daher streichet: Müh findt fich an allem End. Unsre Thränen sind das Brot, so wir essen früh und spät; wenn die Sonn nicht mehr thut scheinen, ist auch lauter Slag und Weinen. 6. Drauf will ich nun befehlen dir mein Seel in deine Hände. Ach treuer Gott, steh fest bei mir, dein'n Geist nicht von mir wende! Und wenn ich nicht mehr reden kann, so nimm den letzten Seufzer an durch Jesum Christum. Amen. Barth. Fröhlich. In eigener Melodie. 790. Freu dich sehr, o meine 6. Drum, Herr Christ, du Mor= gensterne, der du ewiglich auf gehst, sei du jetzt von mir nicht ferne, weil mich dein Blut hat erlöst. Hilf, daß ich mit Fried und Frend mög von hinnen fahren heut! Ach, Seele, und vergiß all sei du mein Licht und Straße, Not und Qual, weil dich Chris mich mit Beistand nicht verlaffe! stus nun, dein Herre, ruft aus 7. In dein Seite will ich fliehen diesem Jammerthal. Aus der auf dem bittern Todesgang; Trübsal, Angst und Leid sollst du fahren in die Freud, die fein Ohr je hat gehöret, die in Ewigfeit auch währet. durch dein Wunden will ich ziehen ins himmlische Vaterland; in das schöne Paradies, drein dein Mund den Schächer wies, wirst du mich, Herr Christ, einführen und mit ewger Klarheit zieren. 8. Ob mir schon die Augen brechen, das Gehör auch ganz verschwindt, meine Zung nicht mehr kann sprechen, der Verstand sich nicht besinnt: bist du doch mein Licht und Hort, Leben, Weg und Himmelspfort; du wirst mich in Gnad regieren, auf der rechten Bahn heimführen. 9. Laß dein Engel mit mir fahren auf Elias Wagen rot, meine Seele wohl bewahren, wie den Lazarus im Tod. Laß sie ruhn in deinem Schoß und erfülle sie mit Trost, bis der Leib fommt aus der Erden und sie beid vereinigt werden. 10. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Not und Qual, weil dich Christus nun, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal; feine 33* Freud 2. Tag und Nacht hab ich gerufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Not. Wie sich sehnt ein Wanders mann, daß sein Weg sich enden kann, so hab ich gewünschet eben, daß sich enden mög mein Leben. 3. Denn gleich wie die Rosen stehen unter Dornenspigen gar, also auch die Christen gehen in viel Not, Angst und Gefahr. Wie die Meereswellen sind und der ungestüme Wind, also ist allhier auf Erden unser Lauf voller Beschwerden. 4. Welt, Tod, Teufel, Sünd und Hölle, unser eignes Fleisch und Blut plagen stets hier unsre Seele, laffen uns bei keinem Mut. Wir sind voller Angst und Plag, lauter Kreuz sind unsre Tag; wenn wir nur geboren werden, findt sich Jammer gnug auf Erden. 516 Vom Tode und der Auferstehung. Freud und Herrlichkeit sollst du 3. Ich war von meinem Gott fehn in Ewigkeit, mit den En- geschaffen, sein liebes Eigentum geln jubilieren, ohn Aufhören zu sein, und ich ließ mich die Welt triumphieren. od hinraffen, die nahm mir Herz und Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. Sinne ein. Es führte dieſe 791. Gehe hin in deine Kam- Zauberin mich ganz nach ihrem Willen hin. mer, Gottes Volk, geh in das Grab; geh mit Freu- 4. Mein Heiland wollte mich den; denn dein Jammer nimmt los machen von Teufels und im Grab auf einmal ab. Sei der Sünden Macht, vom Fluch getroft! Auf allen Seiten wol- und von der Hölle Nachen; ich len Engel dich begleiten. habe solches nicht geacht; viel: 2. Geh, wenn deine Zeit ver- mehr hab ich die Sünd geliebt flossen! Geh, die Thüre wird nach und Jesum ohne Scheu betrübt. dir fest und eilends zugeschlossen 5. Kaum war ich in die Welt und die Engel stehn dafür, einst geboren, so nahm er mich zum sie wieder aufzumachen und dich stinde an; da hab ich ihm die jegund zu bewachen. 3. Geh, verberge deine Glieder viel Gnab gethan; er liebte mich Treu geschworen und er hat mir einen kleinen Augenblick, nach der von Herzensgrund und dachte Weise deiner Brüder vor dem stets an seinen Bund. Leid und Ungelück! Gott wird schon die Zeit verkürzen und der Welt Palast bald stürzen. 4. Geh und wart in deinem Grabe, bis der Fall geschehen soll, bis Gott mit dem Nichterstabe Satans Zorn und großen Groll plößlich wird zunichte machen, bis die ganze Welt wird frachen! Ch. A. Freiberg. 6. Ich aber bin davon gewichen, sobald ich meiner Pflicht vergaß; der Satan ist mir nachgeschlichen, als ich in Sünden sicher saß; ich habe mich von Gott gewandt, da ich dem Bösen nachgerannt. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. Ich habe noch nicht recht be reuet, daß ich so abgewichen bin; die Sünde mich vermaledeiet und ich soll vors Gerichte hin. Mein Leib und Seel entsetzen sich, das erze bebet jämmerlich. 8. Man kann nicht ohne Buß gelangen in Gottes Gnade, Lieb und Huld; ich lieg in Gottes 3orn gefangen und trage meiner Sünden Schuld. Ach, wär mein 2. Nun bin ich voller Angst und Beten und Geschrei nur redlich Sorgen, daß es zu lang gesparet und nicht Heuchelei: sei; ich dachte immer: Morgen, 9. So dürfte immer sein Ermorgen, jeßt aber ist die Zeit barmen und seine Gnad mir of vorbei; mein Herz ist leer und fen stehn, und er mit seinen Lieohne Kraft, weil keine Hoffnung besarmen mir heute noch entin mir haft. gegen gehn. Drum schrei und ruf 792. Gerechter Gott, nun soll ich sterben, nun soll ich in die Ewigkeit und fang erst an, mich zu bewerben um meine wahre Sicherheit. Bis dahin hab ichs nicht bedacht und deinen Zug gar oft veracht. Vom Tode und der Auferstehung. 517 ruf ich, was ich kann: Herr 6. Gedenkt mir nicht der eitlen Jesu, nimm mich Sünder an! Sachen! Der Höchste forget für 10. Ihr Sterblichen wollt mich die Welt; befehlt es ihm, er wirds betrachten; ei, wartet nicht, wie wohl machen, daß Licht und Recht ich gethan. Ach, lernet doch bei den Platz behält. Gott wende Zeit verachten die Sünde und Sammer, List und Mord durch den eitlen Wahn und machet euch Jesum, der mein letztes Wort. fein bald bereit auf die so lange Ewigkeit. 7. Nun freuet euch, es geht zu Ende. Mein Jesus heißt der lezte Ruhm. Wie fröhlich klopf ich in die Hände! Wo bleibst mehr zum Ende, du doch, mein Eigentum! Ach der größte Schrecken ist voll- Jesu! Jesu! sei mein Wort. Nun bracht; mein Jesus reicht mir schweig ich still und fahre fort. schon die Hände, mein Jesus, der Ch. Weise. Mel. Wer nur den lieben Gott. 793. Gott lob, es geht nunmich selig macht. Drum laßt Mel. Wer nur den lieben Gott. mich gehn, ich reise fort, denn 794. Herr Gott, du kenneſt meine Tage, du siehst, ist mein 2. Was fragt ihr viel nach meidaß ich, dein schwaches Kind, den nem Glauben? Ich glaube, daß Schaß in solchen Schalen trage, mich Jesus liebt; tein Tod soll die irdisch und zerbrechlich sind. mir die Freude rauben, weil Je- Drum mache du mich allezeit zum sus Trost und Leben giebt. Ich Sterben fertig und bereit. fahre wohl und weiß den Ort, 2. Laß mich nach der Erkenntdenn Jesus ist mein letztes Wort. nis streben, daß du mir haft 3. Die Hoffnung hat mich nie mein Ziel bestimmt, und daß mein betrogen; ich bin auf sein Gebot ungewisses Leben vielleicht gar getauft, da hab ich Jesum ange- bald ein Ende nimmt; ja, lehre zogen, gleich wie er mich ihm du mich deinen Schluß, daß ich selbst erkauft. Drum Jesus bleibt einmal von hinnen muß. mein Heil und Hort: sein Name fei mein letztes Wort. 3. Hier hab ich lebenslang zu lernen, mich von der Sünde abzuziehn, mich von der Erde zu entfernen und um den Himmel zu bemühn, dieweil der Tod allein beweist, was Christentumt und Glaube heißt. 4. Ich muß ja nach der Wohmung trachten, in der ich ewig bleiben fann; drum lehr mich auf den Himmel achten, den seh ich als mein eigen an; so wird mein Haus hier auf der Welt und auch im Himmel wohlbestellt. 5. Mein Herz ist nur im Himmel droben, denn da ist auch mein Schatz 4. Wenn auch die Sünde mich will fränken, wer ist, der ohne Tadel lebt? Darf ich doch nur an Jesum denken, der mich in seinen Tod begräbt. So komm ich an den Lebensport, und Jesus bleibt mein letztes Wort. 5. Mein Jesus hat den Tod bezivungen. Als er am Kreuze selbst verschied, da ward mein Tod zugleich verschlungen; er ist mein Haupt, ich bin sein Glied. Was Jesus hat, das hab ich dort, drum ſei er auch mein letztes Wort. Vom Tode und der Auferstehung. 518 Schaß und Teil; den hat mir sich und die Welt erkennt, der Jesus aufgehoben, dort ist das macht ein richtig Testament. 2. R. v. Senf. mir versprochne Heil. Die Weltluft ist mir viel zu schlecht, im Himmel ist mein Bürgerrecht. In eigener Melodie, oder: Aus tiefer Not schrei ich. 6. Wohlan, so will ich täglich 795. Herr Jesu Christ, ich sterben; ich lebe so, als lebt ich weiß gar wohl, daß nicht; und also kann ich nicht ich einmal muß sterben. Wann verderben, wenn mir der Tod aber das geschehen soll und wie die Augen bricht. Mein Ende fommt mir süße für, denn du, mein Jesu, lebst in mir. ich werd verderben dem Leibe nach, das weiß ich nicht, es steht allein in deinm Gericht. Du weißt mein lebtes Ende. 7. Dein Bote kann mich nicht 2. Und weil ich denn, wie dir erschrecken; die Welt erstarrt vor seinem Bild; mir soll er lauter bewußt, durch deines Geistes Luft erwecken, weil du durch ihn Gabe, an dir allein die beste Luft mich holen willst. Wo man mit in meinem Herzen habe, gewißihm Bekanntschaft hat, da hat lich glaub, daß du allein mich das Schrecken feine Statt. haft von Sünd gewaschen rein und mir dein Reich erworben: 9. Doch, Herr, dir will ich mich ergeben, dir, dessen Eigentum ich bin. Du, liebster Jesu, bist mein Leben, und Sterben bleibet mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir; sei du nur mein, so gnüget mir. 3. So bitt ich dich, Herr Jesu Christ, halt mich bei den Gedanfen und laß mich ja zu feiner Frist von diesem Glauben wan ken, sondern dabei verharren hier, bis daß die Seele, Herr, zu dir wird in den Himmel fahren. 4. Kanns sein, so gieb durch deine Hand mir ein vernünftig Ende, daß ich mein Seel fein mit Verstand befehl in deine Hände und so im Glauben fanft und froh auf meinem Bettlein oder Stroh aus diesem Elend fahre. 10. Willst du mich länger leben 5. Wo du mich aber in dem Feld, laffen, so geb ich mich geduldig durch Raub auf fremder Grenze, drein; und sollt ich heute noch in Wassersnot, Hiß oder Stält, erblassen, so wird dein Schluß oder durch Bestilenze nach deis mein Wille sein. Wer deinen nem Nat wolltst nehmen hin, so Rat erkennt und ehrt, der ist zum Himmelreich gelehrt. richt mich, Herr, nach meinem Sinn, den ich im Leben führe. 11. Laß dich, mich und die Welt 6. Wo aber ich aus Schwachheit erkennen; dich, daß du mir mein groß mich nicht rechtschaffen hätte, Alles bist; mich, daß ich Staub ging etwa, oder läge bloß und und nichts zu nennen; die Welt, unbescheiden redte, so laß michs, daß sie mein Sterfer ist. Wer dich, Herr, entgelten nicht, weils uns be: 8. So kommt, ihr angenehmen Stunden! Komm! Gile, mein Erlösungstag, da ich, von aller Not entbunden, zum Leben ster bend dringen mag! Da find ich in des Höchsten Hand mein Eden und gelobtes Land. 519 Vom Tode und der Auferstehung. bewußt von mir geschieht, der| ten frisch der Sünden Striemen sich nicht fann befinnen. 7. O Herr, gieb mir in Todespein ein säuberlich Geberde und hilf, daß mir das Herze mein mir abwisch; dein Hohn und Spott, dein Dornenfron laß sein mein Ehre, Frend und Wonn. 6. Dein Durst und Gallentranf fein sanft gebrochen werde und mich lab, wenn ich sonst keine wie ein Licht ohn übrig Weh Stärkung hab; dein Angstgeauf dein unschuldig Blut vergeh, schrei komm mir zu gut, bewahr daß du für mich vergossen. mich vor der Höllenglut. 8. Jedoch ich dich nicht lehren 7. Die heiligen fünf Wunden will, noch dir mein End vorschrei- dein laß meine rechte Zuflucht ben; sondern dir allweg halten sein, dahin ich flieh wie eine still, bei deinem Wort verbleiben Taub, daß mich der böse Feind und glauben, daß du als ein Fürst nicht raub. des Lebens mich erhalten wirst, ich sterb gleich, wie ich wolle. 8. Wenn mein Mund nicht kann reden frei, dein Geist in meinem Herzen schrei; hilf, daß mein Seel den Himmel find, wenn meine Augen werden blind. 9. Dein legtes Wort laß sein mein Licht, wenn mir der Tod das Herze bricht; behüte mich vor Ungeberd, wenn ich mein Haupt nun neigen werd. 10. Dein Kreuz laß sein mein Wanderstab, mein Ruh und Raft dein heilges Grab; die reinen Grabetücher dein laß meine Sterbekleider fein. 9. Derhalben ich in meinem Sinn mich dir will ganz ergeben; denn sieh, der Tod ist mein Gewinn, du aber bist mein Leben und wirst den Leib ohn alle Klag, das ist gewiß, am jüngsten Tag zum Leben auferwecken. Barth. Ringwald. In eigener Melodie. 796. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht, mein höchster Trost, mein Zuversicht: auf Erden bin ich nur ein Gast und drückt mich schwer der Sünden Last. 2. Ich hab vor mir ein schwere Reis zu dir ins himmlisch Pa radeis; da ist mein rechtes Baterland, daran du dein Blut hast gewandt. 11. Laß mich durch deine Nägelmal erblicken meine Gnadenwahl; durch deine aufgeſpaltne Seit mein arme Seele heimgeleit. 12. Auf deinen Abschied, Herr, ich trau, darauf mein leßte Heimfahrt bau. Thu mir bie Himmelsthür weit auf, wenn ich beschließ den Lebenslauf. 13. Am jüngsten Tag erweck den Leib; hilf, daß ich dir zur Rechten bleib, daß mich nicht treffe dein Gericht, wenn nun dein Mund das Urteil spricht. 14. Alsdann den Leib erneure ganz, daß er leucht wie der 5. Dein Backenstreich und Ru- Sonne Glanz und ähnlich sei deinn 3. 3u reisen ist mein Herz sehr matt, der Leib gar wenig Kräfte hat; allein mein Seele schreit in mir: Herr, hol mich heim, nimm mich zu dir! 4. Drum stärk mich durch das Leiden dein in meiner lebten Todespein; dein Blutschweiß mich tröst und erquick, mach mich frei durch dein Band und Strick. 520 Vom Tode und der Auferstehung. deinm flaren Leib, auch gleich in deinem Wort, das glaub ich den lieben Engeln bleib. dir: Fürwahr, fürwahr, euch 15. Wie werd ich dann so fröh- fage ich, wer mein Wort hält lich sein, werd singen mit den und glaubt an mich, Engelein und mit der außer- 9. Der wird nicht kommen ins wählten Schar dein Antlig schauen Gericht, auch den Tod ewig immerdar. schmecken nicht, und ob er gleich hier zeitlich stirbt, mit nichten er drum gar berdirbt; Martin Behm. In eigener Melodie, oder: Nun laßt uns den Leib begraben. 797. Herr Jefu Chrift, 10. Sondern ich will mit starwahr'r Mensch und ker Hand ihn reißen aus des Gott, der du littst Marter, Augst Todes Band und zu mir nehmen und Spott, für mich am Kreuz auch endlich starbst und mir deins Baters Huld erwarbst, in mein Reich; da soll er dann mit mir zugleich 11. In Freuden leben ewiglich. Dazu hilf uns ja gnädiglich! Ach Herr, vergieb all unsre Schuld, hilf, daß wir warten in Geduld, 12. Bis unser Stündlein kommt herbei; auch unser Glaub stets 3. Wenn mir vergeht all mein wacker sei, deinm Wort zu trauen Gesicht und meine Ohren hören festiglich, bis wir einschlafen nicht; wenn meine Zunge nicht seliglich. mehr spricht und mir vor Angst 2. Jch bitt durchs bittre Leiden dein, du wollst mir Sünder gnädig sein, wenn ich nun komm in Sterbens Not und ringen werde mit dem Tod. D. Paul Ebers. In eigener Melodie. mein Herz zerbricht; 4. Wenn mein Verstand fich 798. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr; ich bitt, wollst nicht besinnt und mir all mensch- sein von mir nicht fern mit deiner lich Hilf zerrinnt, so komm, Hilf und Gnaden. Die ganze Herr Christe, mir behend zu Welt erfreut mich nicht, nach Hilf an meinem lebten End, 5. Und führ mich aus dem Jammerthal, verkürz mir auch des Todes Qual! Die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib; Himml und Erden frag ich nicht, wenn ich dich nur kann haben; und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, so bist du doch mein Zuversicht, mein Teil und meines Herzens Trost, der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr! Mein Gott und Herr! In Schanden laß mich nimmermehr! 6. Bis sich die Seel vom Leib abwend, nimm sie dann, Herr, in deine Händ; der Leib hab in der Erde Ruh, bis kommt der jüngste Tag herzu. 2. Es ist ja, Herr, dein Gschenk 7. Ein fröhlich Aufstehn mir und Gab, mein Leib, Seel, alles verleih; am jüngsten Tag Für- was ich hab in diesem armen Lesprecher sei und meiner Sünd ben; damit ichs brauch zum Lobe nicht mehr gedent, aus Gnaden mir das Leben schenk! dein, zu Nuß und Dienst des Nächsten mein, wollst mir dein Gnade geben. Behüt mich, Herr, 8. Wie du hast zugesaget mir vor Vom Tode und der Auferstehung. 521 bor falscher Lehr, des Satans ein Grab; doch fränkt die Sünde Mord und Lügen wehr; in allem mich vor allem; des Satans Kreuz erhalte mich, auf daß ichs Anklag hat nicht Ruh, setzt mir trag geduldiglich. Herr Jesu auch mit Bersuchung zu. Christ, mein Herr und Gott! Mein Herr und Gott! Tröst mir mein Seel in Todesnot. 4. Ich höre der Posaunen Ton und sehe den Gerichtstag schon, der mir auch wird ein Urteil fällen. Hier weiset mein Gewissensbuch, da aber des Gefeßes Fluch mich Sündenkind hinab zur Hölle, da, wo man ewig, ewig leidt, Angst, Jammer und viel Wehe schreit. 5. Kein Geld und Gut errettet mich, umsonst erbeut ein Bruder sich, den andern hier erst los zu machen; er muß es ewig lassen stehn; wir werden ewig nicht ent= gehn, hat einmal uns der Hölle Rachen. Wer hilft mir sonst in dieser Not, wo du nicht, Gott, du Todes Tod? 3. Ach Herr, laß dein lieb Engelein am letzten End die Seele mein in Abrahams Schoß tragen; den Leib in seinm Schlaffämmerlein gar sanft ohn einge Qual und Bein ruhn bis zum jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottes Sohn, mein Heiland und mein Gnadenthron. Herr Jesu Christ, erhöre mich! Erhöre mich! Ich will dich preisen ewiglich. Mart Schalling. In eigener Melodie. 799. Ich bin ja, Herr, in 6. Der Teufel hat nicht Macht deiner Macht, du an mir, ich habe bloß gesündigt hast mich an das Licht gebracht, dir, dir, der du Missethat verdu unterhältst mir auch das Le- giebest. Was maßt sich Satan ben; du fennest meiner Monde dessen an, der fein Geseß mir Zahl, weißt, wann ich diesem geben kann, nichts hat an dem, Jammerthal auch wieder gute was du, Herr, liebest? Er nehme Nacht muß geben; wo, wie und wann ich sterben soll, das weißt du, Vater, mehr als wohl. das, was sein ist, hin; ich weiß, daß ich des Herren bin. 7. Herr Jesu, du mein teures 2. Wen hab ich nun, als dich Gut, bezeugst es selbst mit dei allein, der mir in meiner legten nem Blut, daß ich der Sünde Pein mit Trost und Rat weiß nicht gehöre. Was schont denn beizuspringen? Wer nimmt sich meiner Seele an, wenn nun mein Leben nichts mehr fann, und ich muß mit dem Tode ringen, wenn allen Sinnen Kraft gebricht; thust du es Gott, mein Heiland, nicht? 3. Mich dünkt, da lieg ich schon 8. Nein, nein, ich weiß gewiß, vor mir in großer Hiß, ohn Straft mein Heil, du läsfest mich, dein und Zier, mit höchster Herzens- wahres Teil, zu tief in deinen angst befallex. Gehör und Reden Wunden sizen. Hier lach ich nehmen ab, die Augen werden wie aller Angst und Not, es mag GeSatan meiner nicht und schreckt mich durch das Zorngericht? Komm, rette deines Leidens Ehre! Was giebst du mich in fremde Hand und hast so viel an mich gewandt? 522 Vom Tode und der Auferstehung. Gefeß, Höll oder Tod auf mich fen wohl, daß wir sind sterblich herdonnern oder blißen. Die- allzumal, auch wir allhier fein weil ich lebte, war ich dein, jetzt Bleiben habn, müssn all davon, kann ich keines Fremben sein.gelehrt, reich, jung, alt oder schön. Sim. Dach. 9. Das macht die Sünd, o trener Gott; dadurch kommt her der In eigener Melodie. hab mein Sach bittre Tod; der nimmt dahin all Gott heimgestellt. Er Menschenfind, wie er sie findt; fragt nicht, wes Stands und Ehr sie sind. 800. machs mit mir, wies ihm gefällt. Soll ich allhier noch länger lebn: nicht widerstrebn, seinm Willn 10. Ich hab hier wenig gute thu ich mich ganz ergebn. Tag; mein täglich Brot ist Müh 2. Mein Zeit und Stund ist, und Selag; wenn mein Gott wenn Gott will. Ich schreib ihm will, so will ich mit hinfahrn nicht vor Maß noch Ziel. Es in Fried; Sterbn ist Gewinn sind gezählt all Härlein mein, und schadt mir nicht. beid groß und klein; fällt feines ohn den Willen sein. 11. Und ob mich schon mein Sünd anficht, dennoch will ich verzagen nicht; ich weiß, daß mein getreuer Gott für mich in Tod sein liebsten Sohn gegeben hat. 12. Derselbe, mein Herr Jesus Chrift, für all mein Sünd gestorben ist und auferstanden mir zu gut, der Hölle Glut gelöscht mit seinem teuren Blut. 13. Dem leb und sterb ich allezeit; von ihm mich auch der Tod nicht scheidt. Ich leb, ich sterb, so bin ich sein; er ist allein der einge Trost und Helfer mein. 14. Das ist mein Trost zu aller Zeit, in allem Kreuz und Traurigkeit: Ich weiß, daß ich am jüngsten Tag ohn alle Klag werd auferstehn aus meinem Grab. 6. Heut sind wir frisch, gesund und stark und liegen morgen tot 15. Mein lieber, frommer, treuer im Sarg; heut blühn wir wie die Gott all mein Gebein bewahren Rosen rot, bald frank und tot! thut; da wird nicht eins vom Ist allenthalben Müh und Not. Leibe mein, so groß wie klein, umkommen noch verloren sein. 7. Man trägt eins nach dem andern hin, wohl aus den Augen, 16. Mein'n lieben Gott von Anaus dem Sinn! Die Welt ver- gesicht werd ich anschaun, bran giffet unser bald, jung oder alt, zweifl ich nicht, in ewger Freud auch unsrer Ehren mannigfalt. und Herrlichkeit, die mir bereit't; 8. Ach Herr, lehr uns beden- ihm sei Lob, Breis in Ewigkeit! 17. O 3. Es ist allhier ein Jammerthal; Angst, Not und Trübfal überall; des Bleibens ist ein kleine Zeit voll Müh und Leid, und wers bedenkt, ist stets im Streit. 4. Was ist der Mensch? Ein Erdenkloß; kommt von der Mutter nackt und bloß; bringt nichts mit sich auf diese Welt, fein Gut noch Geld; nimmt nichts mit sich, wenn er hinfällt. 5. Es hilft kein Reichtum, Geld noch Gut, kein Kunst, kein Gunst, noch stolzer Mut. Dem Tod kein Kraut gewachsen ist, mein frommer Chrift! Was lebet, alles sterblich ist. Vom Tode und der Auferstehung. 523 17. O Jesu Christe, Gottes des Leibes Hütte, die nichts als Sohn, der du für mich haft gnug gethan, ach, schließ mich in die Wunden dein! Du bist allein der einge Trost und Helfer mein. 18. Amen! Mein lieber, from mer Gott, bescher uns einen selgen Tod; hilf, daß wir mögen allzugleich bald in dein Reich eingehn und bleiben ewiglich. Schwachheit geben kann. Drum fei mir stets ein Wort bewußt: Gedenke, daß du sterben mußt! 2. Dem Menschen ist ein Ziel geseßet, und es wird auch nichts anders draus. Wenn man am sichersten sich schäßet, so ist der Lebenszeiger aus. Drum schreib ich stets in meine Brust: Ge= denke, daß du sterben mußt! 3. M. Dilherr. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 3. Wie mancher ist voran gea 801.h hab mich Gott er- gangen, wer weiß, wann ich ihm geben, dem liebsten Bater mein; hier ist kein Immerleben, es muß geschieden sein. Der Tod kann mir nicht schaden, er ist nur mein Gewinn; in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. folgen muß? Der Tod giebt oft den frischen Wangen ganz unverhofft den falten Kuß. Drum weg, mein Herz, mit eitler Lust; ge= denke, daß du sterben mußt! 4. Wohlan, so will ich täglich sterben, daß ich nicht ewig ster= ben muß; ein Kluger fliehet das Verderben und macht sich diesen festen Schluß: O Mensch, in allem, was du thust, gedenke, daß du sterben mußt! Benj. Schmold. 2. Mein Weg geht jetzt vorüber, o Welt, was acht ich dein? Der Himmel ist mir lieber, da muß ich trachten ein; mich nicht zu sehr beladen, weil ich wegfertig bin. In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. Mel. Wer nur den lieben Gott. 803. h sterbe täglich! Hier Al 3. Ach, selge Freud und Wonne auf Erden soll diehat mir der Herr bereit't, da Chri- ses meine Lofung sein, bis ich stus ist die Sonne, Leben und Se- werd aufgelöset werden von dieligkeit. Was kann mir doch nun ses Leibes Tod und Bein, die schaden, weil ich bei Christo bin? meinen Geist hier stets bekriegt, In Gottes Fried und Gnaden der doch in Jesu obgesiegt. fahr ich mit Freud dahin. 2. Sch sterbe täglich ab den 4. Gesegn euch Gott, ihr Mei- Sünden, mein Geist bringt stets nen, ihr Lieben allzumal! Um zum Himmel zu. Der Leib muß mich sollt ihr nicht weinen, ich weiß von keiner Qual. Den rechten Port noch heute nehmt fleißig ja in acht! In Gottes Fried und Freude fahrt mir bald alle nach! zwar viel Kreuz empfinden, doch schmeckt die Seele Himmelsruh; denn alles Leiben dieser Zeit ist nicht wert jener Herrlichkeit. 3. Ich sterbe täglich; meine Tage, die nehmen mit den Stunden ab; Mel. Wer nur den lieben Gott. und eh ich dieses Wort aussage, M. Joh. Siegfried. 802.h steh mit einem Fuß so nähert sich mein Totengrab. Dies Leben fähret schneller hin, als es bemerket unser Sinn. im Grabe; es ist um einen Schritt gethan, so leg ich ab 4. Sch 524 Vom Tode und der Auferstehung. 4. Ich sterbe täglich und be- Totenbahr. Ein kleiner Schritt stelle mein Haus und was mir ist nur dahin, wo ich der WürGott geschenkt. Gefeßt, daß mich mer Speise bin. der Tod jetzt fälle, so habe ich nichts, was mich fränkt. Gott, deiner Gnad empfehl ich mich, und darauf leb und sterbe ich. 5. Und als die Sterbenden wir leben. Gott ist in uns, wir sind in Gott mit Licht und Klarheit schon umgeben. Die Welt ist uns, wir ihr ein Spott, bis wir verwechseln diese Welt mit dem erwünschten Himmelszelt. 6. Ein einzger Schlag kann alles enden, und Fall und Tod beisammen sein; doch schlage nur mit Vaterhänden und schließ in Christi Tod mich ein, daß, wenn der Leib zu Boden fällt, die Seel an Jesu Kreuz sich hält! Mel. Wer nur den lieben Gott. 804. Jh sterbe täglich, und 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn Auge, Mund und Ohr sich schließt. Drum bet ich bei gesunden Tagen: Herr, ich befehl dir meinen Geist! Verschließen meine Lippen sich, so mich. mein Leben eilt im- schreie Jesu Blut für merfort zum Grabe hin; wer kann 8. Kann ich die Meinen nicht mir einen Bürgen geben, ob ich mehr segnen, so segne du sie, Herr, noch morgen lebend bin? Die Zeit für mich; wenn lauter Thränen geht hin, der Tod kommt her: um mich regnen, o Tröster, so Ach, wer nur immer fertig wär! erbarme dich und lasse der Ver2. Ein Mensch, der sich mit Sünden träget, ist immer reif zu Sarg und Grab. Der Apfel, der den Wurm schon heget, fällt endlich unversehens ab; der alte Bund schließt feinen aus, mein Leib ist auch ein Totenhaus. laßnen Schrein durch deinen Trost erhörlich sein. 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf; verkürze mir des Todes Schmerzen und hole mich zu dir hinauf, so wird mein Abschied teine Pein, zwar eilig, mer Boten, er kommet oft un- dennoch selig sein. Benj. Schmold. angemeldt und fordert uns ins Mel. Wer nur den lieben Gott. 3. Es schickt der Tod nicht imLand der Toten. Wohl dem, 805. Ich will es nicht wie der Haus und Herz bestellt! Denn ewges Unglück oder Glück hängt oft an einem Augenblick. andre machen, die nimmer auf ihr End bedacht; ich will bei Zeiten meine Sachen bestellen, eh die Todesnacht mich bringet in die Ewigkeit. Dann ists zu spät; jetzt ist es Zeit. 4. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in deiner Hand; wie lange du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt. 2. Ich sehe täglich Menschen Hilf, daß ich jeden Glockenschlag sterben und fern dabei die Nichan meinen Abschied denken mag. tigkeit; sie gleichen ja dem Thon 5. Es kann vor Abend anders und Scherben und leben doch werden, als es am Morgen mit in Sicherheit. Ich mache jetzt mir war; den einen Fuß hab ich den festen Schluß: Heut leb ich, auf Erden, den andern auf der heute thu ich Buß. 3. Mein Vom Tode und der Auferstehung. 525 Stunden! 3. Mein Vater, lehre mich be- denk an die legten denken, daß ich unfehlbar ster- Wenn man den Tod verächtlich ben muß, mein Herz dadurch zur Klugheit lenken, daß ich in steter Reu und Buß auf meines Hei lands Wegen geh, und ja nicht bei den Spöttern steh. 4. Wie sollte ich das Eitle lieben, das einem Dunst und Nebel gleicht? Wie sollt ich mich um das betrüben, daß wie die schnelle Luft hinstreicht? Fort Eitelkeit, ich mag dich nicht! Es ist mein Herz zu Gott gericht. 5. Ich will die Welt und mich verlassen, da ich noch auf der Erde bin; will meines Jesu Kreuz umfassen, daß lehrt mich einen bessern Sinn. Dies wähl ich mir zum sichern Stab und eil mit ihm zu meinem Grab. hält, wird er sehr oft gefunden. Es ist die Reihe heut an mir. Wer weiß, vielleicht gilts morgen dir, ja wohl noch diesen Abend! 6. Hab ich denn Jefum recht erkennet, ist Freundschaft unter uns gestift; werd ich sein Erb und Kind genennet, was schadet mir des Todes Gift? Mein Richter ist mein Advokat, mein Bürg, Bezahler und mein Nat. 7. Ich danke dir von ganzem Herzen, Herr Jesu, treuer Menschenfreund, daß du durch so viel bittre Schmerzen auch mich, der ich damals dein Feind, erlöset und am Kreuzesstamm für mich geblut't, o Gotteslamm. 3. Sprich nicht: Ich bin noch gar zu jung, ich kann noch lange leben; ach nein, du bist schon alt genug, den Geist von dir zu ges ben. Es ist gar bald um dich ge= than; es sieht der Tod fein Alter an, wie magst du anders denken? 4. Ach ja, es ist wohl Klagens wert, es ist wohl zu beweinen, daß mancher nicht sein Heil begehrt, daß mancher Mensch darf meinen, er sterbe nicht in seiner Blüt, da er doch viel Exempel sieht, wie junge Leute sterben. 5. So oft du atmest, muß ein Teil des Lebens von dir wehen, und du verlachst des Todes Pfeil? Jetzt wirst du müssen gehen. Du hältst dein Grab auf tausend Schritt und hast dazu kaum einen Tritt! DenTod trägst du im Busen. 6. Sprich nicht: Ich bin frisch und gesund, mir schmeckt auch noch das Essen. Ach! Es wird wohl jetzt diese Stund dein Sarg dir abgemessen; es schneidet dir der schnelle Tod ja täglich in die Hand das Brot. Bereite dich zum Sterben! S. Urlsperger. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 806. Komm Sterblicher, be7. Dein Leben ist ein Rauch, ein Schaum, ein Wachs, ein Schnee, ein Schatten, ein Tau, ein Laub, ein leerer Traum, ein trachte mich! Du lebst, ich lebt auf Erden. Was Gras auf dürren Matten. Wenn mans am wenigsten gedacht, so du jest bist, das war auch ich; heißt es wohl: Zu guter Nacht! was ich bin, wirst du werden. Du Ich bin nun hier gewesen. mußt hernach, ich bin vorhin; 8. gedenke nicht in deinem Sinn, daß daß du nicht dürfest sterben. 2. Bereite dich, stirb ab der Welt, der Tod um dich wird werben. Ach Indem du lebeft, lebe so, du kannst selig sterben; du weißt nicht, wann, wie oder wo, 526 Vom Tode und der Auferstehung. Ach bent, ach denke doch zurück, den, so nimm fie, Herr, in deine ein Zug, ein kleiner Augenblic Händ; ist alles gut, wenn gut führt dich zu Ewigkeiten. das End. 9. Du seist denn fertig oder nicht, 2. Gern will ich folgen, liebso mußt du gleichwohl wandern, ster Herr, du wirst mich nicht wenn deines Lebens Ziel anbricht; verderben. Ach, du bist doch von es geht dir, wie den andern. mir nicht fern, wenn ich gleich Drum laß dirs eine Warnung hier muß sterben, verlassen meine sein: dein Auferstehn wird über liebsten Freund, dies mit mir ein mit deinem Sterben kommen. herzlich gut gemeint. 10. Ach, denke nicht: Es hat 3. Ruht doch der Leib fanft in nicht Not, ich will mich schon be- der Erd, die Seel sich zu dir tehren, wenn mir die Krankheit schwinget; in deiner Hand fie zeigt den Tod; Gott wird mich unversehrt durch Tod ins Leben wohl erhören. Wer weiß, ob du dringet. Hier ist doch nur ein zur Krankheit kommst, ob du Thränenthal, Angst, Not, Müh, nicht schnell ein Ende nimmst? Arbeit überall. Wer hilft alsdann dir Armen? 4. Tod, Teufel, Höll, die Welt 11. Zudem, wer sich der Sünde und Sünd mir können nichts freut und auf die Gnade bauet, mehr schaden; bei dir, o Herr, der wird mit Unbarmherzigkeit der Hölle anvertrauet; drum lerne sterben, eh du stirbst, damit du ewig nicht verdirbst, wenn Gott die Welt wird richten! ich Rettung find, ich tröst mich deiner Gnaden; dein einger Sohn aus Lieb und Huld für mich bes zahlet alle Schuld. 5. Was wollt ich denn lang 12. Zum Tode mache dich ge- traurig sein, weil ich so wohl beschickt; gedenk in allen Dingen: Würd ich hierüber hingerückt, sollt es mir auch gelingen? Wie könnt ich jetzt zu Grabe gehn? Wie könnt ich jetzt vor Gott bestehut? So wird dein Tod zum Leben. stehe, bekleidt mit Chrifti Unschuld rein, wie eine Braut hergehe? Gehab dich wohl, du schnöde Welt! Bei Gott zu leben mir gefällt. Herm. Schein. Mel. Wer nur den lieben Gott. 13. So wirst du, wenn mit Feld- 808. Mein Gott, ich weiß geschrei der große Gott wird kommen, von allem Sterben frank ich bin ein Mensch, der bald verund frei sein ewig aufgenommen. geht, und finde hier fein solches Bereite dich, auf daß dein Tod, Erbe, das ewig in der Welt bebeschließe deine Bein und Not. steht; drum zeige mir in Gnaden O Mensch, gedent ans Ende! an, wie ich recht selig sterben kann. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe, kein Augenblic geht sicher hin; wie bald zerbricht nach deiner Güt, doch eine Scherbe; die Blume hilf mir in meinem Leiden. Ruf fann gar leicht verblühn. Drum ich dich an, versag mirs nicht: mache mich nur stets bereit hier Wenn sich mein Seel will schet- in der Zeit zur Ewigkeit. D. G. W. Sacer. In eigener Melodie. 807. Machs mit mir, Gott, 3. Mein Vom Tode und der Auferstehung. 527 3. Mein Gott, ich weiß nicht, Hand mich auferwedt, so nehm wie ich sterbe, dieweil der Tod ich leicht ein Räumlein ein; die viel Wege hält. Dem einen wird Erd ist allenthalben dein. das Scheiden herbe, wenn sonst 5. Nun, liebster Gott, wenn ich ein andrer sanfte fällt. Doch nun sterbe, so nimm du meinen wie du willst; gieb, daß dabei Geist zu dir, den ich mit Christi mein End in dir nur selig sei. Blute färbe; denn hab ich Jesum 4. Mein Gott, ich weiß nicht, nur bei mir, so gilt mirs gleich wo ich sterbe, und welcher Sand und geht mir wohl, wann, wo mein Grab verdeckt; doch, wenn und wie ich sterben soll. ich dieses nur erwerbe, daß deine Benj. Schmold. In voriger Melodie. In eigener Melodie. Begräbnis- Gefang. Antwort des Verstorbenen. 809. Nun laßt uns den Leib 810. Begrabet mich nur imbegraben und daran merhin, da ich ſo teinen Zweifel habn, er werd am lang verwahret bin, bis Gott, jüngsten Tag aufstehn und un- mein treuer Seelenhirt, mich wieverweslich hervorgehn. der auferwecken wird. 2. Er ist Erd und von der 2. 3a freilich werd ich durch Erden, wird auch zu Erd wieder den Tod zu Erde, Asche, Staub werden, und von der Erd wieder und Kot; doch wird dies schwache aufstehn, wenn Gottes Posaun Fleisch und Bein von meinem wird angehn. Gott verwahret sein. 3. Mein Leib wird hier der Würmer Spott; die Seele lebt bei meinem Gott, die Christi Todesbitterfeit erlöset hat zur Seligkeit. 4. Was hier für Trübsal mich verlegt, wird nun mit Himmels= luft ersebt; die Welt ist doch ein Jammerthal, dort ist der rechte Freudensaal. 5. Wenn alle Welt durchs Feur Gott zerbricht, und Gott wird halten ewge sein Gericht, so wird mein Leib verkläret stehn und in das Himmelreich eingehn. 6. Wie manche Widerwärtigkeit betraf mich in der Lebenszeit! Nun aber ist mir nichts bewußt, denn ewigliche Himmelslust. 7. So laßt mich nun in sanfter Ruh, und geht nach euren Häusern zu; ein jeder denke Nacht und Tag, wie er auch selig sterben mag. 8. Nun 3. Sein Seele lebt ewig in Gott, der sie allhier aus lauter Gnad von aller Sünd und Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Sein Jammer, Trübsal und Elend ist kommen zum seligen End; er hat getragen Christi Joch, ist gestorben und lebet noch. 5. Die Seele lebt ohn alle Klag; der Leib schläft bis zum jüngsten Tag, an welchem ihn wird verklärn und Freud ihm wird gewähru. 6. Hier ist er in Angst gewejen, dort aber wird er genesen, in ewger Freud und Wonne leuch ten wie die helle Sonne. 7. Nun lassen wir ihn hier schlafen und gehn all heim unsre Straßen, schicken uns auch mit allem Fleiß, denn der Tod fommt uns gleicher Weis. 8. Das 528 Vom Tode und der Auferstehung. 8. Das helf uns Christus, un-| 8. Nun hundert tausend gute ser Trost, der uns durch sein Nacht, daß ihr mich hier zur Blut hat erlöst vons Teufls Ruh gebracht; habt Dank für Gewalt und ewger Pein; ihm sei das legte Geleit, ich ruhe bis zur Lob, Preis und Ehr allein. Seligkeit. Mich. Weiß. Georg Neumard. Mel. Herr Jesu Christ, meins. Tod sich zu dir wende; drum 811. Jefu, Gottes Läm- mache dich bereit, wenn du sollst melein, ich leb, ich Rechnung geben von dem, was du sterb, so bin ich dein; ich bitt, gethan, damit dein eigen Leben laß mich mit dir zugleich ein dich nicht verflagen kann. Erbe sein in deinem Reich. 3. Mensch, gedenk ans Ende! 2. Denn was wär sonst dein Stirb stets den Sünden ab; gieb Sterbensnot, dein Striemen und dich in Gottes Hände und fürchte dein Wunden rot, wenn ich auch nicht das Grab. Sei fertig alle nicht der Seligkeit genießen sollt Stunden, halt dich an Christi in Ewigkeit? Blut. Stirbst du in Jesu Wun3. Warum hättst du den Leib den, so ist dein Ende gut. und Lebn im Grab verschlossn Benj. Schmold. und aufgegebn, wenn nicht mein Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. Tod durch deinen Tod verjagt 813. Selig, selig find die sollt werdn, du treuer Gott? Toten, die am Ende 4. Darum, o Jesu, steh mir wohl bestehn, und mit welchen bet, gewissen Trost und Hilf Gottes Boten, Engel selbst, zu verleih! Berlaß den nicht, Herr Grabe gehn, die von Christo, Jesu Christ, der mit deinm Blut wenn sie sterben, Wohnung, Heil besprenget ist! und Leben erben. 5. Im Frieden laß mich schlafen ein und in dir haben Ruhe fein; ein selig Ende mir bescher, dein Antlig laß mich sehen, Herr! 2. Ihre Seligkeit und Freude nimmt den Anfang, wenn der Geist von dem Leibe, von dem Leide zu den reinen Geistern reist, wenn er auf Eliä Wagen wird in Abrams Schoß getragen. 6. Jch bitt durchs bittre Leiden dein, laß dies mein letztes Wünschen sein; so will ich loben allezeit dich, o Herr Gott, in Ewigkeit. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 812. 3. Arbeit, Elend, Angst und Klage, Jammer, Wehmut, große Not, alle Morgen neue Plage, Mensch, gedent ans Streuz, das schwerer als der Tod, Ende, willst du nichts droht im Leben Christi Scha Übels thun; der Tod bringt oft be- fen; doch die Toten ruhn und hende das allerlegte Nun. An schlafen. einem Augenblicke hängt Wohl und Weh; drum denke wohl zurücke, wohin dein Ende geh. ewig 4. Sie ruhn in den Grabes höhlen, doch den Seelen schafft Gott Lust; er entdeckt den from 2. O Mensch, gedenk ans Ende! men Seelen, was nicht Aug, Wer weiß, ob nicht noch heut der noch Ohr bewußt, und belohnt ihr Vom Tode und der Auferstehung. ihr Kämpfen, Ringen, das er selber half vollbringen. 529 es ist ja ohne Not; Gott eilet mit den Seinen durch einen selgen Tod, eh noch viel Trübsal kommen; Gott weiß, sie drohen schon. Wohl dem, der aufgenommen zum schönen Himmelsthron! 7. Wollt ihr es recht bedenken, wenn ihr mich lieben wollt, ſo dürft ihr euch nicht fränken ob diesem Todessold. In diesem Weltgebäude hab ich euch ja geliebt; drum gönnt mir auch die Freude, die mir meinHeiland giebt. 8. Wir werden sein verbunden ohn alle Not und Leid nach wenig Zeit und Stunden dort in der Ewigkeit. Da wird uns Gott erneuen; da werden wir uns auch recht mit einander freuen nach himmelischem Brauch. 9. Ade! Nun muß ich scheiden, zu tausend gute Nacht! zur Himmelslust und Freuden; ihr Lieben, seid bedacht, wie ihr mich wollet finden im schönen Paradeis, da eitel überwinden. Nun, gute Nacht, ich reif. Joach. Bauti. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 5. Selig, selig sind die Toten, die am Ende wohl bestehn, und mit welchen Gottes Boten, Engel selbst, zu Grabe gehn, die von Christo, wenn sie sterben, Wohmung, Heil und Leben erben. Ch. A. Freiberg. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 814. So hab ich nun vollen det den schweren Lebenslauf, mich ganz zu Gott gewendet, und geh jeßt himmelauf. Sehr matt bin ich von Thränen, mein Herz ist schwach von Not, von Seufzen und von Stöhnen; drum komm, o lieber Tod! 2. In allen meinen Jahren, von zarter Jugend an, hab ich es wohl erfahren, wie schwer die Himmelsbahn; ich bin auf keinen Rosen gegangen jederzeit, wie etwa die Gottlosen in stolzer Sicherheit. 3. Was ist der Menschen Leben? Wenn auch aufs allerbest fie können sich erheben, so ist es Müh gewest; nur lauter Müh und Sorgen, nur lauter Gram und Not, den Abend wie den Morgen, drum ist man lieber tot. 815. Treuer Gott, in deine Hände foll mein Geist befohlen sein; denn der 4. Wie oft hab ich geflaget, Trost am letzten Ende stellt sich gleich wie ein Wandersmann: mir nun doppelt ein, daß du mich Ach hätt ich Rast! gefraget: Wann von Herzen liebst und dich selbst komm ich himmelan? Werd ich zum Pfande giebst. Weil ich nun noch lange gehen auf eitler Erde dies wohl verwahre, weiß ich Tand? Ach, werd ich nicht bald schon, wohin ich fahre. sehen das rechte Vaterland? 2. Meine Kräfte sind verschwun5. Gott Lob, nun soll es werden, doch dein Heil ist mir bes den, nun ist die Stund herbei, kannt; Not und Tod hat mich daß ich von dieser Erden soll wer- gebunden, doch du reichst mir den los und frei; nun hab ich deine Hand, als in welcher ich ausgeklaget, ich hab in meinem forthin gnädig eingezeichnet bin, Streit mich ritterlich gewaget; und darin ich mein Geschenke die Stron ist mir bereit. ewig zu behalten denke. 6. Jhr Lieben, laßt das Weinen, 3. Jesus mußte selbst verder34 ben, 530 Vom Tode und der Auferstehung. ben, welcher mich erlöset hat; also| Tod, Herr Jesu; deine Wunden bin ich in dem Sterben nur am rot, die werden mich erhalten. Leibe schwach und matt; in dem Herzen zeigt der Geist auf den Mann, der Jesus heißt; da soll ich in seinen Gaben Gnad und viel Erlösung haben. 3. Jch bin ein Glied an deinem Leib, des tröst ich mich von Herzen; von dir ich ungeschieden bleib in Todesnot und Schmerzen. Wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir, ein ewges Leben hast du mir durch deinen Tod erworben. 4. Eben des Erlösers wegen bleibest du, mein Gott, getreu, und der hochverdiente Segen 4. Weil du vom Tod erstanden bist, wohnet mir wahrhaftig bei; so werd ich im Grab nicht bleiben; gewiß der Bund besteht, der auf mein höchster Trost dein Auffahrt meine Taufe geht, und so wahr ich für die Sünde durch sein Blut Vergebung finde. ist, Todsfurcht kann sie vertreiben; denn wo du bist, da komm ich hin, daß ich stets bei dir leb und 5. Hilf nur, daß ich Jesum bin; drum fahr ich hin mit Freuden. faffe, bis er mir den Segen spricht, 5. So fahr ich hin zu Jesu und wenn ich die Welt verlasse, so Christ, mein Arm thu ich ausverlaß die Meinen nicht. Nimm strecken; so schlaf ich ein und dich ihrer gnädig an, führ sie ruhe fein, kein Mensch kann mich durch die Thränenbahn, bis sie aufwecken; denn Jesus Christus, endlich nach den Thränen sich in Gottes Sohn, der wird die Simdeine Hände sehnen. melsthür aufthun, mich führn zum ewgen Leben. 6. Nun, Gott Lob, hier ist das Ende! Ja, mein Herz hat wohl gezielt, wenn es sich in deine Hände In eigener Melodie. zu der schönsten Ruh befiehlt. 817. er weiß, wie nahe Nein, ich werde nicht zu Spott, mir mein Nic. Heermann. denn du bist mein treuer Gott, Hin geht die Zeit, her kommt der und auf diesen teuren Namen Tod. Ach, wie geschwinde und spricht mein Jesus selber: Amen! behende kann kommen meine Todesnot. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Mach nur Ch. Weise. In eigener Melodie. 816. Wenn mein Stündlein mit meinem Ende gut. vorhanden ist und ich soll fahrn mein Straße, geleit du mich, Herr Jesu Christ, mit Hilf mich nicht verlasse! Mein Seel an meinem letzten End befehl ich, Herr, in deine Händ, du wirst fie wohl bewahren. 2. Mein Sünde wird mich fränken sehr, mich mein Gewissen nagen; denn ihr ist viel wie Sand am Meer; doch will ich nicht verzagen; will denken, Herr, an deinen 2. Es kann vor Abend anders werden, als es am frühen Morgen war; wie bald verwechselt sich auf Erden das Leben mit der Totenbahr. Mein Gott, ich bitt 2c. 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken, und daß ich einstens sterben muß, so darf mich nicht im Tod erst fränken die allzu lang gesparte Buß. Mein Gott, ich 2c. 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für Vom Tode und der Auferstehung. 531 für und seufze stets in allen Fäls Mel. Wer weiß, wie nabe mir. len: Herr, wie du willst, fo 818. Wie zuckerſüß ist unser Leben, wie bitter schids mit mir. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut. 5. Ach Bater, deck all meine Sünde mit Christi Blut und Wunden zu, damit ich hier Vergebung finde und dort die längst gewünschte Ruh. Mein 2c. aber doch der Tod; wir sind mit lauter Furcht umgeben, wenn er uns zu erwürgen droht. Mein Gott, ich bitt durch Christi Tod, versüße mir die letzte Not! 2. Allein, was kann den Tod verbittern, wenn ihn die Sünde nicht 6. Ach mache mir den Himmel vergällt? Da gehet alsdann an füße und desto bittrer diese ein Zittern, wenn Gott die RechWelt, damit ich ihre Luft nicht nung mit uns hält. Mein zc. büße, wenn dein Gericht das Urteil fällt. Mein Gott, ich 2c. 3. Im Tode giebt sich das Gewissen als einen Selbstverkläger 7. Nichts ist, das mich von an; da wird der Satan Pfeile Jesu scheide, nichts, es sei Le- schießen, davon das Herze bluten ben oder Tod; er bleibt im Leis den meine Freude, mein Gott, mein Alles in der Not. Mein Gott, ich bitt durch Christi zc. kann. Mein Gott, ich bitt 2c. 4. Man steht im Sterben auf der Schwelle der unbeschränkten Ewigkeit; man sieht schon gleichsam in die Hölle, die allen Sündern längst bereit. Mein 2c. 8. Ich habe Jesum angezogen schon längst in meiner heilgen 5. Das wird ein Mord in meiTauf. Er ist mir auch daher nen Beinen an meinem lezten gewogen, hat mich zum Kind ge- Ende sein; wie werden da die nommen auf. Mein Gott, ich 2. Augen weinen, wie wird der 9. Ich habe Jesu Fleisch ge- Mund um Gnade schrein! Mein gessen, sein Blut hab ich ge- Gott, ich bitt durch Christi Tod, trunken hier; mun fann er mei- versüße mir die letzte Not! ner nicht vergessen, ich bleib in ihm und er in mir. Mein 2c. 6. Mein Gott, gieb, daß ich täglich sterbe, eh mir der Tod 10. So komm mein End heut das Herze bricht; und, wird mir oder morgen, ich weiß, daß mirs dann mein Scheiden herbe, so mit Jesu glückt. Ich bin und laß mich auch im Tode nicht. bleib in seinen Sorgen, gesetzt, Mein Gott, ich bitt durch 2c. daß Not und Tob mich drückt. Mein Gott, ich bitt durch 2c. 7. Laß Christi Schmerz in meinen Schmerzen alsdann das beste 11. Ich leb indes in Gott ver- Labsal sein, und naht der letzte gnüget und sterb ohn alle Küm- Stoß zum Herzen, schließ mich Mein mernis; es fomme nun, wie in seine Wunden ein. Gott es füget, so glaub ich doch Gott, ich bitt durch Christi 2c. und bin gewiß, daß durch sein 8. Lösch aus des Satans FeuerGuad und Christi Blut mein pfeile, der Hölle Nachen stopfe legtes Ende werde gut. zu; und wenn ich nun zum AbKmilia Juliana, Gräfin zu Schwarzburg. schied eile, so führe mich zur wah34* 532 Vom jüngsten Gericht und vom Ende der Welt. wahren Ruh. Mein Gott, ich keinen Teil an unsrer Seele habitt durch Christi Tod, versüße ben, kann nur den Leib begraben. mir die letzte Not! 4. Ein Christ geht immer him9. O lege mich in deine Hände, melan, da ist sein rechtes Erbe; der Tod mag kommen, wann er ist rauh gleich seine Lebensbahn will; beschere mir ein seligs und Sterben schmecket herbe; der Ende, ich warte seiner in der Glaube sieht, was dorten blüht; Still. Mein Gott, ich bitt durch er kämpfet, läufet, ringet, bis Christi Tod, versüße mir die er ins Schauen bringet. legte Not! Benj. Schmold. Mel. Was Gott thut, das ist. 5. Die Welt muß doch verleug net sein, sie hält uns gerne nie819. Mohl dem, der stets der; so geht kein Mensch zum ans Ende denkt, Leben ein, er töte denn die Glieder wird nicht sicher leben. Weil der; drum sei bereit, daß in der er den Sinn zum Grabe lenkt Zeit du Fleischeslust begräbest und lernet Achtung geben, daß und nur dem Geiſte lebest. uns zuleßt ein Ziel gesetzt, so wird er sich beizeiten auf seinen Tod bereiten. 6. Mein Gott, vielleicht ist es nicht weit zu meinem Tod und Grabe. Gieb, daß ich meine 2. Niemand weiß seinen Ster- Sterblichkeit stets in Gedanken betag, Gott hat ihn außersehen; habe und immerzu auch Buße wohl dem, der jeden Stunden- thu, daß mich der Tod nicht schlag den Seufzer läsfet gehen: finde in unbereuter Sünde. Herr, lehre mich beständiglich nach einem andern Leben vor meinem Tode streben! 7. So lang ich lebe, leb ich dir; sterb ich, dir will ich sterben; und tritt der Tod vor meine 3. Die Sünde kann uns zwar Thür, so laß mich nicht verderden Tod durch Höllengift verbit- ben. Auf Christi Blut sterb ich tern; doch wer ihr nur mit Buße ganz gut; in seine treuen Hände droht, darf vor dem Tod nicht befehl ich mich am Ende. zittern. Sein scharfer Pfeil kann Benj, Schmold. 37.( 2) Vom jüngsten Gericht und vom Ende der Welt. Mel. Herzlich thut mich verlangen. muß ein Jeder dran und wird 820. Bedenkestets das Ende, den Lohn bekommen, nachdem er bedente deinen Tod, hat gethan. der Tod kommt oft behende. Der 3. Bedenke stets das Ende, der heute frisch und rot, kann morgen Hölle Angst und Leid, daß dich und geschwinder hinweg gestor- nicht Satan blende mit seiner ben sein. Drum bilde dir, Eitelkeit. Hier ist ein kurzes Sünder, ein täglich Sterben ein. Freuen, dort aber ewiglich ein 2. Bedente stets das Ende, bes kläglich Schmerzensschreien; ach denke das Gericht; es müssen alle Sünder, hüte dich! Stände vor Jesu Angesicht; kein Mensch ist ausgenommen; hier 4. Bedenke stets das Ende, bebente stets die Zeit, daß dich ja nichts Vom jüngsten Gericht und vom Ende der Welt. 533 nichts abwende von jener Herr-| Satan säumet wahrlich nicht; lichkeit, damit vor Gottes Throne mach ihn aber ganz zu Schanden, die Seele wird verpflegt; dort ist Jesu, meine Zuversicht. Steure die Lebenskrone den Frommen doch, o Herr, den Rotten, die beigelegt. mur deines Häufleins spotten; treib hinweg die dunkle Nacht, 5. Herr, lehre mich bedenken der Zeiten legte Zeit, daß sich die so manchen Irrtum macht. nach dir zu lenken, mein Herze 5. Gönn uns, Herr, das Licht fei bereit. Laß mich den Tod des Lebens, welches ist dein heilbetrachten und deinen Richter- sam Wort; unser Flehn sei nicht stuhl; laß mich auch nicht ver- vergebens; schüße doch an jedem achten der Hölle Feuerpfühl. Ort als ein Held den wahren 6. Hilf, Gott, daß ich in Zei- Glauben, daß die Feind uns ten auf meinen letzten Tag mit den nicht rauben, sonderlich zur Buße mich bereiten und täglich lezten Zeit, da man lebt in Neid sterben mag. Im Tod und vor und Streit. Gerichte steh mir, o Jesu, bei, daß ich im Himmelslichte zu wohnen würdig sei. Braunschweig 1686. Mel. Alle Menschen müssen sterben 821. Endlich muß dies Rund der Erden samt dem Himmelsbau vergehn; alles muß zu nichte werden, nichts, was zeitlich, kann bestehn. Alles nahet sich zum Ende; ja, die Stunde kommt behende, da dies große Haus der Welt über einen Haufen fällt. 7. Bleib und steure doch den Striegen, als ein Held und Siegesmann; laß die Feinde unterliegen, die kein Mensch sonst zwingen kann; schaue doch, o Herr, vom Him= 2. Lasset uns zu Jesu treten, mel auf das schwere Kriegsgedem getreusten Wandersmann; tümmel, laß dein christlich Häufelaffet uns von Herzen beten: lein nicht so gar verworfen sein. Ach, der Abend fommt heran, 8. Jammer, Trübsal, Angst und plöglich will es hier auf Erden, Plagen, Pestilenz und teure liebster Jesu, finster werden; Zeit, Elend, das nicht auszusableib doch du, o klares Licht, gen, herrschen nunmehr weit und bleib, o Herr, und laß uns nicht! breit; Heulen, Weinen, kläglich 3. Laßt uns uns zusammen sehen Girren, lauter Wermut, Gall in der höchsten Traurigkeit, da und Myrrhen speisen uns zu diewir uns mit Thränen neben, ser Frist. Bleib, ach bleib, da man aus der Tiefe schreit; Herr Jesu Christ! lasset uns recht eifrig binden durchs Gebet und überwinden Jesum, der zu jeder Frist unser Gaft und Leiter ist. 4. Böse Zeiten sind vorhanden, 6. Alles zittert jeßt auf Erden, Argst und Trübsal häufen sich; sollt es denn nicht Abend werden? da man spürt, wie jämmerlich Kriegen, Morden, Lügen, Brennen, ja, was grausam nur zu nennen, Tag für Tag sich häufet noch, o Herr Jesu, bleibe doch! 9. Alles fänget an zu frachen, Luft und Erde, Feur und Meer; nötig ist es, daß wir wachen, denn der Tag kommt schnell baher, da der Engel Heer Posaunen machen ala 534 Vom jüngsten Gericht und vom Ende der Welt. alles Fleisch erstaunen, das der und nur auf Erden früh und spat Sünde dienstbar ist. Bleib, ach nach großem Gut getrachtet. Der bleib, Herr Jesu Christ! wird fürwahr gar schlimm beftehn 10. Bleibe doch! Mein schwe- und mit dem Satan müssen gehn res Leiden eilet nunmehr auch von Christo in die Hölle. zum End. Herr, die Seele will 5. O Jesu, hilf zur selben Zeit jetzt scheiden, nimm sie auf in durch deine heilgen Wunden, daß deine Händ! Eitel Dunkelheit ich im Buch der Seligkeit werd umgiebet jetzt mein Herz, das eingezeichnet funden! Daran ich sich betrübet über Satans Macht denn auch zweifle nicht, denn du und List. Bleib, ach bleib, Herr hast ja den Feind gericht und Jesu Christ! meine Schuld bezahlet. 11. Nun, ich weiß, du wirst verbleiben stets bei mir in Angst und Not; nun, ich weiß, du wirst vertreiben kräftiglich den ewgen Tod; nun, ich weiß, du wirst mir geben nach der Zeit ein himmlisch Leben, das durch dich erworben ist. Bleib, ach bleib, Herr Jesu Christ! Joh. Rist. 6. Derhalben mein Fürsprecher sei, wenn du nun wirst erscheinen, und lies mich aus dem Buche frei, darinnen stehn die Deinen; auf daß ich samt den Brüdern mein mit dir geh in den Himmel ein, den du uns hast erworben. 7. O Jesu Christ, du machst es lang mit deinem jüngsten Tage; den Menschen wird auf Erden In eigener Melodie. 822. Gift gewißlich an bang von vieler Not und Plage. der Zeit, daß Got- Komm doch, komm doch, du Richtes Sohn wird kommen in seiner ter groß und mache uns in Gnagroßen Herrlichkeit, zu richten den los von allem Übel! Amen Bös und Frommen; dann wird das Lachen werden teur, wenn Barth. Ringwald. alles wird vergehn im Feur, wie Betrus davon schreibet. 2. Posaunen wird man hören gehn an aller Welten Ende; darauf bald werden auferstehn die Toten gar behende; die aber noch das Leben habn, die wird der Herr von Stunde an verwandeln und erneuen. Mel. Fren dich sehr, o meine Seele. 823. Es sind schon die letzten Zeiten, drum, mein Herz, bereite dich, weil die Zeichen schon von weitem zum Gerichte zeigen hin. Himmel, Erde, Luft und Meer machen sich als Gottes Heer auf zur Rache, sonder Schonen, über die in Sünde wohnen. 3. Darnach wird man ablesen 2. Es ist alles fast verdorben in bald ein Buch, darin geschrieben, der ganzen Christenheit; Glaub was alle Menschen, jung und und Liebe sind erstorben, alles lebt alt, auf Erden habn getrieben; in Eitelkeit. Wie es war zu Noä da dann gewißlich jedermann Zeit, so lebt jetzt in Sicherheit der wird hören, was er hat gethan gemeine Hauf der Christen, die in seinem ganzen Leben. im Sündendienst sich brüsten. 4. O weh demselben, welcher 3. Unverstand und Sündenhat des Herren Wort verachtet leben herrschet und nimmt überhand; Vom jüngsten Gericht und vom Ende der Welt. 535 hand; die dem Unheil widerstreIn eigener Melodie. ben, sind wie Fremde unbekannt 824. Gott hat das Evanund wie veracht; ja gelium ihr Thun steht in Verdacht. Wie wir werden fromm; die Welt ist denn der Welt zu raten, bei acht solchen Schaß nicht hoch, dergleichen Frevelthaten? der größte Teil fragt nicht danach. Das ist ein Zeichen vor dem jüngsten Tag. 4. Jesus wird bald selbst einbrechen, weil sein Heer sich aufgemacht, und sein armes Häuflein rä- 2. Man fragt nichts nach der chen, das zu ihm schreit Tag und guten Lehr; der Geiz und WuNacht. Darum hebt das Haupt cher noch vielmehr hat überhand empor zu des Himmels Thür und genommen gar, noch sprechen sie: Thor, daß ihr euer Heil umpfa- Es hat kein Gfahr. Das ist z. het, weil sich die Erlösung nahet. 3. Täglich erdenkt man neue 5. Wenn der Feigenbaum aus- Neb; das sind der Gottlosen Geschläget und anlegt sein Hoff- setz, damit sie alles Gut zu sich gern nungskleid, so weiß man, daß wollten reißn gewaltiglich. Das sich erreget die erwünschte Som- ist ein Zeichen vor dem zc. merzeit; ja, die Zeichen zeigen 4. Man rühmt das Evangesich bei den Frommen häufiglich. lium und will doch niemand werWer bemerkt der Zeiten Zeichen, den fromm. Fürwahr, man spott't wird dies Gleichnis bald erreichen. des lieben Gott; noch sprechen sie: 6. Wächst das Reich der Finsternisse, so wächst auch des Lichtes Reich. Jenes wird bald wei chen müssen; aber der Gerechten 3weig wird in steter Blüte stehn, wenn die Welt wird untergehn. Darum freuet euch, ihr Frommen, euer Jesus wird bald kommen. Es hat kein Not. Das ist 2c. 5. Es ist doch eitel Büberei, die Welt treibt große Tyrannei, als ob fein Gott im Himmel wär; die Armut muß drum leiden sehr. Das ist ein Zeichen vor dem x. 6. Die Schäß der Kirchen nimmt man hin, das wird ihn'n bringen 7. Hütet euch, daß nicht mit Fres- kein Gewinn. Die Armen läßt fen und mit Saufen euer Herz, man leiden Not und nimmt noch mit Nahrungssorg indessen ihn'n aus dem Mund das Brot. sei beschwert als Blei und Erz, Das ist ein Zeichen vor dem 2. daß nicht komme dieser Tag wie 7. Die Schäß der Kirchen sind ein Blizz und Donnerschlag über ihr Gift, sie sind von ihnen nicht die auf Erden wohnen, ohn Er- gestift; doch nehmen sie das Kirbarmen und Verschonen. chengut. Sieh, was der leidge Geiz nicht thut! Das ist 2c. 8. Man fragt nach Gott dem Herrn nicht mehr, die Welt tracht nur nach eitler Ehr; die Hoffart nimmt ganz überhand; Betrügen, Lügen ist kein Schand. Das ist ein Zeichen vor dem 2c. 9. Wo bleibt die brüderliche Lieb? 8. Ja, wir wollen deinen Worten folgen, trauter Seelenschaß! Stör der Hölle Macht und Pforten und mach selber Bahn und Plaß, daß dein Zion werd gebaut und die schöne Himmelsbraut von den Banden dieser Erden möge bald erlöset werden. Laur. Laurenti. 536 Vom jüngsten Gericht und vom Ende der Welt. Lieb? Die ganze Welt ist voller daß dies sei der Erlösungstag, Dieb; kein Treu noch Glaub ist da alle Sünde, Not und Plag in der Welt; ein jeder spricht: ein Ende nehmen werden. Hätt ich nur Geld. Das ist 2c. 3. Gieb, daß ich dieses Erden10. Die Welt will sich nicht las- reich also gebrauch und achte, sen wehrn, an Gotts Wort will daß ich nach jenem auch zugleich, sich niemand kehrn; sie haben das droben, fleißig trachte und nichts gelernet mehr, denn nur dieses glaube zweifelsfrei, daß fressen und saufen sehr. Das ist ein Zeichen vor dem 2c. Gottes Reich gar nahe fet, ja auch die letzte Stunde. 11. Jhr größte Kunst ist banfettiern und in der Büberei studiern, das kann sie aus der Maßen wohl; die Welt ist aller Schalfheit voll. Das ist ein Zeichen vor dem jüngsten Tag. 4. Laß diesen Tag uns immerdar vor unsern Augen schweben, daß wir nicht sicher ganz und gar nun in den Tag hinleben. Herr, klopf an meines Herzens Thür, daß zum Gericht ich für und für mag munter sein und wachen. 5. Vor Fressen, Saufen, üppigfeit bewahre mich in Gnaden, 12. Die liebe Sonne kann nicht mehr zusehen und entseßt sich sehr, darum verliert sie ihren Schein, das mag ein große Trübsal sein. daß ich die teure Gnadenzeit nicht Das ist ein Zeichen vor dem 2c. mit der Seele Schaden verbring 13. Der Mond und Sterne äng- in Spiel und Müßiggang, in sten sich, und ihr Gestalt steht Dingen, die nicht Lohn und Dank jämmerlich; wie gern wollten sie verdienen zu empfangen. werden frei von solcher großen Büberei. Das ist ein 2c. 6. Vergieb, o Herr! O Herr, vergieb, so ich mit Nahrungssorgen, mehr, als erfordert mein Getrieb, am Abend wie am Morgen mir Müh und Kummer hab gemacht und meine Seele nicht bedacht, wie würdig sie erscheine. 14. Darum fomm, lieber Herre Christ, das Erdreich überdrüssig ift zu tragen solche Höllenbränd; drum machs einmal hiermit ein End und laß uns sehn den lieben jüngsten Tag. D. Erasm. Alberus. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 825. HerrundRichter aller Welt, vor dem die Berge zittern; du wirst auch einst des Himmels Zelt am jüngsten Tag erschüttern, wenn schrecklich 8. Komm nun, Herr Jesu, brausen wird das Meer, so, daß der Menschen großes Heer vor Furcht wird gar verschmachten. 7. Ach Gott, wo dieses dein Gericht, mich lebend sollte finden, so gieb, daß mich dasselbe nicht er greif in meinen Sünden. Drum laß mich täglich sein bereit und allen Schlaf der Sicherheit aus meinen Augen wischen. wenn du willst, ich warte mit Verlangen, dich, aller Frommen Heil und Schild, mit Freuden zu 2. Wie du gelehrt und ich ge- empfangen. Dein ist das Reich. glaubt, laß, Jesu, mir geschehen, Führ uns hinein, auf daß wir daß ich alsdaun getrost mein ewig bei dir sein und deinen Haupt aufheben mag und sehen, Namen preisen. Joach. Friesich. 826. Vom jüngsten Gericht und vom Ende der Welt. 537 826. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 7. O Jesu, hilf, daß ich den Mensch, wer du auch Sinn zum Guten allzeit wende, immer bist, gedenk damit nicht, wenn es kommt das in allen Sachen, was dermaleinst hin, mein eigen Thun mich schände. zukünftig ist, wies Gott wird Vergieb auch, was ich sonst geruchbar machen, und alles das, than und bring es vor Gericht was noch jezund verborgen liegt nicht an am allgemeinen Ende! im tiefen Grund, zu seiner Zeit Mel. Herzlich thut mich verlangen. entdecken. 827. Macht auf, ihr Chriſten alle! Wacht auf mit 2. Wir meinen zwar, was bei der Nacht im Finstern ist ge- ganzem Fleiß, in diesem Jammerschehen, und was in Einsamkeit thale! Wacht auf, es ist ja Zeit! vollbracht, daß niemand es ge- Der Herr wird gar bald kommen, sehen, wird immerdar verschwiegen sein Reichstag naht heran, die sein, weil man der Sonne Glanz Sünder zu verdammen. Wer und Schein hier suchte zu entgehen. wird vor ihm bestehn? 3. Allein, das ist sehr weit geirrt, bist du gleich ohne Sorgen; weil nichts so hehl gehalten wird, das vor Gott wär verborgen; da dessen Sonnenangesicht so hell des Nachts, als je das Licht am hellen lichten Morgen. 2. Geld hilft in feinem Maße, auch nicht ein hoher Mut; du mußt es doch verlassen, wenn kommt der bittre Tod. Bist du gleich schön von Farben, bist du schon jung und reich, so mußt du dennoch darben, wenn kommt die Abschiedszeit. 4. Gott siehet in das Herz hinein, das keine Sonn erblicket, wenn diese schon ihr Licht und Schein mit vollen Strahlen schicket; und die Gedanken, die in dir verborgen, fommen ihm schon für, noch eh sie dich berücket. 3. Darum, ihr Christen, alle, die ihr am Leben seid, laßt euren Hochmut fallen, wartet auf diese Zeit. Wollt ihr bei Gott einst leben, so sucht das ewge Gut; er wirds euch reichlich geben, helfen aus aller Not. 5. Gott will dereinst zu seiner Zeit vor Mensch- und Engelscha- 4. Sein Wort ist uns gegeben ren, wenn er uns vor Gericht aus großer Gütigkeit, darnach entbeut, den Ratschlag offenba- wir sollen leben und machen uns ren, den man aufs heimlichste bereit, so laßt uns das nun fas geführt; drum sollst du thun, sen und halten fest daran; denn was dir gebührt, o Mensch, und wo wir es verlassen, so ists mit recht verfahren. uns gethan. 6. Denk, was du thust, ist Gott 5. Ach, wär der nie geboren, bekannt, ders auch ans Licht der Gottes Wort veracht; das wird bringen; dein Herz hat Licht hat er verloren, er wandelt Jesus in der Hand, der giebt in der Nacht voll Lafter und voll in allen Dingen gar sorgsam Schande, und spottet Gottes acht und hält es dir und andern Wort. Weh ihm in solchem Stanfünftig alles für, das dich in de, hier zeitlich und auch dort! Schmach kann bringen. 6. Die Armen, die sich grämen, wenn 538 Vom Himmel und dem ewigen Leben. wenn ihr sie nicht erquickt, die ihr alle wissen; was ihr thut in werden euch beschämen, wenn der Zeit, das werdet ihr genießen jener Tag anrückt. Das sollt dort in der Ewigkeit. mich. Franc. 38. b. Vom Stande der Herrlichkeit ſelbſt, oder: Von dem Himmel und dem ewigen Leben. In eigener Melodie. gefahren, da wir unserm Gott zu Ehrn ewig Halleluja hörn. 828. Alle Menschen müssen 6. Ach Jerusalem, du Schöne, sterben, alles Fleisch ach, wie helle glänzest du! Ach, vergeht wie Heu; was da lebet, wie lieblich Lobgetöne hört man muß verderben, soll es anders da in sanfter Ruh! Oder großen werden neu. Dieser Leib, der muß Freud und Wonne! Jegund gehet verwesen, wenn er ewig soll ge auf die Sonne, jeßund gehet ander nesen der so großen Herrlichkeit, Tag, der kein Ende nehmen mag! die den Frommen ist bereit't. 7. Ach! Ich habe schon erblicket 2. Darum will ich dieses Leben, diese große Herrlichkeit; jezund wenn es meinem Gott beliebt, werd ich schön geschmücket mit auch ganz willig von mir geben, dem weißen Himmelskleid; mit bin darüber nicht betrübt; denn der güldnen Ehrenkrone steh ich in meines Jesu Wunden hab ich da vor Gottes Throne, schaue schon Erlösung funden und mein solche Freude an, die kein Ende Trost in Todesnot ist des Her- nehmen kann. ren Jesu Tod. Zusaß bei besonderen Leichen. 3. Jesus ist für mich gestorben, 8. Nun, hier will ich ewig wohund sein Tod ist mein Gewinn; nen, liebster Schaß, zu guter er hat mir das Heil erworben; Nacht! Eure Treu wird Gott bedrum fahr ich mit Freuden hin lohnen, die ihr habt an mir vollhier aus diesem Weltgetümmel bracht. Liebe Kinder und Verin den schönen Gotteshimmel, da wandte, Brüder, Freunde und ich werde allezeit sehen die Dreieinigkeit. Bekannte, lebet wohl zu guter Nacht! Gott sei Dank, es ist vollbracht! 4. Da wird sein das FreudenJ. G. Albinus. leben, da viel tausend Seelen Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. schon sind mit Himmelsglanz 829. Auf Seele! mache dich umgeben, dienen da vor Gottes bereit, leg ab das alte Thron; da die Seraphinen pran- Sündenkleid und schmücke dich aufs gen und das hohe Lied anfangen: beste, so daß es Jesu wohlgefällt, Heilig, heilig, heilig heißt Gott es ist schon alles angestellt zu der Bater, Sohn und Geist! seinem Hochzeitsfeste; da sollst 5. Da die Patriarchen wohnen, du ihm als seine Braut auf ewig die Propheten allzumal, wo auf werden angetraut. thren Ehrenthronen fizet die ge- 2. Verlaß die weltgefinnte Schar, zwölfte Zahl, wo in so viel tau- die sich aus Bosheit immerdar send Jahren alle Frommen hin- von Gottes Wegen fehret und nicht, Vom Himmel und dem ewigen Leben. 539 nicht, wenn er sie rufen läßt zu 4. Cypreffen sind zu Palmen seinem großen Hochzeitfest, die worden, Halleluja heißt jest meir Gnadenstimme höret. Ihr Lohn Lied; ja, ich bin in des Lamwird einst mit Schrecken sein Ge- mes Orden nun eine rechte Sufängnis, Kerker, Höllenpein. lamit. Mein Auge sieht, was 3. Du aber sollst in süßer Lust tausendschön, mein Ohr hört an deines liebsten Jesu Brust lauter Luftgetön. dich ewiglich ergößen. Schab, O der unvergleichlich ist! Was Erd nem Grabe, bis dir des Frühund Himmel in sich schließt, ist lings Sonne scheint! Und weil dir nicht gleich zu schätzen; ich ich nichts auf Erden habe, als bin entzückt, wenn Geist und den, der meinen Tod beweint, Mut erfreuet diese edle Glut. 5. Verschmachte, Leib, in dei= so ruf ich ihm noch dieses zu: Im Himmel leben ich und du! 4. Hinweg mit aller Lust der Welt! Weg, was man hier für herrlich hält! Weg, schnöde ErBenj. Schmold. Mel. Valet will ich dir geben. dentriebe! Nur Jesus macht 831. Ein Tröpflein von den mein Herz erfreut; ich schmecke Reben der süßenEwigseine Freundlichkeit, ich sehe seine feit kann mehr Erquickung geben, Liebe. Welt, bleibe Welt, ich bin dir gram; gnug, Jesus ist mein Bräutigam! als dieser eitlen Zeit gesamte Wollustflüsse; und wer nach jener strebt, tritt unter seine Füße, was hier die Welt erhebt. Anna Sophia, regier. Gräfin von Hessen. Mel. O daß ich tausend Zungen. 2. Wer von dir möchte sehen 830. Beglücktes Herz, was nur einen Blick, o Gott, wie willst du haben, wohl würd ihm geschehen! Die ach wenn du deinen Jesum hast? Welt wär ihm ein Spott mit Recht selig fannst du dich nun allem ihrem Wesen; so herrlich laben, bei ihm ist ja dein Lustpalast. Auf seinem Schoß, in seiner Hand rührt dich fein eitler Unbestand. und so rein, so lieblich, so er= lesen ist deiner Augen Schein. 3. Den wahren Gott zu schauen, das ist die Seligkeit und von den 2. Ach, sagt mir nichts mehr Himmelsauen das schöne Bluvon der Erde, hier find ich mehr, menkleid. Wie war nach seinen als Himmel heißt. Es trägt die Blicken der Abraham so froh; Erde nur Beschwerde, Bust wird wie wünscht er zu erquicken sich mit Thränen abgespeist. Ein Au- an dir, A und O! genblick, wo ich jest bin, nimmt mehr als tausend Welten hin. 4. Sprach mit Triumph und Prangen der liebe Jakob nicht: 3. An Jesu Bruft schlaf ich nun Ich habe Gottes Wangen und füße, getränkt mit lauter Engelwein. Auf Rosen wandeln meine Füße, licht ist mein Kleid wie Sonne schein. Ich sehe Gott von Angesicht, so brauche ich die Thränen nicht. flares Angesicht gesehn und bin genesen! Wie glänzte Moses Haut, als er bei Gott gewesen und seinen Mund geschaut! 5. Tu reichlichste Belohnung der Auserwählten Zahl, wie lieba lich 540 Vom Himmel und dem ewigen Leben. lich ist die Wohnung, da deiner suche das, was himmlisch heißt; Gottheit Strahl sich offenbarlich hat aus Erde mich formieret, zeiget! O herrlich edler Tag, mich selbst gebildet und gezieret dem diese Sonne scheinet und mit dem mir eingehauchten Geist. ihn erleuchten mag. O Mensch, sieh dies wohl ein, du sollst nicht irdisch sein hier auf Erden; und bist du schon aus Erd und Thon, stammt doch dein Geist von Gottes Thron. 6. D Licht, das ewig brennet, dem feine Nacht bewußt, das feinen Nebel kennet, Gemeinschaft, reich an Lust, da Gott und En gel kommen mit Menschen überein, und ewiglich die Frommen gesegnet werden sein! 2. Herz, steig auf und weiter gehe; der ewge Ausgang aus der Höhe hat dich erkauft mit seinem Blut; warst im Sündenfall verdorben, das ewge Licht hat dir erworben dein vor verlornes Erb und Gut. Erwäge doch dies Heil! O suche doch dein Teil nicht auf Erden! Dir steht be reit die Ewigkeit, die suche hier schon in der Zeit! 3. Gott, du hast mich teur er foren, zur Ewigkeit mich neuges boren, durch deines ewgen Geistes Kraft; er durchflammet mein Ge müte, durchsüßt mein Herz mit ewger Güte, schenkt Himmelskoft und Nektarsaft. Drum soll die Erdenlust mir nicht mehr sein und in dir selber haben den bewußt; Herz und Ohren durchReichtum fort und fort; denn Gott, vor welchem Kronen und Perlen Staub und Spott, wird selber in uns wohnen, und wir in unserm Gott. 7. Vollkommne Liebe bringet dort immer neue Freud; aus ewger Lieb entspringet ein ewge Fröhlichkeit. Gott selbst ist solche Wonne, ist solcher Liebe Preis, ist seiner Blumen Sonne im schönen Paradeis. 8. Sein Licht wird in uns leuch ten, sein Öl und Honigsaft soll unsre Lippen feuchten; von seiner Stärke Kraft mit Weis- und Schönheit werden wir ganz erfülLet sein und spiegeln die Geberden in seinem hellen Schein. 9. Was wünschest du für Gaben? Du wirst sie finden dort dringet schon der süße Ton von Gottes ewgem Freudenthron. 4. In der Pilgrimschaft hie nieden bestürmt oft meinen in nern Frieden viel Ungemach von Sünd und Not; deines Geistes Schwert hilft siegen, mein Glaubensschild läßt nicht erliegen, der Hoffnungshelm verhöhnt den Tod. 3war auf dem Ringeplak zeigt sich mein Erb und Schaß nur von ferne; doch weiß ich schon: die Siegeskron trag ich am Ende doch davon. 5. Dein Licht wird den Weg weisen, wenn ich nach deidaß mein Ginn erhöhet stehe und nem Rat soll reisen durch jene Mel. Wachet auf, ruft uns die. 832. Gott wohnt in der Himmelshöhe, will, mir fin10. Wann werd ich einmal kommen zu solchem Freudenquell? Wär ich doch aufgenommen und schon bei dir zur Stell! Herr Christe, nimm mein Flehen so lang indessen an, bis ich dich selbst an sehen und recht beschauen kann. Erasm. Fing. Vom Himmel und dem ewigen Leben. 541 finstre Todesnacht; mein Fleisch,| Himmel offen; ich sehe Gottes samt Adern, Gebeinen, wird Königsthron, zur Rechten Jesum, herrlich aus dem Grab erschei- Gottes Sohn, auf den wir alle nen, wenn die Verwesung ist hoffen. Singet, flinget, spielt vollbracht. Mein Geist und See- auf scharfen Davidsharfen, jauchzt lenpfand verbleibt in deiner Hand von Herzen! Jesus stillet alle aufgehoben, bis man wird sehn Schmerzen. mich auferstehn, an Seel und Leib verkläret gehn. 2. Ich seh, er machet alles neu; die Braut fährt zu ihm ohne 6. So mag dies Haus aus der Scheu in reiner, schöner Seide. Erden, nur immerhin zerbrochen Die Kleider sind mit Gold durchwerden, ein ander Haus wird stickt, der Bräutgam hat sie selbst uns erbaut. Gott will diesen geschmückt mit teurem HalsgeBau vollführen, mit ewger Him- schmeide. Meister, Geister, Ches melsflarheit zieren, dran man rubinen, Seraphinen wünschen nichts Unvollkommnes schaut. Glücke, Jesus giebt ihrLiebesblicke. Hinweg, was irdisch heißt; mein Herz und ganzer Geist flieht von hinnen, ergreift dies Wort und ist schon dort an jenem selgen Freudenort. 3. Der Braut ist nichts als Lust bewußt, Gott sieht an ihrer Schönheit Lust, sie glänzet wie die Sonne; man führt sie in den Brautpalast, ins Freudenhaus, 7. Kein Vorhang wird ange- zur stolzen Rast, zu ihres Königs troffen, das Allerheiligste steht Wonne. Klagen, Zagen, Sonoffen, o seligste Zufriedenheit; nenhiße, Donner, Blize sind verhier ist inniglich zu küssen, mit schwunden; Gottes Lamm hat süßer Wonne zu genießen die überwunden. heilige Dreieinigkeit. Es schenkt 4. Gott hat sie aus dem Strom sich uns allhier der Engel schöne erfrischt, der Augen Thränen abZier; alle Frommen umfassen gewischt, Gott kommt, bei ihr zu fich recht brüderlich. O Herz wohnen. Er will ihr Gott, fie und Seele, freue dich! sein Bolt sein, selbst bei ihr ge8. Hier ist lauter Sicht und hen aus und ein. Wie reichlich Freude, hier kleidet uns nur weiße kann Gott lohnen! Trauet, schauet Seide der allerreinsten Heiligkeit; Gottes Güte, Gottes Hütte bei tragen lauter güldne Stronen, den Kindern! Gott wohnt bei wir sigen hier auf güldnen Thro- bekehrten Sündern. nen, hier wechselt sich gar keine 5. Wie heilig ist die neue Stadt, Zeit. Hör auf, mein blöder die Gotteslamm zum Tempel Sinn! Wo willst du endlich hin? hat, zum Grunde die zwölf BoStille! stille! Geh ruhig ein, ten! Gar nichts Gemeines geht wo Gott allein wird alles und hinein; wer fündigt, muß ver in allem sein. Jac. Baumgarten. bannet sein, sein Teil ist bei den Mel. Wie schön leuchtet der M. Toten. Reine, feine Edelsteine 833. Jfts oder ist meinGeist entzückt? Mein Auge hat jest was erblickt, ich seh den sind gemeine; ihr Licht flimmert, wie ein heller Jaspis schimmert. 6. Die Stadt darf einer Sonne nicht, 542 Vom Himmel und dem ewigen Leben. nicht, nicht unsers Mondes blassen Lichts, das Lamm ist ihre Sonne. Ihr leuchtet Gottes Herrlichkeit, die Heiden wandeln weit und breit bei dieses Lichtes Wonne. Ihre Thüre, und die Pforte dieser Orte stehen offen; da ist keine Nacht zu hoffen. 3. Laß Fleisches-, Welt- und Augenlust in mir nicht länger walten; ein besfres ist mir ja bewußt, daran ich mich soll halten; laß meinen Sinn sich schwingen hin zu dir mit Freud und Wonne; du bist mein Licht und Zuversicht, ja, meiner Seele Sonne. 7. Bon Gottes Stuhle quillt 4. Ach, ach! Wann wird mein ein Fluß, da mitten auf der Bräutigam mich einmal kommen Gasse muß das Holz des Lebens heißen? Wann wird das teure grünen; die Frucht, die der Baum Gotteslamm mich aus dem Leben zwölffach trägt, und jedes Blätt- reißen? Wann werd ich doch das chen, das er hegt, soll der Ge- schwere Joch von meinen Schulsundheit dienen. Schlechte Knechte, tern legen? Wann wird sich mir Herren, Fürsten, Kaiser dürsten doch thun herfür des Himmels nach der Quelle; sie fließt recht Freudensegen? kristallenhelle. 5. O möcht ich Armer doch, 8. Wie herrlich ist die neue Welt, befreit von aller Angst und die Gott den Frommen vorbe- Schrecken, die allersüßste Herrlichhält, kein Mensch kann sie erwer- feit in jenem Leben schmecken! O ben. Jesu, Herr der Herr- süße Kraft! o Lebensfaft! Wann lichkeit, du hast die Stätt auch werd ich dich empfinden? Komm mir bereit, hilf mir sie auch erer Ewigkeit! Ich bin bereit! Das ben! Weise, preise ihre Kräfte, Gitle muß verschwinden. ihr Geschäfte mir Elenden; laß mich auf den Anblick enden. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 835. Ewigkeit, du Freu denwort, o Freud, die ewig gehet fort, o Anfang sonder Ende; o Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Fröhlichkeit nicht, wo ich mich hinwende: mein ganz entzücktes Herz ist voll der Freude, die da kommen soll. 2. Kein Freude ist in aller Welt, die endlich mit der Zeit nicht fällt und gar wird aufgehoben; die Ewigkeit nur hat kein Ziel; 2. Wenn Kreuz und Trübfal der Freuden unverändert Spiel kommt heran, so laß mich nicht wird nimmer aufgeschoben, ja verzagen; dein Wort ists, das mir Paulus, der bekennet frei, daß helfen kann, mein Glend leicht zu sie ganz unaussprechlich sei. tragen. Ich weiß ja wohl, daß ich 3. O ewig freudenvoller Gang, soll einst mit dir, Herr Jesu, leben; o Ewigteit, verzieh nicht lang. soll ich denn nicht, o du mein Licht, wir warten bein mit Schmerzen. nach solcher Wohlfahrt streben? Drum, wenn ich jene Himmels pracht Ahasverus Fritsch. Mel. Was mein Gott will, das. 834. Mein Gott, erschaffen hast du mich zu jenem Freudenleben. Das weiß und glaub ich festiglich; hilf mir doch recht erheben mein Herz zu dir und für und für nach solchem Leben trachten; laß mich die Freud der Ewigkeit nicht freventlich verachten. Vom Himmel und dem ewigen Leben. 543 pracht zusamt der großen Freud 9. Ach Gott, barmherzig und betracht, erfreu ich mich von Hers gerecht, wie lohnest du den fromzen. Nichts ist zu finden weit und men Knecht mit triumphiernder breit so lieblich als die Ewigkeit. Wonne; auf kurzes Leiden dieser 4. Was acht ich irdsche Luft Welt hast du so lange Freud be= auf Erd, dies alles ist faum nen- stellt, fomm nur, o Guadennenswert, es kann nicht lange sonne! Nun merk auf dies, o währen. Was wär es, wenn Menschenkind, sei fromm, es gleich einer lebt und funfzig kommt der Tod geschwind. Jahr in Freuden schwebt, so würd ichs nicht begehren. Denn diese Freud fällt selten ein und kann dazu nicht ewig sein. a 10. Die irdsche Lust ist voller Tück und kann doch kaum ein'n Augenblick, und länger nicht, er= gözen; flich solche Lust nur alle5. Es ist die Freud ohn alle zeit, hier kann man ja in Ewigkeit Qual, währt so viel Jahr, als die Seel in Freuden seßen; ein ohne Zahl die Menschen sich er- schöner Tausch, recht wohl genähren, so viele Stern der Him- wagt, der uns in Ewigkeit behagt. mel hegt, so vieles Laub das Erdreich trägt und Vögel sich vermehren. Sie bleibet ewig unverlegt, kein End und Ziel wird ihr gesetzt. 11. So lang ein Gott im Himmel lebt und über allen Wolken schwebt, wird solches Jauchzen währen; kein scharfe Kält noch blasse Hiß, kein Augst, kein Feuer oder Bliz, wird diese Ruh verheeren; sie bleibet unverrückt allein, so lange Gott selbst Gott wird sein. 12. Die Freude bleibet immerdar, wie anfangs sie beschaffen war, sie kann sich nicht vermindern; da iſt fein Arbeit, sondern Ruh und nimmt an Fröhlichkeit stets zu bei jenen frommen Kindern. So folget auf die Thränensaat die Freudenernte in der That. 6. Nun aber, wenn du immer dar viel hundert tausend tausend Jahr in solcher Lust gestanden, und samt den Engeln solcher Frist mit Freud und Wonn ergößet bist, ist doch kein Schluß vorhanden; die Zeit, die niemand zählen kann, die fänget stets von neuem an. 7. Sucht einer gleich hier in der Welt Ergößung in seinm Gut und Geld, es ist vergänglich Wesen; fein Freud ist es, nur lauter Müh 13. Wach auf, betrübter Mensch, und stete Sorgen macht es früh, vom Schlaf, ermuntre dich, verja das, was er erlesen, bringt ihm lafsnes Schaf, denk an das Freuauf jeden Glockenschlag Angst, denleben. Wach auf, es kommt Rummer, herbes Ungemach. die schöne Zeit, es kommt die 8. Ach, was ist das? Es wird frohe Ewigkeit, die Jesus dir der Schein der ewgen Lust nicht wird geben; wer weiß, ob er irdisch sein und mit der Zeit sich nicht kommen mag? Komm heut, enden; es wird sich der Erwählten erwünschter Freudentag! Schar in Lieb und Friede immer- 14. Die Luft ist Last in dieser dar mit großem Jauchzen wen- Welt, die nur den üppigen geden, und diese ungestörte Freud fällt, der Fromme wird sich hüten. soll währen bis in Ewigkeit. Laß ja doch keine Sicherheit bir dei 544 Vom Himmel und dem ewigen Leben. deine Herzensfröhlichkeit durch! 3. Es verlanget mich zu sehen Erdenlust verbieten; vor allen ohne Decke dein Gesicht und von Dingen hab in acht dein Heil, Sünden frei zu stehen, reines das Christus dir gebracht. Lamm, in deinem Licht; doch, ich 15. Du hoch erlöstes Menschen- will dir nichts vorschreiben, und find, des Geistes voll, geh ab mein Himmel ist schon hier, geschwind von diesem Erdenhü- wirst du, meiner Seele Zier, nur gel und schwing dein Herze da mit mir vereinigt bleiben: denn, hinein, wo hunderttausend Engel wie sollt auch ohne dich Himsein, mach deiner Seele Flügel. melsluft vergnügen mich? Wo lebt ein so beredter Mann, 4. Du bist meiner Seele Wonne, der jene Freud aussprechen kann? wenn mich Angst betrüben will; 16. Ewigkeit, du Freuden- mein Herz nennt dich seine Sonne wort, o Freude, die da gehet und das Sorgenmeer wird still, fort, o Anfang sonder Ende; o wenn mir deine Blicke lachen, Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß deren liebbeglänzter Strahl trenvor großer Fröhlichkeit nicht, wo net alle Not und Qual. Du ich mich hinwende. Nimm du mich, kannst mich vergnüget machen; wenn es dir gefällt, o Jesu, in in die hab ich Himmelsfreud, dein Freudenzelt. Casp. Heunisch. außer dir Verdruß und Leid. Mel. Sollt ,, ich meinem Gott nicht. 5. Laß mich, Baum des Lebens, 836. Öffne mir die Perlen bleiben an dir einen frischen thore, o du Schmuck Zweig, der, wenn ihn hier Stürme der Himmelsstadt, Licht vom Licht, treiben, stärker werd und höher zum Licht erforen, eh die Welt den steig, auch im Glauben Früchte Anfang hatt; eile, Liebster, heim bringe; und verseß mich nach der au führen meine Seele, deine Zeit in das Feld der Ewigkeit, da Braut, die du bir haft anvertraut; ich mich in dir verjünge, wenn laß mich solche Klarheit zieren, des Leibes welkes Laub wieder wo mich keine Sündennacht mehr grünt aus seinem Staub. betrübt und finster macht. 6. Gieß indessen in die Seele 2. Ich lieg schon in deinen deinen süßen Lebenssaft, Leben, Armen durch den Glauben fest dem ich mich vermähle, und laß geschränkt, und durch deiner Lieb deiner Liebe Kraft mich ganz Erbarmen wird mir Freude ein- gnadenvoll erlaben; bleibe mein, geschenkt, die nach deinem Nektar ich bleibe dein, dein will ich auch schmecket, den du in der Ewigkeit ewig sein. Dich, mein Jesu, will meiner Seele haft bereit; aber ich haben; Erd und Himmel acht diese Lust erwecket Durst, den ich nicht ohne dich, mein Trost nichts, mein Gott, als du sät- und Licht. tigest in voller Ruh. W. Chr. Dreßler. In eigener Melodie. Erster Chor. In voriger Melodie. Anderer Chor. 837. wie felig feid ihr doch, 838. Ja, höchſt ſelig find wir, ihr Frommen, die ihr durch lieben Brüder, unser Mund Vom Himmel und dem ewigen Leben. 545 durch den Tod zu Gott gekom-| Mund ist voller Freudenlieder; men; ihr seid entgangen aller doch was wir schauen, wird euch Not, die uns noch hält gefangen. Gott gar bald auch anvertrauen. 2. Muß man hier doch wie im Kerker leben, da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben; was wir hier kennen, ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 2. O ihr Lieben, seid doch ja zufrieden; wünscht nicht Freude, weil ihr seid hienieden; laßt euren Willen sich fein sanft von Gottes Gnade stillen! 3. Ihr hingegen ruht in eurer 3. Aber gleichwohl mußten wir Kammer sicher und befreit von auch kämpfen, da in uns war allem Jammer; kein Kreuz noch Leiden ist euch hinderlich in euren Freuden. Sünd und Tod zu dämpfen. Was euch jetzt quälet, daran hat es uns auch nicht gefehlet. 4. Christus wischet ab euch alle 4. Duldet euch nur fort bei Thränen, ihr habt schon, wonach euren Thränen; bleibt getreu, wir uns erst sehnen; euch wird euch himmelan zu sehnen! Eur gesungen, was durch feines Ohr jezig Leiden ist der Same zu allhier gedrungen. den künftgen Freuden. 5. Ach, wer wollte denn nicht 5. Freilich ist hier gut bei gerne sterben und den Himmel Christo leben; doch könnt ihr für die Welt ererben? Wer euch in Geduld ergeben; all euer wollt hier bleiben, sich den Jam- Streiten lohnet Christus hier mer länger lassen treiben? mit Herrlichkeiten. 6. Komm, o Christe, komm uns auszuspannen; lös uns auf und führ uns bald von dannen! Bei dir, o Sonne, ist der frommen Seelen Freud und Wonne. 6. Ach, ihr teuren Seelen, eure Kronen, eure Palmen, eure güldnen Thronen sind schon bereitet; schafft nur, daß ihr recht zum Siege streitet! Beide Chöre. 7. Nun, wir wollen beiderseits dann loben Gottes Lamm, das uns in Gott erhoben; ein ewges Leben ist uns beiderseits gewiß gegeben. 8. Lobt, ihr Menschen, lobt, ihr Himmelschöre, gebt dem höchsten Gott allein die Ehre! Die Ewigkeiten werden unsers Gottes Lob ausbreiten. S. Dach. Jac. Baumgarten. In eigener Melodie. 2. Ich bin schon da angekom839. Welt, abe! Ich bin men, ich bin meiner Krankheit dein müde, ich will los und den Schmerzen ganz entnach dem Himmel zu; da wird nommen, ruhe sanft in Gottes sein der rechte Friede und die Schoß. In der Welt war Angst ewge Seelenruh. Welt, bei dir und Not, Krankheit und zuletzt ist Krieg und Streit, nichts, der Tod; aber dort ist allezeit denn lauter Eitelkeit; in dem Friede, Ruh und Seligkeit. Himmel allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 3. Was empfind ich hier für Freude, was ist hier für Herrlich35 feit! 546 Vom Himmel und dem ewigen Leben. teit! Übersüße Himmelsweide| soll hinfort die stolze Welt, und was labet mich schon allbereit. Welt, da ihrer Lust gefällt, samt ihrer bei dir war Krieg und Not, Krankheit und zuletzt der Tod, aber hier ist allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. Pracht nicht mehr vergnügen. 2. Seh ich dies große Weltge bäude und aller Häuser Zierrat an, so ist es eine kurze Freude, die uns ihr Ansehn geben kann. Die Zeit reißt alle hohen Mauern, fie mögen noch so köstlich sein, und alle Marmorsäulen ein. Nichts 4. Unaussprechlich schöne singet Gottes auserwählte Schar. Heilig! Heilig! Heilig! klinget in dem Himmel immerdar. Welt, bei dir war Krieg und Streit, kann auf Erden ewig dauern. Angst und bloße Eitelkeit; aber hier ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 3. Die Welt mag ihre Schlösser loben, ich lobe dies Gepränge nicht; mein Luft- und Wohnhaus ist dort oben, dort ist mein Herze 5. Laßt doch euer Trauern bleiben, meine Lieben, weinet nicht! hin gericht. Jerusalem, du Burg Es ist gar nicht zu beschreiben, der Frommen, du Gottesstadt, wie mir hier so wohl geschieht; wär ich in dir, so würd ich, was denn bei euch war Angst und mich für und für erfreuet, reichNot, Schmerzen und der bittre lich überkommen. Tod; aber hier ist allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 4. unerhörte Zierlichkeiten, die dort an deinen Wänden stehn; 6. Denket, wie es mög ge- mich deucht, ich kann jetzt schon schehen, daß ihr mich in kurzer von weitem die Klarheit deiner Zeit fröhlich werdet wiedersehen in der großen Herrlichkeit; denn bei euch war nichts denn Not, Mühe, Angst und gar der Tod; aber hier ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. Mauern sehn; das Glas der Fenster sind Rubinen; die Thore Perlen und Saphir; das Gold muß überflüssig dir zur Schönheit deiner Dächer dienen. 5. Dort wünsch ich mir allein zu 7. Ich bin nun voran gegan- leben und will mich nun der Eitelgen, will euch also Anlaß gebn, feit und aller Weltlust ganz bedaß euch soll darnach verlan- geben. Wo bleibt die lang ergen, wo wir ewig sollen lebn; wünschte Zeit, da ich die Seele denn die Welt hat Krieg und Gottes Händen mit Freuden Streit, all ihr Thun ist Eitel- überliefern kann? Komm Tod, ich keit; aber hier ist allezeit Friede, scheu mich nicht; komm an, du Ruh und Seligkeit. mußt mir doch mein Leben enden. Joh. Georg Albinus. Mel. Mein Jesu, dem die Seraph. 840. 3u bir erheb ich meine 6. Du mußt mich doch zum Himmel führen, wo mein geliebter Heiland ist; wo stetes Wohlfein Sinnen, Herr Jesu, ist zu spüren, und du, o grimmer stärke meinen Geist, der mich zu Tod, nicht bist. Was kann mir hohen Himmelszinnen der aus- hier dein Stachel schaden? Werd erwählten Wohnung weist. Ich ich von deiner Hand ermordt, Laffe jetzt das Gitle liegen, mich so sterb ich hier und lebe dort bei Von der Hölle und dem ewigen Tode. 547 bei meinem liebsten Gott in nes Vaterland! Jerusalem, du Gnaden. stehst mir offen! Herr Jesu, 7. Mein trauter Jesus, mein nimm mich nur hinein! Bei dir Verlangen, wird meine Seel in wünsch ich allein zu sein; auf seine Hand nach meinem Tode deine Zukunft will ich hoffen. schon empfangen. O wunderschö39. c. Vom Gegensatz des Standes der Herrlichkeit, oder: Von der Hölle und dem ewigen Tode. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 841. Kommt her, ihr Men schenfinder, sem Jammerlande bringt man bir Spott und Schande für Ehr und Ansehn auf die Bahn. kommt her, ihr frechen Sünder, kommt 7. Wer sollte dich auch ehren? her und höret an, was die dort Wer könnte dir vermehren dein müssen leiden, die hier von Gott sich scheiden, die keine Warnung schrecken kann. Lob in solcher Pein? Bist du doch aus dem Orden der Kinder Gottes worden des Satans treuer Sklav allein. 8. Du kannst dich nicht befreunden, mit keinem dich vereinen, wie ehmals in der Welt; dort weiß man nur zu sagen von Teufeln, die dich plagen in ihrem Mord- und Marterzelt. 2. Kommt, geht mit mir zur Höllen, da will ich euch vorstellen die allerschwerste Pein, der gleichen nicht zu finden, ja, die nicht auszugründen, wie groß und hart sie werde sein. 3. Du sprichst: Mein Mund will essen. Der Speif ist hier vergessen, dich hungert ewiglich. Dich dürftet übr die Maßen. Kein Tropfen ist zu fassen, nur Angst und Jammer sättigt dich. 9. Es werden dich verfluchen, ja, dich zu quälen suchen die, welche du verführt; sie werden angstvoll schreien und gar zu spät bereuen, daß sie der Satan so regiert. 10. Die täglich hier vereinet, einander nie befeindet an manchem Sündenort, die werden dort in Kämpfen, die keine Macht kann dämpfen, erfunden werden fort und fort. 11. Die sich bei guten Tagen in sündlichem Behagen recht lustig hier gemacht, die müssen einsam sigen in tiefen Finsternissen, denn da wird keiner Lust gedacht. 6. Du wünschest, wie auf Er- 12. Hier kann uns leicht bewegen den, dort hochgeehrt zu werden, ein Schmerz, daß wir uns legen o welch ein eitler Wahn! In die- und schreien über Pein; wie kann 35* die 4. Du suchest schöne Kleider und saubern Schmuck. Ach leider, kein Kleid zu finden ist; es schlagen tausend Flammen recht über dich zusammen, doch bleibst du nackend, wie du biſt. 5. Kein Wohnhaus darfst du hoffen, die Hölle steht dir offen, die giebt dir willig Raum; in diesen wüsten Gründen wirst keine Ruh du finden nach deinem wüsten Sündentraum. 548 Von der Hölle und dem ewigen Tode. die Gicht uns fränken, wie kann großer Traurigkeit nicht, wo ich der Schlag verrenken das Haupt, mich hinwende. Mein ganz er= wie martert uns der Stein! schrocknes Herz erbebt, daß mir 13. Was wird dann in der Höl- die Zung am Gaumen klebt. len, wo häufig sich gesellen die Plagen allzumal, für Pein sich lassen finden? Ach, Satan wird verbinden Angst, Jammer, Trübfal, Not und Qual. 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt und ganz wird aufgehoben; die Ewigkeit nur hat kein Ziel, fie treibet fort und fort ihr Spiel, 14. Es werden dort die Au- läßt nimmer ab zu toben; ja, gen, die zu verlegen tangen hier wie mein Heiland selber spricht: manches liebe Kind, viel Thrä- Aus ihr ist ein Erlösung nicht. nen zwar vergießen, doch wird 3. Ewigkeit, du machst mir es fie verdrießen, daß sie nicht bang! O ewig, ewig ist zu lang, sind gewesen blind. hier gilt fürwahr kein Scherzen. 15. Es werden dann die Ohren, Drum, wenn ich diese lange Nacht die hier den leichten Reden der zusamt der großen Bein betracht, Spötter zugehört, dort Weinen, erschreck ich recht von Herzen. Heulen, Dräuen und Fluchen, Nichts ist zu finden weit und breit, Schmähen, Schreien dafür an- so schrecklich als die Ewigkeit. hören ganz verstört. 4. Was acht ich Wasser, Feur 16. Du wirst vor Angst ver- und Schwert? Dies alles ist gehen, wenn du die Not mußt faum nennenswert, es kann nicht sehen, die dir bereitet ist; dein Herze wird verzagen in diesen Höllenplagen, wo keine Hilf zu finden ist. lange dauern. Was wär es, wenn gleich ein Tyrann, der funfzig Jahr kaum leben kann, mich endlich ließ vermauern? Gefängnis, Marter, Angst und Pein, die können doch nicht ewig sein. 17. Es wird die Glut dich brennen und doch nicht können trennen dein Adern, Fleisch und Bein. Sie wird den Leib nur plagen, zugleich die Seele nagen, und diese Qual wird ewig sein. 5. Wenn der Verdammten große Qual so manches Jahr, als an der Zahl hier Menschen sich ernähren, als manchen Stern der Him18. Ach Gott, dann wird man mel hegt, als manches Laub die bitten: Nun berstet in der Mit- Erde trägt, noch endlich sollte wähten, ihr Berg, und nehmt uns an! ren, so wäre doch der Bein zulegt O Marter! Jammer! Brennen! ihr recht bestimmtes Ziel gesetzt. Wohl dem, der dies erkennen und 6. Nun aber, wenn du die Gein der Zeit sich bessern kann! fahr viel hundert tausend, tausend Jahr haft kläglich ausge standen, und mit den Teufeln Joh. Rist. In eigener Melodie. 842. Ewigkeit, du Don- solcher Frist gar grausamlich ge nerwort, o Schwert, martert bist, ist doch kein Schluß das durch die Seele bohrt, o An- vorhanden. Die Zeit, die niefang sonder Ende! O- Ewigkeit, mand zählen kann, die fänget Beit ohne Zeit, ich weiß vor stets von neuem an. 7. Liegt Von der Hölle und dem ewigen Tode. 549 7. Liegt einer frank und ruhet war, sie kann sich nicht vermin= gleich im Bette, das von Golde dern; es ist hier Arbeit sonder Ruh, reich, recht fürstlich ist gezieret, fie nimmt an Klag und Seufzen so hasset er doch solche Pracht; zu bei jenen Satanskindern. O bei ihr muß er die ganze Nacht ein kläglich Leben führen; er zählet aller Glocken Schlag und seufzet nach dem lieben Tag. 13. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf, ermuntre dich, ber8. Ach, was ist das? Der Hölle lornes Schaf, und beffre bald Bein wird nicht wie Leibeskrant- dein Leben. Wach auf, es ist heit sein und mit der Zeit sich nun hohe Zeit; es kommt heran enden; es wird sich der Verdamm- die Ewigkeit, dir deinen Lohn ten Schar im Feur und Schwe- zu geben. Vielleicht ist heut der fel immerdar mit Zorn und letzte Tag; wer weiß, wie man Grimm umwenden; und dies ihr noch sterben mag. unbegreiflich Beid soll währen bis in Ewigkeit. 14. Laß doch die Wollust dieser Welt, Pracht, Hoffart, Reichtum, 9. Ach Gott, wie bist du so Ehr und Geld dir länger nicht gerecht, wie strafest du die bösen gebieten. Schau an die große Knecht so hart im Pfuhl der Sicherheit, die falsche Welt und Schmerzen. Auf kurze Sünden böse Zeit, zusamt des Teufels dieser Welt hast du so lange Wüten. Vor allen Dingen hab Pein bestellt. Ach, nimm es wohl in acht die schreckenvolle lange zu Herzen! Betracht es wohl, o Nacht! Menschenkind; kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. 15. O du bethörtes Menschenfind, von Sinnen toll, von Her10. Ach, fliehe doch des Teu- zen blind, laß ab, die Welt zu fels Strid! Die Wollust kann lieben; ach, ach, soll denn der ein'n Augenblick und länger nicht Hölle Bein, da mehr denn tanergößen; dafür willst du dein send Henter sein, ohn Ende dich arme Seel hernachmals in des betrüben? Wo ist ein so beTeufels Höhl, o Mensch, zum redter Mann, der diese Pein außPfande seßen? Ja, schöner Tausch, sprechen kann? ja, wohl gewagt; das bei den 16. Ewigkeit, du DonnerTeufeln wird beklagt! wort, o Schwert, das durch die 11. So lang ein Gott im Him- Seele bohrt, o Anfang sonder mel lebt und über allen Wolken Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne schwebt, wird solche Marter wäh- Zeit, ich weiß vor großer Trauren; es wird sie plagen Kält und rigkeit nicht, wo ich mich hinHig, Angst, Hunger, Schrecken, wende. Nimm du mich, wenn es Feur und Bliz, und sie doch nicht dir gefällt, Herr Jesu, in dein verzehren. Dann wird sich enden diese Pein, wenn mehr wird ewig sein. 12. Die Marter bleibet immerbar, wie anfangs sie beschaffen Freudenzelt! Gott nicht Sünder, deine Miſsethat empfänget weder Trost noch Nat. Joh. Rist. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 843. Wer dentet an die Höllenglut, muß in sich Angst empfinden, weil er des 550 Tägliche Morgenlieder. des Höchsten Zornesrut verdient tausend Plag und keinen Trost mit seinen Sünden. Indem ihn erreichen mag und doch nicht kann ersterben. das Gewissen plagt, anklagt, verdammet, quält und nagt, fühlt er der Hölle Flamme. 5. Alsdann ist alle Neu zu spät; hingegen, die man hielte für Tho2. Es kommet der geschwinde ren, sind in Gottes Stadt, dahin Tod und sezet in viel Schmerzen ihr Wandel zielte. Das Blatt die Sünder in der letzten Not, hat sich da recht gewendt, die daß sie mit frankem Herzen er- Bösen sind gequält ohn End, die kennen Gottes Strafgericht, weil Frommen sind getröſtet. fie von Gottes Angesicht sind ewiglich verstoßen. 6. O lieber Mensch, bedenk die Höll, heb an ein neues Leben; errette noch heut deine Seel, Gott hat dir Frist gegeben. Versäumest du die Gnadenzeit, so ist in alle 3. Ein Baum, sowie er niederfällt, so bleibt er ewig liegen. Wie sich ein Mensch im Tode hält, wird er den Lohn dort kriegen; da Ewigkeit die Hölle dir bereitet. hilfet keine Thränenflut, gefeßt, 7. Ach hilf, Gott, daß hier daß in der Höllenglut auch die jedermann sein Leben so anstelle, Verdammten weinen. daß er nach seinem Tode kann sein 4. Wer kann auch wohnen in sicher vor der Hölle. Hilf uns der Flamm, die nimmermehr durch deinen lieben Sohn, daß sich leget? Wer kann auch leben wir der frommen Christen Lohn in dem Schlamm, der Bech und im Himmel einst erlangen. Schwefel heget, allwo man leidet G. Ph. Harsdörfer. Dritter Teil. Geistliche Lieder auf allerlei besondere Zeiten, Fälle und Umstände des menschlichen Lebens. 1. Tägliche Morgenlieder. Mel. Wach auf, mein Herz, und. 4. Es hätten tausend Schrecken 844. Auf, auf, ihr meine mich grausam können wecken, wo Lieder, mein Herz, er nicht selbst gewachet und alles mein Geist und Glieder, dem gut gemachet. Höchsten Lob zu singen und Opfer ihm zu bringen! 5. Mein Leib, Seel und mein Leben sei ferner ihm ergeben. Hilf, Herr, auch heut und sende den Beistand deiner Hände! 2. Er hat die Nacht gewendet, das Licht herab gesendet und mich ohn alle Sorgen erweckt an diesem Morgen. 6. Daß ich von dir geführet, und überall regieret, zu deines 3. Er ist mein Schuß gewesen, Namens Ehre mein ganzes Ledaß ich, frisch und genesen, an ben fehre. diesem Tag aufstehe und meine 7. Behüte mich vor Sünden Pflicht angehe. und laß mich stets empfinden ein Ab Tägliche Morgenlieder. 551 Abschen vor den Dingen, die von oben der Höchste dich bedeinen Zorn mir bringen. 8. Dein guter Geist, der leite mein Herz, daß sichs bereite, damit als Kind und Erbe ich dir nur leb und sterbe. 9. Begnade mich mit Segen auf allen meinen Wegen; beglücke meine Thaten und laß sie wohl geraten. 2. Dir, dir und deiner Güte, dir, dir, mein Gott, allein, dir, dir soll mein Gemüte von Herzen dankbar sein; denn du hast mir mein Leben noch bis daher verlängt und täglich auch daneben viel Wohlthat eingeschenkt. 3. Du, Herr der Himmelszelten, wie soll ich nach Gebühr, wie soll ich dir vergelten, was du gethan an mir? Ich bin zwar zu geringe, doch nimm dies Opfer hin; nimm hin, was ich dir 12. Mein Hoffen und Ver- bringe, ein dir ergebnen Sinn. trauen laß nur auf dich hin- 4. Nur weg mit Horn und schauen, daß sich mein Glaube Klauen! Ich opfre Herz und Brust; mehre und dich mit Früchten ehre. ein findliches Vertrauen, das, 13. Laß Freund und Anver- das ist deine Lust; das, das laß wandte, Wohlthäter und Be- dir gefallen; wie schlecht es imkannte und die sich Christen schreiben, von dir bewahret bleiben. 14. Und sollt ich Schniach und Neiden, Kreuz und Verfolgung leiden, so hilf mirs träftig tragen und laß mich nicht verzagen. mer scheint, so ist dennoch vor allen dies Opfer gut gemeint. 5. Verzeihe mir die Sünde, die ich bisher verübt, und die ich jetzt empfinde, wie sie mein Herz betrübt; verzeihe mir und dämpfe die sündliche Begier, mit der ich täglich kämpfe. O Herr, verzeihe mir! 6. Send auch auf meinen Wegen mir deinen Engel zu und sprich du selbst den Segen zu allem, was ich thu. Herr, sende du mir Kräfte von deiner Himmelshöh, auf daß all mein Ges schäfte gewünscht von statten geh. 10. Verleihe Kraft und Stärke, damit ich meine Werke, dazu ich mich nun wende, getroft und glücklich ende. 11. Gieb, daß mich deine Güte vor Unfall stets behüte, ja, daß ich ewig bleibe ein Glied an deinem Leibe. 15. Schüß alle hart Geplagten, erfreue die Berjagten; gieb Brot und Trost den Armen aus Gnaden und Erbarmen. schüßt. Hätt er dir nicht die Wache der Engel zugeschickt, so hätte dich der Drache im tiefen Schlaf erstickt. 16. Erhör auch alle Beter, befehr die Übertreter; sei gnädig mir und allen nach deinem Wohlgefallen. 17. Insonderheit am Ende, nimm mich in deine Hände und laß mich felig sterben und ewges Leben D. 3. Lassenius. Mel. Valet will ich dir. 7. Gieb mir vor allen Dingen getrosten Mut und Geist, das freudig zu vollbringen, was mein Beruf mich heißt. Laß mich in guerben. 845. Auf, auf, mein Geist ten Tagen nicht übermütig sein, zum Loben, auf, und laß mich auch nicht zagen, auf, erhebe dich! Bedenke, wie dringt gleich ein Kreuz herein. 8. Hilf, 552 Tägliche Morgenlieder. 8. Hilf, daß in meinem Stande guter Geist mich treibe und dein ich thu, was dir gefällt, auch Engel bei mir bleibe. Gieb Gelaß mich nicht in Schande gera- sundheit, Kraft und Stärke zur ten vor der Welt. Richt, Herr, Verrichtung meiner Werke. mein ganzes Leben nach deinem Willen ein. Laß auch mein Haus daneben von dir gesegnet sein. 5. Und dieweil an deinem Segen alles, alles ist gelegen, ach, so segne, Vater, segne mich, dein Kind und mir begegne früh mit Gnad; laß dein Gedeihen täglich sich bei mir erneuen. Laß kein Unglück mich berühren und dein Heil mich stets verspüren. Joh. Frand. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 6. Nun, mein Gott, dir sei ergeben Gut und Ehre, Leib und Leben. Freund und Feind ich dir befehle, und vor allen meine 846. Auf, mein Herz, wach Seele. Laß sie, Herr, in Fries auf und singe Gott den fahren zu den auserwählten dem Schöpfer aller Dinge, Gott, Scharen und mit ihnen deinen der dich so herzlich liebet und das Namen ewig preisen. Amen, Licht dir wieder giebet. Alles, was Amen. 9. Gieb, daß im Kreuz und Glücke ich stets so leben mag, daß ich all Augenblicke denk an den letten Tag; und wenn der wird einbrechen, so gieb, daß ich erfreut von Herzen könne sprechen: Komm, Herr, ich bin bereit! genannt mag werden, Feuer, Mel. Der lieben Sonne Licht und. Baſfer, Luft und Erden, Stun= 847. Auf Seel, und danke den, Tage, Jahr und Zeiten müssen seinen Ruhm ausbreiten. 2. Großer Gott, durch deine Güte richte mein Herz und Gemüte, daß ich deines Namens Ehre diesen ganzen Tag vermehre; früh und spät an allen Orten, mit Gedanken, Werk und Worten, nach Vermögen deinen Willen einzig suche zu erfüllen. deinem Herrn aus reinem Herzensgrunde; das helle Licht vertreibt die Stern in dieser Morgenstunde. Die Sonn entdecket dir der Güte Gottes Zier, die sich zu Gottes Kinder Schau bespiegelt in dem Morgentau. 2. Sprich: Gott, ich bin nicht gnug dazu, die Gnade zu erzählen, die du durch sichre Leibes3. O, du wahres Licht der From- ruh erzeigt hast meiner Seele; men, laß mein Flehen vor dich ich kann nicht zeigen an, was du kommen, kehre dich zu mir in mir Guts gethan nebst andern, Gnaden, wende meiner Seele die auch trauen dir und eines Schaden. Deine Kraft steh mir Glaubens sind mit mir. zur Seiten, wenn mich Satan 3. Nun, meiner Seele Hilf und will bestreiten. Wenn in Angst Schuß, ich rühme deine Treue, ich zu dir schreie, mich mit deinem Trost erfreue. die deinen Kindern kommt zu Nuß, die alle Morgen neue; ich 4. Gieb, o Brunnquell aller Gü- dank herzinniglich, daß du so ter, o du treuer Menschenhüter, gnädig mich und auch die Meiwo ich size, wo ich stehe und auf nen diese Nacht durch deinen Enmeinen Wegen gehe, daß dein gel hast bewacht. 4. Gieb, Tägliche Morgenlieder. 553 4. Gieb, liebster Gott, daß fer- Lob und Preis. So wird der ner auch ich heute christlich wandle Tag in Gott vollbracht, Anfang und und meiner Pflicht also gebrauch, Ende gut gemacht. m. E. Scriver. daß, was ich thu und handle, ge= In eigener Melodic. reiche mehr und mehr zu deines 848. Aus meines Herzens Grunde sag ich dir Namens Ehr, zu meiner Seele Heil und Schuß und meines Nächsten Dienst und Nuß. 5. Behüte mich vor alle dem, was Leib und Seele fränket; hingegen gieb, was angenehm, was deinen Segen schenket. Wend ab Gefahr und Not, Krieg, Hunger, Feuer, Tod. Schickst du mir aber Streuz mit zu, so gieb Geduld, Trost, Hilf und Ruh. Lob und Dank in dieser Morgenstunde, dazu mein lebelang, o Gott, in deinem Thron, dir zu Lob, Preis und Ehren durch Christum, unsern Herren, dein eingebornen Sohn, 2. Daß du mich haft aus Gnaden in der vergangnen Nacht vor Not und allem Schaden behütet und bewacht und bitt demütiglich, wollst mir mein Sünd vergeben, womit in diesem Leben ich hab erzürnet dich. 6. Ich will gern alles nehmen an zu Lieb und auch zu Leide, weil deine Hand es ändern kann und wenden Leid in Freude. 3. Du wollest auch behüten mich Dein Herz, auf mich gericht, kann gnädig diesen Tag vors Teufels mich verlassen nicht; denn wer List und Wüten, vor Sünden im Glauben kommt zu dir, der und vor Schmach, vor Feur und ist gesegnet für und für. Wassersnot, vor Armut und vor Schanden, vor Ketten und vor Banden, vor bösem, schnellen Tod. 4. Mein Leib, mein Seel, mein fällt, dir hab ich es ergeben. Be- Leben, mein Weib, Gut, Ehr wahre Stadt und Land; Lehr-, und Kind in deine Händ ich Wehr- und auch Nährstand. Er gebe, dazu mein Hausgesind, als halte Wort und Sakrament, gieb dein Geschenk und Gab, mein ein vernünftig seligs End. Eltern und Verwandten, Geschwister und Bekannten und alles, was ich hab. 7. Nun sei dir alles heimgestellt, Seel, Leib, Stand, Gut und Leben; mach alles so, wie dirs ge8. Mein Herr und Gott, dich laß ich nicht, dir lieg ich hier zu Füßen, bis mir dein Mund den Segen spricht, der alles kann durchfüßen, wenn mich dein Him mel tränkt und mir viel Guts einschenkt, wenn mich dein süßer Gnadengeist aus meines Jesu Wunden speist. 5. Dein Engel laß auch bleiben und weichen nicht von mir, den Satan zu vertreiben, auf daß der Feind allhier in diesem Jammerthal sein Tück an mir nicht übe, Leib und Seel nicht betrübe und bring mich nicht zu Fall. 6. Gott will ich lassen raten, denn er all Ding vermag; er segne meine Thaten, mein Vornehmen und Sach; denn ich ihm heimgestellt mein Beib, mein Seel, mein 9. Hierauf nehm ich mit Freuden an, was mir ist anbefohlen. Dein Geist mich führ auf ebner Bahn, bis du mich wirst einholen ins schöne Paradeis, zu deinem 554 Tägliche Morgenlieder. mein Leben und was er mir sonst Stunden zu betrachten und die geben; er machs, wies ihm gefällt. Welt für nichts zu achten. 7. Darauf so sprech ich: Amen, 5. Regiere mich mit deinem und zweifle nicht daran, Gott Geist, der mir den Weg zum Lewird mit Wohlgefallen es alles ben weist, auf daß ich überwinde sehen an; und streck drauf aus und deine reiche Segenshand in mein Hand, greif an das Werk meiner Nahrung oder Stand zu mit Freuden, dazu mich Gott be- jeder Zeit empfinde, bis ich endschieden in meinem Amt und lich werd in Freuden davon Stand. M. Joh. Mathesius. scheiden und mit Singen dir ein Mel. Wie schön leuchtet der. neues Danklied bringen. 849. Brich an, du schönes Mel. Schwing dich auf zu deinem, Morgenlicht und oder: Christus, der uns selig macht. mache munter mein Gesicht, laß 850. Christe, wahres Seedeine Strahlen glimmen! Brich lenlicht, deiner Chrian, du teure Andachtsflamm, aus sten Sonne, o du flares Angedeinem heißen Herzensstamm ein sicht, der Betrübten Wonne! Danklied anzustimmen! Weiset, Deiner Güte Lieblichkeit ist neu preiset den mit Loben, der von alle Morgen; in dir bin ich recht oben mich behütet und mit Se- erfreut, darf nicht weiter sorgen. gen überschüttet. 2. Wecke mich vom Sünden2. Ach Gott, mein Gott, ich schlaf, der du bist das Leben; danke dir von ganzem Herzen, neues Leben in mir schaff; denn daß du mir verliehen deine Gute hast du gegeben dieser Welt der und mich in dieser finstern Nacht Sonne Licht, welches all er= durch deine Engel hast bewacht freuet, wirst du mich ja laffen an Leib, Seel und Gemüte, daß nicht täglich unerneuet. ich fröhlich meine Glieder habe wieder ohn Verlegen mögen aus der Ruhe seßen. 3. Ohne Licht sieht man kein Licht; ohne Gottes Leuchten sieht ein Mensch den Heiland nicht, der 3. Ach gieb, o treues Vaterherz, uns muß befeuchten mit dem heldaß alle Sünden, Angst und len Himmelstau seiner süßen Schmerz mit dieser Nacht ver- Lehre; drum, Herr Christe, auf gehen, daß ich in deiner Gnad und Huld auch jebund möge ohne Schuld recht geistlich auferstehen; laß mich christlich meine Sorgen diesen Morgen so erwägen, daß ich spüre deinen Segen. mich schau und dich zu mir fehre. 4. Stehre zu mir deine Güt, freundlich mich anblicke, daß mein innerstes Gemüt in dir sich erquicke und die süße Himmelslust mit Begierde schmecke; sonsten sei mir nichts bewußt, das da Freud erwecke. 4. Herr Jesu, leite meinen Gang, daß ich forthin mein lebenlang nach deinem Willen walle; 5. Laß ja ferne von mir sein behüte mir mein Seel und Leib; Hoffart, Augenweide; Fleischesmich selbst in deine Hände schreib, lust und Augenschein, Jeſu, mir damit ich ja nicht falle. Ach gieb, verleide, damit sich die Welt ermein Lieb, deine Wunden alle gözt zu ihrm Selbstverderben; denn, Tägliche Morgenlieder. denn, was sie fürs beste schäßt, machet ewig sterben. 6. Nun, so bleibe stets mein Licht, Jesu, meine Freude, bis der frohe Tag anbricht, da nach allem Leide ich in weißer Kleiderpracht dir den Dank soll bringen, und daß Gott es wohl gemacht, ohn Aufhören singen. 555 wie ein Opfer angebrannt, und verleih, daß dieser Tag mir auch glücklich werden mag. Ach, daß ich ihn doch mit Liebe und in deiner Furcht vertriebe! 6. Gieb, daß ich mag recht erwä= gen, was erfordert meine Pflicht; was derselben läuft entgegen, laß mich ja beginnen nicht. Meine Sinne und Verstand richte, Herr, nach deiner Hand, daß ich recht mein Amt verwalte, rein Ge wissen stets behalte. Ch. Prätorius. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 851. Das walt Gott! Die Morgenröte treibet weg die schwarze Nacht, und der Tag rückt an die Stätte, der da alles munter macht. Drum, so muntre ich mich auf, und mein Herz gedenket drauf, wie ich dir, mein Gott, Lob bringe und den Morgensegen singe. 2. Loben doch bald mit dem Morgen dich die kleinen Vöge- 8. Wenn ich aber was vornehme, lein; eh sie für das Futter sorgen, draus zuvörderst deine Ehr und muß es erst gesungen sein. Sollt des Nächsten Nußen käme, oder ein armes Tierlein nun mir was sonst rühmlich wär: so be= hierin zuvor es thun? Nein, fördre du das Werk, gieb dazu das Singen, Loben, Beten hab Rat, That und Stärk. Alle Arich mehr als sie vonnöten. beit muß gedeihen, wenn du Gnade wirst verleihen. 7. Würd ich etwa heute sehen allerhand Gelegenheit, Sünd und Laster zu begehen, so gieb, daß ich solche meid. Reizet mich mein Fleisch und Blut, zeigt die Welt mir Ehr und Gut, laß mich ja zu nichts verführen, das mir würde nicht gebühren. und der Leib oft mangelhaft; meine Wege auch gefährlich, die Verrichtung oft beschwerlich. 3. Wenn ich könnte übersehen, was all für Gefährlichkeit ich ge- 9. Von mir selbst bin ich unhabt hab auszustehen meine ganze tüchtig, zu befördern meine Sach; Lebenszeit; ja, was noch für Miß- die Begierden sind nicht richtig, geschick alle Stund und Augen- der Verstand ist viel zu schwach. blick, und so lang ich werde leben, Schwach ist meine Seelenkraft über meinem Haupte schweben; 4. Ach, so würde ich erkennen, was für große Gütigkeit du den Menschen pflegst zu gönnen, was 10. Drum, Herr, was ich thu auch für Barmherzigkeit du an und lasse, sei dir alles heimge= mir thust für und für, weil ja stellt; führe mich auf rechter so vielfältig mir Hilfe sendet Straße, mach es, wie es dir gedeine Gnade, wenn ich in Ge- fällt. Segne den geringen Fleiß, fahr gerate. lehre mich, was ich nicht weiß; 5. Drum, so sei all mein Bemü- zeige mir, was ich nicht sehe; hen, dich zu loben, dran gewandt; leite mich, wo ich hingehe. mein Gebet laß vor dir liegen, 11. Wird ein Fall mich übereis 556 Tägliche Morgenlieder. eilen, ach, so hilf mir wieder auf;| Nacht in Finsternis geleget, so schüß mich vor des Satans Pfei- hat Gott mein gepfleget, das Lefen und vor meiner Feinde Hauf. ben wieder bracht. Ist Gefahr heut vor der Thür, steht mir etwa Unglück für, laß mich deine Hilf empfinden, ritterlich zu überwinden. 2. Jch preise dein Erbarmen, du Hüter Jsrael; in deinen Liebesarmen schlief beides, Leib und Seel. Dein Auge sahe drauf; dein Schirm hat sie bedecket, und deine Liebe wecket mich jebund 12. Willst du mir ein Kreuz zu schicken, mach, daß ich es kann ausstehn. Will es mir nicht all- wieder auf. zeit glücken und nach meinem 3. O Jesu, deine Taube war Willen gehn, so ists meiner in der Felsenrik, gesichert vor dem Sünden Schuld; doch gieb Hoff- Raube, bewahrt vor Sturm und nung und Geduld. All mein Bliz. Weil deines Blutes Macht Unglück kannst du wenden und mein Haus und Herz bestrichen, mir wieder Glück zusenden. so ist auch der gewichen, der uns 13. Wird mir etwas aufgedich- zu würgen tracht. tet oder sonst geredet nach; 4. Was soll ich dir nun geben, Herr, du bist, der alles richtet, das du nicht selber hast? Dein ist dir befehl ich meine Sach. Laß mein Leib und Leben; ich bin ja mich meiden nur die That, so nur dein Gast; drum nimm, was wird wohl der Lüge Rat; und dein ist, hin! Leb ich, so leb ich ein gut Gewissen machet, daß deine, weil ich nur dein alleine man der Verleumdung lachet. im Tod und Leben bin. 14. Willst du mich denn etwa 5. Soll ich den Tag beschließen, heute werfen auf das Kranken- der mich jetzt aufgeweckt, so gieb, bett, so gieb, daß ich mich bei daß mein Gewissen kein SündenZeiten schick zu meiner Ruhestätt. dienst befleckt. Wie würd es um Hebe, trag und warte mich; soll ich fort, so bitt ich dich, mich vor schnellem Tod bewahre, gieb, daß ich in Frieden fahre. mich stehn, wenn ich in meinen Sünden mein Ende sollte finden? Zur Hölle müßt ich geht. 6. Gieb, daß mein Herz bedenke, wie mich ein jeder Schritt zu 15. Hierauf will ich mit Vergnügen meine Arbeit fangen an; meinem Tode lenke, der stündlich bu, Gott Vater, wirst es fügen, daß es wohl geraten kann; Jesu Christe, segne du! Heilger Geist, sprich Ja dazu! Herr, in deinem großen Namen fei mein End und Anfang. Amen. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. näher tritt. Stirbt jemand neben mir, den ich gekaunt wohl habe, so schallt aus seinem Grabe: Hent mir und morgen dir! 7. Drum laß mich alle Stuntden dem Tod entgegen gehn; laß, Jesu, deine Wunden mir Armen 852. Der Schlaf ist nun offen stehn. Und solls gestorben verschwunden, des sein, so nimm am letzten Ende Todes Ebenbild; ich lag in den Geist in deine Hände. So Christi Wunden mit Glauben schlaf ich selig ein. eingehüllt. Da manchen diese Benj. Schmold. 853. 557 Mel. Erschienen ist der herrlich. 853. Der Tag bricht an und fort von mir ein Fluch noch falsches Wort nicht werd gehört. zeiget sich; o meine 10. Die Werke, die ich laß Seele, geh in dich, wie du geschlafen und thu, befehl ich dir, regier fie diese Nacht, ob du auch haft an du zu deiner Ehr, des Nächsten Gott gedacht, als du erwacht? Nuß, des Vaterlandes Trost und 2. Denn Gott sieht ins Ver- Schuß, der Bösen Truß. borgne hin, prüft auch im Schlafe Herz und Sinn; er eifert, wenn du nicht zuerst ihm, wenn du aus dem Schlaf auffährst, dein Dienst gewährst. Tägliche Morgenlieder. 11. Daß ich dir ganz geopfert auf; heut und den ganzen Lebenslauf des Fleisches sündliche Begier verleugne, ganz absterbe mir und lebe dir. 3. Drum walts Gott Vater, 12. Sei du stets bei mir und der im Geist durch Christum mich in mir, mit deinem heilgen Geist recht beten heißt, dir will ich mich führ; durch deiner lieben Opfer bringen, eh ich noch zu mei- Engel Schar vor allem Schaden ner Arbeit geh, wenn ich aufsteh. und Gefahr mich heut bewahr. 4. Was soll ich aber opfern dir? 13. Verleih der Nahrung und Ist doch schon alles dein an mir; Gewerb Gedeihen, Segen ohn ja, eben das ist mein Gewinn, Verderb, daß alles dir zu Lob wenn alles, wie ich schuldig bin, und Dank, was ich in dem Beich gebe hin. ruf anfang, gut End erlang; 14. Auf daß ich ehrbar und in ach, richte dein Reich auf darin, Ruh mein Leben möge bringen daß sie von deiner Gnad regiert zu. Die Lebensnotdurft mir bemit Glaub und Gottesfurcht geziert, bleib unverführt. 5. Ich gebe dir die Seele hin; scher, daß Armut nicht mein Herz beschwer, mich ehrlich nähr. 6. Ich geb und opfre dir mein Herz; ach nimms und ziehs in Lieb aufwärts, daß ich mich stets im Geist erheb, an dem, was irdisch ist, nicht fleb, nach Gott nur streb. 15. Ein fröhlich Herz, gefunden Leib gieb mir und auch ein from= mes Weib; hilf, daß den Feind ich überwind mit Sanftmut, und Gehorsam find bei dem Gesind. 16. Erhalt auch unser Bater= 7. Ich opfre dir ganz meinen land in guter Ruh und Fries Willn, laß mich auch deinen densstand; wend ab Aufruhr, Willn erfülln, daß in Geduld Brand, Krieg und Streit, Pest, ohn Unterlaß ich Gutes thu, das Hunger, Kummer, teure Zeit und Böse haß und Sünde laß. ander Leid. 8. Sinn und Verstand, und was ich denk, ich dir zum Morgenopfer schenk; hilf, daß kein böser Anschlag mir einkomm, und was im Sinn ich führ, gefalle dir. 9. Ich opfre dir die Zung und 18. Erlöse, wer unschuldig ist, Mund und mache mit dir diesen um deinetwilln gefangen fitzt; Bund, daß heute diesen Tag und beschütze, die falsch sind verklagt.. 17. Der Obrigkeit gieb Stärk und Wiß, daß sie dein arme Kirche schüß; die dich und uns verfolgen, Herr, durch deinen starken Arm bekehr und ihnen wehr. tröft 558 Tägliche Morgenlieder. tröst alle, die geängst't, geplagt brich mit deinem Licht hervor, sind und verjagt. mir zur Freud und Wonne. 19. Den Armen gieb ihr Kleid 4. Des Mondes Glanz verliert und Brot; die Kranken, und wer sich ganz, er muß dem größern leidet Not, mit deinem Trost weichen. Mit dir, Glanz der Herrbeselige; die Wittwen, Waisen, lichkeit, ist nichts zu vergleichen. Fremblinge verteidige. 20. In Summa: Was dir lieb, uns gut, gieb uns an Seele, Leib und Gut; wie du willst, sei dirs heimgestellt. Nur nimm uns selig von der Welt, wann dirs gefällt. 5. Der Sterne Bracht muß mit der Nacht vom Himmel Abschied nehmen. Unsers Morgensternes Pracht darf sich niemand schämen. 6. Der Menschen Schar, die wie tot war, greift jetzt zu ihren Werken. Laß mich, Herr, bei meinem Werk dein Werk in mir merken. D. v. Schweinig. 7. Ein jeder will der süßen Still und Ruhe Urlaub geben; Jesu, deine stille Ruh set des Geistes Leben. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns. 854. Die belle Sonn leucht jeßt herfür, fröhlich vom Schlaf aufstehen wir; Gott Lob, der uns heut diese Nacht behütet vor des Teufels Macht. 8. Denn ich will auch nach meinem Brauch zu meinem Werke greifen; aber laß aus deiner Ruh mein Herz nie ausschweifen. 9. Halt du die Wach, damit kein Ach und Schmerz den Geist berühre. Meinen ganzen Lebenslauf deine Hand regiere. 10. Wann aber soll der Wechſel wohl der Tag und Nächte weichen? Wenn der Tag anbrechen 4. Laß unser Werk geraten wohl, wird, dem kein Tag zu gleichen. was jeder heut verrichten soll, 11. In jener Welt, da dieſe daß unsre Arbeit, Müh und fällt, die Zion noch macht wei Fleiß gereich zu deinem Lob und Preis. Nc. Heermann. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. nen, soll noch heller siebenmal Tag und Sonne scheinen. 2. Herr Christ, den Tag uns auch behüt vor Sünd und Schand durch deine Güt; laß deine lieben Engelein unsre Hüter und Wächter sein, 3. Daß dir das Herz gehorsam leb, deinm Wort und Willn nicht widerstreb, daß wir dich stets vor Augen habn in allem, was wir fangen an. 12. Ja, dann wird nicht der Sonne Licht Jerusalem verlie ren; denn das Lamm ist selbst das Licht, das die Stadt wird zieren. 13. Halleluja, o wär ich da, wo meine Sonne wohnet, wo die Ar2. Der Tag ist da, das Licht beit dieser Zeit völlig wird belohnet. ist nah, das Dunkle zu vertrei- 14. O Jesu mein, gieb Licht ben. Vor dir, Jesu, schönstes und Schein in unsern dunkeln Licht, kann nichts dunkel bleiben. Zeiten; führ uns aus der fin 3. Der Sonne Licht aufs neu stern Welt in die Ewigkeiten! anbricht; o unerschaffne Sonne, J. A. Freylinghausen. 855. Die Nacht ist hin, mein Geist und Sinn sehnt sich nach jenem Tage, bor dem völlig weichen muß Finsternis und Plage. 856. Tägliche Morgenlieder. 559 Mel. Es ist das Heil uns kommen. Stärke. Es sei die Demut meine 856. Erhebe dich, o meine Zier, die Lieb das Werk der Seel, die Finsternis Werke. Die Weisheit fließt in vergehet; der Herr erscheint in diesen Grund und öffnet beides, Israel, sein Licht am Himmel Herz und Mund, dieweil die stehet. Erhebe dich aus deinem Seel erleuchtet. Schlaf, daß er was Gutes in dir 8. Herr, bleib bei mir, du ewschaff, indem er dich erleuchtet. ges Licht, daß ich stets gehe rich2. Jm Licht muß alles rege sein und sich zur Arbeit wenden; im Licht fingt früh das Vögelein, im Licht will es vollenden. So soll der Mensch in Gottes Licht aufheben billig sein Gesicht zur dem, der ihn erleuchtet. tig; erfreu mich durch dein Angesicht, mach mich zum Guten tüchtig, bis ich erreich die güldne Stadt, die deine Hand gegründet hat und ewiglich erleuchtet. Pet. Lackmann. Mel. O daß ich tausend Zungen. 3. Laßt uns an unfre Arbeit 857. Ermuntert euch, ers gehn, den Herren zu erheben; quickte Glieder, die laßt uns, indem wir auferstehn, dunkeln Schatten sind vorbei; der beweisen, daß wir leben; laßt uns liebe Morgen zeigt sich wieder in diesem Gnadenschein nicht eine und machet Gottes Güte neu, die Stunde müßig sein. Gott ists, mich in dieser Nacht bedeckt und der uns erleuchtet. nun zur Arbeit aufgeweckt. 2. Gott Lob und Dank, daß ohne Schaden die Zeit der Ruh ist hingebracht, und daß der Reichtum seiner Gnaden den frohen Morgensegen macht. Ich bin vergnügt, ich bin erquickt und warte, was Gott heute schickt. 4. Ein Tag geht nach dem andern fort, und unser Werk bleibt liegen. Ach, hilf uns, Herr, du treuster Hort, daß wir uns nicht betrügen; gieb, daß wir greifen an das Werk; gieb Gnade, Segen, Kraft und Stärk im Licht, das uns erleuchtet. 3. Sein guter Geist wird mich 5. Du zeigst, was zu verrichten regieren, der leite mich auf ebner sei auf unsern Glaubenswegen; Bahn; der helfe mir mein Werk so hilf uns nun und steh uns vollführen, in seinem Namen bet, verleihe deinen Segen, daß fang ichs an. Sein Segen wird das Geschäft von deiner Hand mein Beistand sein, der schließ vollführet werd in allen Land, mein Thun und Laffen ein. wozu du uns erleuchtet. 4. Mein Gott, so laß dich gnä6. Ich flehe, Herr, mach mich dig finden, dir hab ich alles heimbereit zu dem, was dir gefällig, gestellt. Ach, so behüte mich vor daß ich recht brauch der Gnaden- Sünden! Doch, wenn das Fleisch zeit; so flehn wir einhellig, die aus Schwachheit fällt, so richte Kinder, die dein Geist geborn mich durch Jesum auf, und sei und die da fürchten deinen Zorn, du selbst mein Lebenslauf. nachdem du sie erleuchtet. 7. Das Licht des Glaubens sei 5. Weil jeder Tag von unsern Tagen auch seine Plage mit sich in mir ein Licht der Kraft und führt, mein Gott! so laß mich nicht 560 Tägliche Morgenlieder. nicht verzagen, wenn mich ein 8. Gott, heilger Geist, du höchs Kreuz und Unglück rührt. Durch ste Kraft, des Gnade in mir alles deine Lieb reiß mich heraus, so schafft, ist etwas Guts am Leben wird mein Leid mit Freuden aus. mein, so ist es wahrlich lauter dein. 6. Nun, Seel und Leib sei dir 9. Dein ists, daß ich Gott recht ergeben, wo alles gut und glück- erkenn, ihn meinen Herrn und lich steht, und wenn der Rest Vater neun, sein wahres Wort von meinem Leben an diesem und Sakrament behalt auch lieb Tag zu Ende geht, so machest du bis an mein End; auf Christi Blut auch meinen leß- 10. Daß ich fest in Anfechtung ten Abschied gut. Erdm. Neumeister. steh und nicht in Trübfal untergeh, Mel. Herr Jesu Christ, wahr'r. daß ich im Herzen Trost empfind, 858. Bor deinen Thron tret zuleßt mit Freuden überwind. ich hiemit, o Gott, 11. Drum dank ich dir mit und dich demütig bitt, wend ab Herz und Mund, o Gott, in dein gnädig Angesicht von mir, dieser Morgenstund, für alle dem armen Sünder, nicht. Güte, Treu und Gnad, die meine Seel empfangen hat, 2. Du hast mich, o Gott Vater mild, gemacht nach deinem Eben- 12. Und bitt, daß deine Gnadenbild; in dir web, schweb und lebe hand bleib über mir heut ausge= ich, vergehen müßt ich ohne dich. spannt. Mein Amt, Gut, Ehr, 3. Errettet hast du mich gar Freund, Leib und Seel in deinen oft ganz wunderlich und unver- Schuß ich dir befehl. hofft, da nur ein Schritt, ja nur ein Haar mir zwischen Tod und Leben war. 13. Hilf, daß ich sei von Herzen fromm, damit mein ganzes Christentum aufrichtig und rechtschaffen sei, nicht Augenschein noch Heuchelei. 14. Erlaß mir meine Sündenschuld und hab mit deinem Knecht Geduld, zünd in mir Glauben an und Lieb, zu jenem Leben Hoffnung gieb. 5. Gott Sohn, du hast mich durch dein Blut erlöset von der Hölle Glut, das schwer Geses für mich erfüllt, damit des Baters Zorn gestillt. 15. Ein selges Ende mir bescher, am jüngsten Tag erweck mich, Herr, daß ich dich schaue ewig6. Wenn Sünd und Satan lich. Amen, Amen, erhöre mich! mich anklagt, und mir das Herz D. Just. Gesenius. 4. Verstand und Ehr hab ich von dir, des Lebens Notdurft giebst du mir, dazu auch einen treuen Freund, der mit mir Glück und Unglück teilt. im Leib verzagt, alsdann brauchst Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. du dein Mittleramt, daß mich der 859. Gott, der du selber Bater nicht verdammt. bist das Licht, des 7. Du bist mein Fürsprach Güt und Treue stirbet nicht, dir allezeit, mein Heil, mein Trost sei jest Lob gesungen; nachdem und meine Freud; ich kann durch durch deine große Macht der dein Verdienst allein hier ruhig helle Tag die finstre Nacht so und dort selig sein. träftig hat bezwungen, und deine Gnad Tägliche Morgenlieder. 561 Gnad und Wunderthat mich, da dir, daß ich die Welt verliere. ich schlief, erhalten hat. 2. Laß ferner mich in deinem Schuß, o Vater, vor des Satans Truß mit Freuden nun aufstehen, damit ich diesen ganzen Tag dich ja mit meinen Augen mag im Glauben fröhlich sehen; vor allem sei du selber mir das Licht des Lebens für und für. Ach lehre mich, du starter Held, zu thun allein, was dir gefällt, dein guter Geist mich führe, damit ich außer bösem Wahn stets wandeln mög auf ebner Bahn. 8. Befiehl auch deiner Engel Schar, daß sie mein Leben vor Gefahr den ganzen Tag beschüßen und auf den Händen tragen mich, daß nicht der Satan grausamlich mich könn allhier beschmißen; so werd ich gegen Löwen stehn und unverzagt auf Drachen gehn. 9. So nimm von mir, o Vater, 3. Des Glaubens Licht in mir bewahr, o stärk und mehr es immerdar, erwecke Treu und Liebe; die Hoffnung mach in Nöten fest, hilf, daß ich mich aufs allerbest auch in der Demut übe, daß hin, mein Herz, Gedanken, Mut deine Furcht stets vor mir steh und Sinn, daß ich dir ganz verund ich auf guten Wegen geh.traue; behüt auch, du getreuer 4. Herr, halte meinen Gang Hort, mein Dichten, Reden, Werk gewiß, treib aus von mir die und Wort, daß es nur stetig Finsternis und Bosheit meines schaue auf deines teuren Namens Herzens. Behüte mich den gan- Ehr, auch meines Nächsten Nug zen Tag vor Aberglauben, Zorn vermehr. und Plag, auch vor verbotnen Scherzen; bewahre mich vor stolzer Pracht und allem, was mich lüstern macht. 10. Herr Jesu Christe, laß allein mich Armen ein Gefäße sein und Werkzeug beiner Gnaden; richt all mein Thun, Beruf und 5. Gieb, daß ich dir gehorsam Stand, halt über mir dein rechte sei und mich vor Zank und Ha- Hand, so kann mir niemand der scheu, auf daß der Sonne schaden; du wollest auch ja gnäStrahlen mich diesen Tag nicht diglich vor den Verleumdern zornig fehn und nachmals trau- schüßen mich. rtg untergehn; ach, laß mich nicht bezahlen dem Nächsten seine Bitterkeit mit Feindschaft, Haffen, Grimm und Neid 11. Mit Herz und Mund ich dir befehl, Herr Jesu Christ, mein Leib und Seel, auch Ehr und Gut daneben; wenn ich nun 6. Bor Unzucht und vor böser size, geh und steh, alsdann fo Lust, vor Kargheit und des Gei- schaffe, daß ich seh, Herr, über zes Wust behüte mich in Gnaden. mir dich schweben. Gieb ja, Gieb, daß die Falschheit dieser daß deine Gnadenhand sei nims Zeit, zusamt der Ungerechtigkeit mer von mir abgewandt. mein Herz ja nicht beladen. Ach, 12. Vor bösen Pfeilen, die bei daß dein heiligs Angesicht, doch Tag auf Erden bringen große solche Sünd erblicke nicht. Plag, als vor des Todes Seuche, vor Bestilenz behüte mich, damit sie nicht so grausamlich bei fin36 strer 7. O treuer Gott, erweck in mir nur einen Hunger stets nach 562 Tägliche Morgenlieder. strer Nacht herschleiche. Bewahr vergehn; o Herr Jesu, laß mich uns auch vor Kriegesnot, wend finden deine Wunden offen stehn, ab den bösen schnellen Tod. da allein Trost, Hilf und Rat 13. Gieb, lieber Herr, zu dies ist für meine Missethat. ser Frist, soviel im Leben nötig 4. Hilf, daß ich mit diesem ist, doch nur nach deinem Wil- Morgen geistlich auferstehen mag len. Wenn du die Speis und und für meine Seele sorgen, daß, Nahrung hier auf Erden segnest wenn nun dein großer Tag uns spät und früh, kannst du uns erscheint und dein Gericht, ich reichlich füllen; doch, daß man davor erschrecke nicht. deine milde Gab auch nicht zu 5. Führe mich, o Herr, und einem Mißbrauch hab. leite meinen Gang nach deinem 14. Allein zu dir hab ich ge- Wort; sei und bleibe du auch seßt mein Herz, o Bater, gieb heute mein Beschützer und mein zuletzt auch mir ein seligs Ende, Hort. Nirgends, als bei dir alauf daß ich meinen jüngsten Tag lein, kann ich recht bewahret sein. mit großer Freud erwarten mag, 6. Meinen Leib und meine drauf streck ich aus die Hände. Seele, samt den Sinnen und Ach komm, Herr Jesu! Komm, Verstand, großer Gott, ich dir mein Ruhm! und nimm mich in befehle unter deine starke Sand. dein Eigentum! Herr, mein Schild, mein Ehr 15. Mein Gott und Vater, segne und Ruhm, nimm mich auf, dein mich! Der Sohn erhalte gnädig- Eigentum. lich, was er mir hat gegeben! 7. Deinen Engel zu mir sende, Der Geist erleuchte Tag und Nacht der des bösen Feindes Macht, sein Antlig über mir mit Macht List und Anschläg von mir wende und schüße mir mein Leben! Nur und mich halt in guter Acht, der dieses wünsch ich für und für: auch endlich mich zur Ruh trage Der Friede Gottes sei mit mir! nach dem Himmel zu. Joh. Rist. 8. Höre, Gott, was ich begehre, Vater, Sohn, heiliger Geist, In eigener Melodie. 860. Gott des Himmels und meine Bitte mir gewähre, der der Erden, Vater, du selbst mich bitten heißst; ſo Sohn, heiliger Geist, der es Tag will ich dich hier und dort herzund Nacht läßt werden, Sonn lich preisen fort und fort. und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhält: Heinr. Albert. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 861. Gott, du läsfeſt mich erreichen abermal 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht die Morgenzeit; das ist mir ein vor Gefahr, Angst, Not und neues Zeichen deiner Gnad und Schmerzen hast behütet und be- Gütigkeit. Laß denn jeßt mein wacht, daß des bösen Feindes List armes Lallen dir in Gnaden mein nicht mächtig worden ist. wohlgefallen. 3. Laß die Nacht auch meiner] 2. Neige dich zu meinem Flehen, Sünden jetzt mit dieser Nacht nimm dies Morgenopfer an. Hab ichs Tägliche Morgenlieder. 563 Ach ichs gleich sehr oft versehen und, 4. Wir sind ja der Nacht entwas unrecht ist, gethan, so ver nommen, da du kommen; aber fluch ich meine Sünden. ich bin lauter Nacht. Darum Herr, laß mich Gnade finden! wollst du mir, dem Deinen, auch 3. Herr, es sei mein Leib und erscheinen, der nach Licht und Leben und was du mir hast ge- Rechte tracht. schenkt, deiner Allmacht übergeben, die den Himmel selbst beschränkt. Laß nun mir und allen Meinen deine Gnadensonne scheinen! 5. Wie kann ich des Lichtes Werke ohne Stärke in der Finsternis vollziehn? Wie kann ich die Liebe üben, Demut lieben 4. Gieb mir reichlich zu genie- und der Nacht Geschäfte fliehn? Ben deines Segens Überfluß; laß 6. Laß doch nicht den Geist der mir deinen Trost versüßen alles Seelen sich so quälen, zünd dein Leiden und Verdruß. Hilf mir Feuer in mir an! Laß mich finauch mein Fleisch bezwingen, laß, stres Kind der Erden helle wer= was gut ist, mich vollbringen. den, daß ich Gutes wirken kann. 5. Wirke du in meinen Sinnen, 7. Das Vernunftlicht kann das wohne mir in Gnaden bei, daß Leben mir nicht geben; Jesus und mein Wollen und Beginnen nie- sein heller Schein, Jesus muß mals dir zuwider sei. Laß mein das Herz anblicken und erquicken; Herz schon hier auf Erden dir Jesus muß die Sonne sein. ein Siß und Wohnung werden. 