+ Elifabeth Reichmann. بھاری Gb 1063 Christliches Gesangbuch für die evangelischen Gemeinden des Fürstenthums Minden und der Grafschaft Ravensberg. 4 Bielefeld, 1888. Druck und Verlag von Velhagen& Klasing. Gb 106310 niste omondineity Univ.- Bibl. Giessen Inhalts- Verzeichniß. I. Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke: Nr. 1-18. Die Engel: Nr. 17. 18. II. Sünde und Erlösung: Nr. 19-24. III. Christi Ankunft; Advent: Nr. 25-41. Das neue Kirchenjahr: Nr. 40. 41. IV. Christi Geburt; Weihnachten: Nr. 42-58. V. Christi Name; Neujahr: Nr. 59-67. VI. Christi Erscheinung; Epiphanias: Nr. 68-80. VII. Christi Leiden und Sterben; Passion: Nr. 81-108. Christus im Grabe: Nr. 107. 108. VIII. Christi Auferstehung; Ostern: Nr. 109-127. IX. Christi Himmelfahrt und himmlische Herrlichkeit: Nr. 128-141. X. Ausgießung des H. Geistes; Pfingsten: Nr. 142-160. XI. Die Kirche Christi: Nr. 161-198. Gemeinschaft der Heiligen: Nr. 177-179. Christus das Haupt der Kirche: Nr. 180-184. Bei Einführung ve Geistlichen: Nr. 185. Bei Einweihung von Kirchen: Nr. 186. Ausbreitung der Kirche; Mission: Nr. 187-198. XII. Gnadenmittel. 1. Wort Gottcs: Nr. 199-215. Zu Anfang des Gottesdienstes: Nr. 205-212. Zum Schluß des Gottesdienstes: Nr. 213-215. 2. Sacramente: Nr. 216-239. Die h. Taufe: Nr. 216-219. Confirmationslieder: Nr. 220-224. Das heil. Abendmahl: Nr. 225- 239. XIII. Buße und Bekehrung: Nr. 240-269. XIV. Glaube und Rechtfertigung: Nr. 270-289. XV. Wiedergeburt und Heiligung: Nr. 290-305. XVI. Friede und Freude im h. Geist: Nr. 306-325. XVII. Liebe zu Gott und Christo: Nr. 326-361. XVIII. Beten, loben und danken: Nr. 362-451. Allgemeine Fürbitte: Nr. 392. Für die Obrigkeit: Nr. 393. Für den Frieden: Nr. 394. Für den Ehestand: Nr. 395-398. Im Sommer: Nr. 399. Nach der Ernte: Nr. 400. 401. Am Sonntag- Morgen: Nr. 402-406. Am Morgen insgemein: Nr. 407-422. Vor dem Essen: Nr. 423-426. Nach dem Effen: Nr. 427-41. Am Abend: Nr. 432-449. Sonnabendslied: Nr. 450. Reiselied: Nr. 451. XIX. Christlicher Wandel: Nr. 452-478. Liebe: Nr. 475-477. Wahrhaftigkeit, Eid: Nr. 478. XX. Geistlicher Kampf und Sieg: Nr. 479-505. XXI. Krenz- und Trostlieder: Nr. 506-552. In großer und gemeinsamer Noth: Nr. 547-551. In Krankheit: Nr. 552. XXII. Sterbelieder: Nr. 553-591. XXIII. Begräbnißlieder: Nr. 592-610. Bei Kindern: Nr. 605-610. XXIV. Das Reich der Herrlichkeit: Nr. 611-639. Christi Wiederkunft; Auferstehung der Todten; jüngstes Gericht Nr. 611-619. Die Ewigkeit: Nr. 620. 621. Ewiger Tod Nr. 622. 623. Ewiges Leben: Nr. 624-639. Gebete für evangelische Christen auf alle Wochen-, Sonn- und Festtage, so wie bei besondern Feiern und Anlässen. 1. Morgen- und Abendsegen: Nr. 1-16. II. Gebete für die Festzeiten: Nr. 17-32. Advent: Nr. 17. Weihnachten: Nr. 18. Zum Jahresschluß: Nr. 19. Auf Neujahr: Nr. 20. Zu Epiphanias: Nr. 21. Zur Fastenzeit: Nr. 22. Für die stille Woche: Nr. 23. Zum stillen Freitage: Nr. 24. Auf Ostern: Nr. 25. Auf Himmelfahrt: Nr. 26. Auf Pfingsten: Nr. 27. Auf Michaelis: Nr. 28. Auf das Reformationsfest: Nr. 29. Zum Todtenfest: Nr. 30. Am Buß- und Bettage: Nr. 31. Am Erntefest: Nr. 32. III. Buß-, Beicht- und Communiongebete: Nr. 33-41. Die christliche Buße: Nr. 33. Vor der Beichte: Nr. 34. Nach der Beichte: Nr. 35. Am Abend des Beichttages: Nr. 36. Vor dem heil. Abendmahl: Nr. 37. 38. Nach dem heil. Abendmahl: Nr. 39-41. IV. Kreuz- und Trostgebete: Nr. 42-49. In äußerer Noth: Nr. 42. 43. In innerer Anfechtung: Nr. 44 In Krankheit: Nr. 45-47. Für Sterbende: Nr. 48. 49. Erbaulicher Bericht vom Leiden und Sterben unsers Herrn und Heilan. des Jesu Christi. Bibel- Lesetafel. Beschreibung, wie das der Stadt Jerusalem angedrohete Gericht Gottes vollzogen, und die Stadt zerstört wurde. Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers. Confession oder Bekenntniß des Glaubens unserer evangelischen Väter zu Augsburg. Melodien- Verzeichniß, welches zeigt, wie einige Lieder nach verschiedenen Melodien gesungen werden können. Episteln und Evangelien für die Sonn- und Feiertage des Kirchenjahres. Alphabetisches Lieder- Register. I. Gottes Wefen, Eigenschaften und Werke. tern Tod; Abwend all unsern Jammer und Noth! Dazu wir uns verlassen. nic. Decius, ft. 1529; nach Gloria in excelsis Deo, von ilarins, ft. 368. Luc. 2, 14. 1. [ llein Gott in der Höh sei Ehr Und Dank für seine Gnade, Darum, daß nun und nimmermehr Uns rühren kann kein Schade. Ein modal ilin ndond Einn Wohlgefalln Gott an uns hat; 2. Wir glauben all an Fried ohn terlaß, All Fehd hat nun ein Ende. pfer Himmels und der Erden, Der sich zum Vater geben hat, Daß wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel auch wohl be wahren; Allem Unfall will er wehren, Kein Leid soll uns widerfahren. Er forget für uns, hüt und wacht, Es steht alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Seinen Sohn und unsern Herren, Der ewig bei dem Vater ist, Gleicher Gott von Macht und Ehren, Von Maria, der Jungfrauen, Ist ein wahrer Mensch geboren Durch den heilgen Geist im Glauben; Für 4. O heilger Geist, du größtes uns, die wir warn verloren, Am Gut, Du allrheilsamster Trö- Kreuz gestorben und vom Tod ster, Vor Teufels Gwalt fortan Wieder auferstanden durch Gott. behüt, Die Jesus Christ erlöset 3. Wir glauben an den heilDurch große Martr und bit- gen Geist, Gott mit Vater und 1 2. Wir loben, preisn, anbeten dich Für deine Ehr; wir danfen, Daß du, Gott Vater, ewiglich Regierst ohn alles Wanken. Ganzungemessen ist dein Macht, Fort gschieht, was dein Will hat bedacht; Wohl uns des feinen Herren! 3. O Jesu Chrift, Sohn eingeborn Deines himmlischen Vaters, Versöhner der, die warn verlorn, Du Stiller unsers Haders, Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, Nimm an die Bitt von unser Noth, Erbarm dich unser aller! 2 Gottes Wesen, dem Sohne, Der aller Blöden| bei Und laß uns nicht verder= Tröster heißt Und mit Gaben ben; Mach uns aller Sünden zieret schöne; Die ganz Chri- frei Und helf uns selig sterben. stenheit auf Erden Hält in einem Vor dem Teufel uns bewahr, Sinn gar eben. Hier all Sünd Halt uns bei festem Glauben vergeben werden; Das Fleisch Und auf dich laß uns bauen, soll auch wieder leben; Nach Aus Herzensgrund vertrauen, diesem Élend ist bereit Uns ein Dir uns lassen ganz und gar, Leben in Ewigkeit. Amen! Mit allen rechten Christen EntPatrem credimus, aus dem 4. Jahrhundert, fliehn des Teufels Listen, Mit deutsch von M. Luther, g. 1483, ft. 1546. Waffen Gotts uns fristen. Amen, Amen, das sei wahr, So singen wir Hallelujah! Aus d. altdeutschen Kirche, verb. durch Luther. 3. ott der Vater wohn Gott uns bei Und laß uns nicht verderben; Mach uns aller Sünden frei und helf uns 4 Kyrie, Gott Vater in Groß ist dein Barmherzigkeit! Aller Ding ein Schöpfer und Regierer. Eleison! selig sterben. Vor dem Teufel uns bewahr, Halt uns bei festem Glauben Und auf dich laß uns bauen, Aus Herzensgrund vertrauen, Dir uns lassen ganz und gar, Mit allen rechten Christen Entfliehn des Teufels Listen, Mit Waffen Gotts uns fristen. Amen, Amen, das sei wahr, So singen wir Hallelujah! 2. Christe, aller Welt Trost, Uns Sünder allein du hast erlöst. O Jesu, Gottes Sohn, Unser Mittler bist in dem höchsten Thron. Zu dir schreien wir aus Herzensbegier: Eleison! 3. Kyrie, Gott heiliger Geist, 2. Jesus Christus wohn uns Tröst, stärk uns im Glauben bei Und laß uns nicht verder allermeist, Daß wir am letzten ben; Mach uns aller Sünden End Fröhlich abscheiden aus frei und helf uns selig sterben. diesem Elend. Eleison! Vor dem Teufel uns bewahr, Johannes Spangenberg, g. 1484, ft. 1550. Halt uns bei festem Glauben Und auf dich laß uns bauen, 5. Seilig ist Gott der Vaz ter, Heilig ist Gott Dir uns lassen ganz und gar, der Sohn, Heilig ist Gott der Mit allen rechten Christen Ent- heilge Geist! Er ist der Herre fliehn des Teufels Listen, Mit Zebaoth, Alle Welt ist seiner WaffenGotts uns fristen. Amen, Ehre voll! Hosianna in der HöAmen, das sei wahr, So singen he! Gelobet sei, der da kommt wir Hallelujah! Im Namen des Herren! Hosianna in der Höhe! 3. Heiliger Geist wohn uns 3 Mel. Christ unser Herr zum 2c. 5. Erheb dich stetig zu ihm 6. Was alle Weisheit in zu Und lern ihn recht erkennen; Denn solch Eigenschaften und Werke. hier kaum kann lallen, Das läßt Gott aus dem Himmelszelt In alle Welt erschallen: Daß er alleine König sei, Hoch über alle Götter, Groß, mächtig, freundlich, fromm und treu, Der Frommen Schuß und Retter, Ein Wesen, drei Personen. 2. Gott Vater, Sohn und heilger Geist Heißt sein hochheilger Name; So kennt, so nennt, so rühmt und preist Ihn der gerechte Same; Gott Abraham, Gott Jsaak, Gott Jacob, den er liebet, Herr Zebaoth, der Nacht und Tag Uns alle Gaben giebet Und Wunder thut heilgen Throne. alleine. dir Ruh Und macht die Seele brennen In reiner Liebe, die uns nährt zum ewgen Freudenleben, Da, was allhier kein Ohr gehört, Gott wird zu schauen geben Den Augen seiner Kinder. 4. Sieh hin, mein Herz, das ist dein Gut, Dein Schaß, dem keiner gleichet; Das ist dein Freund, der alles thut, Was dir zum Heil gereichet, Der dich gebaut nach seinem Bild, Für deine Schuld gebüßet, Der dich mit wahrem Glauben füllt Und all dein Kreuz durchfüßet Mit seinem heilgen Worte. 6. Weh aber dem verstockten Heer, Das sich hier selbst verblendet, Gott von sich stößt und seine Ehr Auf Creaturen wendet! Dem wird gewiß des Himmels Thür Einmal verschlossen bleiben; Denn wer Gott von sich treibt allhier, Den wird er dort auch treiben Von seinem 7. Ei nun, so gieb, du großer 3. Der Vater hat von Ewig- Held, Gott Himmels und der keit Den Sohn, sein Bild, ge- Erden, Daß alle Menschen in zeuget. Der Sohn hat in der der Welt Zu dir bekehret werFüll der Zeit Im Fleische sich den. Erleuchte, was verblendet gezeiget. Der Geist geht ohne geht, Bring wieder, was verZeit herfür Vom Vater und irret; Reiß aus, was in dem vom Sohne, Mit beiden glei- Wege steht Und freventlich vercher Ehr und Zier, Gleich wirret Die Schwachen in dem ewig, gleicher Krone Und un- Glauben. getheilter Stärke. 8. Auf daß wir also allzugleich Zur Himmelspforte dringen, Und dermaleinst in deinem Reich Ohn alles Ende fingen: Daß du alleine König seift, Hoch über alle Götter, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, Der Frommen Schuß und Retter, Ein Wesen, drei Personen. Paul Gerhardt, g. 1606, ft. 1676. 4 Gottes Wesen, 7. Hochheilige Dreieinig- dir Auch dort ſei in der Herrdu lichkeit, heiligste und milde Mich haft geschaffen keit. in der Zeit zu deinem Ebenbilde: Ach, daß ich dich von Herzensgrund Doch lieben möchte Joh. Scheffler, g. 1624, ft. 1677. Mel. Du unvergleichlich Gut. Jonarche aller Ding, Dem alle Seraphimo Mach alle Stund! Drum komm doch 8 und zeuch ein bei mir, Wohnung und bereit mich dir. nen Voll Ehrerbietigkeit Und 2. O Vater, nimm ganz kräf- tiefster Demuth dienen: Laß tig ein Das sehnende Gemü- dein erhabnes Angesicht Zu the; Mach es zu deinem innern meiner Armuth sein gericht. Schrein Und deiner stillen Hütte. Vergieb, daß meine Seele sich So oft zerstreuet jämmerlich. Verseße sie in deine Ruh, Daß nichts in ihr sei, als nur du. 3. Gott Sohn, erleuchte den Verstand Mit deiner Weisheit Lichte; Vergieb, daß er sich oft gewandt Zu eitelem Getichte. Laß nunmehr nur in deinem Schein Mein einig Schaun und Wirken sein; Zeuch mich, daß ich hier allbereit Entreiße mich von Ort und Zeit. 4. O heilger Geist, du Liebesfeur, Entzünde meinen Willen, Stärk ihn, komm mir zu Hülf und Steur, Den deinen zu er füllen. Vergieb, daß ich so oft gewollt, Was fündlich, und ich nicht gesollt. Verleih, daß ich mit reiner Brunst Dich innig, ewig lieb umsonst. 2. Du bist die Majeſtät Der höchsten Majestäten; Vor deinem Glanze muß All Glanz und Pracht erröthen. Doch bitt ich, zürne nicht mit mir, Daß ich, der Staub, mich nah zu dir. 3. Du sprichst: Kommt her zu mir! Laßt euch nur nichts erschrecken; Ich will die Majeſtät Mit Vaterliebe decken. Drum komm ich auch an meinem Theil, Von dir zu singen, schönstes Heil! 4. Du bist das A und O, Der Anfang und das Ende. Hilf, daß mein Herz zu dir, dem Anfang, sich stets wende, Und ich in allem, was ich thu, In dir, als meinem Ende, ruh. 5. Du bist das große Licht; Dein Licht geht niemals unter; Der kleinste Strahl von dir Macht Leib und Seele munter. D daß in deiner Heiterkeit Erstürbe meine Dunkelheit! 5. O heilige Dreieinigkeit, Führ mich nun ganz von hinnen; Nicht zu dem Lauf der Ewigkeit All äuß- und innre Sinnen. Vereinge mich und laß mich hier 6. Du bist die Liebe selbst, Die lauter Liebe quillet, Die aller Engel Herz Mit Lust und Eins mit dir sein, daß ich mit Lieb erfüllet. O Lieb, ergieß Eigenschaften und Werke. dich auch in mich, Daß ich als Liebe schmecke dich! 7. Du bist die Lebenskraft, Durch die sich alles reget, Was sich zum Guten nur In einger Art beweget. O daß dein Leben meinen Tod Verschlänge ganz, sammt aller Noth! 8. Du bist das höchste Gut, Nur du bist gut zu nennen. O laß mich außer dir kein ander Gut erkennen! Mach aber meinen Sinn und Muth Durch dich und dein Erbarmen gut. 9. So soll mein alles dich Mit Ruhm und Preis erheben, Ja, ich will selbst mich dir Zum ganzen Opfer geben; Und du wirst auch mit Lust in mir Dein Bild erblicken für und für. 10. Ehr sei dir, großer Gott, Du Herr der Himmelsheere! Es jauchzen ewig dir Der Selgen Jubelchöre. Jch jauchze mit schon auf der Erd, Bis ich ein Himmelserbe werd. I. Anast. Freylinghausen, g. 1670, st. 1739. Mel. Wunderbarer König. 9. Un numschränkte Liebe, Gönne blöden Au5 Schauplaß deiner Güte. Deiner Langmuth Ehre Wird durch neue Proben Immer herrlicher erhoben. O wie weit, wie breit Ueber Berg und Hügel Streckt sie ihre Flügel! 3. Was wir davon denken, Was wir sagen können, Ist ein Schatten nur zu nennen. Tag für Tag zu leiden, Tag für Tag zu dulden So viel Millionen Schulden Und dazu Ohne Ruh Lieben für das Hassen: Herr, wer kann das fassen! 4. Du vergiebest Sünde, Hörst der Sünder Flehen, Wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Nechte dräuet Und erbarmt sich wieder, Legt die Pfeile gerne nieder. Tiefen Schmerz Fühlt dein Herz, Wenn durch ernste Strafen Du mußt Beffrung schaffen. 2. Wasser, Luft und Erde, Ja, dein ganz Gebiete Ist ein 5. Herr, es hat noch keiner, Der zu dir gegangen, Statt der Gnade Recht empfangen. Wer zu deinen Füßen Sich mit Thränen senket, Dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz Rührt dein Herz, Und du willst der Armen Gnädig dich erbarmen. gen, Die sonst kaum auf Erden 6. König, sei gepriesen, Daß taugen, Daß sie in die Strahlen du so verschonest Und uns nicht Deiner Langmuth blicken, Die nach Werken lohnest. Deiner den Erdkreis huldreich schmük- Hand sei Ehre, Die so wohl ken Und zugleich Freudenreich regieret Und mit Ruhm den Bösen und den Deinen Wie die Scepter führet. Fahre fort, Sonne scheinen. Zions Hort, Langmuth auszuüben Und die Welt zu lieben. Joh. Jac. Rambach, g. 1693, ft. 1785. 6 Gottes Wesen, 10. Gott ist mein Sied! sein Buch, Wie lang ich leben Er ist der Gott sollte, Da ich noch unbereitet der Stärke. Groß ist sein Nam, war. Und groß sind seine Werke, Und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts, So sind und leben Welten; Und er gebeut, So fallen durch sein Schelten Die Himmel wieder in ihr Nichts. 10. Nichts, nichts ist mein, Das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar Soll deines Namens Ehre, Dein Lob in meinem Munde sein. 3. Licht ist sein Kleid, Und seine Wahl das Beste. Er herricht als Gott, Und seines Thrones Veste Ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 11. Wer kann die Pracht Von deinen Wundern fassen! Ein jeder Staub, Den du hast werden lassen, Verkündigt ſeines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm Ist deiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, Jhr Auen, Thal und Hügel, Jhr seid sein Loblied und sein Psalm. 4. Unendlich reich, Ein Meer von Seligkeiten, Öhn Anfang Gott Und Gott in ewgen Zeiten, Herr aller Welt, wer ist dir gleich! 5. Was ist und war In Himmel, Erd und Meere, Das fennet Gott, Und seiner Werke Heere Sind ewig vor ihm of fenbar. 6. Er ist um mich, Schafft, daß ich sicher ruhe; Er schafft, was ich Vor- oder nachmals thue, Und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, Du sißest oder gehest; Ob du ans Meer, Ob du gen Himmel flöhest, So ist er allenthalben da. 13. Du tränfst das Land, Führst uns auf grüne Weiden, Und Nacht und Tag Und Korn und Wein und Freuden Empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen: Sollt ich mein Herz Nicht mit dem Troste stillen, Daß deine Hand mein Leben hält? 15. Ist Gott mein Schuß, Will Gott mein Retter werden, So frag ich nichts Nach Himmel und nach Erden Und biete selbst der Hölle Truß. Chr. Fürchteg. Gellert, g. 1715, t. 1769. 8. Er fennt mein Flehn Und allen Rath der Seele; Er weiß, Diel. Es ist das Heil uns kommen her. wie oft Ich Gutes thu und 11. Wenn ich, o Schö eilt, mir gnädig beiMacht, Die Weisheit deiner Wege, Die Liebe, die für alle wacht, Anbetend überlege: So weiß ich von zustehn. 9. Er wog mir dar, Was er mir geben wollte, Schrieb auf Eigenschaften und Werke. 7 alle Welt fürcht ihren Herrn Und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen! Chr. Fürchteg. Gellert, g. 1715, ft. 1769. Bewundrung voll Nicht, wie ich dich erheben soll, Mein Gott, mein Herr und Vater. 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, Die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, Preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Mel. Die Tugend wird durchs zc. Sonn an ihm erhöht? Wer klei 12. Wie groß ist des Alldet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? mächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, Der mit verhärtetem Ge3. Wer mißt dem Winde sei- müthe Den Dank erstickt, der nen Lauf? Wer heißt die Him- ihm gebührt? Nein, seine Liebe mel regnen? Wer schließt den zu ermessen, Sei ewig meine Schoß der Erden auf, mit größte Pflicht. Der Herr hat Vorrath uns zu segnen? Gott der Macht und Herrlichfeit, Gott, deine Güte reicht so weit, So weit die Wolken reichen. mein noch nie vergessen, Vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, Dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, Bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, Mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; Bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand So wunderbar bereitet; Der Mensch, ein Geist, den sein Verstand Dich zu erkennen leitet; Der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, Ist sich ein täglicher Beweis Von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, Erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, Und alle Welt sag Amen! Und 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Guts genießen? Jsts nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, Wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, Durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, Damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren Und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich 8 Gottes Wesen, nicht hören, Den Weg, den er thu, Du siehst es, wenn ich mir zeigt, nicht gehn? Sein fehle; Nichts, nichts kann deiWill ist mir ins Herz geschrie- nem Aug entfliehn Und nichts ben, Sein Wort bestärkt ihn mich deiner Hand entziehn. ewiglich: Gott soll ich über alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit Mein Herz an dich ergebe Und über deine Huld erfreut Lobsingend dich erhebe, So hörst du es und stehst mir bei, Daß ich dir immer treuer sei. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: Ich soll vollkommen sein wie er. So weit ich dies Gebot erfülle, Stell ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine 4. Du merkst es, wenn des Lieb in meiner Seele, So treibt fie mich zu jeder Pflicht, Und ob ich schon aus Schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die Sünde nicht. Herzens Rath Verkehrte Wege wählet; Und bleibt auch eine böse That Vor aller Welt verhehlet, So weißt du sie und strafest mich zu meiner Bessrung väterlich. 6. Gott, laß deine Güt und Liebe Mir immerdar vor 5. Du hörest meinen SeufAugen sein. Sie stärk in mir zern zu, Daß Hülfe mir erscheidie guten Triebe, Mein ganzes ne; Voll Mitleid, Vater, zähleft Leben dir zu weihn; Sie tröste du Die Thränen, die ich meine; mich zur Zeit der Schmerzen, Du siehst und wägest meinen Sie leite mich zur Zeit des Schmerz Und stärkst mit deiGlücks Und sie besieg in meinem Trost mein Herz. nem Herzen Die Furcht des letten Augenblicks. Chr. Fürchteg. Gellert, g. 1715, ft. 1769. 6. O drück, Allgegenwärtiger, Dies tief in meine Seele, Daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, Mein Herz zur Zuflucht Mel. Machs mit mir, Gott, nach wähle, Daß ich dein heilig deiner Güt. Auge scheu Und dir zu dienen 13. Nie bist du, Höchster, eifrig sei. von uns fern, Du wirkst an allen Enden; Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, Bin ich in deinen Händen; Durch dich nur leb und athme ich, Und deine Rechte schüßet mich. 2. Was ich gedenke, merkest du, Du prüfest meine Seele; Du siehst es, wenn ich Gutes 7. Laß überall gewissenhaft Nach deinem Wort mich handeln Und stärke mich dann auch mit Kraft, Vor dir getrost zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich seist, Das tröst und bessre meinen Geist. Christoph Christian Sturm, geb. 1740, ft. 1786. Eigenschaften und Werke. Mel. Es ist genug! So nimm 2c. 14. Gott ist getreu! Sein Gott ist getreu! Herz, sein Vaterherz Verläßt die Seinen nie. Gott ist getreu! Im Wohlsein und im Schmerz Erfreut und trägt er sie. Mich decket seiner Allmacht Flügel: Stürzt ein, ihr Berge, fallt, ihr Hügel, Gott ist getreu! 2. Gott ist getreu! Er ist mein treuster Freund; Dies weiß, dies hoff ich fest. Ich weiß gewiß, Daß er mich keinen Feind Zu hart versuchen läßt. Er stärket mich nach seinem Bunde In meiner Prüfung trübsten Stunde. Gott ist getreu! 9 er den Eingebornen sterben. 5. Gott ist getreu! Er hat uns selbst befreit Von unsrer Sündennoth Durch seinen Sohn, 6. Gott ist getreu! Er, deß ich ewig bin, Sorgt für mein ewig Wohl. Er rufet mich zu seinem Himmel hin, Will, daß ich leben soll. Er reinigt mich von allen Sünden Und läßt mich Trost durch Christum finden. Gott ist getreu! 7. Gott ist getreu! Stets hat sein Vaterblick Auf seine Kinder Acht. Er sieht mit Lust, Auch wenn ein irdisch Glück Sie froh und dankbar macht. Was uns zu schwer wird, hilft er tragen, Und endlich stillt er alle Klagen. Gott ist getreu! 3. Gott ist getreu! Er thut, 8. Gott ist getreu! Mein was er verheißt. Er sendet mir Herz, was fehlt dir noch, Dich sein Licht. Wenn dieses mir Gottes stets zu freun? Sei Gott Den Weg zum Leben weist, getreu Und fürchte nichts, mag So irr und gleit ich nicht. doch Die Welt voll Falschheit Gott ist kein Mensch, er kann sein. Selbst falscher Brüder nicht lügen, Sein Wort der Wahrheit kann nicht trügen. Gott ist getreu! Neid und Tücke Gereicht am Ende mir zum Glücke. Gott ist getreu! 4. Gott ist getreu! Er han- 9. Gott ist getreu! Vergiß, delt väterlich, Und was er thut, o Seel, es nicht, Wie zärtlich ist gut; Die Trübsal auch. treu er ist. Gott treu zu sein, Mein Vater bessert mich Durch sei deine liebste Pflicht, Weil alles, was er thut. Die Trüb- du so werth ihm bist. Halt fest fal giebt Geduld und Stärke an Gott, sei treu im Glauben, Zum Fleiß in jedem guten Laß nichts den starken Trost Werke. Gott ist getreu! dir rauben: Gott ist getreu! Ehrenfried Liebich), g. 1713, st. 1780. Mel. Wachet auf! ruft uns die zc. Durch desſen Heiligkeit und 15. Gott, mein Gott, du blutgen wir bist in möchten nicht verderben, Ließ Unsterblichkeit selbständig, Du Gottes Wesen, 10 ewge Quelle alles Lichts. Du, du kannst von nichts abhangen, Dein Leben hat nie angefangen, Und von Verändrung weiß es nichts. Was lebt, das lebt von dir, Im Himmel und auch hier, Gott der Geister! Du bists allein, Der Ruhm ist dein, Du warst und bist und wirst auch ſein. 2. Du hast es dem Sohn gegeben, Auch er hat in sich selbst das Leben, Ward Fleisch und starb und lebet nun. Auch noch nach der Zeit des Falles Belebt dein Geist des Lebens alles, Was leben will und in dir ruhn. Mein Gott, ach lasse mich Jetzt und dann ewiglich In dir leben; So hats nicht Noth Auch selbst im Tod: Du bist der Le benden ihr Gott. M. Phil. Friedrich Hiller, g. 1699, ft. 1769. 3. Des Ewgen Thron umgiebt ein Licht, Das ihn vor uns verhüllet; Ihn fassen alle Himmel nicht, Die seine Größ erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, Verborgen, und doch offenbar In seiner Werke Wundern. 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft Uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, fennet, was er schafft, Der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Verstand, Und er umspannt mit seiner Hand Die Erde sammt dem Himmel. 5. Ist er nicht nah? Ist er nicht fern? Weiß er nicht aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn Ein Mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in Finsterniß, Was ihr beginnt; er siehts gewiß, Er sieht es schon von ferne. 16. D Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 6. Wer schüßt den Weltbau er Herr ist Gott, ohne dich, Herr, vor seinem und keiner mehr! Falle? Allgegenwärtig breitet Frohlockt ihm, alle Frommen! sich Dein Fittig über alle. Du Wer ist ihm gleich! Wer ist wie er, So herrlich, so vollkommen! Der Herr ist groß, sein Nam ist groß! Er ist unendlich, grenzenlos In seinem ganzen Wesen. bist voll Freundlichkeit, voll Huld, Barmherzig, gnädig, voll Geduld, Ein Vater, ein Verschoner. 7. Untadelhaft bist du und gut Und reiner, als die Sonne. Wohl dem, der deinen Willen thut; Denn du vergiltst mit Wonne. Du hast Unsterblichkeit allein, Bist selig, wirst es ewig sein, Hast Freuden, Gott, die Fülle. 2. Er ist und bleibet, wie er ist. Wer strebet nicht vergebens, Ihn auszusprechen; wer ermißt Die Dauer seines Lebens! Wir Menschen sind von gestern her; Eh noch die Erde ward, war er, War, eh die Himmel waren. 8. Dir nur gebühret Lob und Eigenschaften und Werke. Dank, Anbetung, Preis und mehr! Wer ist ihm gleich, wer Ehre. Kommt, werdet Gottes ist wie er, So herrlich, so vollLobgesang, Jhr alle seine Heere. kommen! Der Herr ist Gott und feiner Dr. Andr. Gramer, g. 1722, ft. 1788. Die Engel. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 17. Herr, du haft in deinem Reich Große Schaaren heilger Engel. Diesen bin ich noch nicht gleich, Denn mein Herz ist voller Mängel. Ach wann werd ich doch so rein Wie die guten Engel sein! 2. Mich beschweret Fleisch und Blut: Hilf du, daß ich geistlich werde. Gieb mir einen Engelmuth, Der sich trenne von der Erde, Daß ich als dein liebes Kind Allzeit himmlisch sei gefinnt. 6. Mach es, wie mit Lazaro, Wenn ich künftig werde ſterben; Und damit ich ebenso Möge Trost und Segen erben, Heiß die Engel mich zur Ruh Tragen nach dem Himmel zu. 4. Herr, dein Wille soll geschehn In dem Himmel und auf Erden: Darum laß uns dahin sehn, Daß wir dir gehorsam werden, Und verleih, daß ich dabei Aller Engel Mitknecht sei. 5. Unsre Welt ist voll Gefahr, Denn sie hat viel böse Stellen. Sende deiner Engel Schaar, Daß mich niemand könne fällen; Und da, wo wir schlafen ein, Laß sie unsre Wächter sein. 7. Laß mich dann vor deinem Stuhl Bei den Auserwählten stehen, Wenn die Bösen in den Pfuhl Mit dem Satan werden gehen; Und hernach in jenem Reich Mache mich den Engeln gleich. Caspar Neumann, g. 1648, st. 1715. 3. Mache mir dein Wort beMel. Nun komm der Heiden Heiland. kannt Durch des heilgen Geistes 18. Aller Engel himmSingt ich Verstand Wie ein Engel Gottes habe, Bis wir einst in jenem Licht Völlig sehn dein Angeficht. Gott ewig Lob und Ehr. Heilig, heilig, heilig! schallt, Daß der Himmel wiederhallt. 2. Cherubim und Seraphim Preisen ihn und dienen ihm, Helden, mächtig und geschwind, Gleich als Feuerflamm und Wind. 3. Anzustaunen seine Macht, Seiner Werke hehre Pracht, Und zu thun, was er gebeut, Das ist ihre Seligkeit. 4. Der du sie zum Dienste schickst Dem, auf den du gnädig blickst, Lasse sich ihr schirmend Heer Mächtig lagern um uns her. 12 Sünde und Erlösung. 5. Laß sie halten uns in Hut amt, Dazu schufst du uns geVor der Abgefallnen Wuth, Bor sammt; Daran mach uns hier dem Fürsten dieser Welt, Wenn schon reich, Hier schon deinen sein Trug uns Schlingen stellt. Engeln gleich. 6. Gieb, daß vieler Sünder 8. Jesu, deinen Geist uns Reu Dort im Himmel sie erfreu; send, Daß bei unserm letzten Gieb, daß keiner mehr verübt, End Engelhand uns sanft und Was ihr heilig Aug betrübt. süß zu dir trag ins Paradies. 7. Lieb und Hülf ist EngelVictor Strauß, g. 1809. II. Sünde und Erlösung. 19. Nun freut euch, lie- wandt zu mir ſein Vaterherz; ben Christen gmein, Es war bei ihm fürwahr kein Scherz, Er ließ sein Bestes kosten. Und laßt uns fröhlich springen, Daß wir getrofst und all in ein Mit Lust und Liebe singen, Was Gott an uns gewendet hat, Und seine süße Bunderthat; Gar theuer hat ers erworben. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Die Zeit ist hie zu ' rbarmen. Fahr hin, meins Herzens werthe Kron, Und sei das Heil dem Armen Und hilf ihm aus der Sündennoth, Erwürg für ihn den bittern Tod Und laß ihn mit dir leben. 6. Der Sohn dem Vater ghorsam ward; Er kam zu mir auf Erden, Von einer Jungfrau rein und zart; Er sollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt er sein Gewalt, Er ging in meiner armen Gstalt; Den Teufel wollt er fangen. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, Es soll dir jetzt gelingen. Ich geb mich selber ganz für dich, Da will ich für dich ringen; Denn ich bin dein feit Mein Elend über Maßen; und du bist mein, Und wo ich Er dacht an sein Barmherzigkeit, bleib, da sollst du sein; Uns soll Er wollt mir helfen lassen; Er der Feind nicht scheiden. s 4. Da jammert Gott in Ewig2. Dem Teufel ich gefangen lag, Im Tod war ich verloren; Mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, Darin ich war geboren; Ich fiel auch immer tiefer drein, Es war fein Guts am Leben mein, Die Sünd hat mich besessen. 3. Mein guten Werk die galten nicht, Es war mit ihn verdorben; Der frei Will haßte Gotts Gericht, Er war zum Gutn erstorben; Die Angst mich zu verzweifeln trieb, Daß nichts denn Sterben bei mir blieb, Zur Höllen mußt ich sinken. Sünde und Erlösung. 13 8. Vergießen wird er mir war je Noth, Daß uns auch mein Blut, Dazu mein Leben Gott sollt geben Sein lieben rauben: Das leid ich alles dir Sohn, den Gnadenthron, In zu gut, Das halt mit festem dem wir möchten leben. Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, Mein Unschuld trägt die Sünde dein; Da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein Fahr ich aus diesem Leben. Da will ich sein der Meister dein; Den Geist will ich dir geben, Der dich in Trübniß trösten soll und lehren mich erkennen wohl Und in der Wahrheit leiten. 3. Wie uns nun hat ein fremde Schuld In Adam all verhöhnet: Also hat uns ein fremde Huld In Christo all versöhnet. Und wie wir all durch Adams Fall Sind ewigs Tods gestorben: Also hat Gott durch Christi Tod Verneut, das war verdorben. 4. So er uns denn sein Sohn hat gschenkt, Da wir sein Feind noch waren, Der für uns ist ans Kreuz gehenkt, Getödt, gen Himmel gfahren, Dadurch wir sein von Tod und Bein Erlöst, so wir vertrauen In diesen Hort, des Vaters Wort: Wem wolli vorm Sterben grauen! 5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, Die Wahrheit und das Leben, Des Vaters Rath und ewig Wort, Den er uns 20. Durch Adams Fall hat gegeben zu einem Schuß, ist ganz verderbt daß wir mit Truß An ihn fest Menschlich Natur und Wesen. sollen glauben; Darum uns Dasselb Gift ist auf uns geerbt, bald kein Macht noch Gwalt Daß wir nicht mochtn genesen Aus seiner Hand wird rauben. Ohn Gottes Trost, der uns er-= löst hat von dem großen Schaden, Darein die Schlang Eva bezwang, Gotts Zorn auf sich zu laden. 6. Der Mensch ist gottlos und verrucht, Sein Heil ist auch noch ferren, Der Troft bei einen Menschen sucht Und nicht bei Gott dem Herren. Denn wer ihm will ein ander Ziel Ohn diesen Tröster stecken, Den mag gar bald des Teufels Gwalt Mit seiner List er10. Was ich gethan hab und gelehrt, Das sollst du thun und lehren, Damit das Reich Gotts werd gemehrt Zu Lob und seinen Ehren. Und hüte dich vor Menschen Say, Davon verdirbt der edle Schaß! Das laß ich dir zur Leße*).*) Labsal. Martin Luther, g. 1483, ft. 1546. 2. Weil denn die Schlang Eva hat bracht, Daß sie ist abgefallen Von Gottes Wort, das sie veracht, Dadurch sie in uns allen Bracht hat den Tod, so schrecken. 14 Sünde und Erlösung. 7. Wer hofft in Gott und dem| träge Und zum Bösen hurtig vertraut, Der wird nimmer zu bin! Ach wer wird mich von Schanden; Denn wer auf die den Ketten Dieses Sündentosen Felsen baut, Ob ihm gleich des retten! geht zuhanden Viel Unfalls hie, hab ich doch nie Den Menschen sehen fallen, Der sich verläßt auf Gottes Trost. Er hilft sein Gläubgen allen. 3. Hilf mir durch den Geist der Gnaden Aus der angeerbten Noth; Heile meinen Seelenschaden Durch dein Blut und Kreuzestod; Schlage du die Sündenglieder Meines alten Adams nieder. 8. Jch bitt, o Herr, aus Herzensgrund, Du wollst nicht von mir nehmen Dein heilig Wort aus meinem Mund, So wird mich nicht beschämen MeinSünd und Schuld; denn in dein Huld Seß ich all mein Vertrauen. Wer sich nur fest darauf verläßt, Der wird den Tod nicht schauen. 9. Mein Füßen ist dein heilig Wort Ein brennende Lucerne*), Ein Licht, das mir den Weg weist fort. So dieser Morgensterne In uns aufgeht, sobald versteht Der Mensch die hohen Gaben, Die Gottes Geist den gwiß verheißt, Die Hoffnung darein haben.*) Leuchte. Lazarus Spengler, g. 1479, st. 1534. 4. Ich bin unten von der Erden, Stecke in dem Sündengrab; Soll ich wieder lebend werden, So mußt du von oben ab Mich durch deinen Geist gebären Und mir neue Kraft gewähren. 5. Schaff in mir ein reines Herze, Einen neuen Geist gieb mir, Daß ich ja nicht länger scherze Mit der Sünden Luftbegier; Laß mich ihre Tück bald merken, Mich im Geist dagegen stärken. 6. Lehr mich wachen, beten, ringen und mein böses Fleisch und Blut Unters Joch des Geistes zwingen, Weil es doch thut nimmer gut. Was nicht kann dein Reich ererben, Laß in deiMel. Herr, ich habe mißgehandelt. 21. Ah, mein Jesu, welch nem Tod ersterben. Verderben Wohnet 7. Neize mich durch jene Kronicht in meiner Brust! Denn ne, Die mir droben beigelegt, mit andern Adamserben Steck ich voller Sündenlust. Ach, ich muß dir nur bekennen, Ich bin Fleisch von Fleisch zu nennen. Daß ich meiner niemals schone, Wann und wo ein Feind sich regt; Sondern hilf mir tapfer kämpfen, Teufel, Welt und Fleisch zu dämpfen. 2. Wie verkehrt sind meine Wege! Wie verderbt mein alter Sinn, Der ich zu dem Guten 8. Sollt ich etwa unterliegen, D so hilf mir wieder auf Und Sünde und Erlösung. in deiner Kraft obsiegen, Daß 5. Diesen Glauben anzuzünich meinen Lebenslauf Unter deinen Siegeshänden Möge ritterlich vollenden. L. Andr. Gotter, g. 1661, f. 1735. den, Der selbst Gottes Gabe heißt, Läsfest du dich willig finden, Deinen heilgen guten Geift Denen, die gebeuget stehn, Die ihr Unvermögen jehn Und zum Thron der Gnaden eilen, Gern und reichlich mitzutheilen. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 22. wge Liebe, mein Gemüthe Waget einen kühnen Blick In den Abgrund 6. Wo du nun vorher geſedeiner Güte; Send ihm einen Blick zurück, Einen Blick voll Heiterkeit, Der die Finsterniß zerstreut, Die mein blödes Auge drücket, Wenn es nach dem Lichte blicket. hen, Daß ein Mensch auf dieser Erd Deinem Geist nicht widerstehen, Noch sein Werk verhindern werd, Sondern ohne Heuchelschein Werd im Glauben feste sein: Diesen hast du auserwählet Und den Deinen zugezählet. 2. Ich verehre dich, o Liebe, Daß du dich beweget hast Und aus einem freien Triebe Den erwünschten Schluß gefaßt, Der im Fluch versenkten Welt Durch ein theures Lösegeld Und des eignen Sohnes Sterben Gnad und Freiheit zu erwerben. 3. O, ein Rathschluß voll Erbarmen, Voller Huld und Freundlichkeit, Der so einer Welt voll Armen Gnade, Trost und Hülfe beut! Liebe, die den Sohn nicht schont, Der in ihrem Schoße wohnt, Um zu retten die Rebellen Aus dem Pfuhl der tiefen Höllen! 15 7. Du hast niemand zum Verderben Ohne Grund in Bann gethan; Die in ihren Sünden sterben, Die sind selber Schuld daran. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, Der hat Fluch und Tod zum Lohn; Sein muthwillig Widerstreben Schleußt ihn aus vom Heil und Leben. 8. Liebe, dir sei Lob gesungen Für den höchst gerechten Schluß, Den die Schaar verklärter Zungen Rühmen und bewundern muß, Den der Glaub in Demuth ehrt, Die Vernunft erstaunet hört Und umsonst sich unterwindet, Wie sie dessen Tief 4. Doch du hast, o weise Liebe, Eine Ordnung auch bestimmt, Daß sich der darinnen übe, Der am Segen Antheil nimmt.| ergründet. Wer nur an den Mittler gläubt Und ihm treu ergeben bleibt, Der soll nicht verloren gehen, Sondern Heil und Leben sehen. 9. Liebe, laß mich dahin streben, Meiner Wahl gewiß zu sein. Richte selbst mein ganzes Leben So nach deinem Willen ein, 16 Sünde und Erlösung. Daß des Glaubens Frucht und 4. Uns in Sünden Todten Kraft, Den dein Geist in mir Machen Jesu Boten Dieses geschafft, Mir zum Zeugniß Leben fund. Lieblich sind die dienen möge, Ich sei auf dem Füße Und die Lehren füße, Himmelswege.se Theuer ist der Bund. Aller Welt ist nun vermeldt Durch der guten Botschaft Lehre, Daß man sich bekehre. 5. Kommt, zerknirschte Her10. Laß mich meinen Namen schauen In dem Buch des Lebens stehn; Dann so werd ich ohne Grauen Selbst dem Tod entgegen gehn. Keine Creatur zen, Die in bittern Schmerzen wird mich, Als dein Erbgut, Das Gesetz zerschlug, Kommt ewiglich Deiner Hand entreißen zu dessen Gnaden, Der für euch können, Noch von deiner Liebe beladen Alle Schmerzen trug. Jesu Blut stärkt euren Muth; Gott ist hier, der euch geliebet Und die Schuld vergiebet. trennen. QUE Joh. Jac. Rambach, g. 1693, ft. 1735. 23. Wor Mel. Jesu, meine Freude. ort des höchsten Mundes, Engel meines Bundes, Jesu, unser 6. Dieser Grund bestehet; Wenn die Welt vergehet, Fällt er doch nicht ein. Darauf will ich bauen; So soll mein VerRuhm, Bald, da wir gefallen, trauen Evangelisch sein; Auch Ließest du erschallen Evangelium, Eine Kraft, die Glauben schafft, Eine Botschaft, die zum Leben uns von dir gegeben. will ich nun würdiglich Dieser Kraft, die mir gegeben, Evangelisch leben. 2. Was dein Wohlgefallen Vor der Zeit uns allen Fest bestimmet hat, Was der Opfer Schatten Längst verkündigt hatten, Das vollführt dein Rath; Was die Schrift verspricht, das trifft Alles ein in deinem Namen Und ist Ja und Amen. 7. Jesu, deine Stärke Schaffet diese Werke; Stehe du mir bei. Nichts kann mich nun scheiden; Hilf denn, daß mein Leiden Evangelisch sei. Laß auch mich einmal auf dich Als ein Kind, mit dir zu erben, Evangelisch sterben. s. C. Hecker, 8. 1699, ft. 1743. 3. Alles ist vollendet; Jesu Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Gnade wendet Allen Zorn und 24. Geht hin, ihr gläuSchuld. Jesus ist sus hat erworben Alle Gnad und Huld; Auch ist dies fürwahr gewiß: Jesus lebt in Preis und Ehre. Ach, erwünschte Lehre! Ins weite Feld der Ewigkeit, Erhebt euch über alle Schranken Der alten und der neuen Zeit; Erwägt, daß Gott die Liebe sei, Die ewig alt und ewig neu. Advent. 17 2. Der Grund der Welt war dürres Blatt, Ein Staub, der nicht geleget, Der Himmel war noch nicht gemacht, So hat Gott schon den Trieb geheget, Der mir das Beste zugedacht; Da ich noch nicht geschaffen war, Da reicht er mir schon Gnade dar. 3. Sein Rathschluß war, ich sollte leben Durch seinen eingebornen Sohn. Den wollt er mir 8. m sichern Schatten deizum Mittler geben, Den macht ner Flügel Find ich die ungeer mir zum Gnadenthron; In störte Ruh. Der feste Grund dessen Blute sollt ich rein, Ge- hat dieses Siegel: Wer dein heiliget und selig sein. ist, Herr, den fennest du. Laß Erd und Himmel untergehn, Dies Wort der Wahrheit bleibet stehn. 4. Wunderliebe, die mich wählte Vor allem Anbeginn der Welt Und mich zu ihren Kindern zählte, Für welche sie das Reich bestellt! O Vaterhand, o Gnadentrieb, Der mich ins Buch des Lebens schrieb! 9. Ach könnt ich dich nur besser ehren, Welch edles Loblied stimmt ich an! Es sollten Erd und Himmel hören, Was du, mein Gott, an mir gethan. Nichts ist so köstlich, nichts so schön, Als, höchster Vater, dich erhöhn. 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüthe Hinauf zu dieser Quelle steigt, Von welcher sich ein Strom der Güte Zu mir durch alle Zeiten neigt, Daß jeder Tag sein Zeugniß giebt: Gott hat mich je und je geliebt. 6. Wer bin ich unter Millionen DerCreaturen seiner Macht, Die in der Höh und Tiefe wohnen, Daß er mich bis hieher gebracht! Ich bin ja nur ein nach der Ewigkeit. 10. Doch nur Geduld! Es kommt die Stunde, Da mein durch dich erlöster Geist Jm höhern Chor mit frohem Munde Dich, schönste Liebe, schöner preist. Drum eilt mein Herz aus dieser Zeit Und sehnt sich keine Stätte hat. 7. Ja freilich bin ich zu geringe Der herzlichen Barmherzigkeit, Womit, o Schöpfer aller Dinge, Mich deine Liebe stets erfreut. Ich bin, o Vater, selbst nicht mein, Dein bin ich, Herr, und bleibe dein. Joh. Gottfr. Heermann, g. 1707, st. 1791. III. Chrifti Ankunft; Advent. 25. K Mel. Vom Himmel hoch, da komm ich her. Domm, Heidenhei- Welt! Laß abwärts flammen land, Lösegeld! deinen Schein, Denn so will Komm, schönste Sonne dieser Gott geboren sein. 2 18 Christi Ankunft. 2. Komm an von deinem Him- 4. Denn er thut ihn schenken melsthron, Sohn Gottes und In den Sacramenten Sich selder Jungfrau Sohn; Komm ber zur Speise, Sein Lieb zu an, du zweigestammter Held, beweisen, Daß sie sein genießen Geh muthig durch dies Thal In ihrem Gewissen. der Welt! 3. Du nahmest erdwärts deinen Lauf Und stiegst auch wieder himmelauf; Dein Abfahrt war zum Höllenthal, Die Rückfahrt in den Sternensaal. 4. O höchster Fürst, dem Vater gleich, Besieg hier dieses Fleisches Reich; Denn unsers fiechen Leibes Haft Sehnt sich nach deiner Himmelskraft. 5. Es glänzet deiner Krippen Strahl, Ein Licht leucht durch dies finstre Thal, Es giebt die Nacht so hellen Schein, Der da wird unverlöschlich sein. Nach d. Ambrosius( ft. 397) Veni, redemptor gentium; von 3. Frand, g. 1618, ft. 1677. 26. Gottes Sohn ist kommen Uns allen zu frommen Sie auf diese Erden In armen Geberden, Daß er uns von Sünde Freite und entbünde. 5. Die also bekleiben Und beständig bleiben, Dem Herren in allem Trachten zu gefallen, Die werden mit Freuden Auch von hinnen scheiden. 6. Denn bald und behende Kommt ihr lettes Ende; Da wird er vom Bösen Ihre Seel erlösen Und sie mit ihm führen zu der Engel Chören. 7. Von dort wird er kommen, Wie dann wird vernommen, Wann die Todten werden Erstehn von der Erden Und zu seinen Füßen Sich darstellen müssen. 8. Da wird er sie scheiden; Die Frommen zur Freuden, Die Bösen zur Höllen, In peinliche Stellen, Da sie ewig müssen Ihr Untugend büßen. 9. Ei mun, Herre Jesu, Schick unser Herzen zu, Daß wir, alle Stunden Rechtgläubig erfunden, Darinnen verscheiden Zur ewigen Freuden. 2. Er kommt auch noch heute Und lehret die Leute, Wie sie sich von Sünden Zur Buß sollen wenden, Von Irrthum und 2 Thorheit Treten zu der Wahrheit. ser sich erbarmet hat, Gesandt 3. Die sich sein nicht schämen sein allerliebsten Sohn, Aus Und sein Dienst annehmen, Durch ein rechten Glauben Mit ganzem Vertrauen, Denen wird er eben Ihre Sünd vergeben. Böhmische Brüder. ob ſei dem allmächtigen Gott, Der unihm geborn im höchsten Thron. 2. Auf daß er unser Heiland würd, Uns freite von der Sünden Bürd Und durch seine Gnad Advent. 19 da und Wahrheit Führte zur ewi-| lichkeit Die Werk deiner Gegen Klarheit. rechtigkeit. 3. D große Gnad und Gütigkeit! O tiefe Lieb und Mildigkeit! Gott thut ein Werk, das ihm kein Mann, Auch kein Engel verdanken kann. 4. Gott nimmt an sich unser Natur, Der Schöpfer eine Creatur, Verachtet nicht ein armes Weib, zu werden Mensch in ihrem Leib. 5. Des Vaters Wort von Ewigkeit Wird Fleisch in aller Reinigkeit; Das A und O, Anfang und End, Giebt sich für uns in groß Elend. 6. Was ist der Mensch, was ist sein Thun, Daß Gott für ihn giebt seinen Sohn? Was darf unser das höchste Gut, Daß es so unserthalben thut? 7. O weh dem Volk, das 11. Wo du dies thust, so ist er dein, Bewahrt dich vor der Höllen Bein; Wo nicht, so sieh dich eben für, Denn er schleußt dir des Himmels Thür. 8. O Mensch, wie, daß du nicht verstehst und dem König entgegen gehst, Der zu dir ganz demüthig kömmt und sich so treulich dein annimmt! 12. Sein erste Zukunft in die Welt Ist in sanftmüthiger Gestalt; Die andre wird erschrecklich sein, Den Gottlosen zu großer Pein. 13. Die aber jetzt in Christo stehn, Die werden dann zur Freud eingehn, Besigen da der Engel Chör, Daß sie kein Uebel mehr berühr. 14. Dem Vater in dem höchsten Thron, Sammt seinem eingebornen Sohn, Dem heilgen Geiste gleicher Weis, Sei ewiglich Dank, Ehr und Preis. Mich. Weiß, st. 1540. veracht, Der Gnad fich nicht theilhaftig macht, Nicht 28. Maie Thor macht acht hoch die Thür, hören will des Sohnes Stimm, Denn auf ihm bleibet Gottes Grimm! weit! Es kommt der Herr der Herrlichkeit, Ein König aller Königreich, Ein Heiland aller Welt zugleich, Der Heil und Leben mit sich bringt! Derhalben jauchzt, mit Freuden fingt: GeLobet jei mein Gott, Mein Schöpfer reich von Rath! 9. Ei, nimm ihn heut mit Freuden an, Bereit ihm deines Herzens Bahn, Auf daß er komm in dein Gemüth Und du genieBest seiner Güt. 10. Unterwirf ihm deine Vernunft In dieser gnadenreichen Zukunft, Untergieb seiner Herr2. Er ist gerecht, ein Helfer werth, Sanftmüthigkeit ist sein Gefährt, Sein Königstron ist Heiligkeit, Sein Scepter ist Barmherzigkeit; All unser Noth zum End er bringt. Derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Ge 20 Christi Ankunft. Lobet fei mein Gott, Mein| hat prophezeit, Ist erfüllt nach Heiland groß von That! Herrlichkeit. 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, So diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insgemein, Da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freudensonn, Bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, Mein Tröster früh und spat! 3. Zions Hülf und Abrams Lohn, Jacobs Heil, der Jungfraun Sohn, Der wohl zweigestammte Held Hat sich treulich eingestellt. 4. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit! Eur Herz zum Tempel zubereit! Die Zweiglein der Gottseligkeit Steckt auf mit Andacht, Lust und Freud; So kommt der König auch zu euch, Ja Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott, Voll Rath, voll That, voll Gnad! 5. Komm, o mein Heiland, Jesu Christ! Meins Herzens Thür dir offen ist. Ach, zeuch mit deiner Gnaden ein! Dein Freundlichkeit auch uns erschein, Dein heilger Geist uns führ und leit Den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, Sei ewig Preis und Ehr! Georg Weiße! g. 1590, ft. 1635. 4. Sei willkommen, o mein Heil! Hosianna dir, mein Theil! Richte du auch eine Bahn Dir in meinem Herzen an. 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein! Es gehöret dir allein. Mach es, wie du gerne thust, Rein von aller Sünden Wust. Mel. Nun komm, der Heiden Heiland. 29. Gott sei Dank durch 6. Und gleich wie dein Zukunft war Voller Sanftmuth, ohn Gefahr, Also sei auch jederzeit Deine Sanftmuth mir bereit. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, Weil ich schwach und blöde bin, Und des Satans schlaue List Sich zu hoch für mich vermißt. 8. Tritt der Schlangen Kopf entzwei, Daß ich, aller Nengsten frei, Dir im Glauben um und an Selig bleibe zugethan. 9. Daß, wenn du, o Lebensfürst, Prächtig wiederkommen wirst, Ich dir mög entgegen gehn Und vor dir gerecht bestehn. Heinr. Held, um 1643. alle Welt, Der sein Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. Wort beständig hält Und der 30. Kommst du, kommſt du, der HeiSünder Trost und Rath Zu uns hergesendet hat. 2. Was der alten Väter Schaar Höchster Wunsch und Sehnen war, Was ihr Mund den? Ja, du kommst und säumest nicht, Weil du weißt, was uns gebricht. D du starker Trost im Leiden, Jeju, meines Advent. 21 Herzens Thür Steht dir offen;| Macht seine Steigerichtig, Laßt fomm zu mir! alles, was er haßt; Macht alle 2. Ja, du bist bereits zuge- Bahnen recht, Die Thal laßt gen, Du Weltheiland, Jung- sein erhöhet, Macht niedrig, fraunsohn; Meine Sinne spü- was hoch stehet, Was frumm ren schon Deinen gnadenvollen ist, gleich und schlecht. Segen, Deine Wunder- Seelenkraft, Deine Frucht und Herzenssaft. 3. Ein Herz, das Demuth übet, Bei Gott am höchsten steht; Ein Herz, das Hochmuth liebet, Mit Angst zu Grunde geht; Ein Herz, das richtig ist Und folget Gottes Leiten, Das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 3. Able mich durch deine Liebe, Jesu, nimm mein Flehen hin; Schaffe, daß mein Geist und Sinn Sich in deinem Lieben übe; Sonst zu lieben dich, mein Licht, Steht in meinen Kräften nicht. 4. Jesu, rege mein Gemüthe, Jesu, öffne mir den Mund, Daß dich meines Herzens Grund Innig preise für die Güte, Die du mir, o Seelengast, Lebenszeit erwiesen hast. 5. Laß durch deines Geistes Gaben, Liebe, Glauben und Geduld, Durch Bereuung meiner Mel. Helft mir Gotts Güte preisen. Schuld Mich zu dir ſein hoch er= 32. Auf, auf, ihr Reichshaben: will singen dir Hofianna für und für. Ernst Christoph Homburg, g. 1605, st. 1681. 4. Ach mache du mich Armen Zu dieser heilgen Zeit Aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit. Zeuch in mein Herz hinein Vom Stall und von der Krippen, So werden Herz und Lippen Dir allzeit dankbar sein. Val. Thilo, g. 1607, st. 1662. nig kommt heran! Empfahet unverdrossen Den großen Wundermann. Ihr Christen, geht herfür! Laßt uns vor allen Din31. Mit Ernst, o Men- gen Ihm Hofianna fingen Mit Mel. Helft mir Gotts Glite preisen. schenkinder, Das heiliger Begier. Herz in euch bestellt, Damit das Heil der Sünder, Der große Wunderheld, Den Gott aus Gnad allein Der Welt zum Licht und Leben Gesendet und gegeben, Bei euch auch kehre ein. zu nennen, Da wir ihn finden 2. Bereitet doch fein tüchtig können Im Nachtmahl, Tauf Den Weg dem großen Gast, und Wort. 2. Auf, ihr betrübten Herzen, Der König ist gar nah! Hinweg all Angst und Schmerzen, Der Helfer ist schon da! Seht, wie so mancher Ort Hochtröstlich ist 22 Christi Ankunft. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplag- 8. Hat endlich uns betroffen ten, Der König ist nicht fern! Viel Kreuz, läßt er doch nicht Seid fröhlich, ihr Verzagten, Die, so auf ihn stets hoffen Mit Dort kommt der Morgenstern! rechter Zuversicht. Von Gott Der Herr will in der Noth Mit kommt alles her. Der läsfet auch reichem Trost euch speisen, Er im Sterben Die Seinen nicht will euch Hülf erweisen, Ja verderben; Sein Hand ist nicht dämpfen gar den Tod. zu schwer. 4. Nun hört, ihr frechen Sünder: Der König merket drauf, Wenn ihr verlorne Kinder Jm vollen Lasterlauf Auf Arges seid bedacht, Ja thut es ohne Sorgen; Gar nichts ist ihm verborgen, Er giebt auf alles Acht. 9. Frisch auf, ihr Hochbetrübten, Der König kommt mit Macht! An uns, sein Herzgeliebten, hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst und Bein, Noch Zorn hinfort uns schaden, Dieweil uns Gott aus Gnaden Läßt seine Kinder sein. 5. Seid fromm, ihr Unterthanen, Der König ist gerecht! Laßt uns den Weg ihm bahnen 10. So lauft mit schnellen Schritten, Den König zu beUnd machen alles schlecht*). sehit, Dieweil er kommt geritFürwahr, er meint es gut; Drum lasset uns die Plagen, Die er uns schickt, ertragen Mit unerschrocknem Muth. ten, Stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, Den Heiland zu begrüßen, Der alles Kreuz versüßen Und uns erlösen kann. 11. Der König will bedenken Die, so er herzlich liebt, Mit köstlichen Geschenken, Als der sich selbst uns giebt Durch seine Gnad und Wort. O König, hoch erhoben, Wir alle wollen loben Dich freudig hier und dort. *) schlicht, gerade. 6. Und wenn gleich Krieg und Flammen Uns alles rauben hin, Geduld! weil ihm zusammen Gehöret der Gewinn. Wenn gleich ein früher Tod Uns, die uns lieb, genommen: Wohlan, so find sie kommen Ins Leben aus der Noth. 7. Frisch auf in Gott, ihr Armen, Der König sorgt für euch! Er will durch sein Erbarmen Euch machen groß und reich. Der an ein Thier gedacht, Der wird auch euch ernähren; Was Menschen nur begehren, Das steht in seiner Macht. 12. Nun, Herr, du giebst uns reichlich, Wirst selbst drum arm und schwach; Du liebest unvergleichlich, Du jagst den Sündern nach! Drum wolln wir all in ein Die Stimmen hoch erschwingen, Dir Hofianna singen Und ewig dankbar sein. Joh. Rift, g. 1607, st. 1667. Advent.do 23 wandeln ganz in Freud. Er ist, der helfen kann. Halt eure Lampen fertig Und seid stets Mel. Helft mir Gotts Güte preisen. 33. Nun jauchzet all, ihr Frommen, In die ser Gnadenzeit, Weil unser Heil sein gewärtig; Er ist schon auf ist kommen, Der Herr der der Bahn. Herrlichkeit; Zwar ohne stolze Mich. Schirmer, g. 1606, ft. 1678. 3197 Pracht, Doch mächtig zu verheeren Und gänzlich zu zerstören Matth. 21, 1-9. Des Teufels Reich und Macht. 34. Wie soll ich dich em2. zu geritten Seelen Zier! O Jeſu, Jesu, sebe mir selbst die Fackel bei, Damit, was dich ergöße, Mir kund und wissend sei. Auf einem Eselein Und stellt wie begegn ich dir? O aller sich in die Mitten Für uns zum Welt Verlangen! O meiner Opfer ein. Er bringt kein zeitlich Gut; Er will allein erwerben Durch seinen Tod und Sterben, Was ewig währen thut. 3. Kein Scepter, keine Krone Sucht er auf dieser Welt; Im hohen Himmelsthrone Ist ihm fein Reich bestellt. Er will hier seine Macht Und Majestät verhüllen, Bis er des Vaters Willen Gehorsamlich vollbracht. 2. Dein Zion streut dir Palmen Und grüne Zweige hin, Und ich will dir in Psalmen Ermuntern meinen Sinn; Mein Herze soll dir grünen Jn stetem Lob und Preis Und deinem Namen dienen, So gut es fann und weiß. 3. Was hast du unterlassen Zu meinem Trost und Freud? Als Leib und Seele saßen In ihrem größten Leid, Als mir das Reich genommen, Da Fried und Freude lacht, Da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, Du kommst und machst mich los; Ich stund in Spott und Schanden, Du kommst und machst mich groß Und hebst mich hoch zu Ehren Und schenkst mir großes Gut, Das sich nicht läßt verzehren, Wie irdisch 4. Jhr Mächtigen auf Erden Nehmt diesen König an, Soll euch gerathen werden. Er ist die rechte Bahn, Die zu dem Himmel führt. Sonst, wo ihr ihn verachtet Und nur nach Hoheit trachtet, Des Höchsten Zorn euch rührt. 5. Jhr Armen und Elenden In dieser bösen Zeit, Die ihr an allen Enden Voll Angst und Jammer seid, Seid dennoch wohlgemuth. Laßt eure Lieder flingen, Dem König zu lobsingen; Der ist eur höchstes Gut. 6. Er wird nun bald erscheinen In seiner Herrlichkeit und all eur Klag und Weinen Ver- Reichthum thut. 24 Christi Ankunft. 5. Nichts, nichts hat dich ge- 10. Er kommt zum Weltgetrieben Zu mir vom Himmels- richte, Zum Fluch dem, der ihm zelt, Als das geliebte Lieben, flucht; Mit Gnad und füßem Damit du alle Welt In ihren Lichte Dem, der ihn liebt und tausend Plagen Und großen sucht. Ach komm, ach komm, o Jammerlast, Die kein Mund Sonne, Und hol uns allzumal kann aussagen, So fest umfan- Zum ewgen Licht und Wonne gen haft. In deinen Freudensaal! Paul Gerhardt, geb. 1606, t. 1676. 6. Das schreib dir in dein Herze, Du hochbetrübtes Heer, 35. W arum willst du Bei denen Gram und Schmerze Mel. Wie nach einer Wasserquelle. Sich häuft je mehr und mehr. Seid unverzagt, ihr habet Die Hülfe vor der Thür; Der eure Herzen labet Und tröstet, steht allhier. draußen stehen, Du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, Wohlgefallen, du mein Stern! Du 7. Jhr dürft euch nicht be mein Jesu, meine Freud, Helmühen, Noch sorgen Tag und fer in der rechten Zeit, Hilf, Nacht, Wie ihr ihn wollet zie- o Heiland, meinem Herzen hen Mit eures Armes Macht. Von den Wunden, die mich Er kommt, er kommt mit Wil- schmerzen. len, Ist voller Lieb und Lust, All Angst und Noth zu stillen, Die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken Vor eurer Sündenschuld; Nein, Jesus will sie dekken Mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern Zum Trost und wahren Heil, Schafft, daß bei Gottes Kindern Verbleib ihr Erb und Theil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien Der Feind und ihrer Tück? Ihr Herr wird sie zerstreuen In einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein König, Dem wahrlich alle Feind Auf Erden viel zu wenig Zum Widerstande find. 2. Meine Wunden sind der Jammer, Welchen oftmals Tag und Nacht Des Gesetzes starker Hammer Mir mit seinen Schrecken macht. O der schweren Donnerstimm, Die mir Gottes Zorn und Grimm Also tief ins Herze schläget, Daß sich all mein Blut beweget! 3. Dazu kommt des Teufels Trügen, Der mir alle Gnad absagt, Als müßt ich nun ewig liegen In der Höllen, die ihn plagt. Ja, auch was noch ärger ist, So zermartert und zerfrißt Mich mein eigenes Gewissen Mit vergiften Schlangenbissen. 4. Will ich dann mein Elend lindern Und erleichtern meine Noth Bei der Welt und ihren Advent. 25 Kindern, Fall ich vollends in regen, Wird zu lauter Glück den Koth; Da ist Trost, der und Segen. mich betrübt, Freude, die mein Unglück liebt, Helfer, die mir Herzleid machen, Gute Freunde, die mein lachen. 9. Alles dient zu deinem Frommen, Was dir bös und schädlich scheint, Weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibst du dem nun wieder treu, Jsts gewiß und bleibt dabei, Daß du mit den Engeln droben Ihn dort ewig werdest loben. Paul Gerhardt, g. 1606, ft. 1676. 5. In der Welt ist alles nichtig, Nichts ist, das nicht kraftlos wär. Hab ich Hoheit, die ist flüchtig; Hab ich Reich thum, was ists mehr als ein Stäublein armer Erd? Hab ich Luft, was ist sie werth? Was ist, das mich heut er= freue, Das mich morgen nicht 36. gereue? - - - Thom Mel. Jefus, meine Zuversicht. ofianna! Davids Sohn Kommt in Zion eingezogen. Ach bereitet ihm den Thron, Setzt ihm tausend Ehrenbogen; Streuet Palmen, machet Bahn, Daß er Einzug halten kann. 2. Hosianna! sei gegrüßt! Komm, wir gehen dir entgegen. Unser Herz ist schon gerüst, Will sich dir zu Füßen legen. Zeuch zu unsern Thoren ein; Du sollst uns willkommen sein. 3. Hosianna! Friedefürst, Ehrenkönig, Held im Streite! Alles, was du schaffen wirst, Das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, Und dein Reich allein besteht. 4. Sofianna! lieber Gast, 8. Was du Böses hast began- Wir sind deine Reichsgenossen, gen, Das ist alles abgeschafft. Die du dir erwählet hast. Ach Gottes Liebe nimmt gefangen so laß uns unverdrossen DeiDeiner Sünden Macht und Kraft. Chrifti Sieg behält das Feld, Und was Böses in der Welt Sich will wider dich ernem Scepter dienstbar sein; Herrsche du in uns allein. 5. Hosianna! tomme bald, Laß uns deine Sanftmuth küs6. Aller Trost und alle Freude Ruht in dir, Herr Jesu Christ. Dein Erfreuen ist die Weide, Da man sich recht fröhlich ist. Leuchte mir, o Freudenlicht, Ehe mir mein Herze bricht. Laß mich, Herr, an dir erquicken; Jesu, komm, laß dich erblicken. 7. Freu dich, Herz, du bist erhöret! Jezo kommt und zeucht er ein. Sein Gang ist zu dir gekehret, Heiß ihn nur willkommen sein Und bereite dich ihm zu, Gieb dich ganz zu seiner Ruh; Deffne dein Gemüth und Seele, Klag ihm, was dich drück und quäle. 26 Chrifti Ankunft. sen. Wollte gleich die Knechts- 2. Dein Lehrer kommt! laß gestalt Deine Majestät ver- deine Ohren Auf seinen Mund schließen, Ei, so fennet Zion gerichtet sein. Er zeigt den Weg, schon Gottes und auch Davids den du verloren, Er flößt dir Sohn. Licht und Wahrheit ein; Was 6. Hosianna! steh uns bei! unter dunklen Schatten stecket, D Herr, hilf, laß wohl gelin- Das hat dir dein Prophet entgen, Daß wir ohne Heuchelei decket, Er hat das Reich der Dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, Der dir nicht gehorchen kann. Nacht gehemmt. Er thut dir kund des Vaters Willen, Er giebt dir Kraft, ihn zu erfüllen: Dein weisheitsreicher Lehrer kömmt. 7. Sofianna! laß uns hier An den Delberg dich begleiten, Bis wir einstens für und für Dir ein Psalmenlied bereiten. Dort ist unser Bethphage! Hofianna in der Höh! 8. Hosianna nah und fern! Eile, bei uns einzugehen. Du Gesegneter des Herrn, Warum willst du draußen stehen? Hosianna! bist du da? Ja, du kommst! Hallelujah! Benj. Schmolt, g. 1672, ft. 1737. 3. Dein König kommt! doch ohne Prangen, Sein Aufzug ist an Armuth reich. Auf, deinen Fürsten zu empfangen, Der dir an tiefster Schwachheit gleich! Komm, Hand und Scepter dem zu küssen, Der dich wird so zu schüßen wissen, Daß dich kein Angststrom überschwemmt. Thu wie getreue Unterthanen, Komm her und schwör zu seinen Fahnen: Dein längstverlangter König kömmt. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 2c. 37. Deir 4. Dein Alles kommt, dich ein Mittler kommt; zu umfangen, Dein A und O auf, blöde Seele, ist vor der Thür! Wer kann Die Mofis Fluch und Donner dies höchste Gut erlangen, Verschreckt, Die in der bangen Trauerhöhle In Fesseln trüber Schwermuth steckt. Der Fluch vergeht, die Bande springen, Es reißen Satans feste Schlingen, Die den gefangnen Geist beklemmt. Du kannst nun Heil und Freiheit hoffen, Gott ist versöhnt, sein Schoß steht of fen: Dein gnadenvoller Mittler kömmt. tauschet gern die Welt dafür. So greif denn zu mit beiden Händen, Da dich, mein Geist, von allen Enden Ein solches Gnadenmeer umströmt. Nimm weg den Damm, thu auf die Thüren, Laß dich zu nehmen willig spüren: O armes Nichts, dein Alles kömmt. Job, Jac. Rambach, g. 1693, ft. 1735. Univ.- Bibl. Giessen Advent. 27 Mel. Heilig ist Gott der Vater. reiche werden Dem, das du 38. Dein ein König kommt, gründest, unterthan. Bewaffnet mit des Glaubens Worten, Zieht deine Schaar nach den vier Orten Der Welt hinaus und macht dir Bahn. o Zion, Er fehret bei dir ein. Auf, lasset uns ihm Palmen streun! Sanft müthig kommt er in sein Reich. Jauchzt ihm, alle Lande, freuet euch! Hosianna in der Höhe! Der Herr ist da, Hallelujah! Preiset seinen Namen! Hosianna! Amen! Amen! 4. Und wo du kommeſt hergezogen, Da ebnen sich des Meeres Wogen, Es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Du kommst, auf den empörten Triften Des Lebens neuen Bund zu stiften, Und schlägst in Fessel Sünd und Tod. Fr. Ad. Krummacher, g. 1768, ft. 1845. 5. D Herr von großer Huld und Treue, O komme du auch jeßt aufs neue Zu uns, die wir sind schwer verstört. Noth ist es, daß du selbst hienieden Kommst, zu erneuen deinen Frieden, Dagegen sich die Welt empört. Mel. Ach Jesu, meiner Seelen 2c. 39. Dein ein König kommt in niedern Hüllen, Sanftmüthig, auf der Eslin Füllen: Empfang ihn froh, Jerusalem. Trag ihm entgegen Friedenszweige, Bestreu mit Maien seine Steige; So ists dem Herren angenehm. 2 O mächtger Herrscher ohne Heere, Gewaltger Kämpfer ohne Speere, O Friedensfürst von großer Macht! Oft wollten dir der Erde Herren Den Weg zu deinem Throne sperren; Doch du gewannst ihn ohne Schlacht. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden, Doch alle Erden6. D laß dein Licht auf Erden siegen, Die Macht der Finsterniß erliegen, und lösch der Zwietracht Glimmen aus, daß wir, die Völker und die Thronen, Vereint als Brüder wieder wohnen In deines großen Vaters Haus. Friedrich Rückert, geb. 1789. Das neue Kirchenjahr. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag.( dich, Du werthes Zion, ewig40. Nun kommt das neue lich. Hallelujah! Kirchenjahr, Deß 2. Wir hören noch das Gnafreut sich alle Christenschaar; denwort Von Anfang wieder Dein König kommt, drum freue fort und fort, Das uns den 28 Christi Geburt. Weg zum Leben weist; Gott den alten Sinn Noch stets mit sei für seine Gnad gepreist. neuen Sünden. Hallelujah! 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, Die unsern Glauben ftets vermehrt, Laß in uns bleiben, daß wir dir Lob und Preis sagen für und für. Hallelujah! 4. Ach Herr, gieb uns den uns de neuen Geist Und machuns durch die Güte, Die sich an uns aufs neu erweist, Erneuert im Gemüthe. Den neuen Menschen zieh uns an, Der dir allein gefallen kann In seinem ganzen Leben. Joh. Olearius, geb. 1611, 1684. Mel. Nun freut euch lieben 2c. 5. Hierzu erhalt uns, Herr, 41. neues Kirchenjahr Macht uns die große Treue Des ewgen Gottes offenbar; Und nun dein Sammt und Abendmahle, So wandern wir mit Freuden fort In diesem finstern Thale. Herr, segne Schul, Tauf und Altar Uns deine Wege zeigen. will er aufs neue Den alten dieses Kirchenjahr, Laß Kirche, hochbeschwornen Bund, Den einzig festen Glaubensgrund Durch seinen Geist uns lehren. 2. Auf, Zion, Breis und Ehr und Ruhm Dem höchsten Herrn zu singen! Dein königliches Priesterthum Muß Dank zum Opfer bringen. Gelobt sei Gott, der durch sein Wort Die Christenheit und diesen Ort zu seinem Tempel weihet! 6. Gieb deinen Hirten Kraft und Geist Zu reiner Lehr und Leben, Dein Wort, das Gottes Weide heißt, Der Heerde rein zu geben. Laß alle Hörer Thäter sein, Damit fein heuchlerischer Schein Des Glaubens Kraft verleugne. 7. So halten und vollenden wir Das Kirchenjahr auf Erden; Dabei befehlen wir es dir, Wie wir es enden werden. Hier bleibt die Kirche noch im Streit; Kommt aber einst die Ewigkeit, Dann wird sie triumphiren. Heinr. Gorn. Hecker, g. 1699, ft. 1743. 3. Wir sind nicht werth der neuen Huld Des Gottes aller Gnaden. Des alten Menschen alte Schuld, Die wir auf uns geladen, Nimmt unsern eignen Ruhm dahin; Denn sie bewies IV. Chrifti geburt; Weihnachten. 42. Dank fagn wir alle seinem Wort hat erleuchtet Gott, unserm Herrn Christo, Der uns mit Und uns erlöst hat mit seinem Blute Von des Teufels Gwalt. Weihnachten. 29 2. Dank ſagn wir alle Gott, 44. Ein Kindelein ſo löunserm Herrn Der Ist uns geboren heute Von einer Jungfrau säuberlich, Zu Trost uns armen Leuten. Wär uns das Kindlein nicht geborn, So wärn wir allzumal verlorn; Das Heil ist unser aller. Ei, du süßer Jesu Christ, Der du Mensch geboren bist, Behüt uns vor der Hölle! mit seinem Wort hat erleuchtet Und uns erlöst hat mit seinem Blute Von des Teufels Gwalt. 3. Den solln wir alle Mit seinen Engeln lobn mit Schalle, Singen: Preis sei Gott in der Höhe! Grates nunc ommes reddamus, von Rotter Balbulus, st. 912; deutsch von Erasmus Alberus, st. 1553. 43. Nun un singet und seid froh, Jauchzt alle und sagt so: Unsers Herzens Wonne Liegt in der Krippen bloß Und leuchtet als die Sonne In seiner Mutter Schoß. Du bist A und O! Du bist A und O! 2. Sohn Gottes in der Höh, Nach dir ist mir so weh. Tröst mir mein Gemüthe, O Kindlein zart und rein, Durch alle deine Güte, O liebstes Jesulein! Zeuch mich hin nach dir! Zeuch mich hin nach dir! 3. Groß ist des Vaters Huld, Der Sohn tilgt unser Schuld. Wir waren all verdorben Durch Sünd und Eitelkeit; So hat er uns erworben Die ewge Himmelsfreud. Eya, wärn wir da! Eya, wärn wir da! 4. Wo ist der Freuden Ort? Nirgend mehr, denn dort, Da die Engel singen Sammt den Heilgen all, Und die Psalmen klingen Im hohen Himmelssaal. Eya, wärn wir da! Eya, wärn wir da! Nach Beter v. Dresden. st. 1440. 2. Der Tag der ist so freudenreich, zu loben Gottes Namen: Daß Christus von dem Himmelreich Auf Erden zu uns kommen. Groß ist die Demuth, Huld und Gnad, Die Gott vom Himmel bei uns that. Ein Knecht ist er hie worden, In allem, doch ohn Sünd, uns gleich, Dadurch wir ewig werden reich; Trug unsre Sündenbürde. 3. Wohl dem, der dieſes Glaubens ist, Mit ganzem Herzen trauet; Dem wird die Seligkeit gewiß. Wohl dem, der darauf bauet, Daß Christus hat genug gethan Für uns, darum er ausgegangn Von Gott, dem ewgen Vater. O welche große Wunderthat! Christus trägt unser Missethat Und stillet unsern Hader! 4. Deß dank ihm alle Christenheit Für solche große Güte, Und bitte sein Barmherzigkeit, Daß er uns fort behüte Vor falscher Lehr und bösem Wahn, Der unsern Seelen schaden kann; Er woll all Schuld vergeben. 30 Christi Geburt. Gott, Vater, Sohn und heilger| stenheit Und dank ihm deß in Geist, Wir bitten von dir aller- Ewigkeit. Kyrieleis! meist, Laß uns in Friede leben. Martin Luther, geb. 1483, st. 1546. Dies est lætitiæ, von Adam v. St. Victor, ft. 1177; deutsch im 14. Jahrh. Vers 1 von Luther, Bers 2-4 von einem Unbekannten. faldige 46. Vom elobet seist du, Je45. su Christ, Daß du Mensch geboren bist, Von einer Jungfrau, das ist wahr! Deß freuet sich der Engel Schaar. Kyrieleis! 2. Des ewgen Vaters einig Kind Jetzt man in der Krippen findt; In unser armes Fleisch und Blut Verkleidet sich das ewge Gut. Kyrieleis! 3. Den aller Welt Kreis nie beschloß, Der liegt in Marien Schoß; Er ist ein Kindlein worden klein, Der alle Ding erhält allein. Kyrieleis! 4. Das ewge Licht geht da herein, Giebt der Welt ein neuen Schein; Es leucht wohl mitten in der Nacht Und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis! Luc. 2, 1-14. Ich bring euch gute neue Mähr; Der guten Mähr bring ich so viel, Davon ich singn und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn Von einer Jungfrau außerkorn, Ein Kindelein so zart und fein; Das soll eur Freud und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, Der will euch führn aus aller Noth; Er will eur Heiland selber sein, Von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, Die Gott der Vater hat bereit, Daß ihr mit uns im Himmelreich Sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das Zeichen recht, Die Krippen, Windelein so schlecht; Da findet ihr das Kind gelegt, Das alle Welt erhält und trägt. 6. Deß laßt uns alle fröhlich sein Und mit den Hirten gehn hinein, Zu sehn, was Gott uns hat beschert, Mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. Merk auf, mein Herz, und in sieh dort hin! Was liegt dort 7. Das hat er alles uns ge- in dem Krippelein? Weß ist than, Sein groß Lieb zu zeigen das schöne Kindelein? Es ist an. Deß freu sich alle Chri- das liebe Jesulein. 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, Ein Gast in der Welt hier ward; Er führt uns aus dem Jammerthal Und macht uns Erben in seinm Saal. Kyrieleis! 6. Er ist auf Erden kommen arm, Daß er unser sich erbarm Und in dem Himmel mache reich Und seinen lieben Engeln gleich. Kyrieleis! om Himmel hoch da komm ich her, Weihnachten. 8. Bis*) willekomm, dut edler 19 Luc. 2, 13-20.blo Gast! Den Sünder nicht ver- Mel. Singen wir aus Herzensgrund. 47 Da Christus geboren war, ſchmähet haſt, Und kommſt ins zu mir, immer danken dir! ich *) sei. 9. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding, Wie bist du worden so gering, Daß du da liegst auf dürrem Gras! O Liebe ohne Ziel und Maß. 10. Und wär die Welt vielmal so weit, Von Edelstein und Gold bereit, So wär sie dir doch viel zu klein, Zu sein ein enges Wiegelein. 11. Der Sammet und die Seiden dein, Das ist grob Heu und Windelein, Darauf du König groß und reich Herprangst, als wärs dein Himmelreich. 12. Das hat also gefallen dir, Die Wahrheit anzuzeigen mir, Wie aller Welt Macht, Ehr und Gut Vor dir nichts gilt, nichts hilft, noch thut. 13. Ach mein herzliebes Jesulein, Mach dir ein rein sanft Bettelein, Zu ruhen in meins Herzens Schrein, Daß ich nimmer vergesse dein. 14. Davon ich allzeit fröhlich sei, zu rühmen, singen immer frei, So lang ich auf der Erde wohn, Mit Herzenslust den süßen Ton: 31 15. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, Der uns schenkt seinen eingen Sohn! Deß freuet fich der Engel Schaar Und singen uns solch neues Jahr. Martin Luther, geb. 1483, ft. 1546. der Engel Schaar, Sungen diesen süßen Ton: Ehr sei Gott im höchsten Thron! Gottes Sohn ist Mensch geborn, Hat versöhnt seins Vaters Zorn! Freu sich, dem sein Sünd ist leid! 2. Die Hirten erschraken ganz Vor der Engel hellem Glanz, Hörten fröhlich neue Mähr, Daß Christus geboren wär. Gottes Sohn ist Mensch geborn, Hat versöhnt seins Va= ters Zorn! Freu sich, dem sein Sünd ist leid! qnisht nisl 3. Sie suchten das Kindelein, Eingehüllt in Windelein, Wie der Engel hat vermeldt, Welches trägt die ganze Welt. Gottes Sohn ist Mensch geborn, Hat versöhnt seins Vaters Zorn! Freu sich, dem sein Sünd ist leid! 4. Sie funden das Kindlein zart Liegen in der Krippen hart Bei dem Vieh im finstern Stall, Welchs die Stern erschaffen all. Gottes Sohn ist Mensch geborn, Hat versöhnt seins Baz ters Zorn! Freu sich, dem sein Sünd ist leid! o 5. Aus der Mutter Brust so rein Nährte sich das Kindelein, Das durch sein göttliche Kraft Allem Vieh sein Futter schafft. Gottes Sohn ist Mensch ge born, Hat versöhnt seins Vaters Zorn! Freu sich, dem sein Sünd ist leid! 0 32 Christi Geburt. 6. Solch große Barmherzig- Wechsel sein! Wie könnt er keit Laßt uns preisen allezeit doch sein freundlicher, Das In Gottesfurcht und Glauben Herzens- Jefulein. rein, Mit Geduld gehorsam sein. Gottes Sohn ist Mensch geborn, Hat versöhnt seins Vaters Zorn! Freu sich, dem sein Sünd ist leid! Mich. Weiße, st. 1540. 48. Lobt Gott, ihr Christen 49. ſten alle, Freue fich, reuet euch, ihr Chrialle wer immer kann; Gott hat viel an uns gethan. Freuet euch mit großem Schalle, Daß er uns so hoch geacht, Sich mit uns befreundt gemacht. Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne! Christus ist die Gnadensonne. nem höchsten Thron, Der heut aufschleußt sein Himmelreich Und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß Und wird ein Kindlein klein; Er liegt dort elend, nackt und bloß In einem Krippelein. 3. Er äußert sich all seiner Gwalt, Wird niedrig und gering Und nimmt an sich eins Knechts Gestalt, Der Schöpfer aller Ding. 4. Er liegt an seiner Mutter Brust, Ihr Milch ist seine Speis, An dem die Engel sehn ihr Lust; Denn er ist Davids Reis, 5. Das aus seinm Stamm entsprießen sollt In dieser leßten Zeit, Durch welchen Gott aufrichten wollt Sein Reich, die Christenheit. 8. Heut schließt er wieder auf die Thür Zum schönen Paradeis; Der Cherub steht nicht mehr dafür: Gott sei Lob, Ehr und Preis! Nic. Hermann, st. 1561. 6. Er wechselt mit uns wunderlich, Fleisch und Blut nimmt er an Und giebt uns in seins Vaters Reich Die flare Gottheit dran. 2. Siehe, siehe, meine Seele, Wie dein Heiland kommt zu dir, Brennt in Liebe für und für, Daß er in der Krippenhöhle, Harte lieget dir zu gut, Dich zu lösen durch sein Blut. Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne! Christus ist die Gnadensonne. 3. Jesu, wie soll ich dir danten? Ich bekenne, daß von dir Meine Seligkeit herrühr. D, laß mich von dir nicht wanken; Nimm mich dir zu eigen hin, So empfindet Herz und Sinn Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne! 7. Er wird ein Knecht und ich ein Herr; Das mag ein Christus ist die Gnadenſonne. Weihnachten. 33 4. Jesu, nimm dich deiner 4. Ist doch, Herr Jesu, deine Glieder Fort und fort in Gna- Braut Ganz arm und voller den an; Schenke, was man bit- Schanden; Doch hast du sie dir ten kann, zu erquicken deine selbst vertraut Am Kreuz in Brüder; Gieb der ganzen Chri- Todesbanden. Liegt sie doch, stenschaar Frieden und ein selig da fie Gott verließ, In Fluch Jahr. Freude, Freude über und Tod und Finsterniß; Doch Freude! Christus wehret allem willst du ihretwegen Dein Leide. Wonne, Wonne über Scepter von dir legen. Wonne! Christus ist die Gnadensonne. Ghriftian Keymann, g. 1607, t. 1662. 50. Ermuntre dich, mein Höllenzwinger, Wie iſt es mögschwacher Geist, lich, daß du dich Erniedrigest so jämmerlich, Daß du im ärmsten Orden Der Menschen Mensch geworden? Und trage groß Verlangen, Ein kleines Kind, das Vater heißt, Mit Freuden zu empfangen. Dies ist die Nacht, darin es fam Und menschlich Wesen an sich nahm, Dadurch die Welt mit Treuen Als seine Braut zu freien. 5. Du Fürst und Herrscher dieser Welt, Du Friedenswiederbringer, Du fluger Rath und tapfrer Held, Du starker 6. O großes Werk, o Wundernacht, Dergleichen nie gefunden! Du hast den Heiland hergebracht, Der alles überwunden; Du hast gebracht den 2. Willkommen, Herr und starken Mann, Der Feur und Bräutigam, Du König aller Wolken zwingen kann, Vor dem Ehren! Willkommen, Jesu, die Himmel zittern, Und alle Gottes Lamm! Ich will dein Berg erschüttern. 7. O liebes Kind, das Gott uns gab, Holdselig von Geberden; Mein Bruder, den ich lieber hab Als alle Schäß auf Erden: Komm, Schönster, in mein Herz hinein; Komm eilend, laß die Krippen sein; Komm, komm, ich will bei Zei ten Dein Lager dir bereiten! 8. Sag an, mein Herzens3. großer Gott, wie konnt es sein, Dein Himmelreich zu lassen, zu kommen in die Welt hinein, Da nichts denn Neid und Hassen? Wie konntest du die große Macht, Dein König- bräutigam, Mein Hoffnung, reich, die Freudenpracht, Ja, dein erwünschtes Leben Für solche Feind hingeben? Freud und Leben, Mein edler Zweig aus Jacobs Stamm, Was soll ich dir doch geben? 3 Lob vermehren; Ich will dir all mein Lebenlang Von Herzen sagen Preis und Dank, Daß du, da wir verloren, Für uns bist Mensch geboren. 34 Christi Geburt. Ach nimm von mir Leib, Seel Wär er nicht Mensch worden; und Geist, Ja alles, was Mensch ist und heißt; Ich will mich dir verschreiben, Dir ewig treu zu bleiben. 9. Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, Sei dir von mir gesungen, Daß du mein Bruder worden bist Und hast die Welt bezwungen. Hilf, daß ich deine Gütigkeit Stets preis in dieser Gnadenzeit Und mög hernach dort oben In Ewigkeit dich loben. Joh. Rift, g. 1607, ft. 1667. Hätt er Lust zu unserm Schaden, Ei so würd Unsre Bürd Er nicht auf sich laden. 6. Er nimmt auf sich, was auf Erden Wir gethan, Giebt sich an, Unser Lamm zu werden; Unser Lamm, das für uns stirbet Und bei Gott Für den Tod Gnad und Fried erwirbet. 7. Nun er liegt in seiner Krippen, Ruft zu sich mich und dich, Spricht mit süßen Lippen: Lasset fahrn, o lieben Brüder, Was euch quält; Was euch 51. Fröhlich soll mein fehlt, Bring ich alles wieder. und laßt uns laufen! Stellt euch ein, Groß und Klein, Kommt mit großen Haufen. Liebt den, der vor Liebe brennet; Schaut den Stern, Der uns gern Licht und Labsal gönnet. Herze springen Dieser Zeit, Da vor Freud Alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Choren Alle Luft Laute ruft: Christus ist geboren! 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, Der die Welt Reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir, Mensch, zu gute, Gottes Kind Das verbindt Sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun können haffen, Der uns giebt, Was er liebt Ueber alle Maßen? Gott giebt, unserm Leid zu wehren, Seinen Sohn Aus dem Thron Seiner Macht und Ehren. 9. Die ihr schwebt in großen Leiden, Sehet, hier Ist die Thür Zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen An den Ort, Da hinfort Euch kein Kreuz wird rühren. 10. Wer sich findt beschwert im Herzen, Wer empfindt Seine Sünd Und Gewissensschmerzen, Sei getrost; hier wird ge4. Sollte von uns sein gekeh- funden, Der in Eil Machet ret, Der sein Reich und zugleich heil Die vergiften Wunden. Sich selbst uns verehret? Sollt 11. Die ihr arm seid und uns Gottes Sohn nicht lieben, elende, Kommt herbei, Füllet Der jetzt kömmt, Von uns frei Eures Glaubens Hände. nimmt, Was uns will betrüben? Hier find alle guten Gaben 5. Hätte vor der Menschen Und das Gold, Da ihr sollt Orden Unser Heil Einen Gräul, Euer Herz mit laben. blo Weihnachten. 35 12. Süßes Heil, laß dich| auch anders sein? Wie könnt umfangen; Laß mich dir, Mei- ich dich, mein Herzelein, Aus ne Zier, Unverrückt anhangen. meinem Herzen lassen? Du bist meines Lebens Leben; Nun kann ich mich durch dich Wohl zufrieden geben. 3. Da ich noch nicht geboren war, Da bist du mir geboren Und hast mich dir zu eigen gar, Eh ich dich kannt, erforen. Eh ich durch deine Hand gemacht, Da hat dein Herze schon bedacht, Wie du mein wolltest werden. Ind 1Mo 13. Meine Schuld kann mich nicht drücken, Denn du hast Meine Last All auf deinem Rücken. Kein Fleck ist an mir zu finden; Ich bin gar Rein und klar Aller meiner Sünden. 14. Jch bin rein um deinetwillen; Du giebst gnug Ehr und Schmuck, Mich drin einzuhüllen. Ich will dich ins Herze schließen. O mein Ruhm, Edle Blum, Laß dich recht genießen. 4. Jch lag in tiefer Todesnacht: Du wurdest meine Sonne, Die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werthe Licht Des Glaubens in mir zugericht, Wie schön find deine Strahlen! 15. Ich will dich mit Fleiß bewahren, Ich will dir Leben hier, Dir will ich abfahren. Mit dir will ich endlich schweben Voller Freud Ohne Zeit Dort im andern Leben. Paul Gerhardt, g. 1606, ft. 1676. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 5. Wenn oft mein Herz vor Kummer weint Und keinen Trost kann finden, Rufst du mir zu: Ich bin dein Freund, Jch tilge deine Sünden. Was trauerst du, mein Fleisch und Bein? Du sollst ja guter Dinge sein; Ich zahle deine Schulden.- 6. Ich sehe dich mit Freuden an Und kann mich nicht satt ſehen; Und weil ich nun nicht Jesu, du mein Leben; Ich stehe, weiter kann, So bleib ich finbring und schenke dir, Was du nend stehen. O daß mein Sinn mir haft gegeben. Nimm hin, es ein Abgrund wär Und meine ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel ein weites Meer, Daß ich Seel und Muth; nimm alles dich möchte fassen! hin Und laß dirs wohlgefallen. 7. Du fragst zwar nicht nach 2. Du hast mit deiner Lieb Lust der Welt, Noch nach des erfüllt Mein Adern und Ge- Leibes Freuden; Du hast dich blüte; Dein schöner Glanz, dein bei uns eingestellt, An unsrer füßes Bild Liegt mir stets im Statt zu leiden; Suchst meiner 52. J Ich steh an deiner Krippen hier, Gemüthe. Und wie mag es Seelen Trost und Freud Durch Christi Geburt. 36 dein selbsteignes Herzeleid. Das will ich dir nicht wehren. 8. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, Mein Heiland, nicht versagen, Daß ich dich möge für und für In, bei und an mir tragen. So laß mich doch dein Kripplein sein; Komm, komm und lege bei mir ein Dich und all deine Freuden! 9. Zwar sollt ich denken, wie gering Jch dich bewirthen werde; Du bist der Schöpfer aller Ding, Ich bin nur Staub und Erde; Doch bist du ein so lieber Gast, Daß du noch nie verschmähet hast Den, der dich gerne fiehet. Paul Gerhardt, g. 1606, ft. 1676. 5. Jacobs Stern ist aufgegangen, Stillt das sehnliche Verlangen, Bricht den Kopf der alten Schlangen Und zerstört der Höllen Reich. 6. Unser Kerker, da wir saßen, Und mit Sorgen ohne Maßen Uns das Herze schier zerfraßen, Ist entzwei, und wir sind frei. 7. O gebenedeite Stunde, Da wir das von Herzensgrunde Glauben und mit unserm Munde Danken dir, o Jesu Christ. 2. Sünd und Hölle mag sich grämen, Tod und Teufel mag sich schämen; Wir, die unser Heil annehmen, Werfen allen Kummer hin. 8. Schönstes Kindlein in dem Stalle, Sei uns freundlich, bring uns alle Dahin, da mit süßem Schalle Dich der Engel Heer erhöht. Paul Gerhardt. Mel. Vom Himmel hoch da komm 2c. Mel. Den die Hirten lobten ſehre. 54. Schaut, welch ein 53. Dommt und laßt uns Christum ehren, sich dar! Die schwarze Nacht Herz und Sinnen zu ihm keh- wird hell und klar; Ein großes ren, Singet fröhlich, laßt euch Licht bricht dort herein, Ihm hören, Werthes Volk der Chri- weichet aller Sterne Schein. stenheit! 2. Es ist ein rechtes Wunderlicht Und gar die alte Sonne nicht, Weils wider die Natur die Nacht zu einem hellen Tage macht. 3. O schauet hin! Des Him3. Sehet, was hat Gott ge- mels Heer, Das bringt uns geben! Seinen Sohn zum ew- jetzt die Freudenmähr, Wie sich gen Leben. Dieser kann und nunmehr hab eingestellt zu will uns heben Aus dem Leid Bethlehem das Heil der Welt. ins Himmels Freud. 4. Seine Seel ist uns gewogen; Lieb und Gunst hat ihn gezogen, Uns, die Satanas betro4. O Gütigkeit! Was lange Jahr Sich hat der frommen Bäter Schaar Gewünscht und fehnlich oft begehrt, Deß wergen, Zu besuchen aus der Höh. den wir von Gott gewährt. Weihnachten. 37 5. Schaut hin! Dort liegt bensfürst und Gnadenquell, Du im finstern Stall, Deß Herr- Himmelsblum und Morgenschaft gehet überall. Das Wort, stern, Du Jungfrausohn, Herr so bald im Anfang war, Bei aller Herrn. Gott, selbst Gott, das lieget dar. 2. Wir singen dir in deinem Heer Aus aller Kraft, Lob Preis und Ehr, Daß du, o lang gewünschter Gast, Dich nunmehr eingestellet hast. 6. Dies ist die rechte Freudenzeit. Weg, Trauern, weg, weg alles Leid! Troß dem, der ferner uns verhöhnt! Gott selbst 3. Von Anfang, da die Welt ist Mensch: wir sind versöhnt. gemacht, hat so manch Herz 7. Der Sündenbüßer ist nun nach dir gewacht; Dich hat gehier, Den Schlangentreter ha- hofft so lange Jahr Der Väter ben wir, Der Höllen Best, des und Propheten Schaar. Todes Gift, Des Lebens Für- 4. Ach daß der Herr aus sten man hier trifft. 8. Es hat mit uns nun feine Noth, Weil Sünde, Teufel Höll und Tod Zu Spott und Schanden sind gemacht In dieser großen Wundernacht. 9. Oselig, selig alle Welt, Die sich an dieses Kindlein hält! Wohl dem, der dieses recht erkennt Und gläubig seinen Heiland nennt! 10. Es danke Gott, wer danken kann, Der unser sich so hoch nimmt an Und sendet aus des Himmels Thron Uns, seinen Feinden, seinen Sohn. 11. Drum stimmt an mit der Engel Heer: Gott in der Höhe nun sei Ehr, Auf Erden Frieden jederzeit, Den Menschen Wonn und Fröhlichkeit! Paul Gerhardt, g. 1606, st. 1676. Vom Himmel hoch da komm ic. 55. Wi ir fingen dir, Immanuel, Du Le Zion käm Und unsre Bande von uns nähm! Ach daß die Hülfe bräch herein, So würde Jacob fröhlich sein! 5. Nun, du bist hier; da liegest du, Hältst in dem Kripplein deine Ruh; Bist klein, und machst doch alles groß, Bekleidst die Welt und kommst doch bloß. 6. Du fehrst in fremder Hausung ein, Und sind doch alle Himmel dein; Trinkst Milch aus einer Menschenbrust, Und bist doch aller Engel Lust. 7. Du hast dem Meer sein Ziel gesteckt, Und wirst mit Windeln zugedeckt; Bist Gott, und liegst auf Heu und Stroh; Wirst Mensch, und bist doch A und D. 8. Du bist der Ursprung aller Freud, Und duldest so viel Herzeleid; Bist aller Heiden Trost und Licht, Suchst selber Trost und findst ihn nicht. 38 Christi Geburt. 9. Du bist der süßte Men-| kehrst in Freud all Angst und schenfreund, Doch sind dir so Noth. viel Menschen feind; Herodis Herz hält dich für Gräul, Und bist doch nichts als lauter Heil. 10. Jch aber, dein gering ster Knecht, Jch sag es frei und mein es recht: Sch liebe dich; doch nicht so viel, Als ich dich gerne lieben will. 17. Du bist mein Haupt; hinwiederum Bin ich dein Glied und Eigenthum Und will, so viel dein Geist mir giebt, Stets dienen dir, wie dirs beliebt. 18. Ich will dein Hallelujah hier Mit Freuden singen für und für, Und dort in deinem Ehrensaal Solls schallen ohne Zeit und Zahl. Baul Gerhardt. 11. Der Will ist da, die Kraft ist klein; Doch wird dir nicht zuwider sein Mein armes Herz; und was es kann, Wirst du in Gnaden nehmen an. Mel. O daß ich tausend Zungen 2c. 12. Hast du doch selbst dich 56. Dies ist die Nacht, schwach gemacht, Erwähltest, was die Welt veracht; Wardst arm und dürftig, nahmst vorlieb Da, wo der Mangel dich hintrieb. da mir erschienen Des großen Gottes Freundlichkeit. Das Kind, dem alle Engel dienen, Bringt Licht in meine Dunkelheit; Und dieses Welt- und Himmelslicht Weicht hunderttausend Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, Versäume nicht den Gnadenschein. Der Glanz in dieser kleinen Höhle Streckt sich in alle Welt hinein; Er treibet weg der Hölle Macht, Der Sünden und des Kreuzes Nacht. 13. Du schliefst ja auf der Erde Schoß, So war dein Kripplein auch nicht groß; Der Stall, das Heu, das dich umfing, War alles schlecht und sehr gering. 14. Darum so hab ich guten Muth, Du wirst auch halten mich für gut. O Jesu Christ, dein frommer Sinn macht, daß ich so voll Trostes bin. 15. Bin ich gleich sünd- und lastervoll, Hab ich gelebt nicht, wie ich soll; Ei, kommst du doch deßwegen her, Daß sich der Sünder zu dir kehr. 16. So faß ich dich nun ohne Scheu; Du machst mich alles Jammers frei; Du trägst den Zorn, du würgst den Tod, Ver3. In diesem Lichte kannst du sehen Das Licht der klaren Seligkeit. Wenn Sonne, Mond und Stern vergehen, Vielleicht noch in gar kurzer Zeit, Wird dieses Licht mit seinem Schein Dein Himmel und dein alles sein. 4. Laß nur indessen helle scheinen Dein Glaubens- und dein Liebeslicht. Mit Gott mußt du es treulich meinen, Sonst hilft Weihnachten. dir diese Sonne nicht. Willst du genießen diesen Schein, So darfst du nicht mehr dunkel sein. 4. In ihm wird nun die Menschheit ausgeföhnet, Die Reinigkeit der Seelen wieder5. Drum Jesu, schöne Weih- bracht; Sie wird als Braut der nachtssonne, Bestrahle mich mit Gottheit nun gekrönet, Da sie deiner Gunst. Dein Licht sei der Himmel selbst so angelacht. meine Weihnachtswonne Und Die Menschheit wird nun ganz lehre mich die Weihnachtskunst, erneut Und als ein reiner Thron Wie ich im Lichte wandeln soll der Gottheit eingeweiht. Und sei des Weihnachtsglanzes voll. K. Fr. Nachtenhöfer, g. 1624, ft. 1685. 39 5. Die Weisheit spielt nun wieder auf der Erden, Dadurch das Paradies im Menschen grünt. Nun können wir aus Gott geboren werden, Weil die Geburt des Herren dazu dient. Die neugeborne Seele spürt, Daß fie ein andrer Geist aus ihrem Ursprung rührt. Mel. Mein Freund zerschmelzt zc. 57. Liebe, die den D Himmel hat zerrissen, Die sich zu mir ins Elend niederließ, Was für ein Trieb hat dich bewegen müssen, Der dich zu mir ins Jammerthal verwies? Die Liebe hat es selbst gethan; Sie schaut als Mutter mich in meinem Jammer an. 2. Die Liebe ist so groß in deinem Herzen, Daß du für mich das größte Wunder thust; Die Liebe macht dir meinetwegen Schmerzen, Daß mir zu gut du unter Dornen ruhst. O unerhörter Liebesgrad, Der selbst des Vaters Wort ins Fleisch gesenket hat! 3. Die Liebe ist mein Anverwandter worden, Mein Bruder ist selbst die Barmherzigkeit. Die Gottheit selbst lebt nun in meinem Orden, Die Ewigkeit vermählt sich mit der Zeit. Das Leben selbst ist Mensch geborn, Der Glanz der Herrlichkeit, das Licht, das wir verlorn. verbunden, Den ich in mir mit 6. Ke Ele fann nun unserm Herzenschaden, Immanuel ist bei uns in der Noth; Ich gehe nur zu ihm, dem Quell der Gnaden, So dient mir selbst das Elend und der Tod. Der Jammer hängt mir nur noch an, Der mir in Christo doch nicht schädlich werden kann. 7. Die Sünde kann mich auch nicht mehr verdammen, Weil sie in Christo selbst verdammet ist. Was schaden nun der Seele ihre Flammen, Weil Christi Blut und Wasser auf mich fließt? Immanuel löscht ihren Trieb; Er läßt die Seele nicht, er hat sie viel zu lieb. 8. Ein ewges Leben hab ich nun gefunden, Viel Reichthum, Ehr und Wonne schenkt er mir; Ich bin mit ihm, er ist mit mir Chrifti Name. Liebeswirkung spür. Ich bin der Welt, Nimmst selbst an unvergnügt und ganz gestillt, Weil frer Menschheit Theil, Erscheinst mich der lautre Strom aus seiner Lieb erfüllt. im Fleisch, wirst unser Heil. 40 9. Auf, auf, mein Geist, vergiß die Trauerlieder, Erfreue dich in seiner Liebesmacht! Des Himmels Kraft und Glanz bestrahlt dich wieder, Und der Verlust ist völlig wiederbracht. Dewig, ewig wohl ist mir, Daß ich in Christo nun ein Wohlgefallen spür. Chr. Fr. Richter, g. 1677, ft. 1711. Mel. Vom Himmel hoch da komm zc. 58. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, Sein werd in aller Welt gedacht; Ihn preise, was durch Jesum Christ Im Himmel und auf Erden ist. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, Vereinest dich mit Fleisch und Blut, Wirst unser Freund und Bruder hier, Und Gottes Kinder werden wir. 8. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zag ich nun, wenn der mich schüßt, Der in des Vaters Schoße sitzt? 9. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, Den Tag der heiligsten Geburt; Und Erde, die ihn heute sieht, Sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied. 10. Dies ist der Tag, den Gott gemacht; Sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ Im 4. Damit der Sünder Gnad Himmel und auf Erden ist. erhält, Erniedrigst du dich, Herr Chr. Fürchteg. Gellert, g. 1715, ft. 1769. 2. Die Völker haben dein ge harrt, Bis daß die Zeit erfüllet ward; Da sandte Gott von seinem Thron Das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir. Ich komm, im Buche steht von mir; Gott, deinen Willen thu ich gern." Gelobt sei, der da kommt im Herrn! 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, So steht mein Geist vor Ehrfurcht still; Er betet an und er ermißt, Daß Gottes Lieb unendlich ist. 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, Auf den die Väter hoffend sahn, Dich, Gott Mesfias, bet ich an. V. Chrifti Name; Neujahr. Mel. Herr Jesu Chrift, meins 2c. danken dir, Herr Jesu Christ, 59. Das alte Jahr ver- Daß du uns in so großer Gfahr gangen ist. Wir Bewahret hast so manches Jahr. Neujahr. 41 2. Wir bitten dich, ewigen Mel. Werde munter, mein Gemüthe. Sohn Des Baters in dem 61. Hilf, Herr Jefu, lak höchsten wollst dein arme Christenheit Bewahren ferner allezeit. gelingen, Hilf, das neue Jahr geht an; Laß es neue Kräfte bringen, Daß aufs neu ich wandeln kann. Laß mich dir befohlen sein, Auch daneben all das Mein. Neues Glück und neues Leben Wollst du mir aus Gnaden geben. 2. Laß dies sein ein Jahr der Gnade, zu erkennen meine Sünd; Hilf, daß sie mir nimmer schade, Sondern bald Verzeihung find. Auch durch deine Gnad verleih, Daß ich herzlich fie bereu, Herr, vor dir; denn du, mein Leben, Kannst die Sünde mir vergeben. 3. Tröste mich mit deiner Liebe, Nimm, o Gott, mein Flehen hin, Weil ich mich oft sehr betrübe Und voll Angst und Zagen bin. Wenn ich gleich schlaf oder wach, Sieh du, Herr, auf meine Sach; Stärke mich in meinen Nöthen, Daß mich Sünd und Tod nicht tödten. 3. Entzeuch uns nicht dein heilsam Wort, Der Seelen eingen Trost und Hort. Vor Unglaub und Abgötterei Behüt uns, Herr, und steh uns bei. 4. Daneben gieb uns Fried und Ruh Und was uns nöthig ist dazu; Durch deine starke Gnadenhand Beschüße uns und unser Land. 5. All Sünd und Schwachheit uns verzeih, Ein gut Gewissen stets verleih. Gieb, daß wir deines Namens Ehr Ausbreiten immer mehr und mehr. 6. Und wenn es dir, o Herr, gefällt, Uns abzufordern aus der Welt, So gieb ein selig Ende hier, Daß wir dort ewig sein bei dir. 7. O Jesu Christ, erbarme dich, Hör unsre Bittegnädiglich: Durch dein Verdienst, durch deinen Tod Erlöse uns aus aller Noth. v. 1 u. 2 Joh. Steuerlein, g. 1546, ft. 1613. V. 3 Jac. Zapp, um 1620. Mel. Vater unser im Himmelreich. 60. Nun un treten wir ins neue Jahr. Herr Jesu Christ, uns auch bewahr; Gieb Gnad, daß wir dies ganze Jahr Zubringen mögen ohn Gefahr; Gieb Glück und Heil, 5. Jesu, laß mich fröhlich gieb Fried und Ruh, Hernach 4. Herr, du wollest Gnade geben, Daß dies Jahr mir heilig sei, Und ich christlich könne Leben, Ohne Trug und Heuchelei, Jch auch meinen Nächsten lieb Und denselben nicht betrüb, Damit ich allhier auf Erden Fromm und selig möge werden. die Seligkeit dazu. enden Dieses angefangne Jahr; Trage mich auf deinen Händen, Halte bei mir in Gefahr; Steh Nach G. Werner, ft. 1671. 42 Chrifti Name. Brunnen unsrer Freuden. mir bei in aller Noth, Auch unserm Kreuz und Leiden Ein verlaß mich nicht im Tod. Freudig will ich dich umfassen, Wenn ich soll die Welt verlassen. 9. Gieb mir und allen denen, Die sich von Herzen sehmenen Nach dir und deiner Hulde, Ein Herz, das sich gedulde. 10. Schleuß zu die Jammerpforten, Und laß an allen Orten Auf so viel Blutvergießen Joh. Rift, g. 1607, ft. 1667. id Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 62. Nun laßt uns gehn treten Die Singen und mit Beten Zum Herrn, der unserm Leben Bis hieher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern Von einem Jahr zum andern; Wir leben und gedeihen Vom alten zu dem neuen, 3. Durch so viel Angst und Plagen, Durch Zittern und durch Zagen, Durch Krieg und große Schrecken, Die alle Welt bedecken. 11. Sprich deinen milden Segen Zu allen unsern Wegen; Laß Großen und auch Kleinen Die Gnadensonne scheinen. 12. Sei der Verlassnen Va= ter, Der Frrenden Berather, Der Unversorgten Gabe, Der Armen Gut und Habe. eor 13. Hilf gnädig allen Ktranken; Gieb fröhliche Gedanken Den hochbetrübten Seelen, Die sich mit Schwermuth quälen. 1917 4. Denn wie von treuen Müttern In schweren Ungewittern Die Kindlein hier auf Erden Mit Fleiß bewahret dort zum Himmel führe. werden: 14. Und endlich, was das Meiste, Füll uns mit deinem Geiste, Der uns hier herrlich ziere Und 15. Das alles wollst du ge5. Also auch und nichts min- ben, O meines Lebens Leben, der Läßt Gott ihm seine Kinder, Mir und der Christen Schaare Wenn Noth und Trübsal bligen, Zum selgen neuen Jahre. In seinem Schoße sitzen. Paul Gerhardt, g. 1606, st. 1676. o mi Luc. 2, 21. 6. Ach Hüter unsers Lebens, Fürwahr, es ist vergebens Mit unserm Thun und Machen, Wo nicht dein Augen wachen. 63. Jea 7. Gelobt sei deine Treue, Die alle Morgen neue! Lob sei den starken Händen, Die alles Herzleid wenden! Mel. Jesus, meine Zuversicht. kesus ist der schönste Nam Aller, die vom Himmel kommen, Huldreich, prächtig, tugendsam, Den Gott sd jelber angenommen. Seiner 8. Laß ferner dich erbitten, großen Lieblichkeit Gleicht kein O Vater, und bleib mitten In Name weit und breit. Neujahr. 43 2. Jesus ist das Heil der Wird das Unkraut ganz zu Welt, Meine Arznei für die nichte. Alles Gift und Unheil Sünden. Jesus ist ein starker Held, Unsre Feind zu überwinden. Wo nur Jesus wird geehrt, Wird des Teufels Reich zerstört. weicht, Das sein Schatten nur erreicht. distor 3. Jesus ist es nur allein, Der Gesundheit giebt und Leben. Jesus hilft von aller Pein, Die den Menschen kann umgeben. Schließe Jesum nur ins Herz, So verliert sich aller Schmerz. Mel. O Gott, du frommer Gott. 4. Jeſus ist mein ewger Schatz 64. Ein Jahr der SterbUnd ein Guten. Der fur9. Jesus ist das höchste Gui In dem Himmel und auf Erden. Jesu Name macht mir Muth, Daß ich nicht kann traurig werden. Jesu Name soll allein Mir der liebste Name sein. Joh. Scheffler, g. 1624, ft. 1677. Jesus ist ein Freudenplaß Vol- zen Lebenstage, Ist abermal ler süßer Himmelsfluten. Je- dahin Mit seiner Luft und sus ist ein kühler Thau, Der Plage, Und wiederum ein Theil erfrischt des Herzens Au. Von unsrer Pilgerschaft Nunmehr zurückgelegt Durch Gottes Schuß und Kraft. mis 2. Herr, deine Güte machts, Die niemals uns zu lieben Ermüdet, noch vergißt, Daß wir noch übrig blieben. Nimm unsers Herzens Dank Denn jezzo gnädig an Für das, was du an uns In diesem Jahr gethan. 5. Jesus ist der süße Bronn, Der die Seelen recht erquicket. Jesus ist die ewge Sonn, De ren Strahl uns ganz entzücket. Willst du froh und freudig sein, Laß ihn nur zu dir hinein. 6. Jesus ist der liebste Ton, Den mir alle Welt kann singen; Ja, ich bin im Himmel schon, Wenn ich Jesum hör erklingen. Jesus ist meins Herzens Freud, Meine ewge Seligkeit. 3. Wir schließen uns aufs neu In dein so treues Sorgen, In dein Erbarmen ein: Da 7. Jesus ist mein Himmels- sind wir wohl geborgen, Da brod, Das mir schmeckt, wie ist das feste Schloß Vor aller ichs begehre. Er erhält mich Feinde Truß, Da läuft dein vor dem Tod, Stärkt mich, Häuflein hin und findet sichern daß ich ewig währe. Honig ist Schuß. er mir im Mund, Balsam, wenn ich bin verwundt. 8. Jesus ist der Lebensbaum, Voller edler Tugendfrüchte. Wenner findt im Herzen Raum, 4. Gieb mit dem neuen Jahr Uns neue Stärk im Glauben; Laß uns den alten Grund Der Wahrheit niemals rauben. Erneure Herz und Sinn, Und das 44 gegönnte Licht Des ewig wahren Worts Erlösche bei uns nicht. Chrifti Name. 5. Entzünde neue Lieb Und Sanftmuth in uns allen; Und sollt uns dieses Jahr Auch neue Noth befallen, So stärke die Geduld und mache deine Treu, O Vater, über uns Mit jedem Tage neu. 6. Gieb, daß wir mehr und mehr Den alten Menschen tödten. Verleih an Seel und Leib, Was jedem ist vonnöthen; Und laß uns, Herr, mit dem, Was deine Weisheit thut, Stets wohl zufrieden sein; Du machst doch alles gut. 7. Wem du auf dieses Jahr Von dieser Welt zu scheiden Sein Ziel hast festgesetzt, Den laß auf dich mit Freuden Jm Glauben selig hier Beschließen seinen Lauf, Und nimm in deine Hand Die Seele gnädig auf. Henr. Cath. v. Gersdorf, g. 1650, st. 1726. og Mel. Mein Salomo, dein freundliches Regieren. 65. De er du bist A und O, Anfang und Ende, Der Herr der Zeit und auch der Ewigkeit, Dem alles steht zu seinem Dienst bereit: Zu deinem Thron, Jehovah, ich mich wende, Da diese Zeit ein neues Jahr uns bringt, Und Zion dir ein Hallelujah singt. 2. Gelobet sei, o Höchster, deine Liebe, Die sonderlich auch im verfloßnen Jahr Mich armen Staub, der deß unwürdig war, So merklich spüren lassen ihre Triebe. Ich stelle mich dafür in meinem Sinn Dir, großer Gott, selbst zum Dankopfer hin. 3. O denke nicht an der vergangnen Zeiten Gemachte viel und überhäufte Schuld; Laß deine Gnad und milde Vaterhuld zu meinem Trost in Christo sie bespreiten. Was ich gelebet hab, das decke zu; Was ich noch leben soll, regiere du. 4. Erneure mich, der du machst alles neue; Das Alte laß von nun an untergehn, Laß Heiligkeit an dessen Stelle stehn; Die neue Creatur dich stets erfreue. Der Geist aus dir verändre Sinn und Muth, Nur dich zu lieben als das höchste Gut. 5. Die Zeit fleucht hin: laß mich auch von ihr fliehen. Die Ewigkeit rückt näher stets herbei: Gieb, daß ich ihr im Geist recht nahe sei; Laß mich als eilend stets von hinnen ziehen. Es müsse mir nie kommen aus dem Sinn, Daß ich hier fremd, ein Gast und Pilgrim bin. 6. Ach lehre mich recht meine Tage zählen, Daß ich sie all aufs best anwenden mag. Hilf mir auch tragen ihre Last und Blag, So werd des rechten Zwecks ich nicht verfehlen. Ich werd dereinst mit der erkauften Schaar Bei dir begehn das große neue Jahr. 3. A. Freylinghausen, g. 1670, st. 1739. pm Neujahr. 45 Mel. Mein Herzens- Jeſu, meine Lust. 6. D Name, werde doch in 66. Der Heiland heißet mir Durch Gottes Geist verJesus Christ, Von kläret! Denn was verborgen Gott selbst so genennet, Der liegt in dir, Rein menschlich mir und dir, und wer es ist, Herz erfähret. Vernunft kann Das große Heil gegönnet. Ach es begreifen nicht; Ohn Gottes nimm es ungesäumet an; Es Glanz und Gnadenlicht Bleibt freue sich, wer immer kann, es unaufgeschlossen. Des freudenvollen Namens. 7. Laß mich empfinden deine Kraft Und innre Süßigkeiten; Und was dein Name Gutes schafft, Laß sich in mir ausbreiten: So wird der Sündennoth gewehrt, So wird die Last in Lust verkehrt, So bin ich selig. Amen! Um 1700. 2. Dies ist der Name, der uns bringt Vor Gott aufs neu zu Ehren, Der, wie der Chor der Engel singt, Uns Freude kann bescheren; Der uns in Fried und Freiheit setzt, Mit Gnad und Gaben uns ergößt Und in den Himmel hebet. 3. Denn Jesus ists, der unMel. Wie nach einer Wasserquelle. fre Schuld Sammt aller Straf 67 Ach wie laufen doch Wie Plagen- O Lieb und Huld! Hat willig verschwindet doch die Zeit! Und wollen tragen. Er war gerecht ich bleibe von der Bahre Noch und ließ doch sich Zur Sünde bis diesen Tag befreit. Ich machen, daß du dich In ihm weiß wohl, o Lebenslicht, Daß gerecht könntst nennen. ein Tag zum andern spricht: Alles, was von Adams Erben, Groß und Kleine, müſsen sterben. 4. Er ist der rechte Josua, Der uns zur Ruhe bringet; Er als der Priester ist nun da, Dem es so wohl gelinget, Daß er des Herren Tempel baut, An welchem man ihn selber schaut Als festen Grund- und Eckstein. - 2. Doch du hast durch deine Güte, Großer Schöpfer, mich bewacht, Daß der Tod die Leibeshütte Noch nicht in das Grab gebracht. Ach mich läsfest 5. Drum ist in keinem an- du noch stehn, Da doch andre dern Heil, Ist auch kein Nam schlafen gehn Und gar viele gegeben, Darin wir könnten nehmen Theil An Seligkeit und Leben; Nur Jesus ist der einge Mann, Der uns das Leben schenken kann. Gelobet sei sein Name! schon begraben, Die noch nicht mein Alter haben. 3. Herr, ich bin ja zu geringe Dieser großen Gütigkeit. Wenn ich meine Rechnung brindge Der bisher genoßnen Zeit, 46 Chrifti Erscheinung. So entfällt mir aller Muth,| geschienen, Mir zu meinem Weil die Rechnung gar nicht Besten dienen. gut. Wie viel Jahre sind verdorben, Da ich nicht der Welt gestorben! 4. Ach daß ich dies wohl bedenke Und auf Buße sei bedacht! Jesu, meine Schuld versenke, 6. Steh mir allezeit zur Rechten, Herr, du bist ja Sonn und siden Schild. Hilf uns, deinen armen Knechten, Wie und wo und wann du willt. Wenn die Tage böse sein, Ach so ruf ins Die ich bis hieher gemacht. Herz hinein: Lernt euch in die Lieber Vater, steh mir bei, Zeiten schicken, So wird alles Daß nur keine Heuchelei Sich heilsam glücken. in meinem Herzen finde, Wenn 7. Endlich, wenn der Lauf ich mich deß unterwinde. zum Ende, So befehl ich mei5. Willst du mich noch fer- nen Geist Dir in deine treuen ner lassen Hier in dieser bösen Hände, Dir, der Gott und VaWelt, Ach so hilf mir alles ter heißt. Ach, ich freu mich haffen, Was dem Geiste nicht schon darauf, Daß ich nach gefällt. Stärke mich von deiner vollbrachtem Lauf Dort der Höh, So wird auch das größte Freude soll genießen, Wo sich Weh, Das mir oft zu schwer keine Zeit wird schließen. VI. Chrifti Erscheinung; Epiphanias.com #Satil 68.5 err Christ, der ein- wir im Glauben bleiben Und ge Gottessohn, Va- dienen im Geist so, Daß wir ters in Ewigkeit, Aus seinem hie mögen schmecken Dein SüHerzn entsprossen, Gleichwie ßigkeit im Herzen Und dürften geschrieben steht: Er ist der stets nach dir. Morgensterne, Sein Glanz streckt er so ferne, Vor andern Sternen flar. 4. Du Schöpfer aller Dinge, Du väterliche Kraft, Regierst von End zu Ende Kräftig aus 2. Für uns ein Mensch ge- eigner Macht; Das Herz uns boren Im letzten Theil der zu dir wende, Und kehr ab unZeit, Der Mutter unverloren fer Sinne, Daß sie nicht irrn Ihr jungfräulich Keuschheit, von dir. Hat er den Tod zerbrochen, 5. Ertödt uns durch dein Himmel aufgeschlossen, Güte, Erweck uns durch dein Gnad; Den alten Menschen Den Das Leben wiederbracht. 3. Laß uns in deiner Liebe kränke, Daß der neu leben mag Und Kenntniß nehmen zu, Daß Und hab schon hie auf Erden 47 2. Dunkelheit, die mußte weichen, Als dies Licht kam in die Welt, Dem kein andres ist zu gleichen, Welches alle Ding erhält. Die nach diesem Glanze Luc. 2, 29-32. 69. Mit Fried und Freud sehen, Dürfen nicht im Finstern gehen. gm Epiphanias. d) Den Sinn und all Begierden Und Gdanken, Herr, zu dir. Elisabeth Greußiger, g. 1558. Gottes Willen; Getrost ist mir mein Herz und Sinn, Sanft und stille, Wie Gott mir verheißen hat; Der Tod ist mein Schlaf worden. 2. Das macht Christus, wahr Gottessohn, Der treue Heiland, Den du mich, Herr, hast lassen schaun Und machst bekannt, Daß er uns das Leben sei Und Heil in Noth und Sterben. 3. Den hast du allen vorge stellt Mit großen Gnaden, Zu seinem Reich die ganze Welt Heißen laden Durch dein theuer heilsam Wort, An allem Ort erschollen. 4. Er ist das Heil und selge Licht Für all die Heiden, zu ' rleuchten, die dich kennen nicht, Und zu weiden; Er ist deins Volks Israel Preis, Ehre, Freud und Wonne. Luther, g. 1483, ft. 1546. Jef. 60, 1. Mel. Unser Herrscher, unser König. 70. erde Licht, du 3. Ach, wie waren wir verblendet, Ehe noch dies Licht brach an, Ja, da hatte sich gewendet Schier vom Himmel jeGeberden Klebten einzig an der dermann. Unsre Augen und Erden. 4. Irdisch waren die Gedanfen, Thorheit hielt uns gar verstrict, Satan macht uns schändlich wanken, Wahre Tugend lag verrückt. Fleisch und Welt hatt uns betrogen Und vom Himmel abgezogen. 5. Gottes Rath war uns verborgen, Seine Gnade schien mußten sorgen, Jedem fehlt es uns nicht; Klein und Große an dem Licht, Das zum rechten Himmelsleben Seinen Glanz uns sollte geben. ndour tisd 6. Aber wie hervorgegangen Ist der Anfang aus der Höh, Haben wir das Licht empfangen, Welches so viel Angst und Weh Aus der Welt hinweggetrieben, Daß nichts Dunkles den, Und du, Salem, werde 7. Jesu, reines Licht der SeeLicht! Schaue, welch ein Glanz len, Du vertreibst die Finstermit Freuden Ueber deinem Haupt anbricht! Gott hat derer nicht vergessen, Die im Finstern sind gefessen. niß, Die in dieser Sündenhöh len Unsern Tritt macht ungewiß. Jesu, deine Lieb und Segen Leuchten uns auf unsern Wegen. 48 Christi Erscheinung. 8. Dieses Licht läßt uns nicht| 2. Was traur ich denn? Er wanken In der rechten Glau- lebt ja noch, Der das Gefeß bensbahn. Ewig, Herr, will erfüllet, Der durch den Tod ich dir danken, Daß du hast so und Kreuzesjoch Des Vaters wohl gethan Und uns diesen Zorn gestillet. Was er hat, Schaß geschenket, Der zu dei- das ist alles mein. Wie könnt nem Reich uns lenket. doch größrer Reichthum sein, Als den mir Jesus schenket! 9. Gieb, Herr Jesu, Kraft und Stärke, Daß wir dir zu jeder Zeit Durch geliebte Glaubenswerke Folgen in Gerechtigkeit Und hernach im Freudenleben Heller, als die Sterne schweben. 10: Dein Erscheinung muß erfüllen Mein Gemüth in aller Noth; Dein Erscheinung müsse stillen Meine Seele auch im Tod. Herr, in Freuden und im Weinen Müsse mir dein Licht erscheinen. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. 3. Weil Jesus mich von Sünden rein Durch sein Verdienst will machen, Daß ich, los aller Qual und Bein, Nicht fürcht des Todes Rachen: So tröst mich seine Heiligkeit; Sein Unschuld und Gerechtigkeit Ist mein Schaß und mein Leben. 11. Jesu, laß mich endlich gehen Freudig aus der bösen Welt, Dein so helles Licht zu des Himmels Freude. sehen, Das mir dort schon ist bestellt, Wo wir sollen unter Kronen In der schönsten Klarheit wohnen. Joh. Rift, g. 1607, ft. 1667. 71. Gott Lob, mein Je sus macht mich rein Von allen meinen Sünden. Was er büßt, muß bezahlet sein. Nun kann mich nicht mehr binden Der Sünden Strick, des Teufels Macht; Mein Glaube Höll und Tod verlacht, Weil Jesus ist mein Leben. 4. So kann ich auch mit Fried und Freud, Wie Simeon, mein Leben Beschließen, frei von allem Leid, Mich meinem Gott ergeben. So bald ich schließ die Augen zu, So wird der Tod mein Schlaf und Ruh; Ich seh 5. Wie werd ich dann so fröhlich sein, Wann ich die Welt verlasse, Durch Christi Blut von Sünden rein, Geführt zur Lebensstraße; Wann ich, entnommen allem Leid, Erlanget hab die Seligkeit, Die mir mein Gott bereitet! 6. Hilf, Gott, daß ich ſei ſtets bereit; Laß mich nichts von dir wenden, Luß mich in Glaubensheiligkeit Den Lebenslauf vollenden. Komm bald, hilf mir aus aller Noth; Hilf mir, Herr, durch dein Blut und Tod; Ja, komm, Herr Jesu! Amen! Joh. Olearius, g. 1611, ft. 1684 Epiphanias. 49 Matth. 2, 9. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 10. O wunderbare Süßigkeit, Die dieser Anblick giebt 72. Auf, Seele, auf und Dem, dessen Herz dazu bereit Und dieses Kindlein liebt!:,: säume nicht, Es bricht das Licht herfür; Der Wunderstern gibt dir Bericht, Der Held sei vor der Thür.:: 2. Geh weg aus deinem Vaterland, zu suchen solchen Herrn; Laß deine Augen sein gewandt Auf diesen Morgenstern.:,: 3. Gieb Acht auf diesen hellen Schein, Der dir aufgangen ist; Er führet dich zum Kindelein, Das heißet Jesus Christ.:: 4. Er ist der Held aus Davids Stamm, Die theure Saronsblum, Das rechte, echte Gotteslamm, Israels Preis und Ruhm.:,: 11. Die Engel in des Himmels Saal, Die freuen sich darob; Die Kinder Gottes allzumal, Die bringen hier ihr Lob.:: 12. Hier ist das Ziel, hier ist der Ort, Wo man zum Leben geht; Hier ist des Paradieses Pfort, Die wieder offen steht.:,: 8. O sinke du vor seinem Glanz In tiefste Demuth ein Undlaß dein Herz erleuchten ganz Von solchem Freudenschein.:,: 9. Gieb dich ihm selbst zum Opfer dar Mit Geiste, Leib und Seel Und singe mit der Engel Schaar: Hier ist Immanuel.:,: 13. Hier fallen alle Sorgen hin, Zur Lust wird jede Pein; Es wird erfreuet Herz und Sinn, Denn Gott ist ja nun dein.:: 14. Der zeigt dir einen andern Weg, Als du vorher erkannt, Den stillen Ruh- und Friedenssteg Zum ewgen Vaterland.:,: Mich. Müller, g. 1673 ft 1704. 5. Drum höre, merke, sei bereit, Verlaß des Vaters Haus, Die Freundschaft, deine Eigenheit, Geh von dir ſelber aus. Und mache behende auf, Befreit von aller Last, Und laß nicht ab von deinem Lauf, Bis du dies Kindlein haft.:: darum bemühet ist, Daß der König Jesus Christ Sich in ihm mög offenbaren, Der muß 7. Halt dich im Glauben an suchen in der Schrift, Bis er das Wort, Das fest ist und ge- diesen Schaß antrifft. wiß; Das führet dich zum Lich- 2. Er muß gehen mit den te fort Aus aller Finsterniß.:,: Weisen, Bis der Morgenstern aufgeht Und im Herzen stille steht; So kann man sich selig preisen, Weil des Herren Angesicht Glänzt von Klarheit, Recht und Licht. 3. Denn wo Jesus ist geboren, Da erweiset sich gar bald Seine göttliche Gestalt, Die 4 Mel. Ach, was soll ich Sünder zc. 73. Mer im Herzen will und 50 Christi Erscheinung. im Herzen war verloren; Sei- alle. Verleugnet euch, verlaßt ne Klarheit spiegelt sich In die Welt, Folgt meinem Ruf der Seele kräftiglich. und Schalle! Nehmt euer Kreuz und Ungemach Auf euch, folgt meinem Wandel nach! 4. Alles Fragen, alles Sagen Wird von diesem Jesu sein Und von dessen Gnadenschein, 2. Ich bin das Licht, ich Dem sie fort und fort nachjagen, Bis die Seele in der That leucht euch für Mit heilgem Tugendleben. Wer zu mir kommt Diesen Schatz gefunden hat. und folget mir, Darf nicht im Finstern schweben. Ich bin der Weg, ich weise wohl, Wie man wahrhaftig wandeln soll. 5. Ach wie weit sind die zurücke, Die mur fragen in der Welt: Wo ist Reichthum, Gut und Geld? Wo ist Ansehn bei dem Glücke? Wo ist Wollust, Ruhm und Ehr? Und nach solcher Thorheit mehr. 3. Mein Herz ist voll Demüthigkeit, Voll Liebe meine Seele. Mein Mund der fleust zu jeder Zeit Von süßem Sanft= muthsöle; Mein Geist, Gemüthe, Kraft und Sinn Ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 6. Ja, unselig sind die Herzen Und in ihrem Wandel blind, Die also beschaffen sind, Weil sie diesen Schatz verscherzen 4. Ich zeig ench das, was Und erwählen einen Schein, Der nichts hilft in Todespein. schädlich ist, zu fliehen und zu meiden, Und euer Herz von ar7. Jesu, laß mich auf der ger List zu reingen und zu Erden Sonst nichts suchen, als scheiden. Ich bin der Seelen allein, Daß du mögest bei mir Fels und Hort Und führ euch sein, Und ich dir mög ähnlich zu der Himmelspfort. werden In dem Leben dieser Zeit und in jener Ewigkeit. 8. So will ich mit allen Weisen, So die Welt für Thoren acht, Dich anbeten Tag und Nacht Und dich loben, rühmen, preisen, Liebster Jesu, und vor dir Christlich wandeln für und für. 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, Ich steh euch an der Seite; Ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, Bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still darf stehn, Wenn er den Feldherrn sieht angehn! Laurent. Paurentii, g. 1660, ft. 1722. 6. Wer seine Seel zu finden meint, Wird sie ohn mich verlieren; Wer sie hier zu verlieren scheint, Wird sie i Mel. Machs mit mir, Gott, nach: c. Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, Ist mein nicht werth und mei74. Mir nach! spricht Christus, unser Held, Mir nach! ihr Christen ner Zier. - pH Epiphanias. 51 7. So laßt uns denn dem Himmels Leben heben. Jeſu, lieben Herrn Mit Leib und Seel nachgehen Und wohlgemuth, getrost und gern Bei ihm im Leiden stehen; Denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron Des ewgen Lebens nicht davon. Joh. Scheffler 8. 1624, st. 1677 Mel. Sollt ich meinem Gott nicht 2c. 75. Naſſet uns mit Jeſu ziehen, Seinem Vorbild folgen nach, In der Welt der Welt entfliehen Auf der Bahn, die er uns brach; Immer Mel. Wachet auf! ruft uns die zc. disch noch, schon himmlisch sein; Glauben recht und lieben sein, In der Lieb den Glauben wei sen. Treuer Jesu, bleib bei mir; Gehe vor, ich folge dir. 2. Lasset uns mit Jeju leiden, Seinem Vorbild werden gleich. Nach dem Leide folgen Freuden; Armuth hier macht dorten reich, Thränensaat, die erntet Lachen, Hoffnung tröstet mit Geduld. Es kann leichtlich Gottes Huld Aus dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid ich mit dir; Dort theil deine Freud mit mir. 3. Saffet uns mit Jesu sterben. Sein Tod uns vom an dern Tod Nettet und vom Seelverderben, Von der ewiglichen Noth. Laßt uns tödten, weil wir leben, Unser Fleisch, ihm sterben ab: So wird er uns aus dem Grab In des sterb ich, sterb ich dir, Daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben. Weil er auferstanden ist, Muß das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt du bist. Wir sind deines Leibes Glieder; Wo du lebst, da leben wir. Ach erkenn uns für und für, Trauter Freund, für deine Brüder. Jesu, bir ich lebe hier; Dorten ewig auch bei dir. Siegm. v. Birken, g. 1626, st. 1681. gungsquelle, Mehr als Krystall rein, klar und helle, Du lautrer Strom der Heiligkeit! Aller Glanz der Cherubinen, Die Heiligkeit der Seraphinen Ist gegen dich nur Dunkelheit. Ein Vorbild bist du mir. Ach bilde mich nach dir, Du mein Alles! Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, Daß ich mag heilig sein wie du! 2. Stiller Jesu, wie dein Wille Dem Willen deines Vaters stille Und bis zum Tod gehorsam war: Also mach auch gleichermaßen Mein Herz und Willen dir gelassen. Ach stille meinen Willen gar! Mach mich dir gleich gesinnt, Wie ein gehorsam Kind, Still und folgsam. Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, Daß ich fein stille sei wie du! 3. Wacher Jesu, ohne Schlummer, In großer Arbeit, Müh 52 Christi Erscheinung. und Kummer Bist du gewesen| je mehr und mehr Stetig üben. Tag und Nacht; Mustest täg- Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, lich viel ausstehen; Des Nachts Daß ich demüthig sei wie du! lagst du vor Gott mit Flehen 7. Keuscher Jesu, all dein Und haft gebetet und gewacht. Wesen War züchtig, keusch und Gieb mir auch Wachsamkeit, auserlesen, Ein Bild der reinDaß ich zu dir allzeit Wach sten Sittsamkeit. Dein Gefühl, und bete. Jesu, Jesu, Hilf dein Denken, Sinnen, Blick, mir dazu, Daß ich stets wach- Wort und jegliches Beginnen sam sei wie du! War voller lautrer Züchtigkeit. O mein Immanuel, Mach mir Geist, Leib und Seel Keusch und züchtig! Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, Auch keusch und rein zu sein wie du! 4. Gütger Jesu, ach wie gnädig, Wie liebreich bist du, wie gutthätig, Selbst gegen Feinde wie gelind! Deine Sonne scheinet allen, Dein Regen muß auf alle fallen, Ob sie dir gleich undankbar sind. Mein Gott, ach lehre mich, Damit hierinnen ich Dir nacharte! Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, Daß ich auch gütig sei wie du. 5. Sanfter Jesu, warst un schuldig; Doch littst du alle Schmach geduldig, Vergabst und ließst nicht Rachgier aus. Niemand kann dein Sanftmuth messen, Bei der kein Eifer dich gefressen, Als den du hattst ums Vaters Haus. Mein Heiland, ach verleih Mir Sanftmuth, und dabei Guten Eifer! Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, Daß ich sanftmüthig sei wie du! 8. Mäßger Jesu, deine Weise Im Trinken und Genuß der Speise Lehrt uns die rechte Mäßigkeit. Deine Speise wars, den Willen Des Vaters treulich zu erfüllen Und ihm zu dienen jederzeit. Herr, hilf mir meinen Leib Stets zähmen, daß ich bleib Dir stets nüchtern. Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, Daß ich stets nüchtern sei wie du! 9. Liebster Jesu, liebstes Leben, Mach mich in allem dir recht eben Und deinem heilgen Vorbild gleich. Dein Geist und Kraft mich durchdringe, Daß ich viel Glaubensfrüchte bringe Und tüchtig werd zu deinem Reich. Ach zeuch mich ganz zu dir! Behalt mich für und für, Treuer Heiland! Jesu, Jeſu, Laß mich, wie du, Und wo du 6. Würdger Jesu, Ehrenkönig, Du suchtest deine Ehre wenig Und wurdest niedrig und gering; Wandeltst ganz ertieft auf Erden, In Demuth und in Knechtsgeberden, Erhubst dich bist, einst finden Ruh! selbst in keinem Ding. Herr, folche Demuth lehr Mich auch 30d. v. Lodenstein, g. 1620, st. 1677, übericht von Barth. Crasfelius, g. 1667, st. 1724. Epiphanias.342) 53 Mel: Schmücke dich, o liebe Seele. Tod gegeben; Da du in der 77. eiland, deine Men schenliebe War die Quelle deiner Triebe, Die dein treues Herz bewogen, Dich in unser Fleisch gezogen, Dich mit Schwachheit überdecket, Dich vom Kreuz ins Grab gestrecket. Sünder Orden Aller Schmerz zen Ziel geworden, Und, den Segen zu erwerben, Als ein Fluch haft wollen sterben! 6. Deine Lieb hat dich getrieben, Sanftmuth und Ge duld zu üben, Ohne Schelten, Drohen, Klagen Andrer Schmach und Last zu tragen, 2. Ueber seine Feinde weinen, Allen freundlich zu begegnen, Jedermann mit Hülferscheinen, Für die Lästerung zu segnen, Sich der Blinden, Lahmen, Für der Feinde Schaar zu Armen Mehr als väterlich er- beten Und die Mörder zu barmen, Der Betrübten Kla- vertreten. der ungemeinen Triebe Deiner treuen Menschenliebe! 3. D du Zuflucht der Elenden! Wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hülf und Heil genommen, Der gebeugt zu dir gekommen? O wie ist dein Herz gebrochen, Wenn dich Krante angesprochen! O wie pflegtest 8. Komm, laß deine Liebe du zu eilen, Das Gebetne mitzutheilen! og dulu gen hören, Sich in andrer 7. Demuth war bei Spott Dienst verzehren, Sterben für und Hohne Hohne Deiner Liebe die ärgsten Sünder: Das ist Schmuck und Krone. Diese Lieb, o Menschenkinder. machte dich zum Knechte Einem sündlichen Geschlechte; Diese war nach Art der Tauben Ohne Falsch, voll Treu und Glauben, Mit Gerechtigkeit gepaaret, Durch Vorsichtigkeit bewahret. 35 decken Meiner Sünden Meng und Flecken. Du hast das Geseß erfüllet Und desselben Fluch gestillet; Laß mich wider dessen Stürmen Deiner Liebe Schild 4. Die Betrübten zu erquikfen, zu den Kleinen dich zu bücken, Die Unwissenden zu lehren, Die Verführten zu be- beschirmen. Heilge meines Herfehren, Sünder, die sich selbst zens Triebe, Salbe sie mit verstocken, Täglich liebreich zu deiner Liebe. dir locken, War, mit Schwächung deiner Kräfte, Dein gewöhnliches Geschäfte. Joh. Jac. Rambach, g. 1693, st. 1735. 1190 5. O wie hoch stieg dein Er= 78. barmen, Da du für die ärmMel. Vater unser im Himmelreich. Lehrer, dem kein gleich, sten Armen Dein unschäßbar An Eifer, Lieb und Klugheit theures Leben In den ärgsten reich, Des ewgen Vaters höch Christi Erscheinung. 7. Du aber sendest deinen Geist. Den du den Gläubigen verheißt, Der allen Seelen, die er liebt, Erkenntniß, Licht und Weisheit giebt Und der, wo 2. Du kamst aus deines Va- man ihn nicht vertreibt, Dein ters Schoß Und machtest alle Wort in Herz und Sinnen Siegel los, Damit sein Rath schreibt. umgeben war. Durch dich wird alles offenbar Und an das helle Licht gestellt, Was Finsterniß umschlossen hält. 54 ster Rath, Prophet, berühmt durch Wort und That, Den Gott zu unserm Heil gesandt Und ihn gesalbt mit eigner Hand! 8. Ach laß, o himmlischer Prophet, Mich scheuen deine Majestät. Mach mich von eignem Dünkel frei, Damit ich dir gehorsam sei. Du sollst mein höchster Lehrer sein; Führ mich in deine Schule ein. Joh. Jac. Rambach, g. 1693, st. 1735. 3. Du wiesest uns die wahre Spur zu Gott, dem Schöpfer der Natur. Du hast den Weg uns recht gezeigt, Auf welchem man zum Himmel steigt. Was du vom gehört, Das hast du unverfälscht ge- 79. stern, der aus JaMel. Jesus, meine Zuversicht. großer Wunderlehrt. 4. Du sahest in der Gottheit cob ist erschienen, Meine Seele Licht Mit aufgeklärtem Ange- will so gern Dir an deinem sicht, Was nach des Himmels Feste dienen. Nimm doch, nimm weisem Rath, Man künftig zu doch gnädig an, Was ich Armer erwarten hat. Du sagst es schenken kann. deutlicher zuvor, Als jemals der Propheten Chor. 5. Die Lehre, die du hast geführt, Hast du mit Heiligkeit geziert und mit viel Wundern oft bestärkt, Daraus man deine Allmacht merkt, Ja endlich, als es Gott geschickt, Ein blutig 3. Nimm den Weihrauch des Siegel drauf gedrückt. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, Wie ichs von dir selber habe Und damit beschenket bin; So ist dirs die liebste Gabe. Laß es auch bewährt und rein In dem Kreuzesofen sein. 6. Nachdem du hingegangen bist, Wo aller Weisheit Ursprung ist, So sehest du an je dem Ort Dein Lehramt durch die Knechte fort, Die dein Beruf herbeigeführt Und sie mit Gaben ausgeziert. Gebets, Laß ihn gnädig dir genügen. Herz und Lippen sollen stets, Ihn zu opfern, vor dir liegen. Wenn ich bete, nimm es auf Und sprich Ja und Amen drauf. 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu. Ach mich schmerzet Epiphanias. meine Sünde! Aber du bist rem Gotte. Sie erntet Schaden fromm und treu, Daß ich blos für Müh, Für ihren SünTrost und Gnade finde Und dendienst wird sie Einst ewignun fröhlich sprechen kann: lich zu Spotte. Jesus nimmt mein Opfer an. Erdm. Neumeister, g. 1671, ft. 1756. 4. Doch wer begehret, Gottes Sohn, Vom Geist erweckt, wie Simeon, Zu seinem Heil zu haben, Gott fürchtet, sich Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. 80. Wohlauf, mein Herz, der Welt entwöhnt, Aus ihr verlaß die Welt, sich nach dem Himmel sehnt, Dem, der für dich sich darge- Der opfert rechte Gaben. stellt, Nun dich auch darzustellen. Er ist das Licht, drum sei gewiß, Er wird auch deine Finsterniß Durch seinen Glanz erhellen. 5. Wer auf das Wort der Wahrheit baut, Im Glauben seinen Heiland schaut, Der kann in Frieden fahren. Der Heiland hält, was er verspricht, Er wird sich ihm in seinem Licht Dort herrlich offenbaren. 2. Ja du sollst ihm sein Tempel sein, Er selbst macht dich von Sünden rein Und hat Lust, hier zu wohnen. Auf, finsters Herz, auf, werde Licht! Denn Jesus wohnt in Herzen nicht, Die noch der Lüste schonen. 55 3. Was nur dem Fleische wohlgefällt, Das opfre die verfehrte Welt Dem Satan, ih- I Joh. Ad. Schlegel, g. 1721, st. 1793. 2. Christe, du Lamm Gottes, Der du trägst die Sünd der Welt, Erbarm dich unser! 6. Herr, mache mich gerecht und rein, Herr, laß mich stets voll Glaubens sein, Allzeit im Geiste leben, Bis du auch mich, wenn dirs gefällt, In Frieden wirst aus dieser Welt In deine Wonn erheben. VII. Chrifti Leiden und Sterben; Passion. 81. Christe, du Lamm 82. Lamm Gottes D Gottes, Der du trägst die Sünd der Welt, Erbarm dich unser! unschuldig, Am Stamm des Kreuzes geschlachtet, Allzeit funden geduldig, Wiewohl du wurdest verachtet: All Sünd hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! 2. D Lamm Gottes unschuldig, Am Stamm des Kreuzes geschlachtet, Allzeit funden ge3. Christe, du Lamm Gottes, Der du trägst die Sünd der Welt, Gieb uns dein Frieden! Amen! Das Agnus Dei deutsch. 56 Christi Leiden und Sterben. duldig, Wiewohl du wurdest son! Chrifte eleison! Kyrie verachtet: All Sünd hast du eleison! 3. D Lamm Gottes unschulgetragen, Sonst müßten wir 3. So nicht wäre kommen verzagen. Erbarm dich unser, Christus in die Welt Und an o Jesu! sich genommen Unser arm Ge ftalt Und für unser Sünde dig, Am Stamm des Kreuzes Gstorben williglich, Hätten wir geschlachtet, Allzeit funden geduldig, Wiewohl du wurdest verachtet: All Sünd hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen. Gieb uns dein Frieden, o Jesu! mußt werden Verdammt ewiglich. Kyrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleison! Nic. Decius, st. 1529. Mel. Christus, der uns selig macht. 83. hilf, Christe, Gottes Sohn, Durch dein bitter Leiden, Daß wir, dir stets unterthan, All Untugend meiden, Deinen Tod und sein Ursach Fruchtbarlich bedenken, Dafür, wiewohl arm und schwach, Dir Dankopfer schenken. Mich. Weiße, ft. um 1540. 84. wir armen SünD der! Unser Missethat, Darin wir empfangen Und geboren find, Hat gebracht uns alle In solch große Noth, Daß wir unterworfen Sind dem ewgen Tod. Kyrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleison! 2. Aus dem Tode konnten Unser eigen Werk Nimmer uns erretten; Die Sünd war zu 4. Solche große Gnaden Und väterlich Gunst hat uns Gott erzeiget Lauterlich umsonst In Christo, seinem Sohne, Der sich geben hat In den Tod des Kreuzes, Zu unser Wohlfahrt. Kyrie eleison! Chrifte eleison! Kyrie eleison! 5. Deß solln wir uns trösten Gegen Sünd und Tod Und ja nicht verzagen Vor der Höllen Glut. Denn wir sind gerettet Aus all Fährlichkeit Durch Christ, unsern Herren, Globt in Ewigkeit. Kyrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleison! 6. Darum wolln wir loben, Danken allezeit Dem Vater und Sohne Und dem heilgen Geist. Bitten, daß er wolle Bhüten uns hinfort, Daß wir stätig bleiben Bei seinm heilgen Wort. Kyrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleison! Herm. Bonnus, g. 1504, ft. 1548. Mel. Herr Jesu Christ, meins 2c. start. Daß wir würdn erlöſet, 85, Wir danken dir, Herr anders sein, Gottes Sohn mußt leiden Des du für uns gestorben bist Und Tods bitter Pein! Kyrie elei- haft uns durch dein theures 57 Blut Vor Gott gemacht gerecht und gut. mdi o Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, Für seine Knechte. 2. Und bitten dich, wahr 5. Der Fromme stirbt, der Mensch und Gott, Durch deine heilgen Wunden roth, Erlös uns von dem ewgen Tod Und tröst uns in der letzten Noth. recht und richtig wandelt: Der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt. Der Mensch verwirkt den Tod und ist entgangen: Du wirst gefangen.or 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand Und reich uns dein allmächtge Hand, Daß wir im Kreuz geduldig sein, Uns trösten deiner schweren Pein; 6. Ich war vom Fuß auf voller Schand und Sünden, Bis zu dem Scheitel war nichts Guts zu finden. Dafür hätt ich dort in der Hölle müssen Ewiglich büßen. 100 4. Und schöpfen draus die Zuversicht, Daß du uns wirst 7. O große Lieb, o Lieb ohn verlassen nicht, Sondern ganz treulich bei uns stehn, Bis wir durchs Kreuz ins Leben gehn. nsdro Passion. Hind alle Maße, Die dich gebracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Christoph Bischer, st. 1600. Freuden, Und du mußt leiden. 8. Ach großer König, groß 86. Herzliebster Jeju, was zu allen Zeiten, Wie kann ich hast du Daß man ein solch scharf Urtheil hat gesprochen? Was ist die Schuld, in was für Missethaten Bist du gerathen? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, Ins Angejicht geschlagen und verhöhnet, Du wirst mit Essig und mit Gall getränket, Ans Kreuz gehentet. ten! Keins Menschen Herz vermag es auszudenken, Was dir zu schenken. 9. Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, Womit doch dein Erbarmung zu vergleichen. Wie kann ich dir denn deine Liebesthaten Im Werk erstatten? 10. Doch ist noch etwas, das dir angenehme: Wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zäh me, Daß sie aufs neu mein Herze nicht entzünden Mit alten Sünden. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe; Die mich regiere, Zum Guten führe. 11. Weil aber dies nicht steht in eignen Kräften, Fest die Begierden an das Kreuz zu heften, So gieb mir deinen Geist, der 3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen! Ich, ach Herr Jesu, habe dies verschuldet, Was du erduldet! 58 Christi Leiden und Sterben. 12. Alsdann so werd ich deine und seht mir Heftig zu, halt Huld betrachten, Aus Lieb zu ich ihm für Deine Gnad und dir die Welt für nichts mehr Gnadenzeichen; Bald muß er achten; Bemühen werd ich mich, von dannen weichen. Herr, deinen Willen Stets zu erfüllen. 3. Will die Welt mein Herze führen Auf die breite Wollustbahn, Da nichts ist als Jubiliren, Alsdann schau ich emsig an Deiner Marter Centnerlast, Die du ausgestanden hast. So kann ich in Andacht bleiben, Alle böse Lust vertreiben. 13. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, Kein Kreuz nicht achten, feine Schmach, noch Plagen, Nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen Nehmen zu Herzen. 14. Dies alles, obs für schlecht 4. Ja für alles, was mich zwar ist zu schäßen, Wirst du es doch nicht gar beiseite seßen; In Gnaden wirst du dies von mir annehmen, Mich nicht beschämen. kränket, Geben deine Wunden Kraft; Wenn mein Herz hinein sich senket, Krieg ich neuen Lebensjaft. Deines Trostes SüBigkeit Wendt in mir das bittre Leid, Der du mir das Heil erworben, Da du bist für mich gestorben. 15. Wann dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne Auf meinem Haupte stehn die Ehrenkrone, Da will ich dir, wenn alles wird wohl klingen, Lob und Dank fingen. Joh. Heermann, g. 1585, ft. 1647. 5. Auf dich seß ich mein Vertrauen; Du bist meine Zuversicht. Dein Tod hat den Tod zerhauen, Daß er mich kann tödten nicht. Daß ich an dir habe Theil, Bringet mir Trost, Schuß und Heil; Deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. 87. Je Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Kesu, deine tiefen Wunden, Deine Qual und bittrer Tod Geben mir zu allen Stunden Trost in Leibs- und Seelennoth. Fällt mir etwas Arges ein, Denk ich gleich an deine Pein; Die erlaubet meinem Herzen Mit der Sünde nicht zu scherzen. 2. Will sich denn in Wollust weiden Mein verderbtes Fleisch und Blut, So gedenk ich an dein Leiden; Bald wird alles wieder gut. Kommt der Satan 6. Hab ich dich in meinem Herzen, Du Brunn aller Gütigkeit, So empfind ich keine Schmerzen, Auch im letzten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich. Wer kann da verleßen mich? Wer sich legt in deine Wunden, Der hat glücklich überwunden. Joh. Heermann, g. 1585, ft. 1647. de Paffion.fidu 59 Mel. Hilf Gott, daß mirs gelinge.| und Spott, Hilf mir geduldig 88. We enn meine Sünd tragen. Gieb, o mein Herr und Gott, Daß ich verleugne diese Welt Und folge dem Erempel, Das du mir vorgestellt. mich kränken, O mein Herr Jesu Christ, So laß mich wohl bedenken, Wie du gestorben bist Und alle meine 7. Laß mich an andern üben, Schuldenlast Am Stamm des Was du an mir gethan, Und heilgen Kreuzes Auf dich genommen hast. meinen Nächsten lieben, Gern dienen jedermann Ohn Eigennuß und Heuchelschein, Und, wie du mir erwiesen, Aus reiner Lieb allein. 2. O Wunder ohne Maßen, Wenn mans betrachtet recht! Es hat sich martern lassen Der Herr für seinen Knecht; Es hat sich selbst der wahre Gott Für mich verlornen Menschen Gegeben in den Tod! 3. Was kann mir denn nun schaden Der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden; Die Schuld ist allzumal Bezahlt durch Christi theures Blut, Daß ich nicht mehr darf fürchten Der Höllen Qual 8. Laß endlich deine Wunden Mich trösten kräftiglich In meiner letzten Stunden Und deß versichern mich: Weil ich auf dein Verdienst nur trau, Du werdest mich annehmen, Daß ich dich ewig schau. Just. Gesenius, g. 1601, ft. 1671. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 89. Herr Jeſu, deine O₂ und Und dein betrübtes Leiden Laß mir vor Augen allzeit sein, Die Sünde zu vermeiden. Laß mich an deine große Noth Und deinen herben bittern Tod, Dieweil ich lebe, denken. 4. Drum sag ich dir von Herzen Jetzt und mein Leben lang Für deine Bein und Schmerzen, O Jesu, Lob und Dank, Für deine Noth und Angstgeschrei, Für dein unschuldig Sterben, Für deine 2. Laß deiner Seele HölLieb und Treu. lenqual, Dein angstvoll blutig Schwißen Und übrig Elend allzumal, Darin du mußtest siten, Mir oft und ernstlich fallen ein Und eine starke Warnung sein 5. Herr, laß dein bitter Lei den Mich reizen für und für, Mit allem Ernst zu meiden Die sündliche Begier; Daß mir nie komme aus dem Sinn, Vor allen Missethaten. Wie viel es dich gekostet, Daß ich erlöset bin. 3. Die Wunden alle, die du hast, Hab ich dir helfen schla6. Mein Kreuz und meine Pla- gen; Auch meine große Süngen, Solls auch sein Schmach denlast Dir aufgelegt zu tragen. 60 Christi Leiden und Sterben. Ach, liebster Heiland, schone men, Kreuz und Tod Und mein, Laß diese Schuld verges- spricht: Ich wills gern leiden. sen sein, Laß Gnad für Recht 2. Das Lämmlein ist der ergehen! the große Freund Und Heiland 4. Du hast verlassen deinen meiner Seelen; Den, den hat Thron, Bist in das Elend gan Gott zum Sündenfeind Und gen, Ertrugest Schläge, Spott Sühner wollen wählen. ,, Geh und Hohn, Mußtest am Kreuze hin, mein Kind, und nimm dich hangen, Auf daß du für uns an Der Kinder, die ich ausge schafftest Rath Und unsre schwere than Zur Straf und Zornes Missethat Bei Gott versöhnen Ruthen; Die Straf ist schwer, möchtest. der Zorn ist groß; Du kannst und sollst sie machen los Durch Sterben und durch Bluten." 5. Drum will ich jetzt zur Dankbarkeit Von Herzen dir lobsingen; Und wenn du zu der 3. Ja, Vater, ja, von Seligkeit Mich künftig wirst hinbringen, So will ich daselbst noch viel mehr Zusammt dem ganzen Himmelsheer Dich ewig dafür loben. Herzensgrund, Leg auf, ich will dirs tragen. Mein Wollen hängt an deinem Mund, Mein Wirken ist dein Sagen."" O Wunderlieb! O Liebesmacht! Du kannst, was nie kein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen. O Liebe, Liebe, du bist stark, Du streckest den ins Grab und Sarg, Vor dem die Felsen springen! 4. Du marterst ihn am Kreuzesstamm Mit Nägeln und mit Spießen; Du schlachtest ihn als Mel. An Wasserflüssen Babylon. wie ein Lamm, Machst Herz 90. in Lämmlein geht und Adern fließen; Das Herze und trägt die mit der Seufzer Kraft, Die Schuld Der Welt und ihrer Adern mit dem edlen Saft Kinder, Es geht und träget in Geduld Die Sünden aller Sünder; Es geht dahin, wird matt und krank, Ergiebt sich auf die Würgebank, Verzeiht 5. Mein Lebetage will ich fich aller Freuden; Es nim dich Aus meinem Sinn nicht met an Schmach, Hohn und lassen; Dich will ich stets, gleich Spott, Angst, Wunden, Strie- wie du mich, Mit Liebesarmen 6. Herr Jesu, deine Angst und Bein Und dein betrübtes Leiden Laß meine letzte Zuflucht sein, Wenn ich von hier soll scheiden. Ach hilf, daß ich durch deinen Tod Fein sanft beschlieBe meine Noth Und selig sterbe. Amen! Vor 1674. Des purpurrothen Blutes. O süßes Lamm, was soll ich dir Erweisen dafür, daß du mir Erzeigest so viel Gutes! miste Passion. 2) 61 fassen. Du sollst sein meines mein Sprachgesell, Zu Haus Herzens Licht; Und wenn mein und auch auf Reisen. ons Herz in Stücke bricht, Sollst 9. Was schadet mir des Todu mein Herze bleiben. Ich des Gift? Dein Blut, das ist will mich dir, mein höchster mein Leben. Wann mich der Ruhm, Hiermit zu deinem Sonne Hiße trifft, So kann Eigenthum Beständiglich ver- mirs Schatten geben. Sett schreiben. mir des Wehmuths Schmerzen 6. Ich will von deiner Lieb- zu, So find ich bei dir meine lichkeit Bei Nacht und Tage Ruh, Wie auf dem Bett ein fingen, Mich selbst auch dir zu Kranker. Und wann des Kreualler Zeit Zum Freudenopfer zes Ungestüm Mein Schifflein bringen. Mein Bach des Le- treibet um und um, So bist bens soll sich dir Und deinem Namen für und für In Dankbarkeit ergießen; Und was du mir zu gut gethan, Das will ich stets, so tief ich kann, In mein Gedächtniß schließen. du dann mein Anker. 10. Wann endlich ich soll treten ein In deines Reiches Freuden, So soll dies Blut mein Purpur sein; Ich will mich darein kleiden. Es soll 7. Erweitre dich, mein Her- sein meines Hauptes Kron, In zensschrein, Du sollst ein Schatz- welcher ich will vor den Thron haus werden Der Schäße, die Des höchsten Vaters gehen viel größer sein, Als Himmel, Und dir, dem er mich anverMeer und Erden. Weg mit traut, Als eine wohlgeſchmückte den Schäßen dieser Welt Und Braut An deiner Seite stehen. allem, was dem Fleisch gefällt! Ich hab ein Beffres funden. Paul Gerhardt, g. 1606, t. 1676. Mein großer Schaß, Herr Jesu Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. Chriſt, Ist dieſes, was ge- 91. flossen Leibes Wunden. Haupt voll Blut und Wunden, Voll Schmerz und voller Hohn! 8. Das soll und will ich mir O Haupt, zum Spott gebunzu Nuß zu allen Zeiten machen; den Mit einer Dornenkron! O Im Streite soll es sein mein Haupt, sonst schön gekrönet Schuß, In Traurigkeit mein Mit höchster Ehr und Zier, Lachen, In Fröhlichkeit mein Jeßt aber hoch verhöhnet: GeSaitenspiel, Und wann mir grüßet seist du mir! nichts mehr schmecken will, 2. Du edles Angesichte, DaSoll mich dies Manna speisen. vor sonst schrickt und scheut Im Durst solls sein mein Das große Weltgewichte, Wie Wasserquell, In Einsamkeit bist du so bespeit! Wie bist du 62 Christi Leiden und Sterben. so erbleichet; Wer hat dein Leben, An deinem Kreuze hier Augenlicht, Dem sonst kein Licht Mein Leben von mir geben, nicht gleichet, So schändlich zu- Wie wohl geschähe mir! gericht? 20 sd 8. Ich danke dir von Herzen, 3. Die Farbe deiner Wan- O Jesu, liebster Freund, Für gen, Der rothen Lippen Pracht deines Todes Schmerzen, Da Ist hin und ganz vergangen; dus so gut gemeint. Ach gieb, Des blaffen Todes Macht Hat daß ich mich halte zu dir und alles hingenommen, hat alles deiner Treu, Und wann ich nun hingerafft, Und daher bist du erkalte, In dir mein Ende sei. kommen Von deines Leibes Kraft. 4. Nun was du, Herr, erduldet, Ist alles meine Last; Ich, ich hab es verschuldet, Was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, Der Zorn verdienet hat, Gieb mir, o mein Erbarmer, Den Anblick deiner Gnad! 9. Wann ich einmal foll scheiden, So scheide nicht von mir; Wann ich den Tod soll leiden, So tritt du dann herfür. Wann mir am allerbängsten Wird um das Herze sein, So reiß mich aus den engsten Kraft deiner Angst und Bein. 10. Erscheine mir zum Schilde, Zum Trost in meinem Tod 5. Erkenne mich, mein Hü- Und laß mich sehn dein Bilde ter; Mein Hirte nimm mich In deiner Kreuzesnoth. Da an. Von dir, Quell aller Gü- will ich nach dir blicken, Da ter, Jst mir viel Guts gethan. will ich glaubensvoll Dich fest Dein Mund hat mich gelabet Mit Milch und süßer Kost, Dein Geist hat mich begabet Mit mancher Himmelsluft. an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Baui Gerhardt, geb. 1606, ft. 1676, nach d. heiligen Bernhard( ft. 1153) Salve caput 6. Ich will hier bei dir stehen, Verachte mich doch nicht; Von dir will ich nicht gehen, 92. Wann dir dein Herze bricht. Wann dein Haupt wird erblassen Im letzten Todesstoß, Alsdann will ich dich fassen In meinen Arm und Schoß. asisid Mel. Nun ruhen alle Wälder. Welt, sich hier dein Leben Am Stamm des Kreuzes schweben; Dein Heil sinkt in den Tod! Der große Fürst der Ehren Läßt willig sich beschweren Mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 7. Es dient zu meinen Freuden Und kommt mir herzlich wohl, Wenn ich in deinem Lei- 2. Tritt her und schau mit den, Mein Heil, mich finden Fleiße: Sein Leib ist ganz mit soll. Ach möcht ich, o mein Schweiße Des Blutes über Passion. 63 füllt. Aus seinem edlen Herzen 9. Jch bin, mein Heil, verVor unerschöpften Schmerzen Ein Seufzer nach dem andern quillt. bunden All Augenblick und Stunden Dir überhoch und fehr. Was Leib und Seel vermögen, Das soll ich billig legen Allzeit an deinen Dienst und Ehr. 10. Nun, ich kann nicht viel geben In diesem armen Leben; Eins aber will ich thun: Es 4. Jch, ich und meine Sün- soll dein Tod und Leiden, Bis den, Die sich wie Körnlein Leib und Seele scheiden, Mir finden Des Sandes an dem stets in meinem Herzen ruhn. Meer, Die haben dir erreget 11. Ich wills vor Augen Das Elend, das dich schläget, setzen, Mich stets daran erUnd das betrübte Marterheer. gößen, Ich sei auch, wo ich sei. 5. Ich bins, ich sollte büßen Es soll mir sein ein Spiegel An Händen und an Füßen Ge- Der Unschuld und ein Siegel bunden in der Höll. Die Gei- Der Lieb und unverfälschten feln und die Banden, Und was Treu. du ausgestanden, Das hat verdienet meine Seel. 3. Wer hat dich so geschlagen, Mein Heil, und dich mit Plagen So übel zugericht? Du bist ja nicht ein Sünder, Wie wir und unsre Kinder, Von Uebelthaten weißt du nicht. 6. Du nimmst auf deinen Rücken Die Lasten, so mich drücken, Viel schwerer als ein Stein. Du wirst ein Fluch, dagegen Verehrst du mir den Segen; Dein Schmerzen muß mein Labsal sein. 7. Du setzest dich zum Bürgen, Ja läsfest dich erwürgen Für mich und meine Schuld. Mir läsfest du dich frönen Mit Dornen, die dich höhnen, Und leidest alles mit Geduld. 12. Wie heftig unsre Sünden Den frommen Gott entzünden, Wie Rach und Eifer gehn, Wie grausam seine Ruthen, Wie zornig seine Fluten, Will ich aus deinem Leiden sehn. 13. Ich will daraus studiren, Wie ich mein Herz soll zieren. Mit stillem, sanftem Muth, Und wie ich die soll lieben, Die mich doch sehr betrüben Mit Werken, so die Bosheit thut. 14. Wenn böse Zungen stechen, Mir Glimpf und Namen brechen, So will ich zähmen mich; Das Unrecht will ich dulden, Dem Nächsten seine Schulden Verzeihen gern und williglich. 8. Du springst ins Todes Rachen, Mich frei und los zu machen Von solchem Ungeheur. Mein Sterben nimmst du abe, Vergräbst es in dem Grabe. 15. Ich will ans Kreuz mich Dunerhörtes Liebesfeur! schlagen Mit dir und dem ab 64 Christi Leiden und Sterben. sagen, Was meinem Fleisch ge-| 4. Schreibe deine blutgen lüft. Was deine Augen hassen, Wunden, Jesu, in mein Herz Das will ich fliehn und lassen, hinein, Daß sie mögen alle So viel mir immer möglich ist. Stunden Bei mir unvergessen 16. Dein Seufzen und dein sein. Du bist doch mein schönStöhnen Und die viel tausend stes Gut, Da mein ganzes Thränen, Die dir geflossen zu, Herze ruht. Laß mich hier zu Die sollen mich am Ende In deinen Füßen Deiner Lieb und deinen Schoß und Hände Be- Gunst genießen. gleiten zu der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, g. 1606, st. 1676. 5. Diese Füße will ich halten Auf das best ich immer kann. Schaue meiner Hände Falten Mel. Werde munter mein Gemüthe. Und mich selber freundlich an Von dem hohen Kreuzesbaum Und gieb meiner Bitte Raum, Sprich: Laß all dein Trauern schwinden, Ich, ich tilg all deine Sünden. 93. Sei mir tausendmal gegrüßet, Der mich je und je geliebt; Jesu, der du selbst gebüßet Das, womit ich dich betrübt. Ach wie ist mir doch so wohl, Wenn ich fnien und liegen soll An dem Kreuze, da du stirbest Und um meine Seele wirbest. vaul Gerhardt, nach d. h. Bernh. † 1153. dire 94. Jefu 2. Ich umfange, herz und Mel. Jesu, meines Lebens Leben. kesu, der du wollen büßen Für die füsſe Der gefränkten Wunden Sünden aller Welt Durch dein Zahl Und die purpurrothen theures Blutvergießen; Der du Flüsse Deiner Füß und Nägel- dich hast dargestellt Als ein maal. O wer kann doch, schön- Opfer für die Sünder, Die ster Fürst, Den so hoch nach verdammten Adamskinder: Ach uns gedürst, Deinen Durst laß deine Todespein nicht an und Liebsverlangen Völlig fas mir verloren sein! sen und umfangen! 2. Rette mich durch deine 3. Heile mich, o Heil der Plagen, Wenn mich meine Seelen, Wo ich krank und trau- Sünde plagt.. Laß, ach laß rig bin; Nimm die Schmerzen, mich nicht verzagen, Weil du die mich quälen, Und den gan= selbst für mich gezagt. Hilf, zen Schaden hin, Den mir daß mich dein Angstschweiß Adams Fall gebracht Und ich fühle, Wenn ich Drangsalshize ſelber mir gemacht. Wird, o Arzt, dein Blut mich neßen, Wird sich all mein Jammer ſetzen. fühle. Ach laß deine Todespein Nicht an mir verloren sein! 3. Mache mich durch deine 150 ml| Bande Von des Satans Ban nodrot Passion. Hind 65 den frei. Hilf, daß dein er- laß deine Todespein nicht an littne Schande Meine Kron mir verloren sein! d 8. Ach zerbrich des Eifers Ruthe, Ach erzeige Gnad und Huld. Tilge doch mit deinem Blute Meine schwere Sündenschuld. Laß mich in der Angst der Sünden Ruh in deiner Seite finden. Ach laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! to NO HI A160 9. Hilf, daß mir dein Dürsten nüße, Das am Kreuze dich geplagt. Wenn ich lechze, wenn ich schwiße, Wenn Gewissensangst mich jagt, Laß mich deines Dursts genießen, Laß mir Lebensströme fließen. Ach laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 5. Laß mich Freudenrosen brechen, Liebster Jesu, meine Zier, Von den Dornen, die dich stechen. Jesu, nahe dich zu mir; Kröne mich mit Huld und Gnade, Daß kein Sündendorn mir schade. Ach laß deine Todespein nicht an mir verloren ſein! 10. Jesu, komm, mich zu befreien Durch dein lautes Angstgeschrei. Wenn viel tausend Sünden schreien, Ach so steh mir Armen bei. Wenn mir 6. Heile des Gewissens Strie- Wort und Sprach entfallen, men; Nimm von mir der Laß mich sanft von hinnen Schmerzen Last Durch die Gei- wallen. Laß mir deine TodesBeln, durch die Riemen, Welche pein Leben, Heil und Himmel du gefühlet hast, Daß ich böser sein! Knecht der Sünde Satans Streiche nicht empfinde. Ach laß deine Todespein Nicht an mir verloren sein! und Ehre sei. Trost der Seelen, Heil der Erden, Laß mich nicht zu Schanden werden. Ach laß deine Todespein Nicht an mir verloren sein! 02 4. Rede durch dein Stilleschweigen, Liebster Jesu, mir das Wort, Wenn mich Sünden überzeugen Und verklagen fort und fort, Wenn mein bös Gewissen schreiet Und mir mit Verdammniß dräuet. Ach laß deine Todespein Nicht an mir verloren sein! sid 7. Ach laß deine tiefen Wunden Frische Lebens- Brunnen sein, Wenn mir alle Kraft verschwunden, Wenn ich schmacht sdsi2 Job. Franck, geb. 1618, t. 1677. 95. Die Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. ie Seele Christi heilge mich; Sein Geist versenke mich in sich; Sein heilger Leib, für mich verwundt, Der mach mir Leib in Seelenpein. In den Ab- und Seel gesund. grund deiner Gnaden Senk all 2. Das Wasser, welches auf Schuld, die mich beladen. Ach den Stoß Des Speers aus sei5 66 Christi Leiden und Sterben. ner Seiten floß, Das sei mein Schmerzen Nicht der strengste Bad, und all sein Blut Erquicke mir Herz, Sinn und Muth. 3. Der Schweiß von seinem Angesicht Laß mich nicht kom men ins Gericht. Sein ganzes Leiden, Kreuz und Bein, Das wolle meine Stärke sein. 4. O Jesu Christ, erhöre mich Nimm und verbirg mich ganz in dich! Schließ mich in deine Wunden ein, Daß ich vorm Feind mag sicher sein. 5. Ruf mir in meiner letzten Noth Und setz mich neben dich, mein Gott, Daß ich mit deinen Heilgen alln Laß ewiglich dein Lob erschalln. Job. Scheffler, g. 1624, ft. 1677. Nach d. h. Bernhard: Anima Christi sanctifica me. 96. D du Liebe meiner Liebe, Du erwünschte Seligkeit, Die du dich us höchstem Triebe In das jammervolle Leid Deines Leidens, mir zu gute, Als ein Schlachtschaf eingestellt Und bezahlt mit deinem Blute Alle Missethat der Welt; 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen An dem Delberg sich betrübt; Liebe, die mit Blut und Sehnen Unaufhörlich fest geliebt; Liebe, die mit allem Willen Gottes Zorn und Eifer trägt: Den, so niemand konnte stillen, Hat dein Sterben hingelegt. 3. Liebe, die mit starkem Herzen Alle Schmach und Hohn gehört; Liebe, die mit Angst und Tod versehrt; Liebe, die sich liebend zeiget, Als sich Kraft und Athem endt, Liebe, die sich liebend neiget, Als sich Leib und Seele trennt; smis dal 4. Liebe, die mit ihren Armen Mich zuletzt umfangen wollt; Liebe, die aus Liebserbarmen mich zuletzt in höchster Huld Ihrem Vater überlassen, Die selbst starb und für mich bat, Daß mich nicht der Zorn sollt faffen, Weil mich ihr Verdienst vertrat; 5. Liebe, die mit so viel Wunden Gegen mich, als seine Braut, Unaufhörlich sich verbunden Und auf ewig anvertraut: Liebe, laß auch meine Schmerzen, Meines Lebens Jammerpein In dem blutverwundten Herzen Sanft in dir gestillet sein. 6. Liebe, die für mich gestorben Und ein immerwährend Gut An dem Kreuzesholz erworben, Ach wie denk ich an dein Blut! Ach wie dank ich deinen Wunden, Du verwundte Liebe du, Wenn ich in den letzten Stun den Sanft in deiner Seiten ruh! 7. Liebe, die sich todt gekränfet Und für mein erkaltet Herz In ein kaltes Grab gesenket, Ach wie dank ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du geſtorben, Daß ich ewig leben kann, Und der Seelen Heil erworben! Nimm mich ewig liebend an! Job. Scheffler, g. 1624, st. 1677. dist Paffion. 2 mirdel 97. esu, meines Lebens gehangen. Tausend, tausendmal Leben, Jesu, mei sei dir, Liebster Jesu, Dank nes Todes Tod, Der du dich dafür! für mich gegeben In die tiefste 6. Du hast dich in Noth geSeelennoth, In das äußerste Verderben, Nur daß ich nicht möchte sterben: Tausend, tausendmal sei dir, Lieber Jesu, Dank dafür! stecket, Hast gelitten mit Geduld, Gar den herben Tod geschmecket, Um zu büßen meine Schuid; Daß ich würde losgezählet, Hast du wollen sein gequälet. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 7. Deine Demuth hat gebüßet Meinen Stolz und lebermuth, Dein Tod meinen Tod versüßet. Es kommt alles mir zu gut; Dein Verspotten, dein Verspeien Muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! redd arand 8. Nun, ich danke dir von Herzen, Jesu, für gesammte Noth. Für die Wunden, für die Schmerzen, Für den herben, bittern Tod, Für dein Zittern, 4. Man hat dich sehr hart für dein Zagen, Für dein tauverhöhnet, Dich mit großem sendfaches Plagen, Für dein Schimpf belegt und mit Dor- Ach und tiefe Bein Will ich nen gar gefrönet. Was hat ewig dankbar sein.di.nejjel dich dazu bewegt? Daß du Ernst Christ. Homburg, g. 1605, ft. 1681. möchtest mich ergößen, Mir die Ehrenkron aufseßen. Tausend, Mel. Christus, der uns selig macht. zesu, Passion tauſendmal ſei- dir, viebster 98. Jen, eine Baffion dafür! Will ich jetzt bedenken. Wollest mir vom Himmelsthron Geist und Andacht schenken. In dem Bilde jetzt erschein, Jesu, meinem Herzen, Wie du, unser Heil zu sein, 2. Du, ach du haft ausgestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strick und Banden, Du gerechter Gottessohn, Mich Elenden zu erretten Von des Teufels Sündenketten. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 3. Du hast lassen Wunden schlagen, Dich erbärmlich richten zu, Um zu heilen meine Plagen Und zu sehen mich in Ruh. Ach du hast zu meinem Segen Lassen dich mit Fluch belegen. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 67 5. Du hast wollen sein geschlagen Zur Befreiung meiner Bein, Fälschlich lassen dich anklagen, Daß ich könnte sicher sein; Daß ich möchte troftreich prangen, Hast du sonder Trost Littest alle Schmerzen. 08 Christi Leiden und Sterben. 2. Meine Seele sehen mach Mel. Herr Jesu Christ, meins 2c. Deine Angst und Bande, Deine 99. Hein theures Blut err Schläge, deine Schmach, Deine Kreuzesschande, Deine Geißel, Jst meiner Seele höchstes Gut; Dornenkron, Speer- und Nä- Das stärkt, das labt, das macht gelwunden Und den Tod, o allein Mein Herz von allen Bottesjohn, Den du hast em- Sünden rein. pfunden.com 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrenkleid, Dein Unschuld und Gerechtigkeit Macht, daß ich kann vor Gott bestehn Und zu der Himmelsfreud eingehn. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, Mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, Dein theures Blut, dein Lebenssaft Giebt mir stets neue Lebenskraft. 4. Jesu, lehr bedenken mich Dies mit Buß und Reue; 4. Herr Jesu, in der letzten Hilf, daß ich mit Sünde dich Noth, Wenn mich schreckt TeuMartre nicht aufs neue. Sollt fel, Höll und Tod, So laß ja ich dazu haben Lust Und nicht dies mein Labsal sein: Dein wollen meiden, Was mein Hei- Blut macht mich von Sünden land büßen mußt Mit so gro- rein. Ben Leiden? Joh. Olearius geb. 1611, st. 1684. 5. Wenn mich meine Sündeid ist will Schrecken mit der Hölle: Mel. An Wasserflüssen Babylon. JeJeſu, mein Gewiſſen ſtill, Dich 100. So gehſt du de ins und deine Passion Laß mich gläubig faffen. Liebst du mich, o Gottes Sohn, Wie kann Gott mich haffen? 6. Gieb auch, Jesu, daß ich gern Dir das Kreuz nachtrage, Daß ich Demuth von dir lern Und Geduld in Plage, Daß ich dir geb Lieb um Lieb. Indeß laß dies Lallen, Bessern Dank ich dorten geb,- Jesu, Jesu, 2. Du Held, der andern dir gefallen. Stärke giebt, Was kann dich so erschüttern? Ach, seine Seele fu, williglich Dein Leiden anzutreten, Mit heißen Thränen auch für mich zu kämpfen und zu beten. Du, der du nichts verbrochen haft, Gehst hin, um aller Sünden Last Auf dich allein zu laden. Da schon das Schwert gezücket war, Stellst du dich seinen Streichen dar, Damit sie uns nicht schaden. Siegm. v. Birken, g. 1626, st. 1681. 3. Aber laß mich nicht allein Deine Marter sehen; Laß mich auch die Ursach fein Und die Frucht verstehen. Ach die Ursach war auch ich, Ich und meine Sünde! Diese hat gemartert dich, Daß ich Gnade finde! md Passion. 69 wird betrübt, Des Helden Glie-| Gericht; Du dringst hindurch der zittern! Ach, hingesunken ins Leben. auf die Knie, Arbeitet er in 6. Doch denk, um welchen schwerer Müh Und kämpfet im theuren Preis Dein Heiland Gebete! Er wünscht den bangen Kampf verkürzt. Wer sieht dies, und wird nicht bestürzt? dich erkaufet. Für dich rang er im Todesschweiß, Für dich mit Blut getaufet. Ach Seele, forge, O schauervolle Stätte! spb daß dich nie Die Sünd in 03. Gott, wie bist du so wunderbar In allen deinen Werken! Ein Knecht, ein Engel muß so gar Den Herrn vom Himmel stärken. Er ringt; von seinem Angesicht Trieft Schweiß. Ach wer entsetzt sich nicht! Für Schweiß trieft Blut zur Erden. ihre Neße zieh, Nichts deine Treu erschüttre! Reizt dich das Fleisch, ach höre nicht! Schau hin ins furchtbare Gericht, Das Jesum traf, und zittre. Christ. Kortholt, g. 1633, ft. 1694. Der du in reinster Unschuld Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. prangst, Wie konntest du von folcher Angst, O Herr, bestürmet werden? tisted 101. Mei .81 Jeine Seel, ermuntre dich; Deines Jesu Lieb bedenke; Wie 4. Ach Herr, der Sünden- er für dich giebet fich, Darauf knecht war ich! Ich sollte Blut- deine Andacht lenke. Ach erwäg schweiß schwißen. Es sollten die große Treue Und dich deibillig nur auf mich Der Rache nes Jefu freue. Wetter blißen. Ich Armer, wie 2. Sieh, der wahre Gottesentränn ich da! Vor Gottes sohn Ist für dich ans Holz Zorne müßt ich ja Ohn allen gehänget; Sein Haupt trägt Trost versinken. Und da kommst die Dornenkron, Sein Leib ist du, daß du ihn stillst, Sohn mit Blut besprenget, Er läßt Gottes; du, du selber willst sich für dich verwunden. Wo Den ganzen Zornkelch trinken. ist größre Lieb gefunden! 3. Du, du solltest große Pein Ewig leiden in der Hölle Und von Gott verstoßen sein Wegen vieler Sündenfälle; Aber Jesus trägt die Sünden Und läßt 5. Heil mir! Der Sohn des Höchsten hat Für mich sich richten lassen. Gott, welch ein wundervoller Rath! Wer kann dein Thun doch fassen! Ach da uns Fluch und Rache drohn, Da dich Genade finden. richtet Gott für uns den Sohn, 4. Durch sein Leiden ist geDen er uns selbst gegeben. stillt Deines Gottes Zorn und Nun jauchze, Seele, du kommst Rache. Er hat das Gesetz ernicht In Gottes schreckliches füllt, Gut gemacht die böse 70 Christi Leiden und Sterben. Sache, Sünde, Teufel, Tod ich dein Bleiben stets und unumschränket Und den Himmel verleget. Was du liebest, will dir geschenket. ich lieben, Und was dich, soll mich betrüben. 5. Was zu thun, o liebes Herz? Wie sollst du dich recht 1. Was du willst, das sei anstellen? Jesu Leiden ist kein mein Will, Dein Wort meines Scherz, Seine Liebe kein Ver- Herzens Spiegel. Wenn du stellen. Denke drauf, was dir schlägest, halt ich still. Dein oblieget Gegen den, der für dich Geist bleibt mein Pfand und fieget. Siegel, Daß ich soll den Himmel erben. Darauf kann ich fröhlich sterben. 6. Ich kann nimmer, nimmermehr Das Geringste nur vergelten; Er verbindt mich allzusehr. Meine Trägheit muß ich schelten, Daß ich ihn so schlecht geliebet Und wohl gar mit Sünd betrübet. 12. Nun, so bleib es fest dabei: Jesus soll es sein und bleiben, Dem ich lebe, deß ich sei; Nichts soll mich von Jesu treiben. Du wirst, Jesu, mich nicht lassen; Ewig will ich dich umfassen. 13. Jst bereits schon jezo hier Solche Freud und Ruh zu finden, Wenn im Glauben wir mit dir Uns, mein Jesu, recht verbinden; Schenkst du schon so viel auf Erden, Ei, was will im Himmel werden! 7. Was geschehen, soll nun nicht Hinfort mehr von mir geschehen. Mein Schluß sei nun fest gericht, Einen andern Weg zu gehen, Darauf ich nur Je sum suche Und, was ihn betrübt, verfluche. yn 8. Weg, ihr Sünden, weg von mir! Euch kann ich an mir nicht leiden; Denn ihr würdet mich sonst hier Und dort ewig von dem scheiden, Ohne welchen ist kein Leben, Reine Gnade, kein Vergeben. 9. Du, mein Jesu, du, mein Heil, Dir will ich mich ganz verschreiben, Daß ich dir, als meinem Theil, Ewig will getreu verbleiben, Dir zu leben, dir zu leiden, Dir zu sterben, dir zu meiden. 10. Du, mein Jesu, sollst es sein, Den ich mir zum Zweck geseßet. Wie du mein, so will 14. Was für Luft und SüBigkeit, Was für Freud und Jubiliren, Was für Ruhe nach dem Streit, Was für Ehre wirk uns zieren! Ewig, ewig werd ich loben, Wenn ich ganz zu Gott erhoben. 15. Ach, ich freu mich alle Stund Auf dies freudenvolle Leben; Danke dir mit Herz und Mund. Du, o Jesu, hafts gegeben. Nur im Glauben laß michs halten, Und dein Kraft in mir ſtets walten. Joh. Casp. Schade, g. 1666, st. 1698. dist Passion. 9 d 71 Mel. Ich hab mein Sach Gott 2c.| Menschen, daß ich streb Und dir, 102. Nun ist es alles mich erheb Gen Himmel und wohlgemacht, Jesu, leb. Weil Jesus ruft: Es ist vollbracht! Der neigt sein Haupt, o Mensch, und stirbt, Der dir erwirbt Das Leben, das niemals verdirbt. 8. Ich will nun abgestorben sein Der Sünd und leben dir allein. Es hat dein Tod das Leben mir Gebracht herfür, Und aufgethan die Himmelsthür. y 9. 2. Der Herr der Herrlichkeit erbleicht, Der Lebensfürst, dem Jesu Christe, stärke niemand gleicht. Was Wun- mich In meinem Vorsatz kräfder, daß die Erde kracht, Und tiglich. Laß mich den Kampf es wird Nacht, Weil Gottes Sohn wird umgebracht! so führen fort Nach deinem Wort, Daß ich die Kron erlange dort. 3. Die Sonn verlieret ihren Schein, Des Tempels Vorhang reißet ein, Der Heilgen Gräber öffnen sich Ganz wunderlich, Sie stehen auf gar sichtbarlich.snisdain in 10. So will ich dich, Herr Jesu Christ, Daß du für mich gestorben bist, Von Herzen preisen in der Zeit und nach dem Streit In Freud und Wonn in Ewigkeit. 4. Weil denn die Creatur sich regt, So werd, o Mensch, hierdurch Ein Fels Laurent. Laurentii, g. 1660, ft. 1722. zerreißt, und du wirſt nicht 103. Der eine Liebe! am Durch dies Gericht Bewogen, daß dein Herze bricht? 5. Du bist ja Schuld, dies nimm in Acht, Daß Jesus ist ans Kreuz gebracht. Ihm, der für dich sein Leben gab, Folg in das Grab Und stirb dem Gräul der Sünden ab. 6. Ach Vater, ach, dein einger Sohn Erbleicht am Kreuz mit Schmach und Hohn! Nun, dies geschieht für meine Schuld. Drum hab Geduld und zeig in Jesu Gnad und Huld. 7. Tödt, Jesu, selbst in meiner Brust, Was sich noch findt von böser Lust Und altem Meine Lieb ist Jesus Christ! Weg, ihr argen Seelendiebe, Satan, Welt und Fleischeslüft! Eure Lieb ist nicht von Gott; Eure Lieb ist gar der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe! 2. Der am Kreuz ist meine Liebe! Frevler, was befremdets dich, Daß ich treu zu sein mich übe? Jesus gab sich selbst für mich. So ward er mein Friedeschild, Aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe! 72 Christi Leiden und Sterben. 3. Der am Kreuz ist meine Mel. Herr und Aeltster deiner 2c. Liebe! Sünde, du verlierst 104. Marter Gottes, den wenn ich den betrübe, Der statt vergessen, Der in dir sein Wohlmeiner ward ein Wurm! Kreu- sein findt! Unser Herze wünscht ' zigt ich nicht Gottes Sohn? sich unterdessen Stets noch mehr Trät ich nicht sein Blut mit zum Dank entzündt. Unsre SeeHohn? Der am Kreuz ist meine le soll sich daran nähren, Unfre Liebe, Dem ich treu zu sein Ohren nie was Liebers hören; mich übe! is a Alle Tage kommt er mir Schöner in dem Bilde für.men 4. Der am Kreuz ist meine Biebe! Schweig, Gewissen, zage 2. Tausend Dank, du unser nicht! Gott zeigt seine Lie- treues Herze! Leib und Geist bestriebe, Wenn dich Sünd bet drüber an, Daß du unter und Tod anficht. Schan, es Martern, Angst und Schmerze floß auch dir zu gut Seines Hafst genug für uns gethan. Sohnes theures Blut. Der Laß dich jedes um so heißer am Kreuz ist meine Liebe, lieben, Als es noch im GlauDem ich treu zu sein mich ben sich muß üben, Bis es übe! seinst, als deine Braut, Dich 5. Der am Kreuz ist meine von Angesichte schaut. Liebe! Keine Noth, schwer, 3. Meine kranke und bedürftge hart und groß, Hunger, Blöße, Seele Eilet deinen Wunden zu. Geißelhiebe, Nichts macht mich Da, da finden sie die sichre von Jesu los; Nicht Gewalt, Höhle, Wo ihr fließen Fried nicht Gold, nicht Ruhm, En- und Ruh. Auf dein Kreuz, gel nicht, kein Fürstenthum. Herr, laß mich gläubig sehen; Der am Kreuz ist meine Liebe, Laß dein Marterbild stets vor Dem ich treu zu sein mich mir stehen: So geht mir bis übe! in mein Grab Nichts von dei6. Der am Kreuz ist meine nem Frieden ab.dns and mi Liebe! Komm, Tod, komm, 4. Die wir uns allhier beimein bester Freund! Wenn ich sammen finden, Schlagen unfre einst wie Staub zerstiebe, Werd Hände ein, Uns auf deine Marmit Jesu ich vereint. Da, da ter zu verbinden, Dir auf ewig schau ich Gottes Lamm, Mei- treu zu sein. Und zum Zeichen, ner Seelen Bräutigam. Der daß dies Lobgetöne Deinem am Kreuz ist meine Liebe, Herzen angenehm und schöne, Dem ich treu zu sein mich Sage Amen und zugleich: Frieübe! monedel?, spisde, Friede sei mit euch! Joh. Menter, ft. 1734. Christ. Ren. v. 3inzendorf, g. 1727, ft. 1752. de Passion. do 73 dich von Herzen Ueber deines Jesu Schmerzen. Laß bei seinem Blutvergießen Süße Freudenthränen fließen. Er hat sich für dich gegeben. Such in seinem Tod das Leben. Unter seinem Kreuz zu liegen, Sei dein größestes Vergnügen. dus Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. zählig. Er giebt Buße, er giebt 105. Sünder, freue Glauben, Er läßt auch die Lahmen rauben. Wer sich nur will retten lassen, Der soll das Vertrauen fassen: Alles Heil in Christi Wunden Hab ich schon umsonst gefunden. 2. Ach wie groß ist dein Verderben! Ohne Jesum mußt du sterben. Blind und todt sind deine Kräfte, Sünde, das ist dein Geschäfte. Dein Verdienst 6. Glaube nur dem Wort der Gnaden, So ist deinem Seelenschaden Schon geholfen, und die Liebe Schafft in dir ganz neue Triebe. Sind die Sünden erst vergeben, So kannst du auch heilig leben, Und der Gnade treues Walten Wird dich fördern und erhalten. ist Zorn und Rache. Es ist 7. Oso gieb dem Sohn die aus mit deiner Sache; Ja, im Himmel und auf Erden Kann dir nicht geholfen werden. 3. Nichts als Jesu Blutvergießen Konnte deine Schulden büßen. Den der Dornenkranz gekrönet, Gott im Fleisch hat dich verföhnet. Seine Thränen, Schweiß und Wunden Haben to E. G. Woltersdorf, g. 1725, st. 1761. Rath für dich gefunden; Undrednict ihm bleibt allein die Ehre, Daß Mel. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig. er deinen Ehre, Daß ihm aller Ruhm gehöre. Suche nicht erst zu verdienen, Was am Kreuz vollbracht erschienen. Suche nicht, was schon gefunden, Preise fröhlich seine Wunden Und bekenn es bis zum Grabe, Daß er dich erlöset habe. 4. Fühlst du nun die Macht 106. Ruhe hier, mein wenig der Sünden, Wie sie deine Und schau an dies Wunder Seele binden, Wie sie dein groß, Wie dein Herr und EhGewissen quälen, Wie der renkönig Hängt am Kreuze bleich Jammer nicht zu zählen: und bloß, Den sein Lieben Hat so komm mit deinen Retten! getrieben zu dir aus des VaWag es nicht, dich selbst zu ters Schoß. retten. Jesu Blut muß auf dich fließen, So wirst du das Heil genießen. lig m 5. Sünder macht der Heiland felig. Sein Erbarmen ist un2. Wie dich Jesus liebt von Herzen, Kannst du hier am Kreuze sehn. Schau, wie bittre Todesschmerzen Ihm durch Leib und Seele gehn. Fluch und 74 Christi Leiden und Sterben. Schrecken Ihn bedecken. Höre werden Durch dein eigen Herdoch sein Klaggetön. zensblut? Ich muß schweigen Und mich beugen Für dies unverdiente Gut. 3. Dies sind meiner Sünden Früchte; Die, mein Heiland, ängsten dich. Dieser Leiden schwer Gewichte Sollt zum Abgrund drücken mich. Diese Nöthen, Die dich tödten, Sollt ich fühlen ewiglich.- 6. Seel und Leben, Leib und Glieder, Alles giebst du für mich hin. Sollt ich dir nicht schenken wieder Alles, was ich hab und bin? Ich bin deine Ganz alleine; Dir verschreib ich Herz und Sinn. 4. Doch du haft für mich besieget Sünde, Tod und Höllenmacht, Gottes ewgem Recht 7. Zeuch durch deines Todes genüget, Seinen Willen ganz Kräfte Mich in deinen Tod vollbracht und mir eben Zu dem Leben Durch dein Sterben Bahn gemacht. hinein. Laß mein Fleisch und sein Geschäfte, Herr, mit dir gekreuzigt sein, Daß mein Wille Werde stille, Und die Liebe heiß und rein.is timeo Gerh. Tersteegen, g. 1697, st. 1769. hid 5. Ach, ich Sündenkind der Erden! Jesu, stirbst du mir zu gut? Soll dein Feind erlöset Christus im Grabe. juf 107. Traurigkeit, D5. O süßer Mund! O GlauHerzeleid! Ist bensgrund! Wie bist du doch das nicht zu beklagen? Gott zerschlagen! Alles, was auf Erdes Vaters einig Kind Wird ins Grab getragen. den lebt, muß dich ja beklagen. 6. D lieblich Bild, Schön, zart und mild, Du Schmerzsohn der Jungfrauen! Niemand kann dein heißes Blut Sonder Neu anschauen. nsdifid 2. O große Noth! Gott Sohn liegt todt! Am Kreuz ist er gestorben; Hat dadurch das Himmelreich Uns aus Lieb erworben. .8 gam 3. O Menschenkind! Nur 7. D selig ist Zu aller Frist, deine Sünd Hat dieses ange- Der dieses recht bedenket, Wie richtet, Da du durch die Mis- der Herr der Herrlichkeit Wird fethat Warest ganz vernichtet. ins Grab versenket. 4. Dein Bräutigam, Das 8. D Jesu, du Mein Hülf Gotteslamm, Liegt hier mit und Ruh, Ich bitte dich mit Blut beflossen, Welches er ganz Thränen: Hilf, daß ich mich mildiglich hat für dich ver- bis ins Grab Nach dir möge goffen.ne Joh. Rift, g. 1607, st. 1667. sehnen. sehnen. pudsOftern.indo Mel. O Traurigkeit, o Herzeleib. 108. So ruhest du, meine Ruh, In deiner Grabeshöhle Und erweckst durch deinen Tod Meine todte Seele. 75 | wecken. Sollte denn mein gläubig Herz Vor der Gruft erschrecken? nittbul 5. Sie wird mir sein Ein Kämmerlein, Da ich auf Rosen liege, Weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. 2. Man senkt dich ein Nach vieler Pein, Du, meines Lebens Leben. Dich hat jetzt ein 6. Gar nichts verdirbt, Der Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. man Leib nur stirbt; Doch wird er auferstehen und in ganz verklärter Zier Aus dem Grabe gehen. 3. Ach bist du kalt, Mein Aufenthalt? Das macht die heiße Liebe, Die dich in das falte Grab Durch ihr Feuer triebe. 7. Indeß will ich, Mein Jesu, dich In meine Seele senken Und an deinen bittern Tod 4. D Lebensfürst, Ich weiß, Bis zum Tod gedenken. du wirst Mich wieder aufer- Salomo Franc, g. 1659, st. 1725. sdad CHIC VIII. Chrifti Auferstehung; Oftern. 109. Shrift ist erstan- des Todes Banden. Deß freuet den Von der sich der Engel Schaar, SinMarter alle! Deß sollen wir gend im Himmel immerdar: alle froh sein; Christus will Hallelujah! Bisel uno unser Trost sein. Kyrieleis! 2. Der für uns sein Leben 2. Wär er nicht erstanden, In den Tod gegeben, Der ist So wär die Welt vergangen. nun unser Osterlamm, Deß Seit daß er erstanden ist, So wir uns freuen alleſammt. lobn wir den Herren Jesum Hallelujah! Christ. Kyrieleis! 3. Hallelujah! Hallelujah! Hallelujah! Deß sollen wir alle froh sein; Christus will unser Trost sein. Kyrieleis! Aus dem 12. Jahrhundert. 110. Chr Chriftus hristus ist er 3. Der am Kreuz gehangen, Kein Trost konnt erlangen, Der lebet nun in Herrlichkeit, uns zu vertreten stets bereit. Hallelujah! 4. Der so ganz verschwiegen Zur Höllen gestiegen, Den wohlgerüsten Starken band Der wird nun in der Höh erstanden Von kannt. Hallelujah! isa 104 76 Christi Auferstehung. 5. Der da lag begraben, Der 4. Es war ein wunderlicher ist nun erhaben; All sein Thun Krieg, Da Tod und Leben wird kräftig erweist Und in der rungen. Das Leben, das beChristenheit gepreist. Hallelu- hielt den Sieg, Es hat den Tod jah! bin@ ish verschlungen. Die Schrift hat jun 6. Er läßt uns verkünden verkündet das, Wie da ein Vergebung der Sünden, Und Tod den andern fraß; Ein wie man sie durch rechte Buß Spott ausm Tod ist worden. Nach seiner Ordnung suchen Hallelujah! Bried muß. Hallelujah! i disk 7. O Christe, Osterlamm, Speis uns heut allesammt! Nimm weg all unser Missethat, Daß wir dir fingen früh und spat: Hallelujah! hid Böhmische Brüder. 5. Hier ist das rechte Osterlamm, Davon wir sollen leben, In den Tod an des Kreuzes Stamm Aus heißer Lieb gegeben. Deß Blut zeichnet unser Thür; Das hält der Glaub dem Tode für. Der Würger si fann uns nicht rühren. Halle111. Christ lag in To- lujah! so biste fruir d Für 6. So feiern wir das hohe Fest Mit Herzens- Freud und Wonne, Das uns der Herr Deß wir erscheinen läßt. Er selber ist die Sonne, Der durch seiner Gnaden Glanz Erleuchtet unser Herzen ganz. Der Sündn Nacht ist vergangen. Hallelujah! nice 7. Wir essen nun und leben wohl, Zum süßen Brod geladen. Der alte Sauerteig nicht foll Sein bei dem Wort der Gnaden. Christus selbst die Kost will sein Und speisen unser Seel allein; Der Glaub will Christus, wahr feins andrn leben. Hallelujah! Martin Luther, g. 1483, ft. 1546. unser Sünd gegeben; Der ist wieder erstanden Und hat uns bracht das Leben. sollen fröhlich sein, Gott loben und ihm dankbar sein Und fingen: Hallelujah! Hallelujah! 2. Den Tod niemand bezwingen fount Bei allen Menschenkindern. Das machte alles unser Sünd, Kein Unschuld war zu finden. Davon kam der Tod sobald Und nahm auch über uns Gewalt, Hielt uns in seinm Neich gfangen. Hallelujah! 3. Jesus Gottes Sohn, An unser Statt ist kommen und hat die Sünder abgethan, Damit dem Tod ge- 112. jer Heiland, Der unnommen All sein Recht und sein Gewalt. Da bleibet nichts, den Tod überwand, Ist aufdenn Todsgestalt; Den Stachl erstanden; Die Sünd hat er bat er verloren. Hallelujah! gefangen. Kyrie eleison! Oftern. D 77 2. Der ohn Sünden war ge- 6. Der Herre hält ein schön boren, Trug für uns Gottes Zorn; Hat uns versöhnet, Daß uns Gott sein Huld gönnet. Kyrie eleison! 1.80 Gespräch mit zween Jüngern auf dem Weg. Vor Freud das Herz im Leib ihn brannt; Im Brodbrechen wird er erkannt. Hallelujah! 11 3. Tod, Sünd, Teufel, Leben und Gnad, Alls in Händen er hat, Er kann erretten Alle, die zu ihm treten. Ky rie eleison! Martin Luther, g. 1483, ft. 1546. 7. Der rechte Simson, unser Held, Christus, den starken Löwen fällt. Der Höllen Pforten er hinträgt, Dem Teufel sein Gewalt er legt. Hallelujah! 8. Jonas im Wallfisch war 113. Erschienen ist der drei Tag; So lang im Grab herrlich Tag, auch Christus lag. Der Tod Dran niemand sich gnug freuen ihn länger feine Stund In maz; Christ, unser Herr, heut seinem Rachen halten konnt. triumphirt, All sein Feind er Hallelujah! d nou 50 gefangen führt. Hallelujah! 9. Der Tod da seinen Raub 2. Die alte Schlang, auch verlor; Das Leben fiegt und Sünd und Tod, Die Höll, all kam empor. Zerstört ist nun Jammer, Angst und Noth Hat des Todes Macht; Christ hat überwunden Jesus Christ, Der das Leben wiederbracht. Halheut vom Tod erstanden ist. lelujah! Hallelujah! #dou d 3. An einem Sabbath kamen sie, Die Weiber, hin zum Grabe früh, Zu falben da des Menschen Sohn, Der von dem Tod erstanden schon. Hallelujah! Ros 10. Erlöset aus der Feinde Hand, Gehn wir ins rechte Vaterland Und können hier in Brod und Wein Des rechten Osterlamms uns freun. Hallelujah! id d an idirg 11. Auch denken wir der süßen Brod, Die Moses Gottes Volk gebot. Kein Sauerteig soll bei uns sein, Daß wir von Sünden leben rein. Hallelujah! du do #ff 12. Der Würgengel vorüber geht, Kein Erstgeburt er bei uns schlägt. Des Herzens Thür hat Christi Blut Besprenget; das hält uns in Hut. Hallelumi 4. Wen sucht ihr da? der Engel sprach. Christ ist er standen, der hie lag; Seht die Schweißtücher liegen dort; Geht, jagts den Jüngern all sofort. Hallelujah! 5. Der Jünger Furcht und Herzeleid Wird heut verkehrt in eitel Freud; Sobald sie nur den Herren sehn, Muß alles Trauern bald vergehn. Hallelujah! jah! during men 78 Christi Auferstehung. it p2 13. Die Sonn, die Erd, all gegen wir Gotts Kinder sind. Creatur, Und was betrübet Hallelujah! war zuvor, Das freut sich heut an diesem Tag: Der Fürst der Welt darnieder lag. Hallelujah! 6. Dafür danken wir alle gleich Und sehnen uns ins Himmelreich. Es ist am End. Gott 14. Drum wir auch billig helf uns all, So singen wir mit fröhlich sein, Das Hallelujah großem Schall: Hallelujah! d fingen fein Und loben dich, 7. Gott Vater in dem höchHerr Jesu Christ; Zu Trost sten Thron, Sammt seinem du uns erstanden bist. Halle- eingebornen Sohn, Dem heilgen Geist in gleicher Weis In Ewigkeit sei Lob und Preis. Hallelujah! 6, ft. 1619. Mel. Erschienen ist der Herrlich Tag.obile Bafil. Förtsch, fr. 1619. Dieser Gesang hat auch eine eigne Melo: die mit zweimaligem Hallelujah nach je zwei Gottes Sohn, Strophen. Der von dem Tod erstanden schon, Mit großer Macht und Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. lujah!!! Nic. Hermann, ft. 1561. 114. Set eut triumphiret Herrlichkeit; Deß dann wir 115. Fe Gonn auf rüh Früh die ihm in Ewigkeit. Hallelujah! 2. Dem Teufel hat er seine geht, Mein Heiland Christus Macht Zerstört, verheert mit aufersteht. Vertrieben ist der großer Kraft, Wie pflegt zu Sünden Nacht; Licht, Heil thun ein starker Held, Der sei- und Leben wiederbracht. Halnen Feind gewaltig fällt. Hal- lelujah! dde non lelujah! enöl on! 2. Wenn ich oft lieg in Nacht und Noth, Verschlossen, gleich als wär ich todt, Läßt du mir früh die Gnadensonn Aufgehn, nach Trauern Freud und Wonn. Hallelujah! 3.D süßer Herre Jesu Christ, Der du der Sünder Heiland bist, Führ uns durch dein Barmherzigkeit Mit Freuden in dein Herrlichkeit. Hallelujah! nue 3. Nicht mehr, als nur drei Tage lang Mein Heiland bleibt im Todeszwang; Am dritten Tag durchs Grab er dringt, Mit Ehren sein Siegsfähnlein schwingt. Hallelujah! 5. Nun kann uns kein Feind 4. Jeßt ist der Tag, da mich schaden mehr, Ob er gleich die Welt Mit Schmach am murret noch so sehr; Er liegt Kreuz gefangen hält; Drauf im Koth, der arge Feind, Da- folgt der Sabbath in dem 4. Hier ist doch nichts, denn Angst und Noth. Wer glaubet und hält dein Gebot, Der Welt ist er ein Hohn und Spott, Muß leiden oft ein schnöden Tod. Hallelujah! pando Ostern.in 79 Grab, Darin ich Ruh und daß ich Christum bei mir hab. Frieden hab. Hallelujah! Hallelujah! 5. In Kurzem mach ich fröh- 12. Er nährt, er schützt, er lich auf; Mein Ostertag ist tröstet mich; Sterb ich, ſo nimmt schon im Lauf. Ich wach auf er mich zu sich. Wo er jetzt durch des Herren Stimm, Ver- lebt, da muß ich hin, Weil ich acht den Tod mit seinem Grimm. ein Glied seins Leibes bin. Hallelujah! Hallelujah! 6. Am Kreuz läßt Christus 13. Durch seiner Auferstehung öffentlich Vor allem Volke tödten sich. Da er durchs Todes Kerker bricht, Läßt ers die Menschen sehen nicht. Halle lujah! Koid ante Kraft Komm ich zur EngelBrüderschaft. Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, Die Feindschaft ist ganz abgelehnt. Hallelujah! do R 7. Sein Reich ist nicht von dieser Welt, Kein groß Gepräng ihm hier gefällt. Was schlecht und niedrig geht herein, Soll ihm das Allerliebste sein. Hallelujah! 8. Hier ist noch nicht ganz fund gemacht, Was er uns aus dem Grab gebracht, Der große Schatz, die reiche Beut, Drauf sich ein Christ so herzlich freut. Hallelujah! 14. Mein Herz darf nicht entseßen sich; Gott und die Engel lieben mich. Die Freude, die mir ist bereit, Vertreibet Furcht und Traurigkeit. Hallelujah! 15. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Dort wollen wir auf beffre Weis Erheben deinen Ruhm und Preis. Hallelujah! Joh. Heermann, g. 1585, ft. 1647. 9. Der jüngste Tag wird zeigen an, Was er für Thaten hat Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. gethan, Wie er der Schlangen 116. Triumph! Triumph! Die den Tod zerdrückt. Hallelujah! Pracht Der Siegesfürst heut 10. O Wunder groß! O star- aus der Schlacht. Wer seines fer Held! Wo ist ein Feind, Reiches Unterthan, Schau heute den er nicht fällt? Kein Angst- sein Triumphfest an. Hallelustein liegt so schwer auf mir, jah! Er wälzt ihn von des Herzens 2. Vor Freuden Thal und. Thür. Hallelujah! 11. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. Wenn mir gleich alle Welt stürb ab: Gnug, tu Wald erklingt, Die Erde frisches Blumwerk bringt; İhr schöner Schmuck zu dieser Frist Zeugt, daß ihr Schöpfer Sieger ist. Hallelujah! 80 Christi Auferstehung. 3. Die Sonne sich aufs schönste 10. Triumph! Triumph! Dich schmückt Und wieder durch ehren wir Und wollen mit dir das Blaue blickt. Die vor so kämpfen hier, Daß wir als schwarz im Trauerkleid Be- Reichsgenossen dort Dir folgen schaut den blutgen Todesstreit. durch die Siegespfort. HalleHallelujah! lujah! 100090 890 Benjamin Prätorius, um 1650. dojurishing 4. Das stille Lamm jetzt nicht mehr schweigt, Sich muthig als ein Löw erzeigt; Kein harter Fels ihn hält und zwingt, Grab, Siegel, Riegel vor ihm springt. Hallelujah! 117. Jefus, esus, meine Zuversicht und 5. Der andre Adam heut erwacht Nach seiner harten Todesnacht; Aus seiner Seiten er erbaut Uns, seine theur erlöfte 2. Jesus, er, mein Heiland, Braut. Hallelujah! mein Heiland, ist im Leben. Dieses weiß ich: sollt ich nicht Darum mich zufrieden geben, Was die lange Todesnacht Mir auch für Gedanken macht? 6. Wie Aarons Ruthe schön ausschlug, Am Morgen Blüth und Mandeln trug: So träget Frucht der Seligkeit Des Hohenpriesters Leichnam heut. Hallelujah! 7. Nun ist die Heiligkeit erkämpft, Der Sünde Best und Gift gedämpft. Der schweren Handschrift Fluch und Bann Vertilgt er, der mir helfen kann. Hallelujah! 8. Du, liebe Seel, bist ausgebürgt, Der höllische Tyrann erwürgt; Sein Raubschloß und geschworne Rott Jst ganz verheert, der Tod ein Spott. Hallelujah! 9. Herr Jesu, wahrer Siegesfürst, Wir glauben, daß du schenken wirst Uns deinen Frieden, den du bracht mit aus dem Grab und aus der Schlacht. Hallelujah! lebt; Ich werd auch das Leben schauen, Sein, wo mein Erlöser schwebt: Warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, Welches es nicht nuch sich zieht? og digi 3. Ich bin durch der Hoffnung Band Zu genau mit ihm verbunden; Meine starke Glaubenshand Wird in ihn gelegt befunden, Daß mich auch kein Todesbann Ewig von ihm trennen kann. d 4. Ich bin Fleisch und muß daher Auch einmal zu Asche werden: Das gesteh ich; doch wird er Mich erwecken aus der Erden, Daß ich in der Herrlichkeit Um ihn sein mög allezeit. 5. Dann wird diese meine Haut Mich umgeben, wie ich gläube; Gott wird werden angeschaut Dann von mir in die sem Leibe; Und in diesem Fleisch werd ich Jesum sehen ewiglich. Ostern. 81 6. Dieser meiner Augen Licht| Dem Vater, der sein liebes Wird ihn, meinen Heiland, Kind Hat an dem dritten Tage kennen. Ich, ich selbst, kein Erwecket! Seine Feinde find Fremder nicht, Werd in seiner Zum Schemel hingeleget; Des Liebe brennen; Nur dieSchwach- Allerhöchsten Sohn, Der Leheit um und an Wird von mir bensfürst, jetzt träget Den Freusein abgethan. densieg davon. Heil uns! Uns, seinen Brüdern, Der Herr den Sieg erringt; Vom Haupte zu den Gliedern Nun göttlich Leben dringt. 7. Was hier kranket, feufzt und fleht, Wird dort frisch und herrlich gehen; Irdisch werd ich ausgesät, Himmlisch werd ich auferstehen; Hier geh ich natürlich ein, Nachmals werd ich geistlich sein. 2. Wie goldne Himmelsflammen Die Engel leuchten für und für. Kommt Haupt und Leib zusammen, Wer kann aussprechen solche Zier! Mir weicht der Engel Orden; Des höchsten Vaters Sohn, Der ist mein Bruder worden Und fizet auf dem Thron. Vor dem die Engel stehen zu seinem Dienst bereit, Den werd ich dort ansehen In seiner Herrlichkeit. 3. Auf meinem Grabe stehet, Der mein Herr und Erlöser ist. Wenn mein Gesicht vergehet, So lebet doch mein Jesus Christ. Der läßt sein Kind 8. Seid getroft und hoch erfreut, Jesus trägt euch, seine Glieder! Gebt nicht Statt der Traurigkeit! Sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, Wann einst die Posaun erklingt, Die auch durch die Gräber dringt. 9. Lacht der finstern Erden kluft! Lacht des Todes und der Höllen! Denn ihr sollt euch durch die Luft Eurem Heiland zugesellen. Dann wird Schwachheit und Verdruß Liegen unter eurem Fuß. 10. Nur, daß ihr den Geist nicht stecken Im bittern Todeserhebt Von den Lüsten dieser schlund; Er wird mich schon Erden Und euch dem schon jetzt erwecken, Wenn kommt die rechergebt, Dem ihr beigefügt wollt te Stund. Ich geh in vollen werden. Schickt das Herze da Freuden, Den Tod mein Herz hinein, Wo ihr ewig wünscht veracht; Mein Herr wird mich zu sein. bekleiden Mit neuer Himmelspracht. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. 4. Wann soll ich nach Verlangen, O Jesu, schönstes Lebenslicht, Vor deinem Throne 118. Auf, auf, mein prangen Und stets dein klares Unf Geist, danksage Angesicht In voller Freud er6 Louise Henriette, Kurfürstin v. Brandenburg, geb. 1627, st. 1667. 82 Christi Auferstehung. blicken? O jelig ist die Zeit, und Nacht uns flaget an, So Wann er mich wird hinrücken ist er doch verworfen. Zu seiner Herrlichkeit. Auf, 5. Des Herren Rechte, die auf, laßt uns von hinnen Zum behält Den Sieg und ist erhöHimmel gehen ein Und mit dem het; Des Herren Rechte mächGeist und Sinnen Bei Jesu tig fällt, Was ihr entgegen steewig sein! het. Tod, Teufel, Höll und alle Feind Durch Christi Sieg gedämpfet sind: Ihr Zorn ist kraftlos worden. Joh. Maukisch, g. 1617, ft. 1669. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 119. Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o 6. Es war getödtet Jesus Christ, Und sieh, er lebet wieder. Weil nun das Haupt erHölle? Was kann uns jetzt der standen ist, Stehn wir auch Teufel thun, Wie grausam er fich stelle; Gott sei gedankt, ber uns den Sieg So herrlich hat nach diesem Krieg Durch Jesum Christ gegeben! 2. Wie sträubte fich die alte 7. Wer täglich hier durch Schlang, Da Christus mit ihr wahre Reu Mit Chrifto aufkämpfte! Mit Lift und macht erstehet, Jst dort vom andern sie auf ihn drang; Jedennoch Tode frei; Derselb ihn nicht er fie dämpfte. Ob sie ihn in angehet. Genommen ist dem die Fersen sticht, So sieget fie Tod die Macht, Unschuld und darum doch nicht: Der Kopf Leben wiederbracht und unverist ihr zertreten. gänglich Wesen. 8. Das ist die rechte Osterbeut, Der wir theilhaftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit Im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, Bis unser Leib wird ähnlich dort Christi verklärtem Leibe. auf, die Glieder. So jemand Chrifti Worten gläubt, Im Tod und Grabe der nicht bleibt; Er lebt, ob er gleich ftirbet. 3. Lebendig Christus kommt hervor; Die Feind nimmt er gefangen, Zerbricht der Höllen Schloß und Thor, Trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts ist, das in dem Siegeslauf Den starken Held kann halten auf: Alls liegt da überwunden. 4. Des Todes Gift, der Höl- 9. Der alte Drach mit ſeiner len Pest Ist unser Heiland Rott Hingegen wird zu Schanworden. Wenn Satan auch noch den; Erlegt ist er mit Schimpf ungern läßt Vom Wüthen und und Spott, Da Christus ist vom Morden Und, da er sonst erstanden. Des Hauptes Sieg nichts schaffen kann, Nur Tag der Glieder ist, Drum kann Ostern. 83 mit aller Macht und List Uns| meinen Muth, Zusammt dem Satan nicht mehr schaden. edlen Gut, So mir durch Je= 10. Tod, wo ist dein Sta- sum Christ Aus Lieb erworchel nun? Wo ist dein Sieg, o ben ist. Hölle? Was kann uns jetzt der 5. Die Höll und ihre Notten, Teufel thun, Wie grausam er Die krümmen mir kein Haar. sich stelle? Gott sei gedankt, der Der Sünden kann ich spotten, uns den Sieg So herrlich hat Bleib allzeit ohn Gefahr. Der in diesem Krieg Durch Jesum Tod mit seiner Macht Wird Christ gegeben! schlecht bei mir geacht; Er bleibet Lodes Bild, Und wär er noch so wild. Justus Gesenius, g. 1601, st. 1671. si aid ind 120. Auf, auf, mein 6. Die Welt ist mir ein LaHerz, mit Freuden Nimm wahr, was heut geschicht! Wie kommt nach groBem Leiden Nun ein so großes Licht! Mein Heiland war gelegt Da, wo man uns hinträgt, Wenn von uns unser Geist Gen Himmel ist gereist. nos chen Mit ihrem großen Zorn; Sie zürnt und kann nichts machen, All Arbeit ist verlorn. Die Trübsal trübt mir nicht Mein Herz und Angesicht; Das Unglück ist mein Glück, Die Nacht mein Sonnenblick. 7. Ich hang und bleib auch 2. Er war ins Grab gesen hängen An Christo als ein ket, Der Feind trieb groß Ge- Glied; Wo mein Haupt durch schrei. Eh ers vermeint und ist gangen, Da nimmt er mich denket, ft Chriftus wieder frei auch mit. Er reißet durch den Und ruft: Victoria! Schwingt Tod, Durch Welt, durch Sünd fröhlich hie und da Sein Fähn- und Noth; Er reißet durch lein als ein Held, Der Feld die Höll, Ich bin stets sein und Muth behält. Geſell. it niet mis 12 3. Der Held steht auf dem 8. Er dringt zum Saal der Grabe Und sieht sich munter Ehren, Ich folg ihm immer um; Der Feind liegt und legt nach Und darf mich gar nicht abe Gift, Gall und Ungestüm. Er wirft zu Christi Fuß Sein Höllenreich und muß Selbst in des Siegers Band Ergeben Fuß und Hand. kehren An einzig Ungemach. Es tobe, was da kann, Mein Haupt nimmt sich mein an; Mein Heiland ist mein Schild, Der alles Toben stillt. 4. Das ist mir anzuschauen Ein rechtes Freudenspiel. Nun soll mir nicht mehr grauen Vor allem, was mir will Benehmen Worten Der Reim geleſen 9. Er bringt mich an die Pforten, Die in den Himmel führt, Daran mit güldnen 84 Christi Auferstehung. wird: Wer dort wird mit ver- Todesthal Zur Freud und Wonn höhnt, Wird hier auch mit ge- erhoben Dort oben. Din nat krönt; Wer dort mit sterben 5. Dein Jesus läßt dich nicht geht, Wird hier auch mit er höht Paul Gerhardt, g. 1606, ft. 1676. Mel. Christ lag in Todesbanden. 121. Ach ch Gott, mich drückt ein schwerer Stein! Wer will ihn von mir nehmen? Dir ist bekannt mein Schmerz und Pein Und mein geheimes Grämen. Jesus lebt und ich bin todt! Ach Vater, das ist meine Noth; Und ich kann ihn vor Sünden Nicht finden. ― zurück, Weil er ist vorgegangen. Er wird zerreißen Band und Strick, In welchen du gefangen, Und dich aus dem Grabe ziehn Ohn alle Sorgen und Bemühn, Und nehmen deine Schmerzen Vom Herzen. 6. Des Herren Engel sind bei dir, Die dich zu Jesu leiten Und auf dem Weg zur Lebensthür Mit Flammen für dich streiten. Suchst du den Gekreuzigten? So geh hin mit den Heiligen, Wo Jesus ist von Banden Erstanden. 2. Wer wälzet diesen Stein 7. Er ist nicht in dem Sünvon mir, Der mich so hart dengrab. Nein, wer mit ihm beschweret? Wann öffnet sich erstanden Und folget seinem des Grabes Thür? Wann wird Hirtenstab, Bei dem ist er mir Trost gewähret? Soll ich vorhanden. Darum prüf, o aus dem Tode nicht Durch Mensch, dein Herz, Thu Buß brechen zu dem Himmelslicht? in wahrer Reu und Schmerz: Wer will mich von den Ketten So ist der Stein gehoben Von Erretten? droben. ur sid bildönt 3. Betrübtes Herz, verzage 8. Flieh aus dem Grab ins nicht! Dein Jesus ist erstan- Himmelszelt; Da ist dein Heil den, Der Tod und Höllenmacht zerbricht Und löst die Sünden banden. Er wird auch durch seinen Tod Dich reißen aus der Sünde Noth Und zu dem Geistesleben Erheben. zu finden. Geh aus im Glauben aus der Welt, Verlaffe, was dahinten: So wird Jesus sich in Eil Dir zeigen, als das beste Theil, Und wirst ihn nach Verlangen Umfangen. mallad 4. Er ist darum erstanden 9. O Jesu, laß mich auferheut, Daß du mögst auferstehen stehn Im Geist und mit dir Durch seine Kraft zur Selig- leben, Bis du mich selig wirst keit Und fröhlich mit ihm gehen Durch viel Trübsal, Angst und Qual Und durch das finstre erhöhn Und mir die Krone geben, Die mir ist nach dieser Zeit Bereit im Reich der Herr Ostern. 85 lichkeit. Herr, hör und laß überwinden weit In dir, weil mein Flehen Geschehen. Laurent. Laurentii, g. 1660, ft. 1722. er gebunden Der Feinde Macht, daß du aufstehst und in ein neues Leben gehst Und Gott im Glauben dieneſt. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 122. Wach auf, mein 6. Scheu weder Teufel, Welt noch Tod, Noch gar der Höllen Rachen. Dein Jesus lebt! Es hat kein Noth; Er ist noch bei den Schwachen und den GeHerz, die Nacht ist hin, Die Sonn ist aufgegangen! Ermuntre deinen Geist und Sinn, Den Heiland zu empfangen, Der heute durch ringen in der Welt Als ein des Todes Thür Gebrochen gekrönter Siegesheld: Drum aus dem Grab herfür, Der wirst du überwinden. ganzen Welt zur Wonne! 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf Und such ein neues Leben. Vollführe deinen Glaubenslauf Und laß dein Herz sich heben Gen Himmel, da dein Jesus ist, Und such, was droben, als ein Christ, Der geistlich auferstanden. 7. Ach, mein Herr Jesu, der du bist Von Todten auferstanden, Rett uns aus Satans Macht und List Und aus des Todes Banden, Daß wir zusammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, Daß du uns haft erworben. 3. Quält dich ein schwerer Sorgenstein? Dein Jesus wird ihn heben. Es kann ein Christ bei Kreuzespein In Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn Und sorge nicht; er ist nicht fern, Weil er ist auferstanden. 4. Es hat der Löw aus Juda Stamm Heut siegreich über- Mel. O daß ich tausend Zungen 2c. wunden, Und das erwürgte 123. Der Tod iſt tobt, das Leben le8. Sei hochgelobt in dieser Zeit Von allen Gotteskindern und ewig in der Herrlichkeit Von allen Ueberwindern, Die überwunden durch dein Blut. Herr Jesu, gieb uns Kraft und Muth, Daß wir auch überwinden. Laurent. Laurentii, g. 1660, st. 1722. Heil, gefunden Das Leben und bet, Das Grab ist selbst beGerechtigkeit, Weil er nach graben nun. Mein Jesus, der überstandnem Streit Die Fein- sein Haupt erhebet, Will ferde Schau getragen. ner nicht im Kerker ruhn Und stellt mir diese Losung für: Ich leb und ihr lebt auch mit 5. Drum auf, mein Herz! Fang an den Streit, Weil Jefus überwunden. Er wird auch mir. 86 Christi Auferstehung. 2. Nun liegt der Tod zu und Dank, Da wir nun volmeinen Füßen; Der Fürst des ler Freud In dieser Osterzeit: Lebens stirbt nicht mehr, Er ,, Christ ist erstanden!" fingen. weiß die Gräber aufzuschließen, 2. Er lebt, der treuste SeeEr stürzt das blaffe Sünden- lenfreund, Der mich ihm selbst heer. Das Siegeslied klingt errungen, Der Gottes Zorn, herrlich hier: Ich leb und ihr die Schuld, den Feind- Verlebt auch mit mir. föhnt, bezahlt, bezwungen. Er ftritt mit Heldenmuth, Er kämpfte bis aufs Blut; Durch hat und Leben giebt, Wie soll Leibs- und Seelennoth Und ich den Triumph erheben, Der durch den Kreuzestod Erwarb Rach an meinen Feinden übt? er mir das Leben. Sie liegen dort, du rufest hier: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. 3. Mein Jesu, Wahrheit, Weg und Leben, Der Leben 3. Er lebt, der starke Gottessohn, Zu seines Vaters Rechten. Er herrscht auf seinem hohen Thron Und hilft den schwachen Knechten. Er lebt nun ewiglich, Er lebt und schüßet mich. Er thut mit starker Hand Den Fein4. Das Haupt belebet seine Glieder: Wer wollte denn gestorben sein? Die Lebenssonne scheint uns wieder Und leuchtet bis ins Grab hinein. Da den Widerstand, Daß sie mich 151037 lesen wir die Grabschrift hier: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. nicht umstoßen. 5. O todter Tod, wie kannst du schrecken? Mein Jesus nimmt das Schrecken hin. Wie er sich selber kann erwecken, So werden wir erweckt durch ihn. Weil Jesus lebt, so leben wir. Jch leb und ihr lebt auch mit mir. Benjamin Schmolf, g. 1672, ft. 1737. 4. Er lebt zu unserm Wohlergehn, Der froh und milde Geber. Die Kraft von seinem Auferstehn Dringt bis in unsre Gräber. Tragt meinen Leib zur Ruh, Deckt ihn mit Erde zu, Gebt ihn den Würmern hin: Da ich in Jesu bin, Werd ich im Grab nicht bleiben. 5. Er lebt! Gott hat ihn auferweckt: Er wird auch mich erwecken. Der Tod, den Jesu Mel. Ein feste Burg ist unser Gott. D 124.& r lebt! frohes Sieg erschreckt, Kann mich nun Wort, er lebt, nicht erschrecken. Sein Stachel, Der Heiland aller Sünder! seine Kraft, Die Sünd, ist wegDas Heer der Feind erschrickt geschafft. Der treue Zeuge und bebt Vor seinem Leber- spricht: ,, Wer glaubt, der ftirwinder. Auf, bringt Gott bet nicht!" Deß tröst ich mich Lobgesang! Bringt Ehre ihm von Herzen. Ostern. 87 6. Er lebt, er lebt, der tapfre der vergleicht, Die ich durch Held, Befingt, ihr Engelchöre, Gottes Sohn erreicht! HalleBefingt, ihr Völker in der Welt, lujah! Des Heilands Sieg und Ehre! Besingt des Siegers Macht, Der von dem Tod erwacht, Der unsern Tod bezwingt, Der uns zum Leben bringt, Der uns zu Siegern machet! 5. Vor seinem Thron, in seinem Reich, Unsterblich, heilig, Engeln gleich Und ewig, ewig selig sein: Herr, welche Herrlichkeit ist mein! Hallelujah! 6. Du, der du in dem Him7. Er lebt, er lebt! O laßt mel thronst, Ich soll da wohuns heut Und stets sein Lob er- nen, wo du wohnst; Und du heben. Er lebt! O laßt uns erfüllst einst mein Vertraun, allezeit ihm wohlgefällig leben. In meinem Fleische dich zu Hier, Heiland, hast du mich! schaun. Hallelujah! Befiehl mir, hier bin ich! Dein, 7. Ich soll, wenn du, o dein will ich allein Todt und lebendig sein, Dein will ich ewig bleiben! Ehrenfried Liebich, g. 1713, f. 1780. Lebensfürst, In Wolken göttlich kommen wirst, Erweckt aus meinem Grabe gehn Und rein zu deiner Rechten stehn. Hallelujah! Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 8. Mit Engeln und mit Se125. Grinnre dich, mein raphim, Mit Thronen und mit Geist, erfreut Des hohen Tags der Herrlich keit; Salt im Gedächtniß Jesum Christ, Der von dem Tod erstanden ist. Hallelujah! Cherubim, Mit allen Frommen aller Zeit Soll ich mich freun in Ewigkeit. Hallelujah! 2. Schau über dich und bet ihn an. Er mißt den Sternen ihre Bahn; Er lebt und herrscht mit Gott vereint Und ist dein König und dein Freund. Hallelujah! 9. Nie komm es mir aus meinem Sinn, Was ich, mein Heil, dir schuldig bin, Damit ich mich in Liebe treu zu deinem Bilde stets erneu. Hallelujah! 3. Macht, Nuhm und Hoheit immerdar Dem, der da ist und der da war! Sein Name sei gebenedeit Von nun an bis in Ewigkeit! Hallelujah! 10. Er ists, der alles in uns schafft; Sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, Der von dem Tod erstanden ist. Hallelujah! anu Chr. Fürchteg. Gellert, g. 1715, ft. 1769. erhöht. Was ist der Erde Ma- 126. ihr Chöre, Singt 4. Mein Heiland ist für mich Mel. Wachet auf! ruft uns die zc. allelujah! jestät, Wenn sie mein Geist mit 88 Christi Auferstehung. ner Hand Durch dieses Thränenland Hin zum Himmel; Und dort erhebt Er, der da lebt, Uns hoch zu Ehren ewiglich. Jesu Christo Preis und Ehre! ihm glaubt. Wir gehn an seiWie groß und herrlich ist sein Tag! Er, der Held, ist von den Banden Des Todes siegreich auferstanden, Er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und Macht. Preis ihm, er hats vollbracht! Hallelujah! Er hats vollbracht, Er, der die Macht Des Todes und des Grabes hat. 5. Tag des Lebens, Tag der Wonne, Wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne Durch unsers Grabes Dunkel bricht! D, was werden wir empfinden, Wenn Nacht und Finsterniß verschwinden Und uns umstrahlt des Himmels Licht! Vollender, führe du Uns diesem Tage zu, Uns, die Deinen. Die Lebensbahn Gingst du voran; Wir folgen dir in deine Ruh. Gottfr. Bened. Funk, g. 1734, ft. 1814. 2. Glorreich hat der Held gerungen, Hat mächtig Grab und Tod bezwungen, Von ihren Schrecken uns befreit. Wir, von Gott gewichne Sünder, Sind nun mit ihm versöhnte Kinder Und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, Entschlafen, Christe, dir, Ruhn in Frieden Die kurze Nacht, Bis 127. Halle deine Macht Das Licht des ewgen Tages ruft. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. allelujah! Hallelujah! Das große Siegesfest ist da: Der 3. Unsern Staub mag Staub Herr ist auferstanden! So weit bedecken: Du wirst ihn herrlich die Erde breit und lang, Vom auferwecken, Der du des Stau- Aufgang bis zum Niedergang, bes Schöpfer bist. Du wirst unvergänglich Leben Und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, Dem Staube, der dir theuer ist. Wir werden ewig dein, Gerecht undselig sein. Hallelujah! Tod und Gericht Erschreckt uns nicht; Denn Jesus, unser Mittler, lebt. Ist Freude nun vorhanden. Ewig, Herrlich Wird sie währen und sich mehren bis in Chören Wir die Engel Gottes hören. 2. Er lebt, der große Menschensohn, Nun herrschend auf des Himmels Thron, Als Held und Üeberwinder! Bon da ruft 4. Ja, er lebt, uns zu er- er in unser Grab Den süßen Le freuen Und alles, alles zu zer- benstrost hinab: Kehrt wieder, streuen, Was uns den Lebens- Menschenkinder! Tröstlich, Köst frieden raubt. Groß ist seines Namens Ehre, Und ewig gültig seine Lehre, Und ewig selig, wer lich Ist die Wahrheit und die Klarheit dieser Worte, Deffnend einst des Todes Pforte. Ostern. 89 3. Gebenedeit sei dieser Gott!| benskampf und Sieg Hier KeiWas hat es nun mit uns für ner triumphire. Willig, Billig Noth Im Leben und im Ster- Wird das Leben hingegeben un ben! Der Osterfürst, gleich serm König. Alles sei ihm unstark und mild, Bleibt allewege terthänig! Schirm und Schild; Wir können nicht verderben. Klagen, Zagen Sind verschwunden, und die Wunden, die uns drücken, Werden nicht das Ziel verrücken. 4. Und welcher Trost in jedem Schmerz: Der Heiland hat ein Menschenherz Mit sich hinaufgenommen! Jeßt wird er auch in Noth und Bein Ein treuer Hoherpriester sein, Vom Mitgefühl entglommen. Daran Kann man sich erquicken und erblicken, welche Gaben Wir in Christo Jesu haben. 5. Sein ist die Weisheit, Kraft und Macht Sammt Liebe, die beständig wacht, Daß er uns nicht verliere. Doch will er auch, daß ohne Krieg und ohne Glau6. Und nimmt er unser Leben hin, So ist das Sterben auch Gewinn Für seine Kreuzgemeinde; Denn sie hat ihn, der mächtig ist Und seiner Kirche nie vergißt, Zum Bräutigam und Freunde. Bauet, Trauet Der Verheißung und Erweisung seiner Gnaden. Was kann uns hinfort noch schaden? 7. Sein Leiden, Sterben, Auferstehn Führt uns zu jenen lichten Höhn, Wo wir ihn selbst erblicken In unbegränzter Herrlichkeit Und holder Menschenfreundlichkeit. Wer schildert das Entzücken? Amen! Amen! Kommt mit Palmen und laßt Psalmen laut erschallen Durch des Himmels weite Hallen! F. Springmann, st. 1842. IX. Chrifti Himmelfahrt und himmlische Herrlichkeit. 3. Hallelujah! Hallelujah! mel. Was sandt Hallelujah! Deß solln wir alle froh sein, Christus will unser Trost sein. Kyrieleis! B. 1 vor der Reformation. 128.Chriftfuhrgen Himer uns hernieder? Den Tröster, den heiligen Geist, Zu Trost der armen Christenheit. Kyrieleis! 2. Wär er nicht hingegangen, dualis? Der Tröster wär nicht kommen. 129. Gen Himmel aufdaß er gefahren haben wir den Geist durch Christ. Hallelujah! Der König der Eh Kyrieleis! ren, Jesus Christ. Hallelujah! Christi Himmelfahrt 90 2. Er figt zur rechten Gottes Hand; Hallelujah! Herrscht über Himml und alle Land. Hallelujah! 3. Nun ist erfüllt, was gschrieben ist, Hallelujah! In Psalmen von dem Herren Christ. Hallelujah! 4. Nun sitt beim Herren Davids Herr, Hallelujah! Wie zu ihm hat gesagt der Herr. Hallelujah! 5. Drum jauchzen wir mit großem Schalln, Hallelujah! Dem Herren Christ zum Wohlgefalln. Hallelujah! 6. Wir lobn die heilg Dreieinigkeit, Hallelujah! Gott Vater, Sohn und heilgen Geist. Hallelujah! Melch. Franck, um 1600, nach: Coelos asc. hodie, aus dem 15. Jahrhundert. Mel. Herr Gott, dich loben alle wir. 130. Nun freut euch, der all! Der Herr fährt auf mit großem Schall. Lobsinget ihm, lobsinget ihm, Lobsinget ihm mit lauter Stimm! 2. Die Engel und all Himmelsheer Erzeigen Christo göttlich Ehr Und jauchzen ihm mit frohem Schall; Das thun die lieben Engel all. 3. Daß unser Heiland Jesus Christ, Wahr Gottessohn, Mensch worden ist, Deß freuen sich die Engel sehr Und gönnen uns gern solche Ehr. 4. Der Herr hat uns die Stätt bereit, Da wir folln bleibn in Ewigkeit. Lobsinget ihm, lobfinget ihm, Lobsinget ihm mit lauter Stimm! 5. Wir sind Erben im Himmelreich, Wir sind den lieben Engeln gleich; Das sehn die lieben Engel gern Und danken mit uns Gott dem Herrn. 6. Es hat mit uns nun feine Noth, Weil Satan, Sünd, der ewge Tod Allsammt zu Schanden worden sind Durch Gottes und Marien Kind. 7. Den heilgen Geist sendt er herab, Auf daß er unsre Herzen lab Und tröst uns durch das göttlich Wort Und uns behüt vor Teufels Mord. 8. Also baut er die Christenheit Zur ewgen Freud und Seligkeit; Allein der Glaub an Jesum Christ Die recht Erkenntniß Gottes ist. 9. Der heilge Geist den Glauben stärft, Geduld und Hoffnung in uns wirkt, Erleucht und macht die Herzen fest Und uns in Trübsal nicht verläßt. 10. So danfet nun dem lieben Herrn Und lobet ihn von Herzen gern; Lobsinget mit der Engel Chör, Daß man es in dem Himmel hör. 11. Gott Vater in der Ewigkeit, Es sagt dir deine Christenheit Groß Ehr und Dank mit höchstem Fleiß, zu allen Zeiten Lob und Preis. und himmlische Herrlichkeit. 91 12. Herr Jesu Christe, Got- unsrer Seelen Grund, Damit tes Sohn, Gewaltig, herrlich, dir danke Herz und Mund. prächtig, schön, Es dankt dir deine Christenheit Von nun an Mel. Nun freut euch, lieben Christen bis in Ewigkeit. gmein. 13. D heilger Geiſt, du wah- 132 Auf Chriſti Himmeltröst in rer aller Noth, Wir rühmen dich, wir loben dich Und sagen dir Dank ewiglich. meine Nachfahrt gründe Und allen Zweifel, Angst und Bein Hiermit stets überwinde; Denn weil das Haupt im Himmel ist, Wird seine Glieder Jesus Chriſt Zur rechten Zeit nachholen. Erasm. Albert, ft. 1553. di Mel. Herr Gott, dich loben alle wir. C³ s fähret heute 131. Gottes Sohn Hinauf zu seines Vaters Thron; Er gehet ein zur Herrlichkeit, Die überall ist ausgebreit. 2. Weil er gezogen himmelan Und große Gabn empfangen, Mein Herz auch nur im Himmel kann, Sonst nirgends, Ruh erlangen; Denn womein Schatz gekommen hin, Da ist auch stets mein Herz und Sinn; Nach ihm mich sehr verlanget. 2. Er hat zerstört des Teufels Macht, Sein Heer erlegt und umgebracht, Wie mit Gewalt ein starker Held Jm Treffen 3. Ach Herr, laß diese Gnade seine Feinde fällt. mich Von deiner Auffahrt spü3. Zwing unser Fleisch, Herr ren, Daß mit dem wahren GlauJesu Christ, Der du der Sün- ben ich Mög meine Nachfahrt der Heiland bist, Daß wir, zieren, Und dann einmal, wenn indem du uns machst rein, dirs gefällt, Mit Freuden scheiTheilhaftig deines Sieges sein. den aus der Welt. Herr, höre 4. Laß sein den Feind in uns dies mein Flehen. gedämpft, Weil du uns hast Josua Wegelin, ft. 1640. das Heil erkämpft; Tilg aus do dis sein Werk, daß er nicht mehr mel. Ermuntre dich, mein schwacher Sich wieder unsre Seel empör. doivod Geist. 1062 5. Zeuch und führ uns mit 133. Du u Lebensfürst, Herr Jesu dir zugleich Als Gottes Kinder in dein Reich, Da wir ein ewig Christ, Der du bist aufgenomFreudenlied Dir aufzuopfern men Gen Himmel, da dein Vafind bemüht. ister ist und die Gemein der 6. Gott Vater, sei von uns Frommen: Wie soll ich deinen gepreist Sammt deinem Sohn großen Sieg, Den du durch eiund heilgen Geist! Der heilge nen schweren Krieg Erworben 92 Christi Himmelfahrt hast, recht preisen Und dir gnug Weh Geneßet oft die Wangen. Ehr erweisen! Drum preisen wir mit süßem 2. Du hast die Höll und Schall, O starker Gott, dich überSündennoth Ganz ritterlich be- all, Wir, die wir so viel zwungen; Du hast den Teufel, Gaben Hierdurch empfangen Welt und Tod Durch deinen haben. Tod verdrungen; Du hast gesieget weit und breit. Wie werd ich solche Herrlichkeit, O Herr, in diesem Leben, Gnug würdiglich erheben! 3. Du hast dich zu der rechten Hand Des Vaters hingesebet, Der alles dir hat zugewandt, Nachdem du, faum verlebet, Die starken Feind hast umgebracht, Triumph und Sieg daraus gemacht, Ja, gar auf deinem Wagen Gar herrlich Schau getragen. 7. Du bist das Haupt in der Gemein, Und wir sind deine Glieder. Du wirst der Glieder Schuß ja sein Und zu uns kommen wieder mit deinem Trost und deinem Licht. Wenn uns vor Angst das Herz zerbricht, Dann kannst du Kraft und Leben, Ja Fried und Freude geben. 4. Nun lieget alles unter dir, Den Vater ausgenommen; Es müssen Engel für und für Dich anzubeten kommen; Die Fürsten stehen auf der Bahn Und find dir willig unterthan; Luft, Wasser, Feur und Erden Muß dir zu Dienste werden. 8. Du salbest uns mit deinem Geist Und giebst getreue Hirten, Die Lehrer, welch uns allermeist Mit Himmelsbrod bewirthen. Du Hoherpriester zeigest an, Daß deine Hand uns retten tann, Ja von der Höllen Rachen Uns frei und ledig machen. 5. Du starker Herrscher fährest auf Mit Jauchzen und Lobsagen, Und gleich mit dir in vollem Lauf Viel hunderttausend Wagen. Du fährest auf mit Lobgesang, Es schallet der Posau- 10. Ist unser Haupt im Himnen Klang. Mein Gott, vor allen Dingen Will ich dir auch lobsingen. 9. Du hast durch deine Himmelfahrt Die Straße uns bereitet; Du hast den Weg uns offenbart, Der uns zum Vater leitet. Und weil denn du, Herr Jesu Christ, Nun stets in deiner Wonne bist, So werden ja die Frommen Dahin zu dir auch kommen. melreich, Wie die Apostel schreiben, So werden wir, den Engeln gleich, Ja doch nicht draußen bleiben. Du wirst ja uns, die Glieder dein, Mein Gott, 6. Du bist gefahren in die Höh, Hinführend die gefangen, Die uns mit Thränen, Ach und nicht lassen von dir sein, Die und himmlische Herrlichkeit. doch so fest vertrauen, Dein Herrlichkeit zu schauen. 11. Herr Jesu, zieh uns für und für, Daß wir mit den Gemüthern Nur oben wohnen stets bei dir In deinen Himmelsgütern. Laß unsern Sig und Wandel sein, Wo Fried und Wahrheit geht herein; Laß uns in deinem Wesen, Das himmlisch ist, genesen. 12. Hilf, daß wir suchen unsern Schaß Nicht hier in diesem Leben, Hingegen dort, wo du den Plak Wirst Gottes Kindern geben. Ach, laß uns streben fest und wohl Nach dem, das künftig werden soll; So können wir ergründen, Wo dein Gezelt zu finden. 93 Mel. Wie schön leuchtet der zc. 134. Ach, wundergroBer Siegesheld, Du Sündenträger aller Welt, Heut hast du dich gesezet Zur Rechten deines Vaters Kraft, Der Feinde Schaar gebracht zur Haft, Bis auf den Tod verleßet. Mächtig, Prächtig Triumphirest, jubilirest; Tod und Leben Ist, Herr Christ, dir untergeben. 2. Dir dienen alle Cherubim, Viel tausend hohe Seraphim Dich, Siegesfürsten, loben; Weil du den Segen wiederbracht, Mit Majestät und großer Pracht Zur Freude bist erhoben. Singet, Klinget, Rühmt und ehret den, so fähret auf gen Himmel Mit Posaunen und Getümmel. 13. Zieh uns nach dir, so laufen wir; Gieb uns des Glaubens Flügel. Hilf, daß wir fliehen weit von hier Auf Zions Freudenhügel. Mein Gott, wann fahr ich doch dahin, Woselbst ich ewig fröhlich bin? Wann werd ich vor dir stehen, Dein Angesicht zu sehen? 14. Wann soll ich hin ins Paradies zu dir, o Jesu, kommen? Wann kost ich doch das Engelsüß? Wann werd ich aufgenommen? Mein Heiland, komm und nimm mich an, Auf daß ich fröhlich jauchzen kann und klopfen in die Hände: Gelobt sei Gott ohn Ende! Joh. Rist, g. 1607, ft. 1667. 3. Du bist das Haupt, hingegen wir Sind Glieder; ja, es kommt von dir Auf uns Licht, Trost und Leben. Heil, Fried und Freude, Stärk und Kraft, Ja, was dem Herzen Labsal schafft, Wird uns von dir gegeben. Dringe, Zwinge, Ew'ge Güte, mein Gemüthe, daß es preise, Dir Lob, Ehr und Dank erweise. 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir. Hilf, daß wir forthin für und für Nach deinem Reiche trachten. Laß unser Thun und Wandel sein, Daß wir mit Demuth gehn hinein, All Ueppigkeit verachten. Unart, Hoffart Laß uns meiden, 94 Christi Himmelfahrt. christlich leiden, wohl ergrün- Cherubinen; Den hellen Seden, Wo die Gnade sei zu raphinen Muß er willkommen finden. fein. 5. Sei, Jesu, unser Schuß 3. Wir wissen nun die Stiege, und Schatz, Sei unser Ruhm Die unser Haupt erhöht; Wir und fester Plaß, Darauf wir wissen zur Genüge, Wie man uns verlassen. Laß suchen uns, zum Himmel geht. Der Heiwas droben ist. Auf Erden woh- land geht voran, Will uns nicht net Trug und List; Es ist auf nach sich lassen; Er zeiget uns allen Straßen Lügen, Trügen, die Straßen, Er bricht uns Angst und Plagen, die da na- sichre Bahn. gen, die da quälen Stündlich arme Christenseelen. 