2009 0 1000001 我 300 元 大家) 이동 18 ПОМО Gb 681 wyty Das heilige Abendmahl. Belangbuch biz Evangelische Kirche Großherzogtum Heffen. Darmstadt. 6. Jonghanside Hofbuchhandlung, Bering. AERURENUTULUIINTOP 2 Das heilige Abendmahl. Gelangbuch für die Evangelische Kirche im Großherzogtum Hessen. Darmstadt. G. Jonghaus'sche Hofbuchhandlung, Verlag. 1888. Gb 681 L. C. Wittich'sche Hofbuchdruckerei in Darmstadt. Univ.- Bibl. Gi Inhalt. I. Der Tag des Herrn Am Morgen 1-3 Zum Anfang des Gottesdienstes 4-10 Zum Schlussedes Gottesdienstes 11-14 II. Advent. III. Weihnachten IV. Jahreswechsel V. Darstellung und Erscheinung Jesu Christi. VI. Passion Begräbnis Jesu VII. Oftern VIII. Himmelfahrt. IX. Pfingsten X. Trinitatisfest. ● • 73-75 ● ● 76-92 93-105 106-122 123-127 XI. Allgemeine Lob- und Danklieder 128-147 XII. Kirche und Gnadenmittel... 148-210 Kirche 148-176 165-166 · ● Nr. 1-14 Kirchweihe Ausbreitung der Kirche ( Missionslieder).. 167-176 15-30 31-45 46-52 53-57 58-75 IV Gnadenmittel. Wort Gottes Sakramente Heilige Taufe Konfirmation Das heilige Abendmahl Vor und während Nachfolge Christi. der Feier. 195-206 Nach der Feier. 207-210 Liebe Gebet Allgemeine Fürbitte. Friede und Freude Vertrauen XIII. Wiedergeburt und Heiligung.. 211-360 Buße 211-230 Glaube und Rechtfertigung 231-242 Heiligung 243-360 243--267 268-290 291-303 304-305 306-324 325-360 Jahreszeiten Frühling Sommer Herbst Winter XIV. Lieder für besondere Zeiten, Stände und Verhältnisse Morgen Mittag Vor Tische Nach Tische. Abend ♦ Für Kinder Am Schlusse der Woche Beruf The und Hausstand. 177-210 177-183 184-210 Obrigkeit Predigtamt Allgemeine Not Krieg und Frieden 184-187 188-194 195-210 ♦ 361-364 361 362 363 364 . 361-435 365-379 380-385 380-382 383-385 386-401 401 402-403 404-407 408-415 416 417 Nr. 418-420 421-423 Mißwachs und Teurung 424 Ernte Wetterlieder Reife Krankheit Am Geburtstage Im Alter. XV. Die letzten Dinge Tod. ● ♦ ● ● ● ● ● ● 436-476 436-457 458-466 467-468 Beim Tode von Ehegatten 469-471 472-476 Beim Tode von Kindern Gericht und Ewigkeit.. 477-500 Anhang. Sterbelieder Begräbnislieder Beim Tode von Eltern 425-427 428-429 430 431-432 433 434-435 Nr. . 436-500 V Gebete zur häuslichen Andacht. Gottesdienstordnung für den Geburtstag Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs. I. Der Tag des Herrn. Am Morgen. wenn mich dein Geist nicht tüchtig macht? Wie werde ich Mel. Mein Jesu, dem die Sera- in dir erfreuet, wenn er nicht stillt der Sünde Schmerz? Wie bet ich, wenn er nicht phinen zc. 1 Beschwertes Herz, leg das Herz durch seine Gnade mir ab die Sorgen; er hebe dich, gebeugtes Haupt! Es kommt der angenehme Morgen, da Gott zu ruhen hat erlaubt, da Gott zu ruhen hat befohlen und selbst die Ruhe eingeweiht; auf, auf, die ihm geraubte Zeit in seinem Dienste einzu holen. 2. Auf, laß die Welt aus deinem Sinne, dein irdisch Werk muß stille stehn; du sollst zu höherem Gewinne in deines Gottes Tempel gehn, ihm zu bezahlen deine Pflichten und zur Vermeh: rung seines Ruhms die Werke deines Priestertums in tief ster Andacht zu verrichten. 3. Mein Gott! ich bin vor dir erschienen und gebe auf dein Winken acht; wie kann ich dir gefällig dienen, 4. Kann meine Harfe lieblich klingen, wenn sie dein Finger nicht berührt? Kann ich die finstre Nacht durchdringen, wenn mich dein Licht nicht aufwärts führt? Kann ich ein reines Opfer werden, wenn deine Flamm nicht in mich fährt und mich in deiner Lieb verzehrt und hebet von dem Staub der Erden? 5. Mein Jesus hat mein Herz so teuer zu seinem Tempel eingeweiht: hier ist dein Herd, hier ist dein Feuer, die Fülle deiner Herrlichkeit, dein Heiligtum, dein Stuhl der Gnade; dein Licht und Recht, das Himmelsbrot, des Geistes Frucht und dein Geboterfüllen diese Bundeslade. 6. In deinem Haus ich mir bauen die will 1 Hütte, Der Tag des Herrn. 2 Hütte, bis ich scheid einmal. Indessen gieb mir, dich zu schauen, o Lebenslicht, den Gnadenstrahl! So feir ich recht den Tag der Sonnen, so hab ich meine Ruh in dir; ach, habe du dein Wert in mir! Vollführe, was du haft begonnen! 4. Was ist schöner, als Gott loben? Was ist süßer, als sein Wort? Da das Herz, zu Gott erhoben, offen sieht des Himmels Pfort! Selig ist, wer Tag und Nacht also es Lebens nach dem Himmel tracht. 5. O mein Gott, sprich selber Amen, denn wir sind dein Eigentum; alles preise deinen Namen, alles mehre deinen Ruhm, bis es künftig wird geschehn, daß wir dich im Himmel sehn. Casp. Neumann, † 1715. 7. Wenn sich des Lebens Werktag enden, so ruh, von allem Frohndienst los, mein Geist in Gottes Vaterhänden, mein Leib in seiner Mutter Schoß, bis beides feiern wird dort oben, wo man in sicherm Frieden ruht, nichts denket, redet oder thut, als dich zu lieben, dich zu loben. Chr. Wegleiter, † 1706. Mel. Gott des Himmels c. 2 Großer Gott von alten Beiten, dessen Hand die Welt regiert, dessen Treu auf allen Seiten mich von Jugend auf geführt: heute wekt des Tages Lauf mich zu lauter Andacht auf. von Herzen betet, singt, daß es durch die Wolken dringt. 2. Ach, wie lieb ich diese Stunden, denn sie sind des Herren Fest, das mit so viel Trost verbunden, da mein Gott mich ruhen läßt und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Leben weist. 3. Habe Dank für diesen Morgen, der mir Zeit zum Guten schenkt; das sind unfre besten Sorgen, wenn der Mensch an Gott gedenkt und Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 2. mich bei dem neuen 3 Licht vom Licht, erleuchte Tageslichte; Gnadenſonne, zeige dich meinem muntern Angesichte; wohne mir mit Glanze bei, daß mein Sabbat fröhlich sei. 2. Brunnquell aller Seligkeit, laß mir deine Ströme fließen; mache Mund und Herz bereit, deiner Gnade zu genießen; streu das Wort mit Segen ein, laß es hundertfrüchtig sein! 3. Zünde selbst das Opfer an, das auf meinen Lippen lieget; sei mir Weisheit, Licht und Bahn, daß kein Irrtum mich betrüget und kein fremdes Feuer brennt, welches dein Altar nicht fennt. Der Tag des Herrn. 3 4. Laß mich heut und send; mit Hilf und Gnad allezeit heilig, heilig, heilig singen und mich in die Ewigfeit mit des Geistes Flügeln schwingen; gieb mir einen Vorschmack ein, wie es mag im Himmel sein. 5. Ruh in mir und ich in dir, bau ein Paradies im Herzen, offenbare dich doch mir, sende meiner Andacht Kerzen immer neues Feuer zu, o du Liebesflamme du! 6. Dieser Tag sei dir geweiht; weg mit allen Eitel keiten! Ich will deiner Herrlichkeit einen Tempel zubereiten, nichts sonst wollen, nichts sonst thun, als in deiner Liebe ruhn. B. Schmold, † 1737. 4 Domm, heiliger Geist, erfüll die Herzen deiner Gläubigen und entzünd in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt hast zur Einigkeit des Glaubens. Hallelujah! Hallelujah! Alte Kirche. er uns regier und uns den Weg zur Wahrheit führ. err Jesu Christ, dich 5 zu uns wend, den heilgen Geist du zu uns 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andacht fein; den Glauben mehr, stärk den Verstand, daß uns dein Nam werd wohl bekannt. 3. Biś wir singen mit Gottes Heer: heilig, heilig ist Gott der Herr! und schauen dich von Angesicht in ewger Freud und selgem Licht. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron; der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! Zum Anfang des Gottes= 6 Liebster Jesu, wir sind dienstes. hier, dich und dein Wort anzuhören; lenke Sinnen und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsternis verhüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, thun und dichten mußt du selbst in uns verrichten. Herzog Wilhelm II. von Weimar, + 1662. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht, aus Gott geboren, mach uns allesamt bereit, öffne Herzen, Mund MAMAN 4 Der Tag des Herrn. Mund und Ohren; unser wie wird an diesem Oric Bitten, Flehn und Singen meine Seele fröhlich sein! laß, Herr Jesu, wohl ge- Hier ist Gottes Angesicht; lingen. Tob. Clausniker,+1684. hier ist lauter Trost und Licht. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen zc. 7 err, es ist ein Tag erschienen, der mich in den Himmel weist und an Gott gedenken heißt; darum komm ich, dir zu dienen; richte du mich selber zu, daß ich deinen Willen thu. 2. Stille selbst an diesem Morgen den verwirrten Lauf der Welt, der uns hier gefangen hält; brich die Nacht der eitlen Sorgen, daß ich heut, von allem frei, dir allein ergeben sei. 3. Kröne mich mit deinen Gaben, zieh mich an mit deiner Kraft, die den neuen Menschen schafft; ach, was Freude werd ich haben, wenn das Herz in meiner Brust sucht am Herren seine Lust. 4. Laß die Predigt wohl gelingen, steh auch deinem Worte bei, daß es in mir träftig sei. Unser Beten, unser Singen, und was sonst noch wird gethan, siehe du mit Gnaden an! C. Neumann, † 1715. 8 Mel. Gott des Himmels 2c. hut mir auf die schöne Pforte, führt in Gottes Haus mich ein; ach, 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir; wo du Wohnung hast genommen, da ist lauter Himmel hier. Beuch in meinem Herzen ein, laß es deinen Tempel sein! 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilge du Leib, Seel und Geist, daß mein Singen und mein Beten dir ein lieblich Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, zeuch das Herz zu dir empor! 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Saatkorn auf mich fällt; gieb mir Licht in dem Verstande, und was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn! 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, laß dein teures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben; halte stets dein Wort mir für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille wird erfüllt! Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmelsbrot, tröste mich in aller Not! B. Schmold, † 1737. Der Tag 9 Herr, Mel. Liebster Jesu, wir sind z. err, vor deinem An gejicht hat die Andacht uns versammelt; ach, verwirf die Bitten nicht, die dein Volk dir, Höchster, stammelt! Hör auf unsre schwachen Lieder und sich gnädig auf uns nieder! 2. Laß dein Wort, das hier erschallt, viele gute Früchte bringen, und mit göttlicher Gewalt tief in unsre Seelen dringen. Laß es unsern Sinn erneuen und das Herz mit Trost erfreuen! des Herrn. 5 Lehr uns, wie wir selig werden; lehr uns, wie wir unsre Zeit, diese kurze Zeit auf Erden, nüßen für die Ewigkeit. 3. Nun so lege Licht und Liebe, Kraft und Feuer auf dein Wort; laß es mit lebendigem Triebe in uns wirken fort und fort; hilf uns, daß wir treu bewahren, was wir in das Herz ge faßt, und laß andre auch erfahren, daß du Lebensworte hast. K. 3. Ph. Spitta, † 1859. 3. Dein Gebot mach uns bekannt, und hilf selbst es Zum Schlusse des Gottestreulich üben, dich und den, dienstes den du gesandt, Jesum Chri stum, herzlich lieben, daß kein Schmerz und feine Freude uns von deiner Liebe scheide! Dan. Schiebeler, † 1771. Mel. Licbster Jeju, wir sind zc. Insern Ausgang 11 Unser segne Gott, unsern Eingang gleichermaßen; segne unser täglich Brot, segne unser Thun und Lassen, wie freun wir uns segne uns mit felgem Sterben und uns zu Himmelserben. Hartm. Schent,+ 1681. Mel. O Durchbrecher aller Bande zc. 10 der Stunde da, wir dir, Herr Jesu, nahn, um aus deinem heilgen Munde Lebensworte zu em: pfahn! Laß uns heute nicht Mel. Zeuch mich, zeuch mich mit den Armen. vergebens Hörer deines Wor: 12 Vater, dir ſei Breis tes sein; schreibe selbst das Wort des Lebens tief in unsre Herzen ein. gesungen, daß du uns so wohl gelehrt, daß dein Werk an uns gelungen, daß wir jetzt dein Wort gehört; laß die Lehr den Glauben stärken, mach uns reich an guten Werken! 2. Sieh, wir sitzen dir zu Füßen; großer Meister, rede du; sieh, wir hören deiner süßen Rede heilsbegierig zu. LOMMAL u Der Tag des Herrn. 6 2. Jesu, dein Wort ist sehr süße, habe Dank für diese Lehr! Lenke nur auch unsre Füße, daß wir wan deln dir zur Ehr; laß uns deinen Trost erquicken, bis wir deinen Thron erblicken! 3. Heilger Geist, schreib alle Worte nun in unsre Herzen ein, daß man stets an allem Orte deren einge: denk mag sein, daß wir täglich Früchte bringen und im Himmel Amen singen! Mich Wiedemann, † 1719. Mel. Liebster Jesu wir find 2c. öchster Gott, wir 13 Hönnten dit, daß du uns dein Wort gegeben; hilf uns ferner, daß auch wir nach demselben heilig leben; gieb dem Glauben folche Stärke, daß er thätig ſei im Werke! 2. Uns, o Vater! lehrest du, was wir thun und glauben sollen; schenk uns deine Kraft dazu, gieb zum Wissen auch das Wollen und zum Wollen das Vollbringen, so wird alles wohl gelingen. 3. Gieb uns, eh wir gehn nach haus, deinen väterlichen Segen, breite deine Hände aus, leite uns auf deinen Wegen, laß uns hier im Eegen gehen, dort gesegnet auferstehen! Job Ad. Haßlocher,+ 1726 15 Macht hoch die Thür, die Thor macht weit! Es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, Mel. Christus, der ist mein Leben z 14 Ah ei mit deiner uns, Herr Jesu Christ, daß uns fortan nicht schade des bösen Feindes List. 2. Ach sei mit deiner Liebe, Gott Vater, um uns her; denn wenn uns die nicht bliebe, fiel uns die Welt zu schwer. 3. Ach heilger Geist, be halte Gemeinschaft allezeit mit unserm Geist und walte nun und in Ewigkeit! 4. B. Garve † 1841, II Advent. mit Freuden fingt: gelobet jei mein Gott, mein Schöpfer, reich von Rat! 2. Er ist gerecht, ein Helfer wert, Sanftmütigkeit iſt sein Gefährt, sein Königsfron ist Heiligkeit, sein Scepter ist Barmherzigkeit; all unfre Advent. unsre Not zu End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden singt: gelobet sei mein Sott, mein Heiland, groß von That! 3. D wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat; wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und fpat! 4. Macht hoch die Thür, die Thore weit, das Herz zum Tempel macht bereit; die Palmen der Gottseligkeit streut hin mit Andacht, Lust und Freud; so kommt der König auch zu euch, ja Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott, voll Rat, voll That, voll Gnad! 5. Komm, o mein Hei land, Jesu Christ, des Herzens Thür dir offen ist; ach, zeuch mit deiner Gnade ein, dein Freundlichkeit auch uns erschein. Dein heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit! Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr! G. Weißel, † 1635. Mel. Nun komm, der Heidenheiland zc. 16 Gott sei Dank durch 7 der Sünder Trost und Rat zu uns hergesendet hat. 2. Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie cinst prophezeit, ist erfüllt in Herrlichkeit. sein Wort beständig hält und 3. Zions Hilf und Abrams Lohn, Jakobs Heil und Davids Sohn, Wunderbar, Rat, Kraft und Held hat sich treulich eingestellt. 4. Seiwillkommen, o mein Heil, dir Hosianna, o mein Teil! Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an! 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne thust, rein von aller Sündenlust! 6. Und wie du voll Sanftmut kamst, jedes Armen dich annahmst, also sei auch jederzeit deine Sanftmut mir bereit! 7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin, daß im Glauben ich fortan treu dir bleibe zugethan; 8. Daß, wenn du, o Lebensfürst, prächtig wieder kommen wirst, ich dir mög entgegen gehn und vor dir gerecht bestehn! H. Held, t um 1660. Mel. Von Gott will ich zc. alle Welt, der 17 Mit Ernst, o Menz das Herz A A A Advent. 8 Herz in euch bestellt! Bald wird das Heil der Sünder, der wunderstarke Held, den Gott aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben versprochen hat zu geben, bei allen kehren ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast, macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt; macht eben jeden Pfad, die Thale rings erhöhet, macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, macht gerad! 3. Ein Herz, das Demut liebet. bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmut übet, mit Angst zu grunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach, mache du mich Armen in dieser Gnadenzeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! Zeuch in mein Herz hinein, mach es zu deiner Krippen; so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar sein. V. Thilo,+ 1662. Mel. Aus meines Herzens Grunde zc. 18 Auf, auf, ihr Reichsgenossen, der König kommt heran; empfahet unverdrossen den großen Wunnn. Ihr Christen, geht herfür, laßt uns vor allen Dingen ihm Hosianna singen mit heiliger Begier! 2. Auf, ihr betrübten Herzen! Der König ist nicht fern. Hinweg all Angst und Schmerzen! Dort kommt der Morgenstern. Der Herr will in der Not mit reichem Trost euch speisen; er will euch Hilf erweisen, ja dämpfen gar den Tod. 3. Frisch auf in Gott, ihr Armen, der König sorgt für euch; er will durch sein Erbarmen euch machen groß und reich; der alles hat be dacht, der wird auch euch ernähren; was Menschen nur begehren, das steht in seiner Macht. 4. Frisch auf, ihr Hochbetrübten, der König kommt mit Macht. An uns, die Herzgeliebten, hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst, noch Bein, noch Zorn hinfür uns schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder sein. 5. Auf, auf, mit schnellen Schritten den König eilt zu sehn! Er kommt in unsre Mitten stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz versüßen und uns erlösen kann. 6. Der König will bedenken die, so er herzlich liebt, mit köstlichen Geschenken, als der sich selbst uns giebt durch fcine Advent. seine Gnad und Wort. Ja, König, hoch erhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 7. Nun, Herr, du giebst uns reichlich, wirst selbst doch arm und schwach; du liebest unvergleichlich, du eilst den Sündern nach; drum wolln wir insgemein die Stimmen hoch erschwingen, dir Hosianna singen und ewig dankbar sein. J. Rist, † 1667. Mel. Aus meines Herzens Grunde zc. 19 Nun jauchzet all, ihr Frommen, in dieser Gnadenzeit, weil unser zwar Heil ist kommen, der Herr stolze Pracht, doch mächtig, zu verheeren und gänzlich zu zerstören des Teufels Reich und Macht. 2. Kein Scepter, feine Krone sucht er auf dieser Welt; im hohen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. Er will hier seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat vollbracht. 3. Ihr Mächtigen auf Erden, nehmt diesen König an, wollt ihr beraten wer den und gehn die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt; sonst, wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, des Höchsten Zorn ench rührt. 09 4. Jhr Armen und Elenden in dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seid dennoch wohlgemut, laßt eure Lieder flingen, dem König lobzusingen, der ener höchstes Gut. 5. Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichfeit und euer Leid und Weinen verwandeln ganz in Freud; er ists, der helfen kann. Macht eure Lampen fertig und seid stets sein gewärtig! Er ist schon auf der Bahn. M. Schirmer, † 1673. Mel. Valet will ich dir geben 2c. 20 Wie soll ich dich wie begegn ich dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seele Zier? O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergötze, bewußt und kund mir sei. 2. Dein Zion streut dir Balmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud? Als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid, als mir das Reich genommen, da Advent. 10 da Fried und Freude lacht, bist du, mein Heil, gekommen und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß, und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdscher Reichtum thut. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein König, dem alle Macht und List der Feinde viel zu 5. Nichts, nichts hat dich wenig zum Widerstande ist. getrieben zu mir vom Him- 10. Er kommt zum Weltmelszelt, als dein getreues Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großer Jammerslast, die kein Mund aus kann sagen, so fest umfangen hast. gerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht, mit Gnad und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, und hol uns allzumal zum Licht, zur ewgen Wonne in deinen Freudensaal! P. Gerhardt, † 1676. 6. Das schreib dir in dein Herze, du hochbetrübtes Heer, bei welchem Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr; seid unverzagt, ihr habet die Hilfe vor der eure labet und tröstet, steht allhier. 7. Jhr dürft euch nicht bemühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht, er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Not zu stillen, die ihm an euch bewußt. decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zum Trost und wahren Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Teil. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken vor eurer Sünden schuld; nein, Jesus will sie Mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. 21 Warum willst du draußen du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, wohlgefallen, du mein Stern, du mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit! Hilf, o Heiland, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. 2. In der Welt ist alles nichtig, nichts ist, das nicht kraftlos wär. Hab ich Hoheit, die ist flüchtig, hab ich Reichtum, was ists mehr, als ein Advent. 11 Hab ich Lust, was ist sie wert? Was ists, das mich heut erfreue, das mich morgen nicht gereue? ein Stäublein armer Erd? was uns gebricht. Odu starker Trost im Leiden, Jesu, meines Herzens Thür steht dir offen, komm zu mir! 3. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr Jesu Christ; dein Erfreuen ist die Weide, da man erst recht fröhlich ist. Leuchte mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herze bricht; laß mich, Herr, an dir erquicken, Jesu, komm, laß dich erblicken! 4. Freu dich, Herz, du bist erhöret, jebo kommt und zeucht er ein; sein Gang ist zu dir gekehret, heiß ihn nur willkommen sein und bereite dich ihm zu, gieb dich ganz zu seiner Ruh, öffne dein Gemüt und Seele, klag ihm, was dich drück und quäle! 5. Alles dient zu deinem Frommen, auch mas bös und schädlich scheint, weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibest du dem wieder treu, ists gewiß und bleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. P. Gerhardt, † 1676. 2. Ja, du bist bereits zu gegen, du Weltheiland, Gottes Sohn! Meine Sinnen spüren schon deinen gnadenvollen Segen und die Wunder deiner Kraft, welche Frucht und Leben schafft. 3. Adle mich durch deine Liebe, Jesu, nimm mein Flehen hin! Schaffe, daß mein Geist und Sinn sich in deinem Lieben übe; denn zu lieben dich, mein Licht, steht in meiner Kraft sonst nicht. 4. Jesu, rege mein Gemüte, Jesu, öffne mir den Mund, daß dich meines Herzens Grund innig preise für die Güte, die du mir, o Seelengast, lebenslang erwiesen hast. 5. Laß durch deines Geistes Gaben, Liebe, Glauben und Geduld, durch Bereuung meiner Schuld, mich zu dir sein hoch erhaben! Dann so will ich für und für Hosianna singen dir. E. Ch. Homburg, † 1681. Mel. Ach, was soll ichSünder machenze. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag ic. 22 Kommst du, kommst 23 Nun kommt das du, Licht der Heiden? Ja, du kommst und säumest nicht, weil du weißt, neue Kirchenjahr, des freut sich alle Christenschar. Dein König kommt, drum Advent. 12 drum freue dich, du wertes Bion, ewiglich. Hallelujah! 2. Wir hören noch das Gnadenwort, das Wort vom Heiland immerfort, das uns den Weg zum Leben weist; Gott, sei für solche Gnad gepreist. Hallelujah! 3. Gott! was uns deine Wahrheit lehrt, die unsern Glauben stärkt und mehrt, das bringe Frucht, auf daß wir dir lobsingen dankbar für und für. Hallelujah! Dr. Johann Olearius, † 1684. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 1. Sosianna! Davids 24 Hº Sohn kommt in Zion eingezogen; ach, be reitet ihm den Thron, setzt ihm tausend Ehrenbogen; streuet Palmen, machet Bahn, daß er Einzug halten kann! 2. Hosianna, sei gegrüßt! Komm, wir gehen dir entgegen; unser Herz ist schon gerüst, will sich dir zu Füßen legen. Beuch zu unsern Tho willren ein, du kommen sein! 3. Hosianna, Friedefürst, Ehrenkönig, Held im Streite! Alles, was du schaffen wirst, das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna, lieber Gast, wir sind deine Reichsge: nossen, die du dir erwählet hast; ach, so laß uns unverdroffen deinemScepter dienstbar sein; herrsche du in uns allein! 5. Hosianna, komme bald, die Verheißung zu erfüllen! Sollte gleich die Knechtsgestalt deine Majeſtät verhüllen, o, so kennet Zion schon Gottes und auch Davids Sohn. 6. Hosianna, steh uns bei! O Herr, hilf, laß wohlgelingen, daß wir ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst teinen Jünger an, der dir nicht gehorchen kann. 7. Hosianna, nah und fern! Eile bei uns einzugehen. Du Gesegneter des Herrn, warum willst du draußen stehen? Hosianna, bist du da? Ja, du kommst, Hallelujah! B. Schmold, † 1737. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 1. 25 Sieb, dein König kommt zu dir! Seele, das sind frohe Worte. Sprich: mein König, komm zu mir, sieh, ich öffne dir die Pforte, zeuch mit deiner Sanftmut ein! Was du findest, das ist dein. 2. Komm, ich bin dein Eigentum schon seit deinem Wasserbade; komm, dein Evangelium werde mir ein Wort Advent. Wort der Gnade! Du schickst ja dein Wort voran, daß mein König kommen kann. 3. Komm und räume alles aus, was du hassest, was mich reuet; komm und reinige dein Haus, das die Sünde hat entweihet. Mache selbst mit deinem Blut alles wieder rein und gut! 4. Komm in deinem Abend: mahl, das du uns zum Heil gegeben, daß wir schon im Erdenthal mit dir als im Himmel leben. Komm, Herr Jesu, leb in mir, und mein Leben sei in dir! 5. Komm und bring den Geist auch mit, deinen Geist, der dich verfläret, der mich im Gebet vertritt und des Königs Willen lehret, daß ich bis auf jenen Tag: komm, Herr Jesu, rufen mag. Phl. B. Hiller,+ 1769. 13 Von seiner Himmel Thron kommt, Rettung vom Verderben uns Sündern zu erwerben, sein eingeborner Sohn. 3. Er kommt zu uns auf Erden in tiefer Niedrigkeit, nimmt auf sich die Beschwerden von unsrer Pilgerzeit, enthält sich seiner Macht, verleugnet Himmelsfreuden, bis er durch Todesleiden sein großes Werk vollbracht. 4. Er hats vollbracht: o bringet Gott euren Lobgesang! Erlöste Menschen, finget dem Mittler ewig Dank! Wo niemand helfen kann, da hilft er aus Erbarmen, wird Licht und Trost uns Armen: o nehmt ihn gläubig an! 5. Du Freund der Menschenkinder, verwirf uns, Jesu, nicht! Dein Name, Heil der Sünder, ist unsre Zuversicht. Gieb unsren Mel. Aus meines Herzens Grunde zc. 26 Erhebt den Herrn, Seelen Ruh; hilf jeden Reiz zu Sünden uns glücklich überwinden; gieb Mut und Kraft dazu! ihr Frommen! Er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zum Heil und Leben selbst seinen Sohn gegeben; durch ihn sind wir erlöst. 6. Dich wollen wir erheben hier und in Ewigkeit, wo uns ein bessres Leben vor deinem Thron erfreut. Dann sind wir ewig dein, und nichts wird uns mehr fehlen, dann werden unsre Seelen vollkommen selig sein. S. Diterich, † 1797. 2. Erlöst! O welche Liebe hat uns der Herr erzeigt, mit welchem Vatertriebe sein Herz zu uns geneigt! 14 Advent. Mel. Wie schön leuchtet der Morgen- und dir und unfrem Nächsten stern 2c. treu, aufrichtig, ohne Heuchelei, zu denken und zu handeln. zu dir flehn wir; hilf uns Schwachen, daß wir wachen, beten, ringen ringen und des Fleisches Lust bezwingen. 5. Laß uns zu unserm ewgen Heil an dir im wahren Glauben Teil durch deinen Geist erlangen; auch wenn wir leiden, auf dich sehn, im Guten immer weiter gehn, nicht an der Erde hangen, bis wir zu dir mit den Frommen ewig kommen, dich erheben und in deinem Reiche leben. S. Dieterich),+ 1797. 27 Der Heiland kommt, lobsinget ihm, dem Herrn, dem alle Seraphim das Heilig, Heilig singen! Er kommt, der eingeborene Sohn, und steigt von seines Himmels Thron, der Welt das Heil zu bringen. Preis dir, daß wir von den Sünden Rettung finden; höchstes Wesen, durch dich werden wir genesen. 2. Willkommen, Friedefürst und Held, Rat, Vater, Kraft und Heil der Welt! willkommen hier auf Erden! Du kleidest dich in Fleisch und Blut, wirst Mensch und willst der Welt zu gut selbst unser Bruder werden. Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet zc. Ja du, Jeſu, kommst uns 28 Was wär ich ohne Armen voll Erbarmen nun entgegen, wandelst unsern Fluch in Segen. 3. Du bringst uns Trost, Zufriedenheit, Heil, Leben, ewge Seligkeit; sei hoch dafür gepriesen! O Herr, wie viel zu schwach sind wir, die Treue zu vergelten dir, die du an uns bewiesen! Von dir, da wir im Verder: ben müßten sterben, kommt das Leben. O was fannst du Größres geben! dich gewesen? Was würd ich ohne dich nicht sein? Zu Furcht und Ängsten außerlesen, ständ ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt ich sicher, das ich liebte; die Zukunft wär ein dunkler Schlund, und wenn mein Herz sich tief betrübte, wem thät ich meine Sorge fund? 4. Wir bringen dir ein dankbar Herz, gebeugt durch Buße, Reu und Schmerz, bereit, vor dir zu wandeln, 2. Einsam verzehrt von Lieb und Sehnen, erschien mir nächtlich jeder Tag: ich folgte nur mit heißen Thränen dem wilden Lauf des Lebens nach; ich fände Unruh im Getümmel und hoff Advent. 15 erst den Himmel offen als unser wahres Vaterland; wir konnten glauben mun und hoffen und fühlten uns mit Gott verwandt. Hoffnungslofen Gram zu haus; wer hielte ohne Freund im Himmel, wer hielte da auf Erden aus? 3. Hat Christus sich mir kund gegeben, und bin ich seiner erst gewiß, wie schnell verzehrt ein lichtes Leben die bodenlose Finsternis! Durch ihn erhalt ich tausend Gaben, durch ihn bin ich ja Gottes Kind, gewiß, ihn unter uns zu haben, wo zwei auch nur versammelt sind. 4. O geht hinaus auf allen Wegen und holt die Irrenden herein; streckt jedem eure Hand entgegen und ladet froh sie zu uns ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden, im Glauben Mel. Wachet auf, ruft uns sc. en an. Die eines 29 Herr deiner Ehre, wir singen und Glaubens mit uns werden, auch denen ist er aufgethan. 5. Das Herz, des Lebens reichste Quelle, ein böses Wesen wohnte drin; wards in unserm Geiste helle, so war nur Unruh der Gewinn. Ein eisern Band hielt an der Erde die bebenden Gefangnen fest; Furcht vor des Todes Richter schwerte verschlang der Hoffnung überrest. 6. Da kam ein Heiland, ein Befreier, ein Menschen sohn voll Lieb und Macht und hat ein allbelebend Feuer in unserm Innern angefacht. Nun sahn wir 7. Noch steht in wundersamem Glanze der heilige Geliebte hier; gerührt von seinem Dornenkranze und seiner Treue, weinen wir. Ein jeder Mensch ist uns willkommen, der seine Hand mit uns ergreift und, in sein Herz mit aufgenommen, zur Frucht des Paradieses reift. Novalis( Fr. v. Hardenberg), t 1801. erbarm dich unser und erhöre, nimm gnädig unser Loblied an! Herr, wir danken voll Entzücken; wo ist ein Gott, der so beglücken, so lieben und so segnen kann? Der Gott, den wir erhöhn, er, dessen Heil wir sehn, ist die Liebe; schon vor der Zeit, in Ewigkeit war Gott die Liebe, wird sie sein. 2. Um zu dir uns zu erheben, hauchst du in unfre Brust das Leben und schenkest uns der Erde Glück; um zu dir uns zu erheben, entziehst du unsrer Brust das Leben und schenkest uns des Himmels 16 Advent. mels Glück. Du giebst das gegen Friedenspalmen, bes Leben, Gott! Du sendest streu den Pfad mit grünen uns den Tod nur zum Halmen; so ists dem Herren Segen, bist liebevoll; nur angenehm. unser Wohl, nicht unser Elend schaffest du! 3. Als wir, von der Sünde Plagen gequält, in unserm Elend lagen und Nacht des Todes uns umfing, fern von deiner Wahrheit Pfade, da war es, Gott, als deine Gnade er barmend vor uns überging. Da rief der Liebe Blick ins Leben uns zurück; von der Sünde, von ihrer Macht sind wir erwacht, erwacht, um Gottes Licht zu sehn. 2. O mächtger Herrscher ohne Heere, gewaltger Kämpfer ohne Speere, o Friedensfürst von großer Macht! Es wollen dir der Erde Herren den Weg zu deinem Throne sperren; doch du gewinnst ihn ohne Schlacht. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden; doch aller Erden Reiche werden dem, das du gründest, unterthan. Bewaffnet mit des Glaubens Worten zieht deine Schar nach den vier Orten der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Preiset ihn, ihr Jubellieder! Zur Erde stieg sein Sohn hernieder, ward Mensch und starb der Sünder Tod. Christus hat den Tod be zwungen; ein neues Lied werd ihm gesungen! Uns segnet und begnadigt Gott. Wir sind mit ihm versöhnt; ihr Lobgesänge, tönt, tönt zum Himmel! Erschallt schon hier! Einst knieen wir an seinem Thron und beten an. I. J. Eschenburg, † 1829. 4. Und wo du kommest hergezogen, da ebnen sich des Meeres Wogen, es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Du kommst, auf den empörten Triften des Lebens neuen Bund zu stiften, und schlägst in Fessel Sünd und Tod. 5. O Herr von großer Huld und Treue, o komme du auch jetzt aufs neue zu uns, die wir sind schwer verstört! Not ist es, daß du 30 Dein König kommt selbst hienieden kommſt, zu in niedern Hüllen fanftmütig auf der Eslin Füllen; empfang ihn froh, Jerusalem! Trag ihm enterneuern deinen Frieden, dagegen sich die Welt empört. 6. laß dein Licht auf Erden siegen, die Macht der Finster Weihnachten. Finsternis erliegen und lösch der Zwietracht Glimmen aus, daß wir, die Völker und die III. Weihnachten. 31 s ist ein Ros ent- soll eur Freud und Wonne sein. aus einer Wurzel zart, als uns die Alten sungen, von Jesse kam die Art, und hat ein Blümlein bracht mitten im falten Winter, wohl zu der halben Nacht. 2. Das Röslein, das ich meine, davon Jesaias sagt, hat uns gebracht alleine Marie, die reine Magd. Aus Gottes ewgem Rat hat sie ein Kind geboren, wohl zu der halben Nacht. Aus dem 16. Jahrhundert. Ein Kinderlied auf die Weihnachten vom Kind lein Jesu. 17 Thronen, vereint als Brüder wieder wohnen in deines großen Vaters Haus. Fr. Rüdert,+ 1866. om da komm ich her, ich bring euch gute neue Mär; der guten Mär bring ich so viel, davon ich singn und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn, von einerJungfrau auserkorn, ein Kindelein, so zart und fein, das 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will euch führn aus aller Not; er will eur Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott, der Vater, hat bereit, daß ihr in seinem Himmelreich mit uns sollt leben allzugleich. 5. So merket nun das Zeichen recht: die Krippen, Windelein so schlecht, da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 6. Des laßt uns alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, 32 uns mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. Sei uns willkommen, edler Gast, den Sünder nicht verschmähet hast, und kommst ins Elend her zu mir: wie soll ich immer danken dir? 8. Ach, Herr, du Schöpfer allerDing, wie bist du worden fo 18 so gering, daß du da liegst auf dürrem Gras, der in dem Schoß des Vaters saß! 9. Und wär die Welt viel mal so weit, mit Edelstein und Gold bereit, so wäre sie doch viel zu klein, um eine Wiege dir zu sein. 10. Der Sammet und die Seiden dein, das müssen Heu und Windeln sein, worin du, König, groß und reich, her prangst, als wärs dein Himmelreich. Weihnachten. 11. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir, wie aller Welt Macht, Ehr und Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft noch thut. 12. Ach, du herzlieber Jesu mein, mach dir ein Bette sanft und rein, zu ruhn in meines Herzens Schrein, daß ich nimmer vergesse dein; 13. Davon ich allzeit fröhlich sei, zu springen, singen immer frei zu Ehren dir, o Gottessohn, mit Herzenslust den süßen Ton. 14. Rob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen eingen Sohn; des freuet sich der Engel Schar und singet uns solch neues Jahr. Luther, † 1546. des freuet sich der Engel Schar. Hallelujah! 2. Des ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippen findt; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewge Gut. Hallelujah! 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, der liegt in Mariens Schoß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Hallelujah! 4. Das ewge Licht geht da herein, giebt der Welt ein neuen Schein; es leucht wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Hallelujah! 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hie ward und führt uns aus dem Jammerthal, macht Erben uns in seinem Saal. Hallelujah! 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm und uns im Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Hallelujah! 7. Das hat er alles uns gethan, sein groß Lieb zu zeigen an; des freu sich alle Christenheit und dank ihm des in Ewigkeit. Hallelujah! Luther, 1546. 33 Be Zelobet feift bu, 34 Lobt Gott, ihr Chris Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist von einer Jungfrau, das ist wahr; in seinem höchsten Thron, der heut schleußt auf sein Himmelreich Weihnachten. melreich und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein; er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein. 3. Der Herr begiebt sich der Gewalt, wird niedrig und gering, nimmt an sich eines Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding. 4. Er wechselt mit uns wunderbar, nimmt Fleisch an, wird uns gleich und beut uns Gottes Klarheit dar in seines Vaters Reich. 5. Er wird ein Knecht und ich ein Herr, das mag ein Wechsel sein! Wie könnte doch sein freundlicher das liebe Christkindlein! 3. Hent schleußt er wieder auf die Thür zum schönen Paradeis; der Cherub steht nicht mehr dafür, Gott sei Lob, Ehr und Preis! N. Hermann, † 1561. soll Tröhlich 35 Free springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören alle Luft jauchzt und ruft: Christus ist geboren! 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir, Mensch, zu gute; Gottes 19 Kind, das verbindt sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun können hassen, der uns giebt, was er liebt über alle Maßen? Gott giebt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 4. Nun, er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßenLippen: lasset fahren, lieben Brüder, was euch quält, was euch fehlt; ich bring alles wieder. 5. Ei, so kommet ohn Verweilen, stellt euch ein, groß und klein, laßt uns zu ihm eilen! Liebt den, der vor Liebe brennet, schaut den Stern, der uns gern Licht und Labsal gönnet. 6. Die ihr schwebt in großen Leiden, sehet hier ist die Thür zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. im Herzen, wer empfindt ſeine Sünd und Gewissensschmerzen, sei getrost: hier wird gefunden, der in Eil machet heil auch die tiefsten Wunden. 8. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände! Hier sind alle guten Gaben und das Gold, dran ihr sollt eure Herzen laben. Weihnachten. 20 9. Süßes Heil! laß dich umfangen, laß mich dir, meine Zier, unverrückt anhangen! Du bist meines Lebens Leben, nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 10. Ich will dich mit Fleiß bewahren, ich will dir leben hier und mit dir heimfahren; mit dir will ich endlich schweben voller Freud, ohne Zeit dort im andern Leben. P Gerhardt, † 1676. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag zc. 36 Wir fingen dir, Immanuel, du Lebensfürst und Gnadenquell, daß du, o lang gewünschter Gast, dich nunmehr eingestellet hast. Hallelujah! 2. Vom Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht; dich hat gehofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schar. Hallelujah! 3. Ach, daß der Herr aus Zion käm und unsre Bande von uns nähm! Ach, daß die Hilfe bräch herein. so würde dein Volk fröhlich sein. Hallelujah! 4. Nun, du bist hier, da liegest du, hälst in dem Kripplein deine Ruh, bist klein und machst doch alles groß, bekleidst die Welt und kommst doch bloß. Hallelujah! 5. Du fehrst in fremde Hausung ein, und sind doch alle Himmel dein; du liegst an einer Menschenbrust und bist doch aller Engel Lust. Hallelujah! 6. Du bist der Ursprung aller Freud und duldest so viel Herzeleid; du bist der größte Menschenfreund, doch sind dir so viel Menschen feind. Hallelujah! 7. Jch aber, dein geringster Knecht, ich sag es frei und mein es recht: ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich Dich gerne lieben will. Hallelujah! 8. Der Will ist da, die Kraft ist klein; doch wird dir nicht zuwider sein mein armes Herz, und was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an. Hallelujah! 9. Darum hab ich so guten Mut, du wirst auch halten mich für gut; o Jesu Christ, dein frommer Sinn macht, daß ich so voll Trostes bin. Hallelujah! 10. Und bin ich gleich der Sünde voll, hab ich gelebt nicht, wie ich soll, so kommst du doch deswegen her, daß sich der Sünder zu dir kehr. Hallelujah! 11. So faß ich dich nun ohne Scheu; du machst mich alles Jammersfrei; du trägst die Schuld, erwürgst den Tod, verkehrst in Freud all Angst und Not. Hallelujah! 12. Du bist mein Haupt, hins Weihnachten. 21 hinwiederum bin ich dein satt mich sehen, und weil Glied und Eigentum und ich nun nicht weiter kann, will, soviel dein Geist mir so preis ich, was geschehen. giebt, stets dienen dir, wie O daß mein Sinn ein Abdirs beliebt. Hallelujah! grund wär und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte faffen! 13. Ich will dein Hallelujah hier mit Freuden singen für und für, und dort in deinem Ehrensaal solls schallen ohne Zeit und Zahl. Hallelujah! p. Gerhardt, † 1676. 5. Wenn oft mein Herz vor Leide weint und keinen Trost kann finden, da ruft mirs zu: ich bin dein Freund, ein Tilger deiner Sünden; was trauerst du, o Bruder mein? Du sollst ja guter Dinge sein, ich zahle deine Schulden. 6. Du fragest nicht nach Lust der Welt, noch nach des Leibes Freuden; du hast dich bei uns eingestellt, an unsrer Statt zu leiden; suchst meiner Seele Trost und Freud durch dein selbsteignes Herzeleid; das will ich dir nicht wehren. Mel. Nun freut euch, lieben Christen 2c. 37 ch steh an deiner Krippe hier, o Jesu, du mein Leben! Ich stehe, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin, und laß dirs wohl gefallen! 2. Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich fannt, erforen; eh ich noch war ans Licht gebracht, da hat dein Herze schon bedacht, wie du mein wollest werden. 3. Ich lag in tiefer Todesnacht, du wurdest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht, wie schön sind deine Strahlen! 4. Ich sehe dich mit Freuden an und kann nicht 7. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen: daß ich dich möge für und für in meinem Herzen tragen. So laß mich deine Wohnung sein, komm, komm und kehre bei mir ein mit allen deinen Freuden! 8. Zwar sollt ich denken, wie gering ich dich bewirten werde; du bist ein Schöpfer aller Ding, ich bin nur Staub und Erde; doch bist du ein so lieber Gast, daß du noch nie verschmähet haft den, der dich gerne siehet. P. Gerhardt,+ 1676. Weihnachten. 22 Mel. O daß ich tausend Jungen ze. 38 Dies ist die Nacht, des großen Gottes Freundlichkeit. Das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht Mel. Lobe den Herren, den 2c. in meine Dunkelheit, und 39 auchzet, ihr Himmel, Engel, in Chören! Singet dem Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren! Sehet doch da, Gott will so freundlich und nah zu den Verlornen sich kehren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Erden! Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun wird uns verkündiget heut; werden. Friede und Freud freuet euch, Hirten und Herden! licht weicht hunderttausend, Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten meine Seele, versäume nicht den Gnadenschein! Der Glanz in dieser kleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein; er treibet weg der Höllen Macht, der Sünden und des Todes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Seligkeit. Wenn Sonne, Mond und Stern vergehen am Ende Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein Alles sein. 4. Laß nur indessen helle scheinen dein Glaubens- und dein Liebeslicht; mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht; willst du genießen diesen Schein, so darfst du nicht mehr dunkel sein. Weihnachtskunst, wie ich im Lichte wandeln soll und sei des Weihnachtsglanzes voll. K. F. Nachtenhöfer, † 1685. 5. Drum, Jesu, schöne Weihnachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst; dein Licht sei meine Weihnachtswonne und lehre mich die 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste geneiget! Sehet die Liebe, die ganz sich als Liebe nun zeiget! Sie wird ein Kind, träget und tilget die Sünd; alles anbetet und schweiget. 4. Gott ist im Fleische! wer kann dies Geheimnis verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen. Gehet hinein, eins mit dem Kinde zu sein, die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? Du willst dich selber, dein Herze voll Liebe mir Weihnachten. mir schenken; sollt nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demut versenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde, du sollst es sein, den ich erwähle allein; ewig entsag ich der Sünde. 7. Trener Immanuel, werd auch in mir noch ge boren; komm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger verloren! Wohne in mir, mache ganz eins mich mit dir, in dir zum Leben erforen! 8. Menschenfreund, Jesu, dich lieb ich, dich will ich erheben, laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nun leben! gieb mir auch bald, Jesu, die Kindesgestalt, völlig mich dir zu ergeben! G. Terstegen,+ 1769. Mel. Vom Himmel hoch zc. 40 Die ies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt ge dacht; ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward, da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 23 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit teil, erscheinst im Fleisch zu unserm Heil. 5. Dein König, Bion, kommt zu dir: ,, Ich komm, im Buche steht von mir; Gott, deinen Willen thu ich gern." Gelobt sei, der da kommt im Herrn!" 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott, mein Heiland, bet ich an! 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Durch Eines Sünde fiel die Welt, Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, der in des Vaters Schoße sist? 9. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt, und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! Weihnachten. 24 10. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht; ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. Chr. F. Gellert, † 1769. der Krippe liegt ein Kind mit lächelnder Geberde. Wir preisen dich, du Sternenheld! Willkommen, Heiland aller Welt! Willkommen auf der Erde! M. v. Schenkendorf,+ 1817. Mel. Kommt her zu mir zc. Mel. Lobe den Herren, den 2c. 41 Brich an, du schönes 42 Ehre sei Gott in der Morgenlicht! Das ist der alte Morgen nicht, der täglich wiederkehret; es ist ein Leuchten aus der Fern, es ist ein Schimmer, ist ein Stern, von dem ich längst gehöret. Höhe! Der Herr ist geboren! Laßt uns ihm singen, o Christen; auch wir sind erforen, sein und zu freun und durch ihn selig zu sein; Christen, wir sind nicht verloren. 2. Nun wird ein König aller Welt, von Ewigkeit zum Heil bestellt, ein zartes Kind geboren; der Teufel hat sein altes Recht am ganzen menschlichen Geschlecht verspielt und schon verloren. 3. Der Himmel ist jetzt nimmer weit, es naht die felge Gotteszeit der Freiheit und der Liebe; wohlauf, du frohe Christenheit, daß jeder sich nach langem Streit in Friedenswerken übe. 4. Ein ewig festes Liebesband hält jedes Haus und jedes Land und alle Welt umfangen; wir alle sind ein heilger Stamın, der Löwe spielet mit dem Lamm, das Kind am Nest der Schlangen. 5. Wer ist noch, welcher sorgt und sinnt? Hier in 2. Schatten und Dunkel bedeckten den Erdkreis; es irrten Völker umher, wie die Herden, verlassen vom Hirten. Jesus erschien, Nächte verschwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. 3. Menschen, berufen, durch Liebe die Gottheit zu ehren, folgten der Zwietracht und haßten sich vor den Altären. Jesus erschien, und es ward Friede durch ihn: finget es laut ihm zu Ehren! 4. Ehre sei Gott in der Höhe! Ein ewiges Leben hat er durch ihn, den Geliebten, uns allen gegeben. Bis in das Grab stieg er vom Himmel herab, einst uns zum Himmel zu heben. 5. Selige Aussicht! Wie werd ich im Lichte der Höhe, Retter, Weihnachten. Retter, dich preifen, wenn dort ich verherrlicht dich sehe! Danket schon hier, Christen, o dankt ihm mit mir: Ehre sei Gott in der Höhe! A. H. Niemeyer, † 1827. Mel. Herr Gott, dich loben alle wir ic. 43 Lobgefang! Er, dem das Lied der Engel klang, der hohe Freudentag ist da; lobsinget ihm: Hallelujah! 2. Vom Himmel kam in dunkler Nacht, der uns das Lebenslicht gebracht; nun leuchtet uns ein milder Strahl wie Morgenrot im dunklen Thal. 3. Er kam, des Vaters Ebenbild, von von schlichtem Pilgerkleid umhüllt, und führet uns mit sanfter Hand, ein treuer Hirt, ins Vaterland. 4. Er, der jetzt bei dem Vater thront, hat unter uns, ein Mensch, gewohnt, damit auch wir ihm werden gleich auf Erden und im Himmel reich. 5. Einst führet er zur Himmelsbahn uns, seine Brüder, auch hinan und wandelt unser Bilgerkleid in Sternenglanz und Herrlichkeit. 6. Empor zu Gott, mein Lobgesang! Er, dem der 25 Engel Lied erklang, der hohe Freudentag ist da; ihr Christen, singt Hallelujah! F. A. Krummacher, † 1845. Mel. Valet will ich dir geben 2c. 44 rfüllt sind Stund und Zeiten, der neue Tag bricht an; das Licht der Ewigkeiten tritt Mitternacht verschwiegen hat es sich eingestellt; die Engel Gottes fliegen und rufens in die Welt. 2. Hier liegts im Mutterschoße und ist noch schwach und klein; nur zu geringem sein, als sollt es sich verLose scheint es beſtimmt zu lieren in tiefer Dunkelheit, und doch soll es regieren die Welt in Herrlichkeit. 3. Es muß vor diesem Lichte der Erde Glanz vergehn, vor diesem Angesichte die Sonne finster stehn. Sein still verborgnes Wesen hat eine solche Macht, daß Kranke drin genesen und Totes neu erwacht. 4. Es freuen sich die Armen, die Müden in dem Schein; es ladet voll Erbarmen die Schwachen zu sich ein. Die Stolzen nur erquicken sich nicht an seinem Strahl; nur den verkehrten Blicken ist dieses Licht zur Qual. 2 Weihnachten. 26 5. D Licht, laß uns hienieden als deine Kinder stehn, bis wir dereinst in Frieden den höhern Aufgang sehn! Jesu, Stern der Gnade, des Vaters Glanz und Zier, o leucht auf unsre Pfade, damit sie gehn zu dir! chr. R. Puchta,+ 1858. Mel. Aus meines Herzens Grunde zc. 45 Der er heilge Christ ist kommen, der teure Gottessohn; des freun fich alle Frommen am höchsten Himmelsthron. Auch was auf Erden ist, soll preisen hoch und loben mit allen Engeln droben den lieben heilgen Christ. 2. Das Licht ist aufge gangen, die lange Nacht ist hin; die Sünde liegt ge fangen, erlöst ist Herz und Sinn. Die Sündenangst ist weg, der Glaube geht zum Himmel nun aus dem Weltgetümmel auf einem sichern Steg. 3. Nun sind nicht mehr die Kinder verwaist und vaterlos; Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gnadenschoß, er will, daß alle, rein von ihren alten Schulden, vertrauend seinen Hulden, gehn in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und preiset, ihr Seelen fern und nah! Der euch den Vater weißet, der heilge Christ ist da; er ruft so freundlich drein mit süßen Liebesworten: Geöffnet sind die Pforten, ihr Kinder, kommt herein! E. M. Arndt, † 1860. IV. Jahreswechsel. 3. Entzeuch uns nicht dein heilsam Wort, der Seelen höchsten Trost und Hort; vor Irrlehr und Abgötterei behüt uns, Herr, und steh uns bei! Mel. Herr Jesu Christ, dich zc. 46 Das alte Jahr vergangen ist; wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du in Not uns und Gefahr behütet hast lang Zeit und Jahr. 2. Wir bitten dich, den ewgen Sohn des Vaters in dem höchsten Thron: du wollst dein arme Christenheit bewahren ferner allezeit. ichenk! Univ.- Bibl. Giessen 4. Hilf, daß wir flichn die Sündenbahn und fromm zu werden fangen an; der Sünd im alten nicht gedenk, ein gnadenreich neu Jahr uns Jahreswechsel. 5. Hilf christlich leben stetiglich, in dir einst sterben seliglich und darnach fröhlich auferstehn und mit dir in den Himmel gehn. 6. Zu loben und zu preisen dich mit allen Engeln ewiglich. O Jesu, unsern Glauben mehr zu deines Namens Lob und Ehr. Von J. Steuerlein und 3. Tapp, um 1620. Mel. Herr, ich habe miß. gehandelt 2c. ilf, 47 gelingen, hilf, das neue Jahr geht an; laß es neue Kräfte bringen, daß aufs neu ich wandeln kann. Neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnaden geben. 2. Meiner Hände Werk und Thaten, meiner Zunge Red und Wort müssen nur durch dich geraten und ganz glücklich gehen fort. Neue Kraft laß mich erfüllen, zu verrichten deinen Willen. 3. Was ich dichte, was ich mache, das gescheh in dir allein; wenn ich schlafe, wenn ich wache, wollest du, Herr, bei mir sein; geh ich aus, wollst du mich leiten, fehr ich heim, steh mir zur Seiten. 4. Laß mich beugen meine Kniee nur zu deines Namens Ehr; hilf, daß ich mich stets 27 bemühe, dich zu preisen mehr und mehr. Laß mein Bitten, Flehn und Singen zu dir in den Himmel dringen. 5. Laß dies sein ein Jahr der Gnade, laß bereun mich meine Sünd; hilf, daß sie mir nimmer schade und ich bald Verzeihung find, Herr, in dir; denn du, mein Leben, kannst die Sünd allein ver geben. 6. Tröste mich mit deiner Liebe, nimm, o Gott, mein Flehen hin, sieh, wie sehr ich voll und Zagen bin. Stärke mich in meinen Nöten, daß mich Sünd und Tod nicht töten. 7. Herr, du wollest Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig sei, und ich christlich fönne leben, sonder Trug und Heuchelei, daß ich noch allhier auf Erden fromm und selig möge werden. 8. Jesu, richte mein Beginnen, Jesu, bleibe stets bei mir; Jesu, zähme mir die Sinnen, Jesu, sei nur mein Begier; Jesu, sei mir in Gedanken, Jesu, lasse nie mich wanken. 9. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr; trage stets mich auf den Händen, halte bei mir in Gefahr. Freudig will ich dich umfassen, wenn ich sol die Welt verlassen. Job Nift, † 1667. 28 Mel. Nun laßt unsGott, dem Herren zc. 9. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern We48 Nun laßt uns gehn gen, laß Großen und auch und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben. Kleinen die Gnadensonne scheinen! 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten bis zum 10. Sei der Verlaffnen Vater, der Irrenden Berater, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe! Jahreswechsel. neuen. 3. Denn wie von treuen Müttern in schweren Unge wittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden: 4. Also auch und nicht minder läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Not und Trübsal blitzen, in seinem Schoße sitzen. 5. Ach, Hüter unsers Lebens, fürwahr, es ist vergebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 6. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue; Lob den die alles Herzleid wenden! 7. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden, ein Brunnen unsrer Freuden. 8. Gieb uns und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 11. Hilf gnädig allen Kranken, gieb fröhliche Ge danken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwer mut quälen! 12. Und endlich, was das meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe! 13. Das alles wollst du geben, o unfres Lebens Leben, uns und der Christenschare zum selgen neuen Jahre! v. Gerhardt, † 1676. Mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. 49 Abermals ein Jahr verflossen näher zu der Ewigkeit! Wie ein Pfeil wird abgeschossen, so vergehet meine Zeit, D Jehovah Zebaoth! unveränderlicher Gott! Ach, was soll, was soll ich bringen, deiner Langmut Dank zu singen? 2. Ich erschrecke, mächtig Wesen! Ich versink in Angst und Not; denn mein Beten, Singen, Jahreswechsel. Singen, Lesen, ach, das ist so träg und tot. Heilig! Heilig! Heiliger! Großer Seraphinen- Herr! Wehe mir! ich muß vergehen; denn wer kann vor dir bestehen? 3. Aber du bist auch sanftmütig, o getreues Vaterherz! In dem Bürgen bist bu gütig, der gefühlt des du Todes Schmerz. Steh ich nicht in deiner Hand eingezeichnet als ein Pfand, das du ewig willst bewahren vor des bösen Feindes Scharen? 4. Auf, mein Herz, gieb dich nun wieder ganz dem Friedensfürsten dar! Opfre dem des Dankes Lieder, welcher krönet Tag und Jahr. Fang ein neues Leben an, das zum Ziel dich führen kann, wo du durch ein selig Sterben wirst die Himmels: fron ererben. 5. Soll ich denn in dieser Hütten mich ein Zeit lang plagen noch, so wirst du mich überschütten mit Geduld, das weiß ich doch. Trag auf deinem Herzen mich, Jesu Christe, dir will ich heut von neuem mich verschreiben, dir auf ewig treu zu bleiben. 6. An dem Abend und dem Morgen, Gott, mein Rat, besuche mich! Laß der Heiden Nahrungssorgen nimmer scheiden mich und dich! 29. Prüf mich jeden Augenblick, gieb, daß ich mein Haus be schickt, daß ich wache, bet und flehe, ehe denn ich schnell vergehe. 3. Neander, † 1680. mel. Herzlich thut mich verlangen zc. 50 Durch Trauern und durch Blagen, durch Not, durch Angst und Pein, durch Hoffnung und durch Klagen, durch Sorgen groß und klein bin ich, Gott Lob, gedrungen, dies Jahr ist nun dahin: dir, Gott, sei Lob gesungen! Bewegt ist Herz und Sinn. 2. Der du mich haft erbauet, in dir besteht mein Heil; dir ist mein Glück vertrauet, du bist und bleibst mein Teil. Du hast mich wohl erhalten, du bist mein Trost und Hort; dich laß ich ferner walten; Herr, führ mich fort und fort. 3. Mein Gott, o meine Liebe, was du willst, will auch ich; gieb, daß ich nichts verübe, was irgend wider dich; dir ist mein Will ergeben, ja, er ist nicht mehr mein, dieweil mein ganzes Leben dein eigen wünscht zu sein. 4. Nach dir soll ich mich schicken, und, Herr, ich wills auch thun. Soll mich die Armut drücken? Ich will dabei beruhn. Soll mich Verfolgung plagen? Ja, Herr, Jahreswechsel. 30 Herr, befiehl du mir! Soll ich Verachtung tragen? Ach, ich gehorch auch hier. 5. Soll ich verlassen leben? Herr Gott, dein Wille gilt. Soll ich in Ängsten schweben? Mein Heiland, wie du willt. Soll ich denn Krankheit leiden? Ich will gehorsam sein. Soll ich von hinnen scheiden? Herr, dein Will ist auch mein. 6. Heut ist das Jahr beschlossen; Herr, deine Gnade sei heut auf mich neu er gossen, mein Herze werd auch neu. Laß ich die alten Sünden, so werd ich, Gott, bei dir auch neuen Segen finden, dein Wort verspricht es mir. G. W. Eacer, † 1699. es uns zu teil, wird sich täglich bei uns mehren; auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. 4. Unsre Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen; geht uns dieser Leitstern für, so wird alles wohl bestehen, und durch seinen Gnadenschein alles voller Segen sein. Wegen gehn. 2. Jesu Name, Jesu Wort soll in der Gemeinde schallen, und so oft wir an den Ort, der nach ihm genannt ist, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligtum. 3. Sein Verfühnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren; also wird 5. Alle Sorgen, alles Leid soll sein Name uns versüßen, so wird alle Bitterfeit uns ein Segen werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, welcher allen Kummer stillt. 6. Jesus, aller Bürger Heil, unserm Ort ein Gnadenzeichen, unfres Landes bestes Teil, dem kein Kleinod zu vergleichen, Jesus, unser Echutz und Hort, bleib uns Losung fort und fort. B. Schmold,+ 1737. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 2. 51 Jesus soll die Losung sein, da Jahr erschienen; Jesu Name soll allein denen zum Mel. Es ist das Heil uns zc. Baniere dienen, die in feinem 52 Gott ruft der Sonn und schafft den Mond, das Jahr danach zu teilen; er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen; er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank erteilen! 2. Herr, der da ist und der da war! Von dankerfüllten Zungen sei dir für das Jahreswechsel. 31 das verflossue Jahr ein terlich in diesem Jahre wieheilig Lied gesungen, für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rat, für Fried und Ruh, für jede That, die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, das du uns neu gegeben, verleih uns Kraft die Kraft ist dein-, in deiner Furcht zu leben! Du schüßest uns, und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Hilf deinem Volke väder, erbarme der Verlassnen dich und der bedrängten Glieder; gieb Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rat auf unsern Fürsten nieder, 5. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle throne, daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu und Liebe bei uns sei: dies, lieber Vater, dies verleih in Christo, deinem Sohne! Chr. F. Gellert, † 1769. V. Darstellung und Erscheinung Jesu Chrifti. Mel. Unser Herrscher, unser König ze. 53 Wert erde Licht, du Stadt der Heiden, und du, Salem, werde Licht; schaue, welch ein Glanz mit Freuden über deinem Haupt anbricht! Gott hat derer nicht vergessen, die im Finstern sind gesessen. 2. Dunkelheit, die mußte weichen, als dies Licht kam in die Welt, dem kein andres zu vergleichen, welches alle Ding erhält. Die nach diesem Glanze sehen, dürfen nicht im Finstern gehen. 3. Ach, wie waren wir verblendet, ehe noch dies Licht brach an! Ja, da hatte sich gewendet schier vom Himmel jedermann; unfre Augen und Geberden hingen einzig an der Erden. 4. Gottes Rat war uns verborgen, seine Gnade schien uns nicht; Klein und Große mußten sorgen, jedem fehlt es an dem Licht, das zum rechten Himmelsleben seinen Glanz uns sollte geben. 5. Aber wie hervorgegangen ist der Aufgang aus der Höh, haben wir das Licht empfangen, welches viel Angst und Weh aus der Welt hinweggetrieben, daß nichts Dunkles ist geblieben. 32 Darstellung und Erscheinung Jesu Christi. suchen mit Begier, nach Simeons Erempel, dich, Gottes Sohn, allhier. 6. Dieses Licht läßt uns nicht wanken in der rechten Glaubensbahn. Ewig, Herr, will ich dir danken, daß du hast so wohl gethan und uns diesen Schatz geschenket, der zu deinem Reich uns lenket. 7. Gieb, Herr Jesu, Kraft und Stärke, daß wir dir zu jeder Zeit durch der Liebe Glaubenswerke folgen in Gerechtigkeit und hernach im Freudenleben heller als die Sterne schweben. 8. Dein Erscheinen müß erfüllen mein Gemüt in aller Not; dein Erscheinen müsse stillen meine Seel auch gar im Tod; Herr, in Freuden und im Weinen müsse mir dein Licht er scheinen! 9. Jesu, laß mich endlich gehen freudig aus der bösen Welt, dein so helles Licht zu sehen, das mir dort schon ist bestellt, wo wir sollen unter Kronen in der schönsten Klarheit wohnen. Joh. Rift, † 1667. Mel. Valet will ich dir geben 2c. 54 Herr Jeſu, Licht der Heiden, der From: men Schaß und Lieb! Wir kommen jetzt mit Freuden durch deines Geistes Trieb in diesen deinen Tempel und 2. Du wirst von uns gefunden, o Herr, an jedem Ort, dahin du dich verbunden durch dein Verheißungswort; vergönnst noch heutzutage, daß man dich gleicherweis auf Glaubensarmen trage, wie hier der fromme Greis. 3. Sei unser Glanz in Wonne, ein helles Licht in Pein, in Schrecken unsre Sonne, im Kreuz ein Gnadenschein, in Zagheit Glut und Feuer, in Not ein Freudenstrahl, in Banden ein Befreier, ein Stern in Todesqual! 4. Herr, laß auch uns gelingen, daß einst, wie Simeon, ein jeder Christ kann singen den schönen Schwanenton: mir werden nun mit Frieden die Augen zugedrückt, nachdem ich schon hienieden den Heiland hab erblickt. 5. Ja, ja, ich hab im Glauben, mein Jesu, dich geschaut; kein Feind kann dich mir rauben, dräut er auch noch so laut. Ich wohn in deinem Herzen, und in dem meinen du; uns scheiden keine Echmerzen, kein Angst, kein Tod dazu. Joh. Frand, † 1677. Darstellung und Erscheinung Jesu Christi. 33 Mel. Lobt Gott, ihr Christen allzugleich zc. mit der Engel Echar:„ Hier ist Immanuel!" 9. Hier ist das Ziel, hier ist der Ort, wo man zum Leben geht; hier ist des Paradieses Pfort, die wieder offen steht. 10. 55 Auf, Seele, auf und säume nicht! Es bricht das Licht herfür; der Wunderstern giebt dir Bericht, der Held sei vor der Thür. 2. Geh aus von deinem Vaterland, zu suchen solchen Herrn, laß deine Augen sein gewandt auf diesen Morgen stern! 3. Gieb acht auf diesen hellen Schein, der aufgegangen ist; er führet dich zum Kind hinein, das heißet Jesu Christ. 4. Er ist der Held aus Davids Stamm, der alle teure Gotteslamm, das unsre Sünde trägt. 5. Drum mache dich behende auf, befreit von aller Last, und laß nicht ab von deinem Lauf, bis du dies Kindlein hast. 6. Halt dich im Glauben an das Wort, das fest ist und gewiß; das führet dich zum Lichte fort aus aller Finsternis. 7. Drum sinke nur vor seinem Glanz in tiefste Demut ein, und laß dein Herz erleuchten ganz von solchem Freudenschein! 8. Gieb dich ihm selbst zum Opfer dar mit Geist und Leib und Seel und singe Hier fallen alle Sorgen hin, zur Lust wird alle Pein; es wird erfreuet Herz und Sinn; denn Gott ist wieder dein. 11. Der zeigt dir einen andern Weg, als du vorher gekannt: den stillen Ruhund Friedenssteg zum ewgen Vaterland. m. Müller,+ 1704 mel. Meinen Jesum laß ich nicht 1. 56 Jeter, der aus Jakob Cesu, Wunderist erschienen, meine Seele will so gern dir an deinem Feste dienen; nimm doch, nimm doch gnädig an, was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, wie ichs von dir selber habe und damit beschenket bin, so ist dirs die liebste Gabe; laß es auch bewährt und rein in dem Trübfalsfeuer sein! 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß denselben zu dir dringen; Herz und Lippen sollen stets ihn als Opfer vor dich bringen; wenn ich bete, nimm es auf, und sprich Ja und Amen drauf! 34 Darstellung und Erscheinung Jesu Christi. 4. Nimm die Myrrhen bittrer Ren; ach, mich schmerzet meine Sünde! Aber du bist fromm und tren, daß ich Trost und Gnade finde und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an. 3. Wer dich begehret, Gottes Sohn, vom Geist erweckt, wie Simeon, zu seinem Heil zu haben, Gott fürchtet, sich der Welt entwöhnt, aus ihr sich nach dem Himmel sehnt, der opfert rechte Gaben. E. Neumeister, † 1756. Mel. Kommt her zu mir sc. 57 ohlauf, mein Herz, verlaß die Welt, den, der für dich sich dargestellt, nun dich auch darzustellen! Er ist das Licht, drum sei gewiß, er wird auch deine Finsternis durch seinen Glanz erhellen. 2. Ach, du sollst ihm ein Tempel sein! Er selbst macht dich von Sünden rein und hat Lust hier zu wohnen. Doch, finstres Herz, auf, werde Licht! Denn Jesus wohnt in Herzen nicht, die noch der Lüste schonen. 4. Wer auf die Treue Gottes baut, im Glauben kann im Frieden fahren. seinen Heiland schaut, der Der Heiland hält, was er verspricht, er wird sich ihm in seinem Licht dort herrlich offenbaren. 58 Lamm Gottes unschuldig, am Stamm des Kreuzes ge schlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du warest verachtet; all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen; erbarm dich unser, o Jesu! 5. Herr, mache mich gerecht und rein, Herr, laß mich stets voll Glaubens sein, mich stets im Geiste leben, bis du auch mich, wenn dirs gefällt, im Frieden wirst aus dieser Welt zu deiner Wonn erheben. Nach Laurenti( 1722) von J. A. Schlegel,+ 1793. VI. Paffion. 2. D Lamm Gottes unschuldig, am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du warest verachtet; all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen; erbarm dich unser, o Jesu! Paffion. 3. O Lamin Gottes unschuldig, am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du warest verachtet; all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen; gieb deinen Frieden, o Jesu! N. v. Hof,+ 1541. 35 4. Ja, für alles, das mich fränket, mir dein Leiden Hilfe schafft; wenn mein Herz hinein sich senket, schöpf ich neue Lebenskraft. Deines Trostes Süßigkeit wendet mir das bittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du bist für mich gestorben. Herz verführen auf die breite Sündenbahn, wo so viele sich verlieren, alsdann schau ich emsig an deiner Marter Zentnerlast, die du ausge: standen hast; so kann ich in Andacht bleiben, alle böse Lust vertreiben. 5. Auf dich setz ich all mein Hoffen, du bist meine Zuversicht; dein Tod hat den Tod getroffen, daß er mich kann töten nicht. Daß ich an dir habe teil, bringet Trost mir, Schutz und Heil; deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. 6. Hab ich dich in meinem Herzen, du Brunn aller Gütigkeit, so empfind ich keine Schmerzen auch im lehten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich, kein Feind kann verlegen mich; wer vertraut auf deine Wunden, der hat selig überwunden. 3. Heermann, † 1647. Mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. 59 efu, deine tiefen Wunden, deine Qual und bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Trost in Leibs- und Seelennot; fällt mir etwas Arges ein, denk ich bald an deine Pein, die verleidet meinem Herzen, mit der Sünde je zu scherzen. 2. Will sich dann in Lüsten weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so gedenk ich an dein Leiden: bald wird alles wieder gut. Eetet der Versucher mir heftig zu, halt ich ihm für deine Gnad und Gnadenzeichen: bald muß er von dannen weichen. 3. Widie Welt mein 60 Herzlichstere Jesu, verbrochen, daß man ein solch scharf Urteil hat gesprochen? Was ist die Schuld? In was für Misse: thaten bist du geraten? 2. Du wirst gegeißelt und mit Torn gekrönet, ins Angesicht geschlagen und verböhnet, 2* Paffion. 36 höhnet, du wirst mit Essig und mit Gall getränket, ans Kreuz gehenket. 3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen; ich, o Herr Jesu, habe dies verschuldet, was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe: der gute Hirte leidet für die Schafe, die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte. 5. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich gebracht auf diese Marterstraße; ich lebte mit der Welt mit Lust und Freuden, und du mußt leiden. 6. Ach, großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam solche Tren ausbreiten? Kein Menschenherz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. 7. Jch fanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, womit doch dein Erbarmen zu vergleichen; wie kann ich dir denn deine Liebesthaten im Werk erstatten? 8. Doch ist noch etwas, das dir angenehme: wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, daß sie aufs neue nicht mein Herz entzünden mit alten Sünden. 9. Weil aber es nicht steht in eignen Kräften, fest die Begierden an das Kreuz zu heften, so gieb mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 10. Dann werd ich dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz mehr achten, keine Schmach und Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen. 11. Dies alles, obs für schlecht zwar ist zu schätzen, wirst du es doch nicht gar bei seite sehen, in Gnaden wirst du dies von mir annehmen, mich nicht beschämen. 12. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne auf meinem Haupte stehn die Ehrenkrone, da will ich dir, wenn alles wird wohl klingen, Lob und Dank singen. 3. Heermann, † 1647. me. wie nach einer Wasserquelle zc. 61 Der am Kreuz ist meine Liebe, meine Lieb ist Jesus Christ! Weg, ihr argen Sündentriebe, Welt und Fleisch mit eurer List! Eure Lieb ist nicht von Gott, eure Lieb ist gar der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. Passion. 37 2. Der am Kreuz ist 62 Wünden fränken, mein meine Liebe! Frevler, was befremdets dich, daß ich mich im Glauben übe? Jesus gab sich selbst für mich. So ward er mein Friedeschild, aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. o mein Herr Jesu Christ, so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben bist und alle meine Sündenlast am Stamm des heilgen Kreuzes auf dich genommen hast. 2.0 Wunder ohne Maßen, wenn mans betrachtet recht! Es hat sich martern laſſen der Herr für seinen Knecht; selbst seinen eingen Sohn hat Gott für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden; die Schuld ist allzuma: bezahlt durch Christi teures Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Hölle Qual und Glut. 4. Drum sag ich dir von Herzen, jetzt und mein Leben lang, für deine Bein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, für deine Not und Angstgeschrei, für dein unschuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe! Sünde, du besiegst mich nicht. Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich ging ins Gericht! Kreuzigt ich nicht Gottes Sohn? Spräch ich seinem Blut nicht Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe! Keine Not, wie hart und groß, Hunger, Blöße, Geißelhiebe, nichts macht mich von Jesus los; nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstentum. Der am Krenz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe! Komm, Tod, fomm, mein bester Freund! Wenn ich wie ein Staub zerstiebe, wird mein Jesus mir vereint. Da, da schau ich Gottes Lamm, meiner Seele Bräutigam. Der am Krenz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 1668. 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die sündliche Begier, daß mir nie komme aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, sollts auch sein Schmach und Spott, hilf mir Passion. 38 mir geduldig tragen; gieb, o mein Herr und Gott, daß ich verleugne diese Welt und treu dem Beispiel folge, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann ohn Eigennuß und Heuchelschein, und, wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. 8. Laß endlich deine Wunden mich trösten kräftiglich in meinen letzten Stunden und des versichern mich: weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau. Juft. Gesenius, 1673. Mel. Herzlich thut mich verlangen ze. 802 63 Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn; o Haupt, zum Spott gebun den mit einer Dornenfron; o Haupt, sonst schön gekrönet mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber höchst verhöhnet, gegrüßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte, davor das Reich der Welt erschrickt und wird zu nichte, wie bist du so entstellt, wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, dem sonst fein Licht mehr gleichet, so schändlich zugericht? 3. Nun, was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last, ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat; gieb mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad! 4. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts gethan; dein Wort hat mich gelabet mit süßer Gnadenkost, dein Geist hat mich begabet mit reichem Himmelstrost. 5. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht; von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht; wenn dein Haupt wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich faffen in meinen Arm und Schoß. 6. Es dient zu meinen Freuden und kommt mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach, möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl ge= schähe mir! 7. Ich danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für deines Todes Schmerzen, da dus so gut gemeint. Ach, gieb, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, Passion. Treu, und, wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende sei. 8. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür; wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Ängsten kraft deiner Angst und Bein. 9. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot; da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. P. Gerhardt,+ 1676. Mel. O Welt, ich muß dich lassen 2c. 64 Welt, fieh hier 39 Du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder, von übelthaten weißt du nicht. Stamm des Kreuzes schweben, dein Heil sinkt in den Tod! Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße, wie er mit Todesschweiße und Blut ist überfüllt; aus seinem edeln Herzen vor unerschöpften Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so ge schlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel jugericht? 4. Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und deiner Martern ganzes Heer. 5. Du setzest dich zum Bürgen, ja läsfest dich erwürgen für mich und meine Schuld; mir läsfest du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 6. Jch bin, mein Heil, verbunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr; was Leib und Seel vermögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr. D dein Leben am 7. Nun, ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben, eins aber will ich thun: es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 8. Ich wills vor Augen setzen, mich stets daran er gözen, ich sei auch, wo ich sei; es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb und unverfälschten Treu. 9. Ich will darin erblicken, wie ich mein Herz soll schmücken mit stillem, sanftem Passion. 40 tem Mut, und wie ich die soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. 10. Ich will mich mit dir schlagen ans Kreuz und dem absagen, was meinem Fleisch gefällt; was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. 11. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tauſend Thränen, die für mich weintest du, die sollen mich am Ende in deinen Schoß und Hände begleiten zu der ewgen Ruh. P. Gerhardt,+ 1676. Mel. An Wasserflüssen Babylon 2c. springen. 65 Gin Lämmlein geht und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder; es geht und träget in Geduld die Sünden aller Sünder; es geht dahin, wird matt und frank, ergiebt sich auf die Würgebank, verzicht auf alle Freuden; es nimmt auf sich Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod und spricht: ich wills gern leiden. Sühner wollen wählen: geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die von Anfang an verdienet Straf und Ruten; die Straf ist schwer, der Zorn ist groß, du kannst und sollst fie machen los durch Sterben und durch Bluten. 3. Ja, Vater, ja, von Herzensgrund, leg auf, ich Wollen hängt an deinem wills gern tragen! Mein Mund, mein Wirken ist dein Liebesmacht, du kannst, was Sagen. O Wunderlieb, o nie ein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abdringen; o Liebe, Liebe, du bist start, du streckest den in Grab und Sarg, vor dem die Felsen 2. Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland unsrer Seelen; den, den hat Gott zum Sündenfeind und 4. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen; dich will ich stets, gleich wie du mich, mit Liebesarmen fassen; du sollst sein meines Herzens Licht, und wenn mir auch mein Herz zerbricht, sollst du mein Herze bleiben; ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiermit zu deinem Eigentum beständiglich verschreiben. 5. Ich will von deiner Lieblichkeit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen. Mein Bach des Lebens soll sich dir und deinem Passion. deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen, und was du mir zu gut gethan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächtnis schließen. P. Gerhardt, † 1676. eju, meines Lebens Todes Tod, der du dich für mich gegeben in die tiefste Seelennot, in das äußerste Verderben, nur daß ich nicht möchte sterben; tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 2. Du, ach du hast aus gestanden Lästerreden, Spott und Hohn, hast getragen Strick und Banden, du gerechter Gottessohn, nur mich Armen zu erretten von den schweren Sündenketten; taufend, tauſendmal ſei dir, 3. Willig ließest du dich schlagen, mich zu lösen von der Pein, ließest fälschlich dich anklagen, daß ich könnte sicher sein; daß ich möchte trostreich prangen, hast du sonder Trost gehangen; tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. A 41 freigegeben, gabst du hin dein teures Leben; tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 5. Deine Demut hat gebüßet meinen Stolz und Übermut, dein Tod meinen Tod versüßet; es kommt alles mir zu gut; dein Verlassensein, dein Schreien 66 zu mir 4. Tu hast dich in Not versenket, wurdest, ach, für meine Schuld mit dem Todeskelch getränket, littest alles mit Geduld; daß ich würde tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 6. Nun, ich danke dir von Herzen, Jesu, für gesammte Not, für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben, bittern Tod; für dein Zittern, für dein Zagen, deine tausendfachen Plagen, für dein Ach und tiefe Pein will ich ewig dankbar sein. C. Chr. Homburg, † 1681. 67 du Liebe meiner Liebe, du Seligkeit, die du dich aus höchstem Triebe in das jammervolle Leid deines Leidens, mir zu gute, als ein Opfer eingestellt und bezahlt mit deinem Blute alle Missethat der Welt. 2. Liebe, die mit heißen Thränen an dem Ölberg sich betrübt; Liebe, die mit heißem Sehnen unaufhörlich fest geliebt; Liebe, die den eignen Willen in des Vaters Willen legt und, den Fluch der Passion. 42 der Welt zu stillen, tren die Last des Kreuzes trägt. 3. Liebe, die mit starkem Herzen Schmach und Lästerung gehört; Liebe, die in Angst und Schmerzen bis zum Tod blieb unversehrt; Liebe, die sich liebend zeiget, da der Atem geht zu End; Liebe, die sich liebend neiget, da sich Leib und Seele trennt. 4. Liebe, die für mich gestorben und ein immerwährend Gut an dem Kreuzesholz erworben, ach, wie denk ich an dein Blut! Ach, wie dank ich deinen Wunden, du verwundte Liebe du, wenn ich in den letzten Stunden sanft an deinem Herzen ruh. 5. Liebe, die sich tot gefränket und für mein er faltet Herz in ein kaltes Grab gesenket, ach, wie dank ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, daß ich ewig leben kann, und der Seelen Heil erworben; nimm mich ewig liebend an! A. Dreje,+ 1701. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende 2c. s ist vollbracht! Er 68 ist verschieden, mein Jesus schließt die Augen zu; der Friedefürst entschläft im Frieden, die Lebenssonne geht zur Ruh und sinkt in stille Todesnacht. O großes Wort: es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! Er hats gesprochen, das ewge Wort muß sprachlos sein; das Herz der Treue wird gebrochen, den Fels des Heils umschließt ein Stein, die höchste Kraft ist nun ver: schmacht. O wahres Wort: es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht! Jhr, meine Sünden, verdammet mun mein Herz nicht mehr. Vom Himmel her hör ich verkünden: des Sohnes Blut erlangt Gehör; am Kreuz hats Frieden uns gemacht. süßes Wort: es ist vollbracht! 4. Es ist vollbracht! welch Verlangen zieht mich zu deinem Grabe hin; dich wünschen Engel zu um fangen: ruh auch in mei nem Herzen drin, wo dir die Liebe Raum gemacht. tröstlich Wort: es ist vollbracht! 5. Es ist vollbracht! Ich will mich legen zur Ruh auf Christi Grabesstein; die Engel sind allhie zugegen, ich schlummre sanft wie Jacob ein; die Himmelspfort ist aufgemacht. O Lebenswort: es ist vollbracht! Sal. Frant, † 1725. Passion. 43 Nach einer Prüfung kurzer Tage. Vaterherz ist treu gesinnt. Ich halte mich getrost an dich und rufe:„ Abba, höre mich!" 6. Du greifst voll Zuversicht und Liebe dem Vater tief ins treue Herz und rufft aus stärkstem Herzenstriebe: Vater, Bater!" himmelwärts. Ach, Glaub und Liebe sind mir not, sonst ist doch all mein Beten tot. 7. Geduldig Lamm, wie hälst du stille und im Gebete dreimal an! Dabei ist auch für mich dein Wille, daß ich soll thun, wie du gethan. Gott hilft nicht stets aufs erstemal; drum fleh und ruf ich ohne Zahl. 8. Dein Wille senkt sich in den Willen des allerbesten Vaters ein; in ihm muß auch mein Herz sich stillen, wofern ich will erhöret sein; drum bet ich in Gelassenheit: ,, Was mein Gott will, gescheh allzeit." 69 Du gehest in den Garten beten, mein treuer Jesu, nimm mich mit; laß mich an deine Seite treten, ich weiche von dir keinen Schritt; ich will an dir, mein Lehrer, sehn, wie mein Gebet soll recht ge= schehn. ach, 2. Du gehst mit Zittern und mit Zagen und bist bis in den Tod betrübt; dies soll mir ans Herze schlagen, daß ich die Sünde so geliebt; drum willst du, daß mein Herz voll Reu mein Anfang zum Gebete ſei. 3. Du reißt dich von der Jünger Seiten, du suchst die stille Einsamkeit; so muß auch ich mich wohl bereiten und fliehen, was mein Herz zerstreut. Zieh mich von aller Welt allein, daß nur wir zwei beisammen ſein. 4. Zur Erde beugst du deine Glieder, fällst nieder auf dein Angesicht; so sinkt die stille Demut nieder; drum rühm ich Asch und Staub mich nicht; ich bieg und beuge mich mit dir vor meinem Gott in Demut hier. 5. Du betest zu dem lieben Vater und rufest: ,, Abba!" wie ein Kind; dein Vater ist auch mein Berater, sein 9. Du, Herr, erlangest auf dein Flehen Trost, Kraft, Sieg, Leben, Herrlichkeit; und so wirds auch mit mir geschehen, daß ich zur ange: nehmen Zeit auf ernstlich Beten freudevoll den gleichen Segen ernten soll. 10. Drum, Jesu, hilf mir stets so beten, wie mich dein heilig Vorbild lehrt; so kann ich frei zum Vater tieten und Passion. 44 und werde stets von ihm erhört; so bet ich mich zum Himmel ein und will dir ewig dankbar sein. 3. Menter, † 1734. 6. Seel und Leben, Leib und Glieder, alles giebst du Mel. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig 2c. für mich hin; sollt ich dir nicht schenken wieder alles, was ich hab und bin? Ich bin deine ganz alleine, dir verschreib ich Herz und Sinn. 7. Zeuch durch deines Todes Kräfte mich in deinen Tod hinein; laß mein Fleisch und sein Geschäfte, Herr, mit dir gekreuzigt sein, daß mein Wille sanft und stille und die Liebe werde rein. 70 Ruhe hier, mein Geist, ein wenig und schau an dies Wunder groß, wie dein Herr und Ehrenkönig hängt am Kreuze bleich und bloß, den sein Lieben hat getrieben zu dir aus des Vaters Schoß. 2. Wie dich Jesus liebt von Herzen, kannst du hier am Kreuze sehn; schau, wie bittre Todesschmerzen ihm durch Leib und Seele gehn, Fluch und Schrecken ihn bedecken; höre doch sein Klaggetön! 3. Dies sind meiner Sünden Früchte, die, mein Heiland, ängstgen dich; dieser Leiden schwer Gewichte zöge sonst zum Abgrund mich; diese Nöten, die dich töten, sollt ich fühlen ewiglich. erlöset werden durch dein eigen Herzensblut? Ich muß schweigen und mich beugen für dies unverdiente Gut. 4. Doch du hast für mich besieget Sünde, Tod und Höllenmacht, Gottes ewgem Recht genüget, seinen Willen ganz vollbracht, durch dein Sterben mich zum Erben deines Lebens dort gemacht. 5. Ach, ich Sündenkind auf Erden! Jesu, stirbst du mir zu gut? Soll dein Feind 8. Laß in allen Leidenswegen deine Leiden stärken mich, daß mein Leiden mir zum Segen mag gedeihen stetiglich, daß mein Herze auch im Schmerze ohne Wanken liebe dich. 9. Wenn mich schrecken meine Sünden, wenn mich böse Lust ansicht, ich nicht Kraft noch Gnad kann finden, wollst du mich verlassen nicht! Laß dein Sterben mir erwerben Trost im Tod und im Gericht! 10. Jesu, nun will ich ergeben meinen Geist in deine Hand; laß mich dir alleine leben, bis ich nach dem Leidensstand bei dir wohne, in der Krone dich beschau im Vaterland. G. Terstegen, † 1769. Passion. Mel. Herzliebster Jefu, was hast du zc. err, stärke mich, 71 bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen! 2. Du wolltest, Herr, ein Mensch gleich uns auf Erden und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen. 3. Welch wundervoll hochheiliges Vollbringen! Mein Geist kann nicht in seine Tiefe dringen. Mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die läßt die erlösen; dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst dar nieder; es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder, lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. D Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüte in deine Güte. 45 mutsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott 7. Das größt in Gott ist: Gnad und Lieb erweisen. Uns kommt es zu, sie desteiget. 8. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir bewiesen. Du hast, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 9. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben und stets mit Freuden deinen Willen üben. O gieb du, Herr, zu diesem heilgen Werke mir Kraft und Stärke. Chr. F. Gellert, † 1769. Mel. O Traurigkeit zc. 72 Am Kreuz erblaßt, der Todesqualen müde, findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heilger Schmerz durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tief gebeuget schlagen. 3. Du schüßest mich, und über dich gehn aller Trübsal Wetter; sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! 4. Du hasts gethan, dich bet ich an, du König der Erlösten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! riefft du mit Macht; du zeigst, daß Passion. 46 daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei habest hingegeben. 6. Hochheilge That! Des Höchsten Rat will ich in Demut preisen; mein Erlöser wird mir einst seine Tiefen weisen. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Toten; sie erstanden. Leicht entschwingt der Lebensfürst sich desTodes Banden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen; denn durch dich, Erlöser, ists mir der Weg zum Schauen. 9. Ich preise dich, erforsche mich und siehe, wie ichs meine; ja, du siehst es, wenn ich still meinen Dank dir weine. 10. Vergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb ermessen. Chr. F. Neander, † 1802. Begräbnis Jesu. Mel. Nun laßt uns den Leib zc. 73 Der du, Herr Jeſu, Ruh Rast in deinem Grab gehalten hast, gieb, daß wir in dir ruhen all und unser Leben dir gefall. 2. Verleih, o Herr, uns Stärk und Mut, die du erkauft mit deinem Blut, und führ uns in des Him mels Licht zu deines Vaters Angesicht. 3. Wir danken dir, o Gottes Lamm, getötet an des Kreuzes Stamm: laß ja uns Sündern deine Bein den Eingang in das Leben sein. G. Werner, † 1643. D Herzeleid! Ist 74 Traurigkeit, o das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einger Sohn wird ins Grab getragen. 2. O große Not, der Herr liegt tot! Am Kreuz ist er gestorben, hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb erworben. 3. D Menschenkind, nur deine Sünd hat dieses angerichtet, da du durch die Missethat warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, das Gotteslamm, liegt hie mit Blut beflossen, welches er ganz mildiglich hat für dich vergossen. 5. O selig ist zu aller Frist, der dieses recht bedenket, wie der Herr der Herrversentet. 6. O Jesu, du mein Hilf und Ruh, ich bitte dich mit Thränen: hilf, daß ich mich bis ins Grab nach dir mögé sehnen! 3 Rist,+ 1667. Passion. Mel. O Traurigielt 2c. 75 So ruhest du, o meine Ruh, in deiner Grabeshöhle und erweckst durch deinen Tod meine tote Seele. 2. Man senkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Leben! Dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. 3. Ach, du bist kalt, mein Hort und Halt! Das macht dein heißes Lieben, das dich in das kalte Grab mir zu gut getrieben. 4. Doch Preis sei dir! Du konntest hier nicht die Ver wesung sehen; bald ließ dich des Vaters Macht aus dem Grab erstehen. VII. 76 Christ ist erstanden von alle. Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Hallelujah! Wär er nicht erstanden, die Welt, die wär vergangen; feit daß er erstanden ist, so lobn wir den Herrn Jesum Christ. Hallelujah! 47 5. Lebensfürst, ich weiß, du wirst mich wieder auf erwecken; sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 6. Sie wird mir sein ein Kämmerlein, da ich im Frieden liege, weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah! Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Hallelujah! Vor 1300. 7. Nein, nichts verdirbt, der Leib nur stirbt; doch wird er auferstehen und in ganz verklärter Bier aus dem Grabe gehen. 8. Indes will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senken und an deinen bittern Tod bis zum Tod gedenken. S. Frant, † 1725. ftern. 77 Christ lag in Todesbanden, für unsre Sünd gegeben; der ist wie der erstanden und hat uns bracht das Leben; des wir sollen fröhlich sein, Gott loben und ihm dankbar sein und singen: Hallelujah, Hallelujah! 2. Den Tod niemand bezwingen konnt bei allen Menschenkindern; das machte alles unsre Sünd, kein Unschuld war zu finden. Davon kam der Tod sobald und nahm 48 Oftern. nahm auch über uns Ge- mel. Heut triumphieret Gottes ze 78 Die Sonn aufgeht, Grüh morgens, da walt; fein Reich hielt uns mein Heiland Christus auf ersteht. Hallelujah, Halle: lujah! Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Hallelujah, Hallelujah! gefangen. Hallelujah! 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, an unsrer statt ist kommen und hat die Sünde abgethan, damit dem Tod genommen all sein Recht und sein Gewalt; da bleibet nichts denn Todsgestalt, den Stachl hat er verloren. Hallelujah! 4. Es war ein wunderlicher Krieg, da Tod und Leben rungen; das Leben, das behielt den Sieg, es hat den Tod verschlungen. Die Schrift uns die Kunde bringt, wie da sein Tod den Tod bezwingt; ein Spott der Tod ist worden. Halle lujah! 2. Nicht mehr als nur drei Tage lang hält meinen Heiland Todeszwang. Hallelujah, Hallelujah! Am dritten Tag durchs Grab er dringt, mit Ehren seine Siegsfahn schwingt. Hallelujah, Hallelujah! 3. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält. Hallelujah, Hallelujah! Drauf folgt der Sabbat in dem Grab, allda ich Ruh und Frieden hab. Halle lujah, Hallelujah! 5. Hier ist das rechte Osterlamm, davon wir sollen leben; das ist uns an des Kreuzes Stamm aus heißer 4. In kurzem mach ich Lieb gegeben. Des Blut zeichnet unsre Thür, das hält der Glaub dem Tode für; nicht rührn kann uns der Würger. Hallelujah! fröhlich auf, mein Ostertag ist schon im Lauf. Hallelujah, Hallelujah! Ich wach auf durch des Herren Stimm, veracht den Tod mit seinem Grimm. Hallelujah, Hallelujah! 6. So feiern wir das hohe Fest mit Herzensfreud und Wonne, das uns der Herr erscheinen läßt; er selber ist die Sonne, der durch seiner Gnaden Glanz erleuchtet unsre Herzen ganz: der Sünd Nacht ist vergangen. Hallelujah! 5. O Wunder groß, o starker Held, wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Hallelujah, Hallelujah! Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Thür. Hallelujah, Hallelujah! Luther, † 1546. Oftern 6. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. Hallelujah, Hallelujah! Wenn mir gleich alle Welt stürb ab, gnug, daß ich Christum bei mir hab. Hallelujah, Hallelujah! 7. Er nährt, er schützt, er tröstet mich; sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Hallelujah, Hallelujah! Wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil seines Leibes Glied ich bin. Hallelujah, Hallelujah! 8. Durch seiner Aufer stehung Kraft komm ich zur Engel- Brüderschaft. Hallelujah, Hallelujah! Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, mit Gnad und ewgem Heil gekrönt. Hallelujah, Halle lujah! 9. Mein Herz darf nicht entseßen sich: Gott und die Engel lieben mich. Hallelujah, Hallelujah! Die Freude, die mir ist bereit, vertreibet Furcht und Traurigkeit. Hallelujah, Hallelujah! 10. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Hallelujah, Hallelujah! Dort wollen wir mit größerm Fleiß er heben deinen Ruhm und Preis. Hallelujah, Halle lujah! Joh. Heermann,+ 1647. V 49 79 Lasset uns den Herren preisen, o ihr Christen überall! Kommet, laßt uns Dank erweisen unserm Gott mit frohem Schall! Jauchzet: frei von Todesbanden ist der Held aus Judas Stamm; der zu uns vom Himmel kam, Jesus Christus, ist erstanden! Nun ist aus der lange Streit; freue dich, o Christenheit! 2. Christus hat nun überwunden des ergrimmten Todes Macht; der im Tode lag gebunden, hat das Leben neu gebracht und die Finsternis bezwungen. Die Verwesung schaute nicht, der des Todesketten bricht; nun zum Himmelsthron gedrungen, giebt er uns ein frei Geleit; freue dich, o Christenheit! 3. War er gleich am Kreuz gestorben, war er gleich ins Grab gelegt: dennoch blieb er unverdorben. Als die Erde ward erregt, hat der Lebensfürst erhoben sein verklärtes Angesicht, stirbet nun und nimmer nicht. Ewig werden wir ihn loben; Harf und Psalter, seid bereit! Freue dich, o Christenheit! 4. Grab, wo sind nun deine Schrecken? Hölle, wo ist dein Triumph? Tod, du kannst kein Graun erwecken, deine Pfeile sind jetzt stumpf. Christus ist dein Gift gewesen: 3 Ostern. 50 wesen; er, der starke Gottesheld, hat dir deinen Trot gefällt, und wir Menschen sind genesen. Nun, vom schweren Joch befreit, freue dich, o Christenheit! 5. Sehnsuchtsvoll laßt uns verlangen nach dem Herrn und seinem Heil; auch wir werden dann empfangen unser teur er worbnes Teil. Er geht auf in unsern Herzen; laßt uns mit ihm auferstehn, mit ihm ein zum Himmel gehn, wo er stillet alle Schmerzen. Wonne wird dann alles Leid; freue dich, o Christenheit! 6. Meinen Leib wird man begraben, doch er schläft auf ewig nicht; neues Leben wird er haben, schön verklärt in Glanz und Licht. Das Verwesliche muß sterben, irdisch wird es ausgesät, bis es himmlisch einst ersteht, um das Reich des Herrn zu erben, ihn zu schauen allezeit. Freue dich, o Christenheit! Nach Joh. Rist, † 1667. Mel. Nun freut euch, lieben Christen zc. 80 Wach auf mein Herz, die Nacht ist hin, die Sonn ist aufge: gangen! Ermuntre deinen Geist und Sinn, den Heiland zu empfangen, der heute durch des Todes Thor gebrochen aus dem Grab hervor, der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf und such ein neues Leben, vollführe deinen Glaubenslauf und laß dein Herz sich heben gen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nur, was dahinten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Tritt Jesu sei erhoben. unter dich die böse Welt und strebe nach des Himmels Zelt, wo Jesus ist zu finden. 4. Drückt dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn heben; es kann ein Christ bei Kreuz und Bein in Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn und sorge nicht, er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. 5. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil Jesus überwunden; er wird auch überwinden weit in dir, weil er gebunden der Feinde Macht, daß du aufstehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest. 6. Ach, mein Herr Jesu, der du bist vom Tode auf erstanden, bewahr uns vor des Oftern. des Feindes List, rett uns aus Todesbanden, damit wir alle insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns hast erworben. 