6. Dieser Wunsch ist mein Begehren, mein Vergnügen, meine Ruh. Jesu, du wollst mirs gewähren; sprich das Amen selbst dazu; so will ich dich ewig droben und auch hier mit Freuden loben. 8. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein. Wenn sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine sein. 9. Jesu, gieb gesunde Augen, die was taugen, rühre meine v. Canis. Augen an! Denn das ist die größte Plage, wenn am Tage In eigener Melodie. 862. Hiter, wird die Nacht man das Licht nicht ſehen kann. F. verschwinden? Hüter, ist die In eigener Mel., oder: Balet will ich. Nacht schier hin? Wird die 863. Ich dank dir, lieber Finsternis der Sinnen bald zerHerre, daß du mich rinnen, darin ich verwickelt bin? haft bewahrt in dieser Nacht Ge2. Möcht ich wie das Rund der fährde, darin ich lag so hart mit Erden lichte werden. Seelen- Finsternis umfangen, dazu in grosonne, gehe auf! Ich bin finster, Ber Not; daraus ich bin entgangen, talt und trübe. Jesu, Liebe, halfst du mir, Herr mein Gott. komm, beschleunige den Bauf! 2. Mit Dank will ich dich lo= 3. Wir sind ja im neuen Bunde, ben, o du, mein Gott und Herr, da die Stunde der Erscheinung im Himmel hoch dort oben. Den kommen ist, und ich muß mich Tag mir auch gewähr, warum stets im Schatten so ermatten, ich dich will bitten, und auch weil du mir so ferne bist. dein Will mag sein; leit mich in 36* dei= 564 Tägliche Morgenlieder. deinen Sitten, und brich den ist allein der Ruhm; dein Güt Willen mein; sich bei uns mehre, dein Segen zu 3. Daß ich, Herr, nicht abweiche, uns fomm, daß wir in Fried entvon deiner rechten Bahn, der schlafen, mit Gnaden zu uns eil; Feind mich nicht erschleiche, da- gieb uns des Glaubens Waffen mit ich irr möcht gehn. Erhalt vors Teufels List und Pfeil! mich durch dein Güte, das bitt ich fleißig dich, vors Teufels List und Büten, damit er fest an mich. Joh. Kohlroß. In eigener Melodie. 864. Ich dank dir schon durch deinen Sohn, 4. Den Glauben mir verleihe an dein'n Sohn Jesum Christ; o Gott, für deine Güte, daß du mein Sünd mir auch verzeihe all- mich hast in dieser Nacht so hier zu dieser Frist; du wirst mirs gnädiglich behütet. nicht versagen, wie du verheißen hast, daß er mein Sünd soll tra2. In dieser Nacht war ich gar hart mit Finsternis umfangen, gen, und lös mich von der Last. von meiner Sünd geplaget ward, die ich mein Tag begangen. 5. Die Hoffnung mir verleihe, die nicht verderben läßt; wend mich in Lieb und Treue zu dem, der 3. Ich bitte dich aus Herzensgrund, du wollest mir vergeben mich verleßt, daß ich ihm Guts all meine Sünd, die ich beging erzeige, such nicht darin das Mein und lieb ihn als mein eigen nach all dem Willen dein. in meinem ganzen Leben. 6. Dein Wort laß mich bekennen vor dieser argen Welt, mich deinen Diener nennen, nicht fürchten Macht noch Geld, das mich bald möcht ableiten von deiner Wahrheit klar; wollst mich auch nicht abscheiden von deiner Christen Schar. 7. Laß mich den Tag vollenden zu Lob dem Namen dein und mich nichts von dir wenden, laß mich beständig sein. Behüt mir Leib und Leben, dazu die Frücht im Land; was du mir haft gegeben, steht alls in deiner Hand. 8. Herr Christ, dir Lob ich sage für deine Wohlthat all, die du mir all mein Tage erzeigt haft überall. Dein Namen will ich preisen, der du allein bist gut; mit deinem Leib mich speise, tränt mich mit deinem Blut. 9. Dein ist allein die Ehre, dein 4. Und wollest mich auch diesen Tag in deinem Schuß erhalten, daß mir der Feind nicht schaden mag mit Listen mannigfalten. 5. Regier mich nach dem Willen dein, laß mich in Sünd nicht fallen, auf daß dir mög das Leben mein und all mein Thun gefallen. 6. Denn ich befehl dir Seel und Leib und alls in deine Hände; in meiner Angst, Herr, bei mir bleib, mir deine Hilfe sende; 7. Auf daß der Fürste dieser Welt sein Macht an mir nicht finde; denn, wo mich nicht dein Gnad erhält, ist er mir zu geschwinde. 8. Ich hab es all mein Tag ge hört, daß Menschenhilf verloren; drum steh mir bei, du treuer Gott, zum Helfer mir erforen. 9. Allein Gott in der Höh sei Preis, samt seinem eingen Sohne in Einigkeit des heilgen Geists, der herrscht im Himmelsthrone. 10. Er herrschet so gewaltiglich Don Tägliche Morgenlieder. 565 von Anfang bis ans Ende; Gott 8. Hilf, daß ich bleib, wie zu Bater, Sohn und heilger Geist, steht frommen Christen, rein von bescher ein selges Ende. der Welt und ihren bösen Lüsten, 11. Nimm uns als deine Kinder daß ich auch meinen eignen böan, daß wir dich allzeit loben, sen Willen nicht mög erfüllen. dein Wort bekennen jedermann, durch Jesum Chriftum, Amen. M. B. Prätorius. Mel. Herzliebster Jesu, was hast. 9. Herr, laß in deinen Schutz sein eingeschlossen Leib, Seele, Freunde, Feinde, Hausgenossen, und was ich sonst durch deine milde Gabe auf Erden habe. 865. In dieser Morgenstund will ich dich loben, o Gott, mein Vater in dem Himmel oben; was du für Gnade mir thust stets beweisen, will ich nun preisen. 10. Die Obrigkeit erhalt bei gus tem Stande, gieb Friede, Glüd und Heil im ganzen Lande; behüt uns allerseits, o Herr, aus Gnaden vor Schand und Schaden. 2. Du hast mich an das Tags- 11. Du wollest auch an diesem licht lassen kommen, auch durch Tag mich stärken durch deine die Tauf in dein Reich aufge- Kraft in den Berufeswerken, nommen und läsfest mich in dei- auf daß ich möge in denselben nem Sohn entbinden von Schuld allen dir wohlgefallen. und Sünden. 12. Bulegt verleih, wenn ich 3. Du giebest mir den heilgen aus diesem Leiden, es sei heut Geist daneben, daß er mich lehr oder morgen, werd abscheiden, und führ in meinem Leben, da- daß ich auf Christi Tod mög mit ich lern auf dich alleine selig sterben, den Himmel erben. schauen und dir vertrauen. 13. So bin ich dann an Leib und Seel genesen und wohl auf dieser Welt allhier gewesen. Dort habe ich das rechte Kleinod funden, hier überwunden. 4. Du hast mich allzeit väterlich ernähret, was ich bedurft, mir immerzu bescheret, und wenn mich Not und Unglück hat berühret, bald draus geführet. 5. Jest hast du auch durch deine Engelscharen mich lassen heut in dieser Nacht bewahren, daß mich darin fein Unfall hat erschrecket, noch aufgewecket. 6. O Herr, mit meinem Munde rühm und Gemüte erzähl und ich deine große Güte, die ich empfangen hab an allen Enden aus deinen Händen. 7. Ich bitt, du wollest über mir fort walten und mich auch heute diesen Tag erhalten, daß Satan nicht durch seine List und Pfeile mich übereile. 14. Das hilf mir, Vater, der du mit dem Sohne und heilgem Geist regierst in einem Throne. Gieb, daß mir dieses, was ich jetzt begehret, ja werd gewähret. D. Just. Gesenius. Mel. O daß ich tausend Zungen. 866. Mein Gott, nun ist es wieder Morgen, die Nacht vollendet ihren Lauf; nun wachen alle meine Sorgen auf einmal wieder mit mir auf. Die Ruh ist aus, der Schlaf dahin, ich sehe wieder, wo ich bin. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, wo jeder Tag sein Elend hat, 566 Tägliche Morgenlieder. hat, wo ich nur immer älter Gesichte und vertreib durch deine werde und häufe Sünd und Macht unsre Nacht. Missethat. Gott, von dessen Brot ich zehr, ja, wenn ich dir doch nüße wär! 2. Die gewölfte Finsternis müsse deinem Glanz entfliehen, der nach Adams Apfelbiß hat die ganze 3. Ohn Zweifel siehst du mich Welt beschienen, daß wir, Herr, aufstehen; regier mich auch in durch deinen Schein selig sein. dieser Welt; ich weiß nicht, wie 3. Deiner Güte Morgentau fall mirs heut wird gehen, mach alles auf unser matt Gewissen; laß so, wie dirs gefällt; schließ mich der dürren Lebensau lauter füin deine Vorsicht ein, dein will Ben Trost zufließen und erquick ich tot und lebend sein. uns, deine Schar, immerdar. 4. Vergieb mir, Vater, alle 4. Gieb, daß deiner Liebe Glut Sünden, die aus der Nacht ich unsre kalten Werke töte, und ermit mir bring, und laß mich vor weck uns Herz und Mut bei entdir Gnade finden, erhöre, was standner Morgenröte, daß wir, ich bet und sing; denn wenn ich nur bei dir wohl steh, so achi ich gar nicht, wie mirs geh. eh wir gar vergehn, recht aufstehn. 5. Laß uns ja das Sündenkleid durch des Bundes Blut vermeiden, daß uns die Gerechtigkeit mög als wie ein Rock bekleiden, und wir so vor aller Bein sicher sein. 5. Hilf du in allen Sachen raten, denn ich bin selber mir nicht flug. Behüte mich vor Missethaten, vor böser Menschen List und Trug. Laß mich den Tag wohl legen an und Gutes schaffen, wo ich kann. 6. Ach, du Aufgang aus der Höh, gieb, daß auch am jüngsten Tage unser Leichnam auferstehund, entfernt von aller Plage, fich auf jener Freudenbahn frenen kann. 7. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadensonne; führ 6. Behüte mir mein Leib und Leben, Verwandte, Freunde, Hab und Gut und laß den Himmel Segen geben, wenn meine Hand uns durch das Thränenfeld in das Ihre thut. Hilf, daß ich das Land der süßen Wonne, da alles wohl verricht, du wirst es die Lust, die uns erhöht, nie thun, ich zweifle nicht. vergeht 7. Ich zweifle nicht, ich bin erC. K. v. Rosenroth. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. höret, erhöret bin ich ohne Frag; 868. Nun fich die Nacht ges weil sich der Trost im Herzen mehret, drum will ich enden meine Klag. Mein Gott, so segne nun mein Amt und laß es wohlgehn allensamt. endet hat, die Finsternis zerteilt, wacht alles, was am Abend spät zu seiner Ruh geeilt. 2. So wachet auch ihr Sinnen! wacht! Legt allen Schlaf bei= seit; zum Lobe Gottes seid bes dacht, denn es ist Dankens Zeit. Caspar Neumann. In eigener Melodie. 867.Morgenglanz der Ewig- 3. Und du, des Leibes edler feit, Licht vom unerschöpften Lichte, schickt uns diese Morgenzeit deine Strahlen Gast, du teure Seele du, die du so sanft geruhet hast, dank Gott für diese Ruh. 4. Wie Tägliche Morgenlieder. 567 hinein, so ist sein ganzes Thun geziert und er kann selig sein. 4. Wie soll ich dir, du Seelenlicht, zur Gnüge dankbar sein? Mein Leit und Seel ist dir verpflicht, und ich bin ewig dein. 5. Dir get ich, Jesu, diese Gab zu einem Unterpfand, dieweil ich fie empfangen hab von deiner Liebeshand. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 6. Und diese deine Liebeshand 869. Nun tret ich wieder aus der hat heut bei mir gewacht, auch allen Schaden abgewandt in die ser finstern Nacht. 7. In deinen Armen schlief ich ein, drum konnte Satan nicht mit seiner List mir schädlich sein, die er auf mich gericht. geh dem sauren Tagwerk zu, das mir ist auferleget; nicht weiß ich, was für neue Plag mir heute noch begegnen mag; doch weiß ich, daß mich träget mein frommer Gott in seiner Hut, daß mir die Last nicht schaden thut. 8. Vor Wasser- und vor Feuersnot hat mich, Herr, deine Güt, vor einem bösen schnellen Tod, heut diese Nacht behüt. d 2. 3war meine Bitt ist täglich neu, doch ist mein Gott auch täglich treu, er träget meine Sorgen. 9. Hab Dank, o Jesu, habe Vor Abend keiner recht vernimmt, Dank für deine Lieb und Treu; was ihm den Tag all ist bestimmt; hilf, daß ich dir mein lebenlang es bahnt ein jeder Morgen ihm von Herzen dankbar sei.deinen neuen Weg zur Pein, der 10. Gedenke, Herr, auch heut fann mit Gott erstiegen sein. an mich an diesem ganzen Tag, 3. Wie selten hab ich oft gedacht, und wende von mir gnädiglich daß so würd sein zu End gebracht Not, Jammer, Angst und Plag. die saure Tagesbürde; doch hab 11. Erhör, o Jesu, meine Bitt, nimm meine Seufzer an und laß all meine Tritt und Schritt heut gehn auf rechter Bahn. ich abends wohl gespürt, daß du mich, höchster Gott, geführt, daß mich dein Schein und Würde ge= leitet, mir geleuchtet hat auf mei12. Ach laß, o Jesu, feine nem Weg, dem Kreuzespfad. Sünd mich diesen Tag begehn, 4. Weil ich denn des versichert sonst möcht ich armes Sünden- bin, was trauerst du, verzagter tind nicht wohl vor dir bestehn. Sinn, die Bürd auf dich zu legen? 13. Wend meine Augen gnädig ab von aller Eitelkeit, damit bis an mein fühles Grab ich alles Böse meid. 14. Gieb deinen Segen diesen Tag zu meinem Werk und That, damit ich selig sagen mag: Wohi dem, der Jesum hat! 15. Wohl dem, der Jesum bei fich führt, schließt ihn ins Herz 16. Nun denn, so fang ich meine Werk in Jesu Namen an; er geb mir seines Geistes Stärt, daß ich sie enden kann. ditoriale 3. J. Mödel. Trag, was du kannst, Gott träget mit; der Herr Jehovah strauchelt nicht, bei ihm ist lauter Segen; drum geh mit ihm ich frisch daran und scheue nicht des Leidens Bahn. 5. So ist getroft mein frischer Mut, wenn ich mich in des Höchsten Hut kann eingeschlossen sehen; doch, daß ich des versichert sei, muß ich von Sünden leben frei, und 568 Tägliche Morgenlieder. und Gottes Wege gehen. Mein nächte weichen dem Tag, der Gott geht nimmer meinen Steg, ruft: Ihr Toten auf! so ich nicht wandle seinen Weg. 4. Der Leib geht aus der Ruhe, legt an das Kleid und Schuhe, damit er sich bekleidt. So geht uns auch entgegen dort Jesus, 6. Drum, liebster Gott, leit meinen Fuß, daß ich dir folg in wahrer Buß und läutre mich von Sünden; so kann ich als ein fühner anzulegen das Kleid der Ehr und Held bestreiten diese böse Welt, Herrlichkeit. mit dir sie überwinden. So tret ich mutig an den Tag und scheue nicht, was kommen mag. 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Nacht gekommen sei, dieweil sie sollen werden vom Elend dieser Erden und von der Nacht der Sünden frei. 7. Ich leg auf dich, mein Gott und Herr, was mir zu tragen wird zu schwer, die Laft, die mich gebogen; ich lege meine Bürd und Stand in deine große Allmachtshand, die du mir nie entzogen, mit der du hast von Jugend auf geleitet meinen Lebenslauf. 6. Drum geht, ihr muntern Glieder, greift an die Arbeit wieder, es ist genug geruht. Es kommen Ruhestunden, wenn alles überwunden, was euch hier 8. Ich leg in deinen Schoß hin- schmerzt und wehe thut. ein, die meine Blutsverwandten 7. Jhr Augen samt dem Munde, sein, da sind sie wohl beschlossen; lobt Gott aus Herzensgrunde, ich lege meine arme Seel in Jesu befehlt ihm Leib und Seel, daß sichre Wundenhöhl, du wirst sie er in allen Gnaden sie schüßen nicht verstoßen, wenn sie vom woll vor Schaden, als Aug und Leibe scheidt der Tod; ich leg Wächter Israel. mich ganz in dich, mein Gott. Unton Ulrich, Herzog zu Braunschweig. 8. O Jesu, meine Freude, behüt mich heut vor Leide, zeig mir den Gnadenschein. Will Satan mich verschlingen, laß Engel mich umringen und meinen Schuß und Beistand sein. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 870. Nun wachen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder und was die 9. Auch meine Freund und LieWelt erhält; ihr aber, meine Sin- ben laß heute nicht betrüben ein nen, auf, auf, ihr sollt beginnen, Unfall noch Gefahr; der Not was eurem Schöpfer wohlgefällt. und Klagen wehre, o Jesu, mich 2. Wo seid ihr Sterne blieben? erhöre, und mach mein sehnlich Der Tag hat euch vertrieben, Bitten wahr. der Tag, der Nächte Feind. Mel. Helft mir Gottes Güte preisen. Fahrt immerhin; die Sonne, 871. Gott, ich thu dir dan S. U. Riedner. mein Jesus, meine Wonne, mir jeßt an eurer Statt erscheint. ken, daß du durch deine Güt mich haft vors Teufels Wan3. Der Tag ist angebrochen, die ten in dieser Nacht behüt't, also, Nacht hat sich verkrochen am hel- daß er mich fein hat müssen lassen len Himmelslauf. So müssen schlafen und mir mit seinen Waf dort imgleichen die Jammer- fen nicht können schädlich sein. 2. Be Tägliche Morgenlieder. 569 2. Beschüße mich auch heute vor| Einigkeit, Gott Vater, Sohn, heigroßer Angst und Not, vor gott- liger Geist, heut diesen Tag mir vergeßnen Leuten, vor bösem Beistand leist. schnellen Tod, vor Sünden und vor Schand, vor Wunden und vor Schlägen, vor ungerechtem Segen, vor Wasser und vor Brand. 3. An meinem Geist mich stärke, sowie auch an dem Leib, daß ich meins Amtes Werke mit allen Freuden treib und thu nach meiner Pflicht, so viel als mir befohlen, bis daß du mich wirst holen zu deinem hellen Licht. 4. Mein Augenlicht mir leihe, bis an mein letztes End und gnädig benedeie die Arbeit meiner Händ, damit ich auch was hab für mich in schweren Zeiten und davon armen Leuten kann geben eine Gab. 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, daß mir kein Böses widerfahr und mich der Satan nicht verleß, noch mich in Schand und Schaden sez. 3. Des Vaters Huld mich heut anblick, des Sohnes Güte mich erquick, des heilgen Geistes Glanz und Schein erleucht des finstern Herzens Schrein. 4. Mein Schöpfer, steh mir kräftig bei; o mein Erlöser, hilf mir frei; o Tröster wert, weich nicht von mir, mein Herz mit werten Gaben zier. schändlich mög vergessen des lieben Himmels klar. 6. Erhalt mir Leib und Leben, so lang es dir gefällt und thu mir, Herr, nur geben den Schaß in jener Welt; so gilt mir alles gleich und bin es wohl zufrieden, ob ich schon nicht hienieden bin vor den Menschen reich. 5. Herr, segne und behüte mich, erleuchte mich, Herr, gnädiglich. Herr, heb auf mich dein AnMartin Behm. 5. Vor allem mich regiere mit gesicht und deinen Frieden auf deinem Gnadengeist, daß ich die mich richt. Seele führe zum Himmel aller- Mel. O Gott, du frommer Gott. meiſt und ja nicht ganz und gar 873. Jeſu, ſüßes Licht, nun ist die Nacht vergangen, nun hat dein Gnadenglanz aufs neue mich umfangen; nun ist, was an mir ist, vom Schlafe aufgeweckt und hat nun in Begier zu dir sich ausgestreckt. 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnad einsenken mit Leib, mit 7. O Herr, hilf mir vollenden Seel, mit Geist heut diesen gandie saure Lebenszeit; thu mir zen Tag. Das soll mein Opfer dein Hilfe senden und sei von sein, weil ich sonst nichts vermag. mir nicht weit, wenn ich heim 3. Drum siehe da, mein Gott, schlafen geh, auf daß ich fried- da hast du meine Seele; sie sei lich fahre und mit der Christen dein Eigentum; mit ihr dich ganz Schare zum Leben aufersteh. vermähle in deiner Liebeskraft. Da hast du meinen Geist, darinnen wollst du dich verklären alBarth. Ringwald. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns. 872. heilige Dreifaltig lermeist. feit, o hochgelobte 4. Da sei denn auch mein Leib zum 570 Tägliche Morgenlieder. zum Tempel dir ergeben, zur| Armen manches Leid geschehen Wohnung und zum Haus. Ach sein; Satan und die böse Welt allerliebstes Leben! Ach wohn, hätten mich wohl längst gefällt; ach leb in mir, beweg und rege aber weil du mich beschirmet, hat mich, so hat Geist, Seel und kein Unfall mich bestürmet. Leib mit dir vereinigt sich. 3. Nun so laß, mein Fels und 5. Dem Leibe hab ich jetzt die Hügel, Jesu, meine Zuversicht, Kleider angeleget; laß meiner unter deiner Gnade Flügel, drauf Seele sein dein Bildnis einge- mein Hoffnung ich gericht, mich präget im güldnen Glaubens- auch ferner diesen Tag ohn Geschmuck, in der Gerechtigkeit, die fahr und alle Klag wohl beglückt allen Seelen ist das rechte Eh- zu Ende bringen; laß mir all renkleid. mein Thun gelingen. 6. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit, mit Geduld, durch deines Geistes Triebe; auch mit der Demut mich vor allem fleide an, so bin ich wohl geschmückt und köstlich angethan. 7. Bleib du mir diesen Tag stets lob ich sterbe oder lebe. vor den Augen schweben; laß dein, 5. Tilge meine schwere Sünden, Allgegenwart mich wie die Luft Jesu, durch dein teures Blut; umgeben, auf daß mein ganzes laß mich deine Gnad empfinden, Thun durch Herz, durch Sinn wenn in Angst sie nötig thut. und Mund, dich lobe inniglich, Sei mein Reichtum, Schutz und mein Gott, zu aller Stund. Licht, wenn mir alles sonst ge 8. Ach segne, was ich thu, ja bricht; laß in deiner Wundenrede und gedenke; durch deines höhle sein die Ruhstatt meiner Geistes Kraft es also führ und Seele. lenke, daß alles nur gescheh zu deines Namens Ruhm und daß ich unverrückt verbleib dein Eigentum. D. Joach. Bange. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 6. Laß auch deine Hilf empfinden, die in Angst und Nöten sind, denen aller Trost will schwinden, gieß dich selbst ins Herz hinein. Segne einen jeden Stand; 874. Süßer Sein, deiner sei du gnädig unserm Land und Gnaden sag ich Dank laß deiner Engel Scharen uns vor allem Leid bewahren! und deiner Güt, daß du mich vor allem Schaden diese ganze Nacht behüt, daß der Seelenfeind durch List mein nicht mächtig worden ist, daß ich ganz gefund aufstehe und mit Lust die Sonne sehe. 4. Leib und Seele, samt den Sinnen, die Gedanken, Werk und Wort, all mein Lassen und Be ginnen, sei allein dir, treuer Hort, zu regieren heimgestellt; machs mit mir, wie dirs gefällt: denn ich mich dir ganz ergebe, 7. Ach, Herr Jesu, mich regiere, durch den werten heilgen Geist, daß ich so mein Leben führe, wie mich dein Wort unterweist, daß ich meinen Lebenslauf richte nach dem Himmel auf, und wenn ich einst werde sterben, laß mich dann den Joh. Lassenius. 875. 2. Wär ich, Herr, ohn dein Erbarmen diese Nacht geschlafen ein: O, wie würde dann mir Himmel erben. Tägliche Morgenlieder. 571 Nacht ist nun vergangen; all Stres atur macht sich herfür, des edlen Lichtes Pracht und Zier mit Freu den zu empfangen; was lebt, was schwebt hoch in Lüften, tief in Klüften, läßt zu Ehren seinem Gott ein Danklied hören. 2. Du, o mein Herz, dich auch aufricht, erheb die Stimm und fäume nicht, dem Herren Lob zu bringen; denn, Herr, du bists, dem Lob gebührt und dem man billig musiziert, dem man läßt innig klingen mit Fleiß, Dank, Preis Freudensaiten, daß von weitem man kann hören, dich, p meinen Heiland, ehren. 3. Ich lag in stolzer Sicherheit, sah nicht, mit was Gefährlichkeit ich diese Nacht umgeben. Des Teufels List und Trügerei, die Höll, des Todes Tyrannei stand mir nach Leib und Leben, daß ich schwerlich wär entkommen und entnommen diesen Banden, wenn du mir nicht beigestanden. 4. Allein, o Jesu, meine Freud in aller Angst und Traurigkeit, du hast mich heut befreiet; du hast der Feinde Macht gewehrt, mir Schuß und sanfte Ruh beschert, des sei gebenedeiet. Mein Mut, mein Blut soll nun singen, soll nun springen; all mein Leben soll dir nun Danklieder geben. 9. Sprich Ja zu meinen Thaten, hilf selbst das Beste raten; 5. Ei, mein Herr, füßer Leden Anfang, Mitt und Ende, benshort, laß ferner deine Gnas ach Herr, zum Besten wende. denpfort mir heut auch offen In eigener Melodie. 875. Wach auf, mein Herz und finge dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem frommen Menschenhüter. 2. Heut als die dunkeln Schatten mich ganz umfangen hatten, hat Satan mein begehret, Gott aber hats gewehret. 3. Ja, Bater, als er suchte, daß er mir schaden mochte, war ich in deinem Schoße, dein Flügel mich beschlosse. 4. Du sprachst: Mein Kind, nun liege, trog dem, der dich betrüge! Schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. 5. Dein Wort, das ist geschehen, ich kann das Licht noch sehen; von Not bin ich befreiet, dein Schuß hat mich erneuet. 6. Du willst ein Opfer haben: Hier bring ich meine Gaben. Mein Weihrauch, Farr'n und Widder sind mein Gebet und Lieder. 7. Die wirst du nicht verschmähen, du kannst ins Herze sehen und weißt es, daß zur Gabe ich ja nichts Beffres habe. 8. So wollst du nun vollenden dein Werk an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 10. Mit Segen mich beschütte, bleiben. Sei meine Burg und mein Herz sei deine Hütte, dein festes Schloß und laß kein feindWort jei meine Speise, bis ich liches Geschoß daraus mich je gen Himmel reise. Baul Gerhardt. mals treiben. Stell dich für mich hin zu kämpfen und zu dämpfen Pfeil und Eisen, wenn der Feind will Macht beweisen. 6. Gieß deiner Gnade reichen Strahl Mel. Wie schön leucht uns der. 876. Wie schön leucht uns der Morgenstern am Firmament des Himmels fern, die Tägliche Abendlieder. hohen Him- nicht in dieser Nacht seine Macht in mir er an mir vollbracht. 572 Strahl auf mich vom melssaal, mein Herz neue. Dein guter Geist mich 3. Durch dich, Herr, bin ich geleit und führ, daß ich nach meiner nesen; du, du bist der Hüter mein Amtsgebühr zu thun, mich innig und mein starker Schutz gewesen, freue. Gieb Rat und That, laß daß der Leib ohn Angst und ein mein Sinnen und Beginnen stets frisch und munter steht allhier. sich wenden, seinen Lauf in dir Gott, mein Gott, das fommt zu enden. von dir! 7. Wend Unfall ab, kanns anders! 4. Sollte dich zum Zorn bewefein; wo nicht, so geb ich mich dar- gen meine Schuld der Sünden ein, ich will nicht widerstreben. groß, ach, so schone! Laß sich leDoch komm, o süßer Morgentau, gen deinen Grimm und sprich mein Herz erfrisch, daß ich dir mich los! Hier ist Jesus, dem trau und bleib im Kreuz ergeben, du hast aufgebürdet meine Last. bis ich endlich nach dem Leiden zu den Freuden werd erhoben, da ich dich kann ewig loben. 5. Weil ich auch ohn dich nicht leben, noch recht christlich wandeln kann, du allein, du mußt mirs geben! Drum, so ruf ich sehnlich an dich, den liebsten Vater mein, ach, laß dein Herz offen sein! 8. Judes, mein Herze, sing und spring, in allem Kreuz sei guter Ding, der Himmel steht dir offen. Laß Schwermut dich nicht neh- 6. Laß mich deinen Geist regiemen ein, dent, daß die liebsten ren, daß ich möge mit Verstand Kinderlein allzeit das Unglück mein Geschäft und Nahrung fühtroffen. Drum so sei froh und glaub feste, daß das Beste, so bringt Frommen, wir in jener Welt bekommen. ren; leite mich bei deiner Hand; führe meine Tritt und Schritt; teile mir den Segen mit. 7. Was ich rede, thu und denke, Burchard Wielenmeyer. höchster Gott, zur Ehre dein und Mel. Gott des Himmels und der. zu meiner Wohlfahrt lenke! Laß 877. Auf und finge, meine dir auch befohlen sein meine Seele! Auf und lobe Freunde überall und die Feind deinen Gott! Laß die Sorg in in großer Zahl. ihrer Höhle ganz vergraben sein und tot. Auf, erhebe deinen Sinn zu den höchsten Wolken hin. 8. Endlich, wenn ich soll abscheiden durch den Tod aus dieser Welt, so gieb, daß ichs thu mit 2. Sprich: Mein Gott, sei hoch Freuden; komm ich doch ins Himgepriesen! Hoch gepriesen ewiglich; melszelt, da mir schon mein Jesus daß du hast den Höllenriefen hat zubereitet meine Statt. fortgetrieben väterlich, daß er 2. Tägliche Abendlieder. Mel. Ach, was soll ich Sünder.| sich zeigt, hin zu deinem Thron und 878. Ach mein Jesu, sieh, ich bete: Neige du zu deinem Sinn trete, da der Tag nun mehr sich neigt und die Finsternis auch mein Herz und Sinnen hin. 2. Meine Tage gehn geschwinde wie Tägliche Abendlieder. 573 wie ein Pfeil zur Ewigkeit, und Nacht nicht quäle der Sorgen die allerlängste Zeit sauft vorbei schwere Last; mein Herze zu dir als wie die Winde, fließt dahin wache, wenn mein Aug schläfet als wie ein Fluß mit dem schnell- ein; ich stelle meine Sache in sten Wasserguß. deinen Schuß allein. 3. Und mein Jesu, sich, ich Armer nehme mich doch nicht in acht, daß ich dich bei Tag und Nacht herzlich suchte. Mein Erbarmer, mancher Tag geht so dahin, daß ich falt und träge bin. 4. Ach, ich muß mich herzlich bösen Fleisches Will. schämen, du erhältst, du schüßest mich Tag und Nacht so guädiglich, und ich will mich nicht bequemen, daß ich ohne Heuchelei dir dafür recht dankbar sei. 5. Nun, ich komme mit Verlangen, o mein Herzensfreund, zu dir, neige du dein Licht zu mir, da der Tag nunmehr vergangen; sei du selbst mein Sonnenlicht, das durch alles Finstre bricht. 6. Laß mich meine Tage zählen, die du mir noch gönnen willst. Mein Herz sei mit dir erfüllt, so wird mich nichts fönnen quälen; denn wo du bist, Tag und Licht, schaden uns die Nächte nicht. 3. Bewahr Gott meine Sinne, du Wächter meiner Seel, daß ich nicht lieb gewinne der Wollust Sündenquell; sei du des Herzens Freude und der Gedanken Ziel; von dir mich nicht abscheide des 2. Bewahr, Gott, meine Seele, die du erlöset hast, daß mich die 4. Bewahr, Gott, meinen Glauben, mein Hoffnung und Geduld, daß mich nicht mög berauben die Sünde deiner Huld; denn, wenn ich ohn dich wäre, so möchte mein Verstand von reiner Glaubenslehre leicht werden abgewandt. 5. Bewahre, Gott, mein Leben, all Strankheit von mir wend; in Gfahr laß mich nicht schweben, vielmehr mir Hilfe send. Dein Schirm und Schild bewehret mit Fried und Sicherheit; erhalte unversehret mich in Gefährlichkeit. 6. Bewahr, Gott, meine Güter, du Wächter Israel; du bist der beste Hüter; du wachst für meine Seel. Auf dein'n Schuß will ichs wagen und fröhlich schlafen. ein, nach der Welt List nicht fra= gen, durch dein Güt sicher sein. D. Jos. Stegmann. 7. Nun, mein teurer Heiland, wache, wache bei mir in der Nacht; schüße mich mit deiner Macht, deine Liebe mich anlache. Laß die Seel auch wachend sein, ob ich gleich jetzt schlafe ein. 2. 3. Schlicht. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 879. Bewahr mich, Gott, 880. Chrift, der bu biſt der mein in diehelle Tag, vor dir ser finstern Nacht; dein Gnade die Nacht nicht bleiben mag, du mir vermehre, die über mir hält leuchtest uns vom Vater her und Wacht. Ob schon der Tag fich bist des Lichtes Prediger. ende, von mir doch deine Güt, mein Schußherr, ja nicht wende; vor allem Leid behüt. 2. Ach, lieber Herr, behüt uns heut in dieser Nacht vorm bösen Feind und laß uns in dir ruhen fein, daß Leib und Seele sicher sein. 3. Obschon die Augen schlafen ein, In eigener Melodie, oder: Wenn wir in höchsten Nöten. 574 Tägliche Abendlieder. ein, so laß das Herz doch wat-| bereit; hilf uns, Herr Christ, aus ter sein; halt über uns bein rechte Hand, daß wir nicht falln in Sünd und Schand. aller Not durch dein heilge fünf Wunden rot. 6. Gedenk, o Herr, der schweren Zeit, darin der Leib gefangen liegt; der Seele, die du hast erlöst, gieb, o Herr Jesu, deinen Trost. 7. Gott Vater sei Lob, Ehr und Preis, dazu dem Sohne gleicher Weis, des heilgen Geistes Gütigkeit von nun an bis in Ewigkeit! Wolfgang Meuslin. 4. Wir bitten dich, Herr Jesu Christ, behüt uns vor des Teufels List, der stets nach unsrer Seele tracht, daß er an uns hab keine Macht. 5. Sind wir doch dein ererbtes Gut, erworben durch dein teures Blut; das war des ewgen Vaters Rat, als er uns dir geschenket hat. Mel. Nun freut euch, lieben Christ. 6. Befiehl dem Engel, daß er 882. Der Abend kommt; ſo komm und uns bewach, dein Eigentum; gieb uns die lieben Wächter zu, daß wir vorm Satan haben Ruh. deinem Licht und Segen, mein Gott, daß ich mich zu der Ruh mag fröhlich niederlegen; denn ohne dich und deine Wacht wird mir die Finsternis der Nacht voll Furcht und Schrecken werden. 2. Doch deine Flügel sind bereit, in Schuß mich einzuschließen, daß ich gewünschte Sicherheit im Schlafe kann genießen. Die starken 881. Christe, der bu bist Tag Helden lagern sich mit Waffen um und neben mich, vor wem sollt ich mich fürchten? und Licht, vor dir ist, Herr, verborgen nichts; du väterliches Lichtes Glanz, lehr 3. Schläft nun der Leib gesegnet uns den Weg der Wahrheit ganz. ein und kann in Frieden liegen, 2. Wir bitten dein göttliche so laß die Seele wachend sein und Macht, beschirm uns, Herr, in sich an dir vergnügen. Dies ist dieser Nacht. Bewahr uns, Herr, ihr höchster Trost und Ruhm, daß vor allem Leid, Gott Vater der Barmherzigkeit. fie dein wertes Eigentum in Christo Jefit bleibet. 4. Kein Schaß kann nimmermehr so sehr als du gepriesen werden. Hab ich nur dich, was will ich mehr im Himmel und auf Erden? Ja, wär der Himmel ohne dich, mein lieber Gott, so möcht ich michauch nicht inHimmel wünschen. 7. So schlafen wir im Namen dein, dieweil die Engel bei uns sein. Du heilige Dreifaltigkeit, wir loben dich in Ewigkeit! Erasmus Alberus. In eigener Melodie, oder: Wenn wir in höchsten Nöten. 3. Vertreib den schweren Schlaf, Herr Christ, daß uns nicht schad des Feindes List; das Fleisch in Züchten reine sei, so sind wir mancher Sorgen frei. 4. So unsre Augen schlafen ein, so laß das Herz doch wacker sein; beschirm uns, Gottes rechte Hand, 5. Wie lieblich ist mir defne und lös uns von der Sünden Band. Huld, wie tröstlich deine Güte, 5. Beschirmer, Herr, der Chri- und wenn ich ja in Sünd und stenheit, dein Hilf allzeit sei uns Schuld in dieser Nacht geriete, fo ägliche Abendlieder. 575 so mache Christi teures Blut es| dir will ich mich befehlen; du wirst, augenblicklich wieder gut und laß mich nicht verderben. mein Schuzherr, auf mich sehn zum Besten meiner Seelen. Sch fürchte feine Not, auch selber nicht den Tod; denn wer mit Jesu schlafen geht, mit Freuden wieder aufersteht. 6. Nun, Gott, die Hände legst du mir anstatt der Stissen unter; so schlaf ich sanft und wohl in dir; und werd ich wieder munter, so soll dir Mund und Herz dabei auch Lob und Dank für deine Treu zum Morgenopfer bringen. M. E. Neumeister. In eigener Melodie. 883. Der lieben Sonne Licht und Pracht hat nun den Lauf vollführet; die Welt hat sich zur Ruh gemacht, thu Seel, was dir gebühret; tritt an die Himmelsthür und bring ein Lied herfür; laß deine Augen, Herz und Sinn auf Jesum sein gerichtet hin. 2. Ihr hellen Sterne, leuchtet wohl und glänzt mit Licht und Strahlen; ihr macht die Nacht der Pracht gar voll: doch noch zu tausendmalen scheint heller in mein Herz die ewge Himmelskerz, mein Jesus, meiner Seele Ruhm, mein Schuß, mein Schak, mein Eigentum. 6. Ihr Höllengeister, packet euch, hier habt ihr nichts zu schaffen; dies Haus gehört in Jesu Reich, laßt es nur sicher schlafen. Der Engel starke Wacht hat es in guter Acht; ihr Heer und Lager ist sein Schuß, drum sei auch allen Teufeln Truß. 7. So will ich denn nun schlafen ein, Jesu, in deinen Armen; mein Bette soll dein Aufsicht sein, mein Lager dein Erbarmen; mein Kiſsen deine Brust; mein Traum die süße Lust, die aus dem Wort des Lebens fließt und dein Geist in mein Herz eingießt. 8. So oft die Nacht mein Ader schlägt, soll dich mein Geist um= fangen; so vielmal sich mein Herz bewegt, soll dies sein mein Berlangen, daß ich mit lautem Schall mög rufen überall: O Jesu, Jesu, du bist mein, und ich auch bin und bleibe dein! 9. Nun, matter Leib, gieb dich zur Ruh und schlaf fein sanft und stille; ihr müden Augen schließt euch zu, denn das ist Gottes Wille; schließt aber dies mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! So wird der Schluß recht wohl gemacht. Nun, Jesu, Jesu, gute Nacht! M. Chr. Scriver. 3. Der Schlaf whd fallen diese Nacht auf Menschen und auf Tiere; doch einer ist, der droben wacht, bei dem kein Schlaf zu spüren, es schlummert Jesus nicht, sein Aug auf mich gericht; drum soll mein Herz auch wachend sein, daß Jesus wache nicht allein. 4. Verschmähe nicht dies schlechte Lied, das ich dir, Jesu, singe; in meinem Herzen ist kein Fried, eh ich es zu dir bringe. Ich bringe Mel. Herzlich thut mich verlangen. was ich kann; ach, nimm es gnä- 884. Der Tag hat sich ges dig an! Es ist doch herzlich gut neiget, die Nacht her: gemeint, o Jesu, meiner Seele zu sich naht; Gott sei gebenedeiet, Freund. der uns beschüßet hat; durch seine milde Güte erhält er Leib und Seel 5. Mit dir will ich zu Bette gehn, 576 Tägliche Abendlieder. Seel, der uns hinfort auch hüte sich nach jenem Tage, der uns vor allem Ungefäll. völlig machen wird frei von aller Plage. 2. Nichts ist auf dieser Erden, das da beständig bleibt; allein die 2. Die Nacht ist da, sei du mir Güt des Herren, die währt in nah, Jesu, mit hellen Kerzen; treib Ewigkeit, steht allen Menschen der Sünden Dunkelheit weg aus offen; Gott läßt die Seinen nicht, meinem Herzen. drauf seß ich all mein Hoffen, mein Trost und Zuversicht. 3. Der Sonne Licht uns jetzt gebricht, o unerschaffne Sonne; brich mit deinem Licht hervor mir zur Freud und Wonne. 3. Ihm hab ich mich ergeben in dieser argen Welt, es ist der Menschen Leben wie Blumen auf dem Feld; des Morgens in dem Tauen stehn sie gefärbet da, bald find fieab gehauen, verdorrt von Stun4. Des Mondes Schein fällt mun herein, die Finsternis zu mindern; ach, daß nichts Veränderlichs meinen Lauf möcht hindern. de an. 5. Das Sternenheer zu Gottes Ehr am blauen Himmel flimmert; wohl dem, der in jener Welt gleich den Sternen schimmert. 4. Vergieb mir, lieber Herre, mein Sünd und Missethat, da ich gefehlet habe, ich bitte, Herr, um Gnad; wenn du mir wolltst zu 6. Was sich geregt, vorher bes schreiben all meine Sünd und wegt, ruht jest von seinen WerSchuld, wo sollt ich vor dir blei- fen; laß mich, Herr, in stiller ben? Den Tod hab ich verschuldt. Ruh dein Werk in mir merken. 5. Ach Herr, sei mir doch gnädig, durch Christum allermeist; mach mich von Sünden ledig, gieb mir den heilgen Geist, der mich weise und lehre, ja, der mich leit und führ, auf ich fehle und deine Gnad verlier. 6. Mein Leib und auch mein Seele, was du mir hast gegeb'n, o Herr, ich dir befehle in meinem 9. Halt du die Wach, damit fein ganzen Leb'n; erzeig uns, Herr, Ach und Schmerz den Geist beaus Gnaden deine Barmherzig- rühre; sende deiner Engel Schar, feit, behüte uns vor Schaden nun die mein Lager ziere. und in Ewigkeit. 7. Ein jeder will bei solcher Still der slißen Ruhe pflegen; laß die Unruh dieser Zeit, Jeſu, bald sich legen. 8. Sch selbst will auch nach meis nem Brauch nun in mein Bette ſteigen; laß mein Herz zu deinem sich in die Ruhe neigen. 7. Aus meines Herzens Grunde sag ich dir Lob und Dank in die ser Abendstunde, dazu mein lebenfang, o Gott, für deine Güte, zu Ehren deinem Nam'n. Fortan uns auch behüte vor allem Übel. Am'n. 10. Wann aber soll der Wechsel wohl der Tag und Nächte weiweichen? Wenn der Tag anbrechen wird, dem kein Tag zu gleichen. 11. In jener Welt, da dieſe fällt, die Zion noch macht wei nen, soll noch heller siebenmal Mond und Sterne scheinen. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. 885. Der Tag ist hin; mein 12. Alsdann wird nicht der Geist und Sinn sehnt Sonne Licht Jerusalem verlieren, denn 577 denn das Lamm ist selbst das In eigener Melodie. Licht, das die Stadt wird zieren. 13. Hallelujah, ei wär ich da, 887. Die Nacht iſt vor der und liegt schon da alles lieblich flinget, da man ohne auf der Erden; mein Jesu tritt Unterlaß Heilig! Heilig! finget. 14. O Jesu, du mein Hilf und Ruh, laß mich dahin gelangen, daß ich mög in deinem Glanz vor dir ewig prangen. 3. A. Freylinghausen. In eigener Melodie. herfür und laß es lichte werden. Bei dir, o Jefu mein, ist lauter Sonnenschein. 2. Gieb deinen Gnadenschein in mein verfinstert Herze; laß in mir brennend sein die schöne Glaubensferze; vertreib die Sündennacht, die mir viel Kummer macht. 3. Ich habe manchen Tag viel Eitelkeit getrieben, du haft den überschlag gemacht und aufgeschrieben; ich selber stelle mir die schwere Rechnung für. 4. Sollt etwa meine Schuld noch angeschrieben stehen, so laß durch deine Huld dieselbe doch vergehen; dein rosinfarbnes Blut macht jede Rechnung gut. Tägliche Abendlieder. 886. Der Tag ist hin, mein Jesu bei mir bleibe! O Seelenlicht, der Sünden Nacht vertreibe! Geh auf in mir, Glanz der Gerechtigkeit, erleuchte mich, ach Herr, denn es ist Zeit. 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen; dir sei die Ehr, daß alles wohl gelungen nach deinem Rat, ob ichs gleich nicht versteh; du bist gerecht, es gehe, wie es geh. aufs nene mich verbinden, zu fol 5. Ich will mit dir, mein Hort, 3. Nur eines ist, das mich ems pfindlich quälet: Beständigkeit im Guten mir noch fehlet; das weißt gen deinem Wort, zu fliehn die mich stets regier und mich zum Lust der Sünden. Dein Geist Guten führ. du wohl, o Herzenskündiger, ich strauchle noch wie einUnmündiger. 4. Bergieb es, Herr, was mir fagt mein Gewissen: Welt, Teufel, Sund hat mich von dir geriffen; es ist mir leid, ich stell mich wieder ein; da ist die Hand, du mein und ich bin dein! 6. Wohlan, ich lege mich in deinem Namen nieder, des Morgens rufe mich zu meiner Arbeit wieder; denn du bist Tag und Nacht auf meinen Nuß bedacht. 5. Jsraels Schuß, mein Hüter und mein Hirte, zu meinem Trost dein fieghaft Schwert umgürte; bewahre mich durch deine große Macht, wenn Belial nach meiner zum Wächter über mich. Seele tracht't. schlaf in Jesu Namen; sprich du 7. Ich schlafe, wache du; ich zu meiner Ruh ein träftig Ja und Amen; und also stell ich dich Mel. Der Tag ist hin, mein Jesu. 6. Du schlummerst nicht, wenn 888. Die Sonn hat sich mit matte Glieder schlafen; ach, laß ihrem Glanz gewendie Seel im Schlaf auch Gutes det und, was sie soll, auf diesen schaffen. Lebenssonn, erquicke Tag vollendet; die dunkle Nacht meinen Sinn; dich laß ich nicht, Menschen, Bieh und alle Welt zur bringt allenthalben zu, bringt mein Fels! Der Tag ist hin. Joach. Neander. 2. Sch Ruh. 37 578 Tägliche Abendlieder. 2. Ich preise dich, du Herr der 2. Neige dich zu meinen Bitten, Nächt und Tage, daß du mich heut stoß nicht dies, mein Opfer weg. vor aller Not und Plage durch Hab ich gleich oft überschritten deine Hand und hochberühmte deiner Wahrheit heilgen Steg, so Macht hast unverletzt und frei hin- verfluch ich meine Sünden und durchgebracht. will mich mit dir verbinden; reiß du nur aus meiner Brust alle Wurzeln böser Luft. in 3. Vergieb, wo ich bei Tage so gelebet, daß ich nach dem, was finster ist, gestrebet; laß alle Schuld durch deinen Gnadenschein Ewigkeit bei dir erloschen sein. 4. Schaff, daß mein Geist dich ungehindert schaue, indem ich mich der trüben Nacht vertraue, und daß der Leib auf diesen schweren Tag in seiner Ruh sich sanft er holen mag. 3. Herr, es sei mein Leib und Leben und was du mir hast geschenkt, deiner Allmacht übergeben, die den Himmel selbst umschränkt; laß um mich und um die Meinen einen Strahl der Gottheit scheinen, der, was deinen Namen trägt, als dein Gut zu schüßen pflegt. 4. Laß mich mildiglich betauen 5. Vergönne, daß der lieben deines Segens Überfluß; schirme Engel Scharen mich vor der mich vor Angst und Grauen; Macht der Finsternis bewahren; wende Schaden und Verdruß, auf daß ich vor der List und Brand und sonst betrübte Fälle; Tyrannei der argen Feind im zeichne meines Hauses Schwelle, Schlafe sicher sei. daß die Meinen nicht der Schlag des Verderbers treffen mag. 5. Wirke du in meinen Sinnen, wohne mir im Schlafe bei, daß mein schlafendes Beginnen dir auch nicht zuwider sei; schaffe, daß ich schon auf Erden mög ein solcher Tempel werden, der nur dir und nicht der Welt ewig Licht und Feuer hält. 6. Herr, wenn mich wird die lange Nacht bedecken und in die Ruh des tiefen Grabes strecken, so blicke mich mit deinen Augen an, daraus ich Licht im Tode nehmen fann; 7. Und laß hernach zugleich mit allen Frommen mich zu dem Glanz des andern Lebens kommen, da du uns hast den großen Tag bestimmt, dem keine Nacht sein Licht und Klarheit nimmt. D. J. Stegmann. 6. Geht, ihr meine müden Glieder, geht und senkt euch in die Ruh! Wenn ihr euch regt morgen wieder, schreibt es eurem Schöpfer zu, der so treue Wacht gehalten; wenn ihr aber müßt erkalten, wird des bittern Todes Pein doch der Seele Vorteil sein. Mel. Du, o schönes Weltgebäude, oder: Alle Menschen müssen sterben. 889.Gott, du läsfest mich erreichen abermal die Abendzeit; das ist mir ein neues Zeichen deiner Lieb und Gütigkeit; Baron von Canis. Mel. Ich will dich lieben, meine Stärke. laß doch jetzt mein ſchlichtes Singen 890. Gott Lob! Der Tag iſt durch die dunkeln Wolken dringen nun die und sei auch in dieser Nacht ferner Ruhestunde stellt sich ein; viel auf mein Heil bedacht. Gutes hat mein Herz genossen, Bott Tägliche Abendlieder. Gott muß dafür gepriesen sein. An Gott und an sein Lob gedacht bringt eine rechte selge Nacht. 2. Des Leibes Arbeit geht zu Ende, die Seele nimmt das Ihre für; mein Gott, ich breite Herz und Hände durch meinen Jesus aus zu dir. Weil ich dich Vater nennen kann, so nimm mein kindlich Opfer an. 579 Glauben, und ist mein Glaube schwach und klein, soll mir ihn doch fein Teufel rauben; er mag auch noch so grimmig sein; ich halte mich an Jesum an, der mich unmöglich lassen kann. 9. Gott lob, mein Herz und mein Gewissen kann ruhig und zufrieden sein; mein trauter Jesu, laß dich küssen, ich werfe mich in dich hinein, und eh ich so verworfen wär, wär Jesus auch nicht Jesus mehr. 3. Der Tag verstreichet ohne Plagen, der Abend bricht vergnügt herein. Muß mancher auch sein Kreuz beklagen, so kann ich gutes Mutes sein. Dein Aufsehn schüßt mich väterlich, und deine Liebe krönet mich. 10. Drum schlaf ich unter deiner Liebe und, was mir lieb, befehl ich dir. Stehts um mein Lager schwarz und trübe, so gehet doch dein Glanz herfür, der Nacht und Dunkel helle macht und schüßt mich durch der Engel Wacht. 4. Nun, Gott, vom Grunde meiner Seelen stimm ich ein Lob- und Danklied an. So manche Wohl that kann ich zählen, die deine Hand an mir gethan. Was sag ich viel? Unzählig ist, was Seel und Leib von dir genießt. 5. Wiewohl, mein Gott, bei so viel Gutem, das deine Güte mir beweist, doch Herz und Seele schmerzlich bluten, indem auch mein zerknirschter Geist an meine Misse thaten denkt, ach Herr, damit ich dich gefränkt. 6. Geh doch mit mir nicht ins Gerichte, getreuer Gott, verwirf mich nicht von deinem Gnadenangesichte, gedenke, was dein Wort verspricht, daß keine Schuld verMel. Freu dich sehr, o meine. dammen kann, weil Jesus gnug 891. Herr, es ist von meinem dafür gethan. Leben wiederum ein 11. Wohlan, ich will der Ruh genießen. Soll diese Nacht die lette sein, da ich mein Leben muß be schließen, so trifft mein eignes Wünschen ein. Das Leben ist mir fein Gewinn, als bis ich erst ges storben bin. 12. So geb ich mich in deine Hände, ich leb und sterbe, wie du willst; ich weiß, daß aus dem Lebensende des rechten Lebens Anfang quillt. So schlaf ich nun auf Jesum ein, drum mag mein Schlaf gesegnet sein. Erdm. Neumeifter. 7. Wohlan, des tröst ich mich im Tag dahin, lehre mich nun RechGlauben, im Glück und Unglück nung geben, ob ich fromm gewesen bin ich dein, aus deiner Hand kann bin. Zeige mirs auch selber an, mich nichts rauben; drum soll mein so ich was nicht recht gethan, und stetes Denkmal sein, das mir in hilf jeßt in allen Sachen fröhlich meinem Herzen liegt: Was mein Feierabend machen. Gott fügt, macht mich vergnügt. 2. Freilich wirst du manches fin8. Auf den verlaß ich mich im den, das dir nicht gefallen hat; 37* denn 580 Tägliche Abendlieder. denn ich bin noch voller Sünden Mel. O Gott, du frommer Gott. in Gedanken, Wort und That; 892. Herr, mein Gott, lehre und vom Morgen bis stets meine get Herze, Hand und Mund so geschwind und oft zu fehlen, daß ichs felber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch einmal Geduld; ich bin freilich schwer beladen, doch vergleb mir alle Schuld. Deine große Vatertreu werde diesen Abend neu; so will ich auch deinen Willen fünftig mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüte, daß der Schlaf nicht sündlich sei: decke mich mit deiner Güte, auch dein Engel steh mir bei. Lösche du das Feuer aus und bewahre selbst mein Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht darf über Unglüc weinen. 5. Steure den gottlosen Leuten, die im Finstern Böses thun. Sollte man gleich was bereiten, uns zu schaden, wenn wir ruhn, so zerstöre du den Rat und verhindere die That. Wend auch alles andre Schrecken, was der Satan kann erwecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns Abend wird; denn du, Bater, bleibest munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über feiner Heerde wacht. Darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir alle sicher schlafen. 7. Laß mich dann gefund erwachen, wenn die rechte Zeit wird sein, daß ich alle meine Sachen richte dir zu Ehren ein. Oder haft du, großer Gott, heut bestimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. E. Neumann. zählen, auf daß ich werde flug und hüte mich vor Fehlen. Ein Schritt ist abermals von meinem Leben hin, und deinem Richterstuhl ich wieder näher bin. 2. Da ich von Wort und Werk, von meinem ganzen Leben, ja von Gedanken auch dir Rechenschaft soll geben; hilf, daß dir meine Seel noch vor der Abendruh in wahrer Neu und Leid durch Christum Rechnung thu. 3. Komm, meine Seele, komm, dich jego selbst zu richten; betrachte all dein Thun, dein Wirken, Neden, Tichten; schon deiner selber nicht. Ach, untersuch mit Fleiß und denke, daß esGott und deinGewissen weiß. da man vom Schlaf erwachte, und 4. Fang von dem Morgen an, nacheinander dann dies Folgende betrachte: Ob du auch mit Gebet gefangen an den Tag, gelobet deinen Gott bei jedem Glockenschlag? 5. Ob du gedanket heut für Christi Tod und Leiden und dich beflissen hast, die Sünde zu vermeiden? Gott über alls geliebt, den Nächsten gleich als dich, gewesen treu und fromm und niemand ärgerlich. 6. Ob du fein faul Geschwäß, kein Fluchen angefangen? Wo du gewesen bist? Mit wem du umgegangen? Ob du geliebt, gehört, gelesen Gottes Wort, dich danach Habst gericht stets und an allemOrt? 7. Ob, als vor Gottes Aug im Glauben du gewandelt, mit Wiß und Willen Gott zuwider nie gehandelt? Ob du auch wiederholt den vorgen Sündenwust, und dich ergößet hab die alte Sündenlust? 8. Ob du habst ohne Dank die Got Tägliche Abendlieder. 581 Gottesgab empfangen, dem Geiz| mich und seufze mit Begier: und eitler Ehr unbillig nachge- Gott sei mir Sünder doch durch hangen, die dir Gott vorgesetzt, Christum gnädig hier! geliebet und geehrt, ihr und des Nächsten Fehl zum Besten haft gekehrt? A 9. Ob deinen Nächsten du gebracht in Schimpf und Schaden, mit seinem Gut und Blut dich sündlich nie beladen und seinen Nuß gesucht, ihn fälschlich nie gericht, den Armen wohlgethan, und sie verlassen nicht? 15. Sieh, ich getröste mich blos deines Gnadenthrones und wasch mich aus dem Strom des Blutes deines Sohnes. Mit dem, was er gebüßt, ich hier zu diesem Mal dir meine Rechnung thu und meine Schuld bezahl. 16. Mein Jesu, laß mich nicht! Ich hüll mich in dein Leiden; die Sünde, die uns schied, laß nie 10. Ob du haft feusch gelebt in uns wieder scheiden. Durchs Wort, Gedank und Werken; in heilgen Geistes Kraft sag ich Speis und Tranke dich stets nun bis ins Grab Gott alle mäßig lassen merken; demütig Treue zu und allen Sünden ab. dich bezeigt, geduldig in dem Leid, gesuchet Gottes Ehr, geliebt Gerechtigkeit? 11. Ob du mit deinem Gott gewesen bist zufrieden, nicht mißbraucht Gottes Güt, Zeit, Glück undGab hienieden? InSumma: so gelebt, daß du dabei gewollt, daß dein Gott dich so find, wenn er jeßt kommen sollt? 17. Lehr mich, mein Gott, nur thun nach deinem Wohlgefallen und nimmer wissentlich in eine Sünde fallen; regier und führe mich, daß stets in Glück und Not ich besser fürchte dich und halte dein Gebot. 18. Nun, Jesu Blut hat mir die Sünde ganz durchstrichen, mit meinem lieben Gott auf ewig mich verglichen, die Rechnung abgelegt für mich so köstlich gut. Wie wird der Schlaf heut sein so sanft auf Jesu Blut! 12. Die Prüfung ist geschehn und leider so befunden, es sei der große Gott beleidigt alle Stunden; viel Zeit sei mißgebraucht, gedacht sehr wenig heut an Gott, sein Wort, Tod, End, Gericht und Ewigkeit. 13. Es kann die Sünde hier nicht werden all gezählet; denn wer kann wissen doch, wie oft und viel er fehlet! Die Seel, Leib, Aug, Ohr, Mund, Hand, 19. Mein Herz ist mir nun leicht;. ich lebe oder sterbe, durch Jesum ich gewiß das Himmelreich ererbe; vor Christi Richterstuhl, ob ich werd offenbar, so fürcht ich doch nichts mehr. Amen, das werde wahr. Ämilia Juliane, Gräfin v. Schwarzburg. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Fuß voll Sünde steckt und mir, 893. Herr und Gott der Tag wenn ichs bedent, das Herz im Leib erschreckt. Nächte, du schläfft noch schlummerst nicht, 14. Nun nicht mehr, nicht mehr schaue, wie dein arm Gemächte thun, das ist die beste Buße; dem jest nach seiner Kindespflicht, da ich gesündigt hab, dem fall ich es Abend ist geworden und der jest zu Fuße. Ich schlage nun in Tag sich hat geneigt, samt der Dei 582 Tägliche Abendlieder. Deinen ganzem Orben sich vor| Nacht bricht nun herein; leucht deinem Throne beugt. 2. Vater, ich bin zu geringe aller Treu und Gütigkeit, die du, Wesen aller Dinge, mir in meiner Lebenszeit und auch heute hast erwiesen. O, daß ich recht dankbar wär! Herr, dein Nam sei hoch gepriesen, dein Herz ferner zu mir fehr. 3. Siehe nicht an mein Ver- dich, das, Herr, verzeih uns gnäbrechen, ach, gedenke nicht der diglich, es unsrer Seel nicht Schuld, die dein strenges Recht rechne zut, laß schlafen uns in könnt rächen, habe doch mit mir Fried und Ruh. 4. Durch dein Engel die Wach bestell, daß uns der böse Feind nicht fäll; vor Schrecken, Angst und Feuersnot behüte uns, 0 treuer Gott. Nic. Heermann. Geduld; schaue an des Sohnes Wunden, dadurch ich versöhnet bin, dadurch ich Erlösung funden und das Leben zum Gewinn. 4. Ich verlange frei zu werden durch das reine Lammesblut von uns, Herr Christ, o wahres Licht, laß uns im Finstern wandeln nicht. 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag vor Not, Gefahr und mancher Plag durch deine Engel hast behüt aus Gnad und väterlicher Güt. 3. Womit wir heut erzürnet Zusat. der Sünden Luft Beschwerden, 5.[ ch bleib bei uns, Herr von der finstern Schlangenbrut. Jesu Christ, weil es Ach Herr, reinge mein Gewissen, nun Abend worden ist; dein göttLeib und Seel dir heilig sei; lich Wort, das helle Licht, laß dein Geist mache mich geflissen, ja bei uns auslöschen nicht. dir zu dienen ohne Scheu. 5. Laß mich nicht dahinten bleiben, laß mich nicht zurücke sehn; dein Geist müsse mich stets treiben, unverzüglich fort zu gehn, ja, mit schnellem Schritt zu laufen zu dem Kleinod, drum das Lamm, uns mit Blute zu erkaufen, ist gebracht ans Kreuzes Stammt. verleih uns, Herr, Beständigkeit, 6. In dieser leßten trüben Zeit, daß wir dein Wort und Sakrament behalten rein bis an das End. 7. Laß uns in Fried und guter Ruh das zeitlich Leben bringen zu, und dort hernach in Ewigkeit anschauen deine Herrlichkeit. 8. Amen, Amen, du trener Gott, verlaß uns nicht in Not und Tod; so wollen wir im Namen dein von Herzen sprechen Amen fein. D. Jos. Stegmann. 6. Drauf will ich mich schlafen legen, laß mich dir empfohlen sein. Bater, gönne mir den Se gen, der am Leib und Geiste rein mich auch in der Nacht bewahre; Mel. Was mein Gott will, das. deine Gnade sei mein Schild, bis 895. Jest komm ich, Herr, ich meinem Schaß nachfahre und erwach nach seinem Bild. vor deinen Thron mit Lob erfülltem Munde, und danke dir durch deinen Sohn in dieser Abendstunde. Nimm an das Opfer, das ich dir mit meinen 894. Hinunter ist der Sonne Lippen bringe; ach höre gnädig, Schein, die finstre was ich dir zu deiner Ehre singe. J. A. Freylinghausen. Mel. Christe, der du bist Tag, oder: Herr Jesu Christ, dich zu uns. 2. Ich Tägliche Abendlieder. 583 2. Ich preise dich, daß du mich deinem Lobe freudig sein und haft in deinem Schuß geleitet dich mit Dank verehren. und nach der schweren Tageslast In eigener Melodie. die Nacht zur Ruh bereitet, daß 896. Mein Augen schließ ich ich von Leibs- und Seelennot befreiet bin geblieben, und mich durch feinen schnellen Tod dein Zorn hat aufgerieben. jest in Gottes Namen zu, dieweil der müde Leib begehret seine Ruh; weiß aber nicht, ob ich den Morgen werd erleben, es könnte mich vielleicht der Tod noch heut umgeben. 3. Ich bitte dich, du wollst die Schuld, die ich gehäuft ohn MaBen nach deiner väterlichen Huld 2. Drum sag ich dir, o Gott, mir, deinem Kind, erlassen. Ver- von Herzen Lob und Dank; ich gieb mir, was ich wider dich heut will auch solches thun hinfort diesen Tag begangen; sieh an mein lebelang, weil du mich den Mittler, der für mich am diesen Tag haft wollen so beKreuze hat gehangen. wahren, daß mir kein Ungelück hat können widerfahren. 4. Breit über mich noch ferner aus die Flügel deiner Güte und 3. Du haft des Teufels List von mich vor Schrecken, Furcht und mir hent abgekehrt, der als ein Graus auch diese Nacht behüte. grimmger Löw zu fressen mich Wo aber ich nach deinem Rat begehrt. Beschüß auch diese Nacht nicht wieder sollt aufstehen, so mich, Herr, durch deine Waffen, laß mich, Herr, durch deine Gnad wenn als ein totes Bild der zu deiner Freud eingehen. Leib wird liegen schlafen. 5. Dir, Gott, befehl ich Leib und Seel zu deinen treuen Händen; du starker Hüter Israel fannst all mein Unglück wenden; du wollst, was uns mag schädlich sein, von unsrer Wohnung trei ben; laß alle Christen insgemein in deiner Obhut bleiben. 4. Regiere mein Gemüt und richt es ganz zu dir, daß keine böse Lust durch Träume mich berühr; auch deinen Engel mir an meine Seite sebe, daß mich der Satan nicht mit seiner List verlege. 6. Beschirme, was mir nach dem Blut und Namen angehöret. Wer mir sonst Gutes gönnt und thut, bleib allzeit unversehret. Dir sei ihr Leib, Seel, Gut und Ehr in deinen Schuß ergeben; laß sie, mein Gott, je mehr und mehr in vollem Segen schweben. 5. Damit, wenn morgen ich des Tages Licht erblick, ich mich gar willig dann zu deinem Lobe schick. Ihr Sorgen, weichet hin! Du aber, Herr, verleihe den Gliedern ihre Ruh, daß mir der Schlaf gedeihe. 6. Und so ja diese Nacht mein Ende käm herbei, so hilf, daß ich in dir, o Jefu, wachend sei; auf daß ich seliglich und sanft von hinnen scheide; dann führe meine Seel hinauf zur Himmelsfreude. M. v. Löwenstein. 7. Gieb mir die lieben Engel zu, die starke Heldenwache, daß sich an mich in meiner Ruh der böse Feind nicht mache; so will Mel. Nun freut euch, lieben Christen. wenn des Tages Schein 897. Mein lieber Gott, ich ich, wird zu nie 584 Tägliche Abendlieder. nie gnug gepriesen. Der Abend, Christo wohlgefallen; in Christo der erinnert mich, was du heut nimmst du alles auf; von Herzen Guts erwiesen; sonst find ich sprech ich Amen drauf und nochArmer nichts an mir, als dieses, mals: Amen, Amen! daß ich dir dafür von ganzem Herzen danke. M. E. Neumeiſter. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 2. Es muß mein ganzer Lebens- 898. Nun ist der Tag ver lauf von deiner Liebe sagen; gangen, die Nacht denn du hast mich von Kindheit bricht nun herein. O Jesu, mein auf geführet und getragen; ja Verlangen, tritt bei mir wieder vor der Welt mußt ich schon dein ein; sei du mein Licht und Lein Christo, dem Geliebten, sein: ben. Du weißt ja, daß ich dir Das dank ich dir von Herzen. mein Leib und Seel ergeben, sei doch ein Schuß von mir. 3. Mein Jesus, dein geliebter Sohn, ist mir zum Heil gegeben; 2. Die dunkle Nacht mich schrekich kann in der Religion, die fet und ihre Finsternis; doch, so recht und rein ist, leben; viel dein Glanz mich decket, des bin tausend Menschen finden sich, die ich ganz gewiß, bleib ich vor alnicht so glücklich sind als ich: lem Schaden an Leib und Seel Das dank ich dir von Herzen. bewahrt, und darf mich wohl entladen der Sorgen mancher Art. 4. Dein Wort thust du mir täglich fund, mit Trost mich zu erfüllen. Hier redet selbst dein eigner Mund, hier lern ich deinen Willen; hier, treuer Gott, entdecket sich dein ganzes Herze gegen mich: Das dank ich dir von Herzen. 3. Dein Herz ist voll Erbarmen, voll Gnad und Gütigkeit für alle Schwach und Armen; ja, Herr, du bist bereit, viel Gutes zu ers weisen den Schafen deiner Herd, darum sie dich auch preisen im Himmel und auf Erd. 5. Und hat sich auch das liebe 4. Hör auch jetzt meine Lieder, Kreuz bei mir mit eingefunden, und was ich bitten thu, daß nun gewiß, so hats uns beiderseits mein Leib und Glieder empfinden nur desto mehr verbunden; es sichre Ruh. O Gott, mich schüß mehrt den Glauben durch Geduld und decke; den Geist auch zu dir und ist ein Siegel deiner Huld: kehr und morgen mich erwecke Das dank ich dir von Herzen. zu deines Namens Ehr. 6. Ich weiß, daß du mich nicht 5. Um deines Sohnes wegen vergißt und wirst mich ewig lie- gieb mir die Engelwacht, sich ben; was will ich mehr? Mein um mich her zu legen in dieser Name ist im Himmel angeschrie- dunkeln Nacht. In deine Hand ben. Und der ist so gewiß schon empfehle ich mich und all, was mein, als könnt ich jetzt schon mein; mein Leib und meine drinnen sein: Das dank ich dir Seele soll dir gewidmet sein. von Herzen. 6. Behüte mich vor Sünden, 7. Ach ja! Für alles dank ich vor Seel- und Leibesnot und dir; für alles und in allem. Auch laß mich Trost empfinden auch alles läßt du dir an mir in dermaleinst im Tod. Vergieb, Herr Tägliche Abendlieder. 585 Herr, was geschehen, lösch meine gut für allen Schaden, du Aug Handschrift aus und laß mich und Wächter Israel! künftig sehen dich selbst im Himmelshaus. D. J. Lassenius. In eigener Melodie. 8. Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein! Will 899. Nun ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Satan mich verschlingen, so laß die Englein singen: Dies Kind Städt und Felder, es schläft die soll unverleßet ſein! ganze Welt: Shr aber, meine 9. Auch euch, ihr meine Lieben, Sinnen, auf! auf! ihr sollt be- soll heute nicht betrüben fein ginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. Unfall noch Gefahr! Gott laß euch ruhig schlafen, stell euch die güldnen Waffen ums Bett und seiner Engel Schar! 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind. Fahr hin! Ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. Baul Gerhardt. In eigener Melodie. 900. Nun sich der Tag geendet hat und keine Sonn mehr scheint, schläft alles, 3. Der Tag ist nun vergangen; die güldnen Sternlein prangen was sich abgematt und was zutam blauen Himmelssaal; also vor geweint. werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammerthal. 2. Nur du, mein Gott, haft keine Rast, du schläfst noch schlummerst nicht; die Finsternis ist dir ver4. Der Lei eilt nun zur Ruhe, haßt, weil du bist selbst das Licht. legt ab das Kleid und Schuhe, 3. Gedenke, Herr, doch auch an das Bild der Sterblichkeit; die mich in dieser finstern Nacht und zieh ich aus; dagegen wird schenke du mir gnädiglich den Christus mir anlegen den Rock Schirm von deiner Wacht. der Ehr und Herrlichkeit. 4. Wend ab des Satans Wü5. Das Haupt, die Füß und terei durch deiner Engel Schar, Hände sind froh, daß nun zum so bin ich aller Sorgen frei, und Ende die Arbeit kommen sei. bringt mir nichts Gefahr. Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. 5. Ich fühle zwar der Sünden Schuld, die mich bei dir klagt an; doch aber deines Sohnes Huld hat gnug für mich gethan. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt ench nieder, der Betten ihr begehrt; es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 6. Den seß ich dir zum Bürgen ein, wenn ich soll vors Gericht; ich fann ja nicht verloren sein in solcher Zuversicht. 7. Mein Augen stehn verdrossen, im Nu sind sie geschlossen; wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, sei 7. Drauf thu ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein; mein Gott wacht jetzt in guter Ruh, wer wollte traurig sein? 8. Weicht, nichtige Gedanken, hin, wo 586 Tägliche Abendlieder. wo ihr habt euren Lauf! Ich baue Reiße weg die Sündendecken, welche jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. machen, daß dein Glanz mein Herz nicht erfüllet ganz. 9. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Jammerthal, so führ mich, Herr, zum Himmel ein zur auserwählten Zahl. 7. O, daß doch der Abend käme, da es soll so lichte sein, und des Geistes heller Schein uns dir machte recht bequeme; ja was mehr, daß ich im Sinn hören möcht: Die Nacht ist hin! 10. Und also leb und sterb ich dir, du starker Zebaoth; im Tod und Leben hilfst du mir aus aller 8. Nunmehr ist der Tag erschieAngst und Not. D. 3. F. Herzog. nen, der nicht seines Gleichen hat, Mel. Ach, was soll ich Sünder. da der güldnen Gottes Stadt soll 901. Unerschaffne Lebens- zur Sonn und Leuchte dienen das sonne, Licht vom un- Lamm Gottes. Gloria! Auf erschaffnen Licht, das die Finster- Triumph! Der Tag ist da! nis durchbricht, gehe auf zu meiner Wonne und bestrahle meinen 3. A. Freylinghausen. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 902. Uusre müden Augenlider schließen sich jetzt 2. Finster ist mein ganzes Wesen, schäfrig zu, und des Leibes matte und Egyptens dunkle Nacht, die Glieder grüßen schon die Abenddie Höll hervorgebracht, macht, ruh; denn die dunkle, finstre Nacht daß ich nicht kann genesen, wo hat des hellen Tages Pracht in nicht deiner Klarheit Schein meine der tiefen See verdecket und die Kräfte nimmet ein. Sterne aufgestecket. Sinn, da man spricht: Der Tag iſt hin. 3. Ach, drum dringet meine Seele aus der Sünden Dunkelheit hin zu deiner Heiterkeit, die ich mir zum Trost erwähle, wenn der Finsternis Verdruß ich mit Schmerzen leiden muß. 4. Denn die Sünde bringt uns Leiden, als die aus dem Abgrund ist, von dem, der durch seine List uns geführet in ein Scheiden von der Liebe, die so zart sich ehmals mit uns gepaart. 5. Aber dein Licht ist das Leben, das die Toten wecket auf und befördert ihren Lauf. Was für Freude kann es geben; nichts als lauter Wollust ist, wo du Licht und Leben bist. 2. Ach bedent, ch du gehst schlafen, du, o meines Leibes Gast, ob du den, der dich erschaffen, heute nicht erzürnet hat? Thu, ach thu beizeiten Buß, geh und falle ihm zu Fuß und bitt ihn, daß er aus Gnaden dich der Strafe woll entladen, 3. Sprich: Herr, dir ist unverholen, daß ich diesen Tag vollbracht anders, als du mir befohlen; ja, ich habe nicht betracht meis nes Amtes Ziel und Zweck, habe gleichfalls deinen Weg schändlich, o mein Gott, verlassen, bin gefolgt der Wollust Straßen. 4. Ach Herr, laß mich Gnad er langen, gieb mir nicht verdienten 6. Laß mich diese Wolluft schmet- Lohn; laß mich deine Huld ums fen, die so keusch und sauber macht, fangen; sich an deinen lieben Sohn, daß ich Fremdes gar nicht acht.[ der für mich genug gethan. Bater, nimm Tägliche Abendlieder. 587 nimm den Bürgen an; dieser hat Missethat, weil Christus fie ge= für mich erduldet, was mein Un- büßet hat und geht mit mir nicht art hat verschuldet. ins Gericht; denn Gott 2c. 5. Öffne deiner Güte Fenster; 4. Weg, was mir Furcht und sende deine Wach herab, daß die Zweifel macht! Wen Gott bes schwarzen Nachtgespenster, daß des hütet und bewacht, der schläfet Todes finstres Grab, daß das ohne Sorgen ein, die doch nur llbel, so bei Nacht unsern Leib zu sonsten Dornen sein. Hier ist fällen tracht, mich nicht mit dem Neß kein Summer, der mich sticht; umdecke, noch ein böser Traum denn Gott verläßt die 2c. mich schrecke. 6. Laß mich, Herr, von dir nicht wanken, in dir schlaf ich sanft und wohl; gieb mir heilige Gedanken; und bin ich gleich Schlafes voll, so laß doch den Geist in mir zu dir machen für und für, bis die Morgenröt angehet und man von dem Bett aufstehet. 5. Sein Arm bereitet mir die Ruh; sein wachend Auge deckt mich zu; sein Friede leuchtet über mir; sein Lieb ist ja auch mein Panier, das mir mein Jesus aufgericht; denn Gott 2c. 7. Vater droben in der Höhe, dessen Nam uns teur und wert, dein Reich komm, dein Will geschehe, unser Brot werd uns beschert; und vergieb all unsre Schuld; schenk uns deine Gnad und Huld; laß uns nicht Versuchung töten, hilf uns, Herr, aus allen Nöten! 6. Wie bin ich doch so wohl vergnügt, daß mir nichts auf dem Herzen liegt, so mich im Schlafe schrecken mag. Drum bringet mir der fünftge Tag auch ein vergnügtes Morgenlicht; denn Gott verläßt die 2c. 7. Doch, wenn mir würde dieſe Nacht mein Sterbekleid und Grab gemacht? Was mein Gott will, das mag geschehn; ich werd Joh. Franc. ihn doch im Himmel sehn, wenn mir der Tod die Augen bricht; denn Gott verläßt die Seinen nicht. M. E. Neumeiſter. Mel. Vater unser im Himmelreich. 903. Mas Gott so oft mich lassen sehn, das ist In eigener Melodie. auch diesen Tag geschehn, da er die Schußz- und Segenshand mir väterlich hat zugewandt. Das macht mir neue Zuversicht; denn 904. Werde munter, mein Gemüte, und ihr Sinne, geht herfür, daß ihr preiGott verläßt die Seinen nicht. set Gottes Güte, die er hat ge2. Sein heilger Name sei gepreist für alles, was er mir erweist. Sein Wohlthun und mein Wohlergehn wird auch in dieser Nacht bestehn, weil nie verlöscht sein Gnadenlicht; denn Gott verläßt die Seinen nicht. than an mir, da er mich den ganzen Tag vor so mancher schweren Blag hat erhalten und beschirmet, daß mich Satan nicht bestürmet. 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit, daß mir ist mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art 3. Ach, möcht ich nur von Sünden rein und ohne Schuld geblieben sein; doch Gott vergiebt die so getreulich haft bewahrt, auch die 588 die Feind hinweg getrieben, daß ich unbeschädigt blieben. 8. Schüße mich vors Teufels Neßen, vor der Macht der Fin3. Reine Klugheit kann aus- sternis, die mir manche Nacht zurechnen deine Güt und Wunder- feßen und erzeigen viel Verdrieß. that; ja, fein Redner kann aus- Laß mich dich, o wahres Licht, sprechen, was dein Huld erwie- nimmermehr verlieren nicht! Wenn sen hat; deiner Wohlthat ist zu ich dich nur hab im Herzen, fühl viel, sie hat weder Maß noch ich nicht der Seele Schmerzen. Ziel. Ja, du hast mich so geführet, 9. Wenn mein Augen schon sich daß mich Satan nicht berühret. schließen und ermüdet schlafen 4. Dieser Tag ist nun vergangen, ein, laß mein Herz dennoch ge= die betrübte Nacht bricht an; es ist flissen und auf dich gerichtet sein. hin der Sonne Prangen, die uns Meine Seele mit Begier träume all erfreuen fann. Stehe mir, o Ba- stets, o Gott, von dir, daß ich ter, bei, daß dein Glanz stets vor fest zu dir mich neige und auch mir sei und mein kaltes Herz er- schlafend dein verbleibe. hige, ob ich gleich im Finstern sige. 10. Laß mich diese Nacht ent5. Herr, verzeihe mir aus Gna- pfinden eine sanft und süße Ruh; den alle Sünd und Missethat, alles Übel aß verschwinden, decke die mein armes Herz beladen mich mit Cegen zu! Leib und und so gar vergiftet hat, daß Seele, Gut und Blut, Weib und auch Satan durch sein Spiel Kinder, Hab und Gut, Freunde, mich zur Hölle stürzen will. Da Feind und Hausgenossen sein in fannst du allein erretten, strafe deinen Schuß geschlossen. nicht mein Übertreten! Tägliche Tischlieder. 6. Bin ich gleich von dir gewichen, stell ich mich doch wieder ein, hat uns doch dein Sohn verglichen durch sein Angst und Todespein. Ich verleugne nicht die Schuld; aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich stets in mir empfinde. 11. Ach bewahre mich vor Schrecken; schüße mich vor Übers fall; laß mich Krankheit nicht aufwecken; treibe weg des Krie ges Schall; wend ab Feur- und Wassersnot, Pestilenz und schnellen Tod; laß mich nicht in Sünden sterben, noch an Leib und Seel verderben. 7. O du Licht der frommen 12. O du großer Gott, erhöre, Seelen, o du Glanz der Ewig- was dein Kind gebeten hat! Jeſu, keit! Dir will ich mich ganz be- den ich stets verehre, bleibe ja fehlen diese Nacht und allezeit. mein Schuß und Nat; und mein Bleibe doch, mein Gott, bei mir, Hort, du werter Geist, der du weil es nunmehr dunkelt hier; Freund und Tröster heißt, höre da ich mich so sehr betrübe, tröste doch mein sehnlich Flehen! Amen, mich mit deiner Liebe. ja, es soll geschehen! Joh. Rift. 3. Tägliche Tischlieder. In eigener Melodie. freundlich und seine Güt und 905. Dan anket dem Herren, Wahrheit bleibet ewiglich. denn er ist sehr 2. Der als ein barmherziger, gft Tägliche Tischlieder. 589 gütiger Gott uns dürftige Strea- Schwachheit. Wie mag doch auf turen gespeiset hat. Erden, weil alles bein eigen ist, dir vergolten werden? 3. Singet ihm aus Herzensgrunde mit Innigkeit! Lob und Dank set dir, Gott Vater, in Ewigkeit! 4. Der du uns als ein reicher, milder Bater speifest und kleidest deine elenden Kinder. 5. Herr, nimm an unsern Dank samt diesem Lobgefang und vergieb, was noch gebricht, uns zu thun nach unsrer Pflicht. O mach uns dir eben, daß wir hier in deiner Gnad und dort ewig leben. Mich. Weiß. 5. Verleih, daß wir dich recht lernen erkennen und nach dir ewigem Schöpfer uns sehnen, 6. Durch Jefum Christum, deinen allerliebsten Sohn, welcher unser Mittler ist worden vor deinem Thron. 7. Der helf uns allesamt allhier aus Gnaden und mach uns Erben in des Vaters Reiche. 8. Zu Lob und Ehren seinem heilgen Namen. Wer das begehrt, der sprech von Herzen: Amen. J. Horn. Mel. Christ, der du bist, oder: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 907. Gesegne, Herr, die Gas ben dein, die Speis 2. Sprechend in der Wahrheit: Dir sei Preis und Klarheit, Danksagung und Herrlichkeit, o mein Gott von Ewigkeit, der du dich erweiset und uns heut mit deiner Gnad leiblich hafst gespeiſet. laß unsre Nahrung sein; hilf, daß dadurch erquicket werd der dürftge Leib auf dieser Erd. 2. Denn dieses zeitlich Brot allein kann uns nicht gnug zum Leben sein; dein göttlich Wort die Seele speist, hilft uns zum Leben allermeist. Mel. Fren dich sehr, o meine Seele. In eigener Melodie. 908. Großer Gott, wir ar 906. Den Bater dort oben wollen wir nun loben, der uns als ein milder Gott gnädiglich gespeiset hat, und Christum, seinen Sohn, durch welchen der Segen kommt von dem allerhöchsten Thron. men Sünder bittent dich aus Herzensgrund: Siehe auf uns, deine Kinder, speise uns zu dieser Stund; laß uns ohne alle Not haben unser täglich Brot; Segen wollst du auch verleihen, daß es uns mag wohl gedeihen. 2. Laß uns ja nicht sein vermessen, liebster Bater, Herr und Gott, in dem Wohlstand zu vergessen deiner Worte und Gebot. Gieb uns allen ferner auch deiner Gaben rechten Brauch, daß wir, was du wirst bescheren, fein in 3. Nimm an dies Danfopfer, o Vater und Schöpfer, so wir deiner Furcht verzehren. deinem Namen thun in Christo, 3. Lehre uns daraus erkennen dem liebsten Sohn. Laß dirs und darum stets loben dich, daß du wohlgefallen und ihn mit seinem seiest der zu nennen, der für uns Verdienst zahlen für uns alle. forgt väterlich, welcher uns ver4. Denn nichts ist zu melden, lässet nicht, der auch alles, was gedas dir mög vergelten alle Gnad bricht, uns in diesem armen Leben und Gütigkeit, erzeigt unsrer pflegt mit reicher Hand zu geben. 4. Nun 590 Tägliche Tischlieder. 4. Nun wohlan, auf deine Gnade und von großen Kräften. Lobet seben wir uns an den Tisch; den Herren:: hilf, daß alles wohl gerate, und 3. Er kann den Himmel:: mit der Leib sich so erfrisch, daß er freu- Wolfen bedecken. Er giebt den dig wieder kann seine Arbeit fan- Regen, wenn er will, auf Erden;:,: gen an. Laß die Mahlzeit so gesche- er läßt Gras wachsen hoch auf dürhen, als du es willst gerne sehen. ren Bergen. Lobet den Herren:: 4. Der allem Fleische:,: giebet Mel. Herr Christ, der einge. 909. Herr Gott, mun ſei seine Speiſe, dem Vieh sein Futgepreiset! Wir sa- ter väterlicher Weise:,: den jungen großen Dank, du hast uns gen Raben, wenn sie ihn anruwohl gespeiset, gegeben guten fen. Lobet den Herren.:: Trank, dein Mildigkeit zu merken, unsern Glauben zu stärken, daß du seist unser Gott. 5. Er hat keine Lust, an der Stärk des Rosses, noch Wohlgefallen an jemandes Beinen.:: 2. Wenn wir solches genommen Er hat Gefalln an den'n, die auf mit Lust in Übermaß, dadurch ihn trauen. Lobet den Herren.:: wir möchten kommen vielleicht 6. Danket dem Herren in deinen Haß, so wollst dus Schöpfer aller Dinge; der Brunn uns aus Gnaden, o Herr, nicht des Lebens thut aus ihm entLassen schaden durch Christum, springen:: gar hoch vom Himdeinen Sohn. mel her aus seinem Herzen. Lobet den Herren.:,: 3. Also wollst allzeit nähren, Herr, unsre Seel und Geist, in 7. O Jesu Christe,:,: Sohn Christo ganz bekehren und helfen des Allerhöchstent, gieb du die allermeist, daß wir die Sünde Gnade allen frommen Christen,:,: meiden, start sein in allen Leiden und leben ewiglich. 4. daß sie dein Namen ewig preisen. Amen. Lobet den Herren.:,: Bater aller Frommen, Mel. Herzliebster Jefu, was haft. geheiligt werd dein Nam; 911. Lobet den Herrn und laß dein Reich zu uns kommen; dankt für seine Ga dein Will sei uns genehm; gieb ben, die wir aus Gnad von ihm Brot, vergieb die Sünde; kein Args das Herz entzünde; lös uns aus aller Not. empfangen haben, jetzt an dem Tisch und sonst an allen Enden, aus seinen Händen. 2. Er hat uns an das Licht der Welt lassn kommen und durch die Tauf in sein Reich aufgenommen; er läßt uns auch in seinem Sohn entbinden von Schuld und Sünden. In eigener Melodie. 910. Lobet ben Herren denn er ist sehr freundlich. Es ist sehr föstlich, unsern Gott zu loben;:,: sein Lob ist schön und lieblich anzuhören. Lobet den Herren:,: 3. Durch seinen Geist er uns so 2. Singt zu einander,:,: dem wohl regieret, straft, unterweist, Herren mit Danken; lobt ihn erhält und herrlich zieret, auf mit Harfen, unsern Gott den daß wir fest im Kreuz ohn alles werten;:,: denn er ist mächtig Grauen ihm fönnen trauen. 4. Er Tägliche Tischlieder. 591 4. Er läßt auch wohl durch sei- 5. Daß wir in Unschuld unsern ner Engel Scharen uns Tag und Wandel führen, mit Treu und DeNacht vor Leibsgefahr bewahren, mut alle Thaten zieren, zugleich damit der Feind an uns sein bösen Willen nicht mög erfüllen. 5. Dazu er auch all seine Stinder nähret und ihnen Hilf in aller Not bescheret, und läßt gewiß all ihre Feind auf Erden zu Schanden werden. der Weltlust und dem Fleisch absterben, als Gottes Erben. 6. Und so im Boeschmack seiner Ruh genießen, bis wir in Chrifto unser Leben schließen, durch seine Gnade zu ihm aufgenommen, zur Freude kommen, 7. Die er bereitet denen, die ihn lieben; die er uns selbst hat durch sein Blut verschrieben, darauf wir einzig und alleine bauen und fest vertrauen. 6. Derhalben seid getrost in Gott, ihr Frommen; denn ihr sollt Schuß und Brot genug bekommen und überdies nach diesem ar men Leben bei Christo schweber. 7. Des danket ihm von ganzem Herzens- Grunde und bittet dem heilgen Geiste, dem Gott, ihn dabei zu aller Stunde, daß er uns nur, als seinen lieben Erben, helf selig sterben. 8. Nun ihm, samt Vater und dem alle Welt den Dienst stets leiste, sei jeßt und ewig Lob und Dant gesungen mit Herz und Zungen! 8. So sind wir recht an Leib und Seel genesen und reich genug in dieser Welt gewesen, und haben auch den besten Schaß gefunden und überwunden. v. Ringwald. In voriger Melodie. v. Binzendorf. Mel. Nun danket alle Gott. 913. Nun dankt dem großen 912. Robt und erhöht des Gott mit Herzen, Mund und Händen, der uns so mildiglich pflegt Speis und Tranf zu senden, der geb uns auch dazu großen Gottes Güte, ein immer fröhlich Herz, und die uns erzeigt sein väterlich Ge- wend in Gnaden ab Leid, Jammüte, indem er reichlich unsern mer, Angst und Schmerz. Tisch besetzet und uns ergößet. 2. Er fröne fernerweit das 2. Wie sollte das nicht uns die Jahr mit seinem Segen; er sende Hoffnung mehren, weil er uns früh und spat bequemen Tau pflegt so treulich zu ernähren, daß und Regen; er gebe Rat und wir nach Wunsch auch von ihm That zu unsrer Händ Bert werden haben des Geistes Gaben? beim Anfang: Glück und Heil; 3. Die uns im Glauben feste beim Ende: Kraft und Stärk. werden gründen, das Herz mit 3. Zuvörderst laß er stets sein Liebe gegen ihn entzünden, die göttlich Wort gedeihen, der SaSeel in Andacht durch Gebet und framente Brauch in reinster Singen hinaufwärts schwingen, Ordnung bleiben; sein Geist auch 4. Den Trieb zum Guten in uns stärk in uns des Glaubens hohes kräftig stärken und uns erfüllen Gut, drauf unser Trost allhier, mit viel Geistes Werken, daß dort ewig Heil beruht. ohne Heucheln wir der Krant 4. Nun, dies erhör, o Gott, und Armen uns stets erbarmen. in Jesu Christi Namen; dein hei 592 Tägliche Tischlieder. heilig, guter Geist sprech selber künftig gute Zeit, Glück, Nahin uns Amen, daß wir mit 3u- rung, Fried und Einigkeit, Geversicht zu deinem Throne gehn, sundheit, Heil und Segen. bis wir einst auserwählt vor dir in Klarheit stehn. 7. Laß endlich bei des Lammes Tisch im Himmelreich uns essen, wo tausend Gaben mild und frisch Mel. Es ist das Heil uns. 914. Nun ist die Mahlzeit du selbst uns wirst zumessen; da ja vollbracht, wir wird man schmecken Freud und haben schon gegessen. Mein Gott, Ehr, und wir, Herr, wollen nimdu hast es wohl gemacht, daß mermehr zu preisen dich aufhören. J. Rist. du hast zugemessen jest jedem sein bescheiden Teil und mildiglich vor kurzer Weil uns allefamt geſpeiset. 2. Wie groß ist deine Freund Hichkeit, wie herrlich deine Güte, die da versorgt zu jeder Zeit den Leib und das Gemüte! Du Le bensfreund, du Menschenlust, hast für uns alle Rat gewußt und uns sehr wohl gelabet. 3. Des Himmels Fenster öffnest 3. Nahrung giebt er dem Leibe; schafft, daß die Seele bleibe, du und schenkest milden Regen; wiewohl tötliche Wunden sind du schließst die Erde auf und zu kommen von den Sünden. und giebst uns deinen Segen; die Soft ist da auf dein Geheiß; wen sollte das zu deinem Preis, o Bater, nicht bewegen? 4. Ein Arzt ist uns gegeben, der selber ist das Leben: Christus, für uns gestorben, hat uns das Heil erworben. 4. Dem Viehe giebst du Futter satt und speisest auch die Raben, 5. Sein Wort, sein Tauf, sein Nachtmahl dient wider allen Unwenn sie noch bloß, jung, schwach fall; der heilge Geist im Glau und matt an Nahrung Mangel ben lehrt uns darauf vertrauent. haben. Herr, du thust auf die milde 6. Durch ihn ist uns vergeben Hand und sättigest das ganze Land mit großem Wohlgefallen. 5. Für solche Wohlthat wollen wir, wie liebe Kinder müssen, 7. Wir bitten deine Güte, wollst von ganzer Seele danken dir uns hinfort behüten, die Großen und unsre Mahlzeit schließen mit mit den Kleinen; du kannsts einem Dank- und Lobgedicht. nicht böse meinen. O treuer Gott, verschmäh uns die Sünd, geschenkt das Leben; im Himmel folln wir haben, o Gott, wie große Gaben! 8. Erhalt uns in der Wahrheit, nicht, laß es dir wohlgefallen! gieb ewigliche Freiheit, zu preiz 6. Bergieb uns unfre Missethat, sen deinen Namen durch Jefunt und gieb, was wir begehren; schaff Christum, Amen. uns, o Bater, ferner Rat, daß wir uns ehrlich nähren. Verleihe Mel. Wach auf, mein Herz, und. 915. Nun laßt uns Gott dem und ihn ehren für alle seine GaHerren Dank sagen ben, die wir empfangen haben. 2. Den Leib, die Seel, das Leben hat er allein gegeben; dieselben zu bewahren wird er nie etwas sparen. D. Ludw. Helmbold. 916. Tägliche Tischlieder. 593 In eigener Melodie. 916. Singen wir aus Her- daß Herr Gott Vat'r, wir danken dir, du uns reichlich gespeist, zensgrund, loben Lieb und Tren an uns beweist; Gott mit unserm Mund! Wie daß wir dir stets dankbar sein, er sein Güt beweist, so hat er uns auch gespeist; wie er Tier und Vögel nährt, so hat er uns zu Lob und Ehr dem Namen dein, singen wir das Amen fein. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu. auch beſchert, das wir haben jetzt 917. 3mei Ding, Herr, bitt ich von dir, die wol2. Lobn wir ihn als seine lest du nicht weigern mir, so lang Knecht, das sind wir ihm schul- ich noch am Leben bin, eh mich dig recht; erkenn'n wir, wie er mein Stündlein nimmt dahin. uns liebt, dem Menschen aus 2. Verfälschte Lehr, Abgötteref Gnaden giebt, daß er von Bein, und Lügen ferne von mir sei; Fleisch und Haut artig ist zu- Armut und Reichtum gieb mir samm'n gebaut und des Tages nicht, doch dieses ich noch ferLicht anschaut. ner bitt: 3. Wenn der Mensch sein Leben hat, seine Küche vor ihm steht; in dem Leib der Mutter sein ist er zugerichtet fein; ob er gleich ein kleines Kind, Mangel doch an nichts er findt, bis er auf die Welt herkömmt. 3. Die rechte Notdurft schaff dem Leib, daß ich kann nähren Kind und Weib, daß zwar nicht Not und Mangel sei, doch auch kein Überfluß dabei. 4. Sonst, wenn ich allzu satt sollt sein, möcht ich verleugn'n den Herren mein und sagen: Was frag ich nach Gott? Ich bin 4. Gott die Erd hat zugericht, läßts an Nahrung mangeln nicht. Berg und Thal, die macht versorgt in aller Not. er naß, daß dem Vieh aufwächst sein Gras; aus der Erde Wein und Brot schaffet Gott und giebts uns satt, daß der Mensch sein Leben hat. 5. Oder wenn Armut drückte mich, zum Stehlen möcht geraten ich, oder mit Sünd trachten nach Gut ohn Gottes Scheu, wie mancher thut. 5. Wasser, das muß geben Fisch, 6. Des Herren Segen machet die läßt Gott tragen zu Tisch; reich ohn alle Sorg, wenn du Vogeleier eingelegt, werden Junge zugleich in deinem Stande fleißig draus genährt, müssen Menschen bist und thust, was dir befohlen ist. Speise sein; alle Tiere, groß und 7. Gott Bater, Sohn, heiliger klein schaffet Gott, er ganz allein. Geist, von dem uns alle Gnad 6. Danken wir und bitten ihn, herfließt, wir loben dich, wir daß er geb des Geistes Sinn, danken dir für deine Wohlthat daß wir solches recht verstehn, für und für. P. Eber. stets nach sein'n Geboten gehn, Mel. Singen wir von Herzensgrund. seinen Namen machen groß, in 918. 3 bir, zweierlei trag ich bitt ich von Christo ohn Unterlaß, so singen wir Gratias. dir für, dir, der alles reichlich 7. Gratias, das singen wir, giebt, was uns dient und dir be38 liebt; 594 Besondere Sonntagslieder. liebt; gieb mein Bitten, das du Wer ist Herr und Gott? Denn weißt, eh ich sterb, und sich mein das Herz ist Frechheit voll, weiß Geist aus des Leibes Banden reißt. oft nicht, wenn ihm ist wohl, 2. Gieb, daß ferne von mir sei wie es sich erheben soll. Lügen und Abgötterei; Armut, 5. Wiederum, wenns stehet bloß, das die Maße bricht, und groß und die Armut wird zu groß, Reichtum gieb mir nicht. Allzu wird es untreu, stiehlt und stellt arm und allzu reich ist nicht gut, nach des Nächsten Gut und Geld, stürzt beides gleich unsre Seel ins Sündenreich. thut Gewalt, braucht Ränt und List, ist mit Unrecht ausgerüst, 3. Laß mich aber, o mein Heil, fragt gar nicht, was christlich ist. nehmen mein bescheiden Teil und 6. Ach, mein Gott, mein Schag beschere mir zur Not hier mein und Licht, dieser feines ziemt mir täglich Bißlein Brot; ein klein nicht; beides schändet deine Ehr, wenig, da der Mut und ein gut beides stürzt ins Höllenmeer. Gewissen ruht, ist fürwahr ein Drum so gieb mir Füll und großes Gut. Hüll also, wie dein Herze will, 4. Sonsten möcht im Überflüß nicht zu wenig, nicht zu viel. ich empfinden Überdruß, dich verleugnen, dir zum Spott fragen: Paul Gerhardt. 4. Besondere Sonntagslieder. alle Sorg und Plag; treibt eure Wochenarbeit nicht, kommt vor des Höchsten Angesicht. Halleluja. 2. Tret't her und fallt auf eure Kuie vor Gottes Majestät allhie; es ist sein Heiligtum und Haus; wer Sünde liebt, gehört hinaus. In eigener Melodie. 919. Herr Jefu Chrift, dich zu uns wend, dein heilgen Geist du zu uns send, der uns mit Gnad und Hilf regier, und uns den Weg zur Wahrheit führ. 2. Thu auf den Mund zum Sobe dein; bereit das Herz zur Halleluja. Andacht fein; den Glauben mehr, stärk den Verstand, daß uns dein Nam werd wohl bekannt. 3. Ganz unerträglich ist sein Grimm, doch hört er gern der Armen Stimm; deswegen lobt ihn allesamt, das ist der Christen rechtes Amt. Halleluja. 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: Hellig, heilig ist Gott der Herr! und schauen dich von An- 4. Rühmt unsers Gottes Meistergesicht in ewger Freud und sel- that, da er aus nichts geschaffen gem Licht. hat den Himmel und die ganze 4. Ehr sei dem Vater und dem Welt und was dieselbe in sich Sohn, dem heilgen Geist in einem hält. Halleluja. Thron; der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. Wilhelm II., Herzog von Sachsen. Mel. Erschienen ist der herrlich. 5. Und als er sie genug geziert, hat er den Menschen drauf formiert, und ihn nach seinem Ebenbild mit Weisheit und Verstand 920. Heut ist des Herren erfüllt. Halleluja. Ruhetag, vergeffet 6. Erkennt mit dankbaren Gemüt, Besondere Sonntagslieder. 595 müt, wie er allein durch seine| laffen fest, wenn uns nun alle Güt uns täglich schüßet und er- Welt verläßt. Halleluja. nährt und manches Unglück von uns fehrt. Halleluja. 16. O heilger Geist, laß uns dein Wort so hören heut und immerfort, daß sich in uns durch deine Lehr Glaub, Lieb und Hoffe nung reichlich mehr. Halleluja. 7. Denkt auch, daß heut geschehen ist die Auferstehung Jesu Christ, dadurch die wahre Freudigkeit in aller Not uns ist bereit't. Halleluja. 8. Der von den Juden war veracht, mit Mördern schändlich um gebracht, daß seine Lehr hätt furzen Lauf und mit ihm müßte hören auf, Halleluja. 17. Erleuchte uns, du wahres Licht, entzieh uns deine Gnade nicht; all unser Thun auch so regier, daß wir Gott preifen für und für. Halleluja. In eigener Melodie. 9. Der ist erstanden hell und klar 921. Kyrie, o Herr Gott und hat erfreuet seine Schar, die Bater, erbarm dich bis ans Ende ihn geliebt und über uns, sei uns gnädig, tilge seinetwegen war betrübt. Hal- unsre Missethat und erbarm dich leluja. unfer! 10. Beibhaftig er sich ihnen wies, sich sehen, hören, fühlen ließ, damit versichert wär ihr Sinn, des Todes Macht sei nun dahin. Halleluja. 2. Christe, o Herre Gott, Vaters eingeborner Sohn, unser treuer Heiland, der du mit deinem Blut uns alle haft erlöst, bitt uns Gnade bei Gott dem Vater, und erbarm dich unser! 3. Ryrie, o Herr Gott heilger Geist, lehr uns Jefum Christum erkennen recht; unsre Sünden find uns leid. Tröst uns, leit und heilge uns in der Wahrheit, und erbarm dich unser! 11. Drum wollen wir begehn mit Fleiß den Tag nach recht christlicher Weis; wir wollen aufthun unsern Mund und sagen das von Herzensgrund: Halleluja. 12. Gott, der du den Erdentreis erschaffen haft zu deinem Preis, uns auch bewahrt so man thes Jahr in vieler Trübsal und Gefahr, Halleluja. In eigener Melodie. 922. Liebster Jefu, wir find hier, dich und dein 13. Hilf, daß wir alle deine Wort anzuhören; lenke Sinnen Werk voll Weisheit, Güte, Macht und Begier auf die süßen Himund Stärk erkennen und je mehr melslehren, daß die Herzen von und mehr ausbreiten deines Na- der Erden ganz zu dir gezogen mens Ehr. Halleluja. werden. 14. liebster Heiland, Jesu 2. Unser Wissen und Verstand Christ, der dit vom Tod erstanden bist, richt unsre Herzen auf zu dir, daß sich der Sürdenschlaf verlier. Halleluja. ist mit Finsternis umhüllet, wo nicht deines Geistes Glanz uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, Gutes dichten wollst du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht, aus Gott gebos 38* ren, 15. Gieb deiner Auferstehung Kraft, daß dieser Trost ja bei uns haft, und wir uns drauf ver 596 Besondere Sonntagslieder. ren, mach uns allesamt bereit, seinen Kindern gehen; ich will öffne Herzen, Mund und Ohren; in reinem Schmuck vor feinem unser Bitten, Flehn und Singen Altar stehen; mein Herz soll höchst laß, Herr Jesu, wohl gelingen. vergnügt in seinem Willen ruhn; 4. Bater, Sohn und heilger der Leib soll nichts als NotGeist, dir sei ewig Preis und und Liebeswerke thun. Ehre! Tröst die Herzen allermeist 4. Komm heute in mein Herz, mit dem Wort der reinen Lehre du König aller Frommen; laß hier in diesen Lebenszeiten, bis mit dir Segen, Heil und Seelenwir dort dein Lob ausbreiten. frieden kommen. Die Sonne M. T. Klausnizer. deiner Gnad kehr heute bei mir ein, so wird uns dieser Tag ein rechter Sonntag fein. D. V. E. Löscher. gen, Beten, Lehren, Hören. Gott Mel. Es woll uns Gott genädig. hat alles wohl gemacht, drum 925. Sei stille, Welt, und laßt uns sein Lob vermehren. lasse mich jeßt meiUnser Gott sei hoch gepreiset, nen Gott verehren; sei stille, daß er uns so wohl gespeiset. Sünd, und lege dich, ich muß den 2. Weil der Gottesdienst ist Herren hören; sei stille, ungedulaus und uns mitgeteilt der Se- digs Herz, laß deinen Kummer gen, so gehn wir mit Freud nach gehen, wirf Last und Sorgen Haus, wandeln fein auf Gottes hinterwärts, du sollst vor Jesu Wegen. Gottes Geist uns ferner stehen, den offnen Himmel sehen. leite und uns alle wohl bereite. 3. Unsern Ausgang fegne Gott, unsern Eingang gleichermaßen; segne unser täglich Brot, segne unser Thun und Lassen; segne uns mit selgem Sterben, und mach uns zu Himmelserben.$. Schent. Mel. O Gott, du frommer Gott. 924. Seid stille, Sinn und Geist, und euch in 2. Wie stille ist es nun, mein Gott. Nun ist es Zeit, zu loben, wie du erhörest in der Not, wenn Sünd und Hölle toben, wie alles Fleisch an dir befind den allerliebsten Vater, der tilget Not, ja Tod und Sünd, und ist der beste Nater in aller Angst und Mühe. Gott ergößet; heut ist der Ruhetag, den er selbst eingesebet; er will in stiller Furcht und Lieb geehret sein, wofern er bei uns soll in Gnaden kehren ein. 3. Ach möcht ich immer stille sein, in Zions Tempel wohnen; ich gäbe solchen Gnadenschein nicht für die höchsten Kronen. Mein Vater! Sieb, daß stets in mir die stille Andacht bleibe und endlich mich aus Sodom führ, 2. Heut ist der Tag des Heils, des daß ich mit Seel und Leibe dich Herren Wort zu hören; heut ist es in der Stille lobe. D. B. E. Löscher. rechte Zeit, ihn öffentlich zu ehren. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Wer dieses unterläßt und willig 926. So ist nun zu End bleibt davon, verdient nicht, daß gebracht Singen, er sei des großen Gottes Sohn. Beten, Lesen, Hören; Gott hat 3. Ich will ins Gotteshaus mit alles wohlgemacht uns zu Nuß und Mel. Liebster Jesu, wir sind hier 923. Num Gott Lob! Es un ist vollbracht Sint Besondere Wochenlieder. 597 und ihm zu Ehren; ihm sei! 2. Der Geist aus Gott erfülle Dank für seine Gaben, die wir dich; dein Innerstes erneue sich, jetzt empfangen haben. daß ich, vom alten Menschen fret, 2. Er versiegle nun das Wort ganz rein, ganz neu und heilig in uns, die wirs angehöret, daß sei, damit mein Mund auch öffne die Herzen fort und fort bleiben sich und Gott lobsinge stetiglich. von dem Geist gelehret, der uns 3. So wird auch hurtig sein durch das Wort erbaue, daß man mein Ohr, das Wort zu hörn dessen Früchte schaue. mehr als zuvor, das Wort, das 3. So wird ohne End bestehn dem das Leben giebt, der darder uns jetzt erteilte Segen, und nach thut und Glauben übt. Ach die wir zu Hause gehn, gehn auf Jesu, gieb, daß dies in mir zur Gottes Gnadenwegen; denn sein Frucht gedeihe für und für! Segen mit uns gehet, ewig, wie sein Wort bestehet. Phil. v. Besen. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 928. Nun kommt das neue Kirchenjahr, des freut sich alle Christenschar. Dein König kommt, drum freue dich, du wertes Zion, ewiglich. Halleluja! 4. Nun, so segn uns, unser Gott, unsern Gang auf seiner Straßen; segne unser täglich Brot; segne unser Thun und Lassen. Amen, Herr! In deinem Namen gieb uns ein gesegnet Amen! 2. Wir hören noch das Gnadenwort vom Anfang immer Auf das neue Kirchenjahr. weiter fort, das uns den Weg Mel. Vater unser im Himmelreich. zum Leben weist: Gott sei für 927. Auf, meine Seele, sei seine Gnad gepreist. Halleluja! erfreut, das Kirchen- 3. Gott, was uns deine Wahrjahr wird nun erneut, da dir aufs heit lehrt, die unsern Glauben neu das Wort erklingt, das dich stets vermehrt, das laß uns bleierneut, das dich verjüngt, ja, das ben, daß wir dir Lob und Preis aus Gott dich neu gebiert und sagen für und für. Halleluja! selbst zu Gott ins Leben führt. D. J. Olearius. 5. Besondere Wochenlieder. Auf den Anfang der Woche. lebet und vergangen, in welcher Mel. Was Gott thut, das iſt. nicht ein Gnadenlicht von Gott 929. Die neue Woche geht mich nun an und ist schon Wach auf, mein Guts geschicket. eingetreten. 3. Das Leid und Leiden dieser Herz und denke dran, daß du zu Zeit, so mir auch mit begegnet, Gott sollst beten und ihm dabei hat er durch viel Zufriedenheit für seine Treu mit Danken und gemildert und gesegnet, so daß mit Singen ein Morgenopfer bringen. er nie in Angst und Müh mich trostlos ließ dastehen, noch drinnen untergehen. 2. Viel hundert Wochen hab ich schon im Leben angefangen, 4. Da fallen mir die Sünden und ist mir keine je davon er ein. Was wird in so viel Wochen für angeblicket und tausend 598 Besondere Wochenlieder. für Schuld nicht aufgelaufen| was mir sonst niemand geben sein? Und doch, was ich verbro- fann; denn hätt ich seine Gnade chen, hat er dabei auf Buß und nicht, wer gäbe mir sonst Troft Neu in Christo mir verziehen und Licht? und alle Huld verliehen. 2. Ich grüße diesen lieben Mor5. Nun, treuer Gott, ich danke gen und tüsse Gottes Vaterhand, dir, ich danke dir von Herzen; die diese Nacht so manche Sor doch, meine Schwachheit machet gen in Gnaden von mir abgemir Befümmernis und Schmer- wandt. Ach Herr, wer bin ich zen, daß ich nach Pflicht dich also Armer doch? Du sorgst für mich, nicht kann loben wie ich sollte, ich lebe noch. und ich auch gerne wollte. 3. Nun, das erfennet meine 6. Jedoch in Christo wirst du Seele und giebt sich selbst zum dir es wohl gefallen lassen; in Opfer hin; doch weil ich noch Christo will ich ferner mir die in dieser Höhle mit Not und gute Hoffnung faffen, daß du Tod umgeben bin, so weich auch mich wirst, mein Lebensfürst, bei heute nicht von mir, denn meine allen meinen Werken in dieser Hilfe steht bei dir. Woche stärken. 4. Mein Glück in dieser neuen 7. Mein Aus- und Eingang sei Woche soll nur in deinem Nabeglückt durch Seel- und Leibesse- men blühn. Ach, laß mich nicht gen; bring mir, was meinen Geist am Sündenjoche mit meinem erquidt, in deinem Wort entge- Fleisch und Blute ziehn! Gieb deigen; denn dies allein soll einzig sein, was ich mir zum Ergößen zettlebens werde seßen. nen Geist, der mich regier und nur nach deinem Willen führ. 5. Soll ich mein Brot mit Kum8. Doch aber soll sich meine Zeit mer effen, so laß es doch gesegnet mit dieser Woche schließen, et sein, und was du sonsten zugemeſnun, so wird die Ewigkeit mir sen, das richte mir zum Besten ein. alles Beid verfüßen; denn dich Ich bitte keinen Überfluß, nur und mich, soll sicherlich dann was ich nötig haben muß. weder Freud und Leiden, noch Tod und Leben scheiden. 6. So thue nun, mein Gott, das Deine, und laß mich auch das Meine thun. Behüte beide, Groß und Kleine, daß sie auf deiner Huld beruhn, und daß ein jedes diesen Tag in dir vergnügt beschließen mag. Benj. Schmold. 9. Wohlan, so mags gleich wunderlich in dieser Woche gehen; es kann doch anders nicht um mich, als gut und heilsam stehen; denn was Gott fügt, wird mich vergnügt bei allen meinen Sachen und endlich selig machen. M. E. Neumeister. Zum Beschluß der Woche. Wel. Herzlich thut mich verlangen. Mel. Wer nur den lieben Gott, 930. Ein neuer Tag, ein 931. Die Woche geht zu Ende, nicht aber neues Leben geht Gottes Treu; denn wo ich mich mit der neuen Woche an; Gott hinwende, da ist sie immer neu. will mir heut aufs neue geben, Die Zeit kann wohl verschwinden, Besondere Wochenlieder. 599 den, nur Gottes Güte nicht, sie auf mich spein, dein Kind wird läßt fich täglich finden und gies bet Troft und Licht. nichts empfinden, als wenns im Himmel wär; von vorne und von hinten deckt mich der Engel Heer. 9. Du wirst auch die versorgen, die mein und deine sein; so wer= den wir uns morgen in deiner Straft erfreun; wir werden Opfer bringen mit Herzen, Mund und Hand und dir ein Loblied singen, wo du, Herr, bist bekannt. 10. Soll das in diesem Leben die letzte Woche sein, will ich nicht widerstreben und mich im Geiste freun auf einen Feierabend, den Christi Tod gemacht; und diese Hoffnung habend, sprech ich nun: Gute Nacht! 2. O gnädigster Erhalter von als lem, was ich bin, hör meines Mundes Psalter und nimm mein Opfer hin; es sind ja deine Gaben, die nicht zu zählen sein, und was ich nur fann haben, das ist ja alles dein. 3. Die ganze Woche zeuget von deiner Gütigkeit, die du zu mir geneiget; ja, meine Lebenszeit von Anfang bis jepunder auf diesen Augenblick rühmt deine Gnaden wunder im Glück und Ungelück. 4. Allein, mein Herze bebet, wenn es zurücke denkt, wie übel es gelebet und dich, mein Gott, gefränkt; je mehr du mich geliebet und meiner haft verschont, jemehr ich dich betrübet und nur Benj. Schmold. Mel. Wer nur den lieben Gott. 932. So wird die Woche nun beschlossen, da mit Haß belohnt. 5. Ach, strafe nicht im Grimme sich der Tag zur Ruhe neigt; gehäufte Missethat. Weil deine tein Tag der Woche ist verflosVaterstimme mich selbst gerufen sen, der nicht von Gottes Gnade hat, so schrei ich um Erbarmen: zeugt; denn er hat mich nach Erbarm dich über mich, ich fall seiner Macht an Leib und Seele dir in die Arme; ach schone gnä- wohl bedacht. diglich! 2. Wer weiß das Unglück mir 6. Mein Glanbe heißt mich zu sagen, das mir so nah gewehoffen, es sei durch Christi Blut sen ist? Man fällt schnell in ein neuer Bund getroffen und al- des Todes Plagen, in Satans les wieder gut. Drum will ich und des Fleisches List, wenn dir geloben, auf ewig treu zu Gott mit seiner Engelhut im sein; dein guter Geist von oben Wachen nicht das Beste thut. wird mir die Kraft verleihn. 7. Ich bin dein Kind aufs neue, drum gieb, daß diese Nacht mich auch dein Schuß erfreue, der alles sicher macht. Ich werde gleichsam sterben, der Schlaf ist wie ein Tod, doch kann ich nicht verder ben, du lebst in mir, mein Gott. 8. Ja du, mein Gott, wirst wachen, ich werde ruhig sein; so mag der Hölle Nachen gleich Donner 3. Jedoch mit was für einem Leben hab ich den treuen Gott belohnt? Er hat mir Zeit genug gegeben, hat meiner Schwachheit oft verschont; allein, je mehr die Gnade grünt, je mehr hab ich uur Zorn verdient. 4. Ach Gott, mich reuet meine Sünde! Nimm mich um Chrifti willen an, daß ich durch ihn Vergebung finde und mich sein Leiden 600 In gemeinen Nöten und Gerichten Gottes. den trösten kanu; jest scheint ja Lust bestreiten, so gieb, daß sich noch die Gnadenzeit zu aller mein Geist entfernt und alle Sünder Seligkeit. Süßigkeit veracht, die uns zu Sündenknechten macht. 5. Laß mich die neue Woch erblicken, daß ich ins neue Leben geh 7. Also will ich dein Lob befinund als ein Christ in allen Stük- gen, so lange sich die Zunge regt; ten auf deinem Willen fest besteh, dein hoher Name soll erklingen, daß ich, je mehr von Sünden frei, so lange sich mein Herz bewegt. auch künftge Woche frommer sei. Doch hilf mir in den Himmel 6. Behüte mich vor schnöden ein, da wird ein ewger Sabbat Leuten, von welchen man nur sein. Sünde lernt. Will mich die böse Gottf. Hoffmann. 6. In gemeinen Nöten und Gerichten Gottes. In eigener Melodie. hat gemeldt: Kein Lieb, noch 933. Ah Gott, thu dich er- Glaub auf Erden ist, ein jeder barmen durch Chri- braucht sein Tück und List; der stum, deinen Sohn, der Reichen Reich den Armen zwinget und und der Armen; hilf, daß wir ihm den Schweiß abdringet, daß Buße thun und jeder sich erfen nur sein Groschen klinget. nen mög; ich fürcht, gebunden ist die Rut, damit uns Gott will strafen, den Hirten mit den Schafen, es soll keiner entlaufen. 5. Wer kann alles ermessen, was treibt die Welt mit Macht, mit Saufen und mit Fressen, Hochmut und großer Pracht? Gott 2. Gott hat uns lang gerufen wirds die Länge leiden nicht; durch seine treuen Knecht; die schau, daß dich nicht treff sein Ohren sind nicht offen, darum Gericht, du bist ewig verloren, geschieht uns recht; sein Strafen dem Teufel außerforen; wärst haben wir im Land, ich fürcht, besser nie geboren. ihr'r sind mehr vor der Hand. Gott woll sie von uns wenden und seine Gnade senden; es steht in seinen Händen. 6. Gott eilt gewiß zum Ende, das zeigt all Kreatur; er wird kom men behende, wir sehn schon seine Spur. Das glaubet der Gottlose 3. Die großen Wunderzeichen nicht, der wohl in seinem Herzen schlagen wir in den Wind, sie spricht: Es kann noch lange follten uns erweichen; so gar währen, wir wollen schlemmen, find wir verblendt, daß wir die zehren; der Teufel thut sies Wahrheit kennen nicht, die uns lehren. jest Gottes Wort bericht, daß 7. Die Welt läßt sich nicht sagen, wir uns daran kehrten und sei- das wild vielköpfig Tier, man ner Gnad begehrten, uns nicht führ sie denn zu Grabe; es wird dawider sperrten. geschehen schier. Der Teufel hats 4. Ärger ists nie gewesen von dahin gebracht, daß man Gott Aubeginn der Welt; ein jeder und sein Wort veracht, fragt mags wohl lesen, was Christus nichts nach seinm Gebote, macht al In gemeinen Nöten und Gerichten Gottes. 601 alles nur zum Spotte und glau- Sohn, Gott heilger Geist zugleich, bet feinem Gotte. du heilige Dreifaltigkeit, ein ein2. Ach lieber Gott, unser verschon, uns ja nicht nach Verdienste lohn; erbarme dich durch deine Gnad; vergieb all unsre Missethat; nach deiner väterlichen Güt uns unser Leib und Seel behüt. 8. Die Art ist schon geleget an ger Gott in Ewigkeit, erhöre die Wurzel des Baums, wie uns doch jest gnädiglich, was auf Johannes lehret, er wird des dein Wort wir bitten dich. Feuers Raub. Wohl dem, der es zu Herzen nimmt und wacht, wenn sein Erlöser kömmt, liebt allezeit das Gute; der wird sein wohl behütet, selbst vor der Höllen Glute. 9. Des Herren Prophezeien ist nun erfüllet gar; ein jeder woll 3. Behüte uns, Herr Jesu bereuen und nehm sein Leben Christ, vor Satans Tück, Bewahr, daß er dasselbe anders schick trug und List; wend ab von uns und Christum in sein Herz verstrick. sein feurge Pfeil, damit er uns Niemand weiß, welche Stunde, nicht übereil. Ach lieber Gott, spricht Gott aus seinem Munde, die Welt wird gehn zu Grunde. 10. Solchs alles ist verborgen 4. Behüt uns, Herr, durch deine in der Gottlosen Sinn. Das sieht Hand vor Irrtum, Laster, Sünd man alle Morgen; wie läuft die und Schand, vor Krieg, vor AufWelt dahin, daß sie nur frieg das ruhr, Haß und Neid, vor Ungezeitlich Gut, das Ewge sie verges- witter, teurer Zeit, vor Bestilenz sen thut; daran will niemand den- und schnellem Tod, vor Feuerken, thut Leib und Seel verschenken, und vor Wassersnot. verlaß uns nicht, wenn Fleischund Weltlust uns anficht. manchn Christen thut es fränken. 5. Bewahr uns vor der Seele 11. Gott hat in seiner Hute all, Tod, hilf, Helfer, in der letzten die er hat erweckt, erkauft durch Not! Vor allem, Herr, verlaß Christi Blute, am Kreuz hoch uns nicht, wenn wir erscheinen ausgestreckt, da er uns all erlöset vor Gericht: Ist Jesus doch hat vom Teufel, Sünd und ew- Mensch worden drum, daß feiner gen Tod, ist selbst für uns gestor- von uns käme um. ben, hat Baters Huld erworben, sonst wärn wir all verdorben. 6. Durch dein Geburt, o Jesu Christ, weil du der Sünder Hei12. Dies Lied sei feßt gesungen land bist, und durch dein rosin311 Trost der Christenheit, den Al- farbnes Blut, das uns vergossen ten wie den Jungen. Und dem ist zu gut, durch dein siegreiches sein Sünd ist leid, der bitt Gott Auferstehn hilf uns mit dir allezeit um Gnad, daß er nim- zum Himmel gehn. mer in Sünden bad; das helf 7. Die christlich Kirch, Herr uns Gott zusammen, zu Lobe Gott, bewahr bei deines Wortes seinem Namen, durch Jesum Christum. Amen. m. Münger. reiner Lehr; gieb, daß die Kirchendiener sein in Wort und Leben alle rein. Zur Predigt gieb 934. Gott Vater in dem des Geistes Kraft, daß sie Frucht Himmelreich, Gott bring und bei uns haft. Mel. Vater unser im Himmelreich. 8. Int 602 3n gemeinen Nöten und Gerichten Gottes. 8. In dein Ernt treu Arbeiier| Leib und Seel gesund und tröft send, Sekten und Keßerei ab- sie in der letzten Stund. wend; tilg alle Rottengeister aus 15. Ach, liebster Jesu, gieb Gein deinem heilgen Kirchenhaus. duld den'n, die da leiden ohne Die irre gehn, bring auf den Schuld; errett fie aus der Feinde Weg und führ sie auf der Wahr- Händ, ihr Elend und Gefängnis heit Steg. wend. Bekehr und tröst in leg9. Ach, stürz durch dein gewaltge ter Not, die man vom Leben Hand, die deinem Wort thun bringt zum Tod. Widerstand; behüt vor aller Feind 16. Auch denen, die uns feindlich Gewalt dein Reich; dein arme sind, vergieb die Misfethat und Kirch erhalt, die sich hier leiden Sünd; gieb, daß wir ihnen auch muß auf Erd, ihr Blut vor dir vergebu, mit allen Menschen ist teur und wert. friedlich lebn. Hilf, daß all Sünder sich bekehrn, von Herzen deiner Gnad begehrn. 10. Regier nach deines Geistes Rat die kaiserliche Majestät, daß fie die arme Christenheit beschüß 17. Ach Herr, die Früchte auf in dieser bösen Zeit wider der dem Land gieb uns durch deine Feinde Tyrannei. Dasselb, o milde Hand; vor Frost und Hagel lieber Gott, verleih. fie bewahr, und gieb ein segen11. Laß Fürstn und Herren reiches Jahr. Erhör uns, lieber insgemein in Friedenstreu ein- Herre Gott, erhöre uns in aller Not. trächtig sein; gieb, daß die Un- 18. O Jesu Christe, Gottes terthanen dich, samt ihnen, lieben Sohn! O Jesu, unser Gnadeninniglich, so wird es wohl im thron! O Jesu Christe, GotLande stehn und alles fein von teslamm, für uns gestorbn am Statten gehn. Streuzeßstamm, erhöre uns! er= barme dich! und gieb uns Frieden ewiglich! M. Joh. Freder. Mel. Wär Gott nicht mit uns, oder: Aus tiefer Not schrei ich. 12. Vornehmlich unsern Landesherrn wollst du mit Segen reichlich ehrn, ihm deines Geistes Gnade gebn, recht zu regieren und zu lebn; den Stadtrat famt 935. Herr, der du vormals der ganzen Gmein, die laß dir auch befohlen sein. haft dein Land Gnaden angeblicket und des ges 13. Der Christenheit in ihrer fangnen Jakobs Band gelöst und Not mit Hilf erschein, Herr, ihn erquicket, der du die Sünd unser Gott! erfrische der Be- und Missethat, die einst dein drängten Herz, wend ab all Un- Volk begangen hat, haſt vätergemach und Schmerz; die Waisen lich verziehen: schüß mit deiner Hand, die Witwen tröst in ihrem Stand. 2. Herr, der du deines Eifers Glut zuvor oft abgewendet, und 14. Bewahr, o Herr, die Schwan- nach dem Zorn das süße Gut der gern all und unsre Kinder vor Lieb und Huld gesendet, ach, Unfall. Hilf allen, die sind schwach fremmes Herz, ach, unser Heil, und frant, daß ihr Hoffnung auf nimm weg und hebe auf in Gil, dich nicht want; mach sie an was uns betrübt und fränket. 3. Lösch In gemeinen Nöten und Gerichten Gottes. 603 3. Lösch aus, Herr, deinen gro-| tigkeit wird dennoch stehn und ßen Grimm im Brunnen deiner stets im vollen Schwange gehn Gnaden; erfreu und tröst uns zur Ehre seines Namens. wiederum nach ausgestandnem Schaden. Willst du denn zürnen Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Paul Gerhard. ewiglich, und follen deine Fluten 936. Hilf uns, Herr, in alohn End ergießen? len Dingen, 4. Willst du, o Vater, uns denn unser Amt und Werk wohl annicht nun einmal wieder laben, fangen und vollbringen, gieb und und sollen wir an deinem Licht Weisheit, Kraft und Stärk. Ohne nicht wieder Freude haben? Ach, deine Segens Hand ist verloren gieß aus deines Himmels Haus, Herr, deine Güt und Segen aus auf uns und unsre Häuser. Stadt und Land. Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohl gelingen. 5. Ach, daß ich hören sollt das Wort erschallen bald auf Erden, daß Friede sollt an allem Ort, wo Christen wohnen, werden! Ach, daß uns Gott doch sagte zu des Krieges Schluß, der Waffen Ruh und alles Unglücks Ende! 2. Hilf uns, Herr, an allen Orten, wo uns Hilfe nötig ist; brich der Hölle Macht und Pforten, und gieb uns zu jeder Frist und der ganzen Christenheit Liebe, Fried und Einigkeit. Hilf uns, Herr, in allen 2c. 6. Ach, daß doch diese böse Zeit 3. Hilf uns, Herr, auf allen sich stillt in guten Tagen, damit Seiten; hilf im Unglück und im wir in dem großen Leid nicht Glück kämpfen, streiten und arbeis möchten ganz verzagen! Doch ist ten wider Satans List und Tück, ja Gottes Hilfe nah, und seine wider Fleischeslust und Pracht, Gnade stehet da all denen, die ihn wider weltlich Ehr und Macht. fürchten. Hilf uns, Herr, in allen 2c. 4. Hilf uns, Herr, in allen Nöten, aller Trübsal und Gefahr. Alles, was uns könnte töten und vers derben ganz und gar, laß uns in der Gnadenzeit dienen zu der Seeligteit. Hilf uns, Herr, in allen 2c. 5. Hilf uns, Herr, aus allen 8. Die Güt und Treue werden Fluten trübsalsvoller Krieges schön einander grüßen müssen; not; wirf einmal die Zornesruten Gerechtigkeit wird einher gehn und in die Glut, die feuerrot. Laß Friede wird sie küssen. Die Treue uns ohne dieses Joch nur in Friewird mit Luft und Freud auf den sterben noch. Hilf uns, Herr, Erden blühn; Gerechtigkeit wird in allen 2c. von dem Himmel schauen. 7. Wenn wir nur fromm sind, wird sich Gott schon wieder zu uns wenden, den Krieg und alle andre Not nach Wunsch und also enden, daß seine Ehr in unserm Land und überall werd recht erkannt, ja, stetig bei uns wohne. 6. Hilf uns, Herr, aus allem 9. Der Herr wird uns viel Gutes Jammer sorgenvoller Hungersthun, das Land wird Früchte geben, und die in seinem Schoße ruhn, die werden davon leben; Gerechnot, die uns führt zur Todeskammer und ist ärger als der Tod. Unser täglich Brot bescher. Überfluß 604 3n gemeinen Nöten und Gerichten Gottes. fluß und Mangel wehr. Hilf uns,| Herr Gott heiliger Geist, Herr, in allen 2c. Erbarm dich über uns! Sei uns gnädig, Verschon uns, lieber Herre Gott! Sei uns gnädig, 7. Hilf uns, Herr, aus allem Leiden in der leßten Todesnot, laß uns fahren hin mit Freuden, und durch dich und deinen Tod Hilf uns, lieber Herre Gott! Vor allen Sünden, u Vor allem Irrtum( Irrsal), Vor allem Übel, bald und glücklich kommen fort zum gewünschten Lebensport. Hilf uns, Herr, 2c. Vor des Teufels Trug und Liſt, 8. Hilf uns, Herr, aus allen Ängsten dieser eitlen kurzen Zeit, Vor bösem schnellen Tod, in das Land, da wir am längsten Bor Bestilenz und teurer Zeit, bleiben bis in Ewigkeit, in das Vor Krieg und Blutvergießen, schöne Paradeis uns zur Freude, Vor Aufruhr und Zwietracht, Vor Hagel und Ungewitter, dir zum Preis. Hilf uns, 2c. 9. Hilf uns, Herr, aus allem Bor Feur- und Wassersnot, Zweifel in der höchsten Seelen- Vor dem ewigen Tod, angst, die uns Welt, Vernunft Durch deine heilige Geburt,) und Teufel eingebildet hat vor längst. Herr Jesu, laß dein Wort sein und bleiben unser Hort. Hilf uns, Herr, 2c. 10. Hilf uns, Herr, aus allem Grauen in der größten Sündenangst, daß wir auf die Zahlung bauen, die du hast gethan schon längst. Herr Jesu, laß dein Blut uns ja kommen auch zu gut. Hilf uns, Herr, 2c. Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, Durch dein Kreuz und Tod, Durch dein heiligs Anfer- f stehn und Himmelfahrt, In unsrer leßten Not, Am jüngsten Gericht, Wir armen Sünder bitten, Du wollest uns erhören, lieber Herre Gott! 11. Hilf uns in den letzten Zügen aus der letzten Höllenangst, laß uns ritterlich obsiegen, wie du obgesieget hast. O Herr Jesu, deine Handleistuns Hilfe und Beistand, daß wir dir in allen Dingen ewig Lob und Ehre singen. m. Ninkart, Die Litanei. 937. Kyrie, Eleison! Christe, Gleison! Kyrie, Gleison! Christe, Erhöre uns! Herr Gott Vater im Himmel, Erbarm dich über uns! Herr Gott Sohn, der Welt Heiland, Erbarm dich über uns! Behit uns, lieber Herre Gott! Herre Hilf uns, lieber Gott! Und deine heilige christliche) Kirche regieren und führen, Alle Bischöfe, Pfarrherren und Kirchendiener im heilsamenj Wort und heiligen Leben erhalten, Allen Rotten und Ärgernissen wehren, Alle Irrigen und Verführten) wieder bringen, Den Satan unter unsre Füße treten, Treue Arbeiter in deine Ernte senden, Deinen Geist und Kraft zum Worte geben, Allen Betrübten und Blöden helfen und sie trösten. Erhöre uns, lieber Herre Gott! Allen In gemeinen Nöten und Gerichten Gottes. 605 Allen Königen und Fürsten) Fried und Eintracht geben, Unserm Staiser die Erfenntnis der Wahrheit und steten Sieg wider deine Feinde gönnen und geben, Unsern König und Landesherrn mit allen seinen Gewaltigen leiten und schüßen, Unsern Rat, Schulen und Gemeine segnen und behüten, Uns vor des Papstes Greuel und vor allen Tyrannen behüten und bewahren, Allen, so in Not und Gefahr sind, mit Hilf erscheinen, verteidigen und versorgen, Den feefahrenden und reisenden Mann vor allem Unglück bewahren, Aller Menschen dich erbarmen, Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie bekehren, Die Früchte auf dem Lande, und Fische im Wasser geben und bewahren, Verleih uns steten Fried! Christe, Erhöre uns! Kyrie, Eleison! Christe, Eleison! Kyrie, Eleison! Amen. D. M. Luther. 2. Wenn es blißt und kracht am Himmel, gehet Furcht und Allen Schwangern und Säu- Schrecken an bei uns in dem gern fröhliche Frucht und Weltgetümmel, daß mancher kaum Gedeihen geben, atmen kann, sonderlich in diesen Zeiten, da der Feind uns steht zur Seiten. Aller Kinder und Krankenj pflegen und warten, Alle unschuldig Gefangene los und ledig lassen, Alle Witwen und Waisen 3. Doppelt Stürmen, doppelt Leiden ist fürwahr ein Kleines nicht; ach, da muß bald von uns scheiden das gehoffte Freudenlicht, weil von außen und von innen Gottes Born zeigt sein Beginnen. Und uns gnädiglich erhören, O Jesu Christ, Gottes Sohn, Erbarm dich über uns! O du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt, Erbarm dich über uns! O du Gottes Lamm, das Welt Sünde trägt, Erbarm dich über uns! O du Gottes Lamm, das Welt Sünde trägt, Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 938. Liebster Jesu, uns ist bange, weil das Unglück jetzt auschwillt, weil es kommt mit vollem Schwange, daß das Herz voll Thränen quillt. Da wir Ruhe, Ruhe hoffen, hat viel Unruh uns betroffen. 4. Jest zieht Gott an seine Glocken, die da läuten kläglich gnug, und will uns zur Buße loften; o daß wir nur würden flug, und nicht mit der bösen Erde möchten all verdammet werden! 5. Ach, wo ist in solchen Schmerzen beffre Salb in Gilead für die tiefverwundten Herzen, als bei Jesu, unserm Rat? Seine Wunden können heilen, wenn die Not zu uns will eilen. 6. O mein Jesu, nimm das der Stürmen, welches unsre Sünd erweckt, von uns armen Erdenwürmern, die fast auf den Tod erschreckt der und nach deiner Güte trachten, eh sie vollends gar verschmachten. 7. Laß 606 In gemeinen Nöten und Gerichten Gottes. 7. Laß uns deinem Zorn entrin- verführen thut: Solch Elend nen, den dein Hand gedrohet hat; fennst bu, Herr, allein; ach, laß lindre ihn, eh wir von hinnen müs- es dir befohlen sein. sen gehn des Todes Pfad; bitt für uns, erzeig uns Gnade; was du willst, nur auf uns lade. 6. Gedent an deines Sohnes Tod, sieh an sein heilge Wunden rot. Die find ja für die ganze Welt die Zahlung und das Löse8. Es wird ja nicht ewig wähund hoffen auf Barmherzigkeit. ren, was du uns zuschicken willst. geld; des trösten- wir uns allezeit Jesu, Jesu, laß gewähren deine Huld, die alles stillt; die führ uns mit Ruh zu Grabe und uns all im Himmel labe... Heyler. 7. Leit uns mit deiner rechtert Hand und segne unfre Stadt und Land! Gieb uns allzeit dein heilig Wort, behüt vors Teufels List und Mord; verleih ein Mel. Vater unser im Himmelreich. 939. Nimm von uns, Herr, felig Stündelein, auf daß wir du treuer Gott, die ewig bei dir sein! M. Moller. schwere Straf und große Not, die Die kleine Litanei. wir mit Sünden ohne Zahl verChor. dienet haben allzumal; behüt vor 940. Nimm von uns, Herr Gott, all unser Krieg und teurer Zeit, vor Seus chen, Feur und großem Leid. Sünd und Missethat, auf daß wir mit rechtem Glauben und reinem Herzen in deinem Dienſt erfunden werden. 2. Erbarm dich deiner bösen Knecht! Wir bitten Gnad und nicht das Recht; denn so du, Herr, den rechten Lohn uns geben wolltst nach unserm Thun, so müßt die ganze Welt vergehu und könnt tein Mensch vor dir bestehn. 3. Ach Herr Gott, durch die Treue bein mit Troft und Nettung uns erschein; beweis an uns dein große Gnad und straf uns nicht nach unsrer That; wohn uns mit deiner Güte bei; dein Zorn und Grimm fern von uns sei! 2. Erbarme dich, erbarme dich, erbarm dich deines Volts, o Christe, das du erlöset haft mit deinem teurbaren Blute. Gemeinde. 3. So wahr ich lebe, spricht Gott der Herre: Ich will nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich befehre und lebe. Chor. Gemeinde. 4. Erhöre uns, erhöre uns, er 4. Warum willst du so zornig hör uns unsre Bitt, Gott Vater, fein über uns arme Würmelein? Schöpfer aller Dinge, hilf uns, Weißt du doch wohl, du großer und sei uns gnädig. Gott, daß wir nichts sind, denn Erd und Kot. Es ist ja vor 5. So wahr ich lebe, ſpricht deinm Angesicht unsre Schwach- Gott der Herre: Ich will nicht heit verborgen nicht. den Tod des Sünders, sondern 5. Die Sünd hat uns verderbet daß er sich befehre und lebe. sehr, der Teufel plagt uns noch Chor. viel mehr; die Welt, auch unser 6. Erhöre uns, erhöre uns, ers Fleisch und Blut, uns allezeit hör uns unsre Bitt, o Christe, der In gemeinen Nöten und Gerichten Gottes. 607 vierzig sein, die thäten nach dem Willen dein; drum wollest du verschonen, nicht nach den Werfen lohnen. 5. O großer Gott von Kraft, laß doch erweichen dich, weil das elend Gebet so wiederholet sich; es möchten etwa dreißig sein, die thäten nach dem Willen dein; drum wollest du verschonen, nicht nach den Werken lohnen. 6. O großer Gott von Gnad, erhör auch diese Stimm und in dem höchsten Thron das Seufzen tief vernimm; es möchten etwa zwanzig sein, die thäten nach dem Willen dein; drum wollest du verschonen, nicht nach den der Welt Heiland, bitte für uns, und sei uns gnädig. Gemeinde. 7. So wahr ich lebe, spricht Gott der Herre: Ich will nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe. Chor. 8. Erhöre uns, erhöre uns, erhör uns unsre Bitt, heilger Geist, du einiger Tröster, erleucht uns, und sei uns gnädig. Gemeinde. 9. So wahr ich lebe, spricht Gott der Herre: Ich will nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich befehre und lebe. In eigener Melodie. 941. Werken lohnen. großer Gott von Macht und reich 7. O großer Gott von That, von Gütigkeit, willst du das schau wie die arme Erd von deiganze Land strafen in Härtig ner Mildigkeit noch einen Wunsch feit? Vielleicht möchten noch begehrt; es möchten etwa zehent Fromme sein, die thäten nach sein, die thäten nach dem Willen dem Willen dein; drum wollest dein; drum wollest du verschonen, du verschonen, nicht nach den nicht nach den Werken lohnen. Werken lohnen. 8. O großer Gott von Lob, 2. O großer Gott von Ehr, wenn ja das Maß erfüllt der dies ferne sei von dir, daß Böj Sünden, und aus Zorn du uns und Fromm zugleich die strenge verdammen willst, so möchten doch Straf berühr; es möchten etwa die Kinderlein thun nach dem rechfunfzig sein, die thäten nach dem ten Willen dein: Drum wolleft Willen dein; drum wollest du du verschonen, uns nicht nach berschonen, nicht nach den Wer- Sünden lohnen. ten lohnen. 3. großer Gott von Rat, laß die Barmherzigkeit ergehen 9. O großer Gott von Treu, weil vor dir niemand gilt, als dein Sohn Jesus Christ, der deinen und halt ein mit der Gerechtigkeit; Zorn gestillt: So sieh doch an es möchten fünf und vierzig sein, die thäten nach dem Willen dein; drum wollest du verschonen, nicht nach den Werken lohnen. die Wunden sein, sein Marter, Angst und schwere Pein; um ſeinetwegen schone, uns nicht nach Sünden lohne. B. Schnurr. In eigener Melodie. 4. O großer Gott von Stärk, ſchau an das arme Land und 942. Trau auf Gott in allen wende von der Straf dein ausSachen, die dich jezo gestreckte Hand; es möchten etwa traurig machen; trau auf Gott in 608 In gemeinen Nöten und Gerichten Gottes. in allen Dingen, die dir zu dem| Mel. Herzliebster Jefu, was hast. Herzen dringen. 943. Wend ab ben Zorn, o lieber Gott, mit Gnaden, und laß nicht wüten deine blutge Rute! Richtuns nicht streng nach unsern Missethaten, sondern nach Güte. 2. Denn so du wolltest nach Verdienste strafen, wer könnte deinen Zorn und Grimm ertragen? Es müßt vergehen, was du hast erschaffen, vor deinen Plagen. 4. Trau auf Gott im bösen 3. Bergieb, Herr, gnädig unsre Glücke, denn Gott ist dir eine großen Schulden! Laß vor dem Brücke, drauf du fichern Stand Recht doch deine Gnade walerlangest, wenn du in viel Unglück ten; du pflegst zu schonen uns bangeſt. nach großer Hulde, uns zu er= halten. 2. Trau auf Gott in Seelenplagen, wenn dich deine Sünden nagen; denn Gott ist in solchen Schmerzen ein recht Pflaster für die Herzen. 3. Trau auf Gott, wenn Tod und Hölle, wenn der Teufel ist zur Stelle und dir von Verdammen saget; Gott ist, der ihn bald verjaget. 5. Trau auf Gott, wenn böse Seuchen in dem Lande umherschleichen; denn er kann dich so bedecken, daß dich keine darf erschrecken. 6. Trau auf Gott in Kriegsgefahren, denn er weiß dich zu bewahren; er kann machen, daß die Feinde werden deine besten Freunde. 5. Sieh an des Sohnes Kreuz und bittres Leiden, der uns erlöset hat mit seinem Blute, auch öffnen lassen Herz und seine Seiten, der Welt zu gute. 6. Darum, o Vater, laß uns nicht verderben; wollst uns dein 8. Trau auf Gott in dürren Zei- Gnad und Geist durch Christum ten; denn er wird vom Himmel geben! Mach uns samt ihm zu leiten seines Segens Ström und deines Reiches Erben, mit dir zu Quellen, die dein Herz zufrieden leben. 7. Trau auf Gott in Hungersnöten, dann wird dich kein Hunger töten. Wächset gleich kein Storn auf Erden, glaub, es wird aus Steinen werden. 4. Sind wir doch arme Würmlein, Staub und Erden, mit Erbsünd, Schwachheit, Not und Tod beladen; warum sollten wir denn zu nichte werden im Zorn ohn Gnaden? stellen. Barth. Gesius. In eigener Melodie. 9. Trau auf Gott, wenns stürmt 944. Wenn wir in höchsten und schneiet, wenn die Wolke Un= Nöten sein und glück speiet, wenn dich trifft das wissen nicht, wo aus noch ein, böse Wetter; denn Gott ist allein und finden weder Hilf noch Rat, der Netter. ob wir gleich sorgen früh und spat, 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein dich rufen an, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Not. 3. Und heben unser Aug und Herz 10. Trau auf Gott in allen Sachen, denn er kann den Anschlag machen; trau auf Gott in allen Dingen, dann wirst du ein Danklied fingen. m. Just. Sieber. In schweren Kriegsnöten. 609 Herz zu dir in wahrer Neu und verlassen gar, in großer Trübfal Schmerz, und flehen um Begna- und Gefahr. digung und aller Strafen Linderung, 6. Sieh nicht an unsre Sünden groß, sprich uns davon aus Gna4. Die du verheißest gnädiglich den los; steh uns in unserm Elend all denen, die drum bitten dich, bei, mach uns von allen Plagen frei; wir flehn im Namen Jesu Christ, 7. Auf daß von Herzen können der uns bei dir Fürsprecher ist. wir nachmals mit Freuden dan5. Drum kommen wir, Herr, fen dir, gehorsam sein nach deiunser Gott, und flagen dir all nem Wort, dich allzeit preisen unsre Not, weil wir jest stehn hier und dort. D. Paul Eber. 7. In schweren Kriegsnöten. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu. unser Land sieht elend aus, man 945. A Gott, wir treten hält sehr übel drinnen haus; es hier vor dich mit ist voll Not und Jammer. traurigem Gemüte, wir bitten dich 6. Der Könge Herzen, Rat und demüthiglich, rett uns durch deine und Sinn hast du ja in den HänGüte; schau an die große Kriegsge- den; du kannst sie auch allein das fahr, die bei uns anhält immer hin, wo dirs beliebet, wenden. dar und droht uns zu verderben. Ach, neige du sie selbst dazu, daß 2. Gedenke, Bater, jetzt nicht sie doch stiften Fried und Ruh mehr, daß wirs verdienet haben, und allem Jammer steuern. und sonderlich, daß wir so sehr geschändet deine Gaben; wir haben fie viel Jahr und Zeit zu Pracht, zur Wollust, üppigkeit und Schwelgerei gebrauchet. 7. O Herr, wir fallen dir zu Fuß und bitten dich daneben, du wollest doch durch wahre Buß auch bessern unser Leben, daß wir nicht selbst an unserm Teil verhindern dieses große Heil und Frieden bald erlangen. 3. Es ist von uns der Neben christ gedrücket und betrogen; durch Schein des Rechts, Gewalt und List ist ihm das Sein entzogen; darum sich nun die Strafe findt, ja unfre unerkannte Sünd, o Herr, wird uns vergolten. 8. Breit aus um unser Neich und Land die Flügel deiner Gnaden; beschüß und segne jeden Stand, wend Unglück ab und Schaden, so werden wir dich jederzeit für solche Gnad und Gütigkeit samt unsern Kindern preisen. 4. Verzeih uns solche Missethat um Jesu Christi willen, der für uns deinen Eifer hat am Kreuze wollen stillen; die Schuld ist da auf ihn gelegt; er ist das Lamm, das für uns trägt die Sünd und Sündenstrafe. 5. Um dessentwillen hilf uns nun, erhöre unsre Klagen; schick uns den Frieden wieder zu nach 946. Du Friedefürſt, Herr so viel schweren Plagen. Herr, Jesu Christ, du wah39 rer 9. Dies alles, Vater, werde wahr, du wollest es erfüllen; erhör und hilf uns immerdar um Jesu Chrifti willen! Denn dein, o Herr, ist allezeit von Ewigkeit zu Ewigkeit, das Reich, die Macht und Ehre. In eigener Melodie. 610 In schweren Kriegsnöten. rer Mensch und Gott, ein starker Held und Helfer bist, hilf uns, Nothelfer du bist im Leben und im Herr Zebaoth! Du kennst allein Tod; drum wir allein im Namen die Straf und Bein, womit wir dein zu deinem Vater schreien. sind umgeben. 2. Recht große Not uns stößzet 2. Du weißt, was uns ist zugean von Krieg und Ingemach, da- dacht und womit man uns dräut, raus uns niemand helfen kann, wie grausam es der Feind gedenn du; drum führ die Sach, macht zuvor und anderweit. Der den Vater bitt, daß er ja nicht im Kriegeszwang droht Untergang Born mit uns woll fahren. der Stadt und unserm Leben. 3. Gedenk, o Herr, jetzt an dein 3. Sie sind uns schon so nah Amt, daß du ein Friedfürst bist gerückt, wir sind in ihrer Hand; und hilf uns gnädig allenfant, sobald nun wird das Schwert hilf uns zu dieser Frist; laß uns gezückt, erbeben Leut und Land. hinfort dein göttlich Wort im Es ist nun gar mit der Gefahr Fried noch länger schallen. aufs äußerste gekommen. 4. Wer ist nun, der uns Hilf 4. Verdienet haben wir es wohl und leidens mit Geduld; doch erweist? Hier ist nicht Gegendeine Gnad soll größer sein, denn wehr. Der Schuß, den uns ein unfre Sünd und Schuld. Darmn Mensch nur leistt, wenn ein so vergieb nach deiner Lieb, die du großes Heer um Gut und Geld fest zu uns trägeſt. uns überfällt, schafft wenig Nuß 5. Es ist groß Elend und Ge- und Frommen. fahr, wo Bestilenz regiert; aber 5. Run, Herr, wir haben tauviel größer ist fürwahr, wo Krieg sendfach dies und vielmehr vergeführet wird; da wird veracht und nicht betracht, was recht und löblich wäre. dient. Wir hängen unsrer Thorheit nach, indem das Unglück grünt; wer will jest noch im sanften Joch, das du auflegest, gehen? 6. Man spottet oftmals deiner Lehr und lästert deinen Geist; der Lehrer hat hier kein Gehör, den du uns doch verheißt. Gs soll dein Blut dem Übernut nur stets 31 Dienste stehen. 6. Da fragt man nicht nach Ehrbarkeit, nach Zucht und nach Gericht; dein Wort liegt auch zu folcher Zeit und geht im Schwange nicht. Drum hilf uns, Herr, treib von uns fern Krieg und all schädlich Wesen.dl tin 7. Erleucht auch unsern Sinn 7. Wer träget wahre Neu und und Herz durch den Geist deiner Leid? Wer denkt an Besserung? Guad, daß wir damit nicht trei- Man meint, es sei Bußfertigkeit, ben Scherz, der unsrer Seele schad. man sei schon fromm genug, wenns O Jesu Christ, allein du bist, der nur der Mund spricht ohne Grund dies wohl kann ausrichten. und wir von außen gleißen. Jac. Ebert, 8. Wer glaubet dir und deinem Wort? Man schlägt es in den Mel. Du Friedefürst, Herr. 947. Du Siegesfürst, Herr Wind; man ſtreitet drüber immerJesu Christ, ein wah- fort und bleibt doch taub und rer Mensch und Gott, der du ein blind. Gehorsam sein muß Henchelschein In schweren Kriegsnöten. 611 chelschein und Zanksucht Glauben und segne uns zugleich; führ uns heißen. zu deiner Ruh und Ruhm ein 9. Es gehet gottles bei uns her, in dein herrlichs Neich, daß weltman hält hier kein Gebot. Das lich Leid, Not, Krieg und Streit Unheil kommt nicht ungefähr, es ein Ende mögen haben. ist bestimmt von Gott. Gesetz Mel. Was mein Gott will, das und Recht beſtehen schlecht, Ge- 948. Gies Fried, o frommer, walt gar oft regieret. treuer Gott, du Vater 10. Herr, du hast Sodom um- aller Gnaden, wend ab die groß gefehrt, Gomorra ward verderbt; vorstehend Not, verhüt all unfern was sind wir bessern Lohnes wert, Schaden. Der Feind mit Macht die wir von ihr geerbt den Sün- dahin nur tracht, die Völker zu denstand, und deine Hand sollt verheeren, die deinen Sohn, den unser doch verschonen? Heiland fromm, erkennen, loben, ehren. 11. Du bist gerecht, bist weis und gut, barmherzig und getreu; 2. Gieb Fried, o Jesu, lieber gieb, daß, was uns der Feind Herr, du Schüßer deiner Herde; jest thut, zum Vorteil uns ge- es gehet an dein Amt und Ehr, deih, und daß wir doch erkennen den Gottesdienst so werte; solchs noch, du wollest bei uns wohnen. all's der Feind mit Ernst jetzt 12. O Vater, tritt ins Mittelmeint, wills hindern und außein, errette selbst dein Volk; scz rotten: drum steh uns bei, Herr zwischen uns der Grenze Stein, Jesu, frei, die Feinde mach zum die starke Feuerwolf, und denen, Spotte. die uns Angst und Müh auf dein Geheiß erregen. 13. Gieb deinen Kindern die Geduld, nimm dich deins Erbteils an. 3. Gieb Fried, o Herr Gott, heilger Geist, du Tröster aller Blöden; dein Hilf uns jeßt und allzeit leist, laß dein Kirch nicht veröden. Das Beten weck; den Glauben stärk; gieb wahre Buß und Reue; die Feinde stürz; dein Volk beschüß, auf daß sichs ewig freue. M. Chr. Schneegas. 14. Laß uns im Zorn nicht untergehn, verleih uns rechte Buß und laß doch Chriſtum um uns Mel. Herzliebster Jeju, was hast. 949. Herr, unser Gott, laß nicht zu stehn zu unserm Seil, so muß der größte Feind, wenn er nicht meint, bald aufgerieben werden. 15. Breit, Heiland, deines Namens Ehr in deinen Wunden aus; durch deine Kraft erleucht uns werden die, so in ihren Nöten und Beschwerden bei Tag und Nacht auf deine Güte hoffen und zu dir rufen. 2. Mache zu Schanden alle, die mehr, nimm du ein Stadt und dich hassen, die sich allein auf ihre Haus. Dämpf Fleisch und Blut Macht verlassen; ach fehre dich durch Liebesglut und deines Gei- mit Gnaden zu uns Armen, laß sles Gaben. dichs erbarmen. 16. Befestge hier dein Heiligtum 3. Und schaff uns Beistand wider 39* unsere Bestrafest du der Bösen Schuld, so bessre jedermann, damit allzeit in Heiligkeit wir gehn auf deinen Wegen. 612 In schweren Kriegsnöten. Feinde; wenn du ein Wort sprichst, 4. Wir unsers Teils find bir werden sie bald Freunde; sie müs- verpflicht dafür, daß du dein Heil sen Wehr und Waffen niederlegen, und Licht uns niemals ganz verfein Glied mehr regen. sagt. Viel andre hast du abge= lohnt, uns hast du ja noch oft verschont. 4. Wir haben niemand, dem wir uns vertrauen; vergebens ists, auf Menschenhilfe bauen. Mit dir wir wollen Thaten thun und fämpfen, die Feinde dämpfen. 5. Wie manchmal hat sich hier und da ein großes Wetter der Gefahr um uns gezogen auf; dein Hand, die Erd und Himmel trägt, hat Sturm und Wetter beigelegt. 