4. Wir sollen himmlisch werden, Der Herr macht selbst uns 6. Herr Jesu, komm, du Platz; Wir gehen von der Gnadenthron, Du Siegesfürst, Erden Dorthin, wo unser Held, Davids Sohn, Komm, Schaß. Ihr Herzen macht stille das Verlangen! Du bist uns allen ja zu gut, O Jesu, durch dein theures Blut Ins Heiligthum gegangen. Komm schier! Hilf mir! Dann so sollen, dann so wollen wir ohne Ende Fröhlich klopfen in die Hände. euch auf! Wo Jesus hingegangen, Dahin sei das Verlangen, Dahin sei unser Lauf. 5. Laßt uns zum Himmel dringen Mit herzlicher Begier; Laßt uns zugleich auch singen: Dich, Jesu, suchen wir, Dich, o E. Chr. Homburg, g. 1605, st. 1681. du Gottes Sohn, Dich, Weg, dich, Wahrheit, Leben, Dem alle Macht gegeben, Dich, Mel. Aus meines Herzens Grunde. unsers Hauptes Kron. 135. Gott fähret auf 6. Ade mit deinen Schäßen, gen Himmel Du Truges volle Welt! Dein Mit frohem Jubelschall, Mit Tand kann nicht ergößen. Weißt prächtigem Getümmel Und du, was uns gefällt? Der mit Posaunenhall. Lobsingt, Herr ist unser Preis, Der lobsinget Gott! Lobsingt, lob- Herr ist unsre Freude Und fingt mit Freuden Dem Kö- köstliches Geschmeide; Zu ihm nige der Heiden, Dem Her- geht unsre Reis. ren Zebaoth! 7. Wann soll es doch geschehen, Wann kommt die liebe Zeit, Daß wir ihn werden fe hen In seiner Herrlichkeit? Du Tag, wann wirst du sein, Daß wir zu seinen Füßen Anbetend 2. Der Herr wird aufgenommen; Der ganze Himmel lacht; Um ihn gehn alle Frommen, Die er hat frei gemacht. Es holen Jesum ein Die lautern und himmlische Herrlichkeit. 95 ihn begrüßen? Komm, stelle dich du in mir, Daß ich dich und doch ein! deine Gaben Täglich möge bei mir haben. Gottfr. Wilh. Sacer, g. 1635, st. 1699. 2. Laß mir doch dein Herz zurücke Und nimm meines mit hinauf. Wenn ich Seufzer zu 136. Thue mir den Himmel auf; Und wenn ich nicht beten kann, Nede du den Vater an; Denn du sigst zu seiner Rechten, Darum hilf uns, deinen Knechten. Mel. Ach Gott und Herr. euch uns nach wir mit herzlichem Verlangen Hin, da du bist, O Jesu Christ, Aus dieser Welt gegangen. 2. Zeuch uns nach dir In Liebsbegier Aus diesem Sündenleben, So dürfen wir nicht länger hier In Noth und Aengsten schweben. 3. Zeuch uns nach dir, Herr Christ, und führ Uns deine Himmelsstege; Wir irrn sonst leicht Und sind verscheucht Vom rechten Lebenswege. 4. Zeuch uns nach dir, So folgen wir Dir nach in deinen Himmel, Daß uns nicht mehr Allhier beschwer Das böse Weltgetümmel. 5. Zeuch uns nach dir Nun für und für Und gieb, daß wir nachfahren Dir in dein Steich, Und mach uns gleich Den auserwählten Schaaren Ludamilia Elisabeth, Gräfin von Schwarz: burg- Rudolstadt, g. 1640, t. 1672. 3. Zeuch die Sinnen von der Erde Ueber alles Eitle hin, Daß ich mit dir himmlisch werde, Ob ich gleich noch sterblich bin, Und im Glauben meine Zeit Richte nach der Ewigkeit, Bis wir auch zu dir gelangen, Wie du bist vorangegangen. 4. Dir ist alles übergeben; Nimm dich auch der Deinen an. Hilf mir, daß ich christlich leben Und dir heilig dienen kann. Kommt der Satan wider mich, Ach, so wirf ihn unter dich zu dem Schemel deiner Füße, Daß er ewig schweigen müsse. 5. Meine Wohnung mache fertig Droben in des Vaters Haus, Da ich werde gegenwärtig Bei dir gehen ein und aus. Dahin bringe mich zur Ruh, Denn der Weg dahin bist du; Und nimm an dem Mel. Wie nach einer Wasserquelle. err, auf muß Und bin voller Angst und Weh. Warum willst du von mir schei137. He ich leiden letzten Ende Meinen Geist in deine Hände. 6. Komme, wenn es Zeit ist, den, Warum fährst du in die wieder, Denn du hast es zugeHöh? Nimm mich Armen sagt, Und erlöse meine Gliedoch mit dir, Oder bleibe der, Die der Lod im Grabe 96 Christi Himmelfahrt nagt. Richte dann die böse Teufel grauen, Nur in Jesu Welt, Die dein Wort für Lü- Namen mich Beugen hier und gen hält; Und nach ausgestand- ewiglich. nem Leide Führ uns ein zu deiner Freude. Casp. Neumann, g. 1648, ft. 1715. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 138. iegesfürste, 5. Geist und Kraft nun überfließen; Drum wirk in mir kräftiglich, Bis zum Schemel deiner Füßen Alle Feinde legen sich. Aus Zion den Scepter sende Weit und breit bis zum Ehrenkö- Welt- Ende. Mache dir auf Ernig, Höchst verklärte Majestät, den Bahn, Alle Herzen unterAlle Himmel sind zu wenig, than. Du bist drüber hoch erhöht! Sollt ich nicht zu Fuße fallen Und mein Herz vor Freude wallen, Wenn mein Glaubensaug betracht Deine Herrlichkeit und Macht? 6. Du kannst alles aller Orten Nun erfülln und nahe sein. meines armen Herzens Pforten Stell ich offen; fomm herein! Komm, du König aller Ehren! Du mußt auch bei mir einkehren. Eroig in mir leb und wohn, Als in deinem Himmelsthron. 2. Seh ich dich gen Himmel fahren, Seh ich dich zur Rechten da, Seh ich, wie der Engel 7. Deine Auffahrt bringt mir Schaaren Alle rufen: Gloria! eben Gott und Himmel innig Sollt ich nicht zu Fuße fallen nah. Sehr mich nur im Geiste Und mein Herz vor Freude wal- leben, Als vor deinen Augen len, Da der Himmel jubilirt, Weil mein König triumphirt? da; Fremd der Welt, der Zeit, den Sinnen, Bei dir abgeschie den drinnen In das Himmelreich versetzt, Da mich Jesus nur ergößt. 3. Weit und breit, du Himmelssonne, Deine Klarheit sich ergeußt Und mit neuem Glanz und Wonne Alle Himmelsgeister speist. Prächtig wirst du eingenommen, Freudig heißt man Gerh. Tersteegen, g. 1697, st. 1769. Mel. Großer Prophete, mein Herze. dich willkommen. Schau, ich ar= 139. Einer ist König! mes Hosianna dir. 4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, Da ich deine Glorie seh? Sollt mein Muth noch wollen sinken, Da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, Nicht vor Welt und get! Bebet, ihr Feinde, und gebet die Flucht. Zion hingegen sei innig vergnüget, Labe dein Herze mit himmlischer Frucht. Ewiges Leben, unendlichen Frieden, Freude die Fülle hat er uns beschieden. und himmlische Herrlichkeit. 97 ne; Selbsten Jehovah wird Siegern zum Lohne. 2. Stärket die Hände, er- belohnet den Streit. Streitet muntert die Herzen, Trauet nur unverzagt, seht auf die Kromit Freuden dem ewigen Gott. Jesus, die Liebe, versüßet die Schmerzen, Reißet aus Aengsten, aus Jammer und Noth. Ewig muß unsere Seele genesen In dem holdseligsten, lieblichen Wesen. 7. Herrliches Lämmlein, da, da wird man sehen Eine gewaltige siegende Schaar Deine unendliche Hoheit erhöhen; Dir wird man bringen Hallelujah dar. Sehet, wie Thronen und Kronen hinfallen; Höret, wie donnernde Stimmen erschallen. 8. Reichthum, Kraft, Weisheit, Preis, Stärke, Lob, Ehre, Gott und dem Lamm und dem heiligen Geist! Wenn ich da stände, o wenn ich da wäre! Springet, ihr Bande, ihr Fesseln, zerreißt! Amen, die Liebe wird wahrlich erhören. Alles, wasOdem hat, lobe den Herren. soh. Ludw. Gour. Allendorf, g. 1693, ft. 1774. 3. Halte, o Seele, im Leiden fein stille, Schlage die Ruthe des Vaters nicht aus; Bitte und nimm aus der göttlichen Fülle Kräfte zu fiegen im Kampfe und Strauß. Fluten der Trübsal verrauschen, vergehen; Jesus, der Treue, bleibt ewig dir stehen. 4. Zion, wie lange hast du nun geweinet! Auf und erhebe dein sinkendes Haupt! Siehe, die Sonne der Freuden erscheinet Tausendmal heller, als du es geglaubt. Jesus der lebet, die Liebe regieret, Die zu den Mel. Alle Menschen müssen sterben. Quellen des Lebens dich füh- 140. G S roßer Mittler, ret. der zur Rech5. Laufet nicht hin und her; ten Seines großen Vaters sist eilet zur Quelle. Jesus der bit- Und die Schaar von seinen tet: ,, Kommt alle zu mir!" Sehet, wie lieblich, wie lauter und helle Fließen die Ströme des Lebens allhier! Trinket, ihr Lie ben, und werdet erquicket; Hier ist Erlösung für alles, was drücket. Knechten In dem Reich der Gnaden schüßt, Den auf dem erhabnen Throne, In der königlichen Krone Alles Heer der Ewigkeit Mit verhülltem Antlig scheut: 6. Streitet nur unverzagt; seht auf die Krone, Die euch der König des Himmels anbeut. Jesus wird selber den Siegern zum Lohne. Wahrlich, dies Kleinod 2. Dein Geschäft auf dieser Erden Und dein Opfer ist vollbracht; Was vollendet sollen werden, Das ist gänzlich ausgemacht. Da du bist für uns gestorben, Ist uns Gnad und Heil erworben, Und dein sieg7 98 Christi Himmelfahrt. reich Auferstehn Läßt uns in Nun kannst du des Satans Kladie Freiheit gehn. gen Majestätisch niederschlagen, Und nun macht dein redend Blut Unsre böse Sache gut. 3. Nun ist dieses dein Geschäfte In dem obern Heiligthum, Die erworbnen Segenskräfte Durch dein Evangelium Allen denen mitzutheilen, Die zum Thron der Gnaden eilen; Nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 8. Großer Mittler, sei gepriesen, Daß du in dem Heiligthum So viel Treu an uns bewiesen; Dir sei Ehre, Dank und Ruhm! Laß uns dein Verdienst vertreten, Wenn wir zu dem Vater beten; Sprich für uns in letzter 4. Deines Volkes werthe Na- Noth, Wenn den Mund vermen Trägest du auf deiner Brust schließt der Tod. Joh. Jac. Rambach, g. 1693, st. 1735. Und an den gerechten Samen Denkest du mit vieler Luft. Du vertrittst, die an dich gläuben, Daß sie dir vereinigt bleiben, Jhr Haus Und bittst in des Vaters Ihnen eine Wohnung aus. mel. Die Tugend wird durchs 2c. 141. hr aufgehobnen Jesushände, Voll Heil, voll Wunderkraft des 5. Doch vergißt du auch der Herrn, Jhr wirkt und waltet bis Armen, Die der Welt noch die- ans Ende, Uns ungesehn, doch nen, nicht, Weil dein Herz dir niemals fern. Im Segnen seid vor Erbarmen Ueber ihrem ihr aufgefahren, Jm Segnen Elend bricht. Daß dein Va- kommt ihr einst zurück; Auch in ter ihrer schone, Daß er nicht nach Werken lohne, Daß er ändre ihren Sinn, Ach, da zielt dein Bitten hin. des Glaubens Zwischenjahren Bleibt ihr der Seelen Trost und Glück. 2. Jhr segnet Christi Schaar 6. 3war in deines Fleisches hienieden Mit Freude, die ohn Tagen, Da die Sünden aller Ende währt; Jhr legt auf Welt Dir auf deinen Schultern sie den hohen Frieden, Den lagen, Hast du dich vor Gott keine Welt uns sonst beschert; gestellt, Bald mit Seufzen, bald Ja, segnend ruht ihr auf mit Weinen Für die Sünder zu den Seinen. Dies beugt und erscheinen. D, in welcher Nie- stärkt uns bis ans Grab; drigkeit Batest du zur selben Und wenn wir SehnsuchtsthräZeit! nen weinen, So trocknet dies 7. Aber nun wird deine Bitte die Thränen ab. Von der Allmacht unterstützt, 3. Ihr zieht mit Gotteskraft Da in der vollkommnen Hütte die Herzen An sein so treues Die verklärte Menschheit sitzt. Herz hinauf; Ihr stillt, ihr heilt affis Pfingsten.mp 099 die Seelenschmerzen, Ihr helft| pilgerschaar Und reicht dem der Schwachheit mächtig auf; Ueberwinderchore Des ewgen Ihr brecht den Zwang, der Her- Lebens Kronen dar. Dann, zen fettet, Jhr faßt und stärkt dann mit jeder Gottesgabe, des Pilgers Hand; Jhr hebt, Mit jedem Heil begabt durch ihr tragt und ihr errettet Und euch, Jauchzt eurem güldnen führet uns ins Vaterland. Königsstabe Des weiten Himmels Königreich. 4. Einst öffnet ihr die Himmelsthore Der treuen ErdenCarl. Bernh. Garve, g. 1763, t. 1841. X. Ausgießung des heiligen Geistes; Pfingsten. Domm, Gott, wir deinm Leiten folgen gern Schöpfer, Und meiden, was der Seelen schadt. onis@ 6. Den Vater uns wohl kennen lehr Und Jesum Christum, seinen Sohn, Daß wir auch geben gleiche Ehr Dir, beider Geist in einem Thron. 142. Ko heiliger Geist! Besuch das Herz der Menschen dein! Mit Gnaden sie füll, wie du weißt, Daß dein Geschöpf soll vor dir sein. 2. Denn du der Tröster bist genannt, Des Allerhöchsten Gabe theur, Ein geistlich Salb an uns gewandt, Des Lebens Brunnen, Lieb und Feur. 3. Du bist mit Gaben mannigfalt Der Fingr an Gottes rechter Des Vaters Wort giebst du gar bald Mit Zungen 143. röster mein, eilger frei in alle Land. Hoch vom Himmel uns erschein Mit dem Licht der Gnaden dein! 2. Komm, ach komm zu Chrifti Heerd! Komm mit deinen Gaben werth, Uns erleucht auf die ser Erd! 4. Zünd uns ein Licht an im Verstand, Gieb uns ins Herz der Liebe Brunst, Des Fleisches Schwachheit, dir bekannt, Stärk allzeit durch dein Kraft und Gunst. 5. Des Feindes List treib von uns fern; Den Frieden schaff in uns dein Gnad, Daß 7. Gott, unser Vater, sei allzeit Aus Herzensgrund von uns gepreist; Lob sei, Herr Jeſu, dir bereit Mit Gott, dem werthen heilgen Geist. Martin Luther, g. 1483, st. 1546. Nach: Veni creator, spiritus, um 800. 3. D, du süßer Herzensgast, Der du Trost die Fülle haft, Uns erquick in aller Laft! 100 Ausgießung des heiligen Geistes. 4. O, du selge Gnadenjonn, Muth und Sinn, Dein brünstig Füll das Herz mit Freud und Lieb entzünd in ihn'n. O Herr, Wonn Aller, die dich rufen an! durch deines Lichtes Glanz zu 5. Ohn dein Beistand, Hülf dem Glauben versammelt haft und Gunst Ist all unser Thun Das Volk aus aller Welt Zunund Kunst Vor Gott ganz und gen; Das sei dir, Herr, zu Lob gar umsonst. gesungen. Hallelujah! Hallelujah! 2. Du heiliges Licht, edler Hort, Laß uns leuchten des Lebens Wort Und lehr uns Gott recht erkennen, Von Herzen Vater ihn nennen. O Herr, behüt vor fremder Lehr, Daß wir nicht Meister suchen mehr, Denn Jesum Christ mit rechtem Glauben und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Hallelujah! Hallelujah! 6. Wasch uns, Herr, von Sünden weiß, Unser dürres Herz begeuß, Die Verwundten heil mit Fleiß. 7. Lenk uns nach dem Willen dein, Wärm die falten Herzen fein, Bring zurecht, die irrig fein. 8. Gieb uns, Herr, wir bitten dich, Die wir glauben festiglich, Deine Gaben mildiglich, 9. Daß wir leben heiliglich, Alle sterben feliglich, Bei dir bleiben ewiglich. Rach: Veni, sancte spiritus, et emitte cœlitus, von Robert, König von Frankreich, 1031. 3. Du heilige Brunst, süßer Trost, Nun hilf uns fröhlich und getroft In deinem Dienst bestänbig bleiben. Die Trübsal uns nicht abtreiben. D Herr, durch dein Kraft uns bereit Und ſtärk Daß 144. Romm, heiliger die Herzen deiner Gläubigen Und entzünd in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe, Der du durch Mannigfaltigkeit der Zungen Die Völker der ganzen Welt versammelt haft In Einigkeit des Glaubens. Hallelujah! Hal- 146. Nun bitten wir lelujah! Geist! Erfüll des Fleisches Blödigkeit, Gott! Erfüll mit deiner Gnaden Gut Deiner GläubigenHerz, wir hie ritterlich ringen, Durch Tod und Leben zu dir dringen. Hallelujah! Hallelujah! Martin Luther, g. 1483, st. 1546. Nach Veni, sancte spiritus, reple, von König Robert von Frankreich, ft. 1031. Martin Luther, g. 1483, ft. 1546. Nach Veni, Geift Um den rechten Glauben allermeist, Daß er uns behüte An unserm Ende, Wenn wir sancte spiritus, reple, von König Robert von Frankreich, st. 1031. 145. Komm, heiliger heimfahrn aus diesem Elende. 2. Du werthes Licht, gieb uns deinen Schein, Lehr uns fis Pfingsten. isipan 101 Jesum Christ kennen allein, Daß| findet Und aller Menschen Herz wir an ihm bleiben, Dem treuen ergründet. Hallelujah! HalleHeiland, Der uns bracht hat lujah! zum rechten Vaterland. Kyrie- 3. Du hast uns Christum zuleis! gesandt Und machst ihn aller Welt bekannt, Hast ihn mit Majestät verkläret Und pflanzest fort, was er gelehret. Du schreibst sein Wort in unser Herz; Du ziehst die Seelen himmelwärts, Ein Gott der Kräfte, Geist der Gaben, Ein Herr der Aemter, die wir haben. Hallelujah! Hallelujah! pit 4. Du höchster Tröster in aller Noth, Hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, Daß in uns die Sinne Nimmer ver= 4. Du bist der wahren Kind zagen, Wenn der Feind wird das schaft Geift, Der uns zum VaLeben verklagen. Kyrieleis! boter treten heißt; Du lehrst uns Martin Luther, g. 1483, st. 1546. B. 1 aus seine Liebe kennen und ihn dem 13. Jahrhundert. von Herzen Abba nennen, Vertrittst, wenn wir in Schwachheit Mel. Komm, heiliger Geist, Herre 2c. stehn, Uns selbst mit deinem 147. Komm, Geist des Vaters und des Sohns, Mit beiden eins und eines Throns, Der ewig von dem Vater wehet Und ewig von dem Sohn ausgehet! Du Strahl, der von des Höchsten starken Flehn, Bift uns das Siegel seiner Gnade, Ein Führer auf dem Lebenspfade. Hallelujah! Hallelujah! 5. Gott, deine Frucht ist Gütigkeit, Zucht, Keuschheit, Demuth, Freudigkeit. Du giebst Sig Ausfährt mit Feur und uns Glauben, Trost dem Herhellem Blig! Du Strom, von Gottes Thron geflossen Und von des Lammes Stuhl ergossen! Hallelujah! Hallelujah! zen, Fried, Hoffnung und Geduld in Schmerzen; Und wo du deinen Tempel haft, Da wohnet Liebe, Ruh und Raft; Da kann ein Sünder schon auf Erden Mit Gott, dem Höchsten, eines werden. Hallelujah! Hallelujah! 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, Laß uns empfinden der Liebe Brunst, Daß wir uns von Herzen Einander lieben Und in Frieden auf einem Sinn bleiben. Kyrieleis! 2. Dreines Wesen, nie gesehn, Unendlich, wie des Himmels Höhn, Nichts ist, was dir verhehlet werde. Du füllst den Himmel und die Erde; Du schauest in der Gottheit Grund, All ihr Geheimniß ist dir kund; Du bists, der alles forscht und heiligen Verlangen, Dir un6. O du, des wahren Erbtheils Pfand, Führ uns an deiner Liebeshand; Treib uns zum 102 Ausgießung des heiligen Geistes. verrücklich anzuhangen. Nimm, Himmelreich, als auch zugleich Herr, uns deinen Frieden nicht Und wend auf uns dein Angeficht, So werden wir in Tod und Leben Dir ewig Preis und Ehre geben. Hallelujah! Hallelujah! slusa Hier unten auf der Erden! Gott fähret auf; des Geistes Lauf Geht nieder zu der Erden. 5. O süßer Tag, nun wird der Geist Vom Himmel ausgegoffen; Der Geist, der uns der Welt entreißt Und uns, als Reichsgenossen, Der Sterblichkeit sogar befreit Zu Jesu läs148. Seut iſt das rechte ſet kommen. Ach würd ich bald diesen Ort auch genommen! 6. O guter Geist, regiere doch Mein Herz, daß ich dich liebe, Daß meine Seel das Sündenjoch Hinfort nicht mehr betrübe. Herr, laß mich bald des Feurs Gewalt, Das himmlisch ist, empfinden, Und alle Noth, ja selbst den Tod Durch solches überMel. Durch Adams Fall ist ganz onmid verderbt. 0918 Kirche angegangen, Daran ein Glanz sich sehen läßt Des Geistes, den empfangen Der Jünger Schaar, die offenbar Von diesem Himmelsregen Erquicket ist. Dies, o mein Christ, Kann Herz und Muth bewegen.no 2. Heut hat der große Himmelsherr Herolde ausgesendet. Schaut seine tapfren Prediger! winden. Die haben sich gewendet And manchen Ort; da klingt ihris andisd Wort: Thut Buß, ihr Leut auf Erden! Dies ist die Zeit, jo 149. heilger Geiſt, uns euch befreit. Und lässet selig werden. 3. Es läßt die Kirche, Christi Braut, Sich hören auf den Wegen; Sie tritt hervor und rufet laut: Da kommt nun euer Segen! Macht auf die Thür! Jeßt geht herfür Der Geist mit Pracht und Ehren; Der will in euch sein herrlich Reich Erbauen und vermehren. Joh. Rift, g. 1607, st. 1667. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. ein Und laß uns deine Wohnung sein; O komm, du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein Bei uns und in uns kräftig sein zu steter Freud und Wonne; Daß wir In dir Recht zu leben uns ergeben und mit Beten Oft deshalben vor dich treten. 2. Gieb Kraft und Nachdruck 4. O Tag des Heils, o großer deinem Wort, Laß es wie Feuer Tag, Desgleichen nie gesehen! immerfort In unsern Herzen O Tag, davon man sagen mag, brennen, Daß wir den Vater, Daß Wunder sind geschehen Im seinen Sohn, Dich, beider Geist offis Pfingsten. 103 in einem Thron, Für wahren Liebestren Und sich darinnen Gott bekennen. Bleibe, Treibe übe. Kein Neid, Kein Streit Und behüte das Gemüthe, daß Dich betrübe; reine Liebe wollst wir gläuben Und im Glauben du geben, Sanftmuth und Destandhaft bleiben. muth daneben. 3. Du Quell, draus alle 7. Hilf, daß in wahrer HeiWeisheit fleußt, Die sich in ligkeit Wir führen unsre Lefromme Seelen geußt, Laß dei- benszeit. Sei unsers Geistes nen Trost uns hören, Daß wir Stärke, Daß uns forthin sei in Glaubenseinigkeit Auch an- wohl bewußt, Wie eitel ist des dre in der Christenheit Dein Fleisches Lust Und seine Sünwahres Zeugniß lehren. Höre, denwerke. Rühre, Führe UnLehre Herz und Sinnen zu ge- ser Sinnen und Beginnen von winnen, dich zu preisen, Guts der Erden, Bis wir Himmelsdem Nächsten zu erweisen. erben werden. Mich. Schirmer, g. 1606, ft. 1673. 4. Steh uns stets bei mit deinem Rath Und führ uns selbst den rechten Pfad, Weil Mel. Wie nach einer Wasserquelle. wir den Weg nicht wissen. 150. du allerſüßte daß uns wir Getreu dir bleiben für und für, Wenn wir auch leiden müssen. Schaue, Baue, Was zerrissen und geflissen dir zu trauen Und auf dich allein zu bauen. 5. Laß uns dein edle Balsamkraft Empfinden und zur Ritterschaft Dadurch gestärket werden, Auf daß wir unter deinem Schuß Begegnen aller Feinde Truß, So lang wir sind auf Erden. Laß dich Reichlich Auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, Alles Unglück Freude, allerschönstes Licht, Der du uns in Lieb und Leide Unbesuchet lässeft nicht; Geist des Höchsten, höchster Fürst, Der du hältst und halten wirst Ohn Aufhören alle Dinge, Höre, höre, was ich finge! 2. Du bist ja die beste Gabe, Die ein Mensch nur nennen kann. Wenn ich dich erwünsch und habe, Geb ich alles Wünschen an. Ach, ergieb dich, komm zu mir In mein Herze, das du dir, Da ich in der Welt geboren, Selbst zum Tempel auserforen! überwinden. 6. Du süßer Himmelsthau, 3. Du wirst aus des Himlaß dich In unsre Herzen träf- mels Throne Wie ein Regen tiglich und schenk uns deine ausgeschütt, Bringst vom Vater Liebe, Daß unser Sinn verbun- und vom Sohne Nichts als den sei Dem Nächsten stets mit Lauter Segen mit. Laß doch, o 104 Ausgießung des heiligen Geistes. du werther Gast, Gottes Se- 8. Jch entsage, Herr, dem gen, den du hast Und verwaltst nach deinem Willen, Mich an Leib und Seele füllen. 4. Du bist weis und voll Verstandes, Was geheim ist, ist dir kund; Zählst den Staub des kleinen Sandes, Gründst des tiefen Meeres Grund. Nun, du weißt auch zweifelsfrei, Wie ver- 9. Nur allein, daß du mich derbt und blind ich sei; Drum gieb Weisheit und vor allen, Wie ich möge Gott gefallen. allen, Was dir deinen Ruhm benimmt. Meiner Seel soll nichts gefallen, Als allein, was von dir kömmt. Was der Satan will und sucht, Will ich halten als verflucht; Ich will seinen schnöden Wegen Mich mit Ernst zuwider legen. stärkest Und mir treulich stehest bei! Hilf, mein Helfer, wo du merkest, Daß mir Hülfe nöthig sei; Brich des bösen Fleisches Sinn, Nimm den alten Willen hin, Mach ihn allerdinges neue, Daß mein Gott sich meiner freue. 5. Du bist heilig, läßt dich finden, Wo man rein und sauber ist; Fleuchst hingegen Schand und Sünden, Wie die Tauben rein du bist. Mache mich, o Gnadenquell, Durch dein Waschen rein und hell; Laß mich fliehen, was du flieheit, Gieb mir, was du gerne siehest. 6. Du bist, wie ein Schäflein pfleget, Frommes Herzens, sanftes Muths; Bleibst im Lieben unbeweget, Thust uns Bösen alles Guts. Ach, verleih und gieb mir auch Diesen edlen Sinn und Brauch, Daß ich Freund Mel. Helft mir Gotts Güte preisen. Jeuch ein zu meiund Feinde liebe, Keinen, den 151. 3 nen Thoren, Sei du liebst, betrübe. 7. Mein Hort, ich bin wohl meines Herzens Gast, Der du, zufrieden, Wenn du mich nur da ich geboren, Mich neu genicht verstößt; Bleib ich von boren hast, O hochgeliebter dir ungeschieden, Ei, so bin ich Geist Des Vaters und des gnug getröst. Laß mich sein dein Sohnes, Mit beiden gleiches Eigenthum; Ich versprech hin- Thrones, Mit beiden gleich wiederum, Hier und dort all gepreist! mein Vermögen Dir zu Ehren anzulegen. 10. Sei mein Retter, halt mich eben; Wenn ich sinke, sei mein Stab; Wenn ich sterbe, sei mein Leben; Wenn ich liege, sei mein Grab. Wenn ich wieder aufersteh, Ei, so hilf mir, daß ich geh Hin, da ou in ewgen Freuden Wirst dein Auserwählten weiden. Paul Gerhard, geb. 1606, st. 1676. 2. Zeuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Pfingsten. 105 Kraft, Die Kraft, die uns von und Streit. Der Feindschaft bist Sünden Hülf und Errettung schafft. Entsündgemeinen Sinn, Daß ich mit reinem Geiste Dir Ehr und Dienste leiste, Die ich dir schuldig bin. du feind, Willst, daß durch Liebesflammen Sich wieder thun zusammen, Die voller Zwietracht sind. 3. Ich war ein wilder Reben, Du hast mich gut gemacht. Der Tod durchdrang mein Leben, Du hast ihn umgebracht Und in der Tauf erstickt, Als wie in einer Flute, Mit dessen Tod und Blute, Der uns im Tod erquickt. 8. Du, Herr, haft selbst in Händen Die ganze weite Welt, Kannst Menschenherzen wenden, Wie dir es wohlgefällt: So gieb doch deine Gnad Zum Fried und Liebesbanden, Verknüpf in allen Landen, Was sich getrennet hat. 9. O laß dein Volk erken4. Du bist das heilge Dele, nen Die Vielheit seiner Sünd, Dadurch gesalbet ist Mein Auch Gottes Grimm so brenLeib und meine Seele Dem nen, Daß er bei uns entzünd Herren Jesu Christ Zum wahren Eigenthum, Zum Priester und Propheten, Zum König, den in Nöthen Gott schüßt im Heiligthum. Den ernsten, bittern Schmerz Und Buße, die bereuet Das, deß zuerst sich freuet Ein weltergebnes Herz. 10. Erhebe dich und steure Dem Herzleid auf der Erd, Bring wieder und erneure Die Wohlfahrt deiner Heerd. Laß blühen, wie zuvor, Die Länder, so verheeret, Die Kirchen, so zerstöret Durch Krieg und Feuerszorn. 5. Du bist ein Geist, der lehret, Wie man recht beten soll. Dein Beten wird erhöret, Dein Singen flinget wohl; Es steigt zum Himmel an, Es steigt und läßt nicht abe, Bis der geholfen habe, Der allen helfen kann. 6. Du bist ein Geist der Freuden, Vom Trauern hältst du nicht, Erleuchtest uns im Leiden Mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manchesmal Hast du mit süßen Worten Mir auf gethan die Pforten Zum güldnen Freudensaal! 7. Du bist ein Geist der Liebe, Ein Freund der Freundlich feit, Willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid 11. Beschirm die Obrigkeiten, Bau unsers Fürsten Thron, Steh ihm und uns zur Seiten; Schmück, als mit einer Kron, Die Alten mit Verstand, Mit Frömmigkeit die Jugend, Mit Gottesfurcht und Tugend Das Volk im ganzen Land. 12. Erfülle die Gemüther Mit reiner Glaubenszier, Die Häuser und die Güter Mit Segen für und für. Vertreib den 106 Ausgießung des heiligen Geistes. bösen Geist, Der dir sich wi- den Statt, Wenn der Fuß gederseßet Und, was dein Herz strauchelt hat. ergößet, Aus unsern Herzen reißt. 4. Laß uns stets dein Zeugniß fühlen, Daß wir Gottes Kinder sind, Die auf ihn alleine zielen, Wenn sich Noth und Drangsal findt; Denn des Vaters liebe Ruth Ist uns allewege gut. 10 do 350 13. Gieb Freudigkeit und Stärke, Zu stehen in dem Streit, Den Satans Reich und Werke Uns täglich anerbeut. Hilfkämpfen ritterlich, Damit wir überwinden Und ja zum Dienst der 5. Reiz uns, daß wir zu Sünden Kein Christ ergebe sich. ihm treten Frei mit aller 14. Richt unser ganzes Leben Freudigkeit; Seufz auch in Allzeit nach deinem Sinn, Und uns, wenn wir beten, Und wenn wirs sollen geben Ins vertritt uns allezeit, So wird Todes Hände hin, Wenns mit unsre Bitt erhört Und die uns hie wird aus: So hilf uns Zuversicht vermehrt. buda@ fröhlich sterben Und nach dem Tod ererben Des ewgen Lebens Haus. 6. Wird uns auch nach Troste bange, Daß das Herz oft rufen muß: Ach, mein Gott, mein Gott, wie lange! Ei, so mache den Beschluß; Sprich der Seele tröstlich zu Und gieb Muth, Paul Gerhardt, g. 1606, ft. 1676. ogs 152. Komm, o tomm, du Ruh. Lebens, Wahrer Gott von Ewigteit! Deine Kraft sei nicht vergebens, Sie erfüll uns jederzeit; So wird Geist und Licht und Schein In dem dunklen Herzen sein. 193197 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rath, Verstand und Zucht, Daß wir an ders nichts beginnen, Als was nur dein Wille sucht. Dein Erkenntniß werde groß Und mach uns vom Irrthum los. 3. Zeige, Herr, die Wohlfahrtsstege, Führ uns auf des Heiles Bahn; Räume ferner aus dem Wege, Was im Laufen hindern kann. Wirke Reu an Sün7. O du Geist der Kraft und Stärke, Du gewisser, neuer Geist, Fördre in uns deine Werke. Wenn der Satan Macht beweist, Schenk uns Waffen in dem Krieg Und erhalt uns in dem Sieg. 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, Daß kein Teufel, Tod, noch Spott, Uns denselben möge rauben; Du bist unser Schuß und Gott. Sagt das Fleisch gleich immer nein, Laß dein Wort gewisser sein. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, So versichre uns je mehr, Als des Himmelreiches Erben, Jener Herrlichkeit und sim Pfingsten.pansigent 107 Ehr, Die uns unser Gott Lenke kräftig meinen Sinn Auf erkiest Und nicht auszusprechen ift. ond um 1692. fon Mel. Wie nach einer Wasserquelle. mein wahres Wohlsein hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen, Werd ich nie mein Heil verfehlen. 13 000 not 153. alles treu reuet euch, ihr 3. Heilige des Herzens Triebe, Freuet euch, ihr Menschen all! Freuet euch, ihr armen Sünder, Jauchzet Gott mit großem Schall! Euer Tröster kommt zu euch, Der euch in das Freudenreich Will aus diesem Jammer bringen, Helfen euch den Sieg erringen. Meinen Gott und Vater liebe, Daß mir nichts so wichtig sei, Als in seiner Huld zu stehn. Seinen Namen zu erhöhn, Seinen Willen zu vollbringen, Müs se mir durch dich gelingen. mo 4. Stärke mich, wenn wo zur Sünde Mein Gemüth versuchet wird, Daß sie mich nicht überwinde. Hab ich irgend mich verirrt, O so strafe selbst mein Herz, Daß ich unter Reu und Schmerz Mich vor Gott darüber beuge Und mein Herz zur Bessrung neige. 5. Reize mich, mit Flehn und Beten, Wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Gnadenstuhl zu treten. Gieb, daß ich auf Jesum Christ Als auf meinen Mittler schau Und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad um Gnad auf mein Verlangen Von dem Vater zu empfangen. 2. Unsers Herzens Trost ist kommen, Gottes Geist, das Freudenlicht, Der Beschirmer aller Frommen, Unser Schutz und Zuversicht. Preiset seine Güt und Treu, Die noch alle Morgen neu; So wird er uns allen geben, Hier und dort mit ihm zu leben. Joh. Olearius, g. 1611. ft. 1684. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. eist vom Vater 154. Get und vom Sohne, Der du unser Tröster bist Und von unsers Gottes Throne Hülfreich auf uns Schwache fiehst, Stehe du mir mächtig bei, Daß ich Gott ergeben sei; Oso wird mein Herz auf Erden Schon ein Tempel Gottes 6. Stehe mir in allen Leiden Stets mit deinem Troste bei, Daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gieb mir ein gelassen Herz; Laß mich selbst im Todesschmerz, Bis zum frohen Ueberwinden, Deines Trostes Kraft empfinden. werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege Deine Weisheit mit mir sein, Wenn ich bange Zweifel hege, Deine Wahrheit mich erfreun. Nach Gottfr. Hoffmann, g. 1658, ft. 1712. 108 Ausgießung des heiligen Geistes. Mel. Kommt her zu mir, spricht zc.| trunken. Den rechten Freuden155. G s saß ein from wein uns gieb; Erquick, o Herr, in deiner Lieb, Was vor in Angst versunken! mes Häuflein dort Und wollte nach des Herren Wort Einmüthig Pfingsten halten. Ach laß auch jetzt im Christenstand, Herr Jesu, deiner Liebe Band Bei frommen Gliedern walten! 7. Dein Lichttreibt in des Herzens Haus Mit hellen Strahlen gänzlich aus Die alten Finsternisse, Daß Blindheit, Irrthum, falscher Wahn, Und was uns sonst verleiten kann, Auf ewig weichen müsse. 2. Schnell fiel hernieder auf das Haus Ein starker Wind, der mit Gebraus Sich wunder= sam erhoben. O Gotteshauch, ach lasse dich Bei uns auch spüren mächtiglich Und weh uns an von oben! die 8. Dein Feuer tödt in unsrer Brust, Was sich noch regt von Sündenlust, Erwecke reine Triebe, Auf daß wir schmecken wahre Freud Anstatt der schnöden Eitelkeit In Jesu süßer Liebe. mot nach dem Schaffhauser Gesangbuch von 1730 3. Er füllete die Wohnung ganz, Bertheilter Zungen Feuerglanz Ließ sich auf jedem spüren. Ach nimm auch unsre Kir- Mel. Jesu, meine Freude. chen ein, Laß feurig unſre Lehz 156. Schmückt das Feſt rühren! 4. Sie wurden all des Geistes voll Und fingen an zu reden wohl, Wie er gab auszusprechen. Erfüll auch uns mit heilger Glut, Daß wir des Herzens blöden Muth Mit freier Rede brechen! Lasset Blumen streuen, Zündet Opfer an! Denn der Geist der Gnaden hat sich eingeladen; Machet ihm die Bahn! Nehnit ihn ein, so wird sein Schein Euch mit Licht und Heil erfüllen Und den Kummer stillen. 2. Tröster der Betrübten, 5. Der Parther, Meder, Ela- Siegel der Geliebten, Geist voll mit Kann, was zum Heil der Rath und That, Starker GotWelt geschieht, In seiner Spra- tesfinger, Friedensüberbringer, che hören. Ach, hebe Babels Irrfal auf; Gieb, Jesu, deinem Wort den Lauf, Daß dich die Völker ehren! Licht auf unserm Pfad! Gieb uns Kraft und Lebenssaft, Laß uns deine theuern Gaben Nach Vergnügen laben. 6. Die Welt zwar treibt nur ihren Spott, Und wer nicht merkt die Kraft aus Gott, Spricht leider: Sie sind Kraft zu beten Und vor Gott 3. Laß die Zungen brennen, Wenn wir Jesum nennen; Führ den Geist empor. Gieb uns og Pfingsten. zu treten; Sprich du selbst geln Uns mit Glaubensflügeln uns vor. Gieb uns Muth, du Und verlaß uns nicht, Wenn der höchstes Gut, Tröst uns kräf- Tod, die letzte Noth, Mit uns tiglich von oben Bei der Feinde will zu Felde liegen, Daß wir Toben. 196 fröhlich siegen. 4. Helles Licht, erleuchte, Klarer Brunn, befeuchte Unser Herz und Sinn; Gnadenöl, erquicke, O Magnet, entzücke Uns zum Himmel hin. Baue dir den Tempel hier, Daß dein Herd und Feuer brennet, Wo man Gott bekennet. 109 9. Laß uns hier indessen Nimmermehr vergessen, Daß wir Gott verwandt. Dem laß uns stets dienen Und im Guten grünen Als ein fruchtbar Land, Bis wir dort, du werther Hort, Bei den grünen Himmelsmaien Ewig uns erfreuen. Benjamin Schmolf, g. 1672, ft. 1787. 5. Goldner Himmelsregen, Schütte deinen Segen Auf das Kirchenfeld. Lasse Ströme flie- Mel. Erquice mich, du Heil der 2c. ßen, Die das Land begießen, 157. Wo dein Wort 8. Mach das Kreuze süße Und im Finsternisse Sei du unser Licht. Trag nach Zions HüGott, o Geift, Licht des Lebens, Das uns im Todesschatten scheint, Du scheinst und lockst so lang vergebens, Weil Finsterniß dem Lichte feind. D Geist, dem keiner kann entgehen, Jch laß dich gern den Jammer verleih, daß es gedeih, Hundertfältig Früchte bringe Und ihm stets gelinge. 6. Schlage deine Flammen Ueber uns zusammen, Wahre Liebesglut; Laß dein sanftes Wehen Auch bei uns gesche- sehen. hen, Dämpfe Fleisch und Blut. 2. Entdecke alles und ver= Laß uns doch das Sündenjoch zehre, Was nicht in deinem Nicht mehr, wie vor diesem, ziehen und das Böse fliehen. Lichte rein, Wenn mirs gleich noch so schmerzlich wäre; Die Wonne folgt nach solcher Pein. Du wirst mich aus den finstern Alten In Jesu Klarheit umge7. Gieb zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, Führ uns ein und aus; Wohn in stalten. unsrer Seele, Und des Herzens 3. Dem Sündengift ist nicht Höhle Sei dein eigen Haus. zu steuern; Durchsalbe du mich, Werthes Pfand, mach uns be- so geschichts. Du mußt von kannt, Wie wir Jesum recht erkennen Und Gott Vater nennen. Grund auf mich erneuern, Sonst hilft mein eignesTrachten nichts. O Geist, sei meines Geistes Leben; Ich kann mir selbst kein Gutes geben. 110 Ausgießung des heiligen Geistes. 4. Du Athem aus der ewgen| 2. Fülle mich mit deinen GaStille, Durchwehe sanft der ben. Ach komm selbst zu mir Seelen Grund; Füll mich mit aller Gottesfülle, Und da, wo Sünd und Gräuel stund, Laß Glauben, Lieb und Ehrfurcht grünen, Im Geist und Wahrheit Gott zu dienen. herein; Denn ich muß dich selber haben! Laß mich deine Wohnung sein, Laß in deinem Licht mich sehen und aus Kraft in Kräfte gehen. 3. So kann ich den Herrn 5. Mein Wirken, Wollen und erkennen, Der mein GottversöhBeginnen Sei findlich folgsam ner ist, Und ihn freudig Heideinem Trieb. Bewahr mein land nennen, Meinen Herrn Herz und alle Sinnen Unta- und meinen Christ. Ja, so darf delig in Gottes Lieb. Dein JnMir- Beten, Lehren, Kämpfen Laß mich auf keine Weise dämpfen. ich Abba beten Und als Kind zum Vater treten. Friedr. Aug. Weihe, g. 1721, st. 1771. 6. D Geist, o Strom, der uns vom Sohne Eröffnet und Mel. Fröhlich soll mein Herze springen. kryſtallenrein Aus Gottes und 159. Höchster röster des Lammes komm herniein stille Herzen ein, Jch öffne meinen Mund und sinke Hin zu der Quelle, daß ich trinke. 7. Ich laß mich dir und bleib indessen Von allem abgekehrt dir nah. Ich will die Welt und mich vergessen, Dies innigst glauben: Gott ist da! O Gott, o Geist, o Licht des Lebens, Man harret deiner nie vergebens. Gerhard Tersteegen, g. 1697, ft. 1769. der! Geist des Herrn, Sei nicht fern, Salbe Jesu Glieder! Er, der nie sein Wort gebrochen, Jesus, hat Deinen Rath Seinem Volk versprochen. 2. Schöpfer unsers neuen Lebens, Jeder Schritt, Jeder Tritt Ist ohn dich vergebens. Ach, das Seelenwerk ist wichtig! Wer ist wohl, Wie er soll, Treu zu handeln tüchtig? dr 3. Weck uns auf vom SünMel. Herr, ich habe mißgehandelt. 158. Komm, du sanf- denschlafe, Rette doch Heute noch ter Gnadenregen, Komm, du Geist der Herrlichkeit, Komm, du Segen aller Segen! Mache du mich selbst bereit, Dich mit wartendem Verlangen Hier begierig zu empfangen. Die verlornen Schafe. Reiß die Welt aus dem Verderben, Laß sie nicht Im Gericht Der Verstockung sterben. 4. Geist der Weisheit, gieb uns allen Durch dein Licht Unterricht, Wie wir Gott gefallen Pfingsten. 111 Lehr uns recht vor Gott zu Dienst der Welt geweiht, Wenn treten, Sei uns nah Und sprich ja, Wenn wir gläubig beten. 5. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen; Gieb uns Muth, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu dämpfen. Laß uns Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst und Noth, Schmerz und Tod Nicht von Jesu scheiden. 6. Hilf uns nach dem Besten streben; Schenk uns Kraft, Tugendhaft Und gerecht zu leben. Gieb, daß wir nie stille stehen; Treib uns an, Froh die Bahn Deines Worts zu gehen. er nicht durch seine Kraft Die Gesinnung in mir schafft, Daß ich dir mich ganz ergebe Und zu deiner Ehre lebe. 7. Sei bei Schwachheit unsre Stüße, Steh uns bei, Mach uns treu In der Prüfungshize. Führ, wenn Gott uns nach dem Leide Sterben heißt, Unsern Geist Freudig in die Freude. Ehrenfr. Liebich, g. 1718, ft. 1780. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit ächter Treu Meinen Gott und Herrn dich nennen, Stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich In mir wirken, daß ich dich Glaubensvoll als Mittler ehre Und auf deine Stimme höre. 4. Ewge Quelle heilget Güter, Hochgelobter Gottesgeist, Der du menschliche Gemüther Besserst und mit Trost erfreust, Nach dir, Herr, verlangt auch mich; Ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Gottes Preise Heilig und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, Daß ich Gott, mein höchstes Gut, Ueber alles möge lieben, Daß ich mit getrostem du uns als Seiner mich 160. De Bater Liebeſt, freu Und mit wahrer KindesTreuer Gott, und deinen Geist treu Stets vor seinen Augen Denen, die dich bitten, giebest, wandle Und rechtschaffen denk Ja, uns um ihn bitten heißt; und handle. Demuthsvoll fleh ich zu dir: 6. Geist des Friedens und der Bater, send ihn auch zu mir, Liebe, Bilde mich nach deinem Daß er meinen Geist erneue Und ihn dir zum Tempel weihe. Sinn, Daß ich Lieb und Sanftmuth übe Und mirs rechne zum Gewinn, Wenn ich je ein Frie2. Ohne ihn fehlt meinem densband Knüpfen kann, wenn Wissen Leben, Kraft und meine Hand Zur Erleichtrung Fruchtbarkeit; Und mein Herz von Beschwerden kann dem bleibt dir entrissen Und dem Nächsten nüßlich werden. 112 Die Kirche Christi. 7. Gieb mir wahre Selbst in Nöthen weint Und Gott nicht erkenntniß, Daß ich meine Feh- zu hören scheint: O dann laß ler seh, Und durch demuthsvoll es meiner Seelen Nicht an Troft Bekenntniß Gott hie um Verge- und Stärkung fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, Ist dein Gnadenwerk in mir; Selbst den Trieb hast du entzündet, Daß mich, Herr, verlangt nach dir. O so sebe durch 8. Wenn der Anblick meiner dein Wort Deine GnadenwirSünden Mein Gewissen nieder- fung fort, Bis sie durch ein seschlägt, Wenn sich in mir Zwei- lig Ende Herrlich sich an mir fel finden, Die mein Herz mit vollende. Kummer hegt, Wenn mein Aug bung fleh. Mache täglich Ernst und Treu, Sie zu bessern, in mir neu; Zu dem Heiligungsgeschäfte Gieb mir immer neue Kräfte. David Bruhn, ft. 1782. XI. Die Kirche Chrifti. Psalm 46. verschlingen, So fürchten wir 161. in feste Burg ist uns nicht so sehr; Es soll uns unser Gott, Ein doch gelingen. Der Fürst diegute Wehr und Waffen. Er ser Welt, Wie saur er sich stellt, hilft uns frei aus aller Noth, Thut er uns doch nicht; Das Die uns jetzt hat betroffen. Der macht, er ist gericht, Ein Wörtalt böse Feind Mit Ernst ers lein kann ihn fällen. jetzt meint; Groß Macht und viel List Sein grausam Rüstung ist; Auf Erd ist nicht seins Gleichen. 4. Das Wort fie sollen lassen stahn Und kein Dank darzu haben. Er ist bei uns wohl auf dem Plan Mit seinem Geist und 2. Mit unser Macht ist nichts Gaben. Nehmen sie den Leib, gethan, Wir sind gar bald ver- Gut, Ehr, Kind und Weib; loren. Es streit für uns der Laß fahren dahin, Sie habens rechte Mann, Den Gott hat kein Gewinn; Das Reich muß selbst erkoren. Fragst du, wer uns doch bleiben. der ist? Er heißt Jesus Christ, Lutheri Heldenlied 1529. Der Herr Zebaoth, und ist kein ander Gott; Das Feld muß er behalten. Psalm 124. 3. Und wenn die Welt voll 162, Wär Gott nicht Teufel wär Und wollt uns çar Zeit, So soll Israel sagen, Wär mit uns diese Die Kirche Christi. 113 Gott nicht mit uns diese Zeit, 3. Gott woll ausrotten alle Wir hätten mußt verzagen, Die gar, Die falschen Schein uns so ein armes Häuflein sind, Ver- lehren; Dazu ihr Zung stolz acht von so viel Menschenkind, offenbar Spricht: Troß! wer Die an uns sezen alle. wills uns wehren? Wir haben Recht und macht allein; Was wir setzen, das gilt gemein. Wer ist, der uns soll meistern? 2. Auf uns so zornig ist ihr Sinn, Wo Gott das hätt zugeben, Verschlungen hätten sie uns hin Mit ganzem Leib und Leben; Wir wärn, als die ein Flut ersäuft Und über die groß Wasser läuft Und mit Gewalt verschwemmet. 3. Gott Lob und Dank, der nicht zugab, Daß ihr Schlund uns möcht fangen! Wie ein Vogel des Stricks kommt ab, Ist unser Seel entgangen. Strick ist entzwei, und wir sind frei! Des Herren Name steht uns bei, Des Gottes Himmls und Erden. 4. Darum spricht Gott: Ich muß auf sein, Die Armen find verstöret; Jhr Seufzen dringt zu mir herein, Ich hab ihr Klag erhöret. Mein heilsam Wort soll auf den Plan, Getrost und frisch sie greifen an und sein die Kraft der Armen. 5. Das Silber, durchs Feur fiebenmal Bewährt, wird lauter funden. An Gottes Wort man warten soll Desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret sein; Da wird erkannt sein Kraft und Schein Undleucht start in die Lande. Psalm 12. 163. Ah, Gott vom 6. Das wollst du, Gott, beHimmel, sieh wahren rein Vor diesem argen darein Und laß dich deß er- Gschlechte; Und laß uns dir bebarmen! Wie wenig sind er fohlen sein, Daß sichs in uns Heilgen dein, Verlassen sind wir nicht flechte*). Der gottlos Hauf Armen. Dein Wort man läßt sich umher findt, Wo diese lonicht haben wahr, Der Glaub sen Leute sind In deinem Volk ist auch erloschen gar Bei allen erhaben. Menschenkindern. Martin Luther, geb. 1483, ft 1546. di bilang *) einreiße. Martin Luther, g. 1483, ft 1546. 2. Sie lehren eitel falsche Liſt, Was eigner Wiß erfindet: 164. Erhalt uns, Herr, Ihr Herz nicht eines Sinnes ist bei deinem In Gottes Wort gegründet. Der wählet dies, der andre das; Sie trennen uns ohn alle Maß Und gleißen schön von außen. Und steur der Feinde List und Mord, Die Jesum Christum, deinen Sohn, Wollen stürzen von seinem Thron. 114 Die Kirche Christi. 2. Beweis dein Macht, Herr fressen; Zu würgen steht all ihr Jesu Christ, Der du Herr aller Begehr; Gotts ist bei ihn'n Herren bist; Beschirm dein vergessen. Wie Meereswellen arme Christenheit, Daß sie einhergehn, Nach Leib und dich lob in Ewigkeit. El Leben sie uns stehn. Deß wird fich Gott erbarmen. 4. Sie stellen uns wie Keßern nach, Nach unserm Blut fie trachten; Noch rühmen sie sich Christen hoch, Die Gott allein groß achten. Ach Gott, der theure Name dein Muß ihrer SchalkMartin Luther, g. 1483, st. 1546. 165. Verleih uns Frie: heit Deckel ſein! Du wirst einmal aufwachen. den gnädiglich, weit und wollen uns ver5. Aufsperren sie den Rachen schlingen. Lob und Dank sei Gott allezeit; Es wird ihn'n nicht gelingen. Er wird ihrn Strickzerreißen gar Und stürzen ihre falsche Lahr. Sie werdens Gott nicht wehren. 3. Gott heilger Geist, du Tröster werth, Gieb deinm Volk einrlei Sinn auf Erd; Steh bei uns in der letzten Noth, Gleit uns ins Leben aus dem Tod. Herr Gott, zu unsern Zeiten; Es ist doch gar kein ander nicht, Der für uns könnte streiten, Denn du, unser Gott, alleine. Martin Luther, nach Gregor d. G.( ft. 604): 166. Wo Gott, der Herr, nicht bei uns hält, Wenn unser Feinde toben, Und er nicht unser Sach zufällt Im Himmel hoch dort oben; Wo er Israels Schuß nicht ist Und selber bricht der Feinde List, So ists mit uns verloren. 2. Was Menschenkraft und Wiß anfäht, Soll billig uns nicht schrecken. Er fizet an der höchsten Stätt; Der wird ihrn Rath aufdecken. Wenn sies aufs flügste greifen an, So geht doch Gott ein ander Bahn; Es steht in seinen Händen. 3. Sie wüthen fast und fahren her, Als wollten sie uns 6. Ach Herr Gott, wie reich tröstest du, Die gänzlich sind verlassen! Die Gnadenthür steht nimmer zu. Vernunft kann das nicht fassen; Sie spricht: Es ist nun alls verlorn! Da doch das Kreuz hat neu geborn, Die deine Hülf erwarten.d 7. Die Feind find all in deiner Hand, Dazu all ihr Gedanken; Ihr Anschläg sind dir wohl bekannt. Hilf nur, daß wir nicht wanken. Vernunft wieder den Glauben ficht; Aufs Künftge will sie trauen nicht, Da du wirst selber trösten. Ont 8. Den Himmel und den Kreis der Erdn Hast du, Herr Gott, gegründet. Dein Licht laß Die Kirche Christi. 115 bei uns helle werdn; Das Herz Jesu Christ, Nicht unser, sonlaß sein entzündet In rechter dern dein ja ist; Darum so steh Lieb des Glaubens dein, Bis an das End beständig sein. Die Welt laß immer murren. du denen bei, Die sich auf dich verlassen frei. Just. Jonas, g. 1493, st. 1555. 8. Dein Wort ist unsers Herzens Truß und deiner Kirchen wahrer Schuß; Dabei erhalt uns, lieber Herr, Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem zc. 167. Ach bleib bei uns, Daß wir nichts anders su chen mehr. Herr Jesu Christ, Weil es nun Abend worden ist; Dein göttlich Wort, das helle Licht, Laß ja bei uns auslöschen nicht. 9. Gieb, daß wir lebn nach deinem Wort Und darauf ferner fahren fort Von hinnen aus dem Jammerthal Zu dir in deinen Himmelssaal. Nic, Selnecker, g. 1532, ft. 1592. 2. In dieser letztn betrübten Zeit Verleih uns alln Beständigkeit, Daß wir dein Wort und Sacrament Behalten rein Mel. Christus, der ist mein Leben. bis an das End. Ah 3. Herr Jeju, hilf, dein Kirch 168. 2ch bleib mit deiner Gnade Bei erhalt; Wir sind gar sicher, faul uns, Herr Jesu Christ, Daß und kalt. Gieb Glück und Heil uns hinfort nicht schade Des zu deinem Wort, Damit es bösen Feindes Lift. schall an allem Ort. 2. Ach bleib mit deinem Worte Bei uns, Erlöser werth, Daß uns beid, hie und dorte, Sei Güt und Heil beschert. 3. Ach bleib mit deinem Glanze Bei uns, du werthes Licht; Dein Wahrheit uns umschanze, Damit wir irren 4. Erhalt uns nur bei dei nem Wort Und wehr des Teufels Trug und Mord. Gieb dei ner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Muth und Geduld. 5. Ach Gott, es geht gar übel zu; Auf dieser Erd ist keine nicht. Ruh; Viel Secten und viel Schwärmerei Auf einen Haufen kommt herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, Die sich mit Gwalt erheben hoch und bringen stets was Neues her, Zu fälschen deine rechte Lehr. 4. Ach bleib mit deinem Segen Bei uns, du reicher Herr; Dein Gnad und all Vermögen In uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schuße Bei uns, du starker Seld, Daß uns der Feind nicht truße, Noch fäll die böse Welt. 7. Die Sach und Ehr, Herr 6. Ach bleib mit deiner Treue 116 Die Kirche Christi. Bei uns, mein Herr und Gott; Schmerzen, Zion, Gottes werBeständigkeit verleihe, Hilf uns the Stadt, Die er trägt in seiaus aller Noth. nem Herzen, Die er ihm erwählet hat. Ach, spricht sie, wie hat mein Gott Mich verlassen in der Noth Und läßt mich so Josua Stegmann, g. 1588, ft. 1632. 169. Jesu Christe, harte pressen; Meiner hat er wahres Licht, ganz vergessen! Erleuchte, die dich kennen nicht, 2. Der Gott, der mir hat Und bringe sie zu deiner Heerd, Daß ihre Seel auch selig werd. 2. Erfüll mit deiner Gnaden Schein, Die in Irrthum verführet sein; Auch die, so heimlich noch ficht an In ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst verlaufen hat Von dir, das suche 3. Zion, o du Vielgeliebte, du mit Gnad Und ihr verwundt Gewissen heil; Laß sie am Himmel haben Theil. 4. Den Tauben öffne das Gehör; Die Stummen richtig reden lehr, Die nicht bekennen wollen frei, Was ihres Herzens Glaube sei. Sprach zu ihr des Herren Mund, Zwar du bist jetzt die Betrübte, Seel und Geist ist dir verwundt! Doch stell alles Trauern ein! Wo mag eine Mutter sein, Die ihr eigen Kind kann hassen Und aus ihrer Sorge lassen? 5. Erleuchte, die da sind verblendt; Bring her, die sich von uns getrennt; Versammle, die zerstreuet gehn; Mach feste, die im Zweifel stehn. 6. So werden sie mit uns zugleich Auf Erden und im Himmelreich Hier zeitlich und dort ewiglich Für solche Gnade prei- 5. Laß dich nicht den Satan sen dich. Johana Heermann, g. 1585, ft. 1647. blenden, Der sonst nichts als schrecken kann. Siehe, hier in meinen Händen Hab ich dich ge schrieben an. Wie mag es denn gedenJef. 49, 14-16. 410 170. 3 fen Mauern ion flagt mit anders sein? Ich muß ja Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem 2c. versprochen Seinen Beistand jederzeit, Der läßt sich vergebens suchen Jeßt in meiner Traurigkeit. Ach, will er denn für und für Grausam zürnen über mir? Kann und will er sich der Armen Jeßt nicht, wie vorhin, erbarmen? 4. Ja, wenn du gleich möchtest finden Einen solchen Muttersinn, Da die Liebe fann verschwinden: So bleib ich doch, der ich bin. Meine Treu bleibt gegen dir, Zion, o du meine Zier. Du hast mir mein Herz besessen; Deiner kann ich nicht vergessen. Die Kirche Christi. ich bauen Und dich fort und fort anschauen. 6. Du bist mir stets vor den Augen, Du liegst mir in meinem Schoß, Wie die Kindlein, die noch saugen; Meine Treu Mel. Kommt Her zu mir, spricht 2c. an dir ist groß. Dich und mich 172. Verzage nicht, du soll Noth, Gefahr noch Streit, Ja der Satan felbst nicht scheiden. Bleib getreu in allem Leiden! Johann Heermann, g. 1585, st. 1647. 117 Wir traun auf dich, wir schrein in Jesu Namen: Hilf, Helfer! Amen! d Johann Heermann, g. 1585, st. 1647. 4. Wir haben niemand, dem wir uns vertrauen; Vergebens ist, auf bauen. Mit dir wir wollen Thaten thun und kämpfen, Die Feinde dämpfen. Mel. Herzliebster Jesu, was hast 2c. 171. Herr, unser Gott, 2. Dich tröſte nur, daß deine laß nicht zu Schanden werden Die, so die Nach Und laß es ihn nur in ihren Nöthen und Beschwer- walten. Er wird durch seinen den Bei Tag und Nacht auf Gideon, Den er wohl kennt, deine Güte hoffen Und zu dir dir helfen schon, Dich und sein rufen. Wort erhalten. brud 2. Zu Schanden mache alle, die dich haffen, Die sich allein auf ihre Macht verlassen. Ach, fehre dich mit Gnaden zu uns Armen; Laß dichs erbarmen! 3. Schaffe uns Beistand wider unser Feinde! Wenn du ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde; Sie müssen Wehr und Waffen niederlegen, Kein Glied mehr regen. 5. Du bist der Held, der sie fann untertreten Und das bedrängte kleine Häuflein retten. Obschon die Feinde Willens sein, Dich gänzlich zu verstören, Und suchen deinen Untergang, Davon dir wird recht angst und bang: Es wird nicht lange währen! 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, Muß Welt, Teufel und Höllenpfort Und was dem thut anhangen, Endlich werden zu Schand und Spott. Gott ist mit uns und wir mit Gott; Den Sieg wolln wir erlangen! Guſtav Adolphs( g. 1594, ft. 1632) Feldlied lein; durch des Königs Beichtvater, Jac. Fabricius, in Reime gebracht. Mel. Herzliebster Jesu, was hast 2c. 173. Christe, du BeiKreuzgemeine, Mit Hülf und Rettung eilends uns erscheine! Den Feinden steure, ihre Blutgetichte Mache zu nichte! 2. Streite doch selber für dein armeKinder; Dem Teufel wehre, 118 Die Kirche Christi. seine Macht verhinder; Was al- den dir allein Wir zu leisten les kämpfet wider deine Glie- schuldig sein. Dazu kannſt du ja der, Stürze darnieder. Ist nicht schweigen; Deine Machthand wirst du zeigen. 3. In Kirch und Schulen Frieden uns beschere, Zugleich 4. Stärke nur den schwachen der Obrigkeit Frieden gewähre; Glauben, Den, bei so betrübDem Herzen Frieden, Frieden dem Gewissen Gieb zu genieBen. ter Zeit, Fleisch und Satan uns zu rauben Und mit Furcht und bjo Blödigkeit Uns zu schrecken sind bemüht. Deine Weisheit kennt und sieht Deiner Kinder schwach Vermögen Und wird nicht zu viel auflegen. 4. Also wird zeitlich deine Güt erhoben, Also wird ewig und ohn Ende loben Dich, o du Wächter deiner armen Heerde, Himmel und Erde.be Avelles v. Löwenstern, g. 1594, t. 1648. on Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 174. Treu reuer Hirte dei ner Heerde, Deiner Glieder starker Schuß, Sieh doch, wie die Asch und Erde, Großer Gott, mit Grimm und Truß Tobt und wüthet wider dich Und vermißt sich freventlich, Deine Kirche zu zerstören Und dein Erbtheil zu verheeren. 5. Hilf den Deinen und befehre Der Verfolger blindes Heer. Der Verfolgung steur und wehre, Daß sie uns nicht werd zu schwer. Nimm dich der Bedrängten an; Leit auch die auf rechter Bahn, Die noch jetzt durch Satans Lügen Sich selbst um ihr Heil betrügen. 6. Laß uns recht und redlich handeln Und in Taubeneinfalt dir Ganz gelassen heilig wandeln; Auch dabei uns flüglich hier Schicken in die böse Zeit Und vor falscher Heiligkeit, Vor der Feinde List und Wüthen Uns mit Schlangenklugheit hüten. 2. Du, Herr, bist ja unser König; Wir sind dein mit Leib und Seel. Menschenhülf ist hier zu wenig, Wo nicht du, Imma= nuel, Zu der Deinen Rettung wachst Und dich selbst zu Felde machst, Für dein wahres Wort zu kämpfen und der Feinde Rath zu dämpfen. spen 3. Es trifft deines Namens Ehre, Deiner Wahrheit Heiligthum, Jesu, deines Glaubens werden.- Lehre, Deines Leidens Kraft 8. Herr, wir warten mit Verund Ruhm Und den Dienst, langen; Komm und mach uns 7. Laß mit Beten und mit Wachen Stets uns stehn auf unsrer Hut Und nur dich, Herr, lassen machen, So wird alles werden gut. Jesus streitet für uns hier Und vertritt uns dort bei dir, Bis wir auf der neuen Erden Bei ihm triumphiren Die Kirche Christi. 119 nur bereit, Dich mit Freuden 4. Die recht in dieser Kirche zu empfangen. Dein bedrängtes wohnen, Die werden in Gott Häuflein schreit: Komm, Herr selig sein; Des Todes Flut Jesu, zum Gericht; Ach, ver- wird sie verschonen, Denn zeuch doch länger nicht, Unser Gottes Arche schließt sie ein. Sache zu entscheiden! Hol uns Für sie ist Christi Blut verheim zu deinen Freuden! goffen, Das sie im Glauben Henr. Cath. v. Gersdorf, g. 1650, ft. 1726. nehmen an; Sie werden Gottes Hausgenossen Und sind ihm willig unterthan. Mel. Die Tugend wird durchs 2c. 175. reis, Lob und 5. Obwohl die Pforten offen Dank sei Gott stehen und hell das Licht des dem Herren, Der seiner Men- Tages scheint, Doch kann hinein schen Jammer wehrt Und sam- nicht jeder gehen, zu sein mit melt draus zu seinen Ehren Gott, dem Herrn, vereint. Es Sich eine enge Kirch auf Erd, Die er von Anfang schön erbauet Als seine auserwählte Stadt, Die allezeit auf ihn vertrauet, Sich tröstet seiner großen Gnad. ist kein Weg, denn nur der Glaube An Jesum Christum, unsern Herrn; Wer den nicht geht, der bleibet draußen, Von Gottes Haus und Tempel fern. 6. Also wird nun des Herrn 2. Sie ist gebaut auf rech- Gemeine Gepflegt, erhalten in tem Grunde, Der Jünger und der Zeit; Gott, unser Hort, Propheten Lehr, Wie hoch be- schüßt sie alleine Und segnet zeugt mit einem Munde Der fie in Ewigkeit. Auch nach dem Auserwählten heilges Heer; Tod will er ihr geben Aus Aus edeln und lebendgen Stei- Christi Wohlthat, Füll und nen, Aus Perlen schön und fei- Gnad Das ewge freudenreiche nem Gold, Aus Christi Leib, Leben. Das gieb auch uns, dem heilgen, reinen, Erfüllt mit Herr unser Gott. Glaub, Treu, Lieb und Huld. 3. Der heilge Geist darin regieret, Hat seine Hüter Mel. Dir, bir, Jehovah, will ich sc. Nach dem Gesangbuch der böhmiſchen Brüder. eingeſett; Die wachen ſtets, 176. Wa ach auf! du wie sichs gebühret, Daß GotGeist der er tes Haus sei unverlegt; Die sten Zeugen, Die auf der Maur führn das Predigtamt darin- als treue Wächter stehn, Die nen Und zeigen an das emge Tag und Nächte nimmer schweiLicht, Darin wir Bürgerrecht gen Und die getrost dem Feind gewinnen Durch Glauben, Lieb entgegen gehn; Ja, deren Schall und Zuversicht. die ganze Welt durchdringt Und Die Kirche Christi. 120 aller Völker Schaaren zu dir bringt. 2. O daß doch bald dein Feuer brennte! O möcht es doch in alle Lande gehn! Ach Herr, gieb doch in deine Ernte Viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn! O, Herr der Ernte, siehe doch darein: Die Ernt ist groß; die Zahl der Knechte klein! 3. Dein Sohn hat ja mit flaren Worten Uns diese Bitte in den Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten Sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, Dich herzinbrünstig hierum anzuflehn; Drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn. 4. O gieb dein Wort mit großen Schaaren, Die in der Kraft Evangelisten sein! Laß eilend Hülf uns widerfahren Und brich in Satans Reich mit Macht hinein. O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis Dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! GAI indo 5. Ach daß die Hülf aus Zion käme! O daß dein Geist, so wie dein Wort verspricht, Dein Volk aus dem Gefängniß nähme! O würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei Und komm herab zur Hülf und mach uns frei! 6. Ach laß dein Wort recht schnelle laufen! Es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein. Ach führe bald dadurch mit Haufen Der Heiden Füll in alle Thore ein! Ja, wecke doch auch Israel bald auf Und also segne deines Wortes Lauf! 7. D beffre 3ions wüste Stege; Und was dein Wort im Laufe hindern kann, Das räum, ach räum aus jedem Wege! Vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn; Und mach uns bald von jedem Miethling frei, Daß Kirch und Schul ein Garten Gottes sei. Carl Heinr. v. Bogazky, g. 1690, st. 1774. Gemeinschaft der Heiligen. 81 177. Syer Mel. O du Liebe meiner Liebe.| Gnadenkinder, Und erneuert euerz und Herz ren Bund, Schwöret unserm vereint zusam- Ueberwinder Lieb und Treu von men Sucht in Gottes Herzen Herzensgrund. Und wenn eurer Ruh. Lasset eure Liebesflammen Liebeskette Festigkeit und Stärke Lodern auf den Heiland zu. Er fehlt, O so flehet um die Wetdas Haupt, wir seine Glieder; te, Bis fie Jesus wieder stählt. Er das Licht und wirder Schein; Er der Meister, wir die Brüder; Er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach, kommt ihr 3. Tragt es unter euch, ihr Glieder, Auf so treues Lieben an, Daß ein jeder für die Brüder Auch das Leben lassen kann. Gemeinschaft der Heiligen. 121 So hat uns der Freund geliebet, So zerfloß er dort im Blut; Denkt doch, wie es ihn betrübet, Wenn ihr euch selbst Eintrag thut. so mache doch die todten, Trägen Geister lebensvoll. Zünde an die Liebesflamme, Daß ein jeder sehen kann, Wir, als die von einen Stamme, Stehen auch für einen Mann. 4. Einer reize doch den andern, Unserm blutbefreundten 9. Laß uns so vereinigt Lamm Vor das Lager nachzuwandern, Das für uns zur Schlachtbank kam. Einer soll den andern wecken, Alle Kräfte Tag für Tag Nach Vermögen dran zu strecken, Daß er ihm gefallen mag. werden, Wie du mit dem Vater bist, Bis schon hier auf dieser Erden Kein getrenntes Glied mehr ist; Und allein von deinem Brennen Nehme unser Licht den Schein: Also wird die Welt erkennen, Daß wir deine Jünger sein. nic. Ludw. v. Zinzendorf, g. 1700, ft. 1760. 5. Hallelujah! Welche Höhen, Welche Tiefen reicher Gnad, Daß wir dem ins Herze sehen, Der uns so geliebet hat; Daß der Vater aller Geiſter, Der der Wunder Abgrund ist, Daß du, unsichtbarer Meister, Uns so fühlbar nahe bift! 6. Ach, du holder Freund, vereine Deine dir geweihte Schaar, Daß sie sich so herzlich meine, Wies dein letter Wille war. Ja, verbinde in der Wahrheit, Die du selbst im Wesen bist, Alles, was von deiner Klarheit In der That erleuchtet ist. 7. So wird dein Gebet erfüllet, Daß der Vater alle die, Welche du in dich verhüllet, Auch in seine Liebe zieh, Und daß, wie du eins mit ihnen, Also sie auch eines sein, Sich in wah rer Liebe dienen Und einander gern erfreun. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 178. Wie ſüß ist doch das Reich der Gnaden, Wo Jesus in uns wirkt und lebt! Hier darf uns gar kein Ding mehr schaden; Und was sich wider uns erhebt, Wird von dem König angesehn, Als sei es wider ihn geschehn. 2. Hier herrscht der allerbeste König, Dies ist ein unvergleichlich Reich; Hier ist man willig unterthänig, Und jeder Bürger folget gleich Dem Wink, den ihm der König giebt, Weil er ihn über alles liebt. 3. Kein Unterthan ist schwach zu nennen, Weil alle Schuld vergeben ist. Ihr Herz muß recht in Liebe brennen; Denn jeder Bürger ist ein Christ, Nicht nach dem Schein; nein, in der That, 8. Liebe, hast du es geboten, Weil er den Geist, die SalDaß man Liebe üben soll, Olbung, hat. 122 Die Kirche Christi. 4. Sein Volk find eitel ganz 179. öchsten, wie hr Kinder des Gerechte, Sie find im Blut des Lammes rein. Die aller- stehts um die Liebe? Wie folgt ärgsten Sündenknechte Heißt hier der König selig sein; Denn feiner wird hineingebracht, Den nicht sein Geist gerecht gemacht. gar man dem wahren Vereinigungstriebe? Bleibt ihr auch im Bunde der Einigkeit stehn? Ist keine Zertrennung der Geister geschehn? Der Vater im Him5. Hier wohnt man in mel kann Herzen erkennen; süßem Frieden und ist mit Wir dürfen uns Brüder ohn Gott sehr wohl daran. Der Liebe nicht nennen; Die FlamKönig bleibet ungeschieden; Er me des Höchsten muß lichterloh ist uns Vater, Arzt und Mann, brennen. Der niemand Rath und Trost versagt, Wenn ihn sein Herz verdammt und plagt. 6. Hier ist der Geist, der Abba schreiet, Der immer in uns wohnt und bleibt, Der uns mit Licht und Trost erfreuet, Der uns beständig zieht und treibt, Der Jesum immer mehr verklärt Und uns recht völlig glauben lehrt. 2. Sobald wir von oben aufs neue geboren, Da sind wir von Christo zu Brüdern erkoren. Ein Vater, ein Glaube, ein Geist, eine Tauf, Ein voller zum Himmel gerichteter Lauf Kann unsere Herzen vollkommen verbinden; Wir können nicht anders, als Süßigkeit finden; Verdacht, Neid und Aergerniß müssen verschwinden. end 7. O welch ein süß und selig 3. Die Mutter, die droben ist, Leben! O wüßte das die arme Welt! Du, großer Heiland, kannst ihr geben, Du giebst umsonst und ohne Geld. Ach giebs noch vielen einzusehn, Die sonst gewiß verloren gehn! hält uns zusammen und schickt uns herunter die himmlischen Flammen. Kein Unterschied findet hier einige Statt, Weil Demuth die Herzen vereiniget hat. Wo Eigenheit, Zank und Haß 8. Kommt, Seelen, kommt können regieren, Da kann man ins Reich der Gnaden! Kommt, den Funken der Liebe nicht spügeht mit hellen Haufen ein! ren, Noch in den Chor himmKommt, laßt euch aller Schuld entladen! Kommt, ihr sollt alle selig sein! Kommt, glaubet unserm lieben Herrn! Er ruft, und sieht das Kommen gern. lischer Thronen ihn führen. 4. Die Zions- Gesellschaft verläßt die Verwandten, Sept Brüder am höchsten vor allen Bekannten. Wernoch ist bezaubert von Liebe der Welt Und sich in der Falschheit zum BruFriedr. Aug. Weihe, g. 1721, st. 1771. Christus das Haupt der Kirche. 123 der verstellt, Den kann sie un- nicht die Krone des Lebens vermöglich als Bruder annehmen, lieren. Wenn Babel nun trunEr müßt sich denn völlig zur Buße bequemen; Sie darf sich des redlichen Sinites nicht schämen. ken wird von Zions Blut, So stehn wir vereinigt auf unserer Hut. Das Schreien der Kinder wird wahrlich erhöret; Durch 5. Seht aber, wie selig wir völlige Eintracht wird Babel haben erwählet, Die wir sind zerstöret. Wer ist, der verbunzum Segen der Brüder gezählet: denen Geistern was wehret? Wir sind die erkaufete, feligste 8. Drum lasset uns lieben Schaar. Ach lobet den Bater, ach lobet ihn gar! Singt ihm mit vereinigten Herzen und Munde; Ohn Loben und Lieben vergeh feine Stunde; Wir stehn vor dem Herren als Einer im Bunde. und freuen vonHerzen, Versüßen einander die Leiden und Schmerzen. Dringt kräftig, ihr Geister, in Eines hinein, Vermehret die Strahlen vom göttlichen Schein. Das lässet der Vater sich herzlich gefallen; Im Loben kann auch fein Ruhm herrlich erschallen, Wenn Kinder, von Liebe entzündet, nur lallen. 6. Was ich bin, mein Bruder, das bist du auch worden; Wir beide find Erben des Himmels geworden. Ein jeder mit allen zum Vaterland dringt; Die Kirche nach Einem stets kämpfet und ringt. Wir müssen bereit sein, für Brüder zu sterben, Wie Jesus uns auch so gemacht hat zu Erben; Ein Glied fühlt und leidet des andern Verderben. 9. In jener Welt wird es noch besser hergehen; Da wird vor dem Vater die Brüderschaft stehen In reinestem Feuer, in feligster Brunst, Die ziehet zusammen des Königes Gunst. Ach, drücket zusammen die Herzen und Hände Und bittet, snerd daß Zion er Hülfe bald sende: So fennet die Liebe nicht Anfang noch Ende. Christ. Andr. Bernstein, st. 1799. 7. Ach laßt uns einander erinnern und führen, Daß wir Chriftus das Haupt der Kirche. Mel. Ein feste Burg ist unser Gott. Felsen, steht, Der nie unter180. Jesu, einig geht, Wenn gleich die ganze wahres Haupt Der heiligen Gemeine, Die an dich, ihren Heiland, glaubt und nur auf dir alleine, Als ihrem Welt Zertrümmert und zerfällt: Erhör, erhör uns, Jeſu! s 2. Laß uns dein kleines Häufelein, Das sich zu dir bekennet, 124 Die Kirche Christi. Dir ferner anbefohlen sein. endlich seliglich An aller Noth Erhalt uns ungetrennet. Wort, ein Ende. Tauf und Abendmahl Laß 7. Ach Jesu, ach, wir bitten in seiner Zahl Und ersten dich In deinem Jesusnamen: Reinigkeit Bis an den Schluß Erhör, erhör uns gnädiglich, der Zeit Zu unserm Troste Sprich, Jesu, Ja und Amen! bleiben. Willst du uns Jesus sein, Sind wir, Jesu, dein, So halt dein Jesuswort Und laß uns hier und dort Darüber jubiliren. Joh. Menger, g. 1658, t. 1734. 3. Hilf, daß wir dir zu aller Zeit Mit reinem Herzen dienen. Laß uns das Licht der Seligkeit, Das uns bisher geschienen, Zur Buße kräftig sein Und zum hellen Schein, Der unsern Glauben mehrt, Der Sünden Macht 181. Sherrscht als KöMel. Alles ist an Gottes Segen. Resus Christus zerstört Und fromme Christen machet. lenenig; Alles wird ihm unterthä4. Laß uns beim Evangelio nig, Alles legt ihm Gott zu Fuß. Gut, Blut und Leben wagen; Alle Zunge soll bekennen, Jesus Mach uns dadurch getrost und sei der Herr zu nennen, Dem froh, Das schwerste Kreuz zu man Ehre geben muß. tragen. Gieb uns Beständigkeit, Daß uns Luft und Leid Von dir nicht scheiden mag, Bis wir den Jubeltag Bei dir im Himmel halten. 2. Fürstenthümer und Gewalten, Machten, die die Thronwacht halten, Geben ihm die Herrlichkeit. Alle Herrschaftdort im Himmel, Hier im irdischen Getümmel, Jst zu seinem Dienst bereit. 5. Auf unsers Landesvaters Haus Gieß von dem Gnaden throne Den Segen deines Blutes aus. Umstrahle seine Krone Mit deiner Herrlichkeit Ihm zur Sicherheit, zu deiner Feinde Truß Und zum gewünschten Schuß Üns, deinen armen Kindern. 3. Sagt mir von erhabnen Thronen, Die beim ewgen Lichte wohnen; Nichts ist gegen Jesum groß. Nennt mir Namen auf der Erden, Wenn sie auch vergöttert werden: Sie find Theil aus seinem Loos. 6. Erbarm dich deiner Chri- 4. Gott, des Weltbaus großer stenheit, Vermehre deine Heer- Meister, Hat die Engel wohl de; Für uns, dein armes Häuf- als Geister Und als Flammen lein, streit, Daß es erhalten um den Thron; Sagt er aber werde. Den Nergernissen wehr; je zu Knechten: Seße dich zu Was dich haßt, befehr; Was meiner Rechten? Nein, er sich nicht beugt, zerbrich; Mach sprach es zu dem Sohn. Christus das Haupt der Kirche. 125 5. Gott ist Herr; der Herr ist kommen; Sag ihm nur: Mein Einer, Und demselben gleichet Herr und Gott! keiner; Nur der Sohn ist ihm ganz gleich. Dessen Stuhl ist unumstößlich, Dessen Leben unauflöslich, Dessen Reich ein ewig Reich. 11. Eil, es ist nicht Zeit zum Schämen! Willst du Gnade? Du sollst nehmen! Willst du Leben? Das soll sein! Willst du erben? Du sollst sehen! 11317 6. Gleicher Macht und glei- Soll der Wunsch aufs höchste cher Ehren Sißt er unter lich- gehen: Willst du Jesum? Er ten Chören Thronend über Che- ist dein! rubim. In der Welt und Himmel Enden Hat er alles in den Händen; Denn der Vater gab es ihm. 12. Allen losgekauften Seelen Solls an keinem Gute fehlen; Denn sie glauben, Gott zum Ruhm. Werthe Worte, theure Lehren! Möcht doch alle Welt dich hören, Süßes Evange lium! 7. Nur in ihm, o Wundergaben! Können wir Erlösung haben, Die Erlösung durch sein Blut. Hörts! Das Leben ist erschienen, Und ein ewiges Verfühnen Kommt in Jesu uns zu gut. 8. Alles dieses nicht alleine; Die begnadigte Gemeine Hat auch ihn zu ihrem Haupt. Er hat sie mit Blut erkaufet, Mit dem Beiste sie getaufet, Und sie lebet, weil sie glaubt. 9. Gebt, o Sünder, ihm die Herzen; Klagt, ihr Kranken, ihm die Schmerzen; Sagt, ihr Armen, ihm die Noth! Wunden müssen Wunden heilen; Heilöl weiß er auszutheilen, Reichthum schenkt er nach dem Tod. 13. Zwar das Kreuz drückt Christi Glieder hier auf kurze Zeiten nieder, Und das Leiden geht zuvor; Doch Geduld! Es folgen Freuden; Nichts kann ſic von Jesu scheiden, und ihr Haupt zieht sie empor. 14. Gehen Ehr und Gut ver= loren, Wird auch gar der Tod geschworen: Schmach und Sterben ist Gewinn. Droht mit Schanden, schreckt mit Beilen: Die nach jenem Kleinod eilen, Sehen über alles hin. 15. Shnen steht ein Himmel offent, Welcher über alles Hoffen, Ueber alles Wünschen ist. Die gereinigte Gemeine Weiß, daß eine Zeit erscheine, Wo fie ihren König küßt. 10. Komm, zum Tod verdammt Geschlechte, Der Gerechte macht Gerechte, Heilge aus der Sünder Rott. Komm, du wirst noch angenommen; Verwahrung; Denn er pflegt Komm getroft, er heißt dich und liebet sie. Ja, bei seinem 16. Auch bis dahin giebt er Nahrung und die Decke zur Die Kirche Christi. Kreuzesstamme Fraget sie, wer schönsten glänzen, Wo viel taunun verdamme; Denn sie rüh- send treue Seelen Dich zu met: Gott ist hie! ihrem Haupt erwählen, Die durchs Scepter deines Mundes, Nach dem Recht des Gnadenbundes, Sich von dir regieren lassen Und, wie du, das Unrecht haffen. 126 17. Jauchz ihm, Menge heilger Knechte; Rühmt, vollendete Gerechte, Und du Schaar, die Palmen trägt, Und du Blutvolk in der Krone, Und du Chor vor seinem Throne, Der die Gottesharfen schlägt! 18. Ich auch auf der tiefsten Stufen, Ich will glauben, reden, rufen, Db ich schon noch Pilgrim bin. Jesus Christus herrscht als König, Alles sei ihm unterthänig! Ehret, lobet, liebet ihn! Phil. Friedrich Hiller, g. 1699, ft. 1769. 4. In dem Reiche deiner Ehren Kann man stets dich loben hören Von dem himmlischen Geschlechte, Von der Menge deiner Knechte, Die dort ohne Furcht und Grauen Dein verklärtés Antlig schauen, Die dich unermüdet preisen Und dir Ehr und Dienst erweisen. 5. O Monarch in dreien Reichen, Dir ist niemand zu vergleichen An dem Ueberfluß der Schäßze, An der Ordnung der Gejege, An Vortrefflichkeit der Gaben, Welche deine Bürger haben. Du beschüßest deine Freunde, Du bezwingest deine Feinde. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 182. König, dem kein König gleichet, Dessen Ruhm kein Mund erreichet, Dem als Gott das Reich gebühret, Der als Mensch das Scepter führet, Dem das Recht gehört zum Throne, Als des Vaters ewgem Sohne, Den so viel Vollkommenheiten Krönen, zieren und begleiten! 2. Himmel, Wasser, Luft und Erde Nebst der ungezählten Heerde Der Geschöpfe in den Feldern, In den Seen, in den Wäldern Sind, Herr über Tod und Leben, Dir zum Eigenthum gegeben. Thiere, Menschen, Geister scheuen, Men- Mel. Ein feste Burg ist unser Gott. 6. Herrsche auch in meinem Herzen Ueber Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen. Laß mich deinen Schutz genießen; Laß mich dich im Glauben küssen, Ehren, fürchten, loben, lieben und mich im Gehorsam üben, hier mit leiden, hier mit streiten, Dort mit herrschen dir zur Seiten. Joh. Jac. Rambach, g. 1693, ft. 1735. ſchenſohn, bein mächtig Dräuen. 183. Solange Chri3. des Gränzen Sieht man dich am ist, Wird seine Kirche dauern; Christus das Haupt der Kirche. 127 Nicht Menschenwiß, noch Macht höhn, Seit du im Himmel sigest, und List Zerstören ihre Mauern. Der starke Gottes- Sohn Hoch auf des Vaters Thron, Der bleibt ihr Schuß und Hort; Vor seinem Geist und Wort Fliehn alle Höllenmächte. Seit du vom ewgen Zion dort Aussendest dein lebendig Wort Und deine Heerde schüßest! Fröhlich, Selig Schaut der Glaube von dem Staube auf zum Sohne. Meine Heimath ist am Throne! 2. Preis dir, o Kirchenoberhaupt! Noch währet deine Gnade. So lang an dich die Kirche glaubt, Verderbet sie kein Schade. Dank dir, Herr Jesu Christ, Daß du noch bei ihr bist, Dein Licht und Recht ihr gönnst, Sie noch zu segnen brennst. Wohl uns des Segensfürsten! 2. Die Sterne leuchten ohne Zahl; Was ist ihr tausendfacher Strahl? Was ist der Glanz der Sonne? Ein Schatten nur von jenem Licht, Das dir vom holden Angesicht Ausgeht mit ewger Wonne! Sende, Spende Deine hellen Lebensquellen reichlich nieder, Großes Haupt, auf deine Glieder. 3. Mit deinem Wort, mit deinem Blut, Das unauflöslich bindet, Hast du ihr Haus, troß Sturm und Flut, Auf 3. Verhüllt den Erdkreis Felsengrund gegründet. Kirche wähltest du Zum Sige deiner Ruh! Du schmücktest sie mit Heil, Gabst ihr zum Erb und Theil Die reichen Himmelsgüter. Die düstre Nacht: Ich weiß, daß dort ein Auge wacht, Das einst um uns geweinet, Das einst für uns im Tode brach; Es ist dein Aug, es bleibet wach, Bis neu die Sonne scheinet. O wer Nunmehr Nimmer klagte, nimmer zagte, seit du wachest Und aus Nächten Tage machest. 4. O sei und bleib ihr Schuß und Hort Zur Weltversuchungsstunde. Es schall in ihr dein Kreuzeswort Mit Kraft aus aller Munde. Erhalte dir zum Ruhm Auch unser Heiligthum, Sein Leuchter wanke nicht; Rein brenne dir sein Licht, Bis Erd und Himmel sinken. 4. Wohin wir ziehn durch Land und Meer, Ein Himmel neigt sich drüber her, Dein Himmel voller Gnaden. Da steigt erhörlich das Gebet, Da wallt man sicher früh und spät Vor Feindeslist und SchaMel. Wie schön leuchtet der 2c. den. Keiner Deiner Auser= allelujah! Wie wählten, Geistbeseelten bleibt lieblich stehn verlassen; Treu will ihn dein Hoch über uns die Himmels- Arm umfassen. Carl Bernh. Garve, g. 1763, st. 1841. 184. S 128 Die Kirche Christi. 5. Wir fliehn zu dir mit allem 6. O felger König, Jesu Schmerz, Zu dir, wenn sich das Christ, Wie wundervoll und arme Herz Abhärmt in bittrer heilig ist, Was uns in dir geReue; Du brichst nicht das zer- schenket! In dir, der Gottes stoßne Rohr, Und wenn der Kinderschirmt, Bleibt unser AnDocht sein Del verlor, So tränkst ker, wenn es stürmt, Auf ewig du ihn aufs neue. Im Licht eingesenket. Hier, hier, Sind Soll nicht Eine fehlen von den wir Festgebunden; unsre StunSeelen, die zum Leben Dir den fliehn in Eile Dann hindein Vater übergeben. auf zum ewgen Heile. Albert Knapp, g. 1798. Bei Einführung von Geistlichen. ( Siehe auch No. 176.) Mel. Wie schön leuchtet der 2c. ihm vertraun, Durch Lehr und 185. Jeſu, Herr der Leben zu erbaun, Gieb WeisHerrlichkeit, heit ihm und Kräfte. Lehr ihn, Du König deiner Christenheit, Hilf ihm Thun und leiden, dulDu Hirte deiner Heerden, Du den, streiten, beten, wachen, siehst auf die erlöste Welt, Ne- Selig sich und uns zu machen. gierst sie, wie es dir gefällt, Sorgst, daß fie selig werden. Von dir Sind wir Auch erwählet, zugezählet den Erlösten, Die du segnen willst und trösten. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, Nach deinem Sinn ihm Hirten giebst, Die es zum Himmel führen Und die voll Eifer, Geist und Kraft, Voll Glaubens, Liebe, Wissenschaft Das Herz der Sünder rühren. Treue Hirten Laß den Seelen niemals fehlen und die Heerden Mit den Hirten selig werden. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn; Laß ihn sein Amt mit Freuden thun; Nichts sei, das ihn betrübe. Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, Gieb uns ein Herz, das folgsam hört, Ein Herz voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer Laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste stehen Und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, Laß unsern Lehrer, unsern Freund, Uns dir entgegen führen. Du giebst ihm unter seine Hand Die Seelen als ein Unterpfand; Laß keine ihn verlieren. Jesu, Hilf du, Beut die Hände, daß am Ende Hirt und Heerde Treu von dir 3. Wir nehmen hier von deiner Hand Den Lehrer, den du uns gesandt. Herr, segne sein Geschäfte! Die Seelen, die sich erfunden werde. Bei Einweihung von Kirchen. 129 6. Sei uns gesegnet, Knecht| zum ewgen Vaterland. Gott mit des Herrn! Du kommst im Na- dir! Amen! Amen! Mit dir men unsers Herrn. In Jesu Gehn wir Durch die Leiden dieChrifti Namen. O Hirte, nimm ser Zeiten zu dem Leben, Das uns bei der Hand; Führ uns uns unser Gott will geben. Joh. Dan. Carl Bickel, g. 1787, st. 1809. Bei Einweihung von Kirchen. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 3. Gott, heilger Geist, du 186. Gott Vater, aller werthes Licht, Wend her dein Dinge Grund, göttlich Angesicht, Daß wir erGieb deinen Vaternamen fund leuchtet werden. Geuß über uns An diesem heilgen Orte. Wie und dieses Haus Dich mit alllieblich ist die Stätte hier! Die mächtgen Flammen aus; Mach Herzen wallen auf zu dir; Hier himmlisch uns auf Erden. Lehist des Himmels Pforte. Woh- rer, Hörer, Kinder, Väter, früne, Throne Hier bei Sündern, her, später gehts zum Sterals bei Kindern, voller Klarheit; ben. Hilf uns Jesu Reich erHeilge uns in deiner Wahrheit. erben. 2. Sohn Gottes, Herr der 4. Dreieinger Gott, Lob, Herrlichkeit, Dies Gotteshaus Dank und Preis Sei dir von ist dir geweiht; O laß dirs allen gleicherweis Für dies wohlgefallen! Hier schalle dein dein Haus gesungen. Du hafts lebendig Wort, Dein Segen geschenkt und auferbaut, Dir walte fort und fort In diesen ists geheiligt und vertraut Mit Friedenshallen. Einheit, Rein Herzen, Händen, Zungen. Ach heit Gieb den Herzen; Angst hier Sind wir noch in Hütten; und Schmerzen tilg in Gnaden; Herr, wir bitten, stell uns Heil uns ganz von Sünden- droben In den Tempel, dich zu schaden. Loben. Albert Knapp, g. 1798. Ausbreitung der Kirche; Mission. Psalm 67. Daß wir erkennen seine Werk 187. Swoll uns Gott Und was ihm lieb auf Ergenädig sein den, Und Jesus Christus, Heil und Stärk, Bekannt den Heiden werde Und sie zu Gott Und seinen Segen geben; Sein Antlit uns mit hellem Schein Erleucht zum ewgen Leben, bekehre. 9 130 Die Kirche Christi. 2. So danken, Gott, und lo- genliebe Und sondern ab, was ben dich Die Heiden überalle; unrein ist, Und mehren jener Und alle Welt die freue sich Flamme Triebe, Die nur auf Und sing mit großem Schalle, dich gerichtet ist. Daß du auf Erden Richter bist 5. Erwecke, läutre und verUnd läßt die Sünd nicht wal- eine Des ganzen Christenvolten; Dein Wort die Hut und kes Schaar Und mach in deiWeide ist, Die alles Volk er- nem Gnadenscheine Dein Heil halten, In rechter Bahn zu noch jedent offenbar. wallen. 6. Du unerschöpfter Quell 3. Es danke, Gott, und lobe des Lebens, Allmächtig starker dich Das Volk in guten Tha- Gotteshauch, Dein Feuermeer ten; Das Land bring Frucht ström nicht vergebens; Ach und bessre sich; Dein Wort laß zünd in unsern Herzen auch. wohl gerathen. Uns segne Vater und der Sohn, Uns segne Gott der heilge Geist; Dem alle Welt die Ehre thu, Vor ihm sich fürate allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen! Martin Luther, g. 1483, ft. 1546. 7. Schmelz alles, was sich trennt, zusammen und baue deinen Tempel aus; Laß leuchten deine heilgen Flammen Durch deines Vaters ganzes Haus. 8. Beleb, erleucht, erwärm, entflamme Doch bald die ganze Mel. Errett mich, o mein lieber 2c. weite Welt Und zeig dich jedem Völkerstamme Als Heiland, Friedefürst und Held. 9. Dann tönen dir von Millionen Der Liebe Jubelharmonien, Und alle, die auf Erden wohnen, Knien vor den Thron des Lammes hin. Joh. Ludwig Fricker, g. 1729, st. 1766. 188. daß doch bald dein Feuer brennte, Du unaussprechlich Liebender, Und bald die ganze Welt erkennte, Daß du bist König, Gott und Herr! 2. 3war brennt es schon in heller Flamme Jeßt hier, jetzt dort in Ost und West, Dir, dem am Kreuz erwürgten LamMel. Fahre fort.:;: me, Ein herrlich Pfingst- und 189. Reich des Herrn:;: 3. Und noch entzünden Him- in vollem Tag! Deiner Strahmelsfunken So manches falte, len Macht erhelle, Was in Totodte Herz Und machen Durstge desschatten lag. Wolk und freudetrunken Und heilen Sünd Zweifelsnebel fälle; Sende Licht und Höllenschmerz, und Wärme nah und fern, Reich des Herrn.:;: gabr 4. Verzehren Stolz und Ei Ausbreitung der Kirche; Mission. 131 2. Siege bald! Komm, 8. Kommt herbei,:,: Frohe das kalte Reich der Nacht Al- Zeiten, säumet nicht, Daß der ler Enden zu zerstören! Sieh, Herr sich offenbare Als der Völes sammelt seine Macht; Doch ker Recht und Licht. Kommt, wer kann den Sieg dir weh- daß alle Welt erfahre, Wie die ren? Denn die Sonne der Ge- Menschenheerd ihr großer Hirt rechtigkeit Führt den Streit.:,: Weiden wird.:,: Carl Bernh. Garve, g. 1763, ft. 1841. 3. Gottes Held,:,: Mit der Gnade Siegsgewalt Schlage Feind an Feind darnieder. Bring in deine Herrschaft bald Alles Abgefallne wieder. Dann umMel. Nun komm, der Heiden Heiland. 190. Malte, walte nah und armen Freud und Friede sich fern, Allgewaltig Wort des Ewiglich.:,: Herrn, Wo nur seiner Allmacht Ruf Menschen für den Himmel schuf. 4. Ueberall:,: Laß bis an der Welten Rand, Laß durch jeden Kreis der Erden Deinen Namen hell erkannt, Deine Kraft verherrlicht werden, Bis du als der Völker Friedefürst Herrschen wirst.:,: 2. Wort vom Vater, der die Welt Schuf und in den Armen hält Und aus seinem Schoß herab Seinen Sohn zum Heil uns gab; 5. Menschenhuld:: Klopft 3. Wort von des Erlösers in deiner milden Brust; Unter Menschenkindern wohnen, Das ist deines Herzens Lust. Nimm, o nimm die Nationen, Nimm zum Wohnsitz alle Länder ein; 4. Kräftig Wort von Gottes Sie sind dein!:.:. Huld, Der der Erde schwere Schuld Durch des heilgen Todes That Ewig weggenommen hat; Geist, Der den Weg zum Himmel weist Und durch seine heilge Kraft Wollen und Vollbringen schafft, 5. Wort des Lebens, stark und rein, Alle Völker harren dein. Walte fort bis aus der Nacht Alle Welt zum Tag erwacht. 6. Aber ihr,:,: Die der König ausgesandt, Geht voran in alle Zonen, Bahnt die Weg und macht bekannt Unter allen Nationen, Wie die Gnade, wo der Herr regiert, Triumphirt.:,: 7. Welch ein Herr!:, Jhm zu dienen, welch ein Stand! Wenn wir seines Dienstes pflegen, Lohnt er unsrer schwachen Hand Armes Werk mit reichem Segen. Wallen wir, so wallt sein Friede mit Schritt vor Schritt.:,: 6. Auf, zur Ernt in alle Welt! Weithin mogt das reife Feld; Klein ist noch der Schnitter Zahl, Viel der Garben überall. 132 Die Kirche Christi. 7. Herr der Ernte, groß und| scheine! Jesus ruft: Es werde gut, Wirk zum Werke Luft und Licht! Jesus hält, was er verMuth, Laß die Völker allzu- spricht. mal Schauen deines Lichtes 6. O des Tags der HerrlichStrahl. Jonath. Fr. Bahnmeier, g. 1774, st. 1841. feit! Jesus Christus, du die Sonne, Und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf! Es werde Licht! Jeſus hält, was er verspricht. Fr. Ad. Krummacher, g. 1768, ft. 1845. Mel. Jefus, meine Zuversicht. 191. Cine Heerde und ein Hirt! Wie wird dann dir sein, o Erde, Wenn sein Tag erscheinen wird! Freue dich, du kleine mel. Ach Herr, mich armen Sünder. Heerde! Mach dich auf und 192. Du Stern in alwas Nächten, er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, Und die Herrlichkeit des Herrn Nahet dämmernd sich den Heiden, Blinde Pilger flehn um Licht. Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, getreuer Hirt, Daß die Nacht zum Tage werde! Ach, wie manches Schäflein irrt Fern von dir und deiner Heerde! Kleine Heerde, zage nicht; Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht Vor des Morgenrothes Helle, Und der Sohn der Wüste fniet Durstend an der Lebensquelle; Ihn umleuchtet Morgenlicht. Jesus hält, was er verspricht. Du Schild in jedem Streit, Du Mann zu Gottes Rechten Im purpurfarbnen Kleid, Verlaß die ewge Hütte Und deiner Engel Reihn Und trag in unsre Mitte Heut deinen Stuhl hinein! 2. Du hast vom Marterhügel Uns huldreich angeblickt Und hast dein fürstlich Siegel Uns an die Stirn gedrückt; Drum wagen wirs und laden Dich ungescheut herbei; Die Allmacht deiner Gnaden Macht uns den Muth so frei. 3. Es ist ein froh Getöne Ringsum im Land erwacht; Drob, wie man uns auch höhne, Das innre Herze lacht; Weinleselieder schwingen Sich durch die öde Welt, Und Sens und Sicheln klingen In deinem Erntefeld. 5. Gräber harren aufgethan. Rauscht, verdorrete Gebeine;} 4. Das klingt so wunderMacht dem Bundesengel Bahn! süße, Das dringt durch Mark Großer Tag des Herrn, er- und Bein. Ei, stünden unsre Ausbreitung der Kirche; Mission. 133 Füße Auch bei den Schnittern| 2. Damit wir Kinder würdein! Ei, wär dein Garben- den, Gingst du vom Vater aus, acker Auch unser Arbeitsplan! Nahmst auf dich unsre Bürden Herr Jesu, mach uns wacker, Und bautest uns ein Haus. Nimm unser Helfen an. Von Westen und von Süden, Von Morgen ohne Zahl Sind Gäste nun beschieden zu deinem Abendmahl. 5. Ob wir gleich kaum geboren, Noch wie im Wieglein ruhn: Auch mit zerstoßnen Rohren kannst du, Herr, Thaten 3. Im schönen Hochzeitskleide, thun. Sieht man auch kaum uns glimmen In deines Vaters Haus: Mit Blißen, Donnern, Stimmen kannst du uns rüsten aus. von allen Flecken rein, Führst du zu deiner Freude Die Völkerschaaren ein; Und welchen nichts verkündigt, Kein Heil verheißen war, Die bringen nun entsündigt Dir Preis und Ehre dar. 4. Du hast den ärmsten Sclaven, Wo heiß die Sonne glüht, Wie deinen andern Schafen Zu Liebe dich gemüht; Und selbſt den öden Norden, Den ewigs Eis bedrückt, zu deines Himmels Pforten Erbarmend hingerückt. 6. Das war ja so dein Wesen Von alten Tagen her, Daß du dir haft erlesen, Was schwach, gebeugt und leer, Daß mit zerbrochnen Stäben Du deine Wunder thatst Und mit geknickten Reben Die Feinde untertratst. 7. Zeigs, Herr, zu jeder Stunde Durch deine Taube an, Wie dir aus unserm Munde Ein jedes dienen kann. Zeigs an, wen du erkoren, Greif in die Schaar hinein. Dir sind wir zugeschworen; Dein sind wir, Amen! dein! Fr. Wilh. Krummacher. 5. Drum kann nicht Ruhe werden, Bis deine Liebe siegt, Bis dieser Kreis der Erden Zu deinen Füßen liegt, Bis du im neuen Leben Die ausgeföhnte Welt Dem, der sie dir gegeben, Vors Angesicht geſtellt. Mel. Wie soll ich dich empfangen. 6. Und siehe, tausend Fürsten Mit Völkern ohne Licht Stehn du zum Heil in der und Nach 193. Derschienen der deinem Angesicht. Auch sie haſt allerärmsten Welt Und von den du gegraben In deinen PrieCherubinen Zu Sündern dich sterschild, Am Brunnquell fie geſellt, Den sie mit frechem zu laben, Der dir vom Herzen Stolze Verhöhnt für seine Huld, quillt. Als du am Marterholze Verföhntest ihre Schuld: 7. So sprich dein göttlich Werde!". Laß deinen Odem 134 no Die Kirche Christi. wehn, Daß auf der finstern sich schwach, Folgt, Herr, dir Erde Die Todten auferstehn, nach lind trägt mit Ehren deine Daß, wo man Gößen fröhnet Schmach. Und vor dem Teufel kniet, Ein willig Volk versöhnet Zu deinem Tempel zieht. 3.0 Herr Jesu, Ehrenkönig, Die Ernt ist groß, der Schnito ter wenig; Drum sende treue 8. Wir rufen, du willst Zeugen aus. Send auch uns hören; Wir fassen, was du hinaus in Gnaden, Viel frohe sprichst. Dein Wort muß sich Gäste einzuladen Zum Mahl bewähren, Womit du Fesseln in deines Vaters Haus. Wohl brichst. Wie viele sind zerbro- dem, den deine Wahl Beruft chen! Wie viele sinds noch zum Abendmahl Jm Reich Gotnicht! O du, ders uns ver- tes! Da ruht der Streit, Da sprochen, Werd aller Heiden währt die Freud, Heut, gestern Licht! und in Ewigkeit. 4. Schau auf deine Millionen, Die noch im Todesschatten wohnen, Von deinem Himmelreiche fern. Seit Jahrtauſenden ist ihnen Kein Evangelium erschienen, Kein gnadenreicher Morgenstern. Glanz der Gerechtigkeit, Geh auf! denn es ist Zeit. Komm, Herr Jesu! Zeuch uns voran Und mach uns Bahn; Gieb deine Thüren aufgethan. 09 110 mor 5. Deine Liebe, deine Wunden, Die uns ein ewges Heil erfunden, Dein treues Herz, das für uns fleht, Wollen wir den 2. Nicht wir haben dich er- Seelen preisen Und auf dein wählet; Du selbst hast unsre Kreuz so lange weisen, Bis es Zahl gezählet Nach deinem ew- durch ihre Herzen geht. Denn gen Gnadenrath. Unsre Kraft kräftig ist dein Wort; Es richist schwach und nichtig, Und tet und durchbohrt Geist und keiner ist zum Werke tüchtig, Seele. Dein Joch ist süß, Dein Der nicht von dir die Stärke Geist gewiß, Und offen steht hat, Drum brich den eignen dein Paradies. Sinn, Denn Armuth ist Gewinn Für den Himmel. Wer in 6. Heiland, deine größten Dinge Beginnest du still und Albert Knapp, g. 1798. Mel. Wachet auf! ruft uns die zc. 194. Einer ists, an dem wir hangen, Der für uns in den Tod gegangen Und uns erkauft mit seinem Blut. Unsre Leiber, unsre Herzen Gehören dir, o Mann der Schmerzen; In deiner Liebe ruht sichs gut. Nimm uns zum Eigenthum; Bereite dir zum Ruhm Deine Kinder. Verbirg uns nicht Das Gnadenlicht Von deinem heilgen Angesicht. Ausbreitung der Kirche; Mission. 135 geringe. Was sind wir Armen,| und hat die Noth Der Sünder Herr, vor dir? Aber du wirst angeblicket, Betet, Rettet, Heilt für uns streiten Und uns mit und segnet und begegnet seinen deinen Augen leiten; Auf deine Armen Als ein Heiland voll Kraft vertrauen wir. Dein Senf- Erbarmen. korn, arm und klein, Wächstendlich ohne Schein Doch zum Baume, Weil du, Herr Christ, Sein Hüter bist, Dem es von Gott vertrauet ist. Albert Knapp, g. 1798. 4. Längst ist in seinem ewgen Rath Für sie zu seinem Reich der Pfad Gezeichnet und gebahnet. Ohnmächtig droht der Feinde Hohn; Schnell steht in Herrlichkeit sein Thron, Wo niemand es geahnet. Selig, Selig, Wer da trauet, bis er schauet; wer sich mühet, Bis sein Gott vorüber ziehet! 195. Mad Mel. Wie schön leuchtet der 2c. acht weit die Pforten in der Welt! Ein König ists, der 5. Die ihr von Christi Hause Einzug hält, Umglänzt von seid, Kommt, schließet nun mit Gnad und Wahrheit. Wer von Freudigkeit Den Bund in seider Sünde sich gewandt, Wer nem Namen. Laßt uns auf seine auf vom Todesschlafe stand, Hände schaun, An seinem Reiche Der siehet seine Klarheit. Seht muthig baun. Sein Wort ist ihn Weit hin Herrlich streiten, Ja und Amen. Flehet, GeLicht verbreiten; Nacht zer- het, Himmelserben anzuwerben. streut er, Leben, Fried und Wonne beut er. Harret, ringet; Jesus ist es, der euch dinget. 2. Es jauchzt um ihn die frohe Schaar, Die lang in schweren Fesseln war; Er hat sie frei gegeben. Blind waren sie und sehen nun; Zahm waren sie und gehen nun; Todt waren sie und leben. Köstlich, Tröstlich Allen Kranken, ohne Wanken, ohne Schranken Walten seine Heilsgedanken. 6. O du, den unsre Sünde schlug! Wann wird doch deines Lobs genug Auf dieser Welt erschallen! Wann wird der Völter volle Zahl Jm ungetrübten Sonnenstrahl Zu deinem Tempel wallen, Wo dich Freudig Alle kennen, Jesus nennen, dir geboren, Dir auf ewig zugeschworen! 3. Noch liegt vor ihm so tief und schwer Der Sünden unge heures Heer, Das tausend Völter drücket. Um Rache schreit es auf zu Gott; Doch lebet er Paradies Und bittre Quellen 7. Wir harren dein; du wirst es thun; Dein Herz voll Liebe kann nicht ruhn, Bis alles ist vollendet. Die Wüste wird zum 136 Die Kirche Christi. strömen süß, Wenn du dein denpfad; Strahle Tröftung in Wort gesendet. Zu dem Stur- den Jammer, Der die Welt umme Sprichst du: Schweige! dunkelt hat. D erleuchte, ewges Meer, verseige! Flammen, Wort, Ost und West und Süd zündet! Tempel Gottes, sei und Nord. gegründet! Albert Knapp, g. 1798. Mel. Gott des Himmels und der zc. 196. Nicht, das in die Welt gekommen, Sonne voller Glanz und Pracht, Bes Leuchte sein. 6. Und erquick auch unsre Seelen; Mach die Augen hell und klar, Daß wir dich zum Lohn erwählen. Vor den Stolzen uns bewahr; Ja, laß deinen Himmelsschein Unsers FuMorgenstern, aus Gott entglommen, Treib hinweg die alte Nacht. Zeuch in deinen Wun- mel. Wachet auf! ruft uns die 2c. derschein Bald die ganze Welt hinein. 197. Rönig Jesu, streialles bald dir unterliege, Was te, siege, Daß lebt und webt in dieser Welt.Blick auf deine Friedensboten; Baß wehen deinen Lebensodem Durchs ganze weite Todtenfeld. Erhöre unser Flehn Und laß es bald geschehn. Amen! Amen! 3. Heile die zerbrochnen Her- So rühmen wir und jauchzen, Baue dir Jerusalem Und zen dir Ein Hallelujah für verbinde unsre Schmerzen; und für. Denn so ist dirs angenehm. Herr, thu auf des Wortes Thür; Nufe allen: Kommt zu mir! 2. Gieb dem Wort, das von dir zeuget, Einen recht gepriesnen Lauf, Daß noch manches Knie sich beuget, Sich noch manches Herz thut auf, Eh die Zeit erfüllet ist, Wo du richtest, Jesu Christ. Rud. Stier, g. 1800. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 198.& lebe Jesu Christi Nuhm! Sein 4. Es sei keine Sprach noch ewges Evangelium Müss alle Rede, Da man nicht die Stim- Welt durchtönen. Mit Engelme hört, und kein Land so fern schwingen fleucht es schon, Ruft und öde, Wo nicht dein Gefeb sie lehrt. Laß den hellen Freudenschall, Laß ihn ausgehn überall. durch die Welt in süßem Ton: Laßt euch mit Gott versöhnen! Amen! Amen! Völker alle, folgt dem Schalle, daß die 5. Geh, du Bräutgam, aus Erde Voll Erkenntniß Gottes der Kammer, Laufe deinen Hel- werde. XII. gnadenmittel. 1. Bort Gottes. Mel. Es ist das Heil uns kommen 5. Deffn uns die Ohren und her. das Herz, Daß wir dein Wort 199. Wir Menschen find zu dem, o Gott, Was geistlich ist, untüchtig. Dein Wesen, Wille und Gebot Ist viel zu hoch und wichtig. Wir wissens und verstehens nicht, Wo uns dein göttlich Wort und Licht Den Weg zu dir nicht weiset. recht faſſen, In Lieb und Leid, in Freud und Schmerz Es aus der Acht nicht lassen, Daß wir nicht Hörer nur allein Des Wortes, sondern Thäter sein, Frucht hundertfältig bringen. 2. Drum sind vor Zeiten ausgesandt Propheten, deine Knechte, Daß durch dieselben würd bekannt Dein heilger Will und Rechte. Zum letzten ist dein einger Sohn, D Vater, von des Himmels Thron Selbst kommen, uns zu lehren. 137 3. Für solches Heil sei, Herr, gepreist! Laß uns dabei verbleiben Und gieb uns deinen heilgen Geist, Daß wir dem Worte gläuben, Dasselb annehmen jederzeit Mit Sanftmuth, Ehre, Lieb und Freud, Als Gottes, nicht der Menschen. 6. Am Weg der Same wird sofort Vom Teufel hingenommen; In Fels und Steinen fann das Wort Die Wurzel nicht bekommen; Der Same, der in Dornen fällt, Von Sorg und Wollust dieser Welt Verdirbet und ersticket. 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich Dem guten fruchtbarn Lande Und sein an guten Werken reich In unserm Amt und Stande, Viel Früchte bringen in Geduld, Bewahren deine Lehr und Huld, In feinem, gutem Herzen. 8. Laß uns, so lang wir leben hier, Den Weg der Sünder meiden. Gieb, daß wir halten fest an dir In Anfechtung und Leiden. Rott aus die Dor4. Hilf, daß der losen Spötter Hauf Uns nicht vom Wort abwende; Denn ihr Gespött nen allzumal, Hilf uns die Weltsammt ihnen drauf Mit Schrek- sorg überall Und böse Lüfte ken nimmt ein Ende. Gieb du dämpfen. selbst deinem Worte Kraft, Daß deine Lehre in uns haft, Auch reichlich bei uns wohne. 9. Dein Wort, o Herr, laß allweg sein Die Leuchte unsern Füßen. Erhalt es bei uns klar 138 und rein. Hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rath und Trost in aller Noth, Daß wir im Leben und im Tod Beständig darauf trauen. Gnadenmittel; Wort Gottes. Glauben üben. Drum fort und fort wir dieses Wort Von Herzen sollen lieben. 4. Jm Kreuz giebts Luft, in Traurigkeit Zeigt es die Freu10. Gott Vater, laß zu dei- denquelle. Den Sünder, dem ner Ehr Dein Wort sich weit sein Sünd ist leid, Entführet ausbreiten. Hilf, Jesu, daß es der Hölle; Giebt Trost an uns deine Lehr Erleuchten mög Hand, macht auch bekannt, Wie und leiten. O heilger Geist, man soll willig sterben, Und dein göttlich Wort Laß in uns wie zugleich das Himmelreich wirken fort und fort Glaub, Lieb, Geduld und Hoffnung. Dav. Denicke, g. 1603, ft. 1680. Durch Christum zu ererben. 5. Sieh, solchen Nuß, jo große Kraft, Die nimmer ist zu schäßen, Des Herrn Wort in Mel. Durch Adams Fall ist ganz sc. uns wirkt und schafft; Darum 200. Herr Sebaoth, wir sollen setzen Zurück Gold, dein heilig was die Welt Wort, Welchs du uns hast ge- herrlich pflegt zu achten, Und geben, Daß wir darnach an al- jederzeit, in Lieb und Leid, lem Ort Solln richten Lehr Nach dieser Perle trachten. und Leben, Ist worden fund aus deinem Mund, Und in der Schrift beschrieben Rein, schlecht und recht durch deine Knecht, Vom heilgen Geist getrieben. 2. Das Wort, welchs jetzt in Schriften steht, Ist fest und unbeweglich. Zwar Himmel und die Erd vergeht, Gotts Wort bleibt aber ewig; Kein Höll, kein Plag, noch jüngster Tag es Drum denen soll sein ewig wohl, Die 201. Sie eble Gabe, Mel. O du Liebe meiner Liebe. err, dein Wort, sich darnach recht richten. 3. Es ist vollkommen, hell Diesen Schaß erhalte mir; Denn und klar, Die Nichtschnur rei- ich zieh es aller Habe und dem ner Lehre. Es zeigt uns auch ganz offenbar Gott, seinen Dienst und Ehre, Und wie man soll hie leben wohl, Lieb, Hoffnung, 6. Nun, Herr, erhalt dein heilig Wort, Laß uns sein Kraft empfinden. Den Feinden steur an allem Ort, Zeuch uns zurück von Sünden; So wollen wir dir für und für Von ganzem Herzen danken. Herr, unser Hort, laß uns dein Wort Fest halten und nicht wanken. Chr. Knorr v. Roſenroth, g. 1686, ft. 1689. größten Reichthum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, Worauf soll der Glaube ruhn? Mir ists nicht um tau Gnadenmittel; send Welten, Aber um dein Wort zu thun. 2. Hallelujah! Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, Daß ich mög in deinem Namen Fest bei deinem Worte stehn. Laß mich eifrig sein beflissen, Dir zu dienen früh und spat, Und mich stets zu deinen Füßen Sigen, wie Maria that. Wort Gottes. 139 4. Diesem Worte will ich trauen Und darauf beständig schauen; Sonst ist doch kein Licht vorhanden. Fremde Lehre macht zu Schanden; Aber dein Geseß und Gnade Leitet mich im rechten Pfade. Herr, mein Glauben und mein Lieben Hat den Grund: Es steht geschrieben. Nic. Ludwig, Graf v Zinzendorf, g. 1700, #t. 1760. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 202. 5. Lehre mich dein Wort betrachten, Mit Begierde darauf achten. Lehre michs im Geist verstehen; Laß es mir zu Herrediger der füzen gehen. Mache, daß ichs fröhBen Lehre, Die lich glaube, Mir den Zweifel ich mit Erstaunen höre; Gro- nie erlaube; Daß ich mit GeBer Arzt der Menschenkinder, horsam ehre Und sonst keine Du Evangelist der Sünder Und Stimme höre. Prophet des neuen Bundes, Laß die Worte deines Mundes, Deine Stimme an die Heerden Mir zu Geist und Leben werden. 6. Laß dein Wort mich kräftig laben, Fest es in der Seele haben; Deine Wahrheit nicht zerrütten, Keine Kraft davon verschütten; Fest an der VerheiBung bleiben, Die Gebote willig treiben; Keinen Schritt vom Worte weichen, Deines Weges Ziel erreichen. 7. Was die Welt bekennt und lehret, Was mein Herz erdenkt und ehret, Was der böse Geist erdichtet, Wird von Gottes Wort gerichtet. Weg mit euch, ihr falschen Geister! Mir ist gnug an einem Meister! Wißt, daß euch der Fluch verzehret, Wenn ihr 2. Deine beiden Testamente Mache mir zum Elemente. Sende deines Geistes Treiben, Mir dein Wort ins Herz zu schreiben; Denn es ist auf alle Weise Meiner Seele beste Speise. Wer kann sonst vom ewgen Leben Meinem Herzen Nachricht geben? 3. Herr, dein Wort ist wie ein Hammer, Schlägt und zeigt den Seelenjammer. Es erquickt mich, wie der Regen, Leuchtet mir auf allen Wegen, Stärket selbst auch Engel wäret. meines Geistes Kräfte, Schmeckt wie Milch und Honigsäfte, Ist ein Stab für matte Glieder Und ein Schwert dem Feind zuwider. 8. Selig, selig sind die Seelen, Die sich sonst kein Licht erwählen, Als allein das Wort des Lebens! Diese glauben nicht 140 Gnadenmittel; Wort Gottes. vergebens, Weil sie Gottes Nath 4. Wer Ohren hat, der höre ergründen Und sein Herz im zu! Die Augen lehret lesen Und Worte finden. O, ein unschäß- laßt dem Herzen keine Ruh, bares Wissen! Andre Weisheit Bis alles blinde Wesen Wie kann ich missen. Schatten vor dem Licht entflieht, Ja, bis der Glaube Jesum sieht Und seine Gnade schmecket. 9. Licht und Kraft und Muth und Freude, Wahrer Trost im tiefsten Leide, Schuß vor allerlei Gefahren und ein ewiges Bewahren: Das sind dieses Wortes Früchte. Alles andre wird zunichte; Alles andre muß vergehen; Gottes Wort bleibt ewig stehen. Ernst Gottl. Woltersdorf, g. 1725, tt. 1761. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 203. Wie felig ist das Volkdes Herrn, Weil er fie selber lehret! Wie fagt er uns so herzlich gern, Was man mit Freuden höret! Gesetz und Evangelium Erzählet seines Namens Ruhm Und leuchtet unsern Wegen. 2. Wie manches Volk, wie manches Land Liegt noch in Finsternissen, die das, was Gott an Nicht 5. Wer so das Wort zu Herzen faßt und seine Seele weidet, Dem wird die Sündenlust zur Last, Daß er fie flieht und meidet. Er kommt und sucht das höchste Gut, Und was er selber glaubt und thut, Das lehrt er seine Kinder. 6. Mein Abba, schenke folchen Sinn und recht gefunden Glauben Mir, der ich sonst so träge bin, Das Himmelreich zu rauben. Ach, schütte deinen Segen aus, Daß durch dein Wort mein ganzes Haus Im Glauben selig werde. Ernst Gottl. Woltersdorf, g. 1725, ft, 1761. SHIT Mel. Was Gott thut, das ist zc. 204. Dein Wort, o milhören und nicht wissen! So danke doch, wer danken kann, Und bete den mit Jauchzen an, Der uns sein Licht gegeben. der Thau Für troftbedürftge Seelen. Laß feiner Pflanze deiner Au Den Himmelsbrunnen fehlen. Erquickt durch ihn Laß jede blühn Und in der Zukunft Tagen Dir Frucht und Samen tragen. 3. Erwache, Volf, und schlafe nicht! Die Wohlthat ist zu theuer. Verächter frißt das Zorngericht Und straft mit 2. Dein Wort ist, Herr, ein ewgem Feuer. Wer seine Seele Flammenschwert. Ein Hammr, retten will, Der sei begierig, der Felsen spaltet, Ein Feuer, fanft und still Und lerne gleich das im Herzen zehrt Und Mark den Kindern. und Bein durchschaltet. O laß Zu Anfang des Gottesdienstes. 141 dein Wort Noch fort und fort| 5. Auf immer gilt dein SeDer Sünde Macht zerscheitern Und alle Herzen läutern! 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern Für unsre Pilgerreise. Es führt die Thoren hin zum Herrn Und macht die Einfalt weise. Dein Himmelslicht Verlösch uns nicht Und leucht in jede Seele, Daß keine dich verfehle. 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht; Da ward das Wort der Gnade Mein Labsal, meine Zuversicht, Die Fackel meiner Pfade. Sie zeiget mir Den Weg zu dir Und leuchtet meinen Schritten Bis zu den ewgen Hütten. POS gensbund: Dein Wort ist Ja und Amen. Nie weich es uns aus Herz und Mund Und nie von unserm Samen. Laß immerfort Dein helles Wort In allen Lebenszeiten Uns trösten, warnen, leiten. 6. O sende bald von Ort zu Ort Den Durst nach deinen Lehren. Send Hunger, Herr, dein Lebenswort Und deinen Geift zu hören; Und send ein Heer Von Meer zu Meer, Der Herzen Durst zu stillen Und dir dein Reich zu füllen. Carl Bernh. Garve, g. 1763, st. 1841, Zu Anfang des Gottesdienstes. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem 2c. 206. Herri zu uns 205. Gott, du höchJesu Christ, fter Gnaden- wend, Dein heilgen Geist du hort, Verleih, daß uns dein zu uns send; Mit Hülf und göttlich Wort Von Ohren so zu Herzen dring, Daß es sein Kraft und Schein vollbring. Gnad er uns regier Und uns den Weg zur Wahrheit führ. 2. Thu auf den Mund zum 2. Der einge Glaub ist diese Lobe dein, Bereit das Herz zur Kraft, Der fest an Jesu Christo Andacht fein; Den Glauben haft; Die Werk der Lieb find mehr, stärk den Verstand, Daß dieser Schein, Dadurch wir uns dein Nam werd wohlbeChristi Jünger sein. fannt; 3. Verschaff bei uns auch, lieber Herr, Daß wir durch dei nen Geist je mehr In deinr Erfenntniß nehmen zu Und endlich bei dir finden Ruh. Conr. Huber, um 1560. dich 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr! Und schauen dich von Angesicht In ewger Freud und selgem Licht. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, Sammt heilgen Gnadenmittel; Wort Gottes. 142 Geist in einem Thron; Der heiligen Dreifaltigkeit Sei Lob und Preis in Ewigkeit. thür, Zeuch mein Herz durch dein Wort zu dir. Laß mich dein Wort bewahren rein, Laß mich dein Kind und Erbe sein. 2. Dein Wort bewegt des Mel. Gott des Himmels und der ic. Herzens Grund, Dein Wort 207. Alle Welt, was macht Leib und Seel gesund, Dein Wort ists, das mein Herz erfreut, Dein Wort giebt Trost und Seligkeit. lebt und webet Und in Feld und Häusern ist, Was nur Zung und Stimm erhebet, Jauchze Gott zu jeder 3. Ehr sei dem Vater und Frist. Dienet ihm, wer dienen kann; Tret't mit Luft vor ihm heran. dem Sohn, Dem heilgen Geist in einem Thron; Der heiligen Dreieinigkeit Sei Lob und Preis in Ewigkeit. Joh. Olearius, g. 1611, st. 1684. Wilhelm II., Herzog zu Sachsen- Weimar, g. 1598, st. 1662. 2. Sprecht: Der Herr ist unser Meister; Er hat uns aus Nichts gemacht, Er hat unsern Leib und Geister An das Licht 209 Liebſter Jeſu, wir Dich sind Allmacht Ruhm, Seine Schaf und Eigenthum. 3 Gehet ein zu seinen Pforten, Geht durch seines Vorhofs Gang. Lobet ihn mit schönen Worten, Saget ihm Lob, Preis und Dank; Denn der Herr ist jederzeit Voller Gnad und Gütigkeit. 4. Gott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, Daß dein Ruhm bei uns groß werde, Beistand selbst und Hülf uns leist. Gieb uns Kräfte und Begier, Dich zu preisen für und für. Joh. Frand 8. 1618, t. 1677. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns 2c. err, öffne mir 208. Herbie Herzensund dein Wort anzuhören. Lenke Sinnen und Begier Auf die süßen Himmelslehren, Daß die Herzen von der Erden Ganz zu dit gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand Ist mit Finsterniß umhüllet, Wo nicht deines Geistes Hand Uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, thun und dichten Mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlichfeit, Licht vom Licht, aus Gott geboren, Mach uns alleſammt bereit, Deffne Herzen, Mund und Ohren. Unser Bitten, Flehn und Singen Laß, Herr Jesu, wohl gelingen. Tob. Clausnißer, g 1619, st. 1684. P Zu Anfang des Gottesdienstes. 143 Mel. Gott des Himmels und der 2c.| Himmelsbrod, Tröste mich in 210. Thut mir auf die aller Noth. schöne Pforte, 7. Deffne mir die grünen Führet mich in Zion ein. Ach, Auen, Daß dein Lamm sich wie wird an diesem Orte Meine weiden kann. Lasse mir dein Seele fröhlich sein! Hier ist Manna thauen, Zeige mir die Gottes Angesicht, hier ist lau- rechte Bahn Hier in diesem ter Trost und Licht. Jammerthal Zu des Lammes Ehrensaal. Benj. Schmolf, g. 1672, ft. 1787. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen: Komme du nun auch zu mir. Wo du Wohnung hast genommen, Da ist lauter Him- Mel. Liebster Jefu, wir sind hier. mel hier. Zeuch doch in mein 211. Sende, Bater, es Tempel sein. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten; Heilge du Leib, Seel und Geist, Daß mein Singen und mein Beten Ein gefällig Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, Zeuch das Herze ganz empor. Da ich vor dein Antlig trete, Daß, wie du mich selber heißt, Jch im Geist und Wahrheit bete. Lehre mich dich recht erkennen Und dich Abba, Vater, nennen. 4. Mache mich zum guten Lande, Wenn dein Samkern auf mich fällt. Gieb mir Licht in dem Verstande, Und was mir wird vorgestellt, Präge meinem Herzen ein, Laß es mirzurFrucht 3. Heilger Geist, erleuchte gedeihn. 2. Süßer Jesu, hilf du mir, Daß ich bet in deinem Namen, Daß, was Gott verheißt in dir, Mir auch werde Ja und Amen. Sprich für mich und laß mich sehen Dich zur Rechten Gottes stehen. mich Und entzünde mein Verlangen, Daß ich Gottes Huld durch dich Voller Inbrunst mög empfangen. Brich die Trägheit, zeuch die Sinnen Aus der Welt zu dir von hinnen. 4. Heilige Dreieinigkeit, Ur sprung aller guten Gaben, Laß mich wahre Freudigkeit Und im Herzen Zeugniß haben, Daß du stets nach deinem Willen Wolleft meine Bitt erfüllen. Joh Herm. Schrader, g. 1684, ft. 1737 5. Stärk in mir den schwachen Glauben; Laß dein theures Kleinod mir Nimmer aus dem Herzen rauben. Halte stets dein Wort mir für, Daß es mir zum Leitstern dient Und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören Und dein Wille werd erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, Wenn der Brunn des Lebens quillt. Speise mich mit Gnadenmittel; Wort Gottes. 144 212. Bich ehren wir ewig gnädig ſei. Mel. Herr Jesu Christ, meins 2c. runn alles Heils, Und öffnen unsern Mund vor dir. Aus deiner Gottheit Hei ligthum Dein hoher Segen auf uns komm. 2. Der Herr, der Schöpfer, bei uns bleib. Er segne uns nach Seel und Leib, Und uns behüte seine Macht Vor allem Uebel Tag und Nacht. 3. Der Herr, der Heiland, unser Licht, Uns leuchten laß sein Zum Schluß des Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. 213. Laß mich dein ſein Angesicht, Daß wir ihn schaun und glauben frei, Daß er uns 4. Der Herr, der Tröster, ob uns schweb, Sein Antlig über uns erheb, Daß uns sein Bild werd eingedrückt, Und geb uns Frieden unverrückt. 5. Jehovah, Vater, Sohn und Geist, D Segensbrunn, der ewig fleußt, Durchfleuß Herz, Sinn und Wandel wohl; Mach uns deins Lobs und Se gens voll. Gerh. Terstegen, g. 1697, st. 1769. Gottesdienstes. ne unser Thun und Lassen; Seg ne uns mit ſelgem Sterben Und und bleiben, Du mach uns zu Himmelserben. Hartm. Schenck, g. 1634, ft. 1681. treuer Gott und Herr. Von dir laß mich nichts treiben; Halt mich bei deiner Lehr. Herr, laß Mel. Wie schön leuchtet der 2c. mich nur nicht wanken, Gieb 215. Geh auf, du heller Dafür will ich dir danken In alle Ewigkeit. Nic. Selnecker, g. 1532, ft. 1593. In allen Herzen nah und fern, Daß jeder dich erkenne; Daß deine ganze Christenheit In Lieb Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. und Glaubenseinigkeit Und heil214. Unsern Ausgang gem Eifer brenne. Schöpfer, fegne, Gott, Retter, Dein Erbarmen gab Unsern Eingang gleichermaßen; uns Armen neues Leben; Leben Segne unser täglich Brod, Seg- wollst du allen geben. 2. Sacramente. THE a. Die heilige Laufe. 216. Christ, unser Herr, nahm, Sein Werk und Amt zum Jordan kam, zu' rfüllen. Da wollt er stiften Nach seines Vaters Willen; uns ein Bad, Zu waschen uns Von Sanct Johanns die Taufe von Sünden, Ersäufen auch Die heilige Taufe. den bittern Tod Durch sein selbst Blut und Wunden; Es galt ein neues Leben. 2. Sein Jüngern heißt der Herre Christ: Geht hin, all Welt zu lehren, Daß sie verlorn in Sünden ist, Sich soll zur Buße kehren. Wer gläubet und sich taufen läßt, Soll dadurch selig werden; Ein neugeborner Mensch er heißt, Der nicht mehr könne sterben, Das Himmelreich soll erben. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 217. Liebster Jefu, hier find wir, Deinem Worte nachzuleben. Dieses Kindlein kommt zu dir, Weil du den Befehl gegeben, Daß man sie zu dir hinführe; Denn das Himmelreich ist ihre. 145 3. Darum eilen wir zu dir. Nimm dies Pfand von unsern Armen; Tritt mit deinem Glanz herfür Und erzeige dein Erbarmen, Daß es dein Kind hier auf Erden Und im Himmel möge werden. 3. Das Aug allein das Wasser sieht, Wie Menschen Wasfer gießen. Der Glaub im Geist die Kraft versteht Des Blutes Jesu Christi; Und ist vor ihm ein rothe Flut, Von Christi Blut gefärbet, Die allen Schaden heilen thut, Von Adam her saß drinnen. geerbet, Auch von uns selbst begangen. Martin Luther g. 1483, ft 1546. 2. Ja, es schallet allermeist Dieses Wort in unsern Ohren: Wer durch Wasser und durch Geist Nicht zuvor ist neu geboren, Wird von dir nicht auf genommen und in Gottes Reich nicht kommen. 4. Wasch es, Jesu, durch dein Blut Von den angeerbten Flekken; Und zugleich mit dieser Flut Laß es dein Verdienst bedecken. Schenk ihm deiner Unschuld Seide, Daß es ganz in dich sich kleide. 5. Mache Licht aus Finsterniß, Seß es aus dem Zorn zur Gnade; Heil den tiefen Schlangenbiß Durch die Kraft im Bunderbade. Laß hier einen Jordan rinnen, So vergeht der Aus6. Hirte, nimm dein Schäflein an; Haupt, mach es zu deinem Gliede; Himmelsweg, zeig ihm die Bahn; Friedefürst, sei du sein Friede; Weinstock, hilf, daß dieser Nebe Stets im Glauben dich umgebe. 7. Nun, wir legen an dein Herz, Was von Herzen ist gegangen. Führ die Seufzer hinmelwärts Und erfülle das Verlangen. Ja, den Namen, den wir geben, Schreib ins Lebensbuch zum Leben. Benj. Schmolk. g. 1672, ft. 1737. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier 218. Gott und Bater, Dieses Kind von unsern Armen. 10 146 Gnadenmittel; Sacramente. Nimm es auf in deinen Bund der Erden Deinem Vorbild Und erzeig ihm dein Erbarmen, ähnlich werden. Daß es alle Lebenstage Deiner Kindschaft Zeichen trage. 3. Und du, werther heilger Geist, Schenk ihm deine Gna2. Wasch es rein mit deinem denkräfte. Treibe, wiedein Bund Blut, Treuer Jesu, von den verheißt, Selbst in ihm das Sünden. Laß in seiner Taufe Heilsgeschäfte, Daß es stets an Flut Den geerbten Fluch ver- Jesu Leibe Ein lebendig Gliedschwinden Und sein Leben auf maß bleibe. Jeg om Der Taufbund. unic Mel. Wer nur den lieben Gott 2c.| ihn überschreite, So laß mich ch bin getauft dein zu an, Wenn nicht verloren gehn. Nimm mich, ich hab einen Fall gethan. 219. 219. men, Gott Vater, Sohn und heilger Geist. Ich bin gezählt zu deinem Samen, Zum Volt, das bir geheiligt heißt. Ich bin in Chrifti gesenkt, Ich bin mit seinem Geist beschenkt. 2 Du hast zu deinem Kind und Erben, Mein lieber Vater, mich erklärt. Du hast die Frucht von deinem Sterben, Mein treuer Heiland, mir gewährt. Du willst in aller Noth und Bein, D guter Geist, mein Tröster sein. 3. Doch hab auch ich dir Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt. Ich habe mich aus reinem Triebe Dein Eigenthum zu sein gewagt; Hingegen sagt ich bis ins Grab Des Satans schnöden Werten ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite Bleibt dieser Bund wohl feste stehn; Wenn aber ich 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue Und nimm Besitz von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, Der nicht, Herr, deinen Willen thut. 6. Weich, weich, du Fürst der Finsternissen! Ich bleibe mit dir unvermengt. Hier ist zwar ein befleckt Gewissen, Jedoch mit Jesu Blut besprengt. Weich, eitle Welt, du Sünde, weich! Gott hört es: Ich entsage euch. 7. Laß diesen Vorsat nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und heilger Geist. Halt mich in deines Bundes Schranken, Bis mich dein Wille sterben heißt; So leb ich dir, so sterb ich dir, So lob ich dich dort für und für. 0890 Joh. Jac. Rambach, g. 1693, ft. 1735. Confirmationslieder. Confirmationslieder. 5. Dieses alles ist gegründet 220. mein an Troſt Nicht auf mein Verdienst und n empfindet, Was an Fried und Freud und Stärk, Herr, das dank ich deinem Blute, Das allein kommt mir zu gute. Ich bin dein und du bist mein; Ich will feines andern sein! Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Kesu, meiner Seelen 147 nes Herzens höchste Freud, Dir will ich mich jetzt ergeben Ganz und bis in Ewigfeit. Meinen Gott will ich dich nennen Und vor aller Welt bekennen, Daß ich dein bin und du mein; Ich will keines andern sein! 6. Drum, ich sterbe oder lebe, Bleib ich doch dein Eigenthum. Du bist meiner Seelen Ruhm, An dich ich mich ganz ergebe; Meine Zuversicht und Freude, Meine Süßigkeit im Leide. Ich bin dein und du bist mein; Ich will keines andern sein! Nach Christ. Scriver, g. 1629, ft. 1693. 2. Deine Güt hat mich um: fangen Eh, als mich die Welt empfing. Dir bin ich schon angehangen, Als an Mutterbrust ich hing; Bin getauft auf deinen Namen, Bin gezählt zu deinem Samen. Ich bin dein und du bist mein; Ich will keines an- mel. Dir, dir, Jehovah, will ich sc dern sein! 3. Frr ich, ſucht mich deine 221. Dir ewge Treue Liebe; Fall ich, hilfet sie mir auf; Ist es, daß ich mich betrübe, Tröst sie mich in meinem Lauf; Bin ich arm, giebt sie mir Güter; Haßt man mich, ist sie mein Hüter. Ich bin dein und du bist mein; Ich will keines andern sein! zu geloben, Sind wir versammelt hier im Heiligthum. Das Herz zu dir, o Herr, erhoben, Bringt dir gerührt Anbetung, Preis und Ruhm. O Heiland, nimm dich unsrer Schwachheit an; Führ uns zum Licht, leit uns auf ebner Bahn. 4. Dein Geist zeiget mir das 2. Wir sind auf dich, o Herr, Erbe, Das mir droben beige- getaufet. Du nahmst uns schon legt. Ich weiß, wenn ich heute als zarte Kinder an; Du hast sterbe, Wo man meine Seel hin- so theuer uns erkaufet, Als trägt: Zu dir, Jesu, in die einst dein Blut herab vom KreuFreude. Troß, daß mich was ze rann. Wir glauben fest, du von dir scheide! Ich bin dein bist auch jetzt nicht fern Und und du bist mein; Ich will hörest unser schwaches Flehen keines andern sein! gern. 148 Gnadenmittel; Sacramente. 3. Dir schmücken heut sich 4. Wenn wir betend nahn, unsre Herzen: Zieh ein, du Kö- Segen zu empfahn, Wollest nig, voller Herrlichkeit! Von du auf unsre Bitten Uns mit Erdenfreuden, Erdenschmerzen Segen überschütten. Licht und Zieh uns hinauf zum Glanz der Kraft und Ruh Strömen dann Ewigkeit. Nimm unser Herz! uns zu. Wir bringen dir es dar; Wir 5. Gieb auch, daß dein Geist, opfern dir es selbst jetzt am Altar. Wie dein Wort verheißt, Unauflöslich uns vereine Mit der 4. Wir flehen, Herr, in dieser gläubigen Gemeine, Bis wir Stunde: Weich nicht von uns, dort dich sehn Und dein Lob wenn uns Anfechtung naht. Er- erhöhn. halte uns in deinem Bunde; Laß uns im Glauben gehn des Lebens Pfad. Dann stehn wir einst verklärt vor deinem Thron, Um zu empfahn des ewgen Lebens Kron. Em. Christ. Gottl. Langbecker, g. 1792. 2. Mach uns selbst bereit; Gieb uns Freudigkeit, Unsern Glauben zu bekennen Und dich unsern Herrn zu nennen, Def sen theures Blut Floß auch uns zu gut. Sam. Marot, g. 1770. Mel. Seelenbräutigam. 222. Von des Him- Gnadenbunde! mels Thron Sende, Gottes Sohn, Deinen Geist, den Geist der Stärke. Gieb uns Kraft zum heilgen Werke, Dir uns ganz zu weihn, Ewig dein zu sein. 3. Richte Herz und Sinn Zu dem Himmel hin, Wenn wir unsern Bund erneuern Und gerührt vor dir betheuern, Deine Bahn zu gehn, Weltlust zu verschmähn. Mel. Warum sollt ich mich denn 2c. Selig, wer dich 223. ewig liebet, Gottes Sohn, Und zum Lohn Dir sein Herz ergiebet! Selig, wer in jeder Stunde Mit Gebet Dir nachgeht, Treu dem 2. Dazu bist du ja gekommen, Herr, und hast Unsre Last Auf dein Haupt genommen. Dazu weiht uns deine Taufe Segnend ein, Stark zu sein In dem Siegeslaufe. 3. Lebensfürst und Ueberwinder, Sieh uns an, Brich uns Bahn, Stärke deine Kinder. Nähr uns mit dem Himmelsbrode; Gieb uns Muth, Liebesglut, Treue bis zum Tode. 4. Besser nie, ach nie geboren, Als dem Herrn Fremd und fern Und zuletzt verloren! Liebe, hilf uns liebend leben! Halt an dir Für und für, Weinstock, deine Reben! Nachruf an Confirmanden. 149 5. Ewig währet deine Treue,| nem Namen Von dem Thron, Inniglich Fasset dich Unser Herz Vater, Sohn, Geist, auf ewig aufs neue. Sprich dazu in dei- Amen! Albert Knapp, g. 1798. Nachruf an Confirmanden. 5. Bedenkt es doch, wie oft leibt, Schäf- er angeklopft, Wie oft er euch lein, bleibt; vergeblich nachgegangen. Wie schändlich habt ihr Herz und Ohr verstopft! Was hats gekost, eh euch sein Arm umfangen! Wie lange flohet ihr sein sanftes Joch! Bedenkt es doch! Mel. Es kostet viel, ein Christ zu sein. 224. Blei verlasset nicht die Hut Des guten Hirten, dem ihr euch gegeben! So bittet euch und fleht durch Christi Blut Ein Lehrer, der nichts wünscht, als euer Leben. Er ruft, weil ihn die heiße Liebe treibt: Bleibt, Schäflein, bleibt! 2. Lämmer, bleibt! Gedenkt an jenen Tag, Da ihr es ihm vor allem Volk versprochen. Er klopfte an und hat durch manchen Schlag In Liebeskraft 6. Er ließ euch nicht; er lief euch brünstig nach. Was hat sein Herz nicht für Geduld getragen; Er wartete, bis euer Sinn zerbrach, Und eure Herzen ihm zu Füßen lagen. Ja, lieft ihr gleich vor seinem Angesicht: Er ließ euch nicht. das harte Herz gebrochen. Ihr 7. Nun hat er euch, wofern sagtet weinend: Jesum nehm ich an". O denkt daran! es anders war, Was eure Lippen jedermann bezeugen. Das freuet ihn auch jetzt und immerdar; Nach vieler Mühe seid ihr nun sein eigen. Ihr riefet: Wir verlassen Satans Reich!" Nun hat er euch. 8. Er hat euch lieb! Bedenfet, was er that, Wie er am Kreuz im Blute da gehangen. Bedenket, wie er euch so zärtlich bat, Bis euer Fuß von Sodom ausgegangen. O wie viel stärker brennet nun sein Trieb! Er hat euch lieb. 3. Er hats gehört, was euer Mund gesagt: ,, Ich will an Jesum glauben, Jesum lieben." Er war dabei, so oft man euch gefragt, Und hat das Jawort in sein Buch geschrieben. Er weiß auch alles, was man euch gelehrt; Er hats gehört. 4. O laßt ihn nicht! Ihr habt euch gnug gewehrt Und euren Heiland lange warten lassen. Wie lange hat er schon das Herz begehrt! Wie hat er sich bemüht, euch recht zu fassen! 9. Er nimmt euch an, so fünWie sehnlich suchte euch sein Angesicht! O laßt ihn nicht! dig, wie ihr seid, So blind und todt, so kalt und voller Schan B Gnadenmittel; Sacramente. 150 Bringt den. Bringt gar nichts mit, 14. So dringt nun ein und denn alles ist bereit. Bei ihm hört nicht eher auf, Bis daß ist Gnade, Licht und Kraft vor- ihrs wißt: Ich habe Gnahanden. O kommt doch nur, de funden." Könnt ihr sonst ein jedes, wie es kann: Er nichts, so seht zum Kreuz hinnimmt euch an. auf, Ja seht hinein in seine offnen Wunden. Sein Wort lockt alle Armen dahinein: So dringt nun ein. 15. Wenn ihr ihn habt und ihn mit Freuden lobt, So hangt und klebt allein an seiner Gnade; Denn Satan geht umher, er lockt und tobt Und sein Vergnügen ist der Lämmer Schade. Sucht, daß ihr euch in Jesu tief vergrabt, Wenn ihr ihn habt. 10. Er hat Geduld. Werft nicht den Muth dahin, Wenn ihr bald hier, bald da in Schuld gefallen. Er trägt euch gern nach seinem Vaterfinn; Er liebt den größten Sünder unter allen. Kommt, küßt die Hand, so weiß er feine Schuld; Er hat Geduld. 11. Er pfleget euch. Er giebt mit Sorgen Acht, Was euch gebricht und was ein jeder brauchet. Das Kranke wird von ihm gesund gemacht, Wenn ers im Blut und Wasser untertauchet. Dem Schwächern ist er doppelt gnadenreich. Er pfleget euch. 16. Jhr seid sein Ruhm, sein Lob und seine Lust. Dazu ist er gestorben und geboren. Das wäre recht ein Schwert durch seine Brust, Wenn er sein theures Blut an euch verloren. Denn was ihr seid, ist doch sein Ei12. Ihr habt es gut; ja genthum; Jhr seid sein Ruhm. glaubt es ganz gewiß, So lang 17. Ach Jesus weint! Jeruer euch als seine Schafe fennet. Owohl euch, wenn anstatt der Finsterniß Im Herzen Glaube, Fried und Freude brennet! So seid ihr auch im Tode wohlgemuth. Ihr habt es gut. 13. Er läßt euch nicht. Das salem verdirbt, Jerusalem, das Volk von seinem Bunde. So oft ein Kind des Bundes ewig stirbt, So jammerts Jesum noch bis diese Stunde. Er fränket ihn, da ers so gut gemeint. Ach Jesus weint! hat er selbst gesagt. Nichts 18. Wo wollt ihr hin? Ihr soll sie mir aus meinen Händen reißen." Und wenn euch Lust und Furcht in Schrecken jagt, So will er selbst die Mauer sein und heißen. Wer nur mit Vorsaß nicht den Bund zerbricht, Den läßt er nicht. 11 Schäflein, sagt es doch, Die ihr euch Jesu einmal hingegeben. Er ist der Hirt: Wo ist ein andrer noch, Bei dem die Schaf und Lämmer ewig leben? Wer hat doch solche Macht und Vaterfinn? Wo wollt ihr hin? Nachruf an Confirmanden) 151 schwimmt im Liebesmeer Und ist zuweilen gegen euch wie trunfen. Das ist mein Thun, das denk ich hin und her: O wärt ihr doch im Gnadenmeer versunken! Was euch verdirbt, das ist mein größter Schmerz; Mir wallt mein Herz. 24. Ich faß euch an. O faßt mich wieder recht! So wollen wir zum Paradiese reisen. Da hab ich denn, als Jesu armer Knecht, Jhm viel gefundne Schafe aufzuweisen, Daß er, und ihr, und ich mich freuen kann. Ich faß euch an. 25. Er wartet schon. Er schließt die Thüren auf, Er reicht euch seine Hände weit entgegen. Er lacht euch an; o seht doch hoch hinauf! Ihr steht zur Nechten; hört ihr nicht den Segen? Ach eilet muthig bis vor seinen Thron; Er wartet schon. 22. Bleibt, Kindlein, bleibt! 26. So bleibt nun, bleibt! O geht doch nicht zurück. Ihr O bleibt in Ewigkeit Und laßt seid mein Ruhm! ach nehmt euch nichts von seiner Liebe mir nicht die Krone. Was wäre trennen! Das ewge Leben ist mir das für ein Jammerblick! für euch bereit. Die aber weiSo käm ich künftig ganz allein chen, werden ewig brennen. D zum Sohne, Der euch, wenn seht doch, wie euch Fluch und ihr ihn haßt, zur Linken treibt. Segen treibt: So bleibt nun, Bleibt, Kindlein, bleibt! bol bleibt! Der id 110 $ 19. D Lämmer, bleibt! Es ist kein ander Heil, Als nur in dieses Lammes Blut und Wunden. Ach raubet ihm nicht sein bescheidnes Theil, Das er an euch, der kleinen Schaar, gefunden. Verflucht sei das, was euch von Jesu treibt! O Lämmlein, bleibt! 20. Ach wehe euch! Ihr wäret doppelt todt, WoVhr euch nun aus seinen Händen risset, Ihr häufet euch die Qual der ewgen Noth, Wo ihr das Wort verachtet, das ihr wisset. Gott ist an Zorn, so wie an Gnade reich. Ach wehe euch! 21. O Jesu, nein, laß du es ja nicht zu, Daß sie sich dir aus deinen Händen winden. Laß ihnen doch im Herzen keine Ruh, Als wenn sie sich in deinem Schoße finden. Wie? soll denn eins davon verloren sein? Moon O Jesu, nein! 23. Mir wallt das Herz. Es E. G. Woltersdorf, g. 1725, ft. 1761. dordansda? misjid ini usisie Spedraft bid i mojold tim los b. Das heilige Abendmahl. Siled aid usd 225. Je esus Christus,| wandt, Durch das bitter Lei unser Heiland, den sein Half er uns aus der Der von uns den Gottes- Zorn Höllenpein. sdnud med 152 Gnadenmittel; Sacramente. 2. Daß wir nimmer deß ver- wohlgeschickt, und die Speise gessen, Gab er uns sein Leib dein Seel erquickt. zu essen, Verborgen im Brod so klein, Und zu trinken sein Blut im Wein. 10. Die Frucht soll auch nicht ausbleiben: Deinen Nächsten follst du lieben, Daß er dein genießen kann, Wie dein Gott an dir hat gethan. 3. Wer sich zu dem Tisch will machen, Der hab wohl Acht auf sein Sachen. Wer unwürdig hinzugeht, Für das Leben den Tod empfäht. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 4. Du sollst Gott, den Vater, preiſen, Daß er dich ſo 226. Herr Jefu, bir sei so wohl wollt speisen Und für deine Missethat In den Tod sein Sohn geben hat. 5. Du sollst gläuben und nicht wanken, Das sei eine Speis der Kranken, Den ihr Herz von Sünden schwer Und vor Angst ist betrübet sehr. Preis und Dank Für dieseSeelenspeis und Trank, Damit du uns begabet. Im Brod und Wein dein Leib und Blut Kommt uns wahrhaftig wohl zu gut Und unsre Herzen labet. Daß wir In dir Und nach allem Wohlgefallen heilig leben, Solches wollest du uns geben. 6. Solch groß Gnad und Barmherzigkeit Sucht ein Herz in großer Arbeit. Ist dir wohl*), so bleib davon, Daß du nicht kriegest bösen Lohn. *) Bist du fühllos, lebest in Sicherheit. Nach Joh. Huß( g. 1378, st. 1415) Martin Luther. 7. Er spricht selber: Kommt, ihr Armen! Laßt mich über euch erbarmen. Kein Arzt ist dem Starken noth, Sein Kunst wird an ihm gar ein Spott. 2. Du kehrest, o Immanuel, Ja selber ein in unsre Seel Und willst da Wohnung machen. Drum uns ein solches Herz verleih, Gott, das frei und ledig sei Von allen eiteln Sachen. Bleibe, Treibe Unser Sinnen und Beginnen, daß wir trachten Alle Weltluft zu verachten. 3. Ach Herr, laß uns doch nehmen nicht Dein werthes 8. Hättst du dir was konnt Nachtmahl zum Gericht! Ein erwerben, Was durft ich denn für dich sterben? Dieser Tisch auch dir nicht gilt, So du selber dir helfen willt. jeder recht bedenke, Daß wir mit diesem Lebensbrod m Glauben stillen unsre Noth. Der Fels des Heils uns tränke, 9. Glaubst du das von Her- Züchtig, Tüchtig Dich dort oben zensgrunde Und bekennest mit stets zu loben, bis wir werden dem Munde, So bist du recht Zu dir kommen von der Erden. Das heilige Abendmahl. 153 4. O daß wir solche Selig- 4. Drum, o Herr Jesu, bitt keit Erwarten möchten allezeit ich dich, In meiner Schwachheit In Hoffnung und Vertrauen heile mich. Was unrein ist, das Und folgends aus dem Jammer- mache rein Durch deinen hellen thal Eingehen in den Himmels- Gnadenschein. saal, Da wir Gott werden schauen, Tröstlich, Köstlich Uns als Gäste auf das beste bei ihm laben Und ganz volle Gnüge haben. 5. Das gieb du uns von dei- 6. Daß ich das rechte Himnem Thron, O Jesu Christe, melsbrod, Dich, Jesu, wahrer Gottes Sohn, Giebs durch dein Mensch und Gott, Mit höchbitter Leiden. Dasselbe, weil ster Ehrerbietung eß Und deiwir leben hier, Laß uns be- ner Liebe nie vergeß. trachten für und für Und alles Böse meiden. Amen! Amen! Hilf uns kämpfen, hilf uns dämpfen alle Sünden; Hilf uns fröhlich überwinden." Bernh. v. Derschau, g. 1591, st. 1639. uurstilli Mel. Herr Jesu Christ, meins 2c. 227. Jesu, du mein Bräutigam, 5. Erleuchte mein verfinstert Herz, Zünd an die helle Glaubenskerz. Mein Armuth in Reichthum verkehr Und mir des Geistes Gaben mehr. 2. Ich komm zu deinem Abendmahl, Verderbt durch manchen Sündenfall. Ich bin frank, unrein, nackt und bloß, Blind und arm. Ach mich nicht verstoß! 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, Du bist der Herr, dem nichts gebricht, Du bist der Brunn der Heiligkeit, Du bist das rechte Hochzeitskleid. 7. Lösch alle Laster aus in mir, Mein Herz mit Lieb und Glauben zier; Und was sonst ist von Tugend mehr, Das pflanz in mir zu deiner Ehr. Der du aus Lieb am Kreuzes- 9. Hilf, daß durch deines stamm Für mich den Tod ge- Mahles Kraft Das Bös in mir litten hast, Genommen weg der werd abgeschafft, Erlassen alle Sünden Last: Sündenschuld, Erlangt des Vaters Lieb und Huld. 8. Gieb, was nüß ist an Seei und Leib; Was schädlich ist, fern von mir treib. Komm in mein Herz, laß mich mit dir Vereinigt bleiben für und für. 10. Vertreibe du all meine Feind, Die mir zu schaden sind gemeint; Den guten Vorsatz, den ich führ, Durch deinen Geist fest mach in mir. 11. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht Nach deinem heilgen Willen richt. Ach laß mich meine Tag in Ruh Und Friede christlich bringen zu. 154 12. Bis du mich, o du Le bensfürst, Einst in den Himmel nehmen wirst, Daß ich bei dir dort ewiglich An deiner Tafel freue mich. nisinsdon Joh. Heermann, g. 1585, st. 1647. oid no drilg Gnadenmittel; Sacramente. Gnaden Will dich jetzt zu Gajte laden. Der den Himmel kann verwalten, Will jegt Herberg in dir halten. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich sc. 2. Eile, wie Verlobte pflegen, d Deinem Bräutigam entgegen, Der da mit dem Gnadenhammer Klopft an deines Herzens Jesu Christ, ihm bald des di 228. Heru höchftes Gut, Geistes Pforten, Red ihn an Du Brunnquell aller Gnaden, mit schönen Worten: Komm, Wir kommen, deinen Leib und mein Heil, laß dich genießen, Blut, Wie du uns hast gela- Laß mich deiner nicht mehr den, zu deiner Liebe Herrlich- missen. keit Und unsrer Seelen Se- 3. Zwar in Kaufung theurer ligkeit zu essen und zu trin- Waaren Pflegt man sonst kein fen. the red male Geld zu sparen; Doch du willst 2. O Jesu, mach uns selbst für diese Gaben Deiner Huld bereit Zu diesem hohen Werke. kein Geld nicht haben, Weil in Schent uns dein schönes Eh- allen Bergwerksgründen Kein renkleid Durch deines Geistes solch Kleinod ist zu finden, Das Stärke. Hilf, daß wir würdge die blutgefüllten Schalen Und Gäste sein Und werden dir ge- dies Manna kann bezahlen. pflanzet ein Zum ewgen Himmelswesen.nsdisld nedislo tinius 3. Bleib du in uns, daß wir in dir Auch bis ans Ende bleiben. Laß Sünd und Noth uns für und für Von dir nicht wie- pfleget mich zu dürften Nach der treiben, Bis wir durch deines Nachtmahls Kraft In deines Himmels Bürgerschaft Dort ewig selig werden.im 4. Ach wie hungert mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach wie pfleg ich oft mit Thränen Mich nach dieser Kost zu sehnen! Ach wie dem Trant des Lebensfürsten! Wünsche stets, daß mein Ge beine Sich durch Gott mit Gott vereine. 229. 5. Beides, Zittern und Entchmücke dich, o zücken, Läffet sich in mir jetzt liebe Seele! blicken. Das Geheimniß dieser Laß die dunkle Sündenhöhle, Speise Und die unerforschte Komm ans helle Licht gegangen, Weise Machet, daß ich früh verFange herrlich an zu prangen; merke, Herr, die Größe deiner Denn der Herr voll Heil und Werke. Ist auch wohl ein Das heilige Abendmahl. Mensch zu finden, Der dein Allmacht sollt ergründen? 6. Nein, Vernunft die muß hier weichen, kann dies Wunder nicht erreichen, Daß dies Brod nie wird verzehret, Ob es gleich viel Tausend nähret, Und daß mit dem Saft der Reben Uns wird Christi Blut gegeben. O der großen Heimlichkeiten, Die nur Gottes Geist kann deuten! 7. Jesu, meine Lebenssonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen! Hier fall ich zu deinen FüBen, Laß mich würdiglich genieBen Dieser deiner Himmelsspeise, Mit zum Heil und dir zum Preise. 155 Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. 230. J ch komm jetzt als ein armer Gaft, 8. Herr, es hat dein treues Lieben Dich vom Himmel hergetrieben, Daß du willig haft dein Leben In den Tod für mich gegeben Und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für mich vergossen, Das uns jetzt kann kräftig tränken, Deiner Liebe zu gedenken. O Herr zu deinem Tische, Den du für uns bereitet hast, Daß ich mein Herz erfrische, Wenn mich der Seelenhunger nagt, Wenn mich der Durst des Geistes plagt, Bis ich den Schweiß abwische. 2. Nun sprichst du, Seelenbischof, dort: Ich bin das Brod zum Leben. Dies Brod treibt auch den Hunger fort, Den sonst nichts mag aufheben. Ich bin der Trank; wer glaubt an mich, Dem wird der Durst nicht ewiglich Im Herzen Qualen geben. 3. Drum führe mich, o treuer Hirt, Auf deine Himmelsauen, Bis meine Seel erquicket wird, Wenn du sie läsfest schauen Die Ströme deiner Gütigkeit, Die du für alle haft bereit, So deiner Hut vertrauen. 4. Jch armes Schäflein suche dich Auf deiner grünen Weide. Dein Lebensmanna speise mich Zum Trost in allem Leide; Es tränke mich dein theures Blut, Auf daß mich ja kein falsches Gut Von deiner Liebe scheide. 9. Jesu, wahres Brod des Lebens, Hilf, daß ich doch nicht vergebens, Oder mir vielleicht zum Schaden Sei zu deinem Tisch geladen. Laß mich durch 5. Gleichwie des Hirsches dies Seeleneffen Deine Liebe mattes Herz Nach frischem Was recht ermessen, Daß ich auch, ser schreiet, So schreiet auch wie jeßt auf Erden, Mög dein mein Seelenschmerz: Ach laß Gast im Himmel werden. 1190 Joh. Franck, 8. 1618, ft. 1677. mich sein befreiet Von meiner schweren Sündenpein Undschenk 156 Gnadenmittel; Sacramente. den Lebenstrank mir ein; Dann Kreuzesstamm Aus Noth und bin ich benedeiet. Tod gerissen. 6. Vor allem aber wirk in 11. O liebster Heiland, gromir Ein ungefärbte Neue, ßen Dank Für deine SüßigDaß ich vor sündlicher Begier keiten! Ich fühl der Sehnsucht Mit ganzem Ernst mich scheue. heißen Drang Und wart auf Zieh mir den Rock des Glaubens jene Zeiten, In welchen du, an, Ter dein Verdienst er- o Lebensfürst, Mich sammt den greifen kann, Damit mein Auserwählten wirst Zur HimHerz sich freue. melstafel leiten. Just. Sieber, g. 1628, ft. 1695. 7. Entzünd in mir der Andacht Brunst, Daß ich die Welt verlasse Und deine Treue, Gnad 2 Tim. 2, 8. falſe, Daß durch dein Lieben 231. Hati Jejum und Gunst In dieser Speise Mel. Mein Herzens- Jesu, meine 2c. im GedächtLieb in mir zu meinem Nächsten wachs herfür Und ich fort niemand hasse. 8. Ach führe mich nur selbst von mir; Bei mir ist nichts denn Sterben. Nimm aber mich, o Herr, zu dir; Bei dir ist kein Verderben. In mir ist lauter Höllenpein; In dir ist nichts denn Seligsein Mit allen Himmelserben. Christ, O Mensch, der auf die Erden Vom Thron des Himmels kommen ist, Dein Bruder da zu werden. Vergiß nicht, daß er dir zu gut Hat angenommen Fleisch und Blut. Dank ihm für diese Liebe. 2. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, Der für dich hat gelitten, Ja gar am Kreuz gestorben ist Und dadurch hat bestritten Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod, Und dich erlöst aus aller Noth. Dank ihm für diese Liebe. 3. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, Der auch am dritten Tage Siegreich vom Tod 10. So komm nun, o mein erstanden ist, Befreit von Noth Seelenschaß; Dich kann ich und Plage. Bedenke, daß er nimmer missen. Mein Herze Fried gemacht, Sein Unschuld giebt dir Raum und Platz Leben widerbracht. Dank ihm Und will von feinem wissen, für diese Liebe. Als nur von dir, o Gottes- 4. Halt im Gedächtniß Jelamm, Dieweil du mich am fum Christ, Der nach den Lei9. Erneure mich, o Lebensstab, Gieb mir des Geistes Gaben. Laß mich die Sünde danken ab, Die mich sonst pflegt zu laben. Regiere meinen trägen Sinn, Daß er die Lüste werfe hin, Die er pflegt lieb zu haben. Das heilige Abendmahl. 157 denszeiten Gen Himmel auf- Niemand trennt uns sicherlich, gefahren ist, Die Stätt dir zu Weil wir uns einander schenbereiten, Da du sollst bleiben ken. Leib und Blut ist hier allezeit Und sehen seine Herr- dein Pfand, Meines: Herze, lichkeit. Dank ihm für diese Mund und Hand. Liebe. 4. Du bist ja mein Fleisch 5. Halt im Gedächtniß Je- und Blut; Jch ein Glied an sum Christ, Der einst wird wie- deinem Leibe. Troß sag ich derkommen und sich, was todt der Höllenglut, Daß sie mich und lebend ist, zu richten vor- zum Zweifel treibe. Pfand und genommen. O denke, daß du da Siegel hab ich hier: Jesus bestehst Und mit ihm in sein wohnet selbst in mir. Reich eingehst, Ihm ewiglich zu danken. 5. Seele, denk an Jesu Pein Und an seine Todesschmerzen. Wandle vor dem Reinen rein, Gieb ihm Ruhm mit Mund und Herzen: So wirst du im Glauben schön Einst zur Himmelstafel gehn. sairast Benjam. Schmolf, g. 1672, ft. 1737 6. Gieb, Jesu, gieb, daß ich dich kann mit wahrem Glauben faffen Und nie, was du an mir gethan, Mög aus dem Herzen lassen, Daß dessen ich in aller Noth Mich trösten mög und durch den Tod Zu dir ins Leben dringen. Cyriac. Günther, g. 1649, st. 1704. Mel. Erquicke mich, du Heil der 2c. 233. Me Mein ein Jesu, der Mel. Jesus, meine Zuversicht. du vor dem Scheiden In deiner legten 232. Auf, mein Herz, Trauernacht Uns haft die auf, rüste dich! Früchte deiner Leiden In einem Testament vermacht: Espreisen gläubige Gemüther Dich, Stifter dieser hohen Güter. 2. So oft wir dieses Mahl genießen, Wird dein Gedächtniß bei uns neu. Man kann aus frischen Proben schließen, Wie brünstig deine Liebe sei. Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen Verneuern sich in unsern Herzen. 3. Es wird dem zitternden 3. Ach so senke dich in mich; Gewissen Ein neues Siegel Ich will mich in dich versenken. aufgedrückt, Daß unser SchuldJesus läßt zur Tafel laden; Seine Stimme ruft auch mich Voller Liebe, voller Gnaden: Komm zu mir, iß Himmelskost, Komm trinküberfluß von Trost! 2. Sei willkommen, Himmelsbrod, Sei willkommen, Trank voll Leben, Arznei wider Noth und Tod, Die mir Jesu Hand gegeben! Theurer Leib, ach theures Blut, Meiner Seelen höchstes Gut! 158 Gnadenmittel; Sacramente. brief sei zerrissen, Daß unsre ser Geist verpflegt! Dies Mahl Handschrift sei zerstückt, Daß ist unter allen Leiden Ein wir Vergebung unsrer Sünden wahrer Vorschmack jener FreuIn deinen blutgen Wunden den. finden. 9. Dir sei Lob, Ehr und 4. Das Band wird fester zu- Preis gesungen! Ein solcher hogezogen, Daß dich und uns zu- her Liebesschein Verdient, daß sammenfügt. Die Freundschaft, aller Engel Zungen Zu deffen die wir sonst gepflogen, Fühlt, Ruhm geschäftig sein. Wird unwie fie neue Stüßen friegt. ser Geisi zu dir erhoben, So Wir werden mehr in solchen wird er dich vollkommner loben. Stunden Mit dir zu einem Joh. Jac. Rambach), g. 1693, ft. 1735. Geist verbunden. Mel. O daß ich tausend Zungen 2c. 5. Dies Brod kann wahre Nahrung geben, Dies Blut erquicket unsern Geist. Es mehrt 234. Dem König, wel sich unser innres Leben, Weun unser Glaube dies genenßt. Wir fühlen neue Kraft und Stärke In unserm Kampf und Glaubenswerke. cher Blut und Leben Dem Leben seiner Völfer weiht, Dem König werde Preis gegeben! Erzählt sein Lob der Ewigkeit! Singt alle Wunder, die er thut; Doch über alles rühmt sein Blut. 2. Den König hat mein Herz gefunden; Wo anders, als auf Golgatha? Da floß mein Heil aus seinen Wunden. Auch mich, auch mich erlöst er da. Für mich gab er sein Leben hin, Der ich aus seinen Feinden bin. 6. Wir treten in genaure Bande Mit deines Leibes Gliedern ein, mit denen wir in solchem Stande Ein Herz und eine Seele sein. Der Geist muß mehr zusammenfließen, Da wir ein Fleisch und Blut genießen.Prodhimst 3. Wem anders sollt ich mich ergeben? O König, der am Holz verblich, Hier opfr ich dir mein Blut und Leben. Mein ganzes Herz ergießet sich. Dir schwör ich zu der Kreuzesfahn Als Streiter und als Unterthan. 7. Dein Fleisch muß uns zum Pfande dienen, Daß unser Fleisch, der Schwachheit voll, Einst herrlich aus dem Staube grünen Und unverweslich werden soll, Ja, daß du uns ein ewig Leben Nach diesem kurzen werdest geben. iscromich 4. Mich dürstet, Herr, nach 8. O theures Lamm, so edle deinem Blute. Nach Negen lechzt Gaben Hast du in dieses Mahl dein dürres Land. Ach, außer gelegt. Da wir dich selbst zur dir, dem höchsten Gute, Ist Speise haben, Wie wohl ist un- keine Nahrung mir bekannt. Das heilige Abendmahl. 159 Mein Geist ist elend und be= 4. Weil der Unglaub uns klemmt, Bis daß dein Blut mich überschwemmt. 5. O gieb dein Manna mir zu essen! Dein Freudenwein erfülle mich! O laß mich deiner nie vergessen, In meinem Geist verkläre dich! So halt ich täglich Abendmahl; Denn dein Verdienst ist ohne Zahl. besessen, kann man nichts so leicht vergessen, Als den Tilger unsrer Sünden. Ja, auch mir wills oft verschwinden, Daß ich einen Heiland habe. Und dann weiß ich keine Gabe Zur Versöhnung darzubringen; Meine Schuld muß mich verschlingen. Ernst Gottl. Woltersdorf, g. 1725, ft. 1761. sple Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 235, Komm, mein Herz, 5. Ach, wie werd ich da so müde! Wie entweicht der süße Friede! Sünd und Welt kann mich verwunden, Wenn mir diein Jesu Leiden ses Licht verschwunden: Daß Deinen Hunger satt zu weiden. ich einen Heiland habe, Der Stille hier dein sehnlich Dür- mit seinem Hirtenstabe Sanft sten In dem Blut des Lebens- und mild und voll Vergeben, fürsten. Daß ich einen Heiland Mir nichts ist als Heil und habe Und in seinem Heil mich Leben. labe Und in sein Verdienst mich kleide: Das ist meines Herzens Freude. dr esto ndo 2. Zwar ich hab ihn alle Tage, Wenn ich in sein Blut mich wage. Er ist auf der Himmelsreise Täglich mein Getränk und Speise. Daß ich einen HeiLand habe, Bleibt mein alles bis zum Grabe. Und ich mag 7. Sei gesegnet, ewge Liebe, nichts anders wissen, Als sein Leiden zu genießen. 3. Dennoch will ich mit Verlangen Auch sein Abendmahl empfangen. Hier darf Seel und Leib ihn essen. Und so kann ichs nicht vergessen, Daß ich einen Heilandhabe, Der am Kreuz Daß du mir aus treuem Triebe, Da das Mißtraun mich vergiftet, Solch ein Denkmal selbst gestiftet: Daß ich einen Heiland habe, Der den Gang zum Kreuz und Grabe, Ja, den Schritt ins Todes Rachen Gern gethan, mich los zu machen. und in dem Grabe, Wie sein 8. Heilges Brod, sei mir geWort mir sagt und schreibet, Mein Erlöser war und bleibet. segnet, Weil er mir mit dir begegnet, Dessen Leichnam voller 6. D ich Sünder, ich Verdammter Und von Sündern Abgestammter! Was wollt ich von Troste wissen, Wäre dieses weggerissen, Daß ich einen Heiland habe, Dessen Blut mich Sünder labe! Besser wär es, nie geboren, Als dies theure Wort verloren. 160 Gnadenmittel; Sacramente. Wunden Die Erlösung ausge- den Feinden, die mich has funden. Daß ich einen Heiland sen! Ich will mich nicht stören habe, Der erblaßt und todt im laffen. Grabe Auch für meine Schuld gelegen, Will ich schmecken und erwägen. 13. Will hinfort mich etwas quälen, Oder wird mir etwas fehlen, Oder wird die Kraft 9. Heilger Wein, sei mir ge- zerrinnen: So will ich mich segnet; Denn, wie Christi Blut nur besinnen, Daß ich einen geregnet Zur Vergebung aller Heiland habe, Der vom KrippSünden, Das will ich in dir lein bis zum Grabe, Bis empfinden. Daß ich einen Hei- zum Thron, wo man ihn ehland habe, Der die dürren See- ret, Mir, dem Sünder, zugelen labe. Wie kann mir das höret. E. Gottl. Woltersdorf, g. 1725, ft. 1761. fremde dünken? Hab ich doch sein Blut zu trinken. 10. Er esſen, Meines Jammers zu ver- 236. J und suche dich befiehlts, mich satt zu Mel. An Wasserflüssen Babylon. komme, gessen. Er gebeuts, mich satt zu trinken, Ganz in Freude zu verfinken, Daß ich einen Heiland habe, Der sich selbst zur Opfergabe, Ja, sein Opfer mir zum Leben, Mir zu Speis und Trank gegeben. Mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würdge mich Des Wunders deiner Gnaden. Jch liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, Mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh; Ich suche Nuh und finde sie Im Glauben der Erlösten. 11. Gott, was brauch ich mehr zu wissen? Ja, was will ich mehr genießen? Wer kann nun mein Heil ermessen? Werd ich das nur nicht vergessen, Daß ich einen Heiland habe. Ich bin frei vom Tod und Grabe. Wenn mich Sünd und Hölle schrekken, So wird mich mein Heiland decken. 2. Dich bet ich zuversichtlich an: Du bist das Heil der Sünder. Du hast die Handschrift abgethan, Und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht Und an dein Wort: Es ist vollbracht! Du hast mir Heil erworben. Du haft für mich dich dargestellt. Mit sich versöhnte Gott die Welt, Da du für sie gestorben. ni 3. So freue dich, mein Herz, in mir! Er tilget deine Sün12. Ja, mein Heiland, der ich nehme, Weil ich mich nicht knechtisch schäme. Nehmet hin! so rufft du allen. Darum soll es laut erschallen, Daß ich einen Heiland habe und an ihm mich muthig labe. Trop Das heilige Abendmahl. 161 meine Seele fich Deß ewig freuen möge. den Und läßt an seinem Tische auch für mich. O gieb, daß hier Dich Gnad um Gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon, Spricht lieb- 2. Was kann mein Geist reich: Sei getrost, mein Sohn; durch deinen Tod Nicht noch Die Schuld ist dir vergeben. für Segen finden! Erlösung aus Du bist in meinen Tod getauft: der größten Noth, Vergebung Vergiß nicht, dem, der dich aller Sünden, Gewissensruh, erkauft, zu Ehren stets zu zur Beßrung Kraft, Das haſt leben. du, Herr, auch mir verschafft, Da du am Kreuze starbeſt. 4. Dein, spricht er, ist die Seligkeit; Bewahr sie hier im 3. Dein Mahl ist mir ein Glauben Und laß durch keine Unterpfand Von dieser großen Sicherheit Dir deine Krone rau- Güte. Wie viel hast du an mich ben. Sieh, ich vereine mich mit gewandt! O stärke mein Gedir. Ich bin der Weinstock; müthe Zum gläubigen Vertraun bleib an mir, So wirst du auf dich, Daß ich, so lang ich leFrüchte bringen. Ich helfe dir, be, mich An deiner Gnade halte. ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich Wird dir der Sieg gelingen. 4. Ich fühle, Herr, voll Reu und Schmerz Die Last von meinen Sünden. Laß mein vor dir 5. Ja, Herr, mein Glück ist gebeugtes Herz Den großen dein Gebot. Ich will es treu Trost empfinden, Daß du aus erfüllen und bitte dich durch großer Lieb und Huld Auch deinen Tod Um Kraft zu mei- mir Vergebung meiner Schuld nem Willen. Laß mich von nun Auf Buße haft erworben. an tüchtig sein, Mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn Und deinen Tod zu preisen. Laß 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, Werd ewig mir zum Segen. Er stärke mich mit mich den Ernst der Heiligung neuer Kraft, Auf allen meinen Durch eine wahre Besserung Wegen Nur das zu thun, was Mir und der Welt beweisen. dir gefällt, Und alle Furcht und Chr. Fürchteg. Gellert, g. 1715, ft. 1769. Lust der Welt Standhaft zu ogram snied allo si überwinden. olog Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 237. duch preise dich, o Herr, mein 6. Die Liebe, die du mir erzeigt, st gar nicht zu ermeſsen. mache selbst mein Herz geneigt, Sie nimmer zu vergessen. Daß ich aus echter Gegentreu Dir bis zum Tod ergeben sei Heil, Für deine Todesleiden. Hab ich an ihren Früchten Theil, Was fehlt dann meinen Freuden? Du wardst ein Opfer Und dir zur Ehre lebe. 11 162 Gnadenmittel; Sacramente. 7. Laß deines Leidens großen 8. Zum ewgen Leben hast du Zweck Mir stets vor Augen dich Für mich dahin gegeben. stehen. Nimm alle Hindernisse Dein Abendmahl erwecke mich, weg, Die ebne Bahn zu gehen, Die mir dein heilig Vorbild weist Und die einst den erlösten Geist Zu deiner Freude fühMit Ernst darnach zu streben. Herr, mache mich dazu geschickt. Und werd ich einst der Welt entrückt, So sei dein Tod mein Leben. ret. Joh. Sam. Diterich, g. 1731, ft. 1797. Nach der Communion. 238. Gott sei gelobet Der uns geb zu halten rechte und gebenedeiet, Der uns selber hat gespeiset Mit seinem Fleische und mit seinem Blute! Das gieb Maß, Daß dein arme Christenheit Leb in Fried und Einigkeit. Kyrie eleison! Martin Luther, 8. 1483, st. 1546. Verbeſseuns, Herr Gott, zu gute. Kyrierung eines älteren Liedes aus d. 14. Jahrh. eleison! Herr, durch deinen heiligen Leichnam, Der zu deiner Mel. Nun laßt uns Gott, dem c. ewgen Gottheit kam, Und bein 239. Jeju, meine theuer, heilig Blut Hilf uns, Herr, aus aller Noth. Kyrie eleison! Wonne, Du, meiner Seelen Sonne, Du Freundlichster auf Erden, Laß mich dir dankbar werden. 2. Der heilge Leichnam ist schäßen Dies himmelsüß Ergößen Und diese theuren Gaben, Die uns gestärket haben! für uns gegeben Zum Tod, daß 2. Wie kann ich gnugsam wir dadurch leben. Nicht gröBer Güte fonnte er uns schenken, Dabei wir sein solln gedenken. Kyrie eleison! Herr, 3. Wie soll ich gnug dir dandein Lieb so groß dich zwungen ken, OHerr, daß du mich Kranhat, Daß dein Blut an uns ken Gespeiset und getränket, Ja groß Wunder that Und bezahlte selbst dich mir geschenket! unser Schuld, Daß uns Gott 4. Jch lobe dich von Herzen ist worden hold. Kyrie eleison! Für alle deine Schmerzen, Für 3. Gott geb uns allen sei- deine Schläg und Wunden, Die ner Gnaden Segen, Daß wir du für mich empfunden. gehn auf seinen Wegen In rech- 5. Dir dank ich für dein Leiter Lieb und brüderlicher Treue, den, Den Ursprung meiner Daß uns die Speis nicht ge- Freuden; Dir dank ich für dein reue. Kyrie eleison! Herr, dein Sehnen Und heiß vergoßne heilgen Geist uns immer laß, Thränen. Buße und Bekehrung. 163 6. Dir dank ich für dein Lie-| Mit dir, mein liebstes Leben. ben, Das standhaft ist geblie- Was kannst du Werthers geben; Dir dank ich für dein ben! Sterben, Das mich dein Reich läßt erben. 7. Jetzt schmecket mein Gemüthe Dein übergroße Güte. Dies theure Pfand der Gnaden Tilgt allen meinen Schaden. 8. Herr, laß mich nicht vergessen, Daß du mir zugemessen Die kräftge Himmelsspeise, Wofür mein Herz dich preise. 9. Du wollest ja die Sünde, Die ich annoch empfinde, Aus meinem Fleische treiben Und kräftig in mir bleiben. 14. Nun kann ich nicht ver= derben. Drauf will ich selig 10. Nun bin ich losgezählet sterben Und freudig aufersteVon Sünden und vermählet hen, O Jesu, dich zu sehen. Joh. Rist, g. 1607, st. 1667. 11. Hilf, Herr, daß meine Seele Nur dich zum Leitstern wähle. Laß mich stets mit Verlangen An deiner Liebe hangen. 12. Laß mich die Sünde meiden, Laß mich geduldig leiden, Laß mich mit Andacht beten Und von der Welt abtreten. 13. In meinem ganzen Leben Laß mir vor Augen schweben, Wie trefflich ich beglücket, Ja himmlisch bin erquicket. XIII. Buße und Bekehrung. Psalm 130. 240. Aus tiefer Noth 3. Darum auf Gott will hofschrei ich zu fen ich, Auf mein Verdienst nicht dir; Herr Gott, erhör mein Ru- bauen. Auf ihn mein Herz soll fen! Dein gnädig Ohr neig her lassen*) sich Und seiner Güte zu mir, Halt meiner Bitt es trauen, Die mir zusagt sein offen. Denn so du willst das werthes Wort. Das ist mein sehen an, Was Sünd und Un- Trost und treuer Hort; Deß recht ist gethan, Wer kann, will ich allzeit harren. Herr, vor dir bleiben? *) verlassen. 2. Bei dir gilt nichts, denn 4. Und ob es währt bis in Gnad und Gunst, Die Sünde die Nacht Und wieder an den zu vergeben. Es ist doch unser Morgen: Doch soll mein Herz Thun umsonst Auch in dem be- an Gottes Macht Verzweifeln sten Leben. Vor dir niemand nicht, noch sorgen. So thu Jssich rühmen kann; Deß muß rael rechter Art, Der aus dem dich fürchten jedermann Und Geist erzeuget ward Und seines deiner Gnade leben. Gotts erharre. 164 Buße und Bekehrung. 5. Ob bei uns ist der Sün-| haft gnug für mich gethan, So den viel, Bei Gott ist viel mehr werd ich los der Sündenlast. Gnade; Sein Hand zu helfen Herr, halt mir fest, Weß du hat kein Ziel, Wie groß auch dich mir versprochen hast. fei der Schade. Er ist allein 3. Gieb mir durch dein Barmder gute Hirt, Der Israel er Lösen wird aus seinen Sünden allen.dm. Luther, g. 1483, it. 1546. adial pidludap bis 30 sd Psalm 51, 12-14. hintp 241. Shaffe in mir, Gott, ein reiherzigkeit Den wahren Christenglauben, Auf daß ich deine SüBigkeit Mög inniglich anschauen, Vor allen Dingen lieben dich Und meinen Nächsten gleich als mich. Am letzten End dein Hülf mir send, Damit behend Des Teufels List sich von mir wend. nes Herze Und gieb mir einen neuen, gewissen Geist. Verwirf 4. Ehr sei Gott in dem höchmich nicht:: Von deinem An- sten Thron, Dem Vater aller gesicht:,: Und nimm deinen hei- Güte; Und Christo, seinem lieligen Geist nicht von mir. dsben Sohn, Der uns allzeit be2. Tröste mich wieder mit hüte; Und Gott dem heiligen deiner Hülfe, Und er, der freu- Geiste, Der uns sein Hülf alldige Geist, enthalte mich. Wa- zeit leiste, Damit wir ihm ge sche mich wohl:: Von meiner fällig sein, Hier in der Zeit Missethat:,: Und reinige mich Und folgends in der Ewigkeit. von meiner Sünde. Joh. Schneefing, um 1534. 242. Allein zu dir, OLS Herr Jesu diuc. 15, 11-2 Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Christ, Mein Hoffnung steht es Wort. auf Erden. Ich weiß, daß du ad 243. Kehr um, kehr um, verlorner mag mir sonst werden. Von An Sohn, Der du sehr übel haft beginn ist nichts erkorn, Auf gethan, Von Gott, dem Vater, Erden ist kein Mensch geborn, dich gewandt, Bist kommen in Der mir aus Nöthen helfen ein fremdes Land; kann. Dich ruf ich an, Auf den 2. Der du dein Erbgut haft ich fest vertrauen kann.bitsverzehrt, In Schmach und 2. Mein Sünd sind schwer Schanden dich genährt, Der und übergroß Und reuen mich Träber nicht kannst werden fatt von Herzen. Derselben mach Und bist so hungrig und so mich frei und los Durch deinen matt! Tod und Schmerzen; Und zeig 3. Des Vaters Knechte leben mich deinem Vater an, Daß du wohl, Sein Haus ist aller Gü Buße und Bekehrung. 165 ter voll. Das Volk, so seinen| nem Muth Mit Schmerzen bin Willen thut, Hats bei ihm über Maßen gut. beladen Und in mir hab der Pfeile viel, Die im Gewissen ohne Ziel Mich armen Sünder drücken. 2. Erbarm dich mein in folcher Last; Nimm sie aus meinem Herzen, Dieweil du sie gebüßet hast Am Holz mit Todesschmerzen, Auf daß ich nicht mit großem Weh In meinen Sünden untergeh, Noch ewiglich verzage. 4. Geh wieder heim in Neu und Leid Und suche Gottes Gütigkeit; Eröffn ihm wieder Herz und Mund Und gieb dich hin in seinen Bund. 5. Sprich: Vater, hab mit mir Geduld, Gedenk nicht meiner schweren Schuld. O nimm mich an für einen Knecht; Zu deinem Gut hab ich kein Recht. 6. Dein Vater hat für dich bereit Ein Fingerreif und neues Kleid; Er richtet an ein schönes Fest Und will dir thun das Allerbest; 3. Ach Gott, wenn mir das kommet ein, Was ich mein Tag begangen, So fällt mir auf das Herz ein Stein und bin mit Furcht umfangen. Ja, 7. Schenkt dir Gnad und ich weiß weder aus noch ein Gerechtigkeit, Christi Verdienst Und müßte stracks verloren zur Seligkeit, Das Heil, das sein, Wenn ich dein Wort nicht du verloren hast, Und macht hätte. dich los von aller Last. 4. Allein dein heilsam Wort das macht mit seinem süßen Singen, Daß mir das Herze wieder lacht Und fast beginnt zu springen, Dieweil es alle Gnad verheißt Denen, die mit zerfnirschtem Geist Zu dir, o Jesu, kommen. 8. Erkenne nur, was dir gebricht. Geh heim, thu Buß und säume nicht; Denn willst du säumen bis zum Tod, So kommst du schwerlich aus der Noth. 9. O Gott, Vater im höchsten Thron, Nimm an deinen verlornen Sohn; Den heimgekehrten auch behüt Durch deine unnennbare Güt. Mich. Weiße, um 1540. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. 244. Set err Jesu Christ, du höchstes Gut, Du Brunnquell aller Gnaden, Sieh doch, wie ich in mei5. Und weil ich denn in meinem Sinn, Wie ich zuvor geklaget, Auch ein betrübter Sünder bin, Den sein Gewissen naget, Und gerne möcht im Blute dein Von Sünden abgewaschen sein, Wie David und Manasse: 6. So komm ich auch zu dir allhie In meiner Noth geschritten Und thu dich mit gebeugtem Knie Von ganzem Herzen bit 166 Buße und Bekehrung. ten: Vergieb es mir doch gnä-| folgen müssen, So fahr hie fort; diglich, Was ich mein Lebtag Nur schone dort Und laß mich wider dich Auf Erden hab be- ja jest büßen. gangen. 7. O Herr, mein Gott, vergieb mirs doch Um deines Namens willen Und thu in mir das schwere Joch Der Uebertretung stillen, Daß sich mein Herz zufrieden geb Und dir hinfort zu Ehren leb Jm kindlichen Gehorsam. 8. Stärk mich mit deinem Freudengeist, Heil mich mit deinen Wunden. Wasch mich mit deinem Todesschweiß In meiner letzten Stunden Und nimm mich einst, wenn dirs gefällt, Im wahren Glauben von der Welt Zu deinen Auserwählten. Barth. Ringwaldt, g. 1530, ft. 1598. 245. AÓ ch Gott und Herr, Wie groß und schwer Sind mein begangne Sünden! Da ist niemand, Der helfen kann, In dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit Zu dieser Zeit Bis an der Welt ihr Enden Und wollt los sein Der Angst und Pein, Würd ich sie doch nicht wenden. 3. Zu dir flieh ich; Verstoß mich nicht, Wie ichs wohl hab verdienet. Ach Gott, zürn nicht, Geh nicht ins Gricht; Dein Sohn hat mich verfühnet. 5. Gieb, Herr, Geduld; Vergieb die Schuld; Gieb ein gehorsam Herze, Daß ich nur nicht, Wies wohl geschicht, Murrend mein Heil verscherze. 6. Handle mit mir, Wies dünket dir; Durch dich bin ichs zufrieden. Laß mich nur nicht Dort ewiglich Von dir sein abgeschieden. 7. Gleich wie sich fein Ein Vögelein In hohle Bäum verstecket, Wenns trüb hergeht, Die Luft unftät, Menschen und Vieh erschrecket: 8. Also, Herr Christ, Mein Zuflucht ist Die Höhle deiner Wunden. Wenn Sünd und Tod Mich bracht in Noth, Hab ich mich drein gefunden. 9. Darin ich bleib. Ob hie der Leib und Seel von ander scheiden, So werd ich dort Bei dir, mein Hort, Sein in ewigen Freuden. ter, Sohn Und heilgem Geist 10. Ehre sei nun Gott Vazusammen. Ich zweifle nicht, Weil Christus spricht: Wer gläubt, wird selig. Amen! v. 1-6 Mart. Rutilius, g. 1550, ft. 1618. V. 7-10 Joh. Major, g. 1564, ft. 1654. 246. Christe, Morgensterne, 4. Solls ja so sein, Daß Leucht uns mit hellem Schein. Straf und Bein Auf Sünde Leucht uns vons Himmels Thro Buße und Bekehrung. 167 ne An diesem dunklen Ort Mit| ben in mir mehre, Daß ich nach deinem reinen Wort. dieser Zeit Mit dir eingeh zur 2. O Jesu, Trost der Ar- Freud. men, Mein Herz heb ich zu dir. Du wirst dich mein erbarmen, Basil. Förtsch, st. 1619. Psalm 6. Dein Gnade ſchenken mir; Das 247. Herr, nicht fehle trau deine Rache 3. Ich kann und mag nicht Ueber meine böse Sache, Ob schlafen, Ich kann nicht fröhlich sie wohl durch Uebelthat Grosein. Mir ist verwundt mein Seele Und fürcht der Höllen Pein. O Christ, erbarm dich mein! ßen Zorn verdienet hat. Freilich muß ich es bekennen, Ursach hast du, sehr zu brennen; Doch du wollest jetzt allein Vater, und nicht Richter, sein. 4. D Jesu, lieber Herre, Du einger Gottessohn, Von Herzen ich begehre, Du wollst mir Hülfe thun; Du bist der Gnadenthron. 5. Du haft für uns vergossen Dein rosinfarbnes Blut, Deß laß mich, Herr, genießen; Tröst mich durch deine Güt. Hilf mir! das ist mein Bitt. 2. Schicke lieber doch mir Armen Für den Eifer dein Erbarmen. Heile mich; denn ich vorhin Schwach und lagerhaftig bin. Siehe, wie ich ab bin kommen, Wie mir alle Kraft genommen. Mache, Herr, es ja nicht lang, Mark und Bein ist sterbenskrank. 6. Ist dir verwundt so sehre 3. Vor den Sorgen, Bein und Die arme Seele dein? So dich zu mir nur kehre; Ich will dein Helfer sein, Vergeben Schuld und Bein. 7. Laß du von Sünden abe Und sei ein frommer Christ. Ich will dich selber laben Und schenfen meinen Geist, Der dich zum Himmel weist. Schmerzen Ist kein Trost in meinem Herzen. Mein Gemüthe, das dich liebt, Jst bis in den Tod betrübt. Mein Trost, kannst du noch verweilen? Hat es teine Noth zu eilen? Macht denn deine Güte dich Schwächer, als der Kummer mich? 4. Kehre wieder, wiederkehre, Eh ich mich in Angst verzehre! Reiche deine Hand, o Gott, Meiner Seele in der Noth! Zwar du möchtest sie wohl hassen, Weil sie selber dich verlassen; 9. D Jesu, Lob und Ehre Doch betrachte dies dabei, Was Sing ich dir allezeit. Den Glau- dein Heil und Güte sei. 8. Ich will dich selber speisen Mit meinem Leib und Blut, Mein Lieb an dir beweisen Und will dir theilen mit Mein Schaß und höchstes Gut." o 168 Buße und Bekehrung. 5. Menschen, die nicht mehr bewegt. Alsobald ich ihn gebeim Leben, Die den Geist schon ten, Jhm vor Augen hingetreaufgegeben, Wissen nichts von ten, hat auch seine Güte sich Schuld und Pflicht Und geden- Ausgebreitet über mich. fen deiner nicht. Denn wer 10. Von der ganzen Welt kann dir Ehr erweisen, Wer auf Erden Sollen die noch vermag dich wohl zu preisen, schamroth werden, Zittern auch Wenn er schon liegt ausgestreckt vor Gott und mir, Die mich Und im tiefen Grabe steckt? haffen für und für. Weichen müssen sie zurücke Plößlich und im Augenblicke, Und doch sehen auch dabei, Daß der Herr mein Heiland sei. 6. Meine müden Seufzer sagen, Was der Mund nicht weiß zu klagen; Durch mein Weinen alle Nacht Wird mein Lager naß gemacht. Meiner Augen heiße Zähren, Die mir Ruh und Schlaf beschweren, QuelMartin Opiß, g. 1597, st. 1649 190, 190971 19 Mel. Bater unser im Himmelreich. len als ein Wasſerfluß, Daß 248. So wahr ich lemein Lager schwemmen muß. dein Gott, Mir ist nicht lieb 7. Von der Pein, die ich des Sünders Tod; Vielmehr empfunden, 3st mein Antlig ist dies mein Wunsch und Will, abgeschwunden; Ungeduld macht Daß er von Sünden halte still, die Gestalt Mir vor meinen Von seiner Bosheit kehre fich Jahren alt; Denn ich muß auf und lebe mit mir ewiglich. allen Seiten Mit dem losen Haufen streiten, Der mir an thut Schmach und Spott Und mich quält bis auf den Tod. 2. Dies Wort bedenk, o Menschenkind. Verzweifle nicht in deiner Sünd. Hier findest du Trost, Heil und Gnad, Die Gott dir zugesaget hat, Und zwar mit einem theuren Gid./ 8. Nun, ihr Ulebelthäter, zie het! Ihr Tyrannen, auf, und fliehet! Geht, ihr Volk der selig, dem die Sünd ist Eitelkeit, Hin, woher ihr kom- Leid! T!! nodol men seid! Denn der Herr sieht, 3. Doch hüte dich vor Siwenn ich weine, Daß ich es mit cherheit! Denk nicht: Zur Buß Treue meine, Meine Thränen ist noch wohl Zeit; Ich will erst fließen hin In sein Herz und fröhlich sein auf Erd; Wann ich beugen ihn. des Lebens müde werd, Alsdann will ich bekehren mich; Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ists, Gott ist wohl 9. Er, der Herr, hat schon mein Flehen Mit Genaden angesehen; Mein Gemüthe, das mich regt, hat ihm seines auch stets bereit Dem Sünder mit Buße und Bekehrung. 169 Barmherzigkeit; Doch wer auf| ner großen Güte. Laß du auf Gnade sündigt hin, Fährt fort mein Gewissen Ein Gnadenin seinem bösen Sinn Und seiner tröpflein fließen. Seelen selbst nicht schont, Der wird mit Ungnad abgelohnt. 3. Jch, dein betrübtes Kind, Werf alle meine Sünd, So viel ihr in mir stecken Und mich so heftig schrecken, In deine tiefen Wunden, Da ich stets Seil gefunden. 5. Gnad hat dir zugesaget Gott, Von wegen Christi Blut und Tod; Zusagen hat er nicht gewollt, Ob du bis morgen leben sollt. Daß du mußt ster- 4. Durch dein unschuldig Blut, ben, ist dir fund; Verborgen Die schöne rothe Flut, Wasch ist die Todesstund.bom ustab all meine Sünde; Mit Trost 6. Seut lebst du: heut be- mein Herz verbinde und ihr fehre dich! Eh morgen kommt, nicht mehr gedenke, Ins Meer fanns ändern sich. Wer heut sie tief versenke.bi do@ nid ist frisch, gesund und roth, Jst morgen frank, ja wohl gar todt. So du nun stirbest ohne Buß, Dein Seel und Leib dort brennen muß. nisli onu doup 107. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, Daß ich noch heute komm zu dir Und Buße thu den Augenblick, Eh mich der schnelle Tod hinrück, Auf daß ich heut und jederzeit Zu meiner Heimfahrt sei bereit. Johann Heermann, g. 1585, st. 1647. stond tot dingst 5. Du bist der, der mich tröst, Weil du mich haft erlöst. Was ich gesündigt habe, Haft du verscharrt im Grabe. Da thatst du es verschließen; Da wirds auch bleiben müssen. 6. Jst meine Bosheit groß, So werd ich ihr doch los, Wenn ich dein Blut auffaffe Und mich darauf verlasse. Wer fich zu dir nur findet, All Angſt ihm bald verschwindet. 7. Mir mangelt zwar sehr viel; Doch was ich haben will, Ist alles mir zu gute Erlangt mit deinem Blute, Womit ich überwinde Tod, Teufel, Höll und Sünde. Mel. Auf meinen lieben Gott. o soll ich flie249. W hen hin, Weil ich beschweret bin Mit viel und großen Sünden? Wo kann ich Rettung finden? Wenn alle Welt herkäme, Mein Angst sie nicht wegnähme.s 2. O Jesu, voller Gnad, Auf dein Gebot und Rath Kommt mein betrübt Gemüthe Zu dei- gen. 8. Und wenn des Satans Heer Mir ganz entgegen wär, Darf ich doch nicht verzagen; Mit dir kann ich sie schlagen. Dein Blut darf ich nur zeigen, So muß ihr Troßz bald schwei1012 170 Buße und Bekehrung. 9. Dein Blut, der edle Saft, Sünde; Zu deinen Thränen ich Hat solche Stärk und Kraft, mich wend, Da ich Erquickung Daß es kann ganz alleine Die finde. Vor Gott sind sie so Welt von Sünden reine, Ja hoch geschätzt; Wer damit seigar aus Teufels Rachen Frei, ne Sünden neßt, Den blickt los und ledig machen. Gott an mit Gütigkeit Zu jeder Zeit Und sein betrübtes Herz erfreut. 10. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich. Jetzt kann ich nicht verderben, Dein Reich muß ich ererben; Denn du hast mirs erworben. Da du für mich gestorben. 11. Ach führ mein Herz und Sinn Durch deinen Geist dahin, Daß ich mög alles meiden, Was mich und dich kann scheiden, Daß ich an deinem Leibe Ein Gliedmaß ewig bleibe. 3. Hier muß ich noch im Thränenhaus Vor großer Angst oft weinen, Der Welt aushalten manchen Strauß; Sie martert stets die Deinen. Auf allen Seiten, wo sie kann, Fängt sie mit mir zu hadern an; Doch tröstet mich zu aller Frist, Herr Jesu Christ: In Noth du auch gewesen bist. 4. Du zählst die Thränen 12. Amen, zu aller Stund groß und klein. Ich weiß, sie Sprech ich aus Herzensgrund: sind gezählet; Und ob sie nicht Du wollest mich ja leiten, Herr zu zählen sein, Dennoch dir Christ, zu allen Zeiten, Auf daß ich deinen Namen Ewiglich preise. Amen! keine fehlet. So oft sie vor dir regen sich, So oft sie auch bewegen dich, Daß du dich mein erbarmen mußt, Wie dir bewußt, Denn du mir allzeit Johann Heermann, g. 1585, ft. 1647. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu 2c. Hülfe thust. 250. Du weinest um Jerusalem, Herr Jesu, heiße Zähren, Bezeugst, es sei dir angenehm, Wenn Sünder sich bekehren. Wenn ich vor dir mit Buß erschein Und über meine Sünden wein, So wäscht du ab 5. Wer jetztund säet Thränen aus, Hält in Geduld Gott stille, Wird fröhlich sein in deinem Haus, Da Freude ist die Fülle; Ja solche Freude, die kein Mann Mit seiner Zung aussprechen kann, Und die da bleibt in Ewigkeit. Mein Kreuz und Leid aus lauter Gnad Die Misse- Wir werden dort zu lauter that, So mich bisher gequälet hat. Freud. 6. Für diese Thränen dank 2. Wenn deines Vaters Zorn ich dir, Daß du die Freudenentbrennt Von wegen meiner krone, Herr Christ, dadurch er Buße und Bekehrung. worben mir Bei dir im Himmelsthrone. Wenn du mich holen wirst hinauf Zudeinem auserwählten Hauf, Dann will ich recht lobsingen dir, O höchste Zier, Für deine Thränen für und für. Joh. Heermann g. 1585, st. 1647. 171 nenbach! O daß ich gnug Zähren hätte, zu betrauern meine Schmach! O daß aus dem Thränenbrunnen Käm ein starker Strom geronnen!-- 2. Doch wie könnt ich dir entfliehen? Du wirst allenthalben sein. Wollt ich über See gleich ziehen, Stieg ich in die Gruft hinein, Hätt ich Flügel gleich den Winden, Gleichwohl würdest du mich finden. 251. Her err, ich habe mißgehandelt; Ja, mich drückt der Sünden Last. Ich bin nicht den Weg gewandelt, Den du mir gezei= get haft; Und jetzt wollt ich 252. Ach was ſoll ich magern aus Schrecken mich vor deinem Zorn verstecken. 6. Dir will ich die Last auflegen: Wirf sie in die tiefe See. Wasch mich deines Leidens wegen, Treuster Heiland, weiß wie Schnee. Lasse deinen Geist mich treiben, Einzig stets bei dir zu bleiben. Johann Franck, um 1649. 3. Drum ich muß es nur bekennen, Herr, ich hab nicht gut gethan, Darf mich nicht dein Kind mehr nennen. Ach 4. Könnt ein Mensch den Sand gleich zählen An dem großen, weiten Meer; Dennoch würd es ihm wohl fehlen, Daß er meiner Sünden Heer, Daß er alle mein Gebrechen Sollte wissen auszusprechen. chen! Ach was soll ich fangen an! Mein Gewissen klagt mich an; Es beginnet aufzuwachen. Dies ist meine Zuversicht: Meinen Jesum laß ich nicht. nimm mich zu Gnaden an! Laß 3. Obgleich schweres Kreuz die Menge meiner Sünden Deinen Zorn nicht gar entzünden. und Leiden, So bei Christen oft entsteht, Mir sehr hart entgegen geht, Soll michs doch von ihm nicht scheiden. Er ist mir ins Herz gericht: Meinen Jesum laß ich nicht. 5. Wein, ach, wein jetzt um die Wette, Meiner Augen Thrä2. Zwar es haben meine Sünden Meinen Jesum oft betrübt; Doch weiß ich, daß er mich liebt, Und er läßt sich gnädig finden. Drum, ob mich mein Sünd anficht: Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich weiß wohl, daß unser Leben Nichts als nur ein Nebel ist; Denn wir hier zu aller Frist Mit dem Tode sind umgeben; Und wer weiß, was Buße und Bekehrung. 172 heut geschicht! Meinen Jesum laß ich nicht. die hochbetrübten Sünder So gerufen zu der Buß, Daß ich billig kommen muß. diftior nisl 5. Sterb ich bald, so komm ich abe Von der Welt Beschwer- 3. Ach ich bin ein Kind der lichkeit, Ruhe bis zu voller Freud Und weiß, daß im finstern Grabe Jesus ist mein helles Licht. Meinen Jesum laß ich nicht. and Sünden! Ach ich irre weit und breit! Es ist nichts an mir zu finden, Als nur Ungerechtigkeit. All mein Tichten, all mein Trachten Heißet unsern Gott verachten. Böslich lebt ich ganz und. gar Und sehr gottlos immerdar. 6. Durch dich will ich wieder leben; Denn du wirst zur rechten Zeit Wecken mich zur Seligkeit, Die du mir wirst gnädig geben, Wenn ich gleich fomm vors Gericht. Meinen Meine Jesum laß ich nicht. 4. Herr, ich muß es ja bekennen, Daß nichts Gutes wohn in mir. Das zwar, was wir Wollen nennen, Hab ich oftmals wohl in mir; Aber Fleisch 7. Jesus soll mein Jesus und Blut zu zwingen Und das bleiben, Bis ich werde wandern Gute zu vollbringen, Folget gar fort Zu des Himmels Freuden- nicht, wie es foll; Was ich nicht port, Der mich ihm wird ein- will, thu ich wohl. verleiben, Nehmen in sein Freu- 5. Aber, Herr, ich kann nicht denlicht. Meinen Jesum laß ich wissen, Wie viel meiner Fehler nicht. mul sein. Mein Gemüth ist ganz zerrissen Durch der Sünden Schmerz und Bein, Und mein Herz ist matt von Sorgen. Ach vergieb mir, was verborgen! Rechne nicht die Missethat, Die dich, Herr, erzürnet hat. Honiste risc Johann Flittner, g 1618, ft. 1678. bin Mel. Alle Menschen müssen sterben. 253. is esu, der du meiJeni ne Seele Hast durch deinen bittern Tod Aus des Teufels finstrer Höhle Und 6. Jesu, du hast weggenomder schweren Sündennoth Kräftiglich herausgerissen Und mich solches lassen wissen Durch dein angenehmes Wort: Sei doch ießt, o Gott, mein Hort. men Meine Schulden durch dein Blut. Laß es, o Erlöser, kommen Meiner Seligkeit zu gut. Und dieweil du so zerschlager Haft die Sünd am Kreuz ge 2. Treulich hast du ja ge- tragen: Ei, so sprich mich endsuchet Die verlornen Schäfelein, lich frei, Daß ich ganz dein Als sie liefen ganz verfluchet In eigen ſei. der Hölle Pfuhl hinein, Ja, 7. Weil mich auch der Hölle bu Satans Ueberwinder, Hast Schrecken Und des Satans Buße und Bekehrung. Grimmigkeit Vielmal pflegen aufzuwecken Und zu führen in den Streit, Daß ich schier muß unterliegen: Ach so hilf, Herr Jesu, siegen! O du, meine Zuversicht, Laß mich ja verzagen nicht! nu ello ble 173 Hiezu, o Gott, bescheren Und deines guten Geistes Kraft, Der neue Herzen in uns schafft, Aus Gnaden mir gewähren. 9. Nun ich weiß, du wirst mir stillen Mein Gewissen, das michplagt. Es wird deine Treu erfüllen, Was du selber haft gejagt: Daß auf dieser weiten Erden Keiner soll verloren werden, Sondern ewig leben soll, Wenn er nur ist glaubensvoll. 2. Natürlich kann ein Mensch doch nicht Sein Elend selbst empfinden. Er ist ohn dei8. Du ergründest meine nes Wortes Licht Blind, taub, Schmerzen, Du erkennest meine ja todt in Sünden; Verkehrt Pein. Es ist nichts in meinem ist Will, Verstand und Thun. Herzen, Als dein herber Tod Des großen Jammers wollst allein. Dies, mein Herz mit du nun, O Vater, mich entLeid vermenget, Das dein theu- binden. res Blut besprenget, So am Kreuz vergossen ist, Geb ich dir, Herr Jesu Christ. 3. Klopf durch Erkenntniß bei mir an Und führ mir wohl zu Sinnen, Was Böses ich vor dir gethan. Du kannst mein Herz gewinnen, Daß ich aus Kummer und Beschwer Laß über meine Wangen her Viel heiße Thränen rinnen. 4. Wie hast du doch auf mich gewandt Den Reichthum deiner Gnaden! Mein Leben dank ich deiner Hand; Du hast mich überladen Mit Ehr, Gesundheit, Ruh und Brod; Du machst, daß mir noch keine Noth, Bis hieher können schaden. 10. Herr, ich glaube. Hilf mir Schwachen! Laß mich ja verderben nicht. Du, du kannst mich stärker machen, Wenn mich Sünd und Tod anficht. Deiner Güte will ich trauen, Bis ich Du hast in Christo mich fröhlich werde schauen Dich, erwählt, Tief aus der Höllen Herr Jesu, nach dem Streit Fluten. Es hat mir sonsten In der süßen Ewigkeit. ndio nichts gefehlt An irgend einem madis Joh. Rift, g. 1607, ft. 1667. Guten. Bisweilen bin ich auch ro o dute bi god dabei, Daß ich nicht sicher lebt Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zc. und frei, Gestäupt mit Vatersich will von mei- ruthen. gnilo doim tel 254. Iner Missethat ner Missethat 6. Hab ich denn nun auch gegen dir Gehorsams mich be wollest selbst mir Hülf und Rath flissen? Ach nein! Ein anders Zum Herren mich befehren. Du 174 Buße und Bekehrung. jaget mir mein Herze und Ge- hin? O Morgenroth, Ertheil wissen. Darin ist leider nichts mir deine Flügel! Verbirg gesund; An allen Orten ist es mich, o du fernes Meer! Bewund, Von Sünd und Keu decket mich, fallt auf mich her, zerrissen. Ihr Klippen, Berg und Hügel! 7. Die Thorheit meiner Jugendjahr Und alle schnöde Sachen Berklagen mich zu offenbar. Was soll ich Armer machen? Sie stellen, Herr, mir vors Gesicht Dein unerträglich Zorngericht, Der Hölle offnen Rachen. 8. Ach meine Gräuel allzumal Schäm ich mich zu bekennen. Ihr ist auch weder Maß noch Zahl, Ich kann sie all nicht nennen; Und ist ihr keiner noch so klein, um welches willen nicht allein Jch ewig müßte brennen. 9. Bisher hab ich in Sicherheit Fast unbesorgt geschlafen, Gejagt: Es hat noch lange Zeit; Gott pflegt nicht bald zu strafen; Er fähret nicht mit unsrer Schuld So strenge fort; es hat Geduld Der Hirt mit jeinen Schafen. 10. Jeßt aber alls zugleich erwacht. Mein Herz will mir zerspringen. Ich jehe deines Donners Macht, Dein Feuer auf mich dringen. Du regest wider mich zugleich Des Todes und der Höllen Reich; Die wollen mich verschlingen. 11. Wo bleib ich denn in solcher Noth? Nichts helfen Thor und Niegel. Wo flieh ich 12. Ach alls umsonst! Und wenn ich gar Könnt in den Himmel steigen Und wieder in die Höll, alldar Mich zu verfriechen neigen: Dein Auge drängt durch alles sich; Du wirst da meine Schand und mich Der lichten Sonne zeigen. 13. Herr Jesu, nimm mich zu dir ein; Ich flieh zu deinen Wunden. Laß mich da eingeschlossen sein und bleiben alle Stunden, Dir ist ja, o du Gotteslamm, All meine Sünd am Kreuzesstamm zu tragen auf gebunden. 14. Dies stell du deinem Vater für, Daß es sein Herze lenke. Daß er sich gnädig kehr zu mir, Nicht meiner Sünden denke Und wegen dieser Straf und Last, Die du auf dich genommen hast, Ins Meer fie alle senke. 15. Hierauf will ich zu jeder Zeit Mit Ernst und Sorgfalt meiden All böse Luft und Eitelkeit und lieber alles leiden, Denn daß ich Sünd aus. Vorjag thu. Ach Herr, gieb du stets Kraft dazu, Bis ich von hier werd scheiden. Louse Henriette, Kurfürstin v. Brandenburg, g. 1627, ft. 1667. Buße und Mel. Herzlich lieb hab ich dich 2c. 255. Vor Gericht, Herr Jesu, steh ich hie; Zu dir beug ich meins Herzens Knie, Kann mir selbst gar nicht rathen. Mein groß und viele Missethat mich hie und dort verdammet hat; Doch will ich nicht verzagen. Herr Jesu Christ, dein Blut allein Macht mich von allen Sünden rein, Weil ich in wahrer Reu und Buß An dich glaub und dir fall zu Fuß. Herr Jesu Christ, Deß dank ich dir.:,. Ich will mich bessern; hilf du mir! Joh. Mich. Dilherr, g. 1604, ft. 1660. Bekehrung. 175 4. Ach sieh mein Gebeine an, Wie sie all erſtarren. Meine Seele gar nicht fann Deiner Hülfe harren. Ich verschmacht; Tag und Nacht Muß mein Lager fließen Von den Thränengüssen. Zorn, Großer Gott, verschone! Ach laß mich nicht sein verlorn! Nach Verdienst nicht lohne. Hat die Sünd Dich entzündt: Lösch ab in dem Lamme Deines Grimmes Flamme. 5. Ach ich bin so müd und matt Von den schweren Plagen. Mein Herz ist der Seufzer satt, Die nach Hülfe fragen. Wie so lang Machst du bang Meine arme Seele In der Schwermuthshöhle! 6. Weicht, ihr Feinde, weicht von mir! Gott erhört mein Beten. Nunmehr darf ich mit Begier Vor sein Antlig treten. Teufel, weich! Hölle, fleuch! Was mich vor gekränket, Hat Pfalm 6. 256. Straf mich nicht mir Gott geschenket. in deinem 7. Vater, dir sei ewig Preis, Hier und auch dort oben, Wie auch Christo gleicher Weis, Der allzeit zu loben. Heilger Geist, Sei gepreist, Hochgerühmt, geehret, Daß du mich erhöret. Joh. Georg Albinus, g. 1624, ft. 1697. D 2. Herr, wer denkt im Tode dein? Wer dankt in der Hölle? Mel. Ach, Gott vom Himmel, sieh zc. Rette mich aus jener Pein, Der 257. Bater der Barmherzigdir Für und für Dort an jenem keit, Jch falle dir zu Fuße. Tage, Höchster Gott, Lob sage. Verstoß den nicht, der zu dir 3. Zeig mir deine Vaterhuld, schreit Und thut rechtschaffne Stärk mit Trost mich Schwa- Buße. Was ich begangen wichen. Ach Herr, hab mit mir der dich, Verzeih mir alles Geduld. Mein Gebeine zagen. gnädiglich Durch deine große Heil die Seel Mit dem Del Güte. Deiner großen Gnaden; Wend ab allen Schaden. 2. Durch deiner Allmacht Wunderthat Nimm von mir, 176 Buße und Bekehrung. was mich quälet. Durch deine Mel. Wie nach einer Wasserquelle. Weisheit schaffe Rath, Worin- 258. du Schöpfer aller Dinge, nen mirs sonst fehlet. Gieb ende. Willen, Mittel, Kräft und Höre, höre mein Gebet, Das Stärk, Daß ich mit dir all ich jeßund vor dich bringe, meine Werk Anfange und voll- Weil mein Herz in Nengsten nog steht. Angst die Sünde machet mir; Darum komm ich auch zu dir Und bekenne meine Sünden. Ach laß mich doch Gnade finden! bin tonid 3. Jesu Christe, der du haft Am Kreuze für mich Armen Getragen aller Sünden Last, Wollst meiner dich erbarmen. O wahrer Gott, o Davids Sohn, 2. Weil du heißest alle komErbarm dich mein und mein verschon; Sieh an mein kläglich Rufen! dadi bise 4. Laß deiner Wunden theu res Blut, Dein Todespein und Sterben Mir kommen kräftiglich zu gut, Daß ich nicht müß verderben. Bitt du den Vater, daß er mir Im Zorn nicht lohne nach Gebühr, Wie ich es hab verschuldet. men, Die beladen sind, zu dir, Bin ich auch nicht ausgenommen, Noch gestoßen von der Thür Deiner Gnaden; sondern du, Willst und wirst mich noch dazu Von den Sünden, die mich drücken, Ganz entbinden und erquicken. 3. Dein Wort bleibet ungebrochen, Was du einmal haft gedicredt. Nun, du hast ein Wort 5. O heilger Geist, du wah- gesprochen: ,, Such mein Antlit res Licht, Regierer der Gedanken, Wenn mich die Sündenlust anficht, Laß mich von dir nicht wanken. Verleih, daß nun und nimmermehr Begierd nach Wolluft, Geld und Ehr In meinem Herzen herrsche. mit Gebet." Darum komm ich auch vor dich; Such dein Antlig. Ach laß mich Vor dir, Herr, jetzt Gnade finden; Sprich mich los von meinen Sünden! 4. Sieh die Handschrift, die ich gebe Dir in deine Händ, o 6. Und wenn mein Stünd Gott. Hier sprichst du: So lein kommen ist, So hilf mir wahr ich lebe, Ich will nicht treulich kämpfen, Daß ich des des Sünders Tod, Sondern daß Satans Troß und List Durch er sich bekehr Von den Sünden Christi Sieg mag dämpfen, und begehr Ewiglich nur mir Auf daß mir Krankheit, Angst zu leben: So will ich die Sünd und Noth, Und dann der letzte vergeben." inde mig Feind, der Tod, Nur sei die Thür zum Leben. dinas 5. Nun wohlan, du wirst nicht lügen. Ich halt mich an deine Wort; Will darauf in David Denice, g. 1603, f. 1680. Buße und Demuth biegen Meine Knie vor dir, mein Hort, Und bekennen meine Sünd. Ich bin das verlorne Kind, Das, vom Satan oft verblendet, Deine Güter hat verschwendet. Mel. Nun fich der Tag geendet hat. ein Gott, das 259. Mei Herz ich bringe dir Zur Gabe und Geschenk. Du forderst dieses ja von mir; Deß bin ich eingedenk. 6. Nun, was soll ich weiter sagen? Ich will nun an meine Brust Mit dem armen Zöllner schlagen; Denn es ist dir wohl bewußt, Daß ich hab gesündigt 2. Gieb mir, mein Sohn, dir. Ach mein Gott, sei gnä- dein Herz, sprichst du, Das ist dig mir! Ich fall dir in deine mir lieb und werth; Du finArme. Ach, dich über mich er- dest anders auch nicht Ruh m barme! Himmel und auf Erd. 3. Nun du, mein Vater, nimm es an, Mein Herz, veracht es nicht. Ich gebs, so gut ichs geben kann; Kehr zu mir dein Gesicht. 4. Zwar ist es voller Sündenwust Und voller Eitelkeit, Des Guten aber unbewußt, Der id wahren Frömmigkeit. 7. Ich verleugne nicht die Sünden, Ich verleugne nicht die Schuld; Aber laß mich Gnade finden, Trage nur mit mir Geduld. Alles, was ich schuldig bin, Will ich zahlen; nimm nur hin Die Bezahlung meines Bürgen, Der sich ließ für mich erwürgen. 8. Nun, o Vater aller Gnaden, Siehe dessen Leiden an. Dieser hat erseßt den Schaden Und für mich genug gethan. Durch sein Blut bin ich erlöst; Dieses ist es, was mich tröst; Und in seinen tiefen Wunden Hab ich Fried und Ruh gefunden. Bekehrung. 177 bist denen, Die sich, Jesu, nach dir sehnen. Joh. Heinrich Galifius, g. 1633, ft. 1698. 9. Hierauf will ich nun genießen, Jesu, deinen Leib und Blut, Mir zur Tröstung im Gewissen, Weils mich macht gerecht und gut. Gieb, daß würdig ich genieß Dich, o Herr, und schmeck, wie süß Und wie freundlich du 5. Doch aber steht es nun in Reu, Erkennt sein Uebelstand Und träget jegund vor dem Scheu, Darans zuvor Lust fand. 6. Hier fällt und liegt es dir zu Fuß Und schreit nur: Schlage zu! Zerknirsch, o Vater, daß ich Buß Rechtschaffen vor dir thu! 7. Zermalm mir meine Härtigkeit, Mach mürbe meinen Sinn, Daß ich in Seufzen, Reu und Leid Und Thränen ganz zerrinn. 8. Sodann nimm mich, Herr Jesu Christ, Tauch mich tief 12 178 Buße und Bekehrung. in dein Blut. Ich glaub, daß erweis, Daß mein Thun nicht du gekreuzigt bist Der Welt und mir zu gut. sei Augenschein, Durchs Werk zu deinem Preis. 9. Stärk mein sonst schwache Glaubenshand, zu fassen auf dein Blut, Als der Vergebung Unterpfand, Das alles machet gut. 17. Hilf, daß ich sei von Herzen schlicht, Aufrichtig, ohn Betrug, Auf Treue Wort und Werke richt Und niemand schelt ohn Fug.n 10. Schenk mir nach deiner 18. Hilf, daß ich sei von Jesushuld Gerechtigkeit und Herzen klein, Demuth und Heil; Nimm auf dich meine Sanftmuth halt, Daß ich, von Sündenschuld Und meiner Strafe Theil. aller Weltlieb rein, Vom Fall aufstehe bald. of 19. Hilf, daß ich sei von Herzen fromm, Ohn alle Heuchelei, Damit mein ganzes Christenthum Dir wohlgefällig sei. 11. In dich wollst du mich kleiden ein; Dein Unschuld zieh mir an, Daß ich, von allen Sünden rein, Vor Gott bestehen kann. 12. Gott, heilger Geist, nimm du auch mich In die Gemeinschaft ein; Ergieß um Jesu willen dich Tief in mein Herz hinein. 13. Dein göttlich Licht schütt in mich aus Und Brunst der reinen Lieb. Lösch Finsterniß, Haß, Falschheit aus; Schenk mir stets deinen Trieb. 14. Hilf, daß ich sei von Herzen treu Im Glauben meinem Gott, Daß mich im Guten nicht mach scheu Der Welt List, Macht und Spott. 20. Nimm gar, o Gott, zum Tempel ein Mein Herz hier in der Zeit; Ja, laß es auch dein Wohnhaus sein In jener Ewigfeit." 21. Dir geb ichs ganz zu eigen hin; Brauchs, wozu dirs gefällt. Ich weiß, daß ich der Deine bin, Der Deine, nicht der Welt. 22. Drum soll sie nun und nimmermehr Dies richten aus bei dir, Sie lock und droh auch noch so sehr, Daß ich soll dienen ihr. 23. Jn Ewigkeit geschieht 15. Hilf, daß ich sei von das nicht, Du falsche TeufelsHerzen fest In Hoffen und braut. Gar wenig mich, Gott Geduld, Daß, wenn du mich Lob! ansicht Dein glänzend nur nicht verläßt, Mich tröste deine Huld. Schlangenhaut. 24. Weg Welt! Weg Sünd! 16. Hilf, daß ich sei von Dir geb ich nicht Mein Herz. Herzen rein Im Lieben und Nur Jesu, dir Ist dies Ge Buße und Bekehrung. 179 schenke zugericht; Behalt es für| Wolken dringen Und von deiund für. nem Himmelsthron Mir die Gnade bringen. Joh. Casp. Schade, g 1666, t. 1698. 6. Ich laß doch nicht eher ab, Bis du mir gewähret Gnade, die ich von dir hab Inniglich begehret. Segne mich! Ich lasse dich Eher nicht; ich hange, Wie die Klett am Kleid, bis ich Gnad von dir erlange. Mel. Schwing dich auf zu deinem 2c. 260. Liebster Bater, ich, dein Kind, Komm zu dir geeilet, Weil ich sonsten niemand find, Der mich Armen heilet. Meine Wunden sind sehr groß, Groß sind meine Sünden; mach mich von denselben los, Laß mich Gnade finden. 2. Du bist Vater ja mit Necht Und hast Vaterfitten: Ei so hab ich Kindesrecht Und darf kühnlich bitten; Denn den Kindern steht es frei, Väter anzuflehen. Vater, deine Vater-= treu Laß mich Armen sehen. 7. Du bist Gott und heißest gut, Weil du Gutthat übest Und, gleichwie ein Vater thut, Deine Kinder liebest. Dieser Gutthat laß mich auch, Vaterherz, genießen; Laß auf mich nach deinem Brauch Deine Gnade fließen. 8. Ach verzeih mir, ach vergieb, Was ich mißgehandelt, Weil ich nach dem Sündentrieb Oftermals gewandelt! Meine Sünden ich versenk, Herr, in deine Wunden. Ach derselben nicht gedenk! Laß sie sein verschwunden. 3. Liebster Vater, willst du dich Vater lassen nennen, Ei jo mußt du lassen mich Vatersinn erkennen; Denn das wäre doch zu hart, Bloßen Namen führen Und nicht thun nach Baterart, Was sich will gebühren. 9. Klagt mich mein Gewissen 4. Nun, so nimm dich mei- an Und will mich verdammen, ner an, Wie die Väter pflegen; Will der Sünde dunkle Bahn Meine Buß- und Thränenbahn Dich zur Rach entflammen: Laß dich doch bewegen. Meine Ei so denke mit Geduld, Daß Sünden bringen Schmerz, Die ich Staub und Aschen, Und ich hab begangen: Ach, du lieb- daß mich von meiner Schuld stes Vaterherz, Laß mich Gnad Hab dein Blut gewaschen. erlangen! Christoph Titius, g. 1641, ft. 1703. 5. Hast du doch in deinem Wort Gnade mir versprochen. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Mensch, Laß mich an die Gnadenyfort 261. Jcharmerende pochen; Laß matten Seufzer Ton Durch die Steh hier vor Gottes Angesicht. 180 Buße und Bekehrung. Ach Gott, ach Gott, verfahr ge-| 7. Sprich nur ein Wort, so linder Und geh nicht mit mir werd ich leben. Sag, daß der ins Gericht! Erbarme dich, er- arme Sünder hör: Geh hin; barme dich, Gott, mein Erbar- die Sünden sind vergeben; mer, über mich! Hinfürder sündge nur nicht mehr. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 2. Wie ist mir doch so herzlich bange Von wegen meiner großen Sünd! Hilf, daß ich Gnad von dir erlange, Ich armes und verlornes Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 3. Hör, ach erhör mein seufzend Schreien, Du allerliebstes Vaterherz! Wollst alle Sünden Erbarmer, über mich! mir verzeihen Und lindern meines Herzens Schmerz. Erbarmebe dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 8. Jch zweifle nicht, ich bin erhöret, Erhöret bin ich zweifelsfrei, Weil sich der Trost im Herzen mehret. Drum will ich enden mein Geschrei. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Christoph Titius, g. 1641, st. 1703. Luc. 15, 1-10, Mel. Kommt Her zu mir, spricht 2c. 4. Wie lang joll ich vergeb= 262. Jhr armen Sünder, fommt zu Hauf! lich klagen? Hörst du denn nicht? Hörst du denn nicht? Kommt eilig, kommt und macht Wie kannst du das Geschrei euch auf, Mühselig und belavertragen? Hör, was der arme Sünder spricht. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! den! Hier öffnet sich das Jesusherz Für alle, die in Reu und Schmerz Erkennen ihren Schaden. 5. Wahr ist es, übel steht 2. Es heißt: Er nimmt die der Schade, Den niemand hei- Sünder an. an. Drum komm! let, außer du. Ach aber Gna- Dein Jesus will. und kann de! Gnade! Gnade! Ich laß Dich retten und umarmen. dir doch nicht eher Ruh. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Komm weinend, komm in wahrer Buß Und fall im Glauben ihm zu Fuß! Er wird sich dein erbarmen. 6. Nicht, wie ich hab verschuldet, lohne Und handle nicht 3. Ein Hirt verläßt sein nach meiner Sünd. O treuer Schäflein nicht, Dems in der Vater, schone, schone! Erkenn Frr an Hülf gebricht; Er mich wieder für dein Kind. Er- sucht es mit Verlangen. Er barme dich, erbarme dich, Gott, lässet neun und neunzig stehn mein Erbarmer, über mich! Und sie wohl in der Wüsten 181 Und gieb mir deiStärk Am Leib Buße und Bekehrung. gehn, Das eine zu umfan- Sündenwerk nes Geistes gen. 4. Es sucht der liebste Jesus und an der Seelen. Christ Das Schäflein, das verLaur. Laurentii, g. 1660, st. 1722. loren ist, Bis daß ers hat ge- nist alle funden. So laß dich finden, Mel. Was Gott ist, das ist 2c. liebe Seel, Und flieh in Jeſu 263. Der du die Macht, sind die o Gnadenstunden! 5. O Jesu, deine Lieb ist groß. Ich komm mühselig, nackt und bloß. Ach laß mich Gnade finden! Ich bin ein Schaf, das sich verirrt. Ach nimm mich Die Sünde zu vergeben: Befrei auch mich von meiner Last Und schenke mir das Leben. Ich liege hier Und beichte dir. Verdient hab ich zu sterben Und ewig zu verderben. auf, weil ich verwirrt Jm 2. Mein Elend, Sünd und Strick und Netz der Sünden. 6. Ach wehe mir, daß ich von dir Gewichen bin zum Abgrund schier! Ach laß mich wiederkehren Zu deiner Heerde! Nimm mich an Und mach mich frei vom Fluch und Bann. Dies ist mein Herzbegehren. 7. Laß mich dein Schäflein ewig sein; Sei du mein treuer Hirt allein Im Leben und im Sterben. Laß mich vom eitlen Weltgesind Ausgehn und mich als Gottes Kind Um deine Huld bewerben. Missethat Ift leider nicht zu zählen; Und wäre nicht bei dir noch Rath, Müßt ich mich ewig quälen. Herr, dein Gebot, O große Noth! Hab ich nicht nur geschändet, Die Gnad ist auch verschwendet. 3. Betracht ich des Gesetzes Sinn Nach den Geboten allen, Ist keines, dem ich ähnlich bin; So tief bin ich gefallen. Ach von Natur Empfind ich nur Verblendung, Widerstreben; So sündlich ist mein Leben. 4. Des ewgen Vaters Lieb und Huld, Dich selbst, für mich geschlachtet, Des Geistes Arbeit 8. Ich will von nun an sagen ab Der Sündenlust bis in mein Grab Und in dem und Geduld Hab ich dazu verneuen Leben In heiliger Ge- achtet. Gedenk ich dran, Was rechtigkeit Dir dienen noch die ich gethan Und was ich unterkurze Zeit, Die mir zum Heil lassen, So muß ich selbst mich gegeben. haffen. 9. Ach nimm dein armes 5. Schau, hier ist nicht GeSchäflein ein Und laß es sicher rechtigkeit, Kein Licht und keine bei dir sein In deiner Wun- Kräfte. Was mich vom Unterdenhöhlen. Bewahre mich vor gang befreit, Ist deiner Huld 182 Buße und Bekehrung. Geschäfte. Blickst du mich an, Noch täglich hier; Du wirst an Der helfen kann, So werd ich mich gedenken Und täglich Gnawieder leben Und dir die Ehre de schenken. geben. Ernst Gottl. Woltersdorf, g. 1725, st. 1761. 6. Hier werf ich alle meine Noth, Erbarmer, dir zu Fuße. Verleihe mir durch deinen Mel. An Wasserflüssen Babylon. Luc. 18, 9-14. Tod Die Gnade wahrer Buße. Nimm aus Die Tücke hin. Laß mich gebeugt zur Erden Und also gläubig werden. 7. Vergebung aller Sündenschuld, Den Frieden im Gewissen, Versichrung deiner Lieb und Huld Laß mich umsonst genießen. Gedenke dran, Was du gethan. Das Heil in deinem Blute Kommt alles mir zu gute. 8. Du schließest auf und schließest zu, Machst los und machst gebunden. Ach Herr, mein Herz eröffne du; Mir öffne deine Wunden. Bin ich in dir, Bist du in mir, So sei ich dir verfiegelt, Der Sünd und Welt verriegelt. 9. Versprech ich viel,- in eigner Kraft Vermag ich nichts zu halten. Laß deinen Geist, der alles schafft, In meiner Seele walten. O höchstes Gut, Dein theures Blut Muß auch zum neuen Leben Mir Gnadenkräfte geben. ol 10. Sprichst du mich los, o Gottessohn, So geh ich hin und lebe. Doch bleib ich vor dem Gnadenthron, Weil ich an Gnade klebe. Jch beichte dir 264. König, deſſen Majestät Weit über alles steiget, Dem Erd und Meer zu Dienste steht, Vor dem die Welt sich neiget; Der Himmel ist dein helles Kleid, Du bist voll Macht und Herrlichkeit, Sehr groß und wunderthätig; Ich armer Wurm vermag nichts mehr, Als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott sei mir Sünder gnädig! 2. Hier steh ich, wie der Zöllner that, Beschämet und von ferne. Ich suche deine Hülf und Gnad, o Herr, von Herzen gerne. Doch weil ich voller Fehler bin Und, wo ich mich nur wende hin, Beschmuget und unfläthig: So schlag ich nieder mein Gesicht Vor dir, du reines Himmelslicht. Gott sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schulden, die ich mir bewußt, Durchängsten mein Gewissen. Drum schlag ich reuig an die Brust Und will von Herzen büßen. Ich bin, o Vater, gar nicht werth, Daß ich noch wandle auf der Erd; Doch weil du winkst, so bet ich Mit ganz zerknirschtem, bangen Geist, Der gleichwohl dich noch Abba heißt: Gott sei mir Sünder gnädig! Buße und Bekehrung. 183 4. Mein Abba, schaue Je-| Die kurze Freud, die kurze Zeit jum an, Den Gnadenthron der vergeht, Und meine Seel noch Sünder, Der für die Welt so gefährlich steht. genug gethan, Durch den wir 2. Gott rufet noch! Sollt Gottes Kinder Jm gläubigen ich nicht endlich kommen? Ich Vertrauen sind. Der ists, bei hab so lang die treue Stimm dem ich Ruhe find; Sein Herz vernommen. Ich wußt es wohl; ist ja gutthätig. Ich fasse ihn ich war nicht, wie ich sollt. und laß ihn nicht, Bis Gottes Er winkte mir; ich habe nicht Herz mitleidig bricht. Gott sei gewollt. mir Sünder gnädig! 3. Gott rufet noch! Wie, daß ich mich nicht gebe! Ich fürcht ein Joch, und doch in Banden lebe. Ich halte Gott und meine Seele auf. Er ziehet mich. O armes Herze, lauf! 5. Regiere doch mein Herz und Sinn In diesem ganzen Leben. Du bist mein Gott, und was ich bin, Bleibt ewig dir ergeben. Ach heilige mich ganz und gar, Laß meinen Glauben immerdar Sein durch die Liebe thätig. Und will es nicht fort, wie es soll, So ruf ich, wie mein Herz ist voll: Gott sei mir Sünder gnädig! 6. Mein Leben und mein Sterben ruht Allein auf deiner Gnade. Mir geh es gleich bös oder gut, Gieb nur, daß es nicht schade. Kommt dann das lebte Stündlein an, So sei mir auf der Todesbahn, Mein Jeju, selbst beiräthig; Und wenn ich nicht mehr sprechen kann, So nimm den letzten Seufzer an: Gott sei mir Sünder gnädig! Dr. Ernst Valentin Löscher, g. 1678, f. 1749. 4. Gott rufet noch! Ob ich mein Ohr verstopfet: Er ste het noch an meiner Thür und flopfet. Er ist bereit, daß er mich noch empfang. Er wartet noch auf mich, wer weiß, wie lang! 5. Gieb dich, mein Herz, gieb einmal dich gefangen. Wo willst du Trost, wo willst du Ruh erlangen? Laß los! Laß los! Brich alle Band entzwei! Dein Geist wird sonst in Ewigkeit nicht frei. 6. Gott locket mich. Nun länger nicht verweilet! Gott will mich ganz. Nun länger nicht getheilet! Fleisch, Welt, Vernunft, sag immer, was du willt; Meins Gottes Stimm Mel. O höchster Gott, o unser 2c. 265. Gott rufet noch! mir mehr, als deine gilt. 7. Ich folge Gott. Ich möcht ihn ganz vergnügen. Die Gnade mich bezaubern und bethören! soll im Herzen endlich siegen. Sollt ich nicht endlich hören? Wie laß ich 184 Buße und Bekehrung. Ich gebe mich. Gott soll hin- zerrinn Und mit der Sünde fort allein Und unbedingt mein Herr und Meister sein. 8. Ach nimm mich hin, du Langmuth ohne Maße! Ergreif mich wohl, daß ich dich nie verlaffe. Herr, rede nur; ich geb begierig Acht. Führ, wie du willst; ich bin in deiner Macht. Gerb. Tersteegen, g. 1697, st. 1769. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 2c. 266. Mein Heiland, du hast mich gezogen Und oftmals schon mein Herz gerührt. Ach würd ich dadurch recht bewogen Und zu dir völlig hingeführt! Drum fahre fort mit deinen Zügen Und laß dein Gnadenwerk nicht liegen; Nein, wirk und treib mich immer zu Und laß mich nun allhier auf Erden Nur ferner nicht mehr ruhig werden, Bis ich in deinen Wunden ruh. daig 2. Die Feinde find gar bald geschäftig Und schläfern uns gleich wieder ein; Die Rührung ist nicht mehr so kräftig, Wenn wir nicht treu und wachsam sein. Wir machen Frieden, eh wir siegen, und lassen uns gar bald begnügen, Wenns nur ein wenig besser geht. Ach, das find falsche Ruhestätten! So hilf, Herr, daß wir ernstlich beten, Daß nur kein falscher Fried entsteht. 00 3. Erweiche doch mein hartes Herze, Daß ich in Thränen ganz nicht mehr scherze. O beug und ändre meinen Sinn, Daß ich den Glauben wirken lasse Und redlich den Entschluß nun fasse, Recht eilend, eilend auszugehn Und auf den Ruf bald zuzufahren. Die ganze Zeit von meinen Jahren Muß ja nur dir zum Opfer stehn. 4. Laß mich recht arm und elend werden Und decke meinen Schaden auf, Den innern Gräul, den Sinn der Erden, Und hemme meinen alten Lauf. Laß mich der Sünden Last empfinden. Laß sich den Durst nach dir entzünden, Daß ich nach nichts so schrei und fleh, Als nur nach dir, nach deiner Gnaden, Bis ich mich bei so tiefem Schaden Geheilt und recht erhöret seh. 5. Zerstöre ganz die falschen Stüßen Der eignen Selbstge= rechtigkeit, Daß ich mit nichts mich könne schützen Und mich in dich nur, als mein Kleid, Ganz nackt und bloß zu hüllen suche, Den falschen, eignen Schmuck verfluche Und nur in deinem Blut allein Vergebung, Gnad und Kraft verlange, Mit eigner Heiligkeit nicht prange, Nein, nur mit deiner Kreuzespein. 6. So leere mich von eignem Wesen, Von Selbstgefälligkeit recht aus, Und laß mein Herze recht genesen; Ja mach, o Herr, ein Ganzes draus, Daß ich nicht Gott und Welt vermenge, Buße und Bekehrung. 185 Nicht halb, nein, ganz an dich mich hindern kann, Gehör und mich hänge; Drum nimm mein ganzes Herze hin. Wem sollt ichs denn wohl lieber geben, Als dir, mein allerliebstes Leben? Dies sei, o Herr, mein ganzer Sinn. Eingang ferner gebe. Nein, nein, ich bleibe, weil ich lebe, Ja ewig dir nur zugethan. C. Heinr. v. Bogatty, g. 1690, st. 1774. 7. Ich will der ganzen Welt 267. Erleucht mich, entsagen, Es muß einmal geschieden sein, Auch deine Schmach, der Welt Spott, tragen. Und stellt die Menschenfurcht sich ein, So hilf mir mächtig überwinden. Ich kann doch keine Ruhe finden, Wenn ich die Welt noch lieben kann. Gieb du mir deines Geistes Waffen. Laß mich mein Heil mit Zittern schaffen Und führe mich auf ebner Bahn. Herr, mein Licht. Ich bin mir selbst verborgen Und kenne mich noch nicht. Ich merke dieses zwar, Ich sei nicht wie ich war; Indessen fühl ich wohl, Ich sei nicht, wie ich soll. 2. Jch lebt in stolzer Ruh Und wußte nichts von Sorgen Vor diesem; aber nu Bin ich ganz voller Brast*) Und mir selbst eine Last. Was vormals meine Freud, Macht mir jetzt Herzeleid. ud 8. Mein Jawort hast du nun bekommen; So nimm mein *) Beschwerde, Unruhe. Herz nur gänzlich ein. Es soll 3. Kein zeitlicher Verlust nicht ferner dir genommen Und Verursacht diese Schmerzen, also nicht mehr meine sein. So viel mir je bewußt. Mich Herr, halte mich bei dem Ver- liebt manch treuer Freund, sprechen Und laß nichts mehr mich überwindt kein Feind; den Vorsatz brechen. Ach gieb Der Leib hat, was er will, nur auch Vollbringungskraft, Gesundheit, Hüll und Füll. Wie du das Wollen mir ge- 4. Nein, es ist Seelenpein; geben. Du bist es, der ein Es kommt mir aus dem Herander Leben, Ein rein und zen Und dringt durch Mark neues Herze schafft. und Bein. Nur dies, dies liegt mir an, Daß ich nicht wissen kann, Ob ich ein wahrer Christ, Und du mein Jesus bist. 9. So laß mich ganz an mir verzagen Und nicht auf meine Kräfte baun. Auf dich allein laß mich es wagen Und deiner Macht und Gnade traun, Damit ich niemals mehr zurücke Auf Freud und Weltlust 5. Es ist nicht so gemein, Ein Christe sein, als heißen. Ich weiß, daß der allein Des Namens fähig ist, Der seine wieder blicke, Auch keinem, der liebste Lust Durch Christi Kraft 186 Buße und Bekehrung. zerbricht Und lebt ihm selber Sagst du hiemit der Welt Und, nicht. was dem Fleisch gefällt, Rein ab und Christo an, So ist die 6. Es ist ein Selbstbetrug, Mit diesem Wahn sich speisen, Sach gethan. Als ob dies schon genug Zur Glaubensprobe sei, Daß man von Lastern frei, Die auch ein blinder Heid Aus Furcht vor Schande meidt. 7. Der nur zieht Christum an, Der aus ihm selbst gegangen Und seines Fleisches Wahn, Vermögen, Lust und Rath, Gut, Ehr, und was er hat, Von Herzen haßt und spricht: Nur Jejus ist mein Licht. 12. Du Erdwurm, solltest du Dem Könge dich versagen, Dem alles stehet zu, Der allein weis und reich, Der alles ist zugleich, Der selbst die ganze Welt Erschaffen und erhält? 13. Wenn alles wird vergehn, Was Erd und Himmel heget, So bleibt er fest bestehn. Sein Wesen nimmt nicht ab; Die Gottheit weiß kein Grab. Und wen er einmal kennt, Deß Wohlstand nimmt kein End. 14. Wer aber in der Zeit Mit ihm sich nicht verträget, Der bleibt in Ewigkeit Von Gottes Vaterhaus Ganz, ganz geschlossen aus, Vergöß er in dem Weh Auch einen Thrä8. Das ist des Glaubens Wort Und dürstiges Verlangen: Herr Jesu, sei mein Hort, Versöhner, Herr und Schild, Und führ mich, wie du willt. Dein bin ich, wie ich bin; Nimm mich zu eigen hin. 9. Wer dies nicht gründlich meint, Deß Glaub ist noch un- nensee. tüchtig, Der bleibt noch Got15. Wünscht nun Gott den tes Feind; Sein Hoffnungs- Vertrag, Laß ihn dein Jawort grund ist Sand Und hält zu- schlichten, liebe Seel, und letzt nicht Stand. Der einge Glaubensgrund Ist dieser Gnadenbund. sag: Dir opfr ich gänzlich auf, mein Gott, meinen Lauf Und Geist und Leib und Blut, Bust, Ehre, Hab und Gut. 16. Thu, was du willst, mit mir, Werd ich nur zugerichtet zu deinem Breis und Zier, Ein Faß der Herrlichkeit, Mit deinem Heil bekleidt, Geheiligt jetzt und dann: Wohl mir! so 10. Hier, sorg ich, fehlt es mir: Die Lieb ist noch nicht richtig, Die ich, Herr Christ, zu dir Jeßt habe, weil ich doch, Beinah ein Christe, noch Die Welt und Lust noch mehr Geliebt, als deine Ehr. 11. Mein Herz, begreif dich ists gethan. nu: Ich muß es redlich wagen; Ich komm eh nicht zur Ruh. Buchfelder. Buße und Bekehrung. 187 Mel. Herzlich lieb hab ich dich 2c. ch komme, Frienem Segen Theil. Er sei auch mir Und meines 268. J bensfürst, zu Lebens Heiligung. Herr Jeſu Christ, Ich hoff auf dich, ich hoff auf dich; In dieser Hoffnung stärke mich. dir; Erbarmend rufst du ja auch mir, Den Frieden zu empfangen. Der Sünden Last ist mir zu schwer. O laß mein 4. Mein ganzes Leben preise Herz von Trost nicht leer! Laß dich. Erlöst, mein Mittler, hast es die Ruh erlangen, Die du du mich, Dein Eigenthum zu dem tiefgebeugten Geist, Der werden. Wenn ich dein bin, so zu dir fliehet, selbst verheißt! fehlt mir nichts, Nichts einst Wer tröstet mich, als du al- am Tage des Gerichts, Nichts lein? Wer macht mein Herz von Sünden rein? Herr Jesu Christ, Mein Trost und Licht, mein Trost und Licht, Verwirf, verwirf du mich doch nicht! hier auf dieser Erden. Auf dieser Bahn zum Vaterland Entzeuch mir niemals deine Hand. Zu deinem Dienste stärke mich Und laß mich siegen einst durch dich. Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! Ein Le= ben sei mir einst der Tod. 2. Anbetend steh ich, Herr, vor dir; Dein Antlig neige du zu mir Und sei mir Sünder gnädig. Wenn mein Vergehn um Rache schreit, So mache nach I. A. Freylinghausen, g. 1670, ft. 1739. aus Barmherzigkeit Mich al 30 ler Strafe ledig. Der du am 269. Kwieder, der du Kreuz gelitten hast, Du trugest ja auch meine Last, Als du dich verloren haft! Sinke reuig zum Heil der Sünder starbst bittend nieder Vor dem Herrn Und ihnen Gottes Huld er- mit deiner Last! Wie du bist, warbst. Herr Jesu Christ, so darfst du kommen Und wirst Mein Herr und Gott, mein gnädig aufgenommen. Sieh, Herr und Gott, Erlöse mich der Herr kommt dir entgegen, durch deinen Tod! Und sein heilig Wort verspricht 3. Du, du bist meine Zu- Dir Vergebung, Heil und Seversicht; Durch dich entflieh gen. Kehre wieder; zaudre ich dem Gericht, Dem schwe- nicht! ren Lohn der Sünden. Durch dich kann ich dem Fluch entgehn Und mich mit Gott vereinigt sehn Und ewigs Leben finden. Dein Tod ist der Verlornen Heil; Gieb mir an sei2. Kehre aus der Welt Zerstreung In die Einsamkeit zurück, Wo in geistiger Erneuung Deiner harrt ein neues Glück, Wo sich bald die Stürme legen, Die das Herz so wild bewegen, 188 Glaube und Rechtfertigung. Wo des heilgen Geistes Mah-| Geduld. Faß ein Herz zu seinen Du mit stillem Beben hörst, nem Herzen. Er hat Trost für Und von neuem zu den Fahnen alle Schmerzen; Er kann alle Jesu Christi heilig schwörst. Wunden heilen, Macht von 3. Kehre wieder, irre Seele! Deines Gottes treues Herz Beut Vergebung deinem Fehle, und bei ihm ein. Balsam für den Sündenschmerz. Sieh auf den, der voll Erbarmen Dir mit ausgestreckten Armen Winket von dem Kreuzesstamme. Kehre wieder! Fürchte nicht, Daß der Gnädge dich verdamme, Dem sein Herz vor Liebe bricht. 4. Kehre wieder! Neues Leben Trink in seiner Liebeshuld. Bei dem Herrn ist viel Vergeben, Große Langmuth und 270. s ist das Heil uns kommen allem Aussaß rein. Darum fehre ohne Weilen Zu ihm um XIV. glaube und Rechtfertigung. 5. Kehre wieder, endlich kehre Jn der Liebe Heimath ein, In die Fülle aus der Leere, In das Wesen aus dem Schein; Aus der Lüge in die Wahrheit, Aus dem Dunkel in die Klarheit, Aus dem Tode in das Leben, Aus der Welt ins Himmelreich! Doch, was Gott dir heut will geben, Nimm auch heute; fehre gleich! Carl Joh. Phil. Spitta, g. 1801. her Von Gnad und lauter Güte. Die Werk, die helfen nimmermehr; Sie mögen nicht behüten. Der Glaub sieht Jesum Christum an. Der hat gnug für uns all gethan; Er ist der Mittler worden. 3. Es war ein falscher Wahn dabei, Gott hätt sein Gseß drum geben, Als ob wir möchten selber frei Nach seinem Willen leben. So ist es nur ein Spiegel zart, Der uns anzeigt die fündig Art In unserm Fleisch verborgen. 2. Was Gott im Gseß geboten hat, Da man es nicht fonnt halten, Erhub sich Zorn und große Noth Vor Gott so mannigfalten. Vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, Vom Gsez erfordert allermeist. 5. Noch mußt das Gieß erEs war mit uns verloren. 4. Nicht möglich war, diefelbig Art Aus eignen Kräften lassen, Wiewohl es oft versuchet ward; Doch mehrt sich Sünd ohn Maßen. Denn Gleißners Werk Gott hoch verdammt, Und jedem Fleisch der Sünde Schand Allzeit war angeboren. füllet sein, Sonst wärn wir all Glaube und Rechtfertigung. 189 verdorben. Drum schickt Gott| wißlich her Aus einem rechten seinen Sohn herein, Der sel- Glauben; Denn das nicht rechber Mensch ist worden. Das ter Glaube wär, Dem man die ganze Gieß hat er erfüllt, Da- Werk wollt rauben. Doch macht mit seins Vaters Zorn gestillt, allein der Glaub gerecht. Die Der über uns ging alle. Werke find des Nächsten Knecht, Dabei wirn Glauben merken. 6. Und da es nun erfüllet ist Durch den, der es fonnt halten, 11. Die Hoffnung wart der So lerne jest, mein frommer rechten Zeit, Was Gottes Wort Christ, Des Glaubens recht zusage. Wann das geschehen Gestalten: Nicht mehr, denn: foll zur Freud, Sezt Gott kein Lieber Herre mein, Dein Tod gwisse Tage. Er weiß wohl, wird mir das Leben sein; Du wanns am besten ist, und braucht haft für mich bezahlet. an uns kein arge List; Deß solln wir ihm vertrauen. 7. Daran ich keinen Zweifel trag; Dein Wort kann nicht betrügen. Nun sagst du, daß kein Mensch verzag, Das wirst du nimmer lügen: Wer glaubt an mich und wird getauft, Demselben ist der Himml erkauft, Daß er nicht wird verloren. 12. Ob sichs anließ, als wollt er nicht, Laß dich es nicht erschrecken; Denn wo er ist am besten mit, Da will ers nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser sein; Und spräch dein Herz gleich lauter Nein, So laß dir doch nicht grauen. 8. Er ist gerecht vor Gott allein, Der diesen Glauben faſz 13. Sei Lob und Ehr mit set. Der Glaub giebt aus von hohem Preis Um dieser Gutihm den Schein, So er die that willen, Gott Vater, Sohn Werk nicht lässet. Mit Gott und heilgem Geist. Der woll der Glaub ist wohl daran; mit Gnad erfüllen, Was er in Dem Nächsten wird die Lieb uns anfangen hat, zu Ehren Guts thun, Bist du aus Gott seiner Majestät, Daß heilig geboren. werd sein Name. 9. Es wird die Sünd durchs Gsetz erkannt und schlägt das Gwissen nieder. Das Evangelium kommt zur Hand Und stärkt den Sünder wieder. Es spricht: Nur komm zum Kreuz herzu; Im Gieß ist weder Laß von uns sein Versuchung Rast noch Ruh Mit allen sei- fern; Lös uns vom Uebel. nen Werken. Amen! 14. Sein Reich zukomm. Sein Will auf Erd Gscheh, wie ins Himmels Throne. Das täglich Brod ja heut uns werd. Gott unsrer Schuld verschone, Als wir thun unsern Schuldigern. 90070 1 10. Die Werke kommn gePaul Speratus, g. 1484, st. 1554. Glaube und Rechtfertigung. 190 Mel. Nun freut euch, lieben Christen thin bngmein. mir zu Freud nach dieſem Leid; Hilf, daß ich mag nach dieser 271. Such, wer da will, Klag Dir ewig dort Lob sagen. ein ander Georg Weißel, g. 1590, st. 1635. Die Seligkeit zu finden: Mein Herz allein bedacht soll sein, Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Auf Christum sich zu gründen. Su Geift. Sein Wort ist wahr; jein 272. Welt geliebt, hat Gott die Werk sind klar; Sein heilger Mund hat Kraft und Grund, All Feind zu überwinden. 2. Such, wer da will, Nothhelfer viel, Die uns doch nichts erworben: Hier ist der Mann, der helfen kann, Bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu Theil. Uns macht gerecht der treue Knecht, Der für uns ist gestorben. Das merke, wer es höret, Die Welt, die Gott so hoch betrübt, Hat Gott so hoch geehret, Daß er den eingebornen Sohn, Den eingen Schatz, die einge Kron, Das einge Herz und Leben Mit Willen hingegeben. 3. Ach sucht doch den, laßt alles stehn, Die ihr das Heil begehret! Er ist der Herr und feiner mehr, Der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund. Sucht ihn allein; denn wohl wird sein Dem, der ihn herzlich ehret. 