7. Sei, Herr, gelobt in dieser Zeit von allen Gotteskindern, und ewig in der Herrlichkeit von allen über windern, die überwunden durch dein Blut! Herr Jesu, gieb uns Kraft und Mut, daß wir auch überwinden! L. Laurenti,+ 1722. Mel. Valet will ich dir geben 2c. 81 ch geh zu deinem Grabe, du großer Osterfürst, weil ich die Hoffnung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man kann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, auch mit des Himmels Erben ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde und hast sie eingeweiht, ben sich mein Herz nicht wenn ich begraben werde, scheut, auch in den Staub zu legen, was Asch und Staub vermehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 51 4. Dein Grab schließt Stein und Siegel, und du wirst dennoch frei; auch meines Grabes Riegel bricht deine Hand entzwei. Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt; da werd ich den erblicken, der mich vom Tode weckt. 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe; du schließt die Augen zu, so soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht: ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich; da warten lauter Kronen in deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben, o meines Todes Tod, ich will mich dir ergeben in meiner letzten Not; ich will mein Lager machen in deine liebe Gruft, da werd ich schon erwachen, wenn deine Stimme ruft. B. Schmold, † 1737. 82 Wim Streite, aus Mel. Christus, der ist mein Leben zc. deines Grabes Kluft! Wir triumphieren heute um deine leere Gruft. 2. Der Feind wird schaugetragen und heißt nunmehr ein Spott; wir aber können sagen: mit uns ist unser Gott. 3. In der Gerechten Hütten schallt schon das Siegeslied; du trittst selbst in Ostern. 52 in die Mitten und bringst den Osterfried. 4. Ach, teile doch die Beute bei deinen Gliedern aus! Wir alle kommen heute deswegen in dein Haus. 5. Schwing deine Sieges: fahne auch über unser Herz, und unsern Weg uns bahne vom Grabe himmelwärts! 6. Laß unser aller Sünden ins Grab verscharret sein, uns einen Schatz hier finden, der ewig kann erfreun! 7. Wir sind mit dir ge storben, so leben wir mit dir. Was uns dein Tod erworben, das stell uns täglich für! 8. Wir wollen hier ganz fröhlich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir dereinst nur selig mit dir auch auferstehn. 9. Der Tod kann uns nicht schaden, sein Stachel ist nun stumpf; wir stehn bei Gott in Gnaden und rufen schon Triumph! B. Schmold, † 1737. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 83 wei der Jünger gehn mit Sehnen über Feld nach Emmaus; ihre Augen sind voll Thränen, ihre Seelen voll Verdruß; man hört ihre Klageworte; doch es ist von ihrem Orte unser Jesus gar nicht weit und vertreibt die Traurigkeit. 2. Ach, es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Kummer nach, sie bejammern voller Schmerzen ihre Not und Ungemach. Manches wandert ganz alleine, daß es nur zur Gnüge weine; doch mein Jesus ist dabei, fragt, was man so traurig sei. 3. Oft schon hab ichs auch empfunden, Jesus läßt mich nie allein; Jesus stellt zur rechten Stunden sich mit seinem Beistand ein. Wenn ich mich bei ihm beschwere, gleich als ob er ferne wäre, o so ist er mehr als nah und mit seiner Hilfe da. 4. Trenster Freund von allen Freunden, bleibe ferner noch bei mir; kommt die Welt, mich anzufeinden, ach, so sei du auch allhier! Wenn michTrübsalswetter schrecken, wollst du kräftig mich be decken; komm in meinem Geist zu ruhn: was du willst, das will ich thun. 5. Bin ich traurig und betrübet, Herr, so ruf mir in den Sinn, daß mich deine Seele liebet und daß ich der Deine bin. Laß dein Wort mich fester gründen, laß es auch mein Herz ent zünden, daß es voller Liebe brennt und dich immer besser kennt! 6. Tröst auch andre, die voll Jammer einsam durch die Fluren gehn, oder in der Ostern. 53 der stillen Kammer tiefbe- 4. Jesus lebt, fein Heil kümmert zu dir flehn! Wenn sie von der Welt sich trennen, daß sie satt sich weinen können, so sprich ihrer Seele zu: liebes Kind, was trauerst du? 7. Hilf, wenn es will Abend werden und der Lebenstag sich neigt, wenn dem dunklen Aug auf Erden nirgends sich ein Helfer zeigt; bleib alsdann in unsrer Mitten, wie dich deine Jünger bitten, bis du sie getröstet hast; bleibe, bleibe, teurer Gaſt! J. Neunherz, † 1737. Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. 84 Jefus esus lebt, mit ihm auch ich: Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Toten auferwecken. Er verklärt mich in fein Licht; dies ist meine Zuversicht. ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben; reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre; Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich befehre. Gott verstößt in Christo nicht, dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er giebt selbst mir Kraft und Licht; dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot wird er meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Chr. F. Gellert, † 1769. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens 2c. 2. Jesus lebt, ihm ist das 85 Grinnre dich, mein Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zu gleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht. Geist, erfreut des hohen Tags der Herrlichkeit; halt im Gedächtnis Jesum Christ, der von den Tod erstanden ist! 2. Entbrenn in Lieb und Dank für ihn, als ob er heute dir erschien und spräche: Friede sei mit dir!"- So freue dich, mein Geist, in mir! " 1 3. Schau über dich und bet ihn an; er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott vereint Ostern. 54 eint und ist dein König und dein Freund. 4. Mein Heiland ist für mich erhöht; was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 11. Sein ist das Reich, sein ist die Kraft; er ists, der alles in uns schafft. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der von dem Tod erstanden iſt! Chr. F. Gellert, † 1769. 5. Vor seinem Thron, in Mel. Lasset uns den Herren preisen zc. seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich und 86 Überwinder, nimm ewig, ewig selig sein: ach, welche Herrlichkeit ist mein! 6. Herr, der du in dem Himmel thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst, und du erfüllest mein Vertraun, dich in der Herrlichkeit zu schaun. die Palmen, die dein Volk dir heute bringt, das mit frohen Osterpsalmen den erkämpften Sieg besingt. Wo ist nun der Feinde Pochen und der Würger Mordgeschrei, da des Todes Nacht vorbei und sein Stachel ist zerbrochen? Tod und Hölle liegen da: Gott sei Dank, Hallelujah! 7. Ich soll, wenn du, o Lebensfürst, in Wolken wiederkommen wirst, verklärt aus meinem Grabe gehn und froh zu deiner Rechten stehn. 8. Mit deiner heilgen Engel Schar soll ich dich loben immerdar; mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit. 9. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin! Gieb Kraft, daß ich in Lieb und Treu mich stets zu deinem Bild ernen! 2. Stecke nun dein Siegeszeichen aus der dunklen Gruft empor! Was kann deinem Ruhme gleichen? Held und König, tritt hervor! Laß dir tausend Engel dienen; denn nach harter Leidenszeit ist dein Tag der Herrlichkeit, höchste Majestät, erschienen; Erd undhimmel jauchzen da: Gott sei Dant, Hallelujah! 10. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist und der da war! Sein Name sei gebenedeit von nun an bis in Ewigkeit! und Mut, weil das Los 3. Teile, großer Fürst, die Beute deiner armen Herde mit, die in froher Sehnsucht heute vor den Thron der Gnade tritt! Deinen Frieden gieb uns allen! O so jauchzet Herz uns Ostern. uns wundergut und aufs lieblichste gefallen; denn der Ölzweig grünet da: Gott sei Dant, Hallelujah! 4. Laß, o Sonne der Gerechten, deinen Strahl ins Herze gehn; gieb Erleuchtung deinen Knechten, daß sie geistlich auferstehn. Hält der Schlaf uns noch gefangen, 55 Glieder endlich aus der dunklen Nacht; wenn der Deinen Asche wieder in verklärtem Glanz erwacht, dann wirst du die Krone geben, dann wird unsre volle Brust, Herr, mit engelgleicher Lust ewig deinen Sieg erheben, und wir sprechen auch allda: Gott sei Dank, Hallelujah! Chr. L. Taddel, † 1775. o so fördre du den Lauf, rufe mächtig: Wachet auf! Denn die Schatten sind ver- ma. Lasset uns den Herren preisen 2c. gangen, und der helle Tag iſt da: Gott sei Dank, Halle- 87 Größter Morgen, 5. Tilg in uns des Todes Grauen, wenn die letzte Stunde schlägt, weil du denen, die dir trauen, schon die Krone beigelegt. Gieb uns in den höchsten Nöten, gieb uns mitten in der Pein deinen Trost und Glauben ein; o so kann der Tod nicht töten, denn die Hoff nung blühet da: Gott sei Dank, Hallelujah! 6. Zeige, wenn der blöde Kummer über Sarg und Grüften weint, wie die Schwachheit nach dem Schlummer dort in voller Kraft erscheint. Sind wir sterblich hier geboren, o so streift das kühle Grab nur, was sterblich heißt, uns ab, und der Staub ist unverloren; unser Hirte hütet da: Gott sei Dank, Hallelujah! 7. Rufe die zerfallnen nach der tiefsten Nacht belebt, der sie nach dem Wort: ,, es werde!" nochmals aus dem Nichts erhebt! Nach der Nacht voll düstrer Sorgen, da man angst- und kummervoll ohne Jesum Leben soll, bringt der allerschönste Morgen Jesum aus des Todes Thor, Jesum, unser Licht, hervor. 2. Lebt nun auf, ihr stillen Seelen, die in Thränen ihr zerfloßt, die ihr euch in Kummerhöhlen ohne Licht und Kraft verschloßt! Lebt nun auf: er ist erstanden! Er, an den ihr doch geglaubt, ist vom Tode nicht geraubt, nein, er lebt, ist frei von Banden und mit Klarheit angethan; betet euren Köng an! 3. Jauchz, o Erde, Himmel tönet, rühme, neu geschaffne Welt! Gott und Menschheit jind Oftern. 56 sind versöhnet! Seht, wie glänzt der große Held, der des Abgrunds und der Höllen und der Himmel Schlüssel führt und, mit Ehr und Schmuck geziert, seine Kirche sicher stellen und nach tiefem Gottesplan ewigselig machen kann! 4. Großer Hirte deiner Schafe, von den Toten ausgeführt, dem, nach ganz erlittner Strafe unfrer Schuld, der Preis gebührt! Nimm ihn von den Millionen derer, die das Grab noch deckt, derer, die dein Ruf schon weckt, derer, die im Himmel wohnen, auch von uns hier unten an, wie dich jeder preisen kann. 5. Hilf uns aus den Fesseln gehen, womit uns die Welt bestrickt; laß uns geistlich auferstehen, allem Sündendienst entrückt! Schenk uns Kraft zum neuen Wesen, daß es täglich Ostern sei, dann kommt einst der Tag herbei, da du völlig uns erlösen und zu dir erheben wirst, auferstandner Siegesfürst. I. A. Lehmus, † 1788. Mel. Lasset uns den Herren preisen zc. 88 Auferstanden, auferstanden ist der Herr, der uns versöhnt; seht, wie hat nach Schmach und Banden Gott mit Ehren ihn gekrönt! Dort auf seines Vaters Throne, über Schmerz und Tod erhöht, herrscht er nun in Majestät. Fallet nieder vor dem Sohne, der uns einst zu sich erhebt! Hallelujah! Jesus lebt. 2. Singt dem Herrn! Er ist erstanden, da er starb auf Golgatha; rühmt es laut in allen Landen: was sein Mund verhieß, geschah. Wer kann ihm noch widerstreben? Mächtig steigt der Held empor, im Triumph bricht er hervor. Seht des Abgrunds Pforten beben, da ihr Sieger sich erhebt! Hallelujah! Jesus lebt. 3. Uns vom Tode zu befreien, sant er in des Grabes Nacht; uns zum Leben zu erneuen, steht er auf durch Gottes Macht. Tod, du hiſt in Sieg verschlungen; deine Schrecken sind gedämpft, deine Herrschaft ist bekämpft, und das Leben ist errungen; ob man unsern Leib begräbt, Hallelujah! Jesus lebt. 4. Aus dem Grab uns zu erheben, ging er zu dem Vater hin. Laßt uns ihm zur Ehre leben, dann ist Sterben uns Gewinn. Haltet unter Lust und Leiden im Gedächtnis Jesum Christ, der vom Tod erstanden ist; unvergänglich sind die Freuden des, der nach dem Himmel Oftern. Himmel strebt. Hallelujah! Jesus lebt. 5. Freut euch seiner, Gottes Kinder! Er sei euer Lobgesang! Bringt dem Todesüberwinder ewig Ehre, Preis und Dank. Rühmt es in Versuchungsstunden, wenn euch Sünd und Elend droht, rühmt es in der Todesnot: unser Herr hat überwunden! Der uns einst zu sich erhebt, Hallelujah, Jefus lebt." Nach 3. F. Danneil( † 1772) von Chr. Sturm,+ 1786, und C. Lavater, + 1801. 3. Jetzt scheint die Welt dem neuen Sinn erst wie ein Vaterland; ein neues Leben nimmt man hin entzückt aus seiner Hand. 57 mel aus, und wer nur hört auf seinen Rat, kommt auch ins Baterhaus. Mel. Lobt Gott, ihr Christen, allzu gleich zc. ch 89 aß er lebt und auferstanden ist, daß er in Met. Wie schön leuchtet der Morgenunsrer Mitte schwebt und ewig bei uns ist. stern 2c. 2. Ich fag es jedem, 90 Erhöhter Siegesfürst jeder sagt es seinen Freunden gleich, daß bald an allen Orten tagt das neue Himmelreich. und Held! Dir jauchzet die erlöste Welt am Feste deiner Wonne; du gehst aus deines Grabes Thor als wie ein Bräutigam hervor, schön wie die Morgensonne. Mächtig, prächtig kommst du heute aus dem Streite, kommst mit Segen uns aus deiner Gruft entgegen. 2. Wie majestätisch bauest du am dritten Tage deiner Ruh den Leibestempel wieder! Trotz aller Feinde List und macht hast du dein großes Wort vollbracht: Ich sterb 4. Hinunter in das tiefe Meer versank des Todes Graun, und jeder kann nun leicht und hehr in seine Zukunft schaun. 5. Der dunkle Weg, den er betrat, geht in den Him 6. Nun weint auch keiner mehr allhie, wenn eins die Augen schließt; vom Wiedersehn, spät oder früh, wird dieser Schmerz versüßt. 7. Es kann zu jeder guten That ein jeder frischer glühn; denn herrlich wird ihm diese Saat in schönern Fluren blühn. 8. Er lebt und wird nun bei uns sein, wenn alles uns verläßt, und so soll dieser Tag uns sein ein Weltverjüngungsfest. Novalis( Fr. v. Hardenberg), +1801. 58 Oftern. sterb und lebe wieder. Gehet, Mel. Wachet auf, ruft uns zc. fehet: alle Riegel, Band und Siegel sind zerstöret, Jeſus 91 Hallelujah! jauchzt, verkläret! ihr Jesu Christo Preis und Ehre! Wie groß und herrlich ist sein Tag! Er, der Held, ist von den Banden des Todes siegreich auferstanden, er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und Macht. Preis ihm, er hats vollbracht! Hallelujah! Er hats vollbracht, er, der die Macht des Todes und des Grabes hat. 2. Glorreich hat der Held gerungen, hat mächtig Grab und Tod bezwungen, von ihren Schrecken uns befreit. Wir von Gott gewichne Sünder sind nun mit ihm persöhnte Kinder und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, entschlafen, Christo, dir, ruhn in Frieden die kurze Nacht, bis deine Macht das Licht des ewgen Tages ruft. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken, du wirst ihn herrlich auferwecken, der du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unvergänglich Leben und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, dem Staube, der dir teuer ist. Wir werden ewig dein, ge= recht und selig sein. Hallelujah! Tod und Gericht er schreckt uns nicht; denn Jesus, unser Mittler, lebt. 3. Erlöste, kommt zu diesem Grab und blicket glaubensvoll hinab; ist dies die Gruft der Schrecken? Seit Jesus hier geschlummert hat, sind Gräber eine Ruhestatt, die Fried und Hoff nung decken. Zagt nicht! Klagt nicht! Diese Glieder werden wieder sich erheben und das Leben Christi leben. 4. Dann werd ich ihn im Lichte sehn gekrönt vor ſeinem Throne stehn mit himmlischem Entzücken. Dann ist mein Aug von Thränen leer, dann schreckt mich Sünd und Tod nicht mehr, nichts kann mich ihm entrücken. Ewig, selig, ohne Mängel, wie die Engel werd ich leben und ihm Breis und Ehre geben. 5. Indes zerstöre, starker Held, was mich noch hier zurücke hält, daß ich zu dir mich schwinge. O gieb mir deinen Geist, dein Licht, daß ich, wenn Herz und Auge bricht, vom Tod ins Leben dringe! Mach mich mutig in dem Streite und bereite mich bei Zeiten zum Triumph der Ewigkeiten! Chr. G. Göt,+ 1803. Ostern. 4. Ja, er lebt, uns zu erfreuen und alles, alles zu zerstreuen, was uns den Lebensfrieden raubt. Groß ist seines Namens Ehre, und ewig gültig seine Lehre, und ewig selig, wer ihm glaubt. Wir gehn an seiner Hand durch dieses Thränenland hin zum Himmel, und dort erhebt er, der da lebt, uns hoch zu Ehren ewiglich. 5. Tag des Lebens, Tag der Wonne, wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne durch unsers Grabes Dunkel bricht! O, was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsternis verschwinden und uns umstrahlt des Himmels Licht! Vollender, führe du uns diesem Tage zu, uns, die Deinen. Die Todesbahn gingst du voran; wir folgen dir in deine Ruh. G. Bened. Funt. † 1814 59 Mel. Lasset uns den Herren vreisen 2c. 92 Amen! Deines Grabes Friede wird auch unser Grab durchwehn, wann wir, von der Wallfahrt müde, ruhn, um froher auf zustehn. Amen! Fürst der Auferstehung, der des Todes Siegel brach, zeuch durch Tod und Grab uns nach zu der seligen Erhöhung, wo dem Lamm, das uns versöhnt, aller Himmel Loblied tönt. 2. Preis dem Herrn, wir werden leben; weil du auf erstanden bist, muß das Grab uns wieder geben; Preis und Dank dir, Jesu Christ! Du das Haupt und wir die Glieder; weil du lebst, so leben wir. Alle ziehst du nach zu dir, großer Erstling deiner Brüder. Preis und Dank, wir leben hier, leben ewig dort mit dir. B. Garve, 1841. VIII. Simmelfahrt. 93 Christ fuhr gen Him: 94 Auf diesen Tag be mel; da er uns hernieder den Tröster, den heiligen Geist, zu Trost der armen Christenheit. Hallelujah! denken wir, daß Christus aufgefahren, und flehn mit herzlicher Begier, Gott wolle nun bewahren uns arme Sünder hier auf Erd, die wir, von Not und Tod beschwert, ohn ihn kein Hoffnung haben. Hallelujah! Hallelujah! 2. Hallelujah! Hallelujah! Hallelujah! Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Hallelujah! Aus dem 14. Jahrhundert. 2. Gottlob, nun ist der 3* Weg Himmelfahrt. 60 Weg gemacht, uns steht der Himmel schleußt auf mit großer Pracht, vorhin konnts niemand hoffen. Wers glaubt, des Herz ist freudenvoll, da bei er sich doch rüsten soll, dem Herren nachzufolgen. Hallelujah! Hallelujah! 3. Wer nun nicht seinen Willen thut, dem ists nicht Ernst zum Herren; der aber wird vor Fleisch und Blut sein Himmelreich versperren. Am Glauben liegts, so der ist echt, wird auch gewiß das Leben recht zum Himmel sein gerichtet. Hallelujah! Hallelujah! 4. Solch Himmelfahrt fäht in uns an, wenn wir den Vater finden und fliehen stets die breite Bahn, thun uns zu Gottes Kindern; wir sehn hinauf, Gott sieht herab, an Treu und Lieb geht uns nichts ab, bis wir zusammen kommen. Hallelujah! Hallelujah! 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, wenn Gott uns zu sich nehmen und seinem Sohn wird machen gleich, den wir hier treu be: kennen. Da wird sich finden Freud und Mut in Ewigkeit beim höchsten Gut. Gott woll, daß wirs erleben! Hallelujah! Hallelujah! Joh. 3wid, t 1542. Mel. Erschienen ist der herrlich Tagic 95 Auf, Jesu Jünger, freuet euch! Der Herr fährt auf zu seinem Reich. Er triumphiert; lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit lauter Stimm! HalleLujah! 2. Sein Wert auf Erden ist vollbracht; zerstört hat er des Todes Macht. Er hat die Welt mit Gott versöhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. Hallelujah! 3. Weit, über alle Himmel weit, geht seine Macht und Herrlichkeit; ihm dienen selbst die Seraphim; lobsinget ihm mit lauter Stimm! Hallelujah! 4. Sein sind die Völker aller Welt; er herrscht als sieggewohnter Held; er herrscht, bis unter seinen Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. Hallelujah! 5. Er schüßet seine Christenheit, erhält sie bis in Ewigkeit; er ist ihr Haupt; lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit lauter Stimm! Hallelujah! 6. Ja, Heiland, wir erheben dich, und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, dazu dich Gott, dein Gott, erhöht. Hallelujah! 7. Bereitet hast du schon den Ort, wo wir dich schauen fort Himmelfahrt. 61 fort und fort. Nach treu fahrt spüren, daß mit dem vollbrachtem Glaubenslauf nimmst du uns in den Himmel auf. Hallelujah! wahren Glauben ich mög meine Nachfahrt zieren, und dann einmal, wenn dirs gefällt, mit Freuden scheiden aus der Welt; Herr, höre dies mein Flehen! 8. Dein Eingang in die Herrlichkeit stärk uns in unsrer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Antlitz schaun. Hallelujah! 9. Dann werden wir uns ewig dein, erhöheter Erlöser, freun. Dann singen wir Lied im Heiligtum. Halle: von deinem Ruhm ein neues lujah! Nach E. Alberus( † 1553) von S. Diterich. † 1791. Mel. Nun freut euch, lieben Christen 2c. 96 Auf Christi Himmelfahrt allein ich meine Nachfahrt gründe und alle Zweifel, Angst und Bein hiermit stets überwinde. Denn weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder Jesus Christ zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen himmelan und große Gab empfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgends Ruh erlangen. Denn wo mein Schatz gekommen hin, dahin steht auch mein Herz und Sinn; nach ihm mich sehr verlanget. 3. Ach, Herr, laß diese Gnade mich von deiner Aufnach Josua Wegelin( † 1640) von 3. Gesenius,+ 1673. Mel. Wie schön leuchtet der Morgen. stern 2c. Sündentilger aller Welt, 97 Ach, wundergroßer heut bist du aufgefahren zur Rechten Gottes in der Kraft, hast herrlich dir den Sieg verschafft trotz aller Feinde Scharen: mächtig, prächtig triumphierst du und regierst du; Tod und Leben ist, Herr Christ, dir untergeben. 2. Dir dienen alle Cherubim, viel tausend hohe Se raphim dich Siegesfürsten loben; du hast den Segen wieder bracht und dich mit Majestät und macht zur Herrlichkeit erhoben. Singet, bringet Jubellieder, fallet nieder, rühmt und ehret den, der auf zum Himmel fähret. 3. Du, Herr, bist unser Haupt, und wir sind deine Glieder; nur von dir kommt auf uns Heil und Leben; Trost, Friede, Freude, Licht und Kraft, und was dem Herzen Himmelfahrt. 62 Mel. Aus meines Herzens Grunde ze. Herzen Labsal schafft, wird uns durch dich gegeben. Dringe, zwinge, ewge Güte, mein Gemüte, daß es preise, 98 Der Herr fährt auf dir Lob, Ehr und Dank er weise. gen Himmel mit frohem Jubelton aus diesem Weltgetümmel empor zu seinem Thron. Lobsingt, lobsinget Gott! Lobsingt, lobsingt mit Freuden dem Könige der Heiden, dem Herren Zebaoth! 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir; hilf, daß wir forthin für und für nach deinem Reiche, trachten; laß unsern Wandel himmlisch sein, daß wir der Erde eiteln Schein und üppigkeit verachten; Unart, Hoffart laß uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen, wo die Gnade sei zu finden. 5. Sei, Jesu, unser Schirm und Hort und gründ uns auf dein göttlich Wort, dar: auf wir uns verlassen. Laß suchen uns was droben ist; auf Erden wohnet Trug und List und Feinde, die dich haffen. Lügen, Trügen, Angst und Zagen, ach, sie plagen, ach, sie quälen stündlich arme Christenseelen. 6. Herr Jesu, fomm, du Gnadenthron, du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, komm, stille das Verlangen! Du, du bist allen uns zu gut, o Jesu, durch dein teures Blut ins Heiligtum gegangen. Dafür soll dir von uns allen Preis erschallen; Herr, am Ende nimm uns auf in deine Hände! E. Chr. Homburg, † 1681 2. Der Herr wird aufgenommen in seines Himmels Pracht; um ihn stehn alle Frommen, die er hat frei gemacht. Es holen Jesum ein die heilgen Cherubinen, den lichten Seraphinen muß er willkommen sein. 3. Wir wissen nun vom Siege, der unser Haupt erhöht, wir wissen zur Ge nüge, wie man zum Himmel geht; der Heiland geht voran, will uns zurück nicht lassen: er zeiget uns die Straßen, er bricht uns sichre Bahn. 4. Wir sollen himmlisch werden, der Herr macht selbst uns Platz; wir gehen von der Erden dorthin, wo unser Schatz. Ihr Herzen, macht euch auf! Wo Jesus hingegangen, dahin sei das Verlangen, dahin sei euer Lauf. 5. Laßt uns gen Himmel dringen mit herzlicher Begier; laßt uns einmütig singen: dich, Jesus, suchen wir! Dich, o du Gottes Sohn, dich Weg, dich wahres Leben, Himmelfahrt. 63 Leben, dem alle Macht ge- Vater an; denn du sitzst zu geben, dich, unsers Hauptes Kron! seiner Rechten; darum hilf uns, deinen Knechten. 3. Zeuch die Sinne von der Erde über alles Eitle hin, daß ich mit dir himmlisch werde, ob ich gleich noch sterblich bin und im Glauben meine Zeit richte nach der Ewigkeit, bis wir auch zu dir gelangen, wie du bist vorangegangen. 4. Meine Wohnung mache fertig droben in des Vaters Haus, da ich werde gegenwärtig bei dir gehen ein und aus. Dahin bringe mich zur Ruh, denn der Weg dahin bist du, und nimm an dem letzten Ende meinen Geist in deine Hände. 6. Fahr hin mit deinen Schätzen, du trugesvolle Welt; dein Tand kann nicht ergötzen! Weißt du, was uns gefällt? Der Herr ist unser Preis, der Herr ist unsre Freude und köstliches Geschmeide; zu ihm gilt unsre Reis'. 7. Wann soll es doch geschehen? Wann kommt die liebe Zeit, daß wir ihn werden sehen in seiner Herrlich feit? Du Tag, wann wirst du sein, daß wir den Heiland grüßen und fallen ihm zu Füßen? Komm, stelle dich doch ein! G. W. Sacer, † 1699. 5. Komme, wenn es Zeit ist, wieder, wie dein Wort uns hoffen lehrt, und erlöse meine Glieder, die das 99 dann die dunkle Grab beschwert; richdein Wort für Lügen hält, dann nach überstandnem Leide führ uns ein zu deiner Freude. C. Neumann, † 1715. Mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. err, auf Erden und bin voller Angst und Weh, warum willst du von mir scheiden, warum fährst du in die Höh? Nimm mich Armen auch mit dir, oder bleibe doch in mir, daß ich dich und deine Gaben täglich möge bei mir haben. 2. Laß dein Herze mir meines zurücke, und nimm mit hinauf; wenn ich Seufzer zu dir schicke, thue mir den Himmel auf und, so ich nicht beten kann, rede du den mel. Jeju, meines Lebens Leben 1. 100 Gr roßer Mittler, ten seines großen Vaters sitzt und die Schar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaden schützt, den auf dem 64 dem erhabnen Throne in der königlichen Krone alles Heer der Ewigkeit mit verhülltem Antlitz scheut! 2. Dein Erlösungswerk auf Erden und dein Opfer ist vollbracht; was vollendet sollte werden, ist geschehn durch deine Macht. Da du bist für uns gestorben, ist uns Gnad und Heil erworben, und dein siegreich Auferstehn läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nun bist du ja Hort und Hüter in des Vaters Heiligtum, die erworbnen Segensgüter durch dein Evangelium allen denen mitzuteilen, die zum Thron der Gnade eilen; nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Volkes teure Namen trägst du stets auf Mel. Schmücke dich, o liebe Seele zc. deiner Brust, und die gläuz 101 König, dem kein big zu dir kamen, sind und bleiben deine Lust. Du vertrittst, die an dich glauben, daß sie nichts dir möge rauben, bittest in des Vaters Haus ihnen eine Wohnung aus. Himmelfahrt. 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt noch dienen, nicht, weil das Herz dir vor Erbarmen über ihrem Elend bricht; daß mein Vater ihrer schone, daß er nicht nach Werken lohne, daß er ändre ihren Sinn, darauf zielt dein Bitten hin. 6. Die Verdienste deiner Leiden stellest du dem Vater dar und vertrittst vor ihm mit Freuden deine teur erlöste Schar, daß er wolle Kraft und Leben deinem Volk auf Erden geben und die Seelen zu dir ziehn, die noch deine Freundschaft fliehn. 7. Großer Mittler, sei gepriesen, daß du in dem Heiligtum so viel Tren an uns bewiesen; dir sei Ehre, Dank und Ruhm! Laß uns dein Verdienst vertreten, wenn wir zu dem Vater beten; sprich für uns in letzter Not, wenn den Mund verschließt der Tod! 3. I. Rambach, † 1735. dessen Ruhm kein Mund erreichet, dem als Gott das Reich gebühret, der als Mensch das Scepter führet, dem das Recht gehört zum Throne als des Vaters eingein Sohne, den so viel Vollkommenheiten krönen, zieren und begleiten! 2. Himmel, Erde, Luft und Meere nebst dem ungezählten Heere der Geschöpfe in den Feldern, in den Seeen, in den Wäldern sind, Herr, über Himmelfahrt. über Tod und Leben, dir sam üben; hier mitringen, zum Eigentum gegeben. dulden, streiten, dort mitTiere, Menschen, Geister herrschen dir zu Seiten. scheuen, Menschensohn, dein mächtig Dräuen. I. J. Rambach, † 1735. 3. In des Gnadenreiches met. Jesu, meines Lebens Leben! Grenzen sieht man dich am ſchönsten glänzen, wo viel tausend dich zu ihrem Haupt erwählen, die durchs Scepter deines Mundes, nach dem Recht des Gnadenbundes, sich von dir regieren lassen und wie du das Unrecht haffen. 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man stets dich loben hören von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlig schau: en, die dich unermüdet preisen und dir Ehr und Dienst erweisen. 5. Herr in allen diesen Reichen! Dir ist niemand zu vergleichen an dem Überfluß der Schäßze, an der Ordnung der Gesetze, an Vollkommenheit der Gaben, welche deine Bürger haben; du beschüßest deine Freunde, du bezwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in meinem Herzen über Zorn, Lust, Furcht und Schmerzen; laß mich deinen Schutz genießen, gläubig dich ins Herze schlieBen, ehren, fürchten, loben, lieben und mich im Gehor65 102 Siegesfürst und Ehrenkönig, höchstverklärte Majestät! Alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber hoch erhöht. Sollt ich nicht zu Fuß dir fallen und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubensaug entzückt deine Herrlichkeit erblickt? 2. Weit und breit, du Himmelssonne, deine Klars heit sich ergießt, daß ein Strom von Glanz und Wonne durch die Himmelsgeister fließt; prächtig wirst du aufgenommen, freudig heißt man dich willkommen: schau, dein armes Kind auch hier rufet Hosianna dir. 3. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klarheit seh? Sollt mein Mut noch wollen sinken, da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt noch Teufel grauen, nur in Jeju Namen mich beugen hier und ewiglich. 4. Geist und Kraft nun überfließen; drum wirk in uns fräftiglich, bis zum Schemel deinen Füßen alle Feinde Himmelfahrt. 66 Feinde legen sich. Herr, zu deinem Scepter wende alles bis zum Weltenende; mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan. 5. Du kannst alles aller Orten nun erfülln und nahe sein; meines armen Herzens Pforten stehen offen, komm herein! Komm, du König aller Ehren, du mußt auch bei mir einkehren; ewig in mir leb und wohn, als in deinem Himmelsthron! 6. Dein zum Himmel Sicherheben bringt mir Gott und Himmel nah; lehr mich nur im Geiste leben als vor deinen Augen da; fremd der Welt, der Zeit, den Sinnen, bei dir abgeschieden drinnen, in das Himmelreich versetzt, da mich Jesus nur ergößt. G. Terstegen, † 1769. Mel. Alles ist an Gottes Segen 2c. esus Christus 103 König, alles wird ihm unter: thänig, alles legt ihm Gott zu Fuß. Jede Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muß. 2. Fürstentümer und Gewalten, Mächte, die die Thronwacht halten, geben ihm die Herrlichkeit. Alle Herrschaft dort im Himmel, hier im irdischen Gefümmel, ist zu seinem Dienst bereit. 3. Gott ist Herr, der Herr ist Einer, und demselben gleichet feiner; nur der Sohn, der ist ihm gleich; dessen Stuhl ist unumstöß lich, dessen Leben unauflöslich, dessen Reich ein ewig Reich. 0 4. Nur in ihm Wundergaben!-können mir Erlösung haben, die Erlösung durch sein Blut. Hörts! das Leben ist erschienen, und ein ewiges Verfühnen kommt in Jesu uns zu gut. 5. Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen, klagt, ihr Kranken, ihm die Schmerzen, sagt, ihr Armen, ihm die Not. Er kann alle Wunden heilen, Reichtum weiß er auszuteilen, Leben schenkt er nach dem Tod. 6. Eil, es ist nicht Zeit zum Schämen! Willst du Gnade? du sollst nehmen! Willst du leben? es foll du wirsts sehen! Soll der Wunsch aufs höchste gehen, willst du Jesum? er ist dein. 7. Zwar auch Kreuz drückt Christi Glieder hier auf turze Zeit darnieder, und das Leiden geht zuvor. Nur Geduld! Es folgen Freuden, nichts fann sie von Jesu scheiden, und ihr Haupt zieht sie empor. 8. Ihnen steht ein Himmel offen, welcher über alles Hoffen Himmelfahrt. 67 Hoffen, über alles Wünschen hellen Lebensquellen reichlich ist. Die gereinigte Gemeine weiß, daß eine Zeit erscheine, wo sie ihren König grüßt. 9. Jauchz ihm, Menge heilger Knechte, rühmt, vollendete Gerechte, und duschar, die Palmen trägt, und ihr Märtrer mit der Krone, und du Chor vor seinem Throne, der die Gottesharfen schlägt! 10. Jch auch auf der tiefsten Stufen, ich will glauben, reden, rufen, ob ich schon noch Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als König, alles sei ihm unter: thänig, ehret, liebet, lobet ihn! Ph. F. Hiller, † 1769. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern 2c. 104 allelujah! Wie Ha lieblich stehn hoch über uns die Himmelshöhn, seit du im Himmel sizest, seit du vom ewgen Zion dort aussendest dein lebendig Wort und deine Herde schüßzest! Fröhlich, selig schaut der Glaube von dem Staube auf zum Sohne: meine Heimat ist am Throne! 2. Die Sterne leuchten ohne Zahl; was ist ihr tausendfacher Strahl? Was ist der Glanz der Sonne? Ein Schatten nur von jenem Licht, das dir vom holden Angesicht ausgeht mit ewger Wonne! Spende, sende deine nieder, großes Haupt, auf deine Glieder! 3. Verhüllt den Erdkreis düstre Nacht, ich weiß, daß dort ein Auge wacht, das einst um uns geweinet, das einst für uns im Tode brach; es ist dein Aug, es bleibet wach, bis neu die Sonne scheinet. O wer mun mehr nimmer klagte, nimmer zagte, seit du wachest und aus Nächten Tage machest! 4. Wohin wir ziehn durch Land und Meer, ein Himmel neigt sich drüber her, dein Himmel voller Gnaden. Da steigt erhörlich das Gebet, da wallt man sicher früh und spät vor Feindeslist und Schaden. Keiner deiner Auserwählten, Geistbeseelten bleibt verlassen; treu will ihn dein Arm umfassen. 5. Wir fliehn zu dir mit allem Schmerz, zu dir, wenn sich das arme Herz abhärmt in bittrer Reue. Du brichst nicht das zerstoßne Rohr, und wenn der Docht sein Öl verlor, so tränkst du ihn aufs neue. Im Licht soll nicht eine fehlen von den Seelen, die zum Leben dir dein Vater übergeben. 6. selger König Jesu Christ! Wie wundervoll und heilig ist, was uns in dir geschenket! In dir, der Gottes Kinder 68 Kinder schirmt, bleibt unser Anfer, wenn es stürmt, auf ewig eingesenket. Hier, hier sind wir festgebunden; unsre Stunden fliehn in Eile; dann hinauf zum ewgen Heile! A. Knapp, † 1864. Himmelfahrt. in dem sich das ewge Erbarmen milde zu eigen gegeben den schuldigen Ärmen! Dir an der Brust darf nun in Leben und Lust jeder Erstarrte erwarmen. 6. Wahl voller Wunder! Der einzige Reine von allen eint sich mit Seelen, die Mel. Lobe den Herren, den ic. 105 Lamm, das gelitten, fündig im Staube hier wallen, trägt ihre Schuld, hebt in unendlicher Huld das, was am tiefsten gefallen. und Löwe, der siegreich gerungen; blutendes Opfer und Held, der die Hölle bezwungen; brechendes Herz, das sich aus irdischem Schmerz über die Himmel geschwungen! 7. Mir auch ist süß überwindend dein Rufen ertönet; Herr, auch mein feindliches Herz hat dein Lieben verföhnet; ja, deine Hand, zu dem Verirrten gewandt, hat mich mit Gnade gekrönet. 2. Du hast in schauriger Tiefe das Höchste vollendet, Gott in die Menschheit ge hüllt, daß sein Licht uns nicht blendet. Würdig bist du, jauchzt dir die Ewigfeit zu, Preises und Ruhms, der nicht endet. 8. Lobe den Herrn, meine Seele! Er hat dir vergeben, heilt dein Gebrechen, legt in dich ein ewiges Leben; Frieden im Streit, Wonnen im irdischen Leid weiß dir dein Heiland zu geben. 3. Himmlische Liebe, die Namen der Erde nicht nennen! Fürst deiner Welten, den einst alle Zungen bekennen! Gingest du nicht selbst in der Sünder Gericht, Sünder entlassen zu können? 9. Hoffnung und Glaube und Liebe, sie tragen auf Flügeln dich in das Land der Verheißung zu ewigen Hügeln, wo deine Wahl, dort in der Herrlichkeit Strahl, Lieb und Erbarmen besiegeln. 4. Über des Todes umnachteten, graunvollen Klüften schwangst du die Palme des Sieges in himmlischen Lüften, Wer an dich glaubt, trägt nun, von Hoffnung umlaubt, ewiges Leben aus Grüften. 5. Menschensohn, Heiland, - 10. Jauchze, Natur, in des Frühlings beginnendem Wehen; singe, du Welt, die das Werk der Erlösung gesehen! Jauchze, du Heer dort am frystallenen Meer: ,, Ehre sei Gott in den Höhen!"" M. Heußer- Schweizer,+1876. Pfingsten. IX. Pfingsten. Mel. Herr Gott, dich loben alle wir zc. 106 Domm, heilger Geist, oSchöpfer du, sprich deinen armen Seelen zu; erfüll mitGnaden, süßer Gast, die Brust, die du geschaffen hast. 2. Der du ein Tröster bist genannt, des allerhöchsten Gottes Pfand, du Liebes: quell, du Lebensbronn, du Herzenssalbung, Gnaden sonn! 3. Du siebenfaches Gnaden: gut, du Hand des Herrn, die Wunder thut, du lösest aller Zungen Band, giebst frei das Wort in alle Land. 4. Zünd uns ein Licht an im Verstand, entflamm das Herz in Liebesbrand, stärk unser schwaches Fleisch und Blut durch deiner Gottheit starken Mut. 5. Den Feind treib von uns fern hinweg und bring uns auf des Friedens Steg, daß wir, durch deine Hand geführt, vom Argen bleiben unberührt. 6. Lehr uns den Vater kennen wohl, und wie den Sohn man ehren soll; im Glauben mache uns bekannt, wie du von beiden wirst gesandt. 69 7. Ehr sei dem Vater, unserm Herrn, und seinem Sohn dem Lebensstern; dem heilgen Geiste gleicherweis ſei jetzt und ewig Lob und Preis! Alte Kirche. 107 om Domm, heilger Geist, Herre Gott, erfüll mit deiner Gnaden Gut der Gläubigen Herz, Mut und Sinn, dein brünstig Lieb entzünd in ihn! O Herr, durch deines Lichtes Glast* zum Glauben du versammelt hast das Volk aus aller Welt Zungen. Das sei dir, Herr, zu Lob gefungen! Hallelujah! HalleIujah! 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort und lehr Gott uns recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. O Herr, behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meiſter suchen mehr, denn Jesum mit rechtem Glauben, und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Hallelujah! Hallelujah! 3. Du heilige Glut, süßer Trost, nun hilf uns fröhlich und getrost in deinem Dienst beständig bleibn, die Trübsal uns von dir nicht treibn. Durch deine Kraft Glanz. 70 Pfingsten. Kraft uns, Herr, bereit und 109 Komm stärk des Fleisches Blödigkeit, daß wir hier ritterlich Lebens, ringen, durch Tod und Leben Ewigkeit! zu dir dringen. Hallelujah! Hallelujah! V. 1 vorreformatorisch; V. 2. u. 3 von Luther,+ 1546. un bitten wir 108 den heiligen Geist um den rechten Glanben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahren aus diesem Elende. Erbarm dich, Herr! 2. Du wertes Licht, gieb uns deinen Schein, lehr uns Jesum Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Erbarm dich, Herr. 3. Du süße Lieb, schent uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben und im Frieden auf einem Sinn bleiben. Erbarm dich, Herr! 4. Du höchster Tröster in aller Not, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod; daß in uns die Sinne nimmer verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Erbarm dich, Herr! Luther,+ 1546. B. 1 aus dem 13. Jahrhundert. Domm, o komm, du Geist des wahrer Gott von Deine Kraft sei nicht vergebens, sie erfüll uns jederzeit, so wird Geist und Licht und Schein in dem dunkeln Herzen sein. 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Verstand und Zucht, daß wir anders nicht beginnen, als nur, was dein Wille sucht. Dein Erkenntnis werde groß und mach uns von Irrtum los. 3. Zeig uns, Herr, die rechten Stege zu der wahren Wohlfahrt an, räume alles aus dem Wege, was im Lauf uns hindern kann; wirke Reu durch deine Gnad, wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß dein Zeugnis uns empfinden, daß wir Gottes Kinder sind, die auf ihn allein sich gründen, wenn sich Not und Drangsal findt; denn was Vaterliebe thut, ist uns allewege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller Freudigkeit; seufz auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns alle Zeit; so wird unsre Bitt erhört und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch nach Troste bange, daß das Herz mein oft rufen muß: ach, Gott, Gott, mein Gott, wie lange? Ei, so mach du den Beschluß; sprich der Seele tröstlich zu und gieb Mut, Geduld und Ruh. Pfingsten. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser, neuer Geist, fördre in uns deine Werke, wenn die Welt uns an sich reißt. Schenk uns Waffen in dem Krieg und erhalt in uns den Sieg. 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Feind, kein Tod, noch Spott uns denselben möge rauben; du bist unser Schutz und Gott. Sagt das Fleisch gleich immer nein, laß dein Wort gewisser sein! 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichr uns mehr und mehr, als des Himmelreiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr, Gott giebt durch Jesum Christ und die unaus sprechlich ist. H. Held,+ 1661. die Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern 2c. 110 heilger Geist, kehr bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein; o fomm, du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein bei uns und in uns kräftig sein zu steter Freud und Wonne! Sonne, Wonne, himmlisch Leben willst du geben, wenn 71 wir beten; zu dir kommen wir getreten. 2. Du Quell, draus alle Wahrheit fließt, die sich in fromme Seelen gießt, laß deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubenseinigkeit auch andre in der Christenheit dein wahres Zeugnis lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zum Lob und uns zum Leben. 3. Steh uns stets bei mit deinem Rat und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gieb uns Beständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, auch wenn wir leiden müssen. Schaue, baue, was zerrissen und beflissen, dich zu schauen und auf deinen Trost zu bauen. 4. O laß uns deine Gotteskraft empfinden und zur Ritterschaft dadurch ge stärket werden; auf daß wir unter deinem Schuß begegnen aller Feinde Truh mit freudigen Geberden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels und Lebenshort, laß doch dein mildes Himmelswort in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmermehr von deiner weisheitsreichen Pfingsten. 72 reichen Lehr und reiner Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüte, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du milder Himmelstan, senk dich in unsre Seelen kräftiglich und schenk uns deine Liebe, daß unser Sinn verbunden sei dem Nächsten stets mit Liebestreu und sich darinnen übe. Kein Neid, kein Streit dich betrübe, Fried und Liebe müß umschweben und durchdringen unser Leben. 7. Gieb, daß in reiner Heiligkeit wir führen unsre Lebenszeit, sei unsres Geistes Stärke, daß uns forthin sei unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine toten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. M. Schirmer, † 1673. uns von Sünden Hilf und Errettung schafft; entfündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll; dein Beten wird erhöret, dein Singen flinget wohl, es steiget himmelan, es steiget sonder Ende, bis der sich zu uns wende, der allen helfen kann. 4. Du bist ein Geist der Freuden, mit Trauern hältst dus nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manchesmal hast du mit süßen Worten mir aufgethan die Pforten zum güldnen Freudensaal! 5. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Bank, Haß, Neid und Streit. Der Feindschaft Feind du bist, willst, daß in Liebesflammen sich wieder thu zusammen, was voller Zwietracht ist. 6. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt. So gieb doch deine Gnad zu Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet 111 euch ein zu deinen Thoren, sei meines Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast, o hochge: liebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleichen Thrones, mit beiden gleich gepreist. 2. Beuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die hat. Pfingsten. 73 nennen kann; wenn ich dich erwünsch und habe, geb ich alles Wünschen dran. Ach, ergieb dich, komm zu mir in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tempel auserforen. 3. Du wirst als ein milder Regen ausgegossen von dem Thron, bringst uns nichts als lauter Segen von dem Vater und dem Sohn. Laß doch, o du werter Gast, Gottes Segen, den du hast und verwaltst nach deinem Willen, mich an Leib und o Seel erfüllen. 4. 7. Beschirm die Obrigfeiten, bau unsers Fürsten Thron; gieb Glück zu diesen Zeiten; schmück, als mit einer Kron, die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. HO 8. Erfülle die Gemüter mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für; vertreib den bösen Geist, der dir sich widersetzet und, was dein Herz ergößet, aus unsern Herzen reißt. 9. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn, und wenn wirs sollen geben ins Todes Hände hin, wenns mit uns hie wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus. P. Gerhardt,+ 1676. Mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. 112 du allersüßte Freude, o du allerschönstes Licht, der du uns in Lieb und Leide unbesuchet läsfest nicht, Geist des Höchsten, höchster Fürst, des du hältst und halten wirst ohn Aufhören alle Dinge, höre, höre, was ich singe! 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensch nur Du bist weis' und voll Verstandes, was geheim ist, ist dir kund, zählst den Staub des kleinsten Sandes, gründst des tiefsten Meeres Grund; nun, du weißt auch zweifelsfrei, wie verderbt und blind ich sei; drum gieb Weisheit und vor allen, wie ich möge Gott gefallen. 5. Du bist heilig, läßt dich finden, wo man rein und redlich ist, fleuchst hingegen Schand und Sünden, hasfest Schlangentrug und List. Mache du, o Guadenquell, meine Seele rein und hell; laß mich fliehen, was du fliehest, gieb mir, was du gerne siehest. 6. Deine Huld hat keine Schranken, du bist fromm und sanften Muts, bleibst im Leben ohne Wanken, 4 thust 74 thust uns Bösen alles Guts. Ach, verleihe mir doch auch deinen edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund und Feinde liebe, keinen, den du liebst, betrübe. 7. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, wenn du mich nur nicht verstößt; bleib ich von dir ungeschieden, so bin ich genug getröst. Laß mich sein dein Eigen tum; ich versprech hinwie derum, hier und dort all mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen. Pfingsten. 8. Nur allein, daß du mich stärkest und mir treulich stehest bei; hilf, mein Helfer, wo du merkest, daß mir Hilfe nöthig sei. Brich des bösen Fleisches Sinn, nimm den alten Willen hin, daß er sich in dir erneue und mein Gott sich meiner freue. 9. Sei mein Retter, führ mich eben; wenn ich sinke, sei mein Stab; wenn ich sterbe, sei mein Leben; wenn ich liege, sei mein Grab; wenn ich wieder aufersteh, o so hilf mir, daß ich geh hin, wo du in ewgen Freuden wirst die Auserwählten weiden. P. Gerhardt, † 1676. Mel. Wie nach einer Wasserquelle sc. ott, gieb einen milden Regen, Herz ist dürr 113 denn mein wie Sand; Vater, gieb vom Himmel Segen, tränke du dein dürstend Land! Laß des heilgen Geistes Gab auf mich Armen doch herab wie in starken Strömen fließen und sich in mein Herz ergießen. 2. Jesu, der du hingegangen zu dem Vater, sende mir deinen Geist, den mit Verlangen ich erwarte, Herr, von dir. Laß den Tröster ewiglich bei mir sein und lehren mich, in der Weisheit fest zu stehen und auf dich im Glauben sehen. 3. Heilger Geist, du Kraft der Frommen, kehre bei mir Armem ein und sei tausendmal willkommen, laß mich deinen Tempel sein. Reinige du selbst das Haus meines Herzens, wirf hinaus alles, was mich hier kann scheiden von den füßen Himmelsfreuden. 4. Schmücke mich mit deinen Gaben, mache neu mich, rein und schön; laß mich wahre Liebe haben und in deiner Gnade stehn. Gieb mir einen starken Mut, heilige mein Fleisch und Blut, lehre mich vor Gott hintreten und im Geist und Wahrheit beten. 5. So will ich mich dir ergeben; dir zu Ehren soll mein Sinn dem, was himmlisch ist, nachstreben, bis ich werde Pfingsten. 75 werde fommen hin, da mit nicht überwinde; hab ich Vater und dem Sohn dich im höchsten Himmelsthron ich erheben kann und preisen mit den süßen Engelsweisen. M. Kramer, † 1702. irgend mich verirrt, o so strafe selbst mein Herz, daß ich unter Reu und Schmerz mich vor Gott darüber beuge und mein Herz zur Besfrung neige. Mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. 5. Reize mich, mit Flehn und Beten, wenn mir Hilfe 114 Geist vom Vater nötig ist, zu dem Gnadenund vom Sohne, der du unser Tröster bist und von unfres Gottes Throne hilfreich auf uns Schwache siehst: stehe du mir mächtig bei, daß ich Gott ergeben sei, o so wird mein Herz auf Erden schon ein Tempel Gottes werden. stuhl zu treten. Gieb, daß ich auf Jesum Christ als auf meinen Mittler schau und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad um Gnad mein Verlangen von dem Vater zu empfangen. auf 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein, wenn ich bange Zweifel hege, deine Wahrheit mich erfreun. Lente 6. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gieb mir ein gelassen Herz; laß mich selbst im Todesschmerz bis zum frohen überwinden dieses Trostes Kraft empfinden. Nach Gottf. Hoffmann, auf träftig meinen Sinn mein wahres Wohlsein hin; lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. † 1712. Mel. Jesu. meine Freude zc. 3. Heilige des Herzens 115 Schmückt das Feft Triebe, daß ich über alles treu meinen Gott und Vater liebe, daß mir nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu stehn; seinen Namen zu erhöhn, seinen Willen zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. mit Maien, lasset Blumen streuen, zündet Opfer an, denn der Geist der Gnaden hat sich eingeladen; machet ihm die Bahn! Nehmt ihn ein, so wird sein Echein euch mit Licht und Heil erfüllen und den Kummer stillen. 4. Stärke mich, so oft zur Sünde mein Gemüt versuchet wird, daß sie mich 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll 76 Pfingsten. voll Rat und That, starker recht erkennen und Gott Gottesfinger, Friedensüber- Vater nennen. bringer, Licht auf unsrem Pfad, gieb uns Kraft zur Pilgrimschaft, laß uns deine teuren Gaben Herz und Seele laben. 7. Mach das Kreuz uns süße, und durch Finsternisse sei du unser Licht; trag nach Zions Hügeln uns mit Glaubensflügeln und verlaß uns nicht, wenn der Tod, die letzte Not, mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen. 8. Laß uns hier indessen nimmermehr vergessen, daß wir Gott verwandt. Dem laß uns stets dienen, und im Guten grünen, als ein fruchtbar Land, bis wir dort, du werter Hort, bei den grünen Himmelsmaien ewig uns erfreuen. B. Schmold, † 1737. 3. Laß die Zungen brennen, wenn wir Jesum nennen, führ den Geist empor; gieb uns Kraft zu beten und vor Gott zu treten, sprich du selbst uns vor. Gieb uns Mut, du höchstes Gut, tröst uns kräftiglich von oben bei der Feinde Toben. 4. Goldner Himmels regen, schütte deinen Segen auf das Kirchenfeld; lasse Ströme fließen, die das Land begießen, wo dein Wort hinfällt, und verleih, daß es gedeih; hundertfältig Frucht zu bringen, laß ihm stets gelingen. 5. Schlage deine Flammen über uns zusammen, heilge Liebesglut; laß dein sanftes Wehen über uns ergehen, dämpfe Fleisch und Blut; laß uns doch am Sündenjoch mit der Welt nicht ferner ziehen und das Böse fliehen. 6. Gieb zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, führ uns ein und aus; wohn in unsrer Seele, unser Herz erwähle dir zum eignen Haus. Wertes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Jesum met. Erquicke mich, du Heil der Sünder 2c. 116 Gott, o Geist, o Licht des Lebens, das uns im Todesschatten scheint, du scheinst und lockst so lang vergebens, weil Finsternis dem Lichte feind! Geist, dem keiner kann entgehen, dich laß ich gern mein Herze sehen. 2. Entdecke alles und verzehre, was nicht in deinem Lichte rein; wenn mirs gleich noch so schmerzlich wäre, die Wonne folget nach der Pein; du wirst mich aus dem finstren Alten in Jesu Klarheit umgestalten. Pfingsten. 3. Ich kann nicht selbst der Sünde steuern, das ist dein Werk, du Quell des Lichts! Du mußt von Grund aus mich erneuern, sonst hilft mein eignes Trachten Mel. Kommt her zu mir zc. nichts. Geiſt, sei meines 117 Es saß ein frommes Leben; selbst nichts Gutes geben. 4. Du Odem aus der ewgen Stille, durchwehe sanft der Seele Grund; füll mich mit aller Gottesfülle, und da, wo Sünd und Greuel stund, laß Glauben, Lieb und Ehrfurcht grünen, in Geist und Wahrheit Gott zu dienen. 5. Mein Wirken, Wollen und Beginnen sei kindlich folgsam deinem Trieb; be wahr mein Herz mit allen Sinnen untadelig in Gottes Lieb. Dein in mir Beten, Lehren, Kämpfen laß mich auf keine Weise dämpfen. 6. Geist, o Strom, 6. Geist, o Strom, der uns vom Sohne eröffnet, und krystallenrein aus Gottes und des Lammes Throne nun quillt in stille Herzen ein, ich öffne meinen Mund und sinke hin zu der Quelle, daß ich trinke. 77 ist da! D Gott, o Geist, o Licht des Lebens,[ man harret deiner nie vergebens. G. Terstegen, † 1769. 7. Ich laß mich dir und bleib indessen, von allem abgewandt, dir nah; ich will die Welt und mich vergessen und innigst glauben: Gott und wollte nach des Herren Wort einmütig Pfingsten halten. Ach, laß auch jetzt deiner Liebe Band bei fromim Christenstand, Herr Jesu, men Gliedern walten! auf das Haus ein starker 2. Schnell fiel hernieder Wind, der mit Gebraus sich wundersam erhoben. Gotteshauch, ach, lasse dich bei uns auch spüren kräftiglich und weh uns an von oben! 3. Er füllete die Wohnung ganz, zerteilter Zungen Feuerglanz ließ sich auf jedem spüren. Ach, nimm auch unsre Kirchen ein, laß feurig unsre Lehrer sein, und deine Sprach uns rühren! 4. Sie wurden all des Geistes voll und fingen an zu reden wohl, wie er gab auszusprechen. Erfüll auch uns mit heilger Glut, daß wir des Herzens blöden Mut mit freier Rede brechen! 5. Das Volk von allen Zungen kann, was Gott zum Heil der Welt gethan, in Pfingsten. 78 in seiner Sprache hören. Ach, heb der Zungen Irrsal auf; laß, Jesu, deinem Wort den Lauf, daß dich die Völker ehren! 6. Die Welt zwar treibt nur ihren Spott, und wer nicht merkt die Kraft von Gott, spricht leider: Sie sind trunken!" Den rechten Freudenwein uns gieb, erquick, o Herr, in deiner Lieb, was noch in Angst versunken! 7. Dein Licht treib in des Herzens Haus mit hellen Strahlen gänzlich aus die alten Finsternisse, daß Blindheit, Irrtum, falscher Wahn und, was uns sonst verlei ten kann, auf ewig weichen müsse. 8. Dein Feuer töt in unsrer Brust, was sich noch regt von Sündenlust; er: wecke reine Triebe, auf daß wir schmecken wahre Freud, anstatt der schnöden Eitel teit, in Jesu süßer Liebe. Hier. Annoni, † 1770. Mel. Fröhlich soll mein Herze zc. 118 öchster Tröster, Geist des Herrn, sei nicht fern, stärke Christi Glieder. Er hat nie sein Wort gebrochen, Jesus hat deinen Rat seinem Volk versprochen. 2. Schöpfer unfres neuen Lebens, jeder Schritt, jeder Tritt ist ohn dich vergebens. Mache unser Heil uns wichtig; wer ist wohl, wie er soll, treu zu handeln tüchtig? 3. Herr, wir fallen dir zu Fuße; eins ist not für den Tod: Buße, wahre Buße. Zeig uns selbst den Greul der Sünde, daß das Herz Angst und Schmerz, Reu und Scham empfinde. 4. Zeig uns des Erlösers Wunden, ruf uns zu: ihr habt Ruh, ihr habt Heil gefunden! Er hat Gnade euch erworben, Jesu Blut machet gut, was die Welt verdorben. 5. Weck uns auf vom Sündenschlafe, rette doch heute noch die verlornen Schafe. Reiß die Welt aus dem Verderben, laß sie nicht im Gericht der Verstockung sterben. 6. Geist der Weisheit, gieb uns allen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott gefallen. Lehr uns freudig vor Gott treten, ſei uns nah, und sprich: ja! 7. Hilf den Kampf des Glaubens fämpfen, gieb uns Mut, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu dämpfen. Laß uns Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst und Not, Schmerz Pfingsten. Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. 8. Hilf uns nach dem Besten streben, schent uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu leben; gieb, daß wir nie stille stehen, treib uns an, froh die Bahn deines Worts zu gehen. 9. Sei in Schwachheit unsre Stüße, steh uns bei, mach uns treu in der Prüfungshize. Führ, wenn Gott nach dem sterben heißt, unsern Geist in des Himmels Freude. E. Liebich,+ 1780. Mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. Trieben, daß ich Gott, mein 4. Fülle mich mit heilgen höchstes Gut, über alles getrostem Mut seiner Vatermöge lieben, daß ich mit huld mich freu und mit wahrer Kindestreu stets vor seinen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle. 5. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich du uns und übe Bater liebest, und mirs rechne zumGewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand zur Erleichtrung der Beschwerden kann dem Nächsten nüßlich werden. 79 3. Ewge Quelle wahrer Güter, hochgelobter Gottesgeist, der du menschliche Gemüter heiligst und mit Trost erfreust! Nach dir, Herr, verlangt auch mich, ich ergebe mich an dich; mache mich zu Gottes Preiſe heilig und zum Himmel weise. 119 treuer Gott, und deinen Geist denen, die dich bitten, giebest, ja, uns um ihn bitten heißt, demutsvoll fleh ich zu dir: Vater, send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue und mich dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit, und mein Herz bleibt dir entrissen und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. 6. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Gewissen niederschlägt, wenn sich in mir Zweifel finden, die mein Herz mit Zittern hegt, wenn mein Aug in Nöten weint und Gott nicht zu hören scheint: o dann laß es meiner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 7. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnaden wert 80 werk in mir; selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. O so setze durch dein Wort deine Gnaden wirkung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende. Dav. Bruhn,+ 1782. Pfingsten. innerlich durch den Frieden Gottes mich. 7. Geist der Hoffnung, führe du mich dem Himmelserbe zu; laß mein Herz sich deiner freun und in Hoff nung selig sein! G. J. Tode, † 1797. 5. Geist der Liebe, Kraft und Zucht! Wenn mich Welt und Fleisch versucht, o dann unterstüße mich, daß ich ringe; rette mich! 6. Geist der Heiligung, verklär Jesum in mir mehr und mehr und erquicke Mel. O Jesu Christ, meins Lebens zc. Mel. Nun komm, der Heiden Heiland 2c. 120 Geist vom Bater 121 Gottes Geist und und vom Sohn, weihe dir mein Herz zum Thron! Schenke dich mir immerdar, so wie einst der Jünger Schar! 2. Geist der Wahrheit, leite mich! Eigne Leitung täuschet sich, da sie leicht des Wegs verfehlt und den Schein für Wahrheit wählt. 3. Geist des Lichtes, mehr in mir meinen Glauben für und für, der mich Christo einverleibt und durch Liebe Früchte treibt. 4. Geist der Andacht, schenke mir Salbung, Inbrunst, Feur von dir; laß mein Bitten innig rein und vor Gott erhörlich sein. der uns den Weg zum Himmel weist, der uns die dunkle Erdennacht durch seine Lichter helle macht. 2. Du Hauch, der durch das Weltall weht als Gottes stille Majestät, du aller Lichter reinstes Licht, erleucht uns Herz und Angesicht. 3. Komm, leuchte mit Gnadenschein hell in weite Welt hinein; komm, mach uns in der Finsternis des lichten Himmelswegs gewiß. 4. Ach, hier ist alles Staub und Nacht, die Wahn und Sünde trübe macht; ach, hier ist alles Not und Tod, geht uns nicht auf dein Morgenrot. dem die 5. Das Morgenrot der bessern Welt, das wie ein Strahl vom Himmel fällt, als Gottes Macht und Gottes Lust durchblizt die kranke Menschenbrust. Schlußlied der Weihnacht-, Ofter- u. Pfingstzeit. 81 6. D Gottes Geist und Ehren, dich wolln wir Christi Geist, der uns wie hören; freue, freue dich, o Kinder beten heißt, der uns Christenheit! wie Kinder glauben heißt, o fomm, o fomm, du heilger Geist! 7. Komm, Gottes Frieden, Gottes Mut! Komm, stille Kraft, die nimmer ruht, komm, gieße deinen Snadenschein in Seele, Sinn und Herz mir ein. 8. Dann wandl ich, wie ein Kind des Lichts, im Glanze deines Angesichts schon meinen kurzen Erdenlauf stets himmelein und himmelauf. E. M. Arndt, † 1860. Schlußlied der Weihnacht-, Osterund Pfingstzeit. I. du fröhliche, o II. 4. D du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Osterzeit! Welt lag in Banden, Christ ist erstanden; freue, freue dich, o Christenheit! 5. D du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Osterzeit! Tod ist bezwungen, Leben errungen; freue, freue dich, o Christenheit! 6. D du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Osterzeit! Kraft ist gegeben, laßt uns ihm leben; freue, freue dich, o Christenheit! III. 7. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingstenzeit! Christ, unser o Meister, heiligt die Geister; 122 bringende Weihnachtszeit! heit! Welt ging verloren, Christ ist geboren; freue, freue dich, o Christenheit! 2. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Christ ist erschienen, uns zu verfühnen; freue, freue dich, o Christenheit! 3. D du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! König der 8. D du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingstenzeit! Führ, Geist der Gnade, uns deine Pfade; freue, freue dich, o Christenheit! 9. D du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingstenzeit! Uns, die Erlösten, Geist, willst du trösten; freue, freue dich, o Christenheit! 3. Daniel Falt,+ 1826. 82 Trinitatisfest. X. Trinitatisfest. 123 Allein Gott in Ehr und Dank für seine Gnade, darum, daß nun und nimmermehruns rühren kann ein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat, nun ist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir beten an und loben dich, wir bringen Ehr und danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken; ganz ohne Maß ist deine Macht, allzeit geschieht, was du bedacht: wohl uns des starken Herren. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, für uns ein Mensch geboren, der uns vertritt vor Gottes Thron und rettet, was verloren; Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unsrer Not, erbarm dich unser aller! 4. O heilger Geist, du höchstes Gut, mit deinem Heil uns tröste! Vor Satans Macht nimm uns in Hut, die Jesus Christ erlöste durch Marter groß und bittern Tod, wend unsern Jammer ab und Not; darauf wir uns verlassen! N. v. Hof, t 1541. Mel. Nun danfet alle Gott zc. 124 elobet fei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir Leib und Seele hat gegeben, mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an, der jeden Augenblick viel Guts an mir gethan. 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat mit seinem teuren Blut, der mir im Glauben schenkt sich selbst, das höchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werter Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir giebt neue Kraft, der mir in aller Not Rat, Trost und Hilfe schafft. 4. Gelobet sei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles rühmt und lobt, was durch ihn lebt und webet; gelobet sei der Herr, des Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn und Gott der werte Geist. 5. Dem wir Hallelujah mit Freuden lassen klingen und Trinitatisfest. und mit der Engelschar das Heilig! Heilig! singen; den Herzlich lobt und preist die ganze Christenheit; gelobet sei mein Gott in alle Ewigfeit! 3. Olearius, † 1684. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern 2c. 125 allelujah! Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit Stärke! Klinget, singet: Gott ist heilig, heilig, heilig! Preis und Ehre sei dem Herrn der Himmelsheere. 2. Hallelujah! Preis, Ehr und Macht sei auch dem Gotteslamm gebracht, in dem wir sind erwählet, das uns mit seinem Blut erkauft, damit besprenget und getauft und sich mit uns vermählet. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben, und darinnen uns erlaben. 83 4. Hallelujah! Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr und seinent großen Namen! Stimmt an mit aller Himmelsschar und singet nun und immerdar mit Freuden: Amen, Amen, Klinget, finget: Gott ist heilig, heilig, heilig! Preis und Ehre sei dem Herrn der Himmelsheere. Vor 1698 ſei in uns allen ihm bereit 126 Was freut mich Dank, und noch, wenn dus nicht bist, Herr Gott, der doch mein Alles ist, mein Trost und meine Wonne? Bist du nicht Schild, wer decket mich? Bist du nicht Licht, wo finde ich im Finstern eine Sonne? Keine reine, wahre Freude, auch im Leide, auch für Sünden, ist, Herr, außer dir zu finden. 3. Hallelujah! Gott heilger Geist, sei ewiglich von uns gepreist, durch den wir neu geboren, der uns mit Glauben ausgeziert, dem Bräutigam uns zugeführt, den Hochzeittag erforen. Heil uns, Heil uns! Da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna und ein ewig Hosianna. mer. Wie schön leuchtet der Morgenstern 2c. 2. Was freut mich noch, wenn dus nicht bist, mein Herr Erlöser, Jesus Christ, mein Friede und mein Leben? Heilst du mich nicht, wo find ich Heil? Bist du nicht mein, wo ist mein Teil? Giebst du nicht, wer wird geben? Meine eine wahre Freude, wahre Weide, wahre Gabe hab ich, wenn ich Jesum habe. 3. Was freut mich noch, wenn dus nicht bist, o Geist, der 84 Allgemeine Lob- und Danklieder. der uns gegeben ist zum Vater, dir. Du bist es, der Führer der Erlösten? Bist die ganze Welt erschaffen du nicht mein, was sucht hat und noch erhält. Hallemein Sinn? Führst du mich lujah! nicht, wo komm ich hin? Hilfst du nicht, wer will trösten? Meine eine wahre Freude, Trost im Leide, Heil für Schaden ist in dir. o Geist der Gnaden. 2. Dank und Anbetung bringen wir, Herr, unser Gott und Heiland, dir. Du littst für uns des Todes Pein, uns vom Verderben zu befrein. Hallelujah! B. 1. u. 2 von Ph. Fr. Hiller, † 1769. V. 3. v. A. Knapp,+ 1864. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag zc. ank und An127 Dan betung bringen wir, Herr, unser Gott und 3. Gelobet seist du, Geist des Herrn! Wir waren einst von Christo fern; du hast durch deines Wortes Macht auch uns zum Licht und Heil gebracht. Hallelujah! I. Christ. Stockhausen,+ 1784. XI. Allgemeine Lob- und Danklieder. 128 Erster Chor: Herr Gott, dich loben wir, Dich, Vater in Ewigkeit, all Engel und Himmelsheer, auch Cherubim und Seraphim heilig ist unser Gott! 2. Dein göttlich Macht und Herrlichkeit der heiligen zwölf Botenzahl die teuren Märtrer allzu mal Zweiter Chor od. Gemeinde: Herr Gott, wir danken dir! ehrt die Welt weit und breit; und was dienet deiner Ehr, singen immer mit hoher Stimm: heilig ist unser Gott! Beide Chöre: Heilig ist unser Gott! der Herr Zebaoth. Erster Chor: Zweiter Chor od. Gemeinde: geht über Himmel und Erden weit; und die lieben Propheten all, loben dich, Herr, mit großem Schall; Allgemeine Lob- und Danklieder. 85 Zweiter Chor od. Gemeinde: rühmt dich aufErden alle Zeit; deinen rechten und eingen Sohn, Erster Chor: die ganze werte Christenheit dich, Gott Vater, im höchsten Thron, den heilgen Geist und Tröster wert 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, du nahmest an, der Welt zu gut, du hast dem Tod zerstört sein Macht du sigst zur Rechten Gottes gleich ein Richter du zukünftig bist 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, laß uns im Himmel haben teil Hilf deinem Volt, Herr Jesu Christ, wart und pfleg sein zu aller Zeit 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich Behüt uns heut, o treuer Gott, sei uns gnädig, o Herre Gott, zeig uns deine Barmherzig feit, auf dich hoffen wir, lieber Herr, mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. d Gott Baters ewger Sohn du bist; gleich Menschenkindern Fleisch und Blut; und all Christen zum Himmel bracht; mit aller Ehr ins Vaters 7 Reich; allem, das tot und lebend ist. die durch dein teur Blut erlöset sein; mit den Heilgen am ewgen Heil. und segne, was dein Erbteil ist; und heb es hoch in Ewigkeit. und deinen Namen stetiglich. vor aller Sünd und Missethat; sei uns gnädig in aller Not; wie unsre Hoffnung zu dir steht; in Schanden laß uns nimmermehr! Beide Chöre: Amen. Luther, 1546. thut er mehren, vergiß es 129 Nun lob, mein nicht, o Herze mein; hat dir Seel, den Herren, was in mir ist, den Namen sein; sein Wohlthat dein Sünd vergeben, heilt deine Schwachheit groß, erlöst dein armes Leben, nimmt dich Allgemeine Lob- und Danklieder. 86 dich in seinen Schoß, mit Trost dich überschüttet, verjüngt dem Adler gleich; der Herr schafft Recht, behütet, die leiden für sein Reich. Er hat uns wissen 2. laſſen ſein heilig Recht und sein dazu sein Güt ohn Maßen; es mangelt an Erbarmung nicht; den Zorn läßt er wohl fahren, straft nicht nach unsrer Schuld; die Gnad thut er nicht sparen, den Blöden ist er hold; sein Güt ist hoch erhaben ob dem, der fürchtet ihn. So fern der Ost vom Abend, ist unsre Sünd dahin. er 3. Wie Väter sich erbarmen ob ihrer jungen Kindelein, so thut der Herr uns Armen, wenn wir ihn findlich fürchten rein; fennt uns arme Knechte und weiß, wir sind nur Staub, ein bald verwelkt Geschlechte, wie Gras und fallend Laub; der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da; also der Mensch vergehet, sein Ende ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine steht fest und bleibt in Ewigteit; sie bleibt bei der Gemeine, die, stets in seiner Furcht bereit, will seinen Bund bewahren. Er herrscht im Himmelreich; ihr starken Engelscharen, lobt ihn mit uns zugleich, und dient dem Herrn der Ehren und breitet aus sein Wort; mein Seel soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. Joh. Grammann, † 1541. 130 Nun preiſet alle Gottes Barmherzigkeit; lob ihn mit Schalle, dank ihm, o Christenheit! Er läßt dich freundlich zu sich laden, freue dich, Israel, seiner Gnaden!:,: Der Herr regieret über die ganze Welt; was sich nur rühret, alles zu Fuß ihm fällt; viel tauſend Engel um ihn schweben, Psalter und Harfe ihm Ehre geben.:,: 3. Wohlauf, ihr Heiden, lasset das Trauern sein, zur grünen Weiden stellet euch willig ein; da läßt er uns sein Wort verkünden, machet uns ledig von allen Sünden.:,: 4. Er giebet Speise reichlich und überall, nach BVaters Weise sättigt er allzumal; er schaffet Früh- und späten Regen, füllet uns alle mit seinem Segen.:,: 5. Drum preis und ehre seine Barmherzigkeit, sein Lob vermehre, dank ihm, o Christenheit; uns soll hinfort kein Unfall schaden; freue dich, Israel, seiner Gnaden!:,: Math. A. v. Löwenstern,+ 1648. Allgemeine Lob- und Danklieder. 131 Nun un danket alle Gott mit Her zen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut und noch jebund gethan. 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort, und uns aus aller Not erlösen hier und dort. 3. Lob. Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne, und dem, der beiden gleich, im höchsten Himmelsthrone, dem ewig höchsten Gott; als es anfänglich war und ist und bleiben wird jezund und immerdar. 87 mann und deinen Ruhm vermehren, so lang er lallen kann. 2. Es müsse dein sich freuen, wer deine Macht und Gnade kennt, und deinem Dienst sich weihen, wer dich in Christo Vater nennt. Hoch seist du stets gepriesen; du bists, der Wunder thut, und hast auch mir erwiesen das, was mir nüß und gut. Nun, das ist meine Freude, zu halten fest an dir, daß nichts von dir mich scheide, so lang ich walle hier. 3. Herr, du hast deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht; wenn Schwache zu dir kamen, hast du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad erzeiget; nun, wie vergelt ichs dir? Ach, bleibe mir geneiget, so will ich für und für den Kelch des Heils erheben und preisen allezeit dich, Herr Gott, hier im Leben und dort in Ewigkeit. Joh. Rift, † 1667. M. Rinkart, † 1649. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren 2C. 132 Pan lobt dich in der Stille, Mel. Nun danket all und bringet: c. du hocherhabnerZions- Gott! ch ch finge dir Des Rühmens ist die Fülle 133 h finge din mit vor dir, du Zebaoth! Du bist doch Herr auf Erden, der Frommen Zuversicht, in Trübsal und Beschwerden läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stündlich ehren mein Mund vor jeder Herz Mund, Herr, meines Herzens Luft! Ich sing und mach auf Erden tund, was mir von dir bewußt. 20 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle 88 Allgemeine Lob- und Danklieder. Quelle seist, daraus uns uns, was uns hoch erfreut allen früh und spat viel Heil und Gutes fleußt. und dir zur Ehr gereicht. 3. Was sind wir doch, was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd? 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein, und was sein Kummer sei; kein Zährund Thränlein ist so klein, du hebst und legt es bei. 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesebt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Lau und Regen nett? 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Öl und Most zu seinen Zeiten findt? 6. Wer giebt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand den güldnen, edlen, werten Fried in unserm Vaterland? 7. Ach, Herr, mein Gott, das kommt von dir, und du mußt alles thun! Du hältst die Wacht an unsrer Thür und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr geraten, herzlich bei. 9. Du strafft uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzu sehr, ja endlich nimmst du unsre Schuld und wirfft sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht und giebst 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht. 13. Wohl auf, mein Herze, sing und spring und habe guten Mut! Dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schaß, dein Erb und Teil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hilf und Heil, schafft Rat und läßt dich nicht. 15. Was kränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht! 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernährt? und manchen schweren Unglückslauf zum Segen dir gekehrt? 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment; nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun und red ihin nichts Allgemeine Lob- und Danklieder. nichts darein, so wirst du hier in Frieden ruhn und ewig fröhlich sein. P. Gerhardt, † 1676. 134 Nun banket all und bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeldt. 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet gutes Muts, die Straf erläßt, die Schuld vergiebt und thut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin. 89 bemüht, gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil und bleib auch, wenn wir von der Erd abscheiden, unser Teil. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott unferm höchsten Gut, der ſeine 135 Lobe den Herren, Wunder überall große Dinge thut. 3. Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält und, wo kein Mensch mehr helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn auf unserm Vaterland; er gebe Glück zu unserm Thun und Heil in allem Stand. 7. Er laffe seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn, was aber ängstet und 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ewgen Ruh. P. Gerhardt, † 1676. König der Ehren; stimme, du Seele, mit ein zu den himmlischen Chören. Kommet zu Hauf; Psalter und Harfe, wacht auf, lasſet den Lobgesang hören. 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der wie auf Flügeln des Adlers dich sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber ge fällt; hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich be reitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet; in wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet? 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar ge segnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet; Allgemeine Lob- und Danklieder. 90 regnet; denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren; was in mir ist, lobe den Namen; alles, was Odem hat, lobe den Heiligen Namen! Er ist dein Licht; Seele, vergiß es ja nicht: lob ihn in Ewigkeit! Amen. 4. Hallelujah bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet; Hallelujah singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergiebet. Owohl dir! Glaube mir, endlich wirst du droben ohne Sünd ihn loben. 3. Neander, † 1680. 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Werke, mehr als aller Menschen Werke. Großes Licht der Sonne, lob ihn mit den Strahlen, die das große Rund bemalen. Lobet gern, Mond und Stern, seid bereit, zu ehren einen solchen Herren! 3. O du meine Seele, finge fröhlich, singe, singe deine Glaubenslieder! Was da Odem holet, jauchze, preise, flinge; wirf dich in den Staub darnieder. Er ist Gott Zebaoth; er nur ist zu loben hier und ewig droben. 3. Neander,+ 1680. 136 Wunderbarer Kö: 137 nig, Herrscher von uns allen, laß dir unser Lob gefallen; deine Vatergüte hast du lassen flie: ßen, ob wir schon dich oft verließen; hilf uns noch, stärk uns doch! Laß die Zunge singen, laß die Stimm erklingen! Mel. Es ist das Heil uns 2c. Lei Lob und Ehr dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüte mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt: gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmelsheer, o Herrscher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfermacht, die alles hat so wohl bedacht; gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht, ist alles gleich, gebt unserm Gott die Ehre. 4. Jch rief dem Herrn in meiner Not: ach Gott, vernimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod Allgemeine LobTod und ließ mir Trost gedeihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir; ach, danket, danket Gott mit mir; gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden; er bleibet ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her; gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hilfe mangeln muß, wie sie die Welt erzeiget, so kommt und hilft der Überfluß, der Schöpfer selbst und neiget die Vateraugen denen zu, die sonsten nirgends sinden Ruh; gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren; man soll, Gott, deinen Lobgesang an allen Orten hören; mein ganzes Herz ermuntre fich, mein Geist und Leib erfreue dich; gebt unserm Gott die Ehre! 8. Jhr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Jhr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Götzen macht zu Spott; der Herr ist Gott! der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! und Danklieder. 91 9. So kommet vor sein Angesicht, mit Jauchzen Dank zu bringen; bezahlet die ge lobte Pflicht, und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht und alles, alles recht gemacht; gebt unserm Gott die Ehre! 3. 3. Schüt,+ 1690. Mel. Allein Gott in der Höh ze. 138 Bringt her dem Herren Leb und Ehr aus freudigem Gemüte! Ein jeder Gottes Ruhm vermehr und preise seine Güte! Ach, lobet, lobet alle Gott, der uns befreiet aus der Not, und danket seinem Namen! 2. Lobt Gott und rühmet allezeit die großen Wunderwerke, die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt und dadurch alle Ding erhält; drum danket seinem Namen! 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, Leib, Seele, Geist und Leben aus lauter väterlicher Gnad uns allen hat gegeben, der uns durch seine Engel schüßt und täglich giebet, was uns nüßt; drum danket seinem Namen! 4. Lobt Gott, der uns schenkt seinen Sohn, der für uns ist gestorben und uns bes 92 Allgemeine Lob- und Danklieder. des ewgen Lebens Kron werde gepriesen früh und durch seinen Tod erworben, spat. Hallelujah, Hallelujah! der Tod und Hölle macht zu Spott und uns versöhnt mit unserm Gott; drum dantet seinem Namen! 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet und alles Gute noch verheißt, uns stärket, kräftigt, gründet; der uns erleuchtet durch sein Wort, regiert und heiligt fort und fort; drum danket seinem Namen! 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, und sinken nieder in den Staub; ihre Anschläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil dann kein Mensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hilfe an. Hallelujah, Hallelujah! 6. Lobt Gott, der auch das gute Werk, so in uns angefangen, vollführen wird und geben Stärk, das Kleinod zu erlangen, das er hat allen dargestellt und seinen Gläubgen vorbehält; drum danket feinem Namen! 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, des Hilfe der Gott Jakobs ist, der sich vom Glauben durch nichts läßt trennen und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rat und That. Hallelujah, Hallelujah! 7. Lobt Gott, ihr starken Seraphim, ihr Fürsten und ihr Thronen! Es loben Gott mit heller Stinim, die hier auf Erden wohnen. Lobt Gott und preist ihn früh und spat! Ja alles, was nur Ödem hat, das danke seinem Namen! 4. Dieser hat Himmel und Meer und Erden und, was darinnen ist, gemacht; alles muß treulich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Hallelujah, Hallelujah! C. Günther,+ 1704. 5. Zeigen sich solche, die Unrecht leiden, er ists, der ihnen Recht verschafft; Hung139 Lobe den Herren, rigen will er zur Speis beo meine Seele! Ich will ihn loben bis zum Tod; weil ich noch Stunden auf Erden zähle, will ich Lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, scheiden, was ihnen dient zur Lebenskraft. Die hart Gebundnen macht er frei, und seiner Gnad ist mancherlei. Hallelujah, Hallelujah! Algemeine Lob- und Danklieder. 93 2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang es noch im Laufe geht! Ach, wär ein jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß und stehet munter im Ge schäfte zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich. 4. Jhr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Jhr schwanken Gräslein in den Feldern, ihr Blumen, last doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet sein und ſtimmet lieblich mit mir ein. 6. Sehende Augen giebt er den Blinden, erhebt, die tief gebeuget gehn; wo er kann einige Frommen finden, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsehn ist des Fremden Truß, Witwen und Waisen nimmt er in Schutz. Hallelujah, Hallelujah! 7. Aber der Gottesver: geffnen Tritte kehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen verkehrteSchritte und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich; Zion, dein Gott sorgt stets für dich. Hallelujah! Hallelujah! 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen des, der so große Wunder thut! Alles, was Odem hat, rufe Amen und bringe Lob mit frohem Mut. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heilgen Geist. Hallelujah, Halle lujah! 3. D. Herrnschmidt, † 1723. 5. Ach, alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehilfen geben; denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr, Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld! 140 daß ich tauſend Bungen hätte 6. und einen tausendfachen Mund, so stimmt ich damit um die Wette vom allertiefsten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. 94 Allgemeine Lob- und Danklieder. 7. Auch hab ich es mein mein Gott; denn ich kann Lebetage schon so manch mit nichts erreichen deine liebes Mal gespürt, daß du Gnad und Liebeszeichen. mich unter vieler Plage Tausend, tausendmal sei dir, zwar wunderbar, doch wohl großer König, Dank dafür! geführt; denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 8. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem steten Lobe stehn? Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphierend einhergehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 2. Herr, entzünde mein Gemüte, daß ich deine Wundermacht, deine Gnade, Treu und Güte stets erhebe Tag und Nacht; denn von deinen Gnadengüssen Leib und Seele zeugen müssen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür. 9. Ich will von deiner Güte singen, so lange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 3. Dent ich, wie ich dich verlassen und gehäufetSchuld auf Schuld, so möcht ich vor Scham erblassen vor der Langmut und Geduld, womit du, o Gott, mich Armen hast getragen voll Erbarmen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 10. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin; im Himmel soll es besser werden, wenn ich verklärt und selig bin; da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Hallelujah vor! Joh. Menter, † 1734. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 2. 141 Womit soll ich dich wohl loben, mächtiger Herr Zebaoth? Sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, 4. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, Herr, mein Gott, zu mir, nur mein Herze zu bereiten, ganz sich zu ergeben dir, daß mein gänzliches Verlangen möcht an deinem Willen hangen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 5. Wie ein Vater nimmt und giebet, wie's denkindern nützlich ist, so hast du mich auch geliebet, Herr, mein Gott, zu jeder Frist, und dich meiner angenommen, wenns auch gleich aufs höchste Allgemeine Lob- und Danklieder. 95 höchste kommen. Tausend, Mel. Wunderbarer König zc. tauſendmal sei dir, großer 142 Unumschränkte dafür! Liebe, blöden Augen, die sonst kaum auf Erden taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmut blicken, die den Erdkreis wärmend schmücken, und zugleich freudenreich Bösen und den Deinen mit der Sonne scheinen. 6. Mich hast du auf Adlersflügeln oft getragen väterlich, in den Thälern, auf den Hügeln wunderbar errettet mich; wenn schien alles zu zerrinnen, ward doch deiner Hilf ich innen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 7. Fielen tausend mir zu Seiten und zur Rechten zehnmal mehr, ließest du mich doch begleiten durch der Engel starkes Heer, daß den Nöten, die mich drangen, ich bin dennoch stets ent: gangen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür. 8. Vater, du hast mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit; und du hast zu mir geneiget, Jesu, deine Freundlichkeit; und durch dich, o Geist der Gnaden, werd ich stets noch eingeladen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 9. Tausendmal sei dir gejungen, Herr, mein Gott, Preis, Lob und Dank, daß es mir bisher gelungen; ach, laß meinen Lebensgang ferner doch durch Jesu Leiten nur gehn in die Ewigkeiten; da will ich, Herr, für und für ewig, ewig danken dir. L. A. Gotter, † 1735. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplatz deiner Güte; deiner Langmut Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit, über Berg und Hügel streckt sie ihre Flügel! 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag für Tag zu schonen, Tag für Tag zu dulden so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh lieben für das Hassen: Herr, wer kann das fassen? 4. Du vergiebest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen; deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder, da man doch, wenn du noch sie kaum weggeleget, dich zum Zorn erreget. 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt 96 Allgemeine Lob- und Danklieder. statt der Gnade Recht em- den Schoß der Erde auf, pfangen. Wer zu deinen mit Vorrat uns zu segnen? Füßen sich mit Thränen O Gott der Macht und senket, dem wird Straf und Herrlichkeit! Gott, deine Schuld geschenket. Unser Güte reicht so weit, so weit Schmerz rührt dein Herz, die Wolken reichen. und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. König, sei gepriesen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken lohnest; deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret und mit Ruhm das Scepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmut auszuüben und die Welt zu lieben. Joh. Jat. Rambach, † 1735. Mel. Es ist das Heil uns zc. 143 Wer enn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege, so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater. 2. Mein Auge sieht, wo hin es blickt, die Wunder deiner Werke; der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde 144 Wie groß ist des seinen Wer heißt Allmächtgen Himmel regnen? Werschließt Güte! 3st der ein Mensch, den 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht, bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunder bar bereitet, der Mensch, ein Geist, den sein Verstand, dich zu erkennen, leitet, der Mensch, der SchöpfungRuhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Chr. F. Gellert, † 1769. Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet c. Allgemeine Lob- und Danklieder. 97 den sie nicht rührt? der lieben und meinen Nächsten mit verhärtetem Gemüte gleich als mich. den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen, vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: ich soll vollkommen sein, wie er. Solang ich dies Gebot er fülle, stell ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht, und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. O Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein! Sie stårk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. Chr. F. Gellert, † 1769. 2. Wer hat mich wunder bar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmut mich geleitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste nene Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Jsts nicht sein Ärm, der alles ſchafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. ein dieſen Freuden, durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich. Gott soll ich über alles Er ist 145 Gotted! Grin der Gott der Stärke; groß ist sein Nam, und groß find seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts, so sind und leben Welten, und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste; 5 er 98 Allgemeine Lob- und Danklieder. er herrscht als Gott, und hast werden lassen, verkünseines Thrones Veste ist digt seines Schöpfers Macht. Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott und Gott in ewgen Zeiten, Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Psalm. 5. Was ist und war, im Himmel, Erd und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 13. Du träntst das Land, führst uns auf grüne Weiden, und Nacht und Tag, und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sitest oder gehest; ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest, so ist er allent: halben da. 8. Er fennt mein Flehn und allen Rat der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre; Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du 15. Ist Gott mein Schutz, will Gott mein Retter werden: so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete selbst der Hölle Truß. Chr. F. Gellert, † 1769. Die ie Himmel rühmen des Ewigen Ehre; ihr Schall pflanzt seinen Namen fort; ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere, vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort. 2. Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne? Wer führt die Sonn aus ihrem Belt? Sie fommt und leuchtet und lacht uns von ferne und läuft den Weg gleich wie ein Held. 146 146 Allgemeine Lob- und Danklieder. 99 2. Der Grund der Welt war nicht geleget, der Himmel war noch nicht gemacht, so hat Gott schon den Trieb geheget, der mir das Beste zugedacht; da ich noch nicht geschaffen war, da reicht er mir schon Gnade dar. 3. Vernimms und siehe die Wunder der Werke, so die Natur dir aufgestellt. Verkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du der Wesen unzählbare Heere, den kleinsten Staub fühllos beschaun? Durch wen ist alles? O gieb ihm die Ehre! Mir," ruft der Herr, sollst du vertraun!" " 1 5. Mein ist die Kraft, mein ist Himmel und Erde, an meinen Werken kennst du mich. Ich bins, der ich war und der ich sein werde, dein Gott und Vater ewiglich." 6. Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil. Ich bins, mich liebe von ganzem Gemüte und nimm an meiner Gnade teil!" Chr. F. Gellert,+ 1769. Mel. O daß ich tausend Bungen ze. 147 Geht hin, ihr - gläubigen Gedanken, ins weite Feld der Ewigkeit; erhebt euch über alle Schranken der alten und der neuen Zeit; erwägt, daß Gott die Liebe sei, die ewig alt und ewig neu. 3. Sein Ratschluß war, ich sollte leben durch seinen eingebornen Sohn; den wollt er mir zum Mittler geben, den macht er mir zum Gnadenthron; in dessen Blute sollt ich rein, geheiliget und selig sein. 4. O Wunderliebe, die mich wählte vor allem Anbeginn der Welt und mich zu ihren Kindern zählte, für welche sie das Reich bestellt! Vaterhand, o Gnadentrieb, der mich ins Buch des Lebens schrieb! 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüte hinauf zu dieser Quelle steigt, von welcher sich ein Strom der Güte zu mir durch alle Zeiten neigt, daß jeder Tag ein Zeugnis giebt: Gott hat mich je und je geliebt! 6. Wer bin ich unter Millionen der Kreaturen seiner Macht, die in der Höh und Tiefe wohnen, daß er mich bis hierher gebracht? Ich bin ja nur ein dürres Blatt, ein Staub, der keine Stätte bat. Kirche und Gnadenmittel. 100 7. Ja freilich bin ich zu geringe der herzlichen Barmherzigkeit, womit, o Schöpfer aller Dinge, mich deine Liebe stets erfreut; ich bin, o Bater, selbst nicht mein, dein bin ich, Herr, und bleibe dein. 8. Jm sichern Schatten deiner Flügel find ich die ungestörte Ruh. Der feste Grund hat dieses Siegel: wer dein ist, Herr, den kennest du. Laß Erd und Himmel untergehn, dies Wort der Wahrheit bleibet stehn. 9. Wenn in dem Kampfe schwerer Leiden der Seele Mut und Kraft gebricht, so salbest du mein Haupt mit Freuden, so tröstet mich dein Angesicht; da spür ich deines Geistes Kraft, die in der Schwachheit alles schafft. 10. Die Hoffnung schauet in die Ferne durch alle Schatten dieser Zeit; der Glaube schwingt sich durch die Sterne und sicht ins Reich der Ewigkeit; da zeigt mir deine milde Hand mein Erbteil und gelobtes Land. 11. Ach, könnt ich dich nur besser ehren, welch edles Loblied stimmt ich an! 63 sollten Erd und Himmel hören, was du, mein Gott, an mir gethan; nichts ist so köstlich, nichts so schön, als, höchster Vater, dich erhöhn. 12. Doch nur Geduld! Es kommt die Stunde, da mein durch dich erlöster Geist im höhern Chor mit frohem Munde dich, schönste Liebe, schöner preist; dram eilt mein Herz aus dieser Zeit und sehnt sich nach der Ewigkeit. J. G. Hermann, † 1791. XII. Kirche und Gnadenmittel. sein grausam Rüstung ist; auf Erd ist nicht seins Kirche. 148 in feste Burg Gleichen. ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen; er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind, mit Ernst ers jetzt meint; groß Macht und viel List 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erforen Fragst du, wer der ist: er heißt Jesus Christ, der Herr Kirche. 101 Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott; das Feld muß er behalten. steh bei uns in der letzten Not, leit uns ins Leben aus dem Tod. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt Luther, † 1546. uns gar verschlingen, o 150 Ach Gott, vom so Himmel sieh darein und laß dich des erbarmen: wie wenig sind der Heilgen dein, verlassen sind wir Armen. Dein Wort man läßt nicht haben wahr, der Glaub ist auch verloschen gar bei allen Menschenfindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, was eigner Witz er: findet; ihr Herz nicht eines Sinnes ist, in Gottes Wort gegründet; der wählet dies, der andre das, sie trennen uns ohn alles Maß und gleißen schön von außen. sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, thut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht, ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stan und kein Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: laß fahren dahin, sie habens kein Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben! Luther, 1546. 149 Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort und steur der Feinde Trug und Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, wollen stürzen von deinem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist; beschirm dein arme Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott heilger Geist, du Tröster wert, gieb beim Volk einerlei Sinn auf Erd; 3. Gott woll ausrotten aller Lehr, die falschen Schein uns lehren, und sich vermessen hoch und sehr: Troß dem, ders uns will wehren! Wir haben Recht und Macht allein, was wir setzen, gilt allgemein; wer ist, der uns soll meiſtern? 4. Darum spricht Gott: Ich muß auf sein, die Armen sind zerstöret; ihr Seufzen dringt zu mir herein, ich hab ihr Klag erhöret; mein heilsam Wort soll auf den Blan, getrost und frisch sie greifen an, und sein die Kraft der Ärmen. Kirche und Gnadenmittel. 102 5. Das Silber, durchs Feur siebenmal bewährt, wird lauter funden; an Gottes Wort man warten soll desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret sein; da wird sein Kraft erkannt und Schein, und leucht stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott bewahren rein vor diesem argn Geschlechte; und laß uns dir befohlen sein, daß sichs in uns nicht flechte. Der. gottlos Hauf sich um Her findt, wo diese losen Leute sind in deinem Volk erhaben. Luther, † 1546. 4. Den stolzen Geistern wehre doch, die mit Gewalt sich heben hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 5. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; darum, so steh du denen bei, die sich auf dich verlassen frei. 6. Dein Wort ist unsers Herzens Truß und deiner Kirche wahrer Schuß; dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts andres suchen mehr. 7. Hilf leben uns in deinem Wort und darauf mutig fahren fort von hinnen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelsfaal. n. Selnecker,+ 1592. Mel. Erhalt uns, Herr, bei zc. 151 2h, bleib bei uns, Herr Jesu Christ, weil es nun Abend Mel. Christus, der ist mein Leben ze. 3. Gieb Glück und Heil zu deinem Wort, damit es schall an allem Ort; gieb deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Mut und Geduld. worden ist: dein göttlich 152 Wh, bleib mit Gnade das helle ja bei uns auslöschen nicht. bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List. 2. In dieser schwerbetrübten Zeit verleih uns, Herr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sakrament behalten rein bis an das End. 2. Ach, bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser wert, auf daß uns hier und dorte sei Güt und Heil beschert. 3. Ach, bleib mit deinem Glanze bei uns, du wertes Licht; dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Ach, bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr; lins Kirche. Herr; dein Gnad und all Vermögen in uns reichlich vermehr. 103 ist mit uns und wir mit Gott; den Sieg wolln wir erlangen. 3. Altenburg, † 1640. 