5. Du bist der Held, der sie kann untertreten und das bedrängte Kleine Häuflein retten. Wir traun auf dich, wir schrein in Jesu Namen: Hilf Helfer! Amen. Joh. Heermann. In eigener Melodie. 950. Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten; es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, uns'r Gott, alleine. 2. Gieb unferm König und aller Obrigkeit Fried und gut Regiment, daß wir unter ihnen ein geruhig und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. 9. Bei uns ist ja noch Polizei, Mel. Warum betrübst du dich, mein. auch leisten wir noch ohne Scheu 8. Sich an, mein Herz, wie Stadt und Land an vielen Orten ist gewandt zum tiefften Untergang! Der Menschen Hütten sind verstört, die Gotteshäuser umgekehrt. D. M. Luther. 951. Wie ie ist so groß und dem Herren seinen Dienst; man schwer die Last, die lehrt und hört ja fort und fort du uns aufgeleget haft, o aller alltäglich bei uns Gottes Wort. Götter Gott! Gott, der du streng und eifrig bist dem, der nicht fromm und heilig ist! 10. Wer dieses nun nicht will verstehn, läßts in die Luft und Winde gehn, und bei so hellem Licht nicht Gottes Gnad und Güt erkennt, der ist fürwahr durchaus verblendt. 2. Die Laft, die ist die Kriegesflut, so jetzt die Welt mit rotem Blut und heißen Thränen füllt. Es ist das Feur, das hißt und brennt, so weit fast Sonn und Mond sich wendt. 3. Groß ist die Last, doch ist dabei dein starker Schutz und Vatertreu uns gar nicht unbekannt. Du strafft, und mitten in dem Beid erzeigst du Lieb und Freundlichkeit, 6. Wie oftmals hat bei Tag und Nacht der Feinde Lift und große Macht uns, deine Herd, umringt: bu- aber, o du treuer Hirt, haft unfre Feind zurückgeführt. 7. Viel unsrer Brüder sind geplagt, von Haus und Hof bazu verjagt; wir aber haben noch beim Weinstock und beim Feigenbaum ein jeder seinen Siß und Raum. 11. O frommer Gott, nimm von uns hin solch Unvernunft, richt unsern Sinn, daß wir zur Dankbarkeit mit Lobgefang und füßem Ton uns finden stets vor deinem Thron. 12. Nicht unserm Werk, nicht unserm Thun, allein dir, dtr, o Gnadens Nach erlangtem Frieden. 613 Gnadenbrunn, gebührt all Ehr sie denn in der Wiegen noch mit und Ruhm; wir haben Zorn und Tod verschuldt, bu zahlest uns mit Lieb und Huld. tragen solches schweres Joch? 16. Erbarm dich, o barmherzigs Herz, so vieler Seufzer, die der Schmerz uns aus dem Herzen 13. Laß diese Lieb als eine Glut in uns entzünden Herz und Mut, zwingt. Du bist ja Gott, und gieb uns der Engel Brunst, daß alle unsere Überlein zu singen dir bereitet sein. nicht ein Stein, wie tannst du denn so harte sein? 17. Wir sind an bösen Wunden frant, wir sagen dir nicht Lob und Dant, du, Herr, bist unser Arzt. Gieß ein, gieß ein dein Gnaden= öl, so wird geheilet Leib und Seel. 18. Nun, du wirsts thun, das glauben wir, obgleich noch wenig 15. Sind wirs nicht wert, so sieh Wenn alle Mittel stille ftohn, dann scheinen hier Heilmittel da zu sein: doch an die, so kein Unrecht je gepflegt dein Helfen anzugehn. than, die kleinen Kinderlein: folln Paul Gerhardt. 14. Laß auch einmal nach so viel Leid uns wieder scheinen unsre Freud, des Friedens Angesicht, das mancher Mensch noch nie ein mal geschaut in diesem Jammerthal. 8. Nach erlangtem Frieden. Mel. Ach Gott, thu dich erbarmen. gleiche Laster schweben, die müſſen 952. Da anft Gott an allen endlich eben auch gleichen Ausgang geben. Enden, der hat von unfrer Stadt den Unfall wollen wenden, so uns erschrecket hat, der uns mit seiner Hilf erscheint und reißet uns gar unvermeint dem Unglück aus dem Rachen und will nach Trauern machen, daß unser Mund soll lachen. 4. Herr, nur dein Vatersinnen, das hat hier ganz allein das blutige Beginnen geheißen von uns sein, und dein Verstand hat das gemacht, darauf wir vormals faunt gedacht und herzlich doch begehret; jest ist es uns gewähret; da uns wird Ruh bescheret. 2. Was hatten wir zu hoffen noch vor gar furzer Zeit, eh, als 5. Schaut hier dies Werk des ims hat getroffen, was uns jegund Herren, schaut seine Weisheit an, erfreut? Des Krieges grausam der alles weit und ferne in Angstgeschrei fam immer mehr Weisheit schaffen kann. Was hier und mehr herbei; wer kann den Jammer sagen, das Unglück und die Plagen, die uns vor Augen lagen? 3. Schaut nur an andern Orten, was Striegen mit sich bringt, wie hier das Feur zur Pforten, und da das Schwert einbringt; wie alles öd ist und verheert; und die fes waren wir auch wert. Wo der Mensch kaum kann absehn, muß auf sein bloßes Wortgeschehn; er kann die Herzen zwingen und, die auf Unruh dringen, mit Macht zum Frieden bringen. 6. Ach Herr, du wirst vergönnen, daß wir der süßen Ruh auch künftig brauchen können, bis auf das Ende zu, wenn das, was noch in Zwietracht steht, im Feuer endlich unter 614 Nach erlangtem Frieden. untergeht, da du ohn Maß der der aufgethan. Herr Gott, wir Zeiten uns wirst aus allem Strei- danken dir! ten in Friedenshäuser leiten. 7. Herr Gott, wir danken dir, D. M. Böhme. daß du Kirch, Land und Häuser, den frommen Königsstamm und Mel. Nun danfet Alle Gott. 953. Herr Gott, dich loben dessen grüne Reiser bisher erhal100 wir! Regier, Herr, ten hast; gieb ferner Gnad allhier, unfre Stimmen; laß deines Geistes daß auch die Nachwelt sing: Herr Glut in unsern Herzen glimmen; Gott, wir danken dir! fomm, fomm, o edle Flamm, ach tomm zu uns allhier, so singen wir mit Luft: Herr Gott, dich Ioben wir! 8. Herr Gott, wir danken dir und bitten, du wollst geben, daß wir auch fünftig stets in guter Ruhe leben; frön uns mit deinem Gut, erfülle nach Gebühr, o Vater, unsern Wunsch, Herr Gott, wir danken dir. 2. Herr Gott, dich loben wir! Wir preifen deine Güte, wir rühmen deine Macht mit freudigem Gemüte; es steiget unser Lied bis an des Himmels Thür und tönt mit großem Schall: Herr Gott, dich loben wir! 9. Herr Gott, wir danken dir mit Orgeln und Trompeten, mit Harfen und Pofani, mit Banken, Geigen, Flöten, und was nur Atem hat, ertön jegt für und für: Herr Gott, wir loben dich, Herr Gott, wir danken dir! Joh. Franc. 3. Herr Gott, dich loben wir für deine große Gnaden, daß du das Vaterland von Kriegeslast entladen, daß du uns blicken läßt Mel. Auf meinen lieben Gott. des güldnen Friedens Zier; drum 954. Nun Gott, wir loben jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir! dich und danken ewiglich, daß du mit unsern Blagen Mitleiden hast getragen, und uns in diesem Leben noch Frieden wieder geben. 4. Herr Gott, dich loben wir, die wir in langen Jahren der Waffen schweres Joch und frechen Grimm erfahren; jest rühmet 2. Hilf doch durch deine Tren, unser Mund mit herzlicher Be- daß er beständig sei; laß uns in gier: Gott Lob, wir sind in Ruh, unsern Jahren den Krieg nicht Herr Gott, wir danken dir! mehr erfahren; laß uns in Frieden 5. Herr Gott, dich loben wir, sterben, die Himmelsruh ererben. daß du die Pfeil und Wagen, 3. Dein Geist uns lehre auch Schild, Bogen, Spieß und Schwert des Friedens rechten Brauch, daß zerbrochen und zerschlagen. Der uns die Friedenszeiten zur Buß Strick ist nun entzwei; darum so und Bessrung leiten, und wir durch singen wir mit Herz und Zung und neue Sünden nicht neuen Krieg Mund: Herr Gott, wir danken dir! entzünden. word 6. Herr Gott, dich loben wir, daß du uns zwar gestrafet, jedoch in deinem Zorn nicht gar haft weggeraffet; es hat die Vaterhand uns deine Gnadenthür jest wie4. Herr Gott, dies alles nun wollst du ans Gnaden thun, laß es sein Ja und Amen, alsdann wir deinen Namen hier und im Himmel droben ohn Ende wollen loben. 9. In Pestilenz und Sterbensläuften. 615 9. In Pestilenz und Sterbensläuften. Mel. Ach Gott, vom Himmel, oder: Christus hilft uns aus aller Not, Es ist das Heil. drum loben wir den Herren. Joh. Gigas. 955. Ach liebe Chrisſten, ſeid getrost, was wollt ihr Mel. Auf meinen lieben Gott. ſo verzagen, weil uns der Herr 956. Bei dieser Sterbensuns von Laßt fucht giebt alles Herzen sagen: Die Straf wir wohl schier die Flucht, wir meinen gar verdienet habn, das muß befennen mit Hanfen dem Tode zu ent= jedermann, niemand darf sich aus- laufen. Wohin soll ich doch schließen. eilen vor seinen schnellen Pfeilen? 2. Jn deine Hand uns geben wir, o Gott, du lieber Vater; denn unser Wandel ist bei dir, hier wird uns nicht geraten. Weil wir in dieser Hütte sein, ist nur Elend, Trübfal und Bein, bei dir der Frend wir warten. 2. Es ist des Höchsten Rut auf unfern Übermut, die soll uns alle strafen, die Hirten mit den Schas fen; sie hat uns längst gedräuet, wer hat sich groß gescheuet? 3. Nun sie mit allem Recht uns trifft, die bösen Knecht, und ich 3. Kein Frucht das Weizenkörn- wollt fnechtisch fliehen, mich meilein bringt, es fall denn in die ner Straf entziehen, so möchten Erden; so muß auch unserirdscher Gottes Plagen mich noch viel Leib zu Staub und Asche werden, härter schlagen. o oud dinos eh er kommt zu der Herrlichkeit, 4. Ein Kind, das seine Schuld die du, Herr Christ, uns haft be läßt strafen mit Geduld, und reit durch deinen Gang zum Vater. fommt der Nut entgegen, kann 4. Was wollen wir denn fürchten Eltern noch bewegen; das aber sehr den Tod auf dieser Erden? Zucht will meiden, wird doppelt Streiche leiden. Es muß einmal gestorben sein; 5. Und wo verberg ich mich? o wohl ist hier gewesen, welcher Läßt Gottes Eifer sich in aller wie Simeon entschläft, sein Sünd Welt nicht finden? Er kommit erkennt, Christum ergreift; so muß zuvor den Winden und kann sich man selig sterben. schneller regen als Menschen denken mögen. 5. Dein Seel bedenk, bewahr den Leib, laß Gott, den Vater 6. Führ ich gleich himmelein, forgen! Die Engel deine Wäch- Gott wird zugegen sein; könnt ich, ter sind, behüten dich vorm Ar- mich zu erretten, mich in der Hölle gen; ja, wie ein Henn ihr Küche betten, das letzte Meer erreichen: chelein bedeckt mit ihren Flüge ihm werd ich nicht entweichen. [ ein, so thut der Herr uns Armen. 7. Ich weiß in dieser Not ein 6. Wir wachen oder schlafen ein, Mittel für den Tod: daß wir so sind wir ja des Herren, auf uns Gott ergeben, wir sterben Christum wir getaufet sind, der oder leben, durch wahre Buß ihn kann dem Satan wehren; durch stillen und leiden seinen Willen. Adam auf uns kommt der Tod, 8. Und hieran halt ich mich. Erbarm 616 In Pestilenz und Sterbensläuften.. Erbarm, Gott, meiner dich, fomm mir ein in die Ohren, wenn ich meinen Missethaten mit deiner die Sprach verloren, und laß Gunst zu statten; ich bin nicht auf Christi Leiden mich sanft wert der Erden und dein genannt von hinnen scheiden. zu werden. 17. Wer weiß, welch harter Stand 9. Mach mein Verbrechen gut trifft dieses arme Land, ob nicht die durch Jesu Christi Blut, der un- Kriegesflammen verzehren uns frer Sünden wegen im Grab ist zusammen; der Vorbot ist vortot gelegen und uns von ihren handen und droht aus fernen Banden befreit, da er erstanden. Landen. 10. Und weil ich dieser Zeit 18. Wie selig werd ich sein, weiß nirgends Sicherheit, wollst wenn mich das Grab hüllt ein du sie mir verstatten, Herr, un- und ich von allem Jammer einter deinem Schatten; sei meine schlaf in meiner Kammer und Burg und Stärke, wenn ich ein höre fein Getümmel, fiel auch Unheil merke. gleich ein der Himmel. 11. Dein Fittig breite fich, o 19. Thu, was dein weiser Nat, Bater, über mich; laß mich das o Gott, beschlossen hat mit mir Gift der Seuchen an keinem Ort in meinen Sachen; nur laß mich erschleichen, auch wider Tod und fleißig wachen und allzeit sein beGrauen gewünschte Hilfe schauen. 12. Nimmt doch wohl in Gefahr ein Mensch des andern wahr, kann funden in einer felgen Stunde. Simon Dach. er nur ohne Schaden, ihn seiner Not entladen, wenn dieser, der beschweret, gutherzig sein begehret: ter, ach, ich flag es dir, Krant13. Wie solltest du denn nicht, heit und die Bestilenze, o behüt o meine Zuversicht, geneigt sein uns doch dafür; ich nah durchs mich zu schüßen, wenn mir es nur Gebet zu dir, nah dich wiederumt fann nüßen, und nicht ein sel- zu mir; mach mich los von meiges Sterben mir heilsam möchte werden? nen Sünden, laß für Recht mich Gnade finden. 2. Straf mich nicht, wie ichs berdienet, weil für mich bezahlt dein Sohn; Jesus hat mich ja versühnet! Ach um dessentwillen schon nimm durch Christi teures Blut vor der Krankheit uns in Hut, laß uns deine Gnade segnen und fein Übel uns begegnen. 3. Ach laß, Bater, dich erbitten, laß sich nahen, wenn du willst, feine Plag zu unsern Hütten, fei für uns, und unser Schild. Ich 16. Sprich in der letzten Bein begehr dein, hilf mir aus! Schüß Trost meiner Seele ein; sprich mich und mein ganzes Haus, Herr, 14. Dies trau ich, Herr, dir zu, drum sei jest meine Ruh; laß andrer Leute Schrecken nicht Furcht bei mir erwecken; denn was hat der zu sorgen, den du bei dir verborgen! 15. Würd ich denn heimgesucht mit dieser deiner Zucht, gieb mitten in den Schmerzen Geduld und Kraft dem Herzen; wenn alles tritt von weitem, so steh du mir zur Seiten. Mel. Freut dich sehr, o meine Seele. 957. Es schleicht jetzt an Grenze, Va In Pestilenz und Sterbensläuften. 617 wir bewahret bleiben. Herr, mit deinem starken Arme! halte uns in deiner Hut, daß Aller Menschen dich erbarme! 4. Jch bleib dir, mein Gott, 5. Befiehl den Engeln auch hin ergeben, es gerate, wie es will, fort, auf Händen uns zu tragen, seis zum Sterben oder Leben; auf daß wir sein frei an allem Ort, dich hoff ich in der Still; deine wo wir auch sind, von Plagen. Lieb ist mir gewiß, Jesus stehet Wend alle Not ab und Gefahr vor dem Riß; dessen teures Blutvergießen werd ich ganz gewiß genießen. 5. Ich befehl dir meine Sachen, ich trau dir und harre dein; du willst, kannst und wirsts wohl machen, dein soll Preis und Ehre sein. Thu doch nur Barmherzigkeit an uns, jeßt und allezeit; ich bitt nur in Christi Namen; willst du, so seis Ja und Amen! und vor der Pestilenz bewahr uns, die wir auf dich trauen. 6. Nun thu, o Gott, was dir beliebt, wir wollen dirs befehlen; wer sich in deinen Willen giebt, darf sich mit Angst nicht quälen. Ein Sperling ist sehr wenig wert, und fällt doch keiner auf die Erd ohn deinen guten Willen. 958. Gerechter Gott, uns liegt im Sinn die schwere Straf und Plage, da in der Näh viel werden hin gerissen alle Tage, indem die Best, bein scharfer Pfeil, schon wieder fliegt in schneller Eil von einem zu dem andern. 7. Wir wissen, daß all unfre Haar sind auf dem Haupt gezähMel. Es ist gewißlich an der Zeit. let; es dient zum Besten immerdar, was du uns haft erwählet. Du wirst uns allen, groß und klein, was uns wird gut und selig sein, bis an das Ende geben. 8. Steh anderswo auch denen bei, die schon das Unglück troffen, gieb, daß ihr Glaube standhaft ſei, laß in Geduld sie hoffen, daß du aus Gnaden ihnen doch mit Hilfe wirst erscheinen noch, es komm auch, wie es wolle. 2. Wir alle müssen nun vor dir, o großer Gott, bekennen: dein Grimm hat Ursach auch allhier un gegen uns zu brennen; denn wir ja leider insgemein nicht im geringsten frömmer sind, als die du jest heimsuchest. 3. Deshalben treten wir vor dich in Herzens Ren und Buße; wir fallen dir demütiglich, Gott, unserm Schuß, zu Fuße: die Pest und Seuche von uns fehr, ge währe seine Macht nicht mehr dem Engel, dem Verderber. 4. Ach Herr, erzeige uns dein Heil, laß uns doch vor dir leben und auch an dir fort haben Teil; Gesundheit gieb darneben. Gleich wie man dem Augapfel thut, so Bestilenz darnieder. 9. Gott Vater, Sohn und heilger Geist, der du zu allen Zei= ten hast große Güt und Macht erweist in viel Gefährlichkeiten: Behüt uns auch nun gnädiglich, daß wir für alle Wohlthat dich noch hier auf Erden preisen. el. Aus ticfer Not schrei ich zu. 959. frommer und gedie auf dich hoffen, es hat uns eine schwere Not durch deine Hand getroffen; dein Zorn, der drückt uns mit Gewalt und wirft die Menschen jung und alt mit 2. Du 618 In Pestilenz und Sterbensläuften. 2. Du bist gerecht, und dein deines Vaters Händen; heiß den Gericht kann unser einer strafen; Verderber hören auf, daß er nicht von wegen unsrer Sünd geschieht, so geschwinde lauf, zu würgen daß wir so schnell entschlafen. deine Brüder. Ja, unsre große Missethat dich 9. Dein Will gescheh, wir bitten so gar hoch bewogen hat, den all, in Not uns nicht verlaſſe; Pfeil in uns zu schießen.. hilf uns nach deinem Wohlgefalln, du weißt die rechten Maße und wirst wohl deine Zeit ersehn, wenn uns hierin soll Hilf geschehn, das wolln wir dir vertrauen. 3. D Herr, vergieb und straf uns nicht im Zorn so gar geschwinde; kehr doch des Vaters Angesicht zu deinem lieben Stinde: Laß sinken den gerechten Grimm, 10. O heilger Geist, mit deiner und uns wieder zu Gnad annimm, Straft, die sterben sollen, stärfe, um deines Namens willen. daß man des Glaubens Ritter4. Sieh, Herr, wie wir betrübet schaft an ihrem End vermerke, gehn, fraftlos mit Furcht umge- und sie also mit Fried und Freud ben, in Angst und großen Sorgen hinfahren zu der Seligkeit in stehn und in viel Kummer schwe- Christo, unserm Herren. ben; die Nachbarschaft sich vor uns scheut, ein jeder vor uns läuft und fleucht, als wären wir verbannet. 960. Wes Höchften sitt, Barth. Ringwald. Mel. An Wasserflüssen Babylon. er unterm Schirm 5. Lehramt und andre Ordnung mehr gehn nicht in vollem der ist sehr wohl bedecket; wenn Schwange; all unsre Nahrung alles donnert, kracht und blißt, welfet sehr; uns ist von Herzen bleibt sein Herz unterschrecket. Er bange und wissen weder aus noch spricht zum Herrn: Du bist mein ein, o Bater, sieh doch gnädig Licht, mein Hoffnung, meine Zudrein und thu uns wieder trösten. versicht, mein Turm und starte Beste; du rettest mich vons Jägers Strick und treibst des Todes Nes zurück und schüßest mich aufs beste. G 6. Laß ab von uns mit deiner Rut, nimm sie von unserm Nüffen; was hast du Nus an unferni Blut, wenns thut der Tod hin rücken? Gin toter Störper dich nicht preist, noch jemand zur Er fenntnis weist deines heiligen Namens. 2. Frisch auf, mein Herz, Gott stärket mich mit Kraft auf allen Seiten. Schau her, wie seine Flüget sich ganz über dich aus7. Grzeig uns Guad, o frommer breiten; sein Schirm umfängt und Herr, thu deinen Grimm auf- deckt dich gar, sein Schild fängt heben und sei mit deiner Hilf nicht auf, was hier und da von Pfeilen fern, du hast ja Lust zum Leben fliegt und tobet: Der Schild ist und bist ein Gott von Wahrheit Gottes wahres Wort, der Schirm fest, der seinen Zorn bald fahren ist, was der starke Hort versprochen läßt, wenn man dich herzlich bittet. und gelobet.thol 200 8. O Jesu Christe, unser Heil, 3. Wenn dich die schwarze Nacht thu alles Unglück wenden; nimm umgiebt, fannst du fein sicher doch den Bogen und die Pfeil aus schlafen; des Tages bleibst du Un= In Hungersnot und teurer Zeit. 619 unbetrübt von deines Feindes Waf- Fuß möge sicher sein und nicht fen. Die Best, die da im Finstern vielleicht an einen Stein zu dei= schleicht, die auch am Mittage nicht nem Schaden fahren. weicht, wird von dir abgeführet. 6. Du wirst auf wilden Lenen Und wenn gleich tausend fallen stehn und treten auf die Drachen; hier, und zehentausend hart bei du wirst ihr Gift und scharfe dir, bleibst du doch unberühret. Zähn in deinem Sinn verlachen. 4. Hingegen wirst du Lust und Das machts, daß Gott will bei Freud an deinen Feinden sehen, dir sein, der spricht: Mein Knecht wenn ihnen alles Herzeleid vom begehret mein, so will ich ihm Höchsten wird geschehen. Wer beispringen; er fennet meines NaGott verläßt, wird wiederum ver- mens Zier, drum will ich ihm laffen und mit großem Grimm zu auch nach Begier mein Hilf und seiner Zeit geschlagen; du aber, Rettung bringen. der du bleibst bei Gott, findst Gnad und darfst in keiner Not ohn Hilf und Trost verzagen. 7. Er ruft mich an, so will ich ihn ganz gnädiglich erhören; went sein Feind auf ihn aus will ziehu, 5. Stein Übels wird zu deiner so will ich stehn und wehren. Ich Hütt eingehn und dir begegnen. will ihn reißen aus dem Tod, ich Gott wird all deine Tritt und will ihn nach erlittner Not, mit Schritt auf deinen Wegen fegnen; großer Ehr ergößen; ich will ihn denn er hat seiner Engelschar be- machen lebenssatt und, wenn er fohlen, daß sie vor Gefahr dich gnug gelebet hat, ins ewge Heil gar genau bewahren, daß dein versehen. Paul Gerhardt. 10. In Hungersnot und teurer Zeit. du bist ja unsre Zuversicht, drum bitten wir, verstoß uns nicht. Mel. Warum betrübst du dich, mein. Brot, schütt deinen Segen aus; 961. Barmherziger, grund frommer Gott, ach sich doch an die große Not, die uns liegt auf dem Hals; es drücket uns die Teurung sehr, der Hunger wächst je mehr und mehr. 5. Du bist von allmachtsreicher Kraft, der allem Vieh sein Futter schafft und sein Geschöpf erhält; den blauen Himmel deckest du mit segensreichen Wolfen zu. 2. Wie Erz und Eisen, Stein und Sand ist nunmehr fast das 6. Du läsfest wachsen Laub und ganze Land; der Vorrat ist hin- Gras, du machest Berg und Thäweg. Die armen Leut verschmach- ler naß, du giebest sanften Tau, tet gehn, die Vorratshäuser wüste vom Himmel auch den Regenguß stehn. full- link depo und aus der Erde viel Genuß. 3. Du hast die Sünden heimge- 7. Du bringest in der Hungerssucht, die Arbeit unsrer Händ ver- not aus bloßer Erde Wein und flucht, wie du gedrohet hast; es Brot, das unser Herz erfreut; die fühlt der Vater mit dem Kind, giebest Fische, Fleisch und Mark, was wir verdienet mit der Sünd. so, daß wir werden satt und stark. 4. Ach Herr, sich an die große 8. Herr, öffne doch dein WolkenNot, entzieh uns nicht das täglich haus und schütte reichen Segen aus, 620 In schwerem Ungewitter. ous; beweis jetzt deine Kraft, die lieben Brot, ach sättge unserit so viel hunderttausend Mann wohl Leib. Verleihe, daß auf dein Beeh in Not gesehen an. fehl sich mehre Korn und Brot und Mehl. 9. Du bist ja noch derselbe Gott, auf dessen Winken und Gebot der Ader fruchtbar wird; teil aus den Segen weit und breit in dieser hoch bedrängten Zeit. 11. Nun, du bist Gott von alters her, drum diese Bitte uns gewähr; gieb christliche Geduld, auch Notdurft hier in dieser Zeit, bis du 10. Nimm auch in dieser Hun- uns bringst zur Seligkeit. gersnot die Kraft nicht von dem 11. In schwerem Ungewitter. Mel. Erbarm dich mein, o Herre. die alle Morgen neu aufgeht, die 962. A Gott, wie schred- groß ist und kein Ende hat, die jedermann stets offen steht. lich ist dein Grimm, wenn du start auf den Wolfen gehst und deine schwere Donnerstimm in starkem Krachen von 5. Wir schreien aus dem Jammerthal durch Christum, deinen lieben Sohn, hinauf zu dir, ins dir stößt. Wir arme, blöde Men- Himmels Saal, um seinetwillen schenkind erkennen deine große Macht; drum wir in Angst und Schrecken sind, wenn es am Himmel blißt und kracht. unser schon! O Vater der Barmherzigkeit, straf uns ja nicht, wie wirs verschuldt; uns ist die Sünde herzlich leid, kehr dich zu uns mit Guad und Huld. 2. Die Erde, die sich sonst nicht regt, in großer Furcht erschüttert sich; wenn du nur schnaubest, wird bewegt der Berge Grund und fürchtet dich. Dein Arm ist stark, dein Hand ist schwer; wenn du im Zorn sie hebest auf und wirfst die Strahlen hin und her, mit 6. Laß nicht anzünden deinen Bliz, was du an Nahrung haſt verehrt; vor Donnerschlägen uns beschüß, laß unsern Leib sein unversehrt. Sei du bei uns in unsrer Not, zu dem all Hoffnung ist gericht; behüt vor bösem, schnellem Zittern treten wir zu Hauf. Tod; mit deiner Hilf verlaß uns 3. Wir hätten wohl verdient, o Gott, mit unsern Sünden schwer und viel, daß du uns schlügst mit Grimm zu Tod, weil fast niemand gehorchen will; doch weil wir deine Kinder sind, dein Volk und Schafe deiner Weid, ein Volk, das seine Schuld beweint, so hoffen wir Barmherzigkeit. nicht. 7. Bedecke du mit deiner Hand Leib, Leben, Haus, Bieh, Gut und Hab; erhalt die Frücht in Feld und Land und was sonst mehr ist deine Gab; vor Schloffen, Hagel, Wasserflut, vor Feur und anderm Wetterschad halt uns, o Gott, in deiner Hut, wir wollen rühmen beine Guad. 4. Wir wissen jego nirgends hin, wenn wir durcheilen alle Welt, 8. Du bist allein der Herr und zu wem wir sicher möchten fliehn; Gott, dem Donner, Blik, Feur, all Kreatur zur Rach sich stellt. Luft und Wind, dem alles stehet Wir wissen nichts als deine Gnad, zu Gebot und seinen Willen thut In schwerem Ungewitter. 621 von dir gewichen hinter sich; fein Mensch kann hier bestehen; dein Grimm läßt uns vergehen. 5. Ach aber, Herr, erbarme dich, du bist ja groß von Gnade; wend 9. Drum sprich ein Wort, so ab das Wetter väterlich, daß uns weichet bald des schweren Wetters der Blig nicht schade; du from= Furchtbarkeit; dein Wort durch- mes Herz, du Lebensherr, du dringet mit Gewalt, drum uns zu Glücks- und Heilsbeförderer, ach retten sei bereit. Ach komm, ach hör, ach hilf geschwinde, schau komm, und jetzt beweis, daß du nicht an unsre Sünde. der rechte Helfer seist; so wollen wir dir singen Preis, samt Chrifto und dem heilgen Geist. 6. Kein Unglück laß uns treffen doch; Herr, hilf nach deiner Güte; wir sind ja deine Kinder noch, ach schone dein Geblüte; thu nicht nach deinem Zorn und Grimm, hab acht auf unsre Jammerſtimm Herr, hilf in diesen Nöten, laß uns den Strahl nicht töten. Joh. Heermann. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher. 963. Ah lieber Herr, du großer Gott, den alle Welt muß ehren, auf dessen Winken und Gebot der Donner sich läßt hören, es breiten sich die schnellen Bliß jetzt weit von detnem hohen Siz; ihr Glanz geht hin und wieder; dein Regen trieft hernieder. 7. Bewahre Menschen, Vieh und Straut, dazu die Frucht der Fels der und was zur Wohnung ist erbaut; schon auch die Bäum der Wälder. Hilf, daß ja nicht von oben her ein heißer Bliß un 2. Wir hören Wolfen, Donner, schnell verzehr und unser Gut und Feur, dazu den Wind dort oben Erbe bis auf den Grund verderbe. mit Braffeln, Brüllen, Ungestüm 8. Laß deinen Donner, Wind und Schlägen schrecklich toben; die und Bliz, o lieber Gott, aufFelsen spalten sich vor dir; die hören, daß weder Sturm, noch hohen Berge springen schier, die Schlag, noch Hiß uns treffen und Wasserströme brausen; bie starken verfehren. Gieb, daß ein schöner Winde sausen. Sonnenschein nach dem Gewitter möge sein, so wollen wir dich preis sen und ewig Ehr beweisen. Joh. Rift. geschwind. Ach Herr, wo ist dir jemand gleich im Himmel und in aller Welt? Wer hat ein solch gewaltig Reich, dem alles stracks zu Fuße fällt. 3. Des Himmels Säulen zittern sehr, o Gott, vor deinem Schelten; wir armen Sünder noch viel mehr; denn deine Macht muß Mel. Auf meinen lieben Gott. gelten sehr hoch in unserm schwa- 964. Ein Wetter steiget auf! chen Sinn; ach Herr, wo soll man fliehen hin, wo du dich willst er heben, der Welt denLohn zu geben? 4. Wirst du nach unsrer Missethat die Straf ergehen laffen, so könnten wir nicht Trost und 2. Herr, der du gut und fromm, Rat vor großer Trübsal fassen; zu dir ich gläubig komm; bitt denn alles Fleisch ist freventlich mir aus dein Erbarmen, hab Chriftum Mein Herz zu Gott hinauf. Fall ihm geschwind zu Fuße durch wahre Reu und Buße, damit gleich deine Sünden durch Christi Tod verschwinden. 622 In schwerem Ungewitter. Christum auf den Armen; um 5. Aber ach! Ach Vater, höre! desfentwillen schone und nicht nach Halte ein mit deiner Rut! Schon Sünden lohne. hemen um deines Namens Ehre! Sieh 3. Durch Christi teures Blut mach an deines Sohnes Blut! Laß mir ein Herz und Mut, das sich um seiner Wunden willen sich den nicht knechtisch scheue, dagegen dei- großen Eifer stillen. ner Treue in allem findlich traue nnd auf dein Helfen baue. 6. Denke, daß ich eine Made und ein armes Würmlein bin; daher 4. Ich will mit dem, was mein, laß mich deine Gnade für die dir ganz gelassen sein; dein Flü- Strafe nehmen hin; denn wer gel wird uns decken, verjagen alle Schrecken und lassen uns aus Gnaden das Wetter gar nicht schaden. kann vor dir bestehen, wenn du ins Gericht willst gehen. 7. Ach verbirg mich in den Rißen, Jesu, deiner blutgen Seit, so kann dieses scharfe Blizzen, davor jedermann sich scheut, und das starke Donnerkrachen mich durchaus nicht furchtsam machen. 5. Wohlan, verlaß uns nicht, bleib unsre Zuversicht und laß dein Vaterlieben auch jetzt an uns sich üben, so wolln wir, weil wir leben, die Preis und Ehre geben. Ämilia Juliane, Gräfin zu Schwarzburg 8. Laß dies schreckliche Gewitter und der lichten Blize Strahl nicht Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. versehren meine Güter, meine Lie965. Hera, du hörst jest in ben allzumal; laſſe doch von allen Frommen niemand jetzt zu Schaden kommen. den Lüften deines Gottes Donnerstimm und wie sich in Berg und Grüften hören läßt fein großer Grimm, ja, wie durch das Donnerknallen Wiesen, Feld und Wald erschallen. 9. Weil auch einst durch Donnerknallen dieses große Erdenrund soll in einen Haufen fallen, o so laß mich jede Stund doch mein legtes End bedenken und mein Herz zur Buße lenken. 2. Gehe in dich und erwäge, wie es jebund um dich steht; laß doch jene Donnerschläge werden eine Bußtrompet, daß dich Gottes Bliz nicht rühre und dich in die Hölle führe. 10. Nun, so mögen auf mich stürmen Schlossen, Hagel, Donner, Bliz! Ich hab unter Jesu Schirmen einen sichern Ort und Sig. Weil mich Jesu Flügel decken, kann kein Wetter mich erschrecken. A. H. Sahme. 3. Falle Gott bei Zeit zu Fuße und bekenne deine Sünd; sprich zu ihm in wahrer Buße mit den ungeratnen Kind; Vater, ach, ich fomm zurücke, schenk mir deine 966. Wie groß, o Gott, ist Mel. Allein zu dir, Herr Jesu. deine die Gnadenblicke. 4. Willst du, Herr, zur Strafe läss'st fehn und hören, wenn dein eifen, o so fallen auf mich her ergrimmter Donner kracht und alle deine Donnerkeile, weil auch an dem größten Meer nicht ist so viel Sand zu finden, als ich an mir habe Sünden. Blitze sich empören. Wie schrecklich bist du von Gewalt; dein Herrlichkeit ist mannigfalt; wir arme Sünder wissen nicht, was nun 3n schwerem Ungewitter. 623 mun geschieht, ob und Erde bricht immel, Luft nicht den Schlag, der Berg und Luft elfen bricht; Felsen bricht; beschirm uns vor 2. Den Erdenkreis bewegest du, des Donners Macht, der schreckdaß seine Gründe beben; die lich fracht, besonders in der fintBerge wanten Ruh und stern alles Land darneben; die dunkeln 7. Bewahr uns, Herr, Leib, Wolken trennen sich, der Donner Gut und Haus, halt uns im schallet furchtbarlich; die Blite festen Glauben; laß uns die leuchten weit und breit, nichts Furcht im harten Strauß die ist befreit, denn Feur und Was- Hoffnung nicht fort rauben. Vor ser stehn in Streit. einem bösen schnellen Tod be3. Das Erdreich sieht es und hüt uns ja! Steh in der Not erschrickt, es schmelzen Berg und jetzt deinen schwachen Kindern Hügel; wenn mancher Mensch den bei, damit wir frei erhalten LeBlik erblickt, hätt er wohl gerne ben und Gebäu. Flügel; denn auch des starken Donners Macht, o Herr, bezeuget deine Kraft, und wir, so großer Sünden voll, erkennen wohl, daß Gottes Hand uns strafen will. 8. Das Vieh im Feld, auch Laub und Saat sei dir jest anbefohlen; von niemand anders kann man Rat als bloß von dir her holen; du schüßest uns mit sichrer Hut vor Schlossen, Hagel, Wassersflut, ja was wir haben in der Welt, wenn dirs gefällt, das bleibt in Sicherheit gestellt. 4. Nun muser ist allein die Schuld; drum wir dies wohl verdienen; trag aber, Herr, mit uns Geduld und laß dich bald verfühnen. Du Vaterherz von Anbeginn, wo sollen wir jest fliehen hin? Wir sind vor deinem Grimm und Zorn ja gar verlorn, wird Guade nicht für recht erforn. at higit 9. Es muß ja Donner, Hagel, Bliz, die oft ein Land vernichten, dazu das Wasser, Wind und Hiß, Herr, dein Gebot ausrichten; verschon uns aber gnädiglich, laß das Gewitter legen sich. Ich weiß, du bist von Gnaden reich; wer ist dir gleich? Sprich, daß der Donner von uns weich. 10. Ach laß dein trenes Vaterherz in dieser Angst uns sehen; es muß ja deiner Kinder Schmerz dir schwer zu Herzen gehen. Drum schüß uns, Herr, zu die6. Du bist ja groß von lauter ser Frist, durch unsern Heiland Gnad, ach rüste dich, zu schüßen Jesum Christ, so wollen wir dein armes Volt, daß uns nicht dich in der Zeit erhöhen weit schad im Wetter Feur und Bliz- und preisen in der Ewigkeit. zen. Laß uns, o Vater, treffen Joh. Rist. 5. Wir arme Würmlein allzumal versammlen uns, zu schrein zu dir in diesem Jammerthal, du wollest uns befreien in die sem Wetter von Gefahr. Herr, laß uns nicht so ganz und gar im starken Donner untergehn; laß doch geschehn, daß wir dich wieder gütig sehn. 12. 624 Danklieder nach dem Ungewitter. 12. Danklieder nach dem Ungewitter. Mel. Helft mir Gottes Güte preisen, willen, der deinen Zorn kann stil oder: Von Gott will ich nicht. len, der wahre Gnadenthron. 7. Wenn du am jüngsten Tage, der schon ist angestellt, mit deinem Donnerschlage anzünden wirst die Welt, so streck aus deine Hand und zieh uns, die wir gläuben zehrt, wenn du es nicht gewen an dich und treu verbleiben, det und Hilfe zugesendet, wie hinauf ins Vaterland. wir von dir begehrt. 967. Wir haben jetzt vernommen, wie du, Herr Zebaoth, zu uns bist schreck lich kommen durch. Blig und Feuersnot. Wir wären gar verJoh. Heermann. 2. Herr, deine Macht wir preiMel. Wer nur den lieben Gott. Jen, bein Zorn ist uns bekannt; 968. Wo ist ein solcher Gott zu finden, doch thust du uns auch weisen, wie deine Gnadenhand, die dich wie du bist, o Herr Zebaoth, anflehen, schüßt. Wer sich zu dir befehret, der bleibet unversehret, wie sehr es fracht und blißt. der tilget und erläßt die Sünden und stets bei uns ist in der Not, der auch erretten kann vom Tod; ach, dir ist niemand gleich, mein 2. Du ließest deinen Donner hören, auch leuchteten die Blige sehr, als wollten sie uns ganz verzehren, die Sünden wurden uns zu schwer; wir wußten, daß der= selben wär weit mehr, als Sand am weiten Meer. 3. Ist Trübfal da mit Haufen, so denkst du jederzeit an die, so dich anlaufen, hilfft in Barmherzigkeit. Du haft an uns gedacht, wie du des nicht vergessen, der in der Arch gesessen, haft ihn zu Land gebracht. 3. Um Trost war uns vorhin sehr bange, als dein Antlig vers hüllte sich; wir dachten: Wo bleibt Gott so lange, will er denn zürnen ewiglich? Doch warfst du bald die Sünd zurück. Dein Zorn währt nur ein Augenblick. 4. Das Wetter ist vertrieben durch deine Gnad und Kraft; du bist stets bei uns blieben, hast Sicherheit verschafft; wie bu, Herr Jesu Christ, im Schiff dem Meer gedräuet, die Jünger drob erfreuet, gewehrt des Teufels Lift. 5. Du hast Haus, Hof, Leib, Leben und was ein jeder hat, mit 4. Nun, daß wir auch noch deinem Schuß umgeben bei uns alle leben und, liebster Gott, und unsrer Stadt; dein freund- nicht gar sind aus; ja, jezt noch lich Angesicht läßt du uns wie- habn, was du gegeben an Mender schauen, die wir uns dir ver- schen, Vieh, auch Hof und Haus, trauen mit starker Zuversicht. an Früchten, und was sonst mag 6. Danfopfer wir dir bringen sein, das ist ja deine Güt allein. für dies, was du gethan; von dei- 5. Denn daß wir möchten nicht ner Hilf wir singen; ach nimms umkommen, hast du dich so herzin Gnaden an durch Christum väterlich selbst unsrer Seelen andeinen Sohn, um seines Blutes genommen; dein Vaterherz beweg In großer Wassersnot. 625 wegte dich durch einen lautern Liebestrieb; ach, wie hast du die Lent so lieb! 6. O lobe du nun, meine Seele, den Herrn auf deiner Herzensbahn; vergiß nicht in der Leibeshöhle, was er dir Gutes hat gethan. Er hat durch seine Allmachtshand das schwere Wetter abgewandt. 9. Darum, wenn unser Lebenswandel nicht ist, wie er wohl sollte sein, so laß doch deinen Purpurmantel stets unsre Sünden decken ein; ach handele nach deiner Huld und habe doch mit uns Geduld. 10. Wenn hören wird die Menschenherde des Endgerichts Pofaunenschall, wir sind auf Erden, oder Erde, so laß uns hörn den Gnadenhall: Kommt, ihr Gesegneten zugleich, ererbet das beschiedne Reich! 7. Es dantet dir für solche Treue, was, treuer Vater, in uns ist, daß deine Güt uns täglich neue und deine Treue so groß ist, daß dein Zorn sich gewendet hat 11. Ach, daß wir dich doch sollund du uns tröstest früh und spat. ten sehen von Angesicht zu An8. O daß wir unser Thun und gesicht und unter deinen SchäfDichten zu deinem steten Ruhm fein gehen, die du von dir wirft und Preis auf deine Warnung lassen nicht! Bereit uns all in möchten richten und leben stets dieser Zeit und hilf uns zu der nach deinm Geheiß! Wenn un- Seligkeit! sere Gelübde wir dir könnten Budämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzburg. nur bezahlen hier! 13. In großer Wassersnot. Mel. Du Friedefürst, Herr. wohl und leidens mit Geduld; 969. Herr, unser Herrscher, doch deine Gnad größer sein soll, Jesu Christ, wahr'r denn unsre Sünd und Schuld; Mensch und wahrer Gott; ein darum vergieb nach deiner Lieb, starker Nothelfer du bist in Wind- die du fest zu uns trägest. und Wassersnot, drum wir allein im Namen dein zu deinem Bater schreien. 5. Es ist groß Elend und Gefahr, wo Feuer wird geſpürt, aber viel größer ist fürwahr, wo 2. Recht große Not uns stößet Wassersnot regiert; da wird zeran von Wassers Ungemach, dar- stört und umgekehrt, was vor aus uns niemand helfen fann Stund wohl gebauet. denn du; drum führ die Sach, 6. Nichts fragt das Waffer und dein Vater bitt, daß er ja nicht der Wind nach Haus, Hof, Ackersim Zorn mit uns woll fahren. frucht, nach Leib und Leben, 3. Gedenk, Herr, jetzt doch an Weib und Kind, nach Gartendein Amt, daß du ein Helfer bist, werk, Viehzucht; drum hilf uns, und hilf uns gnädig allesamt Herr, treib von uns fern des aus Not zu dieser Frist. Du bist Wassers schädlichs Wesen. der Mann, der stillen fann des Wassers stolze Wellen. 7. Erleucht doch unsern Sinn und Herz durch den Geist deiner Gnad, daß wir nicht treiben da40 4. Verdienet habn wir alles 626 Um fruchtbaren Regen bei großer Dürre. mit Scherz, der unsrer Seele du bist, der dies wohl fann ausschad. Jesu Christ, allein richten. Ernst Bartholdi. 14. Um gedeihliche und fruchtbare Witterung überhaupt. Mel. Herr, straf mich nicht, oder: uns gnädiglich behüte vor Hagel, Es ist gewißlich an der Zeit. Frost, Sturmwind und Schlag, 970. Herr Gott, der du vor Mehltau und was schaden deiner Schar haft mag der Frucht in Feld und Garten. zugesagt auf Erden, daß sie von dir soll immerdar im Kreuz ge- 5. Bor großer Dürre uns be tröstet werden, und daß sie soll wahr, vergieb uns unsre Sünde, das täglich Brot samt Rettung damit nicht etwa mit Gefahr das aus der Angst und Not, von dir Wetter bei uns zünde. Halt reichlich bekommen. auch das Erdreich nicht zu naß, 2. Gieb reine Luft, gieb Son- auf daß wir mögen Scheun und nenschein, gieb Tau, fruchtbaren Faß durch deinen Segen füllen. Regen, damit der Same wächset fein durch deinen milden Segen, den hier zu Lande früh und spat der Ackersmann geworfen hat auf dein Wort in die Erde. 6. Gieb gnädig, was uns deine Hand jest thut so reichlich weisen, du wollst damit im ganzen Land all reaturen speisen; so wird dich loben Groß und Klein, die Alten und die Kinderlein, und was auf Erden lebet. 7. Wir trauen dir, Herr, unser Gott, dein Gnade laß uns walten; du weißt wohl, was uns mans geln thut, hast lange hausgehalten und wirst noch ferner so regiern, 4. Herr, straf mich nicht in dei- daß man wird deinen Segent nem Zorn, gedenk an deine Güte! spürn und deinen Namen preisen. Den Weinstock und das liebe Korn Barth. Ringwald. 3. Ohn dich ist ja all unsre Kunst, Fleiß, Arbeit und Vermögen ver gebens, wo du deine Gunst nicht geben wirst zum Pflügen und allen Samen wecken auf, daß er wohl reif, im feruern Lauf guten Gewinn erlange. 15. Um fruchtbaren Regen bei großer Dürre. Mel. Ach Gott vom Himmel, oder: all unsre Hoffnung steht zu dir, Es ist gewißlich an der Zeit. Troft, Hilf wollst du verlei971. Ah Herr, unser gerech- hen. Gieb Regen und den Seter Gott, wir habens gen dein um deines Namens wohl verdienct mit unsrer Sünd willn allein, Herr, unser Gott und Missethat, daß unser Feld und Bater. nicht grünet, daß Vich und Men- 3. Gedente, Herr, an deinen schen traurig sein; wenn du zu- Bund, um deines Namens willen; schließt den Himmel dein, so wir bitten dich von Herzensmüssen wir verschmachten. grund, eil, unsre Not zu stillen, 2. Herr, unsre Sünd bekennen vom Himmel mit dem Regen wir, die wollst du uns verzeihen; dein; denn dein der Himmel ist al Um fruchtbaren Regen bei großer Dürre. 627 allein, ohn dich kann es nicht der Sündflut mit der Welt; du, regnen. Herr, haft noch nie gebrochen, was du vormals haft versprochen. 4. Gs steht in feines andern Hand, daß er sollt Regen geben; 7. Ja, du hast mit deinem Seden Himmel hast du ausgespannt, gen uns zu jeder Zeit beschenkt, darinnen du willst schweben. All- haft mit früh und spätem Regenmächtig ist der Name dein; dies unser dürres Land getränkt; denn alles fannst du thun allein, Herr, dein Wort bleibt ewig stehen, muß unser Gott und Vater. gleich Erd und Luft vergehen. 8. Drum, o Herr, wir wollen trauen, du wirst unsre Bitt erhörn; du wirst unsre Felder bauen, Nic. Heermann. und derselben Früchte mehrn; du wirst uns mit Fülle speisen, daß wir dich drum werden preisen. Joh. Frand. Mel Herr, ich habe mikgehandelt 972. Gott, des Güte sich nicht endet, hast du denn die Vaterhand gänzlich von uns abgewendet? Willst du uns und unser Land mit den viel gedrohten Plagen ganz und gar zu Boden schlagen? Mel. In dich hab ich gehoffet. 973. Gott, unfre Zuflucht 2. Warum willst du, Gott der in der Not, vou Götter, über uns so zornig sein? dem wir täglich Schuß und Brot Ach, was sind wir? Stoppeln, ganz überflüssig heben, durch den Blätter, Würmer, Schaum, ein die Welt sich unterhält mit Nahleerer Schein. Laß doch unsre rung, Geist und Leben. heißen Zähren deinen Zorn in Gnade fehren. 3. Sieh, o Herr, das Land muß trauern, weil es nicht getränket wird; unsre Äcker sind wie Mauern, es ist alles ausgedörrt; unsre Gründe find ganz trocken, die Saat fann sich nicht bestocken. 2. Wir haben wieder mißgethan; sieh aber uns barmherzig an und laß dich Vater nennen, nicht deinen Zorn wie diese Glut des dürren Wetters brennen. 3. Dein Licht, die Sonne, scheint so heiß, daß niemand sich zu bergen weiß, Wald, Städte, Gärten, 4. Ist der Himmel denn verschlos- Saaten, Gebirg und Thal in sen, soll forthin das Wolkenfaß große Qual und Nöte sind ge nicht mehr werden ausgegossen? raten. Soll fortan des Himmels Naß 4. Wie kläglich stehet Gras und nicht mehr unser Feld ergößen, Laub, erhält für Regen nur den nicht mehr unsre Saat beneßen? Staub, die Wiesen sind versen5. Soll das Land nun Eisen wer- get, weil ihre Zier so lang von den? Soll das Feld nun öde stehn? dir nicht worden ist besprenget. Sollen wir samt unsern Herden 5. Die wilden und die zahmen gar verschmachten, gar vergehn? Tier, und sonderlich dein ErbAch Herr, laß dich doch bewegen, teil, wir, sind jämmerlich ver: laß doch deinen Zorn sich legen! fommen; es wird uns Kraft und 6. Dente doch an deinen Bo- aller Saft durch Durst und gen, den du in die Luft gestellt, als Schweiß genommen. du deinen Bund vollzogen nach 6. Bei dieser Dürr und Trof40* feuts 628 Danksagung für erlangten fruchtbaren Negen. men hört dein Geheiß, und tritt mit Fleiß in deinem Dienst zusammen. 10. Du hast uns vormals zugesagt, wenn dürre Zeit und Brand uns plagt, wir aber vor dir flehen und Buße thun, wie eben nun, uns gnädig anzuſehen. fenheit ein jeder Trank das Herz erfreut; es muß den Durst uns wehren, was irgend kann, und wüßte man die Ström auch auszuleeren. 7. Wie wird der großen Hiße Bein so mancher Krankheit Ursach sein, welch Teurung wird man flagen; wird dein Gericht, o Vater, nicht Erbarmen mit uns tragen? 8. Schließ den verschloßnen Himmel auf, treib Wolken über uns zu Hauf, die sanften Regen bringen, und die dadurch auch die Be- 12. Erhör doch ihn nur, deffen schwer der großen Hiße zwingen. Bitt uns herz- und brüderlich ver9. Schau aller Heiden Gözen tritt; so sollen unsre Weisen dich, an, wer ist, der Regen geben kann? wahrer Gott, Herr Zebaoth, aus Das Heer der Flut und Flam- ganzem Herzen preisen. Sim. Dach. 11. So fomm nun deiner Zusag nach. Verfolgst du aber noch mit Rach an uns die bösen Thaten, so sist dein Sohn auf deinem Thron, der unsrer Not geraten. 16. Danksagung für erlangten fruchtbaren Regen. Mel. Es ist das Heil uns kommen. Land, so zeiget sich der Regen; 974.21 Herr, mein Gott, wenn du aufthust, so sammeln wir; wir loben dich und wenn Schuß und Schirm herpreifen deinen Namen, daß du uns kommt von dir, mag uns kein Unhaft so gnädiglich unser Gewächs glück schaden. und Samen befeuchtet mit dem Regen warm; o höchster Gott, dich doch erbarm und ferner uns bedenke. 5. Behüt uns auch, o treuer Gott, durch deine Engelscharen, vor aller Feind Gewalt und Spott, zu Ehren deinem Namen. Schüß uns vor ihrer Tyrannei, vor aller Feinde Trügerei, durch Jesum Christum. Amen. 2. Gieb Regen uns und Sonnenschein zu rechter Zeit und Stunden, daß unser Land mit Früchten fein erfüllet werd gefunden. Strön du das Jahr mit deinem Gut, halt unser Feld in guter Hut und unsre Furchen tränke. Mel. Der Tag ist hin, mein Jesu. 975. Bereite dich, mein Herz, Kräften, entzieh den Sinn den irdischen Ge3. Du weißt ja, daß wir deine schäften, nimm alsobald dein SaiKind und hochgeliebte Erben und tenspiel zur Hand und fing ein deines Sohnes Brüder sind, drum Lied in Geistesglut entbrannt. laß uns nicht verderben. Behüt uns, Herr, vor Hungersnot und gieb uns unser täglich Brot aus reicher, milder Gnade. 2. Schwing jest empor die Flü gel deiner Sinnen und preise Gott, der von des Himmels Zinnen hat dein Gebet und Seufzen angehört. O Herr der Herrn, dein Nam ift 4. Wenn du aufthust dein milde Hand, so steht alles im Segen; hochgeehrt. wenn gnädig du anschaust das 3. Du höreft stets des armen Vol Um Sonnenschein bei großer Nässe. 629 Volkes Flehen und pflegest sein dir zu vergleichen? Wer hat wohl Geschrei nicht zu verschmähen. je verübet solche Zeichen, wie du, Wir haben kaum, o großer Gna- o Gott? Dir muß der Sonnendenthron, die Not geklagt, da schein, Wind, Regen, Blig stets hilfst du uns auch schon. zu Gebote feit. 4. Du siehest an das lechzende 7. Nun, großer Herr, wir danGefilde und wässerst es ganz gnä- ten deinem Namen; wir danken diglich und milde; du giebst Befehl, daß sich die Wolkenflut ergießen soll, so wie sie jetzt auch thut. 5. Ein Regenstrom, getrieben von dem Winde aus Westen her, nebßt unfre dürren Gründe, und unser Feld, das sonst so schmachtend schien, das stehet jeßt ganz fruchtbar, frisch und grün. 6. Wo ist doch wohl ein Gott schenkt. dir, daß du Gras, Frucht und Samen zu rechter Zeit durch Regen, Tau erquickst und wieder drauf ein warmes Wetter schickst. 8. Auch bitten wir: Laß deinen Gnadensegen sich ferner noch um unsre Felder legen, daß wir mit Dank in Ruh und ungefränkt genießen des, was deine Hand uns Joh. Franc. 17. Um Sonnenschein bei großer Näsſe. Mel. Kommt her zu mir, spricht. Mel. Wer nur den lieben Gott. 976. Ach starker Gott, wend 977. Herr, unser Gott, die so von uns nicht gnadenreiches Angesicht, und nach Verdienst nicht strafe; verwirf uns doch nicht ganz und gar; in die ser Angst nimm unser wahr, getrenten Beistand schaffe. 2. Der Himmel ist verdunkelt ganz, es ist der hellen Sonne Glanz mit Wolken ganz bedecket; der Regen unaufhörlich träuft, dadurch das Land wird fast ersäuft, viel Krankheit wird erwecket. wir gethan und noch begehn, die können nicht Erhörung findent, wenn wir um gutes Wetter flehnt; dein Zorn ist über uns entbrannt, du haft dein Antlig abgewandt. 2. Die Felder sind zwar schönt gezieret mit Korn und Früchten mancher Art; kein Mangel ist bisher gespüret, nein, du hast nichts an uns gespart; doch jest will uns die nasse Zeit berauben fol cher Gütigkeit. 3. Des Feldes Früchte leiden not; wo wollen wir denn neh- 3. Gedente nicht der Missethaten, men Brot, wenn solche ganz ver- Herr, geh nicht mit uns ins Gederben? Ach habe, Herr, mit richt; laß das Getreide wohl geuns Geduld und straf uns nicht, raten und nimmt uns diesen Segen wie wirs verschuldt, laß uns nicht Hungers sterben. nicht. Gieb Regen und auch Sonnenschein, daß unsre Früchte wohl gedeihn. 4. Es ist ja nichts mit unsrer Stärt, es sind auch aller Menschen Werk umsonst ohn deinen Segen; drum laß ja nicht zu Grunde gehn die Früchte, die wir vor uns sehn, durch allzu vielen Regen. 4. Laß uns den mitgeteilten Segen bei trocknem Wetter bringen ein, und wehre auch dem vielen Regen, der uns hierin will schädlich sein. Gieb auch, daß tir 630 Um Sonnenschein bei großer Nässe. wir mit Dankbarkeit ihn anzu- außer dir kein Segen sei im nehmen sein bereit. Himmel und auf Erden. M. Schirmer. 5. Ach Gott, du bist ja voll Erbarmen, dein Herz ist lauter Met Wenn wir in höchsten Nöten. Lieb und Huld; du haft Mitlei: 979. Herrscher den mit uns Armen, verschoneft in dem Himmelszelt, was unser mit Geduld; so gieb doch ist es doch, das unser Feld, und frohen Sonnenschein, daß wir was es uns hervorgebracht, so bir können dankbar sein. ungestalt und traurig macht? 2. Nichts anders, traun, als daß die Schar der Menschen sich so ganz und gar bis in den tiefsten Grund verkehrt und täglich ihre Schuld vermehrt. fen thuft bedecken, der du innglei- 3. Die, so als Gottes Eigenchen kannst behend das Sonnen- tum ftets preisen sollten Gottes licht erwecken, halt doch mit Ruhm und lieben seines Wortes vielem Regen ein und gieb uns Kraft, sind gleich der blinden wieder Sonnenschein, daß unser Heidenschaft. Land sich freue. 4. Drum wird uns auch der Himmel blind, des Firmamentes Glanz verschwindt; wir warten, wenn der Tag anbricht, aufs Ta= ges Licht, es kommt doch nicht. 5. Man zankt noch immer fort und fort, es bleibet Strieg au 2. Die Felder trauern weit und breit, die Früchte leiden Schaden, weil sie mit vieler Feuchtigkeit und Nässe sind beladen; dein Segen, Herr, den du gezeigt uns Armen, sich zur Erde neigt und will faft gar verschwinden. allem Ort, in allen Winkeln 3. Das machet unsre Missethat Haß und Neid, in allen Stänund ganz verkehrtes Leben, so den Streitigkeit. deinen Zorn entzündet hat, daß wir in Nöten schweben. Wir müssen zeigen unsre Schuld; weil wir die Buße nicht gewollt, so muß der Himmel weinen. 6. Drum strecken auch all Element hier wider uns aus ihre Händ; Angst kommt uns aus der Tief und See, Angst kommt uns aus der Luft und Höh. 4. Doch denke wieder an die 7. Es ist ein hochbetrübte Zeit, Treu, die du uns hast verspro- man plagt und jagt die armen chen und wohne uns in Gnaden Leut eh, als es Zeit, zur Grube bei, die wir dich findlich suchen. zu und gönnet ihnen feine Ruh. Wie hält so hart sich dieser Zeit dein Herz und sanfte Freundlichfeit! Du bist ja unser Bater. 5. Gieb uns von deinem Himmelsfaal dein flares Licht, die Sonne, und laß uns wieder überall empfinden Freud und Wonne, daß alle Welt erfenne frei, daß Mel. Wo Gott der Herr nicht, oder: Es ist gewißlich an der Zeit. 978. Gott, der du das Firmament mit Wol8. Drum trauert auch der Freudenquell, die Sonn, und scheint uns nicht so hell; die Wolten gießen allzumal die Thränen ohne Maß und Zahl. 9. Ach! wein auch du, o Menschenkind, und traure über deine Sünd! Halt doch mit deinen La Danksagung für erlangten Sonnenschein. 631 und gut. Wen du befehrst, der wird bekehrt, und wer dich hört, der wird erhört. Lastern ein, und mache dich durch Buße rein. 10. Fall auf die Knie, fall in die Arm des Herrn, daß sich sein Herz erbarm und der so wohl verdienten Rach in Gnaden bald ein Ende mach. 14. Laß deine Augen freundlich sein, und nimm mit gnädgen Ohren ein das Augstgeschrei, das von der Erd aus unferm Herzen zu dir fährt. 15. Reiß weg das schwarze 3orngewand, erquicke uns und unser Land und der so schönen Früchte Kranz mit süßem warmen Sonnenglanz. 12. Ach Vater, Bater! Höre doch und lös uns aus dem Sün- 16. Verleih uns bis an unfern denjoch, und zieh uns aus der Tod alltäglich unser liebes Brot, Welt herfür, und kehr uns sel- und dermaleinst, nach dieser Zeit ber her zu dir. das süße Brot der Ewigkeit. Paul Gerhardt. 11. Er ist ja fromm und bleibet fromm, begehrt nichts mehr, als daß man komm und mit geneigter Furcht und Scheu ihn bitt um Gnad und Vatertreu. 13. Erweiche unsern harten Mut, und mach uns Böse fromm 18. Danksagungfür erlangten Sonnenschein. Mel. Singen wir aus Herzensgrund. hörtest, wie du hast geredt, unser 980. Auf den Regen folgt armes Notgebet; hieltst mit viedie Sonn, auf die lem Regen ein, schicktest klaren Thränen Freud und Wonn. Lob Sonnenschein; gieb auch, daß und Preis sei unserm Gott, der wir dankbar sein. erhört hat unsre Not und uns Mel. Auf meinen lieben Gott. undankbare Gäft seine Sonn er- 981. Nun ist der Regen hin, freuen läßt, daß wir ihm anhangen fest. auf, mein Herz und Sinn! Sing nach betrübtem Leiden Gott, deinem Herrn, mit Freuden! Gott hat sein Herz ges fehret und unsre Bitt erhöret. 2. Zwar wir hattens wohl verdient, daß nicht unser Acker grünt, daß das Land in Nässe stand, Mensch und Vieh gar traurig 2. Sein Zorn war sehr ents ging; aber, Herr, du hattst Ge- brannt auf uns und unser Land. duld, du vergabst uns unsre Er sprach: Ihr Menschenkinder, Schuld und erzeigtest deine Huld. ihr seid und bleibet Sünder, 3. Gabst uns warmen Sonnen- wollt von der Bosheit Straßen schein, ließest trocken Wetter euch gar nicht wenden lassen. sein, daß die Früchte von dem Land konnt einholen unfre Hand; zeigtest deine Freundlichkeit, daß man spürte dieser Zeit deinen Segen weit und breit. 3. Drum soll mein Himmelslicht sein klares Angesicht in schwarze trübe Decken und dunkle Wolken stecken, und für das helle Scheinen nur immer zu euch weinen. 4. Bald aber fiel sein Grimm durch unsers Seufzens Stimm; das 4. Herr von Zion man dich nennt, deine Güte man erkennt; 632 Sommer- und Erntelieder. das ewige Gemüte dacht an sein geben, die Äcker gut Getreide, die ewge Güte, und ließ auf unser Schreien sich seinen Zorn geWiesen Gras und Weide. reuen. 9. Die Bäume werden schön in ihrer Fülle stehn; die Berge werden fließen und Wein und Öle gießen; das Bienlein wird wohl tragen bei stillen warmen Tagen. 5. Die Wolken flohen weg; der feuchten Winde Steg, daher die Wasser flossen, nahm ab und ward verschlossen; des hohen Himmels 10. Davon wird unsern Teil Tiefen, die hörten auf zu triefen. das ewge Gut und Heil uns allen6. Steh auf, du mattes Feld aus samt zumessen; wir werdens sehn deinem Trauerzelt! Steh auf und essen und mit dem Gut der Erund laß uns wieder die süßen den zur Gnüg ersättigt werden. Sommerlieder zu deines Schöp- 11. Nun, Gott ist fromm und fers Ehren mit Zust und Freu- treu, sein Huld ist immer neu und den hören! läßt sich leicht verfühnen, giebt, was wir nicht verdienen, läßt 7. Sich hier: Der Sonne Zier geht wieder schön herfür, bringt gnädig sich erfinden und nicht nach dem Schlack und Regen nach unsern Sünden. den lieben warmen Segen, und wirkt auf Berg und Thalen mit wunderreichen Strahlen. 8. Die Erde wird erquickt, und was durch Näss erstickt, das wird nun wieder leben und reife Früchte frömmste Herze. 12. Darum, so richte nun, D Mensch, auch du dein Thun zu Gottes Lob und Liebe, daß dein Herz nicht betrübe mit mehrerm Zorn und Schmerze das allerPaul Gerhardt. 19. Sommer- und Erntelieder. Nachtigal ergößt und füllt mit ihrem Schall, Berg, Hügel, Thal und Felder. 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, der Storch baut und bewohnt sein Hans, das Schwälblein speist die Jungen; der schnelle Hirsch, das leichte Reh ist froh, und kommt aus seiner Höh ins tiefe Gras gesprungen. 5. Die Bächlein rauschen in dem Sand und malen sich und ihren Rand mit schattenreichen Myrten; die Wiesen liegen hart dabei und klingen ganz vom Lustgeschrei der Schaf und ihrer Hirten. 3. Die Lerche schwingt sich in 6. Die unverdroßne Bienendie Luft, das Täublein fliegt schar zieht hin und her, fucht aus seiner Kluft und macht sich hier und da ihr edle Honigspeije; in die Wälder; die hochbegabte des sitßen Weinstocks starter Saft friegt In eigener Melodie, oder: Kommt her zu mir, spricht. 982. eh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben; schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und die sich ausgeschmücktet haben. 2. Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide; Narzissen und die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an als Salomonis Seide. Commer und Erntelieder. 633 friegt täglich neue Stärf und Raum, daß ich dir werd ein guter Kraft in seinem schwachen Reise. Baum und laß mich wohl gedei7. Der Weizen wächset mit Ge- hen! Verleihe, daß zu deinem walt, darüber jauchzet Jung und Ruhm ich deines Gartens schöne Alt und rühmt die große Güte Blum und Pflanze möge bleiben. des, der so überflüssig labt und mit so manchem Gut begabt das menschliche Gemüte. 15. Erwähle mich zum Paradeis und laß mich bis zur lebten Reis' an Leib und Seele grünen! So will ich dir und deiner Ehr allein und sonsten keinem mehr hier und dort ewig dienen. 8. Ich selber kann und mag nicht ruhn; des großen Gottes großes Thun erweckt mir alle Sinnen. Ich finge mit, wenn alles singt Mel. Unser Herrscher, unser König. und lasse, was dem Höchsten klingt, oder: Herr, ich habe mißgehandelt. aus meinem Herzen rinnen. Paul Gerhard. 983. Herr im Himmel, Gott 9. Ach, denk ich, bist du hier so auf Erden, Herrscher schön, und läßt du's uns so lieb- dieser ganzen Welt, laß den Mund lich gehn auf dieser armen Erden, voll Lobes werden, da man dir was will doch wohl nach dieser zu Fuße fällt, für den reichen Welt dort in dem reichen Him- Erntefegen Dank und Opfer darmelszelt und güldnen Schlosse zulegen. werden? 10. Welch hohe Lust, welch helIer Schein wird wohl in Christi Garten sein? Wie muß es da wohl klingen, da so viel tausend Seraphim mit unverdroßnem Mund und Stimm ihr Hallelujah singen? 2. Ach, wir habens nicht verdienet, daß du uns so heimgesucht; ob gleich unser Feld gegrünet, brachten wir doch keine Frucht. Wolltest du nach Trauben fragen, Heerlinge hat man getragen. 3. Vater, der du aus Erbarmen auch die bösen Kinder speist, der du Reichen und auch Armen deinen Segen hast erweist, sei reich lich von uns gepriesen, daß du so viel Guts erwiesen. 11. O wär ich da! O stünd ich schon, ach süßer Gott, vor deinem Thron und trüge meine Palmen, so wollt ich nach der Eugel Weis' erhöhen deines Namens Preis mit tausend schönen Psalmen. 4. Du hast früh und späten Regent 12. Doch will ich gleichwohl, uns zur rechten Zeit geschickt, und weil ich noch hier trage dieses Leis so hat man allerwegen Auen volbes Joch, auch nicht gar stille ler Korn erblickt; Berge, Thäler, schweigen; mein Herze soll sich Tiefen, Höhen sahen wir im fort und fort an diesem und an Segen stehen. allem Ort zu deinem Lobe neigen. 13. Hilf nur und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himmel fleußt, da ich dir stetig blühe! Gieb, daß der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh und spat viel Glaubensfrücht erziche. 5. Als das Feld nun reif zur Ernte, schlugen wir die Sichel an; da man erst recht kennen lernte, was dein großer Arm gethan, wurden bei des Segens Menge unsre Scheunen fast zu enge. 14. Mach in mir deinem Geiste 6. Ach, wer ist, der solche Güte dir genugsam danken kann? Nimm ein 634 Gemeine Berufslieder. mit Wohlgefallen. ein dankbares Gemüte für die nehmen; nimmt er, wir sind nicht große Wohlthat an. Alle Felder übel dran, wenn wir uns nur follen schallen: Da machst satt bequemen. Die Linke schmerzt, die Rechte herzt, und beide Hände 7. Gieb nun, daß wir deinen müssen wir doch in Demut küssen. Segen, den du jeßt uns haft be- 3. Was Gott thut, das ist wohl schert, also suchen anzulegen, daß gethan, er weist uns oft den Seder Fluch ihn nicht verzehrt. gen; und eh er noch gedeihen Bleiben wir in alten Sünden, kann, muß sich die Hoffnung legen. kann das Gute leicht verschwinden. Weil er allein der Schaß will 8. Schent uns auch vergnügte sein, so macht er andre Güter durch Herzen, Stolz und Geiz laß ferne den Verlust nur bitter. sein; laß den Undank nichts ver- 4. Was Gott thut, das ist wohl scherzen, streu das Samkorn wie- gethan, man laß ihm seinen Wilder ein, daß wir jegt und fünf- len; hängt er den Brotkorb höher tig haben, auch die Armen zu be- an, er wird ihn beffer füllen, obgaben. gleich das Feld nicht( schlecht) 9. Laß dein Wort auch Früchte Ernte hält, man kann auch bet bringen, daß man täglich ernten den Brocken, vergnügt sein und kann, so wird man hier jährlich frohlocken. fingen, wie du uns so wohl ge- 5. Was Gott thut, das ist wohl than. Gieb auch nach dem gethan, das Feld mag traurig Thränensamen jene Freudenernte. stehen; wir gehn getroft auf Zions Amen. Bahn und wollen Gott erhöhen. Sein Wort ist Brot, so hats nicht Not; die Welt muß eh verderben, als wir vor Hunger sterben. 6. Was Gott thut, das ist wohl gethan, so wollen wir stets schließen. Ist gleich bei uns kein Kanaan, wo Milch und Honig fließen, doch ists genug zur Sättis gung, wenn Gott den Löffel segnet, obs gleich nicht Scheffel regnet. Benj. Schmold. Benj. Schmold. Bei schlechter Ernte. Mel. Was Gott thut, das ist. 984. Was Gott thut, das ist wohl gethan, so denken Gottes Stinder. Er siehet fie oft sauer an und liebt sie doch nicht minder. Er zieht ihr Herz nur himmelwärts, wenn er sie läßt auf Erden ein Ziel der Plagen werden. 2. Was Gott thut, das ist wohl gethan, giebt er, fo fann man 20. Bei weicher Winterszeit. Mel An Wasserflüffen Babylon. stellt und sich vor uns verborgen? 985. 2, wie verkehrt es Geht unbekümmert ohngefähr er sich so sehr mit Him- um des Himmels Umgang her mel, Luft und Erden? Warum und will für nichts mehr sorgen? denn läßt Gott jest nicht mehr, 2. 3ft der Natur Geheiß und wie vormals, Winter werden? 3wang mehr nicht als ein GeHat er denn sein Geschöpf, die schwäße, und hat der Mond und Welt, aus seiner Aufsichtshut ge- Sonne Gang nicht Zügel noch Ge= Gemeine Berufslieder. 635 Gefeße? Wirst du mit deinem Winters wert, ganz wüst find alle Bund, o Gott, und deinem Worte nun zu Spott? So lang die Welt wird stehen, soll, sagtest du, des Sommers Pracht, des Winters Frost, samt Tag und Nacht, stets wechselrichtig gehen. 3. Nein, deine Sagung bleibt getreu. Recht aber zu ergründen, woher dies weiche Wetter sei? Es rührt von unsern Sünden. Du richtest dich nach unserm Thun und hast, wie allzeit, so auch nun, uns gleichsam zu Gefährten; denn bei den Reinen pflegst du rein, und bei den Frommen fromm zu sein, verkehrt bei den Verkehrten. 4. Wir alle gehen unsern Pfad und auf verderbten Wegen; wir 8. Doch fallen wir dir in der Zeit, folgen unsers Frevels Rat und o Bater, in die Rute; ach, straf wandeln dir entgegen; die Predigt uns mit Gelindigkeit, nicht mit droht uns Fluch und Bann, wir ergrimmtem Mute. Wir haben fehren uns nicht groß daran, das wider dich gethan und flagen selbst Recht ist Unrecht worden. Der uns darum an; hab über uns Glaub hat weder Mund noch Erbarmen; erfenn, daß sich für Hand, die Lieb ist in Betrug ge- unsre Not dein Sohn gegeben in wandt bei jedem Stand und Orden. den Tod, und hilf durch ihn uns 5. Die beste Kunst ist überall den Armen. Nächsten können schäßen, im Munde 9. Schick uns gesundes Wetter wohnt uns Honig, Gall im heuch- her, und laß dich doch gewinnen; lerischen Herzen. Der Geiz frißt treib aus dem Lande die Be= wie ein Krebs um sich, die Armut schwer, die Furcht aus unsern weinet bitterlich und kann sich Sinnen. Vor allem gieb, daß nirgends raten; der Unschuld unser Herz der Bosheit wegen Ruhm wird ausgelacht von Un- trage Schmerz, fich reuevoll ge= aucht, Hochmut, Stolz und Pracht bärde; bekehrt sich dieses nur zu und andern Missethaten. dir, so kehrst du dich zu uns, daß 6. Drum fährst du auch mit wir dir fröhlich danken werden: uns verkehrt und zürnst gerechter Maßen; wir find mehr feines! M. Sim. Dach. Straßen; der böse Weg läßt nichts herein, die Stadt muß ganz ohn Nahrung sein, kein Handel ist zu schauen; die Ströme hegen Dampf und Wust, das Erdreich Fieber, Flüss und Hust, der Himmel Pest und Grauen. 7. Das Herz ist uns verschmach tet fast vor Wartung böser Dinge; dein Troft ist uns vor aller Laft des Schreckens zu geringe; wir bringen Wunderzeichen aus, die irgendwo des Himmels Haus soll haben lassen sehen, so daß wir unsrer Straf und Bein und dessen eigne Boten sein, was fünftig sol geschehen. Berufslieder. 21. Gemeine Mel. Was mein Gott will, das. dir geht, wird zu Spott in seis 986. Gerechter, allein weiser nem Thun und Leben. Drum Gott, der Rat und fall ich hier zu Fuße dir, hilf du That fann geben; wer fern von mir weislich handeln; mein Herze beug Gemeine Berufslieder.. 636 beug und zu dir neig, und lehre mich recht wandeln. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 987. Jein, komm, ich hab ge2. Steh bei mir als ein treuer beten, meine Arbeit Freund, mein Herze steht dir offen; fang ich an; wollest mir zur Seite du hast es böse nie gemeint, drum treten, daß mein Thun sei wohl will ich auf dich hoffen. Ich weiß gethan. Auf dein Wort, in deinicht Rat, wo deine Gnad in mir nem Namen will ich jezo sensich nicht erweiset; ich suche dich, fen ein meines Amtes Arbeitserhöre mich, wie du willst sein gepreiſet. hamen, laß ihn voller Segen sein. 2. Ohne dich macht nichts mein Machen, nichts ist alle meine Kunst; ohne dich in allen Sachen alle Müh ist gar umsonst. Du 3. Es dünft zwar jeden recht sein Weg, der oft bringt Leid und Schmerzen; du aber zeigst den sichern Steg, nur du, Herr, lehrst mußt selbst mit Hand anlegen, die Herzen. Du machest Freud meine Stärt ist viel zu schwach; auch selbst aus Leid, und wenn ei, so fomm mit Hilf und Segeit, die meisten meinen, daß Glück meine Ohumacht mächtig mach. und Stern sei allzu fern, da pflegst dut zu erscheinen. 3. 3war, wie sollt es mir nicht glücken, da du selbst mithelfer bist; ach, dukannst und willst erquiften, wenn man fromm und fleißig 4. Sei du mein Leiter und mein Licht, laß mich nicht schändlich irren; hilf du, so fehlt mein An- ist. schlag nicht, so kann mich nichts verwirren. Verleihe Glück, und treib zurück all Anstoß in den Wegen; sei du mein Schuß, mein Schirm und Truß, und gieb mir deinen Segen. ich thu Hab ich Gott, hab ich dane: ben Gold und Brot in meinem Haus. Du wirst seguen, du wirst geben, der du alles teilest aus. 4. Gerne will ich thun das meine, will sparen keinen Fleiß; auch du dabei das Deine, 5. Wenn auch der Anfang schwer und beglücke meinen Schweiß; und schlecht in dem, was soll geschehen, so hilf und bringe doch aurecht, wenn ich mich wo ver sehen; richt alles ein, wie es soll sein zu deines Namens Ehren; 5. Ich verseh mich deiner Gnawo dein Rat spricht, da irrt man den, ob ich keines Segens wert; nicht, da kann uns nichts versehren. wirst du mir mein Neß beladen, 6. Regiere mich, daß ich dich ehr sollst du sein mit Dank b: ehrt. and wohl mein Thun verwalte, Giebst du, ich will wieder geben; und mein Gewissen mehr und ja ein Teil davon soll dein, dein, mehr von Sünden frei behalte. o Gott, und auch daneben meiLaß jederzeit auf Redlichkeit mein nes armen Nächsten sein. Wesen weislich gründen; sei du mein Stab bis in mein Grab, laß mich und mein Haus erfreuten einen rechten Segenszug, laß uns alles wohl gedeihen; hab ich dich, hab ich genug. Sigism. v. Birdent. Mel. Wer nur den lieben Gott. Mel. bilf auch zum Himmel finden. 988. Mein Werk will ich mit Gott anfangen und meinem Herren Jeſu Christ; bei D. G. W. Sacer. den Gemeine Berufslieder. 637 dem ist Hilfe zu erlangen, weil 8. Der Tod soll bei mir in er der rechte Helfer ist. Ich sage: dem Sterben behalten nicht die Jesus hats verricht, drum laß Überhand; mein Jesus läßt mich ich meinen Jesum nicht. nicht verderben; drum hab ich 2. Von Jefu will ich niemals ein gewisses Pfand, so mir seint wanken, der mich geliebet hat kräftigs Wort verspricht: Ich vorhin; ihm soll mein Herz be- lasse meinen Jesum nicht. ständig danken, daß ich in seiner Gnade bin. Auf ihn ist stets mein Herz gericht. Ich lasse meinen Jesum nicht. 9. Ich laß ihn nicht in meinem Leben; dort werd ich ewig bei ihm stehn, an ihm als eine Klette fleben, da wird mein Mund sein Lob erhöhn. Alsdann seh ich sein Angesicht mit Freuden und im vollen Licht. 3. Mein Jesus will bei mir stets walten, weil ich bei ihm in Gnaden steh. Ich laß ihn nicht, ich will ihn halten in aller Not und allem Weh; denn er bleibt meine Zuversicht: Ich lasse meinen Jesum nicht. 4. Ich will bei meinem Jesu halten, ich bleib an ihm, drum ist er mein; er läßt mich nicht, ich laß ihn walten, ich schließ ihn in mein Herz hinein. Mein Herz im Mel. Auf meinen lieben Gott. 10. Da will ich Dank und Preis ihm bringen; ich will vor Gottes hohem Thron ein ewig Heilig, Heilig! singen dem größten Fürst und Königssohn in seinem Fried und Freudenlicht. Ich laffe meinen Jesum nicht. Glauben freudig spricht: Ich 989. So tret ich nunmehr laffe meinen Jesum nicht. an, so gut ich immer kann, mein Amt, Beruf und Wesen, dazu mich Gott erlesen, der wird mir seinen Segen anch 5. Scheints gleich, als läg ich ganz darnieder, werd ich doch dadurch nicht verzagt; in Jesu wird mir Hilfe wieder, drum wissen beizulegen. sei es auch mit ihm gewagt. Ob mich gleich manche Not anficht, 2. Dir, Vater, sag ich Dant, daß du mein lebenlang so reichlich so laß ich meinen Jesum nicht. mich ernähret und manche Gnad bescheret. Laß deine Güt und Gaben mich auch noch ferner laben. 3. Ach, mein Herr Jesu Christ, der du mein Helfer bist, gesegne meine Werke und mich vom Himmel stärke, damit ich deinen Willen in allem mag erfüllen. 6. Der Teufel soll mich nicht erschrecken, stellt er sich wider mich gleich ein; mein Jesus wird das Schild ausstecken, darunter werd ich sicher sein; drum auch mein Herz mit Freuden spricht: Ich lasse meinen Jesum nicht. 7. Die Welt muß endlich doch vergehen mit aller ihrer Herrlichkeit; nichts ist, das ewig kann bestehen, als was mein Jesus hat bereit't. Wenn Himmel, Erb und alles bricht, laß ich scheiden. doch meinen Jesum nicht. 4. Behüte Seel und Leib, und alles von mir treib, was meine Arbeit hindert und deinen Segen mindert. Laß mich in Fried und Freuden zuletzt von hinnen 3. Heinr. v. Hippen. 990. Befoudere Berufslieder. 5. Vergebens ist all unser Sor: gen, vergebens ist all unsre Müh; umsonst fist man bis an den Tagewerk mit Freuden an. Der Morgen; es ist umsonst, daß man Herr sprech selbst hierzu das Amen! so früh mit Eifer von der Ruh Und weil ich nun nicht wissen aufsteht, wo Gott nicht mit zur tann, was mir noch heut begegnen wird, so sei mein Jesus selbst mein Hirt. 638 Mel. Wer nur den lieben Gott. 990. So tret ich denn in Gottes Namen mein Arbeit geht. 6. So will ich denn mit Gott anfangen mein Thun, mein gan zes Tagewerk; ich weiß, Gott 2. Der führe mich auf guter ner Hilfe, Kraft und Stärt. Ich nahe mich zu Gottes Haus, und er führt mein Thun wohl hinaus. Weide und nehme mich in seinen wird sich zu mir nahen mit seiSchuß; er helfe mir in allem Leide und biete meinen Feinden Truk, die mir zuwider wollen sein. Mein Jesus ist und bleibet mein. 3. Ist Jesus mein, was kann mir schaden Welt, Sünde, Teufel, dei; Gott Sohn, dich heute zu Höll und Tod? Mein Jesus weiß mir wohl zu raten in Leibes- und in Seelennot. Wer Jesum nur zumn Freunde hat, der findet in ihm Rat und That. mir wende; Gott heilger Geist, ach, steh mir bei; mein Werk, wie heut, so allezeit, ich dir befehl, Dreieinigkeit. 4. So thue denn, mein Gott, das Beste, und rate mir an die sem Tag; ach, rate mir, ich trau dir feste und weiß, daß ich gar nichts vermag. Wo du, mein Gott, nicht mit mir bist, all Thun und Wert vergebens ist. 7. Den Anfang, Mittel und das Ende, ach Gott, mein Vater, bene8. Indessen, wenn sich auch mein Leben an diesem Tage enden sell, so will ich mich auch drein erge ben; versorge nur die Seele wohl, und mache es durch Christi Blut, mein Gott, mit meinem Ende gut. 3. Cafp. Wehel. 22. Besondere Berufslieder nach unterschiedenen Ständen. ( 1) Einer obrigkeitlichen stand, erbarm dich meines Lebens; kommt Weisheit nicht aus deiner Person. In eigener Melodie. 991. Hand, so ist mein Rat vergebens; drum such ich, Herr, in dieser großer Gott, der du Stunde der Weisheit Schaß aus sehr wohl verordnet haft auf Erden, daß sie von flugen Menschen soll mit Recht regieret werden; vor vielen bin auch ich 3. Laß über mich in Ruhe stehn erwählet und den Regenten zuges den Geist der Furcht und Stärfe; zählet, daß ich, dein untergebner laß mein Gemüt auf Weisheit Knecht, soll sprechen deinem Volke sehn; befördre meine Werte, und Recht. laß mich ja vor allen Dingen dir 2. Erleuchte du mir den Ver- lein gehorsam Herze bringen, das deinem Munde. Regiere mich, du göttlichs Licht, daß meine Tritte fehlen nicht. mit Besondere Berufslieder. mit ich hege allezeit das Recht und die Gerechtigkeit. 4. Vor Hoffahrt, Herr, beschirme mich, sie zeuget nur Verderben; die Obrigkeit kann sonderlich durch Demut Lob erwerben. Ach, laß mich Herz und Hände zähnen, wort gepredigt wird an unsern daß sie ja nicht Geschenke nehmen. Ort, daß wir in Friede leben, Drum bitt ich: Neige für und für nur mein Gemüt, o Gott, zu dir. da haben wir den Dank dafür der Obrigkeit zu geben. 5. Hilf, daß ich immer schaffe Recht den Armen und den Waisen und die Bedrängten möge nicht mit Worten bloß abspeisen; besonders pflege sie mit Treuen, daß mich nicht mög hernach gereuen, dieweil wirhalten das Gericht, Herr, dir, und bloßen Menschen nicht. 4. Daß Bater, Mutter, Weib und Kind mit Lieb und Tren verbunden sind, daß man kann ruhsam wohnen, das macht zur Zeit die Obrigkeit. Wer kann ihr das belohnen? 5. Wer wollte nun die Obrigkeit nicht herzlich lieben allezeit, wer 6. Die Lügner müssen nicht bei wollt dieselbe schelten? Doch wer mir, wahrhafter Gott, gedeihen; hilf, daß ich höre mit Begier der hart Bedrängten Schreien. Laß mich in deiner Furcht stets walten und dein Geseß so treulich halten, daß ich verrichte mit Verstand und Rat, wozu ich bin gefandt. 7. Ach Herr, gieb Fried und Sicherheit, daß wir fein christlich leben, zuvörderst auch in dieser Zeit nach deiner Gnade streben. Nun, was ich bitte, das laß kommen zu deiner Ehr und Heil der Frommen; ich bin dein Knecht und hoff auf dich. Herr, hör und hilf mir gnädiglich! 639 nem Rat als Götter selbst verordnet hat, der läßt uns flärlich sehen, daß gar kein Stand, Reich, Stadt noch Land ohn Herrschaft kann bestehen. 3. Daß uns das teure Gottes= ( 2) Der Unterthanen für die Obrigkeit. Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr. 992. Es herrschet ja in die jer Zeit kein König, Fürst noch Obrigkeit, die Gott nicht eingeseget. Drum recht und gut derselbe thut, der sie liebt und hoch schäßet. 2. Denn Gott, der sie nach seiaus Haß je thäte das, dem würd es Gott vergelten. 6. Ein frommer Christ soll Tag und Nacht Gott bitten, daß der Engel Macht die Herrschaft möge schüßen; denn diese kann ja jeder- mann mit Hilf und Beistand nüßen. 7. Gott ist es, der uns hält im Zaum durch Obrigkeit; drum gies ihr Raum, daß sie dich möge zwingen. Wer seine Pflicht hierinnen bricht, dem wird es nicht gelingen. 8. Die Schabung, Steuer, Schoß und Zoll, wenn dich die Herrschaft schüßen soll, muß sie auch von dir heben; hat Christus doch sich diesem Joch auch willig untergeben. 9. Leb aber still und sittiglich; vor Krieg und Aufruhr hüte dich, denn Gott pflegt anzusehen mit Strafe bald, die mit Gewalt der Herrschaft widerstehen. 10. O großer Gott, der du die Welt haft mit Regenten wohl bestellt, laß dir befohlen bleiben all Obrigkeit, daß Zauk und Streit sie aus dem Laude treiben. 993. 640 Besondere Berufslieder. ( 3) Gines Predigers und meiner lieben Herde, die ich verforgen soll. Seelsorgers. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu. 5. Laß mich mein Amt verwal993. Herr Sefu, meine Zu- ten mit höchstem Fleiß und Tren, bei, verlaß mich nicht; stärt mich, mein Gott, in dieser Stund, regier mein Herze, Zung und Mund. 2. Eröffne, Herr, die Herzensthür, zieh die Zuhörer selbst zu dir. versicht, steh du mir zu rechter Zeit anhalten mit Strafen ohne Scheu. Mein Helfer, stärke mich, des Lebens Weg zu bahnen durch Warnen und Er mahnen, durch Trösten kräftiglich. 6. Und wenn dann kommt die Gieb deinem Worte Macht Stunde, daß ich dich loben soll, und Kraft, gieb deinen Kindern so sei mit meinem Munde, auf Lebensfaft. 3. Hilf, daß mein Mund dein Lob ausbreit, gieb mir und deiner Christenheit Trost, Friede, Freud und Seligkeit zu deinem Preis in Ewigkeit. daß er geistesvoll es thue recht mit Kraft; dein Wort sei nicht vergebens, das edle Wort des Lebens, das so viel Segen schafft. 7. Verhüt, o Herr, in Gnaden, bei meinen Schäfelein, was ihnen fönnte schaden und dir zuwider Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 994. Mein Gott, dir will fein. G3 treibe sie dein Geist, ich singen von Her- daß sie mich gerne hören, wenn zen Lob und Dank, daß du zu ich will ihnen lehren, was recht hohen Dingen gefördert meinen und christlich heißt. Gang; dich rühm ich täglich, Herr, daß, eh ich bin geboren, du mich schon haft erforen zu deinem Prediger. 8. Laß sie zu Herzen faffen, o Gott, dein teures Wort, daß sie sich drauf verlassen im Glauben immerfort; auch in des Kreuzes Pein laß sie ja nicht vergessen, daß du hast abgemessen, wie viel des solle sein. 2. Nun, Herr, dies Amt zu führen, halt ich mich viel zu schlecht, wenn du nicht läsfest spüren mich, deinen armen Knecht, daß du bist 9. Laß sie auch Thäter bleiben stets bei mir mit deinen Geistes- und Hörer nicht allein; laß sie gaben; denn wenn ich die kann thun, wie sie gläuben und voll haben, dien ich mit Freuden dir. von Früchten sein; denn hierdurch 3. Gesegne mein Beginnen mit deiner Gnadenhand; erleuchte mir die Sinnen, damit ich den Verstand der unverfälschten Schrift flar, hell und deutlich faffe, hingegen aber hasse der Keßer Schwarm und Gift. wird erst fund, wenn man die Frucht gelesen, ob auch der Baum gewesen frisch, tauglich und gesund. 10. O treuer Gott, regiere mich selber auch zugleich, daß ich mein Amt so führe, damit mein Thun gereich allein zu deiner Ehre und Wohlfahrt meiner Herde; gieb, daß gefunden werde bei mir Trost, Straf und Lehr. 4. Begabe mich von oben, daß ich dein teures Wort, troß aller Feinde Toben, so lehr an meinem Ort, damit dasselbe wohl 11. Hilf, daß ich nicht entbrenne und recht verstanden werde von von Eifer dergestalt, daß ich mich felbſt Besondere Berufslieder. 641 felbft faum fenne, noch suche mit uns ein durch falscher Lehrer IrGewalt, was man durch Freund- ren, dein Wort, das wir so tlar und lichkeit kann von den Schafen rein besißen, zu verwirren; der haben; doch gieb des Eifers Ga- heilge Lehrstand wird ein Spott; ben, o Gott, zu rechter Zeit. es höhnen die Verächter Gottes 12. Laß weder Gunst noch Dräuen Wächter; sei bu, o treuer Gott, mich von dir wenden ab; laß mich ihr mächtiger Verfechter! die Welt nicht scheuen, sollt ich den Bettelstab gleich nehmen auch zur Hand. Dir will ich dies mein Leben, ja Leib und Seele geben, o treuer Gott zum Pfand. 13. Und sollt ich gleich auf Erden, wie die Welt öfters thut, mit Macht verfolget werden, so gieb doch einen Mut, der solches mit Geduld kann fröhlich überwinden, bis ich kann Rettung finden, Herr Gott, durch deine Huld. 3. Wie würden wir dein heilges Wort zu unserm Besten lernen? Wie könnten wir des Satans Mord von unsrer Seel entfernen, wenn deiner Boten treuer Mund uns nicht mehr sollte lehren, noch wir hören, wie Gott von Herzensgrund zu fürchten und zu ehren? 4. Du frommer Gott, den hellen Schein, den uns dein Wort zusendet, laß nimmer bei uns duntel sein, nicht sein von uns gewendet. 14. Laß doch sein mein Gewis- Dein Wort ist unser Lebenslicht, sen von groben Sünden frei, und auf welches wir hinschauen voll mich stets sein beflissen auf Tu- Vertrauen, auch alle Zuversicht gend mancherlei. Mein Thun auf diesen Grundstein bauen. sei wohlgethan; mein Leben und 5. Die Lehrer, die du reichlich mein Lehren laß nimmer sich ab- haft mit Segen ausgeschmücket fehren von deines Wortes Bahn. und sie zu unsrer Seelen Raſt 15. Nun, Herr, mert auf mein sehr häufig ausgeschicket, erhalt, Flehen, so ich jest bringe für; o Herr, bei deiner Lehr, daß sie laß es mir so ergehen, wie ich ge- dein Haus zurichten und ohn Tichbeten hier. Verleihe Kraft und ten sich dir je mehr und mehr zu Mut, daß ich hier freudig streite, deinem Dienst verpflichten. dein teures Lob ausbreite. Hilf, o mein höchstes Gut! Joh. Rit. ( 4) Der Zuhörer für die Lehrer. Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jeju. 995. Ach hör, o großer Gott, ach hör, warum 6. Verleih uns deine Gnad, Herr Christ, daß diese Lehre bleibe und jeder, der noch sicher ist, fie in sein Herz einschreibe. Gieb, daß die Lehrer nicht allein das reine Wort vorbringen, sondern dringen ins Herzens Grund hinein, wir zu dir schreien, es gilt so wird ihr Amt gelingen. nicht Reichtum, Gut und Ehr, dies kann uns nicht erfreuen; der Seelen Heil, das höchste Gut wollst du uns nicht versagen; Herr, wir flagen, daß unser Herz und Mut beinah beginnt zu zagen. 2. Der Hölle Reich stürmt auf 7. Gieb auch, daß, wo man Keßerei und falschen Tand vorträget, dein Wort von nun an ohne Scheu recht feste werd ge= leget; dann wird man allenthalben sehn die Frucht von deinem Samen. Deinen Namen laß durch die Besondere Berufslieder. 7. Drauf will ich freudig lehren die Jugend, wie ichs kann; Gott ( 5) Eines Schullehrers. wird mein Beten hören, mein Mel. Aus meines Herzensgrunde. Werk auch sehen an. Bin ich 996. Gott, der du unverho- gleich hier nur flein, muß wenig len mit deiner Vater Dank auch haben, so werden Gottes hand das Lehramt mir befohlen, Gaben doch groß im Himmel sein. und mich in diesen Stand gefeßet, daß ich soll die Jugend unters Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. richten in allem guten Wiffen; 997. Jeju, großer Kinder Joh. Rift. ist freund, du's haft in deinen Tagen mit den Kindern gut gemeint und sie heißen zu dir tragen: Hier find deine Kinderlein, laß sie dir empfohlen sein. richten ihren Lauf. 2. Steur dem Teufel und der Welt, welche dieses wollen wehren, weil es ihnen nicht gefällt, 3. Wie soll ichs nur beginnen? daß sie sich zu dir bekehren und Reicht aus denn mein Verstand? nach ihrer heilgen Tauf zu dir Die Kräfte, die zerrinnen; ist schwach nicht Herz und Hand? 3. Nimm sie doch auf deine Arm, MeinGott, ich suche dich, giebWeis die vor dir versammelt stehen; heit, Kraft und Stärke, gesegne ach, Herr Jesu, dich erbarm, laß meine Werke undhilfmirgnädiglich. nicht eins verloren gehen; drücke 4. Laß mich die liebe Jugend in fie an deine Brust, daß sie schmekdeiner Furcht mit Fleiß erziehen ten Himmelslust. und zur Tugend so reizen, daß 4. Herzens- Jefu, herze sie mit dein Preis durch sie mag ferner der liebevollen Rechten; laß sie gehn; laß sie die Sünde meiden, verdiente Strafe leiden und in Gehorsam stehn. dorten wie allhier, stehen unter deinen Snechten und gieb deine treue Hand ihnen drauf zum Unterpfand. 642 die Welt ergehn! Ach Herr, er hör uns! Amen. 2. Zu dir will ich mich wenden, dich fleißig rufen an, daß du mir wollest senden das, was mir helfen kann, wenn ich bemühet bin, bie Jugend recht zu lehren, wie man dich, o Gott, ehren und loben foll fortan. 5. Laß sie zur Weisheit kommen und dich erkennen wohl; denn das 5. Süsse sie aufs freundlichste wird ihnen frommen, so daß sie, mit dem Kusse deines Mundes; glaubensvoll und grober Sünden tilge alles Sündenweh durch das frei, mit Freud und Lust studieren Blut des neuen Bundes; dein und sich ja nicht verführen lassen zur Büberei. himmlischer Liebeskuß sei ihr ewiger Genuß. 6. Laß meine Schüler lernen, was nüß- und rühmlich ist und ihr Herz kann entfernen von Bosheit, Trug und List. Hilf, daß ich sehen mag, daß sie dich findlich scheuen, und wie sich ihrer frenen die Eltern alle Tag. 6. Lege ihnen am Altar deine Hände auf im Segen; reich den Geist auch ihnen dar, der sie führ auf allen Wegen, aus der argen bösen Zeit zu der felgen Ewigkeit. Mart. Hensel. 998. Besondere Berufslieder. ( 6) Der Lernenden in der Schule. Mel. Herr Christ, der einge. 998. Gott, unserBater, oben, Gott Sohn, heiliger 643 8. Die Eltern laß erleben an uns viel Ehr und Freud; laß uns nicht sein gegeben zu ihrem Herzeleid. Herr hilf, laß wohlgelingen, damit wir dir lobsingen hier Geist, du bist es, den wir loben und in Ewigkeit! und bitten allermeist, laß uns( 7) Christlicher Hausväter doch wohl erkennen, was uns vont und Hausmütter. dir kann trennen, was gut und Mel. Es ist das Heil uns kommen. böſe heißt. 999. Herr Gott, wir wollen 2. Es ist ja unser Trachten nur böse von Natur; denn wir gar leicht verachten, was dir gefällig nur, da wir doch sollten leben fromm, sittsam und nachstreben der edlen Tugend Spur. mit dem Mund jetzt deinen Namen preisen und dir zugleich aus Herzensgrund Dank, Lob und Ehr erweisen, daß du uns hast in diesen Stand gefeßet und mit milder Hand darin bis her erhalten. 3. Du hast zwar treue Lehrer uns gnädiglich beschert, die uns, als ihre Hörer, auch halten lieb und wert; nichts aber hilft ihr Lehren, wirst du nicht das ges währen, was man von dir begehrt. 4. Laß uns die Tugend lieben, gieb ein gehorsam Herz, daß wir die nicht betrüben, die uns mit vielem Schmerz in deiner Furcht erziehen und mit so viel Bemühen uns führen himmelwärts. 5. An Alter, Weisheit, Gnade laß uns so wachsen doch, damit uns nicht belade der Sünden schweres Joch; laß uns die Thorheit haffen, Kunst, Lehr und Tugend fassen und lernen immer noch. 6. Ein ärgerlich Erempel laß uns verführen nicht; es sei in uns ein Tempel für dich stets aufgericht. Drum hilf die Wollust zähmen und uns zu Herzen nehmen der frommen Schüler Pflicht. 7. Laß uns auf dieser Erden den Lehrern in der Schul doch nicht undanfbar werden, die auf der Weisheit Stuhl mit höchstem Fleiß uns segen; es dürfte sonst verlegen uns dort der Hölle Pfuhl. 2. Ach Herr, es hilft kein Fleiß noch Müh, kein spätes Schlafengehen; und wenn wir gleich in aller Früh mit Sorg vom Schlaf aufstehen, so ist doch solches all's umsonst, es lieget bloß an deiner Gunst, du giebsts den Deinen schlafend. 3. Drum gieb uns Gnade und Verstand, Gesundheit, Kraft und Stärke; regiere selber unsre Hand, befördre unsre Werke, du selber unser Haus beschick, verhüte alles Ungelück und was uns bringet Schaden. 4. Gieb, daß wir Kinder und Gefind zu deiner Furcht hinführen und sie vernünftig und gelind, wie dirs gefällt, regieren; daß wir und unser ganz Geschlecht fromm sei, gottsfürchtig und gerecht und dabei stets verbleibe. 5. Vor Geiz und Falschheit uns behüt, laß uns niemand betrügen; gieb uns ein christliches Gemüt, das sich läßt gern begnügen; laß uns, was du durch unsern Fleiß bescherest, ja zu deinem Preis mit Dankbarkeit gebrauchen. 41* 1000, 644 Besondere Berufslieder. In voriger Melodie. 1000. Herr Jesu Christ, wollst Glück und Heil zu unsrer Nahrung geben und schenk uns gnädig unser Teil in diesem kurzen Leben; doch halt deine Sulamith zu sein. darinnen Maß und Ziel und gieb uns ja nicht allzuviel, daß wir uns nicht erheben. 2. Deine nimmer falsche Tren ist mein Himmel auf der Erden; deine Huld wird täglich neu und kann nicht gemindert werden; ach, wie sollt ich mich nicht fremn, 3. Nimm mein Herz und alles hin, ich bin deine, du bist meine; schreibe dich in meinen Sinn, du, mein Jesus, du alleine; ich im Glauben deine Braut, dir, mein Bräutigam, vertraut. 4. Doch weil du mir auch noch hier einen Bräutigam ersehen, nehm ich ihn allein von dir; denn vom Herren ists geschehen, der die 3. Vor diesem Fresser uns be- Herzen also lenkt und ein Herz wahr, auf daß er uns nicht zwinge, dem andern schenkt. noch unser Haus und Nahrung 5. Laß mein erstes Opfer sein gar in seinen Rachen bringe, als das Gebet vor deinem Throne, vielen Thoren widerfahrn, die daß dein heller Gnadenschein unter nicht gewollt das Ihre sparn, noch uns im Segen wohne; denn der dich vor Augen haben. Ehstand muß allein durchs Gebet geheiligt sein. 4. Herr, gieb uns, was uns selig ist, mehr wolln wir nicht begehren, und hilf, daß wir ohn Hinterlift uns fein aufrichtig nähren und jederzeit der Gaben dein recht brauchen und zufrieden sein mit dent, was du bescherest. 5. Ei, Herr, gieb nur die Seligfeit, das ist das allerbeste; wir sind doch hier nur kleine Zeit nicht anders wie die Gäste; eh mans versieht, sind wir dahin, doch wohl dem, der in seinem Sinn ist auf dein Wort gestorben. ( 8) Christlicher Brant- und Eheleute. Barth. Ringwald. 8. Hast du diesen Stand gestift, so laß ihn uns also führen, daß man nichts an uns betrifft, was kann deine Huld verlieren, bringt die Mel. Jesus, meine Zuversicht. 1001. Freund der Seelen, Eh auch Weh mit sich: WunderBräutigam, der mich lich nur seliglich! je und je geliebet und in reiner 9. Nun, so tret ich zum Altar, Liebesflamm mir sein Herz zu es geschieht in Jesu Namen; stell eigen giebet, ach wie sollt ich nicht dich uns zum Segen dar, sprich allein, Jefu, dir verbunden sein. zu unserm Ja dein Amen: unser 2. Gieb uns auch nicht zu wenig Brot, giebs uns in rechten Maßen, auf daß wir nicht in großer Not die rein Gebot verlassen, noch von dem Wuchrer dürfen was aufborgen, der das beste Gras auf fremden Wiesen mähet. 6. Der du selbst die Liebe bist, laß mich ihn nun also lieben, daß sein Bild zu aller Frist in mein Herze sei geschrieben und auch nicht ein Wink geschieht, der nicht stets auf Liebe sieht. 7. Neige du sein Herz zu mir, wie du liebest die Gemeine, daß auch dies Geheimnis hier in uns beiden recht erscheine; laß ihn mein, mich seine sein, schlage Händ und Herze ein. Besondere Berufslieder. 645 Ehstand grüne hier, bis er bor- Mel. Vater unser im Himmelreich. ten blüht vor dir. venj. Schmole. 1003. Gott, der du mit eigner Hand tut Mel. Wenn wir in höchsten Nöten. Baradies den edlen Stand der 1002. Gott, der du alles Gh haft eingeſeßet wohl, daß wohl bedacht, die gute Ordnung auch gemacht, daß in der Ehe Mann und Weib vereinigt sein, ein Fleisch und Leib: man in solchem leben soll nach deinem Willen, und auch wir gesebet sind darein von dir: 2. Wend ab des Satans Macht und List, als der ein Feind der Ehe ist, daß der unreine Geist ja nicht bei ihnen Zank und Haß anricht. 3. Hilf, daß von ihnen stets mit Fleiß in ihres Angesichtes Schweiß die Arbeit werde fortgesetzt und das Gewissen nicht verletzt. 2. Wir danken dir aus Herzensgrund, Herr Zebaoth, in dieser Stund und bitten dich im Glauben frei, daß ja dein Segen bei uns sei; denn wer den Gatten liebt und ehrt, dem ift ein großes Glück beschert. 3. Laß uns in dieser argen Zeit zu fürchten dich stets sein bereit; die Gottesfurcht ist ja der Schaß, der für den Himmel machet Plaß. Wer diesen Schaß erwirbt allein, des Same soll gesegnet sein. 4. Gieb, daß sie oft einmütiglich mit Beten kommen, Herr, vor dich und rufen dich um Segen an, auf daß ihr Werk sei wohl gethan. 5. Wenn sie auch drückt des Kreuzes Last, so laß sie denken, daß du hast zur Hilf und Trost durch deine Hand selbst eingesebet diesen Stand; 5. Dieweil auch, Herr, in die6. Damit Zucht, Treu und Einigkeit erhalten werde jeder- ser Welt vor allen Dingen dir ge= zeit, wenn Eltern Schand und fällt, wenn in der Eh ein frommer Sünde fliehn und fromme Riu- Christ mit seinem Gatten einig der auferziehn; ist, so hilf, daß auch zu jeder Zeit wir hegen Fried und Einigkeit. 6. Laß unsrer feuschen Liebe Frucht bekleidet sein mit Ehr und Zucht, damit ohn alle Trügerei der Tugend Wirkung um uns sei; es führ uns deine Gnadenhand, daß wir nicht üben Sünd und Schand. 7. Daß alle Eheleute nun nach solchem deinem Willen thun und haben ein erwünschte Eh ohn Herzeleid und alles Weh. 8. Drum bitten wir, o Vater, dich, regiere sie selbst gnädiglich, daß sie in wahrer Heiligkeit zubringen ihre Lebenszeit. 4. Verleihe doch, daß wir hinfort uns halten stets zu deinent Wort und stehen als ein frischer Baum, der an des süßen Wassers Raum zu seiner Zeit bringt gute Frucht, so, daß kein Blättlein nimmt die Flucht. 9. So werden sie ihr Leben lang dir freudig also sagen Dank. Gott Vater, Sohn und heilger Geist, sei hier und ewig dort gepreist 7. Ach Herr, laß dir befohlen sein die uns bescherten Pflänzelein, die Kinder, so nach deinem Rat uns deine Hand geschenket hat; hilf, daß wir ja dieselben sehit 646 Besondere Berufslieder. sehn den Pfad der wahren Tugend Troft und Rat; laß selig sterben gehn. uns zugleich und führ uns in sein 8. Gieb ihnen ein gehorsam Herz, Freudenreich. Joh. Rift. daß sie nicht weichen hinterwärts; Mel. Wenn wir in höchsten Nöten. erhalte fie frisch und gefund; dein 1004. Wohl dem, der Gott ihrem von liebt auf daß sie werden alt und klug, und sich zu seinem Dienst ergiebt. auch haben Ehr und Guts genug. der in des Herren Wegen geht, auf keine Bosheit sich versteht. 9. Dein Segen komm auf unser Haus; der Nahrungsmangel flieh 2. Wohl dir, wohl dir, du hast hinaus; gieb uns die Kleidung es gut! Nichts ist, was dir leicht und das Brot. Stehst du nur schaden thut; du nährest dich in bei uns in der Not, so lebt kein deinem Stand hinfort der Arbeit Teufel noch Tyrann, der unsrer deiner Hand. Wohlfahrt schaden kann. 3. Wie eine Rebe trägt viel Wein, 10. Bewahr uns, Herr, Haus, so wird dein Weib auch fruchtHof und Gut vor Flammen, Sturm bar sein; die Kinder auch fein und Wasserflut, vor Hagel, Don- jung und frisch, wie Ölbaumzweig ner, Krieg und Best, und was uns um deinen Tisch. sonst verderben läßt. Ach Herr, 4. So segnet Gott denselben es ist ohn deine Gunst all Arbeit, Mann, der ihn um Segen rufet Müh und Fleiß umsonst. an, der seine Hoffnung auf ihu 11. Regier auch unser Hausgebaut und ihm von Herzensgrund find, daß es gehorsam und ges vertraut. schwind in seinem Thun, daneben treu, vor allem dir ergeben sei; vor Lügen, Diebstahl, Trug und Lift behüte sie zu jeder Frist. 5. Gott wird dich segnen fort und fort aus Zion durch sein edles Wort, auf daß du seheft in der That das Glück, daß ein Kind Gottes hat. 12. Ist denn dein Will, o Gott, bedacht, zu zeigen uns die finstre Nacht des Kreuzes, Trübsal und Gefahr, alsdann verstoß uns nicht so gar; gedenke nicht der alten Schuld; verzeih uns, Herr, und gieb Geduld. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten. 13. Laß Wollust, Ehre, Geld und 1005. Wohl dem, der in Gut ja nicht beherrschen unsern Furcht Mut; denn was ist Wollust, Gut und auch auf seinen Wegen geht; und Geld? Es bleibt doch alles in dein eigen Hand dich nähren soll, der Welt; laß trachten uns in dieser Zeit vor allem nach der Seligkeit. so lebst du recht und geht dir wohl. 2. Dein Weib in deinem Haus wird sein ein Reben voller Traus 14. Nun, Gott der Vater, laß ben fein, und deine Kinder um den uns nicht; der Sohn zeig uns sein Tisch, wie Ölpflanzen, gesund Angesicht; der Geist regier uns und frisch. früh und spat, schenk uns in Nöten! 3. Sieh, solch ein Segen hängt dem 6. Dir giebt er auch der Freuden viel, verlängert dir des Lebens Ziel; er reißt dich nicht hinweg geschwind, er läßt dich sehen Kindestind. Besondere Berufslieder. 647 dem an, wenn lebt in Gottesfurcht Herz, Seel und Geist daneben, ein Mann; ihn läßt der alte Fluch so gnädiglich gegeben. und Zorn, den Menschenkindern angeborn. 4. Aus Zion wird Gott segnen dich, daß du wirst schauen stetiglich das Glück der Stadt Jerusalem, vor Gott in Gnaden angenehm. 4. Behüte mich zu Tag und Nacht vor Sorgen, Furcht und Schref= fen; es müsse mich der Engel Wacht auf dein Geheiß bedecken. Bezwing, o Herr, durch deine Stärk auch Satans Grimm und Wüten; beschüße deiner Hände Werk, ihm kannst du ja gebieten, mich und die Frucht behüten. 5. Gieb meinem Kinde eine Seel, die fein sei von Verstande, daß sie den Tugendweg erwähl, ver= meide Sünd und Schande. Gieb ihm auch einen frischen Leib, du fannst der Schwachheit wehren. Und wenn ich armes schwaches Weib mein Kindlein soll gebären, so hör auf mein Begehren. 6. Wenn Stund und Zeit vorhanden ist, so stärke mich in Gnaden; entbinde mich zur rechten Frist, behüte mich vor Schaden; gieb zur Geburt viel Mut und Straft, Herr, lindre mir die Schmer zen; du bist es, der mir Hilfe schafft, das bitt ich dich von Herzen, ohn Heuchelei und Schmerzen. 7. Wenn nun das liebe Kindlein ist gesund zur Welt gekommen, so laß es, o Herr Jefu Chrift, doch werden aufgenommen in deinen Tauf- und Gnadenbund, der uns macht geistlich leben; dann soll, o Gott, mein Herz und Mund stets deine Güt erheben, viel Preis und Dank dir geben. 5. Fristen wird er das Leben dein und stets mit Güte bei dir sein, daß du wirst sehen Kindesfind, und daß Israel Friede findt. 6. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, samt heilgem Geist in einem Thron, die ihm auch also sei bereit, von nun an bis in Ewigkeit. D. M. Luther. ( 9) Einer schwangern Frau. Mel. Christ unser Herr, zum Jordan, oder: Es woll Gott uns genädig. 1006. Von ganzem Herzen dank ich dir, so lang ich bin am Leben, o treuer Vater, daß du mir hast Leibesfrucht gegeben. Ach, stärke sie durch deinen Geist und laß sie gnädig schreiben ins Himmelsbuch, das Christus heißt, daß sie ohn Hintertreiben dein liebes Kind mag bleiben. 2. Zwar ich und meine Leibes frucht sind ungeratne Stinder; doch nehm ich, Herr, zu dir Zuflucht; laß doch uns arme Sünder durch Christi Wunden werden rein! Du wollest Gnade brauchen und lassen uns so selig sein, daß wir vor deinen Augen noch etwas mögen taugen. ( 10) Einer Frau bei ihrem Kirchgange. 3. Du wirst auch, Herr, im Mutterleib jetzt meine Frucht versorMel. O daß ich tausend Zungen. gen, denn sie, so wie ich armes 1007. Gott Lob, ich schließe Weib, find dir ja nicht verborgen; meine und dein Hand hat sie gebildet ganz, preise meines Gottes Kraft; ich ihr Odem, Geist und Leben, des habe Gott ein Wort versprochen, Leibes Form, der Augen Glanz, der neues Leben in mir schafft: Wird 648 Besondere Berufslieder. Wird er mir Rat und Trost ver- daß ich sie, wie du willst und leihn, so soll mein Herz sein heißst, in deiner Furcht erziehe. Opfer sein. 2. Ich komme, meines Lebens Leben, und sage dir, mein Schöpfer, Dant. Da tausend Schmerzen mich umgeben und schon der Tod zum Herzen drang, so haft du mich so sehr erquickt, daß mich mein Kreuz nicht gar erdrückt. 3. Nun, deine Magd wird solches preisen und ewig dafür dienstbar sein; doch wirst du mir noch mehr erweisen und meinem Kinde Kraft verleihn, daß es in deinem Bunde bleibt, und dein Geist solches immer treibt. 4. Gieb ihm das Wachstum deines Sohnes, bei Gott und MenMel. In dich hab ich gehoffet. schen Huld und Gnad. Der Flü 1009. frommer Gott, ich es danke dir, daß du so liebe Eltern mir aus Gnaden haft gegeben, und noch zur Zeit sie mir zur Frend erhalten bei dem Leben. bereits beschattet hat, bedeck es, wo es geht und steht, bis es zum Himmel werd erhöht. 5. Ja, du bist aller Kinder Vater, dein Sohn ist aller Kinder Freund; sei du nun ferner mein Berater, daß, wenn dein letzter Tag er scheint, ich und mein Kind dort vor dir stehn und dir zu deiner Rechten gehn! Benj. Schmold. 3. Gieb Nahrung und Gesund: heit bei auf mein und ihrer Seiten, daß jedes dir zu dienen ſei gewillt zu allen Zeiten und, wenn wir von der Erde gehn, auch dort mit deinen Engeln stehn, in Freuden ewig leben. 4. Herr, nimm du meine Seufzer an, laß fie doch sein erhöret, daß auch durch meine Kinder kann dein Name sein geehret, und ich auch könne sagen dort: Was du mir gabst an meinem Ort, hab ich, Herr, nicht verloren! ( 12) Der Kinder für ihre Eltern. 2. Verzeihe mir die Missethat, die dich und fie beleidigt hat; laß mich es nicht entgelten, daß ich, mein Gott, auf dein Gebot ge= achtet hab so selten. 3. Gieb mir ein Herz, das dankbar sei und meiner Eltern Eifer scheu, nichts thu, was ihn erreget, auch nimmermehr sich ihrer Lehr ( 11) Christlicher Eltern für ihre Kinder. Mel. Nun freut euch, lieben Christen. 1008. Jh danke dir von aus Bosheit widerleget. Herzensgrund, du 4. Laß mir oft kommen in den Vater aller Seelen; ich sing dir Sinn, wie sauer ich der Mutter mit erfreutem Mund, will deine bin von Anfang her geworden, Güt erzählen, die ich empfangen und wie für mich der Vater sich hab von dir, daß du so liebe Kin- bemühet aller Orten. der mir beschert durch deinen Segen. 5. Gieb meinen Eltern Fried 2. Herr, halt du sie in deiner und Ruh, es decke sie dein Segen Hut, und laß mich wohl beden- zu, hilf ihr Kreuz ihnen tragen; ken, was das sei für ein Liebes- behüte sie doch spät und früh vor gut, das du mir wollen schenken. Trübsal, Angst und Plagen. Gieb mir und ihnen deinen Geist, 6. Und wenn dahin ist ihre Zeit, fo Besondere Berufslieder. 649 so führ sie aus der Sterblichkeit führ die Seufzer himmelwärts hinauf zum Reich der Ehren. und erfülle das Verlangen; ja den Ich bringe dir viel Lob dafür, Namen, den wir geben, schreib wenn du mich wirst erhören. ins Lebensbuch zum Leben. ( 13) Der Gevattern für Nach der Taufe. ihre Baten. Vor der Taufe. Mel. Liebster Jesn, wir sind hier. 1011. Nun Gott Lob, es ist Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 1010. Riebster Jesu, wir ſind nachzuleben; dieseskindlein kommt zu dir, weil du den Befehl gegeben, daß man sie zu Christo führe, denn das Himmelreich ist ihre. vollbracht und der hier, deinem Worte Bund mit Gott geschlossen; was uns rein und selig macht, ist auf dieses Kind geflossen; Jesus hat es eingesegnet und mit Himmelstau beregnet. Geist ist eingefloffen und der Himmel aufgeschlossen. 2. Sa, es schallet allermeist die- 2. O du dreimal selges Kind, ses Wort in unsern Ohren: Wer vom Dreieinigen geliebet, dem durch Wasser und durch Geist der Vater sich verbindt, dent der nicht zuvor ist neugeboren, wird Sohn das Leben giebet, dem der von dir nicht aufgenommen und in Gottes Reich nicht kommen. 3. Darum eilen wir zu dir, nimm das Pfand von unsern Armen; tritt mit deinem Glanz hertür und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Stind hier auf Erden und im Himmel möge werden. 4. Wasch es, Jesu, durch dein Blut von den angeerbten Flecken; laß es bald nach dieser Flut deis nen Purpurmantel decken; schenk ihm deiner Unschuld Seide, daß es sich in dich verkleide. Benj. Schmold. 7. Nun, wir legen an dein Herz, was von Herzen ist gegangen; 3. Ach, was könnte größer sein, als die Kindschaft Gottes haben? Dieser helle Gnadenschein übersteiget alle Gaben; dieses ist des Himmels Spiegel, dieses ist des Lebens Siegel. 4. O wie rein und o wie schön hat dich Christi Blut gebadet! Also kann dein Schmuck bestehn, wenn dich Gott zur Hochzeit ladet; womit Adam dich beflecket, das hat Jesus zugedecket. 5. Nun, so denk an diesen Bund, 5. Mache Licht aus Finsternis, feß es aus dem Zorn zur Gnade; so lang du den Atem hegest, daß heil den tiefen Schlangenbiß du auf den festen Grund deinen durch die Kraft im Wunderbade; Christenbau stets legeft. Wer laß hier einen Jordan rinnen, so vergeht der Ausfaß drinnen. 6. Hirte, nimm das Schäffein an; 6. Laß aus deinem Herzen nicht, Haupt, mach es zu deinem Gliede; dem du dich hast zugesprochen; Himmelsweg, zeig ihm die Bahn; folge nicht dem Bösewicht, sonFriedefürst, schenk ihm den Frie- sten wird der Bund gebrochen; den; Weinstock, hilf, daß dieser Nebe tritt in Christi Kraft mit Füßen auch im Glauben an dir flebe. ihn mit seinen Hindernissen. sich läßt auf Jesum taufen, muß in Jesu Wegen laufen. 7. Werde fromm und wachse groß, werde deiner Eltern Freude, und 650 Besondere Berufslieder. und dein jezt erlangtes Los der die Witwen ängsten kann, tröste dich in allem Leide; deine bis der höchste Gott das Ende Taufe sei die Thüre, welche dich zum Himmel führe. und den Witwen Hilfe sende. 6. Witwen sind in Gottes Armen, Waisen sind in Gottes Schoß; ihrer will er sich erbarmen, wär die Not auch noch so Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. groß; ein solch ungerechter Mann 1012. Nichts betrübters ist tastet Gottes Auge an, der die Benj. Schmeld. ( 14) Witwen- und Waisenlieder. auf Erden, nichts armen Waisen drücket und der kann so zu Herzen gehn, als Witwen Herz bestricket. wenn arme Witwen werden, 7. Wenn sie bleiben in den wenn verlaßne Waisen stehn ohne Schranken, darin Gott sie hat Bater, ohne Mut, ohne Freund gestellt und von ihm nicht werden und ohne Gut. Witwen find wanfen, weil er sich zu ihnen hält, verlaßne Frauen, wer will auf sollen sie im Himmelsschloß wer= die Waisen schauen? den alles Stummers Los; dort 2. Wo die Zäune sind zerlücket, soll nicht mehr, wie auf Erden, jedermann hinüber steigt; auch Witwennot gehöret werden. ein Kind die Früchte pflücket, da M. Mich. Hunold. die Äste sind gebeugt. Wo die Mel. Warum betrübst du dich, mein. Mauern sind zerspalt, da findt 1013. sich der Feind gar bald; wem der Schirm und Schatten weichet, so deine Hand mir zugeschickt, den die Hiße bald erreichet. weil meine Eltern mir der Tod, nach deinem weisen Rat, nur allzufrüh genommen hat. 3. Also müssen stets die Armen Teiden lauter Ungemach; ihrer wenig sich erbarmen, Witwen schreien Weh und Ach über den, der sie oft preßt und in Nöten stecken läßt. Waisen müssen sich nun schmiegen, andern untern Füßen liegen. 2. Weil ich denn arm und elend bin, in meiner Not weiß nirgend hin, so stehe du mir bei und ſei anstatt des Vaters mir, mein Zuflucht steht allein zu dir. 3. Drück in mein Herze feste 4. Also muß es hier ergehen in ein die Gottesfurcht, so werd ich der Welt auch mir und dir; Wai- sein glückselig hier und dort; bin sen müssen traurig stehen; Wits ich in Gnaden nur bei dir, so wen müssen leiden hier; denn frag ich nichts nach allem hier. wie könnte Gott denn mein und der Deinen Vater sein? Sonst ja wäre Gott nicht Richter und der Waisen- Sachen Schlichter. 4. Von dir allein kommt alle Gab. Ach, schicke mir Verstand herab durch deinen guten Geist, daß ich mit wohl bedachtem Mut 5. Zwar der armen Witwen erwähle allzeit, was ist gut. Grämen scheint den Menschen oft 5. Beschüße mich auch, o mein nicht groß; dennoch dringen ihre Gott, in Kreuz, Verfolgung, Thränen bis zu Gottes Sternen- Angst und Not, in Seel- und schloß; schreien über solchen Mann, Leibsgefahr. Laß mich durch deiGott, ein großes Leid mich drückt, Besondere Berufslieder. 651 deine Engelwacht behütet sein bei Schaden kann entstehen. Laß. Tag und Nacht. 6. Ach Gott, ich bitte ferner weit, beschere mir doch allezeit 5. Gesundheit, Kraft und Stärk ein Stücklein täglich Brot. Du gieb mir, daß ich mein Werk wirst für den wohl wissen Rat, kann nach Gebühr vollbringen. den deine Hand erschaffen hat. Laß mich nach Tugend ringen 7. Du hörest ja der Raben und neben andern Gaben Vers Stimm; drum deines Kindes Bitt stand und Klugheit haben. vernimm, ach höre väterlich! Gieb Kleider, Unterhalt und Brot, so viel mir ist zum Leben not. 6. Dem allen, was ich thu, gieb deine Gnade zu; auf allen meinen Wegen verleih mir deinen Segen, daß alle meine Thaten mir mögen wohl geraten. 8. Jch werfe alle Sorg auf dich, du, mein Gott, wirst versorgen mich; du wirst es machen wohl, daß Lob und Dank ich werde dir deswegen sagen für und für. 7. Ach Gott, eins bitt ich noch: Ein allzuschweres Joch wollst du mir nicht zusenden, daß ich noch 9. Bricht denn mein Lebensziel fann anwenden ein Stündlein herein, so laß ein Himmelskind dir zu Ehren; Gott, du wirst mich sein. Wenn ich erlange mich erhören. dies, so bin ich frei von aller Qual, die mich hier trifft im Sammerthal. ( 16) Eines christlichen Soldaten. Vor dem Streit. Mel. Ein feste Burg ist unser. ( 15) Eines christlichen Dienstboten. Mel. Auf meinen lieben Gott. 1015. Wo Mohl auf, o Herre 1014. Gott, durch deine Zebaoth, du Gott von großen Thaten, der du den Hand führ mich in Deinen weißt in Not zu helfen und zu raten, ich bitt und flehe dich, hilf mir auch gnädiglich in der Gefährlichkeit, da ich jetzt in den Streit an meinen Feind soll gehen. mich ja nichts begehren, so mein Herz tann beschweren. meinem Stand, darin du mich bestellet, damit, was dir gefället, mit gutem Fleiß und Willen ich möge stets erfüllen. 2. Verleihe, daß ich nicht vers geffe meine Pflicht; laß ohne Wi- 2. Herr, gieb mir einen Heldenberbellen mein Werk mich wohl mut, daß ich der Feinde Dräucn, bestellen; laß mich doch thun in die durstig find nach meinem Blut, allem nach deinem Wohlgefallen. nicht fürchten mag, noch scheuen. 3. Hilf, daß ich lasterfrei und Wenn du mir hilfst, mein Gott, stets gehorsam sei dem Herren so hat es gar nicht Not; denn und der Frauen, die mir ihr Thun du in einer Nacht des Feindes vertrauen; laß mich zu ihrem größte Macht wohl einstmals Frommen sein in den Dienst ge- haft zernichtet. nommen. 3. In deinem Namen wollen 4. Gieb Gnade, daß ich treu, wir den Kampf getroft antreten fromm, feusch und redlich sei, und rücken zu dem Streit herfür und lasse nichts geschehen, draus mit Seufzen und mit Beten. Auf Wafe 652 Besondere Berufslieder. Waffen oder Pferd, auf Spieße Feind unterliegen; drum ist der und auf Schwert verlassen wir Feinde Toben so plößlich auch uns nicht; all unsre Zuversicht verstoben. ist bloß auf dich gericht. 4. Nun, Herr, ich freue mich, ich komm und preise dich; ich danke dir von Herzen, daß du die Not und Schmerzen, die hätten können kommen, von uns 4. Herr, lasse uns doch glücklich sein, den Feind hinweg zu schlagen, und jage ihn ins Nez hinein mit seinem Roß und Wagen; ins Nebe, das sein Rat uns aufge- ganz weggenommen. stellet hat, daß er erfahre nun, 5. Sei hochgelobt, o Gott, o was du, o Gott, kannst thun, du Herr Zebaoth; weil du uns wenn man auf dich vertrauet. hast erhoben, so müssen wir dich 5. Ob schon das Schwert mit großem Truß die Feinde auf uns wegen, wird es uns doch durch deinen Schuß nicht treffen noch verleben. Der Feind soll uns für wahr nicht krümmen nur ein Haar; er komme nur heran; Gott ist und bleibt der Mann, der uns kann mächtig schüßen. loben, dir Dankbarkeit erweisen, dich hier und dorten preisen. 6. Set ferner unser Heil und steh bei unserm Teil; sei Schutzherr unsers Lebens, daß alles sei vergebens, was unsre Feinde machen, damit wir ihrer lachen. 7. Drängt uns des Feindes Heer, und was sonst schadet mehr, 6. Nun, Gott, ermuntre meinen laß uns drob nicht erschrecken; Mut, daß ich mit Freuden streite; du wollst uns vielmehr decken, gieb doch den Feind mit Leib daß wir noch öfters können durch und Gut zum Raube und zur dich den Sieg gewinnen. Beute. Gott, dein ist ber O Krieg, drum gieb auch Glück und Sieg; dafür soll unser Heer dich mit viel Lob und Ehr hier und ( 17) Eines christlichen Fremdlings. Mel. Singen wir aus Herzensgrund. 1017. Gottes Kind ich dendort ewig preisen. noch bin und verNach dem Streit. Mel. Auf meinen lieben Gott. bleib es fernerhin, bin ich schon im fremden Land, von den Mei1016. Nun ist der Streit nen abgewandt; auch am letzten Ort der Welt Gottes Güte mich erhält, wie es ihm recht wohl gefällt. vorbei, und ich bin Schaden frei, weil mein Gott den verjaget, der es mit uns gewaget; darum auf alle Weise 2. Ach, mein Gott, du hast mich mein Herz den Höchsten preise. zwar von den Meinen also gar 2. Seht, wie der Feinde Rat weit entfernet, daß sie nicht wis Gott so vernichtet hat! Wie hat sen oft, was mir geschieht, ob er sie geschändet und ihren Sinn ich gleich in meinem Sinn und geblendet, daß sie nicht durften Gedanken immerhin ihnen gegenbleiben; wir konnten fie forttreiben. wärtig bin. 3. Gott, der war unser Schuß, Straft, Hilfe, Stärk und Trus. 3. Dennoch bist du, Herr, bei mir in der fermen Fremde hier; Er hat uns lassen siegen und den dein Geleite, Schuß und Nat spür Besondere Berufslieder. 653 spür ich täglich in der That; an- nen Schild und Waffen, mach ders weiß ich keinen Freund, dich auf, mir Recht zu schaffen. weil ja die, so fremde sind, sel Sprich der Seele tröstlich zu: ten mir sind wohlgesinnt. Ich bin deine Hilf und Ruh. 4. Herr, erhalte für und für, 2. Schamrot müssen alle wersolche deine Gnade mir; alsdann den, die nach meiner Seele stehn, frag ich nichts darnach, wo ich und vertilget von der Erden, die immer leben mag; wo mich hin- mein Unglück gerne sehn, weil führt deine Hand und mich sie mich ohn Ursach hassen und schüßet dein Beistand, allda ist mir Neze stellen lassen; es be= mein Vaterland. stricke ihren Fuß der verfälschte Joabsgruß. 3. Aber meine Seele singe fröh lich Gottes Gnad und Heil; mein Gebein vor Freuden springe über dies mein bestes Teil. Herr, wer ist dir gleich zu schäßen, der den Armen fann ergößen, retten aus der Feinde Band und der unge= rechten Hand? 5. Weil es aber mühsam scheint, wenn man gänzlich ohne Freund soll so leben in der Welt, ach! so hilf, wenn dirs gefällt, daß dergleichen Freunde sich finden, welche inniglich und von Herzen lieben mich. 6. Öfters liebt ein Freund so sehr, als ein Bruder nimmer mehr, hilfet auch mehr manchesmal, als der Anverwandten Zahl. Solche Freundschaft wollest du mir zur Hilfe, Trost und Ruh in der Fremde schicken zu. 4. Falsche Zungen hör ich zei hen mich, des ich nicht schuldig bin, wenn sie mich für bös ausschreien, richten mit verkehrtem Sinn, da, wenn Unfall sie betreten, ich mit Fasten, Flehen, Beten, als ein Bruder, als ein Freund, oft für sie zu Gott geweint. 7. Herr, laß deine Güt und Treu mir beständig stehen bei; nähre und beschüße mich, wie du sonst der Deinen dich anzunehmen allezeit in der Fremde bist bereit mit viel Lieb und Gütigkeit. 8. Laß die Pilgrimschaft auch mir dieses täglich stellen für, daß mein Bleiben hier nicht ist und ich demnach als ein Christ jederzeit in meinem Sinn eile nach dem Himmel hin, da ich recht zu Hause bin. 5. Doch sie spotten meines Schadens, rotten sich ohn meine Schuld, suchen Unglück aufzuladen, wissen nichts von Lieb und Huld. Herr, wie kannst du noch zusehen? Wann willst du zur Rach aufstehen? Schüße mich vor ihrem Grimm, höre meiner Seufzer Stimm. ( 18) Eines Bedrängten und Verfolgten. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 1018. Habre, Herr, mit 6. Ich will deinem Namen danfen vor der großen Völker Zahl; laß, Herr, meinen Fuß nicht wanken, weil die Neider allzumal schütten eitel Spott und Schande auf die Stillen in dem Lande, meinen Haffern, sprechen: Da, das wollten wir, die mir stets zuwider sind; zieh so geschieht ihn'u nach Gebühr! mich aus den tiefen Wassern und 7. Herr, du siehst es, sei nicht vertilge meinen Feind; zücke dei- ferne; wache auf zu meinem Recht; 654 Besondere Berufslieder. hilf mir, mein Gott, balb und 4. Drum, weil der Atem fich gerne, schüße deinen armen Knecht. noch reget, das Blut noch in den Richte mich nach deiner Gnade, Adern läuft, das matte Herz daß mein Feind mir nicht mehr noch Schläge heget, bleib ich zut schabe, ich dagegen fröhlich sei deinem Dienst erkauft. So rühr über mir erwiesne Treu. das alte Herz nun an, daß es dir innig danten fann. 8. Laß nicht, daß die bösen Rotten meiner Feind mir schreien 5. Vor allem dank ich deiner nach, rufend: Laßt uns seiner spot Güte die große Müh, an mich ten, wir gewinnen doch die Sach; gewandt, als in verdeckter Leiuns ist schon das Werk gelungen, beshütte du mich zum Eigentum und wir haben ihn verschlungen. erkannt und gar nach deinem Laß mit Schanden sie bestehn Ebenbild mich mit viel Gnaden und mit Schimpf zurücke gehn. ausgefüllt. 9. Laß dagegen die sich freuen, 6. 3um Erbgut legte deine laß sich rühmen ewiglich, die dein Güte mir reiche Himmelsschäße Antlit findlich scheuen und mir bei, und daß ich ja nicht Schagönnen, daß ich dich um Gericht den litte, befahlst du mich der und Recht anspreche und in diese Engelsreih, wobei dein guter Wort ausbreche: Unser Gott Geist noch blieb der Seele bester sei hoch gelobt, wenn gleich Welt Himmelstrieb. und Teufel tobt. ( 19) Giner alten Person. Mel. Wer nur den lieben Gott. 7. In so gestaltnen Lebensgrens zen ging ich in Seilen deiner Huld; du ließest deine Gnade glänzen, 1019. Der er größte Berg ist vergaßest aller meiner Schuld; überstiegen, jest geht die Bahn ins Todesthal. Schon funfzig( sechzig 2c.) Jahre laß ich liegen, nebst ausgestandner Not und Qual. Berfloßne Flut kehrt nicht zurück, so bleibt das Grab mein letter Blick. du halfest mir in Freud und Leid, bewahrtest vor Gefährlichkeit. 8. Drum werf ich mich zu deinen Füßen als Geißel deiner Guaden hin; ich will sie mit Maria füssen, der ich dein alter Schuldner bin, und opfre, Herr, dir ewig auf Leib, Seel nebst meis nes Lebens Lauf. 2. Mein Gott, wie soll ich dir gnug danken? Und wie bin ich dir doch verschuldt, weil du in 9. Behüte mich vor Krankheits deiner Liebe Schranken mich hast plagen, vor böser Feinde Galgeleitet mit Geduld. Was du, lenlist; im Unglück laß mich nicht mein Vater, mir beschert, hat verzagen, mit Demut sei mein deine Gnade mir gewährt. Herz gerüst; heb, trage, hilf jett in der Zeit, der Ruhm bleibt dir in Ewigkeit. 10. Laß noch den Rest der wengen Jahren, die mir dein Finger zuges dacht, in Buß und Reu zur Endschaft fahren; und wenn ich meinen Lauf vollbracht, dann schäße mich 3. Der Bote, so zum Grabe rufet, ist allbereits schon vor der Thür; die Wallfahrt, so die Endschaft hoffet, bezeugt sich ausgeführt in mir; vielleicht bin ich nach kurzer Zeit vom Tode auch schon abgemäht. Besondere Berufslieder. 655 mich des Himmels wert, wenn viel Freude nach dem ausgestandich muß lassen Welt und Erd. nen Leide. 5. Nichts acht ich Sünde, Höll und Tod, nichts Welt und Teufel, alle Not hat nun ein glücklich Ende. Hiermit beschließ ich meinen Lauf. Herr Jesu, nimm die Seele auf in deine treuen Hände. Gia, eia! Jubilieret, triumphieret, himmlisch Leben wird mein Gott mir nun bald geben. Mel. Wie schön leucht uns der M. nicht 1020. Gott Lob, daß die Mel. Alle Menschen müssen ſterben. Beit kommt heran, 1021. Höchster Helfer, fei da ich die Hoffnung haben kann, von hier bald abzuscheiden. Wie schirmer, steh mir bei; hilf mir, hab ich mich so manches Mal daß ich thu und lerne, was dein gewünschet aus dem Jammer- heilger Wille sei; leite mich nach thal hinauf zu Gottes Freuden: deiner Güte und erleuchte mein Sehnlich hab ich dieses Leben Gemüte; laß mir deine Batertreu aufzugeben oft begehret, bis mira alle Morgen werden neu. Gott nunmehr gewähret. 2. Der Teufel und die böse Welt hat mir ja täglich nachgestellt, in Unglück mich zu bringen; die Sünde, die mir angeklebt, mein Fleisch und Blut, so widerstrebt in allen guten Dingen, hat mir nie hier zu gegeben, so zu leben, wie ich sollte und von Herzen gerne wollte. 2. Vielmal wird mir angst und bange, daß ich fast nicht weiß wohin, nur der Höchste weiß, wie lange ich in solchen Fesseln bin. den, bis ich werde sein entbunden Daher zähl ich Tag und Stunund mein Abschied von der Welt fich wird haben eingestellt. 3. Halte mich, o mein Erhalter, o mein Führer, weiche nicht; führe mich in meinem Alter, wenn mir Lebensfraft gebricht; gieb, daß ich recht christlich lebe und stets nach dem Himmel strebe. Hilf mir durch, wenn Qual und Schmerz bricht mein halb zerbrochnes Herz. 4. Stoß mich nicht von deiner Seiten, wenn sich Angst und Ohnmacht häuft, wenn die schwachen Tritte gleiten und man nach dem Stecken greift; faffe du mich bei dem Arme, o mein Heiland, und umarme mich auch in der letzten Not, bis erfolgt ein selger Tod. 5. Weicht, ihr Sorgen und Gedanken, die ihr mich vielmal bes trübt; 11. Führ drauf den Geist in Salems Wonne, den Leib in seine Grabesnacht; und wenn du, edle Lebenssonne, mein Grab wirst haben warm gemacht, dann geht mein großer Brauttag an. Ach Gott, wär es doch schon gethan! M. 3. C. Männling. 3. Zu allem diesem kam nun noch der Trübfal hart und schweres Joch, das ich hab müssen tragen, bald durch Verfolgung, Haß und Neid, bald durch Krankheit und ander Leid und viele harten Plagen. Drum ich sehnlich Gott deswegen angelegen, meinem Le ben bald ein feligs End zu geben. 4. Nun, die Erlösung nahet sich, ich mache ihrethalben mich gefaßt zur Himmelsreise; da werde ich nach kurzer Zeit bei Gott und in Gott sein erfreut auf unzählige Weise. Ewig werd ich um Gott schweben, bei ihm leben in 656 Auf Reisen zu Lande. trübt; geht zurück in eure Schran- nem Throne singen, daß du mich ken, Gott mag thun, was ihm be- so wohl bedacht und zum Himliebt; der weiß allen schweren mel hast gebracht. Sachen einen leichten Lauf zu machen; und so steh ich gläubig still und erwarte, was Gott will. 8. Wie gar unvergleichlich schöne ist die große Stönigsstadt, wo der Engel Lobgetöne nimmermehr ein Ende hat. O wie glänzt die Fürstenfrone, die der Herr zum Gnadenlohne mir im Himmel beigegelegt und mir selbst entgegenträgt. 9. Kommt, ihr werten Seraphinen, kommt und bringet mich dahin, wo man bei den Cherubinen mit berflärtem Geist und 7. Meine Seele soll erheben dich, Sinn: Heilig, Seilig, Heilig! o Herr der Herrlichkeit, dort in singet, daß der Himmel davon jenem Freudenleben, wenn ich nach klinget. Nun, so mache mich bevollbrachtem Streit dir mein Dank- reit, heilige Dreieinigkeit. lied werde bringen und vor deiD. Zach. Henselius. 6. Herrscher über Tod und Leben, höchster Tröster, tritt herbei; wenn ich soll den Geist aufgeben, so vernimm mein Angstgeschrei; wenn mein Ange wird erblinden und die Lebensgeister schwinden, o, so sei du selbst mein Licht, daß ich seh dein Angesicht. 23. Auf Reisen zu Lande. Mel. Wer nur den lieben Gott. einen Christen, hilf mir im Glau: O 1022. Herr, führe mich auf ben feſte stehn. halte mich bei rechtem Wege; reiner Lehr, ob alles mir zuwider wär. Herr, führe mich auf ebner Bahn, Auf dieser Welt sind Kummerstege, auf denen man leicht irren fann; nur du alleine führeft mich nach deinem Rate wunderlich. 5. Regiere Neden, Thun und Denken, richt alles ein, wie dirs gefällt. Nur dir will ich mein Herze schenken, nur dir und nicht der eitlen Welt. Bleib du bei mir und führe mich, so geht die Reise wohl vor sich. 2. Stell deinen Engel mir zur Seiten, so oft ein Unglück tritt heran. Bewahre mich vor solchen Leuten, die schreiten auf der Lasterbahn. O gieb mir, daß ich nimmermehr ohn deine Furcht zu Benj. Schmold. Mel. Ach Gott und Herr. 1023. 1023. Herr Jefu Chrift, der sein begehr. 3. Nimm mir die Luft zu eitlen weit umhergezogen, ja, deſſen Dingen; nichts als die Tugend Hand gemacht das Land, dazu die fei mein Ziel. Gedenk ich etwas Wasserwogen. au vollbringen, gieb mir nur, was dein Wille will. Ein Herze, das nach dir sich richt, erblickt auch in der Nacht sein Licht. 2. Du bist der Mann, der schaf fen kann, daß wir auf rechten Wegen fein friedlich gehn und nimmer sehn, was uns kann Angst erregen. 4. Lockt mich die Welt mit ihren Lüsten, laß meinen Fuß vorüber- 3. Sieh, Herr, ich bin bedacht, gehn; haßt mich der Reid als dahin in deiner Furcht zu reiſen; DI Auf Reisen zu Lande. 657 der Bahn und wend von uns des Feindes List, auch was seinm Wort zuwider ist. Styrieleis. 3. Der heilge Geist auch ob uns halt mit seinen Gaben mannigfalt; er tröst und stärk uns in der Not, und führ uns wieder heim zu Gott. Kyrieleis. du wollest mir doch für und für die sichre Straße weisen. 4. Gieb Glück und Heil, daß ich in Eil die Reise mög vollbringen und mir mein Werk durch deine Stärk, o Vater, mög gelingen. 5. Laß mich doch heut, Herr, solche Leut auch zu Gefährten haben, die fromm, gelind und redlich sind, auch sonst von guten Gaben. 6. Dein Engelein laß mit uns Mel. Was mein Gott will, das. 1025. In Gottes Namen reise ich von hier sein, auf daß wir sicher gehen und in fremde( andre) Orte; darum, unser Land in gutem Stand hernachmals wiedersehen. 7. Herr, lehr uns auch, daß den Gebrauch des Reisens wir im Leben verstehen recht als fromme Knecht und nach dem Himmel streben. mein Jesu, führe mich mit deinem Himmelsworte. Sei auf der Reis, da ich nicht weiß, was mir begeg= nen werde, mein Licht und Weg, mein Weg und Steg, mein treuer Reisgefährte. 2. Wer seine Reis mit Gott 8. Laß uns doch nun, wie Pil- fängt an, kann wohl und sicher ger thun, des Fleisches Lüste mei- reisen, Gott ist und bleibt der den und stets durch dich geduldig- Helfersmann, der Hilfe fann erlich Not, Angst und Trübsal leiden. weisen zur Zeit der Not, ja auch 9. Es kommt hernach des Todes im Tod; wohl dem, der auf ihn Tag, da wir fort müssen reisen, trauet und jederzeit in Lieb und wenns Gott gefällt aus dieser Leid auf ihn die Hoffnung bauet. Welt, und hier die Würmer speisen. 10. Doch fährt die Seel aus dies ser Höhl hinauf ins Reich der Freuden, da keine Not, Gewalt noch Tod uns kann von Jesu scheiden: 11. Da darf ich nicht ohn einges Licht, wie hier bei Nacht oft wallen. O süßer Ort, wo fort und fort mein Danklied soll erschallen! 3. Wer sich verläßt auf Gott den Herrn, den will er auch nicht lassen; Gott weiß die Seinen in der Fern in seinen Schuß zu faf= sen; sei nur dabei, mein Herz. getreu und laß dich nichts abkehren hier oder dort von Gottes Wort und seinen füßen Lehren. I. Nist. 4. So sei es denn mit Gott ges wagt, ich reif in Gottes Namen; der Herr, der mir Schuß zuge= sagt, sprech selbst hierzu das Amen! Sein Engelschuß, der Feinde Trus, begleite mich im Segen, daß, die mir sind ohn Ursach feind, mir garnichts schaden mögen. Ein altes Wallfahrtslied. Mel. Dies sind die heilgen zehn G. 1024. In Gottes Namen fahren wir, sein Gnad und Hilf begehren wir; des Baters Güt behüt uns heut, be wahr uns unsre Seel und Leib. Kyrieleis. 2. Christus sei unser Geleitsmann, bleib stetig bei uns auf 5. Wie du, mein Gott, dein Israel begleitet auf der Reise, so schüße auch mein Leib und Seel und mir dein Hilf erweise, daß ich 42 658 Auf Reisen zu Lande. 6. Die Meinen und mein ganich dahin, wohin mein Sinn, Schuß auf allen meinen Steg wohin die Reise gehet, komm glück- und Wegen, zum Schirm vor lich an; du bist der Mann, durch meiner Feinde Truß. O bringe den mein Glück bestehet. mich doch endlich hin, wohin ges denkt mein Herz und Sinn. zes Haus ich deinem Schuß be- 3. Des Höchsten Gnade ich befehle; ach, gehe du da ein und fehle mein'n Leib, mein Seel, aus, und eine jede Seele darin be- mein ganzes Haus, und die ich wahr in der Gefahr, so uns der Sa- als mein Freunde zähle; ach, geh tan dräuet. Ach, laß das Mein ganz du mit uns ein und aus, daß ficher sein, von aller Not befreiet. wir von aller Not befreit, die Satan und die Welt uns dräut. 4. Wohl mir, wenn ich dich, Jesu, nehme mit mir auf meinen Reiseweg; wenn dann auch Angst und Sorge käme, mich schüßte deine Vaterpfleg; denn bei dir kann ich sicher sein für mich und auch für all das Mein. 7. Wohl mir, daß ich nur Jesum hab mit mir auf meinem Wege, der nimmt mir alle Sorge ab durch seine Baterpflege; ihm traue ich, er sorgt für mich und für die lieben Meinen. Drum wird er mir auch jetzo hier mit seiner Hilf erscheinen. 8. Du Herr, mein Gott, begleit 5. Laß meine Reise wohl gemich nur in meinen Reisetagen raten, beglücke mein Gewerb und und lasse mir daher die Tour zum Werk, den Zweck bei allen meinen guten Zweck ausschlagen. Wies, Thaten, und mich in allem Guten Herr, dein Will, halt ich dir still stärk zu deinem Ruhm und meiin meinem Werk und Thaten, nem Heil. Erhöre mich, mein wies soll, so seis; auf dein Ge- Hort und Teil! heiß muß alles wohl geraten. 6. Sollt ich nach deinem Willen 9. Doch bin ich auch, mein Gott, sterben in dieser meiner Reisezeit, bereit, wenn dirs gefällt zu ster- so laß mich doch den Himmel ben; laß du mich nur nach die- erben und dazu mach mich selbst ser Zeit das Himmelreich ererben, bereit. Um Jesu Willen bitt ich das mir dein Sohn zum Gnaden- dich, daß ich, o Herr, sterb seliglich. Lohn durch sein Verdienst erwor- Mel. Wer nur den lieben Gott. ben. Wohl mir, wenn ich so 1027. Wer nur mit ſeinem feliglich in Christo bin gestorben! Mel. Wer nur den lieben Gott. der 1026. In Gottes Namen will ich reisen, weiß nicht, was mir begegnen kann; doch Jesus wird mir Hilf erweisen, ich nehm ihn zum GeleitsWer diesem treuen Helfer traut, der hat sein Hoffnung wohl gebaut. findet immer Bahn gemacht, weil er ihn lauter Wege weißet, auf wel chen stets sein Auge wacht. Hier gilt die Lofung früh und spat: Wohl dem, der Gott zum Führer hat! 2. Wenn Jakob durch die Wüste gehet, trifft er ein liebes Beth- Gl an. Wenn Israel am Jordan stehet, zeigt ihm der Herr ein Kanaan. 2. Jch bitt, o Herr, um deinen Geht David in das Thal hinab, Segen und deiner heilgen Engel so lehnt er sich auf Gottes Stab. 3. Gott mann an. Auf Reisen zu Waffer. 3. Gott hat sich gar zu sehr vers bunden, daß er will bei den Seinen sein. Kein Ort wird in der Welt gefunden, er zieht mit ihnen aus und ein durch Feuer- und durch Wassersnot, auch selbsten mitten durch den Tod. 659 werden, da gehen wir zum Himmel ein; ein sanfter Tod zeigt uns die Bahn, wie man zur Heimat kommen kann. 6. Er selbst ist Wahrheit, Weg und Leben, und wer ihm folgt, der irret nicht. Er hat die Hand uns drauf gegeben, daß uns bei ihm kein Leid geschieht. Und wenn der Weg voll Drachen wär, so geht sein Schuß doch vor uns her. • 9. Indessen lassen wir uns führen, wie Gottes Hand den Wagen lenkt, weil wir an seiner Leitung spüren, daß er an unser Bestes denkt. Und ob es wunderlich gleich scheint, gnug, daß es selig ist gemeint. 4. Gr lettet uns mit seinen Augen, er führet uns an seiner Hand. Wenn Buft und Wetter nicht mehr taugen, so überdeckt uns sein Gewand; ja seine Liebe kann allein 10. Wir reisen, Herr, in deinent der beste Schirm im Sturme sein. Namen, sei du Gefährte, Weg 5. Er ist uns Wolk- und Feuer- und Stab; die Helden, die zu säule, sowohl bei Tag, als bei Sakob kamen, send auch zu under Nacht, durch ihn wird uns serm Schuß herab; mach Ausdie längste Meile zu einem Schritte nur gemacht; kein Stein wird in den Weg gelegt, den er nicht an die Seite trägt. und Eingang so beglückt, daß uns kein Fall das Ziel verrückt. 11. Bleib bei uns, wenns will Abend werden; gieb Licht durch deine Gegenwart; sei unser Beitstern hier auf Erden; und ist der Kreuzsteg schwer und hart, so tröst uns mit der Rosenbahn, die man dort oben laufen kann. 12. Wirst du bei uns auf diesem Wege mit deinem Schuß und 7. Die Wagenburg ist stets ge- Leitung sein und auch indeffen schlagen, die dort um Dothans deine Pflege den Hinterlassenen Berg geseßt. Er lässet uns auf verleihn, so soll das unser Opfer Händen tragen, daß uns kein sein: Gelobet sei der Herr allein. Stoß den Fuß verlegt; die Engel müssen, wo wir gehn, zur Rechten und zur Linken stehn. 13. Wir wollen einen Altar bauen, der Ebenezer heißen soll; daran soll man die Worte schauen: Gott füh8. So wallen wir hier auf der ret seine Kinder wohl. Und also findt Erden, wo wir nur lauter Pilger die Losung statt: Wohl dem, der sind, bis uns das Vaterland wird Gott zum Führer hat! Benj. Schmold. 24. Auf Reisen zu Wasser. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.| willst, das muß sein vollbracht 1028. ott, der du aller im Meer und allen Tiefen. Himmel Heer, wie auch den Ball der Erden und das so große weite Meer mit allen seinen Herden so wunderbarlich haft gemacht, was du 2. Du hast das Meer mit seiner Thür, o großer Gott, verschlossen; dein Allmacht schaut man für und für, wenn es wird ausge= goffen. Es bricht her, wie aus Mit42* ter= 660 Auf Reisen zu Wasser. terleib; daß es in seinem Ufer lich deine Winde wehn, gieb bleib, hat deine Hand geboten. sichre Fahrt und Wetter. 3. Ob sichs nun gleich mit Macht 9. Hilf uns zusammen an den ergießt, so seine Fluten wallen; Port, vor Räubern uns behüte; ob es gleich tobet, braust und erschein uns allen fort und fort reißt, muß es doch wieder fallen; mit deiner Huld und Güte; laß an seinem Rande muß es stehn, feinen Sturmwind stehen auf, und darf das Ziel nicht übergehn, hilf, daß das Schiff in seinem dein Wort hat es versiegelt. Lauf mög keinen Anstoß leiden. 4. Du bist der Herr, auf wilder 10. Wenn sich das wüste Meer Flut, da kennt man deine Werfe; erhebt und braust mit stolzen da sieht man, was dein Allmacht Wogen, daß uns aus Furcht thut, da kennt man deine Stärke. das Herze bebt, sei du uns nicht Wenn du sprichst, fährt mit entzogen. Wenn wir dir flagen großem Graus ein ungeheurer unsre Not, ach! so errett uns Sturmwind aus, wirft hohe von dem Tod und führ uns aus Wasserberge. den Ängsten. 11. So wollen wir dir immer5. Da fliehen wir bald him- dar Lob, Ehr und Dank erweimelan, bald stürzen wir zur fen und, wie du hilfest aus GeHöllen; all Arbeit wird umsonst fahr, vor allen Völkern preifen. gethan, es werfen uns die Wel Herr, laß unsre Zuversicht len; das Segel reißt! Der Mast- auf dich zu Schanden werden baum bricht! Kein Tau, kein nicht, um Jesu willen. Amen. Anker dauert nicht! Wir taumeln wie die Trunknen. D. G. W. Sacer. Beim Sturm. 6. Wir wissen ferner feinen Mel. Auf meinen lieben Gott, Rat, der kühne Schiffer zaget; 1029. Herr Gott, mein der zu uns naht, macht, daß man schreit und tlaget. Von dir, Herr, wird das Schiff regiert und einen sichern Weg geführt; im Meer auch giebst du Pfade. der so viel Stärke hat; dem Himmel, Luft und Erden zu Dienste müssen werden: dein Hand die läßt sich finden auch bei den schnellen Winden. 7. Vor dir legt sich das wilde 2. Wenn du nur sprichst ein Meer, du gehst auf einem Wagen, Wort, sind Wind und Wellen und stürmt das Wetter noch so fort; du hast sie hergerufen als sehr, du kannst es bald verjagen. schwere Zornesruten; durch sie Um einen Wink ist es zu thun, so kannst du dich rächen, ja Schiff müffen Wind und Fluten ruhn. und Gut zerbrechen. Wer kann sich dir vergleichen. 8. Höchster, deine Allmachtshand nicht nur das Land bedecket, fie wird auch auf der See erkannt, da ist sie ausgestrecket; mit dir will ich zu Segel gehn, laß glück- 4. Wie nah ist uns der Tod in 3. Es laufen auf dem Meer die Wellen hin und her; die starken Winde brausen, die Wasserwogen sausen; da muß denn unser Leben in tausend Ängsten schweben. fol= Auf Reisen zu Wasser. 661 solcher Furcht und Not! Wir hö- zu dieser Reise, daß ich dich ren ja von oben die starken herzlich preise. Winde toben, es stürzen uns die Mel. Von Gott will ich nicht. Wellen hinunter als zur Höllen. 