2. Ach wie muß doch ein einges Kind Bei uns hier auf der Erden, Da man doch nichts als Bosheit findt, So sehr geschonet werden! Wie hißt, wie brennt der Vaterfinn, Wie giebt und schenkt er alles hin, Eh, als er an das Schenken Des Eingen nur will denken! 4. Meins Herzens Kron, mein Freudensonn Sollst du, Herr 3. Gott aber schenkt aus freiem Muth Und treuem, milden Herzen Sein einges Kind, sein schönstes Gut, In mehr Jesu, bleiben. Laß mich doch als tausend Schmerzen. Er nicht von deinem Licht Durch Eitelkeit vertreiben. Bleib du mein Preis; dein Wort mich ſpeis. Bleib du mein Ehr; dein Wort mich lehr, An dich stets fest zu gläuben. giebt ihn in den Tod hinein, Ja, in die Höll und große Pein, Zu unerhörten Leiden, Erwirbt uns ewge Freuden. 4. Warum doch das? Daß du, o Welt, Frei wieder möch5. Wend von mir nicht dein test stehen und durch ein theuAngesicht; Laß mich im Kreuz res Lösegeld Aus deinem Kernicht zagen. Weich nicht von ker gehen. Denn du weißt wohl, mir, mein höchste Zier; Hilf du schnöde Braut, Wie, da dich mir mein Leiden tragen. Hilf Gott ihm anvertraut, Du wider Glaube und Rechtfertigung. 191 deinen Orden, Ihm allzu un- Grämen, Wenn ich bedenke, treu worden. wie wir dir So gar schlecht 5. Darüber hat dich Sünd uns bequemen. Die meisten und Tod Und Satanas Gesel- wollen deiner nicht, Und was len Zu bittrer Angst und harter du ihnen zugericht Durch deiNoth Beschlossen in der Höllen. nes Sohnes Büßen, Das treUnd hier ist ja kein ander Rath, ten sie mit Füßen. Als der, den Gott gegeben hat; Wer den hat, wird den Haufen Der Höllenfeind entlaufen. 6. Gott hat uns seinen Sohn verehrt, Daß aller Menschen Wesen, So mit dem ewgen Fluch beschwert, Durch diesen soll genesen. Wen die Verdammniß hat umschränkt, Der soll durch den, den Gott geschenkt, Erlösung, Trost und Gaben Des ewgen Lebens haben. 10. Du, frommer Vater, meinst es gut mit allen Menschenkindern. Du ordnest deines Sohnes Blut und reichst es allen Sündern; Willst, daß sie mit der Glaubenshand Das, was du ihnen zugewandt, Sich völlig zu erquicken, Fest in ihr Herze drücken. 11. Sieh aber, ist nicht immerfort Dir alle Welt zuwider? Du bauest hier, du bauest dort: Die Welt schlägt alles nieder. 7. Ach mein Gott, meines Darum erlangt sie auch kein Lebens Grund, Wo soll ich Heil; Sie bleibt im Tod und Worte finden? Mit was für hat kein Theil Am Reiche, da Lobe soll mein Mund Dein die Frommen, Die Gott getreues Herz ergründen? Wie folgt, hinkommen. hat doch können dies geschehn? Was hast du an der Welt er sehn, Daß, die so sehr dich höhnet, Du so gar hoch gefrönet? 12. An dir, o Gott, ist keine Schuld, Du, du hast nichts verschlafen. Der Feind und Hasser deiner Huld Ist Ursach seiner Strafen, Weil er den Sohn, der ihm so klar Und nah ans Herz gestellet war, Auch einzig helfen sollte, Durchaus nicht haben wollte. 8. Warum behieltst du nicht dein Recht Und ließest ewig pressen Diejenge, die dein Recht geschwächt Und freventlich vergessen? Was hattest du an der für Lust, Von welcher dir doch war bewußt, Daß sie für dein Verschonen Dir schändlich würde lohnen? 13. So fahre hin, du tolle Schaar! Ich bleibe bei dem Sohne; Dem geb ich mich, deß bin ich gar, Und er ist meine Krone. Hab ich den Sohn, so 9. Das Herz im Leibe wei- hab ich gnug: Sein Kreuz und net mir vor großem Leid und Leiden ist mein Schmuck; Sein 192 Glaube und Rechtfertigung. Angst ist meine Freude, Sein Mel. O du liebe meiner Liebe. Sterben meine Weide. oft 273. inmal ist die Schuld ent14. Ich freue mich, so oft und viel Ich dieses Sohns richtet; Und das gilt auf imgedenke. Dies ist mein Lied und Saitenspiel, Wenn ich mich heimlich kränke, Wenn meine Sünd und Missethat Will größer sein, als Gottes Gnad, Und wenn mir meinen Glauben Mein eigen Herz will rauben. mer hin. Mosis Opfer stehn vernichtet, Da ich nun vollendet bin. Einer hats auf sich genommen, Einer bringt sich für uns dar: Er, auf den beim Dienst der Frommen Schon vorlängst gedeutet war. 15. Ei, sprech ich, war mir Gott geneigt, Da wir noch Feinde waren, So wird er ja, der kein Recht beugt, nicht feindlich mit mir fahren Anjezo, da ich ihm versühnt, Da, was ich Böses je verdient, Sein Sohn, der nichts verschuldet, So viel für mich erduldet. 2. Ehe daß dem Herrn zur Gabe Gottes 2amm war dargebracht, Ward aus aller unfrer Habe Weniger, als nichts gemacht. Dachte man bei dem Altare, Die Versöhnung sei geschehn, So hieß Gott nach einem Jahre Immer wieder opfern gehn. 3. Was ists Wunder! Blut 16. Fehlts hie und da,-- ei, unverzagt! Laß Sorg und der Kälber Und die Asche von Kummer schwinden! Der mir der Kuh Seget freilich( denk das Größte nicht versagt, Wird nur selber,) Die Gewissen nicht Rath zum Kleinsten finden. Hat zur Ruh. Dein Versprechen, Gott mir seinen Sohn geschenkt dein Abbitten, Hätt es gleich Und für mich in den Tod ge- noch größern Schein, Als das senkt: Wie sollt er, laßt uns Opfer in den Hütten, Wird denken, Mit ihm nicht alles doch wohl nicht besser sein.00 schenken! 4. Alle unsre Schuldigkeiten, 17. Ich bins gewiß und Die Gott von uns fordern sterbe drauf Nach meines Got- kann, Sind hinaus auf alle tes Willen: Mein Kreuz und Zeiten Schon auf einmal abganzer Lebenslauf Wird sich gethan. Einer hat sie übernoch fröhlich stillen. Hier hab nommen; Alles steht in Richich Gott und Gottes Sohn, tigkeit; Und seitdem der Bürg Und dort bei Gottes Stuhl gekommen, Ist es nicht mehr nenochjasë und Thron, Da wird fürwahr Zahlenszeit. mein Leben In ewgen Freuden schweben. bi dod 5. Man hat nichts mehr auszumachen; Es giebt nichts mehr abzuthun, Und bei allen unsern Paul Gerhardt, g. 1606, ft. 1676. Glaube und Rechtfertigung. 193 # 1911 Sachen Lassen wir die Hände lich wird man dürr und träge, ruhn. Wir genießen nur die Endlich kommts zum StilleFrüchte Dessen, was er ausge- stehn.dasd gul macht, Da er uns in dem Ge- 10. Nun, was hat man da richte Längst mit Ehren durchgebracht. SHE sint odon 6. Wißt ihr dieses denn, ihr Seelen? Uebt ihrs auch vors Vaters Thron? Man hat nichts mehr zu verhehlen, Man beruft sich auf den Sohn. Aber sind vor Gott die Sachen Schon gewonnen? Unruh ist der saure Lohn. Euer Vorsatz ist zerronnen; Eure Hoffnung geht davon. Woran fehlts? Man will nicht wissen, Daß mit einer Opfergab, Da man ihm den Leib zerrissen, Christus uns vollendet hab. nöp bo auf heute ausgemacht, Was 11. Der im Namen aller wollt ihr denn morgen machen, Wenn ihr was zur Schuld gebracht? 23 osh dr deur poi med 7. Da gehts wie im alten Bunde: Heute ist man ausgesöhnt, Und zu einer andern Stunde Wird die Freudigfeit verhöhnt. Diesmal ist die Schuld vergeben; Hat man wieder was gethan, Denktman: Ach nun kommt es eben Auf des Schöpfers Gnade an. Seelen Unsern Schuldbrief übernahm, Wußte alles herzuzählen, Als es zum Bezahlen fam. Was im Fleisch und Herz und Nieren Lange als verborgen schlief, Nächst dem, was wir wirklich spüren, Stand schon alles in dem Brief. 12. O wir sind Gott viel zu schlechte! Er läßt sich mit uns nicht ein, Soll er über seinem Rechte Gegen uns befriedigt sein. Christus sprach zur rechten Stunde: ,, Sieh, ich fomm mit meinem Leib, Daß im Volk von deinem Bunde Reiner mehr dein Schuldner bleib." -- 8. Man ergreift zwar Christi Büßen; Aber nur auf diese That, Die man jeßt zu Got tes Füßen Etwa abzubitten hat. Findt sich neues Ulebertreten, So kommts wieder darauf an, Ob man abermal mit Beten Sein Gewissen stillen kann. 9. Da, da gehts denn an ein Klagen, Da gehts an ein ernstlich Thun. Bald will mans aufs neue wagen, Bald in Gottes Willen ruhn Und dar- unsern Zeiten In dem Opfer auf bald wieder rege Fort an Jesu haft. seinen Frohndienst gehn; End- 1 13. Kurz, mit einer Opfergabe Hat das Lamm so viel gethan, Daß das Volk von seiner Habe Sich vollendet nennen kann. Unsere Gerechtigkeiten Wachsen nicht mit unsrer Kraft, Weil ihr Grund vor Stimmen aus Zion, 1740. 13 194 Glaube und Rechtfertigung. 274. ein Jesu, dem So bleib ich auch mit dir ver die Seraphi- bunden. map wit nen Im Glanz der höchsten 5. Ach laß mich deine Weis Majestät Selbst mit bedecktem heit leiten Und nimm ihr Licht Antlig dienen, Wenn dein Be- nicht von mir weg! Stell deine fehl an sie ergeht: Wie sollten Gnade mir zur Seiten, Daß blöde Fleischesaugen, Die der ich auf dir beliebtem Steg Beverhaßten Sünden Nacht Mit ständig bis ans Ende wandle, ihrem Schatten trüb gemacht, Damit ich auch zu dieser Zeit Dein helles Licht zu schauen In Lieb und Herzensfreundtaugen? idosis dis lichkeit Nach deinem Wort und Willen handle. id to 100 Gnij 2. Doch gönne meinen Glaubensblicken Den Eingang in 6. Reich mir die Waffen aus dein Heiligthum, Und laß mich der Höhe Und stärke mich durch deine Gnad erquicken Zu mei- deine Macht, Daß ich im Glaunem Heil und deinem Ruhm.| ben sieg und stehe, Wenn Stärk Reich deinen Scepter meiner und List der Feinde wacht. So Seele, Die sich in Demuth vor dir neigt Und dir als dei ne Braut sich zeigt; Sprich: Ja, du bists, die ich erwähle. wird dein Gnadenreich auf Erden, Das uns zu deiner Ehre führt Und endlich gar mit Kronen ziert, Auch in mir ausgebreitet werden. 3. Sei gnädig, Jesu voller Güte, Dem Herzen, das nach Gnade lechzt. Hör, wie die Zung in dem Gemüthe: Gott sei mir Armen quädig! ächzt. Ich weiß, du kannst mich nicht verstoßen. Wie könntest du ungnädig sein Dem, den dein Blut von Schuld und Bein Erlöst, da es so reich geflossen? 7. Ja, ja, mein Herz will dich umfassen. Erwähl es, Herr, zu deinem Thron. Hast du aus Lieb ehmals verlassen Des Himmels Pracht und deine Kron, So würdge auch mein Herz, o Leben, Und laß es deinen Himmel sein, Bis du, wenn dieser Bau fällt ein, Mich wirst in deinen Himmel heben. 4. Jch fall in deine Gna- 8. Ich steig hinauf zu dir im denhände Und bitte mit dem Glauben; Steig du in Lieb Glaubenskuß: Gerechter König, herab zu mir. Laß mir nichts wende, wende Die Gnade zu diese Freude rauben. Erfülle der Herzensbuß! Ich bin gerecht mich nur ganz mit dir. Ich will- durch deine Wunden; Es ist dich fürchten, lieben, ehren, So nichts Sträflichs mehr an mir. lang in mir das Herz sich regt; Bin aber ich versöhnt mit dir, Und wenn dasselb auch nicht ondary name Glaube und Rechtfertigung. 195 mehr schlägt, So soll doch noch| mir. Ob viel auch umkehrten die Liebe währen. Wolfg. Christoph Deßler, g. 1660, f. 1722. Luc, 19, 38-42. 275. Fins ist noth! Ach Herr, dies Eine Lehre mich erkennen doch! Alles andre, wies auch scheine, Ist ja nur ein schweres Joch, Darunter das Herze sich naget und plaget Und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang ich dies Gine, das Alles erseßt, So werd ich mit Einem in Allem ergößt. 2. Seele, willst du dieses finden, Suchs bei keiner Creatur. Laß, was irdisch ist, dahinten; Schwing dich über die Natur. Wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, Wo alle voll kommene Fülle erscheinet, Da, da ist das beste, nothwendigste Theil, Mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. zum größesten Haufen, So will ich dir dennoch in Liebe nachlaufen; Denn dein Wort, o Je= su, ist Leben und Geist. Was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt! 4. Also ist auch mein Verlangen, Liebster Jesu, nur nach dir. Laß mich treulich an dir hangen, Schenke dich zu eigen 5. Aller Weisheit höchste Fülle In dir ja verborgen liegt. Gieb nur, daß sich auch mein Wille Fein in solche Schranfen fügt, Worinnen die Demuth und Einfalt regieret Und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, So hab ich der Weisheit vollkommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, Als nur dich, mein höchstes Gut, Jesu, es muß mir gelingen Durch dein theures Opferblut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, Da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben; Die Kleider des 3. Wie Maria war beflissen Heils ich da habe erlangt, Auf des Einigen Genieß, Da Worinnen mein Glaube in sie sich zu Jesu Füßen Voller Ewigkeit prangt. Andacht niederließ; Ihr Herze 7. Nun, so gieb, daß meientbrannte, dies einzig zu höne Seele Auch nach deinem ren, Was Jesus, ihr Heiland, Bild erwacht. Du bist ja, fie wollte belehren; Ihr Alles den ich erwähle, Mir zur war gänzlich in Jesum ver- Heiligung gemacht. Was die senkt und wurde ihr Alles in net zum göttlichen Wandel und Einem geschenkt. Leben, Ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben. Entreiße mich aller vergänglichen Lust; Dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 196 Glaube und Rechtfertigung. 18. Ja, was soll ich mehr ver-| muth und Geduld, In Sanstlangen? Mich bedeckt die Gna- muth, Freundlichkeit, In Lieb denflut. Du bist einmal ein- dem Nächsten stets zu dienen gegangen In das Heilge durch seid bereit. dein Blut. Da hast du die emge Erlösung erfunden, Daß ich nun der höllischen Herrschaft entbunden. Dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt; Im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. 9. Volles Gnügen, Fried und Freude Jeho meine Seel ergößt, Weil auf eine frische Weide Mein Hirt Jesus mich geseßt. Nichts Süßers kann also mein Herze erlaben, Als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben. Nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, Als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 20 25160 2. Der Glaube ist ein Licht Im Herzen tief verborgen, Bricht als ein Glanz hervor, Scheint als der helle Morgen, Erweiset seine Kraft, Macht Christo gleichgesinnt, Verneuert Herz und Muth, Macht uns zu Got tes Kind.doldull toppla dur 10. Drum auch, Jesu, du alleine Sollst mein Ein und Alles sein. Prüf, erfahre, wie 3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben, Und will es in Einfalt Dem Nächsten wieder geben. Dieweil er überreich In Christo worden ist, Preist er die Gnade hoch, Bekennet Jesum Christ. 4. Er hofft in Zuversicht, Was Gott im Wort zusaget; Drum muß der Zweifel fort; Die Schwermuth wird verjaget. Sieh, wie der Glaube bringt Die Hoffnung an den ichs meine; Tilge allen Heu- Tag; Hält Sturm und Wetchelschein. Sieh, ob ich auf ter aus, Besteht im Ungebösem, betrüglichen Stege, Und mach.d or bile 8 leite mich, Höchster, auf ewi- 5. Aus Hoffnung wächst die gem Wege. Gieb, daß ich hier alles nur achte für Koth Und Jesum gewinne. Dies Eine ist noth. tbnorrs ali Lieb. Weil man aus Gottes Händen Nimmt alle Dinge an, Will man nicht zürnen, schänden; Denn alles uns zu Nutz Und Besten ist gemeint. Drum dringt die Liebe durch Auf Freunde und auf Feind. Mus Joh. Hein. Schröder, g. 1666, t. 1728. ilis Mel. O Gott, du frommer Gott. 6. Wir raren Gottes Feind: 276. Versuchet euch ponn doch selbst, Er giebt uns seinen Sohne, Ob ihr im Glauben stehet, Ob Sein eingebornes Kind, zu eiristus in euch ist, Ob ihr nem Gnadenthrone; Setzt Liebe ruch nachgehet In De gegen Haß. Wer gläubig dies Glaube und Rechtfertigung. 197 erkennt Wird bald in Lieb ten Werk. Sieh, ob du auch entzündt, Die allen Haß ver- so thust. brennt. 7. Wie uns nun Gott gethan, Thun wir dem Nächsten eben. Droht er uns mit dem Tod: Wir zeigen ihm das Leben. Flucht er, so segnen wir. In Schande, Spott und Hohn Ist unser bester Trost Des Himmels Ehrenfron. pi 12. Gieb, Herr, und mehre dann In mir den wahren Glauben, So kann mich keine Macht Der guten Werk berauben. Wo Licht ist, geht der Schein Freiwillig davon aus. Du bist mein Herr und Gott, Bewahr mich als dein Haus! Izd 33. 3. Breithaupt, g. 1658, ft. 1732. 90. nad 100 rol inlsbund Miel. Es ist das Heil uns kommen her.busl steinst 8. Seßt uns Gott auf die Prob, Ein schweres Kreuz zu tragen: Der Glaube bringt Geduld, Macht leichte alle Bla- 2 gen. Ungeberd ✦ Wird das Gebet erweckt, Weil sicht Zu aller Angst und Noth Von Gott ein Ziel geſteckt. Der Glaub ift eine Gottes Gnad und Güte. Der bloße Beifall thut es nicht. Es muß Herz und Gemüthe Zu Gott völlig gerichtet sein Und gründen sich auf ihn allein Ohn Wanken 9. Man lernet nur dadurch Sein Elend recht verstehen, Wie auch des Höchsten Güt; Hält an mit Bitten, Flehen; Ver- und ohn Zweifel. 1192 zaget an sich selbst und trauet Christi Kraft; Vernichtet sich zu Grund, Saugt nur aus Jesu Saft; 2. Wer sein Herz also stärkt und steift In völligem Vertrauen Und Jesum Christum recht ergreift, Auf sein Verdienst 10. Hält sich an sein Ver- thut bauen: Der hat des Glaudienst; Erlanget Geist und bens rechte Art und kann zur Stärke, In solcher Zuversicht seligen Hinfahrt Sich schicken Zu üben rechte Werfke; Steht ohne Grauen. dig. 896 ab vom Eigensinn, Flieht die 3. Dies aber ist kein MenVermessenheit, Hält sich in schenwerk: Der Glaub kommt Gottesfurcht Im Glück und schwerer Zeit. von dem Herren. Drum bitt, daß er ihn in dir stärk Und täglich woll vermehren. Laß aber auch des Glaubens Schein, Die guten Werke, an dir sein; Sonst ist dein Glaube eitel. 4. Es ist ein schändlich bölig; wirket Lust zu allem gu- ser Wahn, Des Glaubens fich 11. So prüfe dich denn wohl, Ob Christus in dir lebet; Denn Christi Leben ists, Wo nach der Glaube strebet. Erst machet er gerecht, Dann hei 198 Glaube und Rechtfertigung. wolln rühmen Und doch die 3. Nun findet man in seiWerke nehmen an, So Christen nem Schoß Ein sichres Schloß nicht geziemen. Wer das thut, gejagter Seelen. Er spricht der soll wissen frei, Daß sein sie von dem Urtheil los Und Glaub nur sei Heuchelei Und tilgt ihr jammervolles Quäwerd zur Höll ihn bringen. 5. Drum lasse sich ein frommer Christ Mit Ernst sein angelegen, Daß er aufrichtig jeder Frist Sich halt in Gottes Wegen, Daß sein Glaub ohne Heuchelei Vor Gott dem Herrn rechtschaffen sei Und vor dem Nächsten Leuchte. len. Es wird ihr ganzes Sündenheer Ins unergründlich tiefe Meer Durch seinen Tod und Blut versenket Und ihnen Gottes Geist geschenket, Der freudig Abba rufen kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an. Ludw Andr. Gotter, g. 1661, ft. 1735. 579012 278. Mein Heiland nimmt die Sünder an, Die unter ihrer Last der Sünden Kein Mensch, 4. So bringt er sie dem Vater hin In seinen blutbefloßnen Armen. Das neigt sodann den Vatersinn zu lauter ewigem Erbarmen. Er nimmt sie auf an Kindes Statt; Ja alles, was er ist und hat, Wird fein Engel trösten kann, Die ihnen eigen übergeben; Und nirgend Ruh und Rettung finden. Den selbst die weite Welt zu klein, Die sich und Gott ein Gräuel sein; Den Moses schon den Stab gebrochen Und sie der Hölle zugesprochen, Wird diese Freistatt aufgethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. selbst die Thür zum ewgen Leben Wird ihnen fröhlich aufgethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 2. Sein mehr als mütterliches Herz Trieb ihn von seinem Thron auf Erden. Ihn drang der Sünder Weh und Schmerz, An ihrer Statt ein Fluch zu werden. Er senkte sich in ihre Noth Und schmeckte den verdien ten Tod. Nun, da er dann sein eigen Leben Zur theuren Zahlung hingegeben und seinem Vater gnug gethan, So heißts: Er nimmt die Sünder an. 5. O solltest du sein Herze sehn, Wie sichs nach armen Sündern sehnet, Sowohl wenn sie noch irre gehn, Als wenn ihr Auge vor ihm thränet! Wie eilt er in Zachaäi Haus, Streckt Herz und Hand nach Zöllnern aus! Wie stillt er jener Magdalenen Den milden Guß erpreßter Thränen, Denkt deß nicht mehr, was sie gethan! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 6. Wie freundlich blickt er Petrum an, Ob er gleich noch so tief gefallen! Dies hat er Glaube und Rechtfertigung. 199 nicht allein gethan, Da er auf Und deinen Fall mit Ernst beErden müssen wallen; Nein, weinst, So soll ihm nichts die er ist immer einerlei, Gerecht Hände binden, Und du sollst und fromm und ewig treu; Und jetzt noch Gnade finden. Er wie er unter Schmach und Lei- hilft, wenn sonst nichts helfen den, So ist er auf dem Thron kann. Mein Heiland nimmt der Freuden Den Sündern lieb- die Sünder an. reich zugethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 7. So komme denn, wer Sünder heißt Und wen sein Sündengräul betrübet, Zudem, der keinen von sich weist, Der sich gebeugt zu ihm begiebet. Wie, willst du dir im Lichte stehn Und ohne Noth verloren gehn? Willst du der Sünde länger dienen, Da dich zu retten er erschienen? Onein, verlaß die Sündenbahn! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Komm nur mühselig und gebückt; Komm nur, so gut du weißt zu kommen. Wenn dich die Last gleich niederdrückt, Wirst du auch kriechend angenommen. Sieh, wie sein Herz dir offen steht, Und wie er dir entgegen geht! Wie oft hat er nicht voll Verlangen Geſucht, dich brünstig zu empfangen! So komm denn, armes Herz, heran! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 9. Sprich nicht: Ich habs zu grob gemacht Und alle Güter seiner Gnaden So lang und schändlich durchgebracht; Er hat mich oft umsonst geladen. Wenn du es jetzt nur redlich meinst 10. Doch sprich auch nicht: Es ist noch Zeit; Ich muß erst diese Luft genießen; Gott wird ja eben nicht gleich heut Die öffne Gnadenpforte schließen. Nein, weil er ruft, so höre du Und greif mit beiden Händen zu. Wer diesen Tag sein Heil verträumet, Hat eine Gnadenzeit versäumet, Die ihm den Himmel aufgethan. Heut komm, heut nimmt dich Jesus an. 11. Ja zeuch uns selber recht zu dir, Holdselig süßer Freund der Sünder. Erfüll mit seh nender Begier Auch uns und alle Adamskinder. Zeig uns bei unserm Seelenschmerz Dein aufgeschloßnes Liebesherz. Und wenn wir unser Elend sehen, So laß uns ja nicht stille ſtehen, Bis daß ein jeder sagen kann: Gott Lob, auch mich nimmt Jesus an! ler comisa Leop. Franz Friedr. Lehr, g. 1709, ſt. 1744. und schorgi pidup Mel. Jesus, meine Zuversicht. 279. Jesus nimmt bie Sünder an! Saget doch dies Trostwort allen, Welche von der rechten Bahn Auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 200 Glaube und Rechtfertigung. 2. Keiner Gnade sind wir 8. Jesus nimmt die Sünder werth; Doch hat er in sei- an. Mich auch hat er angenomnem Worte Eidlich sich dazu men Und den Himmel aufgeerklärt. Sehet nur, die Gna- than, Daß ich selig zu ihm komdenpforte Ist hier völlig auf- men Und auf den Trost sterben gethan: Jeſus nimmt die Sün- kann: Jesus nimmt die Sünder an. sidder an. duft ms 119011917 & Erdm. Neumeister, g. 1671, ft. 1756. D 3. Wenn ein Schaf verloren ist, Suchet es ein treuer Hirte. Jesus, der uns nie vergißt, Mel. O daß ich tausend Zungen 2c. Suchet treulich das Verirrte, 280. Grund gefunIch habe den Daß es nicht verderben kann. Jesus nimmt die Sünder an. den, Der meinen Anker ewig 4. Kommet alle, kommet her, hält. Wo anders, als in Jesu Kommet, ihr geängsten Sün- Wunden? Da lag er vor der der! Jesus rufet euch und er Zeit der Welt, Der Grund, Macht aus Sündern Gottes- der unbeweglich steht, Wenn finder. Glaubets doch und den Erd und Himmel untergeht. ket dran: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Es ist das ewige Erbarmen, Das alles Denken über5. Jch Betrübter komme hier steigt; Es sind die offnen LieUnd bekenne meine Sünden. besarme Deß, der sich zu Laß, mein Heiland, mich bei dem Sünder neigt, Dem aldir Gnade und Vergebung finden, Daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. lemal das Herze bricht, Wir kommen, oder kommen nicht. 201 3. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll 6. Ich bin ganz getrosten geholfen sein. Deswegen fam Muths. Ob die Sünden blut- sein Sohn auf Erden Und roth wären, müssen sie, kraft nahm hernach den Himmel deines Bluts, Sich dennoch in ein; Deswegen klopft er für Schneeweiß kehren, Da ich und für So stark an unsers gläubig sprechen kann: Jesus Herzens Thür. nimmt die Sünder an. 4. D Abgrund, welcher alle si7. Mein Gewissen schreckt Sünden Durch Christi Tod mich nicht; Moses darf mich verschlungen hat! Das heißt nicht verklagen. Der mich frei die Wunde recht verbinden. und ledig spricht, hat die Da findet kein Verdammen Schulden abgetragen, Daß mich statt, Weil Christi Blut be nichts verdammen kann. Je ständig schreit: Barmherzigfus nimmt die Sünder an. teit! Barmherzigkeit! end Glaube und Rechtfertigung. 2013 5. Darein will ich mich denken, thun und treiben, So gläubig senken, Dem will ich mich getrost vertraun, Und wenn mich meine Sünden kränken, Nur bald nach Gottes Herzen schaun; Da findet sich zu aller Zeit Unendliche Barmherzigkeit.bin 29 101 6. Wird alles andre wegge 281. Aus Gnaden foll A" und erich selig werquicken kann; Darf ich von keiden. Herz, glaubst du's, oder nem Troste wissen Und scheine glaubst du's nicht? Was willst völlig ausgethan; Ist die Er du dich so blöd geberden? Jsts rettung noch soweit: Mir Wahrheit, was die Schrift verbleibet doch Barmherzigkeit. spricht, So muß auch dieses Wahrheit sein; Aus Gnaden ist der Himmel dein. 7. Beginnt das Irdische zu drücken, Ja, häuft sich Kummer und Verdruß, Daß ich mich noch in vielen Stücken Mit eitlen Dingen mühen muß; Werd ich dadurch oft sehr zerstreut: So hoff ich auf Barmherzigkeit.d sipolo 2. Aus Gnaden! Hier gilt kein Verdienen; Die eignen Werke fallen hin. Der Mittler, der im Fleisch erschienen, Hat diese Ehre zum Gewinn, Daß uns sein Tod das Heil gebracht und uns aus Gnaden selig macht. ang ce 8. Muß ich an meinen besten Werken, Darinnen ich gewandelt bin, Viel Unvollkom- 3. Aus Gnaden! Merk dies menheit bemerken, So fällt Wort: Aus Gnaden! So oft wohl alles Rühmen hin; Doch dich deine Sünde plagt, So ist auch dieser Trost bereit: oft dir will der Satan schaIch hoffe auf Barmherzigkeit den, So oft dich dein Gewij9. Es gehe nur nach dessen sen nagt. Was die Vernunft Willen, Bei dem so viel Er- nicht fassen kann, Das beut barmen ist. Er wolle selbst dir Gott aus Gnaden an. mein Herze stillen, Damit es das nur nicht vergißt, So stehet es in Lieb und Leid In, durch und auf Barmherzigkeit. und mog sinsome 10. Bei diesem Grunde will ich bleiben, So lange mich die Erde trägt. Das will ich Gnaden helfen sollt?- lange sich ein Glied bewegt. So sing ich einstens höchst erfreut: O Abgrund der Barmherzigkeit! 00 2500 Joh. Andr. Rothe, g. 1688, st. 1758. D brudsdo idu odunlo Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden Und übernahm die Sündenlast. Was nöthigt ihn, dein Freund zu werden? Sprich! wo du was zu rühmen hast. Wars nicht, daß er dein Bestes wollt Und dir aus 202 Glaube und Rechtfertigung. 5. Aus Gnaden! Dieser 10. Aus Gnaden! Dies hör Grund wird bleiben, So lange Sünd und Teufel. Ich schwinge Gott wahrhaftig heißt. Was meine Glaubensfahn Und geh alle Knechte Jesu schreiben, getrost, trotz allem Zweifel, Was Gott in seinem Wort Durchs rothe Meer nach Kaanpreist, Worauf all unser naan. Ich glaub, was Jesu Glaube ruht, Jst: Gnade durch Wort verspricht, Ich fühl es, des Lammes Blut. oder fühl es nicht.gigro Chrift. Ludw. Scheidt, st. 1759. - dis dar dist our 1s53 800 Mel. Ringe recht, wenn Gottes 2c. 282. Ach, wo findet meine Seele, 6. Aus Gnaden! Doch, du sichrer Sünder, Denk nicht: Wohlan, ich greif auch zu. Wahr ists, Gott rufet Adams zur verWenn ihr Mosis Donner blitt, Eine tiefe Felsenhöhle, Da der Glaube sicher sitt? 2. Keine weiß ich, als die Wunden, Die man meinem Heiland schlug, Als er Mofis Fluch empfunden, Als er meine Sünden trug. cheer 3. Wer kann mir die Freistatt sagen, Die dem Sünder offen steht, Wenn er unter Furcht und Zagen Nach Errettung seufzt und fleht? 4. Keine weiß ich, als die Wunden, Welche Gottes Lamm empfing, Das, von Liebesmacht gebunden, In des Todes Rachen ging. sisp 5. Wohin soll ich mich verto stecken? Ach, wo treff ich Kleider an, Daß ich meine Schanich sterben. Ich glaube; dar- de decken Und vor Gott beum ist mir wohl. Ich weiß stehen kann? 9. Aus Gnaden! Hierauf will heißnen Ruh; Doch nimmt er nicht zu Gnaden an, Der noch auf Gnade sündgen kann. 7. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehöret, Tret ab von aller Heuchelei. Nur wenn der Sünder sich bekehret, Dann lernt er erst, was Gnade sei. Beim Sündgen scheint die Gnad gering; Dem Glauben ists ein Wunderding. 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen Das Herz des Baters aufgethan, Wenns unter größter Angst und Schmerzen Nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich oftmals Stärkung her, Wenn Gnade nicht mein Anker wär? mein sündliches Verderben, Doch den auch, der mich hei len soll. Mein Geist ist froh, die Seele lacht, Weil mich die Gnade selig macht. 1901 6. Keine weiß ich, als die Wunden, Die vom Haupte bis zum Fuß Meine Seel an dem gefunden, Der am Kreuz ver bluten muß. Glaube und Rechtfertigung. 203 7. Aber meiner Schulden 2. Ich weiß sonst nichts zu Menge( Ach sie sind wie Sand sagen, Als daß ein Bürge kam, am Meer!) Bringt mich hef- Der meine Schuld getragen, tig ins Gedränge, Schreit: Die Rechnung auf sich nahm Wo kommt die Zahlung her? Und sie so völlig hingezählt, 8. Keine weiß ich, als die Daß von der ganzen Menge Wunden Und sein Blut, das nicht das Geringste fehlt. Lösegeld. Schuld und Rechnung 3. Lamm, du hast meine ist verschwunden. Er versöhnt die ganze Welt. 9. Weiß denn niemand eine Quelle, Die den Durst des Herzens löscht Und den Schmuß der Sündenfälle Ganz von meiner Seele wäscht? Schulden, Die niemand zählen kann, Durch schmerzliches Erdulden Auf ewig abgethan. Du hast an meine Noth gedacht Und durch den Drang der Liebe Dich selbst zur Schuld gemacht. 4. Die Nägel deiner Wunden Zerstücken meinen Brief, Der alle Tag und Stunden An Zahlen höher lief. Dein völlig 0 ausgeströmtes Blut, Dein heilges Thun und Leiden Macht alle Rechnung gut. sing 5. Jch sebe dich zum Bürgen, Weil du es selbst gethan. Will Moses mich erwürgen, So zieh ich Jesum an. Wenn Satan mein Gewissen schreckt, So rettet mich der Glaube, Den Christi Blut bedeckt. 10. Reine weiß ich, als die Wunden Und des heilgen Lammes Blut. Ach es labt mich alle Stunden! Ach es macht mich rein und gut! s 11. Wo ist aber eine Hütte, Tag und Nacht daheim zu sein, Daß mein Herz sich nicht zerrütte? Sagt, wo geh ich aus und ein? d 12. Keine weiß ich, als die Wunden, Die der Herr dem Thomas wies. Wer sich da hineingefunden, hat ein ewig Paradies. $ 0$ 1 Ernst. Gottl. Woltersdorf, s. 1725, ft. 1761. ud ad and endlid Mel. Hilf, Gott, daß mirs gelinge. 6. Wer Sünde thut und liebet, Der ist des Teufels Knecht. Wen seine Schuld betrübet, Der ist vor Gott gerecht. Wer sich 283. Die Handschrift beim Nichter selbst verklagt, Der wird von seinen Schulden Auf ewig losgesagt. ist zerrissen, Die Zahlung ist vollbracht. Er hat michs lassen wissen, Den man zum Fluch gemacht, Dem meine Noth sein Blut geraubt, An welchen meine Seele Von ganzem Herzen glaubt. Is freut sich mein erlöster Geiſt, 7. Wenn ich mich selbst betrachte, So wird mir angst und weh. Wenn ich auf Jesum achte, So steig ich in die Höh, So 204 Glaube und Rechtfertigung. Der durch das Blut des Lam- und Scham und Zweifel quält, mes Gerecht und selig heißt. Und dem nicht mehr, als alles 8. Lamm Gottes, deinen fehlt. di tonin( 1995 n Wunden Verdank ichs Tag und 7. Mein Jesus nimmt die Nacht, Daß sie den Rath gefun- Sünder an. Ich komme zu ihm, den, Der Sünder selig macht. wie ich kann; Denn wer sich Gelobet sei dein Todesschweiß. selber besser macht, Von dem Und allen deinen Schmerzen wird Christi Blut veracht. 02 Sei ewig Ehr und Preis! 8. Der Kranke wird nicht erst gesund, Er macht dem Arzt @andispdn piors i nadlud die Krankheit fund. So komm Mel. Herr Gott, dich loben alle wir. ich, Gottes Lamm, zu dir; Ich Ernst Gottl. Woltersdorf, g. 1725, st. 1761. 284. Gelobet feift du, weiß, du thust dein Amt an Christ, llojnsduite d Daß du der Sünder Heiland 9. Vergebung heilt mein ganbist, Und daß dein unschäß- zes Herz; Sie tilgt die Furcht, bares Blut An armen Sün- sie stillt den Schmerz, Sie bringt dern Wunder thut. allo smir Ruhe, Kraft und Licht, Er2. Gelobet jei des Vaters füllet mich mit Zuversicht. all Rath, Der dich der Welt geschenket hat, Und weil er viel Erbarmen hegt, Dir alle Schulden auferlegtidsgst be 10. Die Seele wird von Bandens frei; Sie lobt und singt und fühlt dabei, Daß eines neuen Geistes Kraft Sie ganz belebt und Früchte schafft. 3. Gelobet sei der heilge Geist, Der uns zu edir, o Jeju, weist; Zu dir, o Arzt, der jedermann Durch seine Wunden heilen kann. in istis 11. So macht der Glaub an Christi Blut In armen Sündern alles gut, Und was noch Böses übrig bleibt, Ist Noth, die uns zum Heiland treibt. d 4. Gott Lob! nun ist auch Rath für mich. Mein Gott und Herr, ich glaub an dich, An dich, der alles hingezählt, Was mir an meiner Rechnung fehlt. 12. Gelobet jeist du, Jesu Christ, Daß du der Sünder Heiland bist Und daß du, hoch erhabner Fürst, Der Sünder Heiland bleiben wirst. C Gruft Gottl. Woltersdorf, g. 1725, ft. 1761. 5. Die Schulden sind mir angeerbt; Ich bin nicht halb, nein, ganz verderbt; Ich treff auch keinen Heller an, Den bordllou fi quurling si Mel. Jesus, meine Freude tod 285. Quälende Gedan= nun ich zur Lösung zahlen kann. weiß, wohin, Jch, der ich krank und unrein bin, Den Furcht Furcht und Wanken, Hört doch einmal auf. Laßt mich Jesum Glaube und Rechtfertigung. 205 schauen, Seiner Gnade trauen;| ich zagen Und mich selber plaHemmt mir nicht den Lauf. gen? Jesus liebt mich sehr. Christi Blut macht alles gut; Tag und Nacht bin ich beUnd was ich verschuldet habe, dacht, Mich im Glauben recht Liegt in seinem Grabe.samorzu üben. So kann ich ihn lieben. Ernst Gottl. Woltersdorf, g. 1725, ft. 1761. 2. Freilich bin ich schnöde, Unrein, wüst und öde, Aller Sünden voll; Aber mein Erbarmer, Deſſen Blut ich Armer schöpfen mich so stark zu sich, Daß ichs endlich fröhlich wage Und ihm alles flage. Sumbe 3. Weil ich denn die Sünde Tiefgebeugt empfinde, Die mein Herz beweint: Weil ich sie verfluche Und nichts anders suche, Als den Seelenfreund: So bin ich ganz sicherlich schon mit dessen Blut bedecket, Der mein Herz erwecket. ob Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich zc. 286. Qu dir ist meine 3 Seele stille, Mein Herr, mein Gott, auf den mein Glaube blickt. Aus deiner Gnaden reicher Fülle Fließt mir der Trost, der meinen Geist erquickt. Da alle Welt nicht rathen, helfen kann, Treff ich bei dir, was mich beruhigt, an. 4. Nicht vollkommne Frommen, Sünder sollen kommen, Sünder nimmt er an. Die sich gottlos sehen Und um Gnade flehen, Die find wohl daran. Wer die Kraft, die Gutes schafft, Gar nicht in sich selbst erblikket, Der wird hier erquicket. 2. Dir ist mein Seufzen nicht verborgen, Du weißt, wonach das arme Herz sich sehnt. Du siehst, wie unter bangen Sorgen Voll Kümmerniß das Auge zu dir thränt. Dies liegt mir an: Ich möchte gerne rein Und durch dein Blut, o Lamm, entsündigt sein.2 1901 1900 5. Nun, so will ichs wagen, Ganz getrost zu sagen: Jesu Blut ist mein. Gnade hab ich funden Und durch seine Wunden Kann ich ruhig sein. Chrifti Huld hat meine Schuld, Meine Furcht und Tod verschlungen, Ihm sei Lob gesungen! 3. Ich dank es ewig deiner Gnade, Die mich gesucht, die mich vom Schlaf erweckt, Die mir, wie tief mein innrer Schade, Durch deinen Geist recht deutlich aufgedeckt und die zugleich, da mich mein Elend beugt, Mir Hülf und Rath in deinen Wunden zeigt. bi 4. Die sind doch auch für mich geschlagen. Wer Sünder 6. Quälende Gedanken, Zwei- heißt, den geht der Heiland an, fel, Furcht und Wanken, Störet Der alle Schulden abgetragen mich nicht mehr. Warum soll Und für die Welt auf ewig Glaube und Rechtfertigung. 9. Der ists, der in den letzten Stunden Zum letzten Kampf mich stark und muthig macht. mithiilgtone Da du den Tod längst über5. Mein Hoffnungsgrund ist wunden und dorten mir mein dein Erbarmen. Ich weiß, dein Erbe zugedacht, So schlaf ich Herz neigt gerne sich zu mir. sanft auf deinen Zuruf ein: Versöhner, Freund der geistlich Armen, Wer zu dir kommt, den stößt du nicht von dir. Dies hast du ja an keinem noch gethan: Ich bin gewiß, an mir fängst dus nicht an. Du bist gerecht; nun sollst du herrlich sein." b Andreas Rehberger, g. 1716, ft. 1769. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. ch weiß von It'eir 287. feinem andern 6. Nein, Jesu, du hast Lust Grunde, Als den der Glaub in zum Leben. Du rufft mir zu: Getrost, Sohn, du bist mein! Christo hat. Ich weiß von keiWas du gesündigt, ist verge- nem andern Bunde, Von keinem ben; Nun joll an dir nichts andern Weg und Rath, Als mehr verdammlich sein. Sch daß man elend, arm und bloß schenke dir mein reines Un- Sich legt in Christi Seit und schuldskleid Und schmücke dich Schoß. mit meiner Heiligkeit. 206 gnug gethan. Du rufft auch mich zu deinem Kreuze hin. Ich wags aufs Wort und komme, wie ich bin. ishocus and 2. Ich bin zu meinem Hei7. So hab ich Gnad bei dir land kommen und eil ihm imgefunden? Ja, Herr, dein Geift mer besser zu. Ich bin auch von bezeugt es meinem Geist, Der, ihm aufgenommen und find aller seiner Last entbunden, mit in seinen Wunden Ruh. Er ist Dank und Ruhm aus allen Kräf- mein Schaß, mein Erb und ten preist, Wie wohl ihm ist, Theil, Und außer ihm weiß da deine Jesusmacht Ihn un- ich kein Heil. verdient zum Kindschaftsrecht gebracht. 8. Muß ich noch was am Fleische leiden, So duld ich es mit stillgelaßnem Muth. Kann mich doch nichts mehr von dir scheiden, Von dir, in dem mein Glaube sicher ruht. Der Schmerz jei groß, ich bleibe doch gesetzt, Weil mich der Troft: Ich habe Gnad!" ergößt. 3. Jch bleib in Christo nun erfunden und bin in ihm gerecht und rein. Ich bleibe stets in seinen Wunden; Da kann ich immer sicher sein. Gott siehet mich in Christo an, Daher mich nichts verdammen kann. 4. Ich fühle zwar in mir noch Sünde; Allein die schadet mir nicht mehr, Dieweil ich mich in Chrifto finde; Doch aber beuget Glaube und Rechtfertigung. 207 sie mich sehr, Und halt ich Daß sich Jesus ganz und gar nichts gering und klein; Sonst bringt ein fichres Wesen ein. Für die Sünder hingegeben, Und daß durch ihn jedermann Ewig selig werden kann. 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben; Doch gläubig und in Christi Kraft. Der alte Mensch muß täglich sterben, Der noch nicht todt am Kreuze haft; Jedoch dies macht mich arm und klein Und lehrt nach Christo ernstlich schrein.och 2. O ein theuer werthes Wort, Das der Geist nicht nur anpreiset; Sondern sich auch immerfort Noch bei dem als wahr beweiset, Der sich ganz verloren sieht Und zu Jesu gläubig flieht. 6. Ich suche stets vor ihm 3. Diese Botschaft iſt es zu stehen und seh in allem ihn nur an, Nach seinem Wink einher zu gehen, Daß nichts mein Ziel verrücken kann. Ich seufze stets: Herr, steh mir bei, Daß ich dein rechter Jünger sei. werth, Daß sie alle Welt annehme, Und daß jeder, der sie hört, Sich zu Christi Joch bequeme; Denn die ganze Seligkeit Jst für alle nun bereit. 4. Keinen schließt nun Jesus aus, Der sich nur nicht selbst will hindern. Seines Vaters Herz und Haus Hat er allen, allen Sündern, Die nur fom7. Jch bleib im tiefsten Demuthsgrunde Und will aus Christo nimmer gehn. Ich bleib im allgemeinen Bunde, In allgemeiner Liebe stehn men, aufgethan. Er nimmt Und hang an Christo ganz alle willig an. allein. Dies soll mein Grund auf ewig sein. 8. ja, Herr, laß mich in dir bleiben Und nie aus deinen Wunden gehn. Laß mich den Geist des Glaubens treiben Und fest in deinem Frieden stehn, Stets wachsam, still und niedrig 6. Wollt ihr denn verloren sein; So reißet nichts den Grund mir ein. 5. Hört es, Menschen, hört es doch! Machet Jesu diese Freude und verlaßt das Sündenjoch! Kommt zur Freiheit und zur Weide, Kommt zum Lebenswasser her, Kommt zum vollen Gnadenmeer! gehn, Da ihr selig werden könnet? Wollt ihr dort zur Linken stehn, Da er euch die Rechte gönnet? Kann euch jene Qual und Bein Lieber als der HimMel. Jesus, meine Zuversicht. 288. Das ist je gewiß- mel ſein? or dildonistof bon lich wahr Und 7. Seelen, ach bedenkt ihrs ein Wort voll Heil und Leben, nicht, Was zu eurem Heil geCarl Heinr. v. Bogazky, g. 1690, ft. 1774. 0 19091 208 Glaube und Rechtfertigung. reichet? Denn wen habt ihr im| 13. Wärst du noch so tugendGericht, Wenn mein Jesus von reich Und dabei doch ohne euch weichet? Ist er hier nicht Gnade, D was hülfe dir es euer Freund, So ist er dort gleich! Wie groß bliebe nicht euer Feind.usda dein Schade! Denn was nicht aus Glauben geht, Ist wie Sand, der nicht besteht. 14. Darum fomm als arm und bloß. Jesus will dich selber zieren und zu seines Vaters Schoß, Durch sein Blut geschmücket, führen. Dann bist du von innen schön, Und dein Werk wird nicht vergehn. ndi 8. Heute ruft sein theures Wort Jeden Sünder noch zur Buße. Komm, Verlorner, eile fort, Fall ihm demuthsvoll zu Fuße; Fühle wahren Seelen schmerz, Sage ihm dein ganzes Herz! 100 9. Du bist Jesu nicht zu schlecht, Nicht zu alt in Sünden worden, Nicht zu gottlos, ungerecht, Wärst du auch gleich aus dem Orden Derer, die man in der Welt Für die größten Sünder hält. 10. Du hast noch ein Recht an ihn; Denn er ist auch dein Erbarmer. Was er dir erwarb, das nimm Nur im Glauben, als ein Armer, Zum Geschenk und Gabe an, So ist alles abgethan. 15. Doch er sehnt sich auch nach dir, Der du oft zwar angefangen; Aber von der Gnadenthür Weg und ganz zurück gegangen. Komm, Abtrünniger, auch du, Und such einmal wahre Ruh! 16. Haft du oftmals deinen Bund, Den du angelobt, gebrochen, So hat doch sein treuer Mund Noch ein Wort für dich gesprochen: Es fällt zwar das Weltgericht; Aber meine Gnade nicht. 11. Niemand ist so sehr verwundt, Jesus kann und will ihn heilen. Alle macht sein Blut 17. Fang nur heute redlich gesund, Die zu seinen Wun- an; Brauche Ernst im Flehn den eilen, Wirf dein Elend da und Wachen. Wird dir nicht hinein, So wirst du von al- bald aufgethan, So laß dich Lem rein. nichts irre machen; Denn es wird des Herzens Grund Dir dadurch nur besser kund. 12. Auch du Stolzer, der da schon Gut genug zu sein vermeinet, Beuge dich vor Jesu 18. Lerne auch bei jeder Noth, Thron, Da sein Gnadenlicht Die dich drückt, auf Jesum noch scheinet, Und wirf einmal schauen Und auf seinen Kreuden Gewinn Deiner Werke zestod Voller Zuversicht vervor ihn hin. Sog bir trauen: So erfährst du mit Glaube und Rechtfertigung. 209 der Zeit Größre Kraft und 2. In Tugendstolz sich bläSeligkeit. hen, Was ists, als Tugend19. Aber ach, du blödes spott? Zehn Fehle sind geHerz, Sollst nicht ganz und schehen Vor einem Werk in gar verzagen. Jesus fennet Gott. deinen Schmerz Und läßt dir 3. Herr, zögen nur Gerechte mit Freuden sagen: Stelle nur Zum Himmel, thatenschwer, dein Trauern ein; Du sollst in Nur fehllos treue Knechte: mir selig sein. Dein Himmel bliebe leer. 20. Jejus fam auch dir zu gut, Dir gilt sein verdienstlich Leben. Dir gehört sein ganzes Blut, Das er für dich hingegeben. Ja, was nur sein Name heißt, Schenkt er dir durch seinen Geist. 4. Die Krüppel, Lahmen, Blinden Rufst du mit mildem Ton; Sie kommen her und finden, Ihr Plätzchen wartet schon. 5. Und ihre Schmach verhüllet Der Gnade Feierkleid, und ihren Mangel füllet Des 21. Glaube nun, du bist verföhnt; Gott will dich nicht Herrn Barmherzigkeit. weiter strafen, Dein Feind, der dich gnug verhöhnt, Hat mit dir nichts mehr zu schaffen. Nimmt auch gleich der Tod dich hin, So ist Sterben dein Gewinn. 22. Nun hier bin ich, Herr, mein Heil, Mich verlangt nach deinen Gaben. Laß mich Armen doch auch Theil An den Seligkeiten haben. Mache mich schon selig hier Und dort ewig für und für. hile Aus Minden- Ravensberg vor 1790. 6. D Trost der Erdenpilger, Den Christus uns erwarb, Da er als Sündentilger Am Kreuze für uns starb! 7. D friedevoller Glaube! Dein, dein bedarf mein Herz: Sonst sänt es hin zum Raube Dem hoffnungslosen Schmerz. 8. Denn, Herr, auch meiner Seele Wird ihre Last zu schwer. Wer zählet meine Fehle von meiner Jugend her? 9. Tilg aus mit deinem Blute All Sünden und Vergehn. Es komm auch mir zu Mel. Christus, der ist mein Leben. gute Des Opferblutes Flehn. 289. Was ist des Men= schen Leben? Ach, Schuldgehäuft auf Schuld! Bei Gott ist viel Vergeben Und namenlose Huld. pilian 10. O übersieh das Alte! Dein bin ich, wie ich bin. Herr, nimm mich und gestalte Mich ganz nach deinem Sinn. Carl Bernh. Garve, g. 1763, st. 1841. 14 210 XV. Wiedergeburt und Heiligung. Psalm 51, 12-14. 290. ihr finden Und dein Verdienst, Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Herr Jesu Christ, Darinnen ( chaff in mir, Trost und Leben ist, Troß Gott, ein Sünde, Tod und Teufel. reines Herz; Mein Herz ist! 6. Dein heilger Geist erhalt ganz verderbet. Es fühlt von mich doch mit seinem FreuSünden großen Schmerz, Die ihm find angeerbet Und die es noch thut ohne Scheu. Ach mache, daß es wieder sei, Wie du es hast erschaffen. denöle, Damit nicht der Verzweiflung Joch Verderbe meine Seele. Sei du mein Freund, o Herr, allein. Ach laß mich ganz dein eigen sein Und führe mich zur Freude. 2. Gieb mir auch einen neuen Geist, Der wie du sei gefinnet; Der stets dir anhangt allermeist Und, was du willst, zudämilia Eliſabeth, Gräfin zu Schwarzburgs Rudolstadt, g. 1640, ft. 1672. beginnet. Gieb, daß er hasse Mel. Wer nur den lieben Gott läßt Fleisch und Blut, Den Glauben walten. üb in fanftem Muth, Zucht, 291. großer Gott, Demuth, 3. Verwirf von deinem An- sen, Der du die reinen Herzen gesicht, Ob ich es gleich ver- dir Zur steten Wohnung ausdienet, Mich, allerliebster Va- erlesen, Ach schaff ein reines ter, nicht, Weil Jesus mich Herz in mir; Ein Herz, das verfühnet. Laß nimmer, nim- von der argen Welt Sich rein mer, nimmermehr Mich fallen, und unbefleckt erhält. als dein Kind, so sehr, Daß du es von dir werfest. 2. Vor allem mache mein Gemüthe Durch ungefärbte 4. Dein heilgen Geist nimm Buße rein Und laß es, Herr, nicht von mir; Den bösen Geist durch deine Güte Und Christi vertreibe, Daß ich, als nie Blut gewaschen sein. Dann entführt von dir, Stets deine mache mich zur Reinigkeit Des sei und bleibe. Beherrsche du Lebens fertig und bereit. Herz, Sinn und Muth Durch deinen Geist, so ist es gut Im Leben und im Sterben. 3. Regiere mich nach deinem Geiste, Der mein getreuer Beistand sei Und mir erwünschte 5. Mit deiner Hülfe tröste Hülfe leiste. Gott, stehe mir mich, Hilf und vergieb die in Gnaden bei Und gieb mir Sünden; Und sucht dann meine einen solchen Geist, Der neu, Seele dich, So laß dich von gewiß und willig heißt. Wiedergeburt und Heiligung. 211 4. Doch, weil ich meine Mein Gott,:,: Ach wirk zu Schwachheit merke, Mein Va- deinem Ruhm In mir das ter, so verwirf mich nicht Und wahre Christenthum! stoß mich wegen meiner Werke Ja nicht von deinem Angesicht. Laß mich hier in der Gnade stehn Und dort in deinen Himmel gehn. 4. Ach führe mir Herz, Leib und Seele, Damit ich Christo folge nach, Daß ich den schmalen Weg erwähle Und Ehre such in Christi Schmach. Mein Gott,:,: Ach wirk zu deinem Ruhm In mir das wahre Christenthum! 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, Ja nun und nimmermehr von mir Und leite mich durch seine Triebe, Durch seinen Beistand für und für. Ja, führe du mich durch die Zeit hin zu der selgen Ewigfeit. Joh. Olearius, g. 1611, ft. 1684. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein 2c. wahre Christenthum! 292. Mein Gott, ach Lehre mich er kennen Den Selbstbetrug und Heuchelschein, Daß viele, die sich Christen nennen, Mit nichten Chrifti Glieder sein. Mein Gott,:,: Ach wirk zu deinem Ruhm In mir das wahre wahre Christenthum! Christenthum! 7. So hab ich schon auf 2. Hilf, daß ich dir allein dieser Erde Des Paradieses ergeben Und mir ganz abge- Fried und Freud; Wenn ich jaget sei. Laß mich mir ster- mit Gott vereinigt werde, ben, dir zu leben; Ach mach Schmeck ich des Himmels Sein mir, Herr, alles neu. Mein ligteit. Mein Gott,:,: Ach Gott,:,: Ach wirk zu deinem wirk zu deinem Ruhm In mir Ruhm In mir das wahre das wahre Christenthum! Christenthum! 3. Reiß du mein Herz los von der Erden Und nimm mich 293. von mir selber hin. Laß Einen 5. Hilf, daß ich Fleisch und Weltgeschäfte Ertödt und dir verbleibe treu, Daß ich an Christi Kreuz mich hefte, Und mir die Welt gefreuzigt sei. Mein Gott,:,: Ach wirk zu deinem Ruhm In mir das 6. Laß in mir Glauben, Hoffnung, Liebe Lebendig, fest und thätig sein, Daß ich bis an mein Sterben übe Das Christenthum ohn Heuchelschein. Mein Gott,:,: Ach wirk zu deinem Ruhm In mir das Mel. Herr Jesu Christ, meins 2c. Crneure mich, o n ewges Licht, Geist mit dir mich werden Und Und laß von deinem Angesicht gieb mir meines Heilands Sinn. Mein Herz und Seel mit dei 212 Wiedergeburt und Heiligung. nem Schein Durchleuchtet und| stes lieben? Es kann kein Bär erfüllet sein. indinit melied des Schafes Sanftmuth üben. 2. Ertödt in mir die schnöde Lust, Feg aus der alten Sünde Wust. Ach rüst mich aus mit Kraft und Muth, Zu streiten wider Fleisch und Blut. 4. Du mußt erst Geist aus Geist geboren werden, Dann wandelst du des Geistes schmale Bahn; Sonst ist es schwer und gehet doch nicht an. Weg, schnöder Sinn, du Schaum der Erden! Ich muß erst Geist aus Geist geboren werden. 3. Schaff in mir, Herr, den neuen Geist, Der dir mit Lust Gehorsam leist Und nichts sonst, als was du willst, will. Ach Herr, mit ihm mein Herz erfüll. 4. Auf dich laß meine Sinnen gehn; Laß sie nach dem, was droben, stehn, Bis ich dich schau, o ewges Licht, Von Angesicht zu Angesicht. 5. Wer die Geburt aus Christo hat erlanget, Der folgt al lein dem Herren treulich nach. Er leidet erst, er trägt erst seine Schmach, Eh er mit ihm im Lichte pranget, Der die Geburt aus Christo hat erlanget. Joh. Friedr. Ruopp, st. 1708. 6. Er wird mit ihm in seinen Tod begraben, Er wird im Grab auf eine Zeit verwahrt; Er stehet auf und hält die Himmelfahrt; Er kriegt darauf des Geistes Gaben, Wenn er vorher mit ihm in Tod begraben.- 7. Derselbe Geist, der Christum hier geübet, Derselbe übt die Jünger Christi auch; Der eine Geist hält immer einen Brauch. Kein andrer Weg wird sonst beliebet, Der Jünger wird, wie Christus, hier geübet. 2. Des Herren Weg ist voller Süßigkeiten, Wenn man es nur im Glauben recht bedenkt, Wenn man das Herz nur fröhlich dazu lenkt. Man muß sich recht dazu bereiten, So ist der ichmale Weg voll Süßigkeiten. 8. Und ob es gleich durch Tod und Dornen gehet, So triffts doch nur die Fers und nicht das Herz. Die Traurigfeit läßt feinen tiefen Schmerz; Wer nur getrost und feste steKein wilder Wolf giebt sich het, Obschon es durch den Tod in Schranken ein. Wie kann und Hölle gehet. 3. Wie kann ein Bär des Schafes Sanftmuth üben? 294. Der schmale Weg ist breit genug zum Leben. Wenn man nur sacht und grad und stille geht, So wird man nicht so leicht lich umgeweht. Man muß sich recht hinein begeben, So ist er breit genug zum frommen Leben. das Fleisch nach Gott gefinnet 9. Das sanfte Joch kann ja sein Und diesen Weg des Gei- nicht harte drücken. Es wird Wiedergeburt und Heiligung. 213 gefällt, Das Wunder der Zeiten, Die hier sich bereiten, Dem König, der unter den Lilien weidet, Zu dienen, in güldenen Stücken gekleidet. In 10. Die leichte Last macht 3. Sonst sind sie des Adams nur ein leicht Gemüthe. Das natürliche Kinder Und tragen Herz hebt sich darunter hoch das Bildniß des Irdischen empor; Der Geist kriegt Luft, auch. Sie leiden am Fleische, sein Wandel kommt in Flor wie andere Sünder; Sie essen Und schmeckt dabei des Herren und trinken nach nöthigem Güte. Die leichte Last macht Brauch. In leiblichen Sachen, nur ein leicht Gemüthe. In Schlafen und Wachen Sieht man sie vor andern nichts Sonderlichs machen; nur daß sie die Thorheit der Weltlust verlachen. dadurch das Böse nur gedrückt; Der Mensch wird frei, damit er nicht erstickt. Wer sich nur weiß darein zu schicken: Das sanfte Joch kann ja nicht harte drücken. 11. Zeuch, Jesu, mich, zeuch mich, dir nachzulaufen! Zeuch mich dir nach, zeuch mich; ich bin noch weit! Dein schmaler Weg ist voller Süßigkeit; Das Gute folgt uns da mit Haufen. Zeuch, Jesu, mich, zeuch mich, dir nachzulaufen! Chr. Friedr. Richter, 8. 1676, t. 1711. 4. Doch innerlich sind sie aus göttlichem Stamme, Die Gott durch sein mächtig Wort selber gezeugt, Ein Funke und Flämmlein aus göttlicher Flamme, Die oben Jerusalem freund295. ihre Mit lich gesäugt. Die Engel find s glänzet der ganz herrlich, ganz prächtig erklingen. wendiges Leben, Obgleich sie ihnen gar freundlich und liebvon außen die Sonne ver- lich absingen. Das muß denn brannt. Was ihnen der König des Himmels gegeben, Jst keinem, als ihnen nur selber, be- 5. Šie wandeln auf Erden, kannt. Was niemand versp-und leben im Himmel; Sie ret, Was niemand berühret, bleiben ohnmächtig, und Hat ihre erleuchteten Sinne schützen die Welt; Sie schmekgezieret Und sie zu der göttlichen Würde geführet. - ken den Frieden bei allem Getümmel; Sie kriegen, die Aerm2. Sie scheinen von außen sten, was ihnen gefällt. Sie die schlechtesten Leute, Ein stehen in Leiden, Sie bleiben Schauspiel der Engel, ein Ekel in Freuden; Sie scheinen erder Welt; Und innerlich sind tödtet den äußeren Sinnen-- fie die lieblichsten Bräute, Der Und führen das Leben des Zierrath, die Krone, die Jesu Glaubens von innen. 214 Wiedergeburt und Heiligung. 6. Wenn Christus, thr Leben, zu geben; Und ist hier gleich wird offenbar werden, Wenn er ein Kampf wohl ausgericht, sich einst, wie er ist, öffentlich Das machts noch nicht. stellt, So werden sie mit ihm, als Götter der Erden, Auch herrlich erscheinen zum Wunder der Welt. Sie werden regieren Und ewig floriren, Den Himmel als prächtige Lichter auszieren. Da wird man die Freude gar offenbar spüren. 7. Frohlocke, du Erde und jauchzet, ihr Hügel, Dieweil du den göttlichen Samen geneußt. Denn das ist Jehovah sein göttliches Siegel, Zum Zeugniß, daß er dir noch Segen verheißt. Du sollst noch mit ihnen Aufs prächtigste grünen, Wenn erst ihr verborgenes Leben erscheinet, Wornach sich dein Seufzen mit ihnen vereinet. 2. Man muß hier stets auf Schlangen gehn, Die ihren Gift in unsre Fersen bringen. Da kostets Müh, auf seiner Hut zu stehn, Daß nicht der Gift kann in die Seele dringen. Wenn mans versucht, so spürt man mit der Zeit Die Wichtigkeit. 3. Doch ist es wohl der Mühe werth, Wenn man mit Ernst die Herrlichkeit erwäget, Die ewiglich ein solcher Mensch erfährt, Der sich hier stets aufs Himmlische geleget. Es hat wohl Müh; die Gnade aber macht, Daß mans nicht acht. 4. Man soll ein Kind des Höchsten sein, Ein reiner Glanz, 8. O Jesu, verborgenes Le- ein Licht im großen Lichte. ben der Seelen Du heimliche Wie wird der Leib so stark, Zierde der inneren Welt, Gieb, so hell und rein, So herrlich daß wir die heimlichen Wege sein, so lieblich im Gesichte, erwählen, Wenngleich uns die Dieweil ihn da die wesentliche Larve des Kreuzes verstellt. Pracht So schöne macht! Hier übel genennet Und wenig erkennet, Hier heimlich mit Christo im Vater gelebet; Dort öffentlich mit ihm im Himmel geschwebet. Chr. Friedr. Richter, g. 1676, ft. 1711. 5. Da wird das Kind den Vater sehn, Im Schauen wird es ihn mit Lust empfinden. Der lautre Strom wird es da ganz durchgehn Und es mit Gott zu einem Geist verbinden. Wer weiß, was da im Geiste wird 296.& fostet viel, ein geschehn! Wer mags verstehn! zu sein 6. Da giebt sich ihm die Und nach dem Sinn des rei- Weisheit ganz, Die es hier nen Geistes leben. Denn der stets als Mutter hat geſpüret. Natur geht es gar sauer ein, Sie frönet es mit ihrem PerSich immerdar in Christi Tod lenkranz; Nun wird die Braut Wiedergeburt und Heiligung. 215 7. Was Gott genießt, genießt es auch, Was Gott besitzt, wird ihm in Gott gegeben; Der Himmel steht bereit ihm zum Gebrauch. Wie lieblich wird es doch mit Jesu leben! Nichts höher wird an Kraft und Würde sein, Als Gott allein. dem Bräutgam zugeführet. Die| das Herz, Daß er es selbst mit Herrlichkeit wird da ganz of reiner Gnade fülle. Der fromfenbar, Die in ihr war. me Gott macht dir gar keinen Schmerz; Die Unlust schafft in dir dein eigner Wille. Drum übergieb ihn willig in den Tod, So hats nicht Noth. 8. Auf, auf, mein Geist, ermüde nicht, Dich durch die 4. Wirf nur getrost den Kummer hin, Der nur dein Herz vergeblich schwächt und plaget. Erwecke nur zum Glau ben deinen Sinn, Wenn Furcht und Weh dein schwaches Herze Macht der Finsterniß zu rei- naget. Sprich: Vater, schau Ben! Was sorgefst du, daß dirs mein Elend gnädig an! So an Kraft gebricht? Bedenke, ists gethan. was für Kraft uns Gott ver= heißen! Wie gut wird sichs doch nach der Arbeit ruhn! Wie wohl wirds thun! 5. Erhalt dein Herz nur in Geduld, Wenn du nicht gleich des Vaters Hülfe merkest. Verfiehst dus oft und fehlst aus eigner Schuld, So sieh, daß du dich durch die Gnade stärkest; So ist dein Fehl und kindliches Versehn Als nicht geschehn. Chr. Friedr. Richter, g. 1676, ft. 1711. 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn. Wenn dich wird Nacht und Finsterniß bedecken. Dein Vater wird nichts Schlimmes mit dir thun; Vor keinem Sturm und Wind darfst du erschrecken. Ja, siehst du endlich ferner keine Spur, So glaube zu Mel. Es kostet viel, ein Chrift zu sein. 297, 3 ist nicht schwer, sein Und nach dem Sinn des reinen Geistes leben. Zwar der Natur geht es gar sauer ein, Sich immerdar in Christi Tod zu geben; Doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit Den schweren Streit. 2. Du darfst ja nur ein Kind- nur. lein sein, Du darfst ja nur die leichte Liebe üben. O blöder Geist, schau nur, wie gut ers meint! Das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben! Drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr; Es ist nicht schwer. 3. Dein Vater fordert nur 7. So wird dein Licht aufs neu entstehn Und wirst dein Heil mit großer Klarheit schauen. Was du geglaubt, wirst du dann vor dir sehn; Drum darfst du nur dem frommen Vater trauen. O Seele, sieh doch, wie ein wahrer Christ So selig ist! 216 Wiedergeburt und Heiligung. 8. Auf, auf, mein Geist! ber rein? Es muß durch dich Was säumest du, Dich deinem gewirket sein. Gott ganz findlich zu ergeben? 7. Doch kenn ich wohl dein Geh ein, mein Herz, geneuß treues Lieben; Du bist noch die süße Ruh; In Frieden immer treu geblieben. Ich weiß sollst du vor dem Vater schwe- gewiß, du stehst mir bei Und ben. Die Sorg und Last wirf machst mich von mir selber frei. nur getrost und kühn Allein auf ihn. Chr. Friedr. Richter, g. 1676, ft. 1711. 8. Indessen will ich treulich kämpfen Und stets die falsche Regung dämpfen, Bis du dir deine Zeit erfiehst und mich aus solchen Netzen ziehst. 9. In Hoffnung kann ich fröhlich sagen: Gott hat der Hölle Macht geschlagen, Gott führt mich aus dem Kampf und Streit In seine Ruh und Sicherheit. sa isd 298. Hier ier legt mein Sinn sich vor dir nieder; Mein Geist sucht seinen Ursprung wieder. Laß dein erfreuend Angesicht Zu meiner Armuth sein gericht! 2. Schau her, ich fühle mein Verderben; Laß mich in deinem 10. Drum will die Sorgen Tode sterben. O könnte doch in deiner Pein Die Eigenheit ertödtet sein! meiner Seelen Jch dir, mein Vater, ganz befehlen. Ach drücke bitief in meinen Sinn, Daß ich 3. Du wollest, Jesu, meinen in dir schon selig bin! Willen Mit der Gelassenheit 11. Wenn ich mit Ernst erfüllen. Brich der Natur Ge- hieran gedenke Und mich in walt entzwei Und mache mei- deinen Abgrund senke, So nen Willen frei. all werd ich von dir angeblickt, Und mein Herz wird von dir erquickt. 12. So wächst der Eifer mir im Streite, So schmeck ich theils die süße Beute Und fühle, daß es Wahrheit ist, Daß du, mein Gott, die Liebe bist. Chr. Friedr. Richter, g. 1676, ft. 1711. 4. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe Und mich in deinen Wegen übe; Nur ist von der Unlauterkeit Die Liebe noch nicht ganz befreit. 5. Ich muß noch mehr auf dieser Erden Durch deinen Geist geheiligt werden; Der Sinn muß tiefer in dich gehn, Der Fuß muß unbeweglich stehn. 8. Ich weiß mir zwar nicht Mel. Eins ist noth! Ach Herr, dies 2c. 299. Herzod efter en ligkeiten, Zeuch uns in dein Heiligthum, Da selbst zu nichts der Menschen Thaten. Wer macht sein Herz wohl sel- du uns die Stätt bereiten Wiedergeburt und Heiligung. 217 Nur von dir erfüllt zu sein. Ach lege die Mächte der Finsterniß nieder Und bringe des Geistes verneuten Muth wieder, Der von dem verkläreten Jesu fich nähr Und gegen der Gottheit Verächter sich mehr. Und hier im Triumph herum Daß fie neuen Raum gewinnen, Als deine Erkauften siegprächtig willst führen; Laß unsere Bitte dein Herze jetzt rühren: Wir wollen dem Vater als Opfer dastehn Und in der Gemeinschaft der Leiden hingehn. 2. Er hat uns zu dir gezogen, Und du wieder zu ihm hin. Liebe hat uns überwogen, Daß an dir hängt Muth und Sinn. Nun wollen wir gerne mit dir auch absterben Dem ganzen natürlichen Seelenverderben. Ach pflanze und seß uns zum Tode hinzu, Sonst finden wir ewig kein Leben noch Nuh. 6. Stärke deinen zarten Samen, Der dein Mannesalter schafft, Daß wir hier in Jesu Namen Stehn vor Gott in Jünglingskraft, Den Bösewicht völlig in dir zu besiegen, Daß endlich die Feinde zu Füßen da liegen. So soll aus dem Tode das Leben entstehn Und hier noch in völliger Mannheit aufgehn. 3. Aber hier erdenkt die Schlange So viel Ausflucht 7. Lebe denn und lieb und überall; Bald macht sie dem Willen bange, Bald bringt sie die Lust zu Fall. Es bleibet das Leben am Kleinsten oft fleben Und will sich nicht völlig zum Sterben hingeben; Es schüßzet die besten Absichten noch vor Und bauet so Höhen und Festung empor. labe In der neuen Creatur, Lebensfürst, durch deine Gabe Die erstattete Natur. Erwecke dein Paradies wieder im Grunde Der Seelen und bringe noch näher die Stunde, Da du dich in all deinen Gliedern verklärst, Sie hier noch des ewigen Lebens gewährst. 4. Drum, o Schlangentreter, 8. Gönne uns noch Frist auf eile, Führ das Todesurtheil Erden, Zeugen deiner Kraft zu aus! Brich entzwei des Mör- sein, Deinem Bilde gleich zu ders Pfeile, Wirf den Drachen werden Im Tod und zu nehganz hinaus! Ach laß sich dein men ein Des Lebens vollkomneues erstandenes Leben Jn unser verblichenes Bildniß eingeben! Erzeig dich verkläret und herrlich noch hier Und bringe ein neues Geschöpfe herfür! 5. Führe die zerstreuten Sin- ihr Ziel. nen In dich, Jesu, gänzlich ein, mene Freiheit und Rechte, Als eines vollendeten Heilands Geschlechte. Der Unglaub mag denken, wir bitten zu viel, So thust du doch über der Bitten Gottfr. Arnold, g. 1666, ft. 1714 Wiedergeburt und Heiligung. 218 Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. n Gottes Reich 6. Nimm uns, o Vater, wieder an! Ob wir gleich schnöde 300. Sünder, die was bu ein, Er sei denn neu geboren; gewollt, gethan: So werden Sonst ist er bei dem besten wir doch Kinder, Wenn uns Schein Mit Seel und Leib ver- dein Geist von neuem zeugt loren. Was fleischliche Ge- Und unser Herz zum Guten burt verderbt, In der man neigt Im Glauben und in nichts als Sünde erbt, Das Liebe. muß Gott selbst verbessern. 7. Wir wollen denn, was du 2. Soll man mit diesem uns giebst, Hinfüro fester fashöchsten Gut In der Gemein- sen. Wir wollen dich, weil du schaft leben, Muß er ein an uns liebst, Nicht aus dem der Herz und Muth Und neue Herzen lassen, Daß deine göttKräfte geben; Denn nur sein liche Natur In uns, der neuen göttlich Ebenbild Jst, was al- Creatur, Beständig sei und leine vor ihm gilt. Dies muß bleibe. er in uns schaffen. 3. Ach Vater der Barmherzigkeit, Was Jesus uns erworben, Da er zu unsrer Seligkeit Am Kreuz für uns gestorben Und wieder auferstanden ist, So daß du nun versöhnet bist: Das laß auch uns genießen. 4. Dein guter Geist gebär uns neu, Er ändre die Gemüt8. Nun, Herr, laß deine Vaterhuld Uns jederzeit bedecken, Damit uns weder Sündenschuld, Noch Zorn und Strafen schrecken. Mach uns der Kindschaft ganz gewiß Und schenkt uns einst das Paradies, Das Erbe deiner Kinder. Conr. Gebh. Stübner, um 1727. ther, Mach uns vom Sünden- Mel. Herr Christ, der einig Gotts 2c. dienſte frei, Schenk uns die 301. Herr Jesu, Gnain densonne, WahrTauf ist es geschehn; Doch ha- haftes Lebenslicht, Laß Leben, ben wirs nachher versehn Und Licht und Wonne Mein blödes solchen Bund gebrochen. Angesicht Nach deiner Gnad 5. Drum wollest du nun erfreuen Und meinen Geist erdurch dein Wort Uns abermals neuen. Mein Gott, versag erneuern. Wir wollen dir, o treuer Hort, Mit Herz und Mund betheuern, Von nun an nicht in Sicherheit, Vielmehr mit Fleiß, Beständigkeit Und Treu vor dir zu wandeln. mirs nicht! 2. Vergieb mir meine Sünden Und wirf sie hinter dich; Laß allen Zorn verschwinden, Und hilf mir gnädiglich; Laß deine Friedensgaben Mein ar Wiedergeburt und Heiligung. 219 mes Herze laben. Ach Herr, daß ich deinen Willen Stets erhöre mich! suche zu erfüllen, Und steh mir kräftig bei. Ludw. Andr. Gotter, g. 1661, ft. 1735. 3. Vertreib aus meiner Seelen Des alten Adams Sinn Und laß mich dich erwählen, Auf daß ich mich forthin zu Mel. Mein Herzens- Jeſu, meine 2c. deinem Dienst ergebe Und dir 302. in neugebornes ich erzu löſet bin. 4. Befördre dein Erkenntniß In mir, mein Seelenhort, Und öffne mein Verständniß Durch dein heiliges Wort, Damit ich an dich gläube Und in der Wahrheit bleibe, Zu Truß der Höllenpfort. 5. Leit mich in dieser Wüsten Und freuzge mein Begier Sammt allen bösen Lüften, Auf daß ich für und für Der Sündenwelt absterbe Und nach dem Fleisch verderbe, Hingegen leb in dir. 6. Ach zünde deine Liebe In meiner Seelen an, Daß ich aus innerm Triebe Dich ewig lieben kann, Und dir zum Wohlgefallen Beständig möge wallen Auf rechter Lebensbahn. Schmeckt seines Vaters Liebe, Der ihm in Christo alle Sünd Geschenkt aus reinem Triebe, Der es in seinen Gnadenbund, In welchem es vor diesem stund, Von neuem aufgenommen. 2. Ein neugebornes Gotteskind Darf sich nicht knechtisch scheuen, Weil blöde Furcht ihm ganz verschwindt; Es kann sich kindlich freuen. Der Geist der Kindschaft treibtden Sinn Zum Schoß des lieben Vaters hin, Den es darf Abba nennen. 3. Ein neugebornes Gotteskind Wird seinen Vater lieben Und weil es ihm ist gleichgefinnt, Sich im Gehorsam üben. Es hält ihn für sein höchstes Gut Und lebt mit ihm durch Christi Blut In einem süßen Frieden. 7. Nun, Herr, verleih mir Stärke, Verleih mir Kraft und Muth; Denn das sind Gnadenwerke, Die dein Geist schafft und thut; Hingegen meine Sinnen, Mein Lassen und Beginnen Ist böse und nicht gut. 8. Darum, du Gott der Gnaden, Du Vater aller Treu, Wend allen Seelenschaden Und 5. Ein neugebornes Gottesmach mich täglich neu. Gieb, kind Kämpft gegen alle Sün4. Ein neugebornes Gottesfind Das liebt auch seine Brüder, Die auch von Gott geboren sind, Die auch sind Christi Glieder. Ja, seine Lieb ist allgemein; Es weiß nicht mehr, was Feinde sein, Sein Herz ist ganz durchsüßet. 220 Wiedergeburt und Heiligung. den. Es kann den Feind, der Mel. Liebster Jefu, wir sind hier. andre bindt, Durch Christum 303. Glaube, Lieb und Greift es der grimmig an, So wird ihm Der wahrhafte Schmuck der Widerstand gethan; Der tapfre Christen. Hiermit muß sich Glaube sieget. dieses Kleeblatt grünen. själ Gottes Kind Stets bestreben 6. Ein neugebornes Gottes- auszurüsten. Wo man Gott kind Jst brünstig im Verlan- will eifrig dienen, Da muß gen, Die Milch, die aus dem Worte rinnt, Zur Nahrung zu empfangen. Durch dieses süße Lebenswort Wächst es im Guten munter fort Und wird am Geist gestärket. 2. Glaube legt den ersten Stein Zu des Heils bewährein tem Grunde, Sieht auf Jesum nur allein Und bekennt mit mit Herz und Munde Sich zu seines Geistes Lehren, Läßt sich keine Trübsal stören. 7. Ein neugebornes Gotteskind Küßt seines Vaters Ruthe Und ruft, weil es sie lieb gewinnt: Du thust mir viel zu gute! Es unterwirft sich ihrer Zucht und läßt dadurch des Geistes Frucht Zu größrer Reife 3. Liebe muß des Glaubens Frucht Gott und auch dem Nächsten zeigen; Unterwirft sich Christi Zucht Und giebt sich ihm ganz zu eigen, Lässet fich in allem Leiden Nicht von ihrem Jesu scheiden. kommen. 8. Hier prüfe, meine Seele, dich, Ob du aus Gott geboren. Vielleicht regt Eigenliebe sich Und bläst dir in die Ohren: Du sollest ohne Sorg und Bein Auf deine Taufe sicher sein Und nur das Beste hof fen. 4. Hoffnung macht der Liebe Muth, Alle Noth zu überwinden. Sie kann in der Trübfalsflut Ihren Anker fester gründen; Sie erwartet nach dem Leide Ewige vollkommne Freude. 9. Ach hast du deiner Tau- 5. Jesu, du mein Herr und fe Kraft Durch Sündendienst Gott, Ach bewahr in mir den verloren, So ruh nicht, bis Glauben! mache du den Feind Gott Rath geschafft Und dich zu Spott, Der dies Kleinod aufs neu geboren! So ruh denkt zu rauben. Laß das nicht, bis der Kindschaftsgeist schwache Rohr nicht brechen Dich durch sein Zeugniß über- Und mein glimmend Tocht weist, Daß du sein Kind und nicht schwächen. Erbe! Joh. Jac. Rambach, g. 1693, ft. 1735. 6. Mache meine Liebe rein, Daß sie nicht im Schein bestehe. Flöß mir Kraft des Wiedergeburt und Heiligung. 221 Glaubens ein, Daß fie mir mag dich ja zu allem nehmen, von Herzen gehe, Und ich aus rechtschaffnem Triebe Dich und auch den Nächsten liebe. Du willst mir selber alles sein. So sollst du denn in allen Sachen Den Anfang und das Ende machen; Dann stellt sich lauter Segen ein.platon 7. Gründe meine Hoffnung fest, Stärke sie in allen Nöthen. Wenn mich alle Welt verläßt, Wenn du mich gleich wolltest tödten: Laß sie nach dem Himmel schauen Und auf das, was ewig, bauen. 8. Glaub und Hoffnung hören auf, Wenn wir zu dem Schauen kommen; Doch die Liebe dringt hinauf, Wo sie Ursprung hat genommen. Ach da werd ich erst recht lieben Und die Liebe ewig üben. 3. Du leitest mich, ich kann nicht gleiten; Dein Wort muß ewig feste stehn. Du sprichst, dein Auge soll mich leiten, Dein Angesicht soll vor mir gehn; Ja, deine Güt und dein Erbarmen Soll mich umfangen und umarmen. O daß ich nun recht findlich sei, Bei allem gläubig zu dir flehe Und stets auf deinen Wink nur sehe! So spür ich täglich neue Treu. Benjamin Schmolt, g. 1672, st. 1737. 4. O daß ich auch im Kleintisnodon ogu oid bi tlosten merke ften merke Auf deine Weisheit, Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 2c. Güt und Treu, Damit ich mich 304. Baterherz, o im Glauben stärke, Dich lieb Licht, o Leben, und Lob und ruhig sei Und Weisheit lasse walten, O treuer Hirt, Immanuel, deine Dir bin ich einmal übergeben, Stets Dir, dir gehöret Leib und Seel! Ich will mich nicht mehr selber führen, Der Vater soll das Kind regieren! So geh nun mit mir aus und ein Und leite mich nach allen Tritten; Ich geh, ach hör, o Herr, mein Bitten, Ohn dich nicht einen Schritt allein. 2. Was kann dein schwaches Kind vorbringen? Ich weiß mir gar in keinem Rath. Drum sei in groß- und kleinen Dingen Mir immer selber Rath und That. Du willst dich meiner gar nicht schämen; Ich Ordnung, Maß und Ziel zu halten; Denn lauf ich vor, so lauf ich an. Drum mach im Besten mich gelassen, Nichts ohne dich mir anzumaßen; Was du mir thust, ist wohlgethan. 5. Du wollst ohn Unterlaß mich treiben Zum Wachen, Ringen, Flehn und Schrein. Laß mir dein Wort im Herzen bleiben und in mir Geist und Leben sein. Laß deinen Zuruf stets erschallen, Mit Furcht und als vor dir zu wallen; Laß mich stets eingekehret sein. Vermehr in mir ein innres Leben, 222 Wiedergeburt und Heiligung. Dir unaufhörlich Frucht zu geben, Und laß nichts lau und träge ſein. 9. So leb und lieb ich in der Stille Und lieg als Kind in deinem Schoß. Das Schäf6. Ach mach einmal mich lein trinkt aus deiner Fülle; treu und stille, Daß ich dir Die Braut ist aller Sorgen immer folgen kann. Nur dein, los. Sie sorget nur allein in nur dein vollkommner Wille allem, Dir, ihrem Bräutgam, Sei hier mein Schranken, Lauf zu gefallen; Sie schmückt und und Bahn. Laß mich nichts hält sich dir bereit. Ach zieh mehr für mich verlangen; Ja, mich, zieh mich weit von hinlaß mir nichts am Herzen han- nen! Was du nicht bist, laß gen, Als deines großen Namens ganz zerrinnen, D reiner Glanz Ruhm; Der sei allein mein der Ewigkeit! Ziel auf Erden. Ach laß mirs nie verrücktet werden; Denn ich bin ja dein Eigenthum. Earl Heinr. v. Bogatzky, g. 1690, ft. 1774. Mel. Es ist das Heil uns kommen 2c. 7. Laß mich in dir den Ba- 305. Nach meiner Seeter er selber ist. Laß deinen Geist mir klärlich weisen, Wie du von ihm geschenkt mir bist. Ach offenbare deine Liebe und wirke doch die heißen Triebe Der reinen Gegenlieb in mir. Durchdringe dadurch Herz und Sin nen, Daß ich hinfort mein ganz Beginnen In deiner Lieb und Lob nur führ. Laß, Herr, mich eifrig ringen. Sollt ich die kurze Gnadenzeit In Sicherheit verbringen? Wie würd ich einst vor dir bestehn! Wer in dein Reich wünscht einzugehn, Muß reines Herzens werden. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn Auf seine Sünden sehen Und wenn man nicht mehr fündgen kann, Gott um Erbarmung flehen: Das ist der Weg zum Leben nicht, Den uns, o Gott, dein Unterricht In deinem Wort bezeichnet. 8. Ich sehne mich, nur dir zu leben, Der du mein Herr und Bräutgam bist. Was dir sich nicht will ganz ergeben Und was nicht deines Willens ist, Das strafe bald in dem Ge- 3. Du rufft uns hier zur wissen. Laß Blut und Wasser Heiligung; Drum laß auch hier auf mich fließen Und tilge, auf Erden Des Geistes wahre was nicht lauter heißt. Laß Besserung Mein Hauptgeschäfte nur dein Lob zur Lust mir werden. Herr, stärke mir dazu werden Und dann das Heil den Trieb! Nichts sei mir je der armen Heerden Nach einer so groß, so lieb, Mich davon reinen Lieb im Geist. abzuwenden. Friede und Freude 4. Gewönn ich auch die ganze Welt Mit allen ihren Freuden, Und sollte das, was dir gefällt, Gott, darüber meiden,- Was hülfe mirs! Nie kann die Welt Mit allem, was sie in fich hält, Mir deine Gnad erseßen. 5. Was führt mich zur Zufriedenheit Schon hier in die sem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit In Noth, im Tode geben? Nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück; Nur Friede Gottes und ein Blick Auf jenes Lebens Freuden. im heiligen Geist. 223 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich Vor allen Dingen trachten Und, was mir daran hinderlich, Mit edlem Muth verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh Und im Gericht dereinst besteh, Sei meine größte Sorge. 7. Doch was vermag ich, wenn du nicht Vor Trägheit mich beschüßest Und mich so treu in dieser Pflicht Mit Kräften unterstüßest! O stärke mich, mein Gott, dazu! So find ich hier schon wahre Ruh Und dort das ewge Leben. Joh. Sam. Diterich, g. 1721, ft. 1797. 100 XVI. friede und freude im heiligen Geist. 306. n dir ist Freude ren, Dein Lob vermehren Mit In allem Leide, hellem Schalle, Freuen uns alle Odu süßer Jesus Christ! In dieser Stunde. Hallelujah! Durch dich wir haben Himm- Wir jubiliren Und triumphiren, lische Gaben; Du der wahre Lieben und loben Dein Macht den. Wer dir vertrauet, Hat wohl gebauet, Wird ewig bleiben. Hallelujah! Zu deiner Güte Steht unser Gemüthe, Heiland bist: Hilfest von dort oben Mit Herz und MunSchanden, Rettest von Ban- de. Hallelujah! Joh. Lindemann, g. 1580, ft. 1630. Röm. 8, 31-39. Mel. Balet will ich dir geben. An dir wir kleben Im Tod 307. ft Gott für mich und Leben; kann uns scheiden. Hallelujah! jo trete Gleich dodid alles wider mich. So oft ich 2. Wenn wir dich haben, ruf und bete, Weicht alles hinKann uns nicht schaden Teufel, ter sich. Hab ich das Haupt Welt, Sünd, oder Tod. Du zum Freunde Und bin geliebt hafts in Händen, Rannst alles bei Gott, Was kann mir thun wenden, Wie nur heißen mag der Feinde Und Widersacher die Noth. Drum wir dich eh- Rott? 224 Friede und Freude im heiligen Geist. 2. Nun weiß und glaub ich 7. Sein Geist wohnt mir feste, Ich rühms auch ohne im Herzen, Regieret meinen Scheu, Daß Gott, der Höchst Sinn, Vertreibt mir Sorg und und Beste, Mein Freund und Schmerzen, Nimmt allen KumVater sei, Und daß in allen mer hin, Giebt Segen und Fällen Er mir zur Rechten steh Gedeihen Dem, was er in Und dämpfe Sturm und Wellen Und was mir bringet Weh. mir schafft, Hilft mir das Abba schreien Aus aller meiner Kraft. 3. Der Grund, da ich mich gründe, Ist Christus und sein Blut; Das machet, daß ich finde Das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben Jst nichts auf dieser Erd; Was Christus mir gegeben, Das ist der Liebe werth. 8. Und wenn an meinem Orte Sich Furcht und Schwachheit findt, So seufzt und spricht er Worte, Die unaussprechlich sind Mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, Der spurs dan des Herzens Grunde Erfiehet seine Lust. 4. Mein Jesus ist mein Ehre, Mein Glanz und helles Licht. 9. Sein Geist spricht meinem Wenn der nicht in mir wäre, Geiste Manch jüßes Trostwort So dürft und könnt ich nicht zu, Wie Gott dem Hülfe leiste, Vor Gottes Augen stehen Und Der bei ihm suchet Ruh, Und vor dem strengen Siz; Jch wie er hab erbauet Ein edle, müßte stracks vergehen, Wie neue Stadt, Da Aug und Wachs in Feuership. Herze schauet, Was es geglaubet hat.dj hid omne 5. Mein Jesus hat gelöschet, Was mit sich führt den Tod; Der ists, der mich rein wäschet, Macht schneeweiß, was blutroth. In ihm kann ich mich freuen, Hab einen Heldenmuth, Darf kein Gerichte scheuen, Wie sonst ein Sünder thut.se 10. Da ist mein Theil, mein Erbe Mir prächtig zugericht. Wenn ich gleich fall und sterbe, Fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten Mit Thränen meine Zeit: Mein Jesus und sein Leuchten Durchfüßet alles Leid. id 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, Nichts nimmet mir 11. Wer sich mit dem vermein Herz. Die Höll und ihre Flammen, Die sind mir nur ein Scherz. Kein Urtheil mich erschrecket, Rein Unheil mich betrübt, Weil mich mit Flügeln decket Mein Heiland, der mich liebt. bindet, Den Satan fleucht und haßt, Der wird verfolgt und findet Ein harte, schwere Last zu leiden und zu tragen, Geräth in Hohn und Spott, Das Kreuz und alle Plagen, Die sind sein täglich Brod. sid Friede und Freude im heiligen Geist. 225 12. Das ist mir nicht ver- 2. So lang ich diesen habe, borgen; Doch bin ich unver- Fehlts mir an keiner Gabe; zagt. Dich will ich lassen for- Der Reichthum seiner Fülle gen, Dem ich mich zugesagt. Giebt mir die Füll und Hülle. Es koste Leib und Leben Und 3. Er läffet mich mit Freualles, was ich hab; An dir den Auf grüner Aue weiden, will ich fest kleben Und nim- Führt mich zu frischen Quelmer lassen ab. len, Schafft Rath in schweren Fällen. 4. Wenn meine Seele zaget Und sich mit Sorgen plaget, Weiß er sie zu erquicken, Aus aller Noth zu rücken. 13. Die Welt, die mag zerbrechen; Du stehst mir ewiglich. Kein Brennen, Hauen, Stechen Soll trennen mich und dich; Kein Hunger und kein Dür sten, Kein Armuth, keine Pein, Kein Zorn des großen Fürsten Soll mir ein Hindrung sein. 14. Kein Engel, keine Freuden, Kein Thron, kein Herrlichkeit, Kein Lieben und kein Leiden, Kein Angst, kein Herzeleid, Was man nur kann erdenken, Es sei klein oder groß, Der keines soll mich lenken Aus deinem Arm und Schoß. 15. Mein Herze geht in Sprüngen Und kann nicht traurig sein, Ist voller Freud und Singen, Sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, st mein Herr Jesus Christ; Das, was mich singend machet, Ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt, g. 1606, ft. 1676. 5. Er lehrt mich thun und lassen, Führt mich auf rechter Straßen, Läßt Furcht und Angst sich stillen, Um seines Namens willen. 6. Und ob ich gleich vor andern Im finstern Thal muß wandern, Fürcht ich doch keine Tücke, Bin frei vorm Ungelücke. 7. Denn du stehst mir zur Seiten, Schüßst mich vor bösen Leuten; Dein Stab, Herr, und dein Stecken Benimmt mir all mein Schrecken.n 8. Du setest mich zu Tische, Machst, daß ich mich erfrische, Wenn mir mein Feind viel Schmerzen Erweckt in meinem Herzen. 9. Du salbst mein Haupt mit Dele Und füllest meine Seele, Die leer und durstig saße, Mit vollgeschenktem Maße. olla i. 23. s dll Mel. Nun laßt uns Gott, dem Herren. 308. Der er den Regiert mit seinen Händen, tes Wird mein Herz guten Muthes, Voll Lust, voll Freud Der Brunn der ewgen Güter, und Lachen, So lang ich lebe, Der ist mein Hirt und Hüter. machen. 10. und Gu15 226 Friede und Freude im heiligen Geist. 11. Ich will dein Diener bleiben und dein Lob herrlich treiben Im Hause, da du wohnest Und Frommsein wohl belohnest. 4. Gewiß, mein Freund, wenn deine Liebeszeichen Mein armes Herz so sänftiglich durchgehn, So kann in mir ein reines Licht entstehn, Durch das ich kann das Vaterherz erreichen, In dem man nichts als nur Vergebung spürt, Da eine Gnadenflut die andre rührt. 309. Mein Salomo, 5. Je mehr das Herz sich zu dem Vater fehret, Je mehr es Kraft und Seligkeit genießt, Daß es dabei der Gitelkeit dein freund- vergißt, Die sonst den Geist liches Regieren Stillt alles gedämpfet und beschweret; Je Weh, das meinen Geist beschwert. Wenn sich zu dir mein blödes Herze kehrt, So läßt sich bald dein Friedensgeist verspüren. Dein Gnadenblick zerschmelzet meinen Sinn und nimmt die Furcht und Unruh von mir hin. mehr das Herz den süßen Vater schmeckt, Je mehr wird es zur Heiligkeit erweckt. 12. Ich will dich hier auf Erden und dort, da wir dich werden Selbst schaun im Himmel droben, Hoch preisen, singn und loben. Paul Gerhardt, g. 1606, ft. 1676. 6. Der Gnadenquell, der in der Seele fließet, Der wird in ihr ein Brunn des Lebens sein, So in das Meer des Lebens springt hinein Und Lebens2. Gewiß, mein Freund giebt ströme wieder von sich gießet. folche edle Gaben, Die alle Behält in dir dies Wasser Welt mir nicht verschaffen kann. seinen Lauf, So geht in dir Schau an die Welt, schau ihren Reichthum an! Er kann ja nicht die müden Seelen laben. Mein Jesus kanns; Er thuts im Ueberfluß, Wenn alle Welt zurücke stehen muß. die Frucht des Geistes auf. 3. O süßer Freund, wie wohl ist dem Gemüthe, Das im Geseß sich so ermüdet hat Und nun zu dir, dem Seelenleben, der Sünden abgekehrt. naht Und schmeckt in dir die 8. Was dem Geseß unmögwundersüße Güte, Die alle lich war zu geben, Das bringt Angst, die alle Noth verschlingt alsdann die Gnade selbst herUnd unsern Geist zu sanfter Ruhe bringt. für. Sie wirket Lust zur Heiligkeit in dir Und ändert nach 7. Wenn sich in dir des Herren Klarheit spiegelt, Die Freundlichkeit aus seinem Angesicht, So wird dadurch das Leben angericht, Die Heimlichkeit der Weisheit aufgesiegelt, Ja, selbst dein Herz in solches Bild verklärt, und alle Kraft Friede und Freude im heiligen Geist. 227 ganz daselbst geblieben, Wo sich ihr Magnet befindt! und nach dein ganzes Leben, Indem sie dich aus Kraft in Kräfte führt Und mit Geduld und Langmuth dich regiert. 9. Es müsse doch mein Herz nur Christum schauen! Besuche mich, mein Aufgang aus der Höh, Daß ich das Licht in deinem Lichte seh Und könne schlechterdings derGnade trauen! 3. Wenn die Seraphim sich Kein Fehler sei so groß und schwer in mir, Der mich von solchem Blick der Liebe führ. decken Und vor seiner Macht erschrecken, Wird er doch von seiner Braut In der wundervollen Krone Auf dem gloriösen Throne Ohne Decke angeschaut. 10. Wenn mein Gebrech mich vor dir niederschläget Und deinen Geist der Kindschaft in mir dämpft, Wenn das Gesetz mit meinem Glauben kämpft Und lauter Angst und Furcht in mir erreget: So laß mich doch dein Mutterherze sehn Und neue Kraft und Zuverficht entstehn. 4. Sonst erfreut man sich mit Zittern Und bedienet mit Erschüttern dieses Königs Heiligkeit; Aber wer mit ihm vertrauet, Wird, wenn er sein Antlitz schauet, Doch gar sänftiglich erfreut. 5. Wenn Jehovah man genennet, Wird nichts Höhers mehr erkennet, Als die Herrlichkeit der Braut. Sie wird mit dem höchsten Wesen, Das sie sich zur Lust erlesen, Gar zu einem Geist vertraut. 6. Sie ist edler als Karfunkel; Diamanten sind zu dunkel Vor dem Glanz der Herrlichkeit, Der fie durch und durch erfüllet, Der wie Ströme aus ihr quillet, Der die Köz nigin erfreut. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 310. D wie selig sind 7. Drum, wer wollte sonst die Seelen, was lieben Und sich nicht beDie mit Jesu fich vermählen, ständig üben, Des Monarchen Die durch seine Liebe sind So Braut zu sein? Muß man gleich gewaltiglich getrieben, Daß sie dabei was leiden, Sich von al11. So ruh ich nun, mein Heil, in deinen Armen; Du selbst sollst mir mein ewger Friede sein. Ich hülle mich in deine Gnade ein. Mein Element ist einig dein Erbarmen. Und weil du mir mein Ein und Alles bist, So ists genug, wenn dich mein Geist genießt. Chr. Friedr. Richter, g. 1676, ft. 1711. 2. Denn wer fasset ihre Würde, Die bei dieser Leibesbürde Sich in ihnen schon befindt? Alle Himmel sind zu wenig Für die Seelen, die der König So zur Gegenlieb entzündt. 228 Friede und Freude im heiligen Geist. len Dingen scheiden, Bringts mir gleich will Lieb erweisen ein Tag doch wieder ein. Bei einem freundlichen Gesicht. 8. Schenke, Herr, auf meine In dir vergnügt sich meine Bitte mir ein göttliches Ge- Seele; Du bist mein Freund, müthe, Einen königlichen Geist, den ich erwähle; Du bleibst Alles fühn um dich zu wagen, mein Freund, wenn FreundAllem freudig abzusagen, Was schaft weicht. Der Welt Haß nur Welt und irdisch heißt. kann mich doch nicht fällen, Weil in den stärksten Unglückswellen Mir deine Treu den Anker reicht. 9. So will ich mich selbst nicht achten. Sollte gleich der Leib verschmachten, Bleib ich Jesu doch getreu. Sollt ich feinen Trost erblicken, Will ich mich damit erquicken, Daß ich meines Jesu ſei. 10. Ohne Fühlen will ich trauen, Bis die Zeit kommt, ihn zu schauen, Bis er sich zu mir gesellt, Bis ich ruh in seinen Ärmen, In dem ewigen Erbarmen, Und er mit mir Hochzeit hält. Chr. Friedr. Richter, g. 1676, ft. 1711. 3. Will mich des Moses Eifer drücken, Blitzt auf mich des Gesetzes Weh, Droht Straf und Hölle meinem Rücken, So steig ich gläubig in die Höh Und flieh zu dir und deinen Wunden; Da hab ich schon den Ort gefunden, Wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen, Du bist mein Heil, wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 311. Wie wohl ist mir, 4. Führst du mich in die Kreuo Freund der zeswüsten, Ich folg und lehne Seelen, Wenn ich in deiner mich auf dich. Du nährest aus Liebe ruh! Ich steige aus der den Wolkenbrüsten Und labest Schwermuthshöhlen Und eile aus dem Felsen mich. Ich traue deinen Armen zu. Da muß die deinen Wunderwegen; Sie enNacht des Trauerns scheiden, den sich in Glück und Segen. Wenn mit so angenehmen Genug, wenn ich dich bei mir Freuden Die Liebe strahlt aus hab. Ich weiß, wen du willst deiner Brust. Hier ist mein herrlich zieren Und über Sonn Himmel schon auf Erden. und Sterne führen, Den fühWer wollte nicht vergnüget rest du zuvor hinab. werden, Der in dir suchet Ruh und Luft? 5. Der Tod mag andern düfter scheinen: Mir nicht, weil 2. Die Welt mag meine Seele, Herz und Muth In dir, Feindin heißen: Es sei also! der du verlässeft keinen, D alIch trau ihr nicht, Wenn sie lerliebstes Leben, ruht. Wen Friede und Freude im heiligen Geist. 229 kann des Weges End erschrek- Das voller Freude ist und nie fen, Wenn er aus mördervollen vorüber eilt. Hecken Gelanget in die Sicher- 3. Wie läßt sichs da so froh heit? Mein Licht, so will ich und ruhig sterben, Wenn hier auch mit Freuden Aus dieser das Schaf im Schoß des Hirfinstern Wildniß scheiden Zu ten liegt! Es darf sich nicht deiner Ruh der Ewigkeit. vor Höll und Tod entfärben; 6. Wie ist mir dann, o Sein treuer Hirt hat Höll und Freund der Seelen, So wohl, Tod besiegt. Büßt gleich der wenn ich mich lehn auf dich? Leib die Regung ein, So wird Mich kann Welt, Noth und die Seele doch kein Raub des Tod nicht quälen, Weil du, Moders sein. mein Gott vergnügest mich. 4. Das Schäflein bleibt in Laß solche Ruh in dem Ge- seines Hirten Händen, Wenn müthe, Nach deiner unum- gleich vor Zorn der ganze Abschränkten Güte, Des Himmels grund schnaubt. Es wird es süßen Vorschmack sein. Weg, ihm kein wilder Wolf entwenWelt, mit allen Schmeicheleien! den, Weil der allmächtig ist, Nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. O reicher Mein Freund ist mein! Trost: an den es glaubt. Es kommt nicht um in Ewigkeit Und wird im Todesthal von Furcht und Fall befreit. nous monts Wolfg. Chr. Deßler, g. 1660, ft. 1722. Mel. Mein Freund zerschmilzt zc. 312. Wie herrlich ists, ein Schäflein Christi werden und in der Huld des treusten Hirten stehn! Kein höhrer Stand ist auf der ganzen Erden, Als unverrückt dem Lamme nachzugehn. Was alle Welt nicht geben kann, 6. Doch ist dies nur der VorDas trifft ein solches Schaf schmack größrer Freuden; Es bei seinem Hirten an. 5. Wer leben will und gute Tage sehen, Der mache sich zu dieses Hirten Stab. Hier wird fein Fuß auf süßer Weide gehen, Da ihm die Welt vorhin nur Träber gab. Hier wird nichts Gutes je vermißt, Dieweil der Hirt ein Herr der Schäße Gottes ist. folget noch die lange Ewigkeit. Da wird das Lamm die Seinen herrlich weiden, Wo der krystallne Strom das Wasser beut. Da sieht man erst recht klar und frei, Wie schön und auserwählt ein Schäflein Christi ſei. Joh. Jac. Rambach, g. 1693, ft. 1735. 2. Hier findet es die angenehmsten Auen; Hier wird ihm stets ein frischer Quell entdeckt. Kein Auge kann die Gaben überschauen, Die es allhier in reicher Menge schmeckt. Hier wird ein Leben mitgetheilt, 230 Friede und Freude im heiligen Geist. Mel. O Gott, du frommer Gott. 6. Da bist du wunderschön 313. große Seligkeit, In deinem Blut und Wunden, Wenn man den Heiland kennet, Wenn ihn die Seel ihr Theil, Jhr Ein und Alles nennet! Versöhnung ist ihr Grund; Des Lammes Blut ihr Kleid. Sie schmecket Fried und Ruh; Sie spüret Lust und Freud. Daß selbst des Vaters Aug Nichts Schöners je gefunden, Was ihn so hoch vergnügt Und ihm sein Herz durchglüht, Daß er auf diese Welt Nun voll Erbarmen sieht. 2. Sie kann in Zuversicht Zu Gottes Throne treten Und als ein liebes Kind Vor ihrem Vater beten. Ihr Heiland nimmt ihr Herz Zu seiner Wohnung ein, Und sie muß Gottes Ruh Und heilger Tempel sein. 3. Es wird aus Jesu Füll Jhr stündlich Kraft gegeben Zu einem lautern Sinn, Zu einem neuen Leben. Sehr zärtlich ist der Trieb, Womit ihr Bräutgam liebt, Der sie mit viel Geduld In seinen Wegen übt. 4. Jhr Hirte pfleget sie Auch mächtig zu bewahren, Daß ihr kein Schad und Leid Kann irgend widerfahren. Sie bleibt als Siegerin Auf ihrem Kampfplaß stehn Und kann recht im Triumph Zur stolzen Ruh eingehn. 5. Dies, Jesu, hast du mir Mit deinem Blut erworben, Da du aus Liebe bist Für mich am Kreuz gestorben; Daher ich auch mein Heil Nicht besser fassen kann, Als wenn mein Auge dich Am Kreuze schauet an. 7. Auch mir, mir Sünder, kann Auf dieser ganzen Erden Nichts so ausnehmend schön Zum Trost gezeiget werden, Als wenn dein Wort dich mir, Das Heil der ganzen Welt, Am Kreuz, in Blut und Tod Vor meine Augen stellt. 8. Das ziehet in die Höh; Das richtet auf die Müden; Das bringet Heil und Kraft, Den wahren Seelenfrieden; Das machet recht getrost; Das giebt den stärksten Trieb; Da hat man, Jesu, dich Auch über alles lieb. 9. Da siehet man die Thür Zum Vaterherzen offen; Da kann man ohne Furcht Das Allerbeste hoffen. Das, das versüßet auch Die Leiden dieser Zeit Und führet friedensvoll Zur frohen Ewigkeit. 10. Drum höre, Jesu, doch, Was ich hierbei noch flehe, Daß ich dich unverrückt An deinem Kreuze sehe, Daß ich mich ganz versöhnt, Gerecht und selig schau Und so mein ganzes Heil Auf freie Gnade bau. 11. Laß Leib und Seele stets In diesem Glauben leben, Daß Friede und Freude im heiligen Geist. 231 du dich selbst für mich Haft sen Und sich nur desto mehr in den Tod gegeben. Nichts schmecke meiner Seel, Nichts stärke meinen Muth, Als dein verwundter Leib, Dein theures Jesusblut. 12. Herr Jesu, gieb dich so Mir immer zu genießen Und laß dadurch in mich Stets neues Leben fließen. Dich laß ich nimmermehr; Denn du sollst doch allein In deinem Blut und Tod Mein ewges Leben sein. Vor 1748. erfreun. 5. Ach könnt ich ohne Wanken Dir unaufhörlich danken, Daß du so gnädig bist! S wie vergiebst du reichlich! Dein Herz ist unvergleichlich. Ach daß mein Herz so fühllos ist! 6. Der Gaben ist kein Ende, Und deine treuen Hände Sind noch nicht müd und matt. Du fährest fort, zu geben, zu tragen und zu heben, Vis alle Zeit ein Ende hat. 314. Mel. Nun ruhen alle Wälder. ch weiß von keinen Plagen Bis 7. O möcht ichs recht verstehen, Auf alles aufzusehen, Was du mir schon gethan! Und dann auf das zu merken, diesen Tag zu sagen, Die Je- Was jetzt in deinen Werken sus mir gemacht. Nein, alle Mir Glaubensstärkung werden seine Wege, Je mehr ichs kann. überlege, Sind gut gemeint 8. Ach schärfe meine Augen, und wohl bedacht. Damit sie endlich taugen, Recht hell und klar zu sehn! So seh ich aller Orten Mit güldnen Glaubensworten Die Schrift von deiner Gnade stehn. 2. Er hat noch nie vergessen, Mir reichlich zuzumessen, Was mir zum Segen sei. Kommt auch ein trüber Morgen, So bleib ich doch von Sorgen, Von 9. Dann lob ich voller FreuFurcht und Mißvergnügen frei. den, Und säß ich auch im Lei3. Jch fürchte keine Strafe den, Die Größe deiner Huld. Und friege, wie im Schlafe, Da weichet Furcht und Zagen, Den Gnadenüberfluß. Wenn mancher denkt, ich leide, So mehrt sich meine Freude, Weil mirs zum Besten dienen muß. 4. Ja, es wird Wahrheit bleiben, Daß, die sich dir verschreiben, Jesu, selig sein. Kann das die Welt nicht fas- weil ich glaube, fall ich nicht. sen, Muß man sie fahren las- Ernst Gottl. Woltersdorf, g. 1725, st. 1761. Da seh ich keine Plagen; Ich glaub in fröhlicher Geduld. 10. Mein Hoffen ist lebendig, Von Jesu unabwendig und hält mich aufgericht. Wie will ich ihn dort oben Mit tausend Freuden loben! Denn 232 Friede und Freude im heiligen Geist. Mel. Nun bitten wir den heiligen 2c. 315. Mein ein Trost und Anker in aller Noth Ist, o Gotteslamm, dein Kreuz und Tod; Denn du trugst die Sünden der ganzen Erde, Daß ich und alle Welt selig werde Durch dein Verdienst. 2. So weit hats Liebe zu mir gebracht, Die den Schöpfer selbst zum Opfer macht, Daß er seine Seele, sein Leib und Leben Mit tausend Schmerzen dahin gegeben Für meine Schuld. 3. So lang ich dieses noch glauben kann, Seh ich ihn mit tausend Freuden an. Bin ich gleich ein Sünder: er ist mein Heiland. Er liebt mich heute noch so, wie weiland. Hallelujah! 4. Mein Herz erstaunet ob dieser Huld. Tief beschämt von aller meiner Schuld Fang ich an zu weinen und hinzufallen: Gnädiger König, dein Lob soll schallen In aller Welt! 7. Ich will von nun an nichts anders sehn, Als nur, was am Kreuz für mich geschehn. Das ist meine Freude, mein Heil und Leben; Denn meine Sünden sind mir vergeben Durch Christi Blut. 8. Das beste Bild steht auf Golgatha. Herz und Augen, bleibt doch immer da; Schaut den Mann der Schmerzen, vom Haupt zum Fuße; Freuet euch ewig der schweren Buße, Die Jesus that! 9. Verkündigt werde, o Herr, dein Tod! Rühmen will ich deine Leidensnoth, Bis du selbst erscheinest. Nichts will ich wissen, Als daß dein Tod mich herausgerissen Aus aller Furcht. 10. In diesem Glauben behalte mich, So hab ich gnug hier und ewiglich. Dir sei Hallelujah, Preis, Dank und Ehre Für deine Wunden und für die Lehre Von deinem Kreuz! Ernst Gottl. Woltersdorf, g. 1725, st. 1761. 6. Wers nicht erfahren, der glaubt es nicht, Was für Luft von deinem Angesicht In die Seele quillet, wenn man dich schmecket, Wenn dein Erbarmen uns ganz bedecket Und felig macht. - 5. Kein Mensch beschreibt es nach Würdigkeit. Das aber ist Mel. Machs mit mir, Gott, nach sc. eine felge Zeit, Wenn bein 316. Gottes Lamm, der Liebe sich so ergießet, D mein Element Daß mein Herz deiner im Geist genießet. Freudenmeer! Jst einzig dein Erbarmen, Dein Herz, das zu mir wallt und brennt Mit offnen Liebesarmen, Dein Blut, wie es von Kreuze floß Und alle Welt mit Heil begoß. 2. Ich weiß von keinem andern Trost. Ich müßt in Sünden sterben. Der Feind ist wi Friede und Freude im heiligen Geist. 233 der mich erboßt; Die Welt 8. Mein erster Odem, den will mich verderben. Mein ich zieh, Wenn ich vom Schlaf Herz ist unrein, blind und erwache, Ist dein Erbarmen, todt. tiefes Elend, große deine Müh, Die ich dir täglich Noth! mache, Und die du schon auf mich gewandt, Da deine Lieb am Kreuz gebrannt. 9. Wenn ich aus meinem Bett aufsteh, So tret ich ins Erbarmen; Und wenn ich bald gen Himmel seh, Mein Himmel ist Erbarmen; Und wenn ich kniee, fällt mein Sinn, Gott, in dein Erbarmen hin. 3. Die eigene Gerechtigkeit, Das Thun der eignen Kräfte Macht mir nur Schand und Herzeleid, Verzehrt die Lebensfäfte. O nein, es ist kein andrer Rath, Als der, den dein Erbarmen hat. 4. Wie wohl, ach Gott, wie wohl ist mir, Wenn ich darein versinke! O Lebensquell, wenn ich aus dir Blut der Versöhnung trinke! Wenn dein Erbarmen mich bedeckt, Und wenn mein Herz Vergebung schmeckt! 5. Da lebt mein Geist, ist froh und satt, Hat alles, was ihm fehlet. Bald aber wird er falt und matt, Wenn er sich ſelber quälet, Wenn dein Erbarmen ihm entgeht, Wenn er auf fremdem Grunde steht. 6. Drum bleibe du mein Element, Du selbst und dein Erbarmen. Und wie mein Glaube dich erkennt, So kenne du mich Armen. Ich leb in deiner Gnad allein; Ich will in dir erfunden sein. 10. Jch wasche mich, Immanuel, Jm blutigen Erbarmen; IJn dir erschein ich rein und hell; Mein Kleid ist dein Erbarmen. Ich eff und trinke diese Kost: Erbarmen ist mein Brod und Most. 11. Ich siz und geh und was ich thu, So thu ichs im Erbarmen. Mein Sig, mein Grund und meine Ruh, Mein Ziel ist dein Erbarmen, Mein sichrer Weg, mein Licht und Kraft, Mein Wohnhaus in der Pilgrimschaft. 12. Leg ich des Abends mich zur Ruh: Mein Bett ist dein Erbarmen. Es langt auf allen Seiten zu, Es wärmt mich dein Erbarmen. In diese Decke hüll ich mich. Wie sanft, wie süße schläft es sich! 7. Das Element der armen Welt, Stolz, Geiz und Fleischeslüfte, Und was sie sonst für wichtig hält, Das ist mir dürr und wüste, Das ist mir Galle, Gift und Qual; Du schlaflos macht, So wiegt mich schmeckft mir ein- und allemal. dein Erbarmen. Erschreckt mich 13. Erwach ich in der stillen Nacht, So lieg ich im Erbarmen. Wenn mich die Unruh 234 Friede und Freude im heiligen Geist. Traum und Finsterniß: Er- Fleisch gefällt, Der Jesum gläubarmen leuchtet mir gewiß. big faffet Und über alles hält. 14. Ja, bis ins Grab und vors Gericht, Begleitet mich Erbarmen. Von Tod und Hölle 4. Ja, selig find die Christen, Die ohne Falsch bestehn! O daß es alle wüßten, Die weiß ich nicht; Mein Leben ist noch zur Hölle gehn! Wer ist Erbarmen. Hierin beschließ ich auch den Lauf Und fahre sterbend zu dir auf. 15. Und wenn ich vor dem Throne bin, Dein Anschaun zu genießen, So reißt mich dein Erbarmen hin, Jm Loben zu zerfließen. Worin allhier mein Herz entbrennt, Das bleibt mein ewges Element. Ernst Gottl. Woltersdorf, g. 1725, st. 1761. so reich und prächtig, So schön, vergnügt und satt, So fröhlich, stark und mächtig, Als der den Glauben hat? 5. Schon hier in diesem Leben Grünt seine Seligkeit. Was wird der Himmel geben! Da kommt die Erntezeit; Da schmeckt sein Herz vollkommen, Was hier im Vorschmack war, Und ist mit allen Frommen Im ewgen Jubeljahr. Mel. Valet will ich dir geben. 6. Behalte, Welt, das Deine, 317. Sie jauchzet doch Du arme, blinde Welt! Der mit Freuden, Die heilge Gottesstadt, Die sich durch Jesu Leiden Vor nichts zu fürchten hat. Denn Gott ist bei ihr drinnen, Das weiß sie sicherlich; Der Zweifel muß zerrinnen, Die Furcht verlieret sich. Glaube bleibt das Meine, Der Christi Blut behält. Wenn alle Reichen darben, Wenn Fürsten betteln gehn, Will ich mit Freudengarben In Zions Thoren stehn. Ernst Gottl. Woltersdorf, g. 1725, ſt. 1761. 2. Laß andre wankend fraMel. Ringe recht, wenn Gottes 2c. gen, Ob Gott ihr Vater ſei: 318. Wenn doch alle Christ sagen Und schwöret noch dabei: Ich habe Gnade funden, Die Se ligkeit ist mein, Und durch des Lammes Wunden Geh ich zum Himmel ein. Seelen ten, Jesu, daß du freundlich bist, Und der Zustand wahrer Christen Unaussprechlich selig ift! 2. O wie würden sie mit Freuden Aus der Weltgemeinschaft gehn Und bei deinem Blut und Leiden Fest und unbeweglich stehn! Ernst Gottl. Woltersdorf, g. 1725, ft. 1761. 3. Ein wahrer Christ ist selig, Der Christum recht erkennt, Der seine Schuld unzählig Und sich verloren nennt, Der alles herzlich hafset, Was sonst dem Friede und Freude im heiligen Geist. 235 Mel. O daß ich tausend Bungen sc. erfreut Und rühme die Barm319. Mir ist Erbar- herzigkeit. mung widerfahren, Erbarmung, deren ich nicht werth! Das zähl ich zu Mel. Der lieben Sonne Licht und sc. dem Wunderbaren. Mein stol 320. Mein ein Herz ist dennoch wohlzes Herz hats nicht begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut Und rühme die Barmherzigkeit. gemuth. Es gehe, wie es gehe: Bei dir, mein Heil, gehts immer gut. Dein Wille, Herr, 2. Ich hatte nichts als Zorn geschehe. Wohl mir, ich bin verdienet, Und soll bei Gott dein Knecht; Du heilig, gut, in Gnaden sein. Gott hat gerecht! So leite mich nach mich mit ihm selbst verfühnet deinem Sinn; Ich gebe mich Und macht durchs Blut des dir gänzlich hin. Sohns mich rein. Wo fam dies her? Warum geschichts? Erbarmung ists und weiter nichts. 2. Mein Herz ist dennoch wohlgemuth. Die Sünde mag nur schrecken. Mich wäscht das theure Jesusblut. Die Gnade 3. Das muß ich dir, mein soll mich decken. Sie kann und Gott, bekennen; Das rühm ich, will allein Mein Trost und wenn ein Mensch mich fragt. Retter sein; Ich hange mich Ich kann es nur Erbarmung mit Flehen dran Und fasse sie, nennen, So ist mein ganzes so gut ich kann. Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut Urd rühme die Barmherzigkeit. 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben, Dies soll mein einzig Rühmen sein. Auf dies Erbarmen will ich glauben, Auf dieses bet ich auch allein, gehts durch sein Auf dieses duld ich in der fort. Er selber thuts, sein Noth, Auf dieses hoff ich noch im Tod. 3. Mein Herz ist dennoch wohlgemuth. Bin ich gleich voll Gebrechen: Mein Heiland, ders verheißt und thut, Braucht nur ein Wort zu sprechen; Gleich richte ich mich auf Und komme in den Lauf; Dann Erbarmen Geist und Wort. 4. Mein Herz ist dennoch 5. Gott, der du reich bist an wohlgemuth. Mag das GeErbarmen, Nimm dein Erbar- seß auch fluchen: Mich übermen nicht von mir Und führe schwemmt die Gnadenflut. Ich durch den Tod mich Armen, will nur Jesum suchen. Der Durch meines Heilands Tod spricht vom Fluch mich los, zu dir. Da bin ich ewig recht Sezt mich auf seinen Schoß; Phil. Friedr. Hiller, g. 1699, st. 1769. 236 Friede und Freude im heiligen Geist. Er nimmt mich zärtlich zu sich| giebst die Sünden. Ja du, ein Und macht mich mehr als Jesu, Läßt dich würgen als engelrein. den Bürgen, aller Sünden mich auf ewig zu entbinden. 5. Mein Herz ist dennoch wohlgemuth. Die Feinde mö- 2. Herr, unsere Gerechtigkeit, gen toben, Welt, Sünde und Wie hoch wird dessen Geist erdie Höllenbrut: Ich bin wohl freut, Der dich im Glauben aufgehoben In Jesu treuer kennet! Du bist sein Schmuck Hand. Was er mir zugewandt, vor Gottes Thron; Er wird Das ist ein Schab, den nichts zum Erben und zum Sohn Vom zerfrißt; Den raubt mir keine Vater selbst ernennet. Laß mich Macht, noch Liſt. Ewig Mit Verlangen an dir hangen und mit Freuden Nur in dein Verdienst mich kleiden! 6. Mein Herz ist dennoch wohlgemuth. Drückt mich gleich Noth und Leiden: Gnug, daß mein Herz in Jesu ruht. Was will mich von ihm scheiden? Verfolgung, Angst und Noth? Der längst besiegte Tod? Nein, alles gehe, wie es will: Ich fliehe nicht, ich halte still. 3. Holdselig süßer Friedefürst, Wie hat dich nach dem Heil gedürst Der abgewichnen Kinder! Du stellest dich als Mittler dar, Verbindest, was getrennet war, Gott und verdammte Sünder. Freude! Beide Werden eines! Ungemeines Werk der Güte! Jesu, du bist unser Friede. 7. Mein Herz ist dennoch wohlgemuth. Soll ich noch heute sterben: Getrost! Ich sterb auf Christi Blut Und 4. O Jesu Christ, dein treuer muß den Himmel erben. Mein Sinn Nimmt Schuld und Freund hilft aus der Noth: Strafe von mir hin; Sie liegt Nun tödtet mich kein Tod. auf deinem Rücken. Du blutest Wo Christus ist, da komm ich an des Kreuzes Pfahl, Da hin, Weil ich wahrhaftig in muß dich unerhörte Qual Nach ihm bin. Leib und Seele drücken. Dieſe Süße Flut der Gnaden heilt den Schaden. Durch die Wunden Hab ich Heil und Frieden Friedr. Aug. Weihe, g. 1721, ft. 1771. Mel. Wie schön leuchtet der zc. 321. Wo ist ein solcher funden. Gott, wie du! 5. Mitleidender Immanuel, Du schaffst den Müden süße Es ist mein Leben, Leib und Ruh, Ruh, die nicht zu ergrün- Seel Voll Mängel und Geden. Ein Abgrund der Barm- brechen; Doch ist dein Herz herzigkeit Verschlingt ein Meer auch voller Gnad; Willst wevon Herzeleid: Du, Herr, ver- der Sünd, noch Missethat Am Friede und Freude im heiligen Geist. 237 6. Die Gnade führt das Regiment, Sie macht der Sclaarmen Staube rächen. Deine rer Brust In heißer Liebe lieReine Treue Liebe hat die gen! Sie essen, und sind doch Triebe, hier im Leben Täglich nicht satt; Sie trinken, und das reichlich zu vergeben. Herz bleibt matt; Denn es ist lauter Trügen. Träume, Schäume, Schläg im Herzen, Höllenverei ein End, Besiegt Geseß schmerzen, ewges Quälen Ist und Sünden. Soll dein Herz frei und fröhlich sein, So räum es ganz der Gnade ein; So kannst du überwinden. Wenn dich Mächtig Sündenliebe, Fleischestriebe oft bestürmen, Wird die Gnade dich beschirder Lohn betrogner Seelen. 3. Ganz anders ists, bei Jesu sein Und als ein Schäflein aus und ein Auf seinen Wegen gehen. Auf diesen Auen ist die Lust, Die Gottesmenschen nur bewußt, Jm Ueberfluß zu sehen: Weide, Freude, Reine Triebesüßer Liebe, Fried men. 7. Durch deines Blutes Kraft, o Herr, Befreie du mich mehr und Leben, Stärke, Licht und und mehr Von Sünde und viel Vergeben. Verderben. Du hast mich dir, 4. Schau, armer Mensch, zu Immanuel, Gar theur erkauft diesem Glück Ruft stets dein mit Leib und Seel, Die Se Heiland dich zurück Von jenem ligkeit zu erben. Kleiner, Rei- Grundverderben. Er kam desner Muß ich werden noch auf wegen in die Welt, Er gab für Erden, bis ich droben Dich dich das Lösegeld Durch Leiden kann ohne Sünde loben. und durch Sterben. Laß dich 3. Ludw. Cour. Allendorf. g. 1698, ft. 1778. Willig Doch umarmen! Sein Erbarmen, Blut und Leiden Sind ein Meer von Seligkeiten. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 322. Es ist etwas, des 5. Das Wollen und VollHeilands sein, bringen schafft Des Wortes Ich dein, o Jesu, und du Jesu Gotteskraft: Mir nach, mein!" In Wahrheit sagen ihr armen Sünder! Jhr seid können; Ihn seinen Hirten, für mich, ich für euch da. Herrn und Ruhm, Und sich sein könnt ihr gleich nichts, doch Schaf und Eigenthum Öhn bin ich nah; Nur folget mir allen Zweifel nennen. Selig, als Kinder. Ist doch Mein Fröhlich Sind die Seelen, die Joch Sanft und heilig, nur erwählen ohn Bedenken, Jh- daß freilich euer Wille Mir rem Jesu sich zu schenken. sich lasse in der Stille. 2. Schau an die Welt mit 6. D kannst du den Immaihrer Lust Und alle, die an ih- nuel So vor der Thüre deiner 238 Friede und Freude im heiligen Geist. Seel Vergeblich rufen lassen?| seinen Sinn wollt hassen: Das Sollt seine unermessne Bein soll ans Kreuz zum Opfer hin; Gerad an dir verloren sein? Ich will ehr, was ich hab und Das hieß das Leben hassen. bin, Als meine Liebe lassen. O nein, Schäflein, Komm und Ewig Bleib ich Dir verschriewende dich behende zu den ben. O dein Lieben soll mich Wunden, Die dein Hirt für treiben, Auch im Leiden dein dich empfunden! zu bleiben. 7. Man hat auch wohl ein 11. Ach mach mich von mir wenig Schmach Und ein und selber frei Und stehe mir in andres Ungemach Bei diesem Gnaden bei. Stärf meinen Herrn zu leiden; Doch ists nicht schwachen Willen Durch deines werth der Ehr und Freud, Die werthen Geistes Kraft zu üben er uns schon von Ewigkeit gute Ritterschaft, Den Vorsatz Gedachte zu bereiten. Kronen, zu erfüllen, Bis ich Endlich Thronen, Hosianna, himmlisch Schön geschmücket und entrücket Manna, Siegespalmen Folgen allen Leiden Darf bei dir, dem auf die Kreuzespsalmen. Lämmlein, weiden. Joh. Christ. Storr, g. 1712, ft. 1773. 8. Ja, liebe Seele, denk daran! Es steht so lang nicht einmal an. Schon hier auf die Mel. Nun bitten wir den heiligen 2c. ſer Erden Soll dir bei jedem Tritt und Licht auf Jesu Bitt Zum frohen Pfande werden. Kräfte, Säfte Uns beleben, Wonne geben, Taborsblicke Strahlen oft auf uns zurücke. 323. Ach mein Herr dein Nahesein Bringt großen Frieden ins Herz hinein; Und dein Gnadenanblick macht uns so selig, Daß auchs Gebeine darüber fröhlich Und dankbar wird. Angesicht Voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht; Aber unsre Seele kanns schon gewahren; Du kannst dich fühlbar gnug offenbaren, Auch ungesehn. 9. Von nun an kann ich nicht 2. Wir sehn dein freundliches mehr mein, Des Teufels und der Sünde sein, Die mich bis her gebunden. Mein Herr, den ich so sehr betrübt, Der aber mich viel mehr geliebt, Der hat mich überwunden. Nimm mich 3. O wer nur immer bei Gänzlich, meine Freude, dir Tag und Nacht Dein zu gezur Beute und zum Lohne nießen recht wär bedacht! Der Deiner blutgen Dornenkrone. hätt ohn Ende von Glück zu 10. Wallt noch in meiner sagen, Und Leib und Seele Adern Bach Ein Tröpfchen müßt immer fragen: Wer ist, Bluts, das Jesu Schmach Und wie du? Friede und Freude im heiligen Geist. 239 4. Barmherzig, gnädig, ge- Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz duldig sein, Uns täglich reichgeübet. lich die Schuld verzeihn, Heiz 324. Was wär ich und ohne gewesen? Was würd ich ohne dich, Herr, sein? Zu Furcht und Aengsten auserlesen, Ständ ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt ich sicher, was ich liebte; Die Zukunft wär ein dunkler Schlund; Und wenn mein Herz sich tief betrübte, Wem that ich meine Sorgen fund? 2. Einsam verzehrt von heiBem Sehnen, Erschien mir nächtlich jeder Tag; Ich folgte nur mit heißen Thränen Dent wilden Lauf des Lebens nach. Ich fände Unruh im Getümmel Und hoffnungslosen Gram zu Haus. Wer hielte ohne Freund im Himmel, Wer hielte da auf Erden aus? 3. Hat Christus sich mir kund gegeben, und bin ich seiner erst gewiß, dann verzehrt ein lichtes Leben Die bodenloſe 8. So werden wir bis in Finsterniß. Nun schau ich erst Himmel hinein Mit dir ver- des Christen Würde; Mein gnügt, wie die Kindlein, sein. Schicksal wird verklärt durch Muß man gleich die Wangen noch manchmal neßen; Wenn sich das Herz nur an dir stets seßen Und stillen kann. ihn; Und leicht ertrag ich jede Bürde, Seh in der Wüste Rosen blühn. 9. Du reichst uns deine durchgrabne Hand, Die so viel Treue an uns gewandt, Daß wir beim Drandenken beschämt dastehen, Und unser Auge muß übergehen Vor Lob und Dank. 4. Das Leben wird zur Wonnestunde; Die neue Welt spricht Lieb und Lust; Und Balsam träuft in jede Wunde, Und frei und froh klopft jede Brust. Für alle seine tausend Gaben Bleib ich sein demuthvolles Kind, Gewiß, ihn unter Chrift. Gregor, g. 1723, ft. 1801. segnen Und unsrer Seele als Freund begegnen, Ist deine Lust. 5. Ach gieb an deinem kostbaren Heil Uns alle Tage vollkommen Theil; Und laß unsre Seele sich immer schicken, Aus Noth und Liebe nach dir zu blicken Ohn Unterlaß. 6. Und wenn wir weinen, so tröst uns bald Mit deiner blutgen Todesgestalt; Ja, die laß uns immer vor Augen schweben, Und dein wahrhaftiges In- uns- leben Zu sehen ſein. 7. Ein herzlichs Wesen und Kindlichkeit Sei unsre Zierde zu aller Zeit; Und die Blutbesprengung aus deinen Wunden Erhalt uns solche zu allen Stunden Bei Freud und Leid. 240 Liebe zu Gott und Christo. uns zu haben, Wenn zwei auch heit; Du leuchtest in uns, nur versammelt find. Quell des Lichts. 5. O geht hinaus auf allen Wegen Und holt die Frrenden herein. Streckt jedem eure Hand entgegen Und ladet froh sie zu uns ein. Der Himmel ist bei uns auf Erden; Im Glauben schauen wir ihn an. Die eines Glaubens mit uns werden, Auch denen ist er aufgethan. Fr. Ludw. v. Hardenberg, g. 1772, ft. 1801. birise n Mel. Nun ruhen alle Wälder. err, schaue auf 5. In uns ist heilge Stille, Dein Will ist unser Wille, 325. Wort Kraft. Dir tönen unsre Lieder; Des Herzens Lust bist du. Ach dich zum Freunde haben, Ist mehr, denn alle Gaben, Ist ewges Leben, selge Ruh. Wir sind uns selbst gestorben; Du hast uns dir erworben Und neues Leben uns verschafft. 6. O schweiget alle Triebe; Nur Eines leb, die Liebe, Die 2. Du stillest das Verlan- Lieb, o Herr, zu dir! Dann gen, Und wenn wir an dir mag die Hölle stürmen, Ringshangen, So fehlt dem Leben um Gefahr sich thürmen: Dir nichts. In deiner Gottestlar- leben und dir sterben wir! heit Sehn wir die ewge WahrJoh. Geibel, g. 1776. 3. Von deinem Arm gehalten, kann keine der Gewalten Der Welt uns dir entziehn. Wir ruhn an deinem Herzen, Sind dein in Freud und Schmerzen. O möchten zu dir alle fliehn! 4. Sind wir aus dir geboren, In dich, o Herr, verloren, So bist du unser Jch. Aus dir quillt unser Leben; Du nährest, wie die Reben Der Weinstock, uns allein durch dich. XVII. Liebe zu Gott und Chrifto. 326. He erzlich lieb hab Zuversicht, Mein Theil und ich dich, Herr. meines Herzens Trost, Der Ich bitt, wollst sein von mir mich durch sein Blut hat erlöst! nicht fern Mit deiner Hülf und Herr Jesu Christ, Mein Gott Gnaden. Die ganze Welt er- und Herr, mein Gott und freut mich nicht, Nach Himmel Herr, In Schanden laß mich und Erd frag ich nicht, Wenn ich nur dich kann haben. Und 2. Es ist ja, Herr, dein Gschenk wenn mir gleich mein Herz und Gab Mein Leib und Seel zerbricht, Bist du doch meine und was ich hab In dieſem arnimmermehr! spried 9191( 01 80T7 Liebe zu Gott und Christo. 241 men Leben. Damit ichs brauch 2. O meines Herzens werthe zum Lobe dein, Zum Nuß und Kron, Wahr Gottes und MaDienst des Nächsten mein, Wollst rien Sohn, Ein hochgeborner mir dein Gnade geben. Behüt König! Mit Freuden rühm ich mich, Herr, vor falscher Lehr; deine Ehr; Deins heilgen WorDes Satans Mord und Lügen tes süße Lehr Ist über Milch wehr. In allem Kreuz erhalte und Honig. Herzlich Will ich mich, Auf daß ichs trag gedul- Dich drum preisen und erweidiglich. Herr Jesu Christ, sen, daß man merke In mir Mein Herr und Gott, mein deines Geistes Stärke. Herr und Gott, Tröst mir mein Seel in Todesnoth! 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, O du mein Herr und Gott allein, Die Flamme deiner Liebe, Daß ich in dir nur immer bleib, Und mich kein Zufall von dir treib Nichts fränke noch betrübe. In dir Laß mir Ohn Aufhören sich vermehren Lieb und Freude, Daß der Tod uns selbst nicht 3. Ach Herr, laß dein liebn Engelein Am letzten End die Seele mein In Abrahams Schoß tragen; Den Leib in seinm Schlaffämmerlein Gar fanft ohn einge Qual und Bein Ruhn bis am jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, Daß meine Augen sehen dich scheide. In aller Freud, o Gottes Sohn, Mein Heiland und mein Gnadenthron. Herr Jesu Christ, Erhöre mich, erhöre mich! Ich will dich preisen ewiglich. Martin Schalling, g. 1532, ft. 1608. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, Wenn du mit deinem Angesicht Mich gnädig thust anblicken. Jesu, du mein trautes Gut, Dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut Mich innerlich erquicken. Tröst mich Freundlich! Hilf mir Armen mit Erbarmen! hilf in tet der Mor- Gnaden! Auf dein Wort komm Pfalm 45. 327, Wie die schön leuchgenstern Voll Gnad und Wahr- ich geladen. heit von dem Herrn, Die süße 5. Gott Vater, o mein starWurzel Jesse! Du Sohn Da- ter Held, Du hast mich ewig vids aus Jacobs Stamm, Mein vor der Welt In deinem Sohn König und mein Bräutigam, geliebet. Dein Sohn hat mich Haft mir mein Herz besessen! ihm selbst vertraut, Er ist Lieblich, Freundlich, Schön und mein Schaß, ich bin sein herrlich, groß und ehrlich, reich Braut; Kein Unglück mich bevon Gaben, Hoch und sehr trübet. Amen! Amen! Himmprächtig erhaben! lisch Leben wird er geben mir 16 242 Liebe zu Gott und Christo. dort oben! Ewig soll mein Tag zu Tag entzündt; Je mehr Herz ihn loben. ich lieb, je mehr ich find, Daß 6. Singt unserm Gotte oft ich dich lieben sollte. Von dir und viel Und laßt andächtig Laß mir Deine Güte ins GeSaitenspiel Ganz freudenreich müthe lieblich fließen, So wird erschallen Dem hochgelobten sich die Lieb ergießen. Jesu mein, Deß ich soll nun 3. Durch deine Kraft treff ich und ewig sein, zu Ehren das Ziel, Daß ich, so viel ich und Gefallen. Singet, Sprin- soll und will, Dich allzeit lieget, Jubiliret, triumphiret, dankt dem Herren! Groß ist der König der Ehren! ben könne. Nichts auf der ganzen weiten Welt, Pracht, Wollust, Ehre, Freud und Geld, Wenn ich es recht besinne, Kannmich Ohn dich Gnugsam laben; ich muß haben reine Liebe; Die tröst, wenn ich mich betrübe. 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, Daß mein Schatz ist das A und O, Der Anfang und das Ende! Er wird mich doch zu seinem Preis Aufnehmen in das Paradeis; Deß klopf ich in die Hände. Amen! Amen! Komm du schöne Freu denkrone, bleib nicht lange! Deiner wart ich mit Verlangen. Phil. Nicolai, g. 1556, ft. 1608. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 5. Kein Ohr hat dies jemals Seju, Jeſu, Gottes Sohn, gehört, Kein Mensch geſehen, Mein Bruder und mein Gna- noch gelehrt, Es kann niemand denthron, Mein Schaß, mein beschreiben, Was denen dort für Freud und Wonne! Du weißest, Herrlichkeit Bei dir und von dir daß ich rede wahr; Vor dir ist bereit, Die in der Liebe bleiist alles sonnenklar Und klarer, ben. Gründlich Läßt sich nicht als die Sonne. Herzlich Lieb erreichen, noch vergleichen den ich Mit Gefallen dich vor al- Weltschäßen Dies, was uns len; nichts auf Erden Kann dort wird ergößen. und mag mir lieber werden. 2. Dies ist mein Schmerz, dies kränket mich, Daß ich nicht gnug kann lieben dich, Wie ich Daß ich in dem, was dir gefällt dich lieben wollte. Ich werd von Und mir dein klares Wort ver328. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, Schaffst seinem Herzen Fried und Ruh, Erfreuest sein Gewissen. Es geh ihm, wie es woll, auf Erd, Wenn ihn gleich ganz das Kreuz verzehrt, Soll er doch dein genießen. Selig Ewig, Nach dem Leide große Freude wird er finden; Alles Trauern muß verschwinden. 6. Drum laß ich billig dies allein, O Jesu, meine Freude sein, Daß ich dich herzlich liebe; Liebe zu Gott und Christo. 243 Meinen Jesum laß ich nicht! meldt, Aus Liebe mich stets übe, Mich erfreut sein Angesicht. Bis ich Endlich Werd abscheiden und mit Freuden zu dir kommen, Aller Trübsal ganz entnommen. 7. Da werd ich deine SüBigkeit, Das himmlisch Manna, allezeit In reiner Liebe schmecken Und sehn dein liebreich Angesicht Mit unverwandtem Augenlicht, Ohn alle Furcht und Schrecken. Reichlich Werd ich Sein erquicket und geschmücket vor deinm Throne Mit der schönen Himmelskrone. Johann Heermann, g. 1585, st. 1647. Meinen Jesum 329. Mein 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht Meine Seele wünscht und sehnet; Jesum wünscht sie und sein Licht, Der mich hat mit Gott versöhnet, Der mich freiet vom Gericht. Meinen Jesum laß ich nicht! 6. Jesum laß ich nicht von mir, Geh ihm ewig an der Seiten. Christus läßt mich für und für Zu dem Lebensbächlein leiten. Selig, wer mit mir so spricht: Meinen Jesum laß ich nicht! Chr. Keymann, g. 1607, st. 1662. laß ich nicht! Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu zc. Weil er sich für mich gegeben, 330. Jefu Chrift, So erfordert mein verrückt an ihm zu kleben. Er stes Licht, Der du in deiner ist meines Lebens Licht. Mei- Seelen So hoch mich liebst, nen Jesum laß ich nicht! 2. Jesum laß ich nimmer nicht, Weil ich soll auf Erden leben. Ihm hab ich voll Zuver sicht, Was ich bin und hab ergeben; Alles ist auf ihn gericht. Meinen Jesum laß ich nicht! 3. Laß vergehen das Geficht, Hören, Schnecken, Fühlen weichen; Laß das letzte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen; Wenn der Lebensfaden bricht: Meinen Jesum laß ich nicht! daß ich es nicht Aussprechen kann, noch zählen; Gieb, daß mein Herz dich wiederum Mit Liebe und Verlangen Mög umfangen Und, als dein Eigenthum, Nur einzig an dir hangen. 2. Gieb, daß sonst nichts in meiner Seel, Als deine Liebe wohne. Gieb, daß ich deine Lieb erwähl Als meinen Schatz und Krone. Stoß alles aus, nimm alles hin, Was mich und dich will trennen Und nicht gönnen, 4. Ich werd ihn auch lassen Daß all mein Muth und Sinn nicht, Wenn ich nun dahin ge- In deiner Liebe brennen. langet, Wo vor seinem Angesicht 3. Wie freundlich, selig, süß Meiner Väter Glaube pranget; und schön Ist, Jesu, deine Lie 244 Liebe zu Gott und Christo. Mein Schuß in aller Noth, Mein Haus, darin ich wohne. be! Wo diese steht, kann nichts Gottes Throne, Meine Krone, bestehn, Das meinen Geist betrübe. Drum laß nichts anders denken mich, Nichts sehen, fühlen, hören, Lieben, ehren, Als deine Lieb und dich, Der du fie kannst vermehren. 8. Ach liebste Lieb, wenn du entweichst, Was hilft mirs, sein geboren? Wenn du mir deine Lieb entzeuchst, Ist all mein 4. O daß ich dieses hohe Gut verloren. So gieb, daß Gut Möcht ewiglich behalten! ich dich, meinen Gast, Wohl O daß in mir die edle Glut such und bester Maßen Möge Möcht nimmermehr erkalten! fassen Und, wenn ich dich geAch hilf mir wachen Tag und faßt In Ewigkeit nicht lassen. Nacht Und diesen Schaß be= wahren Vor den Schaaren, Die wider uns mit Macht Aus Satans Reiche fahren. 9. Du hast mich je und je geliebt Und auch zu dir gezogen; Eh ich noch etwas Guts geübt, Warst du mir schon gewogen. Ach laß doch ferner, edler Hort, Mich diese Liebeleiten und begleiten, Daß sie mir immerfort Beisteh auf allen Seiten. 5. Mein Heiland, du bist mir zu gut In Noth und Tod gegangen Und haft am Kreuz in deinem Blut Ein Fluch für mich gehangen, Verhöhnt, verspeit und sehr verwundt. Ach 10. Laß meinen Stand, darin laß mich deine Wunden Alle ich steh, Herr, deine Liebe zieStunden Mit Lieb im Her- ren, Und, wo ich etwa irre zensgrund Auch reizen und geh, Alsbald zurechte führen. Laß sie mich allzeit guten verwunden. 6. Dein Blut, das dir ver- Rath und rechte Werke lehgossen ward, Jst köstlich, gut ren, Steuren, wehren Der und reine; Mein Herz hinge- Sünd, und nach der That gen böser Art Und hart, gleich Bald wieder mich bekehren. einem Steine. Ach laß doch deines Blutes Kraft Mein hartes Herze zwingen, Wohl durchdringen, Und diesen Lebenssaft Mir deine Liebe bringen. 11. Laß sie sein meine Freud in Leid, In Schwachheit mein Vermögen; Und wenn ich nach vollbrachter Zeit Mich soll zur Ruhe legen, Alsdann laß deine Liebestreu, Herr Jesu, bei mir stehen, Luft zuwehen, Daß ich getroft und frei Mög in dein Reich eingehen. 7. Was ist, o Jesu, das ich nicht In deiner Liebe habe? Sie ist mein Stern, mein Sonnenlicht, Mein Quell, da ich mich labe, Mein süßer Wein, mein Himmelsbrod, Mein Kleid vor Paul Gerhardt, g. 1606, ft. 1676, nach Joh. Arndt. Liebe zu Gott und Christo. 245 Mel. Alle Menschen müssen sterben. Daß in seinem theuren Namen 331. kesus schwebt mir Alles glücklich sei und Amen; in Gedanken, So wird alles werden gut, Jesus liegt mir stets im Sinn; Wenn nur Jesus Hülfe thut. Von ihm will ich nimmer wanken, Weil ich hier im Leben bin. Er ist meiner Augen Weide, Meines Herzens höchste Freude, Meiner Seelen schönste Zier. Jesum lieb ich für und für. 6. Jesus, meiner Jugend Leiter Und Regierer meiner Sinn, Wird auch sein mein Trostbe reiter, Wenn ich alt und kraftlos bin. Wenn sich krümmen meine Glieder Und die Lebenssonn geht nieder, Wenn verdunkelt mein Gesicht: Meinen Jesum laß ich nicht. 7. Jesus soll in allem Leiden Mein getreuer Beistand sein. Nichts, nichts soll mich von ihm scheiden; Es soll keine Herzenspein, Keine Trübsal, keine Schmerzen Reißen ihn aus meinem Herzen; Ob mir gleich mein Herz zerbricht, Laß ich dennoch Jesum nicht. 8. Jesu leben, Jesu sterben, Jesu einzig eigen sein Und mit Jesu dorten erben, Dies ist mein Gewinn allein. Jesu will ich sein und bleiben, Nichts, nichts soll mich von ihm treiben. Laß ich gleich Gut, Blut und Ehr: Jesum laß ich nim2. Jesus funkelt mir im Herzen, Wie ein güldnes Sternelein. Er vertreibt mir Angst und Schmerzen, Er ist mein und ich bin sein. Drum ergreif ich ihn mit Freuden, Wenn ich soll von hinnen scheiden. Er ist meines Lebens Licht. Jesum laß ich von mir nicht. 3. Jesu habe ich geschworen, Da ich von der Sünde rein Und von neuem ward geboren Jn der heilgen Taufe mein. Ihm will ichs auch treulich halten, Ihn in allem lassen walten, Es sei Leben oder Tod. Jesus hilft aus aller Noth. 4. Jesum will ich bei mir haben, Wenn ich gehe aus und ein; Seines Geistes Trost und mermehr. in meines zens Schrein. Ja wenn ich zu 332. Je, meines HerKesu, FreuBette gehe, Oder wiederum aufstehe, Bleibt doch Jesus zens Weide, Jesu, meine Bier! früh und spat Meiner Seelen Ach, wie lang, ach, lange Ist Schuß und Rath. dem Herzen bange Und ver5. Jesum will ich lassen ra- langt nach dir! Gotteslamm, then, Der am besten rathen mein Bräutigam, Außer dir kann. Er gesegne meine Tha- soll mir auf Erden Nichts ten, Die ich fröhlich fange an, sonst liebers werden. 246 Liebe zu Gott und Christo. 2. Unter deinem Schirmen süße sein. Duld ich schon hier Bin ich vor den Stürmen Al- Spott und Hohn, Dennoch ler Feinde frei. Laß den Satan bleibst du auch im Leide, Je wittern*), Laß die Welt erschüt- su, meine Freude. Joh. Franck, g. 1618, ft. 1677. tern, Mir steht Jesus bei. Ob es ist gleich kracht und blißt, Obgleich Sünd und Hölle schrek- Mel. O daß ich tausend Zungen 2c. 333. ken: Jeſus will mich decken. *) Unwetter, erregen. Ah, jagt mir nichts von Gold und Schätzen, Von Pracht und Schönheit dieser Welt. Es kann mich ja kein Ding ergößen, Was mir die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jefum, der mein Ziel. 4. Weg mit allen Schäßen! Du bist mein Ergößen, Jesu, meine Lust. Weg, ihr eitlen Ehren! Ich mag euch nicht hören; Bleibt mir unbewußt. Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod Soll mich, ob ich viel muß leiden, Nicht von Jesu scheiden. 2. Er ist alleine meine Freude, Mein Gold, mein Schatz, mein schönstes Bild, An dem ich meine Augen weide und finde, was mein Herze stillt. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 3. Die Welt vergeht mit ihren Lüsten, Des Fleisches Schönheit dauert nicht; Die Zeit kann alles das verwüsten, Was Menschenhände zugericht. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 5. Gute Nacht, o Wesen, Das die Welt erlesen! Mir gefällst du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden! Bleibet weit dahinten, Kommt nicht mehr ans Licht. Gute Nacht, du Stolz und Pracht! Dir sei ganz, du Lasterleben, Gute Nacht ge geben. 4. Er ist allein mein Licht und Leben, Die Wahrheit selbst, das ewge Wort. Er ist der Weinstock, ich sein Reben; Er ist der Seelen Fels und Hort. Ein jeder liebe, was er will: 6. Weicht, ihr Trauergei- Ich liebe Jesum, der mein Ziel. ster! Denn mein Freudenmei- 5. Er ist der König aller ster, Jesus, tritt herein. De- Ehren, Er ist der Herr der nen, die Gott lieben, Muß Herrlichkeit; Er kann mir ewauch ihr Betrüben Sanft und ges Heil gewähren Und retten 3. Troß dem alten Drachen! Troß dem Todesrachen! Troß der Furcht dazu! Tobe, Welt, und springe; Ich steh hier und singe In gar sichrer Ruh. Gottes Macht hält mich in Acht. Erd und Abgrund müssen schweigen Und vor ihm sich beugen. Liebe zu Gott und Christo. 247 mich aus allem Streit. Ein render Begier; Ich will dich jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. lieben, schönstes Licht, Bis mir zuletzt das Herze bricht. 6. Sein Schloß kann feine 2. Ich will dich lieben, o Macht zerstören; Sein Reich mein Leben, Als meinen alvergeht nicht mit der Zeit; lerbesten Freund; Ich will Sein Thron bleibt stets in dich lieben und erheben, So gleichen Ehren Von nun an lange mich dein Glanz bebis in Ewigkeit. Ein jeder scheint; Ich will dich lieben, liebe, was er will: Ich liebe Gotteslamm, Als meiner SeeJesum, der mein Ziel. len Bräutigam. 7. Sein Reichthum ist nicht zu ergründen; Sein allerschönstes Angesicht, Und was von Schmuck an ihm zu finden, Verbleichet und veraltet nicht. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 3. Ach daß ich dich so spät erkennet, Du hochgelobte Schönheit du, Und dich nicht eher mein genennet, Du höchstes Gut und wahre Ruh! Es ist mir leid, ich bin betrübt, Daß ich dich hab so spät geliebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet, Jch suchte dich und fand dich nicht; Ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht. Nun aber ists durch dich geschehn, Daß ich dich mir hab außersehn. 8. Er will mich über alls erheben Und seiner Klarheit machen gleich; Er wird mir so viel Schäße geben, Daß ich werd unerschöpflich reich. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 9. Muß ich gleich hier sehr 5. Ich danke dir, du wahre viel entbehren, So lang ich Sonne, Daß mir dein Glanz wandre in der Zeit, So wird hat Licht gebracht; Ich danke er mirs doch einst gewähren dir, du Himmelswonne, Daß du Im Reiche seiner Herrlichkeit. Drum thu ich billig, wie ich will: Ich liebe Jejum, der mein Ziel. mich froh und frei gemacht; Ich danke dir, du süßer Mund, Daß du mich machest ganz gesund. Joh. Scheffler, g. 1624, ft. 1677. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen Ünd laß mich nicht mehr irre gehn. Laß meinen Fuß in deinen Wegen Nicht straucheln oder stille stehn. Erleucht mir Leib und Seele ganz, Du reiner, starker Himmelsglanz. 7. Gieb meinen Augen süße Thränen, Gieb meinem Herzen Mel. O daß ich tausend Zungen 2c. 334. ch will dich lieben, meine Stärke, Ich will dich lieben, meine Zier; Ich will dich lieben mit dem Werke Und immerwäh 248 Liebe zu Gott keusche Brunst. Laß meine Seele sich gewöhnen, zu üben treu der Liebe Kunst. Laß meinen Geist, Sinn und Verstand Stets sein zu dir allein gewandt. 8. Ich will dich lieben, meine Krone, Ich will dich lieben, meinen Gott; Ich will dich lieben ohne Lohne Auch in der allergrößten Noth; Ich will dich lieben, schönstes Licht, Bis mir zuletzt das Herze bricht. Joh. Scheffler, g. 1624, st. 1677. 6. Liebe, die mich ewig liebet, Die für meine Seele bitt; Liebe, die das Lösgeld giebet Und mich kräftiglich vertritt: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 7. Liebe, die mich wird erwecken Aus dem Grab der Sterblichkeit; Liebe, die mich Mel. Komm, o komm, du Geist zc. wird umstecken Mit dem Laub Liebe, die du mich der Herrlichkeit: Liebe, dir erzum Bilde Dei- geb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 335. Lieb Joh. Scheffler, g. 1624, ft. 1677. ner Gottheit haft gemacht; Liebe, die du mich so milde Nach dem Fall hast wiederbracht: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. Mel. Komm, o komm, du Geist 2c. 336. Mein Meines Lebens Freude 2. Liebe, die du mich erkoren, Eh als ich erschaffen war; Liebe, die du Mensch geboren Und mir gleich wardst ganz und gar: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelitten Und gestorben in der Zeit; Liebe, die mir hat erstritten Ewge Luft und Seligkeit: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. und Christo. 5. Liebe, die mich hat gebunden An ihr Joch mit Leib und Sinn; Liebe, die mich überwunden Und mein Herz hat ganz dahin: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort; Liebe, die sich dargegeben Mir zum Heil und Seelenhort: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. Ist der Himmel, Gottes Thron. Meiner Seelen Trost und Weide Ist mein Jesus, Gottes Sohn. Was mein Herze recht erfreut, Jst in jener Herrlichkeit. 2. Andre mögen sich erquicken An den Gütern dieser Welt: Ich will nach dem Himmel blicken Und zu Jesu sein geſellt; Denn der Erde Gut vergeht: Jesus und sein Reich besteht. 3. Reicher kann ich nirgend werden, Als ich schon in Jesu bin; Alle Schäße dieser Erden Sind ein schnöder Angstgewinn. Jesus ist das rechte Gut, Das der Seele sanfte thut. Liebe zu Gott und Christo. 249 4. Glänzet gleich das Welt-| Mel. Balet will ich dir geben. gepränge, Ist es lieblich anzu- 337. Schatz über alle es in die Länge Und ist bald damit Jesu, liebster Schaß, An dem geschehn; Plößlich pfleget aus ich mich ergöße: Hier hab ich zu sein Dieses Lebens Glanz einen Plaß In meinem treuen und Schein. Herzen Dir, Schönster, zuge= theilt, Weil du mit deinen Schmerzen Mir meinen Schmerz getheilt. 2. Ach Freude meiner Freuden, Du wahres Himmelsbrod, Damit ich mich kann weiden, Das meine Seelennoth Ganz kräftiglich kann ſtillen Und mich in Leidenszeit Erfreulich überfüllen Mit Trost und Süßigkeit: 3. Laß, Liebster, mich erblicken Dein freundlich Ange7. Einen Tag bei Jesu sißen, sicht, Mein Herze zu erquicken; Ist viel besser, als die Welt Komm, komm, mein FreudenTausend Jahr in Freuden nü- licht! Denn ohne dich zu leBen; Aber ewig sein gestellt ben Ist lauter Herzeleid; Vor Zu des Herren rechter Hand, deinen Augen schweben Ist Bleibt ein auserwählter Stand. wahre Seligkeit. 5. Aber dort des Himmels Gaben, Die mein Jesus inne hat, können Herz und Seele laben, Machen ewig reich und fatt; Es vergeht zu keiner Zeit Jenes Lebens Herrlichkeit. 6. Rost und Motten, Raub und Feuer Schaden auch der Freude nicht, Die mein Jesus, mein Getreuer, Und sein Himmel mir verspricht. Dort ist alles abgethan, Was die Seele fränken kann. 8. Trinken, essen, tanzen, springen Labet meine Seele nicht; Aber nach dem Himmel ringen Und auf Jesum sein gericht, Ist der Seele schönste Zier, Geht auch aller Freude für. 4. O reiche Lebensquelle, D Jesu, süße Ruh, Du treuer Kreuzgeselle, Schlag nach Belieben zu! Ich will geduldig leiden, Und soll mich keine Bein Von deiner Liebe scheiden, Noch mir beschwerlich sein. 9. Ach, so gönne mir die 5. Mein Herze bleibt ergeFreude, Jesu, die dein Him- ben Dir immer für und für, mel hegt: Sei du selber mei- Zu sterben und zu leben, Und ne Weide, Die mich hier und will vielmehr mit dir m dort verpflegt; Und in dir tiefsten Feuer schwißen, Als, recht froh zu sein, Nimm mich Schönster, ohne dich Im Pain den Himmel ein. radiese sitzen, Veracht und jämmerlich. Salomo Liscov, g. 1640, ft. 1689. 250 Liebe zu Gott und Christo. 6. O Herrlichkeit der Erden, So gar ist nichts zu machen. Dich mag und will ich nicht! Ihr Gut verschwindt wie Staub Mein Geist will himmlisch wer- und Wind, Jhr Lust die muß den Und ist dahin gericht, Wo zerstieben; Nur Gott, mein Jesus wird geschauet. Da sehn Schaß, behält den Platz Und ich mich hinein, Wo Jesus bleibet unvertrieben. Hütten bauet; Denn dort ist gut zu sein. 4. Was hab ich denn zuvor gethan, Daß ich den Erdenlüsten Bin allzusehr gehangen an, Die doch nur einer Wüsten Ich gleiche nun, weil all ihr Thun, So gut es uns mag dünken, Macht Seelennoth und nach dem Tod In ewge Pein versinken? 5. Was mag doch wohl die Ursach sein, Daß ich mich so bethöret? Die Sünd, die mich genommen ein, Hat meinen Mel. Was mein Gott will, das 2c. Sinn verkehret, Daß ich allhier 338. Hier ist mein Herz, mich, Gott, von dir Hab öfters es Dies mich, ich bitte dich, Mit steter Reu erkennen. 7. Nun, Jesu, mein Vergnügen, Komm, hole mich zu dir, In deinem Schoß zu liegen. Komm, meiner Seele Zier, Und seße mich aus Gnaden In deine Freudenstadt; So kann mir niemand schaden, So bin ich reich und satt. Salomo Liscov, g. 1640, ft. 1689. hin: Dir hab ich mich ergeben. Welt, immer fort aus meinem Sinn Mit deinem schnöden Leben! Dein Thun und Land hat nicht Bestand, Deß bin ich worden innen; Drum schwingt aus dir sich mit Begier Mein freier Geist von hinnen. 2. Gott ist mein allerbestes Gut, Nach ihm steht mein Verlangen. Ach könnt ich doch mit frohem Muth Nur meinem Gott anhangen! Ach daß mir doch das Sündenjoch Bald ganz würd abgenommen, Daß ich einmal in seinen Saal Des Himmels möchte kommen! 3. Ich sehe doch, daß in der Welt Und allen ihren Sachen, Was sie von Gütern in sich hält, 6. Gieb, daß ich meinen Sinn zu dir Hinaufgen Himmel schwinge Mit Lieb und herzlicher Begier Und mich in keinem Dinge Erfreue hier, als nur in dir, Gott, meiner Seele Leben. Du allermeist kannst meinem Geist Die beste Fülle geben. 7. Drum immer hin, was flüchtig ist! Ich will es lassen fahren. Gott einig hat mein Herz durchfüßt. Der wird mich wohl bewahren, Daß, was der Welt sonst wohl gefällt, Ich hasse und verlange Mit Herz und Muth das höchste Gut Und ewig ihm anhange. Sebastian Franc, g. 1606 ft. 1668 Liebe zu Gott und Christo. 251 Joh. 10, 12-16. | Mich auch zu dir schreien lehre, Mel. Alle Menschen müssen sterben. Wenn sich naht des Wolfes Kesu, frommer Grimm. mein Schreien dir 339. Imenschenheer- gefallen, Deinen Trost hernieden Guter und getreuer Hirt, der schallen; Wenn ich bete, Laß mich auch dein Schäflein höre mich; Jesu, sprich: Ich werden, Das dein Stab und höre dich! Stimme führt. Ach, du hast aus Lieb dein Leben Für die Schafe hingegeben, Und du gabst es auch für mich! Laß mich wieder lieben dich. 6. Höre, Jesu, und erhöre, Wenn ich ruf, anklopf und schrei. Jesu, dich von mir nicht kehre, Steh mir bald in Gnaden bei. Ja, du hörst; in deinem Namen Ist ja alles Ja und Amen. Nun, ich glaub und fühle schon, Deinen Trost, o Gottes Sohn. Siegmund v. Birfen, g. 1626, ft. 1881. 2. Heerden ihren Hirten lieben, und ein Hirt liebt seine Heerd. Laß uns auch so Liebe üben, Du im Himmel, ich auf Erd. Schallet deine Lieb her= nieder, Soll dir meine schallen wieder; Wenn du rufft: 3h 340. Ich liebe dich! Ruft mein Herz: Dich liebe ich! Seelenbräutis gam, fu, Gotteslamm! Habe Dank 3. Schafe ihren Hirten ken- für deine Liebe, Die mich nen, Dem sie auch sind wohl zieht aus reinem Triebe Von bekannt. Laß mich auch nach dem Sündenschlamm, Jesu, dir nur rennen, Wie du kamst Gotteslamm! zu mir gerannt. Da des Höl- 2. Deine Liebesglut Stärlenwolfes Nachen Eine Beut fet Muth und Blut. Wenn aus mir wollt machen, Riefest du freundlich mich anblickest du: Ich kenne dich! Rief ich Und an deine Brust mich drükauch: Dich kenne ich! fest, Macht mich wohlgemuth Deine Liebesglut. 4. Heerden ihren Hirten hören, Folgen seiner Stimm allein; Hirten auch zur Heerd sich kehren, Wenn sie rufen Groß und Klein. Laß mich hören, wenn du schreiest, Laß mich laufen, wenn du dräuest, Laß mich horchen stets auf 4. Meines Glaubens Licht dich; Jesu, höre du auf mich. Laß verlöschen nicht. Salbe 5. Höre, Jesu, und erhöre Mei- mich mit Freudenöle, Daß hinne, deines Schäfleins, Stimm; fort in meiner Seele Ja ver3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Noth und Tod! Du bist darum Mensch geboren, Zu erseßen, was verloren, Durch dein Blut so roth, Wahrer Mensch und Gott. Liebe zu Gott und Christo. 252 lösche nicht meines Glaubens Licht. 5. So werd ich in dir Bleiben für und für. Deine Liebe will ich ehren Und in dir dein Lob vermehren, Weil ich für und für Bleiben werd in dir. 6. Held aus Davids Stamm! Deine Liebesflamm Mich ernähre und verwehre, Daß die Welt mich nicht versehre, Ob sie mir gleich gram, Held aus Davids Stamm. 7. Großer Friedefürst! Wie hast du gedürst Nach der Menschen Heil und Leben Und dich in den Tod gegeben, Wie du riefst: Mich dürft! Großer Friedefürst. 8. Deinen Frieden gieb Aus so großer Lieb Uns, den Deinen, die dich kennen Und nach dir fich Christen nennen; De nen du bist lieb, Deinen Frieden gieb. 9. Wer der Welt abstirbt, Emsig sich bewirbt Um den lebendigen Glauben, Der wird mein Thränenfluß Sich bald stillen muß. 12. Wenn ich mich aufs neu Wiederum erfreu, Freuest du dich auch zugleiche, Bis ich dort in deinem Reiche Ewiglich aufs neu Mich mit dir erfreu. 13. Hier durch Spott und Hohn, Dort die Ehrenkron; Hier im Hoffen und im Glauben, Dort im Haben und im Schauen; Denn die Ehrenkron Folgt auf Spott und Hohn. 14. Jesu, hilf, daß ich Allhier ritterlich Alles durch dich überwinde Und in deinem Sieg empfinde, Wie so ritterlich Du gekämpft für mich. 15. Du, mein Preis und Ruhm, Werthe Saronsblum! Jn mir soll nun nichts erschallen, Als was dir nur kann gefallen, Werthe Saronsblum, Du, mein Preis und Ruhm. Adam Drese, g. 1630, ft. 1718. Joh. 10, 12-16. Mel. O Gott, du frommer Gott. bald empfindlich schauen, Daß 341. Du bist ein gu Der der Welt abstirbt. 10. Nun ergreif ich dich, Du, mein ganzes Ich. Ich will nimmermehr dich lassen, Sondern gläubig dich umfas sen, Weil im Glauben ich nun ergreife dich. ter Hirt Und wirst es ewig bleiben. O Jesu, gieb, daß ich Dies mög von Herzen gläuben. Laß hören deine Stimm, Daß ich davon erwach Und als ein Schäflein dir Gehorsam folge nach. 2. Ich kenne deine Stimm 11. Wenn ich weinen muß, und hör der Fremden keinen, Wird dein Thränenfluß Nun Die meine Seele nicht, Sich den meinen auch begleiten Und aber selber meinen. Der Miethzu deinen Wunden leiten, Daß ling hält ohn dies In Noth Liebe zu Gott und Christo. bei mir nicht Stand; Drum folg ich deiner Stimm Und deiner Hirtenhand. 3. Du bist getreu in Noth. Mein Herz soll sich verlassen Auf dich, mein Hirt, und dich Mit Glaubensarmen fassen. Bist du mein Hirt, so wird Dein Schaf versorget sein Und auf der Weide gehn Nach Willen aus und ein. 253 8. Ja, Herr, du willst und kannst Und wirst es also machen, Daß ich im Glauben dir Befehle meine Sachen. Du kommst ja von dir selbst Und führst die Schäflein ein, Daß fie ganz unbesorgt In deinem Schafftall sein. 9. D Jesu, leite mich, Als ein getreuer Hirte, Der seiner Schäflein sich Annähm und sie bewirthe, Selbst zu der bösen Zeit, Da wenig Hirten mehr Getreu im Glauben sind, Noch leben nach der Lehr. 10. Führ du, o Jesu, mich Auf frischen Lebensauen, Und laß mein Glaubensaug Aufdich allein nur schauen, und deine Stimme mich So hören, daß ich dich Als meinen Hirten lieb Hier und dort ewiglich. Laurentius Laurentii, g. 1660, ft. 1722. 4. Ach daß ich deine Treu Im Herzen möcht erkennen Und mich bis in den Tod Dein frommes Schäflein nennen! Ach daß ich deine Lieb Erwägen möchte so, Daß mich die Hirtenlieb Auch macht im Kreuze froh! 5. O daß ich dir allein, Mein Hirte, wär ergeben, Der du für mich aus Lieb Gelassen haft dein Leben! O daß mein ganzes Herz, Und was fich in mir regt, zur Gegen: 342. Ursprung des D dieser Lieb bewegt! Lebens, ewiges Licht, Da niemand ver6. Ach hätt ich Schäfleins gebens Sucht, was ihm geArt, Die sich um nichts bemü- bricht! Lebendige Quelle, So hen, Noch sorgen, weil sie nicht lauter und helle Sich aus Von ihrem Hirten fliehen! Sie seinem heiligen Tempel ergehen, wo der Hirt Sie führet gießt Und in die begierigen hie und dort, Und folgen seiner Seelen einfließt! Stimm An einem jeden Ort. 7. O daß ich möcht auf dich, 2. Du sprichst: Wer begehret zu trinken von mir, Was O Jesu, mein Anliegen Stets ewiglich nähret, Der komme; werfen und in dir Allein mein allhier Sind himmlische GaHerz vergnügen; Hingegen stille ben, Die süßiglich laben: Er sein Und sorgen ferner nicht, trete im Glauben zur Quelle Weil du als Hirte weißt, Was heran; Hier ist, was ihn ewig. deinem Schaf gebricht! beseligen kann. 254 Liebe zu Gott und Christo. Mich dürftet nach dir. O Lieb: 343. Der bestente de 3. Hier komm ich, mein Hirte; Mel. O daß ich tausend Zungen 2c. Freund ster, bewirthe Dein Schäflein in allhier. Du kannst dein Ver- Himmel. Auf Erden sind nicht sprechen Mir Armen nicht bre- Freunde viel; Denn bei dem chen. Du siehest, wie elend und falschen Weltgetümmel Steht dürftig ich bin; Auch giebst du Redlichkeit oft auf dem Spiel. die Gaben aus Gnaden nur hin. Drum hab ichs immer so gemeint: Mein Jesus ist der beste Freund. 4. Du süße Flut labest Geist, Seele und Muth, Und wen du begabest, Findt ewiges Gut. 2. Die Welt ist gleich dem Wenn man dich genießet, Wird Rohr im Winde; Mein Jesus alles versüßet; Es jauchzet, stehet felsenfeft. Wenn ich mich es finget, es springet das Herz, ganz verlassen finde, Mich seine Es weichet zurücke der trau- Freundschaft doch nicht läßt. rige Schmerz. In Freud und Schmerz ers redlich meint; Mein Jeſus ist der beste Freund. 5. Drum gieb mir zu trinken, Wies dein Wort verheißt. Laß gänzlich versinken Den sehnenden Geist Im Meer deiner Liebe. Laß heilige Triebe Mich immerfort treiben zum Himmlischen hin; Es werde mein Herze ganz trunken darin. 3. Die Welt verkaufet ihre Liebe Dem, der am meisten nüßen kann, Und scheinet dann das Glücke trübe, So steht die Freundschaft hinten an; Doch hier ist es nicht so gemeint; Mein Jesus ist der beste Freund. 6. Wenn du auch von Leiden Mir schenkest was ein, So 4. Er läßt sich selber für gieb, dir mit Freuden Gehor- mich tödten, Vergießt für mich sam zu sein. Denn alle die, sein eigen Blut; Er steht mir welche Mit trinken vom Kel- bei in allen Nöthen; Er sagt che, Den du hast getrunken für meine Schulden gut; Er im Leiden allhier, Die werden hat mir niemals was verdort ewig sich freuen mit dir. neint: Mein Jesus ist der 7. Drum laß mich auch wer- beste Freund. den, Mein Jesu, erquickt Da, wo deine Heerden Kein Leiden mehr drückt, Wo Freude die Fülle, Wo liebliche Stille, Wo Wonne und Jauchzen, Wo Herrlichkeit wohnt, Wo heiliges Leben wird ewig belohnt. Christ. Jac. Koitsch, g. 1671, st. 1734. 5. Mein Freund, der mir sein Herze giebet, Mein Freund, der mein ist und ich sein, Mein Freund, der mich beständig liebet, Mein Freund bis in das Grab hinein. Ach hab ichs nun nicht recht gemeint? Mein Jesus ist der beste Freund! Liebe zu Gott und Christo. 255 6. Behalte, Welt, dir deine hilft tragen, Richtet es zum Freunde! Sie sind doch gar zu wandelbar. Und hätt ich hunderttausend Feinde, So krümmen sie mir nicht ein Haar. Hier immer Freund und nim= mer Feind: Mein Jesus ist der beste Freund. Besten ein! Er will auch nicht immer schlagen; Nach der Ruthe kommt die Huld. Er begehret nur Geduld. Benjam. Schmolf, g. 1672, ft. 1787. 344. Meinen Jeſum laß ich nicht! Ach was wollt ich Bessers ha7. Von der treuen Liebesben? Ruhe, Freude, Trost und hand Offenbart sich lauter LieLicht Jst in seinem Schoß be- be; Nichts beruht auf Unbegraben; Alles, was Vergnü- stand Bei dem treuen Liebesgung giebt, Hab ich, weil mich triebe. Jesus, immer einerlei, Jesus liebt. Ist und bleibet ewig treu. 2. Er ist mein und ich bin sein; Liebe hat uns so verbunden. Er ist auch mein Heil allein Durch sein Blut und tiefe Wunden. Auf ihn bau ich felsenfest, Voller Hoffnung, die nicht läßt. 6. Führt er mich gleich wunderlich Rechts und links durch Freud und Schmerzen: Er hat dennoch über mich Immer et was Guts im Herzen; es führt die Wunderbahn Nirgend hin, als himmelan. Ja, 3. Ohne Jesum würde mir Nur die Welt zur Höllen werden. Hab ich ihn, so giebt Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. er mir Schon den Himmel 345, A Ich wenn ich dich, auf der Erden. Hungert mich, mein Gott, nur 4. Eine Stunde, da man ihn Recht ins Herze sucht zu schlieBen, Giebt den seligsten Gewinn, Gnad und Friede zu genießen; Ein nach ihm geschickter Blick Bringt viel tausend Lust zurück. 8. Blinde Welt, such immerhin Rauch und Koth auf dieser Erden! Außer Jesu kann mein Sinn Niemals recht vergnüget werden. Also bleibts bei dieser Pflicht: Meinen Jesum laß ich nicht. Benjam. Schmolf, g. 1672, ft. 1737 so seßt er mir Brod wie lau- habe! Nach Erd und Himmel ter Manna für. 5. O wie wird mein Kreuz so klein, Weil er mir es selbst frag ich nicht. Nichts ist, das meine Seele labe, Als du, mein Gott, mein Trost und Licht! Rühmt sich die Welt mit ihrer Lust, Ohn dich ist mir kein Trost bewußt. 2. Soll Leib und Seele mir verschmachten: Ich hoffe doch getrost auf dich. Nichts will ich alle Plagen achten; An dir al 256 Liebe zu Gott und Christo. lein erquick ich mich. Regt sich will ich küssen, Ich will fizen auch alles wider mich,- Es dir zu Füßen, Wie Maria thät, bleibt dabei: Ich liebe dich. Höchste Majestät. 3. Hab ich nur dich, so hab 6. Laß mich deinen Ruhm, ich alles, Was meine Seele Als dein Eigenthum, Durch des wünschen kann; Auch fürcht ich Geistes Licht erkennen, Stets mich gar keines Falles. Liebst in deiner Liebe brennen Als du mich nur, was ficht mich dein Eigenthum, Allerschönan? Drum spricht mein Herz: ster Ruhm. Du bist mein Theil, In dir ist meiner Seelen Heil. Benj. Schmolk, g. 1672, ft. 1737. 7. Zeuch mich ganz in dich, Daß vor Liebe ich Ganz zerrinne und zerschmelze Und auf dich mein Elend wälze, Das stets drücket mich; Zeuch mich ganz in dich. 346. Mel. Seelenbräutigam. er ist wohl, wie du, Jesu, süße Ruh! Unter vielen auserkoren, Leben derer, die verloren, und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh! 2. Leben, das den Tod, Mich aus aller Noth Zu erlöfen, hat geschmecket, Meine Schulden zugedecket Und mich aus der Noth Hat geführt zu Gott! 3. Glanz der Herrlichkeit! Du bist vor der Zeit Zum Erlöser uns geschenket Und in unser Fleisch versenket Jn der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit. 8. Deiner Sanftmuth Schild, Deiner Demuth Bild Mir anlege, in mich präge, Daß kein Zorn, noch Stolz sich rege. Vor dir sonst nichts gilt, Als dein eigen Bild. 5. Höchste Majestät, König und Prophet! Deinen Scepter 9. Steure meinem Sinn, Der zur Welt will hin, Daß ich nicht mög von dir wanken, Sondern bleiben in den Schranken. Sei du mein Gewinn; Gieb mir deinen Sinn. 10. Wecke mich recht auf, Daß ich meinen Lauf Unverrückt zu dir fortsege, Und mich nicht in seinem Neße Satan halte auf; Fördre meinen Lauf. 4. Großer Siegesheld! Tod, 11. Deines Geistes Trieb In Sünd, Höll und Welt, Alle die Seele gieb, Daß ich waKraft des großen Drachen Haft chen mög und beten, Freudig du wolln zu Schanden machen vor dein Antlitz treten. UngeDurch das Lösegeld Deines Bluts, o Held. färbte Lieb Jn die Seele gieb. 12. Wenn der Wellen Macht In der trüben Nacht Will des Herzens Schifflein decken, Wollst Liebe zu Gott und Christo. 257 du deine Hand ausstrecken. Nimmst du mich dort mit EhHabe auf mich Acht, Hüter in der Nacht. ren an, Wo mich vor deinem Thron erfreut Die Krone der Gerechtigkeit. Herr Jesu Christ, Ach mit Begier, ach mit Begier Wünsch ich zu sein, mein Gott, bei dir. 3. Mein alles ist auf dich gericht; Hab ich nur dich, so frag ich nicht Nach Himmel und nach Erden. Denn wär der Himmel ohne dich, So könnte keine Lust für mich In tauſend Himmeln werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, Möcht ich auch nicht auf Erden sein; Denn auch die ganze weite du Herr Jeſu Chriſt, Welt Hat nichts, das mir wie Gut, Mein Seelenschatz, mein Wo du nicht bist, wo du nicht Herzensmuth Und aller Sin- bist, st nichts, das mir ernen Freude: Ich bleibe dennoch stets an dir; So ist auch nichts, das dich von mir, Und unsre Liebe scheide Du machst mir deinen Weg bekannt, Hältst mich bei deiner rechten Hand, Regierst und führst den Lebenslauf Und hilfest meiner Schwachheit auf. Herr Jesu Christ, Du bist mein Licht, du bist mein Licht; Ich folge dir, so irr ich nicht. 13. Einen Heldenmuth, Der da Gut und Blut Gernum deinetwillen lasse Und des Fleisches Lüfte hasse, Gieb mir, höchstes Gut, Durch dein theures Blut. 14. Solls zum Sterben gehn, Wollst du bei mir stehn, Mich durchs Todesthal begleiten Und zur Herrlichkeit bereiten, Daß ich einst mag sehn Mich zur Rechten stehn. I. Anaft. Freylinghausen, g. 1670, st. 1739. Mel. Herzlich lieb hab ich dich zc. err Jesu Christ, 347. freulich ist.blo 4. Und sollte mir durch Kreuz und Noth, Durch Marter, durch Gewalt und Tod Auch Leib und Seel verschmachten: Dies alles wird, wenns auch noch mehr, Ja gar wie eine Hölle wär, Mein Glaube doch nichts achten. Du bist und bleibest doch mein Heil Und meines Herzens Trost und Theil; So wird und muß durch dich allein Auch Leib und Seele selig sein. Herr Jesu Chrift, Ich hoffe feft, ich hoffe feft, Daß deine Kraft mich nicht verläßt. nfl 2. Du leitest mich nach deinem Rath, Der anders nichts beschlossen hat, Als was mir Segen bringet. Gehts gleich zu Zeiten wunderlich, So weiß ich dennoch, daß durch dich Der Ausgang wohl gelinget. Nach 5. Wer von dir weicht und auf der Welt Dir nicht beständig Glauben hält, Muß freilich hartem Tritt auf rauher Bahn wohl verderben Und kann, weil 17 258 Liebe zu Gott und Christo. er die Luft und Pracht Des Jesus hin? Keine Ruh in meiFleisches hier zum Himmel nem Herzen So lang, bis ich macht, Den Himmel dort nicht bei ihm bin! Ach wer giebt erben. Wer Teufeln folgt und mir Taubenflügel, Daß ich ärgerlich In Sünden lebet kann zu jeder Frist Fliegen wider dich Und denket an die über Berg und Hügel, Suchen, Buße nicht, Den bringst du wo mein Jesus ist? um durch dein Gericht, Herr Jesu Christ, Und bist dabei, und bist dabei Dem, der dir treu ist, ewig treu. 6. Drum halt ich mich getroft zu dir; Du aber hältst dich auch zu mir; Und das ist meine Freude. Ich sebe meine Zuversicht Auf dich, mein Fels, der nicht zerbricht In Freud und auch im Leide. Dein Thun soll alles und allein Im Herzen mir und Munde sein, Bis ich dich kann mit Augen sehn. Ach möchte folches bald geschehn! Herr Jesu Chrift, Jch warte drauf, ich warte drauf. Komm, komm, mein Heiland, nimm mich auf! 3. Er vertreibt mir Angst und Schmerzen, Er vertreibt mir Sünd und Tod. Quält mich was in meinem Herzen: Er hilft wiederum aus Noth. Darum will ich nicht ablassen, Will ihn suchen hin und her, In den Wäldern, auf den Straßen, Will ihn suchen mehr und mehr. 4. Liebster Jesu, laß dich finden! Meine Seele ruft nach dir. Ach vergieb mun meine Sünden! Heiland, zieh mich ganz zu dir. Stille, Jesu, mein Verlangen. Sei und bleibe du doch mein; Laß mich einzig dir anhangen Und auf ewig bei dir sein. pell $ 02 snied Erdm. Neumeifter, g. 1671, t. 1756. 162. Sis-9rut 201 Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. Mel. O bu Liebe meiner Liebe. 349. ch weiß noch I feit no ist Jesus, teinen bessern 348. mein Verlan- Herrn: Was mir gefällt, das gen, Mein Geliebter und mein thut er gern. Doch weiß ich Freund? Ach, wo ist er hingekeinen schlimmern Knecht: Ich gangen? Wo mag er zu finden mach ihm keine Sache recht. sein? Meine Seel ist sehr be- 2. Gott Lob! daß mir mein trübet Mit viel Sünd und Herr vergiebt und mich aus Ungemach. Wo ist Jesus, den freier Gnade liebt. Gott Lob! fie liebet, Den sie suchet Nacht daß er mich dulden kann. Gott und Tag? id farm Lob! er nimmt die Sünder an. 2. Ach, ich ruf vor Pein und 3. Drum bleib ich stets bei Schmerzen: Wo ist denn mein diesem Herrn Und das von Liebe zu Gott und Christo. 259 ganzem Herzen gern. Bei sei-| mich ungeschickt Zu allen deinem Wort, in seinem Blut nen Sachen: Was aber dich Hats meine Seele ewig gut. nicht liebt und ehrt, Und was Ernst Gottl. Woltersdorf, g. 1725, st. 1761. mein eignes Heil zerstört, Das kann ich balde machen. Kannst du, Jesu, Mich doch achten Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 350. Mein Herr ist und betrachten und mich lieüberschwäng- ben? Wahrlich, ja, es steht lich gut, Und was er täglich geschrieben! an mir thut, Kann niemand 5. Seht, wie er seine Arme besser machen. Sein Herz, sein dehnt Und sich am Kreuz nach Wort, sein Geist, sein Blut, Sündern sehnt, Die seines Sein duldender, sein sanfter Bluts begehren! Wie wallt und Muth Sind unerhörte Sachen. brennt sein reines Herz Und Laßt mich Ewig Mit Verlan- wünscht, ich soll für all den gen an ihm hangen und mit Schmerz Jhm nur den Lohn Freuden Unter seinem Scepter gewähren, Daß ich Selbst weiden. mich Ihm verschreibe, bei ihm bleibe, Glauben fasse Und mich selig machen lasse. 2. Wo ist ein solcher guter Herr, Der alle Tage freundlicher Sich gegen mich bezeiget! 6. Fürwahr, du bist der Ich weiß, so wahr er mir ver- große Gott; Denn das bezeugt, giebt, Ich weiß nicht, was er dem Feind zum Spott, Dein an mir liebt, Und was ihn zu göttlichgroßes Lieben. Du haft mir neiget. Heftig, Kräftig, dich völlig mir vertraut Und Unbeschreiblich, ganz ungläub- dich der allerärmsten Braut lich sind die Triebe Seiner wunderbaren Liebe. Mit deinem Blut verschrieben. Herr! Herr! O der Treugesinnten, unergründten Gnadentriebe! Du bist Gott, du bist 3. O lieber Herr, wer bin ich doch, Und was empfind ich heute noch In dem vergiften die Liebe. Herzen! Ists möglich, bringt 7. Aus Gnaden bin ich, was dich meine Noth Durch Liebes- ich bin, Verlobte Braut und macht bis in den Tod, In un- Königin. Ich schäme mich mit erhörte Schmerzen? Stündlich Freuden. Mein Herr, der mich Sündlich, Blind und schändlich, so hoch gebracht, hat mich ununerkenntlich, wüst und öde: endlich reich gemacht und will Ach mein Herr, ich bin zu mich selber weiden. Selig, Heischnöde! lig, Schön und prächtig, stark 4. So oft mein Herz sich und mächtig macht die Gnade, selbst erblickt, So oft fühl ich Wo verzweifelt bös der Schade. 260 Liebe zu Gott und Christo. 2. Wem du dich gegeben, Kann im Frieden leben; Er 8. So wahr du lebst, mein hat, ist still und satt; Wer Gott und Herr, Du wirst mir dir kann im Geist anhangen, täglich herrlicher; Je länger, Darf nichts mehr verlangen. desto lieber. Denn weil mein Glaube dich versteht, So weiß ich, wenns durch Proben geht, hat, was er will. Wer im Die Proben gehn vorüber. Herzensgrunde Lebt mit dir im Ewig Wird mich Mein Be- Bunde, Liebet und ist still. gehren, dich zu ehren, nie ge- Bist du da, uns innig nah, reuen, Alle Tage mehr er- muß das Schönste bald erbleifreuen. chen, Und das Beste weichen. 9. Was mir mein Herr vergeben kann, Das seh ich mit Erstaunen an; Es ist nicht auszusprechen. Wo ist ein Gott, der so verschont? Wo ist ein Herr, der so belohnt Bei allen meinen Schwächen? Was er Selber Meinem Leben Guts gegeben, will er preisen Und mir tausend Gnad erweisen. 10. Hallelujah! Preis, Ehr und Macht Sei meinem guten Herrn gebracht! Ich kann ihn nicht beschreiben. Es wisse, wer es wissen kann, Mir steht kein andrer Himmel an, Als ewig sein zu bleiben. Singet, Springet! Herz und Glieder, liebt ihn wieder; laßt mich loben! Hallelujah hier und droben! Ernst Gottl. Woltersdorf, g. 1725, ft. 1761. 3. Höchstes Gut der Güter, Ruhe der Gemüther, Trost in aller Pein: Was Geschöpfe haben, kann den Geist nicht laben; Du vergnügst allein. Was ich mehr, als dich begehr, Kann mein Seligsein nur hindern Und den Frieden mindern. 4. Was genannt mag werden Droben und auf Erden, Alles reicht nicht zu. Einer nur kann geben Freude, Ruh und Leben, Eins ist noth: nur du! Hab ich dich nur wesentlich, So mag Leib und Seel verschmachten: Ich wills doch nicht achten. 5. Komm, du selges Wesen, Das ich mir erlesen, Werd mir offenbar! Meinen Hunger stille, Meinen Grund erfülle Mit dir selber gar! Bleib nur du mein Gut und Ruh, Bis du wirst in jenem Leben Dich mir völlig geben. Gerhard Tersteegen, g. 1697, st. 1769. Mel. Jesu, meine Freude. 351. genugsam Wesen, Das ich hab erlesen Mir zum höchsten Mel. Erquice mich, bu Heil der zc. Butt: Du vergnügſt alleine 352. Imat on the Macht der LieGeist und Muth. Wer dich be, Die sich in Jesu offenbart. Liebe zu Gott und Christo. 261 sus und sonst nichts zu lesen. Ich geb mich hin dem freien Werk, in allem Wesen Sei JeTriebe, Mit dem ich Wurm geliebet ward. Ich will, anstatt an mich zu denken, Ins Meer der Liebe mich versenken. 7. In diesem theuren Jesusnamen Das Vaterherze öffnet sich. Ein Brunn der Liebe, 2. Wie bist du mir so sehr Fried und Freude Quillt nun gewogen, Und wie verlangt dein so nah, so mildiglich. Mein Herz nach mir! Durch Liebe, Gott, wenns doch der Sünder sanft und stark gezogen, Neigt wüßte! Sein Herz alsbald dich sich mein alles auch zu dir. Lieben müßte. ielipipe Du traute Liebe, gutes Wesen, 8. Lob sei dem hohen JeDu hast mich, ich hab dich susnamen, In dem der Liebe erleſen. 3. Ich fühls, du bists; dich muß ich haben. Ich fühls, ich muß für dich nur sein. Nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben: Mein Ruhplaß ist in dir allein. Hier ist die Ruh, hier ist Vergnügen; Drum folg ich deinen felgen Zügen. Quell entspringt, Von dem hier alle Bächlein kamen, Aus dem die selge Schaar dort trinkt. Wie beugen sie sich ohne Ende! Wie falten sie die frohen Hände!-( Wir beugen uns mit ohne Ende; Wir falten mit die frohen Hände.) Gerb. Tersteegen, g. 1697, st. 1769. 4. Für dich ist ewig Herz und Leben, Erlöser, du, mein einzig Gut. Du haft für mich dich hingegeben Zum Heil durch dein Erlösungsblut. Heil des schweren tiefen Falles, Für dich ist ewig Herz und alles! ben Völlig meinem Gott ergeben; Nun wohlan, es ist geschehn. Sünd, ich will von 5. Ich liebt und lebte recht dir nichts hören; Welt, ich will im Zwange, Als ich mir lebte mich von dir kehren, Ohne je ohne dich. Ich wollte dich nicht, zurück zu sehn. ach so lange! Doch liebtest du und suchtest mich. O wenn doch dies der Sünder wüßte! Sein Herz wohl bald dich lieben müßte. Somero 2. Hab ich sonst mein Herz getheilet, Hab ich hie und da verweilet: Endlich sei der Schluß gemacht, Meinen Willen ganz zu geben, Meinem Gott allein 6. O Jesu, daß dein Name zu leben, Jhm zu dienen Tag bliebe Im Grunde! Drück ihn und Nacht. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 353. Nun so will ich denn tief hinein. Möcht deine süße 3. Herr, ich opfre dir zur Jesusliebe In Herz und Sinn Gabe All mein Liebstes, das ich gepräget sein! In Wort und habe; Schau, ich halte nichts 262 Liebe zu Gott und Christo. zurück. Schau und prüfe meine 4. Nur er soll mir auf ErNieren; Solltest du was Fal- den Zur Kunst und Weisheit sches spüren, Nimm es diesen werden, Mein Leitstern in der Augenblick. Zeit, Mein Schatz, der ewig währe, Mein Frieden, meine Ehre, Mein Himmel, meine Seligkeit. 4. Ich scheu keine Müh und Schmerzen; Gründlich und von ganzem Herzen Will ich folgen deinem Zug. Kann ich stetig und in allem Deinen Augen nur gefallen: Ach so hab ich ewig gnug. do 5. Dich allein will ich erwählen; Alle Kräfte meiner Seelen Nimm nur ganz in deine Macht. Ja, ich will mich dir verschreiben! Laß es ewig feste bleiben, Was ich dir hab zugesagt. Gerb. Tersteegen, g. 1697, st. 1769. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 354, Mein ein Alles, was ich liebe, Mein Alles, was ich übe, Sei mein Herr Jesu Christ, Weil ich in ihm befiße, Was einer Seele nüße, Was einem Menschen köstlich ist. 5. Wird einst die Seele scheiden, Daß sie aus diesem Leiden In Salems Thore tritt, Bring ich als Schmuck und Krone Sonst nichts vor Gottes Throne, Denn meines Jesu Namen mit. 6. Wenn ich das Weltgetümmel, Die Erde und den Himmel, Nur Jesum nicht verlier: So kann ich im Erkalten Das Beste doch behalten; An diesem Schatz genüget mir. 7. Jhr Selgen ohne Mängel, Ihr lichten Gottesengel, Jhr habt dies selbst bezeugt. Ihm jauchzen alle Geister, Es find vor ihrem Meister Der Auserwählten Knie gebeugt. 8. JIhm will ich mich ergeben, In diesem Namen leben Und in ihm gläubig sein; In ihm auch herzlich lieben, Geduld in ihm nur üben; In Jesu bet ich auch allein. 2. Das Herz kann nichts ergründen, Das nicht in ihm zu finden; Da wird es satt und voll. Denn dies ist Gottes Wille, Daß alle Gottesfülle 9. Ich will in Jesu sterben, In ihm leibhaftig wohnen soll. Ich will in Jesu erben, In 3. Ich harre und begehre Jesu auferstehn, In ihm gen Ohn Jesum keiner Ehre Und Himmel fahren und mit den keines andern Lichts. Von selgen Schaaren In seinem Weisheit, von Ergößen, Von Licht ihn ewig sehn. Herrlichkeit und Schäßen Be- Phil. Friedr. Hiller, 8. 1699, ſt. 1769. gehr ich ohne Jesum nichts. dm tro Liebe zu Gott und Christo. 263 355. Dich, nur dich, mein Lamm, zu sehn. Erd und Himmel muß vergehn. Ich bleib ewig gepreist! Jesus ist da:: Des In dir selig. Herr, behalte sen Name weist, Wie Gott mich! Mel. Ich wills wagen.:,: allelujah! Gott sei hoch lauter Seligkeit Uns in seinem Sohn bereit. Heil der Sünder, Freund der Kinder, Sei mir, was du heißst! Mel. Seelenbräutigam. 356. Theurer Bräuti2. Dein Erbarmen:: Giebt| dich Sündern hin. Geistlich Armen:,: Schenkst du zum Gewinn Dich mit deinem Himmelreich. Wer ist solchen Armen gleich? Jesu Bräute Sind die Leute, Ja die Königinn. gam, Du mein Gott und Lamm, Sei mir tausendmal gegrüßet! Was mein Herz in dir genießet, Fühlt allein der Christ, Der in Gnaden ist. 2. Laß mich vor dir stehn. 3. Auserforner:: Süßer Du bist wunderschön; Schön Menschensohn, Du, verlorner:,: in deiner Dornenkrone, Schön Armer Sünder Kron! Du, und prächtig auf dem Throne, du kommst ins Jammerthal Schön in Schmach und Spott, Und führst sie in Freudensaal; Schön als Mensch und Gott. Du stirbst schmählich, Machst 3. Du bist lauter Licht, Wie fie selig, Seßt sie auf den Thron. dein Zeugniß spricht. Du bist lauter Heil und Leben. Ewig will ich dich erheben. Du bist groß und reich; Herr, wer ist dir gleich! 4. Guter Hirte:,: Mein Jmmanuel, Ach bewirthe:,: Meine matte Seel! Such und führe sie zur Ruh, Deinem Herz und Wunden zu. Süße Weide, Ewge Freude Fließt aus die sem Quell. Stimmen aus 3ion 1740. YAN 4. Groß bist du von Rath, Mächtig in der That, Reich von Wahrheit, Huld und Gnade; Ohne dich ist alles Schade. Du bists ganz allein; Du giebst Milch und Wein. 5. Selge Augen: Die nur Jesum sehn! Was soll taugen: Und vor Gott bestehn, 5. Deine Liebesglut Füllet Das muß wahrlich ganz allein Herz und Muth; Sie durchJesus, nichts als Jesus sein. dringet Mark und Glieder, In dem Frommen Darf man Tröstet und belebt mich wiekommen und zum Vater gehn. der. Du machst reich und satt: 6. Jesu, hefte:: Aug und Wohl dem, der dich hat! Herz auf dich. Mein Ge- 6. Zion, finge mit! Komm schäfte: Sei dies ewiglich: mit schnellem Schritt, Meinen Liebe zu Gott und Christo. Bräutigam zu preisen! Er Er bleibt ewig Gott. Dräue, will dich mit Manna speisen. locke, würge, brenne! Weil ich Deffne Herz und Ohr; Zion, ihn in Kraft erkenne, Schreckt tritt hervor. mich keine Noth, Nicht der bittre Tod. 264 7. Er trägt meine Schuld. Gnade und Geduld st vor seinem Angesichte; Er geht für mich ins Gerichte. Ich bin frei und los. Lamm, mein Heil ist groß. e 14. Heiland, halt mich fest! Wenn dich alles läßt, Kann und will ich doch nicht weichen. Du hast nirgend deines Gleichen, Du mein Gott und Lamm, Theurer Bräutigam. 8. Du bist ewig treu, Jmmer einerlei; Treu im Wachen Friedr. Aug. Wethe, g. 1721, st. 1771. und im Beten, Treu im Hel- HIG fen und Vertreten Auch noch Mel. Christus, der ist mein Leben. über alle auf dem Thron, Theurer Got- 357. Namen, Mein tessohn. 9. Du bist gänzlich mein; Ich, der Wurm, bin dein. Du mein Leben, Lust und Sonne; Ich, der Staub, bin deine Wonne. Welch ein ungleich Paar! Doch ists ewig wahr! 10. der großen Pracht, Die mich herrlich macht! Mein Schmuck und mein Brautgeschmeide Ist die reine, weiße Seide Der Gerechtigkeit, Sein, des Lammes, Kleid. 11. Unaussprechlich gut Jsts in deinem Blut Hier schon auf der wüsten Erden. Heiland, was wirds dort wohl werden, Wo dein Glanz und Pracht Alles herrlich macht! 12. Dich begehrt mein Sinn; Du bist mein Gewinn. Alles rechne ich für Schaden, Bin ich nur bei dir in Gnaden. Sei es, wie es soll: Mir ist immer wohl. 13. Welt, treib deinen Spott! Jesus, A und D, Mein Jesus, Ja und Amen: Wie bin ich dein so froh! 2. Herr Jesu, meine Wonne, Mein Schmuck und meine Zier, Mein Heil und meine Sonne, Mein alles bist du mir. 3. Beugt euch, ihr Himmelschöre, Jhr Menschen beugt euch hie Im Abgrund, ihm zur Ehre, Beug alles seine Knie. 4. Wo dieser Name schallet, Wo man nur Jesum nennt, Da ists, wo mein Herz wallet, Da ist mein Element. 5. Wo man nicht Jesum ehret, Und wärs das Paradies, Dahin verlangt, begehret Mein Herz nicht hin; gewiß! 6. Mir ists an jeder Stelle, Wo ich ihn schmähen hör, Als ob ich in der Hölle Und unter Teufeln wär. 7. Ich wünsche und begehre Nur ihn, nur ihn allein; Er soll Liebe zu Gott und Christo. 265 mein Ruhm und Ehre, Mein Leben Zum Lösegeld für meine ganzer Reichthum sein. 8. Nur er soll mir auf Erden Mein Trost in aller Noth, Mir zur Erlösung werden, Zum Leben auch im Tod. Sünd Freiwillig hingegeben, Entzünde mich mit neuem Muth Zur stärksten Gegenliebe Glut. 9. Es ist kein Heil, kein Leben; In Jesu Namen nur Ist Seligkeit gegeben Der ganzen Creatur. li 10. Herr, laß an meinem Ende Mich meinen Namen sehn In deine Jesushände Dort ein gezeichnet stehn. Christ. Carl Ludw. v. Pfeil, g. 1712, f. 1784. Mel. Machs mit mir, Gott 2c. u bist allein 358. D nur liebenswerth, Du Bräutigam der Seelen. O selig, wer nur dein begehrt! Wer könnt was höhers wählen? Nichts reicht an dei ner Liebe Werth; Du bist allein nur liebenswerth. 5. Ach läutre doch noch in der Zeit, Was deinen Flammenaugen Im klaren Licht der Ewigkeit An mir noch nicht kann taugen! Mach mich auch von dem Liebsten frei, Daß ich dein reines Opfer sei. 6. Dir weihet sich mit neuer Treu Geist, Seel und Leib und Leben, Un alles, was nicht deine sei, In deinen Tod zu geben, Daß sonst mein Auge nichts begehrt, Was nicht ganz deiner Liebe werth. te st 7. Ja, werde mir, mein theures Lamm, Jn meiner Seele größer. Entzünde deine reine Flamm In meinem Herzen bes ser, Bis mir dein Geist durchaus verklärt, Du seist allein nur liebenswerth. 2. Die Jünger, die bei kleinem Schein Schon Hütten woll- bim 107 ten bauen, Erblickten endlich 359. dich allein. O Glück, nur dich Joh. Jac. v. Moser, g. 1701, f. 1785. Men enn ich Ihn nur habe, zu schauen, Der, wenn man Wenn Er mein nur ist, Wenn fremdes Licht vermißt, Uns dennoch allgenugsam ist! mein Herz bis hin zum Grabe Seine Treue nicht vergißt: Weiß ich nichts von Leide, Fühle nichts, als Andacht, Lieb und Freude. 2. Wenn ich Ihn nur habe, Laß ich alles gern, Folg an meinem Wanderstabe Treugefinnt nur meinem Herrn; Lasse 4. Das Feuer, das dein Herz still die andern Breite, lichte, entzündt, Als du dein göttlich volle Straßen wandern. 3. Doch fühlt sich oft mein Herz so fern, So kalt in seinen Trieben. O möcht ich doch den guten Herrn Recht über alles lieben, Wie er mein armes Herz begehrt, Das doch gar keiner Liebe werth! 266 Liebe zu Gott und Christo. 3. Wenn ich Ihn nur habe, wenn dir keiner bliebe, So Schlaf ich fröhlich ein. Ewig bleibst du dennoch treu. Die wird zu süßer Labe Seines Her- treuste Liebe sieget, Am Ende zens Flut mir sein, Die mit fühlt man sie, Weint bitterlich sanftem Zwingen Alles wird und schmieget Sich kindlich an erreichen und durchdringen. dein Knie. 4. Wenn ich Ihn nur habe, 4. Ich habe dich empfunden; Hab ich auch die Welt, Und D lasse nicht von mir! Laß des Himmels reiche Gabe Mei- innig mich verbunden Auf ewig nen Blick nach oben hält. Tief sein mit dir! Einst schauen versenkt im Schauen, Kann meine Brüder Auch wieder mir vor dem Irdischen nicht himmelwärts Und sinken lie grauen. bend nieder Und fallen dir ans Herz. 5. Wo ich Ihn nur habe, Ist mein Vaterland; Und es fällt mir jede Gabe Wie ein Erbtheil in die Hand Längst Friedr. Ludw. v. Hardenberg, g. 1772, ft. 1801. Mel. Herr und Aeltster deiner zc. vermißte Brüder Find ich nun 361. Eines wünsch ich in seinen Jüngern wieder. Friedr. Ludw. v. Hardenberg, g. 1772, ft. 1801. mir andern, Eine Speise früh und spät. Selig läßts im Thränenthal sich wandern, Wenn dies Mel. Befiehl du deine Wege. 360. Wenn alle un- Eine mit uns geht. Unverrückt auf treu werden, So bleib ich dir doch treu, Daß Dankbarkeit auf Erden Nicht ausgestorben sei. Für mich umfing dich Leiden, Vergingst für mich in Schmerz; Drum geb ich dir mit Freuden Auf ewig dieses Herz. einen Mann zu schauen, Der mit blutgem Schweiß und Todesgrauen Auf sein Antlig niedersank Und den Kelch des Vaters trank. 2. Oft muß ich bitter weinen, Daß du gestorben bist, Und mancher von den Deinen Dich lebenslang vergißt. Von Liebe nur durchdrungen, Haft du so viel gethan: Und doch bist du verklungen, Und keiner denkt daran! 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, Wie er, als ein stilles Lamm, Dort so blutig und so bleich zu sehen, Hängend an des Kreuzes Stamm; Wie er dürstend rang um meine Seele, Daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, Und dann auch an mich gedacht, Als er rief: Es ist vollbracht! 3. Ja, mein Jesu, laß mich 3. Du stehst voll treuer Liebe nie vergessen, Meine Schuld Noch immer jedem bei; Und und deine Huld. Als ich in Beten, loben und danken. 267 der Finsterniß gesessen, Tru- su, du bist mein! Drücke deigest du mit mir Geduld; Hat- nen süßen Jesusnamen Brentest längst nach deinem Schaf getrachtet, Eh es auf des Hirten Ruf geachtet, Und mit theurem Lösegeld Mich erkauft von dieser Welt. nend in mein Herz hinein. Mit dir alles thun und alles laffen, In dir leben und in dir erblaffen, Das sei bis zur leßten Stund Unser Wandel, unser Bund. 4. Ich bin dein! Sprich du darauf ein Amen. Treuster JeXVIII. Beten, loben und Albert Knapp, 8. 1798. danken. das Matth. 6. 9-13. steur allem Fleisch und Blut, 362. Vater unfer im Das wider deinen Willen thut. 5. Himmelreich, Der du uns alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an, Und willst das Beten von uns habn: Gieb, daß nicht bet allein der Mund; Hilf, daß es geh von Herzensgrund. Gieb uns heut unser täglich Brod Und was man darf zur Leibesnoth. Behüt, Herr, vor Unfried und Streit, Vor Seuchen und vor theurer Zeit, Daß wir in gutem Frieden stehn, Der Sorg und Geizes müssig gehn. 2. Geheiligt werd der Name dein. Dein Wort bei uns hilf 6. All unser Schuld vergieb halten rein, Daß wir auch leben heiliglich, Nach deinem Namen würdiglich, Behüt uns, Herr, vor falscher Lehr, Das arm, verführte Volk bekehr. uns, Herr, Daß sie uns nicht betrübe mehr; Wie wir auch unsern Schuldigern Ihr Schuld und Fehl vergeben gern. Zu dienen mach uns all bereit n rechter Lieb und Einigkeit. 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit Und dort hernach in Ewigkeit. Der heilge Geist uns wohne bei Mit seinen Gaben mancherlei. Des Satans Zorn und groß Gewalt Zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt. 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht, Wenn uns der böse Geist anficht. Zur linken und zur rechten Hand Hilf uns thun starken Widerstand, Im Glauben fest und wohl gerüst, Und durch des heilgen Geistes Trost. 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich Auf Erden, wie im Himmelreich. Gieb uns Geduld in Leidenszeit, Gehorsam 8. Von allem Uebel uns erlös; Es sind die Zeit und Tage sein in Lieb und Leid. Wehr und bös. Erlös uns von dem ew 268 Beten, loben und danken. gen Tod Und Tröst uns in der immerdar, Auf daß wir ja nicht legten Noth. Bescher uns auch zweifeln dran, Was wir hiemit ein selig End; Nimm unser gebeten habn Auf dein Wort, Seel in deine Händ. slin in dem Namen dein; So spre9. Amen! das ist: Es werde chen wir das Amen fein. st wahr! Stärk unsern Glauben Martin Luther, g. 1483, ft. 1546. 363. I. Chor. 1. Herr Gott, dich loben wir! Dich, Gott Vater in Ewigkeit, All Engel und all Himmelsheer, Auch Cherubim und Seraphim Heilig ist unser Gott! Beide Chöre. Heilig ist unser Gott, I. Chor. 2. Dein göttlich Macht u. Herrlichkeit Der heiligen zwölf Boten Zahl Die theuren Märtrer allzumal Die ganze werthe Christenheit Dich, Gott Vater im höchsten Thron, Den heilgen Geist und Tröster werth 3. Du Köng der Ehren, Jesu Christ, Der Jungfrau Leib nicht haft verschmäht, Du hast dem Tod zerstört sein Macht Du sitzst zur Rechten Gottes gleich, Ein Richter du zukünftig bist 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, Laß uns im Himmel haben Theil Hilf deinem Volt, Herr Jesu Christ, Wart und pfleg ihr zu aller Zeit II. Chor. Herr Gott, wir danken dir! Ehret die Welt sehr weit und breit. Und was da dienet deiner Ehr, Singen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott! 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich Behüt uns, Herr, du treuer Gott, Sei uns gnädig, o Herre Gott, Zeig uns deine Barmherzigkeit, Auf dich hoffen wir, lieber Herr; der Herre Zebaoth! II. Chor. Geht über Himml und Erden weit. Und die lieben Propheten all, Loben dich, Herr, mit großem Schall. Rühmt dich auf Erden allezeit; dod Dein rechten und einigen Sohn, Mit gleichem Dienst sie lobt und ehrt. Gott Vaters ewger Sohn du bist. Zu' rlösen das menschlich Geschlecht. Und all Christen zum Himmel bracht. Mit aller Ehr ins Vaters Reich. Allem, was todt und lebend ist. Die mit deinm theurn Blut erlöset sein! Mit den Heilgen in ewgem Heil. Und segne, was dein Erbtheil ist! Und heb sie hoch in Ewigkeit. Und ehrn dein Namen stetiglich. Vor aller Sünd und Missethat. Sei uns gnädig in aller Noth! Wie unser Hoffnung zu dir steht. In Schanden laß uns nimmermehr. 80 Beide Chöre. Amen! Te Deum laudamus, v. Ambrosius, ft. 397; deutsch v. Luther, g. 1483, ft. 1546. Beten, loben und danken. Psalm 103. 364. Nun Lob, mein Seel, den 269 Die stets in seiner Furcht bereit, Die ſeinen Bund behalten. ren; Was in mir ist, den Namen sein. Sein Wohlthat thut er mehren; Vergiß es nicht, o Herze mein. Hat dir dein Sünd vergeben Und heilt dein Schwachheit groß; Errett dein armes Leben, Nimmt dich in seinen Schoß, mit reichem Troft beschüttet, Verjüngt, dem Adler gleich. Der Herr schafft Recht, behütet, Dieleidn in seinem Reich. 2. Er hat uns wissen lassen Sein heilig Recht und sein Gericht, Darzu sein Güt ohn MaBen, Es mangelt an Erbarmung nicht. Sein Zorn läßt er bald fahren, Straft nicht nach unser Schuld; Die Gnad thut er nicht sparen, Den Blö- zensgrund! Ihr starken Engel, waltet Seins Lobs und dient zugleich Dem großen Herrn zu Ehren Und treibt sein heiligs Wort. Mein Seel soll auch vermehren Sein Lob an allem Ort. 4. Die Gottesgnad alleine Steht fest und bleibt in Ewigfeit Bei seiner liebn Gemeine 5. Sei Lob und Preis mit Ehren Gott Vater, Sohn und heilgem Geist! Der woll in uns vermehren, Was er aus Gnaden uns verheißt, Daß wir ihm fest vertrauen Und ganz verlassn auf ihn, Von Herzen auf ihn bauen, Daß unser Muth und Sinn Jhm allzeit mög anhangen. Drauf singen wir zur Stund: Amen, wir werdns erlangen, Glaubn wir von Herden ist er hold. Sein Güt ist soh. Gramann, g. 1487, st. 1554. V. 5 von hoch erhaben Ob den, die fürch- on den einem Unbekannten, um 1600. ten ihn; So fern der Oft vom 365. Nun preiset alle Abend, Jst Sünd dahin. Gottes 3. Wie Väter sich erbarmen Ob ihrer jungen Kindelein, So thut der Herr uns Armen, So wir ihn findlich fürchten rein. Freue dich, Israel, seiner GnaEr kennt das arm Geschlechte, den! Er weiß, wir sind nur Staub, 2. Der Herr regieret Ueber Gleich wie das Gras vom Felde, die ganze Welt; Was sich nur Ein Blum und fallend Laub. Der Wind nur drüber wehet, So ist es nimmer da; Also der Mensch vergehet, Sein End, das ist ihm nah. rühret, Froh ihm zu Fuße fällt. Viel tausend Engel um ihn schweben; Psalter und Harfen ihm Ehre geben. herzigkeit! Lob ihn mit Schalle, Wertheste Christenheit! Er läßt dich freundlich zu sich laden: 3. Wohlauf, ihr Heiden, Lasset das Trauern sein! Zur grünen Weiden Stellet euch willig ein. Da läßt er uns sein Wort 270 Beten, loben und danken. verkünden; Machet uns ledig Mel. Nun lob, mein Seel, den se. von allen Sünden. 4. Er giebet Speise Reich- 367. Man lobt dich in der Stillich und überall; Nach Vaters le, Du hocherhabner ZionsWeise Sättigt er allzumal. Er Gott! Des Rühmens ist die schaffet früh und späten Regen; Fülle Vor dir, du starker ZeFüllet uns alle mit seinem Se- baoth! Du bist doch Herr auf gen. Erden, Der Frommen Zuver5. Drum preis und ehre sicht; In Trübsal und BeSeine Barmherzigkeit! Sein schwerden Läßt du die Deinen Lob vermehre, Wertheste Chri- nicht. Drum soll dich stündstenheit! Uns soll hinfort fein lich ehren Mein Mund vor Unfall schaden: Freue dich, jedermann Und deinen Ruhm Israel seiner Gnaden! d vermehren, So lang er lallen Avelles v. Löwenstern, g. 1594, ft. 1648. fann. 2. Es müssen, Herr, sich freuen Von ganzer Seel und Sirach 50, 24-26. 366. Nun banket alle jauchzen schnell, Die unaufhörGott Mit Herzen, Mund und Händen, Der große Dinge thut An uns und allen Enden, Der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an Unzählig viel zu gut Und noch jegund gethan. lich schreien: Gelobt fer der Gott Jsrael! Sein Name werd gepriesen, Der große Wunder thut Und der auch mir erwiesen Das, was mir nüß und gut. Nun, das ist meine Freude, Daß ich an ihm stets fleb Und niemals von ihm scheide, So lang ich leb und schweb. 2. Der ewig reiche Gott Woll uns bei unserm Leben Ein immer fröhlich Herz Und edlen Frieden geben Und uns in seiner Gnad Erhalten fort und fort Und uns aus aller Noth Erlösen hier und dort. 3. Herr, du hast deinen Namen Sehr herrlich in der Welt gemacht; Denn als die Schwachen kamen, Hast du gar bald an sie gedacht. Du hast mir 3. Lob, Ehr und Preis sei Gnad erzeiget: Nun, wie verGott, Dem Vater und dem gelt ichs dir? Ach bleibe mir Sohne Und dem, der beiden geneiget, So will ich für und gleich, Im höchsten Himmels- für Den Kelch des Heils erthrone, Dem dreimaleinen Gott, heben Und preisen weit und Als es anfänglich war Und breit Dich, Herr, mein Gott, ist und bleiben wird Jegund im Leben und dort in Ewigund immerdar! feit. we Martin Rinckart, g. 1586, ft. 1649. Joh. Rift, g. 1607, ft. 1667. Beten, loben und danken. 271 Sirach 50, 24-26. Und zeig uns drauf sein An368. Nun un danket all gesicht Dort in der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, g. 1606, ft. 1676. und bringet Ehr, Ihr Menschen in der Welt, Dem, dessen Lob der Engel Heer Jm Himmel stets vermeldt.. Mel. Lasset uns den Herren 2c. 2. Ermuntert euch und 369/ Sollt ich meinem mit Schall Gott, unserm höch- gen? Sollt ich ihm nicht fe font finfröhften Gut, Der seine Wunder lich sein? Denn ich seh in alüberall Und große Dinge thut. len Dingen, Wie so gut ers 3. Der uns von Mutterleibe an Frisch und gesund erhält Und, wo kein Mensch uns helfen kann, Sich selbst zum Helfer stellt. mit mir mein. Ist doch nichts als lauter Lieben, Das sein treues Herze regt, Das ohn Ende hebt und trägt, Die in son seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder Ueber seine Jungen streckt, Also hat auch hin und wieder mich des Höchsten Arm gedeckt, Alsobald im Mutterleibe, Da er mir mein Wesen gab Und das Leben, das ich hab Und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, Doch bleibet gutes Warth, Die Straf erläßt, die Schuld vergiebt Und thut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, Erfrische Geist und Sinn Und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz Ins Meeres Tiefe hin. 6. Er laffe seinen Frieden ruhn In Israelis Land; Er gebe Glück zu unserm Thun Und Heil in allem Stand. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu theuer; Nein, er giebt ihn für mich hin, Daß er mich vom ewgen Feuer Durch sein theures Blut gewinn. O du unge gründter Brunnen! Wie will 8. So lange dieses Leben doch mein schwacher Geist, Ob währt, Sei er stets unser Heil, er sich gleich hoch befleißt, DeiUnd bleib auch, wenn wir ne Tief ergründen können! ALvon der Erd Abscheiden, unser les Ding währt seine Zeit, Gots Theil.dms!!! allites Lieb in Ewigkeit. 7. Er laffe seine Lieb und Güt Um, bei und mit uns gehn; Was aber ängstet und bemüht, Gar ferne von uns stehn. 9. Er drücke, wenn das Herze/ 4. Seinen Geist, den edlen bricht, Uns unsre Augen zu Führer, Giebt er mir in seinem 272 Beten, loben und danken. Wort, Daß er werde mein Re- seine Zeit, Gottes Lieb in gierer Durch die Welt zur Him- Ewigkeit. melspfort, Daß er mir mein 8. Wie so manche schwere Herz erfülle Mit dem hellen Plage Wird vom Satan herGlaubenslicht, Das des Todes geführt, Die mich doch mein LeReich zerbricht Und die Hölle betage Niemals noch bisher be selbst macht stille. Alles Ding rührt. Gottes Engel, den er währt seine Zeit, Gottes Lieb sendet, Hat das Böse, was der in Ewigkeit. Feind Anzurichten ist gemeint, 5. Meiner Seele Wohlerge- In die Ferne weggewendet. hen Hat er ja recht wohl be- Alles Ding währt seine Zeit, dacht. Will dem Leibe Noth Gottes Lieb in Ewigkeit. zustehen, Nimmt ers gleich falls wohl in Acht. Wenn mein Können, mein Vermögen Nichts vermag, nichts helfen fann, Kommt mein Gott und hebt mir an Sein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 9. Wie ein Vater seinem Kinde Sein Herz niemals ganz entzeucht, Ob es gleich bisweilen Sünde Thut und aus der Bahne weicht: Also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, Will mein mit der Ruth Und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere Hat er mir zum Dienst bestellt. Wo ich nur mein Aug 10. Seine Strafen, seine hinkehre, Find ich, was mich Schläge, Ob sie mir gleich bitnährt und hält. Thier und ter sind, Dennoch, wenn ichs Kräuter und Getreide In den recht erwäge, Sind es Zeichen, Gründen, in der Höh, In den daß mein Freund, Der mich lieBüschen, in der See, Ueber- bet, mein gedenke Und mich all ist meine Weide. Alles von der schnöden Welt, Die Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. nogurs uns hart gefangen hält, Durch das Kreuze zu ihm lente. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen Und ermuntert mein Gemüth, Daß ich alle 11. Das weiß ich fürwahr liebe Morgen Schane neue und lasse Mirs nicht aus dem Lieb und Güt. Wäre mein Gott Sinne gehn: Christenkreuz hat nicht gewesen, Hätte mich sein seine Maße Und muß endlich Angesicht Nicht geleitet, wär stille stehn. Wenn der Winter ich nicht Aus so mancher Angst ausgeschneiet, Tritt der schöne genesen. Alles Ding währt Sommer ein: Also wird auch Saffe Beten, loben nach der Bein, Wers erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende Sich in Gottes Liebe findt, Ei, so heb ich meine Hände Zu dir, Vater, als dein Kind, Bitte, wollst mir Gnade geben, Dich aus aller meiner Macht zu umfangen Tag und Nacht Hier in meinem ganzen Leben, Bis ich dich nach dieser Zeit Lob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerhardt, g. 1606, ft. 1676. Mel. Nun danket all und bringet 2c. 370.J ch finge dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust. Ich fing und mach auf Erden kund, Was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad Und ewge Quelle seist, Daraus uns allen früh und spat Viel Heil und Gutes fleußt. und danken. 273 6. Wer giebt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand Den güldnen, edlen, werthen Fried In unserm Vaterland? 7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir? Du, du mußt alles thun. Du hältst die Wach an unsrer Thür Und läßt uns sicher ruhn. sicher ruhn. ir dar pro 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, Bleibst immer fromm und treu Und stehst uns, wenn wir in Gefahr Gerathen, herz lich bei. 19 tn junlebülpulf 9. Du strafft uns Sünder mit Geduld Und schlägst nicht allzusehr; Ja, endlich nimmst du unsre Schuld Und wirfst fie in das Meer. und schreit, Wirst du gar leicht 10. Wenn unser Herze seufzt erweicht und giebst uns, was uns hoch erfreut Und dir zu Ehren reicht. 11. Du zählst, wie oft ein Chrifte wein, Und was sein 3. Was sind wir doch, was Kummer sei; Kein Zähr- und haben wir Auf dieser ganzen Thränlein ist so flein, Du Erd, Das uns, o Vater, nicht hebst und legst es bei. von dir Allein gegeben werd? 12. Du füllst des Lebens 4. Wer hat das schöne Him- Mangel aus Mit dem, was melszelt Hoch über uns gesetzt? ewig steht, Und führst uns in Wer ist es, der uns unser Feld des Himmels Haus, Wenn Mit Thau und Regen nett? uns die Erd entgeht. 5. Wer wärmet uns in Kält 13. Wohlauf, mein Herze, und Frost? Wer schüßt uns sing und spring Und habe guvor dem Wind? Wer macht ten Muth! Dein Gott, der es, daß man Del und Most Ursprung aller Ding, Ist selbst Zu seinen Zeiten findt? und bleibt dein Gut. 18 274 Beten, loben und danken. 14. Er ist dein Schap, dein sein. Laßt euch doch nicht beErb und Theil, Dein Glanz thören Die Welt mit ihrem und Freudenlicht, Dein Schirm und Schild, dein Hülf und Heil, Schafft Rath und läßt dich nicht. 15. Was fränkst du dich in deinem Sinn Und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin Auf den, der dich gemacht. 3. Was Mensch ist, muß erblassen Und sinken in den Tod. Er muß den Geist auslassen, Selbst werden Erd und Koth. Allda ists dann geschehen Mit 16. Hat er dich nicht von seinem klugen Rath, Und ist Jugend auf Versorget und er- ganz klar zu sehen, Wie schwach nährt? Wie manchen schweren sei Menschenthat. Unglückslauf Hat er zurückgefehrt! 17. Er hat noch niemals was versehn In seinem Regiment; Nein, was er thut und läßt geschehn, Das nimmt ein gutes End. 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun Und red ihm nicht darein, So wirst du hier in Frieden ruhn Und ewig fröhlich sein. 153 Paul Gerhardt, g. 1606, t. 1676. Schein. Verlasse sich ja keiner Auf Fürstenmacht und Gunst, Weil sie, wie unser einer, Nichts find, als nur ein Dunst. 2. Ihr Menschen, laßt euch lehren; Es wird euch nüßlich 4. Wohl dem, der einzig schauet Nach Jacobs Gott und Heil! Wer sich dem anvertrauet, Der hat das beste Theil, Das höchste Gut erlesen, Den schönsten Schaß geliebt; Sein Herz und ganzes Wesen Bleibt ewig unbetrübt. boim onu g 5. Hier sind die starken Kräfte, Die unerschöpfte Macht. Das weisen die Geschäfte, Die seine Hand gemacht, Der Himmel und die Erde Mit ihrem ganzen Heer, Der Fisch unzählge Heerde Im großen, wilden Meer. CBfalm 146. G Mel. Valet will ich dir geben. 371. Du, meine Seele, 6. Hier find die treuen Sinfinge, Wohl nen, Die niemand Unrecht thun auf, und singe schön Dem, Und denen Gutes gönnen, Die welchem alle Dinge Zu Dienst in der Treu beruhn. Gott hält und Willen stehn! Ich will sein Wort mit Freuden, Und den Herren droben Hier prei- was er spricht, geschicht; Und sen auf der Erd; Ich will wer Gewalt muß leiden, Den ihn herzlich loben, So lang schüßt er im Gericht. ich leben werd. 7. Er weiß viel tausend Weisen, zu retten aus dem Tod; Er nährt und giebet Speisen Beten, loben und danken. 275 Zur Zeit der Hungersnoth;| nur meine; Dein erkaufter Erb Macht schöne rothe Wangen ich bin. Laß dich finden, laß Oft bei geringem Mahl, Und dich finden! Gieb dich mir und die da sind gefangen, Die reißt nimm mich hin! er aus der Qual. 8. Er ist das Licht der Blinden, Erleuchtet ihr Gesicht, Und die sich schwach befinden, Die stellt er aufgericht. Er liebet alle Frommen, Und die ihm günstig sind, Die finden, wenn sie kommen, An ihm den besten Freund. 190 nomdat 9. Er ist der Fremden Hütte, Die Waisen nimmt er an, Erfüllt der Wittwen Bitte, Wird selbst ihr Trost und Mann. Die aber, die ihn hassen, Bezahlet er mit Grimm; Jhr Haus, und wo sie saßen, Das wirft er um und um. d 3. Ich begehre nichts, o Herre, Als nur deine freie Gnad, Die du giebest, den du liebest, Und der dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden! Der hat alles, wer dich hat. Lege mich vor deinen Thron. Schwache Thränen, kindlich 4. Himmelssonne, Seelenwonne, Unbeflecktes Gotteslamm! In der Höhle meine Seele Suchet dich, o Bräutigam. Laß dich finden, laß dich finden, Starker Held aus Davids Stamm! 10. Ach ich bin viel zu wenig, zu rühmen seinen Ruhm. Der Herr allein ist König, Ich eine welke Blum. Jedoch weil ich gehöre Gen Zion, in sein Zelt, Jsts billig, daß ich mehre Sein Lob vor aller Welt. 5. Hör, wie kläglich, wie beweglich Dir die arme Seele fingt, Wie demüthig und wehmüthig Deines Kindes Stimme klingt! Laß dich finden, laß dich finden! Denn mein Herze zu dir dringt.ore, dom 6. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichthum, Wollust, Ehr und Freud Sind nur Schmerzen meinem Herzen, Welches sucht ist die Ewigkeit. Laß dich finden, Paul Gerhardt, g. 1606, ft. 1676. 10 sim 390 39 372, Sieh, hier bin ich, laß dich finden! Großer Gott, Joach. Neander, g. 1610, ft. 1680. Sehnen Bring ich dir, bu 373. Wunderbarer KöLaß dich finnig, Herrscher den, laß dich finden Von mir, von uns allen, Laß dir unser der ich Asch und Thon! Lob gefallen. Deines Vaters 2. Sieh doch auf mich, Herr, Güte Hast du lassen triefen, ich bitt dich, Lente mich nach Ob wir schon von dir wegdeinem Sinn. Dich alleine ich liefen. Hilf uns noch! Stärk 276 Beten, loben und danken. uns doch! Laß die Zungen es dir selber gefällt. Hast du singen, Laß die Stimmen klin- nicht dieses verspüret? gen! : ddio Inadin abid 3. Lobe den Herren, der 2. Himmel, lobe prächtig Dei- künstlich und fein dich bereitet, nes Schöpfers Thaten, Mehr, Der dir Gesundheit verliehen, als aller Menschen Staaten. dich freundlich geleitet. In wie Großes Licht der Sonne, Schie- viel Noth Hat nicht der gnäBe deine Strahlen, Die das dige Gott Ueber dir Flügel große Rund bemalen. Lobet gebreitet! gern, Mond und Stern! Seid bereit, zu ehren Einen solchen Herren. ojelommich 3. O du meine Seele, Singe fröhlich, singe, Singe deine Glaubenslieder! Was den Odem holet, Jauchze, preise, klinge! Wirf dich in den Staub darnieder. Er ist Gott Zebaoth! Er nur ist zu loben Hier und ewig droben. 4. Hallelujah bringe, Wer ist dein Licht! Seele, vergiß den Herren kennet, Wer den es ja nicht! Lob ihn in EwigHerren Jesum liebet. Halle- feit! Amen! stuurr Joach. Neander, g. 1610, ft. 1680. lujah finge, Welcher Christum nennet, Sich von Herzen ihm ergiebet. Owohl dir! Glaube 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, Der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet! Denke daran, Was der Allmächtige kann, Der dir mit Liebe begegnet. id diff 5. Lobe den Herren, was in mir ist, Lob seinen Namen! Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen! Er Mel. Nun danket alle Gott. mir, Endlich wirst du droben 375. Gelobet ſei der ihn Joach. Neander, g. 1610, ft, 1680. Crui rbid 013 Herr, Mein Gott, mein Licht, mein Leben, Mein Schöpfer, der mir hat Mein Leib und Seel gegeben, Mein Vater, der mich schützt König der Ehren, Meine ge- Von Mutterleibe an, Der alle liebete Seele, das ist mein Augenblick Viel Guts an mir Begehren. Kommet zu Hauf! gethan! Psalter und Harfe, wacht auf! 2. Gelobet sei der Herr, Lasset den Lobgesang hören! Mein Gott, mein Heil, mein 2. Lobe den Herren, der al- Leben, Des Vaters liebster les so herrlich regieret, Der Sohn, Der sich für mich gedich auf Adelers Fittigen sicher geben, Der mich erlöset hat geführet, Der dich erhält, Wie Mit seinem theuren Blut, Der 374. Lobe den Herren, den mächtigen Beten, loben und danken. 277 mir im Glauben schenkt Sich| Noth zu Handen, Hast du auf selbst, das höchste Gut! ihn wohl gebaut. Obs gleich 3. Gelobet sei der Herr, scheint, als hört er nicht, Weiß Mein Gott, mein Trost, mein er doch, was dir gebricht. Leben, Des Vaters werther Deine Noth mußt du ihm Geist, Den mir der Sohn klagen Und in keiner Noth gegeben, Der mir mein Herz verzagen. erquickt, Der mir giebt neue Kraft, Der mir in aller Noth Rath, Trost und Hülfe schafft! 4. Gelobet jei der Herr, Mein Gott, der ewig lebet, Den alles rühmt und lobt, Was in den Lüften schwebet! Gelobet sei der Herr, Deß Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn Und Gott der heilge Geist! test 5. Dem wir Hallelujah Mit Freuden lassen klingen Und mit der Engelschaar Das Heilig, Heilig fingen, Den herzlich lobt und preist Die ganze Christenheit: Gelobet jei mein Gott In alle Ewigkeit! of till bi Joh. Olearius, g. 1611, ft. 1684. 3. Rufen, schreien, klopfen, beten Ist der Christen beste Kunst. Allzeit gläubig vor ihn treten, Findet Hülfe, Gnad und Gunst. Wer Gott fest vertrauen kann, Ist der allerbeste Mann; Der wird allzeit Rettung finden, Kein Feind wird ihn überwinden. ljur Sn 4. Lerne Gottes Weise merken, Die er bei den Seinen hält. Er will ihren Glauben stärken, Wenn sie Unglück überfällt. Unser Gott, der lebt ja noch; Schweigt er gleich, so hört er doch. Schrei getrost, du mußt nicht zagen; Dein Gott kann dir nichts versagen. Mel. Zion tlagt mit Angst und 2c. 376. W enn dich Un5. Laß dich Gottes Wort regieren; Merke, was die Wahrheit lehrt. Satan wird dich nicht verführen, Der die ganze glück hat be- Welt verkehrt. Gottes Wahrtreten, Wenn du steckst in heit ist dein Licht, Dein Schuß, Angst und Noth, Mußt du Trost und Zuversicht. Trau fleißig zu Gott beten; Beten nur Gott; der kann nicht lühilft in Noth und Tod, Daß gen. Bet! Du wirst gewiß bu Gottes Angesicht, Auch im obsiegen. Kreuz auf dich gericht, kannst aus seinem Wort erblicken Und 150 30h. Olearius, g. 1611, ft. 1684. dein Herz mit Trost erquicken. Mel. Es ist das Heil uns kommen 2c. 2. Keiner wird ja nie zu 377. Schanden, Der sich seinem Gott vertraut. Kommt dir gleich viel Gut, Dem Vater aller Güte, Sei Lob und Ehr dem höchsten 278 Beten, loben und danken. Dem Gott, der alle Wunder erzeiget, So kommt, so hilft thut, Dem Gott, der mein der Ueberfluß, Der Schöpfer Gemüthe Mit seinem reichen selbst und neiget Die VaterTrost erfüllt, Dem Gott, der augen denen zu, Die sonsten allen Jammer stillt! Gebt un- nirgends finden Ruh. Gebt ferm Gott die Ehre! unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Him- 7. Ich will dich all mein melsheer, O Herrscher aller Leben lang, O Gott, von nun Thronen; Und die auf Erden, an ehren. Man soll, Gott, Luft und Meer In deinem deinen Lobgesang An allen OrSchatten wohnen, Die preisen ten hören. Mein ganzes Herz deine Schöpfermacht, Die al- ermuntre sich; Mein Geist und les also wohl bedacht. Gebt Leib erfreue dich. Gebt unserm unserm Gott die Ehre! Gott die Ehre! ad mi and 3. Was unser Gott geschaf- 8. Jhr, die ihr Christi Nafen hat, Das will er auch er- men nennt, Gebt unserm Gott halten; Darüber will er früh die Ehre! Jhr, die ihr Gotund spat Mit seiner Gnade tes Macht bekennt, Gebt unwalten. In seinem ganzen Kö- serm Gott die Ehre! Die falnigreich Ist alles recht und schen Gögen macht zu Spott. alles gleich. Gebt unserm Gott Der Herr ist Gott! Der Herr die Ehre! ift Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! si fing diss 9. So kommet vor sein Angesicht Mit jauchzenvollem Springen, Bezahlet die gelobte Pflicht Und laßt uns fröhlich fingen: Gott hat es alles wohl bedacht Und alles, alles recht gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! Joh. Jac. Schüß, g. 1640, ft. 1690. 4. Jch rief dem Herrn in meiner Noth: Ach Gott, vernimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod Und ließ mir Trost gedeihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir. Ach danket, danfet Gott mit mir! Gebt unferm Gott die Ehre! i tisd 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden; Er bleibet ihre ZuPsalm 150. Mel. Wie schön leuchtet der zc. versicht, Ihr Segen, Heil und 378. Hallelujah! Sobr Sei unserm Gott je mehr und mehr Für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit Sei 6. Wenn Trost und Hülf er- in uns allen ihm bereit Dank, mangeln muß, Die alle Welt Weisheit, Kraft und Stärke! leitet er Die Seinen stetig hin und her. Gebt unserm Gott die Ehre! Beten, loben und danken. 279 Klinget! Singet! Heilig, herr- ich meine Lieder bringen. Ach lich, heilig, herrlich, heilig ist Gott, Unser Gott, der Herr Zebaoth! gieb mir deines Geistes Kraft dazu, Daß ich es thu im Namen Jesu Christ, So wie es dir durch ihn gefällig ist! 2. Hallelujah! Preis, Ehr und Macht Sei auch dem Gotteslamm gebracht, In dem wir sind erwählet, Das uns mit jeinem Blut erkauft, Damit gesprenget und getauft Und sich mit uns vermählet. Heilig, stand regier, Daß ich den FrieSelig Ist die Freundschaft den Gottes schmeckt und fühl und Gemeinschaft, die wir Und dir darob im Herzen sing haben Und darinnen uns er- und spiel. laben. 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, Damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir. Dein Geist in meinem Herzen wohne Und meine Sinnen und Ver003. Hallelujah! Gott heilger Geist, Sei ewiglich von uns gepreist, Durch den wir neu geboren, Der uns mit Glauben ausgeziert, Dem Bräutigam uns zugeführt, Den Hochzeitstag erforen. Eia! Eia! Da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna Und ein ewig Hosianna! 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, So wird gewiß mein Singen recht gethan, So klingt es schön in meinem Liede, Und ich bet dich in Geist und Wahrheit an; So hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, Daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor.id 4. Denn der kann mich bei dir vertreten Mit Seufzern, die 4. Hallelujah! Lob, Preis ganz unaussprechlich find; Der und Ehr Sei unserm Gott je lehret mich recht gläubig beten, mehr und mehr, Und seinem Giebt Zeugniß meinem Geist, großen Namen! Stimmt an daß ich dein Kind Und ein mit aller Himmelsschaar Und Miterbe Jesu Christi sei, Dafinget nun und immerdar Mit her ich Abba, lieber Vater! Freuden Amen! Amen! Klin- schrei. get! Singet! Heilig, herrlich, heilig, herrlich, heilig ist Gott, Unser Gott, der Herr Zebaoth! Um 1700. 5. Wenn dies aus meinem Herzen schallet Durch deines heilgen Geistes Kraft und Trieb, So bricht dein Vaterherz und wallet Ganz brünstig gegen mir vor heißer Lieb, Daß mirs die Bitte nicht versagen kann, Die ich nach deinem Willen hab saison adi 100 379. Di ir, dir, Jehovah, will ich singen; Denn wo ist doch ein folcher Gott, wie du! Dir will gethan. 280 Beten, loben und danken. 6. Was mich dein Geist selbst und Stärke, Die er beweist in bitten lehret, Das ist nach aller Welt Und dadurch alle deinem Willen eingericht Und Ding erhält: Drum danket seiwird gewiß von dir erhöret, nem Namen! Weil es im Namen deines Sohns geschicht, Durch welchen ich dein Kind und Erbe bin Und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 1791 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, Leib, Seele, Geist und Leben Aus lauter väterlicher Gnad Uns allen hat gegeben, Der uns durch seine Engel schüßt Und täglich giebet, was uns nüßt: Drum danket seinem Namen! 7. Wohl mir, daß ich dies Zeugniß habe! Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit Und weiß, daß alle gute Gabe, 4. Lobt Gott, der uns schenkt Die ich von dir verlange jeder seinen Sohn, Der für uns ist zeit, Die giebst du und thust gestorben Und uns die selge überschwänglich mehr, Als ich Lebenskron Durch seinen Tod verstehe, bitte und begehr. erworben, Der worden ist der 8. Wohl mir! Ich bitt in Jesu Namen, Der mich zu deiner Rechten selbst vertritt. In ihm ist alles Ja und Amen, Was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir! Lob dir jetzt und in Ewigkeit, Daß du mir schentest jolche Seligkeit! ung Hölle Gift Und Frieden hat mit Gott gestift: Drum danfet jeinem Namen! 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist Den Glauben angezündet Und alles Gute noch verheißt, Uns stärket, kräftigt, gründet, Der uns erleuchtet durch sein Wort, Regiert und treibet fort und fort: Drum tos danket seinem Namen! 6. Lobt Gott, der auch das Barthol. Craffelius, um 1700. unism dingus Mel. Es ist das Heil uns kommen 2c. 380. Bringt her dem gute Werk, So in uns angeHerren Lob fangen, Vollführen wird und geben Stärk, Das Kleinod zu erlangen, Das er hat allen dargestellt und seinen Gläubgen vorbehält: Drum danket seinem Namen! und Ehr Aus freudigem Gemüthe! Ein jeder Gottes Ruhm vermehr Und preise seine Güte! Ach lobet, lobet alle Gott, Der uns befreiet aus der Noth Und danket seinem Namen! 7. Lobt Gott, ihr starken Se2. Zobt Gott und rühmet raphim, Ihr Fürstenthum und allezeit Die großen Wunder- Thronen! Es loben Gott mit werke, Die Majestät und Herr- heller Stimm, Die hier auf lichkeit. Die Weisheit, Kraft Erden wohnen. Lobt Gott und Beten, loben und danken. 281 preist ihn früh und spat! Ja, den Zäunen, an den Straßen alles, was nur Odem hat, Das danke seinem Namen! Du auch mich hast laden lassen. Cyriac. Günther, g. 1649, t. 1704. 2. Herr, wer bin ich? Und hingegen, Wer bist du? Was deine Pracht? Ich ein Würmlein an den Wegen: Du der König großer Macht! Ich Staub, Erde, Asch und Koth: Du der Herr Gott Zebaoth! Ich ein Scherz und Spiel der Zeiten: Du der Herr der Ewigkeiten! Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. 381. Bis is hieher hat mich Gott gebracht Durch seine große Güte; Bis hieher hat er Tag und Nacht Bewahrt Herz und Gemüthe; Bis hieher hat er mich geleit't, Bis hieher hat er mich 3. Ich grundbös und ganz erfreut, Bis hieher mir geholfen. 2. Hab Lob und Ehre, Preis und Dank Für die bisherge Treue, Die du, o Gott, mir Lebens lang Bewiesen täglich neue. In mein Gedächtniß schreib ich an: Der Herr hat große Ding gethan An mir und mir geholfen. verdorben. Du die höchste Heiligkeit. Ich verfinstert und erstorben: Du des Lebens Licht und Freud. Ich ein armes Bettelkind; Lahm und frumm, stumm, taub und blind: Du das Wesen aller Wesen, Ganz vollkommen, auserleſen. 503 4. Und doch läsfest du mich 3. Hilf fernerhin, mein treuer laden Zu dem großen HochHort! Hilf mir zu allen Stun- zeitsmahl! O der übergroßen den! Hilf mir an all und je- Gnaden! Ich soll in des Himdem Ort! Hilf mir durch Jesu mels Saal Mit dem lieben Wunden! Hilf mir im Leben, Gotteslamm, Meinem Herrn Tod und Noth Durch Christi und Bräutigam, Bei der EnSchmerzen, Blut und Tod! gel Chor und Reihen Ewig Hilf mir, wie du geholfen! mich, ach ewig freuen! adins Aemilie Juliane, Gräfin v. Schwarzburg: Rudolſtadt, g. 1637, st. 1706. In og Luc. 14, 16-24. 5. Felder, Wälder, Bäum und Büsche, Hügel, Gründe, Berg und Thal, Vögel, Thiere, Mel. Wie nach einer Wasserquelle. Vieh und Fische Und ihr En382. Gott, beß Scep- gel allzumal, Himmel, Erde, ter, Stuhl und Land und Meer, Rühmet, finKrone Herrschet über alle Welt, get, jauchzet sehr! Gott läßt Der du deinem liebsten Sohne zu dem Mahl der Gnaden Eine Hochzeit hast bestellt: Dir sei Dank ohn End und Zahl, Daß zu diesem Liebesmahl Von Das elende Volk einladen! 6. Wen nun dürftet, soll sich laben Mit dem füßen Lebens 282 Beten, loben und danken. quell; Wen nun hungert, der in dich, mein Hochzeitskleid, soll haben Brods genug für Daß ich deiner Hochzeit Ehren seine Seel. O ein süßes Mahl Möge feiern ohn Aufhören. und Ort, Da sich Gottes Herz und Wort Seiner Braut und Hochzeitsgästen Giebt zur Speis is Palm 146. und Trank zum besten! pina Heinr. Georg Reuß, g. 1654, st. 1716. 7. D du großer Herr und 383, obe den Herren, JOG König, Der du rufest: Kommt herbei! Ach ich bin ja viel zu wenig Aller deiner Lieb und Treu, Ach ich kann dir nimmermehr Danken gnug und also sehr, Wie ich schuldig bin und sollte Und wie ich wohl gerne wollte. o meine Seele! Ich will ihn loben, bis in Tod; Weil ich noch Stunden auf Erden zähle, Will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, Werde gepriesen früh und spat. Hallelujah! Hallelujah! 8. Zeuch du mich, dein Mahl zu schmecken, Aus der finstern Sündenkluft. Deine Stimme 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, Und kehren um zu ihrem Staub. Ihre Anschläge sind auch verloren, laß mich wecken, Die so sehn- Wenn nun das Grab nimmt lich, lieblich ruft: Komm, o seinen Raub. Weil dann kein Mensch, komm, eile, komm! Mensch uns helfen kann, Rufe Komm zum Lebensquell und man Gott um Hülfe an. HalStrom; Komm zum Brod, lelujah! Hallelujah! davon zu zehren Und den Geist 3. Selig, ja selig ist der zu damit zu nähren! Innsnennen, Deß Hülfe der Gott 9. Deffn, ach öffne meine Jacobs ist; Welcher vom GlauOhren Zu der Stimm, die also ben sich nicht läßt trennen, Und klingt, Die zu deinen Freu- hofft getrost auf Jesum Christ. denthoren, Jerusalem, mich Wer diesen Herrn zum Beibringt! Laß den, den du theur stand hat, Findet am besten erkauft Und auf dich selbst hast Rath und That. Hallelujah! getauft, nicht zur Nahrung sei- Hallelujah! ner Seelen Ferner eitle Trä- 4. Dieser hat Himmel und ber wählen. Meer und Erden, Und was dar= innen ist, gemacht. Alles muß pünktlich erfüllet werden, Was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt, Welcher uns ewig Glauben hält. 10. Laß der eitlen Welt Getümmel, Das als Rauch bald wird entfliehn, Von des Lammes Mahl im Himmel, Das stets bleibt, mich nicht abziehn. Kleide, Jesu, in der Zeit Mich Hallelujah! Hallelujah! Beten, loben und danken. 283 dem andern an Von dem, was Gott an mir gethan! 2. D daß doch meine Stimme schallte Bis dahin, wo die Sonne steht! O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, So lang es noch im Laufe geht! Ach wär ein jeder Puls ein Dank Und jeder Odem ein Gesang! 6. Sehende Augen giebt er den Blinden, Erhebt, die tief 3. Was schweigt ihr denn, gebeuget gehn. Wo er kann ihr meine Kräfte? Auf, auf, einige Fromme finden, Die braucht allen euren Fleiß und läßt er seine Liebe jehn. Sein stehet munter im Geschäfte zu Aufsicht ist des Fremden Truß; Wittwen und Waisen hält er Schuß. Hallelujah! Hallelujah! 7. Aber der Gottesvergeßnen Tritte Kehrt er mit starker Hand zurück, Daß sie nur machen verfehrte Schritte Und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich; Zion, dein Gott, sorgt stets für dich. Hallelujah! Hallelujah! 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen Deß, der so große Wunder thut. Alles, was Odem hat, rufe Amen Und bringe Lob mit frohem Muth. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heilgen Geist. Hallelujah! Hallelujah! Joh. Dan. Herrnschmidt, geb. 1675, ft. 1723. 100 019 301 910 6. Lob sei dir, treuer Gott und Vater, Für alles, was ich bin und hab! Lob sei dir, mildester Berather, Für deiner Gnaden reiche Gab, Die du mir in der ganzen Welt zu meinem Heile haft bestellt! 7. Mein treuster Jesu, sei gepriesen, Daß dein erbarmungszensgrund Ein Loblied nach volles Herz Sich mir so hülf384. daß ich tauſend D Zungen hätte Und einen tausendfachen Mund, So stimmt ich damit in die Wette Vom allertiefsten Her5. Zeigen sich welche, die Unrecht leiden: Er ists, der ihnen Recht verschafft. Hungrigen will er zur Speis bescheiden, Was ihnen dient zur Lebenskraft. Die hart Gebundenen macht er frei; Seine Genad ist mancherlei. Hallelujah! Hallelujah! Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich Und lobe Gott herzinniglich! 4. Jhr grünen Blätter in den Wäldern, Bewegt und regt euch doch mit mir! Jhr schwanken Gräschen in den Feldern, Ihr Blumen, laßt doch eure Zier Zu Gottes Ruhm belebet sein Und stimmet lieblich mit mir ein! 5. Ach alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, Soll sich mir zum Gehülfen geben; Denn mein Vermögen ist zu matt, Die großen Wunder zu erhöhn, Die allenthalben um mich stehn. 284 Beten, loben und danken. reich hat erwiesen Und mich 13. Drum reiß ich mich jetzt durch Blut und Todesschmerz aus der Höhle Der schnöden Von aller Teufel Grausamkeit Eitelkeiten los Und rufe mit Zu deinem Eigenthum befreit. erhöhter Seele: Mein Gott, 8. Auch dir sei ewig Ruhm du bist sehr hoch und groß! und Ehre, D heilig werther Kraft, Ruhm, Preis, Dank Gottesgeist, Für deines Tro- und Herrlichkeit Gehört dir stes süße Lehre, Die mich ein jetzt und allezeit! Kind des Lebens heißt. Ach wo was Guts von mir geschicht, Das wirket nur dein göttlich Licht. S 9. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schüßzet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld Unsäglich gnädige Geduld. 15. Ach nimm das arme Lob auf Erden, Mein Gott, in allen Gnaden hin! Im Himmel 10. Vor andern füß ich dei- soll es besser werden, Wenn ich ne Ruthe, Die du mir auf bei deinen Engeln bin. Da gebunden hast. Wie viel thut sing ich dir im höhern Chor sie mir doch zu gute! Sie ist mir eine sanfte Last; Sie macht mich fromm und zeigt dabei, Daß ich von deinen Liebsten Viel tausend Hallelujah vor. Joh. Menger, g. 1658, t. 1734. fei. 14. Ich will von deiner Güte singen, So lange sich die Zunge regt. Ich will dir Freudenopfer bringen, So lange sich mein Herz bewegt. Ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, So stimm ich doch mit Seufzen ein. schiusite ad 385. Lasſet uns den Herren 11. Ich hab es ja mein Le- vermehren seinen Ruhm! Stimbetage Schon so manch liebes met an die süßen Weisen, Die Mal gespürt, Daß du mich ihr seid sein Eigenthum! Ewig unter vieler Plage Getreulich währet sein Erbarmen, Ewig haft hindurchgeführt; Denn in will er uns umarmen Mit der der größesten Gefahr Ward ich süßen Liebeshuld, Nicht gedendein Trostlicht stets gewahr. ten unsrer Schuld. Preiset ewig 2012. Wie sollt ich nun nicht seinen Namen, Die ihr seid von voller Freuden In deinem ste- Abrams Samen! Rühmet ewig ten Lobe stehn? Wie wollt ich seine Werke, Gebet ihm Lob, auch im tiefsten Leiden Nicht Ehr und Stärke! omis dril triumphirend einhergehn? Und fiele auch der Himmel ein, So will ich doch nicht traurig sein. 2. Ehe noch ein Mensch geboren, Hat er uns zuvor erkannt Und in Christo auserkoren, Sei Beten, loben und danken. 