5. Ach, bleib mit deinem Schuße bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht truke, noch fäll die böse Welt. Mel. Zion tlagt mit Angst zc. 6. Ach, bleib mit deiner 154 3ion, gieb dich nur Treue bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Not! zufrieden, Gott ist noch bei dir darin; du bist nicht von ihm geschieden, er hat einen Vatersinn. Wenn er straft, so liebt er auch, Dies ist sein geliebter Brauch; Zion, lerne dies bedenken; warum willst du dich so Josua Stegmann, † 1632. Gustav Adolfs Feldlied. Mel. Kommt her zu mir zc. 2. Treiben dich die Meereswellen in der wilden, tiefen 153 Verzage nicht, du See; wollen sie dich gar Häuflein klein, obschon die Feinde willens sein, dich gänzlich zu zer stören, und suchen deinen Untergang, davon dir wird ganz angst und bang; es wird nicht lang mehr währen. zerschellen, mußt du rufen: Ach und Weh! schweigt dein Heiland still dazu, gleich als schlafend in der Ruh: Zion, laß dich nicht bewegen; diese Flut wird bald sich legen. 3. Berg und Felsen mögen weichen, ob sie noch so feste stehn; ja die ganze Welt desgleichen möchte gar auch untergehn; dennoch hat es keine Not in dem Leben und im Tod; Zion, du kannst doch nicht wanken aus des ewgen BundesSchranken. 4. Müssen schon allhier die Thränen deine schönsten Perlen sein; stellt sich Seufzen nur und Stöhnen dir statt schöner Lieder ein; ist der 2. Des tröst dich nur, daß deine Sach ist Gottes, dem befiehl die Rach, und laß es ihn nur walten; er wird durch einen Gideon, den er wohl weiß, dir helfen schon, dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott tst und sein Wort, muß Teufel, Welt und Höllen pfort, und was dem thut anhangen, endlich werden zu Hohn und Spott; Gott 104 der Spott dein täglich Brot und dein Trank die bittre Not: Zion, laß dir doch nicht grauen; du kannst deinem Gott vertrauen. 5. Droht man dir mit Schmach und Banden, mit viel Qual und Herzeleid, dennoch wirst du nicht zu schanden, denk nur an die Mel. Valet will ich dir geben 2c. Ewigkeit; sei getroft und 155 Erhalt uns deine Kirche und Gnadenmittel. ists, der es thut; Zion, Gott wird dich schon stärken, dieſes mußt du eben merken. 6. Freue dich, es kommt das Ende und der Abend schon herbei; gieb dich nur in Gottes Hände, der macht dich von allem frei. Für die Trübsal, Spott und Hohn giebt er dir die Freudentron; Zion, Gott, dein Schutz, wird wachen und die Welt zu schanden machen. 7. Hallelujah! Deine Wonne bricht anjeßt mit Macht herfür; denn die schöne Gnadensonne, Jesus Christus, naht zu dir, giebt dir einen Freudengruß und den rechten Friedenskuß; Zion, wo ist nun dein Klagen? Jetzt kannst du von Freuden sagen. 8. Freuet cuch, ihr Him: melserben, freuet euch mit Zion hier! Die vor Jammer wollten sterben, sollen leben für und für. Dort ist nicht mehr Angst und Qual in dem schönen Himmelssaal. Zion, wer will dich nun scheiden von dem Lamm und ewgen Freuden? Joachim Pauli,+ nach 1674. in der letzten Zeit; erhalt dein Reich und mehre dein edle Christenheit; erhalt standhaften Glauben, der Hoffnung hellen Strahl; laß uns dein Wort nicht rauben in diesem Jammerthal. 2. Erhalt dein Ehr und wehre den, was dir widerspricht; erleuchte und be kehre, allwissend allwissend ewges Licht, was dich noch nicht erkennet; entdecke doch der Welt, der du dein Licht gegönnet, was einzig dir gefällt. 3. Erhalt, was du gebauet und durch dein Blut erkauft, was du dir hast vertrauet und mit dem Geist getauft. Ob grimme Feinde stürmen zu deiner Kirche Fall, so wolltest du sie schirmen als Hort und Felsenwall. 4. Erhalt uns, Herr, dein Erbe, dein wertes Heiligtum, zerbrich, zernicht, ver derbe, was wider deinen Ruhm; Kirche. Ruhin; faß dein Gesch uns führen, gönn uns dein Himmelsbrot; laß deinenSchmuck uns zieren, heil uns durch deinen Tod. 5. Erhalt und laß uns hören dein Wort, das selig macht, den Spiegel deiner Ehren, das Licht in finstrer Nacht; laß diesen Born uns tränken im dürren Thal der Welt; laß diese Stimm uns lenken hinauf zum ewgen Zelt. 6. Erhalt in Sturm und Wellen der Kirche heilig Schiff und laß es nicht zerschellen an Sand und Felsenriff; gieb, Herr, daß wir entrinnen der wilden Flut der Zeit, laß uns den Port gewinnen der selgen Ewigkeit. Nach Jos. Stegmann,( † 1632) v. A. Gryphius, † 1664. 156 Löwen, laßt euch wiederfinden, wie im ersten Christentum, die nichts fonnte überwinden; scht nur an ihr Märtyrtum, wie in Lieb sie glühten, wie sie Feuer sprühten, daß sich vor der Sterbenslust selbst die Hölle fürchten mußt. 2. In Gefahren unerschrocken und von schnöden Lüsten rein, die zum Eitlen konnten locken, war damals des Herrn Gemein. Ihr 105 Sinn drang zum Himmel; fern aus dem Getümmel war erhoben Herz und Geist, suchte nicht, was zeitlich heißt. 3. Ganz großmütig sie verlachten, was die Welt für Vorteil hält; nach dem Reiche Gottes trachten, darauf war ihr Sinn ge stellt. Im Unglück glücklig waren sie und fröhlich, fern von Menschenstlaverei und von ihren Banden frei. 4. O daß ich, wie diese waren, mich be änd auch in dem Stand! Laß mich doch im Grund erfahren deine starke Helfe. shand, mein Gott, recht lebendig! Gieb, daß ich beständig bis zum Tod durch deine Kraft übe gute Ritterschaft. 5. Gieb, daß ich mit Geisteswaffen kämpf in meines Jesu Stärk, und ja niemals mög erschlaffen; daß mir dieses große Werk durch dich mög gelingen, und ich tapfer ringen; daß ich in die Luft nicht streich, sondern bald das Ziel erreich. 6. Es dürft wieder dazu kommen, daß der Feinde tolle Wut zu der Schlachtbank deine Frommen führte und vergöß ihr Blut. Nach gemeiner Sage große Trübsalstage werden kommen uns zu Haus und noch ein sehr harter Strauß. Kirche und Gnadenmittel. 106 7. Ei wohlan, nur fein standhaftig! O ihr Brüder, tapfer drauf! Lasset uns doch recht herzhaftig folgen jener Zeugen Lauf. Steht als Jesu Glieder, wenn der Feind sich wider euren Christenglauben setzt und das Schlachtschwert auf uns wetzt. 8. Gebt euch in das Leiden wacker! Mit dem Blut der Märtyrer wird getränkt der Kirchenacker, und so treibt er um so mehr; alle Pflanzen sprossen, so damit begossen; o wie trägt er reichlich Frucht, von der Trübsal heimgeſucht! 9. Komm, befrucht, o goldner Regen, uns, dein Erb, die dürre Erd, daß wir dir getreu sein mögen und nicht achten Feur und Schwert, als in Liebe trunken und in dir versunken; mach die Kirch an Glauben reich), daß das End dem Anfang gleich! 1712. 157 Fabre fort, fahre fort, Zion, fahre fort im Licht! Mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Lebensquelle. Zion, dringe durch die enge Pfort! Fahre fort, fahre fort! 2. Leide dich, leide dich, Bion, leide ohne Echen Trübsal, Angst mit Spott und Hohne! Sei bis in den Tod getreu, siehe auf die Lebenskrone. Zion, fühlest du der Schlange Stich, leide dich, leide dich! 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, wenn sie dich sucht groß zu machen. Achte nichts ihr Gut und Geld, nichts ihr Dränen, nichts ihr Lachen. Zion, wenn sie dir viel Lust verspricht, folge nicht, folge nicht! 4. Prüferecht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; thue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten. Zion, beides, was da gut und schlecht, prüfe recht, prüfe recht!" 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, bringe ein in Gott! Stärke dich mit Geist und Leben, sei nicht, wie die andern, tot, sei du gleich den grünen Reben. Zion, in die Kraft, statt in den Schein, dringe ein, dringe ein! 6. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft! Weil die Bruderliebe brennet, zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet. Zion, durch die dir gegebne Thür brich herfür, brich herfür! 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Tren! Laß nicht 107 Herze sehen, der uns so geliebet hat; daß der Vater aller Geister, der der Wunder Abgrund ist, daß du, unsichtbarer Meister, uns so fühlbar nahe bist! 5. O du treuster Freund, vereine deine dir geweihte Schar, daß sie es so herzlich 158 daß, wie du eins meine, wies dein letzter Wille mit ihnen, also sie auch eines sein, sich in wahrer Liebe dienen und einander gern erfreun. Kirche. nicht lau und träg dich finden. Auf, das Kleinod rückt herbei! Auf, verlasse, was dahinten! Zion, in dem letzten Kampf und Strauß halte aus, halte aus. 3. E. Schmidt, † 1745. Mcl. O Durchbrecher aller Bande: c. erz und Herz sammen, sucht in Gottes Herzen Ruh; lasset eure Liebesflammen Lodern auf den Heiland zu! Er das Haupt, wir seine Glieder, 6. Liebe, hast du es ge: er das Licht und wir der Schein, er der Meister, wir die Brüder, er ist unser, wir sind sein. boten, daß man Liebe üben soll, o so mache doch die toten, trägen Geister lebensvoll! Zünde an die Liebesflamme, daß ein jeder sehen kann: wir, als die von einem Stamme, stehen auch für einen Mann. 2. Kommt, ach kommt, ihr Gnadenkinder, und erneuert euern Bund! Schwöret unserm überwinder Lieb und Treu von Herzensgrund! Und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, o so flehet um die Wette, bis sie Jesus wieder stählt! 3. Legt es unter euch, ihr Glieder, auf so treues Lieben an, daß ein jeder für die Brüder auch das Leben lassen kann. So hat uns der Herr geliebet, so vergoß er dort sein Blut; denkt doch, wie es ihn betrübet, wenn ihr euch selbst Eintrag thut. 4. Hallelujah! Welche Höhen, welche Tiefen reicher Gnad, daß wir dem ins 7. Laß uns so vereinigt werden, wie du mit dem Vater bist, bis schon hier auf dieser Erden fein getrenntes Glied mehr ist, und allein von deinem Brennen nehme unser Licht den Schein. Also wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger sein. N. L. v. Zinzendorf, † 1760. Mel. Ein feste Burg 2c., und Eigne Melodie. 159 We enn Christus seine Kirche schützt, so mag die Hölle wüten; er, der zur Rechten 5* Gottes 108 Kirche und Gnadenmittel. phinen 2c. Gottes sist, hat Macht, ihr mel. Mein Jesu, dem die Serazu gebieten. Er ist mit Hilfe nah; wenn er gebeut, stehts da. Er schüßet seinen Ruhm und hält sein Heiligtum; mag doch die Hölle wüten. 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören, denn den Gesalbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts des Heilands, unsers Horts; sein Kreuz ist selbst ihr Spott; doch ihrer lachet Gott, sie mögen sich empören. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn, wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr Herr Zebaoth hält über sein Gebot, giebt uns Geduld in Not und Kraft und Mut im Tod; was will uns denn erschrecken? Chr. F. Gellert, † 1769. 160 Dein Wort, o uns zusammen, daß wir in Herr, bringt der Gemeinschaft stehn; es läßt an uns die heilgen Flammen des Glaubens und der Liebe sehn. Wir werden durch das Wort der Gnaden auch zur Gemeinschaft jener Schar, die bei dem Herrn ist immerdar, gelockt und kräftig eingeladen. 2. Nur Menschen, die von Gott geboren, die unter einem Haupte stehn, die hat der Herr sich auserforen, die läßt er Wunderliebe sehn; Gemeinschaft mit dem Vater haben und mit dem Sohn im heilgen Geist, das ist, was ihre Seelen speist; nur das kann sie vollkommen laben. 3. Der Glaubensgrund, auf dem wir stehen, ist Christus und sein teures Blut; das einge Ziel, darauf wir sehen, ist Christus, unser höchstes Gut; sein Wort die Regel, die wir kennen, sein Geist das Band, das uns verbindt; die Seelen all, die er gewinnt, sind, was wir heilge Kirche nennen. 4. Was ist das für ein himmlisch Leben, mit Vater, Sohn und heilgem Geist in feliger Gemeinschaft schweben, genießen istin Kirche. genießen das, was Gott verheißt! da die Jeigen Triebe! Gott schüttet in sein geistlich Haus die ganze Gnadenfülle aus. Hier wohnet Gott, die ewge Liebe. 5. Der Vater liebt und trägt die Kinder und schenkt den Geist, der Abba schreit; des Sohnes Treue schmückt die Sünder mit ewiger Ge: rechtigkeit; der heilge Geist tritt mit dem Öle des Frie dens und der Freude zu; die Herzen schmecken Gottes Ruh, die Kraft durchdringet Leib und Seele. 6. Die Kinder, so ein Brot gegessen, die stehen auch für einen Mann; macht sich der Feind an eins vermessen, sobald greift er sie alle an. Sie fallen betend Gott zu Füßen und siegen in des Herren Kraft; sie wollen von der Brüderschaft auch das geringste Glied nicht missen. 109 Mel. Wenn Christus seine Kirche schützt und Ein feste Burg zc. deine Kirche 161 5er, det er noch 7. Sie wallen mit verbundnen Herzen durchs Thränenthal ins Vaterland, versüßen sich die bittern Schmerzen; eins reicht dem andern seine Hand; sie wollen sich mit Freuden dienen, mit Herz und Auge, Hand und Fuß bis zu dem völligen Genuß des großen Guts:„ Ich, ich in ihnen." J. B. K. Allendorf, † 1773. wohnt dein Wort im Lande; von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist zum Pfande. Kommt sie in Gefahr durch der Feinde Echar, dann, o Jesu Christ, besiege Macht und List und herrsch in jedem Lande. 2. Sei, Herr, mit uns! Verlaß uns nie, uns, deines Leibes Glieder; hilf deiner Kirch und schüße sie, denn wir sind deine Brüder. Sie, die dir vertraut, hast du selbst erbaut; ach, erhalt sie rein, und die den Bund entweihn, die heilige dir wieder. 3. Eins, Herr, ists, was den Frommen fränkt, daß unter deinen Christen noch mancher deiner nicht gedenkt, beherrscht von seinen Lüsten. Vieler Glaub ist schwach, falt die Lieb, und ach, sie bedenken nicht, es wartet ein Gericht auf träge, sichre Christen. 4. Und, du, o Jesu, bist so treu! Ach, daß wir frömmer wären! Mach alle Herzen rein und neu, laß alle sich bekehren. Gieb uns Wissenschaft, Glaube, Lieb und Kraft, gieb Entschluß und Mut, zu wagen Ehr und Blut zum Preise deiner Lehren. 110 5. Entferne 3wietracht, Krieg und Mord, erhalt uns Ruh und Frieden. Laß uns, gestärket durch dein Wort, im Guten nie ermüden. Mache leicht, was drückt, gieb uns, was beglückt. Nach der Prüfungszeit ruf uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Freuden. Kirche und Gnadenmittel. 4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, die frevelnd sich empören, laß deiner Gnade Wunder sehn, daß sie sich noch bekehren. Lehr sie mit uns gen Himmel schaun und unerschüttert im Vertraun auf deine Zukunft warten. 5. Uns, deine Gläubgen, wollest du fest in der Wahrheit gründen, daß wir für unsre Seelen Ruh in deiner Gnade finden. Mach Mel. Es ist das Heil uns zc. 162 Die Feinde deines unsers Glaubens uns gewiß; vor Irrtum und vor Finsternis bewahr uns bis ans Ende. Kreuzes drohn, dein Reich, Herr, zu zer: stören; du aber, Mittler, Gottes Sohn, fannst ihrem Troße wehren. Dein Thron bestehet ewiglich; vergeblich wird sich wider dich die Macht der Hölle rüsten.. 6. Dein Geist führ uns auf ebner Bahn und heilge unsern Willen, so wird dein Volk dir unterthan, gern dein Gesetz erfüllen, bis du erscheinest zum Gericht und dann vor deinem Angesicht die Menschenkinder sammelst. 6. Herr, deine Kirche streitet noch: Hilf deiner Kirche siegen! Wie schwer ihr Kampf ist, müsse doch fein Kämpfer unterliegen. Hör ihr findlich Flehn, eil, ihr beizustehn, daß sie stand: haft sei, stets deiner Wahrheit tren, hilf deiner Kirche siegen. Nach Borchward, † 1776, und Cramer, † 1778. 3. Du wollest deine Herrschaft noch auf Erden weit verbreiten, und unter deinem sanften Joch zum Heil die Völker leiten. Vom Aufgang bis zum Niedergang bring alle Welt dir Preis und Dank und glaub an deinen Namen. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Menschenkindern; drum konnt auch keine Macht der Welt, Herr, deinen Fortgang hindern. Dein Erbe bleibt dir immerdar und wird selbst durch der Feinde Schar zu deinem Ruhm sich mehren. 7. Voll Zuversicht er warten dich, Herr, alle deine Frommen und freun des großen Tages sich, da du wirst wieder kommen. Dann werden wir, o Menschensohn, den Jattias Kirche. den uns verheißnen Gnaden lohn, dein Himmelreich, er erben. Balth. Münter,+1793. Mel. Balet will ich dir geben sc. 163 Bis hierher und nicht weiter! 111 ein, die Kirche ohne gleichen wird wohl bewahret sein. Er wohnet bei ihr drinnen und hütet früh und spät; hell glänzen ihre Zinnen, darauf sein Zeichen steht. Chr. A. Bähr,+ 1846. Noch lebt der starke Held, der sich, ein rechter Streiter, für seine Kirche stellt. Ihr Feinde möget wüten, euch Mel. Wachet auf! ruft uns sc. schon des Sieges freun: 164 Gottes Stadt ſteht gegründet wird behüten, euch auseinander streun. 2. Wir stehn auf festem Grunde, wir haben Jesum Christ, der unserm Glaubensbunde ein Fels undEckstein ist. Wir wandeln in dem Glanze, der von dem Herrn ausgeht, und er ist unsre Schanze, wenn unser Feind aufsteht. 3. Wer will von ihm uns scheiden, der blutend uns erwarb, als er nach schwerem Leiden den Tod am Kreuze starb? Wir bleiben an ihm hangen, in Not und Traurigkeit bunden und gefangen, mit Christenfreudigkeit. ge4. Ungläubge, ihr mögt spotten, erfinden bösen Rat und euch zusammenrotten zu jeder Frevelthat: Er, Christus, ganz alleine, be schüßt, die ihm vertraut, die heilige Gemeine, auf ihn, den Fels, gebaut. 5. Und wenn auch Berge weichen und Hügel sinken auf heilgen Bergen; es verbündet sich wider sie die ganze Welt. Dennoch steht sie und wird stehen; man wird an ihr mit Staunen sehen, wer hier die Hut und Wache hält. Der Hüter Israels ist ihres Heiles Fels. Hallelujah! Lobsingt und sprecht: wohl dem Geschlecht, das in ihr hat das Bürgerrecht. 2. Zions Thore liebt vor allen der Herr mit gnädgem Wohlgefallen, macht ihre Riegel stark und fest, segnet, die darinnen wohnen, weiß überschwenglich dem zut lohnen, der ihn nur thun und walten läßt. Wie groß ist seine Huld, wie trägt er mit Geduld all die Seinen! O Gottes Stadt, du reiche Stadt, die solchen Herrn und König hat! 3. Große, heilge Dinge werden in dir gepredigt, wie auf Erden sonst unter feinem Volk 112 Kirche und Gnadenmittel. Volt man hört. Gottes ein Jubel, wie im Reigen, Wort ist deine Wahrheit, wird einst von dir zum du hast den Geist und hast Himmel steigen! Die Lebensdie Klarheit, die alle Finster: brunnen sind in dir. In dir nis zerstört. Da hört man das Wasser quillt, das alles fort und fort das teuer- Dürsten stillt. Hallelujah! werte Wort ewger Gnade. Von Sünd und Tod, von Wie lieblich tönt, was hier aller Not erlöst nur Einer, versöhnt und dort mit ewgem Zions Gott. Leben krönt. K. J. Ph. Spitta, † 1859. 4. Auch die nichts davon vernommen, die fernsten Völker werden kommen und in die Thore Zions gehn. Denen, die im Finstern saßen, wird auch der Herr noch predgen lassen, was einst für alle Welt geschehn. Wo ist der Gottessohn? Wo ist sein Gnadenthron? wird man fragen. Dann kommt die Zeit, wo weit und breit erscheint der Herr der Herrlichkeit. 5. Darum stellet ein die Klagen! Man wird noch einst zu Zion sagen: wie mehrt sich deiner Bürger Zahl! Voll Erstaunens wird man schauen, wie Gott sein Zion mächtig bauen und herrlich weitern wird einmal. Erhebet Herz und Sinn! Es ist die Nacht schier hin für die Heiden; es kommt ihr Tag, sie werden wach, und Israel folgt ihnen nach. 6. Gottes Stadt, du wirst auf Erden die Mutter aller Völker werden, die ewges Leben fanden hier. Welch Kirchweihe. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 2. 165 Ach, wie heilig ist der Ort! Ach, wie selig ist die Stätte! Hier, hier ist des Himmels Bfort; hier erhöret Gott Gebete; hier erschallt sein teures Wort; o wie heilig ist der Ort! 2. Heil war in des Zöllners Haus, weil er Christum aufgenommen, und hier rufet Jesus aus: selig sind, die zu mir kommen! Deren Herzen nimmt er ein, daß sie seine Tempel sein. 3. O welch Heil ist bis hierher diesem Hause widerfahren! Wenn der Herr nicht bei uns wär, der sich uns will offenbaren, woher hätten wir den Geist, der den Weg zum Himmel weist? 4. O wie lieblich, o wie schön sind des Herren Gottesdienste! Laßt uns froh zu ihnen gehn; hier verlangt man Kirchweihe. man zum Gewinste einen Schatz, der ewig währt, den kein Rost noch Raub verzehrt. 5. Bleibe bei uns, liebster Gast; speis uns gnädig mit dem Worte, daß du uns gegeben hast, Jesu, stets an diesem Orte! Laß die Kirche feste stehn, bis die Welt wird untergehn! v. Schmold,+1737. 113 dich mit allmächtgen Flammen aus; mach himmlisch uns auf Erden. Lehrer, Hörer, Kinder, Bäter, früher, später gehts zum Sterben. Hilf uns Jesu Reich ererben! 4. Dreieinger Gott, Lob, Dank und Preis sei dir von allen gleicherweis für dies dein Haus gesungen! Du hasts geschenkt und auferbaut, dir ists geheiligt und vertraut mit Herzen, Händen, 166 Gott Bater, aller Zungen. Ach, hier sind wir noch in Hütten; Herr, wir bitten: stell uns droben in den Tempel, dich zu loben. A. Knapp, † 1864. Dinge Grund, -gieb deinen Vaternamenkund an diesem heilgen Orte. Wie lieblich ist die Stätte hier! Die Herzen wallen auf zu dir; hier ist des Himmels Pforte. Wohne, throne hier bei Sündern, als bei Kindern, voller Klarheit, heilge uns in deiner Wahrheit! Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern 2c. Herr 2. Sohn Gottes, der Herrlichkeit, dies Gottes: haus ist dir geweiht, o laß dirs wohlgefallen! Hier schalle dein lebendig Wort, dein Segen walte fort und fort in diesen Friedenshallen. Einheit, Reinheit gieb den Herzen; Angst und Schmerzen tilg in Gnaden, heil uns ganz vom Sündenschaden! 3. Gott, heilger Geist, du wertes Licht, wend her dein göttlich Angesicht, daß wir erleuchtet werden. Geuß über uns und dieses Haus Ausbreitung der Kirche. ( Missionslieder.) 167 G wolle Gott uns gnädig sein und seinen Segen geben; sein Antlit uns mit hellem Schein erleucht zum ewgen Leben, daß wir erkennen seine Werk und was ihm lieb auf Erden, und Jesus Christus Heil und Stärk bekannt den Heiden werden und sie zu Gott bekehren. 2. So danken dir und loben dich, o Gott, die Völker alle, und alle Welt die freue sich und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd Kirche und Gnadenmittel. 114 Sünd nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in guten Thaten. Das Land bringt Frucht und bessert sich, dein Wort ist wohl geraten. Uns segne Vater und der Sohn, uns segne Gott der heilge Geist, dem alle Welt die Ehre thu, vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen. sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herzinbrünstig darum anzuflehn; drum hör, o Herr, und sprich: es soll geschehn. 4. So gieb dein Wort doch großen Scharen, die in der Kraft Evangelisten sein; laß eilend Hilf uns widerfahren und brich in Satans Reich und macht hinein. O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! Luther,+ 1546. 5. Ach, daß die Hilf aus Zion käme! O daß dein Geist, so wie dein Wort Mel. Dir, dir, Jehovah zc. 168 Wach auf, du Geist verspricht, dein Volk aus der ersten Zeugen, der Wächter, die auf Zions Mauern stehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen, und die getrost dem Feind entgegengehn, ja, deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Scharen zu dir bringt. dem Gefängnis nähme! O würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach, reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und komm herab zur Hilf und mach uns frei! 2. O daß doch bald dein Fener brennte! O möcht es doch in alle Lande gehn! Gieb zu der Ernte doch die Hände! Gieb Knechte, die in treuer Arbeit stehn! O Herr der Ernte, siehe doch darein: die Ernt ist groß, die Zahl der Knechte klein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitte in den Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten 6. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen! Es sei fein Ort ohn dessen Glanz und Schein. Ach, führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll zu allen Thoren ein! Ja, wecke doch auch Israel bald auf, und also segne deines Wortes Lauf! 7. O besfre Zions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räume bald aus jedem Wege; vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn, und mach uns bald von jedem Mietling Ausbreitung der Kirche( Missionslieder). 115 Mietling frei, daß Kirch schon im ewgen Morgenlicht, und Schul ein Garten und die Frühlingsblumen Gottes sei. blühen: Brüder alle, forget nicht! 3ob. I. Jung, gen. Stilling, † 1817. 8. Laß jede hoh und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geistes sein, ja, size du nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend selber ein, daß trene Lehrer wir sehn, die kräftig vor dem Riß der Kirche stehn. K. H. v. Bogatty, † 1774. Mel. O Durchbrecher aller Bande zc. 169 Vater, beines Geistes Wehen durch die ganze Christenheit läßt uns schon von ferne sehen deines Reiches Herrlichkeit; denn dein Wort wird ausgespendet durch die ganze weite Welt, millionenweis versendet auf das große Ackerfeld. 2. Dieser Samen wird bald blühen allenthalben hoch und hehr; denn Evangelisten ziehen über Inseln, Land und Meer, um die Saaten zu begießen; Geist der Pfingsten, komm herab; laß uns Lebensströme fließen bis zum Grabe tief hinab. 3. Sei gegrüßt, du ewger Morgen! Steige, Sonne, bald empor; weicht nun, all ihr bangen Sorgen, Tagver: fünder, tritt hervor! Seht, der Verge Spißen glühen Mel. Nun komm, der Heiden Heiland 2c. 170 Walte, walte nab gewaltig Wort des Herrn, wo nur seiner Allmacht Ruf Menschen für den Himmel schuf. 2. Wort vom Vater, der die Welt schuf und in den Armen hält und aus seinem Schoß herab seinen Soh:: zum Heil uns gab. 3. Wort von des Erlösers Huld, der der Erde schwere Schuld durch des heilgen Todes That ewig wegge= nommen hat. 4. Kräftig Wort von Gottes Geist, der den Weg zum Himmel weist und durch feine heilge Kraft Wollen und Vollbringen schafft. 5. Wort des Lebens, stark und rein, alle Völker harren dein. Walte fort, bis aus der Nacht alle Welt zum Tag erwacht. 6. Auf, zur Ernt in alle Welt! Weithin wogt das weiße Feld; klein ist noch der Schnitter Zahl, viel der Garben überall. 7. Herr der Ernte, groß und gut, weck zum Werke Lust 116 Lust und Mut; laß die Völker allzumal schauen deines Lichtes Strahl. Jonath. F. Bahnmaier,+ 1841. Kirche und Gnadenmittel. manches Schäffein irrt fern von dir und deiner Herde! Kleine Herde, zage nicht! Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrotes Helle, und der Sohn der Wüste kniet dürstend an 171 umleuchtet Morgenlicht; Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren aufge than; rauscht, verdorrete Gebeine! Macht dem Bundesengel Bahn! Großer Tag des Herrn, erscheine! Jesus ruft: es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herrlichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf; es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. F. A. Krummacher, † 1845. Mel. Lasset uns den Herren preisen 2c. Domm, o Herr, Treuer! Gieb, ach gieb dich allen kund, und entzünd dein heilges Feuer auf dem ganzen Erdenrund. Großes hast du schon begonnen, Großes willst du ferner thun; deine Liebe kann nicht ruhn, bis die ganze Welt gewonnen, bis ein jedes Herz besiegt, Herr, zu deinen Füßen liegt. K. A. Döring, † 1844. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 2. 172 Gine Herde und ein Hirt! Wie wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird! Freue dich, du kleine Herde, mach dich auf und Mel. Valet will ich dir geben zc. werde Licht; Jeſus hält, 173 Der du in Todeswas er verspricht. erkämpft das Heil der Welt und dich als den Gerechten zum Bürgen dargestellt, der du den Feind bezwungen, den Himmel aufgethan, dir stimmen unsre Zungen ein Hallelujah an! 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden; blinde Pilger flehu um Licht: Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, du treuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde! Ach, wie 2. Jm Himmel und auf Erden ist alle Macht nun dein, Ausbreitung der Kirche( Missionslieder). 117 dein, bis alle Völker werden weg die alte Nacht. Zeuch zu deinen Füßen sein, bis die von Süd und Norden, bis die von Ost und West sind deine Gäste worden bei deinem Hochzeitsfest. in deinen Wunderschein bald die ganze Welt hinein. 3. Noch werden sie geladen, noch gehn die Boten aus, um mit dem Ruf der Gnaden zu füllen dir dein Haus. Es ist kein Preis zu teuer, es ist kein Weg zu schwer, zu streun dein Lebensfeuer ins weite Völkermeer. 4. So ziehen deine Flammen wie Sonnen um die Welt; Getrenntes fließt zu sammen, das Dunkle wird erhellt, und wo dein Name schallet, du König Jesu Chist, ein selig Häuflein wallet dahin, wo Frieden ist 5. O sammle deine Herden dir aus der Völker Zahl, daß viele selig werden und ziehn zum Abendmahl! Schlenß auf die hohen Pforten! Es strömt dein Volk heran. Wo's noch nicht Tag geworden, da zünd ein Feuer an! E. G. Barth,+ 1862. Mel. Gott des Himmels zc. 174 Licht, das in die Welt gekommen, Sonne voller Glanz und Pracht, Morgenstern, aus Gott entglommen, treib hin2. Gieb dem Wort, das von dir zeuget, einen recht gepriesnen Lauf, daß noch manches Knic sich beuget, sich noch manches Herz thut auf, eh die Zeit erfüllet ist, wo du richtest, Jesu Christ. 3. Heile die zerbrochnen Herzen, baue dir Jerusalem und verbinde unsre Schmerzen; denn so ist dirs angenehm. Herr, thu auf des Wortes Thür, rufe allen: kommt zu mir! 4. Es sei keine Sprach noch Rede, da man nicht die Stimme hört, und kein Land so fern und öde, wo nicht dein Gesetz sie lehrt. Laß den hellen Freudenschall siegreich ausgehn überall! 5. Geh, du Bräutgam aus der Kammer, laufe deinen Heldenpfad; strahle Tröstung in den Jammer, der die Welt umdunkelt hat. erleuchte, ewges Wort, Oft und West und Süd und Nord! 6. Komm, erquick auch unsre Seelen; mach die Augen hell und klar, daß wir dich zum Lohn erwählen; vor den Stolzen uns bewahr; ja, laß deinen Himmelsschein unfres Fußes Leuchte sein! N. Etier, 1862. 118 Kirche und Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme zc. Gnadenmittel. da währt die Freud heut, gestern und in Ewigkeit. 175 Giner ists, an dem wir hangen, der für uns in den Tod gegangen und uns erkauft mit seinem Blut. Unsre Leiber, unsre Herzen gehören dir, o Mann der Schmerzen; in deiner Liebe ruht sichs gut. Nimm uns zum Eigentum, bereite dir zum Ruhm deine Kinder! Verbirg uns nicht das Gnadenlicht von deinem heilgen Angesicht! 2. Nicht wir haben dich erwählet; du selbst hast unsre Zahl gezählet nach deinem ewgen Gnadenrat. Unsre Kraft ist schwach und nichtig, und keiner ist zum Werke tüchtig, der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn; denn Demut ist Gewinn für den Himmel. Wer in sich schwach, folgt, Herr, dir nach und trägt mit Ehren deine Schmach. 3. O Herr Jesu, Ehrenfönig! Die Ernt ist groß, der Schnitter wenig, drum sende treue Zeugen aus; send auch uns hinaus in Gnaden, viel frohe Gäste einzuladen zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl beruft zum Abendmahl im Reich ( Bottes. Da ruht der Streit, 4. Schau auf deine Millionen, die noch im Todesschatten wohnen, von deinem Himmelreiche fern! Seit Jahrtausenden ist ihnen kein Evangelium erschienen, fein gnadenreicher Morgenstern. Glanz der Gerechtigkeit, geh auf, denn es ist Zeit! Komm, Herr Jesu, zeuch uns voran, und mach uns Bahn; gieb deine Thüren aufgethan! 5. Deine Liebe, deine Wunden, die uns ein ewges Heil erfunden, dein treues Herz, das für uns fleht, wollen wir den Seelen preisen und auf dein Kreuz so lange weisen, bis es durch ihre Herzen geht. Denn kräftig ist dein Wort; es richtet und durchbohrt Geist und Seele; dein Joch ist süß, dein Geist gewiß, und offen steht dein Paradies. 6. Heiland, deine größten Dinge beginnest du still und geringe; was sind wir Armen, Herr, vor dir? Aber du wirst für uns streiten und uns mit deinen Augen leiten; auf deine Kraft vertrauen wir. Dein Senfkorn, arm und klein, wächst endlich ohne Schein doch zum Baume, weil du, Herr Christ, sein Hüter bist, dem es von Gott vertrauet iſt. N. Knapp,+ 1864. Ausbreitung der Kirche( Missionslieder). 119 Mel. Valet will ich dir geben zc. schild, am Brunnquell sie 176 De er du zum Heil zu laben, der dir vom Herzen Derschienen der guilt. lich allerärmsten Welt und von den Cherubinen zu Sündern dich gesellt, den sie mit frechem Stolze verhöhnt für seine Huld, als du am Marterholze versöhntest ihre Schuld: 6. So sprich dein göttWerde!" Laß deinen Odem wehn, daß auf der finstern Erde die Toten auferstehn, daß, wo man Greueln fröhnet und vor den Gößen kniet, ein willig Volk versöhnet zu deinem Tempel zieht. 2. Damit wir Kinder würden, gingst du vom Vater aus, nahmst auf dich unsre Bürden und bautest uns ein Haus. Von Westen und von Süden, von Morgen ohne Zahl sind Gäste nun beschieden zu deinem Abendmahl. 7. Wir rufen, du willst hören; wir fassen, was du sprichst. Dein Wort muß sich bewähren, womit du Fesseln brichst. Wie viele sind zerbrochen! Wie viele sinds noch nicht! O du, ders uns versprochen, werd aller Heiden Licht! A. Knapp, 1864. 3. Im schönen Hochzeitsfleide, von allen Flecken rein, führst du zu deiner Freude die Völkerscharen ein, und welchen nichts verkündigt, kein Heil verheißen war, die bringen nun entfündigt dir Preis und Ehre dar. 4. Drum kann nicht Ruhe werden, bis deine Liebe siegt, bis dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt, bis du im neuen Leben die aus: geföhnte Welt dem, der sie dir gegeben, vors Angesicht geſtellt. 5. Und siehe, tausend Fürsten mit Völkern ohne Licht stehn in der Nacht und dürsten nach deinem Angesicht. Auch sie hast du gegraben in deinen PriesterGnadenmittel. Wort Gottes. mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. 177 Rede, liebſter Jeſu, denn dein Kind giebt acht darauf. Stärke mich, denn ich bin blöde, daß ich meines Lebens Lauf dir zu Ehren sebze fort. Ach, laß stets dein heilig Wort in mein Herze sein verschlossen, dir zu folgen unverdrossen. Kirche und Gnadenmittel. 120 2. Ach, wer wollte dich nicht hören, dich, du liebſter 178 T Gottes Munde, Mel. Gott des Himmels 1e. eures Menschenfreund! Sind doch deine Wort und Lehren alle herzlich wohlgemeint. Sie vertreiben alles Leid; aller Freuden Süßigkeit muß vor deinen Worten weichen, nichts ist ihnen zu vergleichen. 3. Deine Worte sind mein Stecken, dessen ich mich trösten kann, will der Feind zurück mich schrecken von der schmalen Lebensbahn; ja, fie führen ohne Qual mich selbst durch des Todes Thal, schirmen mich auf allen Wegen, machen auch das Kreuz zum Segen. 4. Jesu, dein Wort soll mich laben, deine trosterfüllte Lehr will ich in mein Herze graben; ach, nimm sie doch nimmermehr von mir weg in dieser Zeit, bis ich in der Ewigkeit werde kommen zu den Ehren, dich, o Jesu, selbst zu hören. 5. Unterdes vernimm mein Flehen, liebster Jesu, höre mich! Laß bei dir mich feste stehen, so will ich dich ewiglich preisen mit Herz, Sinn und Mund; ich will dir zu jeder Stund Ehr und Dank in Demut bringen und dein hohes Lob besingen. Anna Sophie, Landgräfin von Hessen- Darmstadt, † 1683. das mir lauter Segen trägt, dich allein hab ich zum Grunde meiner Seligkeit gelegt. In dir treff ich alles an, was zu Gott mich führen kann. 2. Will ich einen Vorschmack haben von des Himmels Seligkeit, so kannst du mich herrlich laben, weil bei dir ein Tisch bereit, der mir lauter Manna schenkt und mit Lebenswasser tränkt. 3. Geist der Gnaden, der im Worte mich an Gottes Herze legt, öffne mir des Himmels Pforte, daß mein Geist hier recht erwägt, was für Schäße Gottes Hand durch sein Wort ihm zugesandt. 4. Gieb dem Samen einen Acker, der die Frucht nicht schuldig bleibt; mache mir die Augen wacker und, was hier dein Finger schreibt, präge meinem Herzen ein, laß den Zweifel ferne sein. 5. Was ich lese, laß mich merken; was du sagest, laß mich thun; wird dein Wort den Glauben stärken, laß es nicht dabei beruhn, sondern gieb, daß auch dabei ihm das Leben ähnlich sei. 6. Hilf, daß alle meine Wege nur nach dieser Richschnur gehn; was ich hier junt Wort Gottes. zum Grunde lege, müsse wie ein Felsen stehn, daß mein Geist auch Rat und That in den größten Nöten hat. 7. Laß dein Wort mir einen Spiegel, Jesu, deines Vorbilds sein; drück darauf dein Gnadensiegel, schließ den Schatz im Herzen ein, daß ich fest im Glauben fieh, bis ich dort zum Schauen geh. B. Echmold, † 1737. Mel O Durchbrecher aller Bande zc. 179 err, dein Wort, diesen Echaß erhalte mir; denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhu? Mir ists nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu thun. 2. Hallelujah, Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, daß ich mög in deinem Namen fest bei deinem Worte stehn! Laß mich eifrig sein beslissen, dir zu dienen früh und spat und zugleich zu deinen Füßen sißen, wie Maria that. N. L. Graf v. Zinzendorf.+ 1760. 121 mel. Schmücke dich, o liebe Scele zc. 180 Predere, die ich mit Erstaunen höre, großer Arzt der Menschenkinder, du Evangelist der Sünder und Prophet des neuen Bundes, laß die Worte deines Mundes, deine Stimme an die Herden mir zu Geist und Leben werden! 2. Herr, dein Wort ist wie ein Hammer, schlägt und zeigt den Seelenjammer; es erquickt mich wie der Regen, leuchtet mir auf allen Wegen, stärket meines Geistes Kräfte, giebt mir neue Lebenssäfte, ist ein Stab für matte Glieder und ein 3. Diesem Worte will ich trauen und darauf beständig schauen; sonst ist doch kein Licht vorhanden, fremde Lehre macht zu schanden; aber dein Gesetz und Gnade leiten mich auf rechtem Pfade. Herr, mein Glauben und mein Lieben hat den Grund: es steht geschrieben. 4. Lehre mich dein Wort betrachten, mit Begierde darauf achten; lehre michs im Geist verstehen, laß es mir zu Herzen gehen; mache, daß ichs fröhlich glaube, und kein Zweifel mir es raube, daß ichs mit Gehors sam ehre und sonst keine Etimme höre. 6 Kirche und Gnadenmittel. 122 5. Was die Welt bekennt und lehret, was mein Herz erdenkt und ehret, was der böse Geist erdichtet, wird von Gottes Wort gerichtet. Weg mit euch, ihr falschen Geister! Mir ist gnug an einem Meister. Wißt, daß euch der Fluch verzehret, wenn ihr selbst auch Engel wäret. 6. Selig, selig sind die Seelen, die sich sonst kein Licht erwählen, als allein das Wort des Lebens! Diese glauben nicht vergebens, weil fie Gottes Rat ergründen und sein Herz im Worte finden. O ein unschätzbares Wissen! Andre Weisheit kann ich missen. 7. Licht und Kraft und Mut und Freude, wahrer Trost im tiefsten Leide, Schutz vor allerlei Gefahren und ein ewiges Bewahren: das sind dieses Wortes Früchte. Alles andre wird zu nichte; alles andre muß vergehen; Gottes Wort bleibt ewig stehen. C. G. Woltersdorf,+ 1761. Mel. Ach Gott und Herr ze. 181 Bott ott ist mein Hort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen; ich wandle hier, mein Gott, vor dir in Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, o Herr mein Gott, mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verständ ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Wert, Unsterblichkeit und Leben; zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 5. Den ewgen Rat, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den fennt ich nicht, wär dies mein Licht nicht durch dein Wort er schienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh vermag ichs nie; dein Wort giebt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort; denn du hast es gegeben. Es sei mein Teil, es sei mein Heil und Kraft zum ewgen Leben. Chr. F. Gellert, † 1769 Wort Gottes. Mel. Was Gott thut, das ist zc. Wort in allen Lebenszeiten 182 Dein Wort, o Herr, uns trösten, warnen, leiten. 6. von ist milder Tau für trostbedürftge Seelen; laß keinem Pflänzchen deiner An den Himmelsbalsam fehlen. Erquickt durch ihn laß jedes blühn und in der Zukunft Tagen dir Frucht und Samen tragen. 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, ein Bliß, der Felsen splittert, ein Feuer, das im Herzen Mel. Herr Jesu Christ, dich zc. zehrt und Mark und Bein 183 Nun geh uns auf, MorgenWort noch fort und fort der Sünde Macht zerscheitern und alle Herzen läutern! thi 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern für unsre Pilgerreise; es führt die Thoren hin zum Herrn und macht die Einfalt weise. Dein Him melslicht verlösch uns nicht und leucht in jede Seele, daß keine dich) verfehle. 123 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht; da ward das Wort der Gnade mein Labsal, meine Zuversicht, die Fackel meiner Pfade. Sie zeigte mir den Weg zu dir und leuchtet meinen Schritten bis zu den ewgen Hütten. 5. Auf immer gilt dein Eegensbund; dein Wort ist Ja und Amen; nie weich es uns aus Herz und Mund, zu preisen deinen Namen. Laß immerfort dein helles zu Ort den Durst nach deinen Lehren, den Hunger aus, dein Lebenswort und deinen Geist zu hören, und send ein Heer von Meer zu Meer, der Herzen Durst zu stillen und dir dein Reich zu füllen. C. B. Garve, † 1841. stern, du seligmachend Wort des Herrn, du Pfand des Heils, das uns im Sohn der Vater gab von seinem Thron. 2. Bereitet ist für dich die Bahn, die Herzen sind dir aufgethan; wir sehnen uns nach deinem Licht und senf zen auf: versäum uns nicht! 3. Du Wort der Wahrheit, lautrer Quell, mach unsre dunklen Augen hell, daß wir die Wege Gottes sehn, nicht in der Wahrheit irre gehn. 4. Du Wort der Buße, füll das Herz uns an mit tiefem Reueschmerz, daß unser Flehn und Seufzen ſei: Gott steh uns armen Sündern bei! 5. Du Wort der Gnade, tröstend Wort, o bring uns Botschaft fort und fort von 124 Kirche und von ihm, der für uns litt und starb und uns Gerechtigkeit erwarb. 6. Du Wort des Glaubens, gieb uns Kraft, daß wir, der Eitelkeit entrafft, im gnädig dargebotnen Heil ergreifen unser ewges Teil. 7. So geh uns auf, du Gottesglanz, durchdring uns und verklär uns ganz, du Wort, das noch in Kraft besteht, wenn Erd und Himmel untergeht. Julius Sturm, geb. 1816. Gnadenmittel. deinem Glanz herfür und erzeige dein Erbarmen, daß dein Kind es hier auf Erden und im Himmel möge wers den. Die Sakramente. Die heilige Taufe. Mel. Liebster Icfu, wir sind ze. 184 Liebster Jesu, wir sind hier, deinem Mel. Liebster Jesu, wir sind se. Worte nachzuleben; dieses 185 Nun Gottlob, es Kindlein kommt zu dir, weil du den Befehl gegeben, daß man sie zu dir hinführe; denn das Himmelreich ist ihre. 2. Ja, es schallet aller meist dieses Wort zu unsern Ohren: wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neugeboren, wird von dir nicht aufgenommen und in Gottes Reich nicht kom4. Hirte, nimm dein Schäf lein an, Haupt, mach es zu deinem Gliede, Himmelsweg, zeig ihm die Bahn, Friede fürst, sei du sein Friede, Weinstock, hilf, daß diese Rebe auch im Glauben dich umgebe! 5. Nun, wir legen an dein Herz, was von Herzen ist gegangen; führ dieSeufzer himmelwärts und erfülle das Verlangen; ja, den Namen, den wir geben, schreib ins Lebensbuch zum Leben! B. Schmold,+ 1737. men. 3. Darum eilen wir zu dir, nimm das Pfand von unsern Armen, tritt mit ist vollbracht und der Bund mit Gott geschlossen; was uns rein und selig macht, ist auf diefes Kind geflossen; Jesus hat es eingesegnet und mit Himmelstan beregnet. 2. O du dreimal selig Kind, vom Dreieinigen ge liebet, dem der Vater sich verbindt, dem der Sohn das Leben giebet, dem der Geist ist eingeflossen und der Himmel aufgeschlossen! 3. Nun so denk an diesen Bund, weil du einen Odem hegeſt, Die heil. Taufe. 125 hegest, daß auf einen festen Mel. Schmücke dich, o liebe Seele sc. 187 du reicher Herr Grund du stets deinen Glanz ben legeft. Wer sich läßt auf Jesum taufen, muß in Jesu Wegen laufen. 4. Werde fromm und wachse groß, werde deiner Eltern Freude, und dein jetzt erlangtes Los tröste dich in allem Leide; deine Taufe sei die Thüre, welche dich zum Himmel führe. B. Schmold, † 1737. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten zc. 186 Barmherziger, laß deiner Gnade jetzt dieses Kind empfohlen sein, das wir im heilgen Wasserbade nach deines Sohns Befehl dir weihn; erfülle, was dein Wort ver: heißt, an ihm, Gott Vater, Sohn und Geist! 2. Regiere nun das ganze Leben auch dieses Kindes, treuer Gott! Dir sei und bleib es stets ergeben; sei du mit ihm in Glück und Not; ach, führ es selbst auf rechter Bahn, nimm es zuletzt in Ehren an! 3. Laß uns die Wohlthat recht ermessen, die uns die Taufe zugewandt, und nie, o Herr, den Bund vergessen, der uns so fest mit dir verband; uns alle stärk zu neuer Tren, daß über uns dein Friede sei! mit welch herzlichem Erbarmen bist du uns zuvorgekommen, hast dich unser angenommen! Wie kamst du mit allem Segen uns erbarmungsvoll entgegen schon an deines Reiches Pforte durch das Wasserbad im Worte! 2. Sind wir selbst doch unaussprechlich kraftlos, hilflos und gebrechlich, ja, als Fleisch vom Fleisch geboren, sündlich, sterblich und verloren; aber reinigend und heilend, Geist und Leben uns erteilend, schenkest du uns reiche Gnade in der Taufe heilgem Bade. 3. Und wir glauben deinem Worte. Darum bringen wir zur Pforte deines teuren Gnadenreiches dieses Kind; thu an ihm gleiches! Die Verheißung, die zum Leben deinem Volke du gegeben, geht nach deiner Huld nicht minder über deines Volkes Kinder. 4. Sei auch diesem Kinde gnädig, mach es aller Sünde ledig; schenke ihm die reine Seide der Gerechtigkeit zum Kleide; salbe es mit deinem Geiste und ihm alle Hilfe leiste, daß der Segen deiner Hände auf ihm bleibe bis ans Ende! A. 3. Ph. Spitta,+ 1859. AAAA 126 Kirche und Gnadenmittel. Konfirmation. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten 2c. 188h gch bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! Und so ist alles Ja und Amen, was mir dein teures Wort ver: heißt; ich bin in Christum eingesenkt, ich bin mit seis nem Geist beschenkt. und nimm Besitz von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen thut. 6. Laß diesen Vorsatz nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! Halt mich in deines Bundes Schranken, bis mich dein Wille sterben heißt; so leb ich dir, so sterb ich dir, so lob ich dich dort für und für. 3. 3. Rambach, † 1735. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lie: ber Vater, mich erklärt; du hast die Frucht von deinem Sterben, mein treuer HeiMet. Den die Hirten lobten sehre zc. land, mir gewährt; du willst 189 Volk des Herrn, und o guter Geist, mein Tröster sein. bring schlechte nach dem alten Licht und Rechte her zum König aller Knechte, sprich: ,, Herr, hie ist dein Geschöpf!" 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt; ich hab, o Herr, aus reinem Triebe dein Eigentum zu sein ge: wagt; hingegen sagt ich bis ins Grab der Sünde schnö: den Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn; wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn; nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall gethan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin; erwecke mich zu neuer Treue, ( Gesang der Gemeinde vor der Konfirmation.) 2. Dämpfe Fleisch und Blut in ihnen, laß sie nicht der Sünde dienen! Ziehe sie durch dein Verfühnen, eh sie sterben, an dein Herz! 3. Kommt, ihr Kinder, die wir haben als viel teure Gottesgaben, nehmt vom Schatz, dran wir uns laben, den euch zugedachten Teil! 4. Einen Teil am Liebes: bande mit dem ewgen Vaterlande, aber auch am Kreuzesstande und am Weltverleugnungssinn. 5. Wollet ihr euch binden lassen? Jesu Kreuz mit Freu: den Konfirmation. 127. den fassen und die falsche sie hinauf auf Jesum schn, Ruhe haffen? liebes Kindervolf? Willst du, die Welt mit ihrer Lust verschmähn, beharren bis ans Ende! 5. Den wichtgen Lohn der Ewigkeit, die Herrlichkeit dort oben, zeig ihnen, die auf alle Zeit jetzt Treue dir geloben! Der Blick müß ihnen Kraft verleihn! Herr, segne sie, denn sie sind 190 Die hier vor deinem dein; erhalt ste in der Mel. Es ist das Heil uns 2c. 6. v. Hippel, † 1796. ( Gesang der Konfirmanden vor der Einsegnung.) 6. Ach, die ewig treue Liebe schenk euch ihre selgen Triebe, daß ein jedes Glauben übe, bis ihr seht, was ihr geglaubt! Graf 2. v. Zinzendorf,+ 1760. find Jesu Christi Glieder. Blick, wenn vereint wir für sie flehn. erbarmend auf sie nieder! Gieb ihnen, Vater, Sohn und Geist, das Gute, das dein Wort verheißt, int Leben und im Sterben! Mel. Seelenbräutigam 2c. 2. Sie kennen, Bater, 191 Von des Himmels deinen Sohn und dessen heilge Lehren. Ist Freude, Gott, vor deinem Thron, wenn Sünder sich bekehren, wie groß ist unsre Freude nun, da diese das Gelübde thun, dir treulich anzuhangen. Thron sende, Gottes Sohn, deinen Geist, den Geist der Stärke! Gieb uns Kraft zum heilgen Werke, dir uns ganz zu weihn, ewig dein zu sein. 3. O laß sie nimmer zum Gericht sich dem Altare nahen! Laß sie in Glaubenszuversicht das Bundesmahl empfahen! Dies stärke sie in aller Not; dies rize sie, des Heilands Tod zu preisen durch ihr Leben. 4. Lacht ihnen bei dem Christenlauf der Reiz der Welt entgegen, hilf ihrem schwachen Glauben auf, wenn dann sich Lüste regen! Laß - 2. Mach uns selbst bereit, gieb uns Freudigkeit, unsern Glauben zu bekennen und dich unsern Herrn zu nennen, dessen teures Blut floß auch uns zu gut. 3. Richte Herz und Sinn zu dem Himmel hin, wenn wir unsern Bund erneuern und gerührt vor dir beteuern, deine Bahn zu gehn, Weltlust zu verschmähn. 4. Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, wollest du auf unsre Bitten uns mit 128 Kirche und Gnadenmittel. mit Gnade überschütten! Sollt ich ihm nicht Treuc Licht und Kraft und Ruh schwören, Treue bis in Tod ströme dann uns zu. und Grab? 5. Gieb auch, daß dein Geist, wie dein Wort verheißt, unauflöslich uns vereine mit der gläubigen Gemeine, bis wir dort dich sehn und dein Lob erhöhn. 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich, so in Freude, wie in Leid; bei dir bleib ich, dir verschreib ich mich für Zeit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich ge wärtig, auch des Rufs aus dieser Welt; denn der ist zum Sterben fertig, der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nur auf dieser Erden nahe, bis mein Tag sich neigt! Wenn es einst will Abend werden und die Nacht hernieder steigt, wenn mein Aug, wird dunkler, trüber, dann erleuchte meinen Geist, daß ich fröhlich zieh hinüber, wie man nach der Heimat reist. DI K. J. Ph. Spitta, † 1859. S. Marot,+ 1865. ( Gesang der Konfirmanden nach der Einsegnung.) Mel. O du Liebe meiner Liebe zc. 192 Bei ei dir, Jesu, will ich bleiben, stets in deinem Dienste stehn; nichts soll mich von dir vertreiben, deine Wege will ich gehn. Du bist meines Lebens Leben, meiner Ecele Trieb und Kraft, wie der Weinstock seinen Reben zuströmt Kraft und Lebensfaft. 2. Könnt ichs irgend besser haben, als bei dir, allezeit viel Gnadengaben für mich Ar: men hat bereit? Könnt ich je getroster werden, als bei dir, Herr Jesu Christ, dem im Himmel und auf Erden alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, der, was Jesus that, mir thut, mich erkauft von Tod und Sünden mit dem eignen, teuren Blut? Sollt ich dem nicht angehören, der sein Leben für mich gab? Mel. Mein Glaub ist meines Lebens Ruh zc. 130 193 ch bin und du in mir! Nichts soll mich, ewge Liebe, dir in dieser Welt entreißen! Auf Erden, wo nur Sünde. sind, nennst du mich freundlich schon dein Kind, o laß michs ewig heißen und tren mit Wandel, Herz und Mund bewahren deinen Friedensbund! 2. Ich bin in dir und du in mir; dreieiniger Gott, du Konfirmation.in 129 bu haft zu dir mich frühe hält, wir, dein Volt und schon berufen. dem Kindlein, war bereit, ergreif ich heut voll Jnnig: keit an des Altares Stufen und sag: o Liebe, du bist mein, ich will dein Kind auf ewig sein! Was mir, Eigentum, wollen deines Namens Ruhm mit verdientem Lob erheben und dir Preis und Ehre geben. 3. Ich bin in dir und du in mir; noch wohn ich völlig nicht bei dir, weil ich auf Erden walle; drum führ mich, Jesu, treuer Hirt, daß mich, was locket, schreckt und irrt, nicht bringe je zu Falle! O daß, was ich dir heut versprach, mir gehe tief und ewig nach! 4. Ich bin in dir und du in mir; fomm, Herr, mir deine Tugendzier früh zeitig anzulegen, daß mir des Lebens Glück und Not, ja selbst der letzte Feind, der Tod, nur kommen mög im Segen! Mit dir will ich durchs Leben gehn, dir leiden, sterben, auferstehn! A. Knapp,+ 1864. ( Gesang der Gemeinde nach der Konfirmation.) 2. Herr, wir danken dir einmütig, daß du dir ein Volk erwählt und auch uns Verlorne gütig deiner Kirche zugezählt; wir sind Christen, wir sind dein, laß uns, was wir heißen, sein und aufrichtig darnach streben, wie wir dir zu Dienste leben. 3. Dir sei Dank für deine Gaben, so du in die Kinder legst, die den Bund beſtätigt haben, die du in den Armen trägst. Herr, laß ihnen ewig nicht, was ihr Mund allhier verspricht, was sie heut sich vorgenommen, aus dem Sinn und Herzen kommen. 4. Gieb, daß sie durch deinen Segen, dir, o Heiland, treu gesinnt, beffre Christen werden mögen, als wir leider alle sind. Durch sie sei dein Reich vermehrt, durch sie werdest du geehrt, bis wir all in Zions Höhen einst dein Jubelfest begehen. Das heilige Abendmahl. Mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. ( Vor und während der Feier.) 194 Großer König unsrer Erden, Jeſu, dem die ganze Welt 195 Christe, du Lamm ewiglich muß dienstbar werden, dessen Hand das Scepter Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! Kirche und Gnadenmittel. 130 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, gieb uns deinen Frieden! Amen. Alte Kirche. 196 Schmücke dich, o liebe Seele, laß die dunkle Sündenhöhle, komm ans helle Licht gegangen, fange herrlich an zu prangen; denn der Herr voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Gaste laden; der den Himmel kann verwalten, will jetzt Herberg in dir halten. 4. Jesu, meine Lebenssonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Licht der Sinnen, hier fall ich zu deinen Fü ßen! Laß mich würdiglich genießen dieser deiner Himmelsspeise, mir zum Heil und dir zum Preise. mu 5. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel hergetrieben, daß du willig hast dein Leben in den Tod für uns gegeben und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, das uns jetzt kann kräftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. 6. Jesu, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens, oder mir wohl gar zum Schaden ſei zu deinem Tisch geladen; laß mich durch dies Seelen essen deine Liebe recht er messen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mög dein Gast im Himmel werden! Joh. Frand, † 1677. 2. Dürstend nach dem Himmelssegen eile deinem Herrn entgegen, der mit süßen Gnadenworten klopft an deines Herzens Pforten; eile, sie ihm aufzuschließen, wirf dich hin zu seinen Füßen; sprich: o Herr, laß dich umfassen, von dir will ich nimmer lassen! na ich oft mit Ehränen 197 u höchstes Gut, err Jesu Christ, zu 3. Ach, wie hungert mein Gemüte, nach deiner ach, wie pfleg mich nach deinem Mahl sehnen; ach, wie pfleget mich zu dürsten nach dem Trank des Lebensfürsten, daß mit diesem Brot und Weine sich mein Heiland mir vereine. du Brunnquell aller Gnaden! Wir kommen, deinen Leib und Blut, wie du uns haft geladen, zum Breise deiner Herrlichkeit und unsrer Seelen Menschenfreund, Mel. Es ist gewißlich an der Zeit zc. Das heil. Abendmahl. Seelen Seligkeit zu essen und zu trinken. 2. O Jesu, mach uns selbst bereit zu diesem hohen Werke! Schent uns dein schönes Ehrenkleid durch deines Geistes Stärke; hilf, daß wir würdge Gäste sein und wer den dir gepflanzet ein zum ewgen Himmelswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir auch bis ans Ende bleiben; laß Sünd und Not uns für und für von dir nicht wieder treiben, bis wir durch deines Nachtmahls Kraft in deines Himmels Bürgerschaft dort ewig selig werden. Vor 1698. 131 3. Kann der Herr dem Knechte schenken auch sein eigen Fleisch und Blut: ach, so hilf mir recht bedenken, was hier deine Liebe thut, und verleihe, daß ich nicht eß und trinke zum Gericht, was du, Jesu, für mein Leben zur Erlösung hast gegeben. 4. Wirke heilige Gedanken in der Seel, die dir gehört; halte meinen Sinn in Schranken, wenn mich Furcht und Zweifel stört. Fühl ich meiner Sünden Not, so erfülle mich dies Brot, dieser Kelch mit neuem Mute; dein Blut floß auch mir zu gute. 5. Sind wir doch aus dir geboren, nähr uns auch durch deine Kraft, und weil alles da verloren, wo nicht Jesus Hilfe schafft: ach, so laß dein Brot und Wein meines Herzens Labsal sein, daß die Wirkung dieser Speise künftig in der That sich weise. 6. Laß mich deine Liebe schmecken und die Güter jener Welt; oder wenn auch Fürcht und Schrecken mich zuweilen überfällt, so verschaffe mir dein Blut einen rechten Freu denmut, daß ich meinen Trost im Glauben mir durch niemand lasse rauben. 7. Hilf mir recht ins Herze fassen deinen herben, bittern Tod; lasse mich auch niemand hassen, der mit mir genießt dein Brot; nimm 6* mich Mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. 198 err, du haft für alle Sünder einen reichen Tisch gedeckt, wo das Brot der armen Kinder nach des Vaters Liebe schmeckt. Heute nun bin ich dein Gast, wie du mir befohlen hast; aber hilf auch, daß mein Herze deine Wohlthat nicht verscherze. 2. Räume mir aus dem Gemüte alles Arge völlig aus, daß auch meines Her zens Hütte werde dein geweihtes Haus. Denn ich hoffe nur auf dich, liebster Jesu, liebe mich und laß deinen Tisch auf Erden mir des Himmels Vorschmack werden. Kirche und Gnadenmittel. 132 mich ganz vollkommen ein, bis ich werde bei dir sein und die Fülle deiner Gaben, meinen Gott und alles haben. A. Neumann, † 1715. Mel. Erquide mich, du Heil der Sünder c. 199 Mein Jesu, der du vor dem Echeiden in deiner letzten Trauernacht uns hast die Früchte deiner Leiden in einem Testament vermacht: es preisen gläubige Gemüter dich, Etifter dieser hohen Güter! 2. So oft wir dieses Mahl genießen, wird dein Gedächtnis bei uns neu; man kann aus frischen Proben schließen, wie brünstig deine Liebe sei. Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen erneuern sich in unsern Herzen. 3. Es wird dem zitternden Gewissen ein neues Sie gel aufgedrückt, daß unser Schuldbrief sei zerrissen, daß unsre Handschrift seizerstückt, daß wir Vergebung unsrer Sünden in deinen blutgen Wunden finden. 4. Und fester, als es je gewesen, wird nun das Band, das uns vereint; von allem Seelenschmerz genesen schaun wir in dir den liebsten Freund; wir fühlen uns in solchen Stunden mit dir zu einem Geist verbunden. 5. Dies Brot kann wahre Nahrung geben, und dieser Kelch erquickt den Geist; es mehrt sich unser innres Leben, wenn unser Glaube dich geneußt; wir fühlen neue Kraft und Stärke in unserm Kampf und Glaubenswerke. 6. Wir treten in genaure Bande mit deines Leibes Gliedern ein; wir müssen all in solchem Stande ein Herz und eine Seele sein; der Geist muß mehr zuſammenfließen, da wir ein Fleisch und Blut genießen. 7. Dein Leib muß uns zum Pfande dienen, daß unser Fleisch, jetzt schwachheitsvoll, einst herrlich aus dem Staube grünen und unverz weslich werden soll; ja, daß du uns ein ewig Leben nach diesem kurzen werdest geben. 8. O teures Lamm, so edle Gaben hast du in dieses Mahl gelegt! Da wir dich selbst zur Speise haben, wie wohl ist unser Geist gepflegt! Dies Mahl ist unter allen Leiden ein wahrer Vorschmack jener Freuden. 9. Dir sei Lob, Ehr und Preis gesungen! Ein solcher hoher Liebesschein verdient, daß aller Engel Zungen zu dessen Ruhm geschäftig sein. Wird unser Geist zu dir erhoben, so wird er dich vollkommen loben. 3. 3. Rambach, † 1735. Das heil. Abendmahl. 133 Herrlichkeit an mir Gefallen hätte! D wäre doch mein 200 und fort aus Herz der Ort, an welchem Gnaden Wohnung machte! 6. Mein Jesu, komm und heile mich, was sündlich ist, vertreibe, damit ich nun und ewiglich dein Tempel sei und bleibe. Von dir sei ganz mein Herz erfüllt; Herr, laß dein heilig Ebenbild beständig in mir lenchten! Mel. Herr, wie du willst, so schids: c. nie heilig ist die wo ich voll Andacht stehe! Sie ist des Himmels Pforte mir, die nun ich offen sehe. O Lebensthor, o Tisch des Herrn! Vom Himmel bin ich nicht mehr fern und fühle Gottes Nähe. 2. Wie heilig ist dies Lebensbrot, dies teure Gnadenzeichen, vor dem des Herzens Angst und Not und alle Qualen weichen. O Brot, das meine Seele nährt, o Manna, das mir Gott beschert, dich will ich jetzt genießen. 7. Nun, du hast himmlisch mich erquickt, du hast dich mir gegeben; in dir, der mich so hoch beglückt, will ich nun stündlich leben. Laß mich, mein Heiland, allezeit von nun an bis in Ewigkeit mit dir vereinigt bleiben! B. Löscher, † 1749. 3. Wie heilig ist doch dieser Trank, der mein Verlangen stillet, der mein Gemüt mit Lob und Dank und heilger Freud erfüllet! O Lebenstrant, o heilges Blut, das 201 Kom einst geflossen mir zu gut, dich will ich jetzt empfangen! 4. Welch unaussprechlich Glück ist mein, welch Heil hab ich gefunden! Mein Jesus kehret bei mir ein; mit ihm werd ich verbunden. Wie ist mein Herz so freu denvoll, daß ich in Jesu leben soll und er in mir will leben! 5. D wär doch auch mein Herz geweiht zu einer heilgen Stätte, damit der Herr der Mel. Schmücke dich, o liebe Seele ze. Domm, mein Herz, aus Jesu Leiden strömt auch dir ein Quell der Frenden. Stille hier deinsehnlich Dürsten aus dem Kelch des Lebensfürsten. Daß ich einen Heiland habe und in seinem Heil mich labe und in sein Verdienst mich kleide, das ist meines Herzens Freude. 2. Darum will ich mit Verlangen nun sein Abendmahl empfangen; hier darf ich mich ihm verbinden, und so werd ichs tief empfinden, daß MAAAAA Kirche und Gnadenmittel. 134 daß ich einen Heiland habe, der am Kreuz und in dem Grabe, wie sein Wort mir sagt und schreibet, mein Er: löser war und bleibet. die dürre Seele labe, muß nicht dies mein Dürsten stillen und mein Herz mit Wonne füllen? diad Todeswunden die Erlösung mir erfunden! Daß ich einen Heiland habe, der erblaßt und tot im Grabe auch für meine Schuld gelegen, will ich schmecken und erwägen. 6. Heilger Kelch, sei mir gesegnet, weil mir der mit dir begegnet, dessen Blut mich lässet finden die Ver: gebung aller Sünden! Daß ich einen Heiland habe, der 7. Er gebietet mir zu essen, meines Jammers zu vergessen; er gebietet mir zu trinken und in Freude zu versinken, daß ich einen Heiland habe, der sich selbst als Opfergabe hat für mich da hingegeben, mir zu Speis und Trank und Leben! 3. Ach, wie werd ich oft so müde! Wie entweicht der füße Friede! Sünd und Welt kann mich verwunden, wenn mir dieses Licht entschwunden: daß ich einen Heiland habe, der mit seinem Hirtenstabe, sanft und mild und voll Vergeben, mir nichts ist, als Heil und Leben. 4. Sei gesegnet, ewge Liebe, daß du mir aus treuem Triebe, da das Mißtraun mich vergiftet, solch ein Denkmal selbst gestiftet: daß ich einen Heiland habe, der den Gang zum Kreuz und Grabe gern gethan, mich zu erretten von des ewgen Todes Ketten. 5. Heilges Brot, sei mir weil mir der mit begegnet, der mit ſeinen 202 8. Will hinfort mich etwas quälen, oder wird mir etwas fehlen, oder wird die Kraft zerrinnen, so will ich mich nur besinnen, daß ich einen Heiland habe, der vom Kripp lein bis zum Grabe, bis zum Thron, wo man ihn ehret, mir, dem Sünder, zugehöret! E. G. Woltersdorf, † 1761. mel. An Wasserflüssen Babylon c. ( Ein Lämmlein geht.) komme, Herr, und suche dich, mühselig und beladen; Gott, mein Erbarmer, würdge mich des Wunders deiner Gnaden! Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten; ich fühle meiner Sünden Müh; ich suche Ruh und finde sie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Das heil. Abendmahl. der Sünder, du hast die Handschrift abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich dent an deines Leidens Macht und an dein Wort: es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet; du hast für mich dich dargestellt; Gott war in dir und hat die Welt in dir mit uns mel. Schmücke dich, o liebe Seele zc. verfühnet. esu, 203 ein, Freund der Menschenkinder, Heiland der verlornen Sün der, der zur Sühnung unsrer Schulden Kreuzesschmach hat wollen dulden, wer fann fassen das Erbarmen, das du trägest mit uns Armen! In der Schar erlöster Brü der fall ich dankend vor dir nieder. 2. Ja, auch mir strömt Heil und Segen, Herr, aus deiner Füll entgegen; in dem Elend meiner Sünden soll bei dir ich Hilfe finden; meine Schuld willst du bedecken, mich befrein von Furcht und Schrecken, willst ein ewig selig Leben als des Glaubens Frucht mir geben. mir, so wirst du Früchte 3. Herr, du kommst, dich bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. mit den Deinen in den Nachtmahl zu vereinen; du, der Weinstock, giebst den Reben neue Kraft zum neuen Leben. Nun, so steh bei mir und stärke mich zu jedem guten Werke; hilf, daß ich die Lust der Sünde durch dich kräftig überwinde. 3. Herz, So freue dich, mein in mir! Er tilget deine Sünden und läßt in seinem Mahle hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon, spricht liebreich: sei getrost, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben; du bist in meinen Tod getauft, und du wirst dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben, und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir, ich bin der Weinstock, bleib an 135 mich von nun an würdig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen; laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen! Chr. F. Gellert,+ 1769. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, ich will es treu erfüllen und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß Kirche und Gnadenmittel. 136 4. Nun so sei der Bund erneuet, unser Herz dir ganz geweihet! Auf dein Vorbild wolln wir sehen und dir nach, mein Heiland gehen. Schaff ein neues Herz uns Sündern, mache uns zu Gotteskindern, die dir leben, leiden, sterben, deine Herrlichkeit zu erben. tan 5. Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen, daß mel. Herzlich thut mich verlangen 26. wir mit der Engel Chören, 205 Wie könnt ich Herr, dich ewig ehren? Hallelujah, welche Freuden sind die Früchte deiner Leiden! Danfet, dan tet, fromme Herzen, ewig ihm für seine Schmerzen. R. Lavater,+ 1801. Nehmt und trinkt zum ewgen Leben den Kelch des Heils, auch euch gegeben, ererbt, ererbt des Mittlers Reich! Wacht, eure Seele sei bis in den Tod getreu! Amen, Amen! Der Weg ist schmal; klein ist die Zahl, die dort eingeht zum Abendmahl. F. G. Klopstod, † 1803. sein vergessen, der mein noch nie vergaß? Kann ich die Lieb ermessen, dadurch mein Herz genas? Ich lag in bittern Schmerzen, er schafft mein Leben neu, und stets quillt aus dem Herzen ihm neue Lieb und Treu! amueb 2. Wie sollt ich ihn nicht Mel. Wachet auf, ruft uns ze. 204 mir err, uns vollbereiten zu deines Mahles Seligkei: ten, sei mitten unter uns, o Gott! Laß uns, Leben zu empfahen, mit glaubensvollen Herzen nahen, und sprich uns los von Sünd und Tod. Wir sind, o Jesu, dein; dein laß uns ewig sein! Amen, Amen! Anbetung dir! Einst feiern wir das große Abendmahl bei dir. 2. Nehmt und eßt zum ewgen Leben das Brot, das euch der Herr gegeben; die Gnade Jesu sei mit euch! zeigt? Wie jemals ihn betrüben, der so zu mir sich neigt? Er, der ans Kreuz erhoben, getragen meine Schmach, ruft er mir nicht von oben: komm, folge du mir nach! 3. Ich will ihn ewig lieben, der mir aus Todesnacht, von meinem Schmerz getrieben, Unsterblichkeit ge bracht; der noch zur letzten Stunde mir reicht die treue Hand, daß mich kein Feind verwunde im Lauf zum Heimatland. Das heil. Abendmahl. 137 zu vermählen, der wunderbar beglückt. Kommt, legt auf ewig ab der Sünde bange Säumnis; empfanget das Geheimnis, das Gott vom Himmel gab. je 4. O Wonne franker Herzen, die mir von oben kam! Verschwunden sind die Schmerzen, getröstet ist der Gram; was von dem Himmel fleußt, hat lieblich sich ergossen; mein Herz ist gar durchflossen vom süßen Liebesgeist. hie 5. Drum jauchze, meine Seele, hell aus der Sündennacht; verfünde und erzähle die tiefe Wundermacht, die unermeßlich süß, ein Born der Liebe, quillet und jeden Mel. Zeuch ein zu deinen 2c. 206 ommt her, ihr Jammer ſtillet, der faſt verseid 4. Er giebt zum heilgen Pfande mir seinen Leib, sein Blut, hebt mich aus Nacht und Echande, füllt mich mit Himmelsmut, will selber in mir thronen mit heilgem Gnadenschein. Sollt ich bei ihm nicht wohnen? in ihm nicht selig sein? 5. Bei Freuden und bei Schmerzen durchleuchte mich dein Bild, wie du, o Herz der Herzen, geblutet hast so mild! Mein Lieben und mein Hoffen, mein Dulden weih ich dir. Laß mir die Heimat offen und dein Herz für und für! Chr. Rern,+ 1835. der Heiland rufet euch, der treue Herr der Gnaden, an Huld und Liebe reich; der Erd und Himmel lenkt, will Gastmahl mit euch halten und wunderbar gestalten, was er in Liebe schenkt. 2. Kommt her, verzagte Sünder, und werstdie Ängste weg; kommt her, versöhnte Kinder, hier ist der Lebenssteg! Empfangt die Himmelslust, die heilge Geistes speise, die auf verborgne Weise erquicket jede Brust. 6. Drum jauchze, meine Seele, drum fauchze deinem Herrn; verkünde und er zähle die Gnade nah und fern, den Wunderborn im Blut, die selge Himmelsspeise, die auf verborgne Weise dir giebt das höchste Gut. E. M. Arndt, † 1860. ( Nach der Feier des heiligen Abendmahls.) met. Nun laßt uns Gott, dem Herren zc. 3. Kommt her, betrübte 207 Jefu, meine Seelen, die Not und Jamdu mer drückt, mit Gott euch meiner Seelen Sonne, du Freund AAAAAA 138 Kirche und Gnadenmittel. Freundlichster auf Erden, laß mich dir dankbar werden! 2. Wie kann ich gnugsam schätzen dies himmlische Ergötzen und diese teuren Gaben, die uns gestärket haben? 3. Wie soll ich dirs verdanken, o Herr, daß du mich Kranken gespeiset und ge tränket, ja selbst dich mir geschenket? 4. Ich lobe dich von Her zen für alle deine Schmerzen; dir dank ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden. 5. Dir dank ich für dein Lieben, das standhaft ist geblieben; dir dank ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 6. Du wollest ja die Sünde, die ich noch in mir finde, aus meinem Herzen treiben und kräftig in mir bleiben. 7. Laß mich sie ernstlich meiden, laß mich geduldig leiden; laß mich mit Andacht beten, von deinem Weg nie treten. 8. So kann ich nicht verderben, drauf will ich selig sterben und freudig aufer stehen, o Jesu, dich zu sehen. Joh. Rist,+ 1667. Mel. Jesu, meines Lebens Leben zc. mit 208 D anket, danket Freuden, danket ihm mit Herz und Mund! Macht die großen Seligkeiten dieses heilgen Mahles kund, was der Herr für Gnaden schenket, da er selbst uns speist und tränket; danket ihm vor dem Altar, daß er uns so freundlich war. 2. Ja, wir preisen Gottes Güte, denn sie währet ewiglich. O wie freut sich das Gemüthe, daß der Herr fo gnädig sich gegen uns auch jetzt erwiesen! Immerdar sei er gepriesen; groß ist seine Huld und Treu; sie war diesesmal auch neu. 3. Heilig, heilig, heilig werde, Gott, dein Nam uns mehr und mehr; alle Himmel samt der Erde zeugen laut von deiner Ehr. Dir, Herr, singen Seraphinen dreimal heilig, die dir dienen; droben in dem Heiligtum schallet deines Namens Ruhm. 4. Gott, der Herr und Vater, segne uns in seinem lieben Sohn; und des Vaters Sohn begegne uns von seinem Gnadenthron; und der Herr, der Geist, bereite uns zur Herrlichkeit und leite uns zu seinem Frieden! Ja! Amen! sprecht Hallelujah! N. Raiser,+ 1800. Das heil. Abendmahl. Mel. O daß ich tausend Jungen zc. 209 Nimm imm hin den Dank für deine Liebe, erhöhter Mitt ler, Jesu Christ! Gieb, daß ich dich nicht mehr betrübe, der du für mich gestorben bist; laß deines Leidens Angst und Bein mir immerdar vor Augen sein. 139 4. Wie jetzt, o Herr, in deinem Namen dein Volk vor dir versammelt war, so bring einst wieder uns zu sammen, daß wir mit dei ner Engelschar, anbetend als dein Eigentum, stets preisen deines Namens Ruhm. G. 3. Zollikofer, † 1788, und 3. C. Lavater,+ 1801. 2. Jm Streite hilf mir überwinden und stärke mich zu jeder Pflicht; bewahre mich vor neuen Sünden, verlaß mich in Verſuchung 210 Vollbracht ist nun nicht, und für mich vergossnes Blut schenk mir im Todeskampfe Mut. die heilge Feier; verkündigt ward von uns dein Tod. O dein Gedächtnis sei uns teuer und unvergeßlich dein Gebot! Laß nie des Himmels Vorgefühle in uns erkalten und vergehn; laß würdig cinst am Kronenziele, Herr, deine Herrlichkeit uns sehn! 3. Ch. Wagner, † 1825. Herze und gieb mir einen neuen, gewissen Geist:: Verwirf mich nicht:,: von deinem Angesicht:,: und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Pf. 51, B. 12, 13. mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet zc. 3. Hilf, daß ich deines Leibes Glieder, die heut dein Heil, wie mich, erfreut, von Herzen lieb als meine Brüder, als Erben einer Herrlichkeit. Wir haben einen Herrn und Gott, uns speist und tränkt ein Kelch, ein Brot. XIII. Wiedergeburt und Seiligung. Buße. 211 Shaffe in mir, 212 Aus tiefer Not schrei ich zu dir, Gott, ein reines Herr Gott, erhör mein Rufen! Dein gnädig Ohr neig her zu mir und meiner Bitt es öffne; denn so du willst das sehen an, was Sünd und Unrecht ist gethan: 140 Wiedergeburt than: wer kann, Herr, vor dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben; es ist doch unser Thun umsonst auch in dem besten Leben; vor dir niemand sich rühmen kann; des muß dich fürchten jedermann und deiner Gnaden leben. 2. Mein Sünd ist schwer und übergroß und reuet mich von Herzen; derselben mach mich frei und los durch deinen Tod und Schmerzen, und nimm dich mein beim Vater an, der du für mich genug gethan, so werd ich los der Sünden Last; mein Glaub erfaßt, was du mir, Herr, versprochen hast. 3. Ach, stärt durch dein Barmherzigkeit in mir ein recht Vertrauen, auf daß ich deine Freundlichkeit mög inniglich anschauen, vor allen Dingen lieben dich und meinen Nächsten gleich als mich; send mir dein Hilf ream letzten End, damit behend des Todes Graun sich von mir wend. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn allein verlassen mich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein wertes Wort; das ist mein Trost und treuer Hort; des will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht noch sorgen. So thu das Volk von rechter Art, das aus dem Geist erzeuget ward und seines Gottes harre. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnaden; sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schaden. Er ist allein der gute Hirt, der Israel erlösen wird aus seinen Sünden allen. Luther, † 1546. und Heiligung. Erden! Ich weiß, daß du mein Tröster bist, kein Trost mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist nichts erkorn, auf Erden war kein Mensch geborn, der mir aus Nöten helfen kann: dich ruf ich an, du bist der rechte Helfersmann. 213 Allein zu dir, Herr Jesu Christ, mein Hoffnung steht auf 4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Jesu Christo, seinem Sohn, der uns allzeit behüte, und seinem werten heilgen Geist, der uns sein Hilfe allzeit leist, daß wir ihm wohlgefällig sein hier in der Zeit und dort hernach in Ewigkeit. Huber,+ 1577, oder Joh. Schneening,+ 1567 anapilis Buße. Mel. Erhalt uns, Herr, bei zc. 214 frommer und getreuer Gott, ich hab gebrochen dein Gebot und sehr gesündigt wider dich! Das ist mir leid und reuet mich. 2. Weil aber du, o gnädger Gott, nicht Lust hast an des Sünders Tod, so ist dein herzliches Begehr, daß ich mich wieder zu dir kehr. 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm, ich armer Sünder zu dir komm und bitt durch deines Sohnes Tod: erbarm dich mein in meiner Not! 4. Verschon, o Herr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld, so werd ich arm verlornes Kind ledig und los all meiner Sünd. 5. Ich will, o Herr, nach deinem Wort mich bessern, leben fromm hinfort, damit ich mög nach dieser Zeit ges langen zu der Seligkeit. B. Ringwald( 7), † 1598. 141 3. Bu dir flieh ich, vers stoß mich nicht, wie ich wohl hab verdienet. Ach, geh doch nicht, Gott, ins Gericht; dein Sohn hat mich verfühnet. 215 Ach Gott und Herr, wie groß und schwer sind mein begangne Sünden! Da ist niemand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit zu dieser Zeit, bis an der Erden Enden, und wollt los sein des Elends mein, würd ich es doch nicht wenden. 4. Solls ja so sein, daß Straf und Bein auf Sünde folgen müssen, so fahr hie fort und schone dort, und laß mich hier wohl büßen. 5. Gieb, Herr, Geduld, vergiß die Schuld, schaff ein gehorsam Herze, daß ich mein Heil, mein bestes Teil, durch Murren nicht ver scherze. 6. Handle mit mir, wie's dünket dir, ich will es gerne leiden; nur wollst du mich nicht ewiglich von deiner Gnade scheiden. M. Rutilius, † 1618. Aus tiefer Not schrei ich zu bir zc. Mel. 216 Bater der Barmherzigkeit, ich falle dir zu Fuße; verstoß und den nicht, der zu dir schreit thut noch endlich Buße! Was ich begangen wider dich, verzeih mir alles gnädiglich durch deine große Güte. 2. Durch deiner Allmacht Wunderthat nimm von mir, was mich quälet; durch deine Weisheit schaffe Rat in allem, wo mirs fehlet; gieb Willen, Mittel, Kraft und Stärt, Wiedergeburt und Heiligung. 142 Stärk, daß ich mit dir all meine Werk anfange und vollende. 1101 3. O Jesu Christe, der du hast am Krenze für mich Armen getragen aller Sünden Last, wollst meiner dich erbarmen! O Gottes und des Menschen Sohn, erbarm dich mein und mein verschon, hör auf mein kläglich Rufen! 4. O heilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich die Sündenlust anficht, laß mich von dir nicht wanken; verleih, daß nun und nimmer mehr Begierd nach Reich tum, Lust und Ehr in meinem Herzen herrsche! 5. Und wenn mein Stündlein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Truß und List durch Christi Sieg mag dämpfen, auf daß mir Krankheit, Angst und Not und dann der letzte Feind, der Tod, nur sei die Thür zum Leben. om Dav. Denide,+ 1680. Mel. Hülter, wird die Nacht der Sünden 2c. mein 217 Ad), was bin ich, und Vertreter bei dem un= verzag in meinem Mute; denn das Gute, das ich will, das thu ich nicht. 2. Ach, was bin ich, mein Erbarmer? Sieh, ich Armer bin ein schwankes Rohr im Wind; wie ein Weberschifflein schießet, ſo verfließet meines Lebens Lauf geschwind. 3. Ach, was bin ich, mein Erlöser? Immer böser find ich meiner Seele Stand; drum, mein Helfer, nicht verweile, Jesu, eile, reiche mir die Gnadenhand! 4. Ach, wann wirst du mich erheben zu dem Leben? Komm, ach komm, und hilf mir doch! Demut kann dich bald bewegen, lanter Segen wirst du lassen fließen noch. d 5. Trotig ist, o Gott, mein Herze, mir zum Schmerze, ja, es ist mir leid dazu! Höre mich, hör an das Quälen; Arzt der Seelen, schaffe meinem Herzen Ruh! 6. Gieb, daß mir der Tod nicht schade; Herr, gieb Gnade, laß mich sein dein liebes Kind! Ein Demütiger und Kleiner, aber Reiner, endlich Ruh und Gnade findt. 3. Neander,+ 1680. Mel. Nun sich der Tag geendet hat ze. 218 Mein Gott, das Herz ich bringe dir als Gabe und Geschenk; du forderst dieses ja von mir, des bin ich eingedenk. Buße. 2. Gieb mir, mein Sohn, dein Herz, sprichst du, das ist mir lieb und wert; du findest anders auch nicht Ruh im Himmel und auf Erd. 3. Nun, du, mein Vater, nimm es an, mein Herz, veracht es nicht. Ich gebs, so gut ichs geben kann; kehr zu mir dein Gesicht! 4. Zwar ist es voller Sündenlust und voller Eitelkeit, des Guten aber unbe: wußt und wahrer Frömmigfeit. 6. Schenk mir, Herr deiner Huld, Gerechtigkeit und Heil; nimm von mir meine Sündenschuld und meiner Strafe Teil. 5. Doch aber steht es nun in Reu, fühlt seinen Übelstand und träget jetzt vor allem Scheu, daran es mel. Wer weiß, wie nahe mir Lust erst fand. mein Ende 2c. 7. O heilger Geist, nimm du auch mich in die Gemeinschaft ein; ergieß um Jesu willen dich tief in mein Herz hinein. 143 Guten nicht mach scheu der Welt List, Macht und Spott. 10. Hilf, daß ich sei von Herzen fest in Hoffen und Geduld, daß, wenn auch alles mich verläßt, mich tröste deine Huld. 11. Hilf, daß ich sei von Herzen rein im Lieben, und erweis, daß mein Thun nicht sei Heuchelschein, durch Werke dir zum Preis. 8. Dein göttlich Licht ström in mich aus und Slut der reinen Lieb; tilg Zinsternis, Haß, Falschheit aus; schenk mir stets deinen Trieb. 9. Hilf, daß ich sei von Herzen treu im Glauben dir, mein Gott, daß mich im 12. Nimm ganz, o Gott, zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit; ja, laß es deine Wohnung sein auch in der Ewigkeit. Casp. Schade, † 1698. 219 charmer Mensch, der steh hier vor Gottes Angesicht! Ach Gott, ach Gott, verfahr gelinder und geh nicht mit mir ins Gericht! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 2. Wie ist mir doch so angſt und bange, wie kränkt mich meine große Sünd! Hilf, daß ich wieder Gnad erlange, ich armes und verlornes Kind! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 3. Hör, ach erhör mein seufzend Schreien, und neig zu mir dein Vaterherz; wollst 144 Wiedergeburt und Heiligung. wollst alle Sünden mir ver- in Christi Tode sterben; o zeihen und lindern meines möchte doch in seiner Bein Herzens Schmerz! Erbarme die Eigenheit ertötet sein! dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 3. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe und mich in deinen Wegen übe; jedoch ist von Unlauterkeit die Liebe noch nicht ganz befreit. 4. Nicht, wie ich hab ver: schuldet, lohne, und handle nicht nach meiner Sünd; o treuer Vater, schone, schone, erkenn mich wieder als dein Kind! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 4. Ich muß noch mehr auf dieser Erden durch deinen Geist geheiligt werden; der Sinn muß tiefer in dich gehn, der Fuß muß unbeweglich stehn. 5. Sprich nur ein Wort, so werd ich leben; sprich, daß ich armer Sünder hör: geh hin, die Sünd ist dir vergeben; nur fündige hinfort nicht mehr! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 5. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu raten, hier gelten nichts der Menschen Thaten; wer macht sein Herz wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket sein. 6. Jch zweifle nicht, ich bin erhöret, erhöret bin ich zweifelsfrei; weil sich der Trost im Herzen mehret, drum will ich enden mein Geschrei. Ich weiß ja, du erbarmest dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Chr. Titius,+ 1703. Mel. Zeuch meinen Geist 2c. legt mein 220 Sie ich vor dir nieder, mein Geist sucht seinen Ursprung wieder; Herr dein erfreuend Angesicht auf meine Armut gnädig richt. 2. Schau her, ich fühle mein Verderben; laß mich 6. Toch kenn ich wohl dein treues Lieben: du bist noch immer treu geblieben. Ich weiß gewiß, du stehst mir bei und machst mich von mir selber frei. 7. Indessen will ich treu: lich kämpfen und stets die falsche Regung dämpfen, bis du dir deine Zeit ersiehst und aus der Sünde Net mich ziehst. kann ich fröhlich sagen: Gott hat der Hölle Macht geschlagen, Gott führt mich aus dem Kampf und Streit in seine Ruh und Sicherheit. 9. Trum will die Sorge meiner Seelen ich dir, mein Vater, ganz befehlen. Ach, drücke Buße drücke tief in meinen Sinn, daß ich in dir schon selig bin! Chr. Fr. Richter, † 1711. Mel. An Wasserflüssen Babylon ze. 221 Rönig, deſsen Majestät weit über alles steiget, dem Erd und Meer zu Dienste steht, vor dem die Welt sich neiget, der Himmel ist dein helles Kleid, du bist voll Macht und Herrlichkeit, sehr groß und wunderthätig. Ich Armer, ich vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott, sei mir Sünder gnädig! 2. Hier steh ich, wie der Zöllner that, beschämet und von ferne, ich suche deine Hilf und Gnad, o Herr, von Herzen gerne. Doch weil ich voller Fehler bin und, wo ich mich nur wende hin, des Ruhmes vor dir ledig, so schlag ich nieder mein Gesicht vor dir, du reines Himmelslicht: Gott, sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, durchängsten mein Gewissen; drum schlag ich reuig an die Brust und will von Herzen büßen. Ich bin, o Bater, ja nicht wert, daß ich noch wandle auf der Erd; doch, weil du winkst, so bet ich mit ganz zer145 fuirschtem, bangem Geist, der gleichwohl dich noch Bater heißt: Gott, sei mir Sünder gnädig! 4. Mein Vater, schaue Jesum an, den Heiland aller Sünder, der für die Welt genug gethan, durch den wir Gottes Kinder im gläubigen Bertrauen sind: der ists, bei dem ich Ruhe find, sein Herz ist ja gutthätig. Ich fasse ihn und laß ihn nicht, bis dir das Herz mitleidig bricht: Gott, sei mir Sünder gnädig! 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben; du bist mein Gott, und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach, heilige mich ganz und gar, laß meinen Glauben immer dar sein durch die Liebe thätig. Und geht es nicht so, wie ich soll, so ruf ich, wie mein Herz ist voll: Gott, sei mir Sünder gnädig! 6. Mein Leben und mein Sterben ruht allein auf deiner Gnade; mir geh es böse oder gut, gieb nur, daß es nicht schade. Kommt dann das letzte Stündlein an, so sei mir auf der Todesbahn, mein Jesu, selbst noch gnädig. Und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letzten Seufzer an: Gott sei mir Sünder gnädig! V. Löscher, † 1749. 7 Wiedergeburt und Heiligung. 146 ge222 An bir allein, an fündigt und übel oft an dir gethan. Du siehst die Schuld, die mir den Fluch verkündigt, sieh, Gott, auch meinen Jammer an. 2. Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht verborgen, und meine Thränen sind vor dir. Ach, Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen. Wie lang entfernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld. Ich suche dich; laß mich dein Antlitz finden, du Gott der Langmut und Geduld! 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade füllen, Gott, Vater der Barmherzigkeit! Erfreue mich um deines Eohnes willen; du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich wieder freudig wallen und lehre du dein heilig Recht mich täglich thun nach deinem Wohlgefallen; du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Herr, eile, du mein Schuß, mir beizustehen, und leite mich auf ebner Bahn! Er hört mein Schrein, der Herr erhört mein Flehen und nimmt sich meiner Seclen an. Chr. F. Gellert, † 1769. Mel. Wie nach einer Waſſerquelle zec. 223 Gott, vor deſſen Angesichte nur ein reiner Wandel gilt, ewges Licht, aus dessen Lichte nichts als reinste Klarheit quillt, laß uns doch zu jeder Zeit deinen Strahl der Heiligkeit so durch Herz und Scele dringen, daß auch wir nach Heilgung ringen! 2. Du bist rein im Werk und Wesen, und dein unbeflecktes Kleid, das von Ewigfeit gewesen, ist die reinste Heiligkeit. Du bist heilig, aber wir, großer Schöpfer, stehn vor dir, wie in einem Kleid voll Flecken, die wir dir umsonst verstecken. 3. Was dein Geist und Herze sinnet, was dein weiser Wille thut, was dein starker Arm beginnet, ist stets heilig, rein und gut. Und so bleibst du ewiglich, während wir auf Erden dich durch das Böse, das wir üben, stets von Jugend auf betrüben. 4. Herr, du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich sein. Es besteht vor dir kein Sünder, denn du bist vollkommen rein; du bist nur der Frommen Freund, Übelthätern bist du Feind; wer beharrt in seinen Sünden, fann vor bir nicht Gnade finden. Buße.dk 147 Seele! Komm in Eil, laß dich nieder, komme wieder, meines Herzens bestes Teil. 5. Uns von Sünden zu erlösen, giebst du deinen Sohn dahin; so reinige vom Bösen durch ihn unsern ganzen Sinn. Gieb uns, wie dein Wort verheißt, gieb uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere und zu allem Guten führe. 6. Hilf, o Vater, unsern Seelen, glaubensvoll auf dich zu sehn, deinen ewgen Weg zu wählen und ihn ohne Falsch zu gehn, bis wir mit der selgen Schar der Erlösten immerdar Heilig! Heilig! Heilig! singen und die reinsten Opfer bringen. 3. Chr. Zimmermann, † 1783. Mel. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig c. 224 Meine Seele, voller Fehle, suchet in dem Dunkeln Licht; Jesu, neige dich und zeige mir dein tröstlich Angesicht; auf mein Flehen laß dich sehen, und verbirg dich länger nicht. met. Wie nach einer Wasserquelle zc. 2. Ich empfinde, meine 225 Höchster, denk ich an Sünde sei an allem Kummer schuld; ich gestehe dirs und flehe um Vergebung und Geduld. Du, mein Leben, kannst mir geben neue Hilfe, neue Huld. 3. Ach, von Herzen und mit Schmerzen such ich dich, mein Trost und Heil. Wie so lange ist es bange meiner 4. Richtig wandeln, weise handeln, wollst du künftig mir verleihn; gieb die Triebe reiner Liebe voller in mein Herz hinein. Welch ein Segen ist zugegen, wenn es heißt: du mein, ich dein! 5. Lehre, leite, vollbereite mich, wie du mich haben willt; gieb mir Klarheit, Geist und Wahrheit, daß ich gleich sei deinem Bild; daß man merke, meine Stärke sei in dir und du mein Schild. 6. Bis im Lichte dein Gesichte mir sich droben völlig zeigt, wenn die Deinen nicht mehr weinen und die Klagestimme schweigt Drum so zeige mir die Steige, da man auf zum Himmel steigt! Magd. Sib. Nieger, † 1786. die du mir bisher erzeigt, o so wird mein ganz Gemüte zu der tiefsten Scham gebeugt, daß ich dich gering geschätzt, häufig dein Gebot verletzt und dich, der mich so geliebet, mit Vergehungen betrübet. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja 148 Wiedergeburt ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig sein; doch hab ich der Eitelkeit unbedachtsam sie geweiht; ja, zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Bater, neu. Von wie manchen schweren Sorgen machtest du das Herz mir frei! Was mir nüßte, gabst du mir; aber, ach, wie dankt ich dir? Dwie hab ich so vermessen deines Wohlthuns Zweck vergessen! 4. Bei so hellem Licht mel. Jesu. meines Lebens Leben ze. der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn und um 226 gemüte, jehnerhebe mein Rettung von dem Schaden meiner Seele mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Locken, fuchte mich selbst zu verstocken. und Heiligung. dein Sohn auch mir erwerb, als er für die Sünder starb, Fried und Freude im Ges wissen, ach, das laß auch mich genießen! 5. Ich erkenne meine Sünden, beuge mich, mein Gott, vor dir; laß mich bei dir Gnade finden, neige, Herr, dein Ohr zu mir! Ach, vergieb, was ich gethan! Nimm mich doch erbarmend an! Führe mich vom Sünden pfade schnell zurück durch deine Gnade! 6. Dir ergeb ich mich aufs neue; gieb, daß mein gebeugter Geist deiner Vaterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn: gieb, daß mirs an Kraft nicht fehle, folgiam deinem Wort zu sein. Stehe mir stets mächtig bei, mache du mich selbst getreu! Dich zu lieben, dir zu leben, set mein ernstlichstes Bestreben! Nach Fabricius,+ 1703, von S. Diterich,+ 1797. suchtsvoll, mein Gott, zu dir; ich erkenne deine Güte, o wie teuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, keiner harrt auf dich vergebens; nur Verächter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, zeige deinen Willen mir; daß ich richtig wandeln möge, führe du mich selbst zu dir. Gott, du siehest mein Vertrauen; sicher kann ich auf dich bauen; deine Batertreue ist ewig, wie du selber bist. 3. Ach, gedenke, Herr, der Sünden meiner Jugendfahre nicht; laß mich Gnade vor dir 149 Freuden? Wann kommt der Richter, Freud und Leid, und Bös und Gut zu scheiden? Er ist nicht fern; er ist uns nah; in unserm Herzen ist er da; du kannst ihn nimmer meiden. dir finden, geh nicht mit mir ins Gericht. Alle Sünden, die uns reuen, willst du, Bater, ja verzeihen. so höre denn auch mich! Meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sünders Leben; dir ist seine 2. In unserm Herzen Seele wert. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du sein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt, du verwirfst ihn nicht. spricht sein Spruch; wer mag vor ihm bestehen? Frei aufgeschlagen ist sein Buch mit jeglichem Vergehen. Sein Blick wie Feuerflamme fährt und teilt, wie ein zweischneidig Schwert, was keine Augen sehen. 5. Allen, die zu dir sich wenden, über ihre Schuld betrübt, willst du Trost und Rettung senden, wenn ihr Herz sich dir ergiebt. Freude schenket deine Güte dem ge ängsteten Gemüte, welchem du die Sündenlast liebreich abgenommen hast. 3. Was keines Feindes Mund erzählt, erzählt uns das Gewissen; was sich der Heuchler lang verhehlt, wird er sich sagen müssen, wenn Gottes Zeit kommt und ihn schilt, wenn Gottes Zeit kommt und vergilt und läßt den Frevler büßen. Buße.daria 6. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht! Keine schnöde Lust der Sünden soll mich ferner überwinden. Ach, bewahr, ich bitte dich, meinen Geist und stärke mich! K. Lavater,+ 1801. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit ze. 227 Wann kommt der Herr der Herr lichkeit mit seines Reiches 4. Wem kam nicht dieſe Gotteszeit so oft und oft im Leben? Wer muß nicht die Gerechtigkeit anflehn, ihm zu vergeben? und fühlt in seinem Innern noch viel stumme Schuld, ob deren doch er einst wird müssen beben! 5. Du Herzensrichter, auf, erfahr und prüfe, wie wirs meinen! Mach uns die Fehler offenbar; was nützt es, gut zu scheinen? Dem Ausspruch des Gewissens treu und feind sein jeder Heuchelei, Wiedergeburt und Heiligung. 150 Heuchelei, dies stellt uns zu den Deinen. 6. Denn wen sein eignes Herz beschämt mit innerstem Beschämen, die Schuld, die uns im Innern grämt, wer könnt uns die entnehmen? Herr, gieb, daß wir der Sünde Schritt und deiner Strafe leisen Tritt, eh sie uns naht, vernehmen! 7. Und wenn die letzte Stunde schlägt, der niemand kann entgehen, so gieb, Herr, daß wir unbewegt auf unser Innres sehen, daß unser Leben uns dann klar und rein erschein, und offenbar auch das geringst Vergehen. 4. Herr, verzeihe; Jesu, leihe uns dein priesterlich Gebet! Gott, verschone, wenn vom Sohne das Erbarmen zu dir fleht! Hab Erbarmen mit uns Armen, wenn der Mittler vor dir steht! 5. Jesu, rette! Brich die Kette unfrer Finsternis ent zwei, daß der Glaube tief im Staube unser Trost und Zuflucht sei. Hab Erbarmen mit uns Armen, Jesu, mach uns wieder frei! 6. Sei uns gnädig, mach uns ledig, führ uns aus dem finstern Thal! Du Mel. Sieh hier bin ich, Ehrenkönig 2c. fannst lindern und vermindern alle Not und Herzensqual. Hab Erbarmen mit uns Armen; Jesu, hilf noch diesesmal. 7. Du mußt siegen, wir erliegen, du bist frei, wir sind in Haft; du alleine bist der Reine, wir sind schwach, dein ist die Kraft. Hab Erbarmen 8. Dann sprich in uns, o Richter: Komm! Dein Lohn ist dir beschieden. Was du gethan hast, gut und fromm, dem Dürftigsten hienieden, das hast du deinem Herrn gethan, dein Menschensohne; komm hinan! Genieße Himmelsfrieden!" 3. G. von Herder, † 1803. 2. Wir verzagen, denn wir tragen auf uns aller Sünden Last, aller Qualen volle Schalen, die du aus gegossen hast. Hab Erbarmen mit uns Armen! Angst und Not hat uns erfaßt. 3. Wir bekennen, Herr, wir nennen laut vor dir die Missethat; es ist keiner hier ein Reiner, jeder erntet böſe Saat. Hab Erbarmen mit uns Armen! Sieh auf ihn, der für uns bat. 228 Gott der Gnaden! Schwer beladen neigt sich unser Haupt vor dir; unsre Herzen sind voll Schmerzen, Staub und Asch ist unsre Zier. Hab Erbarmen mit uns Armen! Aus der Tiefe rufen wir, Buße. barmen mit uns Armen; dent an deine Pilgrimschaft! 8. Wenn du Frieden uns beschieden, fürchten wir die Strafe nicht; dein Versöhnen wird uns frönen mit Gerechtigkeit und Licht; dein Erbarmen hilft den Armen; du bist unsre Zuversicht! H. Puchta,+ 1858. 229 ehre wieder, lehre wieder, der du dich verloren hast! Sinke reuig bittend nieder vor dem Herrn mit deiner Last! Wie du bist, so darfst du kommen und wirst gnädig aufges nommen. Sieh, der Herr kommt dir entgegen, und sein heilig Wort verspricht dir Vergebung, Heil und Segen; fehre wieder, zaudre nicht! 2. Kehre aus der Welt Zerstreuung in die Einsamfeit zurück, wo in geistiger Erneuung deiner harrt ein neues Glück, wo sich bald die Stürme legen, die das Herz so wild bewegen; wo des heilgen Geistes Mahnen du mit stillem Beben hörst und von neuem zu den Fahnen Jesu Christi heilig schwörst. 3. Rehre wieder, irre Seele! Deines Gottes treues Herz beut Vergebung deinem Fehle, Balsam für den Sündenschmerz; sieh auf den, der 151 voll Erbarmen dir mit aus gestreckten Armen winket von des Kreuzes Stamme: kehre wieder, fürchte nicht, daß der Gnädge dich verdamme, dem sein Herz vor Liebe bricht. 4. Rehre wieder, neues Leben trink in seiner Liebeshuld; bei dem Herrn ist viel Vergeben, große Langmut und Geduld. Faß ein Herz zu seinem Herzen; er hat Trost für alle Schmerzen; er kann alle Wunden heilen, macht von allen Flecken rein; darum kehre ohne Weilen zu ihm um und bei ihm ein. 5. Rehre wieder, endlich kehre in der Liebe Heimat ein, in die Fülle aus der Leere, in das Wesen aus dem Schein; aus der Lüge in die Wahrheit, aus dem Dunkel in die Klarheit, aus dem Tode in das Leben, aus der Welt ins Himmelreich! Doch was Gott dir heut will geben, nimm auch heute: fehre gleich! Ph. Spitta,+ 1859. Am Bußtage. Mel Herzlich lieb hab ich dich. o Herr ic. 230 Gott, der du unfre Zuflucht bist, Herr, unser Mittler, Jesu Christ, Geist Gottes, Geist der Gnaden! Unendlicher, verwirf uns nicht! Wir tommen Wiedergeburt und Heiligung. 152 kommen vor dein Angesicht, mit Missethat beladen. Nimm von uns unsre Sündenschuld, du Gott der Langmut und Geduld! Erhöre gnädig unser Flehn, daß wir dein Heil, Erbarmer, sehn. Herr, unser Gott, verbirg uns nicht dein Angesicht, und geh mit uns nicht ins Gericht! 2. Ward Recht und Pflicht von uns entweiht, gebrochen unsers Bundes Eid, dein Weg von uns verlassen: o sich, wir kehren voller Reu zurück zu dir; laß, Herr, aufs neu uns deine Gnade fassen! Sie leit uns auf den ebnen Pfad, den uns dein Wort bezeichnet hat, daß Irrtum und versuchung nie uns auf die Bahn des Lasters zieh. Herr, unser Gott, groß von Geduld, vor neuer Schuld behüt uns deine Vaterhuld! verleih uns Mut! In deiner Hut sind wir, und was du thust, ist gut. 350 4. Gieb Frieden, wo sonst Zwietracht war; vereine, was getrennet war; schenk uns der Eintracht Segen! Uns leite, Gott, dein guter Geist, und was dein teures Wort verheißt, sei Licht auf unsern Wegen! Laß, Herr, in Lehr und Wandel rein die Diener deines Wortes sein, und bringe zu der Wahrheit Glück zu dir die Irrenden zurück! Herr, unser Gott, breit aus dein Wort an jedem Ort, gieb Geist und Kraft zu deinem Wort! 3. Dein Segen komm auf unser Land; laß es, beschirmt von deiner Hand, des Friedens Ruh genießen! Wend ab von uns der Flammen Wut und die Verwüstung wilder Flut, des Krieges Blutvergießen; sei unser Retter, wenn uns Not des Mangels und der Seuchen droht. Du, Vater, wollest mit uns sein, daß wir uns deines Schußzes freun. Herr, unser Gott, 5. Auch die Regenten lenke du, daß weise sie in sichrer Ruh der Völker Wohlstand heben. Dem Fürsten, der uns schüßt und liebt, gieb, der in ihm so viel uns giebt, ein frohes, langes Leben. Noch lange sei sein Baterblick uns, seinen Kindern, Schutz und Glück! O schütt auf ihn und auf sein Haus und seine Räte Segnung aus! Herr, unser Gott, in deiner Hand ist unser Land, beglück es, segne jeden Stand! siste 6. Vernimm der Leidenden Gebet! Wer in der Not um Rettung fleht, dem hilf aus seinen Nöten; gieb Kranken Linderung und Ruh; die Sterbenden erlöse du, Glaube und Rechtfertigung. 