1030. Herr, hilf uns, wir 5. Drum schreien wir jetzt hier, o großer Gott, zu dir, du wollest in dem Wüten der Wellen uns behüten; dein Hand, die woll uns faffen und nicht versinken lassen. verderben in unsrer Angst und Not; wir müssen wahrlich sterben und sehen schon den Tod, den uns die offne See, Sturm, Wind und Wetter dräuet; 6. Stärk unsern schwachen Mut, ja jedermann sich scheuet, daß er erhalte Schiff und Gut; steh verloren geh. auf, Herr, zu bewahren, die wir zu Wasser fahren, daß wir nicht untersinken und jämmerlich ertrinken. 2. Herr, hilf uns, wir verder= ben! Sieh unser Elend an! Ach, laß uns jetzt nicht sterben; du bist und bleibst der Mann, dem 7. Sprich du den Winden zu, Meer, Sturm, Wetter, Wind, daß sie sich bald zur Ruh in ihren wenn ungestüme Wellen das Klüften legen und ferner nicht be- Schifflein fast zerschellen, alswegen das Meer, damit sein Brül- bald gehorsam sind. len sich plößlich möge stillen. 3. Herr, hilf uns, wir verderben! Ach warum sollen wir allhier des Todes sterben? Wir schreiben dir nichts für; doch, ists dein Wille, Herr, so hilf uns diese Stunde, daß wir nicht gehu zu Grunde im ungestümen Meer. 9. Gott der Barmherzigkeit, du 4. Herr, hilf uns, wir verderherrschest weit und breit, mein ben! In dir steht unser Heil; Helfer und Erretter! Gieb doch wir leben oder sterben, so bleiein besser Wetter; verleih uns ben wir dein Teil; die Seel geht Glück und Segen auf allen unsern Wegen. 10. Herr, halte du das Steur; wenn sich ganz ungeheur das wilde Meer erzeiget und unser Schiff sich neiget, als wollt es untergehen, Gott, du wirst uns beistehen. 8. Die Reis ist angestellt, noch weiter in die Welt, o treuer Gott, zu schiffen; nun hat uns hier er griffen ein Sturm, uns zu verhindern; den wollest du doch mindern. himmelein; wir sterben, wo wir wollen, wenn wir nur, wie wir sollen, dazu bereitet sind. 5. Herr, hilf uns, wir verderben! Dir bleibt es heimgestellt, wenn, wie und wo wir sterben; was dir, dem Herrn, gefällt, 11. Mein Gott, gleich wie du das nehmen wir auch an, weil schnell die Kinder Israel durchs uns von deiner Liebe, falls uns rote Meer geführet, daß sie kein das Meer begrübe, der Tod nicht Strom berühret, so wollst du uns scheiden kann. bewahren in allen Seegefahren. 12. Führ uns bald in den Port an den gewünschten Ort; laß sich das Wetter wenden, und fröhlich uns anländen; gieb Glück 6. Herr, hilf uns, wir verderben! Der Hoffnung Anker ist, wenn wir ja sollen sterben, auf dich, Herr Jesu Christ, im Glauben fest geseßt. So mag das Wet 662 In Krankheiten. Wetter stürmen, gnug! Unter fahr doch träftig bei dir stehen; deinen Schirmen wird feine Seel ich will dich retten aus dem berlegt! Joh. Cafp. Wepel. Meer, wie ich den Jonas wieMel. An Wasserflüssen Babylon. drum her ans Land gebracht mit 1031. Mer ist es, der die Freuden. Es geh auch, wie es Segel lenkt und immer woll, erinnre dich, daß der das Schiff regieret; der jenes dich nichts soll von meiner Liebe Heer ins Meer versenkt, der scheiden. 3. Rift. Nach dem Sturm. Mofen hat geführet? Ich bins, der allerhöchste Gott, der groß Mel. Was mein Gott will, das. und starke Zebaoth, der auch an 1032. Auf, auf, mein Herz, denk himmelwärts, allen Enden so wunderbarlich helfen kann, daß in der Not sich jedermann getroft zu mir darf wenden. Gott, deinen Herrn, zu loben, der wunderbar dich in Gefahr, wenn Sturm und Wetter toben, aus aller Not, ja gar vom Tod errettet 2. Ich spreche nur den Wellen zu, wenn sie so grausam wüten, und behütet Leib, Hab und Gut; daß sie sich legen bald zur Ruh, auch alles thut, wenn gleich das ich kann der Flut gebieten; drum Meer sehr wütet. fürchte dich kein Härlein mehr, betrübte Seel, ob noch so sehr jetzt Wind und Wellen rafen; bedenk es nur in deinem Sinn, ob ich der große Gott nicht bin, vor dem tein Wind kann blafen. 2. Gott, dir sei Ehr, daß ich nunmehr dem Meeressturm entgangen und nun aufs neu nach deiner Treu zu leben angefangen. Ich preise dich recht inniglich mit Lippen, Herz und Händen; dir soll mein Sinn auch, was ich bin, zur Dankbarkeit verpfänden. 3. Hilf mir, mein Hort, nur ferner fort und schüße Leib und nun zwang mit Gewalt die hoch- Leben; ich will mich nun mit erhabnen Wellen, da sprang ihr meinem Thun aufs Land zur Herz, fie dankten mir; ein Gleis Reis begeben; ach Herr, erhör ches will ich thun an dir, kein auch dies Begehr: Beschirme Better soll dich fällen. 4. Sollt endlich auch das Schiff sogar in Stück und Trümmer erweisen. gehen, so will ich mitten in Gemeine Reisen, so will ich dir auch für und für viel Dank dafür Joh. Casp. Wetzel. 3. Gedent an meine Jünger nur, wie heftig, daß sie schrieen, als ich mit ihnen überfuhr; fie lagen auf den Knieen und riefen: Meifter, hilf uns bald! Und als ich 25. In Krankheiten. Aus tiefer Not schrei ich zu.| Stunde, jede Zeit erinnert mich 1033. Die Krankheit, bu ge- der Sterblichkeit und spricht: Dent rechter Gott, die an dein Ende. ich jetzt an mir spüre, die sagt 2. Du hast die Schmerzen auf mir, daß ich meinen Tod stets in erlegt, die jetzt die Glieder tragen; und bei mir führe; denn jede und da mich deine Rute schlägt, fo In Krankheiten. 663 so willst du damit sagen: Des das Böse ab, bas den Geist bisTodes Ursach ist in dir; dein her gehindert, das der Liebe NeLeben aber kommt von mir und gung mindert, die ich öfters von steht in meinen Händen. dir hab. 3. So ist es. Deine Baterhand will mich in Leiden weisen; sie sucht durch sie mich aus dem Stand der Eitelkeit zu reißen. Wenn ich dann endlich mürbe bin, so willst du mir in treuem Sinn die Strankheit gründlich heilen. 4. Du giebst den Blinden ihr jetzt beschweret, hat die Liebe selbst Gesicht, die Lahmen heißt du ge- erregt. hen; es müssen, wenn dein Mund nur spricht, auch Tote auferstehen; und also kannst du auch allein ein Arzt für meine Schwachheit sein, wenn du ein Wort wirst sprechen. 3. Leiden ist jetzt mein Geschäfte; anders kann ich jetzt nicht thun, als nur in dem Leiden ruhn; leiden müssen meine Kräfte, leiden ist jest mein Gewinnst; das ist meines Vaters Wille, den verehr ich sanft und stille; leiden ist mein Gottesdienst. 4. Gott, ich nehms aus deinen Händen als ein Liebeszeichen an; denn in solcher Leidensbahn willst du meinen Geist vollenden; auch die Labung, die man mir zu des Leibes Stärkung giebet, fommt von dir, der mich geliebet. Alles kommt, mein Gott, von dir. 5. Laß nur nicht den Geist ermüden bei des Leibes Mattigkeit, daß er sich zu aller Zeit in dich sent in Lieb und Frieden; laß des Leibes Angst und Schmerz nicht der Seele Auffahrt hindern und die Ruhe in mir mindern; unterstüße du das Herz. 2. In der Schwachheit sei du träftig, in den Schmerzen sei mir süß; schaffe, daß ich dich genieß, wenn die Krankheit streng und heftig; denn was jetzt den Leib bewegt, was mein Fleisch und Mark verzehret, was den Körper 5. Die Menschen schreiben Mittel für, daß sich die Schmerzen legen, allein die Hilfe kommt von dir; und ohne deinen Segen macht uns kein Straut noch Pflaster frei; dein Wort, Herr, ist die Arzenei, die unsre Schmerzen heilet. 6. Beschließest du in deinem Nat, ich solle länger leben, so kannst du leicht auch in der That Kraft zu den Mitteln geben; ist aber dies dein weiser Schluß, daß ich sofort jest sterben muß, so bin ichs auch zufrieden. 7. Dies eine bitt ich: Heile mur die Wunden meiner Seelen, wenn gleich im Leiblichen die Kur und alle Mittel fehlen; denn lebt der Geist in dir, mein Gott, so soll der Mund selbst in dem Tod doch deine Güte preisen. v. ursperger. In eigener Melodie. 6. Hilf mir, daß ich ganz ers geben, ganz in Ruh mit Freundlichkeit und sanft mit Zufriedenheit mög auf meinem Bette lei1034. Gott, den ich als Lie- den; denn wer hier am Fleische be kenne, der du Krankheit auf mich legst und des Leidens Flamm erregst, daß ich davon hiß und brenne, brenne doch leidt, wird errettet von den Sünden, so den Körper oft entzünden, wird an seinem Geist erneut. 7. Dir empfehl ich nun mein 664 In Krankheiten. Leben und dem Kreuze meinen wer dir gehorsam ist und den Leib, gieb, daß ich mit Freuden besten Teil ertiest, diesen braucht bleib an dich völlig übergeben; ein ernstes Schrecken nicht vom denn so weiß ich festiglich, ich Schlafe zu erwecken. mag leben oder sterben, daß ich nicht mehr kann verderben, denn die Liebe reinigt mich. 6. Darum will ich mich bewahren, daß ich niemals fünftighin deine Strafen darf erfahren; lağ 3. A. Freylinghausen. mich deine Liebe ziehn und dem Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. folgen, was dein Geist mich, o 1035. Gott, du hast ver- Herr, vollbringen heißt, daß Be schiedne Ruten, trübnis meiner Seelen mein Gewenn dein liebevoller Schluß müt nie dürfe quälen. Sterbliche zu ihrem Guten züchti- 7. Wenn du nun an meinem gen und schlagen muß. Wenn Herzen deinen Zweck erreichet dein freundliches Bemühn uns hast, wirst du auch dem Leib die nicht kann der Welt entziehn, su- Schmerzen, dem Gewissen seine chest du auf rauhe Weisen uns Laft, weil ich sehr zermalmet dem Eitlen zu entreißen. bin, wieder wissen zu entziehn 2. Jezo hast du meine Glieder und auf gläubiges Vertrauen mich auch mit einem Strenz beschwert; die Hilfe laffen schauen. und mein Leib liegt hart darnieder, weil er deine Zucht erfährt. Mel. Zion flagt mit Angst, oder: Freu dich sehr, o meine Seele. Doch, mein Gott, ich kenne dich: 1036. Me eines Lebens matte deine Güte suchet mich, und das wohlverdiente Leiden soll die Schlacken von mir scheiden. 3. Auch die Krankheit meiner Sünden macht mir oft das Leiden schwer; Tod und Satan läßt sich finden und weist meine Schulden her. Und so leid ich, was ich soll, denn ich merke allzuwohl, wie ich dich bei bessern Tagen öfters aus der Acht geschlagen. Glieder legt des Allerhöchsten Schluß durch die Krankheit so darnieder, daß ich kraftlos seufzen muß: Ach, der Herr hat seine Hand von mir gänzlich abgewandt; meiner Seele ist sehr bange. Wo bleibt doch mein Arzt so lange? 2. Warum hat er sich verborgen? Ist er etwa unmutvoll, daß ich, leider, alle Morgen neue Schmer4. Nun, ich lasse Sturm und zen fühlen soll? Not und Tod Winde gerne über mich ergehn, stürmt auf mich zu und benimmt weil ich dies dabei befinde, daß mir alle Ruh; Seel und Leib es mir zum Nuß geschehn. Deine sind voller Beulen; wer kann Stimme ruft, o Herr: Sündige solche Wunden heilen? hinfort nicht mehr, daß du nach dem Maß der Sünden nicht was ärgers darfst empfinden. 3. Doch, ich darf nicht lange fragen nach der Krankheit Quell und Grund; mein Gewissen kann 5. Freilich, ach, dein treu Ge- mirs sagen; das macht mein Vermüte greift nicht gern mit Strenge brechen fund. Wer den Schöpan; es versuchet erst mit Güte, fer hat betrübt und die Eitel obs so nicht gewinnen kann; denn keit geliebt, der muß auch die Frucht In Krankheiten. 665 Frucht der Sünden als verdien- wie sollt ich mich denn kränken, ten Lohn empfinden. ob er mir gleich jetzt wehe thut 4. Gott ist mir oft nachgelau- und einen Kelch will schenken, fen; seine Stimme suchte mich, der voller Leid und Bitterfeit da ich mit dem rohen Haufen durch meine Glieder fähret, ja durch die Sündenwüste strich. Mark und Bein verzehret. 2. Was Gott thut, das ist immer gut, es geh auch, wie es gehet, ob es gleich unser Fleisch und Blut nicht allemal verstehet; doch weiß der Geist, daß allerren waren zu der Zeit verstopft, meist Gott diese nur betrübet, und er hat vor ihren Thoren die er von Herzen liebet. nur vergeblich angeklopft; seine Liebe, sein Bemühn konnte mich nicht zu sich ziehn, noch die ganz bethörten Sinnen durch den süßen Ruf gewinnen. D 3. Was Gott thut, das ist immer gut. Lacht man in guten Tagen, so muß man auch mit gutem Mut die bösen Tage tragen; denn Gottes Hand ist bald ge6. Darum muß er endlich schla- wandt und hat in wenig Stungen, wenn man nicht auf Worte den geschlagen und verbunden. giebt, und ich werde durch die 4. Was Gott thut, das ist imt= Plagen seiner Hand mit Recht mer gut. Durch Krankheit sucht er betrübt, weil die Strafe nicht eben, als wie ein Schmelzer durch verweilt und noch alle die ereilt, die Glut, dem Golde Glanz zu gedie die Zucht der Weisheit hafsen ben. Das heißt bewährt, und der und den Fels des Heils verlassen. erfährt, der an dem Fleische leidet, dağ Sünde von ihm scheidet. 7. Doch, o Vater, dein Erbarmen strahlt auch bei dem Zorn 5. Was Gott thut, das ist imherfür; deine Güte lockt mich mer gut. Wenn wir es mur bedenArmen durch die Züchtigung zu fen, so soll uns keine Jammerdir. Ach, du meinst es dennoch flut im Kreuze hier ertränken. gut, obs dem Fleisch gleich Es kost't ein Wort, so muß der schmerzlich thut, dieses muß durch Ort, wo wir im Siechbett treiseine Schulden billig deine Rute sen, ein Siegesbette heißen. dulden. 6. Was Gott thut, das ist immer gut; kein Arzt ist ihm zu gleichen; die Kranken sind in seiner ut, er kann ein Labsal reichen was du mir hast zugesandt. Zwar für alles Gift, das uns betrifft: es drohet mir der Tod; doch, auch gar von Todesfetten weiß du Helfer in der Not, kannst seine Hand zu retten. auch dies zu deinen Ehren und zu meinem Nußen kehren. 7. Was Gott thut, das ist immer gut. Ich will es auch erkennen und was er jekund an mir thut, Mel. Was Gott thut, das ist. 1037. Was Gott thut, das nur lauter Liebe nennen. Mein ist immer gut, krantes Herz soll allen Schmerz int Komm, Verirrter, komm zurück, sprach er, willst du in dem Strick der verdammten Wollust sterben und dich ewiglich verderben? 5. Aber leider, Herz und Oh8. Darum will ich diese küssen, denn sie kommt von deiner Hand; du wirst schon zu lindern wissen, 666 Nach erlangter Gesundheit. in Christi Wunden senfen. Was 9. Was Gott thut, das ist imdarf ich mich denn fränken? mer gut, auch mitten in dem Ster= 8. Was Gott thut, das ist im- ben; denn stirbet man auf Christi mer gut. Will er noch länger schla- Blut, so heißt das Sterben erben. gen, so bleib ich dennoch wohlge- Dort ist es gut; drum wohlgemut, er wird es helfen tragen. mut! Geht es aus diesem Leben, Ja, wenn die Not auch gar zum Gott wird ein beffres geben. Tob mich endlich sollte reißen, so wird es doch gut heißen. Benj. Schmold. 26. Nach erlangter Gesundheit. Mel. Von Gott will ich nicht. das Weinen, des Morgens macht 1038. preise dich und das Scheinen der Sonu uns finge, Herr, deine gutes Muts. Wundergnad, die mir so große Dinge bisher erwiesen hat; denn das ist meine Pflicht, in meinem ganzen Leben, dir Lob und Dank zu geben; mehr hab und kann ich nicht. 6. Ich sprach zur guten Stunde, da mirs noch wohl erging: Ich ftch auf festem Grunde, acht alles Streuz gering; ich werde nimmermehr, das weiß ich, niederliegen; denn Gott, der nicht fann trügen, der liebt mich gar zu sehr. 2. Du hast mein Herz erhöhet aus mancher tiefen Not; den 7. Als aber dein Gesichte, ach aber, der da gehet und suchet Gott, sich von mir wandt, da meinen Tod und thut mir Herz- ward mein Trost zunichte, da leid an, den hast du weggeschla- lag mein Heldenstand! Es ward gen, so, daß er meiner Plagen mir angst und bang; ich führte sich nicht erfreuen kann. schwere Klagen mit Zittern und mit Zagen: Herr, mein Gott, wie so lang? 3. Herr, mein Gott, nun ich Kranker vom Bette zu dir schrei, da wird dein Heil mein Anter, 8. Hast du dir vorgenommen, da stehst du treulich bei; da mein ewger Feind zu sein, was andre fahren hin zur finstern To- werden dir denn frommen die deshöhle, da hältst du meine ausgedorrten Bein und und der Seele und mich noch, wo ich bin. elende Staub, zu welchem in der 4. Jhr Heiligen, lobsinget und Erde wir werden, wenn wir danket eurem Herrn, der, wenn werden des blaffen Todes Raub? die Not herbringet, bald hört, 9. So lang ichs Leben habe, und herzlich gern uns Gnad und lobsing ich deiner Ehr; dort Hilfe giebt; rühmt den, des Hand aber in dem Grabe gedenk ich uns träget, und, wenn er uns ja dein nicht mehr; drum eil und schläget, nicht allzusehr betrübt. hilf mir auf, und gieb mir Kraft 5. Gott hat ja Baterhände, zum Leben, dafür will ich dir geund strafet mit Geduld; sein Zorn ben meins ganzen Lebens Lauf. nimmt bald ein Ende, sein Herz 10. Nun wohl, ich bin erhöret, ist voller Huld und gönnt uns mein. Seufzen ist erfüllt. Mein lauter Guts. Den Abend währt Kreuz ist umgekehret, mein Herzleid Nach erlangter Gesundheit. 667 leib ist gestillt, mein Grämen höre das Berlangen, mach uns hat ein End. Es sind von mei- völlig frei; was uns drückt und nem Herzen der bittern Sorgen fast erstickt, kannst du ja, o Schmerzen durch dich, Herr, ab- Herr der Ehren, bald in Bust gewendt. verkehren. 11. Du haft mit mir gehandelt 5. Was hier wird mit Thränen noch besser, als ich will. Mein ausgestreut von denen, die man Klagen ist verwandelt in eines Christen nennt, davon wird man Reigens Spiel; und für das sehen edle Früchte stehen, wenn Trauerfleid, in dem ich vor ge- die Welt verbrennt; Jubelsang stöhnet, da hast du mich gefrönet und Freudenklang wird, wenn sie mit süßer Luft und Freud. die Garben bringen, ohn Aufhören klingen. 12. Auf daß zu deiner Ehre mein Ehre sich erhüb und nimmer stille 6. Denn wenn die Getauften und wäre, bis daß ich deine Lieb und so teur Erkauften nun gen 3ion ungezählte Zahl der großen Wunderdinge it ewgen Freuden singe im güldnen Himmelsfaal. Paul Gerhardt. gehn, werden sie mit Wonne, als mit einer Sonne schön beklei= det stehn. Was hier plagt, uns fränkt und nagt, liegt dort unter Christi Füßen, Seufzen wird weg müssen. Mel. Jesu, meine Freude. 1039. Wenn uns Gott vom Bösen völlig wird 7. Nun, mit was für Weisen soll erlösen, o was Freud und Wonn ich dich doch preisen, o Herr Zewird uns da erquicken; wenn wir baoth? Deine große Güte rühs nun erblicken seine Gnadensonn, met mein Gemüte, die mich aus welcher Schein wird ewig sein, die nicht auf- und untergehet, sondern feste stehet. der Not, da ich Tag und Nacht in lag, als aus großen Wasserwogen hat herausgezogen. 2. Die gar große Freude kommt nach diesem Leide uns wie träumend für; unser Mund wird lachen, weil da wird erwachen unsre Ehr und Zier. Gottes Ruhm im Heiligtum wird man bei den Engelchören ewig von uns hören. 3. Die uns jego plagen, werden müssen sagen: Seht, ei seht doch an, was hat Gott an ihnen, die so elend schienen, für ein Ding gethan? Freilich hat des Höchsten Rat, ach! er sei dafür gepriesen, Großes uns bewiesen. 8. O mein treuer Vater, o mein Wohlberater, du, du bists allein, der sowohl fann töten, als aus Todesnöten auch Erretter sein. Du kannst wohl, wenn es sein soll, mitten in des Todes Rachen uns lebendig machen. 9. Saget, wer es höret: Gott sei hoch geehret, Gott sei hoch gepreist, der, wenn wir am schwächsten und der Tod am nächsten, seine Kraft beweist. Trau auf Gott Gott, wer steckt in Not! hat starke Helfershände, Gott be4. Herr, wend unsre Schande, frönt das Ende. reiß doch alle Bande endlich gar entzwei; wir sind noch gefangen, Nic. Ehrlich. 27. 668 Auf besondere Sterbefälle. 27. Auf besondere Sterbefälle. ( 1) Einer Ehegattin. und Freud die heilige DreieinigMel. Wenn meinStündleinvorhanden, keit mit allen Auserwählten. oder: Aus ticfer Not schrei ich zu. 7. Der Höchst hat dich in seinem 1040. Ach Gott, ich muß in Traurigkeit mein Leben nun beschließen, dieweil der Tod von meiner Seit so eilend hat geriffen mein treues Herz, der Tugend Schein, des muß ich jetzt beraubet sein. Wer kann mein Elend wenden? Schoß und wischt dir ab die Thränen, erfüllet dich mit Freuden groß, darnach wir uns auch sehnen. Du stehest bei der Engelschar, lobsingest Gott frei ohn Gefahr mit süßem Ton und Schalle. 8. Der Leib der ruht gar sanft und fein, ohn alle Qual und Sor2. Wenn ich an ihre Freundlichkeit gedenk in meinem Herzen, die gen; vor allem Unglück groß und sie mir hat zu jeder Zeit in Freud klein, liegt er nunmehr verborgen. und auch in Schmerzen, erwiesen Kein Beinlein, ja kein Stäubeganz beständiglich, mein Kreuz lein wird dir davon verloren sein, und Weinen mehret sich, vor Angst die Engel dich bewahren. möcht ich vergehen. 9. In farzer Zeit wird Jesus 3. Bei wem soll ich auf dieser Christ dich wieder auferwecken, Welt rechtschaffne Liebe finden? und weil du auch sein Schäflein Der meiste Teil nicht Glauben bist, wird er die Hand ausstrecken, hält, die Treu will gar verschwin- dich führen in sein Himmelreich, den. Ich glaub und sag es ohne daß du mit Leib und Seel zugleich Schen; die best ist die getraute bei ihm sollst ewig bleiben. Treu, der muß ich jest entraten. 10. Du kommst nicht wieder her 4. Fürwahr, mir geht ein schar- zu mir in dies betrübte Leben; fes Schwert jeßund durch meine ich aber fomm hinauf zu dir, da Seele, die abzuscheiden oft begehrt werd ich mit dir schweben in höchaus ihres Leibes Höhle. Wo du ster Freude, Wonn und Lust, die nicht, o Herr Jesu Christ, in sol- deine Seele täglich kost't; drauf chem Kreuz mein Tröster bist, muß ich vor Leid verzagen. ich mich herzlich freue. 11. O wie mit großer Freudig5. treugeliebtes, selges Herz, feit wolln wir einander kennen; zu dir will ich mich wenden in da wird uns denn zu keiner Zeit diesem meinem großen Schmerz, der bittre Tod mehr trennen. Ach, ob sich die Angst woll enden; ich welche Freude wird dann sein, will betrachten deinen Stand, wie wenn ich dich, die ich jetzt bes Gott dir alles Kreuz gewandt in wein, mit Freuden werd umhöchste Freud und Wonne. fangen. 6. Kein Angst, noch Trübsal, Weh und Not kann dich jetzt mehr verlegen; im Himmel thut der fromme Gott mit Liebe dich er gößen. Die Seele schaut mit Lust 12. Dies will ich stets in Traurigkeit mir zu Gemüte führen, erwarten in Geduld die Zeit wie Christen will gebühren. Gott alles Trostes steh bei mir und mich durch Auf besondere Sterbefälle. durch deinen Geist regier zu deines Namens Ehre. Joh. Heermann. 669 geschehn, daß wir auf Zions Wegen einander wiedersehn. 7. Bulegt sei dir, o Erde, mein blasser Leib vermacht, damit dir wieder werde, was du mir zugebracht; mach ihn zu Asch und Staube, bis Gottes Stimme ruft, denn dieses sagt mein Glaube, er bleibt nicht in der Gruft. 8. Das ist mein letzter Wille, Gott drückt das Siegel drauf; nun wart ich in der Stille, bis daß ich meinen Lauf durch Christi 2. Gott Vater, meine Seele be- Tod vollende; so geh ich freudig scheid ich deiner Hand, führ sie hin und weiß, daß ich ohn Ende aus dieser Höhle ins rechte Va- des Himmels Erbe bin. terland. Du hast sie mir gegeben, star Benj. Schmold. so nimm sie wieder hin, daß ich Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. im Tod und Leben nur dein als 1042. Laffet ab, ihr meine Lieben, lasset ab von Traurigkeit; was wollt ihr euch mehr betrüben? weil ihr des versichert seid, daß ich alle Qual und Not überwunden, und bei Gott mit den Auserwählten schwebe voller Freud und ewig lebe. leine bin. 1910 ( 2) Der Eltern. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 1041. Ich habe Luft zu scheiden, mein Sinn geht aus der Welt; ich sehne mich mit Freuden nach Zions Rosenfeld. Weil aber uns die Stunde zum Abschied keiner nennt, so hört aus meinem Munde mein letztes Testament. 3. Was werd ich, Jesu, finden, das dir gefallen kann? Ach, nimm doch meine Sünden als mein Vermächtnis an; wirf sie in deine Wunden, ins rote Meer hinein, so hab ich Heil gefunden und schlafe selig ein. 4. Dir, o du Geist der Gnade, 2. Derer Tod soll man beklalaß ich den letzten Blick; zieh ich gen, die dort in der Höllenpein des Todes Pfade, so sieh auf mich müssen leiden alle Plagen, die zurück; ach schrei in meinem Her nur zu erdenken sein; die Gott zen, wenn ich kein Glied mehr aber nimmt zu sich in den Hims rühr, und stell in meinen Schmer- mel, gleich wie mich, und mit zen mir nichts als Jesum für. 5. Ihr Engel, nehmt die Thränen von meinen Wangen an, ich weiß, daß euer Sehnen sonst nichts erfreuen kann. Wenn Leib und Seele scheiden, tragt mich in Jesu Schoß, so bin ich voller Freuden und aller Thränen los. 3. In des Herren Jesu Wunden hab ich mich geschlossen ein, da ich alles reichlich funden, wodurch ich kann selig sein. Er ist die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt jederzeit. Wer dieselb ergreift im Glauben, dem kann. nichts den Himmel rauben. 6. Euch aber, meine Lieben, die ihr mich dann beweint, euch hab ich was verschrieben: Gott, 4. Niemand sag, ich sei umeuren besten Freund; drum nehmt kommen, ob ich gleich gestorben den letzten Segen, es wird gewiß bin; mein Gott hat mich hinge= lauter Wollust tränfet, wer ist, der sich darob kränket? 670 Auf besondere Sterbefälle. genommen, Sterben ist jetzt mein 10. Da wird uns der Tod nicht Gewinn. Vor dem Unglück hat scheiden, der uns jest geschieden er mich hingerafft so väterlich; hat; Gott selbst wird uns alsjest tann mich kein Trübsal pres dann weiden und erfreun in sei fen, alle Angst ist nun vergessen. ner Stadt. Ewig, ewig werden 5. Der Leib schläft in seiner wir in dem Paradies allhier mit Kammer ohne Sorgen sanft und einander jubilieren und ein En wohl und verschläft den großen gelleben führen. Joh. Heermann. Jammer, dessen jest die Welt Mel. Herzlich thut mich verlangen. ist voll; meine Seele schauet an 1043. Nun hab ich überden, so nichts als lieben kann, wunden; zu guter der auf seinen Schoß mich sehet Nacht, o Welt! Ich zieh durch und mit höchster Freud ergößet. Chrifti Wunden ins rechte Ste6. In der Welt ist nichts zu geszelt. Die Bande sind zerrisfinden, nichts als Teurung, Best sen, die mir die Welt gelegt, und und Streit, und was mehr die das liegt mir zu Füßen, was großen Sünden bringen für Be- Not und Schmerz erregt. schwerlichkeit; sonderlich kommt 2. Die Wahlstatt ist gefärbet noch ein Schwert, das der Chri- mit meines Jesu Blut, der alles sten Herz durchfährt. O viel mir ererbet, was meiner Seele besser, selig sterben, denn durch gut. Hier ist die Siegestrone, diesen Zwang verderben. die meinen Scheitel deckt, und die zu einem Lohne des Glaubens ausgesteckt. 3. Den Rock von weißer Seide legt mir mein Jesus an, wo ich auf Zions Weide die Rosen brechen kann. Mein Name steht geschrieben im Buch der Seligfeit, da ist er nun geblieben, tros aller Feinde Neid. 8. Euch wird, meine liebsten Freunde, die ihr weinet in der 4. Hier löscht ihn keine Sünde Welt, schüßen wider alle Feinde und auch der Tod nicht aus; da, Gottes Sohn, der starke Held. wo ich Jesum finde, da ist mein Seid und bleibt ihn nur getreu; Baterhaus. Schreibt er doch seine Gnad ist täglich neu. Wer meinen Namen vor Gott und Betrübte will betrüben, der muß Engeln an, daß ich für Thränenwie die Spreu zerstieben. samen nun Freude ernten kann. 9. Nun will ich euch dem be 5. Beweint mich nicht, ihr Liefehlen, der sich euren Vater nennt, ben, ich sterbe Gott, nicht euch; der die Thränen pflegt zu zählen, was wollt ihr euch betrüben? Ich dem sein Herz vor Liebe brenut. bin in Gottes Reich; gedenkt an Der wird euch in eurem Leid trö- euren Vater,( eure Mutter) und ften und zu seiner Zeit in den folgt ihm( ihr) selig nach; ihr Ort, da ich bin, führen und mit habt Gott zum Berater, was höchster Klarheit zieren. seufzt ihr Weh und Ach? 6. Nun 7. Solcher Not bin ich entgangen, nichts ist, das mich ängsten kann; Fried und Freud hat mich umfangen, kein Feind kann mich sprengen an: ich bin sicher ewiglich in des Herren Hand, der mich sich zum Eigentum erworben, da er ist am Kreuz gestorben. Auf besondere Sterbefälle. 671 Alagen stillen. 6. Nun gute Nacht, du Erde! nun ist so wohl geschehn, und eure Du Himmel, sei gegrüßt, wo ich getröstet werde mit dem, was ewig ist. Laß mir die Grabschrift hauen: Hier schlief ein Pilger ein, der möcht in Zions Auen ein Himmelsbürger sein. Bent. Schmold. ( 3) Eines Kindes. Mel. Wenn mein Stündlein vorhanden, oder: Aus tiefer Not. 6. Nun, liebster Vater, der dur haft gesorgt für mich mit Treuen; der Gott, der die Betrübten labt, der woll auch dich erfreuen. Hab gute Nacht und glaub dabei, daß ich nun wohl versorget sei bei mein und deinem Vater. 7. Auch dich, o süßes Mutterherz, will ich hiermit gesegnen; Gott helfe, daß hinfort kein Schmerz dir möge mehr begegnen. Gott geb euch seiner Engel Wach und helf euch endlich allen nach 1044. Ah liebe Eltern, trauert nicht, mir ist ja wohl geschehen; ich kann nunmehr von Angesicht Gott, meinen Herren, sehen. Wonach zu dieser Himmelsfreude! noch enter Herz verlangt, um was noch eure Seele bangt, das kann ich jetzt genießen. 2. Nunmehr steh ich vor Gottes Thron mit samt den lieben Engeln; ich trag die unverwelfte Stron und weiß von feinen Mängeln; ja, Jesus selbst, mein Freudenschein, der nennet mich sein Brüderlein und setzt mich ihm zur Seiten. 3. Der Anserwählten Seelen Schar, die Gott dort hingenommen, die bieten mir die Hände dar und heißen mich willkommen; fie fingen mir im höhern Chor ein ewigs Hosianna vor in unerhörter Wonne. 4. Warum betrübt ihr euch denn nun, ihr herzgeliebten Meinen? Ach! Gönnet mir doch diese Ruh und höret auf zu weinen; es ist ja nicht mehr lange Zeit, daß wir in dieser Ewigkeit zusammen werden kommen. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 1045. Gott Lob! Die Stund ist kommen, da ich werd aufgenommen in schöne Baradeis! Ihr Eltern dürft nicht flagen, mit Freuden sollt ihr sagen: Dem Höchsten sei Lob, Ehr und Preis. 2. Wie kanns Gott besser machen? Er reißt mich aus dem Rachen des Teufels und der Welt, die jest wie Löwen brüllen; ihr Grimm ist nicht zu stillen, bis alles übern aufen fällt. 3. Dies sind die letzten Tage, da nichts denn Angst und Plage mit Haufen dringt herein. Mich nimmt nun Gott von hinnen und läffet mich entrinnen der überhäuften Not und Bein. 4. Rurz ist mein irdisch Leben, ein besfres wird mir geben Gott in der Ewigkeit, da werd ich nicht mehr sterben, in feiner Not verderben, mein Leben wird sein lau ter Freud. 5. Wenns möglich wäre, daß ihr könnt auf einen Blick nur schauen, 5. Gott eilet mit den Seinen, was Jesus mir für Wonne gönnt läßt sie nicht lange weinen in dies in diesen Sternenauen: ihr wür- sem Thränenthal. Ein schnell det mit Verwundern sehn, wie mir und seligs Sterben ist: schnell und 672 Auf besondere Sterbefälle. und glücklich erben des schönen ruh in meinem Kämmerlein; ich Himmels Ehrensaal. bin durch einen sanften Tod ent= gangen aller Angst und Not. 2. Was schadet mirs, daß mein Gebein muß in das Grab ver= scharret sein? Die Seele schwebet ohne Leid in Himmelsglanz und Herrlichkeit. 6. Wie öfters wird verführet manch Kind, an dem man spüret, rechtschaffne Frömmigkeit; die Welt voll List und Tücke, legt heimlich ihre Stricke bei Tag und Nacht, zu jeder Zeit. 7. Ihr Nebe mag sie stellen, mich wird sie nun nicht fällen, fie wird mir thun fein Leid; denn wer fann den verlegen, den Christus jest wird seßen ins Schloß vollkommner Sicherheit. 3. In solchem Schmuck, in solcher Zier prang ich vor Gottes Thron allhier; mein Jefulein ist meine Lust, mein Labsal, meine beste Kost. 4. Was frag ich nun nach jener Welt? Mein Jesulein mich füßt und hält; in ihm erfreu ich mich allein, ohn ihn kann ich nicht fröh8. Zuvor bracht ich euch Freude; nun, da ich von euch scheide, betrübt sich euer Herz; doch wenn ihrs recht betrachtet und was lich sein. Gott thut hochachtet, wird sich 5. Mit Weinen war ich erst ge= bald lindern aller Schmerz. born, zum Jauchzen bin ich nun 9. Gott zählet alle Stunden, er erkorn; ich singe mit der Engelschlägt und heilet Wunden, er schar das ewig neue Jubeljahr. fennet jedermann; nichts ist jemals 6. Nichts Liebers meine Zunge geschehen, das er nicht vorgesehen, singt, nichts Reiners meinen Ohund was er thut, ist wohlgethan. ren klingt, nichts Süßers meinem 10. Wenn ihr mich werdet fin- Herzen ist, als mein herzliebster den, vor Gott frei aller Sünden, Jesus Christ. in weißer Seide stehn, und tra- 7. Drum, liebe Eltern, höret gen Siegespalmen in Händen und auf zu klagen meinen kurzen Lauf; mit Psalmen, des Herren Lob ich bin vollkommen worden bald; und Ruhm erhöhn: wer selig stirbt, ist gnugsam alt. 11. Da werdet ihr euch freuen; es wird euch herzlich reuen, daß ihr euch so betrübt. Wohl dem, der Gottes Willen gedenket zu ers füllen und in Geduld sich ihm ergiebt. 8. Bedenket meinen Freudenstand, und wie es in der Welt bewandt. Bei euch regieret Krieg und Streit, hier herrschet Fried und Fröhlichkeit. 12. Ade, nun seid gesegnet! Was euch jebund begegnet, ist andern auch geschehn; viel müssens noch erfahren. Nun, Gott woll euch bewahren! Dort wollen wir uns wiedersehn. Joh. Heermann. Mel. Nun lasset uns den Leib. 1046. Nun lieg ich armes Würmelein und 9. Wer auf der Erde lange lebt, derselb auch lang an Sünden klebt, muß streiten oft mit Fleisch und Blut, das manchem weh und bange thut. 10. Ja, leiden muß er Kreuz und Not und noch wohl einen langen Tod; hier hab ich schon nach kurzem Streit erlangt die Kron der Herrlichkeit. 11. Wie Auf besondere Sterbefälle. 673 11. Wie manches Kind fällt sich ich prang als eine Braut, um= zu Tod, wie manches stirbt in schränkt mit Siegeskränzen; voll Wassersnot, wie leidet manches Lust bin ich entzücket, kein Kumlange Qual, eh es kommt aus mer mich bedrücket. dem Jammerthal? 12. Sollt es euch denn nicht tröstlich sein, daß ich so fanft geschlafen ein? Daß mir das liebe Jefulein verkürzet meine Todes pein? 13. Drum legt die Hand auf euren Mund und seht auf Gott, der euch verwundt, der euch zu heilen ist bereit, wenns dienet eurer Seligkeit. 7. Drum höret, Eltern, auf, zu ängsten eure Seele, denkt, aller Menschen Lauf geht hin zur Grabeshöhle. Wohl, wer ihn zeitlich endet und sich zur Ruhe wendet. 8. Je länger man hier lebt, je mehr es widerfähret, daß man Gott widerstrebt, mit Sünden Sünden mehret. Owohl, wer nicht die Sünden mehr darf bei sich empfinden. 9. Drum faffet euer Herz, gebt, Kampf ist aus! Eltern, euch zufrieden; laßt fahren Angst und Schmerz, daß ich von euch geschieden; der, so mich euch gegeben, nimmt wieder hin Nun hab ich meine Krone! Hier ist das Wollusthaus, ich steh vor Gottes Throne in reiner, weißer Seiden, so heißt mich Jesus kleiden. das Leben. 2. Nun wird von mir geschaut 10. Habt Dank für alle Müh, die Stadt, da alle Stücken von für alle Sorg und Plagen, die Gold find ausgebaut; hier sieht ihr so spät als früh für euer Kind man Perlen blinken, die Wände getragen; habt Dank für euren schön gemalet, von Jaspis alles Segen, nun will mich Gott verstrahlet. pflegen. 14. An jenem Tag wir werden gehn, da vor Gott Groß und Kleine stehn, zur himmelischen Christagsfreud mit höchster Ehr und Herrlichkeit. Mich. Schirmer. In eigener Melodie. 1047. Sieg! Sieg! mein 6. Drum Erde, gute Nacht, dein falsch geschmücktes Wesen wird ganz von mir verlacht. Ich bin bei dir gewesen. Nur weg, du Weltgetümmel! Ich wähle mir den Himmel. 3. Ach, wundersüßer Hall! Ach, welch ein schönes Singen war doch der Jubelschall, als mich mit Freud umfingen die Chör der Cherubinen nebst tausend Seraphinen. 11. Stellt auch die Thränen ein, ihr Schwestern und ihr Brüder; wenn meine Totenbein einst werden grünen wieder, da folls gewiß ge= schehen, daß wir uns wiedersehen. 4. Als sie mit froher Lust mich Peter Behr. zu dem Bräutgam brachten, der Mel. Herzlich thut mich verlangen. drückt mich an die Brust, daß Herz 1048. So hab ich obgefte= get, mein Lauf ist und Sinne lachten; sein erster Wink und Grüßen war nichts als füßes Küssen. nun vollbracht; ich bin gar wohl vergnüget: Zu tausend guter Nacht! S3hr aber, meine Lieben, thut nicht so ängstiglich; was wollt ihr euch 43 be5. Wohl mir, ich bin vertraut mit ihm ins Himmels Grenzen; Auf besondere Sterbefälle. 674 trüben? Stehts doch so gut um mich. 2. Dent, Bater, wie viel Sorgen, wie manche schwere Nacht, wie manchen düstern Morgen ein liebes Kind oft macht! Was kann ihm widerfahren! Das fürchtet, der es liebt; den Summer fannst du sparen, drum sei nicht so betrübt. 3. Auch Mutter, laß die Zähren, stell deine Klagen ein; allein Gottes Begehren, das muß er füllet sein. Darum du jezo weineft und gar so traurig thuft, das hat Gott wohl gemeinet, er machet alles gut. ihr Eltern, über mir; ench hat das Leid umfangen, das Herze bricht euch schier. Des Vaters trene Liebe sieht sehnlich in mein Grab, die Mutter stehet trübe und wendt die Augen ab. 9. Ich war euch nur geliehen auf eine kurze Zeit; will Gott mich zu sich ziehen, so werfet hin das Leid und sprecht: Gott hats gegeben, Gott nimmts, er hat das Recht, bei ihm steht Tod und Leben, der Mensch ist Got tes Knecht. 10. Seht nicht an meine Jahre, gedenkt vielmehr zurück, daß ich 4. Die Freude, die sich reget bei ein Mensch hier ware und jeden einem Wandersmann, wenn er Augenblick zum Tode reif und die Reis hinteget und fommet zeitig von erster Kindheit an. glücklich an; die Freude, die em- Wie seid ihr doch so streitig in pfindet ein Schiffer, wenn erschier dem, was Gott gethan! den sichern Hafen findet, die spür ich jetzt bei mir. 11. Daß ihr mein Grab müßt sehen, zeigt unsern schwachen 5. Fahrt hiu, o Angst und Schmer- Stand; daß es so bald geschehen, zen, fahrt immer, immer hin! Ich thut Gottes Baterhand. Gott freue mich von Herzen, daß ich wird das Leid ench stillen; ich erlöset bin. Ich leb in tausend sterbe nicht zu jung. Wer stirbt Freuden in meines Schöpfers nach Gottes Willen, der stirbt Hand, mich trifft noch rührt fein schon alt genug. Leiden, so in der Welt bekannt. 12. Schein ich zu früh ent6. Die noch auf Erden wallen nommen, so faget, kann man auch in irrtumsvoller Zeit, vermögen zu früh zum Himmel kommen? kaum zu lallen von froher Ewig feit. Biel besser, wohl gestors ben, als in der Welt gelebt; die Schwachheit ist verdorben, worin nen ich geschwebt. Gott bleibet bei dem Brauch: Er eilet mit den Seinen zur schönen Himmelspracht. Wer mag nun den beweinen, der bei den Engeln lacht 7. Schmückt meinen Sarg mit Kränzen, wie sonst ein Siegsmann prangt; in jenen Him melslenzen hat meine Seel er langt die ewig grüne Krone; die werte Siegespracht rührt her von Gottes Sohne, der hat mich so bedacht. 8. Noch neget ihr die Wangen, Nachruf der Betrübten. 13. Fahr wohl, o liebe Seele, genieß der füßen Lust, uns in der Trauerhöhle ist nichts davon bes wußt. Wann wird zu uns gelangen des frohen Tages Schein, da du uns wirst umfangen? O, möcht es heute fein! D. G. W. Sacer. 1049. Auf besondere Sterbefälle. ( 4) Gines ungetauften Kindes. Mel. Wer nur den lieben Gott. 1049. Wie kann sich unser Herze grämen Gott biet't uns etwas Liebes an und will es gleichwohl wieder nehmen, eh es noch einmal seufzen kann; vielleicht, weil es in jener Stadt die Seufzer nicht von nöten hat. 2. Gott läßt sich gern von uns beschenken, allein er sieht die Armut an; drum muß er uns mit was bedenken, das man zur Gabe liefern kann; er giebt ein Sind, das wird geliebt, wenn man es fröhlich wieder giebt. 675 7. Als wir das Nachtmahl. jüngst empfingen, da zog der Hei= land bei uns ein; der läßt sich feinen Feind verbringen, wir sollen. Gottes Tempel sein; und der das Werk an uns beginnt, der heiligt auch das zarte Stind. 8. Wir müssen nun die Klagen sparen und sagen als wie David spricht: Wir denken wohl dahin zu fahren, nur in dies Leben kommt es nicht. Auf Erden bleibt es ungenannt, doch ist sein Name Gott bekannt. Gottf. Hoffmann. ( 5) Eines Freundes. In eigener Melodie. 1050. ist nun aus mit meinent Leben; 3. Er giebt ein Kind in dieses Leben, da soll es schwach und dürftig sein; wenn wir es bald zurücke geben, so geht es dort zum Leben ein, da Jesus und der Freudengeist die Kinder zu ihm fommen heißt. Gott nimmt es hin, der es gegeben, befreit mich von aller Qual; es will fein Fünklein mehr verfangen, des Lebens Licht ist ausgegangen, Gott holt mich in des Himmels Saal. Es ist nun aus, 4. Wie wohl bei diesem Wun- es ist vollbracht. Welt, gute Nacht! derlanfe probieret Gott den 2. Stomm, Todestag, du LeGlaubensgrund. Das Kind ist bensfonre, du bringest mir mehr tot, wo bleibt die Taufe? Wo Lust und Wonne, als mein Gebleibt der neue Gnadenbund? burtstag bringen kann; du machst Allein, das machet Jesus gut, der ein Ende meinem Leiden, das hier am liebsten Wunder thut. sich schon in den ersten Zeiten 5. Die Taufe wirket durch den der Kindheit hat gefangen an. Glauben, der Glaube durch des Nun ist es aus, es ist vollbracht. Geistes Kraft; wer will uns nun Welt, gute Nacht! die Guade rauben, wenn Gott 3. Sott Lob! Jest kann ich recht verborgne Mittel schafft? Er genesen. Ein Sodom bist du ist getren, und in der Not ist mir gewesen, o Sündenwelt, du weder Geist noch Glauben tot. 6. Johannes ward im Mutter leibe von seinem Jesu schon besucht. Was fehlt nun einem Christemveibe? Sie träget Jesum und die Frucht; sie giebet Jesu ihren Sohn, drum friegt der Satan nichts davon. Lasterhaus! Der Tod soll mir ein Engel heißen, der mir wie Lot, den Weg fann weisen, ich folg mit Freuden; uur hinans, hinans, eh Gottes Donner fracht. Welt, gute Nacht! 4. Wie gerne will ich von dir scheiden, von dir und deinem Jan43* mer 676 Auf besondere Sterbefälle. merleiden, o Welt! Mein Babel wird mein Glaube Schauen sein; warest du, da manche Händel indessen schlaf ich fröhlich ein. mich verwirret, daß ich wie eine 4. Jch lieg und schlafe mun Taub gegirret mit meinem Senf- im Stillen, stört mich mit euren zen immer zu. Nun ist es aus, es Thränen nicht; beruhigt euch ist vollbracht. Welt, gute Nacht! in Gottes Willen, ihr, denen 5. Welt, gute Nacht, behalt das jeßund Weh geschieht; dort werDeine und laß mir Jesum, als den wir vereinigt sein. das Meine, denn ich laß meinen gute Nacht! so schlaf ich ein. Benjamin Schmold. Jefum nicht. Behüt euch Gott, ihr meine Lieben, laßt meinen In voriger Melodie. Nun, mein Vergnügen, Tod euch nicht betrüben, durch 1052. Mein Jefu, du bist welchen mir so wohl geschieht. Mein Leid ist aus, es ist voll bracht. Welt, gute Nacht! du bleibest meine Zuversicht; ich will in deinen Armen liegen, drum lösche aus, du Lebenslicht. Ich suche mir die Himmelsruh, drum geht die Seele Jesu zu. 6. Was wollet ihr euch nach mir sehnen; ach stillet, stillet eure Thränen, weil meine schon gestillet find; mir wischt sie Jesus von den Augen, was sollen mir die euren taugen? Gott lacht mag nicht mehr auf Erden leben, mit mir als seinem Kind. Was tomm nur, o angenehmer Tod; Jesns macht, ist wohl gemacht. Welt, gute Nacht! 2. An Jesu Liebe will ich fleben auch in der letzten Todesnot; ich Magnus Daniel Omeis. ich suche mir die Himmelsruh, zc. 3. Ruft mich nicht auf, jest will ich sterben, ich muß bei meiMel. Ich will dich lieben, meine. nem Jefu sein; ich soll das Him1051. Jh lieg und schlafe melreich ererben; legt mich nur in ganz mit Frieden, des Todes Schrein. Ich suche zc. denn du allein, Herr, hilfest mir; 4. In Jesu soll ich selig bleiben, die Wohnung, die mir nun beschie- der Schmerz und Jammer höret den, stellt eine sichre Kammer auf; mich kann nun nichts von für. Mein Grab muß mir ein Jesu treiben; die Sündenschuld Bette sein, o wie so süße schlaf endt ihren Lauf. Ich suche 2c. ich ein! 5. An Jesufind ich meine Freude in alle ewge Ewigkeit; aus Jefu reiner Unschuldsseide ist mir das Lebenstleid bereit't. Ich suche 2c. 2. Ich lieg und schlaf in Jesu Armen, er drücket mir die Augen zu; mich überschattet sein Erbarmen, und seine Lieb ist meine 6. Bricht schon der Tod die blasRuh. Wär auch mein Grab sen Augen, da noch der Glaube wie Jakobs Stein, so schlief ich Hoffnung trägt; muß mir das dennoch lieblich ein. Leid zum Glücke tangen, ich bin in Jesu Schoß gelegt. Ich 2c. 3. Ich lieg und schlaf. Mein Herze wachet, die Seele schauet 7. Auch alles Unglück ist verJefum an, der mein Gebeine schwunden, mein Jesus will mich grünend machet, so bald er selbst erfreun; hier zählt man viele schwingt die Lebensfahn. Dann Jammerstunden, nun fann ich reich Auf besondere Sterbefälle. 677 reich in Jesu sein. Ich suche mir] 2. Mein Zeit ist nun vollendet, die Himmelsruh, drum geht die der Tod das Leben endet; Ster= Seele Jesu zu. ben ist mein Gewinn. Kein Bleiben ist auf Erden, das Ewge muß mir werden; mit Fried und Freud ich fahr dahin. 3. Ob mich gleich hat betrogen die Welt, von Gott gezogen durch Schand und Büberei, will ich doch nicht verzagen, sondern mit Glauben sagen, daß mir mein Sünd vergeben sei. 8. Ruft mit mir, ruft, ihr Seraphinen, stimmt insgesamt ein Heilig an; Gott ist mir seliglich erschienen auf eurer hohen Himmelsbahn. Ich suche mir die 2c. 9. Bringt unserm Gott ins Himmelsthrone Lob, Preis für seine Gütigkeit; dem heilgen Geiste samt dem Sohne sei ewig Dank und Ruhm bereit. Ich suche 2c. 10. An Jesu wollen wir uns halten, er ist der Seinen Schuß und Schild; durch unsers Heilands Liebeswalten wird dieser Seelenwunsch erfüllt. Ich suche mir die Himmelsruh, drum geht die 2c. 5. Die Sünd mag mir nicht scha11. Reiß alle frommen Christen- den, erlöst bin ich aus Gnaden seelen aus aller zugestoßnen Bein; umsonst durch Christi Blut. Keitt laß sie dein ewig Lob erzählen Werk fommt mir zu Frommen, und in den Himmel kommen ein. so will ich zu ihm kommen; der Ich suche mir die Himmelsruh, wahre Glaub allein es thut. drum geht 2c. 12. Ade, ich sterbe! Meine Lieben, lebt wohl! Bu tausend guter Nacht! Ihr seid im Himmel an geschrieben, drum legt nur ab die Trauertracht. Ich suche mir die Himmelsruh, drum zc. 4. Auf Gott steht mein Vertrauen, sein Antlig will ich schauen, wahrlich, durch Jesum Christ, der für mich ist gestorben, des Vaters Huld erworben; mein. Mittler er auch worden ist.. 6. Wir sind unnüße Knechte; mein Thun ist viel zu schlechte, denn daß ich ihm bezahl damit das ewge Leben; umsonst will er mirs geben und nicht nach mein'm Verdienst und Wahl. 7. Drauf will ich gerne sterben, 13. Ruh wohl, o Leib, in dei das Himmelreich ererben, wie er ner Kammer, erwart auch deine mirs hat bereit. Hier mag ich Lebenszeit; ich gehe aus dem In- nicht mehr bleiben, der Tod thut. glücksjammer zu Christo in die mich vertreiben, mein Seele fich Ewigkeit. Ich suche nur die Him- vom Leibe scheidt. melsruh; nun geht die Seele Jesu zu. 8. Damit fahr ich von hinnen, o Welt, thu dich besinnen, denn ( 6) Eines armen Sünders. du mußt mir auch nach; auf, dich zu Gott befehre und von ihne Mel. Nun ruhen alle Wälder. 1053. Welt, ich muß dich Gnad begehre, im Glauben sei du auch nicht schwach. lassen, ich fahr da hin mein Straßen ins ewge Vaterland; mein'n Geist will ich auf geben, dazu mein Leib und Leben segen in Gottes guädge Hand. 9. Die Zeit ist nun vorhanden, hör auf mit Sünd und Schanden und richt dich auf die Bahn mit Beten und mit Wachen; all deine eit= Wiegenlied. 678 eitlen Sachen sollst du gutwillig geben dran. 10. Das schenk ich dir am Ende, bens ist jest nicht mehr hier. Joh. Hejje. dich ja zu Gott hinwende, zu ihm steht mein Begier. Hüt dich vor Bein und Schmerzen, nimm mein'n Abschied zu Herzen, meins Blei28. Auf den Glockenschlag. Mel. Chriftus, der uns selig macht. nimm mich zu Gnaden auf; mei1054. Schlage, Jeſu, an nen Glauben stärke, daß mein mein Herz, rühre ganzer Lebenslauf sei voll Tumein Gewiffen, damit aus der gendwerke. Sünden Schmerz heiße Thränen fließen. Blicke mich wie Betrum an, daß ich mich ja schlage, daß ich stets gedenke dran und doch nicht verzage. 3. Dein Blut sei mein Lebensfaft und mein Trost im Leiden, meiner Seele Stärt und Straft so sterb ich mit Freuden; in der Stunde letter Not wollst du mein 2. Weck mich durch den Glocken- gedenken und ein selig End im schall aus dem Schlaf der Sün- Tod mir, o Jesu, schenken. den; laß für meiner Schulden Fall mich Erbarmung finden und B. 2. Megander. 29. Wiegenlied. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens. geschieht, und werd ein Baum, der 1055. Schlaf janft und Schatten giebt, du Pflänzlein, drein sich Gott verliebt. wohl, schlaf, liebes Kind, dieweil die Engel bei dir find; sie sehen Gottes Angesicht, sie wachen hier und schlummern nicht. 6. Gott ist ein wahrer Kinderfreund, wenn sie der Weisheit Schüler sind, so wohl, als sein Sohn Jesus Christ die Kinder segnet, herzt und füßt. 2. Du schläfft und liegest weich dabei, dein Heiland lag auf Stroh und Heu, im finstern Stall, auf Holz und Stein; du liegst in dei nem Wiegelein. 7. Sagt, sind die Freuden jener Zeit nicht eine stinderherrlichkeit? Sagt, wer in Christi Reich eingeht, ob ders nicht wie ein Kind empfäht? 3. Dir störet niemand Schlaf 8. Ein Kind weiß nichts von Bos= und Ruh, ihm sesten tausend heitschuld, von langem Zorn und Feinde zu. Du lebst ohn einigen Ungeduld, von Rachgier, FeindBerbruß, da er das Elend leidenschaft, Haß und Neid, von Geiz mußt. und Wucher, Mord und Streit. 4. Gott segue deiner Mutter 9. Sei, wie das traute JesusSchoß, nimm zu, gedeih und find, gerecht, getren und fromm werde groß, fromm und an dei- gesinnt; dies Kindlein ging die ner Seele reich, an Weisheit dei- Tugendbahn und war den Eltern nem Jefu gleich. unterthan. 5. Gott fülle dich mit Gnad und Licht, daß durch dich andern wohl 10. Dein Gott verfläre für und für sein liebes Jesuskind in dir, daß Von der Geburt Jesu Christi. 679 daß deine Seel erkennt und faßt, Licht entsteht, die ohne ihn in isas bu am Sindlein Jesu hast. Dunkeln untergeht. 11. Was Jesus ist und heißt und thut, das ist und that er dir zu gut. Dein großes Elend macht allein, daß er ein Kind wie du mußt sein. 12. Wer es mit diesem Stinde hält, für diesen ist das Reich beitellt; der nimmt, er sei flein oder zulest. groß, mit ihm dort gleiches Erb und Los. 13. Wie bald ists auf der Welt verricht, wozu uns unser Gott verpflicht; es ist noch um ein furzes Num und um den legten Schlaf zu thun. 4. Sein Nam, der heißet Wunderbar, er ist auch aller Wuns der Krone. Es jubiliert der Eugel Schar mit Herzenslust imt süßen Tone das Gloria, als bieses Wunderpfand sich in der Nacht bei uns zur Welt einfand. 5. Bedarfst du Rat und Unterricht, will dirs an Wiß und Weisheit fehlen: dies Kind heißt Rat, es ist ein Licht. So du dich wirst mit ihm vermählen, so wird es dir in aller Not und Bein dein treuer Rat und Licht und Leitstern sein. Von der Geburt Jesu Chrifti. Mel. Preis, Lob, Ehr, Ruhm. 6. Fehlt dirs au Kraft, o.liebe Seel, auf Gottes Wegen fort zu kommen, sei unverzagt! Smmanuel, der deine Menschheit ange= nommen, heißt Kraft und will durch seine Kraft allein in allent Kampf dein treuer Helfer sein. 1056. Einkind ist uns ge- 7. Fehlt dirs an Mut und Tapboren heut; der ferkeit, der Feinde Rotte zu beliebste Sohn ist uns geschentet, triegen, hier ist der Held, der in in dem Gott Gnad um Gnad dar- dem Streit dich nicht fann laffen beut für alles, was die Seele unterliegen. Wer in der Schlacht fränket. Mert auf mein Herz, ihn an die Spige stellt, der sieund schau das Knäblein an: denf, get und behält zulegt das Feld. welch ein Wunder Gott durch ihn gethan. 8. Ein ewger Vater ist er dir, weil er dich durch sein Wort ge2. Es spielt in seinem Angesicht zenget. Nun sorgt er für dich mit freubenreicher Luft und Wonne für und für, sein Herz bleibt stets des Baters Klarheit, Lieb und zu dir geneiget. Was er befiehlt Licht; er ist des neuen Himmels den Vätern in der Zeit, wird er Sonne, dadurch der Welt ein neues vielmehr selbst thun in Ewigkeit. 9. Den 14. Bald weckt uns der Boiaunen Ton; bald steiget Christus auf den Thron und, wer mit ihm hier in Gefahr, verachtet, arm und elend war. 3. Das Kind ist zart und träget doch, was Erd und Meer und Himmel heget; der ganzen Herrschaft Last und Joch ist seinen Schultern auferleget von demt, der ihn zum Mittelpunkt geſeßt des, was da ist und werden ſoll 15. Schlaf, liebes tind, schlaf unbetrübt! Wenn Gott Verstand und Jahre giebt, so wachs im Geiste Tag und Nacht, bis dich Gott ewig selig macht. J. C. Ruben. 680 Von der wahren Buße. 9. Den Friedensfürsten Von der wahren Buße. nennt er sich, weil er als Herzog Mel. Alle Menschen müssen sterben. für dich ſtreitet, ergößt indessen 1058. Sollen, Herr, die Eireichlich dich an seinem Tisch, mich er bereitet, und macht dein Herz schlagen Tag und Nacht? Sollen, von Furcht und Schrecken los, gleich den Wasserfluten, meine legt dich auch sanft in seiner Thränen sein geacht? Meine Liebe Schoß. Thränen, welche fließen, gleich wie Wasserströme gießen, ängsten Herz, Gemüt und Sinn, daß ich nicht weiß, wo ich bin. 10. Drum frente dich, mein Herz, in ihm, nimm an, was dir dein Gott gegeben; erhebe jauchzend deine Stimm und preise ihn mit 2. Dein Grimm drücket gleich. deinem Leben. Gott giebt sich den Lasten, die wie tausend Gentdir; gieb du ihm wiederum dich ner schwer ohne Ruh und ohne ganz und gar zu seinem Eigen- Raften über tiefe Flut und Meer mein sehr matter Leib soll tragen; hier ist Zittern, hier ist Zagen, hier ist Schreien, Ach und Weh; ach weh, daß ich untergeh! Ilm. 3. A. Freylingshausen. Von der erbarmenden Liebe Gottes. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 1057. Das ist je gewißlich teure, werte Worte: Jesus Christus stellt sich dar und ist hier an diesem Orte zu den Bösen, nicht zu Frommen, in die Welt hernieder kommen; 3. Sei, Herr, gnädig, sonst muß fallen ich und gänzlich untergehn; wahr, das sind meine Zunge fann faum lallen, meine Füße kaum mehr stehn; mein Herz fühl ich mächtig pochen, Mark ist weg aus meinen Knochen; meine Schönheit wird wie Staub, so werd ich des Todes Raub. 2. Daß er hier die Sündenknecht, 4. Ach, du großer Herr, wie die schon in des Todes Rachen, lange, ach wie lange soll ich doch, möchte ledig und gerecht und aus eh ich von dir Trost empfange, Gnaden selig machen, unter wel ziehen an des Kreuzes Joch? che ich vor diesen mich als der Wende dich und hilf der Seele, Vornehmst erwiesen. die in ihrer Leibeshöhle findet 3. Aber darum ist an mir die weder Ruh noch Rast von der Barmherzigkeit geschehen, auf daß schweren Kreuzeslaſt. andre auch allhier möchten durch die Gnade sehen, wie er auch am bösen Zweige alle die Geduld er zeige, 4. Daß ich werd an meinem Teil ein Erempel für die Leute, welche an ihn, als ihr Heil, soll ten in den letzten Zeiten feste glauben und vertrauen und ein ewig Leben schauen. Alb. Teller. 5. Drum um deiner Güte willen und um deines Namens Preis hilf mit Gnadenöle stillen den betrübten Augstesschweiß; denn wie kann ich dir doch) danten, wenn ich lieg in Todesschranken, wenn ich bin gefesselt ein in des schwarzen Grabes Schrein. 6. Seufzen hat mir ansgesogen meinen besten Lebenssaft; Thränen sind wie Wasserwegen aus den 681.. Von der Freude im heiligen Geist. den Augen hingerafft; thränennaß denn sie können dir nicht schaden, find meine Betten und du, Herr, willst mich nicht retten, da ich durch die ganze Nacht schwimme vor der Thränenmacht. 7. Trauern hat von mir gerau bet, was an mir war wohlgestalt; meine Schönheit ist bestaubet, schwarz, verächtlich, runzlicht, alt, weil an allen Ort und Enden sich die Spötter zu mir wenden, sagen: Dieses Menschen Herz muß ausstehen großen Schmerz. weil du bist bei Gott in Gnaden. 3. Dir, Herr Jesu, muß ich fagen Lob und Dank, dieweil du haft so mitleidig wollen tragen für mich meine Sündenlast, und daß du durch deinen Tod mich errettet aus der Not, darin ich durch Missethaten leider war sehr tief geraten. 8. Weichet weg, ihr Übelthäter, ihr Verächter, weicht von mir; Gott, der meiner Seel Vertreter, tritt aus seiner Burg herfür, und der Herr erhört mein Weinen; denn ich bin auch von den Seinen, nimmt sich des Gebetes an, als ein treuer Helfersmann. 4. Gieb nach deiner großen Güte mir nun deinen guten Geist, daß ich mich vor Sünden hüte und das suche allermeist, was du willst und dir gefölt; daß ich mich der bösen Welt mag in Gottesfurcht entziehen und all ihre Lüste fliehen. 5. Gieb dabei Geduld im Leiden und des wahren Glaubens Licht; laß mich Geiz und Hoffart meiden; hilf, daß ich ja zürne nicht, wenn mein Nächster mic betrübt, sondern, wie du mich ge= liebt und mir meine Schuld vergeben, mit ihm möge friedlich leben. 9. Aller Feinde werd ich lachen, wenn in einem Augenblick fie Gott wird zu schanden machen, treiben hinter sich zurück, ihnen ihre Schaltheit wehren, daß sie müssen 6. Hilf, daß ich dich herzlich rückwärts kehren, fallen in die liebe und im Beten fleißig sei, Grub hinein, da die Höllengeister Liebe auch am nächsten übe; sein. M. Gotthilf Treuer. Schwermut und Melancholei laß entfernet sein von mir. Jesu, hilf, daß für und für ich mich als ein gebärde und drauf ewig Von der Rechtfertigung. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Christ 1059. Auf, mein Geist und selig werde. E. C. Homburg. mein Gemüte, lobe Von der Freude im heiligen Gottes Freundlichkeit; lobe Gottes Geist. Wundergüte, die er dir zu aller Mel. Alles ist an Gottes Segen. Zeit hat erwiesen ſonderlich, daß 1060. Fröhlich, fröhlich, im mer fröhlich, denn er nun aufs neue dich hat durch deines Sohnes Wunden deiner Sünden Last entbunden. ich bin in Jesu selig, habe schon den Himmel hier. Andre füllen ihre Herzen mit viel schweren Sor genschmerzen; mir fommt gar nichts Traurigs für. 2. Nunmehr fannst du sicher hoffen, daß Gott dir wird gnädig sein; mun steht dir der Himmel offen, und die Seligkeit ist dein. 2. Weil ich meinen Jesum habe Hinfort hat es teine Not mit und an seiner Brust mich labe, Sünd, Teufel, Höll und Tod; so verschwindet alle Pein. Wer thu Von der Liebe Jefu. 682 ihn liebet, wer ihn fennet, wer weiß, wie sein Herze brennet, der fann niemals traurig sein. dadurch ich dir und deiner from= men Schare verdrießlich sein und schade. 3. Wo ich size, wo ich stehe, wo 3. Bewahr, o Bater, mein Geich liege, wo ich gehe, weicht mein hör auf dieser schnöden Erde vor Jesus nicht von mir; er ist mir allem, dadurch deine Ehr und stets an der Seiten, will mich über- Reich beschimpfet werde. Laß all begleiten, er ist meine Lust und Zier. mich der Lästrer Gall und Gift ja nimmermehr berühren; denn wen ein solcher Inflat trifft, den pflegt er zu verführen, auch wohl gar umzukehren. 4. Er hat sich mit mir verbunden, nichts, o garnichts wird gefunden, das ihn von mir trennen thut; er, mein Bräutgam und mein König, achtet sonst ja alles wenig, ich bin ihm sein liebstes Gut. 4. Regiere meiner Augen Licht, daß sie nichts Arges treiben; ein unverschämtes Angesicht laß ferne 5. Er hat mich zur Braut erfo- von mir bleiben. Was ehrbar ren; eh ich sollte sein verloren, ist, was Zucht erhält, wonach die müßt vergehn die ganze Welt. Englein trachten, was dir beliebt Ach, was sollt mich denn betrüben, und wohlgefällt, das laß auch mich weil mich der so hoch thut lieben, hochachten, all lppigkeit verlachen. der ja alles trägt und hält. 6. Darum fröhlich, immer fröhlich, ich bin schon in Sefu selig, ich bin sein und er ist mein. Sin gen, springen, jubilieren und in Sefu triumphieren soll nur mein Geschäfte sein. I Ch. Lange. 5. Gieb, daß ich mich nicht lasse ein zum Schlemmen und zum Brassen; laß deine Lust mein eigen sein, die andre fliehn und haffen. Die Lust, die unser Fleisch ergöst, die zieht uns nach der Höllen, und was die Welt für Freude schäßt, pflegt Seel und Geist zu fällen und ewiglich zu quälen. Vom christlichen Leben und Wandel. Es woll uns Gott genädig. 1061. Gott, mein Schöpfer, ebler Fürst und Vater meines Lebens, wo du mein Leben nicht regierst, so leb ich ich hier vergebens; ja, ich bin auch lebendig tot, der Sünde ganz ergeben. Wer sich wälzt in dem Sündenfot, der hat das rechte Leben noch niemals recht geſehen. 2. Darum, so wende deine Gnad Von der Liebe Jesu. Mel. Lobe den Herren, den. zu deinem armen Kinde, und gieb 1062. Christe, mein Leben, mir allzeit guten Rat, zu meiden mein Hoffen, mein Schand und Sünde. Behüte mei- Glauben, mein Wallen und das, nes Mundes Thür, daß mir ja was Christen fann schmecken und nicht entfahre ein solches Wort, einzig gefallen, richte den Sinn, trener 6. O selig ist, der stets sich nährt mit Himmelsspeis und Tränken, der nichts mehr schmeckt, nichts sieht und hört, auch nichts begehrt zu denfen, als nur, was zu dem Leben bringt, da man bei Gotte lebet, und bei der Schar, die fröhlich singt und in der Wollust schwebet, die feine Zeit aufhebet. Paul Gerhardt. Von der Liebe Jesu. 683 in Ewigkeit; meinen Gott will ich dich nennen und der aller Welt bekennen, daß ich dein bin und du mein! Ich will feines Andern sein. 2. Deine Hand hat mich berelNimmst du mich hin, tet, dein Mund blies mir Odent ein; deine Guad war ausgebreitet wie ein Teppich ob dem Schrein, welcher mich erst hat verschlossen. Darum sag ich unverdrossen: Ich bin dein und du bist mein; ich will keines Andern sein. 3. Deine Güt hat mich umfangen, als mich erst die Welt empfing; dir bin ich schon angehangen, als ich an der Brust noch hing; dein Schoß hat mich angenommen, wenn ich nur bin zu dir kommen. Ich bin dein und du bist mein 2c. treuer Weltheiland, dahin, Ruhm bir zu bringen vor allen. 2. Einzig Geliebter, du Woune, dich will ich erheben; ich will mich gänzlich dir schenken und völlig hingeben. ist es mein großer Gewinn; teinen wird fränken mein Leben. 3. Gines, das nötig, laß mächtig vor allem bestehen, tuhe der Seelen; laß alles, was eitel, vergehen! Einzig die Lust ist mir nur ferner bewußt, Christus, mir ewig erfeten. 4. Herzog des Lebens, du wollest mich jelber regieren, so, daß das Leben ich heilig und selig mag führen. Gieb du den Geist, reiche, was göttlich nur heißt, himmlisch die Seele zu zieren. 4. Auf der Kindheit wilden Wegen folgte mir stets deine Güt; deines Geistes Trieb und Regen regte mir oft das Gemüt, so ich etwa ausgetreten, daß ich wieder täm mit Beten. Ich bin dein x. 5. Ach, wie oft hat meine Ju6. Gentnerschwer sind mir die gend deine Gnadenhand gefaßt, Bürden, wo du nicht hilfft tra- wenn die Frömmigkeit und Tugen; alles, was irdisch ist, trachtet gend war in meinem Sinn verbie Christen zu plagen. Laß es haßt. Ach, ich wäre längst gedenn sein! Lebt man nur Christo storben außer dir und längst verallein, er wird die Straft nicht verdorben. Ich bin dein 2. fagen.. 5. Friedensfürst, laß mich im Glauben dir treulich anhangen; eile, zu stillen dies Wünschen, mein höchstes Berlangen. Bon dir nichts mehr, Heiland, ich jego begehr, nimm mich dir selber gefangen. 7. Aun denn, so will ich auch immer und ewiglich hassen Bürden, die Christum, das Kleinod, nicht in sich einfassen. Er soll mir sein Reichtum und alles allein, Gott, Gott, wer wollte dich lassen? 2. K. v. Zinnendorf. Mel. Du, o schönes Weltgebäude, oder: Alle Menschen müssen sterben. 1063. Jeu, meiner Seele Leben, meines Herzens höchste Frend, dir will ich mich ganz ergeben jegt und bis 6. Ja, in meinem ganzen Leben hat mich stets dein Licht geführt; du hast, was ich hab, gegeben, di haft meinen Lauf regiert! Deine Güt, die täglich währet, hat mich immerbar ernähret. Sch bin zc. 7. Jrr ich, sucht mich deine Liebe; fall ich, hilfet fie mir auf; ist es, daß ich mich betrübe, tröst sie mich in meinem Lauf; bin ich arm, giebt sie mir Güter, haßt man mich, ist sie mein Hüter. Ich bin dein und du bist mein 2c. 8. Schmäht man mich, sie ist mein 684 Von der Liebe Jesu. mein Ghre; trogt man mir, sie zens größter Ruhm; Jesu hab ich ist mein Truß; zweifle ich, sie ist mich ergeben, er ist meines Lebens die Lehre; jagt man nich, sie ist Licht. Meinen Jesum laß ich nicht. mein Schuß. Was ich immer hab begehret, war es gut, mir wurds gewähret. Ich bin dein und zc. 9. Deiner Liebe Süßigkeiten sind 2. Jesum hab ich eingesentet tief in meines Herzens Schrein, Jesus ist und bleibet mein; stets mein Herz an Jesum denket, alin mein Herz eingeflößt; durch les ist auf ihn gericht. Meinen den Blick der Herrlichkeiten deines Himmels wird getröst mein Gemüt in seinem Zagen. Alles Kreuz hilfst du mir tragen. Ich Jesum laß ich nicht. 3. Nichts ist mir auf dieser Erden lieber als der Jesus mein; lieb soll mir mein Jesus sein, bin dein und du bist mein 2c. bis ich werd zu Asche werden. 10. Dein Geist zeiget mir das Er ist meines Lebens Licht. Erbe, das im Himmel beigelegt; Meinen Jeſum laß ich nicht. ich weiß, wenn ich heute sterbe, 4. Will mich gleich die Welt wo man meine Seel hinträgt: Zu bethören, daß ich Jesum laffen dir Jesu in die Freude. Troß, soll, bleibt mein Herz doch Jesu daß mich was von dir scheide! voll; Jesum will ich stets verehIch bin dein und du bist mein 2c. ren, er ist meines Lebens Licht. 11. Dieses alles ist gegründet Meinen Jefum laß ich nicht. nicht auf meiner Werke Grund; dieses, was mein Herz empfindet, thu ich allen Menschen tund, daß es fommt aus deinem Blute, das allein kommt mir zu gute. Ich bin dein und du bist mein 2. 5. Laß die Welt und Teufel wüten, Jesus ist mein bester Freund, der es allzeit treulich meint; Jesus wird mich wohl behüten, auf ihn ist mein Trost gericht. Meinen Jesum 2c. 12. Drum, ich sterbe oder lebe, 6. Jesum hab ich mir erwähbleib ich doch dein Eigentum; an let, Jesus soll mein Beistand dich ich mich ganz ergebe, du bist sein, wenn die schwere Sündenuteiner Seele Ruhm, meine Zu- pein mein geängstet Herze quäversicht und Frende, meine Süßig- len; drum mein Herz mit Freufeit im Leide. Ich bin dein 2c. ben spricht: Meinen Jesum 2c. 13. Höre, Jesu, noch ein Flehen, 7. Mich soll nichts von Jesu schlag mir meine Bitt nicht ab: scheiden: Sünde, Teufel, Höll Wenn mein Augen nicht mehr und Tod, auch die allergrößte sehen, wenn ich keine Straft mehr Not; er ist mein im Kreuz und hab, mit dem Mund was vorzu- Leiden, wenn mich Sünd und tragen, laß mich doch zulegt noch Tod ansicht. Meinen Jesum 2c. sagen: Ich bin dein und du bist 8. Sollt auch gleich die Welt mein, ich will keines Andern sein. zerspalten und zu Grund und Trümmern gehn, will ich denMel. Ach, was soll ich Sünder.noch feste stehn und bei meinent M. C. Scriver. 1064. Jesus ist und bleibt Jesu halten; er iſt meine 3mein Leben, Jesus versicht. Meinen Jesum x. 9. Wenn mir gleich die Augen ist mein Eigentum, meines Herbre Vom Vertrauen und Hoffnung zu Gott. 685 brechen, wenn mir mein Gehörden; denn wär der Himmel ohne verschwindt und die Todesangst dich, so könnte feine Lust für mich sich findt, wenn die Zung nicht in tansend Himmeln werden. mehr tann sprechen und der Wärst du nicht schon auf Erden Lebensfaden bricht: laß ich mei- mein, möcht ich auch nicht auf nen Jesum nicht. Erden sein; denn auch die ganze weite Welt hat nichts, das mir, wie du, gefällt. Herr Jesu Christ, wo du nicht bist, ist nichts, das mir erfreulich ist. 10. Muß ich gleich die Welt verlassen, ist doch meines Lebens Zier, Jesus, um und neben mir auf der finstern Todesstraße. Er ist meines Lebens Licht. Meinen Jesum laß ich nicht. Nic. Gerlach. Mel. nung zu Gott. Herzlich lieb hab ich dich. 1065. Hert err Jesu Christ, 4. Und sollte mir durch Kreuz und Not, durch Marter, durch Gewalt und Tod auch Seel und Vom Vertrauen und Hoff- Leib verschmachten; dies alles wird, wenns auch noch mehr, ja gar wie eine Hölle wär, mein Glaube gar nicht achten; du bist mein Fleisch und und bleibest doch mein Heil und Blut, mein Seelenschag, mein meines Herzens Trost und Teil; höchftes Gut und aller Sinnen so wird und muß durch dich alFreude, ich bleibe dennoch stets lein auch Leib und Seele selig an dir, so ist auch nichts, das sein. Herr Jesu Christ, ich hoffe dich von mir und unsrer Liebe fest,:,: daß deine Straft mich scheide. Du machst mir deinen nicht verläßt. Weg bekannt, hältst mich bei meiner rechten Hand, regierst und führst den Lebenslauf und hilfest meiner Schwachheit auf. Herr Jesu Christ, du bist mein Licht, ich folge dir, so irr ich nicht. 5. Wer von dir weicht und auf der Welt dir nicht beständig Glanben hält, muß freilich wohl verder= ben und kann, weil er die Lust und Bracht des Fleisches hier zum Himmel macht, den Himmel dort nicht erber. Wer Satan folgt und ärgerlich in Sünden lebet wider dich und denkt an seine Buße nicht, den bringst du am durch dein Gericht. Herr Jesu Christ, du bist dabei:,: dem, der dir treu ist, ewig treu. 6. Drum halt ich mich getrost 2. Du leitest mich nach deinem Rat, der anders nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet. Gehts gleich zu Zeiten wunderlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohl gelinget. Nach hartem Tritt auf rauher Bahn nimmst du mich dort mit Ehren an, wo mich vor zu dir, du aber hältst dich auch zu deinem Thron erfreut die Krone mir und das ist meine Freude. der Gerechtigkeit. Christ, ach voll Begier:: wünsch ich zu sein, mein Gott, bei dir. 3. Mein Alles ist auf dich gericht, hab ich nur dich, so frag ich nicht nach Himmel und nach ErHerr Jesu Ich sebe meine Zuversicht auf dich, mein Fels, der nicht zerbricht in Freud und auch im Leide; dein Thun soll alles und allein in meinem Herz und Munde sein, bis ich dich kann mit Augen sehn; ach möchMAX 686 Vom Vertrauen und Hoffnung zu Gott. möchte solches bald geschehu! wenn, wo und wie er helfen will, Herr Jesu Christ, ich warte eh famt es nicht geschehen. brauf,:,: fomm, fomm, mein Schat, und nimm mich auf! Mel. In dich hab ich gehoffet. 1066. Wie wunderbar ist Gottes Rat, das zeigt der Ausgang und die That. Wer sich darein ergiebet, erfährt zulegt, daß Gott getren und ewig nicht betrübet. 2. Bedenke das, o meine Seel, mit Sorgen dich darum nicht quäl, ob du wärst ganz verlassen; Gott handelt mit dir wunderlich und kann dich doch nicht haffen. 3. Denn dieses ist sein alter Brauch, daß, wen er schlägt, den liebt er auch, und wen er will erhöhen, den sett er erst in Schmach und Spott und läßts ihm übel gehen. 4. Dent nur die vorgen Jahr zurück, o wie manch schweres Ungelück hat Gott von dir gewendet; wie oft hat er vom Heiligtum dir Hilfe zugesendet. 9. Weißt du nun gleich nicht diese Zeit, so warte in Gelaffenheit; laß eine Probe spüren, daß du in Leiden kannst bestehn und glücklich triumphieren. 10. Der Wein muß erst gefeltert sein, soll uns ein süßer Most erfreun, das Körnlein muß er= sterben; es muß das Gold durchs Feuer gehn, wenns Nugen foll erwerben. 11. Werd ich gedrückt, beneidt, veracht, gehaßt, gehöhnet und verlacht, so kann mirs doch nicht schaden; es muß mir lieber nüglich sein, weil ich bei Gott in Gnaden. 12. Dir sei, o Jesu, Preis und Ruhm, daß du mich als dein Eigentum dir selber haft erwählet, daß mirs an Rat, Trost, Hilf und Mut bis hierher nicht gefehlet. 13. Sei ferner meine Zuversicht; es leuchte mir dein Angesicht, so tamm ich recht genesen; denn bei dir ist der Freuden Füll und wunderfrohes Wesen. 5. Nun bleibt er unveränderlich, tann lenguen weder sich noch dich, 14. 3ch preise deine Wunder weil er stets dein gedenket; sein hier mit schlecht gedicht'ter LiederHerz bricht ihm, wenn dich der zier, die dir mein Herze bringet, Schmerz in deinem Herzen fränket. bis ich gelanget zu dem Chor, 6. So fehlts ihm auch am Stön- da man dir ewig singet. nen nicht; denn was er nur ges beut, geschieht, bei ihm ist Macht In voriger Melodie. zu ſpüren: ja, wenn die Not am 1067. 3ulest gehts wohl größten ist, weiß er heraus zu führen. dem, gerecht auf Erden durch Christi Blut 7. Was unser Gott versprochen und Gottes Erbe war. hat, beweist er auch in Wert und kommt anlegt das angenehme That, sein Wort fann nicht betri- Jahr, der Tag des Heils, an gen; wer sich im Glauben drauf verden wir fröhlich werden. läßt, wird dennoch endlich siegen. 2. Zulegt giebt Gott, wonach 8. Doch wisse dieses auch, mein wir uns gesehnet, wenn Glanb Christ, daß Gott ein weiser Hel- und Lieb in Kreuz bewähret ist fer ist, der schon die Zeit ersehen, und man Geduld an unfern Stirnett Von der Zufriedenheit und Gelassenheit. 687 auf den ich trane, der Fels, worauf ich baue. 3. Ich bin sein armer Knecht, was er thut, ist mir recht; ich folge seinem Leiten ohn alles Widerstreiten; ihm sei es heimgewiesen, und sein Ruhm hochgepriesen. 4. Ich geh, wie er mich führt, und thu, was mir gebührt; es geh durch Dorn und Heden, er wird mich wohl bedecken mit ſeiner Huld und Gnade, daß mir fein Unfall schade. 4. Zulegt macht Gott das Wasfer selbst zu Weine, der besser ist und alle Gäst erfreut, im Glauben stärft die neuen Hochzeitleut. Da sieht man denn, daß ers dennoch gut meine. 5. Zulegt wird erst die Rahel angetrauet dem Israel. Zuletzt wird Joseph groß und kommt empor; erst war er arm und bloß. Zuleßt wird noch Tobias wohl verpfleget. 6. Zulegt, und nicht zuerst, 6. Er ist mein Schild und Lohn. nimmt Gott die Seinen ins Pa- Die schöne Ehrenkron ist mir radies, der Liebe Himmelreich, dort aufgehoben bei denen, die und machet sie den Engeln Got- Gott loben, wenn ich nach dietes gleich; doch vorher läßt er sem Leiden gelang zur Himmelssie erst lange weinen. frender. 5. Muß ich durch Trübfal geht, fann mir doch nichts geschehu, als was er hat verhänget; und ob michs gleich bedränget, folls mich nicht von ihm scheiden im Lieben, Hoffen, Leiden. nen liest, wenn wir genug sind von der Welt verhöhnet. 3. Zulest reicht man den Siegern ihre Stronen und führet sie vom Feld ins Vaterland, allwo bereit der selge Ruhestand, dadurch der Fürst den Kampf pflegt zu belohnen. 7. Zulegt! Merts wohl, und halte nun fein stille, o liebes Herz, dem, der dich erst betrübt, und dich dabei doch wahrlich liebet mich in Freud und Schmerz; herzlich liebt. Gedenke nur: Es wie gut ist Gottes Vaterwille, ist so Gottes Wille. wie freundlich sein mich liebend Herz. Er ist mein Hort und Von der Zufriedenheit und meine Zier. Was Gott gefällt, Ch. A. Vernstein. gefällt auch mir. Gelassenheit. Mel. Wer nur den lieben Gott. 1069. Ich halte Gott in allent stille, er Mel. Auf meinen lieben Gott. 2. Mein Gott weiß alles wohl zu machen, er ist der ewig trene 1068. Gott führet wunder Freund; er läßt mich nach den Weinen lachen; was er thut, das ist wohl gemeint; sein Lieben währet für und für. Was Gott 2c. 3. Sein Wille bleibet mein Vergnügen, so lang ich leb auf dieser Welt; was kann mein eigner Wille trigen, der das nicht will, was Gott gefällt; ich dent an meine Christgebühr. Was Gott 2c. 4. Gr lich, doch aber feliglich; ich folg ohn einges Wählen, drum kann es mir nicht fehlen; was Gott hat ausersehen, muß endlich doch geschehen. 2. Er ist mein trenster Freund, die Sonne, die mir scheint, mein Schild und mein Grretter bei allem Unglückswetter, mein Hort, 688 Von der Zufriedenheit und Gelassenheit. 4. Er will und wird mich ewig berufen, wie mich geführet Gotlieben, er weiß wohl, was mir nüß- tes Hand, und wie er es mit mir lich sei; er hat mich in die Hand gefügt: so bin ich auch sehr wohl geschrieben mit lauterm Golde vergnügt. seiner Treu; weg eigner Wille, weg mit dir! Was Gott gefällt, gefällt auch mir. 6. Jch achte nicht des Glückes Lachen, wie freundlich es auch immer sei; auch laß ich mich nicht zaghaft machen durch seine grimmge 5. Gott will, daß mir geholfen werde, er will der Seelen Selig- Wüterei, indem ich lebe wohlfeit; drum reiß ich mich von die- vergnügt, wies Gott in beiden ser Erde durch wahre Gottgelas- Fällen fügt. senheit; seinm Willn leb ich dort und hier. Was Gott gefällt, gefällt auch mir. 6. Jand. Mel. Wer nur den lieben Goit. 7. Sn Gottes Hand steh ich ge= schrieben, der hat ja all mein Haar gezählt; drum kann kein Anstoß mich betrüben, ohn seinen Willen mich nichts quält; ich leb in allem wohl vergnügt, wie mein ge= treuer Gott es fügt. 1070. Jch Laffe Gott in allem walten, er mach es nur, wies ihm gefällt; ich will ihm gerne stille halten, 8. Mein Wille soll sich fest verso lang ich leb in dieser Welt. pflichten, sowohl im Leben als Wie er, mein lieber Gott, es fügt, im Tod nach Gottes Willen sich so bin ich auch sehr wohl vergnügt. zu richten, so hat es mit mir 2. Gehts gleich nicht stets nach keine Not, weil ich mit dem, meinem Willen, stürmt gleich ein wie Gott es fügt, im Lebn und Unfall auf mich zu, so soll mich Sterben bin vergnügt. Gottes Wille stillen und setzen in vergnügte Ruh, weil ich mit allem, was Gott fügt, von ganzem Herzen bin vergnügt. 9. Sein Name sei in heilgen Ehren, sein Reich bei uns, setn Will uns lieb; er woll uns Unterhalt bescheren und gnädig sein; Versuchungstrieb sei ferne von uns jest gejagt und was den Leib und Seele plagt. 3. Bin ich gleich nicht so hoch geschäßet und nicht wie andre groß und reich; mein kleines Gütchen mich ergößet, als wär ich jenem Crösus gleich. Ich bin mit we= nigem vergnügt, weil Gott nicht mehr für mich verfügt. Amilia Juliana, Gräfin zu Schwarzburg. In eigener Melodie. 1071. Was mein Gott will, gescheh allzeit, 4. Wie oft entsteht ein Seelen- sein Will, der ist der beste; zu schaden durch das erscharrte Gelb helfen den'n er ist bereit, die an und Gut? Wie mancher fällt aus ihn glauben feste. Er hilft aus Gottes Gnaden durch Reichtum Not, der fromme Gott, und züchin die Höllenglut? Deshalben leb tiget mit Maßen. Wer Gott ich wohlvergnügt mit dem, was vertraut, fest auf ihn baut, den Gott mir zugefügt. wird er nicht verlaffen. 5. Ich strebe nicht nach höhern 2. Gott ist mein Trost, mein Zu Stufen, weil sicherer der Mittel- versicht, mein Hoffnung und mein stand; wie mich der Himmel hat Leben; was mein Gott will, das mir Von der Freudigkeit des Glaubens. 689 mir geschieht, will ich nicht wider-| 4. Indessen leid ich mit Geduld, streben. Sein Wort ist wahr, denn bis ich Gott wiederfinde; denn all mein Haar er selber hat gezäh- alles dies hab ich verschuldt mit let; er hüt't und wacht und hat wohl| meiner großen Sünde; doch weiß acht, auf daß uns ja nichts fehlet. ich, rett't mich wunderbar mein 3. Drum will ich gern von dieser Gott aus dieser Angstgefahr, die Welt scheiden nach Gottes Willen ich jetzt recht ergründe. zu meinem Gott; wenns ihm gefällt, will ich ihm halten stille; mein arme Seel ich Gott be fehl in meinen letzten Stunden. Ofrommer Gott, Sünd, Höll und Tod hast du mir überwunden. 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, du wirst mirs nicht verfagen: Wenn mich der böse Geift anficht, laß mich doch nicht verzagen; hilf, steur und wehr, 5. Wird mich mein Gott, mein Seelenlicht, vom Zweifel nur befreien und mir des Glaubens Zuversicht in Gnaden nur berleihen, so muß mir dieses große Leid, des Glückes Widerwärtigkeit, doch endlich wohl gedeihen. G. Neumart. Von der Freudigkeit des Glaubens. Mel. Jesus, meine Zuversicht. ach Gott, mein Herr, zu Ehren 1073. Lebt doch unser Jedeinem Namen. Wer das bes fus noch! Faffe dich, gehrt, dem wirds gewährt; drauf du arme Seele; was betrübet sprech ich fröhlich: Amen. dich die Not? Flich in seine Seitenhöhle, bist du doch durch ihn erwählt, der auch deine Thränen zählt. Albrecht, Markgraf zu Brandenburg. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 1072. ie mein gerechter Gott nur will in diesen schweren Sachen, so halt ich ihm auch gerne still und laß es ihn nur machen. Gott weiß wohl, was mir nüß und gut, und wird in väterlicher Huld zu meiner Wohlfahrt wachen. 2. Lebt doch unser Jefus noch! Warum willst du denn verzagen, oder dein bedrängtes Herz mit Verzweiflungsschmerzen plagen? Seine Gnad und Liebestreu ist ja alle Morgen neu. 3. Lebt doch unser Jesus noch! 2. Ob ich gleich denke dies und Will dich gleich dein Herz verdas, was ich doch soll beginnen, dammen, schläget schon das Sünund gräme mich ohn Unterlaß denmeer über deinem Haupt zumit hochbetrübten Sinnen, so sammen, zage nicht; denn Jesu kann ich durch mein Herzeleid Blut machet alle Schulden gut. der großen Widerwärtigkeit doch 4. Lebt doch unser Jesus noch! gar nichts abgewinnen. Fürchte nicht des Todes Schrecken! Denn du sollst im letzten Streit seine Bitterfeit nicht schmecken; vor Gottes hohe Majestät mit deines Jesu starke Hand bricht bitterm Herzenssehnen. Gott wird doch wiederum einmal nach dieser schweren Seelenqual in Güte mein gedenken. 3. Drum laß ichs gehen, wie es geht und sende meine Thränen des grausen Todes Band. 5. Lebt doch unser Jesus noch! Macht dir gleich der Teufel bange, greift er dich schon listig an, Je= fus 44 690 Von Geduld und Trost im Kreuz. fus tritt die alte Schlange unter| mach aus ihnen Überwinder, die du deinen schwachen Fuß, daß sie dir erkauft mit deinem Blut. Schaffe nicht schaden muß. in uns neues Leben, daß wir uns 6. Lebt doch unser Jesus noch! stets zu dir erheben, wenn uns Lebe du ihm auch zu Ehren; tritt entfallen will der Mut. Gieß zu ihm, wie er zu dir sich in Lieb aus auf uns den Geist, dadurch hat wollen kehren; folge ihm in Kreuz und Leid zu der frohen Ewigkeit! Ludw. Andr. Gotter. die Liebe fleußt in die Herzen, so halten wir getreu an dir im Tod und Leben für und für. w. E. Arends. Von Geduld und Trost im Kreuz. Vom geistlichen Kampf und Streit. Mel. Wachet auf, ruft uns die. Mel. Kommt her zu mir. 1074. Rüstet euch, ihr Chri- 1075. Es fallen mir Gedanstenleute, die Feinde fen ein, ob ich auch suchen euch zur Beute, ja, Satan werde selig sein, ob ich auch sei erselbst hat eur begehrt. Wappnet wählet? Ob denn des Herren Jesu euch mit Gottes Worte und kämpfet Blut auch mir vergossen sei zu frisch an jedem Orte, damit ihr gut? Ach dies ist, so mich quälet. bleibet unversehrt. Sst euch der Feind zu schnell, hier ist Immanuel. Hosianna! Der Starke fällt durch diesen Held, und wir behalten mit das Feld. 2. Berufen sind wir alle zwar; wer weiß, bin ich auch in der Schar, die Gottes Gnade schauen? Er spricht: Es sind nicht viel erwählt. Zu welchen bin ich denn gezählt? Wer sagts? Wem soll ich trauen? 2. Reinigt euch von euren Lüsten; besieget fie, die ihr seid Christen und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen. Wo ist des Glaubens Ritterschaft? Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel, da ist Freude. Wohlan, so seid zum Kampf bereit! So krönet euch die Ewigkeit. 3. Bin ich erwählt, wie mancher spricht, so schadet mir das Laster nicht, den Himmel muß ich erben. Bin ich verdammet zu der Glut, so kommt kein Glaube mir zu gut, ich muß doch ewig sterben. 4. Ach Gott, ach Gott, wie kommst du mir so schrecklich und so grausam vor, ach bin ich denn ver3. Streitet recht die wengen Jahre, loren? Ach soll ich denn verureh ihr kommt auf die Totenbahre, teilt sein in Ewigkeit zur Höllenfurz, kurz ist unser Lebenslauf. pein? O, wär ich nicht geboren! Wenn Gott wird die Toten wek- 5. Ein Hirsch, der seinen Aufken, und Christus wird die Welt enthalt sucht in dem wild und erschrecken, so stehen wir mit Freu- wüsten Wald, ist glücklicher auf den auf. Gottlob! wir sind ver- Erden; er lebet lang, und wenn föhut; daß uns die Welt noch er stirbt, zugleich sein Leid mit höhnt, währt nicht lange; und ihm verdirbt. So gut mag mirs Gottes Sohn hat längstens schon nicht werden. uns beigelegt die Ehrenkron. 6. O möcht ich nur ein Riesel4. Jesu, stärke deine Kinder und stein auf unbewohnten Bergen sein, Von Geduld und Trost im Kreuz. 691 fein, hätt ich gleich keine Freu- selbst verstößt, der ist erwählt, den, hätt ich gleich weder Stand der ist erlöst, der fommt zu noch Ehr, was wär es denn nun Himmelskindern. endlich mehr? So hätt ich auch kein Leiden. 7. Halt inne, Herz, und sprich so nicht; Gott hält getreu, was er verspricht, er sagt ja: Du sollst leben. Er hat berufen jedermann; den Himmel trägt er allen an, die sich nur ihm ergeben. 8. Du blöder Mensch, was zweifelst du? Gott schließt den Himmel feinem zu; es hat uns 14. Der treue Jesus, Gottes Lamm, hat allen schweren Sündentbann von Grund aus aufgehobent. hier merke Gottes Wahl und Rat, hier merke Gottes Gnadenthat; so lebst du ewig droben. 15. Weil Gott nicht will des Sünders Tod, weil ihn denn jammert unsre Not, wird er mich auch nicht hassen. Ich bin sein Werk und Ebenbild; er ist gerecht, Gott zusammen durch seines boll Gnaden, mild. Das will Sohnes Blut erwählt; wir sind ich gläubig faſsen. den Eugeln zugezählt, wenn wir uns nicht verdammen. 16. Auf Gott steht meine Zuversicht. Getreuer Gott, dich lag 9. Was wünschest du ein Hirsch zu sein? Ja, ein verworfner ich nicht, du wirst mich auch nicht Kieselstein? Du bist ein Mensch lassen! Ich weiß, daß du barmgeboren; dir ist die ewge Selig- herzig bist, durch meinen Heifeit nebst allen Gläubigen bereit, land Jesum Christ geh ich die Gott hat dich auserkoren. Himmelsstraßen. 10. Gott ist nicht selber wider fich, uns allen ruft er gnädiglich; sein Will ist unverhehlet. Wer 17. Viel Sünden hab ich zwar gethan; doch schau ich meinen Jesum an, so läßt von mir der Schrecken. Die Sünden sind mir herzlich leid; doch glaub ich, daß Gott mich zur Freud wird gnädig auferwecken. D. G. M. Sacer. mel. Wer nur den lieben Gott. glaubt und klaget seine Schuld, mit diesem hat der Herr Geduld und macht ihn auserwählet. 11. Der fromme Gott berufet viel, den meisten ist es nur ein Spiel; drum müssen auch sie bleiben geschlossen aus des Himmels 1076. Halt an, mein Herz, in deinem GlauSaal. Klein ist der Auserwählten Bahl, weil ihrer wenig glauben. ben; Beständigkeit ist Kronen 12. Gott fiehet feinen Menschen wert. Wer sich den Anker läffet an; uns allen hat er kund gethan, rauben, der wird im Schiffbruch was er von uns will haben. Der leicht gefährdt; wer aber fest an heilge Geist ist auch bereit, zu Jesum hält, der steht, wenn Erd fördern unsre Seligkeit durch seine und Himmel fällt. teuren Gaben. 2. Halt ein mit deinen Jammer13. Gott härtet feines Menschen tlagen, der Himmel liebet die Sinn, er nimmt viel lieber von Geduld. Wenn wir die Last geuns hin, was uns kann ewig lassen tragen, gewinnen wir des hindern; darum, wer sich nicht Schöpfers Huld, da der sein Her44* Trost im Kreuz. Macht, die wir bisher nicht groß geacht, als Kinder wieder finden. 3. Halt aus! Das Kreuze währt 6. Thun wir nun das, ist er nicht immer, die Hoffnung sieget bereit uns wieder anzunehmen; ganz gewiß. Auf Sturm folgt macht aus dem Leide lauter Freud heller Sonnenschimmer, der Kreuz- und Lachen aus dem Grämen, weg führt ins Paradies. Und und ist ihm das gar schlechte endlich wird nichts anders draus, Kunst; wen er umfängt mit Lieb drum halte nur geduldig aus. und Gunst, dem ist geschwind geholfen. Benj. Schmold. 692 Von Geduld und Herze nur verleßt, der Gott sich murrend widerseßt. in Traurigkeit versinken; Gott wird des süßen Trostes Glanz schon wieder lassen blinken; steh in Geduld, wart in der Still, und laß Gott machen wie er will, er tanns nicht böse machen. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 7. Drum falle, du betrübtes 1077. Noch dennoch mußt Heer, in Demut vor ihm nieder, du drum nicht ganz sprich: Herr, wir geben dir die Ehr, ach, nimm uns Sünder wieder in deine Gnade; reiß die Last, die du uns aufgeleget hast, hinweg; heil unsern Schaden. 8. Denn Gnade gehet doch vor Recht, Zorn muß der Liebe wei2. Sst denn dies unser erstes chen; wenn wir erliegen, muß Mal, daß wir betrübet werden? uns doch Gott sein Erbarmen Was haben wir an Angst und reichen. Dies ist die Hand, die Qual bisher gehabt auf Erden? uns erhält; wo wir die lassen, Wir sind wohl oft gar hoch gekränkt, bricht und fällt all unser Thun und hat Gott uns drauf geschenkt in Haufen. ein Stündlein voller Freuden. 9. Auf Gottes Liebe mußt du 3. So ists auch Gottes Mei- stehn und dich nicht lassen fällen; nung nicht, wenn er uns Unglück wenn auch der Himmel ein wollt sendet, als sollte drum sein An- gehn und alle Welt zerschellen: geficht ganz von uns sein ge- Gott hat uns Gnade zugesagt; wendet; nein, sondern dieses ist sein Wort ist klar, wer es drauf fein Stat, daß der, so ihn verlassen wagt, dem kann es nimmer fehlen. hat, durchs Unglück wiederkehre. 10. So darfst du auch an seiner 4. Denn das ist unsers Fleisches Kraft gar keinen Zweifel haben; Mut, wenn wir in Freuden leben, wer ists, der alle Dinge schafft? daß wir dann unserm höchsten Wer teilt aus alle Gaben? Gott Gut am ersten Urlaub geben; thuts; und das ist auch der Mann, wir sind von Erd, und halten der Rat und Mittel finden kann, wert vielmehr was hier ist auf wenn jedermann verzaget. der Erd, als was im Himmel wohnet. 11. Dünft dir, die Hilf unmöglich sei, so sollst du gleich wohl 5. Dium fährt uns Gott durch wissen: Gott räumt uns dieses unsern Sinn und läßt uns Weh nimmer ein, daß er sich laß eingeschehen; er nimmt oft, was uns schließen in unsers Sinnes engen lieb, dahin, damit wir aufwärts Stall; sein Arm ist frei, thut übersehen, und uns zu seiner Güt und all viel mehr, als wir verstehen. 12. Was Von Geduld und Trost im Kreuz. 693 12. Was ist sein ganzes wertes| dein Herze mein vergessen? Wie Reich, als lauter Wundersachen? lange soll ich jammersvoll mein Er hilft und baut, wenn wir uns Brot mit Thränen effen? Wie gleich des gar kein Hoffnung lange willst du nicht mir dein machen; und das ist seines Na- Angesicht zu schauen reichen dar? mens Ruhm, den du, wenn du Willst du denn ganz und gar sein Heiligtum willst sehen, ihm dich nun vor mir verbergen? mußt geben.. Paul Gerhardt. Mel. Hast du denn, Jesu, dein, oder: Lobe den Herren, den. 2. Wie lange soll die Trauerhöhl in Sorgen ich besigen? Wie lange soll mein arme Seel in diesem Bade schwitzen? Soll ich denn alle Tag immer lauter Blag, die Welt im Gegenteil nur lauter Glück und Heil nach ihrem Wunsche haben? 1078. Soll ich denn, Jeſu, mein Leben in Trauren beschließen? Soll ich denn stündlich mit Thränen die Wangen begießen? Willst du 3. Ach, schaue doch von deinem mich nicht, Jesu, mein Leben und Saal und siehe, wie ich leide! Licht, lassen der Freuden genießen? Mein Herzensweh und große 2. Ich will, was zeitlich ist, Qual ist meines Feindes Freude. willig und gerne verlassen, wan Herr, mein getreuer Hort, hör an deln mit Jesu, dem Heiland, die meine Wort, die ich, durch Trübhimmlischen Straßen. Ewige fal hier gepresset, schütt herfür; Ruh fühlet mein Herze ja nun, laß dein Gemüt erweichen! weil ich dich, Jesu, erfasse. 3. Ist doch dies zeitliche, flüch- 4. Erleuchte meiner Augen Licht tig und nichtige Leben immer mit mit deinem Gnadenwinke, damit Strieg und Streit häufig und ich in dem Tode nicht entschlafe, stündlich umgeben; hier ist nicht noch versinke. Gieb, daß die böse Ruh; Jesu, dir fliehe ich zu; Rott nicht treib ihren Spott an schenk mir das freudige Leben. mir und meinem Fall, als hätt 4. Schaue, wie Thränen und ich fiberall verspielet und verSeufzen mein Herze abnagen, wie loren. ich muß dulden und leiden viel 5. Ich steh und hoffe treu und feſt Schmerzen und Plagen, daß ich darauf, daß du die Deinen nicht vor Not mir öfters wünsche den endlich untergehen läßt, kannsts Tod, der mich zur Ruhe wird jagen. auch nicht böse meinen. Oba 5. Fahr hin, du falsche Welt, gleich bisweilen scheint, als wäfahr hin, du zeitliches Leben! rest du uns feind und gänzlich Von nun an werd ich bei Jesu abgewendt, so find ich doch behend dort ewiglich schweben. dein Vaterherze wieder. Freue dich nun, meine Seel, weil du hast Ruh, dazu das ewige Leben. 6. Mein Herze lacht vor großer Freud, wenn ich bei mir bedenke, wie herzlich gern in böser Zeit Mel. Ein feste Burg ist unser Gott. dein Herz sich zu uns lenke. Der 1079. Wie lang, o Herr, Her ist frommes Muts, thut wie lange soll uns nichts, als Guts! Das ist mein 694 Vom Verlangen nach einem seligen Ende. seligen Ende. hab mein Lobgefang, den ihm zum| spürn, wie er so bei Müh als NaEhrendant ich hier und dort will sten uns zu schaden mög antasten. fingen. 6. Über dies, so ist die Erde uns Vom Verlangen nach einem zum Wandern nur gelehnt. Wenn ich einst im Himmel werde mit Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. der Lebensfron gekrönt, so 1080. Ah, wann kommen ich erlangt das Ziel; darum duld doch die Stunden, ich gerne viel; Himmelswonne, ach wann kommt der frohe Tag, ewge Freuden machen süß das da ich werden soll entbunden aller bittre Leiden. Bein und aller Plag, da ich nicht 7. Nun, Herr Jesu, gieb mir so viel Verdruß dulden und em- Gnade, daß ich als ein Pilgrim pfinden muß, da mein Angst und hier wandle auf dem rechten alles Leiden sich verkehrt in ewge Pfade, laß mich kleben stets Freuden? dir; sei du, Herr, mein Aug und 2. Werd ich doch herumgetrieben, Stern, steh in Not und Tod nicht auf dem Zorn- und Sündenmeer, fern und, wenn ich von hier abund von Kreuz- und Unglücks- scheide, nimm mich in die ewge hieben immerfort verlebet sehr. Freude. Wie ein Schiff, so segellos, hier Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. und dort kriegt einen Stoß, so 1081. Ach, wann kommt werd ich herum gejaget und mit doch meine Stunde Angst und Not geplaget. und der lebte Augenblick, daß ich 3. Hier find Klippen, hier Si- dir von Herzensgrunde, Jesu, renen, hier ein Strudel und Ab- meine Seele schick? Mich vergrund, die sich können so ber- drießt mein Leben fast; ach, wann schönen, daß man nicht der List wird des Lebens Last von mir wird fund. Hört, wie süß die werden abgenommen, daß ich möge Wollust singt, bis sie uns zum zu dir kommen? Neße bringt und in ihre Wirbel drehet! Dann, so ists um uns geschehen. 2. Herr, wie lange soll ich weinen? Soll die Lebenssonne mir denn nun nimmermehr erscheinen? 4. O wohl dem, der schon ge- Ach, wie lange soll ich hier also Langet an den sichern Ruheport gar verlassen sein? Ach, erbarme und in stolzer Freude pranget dich doch mein; eile doch mit dort bei Jesu, seinem Hort, der meinem Ende, und nimm mich ist außer der Gefahr, darf nicht in deine Hände. sorgen immerdar: Jego wird ein Sturm entstehen, und das Schiff zum Scheitern gehen. 5. Hier ist feine Ruh zu finden, man ist stets mit Furcht umstrict; auf den Bergen, in den Gründen ist der Satan gar geschickt, unsre Schwachheit zu verführn; er läßt feinen Mangel 4. Ach, wie oft hab ich gebeten; 3. Es ist hier doch nichts als Klagen, nichts als lauter Herze= leid; keiner kann es anders sagen: Diese ganze Lebenszeit ist nur lauter Angst und Not. Ach, komm doch, du süßer Tod; führe mich doch zu dem Leben, ich will gar nicht widerstreben. ach, Vom Verlangen nach einem seligen Ende. 695 ach, wie manche lange Nacht ist| können sanft und süße rasten; ich mein Geist vor dich getreten und wünsch jetzt bei dir zu sein, allerhat heiße Seufzer bracht, daß du, schönster Jesus mein! Jesu, wollest ihn aus des Todes Leibe ziehn, von der Sünd und allem Bösen, aus der Hölle mich erlösen. 3. Ach, möcht ich in deinen Armen, so, wie ich mir wünschen wollt, allerliebster Schaß, erwars men, so wollt ich das feinste 5. Wie viel heiße Herzensthränen Gold, das in Ophir wird ge= haben mich doch schon befeucht. graben, nicht für dies Ergößen Von dem großen Seelenfehnen haben, wenn ich könnte bei dir bin ich ganz und gar erbleicht, sein, allerschönster Jesus mein! und du hörest mich doch nicht! 4. Andre mögen durch die Wellen O du frommes Seelenlicht, wann und durch Wind und Klippen werd ich dich doch anschauen in gehn, ihren Handel zu bestelle: den schönen Sternenauen? und da Sturm und Not ausstehn; ich will meine Glaubenserfreuen? Ach, wann wirst du flügel schwingen an die Sternendoch einmal meine Seele mir erneuen, o du schöner Sternensaal. Wie viel Ängste soll ich noch 5. Tausendmal pfleg ich zu sagen, leiden in des Leibes Joch, eh und noch tausendmal dazu: Ach, mein Geist wird weggenommen, würd ich ins Grab getragen, ei, und ich werde zu dir kommen. 6. Wann willst du mich doch hügel, ewig da bei dir zu sein, allerschönster Jesus mein! so käm ich ja zur Ruh, und mein 7. Ich will nur geduldig leiden, bestes Teil, das würde, frei von und indes bereiten mich, Jesu, dieser Leibesbürde, je und ewig zu den großen Freuden, die mir um dich sein, allerschönster Jesus sind bereit't durch dich. Komme, mein! fomme, wenn du willst, o du starker Seelenschild; hole meine arme Seele aus der kranken Leibeshöhle. 6. Kommt, o Tod, du Schlafes Bruder, komm und führe mich nur fort; löse meines Schiffleins Ruder, bring mich in den sichern Port. Es mag, wer da will, dich scheuen, du kannst mich vielmehr erfreuen; denn durch dich komm ich hinein zu dem schönsten Jesus mein! 1082. Du, o schönes Weltgebäude, magst gefallen, wem du willst; deine scheinbarliche Freude ist mit lauter 7. Ach, daß ich den Leibeskerfer Angst umhüllt. Denen, die den heute noch verlassen müßt und Himmel hassen, will ich ihre Welt- fäm an den Sternenerker, wo das luft lassen; mich verlangt nach dir Haus der Freuden ist; da wollt allein, allerschönster Jesus mein! ich mit Zustgepränge, bei der 2. Müde, die der Arbeit Menge Engel großen Menge, rühmen und der heiße Strahl beschwert, deiner Gottheit Schein, allerwünschen, daß des Tages Länge schönster Jesus mein! werde durch die Nacht verzehrt, 8. Doch, weil ich die Seelendaß sie nach so vielen Lasten auen und den gülduen Himmelsfaal In eigener Melodie, oder: Alle Menschen müssen sterben. 696 Vom Verlangen nach einem feligen Ende. faal jest nicht kann nach Wün- wie lang, wie lang soll mir doch schen schauen, und muß hier im noch sein so bang? Thränenthal noch am Kummerfaden spinnen, ei, so sollen meine Sinnen unterdes doch bei dir sein, allerschönster Jesus mein! Joh. Franc. 7. Sebe mich doch einmal nieder, laß mich kommen doch zur Ruh, allerliebster Vater du. Tröste mich doch einmal wieder; gieb mir endlich doch einmal Herzenslust nach dieser Qual. 8. Doch, wer weiß, wozu es nüßet, daß du mich so züchtigeſt, daß ich werde so gepreßt, und vor welcher Not es schüßet; denn wer in der Welt sich freut, kommt oft um die Seligkeit. 9. Drum laß hier die Straf er= 2. Möcht es dir, mein Gott, gehen, schlage zu und stäupe fort, gefallen, wollt ich herzlich gern liebster Gott, und schone dort; ins Grab, da mein Leid geschnit- doch damit ichs kann ausstehen, ten ab, da das schmerzenvolle so verleihe mir Geduld nach verWallen dieses Lebens ganz ver- borgner Gnad und Huld. schwindt und sein endlichs Ende findt. 10. Und nimm mich nach deinem Willen, nach der ausgestandnen 3. Ich verschmachte fast vor Qual in den großen FreudenSorge. Meine milde Thränen- faal, da sich alle Not wird stilflut und des Kreuzes heiße Glut len. Romme, Gott, wenn dirs gefind mein Labsal alle Morgen; fällt und reiß mich von dieser Welt. Furcht, Betrübnis, Angst und Georg Neumard. Not sind mein täglich Speis Mel. Vater unser im Himmelreich. und Brot. 1084.h hab oft bei mir 4. Seh ich jene böse Rotten, die felbst gedacht, wenn sich in die Welt verliebt, werd ich ich den Lauf der Welt betracht, innerlich betrübt, denn sie meiner ob auch das Leben dieser Erd höhnisch spotten, wenn sie schreien: Seht den Mann, dem sein Gott nicht helfen kann! uns gut sei und des Wünschens wert, und ob nicht der viel befser thu, der sich fein zeitlich legt zur Ruh. 5. Dann geh ich in meine Rammer, fall auf meine matten Knie, flage und bet je und je und beweine meinen Jammer; meiner Thränen milder Lauf steiget zu den Wolken auf. 2. Denn, Lieber, denk und sage mir: Was für ein Stand ist wohl allhier, dem nicht sein Angst, sein Schmerz und Weh alltäglich überm Haupte steh? Ist auch ein Ort, der Kummers frei und ohne Klag und Thränen ſei? 6. Gott, wann wirst du dich erbarmen über meine schwere Bein? Wann wirst du mir gnä- 3. Sieh unsern ganzen Lebensdig sein? Ach, wann wirst du lauf: Ist auch ein Tag von Jumich umarmen? Ach, mein Gott, gend auf, der nicht sein eigne Qual Mel. Ach, was soll ich Sünder. 1083. h bin müde mehr zu leben, nimm mich, liebster Gott, zu dir; muß ich doch im Leben hier täglich in Betrübnis schweben; meine größte Lebenszeit läuft dahin in Traurigkeit. Vom Verlangen nach einem seligen Ende. 697 Qual und Plag auf seinem 10. Es weiß ein Christ und Rücken mit sich trag? 3ft nicht bleibt dabei, daß Gott sein die Freude, die uns stillt, auch Freund und Vater sei; er hau, selbst mit Jammer angefüllt? er brenn, er stech, er schneid, hier 4. Hat einer Glück und gute ist nichts, das uns von ihm Zeit, hilf Gott, wie tobt und scheid; je mehr er schlägt, je zürnt der Neid! Hat einer Ehr mehr er liebt; bleibt fromm, ob und große Würd, ach, mit wie er uns gleich betrübt! großer Last und Bürd ist, der vor andern ist geehrt, vor andern auch dabei beschwert. 5. Ist einer heute gutes Muts, ergößt und freut sich seines Guts, eh ers vermeint, fährt sein Gewinn zusamt dem guten Mute hin; wie plößlich kommt ein Ungestüm 12 Des Höchsten Wort dämpft und wirft die großen Güter um. alles Leid und kehrts in lauter 6. Bist du denn fromm und Lust und Freud; es nimmt dem fliehst die Welt und liebst Gott Unglück alles Gift, daß, obs uns mehr als Gold und Geld, so gleich verfolgt und trifft, es denwird dein Ruhm, dein Schmuck noch unser Herze nie in allzu und Kron in aller Welt zu Spott großes Trauern zieh. und Hohn; denn wer der Welt nicht heucheln kann, den sieht die Welt für albern an. 13. Ei nun, so mäßge deine Klag. Ist dieses Leben voller Plag, ists dennoch an der Christen Teil auch voller Gottes Schuß und Heil. Wer Gott vertraut und Christum ehrt, der bleibt im Kreuz auch unversehrt. 11. Laß alles fallen, wie es fällt; wer Christi Lieb im Herzen hält, der ist ein Held und bleibt bestehn, wenn Erd und Himmel untergehn; und wenn ihn alle Welt verläßt, hält Gottes Wort ihn treu und fest. 7. Nun, es ist wahr, es steht uns hier die Trübsal täglich vor der Thür, und findt ein jeder überall des Kreuzes Not und bittre Gall. Sollt aber drum 14. Gleich wie das Gold durchs der Christen Licht ganz nichts Feuer geht und in dem Ofert mehr sein? Das glaub ich nicht. wohl besteht, so bleibt ein Christ 8. Ein Christe, der an Christo durch Gottes Gnad im Elends= flebt und stets im Geist und ofen ohne Schad. Ein Kind Glauben lebt, dem kann kein Un- bleibt seines Vaters Kind, obs glück, feine Bein im ganzen Le- gleich des Vaters Zucht empfindt. ben schädlich sein; gehts ihm 15. Drum, liebes Herz, sei ohne nicht allzeit, wie es soll, so ist Scheu, und sieh auf deines Baihm dennoch allzeit wohl. ters Treu. Empfindst du auch hier seine Rut, er meints nicht bös, er ist dir gut; gieb dich getrost in seine Händ, es nimmt zuleßt ein gutes End. 9. Hat er nicht Gold, so hat er Gott, fragt nichts nach böser Leute Spott, verwirft mit Freuden und verlacht der Welt verkehrten Stolz und Pracht. Sein 16. Leb immerhin, so lang er Ehr ist Hoffnung und Geduld, sein will! Sfts Leben schwer, so sei Hoheit ist des Höchsten Huld. du still, es geht zuletzt in Freudent mas 698 Vom Tode. den aus: Im Himmel ist ein 6. Meiner Unschuld weiße Seide, schönes Haus, da, wer nach meines Blutes Purpurrock dienet Christo hier gestrebt, mit Christi Engeln ewig lebt. gaul Gerhardt. Vom Tode. dir zum Ehrenkleide, wird dein teurer Hochzeitsschmuck; dich hab ich mir auserwählt, in Gerechtigkeit vermählt. So lang ewig Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 1085. Freue dich, gefränkte wird genennet, bleibſt du von Seele, die ge- mir wünschte Zeit ist hier, da du aus der finstern Höhle deines Leibes brichst herfür, da du aller Sorge los, die dich in der Welt umschloß, aller Bande frei sollst gehen, wo viel tausend Engel stehen. 7. Willst du nicht mit Freuden gehen, wenn dich Jesus nach sich zieht; willst du länger stille stehen, wo dir dein Verderben blüht; willst du bleiben, wo die Welt so viel falsche Stricke stellt, wo dich 2. 3war die matten Glieder zwischen Eis und Eisen Thräflagen, daß du sie verlassen willst, nenbrot und Galle speisen? und dein Auge sieht mit 3agen 8. Auf, erhebe deine Flügel, die das verhaßte Todesbild. Was der Erde fleben an; suche dir die dir Blut und Mut verband, neßt Sternenhügel, wie dein Heiland mit Thränen deine Hand; was weist die Bahn; laß das Sodom gefündigt, muß der Sünden bit dieser Zeit; laß den Leib der tern Sold, den Tod, empfinden. Sterblichkeit; flieh, wo sich zu 3. Warum aber willst du scheuen deinen Füßen Sonn und Moneinen christlich sanften Tod? Sollte den neigen müſsen. dich der Wechsel reuen, der dich 9. Freu dich nun, gefränkte felig führt zu Gott, der dich Seele, die gewünschte Zeit ist aus der trüben Welt bringt zum lichten Himmelszelt, der, was sterblich war, begräbet, aber dich zu Gott erhebet? hier, da du aus der finstern Höhle deines Leibes brichst herfür. Deine Augen schließen sich, und der Himmel fasset dich; dein Grab soll der Schoß der Erden, Jesu Arm der deine werden. 4. Muß der tote Körper liegen und im Grabe ruhen aus, dich fann unterdes vergnügen das beflammte Sternenhaus; der verMel. Herr Jesu Christ, ich weiß, oder: Es ist das Heil uns. schmachten Glieder Laft, und was 1086. Herr Gott, du bist ja für und für du verlassen hast, wirst du, wenn die Welt muß schwinden, neu die Zuflucht deiner Herde. Du und besser wieder finden. bist gewesen, eh allhier gelegt 5. Höre deinen Heiland rufen: der Grund zur Erde; und da Komm, du außerkorne Braut, noch kein Berg war bereit, da meine Wohnung steht dir offen, warst du in der Ewigkeit, o Anwo man nichts als Freuden fang aller Dinge! schaut. Komm, o Seele, komm 2. Du läßt die Menschen in das herzu, und genieß der stolzen Ruh; Thor des Todes häufig wandern, fomm, genieß der süßen Freu- und sprichst: Konimt wieder, den, die ich sterbend dir beschieden. Menschen, vor, und folget jenen an= Vom Tode. 699 andern. Denn dir sind, Höchster! das Ziel, und da ists dann ges tausend Jahr als wie ein Tag, schehen. Wir fliehen eilend und der gestern war und nunmehr behend, mnd doch ist niemand, ist vergangen. der sein End und Gottes Zorn bedente. 3. Du läßt das schnöde Menschenheer wie einen Strom verfließen, und wie die Schifflein auf dem Meer bei gutem Wind hinschießen, gleich wie ein Schlaf und Traum bei Nacht, der, wenn der Mensch vom Schlaf erwacht, entfallen und vergessen. 9. Lehr uns bedenken, frommer Gott, das Elend dieser Erden, auf daß wir, wenn wir an den Tod gedenken, flüger werden. Ach! kehre wieder, kehr uns zu dein Angesicht, und steh in Ruh mit deinen bösen Knechten. 4. Wir sind ein Kraut, das bald verdorrt, ein Gras, das jeßt aufgehet, wird aber schnell von feinem Ort entführet und verwehet. So ist ein Mensch; heut blühet er, und morgen, wenn ihn ungefähr ein Wind rührt, liegt er nieder. 10. Erfüll uns früh mit deiner Gnad an Leib und an der Seelen, so wollen wir dir früh und spat dein Lob und Dank erzählen. Erfreu uns, o du höchste Freud, und gieb uns wieder gute Zeit nach so viel bösen Tagen! 11. Bisher hats lauter Kreuz 5. Das macht, Herr, deines geschneit, laß nun die Sonne Zornes Grimm, daß wir so bald scheinen; bescher uns Frende verschwinden. Dein Eifer stößt nach dem Leid und Lachen nach und wirft uns um, von wegen dem Weinen. Laß deiner Werke unsrer Sünden. Die Sünden süßen Schein, Herr, deinen Senecha stellest du vor dich, davon brennt ten tundbar sein, und dein Ehr und entrüstet sich, dein allzeit ihren Kindern! reines Herze. 12. Bleib unser Gott und trener 6. Das ist das Feur, das uns Freund, halt aus auf festem Fuße, versehrt das Mart in allen Bei- und wenn wir etwa irrig sind, so nen; daher kommts, daß der gieb, daß sich mit Buße das Herze Tod verzehrt die Großen und die wieder zu dir wend, auch fördre Kleinen; drum fahren unsre Tage das Thun unsrer Händ und segue hin, wie ein Geschwäße durch unsre Werke. den Sinn, wenn wir die Zeit vertreiben. Paul Gerhardt. In eigener Melodic. aus? Gar selten siebzig Jahre; 7. Wie lang hält doch dies Leben 1087. Herr, ich denk an jene Zeit, wenn ich diewenns hoch kommt, werden achtzig sem Pilgerleben wegen meiner draus, und wenn man alle Ware, Sterblichkeit gute Nacht muß geben, die hier gewonnen, nimmt zu wenn ich werd auf dein Gebot Hauf, ists lauter Müh von Ju- durch den Tod alles übergeben. gend auf und lauter Angst gewesen. 2. Was für Höllenangst und 8. Wir rennen, laufen, sorgen Qual, was für Furcht und groviel, und eh wirs uns versehen, ßes Schreden, Leiden, Trauern da kommt der Tod, steckt uns ohne Zahl wird sich dann erwet 700 Vom Tode. wecken! Satan, du wirst immer-| Herr Jesu Christ, denn ich bin zu ohne Ruh meine Sünd aufdecken. dein und du bist mein, wie gern 3. Mein zerbrochnes Augenlicht wollt ich bald bei dir sein. und die fast erstarrtenSinnen, mein 4. Herr Jesu Christe, hilf du zerfallnes Angesicht eilen dann von mir, daß ich ein Zweiglein bleib hinnen; alles wird hinweggerafft, an dir und nachmals mit dir Geist und Kraft will mir ganz aufersteh, zu deiner Herrlichkeit zerrinnen. eingeh 4. Dieser Leib und dies Gebein, ob ich wohl so ängstlich klage, muß der Würmer Speis doch sein lich. über wenig Tage; alles ist der lich. Schlangen Raub, Asch und Staub, was ich an mir trage. Mel. O Golt, du frommer Gott. 5. Meine Füße werden Eis; 1089. du dreieinger Gott, von den harten Herzensschlägen den ich mir aus5. Mit den Engeln in deinem Reich dich lob und preise ewigDas bitt ich dich demütig= Amen, Amen, erhöre mich! Bafil. Förtsch. laß ich kalten Todesschweiß, alles erlesen, gedenk an deine Güt, will sich legen; meiner welken die vor der Welt gewesen und sei Zunge Band ist gespannt und mir Sünder doch, o Gott, stets will sich nicht regen. gnädig hier, daß ich stets christ= 6. Jesu, stehe du mir bei, laß lich leb und sterbe sanft in dir. mich Armen nicht verderben; 2. Jch lege Leib und Seel, o mach mich aller Ängsten frei Gott, in deine Hände; ach lehre durch dein Blut und Sterben; du mich stets gedenken an mein tröste mich mit deinem Geist, der Ende, auch sterben, eh ich sterb, mich heißt Gottes Kind und Erben. und hören alle Stund: Mensch, 7. Hilf, daß ich das Pilgerland du mußt sterben auch, es ist der und dies eitle Thun mög hassen, alte Bund. und mir recht des Himmels Pfand ins Gemüte fassen, so will ich mit Freud und Wonn hier davon, und die Welt verlassen. 3. Weil Jesus mir zu gut gestorben wie geboren, so glaub ich gar gewiß, ich werd nicht sein verloren. Weck mich nur stetig auf, daß ich bereitet sei, wie du mich haben willst, wenn mein D. Georg Mylius. Mel. Herr Jesu Christ, wahr'r 1088. 3 armer Mensch End kommt herbei. doch gar nichts bin, Gotts Sohn allein ist mein Gewinn, daß er Mensch worden, ist mein Trost, er hat mich durch fein Blut erlöst. 4. Ich traue deiner Treu durch Jesu Blutvergießen und will auch weder Zeit noch Ort zum Tod ausschließen; komm, wenn, wie, wo du willst, nur daß ich selig sterb, durch Jesu Blut und Tod das Himmelreich ererb. 2. Gott Vater, regier du mich mit deinem Geist beständiglich; laß deinen Sohn mein Trost al- 5. So lang allhier ich leb, und lein allzeit in meinem Herzen sein. wenn ich werd entschlafen, geb 3. Und wenn die Stund vor- ich, Gott Vater, dir, das, was handen ist, nimm mich zu dir, du hast erschaffen. Gott Sohn, was Vom Tode. was du erlöst, das geb ich wieder bir; Gott heilger Geist, was du geheiligt, nimm von mir. 6. Mein Jesus fomme mir stets vor in seinem Leiden und sage, daß mich nichts, nichts, nichts von ihm soll scheiden; er halt mich mit der Hand, da ich gezeichnet bin, und rufe stets, ich soll nicht, nicht verloren sein. 7. Vor Sünden, Höll und Tod und vor des Satans Schrecken mein Jesu stelle sich; er laß sein Blut mich decken und sei ein Borschmack mir der ewgen Seligkeit, daß ich vor Freud nicht fühl des Todes Bitterfeit. 701 Mel. Was Gott thut, das ist. 1090. treuer Jefu, der du bist mein Hirte, Trost und Leben, mein bester Freund zu jeder Frist, dem ich mich ganz ergeben: ich bitte dic ganz inniglich, laß mich doch nicht verderben, wenn kommt die Zeit zum Sterben. 11. Ich fage Amen drauf in meines Jesu Namen. Es fage gleichfalls auch der Herre, mein Gott, Amen. Ach, jage ja 31 mir, dreieinger Gott. Komm du, ach sage: Sei getrost, mein Kind Ich komme nun. Amilie Juliane, Gräfin zu Schwarzburg. 2. Steh mir am legten Ende bei und hilf mir überwinden; mach mich von meinen Schulden frei, und sprich mich los von Sünden; in aller Not sei mir dein Tod und unverschuldtes Leiden ein Anblick großer Freuden. 3. Erscheine mir zur selben Zeit mit deinen offnen Wunden, die du, daß ich soll sein befreit, aus lauter Lieb empfunden; dein teures Blut komm mir zu gut und labe meine Seele in ihrer matten Höhle. 8. Das, was ich hinterlaß, verforg er, schüß und liebe, und geb, daß mich im Tod nichts hindre noch betrübe; erhalt mich bei Verstand und einem frischen Mut, daß mitten im Gebet ich sterb auf Jesu Blut. 4. Und wenn ich nicht mehr 9. Nun geb ich meinen Geist sprechen kann, noch meinen Mund nochmals in Gottes Hände und bewegen, so nimm die schwachen warte, bis er kommt mit einem Seufzer an, die sich im Herzen felgen Ende, daß er mir nach regen; laß für und für gar süß dem Tod brück selbst die Augen in mir den Namen Jesu schallen, zu, und bis am jüngsten Tag wenn mirs Gehör entfallen. schenk eine sanfte Ruh. 10. Ich weiß, durch Lammes 5. Daneben bitt ich, treuer Gott, Blut werd ich schon überwinden du wollst mich ganz umfassen und einen gnädgen Gott im Tod und ja nicht in derselben Not und Leben finden; ich halte mich aus deinen Armen lassen. Ach, an Gott und meines Jesu Blut; möcht ich doch auch heute noch ich weiß, Gott macht es schon die teure Gunst ererben, in dei mit meinem Ende gut. nem Schoß zu sterben. 6. Ei nun, so komm zu deinem Lamm, mein Hirte, Trost und Leben, mein bester Freund und Bräutigam, dem ich mich ganz ergeben. Komm bald zu mir; nimm mich mit dir aus dieſem See der Leiden ins Reich der ewgen Freuden. Joh. Scheffler. 1091. 702 Morgen- Lieder. Vom jüngsten Gericht. ergriffen von dem Sündenwust, Mel. Kommt her zu mir, spricht. Zum ewgen Tod erfalte. 1091. Du fiehest, Mensch, Morgen- Lieder. M. Simon Dach. wie fort und fort, Mel. Herr Christ, der eigne Gotts. der eine hier, der andre dort uns gute Nacht muß geben. Der Tod 1092. Der Tag, der läßt sich sehen, die hält feinen andern Lauf, er sagt finstre Nacht tritt ab; wer wird zulegt die Wohnung auf uns finstre Nacht tritt ab; wer wird heut mit mir gehen sein allen, die wir leben. und Wer wird Wer wird mich sicher mein Sefus thun. führen? Das wird 2. Bedent es weislich in der mein Wanderstab? Zeit und flieh den Schlaf ber mich heut regieren? Sicherheit, sei augenblicklich wat ter; denn wiß, es bleibet dabei nicht, daß man dich hin aus diesem Licht trägt auf den Gottesacker. 3. Wir werden aus den Gräbern gehn und alle vor Gerichte auf den Händen und alle Not stehn, das Christus selbst wird abwenden? Das wird mein Jesus hegen; wenn auf der Engel Feldgeschrei die Glut das große Weltgebäu wird in die Asche legen. 2. Wer wird mir helfen beten? Wer wird mir geben Rat? Wer wird heut zu mir treten und segnen meine That, mich tragen thunt. 3. Wer wird sich lasſen finden aus lauter Gnad und Huld, ver4. Alsdann wird erstlich aller geben meine Sünden, bezahlen Welt Belohnung werden zuge- meine Schuld? Wer wird den stellt, die Sünder sollen büßen, Feinden wehren, daß sie mich und sich ohn allen Trug und nicht versehren? Das wird mein Schein selbst Kläger und auch Jesus thun. Richter sein, verdammt durch ihr Gewissen. 5. Ach Gott, fällt mir dies Urteil ein, so dringt es mir durch Mark und Bein, mein Herz fühlt Angst und Schrecken. Ihr hohen Hügel, heb ich an, ihr Berg, und was sich stürzen tann, fallt her, mich zu bedecken! 4. Wer wird mich heut versorgen mit Speise, Kleid und Trant, am Abend wie am Morgen, wenn ich bin schwach und frank, wenn Kreuz und Leiden drücken, mit Hilf und Trost erquicken? Das wird mein Jesus thun. 5. Wer wird an jedem Tage im Leben und im Tod, dann auch 6. Herr Jesu, meine Zuversicht, am jüngsten Tage mein Fürsprach ach, laß dein strenges Zorngericht, fein bei Gott? Wer wird in allen ach, laß es mir nicht schaden; Dingen mit Hilfe mir beisprinbiet an dem Vater den Vertrag, gen? Das wird mein Jesus thun. damit ich freudig hören mag den füßen Spruch der Gnaden. 6. Wer wird mich endlich führen aus diesem Jammerthal, mit 7. Gieb, daß ich mich bei gutem Sonnenflarheit zieren im hohen Sinn, und weil ich noch bei Kräften Himmelssaal? Wer wird mich da bin, zum Sterben fertig halte, ergößen und mir die Kron aufund nicht, o Jesu, meine Lust, seßen? Das wird mein Jesus thun. 7.0 Sonntags- Lieder. 703 7. O Jesu, liebstes Leben, nach und Herr, des Tages Last, die dir ist mein Begier; gieb, was mir zu schwer, mich fast zur Erde mir nüßt daneben; ich glaube feste beuget; ich lege meine Bürd und dir, du wirst dich zu mir kehren, Stand in deine starke Allmachtsmich gnädiglich erhören. Das hand, die du mir zugeneiget. wird mein Jesus thun. 8. Ich leg in deinen Schoß Mel. Kommt her zu mir, spricht. hinein das Meine, beide Groß 1093. Die ie finstre Nacht ist und Klein, was du mir hast genun vorbei und geben; ich lege meine arme Seel Gottes Güte täglich neu, so nie- in meines Jefu Wundenhöhl, im mals auszugründen. Wo soll Sterben und im Leben. ich seine Wundermacht, die mich so gnädig hat bedacht, zu preisen Worte finden? Sonntags- Lieder. In eigener Melodie. 1094. Gott, du unser Vater bist durch Jefum Christ, gieb deinen Geist uns alln gemein, der uns zur Wahrheit leite. Erhör uns doch zu dieser Stund. Öffite den 2. 3war jeder Tag hat seine Baft, doch giebet Gott auch wieder Rast und hilft mir alles tragen; denn er ist fromm und bleibt ge treu, steht mir in meinen Nöten bei und heilt, was er geschlagen. Mund deins Dieners, daß er 3. Wie oftmals hab ich früh dein Wort rein und freimütig gedacht: Ach, wäre dieser Tag ausbreite; dazu, o Herr, gnädigvollbracht mit seinen schweren lich öffne uns Herzn und Ohren, Plagen; doch hab ich abends daß wir hören das fleißiglich und wohl gespürt, wie wunderbarlich treulich es bewahren, auf daß Gott regiert und mich befreit von wir mögen fruchtbarlich dein Lob Klagen. allzeit verklären. 4. Weil ich denn des versichert bin, so ist getrost Herz, Mut und Sinn, die Bürde aufzuladen, die Mel. Zion klagt mit Angst, oder: Freu dich sehr, o meine Seele. Gott und mich ſelber tragen heißt, 1095. 3ions Burg iſt meine meine Lust hilft durch seinen guten Geiſt, ist Gottes Stadt; in derselben daß sie mir nicht kann schaden. find ich Weide und für meine 5. Doch, daß ich des versichert Seele Rat; drum erscheine ich fei, muß ich von Sünden leben allhier; anzuschauen seine Bier, frei, auf Gottes Wegen gehen; und zu preisen Gottes Werke, denn Gott geht niemals meinen seine Wundermacht und Stärke. Steg; nur wenn ich wandle seinen 2. Nun, mein Gott, laß Beten, Weg, dann will er bei mir stehen. Singen, Lehren, Hören und was 6. Drum, liebster Vater, leite mehr, nur zu deinem Lob ermich in deiner Wahrheit gnädig flingen; doch auch dieses mir ges lich, und läutre mich von Sün- währ, daß, wie ich nun in dein den; laß mich vermittelst wahrer Haus jego gehe ein und aus, Buß und Glaubens fallen dir zu also ich auch möge gehen Fuß, und also Gnade finden. mit Freuden vor dir stehen. 7. Sch leg auf dich, mein Gott und D. Georg Meißner. 1096. 704 Sonntags- Lieder. Mel. Wach auf mein Herz. In eigener Melodie. 1096. Amen, Bater und 1098. Puer natus in Bethlehem, Bethlehem, Sohne sei Lob ins unde gaudet Jerusalem, HalleHimmels Throne; sein Geist stärk uns im Glauben und mach uns felig, Amen. 2. Amen, es wird geschehen, wir Halleluja. 2. Hic jacet in praesepio, praesepio. qui regnat sine terwerden Christum sehen in den mino, Halle- Halleluja asinus, 3. Cognovit bos et asinus, asinus, quod puer erat Dominus, Halle- Halleluja. 4. Reges de Saba veniunt, ve3. Amen, uns wig währe die Freude, Gott die Ehre. Bring alle Sprachn zusammen in einem niunt, aurum, thus, myrrham Glauben, Amen. 4. Amen, fein Tod foll schreden, virgine, sine virili semine, matre natus Christus will uns erweden, der Halle- Halleluja. selbst zuvor begraben, nun lebet 6. Sine serpentis vulnere, vulewig, Amen. 5. Amen, Gott sei gepreiſet, ber nere, de nostro venit sanguine, Halle- Halleluja. Geist auf Christum weifet; der 7. In carne nobis similis, simihelf uns allzusammen zum ewgen lis, peccato sed dissimilis, HalleLeben, Amen. m. Ludw. Helmbold. Halleluja. In eigener Melodie. 8. Ut redderet nos homines, 1097. In dulci jubilo, nun homines, DEO et sibi similes, Mel. Kommt und laßt uns. singet und seid froh, unsers Herzens Wonne liegt in praesepio, und leuchtet als die Sonne, matris in gremio. Alpha es et O, Alpha es et 0. 2. O Jesu parvule! Nach dir ist mir so weh, fröst mir mein Gemite, o puer optime! durch alle deine Güte. O Princeps gloriae tra- 1099. Quem pastores laudavere, quibus he me post te, trahe me post te. angeli dixere: absit vobis jam 3. O Patris charitas, o nati le- timere, natus est Rex gloriae. nitas! Wir wären all verloren per nostra crimina, so hat er uns erworben coelorum gaudia. Gia, wärn wir da, eia, wärn wir da. Den die Hirten lobten sehre und die Engel noch vielmehre; fürchtet euch fürbaß nicht mehre, euch ist geborn der König der Ehrn. 4. Ubi sunt gaudia? Nirgend 2. Ad quem Reges ambulamehr, denn da, da die Engel singen bant, aurum, thus, myrrham nova cantica, und die Schellen portabant, immolabant flingen in regis curia. Gia, wärn sincere nato Regi gloriae. wir da, eia, wärn wir da. Zu dem die Könge kamen gerits haec Wolfen herkommen uns mitzu nehmen, Amen. Halle- Halleluja. 9. In hoc natali gaudio, gaudio, benedicamus Domino, HalleHalleluja. 10. Laudetur Sancta Trinitas, Trinitas. DEO dicamus gratias, Halle- Halleluja. Advents- Lieder. 705 ritten, Gold, Weihrauch, Myrr- sancto simul paracleto, nobishen brachten sie mitte, sie fielen que mittat Filius charisma nieder auf die Knie: Gelobet seist sancti Spiritus. du, Herr, allhie. Gregor der Große. Advents- Lieder. 3. Exultemus cum Maria in coelesti Hierarchia, natum promant voce pia, dulci cum melodia. Mel. Liebster Jesu, wir sind. 1101. Adam hat im Paradies seinen Bund mit Gott gebrochen; Gott, der ihn doch nicht verstieß, hat Erlösung uns versprochen, und nun kommt in seinem Namen der verheißne Freut euch alle mit Maria in des Himmels Hierarchia, da die Engel singen alle in dem höchsten Thron mit Schalle. 4. Christo Regi, Deo nato, Weibessamen. per Mariam nobis dato, merito 2. Komm, mein Helfer in der resonet vere laus, honor et gloria. Not, komm, o Heiland aller Lobet; alle Menschn zugleiche, Sünder! Du wirst Mensch und Gottes Sohn vom Himmel- bist auch Gott für uns arme reiche; uns zu Trost ist er ge= Menschenkinder; denn wer könnte boren, Lob und Ehr sei Gott sonst erretten, wenn wir keinen dem Herren. Jefum hätten? 3. Aber, Gott, was bin ich doch, daß du deinen Sohn mir giebest? Reicht die Gnade schon so hoch, tus, mentes tuorum wenn du deine Feinde liebest; was wird sie denn fünftig geben denen, die in Christo leben? In eigener Melodie, oder: Herr Jesu Christ, dich zu uns. 1100. Veni, creator Spirivisita, imple superna gratia, quae tu creasti, pectora. 2. Qui paracletus diceris, donum Dei altissimi, fons vivus, ignis, charitas et spiritalis unctio. 3. Tu septiformi munere, dextrae Dei tu digitus, tu rite promissum Patris sermone ditans guttura. 4. Accende lumen sensibus, infunde amorem cordibus, infirma nostri corporis virtute firmans perpetim. 5. Hostem repellas longius pacemque donans protinus. Ductore sic te praevio, vitemus omne noxium. 6. Per te sciamus, da, Patrem noscamus atque Filium, te utriusque Spiritum credamus omni tempore. 7. Sit laus Patri cum Filio, 4. Daß du Menschen hast gemacht, hat dich ja vordem gereuet. Wer hats denn zuweg gebracht, daß sich nun dein Herze freuet, wenn man deinen Sohn auf Erden sieht zu einem Menschen werden? 5. Ist die Krippe nicht zu schlecht, ist der Stall nicht zu ge= ringe? Wird mein Gott ein armer Knecht, daß er mir den Segen bringe? Herr Jesu, dein Beginnen übersteiget alles Sinnen. 6. Nimmst du nicht die Engel an, die sich auch von dir verloren, was hat denn der Mensch gethan, daß du nur für ihn geboren? Was fann Fleisch und Blut dir geben, daß wir sollen ewig leben? 7. Auf, mein Herz, hier ist dein Gott, heiß ihn tausendmal wil fonts 45 706 Advents- Lieder. kommen! Deine Sünde, deinen terthanen, komm her und schwör Tod hat er schon auf sich ge- bei seinen Fahnen. Dein längſt nommen. Jesus tam, für dich ersehnter König kommt. zu sterben, und du wirst den Himmel erben. 8. Drum so danke, wer da kann, Gott den Vater aller Gnaden; bete seinen Heiland an, der uns hilft aus allem Schaden. Ehre sei Gott in der Höhe, und des Satans Reich vergehe! 4. Dein Alles kommt dich zu umfangen, dein A und O ist vor der Thür; die dieses höchste Gut erlangen, vertauschen gern die Welt dafür. So greif denn zu mit beiden Händen, dieweil, mein Geist, von allen Enden der Gnaden Meer dich überschwemmt; nimm weg den Danım, thu auf die Thüren, laß dich zu nehmen 1102. Dein Mittler kommt, willig spüren. O armes Nichts, Casp. Neumann. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. auf! blöde Seele, dein Alles kommt. die Mosis Fluch und Donner schreckt, die in der bangen Trau- Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Joh. Jac. Rambach. erhöhle, in Feſſeln trüber Schwer: 1103. Hosianna! Davids Der vergeht, Sohn kommt in die Bande springen; es reißen Zion eingezogen; ach, bereitet ihm Satans feste Schlingen, die den den Thron, feßt ihm tausend gefangnen Geist beklemmt. Du Ehrenbogen; streuet Palmen, kannst nun Heil und Freiheit machet Bahn, daß er Einzug hoffen, Gott ist versöhnt, sein halten kann. Himmel offen; dein gnadenvoller Mittler kommt. 2. Hosianna, sei gegrüßt! Komm, wir gehen dir entgegen, unser Herz ist schon gerüst, will sich dir zu Füßen legen. Zieh zu unsern Thoren ein, du sollst uns willkommen sein. 2. Dein Lehrer kommt, laß deine Ohren auf seinen Mund gerichtet sein; er zeigt den Weg, den du verloren, er flößt dir Licht und Wahrheit ein. Was unter dunklen 3. Hosianna! Friedefürst, EhSchatten stecket, das hat dir dein renkönig, Held im Streite! Alles, Prophet entdecket, er hat das Reich was du schaffen wirst, das ist der Nacht gehemmt; er klärt dir unsre Siegesbeute. Deine Rechte auf des Vaters Willen, er giebt bleibt erhöht und dein Reich aldir Kraft, ihn zu erfüllen. Dein lein besteht. weisheitsreicher Lehrer kommt. 4. Hosianna! lieber Gast, wir du dir erwählet hast; ach, so laß 3. Dein König kommt, doch sind deine Reichsgenossen, die ohne Prangen, sein Aufzug ist an Armut reich. Auf, deinen Für uns unverdrossen deinem Zepter sten zu empfangen, der dir an tief- dienstbar sein; herrsche du in ster Schwachheit gleich! Komm, uns allein. Hand und Zepter dem zu küssen, 5. Hosianna! tomme bald, lağ der dich wird so zu schüßen wissen, uns deine Sanftmut füssen; daß dich kein Angststrom über- wollte gleich die Knechtsgestalt schwemmt. Thu wie getrene In- deine Majestät verschließen, ei, jo Advents- Lieder. 707 so tennet Zion schon Gottes und dem die Völker unterthänig, alle auch Davids Sohn. Süßigkeit zu wenig, an dem alles liebenswert, 6. Hosianna! steh uns bei! O Herr hilf, laß wohl gelingen, daß wir ohne Henchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, der dir nicht gehorchen kann. 7. Lieber Herr, bleib in der Nähe, daß dein Licht im Geist entstehe, und die Finsternis vergehe, und wir schmecken deine Kraft. 7. Hosianna! laß uns hier an den Ölberg dich begleiten, bis wir einstens für und für dir ein Psal menlied bereiten; dort ist unser Bethphage. Hosianna in der Höh! 8. Wenn du kommst vors Herzens Schwelle, wird es in dem Herzen helle, und das Eitle uns zur Hölle, und die Liebe glühet auf. 9. König, würdig aller Kränze, Quell der Klarheit, ohne Grenze, komm der Seele näher, glänze; komm, du längst Erwarteter. 8. Hosianna, nah und fern! Eile, bei uns einzugehen. Du Gesegneter des Herrn, warum willst du draußen stehen? Hofianna, bist du da? Ja, du tommst, Halleluja! Benj. Schmold. 10. Durch dich wird das Herz erquicket und zur Liebe hin gezücket, und die Welt dem Fluch entrücket. Du bist meiner Seele Ruhm. Mel. Kommt und laßt uns Christum. 1104. Jesu, deiner zu gedenken, kann dem Herzen Freude schenken; doch mit füßen Himmelstränken labt uns deine Gegenwart. 2. Lieblicher hat nichts geflungen, holder ist noch nichts gefungen, sanfter ins Gemüt gedrungen, als mein Jesus, Gottes Sohn". 3. Tröstlich, wenn man renig stehet; herzlich, wenn man vor dir flehet; lieblich, wenn man zu dir gehet; unaussprechlich, wenn du da. 11. Himmelsbürger, kommt ge3ogen, öffnet eurer Thore Bogen, fagt dem Sieger wohlgewogen: Holder König, sei gegrüßt! 12. Brunnen der Barmherzigkeiten, Licht der unumschränkten Weiten, treibe weg die Dunkelheiten, gieb uns deiner Klarheit Blick. 13. Jesus ist zum Bater gangen, hat den vorgen Glanz empfangen: aber meines Geists Verlangen ist dem Heiland nachgeeilt. 14. Jesus, den wir jetzt mit Loben, Wunsch und Psalmen hoch erhoben, Jesus hat aus Gnaden droben eine Stätt für uns bestellt. Bernhard v. Clairvaux. 4. Du erquickst das Herz von Miel. Vom Himmel hoch da komm. innen, Lebensquell und Licht der 1105. Komm, HeidenheiSinnen! Freude muß vor dir land, Lösegeld, zerrinnen; niemand sehnt sich komm, schönste Sonne dieser gnug nach dir. Welt, laß abwärts flammen deinen Schein, denn so will Gott geboren sein. 5. Schweigt, ihr ungeübten Zungen! Welches Lied hat ihn besungen? Niemand weiß, als ders errungen, was die Liebe Christi sei. 6. Jesu, wunderbarer Stönig, 2. Wunder, das kein Mensch versteht, die reine Magd als Mitter geht, und leuchtet mit der 45* Keusch 708 Weihnachts- Lieder. Keuschheit Kron; wohl war da Menschheit Teil, erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir: ich komm, im Buche steht von mir; Gott, deinen Willen thu ich gern. Gelobt sei, der da kommt im Herrn! Gott in seinem Thron. 3. Hervor ging aus der Kammer sein, dem königlichen Saal so rein, der Held, als Gottmensch angethan, zu laufen freudig seine Bahn. 4. Vom Vater nahm er seinen Lauf, zum Vater stieg er wieder auf, hinab zur Hölle fuhr der Sohn und wieder auf zu Gottes Thron. 5. O höchster Fürst, dem Vater gleich, besieg hier dieses Fleisches 7. Du, unser Heil und höchstes Reich, denn unsres fiechen Lei- Gut, vereinest dich mit Fleisch bes Haft sehnt sich nach deiner und Blut, wirst unser Freund Himmelskraft. und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 6. 8 glänzet deiner Krippe Licht, die Nacht ein neuer Glanz durchbricht, da muß kein Dunkel kommen drein, hell leuchtet fort des Glaubens Schein. 7. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron, der heiligen Dreifaltigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! Joh. Franc. 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott mein Heiland, bet ich an. 8. Durch Eines Sünde fiel die Welt, ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, der in des Vaters Schoße sitzt? 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer 9. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt, und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! Weihnachts- Lieder. Mel. Vom Himmel hoch, da komm. 10. Dies ist der Tag, den Gott 1106. Dies ist der Tag, gemacht, sein werd in aller Welt den Gott gemacht, gedacht; ihn preise, was durch sein werd in aller Welt gedacht, Jesum Christ im Himmel und ihn preise, was durch Jesum Christ auf Erden ist. Chr. F. Gellert. im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein ge- Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. harrt, bis daß die Zeit erfüllet 1107. Freundlichster Immaward; da sandte Gott von seinem nuel, sei willkomThron das Heil der Welt, dich, men auf der Erden! Willst du, seinen Sohn. füßer Freudenquell, der Betrübten Bruder werden? Schenkst du sen will, so steht mein Geist vor dich, o Licht voll Pracht, einer Ehrfurcht still; er betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 3. Wenn ich dies Wunder fasWelt voll Furcht und Nacht? 2. O holdfelges Wunderkind, das Gott und die Menschheit paaret, das die Schwachheit lieb gewinnt und sein Blut zur Marter sparet; o geheimnißvoller Schluß, Weihnachts- Lieder. 709 Schluß, den mein Geist bewun- und Freud wird uns verkündiget dern muß! heut; freuet euch, Hirten und Herden! 3. Hier ist mit der Sterblichfeit die Unsterblichkeit verbunden; 3. Sehet dies Wunder, wie tief hier wird ohne Neid und Streit sich der Höchste hier beuget; fehet eine reiche Armut funden. Allmacht, Ohnmacht tüssen sich, unerhört und wunderlich! die Liebe, die ganz sich als Liebe nun zeiget! Gott wird ein Kind, träget und hebet die Sünd; alles anbetet und schweiget. 4. Gott liegt hier in Fleisch und Bein, ja in Windeln eingekleidet; der will arm und dürftig sein, der die Armen nährt und weidet; der liegt an der Mutter Brust, der des Vaters höchste Lust. 4. Gott ist im Fleische! Wer kann dies Geheimnis verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen; gehet hinein, macht euch dem Kinde gemein, die ihr zum Vater wollt gehen! 5. Gott ist nun mit uns ver- 5. Hast du denn, Höchster, auch eint, Gott ist unser Blutsfreund meiner noch wollen gedenken? Du worden; er ist uns nicht ferner Feind, denn er lebt in unserm Orden; er hat selbst als seine Braut sich die Menschheit angetraut. willst dich selber, dein Herze voll Liebe, mir schenken. Sollt nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demut versenten? 6. Greift, ihr Menschen, greift 6. König der Ehren, aus Liebe nur zu, brauchet eures Schöpfers geworden zum Kinde, den ich Güte! Er sucht bei euch Raum auch wieder mein Herze in Liebe und Ruh; öffnet ihm doch das Ge- verbinde, du sollst es sein, den müte! Thut, ach thut die Thore ich erwähle allein; ewig entsag auf, laßt der Liebe freien Lauf! ich der Sünde. 7. Zieh, Immanuel, uns hin zu dem holden Vaterherzen; wecke, schrecke unsern Sinn, dieses Heil nicht zu verscherzen. Locke, lenke unsern Geist, bis er Gott in dir genenßt. Joh. Jac. Rambach. 7. Süßer Immanuel, werd auch in mir nun geboren! Komm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger verloren; wohne in mir, mach mich ganz Eines mit dir, und mich belebe beständig! 8. Menschenfreund, Jesu, dich Mel. Lobe den Herren, den mächtigen. lieb ich, dich will ich erheben; 1108. Jauchzet ihr Himmel, laß mich doch einzig nach deinem frohlocket ihr Engel Gefallen nur leben; gieb mir auch bald, Jesu, die Kindesgestalt, an dir alleine zu kleben. in Chören, singet dem Herren, dem Heiland der Menschen zu Ehren! Sehet doch da! Gott will so freundlich und nah zu den Verlornen sich kehren. Gerhard Tersteegent. 2. Jauchzet ihr Himmel, frohlocket ihr Enden der Erden! Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden; Friede Mel. Valet will ich dir geben. 