285 ne Huld uns zugewandt. Selbst allerhöchste Gut Uns mittheilen der Himmel und die Erden durch sein Blut. Große Gnad Müssen uns zu Dienste werden, Weil wir durch sein liebstes Kind Seine Kinder worden sind. Ewig solche Gnade währet, Die er uns in ihm 6. Er hat nunmehr selbst die bescheret. Ewig wollen wir uns üben, Ueber alles ihn zu lieben. ist da zu finden. Er will sich mit uns verbinden, Und soll niemals etwas können uns von seiner Liebe trennen. 3. Ja, wir wollen nun mit Freuden Zu dem lieben Vater gehn, Uns in seiner Liebe weiden, Wie die thun, so vor ihm stehn, Heilig, heilig, heilig fingen; Hallelujah soll erklingen Unserm Gotte und dem Lamm Unserm holden Bräutigam. Lasset seinen Ruhm erschallen Und erzählt sein Werk vor allen, daraus eingeschenket. Daß er ewig uns erwählet 7. Nun, o Bater, unser LalUnd zu seinem Volk gezählet. len, Da wir schwachen Dank 4. Lernet euern Jesum ken- dir weihn, Laß dir gnädig nen, Der euch theur erkaufet wohlgefallen, Bis wir alle ins hat. Lernet ihn fein lieblich gemein Ewig deine Gütigkei nennen Euren Bruder, Freund ten Mit gesammtem Lob ausund Rath, Euren starken Held breiten, Da wir werder Gloria im Streiten, Eure Luft in Singen und Hallelujah. Preis, Fröhlichkeiten, Euren Trost und Ehr, Ruhm, Dank Macht und euer Heil, Euer allerbestes Stärke, Und was rühmet seine Theil. Ewig solche Güte wäh- Werke Werde unserm Gott geret, Die euch durch ihn wider- geben! Laßt uns ihm zu Ehfähret. Ewig soll das Lob er- ren leben! klingen, Das wir ihm zu Ehren singen. Christ. Jac. Koitsch, g. 1671, ft. 1734. ENTO 5. Tretet nur getroft zum Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Throne, Da der Gnadenstuhl 386. Womit soll ich dich wohl zu von Fülle Seiner Gottheit aufgethan, Und es ist sein ernster Wille, Daß nun komme jedermann. Keiner soll sich hiebei schämen, Sondern Gnad um Gnade nehmen. Wer ein hungrig Herze hat, Wird aus seiner Fülle satt. Ewig iolche Fülle währet, Die uns so viel Guts bescheret. Wonne, die uns ewig tränket, Wird uns Gottes Sohne Nichts, als Lieb ben, Mächtiger Herr Zebaoth! und Huld geschehn. Es erwar- Sende mir dazu von oben Deitet mit Verlangen, Bis er könne uns umfangen Und das nes Geistes Kraft, mein Gott! Denn ich kann mit nichts er Beten, loben und danken. 286 reichen Deine Gnad und Liebeszeichen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 6. D wie hast du meine Seele Stets gesucht zu dir zu ziehn, Daß ich aus der Sündenhöhle Möchte zu den Wunden fliehn, Diemich ausgeföhnet haben und mir Kraft zum Leben gaben! Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 7. Ja, Herr, lauter Gnad und Wahrheit Sind vor deigen müssen. Tausend, tausend- nem Angesicht. Du, du trittſt mal sei dir, Großer König, hervor in Klarheit, In GeDank dafür! rechtigkeit, Gericht, Daß man soll aus deinen Werken Deine Güt und Allmacht merken. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 2. Herr, entzünde mein Gemüthe, Daß ich deine Wundermacht, Deine Gnade, Treu und Güte Stets erhebe Tag und Nacht; Denn von deinen Gnadengüssen Leib und Seele zeu3. Denk ich, wie ich dich verlassen Und gehäufet Schuld auf Schuld, So möcht ich vor Scham erblassen Vor der Langmuth und Geduld, Womit du, o Gott, mich Armen Haft getragen mit Erbarmen. Tausend, tausendmal sei dir, GroBer König, Dank dafür! 4. Ach ja, wenn ich überlege, Mit was Lieb und Gütigkeit Du durch so viel Wunderwege mich geführt die Lebenszeit: So weiß ich kein Ziel zu finden, Noch den Grund hier zu ergründen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 8. Wie du setzest jedem Dinge Zeit, Zahl, Maß, Gewicht und Ziel, Damit feinem zu geringe Möcht geschehen, noch zu viel: So hab ich auf tausend Weisen Deine Weisheit auch zu preisen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 9. Bald mit Lieben, bald mit Leiden Kamst du, Herr, mein Gott, zu mir, Nur mein Herze zu bereiten, Sich ganz zu ergeben dir, Daß mein gänz5. Du, Herr, bist mir nach- liches Verlangen Möcht an deigelaufen, Mich zu reißen aus nem Willen hangen. Tausend, der Glut; Denn da mit der tausendmal sei dir, Großer Sünder Haufen Ich nur suchte König, Dank dafür! irdisch Gut, Hießest du auf 10. Wie ein Vater nimmt dies mich achten, Wornach und giebet, Nachdems Kindern man zuerst soll trachten. Zau- nüßlich ist, So hast du mich send, tausendmal sei dir, GroBer König, Dank dafür! auch geliebet, Herr, mein Gott, zu jeder Frist, Und dich meiner Beten, loben und danken. 287 angenommen, Wenns auch gleich| Mel. Von Gott will ich nicht lassen. aufs höchste kommen. Tauſend, 387, An Gott will ich nig, Dank dafür! nie bier gedenkt an mich. Wenn mich 11. Mich hast du auf Ad- die Sorgen kränken, So hebt lers Flügeln Oft getragen vä- mein Herze sich zu meinem terlich, In den Thälern, auf Gott empor. Bald weichen alle den Hügeln Wunderbar erret Schmerzen; Denn er stellt meitet mich. Wenn schien alles zu nem Herzen Nichts, als Verzerrinnen, Ward doch deiner gnügen vor.mdspurio mio!!? gem Hülf ich innen. Tausend, tau- 2. Denk ich an seine Liebe, sendmal sei dir, Großer König, Wie werd ich doch entzückt, Dank dafür! Daß, wenn es noch so trübe, Mir gleich die Sonne blickt. Da kommt mir immer ein: Er hat sich hoch vermessen*), Er will mein nicht vergessen. Wie könnt ich traurig sein? und*) mir fest versprochen. 12. Fielen tausend mir zur Seiten Und zur Rechten zehnmal mehr, Ließest du mich doch begleiten Durch der Engel starkes Heer, Daß den Nöthen, die mich drangen, Ich jedennoch bin entgangen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! do 13. Vater, du hast mir erzeiget Lauter Gnad und Gütigkeit, Und du hast zu mir geneiget, Jesu, deine Freundlichkeit, Und durch dich, o Geist der Gnaden, Werd ich stets noch eingeladen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! - 3. Denk ich an seine Güte, Die alle Morgen neu, So freut fich mein Gemüthe Bei solcher Vatertreu. Die Last werf ich auf ihn. So wird die Arbeit süße, Wenn ich gleich Schweiß vergieße; Denn Gott ist mein Gewinn. 4. Denk ich an sein Erbarmen, Er schenket mir sein Kind: O Gnade für mich Armen! Heißt das nicht treugesinnt? Gott ist in Gnade mein. Gott müßte Christum haffen, Wenn er mich wollte lassen. Das kann unmöglich sein. 14. Tausendmal sei dir gefungen, Herr, mein Gott, Preis, Lob und Dank, Daß es mir bisher gelungen! Ach laß mei nes Lebens Gang Ferner doch 5. Drum will an Gott ich durch Jesu Leiten Nur gehn in die Ewigkeiten. Da will ich, Herr, für und für Ewig, ewig danken dir. denken, Die Welt mag immerhin Den Sinn aufs Gitle lenten; Hier ist ein andrer Sinn. Ich trage Gott allein Im Herzen und im Munde, So brie Ludw. Andr. Gotter, g. 1661, st. 1735. 288 Beten, loben und danken. kann mir keine Stunde Allhier| Möcht ich, wie die Engel, zu lange sein. Immer vor dir stehen und 6. An Gott will ich geden- dich gegenwärtig sehen! Laß ken, So lang ich denken kann. mich dir Für und für TrachWird man ins Grab mich sen- ten zu gefallen, Liebster Gott, ken, So geh ich zwar die Bahn, in allem. Da mein die Welt vergißt; 5. Luft, die alles füllet, Doch Gott gedenkt noch mei- Drin wir immer schweben, Alner, Wenn auch auf Erden keiner Mein eingedenk mehr ist. de Benj. Schmolf, g. 1672, st. 1737. bod thi disur 9FOR Mel. Wunderbarer König. ott ist gegenler Dinge Grund und Leben, Meer ohn Grund und Ende, Wunder aller Wunder, Ich sent mich in dich hinunter. Ich in dir, Du in mir. Laß mich ganz verschwinden, Dich nur sehn und finden. 388. Sott wärtig! Lasset uns anbeten Und in Ehrfurcht vor ihn treten. Gott ist in der Mitten! Alles in uns schweige Und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn kennt, Wer ihn nennt: Schlagt die Augen nieder, Kommt, ergebt euch wieder. 6. Du durchdringest alles. Laß dein schönstes Lichte, Herr, berühren mein Gesichte. Wie die zarten Blumen Willig sich entfalten Und der Sonne stille halten: Laß mich so Still und froh Deine Strahlen faffen Und dich wirken lassen. 2. Gott ist gegenwärtig, Dem die Cherubinen Tag und Nacht gebücket dienen. Heilig! Heilig! Heilig! Singen ihm zur Ehre Aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm Unsre Stimm, Da auch wir Geringen Unsre Opfer bringen. rij 7. Mache mich einfältig, Innig abgeschieden, Sanfte und in stillem Frieden. Mach mich reines Herzens, Daß ich deine Klarheit Schauen mag in Geist und Wahrheit. Laß mein Herz Himmelwärts, Wie ein Adler, schweben Und in dir nur leben. 3. Wir entsagen willig Allen Eitelkeiten, Aller Erdenluft und 8. Herr, komm in mir wohFreuden. Da liegt unser Wil- nen; Laß mein Geist auf Erle, Seele, Leib und Leben Dir den Dir ein Heiligthum noch zum Eigenthum ergeben. Du werden. Komm, du nahes Weallein Sollst es sein, Unser sen; Dich in mir verkläre, Daß Gott und Herre; Dir gebührt ich dich stets lieb und ehre. die Ehre. id Wo ich geh, Siß und steh, 4. Majestätisch Wesen, Möcht Laß mich dich erblicken Und ich dich recht preisen Und im vor dir mich bücken. Geist dir Dienst erweisen!! Gerhard Tersteegen, g. 1697, st. 1769. Beten, loben und danken. 289 Mel. Wachet auf, ruft uns die 2c. geht. Treue, Langmuth, Licht 389. Großer Gott, und Segen Ift, Herr, in allen wir fallen deinen Wegen, Kein Lob ist, nieder. Zwar du bedarfst nicht das dich gnug erhöht; Doch ist unsrer Lieder: Uns ziemt und es eingeprägt In alles, was nügt dein Lob so sehr. Dir sich regt. Amen! Amen! Auch zum Lob sind wir geboren, So wir sind dein Und stimmen theur erkauft, so hoch erkoren. O Seligkeit, dir geben Ehr!Zu deinem Lobe nur Ist alle Creatur. Selges Wesen, Zu dir wir nahn und beten an. In Geist und Wahrheit seis gethan. ein: Du, Gott, bist unser Gott allein. 5. Komm, in uns dich zu verklären, Daß wir dich würdiglich verehren. Nimm unser Herz zum Heiligthum, Daß es, ganz von dir erfüllet Und durch 2. Tag und Nacht mit Ehr- dein Nahesein gestillet, Zerfließ furcht dienen Dir Seraphim in deiner Gottheit Ruhm. Dich, und Cherubinen, Der Engel unser höchstes Gut, Erhebe Schaaren ohne Zahl. Alle Gei- Geist und Muth. Amen! Amen! ster, die dich kennen, Dich hei- Im Freudenschein, In Leid lig, heilig, heilig nennen; Sie und Bein Bleibst du, Gott, fallen nieder allzumal. Jhr Se- unser Gott allein. ligsein bist du. Dir jauchzet alles zu. Amen! Amen! Auch wir sind dein Und stimmen Nach Gerh. Tersteegen, g. 1697, ft. 1769. ein: Du, Gott, bist unſer Gott 3. Droben knien vor deinem Throne Die Aeltesten mit goldner Krone, Der Erstgebornen selge Schaar, Sammt den unMel. Christus, der ist mein Leben. 390. Ach bleib mit deiner mir, Herr Jesu Christ; Denn alles ist nur Schade, Was und wo du nicht bist. 2. Ach bleib mit deinem Lich te Bei mir, du Licht der Welt, Damit, was ich verrichte, In dir Gott wohlgefällt. aren Frommen, Die durch den Sohn zu dir gekommen; Sie bringen ihre Psalmen dar: Macht, Weisheit, Herrlichkeit, 3. Ach bleib mit deinem LePreis, Dant in Ewigkeit! Amen! ben, D Lebensfürst, bei mir. Amen! Auch wir sind dein Und Dich freudig zu erheben, Herr stimmen ein: Du, Gott, bist Jesu, gieb du mir. unser Gott allein! 4. Ach bleib mit deinem Frieden Mir immer innig nah. Bleib von mir ungeschieden; Sei auch im Tode da. 19 4. Alle preisen deine Werke, Die Weisheit, Liebe, Huld und Stärke, Die über alles Denken 290 Beten, loben und danken. 5. Ach bleib mit deinem Se- altar Vor Gott ausgeschüttet: gen, Mit deinem Kreuz und Und da ist Jesus Christ PrieBlut; Mit deinem Gnaden- ster und Verfühner Aller seiner regen Erquicke Herz und Muth. Diener. 6. Ach bleib mit deinen Kräf- 4. Dieser Allerheilgen- Rauch ten, Mein Leben, meine Kraft, Muß ja viel vermögen. Laßt Zu göttlichen Geschäften, Zur uns unser Körnlein auch Auf guten Ritterschaft. die Kohlen legen. Schmelze doch Heute noch In der Liebe Flammen Aller Herz zusammen. is 7. Ach bleib mit deiner Treue; Mein Gott, verlaß mich nicht, Daß ich mich deiner freue, 5. Kann ein einiges Gebet Wenn Herz und Auge bricht. 8. Ach bleib mein Ein und Alles, Mein Neichthum, Lust und Ruhm, Mein starker Trost des Falles, Mein ganzes Ei genthum. Coffböd Einer gläubgen Seelen, Wenns zum Herzen Gottes geht, Seines Zwecks nicht fehlen: Was wirds thun, Wenn sie nun Alle vor ihn treten Und zusammen mbeten! 15 midiriedo omr 9. Und laß mich bei dir bleiben; Herr Jesu, nimm mich hin. Laß mich auch sterbend gläuben, Daß ich ganz deine bin. Friedr. Aug. Beibe, 8. 1721, ft. 1771. 6. Wenn die Heilgen dort und hier, Große mit den Klei nen, Engel, Menschen mit Begier Alle sich vereinen, Und es geht Ein Gebet Aus von ihnen allen: Wie muß das erschallen! dull misd die rigt Mel. Straf mich nicht in deinem zc. 391, Betgemeine, heil- 7. der unerkannten Macht ge dich Mit dem heilgen Dele. Jesu Geist ergieße sich Dir in Herz und Seele. Laß den Mund Alle Stund Vom Gebet und Flehen Heilig übergehen. dim ist Von der Heilgen Beten! Ohne das wird nichts vollbracht, So in Freud, als Nöthen. Schritt für Schritt Wirkt es mit, Wie zum Sieg der Freunde, So zum End der Feinde. NSTAGION 2. Heilige den heilgen Brand, Deines Geists Verlangen, Dem, ders Blut an dich gewandt, Heilig anzuhangen. Heilger Rauch Sei es auch, Der zu Gott aufgehet, Wenn dein Herze flehet. 8. D so betet alle drauf, Betet immer wieder! Heilge Hände hebet auf, Heiligt eure Glieder! Heiliget Das Gebet, Daß zu Gott sichs schwinget; Betet, daß es dringet. 9. Betet, daß die letzte Zeit Vollends übergehe, Daß man Christi Herrlichkeit Offenbaret sehe. Stimmet ein Insgemein 3. Das Gebet der frommen Schaar, Was sie fleht und bittet, Das wird auf dem Rauch Allgemeine Fürbitte. 291 Mit der Engel Sehnen Nach Beten, wie ers liebet, Daß gedem Tag, dem schönen. scheh Je und je Wie ers vorgenommen Auf sein endlich 10. Eure Bitten, die ihr thut zu Gott von der Er- Kommen. den, Sollen eine heilge Glut Des Altares werden; Aber eur Eignes Feur Lasset weit von dannen Von der heilgen Pfannen. 12. Dies Verlangen muß vorher In der Seele glimmen, So macht aus den Bitten er Donner, Blizz und Stimmen; Die m2 nel ergehn Und geschehn, Daß die Feinde beben Und Gott Ehre geben.pple st Chr. Carl Ludw. v. Pfeil, g. 1712, ſt. 1784, 11. Das Gebet hat Christi Gunst, Wo mans ernstlich übet; Und das ist der Heilgen Kunst: Allgemeine Fürbitte. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 392. err, höre, Herr, 5. Laß alle, die regieren, Jhr Amt getreulich führen, Und erhöre! Breit schaffe jedem Recht, Daß Fried deines Namens Ehre An al- und Treu sich küssen, Wir nichts len Orten aus. Behüte alle als Gnade wissen; Segn uns Stände Durch deiner Allmacht Hände, Schüß Kirche, Obrigkeit und Haus. als dein erwählt Geschlecht. 6. Ach wend in allen Gnaden Krieg, Feuer, Wasserscha2. Ach laß dein Wort uns den, Sturm, Seuch und Haallen Noch ferner rein erschal- gel ab. Bewahr des Landes len Zu unsrer Seelen Nuß. Früchte und mache nicht zuBewahr uns vor den Rotten, nichte, Was uns dein milder Die deiner Wahrheit spotten; Segen gab. Beut allen deinen Feinden Truß. 7. Verleih uns Ruh und risd baud 3. Gieb, Herr, getreue Leh- Friede, Mach alle Feinde mürer Und unverdrossne Hörer, de; Gieb uns gesunde Luft. Die beide Thäter sein. Auf Laß Noth und theure Zeiten Pflanzen und Begießen Laß Sich nie bei uns ausbreiten, dein Gedeihen fließen Und ernte Wo man nach Brod aus Hunreiche Früchte ein. ger ruft. 4. Gieb unserm König Glücke; 8. Die Hungrigen erquicke Laß deine Gnadenblicke Auf den Und bringe die zurücke, Die Gefalbten gehn; Schüß ihn auf sonst verirret gehn. Die Wittseinem Throne, Laß Scepter, wen und die Waisen Wollst du Reich und Krone In segens- mit Troste speisen, Wenn sie vollem Glanze stehn. zu dir um Hülfe flehn. 292 Beten, loben und danken. 9. Sei Vater aller Kinder, 11. Bleib der Verfolgten Der Schwangern ihr Entbin- Stüße; Die Reisenden beschüßze; der, Gieb Säugenden Gedeihn. Die Sterbenden begleit Mit Zieh unsre zarte Jugend Zur deinen Engelschaaren, Daß sie Frömmigkeit und Tugend, Daß in Frieden fahren Zu Zions fich die Eltern ihrer freun. Freud und Herrlichkeit. 10. Hilf, als ein Arzt, den 12. Nun, Herr, du wirst erKranken, Und die im Glauben füllen, Was wir nach deinem wanken, Laß nicht zu Grunde Willen In Demuth jetzt begehrt. gehn. Die Alten heb und trage, Wir sprechen nun das Amen In Auf daß sie ihre Plage Und unsers Jesu Namen, So ist Noth geduldig überstehn. gewiß der Wunsch gewährt. Benjam. Schmolf, g. 1672, ft. 1737. Für die Obrigkeit. 4. Verleihe deine Güte Und sende Recht und Licht. Gieb ihnen ins Gemüthe Viel Weisheit zum Gericht. Du herrschest selbst im Land. Das Herz der Obrigkeiten Kannst du wie Bäche leiten; Es steht in deiner Hand. 5. Gieb, daß durch ihr Regieren Wir mit Zufriedenheit Ein ruhig Leben führen In durch deine Rechte und deine wahrer Frömmigkeit. Laß fie Macht gebeut. Du hast sie hochgeschätzt; Wer ihr zuwider lebet, Der troßt und widerstrebet Dem, was du selbst gesetzt. die Pfleger sein Der gläubigen Gemeine Und als getreue Freunde Ihr heilge Sorgfalt weihn. 3. Du, Gott der Ordnung, lehre mich selbst durch deinen Geist, Daß ich die Obern ehre, Wie uns dein Wort es heißt. Sie tragen ja dein Bild. Gieb, daß ich Demuth übe Und sie mit Ehrfurcht liebe, Wie du es haben willt. 6. Die uns allhier regieren, Herr, die regiere du. Laß deinen Geist sie führen, Dein Rath sprech ihnen zu. Herr Gott, du segnest gern. D walte du hienieden; Gieb deinem Volke Frieden, Durch Jesum, unsern Herrn. Phil. Friedr. Hiller, g. 1699, ft. 1769. 393. Jebe Mel. Aus meines Herzens Grunde. Kehovah, Herr und König Der Könige und Herrn, Dir ist man unterthänig, Du herrscheft nah und fern. Du, Herr im Himmelszelt, Läßt unter deinem Leiten Bestehn die Obrigkeiten, Zu herrschen in der Welt. 2. Es zeugen deine Knechte, Daß keine Obrigkeit, Als nur Für den Frieden. Frieden. 4. Das drückt uns niemand besser In unsre Seel und ist erschollen Herz hinein, Als ihr zerstörDas edle Fried- und Freuden- ten Schlösser Und Städte volwort, Daß nunmehr ruhen sol- ler Schutt und Stein; Jhr len Die Spieß und Schwer- vormals schönen Felder, Mit ter und ihr Mord. Wohl frischer Saat bestreut, Jetzt auf, und nimm nun wieder aber lauter Wälder Und dürDein Saitenspiel hervor! Dre wüste Haid; Jhr Gräber Deutschland, finge Lieder Jm voller Leichen Und tapfrem hohen, vollen Chor! Erhebe Heldenschweiß, Der Helden, dein Gemüthe Zu deinem Gott derer Gleichen Auf Erden man und sprich: Herr, deine Gnad nicht weiß. und Güte Bleibt dennoch ewiglich. 293 Für den Mel. Nun lob, mein Seel, den 2c. 394. Gott ott Lob! nun 2. Wir haben nichts verdienet, Als schwere Straf und groBen Zorn, Weil stets noch bei uns grünet Der freche, schnöde Sündendorn. Wir sind fürwahr geschlagen Mit harter, scharfer Ruth, Und dennoch muß man fragen: Wer ist, der Buße thut? Wir sind und bleiben böse, Gott ist und bleibet treu, Hilft, daß sich bei uns löse Der Krieg und sein Geschrei. 5. Hier trübe deine Sinnen, O Mensch, und laß den Thränenbach Aus beiden Augen rinnen! Beh in dein Herz und denke nach! Was Gott bisher gesendet, Das hast du nicht geacht; Nun hat er sich gewendet Und väterlich bedacht Vom Grimm und scharfen Dringen Zu deinem Heil zu ruhn, Ob er dich möchte zwingen Mit Lieb und Gutesthun. 6. Ach laß dich doch erwekten, Wach auf, wach auf, du 3. Sei tausendmal willkom- harte Welt! Eh, als das letzte mer, Du theure, werthe Frie- Schrecken Dich schnell und densgab! Jeßt sehn roir, was lich überfällt. Wer aber Chrifür Frommen Dein Bei- uns- stum liebet, Sei unerschrocknes wohnen in sich hab. In dir hat Muths. Der Friede, den er gieGott versenket all unser Glück bet, Bedeutet alles Guts. Er und Heil; Wer dich betrübt und will die Lehre geben: Das Enfränket, Der drückt sich selbst de naht herzu, Da sollt ihr bei den Pfeil Des Herzleids in das Gott leben In ewgem Fried Herze Und löscht aus Unver- und Ruh. stand Die güldne Freudenkerze Mit seiner eignen Hand. Paul Gerhardt, g. 1606, ft. 1676. 294 Beten, loben und danken. Für den Ehestand. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 395. Wie schön ists unsre Sorg uns trübt, Der beste Freund und Rather. AnJesu Christ, Im Stande, da die zu machen wir gedenken, dein Segen ist, Im Stande Wird er wohl und weislich heilger Ehe! Wie steigt und lenken. neigt sich deine Gab Und alles Gut so mild herab Aus deiner heilgen Höhe, Wenn sich An dich Fleißig halten Jung und Alten, die im Orden Eines Lebens einig worden! 5. Zwar bleibts nicht aus, es kommt ja wohl Ein Stündlein, da man leidensvoll Die Thränen lässet fließen; Jedennoch, wer sich in Geduld Ergiebt, deß Leid wird Gottes Huld In großen Freuden schließen. Size, Schwiße Nur ein wenig; unser König wird behende Machen, daß die Angst sich wende. 6. Wohl her, mein König, nah herzu! Gieb Rath im Kreuz, in Nöthen Ruh, In Aengsten Trost und Freude! Deß sollst du haben Ruhm und Preis; Wir wollen singen bester Weis Und danken alle beide, Bis wir Bei dir Deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen Ewig loben werden. Amen! 2. Wenn Mann und Weib auf dich, Herr, sehn Und unverrückt beisammen stehn Jm Bunde reiner Treue: Da geht das Glück in vollem Lauf, Da sieht man, wie der Engel Hauf Im Himmel selbst sich freue. Rein Sturm, Kein Wurm, Kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott giebet Dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Vor allem giebt er seine Gnad, In derer Schoß er früh und spat Sein Hochgeliebten heget. Da spannt sein Arm sich täglich aus, Da faßt er uns und unser Haus, Gleich als ein Vater pfleget. Da muß Mel. Es ist das Heil uns kommen her. < n Gottes Namen in Fuß Nach dem andern 396. I fang ich an, gehn und wandern, bis sie kommen In das Zelt und Sig der Frommen. 4. Sei gutes Muths! Wir sind es nicht, Die diesen Orden aufgericht: Es ist ein höhrer Vater. Der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn Paul Gerhardt, g. 1606, st. 1676. Mon Was mir zu thun gebühret, Mit Gott wird alles wohlgethan Und glücklich ausgeführet. Was man in Gottes Namen thut, Ist allenthalben recht und gut Und muß uns auch gedeihen. dhed pis aine Für den 2. Gott ists, der das Vermögen schafft, Das Gute zu vollbringen. Er giebt uns Segen, Muth und Kraft Und läßt das Wert gelingen, Daß uns ein reicher Zug entsteht Und dergestalt zur Nahrung geht, Daß wir die Fülle haben. 3. Wer erst nach Gottes Reiche tracht und bleibt auf seinen Wegen, Der wird gar leichtlich reich gemacht Durch Gottes milden Segen. Da wird der Fromme voll und satt, Daß er von seiner Arbeit hat, Auch Armen Brod zu geben. Chestand. 295 D Mel. Herr Jesu Christ, meins 2c. 397. Gott, deß gnadenvoller Rath Den Ehstand eingesetet hat, Der du ihn segnest, schüßzest, liebst Und ihm Glück, Heil und Gnade giebst: iors to drité Satans 2. Wend ab des Macht und Lift Und was sonst Ehen schädlich ist, Auf daß kein Bosheit voller Gift Bei Ehegatten Zwietracht stift. 3. Gieb Segen, wenn ihr treuer Fleiß In ihres Angesichtes Schweiß Die Nahrung sucht; gieb, daß dabei Auch stets ein rein Gewissen sei. 4. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, Er krönet 4. Gieb, daß fie mit Gebet sie mit Gnaden. Der bösen und Flehn In Lieb und EinWelt Haß, Neid und Hohn tracht zu dir gehn Und rufen Kann ihnen gar nicht schaden. dich um Segen an, Auf daß Gott decket sie mit seiner Hand, ihr Werk sei wohlgethan. Er segnet ihre Stadt, ihr Land 5. Und wenn sie Kreuz und Und füllet sie mit Freuden. Leiden drückt, So zeige, daß du 15. Ach, mein Herr Jesu, es geschickt. Hilf bald und gieb, stärke mich, Hilf mir in mei- daß sie zuletzt Dein gnadenreinen Werken; Laß du mit dei- cher Trost ergößt.n cilpa ner Gnade dich Bei meiner 6. Laß Eltern Schand und Arbeit merken. Gieb dein Ge- Sünde fliehn Und fromme deihen selbst dazu, Daß ich in Kinder auferziehn, Daß Eiallem, was ich thu, Ererbe nigkeit, Zucht, Scham und deinen Segen. Treu Zu aller Zeit im Wachsthum sei. 6. Nun, Jesu, komm und bleib bei mir. Die Werke meiner Hände Befehl ich, liebster Heiland, dir. Hilf, daß ich sie vollende Zu deines Namens Herrlichkeit, Und gieb, daß ich zur Abendzeit Erwünschten Lohn empfange. Salomo Liscov, g. 1640, ft. 1689. 7. Laß, die im Ehestande stehn, Sich, Herr, durch dich gesegnet sehn. Gieb, daß sie deinen Willen thun Und unter deinem Schuße ruhn. 8. O treuer Gott, wir bitten dich, Regiere fie stets gnädiglich, Erhalte sie die Lebens 4 Beten, loben und danken. 296 zeit In deiner Furcht und Heiligkeit. 9. So bringen sie dir Lebenslang Für solche Gnade herzlich Dank, Bis dich, Gott Vater, Sohn und Geist, Jhr froher Mund dort ewig preist. auch meiner Kinder Gott, Laß fie doch in keiner Noth, Auch im Glücke nicht verderben, Bis sie endlich selig sterben. 5. Schüße sie vor bösen Leuten Und vor der Verführer Schaar. Laß doch ihren Fuß nicht gleiten; Laß sie ihre LeMel. Wie nach einer Wasserquelle. bensjahr In der Gnade bringen 398. Sorge doch für zu, Bis du sie nach mir zur meine Kinder, Ruh Wirst ins kühle Grab verVater, nimm dich ihrer an. senken Und die Seligkeit uns Sind sie gleich vor dir nur schenken. Sünder, Sind sie dir doch zu- 6. Können sie auf dieser Ergethan Und durch deines Soh- den Deinem Reich, so dirs genes Blut Gleichwohl dein er- fällt, Und dem Nächsten nüßworbnes Gut, In der Tauf lich werden, So laß in der dir übergeben, Dein zu sein ganzen Welt Ihnen, wo sie in Tod und Leben. Gimmer gehn, Deine Furcht vor 2. Du haft fie bisher ernäh- Augen stehn, Daß sie dich in ret Und so manchem Unglücks- Thun und Lassen Stets in ihre fall Mehr als väterlich geweh- Herzen faffen. ret, Welcher sonsten überall Leichtlich hätte sie gestürzt, Ja, ihr Leben abgekürzt; Aber deine Vatertreue Bleibt bei ihnen täglich neue. 3. Sollt ich dir für solche Güte, Herr, nicht stets verpflichtet sein Und mit dankbarem Gemüthe Solchen Glücks- und Segensschein Rühmen und vor jedermann Deine Wohlthat zeigen an! Ach so würd ich ganz vermessen Gottes, meines Heils, vergessen! 7. Endlich, wenn die Jahr verflossen, Daß sie diese Le benszeit Hier in Gottesfurcht genossen Und sie in die Ewigfeit Sollen ihren Eintritt thun: So laß alle Schmerzen ruhn Und laß sie nach sanftem Sterben Glaubensvoll den Himmel erben. 8. Gönne mir die große Freude, Daß am lieben jüngsten Tag Nach so vielem Kreuz und Leide Ich mit Jauchzen sagen mag: Siehe, Vater, ich bin hier Nebst den Kindern, die du mir In der Welt einst haft gegeben! Ewig will ich dich er3. L. Schloffer, g. 1702, st. 1754. 4. Herr, du bists, was mich ergößet, Meiner Seelen Trost und Heil, Das mein Herz am höchsten schäßet; Herr, du bist heben! mein Gut und Theil. Bleib Im Sommer. Im Sommer. Mel. Heut singt die liebe Christenheit. eh aus, mein schaar Fleucht hin und her, ſucht hier und dar Jhr edle Honigspeise. Des süßen Weinstocks starker Saft Bringt täglich neue Stärk und Kraft In seinem schwachen Reise. 399. Herz, und suche Freud In dieser lieben Sommerzeit An deines Gottes Gaben. Schau an der schönen Gärten Zier Und siehe, wie sie mir und dir Sich ausgeschmücket haben. 20 2. Die Bäume stehen voller Laub, Das Erdreich decket seinen Staub Mit einem grünen Kleide. Narcissus und die Tulipan, Die ziehen sich viel schöner an, Als Salomonis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, Das Täublein fleucht aus seiner Kluft Und macht sich in die Wälder. Die hochbe gabte Nachtigall Ergößt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Thal und Felder. 297 5. Die Bächlein rauschen in den Sand Und malen sich und ihren Rand Mit schattenreichen Myrthen. Die Wiesen liegen hart dabei Und klingen ganz von Luftgeschrei Der Schaf und ihrer Hirten. 6. Die unverdroßne Bienen7. Der Waizen wächset mit Gewalt; Darüber jauchzet Jung und Alt Und rühmt die große Güte Deß, der so überflüssig labt Und mit so manchem Gut begabt Das menschliche Gemüthe. 8. Ich selbsten kann und mag nicht ruhn; Des großen Gottes großes Thun Erweckt mir alle Sinnen. Ich finge mit, weil alles fingt, und lasse, was dem Höchsten klingt, Aus meinem Herzen rinnen. 9. Ach, denk ich, bist du hie 4. Die Glucke führt ihr Völk- so schön Und läßt dus uns so lein aus, Der Storch baut lieblich gehn Auf dieser armen und bewohnt sein Haus, Das Erden: Was will doch wohl Schwälblein speist ihr Jungen. nach dieser Welt Dort in dem Der schnelle Hirsch, das leichte reichen Himmelszelt Und güldNeh Ist froh und kommt aus nen Schlosse werden! seiner Höh Ins tiefe Gras geſprungen. 10. Welch hohe Lust, welch heller Schein Wird dort in Christi Garten sein! Wie muß es da wohl klingen, Da so viel tausend Seraphim Mit unverdroßnem Mund und Stimm Ihr Hallelujah fingen! 11. D wär ich da! O ständ ich schon, Ach süßer Gott, vor deinem Thron Und trüge meine 298 Beten, loben und danken. Palmen: So wollt ich nach der Seelen früh und spat Viel Engel Weis Erhöhen deines Glaubensfrücht erziehe. Namens Preis Mit tausend schönen Psalmen! buso 12. Doch will ich gleichwohl, weil ich noch Hier trage dieses Leibes Joch, Auch nicht gar stille schweigen. Mein Herze joll sich fort und fort An diesem und an allem Ort zu deinem Lobe neigen. 14. Mach in mir deinem Geiste Raum, Daß ich dir werd ein guter Baum, Den deine Kräfte treiben. Verleihe, daß zu deinem Ruhm Ich deines Gartens schöne Blum Und Pflanze möge bleiben. 15. Erwähle mich zum Paradeis Und laß mich bis zur leßten Reis An Leib und Seele grünen: So will ich dir und deiner Ehr Allein, und sonsten keinem mehr, Hier und dort 13. Hilf nur und segne meinen Geist Mit Segen, der vom Himmel fleußt, Daß ich dir stetig blühe. Gieb, daß der Sommer deiner Gnad In meiner ewig dienen. -100) 13000 830 Mel. O daß ich tausend 400. Paul Gerhardt, g. 1606, st. 1676. 10.8 Nach der Ernte. Zungen 2c. Wolke, so das Land begießt, Des Himmels Thau, der Sonne Strahl, Sind deine Diener allzumal. Gott, von dem wir al les haben, Die Welt ist ein sehr großes Haus; Du aber 4. Und also wächst des theilest deine Gaben Recht wie Menschen Speise; Der Acker ein Vater drinnen aus. Dein selbst wird ihm zu Brod. Es Segen macht uns alle reich. mehret fich vielfältger Weise, Ach lieber Gott, wer ist dir Was anfangs schien, als wär gleich! es todt, Bis in der Ernte Jung und Alt Erlanget ſeinen Unterhalt. 2. Wer kann die Menschen alle zählen, Die heut bei dir zu Tische gehn! Doch darf die Nothdurft keinem fehlen; Denn du weißt allem vorzustehn Und schaffest, daß ein jedes Land Sein Brod empfängt aus deiner Hand. 5. Nun, Herr, was soll man mehr bedenken? Der Wunder sind hier gar zu viel! So viel, als du, kann niemand schenken, Und dein Erbarmen hat kein Ziel; Denn immer wird uns mehr beschert, Als wir zusammen alle werth. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung jäet Und endlich auch die Frucht genießt. Der Wind, 6. Wir wollens auch keinmal der durch die Felder wehet, Die vergessen, Was uns dein Segen Nach der Ernte. 299 5. O allerliebster Vater, Du hast viel Dank verdient! Du mildester Berather Machst, daß uns Segen grünt. Wohlan, dich loben wir Für abgewandten Schaden, Für viel und große Gnaden; Herr Gott, wir danken dir! träget ein. Ein jeder Bissen, den wir essen, Soll deines Namens Denkmal sein; Und Herz und Mund soll lebenslang Für unfre Nahrung sagen Dank. Caspar Neumann, g. 1648, st. 1715. dojuisting Mel. Aus meines Herzens Grunde. ie Ernt ist nun 401. Die zu Ende, Der Segen eingebracht, Woraus Gott alle Stände Satt, reich und fröhlich macht. Der alte Gott lebt noch! Man kann es deutlich merken An so viel Liebeswerken; Drum preisen wir ihn hoch. 6. Zum Danke kommt das Bitten: Du wollest, frommer Gott, Vor Feuer uns behüten, Und aller andern Noth. Gieb friedenvolle Zeit; Erhalte deine Gaben, Daß wir uns damit laben; Regier die Obrigfeit. 7. Besonders laß gedeihen 2. Wir rühmen seine Güte, Dein reines wahres Wort, Die uns das Feld bestellt Und Daß wir uns dessen freuen, oft ohn unsre Bitte Gethan, Und auch an unserm Ort Dies was uns gefällt; Die immer gute Samenkorn Verlangte noch geschont, Obgleich wir gottlos leben; Die Freud und Ruh gegeben, Daß jeder sicher wohnt. Früchte bringe, Und wir in allem Dinge Recht fromme Leute sein. 3. Er hat sein Herz geneiget, Uns Sünder zu erfreun; Genugsam sich bezeiget Durch Regen, Sonnenschein. Wards aber nicht geacht, So hat er sich verborgen Und durch verborgnes Sorgen Zum Besten uns gebracht. of 8. Gieb, daß zu dir uns lenket, Was du zum Unterhalt Des Leibes hast geschenket; Daß wir dich mannigfalt In deinen Gaben sehn, Mit Herzen, Mund und Leben Dir Dank und Ehre geben; D laß es doch geschehn! 9. Kommt unsers Lebens 4. 3war manchen schönen Ende, So nimm du unsern Segen Hat böses Thun ver- Geist In deine Vaterhände, Da derbt, Den wir auf guten We- er der Ruh geneußt, Da ihm gen Noch hätten sonst geerbt; kein Leid bewußt: So ernten Doch hat Gott mehr gethan wir mit Freuden Nach ausgeAus unverdienter Güte, Als standnem Leiden, Die Garben Mund, Herz und Gemüthe Nach voller Lust. Würden rühmen kann. Gottfr. Tollmann, um 1730. Beten, loben und danken. Am Morgen. a. Am Sonntag. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Preis, Uns auch bewahrt so 402. Heut eut ist des Her- manches Jahr In vieler Trübren Ruhetag: sal und Gefahr: Hallelujah! Vergesset aller Sorg und Plag, 8. Hilf, daß wir alle deine Treibt eure Wochenarbeit nicht, Werk, Voll Weisheit, Güte, Kommt vor des Höchsten Angesicht. Hallelujah! Macht und Stärk, Erkennen und je mehr und mehr Ausbreiten deines Namens Chr. Hallelujah! hom.( 2. Kommt her und fallt auf eure Knie Vor Gottes Majestät allhie; Es ist sein Heiligthum und Haus, Wer Sünde liebt, gehört hinaus. Hallelujah! 9. D liebster Heiland Jesu Christ, Der du vom Tod erstanden bist, Richt unsre Herzen auf zu dir, Daß sich der Sündenschlaf verlier. Hallelujah! 3. Rühmt unsers Gottes Wunderthat, Da er aus Nichts erschaffen hat Den Himmel und die ganze Welt, Und was dieselbe in sich hält. Hallelujah! 10. Gieb deiner Auferstehung Kraft, Daß dieser Trost ja bei uns haft, Und wir uns drauf verlassen fest, Wenn uns nun alle Welt verläßt. Hallelujah! 11. O heilger Geist, laß uns dein Wort So hören heut und immerfort, Daß sich in uns durch deine Lehr Glaub, Lieb und Hoffnung reichlich mehr. Hallelujah! 300 4. Erkennt mit dankbarem Gemüth, Wie er allein durch seine Güt Uns täglich schüßet und ernährt Und manches Unglück von uns kehrt. Hallelujah! 5. Denkt auch, daß heut geschehen ist Die Auferstehung Je= su Christ, Dadurch die wahre Freudigkeit In aller Noth uns ist bereit. Hallelujah! 6. Drum wollen wir begehn mit Fleiß Den Tag nach rechter Christen Weis; Wir wollen aufthun unsern Mund Und sagen dies von Herzensgrund: Hallelujah! 7. Gott, der du den Erdentreis Erschaffen haft zu deinem 12. Erleuchte uns, du wahres Licht, Entzeuch uns deine Gnade nicht; All unser Thun also regier, Daß wir Gott preisen für und für. Hallelujah! 13. Gott Vater, Sohn und Geist, verleih, Daß dieser Tag dir heilig sei, Wir auch die Sabbathsruh und Freud Erlangen drauf in Ewigkeit. Hallelujah! Nic. Selnecker, g. 1532, ft. 1592. Am Morgen. 301 Mel. Du Geist des Herrn, der 2c. den ersten, ihm dafür. Der erste A માં 403. Auf, auf, mein wird die andern sechſe zieren, Herz und du Wirst du heut Gott im Mund mein ganzer Sinn, Wirf al- und Herzen führen. les heut, was Welt ist, von dir hin! Heut hat das Werk der Schöpfung angefangen, Da diesem Rund das Licht ist aufgegangen. 8. Am ersten du nach Gottes Reiche tracht, Obschon die Welt nur deiner Andacht lacht. Der Schad ist ihr; dir aber wirds gedeihen. Gott alles Glück auf dich wird reichlich streuen. 2. Auf, auf, mein Herz, wirf alles Jrdsche ab! Heut Jesus ist erstanden aus dem Grab. Heut 9. An diesem Tag hab deine hat er sein Erlösungswerk geendet! Heut hat er auch den Geist herabgesendet. 3. Dies heilig Heut heißt dich auch heilig sein; Gott die sen Tag bei dir will ziehen ein. So ruhe du von Arbeit und von Sünden, Daß er in dir mög seine Ruhe finden. Lust am Herrn. Was wünscht dein Herz, wird er dir geben gern. Befiehl Gott heute deine Weg und Sachen Und hoff auf ihn; gewiß, er wirds wohl machen. 10. Wirst du ihm aber nehmen seinen Tag, So macht er dir die Woche voller Plag. Wer ehret Gott, den ehrt er auch auf Erden; Wer ihn veracht, soll auch verachtet werden. Joh. Heinr. Califius, g. 1638, ft. 1698. 4. Gott giebet dir sechs Tage für den Leib: Der siebente der Seelen eigen bleib. Sie muß ja auch von sieben einen haben, Daß sie sich mög mit Himmelsſpeise laben. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 5. Viel Sünden dir die Wo- 404. Nicht vom Licht, che ladet auf: An diesem Tag erleuchte mit Bitten Gnade kauf. Leg ab Bei dem neuen Tageslichte. die Last, geh, Gottes Wort zu hören; Dies laß dir heut die Wochenwege lehren. Gnadensonne, zeige dich Meinem muntern Angesichte; Wohne mir mit Glanze bei, Daß mein Sabbath fröhlich sei. 2. Brunnquell aller Seligkeit, Laß mir deine Ströme fließen; Mache selbst mein Herz bereit, Deiner Gnade zu genieBen; Streu das Wort mit Segen ein, Laß es hundertfrüch6. Sechs Tage dich Gott segnet, schüßt und nährt: Heut er dafür mit Dank will sein geehrt. Der erste soll heut für die andern bitten, Daß Gott sie woll mit Segen überschütten: 7. Gott wöchentlich giebt fieben Tage dir: Gieb einen du, tig sein. 302 Beten, loben und danken. 3. Zünde selbst das Opfer ruhen hat erlaubt, Da Gott zu an, Daß auf meinen Lippen lie- ruhen hat befohlen Und selbst get. Sei mir Weisheit, Licht die Ruhe eingeweiht. Auf! auf! und Bahn, Daß kein Irrthum du hast vorhin viel Zeit Dem mich betrüget, Un kein fremdes Dienst des Herren abgestohlen. Feuer brennt, Welches dein Altar nicht fennt. 2. Auf, laß Aegyptens eitles Wesen, Die Stoppeln und 4. Laß mich heut und alle die Ziegel stehn. Du sollst zeit Heilig, heilig, heilig! fin- bethautes Manna lesen Und gen, und mich in die Ewig- in des Herren Tempel gehn, feit Mit des Geistes Flügeln Ihm zu bezahlen deine Pflichschwingen. Gieb mir einen Vorschmack ein, Wie es mag im Himmel sein. ten Und zur Vermehrung jeines Ruhms Die Werke deines Priesterthums In tiefster Andacht zu verrichten. 5. Ruh in mir und ich in dir, Bau ein Paradies im Herzen. Offenbare dich doch mir Und geuß deiner Andacht Kerzen Immer neue Nahrung zu, Heilge Liebesflamme du. 6. Dieser Tag sei dir geweiht. Weg mit allen Eitelkeiten! Ich will deiner Herrlichkeit Einen Tempel zubereiten, Nichts sonst wollen, nichts sonst thun, Als in deiner Liebe ruhn. 7. Du bist mehr, als Salomon: Laß mich deine Weisheit hören. Ich will deinen Gnadenthron Mit gebeugten Knieen ehren, Bis mir deine Sonne lacht Und den schönsten Sonntag macht. Benjamin Schmolf, g. 1672, st. 1737, 3. Mein Gott, ich bin vor dir erschienen Und gebe auf dein Winken Acht. Wie kann ich dir gefällig dienen, Wenn mich dein Geist nicht tüchtig macht? Wie wird mein Herz in dir erfreuet, Wenn er nicht stillt der Sünden Qual? Wie bet ich, wenn er meine Schal Mit reinem Weihrauch nicht bestreuet? im 4. Kann meine Harfe lieblich klingen, Wenn sie dein Finger nicht berührt? Kann ich die düstre Nacht durchdringen, Wenn dieser Leitstern mich nicht führt? Kann ich ein süßes Opfer weronden, Wenn diese Flamm nicht in mich fährt Und mich in deiner Lieb verzehrt Und hebet von dem Staub der Erden? 405. Mel. Mein Jesu, dem die zc. eschwertes Herz, 5. Mein Jesus hat mein Herz leg ab die Sor- so theuer Zu seinem Tempel eingen! Erhebe dich, gebeugtes geweiht: Hier ist dein Herd, Haupt! Es kommt der ange- hier ist dein Feuer, Die Fülle nehme Morgen, Da Gott zu deiner Herrlichkeit, Dein Heilig Am Morgen, 303 thum, dein Stuhl der Gnade, zu thun. Denn ich brauche alle Dein Licht und Recht, das Him- Kräfte, In dem höchsten Gott melsbrod; Des Geistes Frucht zu ruhn. Heut schickt keine Arund dein Gebot Erfüllen diese beit sich, Als nur Gotteswerk, Bundeslade. für mich. 091910 6. Wenn sich des Lebens Werk- 5. Wie soll ich mich heute tag enden, Ruh ich, von allem schmücken, Daß ich Gott gefalFrohndienst los; Mein Geist in len mag? Jesus wird die Kleideinen Vaterhänden, Mein Leib der schicken, Die ich ihm zu in seiner Mutter Schoß; Bis Ehren trag. Sein Blut und beides feiern wird dort oben, Gerechtigkeit Jst das schönste Wo man in sicherm Frieden Sonntagskleid. ruht, Nichts denfet, redet oder thut, Als dich zu lieben, dich zu loben. Mel. Gott des Himmels und der 2c. 406. Hallelujah! Schö- ſpeiſt. allelujah! 6. Ich will in der Zionsstille Heute voller Arbeit sein; Denn da sammle ich die Fülle Von den höchsten Schäßen ein Wenn mein Jesus meinen Geist Mit dem Wort des Lebens Schö- speift. pink you along bro arg ner Morgen, 7. Herr, ermuntre meine Schöner, als man denken mag! Sinnen und bereite selbst die Heute fühl ich keine Sorgen; Brust; Laß mich Lehr und Trost Denn das ist ein lieber Tag, gewinnen, Gieb zu deinem Der durch seine Lieblichkeit Manna Lust, Daß mir deines Recht das Innerste erfreut. Wortes Hall Recht tief in mein Herze fall. 2. Süßer Ruhetag der Seelen, Sonntag, der voll Lichtes 8. Segne deiner Knechte Lehist, Heller Tag der dunkeln ren, Deffne selber ihren Mund. Höhlen, Zeit, in der der Se- Mach mit allen, die dich högen fließt, Stunde voller Se- ren, Heute deinen Gnadenbund, ligkeit: Du vertreibst mir al- Daß, wenn man hier bet und les Leid. mai Sofor fingt, Solches in dein Herze dringt. Bernh. Walther Marperger, g. 1681, st. 1746. 700 30 nurs 3. Ach wie schmeck ich Gottes Güte Recht als einen Mor- 9. Gieb, daß ich den Tag genthau, Die mich führt aus beschließe, Wie er angefangen meiner Hütte Zu des Vaters ist. Segne, pflanze und begrüner Au! Da hat wohl die gieße, Der du Herr des SabMorgenstund Edlen Schaß und baths bist, Bis ich einst auf Gold im Mund. jenen Tag Ewig Sabbath halten mag. 11900 Jonathan Krause, g. 1701. 4 Nuht nur, meine Weltgeschäfte! Heute hab ich sonst 304 Beten, loben und danken. b. Am Morgen insgemein. Mel. Chrift, der du bist der helle zc.| mir mein Sünd vergeben, Wo407. Die helle Sonn mit in diesem Leben Ich hab herfür! Fröhlich vom Schlaf 3. Du wollst mich auch beaufstehen wir. Gott Lob, der hüten Gnädiglich diesen Tag uns heut diese Nacht Behütet Vor Teufels List und Wüthen, vor des Teufels Macht! Vor Sünden und vor Schmach, 2. Herr Christ, den Tag Vor Feur und Wassersnoth, uns auch behüt Vor Sünd Vor Armuth und vor Schanund Schand durch deine Güt. den, Vor Ketten und vor BanLaß deine lieben Engelein Un- den, Vor bösem, schnellen ser Hüter und Wächter sein. Tod. 3. Daß unser Herz im Ghor- 4. Mein Seel, mein Leib sam leb, Deinm Wort und und Leben, Gemahl, Gut, Ehr Willn nicht widerstreb, Daß und Kind In deine Hand wir dich stets vor Augen habn thu geben, Dazu mein HausIn allem, was wir fangen an. gesind,' s ist dein Geschenk 4. Laß unser Werk gerathen und Gab, Mein Eltern wohl, Was ein jeder ausrich- und Verwandten, Geschwister ten soll, Daß unser Arbeit, Müh und Fleiß Gereich zu deinem Lob und Preis. und Bekannten Und alles, was ich hab. Nic. Hermann, ft. 1561. 5. Gott will ich lassen rathen, Der alle Ding vermag; Er segne meine Thaten, Mein Bornehmen und Sach. Ihm hab ich heimgestellt Mein Leib, mein Seel, mein Leben Und was er sonst gegeben; Er machs, wies ihm gefällt. 6. Darauf so sprech ich Amen Und zweifle nicht daran, Gott wird es alls zusammen In Gnaden sehen an; Und streck 2. Daß du mich haft aus nun aus mein Hand, Greif an Gnaden In der vergangnen das Werk mit Freuden, Dazu Nacht Vor Gfahr und allem mich Gott bescheiden In meinm Schaden Behütet und bewacht. Ich bitt demüthiglich: Wollst Beruf und Stand. 408. Aus meines Herzens Grunde Sag ich dir Lob und Dank In dieser Morgenstunde, Dazu mein Sebenlang, Gott, in deinem Thron, Dir zu Lob, Preis und Ehren Durch Christum, unfern Herren, Dein eingebornen Sohn; 1 - Joh. Mathesius, g. 1504, st. 1565. Am Morgen. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 409. Brich an, du schönes Morgenlicht und mache munter mein Gesicht, Laß deine Strahlen glimmen! Brich an, du theure Andachtsflamm, Aus deinem heißen Herzensstamm Ein Danklied anzustimmen! Weiset, Preiset Den mit Loben, der von oben mich behütet Und mit Segen überschüttet. 2. Ach Gott, mein Gott, ich danke dir, Von ganzem Herzen, daß du mir Verliehen deine Güte Und mich in dieser finstern Nacht Durch deine Engel haft bewacht An Leib, Seel und Gemüthe, Daß ich Fröhlich Meine Glieder habe wieder ohn Verleßen Mögen aus der Ruhe setzen. 305 Und die Welt für nichts zu achten. 5. Regiere mich mit deinem Geist, Der mir den Weg zum Himmel weist, Auf daß ich überwinde Und deine reiche Segenshand In meiner Nahrung oder Stand Zu jeder Zeit empfinde, Bis ich Endlich Werd mit Freuden davon scheiden und mit Singen Dir ein neues Danklied bringen. Vor 1709. Mel. Wo Gott zum Haus nicht giebt sein Gunst. as walt Gott 410. Da Vater und Gott Sohn, Gott heilger Geist ins Himmels Thron! Man dankt dir, eh die Sonn aufgeht; Wenns Licht anbricht, man vor dir steht. 2. Drum beug ich diesen Morgen früh In rechter Andacht meine Knie Und ruf zu 3. Ach gieb, o treues Vaterherz, Daß alle Sünden, Angst und Schmerz Mit dieser Nacht vergehen; Daß ich in deiner Gnad und Huld Auch dir mit heller Stimm: Dein jebund möge ohne Schuld Recht geistlich auferstehen. Laß mich Christlich Meine Sorgen die sen Morgen so erwägen, Daß ich spüre deinen Segen. Ohr neig, meine Red vernimm! 3. Ich rühm von Herzen deine Güt, Weil du mich gnädig haft behüt, Daß ich nun hab die finstre Nacht In Ruh und Friede zugebracht. 4. Herr Jesu, leite meinen Gang, Daß ich forthin mein Lebenlang Nach deinem Willen walle. Behüte mir mein Seel und Leib; Mich selbst in deine Hände schreib, Damit ich ja nicht falle. Ach gieb, Mein Lieb, Deine Wunden 5. Dein Geist mein Leib und alle Stunden zu betrachten Seel regier Und mich mit sei4. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, Nimm mich auch diesen Tag in Hut; Laß deine liebsten Engelein Mein Wächter und Gefährten sein. 20 306 Beten, loben und danken. nen Gaben zier; Er führ mich Satan nicht verleß, Noch mich heut anf rechter Bahn, Daß in Schand und Schaden setz. ich was Guts vollbringen kann. 3. Des Vaters Huld mich 6. Gieb, daß ich meine Werk heut anblick; Des Sohnes und Pflicht Mit Freuden diesen Güte mich erquick; Des heilTag verricht Zu deinem Lob gen Geistes Glanz und Schein und meinem Nutz Und meinem Erleucht meins finstern HerNächsten thue Guts. zens Schrein. 4. Mein Schöpfer, steh mir kräftig bei! O mein Erlöser, hilf mir frei! O Tröster werth, weich nicht von mir; Mein Herz mit deinen Gaben zier! 7. Hilf, daß ich zu regieren wiß Mein Augen, Ohren, Händ und Füß, Mein Lippen, Mund und ganzen Leib; All bös Begierden von mir treib. 5. Herr, segne und behüte mich! Erleuchte mich, Herr, gnädiglich! Herr, heb auf mich dein Angesicht und deinen Frieden auf mich richt! Martin Behemb, g. 1557, ft. 1622. 8. Bewahr mein Herz vor Sünd und Schand, Daß ich, vom Uebel abgewandt, Mein Seel mit Sünden nicht be schwer Und mein Gewissen nicht versehr. 9. Mein Aus- und Eingang heut bewahr, Daß mir kein Mel. Auf meinen lieben Gott. Uebel widerfahr. Behüte mich 412. Der ſchöne Tag vor wo mir Hülf ist noth. Nacht ist abgethan, Die Fin10. Amen! O mein Herr sterniß vergangen. Laß uns Jesu Christ, Der du für mich dein Licht umfangen, Du ungestorben bist, Gieb aus Gna- fre Sonn und Leben, den nach dieser Zeit Die ewge Welt zum Heil gegeben. Freud und Seligkeit. Der Martin Behemb, g. 1557, ft. 1622. 2. Befiehl der Engel Schaar, Daß sie uns heut bewahr. Wenn du die Hand ausstrektest Und uns damit bedeckest, So muß sammt unsern Sünden Das Uebel von uns schwinden. Mel. Herr Jesu Christ, meins 2c. 411. heilige Dreifaltigkeit, Du hochgelobte Einigkeit, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, Heut diesen Tag mir Beistand Leiſt! 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, Daß mir kein Böses widerfahr, Daß mich der im Glauben stehen. 3. Laß uns in deiner Hut Das thun, was recht und gut, Und gleich als Kinder leben, Die dir sich ganz ergeben, In deinen Wegen gehen und fest Am Morgen. 307 4. Beföllt uns Kreuz und dein Gericht, Jch davor erNoth, So hilf, du treuer Gott, schrecke nicht. Daß wir in allen Stücken Uns drein geduldig schicken; Denn dir nicht widerstreben Ist ja das beste Leben. 5. Führe mich, o Herr, und leite Meinen Gang nach deinem Wort; Sei und bleibe du auch heute Mein Beschüßer und mein Hort. Nirgends, als bei dir allein, Kann ich recht bewahret sein. 5. Gieb Speis und Trank dem Leib, Daß er bei Kräften bleib; Und soll die Seele scheiden, So seis zu deinen Freu- 6. Meinen Leib und meine den, Daß wir auf deinen Namen Getroft hinfahren. Amen! Aug. Buchner, g. 1591, st. 1661. Seele Sammt den Sinnen und Verstand, Großer Gott, ich dir befehle Unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, Nimm mich auf, dein Eigenthum! que 7. Deinen Engel zu mir sende, Der des bösen Feindes Macht, List und Anschläg von mir wende Und mich halt in guter Acht, Der auch endlich mich zur Ruh Trage nach dem Himmel zu. 8. Höre, Gott, was ich begehre, Vater, Sohn und heilger Geist! Meiner Bitte mich gewähre, Der du selbst mich bitten heißt; So will ich dich hier und dort Herzlich preisen fort und fort. Heinr. Albert, g. 1604, ft. 1668. 413. G Gott ott des Him mels und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, Der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, Des sen starke Hand die Welt, Und was drinnen ist, erhält: di 2. Gott, ich danke dir von Herzen, Daß du mich in dieser Nacht Vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen Hast behütet und bewacht, Daß des bösen Feindes List Mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden Jeßt mit dieser lapus Nacht vergehn. Herr Jefu, 414. Die güldne SonWunden offen stehn, Wo alleine und Wonne, Bringt unsern Hülf und Rath Ist für mei- Gränzen Mit ihrem Glänzen ne Missethat. Ein herzerquickendes, liebliches 4. Hilf, daß ich mit diesem Sicht. Mein Haupt und GlieMorgen Geistlich auferstehen der, Die lagen darnieder; Aber mag Und für meine Seele nun steh ich, Bin munter und forgen, Daß, wenn nun dein fröhlich, Schaue den Himmel großer Tag Uns erscheint und mit meinem Gesicht. ult 308 Beten, loben und danken. 2. Mein Auge schauet, was mit Sünde, Das tilge geschwinGott gebauet Zu seinen Ehren de Von meinem Herzen und Und uns zu lehren, Wie sein wirf es hinaus. Vermögen sei mächtig und groß, Und wo die Frommen Dann sollen hinkommen, Wenn sie mit Frieden Von hinnen geschieden Aus dieser Erden vergänglichem Schoß. 7. Menschliches Wesen, Was ists gewesen? In einer Stunde Geht es zu Grunde, Sobald die Lüfte des Todes drein wehn. Alles in allen Muß brechen und fallen; Himmel und Erden, Die müssen das werden, Was sie gewesen vor ihrem Bestehn. 8. Alles vergehet; Gott aber stehet Ohn alles Wanken; Seine Gedanken, Sein Wort und Willen hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden, Die nehmen nicht Schaden, Heilen im Herzen Die tödtlichen Schmerzen, Halten uns zeitlich und ewig gesund. Em doll 9. Gott, meine Krone, Vergieb und schone! Laß meine Schulden In Gnad und Hulden Aus deinen Augen sein abgewandt. Sonsten regiere Mich, lenke und führe, Wie dirs gefället: Ich hab gestellet Alles in deine Beliebung und Hand. drout it 10. Willst du mir geben, Womit mein Leben Ich kann ernähren, So laß mich hören Allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste, das Beste, Gott ist das Süßte und Allergewißte, Aus allen Schäßen der edelste Hort. 6. Laß mich mit Freuden Ohn alles Neiden Sehen den Segen, Den du wirst legen 11. Willst du mich kränken, In meines Bruders und Nähe- Mit Gallen tränken, Und soll sten Haus. Geiziges Brennen, von Plagen Jch auch was traUnchriftliches Rennen Nach Gut gen: Wohlan, so mach es, wie purs 3. Lasset uns singen, Dem Schöpfer bringen Güter und Gaben; Was wir nur haben, Alles sei Gotte zum Opfer gesetzt. Die besten Güter Sind unsre Gemüther; Dankbare Lieder Sind Weihrauch und Widder, An welchen er sich am meiften ergößt. 4. Abend und Morgen Sind seine Sorgen; Segnen und mehren, Unglück verwehren Sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, So ist er zugegen; Wenn wir aufstehen, So läßt er aufgehen Ueber uns seiner Barmherzigkeit Schein. 5. Ich hab erhoben Zu dir hoch droben All meine Sinnen; Laß mein Beginnen Ohn allen Anstoß und glücklich ergehn. Laster und Schande, Des Satanas Bande, Fallen und Tücke Treib ferne zurücke; Laß mich auf deinen Geboten bestehn. Am Morgen. 309 Lobet den Herren! dir es beliebt! Was gut und überall in deiner Gnade stehen. tüchtig, Was schädlich und nichtig Meinem Gebeine, Das weißt du alleine; Haft niemals keinen zu sehre betrübt. 6. Treib unsern Willen, Dein Wort zu erfüllen. Lehr uns verrichten heilige Geschäfte, Und 12. Kreuz und Elende, Das wo wir schwach sind, da gieb nimmt ein Ende. Nach Mee- du uns Kräfte. Lobet den resbrausen Und Windessausen Herren! Leuchtet der Sonne gewünsch7. Richt unsre Herzen, Daß tes Gesicht. Freude die Fülle wir ja nicht scherzen Mit deiUnd selige Stille Hab ich zu warten Sm himmlischen Garten: Dahin sind meine Gedanken gericht. nen Strafen, sondern fromm zu werden Vor deiner Zukunft uns bemühn auf Erden. Lobet den Herren! Paul Gerhardt, g. 1606, ft. 1676. 415. Lobet den Herren Alle, die ihn ehren! Laßt uns mit Freuden seinem Namen singen und Preis und Dank zu seinem Altar bringen. Lobet den Herren! Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 2. Der unſer Leben, Das er 416. Wach auf, mein uns so väterlich bedecket Und aus singe Dem Schöpfer aller Dindem Schlaf uns fröhlich auf- ge, Dem Geber aller Güter, erwecket: Lobet den Herren! Dem frommen Menschenhüter! 3. Daß unsre Sinnen Wir noch brauchen können Und Händ und Füße, Zung und Lippen regen, Das haben wir zu danten seinem Segen. Lobet den Herren! 8. Herr, du wirst kommen Und all deine Frommen, Die sich bekehren, gnädig dahin bringen, Da alle Engel ewig, ewig singen: Lobet den Herren! Paul Gerhardt, g. 1606, ft. 1676. 4. O treuer Hüter, Brunnen aller Güter, Ach laß doch ferner über unser Leben Bei Tag und Nacht dein Hut und Güte schweben! Lobet den Herren. 5. Gieb, daß wir heute, Herr, durch dein Geleite Auf unsern Wegen unverhindert gehen Und 2. Heut, als die dunkeln Schatten Mich ganz umfangen hatten, Hat mich kein Leid versehret; Du, Vater, hafts verwehret. 3. Du sprachst: Mein Kind, nun liege Troß dem, der dich betrüge. Schlaf wohl, laß dir nicht grauen; Du sollst die Sonne schauen. 4. Dein Wort, das ist gesche hen; Ich kann das Licht noch sehen, Von Noth bin ich befreiet, Dein Schuß hat mich verneuet. 310 Beten, loben und danken. 5. Du willst ein Opfer ha- Und erweck uns Herz und Muth ben: Hier bring ich meine Ga- Bei erstandner Morgenröthe, ben; Mein Weihrauch, Farr Daß wir, eh wir gar vergehn, und Widder Recht aufstehn. bet und Lieder. Sind mein Ge6. Die wirst du nicht verschmähen; Du kannst ins Herze sehen und weißt wohl, daß zur Gabe Ich ja nichts Bessers habe. 7. So wollst du nun vollenden Dein Werk an mir und senden, Der mich an diesem Tage Auf seinen Händen trage. 8. Sprich Ja zu meinen Thaten, Hilf selbst das Beste rathen; Den Anfang, Mittl und Ende, Ach Herr, zum Besten wende. 9. Mit Segen mich beschütte, Mein Herz sei deine Hütte; Dein Wort sei meine Speise, Bis ich gen Himmel reise. Paul Gerhardt, g. 1606, st. 1676. 4. Laß uns ja das Sündenkleid Durch des Bundes Blut vermeiden, Daß uns die Gerechtigkeit möge als ein Rock bekleiden, Und wir so vor aller Bein Sicher sein. 2. Deiner Güte Morgenthau Fall auf unser matt Gewissen. Laß die dürre Lebensau Lauter füßen Trost genießen, Und erquick uns, deine Schaar, Jmmerdar. 5. Ach du Aufgang aus der Höh, Gieb, daß auch am jüngsten Tage Unser Leichnam aufersteh Und, entfernt von aller Plage, Sich auf jener Freudenbahn Freuen kann. 6. Leucht uns selbst in jene Welt, Du verklärte Gnadensonne. Fühe uns durch das Thränenfeld In das Land der süßen Wonne, Da die Luft, die uns erhöht, Nie vergeht. Chr. Knorr v. Rosenroth, g. 1636, ft. 168 417. Morgenglanz der 418. Nacht der SünMel. Herr, zu Zucht in deinem 2c. üter, wird die Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte, Schid uns diese Morgenzeit Deine Strahlen zu Gesichte Und vertreib durch deine Macht Unsre Nacht. den Nicht verschwinden? Hüter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finsterniß der Sinnen Bald zerrinnen, Darein ich verwickelt bin? 2. Möcht ich wie das Rund der Erden Lichte werden! Seelensonne gehe auf! Ich bin finster, kalt und trübe: Jesu, Liebe, Komm, beschleunige den Lauf! 3. Gieb, daß deiner Liebe 3. Wir sind ja im neuen Glut Unsre kalten Werke tödte, Bunde, Da die Stunde Der Am Morgen. 311 Erscheinung kommen ist; Und| Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. ich muß mich ſtets im Schat- 419. un tret ich wieder du mir aus so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, Da du kommen; Aber ich bin lauter Nacht. Darum wollst du mir, dem Deinen, Auch erscheinen, Der nach Licht und Rechte tracht. 5. Wie kann ich des Lichtes Werke Ohne Stärke In der Finsterniß vollziehn? Wie kann ich die Liebe üben, Demuth lieben Und der Nacht Geschäfte fliehn? 2. 3war meine Bürd ist täglich neu; Doch ist mein Gott auch täglich treu, Er träget meine Sorgen. Vor Abend keiner recht vernimmt, Was ihm den Tag all ist bestimmt. Es bahnt ein jeder Morgen Mir einen frischen Weg zur Bein; Der kann mit Gott erstiegen ſein. 6. Laß doch nicht den Geist der Seelen Sich so quälen; Zünd dein Feuer in mir an. Laß mich finstres Kind der Erden Helle werden, Daß ich 3. Wie wenig hab ich oft ge Gutes wirken kann. dacht, Daß so würd sein zu End gebracht Die saure Tagesbürde. Doch hab ich Abends wohl gespürt, Daß du mich, höchster Gott, geführt, Daß mich dein Schein und Würde Geleitet und geleuchtet hat Auf meinem Weg und Kreuzespfad. 4. Weil ich denn deß versichert bin, Was trauerst du, verzagter Sinn, Die Bürd auf dich zu legen? Trag, was du kannst; Gott träget mit Und hilfet dir bei jedem Schritt Mit Gnade, Kraft und Segen. Mit ihm geh ich denn frisch daran Und scheue nicht die Leidensbahn. 5. So ist getroft mein frischer Muth, Wenn ich mich in des 7. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben: Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz anblicken Und erquicken; Jesus muß die Sonne sein. 8. Nur die Decke vor den Augen Kann nicht taugen; Seine Klarheit kann nicht ein. Wenn sein helles Licht den Seinen Soll erscheinen, muß das Auge reine sein. geh dem sauern Tage zu, Wie mir ist auferleget. Nicht weiß ich, was für neue Plag Mir heute noch begegnen mag; Doch weiß ich, daß mich träget Mein frommer Gott in seiner Hut, Daß mir die Last nicht schaden thut. 9. Jesu, gieb gesunde Augen, Die was taugen; Rühre meine Augen an; Denn das ist die größte Plage, Wenn am Tage Man das Licht nicht sehen kann. Chr. Friedr. Richter, g. 1676, st. 1711. 312 Beten, loben und danken. Höchsten Hut Kann eingeschlos- dein Gnadenglanz Aufs neue sen sehen; Doch daß ich deß mich umfangen: Nun ist, was versichert sei, Muß ich von Sünden leben frei und Gottes Wege gehen. Mein Gott geht nimmer meinen Steg, Wo ich nicht wandle seinen Weg. an mir ist, Vom Schlafe aufgeweckt und hat nun in Begier Zu dir sich ausgestreckt. 6. Drum, lieber Gott, leit meinen Fuß, Daß ich dir folg in wahrer Buß, Und läutre mich von Sünden; So kann ich als ein fühner Held Bestreiten diese böse Welt, Mit dir sie überwinden; So tret ich muthig an den Tag Und scheute nicht, was kommen mag. 2. Was soll ich dir denn nun, Mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar In deine Gnad einjenken Mit Leib, mit Seel, mit Geist Heut diesen ganzen Tag: Das soll mein Opfer sein, Weil ich sonst nichts vermag. 7. Ich leg auf dich, mein Gott und Herr, Was mir zu tragen wird zu schwer, Die Laft, die mich gebogen. Ich lege meine Würd und Stand In deine große Allmachtshand, Die du mir nie entzogen, mit der du haft von Jugend auf Geleitet meinen Lebenslauf. 8. Ich leg in deinen Schoß hinein All Freunde und Verwandten mein, Da sind sie wohl beschlossen. Ich lege meine arme Seel In Jesu fichre Wundenhöhl; Du wirst sie nicht verstoßen, Wenn sie vom Leibe scheidt der Tod. Ich leg mich ganz in dich, mein Gott. Ant. Ulr. Herzog von Braunschweig, g. 1633, t. 1714. 4. Da sei denn auch mein Leib Zum Tempel dir ergeben, Zur Wohnung und zum Haus. Ach allerliebstes Leben, Ach wohn, ach leb in mir! Beweg und rege mich, So hat Geist, Seel und Leib Mit dir vereinigt sich. 5. Dem Leibe hab ich jetzt Die Kleider angeleget. Laß meiner Seele sein Dein Bildniß eingepräget Im güldnen Glaubensschmuck, In der Gerechtigkeit, So allen Seelen ist Das rechte Ehrenkleid. 6. Mein Jesus, schmücke mich Mit Weisheit und mit Liebe, Jesu, süßes Mit Keuschheit, mit Geduld Licht, Nun ist Durch deines Geistes Triebe; 420. die Nacht vergangen, Nun hat Auch mit der Demuth mich Vor 3. Drum siehe da, mein Gott, Da hast du meine Seele! Sie sei dein Eigenthum! Mit ihr dich heut vermähle In deiner Liebeskraft. Da hast du meinen Geist! Darinnen wollst du dich Verklären allermeist. Mel. O Gott, du frommer Gott. Am Morgen.sic 313 allem fleide an, So bin ich 5. So laß mich wandeln, wohlgeschmückt und köstlich angethan. wo ich bin, Vor deinem Angesicht; Mein Thun und Las= sen immerhin Sei lauter, rein und licht. 7. Gieb, daß doch diesen Tag Mir stets vor Augen schwebe, Daß dein Allgegenwart Mich 6. Dein Auge leite meinen wie die Luft umgebe, Auf daß Gang, Daß ich nicht irre geh. mein ganzes Thun Durch Herz, Ach bleib mir nah mein Lebendurch Sinn und Mund Dich lang, Bis ich dich ewig seh! lobe inniglich, Mein Gott, zus Gerb. Tersteegen, g. 1697, st. 1769. aller Stund. 8. Ach segne, was ich thu, Mel. Ich dank dir schon durch zc. Ja, rede und gedenke! Durch deines Geistes Kraft Es also 422. Mein erst Gefühl sei Preis führ und lenke, Daß alles nur und Dank; Erhebe Gott, o gescheh Zu deines Namens Seele! Der Herr hört deinen Ruhm, Und daß ich unverrückt Lobgesang; Lobsing ihm, meiVerbleib dein Eigenthum. ne Seele! Joach. Lange, g. 1670, ft. 1744. 2. Mich selbst zu schüßen ohne Macht, Lag ich und schlief Mel. Nun banket all und bringet 2c. in Frieden. Wer schafft die 421. Das äußre Son- Sicherheit der Nacht Und Nunenlicht Und leucht mir ins Gesicht. 3. Wer wacht, wenn ich von Gott ist noch mehr dem Geiste nah Mit seinem Lebenslicht. mir nichts weiß, Mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß Und schüßt mich vor Gefahren? 2. Ach wohn in mir, du Gottessonn! Mein Geist dein Himmel werd, Daß ich, o reine Seelenwonn, Werd ganz in dich verklärt. 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, Sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem 3. Wenn sich die Sonne of Licht, Die Seele zu erwecken? fenbart, So weicht die Dun- 5. Du bist es, Gott und kelheit. Vertreib durch deine Herr der Welt, Und dein ist Gegenwart Die Sünd und Ei- unser Leben. Du bist es, der genheit. es uns erhält, Und mirs jetzt neu gegeben. dalin per 4. Du bist ein Licht und wohnst im Licht. Ach mach Ach mach mich licht und rein, zu schauen, Herr, dein Angesicht Und dir vereint zu sein! 6. Gelobet seist du, Gott der Macht, Gelobt sei deine Treue. Daß ich nach einer sanften Nacht Mich dieses Tags erfreue! 314 Beten, loben und danken. 7. Laß deinen Segen auf mir 10. Daß ich, als ein getreuer ruhn, Mich deine Wege wallen, Knecht, Nach deinem Reiche Und lehre du mich selber thun strebe, Gottselig, züchtig und Nach deinem Wohlgefallen. gerecht Durch deine Gnade lebe. 8. Nimm meines Lebens gnä- 11. Daß ich, dem Nächsten dig wahr; Auf dich hofft meibeizustehn, Nie Fleiß und Arne Seele. Sei mir ein Retter beit scheue, Mich gern an anin Gefahr, Ein Vater, wenn ich fehle. drer Wohlergehn Und ihrem Glauben freue. 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit In deiner Furcht genieße Und meinen Lauf mit Freudigkeit In Jesu sanft beschließe. Chr. Fürchteg. Gellert, g. 1715, st. 1769 9. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, Erfüllt mit Lieb und Ruhe, Ein weises Herz, das seine Pflicht Erkenn und willig thute. Vor dem Mel. Herr Jesu Christ, dich zu 2c. Essen. Mel. Herr Christ, der einig 2c. Bescher uns, Herr, 424. Dich bitten wir, 423. Be Brod; Vor Theurung und vor Hungersnoth Behüt uns durch dein lieben Sohn, Gott Vater in dem höchsten Thron. O Vater, Herre Gott, Mach unser Sorgen minder, Gieb uns das täglich Brod, Erhalt uns unser Leben, Das du uns haft gegeben, Bis wir jens erben dort. 2. D Herr, thu auf dein milde Hand, Mach uns dein Gnad und Güt bekannt; Ernähr uns, deine Kindelein, Der du speist alle Vögelein. 3. Erhörst du doch der Raben Stimm: Drum unsre Bitt, Herr, auch vernimm; Denn aller Ding du Schöpfer bist Und allem Vieh sein Futter giebst. 3. Wollst deine Lieb bewei4. Gedenk nicht unsrer Misse- sen Und allen schaffen Rath; that Und Sünd, die dich er- All Hungerige speisen, Mit Güzürnet hat. Laß scheinen dein Barmherzigkeit, Daß wir dich Lobn in Ewigkeit. tern machen satt, Daß wir dich alle loben, Dein Güt herab von oben Erkennen stets mit Dank. Nic. Hermann, ft. 1561. 11m 1550. 2. Gesegne mit deinm Munde, Was du uns hast beschert, Daß es uns sei gesunde. Die Kraft werd uns gemehrt, In deinem Dienst zu bleiben, Die Werk der Lieb zu treiben Allzeit an jedermann. Nach dem Essen. 315 Mel. Herr Jesu Christ, meins 2c. dein Gütigkeit Hier und auch 425. Gejegn uns, Herr, dort in Ewigkeit. die dein, Die Speis laß unsre Nahrung jein. Hilf, daß dadurch erquikket werd Der dürftge Leib auf dieser Erd. 2. Denn dieses zeitlich Brod allein Kann uns nicht gnug zum Leben sein; Dein göttlich Wort die Seele speist, Hilft uns zum Leben allermeist. 19/010 3. Drum gieb uns beides, Herre Gott; Hilf endlich auch aus aller Noth, So preisen wir Mer. Schmücke dich, o liebe Seele. 426. Speiſe, Vater, deine Kinder, Tröfte die betrübten Sünder, Sprich den Segen zu den Gaben, Die wir jepund vor uns haben, Daß sie uns zu dieſem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben, Bis wir endlich mit den Frommen zu der Himmelsmahlzeit kommen. Joh. Heermann, g. 1585, ft. 1647. 3. Wenn er aufthut sein milde Hand, So wächst die Füll in allem Land, Daß sich deß freuet jedermann; Kein Mensch noch Vieh darf Mangel habn. 4. Er hat kein Lust am starfen Held, Kein Macht und Pracht ihm wohlgefällt. Er liebt, daß man ihn fürcht und traut. Wer auf ihn hofft, hat wohl gebaut. Nach dem Mel. Herr Gott, dich loben alle wir. 427. Dankt dem Herrn heut und allezeit! Groß ist sein Güt und Mildigkeit. Alles Fleischer speist und erhält; Denn sein Geschöpf ihm wohlgefällt. 2. Wenn über uns ſein Ant- 428. Nun laßt uns Der Regn und Gott, dem HerEssen. 5. Billig wird er von uns gepreist, Daß er uns alſo reichlich speist. O Vater, für dein Gütigkeit Sagn wir dir Dank in Ewigkeit. Nic. Hermann, f. 1561. die Erd befeucht, Alsdann wächst ren, Dank sagn und ihn ehren alles Laub und Gras; Sein von wegen seiner Gaben, Die Werk treibt er ohn Unterlaß. wir empfangen haben. 2. Den Leib, die Seel, das Leben hat er allein uns geben, Dieselben zu bewahren, Thut er nie etwas sparen. 3. Nahrung giebt er dem Leibe; Die Seele muß auch bleiben, Wiewohl tödtliche Wunden Sind kommen von den Sünden. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, Der selber ist das Leben: 316 Beten, loben und danken. Christ, der für uns gestorben, Mel. Herr Gott, dich loben alle wir. Hat uns das Heil erworben. 430. Wir danken Gott sein Nachtmahl Dient wider Die wir von ihm empfangen allen Unfall; Der heilge Geist habn, Und bitten unsern lieim Glauben Lehrt uns darauf ben Herrn, Er woll hinfort uns mehr beschern. vertrauen. 6. Durch ihn ist uns vergeben Die Sünd, geschenkt das Leben; Den Himmel solln wir haben. O Gott, wie große Gaben! 7. Wir bitten deine Güte: Wollst uns hinfort behüten, Die Großen mit den Kleinen; Du kannsts nicht böse meinen. 8. Erhalt uns in der Wahrheit, Gieb ewigliche Freiheit, Zu preisen deinen Namen Durch Jesum Christum. Amen! Ludw. Helmbold, g. 1532, ft. 1598. 2. Er woll uns speisn mit seinem Wort, Daß wir satt werden hier und dort. Ach lieber Gott, du wollst uns gebn Nach dieser Welt das ewge Lebn! 3. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Daß du unsr Gast gewesen bist. Bleib du bei uns, so hats nicht noth; Du bist das rechte Lebensbrod. Mich. Präterius, g. 1571, st. 1621 Mel. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 431, Dantet dem Herren, o Seele, 429. Wie groß ist dei- dem Ursprung der Güter, Der ne Freundlich uns erquicket die Leiber und keit! Wie herrlich deine Güte, stärkt die Gemüther. Gebet ihm Die da versorgt zu jeder Zeit Ehr! Liebet den Gütigen sehr! Den Leib und das Gemüthe! Stimmet an dankende Lieder! Du Lebensfreund, du Menschenluft, Du hast uns allen Rath gewußt Und uns sehr wohl gelabet. 2. Laß endlich bei des Lammes Tisch In deinem Reich uns essen, Wo tausend Gaben mild und frisch Du selbst uns wirst zumessen. Da wird man schmekken Freud und Ehr; Und wir, Herr, wollen nimmermehr zu preisen dich aufhören. Joh. Rift, a. 1607, ft. 1667. 2. Du hast, o Güte, dem Leibe die Nothdurft bescheret. Laß doch die Kräfte im Guten nur werden verzehret. Alles ist dein, Seelen und Leiber, allein: Werd auch durch beide geehret! 3. Lebenswort, Jesu, komm, speise die schmachtenden Seelen. Laß in der Wüste uns nimmer das Nöthige fehlen. Gieb nur, daß wir, Innig stets dürsten nach dir, Ewig zum Heil dich erwählen. Am Abend. 317 4. Nimm die Begierden und einst wird sein In uns dein Sinnen in Liebe gefangen, Daß Leben allein. Jeju, du kannst wir nichts neben dir, Jesu, auf es vollbringen. Erden verlangen. Laß uns mit dir Leben verborgen allhier Und dir im Geiste anhangen. 6. Gütigster Hirte, du wolleft uns stärken und leiten Und zu dem himmlischen Mahle recht würdig bereiten. Bleib uns hier nah, Bis wir dich ewig allda Schmecken und schauen in Freuden. 5. Laß deinen Lebensgeist kräftig und tief uns durchdringen Und uns ein göttliches Leben und Heiligung bringen, Bis Am Abend. 432. Christe, der du 6. Gedenk, o Herr, der schwe bist Tag und ren Zeit, Darin gefangen liegt Licht, Vor dir ist, Herr, ver- der Leib. Der Seele, die du borgen nichts. Du väterlichen haft erlöst, Gieb, o Herr JeLichtes Glanz, Lehr uns den su, deinen Trost. Weg der Wahrheit ganz. 2. Wir bitten dein göttliche Macht, Behüt uns, Herr, in dieser Nacht; Bewahr uns, Herr, vor allem Leid, Gott, Vater der Barmherzigkeit. 3. Vertreib den schweren Schlaf, Herr Chriſt, Daß uns 433. Die Nacht iſt komDrin wir ruhen sollen, Gott walts zu Frommen, Nach seinm Wohlgefallen, Daß wir uns legen In seinm Gleit und Segen, Der Ruh zu pflegen. 2. Treib, Herr, von uns fern Die unreinen Geister; Halt die Nachtwach gern, Sei selbst unser Schutzherr. Schirm beid, Leib und Seel, Unter deine Flügel; Send uns dein Engel. Feindes Das Fleisch in Züchten reine sei, So sind wir mancher Sorgen frei. Gerhard Tersteegen, g. 1697, st. 1769. bisht, wis& STOO 4. So unser Augen schlafen hier, Laß unser Herz wachen zu dir. Beschirm uns, Gottes rechte Hand, Und lös uns von der Sünden Band. 5. Beschirmer, Herr der Christenheit, Dein Hülf uns allzeit sei bereit. Hilf uns, Herr Christ, aus aller Noth Durch deine heilgen Wunden roth. 7. Gott Vater sei Lob, Ehr und Preis, Des Sohnes Weisheit gleicher Weis, Des heilgen Geistes Gütigkeit, Von nun an bis in Ewigkeit! Nach Christe, qui lux es et dies, von Wolfg. Meußlin, g. 1497, ft. 1568. 3. Laß uns einschlafen Mit guten Gedanken, Fröhlich auf 318 Beten, loben und danken. wachen Und von dir nicht wanMel. Nun laßt uns den Leib 2c. ken; Laß uns in Züchten Un= 435. Jesu, treuſter ser Thun und Preis richten. 4. Pfleg auch der Kranken Durch deinen Geliebten; Hilf den Gefangnen, Tröste die Betrübten; Pfleg auch der Kinder, Sei selbst ihr Vormünder; Des Feinds Neid hinder. 5. Bater, dein Name Werd von uns gepreiset; Dein Reich zukomme, Dein Will werd beweiset; Frist unser Leben, Wollst die Schuld vergeben; Erlös uns. Amen! Böhmische Brüder 1540. Mel. Erhalt uns, Herr, bei 2c. 434. Hinunter ist der Sonne Schein, Die finstre Nacht bricht stark herein. Leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht, Daß wir im Finstern wandeln nicht. Ich geh in mein Schlaffämmerlein, Ich will mich legen in die Ruh; Schleuß du die Thür selbst nach mir zu. 3. Womit wir habn erzürnet dich, Dasselb verzeih uns gnädiglich und rechn es unsrer Seel nicht zu; Laß schlafen uns in Fried und Ruh. Mel. O höchster Gott, o unser 2c. 436. Die sich mit ih hat 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag Vor Schaden, rem Glanz gewendet Und, was Gfahr und mancher Plag Durch sie soll, auf diesen Tag volldeine Engel haft behüt Aus endet. Die dunkle Nacht dringt Gnad und väterlicher Güt. allenthalben zu, Bringt Menschen, Vieh und alle Welt zur Nuh. 2. Jch preise dich, du Herr der Nächt und Tage, Daß du mich heut vor aller Noth und Plage Durch deine Hand und hochberühmte Macht Haft unverlegt und frei hindurch gebracht. 2. Verzeih mein Sündn aus Gnaden mir, Treib alle bösen Träum von hier; Breit über mich dein Flügel aus, So stehn die Engel um das Haus. 3. Behüt vor Feur und Was sersnoth, Vor einem bösen, schnellen Tod. Vor allem Uebel und Gefahr Mich und all fromm Christen bewahr. 4. Wenn ich nun schlaf, wach du für mich; Treib alles Unglück hinter sich. Laß mich zu deinem Lob aufstehn Und fröhlich an mein Arbeit gehn. 4. Durch dein Engel die Wach bestell, Daß uns der böse Feind nicht fäll. Vor Leibesund vor Seelennoth Behüt uns heut, o treuer Gott. Nic. Hermann, ft. 1561. 3. Vergieb, wo ich bei Tage so gelebet, Daß ich nach dem, Am Abend. 319 was finster ist, gestrebet. Laß zu dir; Auch unser armer Loballe Schuld durch deiner Gna- gesang Dich rühmet unser Lede Schein In Ewigkeit bei ben lang. dir verloschen sein. 4. Schaff, daß mein Geist dich ungehindert schaue, Indeß ich mich der trüben Nacht vertraue, Und daß der Leib auf diesen schweren Tag Sich seiner Kraft fein sanft erholen mag. 5. Vergönne, daß der lieben Engel Schaaren Mich vor der 438. Werde munter, GemüMacht der Finsterniß bewahren, Auf daß ich vor der List und Tyrannei Der argen Feind im Schlafe sicher sei. 6. Herr, wenn mich wird die lange Nacht bedecken Und in die Ruh des tiefen Grabes strecken, So blicke mich mit deinen Augen an, Daraus ich Licht im Tode nehmen kann. 7. Und laß hernach zugleich mit allen Frommen Mich zu dem Glanz des andern Lebens kommen, Da du uns haft den großen Tag bestimmt, Dem keine Nacht sein Licht und Klarheit nimmt. Josua Stegmann, g. 1588, ft. 1632. 3. Lob, Ehr und Dank sei dir erweist, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! Du dreifach einig wahrer Gott, Tröst unser Herz in aller Noth. apelles v. Löwenstern, g. 1594, st. 1648. Nach: Olux beata trinitas von Ambrofius, ft. 397. Mel. Herr Jesu Christ, meins 2c. 437. werthes Licht the, Und ihr Sinnen, geht herfür, Daß ihr preiset Gottes Güte, Die er hat gethan an mir, Da er mich den ganzen Tag Vor so mancher Noth und Plag Hat behütet und in Gnaden Abgewendet allen Schaden. 3. Keine Klugheit kann ausrechnen, Herr, dein Güt und Wunderthat; Ja, kein Redner kann aussprechen, Was dein D der Christen- Hand erwiesen hat. Deiner heit, heilige Dreieinigkeit, Wohlthat ist zu viel; Jhr ist Weil jetzt die Sonne von uns weicht, Durch dein Licht unser Herz erleucht! weder Maß noch Ziel. Herr, du hast mich so geführet, Daß kein Unfall mich berühret. 2. Am Morgen früh da danken wir, Des Abends beten wir 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit, Daß mir ist mein Werk gelungen, Daß du mich vor allem Leid Und vor Sünden mancher Art So getreulich haft be wahrt, Auch den Feind hinweg getrieben, Daß ich unbeschädigt blieben. 4. Dieser Tag ist nun vergangen, Die betrübte Nacht 320 Beten, loben und danken. bricht an. Es ist hin der nicht. Wenn ich dich nur hab Sonne Prangen, So uns all im Herzen, Fühl ich nicht der erfreuen kann. Stehe mir, o Seelen Schmerzen. Vater, bei, Daß dein Glanz stets vor mir sei Und mein faltes Herz erhiße, Ob ich gleich im Finstern size. 9. Wenn die Tageswerk gleich machen, Daß die Augen schlafen ein, So laß doch mein Herze wachen Und zu dir ge5. Herr, verzeihe mir aus richtet sein. Mein Gedanken, Gnaden Alle Sünd und Misse- meine Sinn Gehen immerfort that, Damit sich mein Herz dahin, Daß mich nichts von beladen Und dich hoch erzür- dir abtreibe Und ich auch im net hat. Treib des Satans Schlaf dein bleibe. List und Tück, Gott, durch dei= ne Kraft zurück; Laß es ihm ja nicht gelingen, Daß er mich in Noth könn bringen. 6. Bin ich gleich von dir gewichen, Stell ich mich doch wieder ein. Hat uns doch dein Sohn verglichen Durch sein Angst und Todespein. Ich verleugne nicht die Schuld; Aber deine Gnad und Huld Ist viel größer, als die Sünden, Welche sich in mir befinden. 7. O du Licht der frommen Seelen, D du Glanz der Ewigfeit, Dir will ich mich ganz befehlen Diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir In dem finstern Thal allhier; Tröste mich mit deiner Liebe, Daß kein Unfall mich betrübe. 10. Laß mich diese Nacht empfinden Eine sanft und süße Ruh; Alles Uebel laß verschwinden, Deine Gnade deck mich zu. Leib und Seele, Muth und Blut, Weib und Kinder, Hab und Gut, Freunde, Feind und Hausgenossen Sein in deinen Schuß geschlossen. 11. Ach bewahre mich vor Schrecken, Schüße mich vor Ueberfall, Laß mich Krankheit nicht aufwecken, Treibe weg des Krieges Schall, Wend ab Feurund Wassersnoth, Pest und bö sen schnellen Tod, Laß mich nicht in Sünden sterben, Noch an Leib und Seel verderben. 12. O du großer Gott, erhöre, Was dein Kind gebeten hat! Jesu, den ich stets verehre, Bleibe du mein Schuß 8. Schüße mich vors Teufels und Rath! O du werther heilNeßen, Vor der Nacht der Fin- ger Geist, Stärke du mich alsterniß, Die mir oft des Nachts lermeist! Herr, erhöre dies zuseßen Und erzeugen Kümmer- mein Flehen! Amen! ja, es niß. Laß mich dich, o wahres soll geſchehen. Licht, Nimmermehr verlieren Joh. Nift, g. 1607, ft. 1667. Am Abend. 321 439. Nun ruhen alle ten zur Ruh ein Bettlein in Wälder, Vieh, der Erd. Menschen, Städt und Felder; Es schläft die ganze Welt. Ihr aber, meine Sinnen, Auf, auf! ihr sollt beginnen, Was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, Die Nacht, des Tages Feind. Fahr hin! Ein andre Sonne, Mein Jesus, meine Wonne, Gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergangen, Die güldnen Sternlein prangen Am blauen Himmelssaal. Also werd ich auch ste hen, Wenn mich wird heißen gehen Mein Gott aus diesem Jammerthal. 7. Mein Augen stehn verdroffen, Im Hui sind sie geschlossen; Wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, Sei gut für allen Schaden, Du Aug und Wächter Ifrael. 8. Breit aus die Flügel beide, DO Jesu, meine Freude, Und nimm dein Küchlein ein! Will Satan mich verschlingen, So laß die Englein singen: Dies Kind soll unverleßet sein. 9. Auch euch, ihr meine Lie ben, Soll heute nicht betrüben Kein Unfall, noch Gefahr. Gott laß euch ruhig schlafen, Stell euch die güldnen Waffen Ums Bett und seiner Helden Schaar. Paul Gerhardt, g. 1606, ft. 1676. 4. Der Leib, der eilt zur Ruhe, Legt ab das Kleid und Schuhe, Das Bild der Sterblichkeit.' Die zieh ich aus; da- 440. Demein Jefu bei Mel. O höchster Gott, o unser 2c. er Tag ist gegen Wird Christus mir anlegen Den Rock der Ehr und mir bleibe! O Seelenlicht, der Herrlichkeit. Sünden Nacht vertreibe! Geh auf in mir, Glanz der Gerechtigkeit! Erleuchte mich, ach Herr, denn es ist Zeit. 5. Das Haupt, die Füß und Hände Sind froh, daß nun zum Ende Die Arbeit kommen sei. Herz, freu dich! Du sollst werden Vom Elend dieser Erden Und von der Sünden Arbeit frei. 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen! Dir sei die Ehr, daß alles wohl gelungen Nach deinem Rath, ob ichs gleich nicht versteh. Du bist gerecht; es gehe, wie es geh. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, Geht hin und legt euch nieder, Der Betten ihr begehrt. Es kommen Stund und Zei- 3. Nur eines ist, daß mich ten, Da man euch wird berei- empfindlich quälet: Beständig21 322 Beten, loben und danken. feit im Guten mir noch fehlet. heller in mein Herz Die ewge Das weißt du wohl, o Herzens kündiger: Ich strauchle noch, wie ein Unmündiger. Himmelskerz, Mein Jeſus, meiner Seele Ruhm, Mein Schuß, mein Schaß, mein Eigenthum. erd 4. Vergieb es, Herr, was 3. Der Schlaf wird herrschen mir sagt mein Gewissen! Welt, diese Nacht Bei Menschen und Teufel, Sünd hat mich von bei Thieren; Doch Einer ist, dir gerissen. Es ist mir leid; der droben wacht, Bei dem kein ich stell mich wieder ein. Da Schlaf zu spüren. Es schlumist die Hand: Du mein und mert, Jesu, nicht Dein Aug, ich bin dein! auf mich gericht. Drum soll mein Herz auch wachend sein, ter und mein Hirte, Zu mei- Daß Jesus wache nicht alnem Trost dein sieghaft Schwert lein. umgürte. Bewahre mich durch deine große Macht, Wenn Belial nach meiner Seele tracht. 5. Israels Schuß, mein Hü4. Verschmähe nicht dies schlechte Lied, Das ich dir, Jesu, singe. In meinem Herzen ist kein Fried, Bis ich es 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen. zu dir bringe. Ich bringe, Ach laß die Seel im Schlaf was ich kann. Ach nimm es auch Gutes schaffen! O Lebens- gnädig an! Es ist doch herzsonn, erquicke meinen Sinn! lich gut gemeint, Jesu, Dich laß ich nicht, mein Fels. meiner Seelen Freund. Der Tag ist hin. 5. Mit dir will ich zu Bette gehn, Dir will ich mich befehlen. Du wirst, mein Hüter, auf mich sehn Und rathen meiner Seelen. Ich fürchte keine Noth, Kein Hölle, Welt, noch Tod; Denn wer mit Jesu schlafen geht, Mit Freuden wieder Joach). Neander, g. 1610, f. 1680. 70. R. 100. 441. Der er lieben Sonne Licht und Pracht Hat nun den Lauf vollführet; Die Welt hat sich zur Ruh gemacht. Thu, Seel, was dir gebühret! Tritt an die Him- aufersteht. melsthür Und bring ein Lied herfür! Laß deine Augen, Herz und Sinn Auf Jesum sein gerichtet hin. 6. Ihr Höllengeister, fort mit euch! Hier habt ihr nichts zu schaffen. Dies Haus gehört in Jesu Reich: Laßt es 2. Jhr hellen Sterne, leuch- ganz sicher schlafen! Der Entet wohl Und glänzt mit Licht gel starke Wacht Hält es in und Strahlen; Ihr macht die guter Acht, Jhr Heer und LaNacht des Glanzes voll. Doch ger ist sein Schuß; Drum sei noch zu tausend Malen Scheint auch allen Teufeln Truß. Am Abend. se 323 7. So will ich denn nun, Nacht Und schenke mir genäschlafen ein, Jesu, in deinen diglich Den Schirm von deiner Armen. Dein Aufsicht soll die Wacht. Decke sein, Mein Bette dein Erbarmen, Mein Kiffen deine Brust, Mein Traum die süße Lust, Die aus dem Wort des Lebens fleußt Und dein Geist in mein Herze geußt. 4. Wend ab des Satans Wütherei Durch deiner Engel Schaar, So bin ich aller Sorgen frei, Und bringt mir nichts Gefahr. 5. Zwar fühl ich wohl der Sünden Schuld, Die mich bei dir klagt an: Ach, aber deines Sohnes Huld Hat gnug für mich gethan. 8. So oft die Nacht mein Aber schlägt, Soll dich mein Geist umfangen; So viel mal sich mein Herz bewegt, Soll dies sein mein Verlangen, Daß 6. Den seß ich dir zum ich mit lautem Schall Mög rufen überall: D Jesu, Jesu, du bist mein, Und ich auch bin und bleibe dein! Bürgen ein, Wenn ich muß vors Gericht; Ich kann ja nicht verloren sein In solcher Zuversicht. 9. Nun, matter Leib, schick dich zur Ruh Und schlaf fein sanft und stille. Jhr müden Augen schließt euch zu; Denn das ist Gottes Wille. Schließt aber dies mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! So ist der Schluß recht wohl gemacht. Nun, liebster Jesu, gute Nacht! Christian Scriver, g. 1629, ft. 1693. 7. Drauf thu ich meine Augen zu Und schlafe fröhlich ein. Mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh; Wer wollte traurig sein? 8. Weicht, nichtige Gedanken, hin, Wo ihr habt euern Lauf: Jch baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 9. Soll diese Nacht die letzte fein In diesem Jammerthal, So 442. Nun fich der Tag führ mich, Herr, zum Himmel geendet hat, ein Zur auserwählten Schaar. Und keine Sonn mehr scheint, 10. Und also leb und sterb Schläft alles, was sich abge- ich dir, Du Herr Gott Zebamatt Und was zuvor geweint. oth; Jm Tod und Leben hilfft 2. Nur du, mein Gott, hast du mir Aus aller Angst und keine Rast, Du schläfft, noch Noth. schlummerst nicht; Die Finsterniß ist dir verhaßt, Weil du bist selbst das Licht. 3oh. Friedr. Herzog, 8. 1647, ft. 1699. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 3. Gedenke, Herr, doch auch 443. Nun fich der Tag an mich schwarzen geendet, 324 Beten, loben und danken. Herz zu dir sich wendet Und und Mund So geschwind und danket inniglich. Dein holdes oft zu fehlen, Daß ichs selber Angesichte Zum Segen auf mich nicht kann zählen. richte; Erleuchte und entzünde 3. Aber, o du Gott der Gnamich. 2. Ich schließe mich aufs neue In deine Vatertreue Und Schutz und Herze ein. Die fleischlichen Geschäfte Und alle finstern Kräfte Vertreibe durch dein Nahesein. 3. Daß du mich herzlich lie- 4. Heilige mir das Gemüthe, best, Daß du mich stets um- Daß der Schlaf nicht sündlich giebest Und rufft zu dir hinein, sei; Decke mich mit deiner GüDaß du vergnügst alleine So te; Auch dein Engel steh mir wesentlich und reine, Laß al- bei. Lösche Feur und Lichter lezeit mir heilig sein. 4. Ein Tag der sagts dem andern, Mein Leben ſei ein Wandern Zur großen Ewigkeit. O Ewigkeit, du schöne, Mein Herz an dich gewöhne! Mein Heim ist nicht in dieser Zeit. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 444. Se err, es ist von meinem Leben Wiederum ein Tag dahin. Lehre mich nun Achtung geben, Ob ich fromm gewesen bin. Zeige mirs auch selber an, So ich was nicht recht gethan; Und hilf jeßt, in allen Sachen Guten Feierabend machen. den, Habe noch einmal Geduld, Ich bin freilich schwer beladen, Doch vergieb mir alle Schuld. Deine große Vatertreu Werde diesen Abend neu, So will ich noch deinen Willen Künftig mehr, als heut erfüllen. 2. Freilich wirst du manches finden, Was dir nicht gefallen hat; Denn ich bin noch voller Sünden In Gedanken, Wort und That, Und vom Morgen aus Und bewahre selbst das Haus, Daß ich morgen mit den Meinen Nicht im Unglück dürfe weinen. 5. Steure den gottlosen Leuten, Die im Finstern Böses thun. Sollte man gleich was bereiten, Uns zu schaden, wenn wir ruhn, So zerstöre du den Rath Und verhindere die That; Wend auch alles andre Schrekken, Das der Satan fann erwecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, Wenn es bei uns Abend wird, Denn du bleibest ewig munter Und bist wie ein guter Hirt, Der auch in der finstern Nacht Ueber seine Heerde wacht. Darum hilf uns, deinen Schafen, Daß wir alle sicher schlafen. 7. Laß mich denn gesund erbis jezund Pfleget Herze, Hand wachen, Wenn es rechte Zeit Am Abend. wird sein. Daß ich ferner meine Sachen Richte dir zu Ehren ein. Oder hast du, lieber Gott, Heut bestimmet meinen Tod, So befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Casp. Neumann, g. 1648, ft. 1715. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. 445. A Ich mein Jesu, fieh ich trete, Da der Tag nunmehr sich neigt, Und die Finsterniß fich zeigt, Hin zu deinem Thron und bete. Neige du zu deinem Sinn Auch mein Herz und Sinnen hin. 325 mir, Da der Tag nunmehr vergangen; Sei du selbst mein Sonnenlicht, Das durch alles Finstre bricht. 4. Ach, ich muß mich herzlich schämen! Du erhältst, du schüßest mich Tag und Nacht so gnädiglich: Und ich will mich nicht bequemen, Daß ich ohne Heuchelei Dir dafür recht dankbar sei. 6. Laß mich meine Tage zählen, Die du mir noch gönnen willt; Mein Herz sei mit dir erfüllt, So wird mich nichts können quälen; Denn wo du bist Tag und Licht, Schaden uns die Nächte nicht. 7. Nun, mein treuer Heiland, wache, Wache du in dieſer Nacht! Schüße mich mit deiner Macht! Deine Liebe mich anLache. Laß mich selbst auch wachsam sein, Ob ich gleich jetzt schlafe ein. Levin Joh. Schlicht, geb. 1681, ft. 1723. 2. Meine Tage gehn geschwinde, Wie ein Pfeil, zur Ewigkeit, Und die allerlängste Zeit Sauft vorbei, als wie die Winde, Fleußt dahin, als wie ein Fluß, Mit dem ſchnellsten Waſ- 446. Hitt, der von keiMel. Jesu, meine Freude. irte deiner Schaserguß. fe, nem Schlafe Etwas wissen mag, Deine Wundergüte War mein Schild und Hüte Den vergangnen Tag. Sei die Nacht auch auf der Wacht Und laß mich so dahin, Da ich nicht recht von deinen Schaaren Um und wachsam bin. 3. Und, mein Jesu, sieh, ich Armer Nehme mich doch nicht in Acht, Daß ich dich bei Tag und Nacht Herzlich suchte. Mein Erbarmer, Mancher Tag geht um bewahren. 2. Decke mich von oben Vor der Feinde Toben Mit der Vaterhuld; Ein versöhnt Gewissen Sei mein Ruhekissen. Ach, vergieb die Schuld! Denn dein Sohn hat mich davon Durch die tiefgeschlagnen Wunden Gnädiglich entbunden. 5. Nun ich komme mit Verlangen, O mein Herzensfreund, 3. Laß auch meine Lieben zu dir. Neige du dein Licht zu Keine Noth betrüben; Sie find 326 Beten, loben und danken. mein und dein. Schließ uns 2. Die Nacht ist da. Sei du mit Erbarmen In den Vater- mir nah, Jesu, mit hellen Kerarmen Wohlgeborgen ein. Du zen; Treib der Sünden Dunbei mir, und ich bei dir: Also kelheit Weg aus meinem Hersind wir ungeschieden, Und ich zen. schlaf in Frieden. 4. Komm, verschließ die Kammer Und laß allen Jammer Ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel, Unter deine Flügel Nimm dein Küchlein ein. Decke zu mit Schuß und Ruh, So wird uns kein Grauen wecken, Noch der Feind uns schrecken. 5. Wie, wenn ich mein Bette Heut zum Grabe hätte? Wie bald roth, bald todt! Herr, haft du's beschlossen, Daß mein Ziel verflossen, Kommt die Todesnoth: So will ich nicht wider dich. Lieg ich nur in Jesu Wunden, Sterb ich alle Stunden. 3. Der Sonne Licht Uns jest gebricht. O unerschaffne Sonne, Brich mit deinem Licht hervor, Mir zur Freud und Wonne. 4. Des Mondes Schein Fällt nun herein, Die Finsterniß zu mindern. Ach daß nichts Veränderlichs Meinen Lauf möcht hindern! 5. Das Sternenheer Zu Gottes Ehr Am blauen Himmel flimmert. Wohl dem, der in jener Welt Gleich den Sternen schimmert. 6. Was sich geregt Und vor bewegt, Ruht jetzt von seinen Werken. Laß mich, Herr, in stiller Ruh Dein Werk in mir merken. 6. Nun, wohlan, ich thue In vergnügter Ruhe Mund 7. Ein jeder will Bei solcher und Augen zu. Seele, Leib Still der süßen Ruhe pflegen. und Leben Hab ich dir erge- Laß die Unruh dieser Zeit, ben, du Hüter, du. Gute Jesu, bald sich legen. Nacht! Nimm mich in Acht! Und erleb ich ja den Morgen, Wirst du weiter sorgen. 8. Ich selbst will auch Nach meinem Brauch Nun in mein Bettlein steigen. Laß mein Herz zu deinem sich, Als zum Bettlein, neigen. Benj. Schmolk, g. 1672, ft. 1737. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. 9. Halt du die Wach, Da447. Der Tag ist hin. mit kein Ach Und Schmerz den Mein Geist und Sinn Sehnt sich nach jenem Tage, Der uns völlig machen wird Frei von aller Plage. Geist berühre. Sende deiner Engel Schaar, Die mein Bettlein ziere. 10. Wann aber soll Der Wechsel wohl Der Tag und Sonnabendslied. 327 Nächte weichen? Wann der Tag 3. Herr, was ich bin, ist dein anbrechen wird, Dem kein Tag Geschenk: Der Geist mit dem zu gleichen. no fisich dein gedenk, Ein ruhiges 11. In jener Welt, Da diese Gemüthe, Was ich vermag Bis fällt, Die Zion noch macht wei diesen Tag, Ist alles deine nen, Soll noch heller fiebermal Güte. Mond und Sterne scheinen. 12. Alsdann wird nicht Der Sonne Licht Jerusalem verlieren; Denn das Lamm ist selbst das Licht, Das die Stadt wird zieren. 4. Sei auch nach deiner Lieb und Macht Mein Schuß und Schirm in dieser Nacht; Vergieb mir meine Sünden. Und kommt der Tod, Herr Zebaoth, So laß mich Gnade finden. 13. Hallelujah! Ei wär ich christ. Fürchteg. Gellert, g. 1715, ft. 1769. da, Da alles lieblich klinget, die Da man ohn Abwechselung Heilig, heilig Für Kinder. finget! 14. D Jesu du, Mein Hülf 449. Müde bin_ich, und Ruh, Laß mich dahin gelangen, Daß ich mög in deinem Glanz Vor dir ewig prangen. 3. A. Freylinghausen, g. 1670, ft. 1739. geh zur Ruh, Schließe beide Aeuglein zu. Vater, laß die Augen dein Ueber meinem Bette sein. Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr. 448. ür alle Güte sei gepreist, Gott 2. Hab ich Unrecht heut gethan, Sieh es, lieber Gott, nicht an. Deine Gnad und Christi Blut Macht ja allen Schaden gut. Vater, Sohn und heilger Geist: 3. Alle, die mir sind verIhr bin ich zu geringe. Vernimm den Dank, Den Lobgesang, Den ich dir kindlich singe. wandt, Gott, laß ruhn in deiner Hand; Alle Menschen, groß und klein, Sollen dir befohlen sein. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, Hast Großes heut 4. Kranken Herzen sende Ruh, an mir gethan, Mir mein Ge- Nasse Augen schließe zu. Laß bet gewähret; Hast väterlich den Mond am Himmel stehn Mein Haus und mich Beschüßet Und die stille Welt besehn. und genähret. Louise Hensel. Sonnabendslied. Mel. Herzlich thut mich verlangen. aber Gottes Treu; Denn wo 450. Di ie Woche geht ich mich hinwende, Da ist sie zu Ende, Nicht immer neu. Die Zeit kann wohl 328 Beten, loben und danken. verschwinden, Nur Gottes Gü- Drum will ich dir geloben, Auf te nicht; Sie läßt sich täglich ewig treu zu sein; Dein guter finden und giebet Trost und Geist von oben Wird mir die Licht. Kraft verleihn. 2. O gnädigster Erhalter Von allem, was ich bin, Hör meines Mundes Psalter Und nimm das Opfer hin. Es sind ja deine Gaben, Die nicht zu zählen sein, Und was ich nur kann haben, Das ist ja alles dein. 3. Die ganze Woche zeuget Von deiner Gütigkeit, Die du zu mir geneiget; Ja, meine Lebenszeit Vom Anfang bis jebunder Auf diesen Augenblick Rühmt deine Gnadenwunder Im Glück und Ungelück. 4. Allein mein Herze bebet, Wenn es zurücke denkt, Wie übel ich gelebet Und dich, mein Gott, gefränkt. Je mehr du mich geliebet Und meiner haft verschont, Je mehr ich dich betrübet Und nur mit Haß belohnt. 7. Ich bin dein Kind aufs neue: Drum gieb, daß diese Nacht mich auch dein Schuß erfreue Und alles sicher mach. Ich werde gleichsam ſterben, Der Schlaf ist wie ein Tod; Doch kann ich nicht verderben: Du lebst in mir, mein Gott. 8. Ja du, mein Gott, wirst machen, Ich werde ruhig sein. So mag der Höllen Rachen Gleich Donner auf mich spein: Dein Kind wird nichts empfinden, Als wenns im Himmel wär; Schuß werd ich bei dir finden; Mich deckt der Engel Heer. 9. Du willst auch die versorgen, Die mein und deine sein: So wird uns alle Morgen Auch deine Kraft erfreun. Wir werden Opfer bringen Mit Herzen, Mund und Hand Und dir ein Loblied singen, Wo du, Herr, bist bekannt. 5. Ach strafe nicht im Grimme Gehäufte Missethat! Weil deine Vaterstimme Mich selbst 10. Soll das in diesem Legerufen hat, So schrei ich: ben Die letzte Woche sein, Will Herr, erbarme, Erbarm dich ich nicht widerstreben Und mich über mich! Ich fall dir in die im Geiste freun Auf einen FeiArme, Ach schone gnädiglich! erabend, Den Christi Tod ge6. Mein Glaube heißt mich macht; Und diese Hoffnung hahoffen, Es sei durch Christi bend Sprech ich nun: Gute Blut Ein neuer Bund getrof- Nacht. fen Und alles wieder gut. Benjamin Schmolf, g. 1672, st. 1737 G.Och 100 Christlicher Wandel. 4329 Reiselied. Mel. Dies sind die h. zehn Gebot des Feindes List, Auch was n Gottes Namen seinm Wort zuwider ist. Ky451. Sfahren wir, Sein rieleis! 3. Der heilge Geist auch ob uns halt mit seinen Gaben mannigfalt. Er tröst und stärk uns in der Noth Und führ uns 2. Christus sei unser Geleits- wieder heim zu Gott. Kyrieleis! mann, Bleib stetig bei uns auf Nic. Hermann, ft 1561, nach einem Schiffer: der Bahn Und wend von uns und Wallfahrisliede aus d. 13. Jahrhundert. Hülf und Gnad begehren wir. Des Vaters Güt behüt uns heut, Bewahr auch unser Seel und Leib. Kyrieleis! XIX. Chriftlicher Wandel. 452. Seel zu ch ruf zu dir, Speis laß allweg sein, Damit Christ, Jch bitt, erhör mein wehren, Wenn Unglück geht Klagen! Verleih mir Gnad zu herein, Das mich bald möcht dieser Frist, Laß mich doch abkehren. nicht verzagen! Den rechten Glauben, Herr, ich mein, Den wollest du mir geben, Dir zu leben, Dem Nächsten nüß zu sein, Dein Wort zu halten eben. 2. Ich bitt noch mehr, o Herre Gott, Du kannst es mir wohl geben: Daß ich werd nimmermehr zu Spott, Die Hoffnung gieb daneben; Vor- 5. Jch lieg im Streit und aus, wenn ich muß hier da- widerstreb: Hilf, o Herr Christ, von: Daß ich dir mög ver- dem Schwachen! An deiner trauen Und nicht bauen Auf Gnad allein ich kleb; Du kannſt all mein nichtig Thun; Sonst mich stärker machen. Kommt wirds mich ewig reuen. nun Anfechtung her, so wehr, Daß sie mich nicht umstoße. Du kannsts machen, Daß mirs nicht bringt Gefahr, Ich weiß, du wirsts nicht lassen. 3. Verleih, daß ich aus Herzensgrund Mein Feinden mög vergeben. Verzeih mir auch zu dieser Stund, Schaff mir ein neues Leben. Dein Wort mein Paul Speratus, g. 1484, st. 1554. 4. Laß mich kein Lust, noch Furcht von dir In dieser Welt abwenden. Beständig sein ans End gieb mir: Du hafts allein in Händen; Und wemdu's giebst, der hats umsonst. Es mag niemand ererben, Noch erwerben Durch Werke deine Gunst, Die uns errett vom Sterben. 330 Christlicher Wandel. 453. Kommt her zu mir, muß er auch gar sterben. Gleichspricht Gottes wie die Blumen auf dem Feld, Sohn, All, die ihr seid beschwe- Also muß auch die schöne Welt ret nun, Mit Sünden hart be- In einem Hui verderben. laden! Jhr Jungen, Alten, Frau und Mann, Ich will euch geben, was ich kann, Will heilen euren Schaden. 2. Mein Joch ist süß, mein Last gering; Wer mirs nachträgt in dem Geding*), Daß er der Höll entweiche: Ich will ihm treulich helfen tragn, Mit meiner Hülf wird er erjagn Das ewge Himmelreiche. *) im Vertrauen auf die Berheißung. 3. Was ich gethan und glitten hie In meinem Leben spät und früh, Das sollt ihr auch erfüllen. Was ihr gedenkt, ja redt und thut, Das wird euch alles recht und gut, Wenns gschieht nach Gottes Willen. 4. Gern wollt die Welt auch selig sein, Wenn nur nicht wär die Schmach und Bein, Die alle Christen leiden. Doch kann und mags nicht anders sein; Darum ergeb sich nur darein, Wer ewge Pein will meiden. 5. All Creatur bezeuget das: Was lebt im Wasser, Laub und Gras, Sein Leiden kanns nicht meiden. Wer denn in Gottes Namn nicht will, Zuletzt muß er des Teufels Ziel Mitschwerm Gewissen leiden. 7. Die Welt erzittert ob dem Tod. Liegt einer in der letzten Noth, Dann will er erft fromm werden. Einer schafft dies, der ander das; Seinr armen Seel er ganz vergaß, Dieweil er lebt auf Erden. 8. Und wenn er nicht mehr leben mag, So hebt er an ein große Klag, Will sich nun Gott ergeben. Ich fürcht fürwahr, die göttlich Gnad, Die er allzeit verschmähet hat, Wird schwerlich ob ihm schweben. 9. Dem Reichen hilft doch nicht sein Gut, Dem Jungen nicht sein stolzer Muth: Er muß aus diesem Maien. Wenn einer hätt die ganze Welt, Silber und Gold und alles Geld: Doch muß er an den Reihen. 10. Dem Glehrten hilft doch nicht sein Kunst, Die weltlich Pracht ist gar umsonst: Wir müssen alle sterben. Wer sich in Christo nicht bereit, Weil er lebt in der Gnadenzeit: Ewig muß er verderben. 11. Drum hört und merkt, ihr lieben Kind, Die jego Gott ergeben sind: Laßt euch die Müh nicht reuen; Halt stets am heilgen Gotteswort, 6. Heut ist der Mensch schön, Das ist eur Trost und höchjung und schlank, Und morgen ster Hort; Gott wirds euch ist er schwach und krank, Bald schon betreuen. Christlicher Wandel. 331 12. Nicht Uebel ihr um Uebel den nichts ist, was ist, Von dem gebt; Schaut, daß ihr hier un- wir alles haben: Gesunden Leib schuldig lebt; Laßt euch die gieb mir, Und daß in solchem Welt nur äffen. Gebt Gott die Leib Ein unverletzte Seel Und Rach und alle Ehr; Den engen rein Gewissen bleib. Steg geht immer her: Gott wird die Welt schon strafen. 13. Wenn es auch ging nach Fleisches Muth, In Gunst, Gesundheit, großem Gut, Würdt ihr gar bald erkalten. Darum schickt Gott die Trübjal her, Damit eur Fleisch gezüchtigt werd, Zur ewgen Freud erhalten. 14. Ist euch das Kreuz bitter und schwer: Gedenkt, wie heiß die Hölle wär, Darein die Welt thut rennen, An Leib und Seel muß leidend sein Ohn Unterlaß die ewge Pein, Und mag doch nicht verbrennen. 15. Jhr aber werdt nach die ser Zeit Mit Christo haben ewig Freud; Dahin sollt ihr gedenken. Kein Mensch lebt, der aussprechen kann Die Glorie und den ewgen Lohn, Den uns der Herr wird schenken. Jörg Birkenmeyer, um 1536, oder Hand Wißstadt. 2. Gieb, daß ich thu mit Fleiß, Was mir zu thun gebühret, Wozu mich dein Befehl In meinem Stande führet. Gieb, daß ichs thue bald, Zu der Zeit, da ich soll; Und wenn ichs thu, so gieb, Daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, Womit ich kann bestehen. Laß fein unnüßes Wort Aus meinem Munde gehen. Und wenn in meinem Amt Jch reden soll und muß, So gieb den Worten Kraft Und Nachdruck, ohn Verdruß. 16. Und was der ewig gütge 5. Laß mich mit jedermann Gott In seinem Wort versprochen hat, Geschworen bei seinm Namen, Das hält und giebt er gwiß fürwahr. Der helf uns zu der Engelschaar Durch Jesum Christum. Amen! In Fried und Freundschaft leben, So weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben An Reichthum, Gut und Geld, So gieb auch dies dabei, Daß von unrechtem Gut Nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt Mein Leben höher bringen, Durch manchen sauern Tritt Hindurch ins Alter dringen: So gieb, o Herr, Geduld; Vor 454. Gott, du from mer Gott, Du Brunnquell guter Gaben, Ohn 4. Findt sich Gefährlichkeit, So laß mich nicht verzagen. Gieb einen Heldenmuth; Das Kreuz hilf selber tragen. Gieb, daß ich meinen Feind Mit Sanftmuth überwind Und, wenn ich Rath bedarf, Auch guten Rath erfind. 332 Christlicher Wandel. Sünd und Schand bewahr, Auf daß ich tragen mag Mit Ehren graues Haar. 3. Selig sind, die Leide tragen, Da sich göttlich Trauern rim dsip findt, Die beseufzen und be7. Laß mich an meinem End flagen Ihr und andrer Leute Auf Christi Tod abscheiden. Sünd. Die deshalben traurig Die Seele nimm zu dir Hin- gehn, Oft vor Gott mit Thräauf zu deinen Freuden. Dem nen stehn, Diese sollen noch Leib ein Räumlein gönn Bei auf Erden Und dann dort geseiner Eltern Grab, Auf daß er tröstet werden. seine Ruh An ihrer Seiten hab. 4. Selig sind die frommen 8. Wenn du an jenem Tag Herzen, Da man Sanftmuth Die Todten wirst erwecken, So spüren kann, Welche Hohn und thu auch deine Hand Zu mei- Troß verschmerzen, Weichen nem Grab ausstrecken. Laß hö- gerne jedermann. Die nicht ren deine Stimm Und meinen suchen eigne Rach Und befehlen Leib weck auf Und führ ihn Gott die Sach, Diese will der schön verklärt Zum auserwähl- Herr so schützen, Daß sie noch ten Hauf. das Land besitzen. ST Joh. Heermann, g. 1585, st. 1647. Matth. 5, 1-10. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 455. Kommt, laßt euch den Herren lehren, Kommt und lernet allzumal, Welche die find, die gehören Zu der rechten Christenzahl: Die bekennen mit dem Mund, Glauben fest von Herzensgrund Und bemühen sich daneben, Guts zu thun, so lang sie leben. 2. Selig sind, die Demuth haben Und sind allzeit arm im Geist, Rühmen sich gar keiner Gaben, Daß Gott werd allein gepreist, Danken dem auch für und für: Denn das Himmelreich ist ihr. Gott wird dort zu Ehren segen, Die sich felbst gering hier schäßen. 5. Selig sind, die sehnlich streben Nach Gerechtigkeit und Treu, Daß in ihrem Thunund Leben Kein Gewalt, noch Unrecht sei. Die da lieben gleich und recht, Sind aufrichtig, fromm und schlecht, Geiz, Betrug und Unrecht haffen, Die wird Gott satt werden lassen. 6. Selig sind, die aus Erbarmen Sich annehmen fremder Noth, Sind mitleidig mit den Armen, Bitten treulich für sie Gott. Die behülflich sind mit Rath, Auc), möglich, mit der That, Werden wieder Hülf empfangen Und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die funden werden Reines Herzens jederzeit, Die im Werk, Wort und Geberden Lieben Zucht und Heiligkeit. Diesen, welchen nicht Christlicher Wandel. 333 gefällt Die unreine Lust der Mel. Was mein Gott will, das 2c. Welt, Sondern sie mit Ernst 456. Ach höchſter Gott, verleihe vermeiden, Werden schauen Gott mit Freuden. mir, Daß ich nur dich begehre, Daß 8. Selig sind, die Friede deine Gnad mich für und für machen und drauf sehn ohn In Christo neu gebäre; Daß Unterlaß, Daß man mög in ich, dein Kind, dich such und allen Sachen Fliehen Hader, Streit und Haß. Die da stiften Fried und Ruh, Rathen allerseits dazu, Sich des Friedens selbst befleißen, Werden Gottes Kinder heißen. find In allem Kreuz und Leiden, Damit nicht Tod, noch Höllennoth Mich jemals von dir scheiden. 2. Gieb meinem Herzen wahre Neu Und Thränen meinen 9. Selig sind, die müssen Augen, Daß ich forthin das dulden Schmach, Verfolgung, Böse scheu, Und meine Werke Angst und Pein, Da sie es doch taugen. Hilf, daß ich sei ohn nicht verschulden Und gerecht Heuchelei, Ein Schuß und Trost erfunden sein. Ob des Kreuzes der Armen, Auch jederzeit voll gleich ist viel, Seget Gott doch Freundlichkeit Mich ihrer mög Maß und Ziel, Und hernach erbarmen. wird ers belohnen Ewig mit den Ehrenkronen. mi im 10. Herr, regier zu allen Zeiten Meinen Wandel auf der Erd, Daß ich solcher Seligkeiten Hier aus Gnaden fähig werd. Gieb, daß ich mich acht gering, Meine Klag oft vor dich bring, Sanftmuth auch an Feinden übe, Die Gerechtigkeit stets liebe. 3. Lösch aus in mir des Fleisches Wust, Daß ich in deiner Liebe, Nicht in der Welt, empfinde Lust Und stets mich also übe Nach deinem Wort, an allem Ort, In tugendlichen Dingen; So wird mein Geist sich allermeist Zu dir, Herr Jeſu, schwingen. 4. Treib aus von mir den stolzen Sinn, Laß mich in Demuth leben. Rach, Neid und Zorn nimm von mir hin; So kann ich bald vergeben. Wenn schon durch List mein Nebenchrist Ins Elend mich getriean deinen Sohn Und durch ben, Weiß ich doch wohl, daß deines Geistes Stärke Mich befleiße guter Werke. 11. Daß ich Armen helf und diene, Immer hab ein reines Herz, Die in Unfried stehn, verfühne, Dir anhang in Freud und Schmerz. Vater, hilf von deinem Thron, Daß ich glaub man auch soll Die ärgsten Feinde lieben. 5. Herr, gieb mir diese dreierlei: Erst einen festen Glauben, Nach Joh. Heermann, g. 1585, st. 1647, von Dav. Denicke, g. 1603, ft. 1680. 334 Christlicher Wandel. Bei welchem rechte Treue sei, erwerben, Und, wenn ich soll, Die nimmer steht auf Schrau- fein sanft und wohl In dir, ben; Daß ich mich üb in wah- Herr Jesu, sterben. rer Lieb- Und hoff auf deine Güte, Die mich, o Gott, vor Schand und Spott Auch bis ins Grab behüte. 10. Ach gieb mir deinen guten Geist, Daß ich die Lafter fliehe Und nur um das, was christlich heißt, Von Herzen mich 6. Nach irdschem Reichthum, bemühe: So kann kein Leid in Gut und Geld, Herr, laß mich dieser Zeit Aus deiner Hand ja nicht trachten. Gieb, daß mich treiben, Und so werd ich ich alle Pracht der Welt Mög dann ewiglich Bei dir, Herr inniglich verachten, Auch nimJesu, bleiben. mermehr nach hoher Ehr Und großem Namen strebe, Besonders nur nach rechter Spur Mel. Komm, o komm, du Geist 2c. Der wahren Christen lebe. 7. Vor Schmeicheln, List und Heuchelei Bewahre meine Sinnen, Und laß mich ja durch Gleißnerei Den Nächsten nicht gewinnen. Laß Ja und Nein mein Antwort sein, Darnach man sich zu richten; Denn die ses kann bei jedermann Die Sachen leichtlich schlichten. Joh. Rist, geb. 1607, st. 1667. 8. Herr, säubre doch von Eitelkeit mein fündliches Gemüthe, Daß ich in dieser kurzen Zeit Vor schnöder Lust mich hüte. Der Herzensgrund sei wie der Mund, Dem Nächsten nicht zu Schaden, So werd ich nicht, wie sonst geschicht, Mit Schmähen überladen. 457. Je nichts als se Je sus Soll mein Wunsch sein und mein Ziel! Jebund mach ich ein Verbündniß, Daß ich will, was Jesus will. Denn mein Herz, mit ihm erfüllt, Rufet nur: Herr, wie du willt! 2. Einer ist es, dem ich lebe, Den ich liebe früh und spat; Jesus ist es, den ich gebe, Was er mir gegeben hat. Ich bin in dein Blut verhüllt: Führe mich, Herr, wie du willt. 3. Scheinet was, es sei mein Glücke, Und ist doch zuwider dir, Ach so nimm es bald zurücke; Jesu, gieb, was nüßet mir. Gieb dich mir, Herr Jesu, mild; Nimm mich dir, Herr, wie du willt. 9. Gieb, daß ich ja den Müßiggang Sammt aller Trägheit haffe; Dagegen, Herr, mein Lebelang Mein Arbeit so verfaffe, Daß ich zur Noth mein täglich Brod Mit Ehren mög erfüllen Mich im Leben, Freud 4. Und vollbringe deinen Willen In mir, durch mich, an mir, Gott. Deinen Willen laß Christlicher Wandel. 335 Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. und Noth; Sterben als dein Ebenbild, Herr, wann, wo und wie du willt. 459. Herr, deine Rechte und Gebot, Dar5. Sei auch, Jesu, stets ge- nach wir sollen leben, Wollst du priesen, Daß du dich und viel mir, o du treuer Gott, Jus dazu Haft geschenkt und mir Herze selber geben: Daß ich erwiesen, Daß ich fing in sel- zum Guten willig sei, mit ger Ruh: Es geschehe mir, Sorgfalt und ohn Heuchelei, mein Schild, Wie du willt, Herr, wie du willt. Was du befiehlst, vollbringe. 2. Gieb, daß ich dir allein vertrau, Allein dich fürcht und liebe, Auf Menschentrost und Hülfnicht bau, Noch mich darum betrübe; Daß großer Leute Gnad und Gunst, Gewalt, Pracht, Reichthum, Wiß und Kunst Mir nicht zum Abgott werde. 3. Hilf, daß ich deinen Gnadenbund Aus deinem Wort erkenne, Auch niemals dich mit meinem Mund Ohn Herzensandacht nenne; Daß ich bedenke alle Tag, Wie stark mich meine Taufzusag Zum Dienste dir verbinde. Ludäm. Elisabeth, Gräfin zu Schwarzburg: Rudolstadt, g. 1640, st. 1672. 458. Söh öchster Priester, der du dich Selbst geopfert haft für mich, Laß doch, bitt ich, noch auf Erden Auch mein Herz dein Opfer werden. 2. Denn die Liebe nimmt nichts an, Was du, Liebe, nicht gethan; Was durch deine Hand nicht gehet, Wird zu Gott auch nicht erhöhet. 3. Drum so tödt und schlachte hin Meinen Willen, meinen Sinn; Reiß mein Herz aus meinem Herzen, Sollts auch sein mit tausend Schmerzen. 4. Trage Holz auf den Altar Und verbrenn mich ganz und gar. O du allerliebste Liebe, Wenn doch nichts mehr von mir bliebe! 4. Am Tage deiner heilgen Ruh Laß mich früh vor dich treten, Die Zeit auch heilig bringen zu Mit Danken und mit Beten; Daß ich hab meine Lust an dir, Dein Wort gern höre und dafür Herzinniglich dich preise. m 5. Die Eltern, Lehrer, Obrig5. Also wird es wohl ge- feit, So vorgeseßt mir werden, schehn, Daß der Herr es wird Laß mich ja ehren allezeit, ansehn. Also werd ich noch auf Erden Gott ein liebes Opfer werden. Daß mirs wohlgeh auf Erden. Für ihre Treu und Sorg laß mich, Auch wenn sie werden wunderlich, Gehorsam sein und dankbar. Joh. Scheffler, g. 1624, ft. 1677. 336 Christlicher Wandel. 6. Hilf, daß ich nimmer eigne 11. Ach Herr, ich wollte deine Nach Aus Zorn und Feindschaft Recht Und deinen heilgen Wilübe, Dem, der mir anthut Truß len, Wie mir gebühret, deinem und Schmach, Verzeihe und ihn Knecht, Ohn Mangel gern erliebe, Sein Glück und Wohl- füllen: Doch fühle ich, was mir fahrt jedem gönn, Schau, ob gebricht, Und wie ich das Ge ich jemand dienen könn, Und ringste nicht Vermag aus eigthu es dann mit Freuden. nen Kräften. 7. Unreine Werk der Finster- 12. Drum gieb du mir von niß Laß mich mein Lebtag deinem Thron, Gott Vater, meiden, Daß ich nicht für die Gnad und Stärke. Verleih, o Lustseuch müß Der Höllen Jesu, Gottes Sohn, Daß ich Qual dort leiden. Schaff in thu rechte Werke. D heilger mir, Gott, ein reines Herz, Geist, hilf, daß ich dich Von Daß ich schandbare Wort und ganzem Herzen und als mich Scherz, Auch Fressen haß und Ohn Falsch den Nächsten Saufen. Handi ming 30 liebe.com misd Dav. Denice, g. 1603, ft. 1680. 8. Verleih, daß ich mich redlich nähr, Der bösen Ränk mich schäme, Mein Herz vom Geiz Mel. Wie nach einer Wasserquelle. und Unrecht kehr und frembes 460. Dinder, die ihr Chrifti GlieGut nicht nehme, Und von der Arbeit meiner Händ, Was übrig ist, auf Arme wend Und nicht auf Bracht und Hoffart. der Und nach Gottes Bilde seid, Uebet gegen eure Brüder Christliche Gerechtigkeit. Meint es mit dem Nächsten gut, Wie ihr wollt, daß man euch thut. Diese Lehre, so zu leben, Hat der Heiland uns gegeben. 2. Dient einander mit den Gaben, Welche Gott in euch gelegt; Denn den Baum will Gott nicht haben, Welcher keine Früchte trägt. Helft einander aus dem Kreuz, Sonder Eigennuß und Geiz. Gebt und rathet und gedenket, Daß euch alles Gott geschenket. 3. Ohne Falsch, gleichwie die Tauben, Sucht einander beizustehn, Und aus ungefärbtem 9. Hilf, daß ich meines Nächsten Glimpf zu retten mich befleiße, Von ihm abwende Schmach und Schimpf, Doch Böses nicht gut heiße. Gieb, daß ich lieb Aufrichtigkeit Und hab ein Abscheu jederzeit Am Lästern und am Lügen. 10. Laß mich des Nächsten Haus und Gut Nicht wünschen, noch begehren; Was aber mir vonnöthen thut, Deß wollst du mich gewähren; Doch, daß es niemand schädlich sei, Ich auch ein ruhig Herz dabei Und deine Gnad behalte. Christlicher Wandel. 337 Glauben Lasset eure Werke| Mel. O Gott, der du ein Heerfürst 2c. gehn. Habt Vertrauen unter 461. Mein Leben iſt Seid am Pilgrimgleich, Haltet an der Liebe feste, Denkt und hoffet stets das Beste. 4. Lasset über euch nicht schreien, Daß ihr unversöhnlich seid; Seid begierig zum Verzeihen, Langsam zu der Bitterkeit. Sprecht den Nächsten freundlich an, Hat er was nicht 2. So schnell ich Land und recht gethan, Und gewinnet sein Gemüthe Selbst mit Freundlichkeit und Güte. stand; Ich reise nach dem Vaterland, Nach dem Jeruſalem, das droben Gott selbst als eine feste Stadt Aufs Bundesblut gegründet hat; Da werd ich meinen Gott stets loben. Mein Leben ist ein Pilgrimstand; Ich reise nach dem Vaterland. Sand verlaß, Läuft schnell meins Lebens Stundenglas, Und was vorbei ist, kommt nicht wieder. Ich eile zu der Ewigkeit. Herr Jesu, mach mich nur bereit! Eröffne meine Augenlieder, Daß ich, was zeitlich ist, veracht, und nur nach dem, was ewig, tracht. 3. Kein Reisen ist ohn Ungemach. Der Lebensweg hat auch sein Ach; Man wandelt nicht auf weichen Rosen. Der Steg ist eng, der Feinde viel, Die mich abreißen von dem Ziel. Ich muß mich oft an Dornen stoßen; Ich muß durch dürre Wüsten gehn Und kann selbst keinen Ausweg sehn. 7. Höchster, schmück uns mit dem Kleide Heiliger Gerechtig4. Der Sonnenglanz mir oft gebricht, Der Sonne, die ihr Gnadenlicht In unverfälschte keit. Mach uns zu der ewgen Herzen strahlet. Wind, Regen Freude, Zu des Lammes Mahl bereit. Mach uns hier und dort gerecht. Sprich einst: Du getreuer Knecht, Komm, ich will dich hier ergößen Und dich über viele seßen. Gonr. Suber, f. 1686. stürmen auf mich zu, Mein matter Geist findt nirgends Ruh. Doch alle Müh ist schon bezahlet, Wenn ich das goldne Himmelsthor Mir stell in Glaub und Hoffnung vor. st. 22 5. Lasset uns nicht übel sprechen, Wenn wir andrer Mängel sehn. Denkt, wir haben auch Gebrechen, Die uns wieder können schmähn. Höret, was der Heiland spricht: Richtet und verdammet nicht! Daß wir nicht noch hier auf Erden Selbst vor Gott verwerflich werden. 6. Gönnt einander alles Gute, Segnet und verfluchet nicht. Christus hat mit seinem Blute Ein Erlösung aufgericht, Und ein Vater giebt uns Brod; Unsre Zeit beschließt der Tod, Und ein Himmel ist dort oben Den Gerechten aufgehoben. 338 Christlicher Wandel. 5. Israels Hüter, Jesu Christ, Mel. Jesus, meine Zuversicht. Der du ein Pilgrim worden bist, 462. Himmelan geht Da du mein Fleisch haft angeBahn. 6. Durch deinen Geist mich nommen: Zeig mir im Worte Wir sind Gäste nur auf Erden, deine Tritt, Laß mich bei einem Bis wirdort in Canaan Durch jeden Schritt zu deinem Heil die Wüste kommen werden. Hier stets näher kommen. Mein Le- ist unser Pilgrimstand, Droben ben fleucht; ach eile du Und unser Vaterland. fleuch mit Gnad und Hülf herzu! 2. Himmelan schwing dich, mein Geist; Denn du bist ein heilig leit; Gieb in Geduld himmlisch Wesen Und kannſt Beständigkeit; Vor Straucheln das, was irdisch heißt, Nicht meinen Fuß beschüße. Ich falle zu deinem Zweck erlesen. Ein stündlich; hilf mir auf, Zeuch von Gott erleuchter Sinn Kehrt mich, damit ich dir nachlauf. in seinen Ursprung hin. Sei mir ein Schirm in Trübfalshite; Laß deinen süßen Gnadenschein In Finsterniß nie ferne sein. hiltis 3. Himmelan! ruft er mir zu, Wenn ich ihn im Worte höre. Das weist mir den Ort der Ruh, Wo ich einmal hingehöre. Wenn mich dieses Wort bewahrt, Halt ich eine Himmelfahrt. 7. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll, Vor Durst nach dir verschmachten will, So laß mich dich zum Labsal finden; 4. Himmelan! denk ich allUnd wenn ich schließ die Augen zeit, Wenn er mir die Tafel zu, So bring mich zu der stol- decket, Und mein Geist hier allzen Ruh, Da Streit und alle bereit Eine Kraft des Himmels Müh verschwinden. Laß mich schmecket. Nach der Kost im da sein in Abrams Schoß Dein Jammerthal Folgt des LamLiebling und dein Hausgenoß. mes Hochzeitsmahl.jull 8. Bin ich in diesem Me- 5. Himmelan! Mein Glaube sechsland Der blinden Welt zeigt Mir das schöne Loos von gleich unbekannt: Dort sind die ferne, Daß mein Herz schon Freunde, die mich kennen; Dort aufwärts steigt Ueber Sonne, werd ich mit der Himmelsschaar Mond und Sterne; Denn ihr Dir jauchzend dienen immerdar Licht ist viel zu klein Gegen Und in der reinsten Liebe bren- jenen Glanz und Schein. nen. Herr Jesu, komm, o bleib nicht lang! In Redars Hütten wird mir bang. Friedr. Adolph Lampe, g. 1683, it. 1729. Tod In die rechte Heimath füh6. Himmelan wird mich der ren, Da ich über alle Noth Ewig werde triumphiren. Jesus geht Christlicher Wandel. mir selbst voran, Daß ich verdorben Mit nichtswürdigem freudig folgen kann. Gesuch, Dabei du fast bist erstorben. Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 7. Himmelan, ach himmelan! Das soll meine Losung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn Durch die HimmelsLust vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, Bis ich in dem Himmel bin. Benjam. Schmolk, g. 1672, f. 1737. ang? p0.m masp of Mel. Jesus, meine Zuversicht. 463. Seele, was er= müdst du dich In den Dingen dieser Erden, Die doch bald verzehren sich Und zu lauter nichtes werden? Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 339 6. Geh einfältig stets einher, Laß dir nichts das Ziel verrücken; Gott wird aus dem Liebesmeer Dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 7. Weißt du nicht, daß diese Welt Ein ganz ander Wesen heget, Als dem Höchsten wohlgefällt Und dein Ursprung dir vorleget? Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, Laß ihn sich zu Gott aufschwingen; Richt ihn stets zum Himmel hin, Laß ihn in die Gnad eindringen. Suche zum Reich erforen? Suche JeJesum und sein Licht: Alles fum und sein Licht: Alles anandre hilft dir nicht. dre hilft dir nicht. 8. Du bist ja ein Hauch doda aus Gott und aus seinem Geist geboren. Darum liege nicht im Koth; Bist du nicht 5. Ach es ist ja schlecht genug, Daß du sonst viel Zeit 3. Du verlangst oft süße Ruh, Dein betrübtes Herz zu laben: 9. Schwinge dich fein oft im Geist Ueber alle HimmelsEil zur Lebensquell hinzu, Da höhen. Laß, was dich zur kannst du sie reichlich haben. Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. Erde reißt, Weit von dir entfernet stehen. Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 4. Fliehe die unselge Pein, So das finstre Reich gebieret; 10. Nahe dich dem lautern Laß nur den dein Labsal sein, Strom, Der vom Thron des Der zur Glaubensfreude führet. Lammes fließet Und auf die, Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. so keusch und fromm, Sich in reichem Maß ergießet. Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 340 Christlicher Wandel. Matth. 5, 1-10. 11. Laß dir seine Majestät Immerdar vor Augen schweben; Mel. Wachet auf! ruft uns die zc. Laß mit brünftigem Gebet Sich 465. Kron und Lohn dein zu Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 12. Sei im Uebrigen ganz still, Du wirst schon zum Ziel gelangen; Glaube, daß sein Liebeswill Stillen werde dein Verlangen. Drum such Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. Jac. Gabr. Wolf, g. 1683, ft. 1754. 464. Je Mel. Seelenbräutigam. Kesu, geh voran Auf der Lebensbahn; Und wir wollen nicht verweilen, Dir getreulich nachzueilen. Führ uns an der Hand Bis ins Vaterland. 2. Solls uns hart ergehn, Laß uns feste stehn Und auch in den schwersten Tagen Niemals über Lasten klagen; Denn durch Trübsal hier Geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz Irgend unser Herz, Kümmert uns ein fremdes Leiden: so gieb Geduld zu beiden. Richte unsern Sinn Auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang, Liebster, lebenslang. Führst du uns durch rauhe Wege, Gieb uns auch die nöthge Pflege. Thu uns nach dem Lauf Deine Thüre auf. Nic. Ludw. v. Zinzendorf, g. 1700, ft. 1760. ger, Der Seligkeit Herwiederbringer, Herr Jesu, Herr der Herrlichkeit, Schau vor deines Thrones Stufen Uns Arme, welche zu dir rufen: Wir wären gerne benedeit! Du segnest ja so gern, Gesegneter des Herrn, Wir begehrens. So komm herein, Wird sind ja dein- Und laß uns recht gesegnet sein. 2. Brunnquell aller Seligfeiten. Ach fahre fort, uns zu bereiten, So wie es dir gefällig ist. Wir, als von Natur verdorben, Wir sind dem Leben abgestorben, Darinnen du zu finden bist, So tödte doch den Feind, Der uns zu stürzen meint, Unser Leben! Wir wollen nun Nichts selber thun Laß uns in deinem Tode ruhn. 3. Selig sind die GeistlichArmen! Sie finden leichtlich dein Erbarmen, Das Land der Himmel bleibet ihr; Da im Gegentheil die Reichen Und die gar satt sind, ferne weichen Von deines Königreiches Zgier. Ach mach uns Arme reich, Doch deiner Armuth gleich! Gieb uns, Jesu, Den reichen Muth, Der einzig ruht In dir, dem höchsten, ewgen Gut. 4. Selig sind, die Leide tragen! Sie sollen Trosts genug erjagen; Ihr Herzog ging den Christlicher Wandel. 341 Der hier viel Guts gethan! Wehe denen, Die sich durch Pracht Darum gebracht! Vor Gott wird ihrer schlecht gedacht. Weg voran. Stieg er auf durch Kreuz und Leiden, Will er auch uns den Kelch bescheiden, Der ihm hienieden gut gethan. Uns ist in dieser Zeit kein Feiertag bereit; Hier gilts weinen. Beim Hochzeitsmahl Jft keine Qual; verscherzen! Sie werden Gott Wir aber gehn durchs Jammerthal. 8. Selig sind die reinen Herzen, Die ihre Krone nicht im Frieden sehn. Alle unbefleckten Tauben, Die an den 5. Selig sind die sanften Freund der Seelen glauben Geister! Sie sind auf Erden und in der Reinigkeit bestehn, Herrn und Meister, Und nie- Die sehen einst im Licht Sein mand sieht es ihnen an, Da selig Angesicht Voller Gnaden. sie doch durch stillen Wandel Herr, wir sind dein! Ach mach In allerlei Geschäft und Han- uns rein Und lehr uns dir del Ihr Lammeswesen darge- recht ähnlich sein! than. Es ist ihr Bräutigam, 9. Selig, die in allen SaDas erstgeborne Lamm, Lamm chen Von Herzen gerne Frieund Löwe, Gar sanft und weich, den machen! Gott siehet fie Doch stark zugleich. So sind als Kinder an. Nichts wird auch die aus seinem Reich. ja ihr Heil zertrümmern; In 6. Selig, gleich dem Lebens- Friedensschmucke selber schimfürsten, Sind alle Seelen, wel mern, Die hier zum Frieden che dürften Und hungern nach viel gethan. Wer ließe sich Gerechtigkeit! Sättigung soll denn nun Nicht lieber Ünrecht ihnen werden, Wie einst ihr thun? Friede, Friede Hat Heiland hier auf Erden Gedür- unsre Gunst, Jst unsre Kunst; stet in der Leidenszeit, Dann nach der Himmelfahrt Vollauf gesättigt ward Bei dem Vater. Wer in der That So Hunger hat Und also dürstet, der wird fatt. Der reichste Zankgewinn ist Dunst. 4000 10. Selig sind, die voller Freuden Hier um des Guten willen leiden Und sprechen: Du bist ja der Herr! Dulden 7. Selig sind barmherzge wir um deinetwillen, So wird Seelen! Barmherzigkeit wird der Leiden Maß zu füllen Aus jich vermählen Dareinst mit Liebe niemals uns zu schwer. ihrer Dürftigkeit. Wer ein Tröpflein Wassers giebet, Wird um des Tröpfleins auch geliebet Und wohl belohnt zu seiner Zeit. Wohl also jedermann, und Siegesbahn! enist Wie glücklich wären wir, D Jesu, wenn wir hier Um dich litten! So geh voran! Wir dringen an Auf dieser Kriegs 342 Christlicher Wandel. 11. Also müssen wir auf Allmachtswort: Es werde! BeErden Nie, als in dir erfun- reitet selbst die Bahn; Es lähmt den werden; Du hast uns je erzürnten Feinden Herz, Zunge, und je geliebt. Du hast erst um Fuß und Hand, Knüpft zwiuns geworben Und bist aus schen frommen Freunden Der Liebe gar gestorben; Wer ist, Liebe Bruderband. der solche Proben giebt? Wohl- 5. So wandeln wir entschlosan, wir lieben dich, O Liebe, sen Dem Himmelsführer nach inniglich; Unsre Liebe Ist nur Und dulden unverdrossen Und ein Bild, So lang es gilt, tragen seine Schmach Und flehn Wie du uns ewig lieben willt. im finstern Thale: O Jesu, steh Nic. Ludw. v. Zinzendorf, g. 1700, ft. 1760. uns bei Und mach im Hochzeitsnepils faale Bald alles, alles neu! Mel. Valet will ich dir geben. n unsers Königs 466. Namen Betreten wir die Bahn. Ihr, ihr von seinem Samen, O schließt euch freudig an! Wir ziehn zum Friedenslande, Ein Leib, ein Herz, ein Geist. Wohl dem, der alle Bande Voll Heldenmuth zerreißt! SIG 6. Seht, wie die Krone schimmert, Die unser Haupt einst schmückt! Und wird der Leib zertrümmert, Der Weltenbau zerstückt, Erlöschen Sonn und Sterne: Kein Pilger werde matt. Dort glänzt uns schon von ferne Des großen Königs Stadt. SH 2. Der Weg ist schmal, doch eben Und führt zur Seligkeit. Die Straße dort daneben Ist zwar bequem und breit: Doch wer sie geht, muß sterben; An ihrem Ende droht Ein ewiges Verderben, Fluch, Zorn und Qual und Tod. 7. Hinan! hinan! ihr Frommen. Es koste Schweiß und Blut! Hinan, hinan geklommen Mit wahrem Heldenmuth! Bald hebt uns unser Sehnen Hoch über Tod und Grab; Bald trocknet unsre Thränen Die Hand der Liebe ab. Joh. Ludw. Fricker, g. 1729, ft. 1766. 3. Wir folgen deinem Locken, Du ewig treuer Freund. Wer Mel. Herr Jesu Christ, meins 2c. könnte ſich verſtocken? Du hafts 467. Herr Jesu Chriſte, mein so gut gemeint. Wir wandern abgeschieden, Und jeder trägt Der aus des Vaters Schoße sein Kreuz Ergeben und zu- geht: Mach mir den Vater of frieden: Für Pilger hat es fenbar Und seinen heilgen WilReiz. len flar. Si Tigor 4. Der große Hirt der Heerde 2. Zehr mich in allem, weil Geht seinem Volk voran. Sein ich blind; Mach mich dir ein Christlicher Wandel. 343 gehorsam Kind, Andächtig und Prophet, Sei du mein Ruhm, tets eingekehrt, So werd ich wahrhaft gottgelehrt. mein Schaß und Freud Von nun an bis in Ewigkeit! Gerhard Tersteegen, g. 1697, ft. 1769. 3. Gieb, daß ich auch vor jedermann Von deiner Wahrheit zeugen kann und allen Mel. Von Gott will ich nicht lassen. zeig mit Wort und That Den 468. Kommt, Kinder, schmalen, selgen Himmelspfad. uns ge4. Mein Hoherpriester, der hen. Der Abend kommt herfür mich Am Kreuzesstamm bei. Es ist gefährlich stehen geopfert sich: Mach mein Ge- In dieser Wüstenei. Kommt, wissen still und frei, Mein stärket euren Muth, Zur Ewigewiger Erlöser sei. keit zu wandern, Von einer Kraft zur andern; Es ist das Ende gut. 5. Gesalbter Heiland, segne mich Mit Geist und Gnaden kräftiglich; Schließ mich in deine Fürbitt ein, Bis ich werd ganz vollendet sein. 2. Es soll uns nicht gereuen Der schmale Pilgerpfad; Wir kennen ja den Treuen, Der uns 6. Jch opfre auch als Prie- gerufen hat. Kommt, folgt und ster dir Mich selbst und alles trauet dem! Ein jeder sein Gefür und für, Schenk mir viel fichte Mit ganzer Wendung Rauchwerk zum Gebet, Das richte Fest nach Jerusalem. stets im Geist zu dir auf- 3. Der Ausgang, der geschegeht.depinis no am die nohen, Ist uns fürwahr nicht leid. 7. Mein Himmelskönig, mich Es soll noch besser gehen Zur regier; Mein alles unterwerf Abgeschiedenheit. Nein, Kinich dir. Rett mich von Satan, der, seid nicht bang! VerachWelt und Sünd, Die mir sonst tet tausend Welten, Ihr Locken gar zu mächtig sind. bound ihr Schelten Und geht nur 8. Ja, komm du in mein euren Gang. 2670 Herz hinein Und laß es dir zum Throne sein; Vor allem Uebel und Gefahr Mich, als dein Eigenthum, bewahr. 4. Gehts der Natur entgegen, So gehts gerad und fein. Die Fleisch und Sinnen pflegen, Noch schlechte Pilger sein. Verlaßt die Creatur, Und was euch sonst will binden; Laßt gar euch selbst dahinten; Es geht durchs Sterben nur. 9. Hilf mir im königlichen Geist Mich selbst beherrschen allermeist, Begierden, Willen, Lust und Sünd, Und daß mich nichts Geschaffnes bind. 10. Du hocherhabne Majestät, Mein König, Priester und 5. Man muß wie Pilger mandeln, Frei, bloß und wahrlich leer. Viel sammeln, halten, han 344 Christlicher Wandel. deln Macht unsern Gang nur Uns kaum im fremden Land; schwer. Wer will, der trag fich Und höret man uns ja, So todt! Wir reisen abgeschieden, höret man uns singen von all Mit wenigem zufrieden, Was den großen Dingen, Die auf man gebraucht zur Noth. uns warten da. 6. Schmückt euer Herz aufs 11. Kommt, Kinder, laßt uns beste, Sonst weder Leib noch gehen; Der Vater gehet mit. Haus. Wir sind hier fremde Er selbst will bei uns stehen Gäste Und ziehen bald hinaus. In jedem sauren Tritt. Er will Gemach bringt Ungemach. Ein uns machen Muth, Mit füPilger muß sich schicken, Sich ßen Sonnenblicken Uns locken dulden und sich bücken Den und erquicken. Ach ja, wir furzen Pilgertag. habens gut! 7. Laßt uns nicht viel besehen Das Kinderspiel am Weg. Durch Säumen und durch Stehen Wird man verstrickt und träg. Es geht uns alls nicht an. Nur fort, nur fortgerungen, Durch alles durchgedrungen! Es ist so bald gethan. 8. Ist gleich der Weg was enge, So einsam, frumm und schlecht, Der Dornen in der Menge Und manches Kreuze trägt: Es ist doch nur ein Weg. Laß sein! Wir gehen weiter, Wir folgen unserm Leiter Und brechen durchs Gehäg. 9. Was wir hier hörn und sehen, Das hörn und sehn wir kaum. Wir lassens da und gehen; Es irret uns kein Traum. Wir gehn ins Ewge ein. Mit Gott muß unser Handel, Im Himmel unser Wandel Und Herz und alles sein. 12. Ein jeder munter eile; Wir sind vom Ziel noch fern. Schaut auf die Feuersäule, Die Gegenwart des Herrn! Das Aug nur eingekehrt, Da uns die Liebe winket Und dem, der folgt und sinket, Den wahren Ausgang lehrt. 13. Des süßen Lammes Wesen Wird uns da eingedrückt. Man kanns am Wandel lesen, Wie findlich, wie beglückt, Wie sanft, gerad und still Die Lämmer vor sich sehen und ohne Forschen gehen So, wie ihr Führer will. mo 14. Kommt, Kinder, laßt uns wandern; Wir gehen Hand in Hand. Eins freuet sich am andern In diesem wilden Land. Kommt, laßt uns kindlich sein, Uns auf dem Weg nicht strei: ten! Die Engel uns begleiten Als unsre Brüderlein. 10. Wir wandeln eingekeh- 15. Sollt wo ein Schwacher ret, Veracht und unbekannt. fallen, So greif der Stärkre zu. Man siehet, kennt und höret Man trag, man helfe allen, Christlicher Wandel. 345 Man pflanze Fried und Ruh.| Mel. Nun danket all und bringet zc. Kommt, bindet fester an! Ein 469. Wie gut ifts, von jeder sei der Kleinste, Doch der Sünde auch wohl gar der Reinste Auf frei! Wie selig Christi Knecht! unsrer Pilgerbahn. Im Sündendienst ist Sclaverei; In Christo Kindesrecht. 16. Kommt, laß uns munter wandern; Der Weg fürzt immer ab. Ein Tag, der folgt dem andern; Bald fällt das Fleisch ins Grab. Nur noch ein wenig Muth, Nur noch ein wenig treuer, Von allen Dingen freier, Gewandt zum ewgen Gut! 2. Jm Sündendienst ist Finsterniß, Den Weg erkennt man nicht: Bei Christo ist der Gang gewiß, Man wandelt in dem Licht. 3. Im Sündendienst ist Haß und Leid, Man plagt und wird betrübt: In Christi Reich ist Freudigkeit, Man liebt und wird geliebt. 17. Es wird nicht lang mehr währen, Halt noch ein wenig aus! Es wird nicht lang mehr 4. Die Sünde giebt den währen, So kommen wir nach Tod zum Lohn; Das heißt ja Haus. Da wird man ewig schlimm gedient! Das Leben ruhn. Wenn wir mit allen aber ist im Sohn, Der uns Frommen Daheim zum Vater mit Gott verfühnt. kommen: Wie wohl, wie wohl wirds thun. 5. D Heiland, dir nur dien ich gern; Denn du hast mich 18. Drauf wollen wirs denn erkauft. Ich weiß und will sonst wagen, Es ist wohl Wagens keinen Herrn; Auf dich bin werth, Und gründlich dem ab- ich getauft. sagen, Was aufhält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein! Wir gehn durch Jesu Leiden Hin in die Ewigfeiten: Es soll nur Jesus ſein. 6. Wen du frei machst, der ist recht frei; Du schenkst ihm alle Schuld; Und darum dank ich deiner Treu Und rühme deine Huld. 3001 7. Ich bete an, Herr Jesu 19. O Freund, den wir er- Christ, Und sage: Ich bin dein! lesen, allvergnügend Gut, Nimm mich zu dir; denn wo O ewig bleibend Wesen, Wie du bist, Soll auch dein Diereizest du den Muth! Wir ner ſein. freuen uns in dir, Du, unsre Bonn und Leben, Worin wir ewig schweben, Du, unsre ganze Bier! Phil. Friedr. Siler, g. 1699, st. 1769. Gerh. Tersteegen, g. 1697, ft 1769. Mel. Nun laßt uns den Leib zc. ir sind noch von 470. Wir der Heimath 346 Christlicher Wandel. fern; Wir wallen aber unserm Mel. Schwing dich auf zu deinem Herrn. Das nie gesehne VaGott. terland Ist uns aus seinem 471. Sollt ich jetzt Wort bekannt. noch, mir 2. Man seh uns an, für was schon Deine Güt erschienen, man will: Wir wallen fort und leiden still. Wenn gleich der Satan auf uns stößt: Wir sind des Herrn, wir sind getröst. Dich verlassen, Gottes Sohn, Und der Sünde dienen? Mit den Lüsten dieser Zeit Wieder mich beflecken Und nicht mehr 3. So macht uns keine Furcht die Süßigkeit Deiner Liebe verzagt, Wenn uns die Welt schmecken? verhöhnt und plagt; Und wen 2. Hab ich doch allein bei auch auf der Welt nichts freut, dir Meine Ruh gefunden; Der hat in Gott doch Freudigkeit. 4. Herr Jesu, halt auch mich dafür, Daß ich dein sei und walle dir, So wall ich ganz getroft dahin, So lang ich in der Hütte bin. Heiland, heiltest du doch mir Alle meine Wunden: Und ich sollte dein Gebot, Mein Herr Jesu, hassen, Und mein Recht an deinen Tod Wieder fahren lassen? 5. Du gingst mir selbst zum Vater vor: Richt Aug und Herz zu dir empor, Daß ich erkenn, wohin ich geh, und auf dein Wort und Vorbild seh. 3. Nein, ich bin und bleib ein Chrift, Folge deinen Lehren, Lasse weder Macht noch List Mich im Glauben stören. An dir hang ich festiglich; Mags die Welt verdrießen! Sie wird mein Vertraun auf dich Mir doch gönnen müssen. 6. Wall ich nur, wie es dir gefällt: Was ists, wenn mans für Thorheit hält? Komm ich doch heim. Bei dir ist Ruh; Was dir gefällt, belohnest du. 7. Da ziehest du uns Kleider an, Die jetzt kein Pilgrim den? Giebt sie mir die Zuvertragen kann; Da wird sichs zeigen, wer man ist, Wenn man auch da lebt, wo du bist. 4. Zeigt sie mir ein Heil, wie du? Bringt sie Kraft den Müden, Den Bedrängten Trost und Ruh, Sündern Gottesfriesicht, Daß ich überm Grabe Ewig Heil und selig Licht Zu erwarten habe? 8. Mein Herr, dem ich einst Blut gekost, Mach mich im Tode selbst getroft Und ruf in Gnaden mich nach Haus, So geht mein Wallen selig aus. Phil. Friedr. Hiller, g. 1699, st. 1769. 5. Rettet sie mich, wenn vor dir Einst die Völker stehen, Und in deines Reiches Thür Nur die Frommen gehen? Wenn der Sichre nun zu spät Aus dem Schlaf erwachet, Und Christlicher Wandel. 347 3. Geh, mein Heiland, wo ich gehe, Jesu, gehe stets mit mir. Weich nicht von mir, wo der Spötter, der hier schmäht, Glaubt und nicht mehr lachet? 6. O wie thöricht, wenn ich ich stehe; O so leb und sterb mich Noch verführen ließe, ich dir. Drücke mich an deine Jesu, da ich schon durch dich Brust, Jesu, meiner Seelen Gottes Huld genieße! Da ich Lust. Laß mich dich niemals weiß, auf wessen Wort Ich verlieren, So wird mich kein die Hoffnung gründe, Daß Feind verführen. auch ich unfehlbar dort Gnad und Leben finde. 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trübsal nicht, noch Freuden Sollen mich, mein Herr und Gott, Jemals von dir scheiden. Welt und Sünd und Eitelfeit Und des Fleisches Triebe, Alles überwind ich weit, Herr, durch deine Liebe. Balth. Münter, g- 1735, ft. 1793. 4. Zähle mich, Herr, zu den Deinen, Die sich von der Welt getrennt, Die es mit dir treulich meinen, Deren Herz in Liebe brennt. Ich will sonst mehr nirgends sein, Als in und bei dir allein. Wasche mich nur rein von Sünden, Die sich noch in mir befinden. 5. Süßer Bräutgam meiner Seelen, Mache mich nur recht getreu; Zeig den Feinden, die mich quälen, Daß ich längſt Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 472. Herr, ich bin dir dein eigen sei. Hilf, daß mir in Nichts von ihUnd ich will es ewig sein; rer Pracht gefällt; Und in Denn dein liebliches Bezeugen letzten Kampfesstunden Schließe Nimmt mein Herze völlig ein. mich in deine Wunden.m Du führst mich von Jugend an Auf die schmale Lebens- Mel. Seele, was ist Schöners wohl? bahn: wie sollt ich denn 473. Shimmelan Soll nur verweilen, Täglich mehr zu dir zu eilen? ( bi nude der Wandel gehn. Was die 2. Einem will ich immer die- Frommen wünschen, kann Dort nen; 3ween Herrn gehör ich erst ganz geschehn; Auf Erden nicht. Jesu, weil du mir er- nicht. Freude wechselt hier mit schienen, Bin ich ganz zu dir Leid; Richt hinauf zur Herrgericht. Von des Satans Scla- lichkeit Dein Angesicht. verei Macht dein Liebesdienst 2. Himmelan schwing deinen mich frei, Und die Welt mit ihrem Blenden Soll mich nicht mehr von dir wenden. Geist Jeden Morgen auf. Kurz, ach kurz ist, wie du weißt, Unser Bilgerlauf. Fleh täglich neu: 348 Christlicher Gott, der mich zum Himmel schuf, Präg ins Herz mir den Beruf; Mach mich getreu!" 3. Himmelan hat er dein Ziel Selbst hinaufgestellt. Sorg nicht muthlos, nicht zu viel Um den Tand der Welt. Flieh schnell Des Vaters Haus. diesen Sinn. Nur was du demt Himmel lebst, Dir von Schäzzen dort erstrebst, Das ist Gewinn. 9. Hallelujah! Himmelan Steig dein Dank schon hier. Einst wirst du mit Schaaren nahn, Und Gott naht zu dir, In Ewigkeit. Aller Jammer ist vorbei,- Alles preist verklärt und neu, Jn Ewigkeit. 10. Hallelujah fingst auch du, Wann du Jesum siehst, Unter Jubel ein zur Ruh In den Himmel ziehst. Gelobt sei Er! Der vom Kreuz zum Throne stieg, Hilfet dir zu deinem Sieg. Gelobt sei Er! Joh. Gottfr. Schöner, g. 1749, st. 1818. Wandel. 8. Himmelan führt dich zuletzt Selbst die Todesnacht. Seis, daß sie dir sterbend jetzt Kurze Schrecken macht. Harr aus, harr aus! Auf die Nacht wirds ewig hell; Nach dem Tod erblickst du 4. Himmelan erheb dich gleich, Wenn dich Kummer drückt, Weil dein Vater treu und reich Stündlich auf dich blickt. Was quält dich so? Droben in dem Land des Lichts Weiß man von den Sorgen nichts; Sei himmlisch froh. 5. Himmelan wallt neben dir Alles Volk des Herrn, Trägt im Himmelsvorschmack hier Seine Lasten gern. O schließ dich an! Kämpfe drauf, Mel. Nun ruhen alle Wälder. wie fichs gebührt; Denke, auch 474. Wie freu ich mich Leiden melsbahn. 6. Himmelan ging Jesus Christ Mitten durch die Schmach. Eil, weil du sein Jünger bist, Seinem Vorbild nach. Er litt und schwieg. Halt dich fest an Gott, wie er; Statt zu klagen, bete mehr; Erkämpf den Sieg. mit Beben, Bis einst das volle Leben In meinem Geist beginnt, Wenn vor der Liebe Sehnen Das Todeseis in Thränen, Die Nacht in ewgen Tag zerrinnt; 2. Wenn ich nach langen Mühen Nun aus dem Diensthaus fliehen, In Freiheit wandern kann; Wenn ihr so golden blinfet Und mir herüber winket, Jhr Berg und Thäler Canaan! 7. Himmelan führt seine Hand Durch die Wüste dich, Ziehet dich im Prüfungsstand Näher hin zu sich Im Himmelssinn. 3. O welche schöne Reise, Von der Weltluft freier stets, Auf der mich Himmelsspeise Und Und mit ihm vertrauter gehts Himmelstrankerquickt; Womich Zum Himmel hin. jun ein Freund geleitet, Die Hand Liebe. mir überbreitet, Daß keine Hirte In dieser Mitternacht; Sonnenglut mich drückt! Und kam ich nur mit Neue, So hat der Ewigtreue Der Sünde nimmermehr gedacht. 9. Er hat für mich gelitten, Er hat für mich gestritten, Für mich ist er erblaßt; Für mich sein Herz durchstoßen, Für mich sein Blut geflossen, Und meine Schuld war seine Last. 10. O möcht ich diesen Einen Umfangen, und sonst keinen, Der mich so hoch geliebt, Der mich so hoch geachtet, Den ich so tief verachtet und bitterlich zum Tod betrübt! 11. Er hält sein Herz mir offen; Ich soll nur kindlich hoffen Und glaubend auf ihn sehn. Wenn ichs nur auf ihn wage, So soll es alle Tage Von Klarheit in die Klarheit gehn. 4. Mein Freund ist nun gekommen, Er hat mich hingenommen und ganz sich mir geschenkt. Viel Wonne, Licht und Frieden Hot er mir zubeschieden Und meinen Pfad zu sich gelenkt. 5. Er wusch den Leib mir reine, Am Abend dann alleine Wäscht er die Füße mir. Zwar kann ich nur mich schämen, Doch darf ich mich nicht grämen;- Mit Freuden, spricht er, thu ichs dir! 6. Er zeigt mir alle Wege, Am steilen Felsenstege Trägt er so sicher mich; Und daß beim Niederschauen Dem Kind nicht möge grauen, Heißt er mich schauen nur auf sich. 349 7. Zwar mag ich leicht mich rigen Anscharfen Dornenspißen, Die mir entgegenstehn; Doch 12. Herr Jesu, dieses Leben wenn ich ihn nur faffe Und Wollst du mir Armen geben. seine Hand nicht lasse, Muß Drauf will ich dir vertraun, es mit Freuden fürder gehn. Bis ich, nach deinem Bilde 8. Oft, wenn ich mich ver: Erwachend, dir ins milde Verirrte, Rief mich mein treuer föhnerauge werde schaun. Albert Knapp, g. 1798. Liebe. 1 Cor. 13. Niemand zu benennen weiß, Wie Mel. Sollt ich meinem Gott nicht sc. die Schönheit, die uns winket, 475, 11nter jenen gro- Und die Luft, die jedermann Ben Gütern, Die Zwingen und vergnügen kann. uns Christus zugetheilt, Ist die 2. Liebe kann uns alles geLieb in den Gemüthern Wie ben, Was auf ewig nüßt und ein Balsam, der sie heilt, Wie ziert, Und zum höchsten Stand ein Stern, der herrlich blinket, erheben, Der die Seelen auf Wie ein Kleinod, dessen Preis wärts führt. Menschen- oder Christlicher Wandel. Engelzungen, Wo sich keine Lie- hest aus, Laß mich spüren deibe findt, Wie beredt sie sonst ne Triebe, Komm in meines auch sind, Wie beherzt sie an- Herzens Haus! Was in mir gedrungen, Sind ein flüchtiger sich selbst nur suchet, Es nicht Gesang, Sind ein Erz- und treu mit andern meint, Mag Schellenklang. es Feind sein oder Freund, Laß mich halten als verfluchet. Lente meinen ganzen Sinn, Geist der Lieb, zur Liebe hin. 3. Was ich von der Weisheit höre, Der Erkenntniß tiefer Blick, Die geheimnißvolle Lehre Und des Glaubens Meisterstück, So der Berge Grund verseßet, Und was sonst den Ernst Lange, g. 1650, st. 1727. Menschen ehrt: Das verlieret 476. seinen Werth; Alles wird für 350 Mel. Wunderbarer König. Dommt ins Reich per Liebe, nichts geschäßet, Wenn sich nicht ihr Gotteskinder, Jhr im Blut dabei der Geist, Der die Liebe wirkt, erweist. gewaschnen Sünder! Lernt von eurem Lamme Eure Brüder lieben Und euch recht darinnen üben. Folgt dem Herrn; Traget gern, Was nach Jesu fraget, Wenns auch fällt und klaget. 4. Sätt ich alle meine Habe Armen Brüdern zugewandt, Opfert ich mich selbst dem Grabe, Scheut ich nicht der Flammen Brand, Gäb ich meinen 2. Sünde zu vergeben Und Leib auf Erden Ihnen zu ver- auch zu vergessen, Das hat zehren hin und behielte mei- keiner so besessen, Als der nen Sinn: Würd ich doch nicht Freund der Sünder, Der mit besser werden, Bis mich wahre eignem Blute Seinen Feinden Lieb erfüllt, Die aus Gottes selbst zu gute Alle Schuld, D Herzen quillt. oder Huld! Ewiglich begraben, 5. Glaubensfieg und Hoff- Völlig aufgehoben. nungsblüthe Führt uns tröstend 3. Wirft der Feind der Seedurch die Welt, Bis das irdische len Zwischen eure Herzen Gebiete Und der Schöpfungs- Streit, Verdacht und Haderbau zerfällt. Doch der Liebe schmerzen: O so seid nicht stilweite Gränzen Strecken sich in le; Wartet nicht so lange Bis Ewigkeit; Alle, die sich ihr zum Sonnenuntergange! Tödgeweiht, Werden unaufhörlich tet bald Die Gewalt Aller glänzen. Glaub und Hoffnung Zwistigkeiten, Die den Fall bleiben hier: Liebe währet für bereiten. und für. 4. Bleibt nicht so beständig 6. D du Geist der reinen Auf dem eignen Rechte, WerLiebe, Der von Gott du ge- det gern der andern Knechte; Wahrhaftigkeit, Eid.h 351 Denn die süße Liebe Deckt der 2. Du willst den Tod des Sünden Menge, Tuldet ohne Maß der Länge. Lievt euch sehr, Liebet mehr! Nährt das Liebesfeuer Alle Tage treuer. Sünders nicht, Du gehst mit uns nicht ins Gericht: Wie dürften wir denn richten?- Laß immer mild Des Bruders Bild Durch unser Wort sich lichten. 5. Soll das Reich des Sohnes, Voll von großen Heerden, Fest und reich gesegnet werden: O so laßt uns lieben Und in Liebe brennen. Jesu, hilf, daß wir es können! Satan wehrt; Denn das Schwert Fest verbundner Liebe Schlägt ihm tiefe Hiebe. 3. Das ist der Liebe freundlich Amt, Daß sie zurecht bringt, nicht verdammt. Ach wer steht unbescholten? Und was sind wi Herr Gott, vor dir, Daß wir verdammen sollten! 4. Herr, leucht in uns mit 6. Abba, lieber Vater, Sohn deiner Gnad, Wenn uns des und Geist der Gnaden, Heile Nächsten Wort und That Bringt allen unsern Schaden. Falsch- Kränkung, Leid und Schmerzen. heit, Schein und Tücke, Stolz Laß ganz und rein Üns ihm und Eigenliebe Kreuzige durch deine Triebe. Satans Macht Wird verlacht, Wenn wir dich nur kennen Und in Liebe bren( om det verzeihn In Wahrheit und von Herzen. und mor 5. Du reicher Geber aller Hab, All unser Gut ist deine Gab; hilf das Herz erschlieBen! Laß sie gemein Durch Liebesein Und reich der Armuth fließen. Mel. Ich hab auf dich gehoffet, Herr. 477. Ach komm, füll 6. Ach komm, füll unſre Herunsre Seelen ganz, Du gnadenreicher Liebesglanz, Du väterlich Erbarmen. Von deiner Glut Laß Herz und MuthRecht inniglich erwarmen. lich erwarmen. zen ganz, Dugnadenreicher Liebesglanz, Du väterlich Erbarmen! Von deiner Glut Laß Herz und Muth Recht innigVictor Strauß, g. 1809. nen. Ernst Gottl. Woltersdorf, 8. 1725, st. 1761. Wahrhaftigkeit, Eid. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. scher Mund, Das dir, Allwis 478. Sott, der du Her- sender, nicht kund; Du, Hei zenskenner bist, liger, wirsts rächen! Laß jeHerr, dem die Falschheit Gräuel derzeit mein Ja und Nein, ist, Und jede Lüg Verbrechen: Wies Chriften ziemt, aufrichKein Wort spricht je ein fal- tig ſein. 352 Geistlicher Kampf und Sieg. 2. Und wenn ich schwörend mehr erfreut, Kein Trost mehr, vor dir steh, Dir in dein heilig wenn ich sterbe; Wenn Gott Antlig seh, Die Hand zum Him- und Jesus nicht mehr mein: mel hebe, Wenn ich zum Zeu- Dann besser, nie geboren sein! gen feierlich Anrufe, Hocherhabner, dich, Durch den ich bin und lebe: Dann sei von Trug und Heuchelei Mein Herz und meine Zunge frei. 5. Nein, Ehre nicht, nich Gut und Geld, Kein Fürstenthum und keine Welt Soll mich so weit verführen! Um alle Leiden dieser Zeit Will ich doch Gott und Seligkeit Muthwillig nicht verlieren. Wie klein mein Glück auch immer sei: Nur Gott und reines Herz dabei! 3. Wenn Frevler dich auch da noch schmähn Und frech mit Lügen vor dir stehn, Dann laß mein Herz erschrecken. Weh dem, der Gott und Gottes Macht Zum Siegel seiner Bos6. Gott, lehre mich bei je heit macht, Sie vor der Welt dem Eid Aus Furcht vor deizu decken! Herz, schau den Gott mit Zittern an, Der Seel und Leib verderben kann! ner Heiligkeit Die Wahrheit treulich sprechen. Beschwör ich heilig Amt und Pflicht, So laß mich auch im Kleinsten nicht Die theure Zusag brechen. Auch dir, Gott, schwur ich treu zu sein: Erhalt mich ewig, ewig 4. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, Dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, Dein Himmel nicht mein Erbe; Wenn mich beim Leiden dieser dein! Zeit Kein Trost vom Himmel - Joh. Carl Dan. Bickel, 8, 1737, ft. 1809. XX. geistlicher Kampf und Sieg. Mel. Durch Adams Fall 2c. 2. Ohn alle Furcht und wei479. Willst du bei bisch Art Sollst dich seins Gott dein Willens halten, Ihn frei bekennen ungespart Und ihn darnach lassn walten. Greifs Wohnung habn Und seinen Himmel erben? So halt dich stets auf seiner Bahn; Mit Chri- tapfer an! Du mußt doch dran. sto mußt du sterben. Du mußt Kehr dich an niemands Wüdein Herz, es gilt fein then! Dein Kreuz nicht meid; Scherz Mit ganzem Leib auf Christum streit! Gott wird und Leben, Dein Hab und Gut, dich wohl behüten. auch Fleisch und Blut Gänzlich an Gott ergeben. 3. Pracht, Adel, Stärk, Gewalt und Kunst Mag dich zu Geistlicher Kampf und Sieg. 353 Gott nicht bringen; Gilt nichts| und Licht Den Deinen schenkst vor ihm und ist umsonst; Nach von oben, Bewahre mich, daß Demuth mußt du ringen. Die ich doch nicht Scheu Satans Welt veracht, auf Christum Wuth und Toben. Ficht er tracht! Das macht dich fröhlich mich an auf deiner Bahn, So laufen Aufs Herren Straß all hilf mir fröhlich kämpfen. Muß Ziel und Maß; Das heißt all leiden ich gleich Fersenstich, Ding verkaufen. So werd ich ihn doch däm4. Hast du Gott lieb, kennst pfen. seinen Sohn, Als du dich rühmst Hans Wißstadt, 1540. mit Worten? So mußt du auch an sein Willen thun Auf Erd an Mel. Wie nach einer Wasserquelle. allen Orten. Sie hilft kein 480. Sei getreu bis Gloß,*) die Schrift ist bloß;**) Ich kanns nicht anders sehen: Wer Gott hängt an, gewiß, der kann nicht Satans Grimm entgehen. Daure redlich aus den Kampf! Leidest du gleich harte Stände, Duldest du gleich manchen Dampf: Ach das Leiden dieser Zeit Ist nicht werth der Herrlichkeit, So dir wird dein Jefus geben Dort in jenem Freudenleben. *) Kein Drehen und Deuten. **) deutlich. 5. Ja! spricht die Welt, es ist nicht Noth; Sollt ich mit Christo Leiden? Er litt doch 2. Sei getreu in deinem selbst für mich den Tod, Drum Glauben! Baue deiner Secle kann ichs Kreuz wohl meiden. Grund Nicht auf zweifelhafte Er zahlt für mich; dasselb glaub Schrauben. Sage den Gewisich; Damit ists ausgerichtet! sensbund, So geschlossen in O Bruder, nein! Es ist ein der Tauf, Deinem Gott nicht Schein; Der Teufel hats er- wieder auf. Der ist gottlos dichtet. und verloren, Wer meineidig dem geschworen. 6. Ja, wär es gnug mit solchem Wort, So hätt die Welt schon gwonnen. Glaub ist doch viel ein edler Hort; Wen der hat eingenommen, Der ist bereit, spart kein Arbeit, Den Willen Gotts zu halten; Der duldt und leidt, es ist sein Freud, Und sollts das Leben gelten. 7. O Jesu, der du Kraft - - 3. Sei getreu in deiner Liebe Gegen Gott, der dich geliebt! An dem Nächsten Gutes übe, Ob er dich gleich hat betrübt. Denke, wie dein Heiland that, Als er für die Feinde bat. So mußt du verzeihen eben, Soll Gott anders dir vergeben. 4. Sei getreu in deinem Leiden! Lasse dich kein Ungemach 23 354 Geistlicher Kampf und Sieg. Von der Liebe Jesu scheiden; in dieser Zeit Jst keine Ruh zu Murre nicht in Weh und Ach! finden. Wer nicht will streiten, Hilft denn was die Ungeduld? trägt die Kron Des ewgen LeAch, sie häufet nur die Schuld. bens nicht davon. Der trägt leichter, der da träget Mit Geduld, was Gott aufleget. 5. Sei getreu in deinem Hoffen! Hilft Gott gleich nicht, wie du willt: Er hat bald ein Mittel troffen, Daß dein Wünschen wird erfüllt. Denke, wie er manche Zeit Dir zu helfen war bereit, Obschon du dein Ohr verstopfet, Wenn er bei dir angeklopfet. 2. Der Teufel kommt mit seiner List, Die Welt mit Pracht und Prangen, Das Fleisch mit Wollust, wo du bist, zu fällen dich und fangen. Streitst du nicht wie ein tapfrer Held, So bist du hin und schon gefällt. 6. Sei getreu in Todesnöthen! Fechte frisch den letzten Ruck, Sollt dich gleich der Herr auch tödten; Das ist ja der letzte Druck. Wer da echt mit Jeju ringt Und, wie Jacob, ihn bezwingt, Der gewißlich ob ihm sieget Und die Lebensfrone frieget. 7. Drum getreu, getreu aushalten Mußt du deinem lieben Gott. Ihn mußt du es lassen walten, Willst du werden nicht zu Spott. Rufe nur, er ist schon ier; Sein Herz bricht ihm gegen dir. Rufe aur! Gott ist vorhanden. Hoffnung macht ja nicht zu Schanden. Benjamin Prätorius, um 1659. 3. Gedenke, daß du zu der Fahn Deins Feldherrn haft geschworen. Denk ferner, daß du als ein Mann Zum Streit bist auserkoren. Ja, denke, daß ohn Streit und Sieg Nie keiner zum Triumph aufstieg. 4. Wie spöttlich, wenn ein Priegesmann Dem Feind den Rücken kehret! Wie schmählich, wenn er von de Plan Ent flieht und sich nicht wehret! Wie schändlich, wenn er gar mit Fleiß Aus Zagheit wird dem Feind zum Preis! pa 5. Bind an! Der Teufel ist bald hin; Die Welt wird leicht verjaget; Das Fleisch muß en lich aus dem Sinn, Wie sehr dichs immer plaget. Dewge Schande, wenn ein Held Vor diesen dreien Feinden fällt! 6. Wer überwindt und kriegt den Raum Der Feinde, die vermessen, Der wird im Paradies vom Baum Des ewgen Lebens effen. Wer überwindt, den ſoll kein Leid, Noch Tod berührn Mel. Machs mit mir, Gott 2c. 481. Auf, Christen2 mensch, auf, auf, zum Streit! Auf, auf, zum Ueberwinden! In dieser Welt, in Ewigkeit. Geistlicher Kampf und Sieg. 355 7. Wer überwindt und sei-| Kron, Bleibt ewiglich in Spott nen Lauf Mit Ehren kann voll- und Hohn. enden, Dem wird der Herr als= Joh. Scheffler, g. 1624. ft. 1677. bald darauf Verborgnes Manna senden, Ihm geben einen wei- Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. ßen Stein und einen neuen 482. Ach was sind wir Namen drein. 8. Wer überwindt, bekommt Gewalt, Mit Christo zu regieren, Mit Macht die Völker mannigfalt Nach Gottes Rath zu führen. Wer überwindt, bekommt vom Herrn Zum Feldpanier den Morgenstern. 9. Wer überwindet, der soll dort In weißen Kleidern gehen; Sein guter Name soll sofort Im Buch des Lebens stehen; Ja, Christus wird denselben gar Bekennen vor der Engelschaar. 10. Wer überwindt, soll ewig nicht Aus Gottes Tempel gehen, Vielmehr drin wie ein englisch Licht Und güldne Säule stehen. Der Name Gottes, unsers Herrn, Soll leuchten von ihm weit und fern. Dürftig, jämmerlich und arm. Ach was sind wir? Voller Elend! Ach Herr Jesu, dich erbarm! Laß dich unsre Noth bewegen, Die wir dir vor Augen legen. 2. Wir sind nichts ohn dich, Herr Jesu; Hier ist lauter Finsterniß. Dazu quälet uns gar heftig Der vergifte Schlangenbiß. Dieses Gift steigt zu dem Herzen Und verursacht ftete Schmerzen. 3. Ach ohn dich, getreuer Jesu, Schreckt der Teufel und die Höll; Die Verdamminiß macht mich zittern, Da ich steh auf dieser Stell. Mein Gewissen ist erwachet, Und der Abgrund flammt und krachet. 4. Ohne dich, herzliebster 11. Wer überwindt, soll auf Jesu, Kommt man nicht durch dem Thron Mit Christo Je- diese Welt. Sie hat fast auf su sigen, Soll glänzen wie allen Wegen Unsern Füßen Neb ein Gottessohn, Und wie die gestellt; Sie kann troßen, sie Sonne blizen; Ja, ewig herr- kann heucheln Und hält uns schen und regiern Und immer mit ihrem Schmeicheln. dar den Himmel ziern. I 12. So streit denn wohl, streit keck und kühn, Daß du mögst überwinden! Streng an die Kräfte, Muth und Sinn, Daß du dies Gut mögst finden! Wer nicht will streiten um die 5. Ach wie kraftlos, HerzensJesu, Richten sich die Kranken auf! Unsre Kraft ist lauter Ohnmacht In dem müden Lebenslauf; Denn man sieht uns, da wir mallen, Defters straucheln, öfters fallen. 356 Geistlicher Kampf und Sieg. 6. Darum stärk uns, liebster Bei dem Schaden, Spott und Jesu, Sei in Finsterniß das Schande Lauter Luft und HimLicht; Deffne unsre Herzens- mel ist: Uebe ferner dein Geaugen, Zeig dein freundlich An- richte Wider unsern Adamssinn, gesicht. Strahl, o Sonn, mit Bis uns dein so treu Gesichte Lebensblicken, So wird sich das Führet aus dem Kerker hin. Herz erquicken. 2. Jsts doch deines Vaters 7. Tritt den Satan, starker Wille, Daß du endest dieses Jesu, Unter unsern schwachen Werk. Hierzu wohnt in dir Fuß. Komm zu deiner Braut die Fülle Aller Weisheit, Lieb gegangen, Biet ihr deinen Frie- und Stärk: Daß du nichts densgruß, Daß sie Himmels- von dem verlierest, Was er freud verspüre Und kein Leid dir geschenket hat, Und es von fie mehr berühre. dem Treiben führeft Zu der süßen Ruhestatt. 3. Ach so mußt du uns vollenden, Willst und kannst ja anders nicht; Denn wir sind in deinen Händen, Dein Herz ist auf uns gericht, Ob wir wohl vor allen Leuten Als gefangen sind geacht, Weil des Kreuzes Niedrigkeiten Uns veracht und schnöd gemacht. 4. Schau doch aber unsre Retten, Da wir mit der Creatur Seufzen, ringen, schreien, beten Um Erlösung von Natur, Von dem Dienst der Eitelkeiten, Der uns noch so harte drückt, Ungeacht der Geist in Zeiten Sich auf etwas Bessers schickt. 5. Ach erheb die matten Kräfte, Sich einmal zu reißen los Und durch alle Weltgeschäfte Durchgebrochen stehen bloß. Weg mit Menschenfurcht und Zagen! Weich, Vernunft- Bedenklichkeit! Fort mit Scheu vor Schmach und Plagen! Weg des 8. Faß uns an, o süßer Jesu, Führ uns durch die Bilgerstraß, Daß wir auf den rechten Wegen Gehen fort ohn Unterlaß. Laß uns meiden alle Stricke Und nicht wieder sehn zurücke. 9. Laß den Geist der Kraft, Herr Jeju, Geben unserm Geiste Kraft, Daß wir brünstig dir nachwandeln, Nach der Liebe Eigenschaft. Ach Herr, mach uns selber tüchtig, So ist unser Leben richtig. 10. Dann wird Lob und Dank, Herr Jesu, Schallen aus des Herzens Grund. Dann wird alles jubiliren Und dir fingen Herz und Mund. Dann wird auf der ganzen Erden Jesus hochgelobet werden. Peter Lackmann, ft. 1713. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 483. Durchbrecher aller Bande, Der du immer bei uns bist, Fleisches Zärtlichkeit! Geistlicher Kampf und Sieg. 357 6. Herr, zermalme, brich und dem besten Bild gebildt. Der reiße Die verboßte Macht ent- hat Gnad um Gnad genomzwei! Denke, daß ein armer men, Wer aus deiner Füll sich Mensche Dir im Tod nichts füllt. nüße sei. Heb uns aus dem Staub der Sünden, Wirf die Schlangenbrut hinaus; Laß uns wahre Freiheit finden Jn des Vaters Hochzeitshaus. 11. Liebe, zeuch uns in dein Sterben! Laß mit dir gekreuzigt sein, Was dein Reich nicht kann ererben; Führ ins Paradies uns ein. Doch, wohlan! du wirst nicht säumen, Wo wir nur nicht lässig sein. Werden wir doch als wie träumen, Wenn die Freiheit bricht herein. Gottfr. Arnold, g. 1666, ft. 1714. 7. Wir verlangen keine Ruhe Für das Fleisch in Ewigkeit. Wie dus nöthig findst, so thue Noch vor unsrer Abschiedszeit. Aber unser Geist der bindet Dich im Glauben, läßt dich nicht, Bis er die Erlösung findet, Da ihm 484. Löwen, laßt euch Zeit wiederfinden, 8. Herrscher, herrsche! Sie Wie im ersten Christenthum, ger, siege! König, brauch dein Regiment! Führe deines Reiches Kriege, Mach der Sclaverei ein End! Laß doch aus der Grub die Seelen Durch des neuen Bundes Blut! Laß uns länger nicht so quälen; Denn du meinsts mit uns ja gut. Die nichts konnte überwinden. Seht nur an ihr Marterthum, Wie in Lieb fie glühen, Wie sie Feuer sprühen, Daß sich vor der Sterbenslust Selbst der Satan fürchten mußt! 9. Haben wir uns selbst gefangen In Lust und Gefälligfeit: Ach so laß uns nicht stets hangen In dem Tod der Eitelkeit: Denn die Last treibt uns zu rufen; Alle schreien wir dich an: Zeig doch nur die ersten Stufen Der gebrochnen Freiheitsbahn! 10. Ach wie theur sind wir erworben, nicht der Menschen Knecht zu sein! Drum, so wahr du bist gestorben, Mußt du uns auch machen rein, Rein und frei und ganz vollkommen, Nach 2. In Gefahren unerschrocken Und von Lüsten unberührt, Die aufs Eitle konnten locken, War man damals. Die Begierd Ging nur nach dem Himmel; Fern aus dem Getümmel War erhoben Herz und Sinn, Gab, was zeitlich, gern dahin. 3. Ganz großmüthig sie verlachten, Was die Welt für Vortheil hält, Und wornach die meisten trachten, Es mocht sein Ehr, Wollust, Geld. Furcht war nicht in ihnen; Auf die Kampfschaubühnen Sprangen sie mit Freudigkeit, Hielten mit den Thieren Streit. 358 Geistlicher Kampf und Sieg. 4. O daß ich, wie diese wa- 9. Gebt euch in das Leiden ren, Mich befänd auch in dem wacker! Mit dem Blut der MärStand! Laß mich doch im Grund tyrer Wird gedüngt der Kirchenerfahren Deine hülfreich starke acker. Diese Feuchtung treibet Hand, Mein Gott, recht leben- sehr Und macht stark aussprofdig. Gieb, daß ich beständig sen, Was damit begossen. O Bis in Tod durch deine Kraft dann trägt er reichlich Frucht, Uebe gute Ritterschaft. Eine schöne Gartenzucht! 5. Gieb, daß ich mit Geistes- 10. Feuchte vor, o heilger waffen Kämpf in Jesu Löwen- Regen, Uns, dein Erb, die dürre stärk Und hier niemals möge Erd, Daß wir dir getreu sein schlafen, Daß mir dieses große mögen Und nicht achten Feur Werk Durch dich mög gelingen und Schwert, Als in Liebe Und ich tapfer ringen, Daß ich trunken Und in dir versunken! in der Luft nicht streich, Son- Mach dein Kirch an Glauben dern bald das Ziel erreich. reich, Daß das End dem Anfang gleich! 6. Es dürft wieder dazu kommen, Daß des Feindes tolle Wuth Zu der Schlachtbank deine Frommen Führte und Mel. Straf mich nicht in deinem sc. Anmuthiger Blumenkranz, 1712 vergöß ihr Blut. Nach gemeiner 485. Mache dich, mein SageGroße den kommen uns zu Haus, Und noch ein sehr harter Strauß. Wache, fleh und bete, Daß dich nicht die böse Zeit Unverhofft betrete; Denn es ist Satans List Ueber viele Frommen Zur Versuchung kommen. 7. Ei, wohlan, nur fein standhaftig! O ihr Brüder, tapfer drauf! Lasset uns doch recht herzhaftig Folgen jener Zeugen Hauf! Nur den Leib berühret, Was ihm so gebühret; Er hats Leiden wohl verdient, Und die Seel darunter grünt. 8. Fort, fort mit dem Sinn der Griechen, Denen Kreuz nur Thorheit ist! O laßt uns zurück 3. Wache auf, sonst kann dich nicht friechen, Wenn ans Kreuz nicht Unser Herr erleuchten, soll Jesus Christ! Steht in Jesu Wache, sonsten wird sein Licht Namen, Wenn der Schlan- Dir noch ferne däuchten; Denn gensamen Sich dem Glauben Gott will Für die Füll Seiwidersetzt Und das Schlacht- ner Gnadengaben Offne Auschwert auf uns webt! gen haben. 2. Aber mache erst recht auf Von dem Sündenschlafe; Denn es folget sonst darauf Eine lange Strafe; Und die Noth Sammt dem Tod Möchte dich in Sünden Unvermuthet finden. Geistlicher Kampf und Sieg. 359 4. Wache, daß dich Satans 10. Drum so laßt uns imList Nicht im Schlaf erblicke, Weil er sonst behende ist, Daß er dich berücke. Und Gott giebt, Die er liebt, Oft in seine Štrafen, Wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt Durch Gewalt bezwinge, Oder, wenn sie sich verstellt, Wieder an sich bringe. Wach und sieh, Es fehlt nie Hier an merdar Wachen, flehen, beten, Weil die Angst, Noth und Gefahr Immer näher treten; Denn die Zeit Jst nicht weit, Da uns Gott wird richten Und die Welt vernichten. Joh. Burth. Freystein, st. 1720. Mel. Wachet auf, ruft uns die zc. 486. Rüſtet euch, ihr 9. Doch wohl gut, es muß uns schon Alles glücklich gehen, Wenn wir ihn durch seinen Sohn Im Gebet anflehen; Denn er will Uns mit Füll Seiner Gunst beschütten, Wenn wir gläubig bitten. Gliedern. To s 6. Wache dazu auch für dich, Für dein Fleisch und Herze, Damit es nicht freventlich Gottes Gnad verscherze; Denn es ist Voller List Und kann sich bald heucheln Und in Hoffart schmeicheln. 7. Bete aber auch dabei Mitten in dem Wachen; Denn der Herre muß dich frei Von dem allen machen, Was dich drückt 2. Reinigt euch von euren Und bestrickt, Daß du schläfrig Lüsten; Besieget fie, die ihr bleibest Und sein Werk nicht seid Christen, Und stehet in treibest. des Herren Kraft. Stärket 8. Ja, er will gebeten sein, euch in Jesu Namen, Daß Wenn er was soll geben; Er ihr nicht strauchelt, wie die verlanget unser Schrein, Wenn Lahmen. Wo ist des Glauwir wollen leben Und durch hens Eigenschaft? Wer hier ihn Unsern Sinn, Feind, Welt, ermüden will, Der schaue auf Fleisch und Sünden Kräftig das Ziel. Da ist Freude. Wohlüberwinden. an, so seid Zum Kampf be reit! So krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wengen Jahre, Eh ihr kommt auf die Todtenbahre; Kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Todten wecken, Die Feinde suchen euch zur Beute; Ja, Satan selbst hat eur begehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte Und kämpfet frisch an jedem Orte, Damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell: Hier ist Immanuel! Hosianna! Der Starke fällt Durch diesen Held, Und wir behalten mit das Feld. 360 Geistlicher Kampf und Sieg. Und Christus wird die Welt 5. Ringe mit Gebet und erschrecken, So stehen wir mit Schreien, Halte damit feurig Freuden auf. Gott Lob! wir an; Laß dich keine Zeit gereusind versöhnt. Daß uns die en, Wärs auch Tag und Nacht Welt noch höhnt, Währt nicht gethan. lange; Und Gottes Sohn Hat längstens schon Uns beigelegt die Ehrenkron. 6. Hast du denn die Perl errungen, Denke ja nicht, daß du nun Alles Böse haft bezwun4. Jesu, stärke deine Kin- gen, Das uns Schaden pflegt der Und mach aus denen Ue- zu thun. berwinder, Die du erkauft mit 7. Nimm mit Furcht ja deideinem Blut. Schaffe in uns ner Seele, Deines Heils mit neues Leben, Daß wir uns Zittern wahr. Hier in dieser stets zu dir erheben, Wenn Leibeshöhle Schwebst du täguns entfallen will der Muth. lich in Gefahr. Geuß aus auf uns den Geist, Dadurch die Liebe fleußt In die Herzen, So halten wir Getreu an dir Jm Tod und Leben für und für. 8. Salt ja deine Krone feste, Halte männlich, was du hast. Recht beharren ist das Beste; Rückfall ist ein böser Gast. Wilh. Erasm. Arends, ft. 1721. 9. Laß dein Auge ja nicht gaffen Nach der schnöden Eitelfeit; Bleibe Tag und Nacht in 487, Ringe recht, wenn Waffen, Fliehe Träg- und Sicherheit. 10. Laß dem Fleische nicht den Willen, Gieb der Lust den Zügel nicht. Willst du die Begierden stillen, So verlischt das Gnadenlicht. Dich nun ziehet und bekehrt, Daß dein Geist sich recht entlade Von der Laft, die ihn beschwert. 2. Ringe, denn die Pfort ist enge, Und der Lebensweg ist schmal. Hier bleibt alles im Gedränge, Was nicht zielt zum Himmelsfaal. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, Dring hinein in Gottes Reich. Will der Satan widerstreben, Werde weder matt, noch weich. 4. Ringe, daß dein Eifer glühe Und die erste Liebe dich Von der ganzen Welt abziehe; Halbe Liebe hält nicht Stich. 11. Fleischesfreiheit macht die Seele Kait und sicher, frech und stolz, Frißt hinweg des Glaubens Dele, Läßt nichts, als ein faules Holz. 12. Wahre Treu führt mit der Sünde Bis ins Grab beständig Krieg, Richtet sich nach keinem Winde, Sucht in jedem Kampf den Sieg. 13. Wahre Treu liebt Chrifti Wege, Steht beherzt auf ihrer Geistlicher Kampf und Sieg. 361 Hut, Weiß von keiner Wollust-| geheim zu leben, Daß dich nichts pflege, Hält sich selber nichts beflecken kann. zu gut. 22. Eile, zähle Tag und Stunden, Bis dein Bräutgam kommt und winkt Und, wenn du nun überwunden, Dich zum Schauen Gottes bringt. 23. Eile, lauf ihm doch entgegen, Sprich: Mein Licht, ich bin bereit, Nun mein Hüttlein abzulegen; Mich dürst nach der Ewigkeit! Joh. Joseph Winkler, g. 1670, ft. 1722. 14. Wahre Treu hat viel zu weinen, Spricht zum Lachen: Du bist toll! Weil es, wenn Gott wird erscheinen, Lauter Heulen werden soll. 15. Wahre Treu kommt dem Getümmel Dieser Welt niemals zu nah. Ist ihr Schaß doch in dem Himmel; Drum ist auch ihr Herz allda. 16. Dies bedenket wohl, ihr Streiter! Streitet recht, und Mel. Meine Hoffnung stehet feste. fürchtet euch; Geht doch alle 488. Nuf, ihr Chriins Himmelreich. 17. Denkt bei jedem Augenblicke, Obs vielleicht der letzte sei. Bringt die Lampen ins Geschicke, Holt stets neues Del herbei. 18. Liegt nicht alle Welt im Bösen? Steht nicht Sodom in der Glut? Seele, wer soll dich erlösen? Eilen, eilen ist hier gut. 19. Eile, wo du dich erretten Und nicht mit verderben willt. Mach dich los von allen Ketten, Fleuch, als ein gejagtes Wild. 20. Lauf der Welt doch aus den Händen, Dring ins stille Zoar ein. Eile, daß du mögst vollenden, Mache dich von allem rein. 21. Laß dir nichts am Herzen kleben, Fleuch vor dem verborgnen Bann. Such in Gott Glieder, Die ihr noch hangt an dem Haupt! Auf, wacht auf, ermannt euch wieder, Eh ihr werdet hingeraubt! Satan beut An den Streit Christo und der Christenheit. 2. Auf! Folgt Christo, eurem Helde, Trauet seinem starken Arm! Liegt der Satan gleich zu Felde Mit dem ganzen Höllenschwarm: Sind doch der Noch viel mehr, Die da stets sind um uns her. 3. Nur auf Christi Blut gewaget Mit Gebet und Wachsamkeit! Dieses machet unverzaget Und recht tapfre Kriegesleut. Christi Blut Giebt uns Muth Wider alle Teufelsbrut. 4. Christi Heeres Kreuzesfahne, So da weiß und roth besprengt, Ist schon auf dem Siegesplane Uns zum Troste 362 Geistlicher Kampf und Sieg. aufgehängt. Wer hier kriegt, Da das Leid Dieser Zeit WerNie erliegt, Sondern unterm den wird zu lauter Freud; Kreuze siegt. 5. Diesen Sieg hat auch empfunden Vieler Heilgen starker Muth, Da sie haben überwunden Fröhlich durch des Lammes Blut. Sollten wir Denn allhier Nicht auch streiten mit Begier? immerdar. 6. Wer die Sclaverei nur liebet In der Zeit und Ewigkeit und den Sünden sich erMel. Großer Prophete, mein 2c. giebet, Der hat wenig Luft zum 489. Jeſu, bilf fiegen Sadu Fürste des Lebens! Sieh, wie die Finsterniß dringet herein; Wie sie ihr höllisches Heer nicht vergebens Mächtig aufführet, mir schädlich zu sein! Satan der sinnet auf allerhand Ränke, Wie er mich sichte, verführe und kränke. tans Macht, hat ihn in den Schlaf gebracht. 7. Aber wen die Weisheit lehret, Was die Freiheit für ein Theil, Dessen Herz zu Gott sich fehret, Seinem allerhöchsten Heil, Sucht allein, Ohne Schein, Christi freier Knecht zu sein. 11. Da Gott seinen treuen Knechten Geben wird den Gnadenlohn, Und die Hütten der Gerechten Stimmen an den Siegeston; Da fürwahr Gottes Schaar Ihn wird loben Just. Faldner ft. 1724. 2. Jesu, hilf siegen! Ach 8. Denn vergnügt auch wohl wer muß nicht flagen? Herr, das Leben, So der Freiheit mein Gebrechen ist immer vor mangeln muß? Wer sich Gott mir. Hilf, wenn die Sünden nicht ganz ergeben, hat nur der Jugend mich nagen, Die Müh, Angst und Verdruß. Der, mein Gewissen mir täglich hält der kriegt Recht vergnügt, Wer für. Ach laß mich schmecken sein Leben selbst besiegt. dein kräftig Verfühnen, Und dies zu meiner Demüthigung dienen. 9. Drum auf! Laßt uns über winden In dem Blute Jesu Christ Und an unsre Stirne binden Sein Wort, so ein Zeugniß ist, Das uns deckt und erweckt Und nach Gottes Liebe schmeckt. 3. Jesu, hilf fiegen! Wenn in mir die Sünde, Eigenlieb, Hoffart und Mißgunst sich regt; Wenn ich die Last der Begierden empfinde, Und sich mein tiefes Verderben darlegt: So hilf, daß ich vor mir selbst mag erröthen Und durch dein Leiden 10. Unser Leben sei verborgen Mit Christo in Gott allein, Auf daß wir an jenem Morgen Mit ihm offenbar auch sein, mein sündlich Fleisch tödten. Geistlicher Kampf und Sieg. 363 4. Jesu, hilf siegen! Herr, ein verschüchtertes Neh: Ach lege gefangen In mir die Lüste Herr, so wollst du im Grunde des Fleisches und gieb, Daß der Seelen Dich mit dem inbei mir lebe des Geistes Ver- nersten Seufzen vermählen. langen, Aufwärts sich schwin- 9. Jesu, hilf siegen! Ach laß gend durch heiligen Trieb. Laß mich eindringen ins göttliche Wesen, So wird mein Geist, Leib und Seele genesen. mirs gelingen, Daß ich das Zeichen des Sieges erlang, So will ich ewig dir Lob und Dank singen, Jesu, mein Heiland, mit frohem Gesang. Wie wird dein Name da werden geprieſen, Wo du, o Held, dich so mächtig erwiesen! 5. Jesu, hilf fiegen! Hilf, daß auch mein Wille Dir, Herr, sei gänzlich zu eigen geschenkt, Und ich mich stets in dein Wollen verhülle, Wo sich die Seele zur Ruhe hinlenkt. Laß mich mir sterben und alle dem Meinen, Daß ich mich zählen kann unter die Deinen. 10. Jesu, hilf siegen! Wenn ich nun soll scheiden Von dieser jammer und leidvollen Welt, Wenn du mich rufest: gieb, daß ich mit Freuden Zu dir mög fahren ins himmlische Zelt. Laß mich, ach Jesu, recht ritterlich ringen und durch den Tod in das Leben eindringen. soh. Heinr. Schröder, g. 1666, ft, 1728. 6. Jefu, hilf siegen und laß mich nicht sinken! Wenn sich die Kräfte der Lügen aufblähn Und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken, Laß doch viel heller dann deine Kraft sehn. Steh mir zur Rechten, o König und Meister! Lehre mich kämpfen und prüfen die Geister. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 490. Wer das Kleinod will 7. Jesu, hilf fiegen im Wachen und Beten! Hüter, du schläfst ja und schlummerst nicht ein. Laß dein Gebet mich unendlich vertreten, Der du versprochen, mein Fürsprech zu sein. Wenn mich die Nacht mit Ermüdung will decken, Wollst du mich, 2. Herzens- Jesu, deine Güte Jesu, ermuntern und wecken. Steckt mir auch ein Kleinod Der muß laufen, was er kann. Wer die Krone will empfangen, Der mußkämpfen als ein Mann. Dazu muß er sich in Zeiten Auf das beste zubereiten, Alles andern müssig gehn, Was ihm kann im Wege stehn. 8. Jesu, hilf fiegen! Wenn alles verschwindet Und ich mein Nichts und Verderben nur seh; Wenn kein Vermögen zu beten für; Das entzündt mir mein Gemüthe Durch den Reichthum seiner Zier. O wie glänzt die schöne Krone Von dem hofich findet, Wenn ich muß sein hen Ehrenthrone, Die du in Geistlicher Kampf und Sieg. 364 Phil. 2, 12. der Herrlichkeit Deinen Strei-| tern hast bereit! Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 3. Mich verlangt von gan= 491. Set MenschenShaffet, zem Herzen, Auch nicht weit davon zu sein; Ja, ich ziele kinder, Schaffet eure Seligrecht mit Schmerzen Auf den keit! Bauet nicht, wie freche freudenvollen Schein. Doch das Sünder, Nur auf gegenwärtLaufen macht mich bange, Und ge Zeit; Sondern schauet über der Kampf wird mir zu lan- euch, Ringet nach dem Himge; Der geschminkte Erdenwust melreich Und bemühet euch auf Nimmt mir öfters alle Lust. Erden, Wie ihr möget selig werden. 4. Mein verderbter Eigen wille Hat bald dies, bald das 2. Daß nun dieses mög gezu thun, Hält im Laufen viel- schehen, Müßt ihr nicht nach mal stille Und will in dem Fleisch und Blut Und desselben Streite ruhn. Satan macht mich auch fast mürbe, Daß mir auch der Sieg verdürbe, Wo mir deine treue Kraft Nicht gewünschte Hülfe schafft. Neigung gehen; Sondern was Gott will und thut, Das muß ewig und allein Eures Lebens nichtschnur sein, Es mag Fleisch und Blut in allem Uebel oder wohl gefallen. 5. Drum, mein Jesu, steh mir Armen In so großer Schwach- 3. Ihr habt Ursach zu beheit bei. Laß dich meine Noth kennen, Daß in euch noch Sünerbarmen! Mache mich von al de steckt, Daß ihr Fleisch vom lem frei, Was mir will mein Fleisch zu nennen, Daß euch Ziel verrücken. Komm, mich lauter Elend deckt, Und daß selbst recht zuzuschicken; Gieb Gottes Gnadenkraft Nur allein mir Kraft und Freudigkeit, För- das Gute schafft; Ja, daß außer dre meinen Lauf und Streit. seiner Gnade In euch nichts, denn Seelenschade. 6. Es verlohnt sich wohl der Mühe, Ob es mir auch sauer wird, Wenn ich mich der Welt entziehe, Die mich stets zurücke führt. Deine theure Gnadenkrone Ist mir übergnug zum Lohne. Wirst du nur mein Beistand sein, So ist sie in kurzem mein. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet! Selig, wer im Kampf besteht Und die Sünden in sich dämpfet! Selig, wer die Welt verschmäht! Unter Christi Kreuzesschmach Jaget man dem Frieden nach. Wer den Himmel will ererben, Muß zuvor mit Christo sterben. Joh. Menter, g. 1658, ft. 1734. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, Sondern träg und läsſig Geistlicher Kampf und Sieg. 365 sein, Eure Neigung zu bezwin-| Waffen, Meine Seligkeit zu gen, So bricht eure Hoffnung schaffen. ein. Ohne tapfern Streit und 10. Amen, es geschehe, Amen! Krieg Folget niemals rechter Gott versiegle dies in mir, Sieg. Wahren Siegern wird Auf daß ich in Jesu Namen die Krone Nur zum beigelegten Lohne. So den Glaubenskampf ausführ. Er, er gebe Kraft und Stärf Und regiere selbst das Werk, Daß ich wache, bete, ringe Und also zum Himmel dringe. Ludw. Andr. Gotter, g. 1661, ft. 1735. 6. Mit der Welt sich luftig machen, hat bei Christen keine Statt; Fleischlich reden, thun und lachen Schwächt den Geist und macht ihn matt. Ach, bei Christi Kreuzesfahn Geht es wahrlich niemals an, Daß man Mel. Ach, was soll ich Sünder 2c. noch mit frechem Herzen Sicher 492. Auf, ihr Streiwolle thun und scherzen. ter, durchge drungen! Auf, und folgt dem Lamme nach, Das durch Marter, Hohn und Schmach Sich auf Zions Berg geschwungen! Nach! Das Haupt hat schon gesiegt! Faules Glied, das müssig liegt! 2. Fort! Nur nach mit Wachen, Beten! Fort! Was seid 8. Und dann schlagt die ihr so verzagt? Christus hat Sündenglieder, Welche Adam den Sieg erjagt Und den in euch regt, In den Kreuzestod darnieder, Bis ihm seine Macht gelegt. Hauet Händ und Füße ab; Was euch ärgert, senkt ins Grab Und denkt oft an Christi Worte: Dringet durch die enge Pforte! 7. Furcht muß man vor Gott stets tragen; Denn er kann mit Leib und Seel Uns zur Höllen niederschlagen. Er ists, der des Geistes Del Und, nachdem es ihm beliebt, Bollen und Vollbringen giebt. O so laßt uns zu ihm gehen, Ihn um Gnade anzuflehen! Schlangenkopf zertreten. Tretet nach in seiner Kraft! Christus ists, der Sieg verschafft. 3. Niemand soll in Zion spre chen: Ich bin elend, arm und schwach, Und durch so viel Ungemach Kann kein armer Sünder brechen;-Denn der Herr ists, der uns heilt Und den Schwachen Kraft ertheilt. 9. Zittern will ich vor der Sünde Und dabei auf Jesum sehn, Bis ich seinen Beistand - das 4. Sind wir schwach, finde, In der Gnade zu bestehn. Ach mein Heiland, geh doch Lamm hat Stärke; Sind wir nicht mit mir Armen ins Ge- arm, der Herr ist reich. richt! Gieb mir deines Geistes Wer ist unserm König gleich? - - 366 Geistlicher Kampf und Sieg. Unser Gott thut Wunderwerke. Zeit verschwindet und alles Sagt, ob der nicht helfen mit der Zeit; Wer hier nicht kann, Dem die Himmel un- überwindet, Bleibt in der Dienstterthan? barkeit. 5. Ja, er kann und will uns schützen. Drum, so dringet muthig ein; Schämet euch, so träg zu sein Und aus Zagheit still zu figen! Schmach, wem noch vorm Feinde graut, Weil er Jesu nicht vertraut! 3. Gewalt und Ernst besieget Den Himmel, spricht dein Heil. Wer hier nicht männlich frieget, hat dorten keinen Theil. Drum auf! Denn deine Feinde Verändern die Gestalt: Oft thun sie gleich als Freunde, Oft brauchen sie Gewalt. 6. Niemand wird zu Salem thronen, Der nicht recht mit 4. Vergleiche dieses Leben Jesu kämpft Und die Enaks- Mit dem, was Gottes Geist finder dämpft, Weil wir in der Aus Gnaden uns gegeben. In Wüsten wohnen. Nur durch seinem Wort verheißt: So wirst Ringen, Kampf und Streit du bald erkennen, Daß jenes Kommet man zur Sicherheit. in der That Kein Leben sei zu 7. Nun so wachet, kämpft nennen, Wie viels auch Gönner und ringet, Streitet mit Gebet hat. und Flehn, Bis wir auf dem Berge stehn, Wo das Lamm die Fahne schwinget. Ist die Wochenlast gethan, Alsdann geht der Sabbath an. Um 1730. Mel. Valet will ich dir geben. 493. Auf, auf! mein ચર્ચા Geist, betrach5. Du sucheft Gunst und Ehre Und gaot ehen sein. Als wenn nichts Bessers wäre In Christi Tod und Pein, Der doch, weil er gestorben, Dir hat ein Königreich Und Priesterthum erworben, Dem nichts zu schäßen gleich! 6. Du liebest Gold und Gaben, Und was der Welt bete: Wie ists mit dir bewandt? liebt. Willst du den Schatz Wach auf, wach auf! Verachte nicht haben, Den Jesus allen Die Welt und ihren Tand! giebt, Die sich an ihn ergeDenn ihre Lust vergehet, Und ben Und stets geflissen sein, folget großes Leid; Im Ge- Nur einzig ihm zu leben Und gentheil bestehet Ein Christ in sich in ihm zu freun? Ewigkeit. 7. Du wählst dir Luft und 2. Du bist von Gott gebil- Freuden, Der Sinnen Gaukeldet Zu seiner Aehnlichkeit; Nun spiel: Die hier doch schon mit aber ganz verwildet Und vol- Leiden Und Schmerzen groß und ler Sicherheit. Auf, auf! Die viel Sich allzu oft nur enden, Geistlicher Kampf und Sieg. 367 Und dein Herz mehr und mehr Ehr und Lust der Welt, WoVom höchsten Gute wenden Und es verwüsten sehr. mit euch Gott will ewig lohnen, Wenn euer Kampf den Sieg erhält: Gott selbſt ists und die Ewigkeit Voll Lust und Ruh, voll Seligkeit. 8. Gott ist die rechte Quelle, Draus reine Wollust fleußt, Die lauter, klar und helle Sich in die Seelen geußt. Ohn ihn ist kein Vergnügen; Was sein Licht nicht anblickt, Das bleibt im Staube liegen Und ewig unerquickt. 9. Drum auf! mein Geist, laß fahren, Was Gott nicht selber heißt, Weil alles mit den Jahren Sich deinem Brauch entreißt. Gott aber bleibet ste hen, Wenn alles in der Welt Wird fallen und vergehen, Was jezzo dir gefällt. 3. Drum gilt hier kein halbirtes Leben, Gott krönet fein getheiltes Herz; Wer Jesu sich nicht ganz ergeben, Der ma sich selber Müh und Schmerz Undträget zum verdienten Lohn Hier Qual und dort die Höll davon. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 494. Was hinket ihr, betrogne Seelen, Noch immer hin auf bei der Seit? Fällts euch zu schwer, das zu erwählen, Was euch des Himmels Ruf anbeut? O sehts mit offnen Augen an Und brechet durch auf schmaler Bahn! 4. Wer aber mit Gebet und Ringen Auf ewig allem Abschied giebt und den Monarchen aller Dingen Von Herzen und alleine liebt, Der wird der Krone werth geschätzt Und auf des Königs Stuhl gesetzt. 10. Ach mache Herz und Sinnen, D Gott, von allem frei Und gieb, daß mein Be- 5. Zerreißet die gelegten ginnen Aufwärts gerichtet sei! Schlingen, Die euch in diesem Die Welt kann doch nichts ge- schönen Lauf Verhindern und hen, Das wahre Ruhe brächt: zum Säumen bringen, Und rafft Wer dich zur Ruh und Leben euch heut von neuem auf. Auf, Erwählet, der triffts recht. auf, verlaßt die falsche Ruh! Auf, auf, es geht dem Him: mel zu! Christian Ludwig Edeling, st. 1742. 6. Auf, auf! Ist dieser Weg schon enge, Voll Dornen und voll rauher Stein; Bringt euch die Welt oft ins Gedränge, Stellt Satan sich geharnischt ein, Erhebet sich sein ganzes Reich: Immanuel ist auch bei euch. 7. Gott fordert nichts, ge2. Bedenkt, es sind nicht liebte Seelen, Als daß ihr euch Kaiserkronen, Nicht Reichthum, nur zu ihm halt Und ohne 368 Geistlicher Kampf und Sieg. heuchlerisch Verhehlen Vor ihm| unser Kampf sich enden! Da die schwachen Hände falt. Er steht dann unser König da; streit für euch, er macht die Der führt uns ein zur stillen Bahn. Troß dem, der euch Ruh Und theilet uns das Kleinod zu. besiegen kann! Leop. Franz Friedr. Lehr, g. 1709, ſt. 1744. 8. Die Allmacht stehet euch zur Seiten, Die Weisheit hält GottOffenb. Joh. 2 u. 8. heit jelber will euch leiten; 495. Fofahre Zion, Folgt nur mit treuen Schritten nach. Wie manchen hat nicht fort im Licht! Mache deinen diese Hand Schon durchgeführt Leuchter helle, Laß die erste ins Vaterland! Liebe nicht, Suche stets die 9. Nur spart es nicht auf Lebensquelle! Zion, dringe durch die enge Pfort! Fahre fort!:,: andre Zeiten; Es ist schon jetzt so viel versäumt. Ihr mehrt 2. Leide dich, Zion, leide euch selbst die Schwierigkeiten, ohne Scheu Trübsal, Angst Wenn ihr das süße Heut ver- mit Spott und Hohne! Sei träumt. Gilt, eilet, denn die bis in den Tod getreu, Siehe Gnadenzeit Rennt zügellos zur auf die Lebenskrone! Zion, fühlest du der Schlange Stich, Ewigkeit. Leide dich!:,: 10. Laßt euch das Fleisch nicht träge machen, Verfluchet seine Zärtlichkeit. Ihr gebt euch ja um eitle Sachen In tausend Müh und Fährlichkeit. Wie, daß ihr um das höchste Gut So faul, verzagt und sorglos thut! 11. Ach fehet nicht das arme Leben Und den geringen Hausrath an! Will Joseph euch doch Gosen geben und mehr, als Erd und Himmel kann. Wer ist um Thon und Sand betrübt, Wenn man ihm Gold und Silber giebt? 12. Eilt, faßt einander bei den Händen! Seht, wie ist unser Ziel so nah! Wie bald wird 3. Folge nicht,:: Zion, folge nicht der Welt, Die dich suchet groß zu machen! Achte nichts für Gut und Geld, Nimm nicht an den Stuhl des Drachen!*) Zion, wenn sie dir viel Lust verspricht, Folge nicht!:,: *) Laß kein heidnisches Wesen unter dir Platz greifen. 4. Prüfe recht,:,: Zion, prüfe recht den Geist, Der dir ruft zu beiden Seiten! Thue nicht, was er dich heißt, Laß nur deinen Stern dich leiten! Zion, beide, das, was frumm und schlecht*) Prüfe recht!:,: *) schlicht, grade. Geistlicher Kampf und Sieg. 369 5. Dringe ein,:: Bion, le, auf, richt deinen Lauf zur bringe ein in Gott! Stärke Allmacht, die dich rettet! Des dich mit Geist und Leben, Sei Heilands Blick zerreißt die nicht, wie die andern, todt; Strick, Womit du angefettet. Sei du gleich den grünen Re- 3. Der erste Schritt im ben. Zion, in die Kraft für Heuchelschein Dringe ein!:,: Christenthum Macht von der Sünde scheiden. Bei einem wah6. Brich herfür,:: Zion, ren Glaubensruhm Muß man brich herfür in Kraft! Weil die Weltlust meiden. Wenn die Bruderliebe brennet, Zeige, was der in dir schafft, Der als seine Braut dich kennet. Zion, durch die dir gegebne Thür Brich herfür!:,: 7. Halte aus,:: Zion, halte deine Treu! Laß dich ja nicht laulich finden! Auf, das Kleinod rückt herbei! Auf, verlasse, was dahinten! Zion, in dem lebten Kampf und Strauß Halte aus!:,: Tsonbi distimor Joh. Euseb. Schmidt, g. 1669, st. 1745. Rus mihis? Mel. Durch Adams Fall ist ganz verderbt. Christi Geist die Seel entreißt Von ihren Todesbanden, So spürt sie Kraft, die Jesus schafft, mit dem sie auferstanden. of thes 4. Mein Heiland, fördre selbst dein Werk, Laß mich bekräftigt werden; Es ist Gerechtigkeit und Stärk Mein bestes Theil auf Erden. Du machst gerecht uns, dein Geschlecht, Und willst zugleich uns stärfen, Daß wir in dir des Glaubens Zier, Die Macht der Gnade, merken. 5. Brich durch, o starker 496. Wer sich auf seiGottessohn, Damit auch wir ne Schwachburchbrechen! Laß uns in dir, heit steurt, Der bleibt in Sün- o Gnadenthron, Nicht mehr den liegen. Wer nicht Herz, von Schwachheit sprechen, Wenn Sinn und Muth erneurt, Wird deine Hand das theure Pfand sich gewiß betrügen. Den Him- Des Geistes uns gegeben, Das melsweg und schmalen Steg durch wir frei von Heuchelei Hat er nie angetreten; Er Jm Streit stets fiegreich le weiß auch nicht in Gottes ben.co Licht, Was kämpfen sei und beten. 6. Gieb Kraft, wo keine Kraft mehr ist! Gieb Kraft, 2. Was jetzt die Welt nur das Fleisch zu dämpfen! Gieb Schwachheit heißt, Ist ihrer Kraft, wenn Satans Macht Bosheit Stärke; Dadurch mehrt und List Uns schwächen will dann der Höllengeist Sehr im Kämpfen! Wenn uns die mächtig seine Werke. Auf, See- Welt viel Anstoß stellt, Gieb 24 370 Geistlicher Kampf und Sieg. ten. Bernh. Walth. Marperger, g. 1682, ft. 1746. id Mel. Jesu, meine Freude. Kraft, fie zu vernichten; So möchtest Freud erleben An mir wird in Noth, ja selbst im wilden Reben. is Tod, Uns deine Kraft aufrich- 5. Drum, o meine Freude, Nimm hinweg und scheide, Was dir nicht gefällt. Wirst du nicht, mein Leben, Kraft und Gnade geben, Läßt mich nicht die Welt. 350 130 497. Sottes liebste Kinder Gehn Nimm mich hin; gieb deinen Sinn Mir, so will ich denn mit als arme Sünder In den Freuden Von der Erde scheiden. Himmel ein. Und der rohe Stimmen aus Bion, 1740. Haufen Kann so sicher laufen Und so sorglos sein! Ach wie Mel. Alle Menschen müſsen sterben. ist die Welt so wüst! Wie 498. Herr, wie manviel trägt, dein Erbarmen! Trag doch auch mich Armen. cherlei Gebrechen mußt du nicht an mir noch sehn! Auf mein tägliches Versprechen Folgt ein tägliches Vergehn. Ach daß ich doch fe ster stände Und mich nicht so wankend fände! Hörte doch in meinem Lauf Unbestand und Leichtsinn auf! 2. Wie viel rauhe Wege, Wie viel tausend Schläge Kostet dir mein Herz! Und wie viele Stricke Der verborgnen Tücke Mehren noch den Schmerz, Daß ich oft fast ausgehofft Und der Muth mir will verschwinden Bei so vielen Sünden. stol 2. Herr, die Schwachheit meiner Kräfte, Meines Herzens böser Grund Und die listigen Ge3. Wie würd ich bestehen, schäfte Meiner Feinde find dir Sollt ich heute gehen Vor dein fund. Nie darf ich mir selber Angesicht! Schlecht hab ich ge- trauen, Nicht auf mein Verstritten, Schlecht hab ich ge- sprechen bauen. Meines Herlitten; Das verhehl ich nicht. zens Falschheit droht Alle TaLaß mich, Gott, doch nicht ge mir den Tod. zum Spott Dein und meiner Feinde werden. Bessre mich auf Erden. 3. Ist schon ein Feind überwunden, Stellt sich bald ein andrer ein. Ja sie wollen oft 4. Was vorhin geschehen, verbunden Meiner Seele MörWas auch noch versehen, Rechne der sein. O wie oft werd ich mir nicht zu. Nur in deinen besieget, Wenn mein Herz nicht Wunden Hab ich noch gefun- wacht und krieget! Denn der den, Jesu, meine Ruh. Herr, Angriff geht dahin, Wo ich jedoch ich wollte noch, Daß du noch am schwächsten bin. Geistlicher Kampf und Sieg. 371 4. Dann muß ich die Freude mich bei Zeiten Und zeuch mich missen, Als ein Kind zu Gott zu flehn; Und das klagende Gewissen Läßt mich nur mein Elend sehn, Spricht: Du kommst doch nicht zum Ziele, Der Gefahren sind zu viele; Schon bist du zu schlimmer Art, Und der Kampf ist dir zu hart. dann bald zu dir. Laß mich nicht mir selber leben, Sondern dir mich übergeben: So werd ich in Christo rein Und dein ganzes Opfer sein. 9. Will im Kampf die Kraft verschwinden, Werden meine Hände matt, So laß mich 5. Doch zur Welt kann ich dein Herz nur finden, Das nicht treten; Denn fie giebt mir für mich noch Kräfte hat. Grünkeine Ruh. Darum sag ich dann de, stärke und vollende Mich mit Beten Neuen Ernst und im Kämpfen bis ans Ende; Treue zu. Auch empfind ich Fördre selber meinen Lauf Glaubenstriebe; Denn des Va- Und hilf meiner Schwachheit ters ewge Liebe Heißet mich auf. nur zu ihm gehn Und um neue Gnade flehn. $ 150 Nach Joh. Dan. Hense, st. 1758. 6. Herr, wie muß ich mich Mel. Mein Herzens- Jesu, meine xc. dann beugen, Wenn du mir ſo 499. Zeuch, Strael, zu viel muß vor deiner Ruh; Scham nur schweigen, Wenn Dein Erbtheil ist dort oben! du mich so zärtlich liebst. Und Dein Jesus schwöret es dir zu, ich sollte dich betrüben? Undankbar noch Sünden lieben? Dir mein ganzes Herz nicht weihn? Ewig nicht dein eigen fein? Es sei dir aufgehoben. Er ge het selber gar voran Und bricht die rauhe Pilgerbahn. Zeuch, Israel, in Frieden! anford op 2. Wir folgen dir, du Gottesheer, Als wahre Streitgenossen. Der Glaube fürchtet sich nicht mehr, Die Lieb ist unverdrossen. So stehen wir für Einen Mann! Ein Jeder ringe, was er kann, Das Kleinod zu erlangen. 7. Nein, mein Vater, dein zu bleiben, Jft mein Wunsch auf dieser Welt. Laß mich deinen Geist nur treiben Zu dem, was dir wohlgefällt. Ich will an mir selbst verzagen, Nie auf meine Kraft was wagen. Gieb du mir nur Muth und Kraft, So wird mir der Sieg verschafft. Hehe 3. Wir sehn auf dich, du A und D, Mit unverwandten Blicken. Dein Dasein macht 8. Will mein Fuß aufs neue uns immer froh, Dein Wort gleiten, Regt sich Lust und kann uns erquicken, Dein Kreuz Furcht in mir: Ach so warne ist unser Siegspanier. Wir 372 Geistlicher Kampf und Sieg. schwören Treu und folgen dir schon vollbracht Und unsre SaDurch diese öden Wüsten. che gut gemacht, Dem ist es zu verdanken. 4. Die Krone bleibt uns im Gesicht, Die dort die Sieger 9. Drum soll es unsre Lotragen; Und darum scheuen wir auch nicht Tod, Ungemach und Plagen. Es hat uns unser Siegesheld Nicht bloß für diese Welt bestellt; Wir sind nur für den Himmel. med sung sein: Wir nichts und Je fus alles! Jhm räumen wir die Ehre ein, Jhm, unserm Trost des Falles. Er segne ferner unsern Lauf Und nehme unsre Seelen auf, Wenn wir nun ausgestritten. 5. Man drückt uns, wir verzagen nicht; Man schilt uns, und wir segnen. Wir müssen auch nach unsrer Pflicht Den Mel. Ach Gott und Herr. Feinden sanft begegnen. Wir 500. Ach, Herr, gieb sind der Welt hier unbekannt, Und haben doch ein Vaterland; Gott fennt uns als die Seinen. Joh. Dan. Hense, ft. 1753. HOR 8. Die Kraft dazu liegt nicht in uns; Wir sind gar bald verLoren. Zur Quelle alles unsers Thuns Ist uns das Lamm erforen; Das Lamm, das alles Macht Stehts nicht, wohin wir gehen; Darum gieb du Dein Licht mir zu, Auf daß ich möge fehen. 6. Wen noch ein Bann gefangen hält, Wer Jesu Kreuz noch fliehet, Wer noch durch Furcht vor dieser Welt Am frem den Joche ziehet, Und wer die Hand am Pflug gleich legt Und doch verbotne Lust noch hegt, 3. Drei Feinde find, Die Der ist kein rechter Streiter. 7. Wir aber geben ganz um ganz, Verleugnen alle Sachen, Die uns den schönen Siegeskranz Noch könnten streitig machen, Und unsre Seele glaubet fest: Was man darum hier fahren läßt, Ist nicht werth jenes Erbes. mich geschwind In Unfall mögen seßen Und mir mein Heil, Das schöne Theil, In schneller Eil verlegen. 2. Wo du nicht bist, ft Satans Lift Uns Schwachen überlegen; Drum bleib bei mir Stets für und für Auf allen meinen Wegen. 4. Die eitle Welt Zeigt Gut und Geld Sammt Würd und süßen Lüsten. Wen sieht man wohl So, wie er soll, Dagegen sich stets rüsten? 5. Der Teufel lacht Dazu und wacht Mit Fleiß auf mein Verderben, Weist Bahn und Ort Bald hie, bald dort, Wo man kann doppelt sterben. Geistlicher Kampf und Sieg. 373 6. Mein Fleisch und Blut 2. Ich höre dich, o Wort, Stärkt ihm den Muth, Erregt das mich erwecket; Ich merke mir Streit und Kämpfen. Ach, dich, okraft, die mich berührt; ach, wie soll Jch Schwacher Mein alles sich zum Ernst aufs wohl So schlimme Feinde neue strecket, Wo nur dein Geist dämpfen? ju thoit dun den Ernst erhält und führt. 7. Durch dich, Herr Christ, Der du uns bist Zum Siegesheld gegeben, Durch dich will ich Ganz ritterlich Dem Argen widerstreben. and jul 3. Dir, dir, mein Gott, will ich hinfort nur leben; Nein, nicht mir selbst und nicht der Creatur. Ich hab mich dir mit Leib und Seel ergeben; Der Ewigkeit bin ich gewid8. Drum lagre dich Beständiglich Um Augen, Mund und met nur.don him the Ohren, Daß nicht die Welt, Wies ihr gefällt, Schleich ein zu ihren Thoren. sbob 4. Jest fangichan, Laß nichts den Geist ermatten; Nimm hin, was mich verbildet und verstrickt. Weg, fremde Welt! Weg, bald verschwundnerSchatten! Zur Ewigkeit mein Herz und Lauf sich schickt. 9. Dich seß ich mir Zum Hüter hier Der Sinnen und Gedanken; Leg du dich drein Und halte fein Sie in gehörgen Schranken. en ge in 10. Geh aus und ein, Lebensschein, Mit mir, und laß mich wallen So, wie dein Geist Uns unterweist, Nach deinem Wohlgefallen. 5. Ich will vom Leib noch vo vor dem Tod mich scheiden, Sein Wohl und Weh nur wie von weitem sehn. Dich soll er ehrn durch Arbeit, Schmach und stre Leiden, In deinem Dienst dem 11. So soll mein Mund Und Geist zu Dienste stehn. tieffter Grund Des Herzens dich 6. Ich such nicht Ruh, Gemach, erheben, Du edler Hort, Allhier und dort In jenem Freudenleben. Bei Freylinghausen, 1714. nissdir( bad Mel. Bewahre mich, Herr, thu 2c. um Ernst, zum Ernst! ruft Jenoch Lust der Sinnen; Ich muß im Geist und nicht natürlich gehn. Ich folge dir und bleib im Lichte drinnen, Da scheidet sich, was dort nicht kann bestehn. 501. 3 7. Mein ganzes Herz, mein innig Liebesneigen Dir hange su Geist inwendig; Zum Ernst! an in Abgeschiedenheit. Du bist ruft auch die Stimme seiner mein Gott, vor dir will ich Braut. Getreu und ganz und mich beugen; Du bist mein Gut, bis zum Tod beständig! Ein nicht die Vergänglichkeit. reines Herz allein den Reinen 8. Nach dir mein Herz in schaut. Lieb und Leid sich schmiege; 374 Geistlicher Kampf und Sieg. Ich sei ein Mensch nach dei- des Todes Nacht, Sprach er nem Herzen hier. Jch bin ver- selbst: Es ist vollbracht! gnügt, wenn ich nur dich ver- 4. Zeuch, o Herr, uns hin gnüge; Mein Seligsein fürwahr zu dir, Zeuch uns nach, die ist ganz in dir. 19b susm Schaar der Streiter! Sturm und Nacht umfängt uns hier; Droben ist es still und heiter. Jenseits, hinter Grab und Tod, Strahlt des Lebens Morgenroth. 9. Es sei für dich mein Beben, Zeit und Kräfte, Es werd für dich auch alles nur verzehrt: Gewöhne mich zu jener Welt Geschäfte, zu fangen an, was droben ewig währt. tim 10. O schönes Werk, zu dir im Geist mich nahen, Vor dir, mein Gott, mit tiefer Ehrfurcht stehn; Dich beten an, dich lieben und umfahen; In dir mich freun, dich Tag und Nacht erhöhn! 5. Auf denn, Mitgenossen, geht Muthig durch die kurze Wüste! Seht auf Jesum; wacht und fleht, Daß Gott selbst zum Kampf euch rüste. Der in Schwachen mächtig ist, Giebt uns Sieg durch Jesum Christ. Gerh. Tersteegen, g. 1697, st. 1769. Sam. Gottl. Bürde, g. 1753, ft. 1831. Mel. Lobet den Herren, alle 2c. 503. er Glaube fiegt! Mel. Jesus, meine Zuversicht. 502. Steil und dor= nig ist der Pfad, Der uns zur Vollendung leitet. Selig ist, wer ihn betrat Und im Namen Jesu streitet! Selig, wer den Lauf vollbringt Und nicht kraftlos niedersinkt! Kreuzes Fahnen; Sie dringen kämpfend durch die Dornenbahnen, Um die empfangnen Worte zu bewähren, Zur Burg der Ehren. 2. D blick auf deine Streiter, Herr der Gnade! Gieb 2. Ueberschwänglich ist der ihnen Kraft, zu wandeln deine Lohn Der bis in den Tod Ge- Pfade! Früh oder spät laß fie treuen, Die, der Lust der Welt doch überwinden Den Fürst der entflohn, Ihrem Heiland ganz Sünden! sich weihen; Deren Hoffnung 3. Du gabst dem Arme Daunverrückt Nach der Sieges- vids deinen Segen, Daß er des frone blickt. Riesen Stärke konnt erlegen: 3. Den am Kreuz wir bluten D schüß uns gegen unsrer sehn, Der hat uns den Lohn Feinde Tücke Mit deinem errungen Und zu seines Him- Blicke! mels Höhn Sich vom Staub 4. Laß deine Wunden uns emporgeschwungen. Sieger in im Busen tragen; Ja, laß dein Geistlicher Kampf und Sieg. 375 Blut in unsern Herzen schla-| Hand mir dar, Christus hilft gen. Daß wir nicht zagen, zeig dem Schwachen siegen. Daß uns hoch die Krone Zum Sie mich Gottes Held verficht, Das geslohne. drim hus ist meine Zuversicht. 5. Mit Christi Waffen trotz 3. Wenn der Kläger mich ich den Gefahren, Dir, Hölle, verklagt,- Christus hat mich Sünd und Tod und euren Schaa- schon vertreten; Wenn er mich ren. Uns wird bewahren, seine zu sichten wagt,- Christus treuen Knechte, Des Herren hat für mich gebeten. Daß Rechte. od those mein Mittler für mich spricht, 6. Er jelber lenket seiner Das ist meine Zuversicht. d Streiter Reihen; Er jelber 4. Würd es Nacht vor meischenket unserm Kampf Gedei- nem Schritt, Daß ich keinen hen, Bis er zur neuen Stadt, Ausgang wüßte Und mit undie er verheißen, Uns wird gewissem Tritt, Ohne Licht verentreißen. zagen müßte: Christus ist mein Stab und Licht; Das ist meine Zuversicht. 7. Schon schwingt die Fahne hoch der Fürst der Ehren. Bald wird der Feinde Schaar den Rücken kehren; Bald sich bewähren, strahlend ohne Hülle, Des Wortes Fülle. 8. Der Glaube siegt! Hoch wehn des Kreuzes Fahnen; Sie dringen kämpfend durch die Dornenbahnen, Um die empfangnen Worte zu bewähren, Zur Burg der Ehren. Und er wird mich ewig fassen; Hat zu viel an mich gewandt, Um mich wieder los zu lassen. Mein Erbarmer läßt mich nicht; Das ist meine Zuversicht. 5. Mag die Welt im Mißgeschick Beben oder ängstlich klagen; Ohne Halt ist all ihr Glück, Wahrlich, sie hat Grund zu zagen. Daß mein Anker nie zerbricht, Das ist meine Zuversicht. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 504. Stark ist meines Gericht; Das ist meine ZuverJesi Hand, sicht. 2. Sieht mein Kleinmuth auch Gefahr, Fürcht ich auch zu unterliegen: Christus beut die 6. Will der Herr durch strenge Zucht Mich nach seinem Bild gestalten, Dennoch will ich ohne Flucht Seiner Hand nur stille halten. Er übt Gnad auch im 7. Seiner Hand entreißt mich nichts. Wer will diesen Trost mir rauben? Mein Erbarmer selbst versprichts. Sollt ich seinem Wort nicht glauben? Jesus läßt mich ewig nicht; Das ist meine Zuversicht. Carl Bernh. Garve, a. 1763, ft. 1841. Kreuz- und 376 Trostlieder. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 2. O wohl euch, wenn der 505. Von on neuem eilt letzte Feind Besiegt ist, wenn zum heilgen der Tag erscheint, Der ewig Streit! Die Krone der Gerech- euch wird krönen! Wenn ihr tigkeit Empfangen treue Strei- von selgen Siegen fingt Und ter. Nie ruht der Christen ar- ewigeure Palmen schwingt, Wie ger Feind: So rast auch nim- herrlich wird das tönen! Rinmer, Christi Freund, Dring alle get, Singet! Singet Psalmen, Tage weiter, Höher, Näher Zu schwinget Palmen selger Siege dem Throne, bis die Krone Nach der Arbeit schwerer Kriedort errungen, Bis ihr ganz ge! hindurchgedrungen. 33710 Aug. Döring, g. 1783, t. 1844. 1917970 tammt ma be mindst mrsm-1505 XXI. Kreuz- und Troftlieder. re ibil nism ifi Siriu 506. Mag ich Unglück Unglück mein, Als wär es dein, nicht wider- Wenns wider mich wird streistahn, Muß Ungnad habn Der ten. Muß ich denn dran auf Welt, für mein recht Glauben: dieser Bahn: Welt, wie du So weiß ich doch, es ist willt! Gott ist mein Schild;. mein Kunst,-Gotts Huld Der wird mich wohl geleiten. und Gunst, Die muß man mir Der Königin Maria von Ungarn Lied, von erlauben. Gott ist nicht weit; Martin Luther, 8. 1483, ft. 1546. sinando ein kleine Zeit Er sich verbirgt, bis er erwürgt, Die mich ſeins 507. Was mein Gott Worts berauben. will, das 2. RIcht, wie ich woll, jet- gscheh allzeit; Sein Will der und mein Sach, Weil ich bin ist der beste. Zu helfen dem er schwach Und Gott mich Furcht ist bereit, Der an ihn glaubet läßt finden: So weiß ich, daß feste. Er hilft aus Noth, der kein Gwalt bleibt fest; Ifts allerbest, Das Zeitlich muß verschwinden. Das ewig Gut macht rechten Muth; Dabei ich bleib, wag Gut und Leib. Gott helf 2. Gott ist mein Trost, mein mir überwinden! fromme Gott, Er züchtiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, Den will er nicht verlassen. - Zuversicht, Mein Hoffnung und 3. All Ding ein Weil! ein mein Leben. Was mein Gott Sprichwort ist. Herr Jesu will, daß mir geschicht, Will Christ, Du wirst mir stehn ich nicht widerstreben. Sein zur Seiten Und sehen auf das Wort ist wahr; denn all mein Kreuz- und Trostlieder. Haar Er selber hat gezählet. Er hüt und wacht, stets für uns tracht, Auf daß uns gar nichts fehlet. stisnsdisd 3. Und muß ich Sünder von der Welt Hinfahrn nach Gottes Willen Zu meinem Gott: 3. Wies Gott gefällt, se wanns ihm gefällt, Will ich ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl In meiner leßten Stunden. Du frommer Gott, Sünd, Höll und Tod Hast du mir überwunden. 2 til birse gfällts mir wohl In allen meinen Sachen. Was Gott versehen hat einmal, Wer kann das anders machen? Drum ist umsonst Weltwiß und Kunst; Hilft auch nicht Haarausraufen; Man murr, odr beiß. Solls sein, so seis! Wird doch sein Weg nauslaufen.dulinn Schr 4. Wies Gott gefällt, laß ichs ergehn, Will mich darein ergeben. Wollt ich seinm Willen widerstehn, So müßt ich bleiben kleben, Weil gwiß und wahr all Tag und Jahr Bei Gott sind ausgezählet. Ich schick mich drein; es gscheh! Solls sein, So seis bei mir erwählet. 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, Du wirst mirs nicht versagen: Wenn mich der böse Geist anficht, Laß, Herr, mich nicht verzagen. Hilf, steur und wehr, ach Gott, mein Herr, Zu Ehren deinem Namen! Wer das begehrt, dem wirds gewährt. Draufsprech ich fröhlich: Amen! Albrecht, Markgraf von Brandenburg- Gulm bach, g. 1522, ft. 1557. 377 erfahren, Ob ich auch will ihm halten still; Wird doch wohl Gnad bescheren. Ich zweifle nicht. Solls sein, man spricht, So seis! Wer kanns Gott wehren? o no for asstisur 508. Wies Mel. Was mein Gott will, das 2c. Mies Gott ge5. Wies Gott gefällt, ergehn efällt, so es mag In Lieb und auch im gfällts mir auch, Und laß mich Leide. Dahin ich hab gestellt gar nicht irren. Ob mich zu mein Sach, Daß sie mir sollen Zeiten beißt der Rauch, Und beide Gefallen wohl; drum mich wenn sich schon verwirren All auch soll Ja, oder Nein nicht Sachen gar, weiß ich fürwahr, schrecken. Schwarz, oder weiß! Gott wirds zuletzt wohl richten. Solls sein, so seis! Gott wird Wie ers will habn, so muß schon Gnad erwecken. bestahn.d Solls sein, so seis ohn Tichten. fo 6. Wies Gott gefällt, so läufts hinaus. Ich laß die Vöglein sorgen. Ob mirs Glück heut nicht kommt zu Haus, So wart ich sein auf morgen. Was mir ist bschert, bleibt unverwehrt, 2. Wies Gott gefällt, zufried ich bin, Das übrig laß ich fahren; Was nicht soll sein, stell ich dahin. Gott will mich recht 378 Kreuz- und Trostlieder. Ob sichs schon thut verziehen. darin ich frei Und ritterlich mög Dank Gott mit Fleiß. Solls streiten, Ob auch der Feind Mit sein, so seis! Er wird mein Macht erscheint, Anstürmt auf Glück wohl fügen.lloin beiden Seiten. doldsi ambis 7. Wies Gott gefällt! Nichts 4. Du bist mein Stärk, mein weiters will Von Gott ich Fels, mein Hort, Mein Schild, sonst begehren. Hat meiner mein Kraft- so sagt dein Wort Sach gesteckt ein Ziel, Dem-Mein Hülf, mein Heil, mein will ich nimmer wehren. Das Leben, Mein starker Gott in Leben mein seß ich auch drein, aller Noth: Wer mag dir wiAuf guten Grund zu bauen derstreben? Und nicht auf Eis. Solls sein, 5. Mir hat die Welt trüglich so seis! Will Gott allein ver- gericht Mit Lügen und falschem trauen.laisd dem Gedicht Viel Neß und heimlich Stricke. Herr, nimm mein wahr In dieser Gfahr; Bhüt mich vor falscher Tücke. 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir. Mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, Nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, Aus aller Noth Hilf mir am letzten Ende! 8. Wies Gott gefällt, so nehm ichs an; Will um Geduld ihn bitten. Er ist allein, der helfen kann; Und wenn ich schon wär mitten In Angst und Noth, läg gar im Tod, So wird er mich wohl retten Gewaltger Weis. Solls sein, so seis! Jch gwinns! Wer nun will wetten? to Johann Friedrich, Churf. zu Sachsen, 1547. 7 Glorie, Lob, Ehr und Herrlichkeit Sei Vater, Sohn und Geist bereit, Lob seinem 509. I gehoffet, Herr, Kraft Mach uns ſieghaft Durch n dich hab ich Namen! Die göttlich Hilf, daß ich nicht zu Schan- Jesum Christum. Amen! den werd, Noch ewiglich zug Adam Reißler, g. 1471, ft. 1563. Spotte. Das bitt ich dich: Er- alf halte mich In dir, dem treuen 510. Wan arum betrübſt Gotte. du dich, mein Psalm 31, 1-6. 2. Dein gnädig Dhr neig her Herz? Bekümmerst dich und träzu mir, Erhör mein Bitt, thu gest Schmerz Nur um das zeitdich herfür, Eil bald, mich zu lich Gut? Vertrau du deinem erretten! In Angst und Weh Herrn und Gott, Der alle Ding Ich lieg und steh: Hilf mir in erschaffen hat. meinen Nöthen! not thin 2. Er kann und will dich las3. Mein Gott und Schirmer, sen nicht; Er weiß gar wohl, steh mir bei, Sei mir ein Burg, was dir gebricht: Himmel und Kreuz- und Trostlieder. Erd ist sein. Mein Vater und mein Herre Gott, Der mir beisteht in aller Noth! 3. Weil du mein Gott und Vater bist, Dein Kind wirst du verlassen nicht, Du väterliches Herz! Ich bin ein armer Erdenkloß; Auf Erden weiß ich keinen Trost.lloa un 4. Der Reich verläßt sich auf sein Gut, Jch aber trau auf dich, mein Gott. Ob ich gleich werd veracht, So weiß und glaub ich festiglich: Wer Gott vertraut, dem mangelts nicht. 379 wohl gemacht. Ich bitt demüthiglich: Laß mich von deinem Angesicht Verstoßen werden ewig nicht. im ang close 7. Alles, was ist auf dieser Welt, Es sei Gold, Silber, oder Geld, Reichthum und zeitlich Gut: Das währet nur ein kleine Zeit Und hilft doch nicht zur Seligkeit. 110 8. Ich dank dir, Christe, Got tes Sohn, Daß du mir solches fund gethan Durch dein göttliches Wort. Verleih mir auch Beständigkeit zu meiner Seelen Seligkeit. 9. Lob, Ehr und Preis sei dir gesagt, Daß du hast alles Hans Sachs, g. 1494, ft. 1576. Tun Rolled misst a Mel. Vater unser im Himmelreich. tillo zeleid Begegnet mir zu dieser Zeit! Der schmale Weg ist trübsalsvoll, Den ich zum Himmel wandern soll. Wie schwer doch läßt sich Fleisch und Blut Bezwingen zu dem ewgen Gut! 5. Ach Gott, du bist so reich 2. Wo soll ich mich denn noch heut, Als du gewesn in Ewigkeit; Mein Traun steht ganz zu dir. Mach mich nur an der Seele reich, So hab ich gnug hie und ewig. wenden hin? Zu dir, Herr Jesu, steht mein Sinn. Bei dir mein Herz Trost, Hülf und Rath Allzeit gewiß gefunden hat. hat. Niemand jemals verlaſsen ist, Der nur getraut auf Jesum Christ. 6. Zeitlicher Ehr ich gern entbehr; Das Ewige mir nur gewähr, Daß du erworben haft 3. Du bist der rechte WunDurch deinen herben, bittern Tod: Das bitt ich dich, mein Herr und Gott! 511. Ach Gott, wie manches dermann; Das zeigt dein Amt und dein Person. O Wunderwerk, so wir erfahrn, Daß du, mein Gott, bist Mensch geborn Und führest uns durch deinen Tod Ganz wunderlich aus aller Noth! 4. Jesu, mein Herr und Gott allein, Wie süß ist mir der Name dein! Es kann kein Trauern sein so schwer, Dein süßer Nam erfreut viel mehr. Kein Elend mag so bitter sein, Dein süßer Nam der linderts fein. 5. Ob mir gleich Leib und Seel verschmacht, So weißt du, Herr, daß ichs nicht acht. Wenn 380 Kreuz- und Trostlieder. ich dich hab, so hab ich wohl,| frei Des ewgen Lebens VorWas ewig mich erfreuen soll. schmack sei. a) Dein bin ich ja mit Leib und Seel: Was kann mir thun Sünd, Tod und Höll? 11. Drum will ich, weil ich lebe noch, Das Kreuz dir willig tragen nach. Mein Gott, mach mich dazu bereit; Es dient zum Besten allezeit. Hilf mir mein Sach recht greifen an, Daß ich mein Lauf vollenden kann. 6. Kein besser Treu auf Erden ist, Denn nur bei dir, Herr Jesu Christ. Ich weiß, daß du mich nicht verläßt; Dein Wahrheit bleibt mir ewig fest. Du 12. Hilf mir auch zwingen bist mein rechter treuer Hirt, Fleisch und Blut, Vor Sünd Der ewig mich behüten wird. und Schanden mich behüt; Er7. Jesu, mein Freud, mein halt mein Herz im Glauben Ehr und Ruhm, Meins Herzens rein, So leb und sterb ich dir Schatz und mein Reichthum: allein. Jesu, mein Trost, hör Ich kanns doch ja nicht zeigen mein Begier: O mein Heiland, an, Wie hoch dein Nam erfreuen wär ich bei dir! Juod bon kann. Wer Glaub und Liebs Conr. Hojer, um 1585. im Herzen hat, Der wirds er- un din bolid ng ging fahren mit der That. dtoffhi dndofalm 23. boo 8. Drum hab ich oft und Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. viel geredt! Wenn ich an dir 512. Der Herr iſt mein getreuer nicht hätt, ich den Tod schier wünschen her, Ja, daß ich nie geboren wär. Denn wer dich nicht im Herzen hat, Der ist gewiß lebendig todt. o mism 9. Jesu, du edler Bräutgam werth, Mein höchste Zierd auf dieser Erd: An dir allein ich mich ergößz, Weit über alle güldne Schäß. So oft ich nur gedenk an dich, All mein Gemüth erfreuet sich. 10. Wenn ich mein Hoffnung stell zu dir, So fühl ich Fried und Trost in mir. Wenn ich in 3. In Angst und Noth er Nöthen bet und fing, So wird mich erquickt Mit seinem wahmein Herz recht guter Ding. ren Munde, Und mir von oben Dein Geist bezeugt, daß solches Hülfe schickt Zur rechten Zeit Hält mich in Hut und Weide: Darum mir nie es mangeln wird An irgend einer Freude. Jetzt bin ich aller Sorgen frei, Weil Gottes Sohn mir stehet bei, Mich schüßet und regieret. 2. Er weidet mich mit seinem Wort Auf einer grünen Auen, Und läßt sich bei mir fort und fort In wahrem Glauben schauen; Dazu mein Herz mit Trost berührt Und mich an frische Wasser führt, ZumBrunnen seiner Gnaden. Kreuz- und Trostlieder. 381 und Stunde. Er führt mich auch| sen; Denn er läßt nicht von ohn Unterlaß An seiner Hand mir, Führt mich auf rechter auf rechter Straß, Um seines Straßen, Da ich ging in der Namens willen.lle ads on Frr. Er reicht mir seine Hand; Den Abend, wie den Morgen, Will er mich wohl versorgen, Sei, wo ich woll, im Land. Smu Mi 4. Er leitet mich bei Tag und Nacht Mit seinem Hirtenstabe; Mit Fleiß er Leib und Seel bewacht, Treibt alles Unglück abe. Ich fürchte 2. Wenn sich der Menschen nichts im finstern Thal; Denn Gott ist bei mir überall Auf Hulde Und Wohlthat all verkehrt, So findt sich Gott gar allen meinen Wegen. ond balde, Sein Macht und Gnad 5. Er deckt den Tisch für meine Seel, Mags auch den Feind verdrießen. Ersalbet mich mit Freudenöl Und bis zum Ueberfließen Schenkt er des Troftes Becher voll, Auf daß ich ja nicht zweifeln soll An seiner Huld und Gnade. bewährt; Hilft mir aus aller Noth, Errett von Sünd und Schanden, Von Ketten und von Banden, Und wenns auch wär der Tod. 6. Viel Gutes und Barmherzigkeit Wird über mir stets schweben, Und große Gnade jederzeit Nachfolgen in dem Leben; Und werd also ganz offenbar Im Hause Gottes immerdar Hier und dort ewig bleiben.natio 7. Das hilf mir, o Herr Jesu Christ, Durch deine große Güte, Und mich vors Teufels Macht und List Genädiglich behüte, Auf daß ich, als dein liebes Schaf, Im rechten Glauben sanft einschlaf Und ewig mit dir lebe.and ( 20 Barth. Ringwaldt, g. 1531, ft. 1600. 