153 2. Dem Teufel ich ge fangen lag, im Tod war ich verloren; mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, darin ich war geboren; ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein, die Sünd hatt mich besessen. du, erhör ihr letztes Beten! Sei aller Unterdrückten Heil, der Witwen und der Waisen Teil, vereitle der Verfolger Rat und lehre sie den rechten Pfad. Herr, unser Gott, durch alles Leid der Pilgerzeit führ uns zu deiner Herrlichkeit! 7. Du thust weit mehr, als wir verstehn, kannst mehr gewähren, als wir flehn; laß uns Erhörung finden! Oneig auf unser Flehn dein Ohr, heb unser Herz zu dir empor und mach uns rein von Sünden! Laß uns dir nun geheiligt sein, im Leben und im Tode dein! Wir sind durch Christi Blut erlöst: o du, der Sünder nicht verstößt, Herr, unser Gott, erbarme dich, erbarme dich, vergieb uns, leit uns väterlich! 3. 3. Eschenburg, † 1820. Gre Glaube und Rechtfertigung. 3. Mein gute Wert, die galten nicht, es war mit ihn verdorben; der frei Will haßte Gotts Gericht, zum Guten gar erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn Sterben bei mir blieb, zur Höllen mußt ich sinken. 4. Da jammert Gott in Ewigkeit mein Elend übermaßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen; er wandt zu mir das Vaterherz, es war bei ihm fürwahr kein Scherz, ließ es sein Bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: es ist Zeit, zu erbarmen; fahr hin, meins Herzens werte Kron, und sei das Heil dem Amen, und hilf ihm aus der Sünden Not, erwürg für ihn den bittern Tod und laß ihn mit dir leben. HoD t 231 N un freut euch, lieben Christen gmein, und laßt uns fröhlich springen, daß wir ge- 6. Der Sohn Gott gern trost und all in ein mit Lust und Liebe singen, was Gott an uns gewendet hat und seine süße Wunderthat; gar teur hat ers erworben. gehorsam ward, er kam zu mir auf Erden, von einer Jungfrau rein und zart; er sollt mein Bruder werden. In meiner armen Knechtsgestalt 154 Wiedergeburt und Heiligung. gestalt ging er einher, um Met. Vater unser im Himmelreich zc. die Gewalt des Teufels zu zerstören. dich 7. Er sprach zu mir: Halt an mich, es soll dir jest gelingen; ich geb mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn ich bin dein und du bist mein, und wo ich bleib, da sollst du sein; uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben; das leid ich alles dir zu gut, das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, mein Unschuld trägt die Sünde dein, da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein fahr ich von diesem Leben; da will ich sein der Meister dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Trübnis trösten soll und lehren mich erkennen wohl und in der Wahrheit Iciten. 10. Was ich gethan hab und gelehrt, das sollst du thun und lehren, daß Gottes Reich hier werd gemehrt zu seinem Lob und Ehren; und hüt dich vor der Menschen Saß, davon verdirbt der edle Schatz; das laß ich dir zur Lezze.* Luther, † 1546. * zum Abschied. spricht dein 232 So wahr ich lebe, Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod, vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, daß er von Sünden halte still, von seiner Bosheit fchre sich und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedenk, o Menschenkind, verzweifle nicht in deiner Sünd! Hier findest du Trost, Heil und Gnad, die Gott dir zugesaget hat und zwar durch einen teuren Eid. D selig, dem die Sünd ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicherheit; denk nicht: es ist noch gute Zeit, ich will erst fröhlich sein auf Erd, und wenn ich lebensmüde werd, alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl noch erbarmen sich. kis mei 4. Wahr ist es, Gott ist stets bereit dein Sünder mit Barmherzigkeit; doch wer auf Gnade fündigt hin, fährt fort in seinem bösen Sinn und seiner Seele selbst nicht schont, dem wird mit Un gnad einst gelohnt. 5. Gnad hat dir zugesaget Gott durch Jesu Christi Blut und Tod; doch sagen hat er nicht gewollt, ob du bis morgen leben sollt. Daß du mußt Glaube und Rechtfertigung. 155 3. D ein Ratschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, der so einer Welt voll Armen, Gnade, Trost und Hilfe beut! Liebe, die den Sohn nicht schont, der in ihrem Schoße wohnt, um die Sünder zu erretten aus den schweren Sündenfetten. mußt sterben, ist dir kund: verborgen ist des Todes Stund. 6. Heut lebst du, heut befehre dich! Eh morgen tommt, fanns ändern sich. Wer heut ist frisch, gesund und rot, ist morgen krank, ja gar wohl tot. So du nun stirbest ohne Buß, dein Leib und Seel verderben muß. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich noch heut mich wend zu dir und Buße thu den Augenblick, eh mich der schnelle Tod entrück, auf daß ich heut und jeder Zeit zu meiner Heimfahrt sei bereit. 3. Heermann, † 1647Mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. 233 Gwge Liebe, mein Gemüte waget einen kühnen Blick in den Abgrund deiner Güte! Send ihm einen Blick zurück, einen Blick voll Heiterkeit, der die Finsternis zerstreut, die mein blödes Auge drücket, wenn es nach dem Lichte blicket. 2. Jch verehre dich, o Liebe, daß du dich erbarmet hast und aus einem freien Triebe den erwünschten Schluß ge faßt, der im Fluch versent ten Welt durch ein teures Lösegeld, durch des eignen Sohnes Sterben Gnad und Freiheit zu erwerben. 4. Doch du hast, o weise Liebe, eine Ordnung auch bestimmt, daß sich der darinnen übe, der am Segen Anteil nimmt; wer nur an den Mittler gläubt und ihm treu ergeben bleibt, der soll nicht verloren gehen, sondern Heil und Leben sehen. 5. Liebe, dir sei Lob gefungen für den gnadenvollen Schluß, den die Schar verklärter Zungen rühmen und bewundern muß, den der Glaub in Demut ehrt, die Vernunft erstaunet hört und umsonst sich unterwindet, wie sie dessen Tief ergründet. 6. Liebe, laß mich dahin streben, meines Heils gewiß zu sein! richte selbst mein ganzes Leben so nach deinem Willen ein, daß des Glau bens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir geschafft mir zum Zeugnis dienen möge, ich sei auf dem Himmelswege. 7. Laß mich meinen Namen schauen in dem Buch des Lebens stehn; dann so 7* wird Wiedergeburt und Heiligung. 156 werd ich ohne Grauen selbst dem Tod entgegen gehn. Keine Kreatur wird mich, deinen Liebling, ewiglich dei ner Hand entreißen können, noch von deiner Liebe tren: nen. 9. 3. Nambach), † 1735. 234 Mein Heiland nimmt die Sünder an; die unter ihrer Last der Sünden kein Mensch, kein Engel trösten kann, die nirgend Ruh und Rettung finden, für deren Angst und Seelenpein die weite Welt ist selbst zu klein, weil über sie der Stab gebrochen, der Himmel ihnen abgesprochen, die sehn die Freistatt aufgethan: mein Heiland nimmt die Sünder an.:,: 2. Sein mehr als mütterliches Herz trieb ihn von seinem Thron auf Erden; ihn drang der Sünder Not und Schmerz, an ihrer statt ein Fluch zu werden; er senkte sich in ihre Not und litt für sie den bittern Tod; nun, da er denn sein eigen Leben für sie als Lösegeld gegeben und seinem Vater gnug gethan, so heißts: er nimmt die Sünder an.:,: 3. O solltest du sein Herze sehn, wie sichs nach armen Sündern sehnet, sowohl wenn sie noch irre gehn, als wenn ihr Auge vor ihm thränet! Wie streckt es sich nach Böllnern aus, wie eilt er in Bachäi Haus, wie sanft stillt er dort Magdalenen den Strom der heißen Neuethränen und denkt nicht, was sie sonst gethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an.:,: tuning. De 4. Wie freundlich blickt er Petrum an, so tief der Jünger auch gefallen. Nun, dies hat er nicht nur gethan, da er auf Erden mußte wallen; nein, er ist immerdar sich gleich, an Liebe, Tren und Gnade reich, und wie er unter Schmach und Leiden, so ist er auf dem Thron der Freuden den Sündern liebreich zugethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an.:,: 5. So komme denn, wer Sünder heißt, wen seine Sündenschuld betrübet, zu dem, der keinen von sich weist und der zerschlagne Herzen liebet. Wie, willst du dir im Lichte stehn und ohne Not verloren gehn? Willst du der Sünde länger dienen, da, dich zu retten, er erschienen? O nein! verlaß die Sündenbahn! Mein Heiland nimmt die Sünder an.:,: 11.4 6. Komm nur mühselig und gebückt, komm nur, so gut du weißt zu kommen; wenn Glaube und Rechtfertigung. 157 Heiland aller Sünder, erfüll mit sehnender Begier auch uns und alle Adams- Kinder. Zeig uns bei unserm Seelenschmerz dein aufge schlossnes Liebesherz, und wenn wir unser Glend sehen, so laß uns ja nicht stille stehen, bis daß ein jeder sagen kann: Gottlob, auch mich nimmt Jesus an.:,: 2. F. F. Lehr, † 1744. wenn gleich die Last dich niederdrückt, du wirst auch so noch angenommen. Sieh, wie sein Herz dir offen steht, und wie er dir entgegen geht! Wie lang hat er mit vielem Flehen sich brünstig nach dir umgesehen! So komm denn, armer Mensch, heran! Mein Heiland nimmt die Sünder an.:,: 7. Sprich nicht: ich fün digte zu schwer, ich bin zu sehr mit Schuld beladen, für mich ist keine Rettung Mel. Jesus, meine Zuversicht ze. mehr, mich nimmt der Herr 235 Jeſus nimmt die nicht an Sünder an! fern dus jetzt nur redlich meinst und deinen Fall mit Ernst beweinst, so soll ihm nichts die Hände binden, und du sollst seine Gnade finden. Er hilft, wenn sonst nichts helfen kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an.:,: 8. Doch sprich auch nicht: es ist noch Zeit, ich muß erst noch der Welt genießen; Gott wird ja eben nicht gleich heut die offne Gnaden pforte schließen. Nein, weil er ruft, so höre du und tritt zum Gnadenstuhl hinzu; wer seiner Seele Heil verträumet, der hat die Gnadenzeit versäumet, ihm wird hernach nicht aufgethan; heut komm, heut nimmt dich Jesus an.:,: 9. Ja, zeuch uns selber recht zu dir, holdseliger Saget doch dies Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir wert, doch hat er in seinem Worte eidlich sich dazu ers klärt; sehet nur, die Gnadenpforte ist hier völlig aufge than: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, fuchet es ein treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, fuchet treulich das Verirrte, daß es nicht verderben kann: Jesus nimmt die Sünder an.. 4. Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder, Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes 158 Wiedergeburt Gottes Kinder; glaubt es doch und denkt daran: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Jch Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden; laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder all. 6. Nun so faß ich frohen Mut, auf dich werf ich meine Sünden; dein am Kreuz vergossnes Blut lässet mich Vergebung finden, daß ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Jesus nimmt die Sün der an! Er hat mich auch angenommen und den Him: mel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. E. Neumeister, † 1756. Mel. O daß ich tausend Rungen zc. 236 h habe nun den gefunden, der meinen Anker ewig hält; wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel unters geht. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Tenten und Heiligung. übersteigt, des, der mit off nen Liebesarmen sich zu uns armen Sündern neigt, dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott, will, uns soll geholfen sein; des wegen kam sein Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein; deswegen klopft er für und für so start an unsers Herzens Thür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunde recht verbinden; hier findet kein Verdammen statt, weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getrost vertraun, und wenn mich meine Sünden kränken, nur bald nach Gottes Herzen schaun; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre mir entrissen, was Seel und Leib erquicken kann; darf ich von keinem Troste wissen und scheine völlig ausgethan; ist die Errettung noch so weit: mir bleibet doch Barmhergigkeit. 7. Muß ich an meinen besten Werken, darinnen ich gewandelt Glaube und Rechtfertigung. gewandelt bin, viel Unvollkommenheit bemerken, so fällt wohl alles Rühmen hin; doch ist auch hier der Trost bereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 8. Es gehe mir nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist; er wolle selbst mein Herze stillen, damit es dies nur nicht vergißt; so stehet es in Lieb und Leid in, durch und auf Barmherzigkeit. den! Herz, glaubst dus oder glaubst dus nicht? Was willst du dich so blöd geberden? Jsts Wahrheit, was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit sein: aus Gnaden ist der Himmel dein! 159 daß uns sein Tod das Heil gebracht und uns aus Gnaden selig macht. 2. Aus Gnaden! Hier gilt kein Verdienen, die eignen Werke fallen hin. Der Mittler, der im Fleisch erschienen, hat diese Ehre zum Gewinn, 3. Aus Gnaden! Merk dies Wort aus Gnaden", so oft dich deine Sünde plagt, so schwer du immer bist beladen, so oft dich dein Gewissen nagt; was die Vernunft nicht fassen kann, das beut dir Gott aus Gnaden an. 9. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so lange mich die Erde trägt; das will ich denken, thun und treiben, so lange noch mein Herze schlägt: so sing ich einst in Ewigkeit: o Abgrund der Barmherzigkeit! 9. A. Nothe, † 1758. 5. Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben, so lange Gott wahrhaftig heißt; was alle Knechte Jesu schreiben, was Gott in seinem Worte Mel. O daß ich tausend Zungen ze. nsdut 237 Aus Gnaden soll preist, worauf all unser 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden und übernahm die Sündenlast; was nötigt ihn, dein Freund zu werden? Sprich, wo du was zu rühmen hast! Wars nicht, daß er dein Bestes wollt und dir aus Gnaden helfen sollt? des Sohnes Blut. 6. Aus Gnaden! Doch, du sichrer Sünder, denk nicht: wohlan, ich greif auch zu." Wahr ists, Gott rufet Adams Kinder aus Gnaden zur verheißnen Ruh; doch nimmt er nicht zu Gnaden an, der noch auf Gnade sündgen kann. 7. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehöret, tret ab von aller Heuchelei; nur wenn Wiedergeburt und Heiligung. 160 wenn der Sünder sich bekehret, dann lernt er erst, was Gnade sei; beim Sündgen scheint die Gnad gering, dem Glauben ists ein Wunderding! and dan 8. Aus Gnaden dem bleibt blöden Herzen das Herz des Vaters aufgethan, wenns unter Angst und heiBen Echmerzen nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich oftmals Stärkung her, wenn Gnade nicht mein Anker wär? 9. Aus Gnaden! Hierauf will ich sterben; ich glaube, darum ist mir wohl; ich kenn mein sündliches Verderben, doch den auch, der mich heilen soll. Mein Geist ist froh, die Seele lacht, weil mich die Gnade selig macht. Chr. L. Scheidt, † 1761. prafats Mel. O daß ich tausend Zungen zc. 238 Mir ist Erbar: mung widerfahren, Erbarmung, deren ich nicht wert; das zähl ich zu dem Wunderbaren, mein Blut des Sohns mich rein. Warum? ich war ja Gottes Feind! Erbarmung hats so treu gemeint! 3. Das muß ich dir, mein Sott, bekennen, das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Erbarmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 2. Ich hatte nichts als Born verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein; er hat mich mit sich selbst verfühnet, macht durch das 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben, dies soll mein einzig Rühmen sein; auf dies Erbarmen will ich glauben, auf dieses bet ich auch allein, auf dieses duld ich in der Not, auf dieses hoff ich noch im Lod. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, nimm dein Erbarmen nicht von mir und führe durch den Tod mich Armen, durch meines Heilands Tod zu dir; da bin ich ewig hoch erfreut und rühme die Barmherzigkeit. Ph. F. Hiller, † 1769. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. stolzes Herz hats nie begehrt. 239 Ich weiß von Nun weiß ich und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. keinem andern Grunde, als den der Glaub in Christo hat; ich weiß von keinem andern Bunde, von keinem andern Weg und Rat, als daß man elend, arm und bloß sich legt in seines Vaters Schoß. Glaube und Rechtfertigung. 161 2. Ich bin zu meinem Heiland kommen und eil ihm immer besser zu; ich bin 7. Jch bleib im tiefsten Demutsgrunde und will von Christo nimmer gehn; auch von ihm aufgenommen ich bleib im allgemeinen und finde bei ihm wahre Ruh; er ist mein Kleinod und mein Teil, und außer ihm weiß ich kein Heil. 3. Ich bleib in Christo nun erfunden und bin in ihm gerecht und rein; bleib ich mit ihm nur stets ver bunden, so kann ich immer sicher sein; Gott sieht auch mich in Christo an, wer ist, der mich verdammen fann? O 4. Ich fühle noch in mir die Sünde; doch schaden weil ich in Christo mich befinde; - sehr. Ich halte nichts gering und klein, sonst dringt ein sichres Wesen ein. 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben im Glauben und in Christi Kraft; der alte Mensch muß täglich sterben, der noch nicht tot am Kreuze haft; dies aber macht mich rein und klein und lehrt zu Jesu ernstlich schrein. 6. Und da ich so in Christo bleibe, stets vor ihm wandelnd auf ihn seh, das Wort des Friedens fröhlich treibe und unablässig zu ihm fleh, so bleib ich stets im Grunde stehn, da kann mein Wachstum vor sich gehn. Bunde, in allgemeiner Liebe stehn und hang an Christo ganz allein; dies soll mein Grund auf ewig sein! 8. Jesu, laß mich in dir bleiben, o Jesu, bleibe du in mir; laß deinen guten Geist mich treiben, daß ich im Glauben folge dir; laß stets mich fromm und wachsam sein, so reißet nichts den Grund mir ein. R. H. v. Bogatty, † 1774. Idour Mel. Herzlich lieb hab ich dich, hilo Herr 2c. ch 240 bensfürst, zu dir; erbarmend rufest du auch mir, den Frieden zu empfangen. Der Sünden Last ist mir zu schwer: o laß mich nicht vom Troste leer, laß mich zur Ruh gelangen. Sieh an mein tiefgebeugtes Herz! Sich meiner Seele Angst und Schmerz! Wer tröstet mich, als du allein? wer machet mich von Sünden rein? Herr Jesu Christ, mein Trost, mein Licht, mein Trost, mein Licht, verwirf mein sehnlich Flehen nicht. 2. Du, du bist meine Zus versicht! Durch dich entflieh ich dem Gericht, dem schweren Lohn Wiedergeburt und Heiligung. 162 Lohn der Sünden. Durch dich kann ich dem Fluch entgehn und mich mit Gott vereinigt sehn, durch dich das Leben finden. Dein Tod ist der Verlornen Heil; sein Segen werd auch mir zu Teil; er sei auch mir Beruhigung und meines Lebens Heiligung. Herr Jesu Christ, ich hoff auf dich, ich hoff auf dich, in dieser Hoffnung stärke mich! 3. Mein ganzes Leben preise dich! Erlöst, mein Mittler, hast du mich, dein Eigentum zu werden. Bin ich nur dein, so fehlt mir nichts, nichts einst am Tage des Gerichts, nichts hier auf dieser Erden. Auf dieser Bahn zum Vaterland entzeuch mir niemals deine Hand; zu deinem Dienste stärke mich, und laß mich fiegen einst durch dich. Herr Jesu Christ, erhöre mich; cinst preis ich dich für deine Gnade ewiglich. Chr. Sturm,+ 1786. Mcl. Jesu, meines Lebens Leben zc. 241 Du sollst glauben, o du Armer, und du zweifelst, zweifle nicht; du sollst beten zum Erbarmer, und du kannst, du kannst es nicht. Du sollst unbedingt vertrauen, dort wirst du den Ausgang schauen. Jesu Ausgang ward erst klar, als er auferstanden war. 2. Glaube giebt der Andacht Flügel, Glaube hebt zu Gott empor, Glaube bricht des Grabes Siegel, selbst der Ewigkeiten Thor; Glaube geht durch Flamm und Fluten, ließ die Zeugen Jesu bluten und sie überwinden weit, sicher ihrer Seligkeit. 3. Glaube hilft in allem liegen, macht die schwerste Tugend leicht; alles muß zu Füßen liegen, selbst ge= du auch im Kampf erlagest, wohnte Sünde weicht. Ob schon an Glaubenskraft kämpfe mehr, deine Hilfe ist verzagest: kämpfe stärker, der Herr. 4. Hast du nicht des Wunderbaren Wunderausgang oft gesehn? siehst du nicht den Unsichtbaren groß durch Thaten bei dir stehn? mußt du denn ihn immer sehen? bald des Ewgen Rat verstehen? bald dich seiner Hilfe freun? würde dies dein Bestes sein? 5. Glaube dann noch, wenn zu glauben fast kein Hoffnungsstrahl mehr bleibt; laß dir nichts sein Machtwort rauben: Selig, selig ist, wer glaubt!" Ach, die ersten dort am Throne glaubten ohne Schaun die Krone, rangen, Glaube und Rechtfertigung. rangen, starben, wankten nie, und empfingen! Sei, wie sie! G. Neiber, † 1809. - Mel. Valet will ich dir geben 2c. weiß, an wen 242 weiß, was fest besteht, wenn alles hier im Staube wie Staub und Rauch verweht; ich weiß, was ewig bleibet, wo alles wankt und fällt, wo Wahn die Weisen trei bet und Trug die Klugen hält. 2. Ich weiß, was ewig dauert, ich weiß, was nie verläßt; auf ewgen Grund gemauert steht diese Schutzwehr fest. Es sind des Heilands Worte, die Worte fest und klar; an diesem Felsenhorte halt ich unwandelbar. 3. Auch kenn ich wohl den Meister, der mir die Feste baut: es ist der Herr der Geister, auf den der Himmel schaut, vor dem die Seraphinen knien, um den die Heilgen dienen! Ich weiß und kenne ihn. 4. Das ist das Licht der Höhe, das ist mein Jesus Christ, der Fels, auf dem ich stehe, der diamanten ist, der nimmermehr kann wan ken, mein Heiland und mein Hort, die Leuchte der - 1 163 Gedanken, die leuchtet hier und dort. 5. Er, den man blutbedecket am Abend einst begrub; er, der, von Gott erwecket, sich aus dem Grab erhub; der meine Schuld versöhnet, der seinen Geist Gnade krönet und ewig mein gedenkt. 6. Drum weiß ich, was ich glaube, ich weiß, was fest besteht und in dem Erdenstaube nicht mit als Staub verweht. Es bleibet mir im Granen des Todes ungeraubt; es schmückt auf Himmelsauen mit Kronen einst mein Haupt. E. M. Arndt,+ 1860. Heiligung. Nachfolge Christi. met. Wie nach einer Wasserquelle zc. 243 Sei getreu bis an das daß nicht Marter, Angst und Not dich von deinem Jesu wende; sei ihm treu bis in den Tod! Ach, das Leiden dieser Zeit ist nicht wert der Herrlichkeit, die dein Jesus dir will geben dort in jenem Freudenleben. 2. Sei getreu in deinem Glauben! Laß dir dessen festen Wiedergeburt und Heiligung. 164 festen Grund ja nicht aus dem Herzen rauben, halte treulich deinen Bund, den dein Gott durchs Wasserbad fest mit dir geschlossen hat. Ach, du gingest ja verloren, wenn du treulos ihm geschworen! 3. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt; auch die Lieb am Nächsten übe, wenn er dich auch oft betrübt. Denke, was dein Heiland that, als er für die Feinde bat! Du mußt, soll dir Gott vergeben, auch verzeihn und liebreich leben. 4. Sei getreu in deinem Leiden! Lasse dich kein Ungemach, laß dich nichts von Jesu scheiden, murre nicht in Weh und Ach! Denn du machest deine Schuld größer nur durch Ungeduld; leichter trägt, wer willig tröget, was sein Gott ihm aufer: leget. 5. Sei getren in deinem Hoffen! Trane fest auf Gottes Wort; hat dich Kreuz und Not betroffen und Gott hilft nicht alsofort:hoff auf ihn doch festiglich, fein Herz bricht ihm gegen dich, seine Hilf ist schon vor handen, Hoffnung machet nie zu schanden. 6. Nun wohlan, so bleib im Leiden, Glauben, Liebe, Hoffnung fest! Ich will treu sein bis zum Scheiden, weil mein Gott mich nicht verläßt. Herr, den meine Seele liebt, dem sie sich im Kreuz ergiebt, sieh, ich fasse deine Hände: hilf mir treu sein bis zum Ende! Nach Benj. Prätorius, um 1659. mel. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt zc. 244 Mir nach, spricht Christus, un ser Held, mir nach, ihr Christen alle; verleugnet euch, verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle; nehmt euer Kreuz und Un= gemach auf euch, folgt meinem Wandel nach! 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für mit heilgem Tugendleben; wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben; ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demütigkeit, voll Liebe mein Gemüte, mein Mund voll Huld und Freundlichkeit, voll Sanftmut und voll Güte; mein Geist und Wille, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Jch zeig euch das, was schädlich ist, zu fliehen und zu meiden, und euer Herz von arger List zu reingen und Nachfolge Christi. und zu scheiden; ich bin der Eeelen Fels und Hort und führ euch zu der Himmelspfort. 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, ich steh euch an der Seite, ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still mag stehn, sieht er voran den Feldherrn gehn! 6. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich verlieren; wer sie hier zu verlieren scheint, wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht wert und meiner Zier. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit Leib und Geel nachgehen und wohlgemut, getrost und gern in allen Leiden stehen. Denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Joh. Scheffler,+ 1677. Mel. Lasset uns den Herren preisen zc. 245 Laffet uns mit Jesu ziehen, seinem Vorbild folgen nach, in der Welt der Welt entflichen, auf der Bahn, die er uns brach, immerfort zum Himmel reisen, irdisch noch, schon himmlisch sein, 165 glauben recht und leben rein, in der Lieb den Glauben weisen! Treuer Jesu, bleib bei mir; geh voran, ich folge dir. 2. Lasset uns mit Jesu leiden, seinem Vorbild werden gleich! Nach dem Leiden folgen Freuden, Armut hier machtdroben reich; Thränensaat, die erntet Wonne, Hoffnung tröstet mit Geduld; denn es scheint durch Gottes Huld nach dem Regen bald die Sonne. Jesu, hier leid ich mit dir; dort teil deine Freud mit mir! 3. Lasset uns mit Jesu sterben! Sein Tod rettet uns vom Tod, rettet von der Seel Verderben, von der ewiglichen Not. Laßt uns töten, weil wir leben, unser Fleisch, ihm sterben ab, so wird er uns aus dem Grab in das Himmelsleben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben! Weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt du bist, wir sind deines Leibes Glieder; wo du lebst, da leben wir; ach, erkenn uns für und für, trener Freund, als deine Brüder! Jesu, dir ich lebe hier, dorten ewig auch bei dir. Siegmund v. Virken, † 1681. Wiedergeburt und Heiligung. 246 zu 5. Jesu, hilf fiegen, das efu, hilf siegen, mit auch mein Wille dir, 166 Lebens! Sieh, wie die Finsternis dringet herein, wie sie ihr drohendes Heer nicht vergebens mächtig auf führet, mir schädlich zu sein! Schau, wie sie sinnet auf allerlei Ränke, daß sie mich sichte, verstöre und fränke. 2. Jesu, hilf siegen; ach, wer muß nicht klagen! Herr, mein Gebrechen ist immer vor mir; hilf, wenn die Sünden der Jugend mich nagen, die mein Gewissen mir täglich hält für! Ach, laß mich schmecken dein kräftig Verfühnen und dies 311 meiner Demütigung dienen. 3. Jesu, hilf siegen, wenn in mir die Sünde, Eigenlieb, Hoffart und Mißgunst sich regt, wenn ich die Last der Begierden empfinde, und sich mein tiefes Verderben darlegt. Hilf dann, daß ich vor mir selber erröte und durch dein Leiden die Sündenlust töte. 4. Jesu, hilf siegen und lege gefangen in mir die Liste des Fleisches und gieb, daß in mir lebe des Geistes Verlangen, aufwärts sich schwingend durch) heiligen Trieb. Laß mich eindringen ins göttliche Wesen, so wird der Leib und die Seele genesen. geschenkt, und ich mich so in dein Wollen verhülle, daß sich die Seele zur Ruhe hinlentt. Laß mich mir sterben und alle dem Meinen, daß ich mich zählen darf unter die Deinen. 6. Jesu, hilf siegen und laß mich nicht sinken! Wenn sich die Kräfte der Lügen aufblähn und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken, laß doch viel heller dann deine Kraft sehn. Steh mir zur Rechten, o König und Meister, lehre mich kämpfen und prüfen die Geister. 7. Jesu, hilf siegen im Wachen und Beten; Hüter, du schläfst ja und schlummerst nicht ein. Laß dein Gebet mich unendlich ver treten, der du versprochen, Fürsprecher zu sein. Wenn mich die Nacht mit Ermüdung will decken, wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken. 8. Jesu, hilf siegen, wenn alles verschwindet, und ich mein Nichts und Verderben nur seh; wenn kein Vermögen zu beten sich findet, wenn ich muß sein ein verschüchtertes Reh, ach, Herr, so wollst du im Grunde der Seelen Nachfolge Christi. Seelen dich mit dem innersten Seufzen vermählen. 9. Jesu, hilf siegen, wenns nun kommt zum Sterben; mach du uns würdig und stetig bereit, daß ich mich nenne des Himmelreichs Erben dort in der Ewigkeit, hier in der Zeit. Jesu, mein Jesu, dir bleib ich ergeben, hilf du mir siegen, mein Heil, Trost und Leben! 3. H. Schröder, † 1699. Mel. Eins ist not ac. 247 Herzog unfrer Se ligkeiten, zeuch uns in dein Heiligtum, da du uns die Stätt bereiten und zu deines Namens Ruhm als deine Erlösten siegprächtig willst führen! Lak unsere Bitte dein Herze jetzt rühren; wir wollen dem Vater zum Opfer dastehn und mit dir durch Leiden zur Herrlichkeit gehn. 2. Er hat uns zu dir gezogen, und du wieder zu ihm hin; Liebe hat uns überwogen, daß an dir hängt Herz und Sinn. Nun wollen wir gerne mit dir auch absterben dem ganzen natürlichenSeelenverderben; in deinen Tod, Heir, laß verpflanzet uns sein, sonst dringen wir nimmer ins Leben hinein. 3. Fürst des Lebens, komm und eile, führ das Todes: 167 urteil aus; brich entzwei des Mörders Pfeile, wirf die Sünde ganz hinaus! Ach, laß sich dein neues, erstandenes Leben in unsern erstorbenen Herzen erheben; erzeig dich verkläret und herrlich noch hier und bringe ein neues Geschöpfe herfür. 4. Kehre die zerstreuten Sinnen aus der Vielheit in das Ein, daß sie wieder Raum gewinnen, nur von dir erfüllt zu sein! Ach, wirf du die Mächte der Finsternis nieder, erneure die Kräfte des Geistes uns wie der, daß er aus der Fülle der Gnade sich nähr und gegen der Gottheit Verächter sich wehr. 5. Lebe denn und lieb und labe in der neuen Kreatur, Lebensfürst, durch deine Gabe die genesene Natur! Erwecke dein Paradies wieder im Grunde der Seelen und bringe noch näher die Stunde, da du dich in allen den Deinen verklärst und ihnen das ewige Leben gewährst. 6. Gönne uns noch Frist auf Erden, Zeugen deiner Kraft zu sein, deinem Bilde gleich zu werden, in dem Tod zu nehmen ein des Lebens vollkommene Freiheit und Rechte, als eines vollendeten Heilands Geschlechte! Der Unglaub mag denken: wir Wiedergeburt und Heiligung. 168 wir bitten zu viel; du hörst unsre Bitten, thust über ihr Biel! G. Arnold, † 1714. 248 Durchbrecher aller Bande, der du immer bei uns bist, bei dem Schaden, Epott und Echande lauter Lust und Himmel ist, übe ferner dein Gerichte wider unsern Adamssinn, bis uns dein so treu Gesichte führet aus dem Kerker hin. 2. Jsts doch deines Va ters Wille, daß du endest dieses Werk; hierzu wohnt in dir die Fülle aller Weisheit, Lieb und Stärk, daß du nichts von dem verlierest, was er dir geschenket hat, und es aus der Unruh führest zu der selgen Ruhestatt. 3. Ach, so mußt du uns pollenden, willst und kannst ja anders nicht; denn wir sind in deinen Händen, dein Herz ist auf uns gericht, ob wir wohi von allen Len ten als gefangen sind geacht, weil des Kreuzes Niedrig keiten uns der Welt zum Spott gemacht. 4. Schau doch aber unsre Ketten, da wir mit der Kreatur seufzen, ringen, schreien, beten um Erlösung der Natur von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns noch so hart bedrückt, ob au schon der Geist in Zeiten fi auf etwas Beßres schickt. 5. Ach, erheb die matte Kräfte, reiße du das Ban entzwei, daß wir, durch d Weltgeschäftedurchgebrochen stehen frei! Weg mit Mer schenfurcht und Zagen, weid Vernunftbedenklichkeit; fo mit Scheu vor Schmach un Plagen; weg des Fleische Zärtlichkeit! zerstöre diese Macht d 6. Herr, zermalme, Her Finsternis; denn der prei nicht deine Ehre, den f uns aus dem Staub de fort zum Tode riß. He Sünden, wirf die Lust de Welt hinaus; laß uns wah! Freiheit finden, Freiheit i des Vaters Haus! 7. Wir verlangen feir Ruhe für das Fleisch i dieser Zeit; wie dus nöthi findest, thue noch vor unsre Abschiedszeit; aber uns Geist, der bindet dich in Glauben, läßt dich nich bis er die Erlösung finde die dein treuer Mund ver spricht. 8. Herrscher, herrsch Sieger, siege; König, brau dein Regiment, führe deine Reiches Kriege, mach de Sklaverei ein End! Ach, di Last treibt uns zu rufer alle flehen wir dich an jei Nachfolge Christi. 169 Zeig doch nur die ersten glänzend Angesicht erleuchten Stufen der gebrochnen Freiheitsbahn! mein Herz und Gemüt, o Brunnen unerschöpfter Güt! 9. Ach, wie teur sind wir erworben, nicht der Menschen Knecht zu sein! Drum, so wahr du bist ge storben, mußt du uns auch machen rein, rein und frei und ganz vollkommen, in dein heilig Bild verklärt; der hat Gnad um Gnad genommen, wer aus deiner Füll sich nährt. 10. Liebe, zeuch uns in dein Sterben, laß mit dir gekreuzigt sein, was dein Reich nicht kann ererben; führ ins Paradies uns nicht ein! Doch wohlan, du wirst säumen, laß nur uns nicht lässig sein; werden wir doch als wie träumen, wenn die Freiheit bricht herein. G. Arnold, † 1714. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens zc. 249 in reines Herz, Herr, schaff in mir, schleuß zu der Sünde Thor und Thür, vertreibe sie und laß nicht zu, daß sie in meinem Herzen ruh! 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Thür; ach, komm und wohne du bei mir; was uns rein ist, das treib hinaus aus deinem Tempel, deinem Haus. 3. Laß deines guten Geistes Licht und dein hell4. Und mache denn mein Herz zugleich an Himmelsgut und Segen reich; gieb Weisheit, Stärke, Rat, Verstand aus deiner milden Gnadenhand: 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigentum und dieses achten für Gewinn, wenn ich nur dir ergeben bin. G. H. Neuß, † 1716. Mel. Straf mich nicht in deinem zc. 250 Mache dich, mein Geist, bereit, wache, fleh und bete, daß dich nicht die böse Zeit unverhofft betrete; denn es ist Satans List über viele Frommen zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe; denn es folget sonst darauf eine lange Strafe, und die Not samt dem Tod möchte dich in Sünden unvermutet finden. 3. Wache auf, sonst kannst du nicht Christi Klarheit sehen; wache, sonst wird dir sein Licht ewig ferne stehen; denn Gott will für die Füll seiner Gnadengaben offne Augen haben. 8 170 Wiedergeburt und Heiligung. 4. Wache, daß dich nicht Mel. Wachet auf, ruft uns zc. die Welt durch Gewalt bezwinge, oder, wenn sie ſich 251 Rüſtet euch, ihr verstellt, wieder an bringe; wach und sieh, daß dich nie falsche Brüder fällen, die dir Nebe stellen. 5. Wach, und hab auf dich wohl acht, trau nicht deinem Herzen; leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes Gnad verscherzen; denn es ist voller List, kann sich selber heucheln und in Hoffart schmeicheln. 6. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen; denn der Herr nur kann dich frei von dem allem machen, was dich drückt und bestrickt, daß du schläfrig bleibest und sein Werk nicht treibest. 7. Doch getrost, es muß uns schon alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet anflehen; denn er will alle Füll seiner Gunst ausschütten, wenn wir gläubig bitten. 8. Drum so laßt uns immerdar wachen, flehen, beten, weil die Angst, Not und Gefahr immer näher treten; denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. Joh. Burchh. Freystein,+ 1720. Die Feinde suchen euch zur Beute, ja, Satan selbst hat eur begehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte und lämpfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet unversehrt! Ist euch der Feind zu schnell, hier ist Immanuel; Ho sianna! Der Starke fällt durch diesen Held, und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüsten, besieget sie, die ihr seid Christen, und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen. Wo ist des Glanbens Ritterschaft? Wer hier ermüden will, der schane auf das Ziel: da ist Freude! Wohlan, so seid zum Kampf bereit, so krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wengen Jahre, eh ihr kommt auf die Totenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Toten wecken, und das Gericht die Welt wird schrecken, so stehen wir mit Freuden auf. Gott lob, wir sind versöhnt! Daß uns die Welt noch höhnt, währt nicht lange, und Gottes Sohn hat längstens schon uns Nachfolge Chrifti. uns beigelegt die Ehrenfron. 4. Jesu, stärke deine Kinder und mach aus ihnen Überwinder, die du erkauft mit deinem Blut; schaff in uns ein neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Mut! Gieß aus auf uns den Geist, dadurch die Liebe fleußt in die Herzen; so halten wir getreu an dir im Tod und Leben für und für. W. C. Arends,+ 1721. Mel. Wachet auf! ruft uns zc. 252 S Jesu, Heilgungsquelle, mehr als Krystall rein, klar und helle, du lau: trer Strom der Heiligkeit! Aller Glanz der Cherubinen, die Heiligkeit der Seraphinen ist gegen dich nur Dunkelheit. Ein Vorbild bist du mir; ach, bilde mich nach dir, du mein Alles! Hilf, Jesu, du auch mir dazu, daß ich mag heilig sein wie du. 2. Stiller Jesu, wie dein Wille dem Willen deines Vaters stille und bis zum Tod gehorsam war, also mach auch gleichermaßen mein Herz und Willen dir gelassen; ach, stille meinen Willen gar! Mach mich dir gleichgesinnt, wie ein gehorsam Kind stille, stille; hilf, Geilger 171 Jefu, du auch mir dazu, daß ich fein stille sei wie du. Schlummer, in großer Ar3. Wacher Jesu, ohne beit, Müh und Kummer biſt du gewesen Tag und Nacht; mußtest täglich viel aus stehen, des Nachts lagst du vor Gott mit Flehen und hast gebetet und gemacht. Gieb mir auch Wachsamkeit, daß ich wie du allzeit wach und bete! Hilf, Jesu, du auch mir dazu, daß ich stets wachsam sei wie du. 4. Gütger Jefu, ach, wie gnädig, wie liebreich bist du und gutthätig doch gegen Freund und Feind gesinnt! Deine Sonne scheinet allen, dein Regen muß auf alle dankbar sind. Mein Herr, fallen, ob sie dir gleich unach, lehre mich, damit auch hierin ich dir nacharte! Hilf, hierin ich dir nacharte! Hilf, Jesu, du auch mir dazu, daß ich so gütig sei wie du. 5. Sanfter Jesu, ganz unschuldig ertrugst du alle Schmach geduldig und übtest niemals Rache aus. Wer kann deine Sanftmut messen, bei der du dennoch nie vergessen den Eifer um des Vaters Haus! Mein Heiland, ach, verleih mir Sanftmut und dabei guten Eifer! Hilf, Jesu, du auch mir dazu, daß ich sanftmütig sei wie du. Wiedergeburt und Heiligung. 172 6. Hoher Jesu, Ehrenkönig, du suchtest deine Ehre wenig und wurdest niedrig und gering; wandeltest ein her auf Erden in Demut und in Knechtsgeberden, er hobst dich selbst in keinem Ding. Herr, solche Demut lehr mich auch je mehr und mehr stetig üben! Hilf, Jesu, du auch mir dazu, daß ich demütig sei wie di. 2. Daß nun dieses mög geschehen, müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut und nach dessen Neigung gehen, sondern was Gott will und thut, das muß ewig und allein eures Lebens Richtschnur sein, mag es eure schwachen Herzen nun erfreuen oder schmerzen. 3. Ihr habt Ürsach zu bekennen, daß in euch noch Sünde ist, daß ihr Fleisch von Fleisch zu nennen, daß ihr fehlt zu jeder Frist, und daß Gottes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft, daß nichts außer seiner Gnade in euch ist, als Seelenschade. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet! Selig, wer im Kampf besteht und die Sünden in sich dämpfet! Selig, wer die Welt verschmäht! Unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach; wer den Himmel will er erben, muß zuvor mit Christo sterben. Mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. 5. Werdet ihr nicht trenlich ringen, sondern träg 253 Shaffet, schaffet, und lässig sein, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit und Krieg folget nie ein rechter Sieg. Nur den Siegern wird die Krone bei gelegt zum Gnadenlohne. 6. Mit der Welt nach Lust zu jagen, findet nicht bei Christen statt; an dem Fleisch Gefallen 7. Liebster Jesu, liebstes Leben, mach mich in allem dir ergeben und deinem heilgen Vorbild gleich; gieb, daß mich dein Geist durchdringe, daß ich viel Glaubensfrüchte bringe und tüchtig werd zu deinem Reich. Ach, zeuch mich ganz zu dir, behalt mich für und für, trener Heiland! Hilf mir dazu, daß ich wie du, und wo du bist, einst finde Ruh. Nach dem Holländ. des Jod. v. Lodenstein, von B. Crasselius, † 1724. Menschenkinder schaffet eure Seligkeit! Banet nicht, wie freche Sünder, nur auf gegenwärtge Zeit, sondern schanet über euch, ringet nach dem Himmel reich, und bemühet euch auf Erden, wie ihr möget selig werden. Nachfolge Christi. Gefallen tragen, macht des Geistes Kräfte matt; unter Christi Kreuzesfahn geht es wahrlich gar nicht an, daß man noch mit frechem Herzen wolle sicher thun und scherzen. Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. 7. Furcht muß herrschen vor dem Nichter, deſsen Hand 254 Himmelan geht das Scepter trägt, der die sichern Bösewichter zur Verdammnis niederschlägt. Er ists, der, wie's ihm beliebt, Wollen und Vollbringen giebt; o so laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzuflehen! unsre Bahn; wir sind Gäste nur auf Er den, bis wir dort nach Kanaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Bilgrimsstand, droben unser Vaterland. 8. Und, zu werden Christi Glieder, die sein reiner Geist bewegt, kämpft den alten Menschen nieder, bis ihm seine Macht gelegt. Was euch hindert, werfet ab; was euch ärgert, senkt ins Grab; und denkt stets an Christi Worte: Dringet durch die enge Pforte!" 173 Kraft und Stärk und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe und also zum Himmel dringe. 2. A. Gotter, † 1735. 9. Zittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum sehn, bis ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ach, mein Heiland, geh doch nicht mit mir Armem ins Gericht! Gieb mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir, auf daß ich in Jesu Namen meinen Kampf zu Ende führ. Er verleihe 2. Himmelan schwing dich, mein Geist; denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Ziel erlesen; ein von Gott erleuchter Sinn kehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan, ruft Gott mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre. Wenn mich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 4. Himmelan! Mein Glaube zeigt mir das schöne Los von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 5. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Hei mat führen, da ich über alle 174 Wiedergeburt und Heiligung. alle Not ewig werde trium- Unruh, dort die Qual da phieren. Jesus geht mir von. selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 6. Himmelan! Ach, himmelan! Das soll meine Lofung bleiben. Ich will allen citlen Wahn durch die Himmelslust vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. 4. Wer aber mit Gebet und Ringen auf ewig allem Abschied giebt und Gott, den Herrn, von allen Dingen, von Herzen und allein nur liebt, der wird der Krone wert geschätzt und auf des Königs Stuhl gesetzt. B. Schmold, † 1737. Mel. Wer nur den lieben Gott z. 255 Was hinket ihr betrognen Seclen noch immerhin auf jeder Seit? Fällts euch zu schwer, das zu erwählen, was euch des Himmels Ruf anbeut? O sehts mit offnen Augen an und brecht hindurch auf schmaler Bahn. 2. Bedenkt, es sind nicht Kaiserkronen, nicht Reich tum, Ehr und Lust der Welt, womit euch Gott will ewig lohnen, wenn euer Kampf den Sieg erhält: Gott selbst ists und die Ewigkeit, voll Lust und Ruh, voll Seligkeit. 3. Es gilt hier nur ein ganzes Leben, Gott krönet fein geteiltes Herz; wer Jefu sich nicht recht ergeben, der macht sich selber Müh und Schmerz und träget zum verdienten Lohn hier 5. Berreißt doch die gelegten Schlingen, die euch in diesem schönen Lauf verhindern und zum Säumen bringen, und rafft euch heut von neuem auf! Auf, auf, verlaßt die falsche Ruh! Auf, auf, es geht dem Himmel zu! 6. Die Allmacht stehet euch zur Seiten, die Weisheit hält bei euch die Wach; die Gottheit selber will euch leiten, folgt nur mit treuen Schritten nach. Wie manchen hat nicht diese Hand schon durchgeführt ins Vaterland! 7. Nur spart es nicht auf andre Zeiten, ihr habt schon jeho viel versäumt; ihr mehrt euch selbst die Schwierigkei ten, wenn ihr das süße Heut verträumt. Eilt, eilet, denn die Gnadenzeit fliegt pfeilgeschwind zur Ewigkeit. 8. Eilt, faßt einander bei den Händen! Seht, wie ist unser Ziel so nah! Wie bald wird unser Kampf sich enden; da steht dann unser König da: Nachfolge Christi. da: der führt uns ein zur stillen Ruh und urteilt uns das Kleinod zu. L. F. F. Lehr, † 1744. Mel. Ach, was soll ich Sünder machenze. 256 Auf, ihr Streiter, durchgedrungen, auf und folgt dem Heiland zum nach, der durch Marter, Tod mel aufgeschwungen! Ringt ihm nach in seiner Kraft; er ists, der den Sieg ver: schafft. 2. Kein Erlöster müsse sagen, ihm gebreche Kraft und Mut zu dem Kampf mit Fleisch und Blut. Alles soll der Jünger wagen, weil der Herr die Wunden heilt und den Schwachen Kraft erteilt. 3. Sind wir schwach: bei ihm ist Stärke; sind wir arm: der Herr ist reich; wer ist unserm Führer gleich? Unser Gott thut Wunderwerke. Sagt, ob der nicht helfen kann, dem die Himmel unterthan? 4. Ja, Gott kann und will uns schirmen. Drum, so dringet mutig ein; schämt euch, träg und feig zu sein! Mag es drohen, mag es stürmen: nur durch Müh, Geduld und Streit führt der Weg zur Seligkeit. 175 5. Nun, so wachet, kämpft und ringet, bleibet wacker im Gebet, bis ihr auf der Höhe steht, wo der Sieg die Fahne schwinget! Ist der Erde Werk gethan, hebt des Himmels Sabbat an. Nach 3. S. Buchka, † 1752. Mel. Jesus, meine Zuversicht ze. 257 Seele, was ermüdst dich in Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott aufschwingen, richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringen. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. und Ruh, dein betrübtes 3. Oft verlangst du Trost Herz zu laben; eil der Lebensquelle zu, da kannst du sie reichlich haben. Suche Jefum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 4. Geh in Einfalt stets einher; laß dir nichts das Ziel verrücken; Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 5. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus seinem Geist geboren, bist erlöst durch Wiedergeburt und Heiligung. 176 durch Christi Tod und zu seinem Reich erforen. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 6. Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmels: höhen; laß, was dich zur Erde reißt, weit von dir entfernet stehen. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 7. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet und auf die, so feusch und fromm, sich in reichem Maß ergießet. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 8. Laß dir seine Majestät immerdar vor Augen schwe ben; laß mit brünstigem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben. Suche Jesum und ſein Licht; alles andre hilft dir nicht. 9. Sei im übrigen ganz still, du wirst schon zum Biel gelangen; glaube, daß feirf Liebeswill stillen werde dein Verlangen. Drum such Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. J. G. Wolf,+ 1754. Mel. Valet will ich dir geben 2c. 258 n unsers Königs wir die Bahn. So viele von ihm stammen, o schließt euch freudig an! Wir ziehn zum Friedenslande, ein Herz, ein Leib, ein Geist. Wohl dent, der alle Bande voll Heldens mut zerreißt! doch eben, und führt zur 2. Der Weg ist schmal, Seligkeit; die Straße dort daneben ist zwar bequem und breit, doch wer sie geht, muß sterben, an ihrem Ende droht ein ewiges Verderben, Tod. Fluch, Zorn und Qual und 3. Wir folgen deinem Locken, du ewig treuer Freund! Wer könnte sich verstocken? Du hasts so gut gemeint! Wir wandern abgeschieden, und eh es geht zur Rast, trägt jeder still zufrieden sein Kreuz und ſeine Last. 4. Der große Hirt der Herde geht seinem Volk voran; sein Allmachtswort es werde!" bereitet selbst die Bahn; es lähmt er= zürnten Feinden Herz, Zunge, Fuß und Hand, knüpft zwischen frommen Freunden der Liebe Bruderband. 5. So wandeln wir entschlossen dem Himmelsführer nach und dulden unverdrossen und tragen seine stern Thale: O Jesu, steh uns bei und mach im Hochzeitsaale bald alles, alles neu! Nachfolge Christi. 6. Seht, wie die Krone schimmert, die unser Haupt einst schmückt! Und wird der Leib zertrümmert, der Weltenbau zerstückt, erlöschen Sonn und Sterne: kein Pilger werde matt! Dort glänzt uns schon von ferne des großen Königs Etadt. 7. Hinan, hinan, ihr Frommen, es koste Schweiß und Blut! Hinan, hinan geklommen, mit wahrem Heldenmut! Bald hebt uns unser Sehnen hoch über Tod und Grab; bald trocknet unsre Thränen die Hand der Liebe ab. 3. L. Fridert, † 1766. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren ic. 259 Kommt, Brüder, laßt uns gehen, der Abend kommt herbei; es ist gefährlich stehen in dieser Wüstenei. Kommt, stärket euren Mut, zur Ewigkeit zu wandern, von einer Kraft zur andern, es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht gereuen der schmale Pilgerpfad; wir kennen ja den Treuen, der uns gerufen hat. Kommt, folgt und trauet dem; ein jeder sein Gesichte mit ganzer Wendung richte fest nach Jerusalem. 3. Schmückt euer Herz aufs beste, und mehr als Leib und Haus; wir sind 177 hier fremde Gäste und ziehen bald hinaus. Wir gehn ins Ewge ein; mit Gott muß unser Handel, im Himmel unser Wandel und Herz und alles sein. 4. Kommt, Brüder, laßt uns gehen; der Vater gehet mit! Er selbst will bei uns stehen in jedem sauren Tritt. Das Aug dahin gekehrt, wo seine Liebe winket und dem, der folgt und sinket, den wahren Ausgang lehrt. 5. Kommt, Brüder, laßt uns wandern; wir gehen Hand in Hand; eins freuet sich am andern in diesem fremden Land. Kommt, laßt uns findlich sein, uns auf dem Weg nicht streiten; die Engel selbst begleiten als Brüder unsre Reihn. 6. Und sollt ein Schwacher fallen, so greif der Stärfre zu; man trag, man helfe allen, man pflanze Frick und Ruh. Kommt, schließt euch fester an! Ein jeder sei der Kleinste, doch wohl auch gern der Reinste auf unsrer Pilgerbahn. 7. Kommt, laßt uns munter wandern; der Weg nimmt immer ab; ein Tag, der folgt dem andern; bald fällt das Fleisch ins Grab. Nur noch ein wenig Mut, nur noch ein wenig treuer, von allen Dingen freier, gewandt zum ewgen Gut! 178 8. Es wird nicht lang mehr währen; harrt noch ein wenig aus! Es wird nicht lang mehr währen, so kommen wir nach Haus; da wird man ewig ruhn, wenn wir mit allen From men heim zu dem Vater kommen; wie wohl, wie wohl wirds thun. Wiedergeburt und Heiligung. 9. Drauf wollen wirs denn wagen, es ist wohl Wagens wert, und gründlich dem absagen, was aufhält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein! Wir gehn durch Jesu Leiten hin in die Ewigkeiten; es soll nur Jesus sein. G. Terstegen, † 1769. 3. D Herr, auch mich verlanget, dein treues Kind zu sein, und meine Seele hanget doch nicht an dir allein; ich weiß, ich werde sterben, und liebe doch die Welt; o Herr, welch ein Verderben, das mich gefangen hält! 4. Entsagt hab ich dem Bösen, und doch wird es vollbracht; ach, wer wird mich erlösen aus dieses Todes Nacht! Ich lasse nach zu ringen, und doch ists mein Beruf: ich soll zum Leben dringen, zu welchem Gott mich schuf.. dot 5. Dir seufz ich anzuhangen, Erbarmer, dir allein! Du hast es angefangen, das gute Werk ist dein! Vollende, Gott, vollende, was mir dein Wort verheißt; in deine Vaterhände befehl ich meinen Geist. 3. A. Cramer, † 1788 Mel. Herzlich thut mich verlangen ze 260 ch soll zum Leben dringen, für welches Gott mich schuf, soll nach dem Himmel ringen, das, das ist mein Beruf! In einer Welt von Sünden soll ich nur ihm mich weihn, mel. Jesu, meines Lebens Leben zc. fie fliehn, sie überwinden, und dann erst selig sein. 2. Und wenn der Pilger 261 Unser Wandel ist Gottes der Sünder Lust verschmäht, wenn er, trotz ihres Spottes, auf seinem Pfade geht; was wird ihm nicht zum Lohne, wenn er die kurze Zeit getreu war! Welche Krone! Welch eine Seligkeit! im Himmel! Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Mut und füße Hoffnung zu! Jeder Fußtritt, den ich thue, bringet mich dem Land der Ruhe näher, immer näher zu. Wort, wie hoch erfreuest du! Nachfolge Chrifti. 179 2. Haltets fest, ihr teuren Mel. O Ewigkeit du Donnerwort zc. Brüder, haltets fest, dies werte Wort! Nichts schlag eure Hoffnung nieder, wallet immer mutig fort! Mutig blicket hin zum Ziele; viele schon ergriffens, viele! Wir, so wahr es Gott verhieß, wir ergreifens auch gewiß. 3. Nur, wie fromme Bilger müssen, bleibet wacker, seid nie laß! Stets des hohen Zwecks beflissen, wacht und kämpft ohn Unterlaß! Feinde stehn an euren Wegen, Stürme toben euch entgegen, Nebel, Klüfte, Felsen drohn; faßt nur Mut, groß ist der Lohn. 4. Was kein Auge je gesehen, was fein Ohr ges höret hat, was kein Herz hier zu erflehen je sich unterwunden hat: das, das hat Gott dem bereitet, der hier tapfer kämpft und streitet; drum verlaßt nicht eure Bahn, Jesus selbst ging euch voran. 5. Unser Wandel ist im Himmel! Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Mut und süße Hoffnung zu! Auf, mein Geist, ermüde nimmer; schon seh ich des Zieles Schimmer. Wenig, wenig Schritte noch: und getragen ist mein Joch. 3. Ch. Fröbing, † 1805. 262 Gott, der du Herzenskenner bist, Herr, dem die Falschheit Greuel ist und jede Lüg Verbrechen: kein Wort spricht ie ein falscher Mund, das dir, Allwissender, nicht kund; du, Heiliger, wirsts rächen! Laß jederzeit mein Ja und Nein, wie's Christen ziemt, aufrichtig sein! 2. Und wenn ich schwörend vor dir steh, dir in dein heilig Antlitz seh, die Hand zum Himmel hebe, wenn ich zum Zeugen feierlich anrufe, Hocherhabner, dich, durch sei von Trug und Heuchelei den ich bin und lebe: dann mein Herz und meine Zunge frei. 3. Wenn Frevler dich auch da noch schmähn und frech mit Lügen vor dir stehn, dann laß mein Herz erschrecken! Weh dem, der Gott und Gottes Macht zum Siegel seiner Bosheit macht, sie vor der Welt zu decken! Herz, schau den Gott mit Zittern an, der Seel und Leib verderben kann. 4. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn mich beim Leiden dieser Zeit tein Trost vom Himmel mehr 8* erfreut, 180 erfreut, fein Trost mehr, wenn ich sterbe; wenn Gott und Jesus nicht mehr mein: dann besser, nie geboren sein! 5. Nein, Ehre nicht, nicht Gut und Geld, kein Fürstentum und keine Welt soll mich so weit verführen; um alle Leiden dieser Zeit will ich doch Gott und Seligkeit mutwillig nicht verlieren! Wie klein mein Glück auch immer sei: nur Gott und reines Herz dabei. Wiedergeburt und Heiligung. 6. Gott, lehre mich bei jedem Eid, aus Furcht vor deiner Heiligkeit die Wahrheit treulich sprechen. Beschwör ich aber Amt und Pflicht, so laß mich auch im kleinsten nicht die teure Zusag brechen! Auch dir, Gott, schwur ich treu zu sein, erhalt mich ewig, ewig dein. 3. K. D. Bickel,+ 1809. Mel. Gott des Himmels 2c. 263 Hört ört das Wort voll Ernst und Liebe, das zu ench der Heiland spricht, hörts und prüft des Herzens Triebe bei des Wortes hellem Licht! Was der Mund des Herrn gebeut, das ist eure Seligkeit. 2. Nicht aus Sinais Gewittern donnert hier des Herrn Gebot, daß die Herzen bang erzittern, weil es Zorn und Strafe droht; selig preisend thut sein Mund euch den Sinn des Vaters kund: 3. Selig sind die geistlich Armen, denn das Himmelreich ist ihr! Ihnen öffnet voll Erbarmen Gott der ewgen Gnade Thür; da wird ohne Maß gewährt, was ihr sehnend Herz begehrt." 4. ,, Selig sind, die Leid empfinden auf des Lebens schmaler Bahn! Ihre Traurigkeit wird schwinden, reicher Trost wird sie umfahn; denn sie wirkt zur Seligkeit Rene, welche nie gerent." 5. Selig sind, die sanf ten Mutes und in Demut milde sind! Sie erfreuen sich des Gutes, das kein Trop und Streit gewinnt. Durch der Sanftmut stille Macht wird das Schwerste leicht vollbracht." mit Selig sind, die hier Schmachten dürsten nach Gerechtigkeit, die nach Gottes Reiche trachten, nicht nach Gütern dieser Zeit! Wo der Born des Lebens quillt, wird ihr Seelendurst gestillt." 7. Selig sind, die voll Erbarmen auf der Brüder Leiden sehn und den Schwachen, Kranken, Armen freudig eilen beizustehn! Noch vor Gottes Thron erfreut einst auch sie Barmherzigkeit." 8. ,, Selig sind die reinen Herzen, die nicht Sünd und Welt 6. Nachfolge Christi. 181 Welt umstrickt, die mit Leben? Der Weg heißt schnöder Lust nicht scherzen, Jesus Christ. weil nur Heilges sie entzückt! Einst im reinen Himmelslicht schaun sie Gottes Angesicht." 9. Selig sind, die Frieden bringen, Schuld und Kränkung übersehn, Feindeshaß mit Huld bezwingen, für Verfolger segnend flehn! Trifft sie auch der Menschen Spott, seine Kinder nennt fie Gott." 10. Selig sind, die als Gerechte dulden Kreuz, Ver folgung, Schmach, als des Herrn getreue Knechte bis zum Tod ihm folgen nach! Groß ist dort vor Gottes Thron seiner Überwinder Lohn." 11. Seid ein Salz, ein der Licht der Erde, laßt Wahrheit Früchte sehn, daß durch euch verherrlicht werde euer Vater in den Höhn. Ob der Erdball untergeht, sein Gebot, sein Wort besteht!". 2. Garve, † 1841. Mel. Valet will ich dir geben zc. 264 Aus irdischem Getümmel, wo nichts das Herz erquickt, wer zeigt den Weg zum Himmel, dahin die Hoffnung blickt? Ber leitet unser Streben, wenn es das Ziel vergißt? Wer führt durch Tod zum 2. Hier irren wir und fehlen, gehüllt in tiefe Nacht; durch wen wird unsern Seelen ein wahres Licht gebracht? Von oben kommt die Klarheit, die alles uns erhellt; denn Christus ist die Wahrheit, er ist das Licht der Welt. 3. Wer giebt uns hier schon Freuden, die niemand rauben kann? Wer zeiget uns im Leiden den Himmel aufgethan? Wenn vor dem Tod wir beben, wer giebt dem Herzen Ruh? Heil! Christus ist das Leben, führt uns dem Vater zu. K. I. Aschenfeld, † 1856. Mel. Valet will ich dir geben 2c. 265 Gs kennt der Herr die Seinen und hat sie stets gekannt, die Großen und die Kleinen in jedem Volk und Land; er läßt sie nicht verderben, er führt sie aus und em; im Leben und im Sterben sind sie und bleiben sein. 2. Er kennet seine Scharen am Glauben, der nicht schaut und doch dem Unsichtbaren, als säh er ihn, vertraut; der aus dem Wort gezeuget und durch das Wort sich nährt und vor dem Wort sich beuget und mit dem Wort sich wehrt. 182 3. Er kennt sie als die Seinen an ihrer Hoffnung Mut, die fröhlich auf dem Einen, daß er der Herr ist, ruht, in seiner Wahrheit Glanze sich sonnet frei und fühn, die wunderbare Pflanze, die immerdar ist grün. Wiedergeburt und Heiligung. 4. Er kennt sie an der Liebe, die seiner Liebe Frucht, und die mit lauterm Triebe ihm zu gefallen sucht; die andern so begegnet, wie er das Herz bewegt; die segnet, wie er segnet, und trägt, wie er sie trägt. 5. So kennt der Herr die Seinen, wie er sie stets gekannt, die Großen und die Kleinen in jedem Volk und Land: am Werk der Gnadentriebe durch seines Geistes Stärk, an Glauben, Hoffnung, Liebe, als seiner Gnade Werk. 6. So hilf uns, Herr, zum Glauben, und halt uns fest dabei; laß nichts die Hoffnung rauben; die Liebe herzlich sei! Und wird der Tag erscheinen, da dich die Welt wird sehn, so laß uns als die Deinen zu deiner Rechten stehn! R. J. Ph. Spitta, † 1859. Mel. O Durchbrecher aller Bande ze. euretwillen auf 266 Bleibt bei dem, der die Erde nieder kam, der, um euren Schmerz zu stillen, tausend Schmerzen auf sich nahm! Bleibt bei dem, der einzig bleibet, wenn auch alles untergeht, der, wenn alles auch zerstäubet, siegend überm Staube sieht. 2. Alles schwindet, Herzen brechen, denen ihr euch hier ergabt, und der Mund hört auf zu sprechen, der euch oft mit Trost gelabt, und der Arm, der euch zum Stabe und zum Schilde ward, erstarrt, und das Auge schläft im Grabe, das euch sorgsam einst bewahrt. 3. Alles stirbt, das Irdiche findet in dem Irdischen sein Grab; alle Lust der Welt verschwindet, und das Herz stirbt selber ab. Irdsches Wesen muß verwesen, irdsche Flamme muß verglühn, irdsche Fessel muß sich lösen, irdsche Blüte muß verblühn. 4. Doch der Herr steht überm Staube alles Jrdischen und spricht: stüße dich auf mich und glaube, hoffe, lieb und fürchte nicht! Darum bleibt bei dem, der bleibet. und der geben kann, was bleibt, der, wenn ihr euch ihm verschreibet, euch ins Buch des Lebens schreibt. R. J. Ph. Spitta, † 1859. Mel. O Durchbrecher aller Bande zc. 267 Volt des Herrn! du hast hienieden einen langen, schweren Streit; Liebe. Streit; Kämpfe sind dir hier beschieden, Friede in der Ewigkeit. Lege an die rechte Wehre, stehe auf dem ewgen Fels, daß dir Sieg und Heil beschere er, der Heiland Israels! 2. Träumest du von guten Tagen, oder wachst du auf zum Streit? Wiegst du dich in alten Sagen, oder kennst du deine Zeit? Hörest du den Ruf der Wächter: Glaubet ihr, so bleibt ihr stehn! Aber wehe dem Verächter, denn sein Trost wird untergehn!" 3. Volk des Herrn! du hast hienieden einen langen, schweren Streit; nun, so juche keinen Frieden in der bösen Zeitlichkeit. Führe deines Gottes Kriege; Jesu Kreuz ist das Panier, unter diesem Zeichen siege! Seine Schmach sei deine Zier! S. Preiswert, † 1871. 183 mein Herz zerbricht, bist du doch meine Zuversicht, mein Trost und meines Herzens Teil, durch dessen Wunden ich werd heil. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmermehr! und Gab mein Leib und 2. Es ist ja dein Geschenk Seel und, was ich hab in diesem armen Leben; damit ichs brauch zum Lobe dein, zu Nuß und Dienst des Gnad mir geben! Behüt Nächsten mein, wollst deine mich, Herr, vor falscher Lehr, des Satans Mord und Lügen wehr, in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag geduldiglich! Herr Jein Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Seel in Todesnot! 3. Ach, Herr, laß einst die Engel dein am letzten End die Seele mein in Abrahams Schoß tragen, den Leib in seinem Kämmerlein gar sanft ohn einge Qual und Bein ruhn bis vom daß zum jüngsten Tage; alsdann meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottessohn, mein Heiland und mein Gnadenthron! Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich! Ich will dich preisen ewiglich. Mart. Schalling, † 1608. Liebe. 268 erzlich lieb hab ich bitt, wollst fein von mir nicht fern mit deiner Hilf und Gaben! Die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Erd und Himmel frag ich nicht, wenn ich nur dich kann haben, und wenn mir gleich 184 Wiedergeburt und Heiligung. 269 Wie schön leuchtet der MorgenDu stern, voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn, aus Juda aufgegangen! Davids Sohn, aus Jakobs Stamm, du Gottessohn und Gotteslamm, erfüllst mich mit Verlangen, lieblich, freundlich, schön und mächtig, groß und prächtig, reich an Gaben, über alles hoch erhaben. 2. meine Perl, du werte Kron, Sohn Gottes und Marien Sohn, ein hochgeborner König! Du meines Herzens schönste Blum, dein süßes Evangelium ist lauter Milch und Honig. Jesu, Jesu, Hosianna! Himmlisch Manna, das wir essen, deiner kann ich nicht vergessen. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, du helles Licht und Himmelsschein, die Flamme deiner Liebe, und stärt mich, daß ich ewig bleib an deinem auserwählten Leib ein Glied voll Lebenstriebe. In dir laß mir, ohn Aufhören, sich vermehren Lieb und Freude, daß uns selbst der Tod nicht scheide. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenschein, wenn mich die heilgen Augen dein so mildiglich anblicken. O Jesu, du mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken! Tröst mich freundlich, hilf mir Armen aus Erbarmen, hilf in Gnaden! Auf dein Wort komm ich geladen. 5. Gott Vater, o mein starker Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet; dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut, auf ihn mein Herz mit Freuden schaut, drum mich auch nichts betrübet. Heil mir, Heil mir! Himmlisch Leben wird er geben mir dort oben; ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Spielt unserm Gott mit Saitentlang, und laßt den süßesten Gesang ganz freudenreich erschallen; ich will mit meinem Jesus Christ, der mir mein Eins und Alles ist, in steter Liebe wallen. Singet, flinget, jubilieret, triumphieret, dankt dem Herren; groß ist der König der Ehren. 7. Wie freu ich mich, Herr Jesu Christ, daß du der erst und letzte bist, der Anfang und das Ende! Du wirst mich einst zu deinem Preis aufnehmen in dein Paradeis; drauf faß ich deine Hände. Amen, Amen, fomm, du schöne Freudenkrone, bleib nicht lange; deiner wart ich mit Verlangen. Ph. Nikolat, † 1608. Liebe. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit zc. 270 Such, wer da will, die Seligkeit zu finden; mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr, sein Werk ist klar; sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden. 2. Such, wer da will, Nothelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu Teil; uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 3. Ach, sucht doch den, laßt alles stehn, die ihr das Heil begehret! Er ist der Herr und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein; denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. 4. Mein Herzenstron, mein Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertrei ben; bleib du mein Preis, dein Wort mich speis; bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu glauben. 185 Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir, mein höchste Leiden 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich in tragen; hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dir ewig dort Lob sagen. G. Weißel, † 1635. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 1. 271 Meinen Jeſum nicht! Weil er sich für mich gegeben, so erfordert meine Pflicht, unverrückt nur ihm zu leben; er ist meines Lebens Licht, meinen Jesum laß ich nicht. nicht, weil ich soll auf Erden 2. Jesum laß ich ewig leben; ihm hab ich voll Zuversicht, was ich bin und hab, ergeben; alles ist auf ihn gericht, meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, alle Sinne mir entweichen; laß das letzte Tageslicht mich auf dieſer Welt erreichen: wenn der Lebensfaden bricht, meinen Jefum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor seinem Angesicht meiner Väter Glaube pranget; mich erfreut sein Angesicht, meinen Jesum laß ich nicht. Wiedergeburt und Heiligung. 186 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seel in mir sich sehnet; Jesum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott ver: föhnet und befreiet vom Ge richt; meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, geh ihm ewig an der Seiten; Christus läßt mich für und für zu den Lebensbächen leiten. Selig, wer mit mir so spricht: meinen Jesum laß ich nicht! Chr. Keymann,+ 1662. Mel. Komm, o komm, du Geist des Lebens zc. 272efus foll ejus, Jefus, nichts mein Wunsch sein und mein Ziel! Jehund mach ich ein Verbündnis, daß ich will, was Jesus will; denn mein Herz, mit ihm erfüllt, rufet nur: Herr, wie du willt. 2. Einer ist es, dem ich lebe, den ich liebe früh und spat: Jesus ist es, dem ich gebe, was er mir gegeben hat; ich bin in dein Blut verhüllt, führe mich, Herr, wie du willt. 3. Scheinet was, es sei mein Glücke, und ist doch zuwider dir, ach, so nimm es bald zurücke, Jesu, gieb, was nüßet mir; gieb dich mir, mein Jesu mild; imm mich dir, Herr, wie du willt. 4. Und vollbringe deinen Willen in und an mir, o mein Gott; deinen Willen laß erfüllen mich im Leben, Freud und Not, sterben als dein Ebenbild, Herr, wann, wie und vo du willt. : 5. Sei auch, Jesu, stets gepriesen, der du dich und viel dazu hast geschenkt und mir erwiesen, daß ich fröhlich singe nu: mir geſchehe, Gott, mein Schild, wie du willt, Herr, wie du willt! Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzburg- Rudolstadt, † 1672. chwill Stärke, ich will dich lieben, meine 273 ch mit sichlichen, Zier; ich will dich lieben mit dem Werke und immerwährender Begier; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen allerbesten Freund; ich will dich lieben und erheben, so lange mir dein Glanz er scheint; ich will mit reiner Liebesflamm dich lieben, Gotteslamm. 3. Ach, daß ich dich so spät erkannte, du hochgelobte Liebe du, daß ich nicht eher mein dich) nannte, du höchstes Gut und wahre Ruh! Es ist mir leid, ich bin betrübt, daß ich so spät geliebt. Liebe. 187 Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 4. Ich lief verirrt und dem Fall zurück gebracht; war verblendet, ich suchte dich und fand dich nicht; ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht; nun aber ists durch dich geschehn, daß ich dich hab gesehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du güldner Mund, daß du mich machst gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen, und laß mich nicht mehr irre gehn; laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn; erleucht mir Leib und Seele ganz, du starter Himmelsglanz. 7. Ich will dich lieben, meine Krone, ich will dich lieben, meinen Gott, dich lieben auch bei Schmach und Hohne, auch in der allergrößten Not; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. 3. Scheffler, † 1677. Mel. Komm, o tomm, du Geift des Lebens zc. 2. Liebe, die du mich erkoren, eh denn ich geschaffen war; Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelitten und gestorben in der Zeit; Liebe, die mir hat erstritten ewge Lust und Seligkeit; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort; Liebe, die sich ganz ergeben mir zum Heil und Seelenhort; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich hat gebunden an ihr Joch mit Leib und Sinn; Liebe, die mich überwunden und mein Herz hat ganz dahin; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 6. Liebe, die mich ewig liebet, die für meine Seele litt; Liebe, die das Lösgeld giebet und mich kräftiglich vertritt; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewig274 Liebe, die du mich lich. zum Bilde deiner Gottheit hast gemacht; Liebe, die du mich so milde nach 7. Liebe, die mich wird entrücken aus dem Grab der Sterblichkeit; Liebe, die mich einst 188 Wiedergeburt einst wird schmücken mit der Kron der Herrlichkeit; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 3. Scheffler, t 1677. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. esus schwebt mir 275 Jesus liegt mir stets im Sinn, von ihm will ich nimmer wanken, weil ich hier im Leben bin. Er ist meiner Augen Weide, meines Herzens höchste Freude, meiner Seele schönste Zier; Jesum lieb ich für und für. 2. Jesus funkelt mir im Herzen, wie ein Stern mit goldnem Schein; er ver treibt mir Angst und Schmerzen, er ist mein und ich bin sein. Drum ergreif ich ihn mit Freuden, wenn ich soll von hinnen scheiden; er ist meines Lebens Licht; Jesum laß ich von mir nicht. 3. Jesum will ich bei mir haben, wenn ich gehe aus und ein; seines Geistes Trost und Gaben ruhn in meines Herzens Schrein. Wenn ich mich zur Ruh begebe, oder mich vom Schlaf erhebe, bleibt doch Jesus früh und spat meiner Seelen Schutz und Rat. 4. Jeſum will ich laſſen raten, der am und Heiligung. Thaten, die ich fröhlich fange an, daß in seinem teuren Namen alles glücklich sei und Amen; so wird alles werden gut, wenn nur Jesus Hilfe thut. 5. Jesus, meiner Jugend beginn, auch sein mein Leiter von des Lebens AnTrostbereiter, wenn ich alt und kraftlos bin; wenn sich frümmen meine Glieder und die Lebenssonn geht nieder, wenn verdunkelt mein Ge sicht: meinen Jesum laß ich nicht! 6. Jesus soll in allen Leiden mein getreuer Beistand sein; nichts, nichts soll Angst und Herzenspein, keine mich von ihm scheiden; keine Trübsal, keine Schmerzen reißen ihn aus meinem Herze bricht, laß ich dennoch Herzen; ob mir gleich das Jesum nicht. Jesu einzig eigen sein und 7. Jesu leben, Jeſu ſterben, mit Jesu dorten erben: dies ist mein Gewinn allein. Jesu will ich sein und bleiben, nichts, nichts soll mich von ihm treiben; laß ich gleich Gut, Blut und Ehr: Jesum laß ich nimmermehr. Vor 1692. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. 276 eu, meiner Seele kann; er geſegne meine Herzens höchste Freud, dir will Liebe. 189 will ich mich ganz ergeben, Güt, die täglich währet, hat jetzo und in Ewigkeit; meinen mich Herrn will ich dich nennen, und vor aller Welt bekennen, daß ich dein bin und du mein; ich will keines andern sein. immerdar ernähret: ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. 2. Deine Güt hat mich umfangen, eh mich noch die Welt empfing; du bist mir schon nachgegangen, als ich noch nach dir nicht ging, und du hast mich aufge nommen, da ich an das Licht gekommen: ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. 3. Auf der Kindheit wilden Wegen folgte mir stets deine Güt; deines Geistes Trieb und Segen regte mir oft mein Gemüt, wenn ich etwa übertreten, daß ich wieder käm mit Beten: ich bin dein, und du bist mein; ich will feines andern sein. 4. Ach, wie oft hat meine Jugend deine Gnadenhand gefaßt, wenn die Frömmigfeit und Tugend war in meinem Sinn verhaßt. Ach, ich wäre längst gestorben ohne dich, und längst verdorben! Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. 5. Ja, in meinem ganzen Leben hat mich stets dein Licht geführt; du hast, was ich hab, gegeben, du hast meinen Lauf regiert; deine 6. Jrr ich, fsucht mich deine Liebe; fall ich, hilfet sie mir auf; ist es, daß ich mich betrübe, stärkt sie mich in meinem Lauf; bin ich arm, sie giebt mir Güter; schlaf ich ein, sie ist mein Hüter: ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. 7. Dein Geist zeiget mir das Erbe, das mir droben beigelegt; ich weiß, wenn ich heute sterbe, wo man meine Seel hinträgt: zu dir, Jesu, in die Freude, daß mich nichts mehr von dir scheide! Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. 8. Drum ich sterbe oder lebe, bleib ich doch dein Eigentum; dir allein ich mich ergebe, du bist meiner Seelen Ruhm, meine Zuversicht und Freude, meines Herzens Trost im Leide; ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. Ch. Scriver, † 1693. 277 Sinsist not, ach Herr, dies lehre mich erkennen doch! Alles andre, wie's auch scheine, 190 scheine, ist ja nur ein schweres Joch, darunter das Herze sich naget und plaget und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang ich dies eine, das alles ersetzt, so werd ich mit einem in allem ergößt. 2. Seele, willst du dieses finden, suchs bei keiner Kreatur; laß, was irdisch ist, dahinten, schwing dich über die Natur. Wo Gott und die Menschheit in einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste, notwendigste Teil, mein ein und mein alles, mein seligstes Heil. Wie 3. Darum ist auch mein Verlangen, liebster Jesu, nur bei dir; laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir. viele dich auch mit der Menge verlassen, so will ich in Liebe dich dennoch umfassen; denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist, der einzig den Weg uns zur Seligkeit weist. 4. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt; gieb nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, worinnen die Demut und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach, wenn ich nur Jefum recht kenne und weiß, Wiedergeburt und Heiligung. so hab ich der Weisheit vollkommenen Preis. 5. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut; Jesu, es muß mir gelingen durch dein heilig teures Blut. Die höchste Gerechtigfeit ist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben; da hab ich die Kleider des Heiles erlangt, worinnen Glaube in Ewigkeit prangt. mein 6. Nun so gieb, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht; du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; entreiße mich aller vergäng lichen Lust; dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 7. Ja, was soll ich mehr verlangen? Auf mich strömt die Gnadenflut; du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut; du hast mir die ewge ErLösung erfunden, daß ich nun von Tod und Verdammnis entbunden; dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt; im findlichen Geiste das Abba nun klingt. 8. Volles Gnügen, Fried und Freude jetzo meine Seel ergötzt, weil auf eine frische Weide mein Hirt Jefus mich geseßt. Liebe. gesetzt. Nichts Süßres kann also mein Herze erlaben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben er- 5. blickt. 9. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein ein und alles sein; prüf, erfahre, wie ichs meine, tilge allen Heuchelschein; sich, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege; laß Schmach mich nicht achten, nicht Leiden noch Tod, und Jesum gewinnen; dies eine ist not. 3. H. Schröder,+ 1728. 278 Seelenbräutigam, Gottes Lamm! Habe Dank für deine Liebe, die für mich aus reinem Triebe starb am Kreuzesstamm, Jesu, Gottes Lamm. 2. Deine Liebesglut stärket Mut und Blut; wenn du freundlich mich anblickest und mit deinem Geist erquickest, macht mich wohlgemut deiner Liebe Glut. 191 4. Meines Glaubens Licht laß verlöschen nicht! Salbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. So werd ich in dir bleiben für und für; deine Liebe will ich ehren und in mir dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Not und Tod! Du bist darum Mensch geboren, zu ersehen, was verloren, durch den Kreuzes tod, wahrer Mensch und Gott. 6. Held aus Davids Stamm, deine Liebesflamm mich ernähre, und verwehre, daß die Welt mich nicht versehre, ob sie mir auch gram, Held aus Davids Stamm! 7. Deinen Frieden gieb aus so großer Lieb uns, den Deinen, die dich kennen, und nach dir sich Chriſten nennen; Frieden gieb. bist 8. Wer der Welt abstirbt, sich mit Ernst bewirbt, dir zu leben und zu trauen, der wird bald mit Freude schauen. daß niemand verdirbt, der der Welt abstirbt. 9. Nun ergreif ich dich, du mein ganzes Jch; ich will nimmermehr dich lassen, sondern gläubig dich um fassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich. 10. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron; hier im Hoffen und Ver trauen, dort im Haben und im Wiedergeburt und Heiligung. 192 im Schauen; denn die Ehrenkron folgt auf Spott und Hohn. 11. Jefu, hilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich überwinde und in deinem Sieg empfinde, wie so ritterlich du gekämpft für mich. 12. Du mein Preis und Ruhm, werte Himmelsblum! In mir soll nun nichts er schallen, als was dir nur kann gefallen, werte Himmelsblum, du, mein Preis und Ruhm! A. Drese,+ 1701. Mel. Es ist das Heil uns ic. alt im Gedächt279 Christ, den Heiland, der auf Erden vom Thron des Himmels kommen ist, dein Bruder da zu werden; ver: giß nicht, daß er dir zu gut hat angenommen Fleisch und Blut; dank ihm für diese Liebe! 2. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der für dich hat gelitten und dir, da er gestorben ist, am Kreuz das Heil erstritten. Besieget hat er Sünd und Tod und dich erlöst aus aller Not; dank ihm für diese Liebe! 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der auch am dritten Tage siegreich vom Tod erstanden ist, befreit von Not und Plage; be denke, daß er Fried gemacht, das Leben wieder hat gebracht; dank ihm für diese Liebe! 4. Halt im Gedächtnis Jesum Chrift, der nach den Leidenszeiten gen Himmel aufgefahren ist, die Stätt dir zu bereiten, da du sollst bleiben allezeit und sehen seine Herrlichkeit; dank ihm für diese Liebe! 5. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der einst wird wiederkommen und sich, was tot und lebend ist, zu richten vorgenommen. forge, daß du da bestehst und mit ihm in sein Reich zu danken. 6. Gieb, Jesu, gieb, daß ich dich kann mit wahrem Glauben fassen, und nie, was du an mir gethan, mög aus dem Herzen lassen, daß dessen ich in aller Not mich trösten mag und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. Kyriak. Günther, † 1704. Mel. Nun freut euch, lieben Christen zc. 280 Liebesglut, wie soll ich dich mit Lobe würdig zieren? In deine Tiefen will ich mich, o volle See, verlieren. Es flammet Liebe. 193 flammet Gottes Herrlichkeit, in die begierigen Seelen eins es brennt die ganze Ewigkeit: bleibt noch mein Herz erkaltet? fließt 2. Liebe, die Gott seinen Sohn aus seinem Schoß genommen! Er ist von dem gestirnten Thron zu uns herab gekommen; sein Mangel, Knechtschaft, Kreuz und Grab sind uns ein Bild, zu malen ab, wie stark Gott lieben könne. 2. Du sprichst: wer bes gehret zu trinken von mir, was ewiglich nähret, der komme; allhier sind himme lische Gaben, die träftiglich laben; er trete im Glauben zur Quelle heran; hier ist, was ihn ewig beseligen kann. 3. Hör auf zu grübeln, glaub allein! Kannst du dies Meer nicht gründen, so wirf dich blindlings nur hinein mit allen deinen Sünden; laß dem das Herze sein gewährt, der dir dein Herz hat ausgeleert; gieb Herz für Herz zum Opfer. 3. Mein Hirt und mein Hüter, ich komme zu dir, gewähre die Güter des Heiles auch mir; du fannst dein Versprechen mir Armem nicht brechen; du siehest, wie elend und dürftig ich bin, drum gieb deine Gaben aus Gnaden nur hin. 4. liebster Vater, nimm es hin! Gieb Kraft, um dich zu lieben; Herz und Begierden, Mut und Sinn sei dir hiermit verschrieben; brenn aus das Feuer böser Lust, laß ewig nichts in dieser Brust als deine Liebe glühen. 4. O Brunnquell, bu labest Geist, Seele und Mut, und wen du begabest, hat ewiges Gut; wenn man dich genießet, wird alles versüßet; es jauchzet und singet das fröhliche Herz, es weichet zurücke der bittere Schmerz. 5. Drum gieb mir zu trinken, wie dein Wort verheißt, laß gänzlich versinten den sehnenden Geist im Meer deiner Liebe, laß heilige Triebe mich immerfort treiben zum Himmlischen hin; es werde mein Herze ganz selig F. N. Lampe,+ 1729. Mel. O fröhliche Stunden ze. 281 Ursprung des Lebens, o ewiges Licht, da niemand vergebens sucht, was ihm gebricht! Lebendige Quelle, die lauter und helle sich aus seinem heiligen Tempel ergießt und 6. Wenn du auch vom Leiden was schenkest mit ein, so laß mich mit Freuden gehorsam dir sein; denn alle die, welche mittrinken 9 vom 194 Wiedergeburt und Heiligung. vom Kelche, den du hast ge- gebeugt zu dir gekommen? trunken im Leiden allhier, wie ist dein Herz gebrochen, die werden dort ewig sich wenn dich Kranke angefreuen mit dir. sprochen! O wie pflegtest du zu eilen, das Erbetne mitzuteilen! 4. Die Betrübten zu er quicken, zu den Kleinen sich zu bücken, die Unwissenden zu lehren, die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, täglich liebreich zu sich locken: das war deines Werkes Weise, Herr, und deine liebste Speise. 5. Deine Lieb hat dich getrieben, Sanftmut und Geduld zu üben, ohne andrer Schmach und Last Schelten, Drohen, Klagen zu tragen, allen freundlich zu begegnen, für die Läfterung zu segnen, für der die Mörder zu vertreten. Feinde Schar zu beten und 6. Dwie hoch stieg dein Erbarmen, da du für die ärmsten Armen dein unschätzbar teures Leben in den ärgsten Tod gegeben; da du in der Sünder Händen, alle Leiden zu vollenden, und den Segen zu erwerben, als ein Fluch hast wollen sterben! 7. Herr, laß deine Liebe decken meiner Sünden Meng und Flecken; du hast das Gesetz erfüllet, seinen Fluch hast du gestillet; laß mich wider dessen Stürmen deiner Liebe Schild beschirmen; heilge 7. Drum laß mich auch werden, mein Jesu, erquickt, da, wo deine Herden kein Leiden mehr drückt, wo Freude die Fülle, wo lieb liche Stille, wo Wonne und Jauchzen, wo Herrlichkeit wohnt, wo heiliges Leben wird ewig belohnt. Ch. I. Noitsch, † 1735. Mel. Echmücke dich, o liebe Seele zc. deine 282 Heiland, Menschenliebe war die Quelle deiner Triebe, die dein treues Herz bewogen, dich in unser Fleisch gezogen, dich mit Schwachheit über decket, dich vom Kreuz ins Grab gestrecket. Oder unge meinen Triebe deiner treuen Menschenliebe! 2. über seine Feinde wei nen, jedermann mit Hilf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klagen hören, sich in andrer Dienst verzehren, sterben für die ärgsten Sünder, das ist Lieb, o Menschenkinder! 3. O du Zuflucht der Elenden, wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hilf und Heil genommen, der Liebe. heilge meines Herzens Triebe, salbe sie mit deiner Liebe. J. J. Rambach, † 1735. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund zc. 283 Rebst du in mir, o wahres Leben, so sterbe nur, was du nicht bist; ein Blick von dir kann mehr mir geben, als was der Welt das liebste ist. O Jesu, du sollst mein verbleiben, nichts wird mich von der Liebe treiben, die du mir zugesaget hast. O füße Wonne, die mich tränket, wenn sich die Seel in dich versenket und dich, o Seelenfreund, umfaßt! 2. Herz, das in Liebesglut gestorben, ach, laß mein Herz in Flammen stehn; entzünd das Herz, das du erworben, und laß darinnen untergehn, was du nicht bist, o mein Vergnügen; laß mich in deiner Liebe siegen, ja, siege du nur selbst in mir: so werd ich fröhlich triumphieren, so wird dein Todessieg mich zieren, so leb und leid und sterb ich dir. 195 deinem Sinn recht ähnlich ist: so werd ich Freund und Feinde lieben, so wird ihr Kummer mich betrüben, wie du mir vorgegangen bist. 4. Gieb mir des Glaubens Licht und Kräfte, damit er wahre Früchte zeigt; mach mich zur Rebe voller Säfte, die sich nach dir, dem Weinstock, neigt; du bist der Fels, auf den ich baue, du bist mein Heiland, dem ich traue, du bist des Glaubens fester Grund. Wenn sich die Zweifelsstunden finden, so laß die Hilfe nicht verschwinden, und mach den tranten Geist gesund. 3. Zünd auch in mir die Liebesflammen zum Dienste deiner Glieder an; bind mich und ihre Not zusammen, damit ich mich versichern kann, ich sei also wie du gesinnet, wenn mein Geist die Gestalt gewinnet, die 5. Hilf, daß die Hoffnung nicht erlieget, und daß dein Kreuz ihr Anker ist; gieb, daß sie alle Angst besieget durch dich, der du mein Alles bist. Die Welt mag auf das Eitle bauen, ich aber will auf dich nur schauen, o Jesu, meiner Hoffnung Licht; ich will dich stets in Lieb umfassen, dich, der du mich nicht wirst ver lassen, denn deine Liebe wanket nicht. 6. Willst du mich noch im Leben wissen, so leb ich, weil es dir beliebt; werd ich vom Tode hingerissen, so bin ich gleichfalls nicht betrübt; dein Leben laß stets in mir leben, dein Sterben laß mir Stärke geben, Wiedergeburt und Heiligung. 196 geben, wenn meines Lebens Ziel erscheint. Ich will dir meinen Willen schenken, ich will im Tod und Leben denken, daß du es gut mit mir gemeint. Ph. Balth. Sinold, † 1742. Mel. Nun sich der Tag geendet hat zc. 284 Der du noch in der letzten Nacht, eh du für uns erblaßt, den Deinen von der Liebe Macht so schön gepredigt haft: 2. Erinnre deine kleine Schar, die sich so leicht entzweit, daß deine lebte Sorge war: der Glieder Einigkeit. Graf N. L. v. Zinzendorf,+ 1760. Mel. Alles ist an Gottes Segen 2c. 285 Nun un so will ich denn mein Leben völlig meinem Gott ergeben; nun wohlan, es ist geschehn! Sünd, ich will von dir nicht hören; Welt, ich Mel. Was Gott thut, das ist zc. will mich von dir kehren, 286 Dich Jeſum laſ ohne zu ewig nicht; dir bleibt mein Herz ergeben; du kennst dies Herz, das redlich spricht: nur Einem will ich leben. Du, du allein, du sollst es sein; du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Himmel werden. 2. Hab ich sonst mein Herz geteilet, hab ich hie und da verweilet: endlich sei der Schluß gemacht, meinen Willen ganz zu geben, meinem Gott allein zu leben, ihm zu dienen Tag und Nacht. nichts zurück; schau und prüfe Herz und Nieren; folltest du was Falsches spüren, nimm es diesen Augenblick. 4. Ich schen keine Müh und Schmerzen; gründlich und von ganzem Herzen will ich folgen deinem Zug. Kann ich stetig und in allem deinen Augen nur gefallen, ach, so hab ich ewig gnug. 5. Eines will ich nur betrachten, und nicht wissen, noch drauf achten, was sonst draußen mag geschehn: fremd der Welt und ihren Sorgen will ich hier, in dir verborgen, als ein wahrer Pilger gehn. 6. Dich allein will ich erwählen; alle Kräfte meiner Seelen nimm nur ganz in deine Macht; ja, ich will mich dir verschreiben; laß es ewig feste bleiben, was ich dir hab zugesagt. G. Terstegen, 1769. 3. Herr, ich opfre dir zur Gabe all mein Liebstes, das ich habe; schau, ich halte 2. Dich Jesum laß ich ewig nicht; ich halte dich im Glauben! Nichts kann mir meine Liebe. 197 meine Zuversicht und deine Mel. Herr, ich habe mißgehandelt ze. Gnade rauben. Der Glau: 287 Seid barmherzig, hat die deiner sich nicht schämen, die kann dir niemand nehmen. 3. Dich Jesum laß ich ewig nicht; aus göttlichen Erbarmen gingst du für Sünder ins Gericht und büßtest für mich Armen. Aus Dankbarkeit will ich allzeit um deines Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen. du mich 4. Dich Jesum laß ich ewig nicht; du stärkest mich von oben. Auf dir steht meine Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich flieh zu dir, du eilst zu mir; wenn mich die Feinde hassen, wirst nicht verlassen. 5. Dich Jesum laß ich ewig nicht; nichts soll von dir mich scheiden. Es bleibet jedes Gliedes Pflicht, mit seinem Haupt zu leiden. Doch all mein Leid währt turze Zeit; bald ist es über standen, und Ruh ist dann vorhanden. 6. Dich Jefum laß ich ewig nicht; nie soll mein Glaube wanken; und wenn des Leibes Hütte bricht, sterb ich mit dem Gedanken: mein Freund ist mein und ich bin sein; er ist mein Schutz und Tröster, und ich bin sein Erlöster. Ehrenfried Licbich, † 1780. Menschen, höret, hört das heiligste Gebot, das uns Jesus Christus lehret: seid barmherzig, feids wie Gott; gebt, so wird auch euch gegeben, was euch not ist, Heil und Leben. 2. So viel Menschen, so viel Brüder! Ein Gott ists, der uns erschuf. Wir sind alle Christi Glieder; allgemein ist Gottes Ruf. So den Bösen, wie den Seinen, läßt der Herr die Sonne scheinen. 3. Gottes Bild in euch so wie er; eilt den Armen zu sehen, seid barmherzig, beizustehen; was ihr gebt, empfängt der Herr. Weiß darfs die linke Hand nicht es Gott und dein Gewissen, wissen. 4. Was ihr habt, mit Ärmern teilen, sehn, was jedem frommt und nüßt, des Verlaffnen Wunden heilen, schüßzen den, den niemand schützt, ohne Stolz, von Pflicht gedrungen, heißt: nach Ruhm bei Gott ges rungen. 5. Herr, wir geben von dem Deinen, Geber, dem der Dank gebührt! Laß, wenn unsre Brüder weinen, unser Herz nie ungerührt: daß, wenn wir zu dir uns nahen, Wiedergeburt und Heiligung. 198 nahen, wir auch Hilf und Trost empfahen! Th. G. v. Hippel, † 1796. Mel. Wer nur den lieben Gott ze. 288 DuBater beiner Menschenkin der, der du die Liebe selber bist, und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist, laß mich von ganzem Her zen dein, laß michs mit allen Kräften sein! 2. Gieb, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu sein mich übe, wie du mir selbst die Vorfchrift giebst! Was dir ge= fällt, gefall auch mir; nichts scheide mich, mein Gott, von dir! 3. Bertilg in mir durch deine Liebe den Hang zur Liebe dieser Welt, und gieb, daß ich Verleugnung übe, wenn mir was Eitles noch gefällt. Wie sollte ich die Kreatur dir vorziehn, Schös pfer der Natur? 4. Laß mich um deiner Liebe willen gern thun, was mir dein Wort gebeut! Rann ichs nicht, wie ich soll, erfüllen, so sieh auf meine Willigkeit und rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld! 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißfällt; drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel es auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Bater, mich beflissen sein. 6. Aus Liebe laß mich alles leiden, was mir dein weiser Rat bestimmt; du führst durch Trübsal den zu Freuden, der seine Last gern auf sich nimmt; und wer wird mächtig von dir untersein Leiden weislich nütt, stützt. 7. In deiner Liebe laß selbst Sterben mein Gewinn; mich sterben, dann wird dann werd ich deinen Himmel erben, wo ich dir ewig nahe bin. Da lieb ich in Vollkommenheit dich, Bater der Barmherzigkeit. Nach B. Schmold, † 1737, von S. Diterich, † 1797. met. Nun fich der Lag geendet hat zc. 289 Christ, wenn Arme manchesmal vor deiner Thüre stehn, mert auf, ob nicht in ihrer Zahl der Herr sei ungesehn. 2. Und wenn ihr matter Ruf so bang erschallt zu dir herein, horch auf, ob seiner Stimme Klang nicht möchte drunter sein, Liebe. 199 3. O nicht so fest und eng schön; ja, wenn meine Zunge verschließ die Thüren und das Herz; ach, wer den Heiland von sich stieß, was träfe den für Schmerz! fänge Engeln gleich in Himmelshöhn: hätt ich keine Lieb im Herzen, ach, so wär ich gleich den Erzen, gleich der Schelle, die erklingt, doch fein Leben hat noch bringt. 4. Drum reiche mild der Liebe Zoll dem Dürftigen hinaus, und öffne gern und mitleidsvoll dem Flehenden dein Haus. 5. Denn ehe du dich wirst versehn, wird dein Herr Jesus Christ hinein zu deiner Thüre gehn, weil sie so gast: lich ist. 2. Wenn ich mit Prophetenklarheit schon die Zutunft säh erfüllt; wenn mir kund wär alle Wahrheit, kein Geheimnis mehr verhüllt; wenn ich jenen Glauben hätte, der verseht der Berge Stätte: ach, das alles hilft mir nicht, wenns an Liebe mir gebricht. 3. Wenn ich alle meine Habe teilte den Bedürftgen aus, und den Greis am Bettelstabe gastlich führte in mein Haus; wenn ich, Christum zu bekennen, meinen Leib selbst lieke brennen: ach, das alles hilft mir nicht, wenns an Liebe mir gebricht. 4. Liebe, Liebe ist die Krone, die den Baum des Glaubens schmückt, dran man, Dank dem Gottessohne, seiner Liebe Früchte pflückt. Owelch edle Tugendblüte ziert das liebende Gemüte: Langmut, Freundlichkeit, Geduld, Demut, Sanftmut, Güt und Hulo! 5. Und wie herrlich ist die Liebe! Ewig hört fie nimmer auf; da sonst nichts ist, das da bliebe, das nicht schlösse 6. Und ehe du ihn noch erkannt, der arm erschien vor dir, erhebt er seine heilge Hand zum Segen für und für; 7. Zum Segen über deinen Tisch und über all dein Gut, und über deine Kinder frisch und deinen frohen Mut; 8. 3um Segen über deine Zeit, die du hienieden gehst, und über deine Ewigkeit, wo du dort oben stehst: 9. Dort oben, wo er dann die Thür dir auf mit Freuden thut, wie ihm und seinen Brüdern hier du thatst mit frommem Mut. W. Hey, † 1854. Mel. Jcfu, meines Lebens Leben zc. 290 Wenn auch wie ein Psalter flänge meine Rede fromm und Wiedergeburt und Heiligung. 200 schlösse seinen Lauf. Sprach und Weissagung vergehen, Glaub und Hoffnung wird zum Sehen; alles währet feine Zeit, Liebe bleibt in Ewigkeit. 6. Herr, mein Gott, du bist die Liebe, bist der Liebe Quell allein! Hauche deines Geistes Triebe mir auch tief ins Herz hinein. O daß ich doch in der Liebe bis zum letzten Atem bliebe; Jesu, so bleib ich in dir, und du ewiglich in mir! A. Stöber, geb. 1810. seinen Gaben mancherlei; des Satans Zorn und groß Gewalt zerbrich; vor ihm dein Kirch erhalt. 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich auf Erden wie im Himmelreich; gieb uns Geduld in Leidenszeit, gehorsam sein in Lieb und Leid, und wehre allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 3101 5. Gieb uns heut unser täglich Brot, und was man braucht zur Leibesnot; be hüt uns vor Unfried und Streit, vor Seuchen und por teurer Zeit, daß wir in gutem Frieden stehn, der Sorg und Geizes müßig Gebet. 291 Vater unser im gehn. Himmelreich, der du uns alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an und willst, daß werd Gebet gethan: gieb, daß nicht bet allein der Mund, hilf, daß es geh von Herzens Grund. 2. Geheiligt werd der Name dein; dein Wort bei uns hilf halten rein, daß wir auch leben heiliglich, nach deinem Namen würdig: lich; behüt uns, Herr, vor falscher Lehr, das arm verführte Volk bekehr. 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort her nach in Ewigkeit; der heilge Geist uns wohne bei mit 6. All unfre Schuld vergieb uns, Herr, daß sie uns nicht betrübe mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern; zu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit. 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht, wenn uns der böse Geist anficht; zur linken und zur rechten Hand hilf uns thun starken Widerstand, im Glauben fest und wohl gerüst, und durch des heilgen Geistes Trost. QUE 8. Von allem Übel uns erlös, es sind die Zeit und Tage bös; erlös uns von dem ewgen Tod, und tröst uns Gebet. uns in der letzten Not; bescher uns auch ein selig End, nimm unsre Seel in deine Händ. 9. Amen, das ist, es werde wahr! Stärk unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, es sei die Bitte wohl gethan; auf dein Wort, in dem Namen dein: so sprechen wir das Amen fein. Luther, † 1546. 201 zu nähren, mich zu wehren, wenn Unglück geht daher, das mich möcht von dir kehren. 4. Laß mich nicht Lust noch Furcht von dir in die ser Welt abwenden; Getreusein bis ans End gieb mir, du hasts allein in Händen, und wem du's giebst, der hats umsonst; es mag niemand ererben noch erwerben durch Werke deine Gnad, die uns erlöst vom Sterben. 292 ch ruf zu dir, Herr Jesu Christ, ich bitt, erhör mein Klagen! Verleih mir Gnad zu dieser Frist, laß mich doch nicht verzagen. Den rechten Weg, o Herr, allein, den wollest du mir geben, dir zu leben, dem Nächsten nüß zu sein, nach deinem Reich zu streben. 2. Jch bitt noch mehr, o Herre Gott, du fannst es mir wohl geben: daß ich nicht wieder werd zu Spott; die Hoffnung gieb daneben; voraus, wenn ich muß hie damel. In dich hab ich gehoffet sc. auf von, daß ich dir mög vers 293 Auf dich hab ich gehoffet, Herr, hilf, daß ich nicht zu schanden werd, noch ewiglich zu Spotte. Das bitt ich dich: erhalte mich dir treu, dir, meinem Gotte. trauen und nicht bauen all mein eignes Thun, sonst wirds mich ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus Herzensgrund den Feinden mög vergeben; verzeih mir auch zu dieser Stund, schaff mir ein neues Leben. Dein Wort mein Speis laß allweg sein, damit mein Seel 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, erhör mein Bitt, tritt du herfür, eil, bald mich zu erretten. In Angst 5. Ich lieg im Streit und widerstreb; hilf, o Herr Christ, dem Schwachen! Von deiner Gnad allein ich leb, du kannst mich stärker machen. Kommt nun Anfechtung und Gefahr, wollst du mich nicht verlassen, fest mich fassen, behüten immerdar; ich weiß, du wirsts nicht lasſen. P. Speratus,+ 1551,(?), oder 3. Agricola,+ 1566. Wiedergeburt und Heiligung. 202 Angst und Weh ich lieg und steh; hilf mir in meinen Nöten. 3. Mein Gott und Schirmer, steh mir bei, sei meine Burg, darin ich frei und ritterlich mög streiten, ob mich bedräng der Feinde Meng hier und auf allen Seiten. 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort, mein Hilf, mein Heil, mein Leben, mein starker Gott in aller Not: wer mag mir widerstreben? 5. Mir hat die Welt oft zugericht viel Lug und Trug und falsch Gedicht, viel Net und heimlich Stricke; nimm meiner wahr, Herr, in Gefahr; behüt vor falscher Tücke. 