1109. Jhr Christen auserforen, hört gute neue Mär: Der Heiland ist ge= boren, er kommt auf Erden her! Des freuen sich dort oben der heilgen 710 Weihnachts- Lieder. gen Engel Schar, die Gott den unter Dornen ruhst. O unerBater loben deswegen immerdar. hörter Liebesrat, der selbst des 2. So singen sie mit Schalle: Vaters Wort ins Fleisch gesenIhr Christen insgemein, freut fet hat! euch von Herzen alle ob diesem 3. Die Liebe ist mein AnverStindelein! Euch, euch ist es ge- wandter worden, mein Bruder geben, euch ist das Heil bereit, ist selbst die Barmherzigkeit. daß ihr bei Gott sollt leben in steter Seligkeit. 3. Kein Mensch sich ja betrübe, denn dieses Kindelein euch brinDie Gottheit selbst lebt nun in meinem Orden, die Ewigkeit vermählt sich mit der Zeit; das Leben selbst ist Mensch geborn, der get Fried und Liebe; was wollt Glanz der Herrlichkeit, das Licht, ihr traurig sein? Den Himmel das wir verlorn. es ja schenfet dem, der ihm glau- 4. In ihm wird nun die Menschbet fest. An diesen Schaß ge- heit ausgeföhnet, die Reinigkeit denfet; er ist der allerbest. der Seelen wiederbracht; sie wird 4. Nun ist euch Recht gesprochen, als Braut der Gottheit nun gean eurer Feinde Schar; denn krönet, da sie der Himmel selbst Christus hat zerbrochen, was euch so angelacht; die Menschheit wird zuwider war. Tod, Teufel, Sünd nun ganz erneut und als ein und Hölle jezt liegen ganz ge- reiner Thron der Gottheit einschwächt; Gott giebt die Ehren- geweiht. stelle dem menschlichen Geschlecht. 5. Die Weisheit spielt nun wie5. Drum wir auch nun dich der auf der Erden, dadurch das loben, Jesu, zweistammger Held, Paradies im Menschen grünt. daß du herab von oben bist kom- Nun können wir aus Gott gemen in die Welt. Komm auch in boren werden, weil die Geburt unfre Herzen und bleibe für und des Herren dazu dient. Die neufür, daß weder Glück noch Schmer- geborne Seele spürt, daß sie ein zen uns trennen ab von dir. andrer Geist aus ihrem Ursprung rührt. Georg Werner. Mel. Mein Freund zerschmilzt aus. 6. Kein Elend kann nun unserm 1110. Liebe, die den Him Herzen schaden, Immanuel ist mel hat zerriffen, bei uns in der Not; ich gehe die sich zu mir ins Elend nieder- nur zu ihm, dem Quell der Gnaließ, was für ein Trieb hat dich den, so dient mir selbst das Elend bewegen müssen, der dich zu mir und der Tod. Der Jammer ins Jammerthal verwies? Die hängt mir nur noch an, der mir Liebe hat es selbst gethan, sie schaut als Mutter mich in meinem Jammer an. in Christo doch nicht schädlich werden kann. 2. Die Liebe ist so groß in deinem Herzen, daß du für mich das größte Wunder thust; die Liebe macht dir meinetwegen Schmerzen, daß mir zu gut du 7. Die Sünde kann mich auch nicht mehr verdammen, weil fie in Christo selbst verdammet ist. Was schaden nun der Seele ihre Flammen, weil Christi Blut und Wasser auf fie fließt? Immanuel löscht Neujahrs- Lieder. 711 löscht ihren Trieb; er läßt die denn wieder ganz dem FriedeSeele nicht, er hat sie viel zu lieb. 8. Ein ewig Leben hab ich nun gefunden, viel Reichtum, Ehr und Wonne schenkt er mir; ich bin mit ihm, er ist mit mir verbunden, den ich in mir mit Liebeswirkung spür. Ich bin vergnügt und ganz gestillt, weil mich der lautre Strom aus seiner Liebe füllt. fürsten dar; opfre dem der Seelen Lieder, welcher frönet Tag und Jahr; fang ein neues Leben an, das dich endlich führen kann mit Verlangen nach dem Sterben, da du wirst die Stron ererben! 9. Auf, auf, mein Geist, vergiß die Trauerlieder, erfreue dich in dieser Liebesmacht! Des Himmels Kraft und Glanz bestrahlt dich wieder, und der Verlust ist völlig wiederbracht. Dewig, ewig wohl ist mir, daß ich in Christo nun ein Wohlgefallen spür! 6. An dem Abend und am Morgen, o mein Rat, besuche mich; laß der Heiden Nahrungssorgen nimmer scheiden mich und dich; prüf in jedem Augenblick meine Nieren, und mich schick; schick mich, daß ich 1111. bermals ein Jahr wachend stehe, ehe denn ich schnell Chr. Fr. Richter. Neujahrs- Lieder. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. verflossen, näher zu vergehe! der Ewigkeit! Wie ein Pfeil Joachim Neander. Mel. Nun freut euch, lieben. wird abgeschossen, so vergehet 1112. Das liebe neue Jahr meine Zeit. O getreuer Zebaoth, geht an, das alte unveränderlicher Gott, ach was hat ein Ende, drum frene fich soll, was soll ich bringen, deiner heut jedermann, erhebe Herz und Langmut Dank zu singen? 2. Ich erschrecke, mächtges WeHände zu unserm Gott ins Himmels Thron, dank ihm und seinem sen, Angst und Furcht bedecken lieben Sohn, auch Gott dent mich; denn ich bin noch nicht ge- heilgen Geiste. nesen, noch nicht ganz gewandt auf dich. Heilig, heilig, heiliger, großer Seraphinen- Herr, wehe mir, ich muß vergehen; denn wer fann vor dir bestehen? 3. Aber du bist auch sanftmütig, o getrenes Vaterherz; in dem Bürgen bist du gütig, der gefühlt des Todes Schmerz. Steh ich nicht in deiner Hand anges zeichnet als ein Pfand, so du ewig willst bedecken vor der Hölle Macht und Schrecken? 4. Auf, mein Herz, gieb dich 5. Soll ich hier in dieser Hütten mich ein Zeit lang plagen noch, so wirst du mich überschütten mit Geduld, das weiß ich doch. Sebe denn dein Herz auf mich; Jesu Christe, du und ich wollen ewig tren verbleiben und von neuem uns verschreiben. 2. Gott Vater hat den Sohn gesandt, Gott Sohn ist Mensch geboren. Gott heilger Geist macht das bekannt uns, die wir warn verloren. Im selgen lieben Gottes Wort geschrieben ists an manchem Ort, und wird uns flar verkündet. 3. Die reine Lehr und Sakrament wir habn in unserm Lande, fromm Obrigkeit, gut Regiment, Glück, Heil in allem Stande. Gott frönt das Jahr mit seinem Gut, hält Kirch und Schul in guter Hut, auch aller Christen Häuser. 4. Des 712 Epiphanias- und Missions- Lieder. 4. Des danken wir dem lieben 2. Helft, so wir gefallen sind, Herrn und freun uns solcher helft uns wieder aufzustehen! Güte; er woll den Feinden steurn Lehrt uns munter und geschwind und wehrn und uns hinfort be- in den Wegen Jesu gehen, daß hüten. Er geb ein selig neues an Weisheit, Gnad und Segen Jahr und helf uns zu der Engel wir auch täglich wachsen mögen. Schar; da wolln wir ihn schön preisen. 3. Ja, versiegelt dieses noch, o ihr treuen Jesus- Hände, am Beschluß des Jahres doch, daß wir alle bis ans Ende Glauben immer fester fassen, nichts von ihm uns trennen laffen. G. st. 2. v. Pfeil. Epiphanias- und MissionsLieder. Chr. Schneegaß. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 1113. Herr, der du mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich findlich an. Ich bin viel zu geringe der Wohlthat, die ich singe, die du bisher an mir gethan. Mcl. Valet will ich dir geben. 2. Mit dankendem Gemüte fren 1115. Der du zum Heil erich mich deiner Güte; ich freue schienen der allermich in dir. O gieb mir Kraft ärmsten Welt und von den und Stärke, Gedeihn zu meinem Cherubinen zu Sündern dich geWerke, und schaff ein reines Herz sellt, den sie mit frechent Stolze in mir. verhöhnt für seine Huld, als du am Marterholze versöhntest ihre Schuld: 3. Gott, welche Ruh der Seelen: Nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 2. Damit wir Kinder würden, gingst du vom Vater aus, nahmst auf dich unsre Bürden und bautest uns ein Haus. Von Westen 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und von Süden, von Morgen und nahe mich im Staube, zu ohne Zahl sind Gäste nun bedir, o Gott, mein Heil. Bin ich schieden zu deinem Abendmahl. der Schuld entladen und nur bei dir in Gnaden, so ist im Himmel auch mein Teil. 5. O leite mich im Segen dem großen Ziel entgegen, dahin dein Wort mich weist. Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist. 3. Im schönen Hochzeitskleide, von allen Flecken rein, führst du zu deiner Freude die Völkerscharen ein; und welchen nichts verfündigt, kein Heil verheißen war, die bringen nun entsündigt dir Breis und Ehre dar. Ch. F. Gellert. 4. Du hast dem ärmsten Sklavent, wo heiß die Sonne glüht, Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. wie deinen andern Schafen zu 1114. Segnet uns zu guter Liebe dich gemüht, und selbst den Leßt auch noch die- öden Norden, den ewges Eis beses Jahres Ende! Segnet fünftig, drückt, zu deines Himmels Pforſegnet jeßt, o ihr theuren Jesus- ten erbarmend hingerückt. Hände! Segnet, daß an Leib und 5. Drum kann nicht Ruhe werSeele niemand etwas Gutes fehle. den, bis deine Liebe siegt, bis die Epiphanias- und Missions- Lieder. 713 dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt, bis du im neuen Leben die ausgeföhnte Welt dem, der sie dir gegeben, bors Angesicht gestellt. die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn, denn Armut ist Gewinn für den Himmel; wer in sich schwach, folgt, Herr, dir nach, und trägt mit Ehren deine Schmach. 6. Und siehe, tausend Fürsten mit Völkern ohne Licht stehn in 3. O Herr Jesu, Ehren- König, der Nacht und dürften nach dei- die Ernt ist groß, der Schnitter nem Angesicht. Auch sie hast du wenig, drum sende treue Zeugen gegraben in deinen Priesterschild, aus. Send auch uns hinaus am Brunnquell sie zu laben, der dir vom Herzen quillt. in Gnaden, viel frohe Gäste einzuladen, zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl beruft zum Abendmahl im Reich Gottes! Da ruht der Streit, da währt die Freud heut, gestern und in Ewigkeit. 8. Wir rufen, du willst hören; 4. Schau auf deine Millionen, die noch im Todesschatten wohnen, von deinem Himmelreiche wir fassen, was du sprichst; dein fern; Seit Jahrtausenden ist Wort muß sich bewähren, womit ihnen kein Evangelium erschienen, du Fesseln brichst. Wie viele sind kein gnadenreicher Morgenstern. gebrochen, wie viele sinds noch Glanz der Gerechtigkeit, geh auf, nicht! du, ders uns verspro- den es ist Zeit! Komm, Herr chen, werd aller Heiden Licht! Jesu, zieh uns voran, und mach Albert Knapp. uns Bahn, gieb deine Thüren 7. So sprich dein göttlich Werde, laß deinen Odem wehn, daß auf der finstern Erde die Toten auf erstehn; daß, wo man Teufeln fröhnet und vor den Gözen fniet, ein willig Volk versöhnet zu deinem Tempel zieht. Mel. Wachet auf, ruft uns die. aufgethan. 1116. Giner ists, an dem 5. Deine Liebe, deine Wunden, wir hangen, der für die uns ein ewges Heil erfunden, uns in den Tod gegangen und dein treues Herz, das für uns uns erkauft mit seinem Blut; fleht, wollen wir den Seelen unsre Leiber, unsre Herzen ge- preisen, und auf dein Kreuz fo hören dir, o Mann der Schmer- lange weisen, bis es durch ihre zen, in deiner Liebe ruht sichs Herzen geht. Denn kräftig ist gut! Nimm uns zum Eigentum; dein Wort; es richtet und durchbereite dir zum Ruhm deine Kin- bohrt Geist und Seele; dein der; verbirg uns nicht das Gna- Soch ist süß, dein Geist gewiß, denlicht von deinem heilgen An- und offen steht dein Paradies. gesicht. Albert Knapp. 2. Nicht wir haben dich erwähMel. Jesus, meine Zuversicht. let, du selbst hast unsre Zahl ge- 1117. Eine Herde und ein zählet nach deinem ewgen GnaHirt! Wie wird denrat. Unsre Kraft ist schwach dann dir sein, o Erde, wenn sein und nichtig, und keiner ist zum Tag erscheinen wird! Freue dich, Werke tüchtig, der nicht von dir du kleine Herde! Mach dich auf und Epiphanias- und Missions- Lieder. 714 und werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. es auch bewährt und rein in dem Trübfalsfeuer sein. 2. Hüter, ist der Tag noch 3. Nimm den Weihrauch des fern? Schon ergrünt es auf den Gebets, laß ihn gnädig dir ge= Weiden, und die Herrlichkeit des nügen; Herz und Lippen sollen Herrn nahet dämmernd sich den stets ihn zu opfern vor dir liegen. Heiden; blinde Pilger flehn um Wenn ich bete, nimm es auf und Licht, Jesus hält, was er ver- sprich Ja und Amen drauf. spricht. 3. Stomm, o fomm, getreuer 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu; ach, mich schmerzet meine Hirt, daß die Nacht zum Tage Sünde! Aber du bist fromm und werde; ach, wie manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Herde! Kleine Herde, zage nicht; Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. flieht vor des Morgenrotes Helle; 1119. König Jeſu, streite, und der Sohn der Wüste fniet. fiege, daß alles bald dürftend an der Lebensquelle; dir unterliege, was lebt und webr ihn umleuchtet Morgenlicht; Je- in dieser Welt! Blick auf deine fus hält, was er verspricht. Friedensboten! Laß wehen dei5. Gräber harren aufgethan. nen Lebensodem durchs ganze Rauscht, verdorrete Gebeine! weite Totenfeld! Erhöre unser Macht dem Bundesengel Bahn! Flehn, und laß es bald geschehn! Großer Tag des Herrn, erscheine! Amen! Amen! So rühmen wir Jesus ruft: Es werde Licht! Je- und jauchzen dir ein Halleluja jus hält, was er verspricht. für und für. Berlin 1852. 6. O des Tags der Herrlichkeit!! treu, daß ich Trost und Gnade finde, und nun fröhlich sprechen tann: Jesus nimmt mein Opfer an. Erdm. Neumeister. Jesus Christus- du, die Sonne, Mel. Gott des Himmels und der. und auf Erden weit und breit 1120. Licht, das in die Welt Licht Wahrheit, und Wonne! Mach dich auf und werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. gekommen, Sonne voller Glanz und Pracht, Morgenstern, aus Gott entglommen, treib hinweg die alte Nacht. Zieh in deinen Wunderschein bald die F. A. Krummacher. Mel. Meinen Jejum laß ich nicht. 1118. Jesu, großer Wunder- ganze Welt hinein. stern, der aus Ja- 2. Gieb dem Wort, das von kob ist erschienen, meine Seele dir zeuget, einen recht gepriesnen will so gern dir an deinem Feste Lauf, daß noch manches Knie dienen. Nimm doch, nimm doch sich beuget, sich noch manches gnädig an, was ich Armer schen- Herz thut auf, eh die Zeit erfüllet fen kann. ist, wo du richtest, Jesu Christ. 2. Nimm das Gold des Glau- 3. Heile die zerbrochnen Herzen, bens hin, wie ichs von dir selber baue dir Jerufalem und verbinde habe und damit beschenket bin; unfre Schmerzen; denn so ist so ist dirs die liebste Gabe. Laß dirs angenehm. Herr, thu auf des Epiphanias- und Missions- Lieder. 715 des Wortes Thür; rufe Allen: 6. Du unerschöpfter Quell des Kommt zu mir! 4. Es sei feine Sprach noch Lebens, allmächtig, starter Gotteshauch, dein Feuermeer ström Rede, da man nicht die Stimme nicht vergebens. Ach, zünd in hört, und kein Land so fern und unsern Herzen auch, öde, wo nicht dein Geseg sie 7. Schmelz alles, was sich treunt, lehrt. Laß den hellen Freuden- zusammen und baue deinen Tem= schall, laß ihn ausgehn überall. pel aus; laß leuchten deine heil5. Geh, du Bräutgam aus der gen Flammen durch deines Vaa Kammer, laufe deinen Helden- ters ganzes Haus. pfad; strahle Tröftung in den Jammer, der die Welt umdunkelt hat. Leuchte helle, ewges Wort, treibe alles Dunkel fort. 8. Beleb, erleucht, erwärm, euta flamme doch bald die ganze weite Welt, und zeig dich jedem Völkerstamme als Heiland, Friedefürst und Held. 6. llnd erquick auch unsre Seelen; mach die Augen hell und flar, daß wir dich zum Lohn erwählen. Vor den Stolzen uns bewahr! Ja, laß deinen Himmelsschein unsers Fußes Leuchte sein. R. Stier. 9. Dann tönen dir von Millionen der Liebe Jubelharmonien, und alle, die auf Erden wohnen, fnien vor den Thron des Lammes hin. J. 2. Fricker. Mel. Valet will ich dir geben. 1122. König aller Ehren, Herr Mel. Erreit mich, o mein lieber. 1121. daß doch bald dein Feuer brennte, du Sohn, dein Reich soll ewig währen, unaussprechlich Liebender, und im Himmel ist dein Throu; hilf, bald die ganze Welt erkennte, daß allhier auf Erden den Miendaß du bist König, Gott und Herr! schen weit und breit dein Reich 2. 3war brennt es schon mit bekannt mög werden zur eigen heller Flamme jeßt hier und dort, Seligkeit. in Ost und West, dir, dem am 2. Von deinem Reich auch zenKreuz erwürgten Lamme, ein gen die Leut aus Morgenland, herrlich Pfingst- und Freudenfest. die Knie sie vor dir beugen, dies 3. Und doch entzünden Him- weil sie dich erkannt. Der Stern melsfunken so manches talte, auf dich hinweiset, dazu das götttote Herz, und machen Durstge lich Wort, drum man dich billig freudetrunken und heilen Sünd preiset, daß du bist unser Hort. und Höllenschmerz. 3. Du wollst dich mein erbar4. Verzehren Stolz und Eigen- men; in dein Reich nimm mich liebe und sondern ab, was unrein auf; dein Güte schenk mir Armen, ist, und mehren jener Flamme und segne meinen Lauf. Den Triebe, die nur auf dich gerichtet ist. Feinden wollst du wehren, dem 5. Erwecke, läutre, und vereine Teufel, Sünd und Tod, daß sie des ganzen Christenvolkes Schar, mich nicht versehren; rett mich und mach in deinem Gnaden- aus aller Not. scheine dein Heil noch jedem 4. Du wollst in mir entzünden offenbar. dein Wort, den schönen Stern; daß 716 Epiphanias- und Missions- Lieder. daß falsche Lehr und Sünden gen, seine Gnade schien uns nicht; fein meinem Herzen fern. Hilf, Klein und Große mußten sorgen: daß ich dich erkenne und mit der Jedem fehlt' es an dem Licht, das Christenheit dich meinen König zum rechten Himmelsleben seinen nenne jetzt und in Ewigkeit. Glanz uns sollte geben. Martin Böhm. 6. Aber als hervorgegangen ist Mel. Wie schön leuchtet der. der Aufgang aus der Höh, haben ann grünt dein wir das Licht empfangen, welches ganzer Erdenkreis, so viel Angst und Weh aus der 1123. Wan wann geben dir die Völker Preis Welt hinweggetrieben, daß nichts und werden unterthänig? Wann Dunkles überblieben. wirst du groß in mir und alln, 7. Jesu, reines Licht der Seele, daß, die du schufft, zu Fuß dir du vertreibst die Finsternis, die falln und schrein: Der Herr ist in dieser Sündenhöhle unsern König? Gieße süße Geisteskräfte, Tritt macht ungewiß. Jesu, deine Lebenssäfte in mich Schwachen, Lieb und Segen leuchten uns auf bis du alles neu wirst machen. unfern Wegen. Gerhard Tersteegen. 8. Dieses Licht läßt uns nicht Mel. Unser Herrscher, unser König, wanken in der rechten Glaubensoder: Herr, ich habe mißgehandelt. bahn. Ewig, Herr, will ich dir 1124. erde licht, du Stadt danken, daß du hast so wohl gethan der Heiden, und und uns diesen Schaß geschenket, du Salem, werde licht; schaue, der zu deinem Reich uns lenket. welch ein Glanz mit Freuden über deinem Haupt anbricht! Gott hat derer nicht vergessen, die im Finstern sind geseſsen. 9. Gieb, Herr Jesu, Kraft und Stärke, daß wir dir zu jeder Zeit dienen und durch Glaubenswerke folgen in Gerechtigkeit, und hernach im Freudenleben heller als die Sterne schweben. 2. Dunkelheit, die mußte weichen als dies Licht fam in die Welt, dem kein andres ist zu gleichen, 10. Dein Erscheinung müss erwelches alle Ding erhellt. Die füllen mein Gemüt in aller Not; nach diesem Glanze sehen, dürfen dein Erscheinung müsse stillen nicht im Finstern gehen. meine Seel auch gar im Tod; 3. Ach, wie waren wir verblen- Herr, in Freuden und im Weinen det, ehe noch dies Licht brach an! müsse mir dein Licht erscheinen. Ja, da hatte sich gewendet schier vom Himmel jedermann. Unsre Augen und Gebärden hafteten nur an der Erden. 11. Jesu laß mich endlich gehen freudig aus der bösen Welt, dein so helles Licht zu sehen, das mir dort schon ist bestellt, wo wir sollen unter Kronen in der schönsten Klarheit wohnen. Joh. Rist. Mel. Wie schön leuchtet der. 4. Irdisch waren die Gedanken, Thorheit hielt uns gar verstrickt; Satan macht' uns schmählich wan= fen, wahre Tugend war entrückt. 1125. Mes ist das Fest? Fleisch und Welt hatt' uns betroZu wem empor gen und vom Himmel abgezogen. schallt der Gemeine heilger Chor 5. Gottes Rat war uns verbor- mit frohen Feierliedern? Es gilt Passions- Lieder. 717 gilt des großen Königs Ruhm, 6. Nicht Macht und Weisheit dem Priester in dem Heiligtum, dieser Welt, nicht was dem kludem Haupt von vielen Gliedern. gen Fleisch gefällt, das hast du Droben loben ihn, den Meister, dir erforen. Dein Lebenswort, reine Geister; aber Sünder prei- dein Geist und Blut, das ists, sen ihn als Gottes Kinder. was alle Wunder thut, was dir 1) 2. Wenn ich dereinst erhöhet uns neu geboren. Helle Quelle bin, will ich sie alle zu mir ewger Wahrheit, gieße Klarheit, ziehn!" so hat sein Mund ge- Kraft und Milde in des Todes sprochen. O süßes Licht, o selges Nachtgefilde. Wort, das geht durch Erd und Himmel fort, der Tag ist angebrochen! Zenget, beuget euch, ihr Höhen, Inseln, Seen, Bänder, Meere! Kinder Gottes, bringt 7. Ich komme bald!" so zeugest du; o komm und weck aus toter Ruh, die noch dein Heil nicht kennen! Daß alle gläubig auferstehn, dem Bräutigam entgegengehn, daß alle Lampen 3. Es thuts ein Tag dem an- brennen. Faß uns, laß uns dern fund, es tönt aus tausend- treue Hände bis zum Ende vor fachem Mund das Wort von dir heben, bis du kommst, den jenem Lichte. Und wendet sich Lohn zu geben. ihm Ehre! Albert Knapp. ein Sonnenjahr, so glänzen auf dem Dankaltar viel neue LebensPassions- Lieder. Mel. Herr Jesu Christ, meins. früchte: Neue, treue Schwestern, 1126. Der du, Herr Jeſu, Brüder, Christi Glieder, Hörer, in Lehrer, feines Reiches Ruhm deinem Grab gehalten hast, gieb, und Mehrer. daß wir in dir ruhen all und unser Leben dir gefall. 4. Und Saaten, für den Sohn gefät, viel Liebesgaben, viel Ge- 2. Verleih, o Herr, uns Stärf bet, viel Wunder seiner Gnade; und Mut, die du erkauft mit und Hoffnung, wo nicht Hoff- deinem Blut, und führ uns in nung schien, in dürren Wüsten des Himmels Licht zu deines frisches Grün und neu gebahnte Vaters Angesicht. Pfade. Hosianna, Davids Sohne 3. Wir danken dir, o Gottes auf dem Throne! Sieggekrönet Lamm, getötet an des Kreuzes jauchzt sein Volf, das er ver- Stamm; laß ja uns Sündern föhnet. deine Bein ein Eingang in das 5. Fest steht in Ewigkeit dein Leben sein! Thron! So singen wir, o Gottes Georg Werner. Mel. Herr und Ältster deiner. Sohn, am Tage deiner Ehren. 1127. Eines wünsch ich mir Weit streckst du von des Vaters vor allem andern, Haus das Zepter deines Reiches eine Speise früh und spät. Se= aus, und niemand wird dirs lig läßts im Thränenthal fich wehren. Machtvoll, prachtvoll, wandern, wenn dies Eine mit unabwendlich wird doch endlich, uns geht. Unverrückt auf einen Herr, den Deinen ganz dein Mann zu schauen, der mit bluthoher Rat erscheinen. gem Schweiß und Todesgrauen auf 718 Passions- Lieder. auf sein Antlig niedersant und mein Herz erbebt; ich sehe und den Kelch des Vaters trant.- empfinde den Fluch der Sünde. 2. Ewig soll er mir vor Augen 4. Gott ist gerecht, ein Rächer stehen, wie er als ein stilles alles Bösen; Gott ist die Lieb Lamm dort so blutig und so und läßt die Welt erlösen: dies bleich zu sehen, hängend an des kann mein Geist mit Schrecken Kreuzes Stamm; wie er dürstend und Entzücken am Kreuz erblicken. rang um meine Seele, daß sie 5. Es schlägt den Stolz und ihm zu seinem Lohn nicht fehle, mein Verdienst darnieder. Es und dann auch an mich gedacht, stürzt mich tief, und es erhebt als er rief: Es ist vollbracht! mich wieder; lehrt mich mein 3. Ja, mein Jesu, laß mich Glück, macht mich aus Gottes nie vergessen meine Schuld und Feinde zu Gottes Freunde. deine Huld! Als ich in der Fin- 6. O Herr, mein Heil, an dessternis gesessen, trugest du mit sen Blut ich glaube, ich liege mir Geduld; hattest längst nach hier vor dir gebückt im Staube, deinem Schaf getrachtet, eh es verliere mich mit dankendem Geauf des Hirten Ruf geachtet, und müte in deine Güte. mit teurem Lösegeld mich erkauft von dieser Welt. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken. Allein, sollt 4. Ich bin dein! Sprich du ich darum im Glauben wanken? darauf dein Amen! Treuster Jesu, Ich bin ein Mensch; darf der du bist mein! Drücke deinen süßen sich unterwinden, Gott zu erJesus- Namen brennend in mein gründen? Herz hinein! Mit dir Alles thun 8. Das Größt in Gott ist Gnad und Alles lassen, in dir leben und Lieb erweisen; uns fommt und in dir erblassen; das sei bis zur letzten Stund unser Wandel, unser Bund. es zu, sie demutsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. Albert Knapp. Mel. Herzliebster Jesu, was hast. 1128. Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenten, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlöſen. 9. Laß deinen Geist mich stets, mein Heiland, lehren, dein göttlich Streuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Bes ruf der Liebe mich christlich übe. 10. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlauben, und an dich 2. Vereint mit Gott, ein Mensch, gleich uns auf Erden, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam glauben? werden; an unsrer Statt gemartert und zerschlagen die Sünde tragen: 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, 11. Da du dich selbst für mich dahin gegeben, wie könnt ich noch nach meinem Willen leben, und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 12. Jch sollte nicht, wenn Leiden die Passions- Lieder. 719 21. Gott, eile nicht, sie rächend zu zerschmettern, erbarme dich, wenn einer von den Spöttern sich spät bekehrt und dich, den er geschmähet, um Gnade flehet. dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelaffnen Herzens werden, da di so viel für uns, die wirs verschuldet, liebreich erduldet? 13. Für welche du dein Leben selbst gelassen, wie könnt ich fie, sie meine Brüder hassen, und nicht wie du, wenn sie mich un22. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden fränken, so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe tertreten, für sie noch beten? schenken; dein Kreuz, dies set, 14. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten, wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten; du Heiliger, du Herr und Haupt der Glieder, schaltst auch nicht wieder. 15. Ein reines Herz, gleich dei- Jesu, und die Schmerzen, die du nem edlen Herzen, dies ist der in deiner lebten Not empfandst Dank für deines Kreuzes Schmer- in deinem Herzen: laß die Verzen; und Gott giebt uns die dienste solcher Bein ein Labsal Kraft, in deinem Namen dir meiner Seele sein, wenn mir die nachzuahmen. Augen brechen. 2. Ich danke dir für deine Huld, die du mir hast erzeiget, da dir mit Zahlung meiner Schuld dein Haupt zu mir geneiget. Ach, neig dich auch zu mir, mein Gott, wenn ich gerat in Todesnot, damit ich Gnade spüre. 20. Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Ärgernis und eine Thorheit werden, so seis doch mir, trots alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes. wenn ich den Tod einst leide, mir Fried und Freude. C.F. Gellert. Mel. Nun freut euch lieben. 1129. Jh danke dir für deinen Tod, Herr 16. Unendlich Glück! Du litteft uns zu gute. Ich bin versöhnt in deinem teuren Blute. Du haft mein Heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. 17. So bin ich denn schon selig hier im Glauben; so wird mir nichts, nichts meine Krone rau- 3. Laß meine Seel in deiner ben; so werd ich dort, von Herr- Gunst aus ihrem Leibe scheiden, lichkeit umgeben, einst ewig leben. auf daß an mir nicht sei umsonst 18. Sa, wenn ich stets den dein teuer wertes Leiden. Nimm schmalen Weg betrete, im Glan- sie hinauf zur selben Frist, wo ben kämpf, im Glauben wach und du ihr liebster Jesus bist, und bete, so ist mein Heil schon so laß mich ewig leben. Joh. Scheffler. gewiß erstrebet, als Jesus lebet. Mel. Herr und Ältster deiner. ver19. Lockt böſe Lust mein Herz 1130. Marter Gottes, wer mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze; und werd ich matt im Laufe guter Werke, so sei mirs Stärke. gessen, der in dir sein Wohlsein findt? Unser Herze wünscht sich unterdessen stets noch mehr zum Dank entzündt. Unfre Seele soll sich daran nähren, unfre Ohren nie was liebers hören; alle Tage fommt er mir schöner in dem Bilde für. 2. Tall 720 Passions- Lieder. 2. Tausend Dank, du unser zärtlich wieder lieben, du nimmst trenes Herze! Leib und Geist bet es an, ich bins gewiß. drüber an, daß du unter Mar- 3. Wenn einst mein Herz wird tern, Angst und Schmerze haft stille stehen, so schließ mich ins genug für uns gethan. Laß dich jedes um so heißer lieben, als es noch im Glauben sich muß üben, bis es einst als deine Braut dich von Angesichte schaut. Erbarmen ein; dann werd ich dich von Nahem sehen in deiner Klarheit ewgem Schein. Die Seele, die durch dich genesen, ruht dann in deinen Armen aus und läsfet gern den Leib verwesen; er wird dereinst ihr nenes Haus. C. R. v. Zinzendorf. 3. Meine franfe und bedürftge Seele eilt auf deine Wunden zu; da, da findt sie eine sichre Höhle, Trost und Labsal, Fried und Ruh. Mel. Sich hier bin ich, Ehrenkönig. Laß mich nur dein Kreuze recht 1132. Sebe dich, mein Geist, ansehen, und dein Marterbild ein wenig und bestets vor mir stehen, so geht mir schau dies Wunder groß, wie dein bis in mein Grab nichts an Se- Gott und Ehrenkönig hängt am ligkeiten ab. Krenze nackt und bloß. Schau die Liebe, die ihn triebe zu dir aus des Vaters Schoß. 4. Die wir uns allhier beisammen finden, schlagen unsre Hände ein, uns auf deine Marter zu 2. Ob dich Jesus liebt von verbinden, dir auf ewig treu zu Herzen, fannst du hier am Kreuze sein, und zum Zeichen, daß dies sehn. Schau, wie alle HöllenLobgetöne deinem Herzen ange- schmerzen ihm bis in die Seele nehm und schöne, sage: Amen! und gehn! Fluch und Schrecken ihn zugleich: Friede, Friede sei mit bebecken; höre doch sein Klaggetön! euch! 3. Dies sind meiner Sünden Früchte, die, mein Heiland, ängsten dich; dieser Leiden schwer Gewichte sollt zum Abgrund drücken mich; diese Nöten, die dich töten, sollt ich fühlen ewiglich. C. R. v. Zinzendorf. Mel. Die Tugend wird durch Kreuz. 1131. Obrückten Jesu Todesmienen sich meiner Seel auf ewig ein! O möchte stündlich sein Verfühnen in meinem Herzen kräftig sein! Denn ach, was hab ich ihm zu danken! Ich foste ihm sein teures Blut; 4. Ach, ich Sündenkind der Erden! Jesu, stirbst du mir zu gut? Soll dein Feind erlöset werden durch dein eigen Herzensblut? das heilet mich, den armen Kran- Ich muß schweigen und mich beufen, und kommt mir ewiglich zu gut. gen für dies unverdiente Gut. 5. Seel und Leben, Leib und 2. Herr Jesu, nimm für deine Glieder giebst du alle für mich Schmerzen mich Armen an, so hin; sollt ich dir nicht schenken wie ich bin! Ich setze dir in mei- wieder alles, was ich hab und nem Herzen ein Denkmal deiner bin? Ich bin deine ganz alleine; Liebe hin, die dich für mich in dir verschreib ich Herz und Sinn. Tod getrieben, die mich aus meinem Jammer riß; ich will dich 6. Dir will ich durch deine Gnade bleiben bis in Tod getreu; al Ofter- Lieder. 721 alle Leiden, Schand und Schade ihr sehn mein Eigentum? Wollt sollen mich nicht machen schen; deinen Willen zu erfüllen meiner Seele Speise sei. ihr hören, was mein Ruhm? Jesus, der Gefreuzigte. 2. Wer ist meines Glaubens Grund? Wer stärkt und erweckt den Mund? Wer trägt meine Straf und Schuld? Wer schafft mir des Vaters Huld? Jesus, der Gekreuzigte. 3. Wer ist meines Lebens Saft? Wer ist meines Geistes Kraft? Wer macht frei mich und gerecht? Wer macht mich zu Gottes Knecht? Jesus, der Gefreuzigte. 4. Wer ist meines Leidens Trost? Wer schüßt, wenn der Feind erbost? Wer erquidt mein mattes Wer verbindet meinen Herz? Schmerz? Jesus, der Gefreuzigte. 5. Wer ist meines Todes Tod? Wer hilft in der letzten Not? Wer verseßt mich in sein Reich? Wer macht mich den Engein 7. Zieh durch deines Todes Kräfte mich in deinen Tod hinein; laß mein Fleisch und sein Geschäfte mit dir nun gefreuzigt sein, daß mein Wille sanft und stille und die Liebe werde rein. 8. Wenn mich schrecken meine Sünden, wenn mich Satans Lift ansicht, kann ich Kraft und Gnad nicht finden, wollst du mich verlassen nicht. Laß dein Sterben mir erwerben Trost im Tod und im Gericht. Gerh. Tersteegen. Mel. Traurigkeit, o Herzeleid. 1133. So rubeft du, o meine Ruh, in deines Grabes Höhle, und erweckst durch deinen Tod meine tote Seele. 2. Man senkt dich ein nach vie- gleich? Jesus, der Gefreuzigre. ler Pein, du meines Lebens Le- 6. Und so wißt ihr, was ich ben! Dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. 3. O Lebensfürst, ich weiß, du wirst mich wieder auferwecken; sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 4. Sie wird mir sein ein Kämweiß; ihr wißt meinen Zwed und Preis. Glaubt, lebt, dulber, sterbet dem, der uns Gott macht an genehm: Jefu dem Gefreuzigten. J. C. Schwedler. Ofter- Lieder. In eigener Melodie. merlein, da ich auf Rosen liege, 1135. Christus ist erstanden weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. 5. Gar nichts verdirbt, der Leib mur stirbt; doch wird er auferstehen und in ganz verklärter Zier aus dem Grabe gehen. von des Todes Banden, des freuet sich der Engel Schar und singt im Himmel immerdar: Halleluja! 2. Der für uns sein Leben in den Tod gegeben, der ist nun 6. Judes will ich, mein Jesu, unser Osterlamm, des wir uns dich in meine Seele senten, und an deinen bittern Tod bis zum Tod gedenken. freuen allesamt. Halleluja! 3. Der am Krenz gehangen, kein'n Trost fonnt erlangen, der lebet nun in Herrlichkeit, uns zu vertreten stets bereit. Halleluja! 4. Der so ganz verschwiegen ihr lernen, was ich weiß? Wollt zur Hölle gestiegen, den wohlge46 rüSalomo Franc. In eigener Melodie. 1134. Wollt ihr wissen, was mein Preis? Wollt 722 Ofter- Lieder. rüsten Starken band, der wird nun giebt Kraft zu jeder Pflicht; dies in der Höh erkannt. Halleluja! ist meine Zuversicht. 5. Der da lag begraben, der 6. Jesus lebt, nun ist der Tod ist mun erhaben, und sein Thun mir ein Eingang in das Leben; wird kräftig erweist und in der welchen Trost in Todesnot wird Christenheit gepreist. Halleluja! es meiner Seele geben, wenn sie 6. Er läßt nun verfünden Ver- gläubig zu ihm spricht: Herr, gebung der Sünden, und wie man Herr, meine Zuversicht! die durch rechte Buß nach seiner Ordnung suchen muß. Halleluja! Mel. Herr Christ, der einig Gotts. 7. O Christe, Osterlamm, speis 1137. Mein Fels hat überuns heut allesamt, nimm weg C. F. Gellert. wunden der Hölle all unsre Missethat, daß wir dir ganzes Heer; der Drache liegt fingen früh und spat. Halleluja! gebunden; die Sünde kann nicht mehr mich durchs Geseß verdammen, denn alle Zornesflammen hat Jesus ausgelöscht. Mich. Weiß. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 1136. Jeſus lebt, mit ihm 2. Auf denn, mein Herz, und auch ich; Tod, wo bringe dem Heiland Dank dafür; find nun deine Schrecken? Jesus vertreib die Furcht und schwinge lebt und wird auch mich von im Glauben dich empor; wirf den Toten auferwecken. Er ver- des Gewissens Nagen, dein Sor flärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. gen und dein Zagen in Christi leeres Grab. 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich 3. Ist Jefus auferstanden, mit über alle Welt gegeben; mit ihm Herrlichkeit geschmückt, so bist du werd auch ich zugleich ewig herr- ja den Banden des Todes mit schen, ewig leben. Gott erfüllt, entrückt. Kein Fluch ist übrig was er verspricht; dies ist meine Zuversicht. blieben, die Quittung ist geschrieben, daß alles sei bezahlt. 4. Ach, willst du noch nicht glanben, du ungewisser Geist? Welch Teufel fann dir rauben, was Jcfus dir verheißt, der Licht, Kraft, Fried und Leben geneigt ist dir zu geben, als seines Sieges Frucht? 5. Wohlan denn, Fürst des Lebens, ich bring dir, was ich hab; ich matte mich vergebens bei meinen Wunden ab. Ich kann sic nicht verbinden; soll ich Genesung finden, du mußt sie rühren an. 5. Jesus lebt; ich bin gewiß, 6. Gieb meinem Glauben Klarnichts soll mich von Jesu schei- heit, zu sehn, Herr Jesu Christ, den, keine Macht der Finsternis, daß du Weg, Leben, Wahrheit, feine Herrlichkeit, kein Leiden; er daß du mir alles bist. Die fins stern 3. Jesus lebt; wer nun verzagt, Läftert ihn und Gottes Ehre; Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein, sein sei auch mein ganzes Leben; reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. Oster- Lieder. 723 stern Wolken teile der Zweifel, frohen Ofterpfalmen den erkämpfHerr, und heile des Glaubens ten Sieg befingt. Wo ist nun dürre Hand. der Feinde Pochen und der Wür7. Laß mich nicht länger wan- ger Mordgeschrei, da der Schlanten gleich einem Rohr im Wind; ge Stopf entzwei und der Stachel besänftge die Gedanken, die vol- abgebrochen? Tod und Teufel ler Unruh sind; du bist der Stuhl liegen da; Gott sei Dank, Halder Gnaden; wer mühsam und leluja! beladen, den rufst du ja zu dir. 8. Ich will nicht mehr vergeb lich bei mir mich halten auf; ich finde nichts erheblich, zu hemmen meinen Lauf zu deinen offnen Armen, die mir dein frei Erbarmen so weit hält aufgethan. 9. Hast du den Tod verschlungen, verschling ihn auch in mir; wo du bist durchgedrungen, da laß mich folgen dir; erfülle mein Verlangen, und laß den Kopf der Schlangen in mir zertreten sein! 10. Den Gößen Eigenliebe, das schnöde Seelengift, zerstör durch deine Liebe, daß alle Fleisches list, die dich aus Streuz geheftet, ganz möge sein entkräftet durch deines Geistes Straft. 2. Stecke nun die Siegeszeichen auf der dunklen Gruft empor! Was kann deiner Krone gleichen? Held und König, tritt hervor, laß dir tausend Engel dienen! Denn nach harter Leidenszeit ist dein Tag der Herrlichkeit, höchste Majestät, erschienen. Welt und Himmel jauchzen da: Gott sei Dank, Halleluja! 3. Neige deines Zepters Spige unsrer Ohnmacht gnädig zu; zit= tern wir vor deinem Blige, from= mer Gott, so tröste du; sind bisweilen wir verdrossen, Abba, so vergieb die Schuld; Herrscher, richte mit Geduld über deine Reichsgenossen, denn dein Name ruhet da. Gott sei Dank, Halleluja! 11. Lebst du, laß mich auch leben als Glied an deinem Leib, 4. Teile, großer Fürst, die Beute daß ich gleich einem Reben an deiner armen Herde mit, die in dir, dem Weinstock, bleib; gieb froher Sehnsucht heute vor den Geistessaft zur Nahrung, gieb Thron der Gnade tritt; deinen Stärke zur Bewahrung der Pflau- Frieden gieb uns allen, o, so zung deiner Hand. jauchzet Herz und Mut, weil das 12. Leb in mir als Prophete Los so wundergut und aufs liebund leit mich in dein Licht; als lichste gefallen, denn der ÖlPriester mich vertrete; mein Thun zweig grünet da. Gott sei Dank, und Lassen richt; um deinen gan- Halleluja! zen Willen als König zu erfüllen leb, Christe, leb in mir! F. A. Lampe. 5. Laß, o Sonne der Gered)ren, deinen Strahl ins Herze gehn; gieb Erleuchtung deinen Knechten, daß sie geistlich auferstehn. Hält der Schlaf uns noch gefangen, ei, so fördre selbst den Lauf; rufe fleißig: Wachet auf. denn die Schatten sind vergan46* gen. Mel. Lasset uns den Herren, oder: Sollt ich meinem Gott nicht singen. 1138. überwinder, nimm die Palmen, so dein Zion heute bringt, das mit Himmelfahrts- Lieder. 724 gen, und der helle Tag ist da! Gott sei Dank, Halleluja! hin war verschlossen. Wers glaubt, des Herz ist freudenvoll; dabei er sich doch rüsten soll, dem Herren nachzufolgen. 6. Tilg in uns des Todes Grauen, wenn die letzte Stunde schlägt, weil in den saphirnen Auen schon 3. Wer nicht folgt und sein'n die Kron uns beigelegt. Gieb Willen thut, dient nicht mit Ernst uns in den höchsten Nöten, gieb dem Herren; drum wird er auch uns mitten in der Bein Hiobs vor Fleisch und Blut sein HimTrost und Glauben ein; o, so melreich versperren. Am Glaufann der Tod nicht töten, denn ben liegts; so der ist echt, so die Hoffnung blühet da; Gott wird gewiß das Leben recht zum sei Dank, Halleluja! Himmel sein gerichtet. 7. Zeige, wenn der blöde Stum- 4. Solch Himmelfahrt fäht in mer über Gruft und Bahre weint, uns an, wenn wir den Bater wie die Schwachheit nach dem finden, und flichen stets die breite Schlummer dort in voller Straft Bahn, thun uns zu Gottes Kinerscheint. Sind wir sterblich hier dern; die sehn hinauf und Gott geboren, ei, so nimmt das fühle herab, au Tren und Lieb geht Grab nichts, als nur was irdisch, ihn'n nichts ab, bis sie zusammen ab; und der Staub ist unverlo- kommen. ren. Unser Hüter hütet da; Gott sei Dank, Halleluja! 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, wenn Gott uns zu 8. Rufe die verdorrten Glieder sich nehmen und seinem Sohn endlich aus der dunklen Nacht, wird machen gleich, wie wir denn bis der Aschenhaufe wieder in jezt bekennen; da wird sich finverflärtem Glanz erwacht. Da den Frend und Mut zu ewger wirst du die Kronen geben; dann Zeit beim höchsten Gut. Gott wird die vergnügte Brust, Herr, woll, daß wirs erleben! in engelgleicher Lust ewig deinen Sieg erheben; und wir sprechen Johann Zwick. In eigener Melodie. auch allda: Gott sei Dank, Hal- 1140. Einer ist König, Imfeluja! C. L. Taddel. manuel sieget, bebet Himmelfahrts- Lieder. ihr Feinde und gebet die Flucht! Mel. Nun freut euch, lieben Christen. Zion hingegen sei innig vergnü1139. Auf diesen Tag beget, labe dein Herze mit himmdenken wir, daß lischer Frucht! Ewiges Leben, Christ gen Himmel fahren, und unendlichen Frieden, Freude die danken aus höchster Begier, bit- Fülle hat er uns beschieden. tend, Gott woll bewahren uns 2. Stärket die Hände, ermunarme Sünder hier auf Erd, die tert die Herzen, tranet mit Freuwir, von mancher Not beschwert, den dem ewigen Gott! Jesus, ohn Hoffnung sind und Troste. die Liebe, versüßet die Schmer 2. Drum sei Gott Lob, der zen, reißet aus Ängsten, aus Bahn gemacht, uns steht der Jammer und Not! Ewig muß Himmel offen. Christus schließt unsere Seele genesen in dem auf mit großer Pracht, was vor- holdseligsten, lieblichen Wesen. 3. Hal Himmelfahrts- Lieder. 3. Halte, o Seele, im Leiden fein stille, schlage die Rute des Baters nicht aus; bitte und nimm aus der göttlichen Fülle Kräfte, zu siegen im Kampfe und Strauß; Fluten der Trübsal verrauschen, vergehen; Jesus, der Treue, bleibt ewig dir stehen. 725 ihr Bande, ihr Fesseln zerreißt! Amen, die Liebe wird wahrlich erhören. Alles, was Odem hat, lobe den Herren! 3. C. L. Allendorf. Mel. Jesu, der du meine Seele, oder: Alle Menschen müssen sterben. 1141. Großer Mittler, der 4. Zion, wie lange hast du nun 5098 zur Rechten seines geweinet? Auf, und erhebe dein großen Vaters figt, und die finkendes Haupt! Siehe, die Schar von seinen Knechten in Sonne der Frenden erscheinet dem Reich der Gnaden schüßt; tausendmal heller, als du es ge- dem auf dem erhabnen Throne glaubt; Jesus, der lebet, die in der königlichen Krone aller Liebe regieret, die zu den Quel- Ewigkeiten Heer bringt in Delen des Lebens dich führet. mut Preis und Ehr. 5. Laufet nicht hin und her, 2. Dein Geschäft auf dieser eilet zur Quelle; Jesus, der bit- Erden und dein Opfer ist volltet: Stommt alle zu mir! Sehet, bracht; was vollendet sollte wers wie lieblich, wie lauter und helle fließen die Ströme des Lebens allhier! Trinket, ihr Lieben, und werdet erquicket; hier ist Erlösung für alles, was drücket. den, das ist gänzlich ausgemacht; da du bist für uns gestorben, ist uns Guad und Heil erworben, und dein siegreich Auferstehn läßt uns in die Freiheit gehn. 6. Streitet nur unverzagt, seht 3. Nun ist dieses dein Geschäfte auf die Krone, die euch der Kö- in dem obern Heiligtum: die nig des Himmels anbeut; Jesus erworbnen Segenskräfte durch wird selber den Siegern zum dein Evangelium allen denen Lohne; wahrlich, dies Kleinod ver- mitzuteilen, die zum Thron der lohnet den Streit. Streitet nur Gnade eilen; nun wird uns durch unverzagt, seht auf die Krone, deine Hand Heil und Segen zuJesus wird selber den Siegern gewandt. zum Lohne. 4. Deines Volkes werte Namen 7. Herrliches Lämmlein; da, trägest du auf deiner Brust, unb da wird man sehen eine gewaltige, an den gerechten Samen benfest stegende Schar deine unendliche du mit vieler Luft. Du vertrittst, Hoheit erhöhen; dir wird man die an dich gläuben, daß sie dir bringen Halleluja dar. Sehet, vereinigt bleiben, und bittst in wie Thronen und Stronen hin- des Vaters Haus ihnen eine fallen; höret, wie donnernde Wohnung aus. Stimmen erschallen. 5. Doch vergißt du auch der 8. Reichtum, Kraft, Weisheit, Armen, die der Welt noch dienen, Preis, Stärke, Lob, Ehre Gott nicht; weil dein Herz dir vor Erund dem Lamm und dem heiligen barmen über ihrem Elend bricht. Geist! Wenn ich da stände, o, Daß dein Vater ihrer schone, daß wenn ich da wäre! Springetler nicht nach Werken lohne, daß er 726 Himmelfahrts- Lieder. er ändre ihren Sinn, ach, da und nimm meines mit hinauf; zielt dein Bitten hin. wenn ich Seufzer zu dir schide 6. 3war in deines Fleisches mache selbst den Himmel auf; Tagen, da die Sünden aller Welt und so ich nicht beten kann, rede dir auf deinen Schultern lagen, du den Vater an; denn du fizft hast du dich vor Gott gestellt zu seiner Rechten, darum hilf bald mit Seufzen, bald mit uns, deinen Knechten. Weinen für die Sünder zu erscheinen. O, mit welcher Niedrigfeit batest du zur selben Zeit! 3. Zieh die Sinne von der Erde über alles Eitle hin, daß ich mit dir himmlisch werde, ob 7. Aber nun wird deine Bitte ich gleich noch sterblich bin, und von der Allmacht unterstützt, da im Glauben meine Zeit richte in der vollkommnen Hütte die nach der Ewigkeit, bis wir auch verklärte Menschheit sist; nun zu dir gelangen, wie du bist vore kannst du des Satans Klagen angegangen. majestätisch niederschlagen, und nun macht dein redend Blut unsre böse Sache gut. 4. Dir ist Alles übergeben, nimm dich auch der Deinen an: hilf mir, daß ich christlich leben 8. Die Verdienste deiner Leiden und dir heilig dienen kann. Kommt stellst du deinem Vater dar, und der Satan wider mich, ach, so vertrittst mun mehr mit Freuden wirf ihn unter dich zu dem Schedeine teur erlöste Schar; bittest, mel deiner Füße, daß er ewig daß er Kraft und Leben woll schweigen müsſe. dem Volk auf Erden geben und die Seelen zu dir ziehn, die noch deine Freundschaft fliehn. 9. Großer Mittler, sei geprie5. Meine Wohnung mache fertig droben in des Vaters Haus, da ich werde gegenwärtig bei dir gehen ein und aus; denn der sen, daß du in dem Heiligtum Weg dahin bist du; darum bringe so viel Tren an uns bewiesen; dir sei Ehre, Dank und Ruhm! Laß uns dein Verdienst vertreten, wenn wir zu dem Vater beten; sprich für uns in leßter Not, wenn den Mund verschließt der Tod. mich zur Ruh, und nimm an dem leßten Ende meinen Geist in deine Hände. Joh. Jak. Kambach. 6. Komme, wenn es Zeit ist, wieder, denn du hast es zugesagt, und erlöse meine Glieder, die der Tod im Grabe nagt. Richte dann Mel. Fren dich sehr, o meine Seele. die böse Welt, die dein Wort 1142. Herr, auf Erden muß für Lügen hält, und nach ausgeich leiden und bin standnem Leide führ uns ein zu voller Angst und Weh, warum deiner Freude. willst du von mir scheiden, Mel. Alles ist an Gottes Segen. warum fährst du in die Höhe 1143.Jesus Chriſtus herrscht Cafp. Neumann. als König, alles Nimm mich Armen auch mit bir, oder bleibe doch in mir, daß ich dich und deine Gaben möge täglich bei mir haben. wird ihm unterthänig, alles legt ihm Gott zu Fuß. Jede Zunge soll bekennen: Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ebre geben muß. 2. Für 2. Laß dein Herze mir zurücke, Himmelfahrts- Lieder. 727 2. Fürstentümer und Gewal- Geschlechte, der Gerechte macht ten, Mächte, die die Thronwacht Gerechte, Heilge aus der Sünder halten, geben ihm die Herrlich- Rott. Komm, du wirst noch anfeit; alle Herrschaft dort im Him- genommen; komm beherzt, er mel, hier im irdischen Getümmel heißt dich kommen, sag ihm nur: ist zu seinem Dienst bereit. Mein Herr und Gott! 10. Gil, es ist nicht Zeit zum Schämen; willst du Gnade? Du sollst nehmen. Willst du Leben? Das soll sein. Willst du erben? Du wirst sehen. Soll der Wunsch aufs Höchste gehen: Willst du Jesum? Er ist dein! 3. Sagt mir von erhabnen Thronen, die beim ewgen Lichte wohnen; nichts ist gegen Jesum groß. Nennt mir Namen auf der Erden; wenn sie auch vergöttert werden, sind sie Teil aus seinem Los. 4. Gott, des Weltbaus großer 11. Allen losgekauften Seelen Meister, hat die Engel wohl als solls an keinem Gute fehlen; Geister und als Flammen um denn sie glauben Gott zum den Thron; sagt er aber je zu Ruhm. Werte Worte! teure LehKnechten: Seße dich zu meiner ren! Möcht doch alle Welt dich Rechten? Nein, er sprach es zu hören, süßes Evangelium! dem Sohn. 12. 3war, auch Kreuz drückt Christi Glieder hier auf kurze Zeit darnieder, und das Leiden geht zuvor. Nur Geduld! Es folgen Freuden, nichts fann fie von Jesu scheiden, und ihr Haupt zieht sie empor. 13. Ihnen steht ein Himmel offen, welcher über alles Hoffen, über alles Wünschen ist. Die gereinigte Gemeine weiß, daß eine Zeit erscheine, wo sie ihren König füßt. 7. Nur in ihm- o Wunder- 14. Jauchz ihm, Menge heilger gaben! können wir Erlösung Knechte! Rühmt, vollendete Gehaben, die Erlösung durch sein rechte, und du Schar, die PalBlut. Hörts! Das Leben ist er- men trägt, und du Blutvolk in schienen, und ein ewiges Verfüh- der Krone, und du Chor vor nen kommt in Jefu uns zu gut. seinem Throne, der die Gottes8. Gebt, ihr Sünder, ihm die harfen schlägt! Herzen; flagt, ihr Kranken, ihm 15. Ich auch auf den tiefsten die Schmerzen; sagt, ihr Armen, Stufen, ich will glauben, reden, ihm die Not! Wunden müssen rufen, ob ich schon noch Pilgrim Wunden heilen; Heilsöl weiß er bin; Jesus Christus herrscht als auszuteilen; Reichtum schenkt er König, alles sei ihm unterthänig; nach dem Tod. ehret, liebet, lobet ihn! Phil. Friedr. Hiller. 9. Komm, zum Tod verdammt 1144. 5. Gott ist Herr, der Herr ist Einer und demselben gleichet Reiner, nur der Sohn, der ist ihm gleich; dessen Stuhl ist unumstößlich, dessen Leben unauflöslich, dessen Reich ein ewig Reich. 6. Gleicher Macht und gleicher Ehren sitt er unter lichten Chören, siget ob den Cherubim. In der Welt und Himmels Enden hat er alles in den Händen, denn der Vater gab es ihm. 728 Pfingst- Lieder. Mel. Alle Menschen müssen sterben.| du König aller Ehren! Du mußt 1144. iegesfürst und Eh auch bei mir einkehren; ewig in renkönig, du ver- mir leb und wohn, als in deinem Flärke Majestät, alle Himmel sind Himmelsthron. Gerhard Tersteegen. zu wenig, du bist drüber hoch erhöht. Sollt ich nicht zu Fuß dir fallen, und mein Herz vor Mel. Fren dich sehr, o meine Seele. Freuden wallen, wenn mein 1145. Der du uns als VaGlaubensaug betracht deine Herrlichkeit und Macht? Pfingst- Lieder. 2. Seh ich dich gen Himmel ter liebest, treuer Gott, und deinen Geist denen, die dich bitten, giebest, ja, uns fahren, seh ich dich zur Rechten um ihn bitten heißt: demutsvoll da; hör ich, wie der Engel Scharen alle rufen: Gloria! Sollt ich nicht zu Fuß dir fallen, und mein Herz vor Freude wallen, da der Himmel jubiliert, und mein Rönig triumphiert? fleh ich vor dir, Vater, send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue und ihn dir zum Tempel weihe. 2. Ohn ihn fehlet meinem Wisfen Leben, Kraft und Fruchtbarfeit, und mein Herz bleibt dir 3. Weit und breit, du Himmelssonne, deine Klarheit sich ergeußt, entrissen und dem Dienst der Welt die mit neuem Glanz und Wonne geweiht, wenn er nicht durch seine alle Himmelsgeister speist. Präch- Kraft die Gesinnung in mir tig wirst du aufgenommen, freu- schafft, daß ich mich dir ganz erdig heißt man dich willkommen; gebe und zu deiner Ehre lebe. schau, ich armes Kindlein hier, ruf auch: Hosianna bir! 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit ächter 4. Sollt ich deinen Kelch nicht Treu meinen Gott und Herrn trinken, da ich deine Glorie seh? dich nennen, stehet mir dein Geist Sollt mein Mut noch wollen sin- nicht bei. Drum, so laß ihn fräfken, da ich deine Macht versteh? tiglich in mir wirken, daß ich dich Meinem König will ich trauen, glaubensvoll als Mittler ehre nicht vor Welt noch Teufel und auf deine Stimme höre. grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 5. Geist und Kraft nun über fließen; drum wirk in mir fräftiglich, bis zum Schemel deiner Füße alle Feinde legen sich. Aus Zion den Zepter sende weit und breit bis zum Weltende; mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan. 4. Ewge Quelle heilger Güter, hochgelobter Gottesgeist, der du menschliche Gemüter besserst und mit Trost erfreuft, nach dir, Herr, verlangt auch mich; ich ergebe nich an dich. Mache mich zu Gottes Preise heilig und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes 6. Du kannst alles aller Orten Gut, über alles möge lieben, daß nun erfüllu und nahe sein; mei- ich mit getrostem Mut seiner nes armen Herzens Pforten stell Vaterhuld mich freu und mit ich offen, komm herein! Komm, wahrer Rindestreu stets vor seinell Pfingst- Lieder. 729 nen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein, 6. Geist des Friedens und der wenn ich bange Zweifel hege, Liebe, bilde mich nach deinem deine Wahrheit mich erfreun. Sinn, daß ich Lieb und Sauft- Lenke fräftig meinen Sinn auf mut übe, und mirs rechne zumt mein wahres Wohlsein hin. Lehrst Gewinn, wenn ich je ein Frie- du mich, was recht ist, wählen, densband knüpfen kann, wenn werd ich nie mein Heil verfehlen. meine Hand zur Erleichtrung der 3. Heilige des Herzens Triebe, Beschwerden kann dem Nächsten daß ich über alles treu meinen nüblich werden. Gott und Vater liebe; daß mir 7. Lehre mich, mich selbst er nichts so wichtig sei, als in seikennen, die verborgnen Fehler ner Huld zu stehn. Seinen Nafehn, sie voll Demut Gott be- men zu erhöhn, seinen Willen kennen und ihn um Bergebung zu vollbringen, müsse mir durch flehn. Mache täglich Ernst und dich gelingen. Treu, sie zu bessern, in mir neu; 4. Stärke mich, wenn wo zur zu dem Heiligungsgeschäfte gieb Sünde mein Gemüt versuchet mir immer neue Kräfte. wird, daß sie mich nicht über8. Wenn der Anblick meiner winde. Hab ich irgend mich verSünden mein Gewissen nieder- irrt, o so strafe selbst mein Herz, schlägt; wenn sich in mir Zwei- daß ich unter Reu und Schmerz fel finden, die mein Herz mit mich vor Gott darüber beuge und Zittern hegt; wenn mein Aug in mein Herz zur Bessrung neige. Nöten weint und Gott nicht zu hören scheint: o dann laß es meiner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen! 5. Neize mich mit Flehn und Beten, wenn mir Hilfe nötig ist, zu dem Guadenstuhl zu treten. Gieb, daß ich auf Jesum Christ 9. Was sich Gutes in mir fin- als auf meinen Mittler schau und det, ist dein Gnadenwert in mir. auf ihn die Hoffnung bau, Guad Selbst den Trieb hast du entzün- um Gnad auf mein Verlangen det, daß mich, Herr, verlangt von dem Vater zu empfangen. nach dir. O, so sebe durch dein 6. Stehe mir in allen Leiden Wort deine Gnadenwirkung fort, stets mit deinem Troste bei, daß bis sie durch ein selig Ende herrlich ich auch alsdann mit Freuden sich an mir vollende. D. Bruhu. Gottes Führung folgsam sei. In voriger Melodie. Gieb mir ein gelassen Herz. Laß 1146. Geist vom Vater und mich ſelbst im Todesſchmerz bis vom Sohne, der zum frohen llberwinden deines du unser Tröster bist und von Beistands Trost empfinden. unfres Gottes Throne hilfreich In eigener Melodie. auf uns Schwache ſiehst, stehe 1147. Seilger Geiſt, du du mir mächtig bei, daß ich Gott Tröster hoch ergeben sei; o so wird mein vom Hintmel uns erschein mit Herz auf Erden schon ein Tempel dem Strahl des Lichtes dein! Gottes werden. 2. Komm, Vater der armenHerd, 730 Pfingst- Lieder. Herd, komm mit deinen Gaben eins ist not für den Tod: Buße, wert, fomm, der Herzen Licht wahre Buße! Zeig uns selbst den auf Erd! Greul der Sünde, daß das Herz Angst und Schmerz, Reu und Scham empfinde. 3. O du füßer Herzensgast, der du Trost die Fülle haft, uns erquick in aller Last! 4. Komm, du Ruhe unter Mühn, Schatten in des Tages Glühn, vor dem Traur und Schwermut fliehn! 5. O du selge Gnadensonn, füll das Herz mit Freud und Wonn aller, die dich rufen an! 6. Ohn dein Beistand, Hilf und Gunst ist all unser Thun und Sunft vor Gott ganz und gar umsonst! 7. Wasch uns, Herr, von Sünden weiß, unser dürres Herz begeuß, die Verwundten heil mit Fleiß! 4. Zeig uns des Erlösers Wunden, ruf uns zu: Ihr habt Ruh, ihr habt Heil gefunden. Gott hat uns nun losgesprochen, Jesu Blut machet gut, was die Welt verbrochen. 5. Weck uns auf vom Sündenschlafe, rette doch heute noch die verlornen Schafe; reiß die Welt aus dem Verderben, laß sie nicht im Gericht der Verstockung sterben. 6. Geist der Weisheit, gieb uns allen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott gefallen. Lehr uns recht, vor Gott zu treten, sei uns nah und sprich Ja, wenn wir gläubig beten. 8. Lenk uns nach dem Willen dein, wärm die falten Herzen tein, bring zurecht, die irrig sein! 9. Gieb uns, Herr, wir bitten dich, die wir glauben festiglich, deine Gaben mildiglich! 7. Hilf den Kampf des Glanbens fämpfen, gieb uns Mut, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu dämpfen. Laß nicht Trübfal, Kreuz und Leiden, Angst und Not, Schmerz und Tod uns von Jesu scheiden. 10. Gieb ein heilges Leben hier, gieb, daß selig sterben wir, gieb uns ewge Frend bei dir! Robert, König von Frankreich. Mel. Warum sollt ich mich denn. 8. Sei in Schwachheit unsre Stüße; steh uns bei, mach uns tren in der Trübfalshiße; führ, 1148.$ öd öchster Tröster, wenn Gott uns nach dem Leide fomm hernieder, sterben heißt, unsern Geist freuGeist des Herrn, sei nicht fern, dig in die Freude. Ehrenfried Liebich. falbe Jesu Glieder! Er, der nie sein Wort gebrochen, Jesus, hat deinen Nat seinem Bolt ver: In eigener Melodie. 1149. Komm, heilger Geist, sprochen. erfüll die Herzen deiner Gläubigen, und entzünde 2. Schöpfer unsers neuen Le in ihnen das Feuer deiner göttbens, jeder Schritt, jeder Tritt lichen Liebe, der du durch Manist ohn dich vergebens; ach, das nigfaltigkeit der Zungen haft Seelenwert ist wichtig; wer ist versammelt die Völker der ganzen wohl, wie er soll, treu zu han- Welt in Einigkeit des Glaubens. deln tüchtig? 3. Herr, wir fallen dir zu Fuße, Joh. Spangenberg. 1150, Halleluja! Halleluja! Lieder von der Kirche. 731 In eigener Melodie. 1150. 2. Des Morgens, Gott, dich loz heiliger Geist, oben wir, des Abends auch beten heiliger Gott, du vor dir. Unser armes Lied rühmet Tröster wert in aller Not; du dich jebund, immer und ewiglich. bist gefandt vom Himmelsthron 3. Gott Vater, dem sei ewig von Gott, dem Vater und dem Ehr, Gott Sohn, der ist der einge Herr, und dem Tröster, heiligen Geist, von nun an bis in Ewigkeit! Sohn, o heiliger Geist, o heiliger Gott! 2. O heiliger Geist, o heiliger Gott, gieb uns die Lieb zu deiIn eigener Melodic. nem Wort; zünd an in uns der 1152. Die Gnade unfers Liebe Flamm, darnach zu lieben allefanit. O heiliger Geist, o heiliger Gott! Herrn Jefu Chrifti, D. M. Luther. und die Liebe Gottes, und die Gemeinschaft des heilgen Geistes 3. O heiliger Geist, o heiliger sei mit uns allen, mit uns alGott, mehr unsern Glauben im- len! Amen. merfort! An Christum niemand In eigener Melodie. glauben kann, es sei denn durch 1153. Heilig ist Gott der dein Hilf gethan. Oheiliger Geist, o heiliger Gott! Bater, heilig ist Gott der Sohn, heilig ist Gott 4. heiliger Geist, o heiliger der heilige Geist. Er ist der Gott, erleucht uns durch dein Herr Zebaoth; alle Welt ist seigöttlich Wort; lehr uns den Vaner Ehren voll. Hosianna in der ter kennen schon, dazu auch sei- Höh! Gelobet sei, der da kommit nen lieben Sohn, o heiliger im Namen des Herrn! Hosianna Geist, o heiliger Gott! in der Höh! Nic. Decius. 5.O heiliger Geist, o heiliger Lieder von der Kirche. Gott, du zeigst den Weg zur Mel. Herzliebster Jesus, was hast. Himmelspfort; laß uns hier 1154. Christe, du Beistand tämpfen ritterlich und zu dir dringen seliglich, o heiliger Geist, o heiliger Gott! deiner Kreuz- Ge= meine, eile, mit Hilf und Rettung uns erscheine; steure den 6. heiliger Geist, o heiliger Feinden; ihre Blutgerichte mache Gott, verlaß uns nicht in Not zunichte. und Tod; wir sagen dir Lob, 2. Streite doch selber für uns Ehr und Dank jebund und unser arme Kinder; wehre dem Teufel, lebenlang, o heiliger Geist, o seine Macht verhinder; alles, heiliger Gott! Abraham infelmann. was kämpfet wider deine GlieDreieinigkeits- Lieder. der, stürze darnieder. In eigener Melodie, oder: Herr Jesu Christ, dich zu uns. 1151. Der bu bist Drei in du 3. Friede bei Kirch und Schuz len uns beschere, Friede zugleich der Obrigkeit gewähre; Friede Einigkeit, ein wah- dem Herzen, Friede dem Gewissen gieb zu genießen. rer Gott in Ewigteit! Die Sonn mit dem Tag von uns weicht; 4. Also wird zeitlich deine Güt Laßleuchten uns dein göttlich Licht. erhoben; also wird ewig und ohn 732 Lieder von der Kirche. M. A. v. Löwenstern. ohn Ende loben dich, o du Wäch- mehren, und in alle Ewigkeit ter deiner armen Herde, Himmel dich zu loben sein bereit. und Erde. 8. Darum, Zion, unbetrübet! Mel. Ach, was soll ich Sünder. Die Erquicungszeit ist da, und err, wann wirst du des Herren Hilf ist nah. Selig, 3ion bauen, Zion, wer sich ihm ergiebet, und vor die geliebte Stadt, die sich dir seinem Heiland fann Halleluja ergeben hat? Ach, soll sie nicht stimmen an! einmal schauen ihre Mauern auf- Mel. Alles ist an Gottes Eegen. gericht? Ja, der Herr verläßt 1156. Jesu, der du bist alleine 1155. Her Joach. Lange. uns nicht. Haupt und König Stimmer 2. O, wann soll die Stimm er- der Gemeine, segue mich, dein schallen, da man rufet überall in armes Glied! Wollst mir neuen der auserwählten Zahl: Babel, Einfluß geben deines Geistes, Babel ist gefallen, und all ihre dir zu leben; stärke mich durch stolze Pracht, die vormals war deine Güt! hochgeacht? 2. Ach, dein Lebensgeist durch3. Höre, wie dein Zion klaget dringe, Gnade, Kraft und Segen unter Babels Dienstbarkeit, jest bringe deinen Gliedern allzumal, in dieser finstern Zeit; doch, du wo sie hier zerstreuet wohnen wirst den, der sie plaget, stürzen unter allen Nationen, die du bald durch deine Macht und ver- fennest überall! tilgen Babels Pracht. 4. Gieb nur, Jesu, daß wir wachen und im Glauben munter sein, wenn du kommst und brichst hers ein mit Posaunen und mit Krachen, zu erlösen deine Braut, die du ewig dir vertraut. 3. O, wie lieb ich, Herr, die Deinen, die dich suchen, die dich meinen; o, wie köstlich sind sie mir! Du weißt, wie michs oft erquicket, wenn ich Seelen hab erblicket, die sich ganz ergeben dir. 4. Ich umfasse, die dir dienen; ich vereinge mich mit ihnen, und 5. Drücke uns dein heilges Siegel an die Stirne, an die Hand, vor deinem Angesicht wünsch ich dir zu Ehren, uns zum Pfand, Zion tausend Segen. Stärke sie daß wir uns durch Glaubens- in deinen Wegen, führ sie selbst flügel können schwingen himmel- nach deiner Pflicht. an, da uns niemand schaden kann. 5. In der argen Welt sie rette, 6. Zeichne mit dem heilgen Zei- und den Satan bald zertrete chen uns, dein Bolt, dein Eigen gänzlich unter ihre Füß; töte tum, schönster Jesu, höchster durch den Geist von innen FleischesNuhm! So muß Satan von Lust, Natur und Sinnen; sei nur uns weichen, weichen muß der du den Deinen süß. Sünden sind, weil wir dein Ertaufte sind. 6. Die in Kreuz und Leiden[ eben, stärke, daß fie ganz ergeben 7. Ach, wie wird dein Volk dich ihre Seel in deine Hand; laß fie ehren, wenn es neu entnommen dadurch werden kleiner und von ist Babels Stolz, des Tieres allen Schlacken reiner, lauterlich List! Deinen Ruhm wird es ver- in dich gewandt! 7. Laß Lieder von der Kirche. 733 7. Laß die Deinen noch auf 3. Hiff, daß wir dir zu aller Erden ganz nach deinem Herzen Zeit mit reinem Herzen dienen; werden; mache deine Kinder schön, abgeschieden, klein und stille, sanft, einfältig wie dein Wille, und wie du sie gern willst sehn! 8. Sonderlich gedente derer, die laß uns das Licht der Seligkeit, das uns bisher geschienen, zur Buße fräftig sein und zum hellen Schein, der unsern Glauben mehrt, der Sünden Macht zerstört es, Herr, von mir begehren, daß und fromme Christen schaffet. ich für sie beten soll; auf dein 4. Laß uns beim Evangelio Herz will ich sie legen, gieb du Gut, Blut und Leben wagen; jedem solchen Segen, wie es not; mach uns dadurch getroft und du fennst sie wohl! froh, das schwerste Kreuz zut. tragen. Gieb uns Beständigkeit, daß uns Luft und Leid von dir nicht scheiden mag, bis wir den. Jubeltag bei dir im Himmel halten. 5. Auf unfres Landesvaters Haus. gieß von dem Guadenthrone deit Segen deines Blutes aus; umstrahle seine Strone mit deiner Herrlichkeit, ihm zur Sicherheit, zu seiner Feinde Truß und zum erwünschten Schuß uns, deinen armen Kindern. 9. Ach, besuch zu dieser Stunde ihre Herzen, und im Grunde sie erfreu in dir allein; zieh mit deinen Liebes zügen ihre Luft und ganz Vergnügen wesentlich in dich hinein! 10. Ach, du hast uns teur erworben, da du bist am Kreuz gestorben; denke, Jesu, wir sind dein! Halt uns fest, so lang wir leben und in dieser Wüste schweben; laß uns nimmermehr allein. 11. Bis ich einst mit allen 6. Erbarm dich deiner ChristenFrommen droben werd zusammen heit, vermehre deine Herde; für kommen und, von allen Flecken uns, dein armes Häuflein, streit, rein, dort vor deinem Throne daß es erhalten werde. stehen, uns in dir, dich in uns Ärgernissen wehr; was dich haßt, sehen, ewig eins in dir zu sein. befehr; was sich nicht beugt, zers G. Tersteegen. brich; mach endlich seliglich an Mel. Ein feste Burg ist unser Gott. aller Not ein Ente. Jesu, einig wahres 7. Ach Jefu, ach, wir bitten dich Haupt der heiligen in deinem Jesus- Namen, erhör, Gemeine, die an dich, ihren Hei- erhör uns gnädiglich, sprich Sesu: land, glaubt und nur auf dir Ja und Amen! Willst du uns alleine als ihrem Felsen steht, Jesus sein, sind wir, Jesu, dein; der nie untergeht, wenn gleich die so halt dein Jesus- Wort, und ganze Welt zertrümmert und zer- laß uns hier und dort darüber fällt, erhör, erhör uns, Jesu! jubilieren. 2. Laß uns, dein kleines Hänfelein, Den 1157. Johann Menger. In eigener Melodie. das sich zu dir bekennet, bir ferner 1158. Sie ist mir lieb die anbefohlen sein, erhalt uns unge= werte Magd, und trennet. Wort, Tauf und Abend- kann ihr nicht vergessen. Lob, mahl laß in seiner Zahl und ersten Ehr und Zucht von ihr man sagt, Reinigkeit bis an den Schluß der sie hat mein Herz besessen. Ich Beit zu unserm Troste bleiben. bin ihr hold, und wenn ich sollt groß 734 Lieder von der Kirche. groß Unglück han, da liegt nicht 5. Dein Geist, der Geift der an: fie will mich des ergößen Herrlichkeit, mit dem der Bater mit ihrer Lieb und Tren an mir, dich geweiht, der ruht nun auch die sie zu mir will seßen und auf der Gemein und lehrt uns thun all mein Begier. deine Zeugen sein. 2. Sie trägt von Gold so reich 6. Denkt man daran, so weiß ein Kron, da leuchten in zwölf man nicht, wie einem recht dabei Sterne; ihr Kleid ist wie die geschieht, steht nur so da und sieht Sonne schön, das glänzet hell dir zu und denkt: Gefreuzigter, und ferne, und auf dem Mond nur du! ihr Füße stehn; sie ist die Braut, dem Herrn vertraut; ihr ist weh, und muß gebären ein schönes Kind, den edlen Sohn, und aller Welt ein Herren, dem sie ist unterthan. 7. Mach deine Boten herrlicher, Herr, dir und deinem Volk zur Ehr, und gieb mit uns an deinem Heil der ganzen Welt aus Gnaden teil! N. L. v. Zinzendorf. 3. Das thut dem alten Drachen Mel. Kommt her zu mir, spricht. Zorn und will das Kind ver- 1160. Verzage nicht, o Häufschlingen. Sein Toben ist doch lein klein, obschon ganz verlorn; es kann ihm nicht die Feinde willens sein, dich gelingen. Das Kind ist doch gen gänzlich zu verstören, und suchen Himmel hoch genommen hin und deinen Untergang, davor dir läfset ihn auf Erden fast sehr wird recht angst und bang! Es wüten. Die Mutter muß gar wird nicht lange währen. sein allein; doch will sie Gott behüten und der recht Vater sein. D. M. Luther. Mel. Herr Jesu Christ, meins. 2. Dich tröste nur, daß deine Sach ist Gottes, dem befiehl die Rach, laß ihn alleine walten! Er wird durch seinen Gideon, 1159. Solange Jesus bleibt den er wohl kennt, dir helfen schon, 2. Es bleibt bei dem bekannten Wort, von Zeit zu Zeit, von Ort au Ort: Christi Blut und Gerechtigkeit bleibt seiner Kirche Herrlichkeit! der Herr, wirds dich und sein Wort erhalten. alle Tage herrlicher; so wars, 3. So wahr Gott Gott ist und so ists, so wird es sein bei seiner sein Wort, muß Teufel, Welt Blut- und Kreuzgemein. und Höllenpfort und was dem thut anhangen, endlich werden zu Hohn und Spott. Gott ist mit uns, und wir mit Gott; den Sieg wolln wir erlangen. 4. Drum sei getrost, du kleines Heer, streit ritterlich für Gottes Ehr, und laß dir gar nicht grauen! Er nimmt den Feinden ihren Mut; daß sie sterben in ihrem Blut, wirst du mit Augen schauen. 4. Du bist und bleibest unser 5. Amen! Das hilf, Herr Jesu Herr, der Leitstern deiner Wan- Christ, dieweil du unser Schutzderer, der Kirche teures Oberhaupt, herr bist, hilf uns durch deinen woran ein jedes Herze glaubt. Namen; so wollen wir, deine Ge3. Wir sagen Ja mit Herz und Mund; o Lamm, dein Blut ist unser Grund, der fest und unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht. mein, Lieder von der Kirche. 735 mein, dich loben und dir dankbar] 6. Ach, daß die Hilf aus Zion sein und fröhlich singen Amen! Mich. Altenburg. täme! O, daß dein Geist jo, wie dein Wort verspricht, dein Volt aus dem Gefängnis nähme! Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich. 1161. Wach auf, du Geist der ersten Zeugen, der Wächter, die auf Zions Manwürd es doch nur bald vor Abend Licht! Ach reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und ern stehn, die Tag und Nächte komm herab zur Hilf und mach nimmer schweigen, und die getrost uns frei! dem Feind entgegen gehn; ja, 7. Ach, laß dein Wort recht deren Schall die ganze Welt schnelle laufen; es sei kein Ort durchdringt, und aller Völker Scharen zu dir bringt! 2. O, daß doch bald dein Feuer brennte! O möcht es doch in alle Lande gehn! Ach, Herr, gieb doch in deine Ernte viel Knechte, die in trener Arbeit stehn! O 8. O, beffre Zions wüste Stege; Herr der Ernte, siehe doch dar- und was dein Wort im Laufe hinein! Die Ernt ist groß, der dern fann, das räume bald aus Knechte Zahl ist klein. jedem Wege! Vertilg, o Herr, 3. Dein Sohn hat ja mit tía- den falschen Glaubenswahn, und ren Worten uns diese Bitte in mach uns bald von jeden Mietden Mund gelegt; o siehe, wie ling frei, daß Kirch und Schul an allen Orten sich deiner Kin- ein Garten Gottes sei! der Herz und Sinn bewegt, dich herzinbrünstig hierum anzuflehn; drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn! 9. Laß jede hoch und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geistes sein; ja, fize du nur auf dem Stuhle und präge dich der 4. Wie fannst du uns denn Jugend selber ein, daß treuer das versagen, was uns dein Sohn Lehrer viel und Beter sein, die selbst deutlich bitten heißt? Wie, für die ganze Kirche stehn und denkst du dieses abzuschlagen, schrein. wozu du selbst uns treibst durch 10. Du hast uns Hirten ja verdeinen Geist? Denn, daß wir sprochen, die du nach deinem Herhierum brünstig zu dir flehn, zen geben willst. Nun wird dein das ist allein durch deinen Geist Wort niemals gebrochen, ein geschehn. jedes Wort wird Punkt für Punft mit erfüllt; drum halt ich dieses flare mit Wort dir vor; ach denke dran laß und neig uns Herz und Ohr! 5. So gieb dein Wort großen Scharen, laß sie Kraft Evangelisten sein; eilend Hilf uns widerfahren, und 11. Ach, wird dein Herze nicht brich in Satans Reich und Macht beweget, da du, o Gott, die Liebe hinein. O breite, Herr, auf wei- selber bist, und was von Lieb in tem Erdenkreis dein Reich bald ims sich reget, aus deinem Lic aus zu deines Namens Preis! besfeur ein Füntlein ist? Da wir int ohn dessen Glanz und Schein. Ach, führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll in alle Thore ein! Ja, wecke doch auch Israel bald auf, und also segne deines Wortes Lauf! 736 Lieder vom Worte Gottes. in schwacher Liebe nun so stehn, 3. In dem Gesetz wird unfre was foll nicht von der Liebe Pflicht uns ernstlich vorgetragen; das Evangelium fann nicht, als Quell geschehn! 12. O Herr, wo willst du dich nur von Gnade sagen; jens hinwenden? Sichst du denn nicht den großen Jammer an? Ach, willst du uns nicht Hilfe fenden? Ach, siehst du nicht, was Jesus hat gethan? Ist er denn nicht der Heiland aller Welt? Wie kommt es, daß der Feind so Plaß behält? zeigt dir, was du thun sollst, an; dies lehrt, was Gott an dir gethan; jens fordert, dieses schenfet. 4. Was das Gesez dir Guts verspricht, wird dir nicht zugewendet, es sei denn, daß dat deine Pflicht vollkommen hast vollendet. Was Christi Guade Guts verheißt, wird dem, der gläubig sich erweist, frei und umsonst gegeben. 13. Herr, gürne nicht, daß ich so bitte, da ich vor dir nur Staub und Asche bin. Du als der Brunnquell aller Güte giebst selber mir 5. Wo das Gesetz den Sünder etwas von deinem Sinn, daß findt, da schlägt es ihn danieder; mich der Menschen Elend jam- das Evangelium verbindt und mern kann; drum bitt ich, Herr, heilt die Wunden wieder. Jens o nimm mein Bitten an! predigt Sünde, Zorn und Fluch; 14. Du wirst wohl wissen recht dies öffnet dir das Lebensbuch zu richten, da du für alle Welt in des Erlösers Wunden. der Richter bist. Laß mur dein 6. Jens deket dir dein Elend Wort den Streit hier schlichten, auf, dies faget von Erbarmen; wenn deine Lieb in uns im Zweifel ist, und treib uns ferner, dich nur anzuflehn; du thust doch über über Bitten und Verstehn! jens schläget unbarmherzig drauf, dies hebt und trägt die Armen. Jens zeigt und drohet dir den Tod; dies hilfet dir aus Tod und Not, und bringt dir Geist und Leben. C. H. v. Bojatti. Lieder vom Worte Gottes. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 1162. Gefes und Evange lium find beide 7. Wenn das Gesetz den Zweck erreicht, so hört es auf zu fluchen. Sein Zwang, sein Blis, fein Gottes Gaben, die wir in un- Drohen weicht, wenn man will ferm Christentum beständig nötig Gnade suchen; es treibt zum haben; doch bleibt ein großer Kreuz des Mittlers hin; wenn Unterschied, den nur ein solches ich an diesen gläubig bin, so Auge sieht, das Gottes Geist er hat der Trost fein Ende. feuchtet. * 8. Mein Gott, laß diesen Un2. Was Gott in dem Gesetz terschied mich in der That erfahgebent, ist uns ins Herz geschrie- ren; nach Sündenangst laß Trost ben; wir follen nämlich jederzeit und Fried sich in der Seele Gott und den Nächsten lieben. paaren. Treib mich, o Herr, Daß aber Gott die Welt geliebt durch dein Gefeß in deiner Gnade und seinen Sohn für Sünder holdes Neß, in des Erlösers giebt, das muß er selbst entdecken. Arme. 9. Gieb Lieder vom Worte Gottes. 737 9. Gieb aus dem Evangelio achten; Lehre michs im Geist mir Kräfte, dich zu lieben, und als dein Kind mich frei und froh in dem Gefeß zu üben. Gieb Gnade, daß ich meine Pflicht mit Heiligkeit und Zuversicht in Lieb und Glauben leiste. verstehen, laß es mir zu Herzen gehen; mache, daß ichs fröhlich glaube, und fein Zweifel mir es raube, daß ichs mit Gehorsant ehre und sonst keine Stimme höre. 6. Laß dein Wort mich kräftig Joh. Jat. Rambach. laben, fest es in der Seele haben, Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. deine Wahrheit nicht zerrütten, 1163. Prebiger der füßen keine Kraft davon verschütten, Lehre, die ich mit fest an der Verheißung bleiben, Anbetung höre, großer Arzt der die Gebote willig treiben, keinen Menschenfinder, du Evangelist Schritt vom Worte weichen, deider Sünder und Prophet des neuen Bundes, laß die Worte deines Mundes, deine Stimme an die Herden mir zu Geist und Leben werden! nes Weges Ziel erreichen. 7. Was die Welt bekennt und lehret, was mein Herz erdenkt und ehret, was der böse Geist erdichtet, das ist alles schon ge= 2. Deine beiden Testamente richtet. Weg mit euch, ihr falschen mache mir zum Elemente. Lasse Geister! Mir ist gnug an eideinen Geist mich treiben, mir nem Meister! Wißt, daß euch dein Wort ins Herze schreiben; der Fluch verzehret, wenn ihr denn es ist auf alle Weise meiner selbst auch Engel wäret. Seele beste Speise. Wer kann sonst vom ewgen Leben meinem Herzen Zeugnis geben? 8. Selig, selig sind die Seelen, die sich sonst kein Licht erwählen, als allein das Wort des Lebens! 3. Herr, dein Wort ist mir ein Diese glauben nicht vergebens, Hammer, schlägt und zeigt den weil sie Gottes Rat ergründen Seelenjammer; es erquickt mich und sein Herz im Worte finden. wie der Regen, leuchtet mir auf D, ein unschäßbares Wissen! allen Wegen, stärket meines Andre Weisheit kann ich missen. Geistes Kräfte, labt wie Milch und Honigsäfte, ist ein Stab für matte Glieder und ein Schwert, dem Feind zuwider. 4. Diesem Worte will ich trauen und darauf beständig schauen; sonst ist doch kein Licht vorhanden. Fremde Lehre macht zu Schanden; aber dein Geseß und Gnade leitet mich auf rechtem 9. Licht und Kraft und Mut und Freude, wahrer Trost im tiefsten Leide, Schuß vor allerlei Gefahren und ein ewiges Bewahren, das sind dieses Wortes Früchte. Alles andre wird zu nichte, alles andre muß vergehen; Gottes Wort bleibt ewig stehen. E. Gottl. Woltersdorf. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Pfade. Herr, mein Glauben und 1164. Rede, liebster Jefu, dein mein Lieben hat den Grund: Es steht geschrieben! 5. Lehre mich dein Wort betrachten, mit Begierde darauf giebet acht darauf. Stärke mich, denn ich bin blöde, daß ich meinen Lebenslauf dir zu Ehren sege 47 fort. 738 Lieder vom Worte Gottes. fort. Ach, so laß dein heilig Wort| 2. Was sein Wohlgefallen vor in mein Herz sein eingeschlossen, der Zeit uns allen fest beſtimmet dir zu folgen unverdrossen. hat; was der Opfer Schatten 2. Ach, wer wollte dich nicht längst verkündigt hatten, das hören, dich, o liebster Menschen vollführt dein Rat. Was die freund? Sind doch deine Wort Schrift verspricht, das trifft alund Lehren alle herzlich wohlge- les ein in Jesu Namen und ist meint. Sie vertreiben alles Leid; Ja und Amen. selbst des Todes Bitterfeit muß vor deinen Worten weichen; ihnen ist nichts zu vergleichen. 3. Alles ist vollendet; Jesu Gnade wendet allen Zorn und Schuld. Jesus ist gestorben, 3. Deine Worte sind mein Jesus hat erworben alle Gnad Stecken, daran ich mich halten und Huld. Auch ist dies fürwahr kann, wenn der Teufel mich will gewiß: Jesus lebt in Preis und schrecken auf der schmalen Le- Ehre. Ach erwünschte Lehre! bensbahn. Diese führen, ohne 4. Uns in Sünden Toten Qual, mich hin durch des Todes machen Jesu Boten dieses Leben Thal; diese sind mein Schirm fund. Lieblich sind ihr Füße, und Stüße wider alle Krenzeshiße. ihre Lehren süße, teuer ist der 4. Jesu, dein Wort soll mich Bund. Aller Welt ist nun verlaben; deine trostesvolle Lehr meldt durch der guten Botschaft will ich stets im Herzen haben. Lehre, daß man sich bekehre. Ach, nimm sie ja nimmermehr hier von mir in dieser Zeit, bis ich in der Ewigkeit werde fommen zu den Ehren, dich, o Jesu, selbst zu hören. 5. Stommt, zerknirschte Herzen, die in bittern Schmerzen das Geseß zerschlug; kommt zu dessen Gnaden, der für euch beladen alle Schmerzen trug! Jesu Blut stärkt euren Mut. Gott ist hier, der euch geliebet, und die Schuld vergiebet. 5. Unterdeß vernimm mein Flehen, liebster Jesu, höre mich; laß mich fest bei dir bestehen! Ich, ich will dich ewiglich preisen 6. Dieser Grund bestehet; wenn mit Herz, Sinn und Mund; ich die Welt vergehet, fällt er doch will dir zu aller Stund Ehr und nicht ein. Darauf will ich bauen; Dank in Demut bringen und dein hohes Lob besingen. so soll mein Vertrauen evangelisch sein. Auch will ich nun würdiglich in der Kraft, die mir gegeben, evangelisch leben. Mel. Jesu, meine Freude. 1165. Mort des höchsten 7. Jesu, deine Stärke schaffet diese Werke; stehe du mir bei! Mundes, Engel Wenn ich soll abscheiden, laß meines Bundes, Jesu, unser mein Todesleiden evangelisch sein. Ruhm! Denn, als wir gefallen, Laß auch mich einmal auf dich, ließ uns Gott erschallen Evan- als ein Kind, mit dir zu erben, gelium, eine Kraft, die Glauben evangelisch sterben. schafft, eine Botschaft, die zum Leben Jesus uns gegeben. Heinr. Corn. Heder. 1166. Anna Sophia, Landgräfin zu HessenDarmstadt. Tauf- Lieder. 739 Tauf- Vieder. wanken, Gott Vater, Sohn und Mel. O daß ich tausend Bungen. heilger Geift! Halt mich in 1166. Ich bin getauft auf deines Bundes Schranken, bis deinen Namen, mich dein Wille sterben heißt. Gott Vater, Sohn und heilger So leb ich dir, so sterb ich dir; Geift! Ich bin gezählt zu dei- so lob ich dich dort für und für. nem Samen, zum Volk, das dir Joh. Jal. Nambach. geheiligt heißt. Ich bin in Mel. Jeju, meines Lebens Leben, Christum eingesenkt; ich bin mit oder: Alle Menschen müssen sterben. seinem Geist beschenkt. 1167. Raffet mich voll Freuden sprechen: Ich 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt. Ich hab, o Herr, aus reinem Triebe, dein Eigentum zu fein gewagt. Hingegen sagt ich bis ins Grab des Satans schnöden Werken ab. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich bin ein getaufter Christ, der bei erklärt. Du hast die Frucht von menschlichen Gebrechen dennoch deinem Sterben, mein treuer ein Kind Gottes ist. Was sind Heiland, mir gewährt. Du willst alle Schäße nüße, da ich einen in aller Not und Bein, o guter Schaß besige, der mir alles Heil Geist, mein Tröster sein. gebracht und mich ewig selig macht! 2. Keine Sünde macht mir bange, ich bin ein getaufter Christ; denn ich weiß gewiß: So lange dieser Trost im Herzen ist, kann ich mich von Angst der Sünden, Jesu, durch dein Blut entbinden, weil das teure Wasserbad mich damit besprenget hat. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn. Wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn. Nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall gethan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin. Erwecke mich 4. Freudig sag ich, wenn ich zu neuer Treue und nimm Be- sterbe: Ich bin ein getaufter Christ; siz von meinem Sinn. Es sei denn das bringet mich zum Erbe, in mir kein Tropfen Blut, der das im Himmel droben ist. Lieg nicht, Herr, deinen Willen thut. ich gleich im Todesstaube, so 6. Weich, weich, du Fürst der versichert mich der Glaube, daß Finsternisse! Ich bleibe mit dir mir auch der Taufe Kraft Leib unvermengt. Hier ist zwar ein und Leben wieder schafft. befleckt Gewissen, jedoch mit Jesu 5. Nun, so soll ein solcher SeBlut besprengt. Weich, Weich, eitlegen mir ein Trost des Lebens sein. Welt, o Sünde, weich! Gott Muß ich mich zu Grabe legen, hört es; jetzt entfag ich euch. 7. Laß diesen Vorsab nimmer schlaf ich auch auf solchen ein. Ob mir Herz und Augen brechen, 47* foll 3. Satan, laß dir dieses sagen: Ich bin ein getaufter Christ; und damit kann ich dich schlagen, ob du noch so grausam bist. Da ich bin zur Taufe kommen, ist dir alle Macht genommen, und von deiner Tyrannei machet Gottes Bund mich frei. 740 Abendmahls- Lieder. soll die Seele dennoch sprechen:| auf Erden, daß ich möge felig Ich bin ein getaufter Christ, der werden! nun ewig selig ist! #milie Juliane, Gräfin von Schwarzburg. Mel. Aus tiefer Not schrei ich. Erdm. Neumeister. Abendmahls- Lieder. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 1169. Herr Jesu Chriſt, du höchstes Gut, du 1168. Gott sei Lob, der Brunnquell aller Gnaden; wir Tag ist kommen, kommen, deinen Leib und Blut, da ich Jesu werd vertraut, da wie du uns hast geladen, zu deiich aller Schuld entnommen werd ner Liebe Herrlichkeit und unsrer in Gottes Huld geschaut. Gott Seelen Seligkeit zu essen und zu fei Lob, daß mir bereit ist des trinken. Lammes Hochzeit heut, da mir Gott zum ewgen Leben will den ganzen Jesum geben. 2. O Jesu, mach uns selbst bereit zu diesem hohen Werke; schent uns dein schönes Ehren2. Gott, ich komm bei frühem tleid durch deines Geistes Stärke. Morgen zu dir als bein liebes Hilf, daß wir würdge Gäste sein Kind, leg in deine Batersorgen und werden dir gepflanzet ein zu mich mit Leib und Seel ge- ewgem Himmelswesen. schwind. Abba, Vater, sorg für 3. Bleib du in uns, daß wir mich, daß ich ja heut würdiglich in dir auch bis ans Ende bleials dein Gast bei dir erscheine ben; laß Sünd und Not uns und mit Jefu mich vereine. für und für nicht wieder von dir 3. Christe, du Lamm Gottes, treiben, bis wir durch deines höre, weil du trägest meine Sünd; Nachtmahls Kraft den Auserals mein Schaß und Wirt her- wählten zugebracht und ewig tehre, mich als Gast nicht un- selig werden. Barth. Ringwaldt. wert find. Deiner Güte ich verMel. Wer nur den lieben Gott. trau; führe mich auf grüner Au 1170. Hier bin ich, Jeſu, zu zu gute was heut mit deinem Leib und Blute. in deiner Leidensnacht nach dei4. Heilger Geist, den ich um- nem gnadenvollen Willen zur faffe, bleibe heut und stets bei Pflicht und Wohlthat mir gemir; mich mit Beistand nicht macht. Verleih zur Übung dieverlasse, sondern hilf, daß selig ser Pflicht mir deines Geistes hier mir zum Segen, Gott zum Kraft und Licht. Preis, ich genieß die Himmels- 2. Es werde, Herr, für mein speis, daß ich darnach christlich le- Gewissen dein Abendmahl ein be, freudig meinen Geist aufgebe. Unterpfand; mir sei an dein ver5. Nun ich lieg dir, Gott, zu föhnend Büßzen ein selig Anteil Füßen; Gottes Liebe schmücke zuerkannt. So freuet meine mich! Meines Jesu Blutver- Seele sich in deinem Heil und gießen mache würdig mich durch lobet dich. fich! Hilf mir drauf, du Bater- 3. Bewundernd denk ich an die herz! Hilf mir, Jesu Tod und Liebe, damit du unser Heil beSchmerz! Hilf mir, Tröster, heut dacht. Wie stark sind deine Mitleids Abendmahls- Lieder. leidstriebe, die dich bis an das Skreuz gebracht. Ogieb von dei= nem Todesschmerz heut neue Eindruck in mein Herz. 741 Mel. An Wasserflüssen Babylon. 1171. Ich komme, Herr, und suche dich, mühselig und beladen. Gott, mein Er4. Laß mich mit Ernst die barmer, würdge mich des WunSünden scheuen, für welche du, ders deiner Gnaden. Ich liege dich opfernd, starbst; durch schnö- hier vor deinem Thron, Sohn den Mißbrauch nie entweihen, Gottes und des Menschen Sohn, was du so teuer mir erwarbst. mich deiner zu getrösten. Ich Nie führe mich zur Sicherheit der fühle meiner Sünden Müh, ich Trost, den mir dein Tod verleiht. suche Ruh und finde sie im Glau5. Ich übergebe mich aufs neue, ben der Erlösten. o du, mein Herr und Gott, an dich. Ich schwöre dir beständig Treue vor deinem Tische feierlich. Dein Eigen will ich ewig sein. Du starbst für mich, drum bin ich dein. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder; du hast die Handschrift abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht und an dein Wort: 6. Nie will ich mich vor Spöt- Es ist vollbracht! Du hast mein tern schämen des Dienstes, den Heil verdienet. Du haft für mich man dir erweist, mich nie zu dich dargestellt. Gott war in einem Schritt bequemen, den dir und hat die Welt in dir mit mein Gewissen fündlich heißt. sich verfühnet. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gesinnt zu sein. 3. So freue dich, mein Herz, in mir, er tilget deine Sünden, 7. Laß mich mit Ernst den und läßt an seiner Tafel hier Nächsten lieben und, wenn er dich Gnad um Gnade finden. strauchelnd was versieht, Versöhnlichkeit und Sanftmut üben. Nie komm es mir aus dem Gemüt, welch eine schwere Schuldenlast du mir aus Huld erlassen hast. 8. Es stärke sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig 4. Dein ist das Glück der Selebt, und daß einst aus des ligkeit; bewahr es hier im GlauGrabes Staube mich dein all- ben, und laß durch keine Sichermächtger Ruf erhebt, wenn du heit dir deine Krone rauben. dich, großer Lebensfürst, den Sieh, ich vereine mich mit dir; Völkern sichtbar zeigen wirst. Du rufft, und er erhört dich schon, spricht liebreich: Sei getrost mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft und wirst dem, der dich hat ertauft, von ganzem Herzen leben. 9. Hier liege ich zu deinen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Flehn. Laß neue Gnade auf mich fließen, mein Heiland, laß es doch geschehn, daß mir 5. Ja, Herr, mein Glück ist zur Stärkung meiner Treu dein dein Gebot; ich will es treu erAbendmahl gesegnet sei. D. Brugn. füllen und bitte dich durch deiich bin der Weinstock, bleib an mir; so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. nen 742 Abendmahls- Lieder. nen Tod um Kraft zu meinem Friede! Sünd und Welt fann Willen. Laß mich von nun an mich verwunden, wenn mir dies würdig sein, mein ganzes Herz ses Licht entschwunden, daß ich dir, Herr, zu weihn und deinen einen Heiland habe, der mit sei Tod zu preisen. Laß mich den nem Hirtenstabe sanft und mild Ernst der Heiligung durch eine und voll Vergeben mir nichts ist wahre Besserung mir und der als Heil und Leben. Welt beweisen. C. F. Gellert. 6. O ich Sünder, ich Berdamm= Mel. Schmüde dich, o liebe Seele. ter, und von Sündern Abge= 1172. omm, mein Herz, in stammter! Was wollt ich vom Jesu Leiden deinen Troste wissen, wäre dies mir wegHunger satt zu weiben. Stille gerissen, daß ich einen Heiland hier dein sehnlich Dürsten in dem habe, dessen Blut mich Sünder Blut des Lebensfürsten. Daß labe? Beffer wär es, nie geboren, ich einen Heiland habe und in als dies teure Wort verloren! seinem Heil mich labe und in sein Verdienst mich kleide, das ist meines Herzens Freude. 7. Sei gesegnet, ewge Liebe, daß du mir aus treuem Triebe, da das Mißtraun mich vergiftet, 2. Zwar hab ich ihn alle Tage, solch ein Denkmal selbst gestifwenn ich nach ihm Sehnsucht habe. tet, daß ich einen Heiland habe, Er ist auf der Himmelsreise täg- der den Gang zum Kreuz und lich Lebenstrant und Speise. Daß Grabe, ja den Schritt ins Todes ich einen Heiland habe, bleibt Rachen gern gethan, mich los zu mein Alles bis zum Grabe, und machen. ich mag nichts anders wissen, 8. Heilges Brot, sei mir ges als sein Leiden zu genießen. fegnet, weil Er mir mit dir bes 3. Dennoch will ich mit Ber- gegnet, dessen Leichnam voller langen auch sein Abendmahl Wunden, die Erlösung mir erfunempfangen; hier darf Seel und den. Daß ich einen Heiland habe, Leib ihn effen, und so kann ichs der erblaßt und tot im Grabe nicht vergessen, daß ich einen auch für meine Schuld gelegen, Heiland habe, der am Kreuz und will ich schmecken und erwägen. in dem Grabe, wie sein Wort 9. Heilger Kelch, sei benedeiet, mir sagt und schreibet, mein Er- weil mein Jesus dich geweihet, löser war und bleibet. dessen Blut mich lässet finden die 4. Weil der Unglaub uns be- Vergebung meiner Sünden. Daß ſeffen, kann man nichts so leicht ich einen Heiland habe, der die vergessen, als den Tilger unsrer dürre Seele labe, wie muß das Sünden. Ja, auch mir wills mir tröstlich dünken! Hab ich oft verschwinden, daß ich einen doch sein Blut zu trinken. Heiland habe, und dann weiß 10. Er befiehlts, sein Fleisch ich keine Gabe zur Versöhnung zu essen, meines Jammers zu darzubringen; meine Schuld muß vergessen; er gebeuts, sein Blut mich verschlingen. zu trinken, ganz in Freude zu 5. Ach, wie werd ich da so versinken, daß ich einen Heiland müde! Wie entweicht der süße habe, der sich selbst zur Opfergas Abendmahls- Lieder. 743 3. Es wird dem zitternden Gewissen ein neues Siegel aufge drückt, und daß der Schuldbrief sei zerrissen, daß unsre Handschrift sei zerstückt, daß wir Bermehr genießen? Wer kann mun gebung unsrer Sünden in deinen mein Heil ermessen? Werd ich blutgen Wunden finden. das nur nie vergessen, daß ich 4. Das Band wird fester zueinen Heiland habe! Ich bin gezogen, das dich und uns zut= frei vom Tod und Grabe; wenn sammenfügt; die Freundschaft, mich Sünd und Hölle schrecken, die wir sonst gepflogen, fühlt, so wird mich mein Heiland decken. wie sie neue Stüßen friegt. Wir 12. Ja, mein Heiland, den ich werden mehr in solchen Stunden nehme, weil ich mich nicht fnech- mit dir zu einem Geist verbunden. tisch schäme. Nehmet hin, so 5. Dies Brot kann wahre Nahrufst du allen. Darum soll es rung geben, dies Blut erquicket laut erschallen, daß ich einen unsern Geist. Es mehrt sich unser Heiland habe und an ihm mich innres Leben, wenn unser Glaube mutig labe. Trotz den Feinden, die mich hassen, will ich mich nicht irren lassen. gabe, ja, fein Opfer mir zum Leben, mir zur Speis, zum Trank gegeben. 11. Gott, was brauch ich mehr zu wissen? Ja, was will ich dich geneußt. Wir fühlen nene Kraft und Stärke in unserm Kampf- und Glaubenswerke. 13. Will hinfort mich etwas quälen, oder wird mir etwas fehlen, oder wird die Straft zerrinnen, so will ich mich nur besinnen, daß ich einen Heiland habe, der vom Stripplein bis zum Grabe, bis zum Thron, wo man ihn ehret, mir, dem Sünder, zugehöret. Ernst G. Woltersdorf. 6. Wir treten in die engsten Bande mit deines Leibes Gliedern ein, mit denen wir in solchem Stande ein Herz und eine Seele sein. Der Geist muß mehr zusammenfließen, da wir ein Fleisch und Blut genießen. 7. Dein Fleisch muß uns zum Pfande dienen, daß unser Fleisch, In eigener Melodic, oder: der Schwachheit voll, einst herrErquice mich, du Heil der Sünder.[ lich aus dem Staube grünen und 1173. Mein Jefu, der du unverweslich werden soll; ja, daß du uns ein ewig Leben nach diesem kurzen werdest geben. vor dem Scheiden, in deiner leßten Tranernacht, uns haft die Früchte deiner Leiden in einem Testament vermacht, es preifen gläubige Gemüter dich, Stifter dieser hohen Güter. 8. O teures Lamm, so edle Gaben hast du in dieses Mahl gelegt, da wir dich selbst zur Speise habent, wie wohl ist unser Vorschmack jener Freuden. 2. So oft wir dieses Mahl ge- Geist verpflegt! Dies Mahl ist nießen, wird dein Gedächtnis bei unter allen Leiden ein wahrer uns neu. Man kann aus frischen Proben schließen, wie brünstig 9. Dir sei Lob, Ehr und Preis deine Liebe sei. Dein Blut, dein gesungen! Ein solcher hoher LieTod und deine Schmerzen er- besschein verdient, daß aller Enneuern sich in unserm Herzen. gel Zungen zu deffen Ruhm geschäf= 744 Buß- und Beicht- Lieder. schäftig sein. Wird unser Geist lebe! Ich halte Gott und meine zu dir erhoben, so wird er dich Seele auf; er ziehet mich; mein vollkommen Loben. armes Herze, lauf! Joh. Jakob Nambach. Mel. Mein Herzens- Jesu, meine Lust, oder: Es ist das Heil uns. 1174. Er ist bereit, daß er mich noch empfang; er wartet noch auf mich; wer weiß wie lang? Sesu, bir sei ewig Dank für deine Tren und Gaben! Ach, laß durch diese Speis und Trank auch mich 5. Gieb dich, mein Herz, gieb das Leben haben. Sei willkom- dich doch ganz gefangen. Wo men, du edler Gast! Den Sün- willst du Trost, wo willst du der nicht verschmähet haft; wie Ruh erlangen? Laß los, laß soll ich Dank dir sagen? los; brich alle Band entzwei! 2. Herr Jesu Christ, du kannst Dein Geist wird sonst in Ewigallein mein Leib und Seele laben. feit nicht frei. Nun bin ich dein und du bist mein mit allen deinen Gaben. Hier hab ich, was ich haben soll, dein Gnadenbrünnlein ist stets voll, hier find ich Trost und Leben. 3. Laß mich nun ewig sein in dir, laß dir allein mich leben, und bleib du ewig auch in mir, mein Gott: Du wirst mirs geben, daß ich durch diese Speif und Trank stark bleib, wenn ich bin schwach und krank, und fahr zu dir mit Freuden. Johann Olearius. Buß- und Beicht- Lieder. 6. Gott locket mich; nun länger nicht verweilet! Gott will mich ganz, nun länger nicht geteilet! Fleisch, Welt, Vernunft, fag immer, was du willst! Meins Gottes Stimme mehr als deine gilt. 4. Gott rufet noch; ob ich mein Ohr verstopfet; er stehet noch an meiner Thür und flopfet. 7. Ich folge Gott, ich will ihn ganz vergnügen; die Gnade foll im Herzen endlich siegen; ich gebe mich, Gott soll hinfort allein und unbedingt mein Herr und Meister sein. Mel. Der Tag ist hin. 8. Ach nimm mich hin, du Langmut ohne Maße! Ergreif mich wohl, daß ich dich nie verlasse! Herr, rede mur, ich geb begierig acht; führ, wie du willst, ich bin in deiner Macht. 1175. Gott rufet noch, sollt ich nicht endlich hören? Wie laß ich mich bezaubern und bethören? Die kurze Freud, die kurze Zeit vergeht, und Gerhard Tersteegen. Mel. Herzlich lieb hab ich dich. meine Seel noch so gefährlich steht. 1176. Herr, meines Herzens 2. Gott rufet noch, sollt ich nicht endlich kommen? Ich hab mein Fels, mein Burg und einso lang die treue Stimm ver- zig Heil, du meine Straft und nommen; ich wußt es wohl, ich Stärke! Du dreimal heilig, heilwar nicht, wie ich sollt; er winkte ger Herr, voll Majestät und mir, ich habe nicht gewollt. Pracht und Ehr, Gott auf mein 3. Gott rufet noch; wie, daß Flehen merke! Sei gnädig meiich mich nicht gebe; ich fürcht ner Missethat, die deine Güt besein Joch, und doch im Joch ich leidigt hat, auf dich ist meine Zuber Buß- und Beicht- Lieder. 745 versicht, barmherzger Gott, allein Mel. Zion flagt mit Angst. gericht. Herr Zebaoth, Gott Baz ter, schon! Dein liebster Sohn ist aller Sünder Gnadenthron. 2. Sind meine Sünden groß 1177. du Schöpfer aller Dinge, höre, höre ängsten mich, darum komm ich auch vor dich und bekenne meine Sünden. Ach Herr, laß mich Gnade finden! mein Gebet, das ich jezo bor dich bringe, weil mein Herz in und schwer, Herr, deine Gnad ist Ängsten steht. Meine Sünden mächtiger, die läßt mich nicht verzagen; zwar drückt mich schwer der Sünden Schuld, doch tröst ich mich an deiner Huld, an dir, du Brunn der Gnaden. Dein Angst- 2. Weil du alle heißest fontschweiß, Blut, Verdienst und Tod, men, die beladen sind, zu dir, die stärken mich in meiner Not, bin ich auch nicht ausgenommen, und deiner Wunden Nägelmal noch gewiesen von der Thür deisind Zeugen meiner Gnaden ner Gnaden, sondern du willst wahl; Herr Jesu Christ, du und wirst mich noch dazu von Gotteslamm, mein Bräutigam, den Sünden, die mich drücken, wie süß ist deine Liebesflamm! ganz entbinden und erquicken. 3. Du Heiliger in Israel! Laß 3. Dein Wort bleibet ungeleuchten mir dein Antlik hell in brochen, das du einmal hast gemeiner Todesstunden; stärk mich redt. Nun hast du, o Gott, gein meinem letzten Streit aus sprochen: Sucht mein Antlig im deiner aufgespaltnen Seit, schließ Gebet! Darum komm ich auch mich in deine Wunden. Erschein vor dich und dein Antliß, ach mir in der Sterbensnot, wie du laß mich bei dir Trost und Gnade am Kreuz geblut zu Tod, und finden, sprich mich los von meinimm an meinen Lebensend die nen Sünden. Seel zu dir in deine Händ! 4. Sich die Handschrift, die Gott, heilger Geist, du Lebens- ich gebe hier in deine Händ, o licht, verlaß mich nicht, wenn Gott, drin du sprichst: So wahr mir im Tod das Herze bricht! ich lebe, ich will nicht des Sün4. Am jüngsten Tag, wenn ders Tod, sondern daß er sich dein Gericht dem Erdenkreis das befehr von den Sünden und be Urteil spricht, so sei mir Sün- gehr ewiglich mit mir zu leben, der gnädig; straf, Herr, mich so will ich ihm alls vergeben. nicht, wie ichs verdient, ich bin 5. Nun wohlan, du wirst nicht ja durch dein Blut verfühnt, lügen, ich halt mich an deine drum sprich der Schuld mich Wort, will darauf in Demut ledig! Mein Fürsprach, red du biegen meine Knie an diesem mir das Wort; mein Richter, sei Ort und bekennen meine Sünd: mein gnädger Hort; mein Bru- Ich bin das verlorne Kind, das der, hilf mir aus der Not; mein Heiland, rett mich von dem Tod! Barmherzger Gott, erbarme dich, 6. Weiter will ich nichts mehr erbarme dich, Gott mein Erbar- sagen und allein an meine Brust mer, über mich! 3. Erh. Ettmüller, mit dem armen Zöllner schlagen. Gett. vom Teufel oft verblendet, deine Güter hat verschwendet. 746 Buß- und Beicht- Lieder. Gott, es ist dir wohl bewußt, mel. Wer nur den lieben Gott. daß ich hab gefündigt dir; aber 1179. Wir liegen hier zu Füßen, fei doch gnädig mir, ich fall dir in deine Arme; ach Herr, meiner dich erbarme! ach Herr von großer Güt und Treu, und fühlen leider im Ge7. Ich verleugne nicht die wissen, wie sehr dein Zorn entSünden, ich verleugne nicht die brennet sei. Das Maß der Schuld; aber laß mich Gnade Sünden ist erfüllt. Ach weh finden, trage, Herr, mit mir Ge- uns, wenn du strafen willst! duld. Alles, was ich schuldig bin, 2. Du bist gerecht, wir alle will ich zahlen; nimm nur hin Sünder. Wie wollen wir vor die Bezahlung meines Bürgen, dir bestehn? Wir sind die ungeder sich ließ für mich erwürgen. ratnen Kinder, die Wege des 8. Nun, o Vater aller Gnaden, Verderbens gehn, die würdig, siehe dessen Leiden an, denn er daß uns Best und Schwert und hat erseßt den Schaden, er hat Hunger längstens aufgezehrt. gnug für mich gethan; durch ihn 3. Doch Vater, denk an deinen bin ich ganz erlöst, dessen ich mich Namen, gedenk an deinen lieben jego tröst, weil in seinen tiefen Sohn. Dein Wort heißt immer Wunden ich nun Fried und Ruh Ja und Amen, dein Eidschwur gefunden. zeuget selbst davon. Du willst 9. Ich will auch hierauf ge- der Sünder Tod ja nicht; drum nießen Christi wahren Leib und geh mit uns nicht ins Gericht. Blut, meiner Seele und Gewissen zur Erquickung und zu gut. Gieb, daß würdig ich genieß, Jesu, dich, und schmeck, wie süß und wie freundlich du bist denen, die sich nach dir herzlich sehnen. Joh. Heinr. Califius. Mel. Herzlich lieb hab ich dich. 4. Wir liegen vor dir in dem Staube, und unser Herz ist ganz zerknirscht. Uns tröstet ganz allein der Glaube, daß du dich noch erbarmen wirst. Ach, hast du noch ein Vaterherz, so sich doch jezt auf unsern Schmerz. 5. Der Mittler selbst tritt in 1178. Vor dir, Herr Jesu, die Mitten. Ach, schaue feine steh ich hie, vor Wunden an, die er für unfre dir beug ich meins Herzens Knie, Schuld erlitten, wodurch er dir ich kann mir selbst nicht raten; schon gnug gethan. Wirst du mein groß und viele Missethat nicht gnädig auf uns sehn, so mich hier und dort verdammet muß sein Blut verloren gehn. hat, doch will ich nicht verzagen. 6. Ach Blut, ach Blut von GotHerr Jesu Christ, dein Blut al- tes Sohne, schrei für uns um lein macht mich von allen Sün- Barmherzigkeit! Schau, Jesu, den rein, weil ich in wahrer von dem Gnadenthrone und denke Neu und Buß an dich glaub und doch der alten Zeit, da dich der dir fall zu Fuß. Herr Jesu Sünder Schmerz gebeugt, da du Chrift, das dank ich dir, das dank oft Gnad und Huld erzeigt. ich dir; ich will mich beffern, hilf 7. Ach, laß die wohlverdiente du mir! Andreas Abersbach. Strafe nicht über unsre Häupter Glaubens- Lieder. 747 nicht fränkt. ter gehn, daß wir nicht als ver- schenkt, daß uns Höll und Tod lorne Schafe von deiner Hut verlaffen stehn. Samml uns in deinen Gnadenschoß, und mach uns aller Plagen los. 4. Weil die Wahrheit nicht kann lügen, will ich dir vertrauen fest, weil du feinen je verläßt; weil 8. Steck ein das Schwert, das dein Wort nicht fann betrügen, uns soll fressen. Den Würger bleibt mir meine Seligkeit une laß vorübergehn. Laß uns das verrückt in Ewigkeit. Brot in Frieden effen. Laß keine 5. Lob sei dir für alle Gnade, solche Zeit entstehn, die uns du getreues Vaterherz, daß dich dein Wort so teuer macht, daß meine Not und Schmerz, daß unser Herz dabei verschmacht. dich auch mein Seelenschade hat 9. Gieb Fried im Land und erbarmt so väterlich. Drum lob im Gewiffen, gesunde Luft, wohl ich dich ewiglich! feile Zeit, und laß uns deinen Schuß genießen. Befördre die Mel. O daß ich tausend Zungen. Gerechtigkeit. Krön unser Feld 1181. Aus Gnaden ſoll ich Johann Olearius. mit felig werden! Herz, deinem Gut. Nimm Kirch und Haus in deine Hut. glaubst dus, oder glaubst dus 10. So wollen wir dir Opfer nicht? Was willst du dich so bringen, die deinen sein mit Leib blöd geberden? Ists Wahrheit, und Seel. Es soll dein Lob zum was die Schrift verspricht, so Himmel dringen; und dein er- muß auch dieses Wahrheit sein: löftes Israel stimm in die Lieder Aus Gnaden ist der Himmel dein. Zions ein: Der Herr soll mein 2. Aus Gnaden! Hier gilt fein Gott ewig sein. Benj. Schmold. Verdienen, die eignen Werke fallen hin. Gott, der aus Lieb im Glaubens- Lieder. Fleisch erschienen, bringt uns den Mei. Ach, was soll ich Sünder. seligen Gewinn, daß uns sein 1180. Ah, wie groß ist deine Tod das Heil gebracht und uns A ત Gnade, du getreues aus Gnaden selig macht. Vaterherz, daß dich unsre Not 3. Aus Gnaden! Merk dies und Schmerz, daß dich aller Wort, aus Gnaden! So oft dich Menschen Schade hat erbarmet deine Sünde plagt, so oft dir väterlich, uns zu helfen ewiglich. will der Satan schaden, so oft 2. Du hast uns so hoch gelie- dich dein Gewissen nagt. Was die bet, daß der Mensch soll aller Vernunft nicht fassen kann, das Bein frei und ewig selig sein, biet dir Gott aus Gnaden an. daß dein Sohn sich selbst hin- 4. Aus Gnaden kam sein Sohn giebet, und beruft uns allzumal auf Erden und übernahm der zu dem großen Abendmahl. Sünden Last. Was nötigt ihn, 3. Ja, dein werter Geist be- dein Freund zu werden? Sags, zeuget, durch dein Tauf und wenn du was zu rühmen haft? Abendmahl unser Heil im Him- Wars nicht, daß er dein Bestes melssaal, der die Herzen zu dir wollt, und dir aus Gnaden helneiget, weil er uns den Glauben fen sollt? 5. Aus 748 Glaubens- Lieder. 5. Aus Gnaden! Dieser Grund nes Glaubens Sicherheit. Wenn wird bleiben, so lange Gott wahr- das Gefeß die Sünde sucht und haftig heißt. Was alle Knechte mich verdammet und verflucht, Jesu schreiben, was Gott in sei- so spricht mich da mein Heiland nem Wort anpreist, worauf all frei, daß nichts Verdammlichs unser Glaube ruht, ist Gnade an mir sei. durch des Lammes Blut. 2. Das ist mein Schmuck und 6. Aus Gnaden! Doch, du sich- Ehrenkleid zu meiner größten rer Sünder, dent nicht: Wohlan, Herrlichkeit. Ich ziehe Jesum ich greif auch zu! Wahr ists: Christum an, wie er für mich Gott rufet Adams Kinder aus hat gnug gethan; so ist, zu seiner Gnade zur verheißnen Ruh; doch Gnade Ruhm, sein ganz Verden geht seine Gnad nicht an, der dienst mein Eigentum. noch auf Gnade sündgen kann. 3. Damit will ich vor Gott be7. Aus Guaden! Wer dies stehn, als auserwählt, gerecht Wort gehöret, tret ab von aller und schön. So väterlich ist Gott Heuchelei; denn wenn der Sün- gesinnt, er füßt mich als sein der fich bekehret, so lernt er erst, trautes Rind und hat mir alle was Gnade sei. Beim Sündgen Seligkeit zum Erbteil ewiglich scheint die Gnad gering; dem bereit. Glauben ist ein Wunderding. 4. Wenn ich zum Himmel werd 8. Aus Gnaden bleibt dem blö- eingehn und er mich da wird den Herzen das Herz des Vaters recht erhöhn, so will ich mit der aufgethan, wenns unter den Ver- Engel Schar ihn fröhlich loben zweiflungsschmerzen nichts sieht immerdar. Indes sei hier auch und nichts mehr hoffen kann. lebenslang ihm Lob und Ehre, Wo nähm ich oftmals Stärkung Breis und Dank! her, wenn Gnade nicht mein Anfer wär? Erdm. Neumeiſter. Mel. Christus, der ist mein Leben. 9. Aus Gnaden! Hierauf will 1183. Die Gnade sei mit ich sterben; ich fühle nichts, doch Allen, die Gnade mir ist wohl; ich fenn mein fünd- unsers Herrn, des Herrn, dem liches Verderben, doch auch den, wir hier wallen und sehn sein der mich heilen soll. Mein Geist Kommen gern. ist froh, die Seele lacht, weil mich die Gnad schon selig macht. 10. Aus Gnaden! Dies hör Sünd und Teufel; ich schwinge meine Glaubensfahn und geh getrost trop 3. Auf Gnade darf man trauen, allem Zweifel durchs rote meer man traut ihr ohne Reu, und nach Kanaan. Ich glaub, was Jesu wenn uns je will grauen, so Wort verspricht, ich fühl es, oder fühl es nicht. christ. Ludw. Scheit. 4. Die Gnade, die den Alten Mel. Vater unser im Himmelreich. half zwei Weh überstehn, die 1182. Christi Blut und Ge- wird ja auch erhalten, die in dem rechtigkeit ist mei- dritten stehn. 2. Auf dem so schmalen Pfade gelingt uns ja tein Tritt, e gehe seine Gnade denn bis zum Ende mit. bleibts: Der Herr ist treu. 5. Wird Glaubens- Lieder. 749 5. Wird stets der Jammer grö- eine Ordnung auch bestimmt, daß ßer, so glaubt und ruft man sich der darinnen übe, der am noch: Du mächtiger Erlöser, du Segen Anteil nimmt. Wer nur kommst; so komme doch! an den Mittler gläubt und ihm treu ergeben bleibt, der soll nicht verloren gehen, sondern Heil und Leben sehen. 5. Diesen Glauben anzuzünden, 7. So scheint uns nichts ein der selbst Gottes Gabe heißt, Schade, was man um Jesum läsfest du dich willig finden, mißt; der Herr hat eine Gnade, deinen heilgen guten Geist denen, die über alles iſt. die gebeuget stehn, die ihr Uns vermögen sehn und zum Thron der Gnaden eilen, gern und willig mitzuteilen. 6. Wo du nun vorher gesehen, daß ein Mensch auf dieser Erd, deinem Geist nicht widerstehen, noch sein Werk verhindern werd, fei mit mir! Phil. Friedr. Hiller. sondern ohne Heuchelschein werd Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. im Glauben feste sein: diesen haſt 1184. Gwge Liebe, mein Ge- du auserwählet und den Deinen müte waget einen fühnen Blick in den Abgrund deiner Güte, send ihm einen Blick zurück, einen Blick voll Heiterkeit, der die Finsternis zerstreut, die mein blödes Auge drücket, wenn es nach dem Lichte blicket. 6. Damit wir nicht erliegen, muß Gnade mit uns sein, denn sie flößt zu dem Stegen Geduld und Glauben ein. 8. Bald ist es überwunden nun durch des Lammes Blut, das in den schwersten Stunden die größten Thaten thut. 9. Herr, laß es dir gefallen! Noch immer rufen wir: Die Gnade sei mit Allen! Die Gnade zugezählet. 7. Du hast niemand zum Verderben ohne Grund in Bann gethan; die in ihren Sünden sterben, die sind selber Schuld daran. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, der hat Fluch und Tod zum Lohn; sein mutwillig Widerstreben schließt ihn aus vom Heil und Leben. 2. Ich verehre dich, o Liebe, daß du dich beweget hast, und aus einem reinen Triebe den erwünschten Schluß gefaßt, der im Fluch 8. Liebe, dir sei Lob gesungen versenkten Welt durch ein teures für den höchst gerechten Schluß, Lösegeld und des eignen Sohnes den die Schar verklärter Zungen Sterben Gnad und Freiheit zu rühmen und bewundern muß: erwerben. den der Glaub in Demut ehrt, die Vernunft erstaunet hört und umsonst sich unterwindet, mie fie dessen Tief ergründet! 3. O, ein Ratschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, der so einer Welt voll Armen Gnade, Trost und Hilfe 9. Liebe, laß mich dahin strebeut! Liebe, die den Sohn nicht ben, meiner Wahl gewiß zu fein; schont, der in ihrem Schoße richte selbst mein ganzes Leben wohnt, um zu retten die Rebellen so nach deinem Willen ein, daß aus dem Pfuhl der tiefen Höllen. des Glaubens Frucht und Kraft, 4. Doch du hast, o weise Liebe, den dein Geist in mir geschafft, mir 750 Glaubens- Lieder. mir zum Zeugnis dienen möge, Gnade in der Zeit, dankt dir daß ich auf dem Himmelswege. mein Herz in Ewigkeit. 10. Baß mich meinen Namen 6. Ja, Mund und Herze soll schauen, in dem Buch des Lebens dir danken. Doch bittet auch mein stehn; dann, so werd ich ohne Herz und Mund: Laß weder Grauen selbst dem Tod entgegen Mund noch Herze wanken und gehn; keine Kreatur wird mich, gründe mich auf diesen Grund. deinen Liebling, ewiglich deiner Erhalte nur durch deine Tren Hand entreißen können, noch von mich bis ans Ende auch dabei. deiner Liebe trennen. Joh. Jat. Rambach. Mel. Ich will dich lieben. 1185. Herr, von unendlichem Erbarmen, du unergründlich Liebesmeer! Ich danke dir mit andern Armen und mit dem ganzen Sünderheer für deine Huld in Jesu Christ, die vor der Welt gewesen ist. 7. Und fechten Satan, Welt und Lüfte mich in dem bösen Stündlein an, gieb, daß ich mit dem Schild mich rüste, der Satans Pfeile löschen kann. Doch weil ich schwach, so laffe du kein allzu stark Versuchen zu. 8. Laß mir dein allgemein Erbarmen, das allgemeine Lösegeld, den allgemeinen Ruf der 2. Für dein so allgemein Er- Armen, den allgemeinen Troſt lösen, für die Bezahlung aller der Welt, die Mittel, die auch Schuld, für deinen Ruf an alle allgemein, ein fester Grund des Bösen, und für das Wort von deiner Huld, ja für die Kraft in deinem Wort dankt dir mein Herze hier und dort. Glaubens sein. 9. Du gabst auch mir ja solche Gnaden, auch ich erhalte Teil darau. Ich lag ja mit in glei chem Schaden, für mich ist auch genug gethan. An deinen Wor ten, Trost und Heil gehört mir mein besonder Teil. 10. An diesem kann ich nun ertennen, daß ich dein Kind in Gnaden bin. Du willst mir selbst die Ehre gönnen; du gabst dein Kind für mich dahin, und der ward Sündern zugezählt, in dem du Sünder auserwählt. 11. Laß mich in Liebe heilig leben, unsträflich dir zum Lobe sein; versichere mein Herz das neben; es reiße weder Lust noch 5. Für deine teuren Safra- Bein mich von der Liebe Gottes mente, als Siegel deiner wahren hin, weil ich in Jesu Christo bin. Schrift, wo Gott, auf daß wir 12. Tod, Leben, Trübfal, Angst glauben könnten, ein Denkmal und Leiden, was Welt und Hölle seiner Wunder stift, für diese in sich schließt, nichts soll mich von 3. Für deinen heilgen Geist der Liebe, der Glauben wirkt in unferm Geist, weil doch des Glaus bens Kraft und Triebe ein Werk der Allmacht Gottes heißt; für die Befestigung darin, dankt dir mein neugeschaffner Sinn. 4. Für dein so tröstliches Versprechen, daß deine Gnade ewig sei. Wenn Berge weichen, Hügel brechen, steht doch dein Bund und deine Tren. Wenn Erd und Himmel weicht und fällt, so lebt doch Gott, der Glauben hält. Glaubens- Lieder. von der Liebe scheiden, die da in Christo Jesu ist. Ja, Amen, Bater aller Treu, zähl mich den Auserwählten bei! P. F. Hiller. 751 denn und sterbe drauf: Auf Christum schließ ich meinen Lauf. Joh. Eritst Wenigt. Mel. O daß ich tausend Jungen. 1187. h habe nun den Grund gefunden, Mel. Ich will dich lieben. 1186. h bin im Himmel angeschrieben, ich der meinen Anter ewig hält. Wo anders, als in Jefu Wunden? bin ein Kind der Seligkeit; was Da lag er vor der Zeit der kann die Sünde mich betrüben Welt, der Grund, der unbewegund alles Leiden dieser Zeit? lich steht, wenn Erd und Himmel Ich weiß, daß ich von Anbeginn untergeht. in Christo auserwählet bin. 2. Es ist das ewige Erbarmen, 2. Das Lamm hat mich mit das alles Denken übersteigt. Es seinem Blute gezeichnet in das sind die offnen Liebesarme des, Lebensbuch und mir erlanget alles der sich zu den Sündern neigt, Gute, Erlösung von dem Tod dem allemal das Herze bricht, und Fluch. Was ist doch, was wir kommen oder kommen nicht. mein Herze quält? Ich bin zum 3. Wir sollen nicht verloren Himmel auserwählt. werden. Gott will, uns soll ge= 3. Was schreckt mich des Ge- holfen sein; deswegen kam sein setzes Wetter? Ich seh ins Le- Sohn auf Erden und nahm herbensbuch hinein, wo Christi heil- nach den Himmel ein; deswegen ges Blut die Blätter gezeichnet klopft er für und für so stark an mit der Gnade Schein; hier les unsre Herzensthür. ich, was mir Tröstung giebt: Dich hab ich je und je geliebt. 4. Obgleich im schwarzen Buch 4. O Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die der Sünden viel Schulden auf Wunden recht verbinden; da fingeschrieben stehn, läßt Jesus mich doch Gnade finden und mich ins Buch des Lebens sehn; da schau ich meine Gnadenwahl und steh in seiner Kinderzahl. det kein Verdammen statt, weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit! Barmherzigkeit! 5. Auf Jesum will ich fröhlich sterben; ich will des Glaubens Hochzeitkleid nur in des Lammes Blute färben, so geh ich ein zur Seligkeit und zu dem großen herzigkeit. Abendmahl. O freudenvolle Gnadenwahl! 5. Darein will ich mich gläubig fenten, dem will ich mich getrost vertraun, und wenn mich meine Sünden fränken, nur bald nach Gottes Herzen schaun; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barma 6. Wird alles andre weggerissen, was Seel und Leib erquicken fann; darf ich von keinem Troste wissen, und schein ich völlig ausgethan; scheint die Errettung noch so weit, so bleibt mir doch Barma 7. Be6. Kein Teufel soll den Trost mir rauben, daß ich erwählt von Anbeginn, daß ich aus Gnaden durch den Glauben an Christi Blut erlöset bin. So leb ich herzigkeit. 752 Glaubens- Lieder. 7. Beginnt das Irdische zu 5. Sein göttliches Vermögen drücken und häuft sich Kummer hat Millionen Segen; je mehr und Verdruß, daß ich mich noch wir nehmen wollen, je mehr wir in vielen Stücken mit eitlen Din- nehmen sollen. gen mühen muß; werd ich geängstet und zerstreut, so hoff ich auf Barmherzigkeit. 6. Der es im Ernst befohlen, die Gaben abzuholen, der fann uns nichts versagen, wenn wirs im Glauben wagen. 8. Muß ich an meinen besten Werken, darinnen ich gewandelt 7. Er will uns durchs Verbin, viel Unvollkommenheit be- heißen aus allem Zweifel reißen. merken, so fällt wohl alles Rüh- Die Wahrheit kann nicht lügen, men hin, doch ist auch dieser die Treue fann nicht trügen. Trost bereit: Ich hoffe auf Barmherzigkeit. 8. Ein Wort, das er gesprochen, wird nimmermehr gebrochen; 9. Es gehe mir nach dessen selbst seines Namens Ehre verWillen, bei dem so viel Erbar- langt, daß er uns höre. men ist. Er wolle selbst mein 9. Es ist uns frei gelassen, ihn Herze stillen, damit es ihn nur mit Gewalt zu fassen, sein Wort nicht vergißt; so stehet es in Lieb vor ihn zu bringen und auf die und Leid in, durch und auf Barm- That zu dringen. herzigkeit. 10. So wollen wir es wagen, an sein Herz anzuschlagen, gebleiben, so lange mich die Erde trost und freudig beten, nicht 10. Bei diesem Grunde will ich trägt. Dies will ich denken, thun von der Stelle treten. und treiben, so lange sich ein Glied bewegt; so sing ich einstens hocherfreut: Abgrund der Barmherzigkeit! 11. Wenn lauter Nein erscheinet, ist lauter Ja gemeinet. Wo der Verzug am größten, da wird die Hilf am besten. J. A. Rothe. Mel. Wach auf, mein Herz. 1188. Im Glauben und Vertrauen ins Herz des Vaters schauen, recht findlich zu ihm beten, das heißt erhörlich beten. 2. Der Vater fann nicht hassen, sie werden, wenn die seinen Sohn umfassen; mit väterlichen Trieben muß er sie zärtlich lieben. 12. Drum laßt uns gläubig bitten, kein Zweifel ſei gelitten. Wir flehn in Jesu Namen, sein Nam und Wort ist Amen. 13. Und wenn wir Berge wüßten, die wir verseßen müßten; wir beten, bald aus dem Wege treten. 14. Ja, das Gebet im Glauben läßt sich kein Amen rauben; es wird in allen Sachen uns 3. Eh sie noch rufend lallen, läßt er schon Antwort schallen; alles möglich machen. die Hilfe wird gesendet, eh sie ihr Flehn vollendet. 4. Was sie noch denken sollen, eh sies begehren wollen, ist schon von ihm beschlossen und ihnen zugeflossen. E. Gottl. Woltersdorf. In eigener Melodie. 1189. Mein Heiland nimmt an, die unter ihrer Last der Sünden kein Mensch, kein Engel trösten faun, Glaubens- Lieder. 753 fann, die nirgend Ruh und Ret- ihm thränet! Wie streckt er sich tung finden; den'n selbst die weite nach Zöllnern aus, wie eilt er in Welt zu klein, die sich und Gott Zachäi Haus! Wie sanft stillt er ein Greuel sein; den'n Moses der Magdalenen den milden Fluß schon den Stab gebrochen und sie erpreßter Thränen und denft der Hölle zugesprochen, wird diese nicht, was sie sonst gethan! Mein Freistatt aufgethan. Mein Hei- Heiland nimmt die Sünder an. land nimmt die Sünder an. 6. Wie freundlich blickt er Betrum an, ob er gleich noch so tief gefallen! Nun, dies hat er nicht nur gethan, da er auf Erden mußte wallen: nein, er ist immer einerlei, gerecht und fromm und ewig tren; und wie er unter Schmach und Leiden, so ist er auf dem Throu der Freuden den SünMein 2. Sein mehr als mütterliches Herz trieb ihn von seinem Thron auf Erden; ihn drang der Sünder Not und Schmerz an ihrer Statt ein Fluch zu werden. Er senkte sich in ihre Not und schmeckte den verdienten Tod. Nun, da er denn sein eigen Leben zur teuren Zahlung hingegeben und dern liebreich zugethan. seinem Vater gnug gethan, so Heiland nimmt die Sünder an. heißts: Er nimmt die Sünder an! 7. So komme denn, wer Sün3. Nun ist sein aufgethaner der heißt, und wen sein SündenSchoß ein sichres Schloß ge- greul betrübet, zu dem, der feinen jagter Seelen; er spricht sie von von sich weist, der sich gebeugt dem Urteil los und tilget bald zu ihm begiebet! Wie, willst du ihr ängstlich Quälen. Es wird dir im Lichte stehn und ohne Not ihr ganzes Sündenheer ins un- verloren gehn? Willst du der ergründlich tiefe Meer von sei- Sünde länger dienen, da, dich nem reinen Blut versenfet; der zu retten, er erschienen? Onein, Geist, der ihnen wird geschenket, verlaß die Sündenbahn! Mein schwingt über sie die Gnaden- Heiland nimmt die Sünder an. fahn. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Komm nur mühselig und gebückt; fomm nur, so gut du 4. So bringt er sie dem Vater weißt zu kommen! Wenn gleich hin in seinen blutbefloffnen Ar- die Last dich niederdrückt, du wirst men; das neiget dann den Ba- doch gnädig angenommen. Sieh, tersinn zu lauter herzlichem Er- wie sein Herz dir offen steht, und barmen. Er nimmt sie an an Kin- wie er dir entgegen geht! Wie lang des Statt; ja, alles was er ist hat er mit vielem Flehen sich brünund hat, wird ihnen eigen über- stig nach dir umgesehen. Drum, geben und selbst die Thür zum ewgen Leben wird ihnen fröhlich aufgethan: Mein Heiland nimmt die Sünder an. armer Sünder, komm heran! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 9. Sprich nicht: Ich habs zu arg gemacht; ich hab die Gi5. O, solltest du sein Herze ter seiner Gnaden zu lang und sehn, wie sichs nach armen Sün- schändlich durchgebracht, er hat dern sehnet, sowohl wenn sie noch mich oft umsonst geladen. Woirre gehn, als wenn ihr Auge vor fern dus nur recht redlich meinst 48 und 754 Glaubens- Lieder. und deinen Fall mit Ernst be- geschiehts? Erbarmung ists und weinst, so soll ihm nichts die weiter nichts. Hände binden und du sollst jetzt 3. Das muß ich dir, mein Gott, noch Gnade finden, er hilft, wenn bekennen, das rühm ich, wenn sonst nichts helfen kann. Mein ein Mensch mich fragt; ich kann Heiland nimmt die Sünder an! es nur Erbarmung nennen, so 10. Doch sprich auch nicht: Es ist mein ganzes Herz gesagt. Ich ist noch Zeit, ich muß erst diese beuge mich und bin erfreut und Lust genießen, Gott wird ja eben rühme die Barmherzigkeit. nicht gleich heut die offnen Gna- 4. Dies laß ich kein Geschöpf denpforten schließen. Nein, weil mir rauben, dies soll mein einzig er ruft, so höre du und greif mit Rühmen sein; auf dies Erbarbeiden Händen zu! Wer seiner men will ich glauben, auf dieses Seele Heil verträumet, der hat bet ich auch allein, auf dieses die Gnadenzeit versäumet; ihm duld ich in der Not, auf dieses wird hernach nicht aufgethan. hoff ich noch im Tod. Heut fomm, heut nimmt dich Jesus an! 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, nimm dein Erbarmen 11. Ja, zieh uns selber recht nicht von mir und führe durch zu dir, holdselig süßer Freund den Tod mich Armen, durch meider Sünder! Erfüll mit sehnen- nes Heilands Tod zu dir. Da bin der Begier auch uns und alle ich ewig recht erfreut und rühne Adamskinder. Zeig uns bei un- die Barmherzigkeit. P. F. Hiller. ferm Seelenschmerz dein unaus- Mel. Machs mit mir, Gott, nach. sprechlich liebend Herz; und wenn 1191. Gottes Lamm, mein wir unser Elend sehen, so laß uns Element ist einzig ja nicht stille stehen, bis daß ein dein Erbarmen, dein Herz, das Jeder sagen kann: Gott Lob, zu mir wallt und brennt mit auch mich nimmt Jesus an! offnen Liebesarmen, dein Blut, wie es vom Kreuze floß und Heil auf alle Welt ausgoß. 2. Ich habe keinen Trost als 1190. Mir ist Erbarmung dich, ich müßt in Sünden sterben; widerfahren, Er- der böse Feind ist wider mich, die barmung, deren ich nicht wert. Welt will mich verderben. Mein Das zähl ich zu dem Wunder- Herz ist unrein, blind und tot. baren; mein stolzes Herz hats nicht begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. L. F. F. Lehr. In eigener Melodic, oder: daß ich tausend Zungen. tiefes Elend, große Not! 3. Die eigene Gerechtigkeit, das Thun der eignen Kräfte macht mir nur Schand und Herzeleid, verzehrt die Lebenssäfte. D, nein! Es ist kein andrer Rat, als der, 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein; Gott hat mich mit den dein Erbarmen hat. ihn selbst verfühnet und macht 4. Wie wohl, ach Gott, wie durchs Blut des Sohns mich wohl ist mir, wenn ich darein rein. Wo kam dies her, warum verfinte, o Lebensquell, wenn ich Glaubens- Lieder. 755 ich aus dir, Blut der Versöh-| verschwindet, weil sich mir ein nung trinke, wenn dein Erbarmen mich bedeckt, und wenn mein Herz Vergebung schmeckt! Mittler zeigt, weil sich ein Vertreter findet, vor dem der Verkläger schweigt. Obeglückte teure Stunden! Gottes Sohn hat ſeine Wunden und sein blutig Lösegelb meinem Richter dargestellt. 5. Da lebt mein Geist, ist froh und satt, hat alles, was ihm fehlet. Bald aber wird er falt und matt, wenn er sich selber quälet, wenn dein Erbarmen ihm entgeht, wenn er auf fremdem Grunde steht. 5. Richter, siehe meinen Bürgen, siehe die Bezahlung an! Dieser ließ für mich sich würgen, dieser hat genug gethan; er hat dein Gesetz erfüllet, er hat deinen Zorn gestillet. Herr, ich glaube, steh mir bei, sprich von Straf und Schuld mich frei! 6. Drum bleibe du mein Element, du selbst und dein Erbarmen, und wie mein Glaube dich erkennt, so kenne du mich Armen! Ich leb in deiner Gnad allein, ich will in dir erfunden sein. 6. Ach, was hör ich? Gnade, Gnade, Gnade schallet in mein E. Gottl. Woltersdorf. Ohr; und es hebt vom SündenMel. Jesu, der du meine Seele, pfade mich ein sanfter Zug empor. oder: Alle Menschen müssen sterben. Gott spricht: Sünder, du sollst 1192. Schöpfer aller Men- leben, beine Schuld ist dir vergeschenkinder, großer ben, sei getrost, mein lieber Sohn, Richter aller Welt! Sieh, hier fomm zu meinem Gnadenthron! wird ein armer Sünder vor 7. Seht, wie sich der Abgrund dein streng Gericht gestellt, der schließet, seht wie sich der Himmel in Sünden ist geboren, der dein Ebeneild verloren, der mit Sünden sich befleckt, der in tiefen Schulden steckt. freut, da das Blut des Lammes fließet, da mich die Gerechtigkeit des vollkommnen Mittlers decket! Wer ist, der mich ferner schrecket? 2. Mein Gewissen, das mich Wer ist, der sich an mich wagt quälet, deine Strafgerechtigkeit, und ein Himmelskind verklagt? dein Gefeß, das nichts verfehlet, 8. Richter, der mich losgespronebst dem Satan stehn bereit, chen, Bater, der mich zärtlich meine Seele zu verklagen; ich liebt, Mittler, der, was ich verweiß nichts darauf zu sagen, brochen und geraubt, Gott wiedenn ein Zenge giebt sich an, der giebt, Geist, der mir den Glauder gesehn, was ich gethan. ben schenket, mich in Jesu Wunden senket, Gott der Gnade, dir sei Ruhm und mein Herz dein 3. Wehe mir, ich muß verder ben, sehe nichts als Höll und Bein! Frecher Sünder, du mußt Eigentum! sterben! wird mein strenges Ur- 9. Laß mich nun die Sünde teil sein. Es erzittert meine Seele hassen, die das Herz mit Angst vor des Abgrunds offner Höhle. beschwert; laß mich alles unter= Wer hilft mir in dieser Not? lassen, was den teuren Frieden Wer errettet mich vom Tod? stört! Reinge täglich mein Ge4. Doch, Gott Lob, die Furcht wissen, laß mich ewig sein be48* flis 756 Glaubens- Lieder. fliffen, mit Verleugnung dieser Wunden hab ich schon umsonst Welt das zu thun, was dir gefällt. gefunden. Joh. Jal. Rambach. 6. Glaube nur dem Wort der Mel. Scbmüde dich, o liebe Seele. Gnade, o so heilet bald dein 1193. Sünder, frene dich Schade, und des Mittlers zarte von Herzen über Liebe schafft in dir ganz neue deines Jesu Schmerzen; laß bei Triebe! Sind die Sünden erst seinem Blutvergießen stille Dan vergeben, so kannst du auch heilig festhränen fließen. Er hat sich leben, und der Gnade treues Walfür dich gegeben; such in seinem ten wird dich fördern und erhalten. Tod das Leben; nur von seinem 7. Oso gieb dem Sohn die Kreuze quillet, was dein Herz Ehre, daß ihm aller Ruhm geauf ewig stillet. höre; suche nicht erst zu verdie2. Ach, wie groß ist dein Ver- nen, was am Streuz vollbracht erderben, ohne Jesum mußt du schienen; suche nicht, was schon sterben; blind und tot sind deine gefunden, preise fröhlich seine Kräfte, Sünde thun ist dein Ge- Wunden, und bekenn es bis zum schäfte; dein Verdienst ist Zorn Grabe, daß Er dich erlöset habe. und Nache, es ist aus mit deiner Sache; ja im Himmel und auf E. Gottl. Woltersdorf. In eigener Melodie. Erden kann dir nicht geholfen 1194. Merist der Braut des Lammes gleich? werden. 3. Nichts fann all dein Opfer Wer ist so arm und wer so reich? gelten vor dem Nichter aller Wer ist so häßlich und so schön? Welten. Den der Dornenkranz Wem tanns so wohl und übel gefrönet, Gottes Sohn, hat dich gehn? Lamm Gottes, du und bersöhnet; seine Thränen, seine deine selge Schar sind Menschen Wunden haben Rat für dich ge- und auch Engeln wunderbar. funden; ihm alleine bleibt die Ehre, daß er deinen Tod zerstöre. 4. Fühlst du nun die Macht der Sünden, wie sie deine Seele binden, wie sie dein Gewissen quälen, wie der Jammer nicht zu zählen: o, so fomm mit deinen Retten, wag es nicht, dich selbst zu retten. Jesu Blut muß auf dich fließen, so wirst du das Heil genießen. 2. Aus Gnaden weiß ich auch davon, ich bin ein Teil von deinem Lohn, so elend, als mans faum erblickt, so herrlich, daß der Feind erschrickt; so gottlos, daß wohl alle besser sind, und so gerecht als du, des Vaters Kind. 3. Ein Wurm bis in den Staub gebeugt, der auf den Thron des Königs steigt; bekümmert, trübe, bloß und frank, und doch voll 5. Sünder macht der Heiland lauter Lobgefang; so schwach, daß selig, seine Gnaden sind unzählig; meine Kunst in nichts besteht, so er giebt Buße, er giebt Glauben, start, daß Satan aus dem Wege hilft den Lahmen, Blinden, Tau- geht. ben. Wer sich nur will retten 4. Verfolgt, verlassen und verlaffen, der soll das Vertrauen flucht, doch von dem Herrn herfaffen: Alles Heil in Christi vorgesucht; ein Narr vor aller fingen Lieder vom christlichen Leben. 757 klugen Welt, bei dem die Weis- 3. Feft, fein fest dich angehalheit Lager hält; verdrängt, verjagt, besiegt und ausgefegt, und doch ein Held, der ewge Palmen trägt. 5. Wer bin ich, wenn es mich betrifft? Ein Abgrund voller Sündengift. Wer bin ich, Lantm, in deiner Pracht? Ein Mensch, der Engel weichen macht, so rein, so weiß, so schön, so auserwählt, daß mirs an Worten zur Beschreibung fehlt. ten an die starke Jesustreu! Laß du Gott den Vater walten, seine Güt ist täglich neu; er meints recht gut. Wenn die Feinde dich anfallen, müssen sie zurücke prallen; hab guten Mut! 6. Sündenschuld, wie beugst du mich! O Gnade, wie erhebst du mich! Wer faßt hier den geheimen Rat? Nur, wer den Geist des Lebens hat, der durch des Lammes Blut zusammen schreibt, was sonst wohl himmelweit geschieden bleibt. 7. Das ist der Gottheit Wunderwerk und seines Herzens Au genmerk, ein Meisterstück aus nichts gemacht, so weit hats Christi Blut gebracht. Hier forscht und betet an, ihr Seraphim, bewundert uns, und jauchzt und danket ihm! E. Gottl. Woltersdorf. Lieder vom christlichen Leben. 4. Gin, hinein in Gottes Kammer, die dir Jesus aufgethan! Klag und sag ihm deinen Jammer, schreie ihn um Hilfe ant. Er steht dir bei. Wenn dich alle Menschen haffen, kann und will er dich nicht lassen; das glaube frei! 5. Hoch, so hoch du kannst erheben deine Sinne von der Erd, schwinge dich, dem zu ergeben, was du hast, der deiner wert. Dein Jesus ists, der um dich so treulich wirbet, und für dich aus Biebe stirbet, drum du sein bist. 6. Auf, hinauf, was droben, fuche! Trachte doch allein dahin, allen schnöden Sündensinu. Zum wo dein Jesus; sonst verfluche Himmel zu! Welt und Erde muß verschwinden; nur bei Jesu ift zu finden die wahre Ruh. Joh. Caspar Schade. Mel. O du Hüter Israel. In eigner Melodie. 1195. Auf, hinauf zu deiner 1196. Chriſten sind ein göttFreude, meine Seelich Volt, aus dem le, Herz und Sinn! Weg, hin- Geist des Herrn gezeuget, ihm weg mit deinem Leide, hin zu gebeuget und von seiner Flammen deinem Jesu hin! Er ist dein Macht angefacht. Vor des BräntSchat, einzig Jesus ist dein Le- gams Augen schweben, das ist ben. Will die Welt tein'n Ort ihrer Seelen Leben, und sein dir geben, bei ihm ist Plaß. Blut ist ihre Pracht. 2. Fort, nur fort, steig immer 2. Königskronen sind zu bleich weiter in die Höh zu Jesu auf! vor der Gott verlobten Würde. An, hinan die Glaubensleiter Eine Hürde wird zum himmliſchen flettre mit geschwindem Lauf! Palast, und die Last, drunter fich Gott ist dein Schuß, Jesus bleibet die Helden klagen, wird den Kindein Beschirmer wider alle Seel- dern leicht zu tragen, die die bestürmer und bietet Truß. Kreuzestraft gefaßt. 3. The 758 Lieder vom christlichen Leben. 3. Che Jesus unser wird, eh 2. Wer sollte ohne Kampf wohl wir unser selbst vergessen und siegen? Die Tapferkeit kann nicht geseffen zu den Füßen unsers besteht, wenn man nicht will zu Herrn, sind wir fern von der Felde liegen und durch ein ernstes eigen Bundesgnade, von dem Streiten gehn. Der Feind ist, schmalen Lebenspfade, von dem wenn Gott Kraft verliehen, flugs hellen Morgenstern. da, der sich ihr widerseßt. Da 4. Pilgrimschaft zur Ewigkeit soll man ja den Schlaf recht bleibet immerdar beschwerlich, ja fliehen, wenn Satans Heer die gefährlich, bis man ringt und Schwerter weßt. dringt zu dir, enge Thür, einge Ursach der Vergebung, Glut der göttlichen Belebung, Jesu, unser Liebspanier. 3. 3war drückt den Palmbaum wohl zur Erden gar oft ein zentnerschwer Gewicht, der doch nicht unterdrückt fann werden, er stehet 5. Zieh mich hin, erhöhter wieder aufgericht. So wird die Freund! Zieh mich an dein Herz Tugend auch gedrücket, daß sie der Liebe! Deine Triebe führen fast ganz darnieder liegt; bald mich, du Siegesheld, durch die aber wird die Stärkerblicket, wenn Welt, daß ich deine Seele bleibe sie mit Macht den Feind besiegt. und so lange an dich gläube, bis 4. Sie kann zu hohen Stufen ich lieg im innern Zelt. kommen, wenn sie im Streit ge= übet ist. Streuz ist der Weg, den alle Frommen erwählen; wer sich selbst vergißt und eilet zu den Ewigkeiten, wird durch des Vaters Hand geführt, der ihn durchs Kreuz sucht zu bereiten, eh er ihn mit der Strone ziert. 6. Da ist meine Hand und Herz! Du hast deine Seel gewaget unverzaget, und das alles bloß allein, daß ich dein und du meine heißen könntest. Wenn du nicht vor Liebe brenntest, hätte das nicht können sein. 7. Nun, so fahre alles hin! 5. Denn Gott hat uns nicht Fahre hin, erlaubte Freude! führen wollen durch einen Weg Meine Weide sei des Herren voll Zärtlichkeit, worauf wir emleptes Mahl vor der Qual, meine fig laufen sollen in der so kurzen Ehre seine Schande, meine Freiheit seine Bande, meine Zier die Rof im Thal! n. 2. v. Binzendorf. In eigener Melodie. Pilgrimszeit zum Leben, das da ewig währet, wo Streit und Kampf entfernet ist, und wo man recht die Ruh erfähret in Gott, der alles Leid verfüßt. 