3. Auf ihn will ich vertrauen In meiner schweren Zeit; Es kann m fann mich nicht gereuen, Er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; Mein Leib, mein Seel, mein Leben Sei Gott dem Herrn ergeben; Er machs, wies ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, Denn was mir nüßlich ist. Er meints gut mit uns allen; Schenkt uns den Herren Christ, Sein eingebornen Sohn. Durch ihn er uns bescheret, Was Leib und Seel ernähret. Lobt ihn ins Himmels Thron! 5. Lobt ihn mit Herz und Munde Für das, was er uns schenkt! Das ist ein selge Stunde, Darin man sein gedenkt. Nichts nüßt sonst alle Zeit, Die wir zubringn auf Erden. de psalm 73, 23. 513. Von Gott will Wir sollen selig werden Und ich nicht 382 Kreuz- und Trostlieder. 6. Auch wenn die Welt ver- 2. Ob mich mein Sünd angehet Mit ihrem Stolz und ficht, Will ich verzagen nicht. Pracht, Kein Ehr, noch Gut Auf Christum will ich bauen bestehet, Das vor war groß und ihm allein vertrauen; Jhm geacht. Wir werden nach dem will ich mich ergeben Im Tod Tod Tief in die Erd begraben. und auch im Leben.bole du Wenn wir geschlafen haben, Will uns erwecken Gott. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, Sterben ist mein Gewinn, Und Christus ist mein Leben; Dem hab ich mich ergeben. Ich sterb heut oder morgen, Mein Seel wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, Der du so gduldig bist Für mich am Kreuz gestorben: Hast mir das Heil erworben, Auch uns allen zugleiche Das ewge Himmelreiche. og del ofjor 5. Erhöre gnädig mich! Mein Trost, das bitt ich dich. Hilf mir am letzten Ende! Nimm mich in deine Hände, Daß ich selig abscheide Zu deiner Himmelsfreude. Tothole 6. Amen! Zu aller Stund Sprech ich aus Herzensgrund: Du wollest uns geleiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, Auf daß wir deinen Namen Ewiglich preisen. Amen! Siegm. Weingärtner, um 1600. 7. Die Seel bleibt unverloren, Geführt in Abrams Schoß; Der Leib wird neu geboren, Von aller Sünde los, Ganz heilig, rein und zart, Ein Kind und Erb des Herren. Daran muß uns nicht irren Des Teufels listig Art. dll 8. Darum, ob ich schon dulde Hie Widerwärtigkeit, Wie ich auch wohl verschulde: Kommt doch die Ewigkeit, Jst aller Freuden voll. Dieselb ohn einig Ende, Dieweil ich Christum kenne, Mir widerfahren soll. nad 9. Das ist des Vaters Wille, Der uns geschaffen hat; Sein Sohn hat Guts die Fülle Erworben und Genad; Auch Gott der heilge Geist Im Glauben uns regieret, Zum Reich der Himmel führet. Ihm sei Lob, Ehr und Preis! Ludw. Helmbold, g. 1532, st. 1598. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. ilf, Helfer, hilf in Angst und 514. Auf meinen lie- 515. Her bi ben Gott Trau Noth! Erbarm dich mein, o ich in Angst und Noth. Der treuer Gott! Ich bin ja doch kann mich allzeit retten Aus dein liebes Kind, Troß TeuTrübsal, Angst und Nöthen. fel, Welt und aller Sünd. Mein Unglück kann er wenden; 2. Jch trau auf dich, o Gott, Steht alls in seinen Händen. mein Herr. Wenn ich dich hab, Kreuz- und Trostlieder. ja dich, Herr Jeſu Christ; Du 517. Thaten Laß ich T was will ich mehr? Ich hab Mel. Nun ruhen alle Wälder. meinen mein Gott und Erlöser bist. 63. Deß freu ich mich von Herzen fein, Bin gutes Muths und harre dein, Verlaß mich gänzlich auf dein Namn. Hilf, Helfer, hilf! Drauf sprech ich: Amn! den Höchsten rathen. Der alles kann und hat. Er muß zu allen Dingen, Solls anders wohl gelingen, Selbst geben Segen, Rath und That. ind Martin Moller, g. 1547, ft. 1606. 2. Nichts ist es spät und frühe Um alle meine Mühe; Mein Sorgen ist umsonst. Er mags Mel. Was mein Gott will, das 2c. mit meinen Sachen Nach seinem Willen machen; Ich stells 516. Wer Gott verStraut, 383 hat in seine Lieb und Gunst. wohl gebaut Im Himmel und auf Erden. Wer sich verläßt auf Jesum Christ, Dem muß der Himmel werden. Darum auf dich allein hoff ich Mit ganz getrostem Herzen; Herr Jesu Christ, mein Trost du bist 4. Jch traue seiner Gnaden, In Todesnoth und Schmerzen. 2. Und wenns gleich wär dem Teufel sehr Und aller Welt zuwider: Dennoch so bist du, Jesu Chrift, Der sie all schlägt darnieder. Und wenn ich dich nur 5. Er wolle meiner Sünden hab um mich mit deinem Geist In Gnaden mich entbinden, und Gaben, So kann fürwahr Durchstreichen meine Schuld. mir ganz und gar kein Tod, noch Teufel schaden. Die mich vor allem Schaden, Vor allem Uebel schützt. Leb ich nach seinen Sägen, So wird mich nichts verlegen, Nichts fehlen, was mir ewig nüßt. Er wird auf mein Verbrechen Nicht stracks das Urtheil sprechen, Und haben noch mit mir Geduld. 3. Dein tröst ich mich ganz sicherlich; Denn du kannst mir wohl geben, Was mir ist noth, 6. Leg ich mich späte nieder, du treuer Gott, In diesm und Erwach ich frühe wieder, Lieg, jenem Leben. Gieb wahre Reu, oder zieh ich fort, In Schwachmein Herz erneu, Errette Leib heit und in Banden, Und was und Seele! Ach höre, Herr, dies mein Begehr Und laß mein Bitt nicht fehlen! mir stößt zu Handen: So tröstet mich sein theures Wort. 7. Hat er es denn beschlosfen, So will ich unverdrossen Joh. Mühlmann, g. 1573, st. 1613. 3. Es kann mir nichts geschehen, Als was er hat versehen, Und was mir selig ist. Ich nehm es, wie ers giebet; Was ihm von mir beliebet, Das hab auch ich mir auserkiest. 384 Kreuz- und An mein Verhängniß gehn. Kein Unfall unter allen Wird mir Trostlieder. 4. Du Hüter Israel, du schläfst, noch schlummerst nicht, mod zu harte fallen; Ich will mit Dein Augen Tag und Nacht ob Gott ihn überstehn. denen offen bleiben, Die sich 8. Ihm hab ich mich erge in deiner Pflicht Zur Kreuzben. Zu sterben und zu leben, fahn durch dein Blut, o JeSo bald er mir gebeut. Es ju, lassen schreiben. bilgung sei heut, oder morgen: Dafür 5. Der Herr behüte mich vor laß ich ihn sorgen; Er weiß allem Ungelück; Besonders meiallein die rechte Zeit.ne Seel er väterlich bewahre 9. So sei nun, Seele, seine Vors Teufels List und Tück, Und traue dem alleine, Der dich Auf daß hinfüro mir kein Uebel geschaffen hat. Es gehe, wie widerfahre.meinen Sit es gehe, Dein Vater in der 6. Herr, segne meinen Tritt, Höhe, Der weiß zu allen Sa- wo ich geh aus und ein, Und chen Rath.ds nor alles was ich red und thu, laß alles Paul Flemming, g 1609 ft. 1640 wohlgelingen Und dir befohlen midi and 19dsip 239 stor s sein; So kann ich meinen Lauf doitn dod& Pfalm 121. hier seliglich vollbringen. im nog 518. We enn ich in Angst 7. Und wenn ich aus der und Noth mein Welt Nach deinem Willen geh, Augen heb empor Zu deinen So hilf, daß ich in dir fein Bergen, Herr, mit Seufzen und sanft von hinnen scheide Und mit Flehen, So neigst du mir fröhlich aufersteh; Dann führe dein Ohr, Daß ich nicht darf mich hinauf in deine Wonn betrübt von deinem Antlik ge- und Freude. siCh hen. nism shlour 13 Apelles v. Löwenstern, g. 1594, ft. 1648. 2. Mein Schuß und Hülfes maniso trill bh mu dod kommt, o treuer Gott, von dir, Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. Der du das Firmament und 519. A ch Gott, dir muß ichs klaErdreich haft gegründet. Kein Mensch kann helfen mir. Vor deinem Gnadenthron allein man Rettung findet. hi ps2.0 3. Du schaffest, daß mein Fuß mir nicht entgleiten kann, Du leitest selber mich auf allen meinen Wegen Und zeigest mir die Bahn, Wenn mir die Welt, 2. Zum Leiden bin geboren der Tod und Teufel Stricke legen. Bior 03 gen: Mein Unglück ist zu groß. Ein ganzes Herz voll Plagen Schütt ich in deinen Schoß. Die Noth nur will nicht lassen Mich sonst verlaßne Seel. Dir ichs mit Wangen nassen, Mit blassem Mund erzähl. Jch, dein elendes Kind. Bei dir, den ich verloren, Jch Trost, o Vater, find. Wenn Menschenhülf aufhöret, So hebt die deine an; Wenn alles mich verstöret, Dein Hand mich bauen kann. Kreuz- und Trostlieder. 3. Kann ich was Trost noch faffen? Die Angst zum Herzen bricht. Die Freunde mich verlassen Und achten meiner nicht. Kein Hülf seh ich auf Erden. Ich schaue himmelauf. Dorther mir Hülf soll werden, Die ich mit Thränen kauf. 385 wird auch Wege finden, Da dein Fuß gehen kann. MO 2. Dem Herren mußt du trauen, Wenn dirs soll wohlergehn; Auf sein Werk mußt du schauen, Wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen Und mit selbsteigner Bein Läßt Gott ihm gar nichts nehmen; Es muß erbeten sein. 4. Die Angst in meinem Herzen Legt mir die Zung in Band. 3. Dein ewge Treu und Gnade, O Vater, weiß und sieht, Was gut sei, oder schade Dem sterblichen Geblüt; Und was du dann erlesen, Das treibst Du kennest meine Schmerzen, du, starker Held, Und bringst Dem nichts ist unbekannt. Ich kann nur sehnlich sagen: Herr, zeig mir deine Huld! Soll ich denn länger klagen, Gieb Hoffnung und Geduld! zu Stand und Wesen, Was deinem Rath gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, An Mitteln fehlts dir nicht; Dein Thun ist lauter Segen, 5. Der Glaub läßt nicht ver- Dein Gang ist lauter Licht; derben; Ich hoff in meiner Dein Werk kann niemand hin= Noth. Drauf will ich fröhlich dern, Dein Arbeit darf nicht sterben. Mich löset auf der ruhn, Wenn du, was deinen Tod Von allem Jammerwe- Kindern Ersprießlich ist, willst sen, Seht mich in deine Händ. thun. Gott, laß mich so genesen! 5. Und ob gleich alle Teufel Mein Elend wend und end! Maria Elisabeth, Markgräfin zu Branden: burg- Gulmbach, g. 1628, st. 1666, Hiewollten widerstehn, So wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn. Was er ihm vorgenommen Und was er haben will, Das muß doch endlich komPsalm 37, 5. 520. Befiehl du dei- men zu seinem Zweck und Ziel. ne Wege, Und 6. Hoff, o du arme Seele, was dein Herze kränkt, Der Hoff und sei unverzagt! Gott allertreusten Pflege Deß, der wird dich aus der Höhle, Da den Himmel lenkt. Der Wol- dich der Kummer plagt, Mit fen, Luft und Winden Giebt großen Gnaden rücken; Erwarte Wege, Lauf und Bahn, Der nur die Zeit, So wirst du schon 25 386 Kreuz- und Trostlieder. erblicken Die Sonn der schön- 12. Mach End, o Herr, mach sten Freud. 7. Auf! Auf! Gieb deinem Schmerze Und Sorgen gute Nacht! Laß fahren, was dein Herze Betrübt und traurig macht! Bist du doch nicht Regente, Der alles führen soll; Gott fißt im Regimente Und führet alles wohl. Ende An aller unsrer Noth! Stärk unsre Füß und Hände Und laß bis in den Tod Uns allzeit deiner Pflege Und Treu empfohlen sein, So gehen unsre Wege Gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt, g. 1606, ft. 1676. Mel. Ermuntre dich, mein 2c. 8. Jhn, ihn laß thun und 521. Du biſt ein Menſch, walten! Er Und wird sich so verhalten, Daß wohl. Was strebst du dann du dich wundern wirst, Wenn nach Dingen, Die Gott der er, wie ihm gebühret, Mit wun- Höchst alleine soll und kann derbarem Rath Die Sach hin- zuwege bringen? Du fährst mit aus geführet, Die dich beküm- deinem Wiß und Sinn Durch mert hat. so viel tausend Sorgen hin Und denkst: Wie wills auf Erden Doch endlich mit mir werden? 9. Er wird zwar eine Weile Mit seinem Trost verziehn Und thun an seinem Theile, Als hätt 2. Es ist umsonst! Du wirst in seinem Sinn Er deiner sich begeben, Als solltst du für und für In Angst und Nöthen schweben, Als fragt er nichts nach dir. fürwahr Mit allem deinem Dichten Auch nicht ein einges kleines Haar In aller Welt ausrichten; Und dient dein Gram sonst nirgends zu, Als daß du dich aus deiner Ruh In Angst und Schmerzen stürzest Und selbst das Leben kürzest. 10. Wirds aber sich befinden, Daß du ihm treu verbleibst, So wird er dich entbinden, Da dus am mindsten gläubst. Er wird dein Herze lösen Von der so schweren Last, Die du zu keinem Böjen Bisher getragen haft. 11. Wohl dir, du Kind der Treue! Du haft und trägst davon Mit Ruhm und Dankgeschreie Den Sieg, die Ehrenkron. Gott giebt dir selbst die Palmen In deine rechte Hand, Und du fingst Freudenpsalmen Dem, der dein Leid gewandt. 3. Wie oft bist du in große Noth Durch eignen Willen kommen, Da dein verblendter Sinn den Tod Fürs Leben angenommen! Und hätte Gott dein Werk und That Ergehen lassen nach dem Rath, In dem dus angefangen, Du wärst zu Grunde gangen. 4. Und dennoch soll dein Angesicht Dein ganzes Leben füh Kreuz- und Trostlieder. 387 ren? Du traust und glaubest terherz ist gegen dir Und uns weiter nicht, als was die Augen spüren? Was du beginnst, da soll allein Dein Kopf dein Licht und Meister sein? Was der nicht auserkoren, Das hältst du als verloren? hier allzusammen Voll allzufüßer Flammen. 9. Thu als ein Kind und lege dich In deines Vaters Arme; Bitt ihn und flehe, bis er sich Dein, wie er pflegt, erbarme: 5. Willst du was thun, was So wird er dich durch seinen Gott gefällt Und dir zum Heil Geist Auf Wegen, die du jetzt gedeihet, So wirf dein Sor- nicht weißt, Nach wohlgehaltgen auf den Held, Den Erd nem Ringen Aus allen Sorgen und Himmel scheuet, Und gieb bringen. dein Leben, Thun und Stand Nur fröhlich hin in Gottes Paul Gerhardt, g. 1606, ft. 1676. Hand, So wird er deinen Sa- 522. Schwing dich auf chen Ein fröhlich Ende machen. 6. Ach wie so oftmals schweigt er still Und thut doch, was uns nüßet, Da unterdessen unser Will Und Herz in Nengsten sitzet, Sucht hier und da und findet nichts, Will sehn und mangelt doch des Lichts, Will aus der Angst sich winden Und kann den Weg nicht finden. 7. Gott aber geht gerade fort Auf seinen weisen Wegen; Er geht und bringt uns an den Port, Da Sturm und Wind sich legen. Hernachmals, wenn das Werk geschehn, Da kann der Mensch alsdann erst sehn, Was der, so ihn regieret, In seinem Rath geführet. zu Gott, Du betrübte Seele! Warum liegst du, Gott zum Spott, In der Schwermuths- Höhle? Merkst du nicht des Satans List? Er will durch sein Kämpfen Deinen Trost, den Jesus Christ Dir erworben, dämpfen. 2. Schüttle deinen Kopf und sprich: Fleuch, du alte Schlange! Was erneust du deinen Stich, Machst mir angst und bange? Ist dir doch der Kopf zerknickt, Und ich bin durchs Leiden Meines Heilands dir entrückt In den Saal der Freuden. 8. Drum, liebes Herz, sei wohlgemuth Und laß von Sorg und Grämen! Gott hat ein Herz, das nimmer ruht, Dein Bestes Der du selbst doch liegst vervorzunehmen. Er kanns nicht senkt In der Höllen Flamlaffen, glaube mir; Sein Va- men? 3. Wirfst du mir mein Sündgen für? Wo hat Gott befohlen, Daß mein Urtheil über mir Jch bei dir soll holen? Wer hat dir die Macht geschenkt, Andre zu verdammen, 388 Kreuz- und Trostlieder. 4. Hab ich was nicht recht 9. Es ist herzlich gut gegethan, Ist mirs leid von Her- meint Mit der Christen Plazen; Dahingegen nehm ich an gen. Wer hier zeitlich wohl Christi Blut und Schmerzen. geweint, Darf nicht ewig klaDenn das ist das Lösegeld Mei- gen; Sondern hat vollkommne ner Missethaten; Wenn mein Lust Dort in Christi Garten, Glaub dies Gott vorhält, Jst Wo ihm anders nichts bemir wohl gerathen. wußt, Endlich zu erwarten. 5. Christi Unschuld ist mein 10. Gottes Kinder säen zwar Ruhm, Sein Recht meine Kro- Traurig und mit Thränen; Aber ne, Sein Verdienst mein Ei- endlich bringt das Jahr, Wonach genthum, Darin ich frei woh- sie sich sehnen. Denn es kommt ne, Äls in einem festen Schloß, die Erntezeit, Da sie Garben Das kein Feind kann fällen, machen: Da wird all ihr Gram Brächt er gleich davor Ge- und Leid Lauter Freud und schoß Und Gewalt der Höllen. Lachen. 6. Stürme, Teufel, und du, Tod! Was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Noth Gott mit seiner Gnaden; Der Gott, der mir seinen Sohn Selbst verehrt aus Liebe, Daß der ewge Spott und Hohn Mich nicht dort betrübe. 11. Ei, so faß, o Christenherz, Alle deine Schmerzen! Wirf sie fröhlich hinterwärts, Laß des Tcostes Kerzen Dich entzünden mehr und mehr; Gieb dem großen Namen Deines Gottes Preis und Ehr. Er wird helfen! Amen! Paul Gerhardt, g. 1606, ft. 1676. ieb dich zu frieden und 7. Ich bin Gottes, Gott ist mein! Wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe Kreuz herein Mit dem bittern Leide: Laß es sei stille In dem Gotte deidringen; kommt es doch Von nes Lebens. In ihm ruht algeliebten Händen! Schnell zerbricht des Kreuzes Joch, Wenn es Gott will wenden. ler Freuden Fülle; Ohn ihn mühst du dich vergebens. Er ist dein Quell und deine Sonne, Scheint täglich hell zu deiner Wonne. Gieb dich zufrieden. 2. Er ist voll Lichtes, Trost und Gnaden, Ungefärbten, treuen Herzens; Wo er steht, thut dir keinen Schaden Auch die Bein des größten Schmerzens. Kreuz, 8. Kinder, die der Vater soll Ziehn zu allem Guten, Die gedeihen selten wohl Ohne Zucht und Ruthen. Bin ich denn nun Gottes Kind: Warum will ich fliehen, Wenn er mich von meiner Sünd Auf was Guts will ziehen? 523. Siel Kreuz- und Angst und Noth kann er bald wenden, Ja, auch den Tod hat er in Händen. Gieb dich zufrieden. 3. Wie dirs und andern oft ergehe, Ist ihm wahrlich nicht verborgen. Er sieht und kennet aus der Höhe Der betrübten Herzen Sorgen. Er zählt den Lauf von heißen Thränen Und faßt zu Hauf all unser Sehnen. Gieb dich zufrieden. 4. Wenn gar kein Einger mehr auf Erden, Dessen Treue du darfst trauen, Alsdann will er dein Tröster werden Und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen; Auch weiß er Zeit, dirs zu benehmen. Gieb dich zufrieden. 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen Und des Herzens stilles Klagen, Und was du keinem darfst erzählen, Magst du Gott gar kühnlich sagen. Er ist nicht fern, steht in der Mitten, Hört bald und gern der Armen Bitten. Gieb dich zufrieden. 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen; Halt an Gott, so wirst du siegen. Ob alle Fluten einhergingen, Dennoch mußt du oben liegen; Denn wenn du wirst zu hoch beschweret, Hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gieb dich zufrieden. 7. Was sorgst du für dein armes Leben, Wie dus halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, Wird auch Trostlieder. 389 Unterhalt bescheren. Er hat ein Hand voll aller Gaben, Da See und Land sich muß von laben. Gieb dich zufrieden. 8. Der allen Vögeln in den Wäldern Jhr bescheidnes Körnlein weiset, Der Schaf und Rinder auf den Feldern Alle Tage tränkt und speiset, Der wird viel mehr dich Eingen füllen Und dein Begehr und Nothdurft stillen. Gieb dich zufrieden. 9. Sprich nicht: Ich sehe keine Mittel; Wo ich such, ist nichts zum Besten. Denn das ist Gottes Ehrentitel: Helfen, wenn die Noth am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, So schickt er zu, uns wohl zu führen. Gieb dich zufrieden. 10. Bleibt gleich die Hülf in etwas lange, Wird sie dennoch endlich kommen. Macht dir das Harren angst und bange, Glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man gewisser, Und was verzeucht, ist desto süßer. Gieb dich zufrieden. 11. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten Deiner Feinde von dir dichten. Laß sie nur immer weidlich spotten; Gott wirds hören und recht richten. Jst Gott dein Freund und deiner Sachen, Was kann dein Feind, der Mensch, groß machen? Gieb dich zufrieden. 12. Hat er doch auch wohl selbst das Seine, Wenn ers se 390 Kreuz- und Trostlieder. hen könnt und wollte. Wo ist| Nimm vorlieb mit deinem Gott. ein Glück so klar und reine, Hast du Gott, so hats nicht Dem nicht etwas fehlen sollte? Noth. Wo ist ein Haus, das könnte 2. Du, noch sonst ein Mensagen: Ich weiß durchaus von schenkind, Hast ein Recht in keinen Plagen? Gieb dich zu dieser Welt. Alle, die geschaffrieden. ofen sind, Sind nur Gäst im 13. Es kann und mag nicht fremden Zelt. Gott ist Herr anders werden: Alle Menschen in seinem Haus; Wie er will, müssen leiden. Was webt und so theilt er aus. lebet auf der Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden Bis in das Grab; da wird sichs enden. Gieb dich zufrieden. 14. Es ist ein Ruhetag vorhanden, Da uns unser Gott wird lösen. Er wird uns reißen aus den Banden Dieses Leibs von allem Bösen. Es wird einmal der Tod herspringen Und aus der Qual uns sämmtlich bringen. Gieb dich zufrieden. 3. Bist du doch darum nicht hier, Daß du Erde haben sollt. Schau den Himmel über dir! Da, da ist dein edles Gold; Da ist Ehre, da ist Freud, Freud ohn Ende, Ehr ohn Neid! 4. Der ist albern, der sich kränkt Um ein Handvoll Eitelkeit, Wenn ihm Gott dagegen schenkt Schätze der Beständigfeit. Bleibt der Centner dein Gewinn, Fahr der Heller immer hin. 5. Schaue alle Güter an, Die dein Herz für Güter hält! Kei15. Er wird uns bringen zu nes mit dir gehen kann, Wenn den Schaaren Der Erwählten du geheft aus der Welt; Alles und Getreuen, Die hier mit bleibet hinter dir, Wenn du Frieden heimgefahren Sich auch trittst ins Grabes Thür. nun in Frieden freuen, Da fie den Grund, der nicht kann brechen, Den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gieb dich zufrieden. Paul Gerhardt, g. 1606, it. 1676. 524. Nicht so traurig, nicht so sehr, Meine Seele, sei betrübt, Daß dir Gott Glück, Gut und Ehr Nicht so viel, wie andern giebt! 6. Aber was die Seele nährt, Gottes Huld und Christi Blut, Wird von keiner Zeit verzehrt, Jst und bleibet allzeit gut. Erdengut zerfällt und bricht, Seelengut, das schwindet nicht. 7. Wüßte, der im Himmel lebt, Daß dir wäre nüß und gut, Wornach so begierig strebt Dein verblendtes Fleisch und Blut, Würde seine Frömmigkeit Dich nicht lassen unerfreut. Kreuz- und Trostlieder. 391 8. Gott ist deiner Liebe voll| Sohn deß, der den Thron Des Und von ganzem Herzen treu. Wenn du wünschest, prüft er wohl, Wie dein Wunsch beschafHimmels aufgezogen. Ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt. Bleibt doch sein Herz gewogen. sen sei. Ist dirs gut, so geht 2 Das kann mir fehlen nimers ein; Ists dein Schade, spricht er Nein. mermehr: Mein Vater muß mich lieben. Wenn er mich auch gleich wirft ins Meer, So will er mich nur üben Und mein Gemüth in seiner Güt Gewöhnen fest zu stehen. Halt ich dann Stand, weiß seine Hand Mich wieder zu erhöhen. 3. Woher follt ich den Aufenthalt Auf dieser Erd erlangen? Ich wäre längstens todt und kalt, Wo mich nicht Gott umfangen, Mit seinem Arm, der alles warm, Gesund und fröhlich machet. Was er nicht hält, das bricht und fällt; Was er erfreut, das lachet. 9. Unterdessen trägt sein Geist Dir in deines Herzens Haus Manna, das die Engel speist, Ziert und schmückt es herrlich aus; Ja, er wählet, dir zum Heil, Dich zu seinem Gut und Theil. 10. Ei, so richte dich empor, Du betrübtes Angesicht! Laß das Seufzen, nimm hervor DeinesGlaubens Freudenlicht! Das behalt, wenn dich die Nacht Deines Kummers traurig macht. 11. Seße, als ein Himmelsjohn, Deinem Willen Maß und Ziel. Rühre stets vor Gottes Thron Deines Dankens Saitenspiel, Weil dir schon gegeben ist Mehres, als du würdig bist. 12. Führe deines Lebens Lauf Allzeit Gottes eingedenk. Wie es kommt, nimm alles auf Als ein wohlbedacht Geschenk. Geht dirs widrig, laß es gehn! Gott und Himmel bleibt dir stehn! Paul Gerhardt, g. 1606, st. 1676. 4. Zudem ist Weisheit und Versiand Bei ihm ohn alle Maßen; Zeit, Ort und Stundist ihm bekannt zu Thun und auch zu Lassen. Er weiß, wann Freud, er weiß, wann Leid Uns, seinen Kindern, diene; Und was er thut, ist alles gut, Obs noch so traurig schiene. 5. Das Feld kann ohne Ungestüm Gar keine Früchte tragen: So fällt auch MenschenMel. Was mein Gott will, das 2c. 525. J Ich hab in Got- wohlfahrt um Bei lauter guten tes Herz und Tagen. Die Aloe bringt bittSinn Mein Herz und Sinn er- res Weh, Macht gleichwohl rogeben. Was böse scheint, ist the Wangen: So muß ein Herz mir Gewinn; Der Tod selbst durch Angst und Schmerz Zu ist mein Leben. Ich bin ein seinem Heil gelangen. 392 Kreuz- und Trostlieder. hen, Wenn ich werd Von der Erd Als ein Schatten fliehen. 6. Ei nun, mein Gott, so fall ich dir Getroft in deine Hände. Nimm mich und mach 3. Gut und Blut, Leib, Seel du es mit mir Bis an mein letz- und Leben Ist nicht mein; Gott tes Ende, Wie du wohl weißt, allein Ist es, ders gegeben. daß meinem Geist Dadurch sein Will ers wieder zu sich kehNuß entstehe, Und deine Ehr ren, Nehm ers hin; Ich will je mehr und mehr Sich in ihr ihn Dennoch fröhlich ehren. ſelbst erhöhe. 4. Schickt er mir ein Kreuz 7. Willst du mir geben Son- zu tragen, Dringt herein Angst nenschein, So nehm ichs an mit und Pein, Sollt ich drum verFreuden; Solls aber Kreuz und zagen? Der es schickt, der wird Unglück sein, Will ichs gedul- es wenden. Er weiß wohl, Wie dig leiden. Soll mir allhier er soll All mein Unglück endes Lebens Thür Noch ferner den. offen stehen: Wie du mich führst und führen wirst, So will ich gern mitgehen. 5. Gott hat mich bei guten Tagen Oft ergößt, Sollt ich jeßt Auch nicht etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen Sein Gericht, kann mich nicht Ganz und gar verlassen. 8. Soll ich denn auch des Todes Weg Und finstre StraBe reisen: Wohlan, so tret ich Bahn und Steg, Den mir dein Augen weisen. Du bist mein Hirt, der alles wird Zu solchem Ende kehren, Daß ich einmal in deinem Saal Dich ewig möge ehren. 6. Satan, Welt und ihre Rotten Können mir nichts mehr hier Thun, als meiner ſpotten. Laß sie spotten, laß fie lachen! Gott, mein Heil, Wird in Eil Sie zu Schanden machen. Paul Gerhardt, g. 1606, ft. 1676. 7. Unverzagt und ohne Grauen 526. Warum sollt ich Soll ein Christ, Wo er ist, mich denn grä- Stets sich lassen schauen. Wollt men? Hab ich doch Christum ihn auch der Tod aufreiben, noch: Wer will mir den neh- Soll der Muth Dennoch gut men. Wer will mir den Him- Und fein stille bleiben. mel rauben, Den mir schon Gottes Sohn Beigelegt im Glauben? 8. Kann uns doch kein Tod nicht tödten; Sondern reißt Unsern Geist Aus viel tausend Nöthen, Schleußt das Thor der bittern Leiden Und macht Bahn, Da man kann Gehn zur Him2. Nackend lag ich auf dem Boden, Da ich kam, Da ich nahm Meinen ersten Odem. Nackend werd ich auch hinzie- melsfreuden. Kreuz- und 9. Allda will in süßen Schäzzen Ich mein Herz Auf den Schmerz Ewiglichergößen. Hier ist kein recht Gut zu finden; Was die Welt In sich hält, Muß im Hui verschwinden. Trostlieder. 393 3. Aber Gottes Güte währet Immer und in Ewigkeit. Vieh und Menschen er ernähret Durch erwünschte Jahreszeit. Alles hat Seine Gnad Dargereichet früh und spat. 10. Was sind dieses Lebens 4. Giebet er nicht alles reichGüter? Eine Hand Bouer Sand,| lich Und mit großem Ueberfluß? Kummer der Gemüther. Dort, dort sind die edlen Gaben, Da mein Hirt, Christus, wird Mich ohn Ende laben. Seine Lieb ist unvergleichlich, Wie ein starker Wasserguß. Luft und Erd Uns ernährt, Wenn es Gottes Gunft begehrt. 5. Danket nun dem großen Schöpfer Durch den wahren Menschensohn, Der uns wie 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, Du bist mein, Ich bin dein, Niemand kann uns scheiden. weil du dein Leben Und dein Blut Mir zu gut In den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse Und dich nicht, O mein Licht, Aus dem Herzen Mel. Werde munter, mein Gemüthe. laffe,& aß mich, laß mich hin dich Lieblich werd umfangen! Paul Gerhardt, g. 1606, st. 1676. Ich bin dein, ein freier Töpfer Hat gemacht aus Erd und Thon. Groß von Rath, Stark von That Jst, der uns erhalten hat. Joach. Neander, g. 1610, ſt. 1680. 527. Mei eine Hoffnung stehet feste Auf den lebendigen Gott. Er 528. 3ion, it i nur zufrieden; Gott ist noch bei dir darin. Du bist nicht von ihm geschieden; Er hat einen Vaterfinn. Wenn er straft, so liebt er auch; Dies ist Gottes fteter Brauch. Bion, lerne dies beist mir der Allerbeste, Der mir denken. Warum willst du dich beisteht in der Noth. Er allein so fränken? Soll es sein, Den ich nur von 2. Treiben dich die MeeresHerzen mein. th alle wellen In der wilden, tiefen 2. Sagt mir, wer kann doch See, Wollen sie dich gar zervertrauen Auf ein schwaches schellen, Daß du rufest Ach und Menschenkind? Wer kann feste Weh; Schweigt dein Heiland Schlösser bauen In die Luft still dazu, Gleich als schlafend und in den Wind? Es vergeht, in der Ruh: Zion, laß dich nicht Nichts besteht, Was ihr auf der bewegen; Bald wird Sturm und Erden seht. Flut fich legen. 394 Kreuz- und Troſtlieder. 3. Berg und Felsen mögen Denn die schöne Gnadensonne, weichen, Ob sie noch so feste Jesus Christus, naht zu dir, stehn, Ja, die ganze Welt des Giebt dir einen Freudengruß gleichen Möchte gar auch unter- Und den rechten Friedenskuß. gehn: Dennoch hat es keine Zion, wo ist nun dein Klagen? Noth In dem Leben und im Jetzt kannst du von Freuden Tod. Zion, du mußt gar nicht sagen. wanken Aus den vorgeschrieb- 8. Freuet euch, ihr Himmelsnen Schranken. erben, Freuet euch mit Zion 4. Müssen schon allhier die hier! Die vor Jammer wollten Thränen Oft dein Trank und sterben, Sollen leben für und Speise sein; Stimmt dein Seuf- für. Dort ist nicht mehr Angst zen und dein Stöhnen Auch und Qual In dem schönen Himmit deinen Liedern ein; Kränkt melssaal. Zion, wer will dich der Neid dir Herz und Muth, nun scheiden Von dem Lamm Kommst du hier um Hab und und ewgen Freuden? Gut: Zion, laß dir doch nicht ise on grauen; Du sollst Gottes Hülfe 3 schauen. Joach. Pauli, 1663. er nur den lie5. Droht mandir mit Schmach 529 Wer ben Gott läßt und Banden, Mit viel Qual walten Und hoffet auf ihn alleund Herzeleid: Dennoch wirst zeit, Den wird er wunderlich du nicht zu Schanden; Denk nur an die Ewigkeit. Sei getroft und wohlgemuth; Denn der Herr ists, der es thut. Zion, auf Gott mußt du merken; Der wird dich in Schwachheit stärfen. ou 6. Freue dich! Es kommt das Ende Und der Abend schon herbei. Gieb dich nur in Gottes Hände; Der macht dich von allem frei. Für die Trübfal, Spott und Hohn Giebt er dir die Freudenkron. Zion, Gott, dein Schuß wird wathen Und die Welt zu Schanden machen. erhalten In allem Kreuz und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, Der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen Befeufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid Nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille Und sei doch in sich selbst vergnügt, Wie unsers Gottes Gnadenwille, Wie sein Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, Der weiß auch sehr wohl, was uns 7. Hallelujah! Deine Wonne Bricht anjetzt mit Macht herfür; fehlt. Kreuz- und Trostlieder. 395 4. Er kennt die rechten Freu- zum Himmel zu Und bleibt Jedenstunden, Er weißwohl, wann sus ungeschieden, So bin ich es nüßlich sei. Wenn er uns zufrieden. nur hat treu erfunden Und merfet feine Heuchelei, So kommt Gott, eh wirs uns versehn, Und lässet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangfalshize, Daß du von Gott verlassen seist, Und daß der Gott im Schoße size, Der sich mit stetem Glücke speist. Die Folgezeit verändert viel Und seget jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr jchlechte*) Sachen und ist dem Höchsten alles gleich, Den Reichen klein und arm zu machen, Den Armen aber groß und reich. Gott ist der rechte Wundermann, Der bald erhöhn, bald stürzen kann. 2. Meine Seele hanget An dir und verlanget, Gott, bei dir zu sein Aller Ort und Zeiten, Und mag keinen leiden, Der ihr redet ein. Von der Welt, Ehr, Lust und Geld, Wornach sind so viel beflissen, Mag sie gar nichts wissen. 3. Nein, ach nein! nur Einer, Sagt sie, und sonst keiner Wird von mir geliebt. Jefus, der Getreue, In dem ich mich freue, Sich mir ganz ergiebt. Er allein, er soll es sein, Dem ich wieder mich ergebe Und ihm einzig lebe. 4. Gottes Güt erwäge Und dich gläubig lege Sanft in seinen Schoß. Lerne ihm vertrauen, So wirst du bald schauen, Wie *) geringe, leichte. die Ruh so groß, Die da fleust 7. Sing, bet und geh auf aus stillem Geist. Wer sich weiß Gottes Wegen, Verricht das in Gott zu schicken, Den kann Deine nur getreu Und trau er erquicken. des Himmels reichem Segen, 5. Meine Seele harret Und So wird er bei dir werden sich ganz verscharret Tief in Je neu. Denn welcher seine Zu- su Brust. Sie wird stark durch versicht Auf Gott setzt, den ver- Hoffen; Was sie je betroffen, läßt er nicht. Träget sie mit Lust; Faffet sich ganz männiglich Durch Geduld und Glauben feste. Am End kommt das Beste. 6. es Wer Georg Neumarf, g. 1621, st. 1681. Mel. Jesu, meine Freude. eine Seel ist 530. Mitille zu Gott, zu Jeju flichet, Wird es recht Kindessen Wille Mir zu helfen steht. erfahrn, Wie Gott seinen Mein Herz ist vergnüget Mit dern Pflegt das Kreuz zu mindem, wies Gott füget, nimmt dern Und das Glück zu sparn an, wie es geht. Geht es nur Bis zu End; alsdann sich wendt 396 Kreuz- und Trostlieder. Das zuerst gekoste Leiden, Und| lems Mauern wohnen, Zeigen gehn an die Freuden. ihre Dornenkronen. Joh. Casp. Schade, g. 1666, st. 1698 5. Es sind wahrlich alle Frommen, Die des Himmels KlarMel. Wie nach einer Wasserquelle. heit sehn, Aus viel Trübsal her531. Meine Sorgen, gekommen. Darum fiehet man Angst und sie stehn Vor des Lammes Stuhl Plagen Laufen mit der Zeit und Thron Prangend in der Ehzu End. Alles Seufzen, alles renkron Und mit Palmen ausgeKlagen, Das der Herr allei zieret, Weil sie glücklich triumne kennt, Wird, Gott Lob! phiret. nicht ewig sein. Nach dem Regen wird ein Schein Von viel tausend Sonnenblicken Meinen matten Geist erquicken. 2. Meine Saat, die ich ge- glückt; Israel erhält den Sieg fäet, Wird zur Freude wach- Nach geführtem Kampf und sen aus. Wenn die Dornen Krieg; Canaan wird erst geabgemähet, So trägt man die funden, Nachdem alles überFrucht nach Haus. Wenn ein wunden. Wetter ist vorbei, Wird der 7. Darum trage deine Ket Himmel wieder frei. Nach dem ten, Meine Seel, und dulde Kämpfen, nach dem Streiten dich. Gott wird dich gewiß erKommen die Erquickungszeiten. retten. Das Gewitter leget sich. ollup Nach dem Blitz und Donner3. Wenn man Rosen will ab- schlag Folgt ein angenehmer brechen, Muß man leiden in der Tag. Auf den Abend folgt der Still, Daß uns auch die Dor- Morgen, Und die Freude nach nen stechen. Es geht alles, wie den Sorgen. Gott will. Er hat uns ein Ziel 1700. 6. Gottes Ordnung stehet fe ste Und bleibt ewig unverrückt: Seine Freund und Hochzeitsgäste Werden nach dem Streit begezeigt, das man nur im Kampf 532. Sollt es gleich erreicht. man hier das Kleinod finden, So muß man erst überwinden. scheinen, Als verließe Gott die Seinen, Ei, so glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 4. Unser Weg geht nach den Sternen, Der mit Kreuzen ist beseßt. Hier muß man sich nicht 2. Hülfe, die er aufgeschoentfernen, Ob er gleich mit Blut ben, Hat er drum nicht aufbeneßt. Zu dem Schloß der gehoben. Hilft er nicht zu jeEwigkeit Kommt kein Mensch der Frist, Hilft er doch, wenns hin ohne Streit. Die in Sa- nöthig iſt. Kreuz- und Trostlieder. 397 3. Gleich wie Bäter nicht 533. Was Gott thut, bald geben, Wonach ihre Kinder streben, So hält Gott auch Maß und Ziel; Er giebt, wie und wann er will. ist wohlgethan. Es bleibt gerecht sein Wille. Wie er fängt meine Sachen an, Will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, Der in der Noth Mich wohl weiß zu erhalten; Drum laß ich ihn nur walten. 4. Seiner kann ich mich ge trösten, Wenn die Noth am allergrößten; Er ist gegen mich, sein Kind, Mehr als väterlich gefinnt. 5. Troß dem Teufel! Troß dem Drachen! Ich kann ihre Macht verlachen. Troß dem schweren Kreuzesjoch! Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Troß des bittern Todes Zähnen! Troß der Welt und allen denen, Die mir sind ohn Ursach feind! Gott im Himmel ist mein Freund. 7. Laß die Welt nur immer neiden! Will sie mich nicht länger leiden, Ei, so frag ich nichts danach. Gott ist Richter meiner Sach. 8. Will sie mich gleich von sich treiben, Muß mir doch der Himmel bleiben. Wenn ich nur den Himmel krieg, Hab ich alles zur Genüg. 9. Welt, ich will dich gerne lassen; Was du liebest, will ich hassen. Deine Güter bringen Noth; Laffe mir nur meinen Gott! 10. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, Sag ich allem andern abe. Legt man mich gleich in das Grab, Gnug, Herr, wenn ich dich nur hab. Christoph Titius, g. 1613, ft. 1704. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Er wird mich nicht betrügen. Er führet mich auf rechter Bahn: So laß ich mich begnügen An seiner Huld Und hab Geduld. Er wird mein Unglück wenden; Es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Er wird mich wohl bedenken; Er, als mein Arzt und Wundermann, Wird mir nicht Gift einschenken Für Arzenei. Gott ist getreu; Drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Er ist mein Licht und Leben, Der mir nichts Böses gönnen kann. Ich will mich ihm ergeben In Freud und Leid. Es kommt die Zeit, Da öffentlich erscheinet, Wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Muß ich den Kelch gleich schmecken, Der bitter ist nach meinem Wahn, Laß ich mich doch nicht schrecken, Weil doch zuletzt Ich werd ergößt Mit süßem Trost im Herzen; Da weichen alle Schmerzen. 398 Kreuz- und Trostlieder. 6. Was Gott thut, das ist 5. Der Kampf hört auf, wenn wohlgethan. Dabei will ich hier dein Pilgerlauf Das Ziel verbleiben. Es mag mich auf erreicht. Was einmal angefandie rauhe Bahn Noth, Tod gen, Das nimmt ein End. Der und Elend treiben, So wird Herr ist vorgegangen: Du folge Gott mich Ganz väterlich In nach und tritt nur tapfer drauf. seinen Armen halten; Drum Es höret auf. laß ich ihn nur walten. Sam. Rodigast, g. 1649, st. 1708. 534. Pur frisch hinein! tief nicht sein. Das rothe Meer wird dir schon Plaß vergön- sein Die Kreuzespein. nen. Was wimmerst du? Sollt 7. Die größte Noth zerder nicht helfen können, Der bricht doch einst der Tod. Hinnach dem Blig giebt heitern durch, hindurch! und folge deiSonnenschein? Nur frisch hinnem Führer. Dein Jesus ist der Erd- und Meerregierer; ein! 2. Der Herr der Welt hat Der schreitet durch und tritt einen Weg bestellt, Den nie- für dich in Koth Die größte mand weiß. Eh sein Volk sollte Noth. sinken, Muß selbst das Meer auf seines Schöpfers Winken Wie Mauern sein. Er dämmt das Flutenfeld, Der Herr der Welt. 8. Er ist dein Hirt, der dich nicht lassen wird; Er wird sein Schaf auf seinen Achseln tragen. Es wartet schon auf dich der Engel Wagen Zum sichern Schuß. Und ob du dich verirrt: Er ist dein Hirt. 9. Auf, blöder Sinn! Wirf allen Kummer hin Und schicke dich, die Tiefe durchzuwaten. Kommt schon ein Sturm: dein Jesus wird dir rathen Und helfen aus. Der Tod ist dein Gewinn. Auf, blöder Sinn! 3. Die Tapferkeit ist jederzeit bereit, Durch Kreuz und Schmach und durch die krausen Wellen Zu dringen durch; kein Sturmwind kann sie fällen. Sie hält uns fest in steter Sicherheit, Die Tapferkeit. 4. Ein Kriegesmann muß tapfer halten an. Es steht nicht wohl, wenn Krieger wollen stehen, Weil sie das End des Krieges nicht ersehen. Ein Christ ist auch, der tapfer kämpfen kann, Ein Kriegesmann. 6. Die Kreuzespein wird ja nicht ewig sein. Es ist ein Kelch, der seinen Boden zeiget; alles ausgeneiget. Drum laß Man sieht den Grund, wenn dir einen Trank des Lebens 10. Der Christenstand ist hier also bewandt: Es muß ein Kreuz das andre Kreuz verjagen So ging es dem, der unfer Kreuz getragen Am Kreu Kreuz- und Trostlieder. 399 fällt. Du reißest wohl die stärksten Band entzwei; Was sich entgegenjeßt, muß sinken hin; Ein Wort bricht oft den allerhärtsten Sinn: Dann geht dein Fuß auch durch Umwege frei. 3. Was unsre Klugheit will zusammenfügen, Theilt dein Verstand in Ost und Westen aus. Was mancher unter Joch und 12. Ach mein Herr Christ, Last will bringen, Seßt deine wenn du nur bei mir bist, So Hand frei an der Sterne Haus. will ich auch mein Leben wil- Die Welt zerreißt, und du lig enden. Zu dir, mein Gott, verknüpfst in Kraft; Sie bricht, will ich mich gänzlich wenden du baust; sie baut,- du Und tragen, was mir auferle- reißest ein; Jhr Glanz muß get ist. Ach mein Herr Christ! dir ein dunkler Schatten sein. Dein Geist bei Todten Kraft und Leben schafft. Mich. Kongehl, g. 1646, ft. 1710. zesstamm. Es ist kein Kindertand, Der Christenstand! 11. Wer wandern soll, muß oftmals trauernsvoll Durch Berg und Thal und tiefe Gründe dringen. So muß ein Christ auch nach dem Himmel ringen Und leiden viel. Der geht oft mühevoll, Wer wandern soll. - Mel. Der Herr, mein Licht, ist und regiert mein Leben. 4. Will die Vernunft was fromm und selig preisen, So 535. S o führst du hast dus schon aus deinem Buch doch recht gethan. Wem aber niemand selig, Herr, die Deinen; Ja, will dies Zeugniß weisen, Den selig- und doch meistens wun- führst du in der Still selbst himderlich! Wie könntest du es melan. Den Tisch der Pharisäer böse mit uns meinen, Da dei läßt du stehn Und speisest mit ne Treu nicht kann verleug- den Sündern, sprichst sie frei. nen sich? Die Wege sind oft Wer weiß, was öfters deine krumm und doch gerad, Dar- Absicht sei? Wer kann der tiefauf du läßt die Kinder zu sten Weisheit Abgrund sehn? dir gehn. Da pflegt es wunderseltsam auszusehn; Doch triumphirt zulegt dein hoher Rath. 2. Dein Geist hängt nie an menschlichen Geseßen, So die Vernunft und gute Meinung stellt. Den Zweifelsknoten kann dein Schwert verlegen Und lösen auf, nach dem es dir ge5. Was alles ist, gilt nichts in deinen Augen; Was nichts ist, hast du, großer Herr, recht lieb. Der Worte Bracht und Ruhm mag dir nicht taugen; Du giebst die Kraft und Nachdruck durch den Trieb. Die besten Werke bringen dir kein Lob; Sie sind versteckt; der Blinde geht vorbei; Wer Au 400 Kreuz- und Trostlieder. gen hat, sieht sie doch nicht 9. Also gehst du nicht die geso frei. Die Sachen sind zu klar, der Sinn zu grob. meinen Wege; Dein Fuß wird selten öffentlich gesehn, Damit 6. D Herrscher, sei von uns du sehst, was sich im Herzen gebenedeiet, Der du uns töd- rege, Wenn du in Dunkelheit test und lebendig machst. Wenn mit uns willst gehn. Das Wiuns dein Geist der Weisheit derspiel legst du vor Augen dar Schatz verleihet, So sehn wir Von dem, was du in deinem erst, wie wohl du für uns Sinne haft. Wer meint, er hab wachst. Die Weisheit spielt den Vorsatz recht gefaßt, Der bei uns; wir spielen mit. Bei wird am End ein andres oft uns zu wohnen ist dir lauter Lust; Die reget sich in deiner Vaterbrust Und gängelt uns mit zartem Kinderschritt. 7. Bald scheinst du etwas hart uns anzugreifen, Bald fährest du mit uns ganz säuberlich. Geschiehts, daß unser Sinn sucht auszuschweifen, So weist die Zucht uns wieder hin auf dich. Da gehn wir denn mit blöden Augen hin; Du küsseft uns; wir sagen Bessrung zu: Drauf schenkt dein Geist dem Herzen wieder Ruh Und hält im Zaum den ausgeschweiften Sinn. gewahr. 10. O Auge, das nicht Trug, noch Heucheln leidet, Gieb mir des scharfen Blickes Sicherheit, Der die Natur von Gnade unterscheidet, Das eigne Licht von deiner Heiterkeit. Laß doch mein Herz dich niemals meistern nicht; Brich ganz entzwei den Willen, der sich liebt; Erweckt die Luft, die sich nur dir ergiebt Und tadelt nie dein heimliches Gericht. 11. Will etwa die Vernunft dir widersprechen und schüttelt ihren Kopf zu deinem Weg, So wollst du die Befestgung niederbrechen, Daß ihre Höh sich 8. Du kennst, o Vater, wohl nur bei Zeiten leg, Kein fremdas schwache Wesen, Die Ohn- des Feuer sich in mir entzünd, macht und der Sinnen Unver- Das ich vor dich in Thorheit stand; Man kann uns fast an unsrer Stirn ablesen, Wie es um schwache Kinder sei bewandt. Drum greifst du zu und hältst und trägest sie, Brauchst Vaterrecht und zeigest Muttertreu. Wo niemand meint, daß etwas deine sei, Da hegst du selbst dein Schäflein je und je. bringen möcht, Und dir wohl gar so zu gefallen dächt. Ach selig, wer dein Licht ergreift und findt! 12. So zieh mich denn hinein in deinen Willen Und trag und heb und führ dein armes Kind! Dein innres Zeugniß soll den Zweifel stillen, Dein Geist 401 doch: Lebt doch unser Herr- Gott noch! Kreuz- und Trostlieder. die Furcht und Lüste überwind. Du bist mein alles; denn dein Sohn ist mein. Dein Geist reg 3. Gott lebet noch! Seele, sich ganz kräftiglich in mir. Ich was verzagst du doch? Der brenne nun nach dir in Liebs- den Erdenkreis verhüllet Mit begier. Wie oft erquickt mich deiner Klarheit Schein! den Wolken weit und breit, Der die ganze Welt erfüllet, Ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hülf und Trost an allen Enden. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr- Gott noch! 13. Drum muß die Creatur mir immer dienen, Kein Engel schämt nun der Gemeinschaft sich. Die Geister, die vor dir vollendet grünen, Sind meine Brüder und erwarten mich. Wie oft erquicket meinen Geist ein Herz, Das dich und mich und alle Christen liebt! Jsts mög- du schwer mit Kreuz beladen, lich, daß mich etwas noch be- Nimm zu Gott nur deinen trübt? Komm, Freudenquell! Lauf. Gott ist groß und reich Weich ewig, aller Schmerz! von Gnaden, Hilft dem Schwachen gnädig auf. Gottes Gnade währet immer, Seine Treu 4. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Bist Gottfr. Arnold, g. 1666, ft. 1714. 536. Gott lebet noch! vergehet nimmer. Seele, jo bedenke doch: Lebt doch unser Herr- Gott noch! Seele, was verzagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen Alle Hülf auf Erden thut, Der mit Macht und starken Armen Machet alles wohl und gut. Gott kann besser, als wir denken, Alle Noth zum Besten lenken. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr- Gott noch! 5. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden kränken, Dein Verbrechen quält dich sehr: Komm zu Gott; er wird versenken Deine Sünden in das Meer. Mitten in der Angst der Höllen Kann er dich zu2. Gott lebet noch! Seele, frieden stellen. Seele, so bewas verzagst du doch? Sollt denke doch: Lebt doch unser der schlummern oder schlafen, Herr- Gott noch! Der das Aug hat zugericht? 6. Gott lebet noch! Seele, Der die Ohren hat erschaffen, was verzagst du doch? Will Sollte dieser hören nicht? Gott ist Gott, der hört und siehet, Wo den Frommen Weh geichiehet. Seele, so bedenke dich alle Welt verlassen, Weißt du weder aus noch ein: Gott wird dennoch dich umfassen Und im Leiden bei dir sein, Gott 26 402 Kreuz- und Trostlieder. ists, der es herzlich meinet, Wo was ich tragen soll, Und was die Noth am größten scheinet. du sollst auflegen. Leg auf, ich Seele, so bedente doch: Lebt halte dir! Dein Will gescheh doch unser Herr- Gott noch! 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Laß den Himmel jammt der Erden Immerhin in Trümmern gehn, Laß die Höll entzündet werden, Laß den Feind erbittert stehn, Laß den Tod, den Abgrund blizen: Wer Gott traut, den will Gott schüßen. Seele, jo bedenke doch: Lebt doch unser Herr- Gott noch! 8. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geängstet wallen Auf der harten Dornenbahn: Es ist Gottes Wohlgefallen, Dich zu führen himmelan. Gott wird nach dem Jammerleben Friede, Freud und Wonne geben. Seele, jo bedenke doch: Lebt doch unser Herr- Gott noch! Joh. Friedr. gihn, g. 1650, ft. 1719. in mir! Dein Will, an dem mein Wollen hangt, Das nichts, als was du willst, verlangt. 3. Du gingest selbst zu Ehren ein Durch Schmerz, Geduld und Leiden: Sollt ich nun, Jesu, besser sein Und hier in Rosen weiden? Der Himmelslilienglanz Wächst aus dem Dornenkranz. Dem, der den Rock des Kreuzes trägt, Wird dort der Purpur angelegt. 4. Wo blieb des Herzens Gartenpracht, Wenn Süd und Nord stets schliefen? Nur das bewölkte Wehen macht, Daß seine Würze triefen. Indessen bleibest du Doch meine Sonn und Ruh, Die mich mit ihrem Licht ergößt, Wenn mich des Kreuzes Sturm beneßt. 5. Denn du, mein Gott, biſt Sonn und Schild Der GläuMel. Der lieben Sonne Licht und zc. bigen auf Erden, Die deinem 537. risch, frisch hin- Kreuz und Marterbild Hier solnach, mein Geist len ähnlich werden, Eh sie die und Herz, Auf Jesu Dornen- Herrlichkeit Mit ihrer Kron erwegen! Bekrieget mich hier Leid freut Und der Geduld die Balund Schmerz: Auf Siegen fol- men bringt, Die sie nach Sieg get Segen. Nur fröhlich auf des Leidens schwingt. gefaßt Die leichte Liebeslast! Das Leiden dieser kurzen Zeit Ist doch nicht werth der Herrlichfeit. 6. Mein Herz kann diese Leidensehr, O Jesu, fast nicht fassen. So komm, du liebe Last, denn her! Wer will sein Wohl2. Du kennest, liebster Jesu, sein hassen? Mit Jesu hier gewohl Der Schultern Stärk, höhnt: Mit Jesu dort gekrönt! Vermögen; Du weißt schon, Mit Jesu hier ans Kreuz ge Kreuz- und Trostlieder. 403 drückt: Mit Jesu Freude dort 5. Sorgst du, wie du dich erquickt! follst fleiden? Jesus spricht: Sorge nicht! Solches thun die Heiden. Schau die Blumen anf den Feldern, Wie so schön Diese stehn, Und die Bäum in Wäldern. 6. Sorgt ein Vogel auf den Zweigen, Wenn er singt, Hüpft und springt, Wer ihm soll anzeigen, Was er essen soll und trinken? Nein, ach nein! Er allein Folgt des Himmels Winfen. 7. Wohlan, so will ich in Geduld Nach deinem Willen leiden! Der Becher fließt von deiner Huld, Den du mir wirst bescheiden. Im Kreuz erblick ich schon Die mir verheißne Kron. Du leuchtest in Geduld mir vor: Ich folg; es gilt zum Sternenthor. Wolfg. Chr. Deßler, g. 1660, f. 1722. Matth. 6, 24-34. Mel. Warum sollt ich mich denn 2c. 538, War arum willst du 7. Ach der Glaube fehlt auf Erden! Wär er da, müßt uns doch für mor- ja, Was uns noth ist, werden. gen, Armes Herz, Immerwärts Wer Gott kann im Glauben Als ein Heide jorgen? Wozu fassen, Der wird nicht, Wenns dient dein täglich Grämen, Weil gebricht, Von ihm sein verlasGott will n der Still Sich sen. der Noth annehmen? 2. Gott hat dir geschenkt das Leben, Seel und Leib; Darum bleib Ihm allein ergeben. Er wird ferner alles schenken. Traue fest, Er verläßt Nicht, die an ihn denken. 100 3. Sage nicht: Was soll ich effen? Gott hat dir Schon allhier So viel zugemessen, Daß der Leib sich kann ernähren; Uebriges Wird indeß Gottes Hand bescheren. 4. Es ist mehr, als Trank und Speisen, Dieser Leib; Darum gläub, Daß Gott wird erweisen, Daß er Speis und Trank kann geben Dem, der fich Festiglich Ihm ergiebt im Leben. 8. Wer Gerechtigkeit nachtrachtet Und zugleich Gottes Reich Ueber alles achtet, Der wird wahrlich nach Verlangen Speis und Trank Lebenslang Wie im Schlaf empfangen. 9. Laß die Welt denn sich bemühen Immerhin! Ach mein Sinn Soll zu Jesu fliehen. Er wird geben, was mir fehlet; Ob ers oft Unverhofft Eine Weil verhehlet. 10. Will er prüfen meinen Glauben, und die Gab, Die ich hab, Mir gar lassen rauben: So muß mir zum Besten kommen, Wenn Gott mir Alles schier Hat hinweggenommen. 11. Er kann alles wiedergeben. Wenn er nimmt, So 404 Kreuz- und Trostlieder. P Amen! bestimmt Er sein Wort zum Hülf und Heil, Liebster Jeſu! Leben. Ach wie viele from me Seelen Leben so Und find froh, Ohne Sorg und Quälen! Laurentius Laurentit, g. 1660, ft. 1722. 12. Sie befehlen Gott die 539. Gott wills machen, Sorgen, Wie er will, Und sind still Immer im Verborgen. Was Gott will, ist ihr Vergnügen, Und wies er ungefähr Will mit ihnen fügen. Daß die Sachen Gehen, wie es heilsam ist. Laß die Wellen Sich verstellen, Wenn du nur bei Jefu bist. 2. Wer sich fränket, Weil er denket, Jesus liege in dem 13. Doch kann ihnen nicht Schlaf, Wird mit Klagen Nur versagen Gott ihr Brod In sich plagen, Daß der Unglaub der Noth, Wenn er hört ihr Klagen. Er kommt wahrlich, sie zu trösten, Eh mans meint, Und erscheint, Wenn die Noth am größten. leide Straf. 3. Du Verächter, Gott, dein Wächter, Schläfet ja, noch schlummert nicht. Zu den Höhen Aufzusehen, Wäre deine Glaubenspflicht. 4. Im Verweilen und im Eilen Bleibt er stets dein Vaterherz. Laß dein Weinen Bitter scheinen: Dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 14. Jhre Sorg ist für die Seelen, Und ihr Lauf Geht hinauf zu den Felsenhöhlen, Zu des Herren Jesu Wunden. Hier sind sie Aller Müh Und der Noth entbunden. ( bronc 15. Nun, Herr Jesu, Meine 5. Glaub nur feste, Daß das Freude. Meine Sonn, Meine Beste Ueber dich beschlossen sei. Bonn, Meiner Seelen Weide: Wenn dein Wille Nur ist stille, Sorge nur für meine Seelen, Wirst du von dem Kummer So wird mir Auch allhier nichts frei. am Leibe fehlen. 16. Alles sei dir unverhohlen, Was mir fehlt, Was mich quält, Großer Gott, befohlen. Sorge du, so will ich schweigen Und vor dir Nach Gebühr Meine Kniee beugen. 17. Ich will dir mit Freuden danken Fort und fort, Hier und dort, Und will nimmer wanken. Lob und Preis sei deinem Namen! Sei mein Theil, 6. Laß dir süße Sein die Küsse, Die dir Jesu Ruthe giebt. Der fie führet Und regieret, Hat nie ohne Frucht betrübt. 7. Willst du wanken In Gedanken, Faß dich in Gelassenheit. Laß den sorgen, Der auch morgen Herr ist über Leid und Freud. 8. Gottes Hände Sind ohn Ende, Sein Vermögen hat kein Ziel. Jsts beschwerlich, Scheints Kreuz- und Trostlieder. gefährlich: Deinem Gott ist nichts zu viel. 9. Seine Wunder Sind der Zunder, Da der Glaube Funken fängt. Alle Thaten Sind gerathen Jedesmal, wie ers verhängt. 200 405 Throne Ihres Heilands werden noch. 10. Wenn die Stunden Sich gefunden, Bricht die Hülf mit Mel. Was Gott thut, das ist*. Macht herein; Und dein Grä- 540. in Chrift kann ohne nicht men zu beschämen, wird es unversehens sein. 17. Amen! Amen! In dem Namen Meines Jesu halt ich still. Es geschehe Und ergehe, Wie und wann und was er will. Joh. Dan. Herrnschmidt, g. 1675, ft. 1723. sein. Drum laß dichs nicht be 11. Eignen Willen zu er- trüben, Wenn Gott versucht mit füllen, Leidets sich noch ziemlich wohl. Da ist Plage, Noth und Klage, Wo man leiden Kreuz und Pein Die Kinder, die ihn lieben. Je lieber Kind, Je ernster sind Des frommen Vaters Schläge. Schau, das muß und soll.find Gottes Wege! 12. Drum wohl denen, Die red 13. Mehr zu preisen Sind die Weisen, Die schon in der Uebung stehn, Die das Leiden Und die Freuden Nur mit Hiobs Aug ansehn. 2. Ein Christ fann ohne sich sehnen Nach der stillen Wil- Kreuz nicht sein. Gott wills lensruh! Auf das Wollen Fällt nicht anders haben. Auch dieses dem Sollen Die Vollbringungskraft bald zu. Lebens Noth und Bein Sind deines Vaters Gaben. Solls denn so sein, So geh es ein. Gs kommt von Liebeshänden; Gott wird nichts Böses senden. 3. Ein Chrift fann ohne Kreuz nicht sein. Das Kreuz lehrt fleißig beten, Zieht ab vom eitlen Trug und Schein Und lehrt zu Jesu treten. Drum wirfs nicht hin Mit sprödem Sinn, Wenns nun zu dir ge kommen; Es soll der Seele frommen. 14. Nun so trage Deine Plage Fein getroft und mit Geduld. Wer das Leiden Will vermeiden, Häufet seine Sündenschuld. 15. Die da weichen Und das Zeichen Ihres Bräutigams verschmähn, Müssen laufen Zu den Haufen, Die zur linken Seite stehn. 16. Aber denen, Die mit Thränen Küssen ihres Jesu Joch, Wird die Krone Auf dem wis 4. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Das muß uns immer wecken; Wir schliefen sonst in Sünden ein. Wie müßten wir erschrecken, Wenn unbereit Die Ewigkeit und der 406 Kreuz- und Posaunen Schallen Uns würde überfallen! Trostlieder. 3. Auf dich harr ich, wenn das Leiden Nicht sobald zum 5. Ein Christ kann ohne Ende eilt. Dich und mich kanns Kreuz nicht sein. Es lehrt die nimmer scheiden, Wenns gleich Sünde hassen Und unsern lie- noch so lang verweilt. Und auch ben Gott allein Mit rechter Lieb umfassen. Die Welt vergeht, Und Gott besteht. Bedenks und laß dich üben, Das ewge Gut zu lieben. dies mein gläubges Hoffen Hab ich nur allein von dir; Durch dich steht mein Herz dir offen, Daß du solches schaffst in mir. misd 6. Auch ich will ohne Kreuz 4. Bei dir ist mein Heil und nicht sein. Was Gott schickt, will ich tragen. Schickts doch der liebste Vater mein, Sinds doch nur kurze Plagen Und wohlgemeint! Wer gläubig weint, Lebt dort in steten Freuden. Ich will in Christo leiden. Ehre, Meine starke Zuversicht. Willst du, daß die Noth sich mehre, Weiß ich doch, du läßt mich nicht. Meint der Feind mich zu erreichen Und zu werfen unter sich, Will ich auf den Felsen weichen; Der wirft alles unter mich. nondo) on Sidon Dav. Nerreter, 8. 1649, st. 1726. 5. Lieben Leute, traut beständig Auf ihn, als auf euern Hort. Er ist Gott und heißt lebendig, Ist euch nah an jedem Ort. Wann und wo euch nen Täglich meine Seele drückt Hülfe nöthig, Da klopft an; er Und hält Herz, Gemüth und ist zu Haus, Kommt und ist Sinnen Unter seiner Last ge- zur Hülf erbätig; Schütt das bückt: In dem allen ist dein Herz nur vor ihm aus. Wille, Gott, der aller Unruh 6. Aber wie kanns dem gewehrt; Und mein Herz hält in der Stille, Bis es deine Hülf erfährt. 2. Denn du bist mein Fels auf Erden, Da ich still und ficher leb. Deine Hülfe muß mir werden, So ich mich dir übergeb. Dein Schuß ist mein Truß alleine Gegen Sünde, Noth und Tod; Denn mein Leiden ist das deine, Weil ich dein bin, o mein Gott. lingen, Der auf Fleisch sein Hoffnung richt? Große Leut find sammt Geringen In der Noth gar ohn Gewicht. Traut doch lieber auf den Einen, Welcher Lieb und Allmacht hat, Daß er helfen kann den Seinen Und beweisets mit der That. 7. Auf dich, mein Gott, bau ich feste, Geh in aller Stille hin; Dennzulettkommt doch das Beste Und das End ist mein Psalm 62. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 541. Wa as von außen und von in Kreuz- und Trostlieder. 407 Gewinn. Deine Allmacht hilft| 3. Wie Gott mich führt, bin mir tragen, Deine Lieb versüßet ich vergnügt; Jch ruh in seimir Alles Bittre, alle Plagen; nen Händen. Wie er es schickt Darum bin ich still zu dir. und mit mir fügt, Wie ers will kehrn und wenden, Sei ihm hiermit ganz heimgestellt; Er mache, wie es ihm gefällt, Zum Leben, oder Sterben. 8. Laß, o Seele, es nur gehen, Wie es geht, und sorge nicht. Endlich wirst du dennoch jehen, Daß Gott übt ein recht Gericht. Jeßo ist er deine Stärke, Daß dir gar nichts schaden kann; Dort vergilt er alle Werke, So ein jeder hat gethan. dam iud 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich In seinen Va terwillen. Scheints der Vernunft gleich wunderlich, Sein Rath wird doch erfüllen, Was er in Liebe hat bedacht, Eh er mich an das Licht gebracht; Ich bin ja nicht mein eigen. 9. Breit, o Herr, doch deine Güte Ueber mich, nimm mich in dich, So wird hinfort mein Gemüthe Stille bleiben ewiglich. Werde alles und in allen, Gieb uns, daß wir dir allein Allzeit trachten zu gefallen, So wird alles stille sein. Aug. Herm. France, g. 1663, ft. 1727. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu Fm Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei, Was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest. Was Gott mir widerfahren läßt, Muß mir zum Besten die Mel. Nun freut euch, lieben zc. 542, Mie Gott mich nen. führt, so will 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, Es geh durch Dorn und Hecken. Kann ichs auch anfangs nicht verstehn, Zuletzt wird er aufdecken, Wie er nach seinem Vaterrath Mich treu und wohl geführet hat. Dies sei mein Glaubensanter. Lambert Gedicke, g. 1683, ft. 1735. ich gehn Ohn alles Eigenwählen. Geschieht, was er mir aus ersehn, Wird mirs an feinem fehlen. Wie er mich führt, so geh ich mit Und folge willig Schritt vor Schritt In kindlichem Vertrauen. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still Und folge seinem Leiten, Obgleich im Fleisch der Mel. Jesus, meine Zuversicht. Eigenwill Will öfters wider 543. Endlich, endlich streiten. Wie Gott mich führt, muß es bin ich bereit, In Zeit und Mit der Noth ein Ende nehauch in Ewigkeit Stets seinen men. Endlich bricht das harte Schluß zu ehren. rad Joch, Endlich schwindet Angſt 408 Kreuz- und Trostlieder. und Grämen, Endlich wird der Sorgenstein Doch einmal gehoben sein. Die müde Seele wird im Frieden ruhn. Hier wird mein Geist od durch manche Last gedrückt: 2. Endlich bricht man Rosen Dort aber ohne Ende sanft ab, Endlich kommt man durch erquickt. 85/99 02 8 die Wüsten. Endlich kann der 3. Mein täglich Kreuz sind Wanderstab Sich zum Vater- meine Sünden, Darunter ich hause rüsten. Endlich bringt die oft flagend seufzen muß: Wer Thränensaat, Was die Freu- wird mich Elenden entbinden, denernte hat. bim dh dog Und wer befreiet den umstrick3. Endlich sieht man Canaan ten Fuß! Dort ist die Sünde Nach Negyptens Diensthaus lie- völlig abgelegt, Wo sich auch gen. Endlich trifft man Tabor keine böse Lust mehr regt. an, Wenn der Delberg über- 4. Mich will der Tod zuweistiegen. Endlich zieht ein Jacob len schrecken; Der letzte Kampf, ein, Wo kein Esau mehr wird der letzte Fersenstich Will mir sein. rdt binto noch manche Furcht erwecken; Doch Christi Kampf und Blutschweiß stärket mich. Dort ist auch dieser letzte Feind besiegt, Wenn er einst unter meinen Füßen liegt. 4. Endlich! D du schönes Wort! Du kannst alles Kreuz versüßen, Wenn der Felsen ist durchbohrt, Läßt er endlich Wasser fließen. Ei, mein Herz, drum merke dies: Endlich, endlich 5. Ich muß in Kedars Hütkommt gewiß! ten wandeln Und unter MeBenjam. Schmolk, 8. 1672, t. 1737. di( bim Hoa Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich singen. sech noch ein Fremdling sein; Die Welt schenkt durch ihr Thun und Handeln Mir manchen Wermuthsbecher hier noch ein: Dort wird der alten Welt nicht mehr gedacht; Gott spricht: Ich habe alles neu gemacht. im 6. Mein Geist sehnt sich nach jenem Tage Und wartet auf die frohe Ewigkeit; Und da ich diesen Beib noch trage, So schickt er sich zu der Erlösungszeit, Bis mich mein Heiland zu sich kom544. Gin Blick nach je nen Zionshöhen Versüßt mir alle Leiden dieser Zeit. Wie wird mir da so wohl geschehen Nach allem hier bestandnen Kampf und Streit! Wie süß wird doch nach Ungemach und Bein Die mir verheißne ewge Ruhe sein! d 2. Hier muß ich in dem Thalmen heißt Und aller Laft der der Thränen Noch manche sor- argen Welt entreißt. genvolle Tritte thun: Dort en det sich mein banges Sehnen; 7. Soll ich indeß auf dieser Erden Auch noch durch manche Kreuz- und Trostlieder. 409 rauhe Wege gehn, So bleibt in es besser kann. Schreit die Trübsal und Beschwerden Mein Welt gleich immer: Geld! Herz dennoch auf diesem Grunde stehn: Nichts schadet mir, was meines Vaters Hand Von Leiden mir nur jemals zuerfannt. Ich will Hosianna schreien, Glauben und mich freuen. 2. Gott hat zu bezahlen. Das ist ohne Prahlen Mein gewisser Schaß. Alles fällt vom Himmel, Sorgendem Gewimmel Geb ich keinen Plaß. Sonnenschein und Fröhlichsein, Milder Thau und kühler Regen Ist des Himmels Segen. Sp 3. Hab ich keinen Heller, Weder Brod, noch Teller, Weder Dach, noch Fach; ReiBen meine Kleider, Sagen andre: Leider! Schreien Weh und Ach: Sing ich doch und glaube noch. Ich will ruhen, trinken, speisen Und den Vater preisen. in 15.e 4. Der die Haare zählet, Dem kein Sperling fehlet, Der die Raben speist: Der hat mich geschaffen, Der bedarf kein Schlafen, Der ist nicht verreist. Der den Sohn so lange schon Für mein Heil dahin gegeben, Der ist noch am Leben. 01 8. Ich bin ein Thon in seinen Händen Und halte seiner treuen Führung still. Er mag mich drehen, werfen, wenden, So oft und wundersam er immer will; Ja, wenn er sein Gefäß auch gar zerbricht: Verwirft er mich nur nicht, so schadets nicht. silbim Leiden 9. Bei allen neuen Leidensproben Sieht doch mein Auge ihn stets kindlich an. Ich will ihn lieben und auch loben Für alles, was er nur an mir gethan. Bin ich ja blind, die Wege einzusehn, So will ich mit verbundnen Augen gehn. 10. In Hoffnung seh ich doch das Erbe Und freue mich auf jene Herrlichkeit; Und wenn ich endlich selig sterbe, So enden fich die Leiden dieser Zeit. Wie wohl wird mir die Ewigkeit doch thun! Wie wohl wirds sich dort nach der Arbeit ruhn! Joh. Daniel Henſe, st. 1753. 1097 od Mel. Sesu, meine Freude.is Weicht, ihr fin545. gen! Denn auf heut und morgen Sorgt ein andrer Mann. Laßt mich nun mit Frieden! 5. Mir den Erben schenken und sich doch bedenken, Wenns an Brode fehlt: Das ist ohne Zweifel Ein Gedicht vom Teufel, Der die Herzen quält. Bösewicht, begreifst du's nicht? Der sein Kind nicht abgeschlagen, Was wird 6. Der die Seele speiset Und ihr mehr erweiset, Als den Werth der Welt; Der mir Dem hab ichs beschieden, Der Leib und Leben Wunderbar ge 410 Kreuz- und Trostlieder. geben, Wunderbar erhält; Der Ist es leer, so giebt er her, es kann und ders gethan, Diesen traget erst zu Grabe, Eh ich Mangel habe. ut odio Und nach überstandnen Proben Werd ich fröhlich loben. 12. Nun, so weicht, ihr Sor7. Wenn ich ihn erkenne Und gen! Denn auf heut und morihn Abba nenne, Wie sein Geist gen Sorgt ein andrer Mann. mich lehrt, So bin ich, der Ich will ruhig bleiben, Meine Sünder, In der Zahl der Kin- Arbeit treiben, Wie ich immer der, Die er bitten hört. Mein kann. Christi Blut stärkt meiGebet wird nicht verschmäht. nen Muth Und läßt mich in Vater heißen, Kinder haben, Noth und Plagen Nimmermehr Das erfordert Gaben. 8. Bin ich werth geachtet, Daß man den geschlachtet, Der mein Bürge war; Zählt sein Mel. Wie wohl ist mir, o Freund zc. heißes Bluten, Unschäßbare 546. Umſchließ mich zur Lösung dar; Giebt er sich zum Fluch für mich: O so gelt ich ohne Kronen Mehr als Millionen. 9. Der für mich gefastet, Selten recht gerastet, Oft mit Kummer aß; Der sich arm gegeben Und im ganzen Leben Eignes nicht besaß: Gottes Lamm, mein Bräutigam, Untersagt mir alle Sorgen. Er sorgt heut und verzagen. Ernst Gottl. Woltersdorf, g. 1725, st. 1761. torsd 11. Nein, er wird mich kleiden, Speisen, tränken, weiden, Mein Versorger sein. Steht er gleich von ferne: Wenn ich war ten lerne, Kehrt er bei mir ein; nem Frieden, Mein treu erkannter Seelenfreund. Halt mich von allem abgeschieden, Was du nicht bist, was dich nicht meint. Ich wünsche mir kein andres Leben, Als das dein Sterben mir gegeben, Und du am Kreuz erworben hast. Drum beug all meinen Eigenwillen, Daß er sich göttlich möge stillen Bei deines Kreuzes leichter Last. morgen. 10. Er hat mich erkaufet, Durch sein Blut getaufet Und 2. Mein König, laß mich zu fich bekehrt. Ach wie hat nichts vertreiben Aus dieser fein Lieben Ihn nach mir ge- Burg, die Friede heißt. O laß trieben, Bis ich ihn gehört! mirs ewig theuer bleiben, Daß Sollt er nun so lieblos thun? du stets bei den Deinen seist! Sollt er eins von seinen Scha- Kein Heil ist hiermit zu verfen Mit Verhungern strafen? gleichen; Vernunft, die kann es nicht erreichen, Weils über alles Denken ist. Nur durch des Geistes sanftes Wehen kann ich etwas davon verstehen, Daß du mein ewger Friede bift. In großer und gemeinsamer Noth. 411 3. In dieser Fassung laß 4. Hallelujah! Es sei gewamich bleiben, So lang mein get, Durch Noth und Tod dir Blut in Adern schlägt. Dies nachzugehn! Ich folge, Herr, laß mich denken, lieben, treiben, dir unverzaget Mit unablässig So lang mich deine Gnade heißem Flehn. Ich nehme deiträgt. Bewahre du selbst Herz nes Kreuzes Bürde Und die und Sinnen; Laß all mein Den- damit verbundne Würde Und ten und Beginnen Ein Zeugniß lehne mich auf dich, mein deines Friedens sein. Komm, Freund. Ich weiß, du trägst all dein Wesen in mich lege! mich durchs Gedränge Mit alKomm, für die Ewigkeiten präge ler meiner Lasten Menge, Bis Mir deines Lebens Bildnis ein! mir dein Antlig einst erscheint. Gottfr. Clemens, g. 1706, st. 1776. nomist ilin ti In großer und gemeinsamer Noth. moining 1917 9179 Die Litanei. BI. Chor. 547. Kri prie, Chrifte, Kyrie, Christe, Herr Gott, Vater im Himmel, Herr Gott Sohn, der Welt Heiland, Herr Gott, heiliger Geist, Sei uns gnädig! Sei uns gnädig! Vor allen Sünden Vor allem Irrthum Vor allem Uebel Vor des Teufels Trug und Lift Vor bösem, schnellen Tod Vor Pestilenz und theurer Zeit Vor Krieg und Blutvergießen Vor Aufruhr und Zwietracht Vor Feur und Wassersnoth Vor Hagel und Ungewitter Vor dem ewigen Tod Durch deine Heilige Geburt Durch deinen Todeskampf und blustou sp tigen Schweiß Durch dein Kreuz und Tod Durch dein heiliges Auferstehn und Himmelfahrt In unserer letzten Noth Am jüngsten Gericht Wir armen Sünder bitten, dur Inbedinic insul mtided din II. Chor. i of mine di bir IN eleison! eleifon! ech mus eleison! erhöre uns! di k Erbarm dich über uns! Erbarm dich über uns! Erbarm dich über uns! Verschon uns, lieber Herre Gott! Hilf uns, lieber Herre Gott! Behüt uns, lieber Herre Gott! rod Axinist R salmon dong my dull #pe o Hilf uns, lieber Herre Gott! Du wollest uns erhören, lieber Herre Gott! dio Kreuz- und Trostlieder. 412 course isi 63 1. Chor.n II. Chor. Und deine heilige christliche Kirche regieren Erhör uns, lieber Herre Gott, und führen, Alle Bischöfe, Pfarrherren u. Kirchendiener im heilsamen Wort u. heil. Leben erhalten, 197 Allen Rotten und Aergernissen wehren, ohn Alle Irrige und Verführte wiederbringen, 51 Den Satan unter unsere Füße treten, Treue Arbeiter in deine Ernte senden, Deinen Geist und Kraft zum Worte geben, Allen Betrübten und Blöden helfen und sieratrösten, spids© 20TUG Allen christlichen Königen und Fürsten Fried und Eintracht geben, Aller Menschen dich erbarmen, Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie bekehren, Die Früchte auf dem Lande segnen und bewahren, Und uns gnädiglich erhören! Unserm König steten Sieg wider deine Feinde gönnen, ensins 12 10 du 19 Unsern Landesherrn mit allen seinen Gewaltigen leiten und schützen, Unsern Rath, Schul und Gemeine segnen und behüten, nati2 sie Allen, so in Noth und Gefahr sind, mit Hülf erscheinen, Allen Schwangern und Säugern fröhliche Frucht und Gedeihen geben, Aller Kinder u. Kranken pflegen u. warten, Alle unschuldig Gefangene los u. ledig lassen, Alle Witwen und Waisen vertheidigen und versorgen, O Jesu Christe, Gottes Sohn, Odu Gotteslamm, das der WeltSünde trägt, Odu Gotteslamm, das der WeltSünde trägt, O du Gotteslamm, das der WeltSünde trägt, Christe, Kyrie, Christe, 15m 2 Chron. 20, 12. Mel. Erhalt uns, Herr, bei 2c. 548. Wenn wir in höchsten Nö##### = 2009 Esaisd đình mình nion do #t 1908 mo da 1100 3spflisd sonis slus Bad uislio rode Erbarm dich über uns! Erbarm dich über uns! Verleih uns steten Fried! erhöre uns! eleison! eleison. 3198 09. Beide Chöre. Kyrie, eleison! Amen! Von Martin Luther aus dem Lateinischen am 13. März 1529 überseßt. 2012 then sein, Und wissen nicht, wo aus, noch ein, Und finden weder Hülf noch Rath, Ob wir gleich sorgen früh und spat: In großer und gemeinsamer Noth. 413 2. So ist dies unser Trost 2. Erbarm dich deiner bösen allein, Daß wir zusammen ins Knecht! Wir bitten Gnad und gemein Dich anrufen, o treuer nicht das Recht; Denn so du, Gott, Um Rettung aus der Herr, den rechten Lohn Uns geAngst und Noth; ben wollst nach unserm Thun, So müßt die ganze Welt vergehn, Und könnt kein Mensch vor dir bestehn.oici 3. Und heben unser Aug und Herz Zu dir in wahrer Reu und Schmerz Und suchn der Sünden Vergebung Und aller u 3. Ach Herr Gott, durch die Strafen Linderung; Ho Treue dein Mit Trost und Rettung uns erschein! Beweis an uns dein große Gnad Und straf uns nicht nach unsrer That. Wohn uns mit deiner Güte bei; Dein Zorn und Grimm fern von uns sei. isale 4. Die du verheißest gnädiglich Allen, die darum bitten dich Im Namen deins Sohns Jesu Christ, Der unser Heil und Fürsprech ist. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, Und klagen dir all unser Noth, Weil wir jetzt stehn verlassen gar In großer Trübsal und Gefahr. non 6. Sieh nicht an unser Sünden groß, Sprich uns derselbn 4. Gedenk an deins Sohns bittern Tod; Sieh an sein heilgen Wunden roth! Die sind ja für die ganze Welt Die Zahlung und das Lösegeld. Deß trösten wir uns allezeit Und aus Gnaden los; Steh uns in hoffen auf Barmherzigkeit. b 5. Leit uns mit deiner rechunserm Elend bei, Mach uns von allen Plagen frei; biten Hand Und segne gnädig 7. Auf daß von Herzen kön- Stadt und Land. Gieb uns nen wir Nachmals mit Freuden allzeit dein heilig Wort; Bedanken dir, Gehorsam sein nach hüt vor Teufels List und Mord. deinem Wort, Dich allzeit prei- Bescher ein selig Stündelein, sen hier und dort. Auf daß wir ewig bei dir sein. sid 190 913 Paul Eber, g. 1511, f. 1569. Martin Moller, g. 1547, st. 1606. sid modnu smis 20 Mel. Singen wir aus Herzensgrund. 549. Nim Nimm von uns, 550. Freuer Wächter Herr, du treuer Gott, Die schwere Straf und sich freuet Leib und Seel, Der große Noth, Die wir mit Sün- du weißest alles Leid Deiner den ohne Zahl Verdienet haben armen Christenheit, O du Wächallzumal! Behüt vor Krieg und ter, der du nicht Schläfft noch theurer Zeit, Vor Seuchen, Feur schlummerst: zu uns richt Dein. chen, seur und großem Leid! hülfreiches Angesicht! mis alk Stat! Mel. Vater unser im Himmelreich. 414 Kreuz- und Trostlieder. 2. Schau, wie große Noth mit deiner starken Hand; Menund Qual Trifft dein Volk jetzt schenhülf hat sich gewandt. Eine überall! Täglich wird der Trüb- Mauer um uns bau, Daß dem sal mehr. Hilf, ach hilf; schüß Feinde davor grau, Er mit Zitdeine Ehr! Wir verderben, wir tern sie anschau. dr fonks vergehn! Nichts wir sonst vor Augen sehn, Wo du nicht bei uns wirst stehn. id od 8. Höchster Hort, Immanuel, Du Beschüßer Leibs und Seel, Gott mit uns in aller Noth, Um uns und auch in uns Gott, Gott für uns zu aller Zeit: Trop dem, der uns thut ein Leid! Gottes Straf ist ihm bereit. 3. Hoherpriester, Jesu Christ, Der du eingegangen bist In den heilgen Ort zu Gott Durch dein Kreuz und bittern Tod, Unsverjöhnt mit deinem Blut, Ausgelöscht der Höllen Glut, Wiederbracht das höchste Gut; 9. Deines Vaters starker Arm, Romm und unser dich erbarm! Laß jetzt sehen deine Macht, 4. Sigest jest ins Vaters Drauf wir hoffen Tag und Reich, Ihm an Macht und Eh- Nacht! Aller Feinde Rotten ren gleich; Unser einger Gna- trenn, Daß dich alle Welt erdenthron, Gottes allerliebster fenn, Aller Herren Herrn dich Sohn, Den er in dem Herzen nenn. dats da Inf trägt, Dessen Fürbitt ihn be- 10. Andre traun auf ihre wegt, Daß er feine Bitt ab- Kraft, Auf ihr Glück und Ritschlägt: Juomofod terschaft: Deine Christen traun 5. Kläglich schreien wir zu auf dich; Wir auch trauen fedir, Klopfen an die Gnaden- stiglich. Laß uns werden nicht thür, Als die du mit höchstem zu Schand! Hilf uns und dem Ruhm Haft erkauft zum Eigen- ganzen Land! Unsre Noth ist thum. Herr, wir sind nach dir dir bekannt.ro gid nsinnd genennt! Deines Vaters Zorn abwend, Der jetzt wie ein Feuer brennt. 11. Gürte dein Schwert an die Seit, Als ein Held, und für uns streit. Ach zerschmettre deine Feind, Und die uns zuwider sind! Auf die Hälse tritt du ihn'n, Leg sie dir zum Schemel hin Und brich ihren stolzen Sinn! 100 6. Deine Wunden, die so roth, Halt ihm vor sammt deinem Tod, Und was du hast mehr gethan, Zeig ihm unsertwegen an. Sage, daß du unser Schuld Haft bezahlet in Geduld, Uns erlanget Gnad und Huld.be uddst 12. Du bist ja der Held und Mann, Der den Kriegen steuern fann, Derda Spieß und Schwert 7. Jesu, der du Jesus heißt, zerbricht, Der die Bogen macht Als ein Jesus Hülfe leist. Hilf zunicht, Der die Wagen gar In großer und gemeinsamer Noth. 415 verbrennt Und der Menschen der Erbarmer feist. Du haſt Herzen wendt, Daß der Krieg ja noch ein Vaterherz: So siehe gewinnt ein End! Dof denn auf unsern Schmerz. 5. Der Mittler selbst tritt in die Mitten: Ach schaue seine Wunden an! Schau das, was er für uns erlitten, Wodurch er dir schon gnug gethan! Wirst du nicht auf sein Opfer sehn, So müssen wir verloren gehn. 6. Das theure Blut von deinem Sohne Schreit für uns um Barmherzigkeit. Schau nieder von dem Gnadenthrone Und Fü- denke doch der alten Zeit, Da du auch Gnad und Huld erzeigt, Dein Herz den Sündern zugeneigt! 13. Jesu, wahrer Friedefürst, Der der Schlange hat zerknirscht Ihren Kopf durch seinen Tod, Frieden wiederbracht bei Gott: Gieb uns Frieden gnädiglich! So wird dein Volk freuen sich Und dich preisen ewiglich.com Johann Heermann, g. 1585, ft. 1647. id Mel. Wer nur den lieben Gott x. liegen hier deinen 551. Mir zu Ben, Ach Herr, von großer Güt und Treu, Und fühlen leider im Gewissen, Wie sehr dein Zorn entbrennet fei. Das Maß der Sünden ist erfüllt; Ach weh uns, wenn du strafen willt! 2. Du bist gerecht; wir lauter Sünder. Wie wollen wir vor dir bestehn? Wir sind die ungerathnen Kinder, Die Wege des Verderbens gehn, Die würdig, daß uns Pest und Schwert Und Hunger längstens aufgezehrt. 7. Ach laß die wohlverdiente Strafe Nicht über unsre Häupter gehn, Daß wir nicht als verlorne Schafe Von deiner Hut verlassen stehn! Ach sammle uns in deinen Schoß und mach uns aller Plagen los! 8. Steck ein das Schwert, das uns sollt fressen; Den Würger laß vorüber gehn! Laß uns das Brod in Frieden essen; Laß feine solche Zeit entstehn, Die uns dein Wort so theuer macht, lieben Sohn! Dein Wort ist Daß unser Herz dabei verimmer Ja und Amen, Dein schmacht. mistus 170 3. Doch, Vater, denk an deinen Namen, Gedenk an deinen Eidschwur zeuget selbst davon: 9. Gieb Fried im Land und Du wollst den Tod des Sün- im Gewissen, Gesunde Luft, ders nicht; Drum geh mit uns nicht ins Gericht. nad 4. Wir liegen vor dir in dem Staube, O Vater, mit zerknirschtem Geist. Uns tröstet ganz allein der Glaube, Daß du doch Hut. wohlfeile Zeit, Und laß uns deinen Schuß genießen; Befördre die Gerechtigkeit; Krön unser Feld mit deinem Gut; Nimm Kirch und Haus in deine 416 das Kreuz- und Trostlieder. 10. So wollen wir dir Opfer| dein erlöstes Israel Wird mit bringen Und dein nur sein mit vereinten Stimmen schrein: Der Leib und Seel. Es soll dein Herr soll mein Gott ewig sein! Lob gen Himmel dringen, Und Benj. Schmolt, g. 1672, st. 1737. smist onoor( bls ristil anar and the lan In Krankheit. 19117 552. Gott, den ich als bung, die man mir zu des dir. Liebe tenne, Leibes Nothdurft giebet, kommt Der du Krankheit auf mich legst von dir, der mich geliebet; Und des Leidens Flut erregst, Alles kommt, mein Gott, von Daß ich davon hiß und brenne: Brenne doch das Böse ab, Das 5. Laß nur nicht den Geist den Geist bisher gehindert, Das der Liebe Regung mindert, Die ich öfters von dir hab. d ermüden Bei des Leibes Mattigkeit, Daß er sich zu aller Zeit In dich senk in Lieb und Frie 2. In der Schwachheit sei du den. Laß des Leibes Angst und kräftig, In den Schmerzen sei Schmerz Nicht der Seelen Aufmir süß; Schaffe, daß ich dich fahrt hindern Und die Ruhe genieß, Wenn die Krankheit in mir mindern; Unterstüße du streng und heftig. Denn was das Herz.ord sor Insur 11 jetzt den Leib bewegt, Was mein Fleisch und Mark verzehret, Was den Körper jetzt beschweret, hat die Liebe selbst erregt. bst 18 6. Hilf mir, daß ich ganz bescheiden, Ganz in Ruh mit Freundlichkeit, Sanfte mit Gehorsamkeit Mög auf meinem Bette leiden. Denn wer hier am Fleische leidt, Wird errettet von den Sünden, So den Körper oft entzünden, Und an seinem Geist erneut. 3. Leiden ist jeßt mein Geschäfte; Andres kann ich jetzt nicht thun, Als nur in dem Leiden ruhn. Leiden müssen meine Kräfte, Leiden ist jetzt mein Gewinnst: Das ist jetzt des Vaters Wille, Den verehr ich sanft und stille; Leiden ist mein Gottesdienst.js 7. Dir empfehl ich nun mein Leben, und dem Kreuze meinen Leib. Gieb, daß ich mit Freuden bleib An dich völlig übergeben. Denn so weiß ich festig94. Gott, ich nehms aus dei- lich, Ich mag leben, oder sternen Händen Als ein Liebeszei- ben, Daß ich nicht mehr kann chen an; Denn in solcher Lei- verderben; Denn die Liebe reidensbahn Willst du meinen nigt mich 7911 RC sdunto Geist vollenden. Auch die La- Chr. Friedr. Richter, g. 1676, t. 1711. tudod nd# n2 aduplo sed nisl siplin Sterbelieder. XXII. Sterbelieder. 417 Ditten wir im rechten Glaubens Trost! Ky553. Mitten Leben sind rieleison! Mit dem Tod umfangen. Wen suchn wir, der Hülfe thu, Daß wir Gnad erlangen? Das bist Martin Luther, geb. 1483, ft. 1546; nach: Media vita in morte sumus, von Rotter Balbulus, st. 912. du, Herr, alleine. Uns reuet 554. Welt, ich muß unser Die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Jch fahr dahin mein Straßen Gott, Heiliger, starker Gott, Jns ewge Vaterland. Mein Heiliger, barmherziger Heiland, Geist will ich aufgeben, Dazu Du ewiger Gott, Laß uns nicht mein Leib und Leben Setzen versinken In des bittern Todes in Gottes gnädge Hand. Noth! Kyrieleison! G 2. Mein Zeit ist nun vollendet, Der Tod das Leben endet, Sterben ist mein Gewinn. Kein Bleiben ist auf Erden, Das Ewge muß mir werden; Mit Fried und Freud ich fahr dahin. 2. Mitten in dem Tod anficht Uns der Höllen Rachen. Wer will uns aus solcher Noth Frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine. Es jammert dein Barmherzigkeit Unser 3. Ob mich gleich hat betroSünd und großes Leid. Heili- gen Die Welt, von Gott gezoger Herre Gott, Heiliger, star- gen Durch Schand und Büfer Gott, Heiliger, barmherzi- berei: Will ich doch nicht verger Heiland, Du ewiger Gott, zagen, Sondern mit Glauben Laß uns nicht verzagen Vor sagen, Daß mir mein Sünd der tiefen Höllen Glut! Ky vergeben sei. rieleison! 4. Auf Gott steht mein Ver3. Mitten in der Höllen Angst trauen, Sein Antlik will ich Unser Sünd uns treiben. Wo schauen Wahrlich durch Jesum folln wir denn fliehen hin, Da Christ, Der für mich ist gestorwir mögen bleiben? Zu dir, ben, Des Vaters Huld erwor Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein theures Blut, Das gnug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott, Heiliger, starker Gott, Heiliger, barmherziger Heiland, Du ewiger Gott, Laß uns nicht entfallen Von des ben; Mein Mittler er auch worden ist. 5. Die Sünd mag mir nicht schaden, Erlöst bin ich aus Gnaden, Umsonst, durch Christi Blut. Kein Werk kommt mir zu frommen: So will ich zu ihm kom27 418 Sterbelieder. men Allein durch wahren Glau-| auf Erden; Denn nicht allhie ben gut. dein Bleiben ist: Du mußt zur 6. Ich bin ein unnüß Knech- Leiche werden. Es ist dein Lete; Mein Thun ist viel zu ben wie ein Heu Und fleucht schlechte, Denn daß ich ihm be- dahin, gleichwie die Spreu, zahl Damit das ewge Leben; Welche der Wind verjaget. Umsonst will er mirs geben, Und nicht nach meinm Verdienst und Wahl. 2. Gedenk, du bist hier nur ein Gast Und kannst nicht länger bleiben. Die Zeit läßt dir nicht Ruh, noch Rast, Bis fie dich thut vertreiben. So eile zu dem Vaterland, Das dir hat Christus zugewandt Durch sein heiliges Leiden. 7. Drauf will ich fröhlich sterben, Das Himmelreich ererben, Wie er mirs hat bereit. Hie mag ich nicht mehr bleiben, Der Tod thut mich vertreiben; Mein Seele sich vom Leibe scheidt. 8. Damit fahr ich von hinnen. nen; Denn du mußt auch hernach! Thu dich zu Gott befehren Und von ihm Gnad begehren; Im Glauben sei du auch nicht schwach. 3. Daselbst wird rechte Bürgerschaft Den Gläubigen gegeWelt, thu dich besin- ben, Dazu der Engel Brüderschaft, Ein gar herrliches Leben, Mit solcher Wonne, Freud und Lust, Die auch kein Mensch hier hat gekost, Noch nie kein Herz erfahren. 9. Die Zeit ist schon vorhanden. Hör auf von Sünd und Schanden Und richt dich auf die Bahn Mit Beten und mit Wachen. Laß fahrn all irdschen Sachen Und fang ein göttlich Leben an. 4. Nun laßt uns wachen alle Stund Und dies gar wohl betrachten. Die Lust der Welt geht gar zu Grund; Die sollen wir verachten Und warten auf das höchste Gut, Das ewig uns erfreuen thut. Das helf uns Chriftus! Amen! Joh. Heffe, g. 1490, ft. 1547. 10. Das schenk ich dir am Ende. Ade! Zu Gott mich wende, Zu steht mein Hüt dich vor Bein und Schmerzen; 556. We lein vorhanden Nimm mein Abschied zu Herzen. Meins Bleibens ist jetzt hie nicht mehr. Joh. Heffe, g. 1490, ft. 1547. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. ist, Und soll hinfahrn mein Straße, So gleit du mich, Herr Jesu Christ, Mit Hülf mich nicht verlasse. Mein Seel an Mensch, be meinem letzten End Befehl ich, denk zu die- Herr, in deine Händ; Du 555. ser Frist, Was dein Ruhm ist wollst sie mir bewahren. Sterbelieder. 419 2. Mein Sünd mich werden ter, Angst und Spott, Für mich kränken sehr, Mein Gwissen wird mich nagen; Denn ihr find viel, wie Sand am Meer: Doch will ich nicht verzagen. Gedenken will ich an dein Tod, Herr Jesu, und dein Wunden roth; Die werden mich erhalam Kreuz auch endlich starbst Und mir deins Vaters Huld erwarbst: Jch bitt durchs bittre Leiden dein, Du wollst mir Sünder gnädig sein. ten. 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnoth Und ringen werde mit dem Tod; Wenn mir vergeht all mein Gesicht und meine Ohren hören nicht; Wenn meine Zunge nichts mehr spricht Und mir vor Angst mein Herz zerbricht; 3. Wenn mein Verstand sich nichts besinnt und mir all menschlich Hülf zerrinnt: So 4. Weil du vom Tod erstan- tomm, Herr Christe, mir be den bist, Werd ich im Grab hend Zu Hülf an meinem leßnicht bleiben. Mein höchster ten End Und führ mich aus Trost dein Auffahrt ist; Tods- dem Jammerthal, Verkürz mir furcht kann sie vertreiben. Denn auch des Todes Qual. wo du bist, da komm ich hin, 4. Die bösen Geister von mir Daß ich stets bei dir leb und treib; Mit deinem Geist stets bin: Drum fahr ich hin mit Freuden. bei mir bleib, Bis sich die Seel vom Leib abwendt. So nimm fie, Herr, in deine Händ. Der Leib hat in der Erd sein Ruh, Bis naht der jüngste Tag her3. Ich bin ein Glied an deinem Leib; Deß tröst ich mich von Herzen. Von dir ich ungeschieden bleib In Todesnoth und Schmerzen. Wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir; Ein ewigs Leben hast du mir Durch deinen Tod erworben. 5. So fahr ich hin zu Jesu Christ; Mein Arm thu ich ausstrecken. So schlaf ich ein und ruhe fein; Kein Mensch kann zu. mich aufwecken; Denn Jesus 5. Ein fröhlich Auferstehn Christus, Gottes Sohn, Der verleih; Am jüngsten Gricht wird die Himmelsthür aufthun, mein Fürsprech sei Und meiMich führn zum emgen Leben. ner Sünd nicht mehr gedenk; Nic. Hermann, st. 1561; nach: Turbabor, Aus Gnaden mir das Leben sed non perturbabor, von Auguſtinus. Eigene Melodie. Oder: Bater unser im Himmelreich. 557. Herr err Jesu Christ, schenk. Wie du haft zugesaget mir In deinem Wort, das trau ich dir: 6. Fürwahr, fürwahr, euch wahr Mensch sage ich: Wer mein Wort hält und Gott, Der du littst Mar- und glaubt an mich, Der wird 420 Sterbelieder. nicht kommen ins Gericht Und Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. den ewig Und ob er schon hier zeitlich 559. Herr, wie du willst, stirbt, Mit nichten er drum gar verdirbt; 7. Sondern ich will mit starker Hand Ihn reißen aus des Todes Band Und zu mir nehmen in mein Reich; Da soll er dann mit mir zugleich In Freuden leben ewiglich. 2. Zucht, Ehr und Treu verDazu hilf uns ja gnädiglich!" en so mir Im Leben und im Sterben. Allein zu dir steht mein Begier; Laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld; Sonst, wie du willst. Gieb mir Geduld; Dein Will, der ist der beste. 8. Ach Herr, vergieb all unser Schuld; Hilf, daß wir warten mit Geduld, Bis unser Stündlein kommt herbei; Auch unser Glaub stets wacker sei, Deinm Wort zu trauen festiglich, Bis wir einschlafen seliglich. room. leih mir, Herr, Und Lieb zu deinem Worte. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr Und gieb mir hier und dorten, Was dient zu meiner Seligkeit. Wend ab all Ungerechtigkeit In meinem ganzen Leben. 3. Soll ich einmal nach deinem Rath Von dieser Welt abscheiden: Verleih mir, Herr, nur deine Gnad, Daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir; D Herr, ein selig Paul Eber, g. 1515, ft. 1569.0 89003 200 hu Mel. Vater unser im Himmelreich. < n Christi Wun558. ich Christum! Amen! ein; Die machen mich von Sünden rein. Christi Blut und Casp. Bienemann, g. 1540, ft. 1591. Gerechtigkeit, Das ist meine Schmuck und Ehrenkleid; Daz 560. Christus, der iſt mein Sterben ist mein Gewinn; Jhm hab ich mich ergeben, Mit Freud fahr ich dahin. mit will ich vor Gott bestehn, Wenn ich zum Himmel werd eingehn. indias 2. Mit Fried und Freud ich fahr dahin; Ein Gotteskind ich 2. Mit Freud fahr ich von allzeit bin. Dank hab, o Tod, dannen Zu Chrift, dem Brudu förderst mich; Jns emge Le- der mein, Daß ich mög zu ihm ben wandre ich, Mit Christi kommen und ewig bei ihm sein. Blut gereinigt fein. Herr Jesu, 3. Nun hab ich überwunden stärk den Glauben mein. Kreuz, Leiden, Angst und Noth; Durch seine heilgen Wunden vodim no Ample Bin ich versöhnt mit Gott. Paul Eber, g. 1515, ft. 1569. Sterbelieder. 421 4. Wenn meine Kräfte bre- Wie gern wollt ich bald bei chen, Mein Athem hemmt den dir sein! Lauf, Und kann kein Wort mehr sprechen, Herr, nimm mein Seufzen auf! 4. Herr Jesu Christe, hilf du mir, Daß ich ein Zweiglein bleib an dir Und nachmals mit dir aufersteh, Zu deiner Herrlichkeit eingeh. sob. Leo, 1600, nach Phil. Melanchthons Nil sum, nulla miser novi solatia. 5. Wenn mein Herz und Gedanken Vergehn, als wie ein Licht, Das hin und her thut wanken, Wenn ihm die Flamm gebricht: d 562. Ich hab head stille, Herr, laß mich schlafen ein, Nach deinem Rath und stellt; Er machs mit mir, wies Willen, Wenn kommt mein Stündelein. ihm gefällt. Soll ich allhier noch länger lebn: Nicht widerstrebn; Seinm Willn will ich mich ganz ergebn. Und ewig bei dir leben Jns 2. Mein Zeit und Stund ist, Himmels Wonn und Freud. 7. Und laß mich an dir fleben, Wie eine Klett am Kleid, 8. So sing ins Himmels Throne Ich dir Lob, Ehr und Preis, Dieweil ich bei dir wohne Im schönen Baradeis. Vor 1604. Mel. Herr Jesu Christ, meins 2c. ch armer Mensch 561. bin, Gotts Sohn allein ist mein Gewinn; Daß er Mensch worden, ist mein Trost; Er hat mich durch sein Blut erlöst. wann Gott will; Ich schreib ihm nicht vor Maß, noch Ziel. Es sind gezählt all Härlein mein, Beid, groß und klein; Fällt keines ohn den Willen sein. 3. Es ist allhier ein Jammerthal, Angst, Noth und Trübsal überall. Des Bleibens ist ein Und wers immr im kleine Zeit, Voll Müh und Leid; Streit. 2. D Gott Vater, regier du mich mit deinem Geist beständiglich. Laß deinen Sohn, mein Trost und Lebn, Allzeit in meinem Herzen schwebn. 4. Was ist der Mensch? Ein Erdenkloß. Auf Erden kommt er nackt und bloß, Bringt nichts mit sich auf diese Welt, Kein Gut, noch Geld; Nimmt nichts mit sich, wenn er hinfällt. 5. Es hilft kein Reichthum, Geld, noch Gut, Kein Kunst, 3. Wenn mein Stündlein kein Gunst, noch stolzer Muth; vorhanden ist, Nimm mich zu Fürn Tod kein Kraut gewachsen dir, Herr Jesu Christ; Denn ist, Mein frommer Christ! Alich bin dein und du bist mein. les, was lebet, fterblich ist. 422 Sterbelieder. 6. Heut sind wir frisch, ge- 13. Dem leb und sterb ich sund und stark,- Morgen todt allezeit; Von ihm mich auch und liegen im Sarg. Heut der Tod nicht scheidt. Ich leb, blühn wir, wie die Rosen roth, odr sterb, so bin ich sein; Er - Bald frank und todt! Ist ist allein Der einge Trost und allenthalben Müh und Noth. Helfer mein. 14. Das ist mein Trost zu aller Zeit, In allem Kreuz und Traurigkeit. Ich weiß, daß ich am jüngsten Tag Ohn alle Klag Werd auferstehn aus meinem Grab. 7. Man trägt Eins nach dem Andern hin: Wohl aus den Augen, aus dem Sinn. Die Welt vergisset unser bald, Jung, oder Alt, Auch unser Ehren mannigfalt. 8. Ach Herr, lehr uns bedenken wohl, Daß wir sind sterblich allzumal Und wir all15. Mein lieber, frommer, treuer Gott All mein Gebein bewahren thut; Da wird nicht hier kein Bleiben habn; Müssn eins vom Leibe mein, Groß, all davon, Gelehrt, reich, jung, alt, oder schön. oder klein, Umkommen, noch verloren sein.lad pi 16. Mein lieben Gott von Angesicht Werd ich anschaun, dran zweifl ich nicht, In ewger Freud und Herrlichkeit, Die mir bereit. Ihm sei Lob, Preis in Ewigkeit! 9. Das macht die Sünd, o treuer Gott; Dadurch ist kommn der bittre Tod. Der nimmt und frißt all Menschenkind, Wie er sie findt; Fragt nicht, weß Stands und Ehrn sie sind. 10. Ich hab hier wenig guter Tag; Mein täglich Brod ist Müh und Plag. Wenn mein Gott will, so will ich mit Hinfahrn in Fried; Sterbn ist Gewinn und schadt mir nicht. 17. O Jesu Christe, Gottes Sohn, Der du für mich haft gnug gethan: Ach schleuß mich in die Wunden dein! Du bist allein Der einge Trost und Helfer mein. 11. Und ob mich schon mein Sünd ansicht, Dennoch will ich verzagen nicht. Ich weiß, daß mein getreuer Gott Für mich in Tod Sein lieben Sohn gegeben hat. 12. Derselbe, mein Herr Jesus Christ, Für all mein Sünd gestorben ist Und auferstanden Mel. Wie nach einer Wasserquelle. mir zu gut, Der Hölle Glut Geföscht mit seinem theuern Blut.! 18. Amen! Mein lieber, frommer Gott, Bescher uns alln ein selgen Tod. Hilf, daß wir mögen allzugleich Bald in dein Reich Kommen und bleiben ewiglich. Joh. Pappus, g. 1559, st. 1610. 563. Freu dich sehr, o meine Seele, Sterbelieder. 423 Und vergiß all Noth.und Qual, die Sonn nicht mehr thut Weil dich nun Christus, dein scheinen, Ist es Klagen nur Herre, Ruft aus diesem Jam- und Weinen. merthal. Aus Trübsal und großem Leid Sollst du fahren in die Freud, Die kein Ohr je hat gehöret, Die in Ewigfeit auch währet. 6. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, Der du ewiglich aufgehst, Sei von mir jezund nicht ferne, Weil mich dein Blut hat erlöst. Hilf, daß ich mit Fried und Freud Mög von hinnen fahren heut. Ach sei du mein Licht und Straße; Mich mit Beistand nicht verlasse. 7. In dein Seite will ich fliehen An meinm bittern To= desgang; Durch dein Wunden will ich ziehen Ins himmlische Vaterland. In das schöne Paradeis, Drein der Schächer that sein Reis, Wirst du mich, Herr Christ, einführen Und mit ewger Klarheit zieren. 3. Denn gleich wie die Rosen stehen Unter Dornen spißig gar, Also auch die Christen gehen Stets in Aengsten und Gefahr. Wie die Meereswellen sind Un- 8. Ob mir schon die Augen ter ungestümem Wind, Also ist allhier auf Erden Unser Lauf voller Beschwerden. 4. Welt, Tod, Teufel, Sünd und Hölle, Unser eignes Fleisch und Blut Plagen stets hier unsre Seele, Lassen uns bei keinem Muth. Wir sind voller Angst und Plag; Lauter Kreuz find unsre Tag. Wenn wir nur geboren werden, Jammer gnug findt sich auf Erden. brechen, Das Gehör auch gar verschwindt, Ob mein zung nicht mehr kann sprechen, Mein Verstand sich nicht besinnt: Bist du doch mein Licht und Hort, Das Leben, der Weg, die Pfort. Du wirst selig mich regieren Und die Bahn zum Himmel führen. 5. Wenn die Morgenröth herleuchtet, Und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Kummer daher streichet; Müh findt sich an allem End. Unsre Thränen sind das Brod, So 10. Freu dich sehr, o meine wir essen früh und spat. Wenn Seele, Und vergiß all Noth und 9. Laß dein Engel mit mir fahren Auf Elias Wagen roth, Und mein Seele wohl bewahren, Wie Lazarum nach seinm Tod. Laß sie ruhn in deinem Schoß; Fülle sie mit Freud und Trost, Bis der Leib kommt aus der Erde Und mit ihr vereinigt werde. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen Zu dem Herren, meinem Gott, Weil mich stets viel Kreuz betroffen, Daß er mir hülf aus der Noth. Wie sich sehnt ein Wandersmann Nach dem Ende seiner Bahn, So hab ich gewünschet eben, Daß sich enden möcht mein Leben. 424 Sterbelieder. Qual, Weil dich nun Christus, 5. Ob mich die Welt gleidh dein Herre, Ruft aus diesem Jammerthal. Seine Freud und Herrlichkeit Sollst du sehn in Ewigkeit, Mit den Engeln jubiliren In Ewigkeit triumphiren. reizet, Länger zu bleiben hier, Und mir auch immer zeiget Ehr, Geld, Gut, all ihr Zier: Doch ich es gar nicht achte; Es währt ein kleine Zeit. Das Himmlisch ich betrachte; Das bleibt in Ewigkeit. nun Caspar v. Warnberg, vor 1620. 564. Hverlangen nach scheide von meinen Freunden erzlich thut mich 6. Wenn ich auch einem selgen End, Weil ich hier gut, Das mir und ihn'n bringt bin umfangen Mit Trübsal und Leide: Doch tröstet mich mein Elend. Ich hab Lust abzuschei- Muth, Daß wir in großen Freuden Von dieser argen Welt, den Zusammen werden kommn, Sehn mich nach ewgen Freu- Wonichts uns mehr wird scheiden. O Jesu, komm nur bald! den, Im himmelischen Thron. 2. Du hast mich ja erlöjet 7. Ob ich auch hinterlaſſe BeVon Sünd, Tod, Teufel, Höll. Es hat dein Blut gekostet; Drauf ich mein Hoffnung stell. Barum sollt mir denn grauen Bor Teufel, Tod und Sünd? Weil ich auf dich kann bauen, Bin ich ein seligs Kind. trübte Waiselein, Dern Noth mich übr die Maße Jammert im Herzen mein: Will ich doch gerne sterben Und trauen meinem Gott. Er wird sie wohl versorgen, Retten aus aller Noth. 3. Wenn gleich süß ist das Leben, Der Tod sehr bitter mir, Will ich mich doch ergeben, zu sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, Da meine Seel fährt hin. Deß freu ich mich gar eben: Sterben ist mein Gewinn. 8. Was thut ihr so verzagen, Ihr armen Waiselein? Sollt euch Gott Hülf verjagen, Der speist die Raben klein? Frommen Wittwen und Waisen Ist Gott der Vater treu. Er wird es euch beweisen; Das glaubet ohne Scheu. 9. Gejegn euch Gott der 4. Der Leib zwar in der Herre, Jhr Vielgeliebten mein! Erden Zu Staub und Asche Trauert nicht allzujehre Ueber fehrt, Doch auferweckt soll wer- den Abschied mein. Beständig den Durch Christum schön ver- bleibt im Glauben! Wir werdn flärt, Wird leuchten, als die in furzer Zeit Einander wiederSonne, Und leben ohne Noth schauen Dort in der Ewigkeit. In Himmelsfreud und Wonne. Was schadt mir denn der Tod? 10. Nun ich mich gänzlich wende Zu dir, Herr Christ, allein. Gieb mir ein seligs Ende: Sterbelieder. 425 Send mir dein Engelein; Führ] 6. Wenn mein Mund nicht mich ins ewge Leben, Das du fann reden frei, Dein Geist in erworben hast, Da du mich hin- meinem Herzen schrei. Hilf, daß gegeben Für meine Sündenlaft. mein Seel den Himmel find, Wenn meine Augen werden blind. 11. Hilf, daß ich ja nicht wanke Von dir, Herr Jesu Christ. Den schwachen Glauben stärke In mirzu aller Frist. Hilf mir ritterlich ringen. Dein Hand mich halt in Acht, Daß ich mög fröhlich fingen: Gott Lob, es ist vollbracht! int Christopb Kuoll, g. 1563, st. 1621. 7. Dein letztes Wort laß sein mein Licht, Wenn mir der Tod das Herz zerbricht. Behüte mich vor Ungeberd, Wenn ich mein Haupt nun neigen werd. 8. Dein Kreuz laß sein mein Wanderstab, Mein Ruh und Rast dein heilges Grab: Die 565. Herr Jeſu Chrisſt, reinen Grabetücher dein Laß meins meine sein. 9. Auf deinen Abschied, Herr, ich trau, Darauf mein letzte Heimfahrt bau. Thu mir die Himmelsthür weit auf, Wenn ich beschließ meins Lebens Lauf. Licht, Mein höchster Trost, mein Zuversicht! Auf Erden bin ich nur ein Gast, Und drückt mich sehr der Sünden Last. 2. Ich hab vor mir ein schwere Reis Zu dir ins himmlisch Paradeis; Da ist mein rechtes Vaterland, Daran du hast dein Blut gewandt. 10. Am jüngsten Tag erwed mein Leib; Hilf, daß ich dir zur Rechten bleib, Daß mich nicht treffe dein Gericht, Das ein erschrecklich Urtheil spricht. 3. Zur Reis ist mir mein Herz sehr matt, Der Leib gar 11. Alsdann mein Leib erwenig Kräfte hat; Allein mein Seele schreit in mir: Herr, hol mich heim, nimm mich zu dir! 4. Drum stärk mich durch das Leiden dein In meiner legten Todespein. Dein Hohn und Spott, dein Dornenfron Laß sein mein Ehre, Freud und Wonn. neure ganz, Daß er leucht, wie der Sonne Glanz, Sei ähnlich deinem flaren Leib Und gleich den lieben Engeln bleib. 12. Wie werd ich dann so fröhlich sein! Werd singen mit den Engeln dein Und mit der Auserwählten Schaar Schaun ewiglich dein Antlig klar. Martin Behemb, g. 1557, ft. 1622. 5. Dein Durst und Gallentrank mich lab, Wenn ich sonst keine Stärkung hab. Dein Angst- 566. Valet*) will ich dir geben, geschrei komm mir zu gut, Bewahr mich vor der Höllen Glut. *) Abschied. 426 Sterbelieder. arge, falſche Welt! Dein fünd- 567. Herr Gott, nun Leben Durchaus mir schleuß den nicht gefällt. Im Himmel ist Himmel auf; Mein Zeit zum gut wohnen; Hieraufsteht mein Begier. Da wird Gott ehrlich lohnen Dem, der ihm dient allhier. End sich neiget. Ich hab vollendet meinen Lauf, Deß fich mein Seel sehr freuet. Hab gnug gelitten, Mich müd ge2. Rath mir nach deinem stritten, Schick mich fein zu Herzen, O Jesu, Gottes Sohn. zur ewgen Ruh; Laß fahren, Soll ich ja dulden Schmerzen, was auf Erden, Will lieber Hilf mir, Herr Christ, davon; selig werden. Verkürz mir alles Leiden, Stärk 2. Wie du mir, Herr, bemeinen blöden Muth; Laß mich fohlen hast, hab ich mit wahselig abscheiden, Seß mich in rem Glauben Mein lieben Heidein Erbgut. land aufgefaßt In mein Arm, dich zu schauen. Hoff zu bestehen; Will frisch eingehen Ausm Thränenthal in Freudensaal; Laß fahren, was auf Erden, Will lieber selig werden. 3. In meines Herzens Grunde Dein Nam und Kreuz allein Funkelt all Zeit und Stunde; Drauf kann ich fröhlich sein. Erschein mir in dem Bilde, Zum Trost in meiner Noth, 3. Laß mich nur, Herr, wie Wie du, Herr Christ, so milde Dich haft geblut zu Tod. 4. Verbirg mein Seel aus Gnaden In deine offne Seit; Rückt sie aus allem Schaden Jn deine Herrlichkeit. Der ist wohl hie gewesen, Wer kommt ins Himmels Schloß. Der ist ewig genesen, Wer bleibt in deinem den. Schoß. Simeon, Im Frieden zu dir fahren. Befiehl mich Christo, deinem Sohn; Der wird mich wohl bewahren, Wird mich recht führen, Im Himmel zieren Mit Ehr und Kron; fahr drauf davon; Laß fahren, was auf Erden, Will lieber selig werJoh. Riel, g. 1584, st. 1627. 5. Schreib meinen Namn aufs beste Ins Buch des Lebens ein Und bind mein Seel 568, Machs mit mir Gott, nach fein feste Jns schöne Bünde- deiner Güt. Hilf mir in meilein Der, die im Himmel grü- nem Leiden! Versag mir nicht, nen Und vor dir leben frei: So will ich ewig rühmen, Daß dein Herz treue sei. was ich dich bitt: Wenn sich mein Seel soll scheiden, So nimm sie, Herr, in deine Händ. Ist alles gut, wenn gut das End. Valerius Herberger, g 1562, ft. 1627. Sterbelieder. 2. Gern will ich folgen, lieber Herr: Du wirst mir nichts verderben; Denn du bist ja von mir nicht fern, Ob ich gleich hie muß sterben, Verlassen meine lieben Freund, Dies mit mir herzlich gut gemeint. 3. Ruht doch der Leib sanft in der Erd, Die Seel zu dir sich schwinget, In deine Hand sie unversehrt Durch Tod ins Leben dringet. Hier ist doch nur ein Thränenthal, Angst, Noth und Trübsal überall. 4. Tod, Teufel, Höll, die Welt und Sünd Mir können nicht mehr schaden. Bei dir, o Herr, ich Nettung find; Ich tröst mich deiner Gnaden. Dein einger Sohn aus Lieb und Huld Für mich bezahlt hat alle Schuld. 427 2. Mein Weg geht jetzt vorüber. O Welt, was acht ich dein? Der Himmel ist mir lieber; Da muß ich trachten ein, Mich nicht zu sehr beladen, Weil ich wegfertig bin. In Gottes Fried und Gnaden Fahr ich mit Freud dahin. 3. Ach selge Freud und Wonne Hat mir der Herr bereit, Da Christus ist die Sonne, Leben und Seligkeit. Was kann mir doch nun schaden, Weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und Gnaden Fahr ich mit Freud dahin. Joh. Herm. Schein, g. 1587, st. 1630. 4. Gesegn euch Gott, ihr Meinen, Jhr Liebsten allzumal! Um mich sollt ihr nicht weinen: Ich weiß von keiner Qual. Den rechten Port*) noch heute Nehmt fleißig ja in Acht! In Gottes Fried und Freude Fahrt mir *) Hafen. bald alle nach. Joh. Siegfried, g. 1564, ft. 1637. 5. Warum sollt ich denn traurig sein, Weil ich so wohl bestehe, Bekleidt mit Chrifti Unschuld rein, Wie eine Braut hergehe? Gehab dich wohl, du Mel. Gottes Sohn ist kommen. schnöde Welt! Bei Gott zu le- 570. Herr, nun laß in ben mir gefällt. fatt und müde, Deinen Diener fahren Zu den HimmelsschaaMel. Herzlich thut mich verlangen. ren, Selig und im Stillen, 569. Ich hab mich Gott Doch nach deinem Willen. 2. will ich sterben Und liebsten Vater mein. Hier ist den Himmel erben. Christus fein Immerleben; Es muß ge- mich geleitet, Welchen Gott beschieden sein. Der Tod kann reitet Zu dem Licht der Heimir nicht schaden, Er ist nur den, Das uns setzt in Freuden. mein Gewinn. In Gottes Fried 3. Hier hab ich gestritten, und Gnaden Fahr ich mit Freud dahin. Ungemach erlitten, Ritterlich gekämpfet, Manchen Feind ge 428 dämpfet, Glauben auch gehalten Mel. Nun ruhen alle Wälder. Richtig mit den Alten. 4. Thränen mußt ich laſſen, 571. Die Herrlichkeit is der Erden Weinen ohne Maßen, Schwere Muß Staub und Asche werden; Gänge laufen Mit der Christen Kein Fels, kein Erz kann stehn. Haufen, Ueber Sünde klagen, Dies, was uns kann ergößen, Kreuz und Trübsal tragen. Was wir für ewig schäßen, Wird als ein leichter Traum vergehn. 5. Nunmehr soll es wenden, Kampf und Lauf sich enden; Gott will mich erlösen Bald von allem Bösen; Mich soll ganz umgeben Himmlisch Freudenleben. 2. Was sind doch alle Sachen, Die uns ein Herze machen, Als schlechte Nichtigkeit? Was ist des Menschen Leben, Das stets umher muß schweben, Als eine Phantasie der Zeit? 6. Frieden werd ich finden, Ledig sein von Sünden Und 3. Der Ruhm, nach dem wir auf allen Seiten nicht mehr trachten, Den wir unsterblich dürfen streiten; Es soll besser achten, Ist nur ein falscher werden, Als es war auf Er- Wahn; Sobald der Geist geden. wichen Und dieser Mund erblichen, Fragt keiner, was man hier gethan. 7. Mir ist beigeleget, Wo man Scepter träget, Eine schöne Krone Mit dem GnadenLohne; Da werd ich ergößet Und zur Ruh geſeget.did 8. Mein Erlöser lebet, Der mich selber hebet Aus des Todes Kammer; Da liegt aller Jammer. Fröhlich, ohne Schrekfen, Will er mich erwecken. 4. Es hilft nicht Kunst, noch Wissen; Wir werden hingerissen Ohn einen Unterscheid. Was nüßt der Schlösser Menge? Dem hie die Welt zu enge, Dem wird ein enges Grab zu weit. 9. Dieser Leib soll gehen Und in Klarheit stehen, Wenn die Todten werden Erstehn von der Erden. Chriftum werd ich schauen; Darauf kann ich trauen. 5. Dies alles wird zerrinnen, Was Müh und Fleiß gewinnen Und saurer Schweiß erwirbt. Was Menschen hier besitzen, Kann für den Tod nicht nüßen; Dies alles stirbt uns, wenn man stirbt. of uns, 10. Ihm drum will ich fin- 6. Ist eine Lust, ein Scherzen, gen, Lob und Ehre bringen, Rühmen seine Güte Mit Seel und Gemüthe, Breisen seinen Namen Ohn Aufhören. Amen! Das nicht ein heimlich Schmerzen Mit Herzensangst vergällt? Was ists, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, Die nicht in Hohn und Schmach verfällt? David Böhm, g. 1605, ft. 1657 e la Sterbelieder. Sterbelieder. 429 7. Was pocht man auf die an, Der immer König bleibet, Throne, Da keine Macht, noch Den keine Zeit vertreibet, Der KroneKann unvergänglich sein? einig ewig machen kann. Es mag vom Todtenreihen Kein Scepter dich befreien, Kein Purpur, Gold, noch edler Stein. 8. Wie eine Rose blühet, Wenn sie die Sonne siehet Begrüßen diese Welt, Die, eh der Tag fich neiget, Eh sich der Abend zeiget, Verwelkt und unversehns abfällt: 14. Wohl dem, der auf ihn trauet! Er hat recht fest ge bauet; Und ob er hier gleich fällt, Wird er doch dort bestehen Und nimmermehr vergehen, Weil ihn die Stärke selbſt erhält. is most Andr. Gryphius, g. 1616, ft. 1664. 9. So wachsen wir auf Erden Und hoffen groß zu werden, Von Schmerz und Sorgen frei; Doch eh wir zugenommen Und recht zur Blüthe kommen, Bricht uns des Todes Sturm entzwei. Mel. Herzlich thut mich verlangen. ch bin ein Gast 572. J auf Erden Und hab hier keinen Stand. Der Himmel soll mir werden; Da ist mein Vaterland. Hier reis ich aus und abe: Dort in der ewgen Ruh Ist Gottes Gnadengabe; Die schleußt all Arbeit zu. nis 10. Wir rechnen Jahr auf Jahre; Indessen wird die Bahre Uns vor die Thür gebracht. Drauf müssen wir von hinnen Und, eh wir uns befinnen, Der Erden sagen gute Nacht. ition 2. So will ich zwar nun treiben Mein Leben durch die Welt; Doch denk ich nicht zu 11. Weil uns die Luft er bleiben In diesem fremden Zelt. gößet, Und Stärke frei uns Ich wandre meine Straße, Die schäßzet, Und Jugend sicher zu der Heimath führt, Da mich macht, hat uns der Tod be- ohn alle Maße Mein Vater stricket, Die Wollust fortge- trösten wird. schicket Und Jugend, Stärk 3. Mein Heimath ist dort und Muth verlacht. oben, Da aller Engel Schaar 12. Auf! Herz, wach und be- Den großen Herrscher loben, denke, Daß dieser Zeit Geschenke Der alles ganz und gar In Den Augenblick nur dein. Was seinen Händen träget Und für du zuvor genossen, Ist als ein und für erhält, Auch alles hebt Strom verschossen; Was künf- und leget, Nachdems ihm wohltig, wessen wird es sein? gefällt. 13. Verachte Welt und Eh re, Furcht, Hoffen, Gunst und Behre Und fleuch den Herren - 4. Zu dem steht mein Verlangen; Da wollt ich gerne hin. Die Welt bin ich durchgangen, 430 Sterbelieder. Daß ichs fast müde bin. Je de; Ich will nach dem Himmel länger ich hier walle, Je wen- zu. Da wird sein der rechte ger find ich Freud, Die mei- Friede Und die stolze Seelennem Geist gefalle; Das meist ruh. Welt, bei dir ist Krieg ist Herzeleid. und Streit, Nichts, denn lauter Eitelkeit: In dem Himmel allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 5. Die Herberg ist zu böse, Der Trübsal ist zu viel. Ach komm, mein Gott, und löse Mein Herz, wenn dein Herz 2. Wann ich werde dahin will! Komm, mach ein selig kommen, Bin ich aller KrankEnde An meiner Wanderschaft, heit los Und der Traurigkeit Und was mich kränkt, das wende entnommen, Ruhe sanft in GotDurch deinen Arm und Kraft! tes Schoß. Welt, bei dir ist 6. Wo ich bisher gesessen, Angst und Noth, Endlich gar Ist nicht mein rechtes Haus. der bittre Tod; Aber dort ist Wenn mein Ziel ausgemessen, allezeit Friede, Freud und SeSo tret ich dann hinaus; Und ligkeit. was ich hier gebrauchet, Das leg ich alles ab; Und wenn ich ausgehauchet, So scharrt man mich ins Grab. 3. Was ist doch der Erden Freude? Nebel, Dampf und Herzeleid. Hier auf dieser schwarzen Haide Sind die La7. Du aber, meine Freude, ster ausgestreut. Welt, bei dir Du, meines Lebens Licht, Du ist Krieg und Streit, Nichts, zeuchst mich, wenn ich scheide, denn lauter Eitelkeit: In dem Hin vor dein Angesicht, Ins Himmel allezeit Friede, Freud Haus der ewgen Wonne, Da und Seligkeit. ich stets freudenvoll, Gleich als die helle Sonne Nächst andern leuchten soll. 4. Unaussprechlich schöne finget Gottes auserwählte Schaar; Heilig! Heilig! Heilig! flinget In dem Himmel immerdar. Welt, bei dir ist Spott und Hohn Und ein steter Jammerlohn: In dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 5. Nichts ist hier, denn lauter Weinen, Keine Freude bleibet nicht. Will uns gleich die Sonne scheinen, So verhemmt die Nacht das Licht. Welt, bei 573. Welt, abe! Ich dir ist Angst und Noth, Sorbin dein mü- gen der In 8. Da will ich immer wohnen, Und nicht nur als ein Gast, Bei denen, die mit Kronen Du ausgeschmücket hast. Da will ich herrlich singen Von deinem großen Thun Und frei von schnöden Dingen In meinem Erbtheil ruhn. Paul Gerhardt, g. 1606, ft. 1676. 431 dem Himmel allezeit Friede, 574. Alle Menſchen Freud und Seligkeit. Sterbelieder. 6. Nun, es wird dennoch ge- ben, Alles Fleisch vergeht, wie schehen, Daß ich auch in fur- Heu. Was da lebet, muß verzer Zeit meinen Heiland werde derben, Soll es anders werden sehen In der großen Herrlich neu. Dieser Leib der muß verfeit. Welt, bei dir ist lauter wesen, Wenn er anders soll geNoth, Müh und Furcht, zuletzt nesen Der so großen Herrlichder Tod: In dem Himmel al- keit, Die den Frommen ist be lezeit Friede, Ruh und Selig- reit. feit. 7. D wer nur dahin gelanget, Wo jekund der schöne Chor In vergüldten Kronen pranget Und die Stimme schwingt empor! Welt, bei dir ist Krieg und Streit, Nichts, denn lauter Eitelkeit: In dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 8. Zeit, wann wirst du doch anbrechen? Stunden, o wann schlaget ihr, Drinnen ich mich kann besprechen Mit dem Schönsten für und für? Welt, bei dir ist Krieg und Streit, Lauter Qual und Traurigkeit: In dem Himmel allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 2. Drum so will ich dieses Leben, Wann es meinem Gott beliebt, Auch ganz willig von mir geben; Bin darüber nicht betrübt. Denn in meines Jeſu Wunden Hab ich schon Erlösung funden, Und mein Trost in Todesnoth Ist des Herren Jesu Tod. 3. Jesus ist für mich gestorben, und sein Tod ist mein Gewinn. Er hat mir das Heil erworben; Drum fahr ich mit Freuden hin, Hin aus diesem Weltgetümmel In den schönen Gotteshimmel, Da ich werde allezeit Schauen die Dreieinigkeit. 4. Da wird sein das Freuden9. Jest will ich mich fertig leben, Da viel tausend Seelen machen, Daß mein Thun vor schon Sind mit Himmelsglanz Gott besteht, Daß, wenn alles umgeben, Dienen Gott vor seiwird zerkrachen, Es heißt: Kom- nem Thron, Da die Seraphimet! und nicht: Geht! Welt, nen prangen Und das hohe Lied bei dir ist Angstgeschrei, Sor- anfangen: Heilig, heilig, heilig ge, Furcht und Heuchelei: In heißt Gott, der Vater, Sohn dem Himmel allezeit Friede, und Geist! Ruh und Seligkeit. Joh. Georg Albinus, g. 1624, ft. 1679. 5. Da die Patriarchen wohnen, Die Propheten allzumal; Wo auf ihren Ehrenthronen Sißt der zwölf Apostel Zahl; 432 Sterbelieder. Wo in so viel tausend Jahren 2. Menschen sind zerbrechlich Alle Frommen hingefahren, Da wir unserm Gott zu Ehrn Ewig Hallelujah hörn. Glas, Nichtig Gras, Blumen, die nicht lange stehen. Ach wie bald wird ihre Kraft Hingerafft, Wenn die Todeslüfte wehen! Unser Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! 6. Jerusalem, du Schöne, Ach wie helle glänzest du! Ach wie lieblich Lobgetöne Hört man da in süßer Ruh! O der gro Ben Freud und Wonne! Jezzo gehet auf die Sonne, Jeho gehet an der Tag, Der kein Ende nehmen mag. 7. Ach ich habe schon erblicket Diese große Herrlichkeit. 3. Jugend, die den Rosen gleicht, Die verbleicht; Ihre Schöne muß verschwinden. Es vergeht durch Todesnacht Alle Pracht, Die wir an den Menschen finden. Unser Leben fleucht Jego werd ich schön geschmük- behende: Mensch, bedenke doch fet Mit dem weißen Himmelsfleid. Mit der güldnen Ehrentrone Steh ich da vor Gottes Throne, Schaue solche Freude an, Die ich nicht beschreiben fann. das Ende. 4. Menschen sind der Zeiten Spiel Und ein Ziel, Drauf die Todespfeile fliegen. Die wie schlanke Cedern stehn, Groß und schön, Müssen durch den Tod erliegen. Unser Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! 8. Nun hier will ich ewig wohnen. Meine Lieben, gute Nacht! Eure Treu wird Gott belohnen, Die ihr habt an mir 5. Ach der Tod ist dir gevollbracht. Liebste Kinder und wiß; Drum vergiß Alles Eitle Verwandte, Brüder, Freunde dieser Erden. Lenke dich zur und Bekannte, Lebet wohl, zu guter Nacht! Gott sei Dank, es ist vollbracht! Ewigkeit Jederzeit, Willst du dort unsterblich werden. Unser Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! Joh. Georg Albinus, g. 1624, ft. 1679. 300 575. Ach was ist doch 6. Schwinge dein Gemüth und Herz Himmelwärts, Wo unsre Zeit? nicht Tod, nicht Noth, nicht Leiden. Denk an das, was ewig ist, Lieber Christ, Soll dich einst der Himmel weiden. Unser Leben fleucht behende: Flüchtigkeit, Nebel, Rauch und Wind und Schatten! Menschen können nicht bestehn, Sie vergehn, Wie die Blumen auf den Matten. Unser Leben fleucht Mensch, bedenke doch das Enbehende: Mensch, bedenke doch de! Um 1692. das Ende! Sterbelieder. 433 Mel. Ich hab mein Sach Gott heim- dessen lehre mich, Daß stetig gestellt. ich Mit klugem Herzen suche dich. thin buto him an Joach. Neander, g. 1610. ft. 1680. imie fleucht da576. Wie hin der Menschen Zeit! Wie eilet man zur Ewigkeit! Doch wer bedenkt die letzte Stund Von Herzenshievon grund? Wie der träge Mund! 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, Ein nichtger, leerer Wasserschaum. Im Augenblick denke deinen Tod! Der Tod kommt oft behende. Der heute frisch und roth, Kann morgen und geschwinder Hinweg gees bald vergeht Und nicht be- storben sein: Drum bilde dir, steht, So wie ihr dieses täglich seht. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 577 Bedenke, Mensch, das Be7. Was wird das sein, wenn ich dich seh Und dort vor dei nem Throne steh! Du unter o Sünder, Ein täglich Sterben ein. 3. Nur du, Jehovah, bleibest mir Das, was du bist; ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin: Mir ists Gewinn, Wenn ich allein bei Jeju bin. 4. So lang ich in der Hütten wohn, So lehre mich, o Gottes Sohn. Gieb, daß ich zähle meine Tag Und munter wach, Daß, eh ich sterb, ich sterben mag. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, Der Höllen Angst und Leid, Daß dich nicht Satan blende hi Mit seiner Eitelkeit! Hier ist 5. Was hilft die Welt in ein kurzes Freuen; Dort aber letter Noth? Lust, Ehr und ewiglich Ein kläglich SchmerReichthum in dem Tod? Ozensschreien. Ach Sünder, hüte Mensch, du läufst dem Schatten dich! i umebo zu. Bedenk es du! Du kommst 4. Bedenke, Mensch, das Ensonst nicht zur wahren Ruh. de! Bedenke doch die Zeit, 6. Weg Eitelkeit, der Tho- Daß dich ja nichts abwende ren Lust! Mir ist das höchste Von jener Herrlichkeit, Womit Gut bewußt; Das such ich nur, vor Gottes Throne Die Seele das bleibet mir. O mein Be- wird gepflegt. Dort ist die gier, Herr Jesu, zeuch mein Lebenskrone Den Frommen Herz nach dir! beigelegt. 2. Bedenke, Mensch, das Ende! Bedenke das Gericht! Es müssen alle Stände Vor Jesu Angesicht. Kein Mensch ist ausgenommen; Hier muß ein jeder dran Und wird den Lohn bekommen, Nachdem er hat gethan. 5. Herr, lehre mich bedenken Der Zeiten letzte Zeit, Daß, fich nach dir zu lenken, Mein Herze 28 434 Sterbelieder. sei bereit. Laß mich den Tod sei für und für Und sage stets betrachten Und deinen Richter in allen Fällen: Herr, wie du stuhl; Laß mich auch nicht ver- willst, so schicks mit mir. Mein achten Der Höllen Feuerpfuhl. Gott,:,: Ich bitt durch Christi 6. Hilf, Gott, daß ich in Blut: Machs nur mit meinem Zeiten Auf meinen letzten Tag Ende gut. ho@! disiniorg Mit Buße mich bereiten Und 5. Mach mir stets honigsüf täglich sterben mag. Im Tod den Himmel, Und gallenbitter und vor Gerichte Steh mir, o diese Welt. Gieb, daß mir in Jesu, bei, Daß ich im Him dem Weltgetümmel Die Ewigmelslichte zu wohnen würdig feit sei vorgestellt. Mein Gott, fet. psuni 19dniobisp du:,: Ich bitt durch Christi Blut: id sa Sam, Liscov, g. 1640, st. 1689. Machs nur mit meinem Ende ist( bilpot ni asdime gut. isid sul sim de bi 6. Ach Vater, deck all meine Sünde Mit dem Verdienste Christi zu, Darein ich mich fest gläubig winde; Das giebt mir recht gewünschte Ruh. Mein Gott,:,: Ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut. im do 7. Ich weiß, in Jesu Blut und Wunden Hab ich mich recht und wohl gebett; Da find ich Trost in Todesstunden Und alles, was ich gerne hätt. Mein Gott,:,: Ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut. ami and jumit 578. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende! Hin geht die Zeit, her kommt der Tod. Ach wie geschwinde und behende Kann kommen meine Todesnoth! Mein Gott,:,: Ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut.bst house 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, Als es am frühen Morgen war; Denn weil ich leb auf dieser Erden, Leb ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, Jch bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut. 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken, Und wenn ich einmal sterben muß, Die Seel in Jesu Wunden senken Und 8. Nichts ist, was mich von Jesu scheide, Nichts, es sei Le ben oder Tod. Ich leg die Hand in seine Seite Und sage: Mein Herr und mein Gott! Mein ja nicht sparen meine Buß. Gott,:,: Ich bitt durch Christi Mein Gott,:,: Ich bitt durch Blut: Machs nur mit meinem Christi Blut: Machs nur mit Ende gut. meinem Ende gut. 9. Ich habe Jeſum angezogen Schon längst in meiner heilgen Tauf; Du bist mir auch 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, Daß ich bereit Sterbelieder. 435 daher gewogen, Haft mich zum Kind genommen auf. Mein Gott,:: Ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut. 2. Auf meinen Jesum will ich sterben. In seinen Wunden stirbt sichs gut. Er läßt mich nimmermehr verderben; Ich mol- olommal wasche mich in seinem Blut. allein; Auf Jesum leb und schlaf ich ein. 10. Ich habe Jesu Leib ge- Mein Jesus ist mein Trost gessen, Ich hab sein Blut getrunken hier. Nun kannst du meiner nicht vergessen; Ich bleib in ihm und er in mir. Mein Gott,:,: Ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut.nl hisdi on 11. So komm mein End heut, oder morgen, Ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt; Ich bin ein. n und bleib in allen Sorgen Mit 3. Auf meinen Jesum will ich sterben. In seine Seite schließ ich mich, Das Paradies bald zu ererben. Brich immerhin, mein Herze, brich! Mein Herz und Schatz soll Jesus sein; Auf Jesum leb und schlaf ich Us 4. Auf meinen Jesum will Jesu Blut schön ausgeschmückt. ich sterben. Er bleibt, wenn Mein Gott, Jch bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut.ss 312. Ich leb indeß in dir vergnüget Und sterb ohn alle Kümmerniß; Mir gnüget, wie thor mein Gott es füget. Ich glaub 5. Auf meinen Jesum will und bin es ganz gewiß, Mein ich sterben, Vergeht mir gleich Gott,:: Durch Christi theures der Augen Licht. Wenn Mund Blut Machst dus mit meinem und Lippen sich entfärben, Und Ende gut. toduollon Slowenn mir auch mein Herze Aemilie Juliane, Gräfin v. Schwarzburg: bricht, Soll Jesus Heil und Rudolstadt, g. 1637, st. 1706. ipl Leben sein; Auf Jesum leb Mel. Wer nur den lieben Gott läßt und schlaf ich ein. alles mich verläßt. Weil er mit Blut mich wollen werben, Steh ich in Treue bei ihm fest. Sein Kreuz soll meine Hoffnung sein; Auf Jesum leb und schlaf ich ein. walten.be fuf meinen Se579. Auf sum will ich 6. Auf meinen Jesum will ich sterben. Ach Jesu, hilf in letter Noth! Laß mich das sterben, Getrost, voll Fried und beste Theil ererben, Versüße Freudigkeit. In seinem Blute mir den bittern Tod. Dein will ich färben Mein allerschön- Tod soll mir das Leben sein; stes Hochzeitskleid. Mein Jesus leb und schlaf ich selig ist mein Trost allein; Auf Jesum leb und schlaf ich ein. Salomo Franc, g. 1659, st. 1725 Dir ein. Sterbelieder. 436 Mel. Mein Herzens- Jesu, meine 2c. Lob! ein 6. Komm! ist die Stimme deiner Braut, Komm! rufet dei580. Gott ritt zur ne Fromme. Šieruft und ſchreiet Ewigkeit Ist abermal vollendet, überlaut: Komm bald, ach Jesu, Zu dir im Fortgang dieser Zeit komme! So komme denn, mein Mein Herz sich sehnlich wen- Bräutigam! Du kennest mich, det, Quell, daraus mein o Gotteslamm, Daß ich dir bin Leben fleußt Und alle Gnade vertrauet. ic sich ergeußt In meine Seeld 7. Doch sei dir ganz anheim zum Leben. do bi gestellt Die rechte Zeit und 2. Jch zähle Stunden, Tag Stunde, Wiewohl ich weiß, daß und Jahr, Und wird mir allzu dirs gefällt, Daß ich mit Herz lange, Bis es erscheine, daß ich und Munde Dich kommen heiße gar, O Leben, dich umfange, und darauf Von nun an richte Damit, was sterblich ist in mir, meinen Lauf, Daß ich dir komm Verschlungen werde ganz in dir, entgegen. bilo is Und ich unsterblich werde. 3. Vom Feuer deiner Liebe glüht Mein Herz, daß sich entzündet, Was in mir ist, und mein Gemüth Sich so mit dir verbindet, Daß du in mir und ich in dir, Und ich doch immer noch allhier Will näher in dich dringen. od 8. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann Von deiner Liebe trennen, Und daß ich frei vor jedermann Dich darf den Bräutgam nennen, und du, o theurer Lebensfürst, Dich dort mit mir vermählen wirst Und mir mein Erbe schenken. 9. Drum preis ich dich aus 4. O daß du selber kämest Dankbarkeit, Daß sich der Tag* bald! Ich zähl die Augenblicke. geendet, Und also auch von Ach komm, eh mir das Herz dieser Zeit Ein Schritt nocherfalt Und sichs zum Sterben mals vollendet; Und schreite schicke! Komm doch in deiner Herrlichkeit! Schau, deine Braut hat sich bereit; Die Senden sind umgürtet! IR TINK hurtig weiter fort, Bis ich ge lange an die Pfort Jerusalems dort oben. 39008 *) Die Nacht, die Woch, das Jahr. 10. Wenn auch die Hände lässig sind Und meine Kniee wanken, So beut mir deine Hand geschwind In meines floffen: So leuchtet mir des Le- Glaubens Schranken, Damit bens Licht, Und meine Lamp ist zugericht, Dich fröhlich zu empfangen. 5. Und weil das Del des Geistes ja Jst in mir ausgegoffen, Du mir auch selbst von innen nah Und ich in dir zerdurch deine Kraft mein Herz Sich stärke und ich himmelmärts Ohn Unterlaß aufsteige. Sterbelieder. 437 turzen Zeit. 11. Geh, Seele, frisch im ewig Leid Hängt nur an einer Glauben dran Und sei nur unerschrocken. Laß dich nicht von der rechten Bahn Die Luft der Welt ablocken. So dir der Lauf zu langsam däucht, So eile, wie ein Adler fleucht, Mit Flügeln füßer Liebe. Enn 12. D Seju, meine Seele ist Zu dir schon aufgeflogen. Du haft, weil du voll Liebe bist, Mich ganz zu dir gezogen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeit! Ich bin schon in der Ewigkeit, Weil ich in Jesu lebe. 4. Herr aller Herren, Tod und Leben Hast du allein in deiner Hand. Wie lange du mir Frist gegeben, Das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf, daß ich jeden Glockenschlag An meinen Abschied denken mag. 5. Es kann vor Abend anders werden, Als es am Morgen mit mir war. Den einen Fuß hab ich auf Erden, Den andern auf der Todtenbahr. Ein kleiner Schritt ist nur dahin, Wo ich der Würmer Speise bin. G Aug. Herm. France, g. 1663, f. 1727 1191 6. Ein einzger Schlag kann Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. alles enden, Und Fall und Tod 581.h sterbe täglich beiſammen ſein. Doch ſchlage und mein nur schleuß in Christi Tod mich ein, Daß, wenn der Leib zu Boden gen geben, Ob ich noch mor- fällt, Die Seele sich an Jesum gen lebend bin? Die Zeit geht hält. hin, der Tod kommt her: Ach 7. Vielleicht kann ich kein daß ich immer fertig wär! Wort mehr sagen, Wenn Auge, Mund und Ohr sich schleußt. Drum bet ich bei gesunden Tagen: Herr, dir befehl ich meinen Geist! Verschließen meine Lippen sich, So rede Christi Blut für mich. ben Eilt immerfort zum Grabe hin. Wer kann mir einen Bür2. Ein Mensch, durch Sicherheit verführet, Jst immer reif zu Sarg und Grab. Die Frucht, die jetzt den Baum noch zieret, Fällt oftmals unversehens ab. Der alte Bund schließt keinen aus. Mein Leib ist ein zerbrechlich Haus. bor 8. Seh ich dann sterbend auf die Meinen, So segne du fie 3. Es schickt der Tod nicht mehr, als ich; Und wenn sie immer Boten; Er kommet oft um mich stehn und weinen, unangemeldt Und fordert uns O Tröster, so erbarme dich ins Land der Todten. Wohl Und laß doch der Verlaßnen dem, der Haus und Herz be- Schrein Vor dir, o Gott, erstellt! Denn ewig Glück und höret sein.de, som si 438 Sterbelieder. 199. Dringt mir der letzte Stoß allen deinen Knechten Das grozum Herzen, So schließe mir ße Jubeljahr. den Himmel auf. Verkürze mir5. Mit göttlichsüßen Weisen die Todesschmerzen Und hole Wird mein verklärter Mund mich zu dir hinauf, So wird Dich ohne Sünde preisen, Du, mein Abschied keine Bein Und meines Lebens Grund. eine Thür zum Himmel sein. Benjamin Schmolf, g. 1672, ft. 1737, Tired osibld Its Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. 6. Da werden meine Thränen Ein Meer voll Freude sein. Ach stille bald mein Sehnen Und hole mich hinein! Ernst Gottl. Woltersdorf, g. 1725, st. 1761. 582. Naß mir, wenn brechen, Herr, deinen Frieden 584. Dereus gestormeine Augen Mel. Nun laßt uns Gott, dem Herren. Hirt, am fühlbar sein. Komm, deinen Trost mir zuzusprechen, Und ben, Hat Fried und Heil erjegne du mein matt Gebein. worben; Nun heißt bei seinen Gieb Ruhe mir in deinen Ar- Schafen Das Sterben ein Entmen, Darin ich Gnad und schlafen. SHE Frieden fand, Und trag mich 2. Sie gehn nicht als Vervollends mit Erbarmen Sanft brecher Zur Strafe vor den zu dir heim ins Vaterland. Rächer; Sie gehn nur hin und Chr. Ren. v. Zinzendorf, g. 1727, t. 1752. liegen, Wie Streiter nach dem Kriegen. Mel. Christus, der ist mein Leben. 3. Ohn Angst vor ewgem 583. Ach wär ich doch schon droben! Mein Heiland wär ich da, Wo sich die Schaaren loben, Und jäng Hallelujah! Jammer Gehn fie in ihre Kammer, Zur Ruh sich zu begeben Auf frohes Wiederleben. 4. Sie legen ihre Glieder In Ruhebettlein nieder Und fallen ohne Kummer, Wie Kindlein, in den Schlummer. 2. Wo wir dein Antlitz schauen, Da sehn ich mich hinein, Da will ich Hütten bauen; Denn dort ist gut zu sein. 5. Auf göttliches Erbarmen, In des Erlösers Armen, Erwählt zu Gottes Erben, Läßt 3. Da werd ich alles sehen: Den großen Schöpfungs- fichs gar sanft hinsterben. rath, Was durch dein Blut 6. D Jesu, deine Gnade geschehen, Und deines Geistes Macht, daß kein Sterben schaThat. dood gpl dillde. Laß auf dein Todeslei4. Da feiern die Gerechten, den Mich einst im Frieden scheiDie ungezählte Schaar, Mit den. Bi piars in th Sterbelieder. ( 439 7. Laß mir auf dein Ver- ßen Dingen, Mich unaufhörsprechen Mein Herz im Glau- lich und allein Zur Ewigkeit zu ben brechen. Bewahre mein schwingen. Bleibst du mit deiGebeine, Bis ich vor dir er- nem Geist in mir, So bleibet scheine.dll und auch mein Herz in dir; Und 8. Dann laß mich froh er- so wirds ewig bleiben. wachen, Mach meinen Mund voll Lachen Und gieb mir, daß ich glänze, Wie Lilien in dem Lenze. Isbotid Phil. Friedr. Hiller, g. 1699, st. 1769. dotissbildos liegt mir oft im Sinn: Ich Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. führe gern im Frieden Aus 585. Herwigteit: 2. Ach laß mir meine Bitte, erz, dich Leben disard Du sollst auf Jesum sterben! Mein treuer Gott, geschehn: Was dich als Kind im Hoffen Laß mich aus dieser Hütte In freut, Wirst du vollkommen er- deine Wohnung gehn.abs ben. Was du gewünscht, das soll geschehn; Den du geglaubt, den wirst du sehn, Und so solls ewig bleiben. 3. Dein Wort ist uns geschehen, An diesem nehm ich Theil: Wer Jesum werde sehen, Der sehe Gottes Heil. 2. Ein Blick auf unsers Hei- 4. Ich seh ihn nicht mit Aulands Thron, Ein Strahl von gen, Doch an der Augen Statt jener Sonne, Ein schwacher Kann mir mein Glaube taugen, Klang vom Harfenton, Ein Vor- Der ihn zum Heiland hat. schmack jener Wonne, Ein Tröpf- 5. Ich hab ihn nicht in Arlein von dem Lebensquell Jst men, Wie jener Fromme da; hier schon wunderschön und hell; Doch ist er voll Erbarmen Auch Doch fanns hier so nicht blei meinem Herzen nah. ben. ( 0) 6. Mein Herz hat ihn gefunden; Es rühmt: Mein Freund ist mein. Auch in den letzten Stunden Jft meine Seele sein. 7. Ich kenn ihn als mein Leben; Er wird mir nach dem Tod Bei sich ein Leben geben, Dem nie der Tod mehr droht. mis pra 3. Es ist ein froher Augenblick, Der bald uns muß verlassen. Das Sterbliche hält uns zurück; Wir könnens jetzt nicht fassen. Doch feurt er uns den Glauben an, Daß sich das Herz erfreuen kann; Dort soll es ewig bleiben. 50 200 22( nr Phil. Friedr. Hiller, g. 1699, ſt. 1769. Mel. Christus, der ist mein Leben. 586. Wie Simeon verz Das 4. Nimm, Jesu, mir das Herz ganz ein Mit diesen gro8. Mein Glaube darf ihn faffen; Sein Geist giebt Kraft 440 Sterbelieder dazu. Er wird auch mich nicht 6. O wie bald kannst du lassen, Er führt mich ein zur Ruh. 19pniard 9. Wenn Aug und Arm er kalten, Hängt sich mein Herz an ihn. Wer Jesum nur kann halten, Der fährt im Frieden hin. es machen, Daß mit Lachen Unser Mund erfüllet sei! Du kannst durch die Todesthüren Träumend führen Und machst uns auf einmal frei. 7. Du hast Sünd und Straf getragen, Furcht und Zagen Muß nun ferne von mir gehn. Tod, dein Stachel liegt darnieder! Meine Glieder Werden Phil. Friedr. Hiller, g. 1699, st. 1769. $ 150 110911 Mel. Thu, Herr, mein Geschrei 2c. 587. Unter Lilien jener Freuden fröhlich auferſtehn. 8. Herzenslamm, dich will ich loben Hier und droben In der zartsten Liebsbegier. Du hast dich zum ewgen Leben Mir gegeben; Hole mich, mein Lamm, zu dir. loud frie 3. Ludw. Conr. Allendorf, g. 1693, st. 1773. denips Mel. Jesus, meine Zuversicht. du weiden: Seele, schwinge dich empor! Als ein Adler fleuch behende! Jesu Hände Deffnen schon das Berlenthor. 2. Laßt mich gehen, laßt mich laufen Zu dem Haufen Derer, die des Lammes Thron Nebst dem Chor der Seraphinen Schon bedienen Mit dem reinſten Ju- 588. Meine Lebenszeit belton. 3. Löse, erstgeborner Bruder, Stündlich eil ich zu dem GraDoch die Ruder Meines Schiff be. Und was ists, das ich vielleins: laß mich ein In den leicht, Das ich noch zu leben fichern Friedenshafen, Zu den habe? Denk, o Mensch, an Schafen, Die der Furcht ent- deinen Tod! Säume nicht; rücket sein. denn Eins ist noth! och str 4. Nichts soll mir am Herzen kleben. Süßes Leben, Was die Erde in sich hält. Sollt ich noch in dieser Wüsten Länger fristen? Nein, ich eil ins Himmelszelt. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, Wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, Nichts wird dich im Tod erfreun; Diese Güter sind nicht dein. 5. Herzensheiland, schenke Glauben Deiner Tauben, Glau- 3. Nur ein Herz, das Jesum ben, der durch alles dringt. liebt, Nur ein ruhiges Gewis Nach dir girret meine Seele sen, Das vor Gott dir ZeugIn der Höhle, Bis sie sich von niß giebt, Wird dir deinen hinnen schwingt. Tod versüßen. Dieses Herz, Sterbelieder. 441 von Gott erneut, Giebt zum Tode Freudigkeit. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, Der Mann noch 4. Wenn in deiner lebten seiner Jahre viel, Der Greis Noth Freunde hülflos um dich zu vielen noch ein Jahr, Und beben, Dann wird über Welt keiner nimmt den Frrthum und Tod Dich dies reine Herz erheben; Dann erschreckt dich fein Gericht: Gott ist deine Zuversicht. wahr. 3. Sprich nicht: Ich denk in Glück und Noth Im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, Hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut; Und unsers Lebens fleinster Theil Ist eine Frist zu unserm Heil.t. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, Fürchte Gott und bet und wache, Sorge nicht, wie früh du stirbst; Deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht scheun, Lern auch seiner dich erfreun. 6. Ueberwind ihn durch Vertraun; Sprich: Ich weiß, an wen ich gläube, Und ich weiß, ich werd ihn schaun Einst in diesem meinem Leibe. Er, der rief: Es ist vollbracht! Nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, Siehe dein Gebein versenken; Sprich: Herr, daß ich Erde bin, Lehre du mich recht bedenken; Lehre du michs jeden Tag, Daß ich weiser werden mag. Chr. Fürchteg. Gellert, g. 1715, st. 1769. sda nemad lisc Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 589. ie sicher lebt der Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; Und den noch schmeichelt er sich gern, Der Tag des Todes sei noch fern. 5. Der Tod rückt Seelen vors Gericht; Da bringt Gott alles an das Licht und macht, was hier verborgen war, Den Rath der Herzen offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, So sei doch wakker und bereit. Brüf deinen Glauben als ein Christ, Ob er durch Liebe thätig ist. d 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, Ein Wunsch, durch des Erlösers Tod Vor Gottes Thron gerecht zu sein, Dies macht dich nicht von Sünden rein.dai 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, Ihm folgt und sich vom Bösen kehrt, Ein gläubig Herz, von Lieb erfüllt: Dies ist es, was in Chrifto gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh. Du wirkst sie nicht, Gott wirket sie; Du aber ringe stets 442 Sterbelieder. nach ihr, Als wäre sie ein Werk der verstockte Sünder Vervon dir. zweiflungsvoll sich nahn, Wo 10. Der Ruf des Lebens, selbst der freche Spötter Nicht das du lebst, Dein höchstes Ziel, mehr zu spotten wagt, Vor nach dem du strebst, Und was dir, Gott, seinem Retter, Erdir ewig Glück verschafft, Ist zittert und verzagt. do dan Tugend in des Glaubens Kraft. 3. Wenn diese Bahn zu ge11. Jhr alle seine Tage weihn, Heißt eingedenk des Todes sein; Und wachsen in der Heiligung Jst wahre Todserinnerung. hen Dein Will einst mir ge beut, Wenn nahe vor mir stehen Gericht und Ewigkeit, Wenn meine Kräfte beben und schon das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, O dann verlaß mich nicht! chestra) 4. Hilf, Todesüberwinder, Hilf dem in solcher Angst, Für den du, Heil der Sünder, Selbft mit dem Tode rangst. Und wenn des Kampfes Ende Gewaltiger mich faßt, Nimm mich in deine Hände, Den du erlöſet haſt. 12. Wie oft vergeß ich diese Pflicht! Herr, geh mit mir nicht ins Gericht! An meinen Tod erinnre mich, Daß ich dir wandle würdiglich. mislam 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag Vor dir, o Gott, erforschen mag, Ob Glaube, Demuth, Lieb und Treu, Die Frucht des Geistes, in ihm fei. 5. Des Himmels Wonn und 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh, Stets meiner Schwachheit widersteh Und einstens in Freuden Ermißt kein sterblich des Glaubens Macht Mit Freu- Herz. O Troft für kurze Leiden ruf: Es ist vollbracht! den, Für kurzen Todesschmerz! Dem Sündenüberwinder Sei ewig Preis und Dank! Preis Mel. Herzlich thut mich verlangen. ihm, der für uns Sünder 590. Die auf der Er- Den Kelch des Todes trank! Chr. Fürchteg. Gellert, g. 1715, ft. 1769. Chrud me do not e 6. Heil denen, die auf ErSterblichen, sind Staub; Sie den Sich schon dem Himmel blühen auf und fallen, Des weihn, Die aufgelöst zu werTodes fichrer Raub. Verborgen den Mit heilger Furcht sich ist die Stunde, Da Gottes freun! Bereit, es ihm zu geStimme ruft; Doch jede, jede ben, Wenn Gott, ihr Gott, Stunde Bringt näher uns der gebeut, Gehn sie getroft durchs Gruft. Leben hin zur Unsterblichkeit. 102. Getroft gehn Gottes Kin- Gottfr. Bened. Funk, g. 1734, ft. 1814. der Die öde, dunkle Bahn, Zu sie Begräbnißlieder. 443 Mel. Ich hab mein Sach Gott 2c. Wann, wo und wie, ist Gott felig, wer das bewußt. Schlag an die Brust! Heil Du mußt von dannen, Mensch, du mußt! s silo erwirbt, 6. Da ist kein Sik zu reich, zu arm, Kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm; Da blüht zu schön kein Wangenroth: Jm Finstern droht Der Tod und überall der Tod. sud 591. 104674 Daß er im Herrn, in Christo stirbt! O selig, mer, vom Laufe matt, Die Gottesstadt, Die droben ist, gefunden hat! 2. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst so viel, und Eins ist noth! Die Welt beut ihre Güter feil: 7. Ach banges Herz im LeiDenk an dein Heil Und wähl in Gott das beste Theil. chenthal, Wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? Du bist es, Jesu, der mit Macht Aus Grabesnacht Das Leben hat ans Licht gebracht. 8. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr:„ Wer an mich glaubt, stirbt nimmermehr." Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, Dein Himmelgehn Läßt uns den Himmel offen sehn. sp 3. Was sorgst du bis zum letten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Luft und Schmerz. Schau himmel wärts! Da, wo der Schaß ist, sei dein Herz.de id 4. Mit Gott bestell dein Haus bei Zeit, Eh dich der Tod an Todte reiht. Sie rufen: Gestern wars an mir, Heut ists an dir! Hier ist kein Stand, fein Bleiben hier. 196 9. Wohl dem, der Jesu fich vertraut, Schon hier die ewgen Hütten baut! Er sieht das Kleinod in der Fern Und kämpfet gern Und harrt der Zu5. Vom Freudenmahl zum Wanderstab, Aus Wieg und Bett in Sarg und Grab: kunft seines Herrn. ist mist Minis Chr. Friedr. Heinr. Sachse, g. 1785. DMC XXIII. Begräbnißlieder. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. ört auf mit Trau- 2. Drum Sarg und Grab 592. Hörta ern und mit auch wird geziert; Der Leib in Klag; Ob solchem Tod niemand Ehr begraben wird, zu zeigen verzag. Er ist gestorben als ein an, er ist nicht todt, Er schläft Christ, Sein Tod ein Gang zum und ruhet sanft in Gott.s Leben ist. 444 Begräbnißlieder. 3. Wohl scheints, es sei nun gen ganz und gar, Was in der alles hin, Weil er da liegt Erd verscharret war! ohn Muth und Sinn; Doch nic. Heermann, st. 1561; nach): Iam moesta sollen neuer Lebenskraft Die quiesce querela, von Aurelius Prudentius, Glieder werden bald theilhaft. ft. 405. 4. Bald werden diese Tod- Mel. Schwing dich auf zu deinem tenbein Erwarmen und sich füGott. gen fein Zuſammen, daß fie 593. Einen guten Kampf neu belebt Auf wo Christus lebt. Uns der Welt gekämpfet; Denn 5. Der Leichnam, der jetzt mein Gott hat gnädiglich All liegt und starrt, Wird bald mein Leid gedämpfet, Daß ich gar hoch in schneller Fahrt meinen Lebenslauf Seliglich Schweben in Lüften unversehrt, vollendet Und die Seele himGleichwie die Seele leicht hinfährt. melauf Christo zugesendet. 6. Ein Waizenkörnlein in der Erd Liegt erst ganz todt, dürr 2. Forthin ist mir beigelegt Der Gerechten Krone, Die mir wahre Freud erregt In und unwerth; Doch kommts des Himmels Throne; Forthervor gar schön und zart Und bringt viel Frucht nach seiner Art. hin meines Lebens Licht, Dem ich hier vertrauet, Nämlich Gottes Angesicht, Meine Seele schauet. 10 ned 201 7. Der Leib, gemacht vom Erdenkloß, Soll liegen in der 3. Dieser schnöden, bösen Erden Schoß Und soll da ruhen ohne Leid, Bis auf die liebe jüngste Zeit. 8. Es war der Seelen Häuselein, Die blies Gott mit seinm Odem drein; Ein edel Herz, recht Muth und Sinn War durch die Gabe Christi drin. Welt Jämmerliches Leben Mir nun länger nicht gefällt. Drum ich mich ergeben Meinem Jesu, da ich bin Jeßt in lauter Freuden; Denn sein Tod ist mein Gewinn, Mein Verdienst sein Leiden. 4. Gute Nacht, ihr meine Freund! Jhr, o meine Lieben, 9. Den Körper nun die Erd Alle, die ihr um mich weint, bedeckt, Bis ihn Gott wieder Laßt euch nicht betrüben Dieauferweckt, Der seins Geschöpfs sen Hingang, den ich thu In gedenken wird, Das er mit sei- die Erde nieder. Schaut, die nem Bild geziert. 12 Sonne geht zur Ruh, Kommt 10. Ach daß nun käm der- doch morgen wieder! selbig Tag, Da Christus nach up beint. Albert, 8. 1604, t. 1668. seiner Zusag Hervor wird brin Begräbnißlieder. 445 un laßt uns 595. ( o grabet mich nun immerden Leib begraben Und dran keinen Zwei- hin, Da ich so lang verwah fel haben: Er wird am jüng- ret bin, Bis Gott, mein treusten Tag aufstehn Und unver- ster Seelenhirt, Mich wieder weslich hervor gehn. auferwecken wird. 2. Erd ist er und von der Erden, Wird auch wieder zu Erd werden Und von der Erd wieder aufstehn, Wenn Gottes Posaun wird angehn. 2. Ja freilich werd ich durch den Tod Zu Aschen, Erden, Staub und Koth; Doch wird das schwache Fleisch und Bein Von meinem Gott verwahret sein. 3. Sein Seele lebt ewig in Gott, Der fie allhier aus lauter Gnad Von aller Sünd und Missethat Durch seinen Sohn erlöset hat. und do 3. Mein Leib wird hier der Würmer Spott, Die Seele lebt bei meinem Gott, Der durch seins Todes Bitterfeit Sie hat erlöst zur Seligkeit. 4. Sein Jammer, Trübsal und Elend Ist kommen zu einm felgen End: Er hat getragen Christi Joch, Ist gestorben und lebet noch. 4. Was hie für Trübsal mich verlegt, Wird jetzt mit Himmelslust erseßt. Die Welt ist doch ein Jammerthal: Dort ist der rechte Freudensaal. red 5. Wenn alle Welt durchs Feur zerbricht, Und Gott wird halten sein Gericht, So wird mein Leib verkläret stehn Und in das Himmelreich eingehn. 6. Wie manche Widerwärtigkeit Betraf mich in der Le benszeit; Nun aber ist mir nichts bewußt, Denn ewigliche Himmelslust. 7. So laßt mich nun in meiner Ruh Und geht nach euren Häusern zu. Ein jeder denke Nacht und Tag, Wie er auch selig werden mag. 594. Nun 5. Die Seele lebt ohn alle Klag; Der Leib schläft bis zum jüngsten Tag, An welchem Gott ihn verklären Und ewger Freud wird gewähren. 6. Hier ist er in Angst gewesen; Dort aber wird er genesen, In ewiger Freud und Wonne Leuchten, wie die helle Sonne. 7. Nun lassen wir ihn hie schlafen Und gehn all heim unser Straßen, Schicken uns auch mit allem Fleiß; Denn der Tod kommt uns gleicherweis. Sº 8. Das helf uns Christus, unser Trost, Der uns durch sein Blut hat erlöst Von Teufels Gwalt und d ewger Pein. Ihm sei Lob, Preis und Ehr allein! Mich. Weiße, um 1540. Georg Neumarf, g. 1621, ft. 1681. 446 Begräbnißlieder. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. kleiner Augenblick Führt dich in Ewigkeiten. Comm, Sterblicher, betrachte mich! Du lebst, ich lebt auf 596. K 6. Du seist dann fertig, oder nicht, So mußt du gleichwohl Erden. Was du jest bist, das wandern, Wenn deines Lebens war auch ich; Was ich bin, wirst du werden. Du mußt hernach, ich bin vorhin. Gedenke nicht in deinem Sinn, Daß du nicht dürfest sterben. and Ziel einbricht; Es geht dir, wie den andern. Drum laß dirs eine Warnung sein! Dein Auferstehn wird überein Mit deinem Sterben kommen. di 2. Bereite dich, stirb ab der Welt, Denk an die letzten Stuns den. Wenn man den Tod verächtlich hält, Wird er sehr oft gefunden. Es ist die Reihe heut an mir; Wer weiß, vielleicht gilts morgen dir. Noch mancher stirbt heut Abend. 7. Ach denke nicht: Es hat nicht Noth; Ich will mich schon bekehren, Wenn mir die Krank heit zeigt den Tod; Gott wird mich wohl erhören. Wer weiß, ob du zur Krankheit kömmst, Ob du nicht schnell ein Ende nimmst? Wer hilft alsdann dir Armen? dn? nonki 8. Zudem, wer sich in Sünden freut Und doch auf Gnade bauet, Der wird mit Unbarmherzigkeit Der Hölle anvertrauet. Drum lerne sterben, eh du stirbst, Damit du ewig nicht verdirbst, Wenn Gott die Welt wird richten. 9. Zum Tode mache dich geschickt. Gedenk in allen Dingen: Werd ich hierüber hingerückt, Sollt mir es auch gelingen? Wie, könnt ich jetzt zu Grabe gehn? Wie, könnt ich jetzt vor Gott bestehn? So wird dein ush Tod zum Leben. 3. Sprich nicht: Ich bin noch gar zu jung, Ich kann noch lange leben. Ach nein, du bist schon alt genung, Den Geist von dir zu geben. Es ist gar bald um dich gethan. Es sieht der Tod kein Alter an. Auch junge Leute sterben. nism 4. Dein Leben ist ein Rauch, ein Schaum, Ein Wachs, ein Schnee, ein Schatten, Ein Thau, ein Laub, ein leerer Traum, Ein Grab auf dürren Matten. Wenn mans am wenigsten bedacht, So heißt es wohl schon: Gute Nacht! Ich bin nun hier gewesen! 5. Indem du lebest, lebe ſo, Daß du kannst selig sterben. Du weißt nicht, wann, wie, oder wo Der Tod wird um dich werben. Ach denk, ach den ke doch zurück! Ein Zug, ein 10. So wirst du, wenn mit Feldgeschrei Der große Gott wird kommen, Von allem Sterben los und frei Sein ewig aufgenommen. Bereite dich, auf daß dein Tod Beschließe deine Begräbnißlieder. Bein und Noth. D Mensch nen hier Auf den Gottesacker gedent ans Ende! hindsill bringen. Aus den Gräbern Gottfr. Wilh. Sacer, g. 1635, ft. 1699. rufts herfür: Heute mir und i anu musmorgen dir! our nd Mel. Nun sich der Tag geendet hat. so 2. Heute roth und morgen 597. Ach wie ſo fanf bil te schläfest du Nach manchem schweren Stand und liegst nun da in süßer Ruh, In deines Heilands Hand! sit om todt! Unſer Leben eilt auf Flü geln; Und wir habens täglich noth, Daß wir uns an andern ſpiegeln. Wie bald ruft des Herrn Gebot! Heute roth und morgen todt! nur bill 2. Sein Leiden hat dich frei 3. Einer folgt dem andern gemacht Von aller Angst und Pein; Sein lettes Wort: Es ist vollbracht! Das singt dich lieblich ein.TI nach. Niemand findet einen Bürgen; Und was Adam einst verbrach, Wird uns alle noch erwürgen. Jeder findt sein Schlaf3. Du läßt dich zur Verwan- gemach. Einer folgt dem andelung In diese Felder sän, Mit dern nach. a sad im Hoffnung und Versicherung Viel 4. Mensch, es ist der alte schöner aufzustehn.bid Verwan Bund; Und der Tod zählt keine 4. Verbirg dich unserm An- Jahre. Bist du heute noch gegesicht Im fühlen Erdenschoß. sund, Denk an deine TodtenDu hast das Deine ausgericht, bahre. Jedem kommt die letzte Empfängst ein selig Loos. Stund. Mensch, das ist der alte Bund. 5. Wir wissen, daß der Bräutigam Und allerliebste Hirt Dich, sein schon hier geliebtes Lamm, Dort schön empfangen wird. 6. Er führe seine ganze Heerd, Die sich zu ihm gesellt Und die ihm doch so theur und werth, Auch vollends durch die Welt. is an adop Gettfr. Neumann, g. 1736. 447 dil 15 ISHE 5. Ach wer weiß, wie nah mein Tod! Ich will sterben, eh ich sterbe; So wird mir die par legte Noth, Wenn sie kommt, doch nicht so herbe. Rüfte mich dazu, mein Gott! Ach wer weiß, wie nah mein Tod! Mel. Jesus, meine Zuversicht. 598. Heute eute mir und morgen dir! So hört man die Glocken klingen, Wenn wir die Verstorb6. Selig, wer in Christo stirbt! Denn ihm wird der Tod zum Leben. Der das Leben hier er= wirbt, Dem nur wird es dort gegeben. Wer nicht lebet, der verdirbt. Selig, wer in Christo stirbt! Benjamin Schmolk, geb. 1672, ft. 1737. Begräbnißlieder. 448 Mel. Nun kommt der Heiden 2c. Gläubgen Sammelplaß [ ller 599. glänzt der Morgenstern. Euch, Glieder, deckt mit sanfter Ruh Der Liebe stiller Schatten zu. Ist da, wo ihr Herz und Schatz, 3. Wir freun uns in GeWo ihr Heiland Jesus Christ, lassenheit Der großen OffenbaUnd ihr Leben hier, schon ist! rung. Indessen bleibt das Pil2. Eins geht da, das andre gerkleid In heiliger Verwahdort In die ewge Heimath rung. Wie ist das Glück so fort, Ungefragt, ob die und groß In Jesu Arm und Schoß! der Uns nicht hier noch nüß- Die Liebe führt uns gleiche lich wär. Bahn, So tief hinab, so hoch hinan. Id to dis 3. Doch der Herr kann nichts versehn. Läßt er etwas denn geschehn, Hat man nichts dabei zu thun, Als zu schweigen und zu ruhn. Nicol. Ludwig Graf v. Zinzendorf, geb. 1700, ft. 1760. 601. Auferstehn, ja auf601. erstehn wirst du, Mein Staub, nach kurzer Ruh! Unsterbliches Leben Wird, der dich schuf, dir geben. Gelobt ſei er! 4. Manches Herz, das nicht mehr da, Geht uns freilich innig nah; Doch, o Liebe, wir find dein, Und du willst uns alles sein.nd did V. 1, 3, 4 Nico!. Ludwig Graf v. Zinzendorf, geb. 1700, it. 1760. $ 1 B. 2 Chr. Gregor, g. 1723, st. 1801, dip and insteam Mel. Der lieben Sonne Licht und Pracht. 19.6 600. Die Christen gehn von Ort zu Ort Durch mannigfaltgen Jammer, Und kommen in den Friedensport Und ruhn in ihrer Kammer. Goit nimmt sie nach dem 4. Wie den Träumenden Lauf In seinen Armen auf. Das Waizenkorn wird in sein Beet Auf Hoffnung schöner Frucht gesät. 2. Wie seid ihr doch so wohl 5. Ach ins Allerheiligste führt gereift! Gelobt sein eure Schritte, Du friedevoll befreiter Geist, Du jest verlaßne Hütte! Du Seele, bist beim Herrn; Dir mich Mein Mittler dann, lebt ich Im Heiligthume, Zu seines Namens Ruhme, Hallelujah! Fr. Gottl. Klopstod, g. 1724, st. 1803. 2. Wieder aufzublühn werd ich gesät. Der Herr der Ernte geht Undsammelt Garben Uns ein, die in ihm starben. Gelobt sei er! on!! 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag! Du meines Gottes Tag! Wann ich im Grabe Genug geschlummert habe, Erweckst du mich. wirds dann uns sein. Mit Jesu gehn wir ein Zu seinen Freuden. Der müden Pilger Leiden Sind dann nicht mehr. 449 Mel. Jesus, meine Zuversicht. Gemeinde. Weint nicht ob dem 602. Geht nun hin und eitlen Schein; Droben nurkann ewig 7. Weinet nicht, daß nun ich will Von der Welt den Abschied nehmen; Daß ich aus dem Irrthum will, Aus den Schatten, aus den Schemen, Aus dem Eiteln, aus dem Nichts Hin ins Land des ewgen Lichts. 8. Weinet nicht! Mein süßes Heil, Meinen Heiland hab ich funden, Und ich habe auch mein Theil Jnden warmen Herzenswunden, Woraus einst sein heilig Blut Floß der ganzen Welt zu gut. Begräbnißlieder. Grab; Denn ich bin des Wanderns müde. Von der Erde scheid ich ab; Denn mir ruft des Himmels Friede, Denn mir ruft die süße Ruh Von den Engeln droben zu. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab. Meinen Lauf hab ich vollendet, Lege nun den Wanderstab Hin, wo alles Jrdsche endet; Lege selbst mich nun hinein In das Bette sonder Bein. 3. Was soll ich hienieden noch In dem dunklen Thale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch Wir auch stellen unsre Sachen, Muß es doch wie Sand zergehn, Wenn die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl! Laß mich nun in Frieden schei- zittre nicht. den. Deine Hoffnung, ach, ist hohl, Deine Freuden selber Lei- tur the den, Deine Schönheit Unbe- Mel. Nun laßt uns den Leib zc. Ernst Moriz Arndt, g. 1769. T stand, Eitel Wahn und Trug 603. Nun bringen wir und Tand. jun netinio zur 5. Darum letzte gute Nacht, Ruh Und decken ihn mit Erde Sonn und Mond und liebe zu, Den Leib, der nach des Sterne! Fahret wohl mit eurer Schöpfers Schluß zu Staub Pracht; Denn ich reis in weite und Erde werden muß. Ferne, Reise hin zu jenem Glanz, Worin ihr verschwindet ganz. 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub, Nicht immer der Verwesung Raub; Er wird, wenn Christus einst erscheint, Mit seiner Seele neu vereint. 6. Die ihr nun in Trauern geht, Fahret wohl, ihr lieben Freunde! Was von oben niederweht, Tröstet ja des Herrn 9. Weint nicht, mein Erlöser lebt! Hoch vom finstern Erdenstaube Hell empor die Hoffnung schwebt, Und der Himmelsheld, der Glaube, Und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters IS19 tim 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist. Schau hier, was 29 450 Begräbnißlieder. unser Leben ist: Nach Sor- Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. ge, Furcht und mancher Noth 604. So gieb denn der du Tod. od d 4. Schnell schwindet unsre Lebenszeit, Aufs Sterben folgt die Ewigkeit. Wie wir die Zeit hier angewandt, So folgt der 2. O Ruhe, Wunsch des Lohn aus Gottes Hand. Kämpfenden, Du letter Troft des Weinenden, Wo Erdennoth zu Ende ist, Wo keine Thräne weiter fließt! 5. So währen Reichthum, Ehr und Glück, Wie wir selbst, einen Augenblick; So währt auch Kreuz und Traurigkeit, Wie unser Leben, kurze Zeit. 3. Hier endigt sich der Feinde Truß, Hier findet der Ge6. O sichrer Mensch, besinne drängte Schuß; Hier wird im dich! Tod, Grab und Richter süßen Schlaferquickt, Den mannahen sich. In allem, was du che Hitz und Last gedrückt. denkst und thust, Bedenke, daß du sterben mußt. 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, Soll jeder zu dem Vater flehn: Ich bitt, o Gott, durch Christi Blut, Machs einst mit meinem Ende gut. 8. Laßt alle Sünden uns bereun, Vor unserm Gott uns kindlich scheun. Wir sind hier immer in Gefahr; Nehm jeder seiner Seele wahr. Christenschaar, Der Erde das, was Erde war; Verschaff dem Müden in dem Sand Die Ruh, die er bisher nicht fand. 10. Und wenn du einst, du Lebensfürst, Die Gräber mächtig öffnen wirst, Dann laß uns fröhlich auferstehn Undewiglich dein Antlig sehn. 4. Doch hier ist auch die düstre Pfort Zum ungeſehnen Schreckensort, Wo, wer sein Heil nicht hat gesucht, In ewger Bein sich selber flucht. 5. Hier weichet Hoheit, Ruhm und Glück; Der bloße Mensch bleibt nur zurück. Die Bretter und das Leichenkleid Sind nun die ganze Herrlichkeit. 6. Hier hört der Kampf des Christen auf, Vollendet ist sein 9. Wenn unser Lauf vollen- saurer Lauf. Der Geist eilt in det ist, So sei uns nah, Herr sein Vaterland, Ist ganz beJesu Christ. Mach uns das glückt in Gottes Hand. Sterben zum Gewinn, Zeuch unsre Seelen zu dir hin. 7. Gebracht zur Schaar der Siegenden Und zu der Engel Tausenden, Schaut solcher Gott nun, wie er ist, In seinem Heiland Jesu Christ. 8. Hier fängt die Qual der Sünder an, Die nicht im Glauben Buß gethan. Hier legt man Bei Kindern. viele ruhig ein, Die in der Todten alle vors Gericht. Hölle Wehe schrein. 10. Und uns erinnre jeder9. So nimm auch diesen zeit, D Gott, an Tod und Leib, o Gruft, Bis ihn einst Ewigkeit, Damit wir deinen Jesus Christus ruft Und stellt Ruf verstehn Und freudig in in seiner Wahrheit Licht Die das Grab einst gehn. mit du billonil nish bal. misur, tidssimum? Jsite SIDE HIST - 451 niston, Bei Kindern." C.808 ist ndaras Mel. O Welt, ich muß dich lassen. Den Christus hier wird setzen 605. Sott ott Lob! die Ins Schloß vollkommner Sicherheit? Stund ist 6. Zuvor bracht ich euch Freude, Jeßt, nun ich von euch scheide, Betrübt sich euer Herz. Doch, wenn ihr recht betrachtet Und, was Gott thut, hoch achtet, Wird sich bald lindern aller Schmerz. 7. Gott zählet alle Stunden, Er schlägt und heilet Wunden, Er fennet jedermann. Nichts ist ja je geschehen, Was er nicht vor gesehen; Und was er thut, ist wohl gethan. kommen, Da ich werd aufgenommen Ins schöne Paradeis. Ihr Eltern dürft nicht klagen; Mit Freuden sollt ihr sagen: Dem Höchsten sei Lob, Ehr und Preis! 2. Kurz ist mein irdisch Leben; Ein bessers wird mir geben Gott in der Ewigkeit. Da werd ich nicht mehr sterben, In keiner Noth verder ben; Mein Leben wird sein lauter Freud. 3. Gott eilet mit den Seinen, Läßt sie nicht lange weinen 8. Wenn ihr mich werdet finden Vor Gott, frei aller In diesem Thränenthal. Ein Sünden, In weißer Seide schnell und selig Sterben Jft stehn Und tragen Siegespalschnell und glücklich erben De men In Händen, und mit Psalschönen Himmels Ehrensaal. men Des Herren Lob und Ruhm erhöhn: 4. Wie öfters wird verführet Manch Kind, an dem man spüret Rechtschaffne Frömmigkeit! Die Welt voll Lift und Tücke Legt heimlich ihre Stricke Bei Tag und Nacht, zu jeder Zeit. 9. Da werdet ihr euch freuen, Es wird euch herzlich reuen, Daß ihr euch so betrübt. Wohl dem, der Gottes Willen Gedenfet zu erfüllen Und in Geduld 5. Jhr Netze mag sie stellen, sich ihm ergiebt! Mich wird sie nun nicht fällen, 10. Lebt wohl nun, seid geSie wird mir thun kein Leid. segnet! Was euch jeßund beDenn wer kann den verlegen, gegnet, Ist andern auch ge 452 Begräbnißlieder. schehn. Viel müssens noch er- spricht: Willkomm, du liebes fahren. Nun, Gott woll euch Kind; Dich will ich bei mir bewahren! Dort wollen wir uns haben Undewig reichlich laben. wiedersehn. in@ Jilgio Joh. Heermann, g. 1585, ft. 1647. dop fris dan ad Mel. Ermuntre dich, mein schwacher 2c. 606. D u bist zwar mein und bleibest mein; Wer will mirs anders ſagen? Doch biſt du nicht nur mein von ewgen Tagen, Der hat das mei- 6. Wir Menschen sind ja auch ste Recht an dir, Der fordert und erhebt von mir Dich, o mein Sohn, mein Wille, Mein 5. D süßer Rath, o schönes Wort Und heilger als wir denfen! Bei Gott ist ja kein böser Ort, Kein Unglück und kein Kränken, Ke Angst, kein Mangel, kein Versehn; Bei Gott kann keinem Leid geschehn, Wen Gott verſorgt und liebet, Wird nimmermehr bedacht, Die Unsrigen zu zieren; Wir gehn und sorgen Tag und Nacht, Wie wir sie wollen Herz und Wunsches Fülle! führen In einen feinen, selgen Stand, Und ist doch selten so bewandt Mit dem, wohin fie kommen, Als wirs uns vor= genommen. 2. Ach gält es wünschen, wollt ich dich, Du Sternlein meiner Seelen, Vor allem Weltgut ewiglich mir wünschen und erwählen! Ich wollte sagen: Bleib bei mir! Du sollst sein meines Hauses Zier; An dir will ich mein Lieben Bis an mein Sterben üben. 7. Wie manches junges, frommes Blut Wird jämmerlich verführet Durch bös Erempel, daß es thut, Was Christen nicht gebühret. Da hats denn Gottes Zorn zu Lohn, Auf Erden nichts, als Spott und Hohn; Der Vater muß mit Grämen Sich seines Kindes schämen. 8. Ein solches darf ich ja nun nicht An meinem Sohn erwarten; Der steht vor Gottes Angesicht Und geht in Chrifti Garten, Hat Freude, die ihn recht erfreut, Und ruht von allem Herzeleid; Er sieht und hört die Schaaren, Die uns allhie hewahren. 3. So sagt mein Herz und meint es gut; Gott aber meints noch besser. Groß ist die Lieb in meinem Muth; In Gott ist fie noch größer. Ich bin ein Vater und nichts mehr: Gott ist der Väter Haupt und Ehr, Ein Quell, der Alt und Jungen In aller Welt entsprungen. 4. Ich sehne mich nach meinem Sohn, Und, der mir ihn gegeben, Will, daß er nah an seinem Thron Jm Himmel solle leben. Ich sprech: Ach weh, mein Licht verschwindt! Gott 9. Er sieht und hört der Engel Mund, Sein Mündlein hilft Bei Kindern. 453 selbst singen; Weiß alle Weis- Lauf ist nun vollbracht! Ich bin heit aus dem Grund Und redt gar wohl vergnüget, 3u tauvon solchen Dingen, Die unser send guter Nacht! Jhr aber, keiner noch nicht weiß, Die meine Lieben, Thut nicht so auch durch unsern Fleiß und ängstiglich. Was wollt ihr euch Schweiß Wir, weil wir sind betrüben? Stehts doch sehr gut auf Erden, Nicht ausstudiren um mich. werden. 10. Ach sollt ich doch von ferne stehen Und nur ein wenig hören, Wenn deine Sinne fich erhöhn Und Gottes Namen eh ren, Der heilig, heilig, heilig ist, Durch den auch du geheiligt bist! Ich weiß, ich würde müssen Vor Freuden Thränen gießen. 2. Denkt, Vater, wie viel Sorgen, Wie manche wache Nacht, Wie manchen düstern Morgen Ein liebes Kind oft macht! Was ihm kann wiederfahren, Das fürchtet, der es liebt. Den Kummer könnnt ihr sparen; Drum seid nicht so betrübt. 11. Ich würde sprechen: Bleib allhier! Nun will ich nicht mehr klagen: Ach mein Sohn, wärst du noch bei mir! Nein, sondern: komm, du Wagen Eliä, hole mich geschwind Und bring mich dahin, da mein Kind Und so viel liebe Seelen So schöne Ding erzählen. 3. Auch Mutter, laßt die Zäh ren, Stellt eure Klagen ein! Des höchsten Gotts Begehren, Das muß erfüllet sein. Warum ihr jetzo weinet Und gar zu kläglich thut, Das ist sehr wohl gemeinet; Gott machet alles gut. 4. Die Freude, die sich reget Bei einem Wandersmann, Wenn er die Reis hinleget Und 12. Nun, es sei ja und bleib kommet glücklich an; Die Freualso, Ich will dich nicht mehr de, die empfindet Ein Schiffer, weinen. Du lebst und bist wenn er schier Den sichern Havon Herzen froh, Siehst lau- fen findet: Die spür ich jetzt ter Sonnen scheinen, Die Son- bei mir. nen ewger Freud und Ruh. Hier leb und bleib nur im merzu! Ich will, wills Gott, mit andern Recht balde dir nachwandern. Paul Gerhardt, g. 1606, ft. 1676. 5. Fahr hin, o Angst und Schmerzen, Fahr immer, immer hin! Ich freue mich von Herzen, Daß ich erlöset bin. Ich leb in tausend Freuden Jn meis nes Schöpfers Hand; Da trifft, noch rührt kein Leiden, So die ser Welt bekannt. 6. Die noch auf Erden wal gefieget, Mein len Jn irrthumsvoller Zeit, Mel. Valet will ich dir geben. 607. So bab ich ob= Begräbnißlieder. Vermögen kaum zu lallen Von man auch zu früh in Himmel froher Ewigkeit. Viel besser, kommen? Gott bleibet bei dem wohl gestorben, Als in der Brauch: Er eilet mit den SeiWelt gelebt. Die Schwachheit nen Zur schönenHimmelspracht. ist verdorben, Worinnen ich Wer mag nun den beweinen, geschwebt. Der bei den Engeln lacht. Nachruf der Betrübten. afdste Smedinted 7. Schmückt meinen Sarg mit Kränzen, Wie sonst ein 12. Fahr wohl, o liebe Seele! Siegsmann prangt. Aus jenen Geneuß der süßen Lust! Uns Himmelslenzen Hat meine Seel in der Trauerhöhle Ist nichts erlangt Die ewig grüne Krone. hievon bewußt. Wann wird Die werthe Siegespracht Rührt doch angelangen Desselben Taher von Gottes Sohne; Der ges Schein, Daß du uns wirst hat mich so bedacht. empfangen? O möcht es heute sein! 8. Noch neßet ihr die Wangen, Ihr Eltern, über mir; Euch hat das Leid umfangen, Das Herze bricht euch schier. Gottfr. Wilh. Sacer, g. 1635, ft. 1699. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Des Baters treue Liebe Sieht 608. Wie kurz ist doch sehnlich in mein Grab, Mutter fiehet trübe Und kehrt die Augen ab. der Menschen Leben, Wie schleunig wird es hingerafft! Wir sind mit Sterb9. Ich war euch nur gelie- lichkeit umgeben. Wie bald hen Auf eine kurze Zeit. Will versiegt der Lebenssaft! Wir Gott mich zu sich ziehen, So blühen auf und fallen ab, werfet hin das Leid Und sprecht: Wir steigen aus der Wieg ins Gott hats gegeben! Gott, Grab. nimms; du hast es Recht. Bei dir steht Tod und Leben; Der Mensch ist Gottes Knecht. 2. Wohl aber dem, der also stirbet, Daß ihn sein Sterben nicht betrübt; Den Gottentrückt, eh er verdirbet, Und ihm ein ewges Leben giebt, Ein Leben in der bessern Welt, Die keinen Jammer in sich hält! 454 10. Daß ihr mein Grab müßt sehen, Zeigt unsern schwachen Stand; Daß es so bald geschehen, Thut Gottes Vaterhand. Gott wird das Leid euch stillen. Ich sterbe nicht zu jung; Wer stirbt nach Gottes Willen, Der stirbt schon alt genung. 3. Ach weinet nicht, daß ich gestorben. Ich habe ja nun ausgekrankt. Was mir mein Jesus hat erworben, Das hab ich in dem Tod erlangt. Ich bin an 11. Schein ich zu früh ent- einen Ort gebracht, Wo meine nommen? Sag jemand: Kann Seel in Frieden lacht. Bei Kindern. 455 4. Wie wohl bin ich dort auf 3. Zeuch hin, mein Kind! gehoben! Wie wohl hat mich doch Gott versorgt! Jhn soll ich nun mit Freuden loben; Euch war ich nur von ihm geborgt. Nun hat er mich der Erd entwandt Und mir den Himmel zuerfannt. di Im Himmel findest du, Wa dir die Welt versagt; Denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, Da wird kein Schmerz erfragt. Hier müssen wir in engsten schweben, Dort kannst du ewig fröhlich leben. Zeuch hin, mein Kind! sodiy mis 4. Zeuch hin, mein Kind! Wir folgen alle nach, Sobald es Gott befiehlt. Du eilest fort, Eh dein Herz Ungemach In spätern Jahren fühlt. Wer lange lebt, steckt lang im Leide. Wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude. Zeuch hin, mein Kind! si s 5. Verwelkt der Leib gleich in der Erden, Er wird doch künftig wieder blühn, Bon Jesu schön verkläret werden; Der wird ihm seinen Glanz anziehn; Da werd ich wie ein Engelsein. Deß sollt auch ihr euch noch erfreun. 6. Ich bin der bösen Welt entflogen, In welcher ihr euch oft betrübt. Mich hat der Herr zu sich gezogen, Der mich viel mehr, als ihr, geliebt. Ich schaue Jesu Angesicht. Daran gedenkt und weinet nicht. 5. Zeuch hin, mein Kind! Die Engel warten schon Auf deinen frommen Geist. Du fiehest auch, Wie Gottes lieber Sohn Dir schon die Krone weist. Nun wohl, dein Seelchen ist entbunden, Du haft im HerMel. Es ist genug! So nimm x. euch hin, mein 609. 3 ren Zeuch hin, mein Kind! Gott selbst fordert dich Aus die ser argen Welt. Ich leide zwar, Dein Tod betrübet mich; Doch weil es Gott gefällt, So unterlaß ich alles Klagen Und 610. Wen enn kleine Him melserben n will mit stillem Zeuch hin, mein Geiste sagen: Kind! 2. Zeuch hin, mein Kind! Der Schöpfer hat dich mir Nur 659. ft. 1712. Gottfr. Hoffmann, g 1658. ft. 1712. so mi is sid fill and 10 Mel. Nun ruhen alle Wälder. ihrer Unschuld sterben, So büßt man sie nicht ein; Sie werden nur dort oben Vom Vater aufin der Welt geliehn. Die Zeit gehoben, Damit sie unverloren ist weg; Darum befiehlt er dir, sein. 190 bard Jest wieder fortzuziehn. Zeuch 2. Sie sind ja in der Taufe hin! Gott hat es so ersehen; Was dieser will, das muß geschehen. Zeuch hin, mein Kind! Zu ihrem Christenlaufe Für Jesum eingeweiht Und noch bei Gott in Gnaden: Was sollt es 456 Das Reich der Herrlichkeit. ihnen schaden, Wenn er nun nen, Wie sie das Wasserbad über sie gebeut! 3. Der Unschuld Glück verscherzen, Stets kämpfen mit den Vor Gottes Augen stellte, Und die die Welt nicht fällte, Ja, wohl noch jetzt im Neße hat? Schmerzen, Mit so viel See- 6. Wie leicht geht nicht bei lennoth, Im Angstgefühl der Sünden Das Sterben schwer empfinden: Davor bewahrt ein früher Tod. Kindern Von uns erwachsnen Sündern Das fremde Feuer an! Sind sie der Welt entrissen, Dann können wir erst wissen, Daß sie die Welt nicht fällen kann. 7. O wohl auch diesem Kinde! Es stirbt nicht zu geschwinde. Zeuch hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen Und bleibest bei den Schafen, Die ewig unsers Jesu find. Joh. Andr. Rothe, g. 1688, ft. 1758. - 4. 3war wer in seiner Jugend Den Weg zur wahren Tugend Durch Jesum Christum findt Und sich den ersten Glauben Hat niemals lassen rauben, Der lebt und stirbt auch wie ein Kind. 5. Allein, wo sind die Reinen, Die jetzt noch so erscheiXXIV. Das Reich der Herrlichkeit. Chrifti Wiederkunft; Auferstehung der Todten; jüngstes Gericht. 200 611. Tag ag des Bornes, sich erheben, Antwort im Geden wir gläu- richt zu geben. ben, Wirst die Welt in Asche stäuben, Wie uns die Propheten schreiben. 5. Und ein Buch wird sich entfalten, Drin der Menschen Schuld enthalten, Wonach Gott Gericht wird halten. 2. Welch ein Zittern wird dann werden, Wenn der Richter 6. Wird der Herr nun richkommt auf Erden, Nächer aller Sünd zu werden! tend sizen, Dann wird Licht ins Dunkle blißen, Nichts vor seinem Zorne schützen. 3. Die Posaun mit mächtgem Schalle, Rufend durch der Gräber Halle, Treibet vor den Thron hin alle. 7. Was soll dann ich Armer sagen? Welchen Fürsprech mir erfragen, Wo selbst die Gerechten zagen? 4. Tod und Schöpfung werden beben, Wenn die Zeichen 8. König, schrecklich, groß Christi Wiederkunst; Auferstehung und Gericht. 457 von Ehren, Du rettst, was er- und Klage Zum Gericht, be rett joll werden; Rett auch mich, schwert mit Sünden: Herr Heiland der Erden! Gott, laß uns Gnade finden! Frommer Jesu, ach schenk uns Ewge Ruh in deinem Namen! Amen! 9. Treuer Jesu, wollst bedenken, Daß du kamst, mir Heil zu schenken! Wollst mich nicht zum Abgrund senten! 10. Haft gesucht mich Zeit des Lebens, Mich erlöst am Kreuz voll Bebens; So viel 612. Es ist gewißlich an 11. Richter der gerechten Rache, Deiner Huld mich theilhaft mache, Eh ich zum Gericht erwache. 12. Schwer beseufz ich meinen Schaden, Ich erröth von Schuld beladen; Schenk dem Flehenden, Herr, Gnaden; 13. Du, der lossprachst einst Marien Und dem Schächer haft verziehen, haft auch mir Hoffnung verliehen. 2. Posaunen wird man hören gehn An aller Welten Ende; Denn Gott wird fordern vor sein Thron All Menschen gar behende. Da wird der Tod erschrecken sehr, Wenn er wird hören neue Mähr, Daß alles Fleisch soll leben. 3. Ein Buch wird da gelesen bald, Darin so steht geschrieben, Wie Gott will richten Jung und Alt; Soll nichts verborgen liegen. Da wird einm jeden kommn zu Haus, Was er hie hat gerichtet aus In seinem ganzen Leben. 4. Was werd ich armer Sünder dann Vor deinem Nichtstuhl sagen? Was werd ich für ein Fürsprech habn, Der mein Sach wird austragen? 18. Ach wenn wir an jenem Das wirst du thun, Herr JeTage Auferstehn mit Thrän su Christ, Dieweil daß du ge14. Mein Gebet gilt zwar nicht theuer; Doch du Gnadenvoller, Treuer, Rette mich vom ewgen Feuer! 15. Von den Böcken weg mich stelle, zu den Schafen mich geselle, Mich zu deiner Rechten stelle. Uebersegung des Dies irae, dies illa von Thomas v. Gelano, um 1250. 16. Wann die Flammen, heiß entglommen, Die Verdammten hingenommen, Dann ruf mich mit deinen Frommen. 17. Mit zerknirschtem Herzen wende Flehend ich zu dir die Hände: Sorge gnädig für mein Ende. Daß Christ, der Herr, wird kommen In seiner großen Herrlichkeit, Zu richten Bös und Frommen. Da wird das Lachen werden theur, Wenn alles wird vergehn durchs Feur, Wie Gottes Wort bezeuget. 458 hrs Das Reich der Herrlichkeit.d kommen bist, All Sünder zu| hell, ihr Stern geht auf. Nun erlösen.msdn time 5. O Jesu, hilf zur selben Zeit, Von wegen deiner Wunden, Daß ich im Buch der Seligkeit Werd angezeichnet funden. Nun, Herr, ich dran auch zweifle nicht; Denn du hast ja den Feind gericht Und meine Schuld bezahlet. fomm, du werthe Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all Zum Freudensaal Und halten mit das Abendmahl.o 3. Gloria sei dir gesungen Mit Menschen- und mit Engelzungen, Mit Harfen und mit Cymbeln schön! Von zwölf Per6. Herr Jesu Christ, du len sind die Thore An deiner machst es lang In diesen bö- Stadt; wir stehn im Chore sen Tagen. Auf Erden ist den Der Engel hoch um deinen Leuten bang; Laß sie doch nicht Thron. Kein Aug hat je geverzagen. Schick den Tröster, spürt, Kein Ohr hat je geden heiligen Geist, Der sie in hört Solche Freude. Drum alle Wahrheit leit, Durch Je- jauchzen wir Und singen dir sum Christum. Amen! Das Hallelujah für und für. Phil. Nicolai, g. 1556, ft. 1608. bouleol 150 0 190 614. Wach auf, wach 613. Wachet auf! ruft auf, du fichre uns die Stim- Welt! Der letzte Tag wird wahrme Der Wächter sehr hoch auf lich kommen! Denn was im der Zinne, Wach auf, du Stadt Himmel ist bestellt, Wird durch Jerusalem! Mitternacht heißt die Zeit nicht hingenommen. diese Stunde! Sie rufen uns Ja, was der Heiland selbst ge mit hellem Munde: Wo seid ihr schworen, Soll endlich allzumal flugen Jungfrauen? Wohlauf, geschehn. Obgleich die Welt der Bräutgam kömmt! Steht muß untergehn, So wird sein auf, die Lampen nehmt! Halle- Wort doch nicht verloren. lujah! Macht euch bereit Zu der Hochzeit! Ihr müsset ihm entgegen gehn. 2. Wach auf, der Herr kommt zum Gericht! Er wird sehr prächmonist n tig lassen schauen Sein richter132. Zion hört die Wächter liches Angesicht, Das die Verfingen, Das Herz thut ihr vor dammten machet grauen. Seht, Freuden springen; Sie wachet den der Vater lässet sitzen Zu und steht eilend auf. Ihr Freund seiner Rechten, der die Welt kommt vom Himmel prächtig, zu seinen Füßen hat geſtellt, Von Gnaden stark, von Wahr- Der kommt mit Donner, Feur heit mächtig, Ihr Licht wird und Blizzen. Frederus, 1550, und Barthol. Ringwaldt, g. 1531, ft. 1598; nach: Dies irae, dies illa, von Thomas v. Gelano, st. 1255.9inis #droj drig Hom Chrifti Wiederkunft; Auferstehung und Gericht. 459 3. Wach auf, wach auf, du 7. Der Frühling ist schon fichre Welt! Gar schnell wird vor der Thür, Der Feigenbaum dieser Tag einbrechen. Wer will Land gewinnen, Die Blümweiß, wie bald es Gott gefällt? lein schießen auch herfür, Die Sein Will ist gar nicht auszu Zeit erneuert uns die Sinnen. sprechen. Ach hüte dich vor Bald kommt das rechte SomGeiz und Prassen! Gleichwie merleben, In welchem unser das Vöglein wird berückt, Noch Leib wird sein Verfläret, wie eh es seinen Feind erblickt: So der Sonnenschein, Den uns der schnell wird dieser Tag dich jüngste Tag wird geben. tis emir 1900 faffen. 8. Wohlan, wir wollen Tag 4. Der Herr verzeucht die und Nacht Im Geist und unletzte Zeit, Dieweil er uns so ablässig beten; Wir wollen imherzlich liebet Und nur aus mer geben Acht Auf unsern lauter Freundlichkeit Uns Frist Herrn und vor ihn treten. und Raum zur Buße giebet. Kommt, lasset uns entgegen geEr weiß gar sanft mit uns zu hen Dem Bräutigam zu rechter fahren, Hält auf den lieben Zeit, Damit wir in der Ewigkeit jüngsten Tag, Daß sich der Sammt allen Engeln vor ihm Frommen Glauben mag Sammt stehen. Joh. Rift, g. 1607, ft. 1667. Lieb und Hoffnung offenbaren.spiri Siji id drin 5. Erscheinen wird das lieb- Mel. Valet will ich dir geben. lich Theil, Der Tag des Nich- 615. Laßt ab von Sünihr An Laßt welchem eur erwünschtes Heil, ab und zweifelt nicht, daß Euch frei zu machen, ist ge- Christus wird mit Schalle Bald kommen. Der rechte Josua wird kommen zum Gericht! Sein bringen Die Seinigen mit star- Stuhl ist schon bereitet. Der ker Hand In das gewünschte Herr kommt offenbar; Er kommt Vaterland, Ein Siegeslied da- und wird begleitet Von einer felbst zu singen. 05 großen Schaar. 6. Sind auch die Zeiten so verkehrt, Daß wir vor Unmuth schier vergehen; Wird schon die Trübsal so vermehrt, Daß kaum ein Ziel davon zu sehen: Geduldet euch! Bald wird sich enden Des Lebens schwere Bilgerschaft, Bald werden wir dahin gerafft, Wo sich die Plagen von uns wenden. sbst 2. Erschrick, o fichre Seele! Dies ist der letzte Tag. Dein Leib kommt aus der Höhle, Darin er schlafend lag. Da mußt du stehn entkleidet und hören an mit Scheu, Wie Christus selber scheidet Den Weizen von isdisbio der Spreu. 3. Wohl dir, wenn du geschmücket In wahrem Glauben 460 Das Reich der Herrlichkeit.do bist! Alsdann wirst du gerücket schreien, Wenn ihn der RichHinauf zu Jesu Christ. Weh aber deinem Herzen, Wo du bist unbereit! Du mußt erleiden Schmerzen Und Bein in Ewigkeit. ter fragt, Warum er nicht mit Treuen Gethan, was ihm gesagt! Wie wird er können schauen Ein solches Angesicht, Das ihm mit Angst und Grauen Leib, Seel und Geist zerbricht? 9. D Himmel! Es erschallet 4. Was wird der Richter machen? Der richtet nicht allein; Er wird zugleich in Sa- Der Sünder Klaggeschrei: Ihr chen Dein wahrer Zeuge sein, Berg und Hügel fallet Und Dann wirst du sehr erschrecken, knirschet uns entzwei! Bedeck Wenn auf dem Urtheilsplan uns vor dem Pfuhle, Dieweil Der Richter wird aufdecken, zu dieser Frist Das Lamm auf Was heimlich du gethan. Gottes Stuhle So sehr er5. Wie willst du doch be- grimmet ist! stehen Vor seinem großen Zorn, Wenn er dich lässet sehen Die Wunden, Schläg und Dorn, Und was er mehr getragen, O schnöder Mensch, für dich? Da wird dich Christus fragen: Warum, Mensch, schlugst du mich? rou do 10. Herr, lehre mich bedenken Doch diesen großen Tag, Daß ich zu dir mich lenken Und christlich leben mag. Und wenn ich dort soll stehen Vor deinem Angesicht, So laß mich als dann sehen Dein klares Himmelslicht. Joh. Rift, g. 1607, st. 1667. 6. Hab ich nicht gern verrn vergoffen Mein Blut für deine Schuld? Ward ich nicht fest Mel. Kommt her zu mir, spricht zc. geſchloſſen? Bitt ich nicht mit 616. Du fiehest, Menſch, Geduld Die fort und fort Strafen Und Marter Tag und Der eine hier, der andre dort Nacht, Bis ich, am Kreuz Uns gute Nacht muß geben. entschlafen, Hab alles vollen- Der Tod hält keinen andern bracht? Lauf; Er sagt zuletzt die Woh7. Wie hast du nun vergol- nung auf Uns allen, die wir ten mir, was ich dir gethan? leben. Oft hast du mich gescholten, Bist oft die Sündenbahn Mit dem verfluchten Haufen, Nur mir zu Spott und Hohn, In Sicherheit gelaufen! War das dafür mein Lohn? 2. Bedenk es weislich in der Zeit Und fleuch den Schlaf der Sicherheit, Sei augenblicklich wacker; Denn wiß, es bleibet nicht dabei, Daß hier dein Leib vergraben sei Auf einen Gottesacker. od 2 00 8. Wie wird der Sünder Christi Wiederkunft; Auferstehung und Gericht. 461 3. Wir werden aus den Grä- Der Abend ist gekommen, Die bern gehn Und alle vor Ge- finstre Nacht bricht ein. Es hat richte stehn, Das Christus selbst sich aufgemachet Der Bräutiwird hegen, Wenn auf der En- gam mit Pracht. Auf, betet, gel Feldgeschrei Die Glut das kämpft und wachet! Bald ist große Weltgebäu Wird in die es Mitternacht. Asche legen. nism( bim 190 4. Alsdann wird erst der ganzen Welt Belohnung werden zugestellt. Die Sünder sollen büßen, Und ihnen ohn Betrug und Schein Selbst Kläger, Richter, Henter sein, Verdammt durch ihr Gewissen. inibis 5. Ach Gott, kommt mir dies Urtheil vor, So steigen mir die Haar empor; Mein Herz fühlt Angst und Schrecken. Ihr hohen Hügel, heb ich an, Jhr Berg, und was sich stürzen kann. Fallt her, mich zu bedecken! 2. Macht eure Lampen fertig Und füllet sie mit Del Und seid des Heils gewärtig; Bereitet Leib und Seel. Die Wächter Zions schreien: Der Bräutigam ist nah! Begegnet ihm im Reihen Und singt Hallelujah! 3. Ihr klugen Jungfraun alle, Hebt nun das Haupt empor Mit Jauchzen und mit Schalle Zum frohen Engelchor. Die Thür ist aufgeschlossen, Die Hochzeit ist bereit! Auf, auf, ihr Reichsgenossen, Der Bräutgam ist nicht weit! 6. Herr Jesu, meine Zuver- 4. Er wird nicht lang verzieficht, Ach laß dein strenges hen; Drum schlafet nicht mehr Weltgericht, Ach laß es mir ein. Man sieht die Bäume blunicht schaden! Zeig an dem hen; Der schönste FrühlingsVater den Vertrag, Damit ich schein Verheißt Erquickungszeikünftig hören mag Den süßen ten; Die Abendröthe zeigt Den Spruch der Gnaden. 2 non schönen Tag von weiten, Davor 7. Gieb, daß ich mich bet das Dunkle weicht. gutem Sinn, Und weil ich noch bei Kräften bin, Bereite zum Absterben, Auf daß ich mag nach dieser Zeit Der Seelen Heil und Seligkeit Aus lauter Gnad ererben.d Simon Dach, g. 1605, ft. 1659. 5. Wer wollte denn nun schlafen? Wer klug ist, der ist wach. Gott kömmt, die Welt zu ftrafen, zu üben Grimm und Rach An allen, die nicht wachen und die des Thieres Bild Anbeten sammt dem Drachen. Drum auf! Der Löwe brüllt. 6. Begegnet ihm auf Erden, Jhr, die ihr Zion liebt, Mit ihr Frommen! freudigen Geberden und seid Zeigt eurer Lampen Schein! nicht mehr betrübt. Es sind die Mel. Valet will ich dir geben. rmuntert euch, 617. 462 m Das Reich der Herrlichkeit.id) Freudenstunden Gekommen, und| mel Thron Als Herrscher einder Braut Wird, weil sie über- genommen, Du wirst dereinst wunden, Die Krone nun ver- zu rechter Zeit In großer Kraft und Herrlichkeit Vom Himmel wiederkommen. Gieb, daß dann froh und mit Vertraun Dich, Herr, auch meine Augen schaun. traut. 7. Die ihr Geduld getragen Und mit gestorben seid, Sollt nun nach Kreuz und Plagen In Freuden sonder Leid Mit leben 2. Wer faßt, o Heiland, und regieren und vor des Lam- jetzt die Pracht, Die deinen mes Thron Mit Jauchzen trium- Tag einst herrlich macht? Wie phiren In eurer Siegeskron. groß wirst du dich zeigen, 8. Hier sind die Siegespal- Wenn du auf lichten Wolken men, Hier ist das weiße Kleid; einst Mit deiner Engel Heer Hier stehn die Weizenhalmen erscheinst, Die sich vor dir, In Frieden nach dem Streit Herr, beugen! Dann sieht die. Und nach den Wintertagen; Hier Welt die Majestät, Dazu dich grünen die Gebein, Die dort Gott, dein Gott, erhöht.mod der Tod erschlagen; Hier schenkt 3. Dann tönt dein Ruf in man Freudenwein. 9. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, Wo die Erlösten weiden; Hier ist die fichre Pfort, Hier sind iba jedes Grab Mit allmachtsvoller Kraft hinab Und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd und Meer Das große unzählbare Heer Der Todten die güldnen Gaffen; Hier ist wiedergeben. Sie stehn durch das Hochzeitsmahl, Hier soll sich niederlassen Die Braut im Rosenthal. dich, Herr, neu beseelt Nun alle auf, und keiner fehlt. insdie 10. O Jesu, meine Wonne, Komm bald und mach dich auf! Geh auf, verlangte Sonne, Befördre deinen Lauf! O Jesu, mach ein Ende Und führ uns aus dem Streit! Wir heben Haupt und Hände Nach der Erlösungszeit. 4. Du sammelst sie vor deinen Thron, Um jedem den bestimmten Lohn Nach seiner That zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Pein, Den Frommen aber führst du ein In das verheißne Leben. Wer leugnet dann noch, Jesu Christ, Daß du der Erde Nichter bist? G Laurentius Laurentii, g. 1660, ft. 1722. 5. O gieb, wenn nun dein Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. Tag erscheint, Daß ich in dir 618. Grhöhter Jeſu, dann meinen Freund Und HeiGottes Sohn, land wiederfinde; Daß ich mit Der du schon längst der Him- Freuden vor dir steh Und mit Christi Wiederkunft; Auferstehung und Gericht. 463 dir in den Himmel geh, Ganz zur Buße nicht mehr Frist; frei von Fluch und Sünde! Laß Hier gilt nicht mehr Betrug mich im Glauben wachsam sein und List; Hier gilt kein falUnd auch die kleinste Sünde scher Zeuge. scheun. 6. Dein Name sei mir ewig werth, Und was dein Wort von mir begehrt, Das laß mich treulich üben. Niemals ermüde hier mein Geist, Dich, den schon jeßt der Himmel preist, Aus aller Kraft zu lieben: So hab ich in der Ewigkeit Auch Theil an deiner Herrlichkeit. 4. Der Richter spricht, der Himmel schweigt, und alle Völker hören Erwartungsvoll und tief gebeugt: Kommt, erbt das Reich der Ehren! So spricht er zu der frommen Schaar; Doch die, die widerspenstig war, heißt er nun von sich weichen. is mise 5. O Herr, mit welcher Majestät Wirst du dies Urtheil Chr. Sam. Ulber, g. 1714, ft. 1776. Tous dus olemmid misfällen! Die Sünder, die dich Mel. Es ist das Heil uns kommen hier verschmäht, Gehn dann geher. Gwiß zur Höllen. Dort trifft sie 619. Schon ist der Tag unerforschte Bein. Wer wird von Gott be dann noch ihr Retter sein? Jhr stimmt, Da, wer auf Erden Warten ist verloren. dir wandelt, Sein Loos aus Got- 6. Sie, die Gerechten, leuchtes Händen nimmt, Nach dem er hier gehandelt. Er kommt, ten dann So, wie der Glanz am Himmel. Du selbst nimmſt er kommt, des Menschen Sohn! fie zu Ehren an. O welch ein Er kommt, und Wolken sind sein Thron, Der Erden Kreis zu richten. sid al froh Getümmel! Nun sehn fie mit erstauntem Blick, DaßGlaub und Lieb das höchste Glück Aus Gottes Gnad ererben. 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit, Hier stehn die Millionen, Die seit dem ersten Tag der Zeit Auf dieser Erde wohnen, Nur dem Allwissenden bekannt, Unzählbar, wie am Meer der Sand; Hier stehn sie vor dem Richter. d 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt Der Wahrheit unterliegen. Hier, wo das Recht die Wage hält, Wird feine Sünde siegen. Hier ist 7. Sie gehn nun in das selge Reich, Das Gott für sie bereitet und sehn auf ewig, Engeln gleich, Ihr Wohlsein ausgebreitet. Das Stückwerk wird Vollkommenheit, Kein Kummer, keine Traurigkeit Stört ihre ewge Freude. 8. Mein Heiland, laß mich dein Gericht Oft und mit Ernst bedenken! Es stärke meine Zuversicht, Wenn mich die Leiden 464 bis Das Reich der Herrlichkeit.d kränken. Es reize mich, gewis-| chenschaft Nach deinem Wort senhaft Und eingedenk der Re- zu wandeln.dul na ist slot mist ille mid 12 dru Joh. Sam. Diterich, g. 1721, st. 1797. spus si sanit sinisi sid bun dull JINSO asd Jibing) asithife Die Ewigkeit. silo dull tpisarbi Ismmic orbi lommic pats ir ist mit mis Mel. Bater unser im Himmelreich.| Jahr Ein Aug vergöß ein kleine 620. Ewigkeit, Zähr, Würd wachsen Waſſer o Ewigkeit, solche Meng, Daß Erd und Wie lang bist du, o Ewigkeit! Himmel wär zu eng.sm sid Doch eilt zu dir schnell unser 6. Ewigkeit, o Ewigkeit, Zeit, Gleichwie das Heerpferd Wie lang bist du, o Ewigkeit! zu dem Streit, Nach Haus der Hör, Mensch: So lange Gott Bot, das Schiff zum Port, wird sein, So lang wird sein Der schnelle Pfeil vom Bo- der Höllen Pein, So lang wird gen fort. 19de of Insllo sein des Himmels Freud! O lange Freud, o langes Leid! 2. O Ewigkeit, o Ewigkeit, Wie lang bist du, o Ewigkeit! 7. Gleich wie an einer Kugel rund Kein Anfang und kein End ist kund, Also, o Ewigkeit, an dir Nicht Ein- noch Ausgang finden wir. sim 0 mod not 3. D Ewigkeit, o Ewigkeit, Wie lang bist du, o Ewigkeit! 8. D Ewigkeit, o Ewigkeit, Du bist ein Ring, unendlich weit, Dein Mittelpunkt heißt ,, Allezeit", ,, Niemal" der weite Umkreis dein, Weil deiner nie kein End wird sein. Ewigkeit, o Ewigkeit, Wie lang bist du, o Ewigkeit! Verständig ist, der dich betracht, Des Fleisches Luft er leicht veracht; Bei ihm die Welt nicht Platz mehr findt; Die Lieb zum Eiteln bald verschwindt. Wie lang bist du, o Ewigkeit! Wer sich besinnt, zu Gott so spricht: Hie brenn, hie schneid, hie straf und richt, Hie handle nach Gerechtigkeit; Verschon 4. DEwigkeit, o Ewigkeit, nur in der Ewigkeit! Wie lang bist du, o Ewigkeit! 9. D Ewigkeit, o Ewigkeit, Wegnehmen könnt ein Vöglein Wie lang bist du, o Ewigkeit! klein All ganzer Welt Sand, O Mensch, oft deine Sinnen Berg und Stein, Wenns auch stell, zu denken an die Qual nur käm all tausend Jahr: Von der Höll Und an der Frommen dir wär noch nichts weg, für- Herrlichkeit! Es währet beides wahr! ohne Zeit! Bedenk, o Mensch, die Ewigkeit! 3. 2-6 v. e. Unbekannten a. d. 16. Jahrh V. 7-8 von Dan. Wülffer, g. 1617, st. 1685. 5. Ewigkeit, o Ewigkeit, Wie lang bist du, o Ewigkeit! In dir, wenn nur all tausend Ewiger Tod. 465 Mel. Jesus, meine Zuversicht. 4. Ewig aber ist verflucht, 621. Gwig, ewig! heißt Wer die Zeit in seinem Leben das Wort, Das Zu verschwenden hat gesucht und sich eitler Luft ergeben. Diesem bringt die Ewigkeit Endlich ein unendlich Leid. 5. Mein Gott, laß mich in der Zeit An die Ewigkeit gedenken Und durch keine Sicher heit Mir das rechte Ziel verschränken, Daß mich, eh die Zeit verläuft, Nicht die Ewigkeit ergreift. sus 21911-198 6. Ewig, ewig! Süßer Schall, Wenn man hier hat fromm gelebet! Ewig, ewig! Schreckenshall, Wenn man Gott hat widerstrebet! Steh mir, Gott, in Gnaden bei, Daß das Wort mir Jubel sei. Jour Benj. Schmolk, g. 1672, f. 1787. wir wohl bedenken müssen. Zeitlich hier und ewig dort, Das ist, was wir alle wissen; Denn nach dieser kurzen Zeit Folgt die lange Ewigkeit. 2. Es wird endlich alle Zeit Von der Ewigkeit verschlungen; Diese bringet Freud und Leid. Wie man hier darnach gerungen, Was wir in der Zeit gethan, Schreibt die Ewigkeit uns an. 5 3. Ewig wird das Erbe sein Derer, die an Christum gläuben Und ohn allen Heuchelschein Treu in seiner Liebe bleiben. Für das Leiden dieser Zeit Krönet sie die Ewigkeit. no Ewiger Lod. 622. Ewigkeit, du land ſelber spricht: Aus ihr ist Donnerwort! kein Erlösung nicht.you mis D Schwert, das durch die Seele 3. Ewigkeit, du machst bohrt! O Anfang sonder Ende! mir bang! O ewig, ewig ist Ewigkeit, Zeit ohne Zeit! zu lang! Hier gilt fürwahr kein Ich weiß vor großer Traurigkeit Scherzen. Drum, wenn ich diese Nicht, wo ich mich hinwende. lange Nacht Zusammt der groMein ganz erschrocknes Herz ßen Pein betracht, Erschreck ich erbebt, Daß mir die Zung am recht von Herzen. Nichts ist zu Gaumen klebt. finden weit und breit So schrecklich als die Ewigkeit. 2. Kein Unglück ist in dieser Welt, Das endlich mit der Zeit nicht fällt Und ganz wird auf gehoben. Die Ewigkeit nur hat fein Ziel; Sie treibet fort und fort ihr Spiel, Läßt nimmer ab zu toben. Ja, wie mein Hei- manches Laub das Erdreich 30 4. Wenn der Verdammten große Qual So manches Jahr, als an der Zahl Hier Menschen sich ernähren, Als manchen Stern der Himmel hegt, Als 466 Das Reich der Herrlichkeit. trägt, Noch endlich sollte wäh- 9. Ach laß die Wollust ren: So wäre doch der Bein dieser Welt, Pracht, Hoffart, zuletzt Ihr recht bestimmtes Ziel Reichthum, Ehr und Geld Dir geſetzt. länger nicht gebieten! Schau an die große Sicherheit, Die falsche Welt und böse Zeit, send Jahr Haft kläglich ausge- Zusammt des Teufels Wüstanden Und von der Bein zu folcher Frist Ganz grausamlich gemartert bist, Ist doch kein Schluß vorhanden. Die Zeit, so niemand zählen kann, Die fänget stets von neuem an. sitis bil drif 5. Nun aber, wenn du die Gefahr Viel hundert tausend tauthen! Vor allen Dingen hab in Acht Die vorerwähnte lange Nacht! 10. Ewigkeit, du Donnerwort! O Schwert, das durch die Seele bohrt! O Anfang, 6. Ach Gott, wie bist du sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit so gerecht! Wie strafest du die ohne Zeit! Ich weiß vor großer bösen Knecht Im heißen Pfuhl Traurigkeit Nicht, wo ich mich der Schmerzen! Auf kurze Sün- hinwende. Nimm du mich, den dieser Welt Hast du so wenn es dir gefällt, Herr Jelange Bein gestellt. Ach nimm su, in dein Himmelszelt! Joh. Rist, geb. 1607, st. 1667. es wohl zu Herzen und merk auf dies, o Menschenkind: Kurz ist die Zeit, der Tod geschwind! Mel. Nun ruhen alle Wälder. 623. Viel besſer, nie 7. Ach fliehe doch des Teugeboren, Als fels Strick! Die Wollust fann ewiglich verloren, Von Gott ein Augenblick, Und länger getrennt sich sehn, Von keinem nicht, ergößen. Dafür willst du Heil nichts wissen, Vom Licht dein arme Seel Hernachmals zu Finsternissen, Vom Leben zu ewig in der Höll In große Trüb- dem Tode gehn. sal jegen? Ja, schöner Tausch! 2. Vom Singen in das KlaJa, wohl gewagt, Das bei dem Teufel wird beklagt! gen, Vom Hoffen ins Verzagen, Von Freuden in die Bein, Von Freiheit in die Banden, Von Ehren in die Schanden, Von Ruhe in die Qual hinein; 8. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf! Ermuntre dich, verlornes Schaf Und beßre bald dein Leben! Wach auf! Es ist 3. Im Fluch auf ewig brensehr hohe Zeit! Es kommt heran die Ewigkeit, Dir deinen Lohn zu geben! Vielleicht ist heut der letzte Tag! Wer weiß, wie man noch sterben mag? Gott, der du die Welt geliebt. nen, Gott seinen Gott nicht nennen: O das ist hoch betrübt! Ach Gott, ich flieh gerade Allein zu deiner Gnade, Mein Ewiges Leben. 467 4. Du hast den Sohn gegeben, 5. Ich war dem Tod zum Im Sohn ein ewig Leben; Im Sohn will ich dich flehn, Dich flehn um deine Liebe, Dich flehn aus heißem Triebe: Laß mich das Heil in Jesu sehn! Raube: Nun gieb mir, daß ich glaube. Wer glaubt, wird selig sein. So geh ich nicht verloren, So bin ich neu geboren, So dring ich in das Leben ein. Phil. Friedr. Hiller, g. 1699, st. 1769. Ewiges Leben. 298 624. Jerusalem, Du Nichtigkeit, Und mir Gott hat Erb der hochgebaute Stadt, Wollt Gott, ich wär in 5. Was für ein Volk, Was dir! Mein sehnlich Herz So für ein edle Schaar Kommt groß Verlangen hat und ist dort gezogen schon? Was in nicht mehr bei mir. Weit über der Welt Von Auserwählten Berg und Thale, Weit über bla- war, Seh ich; die beste Kron, ches Feld Schwingt es sich über Die Jesus mir, der Herre, Entalle Und eilt aus dieser Welt. gegen hat gesandt, Da ich noch 2. O schöner Tag Und noch war so ferne In meinem Thräviel schönre Stund, Wann wirst nenland. du kommen schier, Da ich mit 6. Propheten groß und PaLust, Mit freiem Freudenmund Die Seele geb von mir Jn Gottes treue Hände Zum auserwählten Pfand, Daß sie mit Heil anlände In jenem VaterLand! triarchen hoch, Auch Christen insgemein, Die weiland dort Trugen des Kreuzes Joch Und der Tyrannen Pein, Schau ich in Ehren schweben, In Freiheit überall, Mit Klarheit hell umgeben, Mit sonnenlichtem Strahl. 7. Wenn dann zulett Ich angelanget bin Im schönen Baradeis: Von höchster Freud Erfüllet wird der Sinn, Der Mund voll Lob und Preis. Das Hallelujah reine Singt man in Heiligkeit, Das Hosianna seine Ohn End in Ewigkeit. 3. Im Augenblick Wird sie erheben sich Bis an das Firmament, Wenn sie verläßt So sanft, so wunderlich Die Stätt der Element; Fährt auf Eliä Wagen Mit froher Engelschaar, Die sie in Händen tragen, Umgeben ganz und gar. 4. Ehrenburg, Sei nun gegrüßet mir! Thu auf der Gnaden Pfort! Wie große Zeit Hat mich verlangt nach dir, Eh ich bin kommen fort Aus jenem bösen Leben, Aus jener 8. Mit Jubelklang, Mit Instrumenten schön, Jn Chören ohne Zahl, Daß von dem Schall Und von dem süßen Ton Er Das Reich der Herrlichkeit. 468 bebt der Freudensaal; Mit Mit Stimmen noch viel mehr, wie von Anfang gefungen Des Himmels selig Heer. Meyfart, g. 1590, st. 1642. Mel. Valet will ich dir geben. 626. in Tröpflein von den Reben Der süßen Ewigkeit Kann mehr Erquickung geben, Als dieser eitlen Zeit Gesammte Wollustflüsse; Und wer nach jenem strebt, Tritt 625.wie felig seid unter seine Füße, Was hier die Welt erhebt. ihr doch, ihr Frommen, Die ihr durch den Tod zu Gott gekommen; Jhr seid entgangen Aller Noth, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man hier doch wie im Kerker leben, Da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben. Was wir hier kennen, Ist 3. Den wahren Gott zu nur Müh und Herzeleid zu schauen, Das ist die Seligkeit Und aller Himmelsauen Ihr schönstes Blumenkleid. Wie war nach seinen Blicken Doch Abraham so froh! Wie wünscht er zu erquicken Sich an dir, A und O! nennen. 3. Jhr hingegen ruht in eurer Kammer Sicher und befreit von allem Jammer; Kein Kreuz und Leiden Ist euch hinderlich in euren Freuden. 4. Christus wischet ab euch alle Thränen, Habt das schon, wonach wir uns erst sehnen; Euch wird gesungen, was durch teines Ohr allhier gedrungen. 5. Ach wer wollte denn nicht gerne sterben Und den Himmel für die Welt ererben? Wer wollt hier bleiben, Sich den Jammer länger lassen treiben? 6. Komm, o Christe, komm, uns auszuspannen! Lös uns auf und führ uns bald von dan nen! Bei dir, o Sonne, Jst der frommen Seelen Freud und Wonne. ISO TO ili mad Simon Dach, g. 1605, ft. 1659. 2. Wer von dir möchte sehen Nur einen Blick, o Gott, Wie wohl würd ihm geschehen! Die Welt wär ihm ein Spott Mit allem ihren Wesen. So herrlich und so rein, So lieblich, so erlesen Ist deiner Augen Schein. 4. Du reichlichste Belohnung Der Auserwählten Zahl, Wie lieblich ist die Wohnung, Da deiner Gottheit Strahl Sich offenbarlich zeiget! O herrlichedler Tag, Dem diese Sonne steiget Und ihn erleuchten mag! 5. O Licht, das ewig brennet, Dem keine Nacht bewußt, Das keinen Nebel kennet, Gesellschaft, reich an Lust, Da Gott und Engel kommen Mit Menschen überein, Und ewiglich die Frommen Gesegnet werden sein! 6. Vollkommne Liebe bringet Dort immer neue Freud; Aus Ewiges Leben. 40 469 ewger Lieb entspringet Ein ewge Leben plagt, Weil mir die Fröhlichkeit. Gott selbst ist sol- Ewigkeit behagt. 2. Kein Herrlichkeit ist in der Welt, Die endlich mit der Zeit nicht fällt Und gänzlich 7. Sein Licht wird in uns muß vergehen. Die Ewigkeit leuchten, Sein Del und Honigsaft Soll unsre Lippen feuchten Von seiner Stärke Kraft. Mit Weisheit, Schönheit werden Wir ganz erfüllet sein Und spiegeln die Geberden In sei- 3. O Ewigkeit, du währeft nem hellen Schein. nur hat kein Ziel, Sie treibet fort und fort ihr Spiel, Bleibt unverändert stehen; Ja, wie der heilge Petrus spricht: Ihr Erbe das verwelket nicht. lang! Wenn mir auf Erden gleich ist bang, Weiß ich, daß dies aufhöret. Drum, wenn ich diese lange Zeit Erwäge sammt der Seligkeit, Die nichtes nicht zerstöret: So acht ich alles Leiden nicht, Welchs kaum ein Augenblick anficht. 4. Was ist doch aller Christen Qual, Die Bein der Märtrer allzumal, So vieles Kreuz und Leiden! Wenn man es gleich zusammen trägt Und alles auf die Wage legt, Sodann zur andern Seiten Dort jenes Lebens Herrlichkeit: Wie wird es überwogen weit! 5. Sieht man dann die Verdammten an, Wie lang ihr Marter währen kann, Wie grausam sie geplaget, Nur im627. Ewigkeit, du mer sterben ohne Tod, Und D Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. Freudenwort, Leben in der höchsten Noth, Das mich erquicket fort und Vom Feur und Wurm benafort! O Anfang sonder Ende! get: Was ist das nicht für Herrlichkeit, Von diesem allen sein befreit! Ewigkeit, Freud ohne Leid! Ich weiß vor Herzensfröhlich keit Gar nichts mehr vom Elende, Das sonst in diesem 6. Jm Himmel lebt der Christen Schaar Bei Gott viel tauche Wonne, Ist solcher Liebe Preis, Jst seiner Blumen Sonne Jm bunten Paradeis. 8. Was wünschest du für Gaben? Du wirst sie finden dort Und in dir selber haben Den Reichthum fort und fort; Denn Gott, vor welchem Kro: nen Und Berlen Staub und Spott, Wird selber in uns wohnen, Und wir in unserm Gott. 9. Wann werd ich einmal kommen zu solcher Freudenquell? Wär ich doch aufgenommen Und schon bei dir zur Stell! Herr Christe, nimm mein Flehen So lang indessen an, Bis ich dich selbst ersehen Und recht beschauen kann. Erasm. Francisci, g. 1627, fr. 1694. 470 Das Reich der Herrlichkeit. send tausend Jahr Und werden so herrlich sein, Wenn sie mit deß nicht müde; Sie stimmen ihm einst bricht herein! Triumph! mit den Engeln ein, Sie se- Wir sehen sie, wir singen ihr. hen stets der Gottheit Schein, Wohl dem, der mit dazu geSie haben güldnen Frieden, hört schon hier! Da Christus giebt, wie er verheißt, Das Manna, das die Engel speist. di troj 2. Ich grüße dich, du goldne Stadt, Die lauter Thor von Perlen hat. Führ deine Mauern 7. Ach wie verlanget doch hoch hervor; Sie heben deine nach dir Mein mattes Herze Pracht empor. Dein Licht ists mit Begier, Du überselig Le Lamm; es deckt dich keine Nacht. ben! Wann werd ich doch ein- O wär ich nur bald auch dahin mal dahin Gelangen, wo mein gebracht! nisbolled schwacher Sinn Stets pfleget 3. Ach wundre sich nur Nienach zu streben! Ich will der mand nicht, Daß ich darauf Welt vergessen ganz, Mich seh- allein gericht. Ein Brautherz nen nach des Himmels Glanz. kann in sonst nichts ruhn; Es 8. Fahr hin, du schnöde Zucht hat mit seinem Schmuck zu und Pracht, Du tolle Hoffarts- thun. Wer seinen Hochzeitstag kleidertracht; Fahr hin, du sünd- schon vor sich sieht, Der ist lich Wesen, Du falsch entzündte um andern Tand nicht mehr Liebesbrunst, Du Gold- und Sil- bemüht. berreichthumsdunst, Und was 4. Wenn ich nun vollends die Welt erlesen Gleich als ihr einig höchstes Gut! Das Ewge macht mir bessern Muth. umgekehrt Und klein, als wie ein Kindlein werd, So ist Jerusalem auch mein; Denn solche Bürger müssens sein. Da bin ich dann daheim in Gottes Haus Und darf auch ewiglich nicht mehr heraus. Gottfr. Arnold, g. 1666, st. 1714. 9. D Ewigkeit, du Freudenwort, Das mich erquicket fort und fort! O Anfang sonder Ende! Ewigkeit, Freud ohne Leid! Ich weiß von keiner Traurigkeit, Wenn ich mich zu dir wende. Herr Jesu, gieb wir solPfalm 126. chen Sinn Beharrlich, bis ich 629. Wenn endlich, eh Erasm. Francisci, g. 1627, st. 1694. Die sehr erwünschte Stund er= scheint, Da Gott wird die Er628. Wie schön ist un- lösung geben, die unſern Kersers Königs ter bricht entzwei Und machet Braut, Wenn man sie nur von die Gefangnen frei: Was Freuferne schaut! Wie wird sie nicht de wird man da erleben! istil Ewiges Leben. 471 2. Die plößlich eingebrochne| Annoch den edlen Samen hin, Zeit Und übergroße Seligkeit Da viele Thränen uns begleiWird über unsre Sinne gehen; ten. Wir werden sein, wie Träumende, Erstaunt, obs in der That gescheh, Obs wahr sei, was die Augen sehen. 3. Das Volk, das jetzt uns nur verlacht Und unsre Hoffnung gar nicht acht, Wird dann voll Reu bekennen müssen, Daß Zions Reich nicht Narrenthei, Kein süßer Traum gewesen sei, Wie sie es jetzt zu lästern wissen. 4. Die ganze Welt wird Zeuge sein, Wenn sich die große Freud allein Wird über Gottes Volk verbreiten. Der Herr hat große Ding gethan An ihnen, wie man sehen kann, Das wird man sagen bei den Heiden. 5. Vielmehr bei deinem Ifrael Wird alles, was an Leib und Seel, Das große Hallelujah fingen: Der Herr hat Großes uns gethan, Deß sind wir fröhlich! Jedermann Laß dieses ewiglich erklingen. 8. Der Winter ist nun bald davon, Die volle Blüthe zeigt sich schon. Wie wenig Tage sind zu zählen, So kommt der ganze Hauf erfreut, Bringt seine Garben heim und schreit: Ach unsre Hoffnung konnt nicht fehlen! Emplo Gottl. Aug. Aftmann, g. 1696, ft. 1745 muss dort signal Mel. Lasset uns den Herren preisen. 630. Deffne mir die Perlenthoren, O du Schmuck der Himmelsstadt, Licht vom Licht, zum Licht erkoren, Eh die Welt den Anfang hatt. Eile, Liebster, heimzuführen Meine Seele, deine Braut, Die du dir haft anvertraut. Laß mich diese Klarheit zieren, Wo mich keine Sündennacht mehr betrübt und finster macht. 2. Ich lieg schon in deinen Armen Durch den Glauben fest150 geschränkt, Und durch deiner Lieb Erbarmen Wird mir Freude eingeschenkt, Die nach Himmelsmanna schmecket, Das du in der Ewigkeit Meiner Seele haft bereit. Aber diese Luft erwecket Durst, den nichts, mein Gott, als du, Sättiget in voller Ruh. 6. Ach aber, Herr, ach Herr, wie lang Geschieht uns noch in Babel Drang! Erlöse uns von ihren Banden! Das ist dir eine leichte Sach, Als wenn du einen seichten Bach Vertrockneft in den Mittagslanden.- 7. Allein es ist dein Gna- 3. Es verlanget mich zu se denrath, Daß erst gescheh die hen Ohne Decke dein Gesicht Thränensaat, Eh man die Ern- Und von Sünden frei zu stete seh der Freuden. Jetzt tra- hen, Reines Lamm, in deinem gen wir nach deinem Sinn Licht. Doch ich will dir nichts 472 Das Reich der Herrlichkeit. vorschreiben, Und mein Himmel Mel. Gott des Himmels und der ist schon hier, Wirst du, mei- ispilse Erden. ner Seele Zier, Nur mit mir 631. Wer sind die vor vereinigt bleiben. Denn wie Gottes sollt auch ohne dich Himmels- ne? Was ist das für eine luft vergnügen mich? Schaar? Träget jeder eine Krone, Glänzen wie die Sterne klar; Hallelujah fingen all, Loben Gott mit hohem Schall. 4. Du bist meiner Seelen Wonne, Wenn mich Angst betrüben will. Mein Herz nennt dich seine Sonne, Und das Sorgenmeer wird still, Wenn mir deine Blicke lachen, Deren liebumglänzter Strahl Trennet alle Nacht und Qual. Du kannst mich vergnüget machen; In dir hab ich Himmelsfreud, Außer dir Verdruß und Leid. 2. Wer sind die, so Palmen tragen, Wie ein Sieger, in der Hand, Wenn er seinen Feind geschlagen, Hingestrecket in den Sand? Welcher Streit und wel cher Krieg Hat gezeuget diesen Sieg? 3. Wer sind die in reiner Seide Göttlicher Gerechtigkeit, Angethan mit weißem Kleide, Das bestäubet keine Zeit, Das veraltet nimmermehr? Wo sind diese kommen her? spo 4. Es sind die, so wohl gerungen Für des großen Gottes Ehr, Haben Welt und Tod bezwungen, Folgend nicht dem sündgen Heer; Die erlanget auf den Krieg Durch des Lammes Blut den Sieg. 5. Es sind die, so viel erlitten, Trübsal, Schmerzen, Angst und Noth, Im Gebet auch oft gestritten Mit dem hochgelobten Gott. Nun hat dieser Kampf ein End; Gott hat all ihr Leid gewendt. 5. Laß mich, Baum des Lebens, bleiben An dir einen grünen Zweig, Der, wenn ihn hier Stürme treiben, Stärker werd und höher steigt, Auch im Glauben Früchte bringe; Und verseß mich nach der Zeit In das Feld der Ewigkeit, Da ich mich in dir verjünge, Wenn des Leibes welkes Laub Wieder grünt aus seinem Staub. 6. Gieß indessen in die Seele Deinen süßen Lebenssaft, Leben, dem ich mich vermähle, Und laß deiner Liebe Kraft Mich ganz gnadenvoll erlaben. Bleibe mein, ich bleibe dein; Dein will ich auch ewig sein; Dich, mein Seju, will ich haben. Erd und Himmel acht ich nicht Ohne dich, mein Trost und Licht! Wolfg. Chr. Değler, g. 1660, ft. 1722. Axbina 6. Es find Zweige Eines Stammes, Der uns Huld und Heil gebracht; Haben in dem Blut des Lammes Ihre Kleider hell gemacht; Sind ge ist Ewiges Leben. 473 schmückt mit Heiligkeit, Pran- schen weiß, Meine Kleider wahgen nun im Ehrenkleid. dnre rein, Meide allen falschen 7. Es sind die, so stets er- Schein; schienen Hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel geopfert gern. Nun sie stehen all herum Vor dem Stuhl im Heiligthum. 13. Daß mein Theil sei bei den Frommen, Welche, Herr, dir ähnlich sind, Und auch ich, der Noth entnommen, Als dein dir getreues Kind Dann, genahet zu dem Thron, Nehme den verheißnen Lohn.molle red 8. Wie ein Hirsch am Mittag lechzet Nach dem Strom, der frisch und hell, So hat ihre Seel geächzet Nach dem rechten Lebensquell. Nun ihr Durst gestillet ist, Da sie sind bei Jesu Chrift. 14. Welches Wort faßt diese Wonne, Wenn ich mit der heilgen Schaar In dem Strahl der reinen Sonne Leucht auch, wie die Sterne flar! Amen! Lob sei dir bereit, Dank und 9. Auf dem Zionsberg fie Preis in Ewigkeit! dnic weidet Gottes Lamm, die Le- 190 bensjonn, Mitten in dem Stuhlsil birds bi fie leitet Zu dem rechten Le- Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. einer PrüTheodor Schenk, st. 1727. bensbronn; Hirt und Lamm, 632. Nang furzer das ewge Gut, Lieblich sie erquicken thut. 10. Dahin streck auch ich die Hände, O Herr Jesu, zu dir Tage Führst du uns, Gott, zur Ewigkeit. Dort endet sich der Deinen Klage In himmliaus. Mein Gebet ich zu dir scher Zufriedenheit. Hier übt wende, Der ich noch in deinem der Glaube seinen Fleiß, Und Haus Hier auf Erden steh im dort reichst du ihm selbst den Streit; Treibe, Herr, die Fein- Preis.i de weit. 2. Du schenkst dem Frommen 11. Hilf mir in dem Kampfe zwar auf Erden Schon manchen siegen Wider Sünde, Höll und selgen Augenblick; Doch alle Welt. Laß mich nicht darnieder Freuden, die ihm werden, Sind liegen, Wenn ein Sturm mich ihm noch kein vollkommnes überfällt. Führe mich aus aller Noth, Herr, mein Fels, mein treuer Gott. Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh Nimmt in der Seele ab und zu. 12. Gieb, daß ich sei neu geboren, An dir als ein grünes Reis Wachse und sei auserko3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, Bald das Geräusche dieser Welt, Bald kämpft ren, Durch dein Blut gewa- in seinem eignen Herzen Ein 474 Das Reich der Herrlichkeit. Feind, der öfter siegt, als fällt;| Und Cherubim und Seraphim Bald sinkt er durch des Näch- Und alle Himmel jauchzen ihm. sten Schuld In Kummer und in Ungeduld. mism and 9. Da werd ich in der Engel Schaaren Mich ihnen gleich 4. Hier, wo der Fromme öf- und heilig sehn, Das nie gestörters leidet, Der Böse öfters te Glück erfahren, Mit Fromglücklich ist, Wo man den Glück- men stets fromm umzugehn. lichen beneidet Und des Be- Da wird in jedem Augenblick kümmerten vergißt, Hier kann Ihr Heil mein Heil, mein der Mensch nie frei von Pein, Glück ihr Glück. Nie frei von eigner Schwachheit sein. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, Der Gottes 5. Hier such ichs nur, dort Weg mich gehen hieß, Und ihn werd ichs finden; Dort werd zu millionen Malen Noch segich heilig und verklärt Des nen, daß er mir ihn wies; Glaubens ganzen Werth em- Da find ich, Herr, in deiner pfinden, Den unaussprechlich Hand Den Freund, den ich großen Werth. Dich, Gott der auf Erden fand. Liebe, werd ich sehn, Dich lieben, ewig dich erhöhn. 6. Da wird, o Herr, dein heilger Wille Mein Will und meine Wohlfahrt sein, Und lieblich Wesen, Heil die Fülle, An deinem Throne mich erfreun; Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn Mich fühlen, daß ich ewig bin. mand 12. Was seid ihr Leiden dieser Erden Doch gegen jene Herrlichkeit, Die an uns offen7. Da werd ich das im Licht bar soll werden Von Ewigkeit erkennen, Was ich auf Erden zu Ewigkeit! Wie nichts, wie dunkel sah; Das wunderbar gar nichts gegen sie Ist doch und heilig nennen, Was un- ein Augenblick voll Müh! erforschlich hier geschah; Da Chr. Fürcht. Gellert, g. 1715, ft, 1769. denkt mein Geist mit Preis und Dank Die Schickung im Zusammenhang. 11. Da ruft( o möchtest du es geben!) Vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil sei dir! denn du hast mein Leben, Die Seele mir gerettet, du! D Gott, wie muß dies Glück erfreun, Der Retter einer Seele sein! Wel. Wie wohl ist mir, o Freund 2c. 633. Die ie Seele ruht 8. Da werd ich zu dem Throin Jesu Arne dringen, Wo Gott, mein men, Der Leib schläft sanft im Heil, sich offenbart; Ein Hei- Erdenschoß. Nun kann sich Herz lig, Heilig, Heilig fingen Dem an Herz erwarmen. Die Ruh Tamme, das erwürget ward. ist unaussprechlich groß, Die sie Ewiges Leben. 475 nach wenig Kampfesstunden Bei ne Canaan, Da ich auf Milchihrem holden Freund gefun- und Honigauen Den rechten den; Sie schwimmt im stillen Josuam kann schauen, Der groFriedensmeer. Gott hat die ße Ding an mir gethan. Thränen abgewischet, Ihr Geist 5. Das war ein Tag der wird durch und durch erfri- süßen Wonne! Das war ein schet, Des Lammes Glanz ist lang gewünschtes Heut, Da Jeum sie her. sus, meine Lebenssonne, Den ersten Blick der Herrlichkeit zum freudenvollen Uebergehen ließ meine Seel durchdringend sehen! Ich eilte meinem Freunde zu; Mein Geist schwang sich mit Jubelschaaren, Die um mein Sterbebette waren, Ins Vaters Haus, zur stolzen Ruh. 6. Nun kann das Kind den Vater sehen, Es fühlt den süBen Liebestrieb. Nun kann es Jesu Wort verstehen: Er selbst, der Vater, hat dich lieb! Ein unergründlich Meer des Guten, Ein Abgrund ewger Segensfluthen Entdeckt sich dem verklärten Geist; Er schauet Gott von Angesichte Und weiß, was Gottes Erb im Lichte Und ein Miterbe Christi heißt. 2. Sie ist nun aller Noth entnommen, Ihr Schmerz und Seufzen ist dahin; Sie ist zur Freudenkrone kommen, Sie steht als Braut und Königin Jm Golde ewger Herrlichkeiten Dem großen König an der Seiten, Sie sieht sein klares Angesicht. Sein freudenvolles, lieblich Wesen Macht sie nun durch und durch genesen; Sie ist ein Licht im großen Licht. 3. Sie jauchzt den Sterblichen entgegen: Ja, ja, nun ist mir ewig wohl! Ich bin durch meines Mittlers Segen Des Lebens, Lichts und Freude voll. Mein schönes Erbtheil ist mir worden, Viel Tausend aus der Selgen Orden Bewundern jauchzend meine Pracht. Man kann in allen Himmelschören, Gleichwie mit Donnerstimmen, hören: Der Herr hat alles wohl gemacht. 7. Der matte Leib ruht in der Erden, Er schläft, bis Jesus ihn erweckt. Da wird der Staub zur Sonnen werden, Den jetzt die finstre Gruft be4. Ja, wohl gemacht durchs deckt. Wie fröhlich wird er ganze Leben! Recht wohl in auferstehen, Wie wird man meiner Todespein! Sein müt- ihn vereinigt sehen Mit dem terliches Tragen, Heben Bracht verklärten Seelengeist! Da wird mich heraus, hindurch, hinein: an den erlösten beiden, An Heraus aus dieser Erden Lü- jenem Tag der Hochzeitsfreusten, Hindurch durch die Ver- den, Des Lammes Herrlichsuchungswüsten, Hinein ins schö- keit gepreiſt. 476 Das Reich der Herrlichkeit. 8. Wir, die wir noch durch 3. So kommet denn, ihr matMara reisen, Wir sehnen uns ten Seelen, Die manche Last im Glauben nach. Wir denken und Bürde drückt. Eilt, eilt unter Thränenspeisen An jenes aus euren Rummerhöhlen, Geht schöne Brautgemach, Allwo wir nicht mehr müde und gebückt! mit der Schaar der Frommen, Ihr habt des Tages Last geWer weiß, wie bald! zusammen tragen; Dafür läßt euch der kommen und bei dem Herrn sein Heiland sagen: Ich selbst will allezeit. Da wollen wir ihn ewig eure Ruhstatt sein. Ihr seid sehen. Wie wohl, wie wohl wird sein Volk, gezeugt von oben; uns geschehen! Herr Jesu, komm, mach uns bereit! Ob Sünde, Welt und Teufel toben, Seid nur getroft und gehet ein. Joh. Ludw. Conr. Allendorf, g. 1693, st. 1773. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 2c. 634, G s ist noch eine Ruh vorhanden! Auf, müdes Herz, und werde licht! Du seufzest hier in deinen Banden, und deine Sonne scheinet nicht. Sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden Dort wird vor seinem Stuhle weiden. Wirf hin die Last und eil herzu. Bald ist der heiße Kampf geendet, Bald, bald der saure Lauf vollendet: So gehst du ein zu deiner Ruh. 2. Die Ruhe hat Gott auserkoren, Die Nuhe, die kein Ende nimmt. Es hat, da noch kein Mensch geboren, Die Liebe sie uns schon bestimmt. Das Gotteslamm wollt darum sterben, Uns diese Ruhe zu erwerben; Es ruft, es locket weit und breit: Ihr müden Seelen und ihr Frommen, Versäumet nicht, heut einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit! pripre 4. Was mag wohl einen Kranken laben und einen müden Wandersmann? Wenn jener nur ein Bettlein haben Und sanfte darauf ruhen kann; Wenn dieser sich darf niedersehen, An einem frischen Trunk ergößen: Wie sind sie beide dann vergnügt! Doch dies sind kurze Ruhestunden; Es wird noch eine Ruh gefunden Dort, wo an Jesu Brust man liegt. 5. Da wird man Freudengarben bringen; Denn unsre Thränensaat ist aus. O welch ein Jubel wird erklingen Und süßer Ton ins Vaters Haus! Schmerz, Seufzen, Leid, Tod und dergleichen Wird müssen fliehn und von uns weichen. Wir werden auch das Lamm dort sehn. Es wird beim Brünnlein uns erfrischen, Die Thränen von den Augen wischen. Wer weiß, was sonst noch soll geschehn! 