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir; mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, aus aller Not hilf mir am letzten Ende. 7. Lob, Ehre, Preis und Herrlichkeit sei Vater, Sohn tes heilgen Namen! Die göttlich Kraft mach uns sieg haft durch Jesum Christum! Amen. A. Reißner, f um 1575. 294 Herr, wie die du willst, so schicks mit mir im Leben und im Sterben! Allein zu dir steht mein Begier, laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld, sonst wie du willst; gieb mir Geduld, denn dein Will ist der beste. 2. Zucht, Ehr und Tren verleih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte; behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gieb mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit; wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben! dr 3. Soll ich einmal nach deinem Rat von dieser Welt abscheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir; o Herr, ein selig End gieb mir durch Jesum Christum. Amen. Kaspar Bienemann, † 1591. Mel. Herzlich thut mich verlangen: e. 295 Laß mich dein sein und bleiben, du trener Gott und Herr! Von dir laß mich nichts treiben, halt mich bei deiner Lehr. Herr, laß mich nur nicht wanken, gieb mir Beständig: feit; Gebet. keit; dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit! N. Selnecker, † 1592. 296 Gott, du frommer Gott, du Brunnquell guter Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben, gesunden Leib gieb mir, und daß in solchem Leib ein unverletzte Seel und rein Gewissen bleib. 2. Gieb, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet; gieb, daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs thu, so gieb, daß es gerate wohl. 203 geben an Reichtum, Gut und Geld, so gieb auch dies dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen, so gieb Geduld, vor Sünd und Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. End auf Christi Tod ab7. Laß mich an meinem scheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; dem Leib ein Räumlein gönn bei seiner Eltern Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seite hab. 8. Wenn du die Toten wirst an jenem Tag erwecken, so woll auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken; laß hören deine Stimm, erwecke mein Gebein und führ mich schön verklärt in deinen Himmel ein. J. Heermann, † 1647. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen, laß kein unnützes Wort aus meinem Munde gehen; und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gieb den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. 4. Findt sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen, gieb einen Heldenmut, Mel. Da Christus geboren war zc. das Kreuz hilf selber tragen; 297 3weierlei bitt ich meinen Feind mit Sanftmut überwind und, wenn ich Rat bedarf, auch guten Rat erfind. von dir, zweierlei trag ich dir für, dir, der alles reichlich giebt, was uns dient und dir beliebt; gieb mein Bitten, das du weißt, eh ich sterb und sich mein Geist aus des Leibes Banden reißt. 5. Laß mich mit jeder: mann in Fried und Freundschaft leben, so weit es christlich ist; willst du mir etwas 9* Wiedergeburt und Heiligung. 204 2. Gieb, daß ferne von mir sei Lügen und Abgötterei; Armut, so die Maße bricht, großen Reichtum gieb mir nicht; allzu arm und allzu reich ist nicht gut, stürzt beides gleich unsre Seel 3. Laß mich aber, o mein Heil, nehmen mein bescheiden Teil und beschere mir zur Not hier mein täglich BißIcin Brot, ein klein wenig, da der Mut und ein gut Gewissen ruht, ist fürwahr ein großes Gut. 4. Sonst wohl möcht im Überfluß ich empfinden überbruß, dich verleugnen, dir zum Spott fragen: wer ist Herr und Gott? Denn das Herz ist Frechheit voll. weiß oft nicht, wenn ihm ist wohl, wie es sich erheben soll. 5. Wiederum, wenns stehet bloß und die Armut wird zu groß, wirds leicht untreu, stiehlt und stellt nach des Nächsten Gut und Geld, thut Gewalt, braucht Nänt und List, ist mit Unrecht ausgerüst, fragt gar nicht, was christlich ist. 6. Ach, mein Gott, mein Echat, mein Licht! Dieses beides ziemt mir nicht; beides schändet deine Ehr, beides stürzt ins Höllenmeer; brum fo gieb mir Hüll und Füll also, wie dein Herze will, nicht zu wenig, nicht zu viel. P. Gerhardt,+ 1676. 298 Sieh, hier bin ich, lege mich vor deinen Thron; schwache Thränen, kindlich Sehnen bring ich dir, du Menschensohn. Laß dich fin den, laß dich finden, bin ich gleich nur Asch und Thon. 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, lente Dich alleine ich nur meine, mich nach deinem Sinn. bein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden; gieb dich mir und nimm mich hin! nichts als deine freie Guad, 3. Herr, erhöre, ich begehre die du giebest, wo du liebest, und man dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden; der hat alles, wer dich hat. 4. Hör, wie kläglich, wie beweglich dir die treue Seele singt, wie demütig und wehmütig deines Kindes Stimme flingt. Laß dich finden, laß dich finden; denn mein Herze zu dir dringt. 5. Dieser Zeiten Eitelkei ten, Reichtum, Wollust, Ehr und Freud sind nur Schmerzen meinem Herzen, welches sucht adilis Gebet. fucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden! Großer Gott, ich bin bereit. J. Neander, † 1680. 299 Dir, bir, Jehovah, will ich singen; denn wo ist doch ein solcher Gott wie du? Dir will ich meine Lieder bringen; ach, gieb mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es thu im Namen Jesu Christ, so wie es dir durch ihn gefällig ist. 2. Beuch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Eohn mich wieder zieh dir; dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Einnen und Verstand regier, daß ich den Frieden Gottes schmeckt und fühl und dir darob im Herzen sing und spiel. zu 3. Verleih mir, Höchster, folche Güte, so wird gewiß mein Singen recht gethan, so tlingt es schön in meinem Liede, und ich bet dich im Geist und Wahrheit an; so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor. 205 erbe Jesu Christi sei, daher ich Abba, lieber Vater, schrei. mich Dein bei dir vertreten mit Seuf zern, die ganz unaussprech: lich sind; der lehret mich recht gläubig beten, giebt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Mit 5. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, dem neiget sich dein gnädger Wille zu, das wird gewiß von dir erhöret, weil ichs im Namen deines Sohn's thu, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin, und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 6. Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe; drum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß es, alle gute Gabe, die ich von dir verlanget jederzeit, die giebst du und thust überschwenglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr. 7. Wohl mir! Ich bitt in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt; in ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir! Lob dir jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit! Barthol. Crasfelius, † 1724. Mel. O Gott, du frommer Gott zc. nicht! 300 Ach, Gott, verlaf Reich mir die Gnadenhände; ach, führe mich, dein Kind, daß ich den Lauf vollende zu meiner Seligkeit; sei du mein Lebenslicht, mein Stab, mein 206 Wiedergeburt und Heiligung. mein Hort, mein Schuß; vor ihn treten. Gott ist in ach, Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach, Gott, verlaß mich nicht! Regiere du mein Wallen; ach, laß mich nimmermehr in Sünd und Schande fallen; gieb mir den guten Geist, gieb Glaubens- Zuversicht, sei meine Stärk und Kraft; ach, Gott, verlaß mich nicht. der Mitten! Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlag die Augen nieder; gebt das Herz ihm wieder. 3. Ach, Gott, verlaß mich nicht! Ich ruf aus Herzens grunde: ach, Höchster, stärke mich in jeder bösen Stunde; wenn mich Versuchung plagt und meine Seel anficht, so weiche nicht von mir; ach, Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach, Gott, verlaß mich nicht! Ach, laß dich doch bewegen, ach, Vater, fröne doch mit reichem Himmelssegen die Werte meines Amts, die Werke meiner Pflicht, zu thun, was dir gefällt; ach, Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach, Gott, verlaß mich nicht! Ich bleibe dir ergeben, hilf mir, o großer Gott, recht glauben, christlich leben und selig scheiden ab, zu sehn dein Angesicht, hilf mir in Not und Tod; ach, Gott, verlaß mich nicht! S. Frant,+ 1724. Mel. Wunderbarer König 1. 301 Gott ist gegenwärz tig; lasset uns anbeten und in Ehrfurcht 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht in Demut dienen. Heilig, heilig, heilig, singen ihm zur Ehre aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm unsre Stimm, da auch wir Geringen unsre Opfer brins gen. allen Eitelkeiten, dieser Erden 3. Wir entsagen willig Luft und Freuden; da liegt unser Wille, Seele, Leib und ergeben; du allein sollst es Leben, dir zum Eigentum sein, unser Gott und Herre, dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, möcht ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst erweisen! Möcht ich, wie die Engel, immer vor dir stehen und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir für und für trachten zu gefallen, liebster Gott, in allen. 6. Geist, der alles füllet, drin wir sind und weben, aller Dinge Grand und Leben! Meer ohn Grund und Ende, Wunder aller Wunder, ich sent mich in dich hinunter; ich in dir, du in mir, laß mich Gebet. mich ganz verschwinden, dich nur sehn und finden. 6. Du durchdringest alles; laß mit deinem Lichte, Herr, berühren mein Gesichte; wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten, laß mich so still und froh deine Strahlen faffen und dich wirken lassen. 7. Mache mich einfältig, innig abgeschieden, sanft und still in deinem Frieden; mach mich reines Herzens, daß ich deine Klarheit schauen mag in Geist und Wahrheit; laß mein Herz himmelwärts wie ein Adler schweben und in dir nur leben. 8. Herr, komm in mir wohnen, laß den Geist auf Erden dir ein Heiligtum noch werden; komm, du nahes Wesen, dich in mir verkläre, daß ich dich stets lieb und ehre; wo ich geh, sitz und steh, laß mich dein gedenken, mich in dich versenten. G. Terstegen, † 1769. Mel. Es ist das Heil uns 2c. ott, deine Güte 302 ⁰ so weit die Wolken gehen; du krönst uns mit Barmherzigkeit und eilst uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort; denn ich will por dir beten. 207 2. Jch bitte nicht um Überfluß und Schätze dieser Erden; laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gieb mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Jch bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Namens Eigentum laß mich nur nicht verlieren; mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, mein Herr und Gott, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demut, Mut in Not, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit, laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. Chr. F. Gellert, † 1769. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten zc. 303 Bedent ich deine große Treue, bedenk ich meine tiefe Schuld, und Reue und preis in Demut deine Huld. 2. Ich bin nur Staub, aus Staub geboren, bin irdisch und verweslich noch, und bin zur Herrlichkeit er koren, bin himmlisch auch und ewig doch. Wiedergeburt und Heiligung. 208 3. D Vater, deine große Liebe, wie kann ein Mensch sie hier verstehn? Gieb, daß ich mich in Einfalt übe, den Weg, den du mich führst, zu gehn. Allmacht Hände, beschüße Kirche, Land und Haus. 2. Ach, laß dein Wort uns allen noch ferner reichlich schallen, zu unsrer Seelen Nuß! Bewahr uns vor den Rotten, die deiner Wahrheit spotten, beut allen deinen Feinden Truß. 3. Gieb du getreue Lehrer und unverdrossne Hörer, die beide Thäter sein; auf Pflanzen und Begießen laß dein Gedeihen fließen und Früchte reichlich ernten ein. 4. Du wollst uns hoch beglücken, mit hellen Gnaden blicken auf unsern Fürsten sehn, ihn schützen auf dem Throne, auf seinem Haupt die Krone in vollem Glanze lassen stehn. 5. Laß alle, die regieren, ihr Amt getreulich führen, schaff jedermann sein Recht, daß Fried und Treu sich müssen in unserm Bunde küssen; segn uns als dein erwählt Geschlecht. 6. Erhalt in jeder Ehe beim Glücke wie beim Wehe rechtschaffne Frömmigkeit; in Unschuld und in Tugend gedeihe unsre Jugend, zu deines Reiches Dienst bereit. 7. O Bater, wend in Gna304 den err, erhöre! Breit deines Namens Ehre an allen Orten aus! Behüte alle Stände durch deiner Schaden der Elemente ab! Bewahr des Landes Früchte und mache nicht zu nichte, was deine milde Hand uns gab. 4. Gieb, daß ich dir nicht widerstrebe, wenn Dornen meinen Pfad umziehn, und daß ich dir im Glauben lebe und nicht von dieser Erde bin. JOULUDS 5. Gieb, daß der Erde Eitelkeiten mir unbewußt vorübergehn, und daß ich mag zu allen Zeiten auf Jesu Kreuz und Sterben sehn. 6. Gieb, daß ich nimmer möge schwanken, wenn mir der Erde Reichtum blinkt; laß mich von deinem Weg nicht wanken, wo mir am Ziel die Palme winkt. 7. Gieb, daß ich dulden mag und hoffen, und gieb mir deinen heilgen Geist, und zeige mir den Himmel offen, wenn mir der Tod das Herz zerreißt. 2. Hensel,+1876. Allgemeine Fürbitte. Mel. O Welt, ich muß dich lassen sc. Allgemeine Fürbitte. 209 8. Gedenke voll Erbarmen und Segen bringe deinen der Leidenden und Armen; Gliedern allzumal, wo sie Verirrte bring herein; die hier zerstreuet wohnen unter Witwen und die Waisen allen Nationen, die du kennest wollst du mit Troste speisen, überall. wenn sie zu dir um Hilfe schrein. 9. Hilf als ein Arzt den Kranken, und die im Glauben wanken, laß nicht zu Grunde gehn; die Alten heb und trage, damit sie ihre Plage geduldig mögen überstehn. 3. O wie lieb ich, Herr, die Deinen, die dich suchen, die dich meinen; o wie föstlich sind sie mir! Du weißt, wie michs oft erquicket, wenn ich Seelen hab erblicket, die sich ganz ergeben dir. 10. Die Reisenden beschüße, bleib den Verfolgten Stüße, die Sterbenden geleit mit deinen Engelscharen, daß sie in Frieden fahren zu Zions Freud und Herrlichkeit. 11. Nun, Herr, du wirst erfüllen, was wir nach dei nem Willen in Demut jetzt begehrt; wir sprechen gläubig Amen in unsers Jesu Namen, so ist gewiß der Wunsch gewährt! B. Schmold, † 1737. Mel. Alles ist an Gottes Segen zc. efu, der du bist 305 und König der Gemeine, segne mich, dein armes Glied! Wollst mir neuen Einfluß geben deines Geistes, dir zu leben; stärke mich durch deine Güt. 2. Ach, dein Lebensgeist durchdringe, Gnade, Kraft 4. Jch umfaffe, die dir dienen, ich vereinge mich mit ihnen, und vor deinem Angesicht wünsch ich allen tausend Segen; stärke sie in deinen Wegen, führ sie selbst zu deiner Pflicht. 5. Die in Kreuz und Leiden leben, stärke, daß sie ganz ergeben ihre Seel in deine Hand; laß sie dadurch werden kleiner und allen Schlacken reiner, ganz allein in dich gewandt. von 6. Laß die Deinen noch auf Erden ganz nach deinem Herzen werden; mache deine Kinder schön, abgeschieden, Wille, klein und stille, sanft, einwie du sie gern willst sehn. 7. Sonderlich gedenke deren, die es, Herr, von mir begehren, daß ich für sie bes ten soll. Auf dein Herz will ich sie legen; gieb du jedem solchen Segen, wie es not; du kennst sie wohl. Wiedergeburt und Heiligung. 210 8. Ach, besuch zu dieser Stunde ihre Herzen, und im Grunde sie erfreu in dir allein; zeuch mit deinen Liebeszügen ihre Lust und ganz Vergnügen wesentlich in dich hinein. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, also hat auch immer wieder mich des Höchsten Arm gedeckt, alsobald im Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer, nein, er giebt ihn für mich hin, daß er mich vom ewgen Feuer durch 10. Bis wir einst mit sein teures Blut gewinn; allen Frommen dort bei dir du Brunnen ohn Ergrünzusammen kommen und, von wie will doch mein allen Flecken rein, dort vor schwacher Geist, ob er sich deinem Throne stehen, uns gleich hoch befleißt, deines in dir, dich in uns sehen, Ding währt seine Zeit, GotGrundes Tiefe finden? Alles ewig eins in dir zu sein. tes Lieb in Ewigkeit. den, G. Terstegen, † 1769. 9. Ach, du hast uns teur erworben, da du bist am Kreuz gestorben; denke, Je fu, wir sind dein! Halt uns fest, so lang wir leben und in dieser Wüste schweben; laß uns nimmermehr allein. Friede und Freude. Mel. Lasset uns den Herren preisen zc. 306 Sollt ich meinem Gottnicht singen, sollt ich ihm nicht fröhlich ſein? Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut ers mit mir mein. Ists doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, giebt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmelspfort, daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Reich zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 5. Meiner Seelen Wohlergehen hat er ja recht wohl bedacht; will dem Leibe Not entstehen, nimmt ers gleichfalls wohl in acht; wenn mein können, mein Vermögen Friede und Freude. 211 Vermögen nichts vermag, entzeucht, ob es wohl bisnichts helfen kann, kommt mein Gott und hebt mir an, sein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. weilen Sünde thut und von der Bahn abweicht, also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, will mein Fehlen mit der Rut und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt; wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält: Tier und Kräuter und Getreide, in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See: überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüt, daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb und Güt. Wäre nicht mein Gott gewesen, hätte nicht sein Angesicht mich geleitet, wär ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 8. An wie mancher schweren Plage hat er mich vorbeigeführt, daß sie mich mein Lebetage niemals noch bis her berührt; und der Engel, den er sendet, hat das Böse, das der Feind anzurichten war gemeint, in die Ferne weggewendet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 9. Wie ein Vater seinem Kinde niemals ganz sein Herz 10. Seine Strafe, feine Schläge, ob es mir gleich bitter scheint, sind, wenn ich es recht erwäge, dennoch Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der schnöden Welt, die uns hart gefangen hält, durch das Kreuze zu sich lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 11. Das weiß ich fürwahr und lasse mirs nicht aus dem Sinne gehn: Christenfreuz hat seine Maße und muß endlich stille stehn; wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein: also wird auch nach der Pein, wers erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe findt, ei, so heb ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind, bitte: wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu umfangen Tag und Nacht, hier in 212 Wiedergeburt und Heiligung. in meinem ganzen Leben, viel muß leiden, nicht von bis ich dich nach dieser Zeit Jesu scheiden. Lob und lieb in Ewigkeit. P. Gerhardt, † 1676. 307 esu, meine Freude, meines Her zens Weide, Jesu, meine Bier! Ach, wie lang, ach, lange ist dem Herzen bange und verlangt nach dir! Hab ich dich, wie reich bin ich! Außer dir soll mir auf Erden nichts sonst lieber werden. 2. Unter deinem Schirmen 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei; laß von Ungewittern rings die Welt erzittern, mir steht Jesus bei. Wenn die Welt in Trümmer fällt, wenn gleich Sünd und Hölle schrecken: Jesus mil mich decken. 3. Troß des Feindes Lauern, troß des Todes Schauern, trotz der Furcht dazu! Tobe, Welt, geringe halt ich dich und singe in gar sichrer Ruh; Gottes Macht hält mich in acht; Erd und Abgrund muß sich scheuen, ob sie noch so dräuen. 4. Weg mit allen Schätzen; du bist mein Ergößen, Jesu, meine Lust! Weg, ihr eiteln Ehren, ich mag euch nicht hören, bleibt mir unbewußt! Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst du nicht; gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht; gute Nacht, du Stolz und Pracht; dir ſei ganz, du Sündenleben, gute Nacht gegeben! 6. Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Freude sein; duld ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Joh. Frand, † 1677. 308 Gs glänzet der Christen inwendiges Leben, obgleich) sie von außen die Sonne ver brannt; was ihnen der König des Himmels gegeben, ist feinem, als ihnen nur selber bekannt; was niemand verspüret, was niemand berühret, hat ihre erleuchteten Sinne gezieret und sie zu der göttlichen Würde ge führet. 2. Denn innerlich sind sie von göttlichem Stamme, geboren aus Gott durch sein mächtiges Wort; es lodert in ihnen die himmlische .amme, entzündet von oben, genähret Friede und Freude. 213 Seufzen mit ihnen vereinet. genähret von dort; die scheinet, wonach sich eur Engel sind Brüder, die ihre Loblieder mit ihnen holdselig und inniglich singen; das muß denn ganz herrlich und prächtig erklingen. 6. O Jesu, verborgenes Leben der Seelen, du heimliche Zierde der inneren Welt! Laß deinen verborgenen Weg uns erwählen, wenn gleich uns die Schmach entſtellt. deines Kreuzes Hier übel genennet und ewig erkennet, hier heimlich mit Christo im Vater gelebet, dort öffentlich mit ihm im Himmel geschwebet. Chr. F. Nichter, † 1711. Ge3. Sie wandeln auf Erden, und leben im Himmel; sie bleiben ohnmächtig, und schützen die Welt; sie schmecken den Frieden bei allem tümmel, sie haben, die Ärmsten, was ihnen gefällt. Sie stehen in Leiden, und blei ben in Freuden; sie scheinen ertötet den äußeren Sinnen, und führen das Leben des Glaubens nach innen. 4. Wenn Christus, ihr Leben, wird offenbar werden, wenn er sich einst dar in der Herrlichkeit stellt, so werden sie mit ihm als Fürsten der Erden auch herrlich erscheinen zum Wunder der Welt. Sie werden regieren, mit ihm triumphieren, den Himmel als prächtige Lichter auszieren; da wird man die Freude gar offenbar spüren. 5. Frohlocke, du Erde, und jauchzet, ihr Hügel, die weil ihr solch göttlichen Samen geneußt; denn das ist des Ewigen göttliches Siegel, zum Zeugnis, daß er euch noch Segen verheißt; ihr sollt noch mit ihnen aufs prächtigste grünen, wenn erst ihr verborgenes Leben er: 309 Wie wohl iſt mir, o Freund der Seele, wenn ich in deiner Liebe ruh; ich steige aus der Schwermutshöhle und eile deinen Armen zu; da muß die Nacht des Trauerns scheiden, wenn mit der Fülle selger Freuden die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wer sollte nicht beseligt werden, der in dir suchet Ruh und Lust? 2. Die Welt mag meine Feindin heißen: es sei also! ich trau ihr nicht, wenn sic mir gleich will Lieb erweisen bei einem freundlichen Ge sicht. In dir vergnügt sich meine Seele, du bist mein Freund, den ich erwähle, du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht; der Welt Haß kann mich doch nicht Wiedergeburt und Heiligung. 214 auf nicht fällen, weil in den stärksten Unglückswellen mir dcine Treu den Anker reicht. 3. Will mich der Sünde Last erdrücken, blitzt mich des Gesetzes Weh, droht mir die Strafe schon im Rücken, so steig ich gläubig in die Höh und flieh zu deinen heilgen Wunden, da hab ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zu sammen, du bist mein Heil, wer will verdammen? Liebe nimmt sich meiner an. 4. Lenkst du durch Wüsten meine Reise, ich folg und lehne mich auf dich; du giebst Die aus Wolken mir die Speise und labest aus den Felsen mich. Ich traue deinen Wunderwegen, sie enden sich in Lieb und Segen: genug, wenn ich dich bei mir hab! Ich weiß, wen du willst herrlich zieren und über Sonn und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. 5. Der Tod mag andern düster scheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Mut in dir, der du verläsfest keinen, in dir, mein liebstes Leben, ruht. Wen macht des Weges End erzittern, wenn aus Gefahr und Ungewittern er eingeht in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden aus dieser finstern Wildnis scheiden zu deiner Ruh der Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich mich lehn auf dich! Mich kann Welt, Not und Tod nicht quälen, weil du, mein Gott, vergnügest mich. Laß solche Ruh in dem Gemüte nach deiner unumschränkten Güte des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt, uit allen Schmeiche leien! Nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. Q reicher Trost: mein Freund ist mein! Wolfg. Chr. Deßler, † 1722. 310 Friede, ach Friede, Friede, vom Vater durch Christum im heiligen Geift, welcher der Frommen Herz, Sinn und Gemüte 111 Christo zum ewigen Leben aufschleußt! Den sollen die gläubigen Seelen erlangen, die alles verleugnen und Christo anhangen. 2. Richte deswegen, friedliebende Seele, dein Herze im Glauben zu Jesu hinan! Was da ist droben bei Christo, erwähle, verleugne dich selbst und den irdischen Wahn; nimm auf dich das sanfte Joch Christi hienieden, so findest du Ruhe und göttlichen Frieden. Friede und 3. Nahm doch der Mittler des Friedens viel Schmerzen, die Sünder mit Gott zu versöhnen, auf sich. Nimm dies, o Seele, recht fleißig zu Herzen, und siehe, was thut nicht dein Jesus für dich! Am Kreuze dort bringt er dir Frieden zuwege und hilft dir, daß Jammer und Unruh sich lege. B. Crasfelius, t 1724. 4. Nun, dafür bist du ihm ewig verbunden, du sollst dafür gänzlich sein Mel. Unser Herrscher, unser König 2c. Freude. 215 7. Jesu, du Herzog der Frie densheerscharen, o König des Friedens, ach, zeuch uns nach dir, daß wir den Friedensbund treulich bewahren, im Wege des Friedens dir folgen allhier; ach, laß uns doch deinen Geist kräftig regieren und dir nach im Frieden zum Vater hin führen! Eigentum fein; er hat die 311 Weicht, ihr Berge, ewge und schließt in den Bund seines Friedens dich ein; drum siehe, daß du dich ihm gänzlich ergiebest und immer be: ständig von Herzen ihn liebest. fallt, alle Felsen, brechet ein! Gottes Gnade hat das Siegel, sie will unverändert sein; laßt die Welt zu Trümmern gehn, Gottes Gnade wird bestehn. 2. Gott hat Gnade mir versprochen, Gott hat einen Bund gemacht, der wird nimmermehr gebrochen, bis er alles hat vollbracht; er, die Wahrheit, trüget nicht; es geschieht, was er ver spricht. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenn gleich alles bricht und fällt, sondern ihren Zweck erreichen, bis sie mich zufrieden stellt. Ist die Welt voll Heuchelei, Gott ist fromm und gut und tren. 5. Siehe, von all seinen Friedensgenossen erfordert er herzliche Liebe und Treu; drum sollst du treulich und tapfer ausstoßen, was Jesus dir zeiget, das wider ihn sei. Welt, Satan und Sünde, die mußt du bestreiten, was Jesu zuwider ist, fliehen und meiden. 6. Liebe und übe, was Jesus dich lehret, und was er dir saget, dasselbige thu; hasse und lasse, was sein Wort verwehret, so findest du Frieden und ewige Ruh. Ja, selig, die also sich Jesu ergeben und gläubig und heilig nach seinem Wort leben. 4. Will die Welt den Frieden brechen, hat sie lanter Krieg im Sinn, Gott hält immer Wiedergeburt und Heiligung. 216 immer sein Versprechen; so fällt aller Zweifel hin, als wär er nicht immerdar, was er ist und was er war. 5. Laßt sein Antlitz sich verstellen, ist sein Herz doch treu gesinnt und bezeugt in allen Fällen, daß ich sein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch Grund und Boden weicht. 6. Er will Friede mit mir halten, wenn die Welt sich auch empört; ihre Liebe mag erkalten, achtet doch mein Gott mich wert; ob die Sonne sich verhüllt, bleibt er mir doch Sonn und Schild. geben; denn er beut dir treulich an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich verkehret; wer das Herz in seiner Brust Gott allein zur Lust gewähret, dieſer trifft in allem an, was das Herz nur wünschen kann. mit Licht, wenn man ihn 3. Lust an Gott erfüllt durchs Wort erkennet; Lust am Herrn stärkt den zur brennet; Lust am Herrn Pflicht, der in seiner Liebe beut alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer nur Lust am Herren hat, hat auch Lust an seinem Willen und be müht sich früh und spat, solchen Willen zu erfüllen; und so wird er auch empfahn, was das Herz nur wünschen kann. 5. Ist die Lust nicht ohne Last, trag geduldig die Beschwerden; wenn du wohl gelitten hast, wirst du erst recht fröhlich werden und triffst dort im Himmel an, was dein Herz nur wünschen kann. B. Schmold, † 1737. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer, so hat er sich selbst genennt; das ist Trost: so werd ich Armer nimmermehr von ihm getrennt; sein Erbarmen läßt nicht zu, daß er mir was Leides thu. 8. Nun, so soll mein ganz Vertrauen ankerfest auf ihm beruhn; Felfen will ich auf ihn bauen, was er saget, will er thun. Erd und Himmel kann vergehn, sein Bund bleibet feste ſtehn. B. Schmold,+ 1737. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 2. Mel. Seelenbräutigam z. 312 abe deine Lust Habe am der dir schenket Luft und Leben, 313 Wer ist wohl wie du, Jesu, süße so wird dir dein Gnaden Ruh? Für uns alle auserstern tausend holde Strahlen koren, Leben derer, die vers loren, Friede und Freude. 217 loren, und ihr Licht dazu, den Schranken; sei du mein Jesu, süße Ruh! Gewinn, gieb mir deinen Sinn! 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unver rückt zu dir fortsetze und die Sünd in ihrem Netze mich nicht halte auf; fördre meinen Lauf! 10. Deines Geistes Trieb in die Seele gieb, daß ich machen mög und beten, freudig vor dein Antlit treten; ungefärbte Lieb in die Seele gieb! 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Not zu er lösen, hat geschmecket, meine Schuld hat zugedecket und mich aus der Not hat geführt zu Gott! 3. Glanz der Herrlichkeit! Du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4. Großer Siegesheld! Tod, Sünd, Höll und Welt hast du mächtig überwunden und ein ewges Heil erfun den durch das Lösegeld deines Bluts, o Held! 5. Höchste Majestät, König und Prophet! Deinen Scepter will ich füssen, wie Maria dir zu Füßen siken früh und spät, höchste Majestät! 6. Laß mich deinen Ruhm, als dein Eigentum, durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen, als dein Eigentum, aller schönster Ruhm! 7. Deiner Sanftmut Schild, deiner Demut Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz sich rege; vor dir sonst nichts gilt, als dein eigen Bild. 8. Steure meinem Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht mög von dir wanken, sondern bleiben in 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken; habe auf mich acht, Hüter in der Nacht! 12. Einen Heldenmut, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüfte hasse, gieb mir, höchstes Gut, durch dein teures Blut! 13. Solls zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todesthal begleiten und zur Herrlichfeit bereiten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn. 3. A. Freylinghausen, + 1739. Mel. O du Hliter Israel se. Christen sind ein göttlich Volk, aus dem Geist des Herrn gezeuget, ihm gebeuget und 10 pon 314 218 Wiedergeburt und Heiligung. von seiner Flammenmacht daß ich dein und du meine angefacht; vor des Bräut- heißen könntest; wenn du gams Augen schweben, das nicht von Liebe brenntest, ist ihrer Seelen Leben, und hätte das nicht können ſein. sein Blut ist ihre Pracht. 2. Königskronen sind zu bleich für der Gottverlobten Würde; eine Hürde wird zum himmlischen Palast; und die Last, drunter sich die Helden plagen, wird den Kindern leicht zu tragen, die des Kreuzes Kraft gefaßt. 3. Che Jesus unser wird, ehe wir uns selbst vergessen und gesessen zu den Füßen Mel. Jesu, meine Freude zc. unsers Herrn, sind wir fern 315Allgenugsam Weſen, von der ewgen Bundesgnade, von dem schmalen Lebenspfade, von dem hellen dem Morgenstern. hellen das ich hab erlesen mir zum höchsten Gut, du vergnügst alleine völlig, innig, reine, Seele, Geist und Mut. Wer dich hat, ist ſtill und satt; wer dir fann im Geist anhangen, darf nichts mehr verlangen. 4. Bilgrimschaft zur Ewigfeit bleibet immerdar beschwerlich, ja gefährlich, bis man ringt und dringt zu dir, einge Thür, einge Ursach der Vergebung, Glut der göttlichen Belebung, Jesu, unser Liebspanier! 5. Zeuch uns hin, erhöhter Freund, zeuch uns an dein Herz der Liebe! Deine Triebe führen mich, du Siegesheld, durch die Welt, daß ich deine Seele bleibe und so lange an dich gläube, bis ich lieb im innern Zelt. 7. Nun, ihr Kronen, fahret hin, fahre hin, erlaubte Freude! Meine Weide sei des Herren letztes Mahl vor der Qual, meine Ehre seine Schande, meine Freiheit seine Bande, meine Zier die Ros im Thal. N. L. Graf v. Zinzendorf, † 1760. 2. Wem du dich gegeben, kann in Frieden leben; er hat, was er will; wer im Hezensgrunde lebt mit dir im Bunde, liebet und ist still. Bist du da und innig nah, muß das Schönste bald erbleichen und das Beste weichen. Da ist meine Hand und Herz! Du hast deine Seel gewaget, unverzaget, und das alles bloß allein, mehr als dich begehr, kann 3. Höchstes Gut der Güter, Ruhe der Gemüter, Trost in aller Pein; was Geschöpfe haben, kann den Geist nicht laben; du vergnügst allein. Was ich mein Friede und Freude. 219 für mich gestorben. Mir, der ich dein Erlöster bin, ist dieses Leibes Tod Gewinn. mein Seligsein nur hindern des Todes Raub; du bist und den Frieden mindern. 4. Was genannt kann werden droben und auf Erden, alles reicht nicht zu; einer kann nur geben Freude, Ruh und Leben, eins ist not: nur du! Hab ich dich nur wesentlich, so mag Leib und Seel verschmachten: will ichs doch nicht achten. 5. Komm, du selges Wesen, das ich mir erlesen, werd mir offenbar! Meinen Hunger stille, und mein Herz erfülle mit dir selber gar! Bleib nur du mein Gut und Ruh, bis du wirst in jenem Leben dich mir völlig geben. 3. Ich bin erlöst und bin ein Christ! Mein Herz ist ruhig und vergißt die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, und bin des hohen Trostes voll: ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein Teil mir zu, hier turzen Schmerz, dort ewge Ruh.utela G. Terstegen, † 1769. 4. Was seid ihr, Leiden dieser Zeit, mir, der ich jener Herrlichkeit mit Ruh entgegen schaue? Bald ruft mich Gott, und ewiglich belohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue. Bald, bald verschwindet aller Schmerz, und Him316 Mein Glaub ist melsfreuden schmeckt mein meines Lebens Ruh und führt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich glaube! Ach, gieb mir, Herr, Beständigkeit, daß diesen Troit der Sterblichfeit nichts meiner Seele raube! Tief präg es meinem Herzen ein, welch Glück es ist, ein Christ zu sein! 2. Du hast dem sterblichen Geschlecht zur selgen Ewigkeit ein Recht durch deinen Tod erworben; zum Staube kehrt zurück Staub, der Geist wird nicht der 5. Bin ich gleich schwach, so trag ich doch nicht mehr der Sünde schmählich Joch in meinem Lauf auf Erden; mit Freuden üb ich meine Pflicht; doch fühl ich wohl, ich bin noch nicht, was ich dereinst soll werden. Mein Trost ist dies: Gott hat Geduld und straft mich nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, du hast mich, Mittler, aus der Angst, in der ich lag, gerissen! Dir, dir Wiedergeburt und Heiligung. 220 dir verdant ich meine Ruh; denn meine Wunden heiltest du und stilltest mein Gewissen; und fall ich noch in meinem Lauf, so richtest du mich wieder auf. 7. Dank sei dir, Vater, Dank und Ruhm, daß mich dein Evangelium lehrt glau ben, hoffen, lieben. Was mir schon jetzt in dieser Zeit den Vorschmack giebt der Seligkeit, wie soll ich das nicht üben? Gott, präg es meinem Herzen ein, welch Glück es sei, ein Christ zu sein! Balth. Münter, † 1793. Mel. Nun bitten wir den heiligen sc. 317 sein bringt großen Frieden ins Herz hinein, und dein Gnadenanblick macht uns so selig, daß Leib und Seele darüber fröhlich und dankbar wird. 2. Wir sehn dein freund liches Angesicht voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht; aber unsre Seele kanns schon gewahren, du kannst ihr fühlbar dich offenbaren, auch ungesehn. Seele müßt immer fragen: wer ist wie du? 3. O, wer nur immer bei Tag und Nacht dein zu genießen recht wär bedacht! Der hätt ohne Ende von Glück zu sagen, und seine 4. Barmherzig, gnädig, geduldig sein, uns täglich reichlich die Schuld verzeihn, heilen, trösten, stillen, er freun und segnen und unsrer Seel als Freund begegnen, ist deine Lust. Herr dein Jesu, dein Nahe5. Ach, gieb an deinem kostbaren Heil uns alle Tage vollkommnen Teil, und laß unsre Seelen sich immer schicken, aus Not und Liebe nach dir zu blicken ohn Unterlaß. 6. Und wenn wir weinen, so tröst uns bald mit deiner heiligen Todsgestalt; ja, laß sie uns immer vor Augen tiges Inunsleben zu spüren sein. und Kindlichkeit sei unsre 7. Ein herzlich Wesen Zierde zu aller Zeit, und die Tröstung aus deinen Todeswunden erhalt uns Frieden zu allen Stunden, bei Freud und Leid. 8. So werden wir in Himmel hinein in dir vergnügt wie die Kinder sein. Muß gleich unser Aug sich noch einmal netzen, wenn sich das Herz nur an dir ergößen und stillen kann. 9. Du reichst uns deine durchgrabne Hand, die so viel Treue an uns gewandt, daß wir, daran denkend, beschämt Friede und Freude. 221 beschämt dastehen, und unser find ich nun in seinen JünAuge muß übergehen vor gern wieder. Lob und Dank. Chr. Gregor, † 1801. 318 Wenn ich ihn nur habe, wenn er mein nur ist, wenn mein Herz bis hin zum Grabe seine Treue nie vergißt: weiß ich nichts von Leide, fühle nichts, als Andacht, Lieb und Freude. 2. Wenn ich ihn nur habe, laß ich alles gern, folg an meinem Wanderstabe treu gesinnt nur mei nem Herrn, lasse still die andern breite, lichte, volle Straßen wandern. 3. Wenn ich ihn nur habe, schlaf ich fröhlich ein; ewig wird zu süßer Labe seines Herzens Flut mir sein, die mit sanftem Zwingen alles wird erreichen und durchdringen. 4. Wenn ich ihn nur habe, hab ich auch die Welt, weil des Himmels schönste Gabe meinen Blick nach oben hält; hingesenkt im Schauen kann mir vor dem Irdischen nicht grauen. 5. Wo ich ihn mur habe, ist mein Vaterland, und es fällt mir jede Gabe wie ein Erbteil in die Hand. Längst vermißte Brüder Novalis( Fr. v. Hardenberg), † 1801. Mel. Jesu, meine Freude zc. 319 Wie getroſt und mein Licht und Leiter, machst du meinen Geist! Der du, die dir trauen, führst zu grünen Auen und so gern erfreust! Niemals wird bei dir, o Hirt und Beruhiger der Seelen, mir Erquickung fehlen. 2. Deinem Rat ergeben, freu ich mich zu leben; was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher; du, mein Seligmacher, rüstest mich mit Mut. Wenn die Gericht und Hölle schrecken, und wenn willst du mich bedecken. Gräber vor mir schauen; 3. Ich kann ohne Grauen mein Erlöser lebt; ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag eines Frevlers Herz erschüttern: was brauch ich zu zittern? 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich überwinde sie, mein Hort, durch dich. Sint ich oft noch nieder, du erhebst mich wieder, du begnadigst mich. Deine Huld tilgt meine Schuld; nie entziehst du deinem Wiedergeburt und Heiligung. 222 deinem Knechte der Erlösten Rechte. 5. Daß ich Gott erkenne und ihn Vater nenne und mich ewig sein, daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung habe, dank ich dir allein. Daß dein Geist mich unterweist und mich führt auf deinem Pfade, das ist deine Gnade. 7. Würdig dir zu leben, dies sei mein Bestreben, meine Lust und Pflicht! Was die Welt vergnüget, o mein Heil, das genüget meiner Seele nicht. Hab ich dich, wie gern will ich das, wo nach die Heiden trachten, reich in dir, verachten! Seligkeiten hoff ich auf dein Wort. Sie sind mein durch dich allein. Bleib ich dir getreu im Glauben! wer kann sie mir rauben? 6. Der du Blut und Leben für mich hingegeben, daß in meiner Not ich nicht hilflos bliebe, groß ist deine Liebe, stärker als der Tod! Herr, und ich, ich sollte mich deiner Mel. Schmücke dich, o liebe Seele zc. Huld nicht dankbar freuen, 320 Vom Geräuſch der dir mein nicht weihen? 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde durch Zufriedenheit? Sind nicht auch die Ehren, die die Welt bethören, Traum und Eitelkeit? Du erfreust des Menschen Geist; Herr, du willst, die dich verehren, ewig wieder ehren. 9. Teinen hohen Frieden schmeck ich schon hienieden, und was hoff ich dort? Unbegrenzte Zeiten voller 10. Voll von deiner Güte frohlockt mein Gemüte, Gott, mein Heiland, dir. Dieser Geist der Freuden stärke mich im Leiden, weiche nie von mir! Laß mich so beherzt und froh einst durchs Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen. Chr. Fr. Neander, † 1802. Welt geschieden, schmeck ich des Erlösers Frieden und die Freude schon auf Erden, Gott, mit dir vereint zu werden; sehe diese Welt der Sünden untermeinen Füßen schwinden und das Glück von jenem Leben den entzückten Geist umgeben. 2. Was ist aller Reiz von Lüsten über sie er habnen Christen? Was der Glanz der eiteln Freuden? Was des Lebens kurze Leiden? Wenn sie deinen Lohn erblicken, der sie ewig wird beglücken, und des Kranzes Wert empfinden, den dort Engel für sie win den? 3. Nun mag Trübfal auf mich stürmen! Gottes Trost Friede und Freude. Trost wird mich beschirmen. Gnüge haben. Kurz sind mein ganzes Gnadenfülle aus! dieses Lebens Pfade; ewig währt der Lohn der Gnade. Mit des Dankes stillen Zähren will ich Gottes Rat verehren, unter keiner Plage sinken und den Kelch der Leiden trinken. 4. Ohne dich vermag ich nichts; eignes Ringen ist vergebens; du allein, o Quell des Lichts, bist der Grund des neuen Lebens. Rühre mich mit deiner Kraft, die den neuen Menschen schafft! 5. Führe du mein Glaus bensschiff durch die sturmbewegten Wellen, daß es nicht am Felsenriff harter Zweifel mög zerschellen! Wenn ichs nicht mehr lenken kann, so sei du der Steuermann. 6. Rette mich in jenen Port, wo die Erdenstürme schweigen und vor dir, o Gnadenhort, alle Seligen sich neigen! Dann in deines Vaters Haus werf ich meinen Anker aus. Chr. A. Bähr, † 1846. 4. Du hast selbst der Menschen Plagen, Heiland, voll Geduld ertragen, mit dem schwersten Tod gestritten, tausendfaches Leid erlitten! Laß mich deine Kraft beleben, wenn die matten Hände beben! Hilf mir wachen, fämpfen, siegen! Friede loh net nach den Kriegen. I. J. Eschenburg, † 1820. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 2. einen Frieden 321 Mein geb ich euch! Also hat der Herr verheißen. Auf, mein Herz, die Sorgen fleuch! Er wird aus der Angst dich reißen. Sei getrost und unverzagt, glaube, was er zugesagt. 2. Herr, du hältst, was du versprichst, giebst noch immer deinen Frieden, wenn du in die Herzen brichst mit dem Wahrheitsglanz hie nieden. Kehre eilig bei mir ein, laß in dir mich selig ſein! 223 Schütte auf Haus deine 3. Güter, die die Erde giebt, sind nur mangelhafte Gaben; ewig, Herr, wird, wer dich liebt, in dir volle Mel. Valet will ich dir geben ze. 322 eu, meine Sonne, vor der die Nacht entfleucht, o Jesu, meine Wonne, die alle Not verscheucht! Im Herzen klingt mir täglich der eine helle Ton: wie hast du so unsäglich geliebt, o Gottes Sohn! 2. Es faßt mich so ein tiefes, ein himmlisches Gefühl; es ist mir stets, als rief es: hier ist dein einzig Ziel! Wiedergeburt und Heiligung. 224 Ziel! Ja, wenn mir gar nichts bliebe, ich gäb mit frohem Sinn um Jesu Christi Liebe auch noch das Letzte hin. 7. D lieber Herr, so präg es recht meinen Sinnen ein; o lieber Herr, so leg es mir tief ins Herz hinein, daß ohne deine Liebe ich ganz verloren wär und ohne Hoffnung triebe auf wüstem Meer umher; 8. Doch daß du mich allmählich zum Hafen hast gebracht und mich so überselig aus Gnaden hast gemacht, daß ich vor nichts lich ist, weil ich es seh und erschrecke, was andern schreckschmecke, wie du mein Heiland bist. 4. Ich kenn auch gar kein Leben, von dir, mein Herr, getrennt; du bist mein einzig Leben und Lebenselement. Ich kenne gar kein Sterben, seitdem ich leb in dir; denn was mich konnt K. I. Ph. Spitta, † 1859. Mel. Herzlich thut mich verlangen zc. 200 verderben, die Sünde, nahmst 323 Gin Wohlstand 3. Um diese Perle wäre mir alles andre feil, selbst Hab und Gut und Ehre, mein ganzes Erdenteil. Wie gerne will ich meiden das alles froh und still, wenns von dem Herrn mich scheiden und ihn mir rauben will! 5. Ich weiß nichts mehr von Leiden, denn alles Kreuz und Leid kann mich von dir nicht scheiden, du Born der Seligkeit; ja, wenn ich dich nur habe, dann gilt mir alles gleich, ich bin am Bettelstabe noch wie ein König reich. 6. Ich bin schon hier auf Erden so selig und so leicht, und was wird dort erst werden, wo alle Schwachheit weicht! Das macht ein felig Sterben, daß ich als Gnadenlohn ein Königreich soll erben und eine ewge Kron, ohnegleichen ist eines Christen Stand, wie er bei keinem Reichen von dieser Welt bekannt. Den kann auch niemand rauben, wie feindlich er gesinnt; ein Christ ist durch den Glanben des reichsten Vaters Kind. 2. Er kann mit Freuden kommen vor Gottes Angesicht; da wird er angenommen, und niemand widerspricht. Was alles ihn betroffen, seis Freude oder Leid: ihm steht der Zugang offen zum Vater allezeit. 3. Er kann in großen Scharen als Diener um sich fehn, die einst ihm Herren maren Friede und Freude. 225 waren und nun zu Dienste such das Glück! Glaube, stchn. Er ist unringt von liebe, hoffe, leide, und kehr ihnen den ganzen Lebenstag; in dich selbst zurück! denn ihm muß alles dienen, was ihm begegnen mag. 3. Sturm, geb. 1816. 4. Und geht einmal auf Erden die Kindeszeit zu End, er weiß, was ihm muß wer: 325 den nach Testament: ein Erbteil in dem reichen, geliebten Vaterland. Solch Wohlstand ohnegleichen ist eines Christen Stand. A. 3. Ph. Epitta,+ 1859. Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade 2c. erz, Herz, 324 einer Weite, in der Nähe wohnt das Glück! Glaube, liebe, hoffe, leide, und kehr in dich selbst zurück! 2. Wüchsen über Nacht dir Flügel, schneller als der Sonne Strahl, trügst doch über Berg und Hügel rastlos deiner Sehnsucht Qual. 3. Denn die Welt kann dir nicht bieten das, wonach du heiß verlangst; denn die Welt hat keinen Frieden, hat nur Streit und Not und Angst. 4. Ewig wechselnd ist ihr Streben, ewig wechselnd ist ihr Ziel; was ihr heute Rast gegeben, morgen ists der Winde Spiel. Vertrauen. Was mein Gott allzeit, sein Will ist stets der beste; zu helfen dem er ist bereit, der an ihn glaubet feste. Er hilft aus Not, der fromme Gott, er züch tiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den will er nicht verlassen. mein mein Zuversicht, mein Hoff nung und mein Leben; was mein Gott will, das mir geschieht, will ich nicht widerstreben. Sein Wort ist wahr; denn all mein Haar er selber hat gezählet. Er schüßt und wacht, nimmt uns in acht, auf daß uns gar nichts fehlet. 5. Drum, mein Herz, nicht in der Weite, in der Nähe 3. Nun muß ich Sünder von der Welt hinfahrn nach Gottes Willen zu meinem Gott, wenns ihm gefällt; ich will ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott, befehl in meiner letzten Stunden; du frommer Gott, Sünd, Höll und Tod hast du mir überwunden. 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, du wirst mirs nicht versagen: wenn mich der Wiedergeburt und Heiligung. 226 der böse Geist anficht, laß mich, Herr, nicht verzagen; hilf und auch wehr, ach Gott, mein Herr, zu ehren deinen Namen. Wer das begehrt, dem wirds gewährt; drauf sprech ich fröhlich Amen. tu Markgraf Albrecht von Branden burg(?), † 1557. warst von Ewigkeit, zu dir steht mein Vertraun; mach reich an meiner Seele mich, so gnügt mir hier und ewiglich. 6. Der eitlen Ehr ich gern entbehr; das Ewige mir nur gewähr, das du erworben hast durch deinen herben, bittern Tod; das bitt ich dich, mein Herr und Gott. 326 Warum betrübſt 7. Denn alles, was auf du dich, mein dieser Welt, es sei Gold, Herz, bekümmerst dich und Silber oder Geld, Reichtum trägest Schmerz nur um das und zeitlich Gut, daß währt zeitlich Gut? Vertrau du nur eine kleine Zeit und deinem Herrn und Gott, hilft doch nichts zur Seligkeit. der alle Sing erschaffen hat. 8. Ich danke dir, Herr 2. Er kann und will dich lassen nicht, er weiß gar wohl, was dir gebricht; Himmel und Erd ist sein; er ist mein Vater und mein Gott, der mir beisteht in aller Not. 103. Weil du mein Gott und Vater bist, dein Kind du nimmermehr vergißt, du väterliches Herz. Ich bin nur Erd und weiß ohn dich auf Erden keinen Trost für mich. Der Reiche trott auf zeitlich Gut, ich trau auf dich mit festem Mut, ob ich gleich werd veracht; ich weiß und glaube festiglich, wer dir vertraut, dem mangelts nicht. 5. Du bist, o Gott, so reich noch heut, als du es Jesu Christ, daß solches kund mir worden ist durch dein göttliches Wort; verleih mir auch Beständigkeit zu meiner Seelen Seligkeit. 9. Lob, Ehr und Preis sei dir gebracht, daß du hast alles wohlgemacht; ich bitt demütig dich, du wollst von deinem Angesicht mich ewiglich verstoßen nicht. H. Sachs,+ 1576. Mel. Mag ich Unglück nicht zc. ch weiß, daß 327 mein Erlöser lebt; was widerstrebt die Welt denn meinem Glauben? Ohn meinen Gott krümmt sie fürwahr mir nicht ein Haar, er woll es denn erlauben. Führt mich sein Rat auf rauhem Pfad durch diese Welt: Vertrauen. Welt: wie's ihm gefällt! Nur daß ichs mög ertragen. 2. Ich weiß, daß mein Herr Jesus Christ viel grö ßer ist, als alle Macht der Erden. Oliebe Seel, was zagest du? Gieb dich zur Ruh! Es kann bald besser werden. Aus aller Not hilft dir dein Gott, das ist gewiß; trau fest auf dies! Im Glauben muß mans fassen. 3. Von Herzen, Herr, ver: trau ich dir; bleib stets bei mir, du König aller Ehren! Mein Hoffen steht zu dir allein; laß ferne sein, was mich von dir möcht kehren, daß ich dein Wort, du treuer Hort, bekenne frei, ohne alle Schen, auch in den größten Nöten. A 4. Ich weiß, daß du mein Heiland bist, o Jesu Christ, drum laß ich mir nicht grauen. Mein Helfer ist des Höchsten Sohn auf Gottes Thron; auf den will ich fest bauen. Lebt er doch noch im Himmel hoch! Er wird mich wohl, wenns werden soll, nach meinem Leid ergötzen. R. Bienemann,+ 1591. on Gott will ich 328 Von nicht lassen, denn er läßt nicht von mir, führt mich auf rechter Straßen, sonst ging ich in der Irr; er reicht mir seine Hand, 227 den Abend wie den Morgen will er mich wohl versorgen, wo ich auch sei im Land. 2. Wenn sich der Menschen Treue und Wohlthat all verkehrt, wird bald an mir aufs nene die Huld des Herrn bewährt; er hilft aus aller Not, befreit von Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden, und wenus auch wär der Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit; so kann mir gar nicht grauen, er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott, dem Herrn, ergeben, er machs, wie's ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, denn was mir nüßlich ist; er meints gut mit uns allen, schenkt uns den Herren Christ, den eingebornen Sohn; durch ihn er uns bescheret, was Leib und Seele nähret; lobt ihn im Himmelsthron! 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, die er uns beide schenkt; das ist ein selge Stunde, darin man sein gedenkt; sonst ist all unfre Zeit verloren hier auf Erden; wir sollen selig werden und sein in Ewigkeit. 6. Darum, ob ich schon dulde hier Widerwärtigteit, wie ichs auch wohl vers 10* schulde, Wiedergeburt und Heiligung. 228 schulde, kommt doch die Ewigkeit, die, aller Freuden voll, dieweil ich Christum kenne und mich von ihm nicht trenne, mein Erbteil werden soll. 7. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat; sein Sohn giebt uns die Fülle der Wahrheit und der Gnad; auch Gott, der heilge Geist, im Glauben uns regieret, zum Reich der Himmel führet; drum sei er hoch gepreist! 2, Helmbold, † 1598. ein Unglück kann er wen den: es steht in seinen Händen. 2. Ob mich die Sünd anficht, will ich verzagen nicht; auf Christum will ich bauen und ihm allein vertrauen; ihm will ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. für mich am Kreuz ges storben, hast mir das Heil erworben, uns allen auch beschieden den ewgen Himmelsfrieden: 6. Amen zu aller Stund sprech ich aus Herzensgrund. Du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, auf daß wir deinen Namen 329 Auf meinen lieben ohn Ende preisen. Amen. F. Beurhaus, † 1609. trau ich in Angst und Not; er kann mich allzeit retten aus 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Gewinn, und Christus ist mein Leben; dem will ich mich ergeben. Ich sterb heut oder morgen, mein Geel wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, der du geduldig bist 5. Erhöre gnädig mich, mein Trost, das bitt ich dich; hilf mir am letzten Ende, nimm mich in deine Hände, daß selig ich abscheide zur ewgen Himmelsfreude. mel. O Welt, ich muß dich lassen ze. n meinen 330 hafen lass ich den Höchsten raten, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, solls anders wohl gelingen, selbst geben Segen, Rat und That. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Eachen nach seinem Willen machen, ich stells in seine Batergunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er ausersehen, und was mir selig ist. Ich nehm es, wie ers giebet; was ihm von mir beliebet, Vertrauen. beliebet, das hab ich willig auch erkiest. 4. Jch trane seiner Gnaden, die mich vor all m Schaden, vor allem Übel schüßt. Leb ich nach seinen Säßen, so wird mich nichts verlegen, nichts fehlen, was mir ewig nützt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld. Er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urteil sprechen und mit mir haben noch Geduld. 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in Banden, und was mir stößt handen, so tröstet mich sein göttlich Wort. zu 7. Hat er es denn bes schlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängnis gehn; kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen, ich will mit Gott ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich er: geben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen; er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine, und traue dem alleine, der dich geschaffen hat! Es gehe, wie es gehe, dein 229 Bater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen rat. P. Flemming, † 1640. 331 Gieb dich zufrieden und sei stille in dem Gotte deines Lebens; in ihm ruht aller Freuden Fülle, ohn ihn mühst du dich) vergebens; er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne; gieb dich zufrieden. 2. Er ist voll Lichtes, Trost und Gnaden, unge färbten treuen Herzens; wo er steht, thut dir keinen Schaden auch die Bein des größten Schmerzens; Kreuz, Angst und Not fann er bald wenden, ja, auch den Tod hat er in Händen; gieb dich zufrieden. 3. Wie dirs und andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen; er sieht und tennet aus der Höhe der betrübten Herzen Sorgen; er zählt den Lauf der heißen Thränen und faßt zu hauf all unser Sehnen; gieb dich zufrieden. 4. Wenn gar kein Einger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er dein Trenster werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen, auch weiß er Zeit, dirs zu benehs men; gieb dich zufrieden. 230 Wiedergeburt und Heiligung. 5. Er hört die Ecufzer ist dein Frommen. Was deiner Seelen und des Herz langsam schleicht, faßt man zens stilles Klagen, und was gewisser, und was verzencht, du keinem darfst erzählen, ist desto süßer; gieb dich zu magst du Gott gar kühnlich frieden. sagen; er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten; gieb dich zufrieden. 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen; halt an Gott, so wirst du siegen; ob alle Fluten dich um ringen, sollst du doch nicht unterliegen; denn wenn du wirst zu hoch beschweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret; gieb dich zufrieden. 10. Es kann und mag nicht anders werden: alle Menschen müssen leiden; was lebt und webet auf der Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden bis in das Grab, dann wird sichs enden; gieb dich zufrieden. 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie dus halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt bescheren. Er hat die Hand voll aller Gaben, davon sich Land und See muß laben; gieb dich zufrieden. 11. Es ist ein Ruhetag vorhanden, da uns unser Gott wird lösen; er wird uns reißen aus den Banden dieses Leibes und vom Bösen; es wird einmal der Tod herdringen und aus der Qual uns sämtlich bringen; gieb dich zufrieden. 12. Er wird uns bringen zu den Scharen der Erwählten und Getreuen, die hier mit Frieden heimgefahren, sich auch nun in Frieden freuen, da sie den Grund, der nicht kann brechen, den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gieb dich zufrieden. P. Gerhardt,+ 1676. 8. Sprich nicht: ich sehe feine Mittel; wo ich such, ist nichts zum besten; denn das ist Gottes Ehrentitel: helfen, wenn die Not am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, tritt er herzu, uns wohl zu führen; gieb dich zufrieden. 9. Bleibt gleich die Hilf 332 Warum sollt ich) in etwas lange, wird sie dennoch endlich kommen; macht dir das Harren angst und bange, glaube mir, es mich denn grämen? Hab ich doch Chri stum noch, wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir Vertrauen. mir schon Gottes Sohn bei: gelegt im Glauben? 2. Arm und bloß kam ich ins Leben, da es mir, Herr, von dir ward zuerst gegeben. Arm und bloß werd ich hinziehen, wenn ich werd von der Erd als ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein, Gott allein ist es, ders gegeben. Will ers wie der zu sich kehren, nehm ers hin, ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Bein, sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 231 8. Allda will in süßen Schäßen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich er gößen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß wie Rauch verschwinden. 7. Kann ja doch kein Tod uns töten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöten, schleußt das Thor der bittern Leiden und macht Bahn, da man kann gehn zu Himmelsfreuden. 9. Was sind dieses Lebens Güter? eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüter. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt Christus wird mich ohn Ende laben. 10. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben. 11. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd um fangen. P. Gerhardt, † 1676. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergößt; sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und übt mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen; wollt ihn auch der Tod aufmel. Herzlich thut mich verlangen ze. reiben, soll der Mut dennoch 333 Befiehl du deine gut und fein stille bleiben. Wege, und was dein Herze kränkt, der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt; der Wolken, Luft und Winden giebt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. Wiedergeburt und Heiligung. 232 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohlergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Bein läßt Gott sich gar nichts nehmen: es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Tren und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rat gefällt. 4. Weg hast du aller wegen, an Mitteln fehlts dir nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang 9. Er wird zwar eine ist lauter Licht; dein Werk kann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. Weile mit seinem Trost verziehn und thun an seinem Teile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben und solltst du für und für in Angst und Nöten schweben, als fragt er nichts nach dir; 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn; was er sich vorge nommen und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. den rücken; erwarte mir die Zeit, so wirst du schon er blicken die Sonn der schönsten Frend. 7. Auf, auf, gieb deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht; bist du doch nicht Regente, der alles führen soll: Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl. 8. Jhn, ihn laß thun und walten; er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rat das Werk hinaus geführet, das dich bekümmert hat. 6. Hoff, o du arine Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gna10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm tren verbleibst, so wirst du Hilfe finden, da dus am mindsten gläubst; er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue, du hast und trägst davon mit Ruhm und Danks Vertrauen. Dankgeschreie den Sieg und Wohlfahrt kommen Gottes Zeit hält Ehrenfron! Gott giebt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende mit aller unfrer Not; stärk unsre Füß und Hände, und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. P. Gerhardt,+ 1676. Mel. Da Christus geboren war ic. 334 Auf den Nebel folgt die Soun, auf das Trauern Freud und Wonn, auf die schwere, bittre Bein stellt sich Trost und Labsal ein. Meine Seele, die zuvor sant bis zu des Todes Thor, steigt nun bis zum Himmelschor. 2. Gott läßt feinen trau rig stehn, noch mit Schimpf zurücke gehn, der sich ihm zu eigen schenkt und ihn in sein Herze senkt; wer auf Gott sein Hoffnung setzt, findet endlich und zuleßt, was ihm Leib und Seel ergött. 3. Kommts nicht heute, wie man will, sei man nur ein wenig still: ist doch morgen auch ein Tag, da die 233 mag. ihren Schritt; wenn die kommt, kommt unsre Bitt und die Freude reichlich mit. 4. Als ich furchtsam und verzagt mich mit schwerem Gram geplagt, als ich manche liebe Nacht mich mit Wachen krank gemacht, als mir aller Mut entfiel, tratst, mein Gott, du selbst ins Spiel, gabst dem Unfall Maß und Ziel. 5. Nun, so lang ich in der Welt haben werde Haus und Zelt, soll mir dieser Wunderschein stets vor meinen Augen sein; ich will all mein Leben lang meinem Gott mit Lobgesang hierfür bringen Preis und Dank. 6. Allen Jammer, allen Schmerz, den des eigen Vaters Herz mir schon jetzo zugezählt oder künftig auserwählt, will ich hier in diesem Lauf meines Lebens allzuhauf frisch und freudig nehmen auf. 7. Ich will gehn in Angst und Not, ich will gehn bis in den Tod, ich will gehn ins Grab hinein, und doch allzeit fröhlich sein. Wem der Stärkste bei will stehn, wen der Höchste will erhöhn, kann nicht ganz zu grunde gehn. P. Gerhardt, † 1676. 234 Mel. Balet will ich dir geben ic. 335 Ift ft Gott für mich, so trete gleich alles wider mich; so oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir thun der Feinde und Widersacher Rott? Wiedergeburt und Heiligung. 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sei, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen und, was mir bringet Weh. 3. Der Grund, drauf ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, daß ich finde das ewge wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd: was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert. 4. Mein Christus ist mein Ehre, mein Glanz und helles Licht; wenn der nicht in mir wäre, könnt ich bestehen nicht. In ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmut, darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 5. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibt mir Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin, giebt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft. 6. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schwachheit findt, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde ersiehet seine Lust. 7. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hilfe leiste, der bei ihm suchet Ruh, und wie er hab erbauet ein edle neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat. 8. Da ist mein Teil, mein Erbe mir prächtig zugericht; wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Thränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchfüßet alles Leid. 9. Die Welt, die mag zerbrechen, du stehst mir ewiglich; nicht Feur und Schwert der Frechen soll trennen mich und dich; kein Hunger und kein Dürsten, kein Armut, keine Bein, kein Zorn der großen Fürsten soll mir ein Hindrung sein. Vertrauen. 10. Kein Engel, teine Freuden, kein Thron, fein Herrlichkeit, kein Lieben und fein Leiden, kein Angst, kein Herzeleid, was man nur kann erdenken, es sei klein oder groß, der keines soll mich lenten aus deinem Arm und Schoß. 11. Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein: die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ; das, was mich) fingen machet, ist, was im Himmel ist. P. Gerhardt, † 1676. 336 Schwing dich auf zu deinem Gott, du betrübte Seele! Warum liegst du Gott zum Spott in der Schwermutshöhle? Merkst du nicht des Feindes List? Er will durch sein Kämpfen deinen Trost, den Jesus Christ dir erworben, dämpfen. 2. Stürme, Feind und Welt und Tod, was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Not Gott mit seinen Gnaden, der Gott, der mir seinen Sohn selbst geschenkt aus Liebe, daß der ewge Spott und Hohn mich dort nicht betrübe. 3. Spreche alle Welt, es sei mir Gott nicht gewogen; 235 weiß ich doch, er bleibt getren, hat mich nie betrogen. Wär er gnädig nicht gesinnt, würd er seine Gaben, die mein eigen worden sind, wohl behalten haben. 4. Was ist unterm Himmelszelt, was im tiefen Meere, was ist Gutes in der Welt, das nicht mir gut wäre? Wem erglänzt das Sternenlicht? Wozu ist gegeben Luft und Wasser? Dient es nicht mir und meinem Leben? 5. Meine Seele lebt in mir durch die heilgen Lehren, so die Christen mit Begier alle Tage hören. Gott eröffnet früh und spat meinen Geist und Sinne, daß ſie feines Geistes Gnad freudig werden inne. 6. Nun, auf diesen heilgen Grund bau ich mein Gemüte, sehe, wie der Feind zur Stund zwar dawider wüte; gleichwohl muß er lassen stehn, was Gott aufgerichtet, aber schmählich muß vergehn, was er selber dichtet. 7. Ich bin Gottes, Gott ist mein; wer ist, der uns scheide? Dringt auchschweres Kreuz herein mit dem bittern Leide: laß es dringen, kommt es doch von geliebten Händen; schnell zerbricht des Kreuzes Joch, wenn es Gott will wenden. Wiedergeburt und Heiligung. 236 8. Kinder, die der Vater foll ziehn zu allem Guten, die gedeihen selten wohl ohne Zucht und Ruten. Bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd will zum Guten ziehen? 9. Es ist herzlich gut gemeint mit der Christen Pla gen; wer hier zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig klagen, sondern hat voll kommne Lust dort in Christi Garten, dem sein Leiden ist bewußt, endlich zu erwarten. 10. Gottes Kinder säen zwar traurig und mit Thränen, aber endlich bringt das Jahr, wonach sie sich sehnen; denn es kommt die Erntezeit, da sie Garben binden, da wird all ihr Gram und Leid ewiglich verschwinden. 11. Ei, so faß, o Christenherz, alle deine Schmerzen; wirf sie fröhlich hinterwärts, laß des Trostes Kerzen dich entzünden mehr und mehr; gieb dem großen Namen deines Gottes Preis und Ehr! Er wird helfen! Amen. P. Gerhardt,+ 1676. mehr will töten, euch schneidet in das Herz. O auserwählte Schar! Soll euch kein Tod je töten, ist euch Geduld vonnöten; das ist gewißlich wahr. 2. Geduld ist Gottes Gabe und seines Geistes Gut; er schenkt sie uns zum Stabe, sobald er in uns ruht. Der edle werte Gast erlöst uns von dem Zagen und hilft uns treulich tragen die größte Bürd und Last. 3. Geduld kommt aus dem Glauben und hängt an Gottes Wort; das läßt sie sich nicht rauben, das ist ihr Heil und Hort; das ist ihr hoher Wall, da hält sie sich verborgen, läßt Gott, den Vater, sorgen und fürchtet keinen Fall. 4. Geduld ist wohl zu frieden mit Gottes weisem Rat, läßt sich nicht leicht ermüden durch Aufschub seiner Gnad, hält frisch und fröhlich aus, läßt sich ge trost beschweren und denkt: wer wills ihm wehren? Ist er doch Herr im Haus. 5. Geduld dient Gott zu Ehren und läßt sich nimmermehr von seiner Liebe kehren; und schlüg er noch so sehr, Mel. Von Gott will ich zc. 337 Geduld ist euch so ist sie doch bedacht, die vonnöten, wenn Sorge, Gram und heilge Hand zu loben, spricht: Gott, der hoch erhoben, hat Schmerz und, was euch alles wohlgemacht. Vertrauen. 6. Geduld macht große Freude, bringt aus dem Himmelsthron ein schönes Halsgeschmeide, dem Haupt ein edle Kron, ist wie ein schönes Licht, davon, wer an ihr hanget, mit Gottes Hilf erlanget ein fröhlich Angesicht. 7. Geduld ist mein Verlangen und meines Herzens Lust, nach der ich oft gegangen: das ist mir wohl bewußt. Herr, voller Gnad und Huld! Ach, gieb mir und gewähre mein Bitten: ich begehre nichts anders, als Geduld. 8. Geduld ist meine Bitte, die ich sehr oft und viel aus dieser Leibeshütte zu dir, Herr, schicken will. Kommt dann der letzte Zug, so gieb durch deine Hände auch ein geduldig Ende, so hab ich alles gnug. P. Gerhardt, † 1676. 237 leitet und regieret, wird hinfort mein Helfer sein. 3. Viele mühen sich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen und ganz unbeständig sind; ich begehr, nach dem zu ringen, was den Frieden pflegt zu brin gen, und man jetzt gar selten findt. 4. Hoffnung fann das Herz erquicken; was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben hab ich seiner Gnad ergeben und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu erfüllen; es hat alles seine Zeit. Ich hab ihm nichts vorzuschreiben; wie Gott will, so muß es bleiben; wann Gott will, ich bin bereit. 6. Soll ich länger allhier leben, will ich ihm nicht widerstreben; ich verlasse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang bestehet, alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. Vor 1676. 338 Alles ist an Gottes Segen und an seiner Gnad gelegen, über alles Geld und Gut. Wer auf Gott sein Hoffnung setet, der behält ganz unverletet einen freien Heldenmut. 2. Der mich hat bisher 339 Wer nur den lie: ernähret und so manches Glück bescheret, ist und bleibet ewig mein; der mich wunderbar geführet und noch ben Gott läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Not und Wiedergeburt und Heiligung. 238 und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unfers Gottes Gnadenwille, wie sein Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er fennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, wann es nüßlich sei; wenn er uns nur hat tren erfunden und merket keine Heuchelei, so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und läffet uns uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshize, daß du von Gott verlassen seist, und daß ihm der im Schoße size, der sich mit stetem Glücke speist; die Folgezeit verän: dert viel und setzet jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen und ist dein Höchsten alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich; Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und tran des Himmels reichem Segen, so wird er werden bei dir neu; denn welcher seine Zuversicht auf Gott seßt, den verläßt er nicht. G. Neumart,+ 1681. 340 Sollt es gleich bisweilen scheinen, als verließe Gott die Seinen, o so glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hilfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht auf gehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wanns nötig ist. 3. Wie oft Väter nicht gleich geben, wonach ihre Kinder streben, so hält Gott auch Maß und Ziel; er giebt, wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich getrösten, wenn die Not am allergrößten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 5. Will der Feind mir bange machen, ich kann seine Macht verlachen; drückt mich - Vertrauen. mich schwer des Kreuzes Joch, Gott, mein Vater, lebet noch. - 3. Die mit Thränen säen, wenn die Winde wehen, die der Feind erweckt, werden dort mit Freuden ernten nach dem Leiden, wo kein Feind mehr schreckt. Nach der Müh, die sie allhie dulden, wird sie Gott ergößen mit des Himmels Schätzen. 4. O ihr frommen Seelen, die ihr euch mit Quälen bringet durch die Welt, die ihr öfters weinet, wenn kein Trost erscheinet, wenn euch Kreuz befällt, denket doch bei diesem Joch an die Kron in jenem Leben, die euch Gott wird geben. 5. Wenn uns Sünden kränken, lasset uns bedenken Gottes Gnadenrat! Jesus hat erduldet, was wir hier verschuldet; er giebt Gnad um Gnad. Kämpfen wir mit 341 die ihm allhier, so wird er uns 6. Mögen mich die Menschen fränken, mag auf mein Verderben denken, wer mir ohne Ursach feind! Gott im Himmel ist mein Freund. 7. Laß die Welt nur immer neiden! Will sie mich nicht länger leiden, ei, so frag ich nichts danach; Gott ist Richter meiner Sach. 8. Will sie mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben; ist der Himmel mein Gewinn, geb ich alles andre hin. 9. Herr, kann ich nur dich umfassen, will ich alles andre lassen; legt man mich dereinst ins Grab, gnug, Herr, wenn ich dich nur hab! Ch. Titius, † 1703. Mel. Jesu, meine Freude zc. esus ist mein 239 lohn sind, wo Gott die Engel loben, sicher aufgehoben. mich ergeben fest bis in den Tod; er ist meine Sonne, meine Freud und Wonne in der größten Not. Leid ich gleich in seinem Reich, so werd ich mit ihm regieren und dort triumphieren. 2. Die mit Jesu leiden, werden mit ihm weiden in dem Sternenzelt; die mit Jesu sterben, werden mit ihm erben, wo ihr Reich bestellt. Ihre Kron und SiegesSünde dämpfen. 6. Seid getreu, ihr Herzen, bei des Kreuzes Schmerzen, treu bis in den Tod! Jesus wird euch trösten, wenn er die Erlösten führt aus aller Not. Auf das Leid folgt Fried und Freud; Gott wird lassen nach dem Weinen euch die Sonne scheinen. 7. Nun, Herr Jesu, stärke uns zum guten Werke, hilf uns durch die Welt! Komm, du Wiedergeburt und Heiligung. 240 du Herr der Ehren, unser Herz zu kehren nach dem Himmelszelt. Sei uns Schuß und starker Truß, jetzt im Leben, dort im Sterben, daß wir alles erben. Freylinghausens Gesangbuch, 1704. 4. Es sind wahrlich alle Frommen, die des Himmels Klarheit sehn, aus viel Trübsal her gekommen; darum siehet man sie stehn vor des Lammes Stuhl und Thron, prangend in der Ehrenkron und mit Palmen ausge: zieret, weil sie glücklich triumphieret. Mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. 5. Gottes Ordnung stehet 342 Meine Sorgen, Feste und bleibt ewig unverHochzeitsgäste werden nach rückt: seine Freund und dem Streit beglückt; Israel behält den Sieg nach geführtem Kampf und Krieg; Kanaan wird nicht gefunden, wenn man nicht hat überwunden. Plagen laufen mit der Zeit zu End; alles Seufzen, alles Klagen, das der Herr alleine fennt, wird Gottlob nicht emig sein; nach dem Regen wird ein Schein von viel tausend Sonnenblicken meinen matten Geist erquicken. 2. Meine Saat, die ich ge säet, wird zur Freude wachsen aus; wenn die Dornen abgemähet, so trägt man die Frucht nach haus; wenn ein Wetter ist vorbei, wird der Himmel wieder frei; nach dem Kämpfen, nach dem Streiten kommen die Erquickungszeiten. 3. Unser Weg geht nach den Sternen, der mit Krenzen ist besetzt; hier muß man sich nicht entfernen, ob er gleich mit Blut benetzt. Zu dem Schloß der Ewigkeit kommt kein Mensch hin ohne Streit; die in Salems Mauern wohnen, zeigen ihre Dornenkronen. Ketten, meine Seel, und 6. Darum trage deine dulde dich! Gott wird dich gewiß erretten, das Gewitter leget sich; nach dem Bliz und Donnerschlag folgt ein angenehmer Lag; auf den Abend folgt der Morgen, und die Freude nach den Sorgen. Freylinghausens Gesangbuch, 1704. Mel. Zu Gott in dem Himmel droben 2c. 343 Soll ich denn mich ängstlich an das Künftge denken? Soll ich abends nie mit Ruh meine Augen schließen zu? Soll es immer vor mir stehen: wie wirds cinst Vertrauen. 241 6. Wird mir Gott Gesundheit geben, will ich eifrig darnach streben, daß ich fördre mehr und mehr meines Gottes Ruhm und Ehr. Aber auch in Krankheitstagen möge Gottes Geist mir sagen, daß solch herbe Arzenei mir zum Heile nötig sei. einst noch mir ergehen? Da die Sorge mich nur quält, und doch ihres Ziels verfehlt? 2. Gott, der mich bisher erhalten, höret nimmer auf zu walten; oder sollt er jetzt allein seines Waltens müde sein? Wohl, ich will das Sorgen lassen und zu ihm Vertrauen fassen; wie er mich auch führen will, meine Seele bleibe still. 3. Wies auch in der Welt mir gehet, er ists, der allein verstehet, was mir heilsan ist und gut, oder was mir Schaden thut. Laß ich ihn für mich nur wählen, wird kein wahres Gut mir fehlen; aber eigner Will und Rat 8. Alles sei Gott heimge wählt oft einen falschen Pfad. 7. Soll ich noch viel Jahre zählen, mit des Lebens Not mich quälen, kommt doch auch wohl mancher Tag, daß mein Herz sich freuen mag. Aber käm ich bald hinüber, wär mir solches desto lieber, weil ich käm aus aller Not hin zu meinem Herrn und Gott. 4. Bleib ich stehn auf niedern Stufen, will ich in das Herz mir rufen, daß ich, vieler Sorgen frei, vor dem Sturz gesichert sei. Doch, wenn Gott mich wollt er heben, will ich ihm nicht widerstreben; er wird mir die Kraft verleihn, im Beruf getreu zu sein. geben, Freud und Trübsal, Tod und Leben; es geschehe, was sein Rat über mich beschlossen hat. Ich will mich nicht länger fränken, sondern dies allein bedenken, daß nach Gottes Gnaden schluß Christen alles from men muß. Ph. Jal. Spener,+ 1705. 5. Will die Armut mei: ner Hütten er mit Segen überschütten, so verleih er nur zugleich, daß die Seele werde reich. Doch ist Ar mut mir beschieden, bin ich auch damit zufrieden; denn auf diese arme Zeit folgt die reiche Ewigkeit. 344 Was as Gott thut, das ist wohl gethan, es bleibt gerecht sein Wille; wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Not mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. 11 Wiedergeburt und Heiligung. 242 2. Was Gott thut, das ist wohl gethan; er kann ja nimmer trügen, er führet mich auf rechter Bahn; so laß ich mir genügen an seiner Huld und hab Geduld, er wird mein Unglück wenden; es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohl gethan; er wird mich wohl bedenken; er, als mein Arzt, der helfen kann, wird mir nicht Gift ein schenken für Arzenei, Gott ist getreu; drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohl gethan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid, es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. wird Gott mich ganz väter: lich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. S. Rodigast,+ 1708. de, wo die wunderweisen Hände Gottes führen aus und ein! Wunderweislich ist sein Raten, wunderreich sind seine Thaten, und du sprichst: wo wills hinaus? 2. Denke doch: es muß so gehen, was Gott weislich heißt geschehen ihm und dir zur Herrlichkeit; ob der Anfang seltsam scheinet, ist das Ende gut gemeinet; Friede folget nach dem Streit. 3. Gottes Weg ist wie in Flüssen und in großen Wassergüssen, und du spürst nicht seinen Fuß; so auch in dem Meer der Sorgen hält Gott seinen Pfad verborgen, daß man nach ihm suchen muß. 5. Was Gott thut, das ist wohl gethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, 4. Kein Besinnen mag erder bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil doch zuletzt ich werd ergötzt mit füßem Trost im Herzen; da weichen alle Echmerzen. sinnen, wo man Hilfe kann gewinnen, die Bernunft ist hier zu blind; nicht für das Verborgne taugen ihre halb gebrochnen Augen, weil sie allzu blöde sind. 6. Was Gott thut, das ist wohl gethan; dabei will ich verbleiben; es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, so mel. Alles ist an Gottes Segen ze, 345 underanfang, 5. Gott muß man in allen Sachen, weil er alles wohl kann machen, End und Anfang geben frei. Er läßt, was er angefangen, so zum Ende Vertrauen.prag 243 Ende stets gelangen, daß es Frommen weh geschiehet. wunderherrlich sei. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr- Gott noch. 6. Drum laß dir doch nimmer grauen, lerne deinem Gott vertrauen, sei getrost und gutes Muts. Er, für wahr, er wird es führen, daß du wirst am Ende spüren, wie er dir thut lau: ter Guts. 7. Deinem Glauben wirds nicht fehlen; du wirst noch der Welt erzählen, was die blinde Welt nicht kennt. Er wird dir dein Kreuz versüßen, daß du wirst bekennen müssen: Wunderanfang, herrlichs End! H. A. Stockfleth,+ 1708. 346 ott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen alle Hilf auf Erden thut, der mit Kraft und starken Armen machet alles wohl und gut; Gott kann besser, als wir denken, alle Not zum besten lenken. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr- Gott noch. 2. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Sollt der schlummern oder schlafen, der das Aug hat zu gericht? Der die Ohren hat erschaffen, sollte dieser hören nicht? Gott ist Gott, der hört und siehet, wo den 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erdenkreis verhüllet mit den Wolken weit und breit, der die ganze Welt erfüllet, ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hilf und Trost an allen Enden. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr- Gott noch. 4. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz beladen, nimm zu Gott nur deinen Lauf. Gott ist groß und reich von Gnaden, hilft den Schwachen gnädig auf. Gottes Gnade währet immer, seine Treu vergehet nimmer. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr- Gott noch. 5. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden kränken, dein Verbrechen quält dich sehr: komm zu Gott, er wird versenken deine Sünden in das Meer; mitten in der Angst der Höllen kann er dich zufrieden stellen. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr- Gott noch. 6. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, weißt du weder aus noch ein, Wiedergeburt und Heiligung. 244 ein, Gott wird dennoch dich umfassen und im Leiden bei dir sein. Gott ists, der es herzlich meinet, wo die Not am größten scheinet. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr- Gott noch. 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geängstigt wallen auf der harten Dornenbahn: es ist Gottes Wohlgefallen, dich zu führen himmelan; Gott will nach dem Jammerleben Fried und Freud und Himmel geben. Drum, o Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 2.0 Seel, bedenke doch: lebt doch 348 Meine Seele sen unser Joh. Fr. Zihn, † 1719. sich hin in Gottes Herz und Hände und erwartet ruhiglich seiner Wege Ziel und Ende, liegt fein stille, arm und bloß in laß dich nicht, ich laß dich nicht! 3. Ich laß dich nicht, mein Gott, mein Herr, mein Leben! Mich reißt das Grab von dir nicht ab, der du dich haft für mich in Tod gegeben. Du starbst aus Liebe mir; ich sag in Liebe dir, auch wenn das Herz zerbricht: mein Gott, mein Herr, mein Leben, ich laß dich nicht, ich laß dich nicht! M. Ch. Deßler, † 1722. 347 Vaters chlaß dich nicht, allen Nöten; leg Joch auf Joch, ich hoffe doch, auch wenn es scheint, als wolltest du mich töten. Machs, wie du willst, mit mir: ich weiche nicht von dir; verstelle dein Gesicht: du Hilf in allen Nöten, ich laß dich nicht, ich laß dich nicht! 2. Ich laß dich nicht! Sollt ich den Segen lassen? Mein Jesu, nein, du bleibest mein, dich halt ich noch, wenn ich nichts mehr kann fassen. Nach kurzer Nächte Lauf geht mir der Segen auf von dir, dem Segenslicht: sollt ich den Segen lassen? Ich 2. Meine Seele murret nicht, ist mit allem wohl zufrieden; was der eigne Wille spricht, ist zum Tode schon beschieden; was die Ungeduld erregt, ist in Christi Grab gelegt. 3. Meine Seele forget nicht, will vielmehr an nichts gedenken, was gleich spißen Dornen sticht und den Frieden nur kann fränken; Sorgen kommt dem Schöpfer zu: meine Seele sucht nur Ruh. 4. Meine Seele grämt sich nicht, liebt hingegen Gott im Leiden; Kummer, der Vertrauen. der das Herze bricht, trifft und ängstet nur die Heiden. Wer Gott in dem Schoße liegt, bleibt in aller Not vergnügt. 5. Meine Seele klaget nicht; denn sie weiß von keinen Nöten, hängt an Gottes Angesicht auch alsdann, wenn er will töten. Wo sich Fleisch und Blut beklagt, wird der Freudengeist verjagt. 6. Meine Seel ist still zu Gott, und die Zunge bleibt gebunden; also hab ich allen Epott, alle Schmerzen über wunden, bin gleich wie ein stilles Meer voll von Gottes Preis und Ehr. 3. 3. Winkler, † 1722. 245 Baterherz; laß dein Weinen bitter scheinen, dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 5. Glaub nur feste, daß das Beste über dich beschlossen sei; wenn dein Wille nur ist stille, wirst du von dem Kummer frei. 6. Willst du wanken in Gedanken, faß dich in Gelassenheit; laß den sorgen, der auch morgen Herr ist über Leid und Freud. Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnadezc. 349 ott wills machen, daß die Eachen gehen, wie es heilsam ist; laß die Wellen ringsum schwellen, wenn du nur bei Jefu bist! 2. Wer sich fränket, weil er denket, Jesus liege in dem Schlaf, wird mit Klagen nur sich plagen, daß der Unglaub leide Straf. 3. Du Verächter! Gott, dein Wächter, schläfet ja noch schlummert nicht; zu den Höhen aufzusehen, wäre deine Glaubenspflicht. 4. Im Verweilen und im Eilen bleibt er stets ein 7. Gottes Hände sind ohn Ende, sein Vermögen hat kein Ziel; ists beschwerlich, scheints gefährlich, deinem Gott ist nichts zu viel. 8. Wenn die Stunden sich gefunden, bricht die Hilf mit Macht herein, und dein Grämen zu beschämen, wird es unversehens sein. 9. Drum wohl denen, die sich sehnen nach der stillen Willensruh! Auf das Wollen fällt dem Sollen bald auch das Vollbringen zu. 10. Nun so trage deine Plage fein getrost und mit Geduld! Wer das Leiden will vermeiden, häufet seine Sündenschuld. 11. Aber denen, die mit Thränen tüssen ihres Jesu Joch, wird die Krone vor dem Throne ihres Heilands werden noch. 12. Amen, Amen! In dem Namen meines Jesu halt ich still; es geschehe und Wiedergeburt und Heiligung. 246 und ergehe, wie und wann und was er will. I. D. Herrnschmidt, † 1723. schlafen, mit dir wachen: Gott wirds doch wohl machen. 5. Kronen sollen tragen, die des Kreuzes Plagen in Mel. Jesu, meine Freude zc. 350 Seele, sei zufrie- Geduld besiegt; fröhlich ausden! Was dir Gott beschieden, das ist alles gut; treib aus deinem Herzen Ungeduld und Schmer zen, fasse frischen Mut. Ist die Not dein täglich Brot, mußt du weinen mehr als lachen: Gott wirds doch wohl machen. zuhalten und Gott lassen walten, das macht recht vergnügt; drum nimm dir, o Seele, für, stets zu beten und zu wachen: Gott wirds doch wohl machen. 2. Scheint der Himmel trübe und der Menschen Liebe stirbt dir ganz dahin; kommt das Mißgeschicke fast all Augenblicke und quält deinen Sinn: nur Geduld! Des Himmels Huld sieht auf alle deine Sachen: Gott wirds doch wohl machen. 6. Also soll es bleiben! Ich will mich verschreiben, Gott getreu zu sein; beides, Tod und Leben, bleibe ihm ergeben, ich bin sein, er mein; denn mein Ziel ist: wie Gott will! Drum sag ich in allen Sachen: Gott wirds doch wohl machen. B. Schmold, † 1737. 3. Ungeduld und Grämen kann nichts von uns nehmen, 351 macht nur größern Schmerz. Wer sich widersetzet, wird nur mehr perlehet; drum Geduld, mein Herz! Aus dem Einn die Sorgen hin! Drücket gleich die Last die Schwachen: Gott wirds doch wohl machen. 4. Auf die Wasserwogen folgt ein Regenbogen, und die Sonne blickt; so muß auf das Weinen lauter Freude scheinen, die das Herz erquickt. Laß es sein, wenn Angst und Bein mit dir Mel. Nach einer Prüfung kurzer Tage zc. größer Kreuz, je näher Himmel; wer ohne Kreuz, ist ohne Gott, denn bei dem eitlen Weltgetümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod. O selig ist der Mann geschätzt, den Gott in Kreuz und Trübsal setzt. 2. Je größer Kreuz, je bessre Christen; Gott prüft uns mit dem Probestein. Wie mancher Garten muß gleich Wüsten, weil ohne Thränenregen, sein! Das Gold wird auf dem Feuerherd, Vertrauen. herd, ein Christ in mancher Not bewährt. 3. Je größer Krenz, je stärkrer Glaube; die Palm erstarket durch die Last; die Süßigkeit fließt aus der Traube erst, wenn du sie gefeltert hast; und wie die Perl in Salzesflut, so wächst im Krenz der Glaubensmut. 4. Je größer Kreuz, ie größre Liebe; der Sturm facht nur die Flammen auf; scheint auch der Himmel noch so trübe, so lacht doch bald die Sonne drauf, und gleich wie Öl das Feuer nährt, wird Liebesglut durch Kreuz 247 derben; es stirbt auf einmal alle Not. Das Kreuz, das unsre Gräber ziert, bezeugt, man habe triumphiert. 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen; im Thale steiget man bergan; wer durch die Wüsten oft gegangen, der sehnet sich nach Kanaan. Die Seele findet hier nicht Ruh, drum eilt sie Zions Hütten zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben; man freut sich recht auf seinen Tod, denn man entgehet dem Ver8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gott den Seinen beigelegt, und die einmal vor seinem Throne der überwinder Scheitel trägt; ach, dieses teure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. dein Kreuze je länger desto 9. Gefreuzigter! laß mir lieber sein; daß mich Ungeduld nicht reize, pflanz ein solches Herz mir die so Hoffnung hegt, bis dort das Liebe, mein Kreuz die Krone trägt. B. Schmold,+ 1737. vermehrt. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete, sie strömen aus dem Herzen fort; wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht Mel. Was Gott thut, das ist zc. nach dem Port. Wo kämen 352 Gott lebt! Wie Davids Psalmen her, wenn Kreuz ihm ferngeblieben wär? kann ich traurig sein, als wär kein Gott zu finden? Er weiß ja wohl von meiner Pein, die ich hier muß empfinden; er fennt mein Herz und meinen Schmerz, so darf ich nicht verzagen und ihm nur alles klagen. 2. Gott hört! Wenn niemand hören will: wie soll ich lange sorgen, mein Seufzen dringe nicht zum Ziel und bleibe Gott verborgen? Schrei ich empor, so hört sein Wiedergeburt und Heiligung. 248 sein Ohr, so steigt die Hilfe Mel. Was Gott that, das ist zc. nieder, so schallt das Amen 353 Gott ist mein er 3. Gott sieht! Wie klaget denn mein Herz, als säh er nicht mein Weinen! Vor ihm muß auch der tiefste Schmerz ganz offenbar erscheinen; kein Thränlein fällt, so er nicht zählt und sich vor Augen setzet, bis er uns drauf ergößzet. 4. Gott führt! So geh ich ruhig fort auf allen meinen Wegen; und wenn die Welt bald hier, bald dort will ihre Stricke legen, so pflegt er mich zwar wunderlich, doch selig auch zu führen, daß mich kein Fall fann rühren. 5. Gott giebt! Und wär ich noch so arm, doch soll ich nicht verderben; was hilft mir denn mein steter Harm, als müßt ich Hungers sterben; er hat ja Brot, und wenn die Not uns nach der Wüste weiset, doch werden wir gespeiset. 6. Gott lebt, wohlan, ich merke das; Gott hört, ich wills ihm sagen; Gott sieht, er setzt den Thränen Maß; Gott führt, ich darf nicht klagen; Gott giebt und liebt, nur unbetrübt! Er wird mir endlich geben, auch dort mit ihm zu leben. B. Schmold, † 1737. forgt für mich, was soll ich mich denn grämen? Will er doch alle Last auf sich von meinen Schultern nehmen. Wenn noch so schwer mein Kreuz auch wär, es soll mich nicht erdrücken; er will mich stets erquicken. 2. Gott ist mein Schild, er deket mich bei allen Ungewittern, auch wenn der Hölle Pforten sich mit aller Macht erbittern; ist sein Panier nur über mir, so kann ihr blinder Schrecken mir keine Furcht erwecken. 3. Gott ist mein Licht, er leitet mich auf allen meinen Wegen und führet mich ganz wunderlich bei Sonnenschein und Regen; sein Wort geht mir als Leitstern für und leuchtet meinen Füßen bei allen Finsternissen. 4. Gott ist mein Fels, er träget mich; laßt alle Berge sinken, so steh ich unveränderlich und werde nicht ertrinken; obgleich die Flut mit aller Wut an meinen Anfer schläget: doch werd ich nicht beweget. 5. Gott ist mein Teil, er sättigt mich; mir wird kein Gutes fehlen; was sollte denn mein Herze fich mit vielen Sorgen quälen? Wer Vertrauen. 249 Wer Gott nur hat, ist in weisen? Wie soll ich das der That der reichste Mensch auf Erden, ihm muß der Himmel werden. Gute preisen, so du, Herr, an mir gethan? - 6. Gott ist mein Heil. er segnet mich; ich) soll in Christo leben; mein Heiland hat aus Liebe sich für mich in Tod gegeben. So fiel mein Los in Gottes Schoß; wer kann bei diesem Glanben mir Gott und Himmel rauben? 7. Gott ist mein Hirt, er weidet mich auf reinen, grünen Auen, und seiner treuen Hut kann ich mich ohne Furcht vertrauen; zeigt hier und da sich auch Gefahr, er gehet mir zur Seiten, sein Auge muß mich leiten. 8. Gott ist mein Alles hier und dort im Himmel und auf Erden; es soll mir auch mein Gott hinfort noch immer lieber werden, bis ich dorthin gelanget bin, wo ich, mit Gott ver bunden, das höchste Gut gefunden. B. Schmold, † 1737. Mel. Alles ist an Gottes Segen zc. 354 err, mein Licht, mein Heil mein Leben, wie kann ich bich gnug erheben? Was für Lieder stimm ich an? Was soll ich für Dank er2. Zwar du hatte mich gebeuget, aber auch dabei gezeiget, wie du seist mit Hilfe nah. In der Nacht warst du verborgen, doch kam bald ein froher Morgen, da ich, Herr, dein Antlitz sah. 3. Also hast du mich geführet, wie ichs tausend mal verspüret, selbst von meiner Jugend an, mit Geduld und Liebesarmen, mit viel Gnade und Erbarmen, daß ichs nicht verdanken kann. 4. Dich recht lieben, heißt dich loben, dich recht loben, führt nach oben, wo du ewig wirst verklärt. O, so laß denn alle Sinnen, Reden, Schweigen und Beginnen nach dem Himmel sein gekehrt. 5. Hier will ich dir fest vertrauen und auf deine Gnade schauen, wenn des Kreuzes Last mich drückt; ich will in der Stille hoffen, bis mein Glaub dich angetroffen und dein Antliß mich erquickt. 6. Willst du mit der Hilf verziehen, eine Zeit lang von mir fliehen? Herr, ich bin ein sündger Knecht. Willst du strafen, willst du schlagen? 250 Wiedergeburt und Heiligung. schlagen? Willst du zücht- eft zu tragen, als selbst gen, willst du plagen? Herr, du bleibest stets gerecht. das widrige Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größte Not hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 7. Nun, so stärke mir den Glauben; laß mir nichts denselben rauben, keine Weltlust, keine Bein. Deine Liebe laß mich schmecken, deine Gnade mich erwecken, immer dankbar dir zu sein. 3. G. Wolf, † 1754. Mel. Was Gott thut, das ist zc. 355 Auf Gott und nicht Rat vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. Ho auf meinen Rat will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn, er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Ge rechten; der Herr hilft seinen Knechten. Chr. F. Gellert, † 1769. 2. Er sah von aller Ewigkeit, wie viel mir nüßen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Mel. Was Gott thut, das ist ze. bens Ehre nicht zu besiegen 356 Der Herr ist meine 3. Gott fennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich; nicht, was ich mir ersehe, sein Wille, der geschehe! 4. Ist nicht ein unge störtes Glück weit schwerer bester Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Heil und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist mein Gott; auf sein Gebot wird meine Seele stille; mir gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke; die Augen, die auf dich nur schaun, sehn Vertrauen. 251 sehn deine Wunderwerke. 7. Herr, du bist meine Herr, groß von Rat und stark von That, mit gnaden vollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen müssen; du läßt ihn, wenn ihn Not umgiebt, doch deinen Trost genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eitles Dichten wird einst dein Rat vernichten. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott; der Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Not Hilf und Erbarmung findet. Wenn jener fällt, ist er ein Zuversicht; auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, ver lassen und sich im Kummer fassen? 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet. Weh denen, die zu Menschen fliehn; weh dem, der von Gott weichet! Dein Heiland starb; ja, er erwarb auf seinem Todes: hügel dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Wetterwolken sammeln; Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er, er wägt die Schmerzen und wälzt sie weg vom Herzen. 8. In deine Hand befehl ich mich, mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich, dir will ich mich ergeben; sei du mein Gott und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue, Ch. Sturm, † 1786. met. Alles ist an Gottes Segen ic. ortgekämpft und Sünder zittern, ein Fels in 357 For fortgerungen, Ungewittern. bis zum Lichte durchgedrun: gen muß es, bange Seele, sein. Durch die tiefsten Dunkelheiten kann dich Jesus hinbegleiten; Mut spricht er den Schwachen ein. 2. Bei der Hand will er dich fassen; scheinst du gleich von ihm verlassen, glaube nur und zweifle nicht! Bete, kämpfe sonder Wanken: bald wirst du voll Freude danken, bald umgiebt dich Kraft und Licht. 3. Bald wird dir sein Antlik funkeln: hoffe, harre, glaub im Dunkeln! Nie gereut ihn seine Wahl. Er will dich im Glauben üben; 11* Gott 252 Wiedergeburt und Heiligung. Gott, die Liebe, kann nur ich werde überwinden; wer lieben; Wonne wird bald ihn sucht, der wird ihn deine Qual. finden, wird ihn haben hier und dort. 3. R. Lavater,+ 1801. 4. Weg von aller Welt die Blicke! Schau nicht seitwärts, nicht zurücke, nur auf Gott und Ewigkeit; nur zu deinem Jesus wende Aug und Herz und Sinn und Hände, bis er himmlisch dich erfreut. 5. Aus des Jammers wilden Wogen hat dich oft herausgezogen seiner Allmacht trene Hand. Nie zu kurz ist seine Rechte; wo ist einer seiner Knechte, der bei ihm nicht Rettung fand? 6. Schließ dich ein in deine Kammer, geh und schütte deinen Jammer aus in Gottes Vaterherz; kannst du gleich ihn nicht empfinWorte nicht, nicht Thränen finden, flag ihm schweigend deinen Schmerz! 7. Kräftig ist dein tiefes Schweigen: Gott wird sich als Vater zeigen; glaube nur, daß er dich hört! Glaub, daß Jesus dich vertreten, glaube, daß, was er ge beten, Gott, sein Vater, ihm gewährt. 8. Drum, so will ich nicht verzagen, mich vor Gottes Antlitz wagen, flehen, ringen fort und fort; ja, mel. Wie nach einer Wasserauelle se. 358 Wenn der Herr macht, o dann schwinden fangnen ihrer Bande ledig die vergangnen Leiden, wie ein Traum der Nacht. Dann wird unser Herz sich freun, unser Mund voll Dankes sein; jauchzend werden wir erheben ihn, der Freiheit uns gegeben. 2. Herr, erhebe deine Rechte, gieb uns einen Vaterblick; aus der Fremde ruf die Knechte in die Heimat bald zurück! Ach, der Pfad ist steil und weit! Kürze unsre Prüfungszeit; führ uns, wenn wir treu gestritten, in des Friedens stille Hütten. 3. Ernten werden wir nend ausgesät; jenseits reift mit Freuden, was wir wei die Frucht der Leiden, und des Sieges Palme weht. Unser Gott auf seinem Thron, er, er selbst ist unser Lohn; die ihm lebten, die ihm starben, bringen jauchzend ihre Garben. S. G. Bürde, † 1831 Vertrauen. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens Licht ze. 359 Der Himmel hängt voll Wolken schwer, ich seh das blaue Zelt kaum mehr; doch über Wolken hell und klar nehm 2. E3 tobt der Sturm mit wilder Macht, sie wird so dunkel oft, die Nacht; doch wenn auch meine Seele bebt, sie weiß, daß dort mein Heiland lebt. 3. Sie zöge gar zu gern hinaus ins große, weite Vaterhaus; doch hält in seiner Kraft sie still, bis er, bis er sie lösen will. 4. Die Erd ist mir ein morsches Boot, das unter mir zu finken droht; ich steh, nach oben hingewandt, mit einem Fuß auf seinem Rand. mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. ich ein freundlich Auge 360 mein Herz, gieb dich O verzage nicht so bald! Was dein Gott dir hat beschieden, nimmt dir keiner Welt Gewalt. Keiner hindert, was er will; harre nur, vertraue still; geh des Wegs, den er dich sendet; er begann und er vollendet. 2. Hüllt er dich in Dunkelheiten, so lobsing ihm aus der Nacht; sieh, er wird dir Licht bereiten, wo dus nimmermehr gedacht. Häuft sich Not und Sorg umher, wird die Last dir allzu schwer, faßt er plößlich deine Hände und führt selber dich ans Ende. 5. Gebeutft du, Herr, mit einem Blick, so schleudr ichs hinter mich zurück und schwinge mich an deiner Hand hinauf, hinauf und jauchze: Land! 6. Ich ginge gern, so gern zu dir! Doch wenn du mich noch länger hier in Sturm und dunklen Nächten läßt, so halt du meine Seele fest: 253 rufft: Nun ist mirs recht, nun kannst du kommen, treuer Knecht!" 7. Daß sie in Sturm und Nächten treu, zu deiner Ehre wacker sei, bis du mir H. Möwes, † 1834. 3. Wär auch alle Welt dir feindlich, rottete sich wider dich: dank ihm! D, der Herr ist freundlich, seine Huld währt ewiglich. Sind auch Trauer, Angst und Leid seines Segens dunkles Kleid: dank ihm! Er schickt seinen Segen auf geheimniss vollen Wegen. 4. Endlich wird dein Morgen grauen; kennst du nicht sein Morgenrot? Darfst du jagend rückwärts schauen, wenn 254 Lieder für besondere Zeiten. wenn dich Glut und Sturm mutig aus! Was mit ihm bedroht? Denn auch Feuer- du angefangen, führet er flamm und Wind Boten mit dir hinaus. Und ob seines Willens sind; und alles widersteht: in Verkanns nur ein Wunder traun und in Gebet bleib wenden: auch ein Wunder am Werke deiner Hände, so kann er senden. führt ers zum schönsten Ende. 5. O so laß denn alles Bangen! Wirke frisch, halt V. v. Strauß, geb. 1809. XIV. Lieder für besondere Zeiten, Stände und Berhältnisse. Jahreszeiten. Frühling. Mel. Lobe den Herren, den ze. 361 ör ich euch wie des Frühlings, erklingen, jubelnde Stimmen des Preises sich himmelwärts schwingen? Tief in der Brust regt sich die sehnende Lust, mit euch ein Loblied zu singen. 2. Soll mich die Amsel und soll mich die Lerche beschämen? Sang ist ihr Leben und freudiges Lob ohne Grämen. Schweigest nur du, Seele, berufen dazu, Gnade um Gnade zu nehmen? 3. Ist nicht dein Frühling, der himmlische, dir auch erschienen? Sahst du die Auen der Hoffnung in ihm nicht ergrünen, der bis ins Grab stieg aus dem Himmel herab, all deinen Jammer zu fühnen? 4. König des Himmels und Freund einer fündigen erzähle, Seele, jeder Gedanke und was du mir bist; aus dir ein Lebensstrom fließt, daß ich mich nimmermehr quäle. 5. Laß mich dich loben! Ich weinte dir lange nur Klagen, wähnte dich hart, wenn aus Liebe du Wunden geschlagen, habe die Hand ewiger Güte verkannt, irre von Sorgen und Zagen. 6. Doch wie der Winter von starrenden, schneeigen Höhen spurlos zerrinnt, wenn sie Lüste des Früh lings umwehen, also ent fliehn, giebst du dem Herzen dich hin, all seine starrenden Wehen. astig Jahreszeiten. 7. Gieb mir die Harfe und laß mich die himmlischen Lieder fernher vernehmen! Sie hallen im Thränenthal wieder. Engelgesang und der Erlöseten Dank schwebe hinauf und hernieder! 8. Schön ist die Schöpfung, die, ewiges Wort, du gegründet; wundervoll hast du die Berge und Thäler geründet; Frühlinges Bracht hat, wie der Tag und die Nacht, längst deinen Namen verkündet. 9. Jauchze, Natur, in des Frühlings beginnendem Wehen! Singe, du Welt, die das Werk der Erlösung gesehen! Jauchze, du Heer, dort am krystallenen Meer: „ Ehre sei Gott in den Höhen!" Meta Heußer- Schweizer,+1876. Sommer. 255 Blümlein auf dem Wiesenplan, die ziehen sich viel schöner an, als Salomonis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täubchen flengt aus seiner Kluft und macht sich in die Wälder; die hochbegabte Nachtigall ergötzt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Thal und Felder. 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, der Storch baut und bewohnt sein Haus, das Schwälblein speist die Jungen; der schnelle Hirsch, das leichte Reh ist froh und kommt aus seiner Höh ins tiefe Gras gesprungen. 5. Die unverdrossne Bienenschar fleugt hin und her, sucht hier und da sich edle Honigspeise; des süßen Weinstocks starker Saft bringt täglich neue Stärt und Kraft in seinem schwachen Reise. 6. Der Weizen wächset mit Gewalt; darüber jauchzet Jung und Alt und rühmt die große Güte des, der so überflüssig labt und mit so manchem Gut begabt das menschliche Gemüte. 362 eh aus, mein Herz, und suche Frend in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben; schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben. 2. Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit 7. Ich selber kann und mag nicht ruhn; des großen Gottes großes Thun erweckt mir alle Sinnen; ich finge mit, wenn alles singt, und einem grünen Kleide; die lasse, was dem Höchsten klingt, Lieder für besondere Zeiten. 256 flingt, aus meinem Herzen rinnen. 8. Ach, denk ich, bist du hier so schön, und läßt dus uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden: was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Himmelszelt und güldnen Schlosse werden! 9. Welch hohe Luft, welch heller Schein wird wohl in Christi Garten sein! Wie muß es da wohl klingen, da so viel tausend Seraphim aus einem Mund, mit heller Stimm, ihr Hallelujah fingen! 10. O wär ich da, o stünd ich schon, ach, lieber Gott, vor deinem Thron und trüge meine Balmen! wollt ich nach der Engel Weis erhöhen deines Namens Preis mit tausend schönen Psalmen. So 11. Doch will ich gleich wohl, weil ich noch hier trage dieses Leibes Joch, auch nicht gar stille schweigen; mein Herze soll sich fort und fort an diesem und an allem Ort zu deinem Lobe neigen. 12. Hilf nur und segne meinen Geist mit Eegen, der vom Himmel fleußt, daß ich dir stetig blühe; gieb, daß der Sommer dei ner Gnad in meiner Ecele früh und spat viel Glaubensfrücht erziehe. 13. Mach in mir deinem Geiste Raum, laß mich als einen guten Baum am Lebenswasser grünen; so will ich dir und deiner Ehr allein, und keinem andern mehr, hier und dort ewig dienen. P. Gerhardt, † 1676. Herbst. Mel. Kommt her zu mir ze. 363 Des Jahres schöner Schmuck ent der Wald erbleicht, der weicht, die Flur wird kahl, Vöglein Lieder schweigen. 3hr Gotteskinder, schweiget nicht und laßt hinauf zum ewgen Licht des Herzens Opfer steigen! 2. Gott ließ der Erde Frucht gedeihn; wir greifen zu, wir holen ein, wir sammeln seinen Segen. Herr Jesu, laß uns gleichen Fleiß an deiner Liebe Ruhm und Preis mit Herzensfreude legen. 3. Was Gottes Hand für uns gemacht, das ist nun alles eingebracht, hat Dach und Raum gefunden. So sammle dir zur Gnadenzeit, o Scele, was dein Herr dir beut, für deine Kreuzesstunden. Jahreszeiten. Winter. 4. Denn wie die Felder öde stehn, die Nebel falt darüber wehn und Reif ent- Mel. Gott sei Dank in aller Welt ze. färbt die Matten: so endet alle Lust der Welt, des 364 Großer Schöpfer, zerfällt; schnell wachsen seine Schatten. 5. Es braust der Sturm, der Wald erkracht, der Wandrer eilt, um noch vor Nacht zu flüchten aus den Wettern. O Jesu, sei uns Dach und Thurm, wenn oft des Lebens rauher Sturm uns will zu Boden schmettern. 7. Doch wie der Landmann seine Saat ausstreuet, eh der Winter naht, um fünftig Frucht zu sehen: so, treuer Vater, deckest du auch unsern Leib mit Erde zu, daß er soll auferstehen. 257 8. Indes, wie über Land und Meer der Störche Zug, der Schwalben Heer der Sonn entgegen streben: so laß zu dir die Seele fliehn, zu deinem Paradiese ziehn, an deiner Sonne leben! B. v. Strauß, geb. 1809. dessen Hand die Himmel hält! Zu der Sonne sprichst du: lauf, gehe unter, gehe auf! 6. Es fällt der höchsten Bäume Laub und mischt sich wieder mit dem Staub, von dannen es gekommen. Ach, Mensch, sei noch so hoch und wert: ter in die Erd, davon du Gott ter in die Erd, davon du bist genommen! 2. Deine Macht und Herrlichkeit leuchtet auch zur Winterszeit in der wolkenpollen Luft, in den Flocken, in dem Duft. 3. Alles ruht; auf dein Geheiß wird der Wasserwas der Landmann bat, deckst strom zu Eis. Du giebst, und wärmest seine Saat. nicht vergißt, sorgt noch 4. Der des Sperlings für dich, o Christ! sei dir in Hiß und Frost Freude, Zuversicht und Trost. mehr 5. Bleibe du, mein Herz, nur warm! Ist ein Bruder nackt und arm, brich ihm liebevoll dein Brot, lindre freundlich seine Not. 6. Nach des Winters kalter Nacht lebet alles, alles lacht; Bäume, Wiesen, Wälder blühn, und die dürre Welt wird grün. 7. Also blüht nach kurzer Zeit aus dem Staub Unsterblichkeit; neu und umge schaffen einst sind wir, wenn bu, Herr, erscheinst,.. Lieder für besondere Zeiten. 258 8. Eile, Freudentag, heran, dem fein Winter folgen kann! Sonne, die nie unter geht, sei gelobet und erhöht! J. K. Lavater, † 1801. 5. Gott will ich lassen raten, der alle Ding vermag; er segne meine Thaten auch an dem heutgen Tag. Ihm hab ich heimgestellt Leib, Seele, Gut und Leben, 365 Aus meines Her- und was er sonst gegeben; fu er zens Grunde sag ich dir Lob und Dank in dieser Morgenstunde und all mein Leben lang, Herr Gott, auf deinem Thron, zu Lob dir, Preis und Ehren durch Christum unsern Her ren, dein eingebornen Sohn; 2. Daß du mich haft aus Gnaden in der vergangnen Nacht vor Not, Gefahr und Schaden behütet und bemachs, wies ihm gefällt. 6. Darauf so sprech ich Amen und zweifle nicht daran, Gott nimmt in Jesu Namen mein Flehen gnädig an. Nun streck ich aus die Hand, greif an mein Werk mit Freuden, das Gott mir will bescheiden in meinem Amt und Stand. Joh. Matthesius(?), † 1565. Morgen. wacht. Ich bitt demütiglich), vermir geben, womit in diesem Leben ich hab erzürnet dich. 3. Du wollest auch behüten mich gnädig diesen Tag vor Satans List und Wüten, vorSünden und vorSchmach, vor Feur und Wassersnot, vor Armut und vor Schanden, vor Ketten und vor Banden, vor bösem schnellem Tod. Gab, die Eltern und Ver: wandten, Geschwister und Bekannten und alles, was ich hab. 4. Mein Leib und Seel, mein Leben, mein Weib, Gut, Ehr und Kind sei dir, Herr, übergeben, dazu mein Hausgesind, als dein Geschenk und 366 Gott des Himmels und Vater, Sohn und heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und, was drinnen ist, erhält: 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen hast behütet und bewacht und bei aller meiner Schuld mich noch trägst mit Vaterhuld. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Morgen. dieser Nacht vergehn; o Herr Jesu, laß dich finden und dein Herz mir offen stehn, da alleine Hilf und Rat ist für meine Missethat. 4. Hilf, daß ich mit die sem Morgen geistlich auf erstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschüßzer und mein Hort! Nirgends, als von dir allein, kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele samt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand; Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigentum! 259 von aller Blag gesund läßt sehen jeden Tag. 2. Wir bitten dich, du Gnadenstrahl, leucht uns in diesem Erdenthal; beschirm uns täglich und auch heut, bewahr uns ferner allezeit. 3. Daneben gieb uns Fried und Ruh und, was uns nötig ist, dazu; durch deine starke Gnadenhand beschüße uns und unser Land. 4. All Sünd und Schwachheit uns verzeih, ein gut Gewissen stets verleih; gieb, daß wir deines Namens Ehr ausbreiten immer mehr und mehr. 5. Und wenn es dir, o Herr, gefällt, uns abzufordern aus der Welt, so gieb ein selig Ende hier, daß wir dort ewig sein bei dir. 6. D Jesu Christ, erbarme dich, hör unsre Bitten gnädiglich; durch dein Verdienst, durch deinen Tod erlöse uns aus aller Not. Vor 1664. 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, Lift und Anschlag 368 Die güldne Sonne, von mir wende und mich halt in guter Acht; der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu! H. Alberti, † 1651. Freud und Wonne, bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen ein herzerquickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder, die lagen darnieder, aber nun steh ich, bin mun ter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2. Mein Auge schauet, was Gott gebauet zu seinen Ehren, Mel. Herr Jesu Christ, dich zc. 367 Die ie Nacht nunmehr vergangen ist; wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du uns frei 260 Lieder für besondere Zeiten. Ehren, und uns zu lehren, nen nach Gut mit Sünde, wie sein Vermögen sei mäch das tilge geschwinde von tig und groß, und wo die meinem Herzen und wirf es Frommen dann sollen hin- hinaus. kommen, wenn sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erden vergänglichem Schoß. 7. 3. Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben; was wir nur haben, alles das sei Gott zum Opfer gesetzt. Die besten Güter sind unsre Gemüter; vor ihn zu treten mit Singen und Beten, das ist ein Opfer, dran er sich ergößt. 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen; segnen und mehren, Unglück verwehren, sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein. 5. Ich hab erhoben zu dir hoch droben mein ganzes Sinnen; laß mein Beginnen ohn allen Anstoß und glücklich ergehn. Laster und Schande, der Finsternis Bande, Fallen und Tücke treib ferne zurücke, laß mich auf deinen Geboten bestehn. 6. Laß mich mit Freuden, ohn alles Neiden, sehen den Segen, den du wirst legen in meines Nächsten und Mitbruders Haus. Geiziges Brennen, unchristliches RenMenschliches Wesen, was ists gewesen? In einer Stunde geht es zu grunde, sobald die Lüfte des Todes drein wehn. Alles in allen muß brechen und fallen; Himmel und Erden, die müssen das werden, was sie gewesen vor ihrem Bestehn. 8. Alles vergehet, Gott aber stehet ohn alles Wanken; seine Gedanken, sein Wort und Willen hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden, die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tötlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone, vergieb und schone! Laß meine Schulden in Gnad und Hulden von deinen Augen sein ferne gewandt! Sonsten regiere, mich lenke und führe, wie dirs gefället: ich habe gestellet alles in deine Beliebung und Hand. 10. Willst du mir geben, womit mein Leben ich kann ernähren, so laß mich hören allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste, das Beste, Gott ist das Süßte und Allergewißte, aus allen Schätzen der edelste Hort. Morgen. 261' geschehen, ich kann das Licht noch schen; von Not blieb ich befreiet, dein Schutz hat mich erneuet. 11. Willst du mich frän- 4. Dein Wort, das ist ken, mit Galle tränken, und soll von Plagen ich auch was tragen, wohlan, so mach es, wie dir es beliebt! Was gut und tüchtig, was schädlich und nichtig meinem Gebeine, das weißt du alleine, hast niemals einen zu sehr noch betrübt. 12. Kreuz und Elende, das nimmt ein Ende; nach Meeresbrausen und Windes sausen leuchtet der Sonne erwünschtes Gesicht. Freude die Fülle und selige Stille darf ich erwarten im himmlischen Garten; dahin sind meine Gedanken gericht. P. Gerhardt,+ 1676. Mel. Nun laßt uns Gott, dem Herren 2c. 2. Heut, als die dunkeln Schatten mich ganz umfangen hatten, bedecktest du mich Armen, o Vater, mit Erbarmen. 5. Du willst ein Opfer haben: hier bring ich meine Gaben und opfere dir wieder mein Herz und meine Lieder.dd 8. Sprich Ja zu meinen Thaten, hilf selbst das Beste raten, den Anfang, Mitt und 369 Wach auf, mein bed Ende, ach, Herr, zum besten wende. Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Gü ter, dem treuen Menschen hüter. 3. Du sprachst: mein Kind, nun liege, kein Schrecken dich besiege; schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. 6. Die wirst du nicht verschmähen; du kannst ins Herze schen und weißt wohl, daß zur Gabe ich ja nichts Bessres habe. 7. So wollst du nun vollenden dein Werk an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 9. Mit Segen mich beschütte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise. P. Gerhardt,+ 1676. met. o Herr, dein Ohren zu mir tehre zc. 370 allerhöchster Menschenhüter, du unbegreiflich großes Gut, ich will dir opfern Herz und Mut; stimmt an mit mir, gedenkt der Güter, all ihr Gemüter! Lieder für besondere Zeiten. 262 2. Herr, deiner Kraft ichs nur zuschreibe, daß ich noch Odem schöpfen kann; ach, nimm dich meiner gnädig an, du Vaterherz, mich nicht vertreibe, heut bei mir bleibe! 3. Jsraels Gott, da ist mein Wille, der sich dir willig untergiebt, dich über alles gerne liebt; das ist mein Wunsch in früher Stille, o Gnadenfülle! 4. Dein Angesicht mich heilig leite, dein Auge kräftig auf mich seh; ich reise, fiß, geh oder steh, mich zu der Ewigkeit begleite; Herr, mich bereite! 5. Laß Seel und Leib, so du gegeben, stets sein in deiner Furcht bereit, als Glieder der Gerechtigkeit bis in den Tod dir sein ergeben, o Seelenleben! 2. Deiner Güte Morgentau fall auf unser matt Gewissen; laß die dürre Lebensau lauter süßen Trost genießen, und erquick uns, deine Schar, immerdar. 3. Gieb, daß deiner Liebe Glut unfre kalten Werke töte, und erweck uns Herz und Mut bei erstandner Morgenröte, daß wir, eh wir gar vergehn, recht auf stehn. der Höh, gieb, daß auch am 4. Ach, du Aufgang aus verklärt ersteh und, entfernt jüngsten Tage unser Leib von aller Plage, sich auf jener Freudenbahn freuen kann. 5. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadensonne, führ uns durch das Thränenfeld in das Land der süßen Wonne, wo die Luft, die uns erhöht, nie vergeht. Chr. Knorr v. Nosenroth, † 1689. 6. Gesegne mich auf meinen Wegen, mein Thun und Lassen lente du; in Unruh bleibe meine Ruh, bis ich zuleßt mich werde legen in 372 Seele, du mußt Fried Joach. Neander, † 1680. werden, denn der Erden blickt hervor ein neuer Tag; komm, 371 Morgenglanz der dem Schöpfer dieſer Strahlen zu bezahlen, was dein schwa cher Trieb vermag. Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte, schick uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte, und vertreib durch deine Macht unsre Nacht. 2. Deine Pflicht, die kannst du lernen von den Sternen, deren Gold der Sonne weicht; so laß auch vor Gott zerrinnen, Mel. Hüter, wird die Nacht der Sünden 2c. Morgen. 263 rinnen, was den Sinnen 19. Drum, so seufz ich, hier im Finstern schöne däucht. daß mein Scheiden nicht ein Leiden, sondern sanftes Schlafen sei, und daß ich mit Lust und Wonne seh die Sonne, wenn des Todes Nacht vorbei. F. R. L. v. Canik, † 1699. 3. Schau, wie das, was Odem ziehet, sich bemühet um der Sonne holdes Licht, wie sich, was nur Wachs tum spüret, freudig rühret, wenn ihr Glanz die Schatten bricht. 4. So laß dich auch fertig 373 Hüter, wird die finden, anzuzünden deinen Weihrauch, weil die Nacht, da dich Gott vor Unglücksstürmen wollen schirmen, ist so glücklich hingebracht. 5. Bitte, daß er dir Gedeihen mag verleihen, wenn du auf was Gutes zielst, aber daß er dich mag stören und bekehren, wenn du böse Regung fühlst. 6. Kränkt dich etwas diesen Morgen, laß ihn sorgen, der es wie die Sonne macht, welche freundlich pflegt die Höhen anzuſehen, und auch in die Thäler lacht. 7. Dent, daß er auf deinen Wegen ist zugegen und erkennet, was du thust; daß er auch verborgne Flecken kann entdecken, und die tiefste Sündenlust. 8. Wir sind an den Lauf der Stunden festgebunden, der entführt, was eitel heißt, und der dein Gefäß, o Seele, nach der Höhle eines Sterb: gewölbes reißt. den nicht verschwinden? Hüter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finsternis der Sinnen bald zerrinnen, darein ich verhüllet bin? 2. Möcht ich wie das Rund der Erden lichte wer den! Seelenfonne, gehe auf! Ich bin finster, kalt und trübe; Jesu, Liebe, fomm, beeile deinen Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist; Schatten so ermatten, weil und ich muß mich stets im du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, weil du kommen; aber ich bin lauter Nacht; darum wollst du mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach Licht und Rechte tracht. 5. Wie kann ich des Lichtes Werke ohne Stärke in der Finsternis vollziehn? Wie kann ich die Liebe üben, Demut lieben und der Nacht Geschäfte fliehn? 264 Lieder für besondere Zeiten. 6. Ach, daß länger meine immer älter werde und nie Seele sich nicht quäle, zünd mals rein von Missethat. dein Feuer in mir an! Laß O Gott, der täglich mich mich finstres Kind der Erden ernährt, wär ich doch deiner helle werden, daß ich Gutes Gnad auch wert! wirken kann. 7. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben; Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz anblicken und erquicken, Jesus muß die Sonne sein. 8. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wenn sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine fein. 9. Jesu, gieb gesunde Au gen, die was taugen, rühre meine Augen an! Denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Ch. F. Nichter, † 1711. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten zc. 374 Mein Gott, nun ist es wieder Morgen, die Nacht vollendet ihren Lauf; nun wachen alle meine Sorgen auf ein mal wieder mit mir auf. Die Ruh ist aus, der Schlaf dahin; ich sehe wieder, wo ich bin. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, wo jeder Tag sein Elend hat, wo ich nur 3. Du siehst am Morgen mich aufstehen, regier mich auch in dieser Welt; ich weiß nicht, wie mirs heut wird gehen, mach alles so, wie dirs gefällt; schließ mich in deine Vorsicht ein; dein will ich tot und lebend sein. 4. Vergieb mir, Vater, meine Sünden, die ich bei Tag und Nacht beging, und laß mich vor dir Gnade finden, erhöre, was ich bet und sing; denn wenn ich nur bei dir wohl ſteh, so acht ich gar nicht, wie es geh. 5. Hilf du in allen Sachen raten, denn ich bin selber mir nicht klug; behüte mich vor Missethaten, vor böser Menschen List und Trug; laß mich den Tag wohl legen an und Gutes schaffen, wo ich kann. und Leben, mein Weib und 6. Behüte mir mein Leib Kind, mein Hab und Gut, und laß den Himmel Segen geben, wenn meine Hand das Ihre thut; hilf, daß ich alles wohl verricht! Du wirst es thun, ich zweifle nicht. C. Neumann, † 1715. Morgen. 265 Mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. 5. Führ mich einst zu jenem Lichte deiner höchsten 375 Gott, du Licht, das Majestät, wo vor deinem ewig bleibet, das ohn allen Wechsel ist, das die Finsternis vertreibet, der du bleibest, wie du bist, ich verlasse meine Ruh; rufe: werde Licht! mir zu, daß ich, der ich Nacht und Erde, durch dein Licht verkläret werde. Angesichte die verklärte Seele steht, heller als der Sonnenschein, schön, unsterblich, engelrein laß sie sein mit dir vereinet, wenn mein letter Tag erscheinet. Sal. Frand, † 1725. 2. Wecke, da der Leib mel. Den die Hirten lobten sehre ic. Seele rüh am Morgen geistlich auf, gieb ihr deines 376 Fejus geet und Lichtes Waffen, richt und leite ihren Lauf; laß mich sein des Lichtes Kind, hilf mir, da ich geistlich blind, Jesu, daß ich wieder sehe und in deinem Lichte gehe. 3. Schenke mir, Herr, und gewähre, was die arme Seele stillt; ach, erneure und verkläre stets in mir dein Ebenbild! Sende mir den Geist der Kraft, der ein neues Leben schafft, daß ich himmlisch auf der Erde und ein Geist mit Christo werde, 4. Segne meiner Hände Werke, fördre mich in meiner Pflicht; bleibe meiner Schwachheit Stärke, meines Lebens Kraft und Licht; laß mein Lebensziel allein deines Namens Ehre sein; hilf, daß ich stets wahre Liebe gegen meinen Nächsten übe. vor allen Thüren stehet, flopfet an, wo man geflehet: komm, Herr Jesu, unser Gast! dorten, thut ihm auf des 2. Nun, so laffet ihn nicht Herzens Pforten und ruft ihn mit süßen Worten: eile, Jesu, kehre ein! 3. Wollest täglich bei uns bleiben, alle Feinde von uns treiben, uns ins Buch des Lebens schreiben und der gute Hirte sein; Auen, daß wir deine Fülle 4. Weiden uns auf grünen schauen und auf deinen Reichtum bauen, mit dir gehen aus und ein. 5. Amen, ja, es soll ge schehen! Jesus wird heut mit uns gehen, und wir werden fröhlich sehen, daß er uns nicht läßt allein, 12 Lieder für besondere Zeiten. 266 Mel. O Gott, du frommer Gott zc. 377 Jefu, süßes Licht, mun ist die Nacht vergangen; nun hat dein Gnadenglanz aufs neue mich umfangen; nun ist, was an mir ist, vom Schlafe aufgeweckt und hat sich, Herr, nach dir verlangend ausge streckt. 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnade senten mit Leib, mit Seel, mit Geist, heut diesen ganzen Tag; das soll mein Opfer sein, weil ich sonst nichts vermag. 3. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit und Geduld durch deines Geistes Triebe; auch mit der De mut mich vor allem kleide an, so bin ich wohl geschmückt und köstlich angethan. 4. Gieb, daß mir diesen Tag stets vor den Augen schwebe, daß dein Allgegenwart mich wie die Luft umgebe, auf daß mein ganzes Thun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe inniglich, mein Gott, zu aller Stund! 5. Ach, segne, was ich thu, ja rede und gedenke; durch deines Geistes Kraft es also führ und lenke, daß alles nur gescheh zu deines Namens Ruhm, und daß ich unverrückt verbleib dein Eigentum. J. Lange,+ 1744. Mel. Ich dank dir schon zc. 378 Mein erſt Gefühl sei Preis und Dank; erheb ihn, meine Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang; lobsing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben; du bist es, der es uns erhält und mirs jetzt neu gegeben. 4. Gelobet seift du, Gott Trene, daß ich nach einer der Macht, gelobt sei deine fanften Nacht mich dieses Tags erfreue. 5. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 6. Nimm meines Lebens gnädig wahr, auf dich hofft meine Seele; sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. 7. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Morgen. und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue; 8. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe; 9. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. Chr. F. Gellert, † 1769. 267 von den Meinigen beweint, lindre dann des Todes Pein, laß mich stark und freudig sein, daß ich sie zum Himmel weise und dich, Herr des Todes, preise. F. G. Klopstod, † 1803. in Mittag. Vor Tische. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens Licht zc. 380 Gefen uns, Herr, die dein, die Speis laß unsre Nahrung sein; hilf, daß dadurch erquicket werd der dürftge Leib auf dieser Erd! 20 Mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. 379 Wenn ich einst von jenem Schlummer, welcher Tod heißt, aufersteh und, erlöst von allem Kummer, jenen schönren Morgen seh: o dann wach ich anders auf. Schon am Ziel ist dann mein Lauf; Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen! 2. Hilf, daß keiner meiner Tage, Geber der Unsterb: lichkeit, einst mich im Gericht verklage, daß ich frevelnd ihn entweiht. Auch noch heute wacht ich auf; Dank Mel. Schmücke dich, o liebe Seele zc. 2. Doch dieses zeitlich Brot allein kann uns nicht gnug zum Leben sein; dein göttlich Wort die Seele speist, hilft uns zum Leben allermeist. 3. Drum gieb uns beides, Herr und Gott, hilf endlich auch aus aller Not: so preisen wir dein Gütigkeit hier und auch dort in Ewigfeit. Vor 1562. fei dir! Zu dir hinauf führ 381 Speis, D. Gott, jede jeder Freude, jede Plage: 3. Daß ich froh gen Himmel sehe, wenn mein letzter Tag erscheint. Wenn zum dunkeln Thal ich gehe, zu diesem Leben Stärke, uns, deine Kin der, tröste die betrübten Sünder, sprich den Segen zu den Gaben, die wir jetzo vor uns haben, daß sie uns Kraft 268 Lieder für besondere Zeiten. Kraft und Nahrung geben, gab auch jetzt uns Speis bis wir endlich mit den und Trank; lobt ihn, sagt Frommen zu dem Himmels- ihm frohen Dank. Aller mahle kommen. Segen kommt vom Herrn; dankt ihm und gehorcht ihm gern, liebt ihn, freuet euch des Herrn! 3. Heermann,+ † 1647. Mel. Jesu, als du erstlich kameft ze. 382 Herr, wir kommen zu dem Essen; laß uns deiner nicht ver geſsen, denn du bist das Himmelsbrot; speis die Leiber, stärk die Seelen, die wir dir jetzt anbefehlen, steh uns bei in aller Not; hilf uns, daß wir nach der Erden deine Gäst im Himmel werden. Nach Tische. Mel. Nun lobt und dankt Gott allzusammen 2c. Mel. Da Christus geboren war zc. ( Um Erbarmen flehen wir.) Mel. Gott sei Dank in aller Welt zc. 385 Guter Geber, Dank sei dir; du belebst, drum leben wir; du giebst Speise uns und Trank, dir sei ewig Lob Dank! Amen. 3. K. Lavater, † 1801. 383 Wir danken Gott für seine Herr, ben, die wir von ihm empfangen haben, wir bitten unsern lieben Herrn, er woll auch ferner sie beschern und speisen uns mit seinem Wort, daß wir satt werden hier und dort; ach, lieber Gott, du wollst uns geben nach dieser Welt das ewge Leben. Vor 1588. 384 Unser Bater, der uns liebt, der uns, was uns gut ist, giebt, Abend. Mel. Erhalt uns, Herr, bei zc. 386 Hinunter ist der Sonnen Schein, die finstre Nacht bricht stark herein; leucht uns, o uns im Finstern straucheln nicht. 2. Dank sei dir, daß du uns den Tag vor Schaden, Angst und mancher Plag durch deine Engel hast behüt aus Gnad und väterlicher Güt. 3. Womit wir heut erzürnet dich, das, Herr, verzeih uns gnädiglich und rechn es unsrer Seel nicht zu; laß schlafen uns in Fried und Ruh. 4. Die Engel dein zur Wach bestell, daß uns der böse Abend. 269 böse Feind nicht fäll; vor die er hat gethan an mir, Schrecken, Angst und Fenersnot behüt uns diese Nacht, o Gott! N. Hermann, † 1561. da er mich den ganzen Tag vor so mancher schweren Plag durch sein gnadenreiches Walten hat beschirmet und erhalten. Mel. In dich hab ich gehoffet zc. 387 Mein schönste Zier und Kleinod bist auf Erden du, Herr Jesu Christ; dich will ich lassen walten und allezeit, in Lieb und Leid, in meinem Herz behalten. 2. Dein Lieb und Treu für alles geht, kein Ding auf Erd so fest besteht: das muß ich frei bekennen; drum soll nicht Tod, nicht Angst, nicht Not von deiner Lieb mich trennen. 3. Dein Wort ist wahr und trüget nicht und hält gewiß, was es verspricht, im Tod und auch im Leben. Du bist nun mein, und ich bin dein; dir hab ich mich ergeben. 4. Der Tag nimmt ab; ach, schönste Zier, Herr Jesu Christ, bleib du bei mir; es will nun Abend werden; laß doch dein Licht auslöschen nicht bei uns allhier auf Erden. Aus dem 16. Jahrhundert. 388 Werde munter, und ihr Sinne, geht herfür, daß ihr preiset Gottes Güte, 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit, daß mir ist mein Wert gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so getreulich haft bewahrt, auch die Feinde weggetrieben, daß ich unversehrt geblieben. 3. Herr, ich bin von dir gewichen, doch ich stell mich wieder ein; denn dein Sohn hat ausgeglichen meine Schuld durch seine Pein. Ich verleugne nicht die Schuld; aber deine Gnad und Huld ist viel größer, als die Sünde, die ich täglich in mir finde. 4. O du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewigkeit, dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und alle Zeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, weil es nunmehr dunkel hier; daß kein Unfall mich betrübe, tröste mich mit deiner Liebe. 5. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanfte, süße Ruh; alles Übel laß verschwinden, decke mich mit Mut und Blut, Weib und Kinder, Hab und Gut, Freunde, Lieder für besondere Zeiten. 270 Freunde, Feind und Hausgenossen sein in deinen Schutz geschlossen. 6. Ach, bewahre mich vor Schrecken, schüße mich vor überfall; laß mich Krankheit nicht aufwecken, halte fern des Krieges Schall; wend ab Feur wid Wassers: not, Pestilenz und schnellen Tod; laß mich nicht in Sünden sterben, noch an Leib und Seel verderben. 3. Der Tag ist nun vergangen; die güldnen Sternlein prangen am blauen Himmelssaal; also werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammerthal. 4. Der Leib, der eilt zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit; die zieh ich aus; dagegen wird Christus mir anlegen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 7. O du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat; Jesu, den ich stets verehre, bleibe du mein Schutz und Rat; und mein Hort, du werter Geist, der du Freund und Tröster heißt, höre doch mein sehnlich Flehen! Amen, ja, es foll geschehen. 3. Rift, † 1667. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt; es kommen Stund und Zeiten, da man euch Mel. O Welt, ich muß dich lassen 2c. 389 Nun ruhen alle wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. Wälder, Vich, Menschen, Städt und Felder, es schläft die ganze Welt; ihr aber, meine Sinnen, auf, auf, ihr sollt beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt, 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des 8. Breit aus die Flügel Tages Feind. Fahr hin, ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein! Will mich der Feind verschlingen, so laß die EngLein die Hände sind froh, daß 5. Das Haupt, die Füß nun zum Ende die Arbeit kommen sei; Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. 7. Mein Augen stehn verdrossen, im Nu sind sie geschlossen, wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel! Abend. Iein fingen: dies Kind soll unverleßet sein. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht betrüben ein Unfall noch Gefagr; Gott laß euch ruhig schlafen, stell euch die güldnen Waffen ums Bett und seiner Helden Schar. P. Gerhardt, † 1676. 271 stillet, so hat mich heut ge führet, mit manchem Gut gezieret der Hirt in aller Welt. 4. Gott hat mich nicht verlassen, ich aber hab ohn Maßen mich nicht geschent, mit Sünden und Unrecht zu entzünden das treue Vaterherz. Ach, Vater, laß nicht brennen den Eifer, 390 Der Tag mit sei- noch mich trennen von deiner Hand und Seiten; mein Thun und überschreiten erweckt mir Reu und Schmerz. nem Lichte fleucht hin und wird zu nichte, die Nacht kommt angegangen, mit Ruhe zu umfangen den matten Erdentreis. Der Tag, der ist geendet; mein Herz zu dir sich wendet, der Tag und Nacht geschaffen zum Wachen und zum Schlafen, will singen deinen Preis. 5. Erhöre, Herr, mein Beten und laß mein übertreten zur Rechten und zur Linken ins Meeres Tiefe sinken und ewig untergehn. Laß aber, laß hingegen sich deine Engel legen um mich mit ihren Waffen; mit dir will ich entschlafen, mit dir auch auferstehn. 2. Wohlauf, wohlauf, mein Psalter! Erhebe den Erhalter, der mir an Leib und Seelen viel mehr, als ich kann zählen, hat heute Guts gethan. All Augenblick und Stunden hat sich gar piel gefunden, womit er sein Gemüte und unerschöpfte Güte mir klar gezeiget an. 3. Gleich wie des Hirten Freude, ein Schäflein auf der Weide, sich unter seiner Treue ohn alle Furcht und Scheue ergößet in dem Feld und sich mit Blumen füllet, den Durst mit Quellen 6. Darauf so laß ich nieder mein Haupt und Augenlider, will ruhen ohne Sorgen, bis daß der güldne Morgen mich wieder munter macht. Dein Flügel wird mich decken, so wird mich nicht erschrecken der Feind mit tausend Listen, der mich und alle Christen verfolget Tag und Nacht. 7. Ich lieg hier oder stehe, ich sih auch oder gehe, so bleib ich dir ergeben, und du bist auch mein Leben, das ist ein wahres Wort. Was 272 Lieder für besondere Zeiten. Was ich beginn und mache, sich an deinen lieben Sohn, ich schlaf ein oder wache, wohn ich, als wie im Schlosse, in deinem Arm und Schoße, bin selig hier und dort. P. Gerhardt,+ 1676. der für mich genug gethan; Vater, nimm den Bürgen an! Dieser hat für mich erduldet, was ich Sünder hab verschuldet. Mcl. Werde munter, mein 2c. 391 Un nsre müden Augenlider schließen sich jetzt schläfrig zu, und des Leibes matte Glieder grüßen schon die Abendruh; denn die dunkle finstre Nacht hat des hellen Tages Pracht nun versenkt im tie: fen Meere und entflammt der Sterne Heere. 2. Ach, bedenk, eh du gehst schlafen, du, o meines Leibes Gast, ob du den, der dich erschaffen, heute nicht er zürnet hast; thu, ach thu beizeiten Buß, geh und falle ihm zu Fuß und bitt ihn, daß er aus Gnaden dich der Strafe woll entladen. 3. Sprich: Herr, dir ist unverhohlen, daß ich diesen Tag verbracht anders, als du mir befohlen; ja, ich habe nicht bedacht des Be: rufes schmalen Steg, deinen vorgeschriebnen Weg, sondern dich, mein Gott, ver: lassen, bin gefolgt der Welt: luſt Straßen. 4. Ach, Herr, laß mich Gnad erlangen, gieb mir nicht verdienten Lohn, laß mich deine Huld umfangen, 5. Laß mich, Herr, von dir nicht wanken; in dir schlaf ich sanft und wohl; gieb mir heilige Gedanken, und bin ich gleich Schlafes voll, so laß doch den Geist in mir zu dir wachen für und für, bis die Morgenröt angehet und die Sonn am Himmel stehet. 6. Vater droben in der Höhe, dessen Nam uns teuer wert, dein Reich komm, dein Will geschehe, unser Brot werd uns beschert, und vergieb uns unsre Schuld, schenk uns deine Gnad und Huld; laß uns nicht Versuchung töten, hilf uns, Herr, aus allen Nöten. Joh. Frand, † 1677. Mel. O höchster Gott, o unser lieber Herre zc. 392 Der Tag iſt hin, mein bei mir bleibe! O Seelenlicht, der Sünden Nacht vertreibe; geh auf in mir, Glanz der Gerechtigkeit, er leuchte mich, o Herr, denn es ist Zeit! 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen; dir sei die Ehr, wenn alles wohl gelungen nach deinem Rat, Abend. Rat, ob ichs gleich nicht versteh; du bist gerecht, es gehe, wie es geh. 3. Nur eines ist, das mich empfindlich quälet: Beständigkeit im Guten mir noch fehlet; das weißt du wohl, o Herzenskündiger, ich strauchle noch wie ein Unmündiger. 4. Vergieb mir, Herr! Es sagt mir mein Gewissen: der Sünde Lust hat mich von dir gerissen; es ist mir leid, ich stell mich wieder ein; hier ist mein Herz, ich dein, Herr, und du mein! 5. Mein Herr und Gott, mein Hüter und mein Hirte, zu meinem Trost dein sieghaft Schwert umgürte; bewahre mich durch deine große Macht, wenn mir der Feind nach meiner Seele tracht. 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen; ach, laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen; o Lebenssonn, erquicke mei nen Sinn; dich laß ich nicht, mein Fels; der Tag ist hin! 3. Neander, † 1680. 393 Nun sich der Tag geendet hat und keine Sonn mehr scheint, schläft alles, was von Arbeit 273 matt, und was zuvor ge weint. 2. Nur du, mein Gott, hast keine Rast, du schläfft noch schlummerst nicht; die Finsternis dich nicht um faßt, weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser finstern Nacht, und schirme du mich gnädiglich mit deiner Engel Wacht. 4. Zwar fühl ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir klagt an; doch deines lieben Sohnes Huld hat gnug für mich gethan. Augen zu und schlafe fröh5. Drauf thu ich meine lich ein; mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollte traurig sein? 6. Weicht, nichtige Gedanken, hin, hemmt nicht der Andacht Lauf! Ich baue jest in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 7. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Jammerthal, so führ mich, Herr, zum Himmel ein zur auserwählten Zahl. 8. Und also leb und sterb ich dir, du Herr Gott Zebaoth; im Tod und Leben hilfst du mir aus aller Angst und Not. 3. F. Hertog, † 1699. Lieder für besondere Zeiten. 274 Mel. Werde munter, mein 2c. err, es ist von 394 Hen wiederum ein Tag dahin; lehre mich nun Achtung geben, ob ich fromm gewesen bin; zeige mir auch selber an, so ich was nicht recht gethan, und hilf jetzt in allen Sachen guten Feierabend machen. 2. Freilich wirst du man ches finden, das dir nicht gefallen hat; denn ich bin noch voller Sünden in Gedanken, Wort und That, und zu jeder Tagesstund pfleget Herz und Hand und Mund so geschwind und oft zu fehlen, daß ichs selber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch einmal Geduld! Ich bin freilich schwer beladen, doch vergieb mir alle Schuld! Deine große Vatertreu werde diesen Abend neu; so will künftig deinen Willen ich noch mehr als heut erfüllen. 5. Steure den gottlosen Leuten, die im Finstern man was bereiten, uns zu scha den, wenn wir ruhn, so zerstöre du den Rat und verhindere die That; wend auch allen andern Schrecken, den die Bosheit fann er wecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns Abend wird; denn du bleibest ewig munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Herde wacht; darum hilf uns, deinen Schafen daß wir alle sicher schlafen. 7. Laß mich dann gesund erwachen, wenn es rechte Zeit wird sein, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein; oder hast du, lieber Gott, heut bestimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Casp. Neumann, † 1715. 4. Heilige mir das Ge- mel. Ach, was soll ich Sünder ze. müte, daß der Schlaf nicht fündlich sei; decke mich mit 395 Ach, mein Jeſu, trete, deiner Güte, und steh mir bei, Lösche Licht und Feuer aus, und bewahre selbst das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht im Unglück müsse weinen. da der Tag nunmehr sich neigt und die Finsternis sich zeigt, hin zu deinem Thron und bete: neige du zu deinem Sinn auch mein Herz und Sinnen hin. Abend. 2. Meine Tage gehn geschwinde wie ein Pfeil zur Ewigkeit; auch die aller längste Zeit rauscht vorüber wie die Winde, fließt dahin als wie ein Fluß mit dem schnellsten Wasserguß., 3. Aber, Jesu, sich, ich Armer nehme mich doch nicht in acht, daß ich dich bei Tag und Nacht herzlich suchte, mein Erbarmer; o wie mancher Tag geht hin, daß ich falt und träge bin. 4. Ach, ich muß mich herzlich schämen; du erhältst und schüßest mich Tag und Nacht so gnädiglich, und ich will mich nicht bequemen, daß ich ohne Heuchelei dir dafür recht dankbar sei. 5. Nun, ich komme mit Verlangen, o mein Herzensfreund, zu dir: neige du dein Licht zu mir, da der Tag nunmehr vergangen; sei du selbst mein Sonnenlicht, das durch alles Finstre bricht. 6. Laß mich meine Tage zählen, die du mir noch gönnen willt; von dir sei mein Herz erfüllt, so wird mich nichts können quälen; denn wo du bist Tag und Licht, schaden uns die Nächte nicht. Lev. Joh. Schlicht, † 1723. Mel. Jesu, meine Freude zc.. 396 irte deiner Schafe, Schlafe etwas wissen mag, 275 deine Tren und Milde diente mir zum Schilde den vergangnen Tag; sei die Nacht auch auf der Wacht und laß mich von deinen Scharen um und um bewahren. 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vaterhuld; ein verföhnt Gewissen sei mein Ruhekissen, drum vergieb die Schuld! Denn dein Sohn hat mich davon durch die tiefgeschlagnen Wunden gnädiglich entbunden. keine Not betrüben; sie sind 3. Laß auch meine Lieben mein und dein. Schließ uns mit Erbarmen in den Vaterarmen wohlgeborgen ein. Du bei mir und ich bei dir; also sind wir ungeschieden, und ich schlaf in Frieden. 4. Romm, verschließ die Kammer und laß allen Jammer ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel, unter deine Flügel nimm dein Küchlein ein; deck uns zu mit Schuß und Ruh, so wird uns kein Grauen wecken, noch der Feind uns schrecken. 5. Wie, wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? Wie bald rot, bald tot! Doch, hast du beschlossen, daß mein Ziel verflossen, will ich nichts wider dich. Gerne, 12* Lieder für besondere Zeiten. 276 Gerne, weil ich dich gefunden, sterb ich alle Stunden. 6. Nun wohlan! ich thue in vergnügter Ruhe meine Augen zu. Seele, Leib und Leben hab ich dir ergeben, treuer Hüter du! Gute Nacht, nimm mich in acht; und erleb ich ja den Morgen, wirst du weiter sorgen. B. Schmold, † 1737. Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. 397 zur großen err, es gescheh 4. Ein Tag der sagts dem andern, mein Leben sei Der Körper eilt zur Ruh, es fallen in der Stille die mit den Augen zu. Vergieb der Schwachheit Sünden, verschon mit Zorn und Straf; laß mich bereitet finden zum Tode wie zum Schlaf. Ewigkeit. O Ewigkeit, du schöne, mein Herz an dich gewöhne! Mein Heim ist nicht in dieser Zeit. G. Terstegen, † 1769. 2. Dein Heil hab ich ge Mel. O Welt, ich muß dich lassen 2c. mir ſehen; in Frieden fahr ich 399 Herr, der du i hin, weil stehen in deinem Reiche bin. Wohl dem, der bis ans Ende sich als ein Christ erweist! Mein Gott, in deine Hände befehl ich meinen Geist. 3. F. v. Cronegt, † 1758. 2. Ich schließe mich aufs neue in deine Vatertreue und Schuß und Herze ein; die fleischlichen Geschäfte und alle finstren Kräfte vertreibe durch dein Nahesein. 3. Daß du mich stets umgiebest, daß du mich herzlich liebest und rufft zu dir empor, daß du allein den Frieden mir geben kannst hienieden, das stelle früh und spät mir vor. Mel. O Welt, ich muß dich lassen zc. 398 Nun sich der Tag geendet, mein Herz zu dir sich wendet und danket inniglich; dein holdes Angesichte zum Segen auf mich richte, erleuchte und entzünde mich. diesen Tag gegeben, dich bet ich kindlich an. Ich bin viel zu geringe der Trene, die ich singe, und die du heut an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüte freu ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, Abend. 277 gehn, auf deine Güte hoffen, wohl manche Sachen, die im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Teil. ge5. Bedeckt mit deinem Segen eil ich der Ruh entgegen; dein Name sei preist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Bater, meinen Geist. Chr. F. Gellert, † 1769. Mel. Welt, ich muß dich lassen 2c. 400 Der er Mond ist auf gegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar. Der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold, als eine stille kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vers gessen sollt. 3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wir getrost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn. 4. Wir stolzen Menschenfinder sind eitel arme Sün= der und wissen gar nicht viel; wir spinnen Luftgespinste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel. 5. Gott, laß dein Heil vergänglichs trauen, nicht uns schauen, auf nichts Eitelkeit uns freun; laß uns einfältig werden und Kinder fromm und fröhlich vor dir hier auf Erden wie sein! 6. Wollst endlich sonder Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod; und wenn du uns genommen, laß uns in Himmel kommen, du unser Herr und unser Gott! 7. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder; kalt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und unsern tranken Nachbar auch. M. Claudius, † 1815. Für Kinder. 401 Müde üde bin ich, geh zu Ruh, schließe beide Auglein zu. Bater, Lieder für besondere Zeiten. 278 Bater, laß die Augen dein über meinem Bette sein! 2. Hab ich Unrecht heut gethan, sieh es, lieber Gott, nicht an! Deine Gnad und Jesu Blut macht ja allen Schaden gut. 3. Alle, die mir sind verwandt, Gott, laß ruhn in deiner Hand; alle Menschen, groß und klein, sollen dir befohlen sein. 4. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner Liebe trennen und daß ich frei vor jedermann dich meinen Freund darf nennen, und daß du dort, o Lebensfürst, dich ganz mit mir vereinen wirst und mir dein Erbe schenken. 5. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit, daß sich Am Schlusse der Woche. die Woch geendet, und also Mel. Du Lebensbrot zc. auch von dieser Zeit ein neuer Schritt vollendet, und freudig schreit ich weiter fort, bis ich gelange an die Pfort Jerusalems dort oben. 6. Wenn meine Hände lässig sind und meine Knice beben, so biet mir deine Hand geschwind, mich wieder zu erheben; erfüll mit deiner Kraft mein Herz, damit ich freudig himmelwärts ohn Unterlaß aufsteige. 4. Kranken Herzen sende Ruh, nasse Augen schließe zu; laß den Mond am Himmel stehn und die stille Welt besehn. Louise Hensel, † 1876. 3. Doch sei dir ganz anheim gestellt die rechte Zeit und Stunde, wie wohl ich weiß, daß dirs gefällt, wenn ich mit Herz und Munde dich kommen heiße und darauf von nun an richte meinen Lauf, daß ich dir komm entgegen. 402 Gott Lob, ein Schritt zur Ewigkeit ist abermals vollendet; zu dir im Fortgang dieser Zeit mein Herz sich sehnlich wendet, o Quell, daraus mein Leben fließt und alle Gnade sich ergießt zu meiner Seele Leben. 2. Jch zähle Stunden, Tag und Jahr und wird mir fast zu lange, bis es erscheine, daß ich gar, o Leben, dich umfange, damit, was sterblich ist an mir, verschlungen werde ganz in dir und ich unsterblich werde. 7. Geh, Seele, frisch im Glauben dran und sei nur unerschrocken; laß dich nicht von der rechten Bahn die Luft der Welt ablocken; so dir der Lauf zu langsam deucht, so eile, wie ein Adler Fleugt, Am Schlusse der Woche. fleugt, mit Flügeln süßer Liebe. 8. O Jesu, meine Seele ist zu dir schon aufgeflogen; du hast, weil du voll Liebe bist, mich ganz zu dir ge zogen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeit! Ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in Jesu lebe. A. H. Frande,+ 1727. 279 dich, mein Gott, gefränkt; drum rufich: Herr, erbarme, erbarm ich über mich! Ich fall dir in die Arme: ach, schone gnädiglich. heißt 5. Mein Glaube mich hoffen, es sei durch Christi Blut ein neuer Bund getroffen und alles wieder gut; drum will ich dir geloben, auf ewig treu zu sein; dein guter Geist von oben wird mir die Kraft Mel. Valet will ich dir geben 2c. 403 Die Woche geht verleihn. zu Ende, nicht aber Gottes Treu; denn wo ich mich hinwende, da ist sie immer neu. Die Zeit kann wohl verschwinden, nur Gottes Güte nicht, sie läßt sich täglich finden und giebt mir Trost und Licht. 2. Du gnädigster Erhalter von allem, was ich bin, hör meines Mundes Psalter und nimm mein Opfer hin. Unzählbar sind die Gaben, die du geschenket mir, und was ich nur fann haben, ist alles ja von dir. 6. Ich bin dein Kind aufs neue; drum gieb, daß diese Nacht mich auch dein Schuß erfreue, der alles sicher macht. Ich werde gleichsam sterben; der Schlaf ist wie ein Tod; doch kann ich nicht verderben: du lebst in mir, mein Gott. 7. Soll das in diesem Leben die letzte Woche sein, will ich nicht widerstreben, nein, mich im Geiste freun auf jenen Feierabend, den Christi Tod gemacht, und diese Hoffnung habend sprech ich nun: gute Nacht! B. Schmold, † 1737. 3. Die ganze Woche zenget von deiner Gütigkeit, die du zu mir geneiget, getreu zu jeder Zeit. Auf meines Lebens Pfade rühmt jeder Augenblick die Wunder deiner Gnade im Unglück, wie mel. O Welt, ich muß dich lassen 2c. im Glück. Beruf. 4. Allein mein Herze 404 Du sollst in allen wenn es zurücke denkt, bebet, wie übel ich gelebet und Gott den Anfang machen aus 280 Lieder für besondere Stände. aus treuer Schuld und than. Auf dein Wort, zu Pflicht. Wem hast du Dank zu geben, als ihm, für Heil und Leben? Von dir, o Mensch, entspringt es nicht. deiner Ehre, will mein Netz ich senten ein; einen guten Zug beschere, laß es voller Segen sein. 2. Was will dein kaltes Sinnen, du Staub der Zeit, beginnen, legt er nicht Hilfe bei? Der Mensch mit seinem Dichten weiß wenig auszu richten, das wahrhaft gut zu heißen sei. 3. Drum sei nicht zu verwegen auf des Berufes Stegen und bilde dir nicht ein, als könntest du Vertrauen auf deine Kräfte bauen; denn sie sind Gottes und nicht dein. 4. Wo Gottes Hand sich reget, den Grund zur Arbeit leget, da zieht der Segen ein; verkehrt er sein Gesichte, so wird ein Werk zunichte, wie trefflich auch die Meister sein. 5. Schlag an die Himmelspforten mit starken Glaubensworten, da bitte Beistand aus. Daher wird Segen fließen und reichlich sich ergießen auf dich und auf dein ganzes Haus. A. Tscherning, † 1659. Mel. O Durchbrecher aller Bande zc. gefu, tomm, sei 405 eingebeten, Meine Hände leg ich an; wollest mir zur Seite treten, daß mein Thun sei wohlge2. Ohne dich macht nichts mein Machen, nichts kann alle meine Kunst; ohne dich in allen Sachen alle Müh ist ganz umsonst. Ach, du mußt mit Hand anlegen, meine Hand ist viel zu schwach. Nun so komm mit Hilf und Segen, meine Öhnmacht mächtig mach! 3. Gerne will ich thun das Meine, will es thun auf dein Geheiß; thu auch du dabei das Deine und beglücke meinen Fleiß. Laß mich und mein Haus erfreuen einen reichen guten Zug; doch sollt es nicht gleich gedeihen, hab ich dich, hab ich genug. 4. Zwar, wie sollt es mir nicht glücken, da du selbst mithelfer bist? Ach. du kannst und willst erquicken, wenn man fromm und gläubig ist. Ist nur Gott, so ist daneben alles andre auch im Haus; du wirst segnen, du wirst geben, der du allen teilest aus. 5. Ich verseh mich deiner Gnaden, ob ich feines Segens wert; wirst du mir mein Netz beladen, sollst du sein mit Dank verehrt; giebst du, will ich wieder geben; ja, ein Beruf. 281 ein Teil davon soll dein, 5. Regiere mich durch dein, o Gott, und auch daneben meines armen Nächsten sein. S. von Birken, † 1681. deinen Geist, den Müßiggang zu meiden, daß das, was du mich schaffen heißt, geschch mit lauter Freuden, auf daß ich dir mit aller Treu auf dein Gebot gehorMel. Es ist das Heil uns 2c. 406 an, En Gottes Namen was mir zu thun gebühret; mit Gott wird alles wohlgethan und glücklich ausgeführet. Was man in Gottes Namen thut, ist allenthalben recht und gut und muß uns auch gedeihen.. 2. Gott ists, der das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen, er giebt uns Segen, Mut und Kraft und läßt das Werk gelingen, daß uns ein reicher Zug entsteht und Gottes Gab in Fülle geht, daß wir zur gnüge haben. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, er krönet sie mit Gnaden; der bösen Welt Haß, Neid und Hohn kann ihnen gar nicht schaden. Gott decket sie mit seiner Hand, er segnet ihren Weg und Stand und füllet sie mit Freuden. 4. Drum komm, Herr Jesu, stärke mich, hilf mir in meinen Werken; laß du mit deiner Gnade dich bei meiner Arbeit merken. Gieb dein Gedeihen selbst dazu, daß ich in allem, was ich thu, erfahre deinen Segen. diene. 6. Nun, Jesu, komin und bleib bei mir; die Werke meiner Hände befehl ich, liebster Heiland, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines Namens Herrlichkeit, und gieb, daß ich zur Abendzeit erwünschten Lohn empfange! S. Liscow, † 1698. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag xc. 407 Das walte Gott, kann! Mit Gott fang ich die Arbeit an, mit Gott nur geht es glücklich fort; drum ist auch dies mein erstes Wort: das walte Gott! 2. All mein Beginnen, Thun und Werk erfordert Gottes Kraft und Stärk; mein Herz sucht Gottes Angesicht; drum auch mein Mund mit Freuden spricht: das walte Gott! 3. Wenn Gott nicht hilft, so kann ich nichts; wo Gott nicht giebet, da gebrichts; Gott giebt und thut mir alles Guts; drum sprech ich nun auch gutes Muts: das walte Gott! 282 4. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dank bar sein dafür; auf sein Wort werf ich aus mein Netz und sag in meiner Arbeit stets: das walte Gott! Lieder für besondere Stände. 5. Anfang und Mitte samt dem End stell ich allein in Gottes Händ; er gebe, was mir nüßlich ist; drum sprech ich auch zu jeder Frist: das walte Gott! 6. Legt Gott mir seinen Segen bei nach seiner großen Güt und Treu, so gnügets mir zu jeder Stund; drum sprech ich auch von Herzens grund: das walte Gott! 7. Trifft mich ein Unglück: unverzagt! Ist doch mein Werk mit Gott gewagt; er wird mir gnädig stehen bei; drum dies auch meine Losung sei: das walte Gott! 10. Nichts glücket ohne Gottes Gunst, nichts hilft Verstand, Witz oder Kunst; mit Gott gehts fort, gerät auch wohl, daß ich kann sagen glaubensvoll: das walte Gott! 9. Gott steht mir bei in aller Not und giebt mir auch mein täglich Brot; nach seinem alten Vater brauch thut er mir Guts; drum sprech ich auch: das walte Gott! 11. Teilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht ich keiner Feinde Neid; laß hassen, wers nicht lassen kann, ich stimme doch mit Freuden an: das walte Gott! mit Gottes Rat, der mir 12. Thu ich dann was beistehet früh und spat, muß; drum sprech ich noch dann alles wohl gerathen mals zum Beschluß: das walte Gott! 3. Betichius, † 1722. Ehe und Hausstand. 8. Er kann mich segnen Mel. Nicht so traurig, nicht so sehr zc. früh und spat, bis all mein 408 Voller Wunder, Thun ein Ende hat; er giebt und nimmt, machts, wie er will; drum sprech ich auch fein in der Still: das walte Gott! voll von hoher Weisheit Preis, voller Hulde, Gnad und Gunst, Labsal bei des Lebens Schweiß, voller Wunder, sag ich noch, ist der keuschen Liebe Joch. 2. Die sich nach dem Angesicht niemals je zuvor gekannt, auch sonst im ge ringsten nicht mit Gedanken zugewandt, derer Herzen, derer Ehe und Hausstand. 283 berer Hand knüpft Gott in hat festen Fuß, wenn sonst ein Liebesband. alles fallen muß. 3. Dieser Vater zieht sein Kind, jener seins dagegen auf, beide treibt ihr sondrer Wind, ihre sondre Bahn und Lauf; aber wenn die Zeit nun dar, wirds ein wohl geratnes Baar. 4.Hier wächst ein geschickter Sohn, dort ein edle Tochter zu; eines ist des andern Kron, eines ist des andern Ruh, eines ist des andern Licht, wissens aber beide nicht. 5. Bis solang es dem beliebt, der die Welt im Schoße hält und zur rechten Stunde giebt jedem, was ihm wohlgefällt, da erscheint im Werk und That der so tief verborgne Rat. 6. Jeder findet, jeder nimmt, was der Höchst ihm ausersehn; was im Himmel ist bestimmt, pflegt auf Erden zu geschehn, und was dann nun so geschicht, das ist sehr wohl ausgericht. 7. Öfters denkt man: das und dies hätte können besser sein; aber wie die Finsternis nicht erreicht den Sonnenschein, also geht auch Menschensinn hinter Gottes Weisheit hin. 8. Laß zusammen, was Gott fügt; der weiß, wies am besten sei; unser Denken fehlt und trügt, sein Gedant ist mangelfrei; Gottes Werk 9. Siehe frommen Kindern zu, die im heilgen Stande stehn, wie so wohl Gott ihnen thu, wie so schön er lasse gehn alle Thaten ihrer Händ auf ein gutes selges End. 10. Jhrer Tugend werter Ruhm steht in steter voller Blüt; wenn sonst aller Liebe Blum als ein Schatten sich verzieht, und wenn aufhört alle Treu, ist doch ihre Treue neu. 11. Ihre Lieb ist immer frisch und verjüngt sich fort und fort; Liebe zieret ihren Tisch und verfüßet Wort; Liebe giebt dem Herzen Rast in der Müh und Sorgenlast. alle 12. Gehts nicht allzeit wie es soll, ist doch diese Liebe still, hält sich in dem Kreuze wohl, denkt, es sei des Herren Will, und versichert sich mit Freud einer künftig bessern Zeit. 13. Unterdessen geht und fleußt Gottes reicher Segensbach, speist die Leiber, tränkt den Geist, stärkt des Hauses Grund und Dach, und was klein, gering und bloß, macht er mächtig, viel und groß. 14. Endlich, wenn nun ganz vollbracht, was Gott hier in dieser Welt frommen Kindern 284 Lieder für besondere Stände. Kindern zugedacht, nimmt 3. Der Mann wird einem er sie ins Himmelszelt und Baume gleich, an Ästen drückt sie mit großer Lust schön, an Zweigen reich, das selbst an seinen Mund und Weib gleich einem Reben, Brust. der seine Träublein trägt und nährt und sich je mehr und mehr vermehrt mit Früchten, die da leben. Wohl dir, o Zier, Manneswonne, Hausessonne, Chrentrone! Gott denkt dein auf seinem Throne. 15. Nun so bleibt ja voller Gunst, voll von hoher Weisheit Preis, voller Wun: der, voller Kunst, Labsal bei des Lebens Schweiß, voller Wunder, sag ich noch, bleibt der keuschen Liebe Joch. P. Gerhardt, † 1676. 4. Sei gutes Muts! Nicht Menschenhand hat auf gerichtet solchen Stand: es ist ein höhrer Vater; der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, der beste Freund und Rater. Anfang, Ausgang aller Sachen, die zu machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenken. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern 2c. 409 Wie schön ists doch, Herr Jesu Christ, im Stande, da dein Segen ist, im Stande heilger Che! Wie steigt und neigt sich deine Gab und alles Gut so mild herab aus deiner heilgen Höhe, wenn sich an dich fleißig halten Jung und Alten, die im Örden eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl verstehn und Hand in Hand durchs Leben gehn im Bunde reiner Treue, da blüht das Glück von Jahr zu Jahr, da sieht man, wie der Engel Schar im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, kein Wurm kann zerschlagen, kann zer nagen, was Gott giebet dem Paar, das in ihm sich liebet. 5. Zwar bleibts nicht aus, es kommt ja wohl ein Stündlein, da man Leides voll die Thränen läsfet fließen; doch wer sich still und in Geduld ergiebt, des Leid wird Gottes Huld in großen Freuden schließen. Zage, trage nur ein wenig! Unser König wird behende machen, daß die Angst sich wende. 6. Wohl denn, mein König, nah herzu! Gieb Rat in Kreuz, in Nöten Ruh, in Ängsten Trost und Freude! Des sollst du haben Ruhm und Preis; wir wollen Ehe und Hausstand. 285 wollen singen bester Weis einzig Teil. Bleib auch meiund danken alle beide, bis wir bei dir, deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen ewig loben werden. Amen! P. Gerhardt, † 1676. ner Kinder Gott, laffe fie in keiner Not und in keinem Kreuz verderben, bis sie endlich selig sterben. Mel. Werde munter, mein 2c. 410 Korge doch für meine Kinder, Bater, nimm dich ihrer an; ob sie gleich vor dir sind Sünder, sind sie dir doch zugethan, und du hast sie in der Tauf väterlich nommen auf, daß sie, wenn sie sollten sterben, wären deines Reiches Erben. 2. ge2. Du haft sie bisher ernähret und so manchem Unglücksfall mehr als väter lich gewehret, der sie hier und überall hätt in Angst und Not gestürzt, ja das Leben abgekürzt; aber deine Vatertreue bleibt bei ihnen täglich neue. 3. Sollt ich nicht für solche Güte immer dir verpflichtet sein und mit dankbarem Gemüte folchen Glücks- und Segensschein rühmen und vor jedermann deine Wohlthat zeigen an, ach, so müßt ich ganz vermessen Gottes, meines Heils, vergessen. 4. Sammeln andre große Schäßze, suchen in der Welt ihr Heil, daß sie Geld und Gut ergöße, so bist du mein 5. Der du sie bisher erhalten, wollest stets ihr Schützer sein, wollst in Gnaden ihrer walten, bricht Gefahr für sie herein. Regt in ihrer eignen Bruft sich mit Macht die böse Lust: gieb dann, daß sie mutig kämpfen und den Reiz der Sünde dämpfen. 6. Schütze sie vor bösen Leuten und vor der Verführer Schar, daß ihr Fuß nicht möge gleiten; laß fie ihre Lebensjahr in der Gnade bringen zu, bis du sie, wie tühle Grab versenken und ins die Seligkeit uns schenken. 7. Können sie in diesem Leben hier und, wo es dir gefällt, was zu deiner Ehre geben, so laß in der ganzen Welt ihnen, wo sie immer gehn, deine Furcht vor Augen stehn, daß sie dich im Thun und Lassen stets in ihre Herzen fassen. 8. Gönne mir die große Freude, daß einst an dem jüngsten Tag, nach so vielem Kreuz und Leide, ich mit Jauchzen sagen mag: liebſter Vater, ich bin hier und die Kinder, die du mir hast in jener Lieder für besondere Stände. 286 jener Welt bescheret; ewig sei dein Nam geehret! 8. H. Schlosser, † 1723. Mel. Seelenbräutigam zc. 411 Welt ein Vorbild 3. Wohl, wenn ein solches vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist, noch heißt. 4. Wohl, wenn der Herzen fromm Gebet beständig in die Höhe geht, und man nichts treibet fort und fort, als Gottes Werk und Gottes Wort. auf der Lebensbahn, und wir wollen nicht verweilen, dir getreulichnachzueilen; führ uns an der Hand bis ins Vaterland. 2. Solls uns hart ergehn, laß uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o so gieb Geduld zu beiden; richte unsern Sinn auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang, Jesu, lebenslang; führst du uns durch rauhe Wege, gieb uns auch die nötge Pflege; thu uns nach dem Lauf deine Thüre auf. Graf N. v. v. Zinzendorf,+ 1760. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens Licht ic. 412 Wohl einem Haus, da Jesus Christ allein das All in allem ist! Ja, wenn er nicht darinnen wär, so stünd es öd und wüst und leer. 2. Wohl ihm, wenn mann und Weib und Kind im rechten Glauben einig sind, zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot. 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand mit fleißiger getreuer Hand ein jegliches nach seiner Art im Glauben seine Pflicht bewahrt. 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind, und wenn sie Kind und Kindeskind versäumen nicht am ewgen Glück, so bleibet ihrer keins zurück. 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht; die Eltern werden hoch erfreut, und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen fegnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund samt meinem Hause diesen Bund: Wenn alles Volk vom Herren wich, so dienen wir ihm ewiglich. Ch. E. 8. v. Pfeil, † 1784. 287 lichem Gemüte; selig, fröhlich, selbst mit Schmerzen dir uns ch und mein in 413 aus, wir sind laffen und dann in Geduld uns faffen. bereit, dir, Herr, die ganze Lebenszeit mit Seel und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein; gieb deinen Segen nur darein, daß wir dir willig dienen. Eine kleine, fromme, reine Hausgemeine mach aus allen. Dir nur soll sie wohlge fallen. Ehe und Hausstand. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern 2c. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort dein guter Geist stets fort und fort an unser aller Seelen; es leucht uns wie das Sonnenlicht, damits am rechten Lichte nicht im Hause möge fehlen. Reiche gleiche Seelenspeise auch zur Reise durch dies Leben uns, die mir uns dir ergeben. 5. Giebst du uns irdisch Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Weltlust aus, des Reichtums böse Gäſte; denn wenn das Herz an Demut leer und voll von eitler Weltlust wär, so fehlte uns das Beste: jene schöne, tiefe, stille Gnadenfülle, die mit Schätzen einer Welt nicht zu ersetzen. 4. Laß unser Haus gegründet sein auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte. Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hilfe schaun mit find: 6. Und endlich flehn wir allermeist, daß in dem Haus kein andrer Geist, als nur dein Geist regiere; daß er, der alles wohl bestellt und gute Zucht und Ordnung hält, uns alles lieblich ziere. Sende, spende ihn uns allen, bis wir wallen heim und droben dich in deinem Hause loben. K. 3. Ph. Spitta,+ 1859. 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus und alle, die drin wohnen, aus, im Glauben uns verbinde; laß uns 414 in Liebe zum Dulden, Tragen sein bereit, demütig, sanft und linde. Liebe übe jede Seele; keinem fehle, dran man kennet den, der sich den Deinen nennet. felig Haus, wo wahrer Jesu man dich genommen, du Seelenfreund, Herr Christ! wo unter allen Gästen, die da kommen, du der gefeiertste und liebste bist; wo aller Herzen dir entgegenschlagen und aller Augen freudig auf dich sehn; wo aller Lippen dein Gebot erfragen und alle deines Winks gewärtig stehn. 288 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in einer, in deiner Liebe eines Geistes sind, als beide eines Heils gewürdigt, keiner im Glaubensgrunde anders ist ge sinnt; wo beide unzertrennbar an dir hangen in Lieb und Leid, Gemach und Ungemach, und nur bei dir zu bleiben stets verlangen, an jedem guten, wie am bösen Tag! Lieder für besondere Stände. 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, du Freund der Kinder, der sie als die Seinen mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt; wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln und horchen deiner süßen Rede zu und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, sich deiner freun, du lieber Heiland, du! 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen und wissen, wessen Augen auf dich sehn, bei allem Werk in einem Eifer brennen, daß es nach deinem Willen mag geschehn; als deine Diener, deine Hausgenossen, in Demut willig und in Liebe frei, das Ihre schaffen, froh und unverdrossen, in kleinen Dingen zeigen große Treu! 5. O selig Haus, wo du die Freude teilest, wo man bei keiner Freude dein vergißt! O selig Haus, wo du die Wunden heilest und aller Arzt und aller Tröster bist; bis jeder einst sein Tagewerk vollendet, und bis sie endlich alle ziehen aus dahin, woher der Vater dich gesendet, ins große, freie, schöne Vaterhaus. R. J. Ph. Spitta,+ 1859. Vor der Trauung. Mel. Wie schön leuchtet ze. 415 Bon dir, du Gott der Einigkeit, ward einst der Ehebund geweiht; von dir kommt auch der Segen. O segn auch jetzt von deinen Höhn, die hier vor deinem Antlit stehn, um Hand in Hand zu legen. Laß sie, Vater, dir ergeben einig leben, treu fich lieben und in deinem Wort sich üben. Nach der Trauung. Mel. Wie schön leuchtet ze. Nimm sie in deine Vater: hut, halt ihren Sinn bei frohem Mut, ihr Herz dem Himmel offen, und lehre sie, sich deiner freun, ein Herz und eine Seele sein im Glauben, Lieben, Hoffen! Laß sie, Vater, dir ergeben, glücks Obrigkeit. glücklich leben, freudig ster: ben und vereint den Himmel erben! G. E. Waldau,+ 1817. Obrigkeit. Mel. Aus meines Herzens Grunde zc. 416 Jehova, Herr und Königder Könige und Herrn, dir sind wir unterthänig, du herrschest nah und fern; du Herr im Himmelszelt, laß unter dei nem Leiten bestehn die Obrig: feiten, zu herrschen in der Welt. 2. Es zeugen deine Knechte, daß keine Obrigkeit, als nur durch deine Rechte und deine Macht gebeut. Du haft sie hoch geschätzt; wer ihr zuwider lebet, der trotzt und widerstrebet dem, was du hast gesetzt. 3. Du Gott der Ordnung, lehre mich selbst durch deinen Geist, daß ich die Obern ehre, wie uns dein Wort es heißt. Sie tragen ja dein Bild; gieb, daß ich Demut übe und sie mit Ehrfurcht liebe, so wird dein Wort erfüllt. Predigtamt. 289 kannst du wie Bäche leiten; es steht in deiner Hand. 5. Gieb, daß durch ihr Regieren wir mit Zufriedenheit ein ruhig Leben führen in wahrer Frömmigkeit. Laß sie die Pfleger sein der gläubigen Gemeinde und als getreue Freunde ihr heilge 4. Verleihe deine Güte und sende Recht und Licht; gieb ihnen ins Gemüte viel Weisheit zum Gericht. Du herrschest selbst im Land; das Herz der Obrigkeiten 6. Die uns allhier regieren, Herr, die regiere du; laß deinen Geist sie führen, dein Rat sprech ihnen zu. Herr Gott, du segnest gern; D, walte du hienieden, gieb deinem Volke Frieden durch Jesum, unsern Herrn. Nach Ph. Frd. Hiller, † 1769. Predigtamt. Mel. Wie schön leuchtet der zc. 417 Jesu, Herr der König, deiner Christenheit, Herrlichkeit, du du Hirte deiner Herde, du siehst auf die erlöste Welt, regierst sie, wie es dir gefällt, sorgst, daß sie selig werde. Bon dir sind wir auch erwählet, zugezählet den Erlösten, die du segnen willst und trösten. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, nach deinem Sinn ihm Hirten giebst, die es zum Himmel führen, und die voll Eifer, Geist und Kraft, voll Glauben, Liebe, 13 Wissen 290 Lieder für besondere Verhältnisse. Wissenschaft das Herz der willkommen gern in Jesu Sünder rühren. Treue Hirten laß den Seelen niemals fehlen, daß die Herden mit den Hirten selig werden. Christi Namen. D Hirte, nimm uns bei der Hand, führ uns zum ewgen Vaterland. Gott mit dir! Amen! Amen! Mit dir gehn wir durch die Leiden dieser Zeiten zu dem Leben, das uns unser Gott will geben. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, den du uns gesandt; Herr, segne sein Geschäfte! Die Seelen, die sich ihm vertraun, durch Lehr und Leben zu erbaun, gieb Weisheit ihm undKräfte. Lehr ihn, hilf ihm thun und leiten, dulden, streiten, beten, J. D. R. Bidel, † 1809. Allgemeine Not. wachen, selig sich und uns 418 Wenn wir in höchsten Nöten zu machen. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; nichts sei, das ihn betrübe! Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, gieb uns ein Herz, das folgsam hört, ein Herz voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste stehen und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unsern Lehrer, unsern Freund uns dir entgegen führen. Du giebst ihm unter seine Hand die Seelen als ein teures Pfand; laß keine ihn verlieren. Jefu, hilf du, beut die Hände, daß am Ende Hirt und Herde treu vor dir erfunden werde. 6. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn! Wir heißen dich sein und wissen nicht, wo aus noch ein, und finden weder Hilf noch Rat, ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zuſammen insgemein anrufen dich, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Not, 3. Und heben unser Aug und Herz zu dir in wahrer Heu und Schmerz und bitten um Begnadigung und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißest gnädiglich all denen, die drum bitten dich im Namen des Herrn Jesu Christ, der unser Seil und Mittler ist. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, und flagen dir all unsre not, weil wir jetzt stehn verlassen gar in großer Trübsal und Gefahr. Allgemeine Not. 291 6. Sich nicht an unsre 4. Jesu, der du Jesus Sünden groß, sprich uns davon in Gnaden los, steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei: 7. Auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freuden danken dir, gehorsam sein nach deinem Wort, dich allzeit preisen hier und dort. P. Eber, † 1569. Mel. Da Christus geboren ze. 419 Treuer Wächter Straf ist ihm bereit. ELO Israel, des sich freuct Leib und Seel, der du kennest alles Leid deiner armen Christenheit; o du Wächter, der du nicht schläfst noch schlummerst, zu uns richt jetzt dein hilfreich Angesicht! 2. Schau, wie große Not und Qual trifft dein Volk jetzt überall! Täglich wird der Trübsal mehr; hilf, ach hilf, schüß deine Ehr! Ach, wir Armen, wir vergehn, Trost wir nicht vor Augen schn, wo du nicht bei uns wirst stehn. heißt, als ein Jesus Hilfe leist! Hilf mit deiner starken Hand, Menschenhilf hat sich gewandt; eine Mauer uns bau, daß dem Feinde davor grau, er mit Zittern sie anschau. 1111 5. Höchster Hort, Immanuel, du Beschüßer meiner Seel, Gott mit uns in aller Not, Gott um uns und in uns Gott, Gott für uns zu aller Zeit! Trotz dem, der uns thut ein Leid; Gottes 3. Kläglich schreien wir zu dir, klopfen an die Gnaden thür, wir, die du mit höchstem Ruhm hast erkauft zum Eigentum. Dein Erbarmen hat kein End, deines Vaters Zorn abwend, der jetzt wie ein Feuer brennt. 6. Du, des Vaters starker Arm, komm und unser dich erbarm; laß jetzt schen deine Macht, drauf wir hoffen Tag und Nacht; aller Feinde Rotten trenn, daß dich alle Welt erkenn, aller Herren Herrn dich nenn. 7. Du bist ja der Held und Mann, der den Kriegen steuern kann, der da Spieß und Schwert zerbricht, der die Bogen macht zunicht, der die Wagen gar verbrennt, der der Menschen Herzen wendt, daß der Krieg gewinnt ein End. 8. O du wahrer Friedensfürst, der der Schlange Kopf zerknirscht und durch seinen Kreuzestod Frieden wiederbracht bei Gott, gieb uns Frieden gnädiglich! So wird dein Volk freuen sich und dich preisen ewiglich. 3. Qeermann, t 1617, 292 Lieder für besondere Verhältnisse. Mel. Herzlich thut mich verlangen ze. 420 n tiefen Ängsten schreien wir dich, Erbarmer, an, dich, der allein befreien, allein erhören kann. Hast du denn ganz verborgen dein Vaterangesicht? Kommt uns in finstern Krieg und Frieden. Sorgen nicht mehr ein Strahl 421 Verleih uns Frievon den Herr Gott, zu unsern Zeiten; es ist ja doch kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott, alleine. Luther,+ 1546, 2. Die Not von so viel Seiten beraubt uns aller Ruh; wir sehn dem Sturm der Zeiten mit bangem Herzen zu. Die Hilfe im Gedränge, wonach das Auge thränt, verzieht sich in die Länge und ist noch nicht ersehnt. mit Schmerzen uns tags gefoltert hat; erwachen wir, so beben wir vor der neuen Last. Wie qualvoll ist dies Leben! Herr, wir erliegen faſt! Kinder in Christo dennoch lieb! Gieb uns, daß wir dich ehren, den Sinn, der dir gefällt! Komm, fomm uns zu erhören, Erbarmer aller Welt! J. G. Schöner, † 1818. 3. Wir fallen, müd im Herzen, nachts auf die La: 422 Gottlob, nun ist was das edle Fried- und Freudenwort, daß nunmehr ruhen sollen die Spieß und Schwerter und ihr Mord! Wohlauf! und nimm nun wieder dein Saitenspiel hervor, o Deutschland, und sing Lieder im hohen vollen Chor; erhebe dein Gemüte zu deinem Gott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte bleibt dennoch ewiglich! 2. Sei tausendmal willkommen, du teure werte Friedensgab! Jetzt sehn wir, was für Frommen dein Beiunswohnen in sich hab. In dich hat Gott versenket all unser 4. Willst du noch länger schweigen zu unserm Kum merstand, nicht uns Verlaffnen zeigen die Allmacht deiner Hand? Laß endlich dich bewegen! Errett uns dir zum Ruhm! Kehr doch den Fluch in Segen, das Leid in Freuden um! 5. Verdienten wir als Sünder die Rut, ach, so vergieb; hab uns und unsre met. Nun lob, mein Seel, den Herren 2c. Krieg und Frieden. 293 unser Glück und Heil; wer Jahren der Waffen schweres dich betrübt und kränket, der drückt sich selbst den Pfeil des Herzleids in das Herze und löscht aus Unverstand die güldne Freuden: ferze mit seiner eignen Hand. Joch und frechen Grimm erfahren; jetzt rühmet unser Mund mit herzlicher Begier: Gottlob, wir sind in Ruh! Herr Gott, wir danken dir! 3. Ach, laß dich doch erwecken! Wach auf, wach auf, du harte Welt, eh, als das letzte Schrecken dich schnell und plötzlich überfällt. Wer aber Christum liebet, sei unerschrocknen Muts: der Friede, den er giebet, bedeutet alles Guts. Er will die Lehre geben: das Ende naht herzu, da sollt ihr bei Gott leben in Fried und ewger Ruh. p. Gerhardt, † 1676. 4. Herr Gott, dich loben wir, daß du uns zwar gestrafet, jedoch in deinem Zorn nicht gar hast weggeraffet. Es hat die Baterhand uns deine Gnadenthür jetzt wieder aufgethan; Herr Gott, wir danken dir! 423 Mel. Nun danket alle Gott zc. err Gott, dich wir preifen deine Güte, wir rühmen deine Macht herzlichem Gemüte; es steiget unser Lied bis an des Himmels Thür und tönt mit großen Schall: Herr Gott, 424 dich loben wir! 5. Herr Gott, wir danken dir und bitten, du wollst geben, daß wir auch künftig stets in guter Ruhe leben. Krön uns mit deinem Gut, erfülle für und für, o Vater, unsern Wunsch; Herr Gott, wir danken dir! Joh. Frand, † 1677. mit Mißwachs und Teurung. 2. Herr Gott, dich loben wir für deine großen Gnaden, daß du das Vaterland von Kriegeslast entladen, daß du uns blicken läßt des güldnen Friedens Zier; drum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir! 3. Herr Gott, dich loben wir, die wir in langen Mel. Jcsu hilf siegen du Fürste des Lebens zc. Chri 424 Christen erwarten in allerlei Fällen Jesum mit seiner allmächtigen Hand; mitten in Stürmen und tobenden Wellen sind sie gebauet auf felsiges Land. Wenn sie die Nächte der Trübsal bedecken, kann doch ihr Grauen sie wenig erschrecken. 2. Jauchzen die Feinde zur Rechten und Linken, drohet 294 Lieder für besondere Verhältnisse. drohet und hanet ihr blin- ja, du wirst selber den Himkendes Schwert, lassen doch mel noch haben; ei, warum Christen die Häupter nicht sagst du den Sorgen nicht sinken, denen sich Jesus im ab? Werde doch in dir recht Herzen verklärt. Wüten die ruhig und stille! Das ist des Feinde mit Schnauben und Vaters, des ewigen, Wille. Toben, schaun doch die Christen voll Trostes nach oben. 3. Geben die Felder den Samen nicht wieder, bringen die Gärten und Auen nichts ein, schlagen die Schloßen die Früchte darnieder, brennen die Berge von hitzigem Schein: kann doch ihr Herze den Frieden erhalten, weil es den Schöpfer in allem läßt walten. 7. Völlige Wonne, vers klärete Freude, himmlische Güter, undenkliches Heil werden dir dort auf der ewigen Weide unter den Menschen und Engeln zu teil, wenn einst in Herrlichkeit Christus wird kommen und zu sich sammeln die Herde der Frommen. 8. Seine allmächtigeStärke beweiset in den Ohnmächtigen mächtige Kraft; dann wird alleine sein Name gepreiset, wenn er den Zagenden Freudigkeit schafft. Dar um, o Jesu, gieb, daß ich dir traue, wenn ich die Hilfe nicht sichtbarlich schaue. Ch. L. Edeling, † 1742. 4. Viele verzehren in ängstlichen Sorgen Kräfte, Gesundheit und Kürze, der Zeit, da doch im Rate des Höchsten verborgen, wann und wo jedem sein Ende bereit. Sind es nicht alles unnötige Schmerzen, die ihr euch machet, ihr thörichten Herzen? 5. Zweifel und Schmerzen verderben die Frommen; Glauben und Hoffen bringt Ehre bei Gott; Seele, verlangst du zur Ruhe zu kommen, hoffe geduldig in Jammer und Not! Ob auch die göttliche Hilfe verborgen, traue dem Höchsten und meide die Sorgen! 6. Gutes und alle erbetenen Gaben folgen dir, bis man dich leget ins Grab, Ernte. Mel. O daß ich) tausend sc. 425 Gott, von dem wir alles ben, die Welt ist ein sehr großes Haus; du aber teis lest deine Gaben recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich: ach, lieber Gott, wer ist dir gleich? 2. Wer kann die Menschen alle zählen, die heut bet Ernte. 295 bei dir zu Tische gehn? Doch Mel. Zeuch mich, zeuch mich zc. darf die Notdurft keinem 426 Herr im Himmel, vorzustehn und schaffest, daß ein jedes Land sein Brot empfängt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet und end: lich auch die Frucht genießt. Der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, so das Land begießt, des Him mels Tau, der Sonne Strahl sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Menschen Speise, der Acker selbst wird ihm zu Brot, es mehret sich vielfältger Weise, was anfangs schien, als wär es tot, bis in der Ernte Jung und Alt erlanget sei: nen Unterhalt. 5. Nun, Herr, wer kanns genug bedenken? Der Wunder sind hier gar zu viel. So viel, als du, kann niemand schenken, und dein Er: barmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr be schert, als wir zusammen alle wert. 6. Wir wollen es auch nie vergessen, was uns dein Segen träget ein; ein jeder Vissen, den wir essen, soll deines Namens Denkmal sein, und Herz und Mund soll lebenslang für unsre Nahrung sagen Dank. C. Neumann, † 1715. den, Herrscher dieser ganzen Welt! Laß den Mund voll Lobes werden, da man dir zu Füßen fällt, für den rei: chen Erntesegen Dank und Opfer darzulegen. 2. Bater, du hast aus Erbarmen uns Unwürdige genährt. du hast Reichen, du hast Armen milder Gaben viel gewährt. Sei gelobt und hochgepriesen, daß du so viel Guts erwiesen. 3. Du hast Sonnenschein und Regen uns zu rechter Zeit geschickt, und so hat man allerwegen Auen voller Kornerblickt; Berg und Thälec, Tiefen, Höhen sahen wir im Segen stehen. 4. Ach, wer ist, der solche Güte dir genug verdanken kann? Nimm ein dankbares Gemüte für die große Wohlthat an! Alle Felder sollen schallen: du machst satt mit Wohlgefallen. 5. Lehr uns auch wohl anzuwenden, was uns deine Huld gewährt; nie zur Sünd es zu verschwenden, daß es nicht der Fluch verzehrt. Bleiben wir in alten Sünden, kann der Segen leicht verschwinden. 6. Schent uns auch zu friedne Herzen, Stolz und Geiz laß ferne sein; laß den Undank 296 Lieder jur besondere Verhältnisse. Undant nichts verscherzen, Schatz will sein, so nimmt streu das Samkorn wieder er andre Güter zum Heile ein, daß wir jetzt und künftig der Gemüter. haben, auch die Dürftigen zu laben. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Es geh nach seinem Willen, und läßt sich auch zum Mangel an, so weiß er ihn zu stillen. Osgleich das Feld nicht viel enthält, man kann bei wenig Gaben satt werden und sich laben. 7. Laß dein Wort auch Früchte bringen, daß man reichlich ernten kann, so wird man hier jährlich singen, wie du uns so wohl gethan. Gieb auch nach dem Thränensamen Freudenernt im Himmel. Amen. B. Schmold, † 1737. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Das Feld mag traurig stehen; wir gehn getrost auf seiner Bahn und wollen ihn erhöhen. Sein 427 Was Gott thut, Wort verschafft uns Lebenskraft, es nennt uns Gottes Erben; wie können wir verderben? das ist wohlgethan! So denken Gottes Kinder. Wenn man nicht reichlich ernten kann, liebt er uns doch nicht minder. Er zieht das Herz nur him melwärts, wenn er uns läßt auf Erden ein Ziel der Plagen werden. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan! So wollen wir stets schließen; ist gleich bei uns kein Kanaan, wo Milch und Honig fließen: er, unser Gott, weiß, was uns not, und wird es gern uns geben; kommt, laßt uns ihn erheben! B. Schmold, † 1737. Mel. Was Got thut, das ist wohl gethan! Es bleibt zc. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Im Nehmen und im Geben sind wir bei ihm stets wohl daran und könnenruhig leben. Er nimmt und giebt, weil er uns liebt, und seine Hände müssen wir stets in Demut küssen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er zeigt ehe man ihn ernten kann, muß sich die Hoffnung legen; weil er allein der Wetterlieder. Mel. Wo Gott der Herr nicht bei uns hält zc. Gott, der du 428 mit Wolken heißt sich decken, der du ingleichen kannst behend das Sonnenlicht erwecken, Wetterlieder. wecken, halt doch mit vielem Regen ein, und gieb uns daß unser Land sich freue. 2. Die Felder trauern weit und breit, die Früchte leiden Schaden, weil sie von vieler Feuchtigkeit und Nässe sind beladen; dein Segen, Herr, den du gezeigt uns Armen, sich zur Erde neigt und will fast gar verschwinden. 3. Das machet unsre Missethat und ganz verkehrtes Leben, so deinen Zorn entzündet hat, daß wir in Nöten schweben. Wir müssen zeigen unsre Schuld; weil wir die Buße nicht gewollt, so muß der Himmel weinen. 4. Doch denke wieder an die Treu, die du uns hast versprochen, und wohne uns in Gnaden bei, die wir dich kindlich suchen. Wie hält so hart sich diese Zeit dein Herz und sanfte Freundlich keit? Du bist ja unser Vater! 5. Gieb uns von deinem Himmelssaal dein klares Licht und Sonne, und laß uns wieder überall empfinden Freud und Wonne, daß alle Welt erkenne frei, daß außer dir kein Segen sei im Himmel und auf Erden. M. Schirmer, † 1678. 297 mel. Auf meinen lieben Gott zc. 429 in Wetter ſteiget mein Herz, zu Gott hinauf! Fall kindlich ihm zu Fuße durch wahre Reu und Buße, damit gleich deine Sünden durch Christi Tod entschwinden. fromm, zu dir ich gläubig 2. Herr, der du gut und komm, ich bitt um dein Erbarmen, sieh Christum in mir Armen; um dessenwillen schone, mir nicht nach Sünden lohne. Blut mach mir ein Herz 3. Durch Christi teures und Mut, das sich nicht knechtisch scheue, vielmehr auf deine Treue in allem Helfen baue. kindlich traue und auf dein 4. Ich will mit dem, was mein, dir ganz gelassen sein; dein Flügel wird uns decken, verjagen allen Schrecken, und lassen uns aus Gnaden das Wetter gar nicht schaden. 5. Wohlan! Verlaß uns nicht; bleib unsre Zuversicht, und laß dein Baierlieben auch jetzt an uns sich üben, so wolln wir, weil wir leben, dir Preis und Ehre geben. Aemilie Juliane, Gräfin p. Schwarzburg- Rudolstadt, † 1706. 298 Lieder für besondere Verhältnisse. Neise. Mel. O Welt ich muß dich lassen zc. 430 ne, zu mühen ch zieh in ferne einem Stande, zu dem mich Gott bestellt; sein Segen wird mich lassen, was gut und recht ist, fassen, zu dienen treulich seiner Welt. 2. Gott wird zu diesen Reisen gewünschten Fortgang weisen, wohl helfen hin und her; Gesundheit, Heil und Leben, Zeit, Wind und Wetter geben, und was in Demut ich begehr. 3. Sein Engel, der getreue, macht meine Feinde scheue, tritt zwischen mich und sie; durch seinen Schuß, den frommen, bin ich so weit gekommen, und weiß doch selber fast nicht wie. 4. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Echwachheit und N Krankheit. in Banden, und was mir mel. O Welt, ich muß dich lassen ze. stößt zu handen, so tröstet mich sein göttlich Wort. 5. Hat er es denn be- 431 h hab in guten schlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhäng: nis gehn; kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen: ich will mit Gott ihn überstehn. 6. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu # leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, Dafür laß ich ihn sorgen, er weiß allein die rechte Zeit. 7. Gefällt es seiner Güte, und sagt mir mein Gemüte nicht was Bergeblichs zu: so werd ich Gott noch preisen mit manchen schönen Weisen daheim in meiner stillen Ruh. 8. Indes wird er den Meinen mit Segen auch erscheinen, ihr Schuß wie meiner sein; wird beiderseits gewähren, was unser Wunsch und Zähren ihn bitten mögen insgemein. 9. So sei nun, Seele, seine und traue dem alleine, der dich erschaffen hat! Es gehe, wie es gehe, dein Bater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rat. P. Flemming, † 1640. 8 Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zehl; so will ich denn gelassen mich auch in Leiden fassen: welch Leben hat nicht seineQual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du Krankheit. 299 du gelinder, als es der viel der Mensch vermag, Mensch verdient. Sollt ich, das hab ich empfunden. beschwert mit Schulden, kein Wie gebrechlich ist die Kraft, zeitlich Weh erdulden, das wie verzagt der Glaube! doch zu meinem Besten Wenn der Herr nicht Hilfe dient? schafft, liegen wir im Staube. 2. Ach, wie könnt ich diese Nacht ohne dich bestehen? Ohne deine Huld und Macht müßt ich ganz vergehen. Trübe fällt der Abend ein, stille wirds auf Erden; doch in diesem Kämmerlein wirds so still nicht werden. 3. Jedes Auge thut sich zu, alles sucht den Schlummer; doch hier ist noch keine Ruh, denn es wacht der Kummer. O so komm und bleibe hier bei dem armen Kranken; liebster Jesu, schenke mir tröstliche Gedanken! 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben als den Herrn; dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Men schen bauen; du hilfft und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Not. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken, der Herr wird alles lenken, und was mir gut ist, wird geschehn. Chr. F. Gellert, † 1769. 4. Zeuch empor das matte Herz aus der finstern Höhle; salbe diesen Leib voll Schmerz mit dem Lebensöle! Herr, du kannst die Furcht und Pein in der Seele stillen. Laß mich ganz ergeben sein in des Vaters Willen! Mel. Schwing dich auf zu deinem Gott zc. err! Ein ganzer 5. Wenn ich diese ganze Nacht machen muß und weinen: Herr, du bists, der bei mir wacht, du wirst mir erscheinen. Du wirst in der Dunkelheit freundlich mit mir sprechen, sollte 432 vor mir nun überwunden. Ach, wie das Wort gebrechen. 13* 300 6. Wo ich auch gebettet bin, lieg ich dir in Händen; wo mein Auge siehet hin, wirds zu dir sich wenden. Mein Gebet bestärke du, laß es nicht ermatten; laß mich finden sanfte Ruh unter deinem Schatten. H. Puchta,+ 1858. Lieder für besondere Verhältniffe. Am Geburtstage. Mel. O Welt, ich muß dich lassen zc. ir dank ich für 433 Dir mein Leben, Gott, der du mirs gegeben, ich danke dir dafür. Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen, durch deine Güte bin ich hier. 2. Du, Herr, hast mich bereitet, mich väterlich geLeitet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage und wandtest auch die Plage zu meiner Seelen wahrem Glück. Herz nicht lenken, da wogst du schon mein Teil mir dar. ich Staub und Erde auf ewig glücklich werde, hast du schon ewig mein gedacht. 5. Für alle meine Sünden, Herr, ließest du mich finden in Christo Gnad und Huld. O Höchster, welch Erbarmen! Du nahmest an mich Armen und tilgtest alle meine Schuld. 4. Du fanntest schon mein Sehnen und zähltest meine Thränen, eh ich bereitet war: noch tonnt ich dich nicht denken, zu dir das 6. Daß du mich liebreich führest, mit deinem Geist regierest, dies, Vater, dank ich dir. Daß du mein Leben fristest, mit deiner Kraft mich rüstest, dies alles, Vater, dank ich dir. Ini Alter. 3. Ich bin nicht wert mel. Jeju, meines Lebens Leben 1. der Treue, der ich mich Leben mir frommt, wirst 7. Was noch in diesem du mir geben. Du giebsts, ich hoff auf dich. Ja Va= ter, ich befehle dir kindlich Leib und Seele; Herr, segne und behüte mich! Nach Chr. F. Gellert, † 1769. täglich freue, der Huld, 434 Höchster Helfer, ſei die Damit nicht ferne! Mein Beschirmer, steh mir bei, hilf mir, daß ich thu und lerne, was dein heilger Wille sei. Leite mich nach deiner Güte und erleuchte mein Gemüte; laß deine Vatertreu alle Morgen werden neu. mir Im Alter. 301 2. Halte mich, o mein Mel. O Welt, ich muß dich lassen zc. Erhalter! O mein Führer, weiche nicht; führe mich in Lebenskraft gebricht. Gieb, daß ich recht christlich lebe und stets nach dem Himmel strebe; hilf mir durch, wenn Qual und Schmerz bricht mein halb zerbrochnes Herz. 3. Stoß mich nicht von deiner Seiten, wenn sich Angst und Ohnmacht häuft, wenn die schwachen Tritte gleiten und man nach dem Stabe greift; fasse du mich bei dem Arme, o mein Heiland, und umarine mich auch in der letzten Not, bis erfolgt ein selger Tod. i 4. Herrscher über Tod und Leben, höchster Tröster, tritt herbei! Wenn ich soll den Geist aufgeben, so vernimm mein Angstgeschrei; wenn mein Auge wird er blinden und die Lebensgeister schwinden, o so sei du selbst mein Licht, daß ich seh dein Angesicht. 5. Meine Seele soll er heben dich, o Herr der Herr lichkeit, dort in jenem Freu denleben, wenn ich nach vollbrachtem Streit dir mein Danklied werde bringen und vor deinem Throne singen, daß du mich so wohl be dacht und zum Himmel haft gebracht. Bach. Hensel, † vor 1736. 435 Gott hat in meinen väterlich getragen von mei ner Jugend auf; ich fah auf meinen Wegen des Höchsten Huld und Segen: er lenkte meines Lebens Lauf. 2. Sein Weg war oft verborgen; doch wie der helle Morgen aus dunkeln Nächten bricht, so hab ich stets gespüret: der Weg, den Gott mich führet, bringt mich durchs finstre Thal zum Licht. 3. War Menschenhilf vergebens, so kam der Herr des Lebens und half und machte Bahn; wußt ich mir nicht 3u raten, so that große Thaten und nahm sich meiner mächtig an. Gott 4. Bis zu des Alters Tagen will ich dich heben, tragen und dein Erretter sein": dies hat mir Gott versprochen, der nie sein Wort gebrochen; ich werde sein mich ewig freun. 5. Er wird mir schwachem Alten, was er verheißen, halten; denn er ist fromm und treu. Bin ich gleich matt und müde, er giebt mir Trost und Friede und steht mit Mut und Kraft mir bei. Die letzten Dinge. 302 6. Noch wenig bange Stunden, dann hab ich über wunden: ich bin vom Ziel nicht weit. O welche große Freuden sind nach dem letzten Leiden vor Gottes Thron für mich bereit! 7. Ich harre froh und stille, bis meines Gottes Wille ich nach dem Kampfe krönt. An meiner Laufbahn Ende sink ich in Jesu Hände, der mich dem Vater hat versöhnt. 3. F. Feddersen, † 1788. XV. Die letzten Dinge. Ted. du mir mit deinem Tod er: worben. Sterbelieder. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich im 436 Wenn mein Stünd- Grab nicht bleiben; mein lein vorhanden ist, und ich soll fahrn mein Straße, geleit du mich, Herr Jesu Christ, mit Hilf mich nicht verlasse! Mein Seel an meinem letzten End befehl ich dir in deine Händ, du wollst sie mir bewahren! 2. Mein Sünde wird mich kränken sehr und mein Gehöchster Trost dein Auffahrt ist, kann Todesfurcht vertreiben; denn wo du bist, da komm ich hin, daß ich stets bei dir leb und bin; drum fahr ich hin mit Freuden. N. Hermann, † 1561. mel. Vater unser im Himmelreich zc. wiffen nagen; denn ihr ist 437 Herr Christe, wahviel, am doch will ich nicht verzagen; will denken in der letzten Not, Herr Jesu Christ, an deinen Tod, der wird mich wohl erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, des tröst ich mich von Herzen! Von dir ich ungeschieden bleib in Todesnot und Schmerzen; wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir: ein ewig Leben haft Gott, der du littst Marter, Angst und Spott, für mich am Kreuz auch endlich starbst und mir des Vaters Huld erwarbst: ich bitt durchs bittre Leiden dein, du wollst mir Sünder gnädig sein. 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnot und ringen werde mit dem Tod, wenn mir vergeht all mein Gesicht und meine Ohren hören nicht, Eterbelieder. 303 nicht, wenn meine Zunge mir nehmen in mein Reich; nicht mehr spricht und mir vor Angst mein Herz zer bricht; da soll er denn mit mir: zugleich in Freuden leben ewiglich. Dazu hilf uns ja gnädiglich! 3. Wenn mein Verstand sich nichts besinnt und mir all menschlich Hilf zerrinnt: so fomm, Herr Christe, mir behend zu Hilf an meinem letten End und führ mich aus dem Jammerthal, verkürz mir auch des Todes Qual! 4. Die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib, bis sich die Seel vom Leibe trennt; dann in nimm deine Händ! Der Leib hab in der Erde Ruh, bis naht der jüngste Tag herzu. 5. Ein fröhlich Auferstehn verleih, in dem Gericht mein Fürsprech sei, und meiner Sünd nicht mehr gedenk; aus Gnaden mir das Leben schent, wie du hast zugesaget mir in deinem Wort, das trau ich dir: 6. Fürwahr, fürwahr, euch sage ich, wer mein Wort hält und glaubt an mich, der wird nicht kommen ins Gericht, den Tod auch ewig schmecken nicht; und ob er gleich hie zeitlich stirbt, mit nichten er drum gar verdirbt. 7. Vielmehr will ich mit starker Hand ihn reißen aus des Todes Band und zu 8. Ach, Herr, vergieb all unsre Schuld; hilf, daß wir warten mit Geduld, bis: unser Stündlein kommit herbei; auch unser Glaub stets wacker sei, aufs Wort zu trauen festiglich, bis wir entschlafen seliglich. P. Eber,+ 1569. 438 h hab mein Sach Gott heimge stellt; er machs mit mir, wies ihm gefällt! Lang oder kurz sei meine Zeit, ich bin bereit zu allem, was mein Herr gebeut. 2. Mein Zeit und Stund ist, wann Gott will; ich schreib ihm vor nicht maß und Ziel; es sind gezählt: all Härlein mein, groß oder klein, fällt keines ohn den Willen sein. 3. Es ist allhier ein Jammerthal, Angst, Not und Trübsal überall; des Bleibens ist nur kurze Zeit, voll Müh und Leid, und wers bedenkt, ist stets im Streit. 4. Heut sind wir frisch, gesund und stark, schon morgen liegen wir im Sarg; heut blühn wir wie die Rosen rot, bald krank und tot; 304 Die letzten tot; ist allenthalben Müh und Not. 5. Man trägt eins nach dem andern hin; wohl aus den Augen, aus dem Sinn! Die Welt vergisset unser bald, jung oder alt, auch unsrer 439 Christus, der iſt Ehren mannigfalt. mein 6. Das macht die Sünd, du treuer Gott, dadurch kam uns der bittre Tod, der reißt dahin all Menschenkind, wie er sie findt, fragt nicht, von welchem Stand fie sind. 7. Doch ob mich schon mein Sünd anficht, dennoch will ich verzagen nicht; ich weiß, daß mein getreuer Gott für mich in Tod den eingen Sohn gegeben hat. 8. Dem leb und sterb ich allezeit, von ihm der Tod mich nimmer scheidt; oder sterb ich, bin ich sein; er ist allein der einge Trost und Helfer mein. leb 9. Das ist mein Trost zu aller Zeit, in aller Not und Traurigkeit; ich weiß, daß ich am jüngsten Tag ohn. alle Klag werd auferstehn aus meinem Grab. 10. Den lieben Gott von Angesicht werd ich dann schaun, dran zweifl ich nicht, in ewger Freud und Seligkeit, die mir bereit; ihm sei Lob. Preis in Ewigkeit! Dinge. einen selgen Tod; hilf, daß wir deinen Engeln gleich in deinem Reich mit dir dann leben allzugleich. Nach J. Leon, t um 1597. 