1197. Die Tugend wird durchs Kreuz ge- 6. Darum, wen Gott zum Kind übet, denn ohne das fann sie erfläret, der hat am Satan einen nicht sein. Wenn sie nicht oft Feind, mit dem sein Kampf stets mals wird betrübet, so merkt wird vermehret, weil ers gewiß man gar nicht ihren Schein. Sie mit Ernste meint; er bläst ihm muß im Streuz die Stärke zeigen, durch sein giftges Hauchen oft die fie verborgen in sich hat, daß Lüste mancher Laster ein, und fie den fönne unterbeugen, der weiß sich großer List zu brauchen, ihr nachstellet früh und spat. daß er mög Überwinder sein. 7. Denn Lieder vom christlichen Leben. 759 7. Denn wie Gott aufwärts ret, was niemand berühret, hat führt zum Leben, so führt der ihre erleuchteten Sinne gezieret Feind zum Untergang. Er sucht und sie zu der göttlichen Würde mit Grimm zu widerstreben und geführet. macht dem armen Menschen bang; er will den Mut darniederschlagen, drum wagt er alles, was er faun, und lässet nicht bald ab zu plagen, zu fällen ihn auf rechter Bahn. 2. Sie scheinen von außen die schlechtesten Beute, ein Schauspiel der Engel, ein Ekel der Welt; und innerlich sind sie die lieb lichsten Bräute, der Zierrat, die Krone, die Jesu gefällt, das Wun8. Doch wie er viel geschlagen der der Zeiten, die hier sich benieder, so wird er auch gar oft reiten, den König, der unter den besiegt, wenn man ermannt die Lilien weidet, zu küssen, in gülmatten Glieder in Gott, und denen Stücken gekleidet. tapfer ihn bekriegt. Der Glaube muß ihm widerstehen und hat in sich die Gottesmacht; der Satan muß vor ihm bald gehen, wenn man sich wachend nimmt in acht. 9. O Jesu, der du mir erworben Heil, Kraft und Leben durch 3. Sonst sind sie des Adams natürliche Kinder und tragen das Bildnis des irdischen auch; sie leiden am Fleische wie andere Sünder, sie essen und trinken nach nötigem Brauch. In leiblichen Sachen, in Schlafen und den Tod, da du am Kreuzesstamm Wachen sieht man sie vor angestorben, nach ausgestandner dern nichts sonderlich machen; vieler Not, komm mir zu Hilf nur, daß sie die Thorheit der und schaffe Leben in mir, und Weltlust verlachen. stürze meinen Feind, der über mich fich will erheben, wenn mir dein Licht nicht helle scheint. 4. Doch innerlich sind sie aus göttlichem Stamme, die Gott durch sein mächtig Wort felber 10. Flöß immer in mich neue gezeugt; ein Funke und FlämmSträfte, damit ich hang an deiner lein aus göttlicher Flamme, die Brust, und töt in mir all mein oben Jerusalem freundlich ge= Geschäfte; dein Friede bleib mir fäugt. Die Engel sind Brüder, nur bewußt. Stärt du, mein die ihre Loblieder mit ihnen gar Speld, mir selbst den Glauben, freundlich und inniglich fingen; und zieh mein Aug auf dich nur das muß denn ganz herrlich, ganz hin, so wird mich wohl der Feind prächtig erklingen. nicht rauben, weil du in mir, ich in dir bin. Joh. Chr. Wehring. In eigener Melodie. 5. Sie wandeln auf Erden und leben im Himmel; sie bleiben ohnmächtig und schützen die Welt; 1198.& glänzet der Chri- sie schmecken den Frieden bei allem ften inwendiges Getümmel; fie friegen, die ÄrmLeben, obgleich sie von außen die sten, was ihnen gefällt. Sie stehen Sonne verbrannt. Was ihnen im Leiden, sie bleiben in Freuder König des Himmels gegeben, den; sie scheinen ertötet den äußeist niemand, als ihnen nur selber ren Sinnen und führen das Leben bekannt. Was niemand verspü- des Glaubens von innen. 6. Wenn 760 Lieder vom christlichen Leben. 6. Wenn Christus, ihr Leben, erhebe, wenn ich zum Zeugen wird offenbar werden, wenn er feierlich anrufe, Allerhöchster, sich einst, wie er ist, öffentlich dich, durch den ich bin und lebe: stellt, so werden sie mit ihm als dann sei von Trug und Heuchelei Fürsten der Erden auch herrlich mein Herz und meine Zunge frei. erscheinen zum Wunder der Welt. 3. Wenn Frevler dich auch da Sie werden regieren und ewig flo- noch schmähn und frech mit Lürieren, den Himmel als prächtige gen vor dir stehn, dann laß mein Lichter auszieren; da wird man Herz erschrecken! Weh dem, der die Freude gar offenbar spüren. wähnt durch falschen Eid die 7. Frohlocke, du Erde, und Schmach der Ungerechtigkeit hier jauchzet ihr Hügel, dieweil ihr vor der Welt zu decken! Weh ihm, den göttlichen Samen genießt! er stürzet freventlich in ewiges Denn den gab Jehovah als gött- Verderben sich! liches Siegel, zum Zeugnis, daß 4. O Seele, wenn du dich noch aus ihm noch Segen entsprießt. liebst, bedenk, was du zum Pfande Ihr sollt noch mit ihnen aufs giebst: dein Glück, dein ewges prächtigste grünen, wenn erst ihr Leben! Verwirf nicht mit Ververborgenes Leben erscheinet, und wegenheit dein Teil an Gott sich euerSeufzen mit ihnen vereinet. und Seligkeit; wer kann dirs 8. O Sesu, verborgenes Leben wiedergeben? Was hilft dir denn der Seelen, du heimliche Zierde die ganze Welt? Nichts hat sie, der inneren Welt! Gieb, daß wir was dich schadlos hält. die heimlichen Wege erwählen, wenn gleich uns die Schmach deines Kreuzes entstellt. Hier übel genennet und wenig erkennet, verborgen mit Christo im Vater gelebet; dort öffentlich mit ihm im Himmel geschwebet! 5. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn bei den Leiden dieser Zeit dein Trost nicht mehr mein Herz erfreut, dein Trost nicht, wenn ich sterbe: wer wird mich dann von Qual befrein? Dann besser, nie geboren sein! Chr. Fr. Nichter. Eides Lied. Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. 1199. Gott, der du selbst 6. Drum soll nicht Ehre, Gut, die Wahrheit bist, noch Geld und nicht die Macht vor dir, der rein und heilig ist, der ganzen Welt mich blenden soll ich nur Wahrheit sprechen. und verführen; und drohte mir Dich täuschet nie ein falscher auch Schmerz und Leid, ich will Mund, des Lügners Frevel ist doch meine Seligkeit mutwillig dir fund, und einst wirst du ihn nicht verlieren. Es gilt fein Leid, rächen. Laß darum stets mein fein Glück der Zeit, nein es gilt Ja und Nein aufrichtig und voll Gott und Ewigkeit. 3. a. D. videl. Wahrheit sein. Mel. Ringe recht, wenn Gottes. 1200. Heilge Einfalt, Gna2. Gott, wenn ich schwörend vor dir steh, hinauf zu deinemt tiefste Himmel seh und meine Händ Weisheit, größte Kraft, schönste Zier Lieder vom christlichen Leben. 761 ist sein Hirt! Jesus wartet setner Sachen, daß man sich verwundern wird. a. G. Spangenberg. Zierde, Lebensspiegel, Werk, das Gott alleine schafft! 2. Alle Freiheit geht in Banden, aller Reichtum ist nur Wind; alle Schönheit wird zu Schanden, wenn wir ohne Einfalt sind. 3. Wenn wir in der Einfalt 1201. Herz und Herz berstehen, ist es in der Seele eint zusammen Mel. O du Liebe meiner Liebe, oder: Alle Menschen müssen sterben. aber wenn wir doppelt sehen, sucht in Gottes Herzen Ruh, lasso vergeht uns das Gesicht. set eure Liebesflammen lodern 4. Einfalt ist ein Kind der auf den Seiland zu! Er das Gnade, eine fluge Ritterschaft, Haupt, wir seine Glieder; er die auf ihrem schmalen Pfade das Licht und wir der Schein; nicht nach dem und jenem gafft. er der Meister, wir die Brüder; 5. Einfalt denkt nur auf das er ist unser, wir sind sein. Eine, in dem alles andre steht; Einfalt hängt sich ganz alleine an den ewigen Magnet. 6. Einfalt quillt aus Jesu Wunden mit dem teuren Gottesblut; wer sie da nicht hat gefunden, der ist fern von diesem Gut. 2. Stommt, ach kommt, ihr Gnadenkinder, und erneuert euern Bund! Schwöret unserm Überwinder Lieb und Tren von Herzensgrund; und wenn eurer Liebestette Festigkeit und Stärke fehlt, o, so flehet um. die Wette, bis fie Jesus wieder stählt! 7. Wem sonst nichts als Jesus schmecket; wer allein auf Jesum 3. Legt es unter euch, ihr Glieblickt; wessen Ohr nur Jesus der, auf so treues Lieben an, daß wecket; wen nichts außer ihm ein jeder für die Brüder auch erquickt; das Leben lassen kann. So hat uns der Freund geliebet, so zerfloß er dort im Blut. Denkt doch, wie es ihn betrübet, wenn ihr 8. Wer nur hat, was Jesus giebet; wer nur lebt aus seiner Füll; wer nur will, was ihm beliebet; wer nur fann, was selbst euch Eintrag thut. Jesus will; 4. Einer reize doch den andern, 9. Wer nur geht auf seinem Pfa- unserm blutbefreundten Lamm de; wer nur sieht bei seinem Licht; vor das Lager nachzuwanderi wer nur stets verlangt nach Gnade das für uns zur Schlachtbant und mag alles andre nicht; famt. Einer soll den andern wet10. Wer ihn so mit Inbrunft ten, alle Kräfte Tag für Tag liebet, daß er seiner selbst vergißt; nach Vermögen dran zu strecken, wer sich nur um ihn betrütbet, daß man ihm gefallen mag. und in ihm mur fröhlich ist; 5. Nichts als nur des Bräuts 11. Wer allein auf Jesum gams Stimme sei die Regel trauet; wer in Jefu alles findt: unsrer That, weil er nicht im der ist auf den Fels erbauet und Löwengrimme uns in Staub geein selig Gnadenkind. treten hat, sondern mit gehäuf12. Wohl dem, der den Herrn ten Strömen seines Bluts den läßt machen, wohl ihm, Jesus Zorn ertränkt. O, so muß sich jes Lieder vom christlichen Leben. 762 jeder schämen, der sich ihm nicht willig schenkt. 6. Halleluja! Welche Höhen, welche Tiefen reicher Gnad, daß wir dem ins Herze sehen, der uns 2. Himmelan schwing dich mein so geliebet hat, daß der Vater Geist, denn du bist ein himmlischaller Geister, der der Wunder Wesen und kannst das, was Abgrund ist, daß du unsichtbarer irdisch heißt, nicht zu deinem Meister uns so fühlbar nahe bist! Zweck erlesen. Ein von Gott er7. Ach, du holder Freund ver- leucht'ter Sinn fehrt zu seinem eine deine dir geweihte Schar, Ursprung hin. daß fie es so herzlich meine, wies dein letzter Wille war; ja, verbinde in der Wahrheit, die du felbst im Wesen bist, alles, was von deiner Klarheit in der That erleuchtet ist. 9. Liebe, hast du es geboten, dağ man Liebe üben soll, o, so mache doch die toten, trägen Geister Lebens voll; zünde an die Liebesflamme, daß ein jeder sehen fann: wir, als die von einem Stamme, stehen auch für cinen Mann. hin nach Kanaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimsstand, droben unser Vaterland. 8. So wird dein Gebet erfüllet, 4. Himmelan! Ich muß mein daß der Vater alle die, welche Herz auch bei meinem Schape du in dich verhüllet, auch in seine haben; denn es kann mich anderLiebe zieh; und daß, wie du eins mit ihnen, also sie auch eines sein, sich in wahrer Liebe dienen und einander gern erfreun. wärts fein so großer Reichtum laben, weil ich schon im Himmel bin, wenn ich nur gedenk an ihn. 3. Himmelan! Die Welt fann dir nur geborgte Güter geben. Deine himmlische Begier muß nach solchen Schäßen streben, die uns bleiben, wenn die Welt in ihr erstes Nichts zerfällt. 1202. Himmelan geht unfre Bahn; wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir 5. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre. Wenn mich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 6. Himmelan! denk ich allzeit, wenn er mir die Tafel decket und mein Geist hier allbereit eine 10. Laß uns so vereinigt wer- Kraft des Himmels schmecket. den, wie du mit dem Vater bist, Nach der Kost im Jammerthal bis schon hier auf dieser Erden folgt des Lammes Hochzeitstein getrenntes Glied mehr ist, mahl. und allein von deinem Brennen 7. Himmelan! Mein Glaube nehme unser Licht den Schein. zeigt mir das schöne Los von Also wird die Welt erkennen, daß ferne, daß mein Herz schon aufwir deine Jünger sein. wärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist viel zu tlein gegen jenen Glanz und Schein. n. 2. v. Binzerdorf. Mel. Jefus, meine Zuversicht, oder: Meinen Jejum laß ich nicht. 8. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimat führen, da ich über alle Not ewig werde triumphie Lieder vom christlichen Leben. 763. phieren. Jesus geht mir selbst treu und findlich und mit unverz voran, daß ich freudig folgen kann. wandtem Triebe dringen mögen in 9. Himmelan, ach Himmelan! dein Herz voll Gnad und Liebe! Das soll meine Lösung bleiben. 3. Möchten uns die SonnenIch will allen eitlen Wahn durch augen, die wie Feuerstrahlen zündie Himmelslust vertreiben. Him- den, ganz durchgehn! Dann wird melan steht nur mein Sinn, bis ich unser Wandel taugen, wie verin dem Himmel bin. Benj. Schmold. eint und neubelebet vor dir stehn, voller Liebe, voller Triebe eines fürstlichen Geblütes, eines göttunerschrockenen Gemütes. Mel. Seelenbräutigam. 1203. Jesu, geh voran auf der Lebensbahn, lich und wir wollen nicht verweilen, 4. O, wie sind die Seelen glückdir getreulich nachzueilen. Führ lich, die sich Jesu ohne Ausnahm uns an der Hand bis ins Ba- zugewandt! Wären wir doch ein terland! geschicklich und dem Meister ganz bequemes Gartenland! O, der Treue komm aufs neue in dem Innersten zu wohnen! Es gilt Treue, wenn der Fürst den Kampf soll lohnen. 2. Solls uns hart ergehn: laß uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz ir- 5. Höre Jesu, unser Flehen, gend unser Herz, fümmert uns du zum Segen aufgelegter Seeein fremdes Leiden, o so gieb lenfreund! Laß die Segen stär Geduld zu beiden. Richte un fer gehen, als der linglaub und sern Sinn auf das Ende hin. die Sorge nimmer meint. Hilf 4. Ordne unsern Gang, Jesu, uns, deinen Armen, Kleinen, um lebenslang. Führst du uns durch auf deinem Gnadenpfade durchrauhe Wege, gieb uns auch die zuwandeln viele, viele Glaubensnötge Pflege. Thu uns nach grade! dem Lauf deine Thüre auf. N. L. v. Zinzendorf. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. du R. L. v. Sinzendorf. 1205. Mein Beiland, bu Mel. O, ihr auserwählten Kinder. mich gezogen 1204. König, gieb uns Mut und oftmals schon mein Herz geund Klarheit, einen rührt. Ach würd ich dadurch willgen, einen muntern Jünger- recht bewogen und zu dir völlig. finn, helle Augen für die Wahr- hingeführt! Drum fahre fortheit und ein leichtes, lichtes Herze mit deinen Zügen und laß dein zum Gewinn, das einmütig, ehr- Gnadenwerk nicht liegen, nein, erbietig, wie die Engel vor dir wirk und treib mich immer zu, stehe, bis dein Leben unsern und laß mich nun allhier auf Gr. Geift mit Kraft durchgehe. den nur ferner nicht mehr ruhig werden, bis ich in deinen Wuns den ruh. 2. Gieb uns deines Geistes Regung alle Tage, alle Tage inniger, deiner Gnade Liebsbewe- 2. Die Feinde sind gar bald gung immer näher, immer herz- geschäftig und schläfern uns beweglicher, daß wir stündlich gleich wieder ein; die Rührung iſt 764 Lieder vom christlichen Leben. ist nicht mehr so kräftig, wenn recht aus, und laß mein Herze wir nicht treu und wachsam sein. recht genesen; ja, mach, o Herr, Wir machen Frieden, eh wir sie- ein Ganzes draus, daß ich nicht gen, und lassen uns gar bald Gott und Welt vermenge, nicht begnügen, wenns nur ein we- halb, nein ganz an dich mich nig besser geht. Und das sind hänge; drum nimm mein ganzes falsche Ruhestätten. So hilf, Herze hin. Wem sollt ichs denn Herr, daß wir ernstlich beten, daß wohl lieber geben als dir, mein nur fein falscher Fried entsteht. allerliebstes Leben? Dies sei, o 3. Erweiche doch mein hartes Herr, mein ganzer Sinn! Herze, daß ich in Thränen ganz 7. Ich will der ganzen Welt zerrinn und mit der Sünde nicht entsagen, es muß einmal geschiemehr scherze. O, beug und den sein; auch deine Schmach, ändre meinen Sinn, daß ich den der Welt Spott tragen; und stellt Glauben wirken lasse und redlich die Menschenfurcht sich ein, so den Entschluß nun faffe, recht hilf mir mächtig überwinden. Ich eilend, eilend auszugehn und auf kann doch keine Ruhe finden, den Ruf bald zuzufahren. Die wenn ich die Welt noch lieben ganze Zeit von meinen Jahren fann. Gieb du mir deines Geimuß ja nur dir zum Opfer stehn. stes Waffen, laß mich mein Heil 4. Laß mich recht arm und mit Zittern schaffen und führe elend werden und decke meinen mich auf ebner Bahn. Schaden auf, den innern Greul, 8. Mein Jawort hast du nun den Sinn der Erden, und hemme bekommen, so nimm mein Herz meinen alten Lauf. Laß mich nur gänzlich ein; es soll nicht der Sünden Last empfinden, laß ferner dir genommen, und also sich den Durst nach dir entzün- nicht mehr meine fein. Herr, den, daß ich nach nichts so schrei halte mich bei dem Versprechen und fleh, als nur nach dir, nach und laß nichts mehr den Borsas deiner Gnaden, bis ich mich bei brechen. Ach gieb nur auch Vollso tiefen Schaden geheilt und bringungskraft, wie du das Wolrecht erhöret seh. fen mir gegeben. Du bist es, der 5. Zerstöre ganz die falschen ein ander Leben, ein rein und Stüßen der eignen Selbstgerech- neues Leben schafft. tigkeit, daß ich mit nichts mich 9. So laß mich ganz an mir möge schützen und mich in dich verzagen und nicht auf meine nur, als mein Kleid, ganz nackt Kräfte baun. Auf dich allein und bloß zu hüllen suche, den laß mich es wagen und deiner eignen Schmuck und Glanz ver- Macht und Gnade traun, damit fluche und nur in deinem Blut ich niemals mehr zurücke auf allein Vergebung, Gnad und Freud und Weltlust wieder blicke, Kraft verlange, mit eigner Hei- auch keinem, der mich hindern ligkeit nicht prange, nein, nur fann, Gehör und Eingang ferner mit deiner Kreuzespein. gebe. Nein, nein, ich bleibe, weil 6. So leere mich von eignem ich lebe, ja ewig dir nur zuWesen, von Selbstgefälligkeit gethan! C. H. v. Bojatty. 1206. 765 heißts: Rührt kein Unreines an! Das Kleinod läßt sich nicht er1206. der alles hätt verlo- jagen, es sei denn alles abgethan, ren, auch sich selbst, 3. Die Himmelskost schmeckt der allezeit nur das ein hätt auserko viel zu süße dem Herzen, das ren, so Herz, Geist undSeel erfreut! in Jefu lebt. Die Braut bewahrt 2. der alles hätt vergessen, Haupt, Herz und Füße, und wo der nichts wüßt, als Gott allein, ihr etwas noch anklebt, das zu dessen Güte unermessen, macht dem Glanz der Welt gehöret, das das Herz still, ruhig, rein! ist ihr lauter Höllenpein, und wo 3. der alles könnte lassen, sie recht in Gott einkehret, da daß er frei vom Eiteln all wan macht sie sich von allem rein. dern möcht die Friedensstraßen 4. Die Einfalt Christi schließt durch dies Thränen- Jammerthal! die Seele vor allem Weltgetümmel 4. O wär unser Herz entnom- 3u; da sucht sie in der dunklen men dem, was lockt durch eiteln Höhle, in Horeb, Gott und ihre Glanz, und hält ab, zu Gott zu Ruh. Wenn sich das Heuchelvolk tommen, in dem alle Güt ist ganz! Lieder vom christlichen Leben. Mel. Seelenweide, oder: Ringe recht, wenn Gottes. in Lüsten der Welt und ihrer Eitelkeit, auch wohl bei gutent Schein will brüsten, fühlt jene Kampf und harten Streit. 5. daß wir Gott möchten finden in uns durch der Liebe Licht, und uns ewig ihm verbinden! Außer ihm ist eitel Nicht. 6. O wär unser Aug der See len stetig nur auf Gott gewendt, so hätt auch das sorglich Quälen im Gewissen ganz ein End! 5. Die Einfalt weiß von feiner Zierde, als die im Blute Christi liegt; die reine himmlische Begierde hat solche Thorheit schon 7. Odu Abgrund aller Güte, zieh tinde glänzt Gottes Name schön besiegt. An einem reinen Gottesdurch Kreuz in dich hinein Geist, und rein; wie könnt es denn Seel, Herz, Sinn und Gemüte, ewig mit dir eins zu sein. G. Arnold. Mel. Die Tugend wird durchs. vom eitlen Winde der Welt noch eingenommen sein? 1207. 6. Von Sorgen, Not und allen füßer Stand, o felig Plagen, damit die Welt sich selbſt Leben, das aus der ansicht, vom Neid, damit sich wahren Einfalt quillt, wenn sich andre tragen, weiß Christi Sim ein Herz Gott so ergeben, daßChristi und Einfalt nicht. Den Schatz, Sinn es ganz erfüllt, wenn sich den sie im Herzen heget, behält der Geist nach Christi Bilde, in sie wider allen Neid. Ist jemand, Licht und Recht hat aufgericht, der Lust dazu träget, daß macht und unter folchem flaren Schilde ihr lauter Herzensfreud. durch alle falschen Höhen bricht. 7. O schönes Bild, ein Herz zu 2. Was andern schön und lieb- schauen, das sich mit Christi Einlich scheinet, ist solchem Herzen falt schmückt! Geht hin, ihr thöKinderspiel; was mancher für richten Jungfrauen, harrt nur, unschuldig meinet, ist solchem bis euch die Nacht berückt! Was Herzen schon zu viel. Warum? sind die Lampen, sonder Öle? Es gilt der Welt absagen; hier Schein ohne Christi Einfaltsfinn. 766 Kreuz- Lieder. sinn. Sucht doch was bessers 5. Ein Christ kann ohne Kreuz für die Seele, und gebt der Welt das ihre hin. nicht sein. Es lehrt die Sünde haffen und unsern lieben Gott 8. Ach Jesu, drücke meinem allein mit rechter Lieb umfassen. Herzen den Sinn der lautern Die Welt vergeht und Gott beEinfalt ein. Reiß aus, ob schon steht; bedenks und laß dich üben, mit tausend Schmerzen, der Welt das ewge Gut zu lieben! ihr Wesen, Tand und Schein! 6. Auch ich will ohne Kreuz Des alten Drachen Bild und Zei- nicht sein. Was Gott schickt, will chen trag ich nicht mehr, drum ich tragen. Schickts doch der laß mich nur der Einfalt Zier liebste Vater mein; sinds doch und Schmuck erreichen: das ist nur kurze Plagen, und wohlgedie neue Kreatur. 3. 3. Wintler. meint! Wer gläubig weint, lebt Kreuz- Lieder. dort in steten Freuden. Ich will mit Christo leiden! Mel. Was Gott thut, das ist. D. Nerreter. 1208. in Chrift kann ohne Mel. Alles ist an Gottes Segen. Kreuz nicht sein. 1209. Fortgekämpft und Drum laß dichs nicht betrüben, fortgerungen, bis wenn Gott versucht mit Kreuz und zum Lichte durchgedrungen muß Bein die Kinder, die ihn lieben. es, bange Seele, sein! Durch die Je lieber Kind, je ernster sind des tiefsten Dunkelheiten kann dich frommen Vaters Schläge; schau, Jesus hinbegleiten; Mut spricht das sind Gottes Wege! er den Schwachen ein. 2. Ein Christ fann ohne Kreuz nicht sein. Gott wills nicht anders haben; auch dieses Lebens Not und Bein sind deines Vaters Gaben. Solls denn so sein, so geh es ein; es kommt von Liebeshänden. Gott wird nichts Böses senden. 2. Bei der Hand will er dich fassen. Scheinst du gleich von ihm verlassen, glaube nur und zweifle nicht! Bete, kämpfe ohne Wanfen; bald wirst du voll Freude danken, bald umgiebt dich Straft und Licht. 3. Bald wird dir sein Antliz 3. Ein Christ fann ohne Kreuz funkeln; hoffe, harre, glaub im nicht sein. Das Kren lehrt flei- Dunkeln, nie gereut ihn seine Big beten, zieht ab vom eitlen Wahl! Er will dich im Glauben Trug und Schein und lehrt zu üben; Gott, die Liebe, kann nur Jefu treten. Drum wirfs nicht lieben; Wonne bald wird deine hin mit schnödem Sinn, wenns Qnal. nun zu dir gekommen; es soll der Seele frommen. 4. Wend von aller Welt die Blicke, schau nicht seitwärts, nicht 4. Ein Christ fann ohne Kreuz zurücke, nur auf Gott und Ewignicht sein. Das muß uns immer feit! Nur zu deinem Jesu wende wecken; w schliefen sonst in Aug und Herz und Sinn und Sünden ein. Wie müßten wir Hände, bis er himmlisch dich ererschrecken, wenn unbereit die freut. Ewigkeit und der Posaunen 5. Aus des Jammers wilden Schallen uns würde überfallen. Wogen hat dich oft herausgezogett Kreuz- Lieder. 767 gen seiner Allmacht treue Hand. alle Ehr und Luft in der ganzen Nie zu kurz ist seine Rechte. Wo Welt bewußt, ei, sie würde mich ist einer seiner Knechte, der bei nicht laben, wenn ich Jesum ihm nicht Rettung fand? nicht sollt haben. 6. Schließ dich ein in deine Kammer; geh und schütte deinen Jammer aus in Gottes Vaterherz. Kannst du gleich ihn nicht empfinden, Worte nicht, nicht Thränen finden, klage schweigend deinen Schmerz! 4. Nun wohlan, er ist mir geben, daß ich mich sein freuen kann. Leiden, Tod, Verdienst und Leben, alles, was er hat gethan, er und was er hat, ist mein, und ich bin auch wieder sein. Teufel, Hölle, Tod und Sünden kann ich durch ihn überwinden. 7. Kräftig ist dein tiefes Schweigen, Gott wird sich als Vater zeigen; glaube nur, daß er dich hört! Glaub, daß Jesus dich vertreten, glaube, daß, was er gebeten, Gott sein Vater ihm gewährt. 8. Drum so will ich nicht verzagen, mich vor Gottes Antlig wagen, flehen, ringen fort und fort. Ja, ich werd ihn überwin- 6. Es ist wahr, ich muß auch den, was ich bitte, werd ich finden. sterben und durch Todesthäler Er beschwörts in seinem Wort. gehn; aber ich soll nicht verderben; ich soll wieder auferstehn. JeMel. Freu dich sehr, o meine Seele. sus hat des Todes Macht durch 1210. Geht, ihr traurigen sein Sterben umgebracht, daß Gedanken, die ihr er mir ein Durchgang worden 5. Es ist wahr, ich bin ein Sünder; aber meines Jesu Blut treibt der Sünden Zahl dahinter und macht mich gerecht und gut. Das gerechte Gotteslamm mußte mich am Kreuzesstamm durch sein heiliges Verdienen bei dem höchsten Gott verfühnen. 3. K. Lavater. mir mein Herz beschwert; flieht zu der Himmelsbürger Orden. aus meiner Sinne Schranken, 7. Es ist wahr, der Satan daß ihr nimmer wiederkehrt! schrecket und ist über mich beWeg mit der Melancholei, ich müht, daß er Angst und Furcht will leben froh und frei; Jesus erwecket, die in mir zusammen wird nach seinem Willen mein zieht; aber ich gedenk daran; betrübtes Herze stillen. Jesus ist der starke Mann, der 2. Was soll ich mich selber krän- den Teufel hat geschlagen, und ten, da mich doch mein Jesus die Hölle Schau getragen. liebt? Ich will stets daran geden- 8. Jesus hat durchaus geſtürten. Satan, du magst sein betrübt; met die verdammte Finsternis; du bist nicht, wie ich getauft, du er beschüßt noch und beschirmet bist nicht, wie ich erkauft; dir ist seine Gläubigen gewiß. Fürchte Christus nicht gestorben, dir ist dich nur nicht, mein Sinn, schlage nichts wie mir erworben. die Gedanken hin! Jesus wird dich wohl erhalten, laß ihn nur 3. Wenn ich sonst gleich alle Schäße, alles Gold und Geld geduldig walten. der Welt gegen diese Ehre sebe, 9. Jesu, meiner Seele Freude, gegen dieses Lösegeld; wär mir gieb mir deinen Freudengeist, der mein 768 Kreuz- Lieder. mein müdes Herze weide, wie die Hilfe nieder, und schallt das dein heilsam Wort verheißt. Ach Amen wieder. mein Hort, benimm mir doch 3. Gott sieht! Wie klaget denn dieses schwere Trauerjoch; laß mein Herz, als seh er nicht mein mich sein in dir zufrieden und Weinen? Vor ihm muß auch zu feiner Zeit geschieden. der tiefste Schmerz ganz offen10. Gieb, daß ich, in dir er bar erscheinen. Kein Thränlein freuet, ein geruhigs Herze hab, fehlt, das er nicht zählt, ja wert welches, durch dich ganz erneuet, und teuer schäßet, ja endlich sich an dir ergöß und lab. Sei mich ergößet. du meiner Seele Hort, und laß 4. Gott führt! So geh ich durch dein heilig Wort deinen immer fort auf allen meinen Geist mich wohl erquicken und Wegen. Und will die Welt durch darinnen dich erblicken. List und Mord mir tausend 11. Laß mich Ungeduld ver- Stricke legen, so pflegt er mich) meiden, die zuweilen sich erregt; zwar wunderlich, doch selig auch laß mich dir zu Ehren leiden, was zu führen, daß mich kein Fall du mir haft auferlegt; laß mich fann rühren. zwingen Fleisch und Blut und 5. Gott giebt! Und wär ich erheben meinen Mut; laß mich noch so arm, doch soll ich nicht dein doch sein und bleiben, und verderben. Was hilft mir denn von dir mich nicht abtreiben. mein steter Harm, als müßt ich 12. Jesu, laß mich ja nicht Hungers sterben? Er hat ja fallen, halte mich in deiner Hand; Brot; und wenn die Not uns laß beständig mich in allem an nach der Wüste weiset, wird man dir bleiben unverwandt. Laß mich auch da gespeiset. alle Angst und Not, alle Furcht, ja selbst den Tod durch dich tröstlich überwinden und des Glaubens Ende finden. 3. G. Dlearius. 6. Gott lebt! Wohlan, ich merke das. Gott hört! Ich wills ihm sagen. Gott sieht! Er setzt den Thränen Maß. Gott führt! Ich darf nicht klagen. Gott giebt und liebt. Nur unbetrübt! Er wird mir endlich geben, auch dort mit ihm zu leben. Benj. Schmold. Mel. Was Gott thut, das ist. 1211. Gott lebt! Was kann ich traurig sein, als wär fein Gott zu finden? Er weiß ja wohl von meiner Bein, die ich hier muß empfinden. Er 1212. Ich hab in guten Mel. Nun ruhen alle Wälder. fennt mein Herz und meinen Stunden des LeSchmerz, so darf ich nicht verza- bens Glück empfunden und Freugen und ihm nur alles flagen. den ohne Zahl; so will ich denn 2. Gott hört, wenn niemand gelassen mich auch in Leiden fashören will! Was will der Feind sen. Welch Leben hat nicht seine denn sprechen, als würde meiner Qual? Seufzer Ziel nicht durch die 2. Ja, Herr, ich bin ein SünWolken brechen. Schrei ich em- der, und stets strafft du gelinpor, so hört sein Ohr, so steigt der, als es der Mensch verdient. Sollt Kreuz- Lieder. 769 Sollt ich, beschwert mit Schul- brechen, muß man leiden in der den, fein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben; nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen banen; du hilfft und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erfennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Not. Still, daß uns auch die Dornen stechen. Es geht alles, wie Gott will. Er hat uns ein Ziel gezeigt, das man nur im Kampf erreicht. Will man hier das Kleinod finden, so muß man erst überwinden. 4. Unser Weg geht nach den Sternen, der mit Kreuzen ist besegt; hier muß man sich nicht entfernen, ob er gleich mit Blut beneßt. Zu dem Schloß der Ewigkeit kommt kein Mensch hin sonder Streit; die in Salems Mauern wohnen, zeigen ihre Dornenkronen. 5. Es sind wahrlich alle Frommen, die des Himmels Klarheit sehn, aus viel Trübsal hergekommen; darum siehet man sie stehn vor des Lammes Stuhl und 6. Ich will dem Kummer weh- Thron, prangend in der Ehrenren, dich durch Geduld verehren, fron, und mit Palmen ausgezieim Glauben auf dich sehn. Ich ret, weil sie glücklich triumphieret. will den Tod bedenken; du, Herr, 6. Gottes Ordnung stehet feste, wirst alles lenken, und was mir gut und bleibt ewig unverrückt: seine ist, wird geschehn... Gellert. C.F. Freund und Hochzeitsgäste werMel. Freu dich sehr, o meine Seele. den nach dem Streit beglückt. 1213. Meine Sorgen, Angst Israel erhält den Sieg nach geund Plagen laufen führtem Kampf und Krieg; Kamit der Zeit zu End; alles Seufzen, naan wird nicht gefunden, wo alles Klagen, das der Herr alleine man nicht hat überwunden. fennt, wird Gott Lob, nicht ewig 7. Darum trage deine Ketten, sein. Nach dem Regen wird ein meine Seel, und dulde dich! Schein von viel tausend Sonnen- Gott wird dich gewiß erretten; blicken meinen matten Geist er das Gewitter leget sich; nach dem quicken. Blik und Donnerschlag folgt ein angenehmer Tag. Auf den Abend folgt der Morgen, und die Freude nach den Sorgen. Halle 1705. In eigener Melodie. 2. Meine Saat, die ich gefäet, wird zur Freude wachsen aus. Wenn die Dornen abgemähet, so trägt man die Frucht zu Haus; wenn ein Wetter ist vorbei, wird 1214. Nur frisch hinein! Es der Himmel wieder frei. Nach dem wird so tief nicht Kämpfen, nach dem Streiten sein, das rote Meer wird dir schon kommen die Erquickungszeiten. Plaß vergönnen. Was jammerst 3. Wenn man Rosen will ab- du, sollt der nicht helfen können, der 49 nach 770 Kreuz- Lieder. nach dem Blitz giebt heitern Sonnenschein? Nur frisch hinein! nur größern Schmerz. Wer sich widerseßet, wird nur mehr ver2. Der Himmelsheld hat einen lezzet; drum Geduld, mein Herz! Weg bestellt, den Niemand weiß. Wirf, mein Sinn, die Sorgen Eh sein Volt sollte sinken, muß hin! Drücket gleich die Last die selbst das Meer auf dieses Hel- Schwachen, Gott wirds doch den Winken zur Mauer sein. wohl machen! Er herrscht im Flutenfeld, der 3. Wer ein Christ will heißen, Himmelsheld. du muß sich auch befleißen, alles 3. Die größte Not zerbricht auszustehn. Mag in Ungewittern der falte Tod. Hindurch, hin- Erd und Himmel zittern, ja zu durch, und folge deinem Führer! Grunde gehn, der steht fest, den Dein Jesus ist der Erd- und Gott nicht läßt. Drum laß alle Meer- Regierer, der schreitet durch Wetter krachen, Gott wirds doch und reißt aus aller Not dich wohl machen! durch den Tod. 4. Auf die Wasserwogen folgt 4. Er ist dein Hirt, der dich ein Regenbogen, und die Sonne nicht lassen wird. Er wird sein blickt. So muß auf das Weinen Schaf auf seinen Achseln tragen. lauter Freude scheinen, die das Es wartet schon auf dich der Engel Herz erquict. Laß es sein, wenn Wagen zum sichern Schuß. Und Angst und Bein mit dir schlafen, ob du dich verirrt, er ist dein Hirt. mit dir wachen; Gott wirds doch 5. Der Christen Stand ist hier wohl machen! also bewandt: Es muß ein Kreuz 5. Kronen sollen tragen, die das andere Kreuze jagen. So des Kreuzes Plagen in Geduld ging es dem, der unser Kreuz ge- besiegt. Fröhlich ausgehalten und tragen am Kreuzesstamm. Es ist Gott lassen walten, das macht kein Kindertand der Christenstand. recht vergnügt. Drum nimm dir, 6. Ach süßer Christ, wenn du o Seele, für, alles Unglück zu nur bei mir bist, so wird sich auch verlachen; Gott wirds doch wohl mit mir mein Leiden enden. Zudir, machen! mein Gott, will ich mich gänzlich wenden und tragen, was mir auferleget ist. Ach, süßer Christ! Mich. Kongeht. 6. Nun soll es verbleiben; ich will mich verschreiben, Gott getreu zu sein. Beides, Tod und Leben, bleibet ihm ergeben; ich bin sein, er mein. Denn mein Drum Mel. Jesu, meine Freude. 1215. Seele, sei zufrieden! Ziel ist, wie Gott will. Was dir Gott be- sag ich in allen Sachen: Gott schieden, das ist alles gut. Treib wirds doch wohl machen! aus deinem Herzen Ungeduld und Schmerzen, fasse frischen Mut. Ist Mel. Alles ist an Gottes Segen. die Not dein täglich Brot; mußt 1216. Unter Leiden prägt der Benj. Schmold. du weinen mehr als lachen: Meister in die SeeGott wirds doch wohl machen! len, in die Geister sein allgeltend 2. Ungeduld und Grämen kann Bildnis ein. Wie er dieses Leiben das Leid nicht nehmen, macht Töpfer, will er auch des künftges Schöp Kreuz- Lieder. 771 Schöpfer auf dem Weg der Leiden ſein. 9. Im Gefühl der tiefsten Schmerzen dringt das Herz zu sei2. Leiden bringt empörte Glie- nem Herzen immer liebender hinder endlich zum Gehorsam wie- an, und um eins nur fleht es sehnder, macht sie Christo unterthan, lich: Mache deinem Tod mich ähndaß er die gebrochnen Kräfte lich, daß ich mit dir leben kann! zu dem Heiligungsgeschäfte sanft und still erneuern kann. 10. Endlich mit der Seufzer Fülle bricht der Geist durch jede 3. Leiden sammelt unsre Sinne, Hülle, und der Vorhang reißt entdaß die Seele nicht zerrinne in zwei. Wer ermisset dann hienieden Bildern dieser Welt; ist wie den, welch ein Meer voll Gotteseine Engelwache, die im innersten frieden droben ihm bereitet sei? Gemache des Gemütes Ordnung hält. 11. Dann ist er bei jenen Scharen, die zu Jesu heimgefahren, 4. Leiden stimmt des Herzens die sein ewges Licht umfließt. Saiten für den Psalm der Ewig- Alle, die uns droben kennen, die keiten, lehrt mit Sehnsucht dort- uns Brüder, Schwestern nennen, hin sehn, wo die selgen Palmen- sein durch ihn von uns gegrüßt! träger mit dem Chor der Harfenschläger preisend vor dem Throne stehn. 12. Jesu, laß zu jenen Höhen, heller stets hinauf uns sehen, bis die letzte Stunde schlägt, da anch uns nach treuem Ringen heim zu dir auf lichten Schwingen eine Schar der Engel trägt! 5. Leiden fördert unsre Schritte, Leiden weiht die Leibeshütte zu dem Schlaf in kühler Gruft; es gleicht einem frohen Boten jenes Karl Fr. Hartmann. Frühlings, der die Toten zum Mel. Erschienen ist der herrlich Tan. Empfang des Lebens ruft. 1217. Was Gott gefällt, mein sh 6. Leiden macht im Glauben gründlich, macht gebeugt, barmherzig, findlich; Leiden, wer ist deiner wert? Hier heißt man dich eine Bürde, droben bist du eine Würde, die nicht jedem widerfährt! Kind, nimm fröhlich an. Stürmit gleich der Wind und braust, dağ alles kracht und bricht, so sei getrost, denn dir geschieht, was Gott gefällt. 2. Der beste Will ist Gottes 7. Brüder, solche Leidensgnade Will. Auf diesem ruht man sanft wird in mannigfachem Grade, und still, da gieb dich allzeit Jesu Jüngern kund gemacht, wenn frisch hinein. Begehre nichts als sie mancher Schmerz durchwühlet, nur allein, was Gott gefällt. wenn sie manchen Tod gefühlet, Nächte seufzend durchgewacht. 3. Der flügste Sinn ist Gottes Sinn. Was Menschen sinnen, 8. Wenn auch die gesunden fället hin, wird plößlich kraftlos, Kräfte zu des guten Herrn Ge- müd und laß, thut oft, was bös schäfte wurden willig sonst ge- und selten das, was Gott gefällt. weiht; o so ifts für fie fein 4. Der frömmste Mut ist GotSchade, daß sie ihres Führers tes Mut, der niemand Arges Gnade läutert in der Prüfungszeit. gönnt und thut. Er segnet, wenn 49* 1113 772 Frenz- Lieder. uns schilt und flucht bie böse| sei, das weiß sein Herz, ist frommi Welt, die nimmer sucht, was Gott gefällt. dabei, der feinem jemals Guts versagt, der Guts gesucht, dem nachgejagt, was Gott gefällt. 14. 3st dem also, so mag die Welt behalten, was ihr wohlgefällt. Du aber, mein Herz, halt genehm und nimm vorlieb mit Gott und dem, was Gott gefällt. 6. Ach, könnt ich fingen, wie 15. Laß andre sich mit stolzem ich wohl im Herzen wünsch und Mut erfreuen über großes Gut; billig soll, so wollt ich öffnen du aber nimm die Kreuzeslast meinen Mund und singen jezo und sei geduldig, wenn du hast, diese Stund, was Gott gefällt. was Gott gefällt. 7. Ich wollt erzählen seinen Rat und übergroße Wunderthat, das süße Heil, die ewge Kraft, die allenthalben wirkt und schafft, was Gott gefällt. 16. Lebst du in Sorg und großem Leid, haft lauter Gram und feine Freud, ei, sei zufrieden; trägst du doch in diesem sauren Lebensjoch, was Gott gefällt. 8. Er ist der Herrscher in der Höh, auf ihm steht unser Wohl und Weh; er trägt die Welt in seiner Hand; hinwieder trägt uns See und Land, was Gott gefällt. 9. Er hält der Elemente Lauf 18. Wirst du veracht von jederund damit hält er uns auch auf, mann, höhnt dich dein Feind und giebt Sommer, Winter, Tag speit dich an, sei wohlgemut! und Nacht, daß alles davon lebt und lacht, was Gott gefällt. 17. Mußt du viel leiden hier und dort, so bleibe fest an deinem Hort; denn alle Welt und Kreatur ist unter Gott, kann nichts als nur, was Gott gefällt. Dein Jesus Christ erhöhet dich, weil in dir ist, was Gott gefällt. 10. Sein Heer, die Sterne, 19. Der Glaub ergreift des Sonn und Mond, gehn ab und Höchsten Huld; die Hoffnung zu, wie sie gewohnt. Die Erd ist fruchtbar, bringt herfür Korn, Öl und Most, Brot, Wein und Bier, was Gott gefällt. bringt und schafft Geduld. Schließ beib in deines Herzens Schrein, so wird dein ewges Erbe sein, was Gott gefällt. 11. Sein ist die Weisheit und 20. Dein Erb ist in dem HimVerstand, ihm ist bewußt und melsthron; da ist dein Zepter, wohl bekannt, sowohl wer Böses Reich und Kron; da wirst du denkt und übt, als auch wer Gutes schmecken, hören, sehn, da wird thut und liebt, was Gott gefällt. ohn Ende dir geschehn, was Gott 12. Sein Häuflein ist ihm lieb gefällt. und wert; sobald es sich zur 5. Das treuste Herz ist Gottes Herz, treibt alles Unglück hinterwärts, beschirmt und schüßzet Tag und Nacht den, der stets hoch und herrlich acht, was Gott gefällt. Paul Gerhardt. Mel. Jesu, meine Freude. Sünde kehrt, so winkt er mit der 1218. Weicht, ihr finstern Baterrut und locket, bis man Sorgen, denn auf wieder thut, was Gott gefällt. heut und morgen sorgt ein andrer 13. Was unserm Herzen dienlich Mann. Laßt mich nur mit Frieden, Trost, Freuden- und Jesus- Lieder. 773 den, dem hab ichs beschieden, der Gottes Lamm, mein Bräutigam, es besser kann. Schreit die Welt untersagt mir alle Sorgen; er gleich immer: Geld! Ich will forgt heut und morgen. Hosianna schreien, glauben und mich freuen. 8. Er hat mich erkaufet, durch. sein Blut getaufet und zu sich be2. Der die Haare zählet, dem tehrt. Ach, wie hat sein Lieben kein Sperling fehlet, der die ihn zu mir getrieben, bis ich ihn Raben speist, der hat mich ge- gehört! Sollt er nun so lieblos schaffen, der bedarf kein Schla- thun? Sollt er eins von seinen fen, der ist nicht verreist. Der Schafen mit Verhungern strafen? den Sohn so lange schon für 9. Nein, er wird mich kleiden, mein Heil dahin gegeben, der ist speisen, tränken, weiden, mein noch am Leben. Versorger sein. Steht er gleich 3. Mir den Erben schenken von ferne, wenn ich warten lerne, und sich doch bedenken, wenns kehrt er bei mir ein. Ist es leer, am Brote fehlt, das ist ohne so giebt er her; und nach überZweifel ein Gedicht vom Teufel, standnen Proben werd ich fröhder die Herzen quält! Zweifelnd lich loben. Herz, begreifft dus nicht? Der sein Kind nicht abgeschlagen, was wird der versagen? 10. Nun, so weicht, ihr Sorgen, denn auf heut und morgen sorgt ein andrer Mann. Ich will 4. Der die Seele speiset, und ruhig bleiben, meine Arbeit treiihr mehr erweiset, als den Wert ben, wie ich immer kann. Christi der Welt; der mir Leib und Blut stärfi meinen Mut und Leben wunderbar gegeben, wun- läßt mich in Not und Plagen derbar erhält; der es kann und nimmermehr berzagen. ders gethan: diesen traget erst E. Gottl. Woltersdorf. zu Grabe, eh ich Mangel habe. Trost-, Freuden- und Je= 5. Wenn ich ihn erkenne und ihn sus- Lieder. dein Nahesein Abba nenne, wie sein Geist mich Mel. Nun bitten wir den heiligen. lehrt, so bin ich, der Sünder, in 1219. Ach, mein Herr Jeht, der Zahl der Kinder, die er bitten hört. Mein Gebet wird nicht verschmäht. Vater heißen, Kinder haben, das erfordert Gaben. bringt großen Frieden ins Herz hinein, und dein Gnadenanblick macht uns so selig, daß auchs Gebeine darüber fröhlich und dankbar wird. 6. Bin ich wert geachtet, daß man den geschlachtet, der mein Bürge war; bringt sein heißes 2. Wir sehn dein freundliches Bluten unschäßbare Fluten mir Angesicht voll Huld und Gnade zur Lösung dar; giebt er sich zum wohl leiblich nicht; aber unfre Fluch für mich: o, so gelt ich Seele fanns schon gewahren: Du ohne Kronen mehr als Millionen. 7. Der für mich gefastet, selten recht gerastet, oft mit Rummer aß; der sich arm gegeben, und im und ganzen Leben Eignes nicht besaß, recht kannst dich fühlbar gnug offenbaren, auch ungesehn. 3. O, wer nur immer, bei Tag Nacht, dein zu genießen wäre bedacht! Der hätte ohnt 774 Trost, Freuden- und Jesus- Lieder. ohn Ende von Glück zu sagen, in meinen Tagen als Gott und und Leib und Seele müßt immer Vater tragen. fragen: Wer ist wie du? 2. Er sah von aller Ewigkeit, 4. Barmherzig, gnädig, gedul- wie viel mir nüßen würde, bedig sein, uns täglich reichlich die stimmte meine Lebenszeit, mein Schuld verzeihn, heilen, stilln und Glück und meine Bürde. Was trösten, erfreun und segnen, und zagt mein Herz? Ist auch ein unfrer Seele als Freund begeg- Schmerz, der zu des Glaubens nen, ist deine Lust. Ehre nicht zu besiegen wäre? 5. Ach, gieb an deinem fostbaren 3. Gott fennet, was mein sperz Heil uns alle Tage vollkommnern begehrt und hätte, was ich bitte, Teil, und laß unsre Seele sich mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, immer schicken, aus Not und wenns feine Weisheit litte. Er Liebe nach dir zu blicken ohn sorgt für mich stets väterlich). Unterlaß. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wille, der geschehe. 6. Und wenn wir weinen, so tröst uns bald mit deiner blutis 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück gen Todsgestalt; ja, die laß uns weit schwerer oft zu tragen, als immer vor Augen schweben und selbst das widrige Geschick, bei dein wahrhaftiges Inunsleben zu dessen Last wir klagen? Die fehen sein. größte Not hebt oft der Tod; 7. Ein herzlichs Wesen und und Ehre, Glück und Habe verKindlichkeit sei unsre Zierde zu läßt mich doch im Grabe. aller Zeit, und die Blutbesprent gung aus deinen Wunden erhalt uns solche zu allen Stunden, bei Freud und Leid. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es feinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück 8. So werden wir bis zum der Seelen. Wer Gottes Nat Himmel ein mit dir vergnügt wie vor Augen hat, dem wird ein die Kindlein sein; muß man gleich gut Gewissen die Trübfal auch die Wangen noch manchmal negen, versüßen. wenn sich das Herz nur au dir ergößen und stillen kann. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit! Wie bald ist sie ver9. Du reichst uns deine durch- schwunden! Was ist das Leiden grabne Hand, die so viel Treue dieser Zeit? Wie bald ists überan uns gewandt, daß wir daran wunden! Hofft auf den Herrn! denkend beschämt dastehen und Er hilft uns gern. Seid fröhunser Auge muß übergehen vor lich, ihr Gerechten! Der Herr Lob und Dank. hilft seinen Knechten. E. F. Gellert. Mel. Wie schön ist unsers Königs. Christ. Gregor. Mel. Was Gott thut, das ist. 1220. Auf Gott und nicht 1221. Du unfer auserwählauf meinen Rat tes Haupt, an welwill ich mein Glücke bauen und ches unsre Seele glaubt, laß uns dem, der mich erschaffen hat, mit in deiner Nägel Mal erblicken ganzer Seele trauen. Er, der die unsre Gnadenwahl, und durch Welt allmächtig hält, wird mich der aufgespaltnen Seite Schrein führ 775 8. Die Seele friegt den neuen Geist, sie glaubt und thut, was Jesus heißt; sie sieht das Lamm mit Augen an, die Gott alleine geben kann, steht auf, bekommt ein unsichtbar Gewand und ist auf einmal mit dem Lamm bekannt. 9. Die Sündenscham und GottesKraft, die machen gleich Genossenschaft, und bleiben immer ungetrennt im Herzen, das den Heiland kennt. Da geht kein guter Wille mehr zurück, denn ihre Arbeit ist ein ewges Glück. 3. So lange eine Menschheit ist, so lange Jesus bleibt der Christ, so bleibe dies das A und Ovom ganzen Evangelio; und daß das Gotteskraft und Weisheit ist, das wißt ihr alle, die ihr Wahrheit wißt. 10. Erst heißt der Freund die Seele ruhn, dann essen und hernach was thun; so übt er ihre 4. Wenn einer von der Mutter Glaubenskraft in einer treuen her vielleicht noch unbescholten Ritterschaft. Sie thut, und wenn wär, und wüßte kaum, was Fleisch sie dann ihr Werk gethan, denkt und Blut, was Geiz sei oder sie gemeiniglich nicht weiter dran. hoher Mut, und in dem allen sich selbst helfen kann, der ist ein blinder und ein armer Mann. Trost, Freuden- und Jesus- Lieder. führ unsre Seele aus und durch und ein. 2. Dies ist das wundervolle Ding: erst dünkts für Kinder zu gering, und dann zerglaubt ein Mann sich dran, und stirbt wohl, eh ers glauben kann. Daran er fennt man hier das kleine Heer, und davon singt man noch am gläsern Meer. 11. Und würde man ja irgendwo der eignen Gnadenarbeit froh, so kommt die heilge Scham her5. Und wer auch in dem Glanz bei, die zeiget uns so mancherlei, des Lichts sich sieht, und sieht, er daß man Gott dankt, wenn man tauge nichts, und geht und greift sich selbst vergißt, und denkt an die Sache an, will eher Guts nichts, als daß ein Heiland ist. thun als er kann, und müht sich 12. Und allin halben geht der selber viel und mancherlei, der Sinn der Gläubigen zur Gnade lernet nie, was ein Erlöser sei. hin, und sinnet, wie er Nacht 6. Wenn aber ein verlornes und Tag dem Bräutigam ges Kind vom Tod erwacht, sich fallen mag, der uns vom ewgen frümmt und windt, und sieht Tode losgemacht und unverdient das Bös' als böse an und glan- zur Seligkeit gebracht. bet, daß es sonst nichts kann, verzagt an sich, es geht ihm eben N. 2. v. Zinzendorf. In eigener Melodie. nah: kaum sieht sich um, so steht 1222. Gott wills machen, daß die Sachen der Heiland da. 7. Wie geht dirs? O, es geht gehen, wie es heilsam ist. Laß nicht gut, ich liege hier in meinem die Wellen immer schwellen, wenn Blut. Da spricht der Menschen- du nur bei Jefu bist. freund: Mein Sohn, nimm hin 2. Wer sich fränket, weil er dendie Absolution und sich mich an, tet, Jesus liege in dem Schlaf, und glaub und stehe auf und freue wird mit Klagen nur sich plagen, dich, und zieh dich an und lauf. daß der Unglaub leide Straf. 3. Du 776 Trost, Freuden- und Jesus- Lieder. 3. Du Verächter! Gott, dein 14. Die da weichen und das Wächter, schläfet ja noch schlum- Zeichen ihres Bräutigams vermert nicht. Zu den Höhen auf schmähn, müssen laufen zu den zusehen, wäre deine Glaubens- Haufen, die zur linken Seite stehn. pflicht. 15. Aber denen, die mit Thrä4. Im Verweilen und im Eilen nen füffen ihres Jesu Joch, wird bleibt er stets ein Vaterherz. Laß die Krone auf dem Throne ihres dein Weinen bitter scheinen, dein Heilands werden noch. Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 16. Amen, Amen! In dem 5. Glaub mur feste, daß das Namen meines Jesu halt ich still. beste über dich beschlossen sei. Es geschehe und ergehe, wie und Wenn dein Wille nur ist stille, wann und was er will! wirst du von dem Kummer frei. J. D. Herrnschmidt. 6. Willst du wanken in Gedan- Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. ken, faß dich in Gelaſſenheit. Laß 1223. Halt im Gedächtnis den sorgen, der auch morgen o Herr ist über Leid und Freud; Mensch, der auf die Erden vont 7. Gottes Hände sind ohn Ende, Thron des Himmels kommen ist, sein Vermögen hat kein Ziel. dein Bruder hier zu werden. VerIsts beschwerlich, scheints ge- giß nicht, daß er dir zu gut, hat fährlich, deinem Gott ist nichts angenommen Fleisch und Blut; zu viel. dank ihm für diese Liebe! 8. Seine Wunder sind der Zunder, da der Glaube Funken fängt. Alle Thaten sind geraten jedesmal, wie ers verhängt. 9. Wenn die Stunden sich gefunden, bricht die Hilf mit Macht herein, und dein Grämen zu beschämen wird es unversehens sein. 10. Eignen Willen zu erfüllen, leidet sichs noch ziemlich wohl; da ist Plage, Not und Klage, wo man leiden muß und soll. 11. Drum wohl denen, die sich sehnen nach der stillen Willensruth. Auf das Wollen fällt dem Sollen 4. Salt im Gedächtnis Jefum die Vollbringungskraft bald zu. Christ, der nach den Leidenszeiten 12. Mehr zu preisen sind die gen Himmel aufgefahren ist, die Weifen, die schon in der Übung Stätt dir zu bereiten, da du stehn, die das Leiden und die Freu sollst bleiben allezeit und sehen den nur mit Hiobs Aug ansehn. seine Herrlichkeit. Dank ihm für 13. Nun, so trage deine Plage diese Liebe! fein getrost und mit Geduld! 5. Halt im Gedächtnis Jesum Wer das Leiden will vermeiden, Christ, der einst wird wiederhäufet seine Sündenschuld. kommen, und sich, was tot und [ e= 2. Halt int Gedächtnis Jesum Christ, der für dich hat gelitten, ja gar am Kreuz gestorben ist, und dadurch hat bestritten Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod, und dich erlöst aus aller Not. Dank ihm für diese Liebe! 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der auch am dritten Tage siegreich vom Tod erstanden ist, befreit von Not und Plage. Bedenke, daß er Fried gemacht und dir das Leben wiederbracht; dant ihm für diese Liebe! 777 Trost, Freuden- und Jesus- Lieder. lebend ist, zu richten vorgenom- beugen sie sich ohne Ende, wie men. O forge, daß du da bestehst falten sie die frohen Hände! und mit ihm in sein Reich eingehst, ihm ewiglich zu danken! 6. Gieb, Jesu, gieb, daß ich dich kann mit wahrem Glauben faffen und nie, was du an mir gethan, mög aus dem Herzen lassen; daß deffen ich in aller Not mich trösten mög und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. 6. O Jesu, daß dein Name bliebe im Grunde tief gedrücket ein! Möcht deine süße Jesusliebe in Herz und Sinn gepräget fein! Im Wort, im Werk, und allem Wesen sei Jesus, und sonst nichts, zu lesen! Gerh. Tersteegen. In eigener Melodie. 1225. Jh laß dich nicht, Ich Cyriacus Günther. In eigener Melodie. du mußt mein Jefus bleiben! Will rauhe Not, 1224. Jch bete an die Macht Welt, Höll und Tod mich aus der festen Burg der Treue treiben, nur her! Ich halte mich, mein starker Held, an dich. Hör, was mein Herze spricht: Du mußt mein Jesus bleiben! Ja Laß dich nicht!:,: der Liebe, die sich in Jesu offenbart; ich geb mich hin dem freien Triebe, mit dem ich Wurm geliebet ward; ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken. 2. Wie bist du mir so zart gewogen, und wie verlangt dein Herz nach mir! Durch Liebe sanft und tief gezogen, neigt sich mein Alles auch zu dir. Du traute Liebe, gutes Wesen, du hast mich, und ich dich erleſen. 2. Jch.laß dich nicht, du allerhöchste Liebe, wenn Zweifel fich setzt wider mich. Ich weiß, wie dich der Liebe Flamme triebe; dn trugest Schuld und Bein. Sollt ich verurteilt sein an jenem Weltgericht? Du allerhöchste Liebe, ich laß dich nicht!:: 3. Ich fühls, du bists; dich muß ich haben; ich fühls, ich muß für 3. Sch laß dich nicht, du füße dich nur sein. Nicht im Geschöpf, Seelenstärke, die mich erlabt, nicht in den Gaben, mein Leben mit Kraft begabt, wenn ich in ist in dir allein. Hier ist die Ruh, mir des Glaubens Schwachheit hier ist Vergnügen, drum folg merke. Macht Krankheit gleich ich deinen selgen Zügen. den Leib durch Schmerzensnächte schwach, so spricht die Seele doch: Du süße Seelenstärke, ich laß dich nicht!:: 4. Für dich sei ganz mein Herz und Leben, mein süßer Gott, und all mein Gut. Für dich hast du mirs nur gegeben, in dir es nur und selig ruht. Hersteller meines schweren Falles, für dich sei ewig Herz und alles! 4. Ich laß dich nicht, du Hilf in allen Nöten! Leg Joch auf Joch, ich hoffe doch, auch wenn es scheint, als wolltest du mich 5. Ehr sei dem hohen Jesus- töten. Machs, wie du willst, namen, in dem der Liebe Quell mit mir, ich weiche nicht vont entspringt, von dem hier alle dir. Verbirg auch dein Gesicht, Bächlein kamen, aus dem der du Hilf in allen Nöten, ich lag Selgen Schar dort trinkt! Wie dich nicht!:,: 5. Ich 778 Trost, Freuden- und Jesus- Lieder. 5. Ich laß dich nicht. ich den Segen laffen? Sollt Mel. Herr Jesu Christ, dich zu. Nein 1226. Ich weiß noch keinen bessern Herrn; was Jesu, nein! du bleibest mein; ich halt dich noch, wenn ich nichts mir gefällt, das thut er gern; doch mehr kann fassen. Nach kurzer weiß ich keinen schlimmern Knecht, Nächte Lauf geht mir der Segen ich mach ihm keine Sache recht. auf von dir, dem Segenslicht. 2. Gott Lob, daß mir mein Sollt ich den Segen lassen? Ich Herr vergiebt und mich aus seilaß dich nicht!:: ner Gnade liebt. Gott Lob, 6. Ich laß dich nicht. Führ daß er mich dulden kann, Gott mich nach deinem Willen! Ich Lob, er nimmt die Sünder an! folge nach durch Wohl und Ach, 3. Drum bleib ich stets bei dein weiser Schluß kann allen diesem Herrn und das von ganKummer stillen. Dir, Jesu, zem Herzen gern. Bei seinem hang ich an, und achte keine Wort, in seinem Blut hats Bahn, wo Dorn und Distel meine Seele ewig gut. sticht. Führ mich nach deinem E. Gottl. Woltersdorf. Willen, ich laß dich nicht!:: In eigener Melodie. 7. Ich laß dich nicht, auch in 1227. Jn dir ist Freude in dem Schoß der Freude; denn allem o bu wenn ich mich seh ohne dich, so süßer Jesu Christ! Durch dich ist die Lust mir eine Wermuts- wir haben himmlische Gaben, weide. Mir graut vor ihrer Kost, du der wahre Heiland bist; hilwenn nicht von deinem Trost fest von Schanden, rettest von mein Herz durchfüßet spricht, Banden; wer dir vertrauet, hat auch in dem Schoß der Freude: wohl gebauet, wird ewig bleiben, Ich laß dich nicht!:,: Halleluja! Zu deiner Güte steht 8. Ich laß dich nicht. Was unser Gemüte; an dir wir fleben will die Hölle schrecken? Herr, im Tod und Leben, nichts kann ich bin dein, wes könnt ich sein, uns scheiden. Halleluja! als dein, mein Gott? Du wirst 2. Wenn wir dich haben, kann mich schüßend decken; mich rei- uns nicht schaden Teufel, Welt, niget dein Blut. Was drohet Sünd oder Tod. Du hafts in denn mit Glut ihr zürnendes Händen, kannst alles wenden, Gesicht? Was will die Hölle wie nur heißen mag die Not. schrecken? Ich laß dich nicht!:,: Drum wir dich ehren, dein Lob 9. Ich laß dich nicht, mein vermehren mit hellem Schalle, Gott, mein Herr, mein Leben! freun uns alle zu dieser Stunde, Mich reißt das Grab von dir Halleluja! Wir jubilieren und nicht ab, der in den Tod du triumphieren, lieben und loben dich für mich gegeben. Du starbst deine Macht dort oben mit Herz aus Liebe mir. Ich sags in Liebe und Munde. Halleluja! Joh. Lindemann. dir, auch wenn mein Herze bricht: Mein Gott, mein Herr, mein Leben, ich laß dich nicht!:,: Wolfg. Chr. Deßler. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 1228. König, dem kein König gleichet, dessen Ruhm 779 Trost, Freuden- und Jesus- Lieder. Ruhm kein Mund erreichet, dem Gehorsam üben, hier mit Ninals Gott das Reich gebühret, gen, Dulden, Streiten, dort mit der als Mensch das Zepter Herrschen, dir zur Seiten! führet, dem das Recht gehört zum Throne, als des Vaters ewgem Sohne, den so viel VollkommenJoh. Jat. Rambach. heiten frönen, zieren und begleiten! 1229. Raß, o Jefu, mir auf 2. Himmel, Wasser, Luft und Erden meinen Ruf Erde, nebst der ungezählten Herd und Gnadenwahl alle Tage fester der Geschöpfe in den Feldern, in werden, daß ich mit der Deinen den Seen, in den Wäldern, sind, 3ahl, die ihr schönes Erbteil Herr, über Tod und Leben, dir können ewig unverwelklich nenzum Eigentum gegeben. Tiere, nen, bis zu dir, durch Gottes Menschen, Geister scheuen, Men- Macht, werd im Glauben durchschensohn, dein mächtig Dräuen. gebracht. 3. In des Gnadesreiches Gren- 2. Bei dir, Jesu, will ich blei= zen sieht man dich am schönsten ben; halte selbst dein schwaches glänzen, wo viel tausend treue Kind, bis durchs selge an dich Seelen dich zu ihrem Haupt er- Gläuben Seel und Leib geheiligt wählen, die durchs Zepter deines sind. Alle Not will ich dir klaMundes nach dem Recht des gen, alles dir ins Herze sagen, Gnadenbundes sich von dir re- bis du endest meinen Lauf, und gieren lassen, und, wie du, das dann hört mein Trauern auf. Unrecht haffen. Chr. Gregor. 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man stets dich loben hören Mel. Jesu, der du meine Secle, oder: Alle Menschen müssen sterben. Mel. Jesus, meine Zuversicht, oder: Meinen Jesum laß ich nicht. von dem himmlischen Geschlechte, 1230. Meine Seele fentet von der Menge deiner Knechte, hin in Gotdie dort ohne Furcht und Grauen tes Herz und Hände, und erwars dein verklärtes Antlig schauen, tet ruhiglich seiner Wege Ziel und die dich unermüdet preisen und dir Ehr und Dienst erweisen. Ende, liegt fein stille, nackt und bloß in des liebsten Vaters Schoß. 5. O Monarch in dreien Rei- 2. Meine Seele murret nicht, chen, dir ist niemand zu ver- ist mit allem wohl zufrieden; gleichen an dem Überfluß der was der eigne Wille spricht, ist Schäße, an der Ordnung der Ge- zum Tode schon beschieden; was sebe, an Vortrefflichkeit der Gaben, die Ungeduld erregt, ist in Christi welche deine Bürger haben. Du Grab gelegt. beschüßest deine Freunde, du bezwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen! Laß mich deinen Schuß genießen, laß mich dich im Glauben füffen, ehren, fürch- 4. Meine Seele grämt sich nicht, ten, loben, lieben, und mich in liebt hingegen Gott im Leiden; Kums 3. Meine Seele sorget nicht, will vielmehr an nichts gedenken, was gleich spißen Dornen sticht, und den Frieden nur kann fränken. Sorgen kommt dem Schöpfer zu; meine Seele sucht nur Ruh. 780 Trost, Freuden- und Jesus- Lieder. Kummer, der das Herze bricht, bin in deiner Seit und Händen. trifft und ängstet nur die Heiden. Wer Gott in dem Schoße liegt, bleibt in aller Not vergnügt. 8. Troß sei nunmehr des Teufels Heer! denn du, du hast gebunden die alte Schlang, die auf mich 5. Meine Seele flaget nicht, drang, mich tötlich zu verwunden. denn sie weiß von keinen Nöten, 9. Troß aller Welt! Hier ist hängt an Gottes Angesicht auch der Held, der für mich ist gestorben, alsdann, wenn er will töten. dadurch er hat die güldne Stadt Wo sich Fleisch und Blut beklagt, des Himmels mir erworben. wird das Freudenlicht verjagt. 10. Herr Jesu Christ, allein 6. Meine Seel ist still zu Gott, du bist mein höchster Schatz auf und die Zunge bleibt gebunden; Erden; ach laß mich nicht, mein also hab ich allen Spott, alle Lebenslicht, von dir geschieden Marter überwunden, bin gleich werden. wie ein stilles Meer, voll von Gottes Preis und Ehr. Joh. Joseph Winkler. Mel. Ach Gott und Herr. 11. Denn du bist mein, und ich bin dein, dir hab ich mich ergeben, in Glück und Freud, in Kreuz und Leid, im Sterben Joh. Neunherz. In eigener Melodie. 1231. Mein Freund ist und im Leben. mein und ich bin 1232. Mein Salomo, dein freundliches Reſein, ihm hab ich mich ergeben. In Freud und Leid bin ich bereit, dir, Jesu, stets zu leben. gieren stillt alles Weh, das mei2. Ich glaub an dich, an dir kleb nen Geist beschwert. Wenn sich ich, und will dich auch nicht lassen, zu dir mein blödes Herze kehrt, bis du mich wirst, du Lebens- so läßt sich bald dein Friedensfürst, mit deiner Gnad umfassen. geist verspüren. Dein Gnaden3. Dein ganz Verdienst ist mein blick zerschmelzet meinen Sinn Gewinnst, dein Höllenangst und und nimmt die Furcht und UnSterben hat mich versöhnt, ja gar ruh von mir hin. gekrönt zu einem Himmelserben. 2. Gewiß, mein Freund giebt 4. Die Kreuzeslaft, die du hier solche edle Gaben, die alle Welt haft für mich auf dich genommen, macht mich befreit von allem Leid, das sonst auf mich gekommen. 5. Für mich hast du dich aus der Ruh in diese Welt gegeben, ja gar in Tod und Höllennot, damit ich möchte leben. mir nicht verschaffen kann. Schau an die Welt, schau ihren Reichtum an, er kann ja nicht die müden Seelen laben. Mein Jesus kanns, er thuts im Überfluß, wenn alle Welt zurücke stehen muß. 3. O süßer Freund, wie wohl 6. Nun werd ich gleich in deis ist dem Gemüte, das im Gefeß nem Reich den frohen Engeln sich so ermüdet hat, und nun zu werden, und sicher sein von aller dir, dem Seelenleben, naht und Pein, von allen Lastbeschwerden. schmeckt in dir die wundersüße 7. Troß sei dem Tod und aller Güte, die alle Angst, die alle Not. Von dir fann mich nichts Not verschlingt und unsern Geist wenden, weil ich forthin verwahret zu sanfter Ruhe bringt. 4. Ge Trost, Freuden- und Jesus- Lieder. 781 4. Gewiß, mein Freund, wenn Fehler sei so groß und schwer in deine Liebeszeichen mein armes mir, der mich von solchem Blick Herz so sänftiglich durchgehn, so der Liebe führ. wird in mir ein reines Licht ent- 10. Wenn meine Schuld mich stehn, durch das ich kann das vor dir niederschläget und deinen Baterherz erreichen, in dem man Geist der Kindschaft in mir dämpft; nichts als nur Bergebung spürt, da wenn das Gesetz mit meinem eine Gnadenflut zur andern führt. Glauben kämpft und lauter Angst 5. Je mehr das Herz sich zu und Furcht in mir erreget, so dem Vater kehret, je mehr es laß mich doch dein Vaterherze Kraft und Seligkeit genießt, daß sehn und neue Straft und Zues dabei der Eitelkeit vergißt, die versicht entstehn. sonst den Geist gedämpfet und beschweret; je mehr das Herz den süßen Vater schmeckt, je mehr wird es zur Heiligkeit erweckt. 6. Der Gnadenquell, der in der Seele fließet, der wird in ihr ein Brunn des Lebens sein, so in das Meer des Lebens quillt hinein und Lebensströme wieder von sich gießet. Behält in dir dies Wasser feinen Lauf, so geht in dir die 1233. Schönster Herr Jeſu, Frucht des Geistes auf. Herrscher aller En 11. So ruh ich nun, mein Heil, in deinen Armen. Du selbst sollst mir mein ewger Friede sein; ich hülle mich in deine Gnade ein. Mein Element ist einzig dein Erbarmen; und weil du mir mein Ein und Alles bist, so ists genug, wenn dich mein Geist genießt. 8. Was dem Geset unmöglich war zu geben, das bringt als dann die Gnade selbst herfür; Chr. Friedr. Richter. In eigener Melodie. 7. Wenn sich in dir des Herren den, Gottes und Mariä Sohn, Klarheit spiegelt, die Freundlich dich will ich lieben, dich will ich feit aus seinem Angesicht, so wird dadurch das Leben angericht, die Heimlichkeit der Weisheit wird entfiegelt, ja selbst dein Herz in solches Bild verklärt und alle Straft der Sünden abgekehrt. ehren, du meiner Seele Freud und Kron. 2. Schön sind die Wälder, schön auch sind die Felder in der schönen Frühlingszeit; Jesus ist schö ner, Jesus ist reiner, der unser traurig Herz erfreut. 3. Schön leucht die Sonne, schön auch leucht der Monde und die sie wirket Luft zur Heiligkeit in Sternlein allzumal; Jesus leucht dir und ändert nach und nach dein ganzes Leben, indem sie dich aus Kraft in Kräfte führt und mit Geduld und Langmut dich regiert. 9. Es müsse doch mein Herz nur Christum schauen! Besuche mich, mein Aufgang aus der Höh, daß ich das Licht in deinem Lichte seh und könne schlechters 1234. So dings der Gnade tranen! Kein schöner, Jesus leucht reiner, als all die Engl im Himmelssaal. 4. All leuchtend Schönheit Himmels und der Erden, ist nur gegen ihn ein Schein. Keiner auf Erden lieber kann werden, als der herzliebste Jesus mein. Mel. Jehovah ist mein Licht und. führst du doch recht selig, Herr, die 782 Trost, Freuden- und Jesus- Lieder. die Deinen, ja selig und doch deinen Augen; was nichts ist, meistens wunderlich. Wie könn- hast du, großer Herr, recht lieb. test du es böse mit uns meinen, Der Worte Bracht und Ruhm da deine Treu nicht kann ver- mag dir nichts taugen, du giebit leugnen sich? Die Wege sind oft die Kraft durch deines Geistes krumm und doch gerad, darauf Trieb. Die besten Werke bringen du läßt die Kinder zu dir gehn, dir kein Lob, sie sind versteckt, der da pflegt es wunderseltsam aus- Blinde geht vorbei; wer Augen zusehn; doch triumphiert zulegt hat, sieht sie doch nicht so frei. dein hoher Rat. Die Sachen sind zu klar, der Sinn zu grob. 2. Dein Geist hängt nie an menschlichen Geseßen, so die Ver- 6. D Herrscher, sei von uns ge nunft und gute Meinung stellt. benedeiet, der du uns tötest und Den Zweifelstnoten kann dein lebendig machst! Wenn uns dein Schwert verlegen und lösen auf, Geist der Weisheit Schat nachdem es dir gefällt. Du reißest leihet, so sehn wir erst, wie wohl wohl die stärksten Band entzwei, du für uns wachst. Die Weis was sich entgegenseßt, muß sinken heit spielt bei uns, wir spielen hin. Ein Wort bricht oft den mit. Bei uns zu wohnen ist ihr allerhärtsten Sinn. Dann geht lauter Lust, die reget sich in deidein Fuß auch durch Umwege frei. ner Baterbrust und gängelt uns 3. Was unsre Klugheit will zu- mit zartem Kinderschritt. fammenfügen, teilt dein Verstand 7. Bald scheinest du gar hart in Ost und Westen aus; was uns anzugreifen, bald fährest du mancher unter Joch und Last will mit uns ganz säuberlich. Ge biegen, feßt deine Hand frei an schiehts, daß unser Sinn sucht der Sterne Haus. Die Welt auszuschweifen, so weist die Zucht zerreißt, und du verknüpfst in uns wieder hin auf dich. Da Straft; sie bricht, du baust; sie gehn wir denn mit blöden Augen baut, du reißest ein. Ihr Glanz hin, du küssest uns, wir sagen muß dir ein dunkler Schatten Bessrung zu; drauf schenkt dein fein; dein Geist bei Toten Kraft Geist dem Herzen wieder Ruh, und Leben schafft. und hält im Zaum den ausge schweiften Sinn. 4. Will die Vernunft, was fromm und selig, preisen, so hast dus 8. Du kennst, o Bater, wohl schon aus deinem Buch gethan; das schwache Wesen, die Ohntwem aber niemand will dies macht und des Herzens Unver Zeugnis weisen, den führst du stand. Man kann uns fast an in der Still selbst himmelan. Den unsrer Stirn ablesen, wie es un Tisch der Pharisäer läßt du schwache Kinder sei bewandt. stehn, und speisest mit den Sün- Drum greifst du zu, und hältst dern, sprichst sie frei. Wer weiß, und trägest sie, brauchst Vaterwas öfters deine Absicht sei? recht und zeigest Muttertreu; wo Wer kann der tiefsten Weisheit niemand meint, daß etwas deine Abgrund sehn? sei, da hegst du selbst dein Schätz 5. Was alles ist, gilt nichts in lein je und je. 9. Al Trost, Freuden- und Jesus- Lieder. 783 9. Also gehst du nicht die ge- nun der Gemeinschaft sich; die meinen Wege; dein Fuß wird selten öffentlich gesehn, damit du sehst, was sich im Herzen rege, wenn du in Dunkelheit mit uns willst gehn. Das Widerspiel legst Geister, die vor dir vollendet grünen, sind meine Brüder und erwarten mich. Wie oft erquicket meinen Geist ein Herz, das dich und mich und alle Christen liebt. du vor Augen dar von dem, was Ists möglich, daß mich etwas du in deinem Sinne hast. Wer noch betrübt? Komm Freudenmeint, er hab den Vorsag recht quell, weich ewig aller Schmerz! Gottfr. Arnold. gefaßt, der wird am End ein Andres oft gewahr. Mel. Gott des Himmels und der. 10. Auge, das nicht Trug 1235. Weicht ihr Berge, noch Heucheln leidet, gieb mir fallt ihr Hügel! der Klugheit scharfen Unterschied, Gottes Gnade weicht mir nicht, der die Natur von Gnade unter und der Friede hat dies Siegel, scheidet, das eigne Licht von deiner daß Gott seinen Bund nicht bricht. Heiterkeit. Laß doch mein thöricht Dieses macht mich unverzagt, Herz dich meistern nicht; brich weil es mein Erbarmer sagt. ganz entzwei den Willen, der sich 2. Das sind Worte für die Blöliebt; erweck die Lust, die sich den, die sind aller Annahm wert. nur dir ergiebt, und tadelt nie Das heißt an die Herzen reden, dein heimliches Gericht. das ist Trost, wie man begehrt. 11. Will etwa die Vernunft dir Gottes Gnade weicht dir nicht, widersprechen und schüttelt ihren weil es dein Erbarmer spricht. Kopf zu deinem Weg, so wollst 3. Hier ist Kraft für alle Müdu ihre Festung niederbrechen, daß den, die so manches Elend beugt. ihre Höh sich nur bei Zeiten legt. Man findt Gnade, man hat FrieKein fremdes Feuer sich in mir den, welcher alles übersteigt. anzünd, das ich vor dich in Thor- Mein Erbarmer, sprich mir du heit bringen möcht, und dir wohl dies in allen Nöten zu. gar sozu gefallen dächt: Ach, selig, 4. Wenn mich meine Sünden wer dein Licht ergreift und findt. schmerzen und der Strafen lange 12. So ziehe mich denn recht Pein, ach so rede meinem Herzen nach deinem Willen, und trag deine Huld und Frieden ein, daß und heg und führ dein armes Kind! Dein innres Zeugnis soll den Zweifel stillen, dein Geist 5. Gieb mir einen starken Glaudie Frucht und Lüste überwind. ben, der dein Wort mit Freuden Du bist mein Alles, denn dein faßt, so kann mir der Tod nicht Sohn ist mein; dein Geist regt rauben, was du mir geschenket sich ganz kräftiglich in mir; ich hast. Auch die Hölle nimmt mir brenne nur nach dir in Liebs- nicht, was mir mein Erbarmer begier. Wie oft erquickt mich spricht. deiner Klarheit Schein. 13. Drum muß die Kreatur mir immer dienen, kein Engel schämt du mir in Jesu Christ ewig ein Erbarmer bist. Phil. Fr. Hiller. Mel. Ringe recht, wenn Gottes. 1236. Wenn doch alle Seedaß 784 Trost, Freuden- und Jesus- Lieder. daß du freundlich bist, und der Fried verspricht, ich werd umZustand wahrer Christen unaus- sonst geliebt. sprechlich selig ist: 10. Umsonst will ich auch lieben 2. Ach, wie würden sie mit dich, mein Gott, mein Trost, Freuden aus der Weltgemeinschaft mein Teil! Ich will nicht denken gehn und bei deinem Blut und mehr an mich, in dir ist all mein Leiden fest und unbeweglich stehn! Heil. E. Gottl. Woltersdorf. 11. Weg, Sünde, bleib mir unMel. Nun sich der Tag geendet hat. bewußt! Kommt dieses Blut ins 1237. Wie bist du mir so Herz, so stirbet alle Sündenluft, innig gut, mein der Sinn geht himmelwärts. Hoherpriester du! Wie teur und 12. O nein, ich will und kann träftig ist dein Blut, es bringt nicht mehr, mein Freund, bemich stets in Ruh. trüben dich; dein Herz verbindt mich allzusehr, ach, bind mich ewiglich! 2. Wenn mein Gewissen zagen will vor meiner Sündenschuld, so macht dein Blut mich wieder 13. Zieh mich in dein versöhnend still, sest mich bei Gott in Huld. Herz, mein Jesu, tief hinein; laß 3. G giebet dem bedrückten es in aller Not und Schmerz Sinn Freimütigkeit zu dir, daß mein Schloß und Zuflucht sein! ich in dir zufrieden bin, wie arm 14. Kommt groß und kleine ich bin in mir. Sünder doch, die ihr mühselig seid, dies liebend Herz steht offen noch, 4. Hab ich gestrauchelt hie und da und will verzagen fast, so das euch von Sünd befreit! spür ich dein Versöhnblut nah, Gerh. Tersteegen. In eigener Melodie. bas nimmt mir meine Last. 5. Es fänftigt meinen tiefen 1238. Wie wohl ist mir, o Freund der SeeSchmerz durch seine Balsamfraft: es stillet mein geängstet Herz und neuen Glauben schafft. len, wenn ich in deiner Liebe ruh. Ich steige aus der Schwermut Höhlen und eile deinen Armen 6. So senkt sich denn mein blöder Sinn in deine Wunden ein; zu. Da muß die Nacht des da ich dann ganz vertraulich bin, Trauerns scheiden, wenn mit so mein Gott, wie kann es sein? angenehmen Freuden die Liebe 7. Ich hab vergessen meine strahlt aus deiner Brust. Hier Sünd, als wär sie nie geschehn. ist mein Himmel schon auf ErDu sprichst: Sei still in mir, den. Wer wollte nicht vergnüget mein Kind, du mußt auf dich werden, der in dir suchet Ruh nicht sehn! und Luft? 8. Wie kann es sein? Ich sag 2. Die Welt mag meine Feines noch, Herr, ist es auch Be- din heißen; es sei also. Ich tran trug? Ich großer Sünder hab ihr nicht, wenn sie mir gleich will ja doch verdienet deinen Fluch. Lieb erweisen bei einem freund9. Nein, Jesu, du betrügest lichen Gesicht. In dir vergnügt nicht, dein Geist mir Zeugnis sich meine Seele, du bist mein giebt; dein Blut mir Gnad und Freund, den ich erwähle; du bleibst mein Trost, Freuden- und Jesus- Lieder. 785 mein Freund, wenn Freundschaft| Güte des Himmels süßen Vorweicht. Der Welthaß kann mich schmack sein. Weg, Welt, mit allen doch nicht fällen, weil in den Schmeicheleien! Nichts kann, als stärksten Unglückswellen mir deine Jesus, mich erfreuen. O reicher Treu den Anfer reicht. Trost: Mein Freund ist mein! Wolfg. Chr. Deßler. 3. Will mich des Moses Eifer drücken, blißt auf mich des Geseßes Weh, droht Straf und Hölle meinem Rücken, so steig ich gläubig in die Höh und flich in deine Seitenwunden; da hab ich schon den Ort gefunden, wo mich fein Fluchstrahl treffen fann. Tritt alles wider mich zusammen, du bist mein Heil, wer will berdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 1239. Wunderanfang, herrlich Ende, wo die wunderweisen Hände Gottes führen ein und aus! Wunderweislich ist sein Raten, wunderherrlich feine Thaten, und du sprichst: Wo wills hinaus? 2. Denke doch, es muß so gehen, was Gott weislich heißt geschehen, ihm und dir zur Herrlichkeit. Ob 4. Führst du mich in die Kreuzes- der Anfang seltsam scheinet, ist wüsten, ich folg und lehne mich das End doch gut gemeinet. auf dich; du nährest aus den Friede folget nach dem Streit! Wolkenbrüsten und labest aus 3. Gottes Weg ist in den Flüssen dem Felsen mich. Ich traue und in großen Wassergüssen, und deinen Wunderwegen, sie enden du spürst nicht seinen Fuß. So sich in Lieb und Segen; genug, auch in dem Meer der Sorgen wenn ich dich bei mir hab. Ich hält Gott seinen Pfad verborgen, weiß, wen du willst herrlich zieren daß man nach ihm suchen muß. und über Sonn und Sterne führen, 4. In den ungegründten Gründen führest du zuvor hinab. den, wo nur tiefer Schlamm zu 5. Der Tod mag andern düster finden, im Angst-, Kreuz- und scheinen, mir nicht, weil Seele, Todesmeer sieht man oft die Herz und Mut in dir, der du Christen schwimmen und sich im verläsfest feinen, o allerliebstes Versinfen frümmen, als obs schon Leben, ruht. Wen kann des Weges verloren wär. End erschrecken, wenn er aus 5. Kein Besinnen kann ersinnen, mördervollen Strecken gelanget wo man könne Hilf gewinnen, in die Sicherheit? Mein Licht, die Vernunft ist hier zu blind; so will ich auch mit Freuden aus ihre halb gebrochnen Augen nicht dieser finstern Wildnis scheiden in das Verborgne taugen, dem zu deiner Ruh der Ewigkeit. fie allzu blöde sind. 6. Wie ist mir dann, o Freund 6. Weil der Herr im Dunkeln der Seelen, so wohl, wenn ich wohnet, und sein Reich im Trauen mich lehn auf dich! Mich kann thronet, da man glaubt, ob man Welt, Not und Tod nicht quälen, nicht sieht, bleibt die Sorge wohl weil du, mein Gott, vergnügest beim Sorgen. Wer nicht tranen mich. Laß solche Ruh in dem Ge- will auf morgen, dem auch keine müte nach deiner unumschränkten Hilfe blüht. 7. Gott 50 786 7. Gott muß man in allen Sachen, weil er alles wohl kann machen, End und Anfang geben frei; er wird, was er angefangen, lassen so ein End erlangen, daß es wunderherrlich sei. Lob- und Dank- Lieder. Damit ich sag bis in den Tod: Durch Christi Blut hilft mir mein Gott; er hilft, wie er geholfen! emilie Juliane, Gräfin von Schwarzburg: Rudolstadt. Mel. O daß ich tausend Zungen. 8. Fähret er mit dir im Schref= 1241. Geht hin, ihr gläuten durch die Dornen, durch die Hecken, über Stock und über ins weite Feld der Ewigkeit; erStein, Berg und Thal und Fel- hebt euch über alle Schranken fentlüften, Feuer, Wasser und in der alten und der neuen Zeit. Lüften, und was mehr kann schrecklich sein: Erwägt, daß Gott die Liebe sei, die ewig alt und ewig neu. 9. So laß dir doch nimmer 2. Der Grund der Welt war grauen, lerne deinem Gott ver- nicht geleget, der Himmel war trauen, sei getrost und guten noch nicht gemacht, so hat Gott Muts! Er fürwahr, er wird es schon den Trieb geheget, der mir führen, daß dus wirst am Ende das Beste zugedacht. Als ich noch spüren, wie er dir thut lauter Guts. nicht geschaffen war, da reicht ee 10. Du wirst an den Fingern mir schon Gnade dar. Lob- und Dank- Lieder. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 1240. Bis hieher hat mich zählen und nicht vor der Welt 3. Sein Ratschluß war, ich sollte verhehlen, was die blinde Welt leben durch seinen eingebornen nicht fennt. Er wird dir dein Sohn, den wollt er mir zum MittKreuz versüßen, daß du wirst ler geben, den macht er mir zum bekennen müssen: Wunderanfang, Guadenthron; in dessen Blute sollt herrlich End! Heinr. A. Stockfleth. ich rein, geheiliget und selig sein. 4. O Wunderliebe, die mich wählte vor allem Anbeginn der Welt und mich zu ihren Kindern Gott gebracht durch zählte, für welche sie das Reich feine große Güte, bis hieher hat bestellt! O Baterhand, o Gnaer Tag und Nacht bewahrt Herz dentrieb, der mich ins Buch des und Gemüte. Bis hieher hat er Lebens schrieb! mich geleit, bis hieher hat er mich 5. Wie wohl ist mir, wenn mein erfreut, bis hieher mir geholfen. Gemüte hinauf zu dieser Quelle 2. Hab Lob, hab Ehr, hab Preis steigt, von welcher sich ein Strom und Dank für die bisherge Trene, der Güte zu mir durch alle die du, o Gott, mir lebenslang Zeiten neigt, daß jeder Tag sein bewiesen täglich neue! In mein Zeugnis giebt: Gott hot mich je Gedächtnis schreib ich an: Der und je geliebt! Herr hat Groß's an mir gethan, 6. Wer bin ich unter Millionen bis hieher mir geholfen! der Kreaturen seiner Macht, die 3. Hilf ferner weit, mein treuster in der Höh und Tiefe wohnen, Hort, hilf mir zu allen Stunden; daß er mich bis hieher gebracht? hilf mir an all und jedem Ort, Ich bin ja nur ein dürres Blatt, hilf mir durch Jesu Wunden! ein Staub, der keine Stätte hat. 7. Ja Lob- und Dank- Lieder. 7. Sa freilich bin ich zu geringe 3. Selig, ja der herzlichen Barmherzigkeit, womit, o Schöpfer aller Dinge, mich deine Liebe stets erfreut. Ich bin, Vater, selbst nicht mein; dein bin ich, Herr, und bleibe bein. 8. Im sichern Schatten deiner Flügel find ich die ungestörte Ruh. Der feste Grund hat dieses Siegel: Wer dein ist, Herr, den tennest du. Laß Erd und Himmel untergehn, dies Wort der Wahrheit bleibet stehn. 9. Ach könnt ich dich nur besser ehren, welch edles Loblied stimmt ich an! Es sollten Erd und Himmel hören, was du, mein Gott, an mir gethan. Nichts ist so köstlich, nichts so schön, als, höchster Bater, dich erhöhn. 10. Doch nur Geduld! Es kommt die Stunde, da mein durch dich erlöster Geist im höhern Chor mit frohem Munde dich, schönste Liebe, schöner preist. Drum eilt mein Herz aus dieser Zeit und sehnt sich nach der Ewigkeit. J. Gottfr. Heermann. 787 selig ist der zu nennen, des Hilfe der Gott Jakobs ist; welcher vom Glauben sich nichts läßt trennen und hofft getroft auf Jefum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rat und That. Halleluja! Halleluja! 4. Dieser hat Himmel und Meer und Erden und was darinnen ist, gemacht; alles muß pünktlich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Halleluja! Halleluja! 5. Zeigen sich welche, die Unrecht leiden, er ists, der ihnen Recht verschafft. Hungrigen will er zur Speis bescheiden, was ihnen dient zur Lebenskraft. Die hart Gebundenen macht er frei, und seine Gnad ist mancherlei. Halleluja! Halleluja! 6. Sehende Augen giebt er den Blinden, erhebt, die tief gebeuget gehn. Wo er kann einige Fromme finden, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsicht ist der Fremden Truß, Witwen und In eigener Melodie. 1242. Robe den Herren, o Waisen hält er Schuß. Halleluja! Halleluja! meine Seele! Ich will ihn loben bis in den Tod. 7. Aber der Gottesvergeßnen Weil ich noch Stunden auf Erden Tritte fehrt er mit starker Hand zähle, will ich lobsingen meinem zurück, daß sie nur machen verGott. Der Leib und Seel ge- fehrte Schritte und fallen selbst geben hat, werde gepriesen früh in ihre Strick. Der Herr ist Köund spat. Halleluja! Halleluja! nig ewiglich. Zion, dein Gott, 2. Fürsten sind Menschen, vom sorgt stets für dich! Halleluja! Weib geboren, und kehren um zu Halleluja! ihrem Staub; ihre Anschläge find auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil denn kein Mensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hilfe an. Hallelnja! Halleluja! 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen des, der so große Wunder thut! Alles, was Ödem hat, rufe Amen, und bringe Lob mit frohem Mut! Ihr Kinder Gottes, lobt und preift Bater 50* und 788 und Sohn und heiligen Geist. Halleluja! Halleluja! 3. D. Herrnschmidt. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu. 1243.Nun jauchz dem Her ren alleWelt, fomint her, zu seinem Dienst euch stellt! Kommt mit Frohlocken, fäumet nicht, kommt vor sein heilig Angesicht. 2. Erkennet, daß Gott unser Herr, der uns erschaffen ihm zur Ehr, und wir nicht selbst; durch Gottes Gnad ein jeder Mensch sein Leben hat. 3. Er hat uns ferner wohl be dacht und uns zu seinem Bolt gemacht, zu Schafen, die er ist bereit zu führen stets auf gute Weid. 4. Die ihr nun wollet bei ihm fein, kommt, geht zu seinen Thoren ein mit Loben durch der Pfalmen Klang, zu seinem Vorhof mit Gesang! Lob- und Dank- Lieder. 2. Der Herr regieret über die ganze Welt; was sich nur rühret, ihm auch zu Fuße fällt. Viel tausend Engel um ihn schweben, Pfalter und Harfe ihm Ehre geben. 3. Wohlauf, ihr Heiden, lasset das Trauern sein! Auf grünen Weiden stellet euch willig ein! Da läßt er uns sein Wort vertünden, machet uns ledig von allen Sünden. 4. Er giebet Speise reichlich und überall; nach Vaterweise sättigt er allzumal. Er giebet früh und späten Regen, füllet uns alle mit seinem Segen. 6. Er ist voll Güt und Freundlichkeit, voll Treu und Lieb zu jeder Zeit; sein Gnade währet dort und hier und seine Wahrheit für und für. 7. Gott Vater in dem höchsten Thron, und Jesus Christ, sein einger Sohn, samt Gott dem werten heilgen Geist sei nun und immerdar gepreist! David Denicke. In eigener Melodie. 5. Drum preis und ehre Gottes Barmherzigkeit, sein Lob vermehre, werteste Christenheit! Uns foll hinfort tein Unfall schaden. Freue dich, Israel, seiner Gnaden! M. U. Löwenstern. Mel. Wunderbarer König. 5. Erhebet Gott, lobfinget ihm, 1245. Unumschränkte Liebe, gönne blöden Augen, rühmt seinen Nam mit lauter Stimm! Lobsingt und lobet alle samt! Gott loben, das ist unser Amt. die sonst kaum auf Erden taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmut blicken, die den Erdkreis wärmend schmücken und zugleich freudenreich Bösen und den Deinen mit der Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplaß deiner Güte. Deiner Langmut Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. D, wie weit, o, wie breit über Berg und Hügel streckt sie ihre Flügel! 1244. un preiset alle Gottes Barm3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten herzigkeit! Lob ihn mit Schalle, nur zu nennen. Tag für Tag zu werteste Christenheit! Er läßt leiden, Tag für Tag zu duldich freundlich zu sich laden. Freue den so viel Millionen Schulden, dich, Israel, seiner Gnaden! und dazu ohne Ruh lieben für das Lob- und Tank- Lieder. das Hassen! Herr, wer kann das fassen? 4. Du vergiebest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, Legt die Pfeile gerne nieder, obwohl doch immer noch neue Schuld sich reget, wenn dein Zorn sich leget. 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht empfangen. Wer zu deinen Füßen sich mit Thränen jenket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen. E. F. Gellert. deine Macht, die Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz. 1247. Wie groß ist des Allmächtgen Güte! 6. König, sei gepriesen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken lohnest! Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret, und mit Ruhm das Zepter führet! Fahre fort, Zions Hort, Langmut auszuüben und die Welt zu lieben! Joh. Jakob Rambach. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 1246. Wenn ich, Schöpfer, Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege: so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben foll, mein Gott, mein Herr und Bater! 789 der Erden auf, mit Vorrat uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen. 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoß Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, der mit verhärtetem Gemüte den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen; vergiß mein Herz auch seiner nicht! 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmut mich geleitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer 790 Lob- und Dank- Lieder. Wer läßt mich so viel Guts ge- und Schwerter und ihr Mord. nießen? Jsts nicht sein Arm, der Wohlauf, und nimm nun wieder alles schafft? dein Saitenspiel hervor, o Deutsch3. Schau, o mein Geist, in jenes land, singe Lieder im hohen, Leben, zu welchem du erschaffen vollen Chor! Erhebe dein Gebist, wo du, mit Herrlichkeit um- müte zu deinem Gott und sprich: geben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, durch Gottes Güte find fie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. Herr, deine Gnad und Güte bleibt dennoch ewiglich! 2. Wir haben nichts verdienet, als schwere Straf und großen 3orn, weil stets noch bei uns grünet der freche, schnöde Sünden4. Und diesen Gott sollt ich nicht dorn. Wir sind fürwahr geschlagen ehren, und seine Güte nicht ver- mit harter, scharfer Rut, und stehn? Er sollte rufen, ich nicht dennoch muß man fragen: Wer hören, den Weg, den er mir zeigt, ists, der Buße thut? Wir sind nicht gehn? Sein Will ist mir und bleiben böse; Gott ist und ins Herz geschrieben, sein Wort bleibet treu, hilft, daß sich bei bestärft ihn ewiglich. Gott soll uns löse der Krieg und sein Geschrei. ich über alles lieben, und meinen Nächsten gleich als mich. 3. Sei tausendmal willkommen, du teure, werte Friedensgab! 5. Dies ist mein Dant, dies ist Jetzt sehn wir, was für Frommen sein Wille; ich soll vollkommen dein Beiunswohnen in sich hab. sein wie er. Stell, daß ich dies Gebot erfülle, o Gott, dein Bildnis in mir her! Lebt deine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht, und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir dieSünde nicht. 6. In dir hat Gott versenket all unser Glück und Heil. Wer dich betrübt und fränket, der drückt sich selbst den Pfeil des Herzleids in das Herze, und löscht aus Unverstand die güldne Freudenterze mit seiner eignen Hand. Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein! Sie stärk in mir die from men Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie befieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. 4. Das drückt uns niemand besser in unsre Seel und Herz hin= ein, als ihr zerstörten Schlösser und Städte voller Schutt und Stein, ihr vormals schönen Felder, mit frischer Saat bestreut, jeßt aber lauter Wälder und dürre wüste Haid, ihr Gräber voller Leichen und blutger Helden Schweiß, der Helden, deren Gleichen auf Erden man nicht weiß. 5. Hier trübe deine Sinnen, 0 Mensch, und laß den Thränenerschollen das edle bach aus beiden Augen rinnen; Fried und Freudenwort, daß geh in dein Herz und denke nach! nunmehr ruhen sollen die Spieß Was Gott bisher gesendet, das E. F. Gellert. Friedenslied. Mel. Nun lob, mein Seel, den 1248. Gott Sob! nun ist haft Erntedanklieder. 791 hast du ausgelacht; nun hat er und durch verborgnes Sorgen sich gewendet und väterlich be- zum Beten uns gebracht. dacht, vom Grimm und scharfen 5. O allerliebster Vater, du hast Dringen zu deinem Heil zu ruhn, viel Dank verdient; du mildester ob er dich möchte zwingen mit Berater machst, daß uns Segen Lieb und Gutesthun. grünt. Wohlan, dich loben wir 6. Ach laß dich doch erwecken! für abgewandten Schaden, für Wach auf, wach auf, du harte viel und große Gnaden, Herr Welt, eh als der letzte Schrecken Gott, wir danken dir! dich schnell und plößlich überfällt! Wer aber Christum liebet, sei unerschrocknen Muts, der Friede, den er giebet, bedeutet alles Guts. Er will die Lehre geben: Das Ende naht herzu; da sollt ihr bei Gott leben in ewgem Fried und Ruh. 6. Zum Danke kommt das Bitten: Du wollest, frommer Gott, vor Feuer uns behüten und aller andern Not. Gieb friedenvolle Zeit, erhalte deine Gaben, daß wir uns damit laben; regier die Obrigkeit. Paul Gerhardt. Erntedanklieder. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 1249. Die ie Ernt ist nun zu 7. Besonders laß gedeihen dein reines, wahres Wort, daß wir uns dessen freuen und auch an unserm Ort dies gute Samenfromme Leute sein. Ende, der Segen forn verlangte Früchte bringe, eingebracht, woraus Gott alle und wir in allem Dinge recht Stände fatt, reich und fröhlich macht. Der alte Gott lebt noch; man kann es deutlich merken an so viel Liebeswerken, drum preisen wir ihn hoch. 8. Gieb, daß zu dir uns lenket, was du zum Unterhalt des Leibes hast geschenket; daß wir dich mannigfalt in deinen Gaben sehn, mit Herzen, Mund und Leben dir Dank und Ehre geben. O laß 2. Wir rühmen seine Güte, die uns das Feld bestellt und oft ohn unsre Bitte gethan, was uns es doch geschehn! gefällt, die immer noch geschont, 9. Kommt unsres Lebens Ende, ob wir gleich gottlos leben, die so nimm du unsern Geist in deine Fried und Ruh gegeben, daß Vaterhände, da er der Ruh gejeder sicher wohnt. neußt; da ihm kein Leid bewußt, so ernten wir mit Freuden, nach ausgestandnem Leiden, die Garben voller Lust. Gottfr. Collmann. Mel. O, daß ich tausend Zungen. daß doch bei der 3. Zivar manchen schönen Segen hat böses Thun verderbt, den wir auf guten Wegen noch hätten sonst geerbt; doch hat Gott mehr gethan aus unverdienter Güte, 1250. als Mund, Herz und Gemüte reichen Ernte, wonach Würden rühmen kann. mit du, Höchster, uns erfreust, 4. Er hat sein Herz geneiget, ein jeder froh empfinden lernte, uns Sünder zu erfreun, genug- wie reich du, uns zu segnen, sam sich bezeiget durch Regen, seist; wie gern du unsern Mangel Sonnenschein. Wards aber nicht stillst und uns mit Speis und geacht, so hat er sich verborgen, Freud erfüllst. 2. Du 792 Königs- Geburtstag. 2. Du siehst es gern, wenn deiner du aber teilest deine Gaben, recht Güte, o Vater, unser Herz sich wie ein Vater drinnen aus. Dein freut, und ein erkenntliches Ge- Segen macht uns alle reich; ach müte auch das, was du für diese lieber Gott, wer ist dir gleich? Zeit uns zur Erquickung hast bestimmt, mit Dank aus deinen Händen nimmt. 2. Wer kann die Menschen alle zählen, die heut bei dir zu Tische gehn? Doch muß die Notdurft 3. So kommt denn, Gottes Huld keinem fehlen, denn du weißt zu feiern, kommt, Christen, laßt allen vorzustehn und schaffeſt, uns seiner freun, und bei den an- daß ein jedes Land sein Brot gefüllten Schenern dem Herrn befommt aus deiner Hand. der Ernte dankbar sein! Ihm, 3. Du machst, daß man auf der uns stets Versorger war, Hoffnung fäet, und endlich auch bringt neuen Dank zum Opfer dar! die Frucht genießt. Der Wind, 4. Nimm gnädig an das Lob der durch die Felder wehet, die der Liebe, das unser Herz dir, Wolke, so das Land begießt, des Bater, weiht. Dein Segen mehr Himmels Tau, der Sonnenstrahl in uns die Triebe zum thätgen sind deine Diener allzumal. Dank, zur Folgsamkeit, daß Preis für deine Batertreu auch unfer ganzes Leben sei. 4. Und also wächst des Menschen Speise, der Acker selbst wird ihm zum Brot; es mehret sich vielfältger Weise, was anfangs schien, als wär es tot, bis in der Ernte jung und alt erlanget seinen 5. Du nähreft uns bloß aus Erbarmen. Dies treib auch uns zum Wohlthun an. Nun sei auch gern ein Trost der Armen, der Unterhalt. ihren Mangel stillen kann. Herr, der du aller Vater bist, gieb jeden was ihm nüßlich ist. 6. Thu deine milden Segens hände, uns zu erquicken, ferner auf. Versorg uns bis an unser Ende, und mach zu unserm Lebenslauf uns dir im kleinsten auch getreu, daß einst uns größer Glüc erfreu. 7. Bewahr uns den geschenkten Segen; gieb, daß uns sein Genuß gedeih, und unser Herz auch seinetwegen dir dankbar und ergeben sei. Du, der uns täglich nährt und speist, erquid auch ewig unsern Geist! 5. Nun, Herr, was soll man erst bedenken? Der Wunder hier sind gar zu viel. So viel', als du, fann niemand schenken, und dein Erbarmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr beschert, als wir zusammen alle wert. Mel. O, daß ich tausend Zungen. 1251. 6. Wir wollens, Herr, feinmal vergessen, was uns dein Segen träget ein. Ein jeder Bissen, den wir essen, soll deines Namens Denkmal sein; und Herz und Mund soll lebenslang für unfre Nahrung sagen Dank. Caspar Neumann. Königs. Geburtstag. Mcl. Freu dich sehr, o meine Seele, oder: Werde munter mein Gemüte. Gott, von dem wir 1252. Vater, kröne du mit alles haben, die Segen unsern König Welt ist ein sehr großes Haus; und sein Haus; führ durch ihn auf Sterbe- und Begräbnis- Lieder. 793 Erden, auch in unserm Lande aus, daß wir deine Bürger werden, ziehen in dein Vaterhaus! Frieden und Gerechtigkeit gieb uns, Gott, zu aller Zeit! Sei du deinent Bolfe gnädig! Segne, segne unsern König! With. Hüliemann. Sterbe- und BegräbnisLieder. auf deinen Wegen herrlich deinen Ratschluß aus! Deiner Kirche sei er Schuß, deinen Feinden biet er Truß. Sei du dem Gesalbten gnädig! Segne, segne unsern Stönig! 2. Rüst ihn mit des Glaubens Schilde, reich ihm deines Geistes Schwert, daß Gerechtigkeit und Milde ihm des Friedens Heil gewährt. Mach ihm leicht die schwere Last, die du auferlegt ihm haſt; ſei in Jeſudu ihm gnädig! 1253. Die Herrlichkeit der Schüße, segne unsern König! 3. Sammle um den Thron die Treuen, die mit Rat und frommem Flehn fest in deiner Streiter Reihen für des Landes Wohl fahrt stehn. Baue um den Königsthron eine Burg, o Gottessohn! Sei du ihm auf ewig gnädig; leite, segne unsern König! In eigener Melodie, oder: Nun ruhen alle Wälder. und Asche werden; fein Fels, kein Erz bestehn. Das, was uns fann ergößen, was wir für ewig schätzen, wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir unsterblich ach= ten, ist nur ein falscher Wahn. 4. Nähre du die heilge Flamme, Sobald der Geist gewichen und die das Herz des Volks erucut, dieser Mund erblichen, fragt daß es unserm Stönigsstamme teiner, was wir hier gethan. Liebe bis zum Tode weiht! Ju 3. Es hilft nicht Kunst, noch der Zeiten langer Nacht hast du Wissen, wir werden hingerissen über ihn gewacht, du erhieltest ohn einen Unterschied. Was nußt ihn uns gnädig! Segne, segne der Schlösser Menge? Dem hier unsern König! die Welt zu enge, dem wird ein 5. Fürchtet Gott, den König enges Grab zu weit. ehret! Das, o Herr, ist dein Ge- 4. Dies alles wird zerrinnen, bot, und du hast es selbst be was Müh und Fleiß gewinnen, währet, warst gehorsam bis zum und saurer Schweiß erwirbt. Tod. Wer dich liebt, der folget Was Menschen hier besitzen, kann dir, drum, so beten alle wir: Bor für den Tod nichts nügen; dies dem Bösen schüß uns gnädig, alles stirbt uns, wenn man stirbt. Gott, erhalte unsern König! 5. Ist eine Lust, ein Scherzen, 6. Gieb uns Mut in den Ge- das nicht ein heimlich Schmerzen fahren, wenn der Feind uns ernst mit Herzensangst vergällt? Was bedroht, daß wir Treue dann be- ists, womit wir prangen? Wo wahren, gehen freudig in den wirst du Ghr erlangen, die nicht Tod. Du bist unser Siegspanier; in Hohn und Schmach zerfällt? Gott mit uns, so siegen wir. 6. Was pocht man auf die Deine Treuen frönst du gnädig. Throne, da keine Macht noch Segne, segne unsern König! Krone kann unvergänglich sein? Es mag vom Toten- Reihen kein Sep7. Breite, Herr, dein Reich auf 794 Sterbe- und Begräbnis- Lieder. 3 pter sich befreien, kein Pur-| muß es doch wie Sand zergehn, pur, Gold, noch edler Stein. 7. Wir rechnen Jahr auf Jahre; indessen wird die Bahre uns vor die Thür gebracht. Drauf müssen wir von hinnen und, eh wir uns befinnen, der Erde sagen gute Nacht. wenn die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl, laß mich nun in Frieden scheiden! Deine Hoffnung, ach, ist hohl, deine Freuden selber leiden, deine Schönheit Unbestand, eitel Wahn und Trug und Land. 8. Auf, Herz, wach und be- 5. Darum lezte gute Nacht, denke, daß dieser Zeit Geschenke Sonn und Mond und liebe den Augenblick nur dein! Was Sterne! Fahret wohl mit eurer du zuvor genoffen, ist wie ein Pracht, denn ich reis in weite Strom verflossen; was fünftig, Ferne, reise hin zu jenem Glanz, wessen wird es sein? worin ihr verschwindet ganz. 9. Verlasse Welt und Ehre, Furcht, Hoffen, Gunst und Lehre, und geh den Herren an, der im mer König bleibet, den keine Zeit vertreibet, der einzig selig machen kann! 6. Die ihr nun in Trauer geht, fahret wohl, ihr lieben Freunde! Was von oben niederweht, tröstet ja des Herrn Gemeinde. Weint nicht ob dem citlen Schein, droben nur kann ewig sein! 7. Weinet nicht, daß mun ich 10. Wohl dem, der auf ihn trauct! Der hat recht fest ge- will von der Welt den Abschied banet; und ob er hier gleich nehmen; daß ich aus dem Irrfällt, wird er doch dort bestehen tum will, aus den Schatten, und nimmermehr vergehen, weil aus den Schemen, aus dem Eitihn die Stärke selbst erhält. len, aus dem Nichts, hin ins Land des ewgen Lichts! Vudreas Griphias. 8. Weinet nicht! Mein süßes Heil, meinen Heiland hab ich funden und ich habe auch mein Teil in den warmen Herzenswunden, woraus einst sein heilig Blut floß der ganzen Welt zu gut. 9. Weint nicht! Mein Erlöser lebt! Hoch vom finstern Erdenstaube hell empor die Hoffnung schwebt, und der Himmelsheld, der Glaube, und die ewge Liebe spricht: Kind des Baters, zittre nicht! Erst Moriz Arndt. Mel. Gottes Sohn ist kommen. 1255. Herr, un laß in 3. Was soll ich hienieden noch Friede, lebensfatt in dem dunklen Thale machen? und müde deinen Diener fahren zu Denn wie mächtig, stolz und hoch den Himmelsscharen; felig und im wir auch stellen unsre Sachen, Stillen, doch nach deinem Willen! 2. GerMel. Jesus, meine Zuversicht. 1254. Geht nun hin und grabt mein Grab, denn ich bin des Wanderns müde! Von der Erde scheid ich ab, denn mir ruft des Himmels Friede, denn mir ruft die süße Ruh von den Engeln droben zu. 2. Geht mum hin und grabt mein Grab! Meinen Lauf hab ich vollendet, lege nun den Wanderstab hin, wo alles Irdsche endet; lege selbst mich nun hinein in das Bette sonder Pein. Sterbe- und Begräbnis- Lieder. 795 2. Gerne will ich sterben und die Glocken flingen, wenn wir den Himmel erben. Christus mich die Verstorbnen hier auf den geleitet, welchen Gott bereitet Gottesacker bringen. Der Be= zu dem Licht der Heiden, das grabne ruft herfür: Heute mir uns segt in Freuden. und morgen dir! 3. Hier hab ich gestritten, Ungemach erlitten, ritterlich gefämpfet, manchen Feind gedämpfet, Glauben auch gehalten treulich mit den Alten. 2. Heute rot und morgen tot! Unser Leben eilt auf Flügeln und wir habens täglich not, daß wir uns an andern spiegeln. Wie bald ißt man Aschenbrot? Heute rot und morgen tot! 4. Thränen mußt ich lassen, weinen ohne Maßen, schwere Gänge laufen mit der Christen Haufen, über Sünde klagen, Kreuz und Trübfal tragen. 5. Nunmehr soll sichs wenden, Kampf und Lauf sich enden; Gott will mich erlösen bald von allem Bösen. Es soll besser werden, als es war auf Erden. 3. Eines folgt dem andern nach. Niemand findet einen Bürgen, und die Frucht, die Adam brach, wird uns alle noch erwürgen. Jeder findt sein Schlafgemach; eines folgt dem andern nach. 4. Mensch, es ist der alte Bund! Für den Tod ist gar kein Mittel. Bist du heute noch gesund, denk 6. Frieden werd ich finden, an deinen Sterbefittel. Morgen ledig sein von Sünden, und auf fällt, der heute stund; Mensch, allen Seiten nicht mehr dürfen es ist der alte Bund! streiten. Mich soll ganz umgeben himmlisch Freudenleben. 7. Mir ist beigeleget, wo man Zepter träget, eine schöne Krone nun zum Gnadenlohne. Da werd ich ergößet und zur Ruh geseget. 8. Mein Erlöser lebet, der mich selber hebet aus des Todesstammer; da liegt aller Jammer. Fröhlich, ohne Schrecken will er mich aufwecken. 9. Dieser Leib soll gehen und in Klarheit stehen, wenn die Toten werden aufstehn von der Erden. Christum werd ich schauen, fann 10. Christo will ich singen, Lob und Ehre bringen; rühmen seine Güte mitSeel und Gemüte; preisen seinen Namen ohn Aufhören.Amen. David Böhm. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 1256. Heute mir und morgen dir! So hört man 5. Ach, wer weiß, wie nah mein Tod? Ich will sterben, eh ich sterbe; so wird mir die legte Not, wenn sie kommet, nicht so herbe. Rüste mich dazu, mein Gott! Ach! wer weiß, wie nah mein Tod? 6. Selig, wer in Christo stirbt. Christi Tod wird mir zum Leben. Wer sich um sein Blut bewirbt, fann den Geist getroft aufgeben, weil er nicht also verdirbt. Selig, wer in Christo stirbt! v. Schmold. Mel. Nun laßt uns den Leib. 1257. Jn Chrifti Wunden schlaf ein, machen mich von Sünden rein. Christi Blut und Gerechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid. 2. Damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn. Mit Fried und Freud fahr ich dahin; ein Gottesfind ich allzeit bin. 3. Dank 796 Sterbe- und Begräbnis- Lieder. 3. Dank hab, o Tod, du förderst| nommen, zeig mir im Worte deine mich! Ins ewge Leben wandre Tritt, laß mich bei einem jeden ich, mit Christi Blut gereinigt Schritt zu deinem Heil stets näher fein. Herr Jesu, stärt den Glauben kommen. Mein Leben flicht; ach, mein! eile du, und komm mit schneller Hilf herzu! Paul Eber. Mel. Ich bin ja, Herr, in deiner. 1258. Mein Leben ist ein Pilgrimstand; ich 6. Durch deinen Geist mich heilig leit; gieb in Geduld Beständigfeit; vor Straucheln meinen Fuß reise nach dem Baterland, nach beschüße. Ich falle stündlich, hilf dem Jerusalem, das droben Gott mir auf; zieh mich, damit ich dir felbst als eine feste Stadt auf nachlauf; sei mir ein Schirm in Bundesblut gegründet hat; da Trübsalshize; laß deinen süßen werd ich Jakobs Hirten loben. Gnadenschein in Finsternis nie Mein Leben ist ein Bilgrimstand; ferne sein! ich reise nach dem Vaterland. 7. Wenn mir mein Herz, 0 2. So schnell ich Land und Gnadenfüll, vor Durst nach dir Sand verlaß, so schnell läuft verschmachten will, so laß mich meines Lebens Glas, und was dich zum Labsal finden; und vorbei ist, kommt nicht wieder. Ich eile zu der Ewigkeit. Herr so bring mich zu der stolzen Ruh, wenn ich schließ die Augen zu, Jesu, mach mich nur bereit, er da Streit und alle Müh veröffne meine Augenlider, daß ich, schwinden. Laß mich da sein in was zeitlich ist, veracht, und nur Abrahms Schoß dein Liebling nach dem, was ewig, tracht! und dein Hausgenoß. 3. Kein Reisen ist ohn Unge- 8. Bin ich in diesem Pilgerland mach; der Lebensweg hat auch der blinden Welt schon unbesein Ach; man wandelt nicht auf fannt, dort sind die Freunde, die weichen Rosen. Der Steg ist eng, mich fennen; dort werd ich mit der Feinde viel, die mich ab- der Himmelsschar dir jauchzend reißen von dem Ziel. Ich muß dienen immerdar und in der mich oft in Dornen stoßen; ich reinsten Liebe brennen. Mein muß durch dürre Wüsten gehn und Bräutigam, komm, bleib nicht rann selbst keinen Ausweg sehn. lang! Hier in der Wüste wird 4. Der Sonne Glanz mir oft mir bang. gebricht, der Sonne, die Gnadenlicht in unverfälschte Her- Mel Nun ruhen alle Wälder, zen strahlet. Wind Regen stür- 1259. Wenn kleine Hint Fr. Adolph Lampe mit men auf mich zu; mein matter melserben in ihrer Geist findt nirgend Ruh. Doch Unschuld sterben, so büßt man sie alle Müh ist schon bezahlet, wenn nicht ein; sie werden nur dort oben ich das güldne Himmelsthor mir vom Vater aufgehoben, damit sie stell in Glaub und Hoffnung vor. unverloren sein. 5. Jsraels Hüter, Jesus Christ, der du ein Pilgrim worden bist, da du mein Fleisch haft ange2. Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christenlaufe für Christum eingeweiht und noch bei Gott in Gna Sterbe- und Begräbnis- Lieder. 797 Gnaden. Was sollt es ihnen scha-| 7. Was wird das sein, wenn ich den, wenn Jesus über sie gebeut? dich seh und bald vor deinem Throne 3. Wie leicht geht doch bei Kin- steh! Du unterdessen lehre mich, dern von uns erwachsnen Sündern daß stetig ich mit flugem Herzen das fremde Feuer an. Wie tröst- suche dich. Joachim Neander. lich, wenn wir wissen, daß wir sie mel. Ich hab genug, mein Herr. nicht einbüßen, daß sie kein Tod mehr töten kann. 1261. ich hin, mein Kindi Denn Gottfelbst fors 4. O, wohl auch diesem Kinde! Es stirbt nicht zu geschwinde. Zieh hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen und bleibest bei den Schafen, die ewig unsers Jefu sind. Joh. Andr. Rothe. Mel. Ich hab mein Sach Gott. 1260. Wie fliegt dahin der Menschen Zeit, wie eilet man zur Ewigkeit! Wie wenge denken an die Stund von Herzensgrund, wie schweigt davon der träge Mund 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, ein nichtger, leerer Wasſerschaum; im Augenblick es bald bergeht und nicht besteht, gleichwie ihr dieses täglich seht. 3. Nur du, mein Gott, du bleibest mir das, was du bist, ich traue dir! Laß Berg und Hügel fallen hin! Mir ists Gewinn, wenn ich allein bei Jefu bin. dert dich aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, dein Tod betrübet mich; doch weil es Gott gefällt, so unterlaß ich alles Klagen und will mit stillem Geiste sagen: Zieh hin, mein Kind! 2. 3ich hin, mein Kind! Der Zieh Schöpfer hat dich mir nur in die Welt geliehn. Die Zeit ist weg, darum befiehlt er dir, jetzt wieder fortzuziehn. Zieh hin! Gott hat es so versehen; was dieser will, das muß geschehen. Zieh hin, mein Stind! 3. Zieh hin, mein Kind! Im Himmel findest du, was dir die Welt versagt: denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh; da wird fein Schmerz geklagt. Hier müssen. wir in Angsten schweben; dort kannst du ewig fröhlich leben.. Zieh hin, mein Sind! 4. So lang ich in der Hütte wohn, solehre mich, o Gottes Sohn! Gieb, daß ich zähle meine Tag und munter wach, daß, eh ich sterb, ich sterben mag. 4. Zieh hin, mein Kind! Hinauf in Gottes Schul, da Gott selbst Lehrer ist! da lauter Lust, da du vor Gottes Stuhl beim Chor der Engel bist. Da fannst du deinem 5. Was hilft die Welt in letzter Jesu singen, die Himmelslieder Not? Lust, Ehr und Reichtum in lassen tlingen. Zieh hin, mein Sind! dem Tod? O Mensch, du läufst dem 5. Zieh hin, mein Kind! Wir Schatten zu! Das merke du; du folgen alle nach, sobald es Gott kommst sonst nicht zur wahren Ruh. gefällt. Du eilest fort, eh denn 6. Weg Eitelkeit, der Thoren Lust! das Ungemach mit Haufen sich einMir ist das höchste Gut bewußt; stellt. Wer lange lebt, steht lang. das such ich nur, das bleibet mir. in Leide; wer frühe ſtirbt, kommit O, mein Begier, Herr Jesu, zieh bald zur Freude. Zieh hin, mein mein Herz nach dir! Sind! 6. Zieh 798 Ewigkeits- Lieder. 6. Zieh hin, mein Kind! Die 2. Die Ruhe hat Gott auserkoEngel warten schon auf deinen ren, die Ruhe, die kein Ende nimmt; frommen Geist. Du siehest auch, wie Jesus, Gottes Sohn, dir schon die Krone weist. Nun wohl, dein Seelchen ist entbunden, du hast in Jesu überwunden. Zieh hin, mein Kind! Gottfr. Hoffmann. Ewigkeits- Lieder. In eigener Melodie. es hat, da noch kein Mensch ge= boren, die Liebe sie uns schon bestimmt. Das Gotteslamm wollt darum sterben, uns diese Ruhe zu erwerben; es ruft, es locket weit und breit: Ihr müden Seelen all, ihr Frommen, versäumet nicht, heut einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit! 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, die manche Last und Bürde drückt; eilt, eilt aus euern Kummerhöhlen, geht nicht mehr traurig und gebückt! Ihr habt des Tages Laſt getragen, dafür läßt euch der Heiland sagen: Ich selbst will eure Ruhstatt sein! Ihr seid mein Volk, gezeugt von oben. Ob Sünde, Welt und Teufel toben, seid nur getrost und gehet ein! 4. Was mag wohl einen Kranken Iaben und einen müden Wandersmann? Wo jener nur ein Bettlein haben und sanfte darauf ruhen kann! Wenn dieser sich darf niederfeßen, an einem frischen Trunk ergözen, wie sind sie beide dann vergnügt! Doch dies sind kurze Ruhestunden. Es wird noch eine Ruh erfunden dort, wo an Jesu Brust man liegt. 5. Da wird man Freudengarben bringen, denn unsre Thränenfaa ist aus. O, welch ein Jubel wird erklingen und süßer Ton im Vaterhaus! Schmerz, Seufzen, Leid, Tod und dergleichen wird müssen fliehn und von uns weichen. Wir werden auch das Lamm dort sehu; es wird beim Brünnlein uns erfrischen, die Thränen von den Augen wischen. Wer weiß, was sonst noch soll geschehn. 6. Kein Durst, noch Hunger wird uns 1262. Auferstehn, ja auferstehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh; unsterblichs Leben wird, der dich schuf, dir geben. Halleluja! 2. Wieder aufzublühn, werd ich gesät. Der Herr der Ernte geht und sammelt Garben, uns, ein, die in Ihm starben. Halleluja! 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag, du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wirds dann uns sein, mit Jefu gehn wir ein zu seinen Freuden; der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann, lebt ich im Heiligtume, zu seines Namens Ruhme. Halleluja! Fr. Gottl. Klopstock. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. 1263. Es ist noch eine Ruh vorhanden; auf, müdes Herz, und werde Licht! Du seufzest hier in deinen Banden, und deine Sonne scheinet nicht. Sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden dort wird vor seinem Stuhle weiden, wirf hin die Last und eil herzu! Bald ist der schwere Kampf vollendet, bald, bald der saure Lauf geendet. So gehst du ein zu deiner Ruh. Ewigkeits- Lieder. 799 uns schwächen, denn die Erquif-| Zeit an die Ewigkeit gedenken, und tungszeit ist da. Die Sonne wird uns nicht mehr stechen. Das Lamm ist seinem Volke nah; es will selbst über ihnen wohnen und ihre Treue wohl belohnen mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis. Es werden die Gebeine grünen. Der große Sabbath ist erschienen, da man von keiner Arbeit weiß. durch keine Sicherheit mir das rechte Ziel verschränken; daß mich, eh die Zeit verläuft, nicht die Ewigfeit ergreift. 6. Ewig, cwig! Süßer Schall, wenn man hier hat wohl gelebet. Ewig, ewig! Schreckenshall, wenn man Gott hat widerstrebet. Stehe mir in Gnaden bei, daß das Wort mir Jubel sei. Benjamin Schmold. 7. Da ruhen wic und sind in Frieden und leben ewig sorgenlos. Ach, fassct dieses Wort, thr Müden, legt euch dem Lamm in ſeinen Schoß! Ach, Flügel her! Wir müssen eilen und uns nicht länger hier verweilen, dort wartet schon die frohe Schar. Fort, fort, mein Geist zum Jubilieren, begürte dich zum Triumphieren! Auf, auf, es kommt das Ruhejahr. Joh. Sigm. Knuth. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 1264. Ewig, ewig heißt das Wort, das wir bedenken müssen. Zeitlich hier und ewig dort, das ist, was wir alle wissen; denn nach dieser Fuzen Zeit folgt die lange Ewigkeit. Mel. Nun fomm der Heiden. 1265. Fürst der Fürsten, JeErde Nichter ist, nimm dich meiner fer Seele an, daß ich dort bestehen kann. 2. Schreib mich in das Lebensbuch zu dem süßen Gottsgeruch, daß dein Grimm mich schrecke nicht, wenn du halten wirst Gericht. 3. Siehe mich genädig an, wie dur Petro hast gethan; laß mich, wie die Magdalen, wohl getröſst von hinnen gehn. 4. Wie Matthäo in dem Zoll und 3achäo hoffnungsvoll, wie dem Schächer sei mir hold und vergieb mir meine 5. Laß mich bei den Lämmern stehn, wenn dein Richten wird angehn. Laß mich deiner rechten Hand, liebster Jesu, sein bekannt. Mund den erfreuten Spruch thut 6. Laß mich hören, wenn dein in das Reich der Herrlichkeit! fund: Kommt, die ihr gebenedeit, 7. Daß ich voller Freude sei und mich dir nah froh und frei, daß ich deiner Gütigkeit, danke bis in Ewigkeit. 2. Es wird endlich alle Zeit von der Ewigkeit verschlungen; diese bringet Freud und Leid, wie man hier darnach gerungen. Was wir in der Zeit gethan, schreibt die Ewigkeit uns an. 3. Ewig wird das Erbe sein derer, die an Christum glänben und ohn allen Heuchelschein tren in seiner Liebe bleiben. Für das Leiden dieser Zeit frönet sie die Ewigkeit. 4. Ewig aber ist verflucht, wer die Zeit in seinem Leben zu ver- In eigener Melodie, oder: Wie sie so schwenden hat gesucht und sich citler sanft ruhn. Luft ergeben; diesem bringt die 1266. Ich hab von ferne, Ewigkeit endlich ein unendlich Leid. Herr, deinen Thron 5. Mein Gott, laß mich in der erblickt und hätte gerne mein Herz bor Ewigkeits- Lieder. 800 vorausgeschickt, und hätte gerne mein mides Leben, Schöpfer der Geister, dir hingegeben. 4. Ehrenburg, sei nun gegrüßet 2. Das war so prächtig, was ich mir, thu auf die Gnadenpfort? im Geist gefehn. Du bist allmäch- Wie manche Zeit hat mich verlangt tig, drum ist dein Licht so schön. nach dir, eh ich bin kommen fort Könnt ich an diesen hellen Thronen aus jenem bösen Leben, aus jener doch schon von heut an ewig wohnen. Nichtigkeit, und mir Gott hat gegeben das Erb der Ewigkeit. 5. Was für ein Volk, was für ein edle Schar kommnt dort gezogen schon? Was in der Welt von Außerwählten war, seh ich die beste Kron, die Jesus mir, der Herre, entgegen hat gesandt, da ich noch war so ferne in meinem Thränenland. 3. Nur ich bin fündig, der Erde noch geneigt, das hat mir bündig dein heilger Geist gezeigt; ich bin noch nicht genug gereinigt, noch nicht ganz innig mit dir vereinigt. 4. Doch bin ich fröhlich, daß mich kein Bann erschreckt; ich bin schon selig, seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben und dich zeitlebens inbrünstig lieben. 5. Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt gefehn; und ohn Ermüden will ich ihr näher gehn, und ihre hellen, goldnen Gassen lebenslang nicht aus den Augen lassen. Joh. Timoth. Hermes. In eigener Melodie. die sie in Händen tragen, umgeben ganz und gar. 6. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch Christen insgemein, die weiland dort trugen des Kreuzes Joch und der Tyrannen Bein, schau ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klarheit hell umgeben, mit sonnenlichtem Strahl. 7. Wenn dann zulegt ich angeLanget bin im schönen Paradeis, von höchster Freud erfüllet wird der Sinn, der Mund von Lob und Preis; das Halleluja reine fingt man in Heiligkeit, das Hosianna feine ohn End in Ewigkeit. 8. Mit Jubelklang, mit Instrumenten schön, in Chören ohne Zahl, daß von dem Schall und von dem süßen Ton sich regt der Freuden2. O schöner Tag und noch viel saal; mit hunderttausend Zungen, schönre Stund, wann wirst du fom- mit Stimmen noch viel mehr, wie men schier? Da ich mit Lust, mit von Anfang gesungen das himmefreiem Freudenmund die Scele geb lische Heer. 3oh. Matthäus Meyfart. in Gottes treue Hände, zum aus1267. Jerusalem, du hochgebaute Stadt, wollt Gott, ich wär in dir! Mein sehnlich Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg und Thale, weit über blaches Feld schwingt es sich über alle und eilt aus dieser Welt. In eigener Melodie. erwählten Pfand, daß sie mit Heil 1268. Laßt mich gehn! Laßt anlände in jenem Vaterland. ich 3. Im Augenblick wird sie erheben Jesum möge sehn! Meine Seel ist sich bis an das Firmament, wenn voll Verlangen, ihn auf ewig zu sie verläßt, so fanft, so wunderlich umfangen und vor seinem Thron die Stätt der Element; fährt auf zu stehn. Eliä Wagen mit engelischer Schar ,! 2. Süßes Licht, süßes Licht, Son Ewigkeits- Lieder. 801 Sonne, die durch Wolken bricht, 4. Da wird unser Aug erblicken, o wann werd ich dahin kommen, was ganz unvergleichlich ist; da daß ich dort mit allen Frommen wird unsern Mund erquicken, was schau dein holdes Angesicht? aus Gottes Herzen fließt; da wird unser Ohr nur hören, was die Freude kann vermehren; da empfindet unser Herz lauter Wohllust ohne Schmerz. 3. Ach, wie schön, ach, wie schön ist der Engel Lobgetön! Hätt ich Flügel, hätt ich Flügel, flög ich über Thal und Hügel heute noch nach Zions Höhn. 5. O wie werden wir so schöne bei der Klarheit Gottes sein! Wie wird uns das Lobgetöne seiner Engelschar erfreun! Wie wird unsre Krone glänzen bei so vielen Siegeskränzen! Wie wird unser Kleid so rein, heller als die Sonne sein! 4. Wie wirds sein, wie wirds sein, wenn ich zieh in Salem ein? in die Stadt der goldnen Gassen - Herr, mein Gott, ich kanns nicht fassen, was das wird für Wonne sein. G. Knat. 5. Paradies, Paradies, wie ist deine Frucht so süß! Unter deinen Lebensbäumen wird uns sein, als ob wir träumen. Bring uns, Herr, ins Paradies! Mel. Alle Menschen müssen sterben. 1269. wie fröhlich, o wie selig werden wir im Himmel sein! Droben ernten wir unzählig unsre Freudengar- 7. Nun, so stille mein Verlangen, ben ein. Gehen wir hier hino du großer Lebensfürst! Laß und weinen, dorten wird die mich bald dahin gelangen, wo du Sonne scheinen; dort ist Tag und mich recht trösten wirst. Unterdessen keine Nacht, wo man nach den laß auf Erden schon mein Herze Thränen lacht. himmlisch werden, bis mein Los in jener Welt auf das aller= 6. Ach, wann werd ich dahin kommen, daß ich Gottes Antlig schau? Werd ich nicht bald aufgenommen in den schönen Himmelsbau, dessen Grund den Berlen gleichet, dessen Glanz die Sonne weichet, dessen wundervolle Pracht alles Gold beschämet macht? 2. Es ist doch um dieses Leben nur ein jämmerliches Thun, und schönste fällt. Benjamin Schmold. die Not, die uns umgeben, läffet In eigener Melodie. uns gar selten ruhn. Von dem 1270. Unter Lilien jener Abend bis zum Morgen kämpfen Freuden sollst du wir mit lauter Sorgen, und die weiden, Seele, schwinge dich emüberhäufte Not heißet unser täglich Brot. por, wie ein Adler fliegt behende! Jesu Hände öffnen schon das Perlenthor. 2. Laßt mich gehen, laßt mich laufen zu dem Haufen derer, die des Lammes Thron, nebst dem Chor der Seraphinen schon bedienen mit dem reinsten Jubelton! 3. Löse, erstgeborner Bruder doch die Ruder meinesSchiffleins! 51 3. Ach, wer sollte sich nicht sehnen, bald in Zion dort zu stehn, und aus diesem Thal der Thränen in den Freudenort zu gehn, wo das Kreuze sich in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Last in Lust verkehrt und das Jauchzen ewig währt? Laß 802 Ewigkeits- Lieder. Laß mich ein in den sichern Frie- ist viel Pein, dort hat man Ruh. denshafen zu den Schafen, die Dort jauchzt man, hier ist Weinen. der Furcht entrücket sein! 3. O Hölle, welch ein Wort iſt 4. Nichts soll mir am Herzen das? Nichts wird dadurch bekleben, süßes Leben, was die Erde deutet, als Jammer ohne Ziel in sich hält. Sollt ich noch in und Maß, als Qual, für die bediesen Wüsten länger nisten? reitet, die Gottes schnöde Feinde Nein, ich reis ins Himmelszelt! fein, für alle Teufel insgemein, 5. Herzens- Heiland schenke für Sünder, die verworfen. Glauben deiner Tauben, Glau- 4. 3st etwa eine Not bewußt ben, der durch alles dringt! Nach und schrecklich anzuhören, kann dir sehnt sich meine Seele in etwas unsre Freud und Lust in der Höhle, bis sie sich von hin- Traurigkeit verkehren, macht etwas nen schwingt. Schmerzen, Not und Bein, und ein Verlangen, nie zu sein, so ists die Qual der Höllen. 6. O, wie bald kannst du es machen, daß mit Lachen unser Mund erfüllet sei! Du kannst 5. Da trägt der Mensch, kommt durch des Todes Thüren träu- er hinein, ein unaussprechlich mend führen, und machst uns Quälen. Er leidet unerhörte Bein auf einmal frei. 7. Du hast Sünd und Straf getragen; Furcht und Zagen muß nun ferne von mir gehn. Tod, dein Stachel liegt darnieder! meine Glieder werden fröhlich auferstehn. am Leib und an der Seelen. Den Jammerwurm, der nimmer stirbt, das Feuer, welches nie verdirbt, muß er beständig fühlen. 8. Herzens- Lamm, dich will ich loben hier und droben in der J. L. K. Allendorf. 6. Die Angst, die sein Gewissen hat, die Furcht in seinem Herzen, die Bein für manche Frevelthat macht ihm viel tausend Schmerzen. Was er gethan, gedacht, gesagt, zarten Liebsbegier. Du hast das kommt ihm vor, das nagt und dich zum ewgen Leben mir ge- plagt die fündenvolle Seele. geben. Hole mich, mein Lamm, 7. Die Augen, die nach Pracht zu dir! geschaut, die wohllustvollen Ohren, Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. die Zunge, die auf Lügen baut 1271. Uns Menschen stehn und oftmals falsch geschworen, zwei Orte vor, eh der Mund, der oft gelästert hat, wir von hinnen scheiden. Der die Hand voll Mord und MisseTod eröffnet uns das Thor zu that, die lasterhaften Füße; einem dieser beiden. So wie 8. Ja alle Glieder insgemein, man seine Zeit beschließt und die sich in Sünden üben, wird selber einen auserkiest, so wird künftig der Verdammten Bein in man ihn erhalten. Ewigkeit betrüben. Sie werden 2. Der eine ist der Freudenort, ihre Fröhlichkeit mit desto größerm wo Gott und Christus wohnet. Herzeleid dort ewig büßen müssen! Der andre führt zur Hölle fort, 9. O Mensch, das überlege wohl; wo er den Sündern lohnet. Dort befehre dich von Herzen! Dent, geht es wohl, hier übel zit. Hier was man thun und lassen soll, zu Morgen- Lieder. 803 zu meiden solche Schmerzen. Nun stehn sie zu seinem Ruhm O Vater, lehr uns in der Zeit, vor dem Stuhl im Heiligtum. dein Kind zu sein und jenem Leid der Hölle zu entfliehen! 8. Wie ein Hirsch am Mittag lechzet nach dem Strom, der frisch und hell, so hat ihre Seel geächzet nach dem rechten LebensIn eigener Melodie, oder: Gott des Himmels und der Erden. 1272. Wer sind die vor Gottes Throne? quell. Nun ihr Durst geſtillet ist, da sie sind bei Jesu Christ. Was ist das für eine Schar? Träget jeder eine Krone, glänzen wie die Sterne flar; Halleluja fingen all, loben Gott mit hohem Schall. 2. Wer sind die, so Palmen tragen, wie ein Sieger in der Hand, wenn er seinen Feind geschlagen, hingestrecket in denSand? Welcher Streit und welcher Krieg hat gezeuget diesen Sieg? 3. Wer sind die in reiner Seide göttlicher Gerechtigkeit, angethan treuer Gott! mit weißem Kleide, das bestäubet 11. Gieb, daß ich sei neu gefeine Zeit und veraltet nimmer- boren; an dir, als ein grünes mehr? Wo sind diese kommen her? Reis, wachse und sei auserkoren, 4. Es sind die, so wohl gerun- durch dein Blut gewaschen weiß, gen für des großen Gottes Ehr, meine Kleider halte rein, meide haben Welt und Tod bezwungen, allen falschen Schein. folgend nicht dem sündgen Heer, die erlanget auf den Krieg durch des Lammes Blut den Sieg. 12. Daß mein Teil sei bei den Frommen, welche, Herr, dir ähnlich sind, und auch ich, der Not entnommen, als dein dir getreues Kind dann, genahet zu dem Thron, nehme den verheißnen Lohn. 5. Es sind die, so viel erlitten Trübsal, Schmerzen, Angst und Not, im Gebet auch oft gestritten mit dem hochgelobten Gott. Nun hat dieser Kampf ein End, Gott hat all ihr Leid gewendt. 9. Ach, Herr Jesu, meine Hände ich zu dir nun strecke aus; mein Gebet zu dir ich wende, der ich noch in deinem Haus hier auf Erden steh im Streit: Treibe, Herr, die Feinde weit! 10. Hilf mir in dem Kampfe siegen wider Sünde, Höll und Welt; laß mich nicht darnieder liegen, wenn ein Sturm mich überfällt. Führe mich aus aller Not, Herr, mein Fels, mein 6. Es sind Zweige eines Stammes, der uns Huld und Heil gebracht; haben in dem Blut des Lammes ihre Kleider hell gemacht; sind geschmückt mit Heiligkeit, prangen nun im Ehrenfleid. 13. Welches Wort faßt diese Wonne, wenn ich mit der heilgen Schar in dem Strahl der reinen Sonne leucht auch wie die Sonne flar? Amen, Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Theodor Schent. Morgen- Lieder. In eigener Melodie. 7. Es sind die, so stets erschienen 1273. Der Tag vertreibt hier als Priester vor dem Herrn, die finstre Nacht, Tag und Nacht bereit zu dienen, o Brüder, seid munter und wacht, Leib und Seel geopfert gern. preifet Gott den Herren. 51* 2. Die 804 2. Die Engel fingen immerdar und loben Gott in großer Schar, der alles regieret. Morgen- Lieder. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens. 1274. Des Morgens, wenn ich früh aufsteh, 3. Die Hähn und Vögel mancherlei loben Gott mit ihrem Geschrei, der sie speist und fleidet. und Abends wenn ich schlafen geh, sehn meine Augen, Herr, auf dich, Herr Jesu, dir befehl ich mich. 4. Der Himmel, die Erd und 2. In den heilgen fünf Wunden das Meer geben dem Herrn Lob dein, da kann ich ruhn und sicher und Ehr, thun sein Wohlgefallen. und Gut. Mein Schuß ist nur sein mit Leib und Seele, Hab 5. Alles, was je geschaffen ward, ein jeglich Ding nach seiner Art preiset seinen Schöpfer. dein heilig Blut. 3. Denn, o Herr Christ, am 6. Ei nun, Mensch, so edle Natur, o vernünftige Kreatur! sei nicht so verdrossen. reuzesstamm dein heilig Blut ich oder schlafe ein, willst du, die Sünd hinnahm. Nun wach Herr, allzeit bei mir sein. 7. Gedent, daß dich dein Herre Gott zu seinem Bild geschaffen hat, daß du ihn erkennest, 4. Dein Engel mir stets halten Wacht; drum ich Tod, Teufel, Höll nicht acht; denn wo ich bin, bist du bei mir; mein Glück und Freuz fommt alls von dir. 8. Und lieb hätteft aus Herz zensgrund, auch befenntest mit deinem Mund, sein also genösfest. 9. Weil du nun seinen Geist ge kost und seiner Gnad genossen haft, so dank ihm von Herzen. 5. Ich leb, ich sterb, so bin ich dein; darum ich dir die Seele mein befehle jeßt und auch im Tod. Nimm sie zu dir, o treuer Gott. Paul Gerhardt. In eigener Melodie. 10. Sei munter, bet mit Fleiß und wach, sieh, daß du stets in seiner Sach treu werdest befunden. 11. Du weißt nicht, wann der 1275. Die güldne Sonne Herre kommt, denn er dir keine Zeit bestimmt, sondern stets heißt wachen. 12. So üb dich nun in seinem Bund, lob ihn mit Herzen, That und Mund, dank ihm seiner voll Freud und Wonne bringt unsern Grenzen mit threm Glänzen ein herzerquickendes liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder die lagen danieder; aber nun steh ich, bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. Wohlthat. 13. Sprich: O Vater in Ewigfeit! Ich dank dir aller Gütigkeit, 2. Mein Auge schauet, was Gott gebauet zu seinen Ehren, und mir bisher erzeiget, 14. Durch Jesum Chriftum, uns zu lehren, wie sein Vermögen deinen Sohn, welchem samt dir sei mächtig und groß, und wo im höchsten Thron all Engel die Frommen dann sollen hinfommen, wenn sie mit Frieden lobsingen. 15. Hilf, Herr daß ich dich von hinnen geschieden aus dieser gleicher Weis von nun an allzeit Erde vergänglichem Schoß. lob und preis in Ewigkeit. Amen. 3. Laffet uns singen, Schöpfer bringen Güter Michael Weiß. dem und Ga= Morgen- Lieder. 805 Gaben! Was wir nur haben, 9. Gott, meine Krone, vergieb alles das sei Gott zum Opfer ge- und schone! Laß meine Schulden feßt. Die besten Güter sind unfre in Gnad und Hulden aus deinen Gemüter; dankbare Lieder sind Augen sein ferne gewandt. Sonst, Weihrauch und Widder, an wel- Herr, regiere, mich lenke und führe, chen er sich am meisten ergößt. wie dirs gefället; ich habe ge4. Abend und Morgen sind seine stellet alles in deine Beliebung Sorgen; Segnen und Mehren, Un- und Hand. glüd verwehren, sind seine Werke 10. Willst du mir geben, womit und Thaten allein. Wenn wir mein Leben ich kann ernähren, uns legen, so ist er zugegen; so laß mich hören allzeit im Herwenn wir aufstehen, so läßt er zen dies heilige Wort; Gott ist aufgehen über uns seiner Barm- das Größte, das Schönste und herzigkeit Schein. Beste; Gott ist das Süßte und Allergewißte, aus allen Schäßen 5. Ich hab erhoben zu dir hoch droben all meine Sinnen. Laß der edelste Hort. mein Beginnen ohn allen An- 11. Willst du mich fränken, mit stoß und glücklich ergehn. Laster Galle tränken, und soll vort und Schande, des Seelenfeinds Bande, Fallen und Tücke treib ferne zurücke; laß mich auf deinen Geboten bestehn. Plagen ich auch was tragen, wohlan! so mach es, wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig, was schädlich und nichtig meinem Gebeine, das weißt du alleine, haft niemals einen zu sehr noch betrübt. 12. Kreuz und Elende, das nimmt ein Ende; nach Meeresbrausen und Windessansen leuchtet der Sonne erwünschtes Gesicht. Freude die Fülle und selige Stille darf ich erwarten im himmlischen Garten; dahin sind meine Gedan= ten gericht. Paul Gerhardt. 6. Laß mich mit Freuden ohn alles Neiden sehen den Segen, den du wirst legen in meines Bruders Hand und Nächsten Haus. Geiziges Brennen, unchristliches Rennen nach Gut mit Sünde, das tilge geschwinde von meinem Herzen und wirf es hinaus. 7. Menschliches Wesen, was ists gewesen? In einer Stunde geht es zu Grunde, sobald die Lüfte des Todes drein wehn. Alles in Mel. Christus, der uns selig macht. allen muß brechen und fallen, 1276. Fang dein Werk mit an, Himmel und Erden, die müssen das werden, was sie gewesen vor ihrem Bestehn. hats in Händen. Jesum ruf zum Beistand an, Jesus wirds wohl 8. Alles vergehet, Gott aber enden. Steh mit Jesu morgens stehet ohn alles Wanken; seine auf, geh mit Jesu schlafen; führ Gedanken, sein Wort und Wille, mit Jefu deinen Lauf, lasse Jesum hat ewigen Grund. Sein Heil schaffen. und Gnaden, die nehmen nicht 2. Morgens soll der Anfang Schaden, heilen im Herzen die sein, Jesum anzubeten, daß er tötlichen Schmerzen, halten uns woll dein Helfer sein stets in zeitlich und ewig gesund. allen Nöten. Morgens, abends und 806 Morgen- Lieder. und bei Nacht will er stehn zur und wir werden Troylia) sehen, Seiten, wenn des Satans List und daß er uns nicht läßt allein. Macht dich sucht zu bestreiten. G. Stip. 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, Mel. Gott des Himmels und. laß die Feinde wüten; er wird 1278. Jefu Güte hat kein Ende, sie ist alle Morgen neu, das beweisen Jesu Hände, die da schaffen, o der Treu! daß ich leb, doch ich nicht hier, sondern Christus lebt in mir. dich vor ihrer List schüßen und behüten. Seß nur das Vertrauen dein in sein Allmachtshände, und glaub sicher, daß allein er dein Unglück wende. 4. Wenn denn deine Sach mit 2. Jesu Hände, die da sorgen, Gott also angefangen, ei, so hat daß auf eine gute Nacht folgt es keine Not, wirst den 3wed ejeßt ein guter Morgen, da man langen. Es wird folgen Glück sieht, wie Gottes Macht mich, die und Heil hier in diesem Leben; Meinen, Hab und Gut hab beendlich wird dir Gott dein Teil schüßt durch Jesu Blut. auch im Himmel geben. 3. Jesu, dir sei Dant gegeben 5. Nun, Herr Jesu, all mein für die Treue deiner Händ, für Sach sei dir übergeben; es nach die Gnade, für das Leben, und deinem Willen mach auch im Tod was du mir zugewendt. Ach, zieh und Leben. All mein Wert greif von mir bis ins Grab diese deine ich jest an, Herr, in deinem Na- Händ nicht ab! men; laß es doch sein wohlgethan! Ich sprech darauf Amen. Ehrenf, Dürr. Mel. Kommt und laßt uns. 1277. Früh am Morgen Jesus gehet und vor allen Thüren stehet, klopfet an, wo man geflehet: Komm, Herr Jesu, unser Gast! 2. Nun, so laffet ihn nicht dorten, thut ihm auf des Herzens Pforten und ruft ihn mit süßen Worten: Eile, Jesu, fehre ein! 3. Wollest täglich bei uns bleiben, alle Feinde von uns treiben, uns ins Buch des Lebens schreiben und der gute Hirte sein! 4. Weiden uns auf grüner Auen, daß wir deine Fülle schauen und auf deinen Reichtum bauen, mit dir gehen aus und ein. 5. Amen, ja es soll geschehen! Jesus wird heut mit uns gehen 4. Sie sinds ja, darein gegraben steht mein Nam mit deinem Blut, die mich selbst bereitet haben, mich gekrönt mit Himmelagut; sie sinds, die zu jeder Frist mich versorget und beſchüßt. 5. Laß sie weiter mich umfassen, weil ich ja ihr eigen bin; laß fie mich, mich sie nicht lassen, dieses ist und bleibt mein Sinn: Satan! dir entfage ich; Jesu, dir ergeb ich mich! 6. Nehmt mich drauf, ihr Jesus- Hände, schließt mich in Gott Vaters Herz und in Jesu Blut behende, in sein Leiden, Tod und Schmerz; in des höchsten Trösters Hand schließt mich und die mir verwandt. 7. Ach, mit Segen ob mir waltet, im Gebete stärket mich, in dem Glauben mich erhaltet und daß Gott gefalle ich; macht mich Gottes Geistes voll, leben, leiden, sterben wohl. Ma Morgen- Lieder. 807 8. Macht mich los von meinen Häusern unversehns gefressen, Sünden, laßt mich einen gnädgen Gott und ein gut Gewissen finden. Jagt weg Schrecken, Angst und Not; steht mir bei, damit ja hier nichts Verdammlichs fei an mir. 9. Seid so alles mir in allem, meine Hilfe, was ich thu, mein Stab, wenn ich bin gefallen, mein Schuß, wenn ich geh zur Ruh, meine Freude, wenn ich wach, mein Arzt, wenn ich frank und schwach! 11. Ich indeß bin voll Vergnügen, halt es für die größte Freud, daß in euch verschlossen liegen ich, die Meinen, Land und Leut. Ich leb oder sterbe nun, weiß ich, daß ich in euch ruh. Nemilie Juliane, Gräfin zu Rudolstadt. 7. Gieb, daß wir heute, Herr, 10. Seid mein Leben, weil ich durch dein Geleite auf unsern lebe, und verbleibet ja bei mir, Wegen unverhindert gehen und wenn ich meinen Geist aufgebe, überall in deiner Gnade stehen. den ich euch befehle hier; macht Lobet den Herren! ihn alles Leidens los, und tragt ihn in Christi Schoß. 8. Treib unsern Willen, dein Wort zu erfüllen; lehr uns verrichten heilige Geschäfte, und wo wir schwach sind, da gieb du uns Kräfte. Lobet den Herren! 9. Richt unsre Herzen, daß wir ja nicht scherzen mit deinen Strafen, sondern fromm zu werden vor deiner Zukunft uns bemühn auf Erden. Lobet den Herren! In eigener Melodie. 1279. Lobet den Herren alle, 10. Herr, du wirst kommen, und die ihn fürchten; all deine Frommen, die sich belaßt uns mit Freuden seinen kehren, gnädig dahin bringen, da Namen fingen und Preis und alle Engel ewig, ewig singen! Dank zu seinem Altar bringen. Lobet den Herren! Baul Gerhardt. Lobet den Herren! Mel. Ich dank dir schon durch. das machts, daß wir in seinent Schoß gesessen. Lobet den Herren! 5. Daß Dieb und Räuber unser Gut und Leiber nicht angetast rnd grausamlichst verleget, dawider hat sein Engel sich geseget. Lobet den Herren! 