6. Kein Durst, noch Hunger wird uns schwächen; Denn die Ewiges Leben. 477 Erquickungszeit ist da. Die den! Du stellst uns hier auf Sonne wird uns nicht mehr Erden zwar Viel Wunder deistechen. Das Lamm ist seinem ner Güte dar, Zum fröhlichen Volke nah; Es will selbst über Empfinden: Doch hier Sind ihnen wohnen Und ihre Treue wir Bei den Freuden noch mit wohl belohnen Mit Licht und Leiden stets umgeben. Dort Trost, mit Ehr und Preis. Es nur ist vollkommnes Leben. werden die Gebeine grünen. Der große Sabbath ist erschienen, Da man von keiner Arbeit weiß. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab. Dort wischest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein 7. Da ruhen wir und sind Leid mehr, kein Geschrei; Denn in Frieden Und leben ewig du, o Herr, machst alles neu; sorgenlos. Ach, fasset dieses Das Alte ist vergangen. HinWort, ihr Müden; Legt euch fort Sind dort Von gerechdem Lamm in seinen Schoß! ten Gottesknechten keine PlaAch Flügel her! Wir müssen gen Mehr zur Prüfung zu ereilen und uns nicht länger tragen. hier verweilen; Dort wartet schon die frohe Schaar. Fort, fort, mein Geist, zum Jubili ren! Auf, gürte dich zum Triumphiren! Auf, auf, es tommt das Ruhejahr. 4. In unsers Gottes Heiligthum Schallt seines Namens hoher Ruhm Von lauter frohen Zungen. Hier strahlt die Herrlichkeit des Herrn; Hier schaut man sie nicht mehr von fern; Hier wird sie ganz besungen. Völlig Giebt sich, Sie zu trösten, den Erlösten zu erkenJoh. Sigism. Kunth, g. 1700, ft. 1779. Mel. Wie schön leuchtet, der 2c. 635. Mein ganzer Geist, nen Der, den sie schon Vater nennen. Gott, wird entzückt, Wenn er nach jenem 5. Vor seinem Antliß wanHimmel blickt, Den du für deln sie, Auf ewig frei von aluns bereitet; Wo deine milde ler Müh, Und schmecken seine Vaterhand Aus neuen Wun- Güte. Hier stört den Frieden dern wird erkannt, Die du da- ihrer Brust Und ihre tausendselbst verbreitet. Mächtig Fühl fache Luft Kein feindliches Geich mich erhoben, dich zu loben, der zum Leben, Das dort ist, mich will erheben. müthe. Kein Neid, Kein Streit Hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, Die hinfüro nicht mehr fehlen. 2. Was sind die Freuden die fer Zeit, Herr, gegen jene Herr- 6. Gott, welche Schaar ift lichkeit, Die dort bei dir zu fin- dort vereint! Die Frommen, 478 Das Reich der Herrlichkeit. Thränen lacht. die ich hier beweint, Die find Nacht, Dort, wo man nach ich ewig wieder. Dort sammelt deine Vaterhand, Die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig Werd ich, Frei von Mängeln, selbst mit Engeln Freundschaft pflegen. O ein Umgang voller Segen! 2. Es ist doch um dieses Leben Nur ein jämmerliches Thun, Und die Noth, die uns umgeben, Lässet uns gar selten ruhn. Von dem Abend bis zum Morgen Kämpfen wir mit lauter Sorgen, Und die überhäufte Noth Heißet unser täglich Brod. 7. Dort ist mein Freund, des Höchsten Sohn, Der mich geliebt. Wie glänzt sein Thron In jenen Himmelshöhen! Da werd ich dich, Herr Jesu Christ, So menschenfreundlich, als du bist, Auch mit Entzücken sehen. Da wird, Mein Hirt, Von den Freuden nichts mich scheiden, die du droben Deinen Freunden aufgehoben. 3. Ach wer wollte sich nicht sehnen, Dort in Zion bald zu stehn Und aus diesem Thal der Thränen An den Freudenort zu gehn, Wo das Kreuze sich in Palmen, Unser Klagelied in Psalmen, Unsre Last in Lust verkehrt Und das Jauchzen ewig währt! 4. Da wird unser Aug erblicken, Was ganz unvergleichlich ist; Da wird unsern Mund erquicken, Was aus Gottes Herzen fließt; Da wird unser Öhr nur hören, Was die Freude kann vermehren; Daempfindet unser Herz Lauter Labsal ohne Schmerz. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, Die Gott den Frommen vorbehält! Kein Mensch kann fie erwerben. O Jesu, Herr der Herrlichkeit, Du hast die Stätt auch mir bereit; Hilf fie mir auch ererben! Laß mich Eifrig Darnach streben und so leben auf der Erde, Daß ich dort dein Erbe werde. Joh. Sam. Diterich, g. 1721, ft. 1797. Nach Ahasverus Fritsch, g. 1629, st. 1701. 5. O wie werden wir so schöne Bei der Klarheit Gottes sein! Wie wird uns das Lobgetöne Seiner Engelschaarn erfreun! Wie wird unsre Krone glänzen Bei so vielen Siegeskränzen! Wie wird unser Kleid so rein, Heller, als die Sonne Mel. Alle Menschen müssen sterben. 636. wie fröhlich, o wie selig Werden wir im Himmel sein! Droben ernten wir unzählig Unsre Freudengarben ein. Ge- sein! hen wir hier hin und weinen, 6. Manna wird uns dorten Dorten wird die Sonne schei- thauen, Wo Gott selbst den nen; Dort ist Tag und keine Tisch gedeckt, Auf den immer Ewiges grünen Auen, Die kein Gifthauch mehr befleckt. Wonne wird wie Ströme fließen, Und wir werden mit den Füßen Nur auf lauter Rosen gehn, Die in Edens Garten stehn. 7. Ach wann werd ich dahin kommen, Daß ich Gottes Antlitz schau! Werd ich nicht bald auf genommen In den schönen Himmelsbau, Dessen Grund den Perlen gleichet, Dessen Glanz die Sonne weichet, Dessen wundervolle Pracht Alles Gold be schämet macht? 8. Nun, so stille mein Verlangen, du großer Lebensfürst! Laß mich bald dahin gelangen, Wo du mich recht trösten wirst. Unterdessen laß auf Erden Schon mein Herze himmLeben. 479 3. Nur ich bin sündig, Der Erde noch geneigt. Das hat mir bündig Dein heilger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt, Noch nicht ganz innig mit dir vereinigt. schönste fällt. Benjam. Schmolf, g. 1672, ft. 1787. 4. Doch bin ich fröhlich, daß mich kein Bann erschreckt. Ich bin schon selig, Seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben Und dich zeitlebens inbrünstig lieben. Mel. O du Liebe meiner Liebe. lisch werden, Bis mein 2008 638. Auf, du prieſterin Auf Allerlich 2. Das war so prächtig, Was ich im Geist gesehn. Du bist allmächtig; Drum ist dein Licht so schön. Könnt ich an diesen hellen Thronen Doch schon von heute an ewig wohnen! 5. Ich bin zufrieden, Daß ich die Stadt gesehn; und ohn Ermüden Will ich ihr näher gehn Und ihre hellen, goldnen Gassen Lebenslang nicht aus den Augen lassen. Joh. Timoth. Hermes, g. 1738, st. 1821. te, Das den Bund des Herrn bewahrt, Und ihr, unsers Gottes Knechte, Schaut auf eure Himmelfahrt! Suchet doch nur Mel. Nun preiset alle. 637. Ich hab von fer- das, was broben; Es verdients ne, Herr, dei- ia nen Thron erblickt und hätte gerne Mein Herz vorausgeschickt Und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hingegeben. ganz ich das nach Würden loben, Müßt ich mehr, als Engel sein. 2. Die ihr sonst die Harfen hinget An die Weiden Babylon, Nehmt sie wieder ab und singet Zions Lied im Siegeston. Sollt uns unser Jammer hindern, Der ja nur zur Welt gehört, Uns, ein Volk aus Königskindern? Wer ist, der die Freude stört? 480 Das Reich der Herrlichkeit. 3. Droben seht zur Rechten| kamen, Und nun singen sie erfißen Jesum Christ voll Glanz freut: Heil sei Gott und unserm und Licht; Sehet seine Augen Lamme, Das in Gnaden uns bligen Und sein Sonnen- An- erwählt, Und aus jedem Volk gesicht! A und D, Anfang und und Stamme Uns den Seinen Ende, Erst- und Letter nennt er zugezählt! fich; Er beherrscht die Höllenschlünde Als ein Sieger königlich. 4. Droben, wenn wir überwinden, Wird im Paradiese schon Sich das Holz des Lebens finden und die goldne Lebenskron. Himmlisch Manna, neue Namen, Die nur der weiß, der sie trägt, Gutes Zeugniß; 9. Droben ruft er voll Verdies zusammen Wird den Siegern beigelegt.! 8. Droben schickt sich, neu zu werden, Schon der weite Himmel an. Dann wird Himmel, Meer und Erden Als veraltet abgethan. Bald wird sie hernieder kommen, Neu- Jerusalem, die Braut, Als die Königsstadt der Frommen, Die Gott ihnen selbst erbaut. 5. Droben sind sie angeschrieben In dem Lebensbuch des Herrn Alle, die den Heiland lieben Und bei aller Schmach sich gern Doch nach seinem Namen nennen. Diese ziert das weiße Kleid, Und er wird sie laut bekennen Auf dem Thron der Herrlichkeit. langen: Höre, Braut, ich komme bald! Selig, wem, ihn zu empfangen, Schon das Herz entgegen wallt! Er wird nimmer lang verweilen und bringt seinen Lohn mit sich. Komm! Dein Zion heißt dich eilen; Meine Seel erwartet dich! Friedr. Christoph Steinhofer, g. 1640, ſt. 1692 6. Droben soll in Salems Höhen, Wo der Tempel Gottes prangt, und Pfeiler stehen, Wer den Sie geskranz erlangt. Wessen Streiter er gewesen, Dessen Name wird man hell Einst auf seiner Stirne lesen: Zion! Gott! Jmmanuel! Mel. Jerusalem, du hochgebaute Stadt. Stadt unfers Herrn, Wir 639. schaun zu dir empor So zend, müd und matt. Wann ziehn wir ein In dein hochheilig Thor, Du stille Friedensstadt! Wann enden unsre Plagen, Wann bricht sich Pharaos 7. Droben sind unzählge Na- Macht! Wann darf Israel samen, Balmenträger, weiß gegen: Aegypten, gute Nacht! tleidt, Die aus großer Trübfal I. Sonntag. Mel.: Alle Menschen müssen sterben. in mir; Du Sonne der Gerech640. D Stunde, Jesu, Dunkelheit. as ist eine selge tigkeit! Vertreib' der Sünden da man dein gedenkt, Und das Herz von Herzensgrunde Tief in deine Wunden senkt. Wahrlich, nichts als Jesum kennen, Jesum suchen, finden, nennen: den Tempel weihn. Das erfüllet unsre Zeit Mit 3. Gieb, daß ich meinen Fuß der höchsten Seligkeit. bewahr, Eh' ich mit deiner Kirchenschar Zum Hause Gottes wallen geh', Daß ich auch heilig vor dir steh'. 2. Jesu, deine Gnadenquelle Fließt so gern ins Herz hinein. Deine Sonne scheinet helle, Unser Glaubenslicht zu sein. Und hei aller Segensfülle Ist's dein Wunsch und ernster Wille: Daß man, weil dein Brünnlein voll, Unaufhörlich schöpfen soll. 3. Nun, so laß auch diese Stunde Dein Gedächtnis in uns 5. Schreib alles fest in meisein! In dem Herzen, in dem nen Sinn, Daß ich nicht nur Munde Leb und herrsche du al- ein Hörer bin; Verleihe deine lein. Laß uns deiner nie ver- Kraft dabei, Daß ich zugleich gessen, Wie Maria einst ge- ein Thäter sei. sessen, Da sie dir hat zugehört: 6. Gieb, daß ich diesen ganzen Mach das Herz dir zugekehrt. Tag Mit Leib und Seele feiern Ernst Gottl. Boltersdorf, geb. 1725, mag: Bewahr' mich vor der argen Welt, Die deinen Sabbath sündlich hält. † 1761. Mel.: Für deinen Thron tret ich. Gott! Mein die 641. M Gonne geht her- den hin, Wo ich bei Gott zu für, Sei du die Sonne selbst Hause bin: Mein Herz ist wil6. So geh ich denn mit Freu31 2. Mein erstes Opfer ist dein Ruhm, Mein Herz ist selbst dein Eigentum, Ach kehre gnädig bei mir ein, Du mußt dir selbst 4. Bereite Herze, Mund und Hand, Und gieb mir Weisheit und Verstand, Daß ich dein Wort mit Andacht hör, Zu deines großen Namens Ehr! 482 Advent. lig und bereit, O heilige Dreifaltigkeit. Mel.: Nun sich der Tag geendet hat; oder: Nun danfet all und bringet Ehr. 642. Nun bricht die finstre Nacht herein, Des Tages Glanz ist tot; Jedoch mein Herz schlaf noch nicht ein, Geh, rede vor mit Gott. 2. O Gott, du großer Herr der Welt, Den niemand sehen kann, Du siehst ja mich in deinem Zelt, Hör auch mein Seufzen an. 3. Der Tag, den ich nunmehr vollbracht, Der war besonders dein; Drum hätt' er auch bis in die Nacht Dir sollen heilig sein. 4. Vielleicht ist dieses nicht geschehn; Denn ich bin Fleisch und Blut Und pfleg' es öfters zu versehn, Wenngleich der Wille gut. 5. Nun such ich deinen Gnadenthron: Sich meine Schuld nicht an Und denke, daß dein lieber Sohn Für mich genug gethan. 6. Schreib alles, was man heut gelehrt, In unsre Herzen ein, Und lasse die, so es gehört, Dir auch gehorsam sein. 7. Erhalte ferner noch dein Wort, Und thu uns immer wohl, Damit man stets an diesem Ort Gott diene, wie man soll. 8. Indessen such ich meine Ruh: O Vater, steh mir bei, Und gieb mir deinen Engel zu, Daß er mein Wächter sei. Bräut'gam wird bald rufen; Kommt all ihr Hochzeitsgäst! Hilf Gott, daß wir nicht schlafen, In Sünden schlummern fest; Bald hab'n in unsern Händen Die Lampen, Del und Licht, Und uns nicht dürfen wenden Von deinem Angesicht. 2. Da werden wir mit Freuden Den Heiland schauen an, Der durch sein Blut und Lei9. Und endlich führe, wenn es Zeit, Mich in den Himmel ein; Da wird in deiner Herrlichkeit Mein Sabbath ewig sein. Kaspar Neumann, geb. 1648, † 1715. II. Advent. Mel.: Ach Gott vom Himmelreiche; den Den Himmel aufgethan, oder: Valet will ich dir geben. 643. Der Die lieben Patriarchen, Propheten allzumal, Die Märt'rer und Apostel Mit ihm in großer Zahl. 3. Die werden uns annehmen Als ihre Brüderlein, Sich unser gar nicht schämen, Uns mengen mitten ein. Wir werden alle treten Zur Rechten Jesu Christ, Als unsern Gott anbeten, Der unsers Fleisches ist. 4. Gott wird sich zu uns kehren, Eim' jeden setzen auf Ein Advent. gülden Kron der Ehren, Und thun? Ich soll auf dem beruhn, herzen freundlich drauf; Wird Was du mir hast verheißen: uns an sein Brust drücken Aus Daß du mich wolltest reißen Lieb ganz väterlich, An Leib Aus meines Grabes Kammer, und Seel uns schmücken Mit Gaben mildiglich Und allem andern Jammer. 5. Da wird man hören klingen Die rechten Saitenspiel; Die Musika wird bringen In Gott der Freuden viel; Die Engel werden singen, All Heilgen Gottes gleich, Mit himmelischen Zungen Ewig in Gottes Reich. 6. Er wird uns fröhlich leiten Ins ewig Paradeis, Die Hochzeit zubereiten Zu seinem Lob und Preis. Da wird sein Freud und Wonne In rechter Lieb und Treu Aus Gottes Schatz und Brunne, Und ewig werden neu. 7. Also wird Gott erlösen Uns gar aus aller Not, Vom Teufel, allem Bösen, Von Trübsal, Angst und Spott; Von Trauern, Weh und Klagen, Von Krankheit, Schmerz und Leid, Von Schwermut, Sorg und Zagen, Von aller bösen Zeit. 483 Nach Joh. Walther( um 1564) von Melch. Franck( um 1700). 3. Ach, Jesu, wie so schön Wird mir's alsdann ergehn! Du wirst mit tausend Blicken Mich durch und durch erquicken, Wenn ich hier von der Erde Zu dir mich schwingen werde. 4. Ach was wird doch dein Wort, O süßer Seelenhort! Was wird doch sein dein Sprechen, Wenn dein Herz aus wird brechen Zu mir und meinen Brüdern, Als deines Leibes Gliedern? 5. Werd' ich denn auch für Freud', In solcher Gnadenzeit, Den Augen ihre Zähren Und Thränen können wehren, Daß sie mir nicht mit Haufen Auf meine Wangen laufen? 6. Was für ein schönes Licht Wird mir dein Angesicht, Das ich in jenem Leben Werd' erstmals sehen, geben? Wie wird mir deine Güte Entzücken mein Gemüte. Mel.: Auf meinen lieben Gott. 644. Die Zeit ist nunmehr nah, Herr Jesu, du bist da; Die Zeichen, die den Leuten Dein' Ankunft sollen deuten, Die sind, wie wir gesehen, In großer Zahl geschehen. 7. Dein' Augen, deinen Mund, Den Leib, für uns verwundt, Da mir so fest drauf trauen, Da werd' ich alles schauen, Auch innig herzlich küssen, Die Mal' an Händ' und Füßen. 8. Denn was ich hier gegläubt, Das steht gewiß und bleibt Mein Teil, dem gar nicht 2. Was soll ich denn nun gleichen Die Güter aller Rei31* 484 Advent. chen; All' andres Gut vergehet,| meinen Wunsch und Willen Mein Erbteil das bestehet. 9. Komm her, komm und empfind', O auserwähltes Kind, Komm, schmecke was für Gaben Ich und mein Vater haben; Komm! wirst du sagen, weide Dein Herz in ew'ger Freude. 10. Ach, du so arme Welt, Was ist dein Gold und Geld Hier gegen diese Kronen Und mehr als güldne Thronen, Die Christus hingestellet Dem Volk, das ihm gefället. 16. Dies gieb, Herr, und verleih, Daß deine Huld und Tren' Ohn' Unterlaß mich wecke, Daß mich dein Tag nicht schrecke, Da unser Schreck auf Erden Soll Fried' und Freude werden. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 11. Hier ist der Engel Land, Seelen Stand; Hier Mel.: Ach mein Gott verlaß mich nicht; oder: Hosianna Davids Sohn. osianna, Davids wird dem Lamm geſungen*) 645. Sohn,' Der in ſeiVon allem Volk und Zungen; Hier ist kein Kreuz, kein Leiden, Kein Tod, kein bitt'res Scheiden. *) Offenb. 5, 9. 12. nes Vaters Namen Sich erhebet auf dem Thron Ueber Jakobs Haus und Samen, Welchem Gott ein Reich bestimmt, Dem die Reiche dieser Erden Endlich müssen dienstbar werden, Und das selbst kein Ende nimmt. 2. Sei gesegnet, teures Reich, Das ein solcher Herr besißet, Dem kein Herr auf Erden gleich, Der das Recht mit Nachdruck schützet! Schwinge dich in stetem Flor, Groß durch Frieden, reich an Freuden, Unter Juden, unter Heiden, Mit vermehrtem Glanz empor. 12. Halt ein, mein schwacher Sinn, Halt ein, wo denkst du hin! Willst du, was grundlos, gründen, Was unbegreiflich, finden? Was Gott uns hat bereitet, All Denken überschreitet. - Noch möchtest heut erfüllen! 15. Doch du weißt deine Zeit; Mir ziemt nur stets bereit Und fertig da zu stehen, Und so einher zu gehen, Daß alle Stund' und Lage Mein Herz mich zu dir trage. 13. Dich aber, meine Zier, Dich lass' ich nicht von mir: Dein will ich stets gedenken, Herr, der du mir wirst schenken Mehr, als mit meiner Seelen Ich wünschen kann und zählen. 14. Ach, wie ist mir so weh, Bis ich dich aus der Höh' Her sehe zu uns kommen: Ach! daß zum Heil der Frommen Du 3. Deines Königs Majestät Müsse jedes Volk verehren, Und so weit die Sonne geht, Müsse sich sein Ruhm vermehren; Selbst Weihnachten. 485 der kleinen Kinder Mund Mache schreien: Sohn des Höchsten ſei zum Verdruß der Feinde Und zur Freude seiner Freunde Seinen großen Namen fund. gepreiſt! 4. Schreibe, Herr, mich auch mit an Unter deine Unterthanen! Ich will dir, so gut ich kann, In mein Herz die Wege bahnen; Ich geselle mich im Geist, Herr, zu jenen frohen daß niemand Reihen, Die das Hosianna 5. Jauchzt, ihr Kräfte, freuet euch, Seid ermuntert, meine Sinnen! Jesus und sein Gnadenreich Wird in euch nun Raum gewinnen. Kommt und schwört den Huld'gungseid, Kommt und füßt den Sohn der Liebe; Ach, außen bliebe: 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget; Sehet die Liebe, die ganz sich als Liebe nun zeiget! Gott wird ein Kind, Träget und hebet die Sünd; Alles anbetet und schweiget. Hier, ach, hier ist Seligkeit. Benjam. Schmolcf, geb. 1672, † 1737. III. Weihnachten. Mel.: Lobe den Herren, den mächtigen. mun offen zu sehen: Gehet hin646. auchzet, ihr Him- ein, Macht euch demkinde gemein, mel, frohlocket ihr zum Vater Engel in Chören, Singet dem Herren, dem Heiland der Menschen zu Ehren! Sehet doch da! Gott will so freundlich und nah Zu den Verlornen sich kehren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Erden! Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden; Friede und Freud Wird uns verkündiget heut: Freuet euch, Hirten und Herden. 5. Hast Du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? Du willst dich selber, dein Herze der Liebe, mir schenken: Sollt nicht mein Sinn Innigst sich freuen darin Und sich in Demut versenken. 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, Dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde, Du sollst es sein; Den ich erwähle allein: Ewig entsag ich der Sünde. 7. Süßer Immanuel, werd auch geboren inwendig! Komm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger elendig; Wohne in mir, Mach mich ganz eines mit 4. Gott ist im Fleische! wer dir, Und mich belebe beständig. kann dies Geheimnis verstehen? 8. Menschenfreund, Jesu, dich Hier ist die Pforte des Lebens lieb ich, dich will ich erheben: Laß 486 Neujahr. mich doch einzig nach deinem Ge-| 6. Zuletzt müßt ihr doch haben fallen nun leben; Gieb mir auch Recht. Ihr seid nun worden bald, Jesu, die Kindesgestalt, Gott's Geschlecht. Des danket An dir alleine zu kleben. Gott in Ewigkeit, Geduldig, Gerh. Tersteegen, geb. 1697, 1769. fröhlich allezeit. Mel.: Vom Himmel hoch, da komm. 647. Vom om Himmel kam Dr. Martin Luther, geb. 1483, † 1546. Mel.: Singen wir aus Herzens. der Engel Schar, Erschien den Hirten offenbar; 648. Wunderbarer GnaSie sagten ihn'n: ein Kindlein denthron, Gottes zart Das liegt dort in der und Marien Sohn; Gott und Krippen hart. Mensch, ein kleines Kind, Das man in der Krippen find't! Großer Held von Ewigkeit. Dessen Macht und Herrlichkeit Rühmt die ganze Christenheit. 2. Zu Bethlehem in Davids Stadt, Wie Micha das verkündet hat. Es ist der Herre Jesus Christ, Der euer aller Heiland ist. 3. Des sollt ihr billig fröhlich sein, Daß Gott mit euch ist worden ein. Er ist geborn eu'r Fleisch und Blut. Eu'r Bruder ist das ewig Gut. 2. Du bist arm und machst zugleich Uns an Leib und Seele reich; Du wirst klein, du großer Gott, Und machst Höll und Tod zu Spott. Aller Welt wird offenbar, Ja auch deiner Feinde Schar, Daß du, Gott, bist wunderbar. 4. Was kann euch thun die Sünd und Tod Ihr habt mit euch den wahren Gott. Laßt zürnen Teufel und die Höll: Gott's Sohn ist worden eur Gesell. 3. Laß mir deine Güt und Treu Täglich werden wieder nen! Gott, mein Gott, verlaß mich 5. Er will und kann euch las- nicht, Wenn mich Not und Tod sen nicht, Seßt ihr auf ihn eur ansicht. Laß mich deine HerrZuversicht. Es mögen euch viel lichkeit, Deine Wundergütigkeit fechten an: Dem sei Troß, ders Schauen in der Ewigkeit! nicht lassen kann. Joh. Olearius. IV. Nenjahr. Mel.: Herzlich thut mich verlangen. Pein, Durch Hoffnung und durch 649. Durch Trauern und Klagen, Durch manchen Sor genstein Bin ich, Gott Lob! Durch Not, durch Angst und gedrungen; Dies Jahr ist hindurch Plagen, Neujahr. 487 gelegt: Dir, Gott, sei Lob ge- bist verfühnet Durch deines sungen: Mein Herze wird erregt. Sohnes Blut. 2. Der du mich hast erbauet, In dir besteht mein Heil; Dir ist mein Glück vertrauet. Du bist und bleibst mein Teil. Du hast mich wohl erhalten, Du bist mein fester Trost. Dich laß ich ferner walten, Wenn mich die Not anstoßt. 7. Heut ist das Jahr beschlossen: Herr deine Gnade sei Heut auf mich neu gegossen; Meine Herze werd auch neu. Leg ich die alten Sünden, So werd ich Gott, bei dir Auch neuen Segen finden, Dein Wort verspricht es mir. Gottfr. Wilh. Sacer, geb. 1635, † 1699. Mel.: O Gott, du frommer Gott. 650. Hier ist Immanuel! 3. Mein Gott, o meine Liebe, Was du willst, will auch ich: Gieb, daß ich nichts verübe, Was irgend wider dich. Dir ist mein Will ergeben, Fa, er ist nicht mehr mein, Dieweil mein ganzes Leben Dein eigen wünscht zu sein. 4. Nach dir soll ich mich schicken, Und, Herr, ich wills auch thun. Soll mich die Armut drücken? 2. Immanuel! Gott jei Mit Ich will dabei beruhn. Soll unserm großen König: Sein. mich Verfolgung plagen? Ja, treues Königreich Sei ihm ſtets Herr, befehle mir. Soll ich unterthänig, Sein Schild sei ſtets Verachtung tragen? Ach, ich erhöht, Sein Himmel immer hell, Und dieses sein Panier: gehorch auch hier. Hier ist Immanuel! Das soll die Losung bleiben, Da wir ein neues Jahr Durch Gottes Güte schreiben! So rufet Zion aus, So singt ganz Israel; Es heißet: Gott mit uns! Hier ist Immanuel! 5. Soll ich verlassen sigen? Herr Gott, dein Wille gilt. Soll ich in Nengsten schwitzen? Mein Heiland, wie du willt Soll ich denn Krankheit leiden? Ich will gehorsam sein. Soll ich von dannen scheiden? Herr, dein Will ist auch mein. 3. Immanuel! Gott steh Mit Preußen*) in dem Bunde, Wenn Menschenbündnis reißt, und richte die zu Grunde, Die Gott und ihm sind gram, Ihr Rat verderbe schnell, Weil dieser Ratspruch gilt: Hier ist Immanuel! 6. Soll ich zum Himmel dringen? Gar gern, o Gott, mein Licht. Soll mich die Höll verschlingen? Ach, dieses willst du nicht. Ich habe zwar verdienet *) Sachsen, Deutschland zc. 4. Immanuel! Gott sei Mit allen hohen Ständen! Er sei ihr Schild und Lohn, Und trage sie auf Händen! In ihren HänDie rote Höllenglut, Du aber sern fließ Ein steter Segensquell, 488 Wo diese Stimme schallt! Hier ist Immanuel! Epiphanias. 5. Immanuel! Gott sei Bei seiner kleinen Herde, Daß Zions Licht und Recht Noch immer größer werde: Hier triefet Lebenstau Auf Gideonis Fell, So rufet man getrost: Hier ist Immanuel! V. Epiphanias. Mel.: Vom Himmel hoch, da. 651. 3T m Abend blinkt der Morgenstern, Die Weisen nahen sich von fern; Im Niedergang entsteht ein Licht, Das kennet keinen Aufgang nicht. 2. Es strahlet aus der Ewigfeit, Und senket sich hier in die Zeit; Sein heller Glanz vertreibt die Nacht, Und bringt des schönsten Tages Pracht. 3. Dies Wunder zieht die Weisen her; Sie kommen nicht von ungefähr; Ihr Land sieht einen hellen Schein, Ein Stern muß selbst ihr Bote sein. 4. Sie fragen in Jerusalem: Da weist man sie gen Bethlehem; Dort ist der König, der zugleich noch ungekannt in seinem Reich. 6. Immanuel! Gott wohn In allen frommen Häusern Und sollte Kreuz und Not Sich da und dorten äußern, So sei Gott Rat und That, der uns zufrieden stell: So heißts durchs ganze Jahr: Hier ist Immanuel! B. Schmold, geb. 1672, † 1739. 5. Und über jenem Hause stand Der Wunderstern vom Morgenland: Da wurden sie sehr hoch erfreut, Voll Hoff nung, Demut, Dankbarkeit. 6. Hier liegt das Kindlein ungeacht't, Was aber sie nicht irre macht; Sie waren bei sich überzeugt, Das Gottes Wahrheit niemals treugt. 7. Das Fürstenkind liegt nackt und bloß, Der Thron ist seiner Mutter Schoß: Des Vaters Sohn, Rat, Kraft und Held In tiefster Schwachheit dargestellt. 8. Sie wissen, daß die Göttlichkeit Den zarten Säugling überfleidt, Daß ihr nicht Gold noch Silber gleicht, und aller Menschen Hoheit weicht. 9. Sie werfen sich vor ihm dahin, Und opfern ihm ihr Herz und Sinn. So geben Jesu Preis und Ruhm Die Ersten aus dem Heidentum. 10. Dann schenkten sie, wie Gott gewollt, Dem Kinde Myrrhen, Weihrauch, Gold; Denn bald mußt' aus Herodis Hand Es fliehen in Aegyptenland. 11. O Jesu, heller Morgenstern! Leucht' in die Näh', leucht' in die Fern', Daß du Epiphanias. auch seist zu unsrer Zeit Von Zagheit Glut und Flamme, In uns erkannt und benedeit. Not ein Freudenstrahl, In Krankheit Arzt und Amme, Ein Stern in Todesqual. Eigene Melodie. 632. Herre, nun läßt du deinen Diener in Frieden fohren, wie du gesaget hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gefehn, den du bereitet haft vor allen Völkern; ein Licht, zu erleuchten die Heiden: und zum Preis deines Volks Israels. Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist: wie er war im Anfang und bleibt nun und immer und in Ewigkeit. Amen. 489 4. Herr, laß auch uns gelingen, Daß jetzt, wie Simeon, Ein jeder Christ kann singen Den schönen Schwanenton: Mir werden nun mit Frieden Mein' Augen zugedrückt, Nachdem ich schon hienieden Den Heiland hab erblickt. 5. Ja, ja, ich hab im Glauben, Mein Jesu, dich geschaut; Kein Feind kann dich mir rauben, Wie heftig er auch dräut, Ich wohn in deinem Herzen Und in dem meinen du: Uns scheiden keine Schmerzen, Kein Angst, kein Tod dazu. 633. Mel.: Falet will ich dir geben. Her err Jesu, Licht der H Heiden, Der FromHeiden, Der From6. Hier blickst du zwar zuweimen Schatz und Lieb: Wir len So scheel und schwül mich kommen jetzt mit Freuden Durch deines Geistes Trieb In diesen deinen Tempel Und suchen mit Begier Nach Simeons Exempel Dich großen Gott allhier. an, Taß oft vor Angst und Heulen Ich dich nicht kennen kann: Dort aber wirds geschehen, Daß ich von Angesicht Zu Angesicht soll sehen Dein immer flares Licht. Joh. Franck, geb. 1618, † 1677. 2. Du wirst von uns gefunden. O Herr, an jedem Ort, Dahin du. dich gebunden Durch dein Mel.: Herzlich thut mich verlangen. Verheißungswort: Vergönnst oder: Valet will ich dir geben. noch heutzutage, Daß man dich gleicherweis Auf Glaubensarmen trage, Wie hier der alte Greis. 3. Sei unser Glanz in Wonne, Ein helles Licht in Bein! Im Schrecken unsre Sonne, Im Kreuz ein Gnadenschein, In 634. König aller h ren, Herr Jesu, Davids Sohn, Dein Reich soll ewig währen, Im Himmel ist dein Thron: Hilf, daß allhier auf Erden Den Menschen weit und breit Dein Reich bekannt mag werden Zur ewgen Seligkeit. 490 Epiphanias. 2. Von deinem Reich auch zeu-| Sein von mein'm Herzen fern. gen Die Leut aus Morgenland, Hilf, daß ich dich erkenne Und Die Knie sie vor dir beugen, mit der Christenheit Dich meiWeil du ihn'n bist bekannt, Der nen König nenne Jetzt und in neu Stern auf dich weiset, Dazu Ewigkeit. das göttlich Wort, Drum man dich billig preiset; Daß du bist unser Hort. Mart. Böhm, geb. 1557,+ 1622. Mel.: Herr Jeſu Christ, dich zu uns. 3. Du bist ein großer König, 653. Was fürchst du, Wie uns die Schrift vermeldt, sehr, Daß uns geborn kommt Feind Herodes, Doch achtest du gar wenig Ver Christ der Herr? Er sucht kein gänglich Glück und Geld, Prangst sterblich Königreich. Der zu uns nicht auf einem Roffe, Trägst bringt sein Himmelreich. keine güldne Kron, Sigst nicht im festen Schlosse: Hier haft du Spott und Hohn. 2. Dem Stern die Weisen folgen nach, Solch Licht zum rechmit den Gaben drei, Dies Kind ten Licht sie bracht. Sie zeigten Gott, Mensch und König sei. 4. Doch du bist schön gezieret, Dein Glanz erstreckt sich weit, Dein Gut allein florieret Um dein Gerechtigkeit. Du wollst die Frommen schützen Durch dein Macht und Gewalt, Daß sie im Frieden sitzen, Die Bösen stürzen bald. 3. Die Tauf im Jordan au teslamm, Dadurch, der nie kein sich nahm Das himmelische GotSünde that, Von Sünden uns gewaschen hat. 4. Ein Wunderwerk da neu 5. Du wollst dich mein erbarmen, In dein Reich nimm mich men, In dein Reich nimm mich auf, Dein Güte schenk mir Armen Und segne meinen Lauf. Mein' Feinden wollst du wehren, Dem Teufel Sünd und Tod, Daß sie mich nicht verzehren, geſchah: Sechs steinern Krüge man da sah Voll Wassers, das verlor sein Art. Roter Wein durch sein Wort draus ward. Rett mich aus aller Not. 5. Lob, Ehr und Dank sei dir gesagt, Christ, geborn von der reinen Magd, Mit Vater und 6. Du wollst in mir entzünden bis in Ewigkeit. dem heilgen Geist Von nun an Dein Wort, den schönsten Stern; Dr. Mart. Luther, geb. 1483,+ 1546. Laß falsche Lehr und Sünden VI. Passion. Eigene Melodie. der hohe Himmel bücket: Der 656. Ach Jesu! dein Ster- Seelen Freund, Des Todes ben, Dein großer Feind, Wird von dem Tod ins Spott undHohn Machet mich zum finstre Grab gezücket. Erben Der schönen Himmelskron. 5. Ihr Gräber, brecht, ihr 2. Ach laß mich deine Liebe, Dein rosinfarbnes Blut In recht frommem Triebe Erkennen treu und gut. harten Felsen splittert! Du Sonn erblaß, ihr Erdenklüfte schüttert! Du Luft, du Meer, Du Sternenheer! Klagt euern Herrn, ihr Elemente zittert! 3. Hilf, daß ich der Sünde Auch täglich sterbe ab, Und den Himmel finde, Wenn ich nun geh' ins Grab. Mel.: Ach Gott erhör. 637. Ach! stirbt denn so mein allerliebstes Leben? Ja, es ist hin, der Geist ist aufgegeben. Mein Gott ist tot, O Angst! o Not! Kann jemand auch, wie ich, im Kummer schweben? 2. Am Abend stirbt der Aufgang aus der Höh; Es leget sich das früh gejagte Rehe. Ach, weint mit mir, Klagt meine Zier! Ach, daß ich nicht mit ihm zur Erden gehe! 3. Des Vaters Wort, der Schuß und Truß der Frommen, Der Siegesfürst ist schmählich umgekommen, Des Himmels Preis, Des Davids Reis, Die Ros' im Thal ist von der Welt 491 genommen. 4. Der ist erstarrt, vor dem die Höll erschricket, Vor welchem sich 6. Der Hirt ist tot für die geliebte Herde; Komm Joseph, komm und bring ihn zu der Erde; Gieb her Gewand Mit milder Hand, Gieb Salben, daß er wohl begraben werde. 7. Mein Jesu Christ, auch ich will dich bedenken: Ich will dir, Herr, die Spezereien schenken Der wahren Reu. Mein Herz wird neu: In dieses Grab will ich dich, Heiland, senken. 8. Dies Grab soll mir dein guter Geist versiegeln: Der Glaube solls mir fest und wohl verriegeln; Bleib du in mir, Laß mich in dir Und deiner Treu andächtiglich bespiegeln. 9. Du stirbst für mich, der du für mich geboren, Und hast ein Grab zu meinem Trost erforen. Doch hält dichs nicht; Dubrichst an's Licht Und zeigest an, daß nun der Tod verloren. 10. Wenn mit dem Tod ich endlich auch soll ringen, Ach so hilf mir durch dich die Angst Passion. bezwingen! Entbinde mich Genä-| Seelen, Meines Lebens Zuverdiglich, Sei Schutz und Trost, sicht, Ich will mir dein Krenz Und hilf zum Himmel dringen! erwählen, Andre Schäßze mag Gottfr. Wilh. Sacer, geb. 1635, † 1699. ich nicht. Deine Marter, Angst und Pein, Soll mir stets das Liebste sein. Ich bin nun der Welt entrissen, Und will nichts 492 Mel.: Zion klagt mit Angst. 658. Ah, wo soll ich Ruhe finden, alls bei dir, mein Bräutigam, Du allein trägst als Jesum wissen. meine Sünden, O du wahres Gotteslamm! Meine Schuld hat Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. dich betrübt, Doch du hast mich 639. An dein Bluten und so geliebt, Daß du auch zuletzt Erbleichen, An dein dein Leben Für mich in den Opfer ohne Gleichen, An dein Tod gegeben. priesterliches Flehen Mahnet mich des Geistes Wehen; Und so wünsch ich, ewge Güte, Für mein Leben eine Blüte, Einen Ruhm an meinem Grabe: Daß ich dich geliebet habe. 2. Sollt' ich noch die Sünde lieben, Die dir so viel Blut erpreßt? Nein sie bleibe nun vertrieben, Denn es soll der Überrest Meines Lebens nur allein Deinem Dienst gewidmet sein. Und hernach will ich dich droben Mit dem Heer der Engel loben. 3. Ich will an die Krone denten, Die dein heilig Haupt verwundt, Und die Dornen in mich senken, Bis mir Leib und Seel gesund. Aller Eitelkeiten Pracht Werde nun von mir veracht't; Sollt ich mich nach Ehren sehnen, Da du dich mit Schimpf läßt krönen? 4. Deine blutgefärbten Hände Bieten sich dem Sünder dar; Ach, streck' sie am letzten Ende Nach mir, und umfass' mich gar. Wenn du mich im Tod umarmst, Und dich meiner Angst erbarmst, Werd' ich in den letzten Zügen Sanfte, wie auf Rosen liegen. 2. Hoherpriester ohne Tadel! Lebensfürst von großem Adel! Licht und Herrlichkeit entfalten, Segnen heißt dein hohes Walten. Segnend trittst du mir entgegen, Und so wünsch ich einen Segen, Einen Ruhm an meinem Grabe: Daß ich dich geliebet habe. 3. Elend bin ich und verdorben, In der Sünde fast erstorben; Sünder können nichts verdienen, Nichts vergüten, nichts verfühnen. Willst du in der ewgen Hütte Mich vergessen in der Bitte, Nicht auf deinem Herzen tragen: Muß ich sterben und verzagen. 4. Da die Mörder dich getötet, Hast du ja für sie gebetet, Bei dem Vater dich verwendet, 5. Nun, Herr Jesu, Heil der Weil die Sünde sie geblendet. Passion. Jesu, willst du für mich flehen, für, wiewohl arm und schwach, Wird dein Auge Gleiches sehen: Dir Dankopfer schenken. Böhmische Brüder. Was ich auf mein Haupt geladen, Ruft zu dir um gleiche Gnaden. 5. Du nur giltst im Heiligtume; Und zu deiner Wunden Ruhme, Weil du für die Sünder littest, 661. Der du, Herr Jeſu, Giebt der Vater, was du bittest. Wenn schon Zornesflammen lodern, Darfst du noch Erbarmen fordern, Hülfe wo die Engel trauern, Leben in des Todes Schauern. Ruh und Rast In deinem Grab gehalten haft: Gieb, daß mir in dir ruhen all, und unser Leben dir gefall! 2. Verleih, o Herr, uns Stärk und Mut, Die du erkauft mit deinem Blut; Und führ uns in des Himmels Licht Zu deines Vaters Angesicht. 6. O wie groß ist dein Vermögen! Priesteramtes kannst du pflegen, Welten auf dem Herzen tragen, Sünd und Hölle niederschlagen, Gräber öffnen, Tote wecken, Ihrer Blöße Schandedekken, Und hinauf zum ewgen Leben In der Mittlerhand erheben! 7. Was ist Reichtum, Lust und Ehre, Was ein Überfluß, wie Meere, wenn du, Herr, 3. Wir danken dir, o Gotteslamm, Getötet an des Kreuzes Stamm: Laß ja uns Sündern deine Bein Ein Eingang in das Leben sein. Georg Werner, geb. 1607, † 1671. mich nicht erkennest, Nicht im Heiligtume nenneſt? Selger Mein Jesus schließt die Augen Pilger, dem die Kunde Tief er zu; Der Friedensfürst schläft tönt im Herzensgrunde: Chri- ganz in Frieden, Die Lebensstus, meine Lebenssonnne, Den- sonne geht zur Ruh. Amen! ket mein im Gnadenthrone.:,: Wie still die Todesnacht! O großes Wort: es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht, wie Gott oder: Schwing dich auf zu deinem.gesprochen: Des Lebens Wort 660. hilf, Christe, Got- muß sprachlos sein, Das Herz Alb. Knapp, geb. 1798,+1873. Mel. Christus, der uns selig macht; tes Sohn, Durch der Treue wird gebrochen, Den dein bitter Leiden, Daß wir stets Fels des Heils umfaßt ein dir unterthan All Untugend mei- Stein. Amen!:: Die höchste den. Deinen Tot und sein Ur- Kraft verschmachte't; O wahres jach Fruchtbarlich bedenken, Da- Wort: es ist vollbracht! 493 Mel.: Herr Jesu Christ meins; oder: Herr Jesu Christ dich zu. Mel.: Wer weiß, wie nahe mir mein. 662. er ist verschieden, 8 C. 494 Passion. 3. Es ist vollbracht; schweig| Fleisch regier Und laß ihm nicht mein Gewissen, Ihr Sünden, den Zügel. schreit nicht allzusehr! Habt ihr 4. Gotteslamm, O Liebesdie Wolken oft zerissen, Das flamm, O meiner Seelen Freude: Blut des Lammes schreit viel- Nimm hin die Sünd, Das mehr. Amen!:: Nun sinkt Herz entzünd, Daß mich von der Hölle Macht Durchs starke dir nichts scheide. Wort: es ist vollbracht! 5. So werde ich Recht seliglich 4. Es ist vollbracht; mein Herz- Den Lebenslauf vollbringen, verlangen, Du allerliebste Liebe du, Die Engel wünschen zu umfangen, Nimm auch in meinem fingen. Herzen Ruh. Amen!:,: Sein und fröhlich hier, O Gott, mit dir ,, Es ist vollbracht" einst Grab ist schon gemacht; Trost- Mel.: Herr, ich habe mißgehandelt. volles Wort: es ist vollbracht! 664. Gute Nacht ihr 5. Es ist vollbracht; ich will eitlen Freuden! mich legen Zur Ruh auf Christi Gute Nacht, du falsche Welt! Grabesstein: Die Engel sind Sehet doch, welch Angst und Leiallhier zugegen, Ich schlummre den Jeßt aussteht der Lebenssanft mit Jakob ein. Amen!:,: held; Wie er zittert, wie er ringet, Daß sein Blut auch von ihm dringet. Die Himmelspfort auf'macht Dies Lebenswort: es ist vollbracht! Sal. Frant, geb. 1659, † 1725. Mel.: Ach Gott und Herr. 2. Wie soll ich denn Wollust pflegen Und, o schnöde Welt! mit dir Gehen auf den breiten We663. Fünf Brünnlein sind, gen Der verderblichen Begier? Nein, ich will nun Jesu leben Und euch gute Nacht jetzt geben. Daraus mir nimmt Fried, Freud, Heil, Trost und Leben; In Angst und Not Bis in den Tod Solche mir Labſal geben. 2. Der Quell du bist, Herr Jesu Christ! Die Brünnlein deine Wunden! Daraus ich mich Lab inniglich In heißen Kreuzesstunden. 3. Ich mag euch durchaus nicht hören, Die ihr bald ein frommes Herz Mit dem Ansehn könnt bethören, Hebet euch nur hinterwärts, Ihr sollt mich nicht mehr verblenden, Noch von Jesu mich abwenden. 3. Laß mir stets sein, Das Leiden dein, Ein Regel, Riegel, Spiegel, Daß ich nach dir Mein 4. Besser ists, mit Jesu leiden Hohn, Verachtung, Schmach und Špott, Als von ihm sein abgescheiden Und bei der Gottlosen Rott Passion. 495 Hier in großen Ehren sizzen Und jetzt ist, Der den Segen uns dort in der Hölle schwitzen. erwirbet, Das soll mich zu jeder Frist Von der Sündenbahn abschrecken Und zu wahrer Buß aufwecken. 5. Weg mit Hoffart, weg mit Prangen, Weg mit allem Uebermut, Meines Heilands Haupt und Wangen Triefen überall von Blut, Ja dem Schutzherrn aller Frommen Sind die Kleider all genommen. 6. Ach! das Haupt muß Dornen tragen und die Glieder prangen noch; Ja, der Herr muß Blöße klagen Und der Knecht stolzieret doch! O du falsch beschöntes Gleißen, Wer kann dich doch christlich heißen? 7. Weiche, Schwelgen! weiche Saufen! Denn dein Wesen macht, daß mich Furcht und Schrecken überlaufen, Wenn ich Eigene Melodie. nur bedenk, wie sich Auch zu 665. Jeſu Leiden, Bein ihrem Schaden in und Wollust überladen. 8. Und dem Schöpfer aller Dinge Hats so gut nicht können sein, Daß, als er am Kreuz nun hinge In der schwersten Todespein, Er, sein mattes Herz zu laben, Möcht ein Tröpflein Wassers haben. 9. Drum geb ich euch schnöden Sünden Hiermit nochmals gute Nacht: Weichet fern und bleibt dahinten, Ihr habt Gott die Angst gemacht, Daß er klaget ohne Maßen, Wie sein Gott ihn hab verlassen. 11. Habe Dant, o Freund der Seelen! Für die Angst und Traurigkeit, Für die Striemen, für das Quälen, Für des Todes Bitterfeit, Die du hast, von Sünd und Schanden Uns zu retten, ausgestanden. 12. Gieb, daß wir forthin bereuen Unsrer Sünden schwere Laft, Und die Strafe nicht erneuen, Die du jetzt bezahlet hast, Sondern dir uns ganz ergeben Und nach deinem Willen leben. 10. Daß des Lebens Herr verstirbet Und daß der ein Fluch tiefe Wunden Haben in der Sündennot Heilsam uns verbunden: Menschen, schafft die Sünden ab, Wir sind Christen worden, Sollen kommen aus dem Grab In der Engel Orden. 2. Jesus in den Garten ging, Traurig an Geberden, Mit Gebet das Werk anfing, Kniet auf die Erden; Seine Seel bis in den Tod Heftig war betrübet: Schau, in was für große Not Er für dich sich giebet! 3. Wachet, betet, Jesus spricht, Daß ihr nicht verzaget; Der Geist sich zwar hoch verpflicht, Das Fleisch sich nicht waget: Mit 496 Passion. will ich ein Teil der Last Ungezwungen tragen. 4. Jesu, dem der Engel Chor Unverwandt aufwarten, Den zu stärken kam hervor Ein Engel im Garten: Wenn kömmt meine letzte Zeit, Dein Engel mich stärke, Damit ich im letzten Streit Todesangst nicht merke. 9. Jesus alles hat vollbracht, Was nur von Propheten Lange vorher ist gesagt, Nichts mehr ist vonnöten: Weine nicht, nur Christi Werk Haben alls erworben; Wenn der Trost mich nicht gestärkt, Wär ich längstverdorben. 10. Jesu, du liegst in der Erd, Als ein Wurm begraben: Laß 5. Jesu dein blutroter Schweiß, mich, wenn ich sterben werd, Dein betrübtes Zagen Macht Ruh im Grabe haben! So die schwarze Sünde weiß, Kann werd ich, Herr Jesu Christ, Wehmut verjagen: Menschen, Durch Kraft deiner Wunden, zaget nicht so sehr, Christus Dermaleinst, wenn Zeit es ist, hat erduldet, Was ich, du und Sicher wiederfunden. andre mehr Tausendmal verschuldet. Gebet fang alles an, Wenn es soll gelingen, Sei nicht ein vermessen Mann In so schweren Dingen. 6. Alle Jünger laufen weg, Lassen Jesum stecken; Petrus selbst, der vor so keck, Weiset ihm dem Rücken; Gott hält aus geduldiglich, Der auch hat gelitten, Der mir hilft, und läßt noch nicht Ab, für mich zu bitten. 7. Petrus, der nicht denkt zurück, Seinen Gott verneinet, Der doch auf ein ernsten Blick Bitterlich geweinet: Jesu, blicke mich auch an, Wenn ich nicht will büBen, Wenn ich Böses hab gethan, Rühre mein Gewissen. 8. Jesus sein Kreuz selber trägt, Dran man ihn will heften, Simon, dems auch aufgelegt, Trägt mit allen Kräften; Doch gezwungen solchs er faßt. Gieb, Herr, Kraft und Gaben, So 11. Jesu, selig werd ich sein; Ich bins schon durch Hoffen Weil ich von der Sünden Pein, So mich je betroffen, Durch dein Blut erlöset bin: Teure, teure Schätze! Taran ich mit Herz und Sinn Ewig mich ergöße. 12. Jesu, deine Passion Ist mir lauter Freude, Deine Wunden, Kron und Hohn Meines Herzens Weide: Meine Seel auf Rosen geht, Wenn ich daran denke, In dem Himmel eine Stätt Mir deswegen schenke! 13. Jesu, der du warest tot, Lebest nun ohn Ende: In der letzten Todesnot Nirgends mich hinwende, Als zu dir, der mich verfühnt, O mein trauter Herre! Gieb mir nur, was du verdient, Mehr ich nicht begehre. Paul Stockmann, geb. 1603, † 1636. Passion. Mel.: Ein Lämmlein geht und. 666. Sch ch grüße dich am Kreuzesstamm Mit andachtsvollem Herzen. Du hochgelobtes Gotteslamm, Vergehst in tausend Schmerzen; Doch sieht mein Glaube wohl Heil erworben. an dir, Daß Gottes Majestät und Zier In diesem Leibe wohne, Und daß du hier so würdig seist, Daß man dich Herr und König heißt, Als auf dem Ehrenthrone. 2. Ich liebe dich, o Seelen freund, Den jeßt mein Geist umfasset, Wer zweifelt, daß dus gut gemeint, Da du für mich erblasset? Du stirbst zwar, weil der liebe Macht Dich zu der höchsten Probe bracht, und liebest bis ans Ende; Doch lebst du mir, Verwan497 kennen, Erfahren deine höchste Treu, Daß ihnen nichts unmöglich sei. Da du für sie gestorben. Ich scheue nicht den Märtrertod, Und bin gewiß in aller Not Ist mir mein 5. O sieh auf mich, du Gotteslamm, Und gieb dich mir, mein Leben! Du bist der Seelen Bräutigam, Mein Lassen und mein Streben. Jn Christi Leiden glüht mein Geist, Die Liebe Jesu wird gepreist, Mein Glaube foll hier erben, Die Hoffnung zeigt mir Hülf und Rat, Gehorsam folget in der That, So will ich leben, sterben. V. E. Löscher, geb. 1673, 1749. Mel.: Christus, der uns selig macht. 667. Jesu, meiner Seelen Licht, meiner Freuden, Meines Lebens Zuversicht, Nimm doch für dein 3. Ich fasse dich, mein Löse- Leiden Diesen schlechten Dank geld Mit unverrücktem Glau- hier an, Soviel meine Seele ben, Versöhner Gottes und der Immermehr dir bringen kann Welt! Dies soll mir niemand In der Schwachheit Höhle. rauben; Mein Hoherpriester hat vollbracht, Was mich gerecht und selig macht; Nun ist er hoch erhöhet, Und ich bin bloß, mein Glaube gilt, Wenn das Geseg gleich droht und schilt, Und Satan widerstehet. 2. Ich erwäg es hin und her, Was dich doch bewogen, Daß du so viel Herzbeschwer Hast auf dich gezogen; Daß du Angst, Gewalt und Not, Schläg und Hohn und Banden, Lästerung und Kreuz und Tod Willig ausgestanden. delt sich mit deinem Tod In Heil durch deine Hände. 4. Ich folge dir durch Tod und Leid, Nichts soll von dir mich trennen, Herzog meiner Seligkeit! Die Seelen, die dich 3. Gottes Wohlgewogenheit, Vaterlieb und Güte, Deine Herzensfreundlichkeit Und dein treu 32 498 Passion. Gemüte, Jesu, hat es ausge- und schüßzet, Wenn gleich alle bracht, Daß kein Mensch ver- Höllenpein, Auf mich schießt und zagte, Wenn der Sünden Meng bliget. und Macht Die Gewissen nagte. 9. Ich will, weil ich mit dir 4. O du wunderbarer Rat, frei Werd im Himmel erben, Den man nie ergründet! O der Herr, in deinen Armen treu unerhörten That, Die man nir- Leben und auch sterben, Bis gend findet! Was der Mensch, man fröhlich sagen wird Nach der Erden Knecht, Troßig hat den Todesbanden: Sieh, dein verbrochen, Wird an Gott, der Bräutgam und dein Hirt, Jesus doch gerecht, Durch und durch ist vorhanden. Heinr. Held. gerochen. 5. Meine wilde Schandbegier Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. Hat dich ſo zerſchlagen; Dieſe 668. Krenzeskönig, so Krankheit hab ich dir, Jesu, aufgetragen. Meine Schuld und Missethat Hat dich so verbürget, Bis sie dich auch endlich hat Unrecht hingewürget. deine Schmerzen, Und die Angst, die deinem Herzen An dem Delberg zugedrungen, Als du mit dem Tod gerungen; Alle durch die Sündenbrüche Auf die Welt gefallnen Flüche, Welche Gott und Menschen scheiden, Hast du wollen für uns leiden. 6. Alle Strafe, der ich war Tag und Nacht verbunden, Liegt auf dir nun ganz und gar, Und durch deine Wunden Wird uns Fried und Heil gebracht, Drum will mir geziemen Deine starke Liebesmacht Ewiglich zu rühmen. 2. Bis auf deine Leidenszeiten Sind der Sünde Gräulichkeiten Zwar in dem Gesetz beschrieben, 7. Laß doch diese Sicherheit Aber unerkannt geblieben: An Gleichfalls mein Gewissen Zwi- dir ist der Sünderorden Erst schen Angst und Tod und Streit recht offenbaret worden. SeeKräftiglich genießen. Ach, ach meines Herzens Herz, Wirfdurch deine Schmerzen Meine Schmerzen hinterwärts Fern aus meinem Herzen. len, kommt hierher und sehet, Wie es um die Sache stehet. 3. Sehet alles stolze Prangen An dem Kreuze Jesu hangen: Er trägt eine Dornenkrone Unsrer Eitelkeit zum Hohne. Seht den großen Lebensfürsten An dem Holz des Fluches dürsten, Und um unsrer Lüste willen Seinen Durst mit Galle stillen. 8. Nun, ich weiß, worauf ich bau Und bei wem ich bleibe, Welchem Fürsprach ich mich trau Und an wen ich glaube. Jesu, du bist es allein, der mich hält Passion. 4. Hier ist Weisheit, die die pein Haft am Kreuz gesprochen, blinden Weisen dieser Welt nicht finden. Außer Jesu Sünden meiden, kann der Teufel noch wohl leiden: Aber keine Tugend wissen, als die man zu Jesu Füßen An den Wundenmalen lernet, Ists, was ihn von uns entfernet. Laß mich jetzt mit Innigkeit Fruchtbarlich erwägen, Und zu solcher Gnadenzeit, Gieb, Herr, deinen Segen. 2. Vater! denn so sprachst du nun, O vergieb es ihnen, Die nicht wissen, was sie thun Und an mir verdienen. - Bittet so der Sohn zu Gott Für die ärgsten Feinde, Was wird er nicht in der Not Thun für seine Freunde! 3. Wie der Schächer hört von dir Trostesworte süße: Wahrlich, du wirst heut mit mir Sein im Paradiese! 5. Dieses ists, drauf Jesus weiset, Da er seinen Vater preiset, Daß der Rat von seinem Lieben Der Vernunft verborgen blieben. Dieses Wort der Aergernisse Ist die Leuchte für die Füße, Die auf Jesu Kreuzeswegen Einen Gang versuchen mögen. 499 So gieb, wenn ich nicht mehr kann, In des Todes Schmerzen, Daß ich diese Wort alsdann Hör in meinem Herzen. 6. du Freund der Menschenherzen, Möchten doch durch deine Schmerzen Alle Menschen auf der Erden Dir ein Lohn der Leiden werden! Möchten ohne Zeitverspielen Sie doch bald ihr Elend fühlen, Und des Eifers Gottes Brennen An dir sehen und erkennen. 4. Siehe, Weib, das ist dein Sohn!-Auf Johannem deutend, Giebst du ihm zum schönen Lohn Deine Mutter leidend. Dieses dritte Wort macht froh, Und läßt Trost erscheinen. Sorge, lieber Herr, auch 7. Jesu, sich, ich bin gekommen, Habe dich beim Wort genommen, Nimm mich wieder bei dem mei- so Einstens für die Meinen. nen: Dich erwähl ich und sonst 5. Schon verschmachtet bis keinen, Dich in deiner Marter- zum Tod Durch so viele Plagen, schöne, Wie die Welt auch immer Hört man dich, du Mensch und höhne. Blick mich an von deinem Gott, Ach, mich dürftet! sagen. Kreuze, Mich zu treuer Liebe Kann der Liebe Macht in dir reize! v. Pfeil, geb. 1712,+1784. So dein Herz entzünden; Laß Mel.: Jesu Leiden, Pein und Tod. mich, Lebensquell, Enach dir 669. Daß mir alle Wochen Heilgen Durst empfinden. sein, Jesu, stille 6. Fünftens riefst du, als die Wochen. Was du in der Todes- Last Zunahm ohne Maßen: 32* 500 Passion. Mein Gott, mein Gott, 2. Schaue doch das Jammerwarum hast, Hast du mich bild Zwischen Erd und Himmel verlassen! Daß ich nie hangen! Wie das Blut mit verlassen blieb, Wurdest du Strömen quillt, Daß ihm alle verlassen; O der unerhörten Kraft entgangen! Ach der überLieb, Wer kann dieses fassen? großen Not, Es ist gar mein Jesus tot. 7. Sechstens als du uns mit Macht Durch den Tod gebrochen, 3. O Lamm Gottes ohne Hast du auch: Es ist voll- Schuld, Alles das hat ich verbracht! Uns zum Trost ge- schuldet, Und du hast aus großer sprochen, Denn durch dich ist Huld Pein und Tod für mich ganz und gar Gottes Zorn ge- erduldet. Daß ich nicht verloren stillet Weil, was zu vollbringen bin, Giebst du dich ans Kreuze hin. war, Du für uns erfüllet. 4. Unbeflecktes Gotteslamm, 8. Lestens riefft du laut am Ich verehre deine Liebe, Schaue End: Vater, ich befehle von dem Kreuzesstamm, Wie Meinen Geist in deine ich mich um dich betrübe. Dein Händ!- Damit schied die Šeele. Wenn auch mir der Tod zuseht, Und mein Herz will brechen, So laß mich dies Wort zuletzt Denken oder sprechen. 9. Jesu, Tilger aller Not, Bitt für mich, den Deinen; Gieb des Schächers Trost im Tod; Sorg auch für die Meinen; Laß mich nie aus deiner Acht; Fülle meine Seele, Die ich, wenn mein Lauf vollbracht, Gläubig dir befehle. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 670. Seele, geh auf Golgatha, Setz dich unter Jesu Kreuze, Und bedenke, was dich da Für ein Trieb der Buße reize. Willst du unempfindlich sein: O so bist du mehr als Stein. im Blute wallend Herz Sezzet mich in tausend Schmerz. 5. Ich kann nimmer nimmermehr Diese Plagen dir vergelten. Du verbindest mich zu sehr: Schenk ich dir gleich tausend Welten, Ach das wäre nicht genung Nur für deinen Gallen- Trunk. 6. Nun ich weiß noch was für dich: Ich will dir mein Herze geben; Dieses soll beständiglich Unter deinem Kreuze leben. Wie du mein, so will ich dein Lebend, leidend, sterbend sein. 7. Laß dein Herz mir offen stehn, Deffne deiner Wunden Thüre; Da hinein will ich stets gehn, Wenn ich Kreuz und Not verspüre, Wie ein Hirsch nach Wasser dürft, Bis du mich erquicken wirst. 8. Kreuzige mein Fleisch und Passion. 501 Blut, Lehre mich die Welt ver-| Mein Herz soll offen stehn für schmähen, Laß mich dich, du höch- dich, unerschöpfte Friedensstes Gut, Immer vor den Augen quelle, Ergieß ohn Ende dich sehen. Führ in allem Kreuze mich in mich. Wunderlich und seliglich. 9. Endlich laß mich meine Not Auch geduldig überwinden. Nirgend sonst wird mich der Tod, Als in deinen Wunden finden. Wer sich hier sein Bette macht, Spricht zuletzt: Es ist vollbracht. Benj. Schmold, geb. 1672, † 1737. Mel.: Die Tugend wird. 671. drückten Jeſu Todesmienen Sich 4. Herr Jesu, nimm für deine Schmerzen Mich Armen an, so wie ich bin! Ich setze dir in meinem Herzen Ein Denkmal deiner Liebe hin, Die dich für mich in Tod getrieben, Die mich aus meinem Jammer riß; Ich will dich zärtlich wieder lieben, Du nimmst es an, ich bins gewiß. 5. Wann einst mein Herz wird stille stehen, So schließ mich ins Erbarmen ein; Dann werd ich dich von Nahem sehen In deiner Klarheit ewgem Schein. Die Seele, die durch dich genesen, Ruht dann in deinen Armen aus Und lässet gern den Leib verwesen; Er wird dereinst ihr neues Haus. meiner Seel auf ewig ein! möchte stündlich sein Verfühnen In meinem Herzen kräftig sein! Denn, ach, was ich hab ihm zu danken! Für meine Sünden floß sein Blut, Das heilet mich, den Armen, Kranken, Únd kommt mir ewiglich zu gut. Chr. Renatus von Zinzendorf. Mel.: O Mensch, bewein dein. 672. O Herz des Königs 2. Ein Glaubensblick auf Jesu Leiden Giebt auch dem blödsten Herzen Mut; Die Quelle wahrrer Geistesfreuden Ist sein veraller Welt, Des goßnes teures Blut, Wenn seine Herrschers in dem Himmelszelt, Kraft das Herz durchfließet, Dich grüßt mein Herz mit Sein Lieben unsern Geist durch- Freuden. Mein Herze, wie dir dringt, Wenn seine Huld die wohl bewußt, Hat seine größt Seel umschließet, Und ihr sein und höchste Lust An dir und Trostwort Frieden bringt. deinem Leiden. Ach, wie bezwang und drang dich doch Dein edle Lieb, ins bittre Joch Der Schmerzen dich zu geben; Da du dich neigtest in den Tod, zu retten aus der Todesnot Mich und mein armes Leben. 3. Für mich starb Jesus, meine Sünden Sinds, die ihn in den Tod versenkt; Drum läßt er Gnade mir verkünden, Die mich mit Lebenswasser tränkt. Strom der Liebe, klar und helle, Passion. 2. O Tod, du fremder Erden-| deiner Lieb und süßen Treu Auch gast, Wie warst du so ein herbe wohl den Tod zu tragen. Last Dem allersüßten Herzen. Dich hat ein Weib der Welt gebracht, Und machst dem, der die Welt gemacht, So unerhörte Schmerzen, Du meines Herzens Herz und Sinn, Du brichst und fällst und stirbst dahin, Wollst 5. Ich ruf aus aller Herzensmacht, Dich, Herz, in dem mein Herze wacht, Ach, laß dich doch errufen. Komm, beug und neige dich zu mir An meines Herzens arme Thür, Und zeuch mich auf die Stufen Der Andacht und mir ein Wort gewähren. Ergreif der Freudigkeit. Gieb, daß mein mein Herz und schleuß es ein In dir und deiner Liebe Schrein, Mehr will ich nicht begehren. Herz in Lieb und Leid Dein eigen sei und bleibe, Daß dir es dien an allem Ort Und dir zu Ehren immerfort All seine Zeit vertreibe. 6. O Herzensros, o schönste Blum, Ach, wie so köstlich ist dein Ruhm, Du bist nicht auszupreisen. Eröffne dich, laß deinen Saft Und des Geruchs erhöhte Kraft Mein Herz und Seele speisen. Dein Herz, Herr Jesu, ist verwundt; Ach tritt zu mir in meinen Bund, Und gieb mir deinen Orden. Verwund auch mich, o süßes Heil, Und triff mein Herz mit deinem Pfeil, Wie du verwundet worden. 502 3. Mein Herz ist kalt, hart und bethört Von allem, was zur Welt gehört, Fragt nur nach eitlen Sachen. Drum, herzens Herze, bitt ich dich, Du wollest dies mein Herz und mich Warm, weich und sauber machen. Laß deine Flamm und starke Glut Durch all mein Herze, Geist und Mut Mit allen Kräften dringen. Laß deine Lieb und Freundlichkeit Zur Gegenlieb, Herr jeder Zeit, Mich armen Šünder bringen. 4. Erweitre dich, mach alles voll, Sei meine Ros'und riech mir wohl, Bring Herz und Herz zusammen. Entzünde mich durch dich und laß Mein Herz ohn End und alle Maß In deiner Liebe flammen. Wer dieses hat, wie wohl ist dem, In dir beruhn ist angenehm. Ach, niemand kanns gnug sagen, Wer dich recht liebt, ergiebt sich frei, In meinen Willen, Und weil mein 7. Nimm mein Herz, o mein höchstes Gut, Und leg es hin, wo dein Herz ruht, Da ists wohl aufgehoben. Da wirds mit Luft erfüllet ganz, Da lobt es deines Hauses Glanz. Und kanns doch nicht gnug loben. Hier setzt sichs, hier gefällts ihm wohl, Hier freut sichs, daß es bleiben soll, Erfüll, Herr, 503 Passion. Herz dein Herze liebt, So laß Ich dadurch mög erben. Aber auch, wie dein Recht es giebt, Dein Herz mein Herze stillen. Paul Gerhardt, geb. 1606,+ 1676. ach, wie herrlich glänzt Deine Kron von ferne, Die dein siegreich Haupt bekränzt, Schöner als die Sterne. Mel.: Jesu Leiden, Pein. 673. Seele, mach dich eilig auf, Jesum zu 6. Liebster Jesu, nun Glück zu! Es muß dir gelingen; Nach begleiten Gen Jerusalem hin- der Guten- Freitags- Ruh Wirst auf, Tritt ihm an die Seiten. du Freude bringen. Tritt nur auf In der Andacht folg ihm nach Zu dem bittern Leiden, Bis du aus dem Ungemach Zu ihm wirst verscheiden. die Todesbahn: Die gestreuten Palmen Bilden dir den Sieg voran Aus den Osterpsalmen. 7. Laß mich diese Leidenszeit Fruchtbarlich bedenken, Voller Andacht, Reu und Leid; Und darüber kränken. Auch dein Leiden tröste mich Bei so vielem Jammer, Bisnach allem Leiden ich Geh zur Ruhekammer. A. Klefel, geb. 1635, † 1700. Mel.: O Gott, du frommer Gott. eht, welch ein Mensch ist das! mit zu fangen. Für die Ehre Ihr Menschen kommt zusammen, Hohn und Spott Wird man Ihr Ungerechten seht Die Undir, Herr, geben, Bis du durch schuld hier verdammen! Ihr des Kreuzes Tod Schließen Sünder, merket auf, Hier bebt wirst dein Leben. die Heiligkeit; Ihr Höllenkinder weint, Der Sohn des Höchsten 4. Das Kreuz ist ein Königsthron, Drauf man dich wird schreit. segen, Dein Haupt mit der Dor- 2. Seht, welch ein Mensch ist nenkron Bis in Tod verleßen das! Blicke voller Thränen, Jesu, dein Reich auf der Welt O Antlig voller Schmach! O Ist in lauter Leiden; So ist Lippen voller Sehnen! O Haupt es von dir bestellt Bis zum voll Todesschweiß! O Backen volletzten Scheiden. ler Kot! O Herze voller Blut! 5. Du wirst, Herr der Herr O Leib voll Not und Tod! lichkeit, Ja wohl müssen sterben, 3. Seht, welch ein Mensch ist Daß des Himmels Ewigkeit das, Ach seht in seine Wunden 2. Seele, siehe Gottes Lamm Gehet zu dem Leiden, Deiner Seelen Bräutigam, Als zur Hochzeit Freuden. Geht, ihr Töchter von Zion, Jesum zu empfangen; Sehet ihn in seiner Kron Unter Dornen prangen. 3. Du zeuchest als König ein, Wirst dafür empfangen: Aber 674. Seht, Bande warten dein, Dich da 504 Habt ihr, ihr Sünder nicht Den Heiligen gebunden? Sind eure Lüste nicht Die Dornen, die er trägt? Jsts eure Bosheit nicht, Die ihn ans Kreuze schlägt? 4. Seht, welch ein Mensch ist 2. Hände, die mit Thränendas! Ach, opfert Thrönenfluten, füssen Unsre Buße neßen soll, Denn eure Blutschuld macht Das Sieht man bei der Jünger Füßen Herze Jesu bluten: Geht nicht In dem Wasser liebevoll. Er vorüber hier, Wo Schmerzen bemüht und bückt sich hie, Dem über Schmerz, Seht durch die sich beugen alle Knie; Den ich offne Brust In eures Jesu Herz. hier so dienen sehe, Ist der Aufgang aus der Höhe. 5. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach ja, wir wollen sehen, Was dir, du Menschenfreund, Durch Menschen ist geschehen; So lang ein Auge blickt, So lange soll die Pein, Die du für uns er trägst, auch unvergessen sein. 3. Der du dich herabgelassen Bis zu tiefer Knechtsgestalt, Arme Sünder zu umfassen: Zeuch auch mich mit Liebsgewalt. Ich muß auch gewaschen sein; Wasche mich von Sünden rein, Und ich reiche zu dem Ende Dir, Herr Jesu, Haupt und Hände. 4. Zwar du hast schon in der 6. Seht, welch ein Mensch ist das! Ach, sich uns auch in Gnaden, Wenn wir uns voller Buß In Jammerthränen baden; O laß den Blick vom Kreuz in unsre Taufe Dieses Haupt geweihet Seele gehn, Und dein vergoßnes Blut Für uns im Mittel stehn. 7. Seht, welch ein Mensch ist das! So werden wir dich schauen, Und unsern ganzen Trost In deinen Wunden bauen, Wenn sich dein Haupt mun neigt, So sterben wir mit dir; Wenn unser Auge bricht, So leben wir dafür. dir; Aber zu dem Gnadenlaufe Heilige die Füße mir Hängt sich auf der Wanderbahn Neuer Staub der Sünden an, O so laß die Gnadenquelle Machen meine Füße helle. Passion. Seele noch? Seinen Jüngern dient mein Gott, Da die Welt es hält für Spott Jesu Christi armen Gliedern Lieb und Demut zu erwiedern. 5. Kann ich so vor dir erscheinen, Und du thust die Wohlthat mir, Denn so hab ich mit Benj. Schmolck, geb. 1672, † 1737. den Deinen, Herr, mein Gott, Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. auch Teil an dir. Gieb mir 675. Tiefe Demut, hohe nur beständig sein, Daß, wenn Liebe, Wozu du mich wäschest rein, Ich herab bringst du Jesum doch! Und der von meiner Höhe, Und den eitlen Hoffart Triebe Heget meine Weg der Demut gehe. Passion. 505 Mel.: Alles ist an Gottes Segen. Kreuze, Ach! daß seine Not 676. 11nter tausend frohen Stunden, die im Leben ich gefunden, Blieb nur eine mir getreu, Eine, wo in tausend Schmerzen Ich erfuhr in meinem Herzen, Wer für mich gestorben sei. mich reize, Jhm zu leben, nicht der Welt! Hier will ich mich niederlassen, Diesen Lebensbaum umfassen, Wenn mich letzte Not befällt. Hans Aßmann von Abschatz. 2. Wenn sie Jesu Liebe wüßten, Alle Menschen würden Christen, Ließen alles andre stehn, Liebten alle nur den Einen, Würden ewig ihn nur meinen, Ewig ihm zur Seite stehen. F. L. v. Hardenberg, geb. 1772,+1801. Mel.: Alles ist an Gottes Segen. 677. Meine Bion, du betrübte, Denn dein Heiland, der geliebte, Hier am Kreuzesstamm verschmacht't! Stirbt der Schöpfer aller Dinge? Himmelsfeste nun zerspringe! Hüll dich, Sonn, in schwarze Nacht! 2. An dem Kreuz wird meine Liebe, Einem Mörder, einem Diebe Gleich, die Unschuld um gebracht. Billig lieb ich den von Herzen, Der in tausend Angst und Schmerzen Meine Schuld hat gut gemacht. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe; Daß er mich vom Tod erhübe, Wird er hier mit Schmach erhöht, Schau, wie meine Sündenflecken Abzuwaschen und zu decken, Blut aus seiner Seite geht! 4. Meine Liebe hängt am Mel.: Ich will den Herren ewig. 678. Wenn meine Seel denn Tag bedenket, Da meine Sonn zur Nacht geeilt, Da mein geliebter Arzt gekränket, Durch seine Wunden mich geheilt, Da er sein letztes Wort gesprochen, Da meinem Haupt das Herz gebrochen, So wein ich, weil ich weinen fann, Und stimme solche Seufzer an: 2. Herr Christ, der du mit heißen Thränen Im Tod noch batst für deine Feind; Laß deine Thränen mich versöhnen! Du hast ja auch für mich geweint. Laß mich die Rach dir überlassen; Gieb, daß ich liebe, die mich hassen; Vergieb den Feinden ihre Schuld: Gieb ihnen Reu, mir die Geduld. 3. Schaff, daß ich nicht die Buß verschiebe Bis auf den letzten Todesschweiß. Gedenk an mich mit deiner Liebe: Nimm mich vom Kreuz ins Paradeis, Da mir der Baum des Wisseus dienet, Da mir das Holz des Lebens grünet, Da der Krystallenstrom mich stillt, Der aus dem Stuhl des Lammes quillt. 4. Laß mich, wenn alles flüch 506 Passion. tig gehet, Bei deinem Fähnlein| 8. Alsdann komm, deine Braut halten stand: Wer unter dei- zu holen; Nimm, Himmels- Noah nem Kreuz hier stehet, Steht deine Taub! Mein Geist sei dort zu deiner rechten Hand. deiner Hand befohlen: Mein Laß mich die Witwen und die frisches Delblatt ist der Glaub. Waisen Als dein und meine Brüder speisen; Und wenn ich mir nicht helfen kann, So nimm dich meiner Notdurft an. Neig gegen mich dein Haupt in Leiden: Scheid nicht von mir, wenn ich soll scheiden: Führ aus der Marterwochen Bein Mich zu des Himmels Ostern ein! Christoph Wegleiter, geb 1659,+1706. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 679. Menn Vernunft von Christi Leiden 5. Wie sollt ich nicht die Sünde hassen, Um welche dich Gott selbst verläßt? Ich halte dich: du kannst nicht lassen Den, der dich hält wie Jakob fest. Wenn dich die Zorndeck mir verstecket, Wenn mich des Todes Schatten schrecket, So höre, was mein Herze spricht: Mein Gott! mein Gott! verlaß mich nicht. Und von dessen Nußen spricht, Will sie sich von außen weiden Mit dem Trost, den sie erdicht; Oder, komint es hoch, so kann Sie viel Klagens fangen an Ueber Christi Pein und Schmerzen: Gleichwohl gehts ihr nie von Herzen. 6. O Quell, von der viel Ströme fließen, Es dürstet dich nach mir, nach mir: Dein Durst muß Adams Bissen büßen: Mich 2. Aber meines Geistes Sehdürstet auch nach dir, nach dir nen Zielt auf die Gemeinschaft Gieb, daß auch mir die Essiggüsse Dein scharfer Essigtrank versüße, Bis du mich dort, o Lebensfürst, Mit Wollust ewig tränken wirst. hin, Stets zum Streben zu gewöhnen Den so tief verderbten Sinn. Hier häng ich den Myrrhenstrauch Nicht nur auf die Brust zum Brauch: In mein Herz will ich ihn schließen, Und ihn nimmer draus vermissen. 3. Dies Geheimnis wird verborgen Und als Thorheit angesehn; aber meine größten Sorgen Sollen auf dies Wunder gehn, Das nur Christi Tod in mir Durch Ersterben für und für In dem Leben ausgebieret, Im Gericht den Sieg ausführet. 7. Es ist vollbracht, ich hab gekämpfet; Rufst du, der Vater ist vergnügt, Die Schrift erfüllt, Die Sünd gedämpfet! Tod, Teufel, Hölle sind besiegt, Daß sie nun nicht mehr schaden werden: Gieb, daß ich, wenn ich geb der Erden An meinem Freitag gute Nacht Auch fröhlich rühm: es ist vollbracht! Oſtern. 4. Drum such ich den Freund 6. Dies drückt mich in Hoffart im Grunde Meines Herzens, wo er sich Aus dem sonst verschloßnen Munde Mir einflößt so süßiglich, Deine ganze Sterbenskraft, Die ein neues Wesen schafft, Als die Rosen in den Lenzen Nach dem Tod des Winters glänzen. nieder, In Betrübnis hälts empor, Giebt in Schwachheit Stärke wieder, Aus Verzweiflung ziehts hervor, Hält mich zwischen Lieb und Leid In der rechten Mäßigkeit; Ja, ich find die tieffte Stille, Wenn am Kreuze hängt mein Wille. 5. Wenn ich denn vom Osterlamme Mit recht bittern Salzen speis, Das die heiße Liebesflamme Selbst in mir zu braten weiß, Frag ich nicht erst, wer es sei, Weil ich ihn selbst esse frei, Und wenns noch an Kräften fehlet, Ist er mir für alls erwählet. 7. O geheimnisreiche Liebe, Die sich im Verborgnen schenkt, Deffne die geheimen Triebe, Wenn mein Sinn ans Kreuz hindenkt. Keine Leidenskraft von dir Müsse jemals mangeln mir. Außer mir mag alls vergehn, Bleibe du in mir nur stehn. Gottfr. Arnold, geb. 1665, † 1714. VII. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 680. ejus lebt, mit ihm auch ich, Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich Von den Toten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; Dies ist meine Zuversicht. 507 Ostern. Daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Chriſto nicht; Dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein, Sein sei auch mein ganzes Leben; Reines Herzens will ich sein Und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; Dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich Ueber alle Welt gegeben, Mit ihm werd auch ich zugleich Ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; Dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, Lästert ihn und Gottes Ehre; Gnade hat er zugesagt, 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, Nichts soll mich von Jesu scheiden, Keine Macht der Finsternis, Keine Herrlichkeit, kein Leiden; Er giebt Kraft zu dieser Pflicht; Dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der 508 Ostern. Tod Mir ein Eingang in das ich Genesung finden, Du mußt Leben; Welchen Trost in Todes- sie rühren an. not Wird es meiner Seele geben, 6. Gieb meinem Glauben Wenn sie gläubig zu ihm spricht: Klarheit, Zu sehn, Herr Jesu Herr, Herr, meine Zuversicht Christ, Daß du Weg, Leben, Chr. Fürchteg. Gellert, gb. 1715, † 1769 Wahrheit, Daß du mir alles Mel.: Herr Christ, der einig Gottes. bist! Die finstern Wolken teile 681. Mein Fels hat über- Der Verzweiflung und heile Des Glaubens dürre Hand. wunden Der Hölle ganzes Heer, Der Drache 7. Laß mich nicht länger wanliegt gebunden; Die Sünde kann ken Gleich einem Rohr im Wind, nicht mehr Mich durchs Gesetz Besänftge die Gedanken, Die verdammen; Denn alle Zornes voller Unruh sind. Du bist der Flammen Hat Jesus ausgelöscht. Stuhl der Gnaden; Wer müh2. Auf denn, mein Herz, und sam und beladen, Den rufst bringe Dem Heiland Dank du ja zu dir, davor! Vertreib die Furcht und schwinge Im Glauben dich empor. Wirf des Gewissens Nagen, Dein Sorgen und dein Zagen In Christi leeres Grab. 3. Ist Jesus auferstanden, Mit Herrlichkeit geschmückt, So bist du ja den Banden Des Todes mit entrückt. Kein Fluch ist übrig blieben, Die Quittung ist geschrieben Daß alles sei bezahlt. 4. Ach willst du noch nicht glauben, Du ungewisser Geist? Welch Teufel kann dirs rauben, Was Jesus dir verheißt, Der Licht, Kraft, Fried und Leben Geneiget ist zu geben Als seines Sieges Frucht. 5. Wohlan denn, Fürst des Lebens, Ich bring dir, was ich hab, Ich matte mich vergebens Bei meinen Wunden ab. Ich fann sie nicht verbinden; Soll 8. Ich will nicht mehr vergeblich Bei mir mich halten auf; Ich finde nichts erheblich, Zu hemmen meinen Lauf zu deinen offnen Armen, Die ganz dein frei Erbarmen Mir angelweit aufthut. 9. Ich darf dem Abgrund pochen Auf deine Macht und Treu. Die Riegel sind zerbrochen, Die Fesseln sind entzwei; Des Werk- Bunds Donnerkeile, Des Satans Feuerpfeile Zermalmt mein Glaubensschild. 10. Hast du den Tod verschlungen, Verschling ihn auch in mir. Wo du bist durchgedrungen, Da laß mich folgen dir. Erfülle mein Verlangen Und laß den Kopf der Schlangen In mir zertreten sein. 11. Den Gößen Eigenliebe, Das ist der Seelen Gift, Zer Ostern. 509 stör in mir und giebe, Daß Auch über unser Herz, Und zeig alles Fleisches Trift, Die dich uns einst die Bahne Vom Grabe ans Kreuz geheftet, Ganz möge himmelwärts. sein entkräftet Durch deines Kreuzes Kraft. 6. Laß unser aller Sünden Ins Grab verscharret sein; Uns einen Schatz hier finden, Der ewig kann erfreun. 12. Lebst du, laß mich auch leben Als Glied an deinem Leib, Daß ich gleich einem Re- 7. Wir sind mit dir gestorben, ben An dir, dem Weinstock, So leben wir mit dir, Was bleib. Gieb Geistes- Kraft zur uns dein Tod erworben, Das Nahrung; Gieb Stärke zur stell uns täglich für. Bewahrung Der Pflanzung Der Pflanzung deiner Hand. 8. Wir wollen hier ganz fröhlich Mit dir zu Grabe gehn. Wenn wir nur dorten selig Mit dir auch auferstehn. 13. Leb in mir als Prophete Und leit mich in dein Licht, Als Priester mich vertrete. Mein Thun und Lassen richt, Um deinen ganzen Willen Als König zu erfüllen. Leb, Christe, leb in mir. Friedr. Ad. Lampe, geb. 1683, † 1729. Mel.: Christus, der ist mein Leben. Benj. Schmold, geb. 1672, † 1737. 9. Der Tod fann uns nicht schaden, Sein Pfeil ist nunmehr stumpf; Wir stehn bei Gott in Gnaden, Und rufen schon: Triumph! 682. Willkommen, Held im Mel.: Jesus, meines Lebens Leben. Streite, Aus dei- 683. 3 ween der Jünger nes Grabes Kluft! Wir triumphieren heute An deiner leeren Gruft. gehn mit Sehnen Ueber Feld nach Emmahus; Ihre Augen sind voll Thränen, Ihre 2. Der Feind wird Schau ge- Seele voll Verdruß, Man hört tragen Und heißt nunmehr ein ihre Klageworte; Doch es ist Spott, Wir aber können sagen: von ihrem Orte Unser Jesus Mit uns ist unser Gott! 3. In der Gerechten Hütten Schallt schon das Siegeslied, Du trittst selbst in die Mitten Und bringst den Osterfried. 4. Ach, teile doch die Beute Bei deinen Gliedern aus; Wir alle kommen heute Deswegen in dein Haus. 5. Schwing deine Siegesfahne gar nicht weit Und vertreibt die Traurigkeit. 2. Ach es gehn noch manche Herzen Ihren stillen Kummer nach; Sie bejammern ihre Schmerzen, Ihre Not und Ungemach, Manches wandert gar alleine, Daß es nur zur Gnüge weine; Doch mein Jesu ist dabei, Fragt was man so traurig sei. 510 Himmelfahrt. 3. Wenn zwei Seelen sich be- auf mich blißen, Wollst du trösten sprechen, So ist er der dritte und beschüßzen; Komm in meinem Mann; Er bemerket die Ge- Geist zu ruhn, Was du willst, brechen, Redet was uns trösten das will ich thun. fann. Denn er kann uns nicht versäumen, Wie wir glaubenslos oft träumen. Er hat alles im Gesicht, Seine Treu verläßt uns nicht. 4. Jesus ist mir nachgegangen, Wenn ich meiner Eitelkeit Und der Sünde nachgehangen, der unglückselgen Zeit, Die man dergestalt verloren, Doch er hat mich neu geboren, Jesus hat an mich gedacht Und das Schäflein wiederbracht. 5. Hat sich eine Not gefunden, So ließ er mich nicht allein: Jesus stellt zur rechten Stunden Sich mit seinem Beistand ein. Wenn ich mich bei ihm beschwere, Gleich als ob er ferne wäre, O so ist er mehr als nah, Und mit seiner Hülfe da. 6. Treuster Freund von allen Freunden! Bleibe ferner noch bei mir. Kommt die Welt mich anzufeinden, Ach, so sei du auch allhier. Will der Teufel 7. Bin ich traurig und betrübet, So gieb nur in meinen Sinn, Daß mich deine Seele liebet Und daß ich der Deine bin. Laß dein Wort mich feste gründen, Laß es auch mein Herz entzünden, Daß es voller Liebe brennt Und dich immer besser fennt. Mel.: Christ lag in Todesbanden. 684. Auf diesen Tag so denken wir, Daß Christ zum Himmel g'fahrn, Und danken Gott aus höchster 8. Tröst auch andre fromme Seelen, wenn sie tief in Kummer stehn, Wenn sie in verborgnen Höhlen, Kammern, Feld und Wäldern gehen, Ihrem Kummer nachzusinnen, Daß sie satt sich weinen können, So sprich ihrer Seelen zu: Liebes Kind, was trauerst du? 9. Kannst du bei der Welt nicht weilen Ach so nimm mich auch mit dir, Laß mich deine Freude teilen, Sei und bleibe stets bei mir. Bleibe doch in unsrer Mitten, Wie dich deine Kinder bitten. Dank sei Dir, o lieber Gast, Daß du mich getröstet hast. Ludw. Neunherz, geb. 1653,+ 1737. VIII. Himmelfahrt. B'gier, Mit Bitt, er woll bewahren Uns arme Sünder hie auf Erd, Die wir von wegen mancher G'fährd, Ohn Hoffnung hab'n kein Troste. Halleluja! Halleluja! Himmelfahrt. 511 2. Drum sei Gott Lob, der Mel.: Erschienen ist der herlich Tag. dir, Weg ist g'macht, Uns steht der Himmel offen! Christus schleußt auf mit großer Pracht, Vorhin war alls verschlossen. Wers glaubt, des Herz ist Freuden voll, Dabei er sich doch rüsten soll, Dem Herren nachzufolgen. Halleluja! Halleluja! 3. Wer nicht folgt und sein Willen thut, Dem ist nicht Ernst zum Herren, Denn er wird auch vor Fleisch und Blut Sein Himmelreich versperren. Am Glauben liegts, soll der sein recht, So wird auch gewiß das Leben schlecht*) Zu Gott im Himmel gericht't. Hallejuja! Halleluja!*) schlicht. 4. Solch Himmelfahrt fährt in uns an, Bis wir den Vater finden, Und fliehen stets der Welt ihr Bahn, Thun uns zu Gottes Kindern. Sie sehn hinauf, der Vater h'rab. An Treu und Lieb geht ihm nichts ab, Bis sie zusammen kommen. Halleluja! Halleluja! 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, Wann uns Gott zu ihm nehmen, Und seinem Sohn wird machen gleich, Als wir denn jetzt bekennen! Da wird sich finden Freud und Mut, Zu ewger Zeit beim höchsten Gut. Gott woll, daß wirs erleben. Halleluja! Halleluja! Johann Zwid.+ 1542. 685. Wir danken Herr Jesu Christ, Daß du gen Himm'l gefahren bist: O starker Gott Immanuel! Stärk uns an Leib, stärk uns an Seel. Halleluja! 2. Nun freut sich alle Christenheit, Und singt und springt ohn alles Leid. Gott Lob und Dank im höchsten Thron! Unser Bruder ist Gottes Sohn. Halleluja! 3. Gen Himmel ist er g'fahren hoch und ist doch bei uns allzeit noch. Sein Macht und G'walt unendlich ist, Wahr Gott und Mensch zu aller Frist. Halleluja! 4. Ueber all Himmel hoch erhebt, Ueber all Engel mächtig schwebt, Ueber all Menschen er regiert Und alle Kreaturen führt. Halleluja! 5. Zur Rechten Gotts des Vaters groß, Hat er all Macht ohn alle Maß; All Dinge sind ihm unterthan, Gottes und der Marien Sohn. Halleluja! 6. All Teufel, Welt, Sünd, Höll und Tod, Er alles überwunden hat: Troß, wer da will, es liegt nichts dran, Den Sieg muß er doch allzeit han. Halleluja! 7. Wohl dem, der ihm vertrauen thut, Und hat in ihm nur frischen Mut: Welt, wie du willt, wer fragt nach dir? Nach Christo steht unser Begier. Halleluja! 512 Pfingsten. 8. Er ist der Herr und unser| 11. Amen! Amen! Herr JeTrost, Der uns durch sein Blut sus Christ, Der du gen Himmel hat erlöst: Das G'fängnis er g'fahren bist: Erhalt uns Herr, gefangen hat, Daß uns nicht bei reiner Lehr, Des Teufels schad der bittre Tod. Halle- Trug und Listen wehr: Halleluja! luja! 9. Wir freuen uns aus Her- 12. Romm, lieber Herr, komm, zensgrund, Und singen fröhlich es ist Zeit Zum letzten G'richt mit dem Mund: Unser Bruder, in Herrlichkeit: Führ uns aus Fleisch, Bein und Blut Ist diesem Jammerthal In den ewiunser allerhöchstes Gut. Halleluja! gen Freudensaal. Halleluja! 13. Amen! wir singen noch 10. Durch ihn der Himmel einmal; Wir sehnen uns ins unser ist; Hilf uns, o Bruder Himmels Saal, Da wir mit Jesu Christ, Daß wir nur fest deinen Engelein Das Amen trauen auf dich Und durch dich wollen singen fein. Halleluja! leben ewiglich. Halleluja! IX. Pfingsten. Wahrheit fest zu stehen Und auf dich im Glauben sehen. Mel.: Werde munter mein Gemüte. 3. Jesu, der du hingegangen 686. Gott, gieb einen mil- Zu dem Bater, sende mir Deinen den Regen, Denn Geist, den mit Verlangen Ich mein Herz ist dürr wie Sand; erwarte, Herr, von dir. Laß Vater, gieb vom Himmel Segen, den Tröster ewiglich Bei mir Tränke du dein durstig Land. sein, und lehren mich, In der Laß des heiligen Geistes Gab Uleber mich von oben ab Wie die starken Ströme fließen Und mein ganzes Herz durchgießen. 2. Kann ein Vater hier auf Erden, Der doch bös ist von Natur, Seinen lieben Kindern geben Nichts als gute Gaben mur; Solltest du denn, der da heißt, Guter Vater, deinen Geist, Mir nicht geben und mich laben Mit den guten Himmelsgaben? 5. Schmücke mich mit deinen 4. Heilger Geist, du Kraft der Frommen, Kehre bei mir Armen ein, Und sei tausendmal willkommen; Laß mich deinen Tempel sein. Säubre du nur selbst das Haus Meines Herzens; wirf hinaus Alles, was mich hier kann scheiden Von den süßen Himmelsfreuden. Trinitatis. 513 Gaben, Mache mich neu, rein geben, Dir zu Ehren soll mein und schön; Laß mich wahre Liebe haben, und in deiner Gnade stehn. Gieb mir einen starten Mut; Heilige mein Fleisch und Blut; Lehre mich vor Gott hintreten, Und im Geist und Wahrheit beten. Sinn Dem, was himmlisch ist, nachstreben, Bis ich werde kommen hin, Da mit Vater und dem Sohn Dich im höchsten Himmelsthron Ich erheben kann und preisen Mit den süßen Engelsweisen. 6. So will ich mich dir er- Maurit. Kramer, geb. 1646, † 1702. X. Trinitatis. Eigene Melodie. 3. Mein Tröster, gieb mir 687. Mein Schöpfer steh' Kraft, Wenn sich Versuchung mir bei, Sei mei- zeigt, Regiere meinen Geist, nes Lebens Licht; Dein Auge Wenn er zur Welt sich neigt. leite mich, Bis mir mein Auge Lehr mich den Sohn erkennen; bricht. Hier leg' ich Herz und Ihn meinen Herren nennen, Glieder Vor dir zum Opfer Dein Gnadenwort verstehen, Auf nieder, Und widme meine Kräfte seinen Wegen gehen. Du bist, Für dich und dein Geschäfte. Du der alles Gute schafft: Mein willst ja, daß ich deine sei: Tröster, gieb mir Kraft. Drum Schöpfer, steh mir bei. 4. Gott Vater, Sohn und 2. Mein Heiland, wasche mich Geist, Dir bin ich was ich bin, Durch dein so teures Blut, Ach, drücke selbst dein Bild Das alle Flecken tilgt, Und lau- Recht tief in meinen Sinn. Erter Wunder thut. Schließ' die wähle mein Gemüte Zum Temverirrte Seele In deine Wun- pel deiner Güte, Verkläre an denhöhle, Daß sie von Zorn mir Armen Dein gnadenreich und Sünde Hier wahre Freiheit Erbarmen. Wohl mir, wenn finde. Ich bin ein Scheusal ohne du der Meine heißt, Gott Vadich: Mein Heiland wasche ter, Sohn und Geist. mich! Hannoversches Gesangbuch. 33 514 XI. Kirche und Mission. Mel.: Nun preiset alle. 688 Abrahams Segen Füllet den Erden kreis, Auf Zions Wegen Geht jetzt der Heiden Fleiß, Die Völker, welche Fremde waren, Stehen in Israels heilgen Scharen. 2. Es kamen Weise Von Morgenlanden an, zu deren Reise Zeiget ein Stern die Bahn; Die Schrift entdeckt den Trost der Heiden, Bethlehem weiset den Quell der Freuden. 7. Ziehn deine Feinde Dereinst den Höllensteg, Führ uns als Freunde Durch einen andern Weg Aus Mesechs Zelt, von Kedars Sande Heimwärts zum himmlischen Vaterlande. Mel.: Alles ist an Gottes. 689. Armes Zion, traure nimmer! Ueber deiner Mauern Trümmer Glänzt der Hoffnung ewges Licht. Berge weichen, Hügel wanken, Doch Jehova's Heilsgedanken, Seine Worte wanken nicht. 3. Die blind sonst irren, Sehn jetzt das Licht der Welt, Gold, Weihrauch, Myrrhen, Welches ihr Schatz enthält, Ja ihre Herzen sind die Gaben, Welche sie Christo geopfert haben. 2. Trockne die verweinten Wangen! Jakobs Stern ist aufgegangen, Gottes Glanz vom Aufgang her. Blöd und krank sind Judas Augen, Jesu Strahlen einzusaugen; Doch auch Blinde heilet er. 4. Uns Heidenkinder Hast du von Mitternacht, Jesu, nicht minder Zu deinem Licht gebracht, Zum Leben von des Todes Schatten, Welche die Väter umgeben hatten. 3. Was die Seher dir verkündet, Volk, dem Ewigen verbündet, Endlich sollst du solches schaun! Bald in angenehmer Stunde Wird zum neuen Friedensbunde Sich dein Heilger dir vertraun. 5. Bleib nur uns Armen, Süßester Jesu! hold Nimm aus Erbarmen Ein gläubig Herz für Gold, Für Weihrauch und für Myrrhen Thränen, Reden des 4. Ewig will sich dir verloben, Mundes, Seufzer und Sehnen. Der dir tausend Liebesproben 6. In deinem Schußze Laß uns vor Noth und Bein Und vor dem Truße Der Feinde ficher sein; Wirst du mit deiner Hand uns decken, Kann kein Herodes mit Dräuen schrecken. In der Zeiten Anfang gab. Deine Wüste soll erblühen, Sarons Rosen wieder glühen Unter seinem Hirtenstab. Alte Gaben kehren wieder, Zion, dir; die Davidslieder Kirche und Rauschen neu, wie Jordans Flut; Abrams Glaube, Moses Treue, Josuas Kraft lebt auf's 690. Der du in Todesneue Und Elias Gottesmut. nächten Erkämpft 6. O wie wirst du Wonne weinen, Hast du erst erkannt den deinen, Der zu Heiden sich gewandt, Der die Sünden gleich der Wolke Tilgt und seinem Erstlingsvolke Stets noch winkt mit treuer Hand! 7. Davids Sohn, du Wunderbarer, Mach es unsern Seelen klarer, Was dein Herz von uns begehrt! Kann zu deines Thrones Stufen Israel ein Volk berufen, Deiner, ach, wie es, nicht wert? Mission. Mel.: Befiehl du deine Wege; oder: Valet will ich dir geben. 515 9. Tilg die Schuld, gieb neue Gnade, Daß hinfort nicht länger schade Deinem Reiche unser Thun! Nimm nach langem Widerstreben Deiner Christen Lieb und Leben Hin zum Dienste Judas nun. 10. Komm, du Herzog der Gemeinde: Bundesengel, komm, vereine, Was getrennt auf Erden wallt. Komm, dein Israel zu trösten, Lad auch uns zu seinen Festen; Amen, Herr Jesu, bald! 3. Noch werden sie geladen, 8. Laß dir unsre Schuld be- Noch gehn die Boten aus, Um kennen; Die wir längst nach mit dem Ruf der Gnaden Zu dir uns nennen, Als dein neues füllen dir dein Haus. Es ist Israel, Haben lang dein Volk kein Preis zu teuer, Es ist gehöhnet, Kalt zertreten, statt kein Weg zu schwer, Hinaus zu versöhnet: O vergieb, Im- streu'n dein Feuer Ins große manuel! Völkerheer. 4. Dann werden die Gebeine Im Knochenfeld erweckt, Und von dem lichten Scheine Ihr Leuchter angesteckt. Die Strahlen überdunkeln Des Halbmonds Schimmerlicht, Der Minarette Funkeln Entschwindet dem Gesicht! 5. Da wirds dem Parsen helle, Wenn ihm dies Feuer flammt, Das einer lichtern Quelle, Als seiner Sonn' entstammt. Auch komm, Abrams Söhne tauchen Auf aus der Blindheit Nacht, Weil 33* das Heil der Welt, Und dich als den Gerechten Zum Bürgen dargestellt; Der du den Feind bezwungen, Den Himmel aufgethan: Dir stimmen unsere Zungen Ein Halleluja an! 2. Im Himmel und auf Erden Ist alle Macht nun dein, Bis alle Völker werden Zu deinen Füßen sein! Bis die von Süd und Norden, Bis die von Ost und West Sind deine Gäste worden Bei deinem Hochzeitsfest. 516 Kirche und Mission. hier nicht Berge rauchen, Weil| Jesus Christ! Ein selig Häufhier kein Donner kracht. lein wallet Dahin, wo Friede ist. 6. Und dieses Feu'r verzehre 11. So sammle deine Herden Des Hindu stolz Gewand! Das Dir aus der Völker Zahl. Daß Volk im stillen Meere Werf viele selig werden, Und zieh'n Gößen in den Brand. Die zum Abendmahl. Shleuß auf finstre Macht der Mohren. Sie die hohen Pforten, Es strömt weiche diesem Licht! So hat dein dein Volk heran, Wo noch nicht Mund geschworen Und siehe, Tag geworden, Da zünd dein es geschicht! Feuer an. Ch. G. Barth, geb. 1799,+ 1862. 7. Und wo im Todesschatten Der Satan König ist, Durch segensvolle Matten Das MenMel.: Gott des Himmels und. schenblut ihm fließt, Fällt jetzt 691. Gott der Juden, Gott die heil'ge Flamme Dem Opfer der Heiden, Aller in den Schoß;- Der Mör- Völker Heil und Licht! Saba der wird zum Lamme, Das sieht den Stern mit Freuden, Opfer sein Genoß. Der von dir am Himmel spricht; Sem und Japhet kommt von fern, Dich zu sehn du Jakobs- Stern. 8. Fern an der Knechtschaft Strande Erwacht ein Durst nach Licht, Und aus dem engen Lande Manch tiefer Seufzer bricht. Da fahren tausend Funken In schwarzer Sklaven Herz: Wer von dem Licht getrunken, Ist frei von Todesschmerz. 2. Wir gesellen uns zu denen, Die aus Morgenlande sind. Unser Fragen, unser Sehnen Ist nach dir, du großes Kind. Bist du in Jerusalem? Oder nur in Bethlehem? 9. Und hoch im starren Norden, Wo ew'ger Schnee noch 3. Kein Herodes kann uns saruht, Da ist es warm gewor- gen, Wo dein Thron ist aufgeden Durch dieses Feuers Glut. Die Herzen sind zerflossen, Das Eis ist aufgetaut; In fnospenreichen Sprossen Sich mild der Sommer baut. 10. So ziehen deine Flammen Wie Sonnen um die Welt, Getrenntes fließt zusammen, Das Dunkle wird erhellt. Und wo dein Name schallet, Du König, richt't. Wenn wir die Gelehrten fragen, Wissen sie die Weisheit nicht. Suchen wir, o König dich, Weiset uns die Welt von sich. 4. Doch dein Wort ist Stern und Flamme Und bezeichnet Haus und Pfad, Wo dich, Held aus Jakobs Stamme, Tyrus angebetet hat, Wo die erste Heidenschaft Nur an deinem Glanze haft't. Kirche und Mission. 517 5. Nun wir eilen mit VerMel.: Es ist gewißlich an der Zeit. u langen, Wie die Läufer Midian, 692. 3 Joppe ſtarb die Dich, Messias, zu umfangen, Die in nsrer Herzen Dürftigkeit! Hier ist kein Arabia, Es ist lauter Armut da. Der den Himmel schenken kann. der Armut Kreisen Geholfen Unsre Kniee beugen sich, Unser hat mit Liebessinn Den WitArm umfasset dich. wen und den Waisen. Der 6. Nimm die aufgethanen Thränen sind schon viel geweint, Schäße, Schak, der unser Herz Bis Petrus, gottgefandt erscheint erfreut, Deine Mildigkeit ersetze Und spricht: Steh' auf, Tabea! 2. Ach, daß der Herr zu unsrer Zeit Auch einen Petrus schickte! Ach, daß er doch mit Himmelsfreud' Auch unser Land erquickte! O Gott vom Himmel, rufe du, Allmächtiger, der Kirche zu: Steh' auf, steh' auf, Tabea! 3. Wer zählt die Thränen rings im Land', Die müdgerung'nen Hände? Wer zählt die Schar, die sich verrannt In Jammer ohne Ende? Wer zählt die tiefen Wunden recht, In denen seufzet dies Geschlecht? O, stehe auf, Tabea! 4. Es schwillt des Elends 7. Nimm für Gold und andre Gaben Glauben, Lieb' und Hoffnung an; Laß dich einen Weihrauch laben, Den die Andacht weihen kann, Und als Myrrhen geben wir Die Geduld und Buße dir. 8. Nimm die Opfer zu Genaden Von der Demut Herzen an Und laß keinen Feind uns schaden, Der dich nicht vertragen kann. Ist Herodis Schwert geweßt, So erhalt uns unverletzt. 9. Nun wir gehn von deiner bitt're Flut Und steiget hoch Krippen, Laß mit Segen uns und höher; An solchem Tod von dir; Zeig nur Bahn durch Dorn und Klippen, Still der Feinde Mordbegier. Mach uns einen Weg bekannt, Der uns führt in's Vaterland. 10. Ob es Könige gewesen, Die aus Saba kommen sein, Hat man nicht gewiß gelesen, Doch es trifft gewisser ein, Daß, wer hier dein Unterthan, Dort ein König heißen kann. Benj. Schmold. klebt manches Blut, Manch' Herz, das thut noch weher, Am eignen Herd herrscht solche Not, Der Unsern viele sind mit tot; Steh' auf, steh' auf, Tabea! 5. Ach, wie so lang' schon liegest du, von Finsternis umnachtet, In schrecklich kalter Todesruh', Mit Tausenden verschmachtet! Noch ruft so manche Gottesstimm, Kirche, sie zu Herzen nimm: Steh' auf, steh' auf Tabea! 518 XII. Taufe. Mel.: Wer nur den lieben Gott. ch bin getauft, ich 693. 3 steh im Bunde an mich denkt? Wer kann die 6. Ich bin getauft: was kann mir fehlen, Weil ja mein Vater Durch meine Tauf' mit meinem Gott: So sprech ich stets mit frohem Munde In Kreuz, in Trübsal, Angst und Not. Ich bin getauft, des freu ich mich: Die Freude bleibet ewiglich. Wohlthat all erzählen, Die er mir wirklich hat geschenkt? Mein Vater ist ein reicher Herr, Der giebt mir immer mehr und mehr. 7. Ich bin getauft: ihr Feinde weichet! Ich stehe unter Gottes 2. Ich bin getauft; ich hab Schutz, Der seinem Kind die empfangen Das allerschönste Hände reichet: Was acht ich Ehrenkleid, Darin ih ewiglich eure Macht und Truz? Greift kann prangen Hier und dort in der Herrlichkeit. Ich bin mit Jesu Blut erkauft Und ich bin auch damit getauft. ihr ein Gotteskind nur an, So glaubt, daß Gott es schüßen kann. 8. Ich bin getauft und bin zufrieden Mit meines Vaters Lieb und Treu. Ich werde von ihm nie geschieden Mein Liebestreu wird stündlich neu, Wie es mein Vater schickt und fügt, Bin ich in allem wohl vergnügt. 9. Ich bin getauft; ob ich gleich sterbe, Was schadet mir das fühle Grab? Ich weiß mein Vaterland und Erbe, Das ich bei Gott im Himmel hab: Nach meinem Tod ist mir bereit Des Himmels Freud und Seligkeit. Joh. Friedr. Stard, geb. 1680, † 1756. 3. Ich bin getauft: mir ist gegeben Zu gleicher Zeit der heilge Geist; Der heiliget mein Herz und Leben: Dafür sei ewig Gott gepreist! Zierde! welche große Pracht, Die mich gerecht und selig macht! 4. Ich bin getauft; ich bin geschrieben Auch in das Buch des Lebens ein. Nun wird mein Vater mich ja lieben Und seinem Kinde gnädig sein: Es ist mein Name Gott bekannt Und eingeprägt in seine Hand. 5. Ich bin getauft: was kann mir schaden? Ich bin und bleibe Gottes Kind. Ich weiß: ich bin bei Gott in Gnaden, Bei dem ich allzeit Hilfe find; Denn wenn ich weine bitterlich, So spricht mein Vater: Hier bin ich! nicht ein Christ zu sein. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 694. Meine Taufe freuet mich Mehr als mein natürlich Leben; Denn ein geistlichs habe ich, Weil mirs damals Gott gegeben. Und was hülfs, ein Mensch allein, Aber Erneuerung des Taufbundes. 519 2. Von der Mutter Leibe her 4. Als ich weg vom Vater Ist mein Atem Gottes Gabe; Aber Gottes Geist ist mehr, Den ich von der Taufe habe: Jener dient auf diese Zeit, Dieser auf die Ewigkeit. lief Und mein Kindesrecht verscherzte, Gott hingegen mir nachrief, Daß mich mein Entlaufen schmerzte, Freute mich die Taufe noch, Denn der Vater liebte doch. 3. Weil auf drei, die eines sind, Man mich mit dem Wasser taufte, Ward ich damals Gottes Kind, Das der Sohn mit Blut erkaufte; Gottes Bild ward eingeprägt, Gottes Nam auf mich gelegt. XIII. Erneuerung des Taufbundes. 5. Bricht der größte Jammer ein, Freut die Taufe mich am besten; Muß es auch gestorben sein, Wird die Taufe mich noch trösten. Ein mit Blut gezeichnet Schaf Freut sich da auf Ruh und Schlaf. Mel.: O du Liebe meiner Liebe. teuren Blut? Sollt ich dem 695. Bei dir, Jesu, will nicht angehören, Der sein Leben ich bleiben, Stets für mich gab? Sollt ich ihm in deinem Dienste stehn; Nichts nicht Treue schwören, Treue, soll mich von dir vertreiben, bis in Tod und Grab? Deine Wege will ich gehn. Du bist meines Lebens Leben, Meiner Seele Trieb und Kraft, Wie der Weinstock seinen Reben Zuströmt Kraft und Lebenssaft. 2. Könnt ich's irgend besser haben; Als bei dir, der allezeit So viel tausend Gnadengaben Für mich Armen hat bereit? Könnt ich je getroster werden, Als bei dir, Herr Jesu Christ, Dem im Himmel und auf Erden Alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, Der, was Jesus thut, mir thut, Mich erkauft von Tod und Sünden Mit dem eig'nen, 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib' ich, So in Freude, wie in Leid: Bei dir bleib' ich, dir verschreib ich mich für Zeit und Ewigkeit; Deines Winks bin ich gewärtig, Auch des Ruf's aus dieser Welt; Denn der ist zum Sterben fertig, Wer sich lebend zu dir hält. 5. Bleib' mir nah auf dieser Erden, Bleib' auch, wenn mein Tag sich neigt, Wenn es nun will Abend werden, Und die Nacht herniedersteigt. Lege segnend dann die Hände Mir aufs müde, schwache Haupt, Sprich dann: ,, Kind, hier geht's zu Ende, Aber dort lebt, wer hier glaubt." 11 520 Erneuerung des Taufbundes. 6. Bleib' mir dann zur Seite| Staube Alles Irdischen und stehen, Graut mir vor dem kalten spricht:„ Stüße dich auf mich Tod, Als dem kühlen, scharfen und glaube, Hoffe, lieb' und Wehen, Vor dem Himmelsmor- fürchte nicht!" Darum bleibt bei genrot! Wird mein Auge dunk- dem, der bleibet Und der geben ler, trüber, Dann erleuchte mei- kann, was bleibt, Der, wenn nen Geist, Daß ich fröhlich zieh! ihr euch ihm verschreibet, Euch hinüber Wie man nach der Hei- in's Buch des Lebens schreibt! mat reist! K. J. Ph. Spitta, geb. 1801,+ 1859. Mel.: Herzlich thut mich verlangen; oder: Valet will ich dir geben. K. J. Ph. Spitta. geb. 1801,+ 1859. Mel.: O du Liebe meiner Liebe. 696. Bleibt bei dem, der 697. Laß mich dein sein euretwillen Auf die Erde nieder kam, Der, um euren Schmerz zu stillen, Tausend Schmerzen auf sich nahm! Bleibt bei dem, der einzig bleibet, Wenn auch alles untergeht, Der, wenn alles auch zerstäubet, Siegend überm Staube steht! 2. Alles schwindet: Herzen brechen, Denen ihr euch hier ergabt, Und der Mund hört auf zu sprechen, Der euch oft mit Trost gelabt, Und der Arm, der euch zum Stabe Und zum Schilde wird, erstarrt, Und das Auge schläft im Grabe, Das euch sorgsam einst bewahrt. 3. Alles stirbt, das Ird'sche findet In dem Irdischen sein Grab; Alle Lust der Welt verschwindet, Und das Herz stirbt selbst ihr ab. Ird'sches Wesen muß verwesen, Ird'sche Fessel muß sich lösen, Ird'sche Blüte muß verblühn. Ird'sche Flamme muß verglühn. 4. Doch der Herr steht über'm und bleiben, Du dir laß mich nichts treiben, Halt treuer Gott und Herr; Von mich bei reiner Lehr. Herr, laß mich nur nicht wanken, Gieb mir Beständigkeit: Dafür will ich dir danken In alle Ewigkeit. 2. D Jesu Christ, mein Leben, Mein Heil und einger Trost, Dir thu ich mich ergeben; Du hast mich teur erlöst Mit deinem Blutvergießen, Mit großem Weh und Leid: Laß mich dich auch 3. D Heilger Geist, mein Trögenießen Zu meiner Seligkeit. ster, Mein Licht und teures Pfand, Laß mich Christ mein'n erkannt, Bis an mein End beErlöser, Den ich im Glaub'n kennen; Stärf mich in meiner Not, Von dir laß mich nichts trennen, Gieb mir ein selgen Tod. B. 1: Selnecker, geb. 1532,+1592. V. 2, 3: Unbekannter. Mel.: Alle Menschen müssen sterben. 698. Laß, o Jeſu, mir auf Erden, Meinen Ruf und Gnadenwahl Alle Abendmahl. Tage fester werden, Daß ich ben! Halte selbst dein schwaches mit der deinen Zahl, Die ihr Kind, Bis durchs selge an dich schönes Erbteil können Ewig Gläuben Seel und Leib geheiligt unverwelklich nennen, Bis zu sind. Alle Not will ich dir klagen, dir, durch Gottes Macht, Werd Alles dir ins Herze sagen, Bis im Glauben durchgebracht. du endest meinen Lauf Und 2. Bei dir, Jesu, will ich blei- dann hört mein Trauern auf. Christ. Gregor, geb. 1723,+ 1801. XIV. Abendmahl. Mel.: Erhalt uns Herr. 699. Auf, auf mein Geist, erwecke dich, Dein Heiland Jesus nahet sich; Er ruft dich aus der Sünder Zahl Zu seinem teuren Liebesmahl. 2. Denk, wie dein Heiland Jesus Christ, Für dich am Kreuz gestorben ist; Und soll sein Tod dir nüßlich sein, So schließ ihn ins Gedächtnis ein. 3. Du mußt auch wohl geprüft hingehn, In rechter Buß' und Glauben stehn, Die wahre Lebens- Besserung Bestehet in der Heiligung. 521 4. Herr Jesu, zeuch mich ganz nach dir, Daß ich dir folge für und für, Bis du mich, o du Lebensfürst, Zur Himmelstafel rufen wirst. sei; Und mit dem Weine wird gereicht, Wodurch des Glaubens Schwachheit weicht. 7. Wohlan, wir treten alle hin, Erheben Herzen, Seel' und Sinn, Und singen: Heilig, heilig heißt Gott Vater, Sohn und Heil'ger Geist! Pommersches Gesangbuch. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 700. Gott sei Lob! der Tag ist kommen, Da ich Jesu werd vertraut, Da ich aller Schuld entnommen Werd in Gottes Huld geschaut, Gott sei Lob, daß mir bereit Ist des Lammes Hochzeit heut, Da mir Gott zum ewgen Leben Will den ganzen Jesum geben. 2. Gott, ich komm bei frühem Morgen Zu dir als dein liebes 5. Wir glauben und bekennen Kind, Leg in deine Vatersorgen frei, Daß Christi Leib zugegen sei; Und mit dem Brote wird gereicht, Wodurch des Glaubens Schwachheit weicht. Mich mit Leib und Seel geschwind: Abba, Vater! sorg für mich, Daß ich ja heut würdiglich Als dein Gast bei dir erscheine Und mit Jesu mich vereine. 6. Wir glauben und bekennen frei, Daß Christi Blut zugegen 3. Christe, du Lamm Gottes, 522 Abendmahl. Kyrie eleison.. höre: Weil du trägest meine| ren, Da das Leben her thut Sünd, Als mein Schaß und rühren. Wirt herkehre, Deine Braut und Schaf mich find. Deiner Güte ich vertraue. Führe mich auf grüner Au Und speis mich mir stets zu gute Heut mit deinem Leib und Blute. trauern 3. All ander Speis und Trank ist ganz vergebens, Du bist selbst das Brot des Lebens, Kein Hunger plaget den, der von dir isset, Alles Jammers er vergisset. Kyrie eleison. Du bist die lebendige Quelle: Zu dir ich mein Herzkrüglein stelle. Laß mit Trost es fließen voll, So wird meiner Seelen wohl. Kyrie eleiſon. 3. Laß mich recht über meine Sünde, Doch den Glauben auch anzünde; Den wahren Glauben, mit dem ich dich faffe, Mich anf dein Ver5. Nun ich lieg dir, Gott, zu dienst verlasse. Kyrie eleiſon. Füßen: Gottes Liebe schmücke Gieb mir ein recht bußfertig mich! Meines Jesu Blutvergie- Herze, Daß ich mit der Sünde ßen Mache würdig mich durch nicht scherze, Noch durch meine sich! Hilf mir drauf, du Vater- Sicherheit Mich bring um die herz! Hilf mir, Jesu Tod und Seligkeit. Kyrie eleiſon. Schmerz! Hilf mir, Tröster! heut auf Erden, Daß ich möge selig werden. 4. Greulich beflecket ist mein arm Gewissen: Ach! laß ein Blutströpflein fließen Aus deiÄmilie Juliane, Gräfin von Schwarz- nen Wunden, welche du empfanburg- Rudolstadt, geb. 1637,+1706. gen, Da du bist am Kreuz ge= Mel.: Gott sei gelobet und gebenedeiet. hangen. Kyrie eleison. Wann 701. Herr Jesu Christe, mein Herz damit wird gerühret, mein getreuer Wirds von Stund an rein und Hirte, Komm, mit Gnaden mich gezieret Durch dein Blut mit bewirte. Bei dir alleine find Glauben schön: Kann in dir ich Heil und Leben: Was ich vor Gott bestehn. Kyrie eleison. darf, kannst du mir geben. 5. Der darf des Arztes, Den Kyrie eleison. Dein arm Schäf- die Krankheit plaget: Mit Belein wollest du weiden Auf gier er nach ihm fraget. O Israels Bergen mit Freuden, süßer Jesu; schau, wie tiefe Und zum frischen Wasser füh- Wunden Werden auch in mir 4. Heilger Geist, den ich umfasse, Bleibe heut und stets bei mir; Mich mit Beistand nicht verlasse. Sondern hilf, daß selig hier Mir zum Nuße, Gott zum Preis, Ich genieß die Himmelsspeis, Daß ich darnach christlich lebe, Freudig meinen Geist aufgebe. Abendmahl. 523 gefunden. Kyrie eleison. Du die mich können heilen Und mir bist ja der Arzt, den ich rufe, Auf den mit Verlangen ich hoffe. Hilf o wahrer Mensch und Gott! Hilfst du nicht, so bin ich tot. Kyrie eleison. 6. Du rufest alle zu dir in Genaden, Die mühselig und beladen. Alle ihre Sünde willt du ihn' verzeihen, Ihrer Bürden sie befreien. Kyrie eleison. Ach! komm selbst, leg an deine 702. Nun hab ich dich, Hände, Und die schwere Last Hier hast du mich, von mir wende. Mache mich von Sünden frei, Dir zu dienen Kraft verleih. Kyrie eleison. 7. Mein Geist und Herze wollest du zu dir neigen; Nimm mich dir, gieb mich dir eigen. Du bist der Weinstock, ich bin die Rebe: Nimm mich in dich, daß ich lebe. Kyrie eleison. Ach! in mir find ich eitel Sünden: In dir müssen sie bald verschwinden. In mir find ich Höllenpein: In dir muß ich selig sein. Kyrie eleison. 8. Komm, meine Freude, komm, du schönste Krone: Jesu, komm und in mir wohne! In mir will ich dich mit Gebet oft grüßen, Ja mit Lieb und Glauben füssen, Kyrie eleison. Bring mit, was alle Welt erfreuet: Deiner Liebe süße Lieblichkeit, Deine Sanftmut und Geduld, Die Frucht deiner Gnad und Huld. Kyrie eleison. 9. Dies sind die Blümlein, Lebenssaft erteilen, Daß ich nun aus mir all Untugend reiße, Dir zu dienen mich befleiße. Kyrie eleison. In dir hab ich alles, was ich soll: Deiner Gnaden Brünnlein ist stets voll. Laß mich ewig sein in dir, Und bleib ewig auch in mir. Kyrie eleison. Joh. Heermann, geb. 1585. † 1647. Mel.: O Traurigkeit. Ich will dich fest umfassen; Und mich nun und nimmermehr Von dir reißen lassen. 2. Ich bin nun dein, Und du allein Bist meines Lebens Le ben; Aus dir fließt der Lebenssaft, Weinstock deiner Reben. 3. In dich getauft, Von dir erkauft, Und mit dir selbst gespeiset, Was will meine Seele mehr, Bis sie heimwärts reiset. 4. Durch deinen Tod, Ist meine Not Nun tot und gar begraben, Durch des toten Leibes Kraft Kann ich Leben haben. 5. Dein Leib und Blut, Du höchstes Gut, Für mich am Kreuz gestorben, Heiliget mir Leib und Seel, Die sonst gar verdorben. 6. Des Leibes Kraft, Des Blutes Saft, Leib, Seel' und Geist durchgehet, Bis auch dies mein Fleisch und Blut, Wieder auferstehet. 7. Und dann werd' ich, Lamm Gottes, dich In Ewigkeit erhe 524 Abendmahl. ben, Dort bei deinem Hochzeits- Striemen Waschen weiß die mahl, Meines Lebens Leben. Eleonore von Reuß. Sünde rot:*) Es sei ferne von mir rühmen, Als von deinem Kreuz und Tod, Als allein von deiner Liebe, Die zu diesem Bund dich triebe. Mel.: Herr, ich habe mißgehandelt. 703. Seele, laß die Speise stehen, Die nur Ekel dir erweckt; Eile zu dem Mahl zu gehen, Welches nach dem Himmel schmeckt, Das die Teufel zwar entrüstet, Doch die Engel selbst gelüftet. *) Jesaia 1, 18. 7. Herr, ich sage für die Schmerzen, Für die Speise und den Trank Dir mit meinem Mund und Herzen Unab2. Trachte die Vernunft zu lässig Lob und Dank: Zu erstillen, die dem Glauben wieder- töten meine Sünden, Will ich bellt, Reinige den argen Willen deinen Tod verkünden. Von dem Tande dieser Welt! Werfe weg die Sündenbürden, Deinen Jesum zu bewirten. 3. Willst du in mein Herze kehren? Herr, ich bin der Ehr nicht wert, Deine Glut wird mich verzehren; Doch weil du es hast begehrt, Glaube ich, du wirst mich schwachen, Was ich nicht bin, würdig machen. 8. Mache mich im Glauben kräftig; Laß mich im Gewissen rein, In dem Liebes fleiß geschäftig, In der Andacht brünstig sein. Gieb mir neue Kraft zu kämpfen Und der Feinde Grimm zu dämpfen. 9. Gönne, daß die Himmelsspeise, Meiner Seelen Arzenei, Auf der letzten Todesreise Ihre 4. Soll ich mit dem Brot beste Zehrung sei; Bis ich werde empfangen, Was zuvor am mit den Frommen Zu des Kreuze hing? Soll ich mit dem Kelch erlangen, Was aus deinen Wunden ging? Soll der Himmel mit der Erden, Gott und Mensch vereinigt werden? Lammes Hochzeit kommen. Christoph Wegleiter, geb. 1659,+ 1706. Mel.: Nun Lob, mein Seel, den. 704. Wie wohl hast du gelabet, lieb5. Ei so säume nicht, mein ster Jesu, deinen Gast, Ja mich Leben: Reiche mir den milden so reich begabet, Daß ich jetzt Leib; Den du für mich haft fühle Freud und Rast! O wungegeben, Daß dein Geist in meinem bleib und mich weder Leid noch Freude Von dem Haupt und Gliedern scheide. dersame Speise, O süßer Lebenstrant! O Liebmahl, das ich preise Mit einem Lobgesang! Indem es hat erquicket Mein 6. Laß die Ströme deiner Leben, Herz und Mut: Mein Abendmahl. 525 Geist der hat erblicket Das Dich haft so tief gelassen Vom allerhöchste Gut. Himmelssaal herab zu mir? Du Schöpfer aller Dinge Besuchest deinen Knecht: Ach hilf, daß ich dir bringe Ein Herz, das fromm und schlecht, Das gläubig dir vertraue, Damit nach dieser Zeit Ich ja dein Antlik schaue Dort in der Ewigkeit. 6. Du bists, der ewig bleibet; Ich aber bin dem Schatten gleich, Den bald ein Wind vertreibet, Herr, ich bin arm, und du bist reich. Du bist sehr groß von Güte, Rein Unrecht gilt bei dir; Ich, boshaft von Gemüte, Kann fehlen für und für: Noch kommest du hernieder Zu mir, dem Sündenmann. Was geb ich dir doch wieder, Das dir gefallen kann? 4. So lang ich leb auf Erden, Preis ich dich, liebster Jesu, wohl, Daß du mich läsfest werden Von dir und durch dich satt und voll. Du hast mich selbst getränket Mit deinem teuren Blut Und dich zu mir gelenket, 7. Ein Herz durch Reu zerschlagen, Ein Herz, das ganz zerknirschet ist, Das weiß ich, wird behagen, Mein Heiland dir zu jeder Frist; Du wirst es nicht verachten. Demnach ich emsig bin, Nach deiner Guust zu trachten: Nimm doch in Gnaden hin Das Opfer meiner Zungen: Denn billig wird jetund Dein teurer Ruhm besunO unvergleichlichs Gut! Nun gen, Herr Gott, durch meinen werd ich ja nicht sterben. Weil Mund. mich gespeiset hat, Der nimmer kann verderben, Mein Trost, Schuß, Hilf und Rat. 2. Du hast mich jetzt geführet, O Herr, in deinen Gnadensaal, Daselbst hab ich berühret Dein edle Güter allzumal; Da haft du mir gegeben Umsonst und mildiglich Das werte Brot zum Leben, Das sehr ergößet mich; Du hast mir zugelassen, Daß ich den Seelenwein Im Glauben möchte fassen Und dir vermählet sein. 3. Bei dir hab ich gegessen Die Speise der Unsterblichkeit; Du hast mir vollgemessen Den edlen Kelch, der mich erfreut. Ach Gott! du hast erzeiget Mir Armen solche Gunst. Daß bilLig jetzt sich neiget Mein Herz von Liebesbrunst Du hast mich lassen schmecken Das köstlich Engelbrot; Hinfort kann mich nicht schrecken Welt, Teufel, Sünd und Tod. 5. Wie kann ichs aber fassen, Herr Jesu, daß du mit Begier 8. Hilf ja, daß dies Genießen Des edlen Schapes schaff in mir Ein unaufhörlichs Büßen, Daß ich mich wende stets zu dir. Laß mich hinfüro spüren Kein ander Buße. Lieblichkeit, Als welche pflegt zu singen dir Lob, Ehr und zu rühren Von dir zu dieser Dank. Ade, du Weltgetümmel, Zeit; Laß mich ja nichts be- Du bist ein eitler Tand! Ich gehren Als deine Lieb und Gunst; seufze nach dem Himmel, Dem Denn niemand kann entbehren rechten Vaterland. Ade, dort Hier deiner Liebe Brunst. werd ich leben Ohn Unglück und Verdruß; Mein Gott, du wirst mir geben Der WollustUeberfluß. Joh. Rist, geb. 1607,+ 1667. 526 9. Wohl mir! ich bin versehen Mit Himmelsspeis und Engeltrank; Nun will ich rüstig stehen, XV. Buße. Mel.: Herzlich thut mich verlangen.| 4. Ich wollt auch herzlich gerne 705. Ach Gott, wem soll Bessern das Leben mein, Mit ichs klagen, Daß Werk, Wort und Geberden ich so elend bin? Mein Herz Fromm und dir g'horsam sein: will mir verzagen, Mein Sünd Ich kanns so nicht vollbringen, liegt mir im Sinn; Ich kann Wie ichs oft hab bedacht, Bös ihr nicht vergessen: Sie ist so Gedanken mich verdringen, Und groß und schwer; Sie hat mich auch des Teufels Macht. gar besessen, Bracht in Not und Gefahr. 5. Was soll ich denn nun machen, Wo soll ich Zuflucht han? Ich fall der Höllin Rachen, Wenn ich dir will entgehn. Ich komm, o Gott, ja wieder 2. In Sündn bin ich empfangen, In Sündn bin ich geborn; Viel Sünd hab ich begangen: Darum bin ich ver- Zu deinr Barmherzigkeit Und forn. Fröhlich kann ich nicht falle vor dir nieder; Mein werden, Den Himmel anzusehn, Sünd die ist mir leid. Und schäme mich auf Erden Mit meinen Füßen zu gehn. 3. Nun sollt ich gar vertrauen Deinem Sohn Jesu Christ, Auf sein Verdienst fest bauen, Weil er mein Fürsprechr ist: So schreckt mich mein Gewissen, Das zweifelt immerdar Und spricht, dich wird verdrießen, Daß ich die Sünd nicht spar. 6. Du hast dein Sohn gegeben, Für der ganzen Welt Sünd, Daß jedermann soll leben, Der an ihn glauben könnt. Will gleich mein Herz nicht trauen, So glaub ich dennoch fest. Hilf du meinem Unglauben; Dein Hilf die ist die beſt. 7. Ich bin nicht wert der Güte, Die du mir hast gethan, Buße. 527 Daß für mich mit seinm Blute Mel.: Herzliebster Jesu, was hast du. Bezahlt dein lieber Sohn. Ich 706. Ach mein Herr Jesu, bedarfs aber notwendig Und wenn ich dich nicht glaub den Worten dein, Die hätte, Und wenn dein Blut nicht mir zusag'n beständig: Wer für die Sünder red'te, Wo soll't glaubt, wird selig sein. ich Aermster unter den Elenden Mich sonst hinwenden? 2 Ich wüßte nicht, wo ich vor Jammer bliebe; Denn wo ist solch ein Herz wie dein's, voll Liebe? Du, du bist meine Zuversicht alleine; Sonst weiß ich keine! Ehristian Gregor geb. 1723,+ 1801. 8. So wahr, als ich selbst lebe, sprichst du, ewiger Gott, Mit nicht'n ich übergebe Den Sünder in den Tod; Ich will, daß er umkehre Und leb ewig bei mir: Darum komm ich, Herr Christe, Ich komm wieder zu dir. 9. Mit dein'm Heiligen Geiste Den schwachen Glauben mehr; Hilf und Beistand mir leiste, Sei mein gnädiger Herr! G'leit mich auf deinem Wege, Behüt für Sünd und Schand, Des Teufels Stich und Schläge Wend ab mit deiner Hand. Mel.: Meine Armut macht. 707. Ach, was bin ich, mein Erretter Und Vertreter Bei dem unsichtbaren Licht! Sieh ich lieg in meinem Blute; Ach das Gute, Das ich will, das thu ich nicht. 10. Segne mein Leib und 2. Ach, was bin ich, mein Erbarmer! Sieh, ich Armer Bin wie Laub im Wetterwind! Leben, Mein B'ruf und mein Wie sich eine Spule windet, Arbeit; Was du mir hast gegeben Aus lauter Gütigkeit. Erhör mein Seufz'n und Schreien Und meine furchtsam Wort, Daß ich mich dein kann freuen, Veracht des Teufels Mord. So verschwindet Meines Lebens Lauf geschwind. 3. Ach, was bin ich, mein Erlöser; Immer böser Find' ich meinen Seelenstand; Drum mein Helfer, nicht verweile! Jesu eile! Reiche mir die Gnadenhand! 11. Zuletzt laß mich abscheiden Mit ei'm seligen End' Und nimm aus diesem Leiden Mein Seel' in deine Händ'! Dafür will ich dich preisen Mit schuld'ger Dankbarkeit. Gott wird mir Gnad beweisen Und helf'n in Ewigkeit. Ge. Rollenhagen, geb. 1542, † 1609. 4. Ach, wann wirst du mich erheben Zu dem Leben? Komm, ach Komm, und hilft mir doch! Elend kann dich bald bewegen; Heil und Segen Wirst du lassen fließen noch. 5. Sündlich sind, Herr, unsre Glaube. Herzen; Das bringt Schmerzen,| kannst die Begierde stillen und Ja, den Untergang dazu, Wenn du nicht, o Ärzt der Seelen, Für das Quälen Schaffest unsern Seelen Ruh'. mich füllen. Daß ich werd erfreut und satt. 4. Treibe ferne, die mich hindern; Du kannst mindern Der Versuchung starke Kraft. Laß nichts meinen Glauben schwächen, Dich zu sprechen; So empfind ich deine Kraft. 5. Eil mit ausgespannten Armen Zu mir Armen; Drücke mich an deine Brust: Du erkennst mein tiefes Sehnen Und die Thränen, Jesu, meines Herzens Lust. 528 6. Gieb, daß mir die Sünd' nicht schade; Herr, gieb Gnade, Laß mich wieder sein dein Kind, Mach mich alle Tage kleiner, Immer reiner, Herr, ich hasse Welt und Sünd. Joachim Neander. Eigene Melodie. Armut macht mich schreien Zu 708. Mein 6. Du bleibst ewig meine Freude Auch im Leide, Wenn mich Angst und Kummter plagt; Denn di bist der Auserkorne, Das Verlorne Hast du nimmer weggejagt. dem Treuen, Der mich segnet und macht reich. Jesu, du bists, den ich meine, Da ich weine, Damit ich dein Herz erweich. 2. Ach, wo nehm ich her die Kräfte Zum Geschäfte, Dazu ich verbunden bin? Herr, mein ar- 7. O du meines Herzen Sonne, mes Herz anfeure, Und erneure Trost und Wonne, Voller Gnad Den zerstreuten Geist und Sinn. und Gütigkeit; Ach mein Gott, 3. Sieh, es eilt zu deiner was soll ich sagen? Mein BeQuelle Meine Seele, Von dem hagen Bleibest du in Ewigkeit. Durst geplagt und matt: Du Chr. Friedr. Richter, geb. 1676, † 1711. XVI. Glaube. Mel.: Ach bleib mit deiner Gnade. kann's, als du, besiegen? Dir 709. Allmächtiger Erbar- eilt mein Glaube zu!- mer, Erbarme meiner dich! Ein schwerbeladner Armer Ruft: Herr erhöre mich!" 3. Zwar kann ich dich nicht sehen, Doch glaub' ich findlich dir, Und darf so herzlich flehen, Als ständest du vor mir. 2. Ohnmächtig muß ich liegen, Mein Elend kennest du! Wer 4. Wie manches Kranken Hütte Betratst du auf sein Flehn, Glaube. Und meines Glaubens Bitte Die solltest du verschmähn? 5. Nein, Heiland aller Zeiten, Du Hülf in jeder Not! Die deiner je sich freuten, Erfuhren dich als Gott. 6. Wie viel ist schon verschwunden, Kommt ewiglich nicht mehr! Die Zahl der Leidenstunden Ist kein unendlich Heer. 7. Der Bangigkeiten bängste Macht mir nicht ewig bang Der Schmerzensnächte längste Scheint nur, und währt nicht lang. 8. Und wie viel stille Stunden Entfliehen unbemerkt, Wenn ich im Geist empfunden, Daß deine Hand mich stärkt! 9. Laß mich, mein Fels, nicht wanken Und weichen nicht von dir, Gieb göttliche Gedanken, Gedankenschöpfer, mir. 10. Bis an der Prüfung Ende Sei deine Huld mein Stab! Und schließt mein Aug sich, sende Mir Engel, Herr, herab! 529 11. Auf ihren Armen schweben Laß mich hinauf zum Licht, Zu ewig selgem Leben- Und schaun dein Angesicht! Lavater. cher spricht: Wer glaubt, der kommt nicht ins Gericht. Die Handschrift ward mit Jesu Blut Am Kreuz durchstrichen mir zu gut. 3. Das heilige unschuldge Lamm, Das an dem rauhen Kreuzesstamm Für meine Sünd gestorben ist, Erkenn ich für den Herrn und Christ. 4. Ich glaube, daß sein teures Blut Genug für alle Sünden thut, Und daß es Gottes Schätze füllt Und ewig in dem Himmel gilt. 5. Drum soll auch dieses Blut allein Mein Trost und meine Hoffnung sein; Ich bau im Leben und im Tod Allein anf Jesu Wunden rot. 6. Und wenn ich durch des Herrn Verdienst noch so treu würd in seinem Dienst, Gewönn auch allem Bösen ab Und sündigte nicht bis ins Grab; 7. So will ich, wenn ich zu ihm komm, Nicht denken mehr an gut und fromm, Sondern: da kommt ein Sünder her, Der gern fürs Lös'geld selig wär! Mel.: Nun laßt une den Leib 2c. 8. Wird dann die Frag an oder: Herr Jesu Christ, dich zu uns. mich gebracht: Was hast du in 710. Christi Blut und Ge- der Welt gemacht? So sprech ich: Dank sei meinem Herrn, Konnt ich was Guts thun, ich thats gern. rechtigkeit, Tas ist mein Schmuck und Ehrenkleid; Damit will ich vor Gott bestehn, Wenn ich zum Himmel werd eingehn. 9. Und weil ich wußte, daß sein Blut Die Sünd wegnimmt mit seiner Flut Und daß man 2. Ich glaub an Jesum, wel34 530 Glaube. nicht muß willgen ein, Ließ ich| fang und das Ende Steht da mirs eine Freude sein. und ladet alle selber ein; 10. Wenn nun kam eine böse Nehmt Lebenswasser an, Wer Lust, So dankt ich Gott, daß Durst und Mangel fühlt; Umich nicht mußt; Ich sprach zur sonst hats jedermann; Das Lust, zum Stolz und Geiz: Brünnlein quillt. Dafür hing unser Herr am Kreuz. 11. So lang ich noch hienieden bin, So ist und bleibet das mein Sinn. Ich will die Gnad in Jesu Blut Bezeugen mit getrostem Mut. 12. Gelobet feist du, Jesu Christ, Daß du ein Mensch geboren bist, Und haft für mich und alle Welt Bezahlt ein ewig| Brünnlein quillt. Lösegeld. 13. Du Herr und König Jesu Christ, Des Vaters einger Sohn du bist; Erbarme dich der ganzen Welt Und segne, was sich zu dir hält. 3. Das Brünnlein quillt. Gottlob! die ganze Fülle Der Gnaden und der Kraft thut sich uns auf O Seele, ist in dir nur ernster Wille, So eile wie ein Hirsch mit schnellem Lauf Zu dieser Lebensquell, Sie Durst und Hunger stillt, Sie lieblich, klar und hell; Das Nit. Ludw. v. Zinzendorf, geb. 1700, † 1760. 4. Das Brünnlein quillt. Es stehet frei und offen; Wer unrein und befleckt ist, komm herbei; Hier wird das Bad der Seelen angetroffen, Hier quillet Blut zu unsrer Arzenei. Sünd und Unreinigkeit Wird dadurch weggespült, Geist, Seel und Leib erneut; Das Brünnlein Mel.: Gott ist getren, der über. 711. Das as Brünnlein quillt, das Lebenswasser quillt. fließet, Komm, durstig Herz, 5. Das Brünnlein quillt. So komm, wer sich elend schaut! schöpfet doch mit Freuden, Ihr Nimm hin umsonst!( dies merke, Traurigen, auf euren Seelenwer es lieset) So ruft das schmerz, Auf manchen Schlag, Lamm, so spricht der Geist, die den ihr habt müssen leiden; Braut: Komm nur getrost her- Nun kommt und labt das bei Und trink so viel du willt, frank und matte Herz, Kein Es steht dir wahrlich frei; Das Zorn und Donnerkeil Wird Brünnlein quillt. ferner hier gefühlt; Der Brunnen heißet Heil, Das Brünnlein quillt. 2. Das Brünnlein quillt. Laßt Augen, Herz und Hände, Ihr Durstigen, darauf gerichtet 6. Das Brünnlein quillt. Es sein. Das A und O, der An- stürzet Kraft und Leben, Ein Glaube. 531 Gnadenwasser, Milch und Wein| Mel.: Christus der ist mein Leben. herfür. Es heißt: wohlan, ich 712. Die Gnade sei mit will es allen geben, Kommt her und kauft, ach kommet mit Begier: Hier habt ihr, was euch fehlt, Was euren Wunsch erfüllt, Umsonst und ohne Geld; Das Brünnlein quillt. allen; Die Gnade unsers Herrn, Des Herrn, dem wir hier wallen Und sehn sein Kommen gern, 7. Das Brünnlein quillt. Laß alle Teufel wüten, Und alle Welt zu Grund und Trümmern gehn; Die Gottesstadt bleibt lustig und im Frieden Dennoch mit ihrem Brünnlein ewig stehn. Der große Jehovah, Ihr Hülfe, Sonn und Schild Ist ihr von innen nah; Das Brünnlein quillt. 8. Das Brünnlein quillt zum Heil der dürren Erden, O selig, wer von dessen Wassern trinkt! Das wird in ihm ein Brunn des Wassers werden, Der mit ihm in das ewge Leben springt. Wer hier in Zuversicht Des Glaubens Eimer füllt, Den dürstet ewig nicht; Das Brünnlein quillt. 2. Auf dem so schmalen Pfade Gelingt uns gar kein Tritt, Es gehe seine Gnade Denn bis ans Ende mit. 3. Auf Gnade darf man trauen: Man traut ihr ohne Reu; Und wenn uns ja will granen, So bleibt der Herr doch treu. 4. Die Gnade, die den Alten Half zwei Weh überstehen, Wird die ja auch erhalten, Die in dem dritten stehn. 5. Wird stets der Jammer größer, So glaubt und ruft man noch: Du mächtiger Erlöser! Du kommst; so kommedoch! 6. Damit wir nicht erliegen, Muß Gnade mit uns sein Denn sie flößt zu den Siegen Geduld und Glauben ein. 7. So scheint uns nichts ein Schade, Was man um Jesum mißt, Der Herr hat eine Gnade, Die über alles ist. 9. Das Brünnlein quillt hier unten und dort oben, Und du, gekröntes Lamm, bist Wirt und 8. Bald ist es überwunden Hirt. Es müsse dich das Heer Nur durch des Lammes Blut, des Himmels loben, Das strei- Das in den schwersten Stuntende, und das dort triumphiert; den Die größten Thaten thut. Du Trostbrunn Israel, Der allen Jammer still; Es jauchze Leib und Seel! Das Brünnlein quillt. 9. Herr, laß es dir gefallen! Noch immer rufen wir: Die Gnade sei mit allen! Die Gnade ſei mit mir! 3. C. Allendorf, geb. 1693, † 1774. Phil. Friedr. Hiller, geb. 1699,+1769. 34* 532 Glaube. Mel.: Hier liegt vor deiner. Heer, Und davon singt man noch am gläsern Meer. 713. Die Sach ist dein, Herr Jesu Christ, 3. So lange eine Menschheit Die Sach, an der wir stehn, ist, So lange Jesus bleibt der Und weil es deine Sache ist, Christ, So bleibet dies das A Kann sie nicht untergehn. Allein und Vom ganzen Evangelio; das Weizenkorn, bevor Es frucht- Und daß das Gotteskraft und bar sproßt zum Licht empor, Weisheit ist, Das wißt ihr Wird sterbend in der Erde alle, die ihr Wahrheit wißt. Schoß Zuvor vom eignen Wesen los, Durch Sterben los, Vom eignen Wesen los. 2. Du gingst, o Jesu, unser Haupt, Durch Leiden himmelan, Und führest jeden, der da glaubt, Mit dir die gleiche Bahn. Wohlan, so führ uns allzugleich Zum Teil am Leiden und am Reich; Führ uns durch deines Todes Thor Samt deiner Sach zum Licht empor, Zum Licht empor, Durch Nacht zum Licht empor. Samuel Preiswerf, geb. 1799. 4. Wenn einer von der Mutter her Vielleicht noch unbescholten wär, Und wüßte kaum, was Fleisch und Blut, Was Geiz sei, oder hoher Mut, Und in dem allen sich selbst helfen fann, Der ist ein blinder und ein armer Mann. 5. Und wer auch in dem Glanz des Lichts Sich sieht, und sieht, er tauge nichts, Und geht und greift die Sache an, Will eher guts thun, als er kann, Und müht sich selber viel und mancherlei, Der lernet nie, was ein Erlöser sei. 6. Wenn aber ein verlornes Kind Vom Tod erwacht, sich krümmt und windt, Und sieht das Bös' als böse an, Und glaubt nur, daß es sonst nichts kann, Verzagt an sich, es geht ihm aber nah, Kaum sieht sichs um, so steht der Heiland da: Eigene Melodie. 714. Du unser auserwähltes Haupt, An welches unsere Seele glaubt, Laß uns in deiner Nägel Mal Erblicken unsere Gnadenwahl, Und durch der aufgespaltnen Seite Schrein Führ unsre Seelen aus und durch und ein. 2. Dies ist das wundervolle 7. ,, Wie geht dirs?" O, es Ding, Erst dünkts für Kinder zu geht nicht gut, Ich liege hier gering, Und dann zergläubt ein in meinem Blut! Da spricht Mann sich dran, Und stirbt der Menschenfreund:„ Mein wohl, eh ers glauben kann; Sohn, Nimm bin die AbsoluDaran erkennt man hier das kleine tion, Und sich mich an und Glaube. glaub und stehe auf, Und freue Und unverdient zur Seligkeit dich und zieh dich an und lauf! gebracht. 8. Die Seele kriegt den neuen N. L. v. Zinzendorf, geb. 1700, † 1760. Geist, Die glaubt und thut, Eigene Melodie. über meine Kräfte was Jesus heißt; Die sieht das 715. Gott ist getreu, der Lamm mit Augen an, Die Gott alleine geben kann, Steht auf, bekommt ein unsichtbar Gewand, Und ist auf einmal mit dem Lamm bekannt. 9. Die Sünderscham und Gotteskraft, Die machen gleich Genossenschaft, Und bleiben immer ungetrennt Im Herzen, das den Heiland kennt; Da geht kein guter Wille mehr zurück, Denn ihre Arbeit ist ein ewges Glück. 10. Erst heißt der Freund die Seele ruhn, Dann essen und hernach was thun; So übt er ihre Glaubenskraft In einer treuen Ritterschaft. Sie thuts und wenn sie dann ihr Werk gethan, Denkt sie gemeiniglich nicht weiter dran. 11. Und würde man ja irgendwo Der eignen Gnadenar beit froh, So kommt die heilge Scham herbei, Die zeiget uns so mancherlei, Daß man Gott dankt, Wenn man sich selbst vergißt, Und denkt an nichts, als daß ein Heiland ist. 533 12. Und allenthalben geht der Sinn Der Gläubigen auf Gnade hin, Und denkt drauf wie er Nacht und Tag Dem Bräutigam gefallen mag, Der uns vom ewgen Tode los gemacht Mich armes Kind noch niemals hat versucht; Vielleicht geschiehts, Daß er die Angstgeschäfte Des Trauergeists noch diesen Tag verflucht. Mein Herz, du sollst es sehen, Was dir für Hülfe sei In kurzer Zeit geschehen. Gott ist getreu. 2. Gott ist getreu in allen seinen Werken; Macht er mir gleich die Bürde noch so schwer, So kann er mich dabei doch wieder stärken, Von ihm allein kommt Trost und Labsal her. Und wenn die Zeit vorhanden, So machet er mich frei von allen Jammer- Banden. Gott ist getreu. 3. Gott ist getreu, dem hält jetzt meine Seele Sein teures Wort mit festem Glauben für: Kommt, suchet mich in eurer Kummerhöhle, Drum kommt dein Kind und sucht dich mit Begier; Du kannst mich nun nicht lassen, Ich sag es ohne Scheu, Du wirst dich selbst nicht hassen. Gott ist getren. 4. Gott ist getreu, er stößet seine Kinder Im Zorne nicht von seinen Augen hin; Er zeucht von uns, sind wir gleich große Sünder, Die Hand nicht ab, so redlich ist sein Sinn. 534 Glaube. Drauf kann und will ich wet- Wenn mir mein Gott vons ten, Die Not sei, wie sie sei, Er wird mich doch erretten. Gott ist getreu. Himmels. Thron Mit seiner Hülf zu statten komm. 2. Mein' Hülfe kommt mir 5. Gott ist getreu, der wird von dem Herrn; Er hilft uns mir Trost verschaffen, Wenn ja von Herzen gern. Himmel gleich der Trost bei allen Men- und Erd hat er gemacht; Er schen fehlt; Er wird den Geist, der mich mit Trauer- Waffen So jämmerlich bis auf die Seele quält, Gar ferne von gleiten lan; Seß nur auf Gott mir treiben; Ich aber werde dein Zuversicht: Der dich befrei Bei meinem Jesum bleiben hütet, schläfet nicht. hält über uns Hut und Wacht. 3. Er führet dich auf rechter Bahn, Wird deinen Fuß nicht Gott ist getreut. 4. Der treue Hüter Israel 6. Gott ist getreu, er mags auch Bewachet dir dein Leib und mit mir machen, So wunder- Seel; Er schläft nicht weder lich und scharf er immer will; Tag noch Nacht, Wird auch Läßt er auf mich gleich alle nicht müde von der Wacht. Wetter krachen, Er hat die Macht, ich halte willig still; Ja, will 5. Vor allem Unfall gnädiglich Der fromme Gott behütet Gnad Bist du gesichert früh und spat. er mich gleich töten, So sag dich; Unter dem Schatten seiner ich doch dabei: Gott hilft aus allen Nöten. Gott ist getreu. 7. Gott ist getreu und Troß sei euch, ihr Teufel, Daß ihr das Wort aus meinem Herzen fraßt; Ihr bringet mir den Trost in keinem Zweifel, Und wenn ihr gleich von Grimm 6. Der Sonne Hitz, des Monden Schein Dir sollen nicht beschwerlich sein. Gott wendet alle Trübsal schwer zu deinem Nuß und seiner Ehr. 7. Kein Uebel muß begegnen und Zorne platzt. Das Bis- dir; Des Herren Schutz ist gut chen Traurigmachen Geht endlich doch vorbei, O mie will ich noch lachen. Gott ist getreu. dafür. In Gnad bewahrt er deine Seel Vor allem Leid und Ungefäll. 8. Der Herr dein Ausgang stets bewahr, Zu Weg und Steg gesund dich spar; Bring dich zu Haus in ſeim Geleit, Ven nun an bis in Ewigkeit. Cornel. Becker, geb. 1561, † 1604. Mel: Herr Jesu Christ, dich zu uns; oder: Herr Gott dich loben wir. 716. 3ch heb mein Augen sehnlich auf Und seh die Berge hoch hinauf, Glaube. 535 Eigene Melodie. Jesu, nein, Du bleibest mein. 717. Ich laß dich nicht, du Dich halt ich noch, wenn ich mußt mein Jesus nichts mehr kann fassen. Nach Lleiben. Will rauhe Not, Welt, kurzer Nächte Lauf, Geht mir Hölle, Tod Mich aus dem Feld der Segen auf, Von dir, dem erhißter Treue treiben; Nur Segenslicht; Soll ich den Seher! ich halte mich, Mein star- gen lassen? Ich laß dich nicht. ker Held an dich. Hör, was die Seele spricht: Du mußt mein Jesus bleiben, Sch laß dich nicht. 6. Ich laß dich nicht, führ mich, nach deinem Willen, Ich folge nach Durch Wohl und Ach; Dein weiser Schluß kann allen Kummer stillen. Dir, Lilie, hang ich an, Und achte keine Bahn, Wo mich die Distel sticht, Führ mich nach deinem Willen, Ich laß dich nicht. 2. Ich laß dich nicht, du allerhöchste Liebe; Wenn Zweifel sich Setzt wider mich; Ich weiß, wie dich die keusche Flamme triebe. Du trugest Schuld und Pein, Sollt ich verurteilt sein An jenem Weltgericht? Du aller höchste Liebe, Ich laß dich nicht. 3. Ich laß dich nicht, du süße Seelenstärke, Die mich erlabt, Mit Kraft begabt, Wenn ich in mir des Geistes Ohnmacht merke. Macht mich der Krankheit Ach Durch Sterbensnächte schwach, Die frische Liebe spricht: Du süße Seelenstärke, Ich laß dich nicht. 7. Ich laß dich nicht auch in dem Schoß der Freude; Denn wenn ich mich Seh ohne dich, So ist die Lust mir eine Wermutsweide. Mir graut vor ihrer Kost, Wenn nicht von deinem Trost Mein Herz durchsüßet spricht, Auch in dem Schoß der Freude: Ich laß dich nicht. 8. Ich laß dich nicht. Was will die Hölle haben? Herr, ich bin dein, Wie kann ich sein, 4. Ich laß dich nicht, du Hülf Als deine Taub, auch bei verin allen Nöten. Leg Joch auf dammten Raben? Mich reiniJoch, Ich hoffe doch, Auch get dein Blut; Was drohet wenn es scheint, als wolltest denn mit Glut Ihr rauchendes du mich töten. Machs, wie Gesicht? Was will die Hölle du willst, mit mir, Ich weiche nicht von dir: Verstelle dein Gesicht, Du Hülf in allen Nöten, Ich laß dich nicht. 5. Ich laß dich nicht. ich den Segen lassen? haben? Ich laß dich nicht. 9. Ich laß dich nicht, mein Gott, mein Herr, mein Leben; Mich reißt das Grab Von dir Sollt nicht ab. Der du dich haft für Nein, mich in Tod gegeben. Du 536 starbst aus Liebe mir, Ich sag 4. O Lebensbrünnlein, Jesu in Liebe dir, Auch wenn das Christ, Dein Güte unerschöpfHerz zerbricht, Mein Gott, lich ist, Niemand kann sie ermessen: mein Herr, mein Leben: Ich Darum mir auch nichts manlaß dich nicht. geln wird, wenn mich versorgt der treue Hirt, Der mir mein Mit seinen Wolfg. Ehrift. Deßler. geb 1660+ 1722. Mel.: Ich dank dir, Herr mein Gott. Herz besessen. 718. 5. Lebensbrünnlein tief Evangelie Macht er mein Herz und groß, Entsprun- im Leib so froh, Daß ich sen gen aus des Vaters Schoß, nicht vergesse. Ein wahrer Gott ohn Ende; Der du dich uns hast offenbart In unsrer Menschheit rein und zart: Dein lieb Herz zu uns wende, denn wie ein Hirsch nach frischen Quell, So schreit zu dir mein arme Seel Aus dieser Welt Elende. 2. Lebensbrünnlein, durch dein Wort hast du dich uns an allem Ort Ergoss'n mit*) Jes. 35, 2. Hohcl. 2, 1. 2. reichen Gaben. Voll Wahrheit 6. Mein Herz ist mir brünund voll göttlich Gnad, Die stig und heiß Nach dem himmuns erschienen früh und spat, lischen Paradeis, Daß ich hoff Das matte Herz zu laben: Ozu genießen. Denn ich weiß, wenn frischer Quell, o Brünnelein, dahin ich komm, Da wird ein Erquick und laß mein Seelelein ewger Freudenstrom Ohn MaIn dir das Leben haben. Ben sich ergießen. Fren dick, mein Seel, und wenn gleich Gott Dich kommen läßt in Angst und Not, So laß dichs nicht verdrießen. Glaube. 3. Wie ein Blümlein im dürren Land Durch Sommerhitz sehr ausgebrannt, Vom Tau sich thut erquicken, Also wenn mein Herz in der Not Verschmacht, hält sichs an seinen Gott und läßt sich nicht ersticken; Ja, wie ein grüner Palmenbaum Unter der Last ihm machet Raum, Lässet sich nicht erdrücken. f Lebensbrünnlein tief und weit, Du stillest Durst in Ewigkeit Und läßt niemand verderben. Gieb mir, der ich cus deiner Füll Mit rechtem Glauben schöpfen will, Trost wieder Tod und Sterben; Daß ich blüh, wie ein Röselein Zu Saron*) und durch dich allein Das ewig Leben erbe. 7. Unser Leiden auf dieser Erd Ist nicht im allergringsten wert, Wenn wir das recht bedenken, Der übergroßen Herrlichkeit Und wunderschönen Himmelsfreud, Die uns Christus wird schenken: Da wird er Glaube. 537 uns allzugleich In seines lieben| daß nicht Gift Noch ein Unheil Vaters Reich Mit ewger Wollust ihn betrifft. tränken. 3. Er erquicket seine Brust Mit der Frucht, die auf ihm stehet; Wird dadurch nach Wunsch und Lust Inniglich zu Gott erhöhet. O wie süß ist diese Furcht; Selig wer sie recht versucht. 4. Seine Seele wird getröst, Wie ein Schaf auf frischer Weiden, Wenn sie den, der sie erlöst, Eo in Liebe siehet leiden; Wenn der Balsam auf sie fleußt, Der sich reichlich da ergeußt. 8. Gott selbst wird sein mein Speis und Trank, Mein Ruhm, mein Lied, mein Lobgesang, Mein Lust und Wohgefallen; Mein Reichtum, Zier und werte Kron, Mein Klarheit, Licht und helle Sonn, In ewger Freud zu wallen: Ja, daß ichs sag mit einem Wort, Was mir Gott wird bescheren dort: Er wird sein Alls in Allen. 9. Hüpf auf, mein Herz! spring, tanz und sing; In deinem Gott sei guter Ding: Der 5. Kommet her, ihr allesamt, Himmel steht dir offen. Laß Die ihr schwach und abgemattet: dich Schwermut nicht nehmen Seßt ench unter diesen Stamm, ein Denn auch die liebsten Kin- Daß er eure Seel beschattet. delein Allzeit das Kreuz hat trof- Eilt dem heilgen Kreuze zu: fen: Drum sei getrost und gläu- Denn ihr findt da wahre Ruh. be fest, Daß du noch haft das allerbest In jener Welt zu hoffen. Joh. Mülmann, geb. 1573,+ 1613. 6. Jesu, laß mich für und für Unter deinem Kreuze bleiben; Laß mich keinen Feind von dir Und aus deinem Schatten treiben; Denn dein Kreuz und deine Pein Ist mein Trost und Ruh allein. Joh. Angel.Scheffler, geb. 1624+1677. Die Seligkeit des wahren Christen. Mel.: Valet will ich dir geben. 720. Sie jauchzet hoch mit Freuden, Zion, die Gottes- Stadt! Die sich durch Jesu Leiden Vor nichts zu fürchten hat: Denn Gott ist bei ihr Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 719. Selig, wer ihm suchet Raum Auf den grünen Friedensmatten Bei des heilgen Kreuzes Baum Sißend unter seinem Schatten. Denn er bleibet wohl geschüßt, Wenns gleich donnert, kracht und blißt. 2. Keine Sonne brennet ihn, Und kein Mond kann ihm nicht schaden: Sein Gemüte, Herz und Sinn Wird mit feinem Weh beladen. Er ist sicher, drinnen, Das weiß sie sicher Glaube. 538 lich. Der Zweifel muß zerrin-| betteln gehn, Will ich mit Freunen, Die Furcht verlieret sich. dengarben In Zions Thoren 2. Laß andre wankend fragen, stehn. Woltersdorf. Ob Gott ihr Vater sei? Ein mel.: Komm, o komm, du Geist des. Christ kann freudig sagen, Und 721. Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel, Gottes Gnade weicht mir nicht, Und der Friede hat dies Siegel, Daß Gott seinen Bund nicht bricht. Dieses macht mich unverzagt, Weil es mein Erbarmer ſagt. schwöret noch dabei: Ich habe Gnade funden, Die Seligkeit ist mein, Und durch des Lammes Wunden Geh ich zum Himmel ein! 3. Ein wahrer Christ ist selig Ein Chrift, der Christum kennt, Der seine Schuld unzählig, 2. Das sind Worte für die Und sich verloren nennt. Der Blöden, Die sind aller Annahm alles herzlich haffet, Was sonst wert: Das heißt an die Herdem Fleisch gefällt, Der Jesum gläubig faffet, Und über alles hält! zen reden, Das ist Trost, den man begehrt. Gottes Gnade weicht dir nicht, Weil es dein Erbarmer spricht. 4. Ja selig sind die Christen, Die ohne Falsch bestehn, D, daß es alle wüßten, Die noch zur Hölle gehn! Wer ist so reich und prächtig, So schön, vergnügt und satt, So herrlich stark und mächtig, Als der den Glauben hat? 3. Hier ist Kraft für alle Müden, Die so manches Glend beugt. Man findt Gnade, man hat Frieden, Welcher alles übersteigt. Mein Erbarmer, sprich mir du Dies in allen Nöten zu. 5. Schon hier in diesem Leben Grünt seine Seligkeit; Was wird der Himmel geben? Da kommt die Erntezeit. Da schmeckt sein Herz vollkommen, Was hier ein Vorschmack war, Und ist mit allen Frommen Im ewgen Jubeljahr. 4. Wenn mich meine Sünden schmerzen Und der Strafen lange Pein, Ach, so rede meinem Herzen Deine Huld und Frieden ein, Daß du mir in Jesu Christ Ewig ein Erbarmer biſt. 5. Gieb mir einen starken Glauben, Der dein Wort mit Freuden faßt, So kann mir der 6. Behalte Welt! das deine, Tod nicht rauben, Was du Du arme; blinde Welt! Der mir geschenket hast; Auch die Glaube bleibt das Meine, Der Hölle nimmt mir nicht, Was Chrifti Blut behält. Wenn alle mir mein Erbarmer ſpricht. Reichen darben, Wenn Fürsten Phil. Friedr. Hiller, geb. 1699, † 1769. Glaube. 539 Mel.: Wie schön ist unsers Königs.| weiß, so rein, so schön, so aus722. Wer ist der Braut erwählt, Daß mirs an Worten des Lammes gleich? zur Beschreibung fehlt. Wer ist so arm, und wer so 6. OSündenschuld, wie beugst reich? Wer ist so häßlich, und du mich! O Glaube, wie erso schön? Wem fanns so wohl hebst du mich! Wer faßt hier und übel gehn? Lamm Got- den geheimen Rat? Nur wer tes, du und deine selge Schar Sind Menschen und auch Engeln wunderbar! den Geist des Glaubens hat, Der durch des Lammes Blut zusammenschreibt, Was sonst wohl himmelweit geschieden bleibt. 2. Aus Gnaden weiß ich auch davon, Ich bin ein Teil von deinem Lohn, So elend, als mans faum erblickt, So herrlich, daß der Feind erschridt, So gottlos, daß wohl alle besser sind, Und so gerecht als du, des Vaters Kind. 7. Das ist der Gottheit Wunderwerk Und seines Herzens Augenmert, Ein Meisterstück, aus nichts gemacht; So weit hats Christi Blut gebracht. Hier forscht und betet an, ihr Seraphim, Bewundert uns und 3. Ein Wurm, bis in den Staub gebeugt, Der auf den jauchzt und danket ihm. Thron des Königs steigt, Befümmert, trübe, bloß und frank, Und doch voll lauter Lobgesang; So schwach, daß meine Kunst in nichts besteht, So stark, daß Satan aus dem Wege geht. E. G. Woltersdorf, geb. 1725, † 1761. Mel.: Nun fich der Tag geendet hat; oder: Nun danket All und bringet. 723. Wie bist du mir ſo innig gut, Mein Hoherpriester du! Wie teur und kräftig ist dein Blut! Es bringt mich stets in Ruh. 4. Verfolgt, verlassen und verflucht, Doch von dem Herrn hervorgesucht, Ein Narr vor aller flugen Welt, Bei dem 2. Wenn mein Gewissen za gen will Vor meiner Sündendie Weisheit Lager hält; Ver- schuld, So macht dein Blut drängt, verjagt, besiegt und ausgefegt, Und doch ein Held, der ewge Palmen trägt. 5. Wer bin ich, wenn es mich betrifft? Ein Abgrund voller Sündengift. Wer bin ich, Lamm, in deiner Bracht? Ein Mensch, 4. Hab ich gestrauchelt hie und der Engel weichen macht; So da Und will verzagen fast, So mich wieder still, Seßt mich bei Gott in Huld. 3. Es giebet dem bedrückten Sinn Freimütigkeit zu dir, Daß ich in dir zufrieden bin, Wie arm ich bin in mir. Heiligung. 540 spür ich dein Versöhnblut nah, Das nimmt mir meine Last. 5. Es sänftigt meinen tiefen Schmerz Durch seine Balsamkraft: Es stillet mein gestörtes Herz Und neuen Glauben schafft. 10. Umsonst will ich auch lieben dich, Mein Gott, mein Trost, mein Teil: Ich will nicht denken mehr an mich: In dir ist all mein Heil. 11. Weg Sünde! bleib mir 6. So senkt sich denn mein unbewußt. Kömmt dieses Blut blöder Sinn In deine Wun- ins Herz, So stirbet alle Sünden ein; Da ich dann ganz denlust, Der Sinn geht himmelvertraulich bin: Mein Gott! wärts. wie kann es sein? 12. O nein! ich will und fann nicht mehr, Mein Freund, betrüben dich: Dein Herz verbindt mich allzusehr, Ach bind mich ewiglich. 13. Zeuch mich in dein verföhnend Herz, Mein Jesu, tief hinein; Laß es in aller Not und Schmerz Mein Schloß und Zuflucht sein. 7. Ich hab vergessen meine Sünd, Als wär sie nie geschehn; Du sprichst: sei still in mir, mein Kind, Du mußt auf dich nicht sehn. 8. Wie kann es sein? Ich sag es noch; Herr, ist es auch Betrug? Ich großer Sünder hab ja doch Verdienet deinen Fluch. 9. Nein, Jesu! du betrügest nicht, Dein Geist mir Zeugnis giebt; Dein Blut mir Gnad und Fried verspricht: Ich werd befreit. umsonst geliebt. 14. Kommt, groß und kleine Sünder, doch, Die ihr mühselig seid: Dies liebend Herz steht offen noch, Das euch von Sünd Gerh. Tersteegen, geb. 1697, † 1769. XVII. Heiligung. Eigene Melodie. Christi Kreuz muß tragen, Wenn 724. Alle Christen singen man will sein Jünger sein, O, gerne Mit der so ist die Zahl der Frommen, größten Zuversicht: Meinen Je- Die sodann zu Jesu kommen sum laß ich nicht! Denn sie Gar ein kleines Häufelein. freuen sich von ferne Auf das Reich der Herrlichkeit, Das er ihnen hat bereit't. Aber wenn sie hören sagen, Daß man Aber das sind harte Lehren, 2. Was ist süßer anzuhören, Als die Worte: kommet her, Die ihr seid beladen schwer? Heiligung. 541 Wenn er sagt zu mir und dir:| Sollt auch Jesus vor dir fliehen Gehe fort und folge mir. Ja, Und dir allen Trost entziehen, der Heiland wird geliebet, Wenn Würdest du ihm doch dafür er Brot und Fische giebet; Da Lob und Preis zum Opfer ist jedermann sein Gast: Nie- bringen, mit dem König David mand lässet sich gelüsten, Ihm singen: Dennoch bleib ich stets zu folgen in der Wüsten, Wenn an dir. er vierzig Tage faſt't. 3. Wenn man Hosianna singet Mit den kleinen Kinderlein, Da ist gut bei Jesu sein. Wenn das Krucifige klinget, So verändert sich der Ton Und ein jeder läuft davon. Wenn die Lahmen und die Blinden Und die Tauben Hülfe finden, Da wird Jesus stark besucht: Steht er aber vor Gerichte Und man speit ihm ins Gesichte, So nimmt Petrus selbst die Flucht. 6. Jesum Christum liebgewinnen Sonder Absicht: wer das thut, Der hat einen großen Mut. Aber welcher seine Sinnen Nur auf seinen Nußen richt. Tessen Liebe tauget nicht. Alle Knechte dienen gerne; Nämlich wenn die Not von ferne Ihnen vor den Augen scheint: Aber wer Gott dienen wollte, Wenn er gleich nichts haben sollte: Der allein es ehrlich meint. 4. Wenn der Herr zu Tische sizzet Und beim Brote wird erkannt, So ist unser Herz entbrannt: Wenn er Blut am Delberg schwitzet Und der Kelch ihn traurig macht, So ist niemand, der da wacht. Summa: Jesus wird gepreiset, Wenn er uns mit Troste speiset, Der uns süß und sanfte thut; Aber wenn er sich verstecket, Und uns nur ein wenig schrecket, So vergeht uns aller Mut. 7. Selig sind die geistlich Armen! Das ist je gewißlich wahr; Aber diese sind so rar, Daß es möchte Gott erbarmen. Etwas hanget jedermann Von den Creaturen an; Niemand ist Gott ganz ergeben; Jedermann verehrt daneben Einen Abgott in der Welt; Rechte geistlich arme Seelen Sind so selten als Juwelen, Die man für unschäßbar hält. 5. Jesum nur alleine lieben Darum, weil er Jesus ist: Kannst du das; mein lieber Christ! Ei so kann dich nichts betrüben; Alle Trübsal, alle keine Huld; Wenn du alles Pein Muß dir zuckersüße sein. hast erkennet, Was man Kunst 8. Wenn du Gott gleich alles schenkest, Was du hast und was du bist: Darum bist du noch kein Christ; Wenn du dich von Herzenkränkest Ueber deine Sündenschuld: Das verdient noch 542 Heiligung. und Weisheit nennet, So er-| Werdet kleinen Kindern gleiche: reichst du nicht das Ziel; Wenn du alle Werke thätest Und mit großer Andacht beteſt: fehlt dir doch noch viel! Alsodann steht ihr im Reiche Jesu Christi oben an. so Mel.: Herr Jesu Christ, meins; oder: Herr Jesu Christ dich zu uns. ten! Adam wohnt in deiner 9. Eines ist dir noch von nö- 725. Bei Christo nur der Glaube gilt, DaBrust: Wisse, daß du sollst und raus ein schönes Brünnlein mußt Diesen alten Nichtsgut quillt, Die brüderliche Lieb getöten; Sonst ist deine Heiligkeit nannt, An der ein Christ wird Lauter Unvollkommenheit. Was recht erkannt. hilfts viele Worte machen? Wenn 2. Der Herr sie selbst das du willst in Glaubenssachen Zeichen nennt, Daran man seine Dieses eine recht verstehn: Sel- Jünger kennt; In niemands ber mußt du dich verlassen, Selbst Herz man sehen kann, An Werverleugnen, selber hoffen, Selber ken wird erkannt ein Mann. aus dir selber gehn. 3 Ja bei der Liebe spürt 10. Hast du dieses recht ver- man frei, Wer ein rechtschaffnommen Und du fühlst in deiner Bruder sei; Der Glaub von ner Brust Weiter keine Fleisches- Herzen traut auf Gott, Die lust: Nun so bist du weit ge- Lieb hält treulich sein Gebot. kommen; Doch es fehlt dir in 4. Die Lieb nimmt sich des der That Noch der allerhöchste Nächsten an, Sie hilft und dieGrad. Dir magst du vielleicht net jedermann, Gutwillig ist gefallen, Aber mir bist du mit sie allezeit, Sie lehrt, sie straft, allen Diesen Dingen noch nicht sie giebt und leiht. recht. An die Brust mußt du dich schlagen Und in tiefster Demut sagen: Ich bin ein unnüßer Knecht. 5. Sie überhebt sich keiner That, Wenn sie gedient, geholfen hat; Denn was sie thut, thut sie aus Pflicht, Und Lohn und Dank begehrt sie nicht. 11. Alsodann muß ich bekennen, Wenn das alles richtig ist, 6. Wer dient dem Nächsten Daß du seist ein guter Christ, auf Gewinn, Der hat schon Der sich geistlich arm kann seinen Lohn dahin; Denn solnennen Und mit David sagen ches auch die Heiden thun, Und kann: Ich bin ein elender Mann! wissen nichts von Gottes Sohn. Stark ist so ein schwach Gemächte, 7. Wie Gott läßt scheinen seine Frei sind solche Jesusknechte, Sonn Und regnen über Bös und Reich ist so ein Bettelmann! Fromm, So solln wir segnen 543 8. Die Lieb erweist sich milgen, Ausgezogen Von der alten Kreatur, Und die Kur, Welche deine Seelen heilet, Auch mir diglich, Sie eifert nicht, noch Armen mitgeteilet: Schente mir bläht sie sich; Sie glaubt und die Geistsnatur, hofft, trägt mit Geduld, Verzeiht gutwillig alle Schuld. 9. Sie wird nicht müd, fährt immer fort; Kein saurer Blick, kein bitter Wort Entfähret ihr; nicht arg sie denkt, Unrecht und Lügen sehr sie kränkt. 3. Königskronen sind zu bleich Vor der Gottverlobten Würde; Eine Hürde Wird zum himmlischen Palast; Und die Last, Drunter sich die Helden klagen, Wird den Kindern leicht zu tragen, Die des Kreuzes Kraft gefaßt. 10. Dem Nächsten hält sie viel zu gut, Sich ihres Rechts begeben thut; Und was man Böses sinn und sag, Sie kehrt zum Besten jede Sach. 4. Ehe Jesus unser wird, Eh wir unser selbst vergessen Und gesessen Zu den Füßen unsers Herrn, Sind wir fern Von der ewgen Bundesgnade, Von dem schmalen Lebenspfade, Von dem hellen Morgenstern. 11. Darum die Lieb das Schönste ist, Des sich befleißen soll ein Christ; Die Lieb in Gottes Willen ruht Und alles Gute schafft und thut. 5. Pilgrimschaft zur Ewigkeit Bleibet immerdar beschwerlich, 12. Herr Christ, bedeck all Ja gefährlich, Bis man ringt unsre Sünd Und solche Lieb und dringt zu dir, Enge Thür, in uns entzünd, Daß wir mit Lust dem Nächsten thun, Wie du uns thust, o Gottes Sohn. Einzge Ursach der Vergebung, Glut der göttlichen Belebung, Jesu, unser Liebspanier. Nikolaus Hermann, † 1561. Mel.: O du Hüter Israel. 726. Christen sind ein gött6. Zeuch mich hin, erhöhter Freund, Zeuch mich an dein Herz der Liebe! Deine Triebe Führen mich, du Siegesheld, Durch die Welt, Daß ich deine Seele bleibe, Und so lange an dich glaube, lich Volk, Aus dem Geist des Herr gezeuget, Ihm gebeuget, Und von seiner Flammenmacht Angefacht. Vor des Bis ich lieb im innern Zelt! Bräutgams Augen schweben, 7. Da ist meine Hand und Das ist ihrer Seelen Leben, Herz! Du hast deine Seel geUud sein Blut ist ihre Pracht. waget Unverzaget, Und das alles 2. Ach du Seelenbräutigam! bloß allein, Daß ich dein Und Hast du mich der Welt entzo- du meine heißen könntest. Wenn Heiligung. auch den Feind, Gleich wie wir Liebes thun dem Freund. Heiligung. du nicht vor Liebe brenntest, werde? Ob mich eitle Lust der Hätte das nicht können ſein. 8. Nun, so fahre alles hin, Fahre hin, erlaubte Freude! Meine Weide Sei des Herren Jesu Eigentum zu sein? 6. Jesu, ach erbarm dich meiner! Mache mich von nun an deiner Alle Stunden innigst froh! Laß vor deinem Aug mich wandeln, Täglich würdiger mich handeln Nach dem Evangelio! J. Kasp. Lavater. 544 letztes Mahl Vor der Qual, Meine Ehre deine Schande, Meine Freiheit deine Bande, Meine Zier die Rof' im Thal. N. 2. Graf v. Zinzendorf, geb. 1700, L. † 1760. Mel.: Alles ist an Gottes. 727. Das sei alle meine Tage, Meine Sorge, meine Frage: Ob der Herr in mir regiert? Ob ich in der Gnade stehe? Ob zum rechten Zil ich gehe? Ob ich folge, wie er führt? 2. Ob ich recht in Jesu lebe, Und als ein lebendge Rebe Kraft und Saft stets aus ihm zieh? Ob mich Jesu Liebe reize? Ob im Kummer ich zum Kreuze Und zu seinen Wunden flich? 3. Ob mein Jesus, wo ich gehe, Wo ich size, wo ich stehe, Mir stets vor den den Augen schwebt? Ob er mir im Herzen lieget? Ob mein Glaub die Welt besieget? Und sein Kreuztod mich belebt? 4. Ob ich sorglos nichts versäume? Nichts aus Lässigkeit verträume? Ob mein Herz sich Erde Nicht ums stille Seligsein Im Genuß der Gnade bringe? Ob ih trachte, streb und ringe Mel.: Herzliebster Jesu, was hast du. 728. Das sollt ihr, Jesu Jünger, nie vergessen: Wir sind, die wir von einem Broie essen, Aus einem Kelche trinken, Alle Brüder, Und Jesu Glieder. 2. Wenn wir wie Brüder bei einander wohnten, Gebeugte stärkten und der Schwachen schonten; Dann würden wir den letzten heilgen Willen Des Herrn erfüllen. 3. Ach, dazu müsse seine Lieb uns dringen! Du wollest selbst, o Herr, dies Werk vollbringen, Daß unter einem Hirten eine Herde Aus allen werde. Aus dem ev. Gesangbuche für Galizien. Bukowina und österr. Schlesien 1852. met.: Nun sich der Tag geendet hat; oder: Nun danker all und bringet Ehr. nicht zerstreut? Ob mich jeg- 729. Der du noch in der Eh liches Vergehen, deren täglich letzten Nacht, viel geschehen, Aufs empfindlichste gereut? du für uns erblaßt, Den Deinen von der Liebe Macht Ins Herz geredet haft; 5. Ob mir Christus alles Heiligung. 545 2. Erinnre deine kleine Schar,| Werft den Kindern dieser Erden Die sich so leicht entzweit, Daß deine letzte Sorge war: Der Glieder Einigkeit. Ihren armen Kot zu Fuß. 2. Wir verlachen Eure Sachen, Stoßen weg, was ihr begehrt; Euer Schönes, Dies und jenes Achten wir nicht sehenswert; Euer Herrlich, Groß und Wichtig Ist für uns zu schlecht und nichtig; Euer Ballast uns beschwert. N. L. v. Zinzendorf, geb. 1700,+1760. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns. 730. in reines Herz, Herr, schaff in mir, Schleuß zu der Sünden Thor und Thür: Vertreibe sie, und laß nicht zu, Daß sie in meinem Herzen ruh. 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Thür: Ach komm und wohne du bei mir. Treib all Unreinigkeit hinaus Aus deinem Temgel und Wohnhaus. 3. Geld und Güter Der Gemüter Goldne Strick und Fesseln sind; Lobt und schmeichelt, Bückt und heuchelt, Lästert auch, es ist nur Wind! Süßes Gift find eure Lüste; Auf dem Staatsund Ehr'ngerüste Man nur glänzend Elend find't. 3. Laß deines guten Geistes Licht Und dein hellglänzend Angesicht Erleuchten mein Herz und Gemüt, O Brunnen unerschöpfter Güt. 4. Und mache dann mein Herz zugleich An Himmels Gut und Segen reich; Gieb Weisheit, Stärke, Rat, Verstand Aus deiner milden Gnadenhand: 5. So will ich deines Namens Ruhm Ausbreiten Ausbreiten als dein Eigentum, Und dieses achten für Gewinn. Wenn ich nur dir ergeben bin. Heinrich Ge. Neuß, geb. 1654,+1716. Eigene Melodie. 731. Geht, ihr Streiter, Immer weiter Durch's Verleugnen zum Genuß! Auserkorne, Hochgeborne, Standsgemäß man wandeln muß. Wenn ihr Jesu Braut wollt werden, 4, Unser Sehnen, Unsre Thränen Trösten mehr als eure Freud; Könnt't ihr sehen und verstehen Die verborgne Seligkeit: Ihr würd't eurem Kram entlaufen Und mit dem verschmähten Haufen Wandern nackt zur Ewigkeit. Tersteegen, geb. 1697,+1769. Mel.: O Durchbrecher aller Bande. 732. Geist des Glaubens, Geist der Stärke, Des Gehorsams und der Zucht, Schöpfer aller Gotteswerke, Träger aller Himmelsfrucht! Geist, der einst der heil'gen Männer, Kön'ge und Prophetenschar, Der Apostel und Bekenner Trieb und Kraft und Zeugnis war! 2. Rüste du mit deinen Gaben Auch uns schwache Kinder aus, Kraft und Glaubensmut zu haben, Eifer für des Herren 35 546 Heiligung. Haus; Eine Welt mit ihren 7. Gieb Elias heilge Strenge, Schäßen, Menschengunst und Wenn den Gößen dieser Zeit gute Zeit, Leib und Leben dran Die verführte blinde Menge Temzu sehen In dem großen heil- pel und Altäre weiht: Daß wir gen Streit. 3. Gieb uns Abrahams gewisse, Feste Glaubenszuversicht, Die durch alle Hindernisse, Alle Zweifel siegend bricht; Die nicht bloß dem Gnadenbunde Trauet froh und unbewegt, Auch das Liebste jede Stunde Gott zu Füßen niederlegt. nie vor ihnen beugen Haupt und Knie, auch nicht zum Schein, Sondern fest, als deine Zeugen, Dastehn, wenn auch ganz allein. 8. Gieb uns der Apostel hohen, Unbewegten Zeugenmut, Aller Welt, trotz Spott und Drohen, Zu verkünden Christi Blut. Laß die Wahrheit uns bekennen, Die uns frei und froh gemacht; Gieb, daß wirs nicht lassen können, Habe du die Uebermacht, 9. Schenk uns gleich Stephano Frieden Mitten in der Angst der Welt, Wenn das Los, das uns beschieden, In den schwersten Kampf uns stellt. In dem rasenden Getümmel Schenk uns Glaubensheiterkeit, Deffn' im Beten Um Erbarmung und Ge-| Sterben uns den Himmel, Zeig duld, Wenn durch freches Ueber- uns Jesu Herrlichkeit! 5. Gieb uns Moses brünst'ges treten Unser Volk häuft Schuld auf Schuld: Laß uns nicht mit faltem Herzen Unter den Verdorbnen stehn, Nein, mit Moses heil'gen Schmerzen Für sie seufzen, weinen, fleh'n. 6. Gieb uns Davids Mut zu streiten Mit den Feinden Israels, Sein Vertrau'n in Leidenszeiten Auf den Herren, seinen Fels; Feindeslieb und Freundestreue, Seinen königlichen Geist, Und ein Herz, das voller Reue Gottes Gnade sucht und preist. 4. Gieb uns Josephs keusche Sitten, Wenn die Welt ohn' Scham und Zucht Uns durch Dräuen oder Bitten In ihr Netz zu ziehen sucht. Lehr uns fliehen, ſehr uns meiden Diese üpp'ge Potiphar, Ihren Haß geduldig leiden, Gott getreu sein immerdar. 10. Geist des Glaubens, Geist der Stärke, Des Gehorsams und der Zucht, Schöpfer aller Gotteswerke, Träger aller Himmelsfrucht, Geist, du Geist der heilgen Männer, Kön'ge und Prophetenschar, Der Apostel und Bekenner,- Auch bei uns werd offenbar! Ph. Spitta, geb. 1801, † 1859. Mel.: Alle Menschen müssen sterben 733. Gern in alles mich zu fügen, Mit der Stille still zu freun, Ohne e Heiligung. Worte, mit Vergnügen Aller 2. Wer da leben will, der Knechte Knecht zu sein, Nie mit sterbe; Wer nicht stirbt, der Gaben stolz zu prangen, Men- lebet nicht. Ehe denn das schenruhm nie zu verlangen: Fleisch verderbe, Scheinet uns Diese Weisheit fleh ich mir, kein Gnadenlicht. Hocherhabner Gott von dir. 3. Alle menschlichen Geschäfte Gehen überhaupt nicht gut, Wenn man sie durch eigne Kräfte, Und nicht aus der Gnade thut. 2. Unbekannte Wege wandeln, Wege, die dein Aug nur kennt, Stille dulden, schweigend handeln, Wo kein Menschenmund 4. Göttliche und innre Dinge mich nennt: Das, du freund- Lassen vollends gar nicht zu, Daß licher Gewährer, Aller Demut man sie mit Sturm erzwinge, Quell und Lehrer, Jesus Chri- Sondern weisen uns zur Ruh. stus, lehre mich, Still und schweigend sehn auf dich. 3. Gott der Niedrigen und Stillen, Die so gern im Schatten ruhn, Streng und fromm nach deinem Willen Einsam leiden oder thun, Laß, o Vater, mich nicht klagen, Sollt ich schwere Lasten tragen, Schweigend lieber in mich gehn, Demutsvoll auf dich nur sehn. 4. Gott, du bist mein Gott, ich falle Demutsvoll zu Fuße dir, Du erquickst, begnadigst alle; Schenfest Gnad und Ruh auch mir, Unterſtüßeſt mein Bestreben, Immer stiller dir zu leben, Meiner Ohnmacht nie zu traun, Fester stets auf dich zu baun. J. C. Lavater, g. 1741, † 1801. 547 Mel.: Ringe recht, wenn Gottes. 734. Gottes Führung for dert Stille: Wo der Fuß noch selber rauscht, Wird des ewgen Vaters Wille Mit der eignen Wahl vertauscht. 5. Das bisherige Versehen Sei versöhnet durch sein Blut, Das für aller Welt Vergehen Gnug und überflüssig thut. 6. Laß uns aber also handeln, Was noch hinterstellig ist, Daß wir in dem Lichte wandeln, Herr, wie du im Lichte bist. 7. Für das Gute, Ehrenkönig, Lobt man dich, so gut man kann. Ist der Menschen Lob zu wenig, Nimm das Lob der Geister an. Nit. Ludw. Graf v. Zinzendorf. Mel.: Ringe recht, wenn Gottes. 735. Heilge Einfalt. Gnadenwunder! Tiefste Weisheit, größte Kraft, Schönste Zierde, Liebeszunder, Werk, das Gott alleine schafft. 2. Alle Freiheit geht in Banden, Aller Reichtum ist nur Wind, Alle Schönheit wird zu Schanden, Wenn wir ohne Einfalt sind. 3. Wenn wir in der Einfalt 35* Heiligung. stehen, Ist es in der Seele| die wahre Ruh, Die Ruh, mit licht; Aber wenn wir doppelt der nichts zu vergleichen, Der sehen, So vergeht uns das alle Königskronen weichen, Die Gesicht. uns den Himmel offen zeigt. Ach, das ich ganz in Lieb zerflösse Vor deiner Liebe Wundergröße, Die alles Wissen übersteigt. 548 4. Einfalt ist ein Kind der Gnade, Das sich keiner selber schafft, Die auf ihrem schmalen Pfade Nicht nach dem und jenem gafft. 5. Einfalt denkt nur auf das Eine, In dem alles andre steht: Einfalt hängt sich ganz alleine An den ewigen Magnet. 6. Wem sonst nichts als Jesus schmecket, Wer allein auf Jesum blickt, Wessen Ohr nur Jesus wecket, Wen nichts außer ihm erquickt; 2. Wie freundlich hast du mich gezogen, Wie ging mir dein Erbarmen nach! Ich flohe dich, der mich bewogen, Und rang nach Tod und Ungemach; Du aber nahmst ohn mein Verlangen In deiner Liebe mich gefangen Und offenbart'st dich meinem Sinn. Nimm, Seelenfreund, für diese Treue Mein ganzes Herz, das ich dir weihe, Entreiß mirs doch und nimms dir hin. 3. Olehre mich, mich selbst vergessen, Damit ich nur an dich gedenk. Lehr mich nach dir nur 8. Wer ihn so mit Inbrunst alles messen, Damit ich mich liebet, Daß er seiner selbst ver- ganz in dich senk. Ich wünsch in gißt, Wer sich nur um ihn mir ganz zu verschwinden, Und betrübet, Und in ihm nur fröh- dich vollkommener zu finden, lich ist; Du süße Lieb und höchstes Gut! Werd ich mich selber recht verlieren, So wirst du Kräfte in mich führen, Daß ich dich liebe bis aufs Blut. 7. Wer nur hat, was Jesus schenket, Wer nur lebt aus seiner Füll, Wer nur geht, wie er ihn lenket, Wer nur will, was Jesus will; 9. Wer allein auf Jesum trauet, Wer in Jesu alles find't: Der ist auf den Fels erbauet, Und ein sel'ges Gnadenkind, A. G. Spangenberg, geb. 1704+1792. 4. Ich hange nicht an deinen Mel.: Wie wohl ist mir o Freund. Gaben, Dich, Jesu, such ich ganz 736. dh will dich immer allein; Soll ich nichts zu getreuer lieben, Mein nießen haben, Ich will auch so Heiland, gieb mir Kraft dazu! zufrieden sein. Vertausch den Die Welt hat mich lang um- Trieb nach Süßigkeiten Mit der getrieben, Nun schenkst du mir Begierde, still zu leiden, Und 6 Heiligung. mach in allem mich getreu. Da all das Geschöpfe schweigt, Nimm hin mein Wollen, Denken, Richten, Mein eignes Laufen, Wirken, Dichten, Daß nichts, denn du, mehr übrig ſei. 5. Mir ist am seligsten geraten, Wenn ich aus eigner Wahl nichts thu; Ein andrer sinn auf große Thaten; Mein Geist erblicket eine Ruh, Worin er leidend das vollführet, Was von des Geistes Treiben rühret; Und das heißt recht in Gott gethan. O mischte sich doch in mein Lieben Nichts mehr von meinen eignen Trieben, So fing ich recht zu lieben an! Da das Herze ohne Schmerze Sich zum großen Schöpfer neigt, Und der Hände Unterpfände Seinem schönsten Jesu reicht! 3. Mir hier stinket, Was da blinket Nach der eitlen Herrlichkeit, Weil ich einsam Und gemeinsam Handle mit der Einigkeit; Mit Gott leb ich, An Gott kleb ich In und außer aller Zeit. 6. Getreuer Jesu, soll ich hoffen, Daß meine Liebe treuer werd? Ach ja, dein Herze steht noch offen Dem, welcher ernstlich Hülf begehrt, Ich flieh zum Reichtum deiner Güte, Durchleucht mein dunkeles Gemüte, Daß ich, was du nicht selber bist, Erfenn und haß und dämpf und töte. So schau ich nach der Morgenröte, Wie hell die Sonne selber ist. 549 4. Nach der Stille, Ohn Gewühle, Hat mein Heiland selbſt getracht, Und im Hause, Und nicht draußen, Dreißig Jahre zugebracht, Da er fleißig, Ja, das weiß ich, Vor Gotts Pforten hat gewacht. 5. Himmlisch Wesen, Laß genesen Mich in deiner Gegenwart; Und hergegen Ganz ablegen Esaus weltgesinnte Art, Die das Brausen Liebet draußen, Und sich nicht vorm Feind bewahrt. Chr. A. Bernstein, † 1699. Mel.: Wie bist du mir so innig gut; oder: Nun danket all und bringet. 738. Se fleiner ich je gröJe Ber du, O Jesu, mach mich klein! Nimm du in meinem Herzen zu, Ja, nimm du ganz es ein! 3. A. Flessa, geb. 1694, † 1774. Mel.: Sieh, hier bin ich Ehrenkönig: 737. Ich will einfam Und gemeinsam mit dem ein'gen Gott umgehn, Und 2. Je größer ich, je kleiner die Sinnen Halten innen, Was du. Bin ich mir selbst genug, nicht Gott ist, lassen stehn; Das So acht ich dich, mein Heil Getümmel und Gewimmel Will gering, Und fall in bösen Trug. 3. In allem willst du alles sich nicht zu mir verstehn. 2. O du süße Stille Wüste, sein, Sei alles auch in mir! 550 Heiligung. Ach, wie so vieles hab ich noch,| oft erquicket, Wenn ich Seelen Was, Herr, nicht ist von dir. hab erblicket, Die sich ganz 4. O stürz von jener Höhe ergeben dir. mich, Darauf ich mich gestellt; Laß mich mir selbst gestorben sein, Gefreuzigt sein der Welt! 5. Ja, mache mich, o Herr, recht klein, So wächsest du in mir, Und was die ganze Welt nicht giebt, Das find ich dann in dir! 4. Ich umfasse, die dir dienen, Ich verein'ge mich mit ihnen; Und vor deinem Angesicht Wünsch ich Zion tausend Segen; Stärke sie in deinen Wegen, Führ sie selbst nach deiner Pflicht. 5. In der argen Welt sie rette Und den Satan bald zertrete Gänzlich unter ihre Füß, Töte durch den Geist von innen Fleischeslust, Natur und Sinnen; Sei nur du den deinen süß. 7. Je kleiner ich, je größer du, O Jesu, mach mich klein, So find ich in dir süße Ruh, Und bin auf ewig dein! 6. Die in Kreuz und Leiden leben, Stärke, daß sie ganz ergeben Ihre Seel in deine Hand; Laß sie dadurch werden fleiner Und von allen Schlacken reiner, Lauterlich in dich gewandt. A. Moraht, geb. 1805. Mel.: Alles ist an Gottes Segen. 739. Geſu, der du bist alleine Haupt und 7. Laß die deinen noch auf König der Gemeine: Segne Erden Ganz nach deinem Herzen mich dein armes Glied! Wollst werden, Mache deine Kinder mir neuen Einfluß geben Dei- schön, Abgeschieden, klein und nes Geistes, dir zu leben; Stärke mich durch deine Güt. stille, Sanft, einfältig, wie dein Wille, Und wie du sie gern willt sehn. 8. Sonderlich gedenke deren, Die es Herr von mir begehren, Daß ich für sie beten soll: Auf dein Herz will ich sie legen; Gieb du jedem solchen Segen, Wie es not, du weißt es wohl. 6. Dann bin ich reich, du bist es ja; Bin groß, denn du bist groß, Und bin in dir, o du mein Heil, Von Tod und Sünde los. 2. Ach, dein Lebensgeist durchdringe, Gnade, Kraft und Leben bringe Deinen Gliedern allzumal, Wo sie hier zerstreuet wohnen Unter allen Nationen, Die du fenneſt überall. 3. O, wie lieb ich, Herr, die deinen, Die dich suchen, die dich meinen; wie köstlich sind sie mir! Du weißt, wie mich 9. Ach, besuch zu dieser Stunde Ihre Herzen und im Grunde Sie erfreu in dir allein; Zeuch Heiligung. 551 Ihre| hin: Ich verändre nicht den We- Sinn; Du, o Jesu, mußt allein Ewig meine Freude sein. mit deinen Liebeszügen Lust und ganz Vergnügen sentlich in dich hinein. 10. Ach, du hast uns teur 6. Keinem andern sag ich zu, erworben, Da du bist am Kreuz Daß ich ihm mein Herz aufgeſtorben: Denke, Jesu, wir thu; Dich alleine laß ich ein, sind dein. Halt uns fest, so Dich alleine nenn ich mein. lang wir leben Und in dieser 7. Dich alleine, Gottes Sohn, Wüste schweben; Laß uns nim- Heiß ich meine Kron und Lohn: mermehr allein: Du für mich verwundtes Lamm 11. Bis ich einst mit allen Bist allein mein Bräutigam. Frommen Droben werd zusam men kommen Und, von allen Flecken rein, Da vor deinem Throne stehen, Uns in dir, dich in uns sehen, Ewig eins in dir zu sein. 8. O so fomm denn, süßes Herz, Und vermindre meinen Schmerz: Denn ich schreie für und für: Jesu, Jesu, komm zu mir! 9. Nun, ich warte mit Geduld, Bitte nur um diese Huld, Daß du mir in Todespein Wollst ein süßer Jesus sein. Gerh. Tersteegen, geb. 1697,+ 1769. Joh. Ang.( Scheffler) geb. 1624, † 1677. Eigene Melodie; oder: Nun komm der Heiden. doch 740. eu tomm selbst zu mir, Und verbleibe für und für; Komm doch werter Seelenfreund, Liebster, den mein Herze meint. Mel.: Ringe recht, wenn Gottes. 741. König, dem wir alle dienen, Ob im Geiſt? das weißest du, Rette uns durch dein Verfühnen Aus der ungewissen Ruh. 2. Mache den Gedanken bange, Ob das Herz es redlich mein', Ob die Seele an dir hange, 3. Keine Lust ist auf der Welt, Ob wir scheinen oder sein? Die mein Herz zufrieden stellt. 3. Mehrere verborgne Tiefen Jesu, nur dein Bei- mir- sein Hat die zarte Eigenheit, Als da Nenn ich meine Lust allein. wir noch ruhig schliefen In der groben Sicherheit. 4. Schöpfer himmlischer Naturen, Bürge unsrer Heiligkeit, Hüter neuer Kreaturen, Heilige Dreieinigkeit. 5. Vater, deine rege Gnade 2. Tausendmal begehr ich dich, Weil sonst nichts vergnüget mich. Tausendmal schrei ich zu dir: Jesu, Jesu, komm zu mir! 4. Aller Engel Glanz und Pracht Und was ihnen Freude macht, Ist mir, süßer Seelenfuß, Ohne dich nichts als Verdruß. 5. Nimm nur alles von mir Heiligung. Mach uns, die wir deine sein, 14. Herr, im schönen Kampf Bei dem Gang im Lebenspfade der Leiden Mach uns zum Manche salbungsvolle Pein. Triumph des Lamms, Und zur Ursach seiner Freuden, Und zum Lohn des Kreuzesstamms. 6. Bräutigam, das Werk ist deine; Herzen sind dein Eigentum, Ihr Beflecktsein oder reine Bringt dir Schande oder Ruhm. 7. Und du wahre Seelenamme, Geist des Lebens und der Kraft, Brauche deiner Wunderflamme Herben und gelinden Saft. 15. Leit' uns würdiglich der Gnade Und dem Evangelio, Mach uns treu von Grad zu Grade Und zur letzten Stunde froh. N. L. v. Zinzendorf, geb. 1700, † 1760. 8. Herzenstündiger, dein Auge Mel.: O ihr auserwählten Kinder. Siehet unsre Nichtigkeit; Und 742. König, gieb uns Mut daß sonst vor dir nichts tauge, Als was du uns selbst bereit't. 9. Richt uns alle, die wir lieben, In den Gurt der Wahrheit ein, Uns um dich nur zu betrüben, Uns in dir nur zu erfreun. und Klarheit, Einen willgen, einen muntern Jüngersinn. Helle Augen in die Wahrheit Und ein leichtes, lichtes Herze zum Gewinn, Das einmütig, Ehrerbietig Wie die Engel vor dir stehe, Bis dein Leben unsern Geist mit Kraft durchgehe. 10. Einfalt ist ein Kind der Gnade, Eine kluge Ritterschaft, Die auf ihrem schmalen Pfade Nicht nach dem und jenem gafft. 11. Leib und Kraft will man bewahren, Wenns nur Christo dienen kann, Leib und Kräfte läßt man fahren Für den treuen Seelenmann. 552 - 2. Gieb uns deines Geistes Regung Alle Tage, alle Tage inniger, Deiner Gnade Liebsbewegung Immer näher, immer herzbeweglicher. Daß wir stündlich Treu und findlich und mit unverwandtem Triebe Dringen mögen in dein Herz voll Gnad und Liebe! 3. Möchten uns die Sonnenaugen, Die wie Feuerstrahlen 13. Und ihr teuren Mitgezünden, ganz durchgehn! Dann nossen, Betet an das Heil der würd unser Wandel taugen, Welt. Herr, dein Blut, am Wir vereint und neubelebet Holz geflossen, Segne unser vor dir stehn, Voller Liebe, Herzensfeld. Voller Triebe, Eines fürstlichen 12. Heilge Boten, Gottes Knechte Und der Freundschaft Israels, Reine Geister, singt vom Rechte, Von dem Recht Immanuels. Heiligung. 553 Geblütes, Eines göttlich uner-| zehren. Du ein stetiges Ernähschrockenen Gemütes. ren, Dem es nie an Kraft gebricht! Wir versenkt in Feurgestalten, Die uns hart gefangen halten; Du ein wundersames Licht! 4. O, wie sind die Seelen glücklich, Die sich Jesu ohne Ausnahm zugewandt! Wären wir doch ein geschicklich Und dem Meister ganz bequemes Gartenland! O, der Treue Kommt aufs neue In dem innersten zu wohnen! Es gilt Treue, wenn der Fürst den Kampf soll lohnen! 4. Hilf dem Geist zum Schöpfer dringen, In sein Herz hinein sich schwingen, Wo dein hoher Ursprung quillt, Der nach aller Erde Weiten, Ja, den Lauf der Ewigkeiten Einst mit tausend Psalmen füllt! 5. Höre, Jesu, unser Flehen, Du zum Segnen auferlegter Seelenfreund! Laß die Segen stärker gehen, Als der Unglaub und die Sorge nimmer meint. Hilf uns, deinen Armen, Kleinen, Um auf deinem Gnadenpfade Durchzuwandeln viele, viele Glaubensgrade. N. L. v. Zinzendorf, geb. 1700, † 1760. Mel.: Jesus Christus herrscht als; oder: Alles ist an Gottes Segen. 743. Riebe, du der Gottheit Spiegel! Liebe, der Erlösung Siegel, Liebe schönstes Himmelskind! Liebe, Königin der Gaben, Welche GottesKinder haben: Selig ist, wer dich gewinnt! 2. Bald mit staunendem Entzücken, Bald mit tiefbeschämten Blicken, Schaun wir dich, du heilig Bild! Weit sind wir von dir verirret, Neid und Haß hat uns verwirret; Wir sind rauh, und du bist mild. 3. Wir ein stetes Selbstver1 5. Liebe, die in Gottes Lamme Uns aus Sünd und Höllenflamme Mächtiglich herausgeliebt; Die uns Nahrung, die uns Hülle Nun ans Jesu Gottesfülle Reichlich zu genießen giebt! 6. Liebe, die mit Siegeszeichen In so vielen Schöpfungsreichen Wie ein Held mit Lorbeern prangt! Liebe, der so manche Seele Hier und dort mit froher Kehle Ihre ewge Rettung dankt! 7. Liebe, die für Gottes Kinder, Wie für noch verlorne Sünder Pflegerin und Freundin ist; Die auch in der Mörderhöhle, Gleich dem Samariter- Dele, Sich in unsre Wunden gießt! 8. Werde du in unserm Wallen Unsers Herzens Wohlgefallen, Unsrer Seele Sonnenstrahl! Zeuch uns hin in deine Schule, Nimm vor Jesu Lehrerstuhle Uns, in seine Jüngerzahl! 9. Wer durch Christi Geist und Wunden Gläubig mit ihm 554 Heiligung. selbst verbunden, Uebt auch dei-| 15. Liebe löst die Geistesflünen Himmelssinn: Unverdrossen gel, Liebe sprengt die Seelenim Geschäfte, Giebt er Leibs- riegel, Dringt durch jede Scheiund Seelenkräfte Gern zu dei- dewand, Daß, dem Stückwerk nem Dienste hin. ganz entnommen, Gottes Kinder endlich kommen In ihr 10. Laß nach deinen heilgen Lehren Uns die Gaben andrer freies Vaterland. ehren! Gott verteilet frei sein Licht. Laß uns deinen Geist bewahren, Hoch und stürmisch herzufahren! Denn die Liebe bläht sich nicht. 16. Liebe, lehr uns weislich handeln Und in der Gemeinde wandeln, Wie sichs ziemt in Gottes Hand! Liebe hilf uns auch die Bösen, Die kein Schreck11. Lehr uns unsre Kräfte mes- wort kann erlösen, Führen aus sen, Unsre Schwachheit nie verges- dem Tod heraus! sen! Liebe will in Demut stehn. Worte, Sitten und Geberden Laß durch dich gemildert werden; Wahre Liebe kann nicht schmähn. 12. Laß uns nicht uns selber leben! Brich die Langsamkeit zum Geben! Liebe hat nicht Eigennuß. Fremder Eigenschaften Wittern Soll uns nicht sogleich erbittern; Liebe ist des Frie dens Schuß. 17. Will ein Dunst aus Höllenflüften Unsre Heiterkeit vergiften, Oder droht uns andre Pein: Dann führ uns, o Geist der Liebe, Durchs Gericht, seis noch so trübe, Königlich in Gott hinein! 13. Lehr uns andrer Thun erklären, Nichts auf Aigwohn feindlich kehren! Liebe rückt nicht alles auf. Bei der Einfalt tiefen Schäßen Findet sie ihr ganz Ergößen An der Wahrheit freiem Lauf. 14. Beim Vergeben, Glauben, Hoffen Schaut sie schon als eingetroffen, Was die Zukunft erst enthüllt. Wessen sich die Liebe freuet, Was sie wünscht und prophezeiet, Wird zumeist von Gott erfüllt. 18. Laß, o Herr, an jedem Orte Uns auf deines Geistes Worte, Als auf unsern Leitſtern ſehn!„ Lasset alle eure Dinge, Sein es große, sein's geringe, In der Liebe nur geschehn!" K. F. Hartmann. Mel.: Mache dich mein Geist bereit. 744. Liebster Heiland, nahe dich, Meinen Grund berühre, Und aus allem kräftiglich Mich in dich einführe, Daß ich dich Inniglich Mög in Liebe fassen. Alles andre lassen. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, Treuer Hirt der Seelen! Denn, wenn ich in dir nicht bin, Muß mein Geist sich quä Heiligung. len; Kreatur Aengstet nur; Du| Geiste dieser Welt entrückt, allein kannst geben Ruhe, Freud und Leben. Wann in das himmlische verzückt, Und wann vor dir wie Wachs zerschmolzen? 555 3. Menschenfreund, Immanuel, Dich mit mir vermähle; O du fanfter Liebesquell! Salbe Geist und Seele; Daß mein Will Sanft und still Ohne Widerstreben Dir sich mag ergeben. 4. Kreaturen, bleibet fern, Und was sonst kann stören! Jefu ich will schweigen gern Und dich in mir hören: Schaffe du Wahre Ruh, Wirke nach Gefallen, Ich halt still in allem. 4. Mein Bräutigam und Fürst 5. Was noch flüchtig, sammle der Thronen, Was mach ich noch du! Was noch stolz ist, beuge; in dieser Zeit? Bei Satans Was verwirret, bring zur Ruh; Stuhl ist übel wohnen, Mir zieWas noch hart, erweiche; Daß mete die Ewigkeit: Hienieden in mir nichts hinfür Lebe noch hab ich nichts verloren, Dort iſt erscheine, Alsmein Freund alleine. mein Bürgerrecht erkauft; Auf Wolfg. Christ. Deßler, gb. 1660, † 1722. jene Welt bin ich getauft, Drauf Mel.: Mein Jesu. dem die Seraphinen. hab ich Treue dir geschworen. 745. Mein Freund, wie 5. Ists etwa, daß mein Geist dank ichs deiner noch hanget An einem Faden Liebe, Daß sie von ihrem Lich dieser Welt, Daß er nach Eiteltesthron Durch ihre heißen Feu- keit verlanget, Und sich nicht ertriebe Erhitzt mich arme Erd ganz zum Bräutgam hält? Ach! und Thon, Wie dank ichs dei- wäre dies mein liebstes Leben, nem treuen Herzen, Daß mich So bitt ich dich, mein Aufentvon Finsternis befreit. Erwor- halt, Zerreiße diesen Faden bald, ben für die Ewigkeit, Und ihm Mein Wille sei dir übergeben! erkauft durch Todesschmerzen. 2. Ja, Bräutigam, was soll ich sagen? Ists oder aber irr ich mich? Darf ich mich nicht er storben klagen, Wie und worinnen lebe ich? Wann ist mein armer Geist dem Stolzen, Dem ganz befreiter Geist, Der alles 6. Zerbrich, verbrenne und zermalme, Was dir nicht völlig wohlgefällt; Ob mich die Welt an einem Halme, Ob sie mich an der Kette hält, Ist alles eins in deinen Augen, Da nur ein 3. Das hab ich an mir wahrgenommen, Zu deiner Stunde ists geschehn, Da bin ich meinem Feind entkommen, Da hab ich in dein Licht gesehn, Da ward mir Freiheit und Geschmeide, Als deiner Esther, angelegt, Da ward in meinen Geist geprägt Der Kindschaft Pfand, des Geistes Freude. 556 Heiligung. Fremde Schaden heißt, Und nur die reine Liebe taugen. 11. Ja, Amen, da sind beide Hände, Aufs neue sei dir's zu7. Erinnre mich, du treuer gesagt, Ich liebe dich ohn alles Zeuge, Daß deines Vaters Ende, Mein alles werde dran Wille sei, Daß ich mich ganz gewagt; Ich trage meines Freunzum Kreuze beuge Von allen des Namen Und seiner Liebe Kreaturen frei, Und was ich Ehrenmal, Des Kreuzes sonst noch im Fleische lebe, Dem verhaßten Pfahl, Auf Stirn Fleische abgestorben leb. Und und Brust und Rücken. Amen. bloß an deine Liebe fleb, Ja N. L. v. Zinzendorf, geb. 1700, † 1760. mit dir in der Höhe schwebe. Mel.: Nun sich der Tag geendet hat; 8. Da ist mein Herz, du Herz oder: Nun danket all und bringet. der Seele, Erwähl es dir zur 746. Merk, Seele, dir Residenz: Es ist zwar eine enge Höhle, Und deine Füll ist ohne Grenz; Allein die Liebe, die dich nieder In mein verfluchtes Wesen zog Und deine Gottheit überwog, Die ziehe dich auch jetzo wieder. dies große Wort! Wenn Jesus winkt, so geh; Wenn er dich zieht, so eile fort; Wenn er dich hält, so steh. 2. Wenner dich lobet, bücke dich; Wenn er dich liebt, so ruh; Wenn er dich aber schilt, so sprich; Ich brauchs, Herr, schlage zu! 3. Wenn Jesus seine Gnadenzeit Bald da, bald dort verklärt, So freu dich der Barmherzigkeit, Die andern widerfährt. 9. Komm, liebes Lamm, komm laß dich küssen; Komm meiner Seele süße Frucht; Ich kann dich ewiglich nicht missen, Ich habe einmal dich versucht; Und würd ich zum Geripp auf Erden Und kocht ich alle Kräfte aus, Du sollst in meiner Mutter Haus In Schwachheit hingezogen werden. 4. Wenn er dich aber brauchen will, So steig in Kraft empor, Ist Jesu in der Seele still, So nimm auch du nichts vor. 10. Hier ist der Ort, hie sollst 5. Kurz, liebe Seel, dein gandu wohnen Hie soll die höchste zes Herz Sei von dem Tage Majestät, Als auf dem Stuhl an Bei Schmach, bei Mangel der Ehren thronen.- Dein und bei Schmerz Dem Lamme Friedensgruß sei mein Gebet, Dein Scepter sei mein ganzer Wille, Dein Reich sei Leib und Seel und Geist, Darin sich deine Macht ermeist, Dein Ruhbett meiner Seele Stille. zugethan. N. 2. v. Zinzendorf, geb. 1700, † 1760. Mel.: Ringe recht, wenn Gottes Gnade. 747. Oder alles hätt' verloren, Auch sich selbst; der allezeit Nur das Heiligung. 557 Ein hätt auserkoren, So Herz,| und Recht hat aufgericht't Und Geist und Seel erfreut'. unter solchem klarem Schilde Durch alle falschen Höhen bricht. 2. Was andern schön und lieblich scheinet, Ist solchem Herzen Kinderspiel; Was mancher für unschuldig meinet, Ist solDaß er, frei vom Eiteln all, chem Herzen schon zu viel: Wandern möcht die Friedensstraßen Durch dies ThränenJammerthal. 2. O, der alles hätt' vergessen; Der nichts wüßt, als Gott allein, Dessen Güte unermessen Macht das Herz still, ruhig, rein! 3. O, der alles könnte lassen; Warum? Es gilt der Welt absagen, Hier heißts: Rührt kein Unreines an! Das Kleinod läßt sich nicht erjagen, Es sei denn alles abgethan. 4. O, wär unser Herz entnommen Dem, was leckt durch eitlen Glanz Und hält ab, zu Gott zn kommen, In dem alle Güt ist ganz! 3. Die Himmelskost schmeckt viel zu süße Dem Herzen, das in Jesu lebt: Die Braut be5. O, daß wir Gott möchten wahrt Haupt, Herz und Füße; finden In uns durch der Liebe Und wo ihr etwas noch anklebt, Licht, Und uns ewig ihm ver- Das zu dem Glanz der Welt binden! Außer ihm ist eitel nicht. gehöret, Das ist ihr lauter 6. O, wär unser Aug der Höllenpein; Und wo sie recht Seelen Stetig nur auf Gott in Gott einkehret, Da macht gewendt! So hätt auch das sie sich von allem rein. sorglich Quälen Im Gewissen ganz ein End. 4. Die Einfalt Christi schließt die Seele Vor allem Weltge7. O du Abgrund aller Güte! tümmel zu: Da sucht sie in Zeuch durchs Kreuz in dich der dunklen Höhle, In Horeb, hinein Geist, Seel; Herz Sinn und Gemüte, Ewig mit dir eins zu sein! Gott und ihre Ruh. Wenn sich das Heuchelvolk in Lüsten Der Welt und ihrer Eitelkeit, Auch wohl bei gutem Schein will brüsten: Fühlt jene harten Kampf und Streit. Gottfr. Arnold, geb. 1665, † 1714. Mel.: Die Tugend wird durchs Kreuz. 748. süßer Stand, süßer Stand, o selig Leben, Das aus der wahren Einfalt quillt, Wenn sich ein Herz Gott so ergeben, Daß Christi Sinn es ganz erfüllt; Wenn sich der Geist 5. Die Einfalt weiß von keiner Zierde, Als die im Blute Christi liegt; Die reine himmlische Begierde Hat solche Thorheit schon besiegt; An einem reinach Christi Bilde In Licht nen Gottes- Kinde Glänzt Gottes 558 mich bei dir stehen; Nimm mich auch mit in der Geliebten Zahl, Damit ich komm zu deinem Hochzeitsmahl. Name schön und rein. Wie könnt es denn vom eiteln Winde Der Welt noch eingenommen sein? 6. Von Sorgen, Not und allen Plagen, Damit die Welt 2. Ach bilde du mich ganz sich selbst ansicht, Von Neid, nach deinem Sinne, Und gieb, damit sich andre tragen, Weiß daß ich dich ja recht lieb geChristi Sinn und Einfalt nicht: winne, Und folge dir, wo du Den Schaß, den sie im Herzen nur gehest hin, Damit ich aller heget, Behält sie wider allen Orten bei dir bin. Neid; Ist jemand, der Lust dazu träget, Das macht ihr lauter Herzensfreitd. Heiligung. 7. O schönes Bild, ein Herz zu schauen, Das sich mit Ehristi Einfalt schmückt! Geht hin, ihr thörichten Jungfrauen! Harr't nur, bis euch die Nacht berückt! Was sind die Lampen sonder Dele? Schein ohn Einfalt und Christi Sinn! Sucht doch was beffres für die Seele Und gebt der Welt das Ihre hin! 8. Ach, Jesu, drücke meinem Herzen Den Sinn der lautern Einfalt ein; Reiß aus, obschon mit tausend Schmerzen, Der Welt ihr Wesen, Tand und Schein. Des alten Drachen Bild und Zeichen Trag ich nicht mehr; drum laß mich nur Der Einfalt Zier und Schmuck erreichen; Das ist die neue Kreatur. Joh. Jos. Winkler, geb. 1670, † 1722. Mel.: Der Tag ist hin. 749. süßes Lamm! laß mich doch mit dir gehen Auf Zions Berg, da laß 3. Herr! willst du mich auf Golgatha mitnehmen, So laß mich deines Kreuzes ja nicht schämen; Soll ich dann auch mit dir auf Tabor sein, So ist mirs gleich, wenn du nur bleibest mein. 4. Ach laß mich diese Ehre auch erreichen, Daß du mir schreibst an meine Stirn zum Zeichen Des Vaters Nam'n daß ich der deine sei, Und mach mich ja von aller Weltlieb frei. 5. Du hast mich von der Erde schon erkaufet Durchs Bundes Blut, ich bin auf dich getaufet; Und da die Welt mich wieder zu sich nahm, Holt'st du aufs nene mich, O Gotteslamm. 6. Laß mich nun rein und unbfleckt erscheinen, Unsträflich sein und bleiben bei den deinen; Kein Falsches sei nunmehr in meinem Mund Von jeho an, hinfort auch alle Stund. 7. Ja, laß mich auch das neue Lied verstehen, Und mit dir in den innern Tempel gehen, Da Gottes Stuhl ganz frei zu Heiligung. 559 4. Seid ihr Stimmen in der Wüste, So verweist die Welt aufs Wort; Führt die Kranken und Gesunden Zu des Heilands Blut und Wunden, Als dem einzgen Gnadenort. Seid ihr Stimmen in der Wüste, O so weist die Welt aufs Wort! Eigene Melodie. 751. Ruhe Ruhe ist das beste Gut, das man gen, Wenn ich erlanget habe haben kann; Stille und ein nach dem Krieg Durch Lam- guter Mut Steiget himmelan: mes Blut den ausgefochtnen Sieg. Die suche du! Hier und dort Eigene Melodie. ist keine Ruh, Als bei Gott: 750. Ruft getrost, ihr zu ihme zu! Gott ist die Ruh. Wächterstimmen, 2. Ruhe sucht ein jedes Ding. Ruft getrost und schonet nicht; Allermeist ein Christ; Mein Christus will ein Zeugnis ha- Herz, nach derselben ring! Wo ben! Wenns die Prediger ver- du immer bist! Such Ruh, graben, Ach, das ist ein schwer such Ruh! Hier und dort ist Gericht! Ruft getrost, ihr keine Ruh, Als bei Gott: zu Wächterstimmen, Rufet laut und ihme zu! Gott ist die Ruh. schonet nicht! 3. Ruhe giebet nicht die Welt Ihre Freud und Pracht; Nicht giebt Ruhe Gut und Geld, Lust, Ehr, Gunst und Macht; Reicht keines zu! Hier und dort ist keine Ruh, Als bei Gott: zu ihme zu! Gott ist die Ruh. sehen ist, Und da du selbst in allem alles bist.. 8. Gieb, daß ichs einzig möge mit dir halten, Und lassen dich nur immer mit mir walten, Wie dirs beliebt; ich weiß, du wirst mich so Hier leiten, daß ich des sei ewig froh. 9. So will ich denn des Lammes Lied mitsingen, Und Mosis Lied, das soll dann auch erklin2. Wahrlich, Steine müßten reden, Wenn der Mund der Priester schweigt; Ja, die Felsen dieser Erden Müßten lauter Zeugen werden Wenn kein Mensch von Christo zeugt. Wahrlich, Steine müßten reden, Wenn der Mund der Priester schweigt. 4. Ruhe giebt die Erde nicht, Die ist fugelrund; Den sie in 3. Darum, auf, ihr Kinder die Höh gericht't Stürzet sie Gottes, Bittet um Elias Geist; zur Stund: O schlechte Ruh! Wollt ihr euch nach Ehristo nen- Hier und dort ist keine Ruh, nen, So müßt ihr ihn frei beken- Als bei Gott: zu ihme zu! nen, Daß sein Name werd ge- Gott ist die Ruh. preist. Darum, auf, ihr Kinder Gottes, Bittet um Elias Geist. Jesus, Gottes Sohn, Ladet 5. Ruhe geben kann allein 560 Heiligung. alle Menschen ein Von des 11. Ruhe labet und erquickt Himmels Thron Zur wahren Ruh. Hier und dort ist keine Ruh, Als bei Gott: zu ihme zu! Gott ist die Ruh. 6. Ruhe wer da finden will, Komme nur zu mir; Hast du gleich des Leidens viel, Ich fanns lindern dir, Und geben Ruh. Hier und dort ist keine Ruh, Als bei Gott: zu ihme zu! Gott ist die Ruh. Süßiglich ein Herz, Das da drückt und fast erstickt Kummer, Kreuz und Schmerz, und schreit: Ach, Ruh! Hier und dort ist keine Ruh, Als bei Gott: zu ihme zu! Gott ist die Ruh. 12. Ruhe kommt aus Glauben her, Der nur Jesum hält, Jesus machet leicht, was schwer, Richtet auf, was fällt: Sein Geist bringt Ruh. Hier und dort ist keine Ruh, Als bei Gott: zu ihme zu! Gott ist die Ruh. 7. Ruhe schenkt er allen gleich Die beladen sind, Klein und Große, Arm und Reich, Mann, Weib oder Kind Findtbei ihm Ruh. Hier und dort ist keine Ruh, Alls bei Gott: zu ihme zu! Gott ist die Ruh. 13. Ruhe findt sich allermeist, Wo Gehorsam blüht: Ein in Gott gesetzter Geist Macht ein still Gemüt Und Seelenruh. Hier und dort ist keine Ruh, Als bei Gott: zu ihme zu! Gott ist die Ruh. 8. Ruhe schmecket denen wohl, Die schwer sind gedrückt Und mühselig, schmerzensvoll, Daß fie, fast erstickt, Gern fänden 14. Ruhe wächset aus Geduld Ruh. Hier nud dort ist keine Und Zufriedenheit, Der in Ruh, Als bei Gott: zu ihme zu! Gott ist die Ruh. Gottes Zorn und Huld Und in Lieb und Leid Sich giebt zur Ruh. Hier und dort ist keine Ruh, Als bei Gott: zu ihme zu! Gott ist die Ruh. 9. Ruh aus lauter Gnad verspricht Jesu treuer Mund: Sein so freundlich Angesicht Aus des Herzens Grund Lockt all herzu. Hier und dort ist keine Ruh, Als bei Gott: zu ihme zu! Gott ist die Ruh. 15. Ruhe hat, wer williglich Christi sanftes Joch Hingebücket nimmt auf sich: Ist es lieblich doch, Und schaffet Ruh. Hier und dort ist keine Ruh, Als bei Gott: zu ihme zu! Gott ist die Ruh. 10. Ruhe so garwilliglich Jesus bietet an: Ich will euch erquicken, ich, Ders am besten kann, Als selbst die Ruh. Hier und dort 16. Ruhe den erst recht erist keine Ruh, Als bei Gott: gött, Der ein Schüler ist, Und zu ihme zu! Gott ist die Ruh. sich zu den Füßen setzt Seines Heiligung. Herren Christ, Und lernt die duld verschwunden, So schlägt Ruh. Hier und dort ist keine auch mir die frohe Stund, Daß Ruh, Als bei Gott: zu ihme sich aus dieser Wildnis Grenzen zu! Gott ist die Ruh. Mein gelaßner Fuß bewegt, Und da, wo Lust und Wonne glänzen, Den müden Geist zur Ruhe trägt. 3. Ich bin dazu geschaffen worden, Ich bin dazu mit Blut erkauft, Ich bin zum Himmelsbürger- Orden, Zur Braut des Königes getauft. Der Geist, der mir zum Pfand gereichet, Macht meinen Geist gewiß und fest, Daß auch bei allem, was mich beuget, Mein Glaube mich nicht zweifeln läßt. 4. Nur etwas liegt mir an der Seele Und macht mein Herze sorgenvoll: Ob mir der rechte Schmuck nicht fehle, Wenn ich zur Hochzeit kommen soll; Ich weiß, in meines Königs Augen Kann nur ein ganz befreiter Geist, Ein ausgeleertes Herze taugen, Das alles Fremde Schaden heißt: 5. Ein Glaube, der nur ihn Kind der Erden, erwählet, Der still in seinen Kein Bürger dieser Eitelkeit! Wunden ruht, Und uns in Mein Hiersein soll nicht ewig heißer Lieb beseelet, Die seinen werden, Ich walle eilend durch Willen findlich thut, Der ihn die Zeit; Mein Vaterland ist bis an das Kreuz begleitet Und in der Höhe, Wo mein gelieb- gerne seine Dornen trägt, Der ter Abba wohnt, Und wo ich munter um die Krone streitet, So meinen Bruder sehe, Der als oft die Welt sich in ihm regt. Monarche herrscht und thront. 6. Dies ist die Zierde seiner 2. Wenn nur die wenig Trau- Tauben, So siehet seine Fromme erstunden Nach meines holden aus, Und diesen Schmuck kann Königs Mund In siegender Ge- ihr nichts rauben, Er wächst 36 17. Ruhe nirgends lieber bleibt, Als wo Demut ziert; Was zur Niedrigkeit fein treibt, Und herunter führt, Giebtwahre Ruh. Hier und dort ist keine Ruh, Als bei Gott: zu ihme zu! Gott ist die Ruh. 18. Ruhe springet aus dem Quell, Wo die Liebe fleußt; Ist das Herze klar und hell, Sanft und still der Geist, Da strömt die Ruh, Hier und dort ist keine Ruh, Als bei Gott: zu ihme zu! Gott ist die Ruh. 19. Ruhe, noch mit einem Wort, Soll sie ewig sein, Willst du ruhen hier und dort: Dring zu Jesu ein: Er ist die Ruh. Hier und dort ist keine Ruh, Als bei Gott: zu ihme zu! Gott ist die Ruh. Joh. Kaspar Schade, geb. 1666,+1698. 752. Mel.: Die Tugend wird durchs. o bin ich nun fein 561 562 Heiligung. vielmehr bei Kampf und Strauß. Stellt sie sich dann in dem Geschmeide Dem König, obgleich thränend, für, So ist sie dennoch seine Freude, Er reicht den Gnadenzepter ihr. 7. Nun, Bräutigam, du wirst es wissen, Wie viel mir noch hieran gebricht; Mein Aug ist voller Finsternissen, Ich Armer kenn mich selber nicht; Zum wenigsten ist ein Verlangen In mir durch deinen Geist erweckt, Mein Lamm, dir einzig anzuhangen, Bis mir der Tod die Glieder streckt. 8. Was ich nicht hab, das kannst du geben, Was ich nicht bin, das bist du mir, Nimm hin mein Herz es zu beleben, Ich überlaß es gänzlich dir. Erfülle mich mit Glaub und Liebe, Und bild mich ganz nach deinem Bild; Entzünde mich mit süßem Triebe, Zu leiden wo dus haben willt. 9. Zermalm, zerbrich, o Herr, verbrenne, Was dir nicht völlig wohlgefällt; Zerstoß, zerschlage und zertrenne, Was sich nicht gänzlich zu dir hält. Herr, greif die angebornen Seuchen Recht bei der tiefsten Wurzel an, Laß keinen Bann im Finstern schleichen, Der mich und dich einst trennen kann. 10. Hier reich ich schwörend meine Hände, Ich sage dir aufs neue zu; Ich liebe dich ohn alles Ende, Du meiner Seele wahre Ruh! Ich liebe dich nicht nur in Freuden, Und wenn du mich mit Zucker speis'st: Ich liebe dich in Schmach und Leiden, Und wenn du mich auch sterben heißt. 11. So komm ich dir geschmückt entgegen; Du nahst in Liebe dich zu mir, Mir Kron und Purpur anzulegen; Du öffnest mir die Himmelsthür, Wann werd ich dich, mein Lamm, umfangen Und wann, ach wann umarmst du mich? Laß mich nur bald dahin gelangen, Dann Lob und lieb ich ewig dich. 2. F. F. Lehr, geb. 1709. † 1744. Mel.: Wer nur den lieben Gott. 753. Wenn ich betracht mein sündlichs Wesen, Und daß ich doch in Gnaden bin, Und wiederum in Gott genesen, So freuet sich Herz, Mut und Sinn, Und spricht: Mein Jesus hats verricht't: Ich lasse meinen Jesum nicht. 2. Von Jesu will ich nimmer wanken, Dermichgeliebt hat längst vorhin, Und dem ich einzig hab zu danken, Daß ichs jekund in Gnaden bin; Daher ihm Mund und Herz verspricht: Ich lasse meinen Jesum nicht. 3. Ich laß ihn nicht, ich will ihn halten, Es geh mir drüber, wie es geh; Ich lasse meinen Jesum walten, Bei dem ich in Genaden steh; Was mir auch ewig drum geschicht, Ich lasse meinen Jesum nicht. Heiligung. 563 4. Er läßt mich nicht, sollt Jesus hat bereit; Wenn Himmel, ich ihn lassen? O nein, mein Erd und alles bricht, Laß ich Jesus bleibet mein; Ich will ihn immer fester fassen, Und schließen in mein Herz hinein; Im Glauben wird es zugericht't, Im Glauben laß ich Jesum nicht. 5. Der Satan meint mich zu erreichen, Die Welt kommt auf doch meinen Jesum nicht. 10. Schlägt mich die Sünd schon oftmals nieder, Daß mein Gewissen fast verzagt, Hilft Jesus doch und stärkt mich wieder, Er hält, was er mir zugesagt; Drum wenn mich schon mein mich zugerennt, Und dieses ist Sünd ansicht, Laß ich doch meiein rechtes Zeichen, Dabei man nen Jesum nicht. einen Christen kennt; Ich aber bin ihm hoch verpflicht, Ich lasse meinen Jesum nicht. 6. Man mag mich hier und 11. Der jüngste Tag kann mich nicht schrecken, Ich dring vom Tod zum Leben ein; Mein Jesus will mich auferwecken, da vertreiben, Ich weiß schon| Daß ich bei ihm soll ewig sein: einen sichern Ort, Da man mich An jenem großen Weltgericht, wohl muß lassen bleiben, Das Da laß ich meinen Jesum nicht. ist mein Jesus und sein Wort. Mein Alles ist auf ihn gericht't: Ich lasse meinen Jesum nicht. 7. Kommts gleich mit mir gar bis ans Leben, Weil ja die Welt nur Bosheit übt: Mein Jesus wird mirs wieder geben, Den meinen Jesum lassen nicht. meine ganze Seele liebt: Ich 13. Da will ich Halleluja sinleb und sterb auf den Bericht: gen Und Amen in dem höchsten Ich lasse meinen Jesum nicht. Ton, Will Ruhm, Dank, Preis 8. Der Tod soll über mich und Ehre bringen Und ewges im Sterben Auch nicht behalten Lob vor Gottes Thron, Will Oberhand; Mein Jesus läßt wandeln dort in seinem Licht, mich nicht verderben, Des hab Und meinen Jesum laffen nicht. ich ein gewisses Pfand, So mir Erasmus Fing, geb. 1627, † 1694. sein heilsam Wort verspricht: 12. Ich laß ihn nicht in jenem Leben, Dort will ich ihm zur Seiten stehn, Will ewig, ewig an ihm kleben, Und nimmermehr von Jesu gehn; Da will ich sehn sein Angesicht, Und Ich lasse meinen Jesum nicht. Eigene Melodie. ( Christus.) 9. Die Welt muß endlich auch vergehen Mit aller ihrer Herr 754. lichkeit; Nichts ist, das ewig kann bestehen, Als was uns ßen, Das in dem Paradiese Got36* Wer überwindet, soll vom Holz genie 564 Heiligung. ihn empfähet, Und wen erhöhet Des Lammes Blut. tes grünt; Er soll von keinem fügt, Den nur verstehet, Wer Tod noch Elend wissen, Wenn er mir, als dem Herrn des Lebens, dient. Ich will ihn laben Mit Himmelsgaben, Und er soll haben, Was ewig tröst't. 6.( Seele:) O Jesu, hilf du mir selbst überwinden. Die Welt legt mir ihr falsches 2.( Seele.) O Jesu, hilf du Manna vor, Darein verbirget mir selbst überwinden; Ich kämpfe zwar, jedoch mit wenig Macht; Oft pflegt die Sünde mir den Arm zu binden, Daß in dem Streite fast das Herz verschmacht't. Du mußt mich leiten, Selbst helfen streiten, und mich bereiten, Wie dirs gefällt. fie das Gift der Sünden. Ach ziehe mich von ihr zu dir empor! Du wollst verjagen Und niederschlagen, Die zu mir sagen: Wo ist dein Gott? 7.( Christus.) Wer überwindet, und hält meine Werke Bis an das Ende mit Beständigkeit, Dem geb ich über Heiden Macht und Stärke, Daß er sie mit der eisern Rute weid, Bis sie zerschmissen Erkennen müssen, Daß all ihr Wissen Vor mir nichts gilt. 3.( Christus.) Wer überwindet, dem soll nichts geschehen Vom andern Tode, der die Seele quält; Er soll mein Angesicht vorm Throne sehen, Wo das erwählte Heer mein Lob erzählt; Nach tapferm Ringen Soll er mir singen Und Opfer bringen In Heiligkeit, 4.( Seele.) O Jesu, hilf du mir selbst überwinden; Mein Glaub ist oftmals schwach und wirket nicht. Schick einen Gnadenstrahl, ihn zu entzünden, Vertreib die Finsternis durch helles Licht. Laß mich recht brennen, In Schranken rennen, Und dich erkennen, O Siegesfürst! 8.( Seele.) O Jesu, hilf du mir selbst überwinden. Gieb, daß mein Christentum recht lauter sei. Laß sich nichts Heidnisches mehr an mir finden. Ach mache mich vom finstern Wesen frei. Du mußt mich lehren Mein Herz bekehren Und das zerstören, Was dich betrübt. 9.( Christus.) Wer überwindet, soll ganz weiß gekleidet Im Buch des Lebens eingeschrie5.( Christus.) Wer überwin- ben sein, Wo seinen Namen det, dem will ich zu essen Vom nichts vertilgt noch scheidet, Den Manna geben, das verborgen ich bekennen will, daß er ist liegt. Sein Zeugnis bleibet mein. Vors Vaters Throne, auch garnicht vergessen, Ein Bei dem ich wohne, Wird ihm neuer Name wird ihm beige- die Krone Des Heils geschenkt. Lob und Dank. 565 10.( Seele.) D Jesu, hilf du| durch dein Blut. Du kannſt mir selbst überwinden. Mein den Schwachen Genug Kräfte Kleid der Seelen ist noch schwarz machen, Daß sie stets wachen befleckt; Der Werke Unwert Und siegreich sind. muß wie Rauch verschwinden, 13.( Christus.) Wer überwinVor deinem Augen bleibt ja det, soll im Himmel sißen Auf nichts verdeckt. Ach mach mich meinem Stuhl gleichwie ich überreine, Daß ich als deine Im wand. Ich mußt auch in der Buch erscheine, Das ewig bleibt. 11.( Christus.) Wer überwindet, soll ein Pfeiler bleiben Im Tempel meines Gottes früh und spat; Ich will auf ihn den Namen Gottes schreiben, Jerusalems, das Gott erwählet hat. Mein Namenszeichen Soll er erreichen, Und nimmer weichen, Noch von mir gehn. Welt am Kreuze schwitzen, Nu siz ich zu des Vaters rechten Hand. Hier soll sich laben An Himmelsgaben, Und Ruhe haben, Wer recht gekämpft. 14.( Seele.) O Jesu, hilf du mir selbst überwinden. Der Feinde Zahl ist groß, ach komm geschwind; Welt, Teufel, Fleisch und Blut, samt meinen Sün12.( Seele.) DO Jesu, hilf den Sind mir zu stark. O du mir selbst überwinden. Wie Herr, erhör dein Kind. So leichtlich sinket doch mein Herz soll dort oben Mein Geist dich und Mut. Du kannst mich loben, Wenn ich erhoben Den vollbereiten, stärken, gründen, Sieg erlangt. Ach waffne mich zum Siege Amadeus Creuzberg. XVIII. Sob und Bank. Mel.: Wachet auf, ruft. Halleluja! Dem Menschensohn 755. Bringt dem Herren Auf Gottes Thron, Halleluja 17 frohe Lieder, Es dem Gottessohn! schalle hier und dorten wieder: Wir sind Gott angenehm gemacht." Durch des Heilands Tod und Leiden Sind wir, die wir darin uns weiden, Mit Heil für Seel und Leib bedacht. Lob, Preis und Dank sei dir, Lamm Gottes, für und für! 2. Hochgelobter Herr und König, Dem alle Himmel unterthänig, Du bist den Blöden zugethan! Davon zeugen auch wir Armen, Die sich zu deinem Liebserbarmen Mit allem ihren Elend nahn. Und dir, Herr Jesu Christ, Der du Mensch Lob und Dank. worden bist, Dankbar singen: war; Ein Volk, von Ewigkeit Du warst geschlacht't, Du hasts gezählet, Zu seinem Königreich vollbracht! Und uns Gott an- auserwählet. genehm gemacht. 3. Er hat an allen, So oft er sie erblickt, Ein Wohlgefallen, Sein Blut hat sie geschmückt; Sein Glanz bedeckt die tausend Mängel: Sie sind ihm schöner, als heilge Engel. 3. Preis und Dank sei dir gegeben, Du unser einges Herz und Leben, Dich preis' ein jeder Adernschlag. Für dein Lieben und Erwählen, Daß sich erneut an unsern Seelen Auch heut an diesem Gnadentag! Der Bund, drin wir so schön In dir vereinigt stehn Ist gegründet Auf dich und dein Verdienst allein, Drum wird er ewig bleibend sein. 4. An sich ist keiner, Der wozu taugen kann; Auch nicht ein reiner, Kein fluger, frommer Mann: Not, Elend, Krankheit, Schuld und Flecken, Das ist es, worin sie alle stecken. 4. Amen, Ruhm, Dank Preis und Ehre Sei dir von deinem Sünderheere O Lamm in Ewigkeit gebracht. Ewig haben deine Wunden Mit deinem Herzen uns verbunden, Uns dir zum Eigentum gemacht. Ach nimm nun Herz und Hand Zum sichern Unterpfand, Daß wir bleiben, 5. Co wird aus Gnaden Sein Reich zum Lazarett, Wo allem Schaden Die Heilung offen steht; Zum Hospital für seine Schwachen, Die ihm die Frende, zu helfen, machen. 6. Sein Blut hilft allen Im Glauben, in Geduld; Die Lippen schallen Vom Lobe seiner Huld: Wie herrlich hat er uns O Gottes Sohn! Dein Schmer- geraten, Freue dich, Israel, zenslohn, Bis du uns stellst seiner Thaten! vor deinen Thron. E. G. Woltersdorf, geb. 1725,+ 1761. Eigene Melodie. Mel.: Nun preiset alle Gottes. 756. Der Mann der 757. Halleluja! Gott zu Schmerzen, Der loben, Bleibe meiner unaussprechlich liebt, Und der Seelen Freud! Ewig sei mein von Herzen Auch nicht ein Gott erhoben, Meine Harfe ihm Kind betrübt: Der ist mein geweiht! Ja, so lang ich leb auserwählter König, Dem bin und bin Dank, anbet und preis ich freudig unterthänig. ich ihn. 566 2. Zu seinen Wunden Versammelt sich die Schar, Die sonst gebunden, Des Satans eigen nimmer fest; Wollt ihr auf den 2. Setzt auf Fürsten kein Vertrauen, Fürsten- Heil steht R Lob und Dank. Menschen bauen, Dessen Geist und König, Er regieret ewiglich: ihn bald verläßt? Seht! er fällt, des Todes Raub, Und sein Entwurf in den Staub. Zion, sei ihm unterthänig! Freu mit deinen Kindern dich; Sieh, dein Herr und Gott ist nah; Halleluja! er ist da. ( Psalm 146.) 3. Heil dem, der im Erdenleben Jakobs Gott zur Hülfe hat, Der sich dem hat ganz ergeben, Dessen Nam ist Rat und That! Hofft er von dem 567 Mel.: Den die Hirten lobten sehre. ( Kommt und laßt uns Christum.) Herrn sein Heil: Seht! Gott 758. Seſu, deiner zu geselber wird sein Teil. denken, Kann dem 5. Er, der Herr ists, der den Armen, Unterdrückten Recht Labt uns deine Gegenwart! 4. Er, der Himmel, Meer Herzen Freude schenken; Doch und Erde Mit all ihrer Füll mit welchen Himmelstränken und Pracht Durch sein schaffendes: es werde! Hat aus uichts hervorgebracht, Er, der Herrscher aller Welt, Ists, der Treu und Glauben hält. 2. Lieblicher hat nichts geklungen, Holder ist noch nichts gesungen, Sanfter nichts ins Herz gedrungen, Als: mein Jesus, Gottes Sohn! verschafft; Giebt mit mächtigen 3. Tröstlich, wenn man reuig stehet, Herzlich, wenn man vor Erbarmen Hungernden stets dir flehet, Lieblich, wenn man Brot und Kraft, Und von Zwang und Tyrannei Macht er die Gefangnen frei. zu dir gehet, Unaussprechlich, wenn du da! 6. Er, der Herr ist, der den 4. Du erquickst das Herz von innen, Lebensquell und Licht Blinden Liebreich schenket das der Sinnen! Freude muß vor Gesicht, ja, die Gebeugten dir zerrinnen; Niemand sehnt finden Bei ihm Stärke, Trost sich gnug nach dir. und Licht. Seht, wie Gott, der alles giebt, Immer tren die Frommen liebt. 5. Schweigt, ihr ungeübten Zungen! Welches Lied hat ihn besungen? Niemand weiß, als derserrungen, Was die Liebe Christi sei. 7. Er ists, der den Fremdling schüßet, Der die Witwen hält im Stand, Der die Waisen unter stüßet, Ja sie führt an seiner Hand. Die ihm ruchlos widerstehen, Müssen ratlos irre gehn. 6. Mit Maria will ich flehen; Grabe gehen Ich will früh zum Und ihm nach dem Herzen sehen Mit den Augen des Gemüts. 7. Jesu, wunderbarer König, 8. Er ist Gott und Herr Dem die Völker unterthänig, 568 Alles ist vor dir zu wenig; Du allein bist liebenswert. 8. Wenn du uns trittst vors Gesichte, Wird es in dem Herzen lichte, Alles Eitle wird zu nichte, Und die Liebe glühet auf. 9. Milder Jesu, laß mirs glükken, Laß mich deine Füll erquicken, Laß mich dich im Geist erblicken, Herr, in deiner Glorie! 10. Wo ich lebe auf der Erde, Such ich dich, o Hirt der Herde, Fröhlich, wenn ich finden werde, Selig, wenn ich dich erhalt. 11. König, würdig aller Kränze, Quell der Klarheit ohne Grenze, 2. Jesus ist kommen, o hört Komm der Seele näher, glänze, es, ihr Sünder! Jesus ist komBleib, du längst Erwarteter! men mit Wasser und Blut: 12. Brunnen der Barmher- Schauet, der Bürge verschulzigkeiten, Licht der unumschränk- deter Sünder Lässet sich würten Weiten, Treibe weg die gen, uns allen zu gut; Macht Dunkelheiten, Gieb uns deiner aus gottlosen gottselige Kinder! Klarheit Blick. Jesus ist kommen, ach hört es, ihr Sünder! 3. Jesus ist kommen, die lieblichste Krone Seines erhabenen Vaters ist hier! Holet sich Sünder und führt sie zum Throne, O, der erstaunlichen Liebesbegier! Danket der Liebe, ergebt euch dem Sohne! Jesus ist kommen; die lieblichste Krone. 4. Jesus ist kommen, springen die Banden; Stricke des Todes, sie reißen entzwei! Unser Durchbrecher ist nunmehr vorhanden; Er, der Sohn 16. Jesus, den wir jetzt mit Lo- Gottes, der mache recht frei, ben Und mit Psalmen hoch erho- Bringet zu Ehren aus Sünden nun Lob und Dank. 13. Dich erhöhn des Himmels Heere, Dich besingen unsre Chöre; Du bist unsre Macht und Ehre, Du hast uns mit Gott versöhnt. 14. Jesus herrscht in großem Frieden, Er bewahrt sein Volk hienieden, Daß es, von ihm ungeschieden, Fröhlich ihn erwarten fann. 15. Jesus ist zum Vater gangen, Hat den vorgen Glanz empfangen; Aber meines Geists Verlangen Ist ihm dorthin nachgeeilt. ben, Jesus hat aus Gnaden droben Friedensstätten uns bestellt. Nit. Ludw. v. Zinzendorf( nach Berh. v. Elairveaux) geb. 1700, † 1760. Mel.: Großer Prophete. 759. Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude, A und O, Anfang und Ende steht da. Gottheit und Menschheit vereinigen sich beide: Schöpfer, wie kommst du uns Menschen so nah! Himmel und Erde, erzählets den Heiden: Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden! Lob und Dank. 569 und Schanden: Jesus ist kom- und Erde rühmt seine Gewalt. men, nun springen die Banden. Dieser Monarche kann Herzen 5. Jesus ist kommen, der bekehren: Deffnet ihm Thore starke Erlöser Bricht dem gewappneten Starken ins Haus: Sprenget des Feindes befestigte Schlösser, Führt die Gefangenen siegend heraus. Fühlst du den Stärkeren? Satan, du böser? Jesus ist kommen, der starke Erlöser. und Thüren fein bald! Denkt doch, er will euch die Krone gewähren! Jesus ist kommen, der König der Ehren! 6. Jesus ist kommen, der 10. Jesus ist kommen, die ewige Liebe. Liebe, du bist uns recht nahe verwandt! Liebe, du liebst uns mit feurigem Triebe; Liebe, du unser Blutbräutgam Fürste des Lebens; Sein Tod genannt. O, daß mein alles verschlinget den ewigen Tod, Giebt uns, ach hört es doch ja nicht vergebens, Ewiges Leben der freundliche Gott! Glaubt ihm, so macht er ein Ende des Bebens; Jesus ist kommen, der Fürste des Lebens! 7. Jesus ist kommen, Jehovah ist Hirte, Welcher sein Hir tenamt treulich verwalt't: Für euch Verlorne, Verwundte, Verirrte, Hat ihm die Liebe das Herz gespalt't, Daß er euch ewig mit Liebe bewirte. Jesus ist kommen, Jehovah ist Hirte. 8. Jesus ist kommen als Jesus, verstehets; Alles, was an ihm ist, schmecket nach Heil. Schmachtende Schäflein, kommt, schmeckets und sehets, Jesus ist euer beschiedenes Teil. Wagt es im Glauben, ergreift ihn, so gehets. Jesus ist kommen als Jesus, verstehts! 9. Jesus ist kommen, der König der Ehren; Himmel sich in dich erhübe! Jesus ist kommen, die ewige Liebe! 11. Jesus ist kommen, o goldene Zeiten! Morgenstern, der uns im Herzen aufgeht! Mittler, du machest uns eines aus beiden: Ziehe uns nach dir, du Liebesmagnet! Meister zu helfen, du stehst uns zur Seiten. Jesus ist kommen, o goldene Zeiten! 12. Jesus ist kommen, Trost aller Betrübten, welche der Ofen des Elends bewährt: Euer Nothelfer hilft, glaubts ihr Geliebten, Herrlich aus allem, was euch hier beschwert Kronen erwarten euch, o ihr Geübten! Jesus ist kommen, Trost aller Betrübten; 13. Jesus ist kommen, ein Opfer für Sünden: Sünden der ganzen Welt träget dies Lamm. Sündern die ewge Erlöfung zu finden, Steigt er aus Liebe an blutigen Stamm. Abgrund der Liebe, wer kann dich 570 Lob und Dank. Himmels, nach welcher ich schreie; Grünende Tanne, herzlabende Au: Stärke die Schwachen, Betrübte erfreue! Jesus ist kommen, die ewige Treue! 14. Jesus ist kommen, sagts aller Welt Enden! Eilet, ach eilet zum Gnadenpanier! Schwöret ihm Treue mit Herzen und 19. Jesus ist kommen, die Händen; Sprechet: wir leben Ursach zum Leben: Hochgelobt und sterben bei dir. Herzens- sei der erbarmende Gott! Der freund, gürte mit Wahrheit die Lenden! Jesus ist kommen, sagts aller Welt Enden! 15. Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden: Komme, wen dürstet, und trinke, wer will! Holet für euren so giftigen Schaden Gnade aus dieser unendlichen Füll! Hier kann das Herze sich laben und baden. Jesus ist uns den Ursprung des Segens gegeben; Dieser verschlinget Fluch, Jammer und Tod. Selig sind, die ihm beständig anfleben! Jesus ist kommen, die Ursach zum Leben! 3. C. Allendorf, geb. 1693, † 1774. kommen, die Quelle der Gnaden! 16. Jesus ist kommen, die Armut der Seelen! die liebliche Rose im Thal: Alle, die solche zum Lustspiel erwählen, Treffen die süße und seligste Wahl. Eitles Vergnügen bringt ewges Quälen. Jesus ist kommen, die Anmut der Seelen! ergründen!? Jesus ist kommen, ein Opfer für Sünden! Mel.: Herr Jesu Christ, meins; oder: Herr Jesus Christ, dich zu uns. 760. So lange Jesus bleibt der Herr, Wirds alle Tage herrlicher! So Das ist wars, so ists, so wird es sein Bei seiner gläubigen Gemein. 2. Es bleibt bei dem bekannten Wort Von Zeit zu Zeit, von Ort zu Ort: Christi Blut und Gerechtigkeit Bleibt seiner Kirche Herrlichkeit! 17. Jesus ist kommen, der Schönste vor allen, Sonne der Blinden, ein Schatten im Druck! Schloß der Verjagten, Stab derer, die wallen; Schatz der Verarmten, der Nackenden Schmuck: Starker Schuß wider des Feindes Anfallen. Jesus ist kommen, der Schönste vor allen! 3. Das Psalmlied am frystallnen Meer, Das Losungswort vom kleinen Heer Ist: eines hat uns durchgebracht, Das Blut des Lamms, das ward geschlacht't. 4. Wir sagen da mit Herz und Mund: Dein Blut, o Lamm, ist unser Grund, Der 18. Jesus ist fommen, die fest und unbeweglich steht, Wenn ewige Treue, Israels Trost und Erd und Himmel untergeht. erquickender Tau; Taube des n. 2. v. Zinzendorf, geb. 1700, † 1769. Pilger- und Gemeinschaftslieder. 571 Mel.: Herzlich thut mich verlangen. 4. Mit immer heißerm Seh761. Was du vor tausend nen Fuhr ich zu rufen fort, Jahren, Mein Da stillte meine Thränen Das Heiland, hast gethan, Läßt du selge Gnadenwort. Nun ward noch jetzt erfahren Die, so dir mein Zagen minder, Es sagte gläubig nahn. So wie den was zu mir: ,, Getrost, du armen Blinden, Nach deines armer Blinder, Getrost, er Worts Bericht, Ließst du mich rufet dir!" Gnade finden Und gabst mir Freud und Licht. 5. Du standst, ich fühlt es, stille, Ich wankte zu dir hin, Es fiel mein eigner Wille, Verändert war der Sinn. Du sprachst: ,, Was willst du haben?" ,, O Herr, ich möchte sehn, An deinem Blick mich laben!" ,, Du sprachst: Es soll geschehn! 6. Und was du hast gesprochen, Das fehlt ja nimmer nicht; Mein Zagen ward gebrochen Und meine Seel ward Licht. Du giebst mir deinen Segen; Frei von der alten Schmach Folg ich auf deinen Wegen Dir, Herr, in Freuden nach! de la Motte Fouqué. 2. Betrübt saß ich am Wege Tiefblind in meinem Geist, Sehnsucht im Herzen rege, Doch Wehmut allermeist; Die Psalmen hört, ich singen, Die Pal men fühlt ich wehn. Die dir die Gläubgen bringen, Und fonnte dich nicht sehn. 3. Zu groß wards mit dem Schmerze, Zu drückend ward die Pein; Da faßt ich mir ein Herze, Hub an nach dir zu schrei'n: ,, Sohn Davids, rette, heile, Wie dus verheißen hast; Oliebster Jesu, eile, Nimm von mir Nacht und Last!" Gemeinschaftslieder. 2. Gieb du zu meiner Reise Segen, So wird sie, Herr, geXIX. Pilger- und Mel: O daß ich tausend Zungen. 762. fragtest: willst D u du mit mir ziehen? segnet sein! Begleite mich auf Und machtest mich dazu bereit. allen Wegen, Dann bin ich Hast du die Freudigkeit ver- nimmermehr allein! Mein Heiliehen, So gieb nun Kraft zur land, geh auf jedem Schritt, Freudigkeit, Daß ich, als treue Den ich zu wandern habe, mit! Magd des Herrn, Dir folgen 3. Was können dann mir möge nah und fern! Menschen schaden Durch Roh 572 Pilger und Gemeinschaftslieder. pfaden, Mit deiner Gnade bei heit, durch Gewalt und List, Mel.: Wachet auf, ruft uns die. Wenn du auf meinen Pilger- 763. Herr, du hast uns reich gesegnet, Und mir bist? Du giebst mir, bin bist so freundlich uns begegnet, ich sorgenvoll, Selbst, was ich Daß wir dein Nahesein gespürt; thun und lassen soll. Ja, du führtest uns zusammen, 4. Die rauhen Wege machst Und haft der Bruderliebe Flamdu eben Durch deiner lieben men Mit deinemOdem angeschürt! Engel Schar; Willst selber Drum wallet unser Herz In tragen mich und heben, Und Sehnsucht himmelwärts, Dir zu treulich schirmen in Gefahr; danken; Denn du bists wert, Und wo ein Wetter dräuen Daß man dich ehrt, Und sich will, Sprichst du zum Sturm, in deinem Dienst verzehrt. so wirds ganz still. 5. Wenn nicht des kleinsten Sternes Funkeln Den schweren Flor der Nacht durchbricht, So schaust du doch auf mich im Dunkeln, Und bist in Finsternis mein Licht. Es bleibt mir doch an jedem Ort Als Fußes Leuchte, Herr, dein Wort. - 6. Doch, wenn du wieder Berg und Auen Mit jungem Morgenlicht erfüllst, So laß mich froh die Wunder schauen, Die du so gern schon hier enthüllst; Und strahle mir des Morgens Schein Mit Freud und Dank ins Herz hinein. 7. Laß glücklich mich ans Ziel gelangen, Das du gesteckt für mich jetzt hast, Und Liebeskraft und Mut empfangen, Getrost zu tragen deine Last! Und ist des Lebens Wallfahrt aus, Dann nimm dein Kind ins Vaterhaus. Dr. Hopfensack. 2. Doch, da wir jetzt wieder scheiden, Nachdem du uns getränft mit Freuden, Und auch gestärkt den schwachen Mut, Bitten wir dich noch zum Ende, Daß deine heilgen Jesushände Besprengen uns mit deinem Blut, Und daß du fort und fort Wollst bleiben unser Hort, Unsre Liebe, Bis du uns einst, Wenn du erscheinst, In Ewigkeit um dich vereinst! M. Görke. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 764. Jesus! uns als Gaſt teuer, erwarten dich zur Feier Jeßt bei unserm Liebesfest; Unser Herzen selbst bereite, Teile unsre Festesfreude, Liebe! segne selbst das Fest! 2. Heilige uns ganz hienieden, Gieb uns deinen Geist und Frieden, Wie du uns verheißen haft! Lenke unsres Herzens Triebe Hin auf dich, o ewge Liebe! Jesu, komm sei unser Gast! Pilger- und Gemeinschaftslieder. 3. Mache uns in dir vollkommen, Daß wir einst mit allen Frommen Stehn vor deinem Angesicht. Ruf uns allesamt als Gäste Zu des Lammes Hochzeitsfeste, Dich zu schaun in deinem Licht! 4. Kleide uns mit weißer Seide, An den Lebensstrom uns leite. Zu der reingewaschnen Schar, Daß wir mit den Engelchören Ewig deinen Ruhm vermehren und dir dienen immerdar. Mel.: Ach bleib mit deiner Gnade. 765. Jhr Pilger aus der Ferne Und aus der Näh umher, Wir grüßen euch so gerne, Doch Gottes Gruß ist mehr. 2. Wie an dem Osterfeste Der Herr so freudenreich, So grüße er euch Gäste! Sein Friede sei mit euch! 573 Mel.: Wachet auf, ruft uns die. 766. Schirm, o reicher Fürst des Lebens, Dein armes Haus! laß nie vergebens Hier sein der Liebe schwachen Dienst! Gieb Marias Geist den Schwestern, Daß sie auf Hoffnung, heut wie gestern, Dein Joch dir tragen als Gewinst! Und wills oft drückend sein, So ruf ins Herz hinein: ,, Ich bin Jesus! Komm, folge mir! Ich bin mit dir!" Dann folgen, kämpfen, siegen wir. 2. Haſt du ſelbst in vorgen Tagen Für uns der Liebe Joch getragen In sanftem, stillem Friedensgeist: O, so gieb auch uns den Frieden, Der liebreich wirket ohn Ermüden, Zum Zeugnis, daß du in uns seist; Hier suchen wir nicht Lohn!. Hier sei dein Gnadenthron Dort erst erscheint, o Seelenfreund, Die Ernte dem, ders treu gemeint. A. Knapp. 3. Wie an dem Pfingsttags- Unsre Heimat! feste Der Herr so gnadenreich, So grüße er euch Gäste, Sein Geist komm über euch! 4. So tröste Gott die Seelen, Die seine Jünger sind, Die ſeinen Dienst erwählen, Und 767. Was macht ihr, daß lieben Gottes Kind. ihr weinet, Und Mel.: Herzlich thut mich verlangen; oder: Befiehl du deine Wege. 5. Bald sind nach allen Win- brechet mir mein Herz? Im den, Wir wieder ausgestreut, Herrn sind wir vereinet, Und Doch wird Gott jedes finden, bleibens allerwärts! Das Band, Bald, bald, zur rechten Zeit. das uns verbindet, Löst weder Zeit noch Ort: Was in dem Herrn sich findet, Das währt in ihm auch fort. 6. Dann feiern wir im Himmel Ein selig Wiedersehn In fröhlichem Getümmel. Wie wirds dann sein so schön. M. Görke. 2. Man reicht sich wohl die 574 Pilger- und Gemeinschaftslieder. Hände, Als sollts geschieden| früh und spat: Wohl dem, der sein; Und bleibet doch am Ende Gott zum Führer hat. Im innigsten Verein. Man 2. Wenn Jakob durch die sieht sich an, als sähe Man Wüsten geht, Trifft er ein sich zum letzten Mal; Und bleibt liebes Beth El*) an; Wenn in gleicher Nähe Dem Herrn Israel am Jordan stehet, doch überall. Zeigt ihm der Herr ein Kanaan, Geht David in das Thal hinab, So lehnt er sich auf Gottes Stab.*) 1 Mof. 28, 10-22. 3. Gott hat sich gar zu sehr verbunden, Daß er will bei den Seinen sein; Kein Ort wird in der Welt gefunden: Er zieht mit ihnen aus und ein Durch Feuersund durch Wassersnot, Auch 3. Man spricht: ,, ich hier, du dorten, Du ziehest, und ich bleib!" Und ist doch aller Orten Ein Glied an einem Leib. Man spricht vom Scheidewege Und grüßt sich einmal noch; Und geht auf einem Wege In gleicher Richtung doch. 4. Was sollen wir nun weinen, Und so gar traurig sehn? selbsten mitten durch den Tod. Wir kennen ja den einen, Mit dem wir alle gehn, In einer Hut und Pflege, Geführt von einer Hand, Auf einem sichern Wege, Ins eine Vaterland. 