11. Amen, mein lieber frommer Gott, bescher uns und Sterben mein Gewinn; dem hab ich mich ergeben, mit Fried fahr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, daß ich mög ju ihm kommen und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Not durch seine heilgen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, ich kaum mehr atmen kann und kann kein Wort mehr sprechen, nimm, Herr, mein Seufzen an. 5. Wenn Sinne und Ge danken zergehn als wie ein Licht, das hin und her muß wanken, wenn ihm die Flamm gebricht: 6. Alsdann fein fanft und stille laß mich, Herr, schlafen ein, wie es dein Rat und Wille, wenn kommt mein Stündelein. AP 7. Laß mich gleich einem Reben anhangen dir allzeit und ewig bei dir leben in Himmelswonn und Freud. Vor 1608. Sterbelieder. Mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. Creu dich sehr, o 440 und vergiß all Not und Qual, weil dich Christus nun, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal. der Trübsal, Angst und Leid sollst du fahren in die Freud, die kein Ohr hat je gehöret, die in Ewigkeit auch währet. Aus 2. Tag und Nacht hab ich gerufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Not. Wie sich sehnt ein Wandersmann nach dem Ende seiner Bahn, so hab ich gewünscht, mein Leben hin in Gottes Händ zu geben. 3. Denn gleich wie die Rosen stehen unter einer Dornenschar, also auch die Christen gehen stets in Ängsten und Gefahr. Wie die Meereswellen sind und der ungestüme Wind, also ist allhier auf Erden unser Lauf voll von Beschwerden. 305 5. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, der dit ewignicht ferne, weil dein lich aufgehst, sei du jetzt von Blut mich hat erlöst. Hilf, daß ich mit Fried und Frend mög hinfahren aus der Zeit; ach, sei du mir Licht und Straße, mich mit Beistand nicht verlasse! 6. Ob mir schon die AuGehör verschwindt, meine ob mir das zung nicht mehr kann sprechen, mein Verstand sich nichts besinnt, bist du doch mein Licht, mein Hort, Le pfort; du wirst felig mich ben, Weg und Himmels regieren und die Bahn zum regieren und die Bahn zum Himmel führen. 7. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Not und Qual, weil dich Christus nun, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal. Seine Freud und Herrlichkeit sollst du sehn in Ewigkeit, mit den Engeln jubilieren und auf ewig triumphieren. R. v. Warnberg, † vor 1620. 4. Wenn die Morgenröt aufgehet und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Kummer uns umſtehet, Müh 441 Herzlich thut mich sich findt an allem End; unsre Thränen sind das Brot, so wir essen früh und spat; wenn die Sonn aufhört zu scheinen, hört doch nicht auf Klag und Weinen. verlangen einem selgen End, weil ich hier bin umfangen mit Trübfal und Elend. Ich hab Lust abzuscheiden von dieser argen Welt, sehn mich nach ewgen Freuden; Die letzten Dinge. 306 Freuden; o Jesu, komm nur bald! 2. Du hast mich ja er: löset von Sünde, Tod und Höll; es hat dein Blut gekostet, drauf ich mein Hoffnung stell; warum sollt mir denn grauen vor Hölle, Tod und Sünd? Weil ich auf dich kann bauen, bin ich ein selig Kind. 3. Wenn gleich süß ist das Leben, der Tod sehr bitter mir, will ich mich doch ergeben, zu sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, da meine Seel fährt hin: des freu ich mich gar eben; Sterben ist mein Gewinn. 4. Der Leib zwar in der Erden zum Staube wieder kehrt, doch auferweckt wird werden durch Christum, schön verklärt, wird leuchten als die Sonne und leben ohne Not in ewger Freud und Wonne; was schadet mir der Tod? 5. Ob mich die Welt auch reizet, zu leben länger hier, und mir auch immer zeiget Ehr, Gut und all ihr Zier: doch ich das gar nicht achte, es währt nur kurze Zeit; nach Himmlischem ich trachte, das bleibt in Ewigkeit. 6. Wenn ich auch gleich nun scheide von meinen Freunden gut, für mich und sie zum Leide: doch tröstet meinen Mut, daß wir in größern Freuden zusammen kommen schon, wo nichts uns mehr wird scheiden, dort an des Himmels Thron. 7. Muß ich auch hinterlassen betrübte Waifelein, dern Not mich über Maßen jammert im Herzen mein, will ich doch gerne sterben und trauen meinem Gott; er läßt ſie nicht verderben, er hilft aus aller Not. 8. Gesegn euch Gott der Herre, ihr Vielgeliebten mein! Trauert nicht allzu sehre über bleibt im Glauben! Wir den Abschied mein! Beständig werdn in kurzer Zeit einander wieder schauen dort in der Ewigkeit. 9. Nun will ich mich ganz wenden zu dir, Herr Christ, allein; gieb mir ein selig Ende, send mir die Engel dein; führ mich ins ewge Leben, das du erwor ben hast, als du dich hingegeben für meine Sündenlast. 10. Hilf, daß ich ja nicht wanke von dir, Herr Jesu Christ; den schwachen Glauben stärke in mir zu aller Frist! Hilf ritterlich mir ringen, dein Hand mich halt mit Macht, daß ich mög fröhlich singen: Gottlob, es ist vollbracht! Chr. Knoll,+ 1621. Sterbelieder. 307 alet will ich dir Leiden! Versag mir nicht, was ich dich bitt: wenn meine Seel will scheiden, so nimm sie, Herr, in deine Händ!' s ist alles gut, wenn gut das End. 442 Vale geben, du arge falsche Welt; dein sündlich böses Leben durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen, hinauf steht mein Begier, da wird Gott herrlich lohnen dem, der ihm dient allhier. 2. Rat mir nach deinem Herzen, o Jesu, Gottes Sohn! Sollt ich ja dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Christ, davon; verkürz mir alles Leiden, stärk meinen blöden Mut, laß selig mich abscheiden, schenk mir dein ewig Gut. 3. In meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein funkelt all Zeit und Stunde; drauf kann ich fröhlich sein. Erschein mir in dem Bilde, zum Trost in meiner Not, wie du dich, Herr, so milde geblutet hast zu Tod. 4. Herr, meinen Namen schreibe ins Buch des Lebens ein; laß mich an deinem Leibe ein Glied mit jenen sein, die in dem Himmel grünen und vor dir leben frei: so will ich ewig rühmen, daß treu dein Herze ſei. V. Herberger, † 1627. 2. Gern will ich folgen, liebster Herr, du läßt mich nicht verderben; ach, du bist doch von mir nicht fern, ob ich gleich hie muß sterben und lassen meine lieben Freund, dies mit mir herzlich gut gemeint. sanft in der Erd, die Seel 3. Ruht doch der Leib sich zu dir schwinget, in deiner Hand sie unversehrt durch Tod ins Leben dringet. Hier ist doch nur ein Thränenthal, Angst, Not und Mühe überall. 4. Der Tod, die Hölle, Welt und Sünd mir können nichts mehr schaden; an dir, o Herr, ich Rettung find, ich tröst mich deiner Gnaden; dein einger Sohn aus Lieb und Huld für mich bezahlt hat alle Schuld. 5. Was sollt ich denn nun traurig sein, weil ich kann wohl bestehen, geschmückt mit Christi Unschuld rein zu meinem Gotte gehen? Gehab dich wohl, du schnöde Welt! Bei Gott zu leben 443 Machs mit mir, mir gefällt. Gott, nach deiner Güt, hilf mir in meinem 3. H. Schein,+ 1630. Die letzten Dinge. 308 Mel Herzlich thut mich verlangen ze. Gott 444 Fch hab ergeben, dem liebsten Vater mein; hier ist kein Immerleben, es muß geschieden sein. Der Tod kann mir nicht schaden, er ist nur mein Gewinn; in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud da hin. 2. Mein Weg geht jetzt vorüber; o Welt, was acht ich dein? Der Himmel ist mir lieber, da muß ich gehen ein und mich nicht mehr beladen, weil ich wegfertig bin; in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 3. Ach, selge Freud und Wonne hält mir der Herr bereit, da Christus ist die Sonne der ewgen Seligkeit. Was kann mir doch nun schaden, weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 4. Gesegn euch Gott, ihr Meinen, ihr Lichsten allzumal! Um mich sollt ihr nicht weinen, ich weiß von keiner Qual. Was Christus euch beschieden, laßt nicht aus eurem Sinn; in Gottes Gnad und Frieden fahrt dann auch ihr dahin. 3. Siegfried, † 1636. Mel. O Welt, ich muß dich lassen e. 445 Die Herrlichkeit der Erden muß Rauch und Asche werden, kein Fels, kein Erz bestehn. Was uns hier mag ergötzen, was wir für ewig schätzen, wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir unsterblich achten, ist nur ein falscher Wahn; sobald der Geist gewichen und dieser Mund erblichen, fragt keiner, was man hier gethan. 3. Es hilft nicht Kunst noch Wissen; wir werden hingerissen, der morgen, dieser heut. Was nützt der Güter Menge? Dem hier die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 4. Dies alles wird zerrinnen, was Müh und Fleiß gewinnen und saurerSchweiß erwirbt; was Menschen hier besitzen, kann vor dem Tod nicht schützen: dies alles stirbt uns, wenn man stirbt. 5. Ist eine Lust, ein Scherzen, die nicht ein heimlich Schmerzen mit Herzensangst vergällt? Was ists, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, die nicht in Hohn und Schmach verfällt? 6. Was pocht man auf die Throne, da keine Macht noch Krone kann unvergänglich Sterbelieder. 309 gänglich sein? Es mag vom ist ein elend Leben in dieser Totenreihen fein Scepter dich befreien, kein Purpur, Gold noch Edelstein. schnöden Zeit; dort wird ein bessfres geben Gott in der Ewigkeit. 7. Wir rechnen Jahr auf Jahre, indessen wird die Bahre uns vor die Thür gebracht; drauf müssen wir von hinnen und, eh wir uns besinnen, der Erde sagen gute Nacht. 8. Wach auf, Herz, und bedenke, daß dieser Zeit Geschenke den Augenblick nur dein; was du zuvor genossen, ist als ein Strom verflossen; was künftig, wessen wird es sein? Jumlar L 9. Trau nicht auf Men schenlehre, auf Weltgunst, den Herren an, der immer König bleibet, den keine Zeit vertreibet, der einzig ewig machen kann. 10. Wohl dem, der auf ihn trauet! Er hat recht fest gebauet, und ob er hier gleich fällt, wird er doch dort bestehen und nimmer mehr vergehen, weil ihn die Stärke selbst erhält. A. Gryphius, † 1664. Mel. Herzlich thut mich verlangen ze. 446 n Christo will ich sterben, wenns meinem Gott gefällt: hier ist nichts zu erwerben in dieser argen Welt. Es scheiden von dieser Erden2. Mit Christo will ich qual, der wird mich selber leiten durchs finstre Todesthal; drum laß ich mir nicht grauen vor diesem Augenblick: bald werd ich ewig schauen mein einzig wahres Glück. 3. Zu Christo will ich fahder wird mich wohl bewahren in das gelobte Land, ren in seiner starken Hand. Trotz sei dem Feind geboten, dort will ich seiner spotten daß er mich reiß heraus: im schönen Friedenshaus. 4. Bei Christo will ich bleiben in alle Ewigkeit und ohn Aufhören treiben sein Lob mit höchster Freud: mit Jauchzen und mit Singen will ich ihm dankbar sein; nun laß mirs, Herr, gelingen zu deinem Preis allein. P. Frant, † 1675. Mel. Herzlich thut mich verlangen zc. 447 bin ein Gast Ich auf Erden und hab hier keinen Stand; der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland. Hier muß ich Unruh haben, hier reis ich ab und zu, dort wird 310 Die letzten Dinge. alles hebt und leget, nach dems ihm wohlgefällt. Se wird mein Gott mich laben für und für erhält, auch in seiner ewgen Ruh. 12. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an, als Müh und Not ge-, wesen? So lang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. ir abde 3. So gings den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenns fehlt an gutem Nat. Sie zogen hin und wieder, ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod sie nieder legt in des Grabes Schoß. 4. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid; was will ich besser leben in dieser Zeitlichkeit? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten sein; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freude ein. 7. Zu dem steht mein Verlangen, da wollt ich gerne hin; die Welt bin ich durchgangen, daß ichs fast müde bin; je länger ich hier walle, je wenger find ich Freud, die meinem Geist gefalle; das meist ist Eitelkeit. 8. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel; ach, komm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn dein Herz will! Komm, mach ein selig Ende mit meiner Wanderschaft, und was mich kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft. 5. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt; ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt, da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird. 9. Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus; wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich dann hinaus, und was ich hier gebrauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so legt man mich ins Grab. 10. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du zeuchst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll, gleich als die helle Sonne, nächst andern leuchten soll. 6. Mein Heimat ist dort 11. Da will ich immer oben, da aller Engel Schar den großen Herrscher loben, der alles ganz und gar in seinen Händen träget und wohnen und nicht nur als ein Gast, bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast; da will ich herrlich singen Sterbelieder. 311 Ende gut! singen von deinem großen machs nur mit meinem Thun und, frei von schnöden Dingen, in meinem Erbteil ruhn. P. Gerhardt,+ 1676. 5. Ach, Herr, mach süße mir den Himmel und bitter mir die Lust der Welt; gieb, daß mir in dem Weltgetümmel die Ewigkeit sei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 448 Wer weiß, wie nahe mir mein Ende! Hin geht die Zeit, her kommt der Tod; ach, wie geschwinde und behende kann kommen meine Todes: not! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; dieweil ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Tods gefahr. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken und, wenn ich einmal sterben muß, die Seel in Jesu Tod versenken und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und sage frisch in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schickts mit mir! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: 6. Ach, Vater, deck all meine Sünde mit dem Verdienste Jesu zu, darauf ich mich festgläubig gründe, das giebt mir die ersehnte Ruh. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sei Leben oder Tod; ich leg die Hand in seine Seite und sage: o, mein Herr und Gott! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 8. Ich habe Jesum angezogen schon längst in meiner heilgen Tauf; du bist mir daher auch gewogen, hast mich zum Kind genommen auf. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 9. Ich habe Jesu Leib gegessen, ich hab sein Blut getrunken hier; nun kannst du meiner nicht vergessen; ich bleib in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt durch 312 Die letzten Dinge. durch Christi Blut: machs 3. Jugend, die den Ro nur mit meinem Ende gut! sen gleicht, die verbleicht; 10. So komm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt; ich bin und bleib in deinen Sorgen, mit Jesu Gnaden schön geschmückt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! ihre Schönheit muß verschwinden; es vergeht durch Todesmacht alle Pracht, die wir an den Menschen finden. Unser Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! 11. Ich leb indes in dir vergnüget und sterb ohn alle Kümmernis; mir gniget, wie mein Gott es füget; ich glaub und bin es ganz gewiß: durch deine Gnad und Christi Blut machst dus mit meinem Ende güt! 4. Menschen sind der Zeiten Spiel und ein Ziel, drauf die Todespfeile flie gen; die wie schlanke Cedern sen durch den Tod erliegen. stehn, groß und schön, müss Unser Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! Aemilie Juliane, Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt,+1706. 449 Ach, was ist doch unfre Zeit? Flüchtigkeit, Nebel, Rauch und Wind und Schatten; Menschen können nicht bestehn; sie vergehn wie die Blumen auf den Matten. Unser Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! 5. Ach, der Tod ist dir gewiß; drum vergiß alles Eitle dieser Erden; lenke dich zur Ewigkeit jederzeit, willst du dort unsterblich werden. Unser Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! 6. Schwinge dein Ge müt und Herz himmelwärts, wo nicht Tod, nicht Not, nicht Leiden; denk an das, was ewig ist, lieber Christ, soll dich einst der Himmel weiden. Unser Le ben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! Sal. Frand, † 1725. 2. Menschen sind zerbrechlich Glas, nichtig Gras, Blumen, die nicht lange stehen; ach), wie bald wird ihre Kraft hingerafft, wenn die Todeslüfte wehen. Unser Leben 450 Mein Leben ist fleucht denke doch das Ende! stand; ich reise nach dem Vaterland, dur Mel. O Gott, der du ein Heerfürst 2c. Sterbelieder. 313 Vaterland, nach dem Jeru- Geduld Beständigkeit; vor salem dort oben, wo eine ewge Ruhestatt Gott selber mir gegründet hat; da werd ich ohne End ihn loben. Mein Leben ist ein Bilgrimstand; ich reise nach dem Vaterland. Straucheln meinen Fuß beschütze. Ich falle stündlich, hilf mir auf und richte zu dir meinen Lauf; sei mir ein Schirm in Trübfalshitze; laß deinen milden Gnadenschein in Finsternis nie ferne sein. 2. Wie Schatten vor der Sonne fliehn, so flieht mein Leben schnell dahin, und was vorbei ist, kommt nicht wie: der; ich eile zu der Ewigkeit; Herr Jesu, mach mich nur bereit und öffne meine Augenlider, daß ich, was zeitlich ist, veracht und nur nach dem, was ewig, tracht. 3. Der Sonne Glanz mir oft gebricht, der Sonne, die ihr Gnadenlicht in unverfälschte Herzen strahlet. Wind, Regen stürmen auf mich zu, mein matter Geist findt nirgends Ruh; doch alle Müh ist schon bezahlet, wenn ich die güldne Himmelsthür mir stell im festen Glauben für. 4. Du treuer Hüter, Jesu Christ, der du ein Bilgrim worden bist, da du mein Fleisch haft angenommen, zeig mir im Worte deine Tritt, laß mich bei einem jeden Schritt zu deinem Heil stets näher kommen. Mein Leben fleucht; ach, eile du, und fleuch mit Gnad und Hilf herzu. 5. Durch deinen Geist mich heilig leit, gieb in 6. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll, vor Durst nach dir verschmachten will, so laß mich dich zum Labsal finden; und schließ ich meine Augen zu, so bring mich zu der Siegesruh, wo Streit und alle Müh verschwinden, und wo ich kann, von Sünden rein, dein Freund und Hausgenosse sein. 7. Bin ich denn hier, im fremden Land, der blinden Welt gleich unbekannt: dort sind die Freunde, die mich kennen; dort werd ich mit der Himmelsschar dir jauchzend dienen immerdar und in der reinsten Liebe brennen. Mein Heiland, komm, ach, bleib nicht lang! Hier in der Fremde wird mir bang. F. A. Lampe, † 1729. met. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende 2c. 451 ch sterbe täglich, ben cilt immerfort zum Grabe hin. Wer kann mir einen Bürgen geben, ob ich 14 noch 314 Die letzten Dinge. noch morgen lebend bin? dich und lasse der Verlaffnen Die Zeit geht hin, der Tod Schrein durch deinen Trost kommt erhörlich sein. er: ach, wer nur immer fertig wär! 2. Es schickt der Tod nicht immer Boten; er kommet oft unangemeldt und fordert uns ins Reich der Toten; wohl dem, der Haus und Herz bestellt! Denn ewig Unglück oder Glück hängt nur an einem Augenblick. 7. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf; verkürze mir des Todes Schmerzen und hole mich zu dir hinauf; so wird mein Abschied keine Pein, zwar eilig, dennoch selig sein. B. Schmold, † 1737. 3. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in Mel. Wer nur den lieben Gott zc. deiner Hand. Wie lange du 452 Mein Gott, ich) weiß wohl, mir Frist willst geben, das ist und bleibt mir unbekannt; hilf, daß ich jeden Glockenschlag an meinen Abschied denken mag. 4. Es kann vor Abend anders werden, als es am Morgen mit mir war; den einen Fuß hab ich auf Erden, den andern auf der Toten bahr; ein kleiner Schritt ist nur dahin, wo ich der Würmer Speise bin. 5. Ein einzger Schlag kann alles enden und Fall und Tod beisammen sein; doch schlage nur mit Vaterhänden und schließ in Christi Tod mich ein, daß, wenn der Leib zu Boden fällt, die Seel an Jesu Kreuz sich hält. 6. Kann ich die Meinen nicht mehr segnen, so segne du sie mehr als ich; wenn lauter Thränen um mich regnen, o Tröster, so erbarme daß ich sterbe; ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches Erbe, das unveränderlich besteht; drum zeige mir in Gnaden an, wie ich recht selig sterben kann. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe, kein Augenblick geht sicher hin; wie bald zerbricht doch eine Scherbe! Wie kann die Blume schnell verblühn! Drum mache mich nur stets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, dieweil der Tod viel Wege hält; dem einen wird das Scheiden herbe, ein andrer sanft in Schlummer fällt. Doch wie du willst; gieb nur dabei, daß mir mein Ende selig sei. Sterbelieder. 315 3. Nun, es scheiden oder bleiben unsre Lieben oder wir: Jesu, dir uns einverleiben, das sei unsre Sorge hier! Selig, wer entschläft in Frieden, selig wir, die noch nicht tot! Sind die Leiber auch geschieden, sind die Geister doch in Gott. 4. Heil und Wahrheit, Kraft und Stärke giebt Jehovah mehr und mehr. Alle seine Weg und Werke sind voll Herrlichkeit und Ehr. Singet ihm, ihr Gotteskinder, der uns liebt am Krenzesstamm! Bringet Ruhm, ihr Überwinder, Gott, dem Vater, und dem Lamm! Ph. H. Weissensee,+ 1767. Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. keiner ſtirbt ihm ſelber hier; 454 Meine Lebenszeit was was sterben, kommt, o Herr, allein von dir. Du mußt helfen, tragen, heben, du bist unser bestes Teil, bleibst im Tode, bleibst im Leben unser Trost und unser Heil. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welche Erde mich einst deckt; doch wenn ich nur den Trost erwerbe, daß mich dein Ruf zum Leben weckt, so nehm ich jede Stelle ein; die Erd ist allenthalben dein. 5. Nun, liebster Gott, wenn ich einst sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir, auf daß ich dort mit Christo erbe; hab ich nur den im Glauben hier, so gilt mirs gleich und geht mir wohl, wann, wo und wie ich sterben soll. B. Schmold, † 1737. Mel. O du Liebe meiner Liebe zc. 453 Unser feiner lebt ihm selber, 2. Glauben, schauen, leben, sterben, gilt mit dir uns alles gleich; wenn wir nur mit Christo erben, macht der Tod uns ewig reich. Dann erst fängt des Christen Leben und das rechte Wohl fein an, wenn er sich zu dir erheben und dein Äntliß schauen kann. stündlich eil ich zu dem Grabe, und wie wenig ists vielleicht, daß ich noch zu leben habe! Denk, o Mensch, an deinen Tod, säume nicht; denn eins ist not. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben! Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, nur ein ruhiges Gewissen, Die letzten Dinge. 316 Gewissen, das vor Gott dir Zeugnis giebt, wird dir dei nen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, giebt im Tode Freudigkeit. 4. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott und bet und wache; sorge nicht, wie früh du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht scheun, lern auch seiner dich erfreun. 5. überwind ihn durch Vertraun, sprich: ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd ihn schaun; denn er weckt mich aus dem Staube; er, der rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 6. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich stets bedenken; lehre du mich jeden Tag, daß ich weiser werden mag. Chr. F. Gellert, † 1769. Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrtum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk in Glück und Not im Herzen oft an meinen Tod; der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub, und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut, und unsres Lebens kleinster Teil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vor Gericht; da bringt Gott alles an das Licht und macht, was hier verborgen war, den Rat des Herzens, offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, so sei doch wacker und bereit, prüf deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt und sich vom Bösen kehrt, ein gläubig Herz, von Lieb erfüllt, dies ist es, was vor Gott nur gilt. Mel. Erhalt uns, Herr, bei zc. lebt 455 Wie der Mensch, jedem Tag vor dir mein 8. Gieb, ich mit Herz erforschen mag, ob Liebe, Demut, Fried und Treu die Frucht des Geistes in mir sei: 9. Daß ich zu dir um Gnade fleh, stets meiner Schwachheit widersteh und einstens in des Glaubens Macht Sterbelieder. Macht mit Freuden ruf: es ist vollbracht. Chr. F. Gellert, † 1769. Mel. Herzlich thut mich verlangen ze. 456 Die auf der Erde wallen, die Sterblichen, sind Staub; sie blühen auf und fallen, des Todes fichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft; doch jede, jede Stunde bringt näher uns der Gruft. 2. Getrost gehn Gottes Kinder die öde dunkle Bahn, zu der verstockte Sünder verzweiflungsvoll sich nahn, wo selbst der freche Spötter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, Gott, ſeinem Retter, erzittert und verzagt. 3. Wenn diese Bahn zu gehen, dein Will einst mir gebeut, wenn nahe vor mir stehen Gericht und Ewigkeit, wenn meine Kräfte beben und schon das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, o dann verlaß mich nicht! 4. Hilf, Todesüberwinder, hilf mir in dieser Angst, der du zum Heil der Sünder selbst mit dem Tode rangst; und wenn des Kampfes Ende gewaltiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du erlöset hast. 317 5. Des Himmels Wonn und Freuden ermißt kein sterblich Herz; o Trost für kurze Leiden, für kurzen Todesschmerz! Dem Todesüberwinder sei ewig Preis und Dank; Preis ihm, der für uns Sünder den Kelch des Todes trank! 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Himmel weihn, die aufgelöst zu werden mit heilger Furcht sich freun! Bereit, es Gott zu geben, wenn er, ihr Herr, gebeut, gehn sie getrost durchs Leben, hin zur Unsterblichkeit. G. Bened. Fund, † 1814. mel. Christus, der ist mein Leben 2c. 457 h weiß, an wen daß mein Heiland lebt, der aus dem Todesstaube den Geist zu sich erhebt. 2. Ich weiß, an wem ich hange, wenn alles wankt und weicht, der, wenn dem Herzen bange, die Retterhand mir reicht. 3. Ich weiß, wenn ich vertraue, und, wenn mein Auge bricht, daß ich ihn ewig schaue, ihn selbst von Angesicht. 4. Er trocknet alle Thränen so tröstend und so mild, und mein unendlich Sehnen wird nur durch ihn gestillt. 318 Die letzten Dinge. 5. Ich weiß, beim Aufer schaut, die Sonne geht zur stehen, wenn ich verkläret Ruh, kommt doch morgen bin, werd ich mit Jesu wieder. H. Alberti, † 1651. gehen durch Ewigkeiten hin. Vers 1-4 von A. H. Niemeyer, + 1828. Ver35 von A Knapp, † 1864. Begräbnislieder. Mel. Schwing dich auf zu zc. 458 Ginen guten Kampf hab ich auf der Welt gekämpfet; denn Gott hat mir gnädiglich all mein Leid gedämpfet, daß ich meines Lebens Lauf seliglich vollendet und die Seele him melauf Christo zugesendet. 2. Forthin ist mir beige legt der Gerechten Krone, die mir wahre Freud erregt vor des Himmels Throne; forthin meines Lebens Licht, dem ich hier vertrauet; mei nes Gottes Angesicht meine Seele schauet. 3. Diese gar verderbte Welt ist, was meinem Leben nunmehr gänzlich nicht gefällt; drum ich mich ergeben mei nem Jesu, da ich bin jetzt in lauter Freuden; denn sein Tod ist mein Gewinn, mein Verdienst sein Leiden. 4. Gute Nacht, ihr meine Freund, ihr, o meine Lieben! Alle, die ihr um mich weint, laßt euch nicht betrüben die sen Schritt, den ich nun thu in die Erde nieder; 459 Ruhet wohl, ihr Totenbeine, in der stillen Einsamkeit! Ruhet, bis das End erscheine, da der Herr euch zu der Freud rufen wird aus euren Grüften zu den freien Himmelslüften. 2. Nur getrost, ihr werdet leben, weil das Leben, euer Hort, die Verheißung hat gegeben durch sein teuer wertes Wort: die in seinem Namen sterben, sollen nicht im Tod verderben. Grabe bleiben, der ein Tem3. Und wie sollt im pel Gottes war, den der Herr ließ einverleiben seiner auserwählten Schar, die er selbst mit seinem Sterben hat gemacht zu Himmelserben? 4. Nein, die kann der Tod nicht halten, die des Herren Glieder sind. Muß der Leib im Grab erkalten, da man nichts als Asche findt: wenn des Herren Hauch drein bläset, grünet neu, was hier verweset. 5. Jesus wird, wie er erstanden, auch die Seinen einst mit Macht führen aus des Todes Banden, führen aus des Grabes Nacht zu dem Begräbnislieder. 319 dem ewgen Himmelsfrieden, so herbe. Rüste mich dazu, den er seinem Volk beschieden. 6. Ruhet wohl, ihr Totenbeine, in des Grabes Dunkelheit! Ruhet, bis der Herr erscheine an dem Ende die ser Zeit! Da sollt ihr mit neuem Leben herrlich ihm entgegen schweben. F. C. Hiller, t 1726. Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. 460 Sete eute mir und hört man die Glocken klingen, wenn wir die Verstorbnen hier auf den Todesacter bringen. Aus den Gräbern rufts herfür: heute mir und morgen dir! 2. Heute rot und mor: gen tot! Unser Leben eilt auf Flügeln, und wir habens täglich not, daß wir uns an andern spiegeln; wie bald ruft des Herrn Gebot: heute rot und morgen tot! 3. Mensch, es ist der alte Bund, und der Tod zählt feine Jahre; bist du heute noch gesund, denk an deine Totenbahre; jedem kommt die letzte Stund: Mensch, das ist der alte Bund. mein Gott! Ach, wer weiß, wie nah mein Tod! Mel. Der lieben Sonne Licht und zc. morgen bir! So 461 Die Christen gehn von Ort zu Ort durch mannigfaltgen Jammer, und kommen in den Friedensport und ruhn in ihrer Kammer. Gott nimmt sie nach dem Lauf in seinen forn wird in sein Beet auf Armen auf; das WeizenHoffnung reicher Frucht gesät. 2. Wie seid ihr doch so wohl gereist! Gelobt sein eure Schritte, du allbereits befreiter Geist, du jetzt verlaßne Hütte! Du, Seele, bist beim Herrn, dir glänzt der Morgenstern; euch Glieder deckt mit sanfter Ruh der Liebe stiller Schatten zu. 4. Ach, wer weiß, wie nah mein Tod! Ich will sterben, eh ich sterbe; so wird mir die letzte Not, wenn sie kommt, doch nicht 5. Selig, wer in Christo stirbt! denn ihm wird der Tod zum Leben; wer das Leben hier erwirbt, dem nur wird es dort gegeben. Wer nicht lebet, der verdirbt; selig, wer in Christo stirbt! B. Schmold,+ 1737. 3. Wir freun uns in Gelassenheit der großen Offenbarung; indessen bleibt das Bilgerkleid in heiliger Verwahrung. Wie ist das Glück so groß: in Jesu Arm und Schoß! Die Liebe führ Die letzten Dinge. 320 führ uns gleiche Bahn, so tief hinab, so hoch hinan. N. L. Graf v. 3inzendorf,+ 1760. Mel. Jesu komm doch selbst zu mir zc. 462 Aller Gläubgen Sammelplatz ist da, wo ihr Herz und Schatz, wo ihr Heiland Jesus Christ und ihr Leben hier schon ist. 2. Eins geht da, das andre dort in die ewge Heimat fort, ungefragt, ob die und der uns nicht hier noch nützlich wär. 3. Doch der Herr kann nichts versehn; und wenn es nun doch geschehn, hat man nichts dabei zu thun, als zu schweigen und zu ruhn. 4. Manches Herz, das nicht mehr da, geht uns freilich innig nah; doch, o Liebe, wir sind dein, und du willst uns alles sein. er wird, wenn Christus einst erscheint, mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist, lern hier, was unser Leben ist. Nach Sorge, Furcht und mancher Not kommt endlich noch zuletzt der Tod. 4. Schnell schwindet unsre Lebenszeit; auf Sterben folgt die Ewigkeit. Wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichtum, Ehr und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; so währt auch Kreuz und Traurigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. Nach N. L. Graf v. Zinzendorf, + 1760, und Chr. Gregor,+1801. 6. sichrer Mensch, besinne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich. In allem, was du denkst und thust, bedenke, daß du sterben ußt. 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, soll jeder zu dem Vater flehn: ich bitt, o Gott, durch Christi Blut, Mel. Nun laßt uns den Leib zc. 463 Nun bringen wir machs einst mit meinem Ende gut! den Leib zur Ruh und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Erde werden muß. 8. Laßt alle Sünden uns bereun, vor unserm Gott uns kindlich scheun. Wir sind hier immer in Gefahr; nehm jeder seine Seele wahr! 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub, nicht im- 9. Wenn unser Lauf vollmer der Verwesung Raub; endet ist, so sei uns nah, Herr Begräbnislieder. Herr Jesu Christ! Mach uns das Sterben zum Ge: winn; zieh unsre Seelen zu dir hin! 10. Und wenn du einst, du Lebensfürst, die Gräber mächtig öffnen wirst, dann laß uns fröhlich auferstehn und dort dein Antlik ewig sehn! Ehrenf. Liebich, † 1780. 464 Auferstehn, ja, auferstehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh! Unsterblichs Leben wird, der dich schuf, dir geben! Hallelujah! 2. Wieder aufzublühn, werd ich gesät! Der Herr der Ernte geht und sammelt Garben uns ein, uns ein, die starben! 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag! du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe genug ge schlummert habe, erweckst du mich! 4. Wie den Träumenden wirds dann uns sein; mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden! Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann, lebt ich im Heiligtume zu deines Namens Ruhme. Hallelujah! F. G. Klopstod, † 1803. 321 Mel. Jefus, meine Zuversicht sc. 465 Geht nun hin und Grab, denn ich bin des Wanderns müde; von der Erde scheid ich ab, denn mir ruft des Himmels Friede, denn mir ruft die füße Ruh von den Engeln droben 31. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab; meinen Lauf hab ich vollendet, lege nun den Wanderstab hin, wo alles Irdsche endet; lege selbst mich nun hinein in das Bette sonder Bein. 3. Was soll ich hienieden noch in dem dunkeln Thale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch wir auch stellen unsre Sachen, muß es doch wie Sand zergehn, wenn die Winde drüber wehn. Deine wohl, laß mich nun in 4. Darum, Erde, fahre Hoffnung, ach, ist hohl, deine Frieden scheiden! Freuden selber Leiden, deine Schönheit Unbestand, eitel Wahn und Trug und Tand. 5. Darum lezte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne, fahret wohl mit eurer Pracht! Denn ich reis in weite Ferne, reise hin zu jenem Glanz, worin ihr verschwindet ganz. 6. Die ihr nun in Trauern geht, fahret wohl, ihr lieben Freunde; 322 Die letzten Dinge. Freunde; was von oben niederweht, tröstet ja des Herrn Gemeinde; weint nicht ob dem eitlen Schein, droben nur kann ewig sein. 7. Weinet nicht, daß ich nun will von der Welt den Abschied nehmen, daß ich aus dem Irrtum will, aus dem Schatten, aus dem Schemen, aus dem Eiteln, aus dem Nichts hin ins Land des ewgen Lichts. 8. Weinet nicht! Mein füßes Heil, meinen Heiland hab ich funden, und ich habe auch mein Teil in den warmenHerzenswunden, woraus einst sein heilges Blut floß der ganzen Welt zu gut. 9. Weint nicht, mein Erlöser lebt! Hoch vom finstern Erdenstaube hell empor die Hoffnung schwebt, und der Himmelsheld, der Glaube, und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! E. M. Arndt, † 1860. Mel. Ich hab mein Sach zc. a. 466 Wohlauf, wohlan, zum letzten Gang! Kurz ist der Weg, die Ruh ist lang. Gott führet ein, Gott führet aus: wohlan, hinaus! Kein Blei ben ist im Erdenhaus. 2. Du Herberg in der Wanderzeit, gehab dich wohl und laß dein Leid! Schleuß nur getrost die Pforte zu! Was trauerst du? Dein Geist geht hin zur ewgen Ruh. 3. Tragt ihn fein sanft ins Schlafgemach, ihr Lieben, folgt ihm segnend nach! Hab gute Nacht! Der Tag war schwül im Erdgewühl: hab gute Nacht, die Nacht ist kühl. 4. Ein Festschmuck ist des Sarges Tuch, ein Siegeszug der Leichenzug. Triumph, der Herr macht gute Bahn: sein Kreuz voran, das winkt und deutet himmelan. 5. Jhr Glocken, tönt hochfestlich drein und läutet hell den Sabbat ein, der nach des Werktags kurzer Frist durch Jesum Christ für Gottes Volk vorhanden ist. b. 6. O selig, wer das Heil erwirbt, daß er im Herrn, in Christo stirbt! Oselig, wer, vom Laufe matt, die Gottesstadt, die droben ist, gefunden hat! 7. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst so viel, und eins ist not! Die Welt beut ihre Güter feil; denk an dein Heil, und wähl in Gott das beste Teil. Begräbnislieder. 8. Was sorgst du bis zum letzten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Lust und Schmerz; schau himmelwärts! Da, wo dein Schatz ist, sei dein Herz. 9. Mit Gott bestell dein Haus bei Zeit, eh dich der Tod an Tote reiht; sie rufen: gestern wars an mir, heut ists an dir! Hier ist kein Stand, kein Bleiben hier. 10. Vom Freudenmahl zum Wanderstab, aus Wieg und Bett in Sarg und Grab! Wann, wie und wo, ist Gott bewußt. Schlag an die Brust! Du mußt von dannen, Mensch, du mußt! 11. Da ist kein Siß zu reich, zu arm, kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm, da blüht zu schön kein Wangenrot; im Finstern droht der Tod und überall der Tod. 323 14. Wohl dem, der, Herr, mit dir vertraut, schon hier die ewgen Hütten baut! Er sieht das Kleinod in der Fern und kämpfet gern und harrt der Zukunft seines Herrn. 15. Nun, Thor des Frie dens, öffne dich! Hinein!- hier schließt die Wallfahrt sich. Ihr Schlummernden im Friedensreich, gönnt allzugleich auch ihm( ihr) ein Räumlein neben euch. 16. Viel Gräber sind an diesem Ort, viel Wohnungen im Himmel dort; bereitet ist die Stätte schon am Gnadenthron, bereitet ihm ( ihr) durch Gottes Sohn. 17. Sein ist das Reich mit Allgewalt; er zeugt und spricht: Ich komme bald! Ja, tomm, Herr Jesu, führ uns ein! Wir harren dein; Amen, dein laß uns ewig sein! Chr. Fr. H. Sachse, † 1860. 12. Ach, banges Herz im Leichenthal, wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? Du bist es, Jesu, der mit Macht aus Gräbernacht das Leben hat ans Licht gebracht. Beim Tode von Eltern. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt ze. 13. Dein Trostwort klingt 467 Bater, hier im Erdenschoße so hoch und hehr:„ Wer an mich glaubt, stirbt nimmermehr!" Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, dein Himmelgehn läßt uns den Himmel offen sehn. ruhst du lange nun forthin; bald wird auch mit grünem Moose sich dein stilles Grab umziehn; Stürme werden drüber fliegen, Schnee auf deinem Bette liegen. 14* Die letzten Dinge. 324 2. Doch in unsern treuen Herzen wird dein Geist, dein Bild, dein Wort unter tiefen Liebesschmerzen unvergäng: lich leben fort, wie du liebend uns umfangen und in Frieden hingegangen. 3. Dwie heilig ist dies Bette, wo der Herr dich hingelegt! Owie teuer diese Stätte, die nun dein Gebeine hegt, das im ewgen Osterwehen himmlisch flar soll auferstehen! 4. Schlafe wohl, o Vater, schlafe deiner Wallfahrt Leiden ans, bis der Hirte seine Schafe sammelt in des Vaters Haus! Sanft sei dir der letzte Schlummer, dein Erwachen ohne Kummer! 5. Jesus Christus, Herr der Toten! der du nichts von dem verlierst, was dein Vater dir geboten, daß dus zur Vollendung führst: dieses Vaters Geist und Ende legen wir in deine Hände! 6. Komm, in unser Herz zu geben deiner Wahrheit hellen Schein, daß, wenn sich die Toten heben, unser Vater ohne Bein spreche bei des Herrn Erscheinen: ,, Eieh, hier bin ich und die Meinen!" A. Knapp,+ 1864. Mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. 468 Gingefargt um letten Schlummer, blaß, in weißem ( schwarzem) Sterbekleid, ohne Schmerzen, ohne Kummer, seh ich dich mit ſtillem Leid, vielgetreue Mutter du! Jeho trägt man dich zur Ruh: schlummre süß im kühlen Grunde bis zur Auf erstehungsstunde! 2. Ange, das mit Lieb und Schnen oft die Seinen angeblickt, segnend, mit viel tausend Thränen haben wir dich zugedeckt. Nie auf dieser Erde mehr blickst du zärtlich auf uns her; doch zu Wiedersehens Grüßen wirst du heller dich erschließen. 3. Hand, die treulich uns geleitet, die uns nichts als Liebe gab, Freud und Trost um uns verbreitet, ruhe nun im stillen Grab! Unermüdet war dein Fleiß, und dein Tagewerk war heiß. Wenn die Toten auf erstehen, wird in dir die Palme wehen. 4. Edler Mund, zum Reinen, Großen, und zu Lieb und mildem Wort freundlich, lieblich aufgeschlossen, nimmer tönest du hinfort; aber was die Lippe sprach, tönt in unserm Herzen nach, bis du, wenn die Gräber springen, Gott wirst Hallelujah singen. 5. Herz, das ohne Falsch geschlagen, das in Liebe nie geruht, das uns sterbend noch Beim Tode von Chegatten. 325 3. Die Krone fiel von deinem Haupte, der Baum starb, so dir Schatten gab; die Sonne, die kein Nebel raubte, geht unter und sinkt in ihr Grab. O welch ein Schmerz, welch eine Nacht, in welche dich der Tod ge= bracht! 4. Die armen Waisen stehn verlassen, wie Schäflein, wenn der Hirte fehlt; ihr Herze weiß sich nicht zu fassen, indem es sieht, was deines quält; ihr fragend Wort, ihr Schmerzensblick ruft dir, was du verlorst, zurück. 5. So weine nur, betrübtes Herze, und klage Gott dein schweres Leid; er ist auch in dem größten Schmerze mit seiner Hilf und 469 Betrübtes Herze, Trost bereit; er ists, der, was dich jetzt erfüllt, er ists, der deinen Jammer stillt. sei zufrieden, ob dich schon schwerer Kummer plagt; der Himmel bleibt dir doch beschieden, den dir dein Jesus zugesagt; kein Kummer, keine Not und Bein kann dir, mein Herz, im Wege sein. 6. Drum halte ein mit deinen Thränen, versinke nicht in ihrem Meer; es bringt kein Klagen und kein Sehnen dir, was du wünschest, wieder her; doch wirst du, glaub, es wird geschehn, einst, den du liebest, wiede sehn. noch getragen, ruhe sanft in Gottes Hut! Weinend dankend rufen wir: ewger Segen folge dir! Wenn die Grüfte sich bewegen, schlage wieder uns entgegen! 6. Tann wird froh die Thräne fließen, wie sie jetzt in Trauer fließt; froh wird dich dein Kind begrüßen, das dich heut in Thränen grüßt; dann, dann wird der schwere Stein weg von dei nem Grabe sein. Christus war im Tod dein Leben; ewig darfst du vor ihm schweben. A Knapp, † 1864. Beim Tode von Ehegatten. Mel. Nach einer Prüfung kurzer Tage zc. 2. Zwar schwimmest du in heißen Thränen, das ist der Witwen täglich Brot; du quälest dich mit bangem Sehnen, denn dein Geliebter ist ja tot. Ists möglich, wenn das Herz entzwei, daß noch der Mensch lebendig sci? 7. Da wird kein Tod die Herzen scheiden, kein Kummer um das Lager stehn; da werdet ihr in tansend Freuden auf Salems schönen Höhen gehn und, heller als der Sterne Schein, Mann Die letzten Dinge. 326 Mann, Weib und Kinder ewig sein. 8. Indessen stille dein Gemüte, dein Jesus sorget selbst für dich; er hört der frommen Witwen Bitte, sein treues Herz erbarmet sich; er ist und bleibet allezeit auch dir mit Hilf und Trost bereit. G. B. Scharff, † 1744. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 470 Ah Gott, ich muß in Traurigkeit mein Leben nun beschließen, dieweil der Tod von meiner Seit so eilends hat gerissen mein trenes Herz, der Tugend Schein; des muß ich jetzt beraubet sein. Wer kann mein Elend wenden? 2. Wenn ich an ihre Freundlichkeit gedenk in meinem Herzen, die sie mir hat zu jeder Zeit, in Freud und auch in Schmerzen, erwiesen ganz beständiglich, mein Kreuz und Weinen mehret sich, vor Angst möcht ich vergehen. 3. Bei wem soll ich auf dieser Welt rechtschaffne Liebe finden? Der meiste Teil nicht Glauben hält, die Treu will gar verschwinden. Ich glaub und red es ohne Scheu: die best ist doch getraute Treu; der muß ich jetzt entrate 4. Fürwahr, mir geht ein scharfes Schwert jetzund durch meine Seele, die abzuscheiden oft begehrt aus ihres Leibes Höhle. Wo du nicht, o Herr Jesu Christ, in solchem Kreuz mein Tröster bist, muß ich vor Leid verzagen. 5. O treugeliebtes selig Herz, zu dir will ich mich wenden in diesem meinem großen Schmerz, ob sich mein Angst wollt wenden; ich will betrachten deinen Stand, wie Gott dir alles Kreuz gewandt in höchste Freud und Wonne. 6. Kein Angst, kein Trübsal, Weh und Not kann dich jekund verletzen; im Himmel will der fromme Gott mit Liebe dich ergößen. Die Seele schaut mit Lust und Freud den Herrn in seiner Herrlichkeit mit allen Auserwählten. 7. Du kommst nicht wieder her zu mir in dies betrübte Leben, ich aber komm hinauf zu dir; da werd ich mit dir schweben in höchster Frende, Wonn und Lust, die deine Seele täglich fost, drauf ich mich herzlich freue. 8. O wie mit großer Freudigkeit wolln wir einander kennen; da wird uns dann zu keiner Zeit der bittre Tod mehr trennen. Ach, welche Freude wird dann sein, wenn ich dich, die Beim Tode von Ehegatten. 327 die ich jetzt bewein, mit Liebe dann, deren Zähre Freuden werd umfangen. Gott zur Ehre bitter, doch im Glauben rann. Dann beim Krönen wird ertönen, was die ewge Liebe kann. 5. Herr, umfasse uns und lasse leuchten hell dein Angesicht; stets behüte deine Güte dieses Grab mit Freudenlicht! Laß dich loben hier und droben; denn die Liebe stirbet nicht! A. Knapp,+ 1864. 9. Dies will ich stets in meinem Leid mir zu Gemüte führen, erwarten in Geduld die Zeit, wie Christen will gebühren. Gott alles Trostes steh bei mir und mich durch seinen Geist regier zu seines Namens Ehren. 3. Heermann, † 1647. Mel, Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig 2c. 471 Geh zum Schlum- Beim Tode von Kindern. mer ohne Kummer, teures, gottvertrautes Herz! Nun ists stille, deine Hülle schläft hier aus den letzten Schmerz, und die Liebe, wenn auch trübe, schaut durch Thränen himmelwärts. 2. Geh zur Ruhe, thu, o thue friedevoll die Augen zu! Vielgeliebte, Vielgeübte, deines Gatten Wonne du! All die Deinen, die hier weinen, gönnen doch dir deine Ruh! 3. Schlafe, schlafe! Seine Schafe kennt auch hier der trene Hirt. O hier schwindet, was da bindet, was die Seelen quält und irrt! Dies Verwesen schafft Genesen, das dich ewig freuen wird. 4. Jauchzend stehen, wiedersehen wird dich unsre Mel. Ermuntre dich, mein zc. 11 472 Du bist zwar mein und bleibest mein; wer will mirs anders sagen? Doch bist du nicht nur mein allein; der Herr von ewgen Tagen, der hat das meiste Recht an dir, der fordert und erhebt von mir- dich, o mein Kind, mein Wille, mein Herz und Wunsches Fülle. 2. Ach, gält es wünschen, wollt ich dich, du Sternlein meiner Seelen, vor allem Weltgut ewiglich mir wünschen und erwählen; ich wollte sagen:„ Bleib bei mir; du sollst sein meines Hauses Zier; an dir will ich mein Lieben bis in mein Sterben üben." 3. So sagt mein Herz und meint es gut; Gott aber meints noch besser; groß Die letzten Dinge. 328 groß ist die Lieb in meinem Mut; in Gott ist sie noch größer. Ich bin ein Vater und nichts mehr,- Gott ist der Väter Haupt und Ehr, ein Quell, daraus die Jungen und Alten sind entsprungen. 4. Ich sehne mich nach meinem Sohn, und der mir mer. Vater unser im Himmelreich ze. ihn gegeben, will, daß er nah an ſeinem Thron im 473 So geh nun hin, leben. sprech: Ach weh, mein Licht verschwindt! Gott spricht: Willkommen, liebes Kind, dich will ich bei mir haben und ewig reichlich laben. 5. O süßer Rat, o schönes Wort und heilger, als wir denken! Bei Gott ist ja kein böser Ort, kein Unglück und kein Kränken, kein Angst, kein Mangel, kein Versehn; bei Gott kann keinem Leid geschehn; wen Gott versorgt und liebet, wird nimmermehr betrübet. und bist von Herzen froh, siehst lauter Sonnen scheinen, die Sonnen ewger Freud und Ruh: da leb und bleib nur immer zu; wills Gott, will ich mit andern auch bald hinüber wandern. P. Gerhardt,+ 1676. 6. Ach, dürft ich doch von ferne stehn und nur ein wenig hören, wenn deine Sinne sich erhöhn und Gottes Namen ehren, der heilig, heilig, heilig ist, durch den du auch geheiligt bist; ich weiß, ich würde müssen vor Freuden Thränen gießen. 7. Nun denn, es sei und bleib also! Ich will nicht um dich weinen; du lebst du liebes Kind so hold und fein! Geh hin und schlaf in stiller Ruh in deinem engen Kämmerlein! Schlaf, bis der Toten Schar erwacht, schlaf sanft! Viel tausend gute Nacht! 2. Wohl dir, du schlossest früh den Lauf in dieſem armen Fremdlingsland; die Seele eilte himmelauf, zu ruhen in des Herren Hand. Schlaf, bis der Toten Echar erwacht, schlaf sanft! Viel tausend gute Nacht! 3. Dich hat noch nie die Welt betrübt mit ihrer falschen Sündenlust; nun hast du, was dir Wonne giebt, du ruhst an deines Jesu Brust und schläfst, bis alle Welt erwacht. Schlaf sanft! Viel tausend gute Nacht! 4. Dich hat des Vaters Herz versorgt, du lebst in seinem Himmelshaus; hier hat er deinen Leib geborgt der Erd, daß sie ihn geb heraus, REXIBIR Beim Tode von Kindern. heraus, wenn wieder alle Welt erwacht. Schlaf sanft! Viel tausend gute Nacht! 5. Ihr Engel, stehet um die Gruft, bewahret freundlich dies Gebein, bis der maleinst die Stimme ruft: Komm her, mein Kind, ach, komm herein!"-Nun schlaf, bis alle Welt erwacht. Schlaf sanft! Viel tausend gute Nacht! 6. Geh hin! Ich folge dieser Bahn, die Seligkeit mit dir zu sehn; da werd ich, neu dir zugethan, er freut vor meinem Heiland stehn. Wohl mir, wenn ich dir gleich gemacht, der Welt darf geben gute Nacht! S. Bornmeister,+ 1688. Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. 474 ( o hab ich obgesieget, mein Lauf ist nun vollbracht; ich bin gar wohl vergnüget und fag euch gute Nacht! Ihr aber, meine Lieben, klagt nicht so ängstiglich. Was wollt ihr euch betrüben? Stehts doch sehr gut um mich. 2. Fahrt hin, o Angst und Schmerzen, fahrt immer, immer hin! Ich freue mich von Herzen, daß ich erlöset bin. Ich leb in taus send Freuden in meines 329 Schöpfers Hand; mich trifft und rührt kein Leiden, so dieser Welt bekannt. 3. Die noch auf Erden wallen in irrtumsvoller Zeit, vermögen kaum zu Tallen von froher Ewigkeit. Viel besser wohl gestorben, als in der Welt gelebt; die Schwachheit ist verdorben, worinnen ich geschwebt. mir Kränze, damit mein 4. Zum Schmucke bringt Sarg noch prangt; aus meine Seel erlangt die ewig jenem Himmelslenze hat Siegespracht rührt her von grüne Krone; die werte Gottes Sohne, der hat mich so bedacht. 5. Noch nehet ihr die Wangen, ihr Eltern, über mir; euch hat das Leid umfangen, das Herze bricht euch schier. Des Vaters treue Liebe sieht sehnlich in mein Grab, die Mutter ſtehct trübe und kehrt die Augen ab. 6. Ich war euch nur ge liehen auf eine kurze Zeit; Gott will mich zu sich ziehen, drum werfet hin das Leid und sprecht: Gott hats gegeben, Gott hats zu nehmen Macht; er nimmts zum ewgen Leben, er hat es wohl gemacht. G. W. Sacer, † 1699. Die letzten Dinge. 330 Mel. Es ist genug, so nimm, Herr 2c. 5. 3euch hin, mein Kind! Die Engel warten schon auf 475 3euch hin, mein deinen frommen Geiſt; nun Kind! Gott selber fordert dich aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, dein Tod betrübet mich; doch weil es Gott gefällt, so unterlaß ich alles Klagen und will mit stillem Geiste sagen: Zeuch hin, mein Kind!:,: Kind! siehest du, wie Gottes lieber Sohn dir selbst die Krone weist. Nun wohl, die Seele ist entbunden, du hast durch Jesum überwunden; zeuch hin, mein Kind!:,: G. Hoffmann, † 1712. Mcl. O Welt, ich muß dich lassen 2c. kleine HimDer Schöpfer hat dich mir 476 Wenner ihrer Unschuld sterben, so büßt man sie nicht ein; sie werden nur dort oben vom nur in der Welt geliehn; die Zeit ist aus, darum befiehlt er dir, nun wieder fortzuziehn. Beuch hin, Gott hat es so versehen, was dieser will, das muß geschehen; zeuch hin, mein Bater aufgehoben, damit sie unverloren sein. Kind!:,: Taufe zu ihrem Christen2. Sie sind ja in der laufe für Jefum eingeweiht; sie sind bei Gott in Gnaden; was soll es ihnen schaden, wenn er nun über sie gebeut? 3. O wohl auch diesem Kinde; es stirbt nicht zu geschwinde. Zeuch hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen und bleibest bei den Schafen, die ewig unsers Jesu sind. A. Rothe, † 1758. 3. Zench hin, mein Kind! Im Himmel findest du, was dir die Welt versagt; denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, kein Schmerz, der Seelen plagt. Hier müssen wir in Ängsten schweben, dort kannst du ewig fröhlich leben; zeuch hin, mein Kind!:,: 4. Zench hin, mein Kind! Wir folgen alle nach, sobald es Gott gefällt; du eilest fort, eh dir das Ungemach verbittert dieſe Welt. Wer lange lebt, lang Leide, wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude; zeuch hin, mein Kind! Gericht und Ewigkeit. 477 An dem Zorntag, an dem hohen, stürzt die Welt in Feuerlohen, wie Prophetenschwüre drohen. Gericht und Ewigkeit. 2. Welch ein Graun wird sein zur Stunde, wenn der Richter kommt und Kunde nimmt von allem bis zum Grunde! 3. Die Posaun im Wundertone dröhnt durch Grüfte jeder Zone, sammelt alle vor dem Throne. 4. Érd und Tod wird schaun mit Beben alle Kreatur sich heben, Antwort vor Gericht zu geben. 5. Und ein Buch wird aufgeschlagen, drin steht alles eingetragen, des die Welt ist anzuflagen. 6. Wenn der Richter also sitzet, wird, was dunkel war, durchblizet, vor der Rache nichts beschüßet. 7. Ach, wie werd ich Armer stehen? wen zum Anwalt mir erflehen, wenn Gerechte schier vergehen? 8. König voll erhabner Schrecken! Gnade nur deckt unire Flecken, Gnade laß mich decken! Gnade, 9. Jesu, milder Heiland, fiche, wie ich Ziel war deiner Mühe, daß ich jenem Zorn entfliehe! 10. Hast dich matt um mich geschritten, hast am Kreuze mich erstritten; das ſei nicht umsonst gelitten. 11. Richter mit der heilgen Wage, tilge wider mich die Klage vor dem großen Rachetage. - 331 12. Sieh, ich seufze schuldbeladen, schamrot über schweren Schaden! Hör mein Flehen, Gott, in Gnaden! 13. Du, der schuldfrei sprach Marien und dem Schächer noch verziehen, haft auch Hoffnung mir verliehen. 14. Mein Gebet gilt nicht so teuer, aber laß mich, o du Treuer, nicht vergehn im ewgen Feuer! 15. Zu den Schafen mich geleite, von den Böcken in die Weite stelle mich zur rechten Seite. 16. Wenn Verworfne sich entfärben, die du hinsprichst ins Verderben, rufe mich mit deinen Erben. 17. Tief im Staub ring ich die Hände; zum zerknirschten Geist dich wende; Herr, verwalte du mein Ende! Nach dem Lateinischen( dies irae) des Thomas von Celano( † um 1255) von A. Knapp, † 1864. 478 Mitten wir im Leben mit dem Tod umfangen. Wer ist, der uns Hilfe thu, daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine. uns reuet unsre Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott, heiliger starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht versinken in des bittern Todes Not! Erbarm dich unser! Die letzten Dinge. 332 2. Mitten in dem Tod anficht uns der Höllen Ra chen. Wer will uns aus solcher Not frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine. Es jammert dein Barmherzigkeit unsre Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barm herziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllen Glut! Erbarm dich unser! 3. Mitten in der Höllen Angst unsre Sünd uns trei ben. Wo solln wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine! Vergossen ist dein teures Blut, das gnug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des rechten Gl ibens Trost! Erbarm dich unser! Luther, † 1546. Steht auf, die Lampen nehmt! Hallelujah! Macht euch bereit zu der Hochzeit; ihr müsset ihm entgegen gehn." 2. Zion hört die Wächter singen, das Herz will ihr vor Freude springen, sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werte Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 3. Ehr und Preis sei dir gesungen mit Menschen- und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Cymbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Thore an deiner Stadt; wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug bat ic gesehn, kein Ohr hat je gehört solche Freude; drumjauchzen wir und singen dir das Hallelujah für und für. Ph. Nicolai,+ 1608. 479 Wachet auf! ruſt uns die Stimme der Wächter sehr 480 eufgebaute erusalem, hoch auf der Zinne, wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt die'e Stunde; sie rufen uns mit hellem Munde: ,, Wo seid ihr tlugen Jungfrauen? Wohl: auf, der Bräutgam kömmt! Stadt, wollt Gott, ich wär in dir! Mein sehnlich Herz so groß verlangen hat und ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg und Tale, weit über blaches Feld schwingt es Gericht und Ewigkeit. es sich über alle und eilt aus dieser Welt. 2. O schöner Tag und noch viel schönre Stund, wann bist du endlich hier, da ich mit Lust und freiem Freudenmund die Seele geb von mir in Gottes treue Hände, zum auserwählten Pfand, daß sie mit Heil an lände in jenem Vaterland! 3. Ehrenburg, sei nun gegrüßet mir, thu auf der Gnaden Pfort! Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh ich bin kommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit, und mir 481 Schöner Himmelsgegeben saal, Baterland der Frommen, die aus gro ßer Qual dieses Lebens kommen, und von keiner Lust in der Welt gewußt! der Ewigkeit! 4. Was für ein Volk, was für ein edle Schar kommt dort gezogen schon? Was in der Welt von Auserwählten war, seh ich, die beste Kron, die Jesus mir, der Herre, entgegen hat gesandt, da ich noch war so ferne in meinem Thränenland. 333 erfüllet wird der Sinn, der Mund von Lob und Preis; das Hallelujah reine man singt in Heiligkeit, das Hosianna feine ohn End in Ewigkeit: 5. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch Christen insgemein, die weiland dort trugen des Kreuzes Joch und der Tyrannen Bein, schau ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klarheit hell umgeben, mit son nenlichtem Strahl. 6. Wenn dann zuletzt ich angelanget bin im schönen Paradeis, von höchster Freud 7. Mit Jubelklang, mit Instrumenten schön, in Chö ren ohne Zahl, daß von dem Schall und lieblichen Getön sich regt der Freudensaal, mit hunderttausend Zungen, mit Stimmen noch viel mehr. als von Anfang geſungen das selge Himmelsheer. 3. M. Meyfart, † 1642. 2. Sei mir hoch gegrüßt; ich öd und wüst in der dich such ich vor allen, weil Welt muß wallen und von Kreuz und Bein nie befreit kann sein. 3. Deinetwegen bloß trag ich dies mein Leiden, dieſen Herzensstoß willig und mit Freuden; du versüßest mir alles Bittre hier. 4. Trüg mein armes Herz nicht nach dir verlangen, o, in meinem Schmerz wär ich längst vergangen; du bist, einzig du, nichts sonst meine Ruh. Die letzten Dinge. 334 5. Gott, du kennst vorhin alles, was mich fränket, und woran mein Sinn Tag und Nacht gedenket; niemand weiß um mich, als nur du und ich. 6. O wie werd ich mich dort an dir erquicken! Du wirst mich, und ich werde dich erblicken, ewig herrlich, reich und den Engeln gleich. 7. Schöner Himmelssaal, Vaterland der Frommen, Ende meiner Qual, heiß mich zu dir kommen! Denn ich 483 Jeſus, meine Zuwünsch allein bald bei dir zu sein. S. Dach, † 1659. versicht und mein Heiland, ist im Leben. Dieses weiß ich, sollt ich nicht darum mich zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er mein Heiland, lest, ich werd auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser schwebt, warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoff nung Band zu genau mit ihm verbunden; meine starke Glaubenshand wird in ihn gelegt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 482 wie felig seid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Jhr seid entgangen aller Not, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man hier doch wie im Kerker leben, da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben; was wir hier kennen, ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 3. Ihr dagegen ruht in eurer Kammer, sicher und befreit von allem Jammer; kein Kreuz und Leiden ist euch hinderlich in euren Freuden. 4. Christus wischet ab euch alle Thränen; ihr habt das schon, wonach wir uns sehnen; euch wird gesungen, was in feines Ohr allhier gedrungen. 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt erwerben? Wer wollt hier bleiben, sich vom Jammer länger lassen treiben? 6. Komm, o Herr, uns aus dem Joch zu spannen, lös uns auf und führ uns bald von dannen! Bei dir, o Sonne, ist der frommen Seelen Freud und Wonne. 5. Dach, † 1659. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche werden. Dieses weiß ich; doch wird er mich erwecken Gericht und Ewigkeit. wecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög allezeit. 5. Dann wird meiner Augen Licht diesen meinen Heiland kennen, und ich selbst, ich zweifle nicht, werd in seiner Liebe brennen; nur die Schwachheit um und an wird von mir sein abgethan. 6. Seid getrost und hocherfreut, Jesus trägt euch, seine Glieder; gebt nicht statt der Traurigkeit! Sterbt ihr, Christus ruft euch wie der, wenn einst die Posaun erklingt, die auch durch die Gräber dringt. 7. Nur, daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden, und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr dort vereint sollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. Luise Henriette, Churfürstin von Brandenburg, † 1667. 335 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt, nicht endlich muß vergehen; nur die unselge Ewigkeit ist ohne Maße, Ziel und Zeit, bleibt unverändert stehen; ja, wie mein Heiland selber spricht: ihr Wurm und Feuer stirbet nicht. 3. O Ewigkeit, du machst mir bang! O ewig, ewig ist zu lang! Hier gilt fürwahr kein Scherzen. Drum wenn ich diese lange Nacht zusamt der großen Bein betracht, erschreck ich recht von Herzen. Nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich, als die Ewigkeit. 4. Ach, Gott, wie bist du so gerecht, wie strafest du den bösen Knecht so hart mit ewgen Schmerzen! Auf kurze Sünden dieser Welt hast du so lange Bein bestellt. Ach, nimm es wohl zu Herzen, bedent es oft, o Menschenkind: kurz ist die 484 Ewigkeit, du Zeit, der Tod geschwind! Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende; mein ganz erschrocknes Herz erbebt, wenn mir dies Wort im Sinne schwebt. 5. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf, ermuntre dich, verlornes Schaf, und besfre bald dein Leben! Wach auf, es ist sehr hohe Zeit, es kommt heran die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte Tag; wer weiß doch, wie er sterben mag! Die letzten Dinge. 336 6. Ewigkeit, du Donnerwort, o Echwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wenn es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt! Joh. Rist, † 1667. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort zc. 485 Ewigkeit, du Freudenwort, das mich erquicket fort und fort, o Anfang sonder Ende! Ewigkeit, Freud ohne Leid, ich weiß vor Herzensfröhlichkeit nichts mehr vom Weltelende, das uns in die sem Leben quält, weil ich die Ewigkeit erwählt. 2. Kein Herrlichkeit ist in der Welt, die endlich mit der Zeit nicht fällt und gänzlich muß vergehen; allein die selge Ewigkeit bleibt ohne Jahre, Ziel und Zeit, bleibt unverändert stehen; ja, wie das Wort des Herren spricht: sie welket und vergehet nicht. 4. Jm Himmel lebt der Christen Schar bei Gott viel tausend, tausend Jahr und werden des nicht müde; sie haben mehr als Sonnenlicht, sie sehen Gottes Angesicht, sie haben goldnen Frieden, wo Christus aiebt, wie er verheißt, das Manna, so die Engel speist. 5. Ach, wie verlanget doch nach dir mein mattes Herze mit Begier, du überselig Leben! Ach, bringe mich, mein Gott, dahin, wonach jetzt Seele, Mut und Sinn mit allen Kräften streben. Der schnöden Welt vergeß ich ganz und sehn mich nach des Himmels Glanz. 6. Ewigkeit, du Freu: denwort, das mich erquitet fort und fort, o Anfang sonder Ende! Ewigkeit, Freud ohne Leid, ich weiß von keiner Traurigkeit, wenn ich mich zu dir wende. HerrJesu, gieb mir solchen Sinn, bis ich dort ewig bei dir bin. Nach C. Heunisch, † 1690 3. O Ewigkeit, du währest Eigne Mel. u. Jesu, meines Lebens lang! Wenn mir auf Erden Leben 2c. gleich ist bang, weiß ich, daß 486 A fen sterben, alles Menschen müs: dies aufhöret; drum, wenn ich diese lange Zeit erwäge samt der Seligkeit, die ewig nichts zerstöret, so acht ich alles Leiden kaum als einen ängstlich bösen Traum. Fleisch vergeht wie Heu; was da lebet, muß verderben, soll es anders werden neu. Tieser Leib, der muß verwesen, wenn er anders soll genesen zu Gericht und Ewigkeit. zu ber großen Herrlichkeit, die den Frommen ist bereit. 2. Drum so will ich dieses Leben, weil es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt; denn in meines Jesu Wunden hab ich schon Erlösung funden, und mein Trost in Todesnot ist des Herren Jesu Tod. 3. Christus ist für mich gestorben, und sein Tod ist mein Gewinn; er hat mir das Heil erworben; drum fahr ich mit Freuden hin, hin aus diesem Weltgetüm mel in den schönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen Gottes Herrlichkeit. 4. Da wird sein das Freudenleben, da viel tausend Seelen schon sind mit Himmelsglanz umgeben, dienen Gott vor seinem Thron, da die Seraphinen prangen und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott, der Vater, Sohn und Geift! 5. Da die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal; wo auf ihren Ehrenthronen sizzet der Apostel Bahl; wo in so viel tausend Jahren alle Frommen hingefahren, wo dem Herrn, der uns versöhnt, ewig Halle lujah tönt. 6. Jerusalem, du schöne, ach, wie helle glänzest du! 337 Ach, wie lieblich Lobgetöne hört man da in sanfter Ruh! O der großen Freud und Wonne! Jeho gehet auf die Sonne, jetzo gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag. 7. Ach, ich habe schon er blicket alle diese Herrlichkeit; jezo werd ich schön geschmücket mit dem weißen Himmelskleid, mit der güldnen Ehrenkrone, stehe da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. o 3. G. Albinus, † 1679. Mel. Ich hab mein Sach Gott heimgestellt zc. 487 Wie fleucht dahin der Menschen Zeit, wie eilet man zur Ewigfeit! Wie wenig denken an die Stund von Herzensgrund, wie schweigt davon der träge Mund! 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, ein nichtger leerer Wasserschaum, ein Augenblick, der schnell vergeht und nicht besteht, wie ihr dies täglich vor euch seht. 3. Nur du, Jehovah, bleibest mir das, was du bist; ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin, mir ists Gewinn, wenn ich allein bei Jesu bin. 15 Die letzten Dinge. 338 4. So lang ich in der Hütte wohn, so lehre mich, o Gottes Sohn! Gieb, daß ich zähle meine Tag und munter wach, daß, eh ich sterb, ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letter Not? Lust, Ehr und Reichtum in dem Tod? O Mensch, du läufst dem Schatten zu! Das merke du; du kommst sonst nicht zu wahrer Ruh. 6. Weg, Eitelkeit, der 6. Weg, Eitelkeit, der Thoren Lust! Mir ist das höchste Gut bewußt; das such ich nur, das bleibet mir, so dort, wie hier; Herr Jesu, zeuch mein Herz nach dir! 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh und bald vor deinem Throne steh? Du unterdessen lehre mich, daß stetig ich mit flugem Herzen suche dich. 3. Neander,+ 1680. Mel. Herzlich thut mich verlangen ze. 488 Bedente, Mensch, be denke deinen Tod! Der Tod kommt oft behende; der heute frisch und rot, kann morgen und geschwinder hinweggestorben sein; drum bilde dir, o Sünder, ein täglich Sterben ein. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht! Es müssen alle Stände vor Jesu Angesicht; kein Mensch ist ausgenommen, dort muß ein jeder nahn und wird den Lohn bekommen, nachdem er hier gethan. Ende, der Hölle Angst und 3. Bedenke, Mensch, das Leid, daß dich die Welt nicht blende mit ihrer Eitelkeit. dort aber ewiglich ein kläg Hier ist ein kurzes Freuen, lich, schmerzlich Schreien; ach, Sünder, hüte dich! 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke doch die Zeit, daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, wo mit vor Gottes Throne die Seele wird gepflegt; dort ist die Lebenskrone den Frommen beigelegt. denken der Zeiten lebte Zeit, 5. Herr, lehre mich bedaß, sich nach dir zu lenken, mein Herze sei bereit. Laß mich den Tod betrachten und deinen Richterthron, laß mich auch nicht verachten der Hölle Sündenlohn! 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten auf meinen letzten Tag mit Buße mich bereiten und täglich sterben mag. Im Tod und vor Gerichte steh mir, o Jesu, bei, daß ich im Himmelslichte zu wohnen würdig sei. Sam. Liscov(?). † 1689. Gericht und Ewigkeit. Mel. Erquide mich, du heil der zc. ch 489 hrube nun in Gottes 339 ihr mit Freuden sehen, wie wohl mir durch den Tob Vor 1694. mein Leib schläft sanft und selig ein; die Liebe läffet Mel. Valet will ich dir geben. mich erwarmen bei ewig 490 Ermuntert euch, Dort ihr Frommen! Zeigt eurer Lampen Schein; der Abend ist gekommen, die finstre Nacht bricht ein; es hat sich aufgemachet der Bräutigam mit Pracht. Auf, betet, kämpft und wachet! Bald ist es Mitters nacht. 2. Macht eure Lampen fertig und füllet sie mit Öl und seid des Herrn gewärtig; bereitet Leib und Seel. Die Wächter Zions schreien: der Bräutigam ist nah. Begegnet ihm in Reihen und singt Hallelujah! 3. Ihr klugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und mit Schalle zum frohen Engelchor! Die Thür ist aufgeschlossen, die Hochzeit ist bereit; auf, auf, ihr Reichsgenossen! Der Bräutgam ist nicht weit. hatt ich wenig Ruhestunden, hier hab ich sie in Gott ge funden. 2. Hier hab ich alles zu genießen, worauf mein Glaube sich gefreut; der Lebensquell läßt auf mich fließen die Ströme seiner Seligkeit. Mein Freudenmeer ist Gottes Fülle; bei dem ist meine Seele stille. 3. Mein matter Leib schläft in der Erden, er schläft, bis ihn mein Freund erweckt. Die Asche wird zur Sonne werden, ob sie gleich finstre Nacht jetzt deckt; er wird mit Freuden auferstehen, mit mir vereint zur Hochzeit gehen. 4. Da wird das Lamm mich ewig weiden auf Auen selger Sicherheit; da ist das Himmelsbrot der Freuden in Ewigkeit für mich bereit; das hab ich schon von Gott empfangen mit denen, die vorangegangen. 5. Ihr, die ihr jetzo Thränen speiset, denkt an des Himmels Freudenmahl; ob ihr noch durch die Wüste reiset, Gott bringt euch in den Ehrensaal: da werdet 4. Er wird nicht lang verziehen; drum schlafet nicht mehr ein! Man sieht die Bäume blühen, der schönste Frühlingsschein verheißt Erquickungszeiten; die Abendröte zeigt den schönen Tag von weitem, davor das Dunkel weicht. Die letzten Dinge. 340 5. Begegnet ihm auf ErMel. Gott des Himmels 2c. den, ihr, die ihr Zion liebt, 491 Wer sind die vor mit und Gottes seid cht mehr betrübt! E3 sind die Freudenstunden gekommen, und der Braut wird, weil sie überwunden, die Krone nun vertraut. 6. Die ihr Geduld getragen und mit gestorben seid, sollt nun nach Kreuz und Klagen in Freuden sonder Leid mit leben und regieren und vor des Lammes Thron mit Jauchzen triumphieren in eurer Siegeskron. 7. Hier sind die Sieges: palmen, hier ist das weiße Kleid; hier stehn die Weizenhalmen in Frieden nach dem Streit und nach den Wintertagen; hier grünen die Gebein, die dort der Tod erschlagen; hier quillt der Freudenwein. 8. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, wo die Erlösten weiden; hier ist die sichre Pfort, hier sind die güldnen Gassen; hier ist der Freudensaal, da wir uns niederlassen zum ewgen Hochzeitsmahl. 9. O Jesu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf! Gehauf, ersehnte Sonne, und fördre deinen Lauf! O Jesu, mach ein Ende und führ uns aus dem Streit; wir heben Haupt und Hände nach der Erlösungszeit. 8. Laurenti, † 1722. was ist das für eine Schar? Jeder träget eine Krone, glänzet gleich den Sternen flar: Hallelujah singen all, loben Gott mit hohem Schall. 2. Wer sind die, so Palmen tragen, wie ein Sieger in der Hand, wenn er seinen Feind erschlagen, hingestrecket in den Sand? Welcher Streit und welcher Krieg hat erzeuget diesen Sieg? 3. Wer sind die in reiner Seide göttlicher Gerechtigkeit, angethan mit weißem Kleide, das bestäubet keine Zeit und veraltet nimmermehr? Wo sind diese kommen her? 4. Es sind die, so wohl gekämpfet für des großen Gottes Ehr, haben Fleisch und Blut gedämpfet, folgend nicht dem Sünderheer; die erlanget auf den Krieg durch des Herren Arm den Sieg. 5. Es sind die, so durchgedrungen durch viel Trübsal, Angst und Not, im Gebet auch oft gerungen mit dem hochgelobten Gott; nun hat dieser Kampf ein End, Gott hat all ihr Leid gewendt. 6. Es sind die, so stets erschienen hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Gericht und Ewigkeit. 341 und Seel geopfert gern; unsre Freudengarben ein. nunmehr stehn sie all herum vor dem Stuhl im Heiligtum. Gehen wir hier hin und weinen, dorten wird die Sonne scheinen; dort ist Tag und keine Nacht, dort, wo man nach Thränen lacht. 2. 7. Dahin streck auch ich die Hände, o Herr Jesu, zu dir aus; mein Gebet zu dir ich wende, der ich noch in deinem Haus hier auf Erden steh im Streit: treibe, Herr, die Feinde weit! 8. Hilf mir in dem Kampfe siegen wider Sünde, Höll und Welt; laß mich nicht darnieder liegen, wenn ein Sturm mich überfällt; führe mich aus aller Not, Herr, mein Fels, mein treuer Gott! 9. Daß mein Teil sei bei den Frommen, welche, Herr dir ähnlich sind, und aus großer Trübsal kommen; hilf, daß ich auch überwind alle Trübsal, Not und Tod, bis ich komm zu meinem Gott. Ach, wer wollte sich nicht sehnen, dort in Zion bald zu stehn und aus diesem Thal der Thränen an den Freudenort zu gehn, wo sich unser Kreuz in Balmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Last in Lust verkehrt und das Jauchzen ewig währt! 3. O wie werden wir so schöne bei der Klarheit Gottes sein! Wie wird uns das Lobgetöne seiner Engelschar erfreun! Wie wird unsre Krone glänzen bei so vielen Siegeskränzen! Wie wird unser Kleid so rein, heller als die Sonne sein! 10. O wie groß wird sein die Wonne, wenn ich mit der heilgen Schar in dem Strahl der reinen Sonne leuchte wie die Sterne klar! Amen, Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Th. Schend, † 1727. 4. Ach, wann werd ich dahin kommen, daß ich Got tes Antlig schau? Werd ich nicht bald aufgenommen in den schönen Himmelsbau, dessen Grund den Perlen gleichet, dessen Glanz die Sonne weichet, dessen wundervolle Pracht alles Gold beschämet macht? Mel. Jesu, meines Lebens Leben 1. 5. Nun, so stille mein Verlangen, o du großer LebensLaß mich 492 wie jelig werden gelangen, wo du mich recht wir im Himmel sein! Dro: ben ernten wir unzählig trösten wirst. Unterdessen laß auf Erden schon mein Herz Die letzten Dinge. 342 Herz recht himmlisch werden, bis mein Los auf jener Welt auf das Allerhöchste fällt. B. Schmold, † 1737. 493 Nach einer Prüfung kurzer Tage er wartet uns die Ewigkeit! Dort, dort verwandelt sich die Klage in göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ists, der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen selgen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt, bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter siegt, als fällt; bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend oftmals leidet, das Laster oftmals glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet und des Bekümmerten vergißt, hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit sein. 5. Hier such ichs nur, dort werd ichs finden; dort werd ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Wert em pfinden, den unaussprechlich großen Wert; den Gott der Liebe werd ich schn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird des Vaters heilger Wille mein Will und meine Wohlfahrt sein und lieblich Wesen, Heil die Fülle am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah, das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier ge schah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammenhang. 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart, ein Heilig, Heilig, Heilig! singen dem Lamme, das erwürget ward, und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Scharen mich ihnen gleich und heilig sehn, das nie gestörte Glück erfahren, stets fromm mit Frommen umzugehn. Da wird durch je den Augenblick ihr Heil mein Heil, ihr Glück mein Glück. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn Gericht und Ewigkeit. 343 ihn zu millionen Malen noch ist zur Freudenkrone kommen, segnen, daß er ihn mir wies; da find ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchte Gott es geben, vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil sei dir; denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß dies Glück erfreun, der Retter einer Seele sein! sie steht als Braut und Königin im Golde ewger Herrlichkeiten dem großen König an der Seiten; sie sieht sein klares Angesicht. Sein freudenvolles lieblich Wesen macht sie nun durch und durch genesen; sie ist ein Licht im großen Licht. 12. Was seid ihr, Leiden dieser Erden, doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbar an uns soll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh! Chr. F. Gellert, † 1769. 3. Sie jauchzt dem Sterb: lichen entgegen; Ja, ja, nun ist mir ewig wohl! Ich bin durch meines Mittlers Segen des Lebens, Lichts und Freuden voll! Mein schönes Erbteil ist mir worden; viel tausend aus der Selgen Orden bewundern jauchzend meine Pracht. Man kann in allen allen Himmelschören gleichwie mit Donnerstimmen hören: der Herr hat alles wohl gemacht. 4. Ja wohl gemacht durchs ganze Leben, recht wohl in meiner Todespein! Sein mütterliches Tragen, Heben bracht mich heraus, hindurch, hinein: heraus aus dieser Erde Lüsten, hindurch durch die Versuchungswüsten, hin ein ins schöne Kanaan. Da darf ich auf den grünen Auen den Helden, der mich führte, schauen, der große Ding an mir gethan. 5. Nun kann das Kind den Vater sehen, es fühlt den sanften Liebestrieb; nun kann es Jesu Wort verstehen: er Mel. Zu dir erhebt sich zc. 494 Die Seele ruht in Jesu Armen, der Leib schläft sanft im Erden: schoß; nun kann sich Herz an Herz erwarmen; die Ruh ist unaussprechlich groß, die sie nach wenig Kampfesstunden bei ihrem holden Freund gefunden; sie schwimmt im stillen Friedensmeer. Gott hat die Thränen abgewischet, ihr Geist wird durch und durch erfrischet, des Herren Glanz ist um sie her. 2. Sie ist nun aller Not entnommen, ihr Schmerz und Seufzen ist dahin; sie Die letzten Dinge. 344 er selbst, der Vater, hat mich lieb! Ein unergründlich Meer des Guten, ein Abgrund ewger Segensfluten entdeckt sich dem verklärten Geist; er schauet Gott von Angesichte und weiß, was Gottes Erb im Lichte und ein Mit erbe Christi heißt. 6. Der matte Leib ruht in der Erden, er schläft, bis Christus ihn erweckt; dann wird der Staub zur Sonne werden, den jetzt die finstre Gruft bedeckt; dann werden wir mit allen Frommen, wer weiß, wie bald, zusammenkommen und bei dem Herrn sein allezeit; dann werden wir ihn ewig sehen. Wie wohl, wie wohl wird uns geschehen! Herr Jesu, komm, mach uns bereit! J. V. E. Allendorf, † 1773. Mel. Zu dir erhebt sich zc. 495 Ruh vorhanden; auf, müdes Herz, und werde Licht! Du seufzest hier in deinen Banden und deine Sonne scheinet nicht. Sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden dort wird vor seinem Stuhle weiden; wirf hin die Last und eil herzu! Bald ist der heiße Kampf geendet, bald, bald der saure Lauf vollendet; so gehst du ein zu deiner Ruh. 2. Die Ruhe hat Gott auserkoren, die Ruhe, die kein Ende nimmt; es hat, da noch kein Mensch geboren, die Liebe sie uns schon be: stimmt. Der gute Hirte wollte sterben, uns dieſe Ruhe zu erwerben; er ruft, er locket weit und breit: Ihr müden Seelen, und ihr Frommen, versäumet nicht, heut einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit! matten Seelen, die manche 3. So kommet denn, ihr Last und Bürde drückt; eilt, eilt aus euren Kummerhöh len, geht nicht mehr müde und gebückt. Ihr habt des Tages Last getragen, dafür Ich selbst will eure Ruhſtatt läßt euch der Heiland sagen: sein! Ihr seid sein Volk, gezeugt von oben; ob Sünde, Welt und Hölle toben, seid nur getrost und gehet ein! garben bringen, denn unsre Thränensaat ist aus. D, welch ein Jubel wird erklingen und süßer Ton im Vaterhaus! Schmerz, Seufzen, Leid wird ferne weichen, es wird kein Tod uns mehr erreichen, wir werden den Erlöser sehn; die Thräne wird vom Aug er wischen, sein Lebensstrom wird uns erfrischen. Wer weiß, was sonst noch soll geschehn! Gericht und Ewigkeit. 345 ist, mich will erheben. 5. Kein Durst, noch Hunger der zum Leben, das dort wird uns schwächen, denn die Erquickungszeit ist da; die Sonne wird uns nicht mehr stechen; der Herr ist seinem Volke nah. Er selbst will über ihnen wohnen und ihre Treue wohl belohnen mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis. Es werden die Gebeine grünen, der große Sabbat ist erschienen, da man von keiner Arbeit weiß. 6. Da ruhen wir und sind in Frieden und leben ewig sorgenlos. Ach, fasset dieses Wort, ihr Müden! Legt euch dem Heiland in den Schoß! Ach, Flügel her! Wir müssen eilen und uns nicht länger hier verweilen, dort wartet schon die frohe Schar. Fort, fort, mein Geist, zum Jubilieren, auf, gürte dich zum Triumphieren! Auf, auf, es kommt das Ruhejahr! 3. S. Kunth, † 1779. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern 2c. 496 Mein Geist, ein Geist, o Gott, wird ganz entzückt, wenn er hinauf gen Himmel blickt, dahin dein Rat uns leitet; wo deine milde Vaterhand aus neuen Wundern wird er kannt, die du daselbst ver breitet. Mächtig fühl mich erhoben, dich zu loben, ich 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, zum fröhlichen Empfinden; doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben; dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab; dort wischest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei; denn du, o Herr, machst alles neu, das Alte ist vergangen; hinfort sind dort von gerechten Gottesknechten keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In unsres Gottes Heiligtum schallt seines Namens hoher Ruhm von lauter frohen Zungen. Hier strahlt die Herrlichkeit des Herrn; hier schaut man sie nicht mehr von fern, hier wird sie neu besungen. Völlig giebt sich, sie zu trösten, den Erlösten zu erkennen der, den sie schon Vater nennen. 5. Vor seinem Antlitz wan: deln sie, auf ewig frei von aller Müh, und schmecken seine Güte. Hier stört den Frieden ihrer Brust und ihre tausendfache Lust kein feindliches 346 Die letzten Dinge. liches Gemüte; kein Neid, mel. Es ist gewißlich an der Zeit zc. fein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die hinfüro nicht mehr 6. Gott, welche Schar ist dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, die find ich ewig wieder. Dort sammelt deine Vaterhand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd ich, frei von Mängeln, selbst mit Engeln Freundschaft pflegen; o ein Umgang voller Segen! 7. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn, der mich geliebt? Wo glänzt sein Thron? In jenen Himmels höhen, da werd ich dich, Herr Jesu Christ, so menschenfreundlich als du bist, auch mit Entzücken sehen; da wird, mein Hirt, von den Freuden nichts mich scheiden, die du droben deinen Freunden aufgehoben. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehält! Kein Mensch kann sie erwerben. Jesu, Herr der Herrlich keit, du hast die Stätt auch mir bereit; hilf sie mir auch ererben! Laß mich eifrig darnach streben und so leben auf der Erde, daß ich dort dein Erbe werde. J. S. Diterich, † 1797( nach Ahasverus Fritsch,+ 1701). T 497 Schon ist der Tag Gott stimmt, da, wer auf Erden wandelt, sein Los aus Gottes Händen nimmt, nachdem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt, des Menschen Sohn; er kommt, und Wolken sind sein Thron, der Erde Kreis zu richten. 2. Hier, an dem Rand der Ewigkeit, versammeln sich die Scharen, die seit dem ersten Tag der Zeit der Erde Bürger waren, nur dem Allwissenden bekannt, unzählbar, wie des Meeres Sand; hier stehn sie vor dem Nichter. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrheit unterliegen. Hier, wo das Recht die Wage hält, wird keine Sünde siegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist, hier gilt nicht mehr Betrug und List, hier gilt kein falscher Zeuge. 4. Der Richter spricht; der Himmel schweigt, und alle Völker hören erwartungsvoll und tief gebeugt: Kommt, erbt das Reich der Ehren! So spricht er zu der frommen Schar; zu der, die ihm nicht folgsam war: Hinweg von mir, Verbrecher! 5. Sie gehn verzweifelnd, jammern, flehn: Stürzt über uns Gericht und Ewigkeit. uns zusammen, ihr Welten, fallt, daß wir vergehn, die wir uns selbst verdammen! Die Frommen aber stehn im Licht des Friedens, und ihr Angesicht strahlt seliges Entzücken. 6. Frohlockend ziehn sie in das Reich, das Gott für sie bereitet, wo er sie, seinen Engeln gleich, von Licht zu Lichte leitet. Das Stück werk wird Vollkommenheit; kein Kummer, keine Trau rigkeit stört ihre selgen Freuden. 7. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! Es stärke mich mit Zuversicht, so oft mich Leiden fränken! Es reize mich, gewissenhaft und, eingedenk der Rechenschaft, nach deinem Wort zu wandeln. 5. Diterich, † 1797. Mel. Wachet auf, ruft uns zc. 498 Selig find des ben, die Toten, die im Himmels ErHerren sterben, zur Auferstehung eingeweiht! Nach den letzten Augenblicken des Todesschlummers folgt Entzücken, folgt Wonne und Unsterblichkeit! Im Frieden ruhen sie, frei von der Erde Müh, Hosianna! Vor Gottes 317 Thron zu seinem Sohn be gleiten ihre Werte sie. 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre sei dir, Versöhner Jesu Christ! Jhr, der überwinder Chöre, bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre dem Lamme, das geopfert ist! Er sant wir ins Grab, wischt unfre Thränen ab, alle Thränen! Er hats vollbracht! Nicht Tag, nicht Nacht wird an des Lammes Throne sein. wie 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann; er ist uns Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, nun bist du, Heil, uns aufgegangen, nicht mehr im Dunkeln, nicht von fern! Nun weinen wir nicht mehr; das Alte ist nicht mehr. Hallelujah! Er sank hinab, wie wir, ins Grab; er ging zu Gott, wir folgen ihm. F. G. Klopstod, † 1803. Mel. Nun preiset alle se. 499 h her, gch hab von ferne, deinen Thron erblickt, und hätte gerne mein Herz vorausge schickt und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hingegeben!:,: 2. Das war so prächtig, was ich im Geist gesehn! 15 Du 348 Die letzten Dinge. Du bist allmächtig; drum aus von ihrer Jrrfahrt ist dein Licht so schön! Schmerzen. Der langen Könnt ich an diesen hellen Sehnsucht Ziel, das höchste Thronen doch schon von Gut, der Herzen Heimat heut an ewig wohnen!:,: ist in seinem Herzen; er ging voran, die Stätte steht bereit; wir werden bei dem Herrn sein allezeit! 3. Bei ihm versammelt! Seinem Salem geht die Wallfahrt zu. Wie oft in guten Stunden, wenn seiner Nähe Odem uns umweht, hat es sein Volk vor ihm vereint empfunden; das ist die Fülle aller Seeligkeit: wir werden bei dem Herrn sein allezeit! 3. Nur bin ich fündig, der Erde noch geneigt; das hat mir bündig dein heilger Geist gezeigt; ich bin noch nicht genug gereinigt, noch nicht ganz innig mit dir vereinigt.:,: 4. Doch bin ich fröhlich, daß mich kein Bann er schreckt; ich bin schon selig, seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben und dich zeitlebens inbrünstig lieben.:,: ihr 5. Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt gesehn, und ohn Ermüden will ich näher gehn und ihre hellen, goldnen Gassen lebenslang nicht aus den Augen lassen.:,: J. Timoth. Hermes,+ 1821. 500 Wir werden bei dem Herrn sein allezeit! Du Heimatlaut in fremden Pilgerthalen! Tiefdunkel ist die ernste Ewigkeit, doch wie durch Nachtgewölk des Mondes Strahlen, glänzt der Verheißung Licht durch Todesleid: wir werden bei dem Herrn sein allezeit! - 2. Bei ihm daheim! In seiner Liebe ruht die Seele 4. Hier trennt die Welt; was heut sich liebend fand, sehnt morgen sich nach Blick und Wort vergebens; es drängt sich zwischen Seelen Meer und Land, und starrer noch das Machtgebot des Lebens. Der Himmel sammelt, was die Welt zerstreut; wir werden bei dem Herrn sein allezeit! 5. Und waren wir hier jemals ganz vereint? Ach, nur das Reine eint sich mit dem Reinen! Die Schuld, die täglich noch das Herz beweint, sie scheidet es von den geliebten Seinen. Der Fürst des Friedens tilgt, was uns entzweit; wir werden bei dem Herrn sein allezeit! Anhang. 6. Wir irren alle, sind erlöst noch nicht von alter Sinnverwirrung schweren Banden; die Sprache, die ein Kind des Hauses spricht, wird von dem andern Kinde nicht verstanden. Das Wort des Vaters löst der Rede Streit: wir werden bei dem Herrn sein alle zeit! Anhang. 3. Hab acht auf mich in alter ab acht auf mich, mir die Glückessonn will scheinen, die meine Seel macht frendenvoll, daß sie nichts wissen mag von Weinen, daß ich dem blinden Glück nicht traue, vielmehr auf deine Güte schaue, weil oft das Glücksrad wendet sich: mein Vater, so hab acht auf mich. Herr aller Herren, wann Satans Wut, die Höllenrott den Rachen gegen mich aufsperren, wann sie mich suchen zu verschlingen und in die höchste Not zu bringen, so bitt ich dich herzinniglich, mein Vater, so hab acht auf mich. 349 7. Dut Gotteswort, dem froh der Glaube traut, wohl magst du allen Erdenjammer stillen, das finstre Thal, vor dem der Seele graut, mit Morgenrot und heilgem Frieden füllen! O Heimatlicht aus dunkler Ewigkeit: wir werden bei dem Herrn sein allezeit! Meta Heußer- Schweizer,+1876. 2. Hab acht auf mich; wann mich die Sünd will von dem höchsten Gut abwenden, so halte mich, Herr, als dein Kind mit deinen treuen Vatershänden; bleib du mir stets in dem Gedanken, laß mich von deinem Wort nicht wanken; wann Sünden in mir regen sich, mein Vater, so hab acht auf mich. 4. Hab acht auf mich und steh mir bei, wann mir das Unglück braust entgegen, daß ich nicht zu verzaget sei und weichen mög von deinen Wegen, die mir zu wandeln sind befohlen; und wann mir auch des Kreuzes Kohlen mein Herze brennen bitterlich, mein Bater, so hab acht auf mich. Anhang. 350 5. Hab acht auf mich, wann ich gesund, wann ich empfinde keine Schmerzen, wann keine Klag in meinem Mund noch Trauern ist in meinem Herzen; damit ich bei gesundem Leibe dir dankbar und gehorsam bleibe; auf daß ich nie vergesse dich, mein Vater, so hab acht auf mich. 6. Hab acht auf mich, auch wann ich krank, wann die Gesundheit will verschwinden, daß ich geduldig und mit Dank annehme die Arznei der Sünden; laß mich nicht ungeduldig wer den und denke, daß ich Staub und Erden; auch wann die Schmerzen mehren sich, mein Vater, so hab acht auf mich. 7. Hab endlich dann auch acht auf mich, wann ich der Welt Valet soll geben, daß ich im Glauben halte dich, bis ich komm in ein ander Leben, da mir das frohe Glaubensende erteilen wer den deine Hände; daß ich bei dir leb ewiglich, mein Vater, so hab acht auf mich. 8. Ach, laß mich doch nicht aus der Acht, wann uns dein jüngster Tag erscheinet, der Tag, da vor Gericht wird bracht auch das, so man hier nicht ge meinet; laß mich zu deiner Rechten stehn und zu des Lammes Hochzeit gehn; mein Jesu, dann hab acht auf mich, so will ich ewig preisen dich. 6. L. Schlosser, † 1723. Gebete zur häuslichen Andacht. I. Allgemeine Gebete. 1. Pfalm 67. Gott sei uns gnädig und segne uns; er lasse uns sein Antlitz leuchten, daß wir auf Erden erkennen seinen Weg, unter allen Heiden sein Heil. Es danken dir, Gott, die Völker; es danken dir alle Völker. Die Völker freuen sich und fauchzen, daß du die Leute recht richtest und regierest die Leute auf Erden. Es danken dir, Gott, die Völker, es danken dir alle Völker. Das Land giebt sein Gewächs; es segne uns Gott, unser Gott. Es segue uns Gott, und alle Welt fürchte ihn! Amen. 2. Bitte um die Gabe des Gebets. Herr, höre meine Worte, merke auf meine Rede, vernimm mein Schreien, mein König und mein Gott, denn ich will vor dir beten. Ps. 5, 1. 2. Gnädiger, liebreicher Vater! Du hast mir befohlen zu beten, und dein lieber Sohn hat es mich gelehrt; dein heiliger Geist erinnert mich oft in meinem Herzen des Gebets. Ich weiß auch, daß alle vollkommenen Gaben von dir, Vater des Lichtes, kommen müssen, und daß kein wahres beständiges Gut, keine Hilfe und kein rechter Trost ohne Gebet erlangt werden können. Dennoch bin 2 Allgemeine Gebete. ich so lässig und träge zum Gebet und rechne mehr auf meine Arbeit und Klugheit, als auf deine Hilfe und Gnade. Ach, vergieb mir diese Sicherheit und Thorheit! Wende von mir die Strafe, womit du den Verächtern deiner Gnade drohest, und gieb mir den Geist der Gnade und des Gebets. Laß mich deine tröstliche Verheißung bedenken: daß selig werden soll, wer deinen Namen anruft; daß du antworten willst, wenn wir zu dir reden; daß du nahe bist denen, die dich anrufen. Entzünde mein Herz mit inniger Andacht, damit mein Gebet dir angenehm sei. Erfrene mein Gemüt mit dem Lichte deiner Gnade und reinige meine Lippen durch das Feuer deines Geistes. Erhöre mein Gebet und laß es dir wohlgefallen, wenn ich meine Hände zu dir aufhebe. Erwecke in mir einen heiligen Durst nach deiner Gnade und laß mich deine Herrlichkeit im Glauben sehen, wenn mein eignes Elend mich niederbeugt und meine Augen mit Thränen füllt. Ach, Herr, der du die Herzen kennst, du weißt, wie unbeständig menschliche Gemüter sind, viel beweglicher als die Welle vom Winde. Befestige selbst meine Seele und nimm von mir den zerstreuten Sinn, daß ich nicht durch mancherlei Gedanken hin und herbewegt werde. Regiere du das Schifflein meines Herzens mit dem Hauche deines Geistes und bezwinge den Sturm, daß es ruhig in mir werde, um dich ohne Hindernisse anzuschauen und in himmlischer Stille mit dir vereinigt zu bleiben. Führe mich in die Einsamkeit, wo ich die Welt vergesse und du dich mir offenbarst. Erneure mir Herz und Sinn und entferne alles, was die Liebe zu dir hindert, jegliche Neigung des fündigen Willens und des Unglaubens. Laß mein Gemüt eine Wohnung deines heiligen Geistes sein, daß ich dich anrufe, dich lobe und dir danke und damit ein Zeugnis meiner Kindschaft bei dir empfange. Erfülle mich mit Liebe, Trost und Stärke; gieb mir den Frieden, der von dir kommt, die Andacht, die dich überall sucht und findet, und die Freude, die nie von mir kann genommen werden. Laß mich mit dir, mein Vater, und mit deinem Sohne, als meinem Herrn und Haupte, durch die Wirkung deines Geistes immer mehr vereinigt werden, und mache mich zu einem lebendigen Gliede der Allgemeine Gebete. 3 Gemeinde auf Erden und im Himmel, die deinen Willen thut und dich mit gläubiger Zuversicht der Erhörung im Namen Jesu Christi anruft. Lied Nr. 301: Gott ist gegenwärtig. 3. Allgemeine Fürbitte. Du erhörest Gebet, darum kommt alles Fleisch zu dir. P₁. 65, 3. Herr Gott, dreieiniger Gott, du hast in deinem heiligen Worte uns geboten, daß wir für einander beten sollen. Darum unterwinden wir uns, mit dir zu reden und dir unseres Herzens Anliegen vorzutragen. Du wollest unser Flehen nicht verwerfen, sondern gnädiglich annehmen und erhören. Wir bitten dich, du getreuer Gott und Heiland, für deine Kirche; erhalte, schüßze, regiere und führe sie; schenke ihr allezeit treue Hirten und Lehrer und falbe dieselben mit deinem Geiste und segne ihre Arbeit; wehre allen Feinden, dämpfe alle Irrlehren, bewahre deine Gemeinde vor Ärgernis und Spaltung und laß die Ehre deines heiligen Namens in der Welt immer mehr ausgebreitet werden. Erleuchte die Irrenden, bekehre die Gottlosen, habe Langmut mit uns armen Sündern, vergieb den Bußfertigen und züchtige die losen Berächter zu ihrem Heil. Erbarme dich aller Heiden und segne die Boten des Friedens, welche du zu ihnen sendest, daß sie dir ein großes Volk gewinnen und dein Name an allen Enden der Erde geheiligt werde. Segne die christlichen Schulen, alle Lehrer und die liebe Jugend, damit dieselbe aufwachse in wahrhaftiger Gottesfurcht und rechtschaffenem Glauben. Nimm in deine gnädige Obhut alle Anstalten, die zur Förderung deines Reiches und zur Ausbreitung deines Evangeliums dienen, und erfülle mit deinem Geiste alle, die daran arbeiten. Beschütze auch, du starker, allmächtiger Gott, unser Regiment und gemeines Wesen und gieb allen Fürsten und Obrigkeiten rechte Weisheit und Gottseligkeit. Hilf, daß sie deiner Kirche, des ganzen Vaterlandes und aller Unterthanen sich treulich annehmen, und segne ihr Thun reichlich. Insbesondere befehlen wir in deine Gnadenhand 4 Allgemeine Gebete. den deutschen Kaiser und unsern Großherzog samt dem ganzen Großherzoglichen Hause. Pflanze in die Herzen aller Gewaltigen Gedanken des Friedens; gieb allen Räten heilsame Ratschläge; verleihe allen Richtern Gerechtigkeit, allen Beamten Barmherzigkeit, auf daß bei uns und überall das Böse bestraft, das Gute belohnt, dem übel gesteuert und, was löblich ist, erhalten und gefördert werde. Sei mit allem Volke, daß es die Obrigkeit liebe, ihre Herrschaft ehre und den Gesetzen folge. Segne einen jeden in seinem Stande und Berufe; walte gnädig über unserer Gemeinde und unserem ganzen Vaterlande. Segne auch den Hausstand und verleihe allen Hausvätern und Hausmüttern Frieden in ihrer Ehe, Glück in ihrer Nahrung und ihrem Gewerbe und Freude an ihren Kindern. Den Kindern gieb willigen Gehorsam, kindliche Furcht, rechtschaffene Demut und Ehrerbietung und laß allen Segen ihrer Eltern reichlich an ihnen erfüllt werden. Beschere allen Hausherren und Hausfrauen gute Dienstboten; allem Gesinde aber verleihe herzliche Liebe und Gehorsam, Treue und Redlichkeit. Laß dir, o Herr, alle Menschen befohlen sein und gieb einem jeden, was er bedarf. Insbesondere erbarme dich aller Armen und Elenden; tröste alle Traurigen und Betrübten; nimm dich der Kranken an; bekehre alle Verbrecher und erlöse alle unschuldig Gefangenen. Versorge die Witwen und Waisen, trage die Alten, stärke und tröste die Sterbenden. Sei gnädig allen, die uns feind sind, und mache sie uns freundlich gesinnt. Halte in deiner Gnade alle, die sich unserem Gebet befohlen haben und die du gar wohl kennst.( Insbesondere bitten wir dich für u. s. w. Hier sind etwaige besondere Fürbitten einzuschalten.) Zuletzt aber laß dir, lieber Gott, noch besonders befohlen sein alle unsere Angehörigen in der Nähe und in der Ferne: behüte sie vor allem übel, gieb ihnen alles Gute und regiere sie mit deinem heiligen Geiste. Sei mit ihnen und uns allen heute und alle Tage, und hilf uns endlich, wenn unser Stündlein kommt, aus zum ewigen Leben. Amen. Lied Nr. 304: Herr, höre! Herr, erhöre! Allgemeine Gebete. 4. Luthers Norgensegen. Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich; wenn ich erwache, so rede ich von dir. Ps. 63, 7. Das walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist! Amen. Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem übel, auf daß dir all mein Thun und Leben gefalle. Ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Tein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Lied Nr. 291: Vater unser im Himmelreich. 5 5. Luthers Abendsegen. Herr, ich gedenke des Nachts an deinen Namen. Pf. 119, 55. Das walte Gott Vater, Sohn und heilger Geist! Amen. Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag so gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünden, wo ich Unrecht gethan und dich beleidigt habe, und mich diese Nacht auch so gnädiglich behüten. Ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Lied Nr. 386: Hinunter ist der Sonnenschein. II. Morgen- und Abendgebete auf die Tage der Woche. 6. Morgengebet am Sonntage. Eins bitte ich vom Herrn, das hätte ich gern, daß ich im Hause des Herrn bleiben möge mein Leben lang, zu schauen die schönen Gottesdienste des Herrn und seinen Tempel zu besuchen. Ps. 27, 4. Morgen- und Abendgebete. Vater des Lichts, der du das natürliche Licht dieser Welt uns scheinen läsfest, sende doch auch heute und alle Zeit das wahrhaftige Licht, Jesum Christum, in unsere Herzen und lasse ihn darin leuchten und alle Finsternis vertreiben, damit wir dich, ewiger Gott, in deinem lieben Sohne erkennen und liebgewinnen mögen. Siehe, wir sind durch die Sünde in der Finsternis der Eitelkeit dieſer Welt gefangen; darum lehre uns selber durch deinen heiligen Geist aus deinem Worte, wie wir uns zu dir bekehren und dir im Glauben gehorsam werden können. Lieber himmlischer Bater, wir danken dir im Namen Jesu Christi, daß du uns in der vergangenen Nacht vor jedem Unfall so väterlich bewahrt und gesund zu diesem Tag haft kommen lassen. 6 O getreue Liebe, laß doch mit der vergangenen Nacht auch das Gedächtnis unserer Sünden vor deinem Angesicht vergangen sein. Und weil heute der Tag der Auferstehung deines Sohnes ist, so erwecke uns vom Schlaf der Thorheit und Trägheit unserer Herzen zu einem neuen Leben in dir. Vater des Lichts und Geber aller guten und vollkommnen Gaben, gönne uns heute dein heiliges Wort und laß es unseres Herzens höchste Freude und Wonne sein. Lehre uns durch dasselbige den alten Menschen aus- und den neuen anziehen, der nach dir geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Gieb uns zu diesem Ende reichlich die Gabe deines heiligen Geistes, daß wir schnell und aufmerksam seien am heutigen Tage dein köstliches Wort zu hören, langsam aber zu reden allerlei citie Dinge und faule Geschwäße, die nicht zur Besserung dienen und nicht holdselig sind zu hören. Stärke uns, alles zu meiden, was deinen heiligen Tag entheiligt, und schenke uns sehende Augen, hörende Ohren, verständige Herzen, zu merken, wo es uns fehlt. Pflanze dein Wort selbst in uns, daß es unsere Seelen selig mache. Gieb auch allen denen, die hier und an andern Orten der ganzen Christenheit heute dein Wort verkündigen, die Gabe des heiligen Geistes, daß sie deine und nicht ihre Worte predigen, und daß sie solches thun mit fröhlichem Aufthun ihres Mundes zum Heile derer, die sie hören. Ja komme selbst mit deinem heiligen Geiste zu uns und halte deinen Sabbath und Feiertag in unsern Seelen. Morgen- und Abendgebete. 7 Laß unser Herz deinen Tempel sein, in welchem dein Geist durch wahren Glauben das Verdienst deines Sohnes uns zueigne, uns in rechter Liebe gegen dich entzünde, zu dankbarem Gehorsam führe, und wir also einen dir gefälligen Gottesdienst alle Tage verrichten. Führe uns aus Glauben in Glauben, aus Liebe in Liebe, aus Kraft in Kraft, aus Leben in Leben, aus Licht in Licht, bis an das Ende unserer Wallfahrt; bis wir würdig werden, jene Welt zu erlangen und den ewigen Sabbat mit dem Volke Gottes in den sicheren Wohnungen des Friedens zu feiern; dann wollen wir dich für alle deine Liebe und deine Wohlthaten herzlich lieben, loben und preisen ewiglich, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Lied Nr. 3: Licht vom Licht, erleuchte mich. 7. Abendgebet am Sonntage. Das ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster, des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkündigen. Ps. 92, 2, 3. Herr, allmächtiger Gott und himmlischer Vater, wir danken dir von Grund unserer Herzen für deine Güte und Wohlthat, die du uns an diesem heiligen Tag so väterlich erzeigt hast. Insbesondere sagen wir dir Lob und Dank für dein göttliches Wort, welches du uns auch heute hast verkündigen lassen, und bitten dich, du wollest uns solches allezeit rein und lauter erhalten, auch dasselbe immer weiter ausbreiten und deine Kirche mehren und gnädiglich schüßen und bewahren. Wir bitten dich auch, du treuer Gott, als deine lieben Kinder, du wollest uns bei deinem allein feligmachenden Wort bis an unser letztes Seufzen erhalten und unsre Herzen mit deinem heiligen Geist erleuchten, daß wir mögen erkennen, was gut und böse ist. Du wollest auch alle Sünden, die wir heute wissentlich oder unwissentlich gethan haben, auch die verborgenen Fehler, durch deine Barmherzigkeit uns vergeben, und in der kommenden Nacht uns eine christliche Ruhe verleihen, daß wir frisch und gesund zu deinem Lobe morgen wieder aufstehen. Hilf endlich, lieber Vater, daß wir durch deine Gnade ein neues, dir wohlgefälliges Leben anfangen 8 Morgen- und Abendgebete. zu unserer Seelen Seligkeit, in Christo Jesu, deinem lieben Sohn, unserem einigen Helfer. Amen. Lied Nr. 151: Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ. 8. Morgengebet am Montag. Der Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unserer Hände bei uns; ja das Werk unserer Hände wolle er fördern. Ps. 90, 17. D Herr! Durch deine Güte fangen wir mit diesem Morgen unsere Wochenarbeit von neuem an. Laß deshalb deine ewige Liebe und Treue, die uns mit deinem Segen bisher überschüttet hat, auch heute uns abermals aufgehen. Wer sind wir, o Gott, daß du uns bis hierher gebracht hast? Wir sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhms, den wir an dir haben sollten. Ach, so gedenke denn auch heute unser nach deiner großen Barmherzigkeit und nach deiner Verheißung, daß alle, die an deinen Sohn glauben und nach diesem Glauben leben, nicht sollen verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Verlaß uns nicht und ziehe deine Hand nicht von uns ab, Gott unser Heil! Lehre uns heute und die ganze Woche thun nach deinem Wohlgefallen; dein guter Geist führe uns auf ebner Bahn. Wir wissen nicht, was uns in dieser angefangenen Woche begegnen kann. Ach, be hüte uns vor allem übel, behüte unsere Seele und unseren Leib, unseren Eingang und Ausgang. Wehre allem Bösen, welches uns das Ziel unseres Christenlaufs verrücken könnte. Laß uns aufsehen auf Jesum, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens, damit alles, was wir thun, in dir gethan sei! Gieb zu unserer Arbeit dem Leibe Kraft und Gesundheit, dem Gemüte Ruhe und Zufriedenheit und erhalte uns den Segen, den du seither uns hast zuflichen lassen. Ernähre, versorge, beschüße uns. Gieb uns Weisheit, unsere Zeit wohl anzuwenden. Legest du uns eine Last auf, so hilf fie uns auch tragen, und laß uns allezeit erfahren, daß du ein Gott seiest, der uns von allem Üübel erlösen will. Sci mit uns und zeige uns dein Heil. Und wie alles auf dich, wartet, so segne auch heute und in dieser Woche alle dir wohlgefällige Arbeit und gieb, daß ein jeder sich Morgen- und Abendgebete. 9 redlich nähre und mit gutem Gewissen vor dir wandle. Ja denke an uns und segne uns! Segne, die dich lieben, beide, Große und Kleine! Segne uns je mehr und mehr um deines lieben Sohnes Jesu Christi willen. Amen. Lied Nr. 365: Aus meines Herzens Grunde. 9. Abendgebet am Montag. Ich liege und schlafe ganz in Frieden; denn du allein, Herr, hilfst mir, daß ich sicher wohne. Ps. 4, 9. Ich lobe und preise deinen heiligen Namen, ewiger Gott, daß du mich erhört und mein Gebet nicht verschmäht hast, das ich heute in der Morgenstunde vor dein heiliges Angesicht gebracht habe. Ich preise dich mit Herz und Mund nach dem Maße deiner Gnade, die du mir dazu darreichest, beides für die erkannten und unerkannten Wohlthaten, die ich heute wieder von dir empfangen habe. Ich preise dich auch für das Kreuz, welches du mir, als einem Jünger Jesu, täglich auflegst, um meine Seele von den Lüsten dieser Welt zu entwöhnen und zu dir zu ziehen. So nimm mich denn jetzt zur Ruhe, lieber Vater! Ich lege mich in deine Arme, in gläubigem Vertrauen auf deine Gnade. Schließe du mir mit deiner segnenden Vaterhand die Augen zu und bleibe indessen vereinigt mit meinem Geiste. Behüte gnädiglich meinen Leib und meine Seele und alles, was du mir gegeben haft. Behüte insbesondere auch alle meine Lieben und laß sie niemand aus deiner Hand reißen. Erbarme dich aller Menschen in der Welt, vornehmlich meiner Mitbrüder und Mitschwestern in Christo Jesu, und laß sie auch einer Frucht aus meinem armen Gebet teilhaftig werden. An dem morgenden Tag aber öffne wieder meine Augen und erfülle meinen Mund aufs neue mit deinem Lobe, damit ich so lange dich preise und dir zur Ehre lebe, bis mein Abend dieses zeitlichen Lebens herankommt, du meinen Leib ins Grab zur Ruhe legst und mich aufweckst zum großen Freudentag deiner Kinder, da meine Sonne ewiglich nicht untergehen wird, sondern ich immerdar in Wahrheit und Klarheit vor dir leben werde! Amen. Lied Nr. 300: Ach, Gott, verlaß mich nicht. Morgen- und Abendgebete. dur 10. Morgengebet am Dienstag. Bei dir ist die lebendige Quelle und in deinem Licht sehen wir das Licht. Breite deine Güte aus über die, die dich kennen, und deine Gerechtigkeit über die Frommen. Pf. 36, 10, 11. 10 D du allmächtiger Gott und Vater des Lichts, der du wohnest in einem Lichte, da niemand zukommen kann, der du aus der Finsternis den Morgen machst und die Sonne dem Tage zum Lichte giebst, dir bringe ich das frühe Dankopfer meines Mundes dar, weil du mich das Sonnenlicht nach der Finsternis wieder hast erblicken und den Tag gesund antreten lassen. Ach, Herr, laß mit dem Tageslicht mir und den Meinen, allen Christen und allen Menschen, meinen Freunden und denen, die mir feind sind, auch deine Gnade neu aufgehen. Gieb allenthalben neues Licht, neue Freudigkeit, neues Leben und neue Seligkeit! Laß mein Glück und meine Wohlfahrt hervor brechen, wie die schöne Morgenröte, und wenn ich in Finsternis und Schatten des Todes wandle, so sei du mein Licht. Herr Jesu Christe, du Sonne der Gerechtigkeit, gehe auf mit deiner Gnade in meinem Herzen. Erleuchte, erwärme und erfreue dasselbe. Lehre mich denken an dein Gericht, bewahre mich vor den Werken der Finsternis, laß mich in deinem Lichte wandeln, dir folgen, immer frommer werden und dereinst gelangen zu deiner himmlischen Klarheit um deines Verdienstes willen. Amen. Lied Nr. 373: Hüter, wird die Nacht der Sünden. 11. Abendgebet am Dienstag. Gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht; denn vor dir ist fein Lebendiger gerecht. B₁. 143, 2. Herr, du Hüter Israels, der du weder schläfst noch schlummerst, gedenke unser und wache über uns mit deinem Vaterauge auch in dieser Nacht. Deine Hand decke alles, was da lebet! Erhöre in dieser Abendzeit, o barmherziger Vater, aller frommen Christen Abbaruf. Schone nach deiner großen Güte derer, die heute wider dich ge fündigt haben. Laß niemand unter uns deiner Gerichte Morgen- und Abendgebete. 11 vergessen und daß wir offenbar werden müssen vor dem Richterstuhl Christi, auf daß ein jeglicher empfange, nach dem er gehandelt hat bei Leibes Leben, es sei gut oder böse. Laß uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden; denn es ist uns gesetzt einmal zu sterben und dann das Gericht! Gieb, daß alle, die heute uneins mit einander geworden sind, die Sonne nicht über ihrem Zorn untergehen lassen. Ach, erbarme dich auch derer, die ohne Andacht und Gebet sich niederlegen. Erquické mit sanfter Ruhe alle Menschen, welche diesen Tag über müde geworden sind. Stärke die, welche aus Not auch in dieser Nacht arbeiten müssen. Hilf den Reisenden zurecht, die jetzt noch auf der Straße wallen. Schaffe denen ihr Unterkommen, welche heute keine Herberge fanden. Labe, die sich hungrig niederlegen müssen. Wache selbst über den Kranken, pflege der Kinder und Säuglinge, kürze die Zeit denen, die nicht schlafen können, und stehe mit deinem Trost allen Notleidenden bei, die heute eine elende Nacht haben werden.- Behüte unsere ganze Gemeinde in dieser Nacht vor Lärm und Aufruhr, vor Not und Gewalt, vor Feuers- und Wassersgefahr, vor Mord und Totschlag, vor allem Schaden und Unglück. Hilf, daß alle, die für uns wachen, treulich auf ihrer Hut stehen, und erhalte einem jeden das Seine in Ruhe und Frieden, bis wir endlich aus der Finsternis dieser Welt kommen zu deinem ewigen Licht! Amen. Lied Nr. 296: D Gott, du frommer Gott. - 12. Morgengebet am Mittwoch. Herr, lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn. ₁. 143, 10. Lieber himmlischer Vater, durch deine Gnade bin ich wieder in die Mitte einer Woche eingetreten und preiſe dafür deinen heiligen Namen. Deine Güte ists, daß wir nicht gar aus sind, deine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen über uns neu, und deine Trene ist groß. So laß auch an diesem neuen Morgen und immerdar das rechte göttliche, geistliche und 16 Morgen- und Abendgebete. himmlische Leben, das aus dir ist, durch den Geist der Gnade in mir neu werden, damit nicht ich lebe, sondern Christus in mir. Dir ergebe ich mich aufs neue, o Vater; mache mit mir, was dir wohlgefällt. Reinige, läutere und bewähre mich, daß ich ein rechtschaffener Christ sei; denn ich begehre keine Ehre, als deine Kindschaft keinen Reichtum, als die Gerechtigkeit Chrifti, feine Freude, als die gnadenreiche Einwohnung deines heiligen Geistes. Für meine leibliche Notdurft wirst du wohl sorgen; denn du hast gesagt: ich will dich nicht verlassen noch versäumen. Doch bewahre mich vor Müßiggang nnd laß mich arbeiten, nicht aus Geiz, sondern weil es dein Wille ist, und aus herzlicher Liebe gegen meinen Nächsten. Laß deine Barmherzigkeit sich ausbreiten über alle Menschen und deine Güte über alle deine Geschöpfe. Gedenke deiner Kinder, die dich kennen und in der Einigkeit des Geistes verbunden sind, als lebendige Glieder an ihrem hochgelobten Haupte, Jesu Christo. Laß unser aller Gebet Ein Gebet sein vor dir durch Christum, in welchem du uns dir selbst angenehm gemacht hast. Sei du eine ewige Vergeltung denen, die mir Liebe beweisen. Meine Beleidiger siehe mit erbarmendem Auge an und vergieb ihnen, gleichwie ich ihnen von Herzen vergebe. Alle meine Anverwandten lege ich in deine Liebesarme. Kirchen und Schulen, Obrigkeiten und Unterthanen befehle ich dir, mein Gott. Ach, siehe an das Sündenelend in allen Ständen; mache dich auf und hilf uns, daß deine Ehre gerettet und des gottlosen Wesens ein Ende werde. Hilf den Armen und Elenden, die zu dir schreien. Herr, mein Gott, verschmähe mein Gebet nicht, sondern erhöre mich um Jesu Christi willen! Amen. Lied Nr. 111: 3euch ein zu deinen Thoren. 12 13. Abendgebet am Mittwoch. Gott, höre mein Gebet und verbirg dich nicht vor meinem Flehen; merke auf mich und erhöre mich. Pf. 55, 1, 2. Barmherziger Gott, lieber himmlischer Vater! Ich sage dir Lob und Dank für alles Gute, das du mir in meinem bisherigen Leben erwiesen hast, für allen Segen, Morgen- und Abendgebete. mit welchem du mich im Leiblichen, wie im Geistlichen gekrönt, für alle Hilfe und allen Beistand, den du mich immer wieder erfahren, und alle Rettungen, welche du mir ohne mein Verdienst und Würdigkeit hast zu teil werden lassen. Insbesondere danke ich dir von ganzem Herzen für deine Gnade und Wohlthat, die du mir, o Gott, an dem vergangenen Tage erzeigt, für die Freude, die du mir geschenkt, für den Schutz gegen alle übel des Leibes und der Seele, den du mir gewährt, und für die Langmut und Geduld, womit du meine Fehler getragen hast. Ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die du an mir gethan hast, und bitte dich mit herzlicher Reue um Vergebung alles Bösen, das ich begangen und womit ich bis heute und auch diesen Tag deine Gnade mißbraucht habe. Herr, gehe nicht ins Gericht mit mir, sondern erbarme dich mein, und laß deine Güte und Treue mich auch diese Nacht und ferner behüten. In deine Hand befehle ich meinen Leib und meine Seele, mein Gut und Vermögen, mein Wachen und Schlafen, mein Leben und Sterben. Decke mich mit deinem Schilde und bewahre mich vor allem übel und vor aller Gefahr. Laß mich morgen wieder fröhlich erwachen, damit ich aufs neue dir die Opfer meines Dankes bringe und meinen Christenlauf zu deinem Preise fortsete. Und wenn einst die Nacht auch für mich kommt, da niemand mehr wirken kann, dann reiche mir deine allmächtige Hand und nimm mich auf zu dir in dein himmlisches Reich. Amen. Lied Nr. 298: Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig. 14. Morgengebet am Donnerstag. Herr, höre meine Worte, merke auf meine Rede, vernimm mein Schreien, mein König und mein Gott, denn ich will vor dir beten! Herr, frühe wollest du meine Stimme hören, frühe will ich mich zu dir schicken. Pf. 5, 2-4. 13 O allmächtiger, starker und gewaltiger Gott, lieber himmlischer Vater, der du uns bis auf diese Stunde lebendig erhalten hast, wir kommen vor dein heiliges Angesicht an diesem Morgen und preisen dich um alle deine RETIFIEST 14 Morgen- und Abendgebete. Barmherzigkeit, die du wiederum in dieser Nacht an uns erwiesen hast. Du hast uns sicher ruhen lassen, unseren Leib und alle unsere Kräfte neu erquickt und uns fröhlich gemacht im Anschauen deines freundlichen Lichtes. Du, unser Gott und Herr, erforschest und kennest uns; du siehest auf unsere geheimsten Gedanken; wir aber müssen mit herzlichem Leid bekennen, daß wir nicht also vor dir wandeln, wie sichs gebührt, und des Ruhmes mangeln, den wir vor dir haben sollten. Wir fündigen oft und werden übereilt von unfrem eignen Fleisch und Blut. Es ist uns leid, ja es ist uns leid, daß wir dich so oft versuchen. Ach, Vater, vergieb uns doch um deines Namens willen unsere übertretungen! Gedenke der Fürbitte deines Sohnes, unseres gekreuzigten Heilands, und nimm uns wieder zu Gnaden an. Du bist ja unser Vater; von Ewigkeit her ist das dein Name. Dein heiliger Geist regiere uns zu allem Guten. Siehe, o Herr, unseren Leib und unsere Seele und alles, was uns deine Gnadenhand gegeben hat, befehlen wir in deine treuen Vaterhände. Sei du unser und aller Menschen, die dich erkennen und fürchten, Licht und Heil. Sei mit uns in all unserem Thun; gieb, daß wir mit aller Treue warten des Berufes, in den du uns gesetzt hast. Laß alles wohlgelingen; laß uns auch heute unser täglich Brot nach deiner Zusage von deiner Hand mit Danksagung empfangen. Ach, Herr, bewahre unsere Zunge und alle unsere Glieder vor dem Bösen. Laß uns diesen Tag in deiner Furcht zu bringen, dir zur Ehre und uns zur Seligkeit, um Jesu Christi, unseres Heilands willen. Amen. Lied Nr. 369: Wach auf, mein Herz, und singe. 15. Abendgebet am Donnerstag. Behüte mich, wie einen Augapfel im Auge; beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel. Ps. 17, 8. Lieber, barmherziger Gott und Vater! Wir kommen vor dein Angesicht, um dir zu danken, daß du uns auch diesen Tag wieder durch deinen Schutz vor Schaden und Gefahr gnädiglich behütet hast. Wir sind nicht wert aller der Güte und Trene, die du auch heute wieder an uns Morgen- und Abendgebete. gethan haft. So du, Herr, wolltest Sünde zurechnen, wer wird bestehen? Aber du bist langmütig und freunds lich und läsfest dich gnädig finden denen, die dich suchen. Darum bitten wir dich, du wollest uns alle Sünden vergeben, welche wir in Gedanken, Worten und Werken begangen haben, und uns auch jetzt in dieser Nacht und alle Zeit unseres Lebens vor aller Gefahr und allem Schaden des Leibes und der Seele gnädiglich beschirmen. Zu dir steht unsre Hoffnung; denn du bist unser Gott, der Hort, auf den wir bauen. Darum laß deine Augen offen stehen über uns und decke uns mit deinem Schilde. Laß uns heute in Frieden entschlafen und morgen fröhlich zu deinem Preise wieder erwachen. Führe uns durch Nacht zum Licht, bis endlich der letzte Tag unseres Lebens kommt und ein Tag anbricht, der kein Ende nimmt; dann führe uns gnädig in die ewigen Hütten. Amen. Lied Nr. 396: Hirte deiner Schafe. 15 16. Morgengebet am Freitag. Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Wasche mich wohl von meiner Missethat und reinige mich von meiner Sünde; denn ich erkenne meine Missethat, und meine Sünde ist immer vor mir. Ps. 51, 3-5. Gnädiger und liebreicher Gott! Ich erhebe in dieser Morgenstunde mein Herz und meine Hände auf zu dem Thron deiner göttlichen Majestät, von welchem mir Zeit meines Lebens und auch wieder in der vergangenen Nacht so viele Wohlthaten zugeflossen sind. Du bist in derselben meine Stärke und meine Burg, mein Schuß und Schirm gewesen. Mitten in der Finsternis hast du an mich gedacht und, da mich die dunkeln Schatten umgaben, mir Leib und Seele vor Gefahr und Schaden bewahrt. Darum danke ich dir und preise deinen heiligen Namen; du hast Großes an mir gethan, des bin ich fröhlich. Sei, o liebreicher Gott, auch heute mein Beistand, leite mich nach deinem Rat und nimm mich endlich mit Ehren an. Gieb mir heute und allezeit ein, was ich reden soll, daß ich nichts übles rede; lehre mich, was ich thun soll, daß ich nichts Böses thue. Laß deines Geistes Zucht an mein 16 Morgen- und Abendgebete. Herz Clopfen, wenn meine Gedanken sich von dir verirren wollen. Und da der heutige Tag ein Gedenktag des Leidens und Sterbens meines Herrn und Heilands ist, so stelle sein Kreuz vor meine Augen, damit ich schaue, was er für mich gelitten hat, und alle Lust meines Herzens zur Sünde erlösche. Laß mir diesen Freitag einen rechten Freiheitstag von allem Bösen werden und einen Wegweiser zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Gedenke auch im Leiblichen an mich und segne mich; laß mich aber auch alles Irdische als ein vergängliches Gut ansehen, daß ich meine Seele nicht daran hänge, sondern nach dem Ewigen trachte. Wenn ich arbeite, so stärke mich; wenn ich bete, so erhöre mich; wenn ich ausgehe, so begleite mich; wenn ich heimkehre, so weiche nicht von mir. Umgieb mich und die Meinen mit deinem Schuße, daß wir den Abend fröhlich erleben. Halte traurige Botschaft fern und laß uns hören Freude und Wonne. Amen. Lied Nr. 62: Wenn mich mein Sünden kränken. 17. Abendgebet am Freitag. Herr, auf dich traue ich; laß mich nimmermehr zu Schanden werden; errette mich durch deine Gerechtigkeit. P₁. 31, 2. Wir danken dir, Herr, unser Gott, für die wunderbare Liebe, mit welcher du uns Unwürdige durch deinen geliebten Sohn errettet hast. Also hast du die Welt geliebt, daß du deinen Eingebornen dahin gabst, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. O unermeßliche Liebe, du gabst den Sohn dahin, um den Knecht zu erlösen und jeder Gewalt des Bösen zu entreißen. Wie sollen wir dich loben und dir Dant sagen für diese deine Barmherzigkeit? Laß dir wohlgefallen das Stammeln unseres Mundes und den kindlichen Dank unseres Herzens. Vernimm in deiner Herrlichkeit die schwachen Seufzer unserer Seelen, die wir dir darbringen für alle Erbarmungen, womit du uns in deinem Sohne, unserem Heiland, zu Hilfe kamſt. Er starb für unsere Sünden und stand auf zu unserer Gerechtigkeit und herrschet nun in Ewigkeit zu deiner Rechten und bittet für uns. Du hast ihm alle Macht Morgen- und Abendgebete. 17 gegeben, daß in seinem Namen sich unsere Knice beugen und alle Zungen bekennen sollen, daß er der Herr sei zu deiner Ehre. Gott, allmächtiger Vater, gelobet sei dein heiliger Name in Ewigkeit! O mache uns würdig, himmlischer Vater, der großen Verheißung deines Sohnes, daß wir in ihm Leben und Seligkeit haben sollen. Vollende, was du begonnen hast, und laß uns immer reichlicher zum Genusse deiner Gnade gelangen. Würdige uns tieferer Blicke in das Geheimnis deiner Erbarmungen und zerstreue alle Finsternisse unseres Herzens durch die Strahlen deines ewigen Lichtes. Stärke, kräftige, gründe uns durch die helle Erkenntnis unseres Erlösers. Siehe, wir lieben ihn, hilf uns stärker ihn lieben. Siehe, wir glauben, hilf unserem Unglauben. Amen. Lied Nr. 387: Mein schönste Zier und Kleinod bist. 18. Morgengebet am Samstag. Herr Gott, du bist unsere Zuflucht für und für. The denn die Berge worden und die Erde und die Welt geschaffen worden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Bj. 90, 2. Rühmet den Herrn, die ihr ihn fürchtet; denn er hat nicht verachtet noch verschmäht das Elend der Armen und sein Antlitz vor ihnen nicht verborgen! Ja, du erhörst das Gebet, du getreuer Gott; darum kommt alles Fleisch zu dir. Du machst fröhlich, was da lebt, beides des Morgens und des Abends. Auch in dieser Nacht haſt du uns wieder geholfen und läsfest uns heute unter deinem Schuße den Schluß einer Woche erleben. Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Darum danken wir dir für alle deine Gnade und lobsingen deinem Namen, du Höchster. Ach, gieb doch, daß wir ohne Unterlaß deiner Treue gedenken und des Morgens deine Gnade, des Nachts deine Wahrheit verkündigen. Und hilf uns, daß auch all unser Wandel dich preise und unser Thun und Lassen dich ehre. Heilige du uns zu Opfern, die dir angehören und die da lebendig, heilig, unsträflich und dir wohlgefällig sind. Dazu erwecke uns alle Morgen; wirke beständig in unseren Herzen durch deinen heiligen Geist und mache uns zu neuen Menschen, auf daß wir in dir bleiben und einen 18 Morgen- und Abendgebete. Fels des Heils haben mögen, wenn auch eine Woche um die andere dahinflieht. Es ist ja alles eitel; alles Fleisch ist wie Gras und alle Herrlichkeit des Menschen wie des Grases Blume. Das Gras verdorrt, die Blume fällt ab, du allein bleibst, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende. Darum nehmen wir unsere Zuflucht zu dir und bitten dich: sei unser allmächtiger Schutz und leite uns an deiner Hand, daß wir nicht von deinen Wegen abweichen. Hilf uns zu einem gesegneten Schlusse dieser Woche; segne uns zu ernstlicher Selbstprüfung, damit wir unsere Gedanken und Werke dieser Woche überschauen und merken, wo wir gefehlt haben, und uns demütigen vor dir. O Herr, wirke du selbst in uns eine wahre Buße an Herz und Sinn. Bereite uns zu, daß du unter uns wohnen könnest; mache uns den heutigen Tag zu einem stillen Vorsabbat unserer Seelen, damit wir morgen deinen heiligen Sabbattag im rechten Segen feiern mögen. O treuer Vater, schenke uns heute deine Hilfe unter allen Umständen und laß nichts Böses über uns herrschen. Sei uns gnädig und erfülle an uns deine Verheißung: es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von euch weichen und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen. Ja, offenbare an uns deine Treue, Vater, Sohn und heiliger Geist. Hilf, o Herr, und laß alles wohlgelingen. Erhebe dein Angesicht über uns und gieb uns deinen zeitlichen und ewigen Frieden! Amen. Lied Nr. 375: Gott, du Licht. 19. Abendgebet am Samstag. Herr, lehre mich, daß es ein Ende mit mir haben muß und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß. Siehe, meine Tage sind einer Hand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! Sie gehen daher wie ein Schatten und machen sich viel vergebliche Unruhe; sie sammeln und wissen nicht, wer es kriegen wird. Nun, Herr, wes foll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. Pf. 39, 5-8. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich! Ich lobe dich täglich und preise auch jetzt, am letzten Abend dieser Woche, deinen heiligen Morgen- und Abendgebete. 19 Namen. Denn wer bin ich, Herr, und was ist mein Haus, daß du mich bis hierher gebracht hast? Du hast in dieser Woche nicht mit mir gehandelt nach meinen Sünden und mir nicht vergolten nach meiner Missethat, hast mir Leben und Wohlthat erzeigt und durch dein Aufsehen meinen Odem bewahrt; des Tages bin ich unter deinem Schatten gesessen und des Nachts durfte ich unter deinem Schirm ruhen. Du warst und bist meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich traue. Darum danke ich dir von Grund meines Herzens, und wenn du auch mich und die Meinen mit allerlei Leiden dieser Welt heimsuchst, so lobe ich doch deine Güte, die durch Trübsal uns in dein Reich führen will. Ach, vergieb mir um Jesu Christi willen meine Sünden, welche ich wider dich, meinen Nächsten und mich selbst in dieser Woche begangen habe. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz durch das Blut deines Sohnes und einen neuen Geist durch deinen heiligen Geist. Und wie du aus Gnaden mir meine Sünden erläsfest, so neige auch mein Herz, daß ich denen vergebe, die sich wider mich verfündigt haben. Ich weiß ja nicht, ob du nicht mit dem Ende dieser Woche und in dieser Nacht mich aus dem zeitlichen Leben abrufst. Darum laß mich weder in der Sünde des Zornes und der Unversöhnlichkeit, noch sonst in einem Laster sterben oder verderben, sondern in Jesu Christo, meinem Heiland, erfunden werden. Herr, du bist unsre Zuflucht für und für! Sei mit mir, mit den Meinen, mit allen Menschen, schüße und schirme sie und laß sie immerdar deine Wege gehen. Durch deine Kraft bereite alle, die nach dir fragen und dein Heil lieb haben, daß ein jeder das Werk, das du ihm befohlen hast, von Tag zu Tag treulich ausrichte und am Ende seines Lebens mit Freuden vollendet habe, damit das Ende, es komme heut oder morgen, eine Befreiung von dem Dienst des vergänglichen Wesens und ein Anfang der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes in jener Welt set. Bereite uns zum ewigen Sabbat, da nicht Leid noch Geschrei noch Schmerz mehr ist, sondern Freude in Fülle und liebliches Wesen zu deiner Rechten. Das thue, lieber. Vater, um Jesu Christi, deines Sohnes, willen. Amen. Lied Nr. 402: Gott Lob, ein Schritt zur Ewigkeit. Festgebete. III. Festgebete. 20. Auf Weihnachten. Laß dir wohlgefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens vor dir, Herr, mein Hort und mein Erlöser. Pf. 19, 15. 20 Ewiger und allmächtiger Gott, du hast also die Welt geliebt, daß du deinen eingeborenen Sohn sandtest, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Wir danken dir dafür von Grund unserer Herzen und loben deine große Barmherzigkeit, daß uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe, dein Sohn Jesus Christus, und unser Fleisch und Blut angenommen, damit er durch sein Leben unser Leben heilige und durch seinen Tod dem Tode die Macht nähme und Leben und unvergängliches Wesen an das Licht bringe durch das Evangelium. Wir bitten dich herzlich, verleihe uns die Gnade, daß wir dir unser Leben lang danken und von Tag zu Tag mehr erkennen, wie uns dein Sohn gemacht ist zur Weisheit, zur Gerechtigfeit, zur Heiligung und Erlösung, daß wir alles für Schaden achten gegen die überschwengliche Erkenntnis Jesu Christi. Gieb, daß wir an ihn, unsern Heiland, aufrichtig glauben, uns ihm gänzlich ergeben, ihm willig dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit, und durch ihn deine Kinder und Miterben sein mögen deiner ewigen Herrlichkeit. Ehre sei dir in der Höhe, Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Amen. Lied Nr. 37: Ich steh an deiner Krippe hier. 21. 3um Jahreswechsel. Mein Gott, nimm mich nicht weg in der Hälfte meiner Tage. Deine Jahre währen für und für. Du hast vorhin die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk. Sie werden vergehen, aber du bleibest. Sie werden alle veralten, wie ein Gewand; sie werden verwandelt, wie ein Kleid, wenn du sie ver Festgebete. 21 wandeln wirst. Du aber bleibest, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende. Pf. 102, 25-28. Allmächtiger, ewiger Gott, barmherziger Vater, wir haben jetzt abermals ein Jahr unserer Pilgerschaft auf Erden zu Ende gebracht und fangen in deinem Namen ein neues an. Ach, Herr und Gott, wie groß ist deine Gnade, die du uns seither erzeigt hast, da wir doch durch unsere Sünden so viel Strafen verdient hätten. Wir rühmen und preisen deine große Barmherzigkeit und danken dir für alle deine Güte und Trene. Wir bitten dich aber auch durch deinen Sohn, unsern Heiland, gehe nicht mit uns ins Gericht und vergilt uns nicht nach unserer Missethat, sondern vergieb uns unsere Sünden und führe uns auf deinen Wegen. Regiere uns, daß wir keine alte Unreinigkeit in das neue Jahr bringen, sondern den alten Menschen aus- und den neuen anziehen, der nach dir geschaffen ist. Fange an, o Vater, uns aufs neue zu segnen. Gieb uns rechten Mut, rechten Glauben und rechte Werke. Nimm von uns alles Herzeleid, und weil wir im künftigen Jahre, wie in unserer ganzen Lebenszeit, vor allem deines Schußes bedürftig sind, so halte deine Gnadenhand väterlich über uns. Getreuer Gott, erhöre unser Gebet und erbarme dich aller Menschen; erhalte uns dein reines Wort, heilige alle Lehrer und Prediger; erbaue Kirchen und Schulen. Behüte uns vor falscher Lehre. Stärke alle Regenten, fördere jeden guten Rat und jede gute That. Segne Väter und Mütter, regiere Kinder und Gesinde. Bewahre uns vor Krieg und Blutvergießen, vor Feuers- und Wassersnot, vor Teurung und Krankheiten. Kröne das Jahr mit deinem Gut; gieb Frieden im Lande, unseren Herzen Frieden, unserem Leibe Gesundheit. Segne unsere Nahrung und fördere das Werk unserer Hände. Bekehre die Sünder, stärke die Frommen, bringe zurecht die Irrenden, erleuchte unsere Feinde, wehre allen Verfolgern, schüßze Witwen und Waisen, versorge die Armen, tröste die Elenden, errette die Bedrängten, pflege die Kranken, sei bei den Sterbenden, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unseren Heiland und Erlöser. Amen. Lied Nr. 48: Nun laßt uns gehn und treten. 16* Festgebete. 22. Auf Charfreitag. Der Gerechte muß viel leiden, aber der Herr hilft ihm aus dem allen. Ps. 34, 20. 22 Herr Gott, heiliger, barmherziger Vater, der du kein Gefallen hast an unserem Tode, sondern willst, daß wir uns bekehren und leben: in tiefer Demut preisen wir deine Gnade, daß du deines eingeborenen Sohnes nicht verschont, sondern ihn für uns alle dahingegeben hast zum Opfer und Lösegeld für unsere Sünden. Herr Jesus Christus, du Mittler des neuen Bundes, demütige uns heute durch den Anblick deines Leidens und Sterbens. Wir, wir haben dir Mühe und Arbeit gemacht mit unseren Sünden, und um unserer Missethat willen bist du verwundet. O laß es uns nie vergessen, wie schwer die Strafe auf dir lag, damit wir Friede hätten für unsere Seelen. Treuer Heiland und Versöhner! Du hast das große Werk unserer Erlösung vollbracht. O laß dein Sterben unser Leben, deine Gerechtigkeit unser Heil, deinen Todeskampf unsern Sieg und ewigen Frieden werden. Ergreife uns mit der Hand deines heiligen Geistes und versetze uns in die Gemeinschaft deines Lebens, daß von heute an unser alter Mensch samt dir gekreuzigt und begraben werde in den Tod, und wir zu einem neuen Leben mit dir auferstehen. Entzünde unsere Herzen durch die Liebe, damit du uns geliebt hast bis in den Tod, daß wir dich wiederum lieben mit rechter Inbrunst des Geistes und dir dein Kreuz nachtragen im Glauben und in Geduld. Herr Jesu, wie du selbst deinen Geist befohlen hast in die Hände deines himmlischen Vaters, ſo befehlen auch wir im festen Vertrauen auf die Kraft deiner Erlösung unsern Geist ganz samt Seele und Leib in deine allmächtige Hand. Laß, Herr, das Wort vom Kreuz eine Gotteskraft und Friedensbotschaft werden bei allen Menschen und unter allen Völkern, damit auch die, welche noch ferne stehen, erlöst werden von ihren Sünden und samt uns deine Gnade und Herrlichkeit rühmen. Denn du, Herr, hast uns erkauft mit deinem Blute; du bist würdig zu nehmen Breis und Ehre und Kraft und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 63: D Haupt voll Blut und Wunden. - Festgebete. 23. Auf Offern. Alles, was Odem hat, lobe den Herrn! Ps. 150, 6. Wir loben und preisen dich, allbarmherziger Gott, und danken dir von Herzen, daß du deinen Sohn, Jeſum Christum, den großen Hirten der Schafe, ausgeführt hast von den Toten und ihm die Herrlichkeit gegeben, welche er hatte, ehe denn die Welt war. Und dir, du großer Siegesfürst, sei ewig Ehre und Preis gebracht für deine unaussprechliche Liebe und den Segen deiner Auferstehung. Stärke und mehre nun unseren schwachen Glauben, daß wir gewiß werden, du seiest um unserer Sünden willen gestorben und unt unserer Gerechtigkeit willen auferweckt. Wirke in uns durch deine Gnade, daß wir die Frucht und Kraft deiner herrlichen Auferstehung recht an unſeren Seelen fühlen und den beständigen Trost empfinden, daß weder Tod noch Hölle uns schrecken können. Erwecke uns durch deinen Geist zu einem neuen Leben in dir und stärke uns, die Lüste des Fleisches zu besiegen und die Werke des Geistes zu vollbringen. Erhalte uns und unseren Nachkommen die Predigt von deiner Auferstehung. Sei mit allen, die für dein Reich arbeiten, damit das Reich dieser Welt seine Macht verliere auf Erden. Kehre ein mit dem Segen deiner Auferstehung in alle Häuser und gieb, daß in unserem Lande Ehre wohne, Güte und Trene einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen. Komme zu Hilfe deiner bedrängten Kirche und erwecke auch sie zu neuem Leben und neuer Kraft; gieb ihr Sieg gegen ihre Feinde. Tröste mit deiner Osterbotschaft alle betrübten Herzen und errette alle, die in Not und Gefahr sind. Beschere uns durch die Kraft deiner Auferstehung einen seligen Heimgang zu deinem und unſerem Vater und gieb, daß wir an jenem Tage fröhlich von den Toten auferstehen und mit dir in himmlischer Freude und Herrlichkeit ewig leben mögen. Amen. Lied Nr. 86: überwinder, nimm die Palmen. 23 24. Auf Simmelfahrt. Du bist in die Höhe gefahren und hast das Gefängnis gefangen; du hast Gaben empfangen für die Menschen, auch die Abtrünnigen. Gott legt uns eine Last Gelobet sei der Herr täglich! auf, aber er hilft uns auch. 24 Festgebete. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet. Pf. 68, 19-21. Allmächtiger Gott, Vater unseres Herrn Jesu Christi, ich sage dir von Herzen Dank für deine große Gnade, die du uns armen Sündern erzeigt hast durch deinen Sohn, unseren Herrn, welcher auferstanden ist von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sibet zu deiner Rechten und vertritt uns. Ich bitte dich, du wollest auch mich erwecken aus dem Grabe aller Sünden und zu dir hinauf ziehen, daß ich allein Lust, Liebe und Verlangen habe nach den himmlischen Gütern. Laß meinen Leib auf Erden leben und seines Berufes warten, mein Herz aber, Gcdanken und Sinne laß bei dir im Himmel sein. Behüte und bewahre mich vor Sünden und allem übel, erhalte mich in deiner wahren Erkenntnis, so lange ich noch hier auf Erden zu leben habe, bis ich einst ganz zu dir komme, dich von Angesicht zu Angesicht sehe und ewig bei dir bleibe in deiner Herrlichkeit. Amen. Lied Nr. 96: Auf Christi Himmelfahrt allein. 25. Auf Pfingsten. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gieb mir einen neuen, gewissen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Tröste mich wieder mit deiner Hilfe, und der freudige Geist enthalte mich. Pf. 51, 12-14. O Gott, der du die Herzen deiner Gläubigen so gnädig und reichlich mit deinem heiligen Geist am heiligen Pfingstfest besucht und begabt hast: ach, gieße diesen deinen Geist auch über unsere dürren, verschmachteten Her zen aus; erquicke doch dein Erbteil und labe die Elenden. Komm, o heiliger Geist, und ziere uns mit deinen so vielfältigen Gaben, daß wir die großen Thaten Gottes, welche durch Jesum Christum geschehen, wahrhaftig er kennen und preisen und mit neuen Zungen dein Wort reden, rühmen und ausbreiten. Komme in deiner Fülle in die Kirche, welche durch dich gegründet ist, und laß sie immerdar deine Wohnung sein. Entzünde uns mit dem Feuer deiner göttlichen Liebe, brenne aus alle innerliche Festgebete. 25 Bosheit, samt allen anderen fleischlichen Lüften und Be gierden. Zünde an das Licht deiner Wahrheit, daß wir inbrünstig mit rechtem Ernst und Eifer unserem Gotte dienen. O du Geist des Friedens, verbinde unsere Herzen mit deinem Bande des Friedens, daß wir in Sanftmut und Demut, in Friede und Einigkeit bei einander bleiben und leben. D du Geist der Geduld, gieb uns Geduld in Leidenszeit und bis ans Ende Beständigkeit. O du Geist des Gebets, erwecke unsere Herzen, damit wir sie samt heiligen Händen zu Gott erheben und ihn in allen Nöten anrufen. Und da wir nicht wissen, was wir bitten sollen, noch wie es sich gebührt, so vertritt du uns mit unaussprechlichem Seufzen. Sei unser Schutz in der Not, unsere Hilfe in Trübsal, unser Trost in aller Widerwärtigkeit. Komm, du starker Gott, und stärke die Schwachen, lehre die Elenden deinen Weg, hilf den Gefallenen auf, bringe die Irrenden zurecht und erhalte sie bei deiner treuen Hand. Komm, o du ewiges Licht, sei unser Licht im Finstern, unser Heil im Leben, unser Trost im Sterben und führ uns auf ebner Bahn zum ewigen Leben, damit wir dich, heiliger Geist, samt dem Vater und dem Sohne mit allen Engeln und Auserwählten dort in deinem Reiche am rechten Pfingsttag rühmen und preisen immer und ewiglich. Amen. Lied Nr. 110: O heilger Geist, kehr bei uns ein. 26. Am Buktage. Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir. Herr, höre meine Stimme, laß deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens. So du willst, Herr, Sünde zurechnen: Herr, wer wird bestehen? Denn bei dir ist Vergebung, daß man dich fürchte. Ps. 130, 1-3. Herr der Welten, Richter der Seelen, Vater in Christo! Heute bekennen wir dir unsere Sünden, und ein Volk von vielen tausenden bekennt sie dir mit uns. Wir sind ja allzumal Sünder und mangeln des Ruhms, den wir an dir haben sollten, und wenn unsere Lippen hiervon schwiegen, so würden unsere Thaten reden. Bei dir, Herr, aber ist Gnade und Erbarmung, darum sinken wir vor dir nieder und bitten dich: Herr, gehe nicht mit uns ins 26 Festgebete. Gericht und vergilt uns nicht nach unserer Missethat. Barmherzig und gnädig bist du, geduldig und von großer Güte, und kein Wechsel des Lichts und der Finsternis ist in dir. O lege das Gefühl davon recht tief in unsere kranken, verwundeten Herzen; laß uns nicht erliegen unter der Last unserer Schuld. Siehe an unsere Trauer und unser Heimweh nach deinem Himmel. Siehe auch an unser Vertrauen auf die Gnade, die du uns angeboten hast in Christo. Um Jesu Christi willen vergieb uns unsere Sünden. Verstoße uns nicht von deinem Angesicht und laß es nicht mit uns gar aus sein, sondern wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmt, also erbarme dich auch über uns. Siche an, Herr, unseren Entschluß, der Sünde abzusterben und der Gerechtigkeit zu leben; gründe ihn, stärke ihn, vollbereite ihn, damit der Zustand unserer Seelen und unserer Werke zu deinem Preise und zu unserer Seligkeit erneuert werde. O erleuchte unsere Herzen, daß wir rechtschaffene, wahre Buße thun, alle wissentlichen, vorsätzlichen Sünden fliehen und meiden, hingegen dich und dein heiliges Wort stets vor Augen haben und durch deine Gnade dem wohlverdienten Verderben zeitlich und ewiglich entgehen mögen. Erbarme dich deines Christenvolkes und aller Völker, daß sie suchen und finden dein Heil. Weihe uns zu deinen Tempeln. Sei bei uns in all unserer Not und höre auf unser Flehen in unserer Trübsal. Das alles wollest du thun, o treuer und barmherziger Gott, um des teuern Verdienstes und der träftigen Fürbitte deines geliebten Sohnes, Jesu Christi, unseres Herrn und Heilands, willen. Amen. Lied Nr. 230: Gott, der du unsere Zuflucht bist. IV. Gebete in besonderen Lebenslagen und Verhältnissen. 27. Am Beichttage( Vorbereitung zum h. Abendmahl). a. Anleitung zur Selbstprüfung. Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz; prüfe mich und erfahre, wie ich es meine, und siehe, ob ich Gebete in besonderen Lebenslagen. 27 auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege. Pf. 139, 23-24. Erforsche und frage dich, ob du nicht immer noch: so fleischlich und weltlich gesinnt bist, so wenig frei von Leidenschaften, so voll von Regungen der bösen Lust, so unbewacht in Rücksicht auf das, was den Sinnen schmeichelt, so ergeben vielen eitlen Träumereien, so sehr geneigt zum Äußeren, so nachlässig in Rücksicht auf das Innere, so schnell aufgelegt zur Freude und Zerstreuung, so schwer zu bewegen zur Reue und Zerknirschung, so bereit zur Gemächlichkeit und Unthätigkeit, so träge zur Verleugnung deiner selbst und zur Tugendübung,- so begierig, Neues zu hören und Schönes zu sehen, so wenig bereit, das Geringe und Verachtete dir gefallen zu lassen,- so begierig zu haben, so karg im Geben, so hartnäckig im Behalten, so unvorsichtig im Reden, so unenthaltsam im Schweigen, so unordentlich im Betragen, so heftig im Handeln, so unmäßig in Speise und Trank,- so taub gegen Gottes Wort, so schnell zur Ruhe, so langsam zur Arbeit, so munter zu unnüßem Geschwätz, so schläfrig zu frommen Betrachtungen, so nachlässig im Gebet, so lau im Gottesdienst, so falt beim Abendmahl, so schnell zerstreut, so selten ganz gesammelt, so plötzlich zum Zorn bewegt, so leicht bereit, andern wehe zu thun, so streng im Tadel, so vorschnell zum Verdammen, so wenig treu den Freunden, so unversöhnlich gegen die Feinde, so fröhlich im Glück, so verzagt im Unglück,- so voll frommer Entschlüsse und so arm an guten Werken. ( DieSelbstprüfung kann auch nach den 10 Geboten geschehen.) - - - - - - - - - L - - - - - Der Mensch prüfe sich selbst und also esse er von diesem Brot und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig isset und trinket, der isset und trinket sich selber das Gericht. 1. Cor. 11, 28. 29. b. Sündenbekenntnis. Ich bekenne dir meine Sünde und verhehle dir meine Misfethat nicht. Ich sprach: ich will dem Herrn meine übertretung bekennen; da vergabst du mir die Miſsethat meiner Sünde. Pf. 32, 5. 28 Gebete in besonderen Lebenslagen. D allmächtiger Gott, barmherziger Vater! Ich armer, elender Sünder bekenne vor deinem Angesicht alle meine Missethat und Sünde, womit ich dich erzürnt und deine Strafe zeitlich und ewig wohl verdient habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr. Darum bitte ich um deiner unergründlichen Barmherzigkeit und des unschuldigen, bitteren Leidens und Sterbens deines lieben Sohnes, Jesu Christi, meines Heilands, willen, du wollest mir meine Sünden verzeihen und deinen heiligen Geist geben, daß ich durch sein Eingeben mein Leben bessere und von Herzen fromm werde. Ach, Gott, sei mir Sünder gnädig! Amen. c. Gebet um Vergebung der Sünden. Die Angst meines Herzens ist groß, führe mich aus meinen Nöten. Siehe an meinen Jammer und Elend und vergieb mir alle meine Sünden. Ps. 25, 17. 18. Mein Gott und Herr! Meine Seele ist betrübt, mein Herz voll Angst und mein Gewissen voll Traurigkeit um meiner Sünden willen. Sie gehen über mein Haupt und sind mir wie eine schwere Last. Du aber bist voll Gnade. Darum komme ich zu dir und flehe: gedente nicht meiner Sünden, gedenke aber an deine Barmherzigkeit, die von der Welt her gewesen ist. Vergieb mir um deines Sohnes willen, der gekommen ist, das Verlorene zu suchen und die Sünder selig zu machen. Hier bin ich als verlorenes Kind; nimm mich in Gnaden an und schenke mir deine Barmherzigkeit. Hilf mir meine Sünden herzlich bereuen und deine Verzeihung mit gläubigem Herzen ergreifen. Stärke mich durch deinen heiligen Geist, daß ich hinfort ein christliches und gottseliges Leben führe und dir allezeit diene in Heiligkeit und Gerechtigkeit, wie es dir wohlgefällig ist. Laß mir den Genuß des heiligen Mahles deines lieben Sohnes gereichen zur Kräftigung meines schwachen Glaubens, zur Besserung meines sündlichen Lebens und zum Pfand meiner ewigen Seligkeit. Und sollte ich wieder straucheln und fallen, dann, Herr, richte mich auf um deines heiligen Namens willen. Hilf, daß mein Leben eine stete Buße sei, daß ich mich allezeit nach deinem Wort und Willen richte, bis ich endlich in dein Gebete in besonderen Lebenslagen. 29 Reich komme, wo alle Schwachheit aufhört und keine Sünde mehr begangen wird, wo man dich anschaut und dir dient in vollkommener Liebe und Freude von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 224: Meine Seele, voller Fehle. 28. Am Abendmahlstag. a. Vor dem Abendmahl. Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele; er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. 1. 23, 1-3. Herr Jesus Christus, mein getreuer Hirte und Bischof meiner Seele, du hast gesagt: ich bin das Brot des Lebens, wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten. Siehe, ich komme zu dir und bitte dich, du selbst wollest mich recht bereiten und zum würdigen Gast deines himmlischen Mahles machen. Bewahre mich vor dem einen, daß ich unwürdig von dem heiligen Brot esse und von dem heiligen Kelche trinke und damit mir selbst eſſe und trinke das Gericht. Gieb rechte Neue über meine Sünden in mein Herz und festen Glauben an dein heiliges Verdienst zum Trost in meine Seele. Gieb mir auch einen demütigen und versöhnlichen Sinn, daß ich meinen Feinden vergebe, und tilge in mir die Wurzel aller Bitterkeit und Feindseligkeit. Pflanze in mein Gemüt herzliche Liebe und Barmherzigkeit, daß ich meinen Bruder und Nächsten, ja alle Menschen, wie mich selber in dir lieb habe. Ach, Herr, ich komme zu dir mit Sünden beladen, nimm die Last von mir; ich komme als Unreiner, reinige mich; als Blinder, erleuchte mich; als Armer, mache meine Seele reich; als Verirrter, suche mich; als VerIorener, mache mich selig. Mein himmlischer Arzt, ich bringe zu dir eine tranke Seele, heile sie; ein Herz, das Mangel hat an wahrer Gottseligkeit, Heiligkeit und Ge rechtigkeit, erfülle es mit deiner Gnade, mit deinem Geiste, deiner Liebe, deiner Demut und Sanftmut, deiner Geduld und deinem Frieden. Du wahrhaftiges Brot des 30 Gebete in besonderen Lebenslagen. Lebens, speise mich zum ewigen Leben. Nur in dir habe ich volles Genüge, darum bleibe ewig in mir und laß mich ewig in dir bleiben, wie du gesagt hast: wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der bleibt in mir und ich in ihin, und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage. Amen. Lied Nr. 202: Ich komme, Herr, und suche dich. b. Vor dem Hintritt zum Tische des Herrn. O Gott, sei mir armem Sünder gnädig; gieb deinen heiligen Geist in mein Herz, daß ich das heilige Sakrament würdiglich empfangen, meinen schwachen Glauben stärken, mein blödes Gewissen trösten, mein Leben bessern und ewig selig werden möge. Solches verleihe mir, o Gott, um Jesu Christi willen. Amen. c. Nach dem Abendmahl. Ich danke dir, Herr, mein Gott, von ganzem Herzen und ehre deinen Namen ewiglich. Pf. 86, 12. Barmherziger Gott und Vater, ich lobe und preiſe deinen heiligen Namen und danke dir für deine unaussprechliche Güte, daß du mich armen, unwürdigen Sünder mit dem Leibe und Blute deines Sohnes Jesu Christi gespeist und getränkt hast. Ach, Herr, ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und Trene, die du an mir thust. So hilf mir denn, getreuer Gott, daß an mir dieses Mahl gedeihen möge zur Stärkung meines Glaubens und zur Liebe gegen die Brüder, zum Wachstum in der Gottfeligkeit, zur Geduld im Leiden und dereinst zu einem freudigen, seligen Sterben. Mache mich brünstig im Geist, fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, laß mich anhalten am Gebet, auf daß ich die guten Vorsätze, welche ich durch deine Gnade gefaßt habe, durch deine Kraft nun auch ins Werk setzen und alle Anfechtungen der Welt und des Fleisches überwinden möge. Erhalte deine Kirche im rechten Glauben und in wahrer Einigkeit des Geistes und hilf uns allesamt aus zu deinem himmlischen Reiche, das du aufgerichtet hast durch Jesum Christum, welchem sei samt dir und dem heiligen Geiste Dank, Lob, Ehre, Preis und Herrlichkeit von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 207: O Jesu, meine Wonne. CETIFIFFE Gebete in besonderen Lebenslagen. 31 d. Gebet eines Kranken vor dem Abendmahl. Ich will zu Gott rufen, und der Herr wird mir helfen. Pf. 55, 17. Mein Herr und Heiland, der du das Seufzen der Elenden hörst und ein geängstetes und zerschlagenes Herz nicht verachtest, blicke auf mich in meiner Trübsal und Anfechtung in Gnaden herab und erquicke meine Seele, die nach deiner Erbarmung dürstet, mit himmlischem Troste. Nahe dich zu mir in deinem heiligen Mahle und stärke mich durch den Genuß deines Leibes und Blutes. Gieb mir Kraft, daß auch Krankheit und Schmerz mein Vorhaben nicht hindern, mich mit dir zu vereinigen. Lehre du selbst mich deinen Tod auf rechte Art verkündigen und an dein Leiden und Sterben, deine Marter und Bein und alles gedenken, was du für mich gethan und gelitten hast. Ich weiß, daß ich in deinem Mahle dich selbst empfange zur Versöhnung mit Gott, und bin gewiß, daß ich nicht soll verloren gehen, sondern das ewige Leben haben. Erhalte mich bei diesem beseligenden Glauben und stärke ihn durch deine Kraft. Mein Herr und mein Gott, tröste mich in meinem Leide und sei bei mir in meiner Trübsal, und hast du bestimmt, daß ich abscheiden soll von dieser Erde, so scheide nicht von mir. Stehe mir bei im letzten Kampfe und laß deinen Tod mein Leben sein. Ists aber dein gnädiger Ratschluß, daß ich noch länger ein Pilgrim sein soll in dieser argen Welt, dann reinige mir Herz und Sinn, daß ich nach deinem Wohlgefallen meine Wege gehe. Herr, wie du willst, so schicks mit mir im Leben und im Sterben. Amen. Lied Nr. 294: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. e. Gebet eines Kranken nach dem Abendmahl. Ich danke dir, Gott, denn du kannst es wohl machen, und will harren auf deinen Namen. Pf. 52, 11. O du gnädiger und getreuer Gott und Vater, ich sage dir Lob und Dank, daß du mich durch dieses heilige Mahl erquickt und gestärkt hast. Ich bitte dich um deiner armherzigkeit willen, du wollest durch diese himmlische Speise und durch diesen Trank des Lebens meine Seele Gebete in besonderen Lebenslagen. heiligen, damit ich meinen Lauf im Glauben vollende, deinem väterlichen Willen mich demütig unterwerfe und auch unter Kreuz und Trübsal deinen Namen preise. Gieb, daß ich ewig dein Eigentum bleibe, und daß weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Leben noch Tod mich scheiden möge von deiner Liebe in Christo. Amen. Lied Nr. 295: Laß mich dein sein und bleiben. 32 29. Gebete in Krankheit. a. Herr, sei mir gnädig, heile meine Seele, denn ich habe an dir gesündigt. Ps. 41, 5. Es hat dir gefallen, mein Schöpfer und Vater, mich mit Krankheit heimzusuchen. Meine Kraft hat mich ver lassen, mein Odem ist schwach, meine Heiterkeit dahin; Mattigkeit und Schmerzen haben meine Glieder befallen, und mein natürliches Leben ist dem Grabe nahe. Allmächtiger, der du gesagt haft: Ich bin der Herr, dein Gott", zu dir nehme ich meine Zuflucht, auf dich setze ich auch in dieser Prüfung mein Vertrauen. Vor allen Dingen bitte ich dich, daß du dich gnädig meiner Seele annehmen, mir um Christi willen meine Sünden vergeben und mir Hoffnung und Glaubensfreudigkeit im Tode schenken wollest. Laß die Krankheit meines Leibes zur Gesundheit meiner Seele gereichen, daß das Gefühl meiner Schwachheit den Glauben an dich stärke und meine Buße aufrichtiger und ernsthaft mache. Sei mir freundlich, mein Gott, in diesem Leiden, und laß die Gebeine, die du zerschlagen hast, wieder Freude und Wonne fühlen; denn ich habe niemand im Himmel und auf Erden, der mir helfen, mich stärken und beruhigen könnte, als dich, den treuen Helfer in aller Not. O mein Vater, du hast mir eine Last aufgelegt, hilf sie mir auch tragen; lindere meine Schmerzen; erquicke meine matte Seele mit deinem himmlischen Troste; schenke mir christliche Geduld und Gelassenheit; läutere meinen Glauben in der Hitze der Trübsal und segne den Gebrauch der Arzneimittel zur Wiederherstellung meiner verlorenen Gesundheit. Herr, Gebete in besonderen Lebenslagen. 33 du Allmächtiger, bei dir ist kein Ding unmöglich; wenn du willst, kannst du mich wieder gesund machen. Bin ich noch nicht bereit zum Sterben, noch nicht reif für die Ewigkeit, o so verlängere noch meine Gnadenzeit. Reiß mich nicht weg aus dem Lande der Lebendigen, sondern stärke mich noch ferner durch deinen Geist, daß ich künftig als ein fruchtbarer Baum dir wohlgefällige Früchte bringen möge. Ja, Herr, ich gelobe es, daß ich mit Leib und Seele mich dir heiligen will, wenn du mich wieder auffommen läsfest. Sollte aber in deinem heiligen Rat mein Ende beschlossen sein, so bitte ich dich flehentlich um die Gnade, selig sterben zu dürfen. Ach, nur selig, welchen Ausgang auch die Krankheit nehmen wird; sie mag zum Leben oder zum Tode sein, laß sie nur zu deiner Ehre und zu meinem wahren Besten dienen. Vater, nicht mein, sondern dein Wille geschehe. Herr, dir lebe ich; Herr, dir sterbe ich; Herr, dein bin ich tot und lebendig. Amen. Lied Nr. 293: Auf dich hab ich gehoffet. b. Die Angst meines Herzens ist groß; führe mich aus meinen Nöten. Pf. 25, 17. Du frommer und getreuer Gott und Vater unseres Herrn Jesu Christi, ich bitte dich von Herzen, du wollest mich in meiner Not nicht verlassen, sondern mit dem Licht deiner wahren Erkenntnis erleuchten, daß ich in demselben aus der Finsternis dieser Welt und meiner schweren Krankheit zu dir, dem ewigen Lichte, möge wandeln. O Herr, sei du bei mir, wenn ich sterben soll; stehe du mir zur rechten Hand, wenn ich meinen Geist auf geben muß; errette mich aus der Hand des Feindes unserer Seelen, tröste und stärke mich, erhalte mich in deiner Erkennt nis und im festen, starken Vertrauen auf deine große Gnade und Barmherzigkeit. Ach, Herr, laß das letzte Wort deines lieben Sohnes am Stamme des Kreuzes auch mein letztes Wort sein, daß ich mit gläubiger Zuversicht im Herzen sagen darf: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist; denn du hast mich erlöset, du getreuer Gott. Und wenn ich aus Schwachheit und Größe meiner Krankheit solches 34 Gebete in besonderen Lebenslagen nicht mehr könnte mit dem Munde reden, so laß doch mein Herz also in der Stille zu dir rufen und seufzen. Amen. Lied Nr. 439: Christus, der ist mein Leben. c. Morgengebet eines Kranten. Ich komme frühe und schreic; auf dein Wort hoffe ich. Pf. 119, 17. ET/ FIFAL Herr, du Vater des Lebens, dessen Güte alle Morgen neu ist, sei gelobt und gepriesen, daß du mich armen Kranken in dieser Nacht so gnädig bewahrt und erhalten hast. Noch kann ich das Licht schauen im Lande der Lebendigen und deine über mich erneuerte Güte preisen. Sollte aber dieser Tag mein letzter auf Erden ſein, ach, so bewahre doch in meinem Herzen das Licht des Glaubens und laß Jesum Christum, das ewige Licht, mit seiner Gnade mir leuchten bis ans Ende, daß ich selig einschlafen möge in seiner selig machenden Erkenntnis. Nun, Herr, dein Wille geschehe! Nimm dich meiner Seele treulich an, daß sie nicht verderbe. Mein Gott und Vater, erbarme dich über mich! Mein treuer Heiland, Herr Jesu, erbarme dich meiner! O heiliger Geist, du Tröster in aller Not, erbarme dich über mich und gieb mir deinen Frieden! Amen. Lied Nr. 371: Morgenglanz der Ewigkeit. d. Abendgebet eines Kranken. Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Ps. 27, 1. Deinem Namen, mein treuer Gott und Heiland, sage ich von Herzen Dank und Lob, daß du mir diesen Tag hast überwinden helfen, und daß deine Kraft in mir Schwachem mächtig war. Aber siehe, hier liege ich noch unter deiner Heimsuchung und seufze zu dir: ach, Herr, mein Gott, wie lange verziehst du mit deiner Hilfe! Siehe doch an meinen Jammer und mein Elend, vergieb mir alle meine Sünden und errette mich! Dir befehle ich meinen hinfälligen Leib und meine so teuer erkaufte Seele. Laß meinen Leib ruhen, die Seele aber stets zu dir machen, damit ich deine herrliche Ankunft mit Verlangen erwarte. Stärke mich im Glauben und in der Gebete in besonderen Lebenslagen. 35 Geduld also, daß ich vor dir bestehen und das himmlische Erbe durch deine Gnade erlangen möge. Dazu hilf mir, mein Heiland und Erlöser, um deines bitteren Leidens und Sterbens willen. Amen. Lied Nr. 397: Herr, es gescheh dein Wille. e. Gebet der Eltern bei Erkrankung eines Kindes. Erhöre mich, wenn ich rufe, Gott meiner Gerechtigkeit, der du mich tröstest in der Angst; sei mir gnädig und erhöre mein Gebet. Pf. 4, 2. Barmherziger, gnädiger Gott und Vater, du siehst, welcher Jaminer unser Herz erfüllt. Die Freude an unserem lieben Kinde ist in schwere Sorge und großes Herzeleid verwandelt. Da liegt es vor unseren Augen, und jeder Zug seines Antliges bricht unser Herz. Wir möchten gern helfen und können doch nicht. Darum ers barme du dich, allmächtiger Helfer, denn bei dir ist kein Ding unmöglich. Gebiete du, dann wird die Krankheit weichen; laß es dein Wohlgefallen sein, so werden wir die heißersehnte Freude haben, unser Kind genesen zu sehen. Doch es ist dein Kind, du bist sein rechter Bater, denn du hast es geschaffen und in der heiligen Taufe als dein Kind aufgenommen. So hast du ein größeres Anrecht an es, als wir. Deshalb, dein Wille geschehe. Wir wollen nicht murren, wenn du es uns nimmst aus unseren Armen in deine treuen Vaterarme. Vor dir liegt ja alle Zukunft, wie ein aufgeschlagenes Buch, und du weißt am besten, was unserem treuen Kinde heilsam ist, Leben oder Sterben. Gedenkst du es zu versetzen als Pflanze in dein Paradies, dann wollen wir uns trösten, daß du es auch bewahrst vor den Sünden dieser Welt und es frühe führest zu deinem ewigen Heile. Willst du unser liebes Kind uns aber noch lassen, dann, o Herr, wollen wir es von neuem freudig aus deiner Baterhand nehmen als lebendigen Zeugen deiner Macht und deiner Gnade. Dann aber schenke uns auch Kraft und Weisheit, es für dich und dein himmlisches Reich zu erziehen. Endlich, getreuer Gott, laß uns wieder vereinigt werden in dem Himmelreich unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi, da, wo 17 36 Gebete in besonderen Lebenslagen. kein Leid, kein Schmerz, kein Tod mehr unsere Freude stört und wo wir in vollkommener Seligkeit dich ewig loben und preisen werden. Amen. Lied Nr. 333: Befiehl du deine Wege. f. Fürbitte der Angehörigen für einen Kranken. Hilf uns, Gott, unser Helfer, um deines Namens Ehre willen! Ps. 79, 9. Vater, wir flehen zu dir für den Kranken, der uns so wert und teuer ist. Kann es nach deiner Weisheit, die höher ist als alle Weisheit dieser Welt, geschehen, so laß ihn genesen und erhalte uns ihn, den wir so innig lieben. Doch wir unterwerfen uns mit Demut deinem heiligen Willen, wenn auch mit banger Besorgnis und mit Thränen. Ach, verwandle unsere Angst und Traurigkeit durch Erhörung unseres heißen Gebetes in Freude und Wonne. Hilf, Helfer, hilf, denn wenn du willst, so kannst du uns wohl helfen. In deinem heiligen Worte hast du uns ja gesagt: rufe mich an in der Not, so will ich dich erreften, so sollst du mich preisen. Vater, wir rufen dich an: ist es möglich, so laß uns den bittern Kelch der Trennung nicht trinken, gieb vielmehr, daß wir für Rettung und Erhaltung dich preisen und dir danken können. Mildere, o Gott, die Schmerzen unseres lieben Kranken und tröste, beruhige, stärke ihn durch deinen Geist. Und soll, o Herr über Leben und Tod, nach deinem väterlichen Ratschluß seine Todesstunde herannahen, ach, so mache sie ihm sanft und selig. Stärke dann mit Kraft aus der Höhe den Scheidenden und uns, die Zurückbleibenden. Laß ihn und uns im Geiste hinüberblicken in die ewigen Wohnungen, wohin diejenigen, die vor uns sterben, vorangehen und wohin wir ihnen folgen werden. Laß ihn und uns alle feststehen im Glauben an unseren Erlöser und Heiland, der dem Tode die Macht genommen und Leben und unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat. In solchem Glauben laß uns leben, leiden und sterben. Amen. Lied Nr. 344: Was Gott thut, das ist wohlgethan. Gebete in besonderen Lebenslagen. 37 g. Fürbitte der Angehörigen für einen Sterbenden. Wo ist jemand, der da lebet und den Tod nicht sehe? Ps. 89, 40. Heiliger, barmherziger Vater, fiche in Gnaden an unseren Miterlösten, der mit dem Tode ringt. Erbarme dich seiner in seiner letzten Angst. Erbarme dich seiner im Gerichte. Wir empfehlen dir seine Seele, die du zum ewigen Leben erschaffen hast; erlöse sie von allem Übel und nimm sie auf in deine Hände. Göttlicher Erlöser, Jesus Christus, auch für diesen Sterbenden hast du dein Blut vergossen, auch für ihn die heißen Todeskämpfe gekämpft. Stehe ihm bei in seiner lezten Not. Du hast seine unsterbliche Seele erlöst zum ewigen Leben. Rufe den scheidenden Geist in die Heimat zu dir, auf daß er deine Herrlichkeit schaue. Heiliger Geist, göttlicher Tröster, sei Licht, Trost und Kraft diesem Sterbenden, dessen Auge jetzt bricht. Stärke ihn in seinem letzten Kampfe; hilf ihm durchdringen durch die enge Pforte zum ewigen Leben. Bringe seine Seele zum ewigen Frieden. Amen. Lied Nr. 453: Unser feiner lebt ihm selber. h. Kurze Sprüche, Sterbenden vorzusprechen. O Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände! Du hast mich erlöset und wirst mich auch jetzt erlösen, o Herr, du getreuer Gott. Amen. Ach Herr, erlöse mich von allem Übel und hilf mir zu deinem himmlischen Reiche. Amen. Herr Jesu, dein bitteres Leiden und Sterben komme mir zu Hilfe in meiner Todesnot und vor deinem Gerichte. Amen. Herr, ich warte auf dein Heil! Führe mich nach deinem Worte ins rechte Vaterland. Herr Jesu, dir leb ich, Herr Jesu, dir sterb ich; dein bin ich tot und lebendig. Amen. Gebete in besonderen Lebenslagen. Ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch keine andere Kreatur mich scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserem Herrn. Amen. 38 Erlöse mich, o mein Gott, von meinen Leiden; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst; Herr, dein Wille geschehe. Amen." 30. Gebet nach dem Berscheiden eines Kranken. Nun, Herr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. Pf. 39, 8. Herr, allmächtiger Gott und Vater, verleihe unserem Dahingeschiedenen um deines lieben Sohnes willen die ewige Freude und Ruhe; laß ihm leuchten dein ewiges Licht und gieb ihm das ewige Leben! Uns aber, die wir hienieden bleiben und dem Ent schlafenen nachschauen, tröste aus der Fülle deiner Barmherzigkeit! Sei unser aller Pfleger, Helfer und Beistand und laß uns deine Güte und Gnade reichlich erfahren, bis auch unser Stündlein kommt und wir selig dahinfahren. O getreuer Herr und Heiland, geleite die Seele unseres Cutschlafenen, die du selber durch dein Blut erkauft hast, in die Herrlichkeit Gottes um deiner Liebe willen. Amen. Lied Nr. 242: Ich weiß, an wen ich glaube. 31. Dankgebel nach erfangfer Genesung. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Secle, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat; der dir alle deine Sünde vergiebt und heilet alle deine Gebrechen; der dein Leben vom Verderben erlöst; der dich könet mit Gnade und Barmherzigkeit. Pf. 103, 1-4. Ich preise dich, Herr, denn du hast mich erhöret; da ich schrie zu dir, machtest du mich gesund. Du hast mein Herzeleid in Herzensfreude verwandelt. Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit. Siehe, um Trost war mir sehr bange, aber du, Herr, hast dich meiner Seele Gebete in besonderen Lebenslagen. 39 angenommen, daß sie nicht verdürbe. Stricke des Todes umfingen mich und ich dachte: nun bin ich gar dahin. Aber du hast mein Flehen erhört und meine Seele vom Tode errettet. Herr, mein Gott, wie groß sind deine Wunder, die du an mir bewiesen hast! Ich will sie verkündigen, so lange ich lebe. Gelobt seist du, Herr, täglich, und gerühmt sei dein herrlicher Name immer und ewiglich. Getreuer Vater, wende nun deine Barmherzigkeit nicht von mir, sondern vollführe das gute Werk, das du in mir angefangen hast, und stärke mich von Tag zu Tag mehr und mehr; leite mich durch deinen guten Geist, daß ich hinfort nicht mehr fündige, damit mir nicht Ärgeres widerfahre, sondern daß ich dir mein Lebenlang diene in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefällig ist. Laß deine Güte und Treue allewege mich behüten und befiehl deinen heiligen Engeln, deinen starken Helden, über mir, daß sie mich auf meiner Lebensreise begleiten und auf den Händen tragen, damit ich meinen Fuß nicht an einen: Stein stoße. Verlaß mich nicht, Herr, mein Gott; sei nicht fern von mir; eile, mir immerdar beizustehen, Herr, meine Hilfe, auf daß ich allezeit deinen heiligen Namen lobe und deine Erbarmung und Gnade preise. Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 137: Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut. 32. Gebet in innerer Anfechtung. Siehe mein Elend und errette mich; hilf mir aus, dern ich vergesse deines Gesetzes nicht. Führe meine Scche und erlöse mich; erquicke mich durch dein Wort. Pf. 119, 153, 154. Lieber himmlischer Vater, ich danke dir, daß du mich in der heiligen Taufe zu deinem Kinde aufgenommen und durch dein Wort geheiligt und bisher in demselben erhalten hast. Weil ich aber mit großer Traurigkeit meines Herzens beladen bin und täglich geängstigt werde, so daß ich meine Betrübnis nicht aussagen noch beschreiben kann, so bitte ich dich, treuer Gott, verlaß mich doch nicht, und 40 Gebete in besonderen Lebenslagen. halte mich fest bei deiner Hand, daß ich nimmermehr sinke, noch von dir geschieden werde. Mit traurigem Herzen stehe ich des Morgens auf, mit betrübtem Geiste esse ich meine Speise, mit Angst lege ich mich nieder und habe keine Ruhe in mir. Ach Gott, siehe an meinen Kummer! Ich wollte dir gerne mit fröhlichem Herzen dienen, aber ich vermag es nicht; wie stark ich mich wehre und wider das Elend meines Herzens streite, ich bin zu schwach zu diesem großen Kampfe. Darum hilf mir Schwachem, o du starker Gott, und gieb mir deinen heiligen Geist, daß er mich tröste und erfreue in aller meiner Traurigkeit. Ich bin ja dein im Tode und im Leben, und weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Trübsal noch Angst kann mich scheiden von dir und deiner Liebe, obgleich ich jetzt in Angst und Kummer schwebe. Herr, ich hoffe auf deine Gnade, du wirst mich nicht unerhört lassen, sondern alle Angst aus meinem Herzen nehmen. Darum will ich dich für deine Güte rühmen, loben, preisen, dir danken und dienen hier und in Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 334: Auf den Nebel folgt die Sonn. 33. Gebet in ängerer Armut. Ich bin arm und elend; der Herr aber sorget für mich; du bist mein Helfer und Erretter; mein Gott, verziehe nicht. Pf. 40, 18. Allmächtiger, allbarmherziger Gott und Vater, der du die Schicksale der Menschen in deiner Hand trägst und jedem das seine zuteilst nach deinem Wohlgefallen, von dir kommt Armut und Reichtum, Mangel und Überfluß. Ich preise deine Güte für alle deine Gaben und danke dir für alle deine Geschenke, selbst für die in den Augen der Menschen kleinsten und geringsten. Ich danke dir auch für die Armut, die du mir beschieden haſt, denn du weißt am besten, was deinen Menschenkindern zum Frieden dient, das große Gut des Reichen oder die Arbeit, Sorge und Bangigkeit des Armen. Du hast ja Gedanken des Friedens mit mir mitten in meiner Armut Gebete in besonderen Lebenslagen. 41 und Not; nur mein schwaches Herz will nicht tragen, was du mir auferlegtest. Darum bitte ich dich, stärke und tröste mich und laß an mir wahr werden das Wort deiner Verheißung: rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen. Erhalte und mehre in mir den tröstlichen Glauben an deine väterliche Güte und Erbarmung und an die Gewißheit, daß denen, die dich lieben, alle Dinge müssen zum besten dienen. Es ist ein köstlich Ding, daß das Herz fest werde; so mache denn mein Herz fest, im Aufsehen auf dich treulich auszuharren in meinem Elend, aber auch treu und fleißig zu wirken und zu arbeiten, daß ich mein bescheiden Teil Speise dahinnehme. Bewahre mich durch deine Kraft vor aller Trägheit, vor aller Untreue, vor allem Verzagen und allem Murren. Lehre mich in Geduld leiden, was ich nach deinem Ratschluß leiden soll, immerdar aber auch auf dich hoffen und dir vertrauen. Und da du die Herzen der Menschen lenkest, wie Wasserbäche, so erwecke mir liebreiche Freunde, die sich meiner Not annehmen und als deine Boten an mir Barmherzigkeit thun, wie du sie an ihnen gethan hast.- Gieb mir ein dankbares Herz, daß jede Gabe der Menschen mich bereit mache zum Lobe gegen sie und gegen dich, den Geber aller guten und vollkommenen Gaben.- Vor allem aber stehe mir bei durch deinen heiligen Geist, daß ich mich nicht gegen dich versündige in meiner Armut, und daß meine Not mich nicht errege, deine und der Menschen Gesetze zu übertreten. Laß mir vielmehr mein Elend zur Besserung dienen und lehre mich erkennen, daß, gleich wie Gold durchs Feuer, also werden die, so dir gefallen, durchs Feuer der Trübsal bewährt. Lehre mich, daß Trübsal bringt Geduld, Geduld aber bringt Erfahrung, Erfahrung bringt Hoffnung, und Hoffnung läßt nicht zu schanden werden.- Ja, Herr, laß mich nicht zu schanden werden; sende den Armen wieder bessere Zeit und gieb meiner Seele die rechte Kraft, auch das ärgste zu überwinden und das Feld zu behalten. In deine treue Vaterhand befehle ich mein Leben; du bist der Armen Schuß und Zuversicht. Amen. Lied Nr. 328: Von Gott will ich nicht lassen. Gebete in besonderen Lebenslagen. 34. Gebete in allgemeiner Not. Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben; darum fürchten wir uns nicht, wenn gleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken. Ps. 46, 2. 3. du Richter alles Fleisches, der du nicht nach dem richtest, was vor Augen ist, sondern das Herz ansiehst, erwecke unsere Herzen, daß wir uns freiwillig richten, damit wir nicht von dir gerichtet werden. Wir wissen und fühlen es, daß wir die große Not, welche du uns gesandt hast, wohl verdient haben durch unsere mannigfaltigen und großen Sünden. Aber dennoch bringen wir unsere Klagen vor dich, weil die dringende Gefahr uns antreibt, vor dir niederzufallen mit Bitten und Flehen. Ach, räche nicht die Untreue und Falschheit des menschlichen Herzens, sondern erwecke uns aus dem Schlafe der Sicherheit, damit wir uns nicht mehr versündigen, und erlöse uns von Schuld und Strafe um deines Sohnes willen! Beweise also an deinen Geschöpfen anstatt des gedrohten Untergangs deine große Geduld und Erbarmung, auf daß wir Vertrauen zu dir schöpfen, uns in der Not an dich halten und nach ihr beständig an dir hangen. Hilf uns aus unseren Trübsalen! Ergreife die Deinigen durch deine starke Rechte, reiße sie aus der Gefahr und laß sie deine Kraft und Gnade erfahren. Den Blöden und Schwachen sende Rettung, daß sie im Elend nicht verzagen, und den Trostlosen komme zu Hilfe, daß sie ihre Trübsal überwinden. Segne uns die jetzige Gefahr zur rechten Buße, und leite die Feinde deines Wortes zur Umkehr, daß ihr Gewissen aufwache und sie die Zeit der Gnade recht anwenden. Mache allen fleischlichen Trost zu nichte, hinter welchen sich so viele verstecken möchten, und füge es also, daß wir nur auf dich trauen und bauen, denn deiner Hand können wir nicht entflichen. Verlaß an den heimgesuchten Orten die Deinen nicht und erbarme dich auch derer, die wider dich sind. Und weil so manche dir bisher nur wenig gedient haben und gehorsam waren, so lehre sie auf dein Wort merken, deine Stimme in ihrem Gewissen wahrnehmen und so ihr ewiges Heil suchen. Ach Herr, laß alle Gnade 42 Gebete in besonderen Lebenslagen. 43 finden, die im Namen Jesu Christi vor dich kommen. Sei barmherzig gegen dein armes Volk und schone deiner Geschöpfe, die du gemacht hast. Gieb allen Seelen Buße und Vergebung der Sünden, erhöre diejenigen, welche mit dem Tode ringen, und erzeige dich ihnen gnädig und freundlich. Wir trauen auf dich, denn wir haben einen Gott, der da hilft, einen Herrn, Herrn, der vom Tode errettet. Amen. Lied Nr. 418: Wenn wir in höchsten Nöten sein. 35. Pankgebet für Errettung aus der Not. Pf. 103. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. Der dir alle deine Sünden vergiebt und heilet alle deine Gebrechen; der dein Leben vom Verderben erlöset; der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit; der deinen Mund fröhlich macht, und du wieder jung wirst, wie ein Adler. Der Herr schafft Gerechtigkeit und Gericht allen, die Unrecht leiden. Er hat seine Wege Mosen wissen lassen, die Kinder Israels sein Thun. Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Er wird nicht immer hadern, noch ewiglich Zorn halten. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unserer Missethat. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, läßt er seine Gnade walten über die, so ihn fürchten. So fern der Morgen ist vom Abend, läßt er unsere Übertretungen von uns sein. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmet, so erbarmet sich der Herr über die, so ihn fürchten. Denn er kennet, was für ein Gemächte wir sind; er gedenkt daran, daß wir Staub sind. Der Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blühet wie eine Blume auf dem Felde. Wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da und ihre Stätte kennt sie nicht mehr. Die Gnade aber des Herrn währet von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, so ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit auf Kindeskind, bei denen, die seinen Bund halten und gedenken an seine Gebote, daß sie darnach thun. Der Herr hat seinen Stuhl im Himmel bereitet, und sein 44 Gebete in besonderen Lebenslagen. Reich herrschet über alles. Lobet den Herrn, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausrichtet, daß man höre die Stimme seines Wortes. Lobet den Herrn lle seine Heerscharen, seine Diener, die ihr seinen Willen thut. Lobet den Herrn, alle seine Werke an allen Orten seiner Herrschaft. Lobe den Herrn, meine Seele! Amen. Gottesdienstordnung für den Geburtstag Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs von Hessen. Lied der Gemeinde. Komm, heiliger Geist," oder ein anderes passendes Eingangslied. Der Geistliche: Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Lasset uns zu dem allheiligen Gott also beten: Allmächtiger Gott, barmherziger Vater! In tiefer Demut erkennen und bekennen wir vor dir, daß wir durch Gedanken, Worte und Werke deine heiligen Gebote vielfach übertreten haben. Wir haben dich nicht geliebt von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte, auch nicht unsern Nächsten wie uns selbst, und sind abgewichen von deinen Wegen. Aber unsere Sünden sind uns von Herzen leid, und mit reuigem Gemüte suchen wir deine Gnade. Siehe erbarmend auf uns herab, vergieb uns um deines lieben Sohnes, unseres Herrn und Heilandes, willen und sende uns deinen heiligen Geist, damit wir allem Bösen von ganzem Herzen entsagen und dir dienen mögen in der Gerechtigkeit, welche dir wohlgefällt. Chor: Amen. Amen. Amen. 17* 46 Gottesdienstordnung. Der Geistliche: Der allmächtige Gott erbarmt sich über uns und vergiebt uns alle unsere Sünden, so wir Buße thun und glauben an den Namen seines eingeborenen Sohnes, der um unserer Sünden willen gestorben und um unserer Gerechtigkeit willen auferwecket ist. Darum sei gelobet der Herr, der Gott aller Gnade, denn er hat besuchet und erlöset sein Volk, hat uns aufgerichtet einen Fels des Heils und unsere Füße gesetzt auf den Weg des Friedens. Amen. Chor: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war von Anfang, jetzt und immerdar, von Ewigkeit zu Ewigkeit.- Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah. Der Geistliche: Ehre sei Gott in der Höhe! Chor: Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Der Geistliche: Der Herr sei mit euch! Chor: Und mit deinem Geiste. Der Geistliche: Allmächtiger Gott, der du durch deinen heiligen Geist die ganze Christenheit heiligest und regierest, erhöre unser Gebet und gieb gnädiglich, daß wir dein Wort mit Andacht vernehmen, und alle, die den Namen deines eingeborenen Sohnes bekennen, in reinem Glauben durch deine Gnade dir dienen, durch Jesum Christum, unseren Heiland und Herrn. Chor: Meine Seele erhebe den Herrn, und mein Geist freue sich Gottes, meines Heilands! Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht, was geschrieben steht Psalm 21, 2-8: Herr, der König freuet sich in deiner Kraft, und wie sehr fröhlich ist er über deine Hilfe! Du giebst ihm seines Herzens Wunsch und weigerst nicht, was sein Mund bittet. Denn du überschüttest ihn mit gutem Segen, du setzest eine goldne Krone auf sein Haupt. Er bittet dich um das Leben, so giebst du ihm langes Leben immer und ewiglich. Er hat große Ehre an deiner Hilfe, du legest Lob und Schmuck auf ihn. Denn du Gottesdienstordnung. 47 schest ihn zum Segen ewiglich, du erfreuest ihn mit Freuden deines Antlitzes. Denn der König hoffet auf den Herrn und wird durch die Güte des Höchsten fest bleiben. Chor: Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah. Oder: 1. Petr. 2, 13-17: Seid unterthan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Rache über die Übelthäter und zu Lobe der Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwissenheit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott, ehret den König. Hauptfied der Gemeinde. 1. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum, daß nun und nimmermehr uns rühren kann ein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat, nun ist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir beten an und loben dich, wir bringen Ehr und danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken; ganz ohne Maß ist deine Macht, allzeit geschieht, was du bedacht; wohl uns des starken Herren. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, für uns ein Mensch geboren, der uns vertritt vor Gottes Thron und rettet, was verloren; Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unsrer Not, erbarm dich unser oller! Predigt. V. U. Fr. G. 4. O heilger Geist, du höchstes Gut, mit deinem Heil uns tröste! Vor Satans Macht nimm uns in Hut, die Jesus Christ erlöste durch Marter groß und bittern Tod, wend unsern Jammer ab und Not; darauf wir uns verlassen! 48 Gottesdienstordnung. Gebet an dem Altar. Allmächtiger Gott, himmlischer Vater! Wir stehen vor deinem Angesicht, um deine Gnade zu preisen, die du verherrlicht hast an unserem Großherzoge und seinem ganzen Hause. Nimm heute, wo wir des Tages gedenken, an dem du unseren Landesfürsten das Licht der Welt hast erblicken lassen, die Opfer unseres Dankes für all den Segen, womit du ihn kröntest, gnädig an. Unzählige Wohlthaten hast du ihm vom Anfange seines Lebens bis auf diese Stunde erwiesen. Du hast deine allmächtige Hand über sein teures Leben gehalten und bist ihm in allen Gefahren nahe gewesen mit deinem himmlischen Schuße. Du hast auf sein Haupt die Krone gesetzt und ihn auf den Thron seiner Väter erhöht. Schüße ihn auch ferner, du treuer Gott. Erleuchte ihn mit deinem Geiſte, daß er sich halte in deinen Wegen und seinen Wandel führe in deiner Furcht. Rüste ihn aus mit Weisheit, Mut und Kraft, daß er sein Volk zu deinem Preise regiere. Laß ihn ein rechter Schutz und Schirm deiner Kirche sein, damit auch durch ihn ihr heiliges Werk gefördert werde. Verbreite die Erweisungen deiner Güte über die Großherzogin, seine Gemahlin, über den Erbgroßherzog, über das ganze Großherzogliche Haus und alle, die ihm anverwandt sind. Gieb unserem Fürsten allezeit treue Diener, die mit Weisheit, Gerechtigkeit und Liebe ihres Amtes warten, und laß ihre Dienste gesegnet sein. Gieße deinen Geist aus in alle Kirchen und Schulen, in alle Herzen, Familien und Gemeinden, damit ein lebendiger Glaube und eine thatkräftige Liebe wachse und sich mehre in unserem ganzen Volke. Vereinige Fürst und Volk durch das Band der Liebe und des Friedens. Beschütze unser ganzes deutsches Vaterland und wende gnädig alles ab, was seine Ruhe und seinen Wohlstand stört. Segne den Kaiser und laß wohl gelingen, was er zu Deutschlands Ehre und Wohlfahrt unternimmt. Hilf einem jeden in seiner Not und sei ein Heiland aller Menschen, vorzüglich deiner Gläubigen. Herr unser Gott, dir befehlen wir unsern Großherzog und sein Haus, unser Volk und alle Menschen. Herr, wir bauen auf dich; gelobt sei dein hochheiliger Name. Amen. Gottesdienstordnung. Lied der Gemeinde. 1. Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut und noch jetzund gethan. 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edeln Frieden geben, und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort, und uns aus aller Not erlösen hier und dort. 49 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und dem, der beiden gleich, im höchsten Himmelsthrone, dem ewig höchsten Gott, als es anfäng lich war und ist und bleiben wird jetzund und immerdar! Segen. sur the begister. Nr. Abermals ein Jahr verfl. 49 Ach bleib bei uns, Herr 151 Ach bleib mit deiner 152 Ach Gott, ich muß in 470 Ach Gott und Herr, wie 215 Ach Gott, verlaß mich n. 300 Ach Gott, vom Himmel 150 Ach, mein Herr Jesu 317 Ach, mein Jesu, sich, ich 395 Ach sei mit deiner Gnade 14 Ach, was bin ich, mein 217 Ach, was ist doch unsre 449 Ach, wie heilig ist der 165 Ach wundergroßer Sieg. 97 Allein Gott in der Höh s. 123 Allein zu dir, Herr Jesu 213 Alle Menschen müssen 486 Aller Gläubgen Samm. 462 Alles ist an Gottes S. 338 Allgenugsam Wesen Amen, deines Grabes 92 Am Kreuz erblaßt An dem Zorntag, an An dir allein, an dir Auf, auf, ihr Reichsgen. 18 Auf Christi Himmelfahrt 96 Auf den Nebel folgt d. 334 Auf dich hab ich gehoffet 293 Auf diesen Tag bedenken 94 Auferstanden, auferst. 88 Auferstehn, ja auferst. 464 Auf Gott und nicht auf 355 Auf, ihr Streiter, durchg. 256 315 72 477 222 Nr. 95 55 Auf, Jesu Jünger, fr. Auf meinen lieben Gott 329 Auf, Seele, auf, und Aus Gnaden soll ich Aus irdischem Getümm. 264 Aus meines Herzens 365 Aus tiefer Not ſchrei 212 237 186 488 Barmherziger, laß d. Bedenke, Mensch, das Bedenk ich deine große 303 Befiehl du deine Wege 333 Bei dir, Jesu, will ich 192 Beschwertes Herz, leg ab 1 Betrübtes Herze, sei zuf. 469 Bis hierher und nicht w. 163 Bleibt bei dem, der Brich an, du schönes Bringt her dem Herren 138 266 41 Christe, du Lamm G. 195 Christen erwarten in 424 Christen sind ein göttl. 314 Christ fuhr gen Himmel 93 Christ ist erstanden von 76 Christ lag in Todesb. Christus der ist mein 439 77 Danket, danket Gott m. 208 Dank und Anbetung 127 Das alte Jahr verg. Das walte Gott, der Dein König kommt in 46 407 30 2 Register. Nr. Dein Wort, o Herr, br. 160 Dein Wort,& Herr, ist 182 Der am Kreuz ist meine 61 Der du, Herr Jesu, Ruh 73 Der du in Todesnächten 173 Der du noch in der I. 284 Der du uns als Vater 119 Der du zum Heil ersch. 176 Der Heiland kommt 27 Der heilge Christ ist k. 45 Der Herr fährt auf gen 98 Der Herr ist meine 3. 356 Der Himmel hängt voll 359 Der Mond ist aufgeg. 400 Der Tag ist hin, mein 392 Der Tag mit seinem 390 Des Jahres schöner S. 363 Dich Jesum laß ich ewig 286 Die auf der Erde wallen 456 Die Christen gehn von 461 Die Feinde deines K. 162 Die güldne Sonne, voll 368 Die Herrlichkeit der E. 445 Die hier vor deinem A. 190 Die Himmel rühmen des 146 Die Nacht nunmehr ver. 367 Die Seele ruht in Jesu 494 Dies ist der Tag, den G. 40 Dies ist die Nacht, da Die Woche geht zu E. 403 Dir dank ich für m. 2. 433 Dir, dir, Jehovah, will 299 Du bist zwar mein und 472 Du gehest in den Garten 69 Durch Trauern und d. 50 Du sollst glauben, o du 241 Du sollst in allen Sach. 404 Du Vater deiner Men. 288 38 Ehre sei Gott in der Eine Herde und ein 42 172 Nr. Einen guten Kampf hab 458 Einer ists, an dem wir 175 Ein feste Burg ist unser 148 Eingefargt zum letzten 468 Ein Lämmlein geht und 65 Ein reines Herz, Herr 249 Eins ist not, ach Herr 277 Ein Wetter steiget auf 429 Ein Wohlstand ohne G. 323 43 Empor zu Gott, mein Erfüllt sind Stund und 44 Erhalt uns deine Lehre 155 Erhalt uns, Herr, bei 149 Erhebt den Herrn, ihr F. 26 Erhöhter Siegesfürst u. 90 Erinnre dich, mein Geist 85 Ermuntert euch, ihr F. 490 Es glänzet der Christen 308 Es ist ein Ros entspr. Es ist noch eine Ruh Es ist vollbracht! Er Es kennt der Herr die Es saß ein frommes Es wolle Gott uns g. 167 Ewge Liebe, mein Gem. 233 31 495 68 265 117 Fahre fort, fahre fort 157 Fortgekämpft und fortg. 357 Fren dich sehr, o meine 440 Friede, ach Friede, ach 310 Fröhlich soll mein H. 35 Früh am Morgen Jesus 376 Früh morgens, da die 78 Geduld ist euch von 337 Geh aus, mein Herz, u. 362 Geht hin, ihr gläubigen 147 Geht nun hin und grabt 465 Geh zum Schlummer 471 Geist vom Vater und 114 Geist v. Vater u. v. S. 120 Register. Nr. 124 33 Gelobet sei der Herr Gelobet feist du, Jesu Gesegn uns, Herr, die 380 Gieb dich zufrieden und 331 Gott, deine Güte reicht 302 Gott, der du Herzensk. 262 Gott, der du unsre Zufl. 230 Gott der Gnaden, schw. 228 Gott des Himmels und 366 Gott, du Licht, das ewig 375 Gottes Stadt steht festg. 164 Gott, gieb einen milden 113 Gott hat in meinen T. 435 Gott ist gegenwärtig 301 Gott ist mein Gott, er 353 Gott ist mein Hort, u. 181 Gott ist mein Lied 145 Gott lebet noch! Seele 346 Gott lebt, wie kann ich 352 Gott Lob, ein Schritt 402 Gott Lob, nun ist ersch. 422 Gott ruft der Sonn u. 52 Gott sei Dank durch Gott Vater, aller Dinge 166 Gott, vor dessen Anges. 223 Gott wills machen, daß 349 Größter Morgen, der die 87 Großer Gott von alten 2 Großer König unsrer 194 Großer Mittler, der zur 100 Großer Schöpfer, Herr 364 Guter Geber, Dank sei 385 16 3 Nr. Herr, auf Erden muß ich 99 Herr Christe, wahrer M. 437 Herr, deine Kirche dank. 161 Herr, dein Wort, die 179 Herr, der du mir das 399 Herr, du hast für alle 198 Herr, du wollst uns vollb. 204 Herr, ein ganzer Leid. 432 Herr, es gescheh dein 397 Herr, es ist ein Tag ersch. 7 Herr, es ist von meinem 394 Herr Gott, dich loben 312 91 Hab acht auf mich( 501) Habe deine Lust am Hallelujah! jauchzt, ihr Hallelujah! Lob, Preis 125 Hallelujah! wie lieblich 104 Halt im Gedächtnis J. 279 Heiland, deine Menschenl, 282 Heilger Jesu, Heilgungs. 252 71 9 wir, Herr Gott, wir 128 Herr Gott, dich loben w. 423 Herr, höre, Herr, erhöre 304 Herr im Himmel, Gott 426 Herr Jesu Christ, dich 5 Herr Jesu Christ, du 197 Herr Jesu, Licht der H. 54 Herr, mein Licht, mein 354 Herr, stärke mich, dein Herr, vor deinem Anges. Herr, wie du willst, so 294 Herr, wir kommen zu 382 Herr, wir singen deiner 29 Herzlich lieb hab ich d. 268 Herzlich thut mich verl. 441 Herzliebster Jesu, was 60 Herz, mein Herz, nicht 324 Herzog unsrer Seligt. 247 Herz und Herz vereint 158 Heute mir und morgen 460 Hier legt mein Sinn sich 220 Hilf, Herr Jesu, laß 47 Himmelan geht unsre 254 Hinunter ist der Sonn. 386 Hirte deiner Schafe, d. 396 Höchster, denk ich an Höchster Gott, wir d. 13 Höchster Helfer, sei n. 434 Höchster Tröster, komm 118 225 4 Register. Nr. Hör ich euch wieder 361 Hört das Wort voll E. 263 Hosianna! Davidssohn 24 Hüter, wird die Nacht 373 499 Jauchzet, ihr Himmel 39 Ich armer Mensch, ich 219 Ich bin ein Gast auf 447 Ich bin getauft auf d. 188 Ich bin in dir und du 193 Ich erhebe mein Gem. 226 Ich geh zu deinem Grabe 81 Ich habe nun den Grund 236 Ich hab in guten St. 431 Ich hab mein Sach G. 438 Ich hab mich Gott erg. 444 Ich hab von ferne Ich komme, Friedensf. 240 Ich komme, Herr, und 202 Ich laß dich nicht, du 347 Ich ruf zu dir, Herr 292 Ich ruhe nun in Gottes 489 Ich sag es jedem, daß 89 Ich finge dir mit Herz 133 Ich soll zum Leben dring. 260 Ich steh an deiner Krippe 37 Ich sterbe täglich und 451 Ich und mein Haus, w. 413 Ich weiß, an wen ich gl. 242 Ich weiß, an wen ich gl. u. 457 Ich weiß, daß mein Erl. 327 Ich weiß von keinem a. 239 Ich will dich lieben, m. 273 Ich zieh in ferne Lande 430 Je größer Kreuz, je 351 Jehovah, Herr u. Kön. 416 Jerusalem, du hochgeb. 480 Jesu, deine tiefen Wunden 59 Jesu, der du bist allein 305 Jesu, Freund der Men. 203 Jesu, geh voran 411 Nr. Jesu, großer Wunderst. 56 Jesu, hilf siegen, du F. 246 Jesu, komm, sei eingeb. 405 Jesu, meine Freude 307 Jesu, meiner Seele Leb. 276 Jesu, meines Lebens L. 66 Jesus Christus herrscht 103 Jesus, Jesus, nichts als 272 Jesus ist mein Leben 341 Jesus lebt, mit ihm 84 Jesus, meine Zuversicht 483 Jesus nimmt die Sünder 235 Jesus schwebt mir 275 Jesus soll die Losung s. 51 In allen meinen Thaten 330 Jn Christo will ich st. 446 In Gottes Namen fang 406 In tiefen Ängsten schr. 420 In unsers Königs Nam. 258 Ist Gott für mich, so 335 229 Kehre wieder, kehre König, dem kein König 101 Komm, heiliger Geist, erf. 4 Komm, heiliger Geist 107 Komm, heilger Geist, o 106 Komm, mein Herz, aus 201 Komm, o Herr, komm 171 Komm, o komm, du 109 Kommst du, kommst du 22 Kommt, Brüder, laßt 259 Kommt her, ihr seid 206 Lamm, das gelitten, u. 105 Lasset uns den Herren 79 Lasset uns mit Jesu z. 245 Laß mich dein sein und 295 Lebst du in mir, o w. 283 Licht, das in die Welt 174 Licht vom Licht, erleuchte 3 Siebe, die du mich zum 274 Register. Nr. Liebster Jesu, w. s. hier, deinem 184 Liebster Jesu, wir sind 6 Lobe den Herren, den 135 Lobe den Herrn, o m. 139 Lobt Gott, ihr Christen 34 Löwen, laßt euch wieder 156 Mache dich, mein Geist 250 Machs mit mir, Gott 443 Macht hoch die Thür 15 Man lobt dich in der 132 Mein erst Gefühl sei P. 378 Meine Lebenszeit verstr. 454 Meinen Frieden geb ich 321 Meinen Jefum laß ich 271 Meine Seele senket sich 348 Meine Seele, voller F. 224 Meine Sorgen, Angst 342 Mein Geist, o Gott, w. 496 Mein Glaub ist meines 316 Mein Gott, das Herz 218 Mein Gott, ich weiß w. 452 Mein Gott, nun ist es 374 Mein Heiland nimmt 234 Mein Jesu, der du vor 199 Mein Leben ist ein P. 450 Mein schönste Zier und 387 Mir ist Erbarmung w. 238 Mir nach, spricht Christ. 244 Mit Ernst, o Menschenk. Mitten wir im Leben 478 Morgenglanz der Ewigk. 371 Müde bin ich, geh 17 401 Nach einer Prüfung f. 493 Nimm hin den Dank 209 Nun bitten wir den h. 108 Nun bringen wir den 463 Nun danket alle Gott 131 Nun danket all und br. 134 Nun freut euch, lieben 231 5 Nr. 183 185 19 23 Nun geh uns auf, du Nun Gott Lob! Es ist Nun jauchzet, all ihr Nun kommt das neue Nun laßt uns gehn und 48 Nun lob, mein Seel 129 Nun preiset alle Gottes 130 Nun ruhen alle Wälder 389 Nun sich der Tag geendet 393 Nun sich der Tag g., m. 398 Nun so will ich denn 285 allerhöchster Mensch. 370 O daß ich tausend 3. 140 O Christ, wenn Arme 289 du allerfüßte Freude 112 du Liebe meiner L. O du fröhliche, o du Durchbrecher aller O du reicher Herr der 122 67 248 187 484 485 121 Ewigkeit, du D. OEwigkeit, du F. Gott, der du das F. 428 O frommer und getr. 214 Gott, du frommer 296 Gottes Geist und Gott, o Geist, o 2. 116 Gott, von dem wir 425 heilger Geist, kehr bei 110 O Haupt voll Blut u. 63 Jesu, Herr der H. 417 Jesu, meine Sonne 322 Jesu, meine Wonne 207 Jesu, süßes Licht 377 D König, dessen Majest. 221 Lamm Gottes, unsch. 58 O Liebesglut, wie soll 280 O mein Herz, gieb dich 360 O selig Haus, wo man 414 O Traurigkeit, o Herzel. 74 D Ursprung des Lebens 281 6 Register. Nr. Vater der Barmherz. 216 O Welt, sich hier dein 64 wie freun wir uns 10 Dwie fröhlich, o w. s. 492 O wie selig seid ihr d. 482 Prediger der süßen 2. 180 Rede, liebster Jesu, r. 177 Rüstet euch, ihr Chr. 251 Ruhe hier, mein Geist 70 Ruhet wohl, ihr Totenb. 459 211 253 Schaffe in mir, Gott Schaffet, schaffet, M. Echmücke dich, o liebe 196 Schmückt das Fest mit 115 Schöner Himmelssaal 481 Schon ist der Tag von 497 Schwing dich auf zu 336 Seele, du mußt munter 372 Seelenbräutigam, Jesu 278 Seele, sei zufrieden 350 Seele, was ermüdst du 257 Seid barmherzig, M. 287 Sei getreu bis an das 243 Sei Lob und Ehr dem 137 Selig sind des Himmels 498 Siegesfürst und Ehrenk. 102 Sich, dein König kommt 25 Sieh, hier bin ich 298 So geh nun hin, dem 473 So hab ich obgesieget 474 Soll ich denn mich tägl. 343 Sollt es gleich bisweil. 340 Sollt ich meinem Gott 306 Sorge doch für meine 410 So ruhest du, o meine 75 So wahr ich lebe, spr. 232 Speis, o Gott, uns 381 Such, wer da will, ein 270 Nr. Teures Wort aus 178 Thut mir auf die schöne 8 Treuer Wächter Israel 419 11eberwinder, nimm die 86 Unser keiner lebt ihm 453 Unsern Ausgang segne 11 Unser Vater, der uns 381 Unser Wandel ist im Unfre müden Augenl. Unumschränkte Liebe 261 391 142 Valet will ich dir geben 442 Vater, deines Geistes 169 12 Vater, dir sei Breis Vater, hier im Erdensch. 467 Vater unser im Himm. 291 421 Verleih uns Frieden Verzage nicht, du Häufl. 153 Volk des Herrn, bring 189 Volk des Herrn, du h. 267 Vollbracht ist nun die 210 Voller Wunder, voller 408 Vom Geräusch der W. 320 Vom Himmel hoch, da 32 Von des Himmels Thron 191 Von dir, du Gott der G. 415 Von Gott will ich nicht 328 Wach auf, du Geist der 168 Wach auf, mein Herz, die 80 Wach auf, mein Herz, 11. 369 Wachet auf, ruft uns 479 Walte, walte nah und 170 Wann kommt der Herr 227 Warum betrübst du dich 326 Warum sollt ich mich 332 Warum willst du dr. Was freut mich noch Was Gott thut, das ist wohlgethan 21 126 344 7 Nr. Was Gott thut, das ist Wie groß ist des Allm. 144 309 82 Wie heilig ist die Stätte 200 Wie könnt ich sein verg. 205 Wie schön ists doch, Herr 409 Wie schön leuchtet der 269 Wie sicher lebt der M, 455 Wie soll ich dich empf. 20 Wie wohl ist mir, o Willkommen, Held im Wir danken Gott für Wir singen dir, Imm. Wir werden bei dem Wohlauf, mein Herz Wohlauf, wohlan zum 466 Wohl einem Haus, da 412 Womit soll ich dich. 141 Wunderanfang, herrlichs 345 Wunderbarer König 136 383 57 Register. Nr. wohlgethan, so denken 427 Was hinket ihr betrog. 255 Was mein Gott will 325 Was wär ich ohne dich 28 Weicht ihr Berge, fallt 311 Wenn auch wie ein Pf. 290 Wenn Christus seine 159 Wenn der Herr einst 358 Wenn ich einst von jenem 379 Wenn ich ihn nur habe 318 Wenn ich, o Schöpfer 143 Wenn kleine Himmelserb.476 Wenn mich mein Sünden 62 Wenn mein Stündlein 436 Wenn wir in höchsten 418 Werde Licht, du Stadt 53 Werde munter, mein G. 388 Wer ist wohl wie du 313 Wer nur den lieben 339 Wer sind die vor Gottes 491 Wer weiß, wie nahe m. 448 Wie fleucht dahin der 487 Wie getrost und heiter 319 36 500 Beuch ein zu deinen 111 Zeuch hin, mein Kind 475 Zion, gieb dich nur zufr. 154 Zwei der Jünger gehn 83 Zweierlei bitt ich von 297 29 차 영차 20 好 了 Inches 1 Centimetres Blue 2 8-88 3 4 Cyan 2 15 4.5 6 X₁ 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White ₁₁7 116 117 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8