3. Daß unsre Sinnen wir noch brauchen können, und Händ und Füße, Zung und Lippen regen: das haben wir zu danken seinem Segen. Lobet den Herren! 6. O trener Hüter, Brunnen aller Güter, ach laß doch ferner über unser Leben bei Tag und Nacht dein Hut und Güte schweben! Lobet den Herren! 2. Der unser Leben, das er 1280. Mein erst Gefühl uns gegeben, in dieser Nacht so väterlich bedeckt, und aus dem Schlaf uns fröhlich auferwecket. Lobet den Herren! fei Preis und Dank, erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgefang; lobsing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 4. Daß Feuersflammen uns nicht allzusammen mit unsern 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu be 808 bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß und schüßt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, uns wieder aufzuwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr Vögelein. der Welt, und dein ist unser Leben. Du bist es, der es uns erhält, und mirs jetzt neu gegeben. 3. Erhörst du doch der Raben Stimm, drum unsre Bitt, Herr, auch vernimm; denn aller Ding 6. Gelobet feist du, Gott der du Schöpfer bist und allem Vieh Macht! Gelobt sei deine Treue, sein Futter giebst. daß ich nach einer sanften Nacht 4. Gedenk nicht unsrer Missemich dieses Tags erfreue. that und Sünd, die dich erzürnet 7. Laß deinen Segen auf mir hat; laß scheinen dein Barmruhn, mich deine Wege wallen, herzigkeit, daß wir dich lobn in und lehre du mich selber thun Ewigkeit. nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig bar wahr! Auf dich hofft meine Seele; uns fei mir ein Retter in Gefahr, ein Bater, wenn ich fehle. Tisch- Lieder. not behüt uns durch dein lieben Sohn, Gott Vater in dem höchsten Thron! Tisch- Lieder. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns. 1281. Bescher uns, Herr, 2. O Herr, thu auf dein milde Hand, mach uns dein Gnad und Güt bekannt. Ernähre uns, die Kinder dein, der du speist alle 5. Herr, gieb uns ein fruchtJahr, den lieben Kornbau bewahr; vor bewahr; vor Teurung, Hunger, Seuch und Streit behüt uns, Herr, zu dieser Zeit. 6. Du unser lieber Vater bist, weil Christus unser Bruder ist, drum trauen wir allein auf dich und wolln dich preisen ewiglich. Nic. Hermann. 9. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue, 10. Daß ich als ein getreuer Knecht, nach deinem Reiche strebe, Mel. Lobe den Herren, den. gottſelig, züchtig und gerechi 1282. Danke dem Herren, durch deine Gnade lebe, o Seele, dem Ur11. Daß ich, dem Nächsten sprung der Güter, der uns erbeizustehn, nie Fleiß und Arbeit quicket die Leiber und stärkt die scheue; mich gern an Andrer Gemüter. Gebet ihm Ehr! LieWohlergehn und ihren Glau- bet den Gütigen sehr; stimmet ben freue, an dankende Lieder! 12. Daß ich das Glück der 2. Du hast, o Jesu, dem Leibe Lebenszeit in deiner Furcht ge- die Notdurft bescheret. Laß doch nieße und meinen Lauf mit die Kräfte im Guten nur werden Freudigkeit in Jesu einst be- verzehret. Alles ist dein, Seelen schließe. und Leiber; allein werd auch durch beide geehret. C. F. Gellert. 3. Lebenswort Jesu! Komm, speise die schmachtenden Seelen. das täglich Brot; Laß in der Wüste uns nimmer vor Teurung und vor Hungers- das Nötige fehlen; gieb nur, daß Tisch- Lieder. 809 daß wir innig stets dürsten nach 6. Verhüte, daß, o frommer dir, ewig zum Heil dich erwählen. Gott, wir nicht vergessen dein 4. Nimm die Begierden und Gebot und etwa sagen ungefähr: Sinne in Liebe gefangen, daß Dies kommt von unsrer Arbeit her. wir nichts neben dir, Jesu, auf Erden verlangen. Laß uns mit dir leben verborgen allhier und dir im Geiste anhangen. 7. Bielmehr laß uns bescheident= Lich erkennen und drum loben dich, daß du nur bist der rechte Mann, der alles Fleisch versorgen kann. boite 5. Laß deinen Lebensgeist kräftig 8. Snmittelst, Herr, erleucht uns und tief uns durchdringen und doch, daß wir dich findlich fürchuns ein göttliches Leben und Hei- ten noch, damit an Leib und ligung bringen; bis nur wird Seel zugleich wir endlich werden sein in uns dein Leben allein; satt und reich. Jesu, du kannst es vollbringen. 6. Gütigster Hirte! Du wollest uns stärken und leiten und zu dem himmlischen Mahle recht würdig bereiten. Bleib uns hier nah, bis wir dich ewig allda schmecken und schauen in Freuden. 9. Gieb auch den Armen Brots genug, daß etwa sie durch Satans Trug nach fremden Gütern trachten nicht und fallen in dein Strafgericht. Gerhard Tersteegen. 10. Drauf sprechen wir das Tischgebet und seßen uns zu Tische hin. Herr, laß die Mahl= Mel. Christ, der du bist Tag und, zeit so geschehn, daß wir mit oder: Herr Jesu Chrift, dich zu uns. Freuden von ihr gehn. Joh. Riſt. 1283. Gwartet alles, Mel. Schmücke did, o liebe Seele auf der du die Welt ganz mildiglich 1284. Speiſe, Bater, deine Kinder, tröste die ernährest und so weit und breit betrübten Sünder; sprich den die Speise giebst zu seiner Zeit. Segen zu den Gaben, die wir jego vor uns haben, daß sie uns mit in diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben, bis wir endlich mit den Frommen zu der Himmelsmahlzeit kommen. Amen. Joh. Heermann. In eigener Melodie. 2. Wenn du die reiche Hand thust auf, so kommen wir vollem Lauf, und werden, sind wir noch so matt, von deinen Gütern alle satt. 1285. Wir danken Gott für seine Gaben, 3. Du trägst Erbarmung Tag für Tag, o großer Gott! hörst unsre Klag. Erhör auch uns zu dieser Frist, weil du noch unser Vater bist. 4. Auf dies Vertrauen kommen wir, getreuer Vater, auch zu dir, daß wir mit Beten, Lob und Dank empfangen fröhlich Speis und Trant. 5. Drauf bitten wir aus Herzensgrund: Ach Herr! gesegn uns diese Stund, und laß die liebe Kost allein von deiner Hand gefegnet fein. die wir von ihm empfangen haben. Wir bitten Gott, unfern lieben Herrn, er woll uns hinfort mehr beschern; er woll uns speisen mit seinem Wort, daß wir satt werden hier und dort. Ach, lieber Gott, du wollst uns geben, nach diesem Glend das ewge Leben. Amen. Mich. Prätorius. 1286. 810 Abend- Lieder. Abend- Lieder. welches sonst die Ruhe stört. Laß an unser Bette schreiben: Gottes Kinder schlafen hier, und Gott wird bei ihnen bleiben. O, wie Jesus bei mir ist! Gute Nacht, fanfte schlafen wir! Benj. Schmold. thr müden Sorgen; sanfte Ruhe, Mel. Herzliebster Jesu, was hast. sei gegrüßt! Beil mich Gottes 1287. Die Nacht ist komFlügel decket und sein Auge für Mel. O du Liebe meiner Liebe. 1286. Abend, heller als der Morgen, weil mein men, drin wir mich wacht, ach! so werd ich ruhen sollen; Gott walts zu nicht erschrecket vor der sonst be- Frommen nach seinm Wohlgetrübten Nacht. fallen, daß wir uns legen, in seinm Gleit und Segen der Ruh 2. Kommt ihr angenehmen Schatten! Wieget meine Glieder zu pflegen. ein, daß sie ihre Kraft erstatten, wenn sie wie gestorben sein. Deckt ihr schwarzen Finsternisse dieses Tages Fehler zu, und wenn ich mein Bette grüße, so befördert meine Ruh. 2. Treib, Herr, von uns ferne Die unreinen Geister; halt die Nachtwach gern, sei selbst unser Schutzherr. Schirm beid, Leib und Seel, unter deine Flügel; send uns dein Engel. 3. Laß uns einschlafen mit guten Gedanken, fröhlich aufwachen Laß 3. Aber du, mein Herze, wache, denn dein Jesus klopfet an, daß er sich ein Lager mache, wo er und von dir nicht wanten. bei dir ruhen kann. Laß die uns mit Züchten unser Thun und Glaubenslampe brennen, gieß Tichten zu deinm Preis richten. das Öl der Andacht ein, so wirst du den Freund erkennen, der dir will zur Seite sein. 4. Pfleg auch der Kranken, durch deinen Geliebten. Hilf den Gefangnen, tröste die Betrübten. Pfleg auch der Kinder, sei selbſt ihr Vormünder; des Feinds Neid 4. Laß mein Opfer dir gefallen, o du ewger Gnadenthron! Höre meines Mundes Lallen und der hinder. Lippen schwachen Ton. Ach, durchstreich mit deinem Blute des vergangnen Tages Schuld! Schone meiner mit der Rute, und erzeige mir Geduld. Böhmische Brüder. 5. Treuer Hirte deiner Schafe, In eigener Melodie, oder: Jesu, Wächter mitten in der Nacht! meine Freude. Decke mich in meinem Schlafe, 1288. Hirte deiner Schafe, gieb mir deiner Engel Wacht. von Sei du meine Feuersäule, daß Schlafe etwas wissen mag! Deine der arge Feind erschrickt, wenn Wundergüte war mein Schild er die vergiften Pfeile auf mein und Hütte den vergangnen Tag. schlafend Herze drückt. Sei die Nacht auch auf der Wacht, 6. Deine Wagenburg umschließe und laß mich von deinen Schaalles, was mir angehört, daß ren um und um bewahren. man nichts von Grauen wisse, 2. Decke mich von oben vor der 5. Vater, dein Name werd von uns gepreiset; dein Reich zukomme, dein Will werd beweiset. Frist unser Leben, wollst die Schuld vergeben; erlöf uns. Amen. Abend- Lieder. 811 dir geweiht. Laß nichts die Einsamkeit vor dir entweihen. Schließ selber du mein Herz vor allem zu, damit es sich in Ruh mög in dir freuen. der Feinde Toben mit der Vater- 2. Die stille Zeit sei, Jesu, huld. Ein versöhnt Gewissen sei mein Ruhekissen, drum vergieb die Schuld. Denn dein Sohn hat mich davon durch die tief geschlagnen Wunden gnädiglich entbunden. 3. Laß auch meine Lieben keine Not betrüben; sie sind mein und dein. Schließ uns mit Erbarmen in die Vaterarmen ohne Sorgen ein. Du bei mir und ich bei dir, also sind wir ungeschie3. Wie preis ich dich, mein Jesu, daß du mich aus Gnaden kräftiglich zu dir gezogen! Ach, hätte doch mit mehrer Treue noch sich in dein sanftes Joch mein Herz gebogen! den, und ich schlaf in Frieden. 4. Es schmerzt mich tief, daß, 4. Romm, verschließ die Kam- feit dein Geist mich rief, ich dir mer und laß allen Jammer ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel. Unter deine Flügel nimm dein Küchlein ein. Decke zu mit Schutz und Ruh, so wird uns nicht dürfen grauen vor des Satans Klauen. noch erst entlief durch Reiz der Sünden. Mein treuer Hirt, wie oft war ich verirrt und konnte, wie verwirrt, die Ruh nicht finden! 5. Toch deine Hand war nicht von mir gewandt, sie zog mich durch das Band der Liebe wieder. 5. Wie wenn ich mein Bette Dein Gnadenlicht verließ den heut zum Grabe hätte? Wie bald Sünder nicht, dein holdes Anz rot, bald tot! Doch hast du gesicht sah auf mich nieder. beschlossen, daß mein Ziel ver- 6. Du riefst, ich kam gebeugt floffen, kommt die Todesnot, so und voller Scham; dein Vaterwill ich nicht wider dich. Lieg herze nahm mich auf voll Liebe. ich nur in Jesu Wunden, sterb Da schmolz mein Herz in reueich alle Stunden. vollem Schmerz, du zogst es himmelwärts in Liebestriebe. 6. Nun wohlan, ich thue in vergnügter Ruhe Mund und Augen zu. Seele, Leib und Leben 7. O Gott voll Huld, du trägst 7. Gott voll Huld, du trägſt hab ich dir ergeben, o du Hüter mich mit Geduld, vergabst so oft du! Gute Nacht! Nimm mich in acht; und erleb ich ja den Morgen, wirst du weiter sorgen. die Schuld, als ich dich flehte; und dann sprachst du mir wieder freundlich zu und schenktest süße Ruh mir im Gebete. Benjamin Schmold. 8. Herr, ich bin dein und will es ewig sein. Ach zieh mich 1289. Mein Auge wacht jetzt in der stillen ganz hinein, daß ich nicht wante. Wann kommt die Zeit, daß ich, Nacht. Nun ist mein Herz be- dir ganz geweiht, zum heilgen dacht, dich, Gott, zu loben. Ach Schmuck bereit, als Sieger danke? schenke mir Kraft, zu lobsingen 9. Doch deine Gnad, die angedir mit deinen Heilgen hier und fangen hat, wird auch nach deidenen drobent. nem Rat das Werk vollenden; ich In eigener Melodie, oder: Nun schläfet man. 812 Abend- Lieder. ich rau es dir. Ach, stärf den Armen. Jefu, ja in deiner Hut Glauben mir! Ich laß mich für schläfts sich sicher, wohl und gut. und für nur deinen Händen. Chr. Carl 2. von Pfeil. 10. Mein einzges Gut, in dem Mel. Nun lasset uns den Leib. mein Sehnen ruht, du machst mich 1292. O Jeſu, treuſter Heiz Land mein, ich geh wohlgemut in deiner Liebe; i o hauche dann den Funken stär- in mein Schiaffämmerlein; ich ter an, daß ich dich lieben kann will mich legen in die Ruh, schließ mit mächtgem Triebe. du die Thür selbst nach mir zu. 11. Beim Sturm der Welt sei 2. Verzeih mein Sünd aus Anker, der mich hält, und birg Gnad und Güt; schädlich und mich in dein Zelt, wenn alles sündlich Träum verhüt. Laß säuzaget. In Not und Bein nimm berlich mich schlafen ein und mich, o Liebe, ein, so harr ich ruhen sanft in Armen dein. tindlich dein, bis daß es taget. 12. Preis, Lob und Ehr sei dir je mehr und mehr, Jehovah, hoch und hehr, in Jesu Namen,- im Staube hie oft unter Streit und Müh, und einst in Harmonie der Engel! Amen. Gerh. Tersteegen. In eigener Melodie. 3. Und wenn ich schlaf, so wach für mich, treib alles llnglück hinter sich; breit über mich dein Flügel aus, laß stehn dein Engel um mein Haus. 4. Behüt vor Feur und Waffersnot, vor einem bösen schnellen Tod; vor Diebstahl und vor 1290. Müde bin ich, geh Leibsgefahr mich und die Meizur Ruh, schließenigen bewahr. beide Äuglein zu. Bater, laß die 5. Laß mich zu deinem Lob Augen dein über meinem Bette sein. aufstehn und fröhlich an mein 2. Hab ich Unrecht heut ge- Arbeit gehn; so will ich dein than, sieh es, lieber Gott, nicht Barmherzigkeit loben, preisen in an. Deine Gnad und Jesu Blut Ewigkeit. macht ja allen Schaden gut. 3. Alle, die mir sind verwandt, Gott, laß ruhn in deiner d. Alle Menschen, groß und klein, sollen dir befohlen sein. 4. Kranten Herzen sende Ruh, naffe Augen schließe zu. Laß den Mond am Himmel stehn und die stille Welt besehn. Mel. Sollt es gleich bisweilen. 6. Gott Vater, nimm mich in dein Hut; Gott Sohn, wasch mich mit deinem Blut; Gott heilger Geist erleuchte mich, daß in den Himmel komme ich. In eigener Melodie. 1293. o willst du hin, 40 weils Abend ist, mein lieber Pilgrim, Jesu Christ? Ei, bleib doch hier und rast in 1291. Nur in Jeſu Blut mir, ich laß dich nicht, du ewges und Wunden hab ich wahre Ruh gefunden; diese sollen auch allein heut mein Ruhebette sein. Licht, ich schrei dir nach mit tautsend Ach. Ach bleib doch hier, mein Leben, ich vill dir Herberg geben. 2. Die Sonne hat sich schon gesenkt, die Nacht ist da, die mich 2. Tags umgiebt mich sein Erbarmen; Nachts ruh ich in seinen bedrängt; komm doch herein, mein Sonntags- Lieder. 813 mein Freudenschein, zünd an wird mein Herz in dir erfreuet, mein Herz, wie eine Kerz. Er wenn er nicht stillt der Sünde leucht es ganz mit deinem Glanz, Qual? Wie bet ich, wenn er daß ich dich mög erkennen und meine Schal mit reinem Weihdurch und durch entbrennen. rauch nicht bestreuet? 3. Wenn du bei mir bleibst, werter Gast, so werd ich ledig meiner Last; du bringst mir Brot in Hungersnot; du treibefst weit die Eitelkeit; du zeigst mir an die rechte Bahn; du machst, daß meine Sinwen die Wahrheit finden können. 4. Ich lasse dich nicht, liebster Freund, bis daß die Sonne wieder scheint. Hab nur Geduld, und sei mir hold; du fannst nicht fort aus diesem Ort; mein Herze wacht, hat deiner acht, ich will dich fest umfassen und nicht entweichen lassen. Joh. Scheffler. 4. Kann meine Harfe lieblich flingen, wenn sie dein Finger nicht berührt? Kann ich die düstre Nacht durchdringen, wenn dieser Leitstern mich nicht führt? Kann ich ein süßes Opfer werden, wenn diese Flamm nicht in mich fährt und mich in deiner Lieb verzehrt und hebet von dem Staub der Erden? 5. Herr, höre, was ich innig bitte, vergönne meiner armen Seel, die Thür zu hüten deiner Hütte, die ich vor großen Schlössern wähl! O Paradies, o liebstekirche, o Außenwerk, o feste Pfort der Gottesstadt, o stiller Port, 0 Zions schönstes Borgebirge! 6. Hier will ich eine Hütte bauen, hier labet mich dein Abendmahl; hier giebt sich reichlich mir zu schauen, o Lebenslicht! dein Gnadenstrahl. So feir ich recht den Tag der Sonnen, so hab ich meine Ruh in dir. Ach habe du dein Werk in mir; vollführe, was du hast begonnen! 7. Wenn sich des Lebens WerkSonntags- Lieder. Mel. Mein Jesu, den die. 1294. Beschwertes Herz, leg ab die Sorgen, erhebe dich, gebücktes Haupt! Es kommt der angenehme Morgen, da Gott zu ruhen hat er laubt, da Gott zu ruhen hat befohlen und selbst die Ruhe eingeweiht. Auf, auf, du hast vorhin viel Zeit dem Dienst des Herren abgestohlen! 2. Auf, laß Ägyptens eitles tag enden, so ruh, von allem Wesen, die Stoppeln und die Frohndienst los, mein Geist in Ziegel stehn; du sollst betautes deinen Vaterhänden, mein Leib Manna lesen und in des Herren in seiner Mutter Schoß, bis Tempel gehn, ihm zu bezahlen beides feiern wird dort obeu, wo deine Pflichten und zur Vermeh- man in sicherm Frieden ruht, rung seines Ruhms die Werke nichts denket, redet oder thut, als deines Priestertums in tiefster dich zu lieben, dich zu loben! Andacht zu verrichten. Christoph Wegleiter. 3. Mein Gott, ich bin vor dir Mel. Straf mich nicht in deinem. erschienen und gebe auf dein 1295. Betgemeinde, heilge Winken acht; wie kann ich dir dich mit dem heilgefällig dienen, wenn mich dein gen Öle! Jesu Geist ergieße sich Geist nicht tüchtig macht? Wie dir in Herz und Seele! Laß den Mund Sonntags- Lieder.. eur eignes Feur lasset weit von dannen von der heilgen Pfannen. 2. Heilige den heilgen Brand, 10. Das Gebet hat Christi Gunst, deines Geists Verlangen dem, ders wo mans ernstlich übet; und das Blut an dich gewandt, heilig anzu- ist der Heilgen Kunst: bitten, wie hangen; heilger Rauch sei es auch, der zu Gott aufgehet, wenn das Herze flehet. ers liebet. Das gescheh je und je, wie ers vorgenommen auf sein endlichs Kommen. 814 Mund alle Stund von Gebet und Flehen heilig übergehen. 11. Dies Verlangen muß vorher 3. Das Gebet der frommen Schar, was sie fleht und bittet, das wird in der Seele glimmen, so macht auf dem Rauchaltar vor Gott aus- aus dem Bitten er Donner, Bliz geschüttet; und da ist Jesus Christ und Stimmen, die ergehn und Priester und Verfühner aller seiner geschehn, daß die Feinde beben Diener. und Gott Ehre geben. 4. Kann ein einiges Gebet einer gläubgen Seelen, wenns zum Herz nicht fehlen; was wirds thun, wenn sie nun alle vor ihn treten und zusammen beten? 5. Wenn die Heilgen dort und hier, Große mit den Kleinen, Engel, Menschen mit Begier, alle sich vereinen, und es geht Ein Gebet aus von ihnen allen; wie muß das erschallen! 6. Oder unerkannten Macht von der Heilgen Beten! Ohne das wird nichts vollbracht, so in Freud als Nöten; Schritt vor Schritt wirft es mit, wie zum Sieg der Freunde, so zum End der Feinde. Chr. Carl L. von Pfeil. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns. 1296. Brunn alles Heils, dich ehren wir und öffnen unsern Mund vor dir; aus deiner Gottheit Heiligtum dein hoher Segen auf uns komm. 2. Der Herr, der Schöpfer, bei uns bleib; er segne uns nach Seel und Leib, und uns behüte seine Macht vor allem Übel Tag und Nacht. 3. Der Herr, der Heiland, unser Licht, uns leuchten laß sein Angesicht, daß wir ihn schaun und glauben frei, daß er uns ewig gnädig sei. 4. Der Herr, der Tröster, ob uns schweb, sein Antlig über uns erheb, daß uns sein Bild werd eingedrückt, und geb uns Frieden unverrückt. 7. O, so betet alle drauf! Betet immer wieder! Heilge Hände hebet auf! Heilget eure Glieder! Heiliget das Gebet, das zu Gott sich schwinget, durch die Wolken dringet. 5. Jehovah, Bater, Sohn und Geist, o Segensbrunn, der ewig 8. Betet, daß die letzte Zeit vol- fleußt, durchfließ Herz, Sinn und lends übergehe, daß man Christi Lobs und Segens voll. Wandel wohl, mach uns deins Herrlichkeit offenbaret sehe; stimmet ein insgemein mit der Engel Sehnen nach dem Tag, dem schönen! 9. Eure Bitten, die ihr thut zu Gott von der Erden, sollen eine heilGerhard Tersteegen. ge Glut des Altares werden. Aber man dein gedenkt und das Herz von Mel. Jesu, meines Lebens, oder: Alle Menschen müssen sterben. 1297. Das iſt eine ſelge Stunde, da Sonntags- Lieder. 815 von Herzensgrunde tief in deine denn, wo mein Herze lieget, da Wunden senkt. Wahrlich! Nichts ist der Engel Heer. Mich stört als Jesum kennen, Jesum suchen, kein Weltgetümmel, es träumt finden, nennen, das erfüllet un- mir nur vom Himmel. Ach, wer fre Zeit mit der höchsten Seligkeit. doch nur bald droben wär! 2. Jesu, deine Gnadenquelle fließt in Benjamin Schmold. so gern ins Herz hinein; deine Mel. Wunderbarer König. Sonne scheinet helle, denn du willst 1299. Gott ist gegenwärtig! genossen sein; und bei aller Segensfülle ist dein Wunsch und ernster Wille, daß man, weil dein Brünnlein voll, unaufhörlich schöpfen soll. und in Ehrfurcht vor ihn treten. Gott ist in der Mitten! Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlagt die Augen nieder; gebt das Herz ihm wieder! 3. Nun, so laß auch diese Stunde dein Gedächtnis in uns sein! In dem Herzen, in dem Munde leb und herrsche du allein. Laß uns deiner nie vergessen; wie Maria still gesessen, da sie deinen Mund gehört, also mach uns eingefehrt. E. Gottl. Woltersdorf. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht gebücket dienen. Heilig, heilig, heilig singen ihm zur Ehre aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm unsre Stimm, wenn auch wir Geringen unsre Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig allen Eitelkeiten, aller Erdenlust und Freuden. Da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben dir zum Eigentum ergeben. Du allein sollst es sein, unser Gott und Herre, dir gebührt die Ehre. 1298. Der Sabbath ist vergangen, ich habe mein Verlangen nach Herzens Wunsch erfüllt. Gott hat mich unterweiset, mit Lebensbrot gespeiset, und meiner Seele Durst gestillt. 2. Gott ruht durchs Wort im Herzen; drum leg ich ohne Schmerzen auch meinen Leib zur Ruh; denn allen Sündenschaden deckt Jesus mir in Gnaden mit seinem Purpurmantel zu. 4. Majestätisch Wesen! Möcht ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst erweisen; möcht ich, wie die Engel, immer vor dir stehen und dich gegenwärtig sehen! Laß 3. O du dreieinges Wesen! Mein mich dir für und für trachten zit Geist ist schon genesen, weil ich gefallen, liebster Gott, in allem. dein Tempel bin. Ich habe Licht 5. Du durchdringest alles! Laß vom Lichte, dein leuchtend Ange- dein schönstes Lichte, Herr, befichte treibt alle Finsternis dahin. rühren mein Gesichte! Wie die 4. Du wirst schon bei mir wa- zarten Blumen willig sich entfalten chen und eine Sonne machen, und der Sonne stille halten, laß auch mitten in der Nacht, bis mich so still und froh deine Strahbei den Cherubinen ein Sonntag len fassen und dich wirken lassen. ist erschienen, der alle Nacht zu Schanden macht. 6. Mache mich einfältig, innig abgeschieden, sanft und still in deinem Frieden; mach mich reines Hers 5. Ich schlafe ganz vergnüget, 816 Sonntags- Lieder. Herzens, daß ich deine Klarheit heute voller Arbeit sein; denn da schauen mag in Geist und Wahr- sammle ich die Fülle von den höchheit; laß mein Herz himmelwärts sten Schäßen ein, wenn mein Jewie ein Adler schweben und in jus meinen Geist mit dem Wort dir nur leben. des Lebens speist. 7. Komm, in mir zu wohnen, daß mein Geist auf Erden dir ein Heiligtum fann werden! Komm, du nahes Wesen, dich in mir verkläre, daß ich stets dich lieb und ehre! Wo ich geh, siz und steh, laß mich dich erblicken und vor dir mich bücken. Gerhard Tersteegen. Viel. Gott des Himmels und. 7. Herr, ermuntre meine Sinnen und bereite selbst die Brust. Laß mich Lehr und Trost gewinnen, gieb zu deinem Manna Lust, daß mir deines Wortes Hall recht tief in mein Herze fall. 8. Segne deiner Knechte Lehren, öffne selber ihren Mund. Mach mit allen, die dich hören, heute 1300. Hallelujah, schöner deinen Gnadenbund, daß, wenn hier fleht und singt, solches in dein Herze dringt. Morgen! schöner man als man denken mag. Heute fühl ich keine Sorgen; denn das ist 9. Gieb, daß ich den Tag be ein lieber Tag, der durch seine schließe, wie er angefangen ist. Lieblichkeit recht das Innerste erfreut. Segne, pflanze und begieße, der du Herr des Sabbaths bist, bis 2. Süßer Ruhetag der Seelen, ich einst auf jenen Tag ewig Sonntag, der voll Lichtes ist, Sabbath halten mag. heller Tag der dunklen Höhlen! Zeit, in der der Segen fließt! Jonath. Krause. Mel. Gott des Himmels und. Stunde voller Seligkeit, bu ver- 1301. Thut mir auf die treibst mir alles Leid. schöne Pforte, füh3. Ach, wie schmeck ich Gottes ret mich in Zion ein! Ach, wie Güte recht als einen Morgentau, wird an diesem Orte meine die mich führt aus meiner Hütte Seele fröhlich sein! Hier ist zu des Vaters grüner Au, da hat Gottes Angesicht, hier ist lauter wohl die Morgenstund edlen Schaß Trost und Licht. und Gold im Mund. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekom4. Ruht nur, meine Weltge- men, fomme du nun auch zu mir. schäfte! Heute hab ich sonst zu Wo du Wohnung hast genommen, thun; denn ich brauche alle Kräfte, da ist lauter Himmel hier. Zieh in dem höchsten Gott zu ruhn. in meinem Herzen ein, laß es Heut schickt keine Arbeit sich, als deinen Tempel sein. nur Gotteswerk, für mich. 3. Laß in Furcht mich vor dich 5. Wie soll ich mich heute treten, heilge du Leib, Seel und schmücken, daß ich Gott gefallen Geist, daß mein Singen und mein mag? Jesus wird die Kleider Beten ein gefällig Opfer heißt; schicken, die ich ihm zu Ehren trag. heilige du Mund und Ohr, zieh Sein Blut und Gerechtigkeit ist das Herze ganz empor. das schönste Sonntagskleid. 6. Ich will in der Zionsstille 4. Stärt in mir den schwachen Glauben; laß dein teures Klei nod Bei Einführung eines Geistlichen. 817 nod mir nimmer aus dem Herzen deines Mahls ich froh es wage, rauben. Halte mir dein Wort dort zu wandeln, wo voll Gnaftets für, daß es mir zum Leit- den deine Schar du eingeladen, stern dient und zum Trost im wo nicht mehr die Streiter rinHerzen grünt. gen wo sie Siegeslieder singen. Fr. Gottl. Klopstock. Bei Einführung eines Geistlichen. 5. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt. Laß mich nichts die Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt. Speise mich mit Himmelsbrot, tröste mich in aller Not. 6. Öffne mir die grünen Auen, daß dein Lamm sich weiden kann; laffe mir dein Manna tauen; zeige mir die rechte Bahn hier in diesem Jammerthal, Herr, zu deinem Ehrensaal. Mel. Wie schön leuchtet der. 1303. Jeſu, Herr der Herrlichkeit, du 2. O, daß frei von Erdenbürden und der Sünden Lasten würden unsre Seelen, unser Wille sanft, wie diese Sabbathstille, daß in deines Himmels Höhen wir von fern den Aufgang sähen jenes Lichts, das dann verkläret, wenn der Sabbath ewig währet! 3. Was ich strahlen seh am Throne, ist es nicht der Sieger Strone? Was von dort herab ich höre, sinds nicht Überwinder Chöre? Feiernd tragen sie die Balmen, ihr Triumph erschallt von Psalmen. Herr, du selber wollst mich weihen diesem Sabbath deiner Treuen! König deiner Christenheit, du Hirte deiner Herde! Du siehst auf die erlöste Welt, regierst sie, wie es dir gefällt, sorgst, daß sie selig werde. Bon dir sind wir auch erwählet, zugezählet den Erlösten, Die du segnen willst und trösten. 2. Wohl deinem Volk, daß du Sinn ihm B. Schmold. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 1302. 3eige dich uns ohne Hülle, ström auf es liebst, nach deinem uns der Gnade Fülle, daß an diesem Gottestage unser Herz der Welt entsage, daß durch dich der starb, vom Bösen uns Gefallne zu erlösen, deine glaubende Gemeine mit dem Vater sich vereine. Hirten giebst, die es zum Himmel führen und die voll Eifer, Geist und Kraft, voll Glaubens, Liebe, Wissenschaft das Herz der Sünder rühren. Trene Hirten laß den Seelen niemals fehlen und die Herden mit den Hirten- selig werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Hirten, den du uns gesandt. Herr, segne sein Geschäfte! Die Seelen, die sich ihm vertraun, durch Lehr und Leben zu erbaun, gieb Weisheit ihm und Kräfte. Lehr ihn, hilf ihm thun und leiden, dulden, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; nichts sei, das ihn betrübe. Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, gieb uns ein Herz, das folgjam hört, ein Herz voll trener Liebe. Lehrer, Hörer laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste stehen und den Weg zum Himmel 5. Wenn 4. Decke meiner Blöße Schande mit dem festlichen Gewande deiner Unschuld, daß am Tage gehen. 52 818 Hausstands- Lieder. 5. Wenn einst dein großer Tag ist; drum sprech ich auch zu jeder erscheint, laß unsern Hirten, un- Frist: Das walte Gott! sern Freund, uns dir entgegen 6. Legt Gott mir seinen Segen führen. Du gibst ihm unter seine bei nach seiner großen Güt und Hand die Seelen als ein Unter- Treu, so gnüget mir zu jeder pfand; laß keine ihn verlieren. Stund; drum sprech ich auch von Jesu, hilf du, biet die Hände, daß Herzensgrund: Das walte Gott! am Ende Hirt und Herde, treu vor dir erfunden werde! 7. Trifft mich ein Unglück, unverzagt! ist doch mein Wert mit 6. Sei uns gesegnet, Knecht des Gott gewagt; er wird mir gnädig Herrn! Du kommst im Namen stehen bei, drum dies auch meine unsers Herrn, in Jesu Christi Losung sei: Das walte Gott! Namen. Hirte, nimm uns bei 8. Er fann mich segnen früh und der Hand; führ uns zum ewgen spat, bis all mein Thun ein Ende Vaterland. Gott mit dir! Amen, hat; er gibt und nimmt, macht Amen! Mit dir gehn wir durch die Leiden dieser Zeiten zu dem Leben, das uns unser Gott will geben. Joh. Dan. Karl Bidel. wie ers will, drum sprech ich auch fein in der Still: Das walte Gott! 9. Gott steht mir bei in aller Not und giebt mir auch mein täglich Brot. Nach seinem alten Hausstands- Lieder. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Vaterbrauch thut er mir Guts; 1304. Das walte Gott, der drum sprech ich auch: Das walte helfen kann! Mit Gott! Gott fang ich mein Arbeit an, mit Gott nur geht es glücklich fort; drum ist auch dies mein erstes Wort: Das walte Gott! 10. Nichts glücket ohne Gottes Gunst, nichts hilft Verstand, Wizz oder Kunst; mit Gott gehts fort, gerät auch wohl, daß ich kann sagen glaubensvoll: Das walte Gott! 2. All mein Beginnen, Thun und Werk erfordert Gottes Kraft und Stärk; mein Herz sucht Gottes Angesicht, drum auch mein Mund mit Freuden spricht: Das walte Gott! 3. So Gott nicht hilft, so kann ich nichts; wo Gott nicht giebet, da gebrichts; Gott giebt und thut mir alles Guts, drum sprech ich nun auch gutes Muts: Das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dankbar sein daJoh. Betichius. für; auf sein Wort werf ich aus Mel. Nun sich der Tag geendet. mein Netz und sag in meiner Ar- 1305. Ich bin ein kleines beit stets: Das walte Gott! Kindelein, 11. Teilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht ich keiner Feinde Neid. Laß hassen, wers nicht lassen kann, so stimm ich doch mit Freuden an: Das walte Gott! 12. Thu ich denn was mit Got tes Rat, der mir beistehet früh und spat, dann alles wohl geraten muß; drum sprech ich nochmals zum Beschluß: Das walte Gott! 5. Anfang und Mittel samt dem End stell ich allein in Gottes Händ, er gebe, was mir nüßlich wie ichs mach. meine Kraft ist schwach; ich wollte gerne selig sein und weiß nicht, 2. Mein Hausstands- Lieder. 819 2. Mein Heiland, du bist mir hebe mich zu dir hinauf; dann freu zu gut ein Kindelein geweft und hast mich durch dein teures Blut von aller Not erlöst. ich ewig mich. N. L. v. ZinzendorfIn eigener Melodie. 1306. felig aus, wo man dich aufge= nommen, du wahrer Seelenfreund, Herr Jesu Christ! wo unter allen Gästen, die da kommen, du der gefeiertste und liebste bist, wo aller Herzen dir entgegen schlagen und aller Augen freudig auf dich sehn, wo aller Lippen dein Gebot erfragen, und alle deines Winks gewärtig stehn. 5. Du hast mich in der Taufe ja mit deinem Heil bekleidt, und eh ich etwas wußt und sah, zu weib in einer, in deiner Liebe 2. wo Mann und deinem Kind geweiht. 6. Und so gehör ich jener Schar, eines Geistes sind, als beide eidie droben vor dir steht in lich- nes Heils gewürdigt, feiner im ten Kleidern immer dar, der Engel Glaubensgrunde anders ist ge= Lied erhöht. sinnt, wo beide unzertrennbar an dir hangen in Lieb und Leid, Gemach und Ungemach, und nur bei dir zu bleiben stets verlangen an jedem guten, wie am bösen Tag. 3. Oselig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, du Freund der Kinder! der sie als die Seinen mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt; wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln und horchen deiner süßen Rede zu, und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, sich deiner freun, du lieber Heiland, du! 3. Mein liebster Heiland, rat mir nun, was ich zur Dankbarkeit für alle deine Lieb soll thun, und was dein Herz erfreut! 4. Ich kann nur flehn, weil ich gehört, daß du mein junges Herz zu einem Opfer haft begehrt: Herr, zieh es himmelwärts! 7.Ja, Herr, ich will, wie mans versprach, auf ewig deine sein, dir folgen gern durch Freud und Schmach, um dort mich auch zu freun. 8. Ich armes Kindlein aber kann nichts von mir selber thun, drum hilf mir, o du starker Mann, Herr Jesu, hilf mir nun! 9. So nimm mein ganzes Herz denn hin, nimms, liebster Jesu, an. Ich weiß ja, daß ich deine bin, dein Arm nur retten kann. 10. Bewahr mein Herz und halt es rein von allem, was befleckt; ja deines Geistes heller Schein halt immer mich bedeckt. 11. Nimmst du mich früh aus dieser Zeit, dann ist mir wohl geschehn; ich komm in jene Herrlichkeit, wo Friedenspalmen wehn. 12. Doch soll ich länger hier noch sein, nehm ich an Jahren zu, so hilf, daß in des Glaubens Schein ich fröhlich Gutes thu. 13. Und schließ ich endlich meinen Lauf in Liebe gegen dich, so 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen, und wissend, wessen Augen auf sie sehn, bei allem Werk in einem Eifer brennen, daß es nach deinem Willen mag geschehn; als deine Diener, deine Hausgenoffen, in Demut willig und in Biebe frei, das Ihre schaffen, froh und unverdrossen in kleinen Dingen zeigen große Treu. 52* 5. D 820 Hausstands- Lieder. 5. O selig Haus, wo du die und nährt, und sich je mehr und Freude teilest, wo man bei fei- mehr vermehrt mit Früchten, die ner Freude dein vergißt; o selig da leben. Wohl dir, o Zier, ManHaus, wo du die Wunden heilest neswonne, Hausessonne, Ehrenund aller Arzt und aller Tröster krone! Gott denkt dein in seibist; bis jeder einst sein Tage- nem Throne. werk vollendet und bis sie endlich alle ziehen aus dahin, woher der Vater dich gesendet ins große, freie schöne Baterhaus. 5. Sei gutes Muts! Wir find es nicht, die diesen Orden aufge richt, es ist ein höhrer Bater. Der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn unsere Sorg uns trübt, der beste Freund und Karl Joh. Phil. Spitta. Mel. Wie schön leuchtet der. 1307. Wie schön ists doch, Nater. Anfang, Ausgang aller Herr Jesu Christ, Sachen, die zu machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenken. im Stande, da dein Segen ist, im Stande heilger Ghe! Wie steigt und neigt sich deine Gab und alles Gut so mild herab aus deiner heilgen Höhe, wenn sich an dich fleiBig halten Jung und Alten, die fließen; indessen, wer sich in 6. 3war bleibts nicht aus, es fommt ja wohl die Stunde, da man leidensvoll die Thränen läffet im Orden eines Lebens einig worden. Geduld ergiebt, des Leid wird Gottes Huld in großen Freuden schließen. Schweige, beuge dich ein wenig, unser König wird behende machen, daß die Angst sich wende. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl begehn und unverrückt bei sammen stehn im Bunde reiner Treue, da geht das Glück in vollem Lauf, da sieht man, wie der Engel Hauf im Himmel selbst sich freue. Stein Sturm, kein Wurm kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott giebet dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Vor allem giebt er seine Gnad, in deren Schoß er früh und spat sein Hochgeliebten heget; 7. Wohl her, mein König, nah herzu! Gieb Nat in Kreuz, in Nöten Ruh, in Ängsten Trost und Freude! Des sollst du haben Ruhm und Preis. Wir wollen fingen bester Weis und danken alle beide, bis wir bei dir, deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen ewig loben werden. Amen. P. Gerhardt. Mel. Herr Jesu Christ, meins. da spannt sein Arm sich täglich 1308. Wohl einem Haus, da faßt er uns und unser da Jesus aus, Chrift Haus, gleich als ein Vater pfleget; allein das All in allem ist! Ja da muß ein Fuß nach dem andern wenn er nicht darinnen wär, wie gehn und wandern, bis sie fom- finster wärs, wie arm und leer! men zu dem Zelt und Sitz der Frommen. 4. Der Mann wird einem Bau2. Wohl, wenn der Mann, das Weib, das Kind im rechten Glauben einig sind, zu dienen ihrem me gleich, an Ästen schön, an Zwei- Herrn und Gott nach seinem gen reich, das Weib gleich einem Willen und Gebot! Reben, der seine Träublein trägt 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Anhang. 821 der Welt ein Vorbild vor die mans an, wie Gott die Seinen Augen stellt, daß ohne Gottes- segnen kann. dienst im Geist das äußre Werk nichts ist und heißt! 4. Wohl, wenn das Räuchwerk im Gebet beständig in die Höhe geht, und man nichts treibet fort und fort, als Gottes Werk und Gottes Wort! 8. So mach ich denn zu dieser Stund samt meinem Hause diefert Bund: Weich alles Volk auch ihm fern, ich und mein Haus stehn bei dem Herrn! Chr. Carl L. v. Pfeil. Reise- Abschied. Mel. Wachet auf, ruft uns die. Pfade, mit euch 5. Wohl, wenn im äußerlichen 1309. 3icht in Frieden eure Stand mitfleißiger, getreuer Hand ein jegliches nach seiner Art den Geist der Eintracht offenbart! des großen Gottes Gnade und seiner heilgen Engel Wacht! Wenn euch Jesu Hände schirmen, gehts unter Sonnenschein und Stürmen getrost und froh bei Tag und Nacht. Lebt wohl, lebt wohl im Herrn! Er sei euch nimmer fern, 7. Wohl solchem Haus! Denn spät und frühe! Bergeßt uns nicht es gedeiht, die Eltern werden hoch in seinem Licht und wenn ihr sucht erfreut, und ihren Kindern sieht sein Angesicht! G. nat. 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind, und wenn sie Kind und Kindestind versäumen nicht am ewgen Glück! Dann bleibet ihrer keins zurück. Anhang. 1. Morgenlieder. Für Kranke. Mel. Freu dich sehr, o meine. 1 3. Dieser Tag ist angefangen, weil mich deine Guad erhält; laß mich auch das End erlangen, 1310.Unter meinem Schmerz wenn es dir, mein Gott, gefällt. und Weinen, nach zurückgelegter Nacht, seh ich jetzt die Sonne scheinen, die da alles fröhlich macht. Drum will ich, so riel ich kann, diesen Tag auch fangen an mit Gebet, mit Danfen, Singen und in Andacht ihn vollbringen. Lindre meinen Schmerz und Not, ach, mein Vater, Herr und Gott! Ach, du wollest mir beistehen, nicht von deinem Kinde gehen. 4. Doch es soll dein Will geschehen, Herr, dein Wille nur allein! Wie du willst, so soll mirs gehen, so will ich zufrieden sein. Ich will leben, wenns dein Will; auch im Sterben halt ich still. Ich will mich zu Tod und Leben dir 2. Daß ich mich jest frank befinde, Herr, das ist dein Will und Mat, welcher mir, als deinem Seinde, dieses zugeschicket hat. hiemit, mein Gott, ergeben. Nun, ich nehm es gern auf mich, ja, ich trag es williglich. Was du pflegest aufzulegen, ist nicht ohne Gnad und Segen. 5. Segne alle Arzeneien, stärke mich je mehr und mehr; laß dieselben mir gedeihen, Herr, zu deines Namens Ehr. Hör in Gan 822 Anhang. Gnaden mein Gebet, wenn ich Er ists, der mir die Nacht zur findlich vor dich tret, daß ich dich guten Freundin macht. im Glauben faffe und mich fest auf dich verlaffe. 2. Heb alle Feindschaft anf, Freund, den mein Herze liebet; 6. Soll ich enden heut mein und wo mein Lebenslauf dich Leiden, daß mir besser wieder da und dort betrübet, so tilge werd; soll ich von der Welt ab- meine Schuld mit Huld und scheiden und verlassen diese Erd? mit Geduld. Herr, das überlaß ich dir; wie du willst, geschehe mir. Dein bin ich mit Leib und Seele, du bists, dem ich mich befehle. 3. 3war hab ich einen Feind, der voller List und Tücke; doch wo dein Antlig scheint ,! da fällt er bald zurücke. Troß Teufel und der Höll! Hier ist Immanuel. Mel. Bater unser im Himmelreich. 1311. 11. werde als 11 ge ich, mein Jesu, blicke doch auf mich! Du bist der Arzt und Wundermann, der alle zeit erretten fann; drum bin ich gleich von Hilfe bloß, leg ich mich doch in deinen Schoß. wie ein Toter liegen, drum lasſe deine Wacht sich um mein Lager fügen, und deiner Allmacht Schein bei meiner Ohnmacht sein. 5. Der Schlaf, des Todes Bild, heißt mich ans Grab gedenken; 2. Mein Trost und meines Her- doch komme, wann du willst, ich zens Teil, o mache meine Seele will mich gar nicht fränken; mich) heil! Besprenge mich mit deinem bringt der legte Feind zu dir, Blut und mach all meine Sünden mein bester Freund. B. Schmold. gut, und gieb mir nach vergeb= ner Schuld bei meiner Schwachheit auch Geduld. Abendlied einer Mutter. In eigener Melodie. bens laute Töne 3. Berühre mich mit deiner 1313. Dunkel ists, des LeHand, die so viel Böses abgewandt. Dein Leib mich speise, da ich frant, sind verstummt in tiefer Mitterdein Blut sei meiner Seele Trant. nacht. Sterne wandeln dort in Ich will, wie Lazarus, allein, lichter Schöne; alles schlummert, auch wenn ich krant, der Deine sein. nur die Liebe wacht. 4. Wenns meiner Seele selig ift, so heile mich, Herr Jesu Christ! Soll Sterben aber besser sein, wohl mir, auf Jesum schlaf ich ein! Mach du es, Jesu, durch dein Blut mit mir an Leib und Seele gut! 2. Mutterliebe hier in dunkler Tiefe, Mutterliebe dort im Himmelslicht! Still, mein Herz, wenn deine Lieb entschliefe! Jene Liebe schläft noch schlummert nicht. 3. Ach, an euch, ihr Blumen meines Lebens, meine Kindlein, 2. Abendlieder. hat sie längst gedacht! SchlumMel. Die Nacht ist vor der Thür. mert nur, es halten nicht verge1312. Dienacht ist niemands bens eure Engel hier die stille Freund; doch weil Wacht. ich Jesum habe, so fürcht ich kei- 4. Hier ist Bethel, hier ist Himnen Feind bei solcher Übergabe. melsleiter, Boten Gottes steigen auf Anhang. auf und ab, die der Herr als schüßende Begleiter seinen Kleinen mit ins Leben gab. 5. Fühl ich ihrer Flügel leises Wehen? Machts ihr Dasein mir so wohl und still? O noch mehr begehrt desGlaubens Flehen, als der Engelnähe Wohlgefühl. 6. Tritt herein mit deinem reichen Segen, du, der Mütter hört und Kinder liebt, die durchgrabne Hand auf fie zu legen, die uns jede Himmelsgabe giebt. 7. Dein sind sie, du hast sie mir gegeben; wieder leg ich sie an deine Brust; da versiegle sie zum ewgen Leben, mache deiner Liebe fie bewußt! 8. Wärest du nicht mein, du Trost der Sünder, schaute ich des Lebens Klippen an, Thränen hätt ich nur für meine Stinder. Doch, du lebst und nimmst dich ihrer an. 823 Weide gehn, und in deines Paradieses Auen freudig einst um ihren Hirten stehn. 9. Birg fie, Herr, in deinen treuen Armen, heile du der Sünden frühen Schmerz! Leite ihren Gang durch dein Erbarmen; weißt ja um das arme Menschenherz. 10. War der Eltern Irrsal und Verderben mit dem ersten Herzensschlag ihr Teil; o, so laß von dir sie andres erben, deiner Unschuld bluterrungnes Heil! 14. Schlummert denn in eures Hirten Armen, Kindlein, der sein Reich euch zugesagt! Sein VerheiBen bleibet Ja und Amen. Nächte fliehn, der ewge Aufgang tagt! Meta Heußer Schweizer. Gebet einer Mutter. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 1314. Du schläfft in deiner Wiege, mein Kind; ich aber liege vor Gottes Angesicht, der höret Flehn und Beten, und wird uns selbst vertreten; denn dieser Hüter schlummert nicht. 2. Du warst ehmals verloren, nun bist du neu geboren, vom Sündenübel rein; Gott sage dazu Amen und schreibe deinen Namen ins Buch des ewgen Lebens ein. 3. Gott wohnt in deiner Seele; daß ihr kein Trost mehr fehle, das macht dein Glaubenslicht; Gott stärf auch meinen Glauben, und laß mir ihn nicht rauben; Gebet und Hoffnung trügen nicht. 4. Ja, wär ich nur in allem nach Gottes Wohlgefallen ein frommes Kind, wie du! Nun, Jesus woll mir geben Zucht, Demut, stilles Leben und sonderlich der Seelen Ruh. 11. Schreib ins Buch des Le- 5. So schlaf denn sanft und stille! bens ihre Namen, jene neuen, die Ists Gottes gnädger Wille, so die Welt nicht fennt; halt im heil- bin ich auch bereit; nur nehm gen Bunde sie zusammen; binde er an dem Ende den Geist in du, wenn je die Welt sie trennt. seine Hände. Der Leib schläft 12. Soll es auch für sie durch bis zur leßten Zeit. Nächte gehen, rührt ihr Klagen schmerzlich einst mein Ohr, o so führe aus den bittern Wehen schöner deines Lebens Sieg hervor. 13. Weide deine Schafe, laß mich schauen, daß sie nie auf fremder 6. Doch wird verklärt er wallen, wird die Posaun erschallen aus düstrer Grabesnacht. Da wollen wir denn beide in ewger Himmelsfreude den Himmel schaun in seiner Pracht. 7. Sr 824 7. Indes sei Gottes Segen auf allen deinen Wegen, er segne deinen Lauf und laß uns selig fahren, die Engel uns bewahren; so wachen wir zum Leben auf. Anhang. 6. Bleibe, wenn vor meinen Augen jetzt auch noch ein Vorhang ist, daß sie nicht zu sehen taugen deine Klarheit, Jesu Christ. Öffne mir indes die Schriften, daß ich an dich glauben kann; denn auf Mel. O du Liebe meiner Liebe. 1315. Bleibe, es will Abend jenen Himmelstriften gehet erst werden, Jesu, blcibe das Schauen an. du bei mir! Also ruf im Thal der 7. Bleibe stets mir in Gedanken, Erden ich, dein Pilger, auch zu daß mein Herz dich nicht verläßt; dir. Bleibe mir statt tausend Son- mach es, wenn es wollte wanfen, nen; denn dein Geist und Lebens- durch die Gnade wieder fest. Bleiwort hat das Herz mir abgewon- be bei mir, wenn ich schaffe; bleibe nen; darum läßt es dich nicht fort. bei mir, wenn ich ruh; bleibe bei 2. Bleibe, du bist mein Erlöser! mir, wenn ich schlafe; weicht mir Ach, was hab ich ohne dich? Da alles: bleibe du! wird nur mein Elend größer und der Tod erschrecket mich. Ohne dich bin ich verloren; aber, Herr, dein Fleisch und Blut macht mich wieder neu geboren, weil es ewge Wunder thut. 8. Ja, du bleibst, du hast versprochen: Ich bin bei euch allezeit!" Du hast nie dein Wort gebrochen, brichsts auch nicht in Ewigkeit. Schlaft, ihr Glieder, wach, o Seele, Jesus bleibt und hält die Wacht, er, dem ich euch froh befehle: das ist eine gute Nacht! Ph. Fr. Hiller. 3. Bleibe, denn du bist mein Leben, außer dir ist alles tot; außer dir sind wir ja Reben, welchen Gott das Feuer droht. Meines Herzens schwache Triebe gehen, Herr, auf dich allein. Wenn nicht Jesus bei mir bliebe, möcht ich nicht geboren sein. 3. Sonntagslieder. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 1316. Licht vom Licht erLeuchte mich bei dem neuen Tageslichte; Gnadensonne, 4. Bleibe, mußt du gleich mir stelle dich vor mein muntres Angesagen, daß ich unverständig sei; sichte, wohne mir mit Glanze bei, denn du kannst die Schwachen daß mein Sabbath fröhlich sei. tragen, und bleibst ohne Wandel tren. Ich will schuldig mich bekennen, denn ich bins; doch bleib mir nah! Laß mir nur das Herz entbrennen, daß ich fühle, du bist da. 2. Brunnquell aller Süßigkeit, laß mir deine Ströme fließen; mache Mund und Herz bereit, dich in Andacht recht zu küssen. Streu das Wort mit Segen ein, laß es hundertfrüchtig sein. 5. Bleibe, wenn ich gleich im Herzen noch so träg zum Glauben 3. 3ünde selbst das Opfer an, bin, denn ich lege dir mit Schmer- das auf meinen Lippen lieget; sei zen meinen Zweifel offen hin. mir Weisheit, Licht und Bahn, Hast du nicht auch mit den Trägen daß kein Irrtum mich betrüget noch erbarmende Geduld? Ja, und fein fremdes Feuer brennt, auch auf betrübten Wegen nahst welches dein Altar nicht kennt. du ihnen voller Huld. 4. Laß mich heut und allezeit Heis Anhang. 825 hier und dort. Heilig! Heilig! Heilig! singen, zu verscherzen zum Seligwerden und mich in die Ewigkeit mit des Geistes Flügeln schwingen; gieb mir einen Vorschmack ein, wie es wird im Himmel sein. 5. Tritt unter deine Füße das Reich der Finsternisse. Dein Evangelium durchdring der Menschen 5. Ruh in mir und ich in dir, Herzen; zum Lohne deiner Schmerbau ein Paradies ins Herze; offen- zen, laß sie erkennen deinen Ruhm. bare dich doch mir, und gieß mei- 6. Stärk, Heiland, deine Knechte, ner Andachtskerze immer neues Ole zu, o du Liebesflamme du. 6. Dieser Tag sei dir geweiht, weg mit allen Eitelkeiten! Ich will deiner Herrlichkeit einen Tempel zubereiten, nichts sonst wollen, nichts sonst thun, als in deiner Liebe ruhn. zu fördern deine Rechte, zu käm= pfen in Geduld. Gieb allen Mut und Kräfte zum großen Heilsgeschäfte, und labe ſie mit deiner Huld. 7. So hör denn unser Flehen, Herr, und laß geschehen, was unser Herz begehrt: daß bald die ganze Erde dein Gottestem= vel werde. Wers glauben kann, dem wirds gewährt. 8. Vereinigt euch, ihr Glieder, und singet Siegeslieder dem Lamm auf Gottes Thron! Stimmt froh in unsre Chöre, ihr großen Himmelsheere, und lobt den Vater und den Sohn! 7. Du bist mehr als Salomon, laß mich deine Weisheit hören; ich will deinen Gnadenthron mit gebeugten Knieen ehren, bis mir deine Soune lacht und den schön sten Sonntag macht. B.Schmold. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 1317. Du großer 3ionskönig, dem alles unMel. Gott des Himmels und der. terthänig und übergeben ist, vor 1318. Großer Gott von al dem die Erd sich beuget und selbſt der Himmel neiget, hör unser Flehn, Herr Jesu Chrift! ten Zeiten, deſsen Hand die Welt regiert, dessen Treu auf allen Seiten mich von Jugend auf geführt, heute weckt des Tages Lauf mich zu lauter 2. Vereint mit deinen From men, will auch dies Häuflein fommen vor deinen Gnadenthron. Andacht auf. Laß unser schwaches Lallen dir, Vater, wohlgefallen und segne uns in deinem Sohn. 3. Laß, Herr, dein Wort recht träftig und deinen Geist geschäftig in unsern Herzen sein. Laß immer mehr die Deinen auf dich nur sich vereinen, durch Brüderliebe sich erfrenn. 2. Ach, wie licb ich diese Stunden, denn sie sind des Herren Fest, das mit so viel Trost verbunden, da mein Gott mich ruhen läßt, und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Leben weist. 3. Habe Dank für diesen Morgen, der mir Zeit zum Guten schenkt. Das sind unsre besten Sorgen, wenn der Mensch an Gott gedenkt und von Herzen bet't und singt, daß es durch die Wol4. Was 4. Die, Herr, nach dir sich nennen, dich aber noch nicht kennen, erleucht mit deinem Wort. Erweck die toten Herzen, die Zeit nicht ten dringt. 826 Anhang. 4. Was ist schöner, als Gott Taube hören, Tote stehn auferweckt dienen? Was ist süßer, als sein in der Gemeine, und der Armen Wort, da wir sammeln wie die Eigentum ist dein Evangelium. Bienen, und den Honig tragen 3. Arzt und Helfer Israel! Laß fort? Selig ist, wer Tag und uns auch die Kraft genießen, heile Nacht also nach dem Himmel tracht. beides, Leib und Seel, mache reine 5. O mein Gott, sprich selber das Gewissen, nimm der Sünden Amen; denn wir sind dein Eigen- Aussatz weg, führ den Fuß auf tum. Alles preise deinen Namen; deinen Steg! alles mehre deinen Ruhm, bis es fünftig wird geschehn, daß wir dich im Himmel sehn. Kaspar Neumann. 4. Adventslieder. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns. 1319. Herr Jesu Christe, 5. Laß die Unbeständigkeit uns Gottes Sohn, der zu keinem Rohre machen, oder du vom hohen Himmelsthron sonst ein weiches Kleid deinen herab bist kommen in die Welt, Purpurrock verlachen. Wer sich und uns zu gut dich eingestellt, an dir ärgern will, findet nicht 2. Wir danken dir mit Herz des Himmels Ziel. und Mund demütiglich zu aller Stund, daß du uns schenfest zum Erbteil durch dein Zukunft das ewge Heil. 3. Wir bitten dich, o treuer Herr, weil uns das End nicht mehr ist fern, du wollest uns zu Gnaden dein dir lassen stets befohlen sein. 4. Silf, daß wir leben würdiglich und in dir sterben seliglich; daß wir lieben und loben dich hier zeitlich und dort ewiglich. David Behme. Mel. Meinen Jesum laß ich. 1320. Bist du, der da kommen foll? Ja, mein Jesu, du bist kommen; aus den Wundern sieht man wohl, daß du alles vorgenommen, was uns der Propheten Chor vom Messias stellet vor. 5. Gieb den Augen, ungestört dich im Glauben anzuschauen. Was das Ohr beständig hört, laß uns auch im Leben bauen; weck uns von den Sünden auf, fördre wahren Tugendlauf. 2. Blinde sehen, Lahme gehn, die Ausfäßgen werden reine; 6. Bläset der Verfolgungswind, laß uns dennoch feste stehen und wie Israel, dein Kind, in der Wüste sicher gehen. Zieh uns an Gerechtigkeit, dieses sei das weiche Kleid. 7. Haben wir kein Königshaus, wohnen wir in unsern Hütten, so wird ja ein Himmel draus, wenn Herodes gleich will wüten. Dich bekennen bringt zwar Schmach, aber Ehre hintennach. 8. Wenn dir ein Johannes will einen Weg in uns bereiten, o, so lasse dieses Ziel uns getrost zur Buße leiten, denn dergleichen Engelstimm warnet uns vor deinem Grimm. 9. Es wird uns wohl dieſe Welt immer ein Gefängnis heiBen, bis der Tod, wenn dirs ge= fällt, unsre Bande wird zerreißen, da du uns, o Lebensfürst, aus dem Kerfer führen wirst. B. Schmolef. 5. Weih Anhang. 5. Weihnachtslieder. 6. Neujahrslieder. Mel. Machs mit mir Gott. In eigener Melodie. 1321. Stille Nacht, heilige 1323. Ein Jahr geht nach Nacht! Alles schläft, dem andern hin, einsam wacht nur das traute der Ewigkeit entgegen. Ach möchte hochheilige Paar, das im Stalle doch der träge Sinn dies fleißiger zu Betlehem war, bei dem himmlischen Kind!:,: erwägen! Ach brächte doch ein jedes Jahr viel neue gute Früchte dar! 2. Stille Nacht, heilige Nacht! Hirten erst fund gemacht; durch der Engel Hallelujah tönt es laut von fern und nah: Christ, der Retter, ist da!:: 3. Stille Nacht, heilige Nacht! Gottes Sohn, o wie lacht Lieb aus deinem göttlichen Mund, da uns schlägt die rettende Stund, Christ, in deiner Geburt!:: 3. Mohr 827 In eigener Melodie. 1322. ist ein Rof entsprungen aus einer Wurzel zart, wie uns die Alten fungen, von Jesse war die Art, und hat ein Blümlein bracht mitten im falten Winter, wohl zu der halben Nacht. 2. Das Röslein, das ich meine, davon Jesaias sagt, hat uns gebracht alleine Marie, die reine Magd; aus Gottes ewgem Rat hat sie ein Kind geboren, wohl zu der halben Nacht. 2. Allein wo ist, wo ist die Frucht, die wir bisher getragen? Wie oft hat Gott umsonst gesucht, wie hat er müssen klagen! Es that ihm weh, wenn seine Hand anstatt der Frucht nur Blätter fand. 3. Haut ab, spricht er, den argen Baum, der feine Früchte träget! Was nimmt er andern Saft und Raum? Komm, Tod, der alles schläget, fomm, leg die Art der Wurzel an, thu einen Streich, so ists gethan! 4. Allein der treue Heiland spricht: Laß ihn dies Jahr noch stehen! Trägt er auch gute Früchte nicht, ich hoff sie noch zu sehen. Ach, halt des strengen Urteils Lauf doch dies Jahr noch, mein Vater, auf! 5. So gieb denn, lieber Heiland, Kraft, dies Jahr viel Frucht zu bringen. Ach, laß doch deines Geistes Saft in unsre Herzen dringen und schütte du auf unser Haus viel Gnade, Kraft und Segen aus! I. I. Nambach. 3. Das Blümelein so kleine, das duftet uns so süß, mit seinem Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. hellen Scheine vertreibts die Fin- 1324. Gott mit uns, Smmas sternis. Wahr'r Mensch und wahbei rer Gott; hilft uns aus allen Lei- den neuen Jahre deinen reichen den, rettet von Sünd und Tod. Gnadenquell, daß man überall erfahre, wie du selbst das höchste Gut, welches allen Gutes thut. 4. O Jesu, bis zum Scheiden aus diesem Jammerthal laß dein Hilf uns geleiten hin in den 2. Segne uns an Seel und Leib, Freudensaal, in deines Vaters o du Segen aller Segen; was be= Reich, da wir dich ewig loben. trübet, das vertreib; führ uns O Gott, uns das verleih! stets auf folchen Wegen, da dein Fuß 828 Fuß von Segen träuft und dein Brunn stets überläuft. Anhang. 3. Aus- und Eingang sei beglückt, Thun und Lassen laß gelingen; wenn uns nur dein Auge blickt, muß uns lauter Heil um ringen. Schau uns nur in Gnaden an, so ist alles wohl gethan. 5. Diese Opfer nimm in Gnaden von ergebnen Herzen an, und laß keinen Feind uns schaden, der dich nicht vertragen kann. 4. Schließe deinen Himmel auf, Wenn Herodis Schwert gewest, laß auf Erden Friede grünen und bei schlimmer Zeiten Lauf alles nur zum Besten dienen. Seße beides, Stadt und Land, in vergnügten Ruhestand. so behalt uns unverletzt. 6. Nun, wir gehn von deiner Krippen; laß mit Segen uns von dir; zeig uns Bahn durch Dorn und Klippen, still der Feinde Mordbegier; mach uns selbst den Weg bekannt, der uns führt ins Baterland. V. Schmold. nung an; laß dich einen Weihrauch laben, den die Andacht geben kann; und als Myrrhen bringen wir die Geduld und Buße dir. B. Schmold. 5. Zeichne mit des Bundes Blut dieses Jahr in deine Hände; halt uns fest in deiner Sout, segne Anfang, Mittel, Ende in Mel. Nun ruhen alle Wälder. dem neu erlebten Jahr! Sprich 1326. Brich auf und werde das Amen, so wirds wahr! 7. Epiphaniaslieder. Mel. Komm, o komm, du Geist. lichte, laß gehn die Nacht zu nichte, dein Licht fommt her zu dir. Die Herrlichfeit des Herren glänzt prächtig weit und ferne und zeiget sich nun über dir. 1325. Gott der Gnaden, Trost der Heiden, 2. 3war finster ist die Erde, aller Völker Heil und Licht! der armen Heiden Heerde liegt Saba sieht den Stern mit Fren- dunkel weit und breit. Dich hat den, der von dir am Himmel der Herr, dein Leben, dein Heil spricht; Sem und Japhet kommt und Trost umgeben mit Glanz von fern, dich zu sehn, o Ja- und großer Herrlichkeit. 3. Die Völker auf der Erden, so je beschienen werden durchs flare Sonnenlicht, die sollen dein Licht tennen, in seinem Glanze brennen, wenn es nun aus der Höhe bricht. 4. Seb auf, heb dein Gesichte! Das Volk folgt deinem Lichte, es 3. Nimm die aufgethanen Schäße, kommt die Welt zu dir. Sie hat Schatz, der unser Herz erfreut! von dir bernommen; die Söhn und Deine Mildigkeit erseße unsrer Töchter kommen und suchen, Hände Dürftigkeit. Reichtum fuchen wir bei dir, lauter Armut bringen wir. fobsstern. 2. Wir gesellen uns zu denen, die vom Morgenlande sind; unser Fragen, unser Sehnen ist nach dir, du großes Kind! Unsre Kniee beugen sich, unser Arm um fasse dich. Jesu, deine Zier. 5. Dein Herze wird dir wallen, wenn dir kommt zugefallen die Anzahl um das Meer. Du wirst 4. Nimm für Gold und andre Gaben Glaube, Lieb und Hoff- die Augen weiden am Volke viefer Anhang. 829 ler Heiden, so suchend zu dir drin-| stehen und dich zittern, leiden sehen, gen her. wenn die Sünde mich versucht. 6. Es fommen fromme Seelen aus Epha mit Kameelen, mit Läufern Midian. Gold wird dir Saba bringen und Weihrauch; es wird singen dein Lob und Preis ein jeder Mann! 7. Gieb mir Teil an deinem Leiden, laß von aller Lust mich scheiden, die dir solche Wunden schlug! Ich will ganz der Welt entsagen, will das Kreuz des Lammes tragen, welches meine Sünden trug. Martin Opit 8. Laß, wenn meine Thränen fließen, mich den Gnadenblick ge= nießen deines milden Angesichts; ler Schmerzen, wie decke mich durch deine Plagen einst am Tage des Gerichts. sie mit zerrissnem Herzen bei vor den Angsten und den Klagen dem Kreuz des Sohnes steht! Schauet ihre Trübsalshize, wie des Schmerzes Schwertesspige tief durch ihre Seele geht. 9. Gegen aller Feinde Stürmen laß mich, Herr, dein Kreuz beschirmen, deine Gnade leuchte mirk Deckt des Grabes finstre Höhle meinen Leib, so nimm die Seele hin ins Paradies zu dir! 2. Wessen Auge kann der Zähren bei dem Jammer sich erwehren, die des Höchsten Sohn umfängt? Wie er mit gelassnem Mute todesmatt in seinem Blute Nach Stabat mater des Jacopone. 8. Passionslieder. In eigener Melodie, oder: Alles ist an Gottes Segen. 1327. Seht die Mutter volan dem Holz des Fluches hängt! 3. Für der leidet er, daß seine Glieder unnennbare Qual zerreißt. Für uns ruft er im Erblassen: Gott, mein Gott, ich bin verlassen! und veratmet seinen Geist. 4. Laß, o Jesu, Quell der Liebe, deiner Liebe heiße Triebe strö men in mein Herz hinab; laß mich dich mein Alles nennen, ganz für dich in Liebe brennen, der für mich sein Leben gab! Mel. O Gott, du frommer Gott. 1328. Du großer Schmerz zensmann, vom Vater sehr geschlagen, Herr Jesu, dir sei Dank für alle deine Plagen, für deine Seelenangst, für deine Band und Not, für deine Geißelung, für deinen bittern Tod. 2. Dein Kampf ist unser Sieg ,. dein Tod ist unser Leben; in deinen Banden ist die Freiheit uns gegeben. Dein Kreuz ist unser Trost ,. die Wunden unser Heil, dein Blut das Löfegeld, der armen Sün 5. Drück, mein König, deine der Teil. Wunden, die das auch für mich 3. O hilf, daß wir uns auch empfunden, tief in meine Seele zum Kampf und Leiden wagen ,. ein! Laß in Reue mich zerfließen, und unter unsrer Last des Kreumit dir leiden, mit dir büßen, zes nicht verzagen; hilf tragen mit dir tragen jede Bein. mit Geduld durch deine Dornen6. Laß mich herzlich vor dir fron, wenns kommen soll mit uns. weinen, mich durchs Krenz mit dir zum Blute, Schmach und Hohn. vereinen, aller Weltsinn sei ver- 4. Dein Angst komm uns zu flucht! Unterm Kreuze will ich gut, wenn wir in Ängsten liegen: durch. 830 Anhaug. durch deinen Todeskampf laß uns aus Kreuzes Stamm, vollendet im Tode siegen; durch deine Ban- da sein Büßen, der Welt, auch den, Herr, bind uns, wie dirs mir zu gut; aus Seite, Händ gefällt, hilf, daß wir freuzigen und Füßen strömt sein Versöhdurch dein Kreuz Fleisch und Welt. nungsblut. 5. Laß deine Wunden sein ein! 6. Du bittst am Kreuz für FeinArznei unsrer Sünden: laß uns de; mein Jesu, wer war ich? Du auf deinen Tod den Trost im denkst an deine Freunde, gedenk, Tode gründen. O Jesu, laß an Herr, auch an mich! Du machst uns durch dein Kreuz, Angst und den Schächer selig, verheißest ihn Pein dein Leiden, Angst und dein Reich; das macht mich SünNot ja nicht verloren sein! der fröhlich, mich, der dem Schächer gleich. M. Adam Thebestus. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 7. Du klagst, voll Angst im Her1329. Du meines Lebens zen: ,, Mein Gott verläſset mich!" Leben, du meines Du dürftest in den Schmerzen, Todes Tod, für mich dahin gege- und niemand labet dich. Nun ben in tiefe Seelenot, in Mar- kommt der Leiden Ende, du rufft: tern, Angst und Sterben, aus ,, Es ist vollbracht!" empfiehlst ins heißer Liebsbegier, das Heil mir Vaters Hände den Geist; es wat zu erwerben; nimm Breis und vollbracht. Dank dafür! 8. Ich seh mit Lieb und Beugen 2. Ich will jetzt mit dir gehen des Heilands letzten Blick; ich seh den Weg nach Golgatha, laß mich sein Haupt sich neigen, das war im Geiste sehen, was da für mich mein ewigs Glück! Mein Bürge geschah. Mit innig zartem Seh- stirbt, ich lebe, so todeswert ich nen begleite dich mein Herz, und meine Augen thränen um dich vor Liebesschmerz. bin; er giebt sich mir, ich gebe mich ihm zu eigen hin. 3. Ich komm erst zu der Stätte, 9. O du, an den ich glaube, und den mein Geist umfaßt, der du wo Jesus für mich rang, und im Todesstaube für mich gelegen Blutschweiß beim Gebete ihm aus den Adern drang. Den Tod, mit dem er ringet, verdiente meine Seel; der Schweiß, der aus ihm bringet, ist mir ein Heilungsöl. hast! Auf dein Verdienst und Leiden vertrau ich ganz allein, darauf werd ich einst scheiden und ewig bei dir sein. 10. Erhalt mir deinen Frieden 4. Mein Heiland wird verraten, und deines Heils Genuß, so lang geführt zu Qual und Spott; ach, meine Missethaten, die brachten meinen Gott hin vors Gericht der Heiden und in der Feinde Hand; ich wars, ich sollte leiden, was da mein Bürg empfand. ich noch hienieden in Schwachheit wallen muß, bis endlich, dir zu Ehren, der mich mit Gott verföhnt, dort in den obern Chören mein Halleluja tönt! m. v.obeser. Mel. Mein Freund zerschmilzt. 1330. D ſtilles Lamm, du für mich 5. Seht, welch ein Mensch! Er stehet geduldig wie ein Lamm! Und nun wird er erhöhet, ein Fluch, ten und warest doch ganz heilig, ohe Anhang. 831 ohne Schuld; dadurch ist mir mein den Geist.- O wohl uns, wenn Seelenheil erstritten, du bist auch man trägt, was du uns tragen mir ein Spiegel der Geduld. Oheißt! laß mich, deinem Vorbild gleich, 7. So hilf mir nun, daß ich mich auch recht geduldig sein, so geh stündlich leide und ja nicht mehr ich in dein Reich. aus deiner Schule geh; gieb nur Geduld und stete Glaubensweide, daß ich im Kampf gestärkt und männlich steh, und dann verwandle alles Leid, schon hier, besonders dort, in lauter Herrlichkeit. v. Bogatky. 2. Der schmale Weg, den wir zum Himmel gehen, geht durch Geduld, durch Trübfal, Kampf und Not; drum laß mich doch den Kreuzesweg verstehen, und führe stets das böse Fleisch in Tod. Nimm doch von mir die Zärtlichteit, und gieb mir rechten Ernſt in allem Stampf und Streit. 3. Ich soll dein Kreuz ja täglich auf mich nehmen, o, gieb mir nun dazu auch wahre Treu, daß ich mich deiner Schmach nicht möge schämen, und also auch dein rechter Jünger sei, der jeden Tag sein Kreuze trägt, das dein so weiser Nat ihm selbst hat auferlegt. In eigener Melodie, oder: Was mein Gott will, das. 1331. So gehst du nun, mein Jesu hin, den Tod für mich zu leiden, für mich, der ich ein Sünder bin, der dich betrübt mit Freuden. Wohlan, fahr fort, du edler Hort! Mein Augen sollen fließen ein Thränensee, mit Ach und Weh dein Leiden zu begießen. 4. Ein jeder Tag hat seine eigne 2. Ach Sünd, du schädlich SchlanPlage, ein jedes Glied sein eigne gengift, wie weit kannst du es Kreuzeslast; wenn ich dein Kreuz bringen! Dein Lohn, der Fluch, nur immer willig trage, das du mich jetzt betrifft, in Tod thut er zum Heil für mich bestimmet hast, mich zwingen. Jetzt kommt die so trag ich nichts zu lang und Nacht, der Sünden Macht, fremd viel, du setzest aller Last ihr rech- Schuld muß ich abtragen. Betracht tes Maß und Ziel. es recht, du Sündenknecht, du 5. Es darf da nichts mich allzu darfst nicht mehr verzagen. lästig drücken, es drücket nur das 3. Ich, ich, Herr Jesu, sollte böse Fleisch und Blut; der Geist zwar der Sünden Strafe leiden hingegen kann sich da erquicken; an Leib und Seel ganz offenbar, so thut dein Kreuz uns täglich auch ewig aller Freuden beraubet viel zu gut; es macht von vieler sein, und leiden Pein; doch trägst Hindrung frei, daß unser Geist du meine Sünden; dein Blut dadurch im besten Wachstum sei. und Tod versöhnt mich Gott, läßt 6. Wenn wir dein Kreuz nur allen Zorn verschwinden. fein geduldig tragen, so trägt es 4. Was kann für solche Liebe uns in Gottes Herz hinein. Flieht dir, Herr Jesu, ich wohl geben? man das Kreuz als lauter Last Ich weiß, ich finde nichts an mir; und Plagen, so macht man sich doch will, solang ich lebe, ich nur größre Last und Bein; das mich zu deinem Eigentum und Fleisch wird stark und schwächt Dienste ganz verschreiben, auch nach 832 nach der Zeit in Ewigkeit dein Diener sein und bleiben. Casp. Fr. Nachtenhöfer. Mel. Schmüce dich, o liebe Seele. 1332. An dein Bluten und Anhang. 6. O wie groß ist dein Vermögen! Priesteramtes fannst du pflegen, Welten auf dem Herzen tragen, Sünd und Hölle niederschlagen, Gräber öffnen, Tote Erbleichen, an dein wecken, ihrer Blöße Schande deffen, und hinauf zum ewgen Leben in der Mittlershand erheben. Opfer ohne Gleichen, an dein priesterliches Flehen mahnet mich des Geistes Wehen; und so wünsch 7. Was ist Reichtum, Lust und ich, ewge Güte, für mein Leben Ehre, was ein Überfluß, wie Meere, eine Blüte, einen Ruhm an wenn du, Herr, mich nicht ers meinem Grabe: daß ich dich ge- fennest, nicht im Heiligtume nenliebet habe. nest? Selger Pilger, dem die 2. Hoherpriester ohne Tadel! Kunde tief ertönt im HerzensLebensfürst von großem Adel! grunde: Christus, meine LebensLicht und Herrlichkeit entfalten, sonne, denket mein im GnadenSegnen heißt dein hohes Walten. throne! Albert Knapp. Segnend trittst du mir entgegen, und so wünsch ich einen Segen, Mel. Herzlich thut mich verlangen. einen Ruhm an meinem Grabe: 1333. Wenn alle untreu daß ich dich geliebet habe. werden, so bleib 3. Elend bin ich und verdorben, ich dir doch treu, daß Dankbarin der Sünde fast erstorben; teit auf Erden nicht ausgestorben Sünder können nichts verdienen, sei! Für mich umfing dich Leinichts vergüten, nichts verfühnen. den, vergingst für mich in Schmerz, Willst du in der ewgen Hütte drum geb ich dir mit Freuden mich vergessen in der Bitte, nicht auf ewig dieses Herz. auf deinem Herzen tragen, muß ich sterben und verzagen. 2. Oft muß ich bitter weinen, daß du gestorben bist, und man4. Da die Mörder dich getötet, cher von den Deinen dich lebenshast du ja für sie gebetet, bei dem lang vergißt. Von Liebe nur durchBater dich verwendet, weil die drungen, hast du so viel gethan, Sünde sie geblendet. Sesu, willst und doch bist du verklungen, und du für mich flehen, wird dein feiner denkt daran. Auge Gleiches sehen; was ich auf mein Haupt geladen, ruft zu dir um gleiche Gnaden. 3. Du stehst voll treuer Liebe noch immer jedem bei, und went dir feiner bliebe, so bleibst du 5. Du nur giltst im Heiligtume; dennoch treu. Die treuste Liebe und zu deiner Wunden Ruhme, fieget, am Ende fühlt man sie, weil du für die Sünder littest, weint bitterlich und schmieget sich giebt der Vater, was du bittest. findlich an dein Knie. Wenn schon Zornesflammen lo- 4. Ich habe dich empfunden; o dern, darfst du noch Erbarmen lasse nicht von mir! Laß innig fordern, Hilfe, wo die Engel mich verbunden auf ewig sein trauern, Leben in des Todes mit dir! Einst schauen meine BrütSchauern. der auch wieder himmelwärts und fin= Anhang. 833 finken liebend nieder und fallen| war. Jesus hat durch seine Macht dir ans Herz. F. v. Hardenberg. 9. Ofterlieder. Mel. Christus, der ist mein Leben. 1334. das Erlösungswert vollbracht, welches er auf sich genommen, da er in das Fleisch gekommen. 2. Sünde, was kannst du mir illkommen, Held schaden? Nun erweckst du keine im Streite, aus Not: alle Schuld, die mich beladen, deines Grabes Kluft! Wir trium- ist bezahlt durch Christi Tod: Das phieren heute um deine leere Gruft. Gefeß hat er erfüllt, also Fluch 2. In der Gerechten Hütten und Zorn gestillt und mir durch schallt schon das Siegeslied, du sein Wiederleben die Gerechtigtrittst in unsre Mitten und bringst feit gegeben. den Ofterfried. 3. Der Feind wird schaugetragen und heißt nunmehr ein Spott; wir aber können sagen: Mit uns ist unser Gott! 4. Ach teile doch die Beute bei deinen Gliedern aus, wir alle kommen heute deswegen in dein Haus. 5. Schwing deine Siegesfahne auch über unser Herz, den Lebensweg uns bahne vom Grabe himmelwärts. 6. Laß unser aller Sünden mit dir begraben sein, und einen Schab hier finden, der ewig fann erfreun. 7. Wir sind mit dir gestorben, so leben wir mit dir; was uns dein Tod erworben, das stell uns täglich für. 8. Wir wollen hier ganz fröhlich mit dir zu Grabe gehn, wenn 5. Jesus, mein Erlöser, lebet, welches ich gewißlich weiß. Gebet, ihr Erlösten, gebet seinem Namen Dank und Preis! Singet, singt Halleluja! Rufet, ruft: Der Sieg ist da! Singt und ruft in allen wir dereinst nur selig mit dir Landen: Heut ist Christus aufauch auferstehn. erstanden! E. Neumeister. 9. Der Tod kann uns nicht schaden, sein Stachel ist nun stumpf, wir sind bei Gott in Gnaden und 3. Hölle, wo sind deine Banden? Strick und Ketten sind entzwei. Da mein Jesus auferstanden, bin ich vom Gefängnis frei. Und wie seine Höllenfahrt im Triumph vollzogen ward, so ist seinen Reichsgenossen nun der Himmel aufgeschlossen. 4. Tod, du kannst an mir nichts haben, muß ich gleich zu Grabe gehn; die mit Jefu sind begraben, werden mit ihm auferstehn. Sterben ist nun mein Gewinn, also fahr ich freudig hin, da der Trost vor Augen schwebet: Jesus, mein Erlöser, lebet! Mel. Jesus, Jesus, nichts als, oder: Gott des Himmels und der. rufen schon Triumph! v. Schmold. 1336. Ach wie lieblich find Mel. Werde munter mein Gemüte, die oder: Freu dich sehr, o meine Seele. durch die Thüre gehn! Ach, wie 1335. Jauchzet Gott in allen Landen, jauchze, du erlöste Schar! Denn der Herr ist auferstanden, der für uns getötet klingt das Wort so süße, das die Jünger jegt verstehn! Ist der Gruß nicht freudenreich: Friede, Friede sei mit euch? 53 2. Komm, 834 Anhang. 2. Komm, du angenehmer Bote, stus, der vergraben lag, ist im weil mich auch nach Friede dürst; Tode nicht geblieben. Nunmehr du bist nun nicht mehr der tote, bin ich recht getröst, Jesus hat sondern der lebendge Fürst; aber die Welt erlöst. ich bin tot für dich, darum komm, belebe mich! 2. Nunmehr ist er Gottes Sohnt und hat dieses klar erwiesen. Allen 3. Grüße mich mit deinem Feinden auch zum Hohn sei er Munde, der in deinem Worte dafür hoch gepriesen! Denn es spricht; schließ mich aus dem kommt jetzt in der That, was sein Gnadenbunde deiner lieben Jün- Mund geredet hat. ger nicht; trag, du reine Taube 3. Unfre Schulden sind wohl du, mir des Friedens Ølblatt zu. groß, aber doch ist Gott vergnüget, 4. 3war ich sollte wohl erschrek- denn mein Bürge kommet los, fen, weil ich nicht des Friedens der für mich im Grabe lieget. wert, und viel Sünden in mir Aller Zorn ist abgelehnt und der stecken, die mich von dir abgekehrt. Mensch mit Gott verföhnt. Ach, mein Glaub ist gar zu klein, wie kann Frieden in mir sein! 4. Sterben ward der Sünde Sold. Nun ist Christus unser Leben, der 5. Doch du zeigest nur die Siegel für mich nicht Geld und Gold, deiner blutgen Wunden her, und sondern sich selbst hat gegeben; ich seh in diesem Spiegel keinen und sein Auferstehen macht, daß Zorn und Feindschaft mehr; ich jetzt kein Sterben acht. Händ und Füße stellen mir lauter Siegeszeichen für. 6. War noch Zweifel dort zu merten, speisten deine Jünger dich; willst du meinen Glauben stärken, ach, so speise lieber mich. Brich mir selbst das Lebensbrot, höchster Trost in aller Not! 7. Lehr die Schrift mich der Propheten und dein neues Wort verstehn: also mußte man dich töten, und du mußtest auferstehn. Ja, nun geh dein Gnadenwort fröhlich auf an allem Ort. 5. Sterbe, wer da sterben kann, Jesum werd ich doch behalten! Darum liegt mir wenig drau, ob die Meinen auch erkalten. Wenn man alle Welt begräbt, weiß ich doch, daß Jesus lebt. 6. Ja, wenn Gott mich selber ruft, daß ich werde sollen sterben, fürcht ich mich vor feiner Gruft; ich will doch den Himmel erben. Denn mein Simson hat bei Nacht Grab und Himmel aufgemacht. 8. Gieb mir deines Geistes Gaben, solcher Predigt recht zu traun; laß mich die Versichrung haben, Herr, mein Heil, auf dich zu baun; cufe stets ganz gnadenreich: Friede, Friede sei mit euch! B. Schmole. 7. Dieser Erstgeborne lebt, den wir alle Bruder nennen, deffent Herz an meinem klebt, der sich nicht von mir will trennen. Darum hat es keine Not, weil nun Jesus nicht mehr tot. 8. Tod, wo ist nun deine Kraft? Hölle, wo sind deine Ketten? Hier ist Gott, der Hilfe schafft; hier ist einer, der kann retten, Herren Tag hat die wenn gleich unser Fleisch und Nacht der Furcht vertrieben, Chri- Bein lange wird verweset sein. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 1337 Auf, mein Herz, des 9. Herr, Anhang. 835 9. Herr, dies glaub ich, dir zum| Manna, neue Namen, die nur der Ruhm, und mein Trost ist nicht weiß, der sie trägt, gutes Zeugnis vergebens, denn ich bin dein Ei-- dies zusammen wird den Siegentum, gleich wie du mein Fürst gern beigelegt. des Lebens. Dir sei auch viel Dank bereit jetzt und bis in Ewigkeit! Kaspar Neumann. 6. Droben sind sie angeschrieben in dem Lebensbuch des Herrn alle, die den Heiland lieben, und bei aller Schmach sich gern doch nach seinem Namen nennen. Dieſe 10. Himmelfahrtslied. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 1338. Auf, du priesterlich ziert das weiße Kleid, und er wird sie laut bekennen auf dem Thron der Herrlichkeit. Geschlechte, das den Bund des Herrn bewahrt, und ihr, unsers Gottes Knechte, 7. Droben soll in Salems Höschaut auf eure Himmelfahrt! hen, wo der Tempel Gottes Suchet doch nur das, was droben, prangt, als ein Grund und Pfeiler es verdients ja ganz allein. Sollt stehen, wer den Siegeskranz erich das nach Würden loben, müßt langt. Wessen Streiter er geweich mehr als Engel sein. fen, dessen Namen wird man hell einst auf seiner Stirne lesen: Zion, Gott, Immanuel! 2. Die ihr sonst die Harfen hinget an die Weiden Babylon, nehmt sie wieder ab und singet 8. Droben sind unzählge NaZions Lied im Siegeston! Sollt men, Balmenträger, weiß gefleidt, uns unser Jammer hindern, der die aus großer Trübsal kamen, ja nur zur Welt gehört, uns, ein und nun fingen sie erfreut: Heil Volk aus Königskindern? Wer sei Gott und seinem Lamme, das ist, der die Feinde stört? in Gnaden uns erwählt, und aus jedem Volk und Stamme uns den Seinen zugezählt! 4. Droben und doch immer nahe, 3. Droben seht zur Rechten fißen Jesum Christ voll Glanz und Licht; sehet seine Augen bliz- 9. Droben schickt sich, neut zu zen und sein Sonnenangesicht! A werden, schon der weite Himmel und D, Anfang und Ende, Erst an; dann wird Himmel, Meer und Letter nennt er sich; er be- und Erden als veraltet abgethan. wird Meer herrscht die Höllenschlünde als ein Bald wird sie hernieder kommen, Sieger königlich. Neu- Jerusalem, die Braut, als die Königsstadt der Frommen, wo ein Herz zu ihm sich naht, die Gott ihnen selbst erbaut. ist er, den Johannes sahe, der die 10. Droben ruft er voll Versieben Sterne hat. Wandelnd langen: Höre, Braut, ich komme unter den Gemeinen, reinigt er bald! Selig, wem, ihn zu emsein Tempelhaus, tröstet, straft, pfangen, schon das Herz entgewarnt, lobt die Seinen, und gießt genwallt! Er wird nimmer lang Geist und Leben aus. mit sich. Komm, dein Zion heißt verweilen und bringt seinen Lohn den, wird im Paradiese schon sich dich eilen! Meine Seel erwartet das Holz des Lebens finden und die goldne Lebenskron. Himmlisch 5. Droben, wenn wir überwindich. 53* Fr. Christoph Steinhofer. 11. Pfingsta www. 836 Anhang. 11. Pfingstlied. Mel. Freu dich sehr, o meine. schwindet Rat und That in Angſt und Not! Wenn mein Herz nicht ler Geist im Him- Hilfe findet, wenn ich leide, wenn melsthrone, Eines der Tod Herz und Augen niederWesens, Einer Kraft mit Gott drückt, wenn ich traurig und geVater und dem Sohne, meiner bückt fast vor Jammer muß verSeele Lebenssaft! Ach, ergieße gehen, ach, so bleib du bei mir deine Treue in mein Herz und stehen. mach es neu, daß Gott selbst mit seiner Gabe Lust in mir zu wohnen habe. 7. Geist der Freuden, mein Gemüte suchet an dir seine Lust. Schmeckt mein Herz nur deine 2. Ach, ich bin mit Schmach Güte, ei so bleib mir unbewußt, und Schanden gar erbärmlich was die Welt für Luft erdenft, zugericht; Satan hat mit schnö- Lust, die nur die Seele fränft. den Banden meine Freiheit gar Rechte Freude muß den Fromzernicht; Gottes Bild ist ganz men einzig von Gott selber fomverderbt, Sünden sind mir an- men. geerbt; und wie kann Gott solche Seelen sich zur Wohnung auserwählen? 1339. 8. Geist des Betens, lehr mich beten: Abba, Bater in der Höh! Treibe mich, vor Gott zu treten, 3. Du bist Gottes starker Fin- und gieb, wenn ich vor ihm steh, ger, der der Sünden Macht zer- daß mein Bitten kräftig sei, steh bricht, Satans mächtiger Bezwin- mir stets mit Seufzen bei; sprich ger, meiner Seele helles Licht. in mir in Gottes Namen nach Kehrest du nun bei mir ein, ach, dem Flehn ein kräftig Amen. so wird mein Herze rein und auch schon auf dieser Erden eine Wohnung Gottes werden. J. G. Hermann. 12. Trinitatis festlieder. In eigener Melodic. 4. Geist der Weisheit, komm 1340. du fröhliche, o du und leite mich zur rechten Weisselige, gnadenheitsquell. Geh und stehe mir zur bringende Weihnachtszeit! Welt Seite, mach mein finstres Herze ging verloren, Christ ward gehell. Wenn dein Himmelsglanz boren; freue, freue dich o Chrimir leucht, ist mein höchster Wunsch stenheit! erreicht; dann wird auch nach Trauerstunden Ruh und Freud in dir gefunden. 2. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Osterzeit! Welt lag in Banden, Christ ist erstanden; freue, freue dich, o Christenheit. 5. Geist des Trostes, in dem Leiden steh mir allzeit kräftig bei. Wenn die besten Freunde 3. du fröhliche, o du selige, gnascheiden, bleib du mir beständig denbringende Pfingstenzeit! Christ, tren. Gieb mir ein gelassen Herz, unser Meister, heiligt die Geister; daß ich in dem größten Schmerz freue, freue dich, o Christenheit! Trost der Seele bei dir finde Mel. Sollt ich meinem Gott. und mich ſtets mit dir verbinde. 1341. Abgrund wesentlicher 6. Geist des Rats, wie oft verLiebe, Gott, du aller Anhang. 837 allerhöchstes Gut, der aus uner- Seele flehet dich: Sohn der Liebe, forschtem Triebe uns viel tausend liebe mich! Gutes thut, grenzenloses Meer der Gnaden, reines Licht, voll Mildigkeit! Quell des Trosts in allem Leid! Arzenei für allen Schaden! Meine Seele flehet dich: O du Liebe, liebe mich! 6. Deinen Geist hast du gegeben, daß er mich erleuchten soll; dieser heiligt unser Leben, macht die Herzen Trostes voll, lehrt die Thoren, stärkt die Müden; er erquickt, die elend sind, und versiegelt deinem Kind seinen Himmelsteil durch Frieden. Meine Seele flehet dich: Geist der Liebe, 2. Huldreich Wesen, laß dir danken, preisen dich von Herzens grund! Deine Huld ist ohne Schranken, unaussprechlich für liebe mich! den Mund, wunderlieblich für die 7. Wie die Väter sich erbarmen, Sünder, für uns Kleinen viel zu wenn sie Kinder weinen sehn, groß, in der Größe schrankenlos, also läsfest du uns Armen dein väterlich für alle Kinder. Meine Erbarmen offen stehn. Gieb mir Seele flehet dich: Große Liebe, doch ein solch Gemüte, das in liebe mich! deiner Liebe steht, wacht und schlummert, liegt und geht und nur lebt von deiner Güte! Meine Secle flehet dich: Baterliebe, liebe mich! 3. Du erhörst Gebetes Sehnen; was mir fehlt, erfüllest du, zählst und stillest meine Thränen, höreft meinen Seufzern zu, weißt und leitest mein Betrüben, schickst und nimmst mir meinen Schmerz, prüfst, erfährst und kennst mein Herz, meinen Glauben und mein Lieben. Meine Seele flehet dich: Trene Liebe, liebe mich! 8. Schließ mein Leben und mein Sterben nur in deine Liebe ein; laß mich einst mit deinen Erben auferstehn und herrlich sein, denu dein Lieben ist das Leben und die ewig süße Ruh! Ewig kann 4. Sünden willst du mir verge man nichts dazu außer deiner ben; Gnade, Hilfe, Trost und Liebe geben. Meine Seele flehet Licht, Frieden und ein ewges dich: Selge Liebe, liebe mich! Leben ist es, was dein Wort verspricht. Du gibst mir den Sohn der Liebe auch zum Bürgen meiner Schuld; er ward Mensch aus Phil. Fr. Hiller. 13. Lieder von der Güte Gottes. Mel. Es ist das Heil uns. freier Huld, starb für mich aus 1342. Gott, deine Güte reicht so weit, so heißem Triebe. Meine Seele flehet dich: Erste Liebe, liebe mich! 5. Diese Liebe hat durch Sterben meinen Tod zu nicht gemacht, mir die Rettung vom Verderben durch ihr Auferstehn gebracht. Ja, mir steht der Himmel offen durch der Liebe Himmelfahrt. Wer mit 2. Ich bitte nicht um Überfluß ihr verbunden ward, darf ein und Schäße dieser Erden; laß himmlisch Erbteil hoffen. Meine mir, so viel ich haben muß, nach deiner weit die Wolken gehen, du krönft uns mit Barmherzigkeit und eilſt, uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, mert auf mein Wort, denn ich will vor dir beten! 838 Anhang. deiner Gnade werden. Gieb mir hast du überwunden, endlich hat nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr und deine Gnad mich Verlornen funden. 6. Endlich mußt mein Herze brechen, und allein ohne Schein dir das Jawort sprechen. O, du Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; selge Gnadenstunde, da ich mich des guten Namens Eigentum laß ewiglich meinem Gott verbunden! mich nur nicht verlieren. Mein 7. Da ich allem Sündenleben, wahrer Ruhm sei meine Pflicht, aller Freud dieser Zeit Abschied der Ruhm vor deinem Angesicht hab gegeben; da mein Geist zu und frommer Freunde Liebe. Gottes Füßen sank dahin, und 4. So bitt ich dich, Herr Ze- mein Sinn wollt in Reu zerfließen. baoth, auch nicht um langes Le- 8. 3war bin ich nicht treu geben; im Glücke Demut, Mut in blieben, wie ich sollt, wie ich wollt, Not, das wollest du mir geben. In dich allein zu lieben; aber du deiner Hand steht meine Zeit, bleibst ohne Wanken immer doch laß du mich nur Barmherzigkeit treue noch. Könnt ich recht dir vor dir im Tode finden. danken! Ch. F. Gellert. Mel. Warum sollt ich mich. 9. Ach, ich hab so oft betrübet deinen Geist, wie du weißt; du 1343. Groß ist unsers Got- haft doch geliebet, daß ich immer tes Güte, seine wieder fame, und mein Schmerz brach dein Herz, das mich in sich nahme. Treu, täglich neu, rühret mein Gemüte. Sende, Herr, den Geist von oben, daß jebund Herz und Mund deine Güte loben. 10. O du sorgest für mich Armen; Tag und Nacht hältst du 2. Du hast meinem Leib gegeben Wacht, groß ist dein Erbarmen. für und für mehr, als mir nötig Lauf ich weg, holst du mich war zum Leben; meine Seel mit wieder; väterlich hältst du mich, tausend Gnaden allerhand, dir wann ich sinfe nieder. bekannt, hast du, Herr, beladen. 3. Da ich, Herr, dich noch nicht fannte und in Sünd tot und blind dir den Rücken wandte: da hast bu bewahrt mein Leben und mich nicht dem Gericht nach Berdienst gegeben. 11. Deine Güte muß ich loben, die so treu stand mir bei in so manchen Proben; dir hab ich es nur zu danken, daß ich doch stehe noch, der so leicht fann wanken. 12. Bald durch Kreuz und bald durch Freuden hast du mich wun4. Wenn ich damals wär ge- derlich immer wollen leiten. Herr, storben, ach, mein Herr, ewig wär ich preise deine Wege, deinen meine Seel verdorben. Du, du hast Rat, deine Gnad, deine Liebesverschont in Gnaden und mich gar schläge. immerdar nur zur Buß geladen. 13. O wie groß ist deine Güte! 5. Wenn ich nicht gleich hören Deine Treu, immer neu, preiset wollte, riefft du doch immer noch, mein Gemüte. Ach, ich muß, ich daß ich kommen sollte; endlich muß dich lieben; Seel und Leib ewig 839 trinken von mir was ewiglich nähret, der komme: allhier sind himmlische Gaben, die fräftiglich laben; er trete im Glauben zur Quelle heran, hier ist, was ihn ewig beseligen kann. 3. Hier fomm ich, mein Hirte, mich dürftet nach dir; o Liebster, bewirte dein Schäflein allhier. Du kannst dein Versprechen mir Armen nicht brechen, du siehest wie elend und dürftig ich bin; auch giebst du die Gaben aus Gnaden nur hin. In eigener Melodie. 1344. Wo findet die Seele Wº die Heimat, die Ruh? Wer deckt sie mit schüßenden Fittichen zu? Ach bietet die Welt keine Freistatt uns an, wo Sünde nicht herrschen, nicht anfechten kann? Nein, nein, ::* hier ist sie nicht: die Heimat der Seele ist droben im Licht. 2. Verlaffet die Erde, die Heimat zu sehn, die Heimat der Seele, so herrlich, so schön! Jerusalem droben, von Golde erbaut, ist die- lich versinken den sehnenden Geiſt ses die Heimat der Seele, der im Meer deiner Liebe; laß heilige Braut?:: Ja, ja,:,: dieses allein Triebe mich immerfort treiben kann Ruhplag und Heimat der zum Himmlischen hin, es werde Seele nur sein. 4. Brunnquell, du labest Geist, Seele und Mut, und wen du begabest, hat himmlisches Gut. Dies süßen; es singet, es jauchzet das recht zu genießen, kann alles verfröhliche Herz, es weiß nichts von Rummer und nagendem Schmerz. zu trinken, wie dein Wort verheißt; laß gänzmein Herze ganz trunken darin. 6. Wenn du auch vom Leiden dir mit Freuden gehorsam zu sein. was schenkest mir ein, so gieb, Denn alle die, welche mittrinken vom Kelche, den du haft getrunken im Leiden allhier, die werden dort ewig sich freuen mit dir. 7. Drum laß mich auch werden, mein Jesu, erquickt, da wo deine Herden tein Leiden mehr drückt, wo Freude die Fülle, wo liebliche Stille, wo Wonne, wo JauchLicht, da niemand vergebens sucht, zen, wo Herrlichkeit wohnt, wo was ihm gebricht; lebendigeQuelle, heiliges Leben wird ewig belohnt. CH. J. Koitsch. die lauter und helle sich aus seiAnhang. ewig bleib deinem Dienst verschrieben. 14. Möcht dich alle Welt erfennen und mit mir danken dir und in Liebe brennen! Teine Güte laß mich loben hier auf Erd, bis ichs werd thun vollkommen droben. Gerhard Tersteegen. 14. Lieder von dem Verlangen nach Gott. 3. Wie selig die Ruhe bei Jefu im Licht! Tod, Sünde und Schmerzen, die kennt man dort nicht; das Rauschen der Harfen, der liebliche Slang, bewillkommt die Seele mit süßem Gefang.:: Ruh, Ruh,:,: himmlische Ruh im Schoße des Mittlers, ich eile dir zu! In eigener Melodie. 1345. Ursprung des Lebens, o ewiges nem heiligen Tempel ergießt und In eigener Melodie. in die begierigen Seelen einfließt! 1346. So nimm denn meine 2. Du sprichst: Wer begehret zu Hände und führe mich 840 Anhang. mich bis an mein selig Ende und 3. Tröste mich wieder:: mit ewiglich. Ich mag allein nicht deiner Hilfe und der fiendt je gehen, nicht einen Schritt; wo Geist enthalte mich.:,: du wirst gehn und stehen, da nimm mich mit. 2. In dein Erbarmen hülle mein schwaches Herz und mach es gänzlich stille in Freud und Schmerz. Laß ruhn zu deinen Füßen dein armes Kind. Es will die Augen schließen und glauben blind. 16. Lieder von der Redtfertigung durch den Glauben. Mel. Alle Menschen müssen sterben 1349. Mohl mir! Jesu Christi Wunden haben mich nun frei gemacht. Ach, wie hart war ich gebunden, ach, 3. Wenn ich auch gleich nichts wie finster war die Nacht, die fühle von deiner Macht, du führst mein Herz mit Sorgen quälte, mich doch zum Ziele auch durch da mir Gott und alles fehlte; die Nacht. So nimm denn meine Sündenschuld und Seetennot Hände und führe mich bis an machte mich lebendig tot. mein selig Ende und ewiglich. 3. v. Haußmann. In eigener Melodie. 1347. Wenn ich Ihn nur 2. Wohl mir, wohl mir, meine Ketten sind entzwei, und ich bin los. Christi seliges Grretten macht mir Mut und Freude groß. Ach, wie tief lag ich gefangen! Nun nur ist, wenn mein Herz bis hin bin ich herausgegangen, und das zum Grabe seine Treue nie versüße Tageslicht strahlt ins Herz gißt: weiß ich nichts von Leide, und Angesicht. fühle nichts, als Andacht, Lieb und Freude. habe, wenn er mein 2. Wenn ich Ihn nur habe, laß ich alles gern, folg an meinem Wanderstabe treugesinnt nur meinem Herrn; laffe still die andern breite, lichte, volle Straßen wandern. 3. Wohl mir, alle meine SünBlut weichen, sinken und verden seh ich durch des Lammes schwinden; mein vor Gott erschrockner Mut steigt getrost aus feinem Staube, schöpfet Lust und Schulden sind dahin, weil ich arm singt: Ich glaube! Angst und und gläubig bin. 3. Wo ich Ihn nur habe, ist mein Vaterland; und es fällt mir jede Gabe wie ein Erbteil in die Hand. Längst vermißte Brüder find ich nun in seinen Jüngern F. v. Hardenberg. wieder. 4. Wohl mir, ich kann ruhig schlafen, und mein Herz ist for genfrei, denn ich fürchte keine Strafen. Ja, nun weiß ich, was es fei, Gottes Gnade zu genießen, und mit freudigem Gewissen frei und fröhlich aufzustehn, sicher aus- und einzugehn. 15. Bußlied. In eigener Melodie. 1348. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herze und gieb mir einen neuen, gewissen Geist. 2. Verwirf mich nicht:: von deinem Angesicht:,: und nimm dei nen heiligen Geist nicht von mir. 5. Wohl mir, denn ich trink und esse als des Vaters Kind und Gast. Ich bin selig, ich vergesse meiner Not, der Seelenlaſt. Und wenn ich der Arbeit warte, fo Anhang. so verschwindet mir das Harte. Der fich für mich freuzgen ließ, macht mir alles leicht und süß. 6. Wohl mir, denn der Hölle Flammen sind durch Christi Blut erstickt. Wer will mich hinfort verdammen, da mich Jesus an geblickt? Denn ich hab in seinen Wunden ewige Erlösung funden; diese bleibt mir allezeit, diese gilt in Ewigkeit.. G. Woltersdorf. Mel. Jeju, komm doch selbst. es fest daß ich 841 freund! der es niemals böse meint; meine Seele wünscht allein deiner Hände Werk zu sein. 1350. Nun, so bleibt 12. Lamm, du nimmst mich, wie ich bin, gern in deine Hände hin, mich die Jeju eigen sei. Welt und Sünde, reut, schmücft mich mit Gerechfahret hin, weil ich schon vertigkeit. 10. Bringe mich in deinen Lauf; decke mir mein Glend auf; reiss mich von der Sünde los; mache meinen Glauben groß! 3. Herr, ich hang allein an dir. Nimm nur alles selbst von mir, was dir nicht gefällig ist, weil du doch mein Alles bist. 11. Jesu, sieh, ich liege da, warte auf dein Hephata. Ich bin unrein, blind und tot, fann auch nichts in meiner Not. sprochen bin! 13. Nun, ich strecke mich nach 2. Jesus ist mein höchstes Gut, dir; Jakobs Glaube zeiget mir, denn er gab sein teures Blut auch für mich verlornes Kind, daß mein Glaube Gnade find. wie man heftig mit dir ringt, bis man dich zum Segnen bringt. 14. Herr, ich fasse dich mit Macht, würd ich auch zum Tod gebracht; Herr, ich lasse dich nicht los, bis du sprichst: Dein Glaub iſt groß. 4. Meine Seele sehnet sich; 15. Meine Thränen, mein GeGottes Lamm, sie suchet dich; schrei lassen dich nicht so vorbei. ja, sie fragt allein nach dir. O Wenn ich auch nicht weinen kann, mein Hirte, fomm zu mir! seh ich dich doch sehnlich an. 5. Sie verlangt kein ander Heil; 16. Eher laß ich dich nicht hint, du bist doch ihr bestes Teil. Andre bis ich ganz versichert bin, bis Quellen weiß sie nicht. Nein, sie sucht dein Angesicht. ich weiß: Dein Blut ist mein und ich soll errettet sein. 6. Freilich bin ich des nicht wert, was mein Herz und Mund begehrt; müßte billig ganz allein ewiglich verlassen sein. 7. Doch, weil du so gnädig bist, weil dein Blut vergossen ist, weil Mel. Schmücke dich, o liebe. dein Mund so viel verspricht, 1351. Heiland, deine Mens werd ich fröhlich aufgericht. schenliebe war die 8. Jesu, laß mich nicht allein, Quelle deiner Triebe, die dein denn ich kann nicht selig sein; treutes Herz bewogen, dich in ja, wo will ich Armer hin, wenn unser Fleisch gezogen, dich mit ich ohne Jesum bin? Schwachheit überdecket, dich vom 9. Nun, so komm, du Seelen- Kreuz ins Grab geſtrecket. O, der IIIIT* 17. Amen, ja du hörest mich und ich Armer lobe dich. Ja, zum voraus will ich schrein: Jesus wird mein Helfer sein! E. G. Woltersdorf. 842 Anhang. wunderbaren Triebe deiner treuen Liebe Schild beschirmen. Heilge Menschenliebe! meines Herzens Triebe! Salbe sie 2. über seine Feinde weinen, mit deiner Liebe! 3. 3. Rambach. jedermann mit Hilf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen Mel. Wie schön leuchtet der. Heilands sein ,,, ich mehr als väterlich erbarmen, der 1352. Es ist etwas, des Betrübten Klagen hören, sich in andrer Dienst verzehren, sterben dein, o Jesu, und du mein", in für die ärgsten Sünder: das ist Wahrheit sagen können, Ihn Lieb, o Menschenkinder! seinen Hirten, Herrn und Ruhm, 3. O du Zuflucht der Elenden! und sich sein Schaf und EigenWer hat nicht von deinen Hän- tum ohn allen Zweifel nennen. den Segen, Hilf und Heil ge- Selig, fröhlich sind die Seeben, nommen, der gebeugt zu dir ge- die erwählen ohn Bedenken, ihrem kommen? O, wie ist dein Herz Jesu sich zu schenken. gebrochen, wenn dich Kranke an- 2. Schau an die Welt mit ihrer gesprochen! O, wie pflegtest du Lust und alle, die an ihrer Brust zu eilen, das Erbetne mitzuteilen! in heißer Liebe liegen! Sie essen 4. Die Betrübten zu erquicken, und sind doch nicht satt; sie trinken, zu den Kleinen dich zu bücken, und das Herz bleibt matt, denn die Unwissenden zu lehren, die es ist lauter Trügen. Träume, Verführten zu bekehren, Sünder, Schäume, Schläg im Herzen, die sich selbst verstocken, täglich Höllenschmerzen, ewges Quälen liebreich zu dir locken: das war, Jesu, deine Weise, täglich deine Freud und Speiſe. ist der Lohn betrogner Seelen. 3. Ganz anders ists, bei Jefu fein, und als ein Schäflein aus und ein auf seinen Wegen gehen. Auf diesen Auen ist die Lust, die Gottesmenschen nur bewußt, im Überfluß zu sehen: Weide, Freude, reine Triebe süßer Liebe, Fried und Leben, Stärke, Licht und viel Vergeben. 5. O, wie hoch stieg dein Erbarmen, da du für die ärmsten Armen dein unschäßbar teures Leben in den ärgsten Tod gegeben, da du in der Sünder Orden aller Schmerzen Ziel geworden und, den Segen zu erwerben, als ein Fluch haft wollen sterben! 4. Man hat auch wohl ein wenig 6. Deine Lieb hat dich getrieben, Schmach und ein und andres UnSanftmut und Geduld zu üben, gemach hier bei dem Herrn zu leiohne Schelten, Drohen, Schlagen den; doch ists nicht wert der Ehr andrer Schmach und Last zu tra- und Freud, die er uns schon in gen, allen freundlich zu begegnen, Ewigkeit gedachte zu bereiten: für die Lästerung zu segnen, für der Kronen, Thronen, Hosianna, Feinde Schar zu beten und die himmlisch Manna, Siegespalmen Mörder zu vertreten. folgen auf die Kreuzespsalmen. 7. Herr, laß deine Liebe decken 5. Schaut, armer Mensch, zu meiner Sünden Meng und Flek- diesem Glück ruft stets dein Heiken! Du hast das Geset erfüllet, land dich zurück von jenem Grunddes Gesetzes Fluch gestillet; laß verderben; er fam deswegen in mich wider dessen Stürmen deiner die Welt, er gab für dich das Anhang. 843 Lösegeld durch Leiden und durch den bei; stärk meinen schwachen Sterben. Laß dich willig doch Willen durch deines werten Gei= umarmen; sein Erbarmen, Blut stes Kraft, zu üben gute Ritund Leiden sind ein Meer der terschaft, den Vorsatz zu erfüllen; Seligkeiten. bis ich endlich, schön geschmücket J. Ch. Storr. 17. Lieder vom Gebet. 6. Du hast es lang genug ver- und entrücket allen Leiden, darf sucht, ob das, was Jesu Kreuz bei dir, dem Lämmlein, weiden. verflucht, dir wahres Wohl gewähre. Dein Herz sagt: Ja, fürwahr es ist so wie man in der Bibel lieft; der Welt Lust, Pracht und Ehre Lüget, nur wollte, wie er sollte, ja wer könnte, machte heut dem Spiel ein Ende. Am Konfirmationstage. Mel. Zion flagt mit Angst. trüget! Wer 1353. Sorge boch für meine Kinder, Vater, nimm dich ihrer an; ob sie gleich vor dir sind Sünder, sind sie dir doch zugethan und durch deines Sohnes Blut gleichwohl dein erworbnes Gut; darum wirst du sie aus Gnaden wohl beschüßen und beraten. 7. Das Wollen und Bollbringen schafft des Wortes Jesu Got testraft: ,, Mir nach, ihr armen Sünder; ihr seid für mich, ich für euch da, könnt ihr gleich nichts, doch bin ich nah, nur folget mir als Kinder; ist doch mein Joch sanft und heilig, nur, daß freilich euer Wille mir sich laffe in der Stille." 2. Sie sind dir von Kindesbeinen und von ihrer ersten Stund übergeben als die Deinen, und durch deinen Gnadenbund hast du sie in ihrer Tauf väterlich genommen 8. O fannst du den Immanuel auf, daß sie, wenn sie sollten sterso vor der Thüre deiner Seel ben, wären deines Reiches Erben. vergeblich rufen lassen? Sollt seine 3. Du haft sie bisher ernähret unermessne Bein gerad an dir und so manchem Unglücksfall mehr verloren sein? Das hieß das als väterlich gewehret, der sie Leben haffen. O nein, Schäflein! hier und überall hätte leichtlich Komm und wende dich behende umgestürzt, ja das Leben abge= zu den Wunden, die dein Hirt fürzt; aber deine Batertreue bleibt für dich empfunden. bei ihnen täglich neue. 4. Sammeln andre große Schätze, daß ihr Haus in solchem Heil sich an Geld und Gut ergöße, so bist du mein einzig Teil. Bleib auch meiner Kinder Gott, laffe sie in keiner Not und in keinem Kreuz ver= derben, bis sie endlich selig sterben. 5. Schüße sie vor bösen Leuten und vor der Verführer Schar, daß ihr Fuß nicht möge gleiten; 10. Ach mach mich von mir laß sie ihre Lebensjahr in der selber frei und stehe mir in Gna- Tugend bringen zu, bis du sie, wie 9. Ich komme, Herr, will nicht mehr mein, des Teufels und der Sünde sein, die mich bisher gebunden. Mein Herr, den ich so sehr betrübt, der aber mich vielmehr geltebt, der hat mich überwunden. Nimm mich gänzlich, meine Freude, dir zur Beute und zum Lohne deiner blutgen Dornenfrone. 844 Anhang. wie mich, zur Ruh wirst ins tühle, 5. Treuer Jefu, nimm zu dir Grab versenken und die Seligkeit endlich mich und all die Meinen. uns schenken. Wenn der Tag mun bricht herfür, 6. Können sie in diesem Leben da du selber wirst erscheinen, hier und wo es dir gefällt, was führ uns durch des Himmels zu deinen Ehren geben, so laß in Thür, liebster Jesu, ein zu dir! der ganzen Welt ihnen, wo sie immer gehn, deine Furcht vor In eigener Melodie, oder: Werde Augen stehn, daß sie dich im Leipzig 1697. munter mein. Thun und Lassen stets in ihre 1355. Ich will beten; Gott Herzen fassen. wird denn 7. Gönne mir die große Freude, er hat es zugesagt. Mich foll daß am lieben jüngsten Tag nach Zweifel nicht bethören, und ich so vielem Kreuz und Leide ich werde nicht verzagt, wenn er nicht mit Jauchzen sagen mag: Liebster zu hören scheint, denn ich weiß Bater, ich bin hier und die Kin- wohl, wie ers meint: Es soll die der, die du mir hast in jener Welt Geduld sich mehren. Ich will bescheret. Ewig sei dein Nam beten, Gott wird hören. geehret! 2. H. Schlosser. Abendgebet. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Ich will beten; Gott wird geben, denn von ihm fommt alles her. Aus der Fülle kann man 1354. Trener Jesu, wache heben als aus einem reichen Meer, du, weil ich jeßund was für Leib und Seel ist not. Droben lebt der reiche Gott, der hat Segen, Brot und Leben. Ich will beten, Gott wird geben. 3. Ich will beten; Gott wird schonen wenn mich mein Gewis2. Trener Jesu, weiche nicht; sen quält und der Sünden Milsonst wird Grauen, Furcht und lionen mir aus seinem Schuldbuch Schrecken, das oft mit der Nacht zählt. Gott, der keinem Sünder einbricht, uns voll Ach und Weh flucht, wenn er herzlich Gnade erwecken; bleib bei uns mit deinem sucht, wird mir nach Verdienſt Licht, treuster Jesu, weiche nicht! nicht lohnen. Ich will beten, Gott 3. Trener Jesu, steh uns bei, wird schonen. daß in uns der Geist und Glaube, wenn wir schlafen, wacker sei, und der Feind uns ihn nicht raube; deine Hilfe mach uns frei; treuster Jesu, steh uns bei! 4. Trener Jesu, wenn es nun einmal mit mir kommt zum Sterben, so bring mich zu deiner Ruh. Mache mich zum Himmelserben, schließ mir selbst die Augen zu, treuster Jesu, hilf mir du! will einschlafen; gönn mir und den Meinen Nuh; bleib, o Hirte, bei den Schafen; schließ die Thüre selber zu, treister Jesu, wache du! 4. Ich will beten; Gott wird stärken, wenn der Glaube wanfen will. Werd ich Unglückswetter merken, ist Gebet mein Saitenspiel. Beten in des Glaubens Straft ist des Christen Ritterschaft. Hab ich Gott bei meinen Werken, will ich beten, Gott wird stärken. 5. Ich will beten; Gott wird heilen. Wenn der Leib die Schmerzen spürt, will ich zu dem Helfer ei= Anhang. 845 eilen, der mit einem Wort furiert. 18. Lieder von der Heiligung. Wenn Hiskias fleht und schreit, Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. 1357. O Vaterherz, o Licht und Leben, o treuer Hirt, Immanuel, dir bin ich einmal übergeben, dir, dir gehöret meine Seel; ich will mich nicht mehr selber führen, der Vater soll das Kind regieren; so geh nun mit mir aus und ein und leite mich nach allen Tritten. Ich geh, ach hör, o Herr, mein Bitten, für mich nicht einen Schritt allein. wird des Lebens Kraft erneut. Sollte sichs auch was verweilen ich will beten; Gott wird heilen. 6. Ich will beten; Gott wird retten. Ich will, neigt mein Lebenslicht, in des Vaters Schoß mich betten mit Gebet und Zuversicht. Wer im Sterben beten fann, ist gewiß recht wohl daran und zerreißt des Todes Ketten. Ich will beten, Gott wird retten. Mr. Gottfried Gottschling. Auf der See. In eigener Melodie. 1356. Bie mit grimmgem 2. Was kann dein schwaches Kind vollbringen? Ich weiß mir gar in keinem Nat; drum sei Unverstand Wel- in groß und kleinen Dingen mir len sich bewegen! Nirgends Net- immer selber Rat und That. tung, nirgends Land vor des Du willst dich meiner gar nicht Sturmwinds Schlägen! Einer schämen, ich mag dich ja zu allem ists, der in der Nacht, einer ists, nehmen, du willst mir selber alles der uns bewacht: Christ in der sein: So sollst du denn in allen Höh, du wandelst auf der See! Sachen, den Anfang und das Ende 2. Wie vor unserm Angesicht machen; dann stellt sich lauter Mond und Sterne schwinden! Segen ein. 3. Du führest mich, ich fanı Wenn des Schiffleins Ruder bricht, wo dann Rettung finden? Keine nicht gleiten, dein Wort muß Hilf, als bei dem Herrn: Er ist uns der Morgenstern. Christ in der Höh, erschein uns auf der See! 3. Nach dem Sturme fahren wir sicher durch die Wellen, lassen, großer Schöpfer, dir unser Lob erschallen; lobet ihn mit Herz und Mund, lobet ihn zu jeder Stund! Christ in der Höh, ja dir gehorcht 4. daß ich auch im Kleinsten ewig feste stehn; du sprichſt, dein Auge soll mich leiten, dein Angeficht soll vor mir gehn; ja deine Güte und Erbarmen soll mich umfangen und umarmen. O daß ich nur recht kindlich sei, bei allem gläubig zu dir flehe und stets auf deinen Wink nur sehe, so spür ich täglich neue Treu. die See! 4. Einst in meiner letzten Not merke auf deine Weisheit, Güt laß mich nicht versinfen! Soll und Tren, damit ich mich im ich von dem bittern Tod Well auf Glauben stärke, dich lieb und lob Welle trinken: reiche mir dann und ruhig sei und deine Weisliebentbrannt, Herr, Herr, deine heit lasse walten, stets Ordnung, Glaubenshand! Christ in der Maß und Ziel zu halten; denn Höh, komm zu uns auf die See! lauf ich vor, da lauf ich an. Drum mach im Besten mich gelaf= I. Falk. 846 Anhang. laffen, nichts ohne dich mir an- Königskronen weichen, die uns zumaßen: nur was du thust, ist den Himmel offen zeigt. Ach daß wohlgethan. ich ganz in Lieb zerflösse vor deiner Liebe Wundergröße, die alles Wissen übersteigt! 5. Ach mach einmal mich treu und stille, daß ich dir immer folgen fann; nur dein, nur dein voll- 2. Wie freundlich hast du mich kommner Wille sei meine Schranke, gezogen, wie ging mir dein ErLauf und Bahn. Laß mich nichts barmen nach! Ich floh dich, der mehr für mich verlangen, ja laß du mich bewogen, und rang nach mir nichts am Herzen hangen, Tod und Ungeniach. Du aber als deines großen Namens Ruhm; nahmst ohn mein Verlangen in der sei allein mein Ziel auf deiner Liebe mich gefangen und Erden; ach laß mirs nie ver- offenbaretest dich mir. Nimm, rücket werden, denn ich bin ja Seelenfreund, für diese Treue dein Eigentum! mein ganzes Herz, das ich dir weihe, entreiß mirs doch und nimm es dir. 7. So Lob und lieb ich in der Stille und ruh als Kind in deinem Schoß; das Schäflein trinkt aus deiner Fülle, die Braut steht aller Sorgen bloß; sie sorget nur allein, in allem dir, ihrem Bräntgam, zu gefallen; sie schmückt und hält sich dir bereit. Ach zieh mich, zieh mich weit von hinnen; was du nicht bist, laß ganz zerrinnen, o reiner Glanz der Ewigkeit! v. Bogaty. 6. Laß mich in dir den Vater preisen, wie er die Liebe selber ist; laß deinen Geist mir flärlich 3. O lehre mich, mich ganz verweisen, wie du von ihm geschenkt gessen, damit ich nur an dich gemir bist. Ach offenbare deine dent. Lehr mich nach dir nur Liebe und wirke doch die heißen alles messen, damit ich ganz in Triebe der wahren Gegenlieb in dich mich senk. Ich wünsch in mir; durchdringe du mein Herz mir ganz zu verschwinden, um dich und Sinnen, daß ich hinfort mein vollkommener zu finden, du füße ganz Beginnen allein zu deinem Lieb und höchstes Gut! Werd Lobe führ. ich mich recht in dich verlieren, so wirst du Sträfte in mich führen, daß ich dich lieb mit heißer Glut. 4. Ich hange nicht an deinen Gaben, dich, Jesu, such ich ganz allein; soll ich nichts mehr zu fühlen haben, ich will auch so zufrieden sein. Vertausch den Trieb nach eitlen Freuden mit der Bereitschaft, still zu leiden, und mach in allem mich getreu. Nimm hin mein Wollen, Denken, Richten, mein eignes Laufen, Wirken, Tichten, daß nichts, denn du, mehr übrig sei. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. 1358. Ich will ich immer treuer lieben, mein 5. Mir ist am seligsten geraten, Heiland, gieb mir Kraft dazu. wenn ich aus eigner Wahl nichts Die Welt hat lang mich umge- thu. Ein andrer sinn auf große trieben, nun schenfst du mir die Thaten; mein Geist erblicet eine wahre Ruh, die Ruh, mit der Ruh, worin er bleibend das vollnichts zu vergleichen, der alle führet, was von des Geistes Trie Anhang. 847 Trieben rühret, und das heißt Hand, er segnet ihre Stadt, ihr recht in Gott gethan. O mischte Land, und füllet sie mit Freuden. sich doch in mein Lieben nichts 5. Drum fomm, Herr Jesu, mehr von meinen eignen Trieben, so fing ich recht zu lieben an! stärke mich, hilf mir in meinen Werken; laß du mit deiner Gnade dich bei meiner Arbeit merken. Gieb dein Gedeihen ſelbſt dazu, daß ich in allem, was ich thu, ererbe deinen Segen. 6. Regiere mich durch deinen Geist, den Müßiggang zu meiden, daß das, was du mich schaffen heißt, gescheh mit lauter Freuden; auf daß ich dir mit aller Tren auf dein Gebot gehorsam sei und meinen Nächsten liebe. 6. Getreuer Jesu, soll ich hoffen, daß meine Liebe treuer werd? Ach ja, dein Herze steht noch offen dem, welcher ernstlich Hilf begehrt. Ich flieh zum Reichtum deiner Güte, durchleuchte du, Herr, mein Gemüte, daß ich, was du nicht selber bist, erkenn und haß und dämpf und töte; so schau ich nach der Morgenröte, wie hell die Sonne selber iſt. I. A. Flessa. Mel. Es ist das Heil uns. 7. Nun, Jesu, komm und bleib bei mir; die Werke meiner Hände, 1359. In Gottes Namen befehl ich, liebster Heiland, dir; fang ich an, was hilf, daß ich sie vollende zu deines mir zu thun gebühret. Mit Gott Namens Herrlichkeit, und gieb, wird alles wohl gethan und glück- daß ich zur Abendzeit erwünschlich ausgeführet. Was man in ten Lohn empfange. Sar. Siscov. Gottes Namen thut, ist allenthal- mel. Von Gott will ich, oder: Helft ben recht und gut und kann uns auch gedeihen. mir Gotts Güte. 2. Gott ists, der das Vermögen 1360. Kommt Kinder, laßt uns gehen, der schafft, was Gutes zu vollbringen. Abend kommt herbei! Es ist ge= Er giebt uns Segen, Mut und fährlich stehen in dieser Wüstenei. Kraft und läßt das Werk gelin- Kommt, stärket euren Mut, zur gen, daß uns ein reicher Zug Ewigkeit zu wandern von einer entsteht und dergestalt zur Nah- Kraft zur andern; es ist das rung geht, daß wir Vergnügen Ende gut. haben. 2. Es soll uns nicht gereuen der 3. Wer erst nach Gottes Reiche schmale Pilgerpfad; wir kennen ja tracht und bleibt auf seinen Wegen, den Treuen, der uns gerufen hat. der wird gar leichtlich reich ge- Kommt, folgt und tranet dem; ein macht durch Gottes milden Segen; jeder sein Gesichte mit ganzer Wenda wird der Fromme voll und satt, dung richte fest nach Jerusalem. daß er von seiner Arbeit hat, auch Armen Brot zu geben. 3. Gehts der Natur entgegen, ſo gehts gerade doch; die Fleisch und Sinnen pflegen, sind schlechte Pilger noch. Verlaßt die Kreatur und, was euch sonst will binden, laßt gar euch selbst dahinten, es geht durchs Sterben nur. 4. Man 4. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, er krönet sie mit Gnaden; der bösen Welt ihr Neid und Hohn kann ihnen gar nicht schaden. Gott decket sie mit seiner 848 Anhang. 4. Man muß, wie Pilger wandern, bald fällt das Fleisch ins delu, frei, bloß und wahrlich leer: Grab. Nur noch ein wenig Mut, Viel sammeln, halten, handeln nur noch ein wenig treuer, von macht unsern Gang nur schwer. allen Dingen freier gewandt zum Wer will, der trag sich tot: Wir ewgen Gut. reifen abgeschieden, mit wenigem zufrieden; wir brauchens nur zur Not. 5. Schmückt euer Herz aufs beste, sonst weder Leib, noch Haus! Wir find hier fremde Gäste und ziehen bald hinaus. Gemach bringt Ungemach; ein Pilger muß sichschicken, sich dulden und sich bücken den kurzen Pilgertag. 11. Es wird nicht lang mehr währen- halt't noch ein wenig aus es wird nicht lang mehr währen, so kommen wir nach Haus; da wird man ewig ruhn. Wenn wir mit allen Frommen daheim zum Vater kommen, wie wohl, wie wohl wirds thun! 12. Drauf wollen wirs denn wagen, es ist wohl wagenswert, 6. Laßt uns nicht viel besehen und gründlich dem absagen, was das Kinderspiel am Weg; durch aufhält und beschwert. Welt, bu Säumen und durch Stehen wird bist uns zu klein! Wir gehn man verstrickt und träg. Es geht durch Jesu Leiten hin in die Ewiguns all nicht an. Nur fort, nur keiten; es soll nur Jesus sein. Gerhard Tersteegen. fortgerungen, durch alles durchgedrungen! Es ist so bald gethan. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. 7. 3st gleich der Weg sehr enge, 1361. ebſt du in mir, o so einsam, krumm und schlecht, wahres Leben, so der Dornen in der Menge und sterb in mir, was du nicht biſt; manches Streuze trägt, es ist doch ein Blick von dir kann beßres nur Ein Weg; laßt sein! Wir geben, als was der Welt das gehen weiter, wir folgen unserm Beste ist. O Jesu, du sollst mein Leiter und brechen durchs Gehäg. verbleiben, nichts soll mich von 8. Kommt, Kinder, laßt uns der Liebe treiben, die du mir zuges gehen! Der Vater gehet mit; er saget hast; e süße Wonne, die selbst will bei uns stehen bei je- mich tränket, wenn sich die Seel dem sauren Tritt; er will uns in dich versenket, und deine Gnade machen Mut, mit süßen Sonnen- mich umfaßt! blicken uns locken und erquicken. Ach ja, wir habens gut. 2. Herz, das in Liebesglut ge= storben, ach laß mein Herz in 9. Sollt wo ein Schwacher fallen, Flammen stehn! Entzünd ein Herz, so greift der Stärkre zu; man trag, das du erworben, und laß darinnen man helfe allen, man pflanze untergehn, was du nicht bist, o Lieb und Ruh. Kommt, schließt mein Vergnügen; laß mich in euch fester an! Ein jeder sei der deiner Liebe siegen, ja siege du Kleinste, doch wohl auch gern der nur selbst in mir; so werd ich Reinste auf unsrer Liebesbahn. fröhlich triumphieren, so wird 10. Kommt, laßt uns munter dein Todessieg mich zieren, so wandern! Der Weg fürzt immer leb und leid und sterb ich dir. ab; ein Tag der folgt dem an- 3. 3ünd auch in mir die Liebesflam-— Anhang. 849 flammen zum Dienste deiner Glie- dürft; vergönne mir, zu dir zu treder an: bind mich und ihre Not ten, damit du ganz mein eigen zusammen, damit ich mich ver- wirst. Ach hilf mir streiten, fämfichern fann, ich sei also wie du ge- pfen, ringen, hilf mir den Lauf finnet; wenn mein Geist die Ge- durch dich vollbringen und stärk stalt gewinnet, die deinem Geist mich durch dein teures Blut! recht ähnlich ist: so werd ich Wenn ich dich nur im Herzen Freund und Feinde lieben, so habe und mich an dir, o Jesu, wird ihr Kummer mich betrüben, wie du mir vorgegangen bist. 4. Gieb mir des Glaubens Licht und Kräfte, damit er wahre Früchte treibt; mach mich zur Nebe labe, so ist mein Tod und Le ben gut. Ph. B. Sinold v. Schüß. 19. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. Mel. Die Tugend wird durchs. voller Säfte, die feft an dir, dem 1362. Was wär ich ohne Weinstock, bleibt; du bist der Fels, dich gewesen? auf den ich baue, du bist mein Was würd ich ohne dich, Herr, Heiland, dem ich traue, du bist sein? Zu Furcht und Ängsten des Glaubens fester Grund. Wenn auserlesen, ständ ich in weiter sich die Zweifelsstunden finden, Welt allein. Nichts wüßt ich sicher, so laß die Hilfe nicht verschwin- was ich liebte; die Zukunft wär den und mach den franken Geist ein dunkler Schlund, und wenn gefund. mein Herz sich tief betrübte, wem thät ich meine Sorgen kund? 2. Hat Christus sich mir kund gegeben und bin ich seiner erst gewiß, o, dann verzehrt ein lichtes Leben die bodenlose Finsternis. Nun schau ich erst des Menschen Würde, mein Schicksal wird verklärt durch Ihn, und leichter trag ich jede Bürde, seh in der Wüste Rosen blühen. 5. Hilf, daß die Hoffnung nicht erlieget, und daß dein Kreuz ihr Anker ist; gieb, daß sie alle Angst besieget durch dich, der du mein Alles bist. Die Welt mag auf das Eitle bauen, ich aber will auf dich nur schauen, o Jesu, meiner Hoffnung Licht; ich will dich stets in Lieb umfassen, dich, der du mich nicht wirst verlassen, denn deine Liebe wanket nicht. 6. Willst du mich noch im Le3. O, geht hinaus auf allen Wegen und holt die Irrenden ben wissen, so leb ich, weil es herein; streckt jedem eure Hand dir beliebt; werd ich vom Tode entgegen, und ladet froh sie zu hingerissen, so bin ich gleichfalls uns ein! Der Himmel ist bei uns nicht betrübt. Dein Leben laß auf Erden, im Glauben schauen stets in mir leben, dein Sterben wir uns an. Die eines Glaubens laß mir Stärke geben, wenn nun mit uns werden, auch denen ist die letzte Not erscheint. Ich will er aufgethan. Friedr. v. Hardenberg. dir meinen Willen schenken, ich Mel. Eins ist not, ach Herr, dies. will im Tod und Leben denken, 1363. Herzog unfrer Seligdaß du es gut mit mir gemeint. teiten, zieh uns in 7. O Jesu, hör, was ich gebe dein Heiligtum, da du uns die ten, und gieb, wonach die Seele Stätt bereiten und zu deines Na54 mens 850 Anhang. mens Ruhm als deine Erkauften die begnadigte Natur, wirke fort siegprächtig willst führen; laß mit deiner Gabe in der neuen unsere Bitte dein Herze jest rüh- Streatur; erwecke dein Paradies ren: Wir wollen dem Vater zum wieder im Grunde der Seele und Opfer dastehn und in der Ge- bringe noch näher die Stunde, da meinschaft der Leiden hingehn. du dich in allen den Gliedern ver2. Er hat uns zu dir gezogen, flärst, sie hier noch des ewigen und du wieder zu ihm hin; Liebe Lebens gewährst. hat uns überwogen, daß an dir 7. Gönne uns noch Frist auf hangt Mut und Sinn. Nun Erden, Zeugen deiner Kraft zu wollen wir gerne mit dir auch sein, deinem Bilde gleich zu werabsterben dem ganzen natürlichen den, in den Tod zu nehmen ein Seelenverderben. In deinen Tod, des Lebens vollkommene Freiheit Herr, laß gepflanzet uns sein, und Rechte, als eines vollkommenen sonst dringen wir nimmer zum Heilands Geschlechte. Der UnLeben hinein. glaub mag denfen, wir bitten zu viel: Du hörst unsre Bitten, thust über ihr Ziel. G. Arnold. 3. Aber hier erdenkt die Schlange so viel Ausflucht überall: Bald macht sie dem Willen bange, bald treibt sie die Lust zum Fall. Es Mel. Ach, was soll ich Sünder. bleibet das Leben am fleinsten 1364. Auf, ihr Streiter, oft fleben und will sich nicht durchgedrungen! völlig zum Sterben hingeben; Auf, und folgt dem Lamme nach), es schüßet die besten Absichten das durch Marter, Hohn und noch vor und bauet so Höhen und Festung empor. Schmach sich auf Zions Berg geschwungen! Nach! Das Haupt hat schon gesiegt! Nach, daß ihr nicht müßig liegt! 4. Drum, o Schlangentreter, eile, führ das Todesurteil aus, brich entzwei des Mörders Pfeile, wirf 2. Fort! Nur nach mit Wachen, die Sünde ganz hinaus. Ach laß Beten! Fort! Was seid ihr so sich dein neues erstandenes Leben verzagt? Christus hat den Sieg in unsern erstorbenen Herzen er- erjagt und den Schlangentopf heben; erzeig dich verfläret und zertreten. Tretet nach in seiner herrlich noch hier und bringe dein neues Geschöpfe herfür. Kraft! Christus ists, der Sieg verschafft. 5. Führe die zerstreuten Sinnen aus der Vielheit in das Ein, daß fie neuen Raum gewinnen, nur von dir erfüllt zu sein; ach lege die Mächte der Finsternis nieder, erneure die Kräfte des Geistes uns wieder, der von der verkläreten Menschheit sich nähr und gegen der Gottheit Berächter sich mehr. 6. Lebensfürst, so lieb und labe 3. Niemand soll in Zion sprechen: Ich bin elend, arm und schwach, und durch so viel Ungemach kann kein armer Sünder brechen; denn der Herr ists, der uns heilt, und den Schwachen Kraft erteilt. 4. Sind wir schwach das Lamm hat Stärke; sind wir arm - der Herr ist reich. Wer ist unserm König gleich? Unser Gott thut Anhang. 851 und zur rechten Stunde giebt jedem, was ihm wohlgefällt. Do erscheint in Werk und That der thut Wunderwerke. Sagt, ob der nicht helfen kann, dem die Himmel unterthan? 5. Ja, er tann und will uns so tief verborgne Rat. schüßen. Drum, so dringet mutig ein; schämet euch, so träg zu sein und aus Zagheit still zu sigen! Schmach, wem noch vorm Feinde graut, weil er Jesu nicht vertraut! 6. Niemand wird zu Salem thronen, der nicht recht mit Jesu fämpft und die Enatsfinder dämpft, weil wir in der Wüste wohnen. Nur durch Ringen, Stampf und Streit kommet man zur Sicherheit. 7. Nun, so wachet, kämpft und 7. Siehe frommen Sindern zu, ringet, streitet mit Gebet und die im heilgen Stande stehu, Flehn, bis wir auf dem Berge wie so wohl Gott ihnen thu, wie stehn, wo das Lamm die Fahne so schön er lasse gehn alle Thaschwinget. Ist die Wochenlast ten ihrer Händ auf ein gutes, gethan, alsdann geht der Sab- selges End. bath an. I. I. Rambach. 20. Lied von der christlichen Ehe. 8. Ihrer Tugend werter Ruhin steht in steter voller Blüt, wenn sonst aller Liebe Blum als ein Schatten sich verzieht; und wenn Mel. Nicht so traurig, nicht. 1365. Voller Wunder, vol aufhört alle Treu, ist doch ihre Treue neu. ler Kunst, voller Weisheit, voller Kraft, voller 9. Ihre Lieb ist immer frisch Hulde, Guad und Gunst, voller und verjüngt sich fort und Labsal, Trost und Saft, voller fort, Liebe zieret ihren Tisch Wunder, sag ich noch, ist der und versüßet alle Wort; Liebe keuschen Liebe Joch. giebt dem Herzen Rast in der Müh- und Sorgenlast. 2. Die sich nach dem Angesicht niemals hier zuvor gekannt, auch 10. Gehts nicht allzeit, wie es sonst im geringsten nicht mit Ge- soll, ist doch diese Liebe still, danken zugewandt, deren Herzen, deren Hand knüpft Gott in ein Liebesband. hält sich in dem Streuze wohl, denkt, es sei des Herren Will, und versichert sich mit Freud einer fünftgen bessern Zeit. 3. Hier wächst ein geschickter Sohn, dort ein edle Tochter zu: 11. Unterdessen geht und fleußt eines ist des andern Kron, eines ist Gottes reicher Segenbach, speist des andern Ruh, eines ist des an- die Leiber, tränkt den Geist, stärkt dern Licht, wissens aber beide nicht. des Hauses Grund und Dach, 4. Bis solang es dem beliebt, und was klein, gering und bloß, der die Welt im Schoße hält macht er mächtig, viel und groß. 54* 12. Guid5. Jeder findet, jeder nimmt, was der Höchst ihm außersehn. Was im Himmel ist beſtimmt, pflegt auf Erden zu geschehn, und was dann nun so geschicht, das ist sehr wohl ausgericht. 6. Laß zusammen, was Gott fügt, der weiß, wies am besten sei. Unser Denfen fehlt und trügt, sein Gedank ist Mangels frei; Gottes Wert hat festen Fuß, wenn sonst alles fallen muß. 852 Mel. Valet will ich dir geben. 12. Endlich, wenn nun ganz vollbracht, was Gott hier in dieser Welt frommen Kindern zugedacht, 1367. Sie jauchzet doch mit Freuden, die heilge nimmt er sie ins Himmelzelt und Gottesstadt, die sich durch Jesu drückt sie mit großer Lust selbst Leiden vor nichts zu fürchten hat; an seinen Mund und Bruft. denn Gott ist bei ihr drinnen, das 13. Nun, so bleibt ja voller Gunst, weiß sie sicherlich. Der Zweifel voller Labfal, Trost und Saft, muß zerrinnen, die Furcht vervoller Wunder, voller Kunst, vol- lieret fich. ler Weisheit, voller Kraft, voller Wunder, sag ich noch, bleibt der keuschen Liebe Joch. Paul Gerhardt. 21. Lieder von der Weihe des Gotteshauses. Mel. Jejus, meine Zuversicht. 1366. Ach wie heilig ist der Ort, ach wie selig 2. Laß Andre wankend fragen, ob Gott ihr Vater sei? Ein Christ kann mutig sagen und schwören noch dabei: Ich habe Gnade funden, die Seligkeit iſt mein, und durch des Lammes Wunden geh ich zum Himmel ein. 3. Ein wahrer Christ ist selig, der Chriftum recht erkennt, der ist die Stätte! Hier, hier ist des feine Schuld unzählig und sich Himmels Pfort, hier erhöret Gott verloren nennt; der alles herzlich Gebete, hier erschallet Gottes haffet, was sonst dem Fleisch Wort; o wie heilig ist der Ort! gefällt; der Jesum gläubig faffet 2. Heil war in des Zöllners und über alles hält. Haus, weil er Christum aufge= nommen; und hier rufet Jesus aus: Selig sind, die zu mir kommen! Deren Herzen nimmt er ein, daß sie auch sein Tempel sein. 3. welch Heil ist bis hieher diesem Hause widerfahren! Wenn der Herr nicht bei uns wär, der 5. Schon hier in diesem Lesich uns will offenbaren, woher ben grünt seine Seligkeit; was hätten wir den Geist, der den wirds im Himmel geben? Da Weg zum Himmel weist? 4. Ja, selig sind die Christen, die ohne Falsch bestehn. O, daß es alle wüßten, die noch zur Hölle gehn! Wer ist so reich und prächtig, so schön, vergnügt und satt, so fröhlich, stark und mächtig, als der den Glauben hat? fommt die Erntezeit. Da schmeckt 4. O wie lieblich, o wie schön sein Herz vollkommen, was hier sind des Herren Gottesdienste! im Vorschmack war, und ist mit Laßt uns froh zu ihnen gehn, allen Frommen im ewgen Juhier erlangt man zum Gewinnste beljahr. einen Schatz, der ewig währt, den kein Raub noch Rost verzehrt. 6. Behalte, Welt, das Deine, du arme blinde Welt! Der Glaube 5. Bleibe bei uns, lieber Gast, bleibt das Meine, der Christi speis uns ferner mit dem Worte, Blut behält. Wenn alle Reichen das du uns gegeben haft. Herr, darben; wenn Fürsten betteln laß auch an diesem Orte deine Kirche feste stehn, bis die Welt gehn, will ich mit Freudengarben in Zions Thoren stehn. wird untergehn. Benj. Schmold. E. G. Woltersdorf. 21, Lied Anhang. Anhang. 853 21. Bied von der christli-| 3. Nichte Herz und Sinn zu chen Taufe. dem Himmel hin, wenn wir unsern Bund erneuern und gerührt Mel. Aus meines Herzens. 1368. Paffet die Kindlein kommen zu mir: spricht Gottes Sohn. Sie sind mein Freud und Wonne, ich bin ihr Schild und Stron; auch für die Kinderlein, daß sie nicht wärn verloren, bin ich ein Kind geboren; drum sie mein eigen sind. 2. Der Herr gar freundlich küsset und herzt die Kindelein, bezeugt mit Worten füße, der Himmel soll ihr sein, dieweil sein teures Blut, das aus sein heilgen Wunden am Kreuzesstamm geronnen, auch ihnen kommt zu gut. 1370. Vor dir, Todesüberwinder, stehn an 3. Drum nach Christi Verlangen bringet die Kinder her, damit fie Gnad erlangen, niemand es ihnen dem Sabbath diese Kinder, ihr wehr! Führet sie Christo zu, er Lobgesang sei dir gebracht! Freuwill sich ihr'r erbarmen. Legt sie in dig gehn sie dir entgegen, weil seine Arme, darin sie finden Ruh! du der Liebe reichsten Segen den 4. Ob sie gleich zeitlich sterben, Kinderfeelen zugedacht. Dein Auge ihr Seele Gott gefällt; denn sie sieht sie hier im Jugendschmuck find Gottes Erben, lassen die vor dir knien und beten. Herr, schnöde Welt; sind frei aller Ge- sie sind dein. Laß ihre Reihn dir fahr und dürfen hier nicht leiden. an dein Herz geleget sein! Sie loben Gott mit Freuden dort bei der Engel Schar. Cornelius Becker. 22. Bieder von der Konfirmation. Mel. Seelenbräutigam. 1369. Von des Himmels Thron sende, Gottes Sohn, deinen Geist, den Geist der Stärke; gieb uns Kraft zum heilgen Werke, dir uns ganz zu weihn, ewig dein zu sein. 2. Mach uns selbst bereit, gieb uns Freudigkeit, unsern Glauben zu bekennen und dich unsern Herrn zu nennen, dessen teures Blut floß auch uns zu gut. vor dir beteuern, deine Bahn zu gehn, Weltlust zu verschmähn. 4. Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, wollest du auf unsre Bitten uns mit Gnade überschütten; Licht und Kraft und Ruh ströme dann uns zu. 5. Gieb auch, daß dein Geist, wie dein Wort verheißt, unauflöslich uns vereine mit der gläubigen Gemeine, bis wir dort dich sehn und dein Lob erhöhn. S. Marot. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Gemeinde. Chor der Kinder. 2. Friedefürst, ich ward erforen am ersten Tag, da ich geboren, zu deinem felgen Gnadenkind. Du gabst mir des Himmels Gaben, weil wir nichts Gutes eigen haben, und ohne dich verloren sind. O Jesu, meine Ruh, ich greife freudig zu nach den Gaben, die du mir heut zur Seligkeit durch dein Erbarmen hast erneut. 3. Laß dich halten und umfassen! Sch will dich ewig nicht verlassen, verlaß auch du mich ewig nicht! Schüße mich vor Welt und Sünde, und offenbare deinem Kinde dein gnadenvolles Angesicht, auf daß ich 854 Anhang. schwächt; gieb Empfindung meiner Not und Begierde nach dem Bro welches allen Hunger stillet und das Herz mit Gott erfüllet. ich Tag für Tag in dir mich| gen, wenn mein Fleisch den Eifer freuen mag, still und heilig, und mich dein Mund zu jeder Stund erinnre an den Liebesbund. 4. O du Hirt erfaufter Seelen, ich muß des rechten Wegs verfeh- 5. Bist du doch der Fürst des Ien, wenn meine Seele von dir Lebens, Jesus ist der Name dein, geht. Darum gieb mir Licht und nimmermehr fannst du vergebens Stärke und Glaubensmut zum für die Welt gestorben sein; drum guten Werke, zum Ringen, Wa- erhöre, was ich bitt: Teile mir chen und Gebet, bis ich den Pil- dich selber mit und laß heut in gerstand im ewgen Vaterland mein Gewissen Trost aus deinen selig ende, und du, Herr, schon Wunden fließen. den Gnadenlohn mir reichst von deinem Gnadenthron! ats. Knapp. 23. Lieder von der heiligen 6. Sind wir doch aus dir geboren, nähr uns auch durch deine Kraft, und weil alles da verloren, wo nicht Jesus Hilfe schafft: laß dies Brot und diesen Wein meines Herzens Manna sein, daß die Kommunion. Wirkung dieser Speise künftig in der That sich weise. Mel. Freu dich sehr, o meine. 1371. Herr, du haft für alle Sünder einen reis chen Tisch gedeckt, wo das Brot der armen Kinder nach des Baters Liebe schmeckt; heute nun bin ich dein Gast, wie du mir befohlen haft: Laß mich nicht mit argem Herzen deine große Huld 7. Laß mich deine Liebe schmecken und die Güter jener Welt; oder wenn mich Furcht und Schrecken, Angst und Schwachheit überfällt, so verschaffe mir dein Blut einen wahren Freudenmut, daß ich meinen Trost im Glauben mir durch niemand Laffe rauben. verscherzen. 2. Heilige du mein Gemüte, alles Arge treibe aus, daß auch meines Herzens Hütte werde dein geweih- 8. Hilf mir recht ins Herze faffen tes Haus; denn ich hoffe nur auf deinen herben, bittern Tob; laß dich, liebster Jesu, höre mich und mich auch niemanden hassen, der laß deinen Tisch auf Erden mir mit mir genießt ein Brot. Nimm des Himmels Vorschmack werden. mich ganz vollkommen ein, bis ich 3. Hilf mir, daß ich recht be- werde bei dir sein und die Fülle dente, wie der Herr sein Fleisch deiner Gaben, meinen Gott und und Blut seinen armen Snechten alles haben. schenke, und was deine Liebe thut, C. Neumann. In eigener Melodie. und verleihe, daß ich nicht eß 1372. Hier liegt vor deiner und trinke zum Gericht, was dui, Jesu, für mein Leben zur Erlös die Christenschar, das Herz zu sung haft gegeben. dir, o Gott, erhöht, die Augen 4. Nimm jetzt die Vernunft ge- zum Altar. Schenk uns, o Heifangen, daß ich gläube recht und land, deine Huld; vergieb uns schlecht, und erwecke mein Verlan- unsre Sündenschuld! O Herr, von dei Anhang. 855 deinem Angesicht, verwirf uns nicht lassen, dein Mutterschoß arme Sünder nicht, verwirf uns nicht, verwirf uns Sünder nicht! 2. Gefündigt haben wir, o Herr, wie der verlorne Sohn, gesündiget, D Heiliger! Doch sich von deinem Thron erbarmend her auf unsern Schmerz, verstoß nicht das zerknirschte Herz! Entzieh die Baterhuld uns nicht, und sende uns dein Gnadenlicht, dein göttlich Gnadenlicht! 3. Du bists, der alles Gute schafft, der helfen will und kann; drum wirfe Leben, Trieb und Kraft, zu wandeln deine Bahn! Sie uns in deinem Sohne an, der hat genug für uns gethan. Wach uns von unsern Sünden los durchs Blut, das von dem Streuze floß. O mach uns los, mach uns von Sünden los! Del. O daß ich tausend Zungen. 1373. könnt ich dich nach Würden Loben, bewahret mich; durch deine Straft will ich dich fassen, ich lehne mich, mein Freund, auf dich; so geht es durch die Wüste fort nach Kanaan, dem lieben Ort. 5. So läßt sichs gut durch Mara wallen, wenn du, mein Hirte, bei mir bist. Der Himmel läßt mir Manna fallen; mein Wasser aus dem Felsen fließt, das mich an Leib und Seel erquickt, wenn Tageslast und Hiße drückt. 6. Was sollte mir nun mangeln können? Ich habe ihn und seine Füll. Die Welt mag hundert tausend nennen, und sich bereichern, wie sie will; ein kleiner Wind, ein Todesfall macht plößlich ihre Freuden all. 7. Hingegen ich bin wohl ver= gnüget mit Einem, der mir Alles ist. Das wahre Gut, so nimmer trüget, so ist mein Heiland Jesus Christ, der mich hier überall begleit't mit Güte und Barmherzigkeit. und deines Namens Ruhm erhöhn, Immanuel, wie die dort oben, die dein verklärtes Antlig sehn! Doch dein so süßer Jesussinn nimmt auch der Kinder Lallen hin. 8. Wir bleiben ewig ungeschieden, es trennet uns auch selbſt kein Tod; der führt vielmehr zum vollen Frieden, zu meinem Freund, 2. Du bist des Herzens wahre der weiß und rot, zu meinem ausFreude, der Seelen süßes Heil ecfornen Lamm, zu meinem Hirt und Licht. O sei auch meine Lust und Bräutigam. c. 2. Allendorf. und Weide, mein höchster Trost Mel. Schmücke dich, o liebe. und Zuversicht! het heut zu dir: Sei es mir! Mein Herze fle- 1374. Jeſu, komm in unfre O Jesu, Jeſu, Mitte, hör der ar3. In Liebe bleib mir doch gewogen, von nun an bis in Ewigfeit! Du hast mich selber an gezogen und mich mit deinem Schmuck bekleidt; mein Brot dein Fleisch, mein Trant dein Blut; du bist mein ewig Hab und Gut. men Sünder Bitte; höre das Gebet und Schreien um Bergeben und Verzeihen! Schau hinein in unsre Herzen, in die Wuns den, in die Schmerzen, so die Sünden uns geschlagen, die wir immer an uns tragen. 2. Bei dir ist ja lauter Gnade, 4. Dein Vaterherz wird mich davon triefen deine Pfade; niemand, 856 Anhang. mand, der zu dir sich wandte, 2. Cherubim und Seraphim preiseine Missethat bekannte, ist von sen ihn und dienen ihm, Helden dir hinweg gegangen, ohne Gnade mächtig und geschwind, gleich als zu erlangen; darum kommen, Feuerflamm und Wind. darum laufen dir die Sünder zu mit Haufen. 3. Guade von dir anzunehmen, darf sich auch kein Heilger schä- Seligkeit. men; selbst die Himmel sind nicht 4. Der du sie zum Dienste schickst reine vor dir, denn du bists dem, auf den du gnädig blickst, alleine; darum wirst du stets von lasse sich ihr schirmend Heer allen, soviel Heilge hier noch wal- mächtig lagern um uns her. len und nicht stehn auf Hoffarts 5. Laß sie halten uns in Hut stufen, um Vergebung angerufen. vor der Abgefallnen Wut, vor 4. Ja, den Sündern, nicht den dem Fürsten dieser Welt, wenn Frommen, rufest du, zu dir zu sein Trug uns Schlingen stellt. kommen; du bist ihrer stets ge- 6. Gieb, daß vieler Sünder Reu wärtig, Gnade zu erteilen fertig, dort im Himmel sie erfreu; gieb, und in jedem Augenblicke blüht daß keiner mehr verübt, was ihr der armen Sünder Glücke, wenn heilig Aug betrübt. sie sich vor dir recht beugen, auf die Sündenwunden zeigen. 5. Aber unter allen Zeiten, Stunden und Gelegenheiten, dir die Herzen auszuschütten, deine Gnade zu erbitten und mit solcher alles Gute, kann uns keine Heilsminute besser, um uns recht zu segnen, als die heutige begegnen. 6. Da wir deines Tods geden3. Anzustaunen seine Macht, seiner Werke hehre Pracht, und zu thun, was er gebeut, das ist ihre 7. Lieb und Hilf ist Engelamt, dazu schufst du uns gesamt; da= ran mach uns hier schon reich, hier schon deinen Engeln gleich. 8. Jesu, deine Hilf uns send, daß bei unserm legten End Engelhand uns sanft und süß zu dir trag ins Paradies. Victor Strauß. 26. Lob- und Danklieder. Mel. Herr und Ältster deiner. ken, ſolltst du uns nicht alles 1376. Auf, ihr nah verz schenken? Da wir deinen Leib . nun essen, solltst du auch was herzen, die ihr unserm eingen Guts vergessen? Da wir jetzt Freund gar zu gern für seinen dein Blut genießen, läßt du Se- Tod und Schmerzen Dank- und gen auf uns fließen. Amen, Freudenthränen weint, fallt int Gott ist uns verfühnet! Geist zu seinen blutgen Füßen, Christus hats verdienet! fie aus Lieb und Dankbarkeit zu Füssen, und schickt eure Seufzerlein in sein treues Herz hinein! 2. Laßt uns ihm ein Halleluja Jesus Freiherr v. Pfeil. 25. Lied am Michaelisfeste. Mel. Nun komm der Heiden. 1375. Aller Engel himm- fingen! Mächtiglich sind wir erlisch Heer singt rett't. Laßt uns ihm uns selbſt Gott ewig Lob und Ehr. Heilig! zum Opfer bringen, das ihm sei Heilig! Heilig schallt, daß der geheiliget! Blutge Arme, für die Himmel widerhallt! Sünder offen, nehmt uns auf, so Anhang. 857 so wie wirs gläubig hoffen, weil| Gebet! Der du sizest zur Rechten sein Mund so freundlich spricht: des Vaters, erbarme dich unser! Kommt nur, ich verstoß euch nicht! Denn du allein bist heilig, du 3. Ach, wer waren wir? Wer allein bist der Herr, du allein sind die Armen? Wie blutarm, bist der Allerhöchste, Jesu Christe ist dir bekannt! O du Herz voll mit dem heiligen Geiste in der Liebe, voll Erbarmen, das uns Herrlichkeit Gottes des Vaters. suchte, das uns fand! In dem Amen, Amen, Amen! Marterbilde, mit den Wunden, die dein Leib am Kreuz für uns empfunden, warst du jeder Seele 27. Lied am Geburtstage des Kaisers. Mel. Es ist das Heil uns. nah; gleich war Gnad und 1378. Ein Haupt haft du 4. Meine Armut ist nicht auszusprechen, meine Not ist nicht so flein, und wie mancherlei ist mein Gebrechen! Aber was kann selger sein, als mein Herz, wenns Trost und Friede findet und Namens Ehre. vom Blute Jesu wird entzündet, welches er aus lauter Gnad mir zum Heil vergossen hat! 2. Wir danken dir mit Herz und Mund, du Retter aus Gefahren, und flehn aus tieffter Seele Grund, du wollest uns bewahren, Herr aller Herrn, dem keiner gleich, den Kaiser und das deutsche Reich zu deines Namens Ehre. 5. Groß ist seine Huld und nicht zu fassen, daß er mit so fündger Art, als wir sind, so nah sich eingelassen. Wahrlich, wie sein Herz so zart mit uns armen Sündern umgegangen, dahin werden keine Worte langen! dein Durch sein Bitten und sein Flehn ihm ist uns Sündern wohlgeschehn. Chr. R. Graf v. Zinzendorf In eigener Melodie. 3. Verwirf, Gott, unser Flehen nicht, laß auf des Kaisers Wegen huldvoll heilig Angesicht leuchten uns zum Segen, und salbe ihn mit deinem Geist, daß er sich kräftiglich- erweist zu deines Namens Ehre. 1377. Wir loben dich, wir benedeien dich, wir 4. Ach komm, wie zu der Väter Zeit, ein Feuer anzuzünden, daß beten dich an, wir preisen dich, wir im Frieden und im Streit wir sagen dir Dank um deiner fest auf dein Wort uns gründen, großen Herrlichkeit willen: Herr ein frommes Volk, das dir verGott, himmlischer König, allmäch- traut und dir zum Tempel sich tiger Bater! Herr, du eingeborner erbaut zu deines Namens Ehre! Sohn Jesu Christe! J. Sturm. 2. Herr Gott, du Lamm Gottes, 28. Lieder vom Worte Gottes Sohn des Vaters, der du die und der christlichen Kirche. Sünde der Welt trägst, erbarme Mel. Mein Jesu, dem die Seraph. dich unser! Der du die Sünde 1379. Dein Wort, o Herr, der Welt trägst, nimm an unser bringt uns zusammeni. und troß der Feinde Toben in Gnaden unser Vaterland geeint und hoch erhoben; mit Frieden hast du uns bedacht, den Kaiser uns bestellt zur Wacht zu deines 858 Anhang. men, daß wir in der Gemein- geffen, die stehen auch für Einen schaft stehn; es läßt an uns die Mann; macht sich der Feind an heilgen Flammen des Glaubens und eins vermessen, sobald greift er der Liebe sehn. Wir werden durch sie alle an; fie fallen betend Gott bies Wort der Gnaden auch zur zu Füßen und singen in des Gemeinschaft jener Schar, die Herren Straft; sie wollen an der um das Lamm beständig war, Brüderschaft der Heilgen nicht gelockt und kräftig eingeladen. das Kleinste missen. 2. Nur Menschen, die von Gott 7. Sie wallen mit verbundnen geboren, die unter einem Haupte Herzen durchs Thränenthal ins stehn, die hat der Herr sich auser- Vaterland, versüßen sich die bittoren, die läßt er Wunderliebe tern Schmerzen; eins reicht dem sehn. Gemeinschaft mit dem Vater andern seine Hand; sie wollen haben und mit dem Sohn im sich mit Freuden dienen, mit Herz heilgen Geist, das ist, was ihre und Auge, Hand und Fuß, bis Seele speist; nur das kann sie zu dem völligen Genuß des großen vollkommen laben. ( Guts: Ich, ich in ihnen! 3. Der Glaubensgrund, auf dem wir stehen, ist Christus und sein J. L. Allendorf. Mel. Was Gott thut, das ist. teures Blut; das einge Ziel, da- 1380. Dein Wort, o Herr, rauf wir sehen, ist Christus, unser höchstes Gut; sein Wort die Regel, für trostbedürftge Seelen. Laß Lie wir fennen, sein Geist das keinem Pflänzchen deiner Au den Band, das uns umschlingt; die Himmelsbalsam fehlen; erquickt Seelen all, die er durchdringt, durch ihu laß jedes blühn und in fund, was wir heilge Kirche nennen. der Zukunft Tagen dir Frucht 4. Was ist das für ein himm- und Samen tragen. lisch Leben: mit Bater, Sohn 2. Dein Wort ist, Herr, ein und heilgem Geist in seliger Ge- Flammenschwert, ein Steil, der meinschaft schweben, genießen das, Felsen spaltet, ein Feuer, das im was Gott geneußt! Wie flammen Herzen zehrt und Mark und Bein da die heilgen Triebe! Gott schüttet durchschaltet. O laß dein Wort in sein geistlich Haus die ganze noch fort und fort der Sünde Gnadenfülle aus; hier wohnet Macht zerscheitern und alle HerGott, die ewge Liebe. zen läutern. 5. Der Vater liebt und herzt 3. Dein Wort ist uns der Wundie Kinder und schenkt den Geist, derstern für unsre Pilgerreiſe. der Abba schreit; des Sohnes Es führt auch Thoren hin zum Treue schmückt die Sünder mit Herrn und macht die Einfalt weise. ewiger Gerechtigkeit; der heilge Dein Himmelslicht verlösch uns Geist tritt mit dem Öle des Frie- nicht und leucht in jede Seele, dens und der Freude zu; dann daß keine dich verfehle. schmeckt das Herz die Gottesruh; 4. Ich suchte Trost und fand die Straft durchdringet Leib und ihn nicht; da ward das Wort der Seele. Gnade mein Labsal, meine Zu6. Die Eines Herren Leib ge- versicht die Fackel meiner Pfade. Sie 859 und schwer der Sünden ungeheus res Heer, das tausend Völker drücket. Um Hilfe schreit es auf zu Gott; doch lebet er und hat die Not der Sünder angeblicket, betet, rettet, heilt und segnet und begegnet seinen Armen als ein Heiland voll Erbarmen. Anhang. Sie zeigte mir den Weg zu dir und leuchtet meinen Schritten bis zu den ewgen Hütten. 5. Nun halt ich mich mit festem Einn zu dir, dem sichern Horte: Wo wendet ich mich anders hin? Herr, du hast Lebensworte. Noch hör ich dein: Komm du bist mein! Das rief mir nicht vergebens 4. Längst ist in seinem Gnaden ein Wort des ewgen Lebens. rat für sie zu seinem Reich der 6. Auf immer gilt dein Segens Pfad gezeichnet und gebahnet. bund, dein Wort ist Ja und Ohnmächtig droht der Feinde Amen. Nie weich es uns aus Hohn; schnell steht in Herrlichkeit Geist und Mund und nie von sein Thron, wo niemand es ge= unserm Samen. Laß immerfort ahnet. Selig, selig, wer da trauet, dein helles Wort in allen Lebens- bis er schauet, wer sich mühet, zeiten uns trösten, warnen, leiten. bis sein Gott vorüberziehet! 7.O sende bald von Ort zu Ort 5. Die ihr von Christi Hause den Durst nach deinen Lehren, seid, fommt, schließet nun mit den Hunger aus, dein Lebens- Freudigkeit den Bund in seinem wort und deinen Geist zu hören; Namen! Laßt uns auf seine Hände und send ein Heer von Meer zu schaun an seinem Reiche mutig Meer, der Herzen Durst zu stillen baun! Sein Wort ist Ja und und dir dein Reich zu füllen. Amen. Flehet, gehet, Himmelserben anzuwerben! Harret, ringet! K. B. Garve. Mel. Wie schön leuchtet. 1381. Macht weit die PforJesus ist es, der euch dinget. 6. O du, den unsre Sünde schlug, wann wird doch deines Lobs ge nug auf dieser Welt erschallen Wann wird der Völker volle Zahl im ungetrübten Sonnenstrahl zu deinem Tempel wallen, wo dich freudig alle kennen, Heiland nennen, dir geboren, dir auf ewig zugeschworen? ten in der Welt! Ein König ists, der Einzug hält, umglänzt von Gnad und Wahrheit. Wer von der Sünde sich gewandt, wer auf vom Todesschlafe stand, der siehet ſeine Klarheit. Seht ihn weithin herrlich schreiten, Licht verbreiten; Nacht zerstreut er, Leben, Fried und Wonne beut er. 2. Es jauchzt um ihn die frohe Schar, die lang in schweren Fesseln war; er hat sie frei gegeben. Blind waren sie und sehen nun, lahm waren sie und gehen nun, tot waren sie und leben. Stöstlich, tröstlich allen Kranken, ohne Wanten, ohne Schranken walten seine Heilsgedanken. 3. Noch liegt vor ihm so tief! 7. Wir harren dein, du wirst es thun, dein Herz voll Liebe kaun nicht ruhn, bis alles ist vollendet. Die Wüste wird zum Paradies, und bittre Quellen strömen füß. wenn du dein Wort gesendet! Zu dem Sturme sprichst du: Schweige! Meer, dich neige! Flammen, zündet! Tempel Gottes, sei gegründet! A. Knapp. Mein 860 Anhang. Mel. In dich hab ich gehoffet. dann im Bunde und beugen sich 1382. Mein schönste Zier vor Jesu Christ. Wenn dieser und Kleinod bist selge Tag erscheint, Himmel und auf Erden du, Herr Jesu Christ; Erde sind vereint. Halleluja dich will ich lassen walten und Halleluja! allezeit in Lieb und Leid im Herzen dich behalten. Mel. Wie schön leuchtet der. 2. Dein Lieb und Treu vor 1384. Brich aus, du heilge allem geht, kein Ding auf Erd Er noch Herd und Feuer hat, brich Gottesstadt, da so fest besteht, das muß ich frei aus mit Kraft und Klarheit! Laß bekennen; drum soll nicht Tod, aus mit Kraft und Klarheit! Laß nicht Angst, nicht Not von deiner leuchten deines Lichtes Schein, Lieb mich trennen. du sollst ein heller Zeuge sein von seiner Gnad und Wahrheit. Treuer, freier, geistlebendig und beständig laß erschallen das Bekenntnis laut vor allen! 3. Dein Wort ist wahr und trüget nicht und hält gewiß, was es verspricht, im Tod und auch im Leben. Du bist mun mein und ich bin dein, dir hab ich mich ergeben. 2. Denn ach, in kümmerlicher Zeit, in Arbeitsmüh und hartem 4. Der Tag nimmt ab: ach schönste Streit wird Zion stets gebauet. Zier, Herr Jesu Christ, bleib du bei mir, es will nun Abend Doch zage nicht, du Volk des werden; laß doch dein Licht aus- Herrn! Dein König ist dir nimlöschen nicht bei uns allhier auf vertrauet! Du sein! Er dein! dem, der Erden. Darfst du zagen, magst du klagen? Du sollst singen: ,, Mit ihm muß es mir gelingen!" 29. Reformationslieder. Mel. Lobe den Herren, o meine. 1383. Robe den Herren, o 3. Er becket dich zur bösen Zeit Christgemeinde, der in seinem Zelt, führt selbst den seine Kirche mächtig hält! Sinkt Streit, ist Schwert und Schild in den Staub ihr, des Kreuzes im Striege. Er lagert dich auf Feinde, der Herr ist Gott und grüner Au, labt dich im Kampf sein die Welt! Sein kräftig Wort mit Gnadentau, verheißt dir schallt weit und breit von Ewig- ewge Siege. Reichlich gießt sich keit zu Ewigkeit. Halleluja! Hal- seine Güte ins Gemüte; selbst leluja! in Wüsten Gnadenströme fließen müssen. 2. Schon benebeien dich viele Zungen, o Herr, als Heiland und 4. Nur eins, nur eins, das Prophet; vielorten ist ja dein macht dich schwach. Gemeine GotNam erklungen, des Kreuzes Gna- tes: bleibe wach! Laß dich nicht denbild erhöht; es naht den In- schläfrig finden! Laß ja die erste seln fern dein Wort, dir jauchzt der Süden und der Nord: HalleIuja! Halleluja! Liebe nicht, es brenne hell dein Glaubenslicht, sonst wird der Feind dich binden. Träumen, 3. Lobet den Herren! Einst säumen, schläfrig bleiben, läffig fommt die Stunde wo eine Herd, treiben Gottes Werke- lähmt ein Hirte ist. Alle die Völker sind dir alle Kampfesstärke. 5. Drum Anhang. 5. Drum, Israel, auf, schicke dich, begegne Gott! Er nahet sich; sein Auge nach dir schauet. Ergreif das Wort, das scharfe Schwert! Auf, ins Gebet, dem Schlaf gewehrt, daß Zion werd gebauet! Durch des Geistes heilge Triebe mehr die Liebe; laß dich stärken zu des Glaubens selgen Werken! A. R... 30. Missionslied. Mel. Nun danket alle Gott. 1385. Herr Sefu, du regierst zu deines Vaters 861 6. Bier Tiere um den Thron die ältesten auf Stühlen erhöhn Gott und das Lamm, des Herrlichkeit sie fühlen. O sintet, betet an; werft eure Kronen hin vor den, der spricht: Ich war, ich werde sein, ich bin! 3. Komm, froher Tag, o komm! der unsre Sehnsucht stillet und das Verheißungswort im ganzen Sinn erfüllet: Es ist das Reich, die Macht, die Herrlichkeit und Kraft auf ewig unserm Gott und Christo nun verschafft. 7. Ehr sei dem höchsten Gott, dem Sohne gleich dem Vater, dem heilig guten Geist, der Gläu= bigen Berater! Die auserwählte Schar, der Himmel weit und breit preif dich, dreieinger Gott, in alle Ewigkeit! 31. Reiselied. Rechten, von Engeln hochgelobt, verehrt von deinen Knechten. Du Mel. Nun ruhen alle Wälder. haft für alle Welt am Streuz ge- 1386. Jch zieh in ferneLande, nug gethan; nimm dich nun aller Welt in ihrem Elend an. 3u nügen eineni Stande, in den er mich gestellt. 2. Auf Erden sei kein Knie, das Sein Segen wird mich lassen, sich vor dir nicht beuge, und was gut und recht ist, fassen, zu teine Kreatur, die dir nicht Dienst dienen treulich seiner Welt. erzeige; kein Mund, der nicht be- 2. Bin ich in wilder Wüsten, so tenn, daß Jesus unser Herr, ein Heiland, König sei zu seines Baters Chr. bin ich doch bei Christen, und Christus ist bei mir. Der Helfer in Gefahren, der kann mich doch bewahren wie dorten und auch also hier. 3. Er wird zu diesen Reisen gewünschten Fortgang weisen, wohl helfen hin und her, Gesundheit, Heil und Leben, Zeit, Wind und Wetter geben und alles, was ich noch begehr. 4. Sein Engel, der getreue, macht meine Feinde scheue, tritt zwischen mich und sie. Durch seinen. Zug, den frommen, sind wir so weit nun kommen und wissen. dennoch fast nicht wie. 4. Mit Herrlichkeit wird er in Ewigkeit regieren, doch in der Majestät ein Friedenszepter führen. Ihr Völker, jauchzt ihm zu; preis jedes, wie es soll; der Erdtreis überall sei seiner Ehre voll! 5. Ihm singt der Engel Heer, sein Lob beschäftigt immer des 5. Leg ich mich späte nieder, Cherubs starke Kraft, des Seraphs erwach ich frühe wieder, lieg reinsten Schimmer. Der Harfen- oder zieh ich fort, in Schwachheit schläger Chor dort an dem glä- und in Banden und was mir fern Meer stimmt an das neue stößt zu Handen, so tröstet mich Lied: Dem Lamm sei Lob und Ehr! allzeit sein Wort. 6. That max 862 Anhang. 6. Ihm hab ich mich ergeben, Schiffe, die im Meer zerstück:; zu sterben und zu leben, sobald Würmer, die schon halb zerdrückt; er mir gebeut. Es sei heut oder Häuser, welche dachlos stehen, morgen, dafür laß ich ihn sorgen; über die viel Wetter gehen. er weiß allein die rechte Zeit. 4. Hat dich Zions Glück betroffent, 7. Gefällt es seiner Güte und o du Zionstochter du; wohl, so sagt mir mein Gemüte nicht was spricht der Herr, dein Hoffen, dir Vergeblichs zu, so werd ich Gott auch gleich wie Zion zu: Was noch preisen mit manchen schönen ein liebes, zartes Kind an der Weisen daheim in meiner stillen süßen Mutter findt, finden deine Ruh. Not und Schmerzen, ja noch mehr, an meinem Herzen. 8. Jndes wird er den Meinen mit Segen auch erscheinen, ihr 5. Hab ich nicht mit Kunst beSchuß, wie meiner sein, wird gabet Hirant, einer Witwe Sohn, beiderseits gewähren, was unser daß ihn Salomo gelabet mit Wunsch und Zähren ihn bitten verdientem reichen Lohn? Stellt fönnen überein. es doch Sarepta dir und der Sarg zu Nain für, daß mein Ohr nicht sei verstopfet, wenn der Witwen Seufzer flopfet. 6. Zwar ich lasse Thränenregen ihnen aus den Augen gehu, ihr Geduldfeld zu verpflegen, da viel Kreuzgewächse stehn; aber was zu dieser Zeit wird mit Thrä32. Kreuzeslieder. Mel. Zion flagt mit Angst. 1387. Ginsam leb ich und nen ausgestreut, werden sie, wenn verlassen, bin be- sie erwachen, fröhlich ernten einst mit Lachen. Erasm. Franzisti. Mel. Mein Freud zerschmilzt. trübt von Herzensgrund; Gott, der tränft mit großen Massen bittrer Thränen meinen Mund. 1388. Wie herrlich ists, ein Wer Naemi nicht gekannt, über die des Herren Hand schwer ge= legen, kann sie schauen an mir allerärmsten Frauen. Schäflein Jesu werden und in der Huld des treusten irten stehn! Kein höhrer Stand ist auf der ganzen Erden, als unverrückt dem Heiland nachzugehn. 2. Soll ich nicht mit Zion fladas trifft ein solches Lamm bei seinem Hirten an. gen, daß Gott mein vergessen hat? Was alle Welt nicht geben kann, Soll ich nicht mit Seufzen sagen, meine schwere Missethat sei er wacht und heimgesucht? Meine Freud ist in der Flucht, und ich muß auf dieser Erden nach Naemi Mara werden. 2. Hier findet es die angenehmsten Auen, hier wird ihm stets ein frischer Quell entdeckt; kein Auge kann die Gaben überschauen, die es allhier in reicher Menge schmeckt. 9. So sei nun, Seele, seine, und trane dem alleine, der dich geschaffen hat! Es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Nat. Start Flemming. 3. Was sind Witwen dieser Zeiten? Was ein elteruloses Kind? Hier wird ein Leben mitgeteilt, Harfen sonder Klang und Sai- das unverweltlich ist und nie vorten; Zäune, die gar niedrig sind; übereilt. 3. Wie Anhang. 863 3. Wie läßt sichs da so froh und Der Glaube fürchtet sich nicht ruhig sterben, wenn hier das mehr, die Lieb ist unverdroffen. Schaf im Schoß des Hirten liegt! So stehen wir für einen Mann: Es darf sich nicht vor Höll und Ein jeder ringe, was er fann, Tod entfärben, sein treuer Hirt das Kleinod zu erlangen. hat Höll und Tod besiegt. Büßt gleich der Leib sein Leben ein, so wird die Seele doch kein Raub des Moders sein. 3. Wir sehn auf dich, du A und O, mit unverwandten Blicken: Dein Dasein macht uns immer froh, dein Wort kann uns erquicken; dein Kreuz ist unser Siegspanier, wir schwören gern und folgen dir durch diese öden Wüsten. 4. Die Krone bleibt uns im Gesicht, die dort die Sieger tragen, und darum scheuen wir auch nicht Tod, Ungemach und Plagen. Es hat uns unser Siegesheld nicht bloß für diese Welt bestellt; wir 4. Das Schäflein bleibt in seines Hirten Händen, wenn gleich vor Zorn Welt, Höll und Abgrund schnaubt. Es wird es ihm kein wilder Wolf entwenden, weil der allmächtig ist, an den es glaubt. Es kommt nicht um in Ewigkeit und wird im Todesthal von Furcht und Fall befreit. 5. Wer leben will und gute streiten um den Himmel. Tage sehn, der wende sich zu dieses Hirten Stab; hier wird sein Fuß auf süßer Weide gehn, da ihm die Welt vorhin nur Träber gab; hier wird nichts Gutes je vermißt, dieweil der Hirt ein Herr der Schäße Gottes ist. 6. Doch ist dies nur der Vorschmack größrer Freuden; es folget noch die lange Ewigkeit! Da wird das Lamm die Seinen herrlich weiden, wo der frystallne Strom das Wasser beut. Da siehet man erst klar und frei, wie schön und auserwählt ein Schäflein Jesu sei. I. I. Rambach. Mel. Mein Herzens- Jesu, meine Luſt. 1389. 3ieh, srael, zu deiner 5. Man drückt uns, wir verzagen nicht, man schilt uns, und wir segnen. Wir müssen auch nach unsrer Pflicht den Feinden sanft begegnen. Wir sind der Welt hier unbekannt und haben doch ein Vaterland; Gott fennt uns als die Seinen. 7. Wir aber geben ganz unt ganz, verleugnen alle Sachen, die uns den schönen Siegeskranz Ruh, dein Erbteil noch könnten streitig machen, und ist dort oben; dein Jesus schwöret unsre Seele glaubet fest; was es dir zu, es sei dir aufgehoben. man darum hier fahren läßt, Er gehet selber gar voran und bricht die rauhe Pilgerbahn. Zieh, Israel, in Frieden! ist nicht wert jenes Erbes. 8. Die Kraft dazu liegt nicht in uns; wir sind gar bald verloren. Zur Quelle alles unsers Thuns ist uns das Lamm erforen; dem Lamm, 2. Wir folgen dir, du Gottesheer, als wahre Streitgenossen. 6. Wen noch ein Bann gefangen hält, wer Jesu Kreuz noch fliehet; wer noch durch Furcht vor dieser Welt am fremden Joche ziehet, und wer die Hand dent Pflug anlegt und doch verbotne Lust noch hegt, der ist fein wahrer Streiter. 864 Anhang. Lamm, das alles schon vollbracht ich in Vertrauen möge schauen und unsre Sache gut gemacht, auf dich, auch in finstrer Nacht. dem ist es zu verdanken. 8. Gieb Geduld, daß ich gelaffen Harte, daß ich warte, wie und wann der Herr es will. 9. Drum soll es unsre Losung mög umfassen meine Leiden sanft sein: Wir nichts, und Jesus alles! und still. Laß sich beugen alles Ihm räumen wir die Ehre ein, ihm, unserm Trost des Falles. Er fegne ferner unsern Lauf und nehme unfre Seelen auf, wenn wir nun ausgestritten. Joh. D. Hense. Mel. Unter Lilien jener Freuden. 1390. Jesu mein Erbarmer, 9. Da, mein Heiland, ist mein Wille! Komm und stille mein gestörtes Herze dann; steh mir bei, so kann ich stehen; laß mich sehen, was in mir die Gnade kann. Gerhard Tersteegen. höre und dich fehre doch in Gnaden her zu mir! Du ertennest meine Plage; meine Slage ist ja Nacht und Tag vor dir. Mel. Straf mich nicht in deinem. 1391. Liebster Heiland, nahe dich, meinen Grund 2. Sieh, wie ich im Finstern berühre, und aus allem kräftigschwebe! Ach, ich lebe wie ver- lich mich in dich einführe, daß irrt im fremden Land; äußerlich ich dich inniglich mög in Liebe in Kreuz und Schmerzen, und im fassen, alles andre lassen. Herzen sind die Leiden dir bekannt. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, 3. Schau die Bande, die mich treuer Hirt der Seelen; denn drücken und verstricken, mache mich wenn ich in dir nicht bin, muß Gefangnen los! Denn ich kann mein Geist sich quälen. Kreatur mich selbst vom Bösen nicht er- ängstigt nur; du allein kannst gelösen; ach, ich bin so schwach ben Ruhe, Freud und Leben. und bloß. 4. Keine Ruhe kann ich finden. Meine Sünden, die mich drücken, schenke mir; stille mein betrübtes Sehnen und die Thränen; mache mich getrost in dir. 3. Mache mich von allem frei, gründlich abgeschieden, daß ich eingekehret sei stets in deinem Frieden, findlich rein, sanft und klein, dich in Unschuld sehe, in dir leb und stehe. 5. Herr, wann willst du dich er- 4. Menschenfreund Immanuel, barmen? Laß mich Armen doch dich mit mir vermähle! Odu nicht liegen, wie ichs wert! Du sanfter Liebesquell, salbe Geist hast mich ja selbst gezogen und und Seele, daß mein Will sanft bewogen, daß ich mich zu dir und still ohne Widerstreben dir gefehrt. sich mag ergeben! 6. Du hast auch, mein Gott und 5. Jedermann hat seine Lust und König, mich nicht wenig deine sein Zeitvertreiben; mir sei eines Treue lassen sehn. Bin ich gleich nur bewußt: Herr, in dir zu bleinicht treu geblieben, dich zu lieben, ben. Alles soll folgen wohl, wenn doch bleibt beine Treue stehn. ich mich nur übe in dem Weg 7. Komm und stärke meinen der Liebe. Glauben, den zu rauben Satan 6. Kreaturen, bleibet fern, und immer ist bedacht. Hilf mir, daß was sonst kann stören! Jesu, ich will Anhang. 865 will schweigen gern und dich in sehn. Man wird im Kreuz gemir hören. Schaffe du wahre ehret, mit Gottes Sohn verfläRuh, wirke nach Gefallen! Ich ret. Die Engel um dich stehn; sie halt still in allem. sehen dich mit Freuden im stillen 7. Was noch flüchtig, sammle Geiste leiden. Es ist so schön, so du; was noch stolz ist, beuge; schön! was verwirret, bring zur Ruh, 3. Das Kreuz macht Gott gewas noch hart, erweiche: daß in mein, es treibt den Sinn hinein, mir nichts hinfür lebe, noch er- der gern die Welt anrühret und scheine, als mein Freund alleine! leicht das Herz verführet. Nun Gerh. Tersteegen.sammelt er sich fein; er mag die Mel. Chrisius der ist mein Leben. Welt nicht hören, er muß zu 1392. Ach wär ich doch schon Gott sich kehren. Das Kreuz macht droben, mein Hei- Gott gemein! land, wär ich da, wo dich die Scharen loben, und säng Halleluja! 2. Wo wir dein Antlitz schauen, da sehn ich mich hinein, da will ich Hütten bauen; denn dort ist gut zu sein. 3. Da werd ich alles sehen: den großen Schöpfungsrat, was durch dein Blut geschehen, und deines Geistes That. 5. Das Kreuz macht hell und rein, fegt weg den falschen Schein. Tas liebe Kreuz entdecket, was 4. Da feiern die Gerechten, die noch so sehr verstecket, geschieht es ungezählte Schar, mit allen dei- gleich mit Bein. Der Schaum der nen Knechten das große Jubeljahr. Eigenheiten zerschmilzt in Kreuz 5. Mit göttlich süßen Weisen und Leiden. Es macht so rein, wird mein verklärter Mund dich so rein! ohne Sünde preisen, du meines Lebens Grund. 6. Im Kreuze wird man klein. Der eingebildte Schein und alles hohe Dünken, das muß im Kreuze sinken. Da lernt man Gott allein verehren und erheben, im eignen Nichts zu leben. Man wird so klein, so klein! 6. Da werden meine Thränen ein Meer voll Freude sein. Ach stille bald mein Sehnen und hole mich hinein! E. G. Woltersdorf. 4. Wo Kreuz ist, da ist Licht. Du kennst dich selbst noch nicht. So lang du nicht bewähret, hast du, wie sichs gehöret, von Gott auch kein Gesicht. Kreuz lehrt dich alle Wahrheit, Kreuz führet in die Klarheit. Wo Kreuz ist, da ist Licht! Mel. O Jesu, du bist mein. 1393. Dnoch gut, wenn es ist as Kreuz den lieb das liebe Kreuz, 7. Ich und wollt aus heilgem Reiz der dafür gleich wehe thut. Der gute Gott ganzen Welt Vergnügen es giebet, drum muß es sein ge- wohl lassen liegen. Ich füß es liebet. Ei, fasse guten Mut! Was ja bereits. O Kreuzesfürst, mein bitter ist im Munde, ist innerlich Leben sei völlig dir ergeben und gefunde. Es ist so gut, so gut! deinem lieben Kreuz! 2. Das Kreuz ist dennoch schön, fanns gleich Vernunft nicht 8. Vom Kreuz ins Paradies, vom Leiden zum Genieß ist Je55 sus MASS 866 Anhang. fuß vorgegangen. Willst du die hast. Laß mich nur deinen Zweck Kron erlangen, so halt das Kreuz gewiß. O Jesu, mit mir leide, bis daß ich endlich scheide vom Kreuz ins Paradies! 6. Tersteegen. 33. Lieder von der Krankheit. erreichen, und segne diese Liebeslast, daß sie noch mehr das Fleisch erdrücke, der Geist hingegen sich erquicke und in der Heilgung weiter geh. Denn ich will doch auf dieser Erden noch immer mehr geläutert werden, bis ich wie reines Gold Mel. Nun ruhen alle Wälder. beſteh. 1394. Wie elend müßt ich sterben, wie würde 3. Gieb nur Geduld bei allen mein Verderben so unvermeid- Schmerzen; und läßt der Schmerz lich sein, wenn auf dem Sterbe- den Schlaf nicht zu, so gieb doch bette ich feinen Heiland hätte, ſtets dem armen Herzen in deinen und wäre Jesus nicht auch mein. Wunden Fried und Ruh, mich 2. Nun ist das Heil erworben, dir gelassen zu ergeben, es geh Jesus für uns gestorben, der ohne 3um Sterben oder Leben. Laß Sünde war. Da ward, weil er nur dein Blut mein Labsal sein, sein Leben für Sünder hingege- und halte mich zu allen Stunden ben, die Liebe Gottes offenbar. in dir bereit und rein erfunden, 3. Das ist ein Trost der Kran- so bin und bleib ich ewig dein. ten, daß man sich in Gedanken 4. Ich habe wohl sehr viel verstets des Versöhners freut. Der brochen, auf tausend weiß ich Glaube kann ihn halten, läßt nicht ein Wort; doch du hast Gottes Gnade walten, die bleibet Gnade mir versprochen. Deinbis in Ewigkeit. Kreuz, Herr, ist der Zufluchtsort, 4. Herr, laß mein Sterbebette wohin die größten Sünder eilen; mir eine Ruhestätte bei deinem du willst all ihr Gebrechen heilen Kreuze sein! Dein blutiges Ver- und deckest alle Schulden zu. Die fühnen laß mir zum Trostgrund sich nur selber richten können und dienen, so geh ich zu dem Leben ein. gläubig dich den Heiland nennen, die finden Hilfe, Gnad und Ruh. 5. Ich sehe nichts als lauter 1395. Bewährter Arzt der Sünde, nichts Gutes, fein BerP. F. Hiller. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. franken Seelen, dienst an mir, wie ich mich an ich bin gesund und krank nur dein. mir selber finde. Jedoch ich bin Dir will ich mich allein befehlen, gerecht in dir und sterb auf dein du sollst mein Arzt, mein Helfer Verdienst und Leiden; das soll sein. Die Krankheit muß mir Heil- mich um und um bekleiden, in dem kraft geben; ja Not und Tod ist will ich zum Vater gehn. Ich lauter Leben, wenn nur in dir mein will mit deinem Blute prangen, Glaube lebt. Was noch so schäd- an deiner Gnad alleine hangen; lich mir geschienen, das muß mir so werd ich im Gericht bestehn. doch zum Besten dienen, da mir dein Tod im Herzen schwebt. 2. Ich halt es nur für Liebeszeichen, was du mir aufgeleget Mel. Sollt ich meinem Gott. 1396. Sollt ich nicht mit Lust und Freuden aus dem Jammerthal hinaus von Anhang. 867 ruhigt, an. von dem Leib des Todes schei-| Welt nicht raten, helfen kann, den? Sollt ich nicht ins Vaterhaus treff ich bei dir, was mich bes lieber in dem Erbe wohnen, das für mich durch Jesum Christ 2. Dir ist mein Seufzen nicht rechtsgemäß erworben ist, als verborgen, du weißt, wonach das noch in Egypten frohnen? Weg arme Herz sich sehnt; du siehst, mit Erden, Thon und Leim! wie unter bangen Sorgen voll Laßt mich los, denn ich muß heim! Kümmernis das Auge zu dir 2. Ich muß heim! Der Weg ist thränt. Dies liegt mir an: Sch eben. Jesus Christus ist der Weg möchte gerne rein und durch dein und die Wahrheit und das Leben. Blut, o Lamm, entsündigt ſein. Ist es gleich ein schmaler Steg, 3. Ich dank es ewig deiner Gnade, der zum Haus des Vaters führet, die mich gesucht, die mich vom ist der Weg doch eine Bahn, drauf Schlaf erweckt, die mir, wie tief man nicht verirren kann, wenn mein innrer Schade, durch deinen man ihn nicht gern verlieret. Ihn Geist recht deutlich aufgedeckt, bescheint des Lebens Licht; wer und die zugleich, da mich mein drauf wandelt, stirbet nicht. Elend beugt, mir Hilf und Rat in deinen Wunden zeigt. 3. Er stirbt nicht und kann nicht sterben. Jesus kommt und holet 4. Die sind doch auch für mich geihn. Das verheißne Reich zu er- schlagen. Wer Sünder heißt, den ben, nimmt er ihn jetzt zu sich hin. geht der Heiland an, der alle Jesus kommt zu ihm hernieder, Schulden abgetragen und für die und er kommt zu ihm hinauf. O, Welt auf ewig gnug gethan. Du wer freut sich nicht darauf, wenn rufft auch mich zu deinem Kreuze einmal das Haupt die Glieder, hin; ich wags aufs Wort und wenn sein Schaf der gute Hirt fomme wie ich bin. zu ihm selber nehmen wird. 5. Mein Hoffnungsgrund ist 4. Zu ihm fröhlich einzugehen, dein Erbarmen; ich weiß, dein wenn ers für mich gut erkennt, Herz neigt gerne sich zu mir. Verwill ich seinen Namen flehen, den föhner, Freund der geiſtlich Arman nie vergeblich nennt. Sesu, men, wer zu dir kommt, den stößſt hilf, daß ich doch möge fröhlich du nicht von dir. Dies hast du aus der Welt hinaus und ins ja an feinem noch gethan: Ich ewgen Baters Haus auf dem bin gewiß, an mir fängst dus rechten Lebenswege sterbend gehn; nicht an. ich bitte dich: Wenn ich sterbe, hole mich! Chr. v. Pfeil. 34. Trosteslieder. Mel. Dir, dir Jehovah, will. 6. Nein, Jesu, du hast Lust zum Leben, du rufft mir zu: Getrost, Sohn, du bist mein! Was du gefündigt, ist vergeben, nun soll an dir nichts mehr verdammlich ſein; stille, mein Herr, ich schenke dir mein reines Unschuldskleid und schmücke dich mit meiner Heiligkeit. 7. So hab ich Gnad bei dir ge= funden? Ja, Herr, dein Geist be= 55* zeugt 1397. 3u bir ist meine Seele mein Gott, auf den mein Glaube blickt; aus deiner Gnade reicher Fülle fließt mir der Trost, der meinen Geist erquickt. Da alle 868 Anhang. zeugt es meinem Geist, der aller all mein Denken und Beginnen seiner Last entbunden, mit Dank ein Zeugnis deines Friedens sein. und Ruhm aus allen Kräften Komm, all dein Wesen in mich preist, wie wohl ihm ist, da deine lege, komm, für die Ewigkeiten Jesusmacht ihn unverdient zum präge mir deines Lebens BildKindschaftsrecht gebracht. nis ein. 8. Muß ich noch was am Flei- 4. Halleluja! es sei gewaget, sche leiden, so duld ich es mit durch Not und Tod dir nachzustillgelassnem Mut; kann mich gehn! Ich folge, Herr, dir undoch nichts mehr von dir scheiden, verzaget mit unablässig heißem von dir, in dem mein Glaube Flehn; ich nehme deine Kreusicher ruht. Der Schmerz sei zesbürde und die damit verbundne groß, ich bleibe doch gesetzt, weil Würde, und lehne mich auf dich, ich der Trost ,, ich habe Guad" mein Freund! Ich weiß, du trägſt ergößt. 2. Rehberger. mich durchs Gedränge mit aller Mel. Bie wohl ist mir, o Freund. meiner Laften Menge, bis mir 1398. 11mschließ mich ganz dein Antlig ewig scheint. Gottfried Clemens. mit deinem Frieden, mein treu erkannter Seelenfreund! Halt mich von allem abgeschieden, was du nicht bist, 1399. Gott herschet und hält bei uns Hans; was dich nicht meint. Ich wün sche mir kein andres Leben, als was sagst du, Mensch, dawider? das dein Sterben mir gegeben und Was schlägst du seinen Willen du am Kreuz erworben hast. aus? Leg in den Staub dich nieder; Drum beug all meinen Eigen- schweig still, laß ihn nur Meister willen, daß er sich möge göttlich sein. Er ist das Haupt, wir insge= stillen bei deines Kreuzes leichter Last! mein desselben schwache Glieder. Mel. Herr, straf mich nicht in, oder: Aus tiefer Not schrei ich. 2. Belegt er dich mit Kreuz und 2. Mein König, laß mich nichts Not und greift dir nach dem Hervertreiben aus dieser Burg, die zen: Er ist und bleibet doch dein „ Friede" heißt! O, laß mirs Gott; drum laß dichs immer ewig tenter bleiben, daß du stets schmerzen, doch hüte dich vor bei den Deinen seist! Kein Heil Ungeduld, du möchtest sonst durch ist hiermit zu vergleichen; Ber- große Schuld dein bestes Heil nunft, die kann es nicht erreichen, verscherzen. weils über alles Denken ist. Nur 3. Das ist sein Branch von durch des Geistes sanftes Wehen Alters her: Oft hält er sich verkann ich etwas davon verstehen, borgen, als wiß er nichts um daß du mein ewger Friede bist. dein Beschwer und woll nicht 3. In dieser Fassung laß mich für dich sorgen; es scheint, er bleiben, so lang mein Blut in hab sich hart gemacht, das währt Adern schlägt. Dies laß mich vom Abend in die Nacht und denken, lieben, treiben, so lang wieder an den Morgen. mich deine Gnade trägt. Bewahre 4. Doch bald kommt wieder du selbst Herz und Sinnen; laß Gnadenzeit und Endschaft deiter 869 6. Not und Tod will ich bezwingen, wenn mein Gott nur mit mir ist; kann durch alle Neße dringen, siegen über Macht und List. Kannst du das? so fraget thr. Nein, das thut mein Gott mit mir. Chr. Fr. Zeller. Anhang. ner Leiden; Gott nimmt von dir das Trauerkleid, umgürtet dich mit Freuden; er züchtigt als ein Vater dich, jedoch muß seine Gnade sich darum nicht von dir scheiden. 5. Wie wohl ist doch der Mensch daran, der sich in Gottes Wege mit rechter Demut schicken kann, In eigener Melodie. harre des ihm aushält alle Schläge! Das 1401. Harre, meine Seele, nimmt der höchsten Kunst den Preis. Herr, gieb uns, daß sich aller Fleiß auf dieses Lernen lege. Simon Dach. Mel. Jesus, Jesus, nichts als, oder: Gott des Himmels und. wird Herrn! Alles ihm befehle, hilft er doch so gern. Sei unverzagt! Bald der Morgen tagt und ein neuer Frühling folgt dem Winter nach. In 1400. Gott bei mir an je allen Stürmen, in aller Not dem Orte, auf dem er dich beschirnien, der treue Gott. Meer und auf dem Land! Das 2. Harre, meine Seele, harre ist mir aus seinem Worte, aus des Herrn! Alles ihm befehle, Erfahrung wohl bekannt. Fragt hilft er doch so gern. Wenn alles ihr mich: Wer ist bei dir? Gott bricht, Gott verläßt uns nicht. Größer als der Helfer, ist die ist hier! Gott ist mit mir! 2. Meerestiefe, Todesjammer, Not ja nicht. Ewige Treue, Netter Kerker schließen Gott nicht aus; in Not, rett auch unsre Seele, du er ist bei mir in der Kammer, auf dem Felde, wie im Haus. Sige, liege, stehe ich, überall iſt Gott um mich! treuer Gott! F. Raeder. 34. Lieder vom Tode. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 3. Gott für mich, das darf 1402. Meine Lebenszeit ich sagen, er ist meiner Seele Gott. Darum kann ich nicht ver- lich eil ich zu dem Grabe; und zagen in Verfolgung, Kreuz und wie wenig ists vielleicht, das ich Spott. Fragt ihr: Mensch, was tröstet dich? Höret es: Gott ist für mich! noch zu leben habe! Denk, o Mensch, an deinen Tod; säume nicht, denn eins ist not. 4. Ach, ich habe ihn gesehen in der Kripp als armes Kind, hab ihn unter tausend Wehen bluten sehn für meine Sünd. Und so weiß ich festiglich: Gott, mein Heiland, ist für mich! 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 5. Gott mit mir, o welche Freude! Mit ihm hab ich Mut und Kraft, mit ihm hab ich Trost im Leide, das vor Gott dir Kunst, Verstand und Wissenschaft. Fragt ihr: Mensch, wer hilft dir so? Gott mit mir, des bin ich froh! 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, nur ein ruhiges Gewissen, Zeugnis giebt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, giebt im Tode Freudigkeit. 4. Wenn 870 Anhang. 4. Wenn in deiner lebten Not in heiliger Verwahrung. Wie ist Freunde trostlos um dich beben, das Glück so groß in Jefit dann wird über Welt und Tod Arm und Schoß! Die Liebe führ dich dies reine Herz erheben; uns gleiche Bahn so tief hinab, dann erschreckt dich fein Gericht, so hoch hinan! n. 2.Grafv. Bingendorf. Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, In eigener Melodie. fürchte Gott und bet und wache. 1404. Mird das nicht Freude sein, nach gläubigem Vertrauen dort selbst Fleisch und Bein, an seinen holden Heiland schauen in unserni Sorge nicht, wie früh du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lerne nur den Tod nicht scheun, lerne seiner dich erfreun. den Blicken und Worten uns er6. Überwind ihn durch Vertraun; ſein? sprich: Ich weiß, an wen ich glaube, quicken? Wird das nicht Freude und ich weiß, ich werd ihn schaun einst in dem verklärten Leibe. Er, der rief: Es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein ver senken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken; lehre du mich jeden Tag, daß ich weiser werden mag. 2. Wird das nicht Freude sein, wenn, was der Tod entnommen, uns wird entgegen kommen und jauchzend holen ein, wenn man wird froh umfassen, was thränend man verlassen? Wird das nicht Freude sein? 3. Wird das nicht Freude sein, fehn untern Füßen liegen, womit man hier muß friegen, Gott dienen engelrein, von Schmerzen, Leid, Verdrießen nicht das GeChr. F. Gellert. Repork Mel. Der licben Sonne Licht. 1403. Die Christen gehn ringste wissen? Wird das zc. von Ort zu Ort 4. Wird das nicht Freude sein, durch mannigfaltgen Jammer und was Unaussprechlichs hören, des kommen in den Friedensport und Höchsten Lob vermehren, mit ruhn in nimmt sie nach dem Lauf in seine Engeln ſtimmen ein, wenn sie mit nimmt sie nach dem Lauf in seine füßem Klingen ihr dreimal Heilig Arme auf; das Weizenkorn wird fingen? Wird das 2c. in sein Beet auf Hoffnung schöner Frucht gesät. 2. Wie seid ihr doch so wohl gereift, gelobt sei'n eure Schritte, du friebevoll befreiter Geist, du 5. O, das wird Freude sein! Ehren voll Beschwerden, ihr FreuWeg Güter dieser Erden, ihr den auf den Schein! Gehabt euch jest verlaßne Hütte! Du, Seele, jest betrüben, denft: Dort wird wohl, ihr Lieben! Muß ich euch bist beim Herrn, dir glänzt der Morgenstern; euch, Glieder, bedt Freude sein! mit sanfter Ruh der Liebe stiller Schatten zu. Chr. v. Schweinig. 3. Wir freun uns in Gelassenheit der großen Offenbarung; indessen bleibt das Pilgerkleid Mel. O Gott, du frommer. 1405. JhrEltern, gute Nacht! Nun geht es an ein Scheiden. Ich fahr zu Jesu hin in seine Himmelsfreuden, zu Jesu, wel Anhang. 871 welcher mich in Ewigkeit anlacht. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Ach weinet, weinet nicht, ihr El- 1407. Am Grab der Chritern, gute Nacht! 2. Ihr Eltern, gute Nacht! Hört auf, um mich zu klagen, da jetzt mein zarter Leib wird in das Grab getragen! Wißt, daß die Seele ist zur Himmelsruh'gebracht. Ach weinet, weinet 2c. sten singet man vom Sieg mit lauter Freuden. Er hat vollendet seine Bahn, geendet seine Leiden, gekämpfet einen guten Streit, sich durchgedrängt durch manches Leid; die Kron ist ihm beschieden. 3. Ihr Eltern, gute Nacht! Sehr herrlich ists, zu wohnen im schönen Himmelsschloß, da man erblicket Kronen, die Gott den Frommen hat aus Gnaden zugedacht. Ach weinet, weinet 2c. 4. Jhr Eltern, gute Nacht! Muß ich euch schon verlassen, so werdet ihr mich doch mit Herzenslust um faffen, wenn Gott mit euch und mit der Welt ein Ende macht. Ach weinet, weinet 2c. 5. 3hr Eltern, gute Nacht! Die Angst- und Marterstunden, die sind in dieser Welt nun völlig überwunden. Mein Leib schläft sanft, bis daß er wiederum erwacht. Ach weinet, weinet 2c. G. Schuster. Mel. Jesu, komm doch selbst zu mir, oder: Nun komm der Heiden Heiland. 1406. Aller Gläubgen Sammelplaß ist da, wo ihr Herz und Schab, wo ihr liebster Jesus Christ und ihr Herze hier schon ist. 2. Eins geht da, das andre dort in die ewge Heimat fort, ungefragt, ob die und der uns nicht hier noch nüßlich wär. 3. Aber wenns nun schon ge- 6. Weg ist nun alles Leid und schehn, und Er kann nie was ver- Schmerz, die Thränen abgewisehn, hat man nichts dabei zu thun, als zu schweigen und zu ruhu. schet, getröstet ewiglich sein Herz, gestärket und erfrischet. Nun wohnet er in einem Licht bei Christo dort, das nimmer nicht in Ewigfeit verlischet. 7. Der Geist, zur Ewigkeit ge= reift, 4. Manches Herz, das nicht mehr da, geht uns freilich gar sehr nah; aber, Herr, du bist uns mehr, als das eigne Leben wär. N. 2. Graf v. ginzendorf. 2. Drum singen wir Halleluja beim Tode dieses Christen, dem wir ein Ehrengrabmal da zu seiner Ruhe rüsten. Dann weinten wir um ihn mit Recht, wenn wir nicht, daß der Gottesknecht nun überwunden, wüßten. 3. Nicht seine Hand, nicht seine raft hat es gethan, die Rechte des Herrn hat ihm den Sieg verschafft, die Krone feinem Knechte. Die legt er ihm zu Füßen hin, fingt: Jesu, das ist dein Gewinn; ich bin ein arm Gemächte. 4. Ich habe nichts dazu gethan, du haft den Sieg erhalten durchs Blut, das an dem Kreuze rann; da man dein Herz zerspalten, da man dir Händ und Füß durchpfählt, mit Todesmartern dich gequält, da hast du ihn erhalten. 5. Er wusch in dem Versöhnungsblut die Kleider rein und helle. In ihm, in Gottes Frieden ruht sein Leib an dieser Stelle, bis daß ihn der getreue Hirt einst wieder auferwecken wird, der Herr, des Lebens Quelle. 872 Anhang. reift, ist heim zum Herrn ge- Wort abkehren. Dein will ich gangen, hat nur die Hülle abge- bleiben, feine Welt soll mehr von streift, die ihn allhier umfangen; dir mich treiben. und hat aus Jesu Christi Hand ein ander, neu und hell Gewand vor seinem Thron empfangen. 7. Deine Gnadenthür steht allen offen, die auf dich in diesem Leben hoffen; die ohn dich sterben, 8. Drum singen wir Halleluja, müssen dort mit Leib und Seel denn ihm ist wohl geschehen. Wie verderben. gegenwärtig, und wie nah kann 8. Darum schließ ich mich in er den Herrn mun sehen! Wir deine Wunden, da ich meinen sehn ihm nach, er sieht herab auf Sünden Rat gefunden. Dein Kreuz uns, die wir bei seinem Grab und Leiden führe mich zu wahren ihm nachzukommen flehen. Himmelsfreuden! H. Albert. L. v. Pfeil. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 1409. Viel beſſer, nicht geboren, als ewiglich verloren, von Gott getrennt sich keinem Heile wissen, vom Licht zu Finsternissen, vom Leben zu dem Tode gehn. 2. Müssen wir nicht auch nach 2. Von Freuden in die Klagen, von Hoffen in Verzagen, von Wollust in die Pein, von Freikurzen Jahren zu den Toten in heit in die Bande, von Ehre in die Grube fahren? Es wird geschehen, daß ein jeder seinen Lohn wird sehen. die Schande, von Ruhe in die Qual zu gehn. 3. Wenn die Welt ihr Ende nun genommen und der Richter wird vom Himmel kommen, der wird entdecken alles, was wir meinten zu verstecken. 3. Im Fluch auf ewig brennen, Gott seinen Gott nicht nennen, o, das ist ja betrübt! Ach Gott, ich fleh gerade allein zu deiner Gnade, mein Gott, der du die Welt geliebt! 4. O, was wird er für ein Urteil fällen, wenn er unser Thun wird vor sich stellen? Wenn er wird finden, wie wir hier gelebt in lauter Sünden? 4. Du hast den Sohn gegeben, im Sohn ein ewig Leben; im Sohn will ich dich flehn, dich flehu um deine Liebe, dich flehn aus heißem Triebe. Laß mich das Heil in Jesu sehn! 5. O Herr Christe, wollest meiner schonen, und mir Sünder nach Verdienst nicht lohnen! Ich will verlassen alle Welt und ihre Lüste haffen. 5. Ich war dem Tod zum Raube; nun gieb mir, daß ich glaube. Wer glaubt, wird selig sein. So geh ich nicht verloren, so bin ich neu geboren, so dring 6. Forthin soll mein Leben dir zu Ehren nimmer sich von deinem ich in das Leben ein. ph. Fr. Hiller. 36. Vom jüngsten Gericht. Mel. O wie selig seid ihr. wie mögen wir doch unser Leben sehn, von so der Welt und ihrer Lust ergeben, und uns selbst scheiden von der Frommen Ruh und tausend Freuden? 1408. Geistreiche Morgen- und Abend- Segen auf alle Tage in der Woche, ingleichen allgemeine Kirchen-, Feft-, Buß-, Beichtund Kommunion- Gebete, wie auch sonst auf allerlei Fälle eingerichtete Gebete. Andachts- Seufzer. Abba, mein Vater, Herr, erhöre mein Wort, merke auf meine Rede, vernimm mein Schreien, mein König und mein Gott! Denn ich will vor dir beten. Morgensegen am Sonntage. Du frommer und liebreicher Gott, wie soll ich dich doch immerdar mit Herz und Mund für deine so vielfältige Güte und Wohlthaten genugsam loben, rühmen und preisen? Siehe, ich bin zu geringe aller Güte und Treue, so du an mir, o großer Gott, die ganze Zeit meines Lebens gethan hast. Wie gnädig und päterlich hast du mich abermal dieſe vergangene Nacht vor allem Übel und Unfall an Seel und Leib behütet, daß ich so sanft und sicher in deinem Schuß und Schirm habe schlafen und ruhen können. Wie viel tausenderlei Gefahr und Not hat meiner armen Seele gedrohet; aber deine liebreiche Baterhand hat mich gnädig beschirmet. Ach, der unaussprechlichen Liebe, der so großen Güte und Treue, die ich von dir, o Gott, so unverdient abermal diese Nacht genossen habe? Allerliebster Vater! Ich bitt dich findlich und demütig, sei doch ferner auch diesen Tag und allzeit mit deiner überschwenglichen Gnade, Güte und Barmherzigkeit bei mir armen, sündhaften Menschen. Gieb dich mir und nimm mich dir, daß ich mit Seel und Leib allewege dein eigen sein und bleiben möge. Ich soll nun diesen Tag nach deinem heiligen Gebote den Sabbath WAY 874 Geistreiche Gebete. halten und Ruhe haben; hilf doch, liebster Gott, daß ich nicht nur ruhe von meinen äußerlichen Werken und Berufsverrichtungen, sondern gieb, daß ich vor allen Dingen möge ruhen und abstehen von meiner sündlichen Bosheit und in dir, liebster Gott, in heiliger Andacht meiner Seele Ruhe suchen. Ruhe du in mir, und ich in dir, so ruhe ich ewig wohl. Laß mich dem heiligen Gottesdienste mit herzlicher Andacht beiwohnen, die Predigt und dein Wort in Demut hören und merken. Laß mich zu Hause auch demselben in deiner Furcht ferner nachdenken und andere auch solches lehren, damit ich diesen ganzen Tag dir allein zu Ehren zubringen, alles sündliche Weltwesen fliehen und meiden und allein nach deinen Geboten leben möge. Dafür ich dich denn dermaleinst im ewigen Leben an jenem großen Sabbaths- und Ruhetage mit allen Auserwählten ewig rühmen, loben und preisen will. Das verleihe mir, Herr Gott Vater, um deines lieben Sohnes Jesu Christi willen, in Kraft des heiligen Geistes, Amen. Gott, dem dieser Tag geweiht, Mach mich dir zum Dienst bereit, Daß ich deine Predigt höre Und zum Heiligtum mich kehre. Amen. Abendsegen am Sonntage. Allerliebster Gott, du gütiger und barmherziger Vater, ich habe nun zwar diesen Sonntag frisch und gesund zu Ende gebracht und abermal durch deine große Gnade gelebet. Aber ich habe leider ihn nicht also zugebracht, wie ich billig nach deinem Worte hätte thun sollen. Wie viel Gutes habe ich unterlassen? und hingegen leider viel Böses begangen, welches mir von Herzen leid ist. Ach allergnädigster Herr und Gott, zürne doch nicht deswegen über mich, denn du weißt, daß ich ein schwacher Mensch bin, der durch die angeborene Erbsünde dermaßen verderbet ist, daß ich nicht anders thun, als fündigen kann, weil das Tichten und Trachten des menschlichen Herzens nur böse ist von Jugend auf. Darum schone meiner nach deiner großen Güte und Barmherzigkeit und laß Gnade für Recht gehen. Bin ich gleich durch diese und jene Sünde diesen Sonntag über von dir abgewichen, so ziehe doch du deswegen deine Gnadenhand von mir nicht ab, sondern, wie du mich den Tag über so väterlich vor allem Schaden und Gefahr behütet haft und mir keinen Schaden noch Unfall widerfahren lassen, also wollest du auch ferner diese Nacht mich mit deiner Rechten beschirmen und mit deinem Arm verteidigen, daß der böse Feind keine Macht an mir haben möge. Behüte mich und alles, was ich habe, vor Dieben und Mördern, vor Feuers- und Wassersnot, Sturmwind, Hagel und Ungewitter, dadurch mein Hab und Gut ins Verderben geraten könnte. Laß mich nicht erschrecket werden von schweren unruhigen Träumen, sondern laß mich sanft und süß schlafen und ruhen, daß ich das morgende Tageslicht fröhlich und Geistreiche Gebete. 875 gefund schauen und unverhindert an meinen Beruf gehen und dir dafür von Grund des Herzens danken möge. Amen. that Dieses Tages Glanz ist hin, Drum erleuchte Herz und Sinn, Christe Jesu, durch dein Glänzen, Meine Ruhe zu ergänzen. Amen. Morgensegen am Montage. du gnädiger, gütiger Vater, liebreicher Helfer, ich danke dir abermal von Herzensgrund, daß du mich diese Nacht über so väterlich behütet und bewahret hast, daß mir fein Übel begegnet, und keine Plage sich meinem Hause hat nahen dürfen. Durch deine Gnade bin ich nun wieder von meinem Lager gesund und frisch aufgestanden und will nun mit dieser neu angehenden Woche aufs neue an meine Arbeit gehen, darin du mich, mein lieber Gott, geseßet hast. Dir befehle ich aber all mein Thun und Vor= haben diesen Tag und diese Woche, ja die ganze Zeit meines Lebens, richte alles nach deinem Rat und Willen, wie es mir gut und selig ist, und segne mich samt allen Meinigen an Seel und Leib. Fördre in mir das Gute und hindre das Böse. Behüte mich auf Wegen und Stegen durch den Schuß deiner heiligen Engel, daß ich nach vollbrachtem Tage mich abends wiederum sanft und fröhlich zur Ruhe legen fönne und dich für diese und alle deine unzähligen Wohlthaten mit fröhlichem Munde und Herzen rühmen, loben und preisen möge. Das bitt ich dich demütig um deines lieben Sohnes Jesu Christi, meines Herrn und Heilandes willen. Amen. slicht Einen Anfang soll ich machen Meines Amtes Werk und Sachen, O Herr Jesu, steh mir bei, Deine Gnad und Hilf verleih. Amen. Abendsegen am Montage. Mein Gott, dir sei Lob, Preis und Dank gefaget. Nun ist abermals ein Tag meines Lebens dahin gegangen, und ich bin um einen Schritt dem Tode näher gekommen. Ach Herr, vergieb mir aus Gnaden, was ich diesen Tag über in sündlichen Gedanken, Worten und Werken wider dich begangen habe. Gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht, denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht. So du willst, Herr, Sünde zurechnen, Herr, wer wird bestehen? Denn auf tausend kann ich dir, Herr, nicht eins antworten. Nun bricht die liebe Nacht herein, da ich meinen Leib soll zur füßen. Ruhe legen und meine matten Glieder durch einen sanften Schlaf erquicken. Herr, dir allein befehle ich mich mit Seele und Leib, Hab und Gut und allem, was du mir aus Gnaden gegeben haſt. Schlafe ich ein, so wache du doch über mir, du großer Hirt und Hüter Israels, daß unser Widersacher, der Teufel, der herumgehet 876 Geistreiche Gebete. wie ein brüllender Löwe und suchet, welchen er verschlinge, keine Macht noch Gewalt an mir finden möge. Behüte mich gnädiglich vor sündlichen, schweren Träumen, vor Schrecken und Krankheit und aller andern Leibes- und Seelengefahr, damit ich sicher und ruhig schlafen und mit dem anbrechenden lieben Morgen gesund wieder erwachen, von meinem Lager aufstehen, auch munter und fröhlich an meinen Beruf und Arbeit gehen möge; so will ich dir dafür mit Mund und Herzen dankbar sein. Amen.xod 200 Vergieb, o Jesu, meine Schuld, Und decke mich mit deiner Huld; Laß du mich süße Ruh empfinden, Hilf Not und Unglück überwinden. Amen. Morgensegen am Dienstage. Mein lieber himmlischer Bater, ich danke dir abermal von Herzensgrund, daß du mich und alle die Meinigen diese Nacht über so gnädiglich behütet hast, daß wir sanft und sicher auf unserm Lager haben schlafen und ruhen können. Nun stehe ich im Namen meines Herrn Jesu Christi wiederum munter und fröhlich auf und gehe an meine Arbeit. Ach großer Gott und Herr, mächtig von Rat und That, laß doch auch diesen Tag meinen Leib und meine Seele, Hab und Gut, und was ich sonst vermag, deiner gnädigen Aufsicht befohlen sein. Behüte mich und alle die Meinigen heut und allezeit vor allem Schaden und aller Gefahr, so uns an Leib und Seel begegnen möchte. Segne das Werk meiner Hände, und gieb mir deinen heiligen guten Geist, der mich in allem Kreuz und Widerwärtigkeit kräftiglich stärken, lehren und trösten möge. Laß mich in wahrem Glauben und rechtschaffener Liebe gegen Gott und meinen Nächsten mein Leben christlich und selig zubringen, daß ich allezeit in deinen Geboten gehorsam erfunden werde. So will ich dich für diese und alle deine andere unzählige Güte und Wohlthaten loben und preisen hier zeitlich und dort ewiglich), Amen. Wie du, mein Jesu, mich bedeckt, Daß mich die Nacht kein Leid geschreckt: Laß mich den Tag gesund vollbringen Und stch mir bei in allen Dingen. Amen. Abendſegen am Dienstage. Ach Gott, dir sei abermal von Herzen Lob und Dank gesagt, daß ich diesen Tag nun wiederum gesund zu Ende gebracht. Ich erinnere mich aber leider an diesem Dienstage, daß ich mit meinem eitlen Leben viel und oft der Sünde gedienet, und dich hingegen, o Allerhöchster, als meinen Gott und Herrn hintenan gefeßet und verlassen habe, welches mir nun von Herzensgrund leid ist. Ach Herr, sei gnädig dieser meiner großen und schweren Missethat, vergieb sie mir aus Gnaden nach deiner überschwenglichen Güte und Barmherzigkeit. Habe ich gleich dich verlassen, so verlasse doch Geistreiche Gebete. 877 du, Herr, mich nicht, sondern wie du mich diesen Tag über treulich beschüßet und mir in allem meinen Thun gnädiglich beigestanden, also wollest du auch diese zukünftige Nacht deine Gnade nicht von mir wenden, noch den Bund deines Friedens hinfallen lassen. Wenn meine müden Augen nun allgemach werden einschlafen: so laß du doch dein liebreiches Vaterauge über mir offen sein. Wehre und steure dem bösen Mordgeist, daß er mir und den Meinigen mit seiner List nicht schaden möge. Bewahre du mein Haus und Hof und alles, was ich habe, um und um mit deiner Engelhut, daß mich kein Unfall rühre, noch irgend eine Plage meine Wohnung treffe. Gieb, daß ich auch morgen mit gefunden und muntern Augen das liebe Tageslicht anschaue und nach gehabter Ruhe wiederum fröhlich an meine Arbeit gehen möge; so will ich dir zum Morgenopfer bringen das Opfer meiner Lippen, und deinem Namen danken, daß du so wohl an mir thust. Amen. Der Dienstag ist nun auch vollendt. Herr, deine Gnade zu uns wend, Daß wir die Nacht in stiller Ruh, Ohn Furcht und Schrecken bringen zu. Amen. Morgensegen am Mittwoch. Nun bin ich im Namen meines Herrn Jesu wiederum von meinem Lager aufgestanden und danke dir, o frommer Gott, von ganzem Herzen, daß du meinen Leib und meine Seele diese Nacht im Schlafe so väterlich behütet und bewahret hast. Ach Herr, du Liebhaber des Lebens, wenn du deine Hand nicht über mir gehalten, so hätte ich leicht im Tode entschlafen können. So hilf doch nun auch ferner, gütigster Herr und Heiland, daß diesen Tag über mir und den lieben Meinigen kein Unfall begegnen möge, dadurch wir in Leibes- und Seelengefahr geraten können. Laß mich in den Seilen deiner Liebe gehen und leite mich auf richtiger Bahn. Befiehl deinen Engeln über mir, daß sie mich behüten auf allen meinen Wegen, daß sie mich auf den Händen tragen und ich meinen Fuß nicht an einen Stein stoße. Laß mich wandeln in deiner Furcht, und mein Leben in wahrer Gottseligkeit also führen und zubringen, wie es deinem allerheiligsten Willen gefällig ist. Stärke in mir den Glauben, entzünde die Liebe und befestige die Hoffnung, daß ich dir dienen möge mein lebelang in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefällig ist, bis ich nach diesem zeitlichen Leben dich mit allen Auserwählten dort ewig loben, rühmen und preisen werde. Amen. Thu auf, Herr, deine milde Hand, Gicb Segen unsrer Stadt und Land. Erquick die Seel, ernähr den Leib, Und alles Unglück von mir treib. Amen. Abendsegen am Mittwoch. Allerliebster Herr, bleib bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Liebster Gott, du bist diesen Tag 878 Geistreiche Gebete. über mit deinem Schutz und Schirm, mit deiner Güte und Barmherzigteit, mit deiner Liebe und Treue stets um und bei mir zugegen gewesen, dafür ich dich nicht genugsam loben, rühmen und preisen kann. Aber ach, du wollest ja auch diese Nacht über mit deiner großen Gnade ferner bei mir und um mich sein. Du hättest zwar Ursach genug, von mir zu weichen, indem ich dich, o Herr, mit meinen Sünden so oft und viel beleidiget habe. Du siehest aber wohl, lieber Vater, daß in mir, das ist in meinem Fleische, leider nichts Gutes wohnet. Wollen habe ich wohl, aber vollbringen das Gute, finde ich nicht. Nun, was ich nicht kann, das hat mein Jefus für mich gethan. Was ich versehen und Übels begangen, das hat mein Jesus für mich bezahlet und gebüßet. So nimm nun, himmlischer Bater, zwischen mir und dir diesen Mittler und Versöhner an. Ich will mich nun zur Ruhe legen und dir, o frommer Gott und Vater, meinen Leib und meine Seele anvertrauen in Hoffnung, daß sie bei dir wohl aufgehoben sein werden. Schlafe ich, so wache du, Herr, über mir. Sei du mein Schild und Schirm wider die feurigen Pfeile des Satans, daß sie mich nicht treffen mögen. Ach, schließ mich doch als ein armes Kind selbst in deine liebreichen Baterarme ein, daß mich kein einziger Unfall rühre. Laß mich, gleich als ein armes, furchtsames Küchlein unter deinen Flügeln ruhen und sicher sein, damit ich mit David singen und sagen könne: Ich liege und schlafe ganz mit Frieden, denn du allein, Herr, hilfft mir, daß ich sicher wohne. Amen. Jesu, du uns beten lehre, Unser Seufzen auch erhöre, Bis wir dich nach dieser Zeit Loben in der Ewigkeit. Amen. Morgensegen am Donnerstage. Gelobet feist du, o Gott, mein Schöpfer, mein Erlöser und mein Heiligmacher, Vater, Sohn und heiliger Geist, o heilige Dreieinigkeit, daß du durch deine große Güte, Gnade und Barmherzigteit mich diese vergangene Nacht hast sicher schlafen und ruhen Lassen. In deiner Gnade, o Herr, bin ich jetzt aufgestanden, hilf, daß ich auch in deiner Gnade diesen Tag leben und wandeln möge. Laß mich mit allen den Meinigen deinen treuen Vaterhänden anbefohlen sein. Laß doch, o Jesu, du großer Seelenhirte, mich, dein teuer erlösetes Schäflein nicht irre gehen. Gieb, o Herr Gott heiliger Geist, daß ich dir allewege mit dem Vater und dem Sohne dienen möge in heiligem Leben und christlichem Wandel, damit mein Leib dein steter Tempel und Wohnung sein und bleiben möge. Laß mich dich allein, o heiliger Gott und Herr, in alle meinent Thun und Vorhaben stets vor Augen und im Herzen haben. Segne das Werk meiner Hände und was ich thue und vornehme, damit es dir allein zu deinen heiligen Ehren, meinem Nächsten zum Nuk, mir aber selbst zu meiner zeitlichen und ewigen Wohlfahrt Geistreiche Gebete. 879 gereichen und gedeihen möge. Das gieb und verleihe mir, o Herr, aus Gnaden, um meines Heilands und Erlösers Jesu Christi willen. Amen. Jesu, laß dich in uns finden, So wird unser Leid verschwinden; Du bist unser Heil und Leben, Laß uns dir stets sein ergeben. Amen. Abendsegen am Donnerstage. O mein Herr Jesu, du Sonne der Gerechtigkeit, du Glanz der Herrlichkeit und Ebenbild deines himmlischen Vaters, du wahres und ewiges Licht, ich sehe nunmehr, daß diese große Weltensonne von unserm Erdboden verschwunden und untergegangen ist; ach, verschwinde doch du nicht aus meinem Herzen, du allerschönste Gnadensonne, du allerliebreichste Seelenwoune, ob ich gleich diesen Tag über dich oft und vielmal mit sündlichen Gedanken, Worten und Werken beleidiget habe. Herr, du siehest es ja wohl, was für arme, elende und gebrechliche Menschen wir sind. Darum verzeihe mirs doch nach deiner Güte, und laß deinen heiligen Gnadenglanz auch diese Nacht über in meinem Herzen scheinen und leuchten, daß auch die Finsternis stets möge licht um mich sein. Schläft gleich mein Leib, so laß doch allezeit mein Herz und meinen Geist in mir munter und wach sein, damit das zarte Licht meines Glaubens ja niemals möge verlöschen. Wehre dem Fürsten der Finsternis, daß er mir und den Meinigen mit seinen Tücken nicht schaden möge, und hilf, daß ich mit Aufgang des großen Weltenlichtes auch in dem Lichte deiner Gnade wieder fröhlich und gesund aus meinem Bette aufstehen und an mein Tagewerk gehen könne, so will ich dir für solche große Liebe und Treue dort ewig dankbar sein. Amen. Mitten in den letzten Zeiten Muß man mit dem Satan streiten; Jesu, hilf durch deine Kraft, Daß er an uns gar nicht haft. Amen. Morgensegen am Freitage. Liebster Herr und Gott, dir sei nun abermal von Herzen Lob und Dank gefaget, daß du mich in dieser vergangenen Nacht an Seel und Leib so gnädiglich behütet und bewahret hast, und bitte ich dich von Grund meines Herzens, sei doch auch ferner diesen Tag mein treuer Schuß und Nothelfer. Erhalte mich bei deiner rechten Hand, leite mich nach deinem Rat und nimm mich endlich mit Ehren an. Denn siehe, in deine allmächtigen Vaterhände befehle ich meinen Leib und meine Seele und alles, was du mir sonst, o Herr, gegeben hast. Schüße mich vor aller List und Gewalt des bösen Feindes und seiner Werkzeuge. Laß meinen Fuß vor dir richtig wandeln, daß ich nicht trete auf den Weg der Sünder, noch size, da die Spötter sigen, sondern einhergehe nach 880 Geistreiche Gebete. deiner Kraft und weiche weder zur Rechten noch zur Linken. Segne meinen Stand und Nahrung, segne meinen Aus- und Eingang; segne mich mit allerlei geistigem ut id leiblichem Segen an Seel und Leib, damit ich allezeit der Gesegnete des Herrn sein und bleiben möge. Das bitte ich um deines lieben Sohnes Jesu Christi, meines Herrn und Heilandes, willen. Amen. Gerat ich heut gleich in Gefahr, Sei du mein Jesu allzeit dar, Und mir erweise deine Gnad Wie mir dein Wort versprochen hat. Amen. Abendsegen am Freitage. Mein liebster frommer Gott, dieser Tag ist nun wiederum durch deine Gnade zum Ende gekommen, dafür ich dich nicht ges nugsam loben, rühmen und preisen fann, daß du mich vor allem Übel und Gefahr des Leibes und der Seele so gnädiglich und väterlich behütet und bewahret hast. Aber ach, was soll ich sagen von meinen Sünden? Herr, die sind groß und viel, damit ich dich diesen Tag über beleidiget und erzürnet habe; ich bitte dich in Demut meines Herzens, rechne doch ja solche nicht meiner Seele zu, sondern laß alle Schuld durch Christi Blut und Tod vergeben und vergessen sein. Nun soll ich schlafen ge en, Herr, wach du doch über mir, denn dir, o Vater, befehle ich meinen Leib und Seele und was ich habe. Der böse Feind trachtet mir allenthalben nach. Ach laß doch nicht zu, daß er mir dieſe Nacht möge einigen Schaden zufügen. Stelle deine heiligen Engel zu treuen Wächtern um mein Bett und Wohnung herum, daß sie alle Gefahr und Not von mir ferne wegtreiben, damit ich mich nicht fürchten darf vor hunderttausenden, die sich wider mich legen. Erwecke mich auch morgen, daß ich mit Freuden wieder aufstehen und gesund und frisch an meine Arbeit gehen möge. So will ich dir von Herzen danken, Herr Gott, Vater, Sohn und heiliger Geist, geliebet und gelobet von nun an bis in alle Ewigkeit. Amen. Jesu, deine Wunden Sollen alle Stunden Meiner Seele Labung sein, Auch dort in dem Himmel dein. Amen. Morgensegen am Sonnabend. Lieber Gott und Vater, ich sage dir abermal von Herzen Lob und Dank, daß du aus lauter Gnade und Barmherzigkeit mich diesen Tag haft frisch und gefund erleben lassen. Du allein, o Herr, bist mein treuer Wächter gewesen, daß ich diese Nacht über sanft und sicher habe schlafen und ruhen können. Ach was für Unglück hätte mir gar leicht an Leib und Seele begegnen können; was für Grauen und Schrecken, was für Not und Plagen, was für Angst und Elend würde mich überfallen haben, wenn ich Geistreiche Gebete. 881 nicht, Herr, in deinem Baterschoß geruhet hätte. Ach liebreiches Baterherz, wie soll ich mich doch für solche Güte und Treue genugsam dankbar erzeigen? Siehe, ich gebe mich dir dafür ganz und gar zu eigen hin. Nimm dich meiner ferner an, als ein Vater seines lieben Stindes, als ein Herr seines treuen Tieners. Denn du bist ja mein Herr, du bist ja mein Vater. Ach so schüße doch und verteidige, pflege und warte deines armen Kindes diesen Tag und allezeit. Möchte ich aus Schwachheit etwa gegen dich fündigen und mißhandeln, so erbarm dich doch mein, wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmet. Züchtige mich, wie ein frommer Vater sein Kind züchtiget und strafe mich nicht in deinem Zorn. Laß mich nicht in meinen Sünden plößlich dahin sterben, sondern gieb mir Zeit und Raum zu wahrer rechtschaffener Buße, und nimm mich endlich nach deinem Rat und Willen im wahren Glauben aus diesem Jammerthal zu dir in deine ewige Herrlichkeit. Amen. Obs gleich bisweilen mangeln will An Hab und Gut, an Hüll und Füll: Hilft uns doch Gott durch seine Gnad, Wie er mir selbst versprochen hat. Amen. Abendsegen am Sonnabend. Gepreiset seist du, o du heilige Dreieinigkeit, Vater, Sohn und heiliger Geist, daß du mich wieder mit diesem Tage eine Woche meines Lebens haft lassen zu Ende bringen. Ich erinne mich aber hierbei leider meiner fündlichen Schwachheit, wie ich du. nen sehr viel Böses, aber wenig Gutes begangen habe, indem ich viel gethan, was deinen heiligen Augen zuwider gewesen; und dennoch hast du mir so unzählig viel Gutes und Wohlthaten erzeiget und bewiesen, derer ich niemals bin wert gewesen, habe auch dafür dir leider wenig gedanket. Ach, wie leicht hätte ich können einen Schaden an meinem Leibe nehmen? Wie leicht hätte ich können durch eine schnelle Krankheit dahin geraffet werden? Du aber hast mich vor allem gnädig behütet, welches ich leider wenig geachtet habe. Ach vergieb mir doch alles aus Gnaden und hilf, daß ich mit dieser vergangenen Woche zugleich mein sündliches Leben möge ablegen und mit dem morgenden Tage ein anderes und frommes anfangen. Indessen wache du, o frommer Menschenhüter, über mir diese Nacht, daß ich ohn alle Sorge und Gefahr möge sicher und ruhig schlafen und laß nach gehaltener Ruhe mich morgenden Tags zu deiner Ehre wieder erwachen, daß ich mit allen frommen Herzen dir in der Gemeine danken und dich mit fröhlichem Munde loben, rühmen und preisen, möge, hier zeitlich und dort ewiglich. Amen. Schent uns, Jesu, Freudenwein Nach dem Thränenwasser ein, Und hilf, Jesu, durch dein Leiden, Daß wir alle Sünde meiden. Amen. 56 Geistreiche Gebete. Das heilige Vater- Unser kurz erkläret. ( Aus dem Fürstlichen Sächsischen Theologischen Nürnbergischen Bibelwerk.) Vater unser, o du barmherziger, gnädiger und gütiger Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, der du bist unser aller liebreicher Vater in dem Himmel, in welchem du deine Herrlichkeit den auserwählten seligen Menschen und heiligen Engeln offenbarest, und doch gleichwohl allenthalben im Himmel und auf Erden gegenwärtig bist und regierest und nach deiner unermeßlichen Kraft alles thun kannst, was wir bitten. Dein Name werde( bei uns) geheiliget, gieb Gnade, daß dein heiliges Wort lauter und rein unter uns gelehret werde, und wir auch heilig als die Kinder Gottes darnach leben. Dein Reich komme( zu uns), gieb uns deinen heiligen Geist, daß wir deixem heiligen Wort durch deine Gnade uben, und göttlich leben hier zeitlich und dort ewiglich. Dein Wille geschehe( bei uns) auf Erden, hilf, daß wir deinen heiligen Willen gehorsamlich vollbringen, wie im Himmel, gleich wie die Engel denselben erfüllen. Du wollest auch allen bösen Nat und Willen derer brechen und hindern, so uns deinen Namen nicht heiligen, auch dein Reich nicht kommen lassen wollen, als da ist des Teufels, der Welt und unsers Fleisches Wille; dagegen stärke und erhalte uns fest in deinem Wort und Glauben bis an unser Ende, welches ist dein gnädiger und guter Wille. Unser täglich Brot gieb uns heute, schenke uns aus Gnaden alles, was zu unserer Leibes Nahrung und Notdurft gehöret, laß es uns auch erkennen, daß wir solches aus deiner Hand nehmen, daß wir also mit Danksagung unser täglich Brot empfahen mögen. Und vergieb uns( aus Gnaden) unsere Schuld, alle unsere Sünde, womit wir die ganze Zeit unseres Lebens wider deine Gebote gethan haben und noch täglich thun; wollest auch, lieber Vater im Himmel, nicht ansehen unsere Sünde und um derselben willen solche Bitte uns nicht versagen; denn wir sind der feines wert, das wir bitten, habens auch nicht verdienet, sondern wollest uns alles aus Gnaden geben, wie wir unsern Schuldigern vergeben; wir wollen wiederum auch herzlich vergeben und gerne wohlthun denen, die sich an uns verfündigen. Und führe uns nicht in Versuchung, du wollest uns, lieber Vater, gnädiglich behüten und erhalten, auf daß uns der Teufel, die Welt und unser Fleisch nicht mögen betrügen noch verführen in Mißglauben, Verzweiflung und andere große Schande und Laster, und ob wir damit angefochten würden, so gieb Gnade, daß wir doch endlich gewinnen und den Sieg behalten. Sondern erlöse uns von dem Übel, von allerlei übel Leibes und der Seele, Gutes und der Ehre, und zuletzt, wenn unser Stündlein kommt, so beschere uns ein selig Ende und nimm uns in Gnaden aus diesem Jammerthal zu dir in den Himmel. Denn dein ist das Reich, bei dir, als unserm Könige, müssen wir, als Unterthanen deines Reichs, allein Hilfe suchen, 882 Geistreiche Gebete. 883 und die Kraft, du bist allmächtig und kannst in aller Not helfen, und die Herrlich keit, deinen heiligen und herrlichen Namen wollen und sollen wir loben und preisen in Ewigkeit, Amen. Wir sind gewiß, daß solche Bitten dir, unserm lieben Vater im Himmel, angenehm und erhöret sind, denn du hast uns selbst geboten, also zu beten und verheißen, daß du uns wollest erhören. Amen, Amen, das heißt: Ja, ja, es soll also geschehen. Gebet, so man aus und an seinen Beruf gehen will. Der Herr behüte mich vor allem Übel, der Herr behüte meine Seele, der Herr behüte meinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit. Pj. 121. du treuer Hüter Israels, Herr Jesu Christ, der du nicht schläfft noch schlummerst, behüte meinen Ausgang und Eingang, meinen Leib und meine Seele, Gut und Ehre, Haus und Hof, Weib und Kind vor allem Übel. In deine Hände befehle ich dir meinen Geist, du hast mich erlöset, du treuer Gott, darum erhalte mich in aller Gefahr, Angst und Not, und hilf mir endlich zum fröhlichen Ausgang aus dieser Welt und zu einem seligen Eingang ins ewige Leben. Amen. Danksagung nach gethaner Arbeit. Dér Segen des Herrn machet reich ohne Mühe. Sprichw. 10. Allmächtiger Gott, in dem all unser Vermögen ist, ohn welches Gnade und Hilfe wir nichts thun können, ich sage dir von Herzen Dank für deine Hilfe und Beistand, so du mir diesen heutigen Tag geleistet hast, ohne den ich wahrlich nichts hätte mögen ausrichten. Dieweil du allein die Weisheit, allein die Stärke bist, in der ich alles gethan habe, weshalb du billig allein das Lob hast, mit unterthäniger Bitte, daß du gleicher Weise, wie du mir diese Arbeit hast helfen vollbringen, also auch dir dieselbe wolleſt gefallen, auch mir samt meinem Nächsten an Leib und Seele gedeihen lassen, durch Jesum Christum deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Beicht- und Bußgebete. Wer seine Missethat leugnet, dem wirds nicht gelingen; wer sie aber bekennet und läßt, der wird Barmherzigkeit erlangen. Sprichw. 28, 3. So wir sagen, wir haben keine Sünde, so verführen wir uns selbſt und die Wahrheit ist nicht in uns. So wir aber unsere Sünde bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünde vergiebt und reinigt uns von aller Untugend. 1. Joh. 1, 8. 9. Ich armer, elender Mensch erkenne und bekenne, o gerechter und barmherziger Gott, daß ich nicht allein in Sünden empfangen und geboren bin, sondern auch die ganze Zeit meines Lebens 56* 884 Geistreiche Gebete. in und mit Sünden zugebracht und vor deinen Augen viel Übels gethan habe. Denn ich habe den Bund meiner heiligen Taufe nicht gehalten, sondern auf unzählige Weise, von Kindheit an bis auf diese Stunde, übertreten und gebrochen. Sintemal ich dich, meinen Gott, der du mich gemacht hast, habe fahren lassen und den Fels meines Heils gering geachtet, indem ich von deinen Wegen und Geboten abgewichen bin und in allen dawider gehandelt habe. Denn da ich auf so vielfältige Vermahnung und Erinnerung mein Leben bessern sollte, siehe, da habe ich nach meinem verstockten und unbußfertigen Herzen eine Sünde auf die andere gehäufet und dir also getroßet und dich gelästert. Solche meine sowohl angeerbte, als wirkliche Bosheit ist mir herzlich leid. Und wiewohl ich dieselbe wegen tiefer Verder bung der Natur nicht vollkömmlich erkennen, viel weniger so inniglich, so herzlich, so bitterlich beweinen fann, wie ich billig sollte, so weiß und erkenne ich doch aus deinem Gefeße so viel, daß ich damit gar wohl und überflüssig verdienet und auf mich geladen habe deinen Zorn, welcher ist ein verzehrendes Feuer, deine Un gnade und die ewige Verdammnis. Dawider weiß ich nun im Himmel und auf Erden keine Hilfe oder Nat, sondern ich wende mich in dieser meiner höchsten Not mit dem bußfertigen David von deiner strengen Gerechtigkeit zu deiner grundlosen Barmherzigkeit und Gnade in Christo Jesu, bitte und seufze: Ach Herr, strafe mich nicht in deinem Zorn und züchtige mich nicht in deinem Grimm. Serr, sei mir gnädig, heile meine Seele. O Herr, gehe nicht ins Gericht mit deinem armen Knecht. So du mit mir rechnen wolltest, könnte ich dir auf tausend nicht eins antworten. Habe nicht acht auf meine Sünde, siehe an das teure Verdienst deines Gesalbten, der für alle meine und der ganzen Welt Sünde die Versöhnung worden ist, dessen ich mich im Leben und Tod einzig und allein herzlich tröste. Amen. O Herr, du weißt mein Missethat, Dawider weiß ich keinen Rath, Denn nur zu deinem Sohn Jesu Christ, Der einge Gnadenthron er ist. Amen. Herzliche Beichte zu Gott nach den heiligen zehn Geboten. THE Oheiliger, barmherziger Gott, ich armer, elender Mensch gebe mich schuldig vor dir, daß ich nicht allein von Natur ein großer Sünder und ein Kind des Zornes bin, sondern auch meine ganze Lebenszeit in Sünden sehr übel zugebracht habe. Denn ich habe dich nicht von ganzem Herzen über alles geliebet und gefürchtet, wie du, Herr, geboten hast, dir auch nicht über alle Dinge vertrauet; sondern ich habe die Welt mit ihrer Freude und Gütern dir, dem höchsten Gut, viel und oft vorgezogen und sie lieb ge Geistreiche Gebete. 885 wonnen, indem ich mein Herz, Sinn und Gemüt ganz und gar aufs Zeitliche gewendet. Den Menschen zu gefallen ist mir nicht zu schwer und groß gewesen, darüber ich deiner oft vergessen. Insonderheit habe ich mich in Kreuz und Widerwärtigkeit gar ungeduldig erzeiget und wider dich unkindlich gemurret. Deinen Namen habe ich nicht allezeit von Herzen angerufen und gepreiset, sondern denselben viel und oft gemißbrauchet mit vergeblichen oder falschem Schwören, mit Fluchen, Lügen und Trügen. Ich bin auch für deine große Güte und Gnade, die ich täglich von dir empfangen, sehr undankbar gewesen und habe dieselbe gleichfalls sehr und oft gemißbrauchet. Die Predigten deines heiligen Wortes habe ich oft leichtsinnig versäumet und verachtet, oder bin doch ein bloßer Hörer und nicht ein Thäter des Wortes gewesen, indem ich mich wenig daraus gebessert, ja demselben stracks zuwider ge= wandelt. Meinen lieben Eltern und Vorgesetzten bin ich oft ungehorsam gewesen,( meinen Kindern und Gesinde mit der Zucht und Erempel übel vorgestanden). So habe ich auch meinen Nächsten nicht, wie mich selbst, nach deinem Befehl geliebet, son= dern habe heimliche oder öffentliche Feindschaft, Widerwillen, Neid und Haß gegen ihn getragen, seines Unglücks mich erfreuet und in vieler Weise ihn beleidiget. Desgleichen habe ich mich in Geberden, Worten und Werken, Essen und Trinken, in Kleidern und andern Dingen unzüchtig, leichtfertig, unmäßig und hoffärtig er= zeiget. Im Handel habe ich viel böse Ränke und Vorteil ge= brauchet, auch meine Berufsgeschäfte nicht mit gebührendem Fleiß und Treue verrichtet, meinem Nächsten übel nachgeredet und die Lügen mehr als Wahrheit geliebet. So empfinde ich auch unzählig viel böse Lust und Begierde in meinem verderbten Herzen. Was du hasfest, das liebe ich; hingegen, was du liebest, das hasse ich. Denn, gleich wie mich nur immerdar das Böse gelüstet, welches du mir verboten, also bin ich hingegen zum Guten träge und ver= drossen und überdas noch von Natur geneigt, die Sünde zu verteidigen und derselben mich zu rühmen. In Summa, es ist nichts Gutes, noch Gesundes an mir, weder am Leibe, noch an der Seele, sondern alles mitvergiftet, verderbet und verunreiniget, so gar, daß alles an mir, was ich bin, lebe, thue oder lasse, der Verdammnis würdig ist. Solches alles, wie ich es von Herzensgrund erkenne, ist mir auch herzlich leid. Meine Sünden, o Herr, drücken mich hart, und wie eine schwere Laſt sind sie mir zu schwer worden. Weil ich nun nirgends Rat und Hilfe weiß, auch an mir selbst und an allem meinen Vermögen und Thun lediglich verzagen muß, mich auch bei feinem Engel noch Menschen einiger Hilfe in dieser meiner Sündennot zu versehen habe, so komme ich noch in der Zeit der Gnade und nehme meine Zuflucht einzig und allein zu deiner grundlosen Barmherzigkeit und zu dem teuern Verdienst deines eingebornen Sohnes, der mit seinem Gehorsam und unschuldigem Tod für mich reichlich 886 Geistreiche Gebete. und überflüssig bezahlet hat und eine ewige Erlösung mir erworben, dessen ich mich von Herzen tröste. Darauf will ich leben, darauf will ich sterben, es geschehe mir, wie du, mein Gott, willst, bein bin ich tot und lebendig; lebe ich, so lebe ich dir; sterbe ich, so sterbe ich dir. Stärke nur meinen Glauben und verleihe mir Gnade, daß ich ein ander, neues Leben anfange, das dir gefalle und meinem Nächsten nüglich und besserlich sei. Amen. Nach Vaters Art und Treuen Du nun so gnädig bist, Wenn wir die Sünd bereuen, Glauben an Jesum Christ Herzlich ohn Heuchelei: Thust du die Sünd vergeben, Linderst die Straf daneben, Stehst uns in Nöten bei. Um rechtschaffene Buße. Allmächtiger Gott, himmlischer Vater, erwecke in mir ein rechtschaffen bußfertig Herz, auf daß ich meine vielfältige Sünden und deinen gerechten Zorn wider dieselbe, samt der wohlverdienten Strafe der ewigen Verdammnis, recht erkenne, und in wahrer Furcht und Schrecken ernste Reue und Leid darüber habe, den Sünden feinder werde und davon ablasse. Gieb mir auch daneben ein herzliches Verlangen nach deiner Gnade und nach meinem lieben Herrn Jesu Christo und laß mich in einem rechtschaffenen Glauben der Vergebung der Sünden versichert und in einem ernstlichen und beständigen Vorsatz, mein Leben zu bessern, erfunden werden, und wie Christen gebührt, allezeit in einem neuen Gehorsam wandeln. Amen. Lieber Gott, ich muß bekennen, Daß ich bin in deiner Schuld, Ach Herr, hab mit mir Geduld! Ich darf mich kaum lassen nennen Deinen Knecht. Die Schuld ist groß, Herr, mach mich aus Gnaden los. Amen. Gebet um Vergebung der Sünden. So spricht der Herr: Bekehret euch zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, mit Weinen, mit Klagen; zerreißet eure Herzen und nicht eure Kleider und bekchret euch zu dem Herrn, eurem Gott; denn er ist gnädig und barmherzig, geduldig und von großer Güte, und reuet ihn bald der Strafe. Wer weiß, es mag ihn wiederum gereuen und einen Segen hinter sich lassen. Joel 2, 12. 13. 14. Herr, du hast gesagt: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. Auf solche deine Verheißung komme ich zu dir und glaube festiglich, ich werde nicht hinausgestoßen werden. Ich komme aber, weil ich mühselig und beladen bin. Gs drücket und beschweret mich der Sünden Last, welche ich in demütigster Beichte vor dein Geistreiche Gebete. 887 Angesicht niederlege. Ach Vater, ich habe gesündigt in dem Himmel und vor dir und bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße. Ach, wie oft habe ich dich beleidigt und zum Zorn gereizet? Ich mag und kann auch nicht alle meine Sünde erzählen, es reuet mich aber, daß ich sie begangen habe, ich schäme mich, viel Worte davon zu machen. Dies eine sage ich: Herr! ich befenne es gerne, daß ich viel und große Strafen verdienet habe, welche ich mit meinen Kräften nicht kann von mir abwenden. Du bist aber gnädig und barmherzig und von großer Güte. Drum trete ich mit Freuden zu deinem Gnadenstuhl und begehre Gnade demütig. Erlaß mir, o Gott, was ich dir schuldig bin, ich kann nicht zahlen aus Unvermögen; du aber kannst es mir erlassen aus Gnade. Gehe nicht, ach gehe nicht mit deinem Knecht ins Gericht. Rechne mir die Sünde nicht zu, die ich entweder aus Vorsaß, oder aus Irrtum und Unwissenheit begangen. Siehe an das Blut deines Sohnes, dasselbige ist vergossen für die Sünde der Welt. Ich bin auch in der Welt und bin ein Sünder, darum ist es auch für mich vergossen. Ach Herr, du hast mich zerrissen, heile mich. Gieb mir Glauben mit Beständigkeit, daß ich ein würdiger Gast sei an deinem Tische, und zunehme in der Gottseligkeit. Führe und regiere mich hinfort, daß ich das Gute, so ich mir vorgenommen, ins Werk richten möge. Beuge das Herz zur Gottesfurcht, die Ohren zur fleiBigen Aufmerkung deines Worts, die Zunge zum Lobe deines Namens. Segne meine Arbeit, verleihe Friede daheim und öffentlich, wende ab alle Ärgernisse, behüte die Meinigen und regiere all unser Thun, daß es dir angenehm und dem Nächsten heilsam sein möge. Höre die Seufzer, o mein Gott, ja erhöre sie, daß ich in dir und du in mir sein und bleiben mögest. Amen. So thut nun Buße und bekehret euch, daß eure Sünden vertilget werden. Apost. Gesch. 3, 19. Denn bei dem Herrn ist die Gnade und viel Erlösung bei ihm. Pf. 130, 7. Zuflucht eines bußfertigen Sünders zu dem Herrn Jesu. Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich mein! Herzliebster Herr Jesu Christe, ich bin der elende und unselige Sündenmensch und Übelthäter, der dir so viel Wunden geschlagen und dich mit seinen vielfältigen Sünden an das Kreuz gebracht hat. Siehe, hier stehe ich vor dir, meinem Richter, aber doch auch zugleich vor meinem Erlöser, und bitte dich um deiner herzlichen Barmherzigkeit willen, du wollest deine Wunden deinem erzürnten Vater zeigen, damit er die Genugthuung für meine Sünde anschaue, wollest auch aus derselben eine heilsame Reinigung auf meine unreine Seele fließen lassen. O du süßester Herr Jesu, wende dein 888 Geistreiche Gebete. mitleidendes Angesicht nicht von mir, sondern überschütte mich mit deiner unendlichen Barmherzigkeit. Siehe mich an mit deinen liebreichen Augen, mit welchen du die sündliche Maria Magdalena, den verleugnenden Petrus und den mörderischen Schächer am Kreuz hast angesehen. Du hast gesagt: Wenn ich erhöhet werde von der Erde, so will ich sie alle zu mir ziehen. Solches, o du großer Erlöser, erfülle auch an mir und ziehe mich zu dir. O herzliebster Herr Jesu, der du am Stamm des Kreuzes für mich bist ausge= streckt worden, strecke deine Arme nach mir aus, und umfange mich mit deiner Liebe. O teuerster Heiland, der du die Deinigen mit deinem Blute erhältst, erquicke meine matte und kraftlose Seele, und verschaffe, daß ihr nichts schmecke, denn du Herr Jesu! O du Strom des lebendigen Wassers, fließe in meine gnadendurstige Seele und laß fie trunfen werden von den reichen Gütern deines Hauses. O Jesu, nimm mich mir und gieb mich dir, so will ich dir danken für und für. Amen. Gebet vor der Beichte oder Absolution. Ach lieber Gott, himmlischer Vater, ich habe mein mit Sünden schwer beladenes Herz jetzt vor dir ausgeschüttet und dich um gnädige Vergebung angerufen. Ich glaube auch festiglich deine väterliche Erhörung. Weil du aber auch deinen Dienern im Predigt amt die Macht gegeben, daß sie in deinem Namen mit menschlicher Stimme die bußfertigen Sünder absolvieren und lossprechen, und sie in ihrer Bekümmernis trösten sollen, ich auch jetzt hingehen und von meinem Seelsorger eine tröstliche Absolution holen will, so lege du ihm deine Worte, die er zu mir reden soll, in seinen Mund, und hilf, lieber Gott, daß dieselben mir nicht allein zu Ohren, sondern auch zu Herzen gehen. Und wie deine Diener im Beichtstuhl, also sprich du mich im Himmel los, und versichere meinem Herzen deine ewige Gnade. Amen. Ach Herr Jesu Christe, du mein Heiland, du hast in deinem Worte allen bußfertigen Sündern Gnade und Barmherzigkeit zugesagt. Auf diese Zusage komme ich armer Sünder auch hier vor deinen Gnadenstuhl, und bitte demütig, entbinde mich durch die Stimme deines Dieners aller meiner Sünden, denn sie sind mir von Herzen leid. Wasche sie mit deinem allerheiligsten Blute rein ab und laß mich Gnade finden vor deinem allerheiligsten Angesicht. Wenn mich der Diener deines göttlichen Wortes los spricht, so sprich du dein kräftiges Amen dazu, du mein allergütigster Herr Jesu! Amen. Gott, heiliger Geist, absolviere, wasche und reinige, stärke und erleuchte mich jetzt durch deine grundlose Güte, daß ich von Sünden entbunden und der ewigen Seligkeit versichert werde, durch das Verdienst Jesu Christi. Amen. Hilf mir, mein Gott, zur ewigen Seligkeit. Amen. 889 Geistreiche Gebete. Seufzer demütigen Fußfall, wo es die Gelegenheit leidet, wenn man zum Beichtstuhl gehen will. mit einem Ach du barmherziger Gott und Vater, ich bitte dich durch deine große Güte, du wollest mir armen, fündigen Menschen gnädig sein, mir meine schweren Sünden nicht zurechnen, sondern die heilige Absolution mir widerfahren lassen. Ach hilf, lieber Gott, daß ich derselben in findlicher Zuversicht mich auch getröste, zum besseren Leben einen guten Vorsaß fasse und mich fortan zuversichtlich und fest an deinem Sohn, meinem Heiland und Seligmacher Jesu Christo, halte. Amen. O mein Herr Jesu Christe, du hast ja zu meinem Leben dich selbst am Kreuz zum Tode hingegeben, ach, so nimm mich doch auch zu Gnaden an, sprich du mir durch deines Dieners Mund eine tröstliche Absolution und Vergebung aller meiner Sünden, und stehe mir bei mit deinem heiligen Geist, daß ich fortan gottselig lebe, die Sünde meide, und mich allein an dir, meinem Heilande Jesu Christo, in wahrem Glauben fest halte und ewig selig werde. Amen. O Gott heiliger Geist, weil ich ohne dich und ohne deinen Beistand weder recht beten, recht beichten, noch recht glauben kann, ach, so entzünde du doch in mir eine innige Andacht und wahren Glauben. Laß mein Gebet so andächtig, meine Buße und Beichte so herzlich, und meinen Glauben so stark und kräftig sein, daß ich in meinem Herzen anders nichts fühle und empfinde, als daß mir durch die heilige Absolution meine Sünden verziehen und vergeben werden. Darauf trete ich hinzu, hilf mir, Gott Vater, Sohn und heiliger Geist! Amen. Gebet, wenn man zur Beichte gehen will. Gott, sei mir armen Sünder gnädig und barmherzig und vergieb mir alle meine Missethat im Namen deines lieben Sohnes Jesu Christi. Denn es ist in keinem andern Heil, ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben, darinnen sie sollen selig werden, denn allein in dem Namen deines lieben Sohnes Jesu Chriſti. Und wir glauben allesamt durch die Gnade deines lieben Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi, selig zu werden, gleicher Weise, wie auch unsre Väter selig worden sind. Amen. Eine Beicht- Formel aus der pommerschen Kirchen- Agende. O allmächtiger Gott, barmherziger Vater, ich armer elender, sündiger Mensch bekenne dir alle meine Sünde und Misses 890 Geistreiche Gebete. that, damit ich dich jemals erzürnet, und deine Strafe zeitlich und ewig wohl verdienet habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und ich bitte dich durch deine grundlose Barmherzigkeit und durch das heilige, unschuldige, bittere Leiden und Sterben deines lieben Sohnes Jesu Christi, du wollest mir armen Sünder gnädig und barmherzig sein, und mir deinen heiligen Geist zur Besserung meines Lebens mildiglich verleihen. Amen. Danksagung nach der Beichte. Ach du frommer und gnädiger Herr Jesu Christe, du Sohn des lebendigen Gottes, nimm dich meiner in großen Gnaden an, verstoße mich nicht von deinem Angesicht. Du hast mich ja ge= schaffen, da ich nichts war. Du haft mich erlöset, da ich verloren und verdammet war. Da ich dem Tode sollte übergeben werden, hast du dich meinetwegen in den Tod hingegeben. Auf daß du deinen Knecht errettetest, hast du dich, o Herr der Ehren, selbst in Gefahr gegeben. Auf daß ich möchte leben, bist du gestorben und hast mich mehr, als dich selbst geliebet, in dem, daß du dein Blut meinetwegen vergossen, und mich so teuer erkaufet haft. So behalte mich nun, du frommer Herr Christe, in der ange= fangenen Gunst, Liebe und Gnade, laß deine Gnade größer sein als meine Sünde, vollende du mit Gnaden, was du mit Gnaden angefangen hast. Amen. Eine andere. O gütiger, gnädiger, barmherziger Gott und Vater, ich sage dir von Grund meines Herzens Lob und Dank, daß du mir armen Sünder jetzt abermal durch deinen Diener alle meine Sünde vergeben, das ewige Leben wieder aufs neue zugesaget, und mich zu Gnaden angenommen hast. Ich bitte dich herzlich, gieb mir deinen heiligen Geist und schaffe durch denselben, daß ich an diesem Trost fest halte, und mich dessen von Herzen freue. Dessen zu einem gewissen Unterpfande will ich den wahren Leib und Blut deines lieben Sohnes Jesu Christi im Brot und Wein effen und trinken zu meiner Seelen Seligkeit. Verleihe mir auch, du getreuter Gott, daß ich mich hinfort besser vor Sünde hüte, derfelben feinder werde und mein Leben bessere. Dazu wolleft du mir gnädiglich verhelfen um deines Namens Ehre willen. Amen. Danksagung nach empfangener Absolution. Nun lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen ze. Pf. 103. Allmächtiger, himmlischer Vater, ich sage dir von Herzen Lob und Dank, daß du mich armen gefallenen Menschen nun wiederunt Geistreiche Gebete. 891 so gnädig angesehen und aus der Grube der ewigen Verdammnis gezogen hast. Denn, wo du nicht mit mir Geduld gehabt, sondern in deinem Zorn mich gestraft hättest, so hätte ich in meinen Sünden sterben und verderben müssen. Deiner Güte allein habe ich es zuzuschreiben, daß es nicht gar aus mit mir ist, deine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß. Ach wie kann ich dir vergelten alle deine Wohlthaten, die du mir die Zeit meines Lebens erzeiget, sonderlich daß du jest abermal durch das Wort der Versöhnung, welches du unter uns aufgerichtet, die harten und schweren Ban= den meiner Sünden zerrissen, und mich durch deinen Diener so herzlich getröstet hast. Verleihe mir, o Herr, deinen heiligen Geist, daß ich dieser empfangenen gnadenreichen Abfolution festiglich glaube, und in allen Anfechtungen mich derselben herzlich tröste. Gieb mir auch deine Gnade, daß ich forthin den Sünden, davon ich jetzt wiederum absolvieret worden, nicht mehr nachhange, noch meinem verderbten Fleisch den Willen lasse, sondern daß ich der Sünde je länger je mehr absterbe, das Fleisch samt den Lüften und Begierden freuzige, hingegen dir nach allen deinen Geboten mit willigem Gehorsam diene. Bestätige, o Herr, in mir, was du jest Gutes in mir angefangen, daß ich die Welt und mich selbst also nicht mehr liebe, wie bisher geschehen, noch die Sünde in meinem sterblichen Leibe herrschen lasse, sondern mein ganzes Leben nach deinem Willen einrichten möge, durch Jesum Christum. Amen. Gebet vor dem heiligen Abendmahl. 3u Gott dem Vater. O allmächtiger, barmherziger Gott und Vater, der du uns so gnädig und herzlich geliebet, daß du auch deines allerliebsten Sohnes nicht verschonet, sondern für uns alle in den schmählichen Tod des Kreuzes dahin gegeben, auf daß wir durch ihn in deiner Gnade ewig leben möchten, der du auch desselben zum gewissen Pfande und Versicherung uns seinen heiligen Leib und Blut im heiligen Abendmahl testamentsweise verordnet hast; ich danke dir von Herzen für solche überschwengliche Gnade, und bitte dich ferner demütig, du wollest mir, der ich auch im Namen deines Sohnes zu seinem Tische gekommen bin, Gnade verleihen, daß ich mich von ganzem Herzen in wahrem Glauben an deinen Sohn, meinen einigen Erlöser und Heiland ergebe, mit ganzer Begierde und aller Andacht, nicht allein mit dem Munde, den wahren Leib und Blut Jesu Chrifti in diesem hochwürdigen Sakrament zum seligen Gedächtnis seines Leidens und Sterbens effe und trinke, sondern auch im Herzen mit wahrem Glauben die verheißene Bergebung der Sünden und ewige Seligkeit darinnen ergreife und in mein Herz schließe, auch dadurch deiner herzlichen Liebe und 892 Geistreiche Gebete. Güte gegen mich versichert werde, daß du wollest ewiglich mein gnädiger Gott und Vater sein und bleiben und mir meine Sünden nimmermehr zur Verdammnis zurechnen, mich allezeit als dein Kind herzlich lieben, an Leib und Seele treulich versorgen, in aller Not und Anfechtung mächtig schüßen, und endlich ewig felig machen um Jesu Christi, unsers hochverdienten Mittlers und Seligmachers willen. Amen. 3u Gott dem Sohn. Ich danke dir, Herr Jesu Christ, daß du bei diesem deinem heiligen Abendmahl mich armen Sünder selbst speisest und tränfest mit deinem heiligen wahren Leib und Blut, und mir ganz tröstlich zueignest alle deine erworbenen Güter und Wohlthaten. Hilf, mein Herr und Gott, daß ich mit rechtgläubigem Herzen vor dir erscheine und würdig sei, deines heiligen Tisches zu genießen. Wie soll ichs dir, mein Gott, vergelten, daß du dich so nahe zu mir thust und eine solche himmlische Gemeinschaft mit mir auf richtest, dadurch ich nicht allein mit dir, sondern durch dich mit der ganzen heiligen Dreieinigkeit vereiniget und verbunden werde. Ja, mein Herr Jesu, du vereinigest dich mit mir so fest, daß ich nun forthin ein Gliedmaß deines Fleisches und Gebeines bin. Du teilest ja so reichlich mit mir, daß dein ganzer Gehorsam, Verdienst und Gerechtigkeit mein eigen wird, und ich dadurch vor meinem Gott so gerecht und angenehm bin, als wenn ich nie eine Sünde gethan hätte. Du vereinigest dich so hoch mit mir, daß du allezeit in mir wohnen, mich durch deinen heiligen Geift lebendig machen und nimmermehr von mir lassen willst. Mein Herr und Gott, wie tröstlich stärkest du meinen Glauben, wie lieblich erweckest du meine Zuversicht! Hilf, Herr Jesu Christe, daß unsere Gemeinschaft je länger je fester werde, daß ich mich deiner Wohlthaten und Verdienstes je länger je freudiger tröste, dir je länger je tiefer einverleibt werde und dein unablässig Gliedmaß bleibe, daß ich durch dich mit Gott, deinem und meinem Vater, und dem heiligen Geist je länger je träftiger vereinigt sein und bleiben möge bis in Ewigkeit. Ach wohne und lebe in mir ohne Unterlaß, und mache mich recht lebendig, heilig und selig, daß ich mit lebendigem Mut und heiligem Herzen, mit rechtem Verstand, mit neuen Zungen, mit thätigen Händen deinem Namen mit Freuden diene, daß meine Gliedmaßen mit Lust thun und vollenden, was dir gefällig ist, auf daß ich anhebe, eine neue Streatur, dir meinem Herrn und Gott gleichförmig zu werden, und also durch deine Kraft und macht zur ewigen Vollkommenheit bewahret und erhalten werde. Amen. 3u Gott dem heiligen Geist. Oheiliger Geist, du Quell der Gnade, bereite mein Herz zu diesem Gnadentisch, welchen Jesus Christus, der getreue Hirte, Geistreiche Gebete. 893 gegen meine Feinde für mich bereitet hat; rühre, o Gott, die Heimlichkeit meines Herzens, daß ich recht erkenne und beweine die Unreinigkeit meines Herzens und ganzen Lebens. Erleuchte mein Herz durch den Glanz deines Lichtes. Erfreue das zerschlagene Gemüt. Besuche es mit deinem Trost, feuchte es mit deineni Saft, erquicte es mit deiner Straft. Ktomm, o höchster Tröster, in mein Herz, laß mich deinen Tempel sein, darinnen du wohneft und bleibest, damit ich auch ein Tempel meines Heilandes Jesu Christi sein und bleiben möge. Heilige mich, o heiliger Gott, in deiner Wahrheit, erhalte mich bei deinem Wort, stärke mich im Glauben, hilf mir in Betrübnis, und sei mein Trost im Leben und Sterben. Du süße Liebe, schenk uns deine Bunst, Laß uns empfinden der Liebe Brunst, Taß wir uns von Herzen einander lieben Und im Fried auf einem Sinne bleiben; damit wir also in Jesu Christo bleiben, leiden, leben und sterben. Das verleihe durch Jefum Christum, meinen Gott und Heiland, der mit dem Vater und mit dir lebet und regieret immer und ewiglich. Amen. Gebet vor Empfahung des heiligen Abendmahls. So oft ihr von diesem Brot esset und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, bis daß er kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brot isset und von dem Kelch des Herrn trinket, der ist schuldig an dem Leib und Blut des Herrn. Der Mensch aber prüfe sich selbst, und also esse er von diesem Brot und trinke von diesem Selch. 1. Cor. 11, 26. 27. 28. O allmächtiger, gütiger Gott und Vater, ich danke dir von Herzen, daß du aus grundloser Liebe und Barmherzigkeit mir und allen Sündern zum ewigen Heil und Trost deinen eingebornen Sohn geschenket hast, der uns durch sein bitter Leiden und Sterben so teuer erlöset und mit dir versöhnet, auch zu immerwährendem Gedächtnis seines allerheiligsten, blutigen Kreuzopfers, und zum gewissen Unterpfand seiner überschwenglichen Liebe sein hochwürdig Testament eingefeßet, darinnen uns zu einem übermäßigen Schaß seinen hochheiligen Leib und teuerbares Blut, so am Stamm des Kreuzes für die Sünde der ganzen Welt aufgeopfert, zur Speise und Trank verordnet hat. O Bater, wie teuer ist deine Güte! Wie reich, wie lieblich und herrlich sind die Güter deines Hauses! Wie wunderbar sind deine Geheimnisse! Meine Seele verlanget und sehnet sich nach deinen Vorhöfen, mein Leib und Seele freuet sich in dir, lebendigem Gott. Ach, wie kann ich dir genugsam danken, daß du mich armen Menschen zu solchem hohen, kostreichen Abendmahl und Himmelstisch so gnädig berufen läsfest, da ich nicht eine äußerliche, vergängliche Speise und Trank, sondern das 894 Geistreiche Gebete. Brot des Lebens und den rechten Heilbrunnen, nämlich deines eigenen Sohnes Fleisch und Blut empfangen und genießen soll. Darum hebe ich mein Herz und Augen zu dir auf mit großer Begierde und bitte demütig, du wollest mich zu solcher kostbaren himmlischen Mahlzeit würdig und geschickt machen, damit ich durch ihre heilsame Genießung deinem lieben Sohn als ein rechtschaffen Glied einverleibet, in meinem schwachen Glauben gestärket, in meinem Gewissen getröstet, und an meiner hungrigen und durstigen Seele zum ewigen Leben gespeiset und getränket werde. Amen. O Gott Vater im höchsten Thron, Der du uns schenkest deinen Sohn, Begnad mich mit dem heilgen Geist, Im Glauben stärk mich allermeiſt. Daß ich würdig brauch dieser Speif, Und dir herzlich sag Lob und Preis. Leit mich durch den Geist der Wahrheit, Und hilf mir in deine Klarheit. Bei Empfahung des heiligen Abendmahls seufze: Herr Jesu Christe, dein heiliger Leib, den du für mich in den bitteren Tod gegeben, stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen.nh Herr Jesu Christe, dein heiliges Blut, welches du am Kreuz für mich vergossen hast, stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. Danksagung nach Empfahung des heiligen Abendmahls. Ich will den Herrn loben allezeit, sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein. Pi. 34, 1. Nun wird mein Gott und Vater mein verschonen; nun wird Jesus Christus in und bei mir wohnen; nun wird der heilge Geist mir verhelfen zur Ehrenkronen; denn ich habe den Herrn gesehen, ja sein heilig Abendmahl empfangen, und meine Seele ist genesen. Amen. O Herr, laß deinen Knecht( Magd) in Frieden fahren, denn meine Augen haben gesehen deinen Heiland. Amen. Zu Gott dem Vater. Allmächtiger Gott, himmlischer Vater, ich sage dir herzlich Lob und Dank, daß du mir armen Sünder nicht allein aus Gnaden um deines geliebten Sohnes Jesu Christi willen alle meine Sünde verziehen, sondern auch darauf seinen Leib und Blut im heiligen Abendmahl mir zum Pfande gegeben hast. Wie hätteſt du mich besser trösten können? Wie hättest du mich mehr deiner Geistreiche Gebete. 895 Gnade versichern und der Verheißung des ewigen Lebens vergewissern können? Ach, verleihe mir deine Gnade, daß ich es nimmer aus dem Herzen lasse, sondern alle Augenblicke bedenke, daß ich in Christo habe Gnade, die Vergebung der Sünden, das Leben und die Seligkeit. Gieb, daß es meinen schwachen Glauben stärke, mein blödes Gewissen tröste, mein Gemüt erquicke und zu allem Guten in mir Kräfte schaffe. Wollest dir auch meinen Leib und meine Seele allezeit befohlen sein lassen, und wo es zu deinem Lob und meiner Seele Heil dienet, mich auch an dem Leibe wie an der Seele gefund erhalten. Wo aber nicht, beständigen Glauben, christliche Geduld und feste Hoffnung bis ans Ende geben, auf daß ich nach deiner Versicherung durch Jesum Christum, dessen Leib und Blut ich darauf empfangen habe, möge einnehmen und besigen die Freude des ewigen Lebens. Amen. 3u Gott dem Sohne. O Herr Jesu Christe, du treuer Immanuel, dir sei Lob und Ehre, daß du mich würdig geschäßet hast, mich an deinem heiligen Tisch zu speisen und daselbst nicht nur Brot und Wein, sondern auch deinen wahren Leib und Blut zur Stärkung ins ewige Leben gegeben. Ich bitte dich von Grund meines Herzens, laß an mir armen Sünder ferner auch in Gnaden erfüllet werden, was du gefaget haft: Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der bleibet in mir und ich in ihm. Ach Herr, in dir bin ich gerecht, heilig und fromm, ein Kind und Erbe des ewigen Lebens, aber außer dir ist keine Verheißung, keine Gnade, keine Vergebung der Sünden, keine Gerechtigkeit, fein Leben noch Seligkeit. Darum, so halte ich mich an dich, ich versenke mich ganz in dich, ich ruhe in deiner geöffneten Seite und lasse dich nicht, du segnest mich denn ewiglich. Ich bin zwar für mich nackend und bloß, mangele des Ruhms, so ich vor Gott haben sollte, aber mit wahrem Glauben fleide ich mich in die Kleider deines Heils und ziehe an den Rock deiner Gerechtigkeit, und komme damit zu deinem Vater, nicht zweifelnd, er werde mich auch für sein Kind auf Erden aus Gnaden auf und annehmen. Und wie sollte es mir fehlen? Denn du, Herr Christ, wohnest in mir und ich in dir; der Vater hat dich lieb und hat dir alles in deine Hände gegeben; wer an dich glaubet, der hat das ewige Leben. Verleihe mir auch durch deine gnadenreiche Beiwohnung in dem Glauben Beständigkeit, und in der Hoffnung Freudigkeit, so werde ich gewiß auch in und bei dir finden die ewige Seligkeit. Amen. O Herr Jesu, Amen! 3u Gott dem heiligen Geist. Oheiliger Geist Herre Gott, was für große Gnade ist mir armen Sünder jest widerfahren? Wie wohl hast du mich geweidet? Wie reichlich hast du mich gespeiset? Ach, wie gnädig hast du mich getränket? Wie hätte ich doch nimmermehr können dazu 896 Geistreiche Gebete.. fommen, wenn du mich nicht erleuchtet hättest; wie hätte ich können daran glauben, wenn du mir nicht davon gepredigt hättest? Wie hätte ich Jesum Christum können meinen Herrn nennen, wenn du mich nicht erleuchtet hättest? Und wie hätte ich fönnen sein heilig Abendmahl würdig empfangen, wenn du mich nicht dazu bereitet hättest? Ach, du edler Tröster! ich danke dir von Grund meines Herzens, daß du nach dem Willen des Vaters und nach der Verheißung meines Heilandes Jesu Christi mich lehrest, tröstest, bereiteſt und führest in alle Wahrheit. Ich bitte auch weiter bemütig: Komm heiliger Geist, Herre Gott, komm jetzt und allezeit zu mir, und erfülle mit deiner Gnadengüte mein Herz, mein Gemüte, meine Sinnen und alle meine Gedanken. Erhalte das Licht des Glaubens in meinem Verstande, entzünde brünstige Liebe in meinem Herzen, erwecke Friede und Versöhnung in meinen Ohren, Zucht in meinen Augen, Psalmen und Lobgesänge auf meiner Zunge, Gebet in meinem Munde, heiligen Beruf unter meinen Händen und den Weg des Herrn unter meinen Füßen. Verlaß mich auch in der gegenwärtigen Not und trübseligen Zeit nicht mit deinem Trost, denn ich bin dessen hoch benötigt. Hilf auch durch deine Kraft meiner Schwachheit; denn ich bin deren sehr bedürftig, und stehe mir bei mit deiner Gnade bis ans Ende, welches ist die lezte, höchste und größte Not. Drum hilf, daß ich nicht fürchte Schande noch Tod, sondern möge allezeit beständig bleiben und die Trübsal mich nicht lasse von dir treiben. O Herr, durch deine Kraft mich bereit, Und stärk des Fleisches Blödigkeit, Daß ich hier möge ritterlich ringen, Durch Tod und Leben zu dir dringen. Amen. Danksagung nach dem heiligen Abendmahl. Ach du frommer Herr Jesu Christe, ich kann und vermag deine große Liebe, die du mir jetzt hast lassen widerfahren, weder mit Worten noch Gedanken genugsam loben, daß du mich armen Sünder( Sünderin) wiederum zu Gnaden angenommen und mitt deinem wahren Leib und Blut gespeiset und getränket hast. Laß dir auch gefallen das Dankopfer meines Herzens und Mundes, so viel ich jetzt in diesem armen Fleisch und Blut kann und vermag dich zu loben, ich will dich einst vollkommen in Ewigkeit loben und preisen. Gieb mir unterdessen deinen heiligen Geist, der mich lehre erkennen, was du an mir gethan hast, auf daß ich im Glauben, in Liebe, Hoffnung und Geduld anfange ein neues Leben zu führen, dir zu Lob und Ehren und zu Nuß meines Nächsten, um deines teuren Verdienstes willen. Amen. Geistreiche Gebete. Das kleine Kirchengebet. Wir bitten dich, Herr Gott himmlischer Vater, du wollest durch deine milde Güte und Barmherzigkeit die Bande unserer Sünden auflösen und alle wohlverdiente Strafe gnädiglich wegnehmen. Du wolleft auch unsere Versammlung und die ganze christliche Gemeine in aller Seligkeit und Unsträflichkeit bewahren. Vornehmlich laß deine Barmherzigkeit groß werden über den Kaiser, unsern König und Herrn, über die Kaiserin und Königin, seine Gemahlin, über den Kronprinzen und die Kronprinzessin von Preußen, über sämtliche Prinzen und Prinzessinnen des Königlichen Hauses, und die demselben anverwandt und zugethan sind. Erhalte sie bei Gesundheit und gieb, daß sie deinem Volfe ein Muster der Gottesfurcht stets sein mögen. 897 Du wolleft auch in deinen väterlichen Schuß nehmen alle hohe Königliche Beamte, sowohl im Militär- als Civilstande, besonders die Königliche Landesregierung und andere hohe LandesKollegia, imgleichen E. Edlen wohlweisen Rat dieser Stadt. Reinige auch alle Christen von ihren Lastern, vermehre in ihnen das Gute; gieb uns deinen Frieden und alles Heil. Mache zu Schanden alle Feinde, so wider uns und deine christ= liche Gemeine aus des Teufels Eingeben falsche List vornehmen. Verleihe uns auch gut Wetter, Früchte der Erde, Gesundheit des Leibes. Behüte uns vor Krieg, Hunger, Bestilenz und teurer Zeit, bösem, schnellem und ungeheurem Tod. Gieb uns auch und allen unfern Feinden deine göttliche Liebe und Einträchtigkeit, um Jesu Christi, deines lieben Sohnes unsers Herrn willen. Amen. Gebet zur Zeit des Donners und Ungewitters. Der Herr wird regnen lassen über die Gottlosen Blizz, Feuer und Schwefel, und wird ihnen ein Wetter zu Lohn geben. Ps. 11, 6. Ach Herr Gott, der du bist ein Vater der Barmherzigkeit und Gott alles Trostes, straf uns nicht in deinem Zorn, und züchtige uns nicht in deinem Grimm. Laß uns deine Blize, so da schrecklich leuchten, nicht beschädigen, noch unser Haus und Hof anzünden. Sei du bei uns in der Not, und behüte uns vor einem bösen, schnellen Tod. Tröste, stärke und erhalte uns im wahren Glauben und Vertrauen auf deine große Gnade und Barmherzigkeit. Bedecke mit deiner allmächtigen Hand unsern Leib und unser Leben Haus, Hof, Vieh und Früchte auf dem Felde, und alles, was w r haben. Beschirme dieselber vor Schlossen, Hagel und Wasserfluther. Bedecke uns mit deinen Gnadenflügeln, bis der Zorn und das schreckliche Ungewitter vorübergehe. Ach Herr, es müssen ja Donner und Bliz, Feuer und Wasser, Hagel und Sturmwinde deinen 57 898 Geistreiche Gebete. Befehl ausrichten; aber sei uns gnädig und verschone unser um deines lieben Sohnes Jesu Christi willen. Ach Herr, wer ist dir gleich, der so mächtig, heilig, schrecklich, löblich und wunderthätig ist? Beweise an uns, daß du der rechte Nothelfer bist, ein Schuß zur Zeit der Not, und laß uns dein Vaterherz wiedersehen durch) den heiligen und starken Namen Jesu Christi, welchem mit dir und dem heiligen Geiste sei Ehre, Herrlichkeit, Lob und Preis in alle Ewigkeit. Amen. Danksagung nach dem Ungewitter. Preiset mit mir den Herrn, und laßt uns mit einander seinen Namen erhöhen. Da ich den Herrn suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht. Ps. 34, 4. 5. Ewiger, allmächtiger Gott, barmherziger lieber Vater, wir arme, schwache und blöde Kreaturen haben deine große Gewalt und herrliche Macht gesehen und gehöret, wir loben, preisen und fürchten dieselbe und sind erschrocken vor deinem Zorn. Wir haben erkannt, daß du nicht allein ein gewaltiger allmächtiger Herr und Gott bist, sondern auch ein gnädiger Vater von großer Barmherzigkeit. Wir danken dir, daß du unser Gebet in dieser unserer Not erhöret hast, und bist mitten in deinem Zorn eingedenk gewesen deiner Gnade. Herr, wenn Trübsal da ist, so denkest du der Barmherzigkeit. Du hast an uns gedacht, wie an Noah bei der Sündflut im Kasten. Ja, du hast uns auch in deine Arche eingeschlossen und erhalten, und bist bei uns gewesen in unsrer Not, wie bei den Jüngern im Schifflein. Du hast uns gnädig bewahret vor dem schrecklichen Feuer und Blizen. Du hast au uns erfüllet deine Verheißung: Wenn du durchs Feuer gehst, will ich bei dir sein, daß dich die Flamme nicht entzünde; wenn du durchs Wasser gehest, bin ich bei dir, daß dich die Flut nicht erträufe. Du hast unsern Glauben nicht sinken lassen, sondern uns deine allmächtige Hand gereichet, wie Petro auf dem Meer, und uns herausgezogen. Du haft mit deinem gnädigen, allmächtigen Schirm und Schatten unsern Leib und unser Leben, Haus und Hof und alles, was wir haben, bedecket, bis dein Zorn und Wetter ist vorüber gegangen. Du bist unsre Zuflucht und Nothelfer gewesen, und hast uns dein Vaterherz und freundlich Angesicht wieder sehen lassen. Dafür danken wir dir und loben, ehren und preisen deinen herrlichen, löblichen, wunderthätigen Namen, und bitten, du wollest unser unwürdiges, armes, geringes Lob- und Dankopfer gnädiglich annehmen, welches wir dir auf dem wahren, hohen, allerheiligsten Altar des teuren Verdienstes Jesu Christi opfern, und wollest uns deine Guade geben, daß mir deiner allmächtigen Hilfe nicht vergessen, sondern derselben zu wahrer Buße, unsers Lebens Besserung und zur Erinnerung des jüngsten Tages gebrauchen, und denselben mit Freuden erwar ten, und unsern Herrn Jesum Christum mit Frohlocken, wenn er Geistreiche Gebete. 899 tommen wird in seiner großen Herrlichkeit, aufnehmen und ent= pfangen, welchem sei Ehre und Preis, Kraft, Glorie und Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Gebet um bequemes Gratewetter. Gnädiger Gott, barmherziger Vater im Himmel, wir tragen dir unsere Not demütig vor, und rufen dich bußfertig an, du wollest zur Ginerntung und Sammlung der lieben Feldfrüchte bequemes Wetter und beständigen Sonnenschein verleihen, damit wir des Segens, den uns deine Barmherzigkeit zeiget, teilhaftig werden, und Menschen und Vieh nach Notdurft ihre gesunde Nahrung und Erhaltung davon haben mögen. Bewahre die reifen Früchte vor Hagel, Schlossen und Ungewitter, und behüte auch in der Erntearbeit Menschen und Vieh in der Stadt und auf dem Lande vor allem Schaden und Unglück. Strafe uns nicht in deinem Zorn, wende alle Hungersnot und teure Zeit in Gnaden von uns ab; hilf uns durch deine Kraft, daß wir nicht in deine Zorn= rute fallen, und uns mit Erust und rechtschaffenem Sinn zu dir befehren und unser sündliches Leben lassen mögen. Regiere uns durch deinen heiligen Geist, daß wir dir mit Freuden und reinem Herzen dienen, damit all dein Segen wieder über uns komme; laß uns gesegnet sein, und überschütte uns mit der Fülle deiner Guade, so wollen wir dich dafür ewig loben und preisen. Erhöre uns um Christi, unsers Herrn und Heilandes willen. Amen. tavol Gebet in großer Dürre um einen gnädigen Regen. Gott ists, der den Regen aufs Land giebt und lässet Wasser kommen auf die Straßen. Hiob 5, 10. Barmherziger, gütiger Gott und Vater, du Ernährer derer, die dich anrufen, dessen Fußstapfen von Fett triefen, du siehest, wie das Land lechzet und sich nun etliche Wochen nach einem frischen Regen sehnet. Thue doch auf die Fenster des Himmels, und gieß herunter deinen großen Schaß, daß die dürren Früchte erquicket und wir dadurch gesättigt werden mit deinem Gut. Unser Land ist hart worden von der Dürre, es vertrocknet alles und hat keinen Saft mehr, die Wiesen werden gelb und der Acker verdorret. Wir verdienen zwar mit unsern Sünden, daß uns der Himmel wie Eisen und die Erde wie Erz sei; du läsfest aber dennoch regnen über Gute und Böse. Darum siehe nicht an unsre Sünde und Missethat; erbarme dich über dein Volk, das dich Vater nennet, und aus deiner gutthätigen Hand sein Stücklein Brot erwartet. Gebiet den Winden, daß sie Wolfen zusammen treiben, und den Wolken, daß sie Regen geben, daß Gras wachse auf dürren Bergen und die Äcker ihre Frucht bringen. Wir verschmachten ohne deinen Trost; das Vieh lechzet in den Gründen und die Vögel girren in 57* 900 Geistreiche Gebete. den Wäldern, in der wüsten Einöde. Es stehet alles saft- und kraftlos und verwelket zusehends. Der Ackersmann gehet umher und seufzet; die Arbeit seiner Hände ist vergeblich, du besprengest fie denn mit dem fruchtbaren Tau von oben herab. Wir, deine Kinder, bitten dich, erhöre uns, daß unser Land sein Gewächs gebe, daß Wasser falle auf die Dürftigen, und Ströme auf die Dürren. An deinem Segen ist alles gelegen. Weder der da pflanzet ist etwas, noch der da begießt ist etwas, sondern du, Gott, der du dein Gedeihen dazu giebest. So laß nun an uns wahr werden deine Güte und Trene, dadurch du uns versprochen hast, Früh- und Spätregen zu geben zu rechter Zeit. Amen. Du wirst es thun, wir verlassen uns auf deine Gnade. Christe Jesu, bitte für uns! Amen. Danksagung nach erlangtem fruchtbaren Regen. O treuer Gott, ob wir zwar als arme Sünder deinen Zorn erwecket und nichts denn Strafen verdienet haben; wie du uns denn nun zur Zeit alle heimgesucht hast, da die Sonne aufging mit der Hibe, daß das Gras verwelfte, die Blüte abfiel und ihre schöne Gestalt verdarb; da du den Wolken gebotest, daß sie nicht darauf regneten, und plagtest uns mit dürrer Zeit; so hast du doch nun den Himmel mit Wolken bedecket und giebest Regen auf Erden, läsfest Gras wachsen auf den Bergen, giebest dem Vieh sein Futter, und erquickest also das dürre Land wiederum. Wir danken dir, Herr, daß dein Zorn sich gewendet hat, und tröstest du uns nun wieder mit deiner Hilfe. Du läsfest dich doch nicht unbezeuget, haft uns viel Gutes gethan und vom Himmel wiederum Regen und fruchtbare Zeit gegeben, daß du unser Herz erfüllest mit Speise und Freude. So jauchzet Gott alle Lande, lobsinget zu Ehren seinem Namen, rühmet ihn herrlich, und sprechet zu Gott: Wie wunderbarlich sind deine Werke! Alle Lande beten dich an und lobsingen dir und deinem heiligen Namen. Hilf aber auch, du getreuer Gott, daß wir uns zu dir, dem Herren, bekehren und unser sündliches Leben lassen, vom Bösen aufhören und anfangen Gutes zu thun, und darinnen beständig verharren, damit wir dich nicht aufs neue erzürnen und durch vorsäßliche Sünden noch gröBere Strafen auf uns laden. Regiere uns mit deinem heiligen Geist, daß wir dir dienen, damit all dein Segen weiter über uns fomme in der Stadt, auf dem Lande, auf dem Acker, im Hauſe und allem, was wir haben. Ja, daß wir gesegnet seien, wenn wir aus- und eingehen, bis wir dermaleinst den reinen geistlichen Segen in himmlischen Gütern durch Christum vollkömmlich empfangen, welchem samt dir, o himmlischer Vater, und dem heiligen Geist, einigen wahren Gott, sei Lob, Ehre und Preis in alle Ewigkeit. Amen. Geistreiche Gebete. Gebet um den lieben Sonnenschein. Herr Jesu, wenn wir nur unsere Sünde beweinten, dürfte der Himmel nicht weinen. Weil wir aber in unsern Herzen verhärtet sind, fuchest du uns billig mit diesem feuchten und schädlichen Wetter heim. Aber erbarme Dich der lieben Armut und der lieben Kinderlein, und laß sie unsere Sünde nicht entgelten. Herr, vers stopfe die Fenster des Himmels, vertreibe die Wolken und laß uns die liebe Sonne wieder scheinen. Unsere Hoffnung und Hilfe, unser Trost und Zuflucht ist und bleibet in dir, der Himmel und Erde gemacht hat. Amen. 901 Danksagung nach erlangtem warmen Sonnenschein. Herr, allmächtiger Gott, wir waren in großer Sorge und Not wegen der langwierigen Nässe. Denn der Himmel war verhüllet und die Sonne mit Wolken überzogen. Nun läsfest du die Sonne wieder scheinen, und nach dem Weinen überschüttest du uns mit Freuden, indem das Land seine Gewächse giebt, daß wir eine gute, fruchtbare Ernte zu gewärtigen haben. Dafür danken wir deiner Güte, die reichet, so weit der Himmel ist und als die Wolken gehen. Gelobet seist du, Gott und Herr, o Gott Jsraels, der du allein Wunder thust, und gelobet sei dein herrlicher Name ewiglich, und alle Lande müssen deiner Ehre voll werden. Hilf, du frommer Gott, daß wir uns als gehorsame Kinder gegen dich erzeigen, alle Sünde meiden, vor dir wandeln und fromm seien, deinen Bund halten und an deine Gebote gedenken, daß wir danach thun und mit Freudigkeit und Zuversicht zu dir treten, Barmherzigkeit und Gnade finden, so oft uns Hilfe von nöten sein wird, und wenn einst die Sonne vergehet, auch Himmel und Erde, da teine Nacht sein wird, und wir ihrer auch nicht bedürfen werden: so laß uns, famt allen Gerechten, leuchten wie die Sonne in deines Vaters Reich immer und ewiglich. Amen. Gebet um zeitliche Nahrung. Herr Gott, himmlischer Bater, der du bist mein Leben. Mein Leib und Seele, mein Hab und Gut und alles, was da mein ist, das hast du mir gegeben, von dir hab ichs empfangen; richte und ordne du, o lieber Gott, alles in meinem Hauswesen, Stande, Thun und Leben nach deinem göttlichen Willen, dir zu Lob, mir, den Meinigen und jedermann zu Nuß. Segne alles, was ich habe, mache fruchtbar und reich alles, was zur leiblichen Notdurft ge= höret und wodurch ich meinen Unterhalt haben soll; denn, wenn du giebest, so sammeln wir, und wenn du deine Hand aufthust, fo wird alles gesättiget mit Wohlgefallen. Amen. Geistreiche Gebete. Tisch- Gebete. teda Vor dem Essen. Aller Augen warten auf dich, Herr, und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du thust deine Hand auf und erfüllest alles, was lebet, mit Wohlgefallen. Diese Speise segne uns Gott der Vater, der Sohn und der heilige Geist! Amen. Herr Gott, himmlischer Vater, segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 902 Komm, Herr Jesu, sei unser Gast und segne, was du uns bescheret hast. Amen. #romaty Segne, Vater, diese Speise, uns zur Stärkung, dir zum Preise. Amen. Nach dem Essen. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich! Amen. Wir danken dir, Herr Gott, himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen Sohn für alle deine Gaben und Wohlthaten, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. Herr, habe Dank für Speis und Trank; du wolleft, fromm zu leben, uns deine Gnade geben! Amen. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du unser Gast gewesen bist. Bleib du bei uns, so hats nicht Not; du bist das wahre Lebensbrot! Amen. Gebet eines Reisenden. Siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land, denn ich will dich nicht lassen. 1. Moj. 28, 15. Herr, der du vor Zeiten dein Volk Israel durch wunderliche Wege und durch eine wilde Wüste mit einer Wolke und hellem Feuer geleitet und ihnen des Tags ein Schirm und des Nachts eine Flamme gewesen, weil ich jetzt meines Berufs halben reisen. muß, so bitte ich dich von Herzen, du wollest mit mir und vor mir herziehen und mich den rechten Weg führen, auch zu seiner Zeit gefund wieder heim bringen. Trage mich, wie ein Mann feinen Sohn trägt, durch alle Wege, dahin ich wandeln muß. Decke mich mit deiner Hand, und errette mich von der Hand der Feinde. Laß mich deinen Engel geleiten und alles wohl schicken, Geistreiche Gebete. 903 was ich vorhabe, also, daß ich mit Freuden wieder heim kommen möge. Regiere mich, daß ich, wo ich hinkomme, flüglich handle, und es mir wohl gelinge; bewahre meinen Ausgang und Ein gang von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Danksagung nach glücklich vollbrachter Reise. Gnädiger Gott, himmlischer Vater, ich danke dir von Grund meines Herzens, daß du mich meine vorgehabte Reife glücklich haft lassen vollbringen und mich durch deiner lieben Engel Schuß mit: Freuden wiederum zu den Meinigen gebracht, und vor allem Irrtum und Gefahr Leibes und der Seele väterlich bewahret. Diefe deine große Güte erkenne ich, dafür lobe und preise ich dich, und bitte dich von Herzen, du wollest noch ferner alle Reisende begleiten, sie sicher aus- und einführen, und uns, als geistliche Pilgrime und Wandersleute, endlich aus der irrfamen Welt einführen in das himmlische Vaterland des ewigen Lebens durch Jesum Christum, unsern Heiland. Amen. Gebet eines Kranken. Barmherziger Gott, weil du uns geboten hast, daß wir in der Not dich anrufen sollen, und uns gnädige Erhörung ver=sprochen, so schreie ich zu dir in meiner Schwachheit und bitte dich herzlich, du wollest dich meiner erbarmen nach deiner großen Güteund mir, um Jesu Christi, deines lieben Sohnes, willen alle meine Sünde verzeihen, womit ich diese Krankheit mir selbst zugezogen. Wenn es deinem heiligen Willen nicht zuwider, noch mir an meiner Seligkeit hinderlich ist, wollest du mir nach deiner väterlichen Güte wiederum aufhelfen, und mich an Leib und Seele gefund machen. Denn so du willst, kannst du mich wohl reinigen. So du aber mit mir ein Ende machen und mich aus diesem elenden Leben zu dir nehmen willst, so geschehe dein Wille, und gieb mir dann Gnade, daß ich mich zum Sterben willig bereite und von Herzen begehre aufgelöset zu sein und dein Angesicht zu schauen. in Gerechtigkeit, himmlischer Freude und Seligkeit durch Jesum Christum. Amen. Banksagung für erlangte Gesundheit. Gehe in dein Haus und zu den Teinen, und verkündige ihnen, wiegroße Wohlthat dir der Herr gethan und sich deiner erbarmet hat. Marc. 5, 19. Ich will dich erhöhen, mein Gott und König, und deinen Namen täglich loben und rühmen, daß du mich um meiner Sünde willen so väterlich gezüchtiget und heimgesuchet, aber meine Krantheit und Leibesbeschwerlichfeit wiederum gnädig abgewendet und 904 Geistreiche Gebete. mich aus den Pforten des Todes erlöset und ausgeführet hast. Denn ich war mit Stricken des Todes umfangen und mit Leibesschmerzen über die Maße beschweret, also, daß ich mich des Lebens ganz begab. O, wie oft gedachte ich bei mir selbst: Nun ist meine Zeit dahin und hilft nichts dafür, nun muß ich diese Welt gesegnen. Nun werde ich nicht mehr die Menschen schauen, nun werde ich nicht mehr sein bei denen, die ihre Zeit leben. Des Morgens sagte ich: Ach, daß ich nur den Abend erleben möchte! Des Abends flehte ich: Ach, daß ich nur den Morgen erleben möchte! Denn du machtest mich dürre und zerbrachst mir alle meine Gebeine. Aber da ich zu dir schrie und deinen Namen herzlich anrief, hast du meine Stimme und mein Flehn erhöret und deine Ohren zu mir geneiget. Du hast mich wieder lebendig gemacht und aus der Erde geholet; du hast meine Seele aus dem Tod gerissen und im Leben erhalten! Herr, deine Güte ists, daß es nicht gar mit mir aus ist, deine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß. Darum will ich mein lebelang dich anrufen und mein Vertrauen nicht auf mich selbst, noch auf die Welt, sondern auf dich allein stellen. Denn du bist der Herr, der die Toten auferwecket und lebendig machet, und rufest dem, das nichts ist, daß es sei. Dir allein habe ich es zu danken, daß ich von diesem tötlichen Lager mich wieder aufgerichtet, bin auch der gewissen Hoffnung, daß du mich hinfort erlösen und mein Leben, so lange es dir gefällt, fristen, und dann nach vollendetem zeitlichem Lauf mich in dein himmlisches Reich einnehmen werdest, woselbst Freude die Fülle und lieblich Wesen zu deiner Nechten ist ewiglich. Amen. Gebet in Sterbensnot. Herr Jesu Christe! Siehe, es ist nunmehr das Stündlein herbei kommen, daß ich von hinnen scheiden soll; ach verlaß mich nicht, daß ich auch dich nicht verlasse. Sei du mein Beistand, Schuß und Erlöser. Wenn meine Augen im Tode finster werden, so laß dein Licht und Leben in mein verschmachtetes Herze fallen; greif nach meiner armen Seele, und drücke mich an dein liebreiches Herze; erscheine mir ja in feiner andern Gestalt, als wie du mit deinem Blute am Kreuze für alle meine Sünden vollkömmlich gebüßet und bezahlet hast. Zeige dich meinem Herzen, wie du deine heilige Arme am Kreuz ausgespannet hast. Zich mich zu dir hinauf gen Himmel, daß ich bei dir ewiglich bleibe und mich in Deiner Liebe ergöße immer und ewiglich. Amen. Geistreiche Gebete. 905 Gebet, wenn der Kranke in den letzten Zügen liegt. Allmächtiger, ewiger Gott, laß dich erbarmen das ängstliche Seufzen und Wehtlagen dieses sterbenden Menschen, und nimm ihn auf in dein Himmelreich, daß du ihm und allen Gläubigen aus Guaden von Anfang der Welt bereitet hast. Entbinde ihn gnädiglich, o Herr, und nachdem er die Schuld der Natur im Tode bezahlet, so tröste ihn mit deinen Auserwählten ewiglich, durch deinen lieben Sohn, unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Gebet der Eltern für ihre Kinder. Ach getreuer, lieber Gott und Vater, Schöpfer und Erhalter aller Kreaturen, ich danke dir von Herzen für die Kinder, so du mir durch deinen Segen gegeben hast, und bitte dich herzlich, weil du gefaget hast, du wollest deinen heiligen Geist geben allen, die dich darum bitten, begnadige auch meine Kinder mit deinem heiligen Geist, der in ihnen die wahre Furcht Gottes anzünde, welche ist der Weisheit Anfang, und die rechte Klugheit, wer danach thut, des Lob bleibt ewiglich. Beselige sie auch mit deiner wahren Erkenntnis, behüte sie vor aller falschen Lehre, daß sie in dem wahren seligmachenden Glauben und in aller Gottseligkeit auf wachsen und darin bis ans Ende verharren. Gieb ihnen ein gläubiges, gehorsames Herz, auch die rechte Weisheit und Verstand, daß sie wachsen und zunehmen an Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. Pflanze in ihr Herz die Liebe deines göttlichen Wortes, um gegen jedermann aufrichtig zu sein in ihren Handlun= gen, schamhaft in Geberden, züchtig in Sitten, wahrhaft in Wor= ten, treu in Werken, fleißig in Geschäften, glückselig in Verrichtungen ihres Berufs und Amts, verständig in Sachen, richtig in allen Dingen, sanftmütig und freundlich gegen alle Menschen. Behüte sie vor allen Ärgernissen dieser Welt, daß sie nicht verführet werden durch böse Gesellschaft, laß sie nicht in Schlemmen und Unzucht geraten, daß sie sich ihr Leben nicht selbst verkürzen und andere beleidigen; sei ihr Schuß in aller Gefahr, daß sie nicht plößlich umkommen. Laß mich ja nicht Unehre und Schande, sondern Freude und Ehre an ihnen erleben, daß durch sie auch dein Reich vermehret und die Zahl der Gläubigen groß werde, daß sie auch im Himmel um deinen Tisch her sißen mögen, als die himmlischen Öl zweige und dich mit allen Auserwählten ehren, loben und preisen durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Gebet frommer Kinder für ihre Eltern. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, daß du mir christliche und gottselige Eltern bescheret hast, die mich meinem Herrn Jesu Christo in der heiligen Taufe einverleiben lassen und mich von 906 Geistreiche Gebete. Jugend auf bis daher zu deiner Furcht und allem Guten auferzogen und hierin feinen Fleiß, Mühe noch Kosten gesparet haben; und bitte dich, allerliebster Vater, du wollest mir deinen heiligen Geiſt verleihen, daß ich treulich folge und mich zu allem Guten ziehen laffe; gieb du deinen göttlichen Segen, Gnad und Gedeihen zu meinem irdischen Berufe. Erhalte meine lieben Eltern bei langen Beben und frischer Gesundheit, daß sie mir länger nüße seien, und verleihe endlich uns nach diesem elenden und betrübten Jammerthal den ewigen Freudensaal, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern einigen Heiland und Seligmacher, dem jei mit dir und dem heiligen Geist Lob, Ehre und Preis gesagt von nun an bis yre unt in Ewigkeit. Amen. Gebet um Leibes- Gesundheit. Allmächtiger, barmherziger, getreuer Gott und Vater, der du allein dein Geschöpf in allen seinen Wesen gut, und also auch, den menschlichen Leib vollkömmlich und gesund erschaffen, aber um des Falles willen unserer ersten Eltern, wie alle andere Kreaturen, also auch den menschlichen Störper mit Schwachheit zu billiger Strafe beleget hast, ich danke dir fürs erste von Grund meines Herzens, daß du mich bis jetzt bei Gesundheit und Vollkommenheit aller meiner Gliedmaßen gnädiglich erhalten, und bitte dich um des bittern Leidens deines lieben Sohnes Jesu Christi willen, du wollest, so ferne es meiner Seele nicht schädlich, oder deinen göttlichen Willen zuwider, zur Besserung meines sündlichen Lebens, zu Ehren deines göttlichen Namens und Beförderung meiner Seelen Seligfeit mir fortan vollkommene Leibeskräfte und Gesundheit in allen Gliedmaßen gnädiglich verleihen, und mich frisch und gesund allezeit in deinem Dienst erhalten. Jedoch, o treuer Gott, nicht mein, sondern dein Wille geschehe. Amen. Letztes Testament und Glaubensbekenninis. Gott Bater, dir vermache ich zuerst meine Seele, die du mir gegeben hast, und die Christus mit seinem hochheiligen Blute teuer und kostbar erlöset hat; nimm sie als dein Eigentum wieder väterlich und in Gnaden auf und an, verseße sie in die ewige Seligkeit, und laß sie nebst allen Auserwählten bei dir sein und bleiben, auch deine Süßigkeit, Herrlichkeit und Seligkeit schmecken ewiglich. Dann vermache ich dir auch meinen Leib; laß ihn, wenn meine Lebenszeit aus ist, in der Erde sanft ruhen; dereinst aber erwecke ihn am jüngsten Tage samt allen Gläubigen, und laß ihn verkläret in die unaufhörliche Freude eingehen. Christe Jesu! Dir vermache ich meine Sünden, nimm sie von mir und wirf sie alle in deine bluttriefenden Wunden, daß ihrer in Ewigkeit nicht mehr gedacht werde. Und weil du durch dein Geistreiche Gebete. 907 schmerzliches Leiden und schmerzlichen Kreuzestod deinen und meinen Vater haft gänzlich ausgeföhnet und die Strafe, welche ich zeitlich und ewig verdienet hatte, auf dich) genommen: so laß mir diese deine Genugthuung und Bruderliebe im Leben, Leiden und Sterben kräftig zu statten kommen. Laß mich durch dich Gnade bei Gott, meinem himmlischen Bater, finden; laß mich dereinst zu deiner Rechten stehen und mit der auserwählten Schar ewig schauen dein Antlig klar. Gott heiliger Geist! Dir vermache ich meinen Glauben, welcher gegründet ist auf meinen Erlöser Christum Jefum und auf sein blutiges Verdienst. Und wie ich mich auf den heiligen Bund beziehe, welchen ich in meiner heiligey Taufe mit dir aufgerichtet habe, also gieb gnädig, daß ich vermittelst desselben im Glauben beständig bis an mein Ende verbleibe. Daher, wenn es einst zum Abscheiden mit mir fommen wird, so verrichte doch dein Ami auch bei mir, als einem getauften Christen, trenlich. Beruhige mein mit Sünden verunreinigtes Gewissen. Vertritt mich bei Gott mit unaussprechlichem Seufzen. Erinnere mich der Liebe und Wohlthaten meines Jesu, die er mir durch seine Geburt, Leiden, Tod und Auferstehung erworben hat, und laß mich dessen Frucht und Wirkung fräftig genießen. O du einiger Helfer in Angst und Nöten! Erbarme dich über mich und hilf mir, denn es ist dir ja alles möglich, es wird auch möglich sein, mich zum ewigen Leben zu erhalten. Nimm dich doch auch im Sterben meiner Seele treulich an, damit sie nicht verderbe. Zeige mir alsdann das erbarmende Herz meines himmlischen Vaters und die offenen und blutigen Wunden meines Erlösers Jefu. Gieb mir einen freudigen Mut, dieses Zeitliche zu verlassen. Laß mich einen Blick in die Seligkeit thun und wirke hierdurch ein eifriges und sehnliches Verlangen nach der Ewigkeit. Verkürze mir die wohlverdiente Todesangst, und hilf mir ſelbst vermittelst deiner unaussprechlichen Gnade gläubig und fröhlich überwinden. Amen. Auch wenn ich nicht mehr reden kann, So nimm doch meine Seufzer an, Und mach durch Jesu teures Blut Mir doch mein letztes Ende gut. Amen. Inches 1 Centimetres Blue 2 3 2 Cyan 5 ¹6 17 3 Farbkarte# 13 Green ¹8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8