4. Er leitet uns mit seinen Augen, Er gängelt uns mit seiner Hand; Wenn Luft und Wetter nicht mehr taugen, So überdeckt uns sein Gewand: Ja seine Liebe fann allein Der beste Schirm im Sturme sein. 5. So sei denn diese Stunde Nicht schwerem Trennungsleid, 5. Er ist uns Wolf- und Nein, einem neuen Bunde Mit Feuersäule Sowohl bei Tag als unserm Herrn geweiht! Wenn bei der Nacht; Durch ihn wird wir uns ihn erforen Zu un- uns die längste Meile Zu einem serm höchsten Gut, Sind wir Schritte nur gemacht; Kein Stein uns nicht verloren, Wie weh auch Scheiden thut. Phil. Spitta, geb. 1801,+ 1859. Mel.. Wer nur den lieben Gott. 6. Er selbst ist Wahrheit, Weg und Leben; Und wer ihm folgt 711. Wer nur mit seinem der irret nicht. Er hat die Gott verreiset, Hand uns drauf gegeben, Daß Der findet immer Bahn gemacht, uns bei ihm kein Leid geschicht; Weil er ihm lauter Wege weiset, Und wenn der Weg voll Drachen Auf welchen stets sein Auge wär, So geht sein Schuß doch wacht. Hier gilt die Losung vor uns her. wird in den Weg gelegt, Den er nicht auf die Seite trägt. Pilger- und Gemeinschaftslieder. 7. Die Wagenburg ist stets Und ist der Kreuzsteg schwer geschlagen, Die dort um Do- und hart, So tröst uns mit thans*) Berg gesetzt. Er lässet der Rosenbahn, Die man dort uns auf Händen tragen, Daß oben laufen kann. uns kein Stoß den Fuß verleßt: Die Engel müssen, wo wir gehn, Zur Rechten und zur Linken stehn *) 2 Kön. 6, 13-17. 12. Wirst du mit uns auf diesem Wege Durch deinen Schuß und Leitung sein Und auch indessen deine Pflege Den Hinterlassenen verleihn, So soll das unser Opfer sein: Gelobet sei der Herr allein! 8. So wallen wir hier auf der Erden, Wo wir nur lauter Pilger sein, Bis uns das Vaterland wird werden; Da gehen wir zum Himmel ein: Ein sanfter Tod zeigt uns die Bahn, Wie man zur Heimat kommen kann. 575 13. Wir wollen einen Altar bauen, Der Eben- Ezer*) heißen soll; Daran soll man die Worte schauen: Gott führet 9. Indessen lassen wir uns seine Kinder wohl. Und also führen, Wie Gottes Hand die findt die Losung statt, Wohl Reise lenkt, Weil wir aus sei- dem, der Gott zum Führer hat. ner Leitung spüren, Daß er auf(* 1 Sam. 7. 12. unser Bestes denckt: Und ob es wunderlich gleich scheint: Benjam. Schmold, geb. 1672 † 1737. Mel.: Wachet auf, ruft uns die. Gnug, daß es selig iſt gemeint. 769. Zieht in Frieden eure 10. reisen, euch nem Namen: Sei du Gefährte, des großen Gottes Gnade, Und Weg und Stab. Die Helden, seiner heilgen Engel Wacht! die zu Jakob*) kamen, Send Wenn euch Jesu Hände schirauch zu unserm Schuß herab; men Gehts unter Sonnenschein Mach Aus- und Eingang so und Stürmen Getrost und froh beglückt, Daß uns kein Fall bei Tag und Nacht. Lebt wohl, das Ziel verückt. lebt wohl im Herrn! Er sei euch nimmer fern, Spät und frühe! Vergeßt uns nicht In seinem Licht, Und wenn ihr sucht sein Angesicht! 6. Knat, geb. 1806. *) 1 Mof. 32, 1. 2. 11. Bleib bei uns, wenns will Abend werden: Gieb Licht durch deine Gegenwart, Sei unser Leistern hier auf Erden; 576 XX. Kreuz und Frost. Eigene Melodie. leben, Will ich ihm nicht wider770. Alles ist an Gottes streben; Ich verlasse mich auf seiner Gnad gelegen, Uleber alles Geld und Gut, Wer auf Gott sein Hoffnung setzet, Der behält ganz unverleßzet Einen freien Heldenmut. 771. Segen Und an ihn: Ist doch nichts, das lang beſtehet: Alles Irdische vergehet Und fährt wie ein Strom dahin. Joh. Kohlroß, † 1558. Eigene Melodie. uf hinauf zu deiner Freude, Meine Seenähret Und so manches Glück le, Herz und Sinn! Weg, hinbescheret, Ist und bleibet ewig weg mit deinem Leide: Hin, zu mein. Der mich wunderlich deinem Jesu, hin: Er ist dein geführet Und noch leitet und Schatz; Jesus ist dein einzigs regieret, Wird forthin mein Leben; Will die Welt kein Ort Helfer sein. dir geben: Bei ihm ist Platz. 2. Der mich hat bisher er3. Viel bemühen sich um Sachen, Die nur Sorg und Unruh machen und ganz unbeständig sind: Ich begehr nach dem zu ringen, Was Vergnügung pflegt zu bringen, Und man jetzt gar selten findt. 2. Fort, nur fort, steig immer weiter In die Höh zu Jesu auf; An, hinan die Glaubensleiter, Klettre mit geschwindem Lauf. Gott ist dein Schutz; Jesus bleibt dein Beschirmer Wider alle Seelbestürmer Und bietet Truß. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken; Was ich wünsche, 3. Fest, fein fest dich angehalwird sich schicken, So es anders ten An die starke Jesustren! Gott gefällt. Meine Seele, Laß du, laß du Gott nur walLeib und Leben Hab ich seiner ten: Seine Güt ist täglich neu; Gnad ergeben Und ihm alles Er meints recht gut. Wenn heimgeſtellt. die Feinde dich anfallen, Müssen sie zurücke prallen: Hab guten Mut. 5. Er weiß schon nach seinem Willen Mein Verlangen zu erfüllen, Es hat alles seine Zeit. Ich hab ihm nichts vorzuschreiben: Wie Gott will, so muß es bleiben: Wann Gott will, bin ich bereit. 4. Ein, hinein in Gottes Kammer, Die dir Jesus aufgethan: Klag und sag ihm deinen Jammer, Schreie ihn um Hülfe an. Er steht dir bei; Wenn dich alle Menschen hassen, 6. Soll ich hier noch länger Krenz und Troft. Kann und will er dich nicht| Kräfte Zu dem Heiligungsgelassen: Tas glaube frei. schäfte Sanft und still erneuern kann. 5. Hoch, so hoch du kannst erheben Deine Sinnen von der Erd, Schwinge dich dem zu ergeben, Was du hast, der dein 4. Leiden sammelt unsre Sinne, Daß die Seele nicht zerrinne In den Bildern dieser Welt; ist wert. Dein Jesus ist's. Ist wie eine Engelwache, Die Der um dich so treulich wirbet Und für dich aus Liebe stiibet; Drum du sein bist. im innersten Gemache Des Gemütes Ordnung hält. 6. Auf, hinauf! was droben, suche! Trachte doch allein dahin, Wo dein Jesus; sonst verfluche Allen schnöden Sündensinn. Zum Himmel zu! Welt und Erde muß verschwinden: Nur widerfährt. bei Jesu ist zu finden Die wahre Ruh. 5. Leiden macht im Glauben gründlich, Macht gebeugt, barmherzig, findlich; Leiden, wer ist deiner wert? Hier heißt man dich eine Bürde, Droben bist du eine Würde, Die nicht jedem Joh. Kasp. Schade, geb. 1666, † 1698. 577 6. Leiden stimmt des Herzens Saiten Für den Psalm der Ewigkeiten, Lehrt mit Sehnsucht dorthin sehn, Wo die selgen Palmenträger Mit dem Chor der Harfenschläger Preisend vor dem Throne stehn. 7. Leiden fördert unsre Schritte, Leiden weiht die Leibeshütte Zu dem Schlaf in fühler Gruft; Es gleicht einem frohen Boten Jenes Frühlings, der die Toten Zum Empfang des Lebens ruft. 8. Brüder, solche Leidensgnade Wird in mannigfachem Grade Jesu Jüngern fund gemacht, Wenn sie mancher Schmerz gen Schöpfer Auf dem Weg durchwühlet, Wenn sie manchen der Leiden sein. Tod gefühlet, Nächte seufzend durchgewacht. 9. Wenn auch die gesunden Kräfte Zu des guten Herrn Geschäfte Wurden willig sonst 37 Mel.: Alles ist an Gottes Segen. 772. Endlich bricht der heiße Tiegel, Und der Glaub empfängt sein Siegel, Gleich dem Gold im Feu'r bewährt; Zu des Himmels höchsten Freuden Werden nur durch tiefe Leiden Gottes Lieblinge verklärt. 2. Unter Leiden trägt der Meister In die Herzen in die Geister Sein allgeltend Bildnis ein. Wie er dieses Leibes Töpfer, Will er auch des fünft3. Leiden bringt empörte Glieder Endlich zum Gehorsam wieder, Macht sie Christo unter than, Daß er die gebrochnen Kreuz und Trost. geweiht: O so ists für sie kein| durch Trübsal einzugehen. Du Schade, Daß sie ihres Führers Gnade Läutert in der Prüfungszeit. glaubest ja, du seist ein wahrer Christ, So muß man auch von dir die Proben sehen. So lang 10. Im Gefühl der tiefsten es geht nach deinem Fleisch und Schmerzen Drücket sich dem Blut, Stehts noch nicht gut. matten Herzen Seines Heilands 3. Du hast genug von ChriKreuzbild ein; Und um eins stenkreuz gehört, So hast du nur fleht es sehnlich: Mache deinem Tod mich ähnlich, Daß ich mit dir leben kann. auch genug davon gesprochen; Doch haftet mehr, was die Erfahrung lehrt, Drum komm getrost zum Kreuz herangekrochen. Wer dieses faßt, dem wird zuletzt zu teil Kraft, Trost und Heil. 4. Eh Joseph steigt auf der Aegypter Thron, Muß er zuvor den schwarzen Kerker sehen. Eh David kommt zu der verheißnen Kron, Muß er mit Schmach umher im Elend gehen. Hiskia wird erst nach der Sterbensnot Befreit vom Tod. 5. Dein Jesus selbst geht dir zum Beispiel vor: Er mußte ja auf Erden vieles leiden, Eh er sich hub zur Herrlichkeit empor, Da er nun hat und giebt die ewgen Freuden. Wer treulich kämpft, bringt auch den guten Lohn Zuletzt davon. Mel.: Es kostet viel ein Christ zu. 773. Gr wird es thun, der fromme, treue Gott, Er kann ja nicht ohn alles Maß versuchen; Er bleibet noch ein Vater in der Not, Sein Segensmund wird seinem Kind Dein Bräutgam sieht, wenn nicht fluchen. Ei, höre nur, dich der Kummer beißt, Und wie er so freundlich spricht: Verzage nicht! 6. Drum hoffe nur auf den, der Vater heißt, Er ist dir gut auch mitten in dem Jammer; schaut hinein in deine Herzenskammer; Da sieht ers wohl wenn du bist Trostes bloß, 578 11. Endlich mit der Seufzer Fülle Bricht der Geist durch jede Hülle, Und der Vorhang reißt entzwei. Wer ermisset dann hienieden, Welch ein Meer von Gottesfrieden Droben ihm bereitet sei! 12. Wir in Kedar noch zurücke, Heften unsre Sehnsuchtsblicke Immer mehr auf jene Welt. Völlig werden wir verbunden, Wenn im Glas der Wallfahrtsstunden Einst das letzte Sandkorn fällt. K. F. Hartmann, geb. 1745,+ 1815. 2. Bedenke fein, daß du berufen bist In Gottes Reich Und Hülfe los. Kreuz und Trost, 579 7. Und also bricht das Herz| Unflat werde rein, Führt er ihm gegen dir. Er spricht: hinein. Ich muß mich über dich erbarmen; Du liebes Kind, haft niemand außer mir, Drum halt ich dich in meiner Güte Armen. Sei gutes Muts, die Hülfestund ist nah, Dein Trost ist da. 8. Dir sei gedankt, du auser- Vor Sicherheit. 3. Vor Sicherheit Verwahrt der saure Streit, Den man in sich mit Fleisch und Blut muß führen, Wenn sich nunm.hr die bösen Lüste rühren. Der Streit verwahrt, o große Seligkeit! wählter Freund, Daß du dein 4. Drum frisch hinein, Lern Aug so richtest auf die deinen; Denn wenn uns jetzt der arge Friedensfeind So hat gefaßt, daß wir verloren scheinen, So stürzest du ihn in den Höllenschlund Zur rechten Stund. nur geduldig sein, O lieber Christ! laß nichts das Ziel verrücken! Sei stets getrost, es muß dir endlich glücken: Das rote Meer wird lauter süßer Wein; Nur frisch hinein. 9. Gieb, daß auch wir, die du so innig liebst, Dich mögen stets in Lieb und Hoffnung ehren, Weil du ja nicht von Herzen uns betrübst, Und unser Leid in Freude willst verkehren. So sei dir denn Lob, Ruhm und Dank gebracht Aus aller Macht. 5. Den Lobgesang Mit süßem Freudenklang Eilt Moses schon am Ufer vorzusingen. Sieh Mirjam dort am Reigen fröhlich springen!*) So folget dir auf deinem Kreuzesgang Der Lobgesang. *) 2 Mofe 15, 1-21. Joh. Dan.Herrnschmidt, g.1675,+ 1723. 6. Der Jubelschall Giebt einen Gegenhall Von oben her, von den verklärten Chören; Man kann im Geist die Engelstimmen hören. Sie rufen laut; es tönet überall Der Jubelschall. Mel.: Nur frisch hinein, es. 774. Gr führt hinein, Er muß auch Helfer sein, Der treue Gott, der sich nicht kann verleugnen; Kein Unfall darf sich ohne ihn ereignen. Er, er verfügts, er thut es ganz allein, Er führt hinein. 2. Führt er hinein, So kannst du freudig sein. Er hat ja nicht Gefallen am Verderben, Kein Sünder soll in seinen Sünden sterben. Damit das Herz von 3. D. Herrnschmidt, geb. 1675, † 1723. 37* 7. Preis, Lob und Ehr Bringt unserm Jesu her, Der durch das Krenz in diese Frende führet, Das Haupt mit Gold, die Hand mit Palmen zieret! Er bleibt erhöht, bringt ihm je mehr und mehr Preis, Lob und Ehr! 580 Krenz und Trost. Mel.: Jesus Christus herrscht als; nen Jammer Aus in Gottes oder: Alles ist an Gottes Segen. Vaterherz! Kannst du gleich ihn und nicht empfinden, Worte nicht, 775. Fortgekämpft fortgerungen, Bis nicht Thränen finden, Klage zum Lichte durchgedrungen Muß schweigend deinen Schmerz! es, bange Seele, sein. Durch 7. Kräftig ist dein tiefes die tiefsten Dunkelheiten Kann Schweigen; Gott wird sich als dich Jesus hinbegleiten, Mut Vater zeigen; Glaube nur, daß spricht er den Schwachen ein. er dich hört; Glaub, daß Jesus 2. Bei der Hand will er dich dich vertreten; Glaube, daß fassen, Scheinst du gleich von was er gebeten, Gott, sein Vaihm verlassen; Glaube nur und ter, ihm gewährt. zweifle nicht! Bete, kämpfe ohne Wanken! Bald wirst du voll Freude danken; Bald umgiebt dich Kraft und Licht. 3. Bald wird dir sein Antlit funkeln; Hoffe, Harre, glaub im Dunkeln! Nie gereut ihn seine Wahl: Er will dich im Glanben üben, Gott, die Liebe, kann nur lieben; Wonne wird bald 8. Drum, so will ich nicht verzagen, Mich vor Gottes Antlig wagen; Komm ich um, so komm ich um!- Doch! ich werd ihn überwinden. Wer ihn sucht, der wird ihn finden. Er bringt nur die Heuchler um. J. C. Lavater, geb. 1741, † 1801. Mel.: Von Gott will ich nicht. 776. Geduld iſt euch deine Qual. vonnöten, Wenn 4. Weg von aller Welt die Sorge, Gram und Leid, Und Blicke! Schau nicht seitwärts, was euch mehr will töten, Euch nicht zurücke, Nur auf Gott in das Herze schneid't. O ausund Ewigkeit! Nur zu deinem erwählte Zahl, Soll euch kein Jesus wende Aug und Herz, Tod nicht töten, Ist ench Geund Sinn und Hände, Bis er duld vonnöten, Das sag ich himmlisch dich erfreut. noch einmal. 5. Aus des Jammers wilden Wogen Hat dich oft herausgezogen Seiner Allmacht treue Hand. Nie zu kurz ist seine Rechte; Wo ist einer seiner Knechte, Der bei ihm nicht Rettung fand? 6. Schließ dich ein in deine Kammer, Geh und schütte dei2. Geduld ist Fleisch und Blute Ein herb und bittres Krant. Wenn unsers Kreuzes Rute Uns nur ein wenig dränt, Erschrickt der zarte Sinn; Im Glück ist er verwegen: Kommt aber Sturm und Regen, Fällt Herz und Mut dahin. 3. Geduld ist schwer zu lei Kreuz und Trost. den, Dieweil wir irdisch seind, 8. Geduld kann lange warten, Und nur in lauter Freuden Vertreibt die lange Weil In Bei Gott zu sein vermeint, Gottes schönem Garten, DurchDer doch sich klar erklärt: Ich sucht zu ihrem Heil Das Pastrafe, die ich liebe, Und die radies der Schrift, Und schützt ich hoch betrübe, Die halt ich sich früh und späte Mit eifrihoch und wert. gem Gebete Vor Satans List und Gift. 4. Geduld ist Gottes Gabe Und seines Geistes Gut; Der zeucht und löst sie abe, Sobald er in uns ruht; Der edle, werte Gast Erlöst uns von dem Zagen, Und hilft uns treulich tragen Die große Bürd und Last. 5. Geduld kommt aus dem Glauben, Und hängt an Gottes Wort; Das läßt sie sich nicht rauben, Das ist ihr Heil und Hort; Das ist ihr hoher Wall, Da hält sie sich verborgen, Läßt Gott den Vater sorgen Und fürchtet keinen Fall. 6. Geduld seßt ihr Vertrauen Auf Christi Tod und Schmerz. Macht Satan ihr ein Grauen, So faßt sie sich ein Herz Und spricht: Zürn immerhin; Du wirst mich doch nicht fressen, Ich bin zu hoch gesessen, Weil ich in Christo bin. 581 7. Geduld ist wohl zufrieden Mit Gottes weisem Rat, Läßt sich nicht leicht ermüden Durch Aufschub seiner Gnad, Hält frisch und fröhlich aus, Läßt sich getroft beschweren, Und denkt: wer wills ihm wehren, Ist er doch Herr im Haus. 9. Geduld thut Gottes Willen, Erfüllet sein Gebot, Und weiß sich wohl zu stillen In aller Feinde Spott. Es lache, wems beliebt, Wird sie doch nicht zu Schanden; Es ist bei ihr vorhanden, Ein Herz, das nichts drauf giebt. 10. Geduld dient Gott zu Ehren, Und läßt sich nimmermehr Von seiner Liebe kehren, Und schlüg er noch so sehr, So ist sie doch bedacht, Sein heilge Hand zu loben, Spricht: der im Himmel droben Hat alles wohlgemacht. 11. Geduld erhält das Leben, Vermehrt der Jahre Zahl, Vertreibt und dämpft daneben Manch Angst und Herzensqual; Ist wie ein schönes Licht, Davon, wer an ihr hanget, Mit Gottes Hülf erlanget Ein fröhlichs Angesicht. 12. Geduld macht große Freude, Bringt aus dem Himmelsthron Ein schönes Halsgeschmeide, Dem Haupt ein edle Kron und königlichen Hut; Stillt der Betrübten Thränen, Und füllt das heiße Sehnen Mit rechtem, wahrem Gut. 582 Krenz und Trost. 13. Geduld ist mein Verlan-| Jesu, hilf mir dazn So willig gen Und meines Herzens Lust, arm zu sein wie du. Nach der ich oft gegangen; 3. Trauernder Jesu, deine Das ist dir wohl bewußt, Herr, Seele, Verausgefalbt mit Freuvoller Gnad und Huld. Ach denöle, Ward doch betrübt bis gieb mir und gewähre Mein Bitten, ich begehre Nichts an ders als Geduld. in den Tod. Hilf, daß ich mich mit Zittern freue, Mein Tranern stille Freude seie, Das beste Brot ist Thränenbrot. Es ist fürs Trauerkleid Ein weißes schon bereit Teinen Treuen. Jesu, Jesu, hilf mir dazu, Daß ich im Trauern sei wie du. 14. Geduld ist meine Bitte, Die ich sehr oft und viel Aus dieser Leibeshütte Zu dir, Herr, schicken will. Kommt dann der letzte Zug, So gieb durch deine Hände Auch ein geduldigs Ende, So hab ich alles gnug. Paul Gerhardt, geb. 1606.+ 1676. Mel.: Wachet auf ruft uns die. 4. Schweigender Jesu, falsche Zengen Hast du mit unerschrocknem Schweigen Und ohne Antwort widerlegt, Ich kann nicht 777 Gläubiger Jesu, auf schweigen, wie ich wollte, Ich Vertrauen Wollt'st schweige, wenn ich reden sollte, du dein Reich alleine bauen, Und werd oft gar zum Zorn Das dir der Vater zugesagt. bewegt. Ach, gieb mir deinen Von außen, innen ganz berau- Sinn, Wenn ich verleumdet bet, Hast du doch stille fortge- bin, Daß ich schweige. Jesu, glaubet Und bliebst im Zagen Jesu, hilf mir dazu, Daß ich unverzagt. Herr, ich vertraue dir; Nur bitt ich: schenke mir Deinen Glauben. Jesu, Jesu, hilf mir dazu, Daß ich so gläubig sei wie du. auch schweigen mag wie du. 5. Freundlichster Jesu, zu erquicken Mit Werken, Worten und mit Blicken, War stets dein liebreich Herz bedacht. Den 2. O armer Jesu, reich an Jüngern wuschest du die Füße, Gaben, Wollt'st du doch selber Und heiltest freundlich schnell Mangel haben, Warst in der die Risse, Die Satan unter fie Welt gering und klein; Nun gemacht. Du bringst durch einen Herrscher Himmels und der Blick In Petri Herz zurück Erden, Ich will, um reich in Seinen Glauben. Jesu, Jesu, dir zu werden, Ja gern der hilf mir dazu, Taß ich so allerärmste sein. Was Armut freundlich sei wie du. an dem Geist In deinem Worte 6. Gehorsamer Jesu, wahrer heißt, Sei mein Reichtum. Jesu, König, Doch armen Eltern Kreuz und Troft. 583 unterthänig, Beug und erzieh| 4. Hing doch Jesus, unser mich altes Kind: Daß ich der Leben, Unser schönster BräutiKinder erste Sünde, Den Eigen- gam, Welcher sich für uns gewillen überwinde Und was sich geben, Selbsten an dem KreuzesStörrig's in mir findt. Für stamm. meine Eigenheit Gieb deine Beugsamkeit Zum Gehorsam. Jesu, Jesu, hilf mir dazu Daß ich gehorsam sei wie du. 5. Und wie ist er doch den Seinen In der Liebe zugethan, Wenn sie bittre Thränen weinen Unter dieser Kreuzesfahn! 6. Alle Zeugen und Bekenner Rühmen jene Fessel noch, Und die Bande frommer Männer Samt der Märtrer Kreuzesjoch. 7. Verlaß'ner Jesu, wer kann's fassen: Gott selbst und doch von Gott verlassen? Mit Zittern sieht man da hinein. Genug, es war. Ich schweige gerne, Wenn ich von dir die Kunst nur lerne, Verlassen und gelassen sein, Ein so verlassener, Ein so vertrauender Wie du warest. Je, Jesu, hilf mir dazu, In dem Verlassen sein wie du. Generalmajor P. T. Rieger, geb 1723, im Gefängnis gedichtet. 7. Glück zu, Kreuz, du lieber Bote Der zukünftgen Herrlichkeit, Der Gerechten in dem Tode Liebliche Zufriedenheit! 8. Komm, du Freundin aller Frommen, Dein Gedächtnis ruht in mir; Komm, ich heiß dich ja willkommen, Und umfaß dich mit Begier. 778. Glück zu, Kreuz, von ganzem Herzen; Komm, du angenehmer Gast, Dein Schmerz macht mir feine 10. Ja, im Himmel steht geSchmerzen, Deine Last auch schrieben Der Bekenner werte keine Last. Zahl, Und der Bräutgam ruft: 9. Die ans Kreuz geheft'te Wahrheit Sitzt in Majestät jeßund, Und die Liebe herrscht in Klarheit, Die zuvor in Leiden stund. 2. Kreuzesschmach ist keine ihr Lieben, Komm und halt't Schande, Es ist auch kein das Hochzeitmahl! Schimpf dabei; Denn die harten Kreuzesbande Folgen nicht auf Büberei. 11. D, wer will nun nicht mit Freuden Kreuz, Verfolgung, Hohn und Spott Samt der größten Marter leiden, Ja den allerärgsten Tod? Mel.: Seelenweide, meine Freude; oder: Ringe recht, wenn Gottes. 3. Sondern sind der Wahrheit Zeichen, Für die auch Sankt Stephanus Zu Jerusalem erbleichen Und erbärmlich leiden muß. 12. Jagt die Stimme doch des Lieben Und ein einzig Liebeswort 584 Kreuz und Trost. Alles, was uns kann betrüben, hören will! Was will der Feind Nebest aller Schande fort. 13. Drum, so kommt ihr Kreuzesbrüder, folget unserm Bruder nach. Kommt und singt ihm neue Lieder Mitten in der Todesschmach. denn sprechen, Als würde meiner Seufzer Ziel Nicht durch die Wolken brechen? Schrei ich empor, So hört sein Ohr, So steigt die Hülfe nieder, Und schallt das Amen wieder. 14. Band' und Striemen sind uns Kronen, Unser Schmuck und Eigentum, Und die Kerker sind uns Thronen, Schmach und Schande unser Ruhm. 15. Kommet, denn die Engel bringen, Wenn uns gleich die Welt veracht't, Und wir mit dem Tode ringen, Kraft und Stärke, Sieg und Macht. 16. Sehn wir doch den Himmel offen, Wenn man uns zur Marter zicht. O erwägt, was da zu hoffen, Wo das Auge Jesum sieht! 17. Laßt uns vor die Thore gehen, Geht aus dieser Hütten aus; Der Stern, den uns Gott läßt sehen, Führt uns in des Vaters Haus. Joh. Wilh. Petersen, geb. 1649,+1727. 3. Gott sieht, wie flaget denn mein Herz, Als säh er nicht mein Beinen? Vor ihm muß auch der tiefste Schmerz Ganz offenbar erscheinen, Kein Thränlein fehlt, So er nicht zählt Und in sein Buch es setzet, Bis er uns drauf ergezet. 4. Gott führt! so geh ich immer fort Auf allen meinen Wegen, Und wenn die Welt durch List und Mord Will ihre Stricke legen: So pflegt er mich Zwar wunderlich, Doch selig auch zu führen, Daß mich kein Fall kann rühren. Mel.: Was Gott thut, das ist. 779. Gott lebt! wie kann 5. Gott giebt! und wär ich noch so arm, Doch soll ich nicht verderben: Was hilft mir denn mein steter Harm, Als müßt ich Hungers sterben? Er hat ja Brot, Und wenn die Not Uns nach der Wüsten weiset, ich traurig sein, Doch werden wir gespeiset. Als wär kein Gott zu finden; 6. Gott liebt! ob ich die Er weiß ja wohl von meiner Vaterlieb In Schlägen nicht Pein, Die ich hier muß empfin-( gleich finde: Wie er ein lieber den; Er kennt mein Herz Und Vater blieb Am Kreuz bei seimeinen Schmerz: So darf ich nem Kinde, So bleibt er mir nicht verzagen Und ihm nur Ein Vater hier, Der je und je alles klagen. mich liebet, Obgleich sein Kreuz betrübet. 2. Gott hört, wenn niemand Kreuz und Trost. sein In des Vaters Willen! 7. Gott lebt! wohlan, ich stillen. Laß mich ganz ergeben merke das, Gott hört! ich wills ihm sagen. Gott sieht! er hat ein Thränenmaß. Gott führt! ich darf nicht klagen! Gott giebt und liebt: Nur unbetrübt! Er wird mir endlich geben, Auch dort mit ihm zu leben. B. Schmold. geb. 1672,+ 1737. Mel.: Schwing dich auf zu deinem; oder: Christus, der uns selig macht. 5. Wenn ich diese ganze Nacht Wachen muß und weinen, Herr, du bist's, der bei mir wacht, Du wirst mir erscheinen. Du wirst in der Dunkelheit Freundlich mit mir sprechen, Sollte gleich vor Traurigkeit Mir das Wort gebrechen. 780. Herr, ein ganzer Leidenstag Ist nun 6. Wo ich auch gebettet bin, Lieg ich dir in Händen: Wo mein Auge flehet hin, Wird's überwunden. Ach, wie viel der zu dir sich wenden. Mein GeMensch vermag, Das hab ich bet bestärke du, Laß es nicht empfunden. Wie gebrechlich ist ermatten; Laß mich finden die Kraft, Wie verzagt der Glau- sanfte Ruh Unter deinem Schatbe. Wenn der Herr nicht Hülfe ten! H. Puchta, geb. 1808. schafft, Liegen wir im Staube. 2. Ach, wie könnt ich diese Mel.: Herzliebster Jefu. Nacht Ohne dich bestehen? Ohne 781. Herr, eine Mauer um deine Huld und Macht Müßt ich ganz vergehen. Trübe fällt der Abend ein, Stille wird's auf Erden; Doch in diesem Kämmerlein Wird's so still nicht werden. mich Schwache baue, Daß mir das Herz in deinem Dienst nicht graue, Wenn Pestilenz mit ihren Todesschrecken Mich will bedecken. 585 2. Du kamst zu uns aus ewgen Lebensreichen Ins Land der Schuld, des Todes und der Leichen, Um unser Krankheitsgift auf dich zu nehmen Ohn alles Schämen. 3. Den Aussatz selbst berührten deine Hände, Die reinen, 4. Zeuch empordas matte Herz heilgen, makellosen Hände, Und Aus der finstern Höhle; Salbe der Verwesung unnennbares diesen Leib voll Schmerz Mit Grauen Wolltest du schauen. dem Liebesöle! Herr du kannst die 4. Wo du da warst, muß dein Furcht und Bein In der Seele Diener sich auch finden, Im 3. Jedes Auge thut sich zu, Alles sucht den Schlummer; Doch hier ist noch keine Ruh, Denn es wacht der Kummer. O so komm und bleibe hier Bei mir armen Kranken; Liebster Jesu, schenke mir Tröstliche Gedanken! Kreuz und Troft. Haus des Elends, an des To-| näher ists dem Grab Und sinkt des Gründen. Bist du bei mir in Todesnacht. Darum, mein und in mir, ewges Leben, Will Aug, hinab! ich nicht beben. 4. Hinab, ihr Händ, hinab! 5. Du bist der Herr auch Hier stehen arme Brüder; Neigt über Gift und Seuchen, Vor euch zur Niedrigkeit Und labet deinem Odem muß Unreines Christi Glieder! Greift nicht weichen; Hauchst du mich an, in hohe Luft Nach Ruhm und dann wehn auch Himmelslüfte stolzer Hab! Christ that den Durch Todesgrüfte. Aermsten wohl; Darum, ihr Händ, hinab! 6. Doch willst du mich von hinnen zu dir nehmen, Dein Will gescheh; ich will mich drum nicht grämen; Es stirbt mein Tod, all mein Elendsgewebe, Ich aber lebe! 5. Hinab, mein Herz hinab! So wird Gott in dir wohnen. Die Demut lohnet er Mit goldnen Himmelskronen; Im Demutsthale liegt Des heilgen Geistes Gab; O wohl dem, der sie sucht! Darum, mein Herz, hinab! 6. Hinab, auch du mein Leib! Du bist gemacht aus Erden; Durch Demut sollst auch du Im Geist verkläret werden. O Gott, bereite mich Zum Himmel und zum Grab; Ich sehnemich hinauf, Ich sehne mich hinab! Andr. Ingolstetter, geb. 1633, † 1711. 586 Mel.: O Gott, du frommer Gott. 782. Hinab geht Christi Weg; Und du und dein Beginnen Willst aus vermeßnem Stolz Bis an des Himmels Zinnen? Steigst ungenügsam auf? Dein Heiland stieg herab! Wer mit ihm aufwärts will, Muß erst mit ihm hinab. 2. Darum, mein Sinn, hinab! Verlerne nur dein Steigen! Mel.: Ich dank dir schon durch. Was leicht ist, hebt sich schnell, oder: Hör, liebe Seel, dir ruft der. Was schwer ist muß sich beu- 783. ch bin ein armer gen. Die Quelle, die sich senkt, Erulant: Also muß Vermehret ihre Hab Und wird ich mich schreiben; Man thut zuletzt zum Strom; Darum, mein Sinn, hinab! mich aus dem Vaterland Um Gottes Wort vertreiben. 3. Hinab, mein Aug, hinab! 2. Doch weiß ich wohl, Herr Gott selber schaut hernieder Jesu mein, Es ist dir auch so Vom Thron aufs Niedrige, gangen; Jeßt soll ich dein Der Stolz ist ihm zuwider; Nachfolger sein: Machs, Herr, Je höher hier ein Aug, Je nach dein'm Verlangen. Krenz und Trost. 587 3. Ein Pilgrim bin ich auch 11. So geh ich heut von nunmehr, Muß reisen fremde Straßen; Drum bitt ich dich, mein Gott und Herr: Du wollst mich nicht verlassen. meinem Haus, Die Kinder muß ich lassen; Mein Gott, das treibt mir Thränen aus Zu wandern fremde Straßen. 12. Ach führ mich, Gott, in eine Stadt, Wo ich dein Wort fann haben, Damit will ich mich früh und spat In meinem Herzen laben. 13. Soll ich in diesem Jammerthal Noch lang in Armut leben: Gott wird mir dort im Himmelssaal Ein beßre Wohnung geben. 14. Wer dieses Liedlein hat gemacht Der wird hier nicht genennet: Des Papstes Lehr hat er veracht Und Christum frei bekennet. Joseph Schaitberger. 4. Ach steh mir bei, du starker Gott! Dir hab ich mich ergeben; Verlaß mich nicht in meiner Not, Wenns kosten soll mein Leben. 5. Den Glauben hab ich frei bekennt; Des darf ich mich nicht schämen, Qb man mich einen Keßer nennt Und thut mirs Leben nehmen. 6. Ketten und Band' war mir ein Ehr Um Jesu willn zu dulden; Denn dieses macht die Glaubenslehr Und nicht mein bös Verschulden. 7. Ob mir der Satan und die Welt All mein Vermögen rauben, Wenn ich nur diesen Schatz behalt: Gott und den rechten Glauben. 8. Herr, wie du willt: Ich geb mich drein, Bei dir will ich verbleiben; Ich will mich gern dem Willen dein Geduldig unterschreiben. 9. Muß ich gleich in das Elend fort, So will ich mich nicht wehren; Ich hoffe doch, Gott wird mir dort Auch gute Freund bescheren. 10. Nun will ich fort in Gottes Nam, Alles ist mir genommen; Doch weiß ich schon, die Himmelskron Werd ich einmal bekommen. Mel.: Gott ist getreu, sein Herz. 784. Ich hab genug, Mein Christ, Ich weiß von keinem mehr; Wer nur sein Knecht Und treuer Diener ist, Der forget nicht so sehr. Ich will ganz meinem Gott anhangen; Und nicht mehr nach der Welt verlangen: So hab ich gnug. 2. Ich hab genug. Ich bin der Sorgen los, Und fränke nicht das Herz. Ich bin vergnügt, Und siz in Gottes Schoß, Der lindert allen Schmerz. Ich sorge nicht mehr für mein Leben, Der Höchste kann mir alles geben: Ich hab genug. 588 Kreuz und Trost. 3. Ich hab genug. Gott, der In Kraft des Geistes zu erdie Vögel speist, Und alle Welt füllen; Drum hab ich gnug. ernährt, Gott, der das Gras Und Blumen wachsen heißt, 8. Ich hab genug. Ich lieg an Jesu Brust Und Gottes Und ihnen Schmuck beschert, Vaterherz; Was will ich mehr? Der wird auch meinen Leib ernähren, Nahrung und Kleider mir bescheren: Ich hab genug. 4. Ich hab genug. Besitz ich schon nicht Geld, Es gilt mir alles gleich; Ich habe Gott, Und bin schon auf der Welt Der arme Geist In allen Stücken reich: Denn 785. Ich wünsche Ruh, Jesus ist mein Schaß und Krone, Der mir den Himmel ist matt, Die schwache Hütte giebt zum Lohne. Ich hab genug. bricht; Ich bin der Last, Die 5. Ich hab genug. Beschert mich beschweret, satt. Mein mir Gott ein Kleid Und läßt Jesu hörst du nicht? Mein mirs wohl ergehn, So ist es Auge quillt in heißen Thränen, gut. Kommt aber auch die Und zeigt des Herzens stetes Zeit, Daß ich soll öde stehn: Sehnen: Ich wünsche Ruh. Die Blöße muß mich nicht erschrecken, Mein Gott will Leib und Seele decken. Ich hab genug. 2. Wo find ich sie? Mein Heiland, sag es mir; Gewiß nicht in der Welt! Ein jeder Tag Bringt neue Not herfür, Sie auf das Herze fällt. Am Morgen seh ich Angst erscheinen, Der Abend endet oft mit Weinen: Drum such ich Ruh. 6. Ich hab genug. Mein treuer Vater sieht, Er siehet immer scharf Auf mich, sein Kind, Auf dies, was mein Gemüt, Was Seel und Leib bedarf. Drum laß ich Wald und Vögel sorgen, Bekümmre mich gar nichts um morgen: Heut hab ich gnug. 3. Ich hoffe drauf, Dein Wort, o Jesu, sagt, Daß Ruhe kommen soll, Vergieb es mir, Daß ich so oft geklagt, Als ſei 7. Ich hab genug, Und sorge mir hier nicht wohl. Ich will für den Geist, Das andre mich nimmermehr beschweren, fällt mir zu; Nur Gottes Reich, Du wirst die Hülfe mir gewähDas Jesus suchen heißt, Dies ren. Ich hoffe drauf. giebt mir wahre Ruh; Ich 4. Schon spür ich Ruh; Sotrachte nur des Vaters Willen bald ich mich entschloß, Im Das giebet mir nur Lust, Durchsüßet meinen Schmerz. Den Himmel hab ich schon auf Erden, Was will in jener Welt noch werden? Ich hab genug. mel.: Es ist genug! So nimm Herr; oder: Gott ist getreu! Sein Herz. Kreuz und Trost. 589 Leiden still zu sein, So ward Ein Christ in mancher Not mein Geist Des bangen Kum- bewährt. mers los; Es legte sich die 3. Je größer Kreuz, je stärkPein. Es will mich, Herr, rer Glaube; Die Palme wächset dein zartes Lieben Nur kurze bei der Last, Die Süßigkeit Augenblicke üben; Schon spür fleußt aus der Traube, Wenn ich Ruh. du sie wohl gekeltert hast. Am 5. Die Ruhe bleibt, Sie Kreuze wächset uns der Mut, kömmt vom Himml her, Der Wie Perlen in gesalzner Flut. ewig Frieden hegt; Mein Herze wird Gleich einem stillen Meer, Da sich kein Lüftchen regt. Die Unruh weicht, mein ganzer Wille Sinkt, Herr, in dich und deine Stille: Die Ruhe bleibt. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe: Der Wind[ bläst nur die Flammen auf; Und scheinet gleich der Himmel trübe, So lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe 6. Bis jene kommt, Wann Glut, Gleichwie das Del im einst der frohe Geist Die schnel- Feuer thut. len Flügel regt, Und sich der 5. Je größer Kreuz, je mehr Welt, Dem Thränenthal ent- Gebete: Geriebne Kräuter riereißt, Das lauter Grämen hegt, chen wohl: Wenn um das Dank sei dir, Herr, für deine Schiff kein Sturmwind wehte, Wunden, Dadurch ich hier schon So fragte man nicht nach dem Ruh gefunden, Bis jene kommt. Pol, Wo kämen Davids Psalmen her, Wenn er nicht auch versuchet wär? Mel.: Wer nur den lieben Gott. 786. Je e größer Kreuz, je näher Himmel: 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen: Im Thale steiget Wer ohne Kreuz, ist ohne Gott; man bergan; Wer durch die Bei Sündenlust und Weltge- Wüsten oft gegangen, Ter sehtümmel Vergißt man Hölle, net sich nach Kanaan. Das Fluch und Tod. O, selig ist Täublein, find es hier nicht der Mann geschäßt, Den Gott Ruh, So fleucht es nach der in Kreuz und Trübsal setzt! Arche zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben; Man freut sich recht auf seinen Tod; Denn man 2. Je größer Kreuz, je beffrer Christe, Gott streicht uns an den Probestein: Wie mancher Garten lieget wüste, Wo keine entgehet dem Verderben, Es Thränenregen sein. Das Gold stirbt auf einmal alle Not. wird auf auf dem Feuerherd, Das Kreuze, das die Gräber Kreuz und Trost. ziert, Bezeugt, man habe triumphiert. Kniee, Stand auch aufgericht't; Ich ging hin und her; mein Sinn 8. Je größer Kreuz, je schönre War bekümmert und voll Sorgen Krone, Die Gottes Schatz uns Durch die Nacht am Morgen. beigelegt, Und die einmal vor 4. Ich, als ich nicht sahe, seinem Throne Der Ueberwin- Daß du mir so nahe, Sprach der Scheitel trägt. Ach dieses zu dir im Sinn: Ich kann teure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 9. Gekreuzigter, laß mir dein Kreuze Je länger und je lieber sein! Daß mich die Ungeduld nicht reize, So pflanz ein solches Herz mir ein, Das Glaube, 5. Ich war noch im Glauben, Liebe, Hoffnung hegt, Bis dort Den mir doch zu rauben Satan mein Kreuz die Krone trägt. war bemüht. Der die armen Benj. Schmolck geb. 1672, † 1737. 590 nicht mehr beten, Komm, mein Heil, getreten, Sonst sink ich dahin, Ja ich sink. Ei, sprach dein Wink, Halt, meinst du, daß ich nicht lebe, Noch fort um dich schwebe? Mel.: Jesu meine Freude. 787. eu, meine Liebe, Seelen, In der Leibeshöhlen Vielmals nach sich zieht. Ich sprach doch: ich glaube noch; Glaubt ich nicht, nicht wollt ich Die ich oft betrübe beten, Noch vor dich hintreten. Hier in dieser Welt, Dir dankt 6. Herr, wer zu dir schreiet, mein Gemüte Wegen deiner Seine Sünd anspeiet, Ruft dich Güte, Die mich noch erhält, herzlich an Aus getreuem HerDie mir oft gar unverhofft zen, Dessen große Schmerzen Hat geholfen in dem Klagen, Wirst du, Herr, alsdann, Wenn Not, Leid, Angst und Zagen. er fest gläubt, dich nicht läßt, 2. Nun ich will dran denken Als die deinen selbst empfinden, Wenn ich werd in Kränken Und Tilgen seine Sünden. in Aengsten sein; Wo ich werde 7. Drum, o meine Liebe, Die stehen, Wo ich werde gehen, ich oft betrübe Hier in dieser Will ich denken dein; Ich will Welt, Dir dankt mein Gemüte dir, Herr, für und für Dank- Wegen deiner Güte, Die mich bar sein in meinem Herzen, noch erhält, Die mir oft gar Denken dieser Schmerzen. unverhofft Hat geholfen in dem 3. Ich bat dich mit Thränen, Klagen, Not, Leid, Angst und Mit Leid, Angst und Sehnen; Zagen. Christoph Runge, † 1680. Mein Aug und Gesicht Hub ich auf, und schriee, Neigte meine Kreuz und Troſt. 591 Mel.: Herzlich thut mich verlangen. Ist über alle Schäßze, Schenkt 778. uns den heilgen Geiſt. einen hat Gott verlassen, Der ihm vertraut allzeit; Und ob ihn gleich viel hassen, Geschieht ihm doch kein Leid. Gott will den Seinen schüßen, Zuletzt erheben hoch; Und geben, was ihm nüßet Hier zeitlich und auch dort. 6. Ihn hab ich eingeschlossen In meines Herzens Schrein. Sein Blut hat er vergossen Für mich arms Würmelein, Mich damit zu erlösen Von ewger Angst und Pein: Wie fönnt auf dieser Erden Doch größre Liebe sein? 2. Allein ichs Gott heimstelle, Er machs wies ihm gefällt Zu Nuß mein'r armen Seele. In dieser argen Welt Ist doch nur Kreuz und Leiden, Und muß auch also sein: Denn die zeitlichen Freuden Bringen uns ewge Pein. 7. Nun sollt ich mich erzeigen Dankbar für solche Gnad: Ich geb mich Gott zu eigen Mit allem, was ich hab. Wie ers mit mir will machen, Sei ihm all's heimgestellt; Ich b'fehl ihm all' mein Sachen: Er machs wies ihm gefällt. 3. Treulich will ich Gott bitten Und nehmen zum Beistand 8. Amen, nun will ich schließen In allen meinen Nöten, Ihm Dies schlichte Liedelein, Herr beff'r als mir bekannt; Um durch dein Blutvergießen Laß G'duld will ich stets bitten In all'm Anliegen mein; Er wird mich wohl behüten Und mein Nothelfer sein. mich dein Erbe sein: So hab ich alls auf Erden, Was mich erfreuet schon; Im Himmel soll mir werden Die ewig Gnadenkron. Andreas Keßler. 4. All's Glück und Ungelücke Das kommt allein von Gott; Ich weiche nicht zurücke Und Mel.: Gott sei Dank durch alle Welt. fleh in meiner Not. Wie kann er mich denn hassen, Der tren' Nothelfer mein? Ja wenn die Not am größten, So will er bei mir sein. 789. Liebe und ein Kreuz dazu Schafft dem Christenherzen Ruh, Ohne Schmerz täuscht Liebe sehr; Krenz ist ohne Liebe schwer. 5. Reichtum und alle Schätze, 2. Kreuz bei Liebe zeigt, woWas sonst der Welt gefällt, hin Gehen soll des Ehristen Drauf ich mein Sinn nicht Sinn: Dringt dahin, daß er fege: Das bleibet in der Welt. nichts mein In der Lieb, als Ein Schatz hab ich im Him Gott allein. mel, Der Jesus Christus heißt; 3. Ist die Liebe nur allein, 592 Kreuz und Trost. Ohne Kreuz und ohne Pein:| Wird, was dich jetzt betroffen, So verrückt sie den Verstand, Erträglich, sanftund lieblich sein. Und wird Wahnsinn oder Tand. 4. Liebe ohne Kreuz wird blind, Und verführt wohl gar zur Sünd; Aber Kreuz treibt stets zu sehn, Ob wir auch noch sicher stehn. 3. Kanns doch nicht ewig währen; Oft hat Gott unfre Zähren, Eh mans meint, abgewischt; Wenns bei uns heißt: wie lange Wird mir so angst und bange? So hat er Leib und Seel erfrischt. 5. Ist das Kreuz so ganz allein: Fühlt der Leidende nur Pein; Keine Liebe in sein Herz: O so brennt zu sehr der Schmerz. 6. Jede Last fällt ihm zu schwer, Jedes Joch drückt ihn zu sehr; Er fühlt keine Kraft in sich, Und versinket jämmerlich. 7. Aber Liebe giebt ihm Kraft, Festen Sinn und Mut, und schafft, Daß er leidend Wunder thut, Und am Kreuze liebend ruht. 4. Gott pflegt es so zu machen: Nach Weinen schafft er Lachen, Nach Regen Sonnenschein; Nach rauhen Wintertagen Muß uns der Lenz behagen: Er führt in Höll und Himmel ein. 5. Indes ist abgemessen Die Last, die uns soll pressen, Auf daß wir werden klein. Was aber nicht zu tragen, Darf sich nicht an uns wagen, Und sollts auch nur ein Quentlein sein. 6. Denn es sino Liebesschläge Wenn ich es recht erwäge, Womit er uns belegt; Nicht Schwerter, sondern Ruten Sinds, damit Gott zum Guten In Gnaden uns, die Seinen, schlägt. 7. Er will uns dadurch ziehen zu Kindern, die da fliehen Das, was ihm mißbehagt; Den alten Menschen schwächen, Den Eigenwillen brechen, Die Lust ertöten, die uns plagt. 8. Er will uns dadurch lehren, Wie wir ihn sollen ehren 2. Mit Sorgen und mit Za- Mit Glauben und Geduld, Und gen Und unmutsvollen Klagen sollt er uns in Nöten Auch Häufst du mur deine Pein; lassen ja gar töten, Uns doch Durch Stillesein und Hoffen getrösten seiner Huld. 8. O so gieb mir, lieber Herr, Ich verlange sonst nichts mehr, Liebe und ein Kreuz dazu, Und so meinem Herzen Ruh. 3. M. Nath. Fenerberg, gb.1751+ 1812. Mel.: O Welt ich muß dich lassen. ( Nun ruhen alle Wälder.) 790. Mein Herz, gieb dich zufrieden, Und bleibe ganz geschieden Von Sorge, Furcht und Gram; Die Not, die dich jetzt drücket, Hat Gott dir zugeschicket: Sei still, und halt dich wie ein Lamm. Kreuz und Trost. 9. Denn was will uns auch hat verschmähet, Das wird mir scheiden Von Gott und seinen feine Schande sein; Er hat die Freuden, Dazu er uns versehn? Dornen selbst gesäet, Davon Ich lebe oder sterbe, So bleibet ernt ich die Rosen ein! Er mir das Erbe Des Himmels trank den Gallentrunk zuvor, ewiglich doch stehn. Daß er die Bitterfeit verlor. 4. Die größten Heiligen auf Erden Hat er mit Leiden groß gemacht; Sie wuchsen unter den Beschwerden Und wurden Palmen gleich geacht't, Die unter feiner Last vergehn Und auch gedrückt im Flore stehn. 5. Mein Kreuz wird mir noch Rosen tragen, Ich warte nur der rechten Zeit, Da will ich alsdann fröhlich sagen: Nun gute Nacht, du bittres Leid! Weil ich aus allem Ach und Weh Ins Allerheiligste dort geh. B. Schmold, geb. 1673,+ 1737. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt. 791. Mein Kreuze liegt 792. Meine Seele senket auf Jesu Rücken, sich Hin in GotAch, soll mir das nicht tröst- tes Herz und Hände Und erlich sein? So wird es mich wartet ruhiglich Seiner Wege nicht ganz erdrücken; Er teilet Ziel und Ende, Liegt fein stille, es so weislich ein, Daß er die nackt und bloß In des liebsten größte Hälfte trägt Und auf Vaters Schoß. mich nur die kleinste legt. 2. Meine Seele murret nicht, 2. Mein Kreuze kommt aus Ist mit allem wohl zufrieden, seinen Händen, Weil er es Was der eigne Wille spricht, selbst bereitet hat: Ein Freund Ist zum Tode schon beschieden; wird mir nichts Böses senden, Was die Ungeduld erregt, Ist Der mir sein Herz gewidmet in Christi Grab gelegt. hat. Aus diesem Brunnen 3. Meine Seele sorget nicht, quillet mir Nur lauter Selig- Will vielmehr an nichts gedenfeit herfür. ken, Was gleich spitzen Dornen 3. Was Gottes Sohn nicht sticht Und den Frieden nur 38 10. Ist Christus unser Leben So muß uns, seinen Reben, Der Tod sein ein Gewinn; Er mag die Leibeshöhle Zerbrechen, doch die Seele Fliegt auf zum Bau des Himmels hin. 11. Drum gieb dich ganz zufrieden, Mein Herz, und bleib geschieden Von Sorge, Furcht und Gram; Vielleicht wird Gott bald senden, Die dich auf ihren Händen Hintragen zu dem Bräutigam. 593 Joh. Anastasius Freylinghausen, geb. 1670, 1739. 594 Kreuz und Trost. kann fränken; Sorgen kommt| Last, Bewährung aller Fromdem Schöpfer zu, Meine Seele men, Nimm hinweg die Ungesucht mur Ruh. duld, Murren laß nicht kommen. 4. Meine Seele grämt sich nicht, Liebt hingegen Gott im Leiden; Kummer, der das Herze bricht, Trifft und ängstet nur die Heiden; Wer Gott in dem Schoße liegt, Bleibt in aller Not vergnügt. 5. Meine Seele klaget nicht, Denn sie weiß von keinen Nöten. Hangt an Gottes Angesicht Auch alsdann, wenn er will töten; Wo sich Fleisch und Blut beklagt, Wird das Freudenlicht verjagt. 5. Ertöt den Leib, Die Lust vertreib, Laß deine Macht drin sehen, Daß Natur und Eigenheit Weichen und vergehen. 6. Im Kreuz ist Lieb, Des Glaubens Trieb Und hoffnungsvolles Leben; Es giebt Trost, versichert auch Der Kindschaft daneben. 7. O sanftes Joch, Du bleibest doch Sehr leicht, wie Christus lehret; Wer in dessen Kraft dies fühlt, Liebet dich und ehret. 8. Geheime Ruh, Wie bald wirst du Bringen die schöne Krone, Die den Siegern Jesus wird Geben dort zum Lohne. 6. Meine Seel ist still zu Gott Und die Zunge bleibt gebunden; Also hab ich allen Spott, Alle Marter überwunden, Bin gleich wie ein stilles Meer Voll von Gottes Preis und Ehr. Joh. Jos. Winckler. Mel.: Traurigkeit, o Herzeleid. 793. Kreuzes- Stand, D edles Band, Das alle Streiter bindet, Deinen süßen Honigsaft Mein Herz wohl empfindet. 2. O selig ist, Wer dein ge- tragen: Drum will ich mit Zions nießt, Und mit dir ist gezeich- Schar Auch mit Amen sagen. net! Lauter Segen läßt du 9. Zionskind, Ach eil geschwind, Streck aus die beiden Arme; Nimm darein das Kreuz mit Lust, Gott ist dein Erbarmen. 10. Er ist sehr mild, Dein Burg und Schild, Dein Schutzherr und Erretter; Dein Immanuel und auch Im Kreuz dein Vertreter. 11. Er hat bereits Und wird dein Kreuz Noch ferner helfen nach Dem, der dich erreichet. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 3. O edler Schatz, Hab ewig 794. mein Herz gieb dich zufrieden, Plaß Bei mir in meinem Herzen; Ich füß deine Süßigkeit Mit liebevollen Schmerzen. 4. O liebster Gast, O süße Und verzage nicht so bald! Was dein Gott dir hat beschieden, Nimmt dir keiner Welt Gewalt, Kreuz und Trost. Keiner hindert, was er will. Bleib am Werke deiner Hände, Harre nur, vertraue still! So führt ers zum schönsten Geh des Wegs, den er dich Ende! sendet, Er begann und er vollendet. 595 - Mel: Erschienen ist der herrlich Tag. 795. Ma as Gott gefällt, mein frommes 2. Hüllt er dich in Dunkelheiten, So lobsing ihm aus der Nacht. Sieh, er wird dir Kind, Nimm fröhlich an; stürmt Licht bereiten, Wo dus nimmer- gleich der Wind Und brauſt, mehr gedacht. Häuft sich Not daß alles knackt und bricht, So und Sorg umher, Wird die sei getrost, denn dir geschicht, Last dir allzuschwer, Faßt er Was Gott gefällt. plößlich deine Hände, Und führt selber dich ans Ende. 2. Der beste Will ist Gottes Will, Auf diesem ruht man sanft und still; Da gieb dich allzeit frisch hinein, Begehre nichts als nur allein, Was Gott gefällt. 3. Wär auch alle Welt dir feindlich, Rottet sie sich wieder dich, Dank Ihm, o der Herr ist freundlich, Seine Huld währt ewiglich! Sind auch Trauer, Angst und Leid Seines Segens dunkles Kleid, Dank ihm, er schickt seinen Segen Auf geheimnisvollen Wegen. 3. Der flügste Sinn ist Gottes Sinn: Was Menschen sinnen, fället hin, Wird plötzlich kraftlos, müd und laß, Thut oft was bös, und selten das, Was Gott gefällt. 4. Endlich wird sein Morgen grauen, Kennst du nicht sein Morgenrot? Darfst du zagend rückwärts schauen, Wenn dich Glut und Sturm bedroht? Denn auch Feuer, Flamm und Wind Boten seines Willens sind. 4. Der frömmste Mut ist Gottes Mut, Der niemand Arges gönnt und thut: Er segnet, wenn uns schillt und flucht Die böse Welt, die nimmer sucht, Was Gott gefällt. 5. Das treuste Herz ist GotUnd kanns nur ein tes Herz, Treibt alles Unglück Wunder wenden, Auch ein hinterwärts, Beschirmt und Wunder kann er senden.- 5. O so laß denn alles Bangen, Wirke frisch, halt mutig aus, Was mit Ihm du ange- 6. Der Glaub ergreift des fangen, Führet er mit dir Höchsten Huld, Die Hoffnung hinaus! Und ob alles wider steht: Im Vertrauen und Gebet, schüßzet Tag und Nacht Den, der stets hoch und herrlich acht't, Was Gott gefällt. bringt und schafft Geduld: Schlenß beid in deines Herzens 38* 596 Kreuz und Trost. Schrein, So wird dein ewges| 4. Ein jeder Tag hat seine Erbe sein, Was Gott gefällt. eigene Plage, Ein jedes Glied 7. Dein Erb ist in dem Him- sein eigne Kreuzeslast; Wenn melsthron, Da ist dein Zepter, ich dein Kreuz nur immer wilReich und Kron, Hier wirst lig trage, Das du zum Heil du schmecken, hören, sehn, Da für mich bestimmet hast, So wird ohn Ende dir geschehn, Was trag ich nichts zu lang und viel, Gott gefällt. Du setzest aller Last Ihr rechtes Maß und Ziel. Paul Gerhardt. Mel.: Mein Freund zerschmilzt. 796. stilles Lamm, du haft für mich ge5. Es darf da nichts mich allzu lästig drücken, Es drücket nur das böse Fleisch und Blut; litten Und warest doch ganz Der Geist hingegen kann sich heilig, ohne Schuld; Dadurch da erquicken; So thut dein ist mir mein Seelenheil erstrit- Kreuz uns täglich viel zu gut; ten, Du bist auch mir ein Spie- Es macht von vieler Hindrung gel der Geduld: O laß mich frei, Daß unser Geist dadurch deinem Vorbild gleich, Auch Im besten Wachstum sei. recht geduldig sein, So geh ich in dein Reich. 6. Wenn wir dein Kreuz nur fein geduldig tragen, So trägt 2. Der schmale Weg den wir es uns in Gottes Herz hinein; zum Himmel gehen, Geht durch Flieht man das Kreuz als Geduld, durch Trübsal, Kampf lauter Last und Plagen, So und Not; Drum laß mich doch macht man sich nur größre den Kreuzesweg verstehen, Und Last und Pein; Das Fleisch führe stets das böse Fleisch in wird stark und schwächt den Tod. Nimm doch von mir die Geist, Owohl uns, wenn Zärtlichkeit Und gieb mir rech- man trägt, Was du uns traten Ernst In allem Kampf gen heißt! und Streit. 7. So hilf mir mun, daß ich 3. Ich soll dein Kreuz ja mich stündlich leide Und ja täglich auf mich nehmen, O, nicht mehr aus deiner Schule gieb mir nun dazu auch wahre geh; Gieb nur Geduld und stete Treu, Daß ich mich deiner Glaubensweide, Daß ich im Schmach nicht möge schämen, Kampf gestärkt und männlich Und also auch dein rechter Jün- steh, Und dann verwandle alles ger sei, Der jeden Tag sein Krenze Leid Schon hier, besonders trägt, Das dein so weiser Rat dort, In lauter Herrlichkeit. Ihm selbst hat auferlegt. K. H. v. Bogaßfy, geb 1690,+ 1774, - 597 Kreuz und Trost. Mel.: Seelenweide meine Freude. gen Nur der frohen Heimat 797. Was verlangst du, zu; Endlich stillt sich dein Verwarum bangst du, langen; Endlich kommt die süße Armes unruhvolles Herz; Sei Ruh. zufrieden, denn hienieden, Wohnt mur eitel Gram und Schmerz. 2. Willst du Gaben gerne haben, Die nicht Wurm noch Rost verzehrt; Laß die Erde, daß dir werde, Was da unvergänglich währt. 3. Dort wird dich das Lamm erquicken, Dort wo keine Sonne sticht; Dort wird keine Not mehr drücken; Weine mur! doch weine nicht! 4. Weine nicht: dein Ueberwinder Ist der Löw aus Judas 3. Willst du lieben? suche Stamm, Und die Schar ver3. Willst du lieben? suche lorner Sünder Hat an ihm das drüben Den, der liebenswürdig lorner Sünder Hat an ihm das ist, Alles meide, alles leide, Bis du ihm auch ähnlich bist! 4. Ringe, meide, bis die Freude Dieser Welt vorüber ist. Schau zur Höhe, bis das Wehe Die ser Welt dein Herz vergißt. 5. O der Schmerzen, bis im Herzen Treu und Demut endlich siegt, Und der Taube from mer Glaube Selig ihm entgegenfliegt! 6. Stille, stille, Herr dein Wille Der geschehe nur an mir! Amen! Amen!- und dein Namen sei gepriesen dort und hier! Luise Hensel. Opferlamm. 5. Jesus hat das Heil erfunden, Hat der Feinde Macht besiegt, Und durch ungezählte Wunden Gottes Majestät vergnügt. 6. Alles liegt zu seinen Füßen; Satan, Sünde, Tod und Welt Wird einmal bezeugen müssen, Jesus sei der Siegesheld. 7. Weine nicht; Gott ist verföhnet: Der, den man bei Hohn und Spott Mit dem Dornenkranz gekrönet, Machte uns gerecht vor Gott. 8. Weine nicht, Gott will uns lieben, Weil der Sohn gestrafet ist; Ja, er pflegt sich zu betrüben, Wenn man nun zu blöde ist. Mel.: Ringe recht, wenn Gottes. 798. Meine nur; die Saat der Zähren Wird in voller Frucht dort stehn: 9. Er hat es sogar beschworen, Daß er nicht mehr zürnen Und es wird nicht lange wäh will, Blödes Herz, nimm es ren, So wird man die Ernte sehn. 2. Eile mit bethränten Wanzu Ohren; Glaube, liebe und ſei ſtill! 10. Weine nicht; dein Hoher 598 Kreuz und Trost. priester, Sigt dort oben, dir| auf Salems Auen, Sei nun zu gut, Und durchstreicht dein frei von deiner Last. 19. Meine Freundin, meine Taube, Stehe auf und komm herbei, Denn dein ungefärbter Glaube War bis in den Tod getreu. 11. Er vertritt uns, wenn wir beten, Sein Geist hilft der Schwachheit auf: Und so oft mir vor ihn treten, Giebt er neue Kraft zum Lauf. 12. Er führt uns die besten Wege, Und geht als ein Jonathan, Auch auf ungebahntem Stege, Seinen Streitern stets 799. Wie der Hirsch in großen Dürsten 20. Du hast deine Kron erstritten, Trage sie nun ewig hier; Du hast dort mit mir gelitten, Herrsche nun auch hier mit mir. Hense, † 1774. Mel.: Freu dich sehr. voran. Schuldregister Mit dem eignen Bundesblut. 13. Glaube nur, auch ohne Schreiet und frisch Wasser Sehen, Jesus ist unsichtbar da, sucht, Also sucht dich, LebensBis du wirst dort oben stehen, Bis du singst: Halleluja! fürsten, Meine Seel in ihrer Flucht. Meine Seele brennt in mir, Lechzet, dürstet, trägt Begier Nach dir, o du süßes Leben, Der mir Leib und Seel gegeben. 2. Ach! wann werd ich dahin kommen, Daß ich Gottes Ange15. Wird uns aller Trost sicht, Das gewünschte Licht der entrissen, Er bleibt unsre Zu- Frommen, Schau mit meiner versicht, Und das Licht in Fin- Augen Licht? Meine Thränen sternissen; Stirbt gleich alles, sind mein Brot Tag und Nacht er stirbt nicht. in meiner Not, Wenn mich 16. Weine nicht; denn seine schmähen meine Spötter: Wo Treue Ist noch stets unwandel- ist nun dein Gott und Retter? bar; Heute ist er ja aufs neue, 3. Wenn ich dann des inne Der er sonst und gestern war. werde Schütt ich mein Herz 17. Und er will derselbe blei- bei mir aus; Wollte gerne mit ben, Jesus will er ewig sein: der Herde Deiner Kinder in So läßt er sich selbst beschreiben; So trifft es noch heute ein. dein Haus, Ja, in dein Haus wollt ich gern Gehen und dir, meinem Herrn, In der Schar, die Opfer bringen, Mit er14. Dieser Joseph nennt uns Brüder, Und beut uns sein Gosen an; Er ersetzet alles wieder, Was uns hier nur schmerzen kann. 18. Weine nicht; du wirst den schauen, Den du hier geliebet hast; Komm, ruft er, hobner Stimme singen. Kreuz und Trost. 599 4. Was bist du so hoch be- wo ist nun Dein Gott und trübet Und voll Unruh, meine sein großes Thun, Davon, wenn Seel? Harr auf Gott, der du sicher lagest, Du so hoch zu herzlich liebet, Und wohl siehet, rühmen pflagest? was dich quält. Ei, ich werd ihm dennoch hier Fröhlich danken, daß er mir, Wenn mein Herz ich zu ihm richte, Hilft mit seinem Angesichte. 9. Was bist du so hoch betrübet Und voll Unruh, meine Seel? Harr auf Gott, der herzlich liebet, Und wohl siehet was dich quäl. Ei, ich werd ihm dennoch hier Fröhlich danken für und für, Daß er meinem Angesichte Sich selbst giebt zum Heil und Lichte. Paul Gerhardt. Mel.: O Gott, der du ein Heerfürst. 800. Mohl, wohl dem 5. Mein Gott, ich bin voller Schande, Meine Seele voller Leid; Darum denk ich dein im Lande Bei dem Jordan an der Seit, Da Hermonim hoch herfür Und hingegen meine Zier, Mann, der in Zion, ein klein wenig steiget Und die Kron und Zepter neiget. der Welt Dich, Herr, für seine 6. Deines Zornes Fluten sau- Stärke hält, Von Herzen deisen Mit Gewalt auf mich da- nen Weg erwählet! Geht hier her, Dein Gericht und Eifer der Pfad durchs Thränenthal, brausen Wie das wilde tiefe Meer; Deine Wellen heben sich Hoch empor, und haben mich Mit ergrimmten Wasserwogen Fast zu Grund hinabgezogen. 7. Gott der Herr hat mir 2. Wir wallen in der Pilgerversprochen, Wenn es Tag ist, schaft Und gehen fort von Kraft seine Güt, Und wenn sich die zu Kraft, Vor Gott in Zion Sonn verkrochen, Heb ich zu zu erscheinen. Hör mein Gebet, ihm mein Gemüt, Spreche: du Herr Zebaoth! Vernimms, vermein Fels und Stein, Gegen welchen alles klein, Dem ich in dem Schoß gesessen! Warum hast du mein vergessen? Er findet auch in Not und Qual, Daß Trost und Kraft ihm nimmer fehlet. Von dir herab fließt mild und hell Auf ihn der reiche Segensquell. 8. Warum muß ich gehn und weinen Ueber meiner Feinde Wort? Es ist mir in meinen Beinen Durch und durch als wie ein Mord, Wenn sie sagen nimms, o Jakobs Gott! Erquicke mich auch mit den deinen, Bis wir vor deinem Throne stehn Und dort anbetend dich erhöhn. 3. Du unser Schild, Gott, schau uns an, Schau uns in dem Gesalbten an. Ein Tag in deinem Haus ist besser, Denn tausend ohn dich nah zu sehn; Ja, auf 600 Kreuz und Trost. der Schwelle nur zu stehn An zu blind: Ihre halbgebrochnen meines Gottes Haus, ist größer, Als lang in stolzer Ruh der Welt Zu wohnen in der Bösen Zelt.( Aus Psalm 84.) Mel.: O wie selig sind die Seelen. ( Alles ist an Gottes Segen.) Augen Nicht in das Verborgne taugen, Dem sie allzublöde sind. 6. Weil der Herr im Dunkeln wohnet Und sein Reich im Trauen thronet, Da man glaubt, ob man nicht sieht: Bleibt die 801. Wunderanfang! herr- Sorge wohl bei Sorgen; Wer lichs Ende! Wo nicht trauen will auf morgen, die wunderweisen Hände Gottes Dem auch keine Hülfe blüht. führen ein und aus. Wunder- 7. Gott muß man in allen weislich ist sein Raten, Wun- Sachen, Weil er alles wohl derherrlich seine Thaten; Und du sprichst: wo wills hinaus? 2. Denke doch: es muß so gehen, Was Gott weislich heißt geschehen, Ihm und dir zur Herrlichkeit; Ob der Anfang seltsam scheinet, Ist das End doch gut gemeinet: Friede folget nach dem Streit. 3. Gottes Weg ist in den Flüssen Und in großen Wassergüssen, Und du spürst nicht seinen Fuß: So auch in dem Meer der Sorgen Hält Gott seinen Pfad verborgen, Daß man nach ihm suchen muß. 4. In den ungegründten*) Gründen, Wo nur tiefer Schlamm zu finden, Im Angst-, Kreuz- und Todesmeer Sieht man oft die Christen schwimmen Und sich im Verducken**) krümmen, Als obs schon verloren wär.*) grundlosen.**) Untertauchen. 5. Kein Besinnen kann ersinnen, Wo man könne Hülf gewinnen; Die Vernunft ist hier kann machen End und Anfang geben frei. Er wird, was er angefangen, Lassen so ein End erlangen, Daß es wunderherrlich sei. 8. Rollet er mit dir im Schrecken Durch die Dornen, durch die Hecken, Ueber Stock und über Stein, Berg und Thal und Felsenklüften, Feuer, Wasser und in Lüften Und was mehr kann schrecklich sein: 9. So laß dir noch nimmer grauen, Lerne deinem Gott vertrauen, Sei getrost und gutes Muts. Er, fürwahr! er wird es führen, Daß dus wirst am Ende spüren, Wie er dir thut lauter Guts. 10. Du wirst an den Fingern zählen Und nicht vor der Welt verhehlen, Was die blinde Welt nicht kennt. Er wird dir dein Kreuz versüßen, Daß du wirst bekennen müssen, Wunderanfang! herrlichs End! Heinrich Arnold Stockfleth,( Dorus) geb. 1643, † 1708. Morgen, Abend und Nacht. 601 Eigene Melodie. herrlich ist und alle Gäst erfreut, 802, ulegt gehts wohl Im Glauben stärkt die neuen dem, der gerecht auf Erden, Durch Christi Blut, und Gottes Erbe war. kommt zuletzt das angenehme Jahr, Der Tag des Heils an dem wir fröhlich werden. Hochzeitleut, Da sieht man denn, daß ers annoch gut meine. 5. Zuletzt ward erst die Rahel beigelegt Dem Israel; zuletzt ward Joseph groß und kommt empor, erst war er arm und bloß, Zuletzt ward noch Tobias wohl gepfleget. 6. Zuletzt, und nicht zuerst, nimmt Gott die Seinen Ins Paradies, ins Lebens Liebesreich, Und machet sie den Engeln Gottes gleich; Vorhero läßt er sie erst gnug ausweinen. 7 Zuletzt, merts wohl, und halte nur fein stille, O liebes Herz, dem, der dich erst betrübt, Und dich dabei doch wahrlich 2. Zulegt giebt Gott, wonach wir uns gesehnet, Wenn Glaub und Lieb in Kreuz bewähret ist, Und man Geduld an unsrer Stirne liest, Wenn wir genug sind von der Welt verhöhnet. 3. Zuletzt reicht man den Siegern ihre Kronen, Und führet sie vom Feld ins Vaterland, Allwo bereit der selge Ruhestand, Dadurch der Fürst den Kampf pflegt zu belohnen. 4. Zuletzt macht Gott das herzlich liebt: Gedenke nur: Wasser selbst zu Weine, Der es ist so Gottes Wille. Ehr. A. Bernstein, † 1699. XXI. Morgen, Abend und Nacht. Mel.: Christus der uns selig macht; oder: Schwing dich auf zu deinem. 803. Christe, wahres See lenlicht, Deiner Christen Sonne, O du flares Angesicht, Der Betrübten Wonne: Deiner Güte Lieblichkeit st neu alle Morgen, In dir bin ich recht erfreut, Darf nicht übrig sorgen. 2. Wecke mich von Sündenschlaf, Der du bist das Leben, Neues Leben in mir schaff; Denn du hast gegeben Dieser Welt das Sonnenlicht, Welches all erfreuet, Wirst du mich ja lassen nicht Täglich unerneuet. 3. Ohne Licht sieht man kein Licht: Ohne Gottes Leuchten Sieht kein Mensche Christum nicht, Der uns muß befeuchten mit dem hellen Himmelstau Seiner süßen Lehre; Drum, Herr Christe, auf mich schau und dich zu mir kehre. 4. Kehre zu mir deine Güt: Morgen, Abend und Nacht. Freundlich mich anblicke, Daß| Wacht; Drum ich Tod, Teufel, mein innerstes Gemüt Sich Höll nicht acht, Denn wo ich bin, in dir erquicke Und die süße bist du bei mir, Mein Glück Himmelslust Mit Begierde und Kreuz kommt alls von dir. schmecke; Sonsten sei mir nichts bewußt, So da Freud erwecke. 5. Ich leb oder sterb, so bin ich dein; Darum ich dir die Seele mein Befehl jeßund und auch im Tod: Nimm sie zu dir, o treuer Gott. 5. Laß ja ferne von mir sein: Hoffart, Augenweide: Fleisches luft und Augenschein, Jesu, mir verleide, Damit sich die Welt ergötzt Zu ihr'm Selbst- Mel.: Es ist das Heil uns kommen her. verderben: Denn was sie fürs 805. Erhebe dich meine Beste schäßt, Machet ewig sterben. Seel: Die Fin6. Nun so bleibe stets mein sternis vergehet; Der Herr erLicht, Jesu meine Freude, Bis scheint in Israel, Dein Licht der frohe Tag anbricht, Da am Himmel stehet. Erhebe dich nach allem Leide Ich in weißer aus deinem Schlaf, Daß er Kleiderpracht Freudig werde was Gutes in dir schaff, Indem springen Und, daß Gott es wohl er dich erleuchtet. gemacht, Ohn Aufhören singen. Christ. Prätorius( Schulze; Scultetus). 602 Mel.: Wo Gott zum Haus; oder: Herr Jesus Christ, dich zu uns. 804. Des Morgens, wenn ich früh aufsteh, Und des Abends zu Bette geh, Sehn meine Augen, Herr, auf dich, Herr Jesu, dir befehl ich mich. 2. In den heilgen fünf Wunden dein Da kann ich ruhn und sicher sein Mit Leib und Seele, Hab und Gut: Mein Schatz ist nur dein heilges Blut. 3. Denn, o Herr Christ! am Kreuzesstamm Dein heilges Blut die Sünd hinnahm: Drum ich wach oder schlafe ein, Wollst du, Herr, allzeit bei mir sein. 4. Dein Engel mir stets halte 2. Jm Licht muß alles rege sein Und sich zur Arbeit wenden: Im Licht singt früh das Vögelein, Im Licht will es vollenden: So soll der Mensch in Gottes Licht Aufheben billig sein Gesicht Zu dem, der ihn erleuchtet. 3. Laßt uns an unsre Arbeit gehn, Den Herren zu erheben; Laßt uns, indem wir auferstehn, Beweisen, daß wir leben. Laßt uns in diesem Gnadenschein Nicht eine Stunde müssig sein: Gott ists, der uns erleuchtet. 4. Ein Tag geht nach dem andern fort Und unser Werk bleibt liegen. Ach hilf uns, Herr, du treuster Hort, Daß wir uns nicht betrügen: Gieb, daß wir greifen an das Werk, Gieb Morgen, Abend und Nacht. 603 Gnade, Segen, Kraft und Stärk| wohl enden. Steh mit Jesu Im Licht, das uns erleuchtet. Morgens auf, Geh mit Jesu 5. Du zeigst, was zu verrich- schlafen; Führ mit Jesu deinen ten sei Auf unsers Glaubens We- Lauf, Lasse Jesum schaffen. gen; So hilf uns nun und steh uns bei, Verleihe deinen Segen Daß das Geschäft von deiner Hand Vollführet werd in alle Land, Wozu du uns erleuchtet. 6. Ich flehe, Herr, mach uns bereit, Zu dem, was dir gefällig, Daß ich recht brauch der Guadenzeit; So flehen auch einhellig Die Kinder, die im Geist geborn, Und die sich fürchten vor dem Zorn, Nach dem du sie erleuchtet. 2. Morgens soll der Anfang sein, Jesum anzubeten, Daß er woll dein Helfer sein Stets in allen Nöten. Morgens, Abends und bei Nacht Will er stehn zur Seiten, Wenn des Satans List und Macht Dich sucht zu bestreiten. 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, Laß die Feinde wüten: Er wird dich vor ihrer List Schützen und behüten. Seß nur das Vertrauen dein In sein Allmachtshände Und glaub sicher, daß allein Er dein Unglück wende. 4. Wenn denn deine Sach und Stärke; Es sei die Demut also Mit Gott angefangen: Ei, meine Zier, Die Lieb das Werk der Werke; Die Weisheit fließt in diesem Grund Und öffnet beides Herz und Mund, Dieweil die Seel erleuchtet. 7. Das Licht des Glaubens ist in mir Ein Licht der Kraft so hat es feine Not, Wirst den Zweck erlangen; Es wird folgen Glück und Heil Hier in diesem Leben, Endlich wird dir Gott dein Teil Auch im Himmel geben. 5. Nun, Herr Jesu, all mein Sach Sei dir übergeben: Es nach deinem Willen mach. Auch im Tod und Leben. All mein Werk greif ich jetzt an, Jesu, in deim Namen; Laß es doch sein wohlgethan! Ich sprech darauf Amen. 8. Herr, bleib bei mir, du ewges Licht, Daß ich stets gehe richtig; Erfreu mich durch dein Angesicht, Mach mich zum Glauben tüchtig, Bis ich erreich die güldne Stadt, Die deine Hand gegründet hat, Und ewiglich erleuchtet. Peter Lackmann, † 1713. Mel.: Schwing dich auf zu deinem! oder: Christus der uns selig macht. 806. ang dein Werk mit Jeju an: Jesus 807. Früh am Morgen hats in Händen; Jesum ruf Jesus gehet Und zum Beistand an: Jesus wirds vor allen Thüren stehet, Klopfet Mel.: Quem pastores laudavere. oder: Kommt und laßt uns. Morgen, Abend und Nacht. an, wo man geflehet: Komm,| uns leuchten immerdar, Sonst Herr Jesu unser Gast! 2. Nun so lasset ihn nicht dorten, Thut ihm auf des Herzens Pforten Und ruft ihn mit süßen Worten: Eile, Jesu, fehre ein! 3. Wollest täglich bei uns bleiben, Alle Feinde von uns treiben, Und ins Buch des Lebens schreiben Und der gute Hirte sein; 4. Weiden uns auf grünen Auen, Daß wir deine Fülle schauen Und auf deinen Reichtum bauen, Mit dir gehen aus und ein. 5. Amen, ja, es soll geschehen! Jesus wird heut mit uns gehen Und mir werden fröhlich sehen, Daß er uns nicht läßt allein. Mel.: Jhr lieben Christen freut euch. oder: Vom Himmel hoch 604 sigen wir im Finstern gar. 5. Leucht uns mit deinem Glänzen flar Und Jesum Christum offenbar; Jag aus der Finsternis Gewalt, Daß nicht die Lieb in uns erfalt. 6. Sei willkommen, du lieber Tag! Vor dir die Nacht nicht bleiben mag! Leucht uns in unsre Herzen fein Mit deinem himmelischen Schein! 7. O Jesu Christ, wir warten dein, Dein heiligs Wort leucht uns so sein! Am End der Welt bleib nicht lang aus Und führ uns in dein's Vaters Haus! 8. Du bist die liebe Sonne flar: Wer an dich gläubt, der ist fürwahr Ein Kind der ewgen Seligkeit, Die deinen Christen ist bereit. 808. Steht auf ihr lieben Kinderlein! Der Morgenstern mit hellem Schein 9. Wir danken dir, wir loben ein Held Und leuchtet in die ganze Welt. Läßt sich frei sehn gleich wie dich Hie zeitlich und dort ewiglich Für dein große Barmherzigkeit Von nun an bis in Ewigkeit. Amen. 2. Sei willkommen, du schöner Stern! Du bringst uns Christum unsern Herrn, Der unser lieber Heiland ist; Darum du hoch zu loben bist. Erasm. Alber, † 1553. Mel.: Herzlich thut mich. 3. Ihr Kinder sollt bei diesem Stern Erkennen Christum, unsern Herrn, Marien Sohn den treuen Hort, Der uns leuchtet mit seinem Wort. 809. Por Jesu Augen schweben, Ist wahre Seligkeit, Ein unverrücktes Leben Mit ihm schon in der Zeit. Nichts können und nichts wissen, Nichts wollen und nichts thun, Als Jesu folgen müssen, Das heißt in Frieden ruhn. 4. Gotts Wort, du bist der Morgenstern: Wir können dein gar nicht entbehrn; Du mußt 2. Man steht aus seinem Schlafe In Christi Freundschaft Morgen, Abend und Nacht. 605 auf; Man fürchtet feine Strafe zu, und wenn ich meine Bette Im ganzen Lebenslauf; Man grüße, So befördert meine Ruh. ißt und trinkt in Liebe, Man hungerte wohl auch Und hält im Gnadentriebe Beständig einen Brauch. 3. Aber du, mein Herze, wache, Denn dein Jesus flopfet an, Daß er sich ein Lager mache, Wo er bei dir ruhen kann. Laß die Glaubenslampe brennen, Geuß das Del der Andacht ein: So wirst du den Freund erkennen, Der dir will zur Seite sein. 4. Gewiß, wer erst die Sünde In Christi Blut ertränkt Und 4. Laß mein Opfer dir gefallen, Ewiger Genadenthron! Höre meines Mundes Lallen Und der Lippen schwachen Ton: Ach durchstreich mit deinem Blute des vergangnen Tages dann gleich einem Kinde Ihm Schuld! Schone meiner mit der unverrückt anhängt, Der wird auch heilig handeln Und kann dann anders nicht. Herr Jesu! lehr uns wandeln In deiner Augen Licht. Rute Und erzeige mir Geduld. N. L. v. Zinzendorf, geb. 1700, † 1760. 5. Treuer Hirte deiner Schafe, Wächter mitten in der Nacht, Decke mich in meinem Schlafe, Gieb mir deiner Engel Wacht. Sei du meine Feuersäule, Daß der arge Feind erschrickt Wenn er die vergift'ten Pfeile Auf mein schlafend Herz abdrückt. Mel.: O du Liebe meiner Liebe. 810. Abend, heller als der Morgen, Weil mein Jesus bei mir ist. Gute nacht, 6. Deine Wagenburg umihr müden Sorgen! Sanfte schließze, Alles, das mir angehört, Ruhe, sei gegrüßt! Weil mich Daß man nichts vom Grauen Gottes Flügel decken Und sein wisse, Welches sonst die Ruhe Auge für mich wacht, Ach, so stört. Laß an unsre Bette werd ich nicht erschrecken Vorschreiben: Gottes Kinder schlader sonst betrübten Nacht. fen hier Und Gott wird bei ihnen 2. Kommt, ihr angenehmen bleiben: O wie sanfte ruhen wir. Schatten, Wieget meine Glieder B. Schmolck, geb, 1672, † 1737. ein, Daß sie ihre Kraft er- Mel.: O du Liebe meiner Liebe. 3. Wenn man den Tag vollendet, So legt man sich zur Ruh; Von Christo unverwendet, Thut man die Sinnen zu Und wünschet selbst den Träumen ( Wenns ja geträumt muß sein) Nicht andres einzuräumen, Als Christi Wundenschein. statten, Wann sie wie gestorben 811. Bleibe, es will Abend werden, Jeju, sein. Deckt, ihr schwarzen Finsternisse, Dieses Tages Fehler bleibe du bei mir! Also ruf 606 Morgen, Abend und Nacht. im Thal der Erden Ich, dein Himmelstriften Gehet erst das Pilger, auch zu dir. Bleibe mir, Schauen an. statt tausend Sonnen; Denn dein Geist und Lebenswort Hat das Herz mir abgewonnen: Darum läßt es dich nicht fort. 6. Bleibe stets mir in Gedanken, Daß mein Herz dich nicht verläßt; Mach es, wenn es wollte wanken, Durch die 2. Bleibe, du bist mein Er- Gnade wieder fest! Bleibe bei löser: Ach, was hab ich ohne mir, wenn ich schaffe; Bleibe dich? Da wird nur mein Elend bei mir, wenn ich Ruh; Bleibe größer und der Tod erschrecket bei mir, wenn ich schlafe, Weicht mir alles: bleibe du. mich. Ohne dich bin ich verloren, Aber, Herr, dein Fleisch und Blut Macht mich wieder neu geboren, Weil es ewge Wunder thut. 7. Ja, du bleibst, du hast versprochen: ,, Ich bin bei euch allezeit!" Du hast nie dein Wort gebrochen, Brichsts auch nicht in Ewigkeit. Schlaft, ihr Glieder, wach, o Seele, Jesus bleibt und hält die Wacht, Er, dem ich euch froh befehle: Das ist eine gute Nacht! Ph. Fr. Hiller, geb. 1699, † 1769. Eigene Melodie. oder: Herzlich thut mich verlangen. 3. Bleibe, denn du bist mein Leben, außer dir ist alles tot; Außer dir sind wir ja Reben, Welchen Gott das Feuer droht. Meine Herzens schwache Triebe Gehen, Herr, auf dich allein; Wenn nicht Jesus bei mir bliebe, Möcht ich nicht geboren sein. 4. Bleibe, mußt du gleich mir 812. Der Tag hat sich sagen, Daß ich unverständig ſei; geneiget, Die Denn du kannst die Schwachen Nacht herfür jetzt geht: Gott tragen, Und bleibst ohne Wandel sei gebenedeiet, Der uns betreu. Ich will schuldig mich schüßzet hat, Durch seine milde bekennen, Denn ich bins; doch Güte Erhält uns Leib und bleib mir nah! Laß mir nur Seel: Woll uns fortan behüten das Herz entbrennen, Daß ich Vor allem Ungefäll. fühle, du bist da. 2. Nichts ist auf dieser Erden, 5. Bleibe, wenn vor meinen Das da beständig bleibt: Allein Augen Jetzt auch noch ein Vor- die Güt des Herrn Die währt hang ist, Daß sie nicht zu sehen in Ewigkeit, Steht allen Mentangen Deine Klarheit, Jesu schen offen; Gott läßt die SeiChrist; Deffne mir indes die nen nicht: Drauf seß ich all Schriften, Daß ich an dich glau- mein Hoffen, Mein Trost, mein ben kann, Denn auf jenen Zuversicht. Morgen, Abend und Nacht. 607 3. Dem hab ich mich ergeben der Welt, Den niemand sehen In dieser argen Welt. So ist des Menschen Leben Wie Blümlein auf dem Feld; Des Morgens in dem Tauen Stehn sie gefärbet schön; Bald werd'n sie abgehauen, Verderben von Stund an. kann, Du siehst ja mich in deinem Zelt, Hör auch mein Seufzen an. 3. Der Tag, den ich nunmehr vollbracht, Der war besonders dein; Drum hätt er auch bis in die Nacht Dir sollen heilig sein. 4. Vergieb mir, lieber Herre, 4. Vielleicht ist dieses nicht geMein Sünd und Missethat; schehn, Denn ich bin Fleisch Ich hab gesündigt sehre Und und Blut Und pfleg es öfters bitte, Herr, um Gnad. Wenn zu versehn, Wenn gleich der du mir zu wollst schreiben Mein Wille gut. Sünd und auch mein Schuld: Wo sollt ich vor dir bleiben? Den Tod hätt ich verschuldt. 5. Nun such ich deinen Gnadenthron, Sieh meine Schuld nicht an Und denke, daß dein lieber Sohn Für mich genug gethan. 5. Ich bitte gnädiglichen Um Christi willen fein: Mach mich von Sünden ledig; Gieb mir den heilgen Geist, Der mich weise und lehre, Ja der mich leit und führ, Auf daß ich nimmermehre Gott's Weg und Steg verlier. 6. Schreib alles, was man heut gehört, In unsre Herzen ein, Und lasse die, so es gehört, Dir auch gehorsam sein. 7. Ehalte ferner noch dein Wort Und thu uns immer wohl, Damit man stets an diesem Ort Gott diene, wie man soll. 6. Mein Leib, mein Seel, mein Leben, Mein Haus, mein Gut, mein Ehr, Was du mir hast gegeben, Befehl ich dir, o Herr, In dein göttliche Hände: Behüt mich gnädiglich; Gieb mir ein selig Ende Und nimm mich in dein Reich. 8. Indessen such ich meine Ruh; O Vater! steh mir bei, Und gieb mir deinen Engel zu, Daß er mein Wächter sei. 9. Und endlich führe, wann es Zeit, Mich in den Himmel ein, Da wird in deiner Herrlichkeit Mein Sabbat ewig sein. Kaspar Neumann. Mel.: Wenn wir in höchsten Nöten; oder: Herr Jesu Christ, dich zu uns dir, 814. Wir danken Herr Jesu Christ, Daß du unser Erlöser bist, Uns Mel.: Nun sich der Tag geendet hat. 813. un bricht die finstre Nacht herein, Des Tages Glanz ist tot; Jedoch, mein Herz, schlaf noch nicht ein, Geh, rede vor mit Gott. 2. Gott, du großer Herr Morgen, Abend und Nacht. b'hütet hast vor aller G'fahr aller Frist Ein herzenslieber Durch deiner lieben Engel Schar. Gast mir bist. Halleluja! 3. Es hat der Tag sich sehr geneigt, Die Nacht sich schon von ferne zeigt: Drum wollest du, o wahres Licht, Mich Armen ja verlassen nicht. Halleluja! 608 2. Wir gehn nun, Herr, zu unsrer Ruh: Ach rechn' es unsrer Seel nicht zu, Was wir leider gefündigt han; Vergiebs uns alls, o Gottes Sohn. 13. Laß dein Engel stets um uns sein, Die uns allzeit bewachen fein, Daß der Teufel hab keine Macht An uns, weder zu Tag noch Nacht. 4. Erleuchte mich, daß ich die Bahn zum Himmel sicher finden kann, Damit die dunkle Sündennacht mich nicht verführt, noch irre macht. Halleluja! 4. Vor Feur, vor Seeln- und 5. Bevorab aus der letzten Leibesnot Behüt uns, lieber Not Hilf mir durch einen Herre Gott: In deinem Nam sanften Tod. Herr Jesu! bleib, laß schlafen ein Uns, deine ich halt dich fest: Ich weiß, lieben Kinderlein. daß du mich nicht verläßt. Halleluja. 5. Es g'scheh, was mag, wir sind ja dein, Erlöst durch dein Mel.: Nun schläft man. der fünf Wunden rein, Dir leben 816. Mein Auge wacht wir, dir sterben wir: Dein Jetzt in Kinder sind wir für und für. stillen Nacht. Nun ist mein 6. Amen, Amen! zu guter Herz bedacht, Dich, Gott, zu Nacht, Der Engel Gottes uns loben: Ach schenke mir Kraft, bewacht: Gott Lob und Dank zu lobsingen dir Mit deinen in Ewigkeit! Wir gehn zur Heilgen hier und ewig droben! Ruh ohn alles Leid. Nit. Selnecker, geb. 1535,+ 1592. 2. Die stille Zeit Sei, Jesu, dir geweiht. Laß nichts die Einsamkeit von dir entweihen; Schleuß selber du Mein Herz vor allem zu, Damit es sich in Ruh mög in dir freuen. Mel.: Erschienen ist der herrlich. 815. Wo willt du hin, weils Abend ist Oliebster Pilgrim, Jesu Christ! Komm, laß mich so glückselig sein, Und kehr in meinem Herzen ein. Halleluja! 3. Wie preis ich dich, Mein Jesu, daß du mich Aus Gnaden kräftiglich zu dir gezogen! Ach hätte doch Mit mehrer Treue noch Sich deinem sanften 2. Laß dich erbitten, liebster Freund, Dieweil es ist so gut gemeint; Du weißt, daß du zu Joch mein Herz gebogen. Morgen, Abend und Nacht. 609 4. Herr, ich bin dein Und dich zur Wacht, Laß deine Lamwill es ewig sein: Ach zeuch pe brennen! Bedenk es wohl! mich ganz hinein, daß ich nicht Zehn Jungfrau'n gleich, Spricht wanke. Wann kommt die Zeit Christus, ist das Himmelreich; Daß ich dir ganz geweiht, Zum Doch fünf wird er nicht kennen. heilgen Schmuck bereit, als Zehn Aussaßkranke wurden rein, Sieger dante? Des Danks vergessen haben neun; Zehn heilige Gebote sind, Die mag erfüll'n kein Menschenkind. Doch Gottes Lamm, Der Seelen Hirt und Bräutigam, Hat uns erlöst am Kreuzesstamm! 5. Doch deine Gnad, Die angefangen hat, Wird auch nach deinem Rat das Werk vollenden. Ich trau es dir; Ach stärk den Glauben mir. Ich laß mich für und für nur deinen Händen. - Elf 2. Hingeht die Zeit. 6. Mein einzges Gut, In schlägt die Uhr; Elf treue Jündem mein Sehnen ruht, Du ger warens nur. Laß, o mein machst mich wohlgemut in dei- Herz, dich warnen! Ob du vom ner Liebe: O hauche dann Den Herrn erkoren bist, Der Feind Funken stärker an, Daß ich stellt aus sein Netz mit List, dich lieben kann mit mächtgem Die Seelen zu umgarnen. GeTriebe. denk auch, daß zur elften Stund' Der Herr noch lockt zum Gnadenbund! Das sprich den armen Kranken ein In ihrer Leib's- und Seelenpein! Immanuel, du Arzt des Leibes und der Seel', Gieß' auf die Wunden Wein und Del! 7. Beim Sturm der Welt Sei Anker, der mich hält Und birg mich in dein Zelt, wenn alles zaget. In Not und Pein Nimm mich, o Liebe, ein: So harr ich findlich dein, bis daß es taget. - 3. Zwölf ist's. Nun scheidet sich die Zeit. Jetzt, Seele, in die Ewigkeit Versenke all dein Sinnen! Denn kommen. - 8. Preis, Lob und Ehr Sei dir je mehr und mehr, Jehovah, hoch und her in Jesu Namen, Im Staube hie Oft wird um Mitternacht Der Herr, unter Streit und Müh, Und einst eh' du es wohl gedacht, Und in Harmonie der Engel. Amen. führen dich von hinnen, Zwölf G. Tersteegen, geb. 1697,+ 1769. edle Mauergründe hat, Zwölf Mel.: Herzlich lieb hab' ich dich. Perlenthor' die Gottesstadt, Darin der Früchte zwölferlei Das Holz des Lebens bietet frei. Herr Jesu Christ, der du des 817. Zehn schlägt's! anhebt der Dienst der Nacht. Auf, Seele, schicke 39 610 Morgen, Abend und Nacht. Tod's Besieger bist, Zeuch mich| Im Himmel zeugen drei zudir nach zur letzten Frist! meist: Das Wort, der Vater 4. Still rückt auf eins der und der Geist; Drei Zeugen Zeiger vor.- Ein Schritt auch auf Erden gut: Der Geist, wird an des Todes Thor, O das Wasser und das Blut. Seele, einst dich führen! Ver- Herz werde weit! der heiligen giß das Eine nicht, was Not, Dreieinigkeit Bring' Lob und Dann hat an dir nicht Macht Preis in Ewigkeit! der Tod, Dann fannst du tri- 7. Der Tag bricht an. umphieren. Sei fleißig, auch die Vier schlägt es schon. Vier Einigkeit Im Geist zu halten Tiere stehn um Gottes Thron, allezeit! Ein Herr, ein Glaube, Die heilig, heilig! singen. Vier eine Tauf', Zu einem Vater Evangelien sind gestellt; Ihr schau'n wir auf.- Ach Gott Schall geht aus in alle Welt, und Herr! du bist's allein und feiner mehr. Erhalt uns bei der reinen Lehr'! 5. Zwei Schläge thut's. Zwei Wege zeigt Die Schrift Um ihr das Heil zu bringen. Viermal zehn Jahr nach Kanaan Zog Israel die Wüstenbahn. Noch vierzig Tag' hat offenbart Der Herr sich bis zur Himmelfahrt. Siegesheld! führ O mich, du Herrscher aller Welt, Zwei Gnadenmittel gab der Durchs Erdenthal zum HimHerr, Damit wir irren nim- melszelt. auf breitem Pfad ist leicht, Auf schmalem schwer zu schreiten. 8. Fünf schlägts. Der Dienst der Nacht ist hin.- Herr, alles was ich hab und bin, Ist deine freie Gnade! Die heiligen fünf Wunden dein Laß Lebens quellen für mich sein, Drein ich mich täglich bade. Fünf Hallen hat Bethesdas Teich; Den mit fünf Centnern 6. Drei ist's. Die Men macht Gott reich; Fünf Jungschenwelt zusamt Von den drei frau'n wurde aufgethan. O Söhnen Noahs stammt; Sie nimm auch mich in Gnaden an, sant in Todesbanden.-Jona Mein Herr und Gott; Erretter drei Tag im Fischbauch lag, du aus aller Not, Hilf mir Christ, unser Herr, am dritten zum Leben aus dem Tod! Tag Ist siegreich auferstanden! mermehr, Zu Trost uns armen Leuten. Zwei Testamente hält die Schrift, Zwei Tafeln im Geset man trifft. In zwei Geboten furz und klar Ist das Gesetz beschlossen gar.- Mein Salomo! Anfang und End, du A und D, Steh' mir zur Seit'! dann werd ich froh. G. Jahn. - - XXII. God und Grab. Eigene Melodie. 818. Ach wie flüchtig, Ach wie nichtig, Ist der Menschen Leben! Wie ein Nebel bald entstehet, Und bald wiederum vergehet: So ist unser Leben, sehet! 3. Ach wie flüchtig, Ach wie nichtig Ist der Menschen Freude! Wie sich wechseln Stund und Zeiten, Licht und Dunkel, Fried und Streiten: So sind unsre Fröhlichkeiten. 611 7. Ach wie flüchtig, Ach wie nichtig Ist der Menschen Ehre! Ueber den, dem man hat müssen Heut die Hände höflich küssen, Geht man morgen gar mit Füßen. Ach wie nichtig, Ach wie 2. Ach wie nichtig, Ach wie flüchtig Ist der Menschen Wisflüchtig Sind der Menschen sen! Der das Wort kann prächTage! Wie ein Strom beginnt tig führen, Und vernünftig zu rinnen Und mit Laufen nicht diskutieren, Muß bald allen hält innen: So fährt unsre Wiß verlieren. Zeit von hinnen. 9. Ach wie flüchtig, Ach wie nichtig Ist der Menschen Dichten! Der, so Kunst hat lieb gewonnen Und manch schönes Werk ersonnen Wird zuletzt vom Tod erronnen. 10. Ach wie nichtig, Ach wie 4. Ach wie nichtig, Ach wie flüchtig Sind der Menschen flüchtig Ist der Menschen Schäße; Es kann Glut und Schöne! Wie ein Blümlein Flut entstehen, Dadurch, eh bald vergehet, Wenn ein rauhes wir's uns versehen, Alles muß Lüftlein wehet: So ist unsre zu Grunde gehen. Schöne, sehet! 11. Ach wie flüchtig, Ach wie schen! Der durch Macht ist hoch gestiegen, Muß zuletzt aus Unvermögen In dem Grab erniedrigt liegen. 5. Ach wie flüchtig, Ach wie nichtig Ist der Menschen Herrnichtig Ist der Menschen Stärke! Der sich wie ein Löw erwiesen, Ueberworfen mit dem Riesen, Den wirft eine kleine Drüsen.*) *) Blatter, Bestdrüse 2c. Jes. 38, 21. 6. Ach wie nichtig, Ach wie flüchtig Ist der Menschen Glücke; Wie sich eine Kugel drehet, Die bald da, bald dorten stehet: So ist unser Glücke, sehet! 12. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Ist der Menschen Prangen; Der in Purpur hoch vermessen, Ist gleich wie ein Gott gesessen, Dessen wird im Tod vergessen. 39* Tod und Grab. 13. Ach wie flüchtig, Ach wie Und mir das Herz abfrißt. nichtig Sind der Menschen Sa- Nichts Gutes ist, das an mir chen! Alles, alles, was wir hänget Und mich von meinem sehen, Das muß fallen und Gott abdränget. Es ist genug.:,: vergehen: Wer Gott fürcht, bleibt ewig stehen. Mich. Frand, geb. 1609,+ 1667. 3. Es ist genug Des Kreuzes, das mir fast Den Rücken wund gemacht. Wie schwer, o Gott, Wie hart ist diese Last! Ich schwemme manche Nacht Mein hartes Lager durch mit ZähRuh und Rast ren: Ach Herr, wie lange soll es währen? Es ist genug.:,: 4. Es ist genug, Wenn nur mein Jesus will. Er kennet ja mein Herz; Ich harre sein, Und halt indessen still, Bis er mir allen Schmerz, Der meine sieche Brust abnaget, Zurücke legt und zu mir saget: Es ist genug.:,: 5. Es ist genug: Herr, wenn es dir gefällt, So spanne mich doch aus. Mein Jesus kommt; Nun gute Nacht; o Welt! Ich fahr ins Himmelshaus; Ich fahre sicher hin in Frieden, Mein großer Jammer bleibt hienieden. Es ist genug.:,: Franz Joach. Burmeister, † 1688. Mel.: Christus, der ist mein. Mel.: Ich hab genug. 820. Gist genug: So nimm, Herr meinen Geist Zu Zions Geistern hin: Lös auf das Band, Das allgemächlich reißt, Befreie die- 821. Herr! deine Magd sen Sinn, Der sich nach seinem Gotte sehnet, Der täglich flagt und nächtlich thränet. Es ist genug.:,: ist müde, O nimm sie ein zur Ruh'! Hienieden ist kein Friede, Herr Jeſu, rufe du. 2. Hienieden ist nur Streiten, 2. Es ist genug Des Jam- Nur Dunkel, Frost und Qual, mers, der mich drückt; Des O laß dein Licht mich leiten Adams Apfel ist Der Sünden Aus diesem Jammerthal. Gift, Der mich fast gar erstickt 3. Laß nicht dies Herz er612 Mel.: Herr Jesu Christ, meins; oder: Herr Jesu Christ dich zu uns. 819. Der du, Herr Jesu, In deinem Grab gehalten haft: Gieb, daß wir in dir ruhen all, Und unser Leben dir gefall. 2. Verleih, o Herr, uns Stärk und Mut, Die du er fauft mit deinem Blut; Und führ uns in des Himmels Licht Zu deines Vaters Angesicht. 3. Wir danken dir, o Gotteslamm, Getötet an des Kreuzes Stamm; Laß ja uns Sündern deine Pein Ein Eingang in das Leben sein. Georg Werner, † 1671. Tod und Grab. 613 Vater, mehr als wohl. falten, Herr Jesu, du allein sterben soll, Das weißt du, Giebst Wesen den Gestalten Und führst den Schein in's Sein. 4. Mein Schatz ist nicht hienieden, Mein Herz kann hier nicht ruh'n; So nimm es ein in Frieden! Ach ja, du wirst es thun. 5. Unstät in meinen Schritten, Herr, hab ich oft gefehlt, Du hast durch mich gelitten Ach! Wunden ungezählt. 6. Laß mich nicht länger wallen, Führ' mich an deiner Hand, Wo ich nicht mehr kann fallen, Heim in das Vaterland. 2. Wen hab ich nun, als dich allein, Der mir in meiner leßten Pein Mit Trost und Rat weiß beizuspringen? Wer nimmt sich meiner Seelen an, Wenn nun mein Leben nichts mehr kann Und ich muß mit dem Tode ringen; Wenn allen Sinnen Kraft gebricht; Thust du es, Gott, mein Heiland, nicht? 7. Es bleichen meine Thränen Den Schleier nimmer rein, Dein blutiges Versöhnen, Das reinigt ihn allein. 3. Mich dünkt, da lieg ich schon vor dir In großer Hiß, ohn Kraft und Zier, Mit höchster Herzensangst befallen. Gehör und Rede nehmen ab, Die Augen werden wie ein Grab; Doch fränkt die Sünde mich vor allen: Des Satans Anklag hat nicht Ruh, Seßt mir auch mit Versuchung zu. 8. In deiner Gnade Strahlen, Da wird er weiß wie Schnee, Daß man von Sündenmalen 4. Ich höre der Posaunen Kein Flecklein mehr d'rin seh'. Ton Und sehe den Gerichtstag 9. Reich deiner Braut her- schon, Der mir auch wird ein über Ein Blatt von deinem Urteil fällen. Hier weiset mein Kranz, Dann zieht geschmückt Gewissensbuch, Dort aber des hinüber Sie in der Bräute Gesetzes Fluch Mich SündenGlanz. Luise Hensel. kind hinab zur Höllen, Da, wo man ewig, ewig Leid! Mord! Jammer! Angst und Wehe! schreit. Mel.: Gott, der du ein Heerfürst. 822. ch bin ja, Herr, in deiner Macht, Du hast mich an das Licht ge- 5. Kein Gold und Gut erbracht, Du unterhältst mir rettet mich; Umsonst erbeut auch das Leben; Du kennest ein Bruder sich Den andern meiner Monden Zahl, Weißt, hier erst Los zu machen: Er wann ich diesem Jammerthal muß es ewig lassen stehn. Wir Auch wieder gute Nacht muß werden ewig nicht entgehn, geben: Wo, wie und wann ich Kriegt einmal uns der Höllen Tod und Grab. Rachen. Wer hilft mir sonst Hoffnung habe, Daß du mir in dieser Not, Wo du nicht, Gott, des Todes Tod?- zeigen wirst, Wie man kann fröhlich sterben, Und fröhlich auferstehn, Auch mit den Himmelserben Ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde Und hast sie eingeweiht, Wenn ich begraben werde, Daß sich mein Herz nicht scheut, Auch in den Staub zu legen, Was Asch und Staub vermehrt, Weil dir doch allerwegen Die Erde zugehört. 614 6. Der Teufel hat nicht Macht an mir: Ich habe bloß gesündigt dir, Dir, der du Missethat vergiebest. Was maßt sich Satan dessen an, Der kein Gesetz mir geben kann, Nichts hat an dem, was du, Herr! liebest? Er nehme das, was sein ist, hin: Ich weiß, daß ich des Herren bin. 7. Herr Jesu, ich, dein teures Gut, Bezeug es selbst mit deinem Blut, Daß ich der Sünden nicht gehöre. Was schont denn Satan meiner nicht Und schreckt mich durch das Zorngericht? Komm, rette deine Leidenschre! Was giebest du mich fremder Hand, Und hast so viel an mich gewandt. 3. Du schläfest in dem Grabe, Daß ich auch meine Ruh An diesem Orte habe; Du drückst, die Augen zu: So soll mir gar nicht grauen, Wenn mein Gesicht vergeht; Ich werde den noch schauen, der mir zur Seite steht. 4. Dein Grab war wohl ver8. Nein, nein! ich weiß gewiß, siegelt Doch brichst du es entmein Heil, Du läsfest mich, zwei; Wenn mich der Tod verdein wahres Teil, 3u tief in riegelt, So bin ich dennoch frei. deinen Wunden sizzen. Hie Du wirst den Stein schon lach ich aller Angst und Not, rücken, Der auch mein Grab Es mag Gesetz, Höll oder Tod bedeckt; Da werd ich dich erAuf mich herdonnern oder blicken, Der mich vom Tode blißen. Dieweil ich lebte, war ich dein; Jetzt kann ich keines Fremden sein. Simon Dach, geb. 1605, † 1659. Mel.: Herzlich thut mich verlangen; oder: Valet will ich dir geben. 823. ch geh zu deinem Grabe, Du großer Osterfürst, Weil ich die weckt. 5. Du fährest in die Höhe Und zeigest mir die Bahn, Wohin ich endlich gehe, Da ich dich finden kann. dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, Wo lauter Glanz um dich; Da warten Himmelskronen In deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben, Tod und Grab. O meines Todes Tod! Ich leben In Ruh und ewger Freud, will mich dir ergeben In mei- Mit samt der Seele schweben ner letzten Not. Ich will In ewger Seligkeit. mein Bette machen In deiner lieben Gruft; Da werd ich schon erwachen, Wenn deine Stimme ruft. 4. Gott gjegn euch, Vater und Mutter, Mir ist ganz wohl geschehn! Gott hat mich kleines Pflänzlein Ins Paradies ver7. Du wirst den Delberg zei- sehn; Dort wollen wir in Freugen, Wo man gen Himmel den Einander wieder sehn, Wo fährt; Da werd ich fröhlich unser Gott und Herre Wird alls in allem sein. Mel.: Wie schön ist unsers Königs. 825. ch zieh mich auf den an steigen, Bis daß ich eingekehrt In Salems Friedenshäuser; Da heißts Viktoria! Da trigt man Siegesreiser: Ach wäre ich schon da! Benj. Schmold, geb. 1672, † 1737. Mel.: Herzlich thut mich verlangen. 824. 3ch ch war ein kleines Kindlein Geborn 615 So eilig, wie ich immer kann; Denn meine Seele ist die Braut, Die ihrem Manne wird vertraut: Bald kommt der Bräutigam und holt sie hin, Wo sie auf diese Welt: Aber mein in Ewigkeit ist Königin. Sterbestündlein Hat mir Gott 2. O goldne Stadt, ich grüße bald bestellt. Ich weiß gar dich, OKönig, sieh, ich neige nicht zu sagen, Was Welt ist mich; Vor deinem königlichen und ihr Schein, Auch hab ich Thron Ist hingeworfen meine nie gelernet, Was gut odr bös Kron; Jezund umfänget mich mag sein. die Herrlichkeit, Die mir war zugedacht von Ewigkeit. 2. Mein allerliebster Vater, Der Wohlthat an mir that, Und 3. Von welchen Teilen fang mein herzliebste Mutter, Die ich an Zu schauen diesen Himmich geboren hat, Die thun melsplan? Hier ist ja alles mich jetzt verlassen Mit Seufzen herziglich: Aber der Herr, mein Heiland, Der nimmt mich auf zu sich. hoch und groß. Verwundern muß ich mich nur bloß! Die ganze Stadt ist prächtig zugericht't, Allhier ist alles durch und durch voll Licht. 3. Er nimmt mich auf zu Gnaden, Zum Erben in sein 4. Man sehe doch, wie glänzt Reich: Der Tod kann mir nicht das Thor, Wie strahlet dort schaden, Ich bin den Engeln die Mauer vor, Ists möglich, gleich; Mein Leib wird wieder daß die alte Stadt Mich noch 516 Tod und Grab. so lang behalten hat? Ei, wa-| Ewigkeit Geht über Tabors rum kam ich nicht schon längst hierher Mein Teil zu nehmen an so großer Ehr. kurze Zeit; Hier wär es recht, Hier baut ich Hütten her, Wenn nicht die Stadt selbst eine Hütte wär. 5. Ihr Engel, führet mich herum, Ich bin des Königs 10. Auf, lasset uns noch weiEigentum, Ich fing auch Halle- ter gehn, Der Gassen Herrlichluja mit Und bin der Sünden keit zu sehen, Vor Freuden bin gleichfalls quitt, So zeiget ich außer mir Ob solcher schömir denn alle Herrlichkeit, Die nen Pracht und Zier; Sogar mir mein Bräutigam hat zu- ist mir die Hälfte nicht gesagt bereit't. Von dem, was jeßo meinem Geist behagt. 11. Vielleicht ist nur ein süßer Traum! Gieb deiner Phantasie nicht Raum: Nein, es ist Amen, es ist Ja! Die angenehme Zeit ist da, Nun geht mein Leben an vor Gott zu stehn, Ich darf nicht müde sein, nicht schlafen gehn. 12. Hier fall ich hin vors Lammes Thron, Da lieget nochmals meine Kron, Preis, Lob, Ehr, Ruhm, Dank, Kraft und Macht Sei dem erwürgten Lamm gebracht! Dies ist das Lamm, dem ich gefolget bin, So sieht es aus, mein Herz schau ewig hin! Chr. A. Müller, geb. 1573, † 1613. Mel.: Von Gott will ich nicht. Raffet die Kindlein kommen zu mir, Himmel schwebt herum Des spricht Gottes Sohn, Sie Lammes ewges Evangelium.- sind mein' Freud' und Wonne, 9. Auf Tabor war es auch Ich bin ihr Schild und Kron'; wohl schön, O Liebe, dich ver- Auch für die Kinderlein, Daß klärt zu sehn; Allein, die selge sie nicht wär'n verloren, Bin 6. Ich leuchte wie der Sonne Glanz, Darob ich mich entsetze ganz, Weil ich, den andern Bürgern gleich, Nun bin in meines Vaters Reich; Hier strahlet eine Sonn die andre an, Die Braut ist schön mit Glanz hier angethan. 7. Stirbt hier kein Mensch an diesem Ort? Wie? lebt man hier denn fort und fort? Da ruft der König von dem Thron: Hier ist kein Tod, mein lieber Sohn, Wer einmal lebt, der lebt in Ewigkeit; O übergroße Wonn und Himmelsfreud! 8. Wir singen dir, Immanuel; Ach, hört, wie klingt das Spiel so hell; Hier ist nichts neues, anzusehen, Wie Harfenspieler- 826. chöre stehn, Auch hier in diesem Tod und Grab. 617 ich ein Kind geboren, Drum rig ins Grab legt, Wie Asche sie mein eigen sein. er zerstäubt, Als wenn er nie gewesen wär, Auch nimmermehr wär kommen her Aus meiner Mutter Leib. 2. Der Herr gar freundlich küsset Und herzt die Kinderlein, Bezeugt mit Worten süße, Der Himmel soll ihr'r sein, Dieweil 3. Ade, ade! o Welt, ade! sein teures Blut, Das aus Verlassen muß ich dich In dir sein'n heil'gen Wunden Am hab ich kein Freude mehr; Von Kreuzesstamm geronnen, Auch dir muß scheiden ich, In dir ihnen kommt zu gut. hab ich kein Freud noch Ruh, 3. Drum, nach Christi Ver- Man drückt mir denn die Augen langen, Bringet die Kinder her, zu: Das muß ich klagen sehr. Damit sie Gnad' erlangen, Nie- 4. Ich klag nicht, daß ich mand es ihnen wehr'; Führet scheiden soll Von dir, du schnöde sie Christo zu, Er will sich ihr'r Welt; Allein mein Herz ist erbarmen, Schließt sie in seine Traurens voll, Wenn mir die Arme, Darein sie finden Ruh'. Sünd einfällt, Die ich mein 4. Ob sie gleich zeitlich ster- Tag begangen hab, Die hilft ben, Ihr' Seele Gott gefällt; mir von meim Leben ab Und Denn sie sind Gottes Erben, bringt mein Leib ins Grab. Lassen die schnöde Welt. sind frei aller G'fahr Und dürfen hier nicht leiden, Sie loben Gott mit Freuden Dort bei der Engel Schar. Corn. Becker. Sie 5. O Jefulein, du höchster Gott, Was hab ich doch gethan? All meine Sünd und Missethat Mich klagen heftig an: Jedoch will ich verzagen nicht Vielmehr dein göttlich Angesicht, Um Gnade rufen an. Mel.: Das Jahr haben wir auch. 827. Mein junges Leben hat ein End, Mein Freud und auch mein Leid: Mein arme Seele soll behend Scheiden von meinem Leib: Mein Leben kann nicht länger b'stehn, Es ist sehr schwach, und muß vergehn Im Todeskampf und Streit. 2. Es fährt dahin ein' weiten Weg Mein Seel zu Gottes Freud: Mein Leib man trau6. Ach Herre Gott, mein Kreuz und Pein Ertrag ich mit Geduld, Und bitt dich, liebes Jesulein, Verzeih mir meine Schuld, Nimm mich in Gnaden auf zu dir Und laß den Zorn nicht gegen mir So heftig sein entbrannt. 7. Ach sieh doch an die höchste Flamm, Jesu, du König, mild, Angst schlägt über dem Haupt zusamm, Und mich verzehren 618 Das ewige Leben. will; Mein Herz glüht, wie zum Bleiben war nicht dieses ein glühend Stein, Und ist be- Haus.. bekleidt mit Angst und Bein: Hilf mir einmal davon. 2. Du Herberg in der Wanderzeit, Du gabest Freuden gabst auch Leid. Jetzt schließe, Welt, Die Thüre zu: Dein Gast geht in die ewge Ruh! 3. Tragt ihn fein sanft in's Schlafgemach! Ihr Lieben, folgt ihm segnend nach. Hab gute Nacht! Der Tag war schwül Im Erdgewühl, Hab gute Nacht! die Nacht ist fühl 4. Ein Festschmuck ist der 8. Kein Freud bring ich mehr hier davon; Drum ich verlaß das Haus bist du, die Welt, Ich segne meine Freunde nun, Weils Gott also gefällt. Ich gebe allen gute Nacht Und will ins Grab, das mir gemacht, Zur stillen Ruhe gehn. 9. Gehabt euch wohl, Stern, Sonn und Mond, Desgleichen Laub und Gras, Alls, was ist auf der Erden Grund, Und Särge Tuch; Ein Siegeszug was der Himm'l beschloß: Ich bfehl meine Seel dem Schutzherrn mein, Meim allerliebsten Jesulein. Ade! zu guter Nacht. und deutet himmelan. Mel.: Ich hab mein Sach Gott. der Leichenzug. Triumph! Der Herr macht gute Bahn! Sein Kreuz voran Tas winkt 828. Mohlauf, wohlan zum letzten Gang! Kurz ist der Weg, die Ruh ist lang; Gott führet ein, Gott führet aus! Wohlan, hinaus! 5. Ihr Glocken, tönt hochfestlich drein Und läutet hell den Sabbath ein, Der nach des Werktags kurzer Frist Durch Jesum Christ Für Gottes Volk vorhanden ist! Chr. Fr. Sachse. - - XXIII. Das ewige Leben. Mel: Ringe recht, wenn Gottes. Zungen Lechz ich, o Herr Gott, 829. Ach wann werd ich zu dir. dahin kommen, 3. Ihren Durst begehrt zu Daß ich Gottes Angesicht Schau stillen Meine matte Seel allund, was er hat den Frommen hier Aus dem Brunnen, der In dem Himmel zugericht't? thut quillen Lebenswasser für 2. Wie nach einem Wasser- und für. brunnen Ein Hirsch schreiet mit 4. Ja sie wünschet bald zu Begier: Also auch mit meiner sehen Ihren Heiland Jesum Das ewige Leben. 619 Christ; Bald im Himmel einzu-| leben, Herrschen und in Freugehen, Einzig ihr Verlangen ist. den schweben, O wie selig werd 5. Drum, Gott, laß mich da- ich sein Bei den lieben Engelein. hin kommen, Daß ich bald dein Angesicht Schau und, was du haft den Frommen In dem Himmel zugericht't. 4. Herzlich werd ich mich erfreuen, Wenn mich Christus wird erneuen Und im Himmel führen ein, Prächtig stets bei ihm zu sein. 5. Zung und Herze wird da klingen Und dem Herren Jesu singen; Ewig werd ich stimmen ein Mit den lieben Engelein! 6. Ich will mich so lang erquicken Hier mit Christi Leib und Blut, Und voran die Seufzer schicken, Gott, zu dir, mein höchstes Gut. 7. Klagt mich an der Höllen Rachen: Ohne Schaden geh ich hin; Wenig kann die Sünde machen, Weil ich Christo eigen bin. 8. Muß ich auch mit Schmerzen wallen Durch das finstre Todesthal: Christus läßt mich doch nicht fallen, Bis ich komm in' Himmelssaal. 6. Besser Leben werd ich finden, Ohne Tod und ohne Sünden: O wie selig werd ich sein Bei den lieben Engelein! Joh. Angel.( Scheffler,) geb. 1624, † 1677. mel.: Wer weiß, wie nahe mir mein. 831. G ist noch Raum s in Jesu Wunden Für mich, der ich verwundet bin; Da hab ich meine Ruh ge= funden, Da sieht mein Geist mit Freuden hin: Gottlob!:: Da ruht mein ganzes Heil, Da find auch ich mein bestes Teil! 2. Es ist noch Raum in deinem Herzen Für ein geängstet Sünderherz; lindre doch die Seelenschmerzen, Und zeuch mich, zeuch mich himmelwärts! Gottlob!:,: Du nimmst dein Täublein ein Und läßt mich ewig sicher sein! 2. Von der bösen Welt zu 3. Es ist noch Raum in deischeiden Nach so vielem Kreuz nen Händen, Es ist noch Raum und Leiden, Wenn es ihm gefällig ist, Bin ich fertig und gerüst't. 3. Wenn ich werde mit ihm 9. Also hab ich denn gewonnen, In den Himmel geh ich ein; Leuchten werd ich gleich der Sonnen Und bei Christo ewig ſein. Joh. Chr. Kohlhanns. Mel.: Sollt es gleich bisweilen. 830. Allenthalben, wo ich gehe, Size, liege oder stehe, Sehn' ich mich nach Jesu Christ, Der für mich gestorben ist. in deinem Schoß; Ich will mich an dein Herz nur wenden, Da ist mein allerbestes Los. Gottlob!:,: Du rufest: glaube 620 Das ewige Leben. nur! Ich folg und hab die der mich Himmelsspeise Und Gnadenspur. Himmestrank erquickt; Wo mich 4. Es ist noch Raum bei dei- ein Freund geleitet, Die Hand ner Herde: Ich armes Schäf- mir überbreitet, Daß keine lein komm herzu. Du willst, Sonnenglut mich drückt. daß nichts verloren werde: 4. Mein Freund ist nun geDrum such ich bei dir meine kommen, Er hat mich hingeRuh. Gottlob!:,: Bei dir, nommen und sich mir ganz dem Sünderfreund, Ist das geschenkt; Viel Wonne, Licht, Verlorne nun vereint. und Frieden Hat er mir zubeschieden, Und meinen Pfad zu sich gelenkt. 5. Es ist noch Raum in deinen Armen, Du streckest sie ja täglich aus, Und trägst uns 5. Er zeigt mir alle Wege, täglich mit Erbarmen Hinauf Am steilen Felsenstege Trägt er in deines Vaters Haus! Gott- so sicher mich: Und daß bei'm lob! Die treue Jesushand Niederschauen Dem Kind nicht Trägt mich gewiß ins Vaterland! möge grauen, Heißt er mich 6. Es ist noch Raum in dei- schauen nur auf sich. nem Himmel: Ich möchte gerne selig sein! Ich eil aus diesem Weltgetümmel, Und geh mit mich ist er erblaßt; Für mich Freuden da hinein. :: Im ewgen Kanaan Da treff ich meinen Heiland an! 6. Er hat für mich gelitten, Er hat für mich gestritten, Für Gottlob: sein Herz durchstoßen, Für mich sein Blut geflossen, Und meine Schuld ist seine Last. 7. O möcht ich diesen Einen Umfangen und sonst keinen, Der mich so hoch geliebt, Der mich so hoch geachtet, Den ich so tief verachtet und bitterlich Mel.: Nun ruhen alle Wälder. 832. 3 ch freue mich mit Beben, Bis einst das volle Leben In meinem Geist beginnt, Wenn vor der Liebe Sehnen, Das Todeseis zum Tod betrübt! in Thränen, Die Nacht in ewgen Tag zerinnt. 2. Wenn ich nach langem Mühen aus dem Gefängnis fliehen, In Freiheit wandern kann; Wenn ihr so golden blinket Und mir herüber winket, Ihr Berg' und Thäler Kanaan! 8. Er hält sein Herz mir offen, Ich soll nur kindlich hoffen Und glaubend auf ihn seh'n; Wenn ich's auf ihn nur wage, So soll es alle Tage Von Klarheit in die Klarheit geh'n. - 9. Herr Jesu, dieses Leben Wollst du mir Armen geben, 3. O welche schöne Reise, Auf D'rauf will ich dir vertrau'n, Das ewige Leben. Bis ich, nach deinem Bilde kommt, bei ihr zu wohnen. Er will ihr Gott, Sie sein Volk sein, Selbst bei ihr gehen aus und ein; Wie reichlich kann Gott lohnen! Trauet! Schauet Gottes Güte, Gottes Hütte bei den Kindern: Gott wohnt bei befehrten Sündern. Erwachend, dir ins milde Versöhnerauge werde schau'n. 2. Knapp. 621 Mel.: Wie schön leuchtet der. 833. sts? oder ist mein Geist entzückt? Mein Auge hat jetzt was erblickt: Ich seh den Himmel offen. Ich sehe Gottes Königs thron, Zur rechten Jesum, Gottes Sohn, auf dem wir alle hoffen. Singet, Klinget, Spielt auf scharfen Davidsharfen, jauchzt von Herzen: Jesus stillet alle Schmerzen. 5. Wie heilig ist die neue Stadt, Die Gott und Lamm zum Tempel hat, Zum Grunde die zwölf Boten! Gar nichts Gemeines geht hinein; Wer greuelt, muß verbannet sein; Sein Teil ist bei den Toten. Reine, Feine, Edle Steine sind gemeine; ihr Licht flimmert, Wie ein heller Jaspis schimmert. 2. Ich seh; er machet alles neu; Die Braut führt zu ihm ohne Scheu In reiner schöner Seide. Die Kleider sind mit Gold gestickt; Der Bräutgam hat sie selbst geschmückt Mit teurem Halsgeschmeide. ster, Geister, Cherubimen, Seraphimen wünschen Glücke: Jesus giebt ihr Himmelsblicke. 6. Die Stadt darf keiner Sonne nicht, Nicht unsers Mondes blasses Licht: Das Lamm ist ihre Sonne. Ihr leuchtet Mei- Gottes Herrlichkeit; Die Heiden wandeln weit und breit Bei dieses Lichtes Wonne. Ihre Thüre, Ihre Pforte dieser Orte stehet offen: Da ist keine Nacht zu hoffen. 3. Der Braut ist nichts als Lust bewust; Gott hat an ihrer Schönheit Lust: Sie glänzet 7. Von Gottes Stuhle quillt wie die Sonne. Mann führt ein Fluß, Der mitten auf der sie in den Brautpalast, Ins Gasse muß Das Holz des LeFriedenshaus zur stolzen Rast, bens wässern. Die Frucht, die Zu ihres Königs Wonne. Kla- der Baum zwölffach trägt, Ein gen, Zagen, Sonnenhize, Don- jedes Blättchen, das er hegt, nerbliße sind verschwunden: soll die Gesundheit bessern. Gottes Lamm hat überwunden. Schlechte Knechte, Herren, Für4. Gott hat sie aus dem sten, Kaiser dürsten nach der Strom erfrischt, Der Augen Quelle; Sie fleußt recht fryThränen abgewischt: Gott stallenhelle. 622 Das ewige Leben. 8. Wie herrlich ist die neue| den Preis und Ehre krönen, Welt, Die Gott den Frommen In der Herrlichkeit zu sehn! vorbehält! Kein Mensch kann 4. Dein Geist ists, der solch sie erwerben, O Jesu, Herr, Verlangen In den Gläubigen der Herrlichkeit, Du hast die erregt, Jene Kleidung zu empfanStätt auch mir bereit't: Hilf gen, Die man in dem Himmel mir die Stätt ererben. Weise, trägt. Geist der Liebe, gieb Preise Ihre Kräfte, ihr Geschäfte mir Flügel Bis zum Thron des Lämmleins hin; Denn du bist schon hier mein Siegel, Daß ich Christi eigen bin. Ph. Fr. Hiller, geb. 1699,+ 1769. Mel.: O Haupt voll Blut und. Mel.: Durchbrecher aller Bande; oder: Freu dich sehr, o meine Seele. 835. Mein Schifflein geht 834. Qiebe sehnt sich, den behende Dem zu sehen, Den man| Friedenshafen zu; Der Lauf ist bald zu Ende, Es folgt die sel'ge Ruh; Ich sehe schon von weitem Des Leuchtturms hellen Schein: Ich will mich nur bereiten, Ich geh zur Ruhe ein. 2. O Schifflein, du mußt eilen! Ihr Segel schwellet an! 2. Ist mir wohl, so könnt ich Ich mag nicht länger weilen denken: Dort geht erst das Auf stürm'scher Meeresbahn. Wohlfein an, Wenn er wird Schon länger hör ich toben Die mit Wollust tränken, Die man wilde Meeresflut! Geht's auch hier nicht kosten kann. Ist mir durch schwere Proben, Doch weh, so könnt ich denken: Dort faff ich neuen Mut. bekommt mans ewig gut, Wenn die Seele nichts fann fränken, Die von ihrer Arbeit ruht. mir Elenden; Laß mich auf den Anblick enden! Ahasv. Fritsch, geb. 1629,+ 1701. ungesehn schon liebt; Liebe sehnt sich, heimzugehen, Wo man sich nicht mehr betrübt, daß meiner Seele Triebe Möchten alle himmlisch sein, Denn so fiel mir stets in Liebe Jesus und sein Himmel ein. 3. Herr, nach deinem Wohlgefallen Hast du schon mein Herz entzündt, Daß es, weil ich noch muß wallen, Doch an dir nur Freude findt. Gieb mir auch ein zärtlich Sehnen, Aus der Fremde heimzugehn, Dich, 3. Der Trübsal hohe Wellen Bedrohen stets mein Schiff, Oft scheint es zu zerschellen An einem Felsenriff. Es giebt der bösen Stunden Nur leider gar zu viel! Ich fühle mich gebunden- Wann kommt mein Schiff an's Ziel? 4. Getrost, in meinem Nachen Ist Jesus Steuermann, Ihn Das ewige Leben. laß ich thun und machen Und 9. So fahr ich sicher weiter, ich bin glücklich dran. Ihm Mein Jesus mit mir schifft. darf ich fest vertrauen Auch in Er macht mich froh und heiter, der schwärz'sten Nacht, Ich Wenn Unglück mich auch trifft. hoff', ich werde schauen, Wo- Wenn schwere Wetter wüten, nach mein Herze tracht't. Wird seine starke Hand, Mich armes Kind schon hüten; Sie führt ins Vaterland. 5. Der Mast in diesem Nachen Ist's Kreuz des lieben Herrn, Das zeigt mir armen Schwachen Den wahren Hoffnungsstern. Am Kreuz hing meine Liebe, Am Kreuze hing mein Heil, D'rum hoff ich, wenn's auch trübe. Mein Heiland ist mein Teil! 10. Drum Schifflein, eile, eile! Ich sehne mich nach Haus, Du graus'ger Sturmwind, heule, Getobt hast du bald aus. Ich sehe schon den Hafen, Ich sehe Gottes Stadt, Wo Jesus seinen Schafen Die Stätt bereitet hat. 6. Der Purpur seines Blutes Des Schiffes Wimpel schmückt, Das macht mich frohen Mutes, Wenn Angst mein Herze drückt. Geschmückt mit diesem Blute Kann ich versinken nicht, Es redet mir zu gute, Es schützt mich im Gericht. 623 8. An meinem Schifflein wehet Die Flagge meines Herrn, Daran geschrieben stchet: ,, Die Ruhe ist nicht fern, Die einst wird seinem Volke!" Das macht mich wieder still, Wenn manche schwarze Wolke Dies Licht verdunkeln will. 11. Mein Lauf ist bald vollendet! Wohlauf, mein armes Herz! Die Fahrt ist bald vollendet, Es geht stracks himmelwärts. Herr Jesu, wär' ich droben, Wie wollt ich freuen mich! Dort will ich preisen, loben Dich, Jesu, ewiglich! 7. Mein Anker läßt mich hoffen, Ich habe festen Grund, Mel.: Dein König kommt in; oder: Ach Jesu, meiner Seelen. Der Himmel steht mir offen 836. Mich überfällt ein In meiner letzten Stund'. Des sanft Vergnügen Geistes sanftes Wehen Schwellt Von göttlich still doch starken meine Segel hier, Ich werde Zügen Nach jener frohen Ewigfeste stehen In dir, mein Herr, keit; Mein Auge blickt in lichte Fernen: Ich seh, was überm Siß der Sternen Mir meines Heilands Huld bereit. in dir. 2. Da prangt in unerschoffnem Lichte Er, desses holdes Angesichte Einst Blut und Speichel hier verstellt: Der Körper, den man Blut sah schwißen, Das Haupt, beschimpft 624 Das ewige Leben. von Dornenrißen, Sind nun 8. Nur dorthin, wo in deimit Himmelsglanz erhellt. nem Frieden Du mir ein sol3. Nachdem er durch den Tod ches Teil beschieden, Das wegedrungen, Hat er sich dorthin der Furcht noch Hoffen stört, aufgeschwungen Und mir die Wo fern von Weinen, fern Stätte zubereit; Mir, die im von Leiden, In unbeschriebnen gläubigen Verlangen Ihm hier reinen Freuden Man frohe in Schwachheit angehangen: Jubeltöne hört. Mit mir teilt er die Herrlichkeit. 9. Wen wollte Tod und Grab 4. Auf jenen frohen Himmels- erschrecken? Dein Wort mein auen Werd ich ihn, meinen Stab, dein Kreuz mein Stecken Hirten, schauen, Ja dort wird Hilft mir durchs finstre Todesmich sein sanfter Stab Auf thal; Kein Unfall wird mich fetten, ewig grünen Weiden da berühren, Du wirst mich Zum Bach des Lebens selber leiten, Wovon ich hier nur Tropfen hab! tragen, heben, führen Zum lichten, frohen Himmelssaal. 10. Da schallt denn bei seraphschen Chören, Bei ungezählten großen Heeren Der lautern reinen Cherubim Im frohen Reihen der gerechten, Durch dein Verdienst vollendten Knechten Auch meine schwache Kindesstimm. 5. Ich sehe seine Wunden glänzen, Ich sehe perlen Sie geskränze, Die er den Ueberwindern reicht! Ihn werd ich ewig, ewig sehen, Und das wird über alles gehen! O Wonne, welcher keine gleicht! 6. Noch fern von dir, hier 11. Da werd ich die auch auf der Erden, Wird bald von wiederfinden, Die mir dein Freud, bald von Beschwerden seliges Verbinden Allhier zu Mein Aug in finstern Dunst Herzensfreunden gab. O Vorverhüllt: Laß der verklärten zug, welcher schon hienieden, Wunden Male Durch diese trü- Der Freundschaft, die in dir ben Nebel strahlen und zeige beschieden, Sie trennet weder mir dein himmlisch Bild. Tod noch Grab. 7. Ich bin ja mit dir auferstanden: Wie soll ich dennoch in den Banden Der Eitelkeit gefesselt gehn? O laß bei allem, was hienieden Von Wohl und Weh du mir beschieden, Mein Auge scharf nun dorthin sehn. mir schon hier verbunden sind! 12. Ach, unter jenen großen Scharen, Die, da sie mir hier Fremde waren, Mein Geist doch dort als Brüder findt, Werd ich mit ganz besondern Trieben Doch diese kennen, diese lieben, Die Das ewige Leben. 625 13. Das weiß ich fest mit erblicket!? Ach, wann kommt solchem Wissen, Das über alle die letzte Zeit, Da der Tod Finsternisse Und über alle mein Auge bricht, Da ich schaue Zweifel siegt. Herr, laß uns Gottes Licht, Da ich in der dieses ernstlich dringen, Hier Himmelshöhe Rein vor meinem stets nur solche Frucht zu brin-| Jesu stehe?! gen, Die uns dort ewig noch 4. Stern aus Jakob, Licht, vergnügt. 14. Bald, bald, vielleicht in wenig Tagen, So hören wir die Wächter sagen: Steh auf, der Bräutgam kommt herbei! Daß wir dich nun empfangen können Mit Lampen, die recht helle brennen; So mach uns gläubig, wachsam, treu. und Leben, Offenbare dich auch mir! Wann mich Todesnächt umgeben, Licht des Lebens, tritt herfür! Wann mein Leben von mir flieht, Wann mein Auge nicht mehr sieht, Ach, so laß auf Salems Höhen Deine Herrlichkeit mich sehen! Salom. Franck, geb. 1659, † 1725. Mel.: Wie schön leuchtet der. Susanne Kathar. v. Klettenberg. Mel.: Werde munter mein Gemüte. 838. 3u Mitternacht ward 837. eid gegrüßt, ihr Es schönen Lichter, kommt der Bräutigam herbei: Deren Gold am Himmel lacht! Auf! gehet ihm entgegen! Kommt, Seid gegrüßt, ihr Angesichter, brennet eure Lampen an, Und Die das höchste Licht gemacht! seid mit Glauben angethan, Und Laßt mir euren güldnen Schein leuchtet allerwegen. Laufet, Jener Lichter Vorbild sein, Die in Gottes Salem funkeln, Und zu keiner Zeit verdunkeln. Kaufet Glaubensöle, Schmückt die Seele Ihr Jungfrauen! Wollt ihr euern Bräut'gam schauen. 2. Euer Glanz muß doch erbleichen, Euer Schmuck muß einst vergehn; Eure Schönheit muß entweichen, Die so herrlich anzusehn! Dort ist Licht ohn alle Nacht Schimmer, den nichts finster macht; Dort will sich mein Joseph zeigen, Dem sich Mond und Sterne neigen. 3. Ach, wann werd ich hingerücket An den Ort der Herrlichkeit, Den mein Glaubensaug 2. Es ist schon leider Mitternacht, Die Finsternis regiert mit Macht, Der Glaub ist fast verschwunden. Die Welt schläft in der Sicherheit, Und schäßzet deine Zukunft weit, Die sich doch bald gefunden. Sünden Binden Vieler Augen, Die nicht taugen Aufzuwachen, Sich auf dich bereit zu machen. 3. Herr, laß mich von den 40 626 Weihnacht. fünfen sein, Die sich auf deine| Thüre, Daß ich zu deiner HochZukunft freu'n Und helle Lam- zeit geh', Und in dem rechten pen tragen. Gieß Glauben, Brautschmuck steh', Der meine Liebe, Hoffnung zu: Das aller- Seele ziere. Laß mich Ewig Dich schönste Licht bist du, Davor umfassen Und nicht lassen, Mein die Nacht muß tagen. Grüße, Verlangen! Leuchtend will ich Grüße Und erneue, Halt in dich empfangen. Benj. Schmold. Treue Meine Seele, Daß sie alle Stunden zähle. Mel.: Befiehl du deine Wege. 839. Herr, es gescheh dein Wille, Der Leib 4. Ihr Thörichten! schlaft immerhin; Was ist's das ihr eilt nun zur Ruh, Es fallen vergesset ihn Und euer Licht in der Stille Die müden Augen nicht scheinet? Drum flopft ihr auch vergebens an, Wenn euch nicht mehr wird aufgethan, Ob ihr schon klagt und weinet. Klaget, Fraget Doch bei Zeiten, Eh' sich scheiden Nacht und Morgen; Nur auf ihn lenkt euer Sorgen. zu; Vergieb der Schwachheit Sünden, Verschon mit Zorn und Straf: Laß mich bereitet finden Zum Tode wie zum Schlaf. 2. Dein Heil hab ich gesehen; In Frieden fahr ich hin. Weil ich beim Auferstehen In deinem Reiche bin. Ach, Herr, bis an 5. Du aber kenne mich, mein mein Ende Mir deinen Beistand Freund, Wenn deine Zukunft leist: Mein Gott, in deine nun erscheint; Eröffne mir die Hände Befehl ich meinen Geist. Weihnacht. der Sünder. Du Gottessohn Wirst Erd und Thon, Gering und schwach wie wir und unfre Kinder. Mel.: Wir Christenlent. 840. Jesu Christ, Dein Kripplein ist Mein Paradies, da meine Seele weidet. Hier ist der Ort, Hier liegt das Wort Mit unserm Fleisch persönlich angekleidet. 2. Dem Meer und Wind Gehorsam sind, Giebt sich zum Dienst und wird ein Knecht vergehen. 3. Du höchstes Gut Hebst unser Blut In deinen Thron hoch über alle Höhen. Du ewge Kraft Machst Brüderschaft Mit uns, die wie ein Dampf und Rauch Weihnacht. 627 da, da wirst dus finden. 4. Was will uns nun Zuwider| Komm her und richt Dein Anthun Der Seelenfeind mit allem gesicht Zum Kripplein Christi, Gift und Gallen? Was wirft er mir Und Andern für, Daß Adam ist und wir mit ihm gefallen. 5. Schweig, arger Feind, Da sitzt mein Freund, Mein Fleisch und Blut, hoch in dem Himmel droben; Was du gefällt, Daß hat der Held, Aus Jakobs Stamm zu großer Ehr erhoben. 6. Sein Licht und Heil Macht alles heil, Der Himmelschatz bringt allen Schaden wieder; Der Freudenquell, Immanuel, Schlägt Teufel, Höll und all ihr Reich darnieder. 7. Drum, frommer Christ, Wer du auch bist, Sei gutes Muts und laß dich nicht betrüben; Weil Gottes Kind Dich ihm verbindt, So kanns nicht anders sein, Gott muß dich lieben. 11. Wirst du geplagt? Ei unverzagt! Dein Bruder wird dein Unglück nicht verschmähen, Sein Herz ist weich Und guadenreich, Kann unser Leid nicht ohne Thränen sehen. 12. Tritt zu ihm zu, Such Hülf und Ruh, Er wirds so machen, daß du ihm wirst danken; Er weiß und kennt, Was beißt und brennt, Versteht wohl, wie zu Mute sei dem Kranken. 13. Denn eben drüm, Hat er den Grimm Des Kreuzes auch am Leibe wollen tragen, Daß seine Pein Ihm möchte sein Ein unverrückt Erinnrung unsrer Plagen. 14. Mit einem Wort: Er ist die Pfort Zu dieses und des andern Lebens Freuden; Er macht behend Ein selges End An alle dem, was frommer Herzen leiden. 15. Laß aller Welt Ihr Gut und Geld, Und siehe nur, daß dieser Schatz dir bleibe; Wer den hier fest Hält und nicht läßt, Den ehrt und krönt er dort an Seel und Leibe. Paul Gerhardt. 8. Gedenke doch, wie herrlich hoch Er über allen Jammer dich geführet; Der Engel Heer Ist selbst nicht mehr Als eben du mit Seligkeit gezieret. 9. Du siehest ja Vor Augen da Dein Fleisch und Blut die Luft und Wolken lenken: Was will doch sich, Ich frage dich, Erheben, dich in Angst und Furcht zu senken? Eigene Melodie. 10. Dein blöder Sinn Geht 841. Wir Chriſtenlent Habn oft dahin, Ruft Ach und Weh, Freud, jezund läßt allen Trost verschwinden. Weil uns zu Trost ist Christus 40* Weihnacht. Mensch geboren, Hat uns er-| ferner kränken? Halleluja! Sein löst; Wer sich des tröst Und Sohn ist da! Wie sollt er uns glaubet fest, soll nicht werden verloren. mit ihm nicht alles schenken? 2. Ein Wunder- Freud! Gott 2. Klagt Moses an, Was du gethan? Will Satan dich in seine selbst wird heut Von Maria Fesseln schränken?- Hier ist ein wahrer Mensch geboren, Ein Jungfrau zart Sein Mutterward, Von Gott dem Herren selbst dazu erforen. der Sohn, Dein Gnadenthron, Wie sollt dir Gott mit ihm nicht Freiheit schenken? 628 3. Die Sünd macht Leid; Christus bringt Freud, Weil er zu uns in diese Welt ist kommen, Mit uns ist Gott Nun in der Not! Wer ist, der uns als Christen kann verdammen? 4. Drum sag ich Dank Mit dem Gesang Christo dem Herrn, der uns zu gut Mensch worden, Daß wir durch ihn Nun all los sein Der Sündenlast und unträglichen Bürden. 5. Halleluja! Gelobt sei Gott! Singen wir All aus unsers Herzens Grunde; Denn Gott hat heut Gemacht solch Freud, Der wir vergessen solln zu feiner Stunde. M. Kaspar Füger?( Fugger.) Mel.: Wir Christenleut. 842. Mirf, blöder Sinn Den Kummer hin; Gott ist für dich, wer will dich 3. Ist deine Kraft Gar mangelhaft, Mußt du mit Scham an deine Schwäche denken: Der so dir giebt Das, was er liebt, Wird dir mit ihm auch wahrlich Kräfte schenken. 4. Wie? kommst du dir Zu albern für, Um zu entgehn der Feinde schlauen Ränfen? Erschrecke nicht, Gott ist dein Licht; Er wird dir mit dem Sohn schon Weisheit schenken. 5. Gebricht es dir Bald da, bald hier, Und sorgst, wer dich noch speisen wird und tränken? Hab guten Mut! Das höchste Gut Wird dir ja mit dem Sohn die Notdurft schenken. 6. Wirf, blöder Sinn, Den Kummer hin, Der dich will in das Meer der Sorgen senken. Der Sohn ist da! Halleluja! Wie sollt uns Gott mit ihm nicht alles schenken? Joh. Jak. Rambach, geb. 1693, † 1735 Neujahr. Mel.: Machs mit mir Gott nach 2c., der alles schläget, Komm, leg 843. in Jahr geht nach die Art der Wurzel an, Thu dem andern hin einen Streich, so ists gethan. Der Ewigkeit entgegen. Ach! möchte doch der träge Sinn Dies fleißiger erwägen. Ach! brächte doch ein jedes Jahr Viel neue gute Früchte dar! 4. Allein der treue Heiland spricht: Laß ihn dies Jahr noch stehen! Trägt er noch keine Früchte nicht, Ich hoff sie noch zu sehen. Ach, halt des strengen Urteils Lauf Doch dies Jahr noch, mein Vater, auf. 5. So gieb denn, lieber Heiland, Kraft, Dies Jahr viel Frucht zu bringen. Ach, laß doch deines Geistes Saft In unsre Zweige dringen. Schütt auch auf unser Herz und Haus Viel Gnade, Kraft und Segen aus. Joh. Jak. Rambach, geb. 1693, † 1735. 2. Allein, wo ist, wo ist die Frucht, Die wir bisher getragen? Wie oft hat Gott umsonst gesucht, Wie hat er müssen klagen! Es that ihm weh, wenn seine Hand Anstatt der Frucht nur Blätter fand. 3. Haut ab, spricht er, den kahlen Baum, Der keine Früchte träget! Was nimmt er andern Saft und Raum? Komm, Tod!! 629 Passion. Mel.: Wenn mein Stündlein 2c. 844. Am Freitag muß ein sein Kreuz mit Geduld Dem Herren Christ nachträget. jeder Christ Sein Kreuz mit Christo tragen, Bis der Sabbath vorhanden ist, Dann ruht er in sein'm Grabe, Bis kommt der fröhlich Ostertag: Dann ihn das Grab nicht halten mag, Mit Freuden er aufwachet! 2. Der Freitag währt die kleine Zeit, Weil wir leben auf Erden, Mit Jammer, Angst und Herzeleid Daran betrübt wir werden, Das macht Adams und 3. Am Sabbath kommen wir zu Ruh, All Kreuz wird weggenommen, Wenn uns jetzt gehn die Augen zu Und unser Stund ist kommen: Dann trägt man uns ins Ruhbettlein, Darin gar sanft wir schlafen ein, Bis uns der Herr aufwecket. 4. Dann kommt der fröhlich Ostertag, So werd'n wir all aufstehen! Der Tod dann uns nicht halten mag; Entgegen unsre Schuld! Wohl dem, der werd'n wir gehen Christo, und Passion. 630 mit ihm in sein'm Reich Leben in Freuden ewiglich: Herr Christ, das hilf uns! Amen. Nit. Herrmann, † 1561. gerechte Knecht, Der vollkommne Sühner Gläubig mache und gerecht Alle Sündendiener. Paul Gerhardt, geb. 1606, 1676. Mel.: Zion flagt mit Angst und. Mel.: Jesu deine Passion. 845. Siehe, mein geliebter 846 Rommt, ihr Blinden, kommt am Wege, Knecht, Der wird weislich handeln Ohne Tadel schlecht und recht Auf der Erden wandeln; Sein getreuer, from mer Sinn Wird in Einfalt gehen; Aber dennoch wird man ihn An das Kreuz erhöhen. 2. Hoch am Kreuze wird mein Sohn Große Marter leiden, Und viel werden ihn mit Hohn Als ein Scheusal meiden. Aber also wird sein Blut Auf viel Heiden springen, Und das ewge, wahre Gut In ihr Herze bringen. Jesus will vorübergehn! Kommt, verlaßt die Lasterstege, Daß ihr wieder möget sehn; Rufet: Herr, erbarme dich Ueber alle Welt und mich! So wird Jesus euch umarmen Und sich eurer Not erbarmen. 2. Niemand findt an Jesu Leiden Teil, wer nicht zu ihm geht hin Und die Sünde will vermeiden, Die den Tod hat zum Gewinn. Denke nicht bei Frevelthat, Daß die Sünde dir nicht schadt; Nein, du hast den Tod verdienet, Ob dich Jesus gleich verfühnet. 3. Meinet nicht, ihr Höllenkinder, Daß dies Leiden euch angeht, So lang ihr als freche Sünder In dem Sündenstande 4. Ach, er ist für fremde Sünd steht; Zwar nimmt er die SünIn den Tod gegeben, Auf daß der an, Aber die die Lasterbahn du, o Menschenkind Durch ihn Fliehen und ihr Heil mit Schmermöchtest leben, Das er pflanzte zen Suchen mit zerknirschtem sein Geschlecht, Den gerechten Sa- Herzen. men, Der Gott dient und Opfer 4. Niemand tröste sich verbrächt Seinem heilgen Namen. gebens Bei dem Sündendienst 5. Denn das ist sein höchste Freud Und des Vaters Wille, Das den Erdkreis weit und breit Sein Erkenntnis fülle, Damit der und Greul, Daß ihm hilft der Fürst des Lebens, Und daß er von Sünden heil; Willst du frei sein von der Not, So verlaß 3. Kön'ge werden ihren Mund Gegen ihn zu halten Und aus innerm Herzensgrund Ihre Hände falten. Das verblendte taube Heer Wird ihn sehn und hören Und mit Lust zu seiner Ehr Jhren Glauben mehren. Ostern. 631 den Sündenkot, Denn so ist die verderben, Durch dein Leiden, Schuld vergeben Und kannst Blut und Sterben. deines Glaubens leben. 6. Schenke den betrübten See5. Ach, Herr Jesu, laß dein len Leben und Gerechtigkeit, Leiden Einmal in die Kraft ergehn, Daß uns nicht die Sünden scheiden, Gottes Angesicht zu sehn; Gieb des heilgen Geistes Kraft, Daß in uns werd abgeschafft Alles, was uns kann Die in deine Wundenhöhlen Fliehen zu der bösen Zeit Mache sehend, was noch blind Und mit Reu sich zu dir findt, Daß wir dankbar deinen Namen für dein Leiden preisen! Amen! Laurentius Laurenti. Ostern. Mel.: Nun freut euch, lieben Christen.| dir jetzt ein Gespötte treibt, Und 847. Sei fröhlich alles weit spricht: wo ist dein Stachel? und breit, Was 4. Denn deine Macht die ist dahin, Und keinen Schaden bringet Dem, der sich stets mit Herz und Sinn Zu diesem Fürsten schwinget, Der fröhlich spricht: ich leb, und ihr Sollt mit mir leben Für und für, Weil ich es euch erworben. 2. Wie schön hast du durch deine Macht, Du wilder Feind 5. Der Tod hat keine Kraft des Lebens, Den Lebensfürsten nicht mehr, Wir dürfen ihn Ich bin sein umgebracht; Dein Stachel ist nicht scheuen. vergebens Durch ihn geschossen, Siegsfürst und sein Herr, Deß schnöder Feind, Du hättest wahr sollt ihr euch erfreuen; Dazu lich wohl gemeint, Er würd im so bin ich euer Haupt, Drum Staube bleiben. werdet ihr, wenn ihr mir glaubt, Als Glieder mit mir leben. 6. Der Höllen Sieg der ist auch mein, Ich habe sie zerstöret; Es darf nicht fürchten ihre Pein, Wer mich und mein Wort höret. Und weil des Teufels vormals war verloren, Weil heut der Herr der Herrlichkeit, Den Gott selbst auserforen Zum Sündenbüßer, der sein Blut Am Kreuz vergossen uns zu gut, Vom Tod ist auferstanden. 3. Nein, nein, er trägt sein Haupt empor, Ist mächtig durchgedrungen Durch deine Bande, durch dein Thor, Ja hat im Sieg verschlungen Dich selbst, daß, wer an ihn nur gläubt, Von Pfingsten. Gnadenmittel. Macht und List Gedämpft, sein für den Krieg, Und für den Kopf zertreten ist, Mag er ihm Tod. das Leben Erworben, auch nicht schaden. der die Sünd und Tod, Welt, 7. Nun, Gott sei Dank, der Teufel, Höll und was in Not uns den Sieg Durch Jesum hat Uns stürzet, überwunden! gegeben, Und uns den Frieden Paul Gerhardt. 632 Pfingsten. Eigene Melodie. 848. 4. O heiliger Geist, o heiliger heiliger Geist, o Gott, Erleucht uns durch dein heiliger Gott, Du göttlich Wort; Lehr uns den Tröster wert in aller Not, Du Vater kennen schon, Dazu auch bist gesandt vons Himmels Thron seinen lieben Sohn. O heiVon Gott dem Vater und dem liger Geist, o heiliger Gott! Sohn; O heiliger Geist, o heiliger Gott! 2. O heiliger Geist, o heiliger Gott, Gieb uns die Lieb zu deinem Wort; Zünd an in uns der Liebe Flamm, Darnach zu lieben allesamt. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 5. O heiliger Geist, o heiliger Gott; Du zeigst die Thür zur Himmelspfort; Laß uns hier kämpfen ritterlich und zu dir dringen seliglich. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 6. O heiliger Geist, o heiliger Gott, Verlaß uns nicht in Not 3. O heiliger Geist, o heiliger und Tod; Wir sagen dir Lob, Gott, Mehr unsern Glauben Ehr und Dank Jetzund und immerfort; An Christum nie- unser Lebenlang. Oheiliger mand glauben kann, Es sei Geist, o heiliger Gott! denn durch dein Hülf gethan. O heiliger Geist, o heiliger Gott. Bartholomäus Helder. Gnadenmittel. a. Die heilige Taufe. Mel.: Es ist das Heil uns kommen. 849. Du Volk, das du getaufet bist Und deinen Gott erkennest, Auch nach dem Namen Jesu Christ Dich Sünden los Und giebt die rechte und die Deinen nennest: Nimms wohl in acht und denke dran, Wie viel dir Gutes sei gethan Am Tage deiner Taufe. 2. Es macht dies Bad von Gnadenmittel. Schöne. Die Satans Kerker vor| Die dein Gott dir darin beschert, beschloß, Die werden frei und Und die uns alle laben, Wenn Söhne Des, der da trägt die nichts mehr sonst uns laben will; höchste Kron: Der läßt sie, was Die laß, bis daß des Todes Ziel sein eigner Sohn Ererbt, auch Dich trifft, nicht ungepreiset. mit ihm erben. 8. Brauch alles wohl, und weil du bist Nun rein in Christo worden, So leb und thu auch als ein Christ Und halte Ehristi Orden; Bis daß dort in der ewgen Freud Er dir das Ehr- und Freudenkleid Um deine Seele lege. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. 3. Was von Natur vermaledeit Und mit dem Fluch umfangen, Das wird hier in der Tauf erneut, Den Segen zu erlangen. Hier stirbt der Tod und würgt nicht mehr, Hier bricht die Höll und all ihr Heer Muß uns zu Füßen liegen. 4. Hier ziehn wir Jesum Chriſtum an Und decken unsre Schanden Mit dem, was er für uns ge= 633 Mel.: Jesu der du meine Seele. 850. Lasset mich voll Frenden sprechen: Ich bin than Und willig ausgestanden. ein getaufter Christ, Der bei Hier wäscht uns sein hochteures menschlichen Gebrechen Dennoch Blut Und macht uns heilig, fromm ein Kind Gottes ist. Was sind alle und gut In seines Vaters Augen. Schäße nütze, Da ich einen Schatz 5. O großes Werk! o heilges befize, Der mir alles Heil geBad! Wasser, dessengleichen bracht Und mich ewig selig macht! Man in der ganzen Welt nicht 2. Keine Sünde macht mir hat! Kein Sinn kann dich errei- bange: Ich bin ein getaufter chen. Du hast recht eine Wunder- Christ; Denn ich weiß gewiß: so kraft; Und die hat der, so alles lange Dieser Trost im Herzen ist, schafft, Dir durch sein Wort ge- Kann ich mich von Angst der schenket. Sünden, Jesu, durch dein Blut entbinden, Weil das teure Wasserbad Mich damit besprenget hat. 3. Satan, laß dir dieses sagen: Ich bin ein getaufter Christ! Und damit kann ich dich schlagen, Ob du noch so grausam bist. Da ich bin zur Taufe kommen, Ist dir alle Macht genommen und von deiner Tyrannei Machet Gottes Bund mich frei. 6. Du bist kein schlechtes Wasser nicht, Wies unsre Brunnen geben. Was Gott mit seinem Munde spricht, Das hast du in dir leben. Du bist ein Wasser, das den Geist Des Allerhöchsten in sich schleußt Und seinen groBen Namen. 7. Das halt, o Mensch, in allem wert Und danke für die Gaben, Glaube und Rechtfertigung. 634 4. Freudig sag ich, wenn ich sterbe: Ich bin ein getaufter Christ! Denn das bringet mich zum Erbe, Das im Himmel droben ist: Lieg ich gleich im Todesstaube, So versichert mich der Glaube, Daß mir auch der Taufe Kraft, Leib und Leben wieder schafft. 5. Nun so soll ein solcher Segen Mir ein Trost des Lebens sein. Muß ich mich zu Grabe legen, Schlaf ich auch auf solchen ein; Ob mir Herz und Auge brechen, Soll die Seele dennoch sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, Der nun ewig selig ist! Erdm. Neumeister, geb. 1671, † 1756. Glaube und Rechtfertigung. Mel.: Allein Gott in der Höh sei Ehr| Blut Will ich mein Hoffnung 831. Menn dein herzliebster bauen, Das er für mich vergoffen hat, Gewaschen ab die Missethat Und mir das Heil erworben 4. In seinem Blut erquick ich mich Und komm zu dir mit Freuden, Ich suche Gnad demütiglich: Von dir soll mich nichts scheiden: Was mir erworben hat dein Sohn Durch seinen Tod und Marterfron, Kann mir kein Teufel rauben. Sohn, o Gott, Nicht wär auf Erden kommen, Und hätt, da ich in Sünden tot, Mein Fleisch nicht angenommen, So müßt ich armes Würmelein Zur Hölle wandern in die Pein Um meiner Sünder willen. 2. Jetzt aber hab ich Ruh und Rast, Darf nimmermehr verzagen, Weil er die schwere Sündenlast Für mich hat selbst getragen: Er hat mit dir versöhnet mich, Da er am Kreuz ließ töten sich, Auf daß ich selig würde. 3. Drum ist getrost, mein Herz und Mut Mit kindlichem Vertrauen: Auf dies sein rosenfarbes 5. Nichts hilft mich die Gerichtigkeit, Die vom Gesetz herrühret: Wer sich in eignem Werk erfreut, Wird jämmerlich verführet: Des Herren Jesu Werk allein Das machts, daß ich kann selig sein, Der ichs mit Glauben faſſe. Joh. Heermann, geb. 1585, 1647. Beten, loben a. Morgenlieder. Mel.: Ich dank dir, lieber Herre. 852. Dank sei Gott in der Höhe In dieser Morgenstund, Durch den ich wiedr aufstehe Vom Schlaf frisch und gesund. Mich hatte fest gebunden Mit Finsternis die Nacht, Ich hab sie überwunden Mit Gott, der mich bewacht. und danken. 6. Was dir gereicht zu Ehren Und der Gemein zu Nuß, Daß will der Satan wehren Mit List und großem Truß; Doch kann ers nicht vollbringen, Weil du, Herr Jesu Christ, Herrschest in allen Dingen Und unser Beistand bist. 7. Wir sind die zarten Reben, Der Weinstock selbst bist du, Daran wir wachsn und kleben Und bringen Frucht dazu. Hilf, daß wir an dir bleiben Und wachsen immer mehr, Dein guter Geist uns treibe Zu Werken deiner Ehr. Lic. Johann Mühlmann. b. Abendlieder. Thür Und Bei gfunder, reiner Lehr, Vor 853. Die Nacht ist vor der Keßerei behüte, Streit für dein liegt Wort und Ehr, Daß wir mit schon auf der Erden: Mein Jesu! unserm Samen Immer in einem tritt herfür Und laß es lichte Geist Sprechen: des Herren werden; Bei dir, o Jesulein, NamenSei groß und hoch gepreist. Ist lauter Sonnenschein. 4. Dem Leibe gieb darneben Nahrung und guten Fried Ein gsund und mäßig Leben, Dazu ein froh Gemüt, Daß wir in allen Ständen Tugend und Ehrbarkeit Lieben, und Fleiß drauf wenden Als rechte Christenleut. 5. Gieb mildiglich dein Segen, Daß wir nach deinm Geheiß Wandeln auf guten Wegen, Thun unser Amt mit Fleiß, Daß ein jeder sein Neße Auswerf und auf dein Wort Sein'n Trost mit Petro sebe, So geht die Arbeit fort. 2. Gieb deinen Gnadenschein In mein verfinstert Herze, Laß in mir brennend sein Die helle Glaubenskerze. Vertreib die Sündennacht, Die mir viel Kummer macht. 635 2. Wiedrum thu ich dich bitten, Schußherr Israel, Du wollest treulich hüten Den Tag mein'n Leib und Seel. All christlich Obrigkeiten, Unsre Schul und Gemein In diesen bösen Zeiten Laß dir befohlen sein. 3. Erhalt uns durch dein Güte 3. Ich habe diesen Tag VielEitelkeit getrieben; Du hast den Ueberschlag Gemacht und aufgeschrieben; Ich selber Die schwere Red alle Gottes 2c. 4. Sollt ie bist du Seele Noch ang In mir so gar laß durch Dein Heiland lebet, 636 Beten, loben und danken. doch vergehen; Dein rosinfarbes| bleib du bei mir; Es will nun Blut Macht alle Rechnung gut. Abend werden: Laß doch dein 5. Wohlan ich lege mich in dei- Licht Auslöschen nicht Bei uns nem Namen nieder, Und morgen allhie auf Erden. ruf du mich Zu meiner Arbeit wieder; Denn du bist Tag und Nacht Auf meinen Nuß bedacht. 1639. c. Beim Gewitter. Mel.: Auf meinen lieben Gott. Quy 6. Ich schlafe: wache du; 3ch 855. Gin Wetter steiget auf! Mein Herz schlaf in Jesu Namen; Sprich zu Gott hinauf! Fall ihm gedu zu meiner Ruh Ein kräftig schwind zu Fuße Durch wahre Ja und Amen; Und also stell ich Ren und Buße, Damit gleich dich Zum Wächter über mich. deine Sünden Durch Christi 7. Ich schließ die Augen zu, Tod verschwinden. Weil Jesus mich bewachet: Ich schlaf in guter Ruh, Weil Jesus mich anlachet. Mein Jesu, halte Wacht, Mein Jesu: gute Nacht! Kafp. Ziegler, geb. 1621,+ 1690. 2. Herr, der du gutund fromm: Zu dir ich gläubig komm; Bitt mir aus dein Erbarmen, Hab Ehristum auf den Armen: Um dessen willen schone, Mir nicht nach Sünden lohne. 3. Durch Christi teures Blut Mach mir ein Herz und Mut, Das sich nicht knechtisch scheue, Das vielmehr deiner Treue In allem findlich traue Und auf dein Helfen baue. 4. Ich will mit dem, was mein, Dir ganz gelassen sein: Dein Flügel wird uns decken, Verjagen alles Schrecken, Und lassen uns aus Gnaden Das Wetter gar nicht schaden. 834. Mein schönste Zier und Kleinod bist Auf Erden du, Herr Jesu Christ! Dich will ich lassen walten, Und allezeit In Lieb und Leid Im Herzen dich behalten. 2. Dein Lieb und Tren für alles geht, Kein Ding auf Erd so fest besteht: Solchs muß man frei bekennen; Drum soll nicht Tod, Nicht Angst, nicht Not Von deiner Lieb mich trennen.. 3. Dein Wort ist wahr und trüget nicht und hält gewiß, was es verspricht, Im Tod und ch im Leben. Du bist nun Bleib unsre Zuversicht, Und laß 5. Wohlan, verlaß uns nicht; dein Vaterlieben Auch jetzt an uns sich üben, So wolln wir, bin dein, Dir weil wir leben, Dir Preis und hen. Ehre geben. nt ab, o Amalia Juliana, Gräfin v. Schwarzfu Christ, burg- Rudolstadt, geb. 1637, † 1706. Kreuz- und Trostlieder. Kreuz- und Trostlieder. Mel.: Singen wir aus Herzensgrund. Wenn er spricht, verkehrt dein 856. Auf den Nebel folgt die Sonn, Auf das Trauern Freud und Wonn; Auf die schwere bittre Pein Stellt sich Trost und Labsal ein. Meine Seele, die zuvor Sank bis zu dem Höllenthor, Steigt nun bis zum Himmelschor. 2. Der, vor dem die Welt er= schrickt, hat mir meinen Geist erquickt; Seine hohe starke Hand Reißt mich aus der Höllen Band. Alle seine Lieb und Güt Ueberschwemmt mir mein Gemüt und erfrischt mir mein Geblüt. 637 4. Nun erfahr ich, schnöder Feind, Wie dus habst mit mir gemeint! Du hast wahrlich mich mit Macht In dein Netz zu ziehn gedacht. Hätt ich dir zu viel getraut, Hättst du, eh ich zugeschaut, Mir zum Fall ein Sieb gebaut.*) Grimm Seine füße Vaterſtimin. 6. Heb dich weg, verlogner Mund! Hier ist Gott und Gottes Grund; Hier ist Gottes Angesicht Und das schöne, helle Licht Seines Segens, seiner Gnad: All sein Wort und weiser Rat Steht vor mir in voller That. 7. Gottläßt feinen traurig stehn, Noch mit Schimpf zurücke gehn, Der sich ihm zu eigen schenkt Und ihn in sein Herze senkt: Wer auf Gott sein Hoffnung seßt, Findet endlich und zuletzt, Was ihm Leib und Seel ergötzt. 3. Hab ich vormals Angst ge8. Kommts nicht heute, wie fühlt, Hat der Gram mein Herz man will, Sei man nur ein zerwühlt, Hat der Kummer mich wenig still: Ist doch morgen beschwert, Hat der Satan mich auch ein Tag, Da die Wohlbethört: Ei, so bin ich nun- fahrt kommen mag. Gottes Zeit mehr frei; Heil und Rettung, Schuß und Treu Steht mir wieder treulich bei. hält ihren Schritt; Wenn die fommt, kommt unsre Bitt Und die Freude reichlich mit. 9. Ich will gehn in Angst und Not, Ich will gehn bis in den Tod; Ich will gehn ins Grab hinein Und doch allzeit fröhlich sein: Wem der Stärfste bei will stehn, Wen der Höchste will erhöhn, Kann nicht ganz zu Grunde gehn. Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. *) Luf. 22, 31. 5. Ich erkenne deine List, Da du mit erfüllet bist. Du beleugst mir meinen Gott Und 837. Wie bist du Seele machst seinen Ruhm zu Spott: In mir so gar Wenn er setzt, so wirfst du um; betrübt? Dein Heiland lebet, Eigene Melodie. oder: Nun preiset alle Gottes 20. 638 Kreuz- und Trostlieder. Der dich so herzlich liebt. Er-| 2. O mein Gott, vor den ich gieb dich gänzlich seinem Willen, trete Jetzt in meiner großen Er kann allein dein Trauern Not! Höre, wie ich sehnlich bete: stillen. Laß mich werden nicht zu Spott: Mach zunicht des Teufels Werk: Meinen schwachen Glaubeu stärk, Daß ich nimmermehr verzage, Christum stets im Herzen trage. 2. Bist du in Nöten- Ach, harre nur auf Gott, Ihm dich vertraue In Seel- und Leibes not: Der vormals Herzensangst gewendet, Der ists, der noch dir Hülfe sendet. 3. Bist du in Jesu In deinem Heiland reich Rein Kaiser, König Ist diesem Reichtum gleich. Hast du nicht, was dich hier ei gözet Gnug, wenn der Himmel dies ersehet. 3. Jesu, du Brunn aller Gnaden, Der du niemand von dir stößt, Der mit Schwachheit ist beladen, Sondern deine Jünger tröst: Sollt ihr Glauben auch so klein Wie ein kleines Senfkorn sein, Wollst du sie doch würdig schätzen, Große Berge zu versehen. - - 4. Sei doch zufrieden, du betrübte Seel! Wirf auf den Herren, Was dich auch immer quäl. Wer ist jemals zu Schanden worden, Der sich ergiebt des Kreuzes Orden? 5. Drum, liebe Seele, Wirf alles Trauern hin, Geduldig leide, Nicht kränke deinen Sinn. Ergieb du dich hier Gottes Willen, Dort wird er dich mit Freud erfüllen. 4. Laß mich Gnade vor dir finden, Der ich bin voll Traurigkeit! Hilf du mir selbst überwinden, So oft ich muß in den Streit. Meinen Glauben täglich mehr Deines Geistes Schwert verehr, Damit ich den Feind kann schlagen, Alle Pfeile von mir jagen. 5. Heilger Geist im HimmelsTobias Zeutschner, † 1675. throne, Gleicher Gott von EwigMel.: Freu dich sehr, o meine Seele. keit mit dem Vater und dem 858. Treuer Gott, ich muß Sohne, Der Betrübten Trost dir klagen Meines und Freud! Der du in mir anHerzens Jammerstand, Ob dir gezündt, So viel ich an Glauben wohl sind meine Plagen Besser, find: Ueber mir mit Gnaden denn mir selbst bekannt: Große walte, Ferner deine Gab erhalte. Schwachheit ich bei mir In An- 6. Deine Hilfe zu mir sende, fechtung oftmals spür, Wann O du edler Herzensgast! Und der Satan allen Glauben Will das gute Werk vollende, Das du aus meinem Herzen rauben. fangefangen hast, Blas das kleine Sterbelieder. Fünklein auf, Bis das nach schwinde, Bis die Angst vorüber vollbrachtem Lauf Allen Aus- geht. Wie die Jugend gängle erwählten gleiche Ich des Glau- mich, Daß der Feind nicht rühbens Ziel erreiche. me sich, Er hätt ein solch Herz gefället, Das auf dich sein Hoff7. Reiche deinem schwachen Kinde, Das auf matten Füßen nung stellet. steht, Deine Gnadenhand ge- Joh. Heermann, geb. 1585, † 1647. Sterbelieder. Eigene Melodie. oder: Wenn mein Stündlein. 859. Wenn ich in Todes nöten bin Und weiß kein Rat zu finden, So nehm ich meine Zuflucht hin Zu Ehristi Tod und Wunden, Darinnen find ich Hülf und Rat Wid'r Gottes Zorn und Missethat, Auch wider Tod und Hölle. 2. Es ist kein Schmerz, kein Leid, kein Not, Kein Angst so groß auf Erden, So nicht durch Christi Wunden rot Geheilet könnte werden, Sein Tod mein Leben und Gewinst, Mein Hoffnung, Zuflucht und Verdienst, Mein Schaß, mein Ehr und Krone. 639 3. Er streckt am Kreuz aus Händ und Füß, Mich freundlich zu umfangen; Sein Haupt er neiget mir zum Kuß Aus herzlichem Verlangen; Die Seit er ihm eröffnen ließ, Daß ich darin möcht schauen süß Sein Herz, sein Lieb und Trene. den fest, Die uns stets offen stehet, Gleichwie Gott Noah bauen läßt Ein'n Kasten drein er gehet Zur Sündflut mit den Seinen all: Also find Christi Wundenmal Die Thür zum Gnadenthrone. 5. Darein will ich mich finden ein, Und mich darin verdecken, Gleichwie ein kleins Waldvögelein Im hohlen Baum, verstecken, Bis Ungewitt'r vorübergeht, Also will ich mich finden stet Zu Christ, dem Baum des Lebens. 6. Mose schlug einen Felsen hart, Daß Wasser draus thät fließen: Also ward Christi Seite zart Mit einem Speer durchrissen, Daraus viel Blut und Wasser floß; Der Gnadenbrunn sich da ergoß, Der mich im Tod erquicket. 7. O Vater in des Himmels Thron, Laß selig mich abscheiden; O Jesu Christe, Gottes Sohn, Geleit mich durch dein Leiden; 4. Das ist die Thür der Gna- O heilger Geist, thu auf die 640 Thür Und mich zum Baum des Lebens führ, Und zu dem Brunn der Gnaden. Sterbelieder. 8. Nun fühl ich Schuß, Trost, Ruh und Freud In deinen heilgen Wunden; Nun ist mein Leid und Traurigkeit Aus meiner Seel verschwunden: So fahr ich hin; Gott wartet mein Mit seinen lieben Engelein, Führt mich zur Himmelsfreude. Joh. Kempf, † 1625. Tod der Kinder. Mel.: Menn mein Stündlein. 860. Gin Würmlein bin ich arm und klein, Mit Todesnot umgeben; Kein Trost weiß ich in Mark und Bein, Im Sterben und im Leben, Denn daß du selbst, Herr Jesu Christ, Ein armes Würmlein worden bist. Ach Gott! erhör mein Klagen! 2. Laß mich, Herr Christ, an deinem Leib Ein grünes Zweig4. Gedenk, Herr, an den teuren Eid, Den du selbst hast geschworen, Sowahr du lebst von Ewigkeit, Ich soll nicht sein verloren Ich soll nicht kommen ins Gericht, Den ewigen Tod schmecken nicht; Dein Heil willst du mir zeigen. 5. Ach Gott, laß mir ein Leuchte sein Dein Wort zum ewgen Leben; Ein seligs Ende mir verleih: Ich will mich dir ergeben; Ich trane dir, mein Herr und Gott, Denn du verläßt in keiner Not, Die deiner Hilf thun warten. 6. Drauf will ich nun befehlen dir Mein Seel in deine Hände: Ach! treuer Gott, steh fest bei mir, Dein' Geist nicht von mir wende; Und wenn ich nicht mehr reden kann, So nimm den letzten Seufzer an Durch Jesum Christum. Amen. Barth. Fröhlich, † 1590. lein bleiben: Mit deinem Geiſt 861. 3hr Eltern, laßt mich sich heißet Jesus kommen; Verwehrt mir nicht den Ort, Da ich werd aufgenommen. Ich gehe aus von Leiden Und komm zu Himmelsfreuden. mein Seel soll scheiden! Wenn mir vergeht all mein Gesicht, Und meines Bleibens ist mehr nicht Allhier auf dieser Erden: 3. So laß mich nicht in dieser Not Umkommen noch verzagen; Komm mir zu Hilf, du treuer Gott: Mein Angst hilf du mir tragen. Dent, daß ich bin am Leibe dein Ein Glied und grünes Zweigelein: In Fried laß mich hinfahren. 2. Laßts, Eltern, laßts geschehn, Daß ich die Schiffahrt ende, Wo Sturm und Unglück wehn, Und in dem Port*) anlände; Ich wähle statt der Wellen Die sichern Ruhestellen. *) Hafen. Sterbelieder. 641 3. Laßt, laßt die Zähren sein,| Hingegen schwingt er sich zur Ruh Wo ihr mir gutes gönnet: Was Im güldnen Engelchore, Legt macht ihr mit der Pein, Die ihr Abscheu weg, kriegt Freudenöl, den Himmel kennet? Kanns Zeucht aus das Fleisch und Gott denn mit den Seinen Wohl schmückt die Seel In reiner, jemals besser meinen? weißer Seiden. Er läßt die Erd und nimmet ein Die Luſt, da Christi Schäfelein In lauter Rosen weiden. 4. So gebt, ihr Liebsten, euch doch schlecht*) Dahin in Gottes Willen. Sein Rat ist gut, sein Thun ist recht, Und wird wohl wieder stillen Den Schmerzen, den er euch gemacht; Und hiermit sei euch gute Nacht Von eurem Sohn gegönnet. Es kommt die Zeit, da mich und euch Vereingen wird in seinem Reich, Der euch und mich getrennet.*) schlicht. 4. Wohlan, so lasset mich: Mein Jesus heißt mich kommen; Und glaubet sicherlich: Ich bin euch nicht genommen; Es wird gar bald geschehen, Daß wir uns wiedersehen. Mel.: An Wasserflüssen Babylon. 862. Mein herzer Bater, weint ihr noch, Und ihr, die mich geboren? Was grämt ihr euch? was macht ihr doch? Ich bin ja unverloren. Ach, sollt ihr sehen, wie mirs geht Und wie mich der so hoch erhöht, Der selbst so hoch erhoben: Ich weiß, ihr würdet anders thun Und meiner Seele süßes Ruhn Mit eurem Munde loben. 5. Da will ich eure Treu und Müh Und was ihr eurem Kranfen Erwiesen habt, im Himmel hie, So bald ihr kommt, verdanken. Ich will erzählen, wie ihr habt Euch selbst betrübt und vor allen. Und für den heißen mich gelabt, Vor Christo und Thränenfluß Will ich, mit mehr als einem Kuß, Um euren Hals euch fallen. 2. Nun bin ich durch, Gott Lob und Dank! Hier kommt ein ander Leben; Hier wird mir, was mein Leben lang Ich nicht gesehn, gegeben: Ein ganzer Himmel voller Licht, Ein Licht, davon mein Angesicht So schön wird Paul Gerhardt, geb. 1606, † 1676. als die Sonne. Hier ist ein ewges Freudenmeer: Wohin ich 863. Ruhet wohl, ihr Tonur die Augen kehr, Ist alles voller Wonne. tenbeine, In der stillen Einsamkeit! Ruhet, bis das End erscheine, Da der Herr euch zu der Freud- Rufen wird 41 3. Wer selig stirbt, der schleußet zu Die schwarzen Jammerthore; 642 Anhang. aus euren Grüften Zu den freien| Grab erkalten, Da man nichts Himmelslüften. als Asche findt: Wenn des Herren Hauch drein bläset, Grünet neu, was hier verweset. 2. Nur getrost: ihr werdet leben; Weil das Leben, euer Hort, Die Verheißung hat gegeben Durch sein teuer wertes Wort: Die in seinem Namen sterben, Sollen nicht im Tod verderben. 3. Und wie sollt im Grabe bleiben, Der ein Tempel Gottes war? Den der Herr ließ einverleiben Seiner auserwählten Schar, Die er selbst durch Blut und Sterben Hat gemacht zu Himmelserben? 5. Jesus wird, wie er erstanden, Auch die Seinen einst mit Macht Führen aus des Todes Banden, Führen aus des Grabes Nacht Zu dem ewgen Himmelsfrieden, Den er seinem Volt beschieden. 4. Nein, die kann der Tod nicht halten, Die des Herren Glieder find! Muß der Leib im 6. Ruhet demnach in dem Kühlen Eine noch so kurze Zeit: Es will schon den Aufzug spielen Die so nahe Ewigkeit, Da ihr sollt mit euren Leibern Vor dem Stuhl des Lamms erscheinen. Fr. Konr. Hiller, geb. 1662, † 1726. Anhang. Kleine Liederverse und Sprüche. 1. Ach Herr, gieb du uns Feinde Macht. Herr Jesu, deine Guad, daß unsre Arbeit nimm dein Volk in Acht. wohl gerat, zu Ehren deiner Herrlichkeit und uns zur Seelen Seligkeit. 2. All, was mein Thun und Anfang ist, gescheh im Namen Jesu Christ; der segne mich so früh und spat, bis all mein Thun ein Ende hat. 4. Gottes Mühlen mahlen langsam, mahlen aber trefflich klein; was aus Langmut er sich säumet, bringt mit Schärf er alles ein. 5. Geh ohne Stab nicht durch den Schnee und ohne Steuer nicht zur See. Geh ohn Gebet und Gotteswort niemals 3. Gott, gieb Fried' in deinem Lande, Glück und Heil aus deinem Hause fort. zu allem Stande; wehre aller 6. Des Morgens denk an Anhang. 643 10. Liebster Mensch, was mags bedeuten, dieses späte Glockenläuten? Es bedentet abermal meines Lebens Ziel und Zahl. Dieser Tag hat abgenommen, bald wird auch der Tod herkommen; drum, o Mensch, so schicke dich, daß du sterbest seliglich. -- 8.( Stundenruf.) Eins ist 11. Wo keine Bibel ist im Not, Herr Jesu Christ, laß Haus, da sieht's gar öd und dich finden, wo du bist. Zwei traurig aus,- da kehrt der Weg' hat der Mensch vor sich; böse Feind gern ein, da mag Herr, den schmalen lehre mich! der liebe Gott nicht sein. Dreifach ist was göttlich heißt: Drum Menschenkind, drum Vater, Sohn und heilger Geist. Menschenkind, daß nicht der Vierfach ist das Ackerfeld; Böse Raum gewinnt gieb Mensch, wie ist dein Herz be- deinen letzten Thaler aus, und stellt? Fünf der Jungfraun kauf ein Bibelbuch in's Haus! waren flug; fünf bethörte der- Schlags mit dem ersten Betrug. Sechsmal schuf der Lächeln auf, hab all dein Sehn'n Herr der Welt; da war alles und Sinnen drauf. Fang wohl bestellt. Denk den sieben drin die ABC- Schul an und Worten nach, die der Herr am buchstabier und lies sodann, Kreuze sprach. Nur acht See- und ließ dich immer mehr hinlen sprach Gott los, als die ein, schlag auf darin dein KämSündflut sich ergoß. Neun merlein, Neun merlein, und ließ dir immer versäumten Dank und Pflicht; mehr heraus, mach dir ein Mensch, vergiß die Wohlthat wahres Bollwerk draus, nicht! Zehn Gebote lehren und pflanze still hoch wohl, wie vor Gott man wan deln soll. Elf Apostel blieben treu; hilf, Herr, daß kein Abfall sei! Zwölf, das ist das Ziel der Zeit; Mensch, bedenk die Ewigkeit! oben drauf die allerschönsten Sprüchlein auf; hell laß sie flattern, mutig wehn, als deine Banner laß sie sehn. Als deinen Schild drücks an dein Herz und halt dich dran in Freud und Schmerz. du mein liebes Menschenkind, hast du noch keins, so kaufs geschwind, 41* deinen Gott, des Mittags is iß vergnügt dein Brot, des Abends denk an deinen Tod, des Nachts verschlafe deine Not. 7. Wer ins Herze Gott will fassen, muß die Welt heraußen lassen; Gott muß der heraußen lassen, wer ins Herze Welt will fassen. 9. Hilf Gott allzeit, mach mich bereit zur ewgen Freud und Seligkeit. ind - - - Anhang. und ging dein letzter Gro-| will geben, der führt ein rechtes schen drauf, geh, eil und flieg Jammerleben. Brich durch, es und schlag es auf,- lies mit koste was es will, sonst wird Gebet und schlag es du nur dein armes Herz nicht still. mit des Sarges Deckel zu. 17. Lieber arm, als ohne Des Lesens und des Lebens Lauf Jesum reich an Macht und beginn' und höre mit ihm auf. Herrlichkeit; lieber frank, als 12. Bei deiner Bibel size fern vom Heiland frisch die gern, sie ist der Weisheit Kern ganze Lebenszeit; ja, viel lieber und Stern, die schlage auf, die nicht geboren, als von diesem schlage du erst mit des Sarges Freund getrennt; eine Welt für Deckel zu. ihn verloren, ist Gewinn, wenn man ihn kennt! 18. Viererlei dich niederziehe zum Gebete auf die Kniee; Christi Wille, Christi Fülle, dein Gebrechen, sein Versprechen. 19. Was ich gelebet hab', das decke zu, was ich noch leben werd', regiere du. 644 - - 13. Schweig', leid', meid' und vertrag', deine Not niemand flag' an Gott nicht verzag' deine Hilf kommt alle Tag'! 14. Wider alle Wunden giebt's ein kräftig Kraut, der hat Heil gefunden, der dies Kräutlein baut; in des Glaubens Garten ist es nur zu schaun, lern' dies Kräutlein warten, es heißt Gottvertraun. 20. Sorgen, segnen und selig machen sind Gottes Sachen. 21. Mensch, wie du glaubst, 15. Stell' himmelwärts, stell' so lebest du; und wie du lebst, himmelwärts wie eine Sonnen- so stirbst du; und wie du uhr dein Herz; Denn wo das Herz auf Gott gestellt, da geht es rechten Schlag, da hält es jede Prob' in dieser Zeit, und hält sie bis in Ewigkeit. Es geht nicht vor, es geht nicht nach, es schlägt nicht stark, es schlägt nicht schwach, es bleibt sich gleich, geht wolgemut bis zu dem letzten Stündlein gut. Und steht's dann still in seinem Lauf, zieht's unser lieber Herrgott auf. 16. Wer sich nur halb an Gott - stirbst, so fährst du; und wie du fährst, so bleibst du! Im Himmel zur Freud', in der Hölle zum Leid, an beiden Orten in Ewigkeit. 22. Almosen geben armet nicht, Kirchengehen säumet nicht, unrecht Gut gedeihet nicht. Gottes Wort trüget nicht. 23. Wohlthaten still und fromm gegeben, sind Tote, die im Grabe leben, sind Blüten, die im Sturm bestehn, sind Sterne, die nicht untergehn. 24. Willst du dein eigen Herz Anhang. 645 bewahren, so aß das Sehn| 29. Wenig Wort und viele auf andre fahren; wer viel von Kraft und ein stilles sanftes andern spricht und richt't, der Wesen, mehr im Wandel, als fennet noch sich selber nicht. im Wort sei zu meinem Schmuck erleſen. 25. Aug, Ohr und Zunge sind die Thüren, die dich so weit von Gott abführen; gehst du zu viel dadurch hinaus, so bringst du Unruh mit nach Haus. 30. Er muß uns doch behalten, des Liebe uns gebar. Er muß doch ob uns walten, wie schlimm wir ganz und gar; er muß sich doch erbarmen, das treue Angesicht; er läßt uns ewig Armen der ewig Reiche nicht. 31. Grad weil ich bin so blöde, übst du so sanften Mut, grad weil ich bin so schnöde, bist du so wundergut. Grad weil ich bin so schwächlich, bist du so freundlich mild- grad weil ich so zerbrechlich, bist du mein Sonn und Schild. 32. Reiche deinem schwachen Kinde, das auf matten Füßen steht, deine Gnadenhand geschwinde, bis die Angst vorübergeht. 26. Menschlich ist es, Sünde treiben, teuflisch ists, in Sünden bleiben, christlich ist es, Sünde hassen, göttlich ist es, Sünd erlassen. 27. Ich leb und weiß nicht, wie lang, ich sterbe und weiß nicht wann, ich fahr und weiß nicht wohin, mich wunderts, daß ich noch fröhlich bin. Ich lebe und ich weiß wohl wie lang( ewig), ich sterbe und ich weiß wohl wann( täglich); ich fahr und ich weiß gewiß wohin, mich wunderts, daß ich noch traurig bin. 28. Immer stiller, immer stiller laß, o stilles Lamm, mich sein: still in Leiden, still 33. Wenn ich werd in Himmel kommen, zu den auserwählten Frommen, o so nimm dich in Freuden, still bis in den meiner an, mein herzliebster Tod hinein. Bräutigam. A. Nr. Abend, heller als der Morgen. 810 Abrahams Segen Füllet den 688 Ach Gott, wem soll ichs klagen 705 Ach Jesu! dein Sterben, Dein 656 Ach mein Herr Jesu, wenn ich. 706 Ach! stirbt denn so mein 657 Register. Ach wann werd ich dahin Ach, was bin ich, mein Erretter ♦ Ach wie flüchtig, Ach wie Ach, wo soll ich Ruhe finden Alle Christen singen gerne Allenthalben, wo ich gehe, Size Alles ist an Gottes Segen Allmächtiger Erbarmer Am Freitag muß ein jeder Christ An dein Bluten und . . . Christen sind ein göttlich Volk Christe, wahres Seelenlicht Christi Blut und Gerechtigkeit. ● Armes Zion, traure nimmer Auf, auf mein Geist, erwecke Auf diesen Tag so denken Auf hinauf zu deiner Freude Auf den Nebel folgt die Sonn B. Bei Christo nur der Glaube Bei dir, Jesu, will ich bleiben Bleibe, es will Abend werden. 811 Bleibt bei dem, der euretwillen 696 Bringt dem Herren frohe. C. 755 ♦ 829 707 818 658 724 ♦ 830 770 709 844 659 Nr. 690 729 756 Der du in Todesnächten Der du noch in der letzten Der Mann der Schmerzen Der Tag hat sich geneiget Des Morgens wenn ich früh Die Gnade sei mit allen: Die. 712 812 804 ✦ 726 803 710 Die Sach ist dein, Herr Jesu. 713 Die Zeit ist nunmehr nah 644 Die Nacht ist vor der Thür 853 Du fragtest: Willst du mit mir 762 Durch Trauern und durch 649 . ♦ Ein reines Herz, Herr, schaff. 730 Ein Würmlein bin ich arm und 860 689 Ein Wetter steiget auf! Mein 699 Ein Jahr geht nach dem andern 843 684 Endlich bricht der heiße Tiegel. 772 855 771 856 Er führt hinein, Er muß auch 774 Erhebe dich, o meine Seel 805 ● Du unser auserwähltes Haupt. 714 Du Volk, das du getaufet biſt. 849 Er wird es thun, der fromme. 773 725 Es ist genug: So nimm, Herr. 820 695 Es ist noch Raum in Jesu. Es ist vollbracht 831 662 Geduld ist euch vonnöten 776 Das Brünnlein quillt, das 711 731 Geht, ihr Streiter, Immer 640 Geist des Glaubens, Geist der. 732 727 Gern in alles mich zu fügen 733 728 Gläubiger Jesu, auf Vertrauen Das ist eine selge Stunde Das sei alle meine Tage Das sollt ihr, Jesu Jünger. Dank sei Gott in der Höhe Der Bräutgam wird bald Der du, Herr Jesu, Ruh und 661 Gottes Führung fordert Stille. 734 Der du, Herr Jesu, Ruh und. 819 Gott, gieb einen milden Regen. 686 852 Glück zu, Kreuz, von ganzem 643 Gott der Juden, Gott der 691 F. Fang dein Werk mit Jesu an. 806 Fortgekämpft und fortgerungen. 775 Früh am Morgen Jesus gehet 807 Fünf Brünnlein sind. 663 G. . 777 778 Herr, ein ganzer Leidenstag Herr, es gescheh dein Wille Herre, nun läßt du deinen Herr Jesu Christe, mein Herr Jesu, Licht der Heiden Hier ist Immanuel! Das soll Hinab geht Christi Weg. Hosianna, Davids Sohn 3. . Gott ist getreu, der über meine Gott lebt! Wie kann ich Gott sei Lob! der Tag ist Gute Nacht, ihr eitlen Freuden 664 Keinen hat Gott verlaffen H. Halleluja! Gott zu loben 757 König, dem wir alle dienen König, gieb uns Mut und Heilge Einfalt, Gnadenwunder 735 Kreuzeskönig deine Schmerzen Herr! deine Magd ist müde. Kommt ihr Blinden, kommt am . 821 L. Herr, du hast uns reich gesegnet 763 Herr, eine Mauer um mich 781 780 839 652 701 653 650 782 645 . Jauchzet ihr Himmel, frohlocket Ihr Eltern, laßt mich fort Ich bin ein armer Exulant. Ich bin getauft, ich steh im Ich bin ja, Herr, in deiner Ich freue mich mit Beben Ich geh zu deinem Grabe Ich grüße dich am Kreuzesstamm Ich hab genug. Mein Herr. Ich heb mein Augen auf sehnlich Ich laß dich nicht, du mußt Ich war ein kleines Kindelein Ich will dich immer treuer Ich will einsam Und gemeinsam Ich wünsche Ruh, Der arme Ich zieh mich auf den Sabbat Je größer Kreuz, je näher Je kleiner ich, je größer du Jesu, deiner zu gedenken Jesu, der du bist alleine Jesu komm doch selbst zu mir. Jesu, meine Liebe, Die ich oft Jesu meiner Seelen Licht Jesu Leiden, Pein und Tod Jesus ist kommen, Grund Jesus lebt, mit ihm auch ich Jesus! uns als Gast so teuer Ihr Pilger aus der Ferne Register. . Nr. 715 Jm Abend blinkt der fts? oder ist mein Geist Kt. 779 700 Laffet die Kindlein kommen Laß mich dein sein und bleiben Laß mir alle Wochen sein 716 717 824 736 Laß, o Jesu, mir auf Erden Laffet mich voll Freuden Liebe, du der Gottheit Spiegel Liebe und ein Kreuz dazu Liebe sehnt sich, den zu sehen Liebster Heiland, nahe dich. M. Mein Auge wacht Jeßt in der Meine Armut macht mich 832 Mein Fels hat überwunden 823 Mein Freund, wie dank ichs 666 Mein Gott! die Sonne geht 784 Mein Herz gieb dich zufrieden Mein junges Leben hat ein. Mein Kreuze liegt auf Jesn Mein Schifflein geht behende Schöpfer steht mir bei 737 Mert Seele, dir dies große 785 Mich überfällt ein sanst. 825 N. 786 Nun bricht die finstre Nacht 738 Nun bricht die finstre Nacht 759 680 764 • Nr. 651 . 833 . ● 646 861 Mein herzer Vater, weint ihr 862 783 Mein schönste Zier und Kleinod 854 693 Meine Seele senket sich hin in 792 822 Meine Taufe freuet mich 694 681 647 • 788 741 742 668 846 826 697 1 669 698 850 743 789 834 744 . 816 708 745 641 790 827 . 791 835 687 . 746 . 836 642 813 758 Nun hab ich dich, Hier hast du 702 739 740 , der alles hätt verloren 747 787 O heiliger Geist, o heiliger Gott 848 667 Jesu Christ, Dein Kripplein 840 drückten Jesu Todesmienen. 671 665 Herz des Königs aller Welt hilf, Christe, Gottes Sohn König aller Ehren, Herr 765 O Kreuzes- Stand, O edles.. 793. 672 660 654 648 Register. Nr. Nr. .. 795 794 Was macht ihr, das ihr weinet 767 Lebensbrünnlein tief und O mein Herz gieb dich zufrieden stilles Lamm, du hast für 718 Was Gott gefällt, mein 796 Was verlangst du, warum 797 Weicht, ihr Berge, fallt, ihr 721 O süßer Stand, o selig Leben 748 O süßes Lamm! laß mich doch 749 Weine nur; die Saat der. 798 Weine Zion, du betrübte R. 677 Wenn ich betracht mein sündlichs 753 751 Wenn meine Seel den Tag 863 Wenn Vernunft von Christi 678 . 679 851 Wenn dein herzliebster Sohn Wenn ich in Todesnöten bin 859 722 768 754 723 799 704 841 857 Ruft getrost, ihr Wächterstimmen 750 Ruhe ist das beste Gut Ruhet wohl, ihr Totenbeine 766 670 Wer ist der Braut des Wer nur mit seinem Gott Schirm, o reicher Fürst des Seele, geh auf Golgatha Seele, laß die Speise stehen Seele, mach dich eilig auf Seht, welch ein Mensch ist das Sei fröhlich alles weit und breit 847 Seid gegrüßt, ihr schönen Lichter 837 Selig, wer ihm suchet Wer überwindet, soll vom Wie bist du mir so innig gut Wie der Hirsch in großen Wie wohl hast du gelabet Wir Christenleut Habn jezzund 719 Wirf blöder Sinn Den Kummer Sie jauchzet hoch mit Freuden 720 Wie bist du Seele in mir so Siehe mein geliebter Knecht. So bin ich nun kein Kind der So lange Jesus bleibt der Steht auf ihr lieben Kinderlein T. 703 . 673 674 760 808 675 Tiefe Demut, hohe Liebe Trener Gott, ich muß dir klagen 858 11. Unter tausend frohen Stunden. 676 845 752 Willkommen, Held im Streite Vom Himmel fam der Engel 647 Vor Jesu Augen schweben 809 Was du vor tausend Jahren. 761 Was fürchtest du, Feind Herodes 655 • • . 842 682 685 814 Wir danken dir, Herr Jesu. Wir danken dir, Herr Jeſu Wohlauf, wohlan zum letzten 828 Wohl, wohl dem Mann, der in 800 Wo willt du hin, weils Abend 815 Wunderanfang! herrlichs Ende 801 Wunderbarer Gnadenthron.. 648 - . 3. Zehn schlägts! anhebt der Zieht in Frieden eure Pfade 817 769 802 3u Joppe starb die Jüngerin. 692 Zuletzt gehts wohl dem, der Zu Mitternacht ward ein Zween der Jünger gehn mit . 838 683 Zur Liturgie. A. Der Hauptgottesdienst. Pastor. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Gemeinde. Amen. P. Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, G. Der Himmel und Erde gemacht hat. P. Ich sprach: Ich will dem Herrn meine lebertretung bekennen, G. Da vergabst Du mir die Missethat meiner Sünde. P. Bekennet dem Herrn, denn Er ist gut, G. Und Seine Barmherzigkeit währet ewiglich. P. Bei dem Herrn ist die Gnade, G. Und viel Erlösung bei Ihm. Sündenbekenntnis: P. u. G. Ich armer fündiger Mensch bekenne vor Dir, o allmächtiger Gott, meinem Schöpfer und Erlöser, daß ich gesündigt habe nicht allein mit Gedanken, Worten und Werken, sondern daß ich auch von Natur fündig und unrein bin, in Sünden empfangen und geboren. Ich habe aber Zuflucht zu Deiner grundlosen Barmherzigkeit, suche und begehre Gnade um des Herrn Jesu Christi willen. Herr, sei gnädig mir armen Sünder. ( oder) Zur Liturgie. P. u. G. Barmherziger ewiger Gott, ich armer fündiger Mensch bringe vor Dich alle Last und Menge meines sündlichen Verderbens und Elendes, und bekenne Dir alle meine Missethat und Uebertretung, damit ich Deinen Zorn und Strafe zeitlich und ewig wohl verdient habe. Ich habe aber Zuflucht zu Deiner grundlosen Barmherzigkeit und bitte Dich, durch das bittere Leiden und Sterben unseres Herrn Jesu Christi, Du wollest Dich meiner erbarmen, mir alle meine Sünde vergeben und durch Deine Gnade mein Herz reinigen und mich stärken zu Deinem Dienst und Gehorsam. Herr, sei gnädig O mir armen Sünder. Amen. P. Gnadenspruch: z. B. Es sollen wohl Berge weichen 2c. 2 Chor u. Gem.: Introitus( Seite 40-69). P. Kyrie G. eleison. P. Christe G. eleison. P. Kyrie G. eleison. P. Ehre sei Gott in der Höhe, G. Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Amen. an Festtagen: P. Wir loben den dreieinigen Gott, Vater, Sohn und heiligen Geist. G. Wir loben Dich, wir benedeien Dich, wir beten Dich an, wir preisen Dich, wir sagen Dir Dank um Deiner großen Herrlichkeit willen. Zur Liturgie. Herr Gott, himmlischer König, allmächtiger Vater, Herr Du eingeborner Sohn Jesu Christe, Herr Gott Du Lamm Gottes, Sohn des Vaters, der Du die Sünde der Welt trägst, erbarme Dich unser, der Du die Sünde der Welt trägst, nimm an unser Gebet. Der Du sizzest zur Rechten des Vaters: erbarme Dich unser. Denn Du allein bist heilig, Du allein bist der Herr, Du allein bist der Allerhöchste, Jesus Christus mit dem heiligen Geiste in der Herrlichkeit Gottes des Vaters. Amen. Amen. Amen. P. Der Herr sei mit euch. G. Und mit Deinem Geiste. P. Kollekte, d. h. kurzes Gebet. P. Liest die Epistel, darnach folgt das Graduale, d. h. ein kurzer Spruch( siehe Anhang. S. 40-69). G. Halleluja. P. Das heilige Evangelium stehet geschrieben 2c. G. Ehre sei Dir, Herr. P. Liest das Evangelium. G. Lob sei Dir, o Christe. ( Im Advent statt dessen: Hosianna, gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn. Hosianna in der Höhe.) P. u. G. bekennen die drei Artikel des Glaubens, ent= weder des apostolischen Symbolums oder des nicänischen, das also lautet: P. Ich glaube an Einen einigen Gott P. u. G. Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erden, alles das sichtbar und unsichtbar iſt. Und an einen einigen Herrn Jesum Christum, Gottes einigen Sohn, der vom Vater geboren ist vor der ganzen Welt, Gott von Gott, Licht von 1* Zur Liturgie. Licht, wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren nicht geschaffen, mit dem Vater in einerlei Wesen, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel kommen ist und leibhaftig worden durch den heiligen Geist von der Jungfrau Maria, und Mensch worden, auch für uns gekreuzigt unter Pontio Pilato, gelitten und begraben; und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift und ist aufgefahren gen Himmel und sizzet zur Rechten des Vaters, und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten, dessen Reich kein Ende haben wird. Und an den Herrn den heiligen Geist, der da lebendig macht, der vom Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohn zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat. Und Eine einige heilige christliche apostolische Kirche. Ich bekenne eine einige Taufe zur Vergebung der Sünden und warte auf die Auferstehung der Toten und ein Leben der zukünftigen Welt. Amen. G. Amen. Amen. Amen. Gelang. Predigt. Schlußvers. P. Dein Wort ist meines Fußes Leuchte. Halleluja. G. Und ein Licht auf meinem Wege. Halleluja. - Im Advent. Bereitet den Weg dem Herren, Halleluja. Und machet richtig seine Steige, Halleluja. Zur Liturgie. Weihnachten. Ein Kind ist uns geboren, Halleluja. Ein Sohn ist uns gegeben, Halleluja. Nenjahr. Jesus Christus gestern und heute, Halleluja. Und derselbe auch in Ewigkeit, Halleluja. Epiphaniaszeit. Es wird ein Stern aus Jacob aufgehen, Halleluja. Und Szepter aus Israel aufkommen. Halleluja. Fastenzeit. Fürwahr, er trug unsre Krankheit, Und lud auf sich unsre Schmerzen. Oder: Christus ist um unsrer Missethat willen verwundet, Und um unsrer Sünden willen zerschlagen. 5 Oftern. Christus ist um unsrer Sünde willen dahingegeben, Halleluja. Und um unsrer Gerechtigkeit willen auferwecket, Halleluja. Oder: luja. Christus hat dem Tode die Macht genommen, HalleUnd das Leben und ein unvergängliches Wesen an das Licht gebracht, Halleluja. Himmelfahrt. Christus ist in die Höhe gefahren, Halleluja. Und hat das Gefängnis gefangen geführt, Halleluja. Zur Liturgie. Pfingsten.. Ich will Meinen Geist ausgießen über alles Fleisch, Halleluja. Den Geist der Gnade und des Gebetes, Halleluja. 6 Trinitatisfest. Wir loben Gott den Vater, Sohn und heiligen Geist, Halleluja. Und preisen Ihn von nun an bis in Ewigkeit, Halleluja. Michaelisfest. Der Herr hat Seinen Engeln befohlen über uns, Halleluja. Daß sie uns behüten auf allen unsern Wegen, Halleluja. Erntedankfest. Herr, aller Augen warten auf Dich, Halleluja. Und Du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Halleluja. Reformationsfest. Himmel und Erde werden vergehen, Halleluja. Aber des Herrn Wort bleibet in Ewigkeit, Halleluja. Totenfest. Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben, Halleluja. Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit, Halleluja. Allgemeines Kirchengebet: P. Ihr Geliebten in Christo, weil wir alle Glieder eines Leibes sind, dessen Haupt Christus ist, so soll sich auch ein Glied des andern annehmen und alle für einander bitten. Das wollen wir auf Befehl unsers Herrn Christi und Seines heiligen Apostels von Herzen gerne thun. Laßt uns beten: Allmächtiger, ewiger, barmherziger Gott und Vater 7 Zur Liturgie. unsers Herrn Jesu Christi, Du Herr Himmels und der Erden, wir bitten Dich herzlich, Du wollest Deine heilige Kirche mit ihren Dienern, Wächtern und Hirten durch Deinen heiligen Geist regieren, auf daß sie bei der rechtschaffenen Weide Deines allmächtigen, ewigen Wortes erhalten, der Glaube an Dich dadurch gestärket werde, und die Liebe gegen alle Menschen in uns erwachse und zunehme. G. Erhör uns, lieber Herre Gott! P. Begleite auch in Gnaden mit der Kraft Deines heiligen Geistes die Predigt des Evangeliums unter Juden und Heiden. Segne jeden dahin gerichteten Dienst Deiner Knechte, und laß nach Deinen großen Verheißungen das Reich Deines lieben Sohnes sich also mehren und ausbreiten, daß die Zeit kommt, der wir harren, wo die Fülle der Heiden eingeht und auch Israel, zu Ihm bekehrt, selig wird. G. Erhör uns lieber Herr und Gott! P. Wollest auch unserm lieben Kaiser und König langes Leben, beständige Gesundheit, samt aller zeitlichen und ewigen Wohlfahrt, allen Räten und Amtleuten aber Gnade und Einigkeit verleihen, das Land nach Deinem göttlichen Willen und Wohlgefallen zu regieren, auf daß die Gerechtigkeit gefördert, die Bosheit verhindert und gestraft werde, damit wir in stiller Ruhe und gutem Frieden, wie Christen gebührt, unser Leben vollstrecken mögen. G. Erhör uns, lieber Herre Gott! P. Gieb auch, daß unsere Feinde und Widersacher ablassen und sich mit uns friedlich und sanftmütig zu leben begeben wollen. G. Erhör uns, lieber Herre Gott! P. Barmherziger Gott, erbarm Dich all unsrer Elenden! Sei ein Versorger der Witwen und ein Vater der Waisen, ein Beschüßer der Schwachen und ein Tröster der Bekümmerten. Hilf gnädig den Leidenden und Bedrängten, daß sie ergeben sich unter Deinen Willen beugen und ihre Zuversicht auf Dich setzen, bis du ihnen Er 8 Zur Liturgie. rettung sendest zu Deiner Zeit. Sei der Trost der Kranken und die Hoffnung der Sterbenden. G. Erhör uns, lieber Herr und Gott! P. Und ob wir zwar mit unsern Sünden Deinen gerechten Zorn und allerlei Strafen wohl verdient haben, so bitten wir doch, o treuer, barmherziger Vater, von Grund unserer Herzen, daß Du nicht gedenken wollest der Sünden unserer Jugend, noch aller unserer Uebertretung, sondern vielmehr eingedenk bleiben Deiner grundlosen Güte, Gnade und Barmherzigkeit und uns mit allerlei schweren Plagen Leibes und der Seelen verschonen. Behüte uns gnädig vor fremder verderblicher Lehre, vor Krieg und Blutvergießen, vor Pestilenz und teurer Zeit, vor Hagel und Ungewitter, vor allem Herzeleid und sonderlich vor unleidlicher hoher Anfechtung der Seelen und einem bösen schnellen Tode. Hilf allenthalben aus aller Not und sei ein Heiland aller Menschen, sonderlich Deiner Gläubigen. G. Erhör uns, lieber Herre Gott! P.*) Mit reicher Gnade nahe denen, die jetzt im heiligen Abendmahl den Tod Deines lieben Sohnes verkündigen wollen. Ach Herr, hilf, daß keiner von ihnen unwürdig und sich zum Gericht zu Deinem Altar trete, sondern daß sie alle in rechter Buße und wahrhaftigem Glauben kommen und reich gesegnet von hinnen gehen. G. Erhör uns, lieber Herr und Gott! P. Endlich um alles, darum Du, ewiger Gott, gebeten sein willst, bitten wir mit der ganzen heiligen Kirche auf Erden und mit allen Deinen Auserwählten im Himmel. Vernimm, Du Herr Himmels und der Erden, das einmütige Gebet aller der Deinigen hier und dort. Laß bald erfüllt werden die Zahl Deiner Auserwählten und das Maß ihrer Plagen. Laß bald zu Ende gehen die Tage, da wir mit allen in Dir Entschlafenen auf die selige Freiheit der Kinder Gottes und unsers Leibes Erlösung *) Wenn das heil. Abendmahl gefeiert wird. Zur Liturgie. sehnlich warten, und vereinige in Deiner Zukunft alle Deine Kinder von der Welt her vor Deinem Angesicht. G. Erhör uns, lieber Herre Gott! P. Solches alles wollest Du uns gnädiglich verleihen durch das bittere Leiden und Sterben Christi Jesu, Deines einigen Sohnes, unseres geliebten Herrn und Heilandes, welcher mit Dir und dem heiligen Geiste lebt und herrschet, gleicher Gott, hochgelobt in Ewigkeit. G. Erhör uns, lieber Herre Gott. Amen. P. Vater unser- bis: erlöse uns von dem Uebel, G. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. P. Der Herr sei mit euch. G. Und mit Deinem Geiste. P. Lasset uns benedeien den Herren. G. Gott sei ewiglich Dank. P. Segen: G. Amen. Amen. Amen. 9 Feier des heil. Abendmahls. G. O Lamm Gottes unschuldig u. s. w. P. Abendmahlsgebet. P. Der Herr sei mit euch, G. Und mit Deinem Geiste. P. Erhebet eure Herzen, G. Wir erheben sie zum Herren. P. Lasset uns danksagen dem Herrn unserm Gotte, G. Recht und würdig ist es. P. Wahrhaft würdig und recht, billig und heilsam ist's, daß wir Dir, heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott, allezeit und überall danksagen durch Christum unsern Herren, durch welchen Deine Majestät loben die Engel, anbeten die Herrschaften, fürchten die Mächte, die Himmel und aller Himmel Kräfte, samt den seligen Seraphim mit einhelligem Jubel preisen. Mit ihnen laß auch unsre Stimme uns vereinen und anbetend Dir lobsingen. Zur Liturgie. G. Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth! Alle Lande sind seiner Ehre voll. Hosianna! Hosianna in der Höh. Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn. Hosianna! Hosianna! Hosianna in der Höhe. 10 P. Consecration.( Segnung des Brodes.) G. Heilig, heilig, heilig, über alles heilig, sei gepriesen ohne End', Jesus Christ im Sacrament. P. Confecration.( Segnung des Weines.) G. Heilig, heilig, heilig, über alles heilig, sei gepriesen ohne End', Jesus Christ im Sacrament. P. Gebet. P. Der Friede des Herrn sei mit euch allen. Spendung des h. Sacraments; nach Vollendung derselben G. Gott sei gelobet( Nr. 238, 1). P. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und Seine Güte währet ewiglich. Halleluja. ( in der Fastenzeit P. Lobe den Herrn meine Seele und was in mir ist Seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn meine Seele und vergiß nicht, was Er dir Gutes gethan hat.) Danksagungs- Gebet. P. Der Herr sei mit euch. G. Und mit Deinem Geist. P. Lasset uns benedeien den Herren! G. Gott sei ewiglich Dank. P. Der Segen des Herrn. G. Amen. B. Liturgie bei Abendgottesdiensten( Despern). Erste Form. P. Der Herr ist in Seinem heiligen Tempel, G. Es sei stille vor ihm alle Welt. Zur Liturgie. P. Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang soll mein Name herrlich werden unter den Heiden, spricht der Herr, G. Und an allen Orten soll meinem Namen geräuchert und ein rein Speisopfer geopfert werden. P. Denn mein Name soll herrlich werden unter den Heiden, G. Spricht der Herr Zebaoth. 11 P. Laß Dir wohlgefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens vor Dir, G. Herr mein Hort und mein Erlöser. P. Herr handle nicht mit mir nach meinen Sünden G. Und vergilt mir nicht nach meiner Missethat. P. O Herr gehe nicht ins Gericht mit Deinem Knechte; G. Denn vor Dir ist kein Lebendiger gerecht. Zweite Form. P. Herr, thue meine Lippen auf; G. Daß mein Mund Deinen Ruhm verkündige. P. Eile, Gott, mich zu erretten, G. Herr, mir zu helfen. P. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste; G. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Halleluja! ( In der Passionszeit: 20 P. Ehre sei Dir, o Christe! G. Du König der ewigen Herrlichkeit!) P. Den Herrn, der uns gemacht hat: G. Kommt, laßt uns anbeten. P. Kommt herzu, laßt uns dem Herrn frohlocken G. Und jauchzen dem Hort unsers Heils. P. Laßt uns mit Danken vor sein Angesicht treten. G. Und mit Psalmen Ihm jauchzen. Ch. u. G. Psalmodie. 12 P. Gebet. G. Amen. P. Schriftlektion. G. Halleluja! Halleluja! Halleluja: ( In der Fastenzeit: Amen.) Zur Liturgie. Lied. P. u. G. Vater unser. P. Der Herr sei mit euch. G. Und mit Deinem Geiste. - Ansprache. - P. Lasset uns benedeien den Herrn. G. Gott sei ewiglich Dank. P. Segen. G. Amen. Amen. Amen. G. Eingangslied. P. Eingangssprüche. C. Morgenandacht. Schlußvers. P. Bekennet dem Herrn, denn Er ist gut, G. Und Seine Barmherzigkeit währet ewiglich. P. Bei dem Herrn ist die Gnade, G. Und viel Erlösung bei ihm. P. Sündenbekenntnis. G. Der barmherzige Gott wolle sich unser aller erbarmen, uns unsere Sünde vergeben und uns den heiligen Geist schenken, auf daß wir durch denselben seinen göttlichen Willen erfüllen und das ewige Leben empfangen. Amen. P. Gnadenspruch. P. Herr thue meine Lippen auf, G. Daß mein Mund Deinen Ruhm verkündige. P. Eile, Gott, mich zu erretten. G. Herr mir zu helfen. Zur Liturgie. P. Ehre sei dem Vater Geiste. G. Wie es war Halleluja. - - ( In der Passionszeit statt Halleluja: Lob sei Dir, o Herr, Du König der ewigen Herrlichkeit.) P. Fülle uns frühe mit Deiner Gnade. G. So wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang. Psalmodie. P. Lektion, schließt mit den Worten: Du aber, o Herr, erbarme Dich unser. G. Dank sei Dir, o Jesu. P. Kurze Ansprache und Gebet. P. Herr Gott Zebaoth tröste uns. G. Laß Dein Antlitz leuchten, so genesen wir, P. Kyrie G. eleison. eleiſon. eleiſon. 11. Christe Kyrie P. u. G. Vater unser. Responsorien. Siehe S. 19-21. P. Der Herr sei mit Euch, G. Und mit Deinem Geiste. P. Lasset uns benedeien den Herrn. G. Gott sei ewiglich Dank. P. Segen. G. Amen. Amen. Amen. 11 13 11 11 D. Der Lobgesang Mariä.( Magnificat.) Mein Gebet müsse vor Dir taugen wie ein Rauchopfer,- Meiner Hände Aufheben wie ein Abendopfer. Meine Seele erhebet den Herren; Und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. Denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen; Siehe von nun an werden mich selig preisen alle Kindestind. Denn er hat große Dinge an mir gethan, der da mächtig ist, und des Name heilig ist. Zur Liturgie. Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für, Bei denen, die ihn fürchten. 14 Er übet Gewalt mit seinem Arm, Und zerstreut die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl, Und erhebet die Niedrigen. Die Hungrigen füllet er mit Gütern, Und lässet die Reichen leer. Er denket der Barmherzigkeit, Und hilft seinem Diener Israel auf. Wie er geredet hat unsern Vätern, Abraham und seinem Samen ewiglich. Ehre sei dem Vater und dem Sohne Und dem heiligen Geiste. Wie es war im Anfang jeßt und immerdar, Und vou Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Der Lobgesang Simeonis.( Nune dimittis.) Bleibe bei uns, Herr, denn es ist Abend worden, Und der Tag hat sich geneiget. Herr, nun läsfest du deinen Diener in Frieden fahren, Wie du gesagt haft; Denn meine Augen Haben deinen Heiland gesehen. Welchen du bereitest hast Vor allen Völkern. Ein Licht, zu erleuchten die Heiden, Und zum Preiſe Deines Volkes Israel. Ehre sei dem Vater und dem Sohne, Und dem heiligen Geiste. Wie es war im Anfang jetzt und immerdar, Und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Begräbnis- und Sterbelitanei. P. Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit und ist voll Unruhe. 6. Geht auf, wie eine Blume, fällt ab, fleucht wie ein Schatten und bleibt nicht. Zur Liturgie. P. Haben wir das Gute empfangen von der Hand des Herrn, warum sollten wir das Böse nicht leiden? G. Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen. Als es dem Herrn gefallen hat, so ist es geschehen. Der Name des Herrn sei gelobt. P. Ich bin nackt von meiner Mutter Leib gekommen, nackt werde ich wieder dahin fahren. G. Der Herr hat's gegeben 2c. P. Der Herr sei mit euch! G. Und mit Deinem Geiste. P. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, Halleluja. G. Er wird mich hernach aus der Erde aufwecken, Halleluja. P. Lektion. G. Dank sei Dir, o Jeſu. P. Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben. Halleluja. G. Ja der Geist spricht, daß sie ruhn von ihrer Arbeit. ( P. Oder: Leben wir, so leben wir dem Herrn, Halleluja. G. Sterben wir, so sterben wir dem Herrn, Halleluja.) P. Herr, zeige uns Deine Barmherzigkeit. G. Und schenke uns Dein Heil. P. Gebet oder die Sterbe- Litanei. Kyrie eleison. Christe eleiſon. Kyrie 15 eleiſon. Christe erhöre uns. Die Sterbe- Litanei. -Zur Liturgie. Herr Gott Vater im Himmel, Erbarme Dich über uns. Herr Gott Sohn, der Welt Heiland, Erbarme Dich über uns. Herr Gott, heiliger Geist, Erbarme Dich über uns. 16 Sei uns gnädig, Verschon uns, lieber Herre Gott. Sei uns gnädig, Hilf uns, lieber Herre Gott. Vor Deinem Zorne, vor bösem Tode, vor der Höllen Pein, vor des Teufels Macht, vor des Teufels Trug und List, vor allem llebel Behüt uns, lieber Herre Gott. Durch Deine heilige Geburt, durch Deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, durch Dein Kreuz und Tod, durch Dein heiliges Auferstehn und Himmelfahrt, im Augenblick des Todes, am jüngsten Gericht Hilf uns lieber Herre Gott. Wir armen Sünder bitten, Du wollest uns erhören, lieber Herre Gott. Und uns in unserer Todesnot trösten, und uns alle Sünden vergeben, und uns aus diesem Elend einführen zum ewigen Leben; Erhör uns, lieber Herre Gott. Jesu Christe, Gottes Sohn, Erhör uns, lieber Herre Gott. Du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt, Erbarme Dich über uns. Du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt, Erbarme Dich über uns. O Du Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt, Verleih uns steten Fried'. Christe erhöre uns. Kyrie eleison. Christe eleison. Kyrie Zur Liturgie. eleiſon. P. Vater unser. G. Denn Dein ist das. P. Der Herr sei mit euch! G. Und mit Deinem Geiste. . P. Laßt uns benedeien den Herrn, G. Gott sei ewiglich Dank. P. Segen. G. Amen. G. Responsorien zur Auswahl. 17 Sei uns gnädig, o Herr: Sei uns gnädig. Deine Güte sei über uns: Wie wir auf Dich hoffen. Laß Frieden sein in unsern Mauern: Und wohne unter nns mit Hilf und Gnade. Gedenke unsres ganzen Hauses:" Sonderlich aller Elenden und Angefochtenen darin. Segne unsre Schwestern und ihre Mutter, segne unsre Gemeinschaft: Und laß darinnen spürbar werden die Früchte des Geistes. Hilf, daß Einer des Andern Last trage: Und mache fest das Band der Liebe und Wahrheit. Zur Liturgie. Laß es redlich unter uns zugehn: Und laß uns einander unterthan sein in der Liebe. 18 Gieße Deinen heiligen Geist aus über uns: Und mache unsre Seelen keusch im Gehorsam der Wahrheit. Gedenke unsrer kranken und abwesenden Schwestern: Hilf Du, mein Gott, Deinen Mägden, die sich verlassen auf Dich. Segne, die unserm Hause vorstehn: Und thue wohl Allen, die es lieb haben. Siehe an die Not der Kranken und Elenden, die unsrer Hilfe bedürfen: Und rufe herzu in deine Arbeit, die müssig am Markte stehen. Erwecke Dir Herzen, die willig und tüchtig sind, Dir zu dienen: Und laß uns Barmherzigkeit üben mit Luſt. Rüste uns aus zu unserm Dienste und segne das Werk unsrer Hände: Und aller, die mit uns zu gleicher Arbeit verbunden sind. Erbarme Dich Deiner heiligen Kirche und aller ihrer Not: Und hilf ihr zur Einigkeit des Glaubens. Segne alle mit uns verbundenen Mutterhäuser, und alle Arbeit am Evangelio unter den Heiden: Du aller Heiden Licht und Trost. Erlöse Israel von seiner Blindheit: Auf daß es sammt der Fülle der Heiden eingehe und selig werde. Segne den König und alle Obrigkeit: Und erhöre uns gnädiglich, wenn wir Dich anrufen. Zur Liturgie. Schenke uns Frieden in unsrer Zeit: Denn es ist Niemand, der für uns streite, denn allein Du, o Gott. Gedenke aller Deiner Kinder und Deines ganzen Volkes: Schütte aus über uns den Reichtum Deiner Barmherzigkeit. Nimm Dich an der Wittwen und Waisen: Versorge die Armen, stärke die Schwachen. Hilf den Kranken, tröste die Betrübten: Richte auf, die niedergeschlagen sind. Erquicke die Müden: THUSTRU ME Sättige, die bekümmert sind. Hilf den Betrübten und Angefochtenen: Erlöse sie, Gott Israel, aus aller ihrer Not. Allen Friedelosen verleihe Deinen Frieden: 19 Hilf gnädig allen Kranken und Sterbenden. Sende ihnen Hilfe vom Heiligtum: Und stärke sie aus Zion. Gedenke aller, die unsrer vor Dir gedenken: Und aller Derer, die unsrer Fürbitte begehren. Das Verlangen der Elenden hörest Du: dalla dui. Ihr Herz ist gewiß, daß Dein Ohr darauf merket. 901 190 Wir hoffen darauf, daß Du so gnädig bist: Unser Herz freuet sich, daß Du so gerne hilfst. Behüte uns wie einen Augapfel im Auge: Beschirme uns unter dem Schatten Deiner Flügel. Der allmächtige, barmherzige Herr gebe uns ein stilles Herz und eine ruhige Nacht: Und ein seliges Ende. Amen. bilgidap vin Zur Liturgie. Herr, behüte uns heut an diesem Tage: Nach Deiner Güte vor Sünd und Unfall. Sei uns freundlich und fördere das Werk unsrer Hände bei uns: 20 Ja das Werk unsrer Hände wolle er fördern. Du, Herr, bist meine Hilfe, laß mich nicht, thue nicht von mir die Hand ab: 310 Gott mein Heil. doing Bal Sende Dein Licht und Deine Wahrheit: or for Daß sie mich leiten. Wenn Du mein Herz tröstest: So laufe ich den Weg Deiner Gebote. Laß mir Deine Gnade widerfahren: Deine Hilfe nach Deinem Wort. ledig om mod ausd Laß meinen Gang gewiß sein in Deinem Wort: Und laß kein Unrecht über mich herrschen. Lehre mich thun nach Deinem Wohlgefallen, denn Du bist mein Gott: Dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Behüte meinen Mund: Und bewahre meine Lippen. Du, Herr, wollest Deine Barmherzigkeit nicht von mir wenden: Laß Deine Güte und Treue mich allewege behüten. Erhalte mein Herz bei dem Einigen: Daß ich Deinen Namen fürchte. Herr, höre und sei mir gnädig: Herr, sei mein Helfer. Zeige mir Deine Wege: on Und lehre mich Teine Steige. Leite mich in Deiner Wahrheit und lehre mich: Denn Du bist der Gott, der mir hilft. Schlecht und recht, das behüte mich: Denn ich harre Deiner. Zur Liturgie. Sei mir ein starker Fels und eine Burg: Daß Du mir helfeſt. 10 Nach Dir, Herr, verlanget mich, mein Gott, ich hoffe auf Dich: Laß mich nicht zu Schanden werden. Denn Keiner wird zu Schanden: 21 Der Deiner harret. Herr Gott, laß mich Deine Wunder sehn: So will ich Dich preisen in Ewigkeit. Herr, höre mein Gebet: Und laß mein Schreien zu Dir kommen. Der Herr wird Seinem Volk Kraft geben: Der Herr wird Sein Volk segnen mit Frieden. Nimm an zu dieser Morgenstunde unser Gebet: Und richte den Weg unsres Lebens nach Deinen Geboten. in dit berall hist Der allmächtige barmherzige Herr ordne unsre Tage und Werke in Seinem Frieden: Amen. ods Laß scheinen in unsre Herzen die wahrhaftige Sonne Deiner Gerechtigkeit: Erleuchte unsern Verstand, behüte unsre Sinnen. Gedenke unsrer, wenn Du uns züchtigest: Und wohne unsrer armen Seele mit Deiner Stärke und Tröstung bei. Verleihe uns Deine Gnade: Daß wir in Geduld Dir nachfolgen. Lenke unsre Gedanken, läutre unsre Sinnen: Und erlöse uns von aller Trübsal, Leid und Schmerz. Unsre Seele harret auf den Herrn: Er ist unsre Hilfe und Schild. Unser Herz freuet sich Seiner: Und wir trauen auf Seinen heiligen Namen. Zur Liturgie. Handle nicht mit uns nach unsern Sünden: Und vergilt uns nicht nach unsrer Missethat. Hilf, Gott, allezeit: Mache mich bereit zu der ewigen Freude und Seligkeit. 22 H. Liturgie bei Einsegnung von Diakoniſſen. Lied. Ansprache des Geistlichen. S Nach der Ansprache legen die Einzusegnenden ihr Gelöbnis in die Hand des Geistlichen ab. Kniet nieder und bittet um den Segen. Die Einzusegnenden beten: Gott sei uns gnädig und barmherzig und gebe uns Seinen göttlichen Segen! Er lasse über uns Sein Antlitz leuchten, daß wir auf Erden erkennen Seinen Weg. Es segne uns Gott, unser Gott, und gebe uns Seinen Frieden. Amen. Es segne euch der dreieinige Gott, Gott der Vater, Sohn und heilge Geist. Amen. purjo Tim 150out us Hird nisk pizodao dur de this son in the den. Friede sei mit Schw. N. N. Friede sei mit ihr. Er sende ihr Hilfe vom Heiligtum, Und stärke sie aus Zion.urn of Der Herr unser Gott sei ihr freundlich und fördré das Werk ihrer Hände bei uns. Ja, das Werk unsrer Hände wolle er fördern. Amen in Jesu Namen. Amen. Hierauf giebt der Geistliche jeder der Schwestern einen Gedenkspruch und betet über ihnen: Ewiger Gott, Bater unsers Herrn Jesu Christi, Du Schöpfer des Mannes und des Weibes, der Du Mirjam und Debora und 23 Zur Liturgie. Hanna und Hulda mit dem heiligen Geist erfüllt und es nicht verschmäht hast, Deinen eingebornen Sohn von einem Weibe geboren werden zu lassen; der Du auch in der Hütte des Zeugnisses und im Tempel Wächterinnen Deiner heiligen Pforten erwählet hast: siehe doch nun auf diese Deine Mägde, die Dir zum Dienst verordnet werden, und gieb ihnen Deinen werten heiligen Geist und reinige sie von aller Befleckung des Fleisches und Geistes, auf daß sie würdiglich vollbringen mögen das ihnen aufgetragene Werk zu Deiner Ehre und zum Lobe Deines Christus, mit welchem Dir sei Ehre und Anbetung mit dem heiligen Geist von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.- Vater unser 2c. Schlußvotum. Amen. Beicht- Gebete. Allmächtiger Gott, barmherziger Vater, ich armer, elender, sündhafter Mensch bekenne Dir alle meine Sünden, die ich jemals begangen, und womit ich Deine Strafe zeitlich und ewiglich wohl verdienet habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und ich bitte Dich durch Deine grundlose Barmherzigkeit und durch das heilge, unschuldige, bittere Leiden und Sterben Deines lieben Sohnes, Jesu Christi, Du wollest mir armen, sündhaften Menschen gnädig und barmherzig sein, mir alle meine Sünden vergeben und mir zu meiner Besserung Deines heiligen Geistes Kraft verleihen. Amen. Ich armer Sünder bekenne vor Gott, meinem himmlischen Vater, daß ich leider schwer und mannigfaltig gesündigt habe, nicht allein mit äußerlichen Sünden, sondern auch und vielmehr mit innerlicher angeborener Blindheit, Unglauben, Zweifel, Kleinmütigkeit, Ungeduld, Ungehorsam, Hoffart, bösen Lüften, Geiz, heimlichem Neid, Haß und Mißgunst, auch andern bösen Tücken, wie das mein lieber Herr und Gott an mir erkennt, und ich leider so vollkommen nicht er= kennen kann. Diese meine Sünden reuen mich sehr und sind mir leid. Ich begehre von Herzen Gnade von Gott durch Zur Liturgie. Seinen Sohn Jesum Christum und von euch den Trost der Vergebung. Ich will auch mit Verleihung göttlicher Gnade von Sünden abstehen und mein Leben täglich bessern. Gott sei mir Sünder gnädig. Amen. 24 I. Gebete vor dem heiligen Abendmahl. Herr Jesu Christe, ob ich gleich nicht wert bin, daß Du eingehest unter mein Dach, so bin ich doch sehr bedürftig, hungrig und durstig nach Deiner Gnade, Erquickung, Trost und Stärke, durch das hochwürdige Sakrament Deines wahren Leibes und teuern Blutes. Darum bitte ich Dich, mein einziger Erlöser und Seligmacher, verleihe mir Deine milde Gnade, daß ich das hochwürdige Sakrament mit einem bußfertigen, gläubigen und gottesfürchtigen Herzen möge empfangen zur Stärkung meines Glaubens, zur Vergebung aller meiner Sünde und zum ewigen Leben. Der Du mit Deinem heiligen Geiste lebest und herrschest in Ewigkeit. Amen. O Herr Jeju, vereinige Dich mit mir, auf daß ich bleibe in Dir und Du in mir, und ich von Dir ungeschieden sei, hie zeitlich und dort ewiglich. Dein heilger Leib, Herr Jesu Christe, speise mich, Dein teures Blut tränke mich, Dein bitter Leiden und Sterben stärke mich, in Deine heiligen Wunden verbirg mich, laß mich von Dir nimmer abgeschieden werden. Vom bösen Feind errette mich, im wahren Glauben erhalte mich, auf daß ich Dich sammt allen Auserwählten lobe und preise ewiglich. Amen. O Gott, sei mir armen Sünder gnädig, gieb mir Deinen heiligen Geist in mein Herz, daß ich das heilige Sakrament würdiglich empfahen, meinen schwachen Glauben stärken, mein blödes Gewissen trösten, mein Leben bessern und ewig selig werden möge. Solches verleihe mir, o Gott, um Jefu Chrifti willen. Amen. Beim Empfang des h. Leibes. Sei mir willkommen, Du süßer Herr Jesu Christe, mit der edlen Speise Deines allerheiligsten Leibes, den Du mir 25 Zur Liturgie. jetzt unter dem Brot zu essen giebest, wie Du ihn für mich in den bittern Tod gegeben hast. Den laß mir gedeihen zum ewigen Leben. Amen. Herr Jesu, Dein heiliger Leib stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. Beim Empfang des h. Blutes. Sei mir willkommen, Du süßer Herr Jesu Christe, mit dem edlen Trank Deines teuern Blutes, das Du mir jetzt im Wein zu trinken giebest, wie Du es am Kreuz vergossen haft, zur Vergebung der Sünden. Das laß mir gedeihen zum ewigen Leben. Amen. Herr Jesu, Dein heiliges Blut stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. Nach dem heiligen Abendmahl. Du mein lieber Herr Jesu Christe, ich sage Dir herzlich Lob und Dank, daß Du mich jetzo abermals väter= lich an Deinem Leib und Blut gespeiset und getränket hast, und bitte Dich von Herzen, laß mir solches gedeihen zur Stärkung meines Glaubens, zur Erneuerung meines Lebens, zu sicherer Begleitung aus diesem Jammerthal in das ewige Leben. Amen. Tägliche Aufopferung und Hingabe an Gott. ( Während der Kommunion zu beten.) Gott, mein himmlischer Vater, ich bitte Dich im Namen Deines eingeborenen Sohnes, unsers lieben Herrn Jesus Christus, Du wollest mir zuvorkommen mit Deiner Gnade und Hilfe, daß ich wisse und vermöge mich Dir selbst darzubringen und aufzuopfern zum heiligen, lebendigen, Dir wohlgefälligen Opfer. Denn ohne Deine Hilfe bin und bleib ich unrein und ein beflecktes Opfer durch meine Schuld. Aber durch das Verdienst des allerheiligsten Opfers Deines eingeborenen Sohnes, unsers lieben Herrn Jesus Christus, welches Er als der oberste Priester und das Opfer selbst auf dem Altar des heiligen Kreuzes für uns gethan hat, begehr ich zu erstatten allen Mangel meines sündigen, gebrechlichen Opfers. Denn in Ihm und durch Ihn opfere ich Dir auf und übergebe Dir heute und allzeit meine 26 Zur Liturgie. Seele mit allem ihrem Vermögen, den Verstand, den Willen, mein Glauben, Lieben, Hoffen, mein Herz mit aller Bewegung und Begier, mein Leib und Leben, meine Gesundheit, Glück, Ehr und Gut- mit demütigem Bekenntnis, daß es alles Dein Eigentum ist, denn ich es alles aus Deinen Gnaden ohne mein Verdienst empfangen habe. Herr, mache Du selbst alles zu einem heiligen, Dir wohlgefälligen Opfer, und verleihe mir, alle diese von Dir empfangenen Gaben und Güter recht zu gebrauchen nach Befehl Deines göttlichen Wortes, daß ich mich nur für einen Schaffner und Austeiler derselben erkenne, der Dir zukünftlich Rechnung thun muß. Gieb mir, dieselben mit schuldiger Dankbarkeit, in Gelassenheit und Abgeschiedenheit zu besitzen, daß ich mich selbst Dir ohne Unterlaß zum Brandopfer hingebe in Verleugnung meiner selbst, Tötung meines eignen Willens, in geduldiger Aufnahme und Erduldung meines Kreuzes und wahrer, getreuer Nachfolge Jesu. O Herr Gott, thue mit mir, wie Du willst und was Du für Deine Ehre und meiner Seele Heil als das Beste erkennst. Und ob ich, von Anfechtung ergriffen, an dem, was Du mir zu leiden zuschicken wirst, nach dem Fleische Unlust oder Verdruß empfinden würde; so bitte ich Dich, mein Gott und Herr, Du wollest deshalb Deine Barmherzigkeit nicht von mir abwenden, sintemal ich mich jetzt mit ganzem Herzen und Willen Dir ergebe und aufopfre in deinen göttlichen Willen, und mir es jetzt schon herzlich leid ist, falls ich aus Gebrechlichkeit zukünftig etwas anders würde denken und begehren. Darum, lieber Herr, schaffe mit mir nach Deinem Wohlgefallen als mit Deinem Eigentum. Dem Geiste nach bin ich willig und bereit zu leiden, was Du mir um meiner Sünden zu leiden auflegen wirst; nur begehr ich Deiner Hilf und Gnade, daß ich alles mit Geduld tragen könne und zu Deinem Ruhme in bußfertigem Sinne hinnehmen. Und ich erneue Dir auch hiemit meinen Taufbund und die Gelübde, welche ich Dir in der Taufe gethan habe. Ich bitte, gieb mir Kraft, Stärke und Weisheit, daß ich hinfort Dir zu dienen wisse und vermöge nach Deinem Wohlgefallen. Nimm mich mir und allen Kreaturen und gieb mich ganz zu eigen Dir. O mein Gott, nimm hin von mir alles, was 27 Zur Liturgie. mich hindert gegen Dir. O mein Gott, gieb mir alles, was mich fördert zu Dir, und mach aus mir einen Menschen nach Deinem göttlichen Wohlgefallen, daß Du allezeit in mir wohnest, lebest, regierest und Deine Werke in mir wirkest. Behüte mich heute, diesen Tag, und allezeit vor aller Gefährlichkeit Leibes und der Seele. Gieb mir Deinen Segen, o Herr, dreieiniger Gott. Der Herr segne mich 2c. Amen. Um die Einwohnung Jesu. O Du mein Herr Jesu, o Du mein süßer Jesu, meine einige Erlösung, meine einige Freud und Wonne, Du wahrer Gott von Gott, stehe mir bei. Dich rufe ich an, zu Dir schreie ich von ganzem Herzen, daß Du zu mir in Herz und Seele kommest und dieselben Dir zubereitest, daß Du darin wohnen könnest als in einem heiligen Tempel, denn dem heiligen und reinen Herrn gehört auch eine heilige und reine Wohnung. So reinige Dir nun, o Herr, Dein Gefäß, das Du gemacht hast; reinige es von allem Bösen und erfülle es mit Deiner Gnade, auf daß ich hie zeitlich und dort ewiglich werde ein würdiger Tempel, darin Du wohnen mögest. Amen. K. Mais chur Kranken- und Sterbe- Troft. 1. Vom Segen des Leidens. a) Lectionen. Röm. 5, 1-5. Hebr. 12, 1-11. Jac. 1, 2-12. b) Sprüche. Alle Züchtigung, wenn sie da iſt, dünket sie uns nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein; aber darnach wird sie geben eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübet sind.( Hebr. 12, 11.) Ihr seid jetzt eine kleine Zeit traurig in mancherlei Anfechtung, auf daß euer Glaube rechtschaffen und viel föstlicher erfunden werde, denn das vergängliche Gold, das durch's Feuer bewähret wird.( 1 Petr. 1, 6. 7.) Wir müssen durch viele Trübsal in das Reich Gottes gehen.( Ap.-G. 14, 22.) Zur Liturgie. So spricht der Herr: Siehe, ich will Dich läutern, aber nicht wie Silber, sondern Ich will Dich auserwählt machen im Ofen des Elends.( Jef. 48, 10.) Wenn wir gerichtet werden, so werden wir von dem Herrn gezüchtiget, auf daß wir nicht sammt der Welt verdammet werden.( 1 Cor. 11, 32.) Wer am Fleisch leidet, der hört auf von Sünden, daß er hinfort nicht der Menschen Lüsten, sondern dem Willen Gottes lebe.( 1 Petri 4, 1. 2.) Welchen der Herr lieb hat, den straft er, und hat Wohlgefallen an ihm, wie ein Vater am Sohne.( Spr. 3, 12.) 28 Wir wissen, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum besten dienen.( Röm. 8, 28.) Siehe, selig ist der Mensch, den Gott strafet. Darum weigere dich der Züchtigung des Allmächtigen nicht.( Hiob 5, 17.) Welche Ich lieb habe, die strafe und züchtige Ich, spricht der Herr.( Offenb. 3, 19.) Ob unser äußerlicher Mensch verweset, so wird doch der innerliche von Tag zu Tag verneuert. Denn unsere Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schaffet eine ewige und über alle Maße wichtige Herrlichkeit, uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. ( 2 Cor. 4, 16-18.) 2. Vom Vertrauen auf den Herrn und der Kraft des Gebets. a) Lectionen. Jef. 38, 1-20. Luc. 11, 1-13. Luc. 18, 1-8. ₁. 23. 25. 71. 77. 91. Sir. 2, 1-23. b) Sprüche. Gott ist mein Heil, ich bin sicher und fürchte mich nicht; denn Gott der Herr ist meine Stärke, mein Psalm und ist mein Heil.( Jes. 12, 2.) Ob ich schon wanderte im finstern Thale, fürchte ich kein Unglück; denn Du, Herr, bist bei mir. Dein Stecken und Stab trösten mich.( Ps. 23, 4.) Meine Seele harret auf Gott; Er ist meine Hoffnung. Er ist mein Hort, meine Hilfe und mein Schuß, daß ich nicht fallen werde.( Ps. 62, 6. 7.) Zur Liturgie. So spricht der Herr: Rufe mich an in der Not, so will Ich dich erretten, so sollst du mich preisen.( Pf. 50, 15.) 29 Der Herr hat gesagt: Ich will dich nicht verlaſſen noch versäumen, also, daß wir dürfen sagen: Der Herr ist mein Helfer, und will mich nicht fürchten.( Hebr. 13, 5. 6.) Wirst du rufen, so wird dir der Herr antworten; wirst du schreien, so wird er sagen: hier bin Ich.( Jef. 58, 9.) So spricht der Herr: Ich habe dich je und je geliebet, darum habe Ich dich zn mir gezogen aus lauter Güte. ( Jer. 31, 3.) Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, daß sie auffahren mit Flügeln wie Adler, daß sie laufen und nicht matt werden, daß sie wandeln und nicht müde werden. ( Jef. 40, 31.) Das Verlangen der Elenden hörest Du, Herr; ihr Herz ist gewiß, daß Dein Ohr darauf merket.( Pſ. 10, 17.) Mein Gott, ich hoffe darauf, daß Du so gnädig bist; mein Herz freuet sich, daß Du so gerne hilfest.( Ps. 13, 6.) Werfet euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. Geduld aber ist euch not, auf daß ihr den Willen Gottes thut und die Verheißung empfanget. Denn noch über eine kleine Weile, so wird er kommen, der da kommen soll, und nicht verziehen. Der Gerechte aber wird des Glaubens leben. Wer aber weichen wird, an dem wird meine Seele keinen Gefallen haben.( Hebr. 10, 35-38.) Gesegnet ist der Mann, der sich auf den Herrn verläßt, und der Herr seine Zuversicht ist.( Jerem. 17, 7.) Der Herr hat seinen Engeln befohlen über dir, daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen, daß sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stößest.( Ps. 91, 11. 12.) So spricht der Herr Christus: In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost. Ich habe die Welt überwunden. ( Joh. 16, 33.) Wenn ich nur Dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist Du doch, Gott, allezeit meines Herzens Troft und mein Teil.( Pf. 73, 25. 26.) Zur Liturgie. Ich weiß wohl, was Ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr, nämlich Gedanken des Friedens und nicht des Leides, daß Ich euch gebe das Ende, des ihr wartet. Und ihr werdet Mich anrufen und hingehen und Mich bitten, und Ich will euch erhören. Ihr werdet Mich suchen und finden, denn so ihr Mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will Ich Mich von euch finden lassen, spricht der Herr, und Ich will euer Gefängnis wenden.( Jerem. 29, 11-14.) 30 3. Vom Trost der Hilfe des Herrn. a) Lectionen. Matth. 8, 1-13. Matth. 6, 27-33. Marc. 1, 38-45. Luc. 10, 23-27. Joh. 5, 1-16. Apostel- Gesch. 3, 1-11. Matth. 8, 23-27. Matth. 11, 28-30. b) Sprüche. Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken, daß Er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.( Ps. 42, 5.) Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf Ihn; Er wird es wohl machen.( Pf. 37, 5.) So spricht der Herr: Ich will euch tragen bis in das Alter und bis ihr grau werdet. will heben, tragen und erretten. Ich will es thun, Ich ( Jef. 46, 4.) Fürchte dich nicht, Ich bin mit dir; weiche nicht, denn Ich bin dein Gott. Ich stärke dich, Ich helfe dir auch; Ich erhalte dich durch die rechte Hand Meiner Gerechtigkeit. ( Jef. 41, 10.) Des Herrn Rat ist wunderbarlich und führet es herrlich hinaus.( Jef. 28, 29.) Er ist ein Erlöser und Nothelfer, und Er thut Zeichen und Wunder, beide im Himmel und auf Erden.( Dan. 6, 27.) Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen?( P₁. 27, 1.) Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft. Denn Er ist mein Hort, meine Hilfe, mein Schuß, daß mich kein Fall stürzen wird, wie groß er ist.( Ps, 62, 2. 3.) Gelobet sei der Herr täglich! Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch. Wir haben einen Gott, der Zur Liturgie. da hilft, und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet. ( P. 68, 20. 21.) 31 Fürchte dich nicht, denn Ich habe dich erlöset; Ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist Mein.( Jef. 43, 1.) Ich habe Mein Angesicht im Augenblick des Zornes ein wenig vor dir verborgen, aber mit ewiger Gnade will Ich Mich dein erbarmen, spricht der Herr, dein Erlöser. Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber Meine Gnade soll nicht von dir weichen und der Bund Meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Herr, dein Erbarmer.( Jes. 54, 8. 10.) Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, daß sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie desselben vergäße, so will Ich doch deiner nicht vergessen. Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet. ( Jef. 49, 15.) Die Güte des Herrn ist's, daß wir nicht gar aus sind; Seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und Deine Treu ist groß. Der Herr ist mein Teil, spricht meine Seele, darum will ich auf Ihn hoffen, denn der Herr ist freundlich dem, der auf Ihn harret, und der Seele, die nach Ihm fragt. Es ist ein föstliches Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des Herrn hoffen.( Klagel. Jerem. 3, 22 ff.) Der Herr verstößt nicht ewiglich, sondern Er betrübet wohl und erbarmet sich wieder nach seiner großen Güte. Denn Er nicht von Herzen die Menschen plagt und betrübet. ( Klagel. Jerem. 3, 31-33.) So spricht der Herr: Kommet her zu Mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, Ich will euch erquicken. ( Matth. 11, 28.) 4. Von der Erkenntnis der Sünde und vom Trost in Sündennot. a) Bectionen. Matth. 9, 1-8. Luc. 7, 36-50. Luc. 15, 1-10. Luc. 15, 11-32. Luc. 23, 39-43. Jes. 53. Die Bußpsalmen 6, 32, 38, 51, 102, 130, 143. b) Sprüche. So wahr als Ich lebe, spricht der Herr Herr, Ich habe keinen Gefallen am Tode des Gott Zur Liturgie. losen, sondern daß sich der Gottlose bekehre von seinem Wesen und lebe.( Hef. 33, 11.) 32 Unsre Missethaten haben es ja verdienet, denn unser Ungehorsam ist groß, damit wir wider Dich gesündigt haben: aber hilf doch, o Herr, um Deines Namens willen.( Jerem. 14, 7.) Wie murren denn die Leute im Leben also? Ein jeglicher murre über seine Sünde. Laßt uns forschen und suchen unser Wesen und uns zum Herrn bekehren. Laßt uns unser Herz sammt den Händen aufheben zu Gott im Himmel. Wir, wir haben gesündigt und sind ungehorsam gewesen, darum hast Du billig nicht verschonet.( Klagel. Jerem. 3, 39 ff.) Also spricht der Hohe und Erhabene, der ewiglich wohnet, des Name heilig ist: Ich wohne in der Höhe und im Heiligtume und bei denen, so zerschlagenen und demütigen Geistes sind, auf daß Ich erquicke den Geist der Gedemütigten und das Herz der Zerschlagenen.( Jes. 57, 15.) Wer kann merken, wie oft er fehlet? Verzeihe mir die verborgenen Fehler.( Ps. 19, 13.) So spricht der Herr: Ich sehe an den Elenden, und der zerschlagenen Geistes ist, und der sich fürchtet vor Meinem Wort.( Jes. 66, 2.) Ich vertilge deine Missethat wie eine Wolfe und deine Sünde wie den Nebel. Kehre dich zu Mir, denn Ich erlöse dich.( Jes. 44, 22.) Also hat Gott die Welt geliebet, daß Er Seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an Ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. ( Joh. 3, 16.) Das ist je gewißlich wahr und ein teuer wertes Wort, daß Christus Jesus kommen ist in die Welt, die Sünder ſelig zu machen, unter welchen ich der vornehmste bin. ( 1 Tim. 1, 15.) An Christo haben wir die Erlösung durch Sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden nach dem Reichtum Seiner Gnade.( Eph. 1, 7.) Zur Liturgie. Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, macht uns rein von aller Sünde.( 1 Joh. 1, 7.) 33 Meine Kindlein, sündiget nicht. Und ob jemand sündiget, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesum Christum, der gerecht ist. Und derselbe ist die Versöhnung für unsre Sünden; nicht allein aber für die unsern, sondern auch für der ganzen Welt.( 1 Joh. 2, 1. 2.) Daran ist erschienen die Liebe Gottes gegen uns, daß Gott Seinen eingeborenen Sohn gegeben hat in die Welt, daß wir durch Ihn leben sollen. Darinnen steht die Liebe, nicht, daß wir Gott geliebet haben, sondern daß Er uns geliebet hat und gesandt Seinen Sohn zur Versöhnung für unsere Sünden.( 1 Joh. 4, 9. 10.) 5. Von der christlichen Geduld und Ergebung in den Willen des Herrn. a) Lectionen. Matth. 26, 36-42. Jer. 3, 17-33. Jaf. 5, 7-11. Matth. 11, 28-30. b) Sprüche. Welche da leiden nach Gottes Willen, die sollen Ihm ihre Seele befehlen, als dem treuen Schöpfer in guten Werken.( 1 Petri 4, 10.) So spricht der Herr, der Heilige in Israel: Wenn ihr stille bliebet, so würde euch geholfen; durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark sein.( Jes. 30, 15.) Geduld ist euch not, auf daß ihr den Willen Gottes thut und die Verheißung empfanget.( Hebr. 10, 36.) Wisset, daß euer Glaube, so er rechtschaffen ist, Geduld. wirket. Die Geduld aber soll fest bleiben bis an's Ende, auf daß ihr seid vollkommen und ganz und keinen Mangel habt.( Jak. 1, 3. 4.) Wer geduldig ist, der ist weise, wer aber ungeduldig ist, der offenbaret seine Thorheit.( Spr. Sal. 14, 29.) Ein Geduldiger ist besser, denn ein Starker.( Spr. Sal. 16, 32.) Ein geduldiger Geist ist besser, denn ein hoher Geist. ( Pred. 7, 9.) Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des Herrn hoffen.( Klagel. Jerem. 3, 26.) Zur Liturgie. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübfal, haltet an am Gebet.( Röm. 12, 12.) 34 Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen?( Hiob 2, 10.) Will Mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbſt und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.( Matth. 16, 24.) Mein Vater, ist es möglich, so gehe dieser Kelch von Mir; doch nicht, wie Ich will, sondern wie Du willst. ( Matth. 26, 39.) Vater, willst Du, so nimm diesen Kelch von Mir; doch nicht Mein, sondern Dein Wille geschehe.( Luc. 22, 42.) Mein Vater, ist es nicht möglich, daß dieser Kelch von Mir gehe, Ich trinke ihn denn, so geschehe Dein Wille. ( Matth. 26, 42.) Vater, Ich befehle Meinen Geist in Deine Hände. ( Luc. 23, 46.) 6. Von der Bereitung zum Sterben. a) Lectionen. Pf. 39, 90. Röm. 8, 31-39. Joh. Kap. 14-17. Luc. 2, 29-32. Phil. 1, 21-24. Hiob 14, 1-5. b) Sprüche. So spricht der Herr: Ich will sie erlösen und aus dem Tode erretten. Tod, Ich will dir ein Gift sein; Hölle, Ich will dir eine Pestilenz sein. ( Hof. 13, 13.) Jesus Christus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen an das Licht gebracht durch das Evangelium.( 2 Tim. 1, 10.) Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben und nicht lebendig bleiben.( Jes. 38, 1.) Es ist dem Menschen geseßt einmal zu sterben, darnach aber das Gericht.( Hebr. 9, 27.) Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn.( Röm. 14, 7. 8.) Wachet, denn ihr wisset nicht, welche Stunde euer Herr tommen wird.( Matth. 24, 42.) Zur Liturgie. Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch, spricht der Herr: so Jemand Mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich.( Joh. 8, 51.) 35 Der Tod ist der Sünde Sold, aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christo Jesu, unserm Herrn.( Röm. 6, 23.) Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn. ( Phil. 1, 21.) Alles Fleisch ist wie Gras und alle Herrlichkeit der Menschen wie des Grafes Blume. Das Gras ist verdorret und die Blume abgefallen. Aber des Herrn Wort bleibet in Ewigkeit. Das ist aber das Wort, welches unter euch verkündigt ist.( 1 Petri 1, 24. 25.) Es ist noch eine Ruhe vorhanden dem Volke Gottes. So lasset uns mun Fleiß thun, einzukommen zu dieser Ruhe, auf daß nicht Jemand falle in dasselbe Erempel des Unglaubens.( Hebr. 4, 9. 11.) Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.( Hebr. 13, 14.) Sei getren bis in den Tod, so will Jch dir die Krone des Lebens geben.( Offenb. 2, 10.) Der Herr wird mit dir sein und wird die Hand nicht abthun, noch dich verlassen. Fürchte dich nicht und erschrick nicht.( 5 Mos. 31, 8.) Wir sind Fremdlinge und Gäste vor Dir, wie unfre Väter alle. Unser Leben auf Erden ist wie Schatten, und ist kein Aufhalten.( 1 Chr. 30, 15.) Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras; er blühet wie eine Blume auf dem Felde; wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte fennet sie nicht mehr. Die Gnade aber des Herrn währet von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, so ihn fürchten.( Pf. 103, 15-17.) Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben. dazu du auch berufen bist.( 1 Tim. 6, 12.) Halt im Gedächtnis Jesum Christum, welcher auferstanden ist von den Toten.( 2 Tim. 2, 8.) 3* Zur Liturgie. 7. Vom Trost der Auferstehung. a) Lectionen. Hiob 19, 25-27. Joh. 11, 1-45. Luc. 7, 11-16. Marc. 5, 22-43. 1 Cor. 15, 35-50. 1 Cor. 15, 51-58. 1 Thess. 4, 13-18. Joh. 5, 24-29. 36 b) Sprüche. Deine Toten werden leben und mit dem Leichnam auferstehen. Wachet auf und rühmet, die ihr lieget unter der Erde, denn Dein Thau ist ein Thau des grünen Feldes. Aber das Land der Toten wirst Du stürzen.( Jes. 26, 19.) So spricht der Herr: Das ist aber der Wille des Vaters, der Mich gesandt hat, daß Ich nichts verliere von allem, das Er mir gegeben hat, sondern daß Ich es auferwecke am jüngsten Tage.( Joh. 6, 39.) Das ist aber der Wille deß, der Mich gesandt hat, daß, wer den Sohn siehet und glaubet an Ihn, habe das ewige Leben; und Ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage.( Joh. 6, 40.) Wer Mein Fleisch isset und trinket Mein Blut, der hat das ewige Leben, und Ich werde ihn am jüngsten Tage auferwecken.( Joh. 6, 54.) So spricht der Herr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an Mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe. Und wer da lebet und glaubet an Mich, der wird nimmermehr sterben.( Joh. 11, 25. 26.) Unser Wandel ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi, des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde Seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung, damit Er kann auch alle Dinge Jhm unterthänig machen.( Phil. 3, 20. 21.) Wir wissen, daß der, so den Herrn Jesum hat auferwecket, wird auch uns auferwecken durch Jesum.( 2 Cor. 4, 14.) Die Erlösten des Herrn werden wieder kommen, und gen Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird weg müssen.( Jes. 35, 10.) Zur Liturgie. Und Gott wird abwischen alle Thränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerzen wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.( Offenb. 21, 4.) 37 8. Von der Hoffnung auf das ewige Leben. a) Lectionen. Joh. 14, 1-6. 2 Cor. 5, 1-10. Jes. 35. 1 Petri 1, 3-9. Offb. 7, 9-17. Offb. 21, 1. 27 u. 22, 1-5. b) Sprüche. Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Wer Mein Wort höret und glaubet dem, der Mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen. ( Joh. 5, 24.) Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Wer an Mich glaubt, der hat das ewige Leben.( Joh. 6, 47.) Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: So jemand Mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. ( Joh. 8, 51.) So spricht der Herr: Meine Schafe hören Meine Stimme, und Ich kenne sie, und sie folgen Mir; und Ich gebe ihnen das ewige Leben; und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie mir aus Meiner Hand reißen.( Joh. 10, 27. 28.) So betet unser Heiland: Vater, Ich will, daß, wo Ich bin, auch die bei Mir seien, die Du Mir gegeben hast, daß sie Meine Herrlichkeit sehen, die Du Mir gegeben hast. ( Joh. 17, 24.) So spricht St. Paulus: Die Zeit meines Abscheidens ist vorhanden. Ich habe einen guten Kampf gekämpfet, ich habe den Lauf vollendet; ich habe Glauben gehalten. Hinfort ist mir beigelegt die Krone der Gerechtigkeit, welche mir der Herr an jenem Tage, der gerechte Richter, geben wird; nicht mir aber allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb haben.( 2 Tim. 4, 6-8.) Ich weiß, an welchen ich glaube, und bin gewiß, daß Er kann mir meine Beilage bewahren bis an jenen Tag. ( 2 Tim. 1, 12.) 38 Zur Liturgie. Wer den Sohn Gottes hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht. Solches habe ich euch geschrieben, die ihr glaubet an den Namen des Sohnes Gottes, auf daß ihr wisset, daß ihr das ewige Leben habet.( 1 Joh. 5, 12. 13.) Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben, von nun an. Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit, denn ihre Werke folgen ihnen nach.( Offb. 14, 13.) Wer überwindet, der soll mit weißen Kleidern angelegt werden, und Ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens, und Ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor Seinen Engeln.( Offb. 3, 5.) Wer überwindet, dem will Ich geben, mit mir auf Meinem Stuhl zu sitzen, wie Ich überwunden habe, und bin gesessen mit meinem Vater auf Seinem Stuhl.( Offb. 3, 21.) Selig sind, die zum Abendmahl des Lammes berufen sind.( Offb. 19, 9.) Kurze Seufzer aus Gottes Wort um ein selig Stündlein. Der Geist hilft unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sichs gebühret; sondern der Geist selbst vertritt uns aufs beste mit unaussprechlichem Seufzen.( Röm. 8, 26.) Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreiet meine Seele, Gott, zu Dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, daß ich Gottes Angesicht schaue?( Ps. 42, 2. 3.) In Deine Hände befehle ich meinen Geist; Du hast mich erlöset, Herr, Du treuer Gott.( Ps. 31, 6.) Es ist genug, so nimm nun, Herr, meine Seele: ich bin nicht besser, denn meine Väter.( 1 Kön. 19, 4.) Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt.( Luc. 24, 29.) Ich habe Lust abzuscheiden, und bei Christo zu ſein. ( Phil. 1, 23.) Zur Liturgie. 39 Wir haben vielmehr Lust, außer dem Leibe zu wallen und daheim zu sein bei dem Herrn.( 2 Cor. 5, 8.) Der Herr wird mich erlösen von allem Uebel und aushelfen zu Seinem himmlischen Reiche.( 2 Tim. 4, 18.) Herr, nun läsfest Du Deinen Diener in Frieden fahren, wie Du gesagt haft; denn meine Augen haben Deinen Heiland gesehen, welchen Du bereitet hast vor allen Völkern ein Licht zu erleuchten die Heiden, und zum Preise Deines Volkes Ifrael.( Luc. 2, 29-32.) Deine Hände. Vater, Ich befehle Meinen Geist in ( Luc. 23, 46.) Herr Jesu, nimm meinen Geist auf.( Apost. 7, 58.) Amen. Ja, komm, Herr Jesu! Amen.( Offb. 22, 20.) Einsegnung des Sterbenden. Es segne dich, o liebe Seele, Gott der Vater, der dich nach Seinem Ebenbild erschaffen hat! Es segne dich Gott der Sohn, der dich mit Seinem teuern Blute erkauft hat! Es segne dich Gott der heilige Geist, der dich zu Seinem Tempel bereitet und geheiligt hat! Der gnädige, barmherzige Gott wolle dich durch Kraft des bittern Leidens und Sterbens Jesu Christi und durch den Dienst seiner Engel führen in Abrahams Schoß, in das ewige Vaterland, daß du daselbst mit allen Auserwählten in unaussprechlicher Freude und Herrlichkeit leben mögest! Unser Herr Jesus Christus sei bei dir, daß Er dich beschüßze! In dir, daß Er dich erquicke! Vor dir, daß Er dich leite und führe zur ewigen Heimat! Um dich, daß Er dich erhalte! Ueber dir, daß Er dich segne mit ewigem Segen! Der mit dem Vater und heiligen Geist lebt und herrschet in Ewigkeit! Ziehe hin, erlöste Seele, aus dieser Welt im Namen des allmächtigen Vaters, der dich geschaffen hat, im Namen Jesu Christi, der ein Sohn des lebendigen Gottes und dich erkauft hat, im Namen des heiligen Geistes, der in dir ausgegossen ist! Ziehe hin! Sei heute mit Christo im Paradiese und deine Wohnung sei von min an in der heiligen Stadt Zion! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! -- Zur Liturgie. Wenn der Mensch verschieden. Wir danken Dir, Herr Jesu Christe, Du Herzog des Lebens, daß Du unsern Bruder in wahrer Buße und Glauben erhalten hast bis zum seligen Ende. In Deine Hände befehlen wir nun seinen Geist in seiner Heimfahrt! Nun wird er versammelt zu seinem Volke und von den Engeln getragen in Abrahams Schoß. Wer will nun seines Lebens Länge ausreden? Wer will ihn aus Deiner Hand reißen? Niemand wird Dir Deine Schafe aus den Händen reißen. Du giebst ihnen das ewige Leben! Wir loben Dich, wir anbeten Dich, wir preisen Dich!- Ach, Herr, erbarme Dich auch über uns, die wir noch im Jammerthal wallen, und hilf uns die Mühsal dieses Elends mit Geduld ertragen bis an's Ende. Laß uns täglich bereit sein! Hilf uns jeligen Feierabend machen und mit Fried und Freuden nachfahren Deinen Auserwählten zu unserm Volke! Amen. 40 Um Frieden. Herr Gott, himmlischer Vater, der Du heiligen Mut, guten Rat und rechte Werke schaffest, gieb Deinen Dienern Frieden, welchen die Welt nicht kann geben, auf daß unsre Herzen an Deinen Geboten hangen, und wir unsre Zeit still und sicher vor Feinden leben, durch z. Amen. Gott, Du Stifter des Friedens und Brunn der Liebe, wer Dich erkennt, der lebt; wer Dir dient, der regiert. Beschüße Deine Demütigen, behüte sie vor dem Anlauf des Feindes, auf daß wir keine Waffen der Feindschaft fürchten, die wir uns auf Deinen Schuß verlassen, durch zc. Amen. O Herr Gott Zebaoth, mache Du alles still, friedlich und einig in unserm Lande, in unsrer Gemeinde, in unsern Häusern, und hole uns zur seligen Stunde in das stille, ruhige und friedliche Land der ewigen Freude und Herrlichkeit durch Jesum Christum 2c. Amen. Zur Liturgie. L. Die Introiten und Gradualen auf alle Sonn- und Festtage. Erster Sonntag des Advent. Introitus. Nach Dir, Herr, verlanget mich. Mein Gott, ich hoffe auf Dich. Laß mich nicht zu Schanden werden, Daß sich meine Feinde nicht freuen über mich. Steige. Denn keiner wird zu Schanden, Der Dein harret. Herr, zeige mir Deine Wege, Und lehre mich Deine Ehre sei dem Vater, und dem Sohne, Und dem heiligen Geiste, 41 Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, Und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Graduale. Keiner wird zu Schanden, Der dein harret. Herr, zeige mir Deine Wege, Und lehre mich Deine Steige. Halleluja. Halleluja. Herre, Erzeige uns Deine Gnade, und hilf uns. Halleluja. Halleluja. 2. S. des Advent. Introitus. Tochter Zion, siehe der Herr wird kommen, Zu helfen den Völkern. Er wird Seine herrliche Stimme schallen lassen, Und euer Herz wird sich freuen. Du Hirte Israels, höre, Der Du Josephs hütest wie der Schafe. Ehre sei 2c. Graduale. Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes. Unser Gott kommt und schweiget nicht. 42 Zur Liturgie. Versammelt mir meine Heiligen, Die den Bund mehr achten denn Opfer. Halleluja. Halleluja. Ich freue mich deß, das mir geredet ist, Daß wir werden ins Haus des Herren gehen. Halleluja. Halleluja. 3. S. des Advent. Introitus. Freuet euch in dem Herrn allewege. Und abermal jage ich euch: freuet euch. Eure Lindigkeit lasset kund sein allen Menschen; Der Herr ist nahe. Sorget nichts, sondern in allen Dingen lasset cure Bitte Mit Gebet und Flehen vor Gott fund werden. Du Herr, bist vormals gnädig gewesen Deinem Lande, Und hast die Gefangenen Jacobs erlöset. Ehre sei c. Graduale. Der Du sigest über Cherubim, Erwecke deine Gewalt, und komme. Du Hirte Israels, höre, Der du Joseph hütest wie der Schafe. Halleluja. Halleluja. Erwecke Deine Gewalt, Und komme uns zu Hülfe. Halleluja. Halleluja. 4. S. des Advent. Introitus. Träufelt, ihr Himmel, von oben, und die Wolken regnen die Gerechtigkeit. Die Erde thue sich auf, Und bringe das Heil. Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, Und die Veſte verkündiget Seiner Hände Werk. Ehre sei 2c. Graduale. Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen, Allen, die ihn mit Ernst anrufen. Zur Liturgie. Mein Mund soll des Herrn Lob jagen, Und alles Fleisch lobe Seinen heiligen Namen immer und ewiglich. Halleluja. Halleluja. Komm, Herr, und verziehe nicht; Vergieb die Missethat Deinem Volke Israel. Halleluja. Halleluja. Weihnachtsfeft. Introitus. ( Derselbe bleibt bis Neujahr.) Uns ist ein Kind geboren, Ein Sohn ist uns gegeben. Welches Herrschaft ist auf seiner Schulter, Und er heißt Wunderbar, Rat, Kraft, Held, Ewigbater, Friedefürst. 43 Singet dem Herrn ein neues Lied, Denn Er thut Wunder. Ehre sei 2c. Graduale ( zum ersten Weihnachtsfeste). Nach Deinem Sieg wird Dir Dein Volk williglich opfern im heiligen Schmucke. Deine Kinder werden Dir geboren wie der Thau aus der Morgenröte. Der Herr sprach zu meinem Herrn: Seße Dich zu meiner Rechten, Bis ich Deine Feinde zum Schemel Deiner Füße lege. Halleluja. Halleluja. Der Herr hat zu mir gesagt: Du bist mein Sohn, heute habe Ich Dich gezeuget. Halleluja. Halleluja. Graduale ( zum zweiten Weihnachtstage). Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herren. Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet. Das ist vom Herrn geschehen, Und ist ein Wunder vor unsern Augen. 44 Zur Liturgie. Halleluja. Halleluja. Der Herr ist König, Und herrlich geschmücket. Halleluja. Halleluja. Sonntag nach Weihnachten. Graduale. Du bist der Schönste unter den Menschenkindern. Holdselig sind Deine Lippen. Mein Herz dichtet ein feines Lied, Ich will singen von einem Könige. Meine Zunge Ist der Griffel eines guten Schreibers. Halleluja. Halleluja. Der Herr ist König, Und herrlich geschmücket. Halleluja. Halleluja. Fest der Beschneidung Christi.( Neujahr.) Graduale. Aller Welt Ende sehen das Heil unsers Gottes, Jauchzet dem Herren alle Welt. Der Herr läßt sein Heil verkündigen, Vor den Völfern läßt Er seine Gerechtigkeit offenbaren. Halleluja. Halleluja. Nachdem Gott manchmal und auf mancherlei Weise Geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, Hat Er am letzten in diesen Tagen Zu uns geredet durch den Sohn. Halleluja. Halleluja. ( S. nach Neujahr hat den Introitus und das Grad. des Neujahrs.) Tag Epiphanias. Introitus. Siehe, nun kommt der Herr, der Herrscher, Und in Seiner Hand ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit. Gott, gieb Dein Gericht dem König, Und Deine Gerechtigkeit des Königs Sohne. Ehre sei 2c. Zur Liturgie. 45 Graduale. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen, Und des Herrn Lob verkündigen. Mache dich auf und werde Licht, Jerusalem, Denn die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. Halleluja. Halleluja. Wir haben Seinen Stern gesehn im Morgenlande, Und sind gekommen ihn anzubeten. Halleluja. Halleluja. Erster S. nach Epiphanias. Introitus. Auf einem hohen und erhabenen Throne sah ich sitzen Einen; Und es beteten Ihn an die Heerscharen der Engel. Und sprachen- mit großer Stimme: Seines Reiches Ehre währet in Ewigkeit. Jauchzet dem Herren alle Welt. Dienet dem Herrn mit Freuden. Ehre sei 2c. Graduale. Gelobt sei Gott, der Herr, der Gott Israels, Der alleine Wunder thut. Laß die Berge den Frieden bringen unter das Volk, Und die Hügel die Gerechtigkeit. Halleluja. Halleluja. Jauchzet dem Herrn alle Welt; Dienet dem Herrn mit Freuden. Halleluja. Halleluja. 2. S. nach Epiphanias. Introitus. Alles Land bete Dich an, und lobsinge Dir, Lobsinge Deinem Namen, Du Höchster. Jauchzet Gott alle Lande. Lobsinget zu Ehren Seinem Namen; rühmet ihn herrlich. Ehre sei zc. 46 Zur Liturgie. Graduale. Der Herr sandte Sein Wort, und machte sie gesund, Und errettete sie, daß sie nicht starben. Die sollen dem Herrn danken um Seine Güte, Und um Seine Wunder, die Er an den Menschenkindern thut. Halleluja. Halleluja. Lobet den Herrn alle Seine Engel; Lobet Ihn alle Sein Heer. Halleluja. Halleluja. 3. bis 6. S. nach Epiphanias. Introitus. Betet Ihn an, alle Seine Engel, Zion hört's und ist froh, und die Töchter Juda sind fröhlich. Der Herr ist König, des freue sich das Erdreich. Und seien fröhlich die Inseln, so viel ihrer ist. Ehre sei zc. Graduale. Die Heiden werden den Namen des Herrn fürchten, Und alle Könige auf Erden Deine Ehre. Daß der Herr Zion bauet, Und erscheinet in Seiner Ehre. Halleluja. Halleluja. Der Herr ist König, des freue sich das Erdreich, Und seien fröhlich die Inseln, so viel ihrer ist. Halleluja. Halleluja. Sountag Septuagefimä. Introitus. Es umfingen mich des Todes Bande, Und die Bäche Belials erschreckten mich. Da mir Angst war, rief ich den Herrn an, Und schrie zu meinem Gotte. Und Er erhörte meine Stimme Von Seinem heiligen Tempel. Herzlich lieb hab ich Dich, Herr, meine Stärke; Herr, mein Fels, meine Burg und mein Erretter. Ehre sei 2c. Zur Liturgie. 47 Graduale. Der Herr ist des Armen Schuß, ein Schutz in der Not, Darum hoffen auf Dich, die Deinen Namen kennen. Denn Du verlässest nicht, Die Dich, Herr, suchen. Denn Er wird des Armen nicht so ganz vergessen, Und die Hoffnung der Elenden wird nicht verloren sein ewiglich. Halleluja. Halleluja. Herr, stehe auf, daß Menschen nicht überhand kriegen. Halleluja. Halleluja. S. Sexagesimä. Introitus. Erwecke Dich, Herr, warum schläfst Du? Wache auf und verstoß uns nicht sogar. Warum verbirgst Du Dein Antlig? Vergissest unsers Elendes und Dranges? Unsere Seele ist gebeuget zur Erden. Mache Dich auf, Herr, hilf uns, und erlöse uns. Gott, wir haben es mit unsern Ohren gehöret, Unsre Väter haben es uns erzählet. Ehre sei ze. Graduale. Sie werden erkennen, daß Du mit Deinem Namen heißest Herr allein, Und der Höchste in aller Welt. Halleluja. Halluluja. Gott, mache sie wie einen Wirbel, Wie Stoppeln vor dem Winde. Halleluja. Halleluja. S. Quinquagefimä oder Estomihi. ( Estomihi heißt: Sei mir, nach Pf. 31, 3.) Introitus. Sei mir ein starker Fels, und eine Burg, Daß Du mir helfest. Denn Du bist mein Fels und meine Burg. Und um Deines Namens willen wollest Du mich leiten und führen. Zur Liturgie. Herr, auf Dich traue ich, laß mich nimmermehr zu Schanden werden. Errette mich durch Deine Gerechtigkeit. Ehre sei 2c. 48 Graduale. Du bist der Gott, der Wunder thut, Du hast Deine Macht bewiesen unter den Völkern. Halleluja. Halleluja. Du hast Dein Volk erlöset gewaltiglich, Die Kinder Jacobs und Josephs. Halleluja. Halleluja. S. Invocavit( d. h. Er ruft mich an, nach Pi. 91, 15). Introitus. Er ruft Mich an, so will Ich ihn erhören. Ich will ihn herausreißen und zu Ehren machen. Ich will ihn sättigen mit langem Leben, Und will ihm zeigen Mein Heil. Wer unter dem Schirm des Höchsten fizet, Wird unter dem Schuße des Amächtigen bleiben. Ehre sei 2c. Graduale. Er hat Seinen Engeln befohlen über Dir, Daß sie Dich behüten auf allen Deinen Wegen. Daß sie Dich auf den Händen tragen, Und Du Deinen Fuß nicht an einen Stein stoßeſt. S. Reminiscere( d. h. Gedenke, nach Ps. 25, 6). Introitus. Gedenke, Herr, an Deine Barmherzigkeit, Und an Deine Güte, Die von der Welt her gewesen ist, Daß nicht unsre Feinde über uns herrschen. Gott Israels, erlöse uns aus aller Not; Nach Dir, Herr, verlanget mich. Mein Gott, ich hoffe auf Dich, Laß mich nicht zn Schanden werden. Ehre sei sc. Zur Liturgie. Graduale. Die Angst meines Herzens ist groß, Führe mich aus meinen Nöten. 49 Siehe an meinen Jammer und Elend, Und vergieb mir alle meine Sünde. S. Oculi( d. h. Augen, nach Pf. 25, 15). Introitus. Meine Augen sehen stets zum Herren, Denn Er wird meinen Fuß aus dem Neze ziehen. Wende Dich zu mir und sei mir gnädig, Denn ich bin einsam und elend. Nach Dir, Herr, verlanget mich. Mein Gott, ich hoffe auf Dich; laß mich nicht zu Schanden werden. Ehre sei 2c. Graduale. Herr, stehe auf, daß Menschen nicht überhand kriegen, Laß alle Heiden vor Dir gerichtet werden. Du hast meine Feinde hinter sich getrieben. Sie sind gefallen und umgekommen vor Dir. S. Lätare( d. h. Freue dich, nach Jes. 66, 10). Introitus. Freuet euch mit Jerusalem, Und seid fröhlich über sie alle, die ihr sie lieb habet. Freuet euch mit ihr alle, die ihr über sie traurig gewesen seid. Ich freue mich des, das mir geredet ist, Daß wir werden ins Haus des Herren gehen. Ehre sei 2c. Graduale. Ich freue mich des, das mir geredet ist, Daß wir werden ins Haus des Herren gehen. Es müsse Friede sein inwendig in deinen Mauern, Und Glück in deinen Palästen. 4 Zur Liturgie. S. Judica( d. h. Richte, nach Pf. 43, 1). Introitus. Richte mich, Gott, und führe meine Sache Wider das unheilige Volk. 50 Und errette mich von den falschen und bösen Leuten, Denn Du bist der Gott meiner Stärke. Sende Dein Licht und Deine Wahrheit, Daß sie mich leiten und bringen zu Deinem heiligen Berge. Ehre sei 2c. Graduale. Errette mich, mein Gott, von meinen Feinden, Lehre mich thun nach Deinem Wohlgefallen. Du errettest mich von meinen Feinden, Und erhöhest mich aus denen, die sich wider mich sehen. Du hilfst mir Von den Frevlern.. Palmsonntag. Introitus. Herr, sei nicht ferne, meine Stärke, Eile, mir zu helfen. Hilf mir aus dem Rachen des Löwen, Und errette mich von den Einhörnern. Mein Gott, Mein Gott, Warum hast Du Mich verlaſsen? Ehre sei 2c. SINAC SCHOCK TH Graduale. Du hältst mich bei meiner rechten Hand: Du leitest mich nach Deinem Rat, und nimmst mich endlich mit Ehren an. Israel hat dennoch Gott zum Trost, Wer nur reines Herzens ist. Ich aber hätte schier gestrauchelt mit meinen Füßen, Mein Tritt hätte beinahe geglitten. Denn es verdroß mich auf die Ruhmredigen, Da ich sahe, daß es den Gottlosen so wohl ging. Zur Liturgie. Charfreitag. Introitus. 51 Im Namen Jesu sollen sich beugen aller derer Knice, Die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind. Denn der Herr ist gehorsam worden bis zum Tode, Ja zum Tode am Kreuze. Darum ist Jesus Christus Der Herr zur Ehre Gottes des Vaters. Herr, höre mein Gebet, Und laß mein Schreien zu Dir kommen. Ehre sei 2c. Graduale. Auf dem Delberge betete er zum Vater: Mein Vater, ist es möglich, so gehe dieser Kelch von Mir. Doch nicht wie Ich will, sondern wie Du willst. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Wachet und betet, Daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Ofterfest. Introitus( für beide Ostertage). Er ist auferstanden; was suchet ihr den Lebendigen bei den Toten? Halleluja. Gedenket daran, wie Er euch sagte; Halleluja. Des Menschen Sohn muß gekreuzigt werden, Und am dritten Tage auferstehen. Halleluja. Halleluja. Mit Ehre und Schmuck hast Du Ihn gekrönet, Und haft Ihn zum Herrn gemacht über Deiner Hände Werk. Ehre sei 2c. Graduale( für den Osterfonntag). Dies ist der Tag, den der Herr macht, Laßt uns freun und fröhlich darinnen sein. Danket dem Herrn, denn Er ist freundlich Und Seine Güte währet ewiglich. Halleluja. Halleluja. Unser Osterlamm ist Christus, Für uns geopfert. Halleluja. Halleluja. Zur Liturgie. Graduale( für den Ostermontag). Dies ist der Tag, den der Herr macht, Laßt uns freun und fröhlich darinnen sein. Es sage nun Israel: Seine Güte währet ewiglich. Halleluja. Halleluja. 52 Der Engel des Herren Kam vom Himmel herab, Trat hinzu und wälzte den Stein von der Thür, Und setzte sich darauf. Halleluja. Halleluja. S. Quasimodogeniti ( d. h. als die jeßt Gebornen, nach 1 Petr. 2, 2). Introitus. Als die jetzt gebornen Kindlein. Halleluja. Seid begierig nach der vernünftigen, lautern Milch. Halleluja. Halleluja. Halleluja. Singet fröhlich Gott, der unsre Stärke ist, Jauchzet dem Gott Jacobs. Ehre sei 2c. Graduale. Halleluja. Halleluja. Wenn ich auferstehe, spricht der Herr, Will Ich vor euch hingehen in Galiläa. Halleluja. Halleluja. Ueber acht Tage, da die Thüren verschlossen waren, Tritt Jesus mitten ein und spricht: Friede sei mit euch. Halleluja. Halleluja. S. Misericordias Domini ( d. h. die Güte des Herrn, nach Ps. 33, 5). Introitus. Die Erde ist voll der Güte des Herren. Halleluja. Der Himmel ist durch das Wort des Herrn gemacht. Halleluja. Halleluja. Freuet euch des Herrn, ihr Gerechten, Die Frommen sollen Ihn schön preisen. Ehre sei 2c. Zur Liturgie. Graduale. 53 Halleluja. Halleluja. Die Jünger erkannten den Herrn Jesus An dem, da Er das Brot brach. Halleluja. Halleluja. Ich bin ein guter Hirte, und erkenne die Meinen Und bin befannt den Meinen. Halleluja. Halleluja. S. Jubilate( d. h. Jauchzet, nach Pf. 66, 1). Introitus. Jauchzet Gott alle Lande. Halleluja. Lobsinget zu Ehren Seinem Namen. Halleluja. Rühmet Ihn herrlich. Halleluja. Halleluja. Halleluja. Sprechet zu Gott: Wie wunderlich sind Deine Werke. Es wird Deinen Feinden fehlen vor Deiner großen Macht. Ehre sei 2c. Graduale. Halleluja. Halleluja. Der Herr hat Seinem Volte Eine Erlösung geſendet. Halleluja. Halleluja. Christus mußte leiden und auferstehen von den Toten, Und also zu Seiner Herrlichkeit eingehen. Bußtag. ( Introitus und Graduale wie am Sonntag Reminiscere S. 48. 49). S. Cantate( d. h. Singet, nach Pf. 98, 1). Introitus. Singet dem Herrn ein neues Lied, Halleluja. Denn der Herr thut Wunder. Halleluja. Vor den Völkern läßt Er Seine Gerechtigkeit offenbaren. Halleluja. Halleluja. Er sieget mit Seiner Rechten, Und mit Seinem heiligen Arm. Ehre sei 2c. 54 Zur Liturgie. Graduale. Halleluja. Halleluja.. Die Rechte des Herrn thut Wunder, Die Rechte des Herrn hat mich erhöhet. Halleluja. Halleluja. Christus, von den Toten erwecket, stirbt hinfort nicht, Der Tod wird hinfort über Ihn nicht herrschen. Halleluja. Halleluja. S. Rogate( d. h. Bittet). Introitus. Predigt es mit fröhlichem Schalle, daß man es höre. Halleluja. Bringet es aus bis an der Welt Ende, Der Herr hat Seinen Knecht Jakob erlöset. Halleluja. Halleluja. Jauchzet Gott alle Lande, Lobsinget zu Ehren Seinem heiligen Namen. Ehre sei 2c. Vater. Graduale. Halleluja. Halleluja. Christus ist auferstanden, und hat uns erleuchtet, Die Er erlöset hat mit Seinem Blute. Halleluja. Halleluja. Ich bin vom Vater ausgegangen, Und bin gekommen in die Welt. Wiederum verlasse Ich die Welt, Und gehe zum Halleluja. Halleluja. Himmelfahrt Chriſti. Introitus. Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen Himmel. Halleluja. Wie ihr Ihn gesehen habt gen Himmel fahren, wird Er kommen. Halleluja. Halleluja. Halleluja. Zur Liturgie. Frohlocket mit Händen alle Völker; Und jauchzet Gott mit fröhlichem Schalle. Ehre sei 2c. Graduale. 55 Halleluja. Halleluja. Gott fähret auf mit Jauchzen, Und der Herr mit heller Posaune. Halleluja. Halleluja. Der Herr ist in die Höhe gefahren, Und hat das Gefängnis gefangen. Halleluja. Halleluja. S. Exandi( d. h. Erhöre, nach P₁. 27, 7). Introitus. Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufe. Halleluja. Mein Herz hält Dir vor Dein Wort: Ihr sollt Mein Antlig suchen. Darum suche ich auch, Herr, Dein Antlitz. Verbirg Dein Antliß nicht vor mir. Halleluja, Halleluja. Der Herr ist mein Licht und mein Heil, Vor wen sollte ich mich fürchten? Ehre sei 2c. Graduale. Halleluja. Halleluja. Gott ist König über die Heiden, Gott sitzt auf Seinem heiligen Stuhl. Halleluja. Halleluja. Ich will euch nicht Waisen lassen, Ich komme zu euch, Und euer Herz soll sich freuen. Halleluja. Halleluja. Pfingstfest. Introitus. Der Weltkreis ist voll Geistes des Herren. Halleluja. Und der die Rede kennet, ist allenthalben. Halleluja. Halleluja. Halleluja. Zur Liturgie. Dasselbige, Dein Werk, wollest Du Gott, uns stärken Von Deinem heiligen Tempel zu Jerusalem. Ehre sei 2c. Graduale. 56 Halleluja. Halleluja. Du läsfest aus Deinen Odem, so werden sie geschaffen. Und verneuerst die Gestalt der Erde. Halleluja. Halleluja. Es redeten die Apostel mit andern Zungen Die groBen Thaten Gottes. Halleluja. Halleluja. S. Trinitatis ( d. h. der Sonntag oder das Fest der h. Dreieinigkeit). Introitus. Gebenedeiet sei die heilige Dreifaltigkeit, Und ungeThinson Neumar teilte Einigkeit. Lasset uns loben und danken Gott vom Himmel bei Jedermann, Daß Er an uns Seine Barmherzigkeit erzeigt hat. Lasset uns loben den Vater und den Sohn, Sammt dem heiligen Geiste. Ehre sei 2c. om Graduale. Gebenedeiet bist Du, Herr, vor dem die Hölle aufgedeckt ist. Und der Du sigest über Cherubim. Gebenedeiet bist Du, Herr, in der Veste des Himmels, Und bist zu loben in Ewigkeit. Halleluja. Halleluja. Gebenedeiet bist Du, Herr, o Gott unsrer Väter, Und bist zu loben in Ewigkeit. Halleluja. Halleluja. Erster Sonntag nach Trinitatis ( d. h. der erste Sonntag nach dem Fest der h. Dreieinigkeit). Introitus. Herr, ich hoffe darauf, daß Du so gnädig bist, Mein Herz freuet sich, daß Du so gern hilfft. Zur Liturgie. Ich will dem Herren singen, Daß Er so wohl an mir thut. 57 Herr, wie lange willst Du meiner so gar vergessen? Wie lange verbirgst Du Dein Antlig vor mir? Ehre sei zc. Graduale. Ich sprach: Herr sei mir gnädig, heile meine Seele, Denn ich habe an Dir gesündigt. Wohl dem, der sich des Dürftigen annimmt, Den wird der Herr erretten zur bösen Zeit. Halleluja. Halleluja. Herr, höre meine Worte, Vernimm mein Schreien. Halleluja. Halleluja. 2. S. nach Trinitatis. Introitus. Der Herr ward meine Zuversicht und Er führte mich aus in den Raum. Er riß mich heraus, Denn er hatte Lust zu mir. Herzlich lieb habe ich Dich, Herr, meine Stärke, Herr, mein Fels und meine Burg. Ehre sei 2c. Graduale. Ich rufe zu dem Herrn in meiner Not, Und Er erhöret mich. Herr, errette meine Seele von den Lügenmäulern, Und von den falschen Zungen. Halleluja. Halleluja. Auf Dich, Herr, traue ich, mein Gott. Hilf mir von allen meinen Verfolgern, und errette mich. Halleluja. Halleluja. 3. S. nach Trinitatis. Introitus. Wende Dich, Herr, zu mir, und sei mir gnädig, Denn ich bin einsam und elend. Siehe an meinen Jammer und Elend, Und vergieb mir alle meine Sünde, mein Gott. Zur Liturgie. Nach Dir, Herr, verlanget mich; mein Gott, ich hoffe auf Dich; Laß mich nicht zu Schanden werden. Ehre sei 2c. 58 Graduale. Wirf dein Anliegen auf den Herren, Der wird dich versorgen. Ich will zu Gott rufen, So wird Er meine Stimme hören, von denen, die an mich wollen. Halleluja. Halleluja. Gott ist ein rechter Richter Und ein Gott, der täglich drohet. Halleluja. Halluluja. da? 1519 4. S. nach Trinitatis. Introitus. Der Herr ist mein Licht und mein Heil, Vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft, Vor wem sollte mir grauen? Darum, so die Bösen, meine Widersacher und Feinde an mich wollen, mein Fleisch zu fressen, Müssen sie anlaufen und fallen. Wenn sich schon ein Heer wider mich leget, So fürchtet sich dennoch mein Herz nicht. Ehre sei 2c. Graduale. Vergieb uns unsre Sünde. Warum läsfest Du die Heiden sagen: Wo ist nun ihr Gott? Hilf Du uns, Gott, unser Helfer! Um Deines Namens Ehre willen errette uns. Halleluja. Halleluja. Gott, der Du sißest auf dem Stuhle, ein rechter Richter, Sei Du des Armen Schutz in der Not. Halleluja. Halleluja. Zur Liturgie. 5. S. nach Trinitatis. Introitus. Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufe; Du bist meine Hülfe. Laß mich nicht, und thue nicht die Hand ab, Gott, mein Heil. Der Herr ist mein Licht und mein Heil, Vor wen sollte ich mich fürchten? Ehre sei zc. 59 Graduale. Gott, unser Schild, schaue doch, Siehe an das Reich Deines Gesalbten. Herr, starker Gott, Erhöre die Bitten Deiner Knechte. Halleluja. Halleluja. Herr, der König freuet sich in Deiner Kraft, Und wie sehr fröhlich ist er über Deiner Hülfe. Halleluja. Halleluja. 6. S. nach Trinitatis. Introitus. Der Herr ist Seines Volkes Stärke, Er ist die Stärke, die Seinem Gesalbten hilft. Hilf Deinem Volk, Herr, und segne Dein Erbe, Und weide sie, und erhöhe sie ewiglich. Wenn ich rufe zu Dir, Herr, mein Hort, So schweige mir nicht. Auf daß nicht, wo Du schweigest, Ich gleich werde denen, die in die Hölle fahren. Ehre sei 2c. Graduale. Herr, kehre Dich doch wieder zu uns, Und sei Deinen Knechten gnädig. Herr Gott, Du bist unsre Zuflucht für und für. Halleluja. Halleluja. Herr, auf Dich traue ich; Laß mich nimmermehr zu Schanden werden. Errette mich durch Deine Gerechtigkeit; Neige Deine Ohren zu mir, eilend hilf mir. Halleluja. Halleluja. Zur Liturgie. 7. S. nach Trinitatis. Introitus. Frohlocket mit Händen alle Völker, Und jauchzet Gott, mit fröhlichem Schalle. 60 Er wird die Völker unter uns zwingen. Und die Leute unter unsre Füße. Ehre sei 2c. Graduale. Kommt her, Kinder, höret mir zu, Ich will euch die Furcht des Herren lehren. Welche ihn ansehen und anlaufen, Deren Angesicht wird nicht zu Schanden. Halleluja. Halleluja. Frohlocket mit Händen alle Völker. Jauchzet Gott mit fröhlichem Schalle. Halleluja. Halleluja. elamo 8. S. nach Trinitatis. Introitus. Gott wird warten Deiner Güte, In Deinem Tempel. Gott, wie Dein Name, so ist auch Dein Ruhm, bis an der Welt Ende, Deine Rechte ist voller Gerechtigkeit. Groß ist der Herr, und hoch berühmt in der Stadt unsers Gottes, Auf Seinem heiligen Berge. Ehre sei 2c. Graduale. Sei mir ein starker Fels, und eine Burg, Daß Du mir helfest. Herr, auf Dich traue ich, Laß mich nimmermehr zu Schanden werden. Halleluja. Halleluja. Groß ist der Herr, und hoch berühmt in der Stadt unsers Gottes, Auf Seinem heiligen Berge. Halleluja. Halleluja. Zur Liturgie. 9. S. nach Trinitatis. Introitus. Siehe, Gott stehet mir bei, Der Herr erhält meine Seele. Er wird die Bosheit meinen Feinden bezahlen, Zerstör sie durch Deine Treue, Herr meine Stärke. 61 Hilf mir, Gott, durch Deinen Namen, Und errette mich durch Deine Stärke. Ehre sei 2c. Graduale. Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist Dein Name in allen Landen, Da man Dir danket im Himmel. Halleluja. Halleluja. Errette mich, mein Gott, von meinen Feinden, Und schüße mich vor denen, so sich wider mich setzen. Halleluja. Halleluja. 10. S. nach Trinitatis. Introitus. Da ich zum Herrn rief, erhörte Er meine Stimme, Und erlöste meine Seele von denen, die an mich wollen. Und demütigte sie, Er, der vor der Welt ist, Und ewiglich bleibet. Wirf dein Anliegen auf den Herren, Der wird dich versorgen. 40 goste Gott erhöre mein Gebet, Und verbirg Dich nicht vor meinem Flehen. Ehre set 2c. Graduale. Behüte mich, wie einen Augapfel im Auge, Beschirme mich unter dem Schatten Deiner Flügel. Sprich Du in meiner Sache, Und schaue Du auf das Recht. Halleluja. Halleluja. Gott, man lobet Dich in der Stille zu Zion, Und Dir bezahlet man Gelübde. Halleluja. Halleluja. Zur Liturgie. 11. S. nach Trinitatis. Introitus. Er ist Gott in Seiner heiligen Wohnung. Er wird sehen lassen Kraft und Macht Seines Volkes. 62 Es stehe Gott auf, daß Seine Feinde zerstreuet werden, Und die ihn hassen, vor ihm fliehen. Ehre sei 2c. Graduale. Auf den Herrn hoffet mein Herz, Und mir ist ge= holfen. Und mein Herz ist fröhlich, Und ich will Ihm danken mit meinem Liede. Wenn ich rufe zu Dir, Herr, mein Hort, So schweige mir nicht. Halleluja. Halleluja. Singet fröhlich Gotte, der unsre Stärke ist. Jauchzet dem Gott Jacobs. Halleluja. Halleluja. 12. S. nach Trinitatis. Introitus. Eile, Gott, mich zu erretten, Herr, mir zu helfen. Es müssen sich schämen und zu Schanden werden, Die nach meiner Seele stehen. Sie müssen zurückkehren und gehöhnet werden, Die mir Uebels wünschen. Ehre sei 2c. Graduale. Ich will den Herrn loben allezeit, Sein Lob foll immerdar in meinem Munde sein. Meine Seele soll sich rühmen des Herren, Daß die Elenden hören und sich freuen. Halleluja. Halleluja. Herr Gott, mein Heiland, Ich schreie Tag und Nacht vor Dir. Halleluja. Halleluja. Zur Liturgie. 13. S. nach Trinitatis. Introitus. Gedenke, Herr, an Deinen Bund, Laß den Geringen nicht mit Schanden davon gehen. Mache Dich auf, Gott, und führe aus Deine Sache, Und vergiß nicht des Geschreies Deiner Feinde. Gott, warum verstößest Du uns so gar? Und bist so grimmig zornig über die Schafe Deiner Weide. Ehre sei 2c. Graduale. Gedenke, Herr, an Deinen Bund; Laß den Geringen nicht mit Schanden davon gehen. Mache Dich auf, Gott, Und führe aus Deine Sache. Gedenke an die Schmach, Die Dir täglich von den Thoren widerfähret. Halleluja. Halleluja. Herr Gott, Du bist unsre Zuflucht für und für. Halleluja. Halleluja. Sale Ind 63 14. S. nach Trinitatis. 2/101 Introitus. Gott, unser Schild, schaue doch; siehe an das Reich Deines Gesalbten. Denn ein Tag in Deinen Vorhöfen ist besser, denn sonst tausend. Wie lieblich sind Deine Wohnungen, Herre Zebaoth. Meine Seele verlanget und sehnet sich nach den Vorhöfen des Herren. Ehre sei 2c. Graduale. Es ist gut auf den Herrn vertrauen, Und sich nicht verlassen auf Menschen. Es ist gut auf den Herrn vertrauen, Und sich nicht verlassen auf Fürsten. Halleluja. Halleluja. 100 Kommt herzu, laßt uns dem Herrn frohlocken, Und jauchzen dem Hort unsers Heiles. Halleluja. Halleluja. Zur Liturgie. 15. S. nach Trinitatis. Introitus. Herr, neige Deine Ohren, und erhöre mich, Hilf Du mein Gott, Deinem Knechte, der sich verläßt auf Dich. 64 Herr, sei mir gnädig, Denn ich rufe täglich zu Dir. Erfreue die Seele Deines Knechtes, Denn nach Dir, Herr, verlanget mich. Ehre sei 2c. Graduale. Das ist ein föstlich Ding, dem Herrn danten, Und lobsingen Deinem Namen, Du Höchster. Des Morgens Deine Gnade, Und des Nachts Deine Wahrheit verkündigen. Halleluja. Halleluja. Denn der Herr ist ein großer Gott; Und ein großer König über alle Götter. Halleluja. Halleluja. 16. S. nach Trinitatis. Introitus. Herr sei mir gnädig, denn ich rufe täglich zu Dir, Denn Du, Herr, bist gut und gnädig. Von großer Güte allen, Die Dich anrufen. Herr, neige Deine Ohren, und erhöre mich, Denn ich bin elend und arm. Ehre sei 2c. Graduale. Die Heiden werden den Namen des Herrn fürchten, Und alle Könige auf Erden, Deine Ehre. Daß der Herr Zion bautet, Und erscheinet in Seiner Ehre. Halleluja. Halleluja. Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er thut Wunder. Halleluja. Halleluja. Zur Liturgie. Am Michaelistage. Introitus. Lobet den Herrn, ihr Seine Engel, ihr starken Helden, Die ihr Seinen Befehl ausrichtet, 65 Daß man höre Die Stimme Seines Wortes. Lobe den Herrn, meine Seele; Und was in mir ist, Seinen heiligen Namen. Graduale. Lobet den Herrn, ihr Seine Engel, ihr starken Helden, Die ihr Seinen Befehl ausrichtet. Halleluja. Halleluja. Lobe den Herrn, meine Seele; Und was in mir iſt, Seinen heiligen Namen. Halleluja. Halleluja. 17. S. nach Trinitatis. Introitus. Herr, Du bist gerecht, und Dein Wort ist recht. Handle mit Deinem Knechte nach Deiner Gnade. Wohl denen, die ohne Wandel leben, Die im Geset des Herren wandeln. Ehre sei 2c. Graduale. Wohl dem Volk, des der Herr sein Gott ist, Das Volk, das Er zum Erbe erwählet hat. Der Himmel ist durch das Wort des Herrn gemacht, Und alles sein Heer durch den Geist Seines Mundes. Halleluja. Halleluja. Herr, höre mein Gebet, Und laß mein Schreien zu Dir kommen. Halleluja. Halleluja. 18. S. nach Trinitatis. Introitus. Herr, vergilt Denen, so auf Dich harren, Daß Deine Propheten wahrhaftig erfunden werden. 5 Zur Liturgie. Erhöre das Gebet Deines Knechtes, Und Deines Voltes Israel. Ich freue mich des, das mir geredet ist, Daß wir werden ins Haus des Herren gehen. Ehre sei 2c. 66 Graduale. Ich freue mich des, das mir geredet ist, Daß wir werden ins Haus des Herren gehen. Es müsse Friede sein inwendig in deinen Mauern, Und Glück in deinen Palästen. Halleluja. Halleluja. Die Heiden werden den Namen des Herrn fürchten, Und alle Könige auf Erden Deine Ehre. Halleluja. Halleluja. muha 19. S. nach Trinitatis. Introitus. Der Herr spricht zu Seinem Volke: Ich bin deine Hülfe. elintire boWenn sie schreien, So will Ich hören. Und sie erretten aus aller ihrer Not: Und ihr Herr sein für und für. Höre, mein Volk, mein Gesetz, Neiget eure Ohren zu der Rede meines Mundes. Ehre sei 2c. Graduale. Mein Gebet müsse vor Dir taugen, Wie ein Rauchopfer. Meiner Hände Aufheben, Wie ein Abendopfer. Halleluja. Halleluja. Danket dem Herrn und prediget Seinen Namen. Verkündet Sein Thun unter den Völkern. Halleluja. Halleluja. Zur Liturgie. 20. S. nach Trinitatis. Introitus. O Herr, unser Gott, Du bist gerecht in allen Deinen Werken, die Du thust, Denn wir gehorchten Deiner Stimme nicht. 67 Nun aber, Herr, gib Ehre Deinem Namen, Und thue mit uns nach Deiner großen Barmherzigkeit. Groß ist der Herr, und hochberühmt in der Stadt unsers Gottes, Auf Seinem heiligen Berge. Ehre sei 2c. Graduale. Aller Augen warten auf Dich, und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du thust Deine Hand auf, Und erfüllest alles, was lebet mit Wohlgefallen. Halleluja. Halleluja. Gott, es ist mein rechter Ernst; Ich will singen und dichten, meine Ehre auch. Halleluja. Halleluja. 21. S. nach Trinitatis. Introitus. Herr Gott, Du bist der allmächtige König: Es steht alles in Deiner Macht. Und Deinem Willen Kann niemand widerstehen. Denn Du hast Himmel und Erde gemacht. Du bist aller Herr. Wohl denen, die ohne Wandel leben, Die im Gesetz des Herren wandeln. Ehre sei 2c. Graduale. Herr Gott, Du bist unsre Zuflucht für und für; Che denn die Berge worden, Und die Erde und die Welt geschaffen worden, Bist Du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Halleluja. Halleluja. 5* Zur Liturgie. Da Israel aus Egypten zog, Das Haus Jakobs aus dem fremden Volke. Halleluja. Halleluja. 68 22. S. nach Trinitatis. Introitus. So Du willst, Herr, Sünde zurechnen: Herr, wer wird bestehen? Denn bei Dir ist die Vergebung, Gott Ifraels. Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu Dir; Herr, höre meine Stimme. Ehre sei c. Graduale. Siehe, wie fein und lieblich ist es, Daß Brüder einträchtig bei einander wohnen. Wie der köstliche Balsam ist, Der vom Haupt Aarons herab fließt in seinen ganzen Bart. Halleluja. Halleluja. Die den Herrn fürchten, hoffen auf den Herren, Der ist ihre Hülfe und Schild. Halleluja. Halleluja. 23. S. nach Trinitatis. Introitus. Ich weiß wohl, was Jch für Gedanken über euch habe, spricht der Herr, Nämlich Gedanken des Friedens und nicht des Leides. Und ihr werdet Mich anrufen, Und hingehn und Mich bitten. Und Ich will euch erhören. Und Ich will euer Gefängnis wenden. Und euch sammeln aus allen Völkern, Und von allen Orten. Herr, der Du bist vormals gnädig gewesen Deinem Lande, Und hast die Gefangenen Jakobs erlöset. Ehre sei 2c. Zur Liturgie. Graduale. Herr, Du hilfft uns von unsern Feinden, Und machst zu Schanden, die uns hassen. 69 Wir wollen täglich rühmen von Gott, Und Deinem Namen danken ewiglich. Halleluja. Halleluja. Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu Dir; Herr, höre meine Stimme. Halleluja. Halleluja. 24. S. nach Trinitatis. Introitus. Kommt, laßt uns anbeten und fnien, Und niederfallen vor dem Herren, Der uns gemacht hat, Denn Er ist unser Gott. Kommt herzu, laßt uns dem Herrn frohlocken. Und jauchzen dem Hort unsers Heiles. Ehre sei 2c. Graduale. ( Wie am 23. S. nach Trinitatis.) 25. S. nach Trinitatis. Introitus. Herr, sei mir gnädig, denn mir ist Angst; Errette mich von der Hand meiner Feinde. Und von denen, die mich verfolgen; Herr, laß mich nicht zu Schanden werden. Denn ich rufe Dich an: Herr, auf Dich traue ich. Laß mich nimmermehr zu Schanden werden; Errette mich durch Deine Gerechtigkeit. Ehre sei 2c. Graduate. ( Wie am 23. S. nach Trinitatis.) 70 Zur Liturgie. 26. S. nach Trinitatis. Introitus. Hilf mir, Gott, durch Deinen Namen, Und schaffe mir Recht durch Deine Gewalt. Gott, erhöre mein Gebet, Vernimm die Rede meines Mundes. Er wird die Bosheit meinen Feinden bezahlen, Zerstöre sie, Herr, durch Deine Trene. Ehre sei 2c. 27. S. nach Trinitatis. Introitus: wie am Trinitatisfeste S. 56. ( Hat das Kirchenjahr weniger als 27 Trinitatis- Sonntage, so hat der letzte Sonntag den Introitus des Trinitatisfestes.) Graduale. ( Wie am 23. S. nach Trinitatis.) Graduale. ( Wie am 23. Sonntag nach Trinitatis.) Psalmen. Der 1. Pfalm. 1. Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen, Noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sizet, da die Spötter sigen: 2. Sondern hat Lust zum Gesetz des Herren, Und redet von Seinem Gesetz Tag und Nacht. - 3. Der ist wie ein Baum gepflanzet an den Wasserbächen, der seine Frucht bringet zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht, und was Er macht, das gerät wohl. - 4. Aber so sind die Gottlosen nicht;- sondern wie Spreu, die der Wind verstreut. Zur Liturgie. 5. Darum bleiben die Gottlosen nicht im Gericht, Noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten. 6. Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten, Aber der Gottlosen Weg vergehet. Der 2. Pfalm. 1. Warum toben die Heiden, Und die Leute reden so vergeblich? 2. Die Könige im Lande lehnen sich auf, und die Herren ratschlagen mit einander Wider den Herrn und Seinen Gejalbten: - - - 1 3. Lasset uns zerreißen ihre Bande,- Und von uns werfen ihre Seile. 4. Aber der im Himmel wohnet, lachet ihrer Und der Herr spottet ihrer. 5. Er wird einst mit ihnen reden in Seinem Zorn, Und mit Seinem Grimm wird Er sie schrecken. 6. Aber ich habe meinen König eingesetzt, Auf Meinen heiligen Berg Zion. 7. Ich will von einer solchen Weise predigen, daß der Herr zu Mir gesagt hat: Du bist Mein Sohn, heute habe Ich Dich gezeuget; - - - 71 8. Heische von Mir, so will Ich Dir die Heiden zum Erbe geben, und der Welt Ende zum Eigentum; 9. Du sollst sie mit einem eisernen Scepter zerschlagen, Wie Töpfe sollst Du sie zerschmeißen. 10. So laßt euch nun weisen, ihr Könige, Und laßt euch züchtigen, ihr Richter auf Erden. 11. Dienet dem Herrn mit Furcht- Und freuet euch mit Zittern. 12. Küsset den Sohn, daß Er nicht zürne, und ihr umkommet auf dem Wege; denn sein Zorn wird bald anbrennen. Aber wohl Allen, die auf Ihn trauen. - - Der 6. Pfalm. 2. Ach, Herr, strafe mich nicht in deinem Zorn, und züchtige mich nicht in deinem Grimm. 3. Herr, sei mir gnädig, denn ich bin schwach; heile mich, Herr, denn meine Gebeine sind erschrocken, - Zur Liturgie. Ach, du 4. Und meine Seele ist sehr erschrocken. Herr, wie so lange! 5. Wende dich, Herr, und errette meine Seele; hilf mir um deiner Güte willen. 6. Denn im Tode gedenket man deiner nicht; wer will dir in der Hölle danken? 7. Ich bin so müde von Seufzen, ich schwemme mein Bette die ganze Nacht,- und neße mit meinen Thränen mein Lager. 72 8. Meine Gestalt ist verfallen vor Trauern, und ist alt geworden;- denn ich allenthalben geängstiget werde. 9. Weichet von mir, alle Ulebelthäter; denn der Herr höret mein Weinen, 10. Der Herr höret mein Flehen, mein Gebet nimmt der Herr an. 11. Es müssen alle meine Feinde zu Schanden werden, und sehr erschrecken, sich zurück kehren, und zu Schanden werden plötzlich. - - - - 11 Der 8. Pfalm. 2. Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist Dein Name in allen Landen, Da man Dir danket im Himmel. - - - 3. Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge hast Du eine Macht zugerichtet, um Deiner Feinde willen, Daß Du vertilgest den Feind und den Rachgierigen. 4. Denn ich werde sehen die Himmel, Deiner Finger Werk, Den Mond und die Sterne, die Du bereitest. 5. Was ist der Mensch, daß Du seiner gedenkeſt, und des Menschen Kind, daß Du Dich seiner annimmst? 6. Du wirst ihn lassen eine kleine Zeit von Gott verlassen sein; aber mit Ehre und Schmuck wirst Du ihn frönen. - 7. Du wirst Ihn zum Herrn machen über Deiner Hände Werk; Alles hast Du unter Seine Füße gethan. 8. Schafe und Ochsen allzumal, wilden Tiere. Dazu auch die Zur Liturgie. 9. Die Vögel unter dem Himmel, und die Fische im Meer, und was im Meer gehet. 10. Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist Dein - Name in allen Landen. - - Der 13. Pfalm. 2. Herr, wie lange willst du meiner so gar vergessen? Wie lange verbirgst du dein Antlitz vor mir? 3. Wie lange soll ich sorgen in meiner Seele, und mich ängstigen in meinem Herzen täglich?-Wie lange soll sich mein Feind über mich erheben? 73 4. Schaue doch und erhöre mich, Herr, mein Gott.- Erleuchte meine Augen, daß ich nicht im Tode entschlafe, 5. Daß nicht mein Feind rühme, er sei meiner mächtig geworden, und meine Widersacher sich nicht freuen, daß ich niederliege. 6. Ich hoffe aber darauf, daß du so gnädig bist; mein Herz freuet sich, daß du so gerne hilfest. Herrn singen, daß er so wohl an mir thut. Ich will dem Der 16. Pfalm. 1. Bewahre mich, Gott; denn ich traue auf dich. 2. Ich habe gesagt zu dem Herrn: Du bist ja der ich muß um deinetwillen leiden. Herr, 3. Der Herr aber ist mein Gut und mein Teil; du erhälst mein Erbteil. - - 4. Das Los ist mir gefallen aufs Liebliche, mir ist ein schön Erbteil geworden. 5. Ich lobe den Herrn, der mir geraten hat;- auch züchtigen mich meine Nieren des Nachts. denn 6. Ich habe den Herrn allezeit vor Augen; er ist mir zur Rechten, darum werde ich wohl bleiben. 7. Darum freuet sich mein Herz, und meine Ehre ist fröhlich, auch mein Fleisch wird sicher liegen. 8. Denn du wirst meine Seele nicht in der Hölle laſsen, und nicht zugeben, daß dein Heiliger verwese. 9. Du thust mir kund den Weg zum Leben; dir ist Freude die Fülle, und liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich. vor -- - Zur Liturgie. Der 23. Pfalm. 1. Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. 2. Er weidet mich auf einer grünen Aue, Und führet mich zum frischen Wasser; 3. Er erquicket meine Seele;- Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. 4. Und ob ich schon wanderte im finstern Thal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. 5. Du bereitest vor mir einen Tisch gegen meine Feinde. Du salbest mein Haupt mit Oel und schenkest mir voll ein. 74 — - - 6. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Lebenlang, Und ich werde bleiben im Hause des Herren immerdar. Der 24. Pfalm. 1. Die Erde ist des Herrn und was darinnen ist: der Erdboden und was darauf wohnet. 2. Denn er hat ihn an die Meere gegründet, Und an den Wassern bereitet. - 3. Wer wird auf des Herrn Berg gehen? Und wer wird stehen an seiner heiligen Stätte? - - 4. Der unschuldige Hände hat, und reines Herzens ist; der nicht Lust hat zu loser Lehre, und schwöret nicht fälschlich. 5. Der wird den Segen vom Herrn empfangen, Und Gerechtigkeit von dem Gott seines Heils. 6. Das ist das Geschlecht, das nach ihm fraget, das da suchet dein Antliß, Jakob.( Sela.) - 7. Machet die Thore weit und die Thüren in der Welt hoch, daß der König der Ehren einziehe. 8. Wer ist derselbe König der Ehren? Es ist der Herr stark und mächtig, der Herr mächtig im Streit. 9. Machet die Thore weit und die Thüren in der Welt hoch, daß der König der Ehren einziehe. Zur Liturgie. 10. Wer ist derselbe König der Ehren? der Herr Zebaoth, er ist der König der Ehren. - - Der 25. Pfalm. Herr, verlanget mich. 1. Nach dir, 2. Mein Gott, ich hoffe auf dich, laß mich nicht zu Schanden werden, daß sich meine Feinde nicht frenten über mich. 3. Denn Keiner wird zu Schanden, der deiner harret; aber zu Schanden müssen sie werden, die losen Verächter. und lehre mich jort - - 4. Herr, zeige mir deine Wege deine Steige. 5. Leite mich in deiner Wahrheit, und lehre mich; denn du bist der Gott, der mir hilft; täglich harre ich deiner. 75 1 Es ist ( Sela.) - 6. Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit, und an deine Güte, die von der Welt her gewesen ist. 7. Gedenke nicht der Sünden, meiner Jugend, und meiner lebertretung; gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit, um deiner Güte willen. darum unter= 8. Der Herr ist gut und fromm, weiset er die Sünder auf dem Wege. 9. Er leitet die Elenden recht. und lehret die Elenden seinen Weg. - Der 27. Pfalm. 1. Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen? D 2. Darum, so die Bösen, meine Widersacher und Feinde, an mich wollen, mein Fleisch zu fressen, müssen sie anlaufen und fallen. 3. Wenn sich schon ein Heer wider mich leget, so fürchtet sich dennoch mein Herz nicht. Wenn sich Krieg wider mich erhebt, so verlasse ich mich auf ihn. 4. Eins bitte ich vom Herrn, das hätte ich gerne, daß ich im Hause des Herrn bleiben möge mein Lebenlang, 76 zu schauen die schönen Gottesdienste des Herrn, und seinen Tempel zu besuchen. und er5. Denn er decket mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er verbirget mich heimlich in seinem Gezelt, höhet mich auf einem Felsen; 6. Und wird nun erhöhen mein Haupt über meine Feinde, die um mich sind;- so will ich in seiner Hütte Lob opfern, ich will singen und lobsagen dem Herren. 7. Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufe;- fei mir gnädig, und erhöre mich. 8. Mein Herz hält dir vor dein Wort: Ihr sollt mein Antlig suchen. Darum suche ich auch, Herr, dein Antlig. - — Zur Liturgie. 9. Verbirg dein Antliß nicht vor mir, und verstoße nicht im Zorn deinen Knecht; denn du bist meine Hülfe. Laß mich nicht, und thue nicht von mir die Hand ab, Gott, mein Heil. 10. Harre des Herrn, sei getrost und unverzagt, und harre des Herren. 2. Herr, auf dich Schanden werden; tigkeit. - - Der 31. Pfalm. traue ich, laß mich nimmermehr zu errette mich durch deine GerechHerren harret. 3. Neige deine Ohren zu mir, eilend hilf mir.- Sei mir ein starker Fels und eine Burg, daß du mir helfest. 4. Denn du bist mein Fels und meine Burg, um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen. und 5. Gelpbet sei der Herr, daß er hat eine wunderliche Güte mir bewiesen, in einer festen Stadt. 6. Denn ich sprach in meinem Zagen: Ich bin von deinen Augen verstoßen; dennoch hörtest du meines Flehens Stimme, da ich zu dir schrie. 7. Liebet den Herrn, alle seine Heiligen. Die Gläubigen behütet der Herr, und vergilt Hochmut übet. reichlich dem, der Alle, die ihr des - 8. Seid getrost und unverzagt, - -- - -- Zur Liturgie. Der 32. Pfalm. 1. Wohl dem, dem die Uebertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedecket ist. 2. Wohl dem Menschen, dem der Herr die Missethat nicht zurechnet,- in deß Geist kein Falsch ist. 3. Denn da ich es wollte verschweigen, verschmachteten meine Gebeine, durch mein täglich Heulen. 4. Denn deine Hand war Tag und Nacht schwer auf mir, daß mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird,( Sela.) - 5. Darum bekenne ich dir meine Sünde, und, verhehle meine Missethat nicht. Ich sprach: Ich will dem Herrn meine Uebertretung bekennen. Da vergabest Du mir die Missethat meiner Sünde.( Sela.) behüten, ( Sela.) - 6. Dafür werden dich alle Heiligen bitten zur rechten Zeit; darum, wenn große Wasserfluten kommen, werden sie nicht an dieselben gelangen. 7. Du bist mein Schirm; du wollest mich vor Angst daß ich errettet ganz fröhlich rühmen könne, 8. Ich will dich unterweisen, und dir den Weg zeigen, den du wandeln sollst: Ich will Dich mit meinen Augen leiten. 9. Seid nicht wie Roffe und Maultiere, die nicht verständig sind, welchen man Zaum und Gebiß muß in das Maul legen, wenn sie nicht zu dir wollen. 10. Der Gottlose hat viele Plage: wer aber auf den Herrn hoffet, den wird die Güte umfangen. 11. Freuet euch des Herrn, und seid fröhlich ihr Gerechten,- und rühmet alle, ihr Frommen. Der 34. Pfalm. 2. Ich will den Herrn loben allezeit, soll immerdar in meinem Munde sein. 77 4. Preiset mit mir den Herren, mit einander seinen Namen erhöhen. 3. Meine Seele soll sich rühmen des Herren, die Elenden hören, und sich freuen. - L sein Lob daß und lasset uns - Zur Liturgie. 5. Da ich den Herrn suchte, antwortete er mir, und errettete mich aus aller meiner Furcht. derer Ange6. Welche ihn ansehen und anlaufen, sicht wird nicht zu Schanden. 7. Da dieser Elende rief, hörete der Herr, und half ihm aus allen seinen Nöten. 8. Der Engel des Herrn lagert sich um die her, so ihn fürchten, und hilft ihnen aus. 9. Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist. Wohl dem, der auf ihn trauet. 78 - - Der 42. Pfalm. 2. Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreiet meine Seele, Gott, zu dir. 3. Meine Seele dürftet nach Gott, nach dem lebenWann werde ich dahin kommmen, daß ich digen Gott. Gottes Angesicht schaue? 4. Meine Thränen sind meine Speise Tag und Nacht, - weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott? 5. Wenn ich dann des inne werde, so schütte ich mein Herz heraus bei mir selbst; denn ich wollte gerne hingehen mit dem Hausen, und mit ihnen wallen zum Hause Gottes, mit Frohlocken und Danken, unter dem Haufen, die da feiern. 6. Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir?- Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, daß er mir hilft mit seinem Angesicht. Der 46. Pfalm. 2. Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, Hülfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben. 3. Darum fürchten wir uns nicht, wenn gleich die Welt unterginge, und die Berge mitten in's Meer jänken; - -- - eine 4. Wenn gleich das Meer wütete und wallete, und von seinem Ungestüm die Berge einfielen.( Sela.) 5. Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein, da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind. Zur Liturgie. 6. Gott ist bei ihr drinnen, darum wird sie wohl bleiben;- Gott hilft ihr frühe. fallen; läßt. - 7. Die Heiden müssen verzagen und die Königreiche das Erdreich muß vergehen wenn er sich hören der Gott - 8. Der Herr Zebaoth ist mit uns, Jakobs ist unser Schutz.( Sela.) 9. Kommet her und schauet die Werke des Herren, der auf Erden solches Zerstören anrichtet; 10. Der den Kriegen steuert in aller Welt; der Bogen zerbricht, Spieße zerschlägt und Wagen mit Feuer verbrennet. 1 11. Seid stille und erkennet, daß ich Gott bin. Ich will Ehre einlegen unter den Heiden, ich will Ehre einlegen auf Erden. Der Gott 12. Der Herr Zebaoth ist mit uns, Jakobs ist unser Schußz.( Sela.) Der 47. Pfalm. 2. Frohlocket mit Händen, alle Völker,- - - - 79 - Gott mit fröhlichem Schall. 3. Denn der Herr, der Allerhöchste ist erschrecklich, ein großer König auf dem ganzen Erdboden. 4. Er wird die Völker unter uns zwingen, und die Leute unter unsere Füße. die Herrlichkeit 5. Er erwählet uns zum Erbteil, Jakobs, den er liebet.( Sela.) und der Herr 6. Gott fähret auf mit Jauchzen, mit heller Posaune. lobsinget, lobsinget 7. Lobsinget, Lobsinget Gott, unserm Könige. 8. Denn Gott ist König auf dem ganzen Erdboden: lobsinget ihm flüglich. 9. Gott ist König über die Heiden; Gott fizet - zu einem Volt, dem Gott Abrahams; sehr erhöhet bei den Schilden auf Erden. - und jauchzet auf seinem heiligen Stuhl. 10. Die Fürsten unter den Völkern sind versammelt denn Gott ist Zur Liturgie. Der 51: Psalm. 3. Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. 4. Wasche mich wohl von meiner Missethat, reinige mich von meiner Sünde. 5. Denn ich erkenne meine Missethat, und meine Sünde ist immer vor mir. und 80 6. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, gib mir einen neuen gewissen Geiſt. - 7. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht,- und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. 8. Tröste mich wieder mit deiner Hülfe, und der freudige Geist enthalte mich. 9. Herr, thue meine Lippen auf, daß mein Mund deinen Ruhm verfündige. 7 10. Denn du hast nicht Lust zum Opfer, ich wollte dirs sonst wohl geben, und Brandopfer gefallen dir nicht. - - 11. Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist; ein geängstetes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten. und 1 und Der 65. Pfalm. 2. Gott, man lobet dich in der Stille zu Zion, und dir bezahlet man Gelübde. - 3. Du erhöreft Gebet, darum kommt alles Fleisch zu dir. ing - - 4. Unsre Missethat drücket uns hart; du wollest unsere Sünde vergeben. - 5. Wohl dem, den du erwählest und zu dir läſfeſt, daß er wohne in deinen Höfen, der hat reichen Trost von deinem Hause, deinem heiligen Tempel. 6. Erhöre uns nach der wunderlichen Gerechtigkeit, Gott, unser Heil, der du bist Zuversicht aller auf Erden und ferne am Meer. 7. Der die Berge festseßet in seiner Kraft, und gerüstet ist mit Macht. Zur Liturgie. 8. Der du stillest das Brausen des Meers, Brausen seiner Wellen und das Toben der Völker, 9. Daß sich entsetzten, die an denselben Enden wohnen, vor deinen Zeichen. Du machst fröhlich, was da webet, beides des Morgens und des Abends. 10. Du suchest das Land heim, und wässerst es, und machst es sehr reich. Gottes Brünnlein hat Wassers die Fülle. Du läsfest ihr Getreide wohl geraten, denn also bauest Du das Land. Der 67. Pfalm. 2. Gott sei uns gnädig, und segne uns; uns sein Antliß leuchten.( Sela.) 11. Du tränkest seine Furchen und feuchtest sein Gepflügtes;- mit Regen machst du es weich und segnest sein Gewächs. 12. Du frönest das Jahr mit Deinem Gut; und deine Fußstapfen triefen von Fett. 13. Die Wohnungen in der Wüste sind auch fett, daß sie triefen, und die Hügel sind umher luſtig. 14. Die Anger sind voll Schafe, und die Auen stehen dick mit Korn, daß man jauchzet und singet.. - 6. Es danken Dir, Gott, die Völker; Dir alle Völfer. Er laffe 3. Daß wir auf Erden erkennen seinen Weg, unter allen Heiden sein Heil. 4. Es danken Dir, Gott, die Völker; Es danken Dir alle Völker. - - - - 81 - - das 5. Die Völker freuen sich und jauchzen, daß Du die Leute recht richtest, Und regierest die Leute ( Sela.) auf Erden. Es danken - 6 Es segne uns 7. Das Land gibt sein Gewächs. Gott, unser Gott. 8. Es segne uns Gott, Und alle Welt fürchte Ihn. 7 Der 71. Pfalm. 1. Herr, ich traue auf dich;- laß mich nimmermehr zu Schanden werden. Zur Liturgie. 2. Errette mich durch deine Gerechtigkeit, und hilf mir aus, neige deine Ohren zu mir, und hilf mir. 3. Sei mir ein starker Hort, dahin ich immer fliehen möge, der du zugesagt hast mir zu helfen;- denn du bist mein Fels und meine Burg. 4. Denn du bist meine Zuversicht, Herr, Herr, meine Hoffnung von meiner Jugend an. 5. Ich bin vor Vielen wie ein Wunder;- aber du bist meine starke Zuversicht. 6. Laß meinen Mund deines Rühms und deines Preises voll sein täglich. 7. Gott, deine Gerechtigkeit ist hoch, der du große Dinge thust. Gott, wer ist dir gleich? 82 - 8. Denn du läsfest mich erfahren viele und große Angst, und machst mich wieder lebendig, und holest mich wieder aus der Tiefe der Erde herauf. 9. Du machst mich sehr groß, und tröstest mich wieder. - - - - - 10. So danke ich auch dir mit Psalterspiel für deine Treue, mein Gott; ich lobsinge dir auf der Harfe, du Heiliger in Israel. Der 84. Psalm. 2. Wie lieblich sind Deine Wohnungen, Herre Bebaoth! 3. Meine Seele verlanget und sehnet sich nach den Vorhöfen des Herren;- Mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott. 4. Denn der Vogel hat ein Haus gefunden, und die Schwalbe ihr Nest, da sie Junge Hecken, Nämlich Deine Altäre, Herr Zebaoth, mein König und mein Gott. 5. Wohl denen, die in Deinem Hause wohnen; Die loben Dich immerdar.( Sela.) - 6. Wohl den Menschen, die Dich für ihre Stärke halten, Und von Herzen Dir nachwandeln. 7. Die durch das Jammerthal gehen, und machen daselbst Brunnen. Und die Lehrer werden mit viel Segen geschmückt. Zur Liturgie. Daß 8. Sie erhalten einen Sieg nach dem andern, man sehen muß, der rechte Gott sei zu Zion. 9. Herr, Gott Zebaoth, höre mein Gebet; Vernimm es, Gott Jakobs.( Sela.) 10. Gott, unser Schild, schaue doch;- Siehe an das Reich Deines Gesalbten. 11. Denn ein Tag in Deinen Vorhöfen ist besser, denn sonst tausend. Ich will lieber der Thür hüten in meines Gottes Hause, denn lange wohnen in der Gottlosen Hütten. 12. Denn Gott, der Herr, ist Sonne und Schild, der Herr gibt Gnade und Ehre, Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen. 13. Herr Zebaoth, wohl dem Menschen, Der sich auf Dich verläßt. Der 87. Pfalm. - 1. Sie ist fest gegründet - - Auf den heiligen Bergen. 2. Der Herr liebt die Thore Zions, Ueber alle Wohnungen Jakobs. 3. Herrliche Dinge werden in Dir geprediget, Du Stadt Gottes. 4. Ich will predigen lassen Rahab und Babel, daß sie mich kennen sollen. Siehe, die Philister und Tyrer, sammt den Mohren werden daselbst geboren. 5. Man wird zu Zion sagen, daß allerlei Leute darinnen geboren werden, Und daß Er, der Höchste, sie bane. - - - - - 83 6. Der Herr wird predigen lassen in allerlei Sprachen, Daß derer Etliche auch daselbst geboren werden. ( Sela.) L 6* 7. Und die Sänger, wie am Reigen, Werden Alle in Dir singen, eins ums andere. Der 89. Pfalm. 2. Ich will singen von der Gnade des Herren ewiglich,- und seine Wahrheit verkündigen mit meinem Munde für und für, Zur Liturgie. 3. Und sage also: Daß eine ewige Gnade wird aufgehen, und du wirst deine Wahrheit treulich halten im Himmel. 84 4. Herr, Gott Zebaoth, wer ist wie du, ein mächtiger Gott? Und deine Wahrheit ist um dich her. - 5. Du herrschest über das ungestüme Meer; stillest seine Wellen, wenn sie sich erheben. - 6. Wohl dem Volk, das jauchzen kann. werden im Licht deines Antliges wandeln; - - Herr, sie 7. Sie werden über deinem Namen täglich fröhlich und in deiner Gerechtigkeit herrlich sein. ſein, 8. Denn du bist der Ruhm ihrer Stärke, und durch deine Gnade wirst du unser Horn erhöhen. - 9. Denn der Herr ist unser Schild, und der Heilige in Israel ist unser König. - - - - Der 92. Pfalm. 2. Das ist ein köstliches Ding, dem Herren danken, und lobsingen deinem Namen, du Höchster. 6. Herr, wie sind deine Werke so groß! Gedanken sind so sehr tief. - 3. Des Morgens deine Gnade,- und des Nachts deine Wahrheit verkündigen, 4. Auf den zehn Saiten und Psalter, mit Spielen auf der Harfe. 5. Denn, Herr, du läsfest mich fröhlich singen von deinen Werken, und ich rühme die Geschäfte deiner Hände. deine du - 7. Der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum, er wird wachsen wie eine Ceder auf Libanon. 8. Die gepflanzet sind in dem Hause des Herren, werden in den Vorhöfen unsers Gottes grünen. - - 9. Und wenn sie gleich alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein. 10. Daß sie verkündigen, daß der Herr so fromm ist, mein Hort, und ist kein Unrecht an ihm. Zur Liturgie. Der 96. Psalm. 1. Singet dem Herrn ein neues Lied; Singet dem Herren alle Welt. 2. Singet dem Herrn, und lobet Seinen Namen; Prediget einen Tag am andern Sein Heil; 3. Erzählet unter den Heiden Seine Ehre allen Völkern Seine Wunder. 4. Denn der Herr ist groß und hoch zu loben, Wunderbarlich über alle Götter, - - - 5. Denn alle Götter der Völker sind Götzen, Aber der Herr hat den Himmel gemacht. 6. Es stehet herrlich und prächtig vor Ihm, gehet gewaltiglich und löblich zu in Seinem Heiligtum. 7. Ihr Völker, bringet her dem Herren,- Bringet her dem Herren Ehre und Macht! - Unter - Der 100. Pfalm. Dem Herren alle Welt. 85 8. Bringet her dem Herrn die Ehre Seinem Namen, Bringet Geschenke, und kommt in Seine Vorhöfe. 9. Betet an den Herrn im heiligen Schmuck, Es fürchte Ihn alle Welt. 11. Himmel freue dich, und Erde sei fröhlich. Das Meer brause und was darinnen ist; - - - 1 - 10. Saget unter den Heiden, daß der Herr König sei, und habe sein Reich, so weit die Welt ist, bereitet, Daß es bleiben soll, und richtet die Völker recht. Und 12. Das Feld sei fröhlich, und Alles was darauf ist; Und lasset rühmen alle Bäume im Walde, 13. Vor dem Herrn, denn Er kommt zu richten das Erdreich. Er wird den Erdboden richten mit Gerechtigkeit und die Völker mit Seiner Wahrheit. - 1. Jauchzet, Kommt vor 2. Dienet dem Herrn mit Freuden, Sein Angesicht mit Frohlocken. 3. Erkennet, daß der Herr Gott ist. Er hat uns gemacht, und nicht wir selbst, zu Seinem Volk, und zu Schafen Seiner Weide. 86 Zur Liturgie. 4. Gehet zu Seinen Thoren ein mit Danken, zu Seinen Vorhöfen mit Loben;- Danket Jhm, lobet Seinen Namen. 5. Denn der Herr ist freundlich und Seine Gnade währet ewig,- Und Seine Wahrheit für und für. Der 103. Pfalm. 1. Lobe den Herrn, meine Seele, mir ist, Seinen heiligen Namen; Und vergiß 2. Lobe den Herrn, meine Seele, nicht, was Er dir Gutes gethan hat, Und heilet 3. Der dir alle deine Sünde vergibt, alle deine Gebrechen, 4. Der dein Leben vom Verderben erlöset,- Der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit, 5. Der deinen Mund fröhlich macht,- Und du wieder jung wirst, wie ein Adler. 6. Der Herr schaffet Gerechtigkeit und Gericht Allen, die Unrecht leiden. 7. Er hat Seine Wege Mose wissen lassen, Die Kinder Israel sein Thun. 8. Barmherzig und gnädig ist der Herr, und von großer Güte. 9. Er wird nicht immer hadern Zorn halten. - - - - Und was in Geduldig Noch ewiglich 10. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, Und vergilt uns nicht nach unserer Missethat. 11. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, Läßt Er Seine Gnade walten über die, so Ihn fürchten. 12. So fern der Morgen ist vom Abend, Er unsere Uebertretung von uns sein. Läßt - 11 13. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmet, So erbarmet sich der Herr über die, so Ihn fürchten. 14. Denn Er fennet, was für ein Gemächte wir sind; Er gedenket daran, daß wir Staub sind. 15. Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, Er blühet wie eine Blume auf dem Felde; - - da, Zur Liturgie. 16. Wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer Und ihre Stätte fennet sie nicht mehr. - — 17. Die Gnade aber des Herrn währet von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, so Ihn fürchten, rechtigkeit auf Kindeskind. Und Seine Ge11 18. Bei denen, die Seinen Bund halten, denken an Seine Gebote, daß sie darnach thun. Und ge19. Der Herr hat Seinen Stuhl im Himmel bereitet, Und Sein Reich herrschet über Alles. 87 - 20. Lobet den Herrn, ihr Seine Engel, ihr starken Helden, die ihr Seinen Befehl ausrichtet, Daß man höre die Stimme Seines Worts. 21. Lobet den Herrn, alle Seine Heerscharen, Seine Diener, die ihr Seinen Willen thut. 22. Lobet den Herrn, alle Seine Werke, an allen Orten Seiner Herrschaft,- Lobe den Herrn, meine Seele. - - - Der 110. Pfalm. 1. Der Herr sprach zu Meinem Herrn: Seße Dich zu Meiner Rechten,- Bis Ich Deine Feinde zum Schemel Deiner Füße lege. assim S 2. Der Herr wird das Scepter Deines Reichs senden aus Zion. Herrsche unter Deinen Feinden. 3. Nach Deinem Sieg wird Dir Dein Volk willig opfern in heiligem Schmuck.- Deine Kinder werden Dir geboren, wie der Tau aus der Morgenrö 4. Der Herr hat geschworen und wird Ihn nicht gereuen:- Du bist ein Priester ewiglich, nach der Weise Melchisedechs. 5. Der Herr zu Deiner Rechten- Wird zerschmeißen die Könige zur Zeit Seines Zorns; 6. Er wird richten unter den Heiden, Er wird große Schlacht thun; Er wird zerschmeißen das Haupt über große Lande. 7. Er wird trinken vom Bach auf dem Wege; Darum wird Er das Haupt empor heben. Zur Liturgie. Der 116. Pfalm. 1. Das ist mir lieb, daß der Herr meine Stimme und mein Flehen höret, 88 2. Daß er sein Ohr zu mir neiget; darum will ich mein Leben lang ihn anrufen. 3. Stricke des Todes hatten mich umfangen, und Angst der Hölle hatte mich getroffen; ich fam in Jammer und Not. - 4. Aber ich rief an den Namen des Herren: Herr, errette meine Seele! und unser 5. Der Herr ist gnädig und gerecht, Gott ist barmherzig. Wenn ich 6. Der Herr behütet die Einfältigen. unterliege, so hilft er mir. 7. Sei nun wieder zufrieden, meine Seele, denn der Herr thut dir Gutes. - - 8. Denn du hast meine Seele aus dem Tode geriſsen, mein Auge von den Thränen, meinen Fuß vom Gleiten. 9. Ich will wandeln vor dem Herren, im Lande der Lebendigen. - 10. Wie soll ich dem Herrn vergelten alle seine Wohlthat, die er an mir thut? 11. Ich will den heilsamen Kelch nehmen, und des Herrn Namen predigen. 17. Ich werde nicht sterben, sondern des Herrn Werk verkündigen. 18. Der Herr züchtiget mich wohl, mich dem Tode nicht. -1 - - -- Der 118. Pfalm. 15. Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten. Die Rechte des Herrn behält den Sieg. 16. Die Rechte des Herrn ist erhöhet; Die Rechte des Herrn behält den Sieg. leben- und Aber Er giebt - - 19. Thut mir auf die Thore der Gerechtigkeit, Daß ich dahineingehe, und dem Herren danke. 20. Das ist das Thor des Herren; werden dahineingehen. Die Gerechten - Zur Liturgie. 21. Ich danke Dir, daß Du mich demütigest,- Und hilfft mir. 22. Der Stein, den die Bauleute verworfen,- Ist zum Eckstein geworden. 23. Dies ist vom Herrn geschehen, und ist ein Wunder vor unsern Augen. - - 24. Dies ist der Tag, den der Herr macht;- Laßt uns freuen und fröhlich darinnen sein. 25. O Herr, hilf! Herr, laß wohl gelingen! 26. Gelobet jei, der da kommt im Namen des Herren! Wir segnen euch, die ihr vom Hause des Herrn seid. 27. Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet. Schmücket das Fest mit Maien, bis an die Hörner des Altars. 28. Du bist mein Gott, und ich danke Dir; Mein Gott, ich will Dich preisen. 29. Danket dem Herrn, denn Er ist freundlich Und Seine Güte währet ewiglich. Der 119. Pfalm. 1. Wohl denen, die ohne Wandel leben, Gesetz des Herren wandeln. - - 2. Wohl denen, die seine Zeugnisse halten, die ihn von ganzem Herzen suchen, 3. Denn welche auf seinen Wegen wandeln, die thun kein Ulebels. 4. Du hast geboten, fleißig zu halten deine Befehle. 5. O daß mein Leben deine Rechte mit ganzem Ernst hielte! 6. Wenn ich schaue allein auf deine Gebote, werde ich nicht zu Schanden. 7. Ich danke dir von rechtem Herzen, mich lehrest die Rechte deiner Gerechtigkeit. 8. Deine Rechte will ich halten; nimmermehr. 89 11 die im - - - - so daß du verlaß mich Zur Liturgie. Der 121. Pfalm. 1. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, welchen mir Hülfe kommt. 90 7. Der Herr behüte dich vor allem Ulebel: behüte deine Seele. - 2. Meine Hülfe kommt von dem Herren, Himmel und Erde gemacht hat. 3. Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, der Dich behütet, schläft nicht. 4. Siehe der Hüter Israels mert nicht. Schläft noch schlumDer Herr ist dein 5. Der Herr behütet dich, Schatten über deiner rechten Hand, 6. Daß dich des Tages die Sonne nicht steche, Noch der Mond des Nachts. - - die Stühle des Hauses Davids. do 6. Wünschet Jerusalem Glück: gehen denen, die dich lieben. Von 8. Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang Von nun an bis in Ewigkeit. - Der 3. Jerusalem ist gebauet, daß es eine Stadt sei, da man zusammen kommen soll, Der 122. Pfalm. 1. Ich freue mich deß, das mir geredet ist, daß wir werden ins Haus des Herren gehen; 2. Und daß unsere Füße werden stehen in deinen Thoren, Jerusalem. und - - -- 4. Da die Stämme hinauf gehen sollen, nämlich die Stämme des Herrn, zu predigen dem Volk Israel, zu danken dem Namen des Herren. Er 5. Denn daselbst sißen die Stühle zum Gericht, Es müsse wohl ww 7. Es müsse Friede sein inwendig in deinen Mauern, und Glück in deinen Palästen. 8. Um meiner Brüder und Freunde willen, will ich dir Frieden wünschen. 9. Um des Hauses willen des Herrn, unsers Gottes, will ich dein Bestes suchen. Zur Liturgie. Der 124. Pfalm. 1. Wo der Herr nicht bei uns wäre, Ifrael, 2. Wo der Herr nicht bei uns wäre, Menschen sich wider uns sehen, 3. So verschlängen sie uns lebendig, Wenn ihr Zorn über uns ergrimmete; 4. So ersäufte uns Wasser, unsere Seele. - - Ströme gingen über 5. Es gingen Wasser allzuhoch Ueber unsere Seele. 6. Gelpbet sei der Herr, Daß Er uns nicht gibt -- - 91 - So sage Wenn die zum Raub in ihre Zähne. 7. Unsere Seele ist entronnen, wie ein Vogel dem Strict des Voglers; Der Strick ist zerrissen, und wir find los. 8. Unsere Hülfe stehet im Namen des Herren, Der Himmel und Erde gemacht hat. Der 130. Psalm. - Der 126. Pfalm. 1. Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird, - So werden wir sein wie die Träumenden. - 2. Dann wird unser Mund voll Lachens, und unsere Zunge voll Rühmens sein. Dann wird man sagen unter den Heiden: Der Herr hat Großes an ihnen gethan. 3. Der Herr hat Großes an uns gethan,- Deß sind wir fröhlich. 4. Herr, wende unser Gefängnis, Wie Du die Wasser gegen Mittag trocknest. 5. Die mit Thränen säen, Werden mit Freuden ernten. 6. Sie gehen hin und weinen, und tragen edlen Samen, Und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben. 1. Aus der Tiefe Rufe ich, Herr, zu Dir. 2. Herr, höre meine Stimme, Laß deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens. Bur Liturgie. Herr ,. Sünde zurechnen, Herr, wer wird bestehen? 4. Denn bei Dir ist die Vergebung, Daß man Dich fürchte. 5. Ich harre des Herrn, meine Seele harret, Und ich hoffe auf Sein Wort. 92 3. So Du willst, 6. Meine Seele wartet auf den Herren einer Morgenwache bis zur andern. - - --7. Israel hoffe auf den Herren, Denn bei dem Herrn ist die Gnade, und viel Erlösung bei Ihm. 8. Und er wird Israel erlösen Aus allen seinen Sünden. - - - 11 Der 139. Pfalm. 1. Herr, du erforschest mich, und kennest mich. du 2. Ich size oder stehe auf, so weißt du es;- verstehest meine Gedanken von ferne. 3. Ich gehe oder liege, so bist du um mich, siehest alle meine Wege. 4. Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, daß du, Herr, nicht Alles wisseſt. 5. Wo soll ich hingehen vor deinem Geist? wo soll ich hinfliehen vor deinem Angesicht? 6. Führe ich gen Himmel, so bist du da. ich mir in die Hölle, siehe, so bist du auch da. 7. Nähme ich Flügel der Morgenröte, am äußersten Meer, Von - Bettete und und bliebe 8. So würde mich doch deine Hand daselbst führen, und deine Rechte mich halten. 9. Spräche ich: Finsternis möge mich decken; muß die Nacht auch Licht um mich sein. jo 10. Denn auch Finsternis nicht finster ist bei dir, und die Nacht leuchtet wie der Tag, Finsternis ist wie das Licht. - - 11. Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz; prüfe mich, und erfahre, wie ichs meine. 12. Und siehe, ob ich auf bösem Wege bin; und leite mich auf ewigem Wege. Zur Liturgie. Lobgesang Bachariä. 1. Gelobt sei der Herr, der Gott Israels, Er hat besucht und erlöset Sein Volk, 2. Und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils In dem Hause Seines Dieners David, - 3. Als er vor Zeiten geredet hat Durch den Mund Seiner heiligen Propheten: 4. Daß er uns errettete von unsern Feinden von der Hand aller, die uns hassen; - 8. In Heiligkeit und Gerechtigkeit, fällig ist. - Denn 93 - - 5. Und die Barmherzigkeit erzeigete unsern Vätern, Und gedächte an Seinen heiligen Bund, 6. Und an den Eid, den Er geschworen hat unserm Vater Abraham,- Uns zu geben; - Und 7. Daß wir, erlöset aus der Hand unsrer Feinde, Ihm dieneten ohne Furcht unser Leben lang, Die Ihm ge9. Und Du Kindlein wirst ein Prophet des Höchsten heißen;- Du wirst vor dem Herrn hergehen, daß Du Seinen Weg bereitest, 10. Und Erkenntnis des Heils gebest Seinem Volk, Die da ist Vergebung ihrer Sünden; 11. Durch die herzliche Barmherzigkeit unsers Gottes, Durch welche uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe. 12. Auf daß Er erscheine denen, die da sißen in Finsternis und Schatten des Todes, Und richte unsre Füße auf den Weg des Friedens. Ehre sei dem Vater und dem Sohne Und dem heiligen Geiste, Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar,- von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Und Druck von R. Mainz Nachfolger in Bielefeld. e sind dur onion Gebete für p evangelische Christen auf alle Wochen-, Sonn- und Festtage, so wie bei besondern Feiern und Anläsſen. I. Morgen- und Abendsegen. Morgensegen. quind du uns erquicket durch den nächtlichen Schlaf, und wieder aufge1. Herr, unser Gott, der du den weckt hast, deinen Ruhm zu preiSchlummer der Nacht von uns sen und deine Gnade anzurufen: verscheucht und uns versammelt nimm jetzt von- uns an, nach deihast, unsere Hände aufzuheben zu ner grundlosen Barmherzigkeit, dir und deine Gerichte zu preisen: das Opfer unserer Anbetung und nimm an unser Gebet und Fle- unsers Danks und gewähre uns hen und schenke uns Glauben, alle uns heilsamen Bitten. Richte der nicht zu Schanden wird, zu- uns zu, o Herr, zu Kindern des versichtliche Hoffnung und unge- Lichts und des Tages und zu Erheuchelte Liebe. Segne unsern Ein- ben deiner ewigen Güter. Gegang und Ausgang, unsere Ge- denke, Herr, nach der Menge deidanken, Worte und Werke, und ner Erbarmungen deines ganzen laß uns diesen Tag beginnen un- Volfs, aller, die mit uns beten, ter Lob, Preis und Ruhm der und aller unserer Brüder, die zu unaussprechlichen Süßigkeit dei- Land oder zu Meer oder wo sonst ner Güte. Geheiliget werde dein in deinem weiten Reich deiner Name; dein Reich komme, das Gnade und Hülfe bedürfen, und Reich des Vaters und des Soh- schütte über sie alle aus den Reichnes und des heiligen Geistes. thum deiner Barmherzigkeit; auf Amen. daß wir erlöset nach Seel und Leib, unverrückt in festem Glauben deinen heiligen und wunderGriechische Kirche. 2. Herr, unser Gott, heilig und baren Namen rühmen mögen. unbegreiflich, der du das Lichtschei- Amen. Griechische Kirche. nen läsfest aus der Finsterniß, der 31 2 Morgensegen. deine Güte und um deine Wuns 3. Herr Jesu Christe, Sohn der, die du an den MenschenGottes, der du zu aller Zeit und Stunde im Himmel und auf Erfindern thust, und will dich in der Gemeine preisen. Dein Lob den angebetet und gepriesen wirst, soll allewege in meinem Munde du Gnädiger, Barmherziger und sein. Meine Seele joll allezeit Geduldiger, der du die Gerechten dich, meinen Herrn, rühmen, und liebst und der Sünder dich erbarmst, der du alle zur Seligkeit rufst durch die Verheißung der zufünftigen Güter: Herr Christe, nimm selbst zu dieser Morgenstunde unser Gebet an und richte den Weg unsers Lebens nach deinen Geboten. Heilige unsere Seelen, reinige unsere Leiber, lente unsere Gedanken, läutere unsere Sinnen und erlöse uns von allem Trübsal, Leid und Schmerz. Beschirme uns durch deine heiligen Engel, damit wir, durch ihre Wacht beschützt, zur Einigkeit des Glaubens und zur Erkenntniß deiner unzugänglichen Herrlichkeit gelangen mögen. Dir sei Preis und Lob in Ewigkeit! Amen. was in mir ist, deinen heiligen Namen preisen; nimmermehr will ich vergessen, was du mir Gutes gethan hast. So laß nun dir gefallen das Lobopfer aus meinem Munde, welches ich dir des Morgens früh in Einfalt meines Herzens bringe.ingref Griechische Kirche. Ich rufe zu dir von ganzem Gemüth: du wollest mich heut diesen Tag behüten vor aller Ges fahr Leibes und der Seelen und deinen lieben Engeln über mir Befehl thun, daß sie mich behüten auf allen meinen Wegen. Umgieb mich rings mit deinem Schild und führe mich auf den Steig deiner Gebote, daß ich unsträflich wandle in deinem Dienst, wie die Kinder des Tags, zu deinem Wohlgefallen. Wehre dem bösen Feind und allen Nergernissen dieser Welt; dazu steure meinem Fleisch und Blut, daß ich nicht, von ihnen überwältigt, wider dich handle und dich mit meinen Sünden erzürne. Regiere mich mit deinem heiligen Geist, daß ich nichts vornehme, thue, rede oder gedenke, denn allein, was dir gefällig ist und zu Ehren deiner göttlichen Majestät gereicht. 4. Herr, himmlischer Vater, ewiger Gott, gelobt sei deine göttliche Kraft und Allmacht, deine grund lose Güte und Barmherzigkeit, deine ewige Weisheit und Wahrheit, daß du mich in dieser Nacht mit deiner Hand bedecket und unter dem Schatten deiner Flügel hast sicher ruhen und schlafen lassen, auch vor dem bösen Feind bewahrt und ganz väterlich beschirmet. Darum lobe ich dich um Siehe, mein Gott, ich übergebe und opfere mich ganz und gar zu Morgensegen. 3 eigen in deinen Willen, mit Leib| Kirche lassen geboren werden und und Seele, mit allem Vermögen und Kräften, innerlich und äußerlich. Mache du mich dir zu einem Opfer, das da lebendig, heilig und dir wohlgefällig sei, damit ich dir einen vernünftigen und angenehmen Gottesdienst leiste. Darum, du heiliger Vater, allmächtiger Gott, laß mich dein Eigenthum sein, regiere mein Herz, Seel und Gemüth, daß ich nichts denn dich wisse und verstehe. Herr, frühe wollest du meine Stimme hören, frühe will ich mich zu dir schicken und darauf merken, frühe will ich dich loben und des Abends nicht aufhören, durch Jesum Christum. Amen. Johann Habermann, g. 1516, ft. 1590. 5010 mich zu derselben Gliede gemacht, auch durch dein heiliges Wort erweckest, lehrest und tröstest. Ich bitte dich herzlich, gieb, daß ich solcher deiner großen Gnade nimmermehr vergesse, sondern dich dafür mit stetem Dank ehre. Schenke mir auch, ich bitte dich demüthig, deine Gnade und den Beistand deines heiligen Geistes, daß ich mich aller solcher himm-& lischen Güter durch mein fündliches Leben ja nicht verlustig mache. Laß mich stets vor dir, o Gott, wandeln und fromm sein. Vergieb mir, ich bitte dich mit Thränen, alle meine Sünde und Missethat, damit ich die ganze Zeit meines Lebens hindurch in Gedanken, Worten und Werken dich him ad sid erzürnt. Gedenke nicht, o Herr, 5. Allmächtiger, barmherziger der Sünden meiner Jugend und Gott, Vater voller Gnade und meiner Uebertretungen; gedenke Liebe! Ich armer, elender, sündi- aber meiner nach deiner Barmger Mensch erkenne in dieser Mor- herzigkeit um deiner Güte wilgenstunde deine väterliche Gnade len. Verwirf nicht im Zorne dein und Huld, dadurch du mir von der Kind, das sich auf das theure VerGeburt an bis auf diese Stunde dienst deines eingebornen Soh alles Gute an Leib und Seele nes verläßt. Und weil der Satan reichlich erwiesen hast. Ich preise stets suchet, mich von dir abzudich, gnädiger Vater, für alle führen, so stehe du, allmächtiger solche deine unzählige Wohlthat; Gott, mir bei, daß seine Tücke inſonderheit aber, daß du mich in und List an mir vergeblich sein deinem Sohne Jesu, ehe noch der müssen. Welt Grund gelegt worden, so herzlich geliebet und ihn um meinetwillen am Stamme des Kreuzes hast sterben lassen. Ach Vater! ich danke dir, daß du mich haft in der wahren christlichen nach Ach, lieber himmlischer Vater, ich lasse dich nicht, du segnest mich denn. So müsse denn auch heute gesegnet sein alle mein Thun. In deinem Namen fange ich es an; sei mit mir und laß es wohlge 4 Morgensegen. his rathen zu deiner Ehre, meines| laß mich nicht, mein Gott; denn Nächsten Nußen und meiner Se- ich hoffe auf dich. Meinen Leib ligkeit. Auf dich, Herr, verlaß ich mich. Saß mich in meinem Amt und Beruf treulich wandeln und über alles dich suchen. Mehre in mir deine Erkenntniß und erhalte mein Herz bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Segne auch, nach deiner Zusage, den irdischen Vorrath, den du mir gegeben hast, auf daß ich für mich und die Meinigen die tägliche Nothdurft haben möge, und laß meinen Samen nicht nach Brod gehen. Willst du, nach deiner Liebe, heute oder sonst Kreuz, Drangfal, Verfolgung oder eine andere Noth über mich verhängen, so reiche mirnur deine Hand, daß ich nicht erliege, und lehre mich in Geduld auf dich hoffen. Erbarme dich nach deiner unendlichen Güte aller Menschen, die dich suchen und lieben. Schüße deine bedrängte Kirche und erhalte dir zu dieser letzten bösen Zeit ein Häuflein wahrer Gläubigen, die dich anbeten und ehren. Sağ bei dir erhörlich sein das Schreien der Verlassenen und Elenden und schaffe ihnen Rath und Trost. Gieb dem Lande, darinnen ich dein Pilger bin, den Frieden, welchen die Welt nicht geben kann, und laß uns alle darin die Gaben deiner Güte mit Danksagung empfangen und mäßig gebrauchen. Insonderheit gieb mir, deinem Knecht, ein Herz, das dich ehret und liebet und dir vertraut. Ver- währe mich, daß ich ein rechtLaß das rechte göttliche, geiſtliche und himmlische Leben, das aus dir ist, durch den Geist der Gnaden in mir neu werden, damit nicht ich lebe, sondern Christus in mir, und ich im Glauben des Sohnes Gottes stets erneuert werde, als eine Pflanze der Gerechtigkeit zu grünen und zu blühen, dir zum Preise, und auszubrechen in lebendige und dir wohlgefällige Früchte des Geistes, meinem Nächsten zu Nuß und Dienst. Ich ergebe mich dir aufs neue, o Vater: mache mit mir, was dir wohlgefällt. Reinige, läutere und beund Seele, meine Angehörigen, 111 meine äußern Güter, meine Ehre, Stand und Gut, ja alles das Meine befehle ich jetzt und allezeit in deine Hände. Sichre du es vor aller Fährlichkeit und laß mich diesen Tag und immerdar in deiner Gnade bleiben, daß ich mich bis an mein Ende unverrückt deis: ner Huld und deines göttlichen Beistandes zu getrösten und zu erfreuen habe. Erhöre mich, mein Vater, um Jesu Christi, deines geliebten Sohnes, willen! Amen. Job Lassenius, g. 1636, ft. 1692. 6. Lieber himmlischer Vater, ich lobe und preise dich auch für diese Nacht, die du mich überleben, und für diesen Tag, den du mich erleben lassen. Morgensegen. 5 schaffner Christ sei und zu dem| in allen Ständen, mache dich auf Israel Gottes gehöre, über wel- und hilf uns, daß deine Ehre gechem ist Friede und Barmherzig- rettet und des gottlosen Wesens feit. Ich begehre keine Ehre, als ein Ende werde. Hilf den Armen deine Kindschaft, feinen Reich- und Elenden, die zu dir schreien. thum, als die Gerechtigkeit Jefu Herr, mein Gott, verschmähe mein Christi, keine Freude, als die gna- Gebet nicht, sondern erhöre mich denreiche Einwohnung des heili- um Jesu Christi willen. Amen. gen Geistes. Aug. Herm. France, g. 1663, ft. 1727. Für mein Leibliches wirst dui thi Bisur of wohl sorgen, denn du hast geja= get: Ich will dich nicht verlassen noch versäumen. Doch bewahre mich vor Müssiggang. Laß mich arbeiten, nicht aus Geiz, sondern aus herzlicher Liebe gegen meinen Nächsten. 7. Wache auf, der du schläfft, und stehe auf von den Todten, so wird dich Christus erleuchten. O du barmherziger Gott, dessen Güte und Treue alle Morgen neu ist: ich sage dir mit Herz und Mund Laß deine Barmherzigkeit sich Lob und Dank, daß du mich dieausbreiten über alle Menschen, diesen Morgen wiederum geſund haft auf dem ganzen Erdboden woh- lassen von meinem Lager aufstenen, und deine Güte über alle hen und meinen Leib vor Schadeine Geschöpfe. Gedenke deiner den und meine Seele vor SünKinder, die dich kennen und in den bewahret hast. Wie groß ist der Einigkeit des Geistes verbun- deine Güte, Herr, daß Menschen den sind als lebendige Glieder an unter dem Schatten deiner Flügel ihrem hochgelobten Oberhaupte trauen und unter demselben so Jesu Christo. Laß unser aller mächtig bewahret werden! Ich Gebet Ein Gebet sein vor dir schaue nach der Finsterniß wiederdurch Christum, in welchem du um das Sonnenlicht. Gieb mir uns dir selbst angenehm gemacht Gnade, daß ich diesen ganzen Tag hast. Sei du selbst eine ewige in deinem Lichte wandle und alle Vergeltung allen denen, die mir Werke der Finsterniß fliehe. Ich Liebe beweisen. Meine Beleidiger achte den Tag für verloren, an siehe mit erbarmendem Auge an welchem ich der Welt gedient und und vergieb ihnen, gleich wie ich mich nach der Welt Gewohnheiihnen von Herzen vergebe. Alle ten und Thorheiten gerichtet habe, meine Anverwandte lege ich in wofür ich einst vor deinem Gericht deine Liebesarme. Kirchen und eine schwere Rechenschaft geben Schulen, Obrigkeit und Unter- muß. Ich opfere mich hingegen thanen befehle ich dir, mein Gott. dir ganz zu deinem Dienst mit Ach, siehe an den elenden Zustand Leib und Seele. Laß mich nichts 6 Morgensegen. wollen, nichts vornehmen und gedenken, als was dir gefällt, auf daß der ganze Tag dir mögé ge- 8. heiligt sein. Ja, laß mich allezeit so leben, reden und thun, als ob ich heute noch sterben müßte. Und da ich nach der finstern Nacht, darin ich als dein Kind in deinen Armen gelegen, nun wiederum von neuem lebe, so weiß ich nirgends hin, als zu dir. Ich klopfe an deine Guadenthür, ich wende mich wieder zu der Segensquelle, aus welcher ich nehme einen Segen nach dem andern, eine Hülfe nach der andern; denn was du, Herr, jegnest, das ist gesegnet ewiglich; wenn du deine Hand aufthust, so wird alles gesättiget mit Wohlgefallen. Gieb mir guten Rath, wenn ich Rath bedarf, richte meine Anschläge und Vornehmen nach deinem Willen. Entzünde in mir die Flamme deiner göttlichen Liebe, daß ich diesen Tag meinen Glauben in den Werfen zeige und in wahrer Liebe gegen dich und den Nächsten verharre, auf daß ich ohne Gewissenswunden den Abend erreiche. Wenn ich rufe zu dir, Herr, mein Gott, so schweige mir nicht. Höre die Stimme meines Flehens, wenn ich die Hände aufhebe zu deinem heiligen Chor. Laß das Gebet der Elenden, Traurigen, Kranten und auch das Gebet der Meinigen und aller Frommen vor deinem Gnadenstuhl Erhörung finden. Amen. Jeb. Friedr. Starf, g 1680 ft. 1756. Am Sonntage. du Bater des Lichts, der du das natürliche Licht dieser Welt uns scheinen läsfest, sende doch auch heute und allezeit das wahrhaftige Licht, Jesum Christum, in unser Herz und lasse ihn darin leuchten und alle Finsterniß vertreiben, damit wir dich, ewiger Gott, in deinem lieben Sohne erfennen und lieb gewinnen mö gen. Siehe, wir sind durch die Sünde in der Finsterniß der Eitelkeit gefangen und verdunkelt, darum lehre du uns selber durch deinen heiligen Geist aus deinem Worte, wie wir uns zu dir befehren und dir im Glauben gehorsam werden können. So wer= den wir uns erst recht mit Lob und Dank zu dir wenden, und dir in deinem Lichte dienen und gefallen können. Lieber himmlischer Vater! wir danken dir im Namen Jesu Christi, deines lieben Sohnes, durch deinen heiligen Geist, daß du uns in dieser vergangenen Nacht durch den Schuß deiner heiligen Engel aus unverdienter Liebe vor allem Unfall so väterlich bewahret und gesund an diesen Tag haft kommen lassen. O getreue Liebe, laß doch mit der vergangenen Nacht das Gedächtniß unserer Sünden vor deinem Angesicht vergangen sein. Erwecke uns nun in dieser Frühstunde vom Schlaf der Thorheit und Trägheit unsers Herzens zu Abendsegen. 7 einem neuen Leben durch die Auf-| sern Seelen. Laß unser Herz deierstehung Jesu Christi von den nen Tempel sein, in welchem der Todten. Vater des Lichtes und heilige Geist Jesum mit allen seiGeber aller guten und vollkom- nen Verdiensten im wahren Glaumenen Gaben, gönne uns heute ben uns zueigne, uns in wahrer dein gütiges Wort und laß es Liebe gegen dich entzünde und zu unsers Herzens höchste Freude und dankbarem Gehorsam anführe, Wonne sein. Zeuge uns durch und wir also den dir gefälligen dasselbige als durch ein Wort der Gottesdienst unablässig verrichWahrheit nach deinem Willen, ten. Führe uns aus Glauben in daß wir Erstlinge werden deiner Glauben, aus Liebe in Liebe, aus Creaturen. Gieb uns zu diesem Kraft in Kraft, aus Leben in LeEnde reichlich die Gnade deines ben, aus Licht in Licht, bis an heiligen Geistes, daß wir schnell das Ende unserer Wallfahrt, bis und aufmerksam seien, zu hören wir würdig werden, jene Welt zu dein köstliches Wort, langsam erlangen und den ewigen Sababer, zu reden allerlei eitle Dinge, bath mit dem Volke Gottes, allen faule Geschwätze, die nicht zur heiligen Engeln und AuserwählBesserung nöthig und nicht hold- ten in der stolzen Ruhe, in den selig sind zu hören, sondern nur sichern Wohnungen des Friedens den heiligen Geist betrüben in un- zu feiern; so wollen wir dich für sern Herzen, sowohl in dem Hause alle deine Liebe und Wohlthaten Gottes, als außer demselbigen. herzlich lieben, loben und preisen Ach, allmächtiger Vater! schenke ewiglich, durch Jesum Christum, uns sehende Augen, hörende Oh- unsern Herrn. Amen. ren, verständige Herzen, zu mer- d ken, wo es uns fehlet, und zu nehmen, was deine Hand heut für uns ausgestreut hat. Pflanze dein Wort selbst in uns, daß es unsere Seelen auch heute jelig mache. Gieb allen denen, die hier und an andern Orten der ganzen Christenheit deinen Namen predigen, die Gabe des heiligen Geistes, daß sie deine und nicht ihre Worte predigen. Job. Cbrift. Storr, 1756. Ja, komme selbst mit deinem lieben Sohn und heiligen Geist zu uns, und halte deinen Sabbath, Ruhe- und Feiertag in unAbendiegen. hi 9. Herr, Herr, der du uns erlöset hast von allen Pfeilen, die am Tage fliegen, erlöse uns auch von allem Verderben, das im Finstern schleichet. Nimm unser Abendopfer an, unserer Hände Aufheben. Gieb uns Gnade, daß wir auch die nächtliche Bahn untadelig wandeln mögen, unberührt vom Ulebel; und befreie uns von aller Unruhe und Furcht, die uns vom Teufel bereitet werden möchte. Abendsegen. Schenke aus Gnaden unsern| geln, rüste uns mit den Waffen Herzen Zerknirschung und lenke der Gerechtigkeit, umschanze uns unsre Gedanken ernstlich auf die mit deiner Wahrheit, bewache uns letzte Rechenschaft am Tage dei- mit deiner Macht, rette uns vor nes furchtbaren und gerechten Ge- allem Unfall und allen Nachrichts. Kreuzige durch deine stellungen des Widersachers und Furcht unser Fleisch und Blut und ertödte unsre irdischen Glieder, damit wir auch in der Ruhe des Schlafs durch den Anblick deiner Gerichte erinnert werden mögen. Treibe ab von uns alle unheiligen Bilder und alle unreine Lust und wecke uns auf zur Stunde des Gebets, gestärkt im Ruhm und Preis. Amen. Glauben zu laufen den Weg dei- signal ner Gebote, um der Liebe und Barmherzigkeit deines eingeborGriechische Kirche nen Sohnes willen, mit dem und dem heiligen Geist dir Preis und Lob sei in Ewigkeit. Amen. Bafilius, geb. 329. ft. 379. 8 gieb Gnade, daß wir diesen Abend und diese Nacht, so wie alle Tage unsers Lebens untadelig, heilig, friedlich, frei von Sünde, Anstoß und Schrecken verleben mögen. Denn bei dir ist Erbarmung und Erlösung, Herr Jesu Christe, unser Gott, und dir bringen wir 11. Barmherziger, gnädiger Gott und Vater, ich sage dir Lob und Dank, daß du Tag und Nacht geschaffen, Licht und Finsterniß unterschieden hast, den Tag zur Arbeit und die Nacht zur Ruhe, 10. Gelobet seist du, o Gott, auf daß sich deine Creatur darin allmächtiger Herrscher, der du den erquicken möchte. Ich lobe und Tag erleuchtest durch dein Son- preise dich in allen deinen Wohlnenlicht und die Nacht durch feu- thaten und Werken, daß du mich rige Strahlen erhellst, der du uns durch deine göttliche Gnade und die Bahn des Tages durchwan- Schutz den vergangenen Tag haft deln lassen und uns zur stillen vollenden, und seine Last und Nacht gebracht: höre auf unser Plage überwinden und zurückGebet und auf das Gebet deines legen lassen. Es ist ja genug, lieganzen Volkes und vergieb uns ber Vater, daß ein jeder Tag seine allen alle unsere wissentlichen und eigne Plage habe. Du hilfft ja unwissentlichen Uebertretungen. immer eine Laft nach der andern Nimm an unsere Abendgebete und ablegen, bis wir endlich zur Ruhe schütte aus über uns, dein Erbe, und zu dem ewigen Tage kommen, die Fülle deiner Barmherzigkeit da alle Plage und Noth aufhören und deiner Erbarmungen. Um- wird. Ich danke dir von Herzen schirme uns mit den heiligen En- für alles das Gute, das ich die Abendsegen. 0.9 sen Tag von deiner Hand empfan-| plößlichen Schrecken, sondern sanft gen habe. Ach Herr, ich bin zu schlafe. Behüte mich vor schreckgeringe aller deiner Barmherzig- lichen Träumen, vor Einbruch der feit, die du täglich an mir thust. Feinde, vor Feuers- und WassersIch danke dir auch für die Ab- gefahr. Siehe, der uns behütet, wendung des Bösen, so mir die- schläfet nicht; siehe, der Hüter sen Tag hätte begegnen können, Israel schläft noch schlummert und dafür, daß ich unter dem nicht! Sei du, o Gott, mein Schatten des Höchsten und dem Schatten über meiner rechten Schirme des Allmächtigen vor Hand, daß mich des Tags die allem Unglück und vor schweren Sonne nicht steche, noch der Mond Sünden behütet geblieben bin. des Nachts. Laß deine heiligen Ich bitte dich herzlich und kind- Wächter mich behüten und deine lich: vergieb mir alle meine Sün- Engel fich um mich lagern und de, die ich diesen Tag begangen mir aushelfen. Wecke mich morhabe mit Gedanken, Worten und gen zur rechten Zeit wieder auf Werken. Viel Böses habe ich ge- zu deinem Lobe und Preise, daß than, viel Gutes habe ich ver- ich mit neuen Kräften dir dienen säumt. Ach sei mir gnädig, mein möge. Wenn aber nach deinem Gott, sei mir gnädig! Laß heute unerforschlichen Rathschluß diese alle meine Sünde mit mir abster- Nacht die letzte sein soll, und ben und gieb, daß ich immer got- mein Stündlein vorhanden ist, so tesfürchtiger, heiliger, frömmer verleihe mir einen seligen Schlaf und gerechter wieder aufstehe, daß und eine selige Ruhe in Jesu mein Schlaf kein Sündenschlaf Christo, meinem Herrn. Amen. sei, sondern ein heiliger Schlaf, daß meine Seele und Geist immer zu dir wache, mit dir rede und Jobann Arndt, g. 1555, ft. 1621. handle. Segne meinen Schlaf wie den des Erzbaters Jacob, da er im Traume die Himmelsleiter esah und die heiligen Engel und den Segen empfing; daß ich von dir rede, wenn ich mich zu Bette lege, an dich gedenke, wenn ich erwache; daß dein Name und Gedächtniß in meinem Herzen bleibe, ich mache oder schlafe. Gieb mir, daß ich nicht erschrecke vor dem Grauen des Nachts, daß ich mich nicht fürchte vor dem thir 12. Herr Jeju, mein Heiland und Seligmacher! Nachdem die liebe Sonne mit ihrem Glanz von uns gewichen ist, treten an ihrer Stelle so viel tausend hellleuchtende liebliche Sterne auf, welche mir alle von deiner unbegreiflichen großen Güte predigen. Denn die Himmel erzählen deine Ehre und die Feste verkündiget deiner Hände Werk. So stimme denn nun auch ich billig ein in den Preis deiner Creatur mit Lob und Dank für Abendsegen. 10 deine überschwängliche Gnade,| welche auch diesen Tag mein Himmel, meine Decke und mein Schuß gewesen ist. Denn von rechtswegen hätten meine mannigfaltiSo segne mich denn nun, Gott Vater, der du mir Leib und Seele gegeben und mich bisher gnädig erhalten hast. Es segne mich Gottes Sohn, Christus Jesus, gen Sünden und Uebertretungen der meinen Leib und Seele durch nichts denn eitel Strafe verdient. sein Blut sich zum Eigenthum Die wollest du mir aber um dei- erkauft hat. Es segne mich Gott ner heiligen Wunden, deines ver- der heilige Geist, der meinen Leib gossenen Bluts und ganzen theu- und Seele durch sich selbst zum ewiren Verdienstes willen gnädiglich gen Leben versiegelt hat! Diesem vergeben und mir diese Nacht eine dreieinigen Gott sei Lob, Preis friedliche Ruhe und sanften Schlaf und Dank in Ewigkeit! Amen. verleihen. Ich lege mich schlafen, mein Herr Jesu, mit dem Leib ins Bette, mit der Seele Christian Scriver ,. g. 1629, st. 1693 moisid hisid sc aber an dein gnädiges Herz. Du Sist bei mir auch in der Finsterniß der Nacht mit deiner Macht und Gnade. Wolltest du aber etwa dieſe Nacht mich aus der Welt abfordern, wie ich denn deinen verborgenen Willen, zu meinem eigenen Besten, nicht wissen fann; ſo wollest du mich, erhöhter Heiland, gezeichnet mit deinem Blut zum ewigen Leben einführen. Wo nicht, soll ich nach deinem göttlichen Gefallen noch länger leben, so laß mich morgen durch deine Gnade gesund und fröhlich wieder aufwachen und aufstehen und dich mit freudigem Herzen loben und preisen. Hilf, daß die höllischen Feinde, die du ſelbst überwunden hast, in dieser Nacht und alle Zeit weder an mir, noch an den lieben Meinigen, noch an allen frommen Christen einige Macht und Gewalt finden mögen. dy do? utest 13. O Vater des Lichts, wie viel Dank bin ich dir schuldig für alle deine Wohlthaten, welche du heute mir und den Meinigen, allen den Deinen, ja der ganzen Welt erzeiget hast. So viel Wohlthaten, so viel Zeugen deiner überschwänglichen Liebe gegen uns Elende. Darum liebe ich dich, den Geber; aber auch deine Gaben, als deine Liebe. Meine Lippen preisen dich. Ach, daß sich doch alle Klagestimmen der Ungeduld in ein Danklied verwandelten! Denn wenn du auch verzeuchst mit deiner Hülfe, so ist dieser Verzug die nächste Wohlthat, daß wir ernstlicher bitten, suchen und anklopfen und deiner weisen Schitfung in Geduld warten. So laß mich denn auch diese Nacht, Herr Jesu, deiner von Herzen begehren. Schläfet schon der Leib, so laß meine Seele zu dir machen alle de 13eit. In dein liebevolles hohe Abendsegen. 11 priesterliches Herz ergebe ich mich| nem gnädigen Beistande. So wird und die Meinigen, meine Freunde ein Schritt nach dem andern aus und auch meine Feinde und ins- diesem Elende heraus zurückgebesondere alle, die sich meiner legt, und wir kommen immer näschwachen Fürbitte empfohlen ha- her hin zu unsrer ewigen Herrben. Bitte du für sie und für lichkeit. Indessen hast du Geduld mich immerdar. Amen.dan mit uns, und vergiebst uns tägJoh. Chrift. Storr, 1756 lich und reichlich alle unsre SünInserimonia dinden. Darum habe ich auch einen bub anu go? und freien Zutritt zu dir, mein Vater, 14. 3ch preise und lobe deinen in dem Blute Jesu Christi, welheiligen Namen, ewiger dreieini- ches mich abgewaschen und von ger Gott, daß du mich erhöret und allen meinen Sünden gereiniget mein Gebet nicht verschmähet hast, hat. Wie groß ist deine Liebe, das ich heute in der Morgenstunde daß du mich also aus Gnaden vor dein heiliges Angesicht ge- selig gemacht hast, mein Vater! bracht habe. Zwar ist mir von Ich werfe deine Gnade nicht weg, deiner wunderbaren Güte um mei- ob ich wohl meine Gebrechen und ner Schwachheit willen noch das Untugenden an mir erkenne. Auch Meiste verborgen; darum kann weißt du, daß es meines Herzens ich dich nicht ſo völlig und kräf- Verlangen ist, völlig davon betig loben, als ich schuldig bin, ja freit zu werden, und daß mich als ich durch deine Gnade wünsche und verlange. Doch preise ich dich mit meinen Lippen, nach dem Maße deiner Gnade, die du mir dazu darreichest, beides für die erkannten und unerkannten Wohlthaten, bis ich dahin gelange, da ich sie alle erkennen, ja dich selber von Angesicht zu Angesicht anschauen werde. Dieweil ich hier bin, will ich dich insonderheit preisen für das liebe Kreuz, welches du mir als einem Jünger Christi täglich auflegest, um meine Seele von den Lüsten dieser Welt recht zu entwöhnen und zu dir zu gewöhnen.capidrodst darum vornehmlich diese sterbliche Hütte drückt, weil ich mich in derselben nicht recht zu dir aufschwingen, noch mich völlig mit dir vereinigen kann, sondern immer von der mir anklebenden Sünde träge gemacht werde. Doch laß mir nur diese Gnade widerfahren, mein Vater, daß mein Christenthum bis an mein Ende rechtschaffen sei, und daß ich deine Gnade zu meinem täglichen Wachsthum nicht vergeblich empfahe, jo genüget mir. Nun ist ja dieses Tages Last und Hiße überstanden unter deiE Nun so nimm mich denn zur Ruhe, lieber Vater! Denn ich lege mich in deine Arme, in gläubi= gem Vertrauen auf deine Gnade. Schließe du mir mit deiner jeg= 12 Abendsegen. nenden Vaterhand meine Augen| nes Wortes. Verleihe, o treuer zu und bleibe indessen vereinigt Gott, daß dieses himmlische mit meinem Geist, daß der Sa- Saattorn auffeime und wurzele tan keine Macht an mir finde. in unsern Herzen und großen Behüte gnädiglich meinen Leib Nußen schaffe zu deiner Ehre und und Seele und alles, was du unserer Seligkeit. Wir bitten mir gegeben hast. Erbarme dich auch deine väterliche Gnade, du auch aller Menschen in der Welt, wollest uns ja dein lauteres Wort insonderheit aller deiner Kinder, und reinen Kirchendienst nicht entmeiner Brüder und Schwestern in ziehen. Laß uns auch, barmherChristo Jesu, und laß sie auch an ziger Vater, unsere Schuld und diesem Abende meines armen Ge- Sünden, mit welchen wir diesen bets mitgenießen. Deffne mir heutigen Tag möchten verunheidann an dem morgenden Tage liget haben, nicht entgelten, sonwieder meine Augen und erfülle dern vergieb sie und wende sie uns meinen Mund aufs neue mit dei- zu Gnaden durch das bittere Leinem Lobe, damit ich so lange dich den und Sterben deines lieben preise und dir zu Ehren lebe, bis Sohnes Jesu Christi. Du wollest der Abend dieses zeitlichen Lebens auch auf die ganze übrige Zeit herankomme, darnach ich mich unsers furzen Lebens in diesem herzlich sehne, und du mich ins Jammerthal uns dir in deinen Grab zur Ruhe legeft und mich göttlichen Schuß und väterlichen dann wieder auferweckest an dem Segen befohlen sein lassen. Laß rechten Ruhe und Freudentage deine heiligen Engel sich um uns deiner Kinder, da meine Sonne her lagern, damit der böse Feind ewiglich nicht untergehen wird, teine Macht an uns finde. d sondern in ewiger Wahrheit und Klarheit vor dir leben werde. Amen. Nue Borst, 1756. dia son said Sonntag Abend. portch son Weil aber der Abend dieser Welt mehr und mehr herbei nahet und sich der Tag geneiget hat, so verleihe uns die Gnade deines Geistes, damit wir stets wachen, und in lebendigem Glauben, in 15. Wir loben und preisen brünstiger Liebe, fester Hoffnung dich, Herr Gott Vater Himmels und heiligem Wandel warten der und der Erden, daß du uns an dem seligen Erscheinung der Herrlichheutigen Tage aus lauter Güte feit des großen Gottes und unund Barmherzigkeit reichlich ver- seres Heilandes Jesu Christi, forget hast, nicht allein dem Leibe wenn er kommen wird, zu richten nach mit dem täglichen Brode, die Lebendigen und die Todten.: sondern auch an unsern Seelen auf daß wir ihn alsdann würdig mit der himmlischen Speise dei- und mit Freuden empfahen, ins Abendsegen. isd 13 ewige Leben mit ihm eingehen| Gnade fallen. Du bist auch mein 11 und den ewigen Feier- und Freu- Erretter, mein Beiſtand im Leibdentag mit allen Auserwählten lichen gewesen, daß ich gesund dice erlangen und ohn Ende halten sen Abend erreicht habe. Ich bin mögen. Erbarme dich, o Herr, der ganzen Christenheit und befreie deine arme verfolgte Gemeinde von aller Bedrängniß, Spott und Tyrannei. Tröste alle geängstete, betrübte Gewissen durch den wahren Tröster, den heiligen Geist, und sende uns allen deinen Frieden durch Jesum Christum, unsern Fürsprecher und einigen Mittler. Amen. Aus Gubach, 1689. nicht werth aller Barmherzigkeit, die du an mir gethan hast. Wenn sich nun meine Glieder zur Ruhe legen, so tritt du, o mein Hüter, mir zur Seiten; hab Acht auf mich und schließ mich in deinen Schutz ein. Laß mich beständig ein Licht in dem Herrn sein und keine Gemeinschaft haben mit den unfruchtbaren Werken der Finsterniß. Laß dein Wort, das ich gehöret, in mir als einen heiligen Samen aufgehen, dessen Früchte info!! jjulaschliman an meinem Leben, in der 16. Herr, bleibe bei mir, denn Frömmigkeit, Gottesfurcht, Abes will Abend werden und der Tag sterben der Welt und einer heilihat sich geneiget. O du lebendigen Hingebung an dich wahrnehger, allmächtiger Gott, wie unbe- men möge. Sei mein Schirm greiflich sind deine Werke, wie un- und Schatten wider die Hitze und aussprechlich ist deine Güte, wel- Anfechtung und wider die feuriche du den Menschenkindern er- gen Pfeile des Satans. Der Herr zeigest! Ich kann von Gnade und ist mein Licht und mein Heil, vor Wahrheit, von Liebe und Barm- wem sollte ich mich fürchten! Der herzigkeit sagen, indem du den Herr ist meines Lebens Kraft, vor vergangenen Tag mir viel Gutes wem sollte mir grauen! Wende an Leib und Seele erwiesen hast. Feuers- und Wassersnoth und Du hast meine Seele gespeiset mit alles Unglück von mir und den: dem Brode des Lebens und mir Meinigen ab und laß alle Be aus der lebendigen Quelle zu trübten, Kranken und Sterbenden trinken gegeben; dein Wort ist deine reiche Gnade genießen: for meinem Munde süßer gewesen soll morgen früh unser aller denn Honig und Honigseim. Ach Mund deines Ruhmes voll sein, laß dein Wort mein ganzes Leben und wir wollen erzählen, was du hindurch ein Licht auf meinen Gutes uns an Leib und Seele Wegen bleiben, daß ich darnach gethan haft. Verzeihe, wenn ich meinen Gang richte, so werde ich nicht mit solchem Eifer dir heute nicht straucheln oder aus deiner gedienet, wie ich billig gejollt, 14 Gebete für die Festzeiten. und nimm deswegen deine Gnade fümmert sei. Ich sehe mich, mein nicht von mir. Laß in der neuen Gott, nach meiner Ruhestatt um; Woche alles neu an mir sein, sich liege und schlafe ganz mit Frieschenke mir neue Liebe und Ver- den, denn allein du, Herr, hilfft langen nach dir, neuen Trieb, dir mir, daß ich sicher wohne. Also zu dienen und zu gehorchen; laß werd ich auch ruhen in meinem mich die in der vorigen Woche be- Grabe, bis du mich an dem frohen gangenen Sünden meiden und flie- jüngsten Tag zum ewigen Leben hen, damit jedermann erkenne, daß erwecken wirst. Dahin, zu dieser ich den Sonntag nicht vergebens Ruhe, die du deinem Volke bereihingebracht habe. Hilf, daß ich flei- tet hast, wollest du mich vollbereißig erwäge, daß ich eine unsterb- ten, stärken, kräftigen, gründen, liche Seele habe, damit ich mehr um deiner Gnade willen. Amen. um die Seele, als um den Leib be- Job. Friedr. Stark, geb. 1680, ft. 1756. and on II. Gebete für die Festzeiten. Advent. 010129 Fleischeslust, Weltliebe und Eitelkeit auf, daß ich dir munter und 17. Seiwillkommen, Herr Je begierig entgegengehe, und mich su Christe, der du dich durch deine mit Loths Weib nicht wieder wunderbare Zukunft uns armen, nach meinen alten Sünden umverlornen Menschen so nahe thust sehe. O Herr Jesu, du kommſt und deine ewige Erlösung uns ja so sanftmüthig und armselig anbietest. Siehe die Tochter Zion, zu mir, wie sollte ich denn nicht eine jede gedemüthigte und gläu- Lust zu dir gewinnen? Du bist big hungrige Seele soll dich mit von Herzen demüthig, warum Freuden empfangen als ihren sollte ich mich schämen, dir mein Bräutigam, und mein Herz soll Elend zu klagen und mich aller dir auch entgegengehen. Laß mich Strafen schuldig zu geben? Bift nur gerne meines Vaters, des du doch dazu erschienen, unsere alten Adams, Haus und Unart Sünde wegzunehmen. Oso komm vergessen, und an dir Lust gewin- und hebe auf die Feindschaft, die nen. Komm herein, du Gesegneter zwischen Gott und mir ist durch deines himmlischen Vaters, stehe den Fall, und versöhne mich in nicht draußen vor meines Herzens Buße wieder bei dem Vater. Thüre. Ach, klopfe nicht vergeb- Komme in mein Herz und bringe lich an mit deinem Worte, son mit den Geist der Gnaden und dern thue du dir selbst auf. Wecke des Gebets, der mich vertrete. mich mit den klugen Jungfrauen Komm und schenke mir deine aus aller Sicherheit, Trägheit, ganze Erlösung, um welcher wil Auf Advent. sids@ dini. 15 len du gekommen bist. Erfülle| Schlamm der eitlen Lüste und nun an mir die Frucht deiner Zu- irdischen Begierden umhertreiben, funft, löse auf meine böse Natur sondern wasche, reinige, heilige von den Banden der Eitelkeit und uns in deinem Namen durch den Sünden und bringe sie unter Geist der Heiligung. Komm, o dein sanftes Joch. Regiere mei- Erlöser, und erlöse uns von nen ganzen Menschen, wie du allem Uebel, was uns naget und willst, zum Gehorsam der Wahr- plaget. Komm, du bester Freund, heit. Bist du nicht unser König? fehre ein in unsere verwüsteten O so beherrsche auch unsern Wil- Herzen, gehe ein in deine Temlen, daß wir deinem sanften pel, treibe aus die unreinen GeStabe gern und treulich folgen, danken und Bewegungen und und dein Scepter ein gerades eifere über dein Haus, das dir Scepter in und über uns werde. gehöret. Komm, meine Seele Kommst du nicht zu uns als ein wartet dein, als eine Braut ihres Lehrer von Gott, der uns den Bräutigams. Bringe mit deine Weg recht lehren will? O so süße Liebe, deine tiefe Demuth, leuchte doch in unsere Herzen als deine große Geduld, deine Sanftein helles Licht, daß wir dir muth und Freundlichkeit, deine nachfolgen und nicht mehr in der Lammesnatur und AbgeschiedenFinsterniß unsers blinden Her- heit von der Welt. Komm, bezens dahingehen, sondern das reite dir selbst einen Menschen Licht des Lebens haben. Willst nach deinem Herzen aus mir du nicht, o Immanuel, zu uns und erzeige deine große Erlötommen als unser Versöhner und sungskraft, wie mächtig du seist, Vertreter? Ach komme, es ist alle deine Feinde zu untertreten. Zeit, daß wir los werden vom O Herr, wenn du in meiner bösen Gewissen und eine Freu- Seele recht Plaß nimmst, so muß digkeit empfangen, durch dich ein- dir Sünde und Tod, Hölle und zugehen zum Vater mit Gebet Teufel weichen, und nichts kann und Glauben und deine ewige mich mehr gefangen halten. DarErlösung in der That zu genie- um komme alsbald mit aller ßen. Darum komm, o Jesu, un- deiner Kraft in mich. Siehe, jere Gerechtigkeit, und demüthige unsere stolze Natur zur Buße und Bekehrung. Romme, unsere Weisheit, reiße uns aus unserer Thorheit heraus, daß wir dich und deinen Vater lebendig erkennen. Komme, unsere Heilimein Herz ist dir offen, nimm es ganz ein, brauche mich, wie du willst, laß mich dir weiter nicht widerstreben. Komme mit deiner Gnadengegenwart zu mir, so werde ich vor deiner Zukunft zum Gericht gung, laß uns nicht länger im nicht erschrecken, sondern mein 16 Gebete für die Festzeiten.. Haupt getrost emporheben und Finsterniß bleiben. Du bist meine dir entgegenkommen. Nun, mein Geist spricht: Komm! und du antwortest mir auch in Gnaden: Ja, ich komme bald. Amen, ja, so fomm, Herr Jesu! alle Augenblicke, und bleibe bei mir ewiglich unverrückt. Amen. Freude, wer kann mich betrüben? Du bist mein Beistand, wer kann mirs abgewinnen? Du bist meine Wahrheit, wer kann mich verführen? Du bist mein Weg, wie d fann ich mich verirren? Du bist meine Weisheit, wer kann mich ent betrügen? Du bist meine Gerech- d tigfeit, wer fann mich verdamGottfried Arnold, g. 1665, ft. 1714. Auf Weihnachten.dismen? Du bist meine Heiligung, l wer fann mich verwerfen? Du 18. Herr Jesu Christe, mein bist meine Erlösung, wer fann Heiland, deß Güte nicht zu zäh- mich gefangen halten? Du bist len, ich bete dich- an als die aller- mein Friede, wer kann mich untheuerste Gabe des himmlischen ruhig machen? Du bist mein Baters, die er mir und aller Welt Gnadenthron, wer kann mich mit dir geschenkt hat, daß er dich richten? Du bist mein Mittler, sl in der Fülle der Zeit zu uns wer kann mich bei Gott in Un- ix armen Sündern als den Sohn gnade bringen? Du bist mein der Liebe aus seinem Schoß Fürsprecher, wer fann mich vervom Himmel auf die Erde gesen- flagen? Du bist mein König, det und von der Jungfrau Ma- wer kann mich aus deinem Reich ria hat lassen geboren werden. stoßen? Du bist mein HoherprieNun bist du ganz unser mit ster, wer fann dein Opfer verdeiner Gottheit und Menschheit. werfen? Du bist mein SeligEinen solchen Heiland sollten macher, wer kann mich unglückwir haben, der uns tiefgefallne lich machen? Wie könnte ich ein Sünder von allen unsern Sün- größer Geschenk haben? Dies den und dem damit verbundenen Elend des Seibes und der Seelen in Zeit und Ewigkeit vollkommen erlösete. Nun können wir mit Freuden ausrufen: Alles und in Allem Christus! Denn du bist das wahre Lebensbrod, so kann meine Seele nicht hungern. Du bist der Brunnen des lebendigen Wassers, so tann meine Seele nicht dürften. Du bist mein Licht, so kann sie nicht in Geschenk ist mehr werth, als ich nichtswürdiger Sünder, als alle Menschen, als alle Welt, als aller Welt Sünde, Jammer und Elend. Ach sente doch einen Strahl von deiner Herrlichkeit aus deiner Krippe in mein finsteres Herz, daß ich dich in völligem Glauben erkennen lerne. Dann wäre mir tein Unfall zu groß und fein Kreuz zu schwer. Denn du biſt in mir Alles, und in dir ist Alles Tup Auf Weihnachten. Zum Jahresschluß. 17 Licht sehen wir das Licht. Mein Gott, der Tage im Jahre sind viel, aber der Wohlthaten noch viel mehr: Stunden und Minuten im Jahre kann man zählen, aber deine Wohlthaten, die du mir erwiesen, sind unzählig. mein, es sei das Leben oder der lebendige Quelle und in deinem Tod, es sei das Gegenwärtige oder das Zukünftige. Alles ist mein; ich aber bin dein; du aber bist Gottes. Ach, so laß mich denn dieses großen Heils recht wahrnehmen. Heilige mich dir selbst zum Opfer dafür. Laß mich stets in dieser deiner Liebe ruhen; laß mich durch die Freude an dir all meines Elendes ver gessen, die Sünde hassen, die Welt verschmähen mit ihrer Lust, dir im Glauben gehorsam und in meinem letzten Stündlein nur in dir erfunden werden: Alles um deines Namens willen, du Seligmacher aller in sich selbst verfornen Sünder. Gottfried Arnold, g. 1665, st. 1714. 09 Zum Jahresschluß. Ich danke dir, daß du mir dieses Jahr dein heilig Wort haft lassen lauter und rein predigen und darin mir den Weg zum Himmel und zu meinem ewigen Heil anweisen. Ach, versiegele alles, was ich gehört habe, in meinem Herzen und gieb mir deinen heiligen Geist, daß ich mein Leben darnach einrichten möge. Ich danke dir, daß du mich in deinem heiligen Mahle mit deinem heiligen Leib und Blut hast geſpeiset und getränket; ach, laß es mir zur dauernden 19. Wie soll ich dem Herrn Glaubensstärkung und Lebensheivergelten alle seine Liebe und ligung gedeihen. Ich danke dir, Treue, die er an mir gethan? Der daß du mir oft die Sünde vergeHerr hat Großes an mir gethan, ben und die verdienten Strafen deß bin ich fröhlich. Also, o du abgewendet hast. Ach, gieb mir dreieiniger Gott, Vater, Sohn und Kraft, daß ich mich im neuen heiliger Geist, spricht meine in Jahre davor hüte und sie nicht deiner Gnade sich freuende Seele, wieder vorsäßlich begehe. Ich da ich nun abermals unter dei danke dir, daß du meinen Beruf nem Schuß und Beistand ein gesegnet, mir Nahrung und KleiJahr glücklich zurückgelegt habe. dung beschert, mir Gesundheit Ach Gott, wie theuer ist deine verliehen, das Unglück abgewenGüte, daß Menschenkinder unter det, mein Kreuz erleichtert, in dem Schatten deiner Flügeltrauen! meinem Elend mich in Gnaden Sie werden trunken von den rei- angesehen hast. Du hast mich chen Gütern deines Hauses; du behütet wie einen Augapfel im tränkest sie mit Wollust als mit Auge. Du hast in Noth mich einem Strom; denn bei dir ist die erhöret und mein Gebet durch die 32 - 18 Gebete für die Festzeiten. Wolken vor deinen Thron lassen| Jahre gethan habe. Ach, strafe dringen. Du hast in meiner mich deswegen nicht in dem neuen Trübsal mir Hülfe gesendet vom Jahr, sondern verzeihe sie mir Heiligthum und mich gestärkt aus um Jesu willen. Herr, gedenke Zion. Du hast deinen Segen über nicht der Sünden meiner Jugend mich ausgeschüttet, du hast dein und meiner Uebertretung, gedenke Angesicht nicht vor mir verbor- aber meiner nach deiner Barmgen, da ich zu dir schrie. Du herzigkeit, um deiner Güte willen. liebreicher Vater hast mich, dein Kind, an deiner Hand geführt; du mächtiger König hast mich, deinen Unterthan, wider meine Feinde beschützt; du getreuer Hirt hast mich, dein Schäflein, auf grüner Aue geweidet. Deine Weisheit hat mich das ganze Jahr durch geleitet, deine Liebe hat mich bedeckt, deine Hülfe hat mich erfreut, deine Gnade hat mich erhalten, deine Allmacht hat mir jederzeit ausgeholfen, deine milde Vaterhand hat mir alles gegeben, was ich bedurfte, dein allsehendes Auge hat Acht auf mich gehabt und meinen Aus- und Eingang behütet, daß mir kein Uebel begegnete. Hast du mich auch zuweilen erfahren lassen viele und große Angst, so hast du mich doch wieder lebendig gemacht. Hatte ich auch zuweilen viele Bekümmernisse in meinem Herzen, so haben doch deine Tröstungen meine Seele ergößt. War mir oftmals Gefahr und Noth nahe, so war auch deine Hülfe nahe, und dein Engel hat mich behütet auf allen meinen Wegen. Ach mein Gott, verzeihe mir aus Gnaden alle Sünden, ach, alle Sünden, die ich in diesem Herr, Herr, so beschließe ich denn das Jahr mit Danken, Loben und Beten, und flehe dich demüthig an: bleibe auch mein Schut und gnädiger Gott in dem neuen Jahre; halte deine Hand über mich, und laß mich deinem Schutz, deiner Liebe und Gnade fernerhin befohlen sein. Amen. Joh. Friedr. Starf, g. 1680, ft. 1756. Auf Neujahr. 20. Sei hochgelobet, du süBester Heiland, für deine heilbringende Erlösung, zu welcher du hast den ersten Grund gelegt, indem du in deiner Beschneidung dich dem Gesetz unterworfen und dein Leiden begonnen hast. Du ließest dich dabei einen Jesum nennen, und versprachst damit, dein Volk selig zu machen von ihren Sünden. Herr, dir sei Dant, daß du diesen deinen heilsvollen Namen auch dieses Jahr über an uns bewiesen und uns aus so mancher Noth errettet und vor mancher Versuchung und Gefahr fraft deines Namens bewahret hast. Sei auch ferner unser lebendiger Jesus, unser Heiland in der That und Wahrheit. Erlöse uns vor Auf Neujahr.s 19 allen Dingen von unsern geistli-] kanntschaft suchen, deine Süßigchen Feinden und von den Sünden, als dem ärgsten und gefährlichsten Schaden. Dein Blut feit schmecken im Herzen, und so nach dir alle Tage und Stunden dürsten möchten. Ach, werde uns tilge die Ungerechtigkeit des alten alles in allem, denn in dir liegt Menschen und erneure uns im alles, was wir bedürfen. Werde Geiste unsers Gemüthes, daß unserer Obrigkeit das rechte Gewir dich, Herr Jesu, mit aller segbuch in deinem heiligen Nadeiner Gnade und Kraft anziehen men, der da ist Gottes Wort; sei und in die mit der neuen Zeit ihr grades Scepter, daß dein neue Menschen werden mögen. Wille nur durch sie geschehe, und Siehe, unser Herz sehnet sich ihr Schirm und Schuß, Lohn nach deiner neuen Schöpfung, und Krone. Sei du allen Lehdarin du alles neu machen willst. rern das wahrhafte Licht, das alAch, so schaffe in uns einen neuen, len Menschen vorleuchte und die gewissen Geist, damit das Alte Irrigen zurechtweise, die Unwisalles vergehe, das uns geplagt senden lehre, die Schwachen stärke, und beunruhigt, auch dich an die Traurigen tröste. Allen Gedeinem Segen gehindert hat. Omeinden werde mit deinem heiliJesu, erneure nun mit diesem gen Namen ein Tempel, darin sie Wechsel des Jahres dein Gedächt- in Einigkeit des Geistes versamniß in uns, daß du nun von melt werden, zur gemeinsamen neuem uns vor Augen gemalt Besserung. Dein Name sei und werdest durch den Glauben, den bleibe der Armen Schatz, der Gott selber wirket. Werde uns, Kranken Heilung, der Elenden was dein Name mit sich bringt, Zuflucht, der Verlassenen Nath nämlich lauter Heil und Selig- und Trost, der Wittwen Versorfeit. Schenke uns zum neuen ger, der Waisen Vater, ja allen Jahr neue Gerechtigkeit, neue alles. Du himmlisches Manna, Heiligkeit, neue Weisheit, neue gieb dich einer jeden Seele auch Erlösung. Laß uns mit ganz dieses Jahr so zu genießen, wie neuem Sinn und Ernst dies sie es bedarf und begehrt. Denn Jahr anfangen und nicht in dem du theilst dich gern mit allen, die alten Sauerteig der Heuchelei und dich suchen und anrufen. VerSchaltheit, nicht in den alten ehre uns die köstliche Perle deines Sünden und Gewohnheiten. Ach, Reichs, daran wollen wir ewig daß wir nun alle ein Herz erfle- genug haben. Stille den Hunger heten, das dich findlich fürchte, unserer Seelen nach dir und führe Herzlich liebe, brünstig anrufe das Werk deiner Erlösung an uns und treulich kämpfe. Daß wir völlig aus, so wollen wir uns an deiner Liebe anhangen, deine Be- dir genügen lassen. Denn du 20 Gebete für die Festzeiten. fannst uns im Tode erwecken, uns| Knecht bist, die Stämme Jacob in Schwachheit neue Kraft geben, aufzurichten und das Verwahrden Zorn in Liebe und den Fluch loste in Israel wieder zu bringen; in Segen verwandeln. Durch sondern ich habe dich auch zum dein vergossnes Blut lösche das Licht der Heiden gemacht, daß du Feuer der verderbten Natur, und seist mein Heil bis an der Welt durch dein Licht erleuchte unsre Ende. Hienach bist du auch der Finsterniß und führe uns dies ganze Jahr auf rechter Straßen, daß wir nicht mehr irren. Ja, lehre du uns selbst dein Wohl gefallen, und ohne dich laß uns nichts reden, thun oder denken. Wir empfehlen uns dir ganz mit allem, was wir sind und haben auf ewig. Amen. oggi Gottfr. Arnold, g. 1665, st. 1714. ilk ön Heiden Heiland worden. So bist du auch mein Licht. Darum lobe ich dich auch an diesem Tage mit den Heiden und singe deinem Namen. Ich freue mich nach deinem Wort mit deinem Volt. Mein armes mit Sünden verwundetes Herz eilet zu dir als der Wurzel Sesse, die nun durch die Predigt des Evangelii, als ein Panier, als eine Fahne allen Völkern aufgestecket ist, damit ich auch Ruhe und Herrlichkeit in und bei dir finden möge. Odu mein Licht, was hilfts mir, daß ich geboren bin, wenn ich dich nicht sehe, habe und genieße? Und wenn du mich nicht erleuchtest, so ist es alles vergebens, was ich beginne und vornehme, mir selbst zu rathen oder zu helfen. Darum erleuchte mich, Herr, mein Licht, daß ich dich nicht verliere. Ach, ich bin leider auch von Natur todt in der Eitelkeit meines Sinnes, wie alle Heiden; darum mache mich lebendig, du Licht der Welt. Ich bin verfinstert am Verstand und entfremdet von dem Leben, das aus Gott ist, gleichwie sie, wegen der Unwissenheit, die in mir ist; darum sprich du: Es werde Licht! so bin ich ein Licht in dir. O O du Abglanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren, ich lege mich mit beschämtem Herzen vor den Thron deiner Gnaden, daß du mich nicht nur das heutige Tageslicht, sondern auch mit dem natürlichen Licht dieses Tages dich selbst als das wahrhaftige Licht des Lebens in deinem Evangelio erquicken lässest. Nun ist die Verheißung deines Baters erfüllt, da er zu dir sprach: Es ist ein Geringes, daß du mein mache mich dem Zug deiner GnaZu Epiphanias. mnd 21. Mache dich auf, werde Licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. Denn siehe, Finsterniß bedecket das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir gehet auf der Herr und seine Herrlichkeit erscheinet über dir. Zu Epiphanias. Zur Fastenzeit. 21 de auch so gehorsam, wie die Wei-| vollen Mittag, bis kein Wechsel sen aus dem Morgenlande. Ich habe nicht so weit zu dir, wie jene. Das Wort von deiner Gnade ist mir nahe in meinem Munde und in meinem Herzen. Ach, so öffne mehr sein wird des Lichts und der Finsterniß, und ich würdig werde, dich als mein Licht, mein Lamm und meinen Tempel zu schauen von Angesicht zu Angemir doch meine Augen, daß ich sicht. Amen. Joh. Chr. Storr, 1756 sehen möge die Wunder deinere de sud si of Menschenliebe gegen uns armedast Zur Fastenzeit. Sünder in deinem Evangelio. 22. Gottes, Bewege mein Herz kräftiglich, daß ich dir auch so ungesäumt, wie sie, als meinem Licht einmal nachfolgen möge und in dir das Leben habe. Ich weiß ja nicht, wie lange du mir noch als das Licht des Lebens in dieser Zeitlichkeit nahe bist; darum erwecke mein Herz fräftiglich, dich als mein Licht in völligem Glauben zu ergreifen, damit mich die Finsterniß nicht überfalle. Die Finsterniß und die Liebe zur Finsterniß hat mich schon lang und hart genug gequälet. Ach, Herr Jesu, mache mich einmal frei davon, daß ich in deinem Licht das Licht sehe. O daß die ser Tag, an dem du dich den Erstlingen aus den Heiden offenbaret hast, auch mir ein Tag deiner Offenbarung in meinem Herzen würde! So erscheine mir denn aus Gnaden, du heller Morgenstern. Gehe mir auf, du Sonne der Gerechtigkeit, und gehe mir niemals mehr unter. Heilige viel mehr durch deine göttliche Liebe den Weg, den ich gehe nach deinem Wort, zu einem Pfad, der da glänzet wie ein Licht, das da fortgehet und leuchtet bis auf den - du unschuldiges Lamm der du unser aller Sünden am Stamme des Kreuzes getragen hast, erbarme dich unser jetzt und immerdar. Wir arme, fluchwürdige Sünder wollen uns in tiefer Demuth beugen vor deinem heiligen und gnädigen Angesicht. Wir wollen dich anschauen, wie du da um unsrer Sünden willen und um uns zu erlösen am Stamme des Kreuzes hängest, und dir unser Bekenntniß zu FüBen legen. ndoo Ach ja, du unschuldiges Lamm, du leidest nicht deiner Sünden wegen; wir, wir mit unsern Sün den sind die Ursache deiner Pein und deiner Schmerzen. Wir haben mißgehandelt! Wir haben gefündiget und dadurch die ewige Strafe verdienet. Wir haben gefündiget, o Herr, durch Vergesjung deiner heiligen und gerechten Wege. Wir haben gesündiget durch falsche Liebe der Welt und durch sündliche Liebe unser selbst, indem wir nicht dich, sondern die Creaturen hochgeschätzet. Wir haben gesündiget mit unserm Willen, da wir ihn dir entgegenges 22 ti Gebete für die Festzeiten. E seßt, da wir nach dem Gutdünken| nommen, um dadurch für uns eine unsers Herzens und nicht nach vollkommene und ewige Versöhdem Wint deiner heiligen Augen nung und Erlösung zu stiften! O gewandelt haben. Wir haben ge- laß dies Leiden uns aufs neue fündiget, indem wir der Zucht tief ins Herz eingedrückt werden, deiner Gnade und deines heiligen damit wir deine Liebe recht verGeistes widerstanden, indem wir ehren und nicht nur mit den Lipso viele theure Mittel der Gnade pen und äußerlichen Geberden, versäumet und gering geachtet und sondern im Geist und in der nicht die Frucht davon gebracht Wahrheit dir dafür Dant sagen, haben, wozu du uns dieselben ge- die Ehre geben und unser Herz geben hattest. Wir haben gesün- und alles, was wir haben, fortan diget, Herr, mit unsern gottloſsen nicht mehr uns, oder irgend einer Thaten, mit unsern unnöthigen Creatur, sondern dir allein gehöre. und sündlichen Worten, mit unsern eitlen Begierden, die uns von dir abgewendet haben. Alle diese und unzählig andere unbenannte und uns unbekannte Sünden sind es, die du getragen hast. Ja, meine und der ganzen Welt Sünde trugest du, o Lamm Gottes; darum eben drückte dich das Leiden so schwer, daß du in der groBen Angst deines Herzens ausrufen mußtest: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen! So littest du, daß wir nicht ewig von Gott und seinem freudevollen Anblick dürften verlaſſen ſein.budad de toidnog Ja, Herr, laß dein Leiden unsere Herzen aufs neue erweichen zu tiefster Reue und Schmerz über alle unsere Sünden, die es verursacht haben. Drücke uns durch seinen Anblick einen tiefen Ab= scheu vor allen, auch den kleinsten Sünden ein. O daß wir wenigstens von jetzt an dir keine Laſt mehr auflegen und dich nicht von neuem freuzigen möchten mit unsern Sünden und deine Wunden erneuern mit unsern Missethaten! O lieber Herr, laß mir bleibend eingedrückt werden das große Gewicht der Sünde und die Heiligfeit Gottes, die sich durch dein O Jesu, du Sohn Gottes des Leiden offenbaret. Erfülle uns Allerhöchsten, selbst ewiger Gott mit heiliger Furcht vor deiner von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wer göttlichen Majestät, daß wir in kann diese Wundergeheimnisse dei- derselben vor dir wandeln und nes Seidens ergründen und diese fromm sein mögen in dieser Fremdunerforschliche Menschenliebe be- lingschaft, damit wir dereinst ohne greifen, daß du der ewige Sohn Furcht und Schrecken vor Gott Gottes selber, daß du um unsert- als unserm Gott erscheinen könwillen ein so tiefes und entsetz- nen. Bringe uns in die wahre fiches Leiden haft über dich ge- Gemeinschaft mit deinem Leiden, Zur Fastenzeit. Kreuz und Sterben, daß wir deinem Tode ähnlich werden, indem wir der Welt und allen weltlichen Lüsten, der Sünde und allen Eitelkeiten absterben, und daß wir durch willige Aufopferung, auch des Liebsten, dir, der uns so unendlich viel gegeben, auch unsern schwachen Dank beweisen und dir dadurch den Lohn für deine Schmerzen darbringen mögen. O Herr, laß deine Beständigkeit in deinem Kreuz auch uns beständig machen in allen innern und äußern Leiden, daß wir dir hier in deinem Kreuze treu verbleiben, damit wir auch endlich mit dir alle Noth überwinden und Erben werden mögen deines himmlischen Reichs. - Für die stille Woche. 23 läßt, dann laß uns nicht von dir verlassen sein. Dann, wann wir nichts mehr haben, so laß uns nur dich im Herzen haben und an dir mit wahrem, unverrücktem Glauben hangen, um mit dir als unserm Heilande einzugehen in dein ewiges Reich. Segne, o Herr Jeſu, alle die Deinigen. Ach, laß doch keinen verloren werden. Halte fest, die du erkaufet hast mit deinem Blute, und laß unsre Seelen dir doch theuer sein in deinen Augen. Stehe bei allen bedrückten und verlassenen Herzen. Ja, Herr, segne dein ganzes Zion, die Heerde deiner Weide. Deine Liebe, o Herr, sei stets uns nahe, damit wir einst in die ewige Freude gelangen mögen. Erhöre, o Herr, erhöre unsere Bitte. Alles nicht um unserer Würdigkeit willen, sondern aus freier Barmherzigkeit, zur Verherrlichung deines großen Namens in Zeit und Ewigkeit. Amen. Gerhard Tersteegen, g. 1697, ft. 1769. di Ja, Herr Jesu, laß uns dir nachfolgen, wo du auch hingehest. Du willst uns als Mittler ja wieder zu Gott als zu unserm Gott hinführen. Nun so nimm mich armes Kind, nimm uns alle bei der Hand in der Finsterniß dieser argen Welt. Führe uns, damit wir uns nicht verirren, sondern den richtigen Pfad, den Pfad der Absterbung unser selbst und aller Sünden, den Pfad des wahren Herzensgebets erwählen und festhalten mögen, auf daß wir durch dich, unsern einigen Weg und Führer, in lebendigem Glauben zu Gott, zu unserm Gott und Vater hingeführt werden und eindringen in das Allerheiligste deiner innigen und ewigen Gemeinschaft. O Jesu, wann uns alles verFür die stille Woche. 23. Herr Jesu Christe, du Lamm Gottes, das der Welt Sünde weggenommen hat, erbarme dich über uns und gieb uns deinen Frieden. Amen. Gott, man lobet dich in der Stille zu 3ion: ach, ſo mache denn auch mein Herz durch deinen sanften heiligen Geist in der Wahrheit stille zu deinem Lob. Meine 24 ste Gebete für die Festzeiten. E Seele singet dir, und meine Lip- und gedenke deiner Sünden nicht. pen preisen deinen heiligen Na- Ja, daß auf deinen himmlischen men, daß du mich, nach deiner Zuruf: Daran gedenke, Jacob; ewigen Erbarmung, diesen ersten Israel, vergiß mein nicht! aus Tag der großen und stillen Woche dem innersten Grund meines hast erleben lassen, in welcher du neuen Herzens wiederschalle: Ich deinen eingebornen Sohn der Lie- denke daran, lieber Herr Jesu, be für die ganze Welt, und auch und will dir dafür von heute an für mich elenden Sünder inson- aufs neue dankbar sein. Ich will derheit, in so unzählige Marter dein Leiden und Sterben nicht und Pein Leibes und der Seelen mißbrauchen, sondern mit allem bis zum Tod am Kreuz dahin ge- Ernst verehren. Ich begehre, deigeben. Nun, so müsse mir denn nem Kreuz unterthänig, gleichförin dieser großen Woche aufs neue mig und gehorsam zu werden, bis groß werden meine ewige Erlö- ich in der Wahrheit sagen kann: sung, die mir durch diesen deinen Sch bin mit Christo gekreuzigt; einigen Sohn, Jesum Christum, ich bin mit ihm gestorben, auf daß meinen lieben Herrn, geworden ich- Gott lebe; ich lebe, aber nicht ist. Herr Jesu, ach, daß alle Welt mehr ich, sondern Christus lebet vor dir, der du nun durch Leiden in mir. Dein erster Eingang in des Todes mit Preis und Ehren diese Welt und ganzer Wandel gefrönet in deinem heiligen Tem- darin in Gehorsam, Armuth und pel zur Rechten des Vaters sitest, Niedrigkeit verpflichtet mich arstille würde in dieser Woche, stille men Sünder schon sattsam zu in den Häusern, stille auf den deinem Opfer und Eigenthum. Straßen und Gassen, stille bei Aber da dich die Leiden ohne Zahl Tag und Nacht. Doch mache nur bis zum Tod am Kreuz ergriffen, vor allem andern mein Herz, das und so gar nichts an deiner heiliunruhige Uebel, stille, zu, in und gen Menschheit ist verschont gevor dir, du stiller Jesus. Sammle blieben im göttlichen Gericht, hast durch deinen ewigen Geist, in du mich Elenden dir so verbunden, welchem du dich deinem Vater ge- daß, wenn ich dich verleugnete und opfert hast, mein zerstreutes Herz, dein vergäße, du mit allem Recht daß ich deine Stimme mit hören- mein ewiglich vergäßest und mich den Ohren höre, wenn du mir vor deinem Vater und vor seinen insbesondere in mein Inneres ru- Engeln verleugnetest. So segne fest: Mir hast du Arbeit gemacht denn, erbarmender Heiland, deimit deinen Sünden und hast mir nes Leidens Anfang, Fortgang Mühe gemacht mit deinen Misse- und Ausgang an mir Elenden. thaten; ich aber, ich tilge deine Segne den Anfang desselben zu Ulebertretung um meinetwillen einem gründlichen Anfang des er Zum stillen Freitage.- Auf Ostern. 25 ften und völligen Glaubens mit sich genommen hat? Ach, gedenke wahrhaftigem Herzen an deinen Namen. Segne den Fortgang deiner Leiden zur Gründung in der Erkenntniß des Geheimnisses deines Kreuzes, zur Einwurzelung in der Liebe und zur willigen Einsenfung in die Gemeinschaft deines Todes. Segne den Ausgang deiner Leiden an mir durch die Geduld in der Hoffnung, daß ich dir stille bleibe unter allen Widerwärtigkeiten, deinem Willen mich lediglich in meinen äußeren und inneren Umständen aufopfere und so aushalte durch GroBes und Kleines, durch Böses und Gutes bis ans Ende, daß ich mich dann ewiglich bei dir in deiner Herrlichkeit erfreuen könne, um deines allertheuersten Verdienstes willen. Amen. Joh. Chr. Storr, 1756. Tis 19. herdog doch, o Gott, der du der Welt Leben begehrest, dein geliebter und einiger Sohn ists, den du aus deinem Herzen geboren und meiner Schwachheit theilhaftig gemacht hast. Ach fürwahr, das ist deine Gottheit, die meine Natur hat an sich genommen und sich an das Kreuz hat lassen hesten und die schwere Strafe unserer Sünden getragen hat. Ach Herr, wende deine Augen auf dieses große Werk deiner Gnade und Gütigfeit. Siehe an deinen lieben Sohn, wie er an seinem ganzen Leibe ausgedehnt und ausgespannt iſt. Siehe an seine Hände, wie das Blut daraus wie aus einer Quelle fließet, und vergieb mir gnädiglich die Missethat, die meine Hände begangen haben! Siehe an, Herr, wie seine Seite durchstochen Blute, das daraus gefloſsen! Sieist, und erquicke mich mit dem he an seine Füße, die noch nicht auf dem Wege der Sünde gegangen sind, sondern allezeit in deinem Gesetz gewandelt haben, wie dieselben mit Nägeln durchgraben sind, und verleihe mir Gnade, daß meine Füße in deinen Wegen gehen. Thue weg von mir den Weg der Bosheit und laß mich allezeit auf deiner Bahn wandeln. Amen. Auguftinus, g. 354, ft. 430. Zum stillen Freitage. 24. Ach Herr, du ewiger und gütiger Gott und Vater, siehe doch an deinen lieben Sohn, was er für große Schmerzen meinethalben hat müssen leiden! Ach Vater, siehe doch, wer solches leidet, und gedenke doch gnädiglich, für wen er leidet. Jsts nicht, ach treuester Vater, dein Sohn, das unschuldige Lamm Gottes, das du für den Knecht gegeben hast? Ist nicht das der Herr der Ehren und des Lebens, der wie ein Lamm zur Schlachtbank geführet und dir bis in den Tod gehorsam gewesen, ja 25. Herr Jesu Christe, du den allerschmählichsten Tod auf starter Löwe vom Stamme Juda, Auf Oftern. d 26 Gebete für die Festzeiten. du unüberwindlicher Held, du krönet. Du bist aus der Angst mächtiger Siegesfürst, du Sün- und Gericht hinweggerissen, wer dentilger, Ueberwinder des To- will deines Lebens Länge ausredes, du Schlangentreter und 3er- den? Der Stein, den die Baustörer der Hölle, ich sage dir herz- leute verworfen haben, ist zum lichen Dank für deine sieghafte, Eckstein worden; und das ist vom fröhliche Auferstehung, dadurch Herrn geschehen, und ist ein Wundu dem Tode die Macht genom- der vor unsern Augen. Man sinmen und ewiges unvergängliches get mit Freuden in den Hütten Wesen wieder ans Licht gebracht. der Gerechten: Die rechte Hand Du hast dich bewiesen als ein des Herrn ist erhöhet; die rechte allmächtiger Herr, der da hat die Hand des Herrn behält den Sieg. Schlüssel der Hölle und des To- Ich werde nicht sterben, sondern des, der da ausschließt und nie- leben und des Herrn Werk vermand zuschließt. Du warest todt, fündigen. Du bist wahrhaftig und siehe, nun lebest du von Ewig- die Auferstehung und das Leben. teit zu Ewigkeit. Du hast dein Wer an dich glaubt, wird leben, ob Volk vom Tode errettet und aus er gleich stürbe. Du bist der Gläuder Hölle erlöset. Tod, wo ist bigen Leben, darum können sie dein Stachel? Hölle, wo ist dein nimmermehr sterben. Denn du, ihr Sieg? Dir sei Dank, daß du uns Leben, stirbest nicht, darum könden Sieg gegeben hast. Du hast nen sie ihr Leben nicht verlieren. den Tod verschlungen ewiglich, Ach mein Herr, du bist hervorund alle unsere Thränen von un- gebrochen wie die schöne Morgenjern Augen abgewijchet. Kommet, röthe. Nun giebst du deinen lasset uns zum Herrn gehen: er Gläubigen deinen ewigen Frieden, hat uns geschlagen, er wird uns welcher alle himmlische Güter in wieder verbinden. Er hat uns sich begreift, Gottes Huld und verwundet, er wird uns wieder Gnade, Vergebung der Sünden, heilen. Er wird uns wieder aufrichten nach dreien Tagen; er wird uns lebendig machen, daß wir vor ihm leben werden. Darum freuet sich mein Herz, und meine Seele ist fröhlich. Denn Gott hat seine Seele nicht in der Hölle gelassen und nicht zugegeben, daß sein Heiliger die Verwefung sehe. Du bist eine kleine Zeit von Gott verlassen gewesen, aber nun mit Ehren und Schmuck geGerechtigkeit, Sieg, Trost, ewige Freude, ewiges Leben. Oliebreicher, holdseliger, tröstlicher, lebendiger, ewiger Friede, du edle Frucht der Auferstehung Jeſu Christi, komm in mein Herz, erfreue meine Seele. Denn über diesen Frieden wird man sich freuen, wie man sich freuet in der Ernte; wie man fröhlich ist, wenn man Beute austheilt. Laß uns auch, Herr, mit dir Auf Ostern. Auf Himmelfahrt. 27 durch wahre Buße auferstehen. Herzen bekannt werden, damit Laß uns Theil haben an der er sten Auferstehung, auf daß der andere Tod an uns nicht macht habe. Stehe du in uns auf, lebe du in uns, siege und überwinde in uns die Welt, Sünde, Tod, Teufel und Hölle. Tröste unsere Seele in Angst und Traurigkeit durch dein Wort und den Geist des Friedens. Erwecke auch am jüngsten Tage durch Kraft deiner Auferstehung meinen Leib zum ewigen Leben. Ja Herr, da wirst du sagen: Wachet auf und rühmet, die ihr schlafet unter der Erde! Denn mein Thau ist ein Thau eines grünen Feldes. Alsdann wird mein nichtiger, verweslicher, sterblicher Leib anziehen Unverweslichkeit, Unsterblichkeit, Kraft und Ehre und wird ähnlich sein deinem verklärten Leibe; denn unser Leben ist in dir verborgen. Wenn du aber, unser Leben, wirst offenbar werden, so werden wir auch mit dir offenbar werden in der Herrlichkeit. Amen. Jobann Arndt, g. 1555, ft. 1621. - auch wir in deinem Namen uns beugen und dir, unserm Könige, dienen und anhangen. Wir danten dir, Herr Jesu, daß du durch deine Himmelfahrt uns den Weg. zum Himmel gebahnt und deines Vaters Herz uns aufgeschlossen hast. Du sigest zur Rechten der Kraft Gottes, damit dir alle Herzen als ihrem rechtmäßigen Könige unterthan werden sollen. Siehe, hier sind Herzen, worüber du als Herr, als triumphirender König, herrschen und regieren solltest; ach, sende einen Blick deiner Freundlichkeit auf uns herab. Herr Jesu, gieb uns ein himmlisches Herz und laß uns durch deine Gnade bewahret werden vor allen eitlen irdischen Gedanken; sammle uns in deiner Gegenwart; stille unser Gemüth durch deine gnadenreiche Mittheilung; laß uns vor deinem Angesichte gesegnet sein. Herr, der du den rechten Schlüssel der Erkenntniß hast, schließe durch die Salbung deines heiligen Geistes unsere Augen auf, doll ng daß wir sehen mögen die Größe deiner Herrlichkeit und die Uleberdhe schwänglichkeit deiner Liebe; da26. Heiland, der du aus mit wir anfangen mögen, mit Liebe zu uns dich aller deiner Herr- ganzem Herzen, Sinn und Gelichkeit entäußert und Knechtsge- müthe gen Himmel zu wandeln, stalt angenommen hattest und ge- vor deinem Angesichte heilig zu horsam worden warst bis zum leben und dich zu lieben, der du Tode am Kreuz, dem aber auch uns so hoch geliebet hast und unGott einen Namen gegeben hat, endlich liebenswürdig biſt.de der über alle Namen ist, o laß die Herr, vergieb um deiner Kraft deiner Herrlichkeit unsern Liebe willen, daß wir so oft von Auf Himmelfahrt. 28 Gebete für die Festzeiten. dir und von deiner Auffahrt zur| haben sollten, du wahres uud Herrlichkeit gehört, und noch so ewiges Leben unserer unsterbliwenig ihre Kraft in unseren Her- chen Seele? zen erfahren haben. O daß wir Herr, du weißt, welche zerdir die Ehre geben und uns dei- streute Herzen wir haben: o so nem allmächtigen Scepter unter- sammle uns! Du weißt, welche werfen möchten! harte und todte Herzen wir ha= ben: o rühre und erwecke uns! Du weißt, wie wir noch widerstreben deinem Worte, und wie wir uns von Natur nicht unter dein Scepter beugen wollen. Darum, o Herr, beweise deine Macht; sende deinen Geist aus der Höhe, daß er unter uns wirke, dir unsere Herzen unterthan und uns tüchtig mache, ganz mit dir, unserm Heil, vereinigt zu leben und deiner Gnade uns gänzlich zu überlassen. O fomm, heiliger Geist, und entzünde unsere Herzen zu heiliger Liebe; fomm, du Geist der Kraft, und errege unsere Seclen, daß sie hungern und dürsten nach dir, dem rechten und wahren Führer, daß ihnen geholfen werde durch deine allvermögende Gnade. Gerhard Zersteegen, g. 1697, ft. 1769. ant ministe blouso Auf Pfingsten. 100 is to 27. Großer und erhabener Gott, du Vater in der Höhe, der Mache dich auf, du Geist des du auch verheißen hast, zu woh- Lebens, daß wir durch dich beginnen bei denen, die eines demüthi- nen zu leben; ergieße dich über gen Herzens sind und sich fürch- uns und schaffe uns zu Menschen ten vor deinem Worte: o schaffe nach dem Herzen Gottes, erneuert in uns solch demüthig Herz, gieb zum Bilde Christi und von einer uns heilige Furcht vor deinen Ge- Klarheit zur andern übergehend. boten. Was hülfe uns das Leben der Natur, wenn wir nicht deines göttlichen Lebens durch den Geist Jesu Christi sollten theilhaftig werden? Was würden wir am Ende dieses zeitlichen Lebens übrig haben, wenn wir dich nicht gemacht und durch dieselbe ihm Geist, der du die Tiefe der Gottheit erforschest, laß uns erfahren, was wir an unserm Gott und Heiland haben, damit wir durch seine lebendigmachende Ertenntniß in der Liebe brünstig Verherrlichter Jesus, verherrliche dich an unsern Herzen. Werde erkannt in deiner Größe, werde geehrt und geliebt von uns, und ziehe ein in unsere Herzen. Laß fie deine Werkstatt sein; schleuß sie auf, daß wir mögen ermuntert werden, dir getrost nachzuwandeln, wie du uns vorangegangen bist und das Ziel erreicht hast. Erhöre unser schwaches Seufzen, o großer Hoherpriester zur Rechten Gottes; erwirb uns fraft deiner Verdienste ein kräftiges Ja und Amen. Auf Pfingsten. Auf Michaelis. - 29 schwachen Seufzern, und du, o Herr, versiegele es mit einem ewigen Ja und Amen. st Gerhard Tersteegen, g. 1697 ft. 1769 unbeweglich anzuhangen kräftig gestärket werden. O wirke in uns die Befreiung von allem Irdischen und reine Liebe gegen einander; wirke in uns die Aufrichtung des König- ng reichs Jesu Christi, durch die MitAuf Michaelis. theilung deiner Gerechtigkeit, dei- 28. Herr Jesu, du großer Ennes Friedens und deiner heiligen gel des Bundes, hilf, daß ich mich Freude. Komm, du Strom der zu dir bekehre, von ganzem HerEwigkeit, der von dem Throne zen Buße thue und deinem EvanGottes mächtig hervorbricht, und gelium glaube, daß sich die Engel überströme unsere Herzen; tilge im Himmel freuen. Deine Engel in uns alles Wesen der Welt, sind heilig und rein; hilf auch alles, was im Paradiese Gottes mir, daß ich sei heilig und unnicht bestehen kann. Komm und sträflich vor dir; daß ich mich reigieße dich aus in tausend Herzen, nige von aller Befleckung des die bis dahin ohne Leben und Fleisches und des Geistes und Gnade gewesen sind. Laß dir Kin- fortfahre mit der Heiligung in der geboren werden, wie der Thau deiner Furcht. Deine Engel sind aus der Morgenröthe. Laß den geistlicher und himmlischer NaThau deiner Gnaden auf die dür- tur; hilf, daß auch ich mich im ren Herzen reichlich niederfallen, Geistlichen und Himmlischen übe daß noch viele mögen erwecket, und mit meinem Gemüthe im viele zum Himmelreich geboren Himmel wohne. Sie sind demüwerden. O Gott, du höchstes Gut, thig; gieb mir, daß ich auch von mache dich uns bekannt und ver- Herzen demüthig sei. Laß mich in herrliche dich an unserem Inwen- meinem Beruf bleiben und desdigen. Erbarme dich über uns; laß unserer Gerechtigkeit wegen deinen Segen von uns nicht abgewendet werden; thue mehr, als wir zu bitten vermögen. Begleite mit deiner Kraft unsere Herzen, damit sie reiche Frucht bringen zu deines Namens Ehre. Erhöre uns um dein selbst willen, nicht um unsers armen Gebets willen; erhöre uns um Jefu Chrifti wil len. Er, unser Mittler, vereinige sein träftiges Gebet mit unseren Herr Zebaoth; alle Lande sind jenigen, was mir befohlen, stets getreulich mich annehmen. Befiehl deinen Engeln, daß sie mich behüten auf allen meinen Wegen. Verleihe mir den Geist der Gnaden und des Gebets, daß ich dich allezeit anrufe im Geist und in der Wahrheit, auch dein Lob immerdar in meinem Munde sei, und mit den Engeln allezeit sage: Ehre sei Gott in der Höhe! Heilig, heilig ist unser Gott, der 30 Gebete für die Festzeiten. seiner Ehre voll. Laß mich ihnen die du auch verheißen haft aus auch dort gleich werden, und wenn Gnaden selig und heilig zu mameine Seele von diesem Leibe chen; zu welcher du gesagt haft wird scheiden, so laß deine heili- durch deinen lieben Sohn: Fürchgen Engel mich tragen in Abra- te dich nicht, du kleine Heerde, es hams Schoß, daß ich dein Ange- ist des Vaters Wille, dir das sicht schaue in Gerechtigkeit. Be- Reich zu bereiten; welcher du die schüße auch in dieser Welt die herrliche, gnadenreiche Verheiganze Christenheit durch diese dei- ßung gegeben der Vereinigung ne heiligen Wächter; behüte durch mit dir: ich will mich mit dir sie meinen Eingang und Ausgang verloben in Ewigkeit, ich will bis in Ewigkeit. Erhöre mich, mich mit dir vertrauen in Gericht Jesu, mein Herr und mein Gott, und Gerechtigkeit, ja im Glauben um dein selbst willen. Amen. will ich mich mit dir verloben, Jobann Lassenius, g. 1636, ft. 1692. und du sollst den Herrn erkennen; thi andsid 300 sou hilo welche du dir gereinigt hast durchs Auf das Neformationsfest.pin Wasserbad im Wort und dir zuod dne oblis gerichtet eine Gemeine, die herr29. Barmherziger Vater, du lich sei, die nicht habe einen FlekLiebhaber der Menschen, ich danke ken oder Runzel, sondern daß sie dir, daß du vom Anfang der Welt heilig sei und unsträflich; welche aus dem menschlichen Geschlecht du berufen hast und sie verordnet, dir allezeit eine heilige christliche daß sie ähnlich soll sein dem EbenKirche gesammelt und berufen bilde deines lieben Sohnes; welhast, welche dich, den Vater und che du auch hast gerecht gemacht den Sohn und den heiligen Geist und auch herrlich machen wirst; recht erkannt, an dich geglaubet, welche du auch mit so vielen holddich angerufen, geehret, gelobet seligen Namen nennest, daß sie ſei und gepreiset hat; und daß du cine Braut deines lieben Sohnes mit derselben einen ewigen Gna- Jesu Christi, und er ihr ewiger denbund gemacht hast, daß du ihr Bräutigam; sie sein geiſtlicher gnädiger Gott sein wollest und Leib, und er ihr einiges ewiges ihre Sünden vergeben, um des Haupt, von welchem sie alle Gatheuren Verdienstes Christi, dei- ben und Fülle empfähet, Licht, Lenes lieben Sohnes willen; der du ben, Trost, Stärke, Kraft, Sieg; auch deinen heiligen Geist verhei- daß sie sei sein königlich PriesterBen, der sie erleuchte, lehre, stärfe, thum, ein Volt des Eigenthums, tröste, heilige, in alle Wahrheit das auserwählte Geschlecht, welleite und erhalte, der sie erneuere, chem er allein König und Hoherdaß sie dir im heiligen Leben, in priester ist; sein Schafstall, da er Weisheit und Gerechtigkeit diene; allein Hirt ist; eine schöne Stadt Auf das Reformationsfest.- Zum Todtenfest. 31 Gottes und himmlisches Jerusa-| deine Ehre ritterlich streiten, deilem, ein Pfeiler und Grundfeste nen Namen und dein Wort frender Wahrheit, auf den Eckstein dig bekennen und so es sein soll, Jesum Christum gegründet; ein mit unserm Blut bezeugen und Weinberg, darin Christus der le- daß wir auch endlich aus dieser bendige Weinstock und wir seine streitenden Kirche aufgenommen Reben sind, welchen du deine Ge- werden in die siegende Kirche, da genwart verheißen hast bis ans aus Engeln und Menschen Eine Ende der Welt. oss Kirche wird werden, die dich in Ewigkeit wird loben und preisen. Ich danke dir auch insonderheit von Herzen, daß du auch mich zur Gemeinschaft dieser deiner heiliselig sind, die in deinem Hause wohnen immer und ewiglich. gen Kirche berufen hast, daß ich Amen. Job. Aradt, g. 1555, ft 1621 derselben Glied und Bürger bin o öllop Zum Todtenfest. des himmlischen Jerusalems, in d der Gemeinschaft vieler tausend Heiligen; in welcher ich alle himmlische Güter und Gnadenschäße in Christo mit allen Heiligen gemein habe, nämlich Einen Erlöser und Seligmacher, Ein Haupt, Einen Hirten, Eine Taufe, Ein Nacht mahl, Einen Glauben, Einen Gott und Vater unser aller, der da ist in uns allen, durch uns alle und über uns alle; da alle Glieder der Gläubigen wahrhaftigen Trost, Licht, Leben, Erquittung, Weide und Schutz haben. Und wenn gleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken, dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein, da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind. Gott ist bei ihr drinnen und hilft ihr frühe; darum wird sie wohl bleiben. Hilf uns nun und stärke uns, lieber Gott, daß wir in Kreuz und Verfolgung uns deiner Gegenwart trösten, für 30. Nach der Herrlichkeit deines Hauses sehnet sich mein Geist, o Bater, und dein unwürdiges Kind begehret, zum Anschauen deiner Klarheit zu gelangen. Wann werde ich kommen vor dein Angesicht, wann werde ich vollendet werden? Und werde ich würdig sein, dein Heiligthum zu betreten? Du allein, o Herr, kannst mir die Pforten öffnen, die mich zu deinem Lichte führen, und nur du fannst machen, daß meine Hoffnung nicht zu Schanden wird. O verschmähe mich nicht und barme dich mein, des Werkes deiner Hände; hilf mir durch deinen mächtigen Arm, gütiger Vater, und laß mich nicht verloren gehn vor deinem Angesicht durch meine Sünden; mich, den du bereitetest, um zur Herrlichkeit deiner Wohnung zu kommen, mich, den du geschaffen haft zu deinem Bilde. O wann erscheint der Tag der 32 fpimo Gebete für die Festzeiten. it and Turl? Freude, da ich dich schaue und all Höre mich, Herr, und leite mich mein Verlangen erfüllt wird! aus den Unruhen des zeitlichen Nach dir dürstet meine Seele; Lebens in den Hafen der ewigen nach dir, dent lebendigen Gotte! Seligkeit. Selig sind, welche die Wann werde ich von der dürren Gefahren des stürmischen Meeres Erde zu den Wassern des ewigen dieses Lebens überwunden haben, Heils gelangen! Wann wirst du und zu dir, dem sichern Hafen, zu meinen Durst stillen und mich gelangen gewürdigt wurden. Sie tränken vor deinem Angesicht, du erfreuen sich des Friedens und Quelle des Lebens! dirigir frohlocken in deiner Herrlichkeit. 50 Herrlicher und schöner Tag, Von allem Uebel befreit, haben den kein Abend endet; wo die sie erreicht das unverwelfliche Stimme des Lobes und des Erbe, das behalten wird im HimFrohlockens gehört wird; wo mel, und preisen deine Gnade, o Freude ohne Traurigkeit fund Gott, die sie hinaufgehoben hat wird, Freude der Ewigkeit. Dort in dein Reich. Hippi ist alles vollkommen, und nichts ist dort, was du nicht willst. Kein Feind, fein Fallstrick drohet mehr, sondern die höchste Ruhe, der stillste Frieden und ungetrübte Seligkeit sind das ewige Erbe alfer derer, die in deinem Anschauen versammelt sind. O wann werde ich eingehen und dich schauen! Wann wird die große Erscheinung deiner Herrlichkeit mein Theil! O Reich des Lichtes und des göttlichen Friedens, der höher ist denn alle Bernunft, wo die Seelen der Verklärten ruhen und ewige Freude ihr Haupt umschwebt, und Trauern und Seufzen nicht mehr sind; wo die Gerechten deinen Thron umgeben, mein Gott, und mit dir leben und regieren; wo du sie erfüllst mit dem überschwänglichen ReichIch warte meines Heilandes thum deiner Güter, und dein AnJesu Christi, welcher meinen nich- schauen ihre Kräfte stärkt; o du tigen Leib verklären wird, daß er mein Vaterland! nach dir blicke ähnlich werde seinem verklärten ich noch aus der Ferne; dich, süße Leibe. Ich warte meines Herrn, Heimath, grüße ich aus dem Thal daß er sich erhebe und mich ein- meiner Wallfahrt und begehre führe als seinen Gast zu dem dich zu erreichen. Mahl des Himmelreichs. Komm, Herr, und säume nicht, besuche mich in Frieden. Komm, Herr Jesu, und führe mich, so wird mir wohl sein. Führe meine Seele aus ihren Banden, daß sie deines heiligen Namens sich freue. Hoffnung der Sterblichen, Jesus Christus, du meine Zuflucht, du mein leuchtender Stern in den Finsternissen des Lebens, lente mein Schiff durch die Wellen, daß mich die Tiefe nicht verschlinge, daß ich zu dir komme, Sonne der Auf das Todtenfest. Am Buß- und Bettage. 33 Gerechtigkeit, daß du mich em- dir nicht verborgen. Wende dein pfangest an der Gränze meines Antlig zu mir und sich mich an himmlischen Vaterlandes. Ich in Barmherzigkeit. Laß mich rufe zu dir, mein einiger Trost, schauen die Gnadenfülle deines und halte mich am Stamm dei- Reiches, und nimm mich auf zu nes Kreuzes, an dir, du Heiland deinen ewigen Freuden. In deine aller, die mühselig und beladen Hände befehle ich meinen Geist. sind. Hilf mir und errette mich Amen. Augustinus, g. 854, ft. 430. und nimm mich auf in deine verborgene Herrlichkeit. Am Buß- und Bettage. O wenn ich zu dir, dem Quell p sifod der Weisheit, dent nie erlöschen- 31. Barmherziger, ewiger den Lichte gelangt bin, wenn die Gott und Vater unsers Herrn Nacht endet vor dem Anblick dei- Jesu Christi, ein Herr des Himnes Angesichtes, dann wird mein mels und der Erden, wir arme, Verlangen nach dem höchsten elende Sünder bekennen vor deiGute gesättigt sein; denn du sel- nem allerheiligsten Angesichte, daß ber bist der Lohn aller Seligen. wir leider mit unsern Vätern geIch werde erkennen, wie ich er- sündigt, daß wir mißgehandelt fannt bin, deine Wahrheit und und gottlos gewesen mit unsern deine Herrlichkeit und Theil ha- vielfältigen schweren Sünden, ben an der Freude der Engel und auch deinen gerechten Zorn und aller Seligen, an dem Lohn des allerlei Strafen, ja den endliewigen Lebens, an dem Reich- chen Untergang gar wohl verthum der Seligkeit, welcher das dienet haben. Solche unsere behimmlische Jerusalem erfüllet. gangene Sünden aber reuen uns Was du zusagest, wirst du halten von Herzen; und weil du unser und vergelten und lohnen nach dei- aller Vater und liebreicher Gott ner gnädigen Verheißung. Dann bist, der du dich in deinem Worte werde ich haben, was ich suchte, also erklärt haft: So wahr als ich und was du bereitet hast denen, lebe, ich habe keinen Gefallen am die dich lieben, was du bewahrest Tode des Gottlosen!« so fliehen für die, so dich fürchten und dein wir zu deiner inbrünstigen und Angesicht immerdar suchen. herzlichen Barmherzigkeit mit demüthiger Bitte: du wollest nicht gedenken der Sünden unserer Jugend, noch aller unserer Uebertretung, sondern vielmehr eingedenk sein deiner grundlosen Güte, Gnade und Barmherzigkeit. Ach Vater und Herr, strafe uns nicht 33 Herr, ich suche dein Angesicht und die Pforten des Himmelreichs, daß ich eingehe in deine Freude und dich preise und deine Barmherzigkeit. Ich stehe an deiner Thür, und vor dir ist all mein Verlangen, und mein Seufzen ist 34 pts Gebete für die Festzeiten. and julk Christi, unsers Herrn und Hei landes willen. Amen. spalis Joh. Gottlob Heym, st. 1788. Am Erntefeste. in deinem Zorn, züchtige uns witter und andere Plagen. Ernicht in deinem Grimm! Ach leuchte unsere Herzen, daß wir Herr, sei uns gnädig! Verstoß rechtschaffene, wahre Buße thun, uns nicht von deinem Angesicht alle wissentliche und vorsätzliche und laß es nicht mit uns gar aus Sünden fliehen und meiden, hinsein; sondern wie sich ein Vater gegen dich und dein heiliges Wort über seine Kinder erbarmet, also stets vor Augen haben und also erbarme du dich auch über uns. Er dem wohlverdienten Verderben weise uns deine wunderbare Güte, zeitlich und ewiglich entgehen mödu Heiland derer, die auf dich gen. Das alles wollest du thun, hoffen, und laß unser Angesicht o treuer, barmherziger Gott und nicht zu Schanden werden. Sei Vater, um des theuren Verdiendu unsere Hülfe in den großen stes und der kräftigen Fürbitte Nöthen, die uns betreffen. Ach, deines geliebten Sohnes Jesu Herr Gott Zebaoth, sei du mit uns; ach Gott, sei du unser Gott! Mache dich auf zu richten und hilf allen Elenden und Bedrängten auf Erden. Gestatte ja nicht, getreuer Gott und Vater, daß dein Weinberg, den du unter uns gepflanzet hast, verwüstet werde. und heiliger Geist, du bist der allStehe auf, Herr, und hilf uns mächtige Gott Himmels und der mit deiner starken Hand und all- Erden, und in dir leben, weben mächtigem Arm, thue wohl die- und sind wir. Du hast aber gesem und allen andern Landen, wollt, daß der Mensch lebe vom in welchen du mit deinem Wort Brode, und hast deshalb im Andeine Wohnung hast. O, lieber fange der Welt die Erde fruchtbar Herr und Gott, sei und bleibe du gemacht durch dein allmächtiges bei und unter uns. Stärke und er- Wort und nach den Tagen der weitere dein Reich, das du aufge- Sündflut verheißen, daß, so lange richiet hast, denn es ist dein Werk. die Welt stehen werde, nicht Erhalte uns und unsere lieben mehr aufhören solle Saat und Nachkommen bei reiner, gesunder Ernte. Daher, o Herr, währet Lehre und bei gewünschtem Frie- diese einmal von dir festgesetzte den. Verschone unser, o treuer Ordnung noch immer fort. Noch Gott und Vater, mit Krieg, Auf- immer krönest du das Jahr mit ruhr und Empörung, mit Besti- deinem Gut. Du läsfest Gras lenz und anderen gefährlichen wachsen für das Vieh und Saat Seuchen. Wende ab alle Theu- zu Nutze der Menschen. Also brinrung, Mißwachs, schädliches Ge- gest du Brod aus der Erde und 32. Herr Gott, Vater, Sohn Atsdsprom Am Erntefeſte. 35 erfüllest unsere Herzen mit Speise| Friede, es zu genießen. Vor alund Freude. O Herr, wie hast du lem aber gieb uns ein dankbares alles so weislich geordnet! Wie Herz, das deine Gaben nicht mißgroß ist auch deine Güte gegen brauche, sondern sie zu deiner uns, die wir deines Brodes nicht Ehre anwende, damit sie nicht werth sind! Wie wunderbar deine nur Kraft gebe dem Leibe, sonAllmacht, wenn du aus wenigem dern auch der Seele heilsam sind. viel machest, wenn du reichlich Laß uns dieselben nicht verschwenFrucht schaffest aus dem Samen, den und andern gerne davon mitder in der Erde verweset.theilen. Suche noch ferner unser Deine unaussprechliche Güte, Land heim in Gnaden. Baue Barmherzigkeit und Allmacht ist und mache es sehr reich. Tränk es, o du treuer Gott, die auch seine Furchen, gieb Sonnenschein wiederum in diesem Jahr unser und Regen zu rechter Zeit und Land heimgeſucht hat. Die Men- laß wohlgerathen, was man wieschen hatten ihren Samen auf Hoffnung gesäet, und du hast dieselbe erfüllt, hast die Saat auf dem Felde gesegnet und uns wieder die Zeit erleben lassen, da man erntet und einsammelt deine Gaben. Ach Herr, es ist ja alles Erbarme dich auch aller unsedein, wir können ja nichts aus rer Brüder, o Herr, insonderheit der Erde hervorbringen. Dazu ist zu dieser fröhlichen Erntezeit. Du es, es sei viel oder wenig, doch bist ja Gott, der täglich seine unendlich mehr, als wir verdienet milde Hand aufthut und sättiget haben. Darum, Dank jei dir alles, was da lebet, mit Wohlund deinem heiligen Namen für gefallen. Gedenke der Armen, alles, was du uns dieses Jahr die nicht haben, was sie einernüber auf dem Acker bescheret hast. ten können, und lasse die, denen Wir bitten dich aber auch, o du reichlich bescheret haſt, mit für liebreicher Vater, nimm uns nicht sie einsammeln. Wo wenig ist, wieder in deinem Zorn, was du da segne den kleinen Vorrath, uns in deiner Gnade gegeben. daß er genüge, und wo viel vorErhalte uns vielmehr das tägliche handen ist, da verhüte, daß es Brod, was du jetzt reichlich aus- nicht zum Bösen gemißbraucht theilest. Bewahre uns alles, was werde. Erhalte, o Herr, uns Ruuns deine Güte hat einsammeln he und Frieden im Lande, damit lassen, vor aller Gefahr und allem nicht Fremde in unsere Ernte Unfall und verleihe uns dabei kommen und sie verzehren. Beder jäen wird, damit auch im künftigen Jahre das Land sein Gewächs gebe und unsere Auen dick stehen mit Korn, daß man jauchzet und singet und deinen Ruhm verkündiget immerdar. Leben und Gesundheit, Ruhe und hüte überall vor Mißwachs, I 36 Buß-, Beicht- und Communiongebete. theuern Zeiten und Hungersnoth.| fehre die, welche noch auf das Vor allem aber schenke jedem Zu- Fleisch säen, daß sie nicht von ihm friedenheit mit dem, was du ihm das Verderben ernten. Heilige beschieden, damit Reiche und Ar- uns dagegen alle, daß wir christme deine Kraft erkennen, und dich lich gesinnt sein und auf den Geiſt preisen mögen immerdar. säen und dereinst von ihm ernten das ewige Leben. Ja, wenn einmal die ganze Welt reif sein wird zur letzten Ernte, so hilf auch, daß wir alle als reiner Weizen in deine Scheuern gesammelt und bewahret werden zur ewigen Freude. Da werden wir ohne Aufhören ernten, wie du gesagt hast, und uns freuen mit unaussprechlicher, ewiger Freude. Erhöre uns, Herr, um deines licben Sohnes Endlich aber, o Herr, lehre uns bedenken, daß wir selbst dein geistliches Ackerfeld sind, und du der Herr der Ernte, welche in deiner Kirche bevorsteht. Darum bitten wir dich: sende Arbeiter in diese Ernte. Hilf, daß überall guter Same ausgestreuet und die reine Lehre gepredigt werde in dei ner Christenheit. Behüte die Welt vor dem Unkraut, was der Feind geschäftig ist auszustreuen. Be- Jesu Christi willen. Amen. Gaspar Neumann. g. 1648, st. 1715 offel nedoles tisoid and III. Buß-, Beicht- und Communiongebete. Die christliche Bußze. Meine Fehltritte fann ich nicht zählen und meiner Vergehungen 33. Gerecht bist du, o Herr, sind viel. Wo soll ich hingehen, und recht ist dein Gericht. Alle deine Gerichte sind gerecht und wahr. Darum flehe ich zu dir in Demuth, daß du mir nicht thuest nach meinen Sünden, die deine Strafe verdienen, sondern nach deiner großen Barmherzigkeit, die allen Reuigen verzeihen will. Erbarme dich meiner und hilf mir nach der Liebe, womit du mich in Jesu deinem Sohne gelicbet hast, und würdige mich deiner Gnade in dem Verdienste meines Heilandes. mein Gott, wenn du dich nicht zu mir wendest? Wo soll ich mich verbergen, wenn du mir nicht gnädig bist und dich meiner annimmst? Züchtige mich, aber vergieb mir; strafe mich, aber laß mich nicht verloren gehen. Kann auch eine Mutter vergessen des Sohnes ihres Leibes, so willst du, o Vater, doch mein nicht vergessen. Darum rufe ich zu dir und komme vor dein Angesicht, und meine Klage hofft Erhörung. Ich bekenne dir meine Ungerechtigkeit und verschweige nicht, wie die Sünde auf mir lastet. Ich habe gesündigt, und mein Gewissen verdammet mich, und meine Reue kann nicht genug Die christliche Buße. Vor der Beichte. 37 thun deiner Gerechtigkeit. Ich| Dir, o Vater, befehle ich mich fann nicht bestehen an jenem Ta- und dem gnädigen Walten deines ge, da du alle Werke der Men- heiligen Geistes. Wache über schen vor Gericht bringest und meine Sinne und Gedanken, vereinem jeglichen geben wirst nach tilge alle Hoffart in mir und gieb ſeinen Werken. Dann werde ich mir Demuth und Beugung des verstummen müssen, und meine Herzens. Lehre mich thun nach Sünde wird wider mich zeugen deinem Willen und laß mich erund meine Ungerechtigkeit wider mich aufstehn. Dann ist all mein Rühmen eitel, und wollte ich mich selbst rechtfertigen, so würde das Zeugniß deiner Allwissenheit mich verdammen. kennen die Tiefe deiner Güte. Stehet deine Kraft mir bei, so lebe ich, denn ohne dich kann ich nichts thun. Heilest du mich, so wird meine Seele gesund, und sendest du mir dein Licht, so wird mich die Finsterniß nicht überwinden. Doch du, o Herr, willst nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich befehre und lebe. Du sandtest Jesum Christum, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben. In seinem Tode sollen sie aufleben und Versöhnung empfangen und der Vergebung gewiß sein. Darum komme ich zu dir und setze meine Zuversicht auf dich und hoffe auf deine helfende Gnade. dur - Schaue herab auf mich, o Herr, von der Wohnung deiner Herrlichkeit und laß alles Dunkel meiner Seele vor dem Strahl deines Glanzes verschwinden. Erfülle mich mit heiliger Liebe und thue mir auf die Schätze deiner Erfenntniß. Alle meine Begierde ist dir bekannt; darum vollende, was du begannst und was du mich durch die Erweckung deines GeiDich soll ich suchen, o Herr, stes bitten ließest. Ich suche dein und du willst dich von mir finden Angesicht; wende dein Angesicht lassen. Wenn ich dich rufe, haft zu mir und enthülle mir deine du Erhörung zugeſagt. Siehe, ich Herrlichkeit. Dann wird meine flopfe an, daß du mich aufnehmest Sehnsucht gestillt, dann wird und mir dein Angesicht leuchten meine Freude vollkommen sein. lassest. Sei mir gnädig, wenn Amen. Auguftinus, g. 354, ft. 430. ich mich deiner Hand übergebe. Wenn ich mich dir nahe mit allen meinen Sünden, so verwirf mich nicht. Nimm mich auf und ziehe mich zu dir, daß ich dein sei und bleibe, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Vor der Beichte. 34. Siehe, mein Gott, ich bin derselbe Mensch, der hinab ging gen Jericho, und fiel unter die Mörder. Ach Herr, wie fläg 38 Buß-, Beicht- und Communiongebete. lich haben sie mich verwundet und| wärest und mich erlöset hättest, ſo halb todt liegen lassen! Komm, hätte meine Seele in der Hölle Herr, du treuer Helfer, nimm ewig verderben müssen. Nun aber mich auf und heile mich. bin ich auch theilhaftig, o gütiger Ich habe schwer gesündiget in Herr Jesu, deiner großen Erlömeinem ganzen Leben und übel sung. O verschmähe und verwirf vor dir gethan. Ich habe mich den nicht, mein Heiland, den nicht geübet in deiner Erkennt- du mit deinem heiligen Blute so niß. Ich bin undankbar gewesen theuer erkaufet.pl für deine vielfältigen Wohlthaten. Siehe, ich bin ein verirret Ich habe deinen Namen nicht ge- Schaf; o suche mich, du guter, preiset, wie billig. Oft und viel frommer Hirt und trage mich zu habe ich deine Wahrheiten ver- deinem Schafstall, nach deinem schwiegen. Wenn du vor der Worte. Du hast mir zugesagt, Thür meines Herzens gestanden mein Helfer, in welcher Stunde und angeklopfet hast, so bin ich der arme Sünder zu dir seufzet, träg gewesen und habe dich nicht soll ihm geholfen werden. Siehe gehorsamlich angenommen, wie doch an, daß ich von Herzen ich schuldig war. Meinen Leib, betrübt bin und erkenne meine der doch vergehet wie ein Schat- Sünde, und meine Missethat ist ten und der Würmer Speise immer vor mir. wird, habe ich gar zu sehr gelie- Freilich bin ich nicht werth, bet. Ich habe mich verunreinigt daß ich dein Sohn heiße; denn mit unzüchtigen Worten und bin ich habe gesündiget im Himmel unfleißig und nachlässig gewesen, und vor dir. Aber dennoch, mein dein heilsames Wort zu betrach- Heiland, laß mich hören Freud ten. Meine Augen habe ich nicht und Wonne und wende dein Antstets und überall abgewendet von litz von meinen Sünden. Tilge der Eitelfeit dieser Welt und alle meine Missethat nach deiner meine Ohren auf unnüße Dinge großen Barmherzigkeit und vermerfen lassen. Manchmal habe ich wirf mich nicht vor deinem Anmeinen Nächsten in seiner Noth gesicht. Handle nicht mit mir mit meinen Händen nicht gedie- nach meinen Sünden und vergilt net, und meine Füße sind schnell mir nicht nach meiner Missethat. gewesen zur Sünde. Was soll Hilf mir, o Gott meines Heils, ich viel sagen, mein Gott? Von und erlöse mich um deines Naden Fußsohlen an bis auf die Scheitel meines Hauptes ist nichts Gesundes an mir. Ach mein Herr Jesu, wenn du nicht für mich am Stamme des Kreuzes gestorben mens Ehre willen. Thue Barmherzigkeit an mir nach deinem Wohlgefallen, daß ich wohne in deinem Hause immerdar, und sammt allen, die darin wohnen, todepois Bor der Beichte. ut 39 O du Sohn des lebendigen Gottes, der du allein von deinem Vater geboren bist vor der Welt von Ewigkeit, selig sind, die dich lieben und nichts anders, als dich allein begehren! Selig sind die, die täglich an dich gedenken, und deiner würdig genießen! Selig sind, die in dir bleiben und alle deine Wege ihr Lebelang bewah ren! Fürwahr, mein Herr Jesu, wer dich findet, der findet das Leben, ja ein solches Leben, das ewig währet und kein Ende hat. Du bist die wunderbare Speise unserer Seelen, ganz herrlich und süß, ganz lieblich und köstlich und beffer, denn alles andere Labsal. Wie lieblich erweisest du dich durch so viele Gnadenzeichen, wie wunderbarlich und kräftig kannst du erquicken! Du tröstest und labest auf allerlei Weise und schaffest, daß wir an allen Gnaden und Gaben zunehmen. Herr, du heiliges Himmelsbrod, wie reich dich rühme und preise bis in ßend sind deine Gnaden! Denn Ewigkeit. Stehe auf und komme du schließest keinen Menschen aus, zu mir, o du Bräutigam meiner es sei denn, daß er dich verachte Seele. Siehe nicht an, daß ich und zu dir nicht komme. Ist je= so mit Sünden beflecket bin, son- mand noch jung und klein, der dern komm und zeige mir deine komme nur getrost zu dir und esſe, Gestalt. Laß mich hören deine so wird er zunehmen und groß Stimme, denn deine Stimme ist werden, er wird seinen findischen süß und deine Gestalt lieblich. Verstand lassen und wandeln auf Wende dein Antlitz nicht von mir. den Wegen der rechten Weisheit. Mache mir mein Weinen zu Freu- Ist jemand noch schwach, der eile den. Neige zu mir deine Ohren. zu dir und esse, so wird er bald Eile mir beizustehen, Herr, meine stark werden. Ist jemand krank, Hülfe.min di blogni manied dem wird geholfen werden. Ist jemand in Sünden todt und höret dich nur, so wird er das ewige. Leben erlangen. Und obgleich jemand groß und stark wäre, wird er dennoch viel sehen, das er bedarf; denn er findet in dir überflüssig, dadurch er täglich zunehmen soll. Ohne dich kann niemand einen Augenblick leben. Tu bist es allein, der allen Creaturen das Leben giebt. O Gott, meines Herzens Labsal und Wonne, in dir freuet sich meine Seele und mein Geist verlanget nach dir. Denn alle, die sich von dir wenden, werden ewig verschmachten. Komm, mein Herr, und laß deine Hülfe nicht ferne von mir sein. Neige zu mir die Ohren deiner Barmherzigkeit, laß mich Armen und Hungrigen deines Trostes genießen, daß ich satt werde und lebe und danach deinen Namen ewiglich lobe. O du wahres unsichtbares Licht, das nimmermehr verlöscht, siehe hie bin ich auch, wie und milde bist du, wie überflie- lein armer Blinder am Wege und 40 Buß-, Beicht- und Communiongebete. rufe zu dir: Jesu, du Sohn Da- digen lassen. Siehe, um Trost vid, erbarme dich mein, thue mir war mir sehr bange; du aber haſt auf die Augen meines Herzens, dich meiner Seelen herzlich angedaß ich dich sehe! Herr, sei gnä- nommen, daß sie nicht verdürbe; dig mir armen Sünder! Du bist denn du wirfest alle meine Sünja meine Hülfe und meine Zuver- den hinter dich zurück. sicht; o hilf mir zur ewigen Se- Ach, verleihe mir nun auch ferfigkeit. Herr, mein Arzt, hilf mir. ner deine Gnade, daß ich auf meiIch bin nackt und leide Frost; one Zusage möge anfangen frömdu reicher Herr, bekleide mich mit mer zu werden. Schaffe doch du, dem Kleide deiner Gerechtigkeit. Meine Seele hungert in diesem Elend; du, Herr, bist die rechte Speise, erquicke mir mein Herz. Meine Seele dürstet; Herr, du bist der rechte heilsame Trank; tränke und labe mir meine Seele mit deinem heilsamen Troste. Hie stecke ich noch in tiefem Schlamm und habe feine Kraft mehr. Ich bin gekommen auf die Höhe des Meeres und die Flut will mich verschlingen. Ich habe geschrieen, daß ich müde und heiser bin, und das Wasser des Todes geht mir an die Seele. Erlöse mich von diesen Banden, Herr, mein Schuß und Erretter, mein Trost, meine Zuflucht, meine Stärke, mein König und mein Gott, um deiner Güte willen. Amen. Hieronymus, g. 329, st. 420. o Gott, in mir ein reines Herz und gieb mir einen neuen gewissen Geist; verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir; tröste mich wieder mit deiner Hülfe, und der freudige Geist enthalte mich. Ach laß mich doch ablegen nach dem vorigen Wandel den alten Menschen, der durch Lüste in Irrthum sich verderbet. Und laß mich hingegen erneuert werden im Geist meines Gemüths und anziehen den neuen Menschen, der nach Gott geschaffen ist, in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Laß mich ablegen von mir den Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung und schandbare Worte. Laß mich tödten alles, was der Erde angehört, alle Un reinigkeit, böse Lust und den Geiz, welcher ist Abgötterei. Hingegen was wahrhaftig, was ehrbar, was Con gerecht, was keusch, was lieblich, 35. Ach liebster Herr Jesu, was wohl lautet, ist etwa eine ich danke dir von Grund meines Tugend, ist etwa ein Lob, dem Herzens, daß du mir armen Sün- laß mich nachdenken. Gieb, daß der durch den Diener deines Wor- ich verleugne das ungöttliche Wetes abermal die gnädige Verge- sen und die weltlichen Büste und bung meiner Sünden hast ankün- züchtig, gerecht und gottselig lebe Nach der Beichte. 911 Am Abend des Beichttages. Uč 41 in dieser Welt und warte auf die daß in Christi Blut und Tod mir felige Hoffnung und Erscheinung alle meine Sünden vergeben sind! deiner Herrlichkeit, um deines allerheiligsten Namens willen. Amen. Job. Quirsfeld, g. 1642, ft. 1686. Nun kann ich mich ja mit Freuden niederlegen, nachdem ich deinem Namen gedanket und mich in deinen gnädigen Vaterschutz befohlen habe. Ach, laß ja diesen herzlichen Trost der gnädigen Vergebung aller meiner Sünden niemand aus meinem Herzen reißen. Laß mich in Frieden darauf einschlafen und mit Freuden und gesund wieder erwachen, damit ich morgen in dein Haus könne wallen und dir in deinen Vorhöfen weiter danken, auch zur Stärkung meines Glaubens mich speisen und tränken lassen mit meines Herrn Jesu Leib und Blut, mir zum Leben und zur ewigen Seligkeit. Amen. Gottfried Arnold, g. 1665, ft, 1714. Am Abend des Beichttages. 36. Herr Gott, himmliD scher Vater, der du gnädig, barmherzig und von großer Güte bist, ich danke dir für deine große Güte, daß du dich über mich elenden Sünder so gnädiglich erbarmt und mir heute die Vergebung aller meiner Sünden mitgetheilt hast. Mit Schmerzen und Trauern bin ich heute von meinem Lager aufgestanden, mit Freuden aber kann ich mich niederlegen; denn deine Gnade ist groß über mich gewesen. Ich hatte deinen Zorn verdienet und du hast mich mit Gnade gekrönet. Ich sollte verflucht sein, und du hast mich mit viel Segen überschüttet. Ich sollte zur Hölle verstoßen werden, und du hast mich in den Himmel gehoben. Denn indem ich durch deinen Diener der Sünden bin ledig worden, bin ich ja bei dir in Gnaden und bin ein Gesegneter des Herrn; ja, ich soll nun haben Theil mit den Auserwählten am ewigen Heil. Ach, wie lieblich flang doch die Stimme in meinen Ohren, da ich hörte: Gehe hin mit Frieden, dir sind deine Sünden vergeben! Wie süß schmecket dieser Trost noch in meinem Herzen, shoutse Vor dem heiligen Abendmahl. 37. Herr Jesu Christe, ewiger Gottessohn, der du in deiner wahren Menschheit für uns den Tod erlitten und uns von Sünden und der ewigen Verdammniß erlöset haft: damit wir solcher deiner Treue nimmermehr möchten vergessen, hast du in deinem letzten Abendmahl uns gestiftet ein ewiges Gedächtniß und auf gerichtet einen neuen Bund, darin der Gläubigen Sünden in Ewigfeit nicht mehr sollen gedacht werden, da du uns verordnet haſt, deinen Leib im Brod zu essen und dein heiliges Blut im Wein zu i 8 pid 42 Buß-, Beicht- und Communiongebete. trinken, mit beigefügter Verhei- dies heilige Sacrament empfanBung der Vergebung der Sünden. gen und deine Süßigkeit schmecken.. Wir arme, elende Menschen kommen zu dir, dem Brunn aller Gnaden und Barmherzigkeit, und bitten dich, du wollest uns abwaschen alle unsre Sünde und Flekfen, unsre Seelen reinigen und erquicken, auf daß wir mit wahrer Reue und Leid im rechten festen Glauben, mit aller Ehrerbietung, geschickkund würdig, deinen allerheiligsten Leib und dein Blut zu unsrer Seligkeit empfangen. Nimm von uns weg alles, was dir mißfällt und uns hindert oder von dir wendet, und gieb uns, was uns zu dir wendet und hinzieht, damit wir der Frucht dieses heilbringendenTisches theilhaftig, unsre hungrige und durstige Seelen allhier gespeist und getränket werden, und wir nach dieser Zeit auch in jenem Leben das himmlische Brod mit dir ewiglich essen. Amen. Johann Habermann, g. 1516, st. 1590. Hilf, daß durch dies Geheimniß des neuen Teſtaments der Glaube in uns gemehrt, die Hoffnung gestärkt, die Liebe entzündet, das schwache Gewissen getröstet, alle Anfechtung überwunden werde, und wir in unsern Herzen deiner göttlichen Huld und der ewigwährenden Erlösung unserer Seelen allenthalben versichert und versiegelt sein und bleiben mögen, damit wir also empfinden die überschwängliche Gnade, welche in diesem Sacrament verborgen ist. O gütiger Gott, gieb uns erleuchtete Augenunsers Verstandes, daß wir erkennen mögen, welches da sei die Hoffnung unsers Erbes, und welches da sei der Reichthum deines herrlichen Abendmahles, in welchem du uns mit deinem wahren Leibe und Blute ausspendest die Vergebung der Sünden, wahre Gerechtigkeit und alle himmlische Güter, auf daß wir mit herzlicher Begierde und Verlangen würdig 38. Herr Jeſu Christe, mein getreuer Hirt und Bischof meiner Seele, der du gesagt haft: Ich bin das Brod des Lebens; wer von mir isset, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubet, den wird nimmermehr dürsten: Ich komme zu dir und bitte dich demüthiglich, du wollest mich durchwahren Glauben bereiten und zum würdigen Gaste machen dieser himmlischen Mahlzeit. Du wollest mich, dein armes Schäflein, heute weiden auf deiner grünen Aue, und zum frischen Wasserdes Lebens führen. Du wollest meine Seele erquicken und mich auf rechter Straße führen, um deines Namens willen, du wollest mich würdig machen zu deinem Tisch, und mir voll einschenkenden Becher deiner Liebe und Gnade. Ich armes Schäflein komme zu deiner Weide, zum Brod des Lebens, zum lebendigen Brunnen. Ach, du wahres, süßes Himmelsbrod, erwecke 319 Vor dem heiligen Abendmahl. 43 in mir einen geistlichen Hunger nige mich; als ein Blinder, erund heiligen Durst, daß ich nach leuchte mich; als ein Armer, madir schreie, wie ein Hirsch schreiet che mich an meiner Seele reich; nach frischem Wasser.nl mod als ein Verlorner, suche mich; als Vor allen Dingen aber gieb ein Verdammter, mache mich semir wahre herzliche Reue und lig. Ach Jesu, treuester Freund Leid über meine Sünde, und lege meiner Seele, führe mich von mir mir an das rechte hochzeitliche selber ab und nimm mich auf zu Kleid des Glaubens, durch wel- dir, ja in dich. Denn in dir lebe chen ich dein heiliges Verdienst ich; in mir selber bin ich todt, ergreife und dasselbe festhalte und In dir bin ich gerecht; in mir bin bewahre, damit ich nicht ein un- ich eitel Sünde. In dir bin ich würdiger Gast bin. dtod felig; in mir bin ich lauter Verdammniß. In dir habe ich volle Genüge, du bist mir alles. Bleibe ewig in mir und laß mich ewig in dir bleiben, wie du gesagt haft: Wer mein Fleisch isset und mein Blut trinket, der bleibet in mir und ich in ihm und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage. Amen. 2) Joh. Arndt, g. 1555, st. 1621. slangar motor miniad ai Gieb mir ein demüthiges, versöhnliches Herz, daß ich meinen Feinden von Herzensgrund vergebe. Tilge aus meinem Herzen die Wurzel aller Bitterfeit und Feindseligkeit. Pflanze dagegen in meine Seele Liebe und Barmherzigkeit, daß ich meinen Nächsten, ja alle Menschen in dir lieb habe. Das Himmelsbrod mußte in einem goldenen Gefäße aufgehoben werden zum Gedächtniß in der Lade des Bundes. Ach, wollte Gott, ich möchte dich in einem ganz reinen Herzen bewahren! Ach, mein Herr, du hast ja selbst gesagt: die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranfen. Ach, ich bin frant, ich bedarf deiner, als meines himmlischen Seelenarztes. Du hast ja gesagt: Rommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Ach, Herr, ich komme, mit vielen Sünden beladen; nimm sie von mir, erledige mich dieser großen Bürde. Ich komme als ein Unreiner, rei0 Nach dem heiligen Abendmahl. 39. O allmächtiger, barmherziger Gott und Vater, der du mich nun abermal um deines Sohnes willen zu Gnaden angenommen und deiner Huld und aller himmlischen Gnadenschätze von neuem im heiligen Abendmahl versichert hast, wie soll ich doch diese hohen Wohlthaten vergelten und mich gegen dich dankbar erzeigen? Liebster Vater, du forderst ja nichts von mir, als daß ich dich fürchte und in allen deinen Wegen wandle, daß ich dich liebe, dir von ganzem Herzen und von ganzer Seele diene, deine 44 Buß-, Beicht- und Communiongebete. Gebote halte und dir anhange, selbst verwerflich mache, sondern auf daß es mir wohlgehe; denn daß ich solche Gräuel von deinem es ist mir ja deutlich gesagt, was Angesicht wegthue, meine Hand gut ist und was du, Herr, von vom Unrechten kehre und nach mir forderst: nämlich dein Wort deinen Geboten wandle. Gieb, halten, Liebe üben und demüthig daß ich hinsort nicht mir selbst ſein vor dir. lebe, sondern dir und deinem lieben Sohne Jesu Christo, der für mich gestorben und auferstanden ist, und jetzt wiederum mich mit seinem Fleisch und Blut zu einem neuen Leben gespeiset und getränfet hat. Gieb, daß ich an meinem Beib und in meinem Geist dich preise und dir diene die ganze Zeit meines Lebens in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefällig ist. Dazu verleih mir deine göttliche Gnade und Kraft um Jesu Christi willen. Amen. Johann Habermann, g. 1516, ft. 159) Ja, Vater, meine Begierde wäre wohl, von Sünden zu lassen und nach deinem Willen zu leben; ich finde aber so viel Stärke und Vermögen nicht in mir. Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen finde ich nicht. Darum beuge ich meine Knice vor dir und bitte demüthiglich, du wollest mir ein anderes Herz, nämlich statt des alten steinernen, ein neues fleischernes Herz und einen neuen Geist geben und einen solchen Menschen aus mir machen, der dich erkenne, dir treulich folge und in deinen Geboten wandle 40. Ach du freundlicher, liebund darnach thue. Gieb mir, o reicher Herr Jesu Christe! dir sage Herr, dein Gesetz und deine Furcht ich von Herzen Dank, daß du mich in mein Herz, daß ich nicht mehr mit der köstlichen und theuren von dir abweiche, sondern deinem Speise und dem Trank deines heiWort und deiner Stimme gehor- ligen Leibes und Blutes geſpeiset che, dir treulich und rechtschaffen und erquicket hast. Ach, wer bin diene und dir allein anhange. Hilf, ich, daß du mich Unwürdigen gedaß ich den alten Menschen ablege, würdiget hast, von deinem Tische des Fleisches Geschäfte tödte, hin- zu essen! Ach, wie könntest du mir gegen im Geist meines Gemüths doch ein höheres Pfand geben deimich erneure und den neuen Men- ner Liebe und eine größere Verschen anziehe, der nach dir geschaf- sicherung meiner Erlösung, der fen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Regiere mich, o Vater, mit deinem heiligen Geist, Gieb, daß ich deine große Liebe daß ich mich hinfort nicht mehr nimmermehr vergesse, deines heiverunreinige mit allerlei Sünden ligen Todes stetiglich gedenke. und Lastern und dadurch mich Dein heiliger Leib und dein theuVergebung der Sünden und des ewigen Lebens! pas chus Nach dem heiligen Abendmahl. 45 res Blut heilige und segne mei-| Glauben einschlafen, am jüngsten nen Leib und meine Seele und Tage fröhlich auferstehen und in behüte mich vor allen Sünden. die ewige Freude eingehen. Amen. Ach, mein Erlöser und Seligmacher, lebe du in mir und ich in dir. Joh. Arndt, g. 1555, ft. 1621. Bleibe du in mir und ich in dir. 41. Preiswürdigster Herr JeVertreib aus meinem Herzen alle Untugend; behalte und besize du allein das Haus meines Herzens. su Christe, du hast dich heute unendlich tief zu mir herabgelassen, indem du deinen wahren Leib und Blut unter dem Brod und Wein mir zu essen und zu trinken ge= geben; denn damit hast du mir Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit geschenkt, obschon ich der keines werth und würdig bin. Großes hast du an mir gethan, das erfennet meine Seele wohl. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat! Wie soll ich dem Herrn vergelten alle seine Wohlthat, die er an mir thut! Siehe, ich fann nichts thun, o Herr, als mich selber dir geben mit allem, was ich habe und bin, dir zur Gabe und Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei. Und das thue ich denn auch heute, und thue es mit aufrichtigem Sinn. O Herr, nimm mich nur in Gnaden an und verwirf mich nicht von deinem Angesichte. Meine arme Seele hat sich mit dir verbunden als deine Braut, und du hast dich mit ihr verlobet und vereiniget in Ewigkeit, und ist nun eine Königin worden, weil du selbst, der König aller Könige, dich mit ihr vermählet hast. Wie sollte sie sich wieder zur Dienstmagd erniedrigen so vieler Süns den und Unsauberkeit! Wie sollte sie sich ihres Adels wieder verlustig machen durch die Eitelkeit und Nichtigkeit der Sünden und sich selbst unwürdig einer so hohen Ehre! Ach, schmücke und ziere meine Seele mit geistlichem Schmuck, mit himmlischer Schönheit, mit starkem Glauben, feuriger Liebe, brennender Hoffnung, mit tiefer Demuth, heiliger Geduld, brünstigem Gebet, holdseliger Sanftmuth, sehnlichem Verlangen nach dir allein und nach dem ewigen Leben, daß ich mit dir allein Gemeinschaft habe, ich esse oder trinke, schlafe oder wache, lebe oder sterbe; daß du bei mir und in mir, und ich bei dir und in dir ewig bleibe, in dir esse und trinke, von dir rede, singe und jage, ohne Unterlaß an dich gedenfe; daß ich möge in diesem fältiger wachen und um so brünSiehe, ich entsage hiermit der Welt und allem, was in der Welt ist, der Fleischeslust, der Augenlust und allem hoffärtigen Wesen und will dawider streiten für und für, will alle Tage den Harnisch Gottes anziehen und um so sorg 46 Buß-, Beicht- und Communiongebete. stiger beten, je listiger und grau-| Kreuz und Trübsal heimgesucht samer der Feind ist und je mehr werde; alle, die gottselig leben er es mit Ernste meint. piassid wollen in der Welt, müssen ja Verfolgung leiden. Aber, o Herr, welch ein Kreuz und Trübsal nach deinem Wohlgefallen mich auch treffen mag, dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei deiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rath und nimmst mich endlich zu Ehren an. Gieb mir nur Geduld, deine Geduld, damit ich meinen Mund nicht aufthue, und laß nur deine Gnade nicht von mir weichen; sonst ganz nach deinem Willen. Damit ich dir recht dienen möge nach deinem Wohlgefallen, so stehe mir bei, daß ich alle Menschen liebe, wie mich selbſt. Ja, hilf mir, daß ich auch liebe meine Feinde, segne, die mir fluchen, thue wohl denen, die mich hassen, und bitte für die, so mich beleidigen und verfolgen. Deine große Liebe, o Herr, die du uns erwiesen, soll mir ein steter Antrieb und ein Spiegel sein. Ich lege hiemit ab zu deinen Füßen allen Neid, allen Stolz, allen Geiz, alle Unreinigkeit und Unkeuschheit, alle Lieblosigkeit, allen Zorn, allen Groll, alle Unfreundlichkeit, alle Lüge, Falschheit und Heuchelei. Ich will Niemanden vervortheilen, Niemanden kränken, Niemandes spotten, Niemanden ärgern und hassen. Nimmer will ich meinen Nächsten richten und übel von ihm reden. Ich will die Wunderlichen, die SchwaDagegen dir, Herr, sage ich zu von ganzem Herzen. Dein will ich sein und bleiben. Mit dir will ich es halten, du König der Ehren. Dir, meinem angeborenen Herrn, der mich auch erlöst hat von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels, dir will ich bis in den Tod getreu und unterthänig sein und an deinen Namen, an dein Evangelium, Blut und Tod fest glauben. Dich will ich überall suchen, und wo du nicht bist, da will ich auch nicht sein. Wenn ich mich zu Bette lege, will ich an dich denfen, und wenn ich erwache, will ich von dir reden. Wenn ich zu Tische site, sollst du mein Gast sein, und wenn ich an die Arbeit gehe, will ich dich hinzurufen. Wenn ich unter Menschen bin, will ich deiner Gegenwart mich erinnern, und wenn ich alleine bin, will ich mit dir sprechen. Man spotte meiner, oder man zürne mir, so will ich es doch frei vor jedermann bekennen: Ich armer, sündiger Mensch bin des Herrn Eigenthum, ich lebe nicht mehr mir selbst, ich sterbe nicht mehr mir selbst; lebe ich, so lebe ich dem Herrn, sterbe ich, so sterbe ich dem Herrn; darum, ich lebe oder sterbe, so will ich doch ewig des Herrn sein.2 sin or Es mag sein, Herr, mein Gott, daß in deiner Nachfolge ich mit Nach dem heiligen Abendmayi. chen, die Ungeduldigen, die Zornigen, meine Feinde und Widersacher tragen und über ihre Fehfer hinweg und auf dich sehen, wie du alle Schmach und Bein stille gelitten und für deine Feinde liebreich gebeten hast. So will ich auch nicht drohen, wenn ich leide, sondern es dir heimstellen und auf die Erlösung hoffen. Ich will Niemanden verachten, die Armen nicht abweisen, sondern sie für deine und meine Brüder ansehen. Wittwen und Waisen will ich trösten, berathen und ihnen helfen. Für alle Menschen, für deine Kinder und Knechte insonderheit, will ich gern und oftmals beten. Ich will festhalten an der Gemeinschaft der Gläubigen, die an allen Enden der Erde sind. Laß auch die sich zu mir halten, die dich fürchten und deine Erscheinung lieb haben. Dich will ich gerne hören in deinem Worte, dein süßes Evangelium will ich oft und mit Lust betrachten. O 47 Herr, ein Tag in deinen Vorhöfen ist ja besser, denn sonst tausend. Ich will täglich gläubiger, demü- thiger, stiller, wachsamer, reiner, heiliger und dir, Herr, ähnlicher und gleichgesinnter werden. Allezeit will ich am ersten trachten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit; dann will ich im Glauben meinen Beruf mit aller Gewissenhaftigkeit ausrichten. Ich will mich freuen, aber nur in dir; ich will sorgen, aber nur für meine Seele; ich will mich gern verleugnen, aber nur um deinetwillen. Ich will in der Welt leben, aber nicht mit der Welt. Ich will meineSünde erkennen, an dich will ich glauben, dir will ich leben, dir will ich sterben, dir will ich dienen ewiglich. Hilf du mir nur, o Herr, zu dem allen. Stehe du mir zur Seite und laß deine Kraft in mir Schwachen mächtig sein; denn ohne dich kann ich nichts thun. Verlaß mich nimmermehr! Amen. Wilhelm Gottlieb Reiz, geb. 1750. IV. Kreuz- und Troftgebete. E auch allerlei Trübsal und Widerwärtigkeit, zum Besten dienen müssen. Denn Trübsal bringt Geduld, Geduld bringt Erfahrung, Erfahrung bringt Hoffnung, Hoffnung aber läßt nicht zu Schanden werden. Darum danke ich dir, daß du mit dem lieben Kreuz mich auch so väterlich heimsuchst, und bitte dich herzlich, du wollest mich im Glauben und christlicher Geduld In äußerer Noth. 42. Barmherziger Gott, der du bist die Stärke der Schwachen, die Kraft der Mühseligen, der Trost der Betrübten, die Freude der Traurigen, die Zuflucht der Verlassenen, die Hülfe der Angefochtenen, das Leben der Sterbenden: ich weiß, daß denen, die dich lieben, alle Dinge, und also 48 Kreuz- und Trostgebete. fest erhalten, daß ich allein dar- auch mein Elend so genau und so auf hoffe, daß du so gnädig bist, und mein Herz sich freue, daß du so gern hilfst. mitleidig, als du, barmherziger Hoherpriester, der du auch allenthalben verſucht biſt. Ach, so sieh mich doch mit den Augen deiner Gnaden an, so wie du am Delberg in der Angst des Geistes von deinem Vater angeschauet und gestärket wurdest. Ich bitte dich um deiner Zusage willen, du wollest mich nach deinem Wohlgefallen aus diesem Elend erretten. Ach Herr, laß dir dein Herz erweichen, daß du dich mein erbarmest. Ach, neige deine Ohren zu meinem Geschrei und verstoße mich nicht, um deines Namens willen. Herr, hilf mir, ich verderbe sonst. Ja, ich lasſe dich auch nicht und halte dich bei deinem Wort, daß wir dein Antlitz suchen sollen; darum segne mich auch. Gedente doch an deinen Bund und welchen Eid du ge= schworen hast, daß du des Sünders Tod nicht wollest. Warum solltest du mich denn also in meiner Unreinigkeit dahin raffen, ehe ich von dir zur Ewigkeit recht beunendliche, tiefe Er- reitet wäre? Laß ab von mir, daß barmung, die du dich in Christo ich mich noch einst erhole und dich allen Menschen eröffnet und dar- noch hier dafür preise, weil man geboten hast, erbarme dich doch im Tode dein nicht gedenkt. meiner in allen meinen Anliegen. 43. Du, Herr, bist mein Theil, spricht meine Seele, darum will ich auf dich hoffen; denn du bist freundlich dem, der auf dich harret, und der Seele, die nach dir fragt. Es ist ein köstlich Ding einem Manne, daß er das Joch seiner Jugend trage, daß ein Verlaffener geduldig sei und in der Hoffnung harre. Denn du wirst des Armen nicht so ganz vergessen, und die Hoffnung der Elenden wird nicht verloren sein ewiglich; sondern ihr Verlangen hörst du, Herr, ihr Herz ist gewiß, daß dein Ohr darauf merket. Darauf will ich leben und sterben; stärke, o Herr, das in mir angefangene Werk im Glauben und meine Arbeit in der Liebe und meine Geduld in der Hoffnung, welche ist mein Herr Jesus Christus, mein Leben und ewiger Trost. Amen. Dr. Georg Råmann( aus Gubach), 1689. Du weißt es ja am besten, was mich drückt und jetzt in große Versuchungen bringen will. Wem soll ichs auch flagen als dir, der du in der Zeit der Noth willst angerufen sein und mich zu deinem Preise gern erhörest? Niemand empfindet Ich bin zwar deiner Rettung nicht werth, das weiß ich wohl; aber hochbedürftig bin ich ihrer doch und müßte ohne deine Hülfe vergehn. Das weißt du nun, lieber Vater, darum fannst du nicht zusehn deines Geschöpfes Untergang, sondern du mußt dich sein In äußerer Noth. erbarmen. Siehe, ich schütte alle side meine Noth in deinen erbarmenden Schoß und allen meinen Kummer 44. Herr Christe, du treuer werfe ich zu deinen Füßen. Ich Hoherpriester, der du versuchet bist schreie mit dem cananäischen Wei- allenthalben gleich wie wir, auf be: Herr, hilf mir! Ach Herr, daß du helfen könntest denen, die höre! Ach Herr, sei gnädig! Ach versucht werden: ich hebe mein Herr, schone um deiner Ehre wil- Herz, Augen und Hände auf zu len, daß der Feind sich nicht rüh- dir, o du Anfänger und Vollender me, er sei mein mächtig geworden. des Glaubens, der du dazu er= O Herr Jesu, durch alle deine schienen bist, daß du die Werke Todesangst, durch den bittern des Teufels zerstörest: auf dich Leidenskelch, durch dein Zittern, traue ich, zu dir flehe ich, laß mich Trauern und Zagen bitte ich doch nimmermehr zu Schanden dich, errette mich. Hilf mir aus werden, daß sich meine Feinde dieser Stunde. Durch dein Angst nicht über mich freuen. Denn ich geschrei und deine Thränen, da- habe nicht mit Fleisch und Blut durch du zum Vater riefest, hilf zu kämpfen, sondern mit Fürsten mir auch aus diesem Tod, wie dir und Gewaltigen, nämlich mit den ausgeholfen ward. Ach, opfere du Herren der Welt, die in der Findem Vater all dein Leiden für sterniß dieser Welt herrschen, mit mich zur Versöhnung und Stil- den bösen Geistern unter dem lung des Zorns, bis er vorüber- Himmel. Um deswillen so ziehe gehe. Ach, wirke in mir solche mir an den Harnisch Gottes und Gelassenheit, solche Aufopferung den Krebs der Gerechtigkeit und und Ulebergabe meines Willens, umgürte meine Lenden mit Wahrdaß ich von ganzem Herzensgrund heit, daß ich Widerstand thun und mit dir sagen lerne: Jsts möglich, bestehen könne gegen die listigen Vater, so überhebe mich dieses Anläufe des Teufels und alles Kelches! Nicht wie ich will, son- wohl ausrichten und das Feld bedern wie du willst.ssumin halten möge. Vor allen Dingen aber rüste mich mit dem Schild des Glaubens, mit welchem ich auslöschen könne alle feurige Pfeile des Bösewichts, und setze mir auf den Helm des Heils und gieb mir das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes, damit ich alle Streiche der gefährlichen Gedanken, so mir der Satan eingiebt, abwehren könne. Denn un34 Nun, Vater, es ist dir alles möglich, das glaube ich festiglich, und bin gewiß, daß mich weder dies gegenwärtige Elend, noch zukünftiges scheiden soll von deiner Liebe, die in Christo Jesu ist. Also geschehe dein vollkommener Wille an mir in Ewigkeit. Du wirsts wohl machen! Amen. in Gottfr. Arnold, g. 1665, ft. 1714. 49 Jadual 10 l In innerer Anfechtung. Kreuz- und Trostgebete. 50 fer Glaube ist der Sieg, der die Welt überwindet. iom lost In Krankheit. omandas Laß mich keine Verſuchung, tein 45. Allmächtiger Gott, himmKreuz, Angst, Traurigkeit oder lischer Vater, weil du uns geboten Anfechtung von deinem Wort und hast und gesprochen:> Rufe mich seligmachenden Glauben abtrei- an in der Noth, so will ich dich ben; sondern verleihe mir Bestän- erhören und du sollst mich preidigkeit, daß ich sowohl am bösen, als am guten Tage dir beharrlich diene, dich fürchte und liebe, dir vertraue, deinen Namen inbrünstiglich anrufe und dein Wort vor aller Welt freudig bekenne. Am guten Tage aber, wenn es mir wohl gehet, erhalte mich durch deinenheil. Geist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit, daß ich fest bleibe und mit Furcht und Zittern nach meiner Seligkeit strebe, damit ich nicht sicher werde und also von neuem in Unglauben, Verzweiflung und andere großeSchande und Laster geſtürzet werde. sen«, deswegen schreie ich zu dir in dieser meiner großen Noth, durch Jesum Christum, deinen lie= ben Sohn, und bitte dich, du wollest mich armen fündigen Men= schen nicht verlassen. So nun diese meine Krankheit nicht zum Tode ist, so hilf mir auf, daß ich genese, um deiner Barmherzigkeit willen. auf daß ich deine Macht und Kraft an mir verkündige und preise. Wo es mir aber nüßlicher ist, zeitlich zu sterben, denn allhier in diesem Jammerthal und elenden Leben zu bleiben, so geschehe, Herr, dein göttlicher Wille, wie im Himmel, also auch auf Erden. Verleihe mir nur Gnade, daß ich mich in deinen Willen, der allezeit der beste ist, gänzlich ergebe. Erhalte mich fest im christlichen Glauben und wahrer Erkenntniß bis an mein Ende. Laß mich von dir nimmermehr abgeschieden werden, sondern nimm meine Seele zu dir in dein Reich, durch deinen lieben Sohn Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Zerstöre alle Werke des Teufels, damit er mir das Ziel der Seligkeit gern verrücken wollte, und vollführe das gute Werk, das du in mir angefangen hast, daß ich lauter und unanstößig bleibe bis auf den Tag deiner Erscheinung, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch dich in mir geschehen zur Ehre und Lobe Gottes, wie geschrieben stehet: Getreu ist Gott, der euch berufen hat zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Christi, der wird euch vollbereiten, Jobann Habermann, g. 1516 ft. 1590. stärken, kräftigen und gründen, demselben sei Ehre und macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Bernhard Albrecht, g. 1569, ft. 1636 46. Herr Jeſu Christe, du hast deinen Boten zu mir geschickt, nämlich diese meine Krankheit, und mich zur Buße ermahnen las In Krankheit. Für Sterbende. 51 sen. Sieh, mein Herr, ich erkenne| Darum bitte ich dich: Ach deinen gnädigen Willen, bin gehorsam und kehre mich zu dir. Mein Gott, ich sende dir wieder einen Boten: nämlich mein armes Gebet und Seufzen. O Herr, nimm mein Flehen an und laß mein Seufzen vor dich kommen! Gefällt es dir, mein Erlöser, ists mir gut und selig, daß ich leben soll: nun, so richte mich auf und hilf, daß es ein neues, gesundes, christliches Leben sei bis an mein Ende. Gefällt dirs nicht, daß ich lebe, sondern daß dies mein Ende - Herr, lehre mich doch, daß es ein Ende mit mir haben muß, und mein Leben ein Ziel hat, und ich davon muß. Ich weiß auch, daß ich alles muß verlassen, meine Habe, Gut, Ehre, Glück und was ich in der Welt besize. Ich habe hier keine bleibende Stätte, sondern die zukünftige suche ich. Daran möge mich meine Frankheit erinnern, damit ich mich mit Gebet, mit Buße und Glauben, mit wahrer Prüfung meines bisherigen Lebens zum seligen Ster21 Martin Moller, g. 1547, ft. 1606. sein soll: nun, so sei es ein seli- ben bereite und also von Welt ges. So fomm, o Herr Jeju, und Sünden abgezogen, und mein und nimm meine Seele in deine Leben, Geist und Seele dir gehei= Hände. Amen. alle ligt werde. Siche, mein Gott, hie bin ich, nimm meine Seele 19óng bodhin; aber bereite mich zuvor recht 47. Mein Gott, es hat dir in der Zeit, daß, wenn ich sterbe, nach deinem heiligen Rath und Willen gefallen, mich auf dieses Krankenbett zu legen und dadurch nicht allein mich von meinen Geschäften, meinen Sünden und sündlichen Gewohnheiten abzu ich mög in deiner Gnade und selig sterben. Amen. Joh. Friedr. Start, g. 1680, ft. 1756. biinid nsbildnegul? zado med Für Sterbende. schneiden, sondern mich auch an meinen Tod zu erinnern, mich aufmerksam zu machen, daß ich ein sterblicher Mensch sei. Siehe, meine Tage sind eine Hand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir; ach, wie gar nichts sind doch alle Menschen, die doch so sicher leben! Ich weiß auch, daß dem Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben, darnach das Gericht. Doch vergesse ichs nur zu leicht wieder. 48. Du frommer und getreuer Gott und Vater unseres lieben Herrn Jesu Christi, ich bitte dich von Herzen, du wollest michin meiner Noth nicht verlassen, sondern mit dem Licht deiner wahren Erkenntniß erleuchten, daß ich in demselben aus dieser Finsterniß zu dir, dem ewigen Licht, möge wandeln. O Herr, sei du bei mir, wenn ich sterben soll; stehe du mir zu meiner rechten Hand, wenn ich soll meinen Geist aufgeben; errette od Kreuz- und Trostgebete. 52 mich aus der Hand des Feindes, tröste und stärke mich, erhalte mich in deiner Erkenntniß und festem, starfen Vertrauen auf deine große Gnade und Barmherzigkeit. Ach Herr Gott, laß das letzte Wort deines lieben Sohnes am Stamme des Kreuzes auch mein letztes Wort sein, daß ich mit starkem und gläubigem Vertrauen im Herzen darf sagen: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist; denn du hast mich erlöset, du getreuer Gott. Und wenn ich aus Schwachheit und Größe meiner Krankheit solches mit dem Munde nicht könnte ausreden, so laß doch mein Herz also in der Stille zu dir rufen und seufzen. Amen. Andreas Musculus, g. 1514, st. 1581. stised jodo; ni 49. Ewiger Gott, du barmherziger und getreuer Schöpfer, siehe, ich stehe nun vor der Pforte der Ewigkeit. In wenig Stunden oder Augenblicken bin ich vielleicht schon aus dieser sichtbaren Welt geschieden. Ach, verlasse mich doch nicht in diesem schweren Durchgang! Ach, sei mein Geleitsmann auf dem Wege zu dir! Ach Jesu, du Sohn David, erbarme dich mein! Ach du Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt und wegnimmt, sei mir gnädig und gieb mir deinen Frieden! Ach, thue mir auf die Thüre der Gnaden! Ach, schließ Tentu bid sdoff: lot modsatt Hot chi amour ding matbor zon fisnodegjun auf dein Paradies, das durch die Sünde verschlossen ist, und nimm mich aus Gnaden ein, wie den bekehrten Schächer; denn du hast die Schlüssel der Hölle und des Todes. dum de om O Jesu, deine Wunden mögen mir bereiten einen Durchbruch durch die enge Pforte; dein Blut helfe mir überwinden. Ich liege da in großer Angst und krümme mich unter deiner Hand. Ach, löse du, o mein Erlöser, alle Bande meiner Sünden auf, daß ich ritterlich ringe und mit dir frei und getrost eindringe durch den Tod ins Leben.inclo Ach heiliger Geist, du höchster Tröster in aller Noth und auch in dieser letzten Noth, thue mir doch aus Gnaden auf die Thür der göttlichen Barmherzigkeit. Ach öffne mir das Herz des Vaters; denn du, als der Geist des Sohnes, hast den Schlüssel zu demselben, du, der aufschließt, daß niemand zuschließen kann. Darum laß mich den Eingang zur wahren Ruhe finden und nicht zu Schanden werden. Ich weiß sonst teine Zuflucht noch Rath im Himmel und auf Erden, als deine lautere Gnade, o Gott, mein Erlöser. Auf diese laß mich allein leben und sterben in ernster Buße. Ja, laß mich an dich, o Jesu, glauben, damit ich den Tod nicht sehe ewiglich. te mod and hun Gottfried Arnold, g. 1665, ft. 1714. schi sfogasd ho tino apd Juonid pop aut sqund nis and o@ 80 Erbaulicher Bericht dan 2010 sid this we dons day uslolus voted span& 1160g hongi duis spo annid aradap siur i mdmar vodot Hol and motorul de pillior von dem just Leiden und Sterben unsers Herrn und Heilandes Jeju Christi zur Erlösung des menschlichen Geschlechts, biop sbjer nach den mo mechani 1100 Endn@ 53 heiligen Evangelien für die Passionszeit geordnet. di 39 30 du vodi ot dioc hos Erstes Hauptstück.ddämble dan Das Osterlamm. dr. matdat Siehe, ich komme; im Buche ist von mir geschrieben. Pf. 40, 8. Sch will sie erlösen aus der Hölle und vom Tode erretten. Tod, ich will dir ein Gift sein: Hölle, ich will dir eine Pestilenz sein. Hos. 13, 14. 07 Bold nr. 101. v. 1.0 silsid del 19 Meine Seel, ermuntre dich; no an thin distämer Deines Jesu Lieb bedenke; Wie er für dich giebet sich, no Darauf deine Andacht lenke. bilindreder side Ach erwäg die große Treue sort Und dich deines Jefu freue. 15C Gottes, die zerstreuet waren, zusammenbrächte. Von dem Tage an rathschlageten sie, wie sie ihn tödteten. Da versammelten die Hohen- lein, sondern daß er die Kinder priester und die Pharisäer einen Rath und sprachen: Was thun wir? Dieser Mensch thut viele Zeichen. Lassen wir ihn also, so werden sie alle an ihn glauben. So kommen dann die Römer und nehmen uns Land und Leute. Einer aber unter ihnen, Caiphas, der desselben Jahrs Hoherpriester war, sprach zu ihnen: Ihr wisset nichts, bedenket auch nichts; es ist uns besser, ein Mensch sterbe für das Volk, denn daß das ganze Volk verderbe. Solches aber redete er nicht von sich selbst, sondern dieweil er desselbigen Jahrs Hoherpriester war, weissagete er. Denn Jesus sollte sterben für das Volk, und nicht für das Volk alMel. Christus, der uns selig macht. In den Tod gegeben, Christus ist für fremde Sünd Auf daß du, o Menschenkind, Durch ihn möchtest leben; Daß er mehrte sein Geschlecht, Den gerechten Samen, Der Gott dient und Opfer brächt Seinem heilgen Namen. sd hog Denn das ist die höchste Freud Und des Vaters Wille, Daß den Erdkreis weit und breit Sein Erkenntniß fülle; Damit der gerechte Knecht, Der vollkommne Sühner, Gläubig mach und recht gerecht Alle Sündendiener. 54 Erbaulicher Bericht vom Und Jesus zog hinauf gen Je- den- Wasser, und sie zerbrach das rusalem und nahm zu sich die Glas und goß es auf sein Haupt, zwölf Jünger besonders auf dem da er zu Tische saß. Da das Wege und sprach zu ihnen: Sehet, seine Jünger sahen, wurden sie wir gehen hinanf gen Jerusalem, und es wird vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden den Heiden; und er wird verspottet und geschmähet und verspeiet werden; und sie werden ihn geißeln und tödten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der feins, und die Rede war ihnen verborgen, und wußten nicht, was da gesagt war. dsd unwillig und sprachen: Was soll doch dieser Unrath? Man könnte das Wasser mehr, denn um dreihundert Groschen verkauft haben und dasselbe den Armen geben, und murreten über sie. Da das Jesus merkete, sprach er zu ihnen: Lasset sie zufrieden, was befümmert ihr das Weib? Sie hat ein gut Werk an mir gethan. Ihr habt allezeit Arme bei euch, und wanı. ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes thun; mich aber habt ihr nicht allezeit. Sie hat gethan, was sie gekonnt. Denn daß sie das Waſser Strafe! s hat auf meinen Leib gegossen, damit ist sie zuvorkommen, meinen Leichnam zu salben, zu meinem Begräbniß. Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird handelt: od man auch das sagen zu ihrem Gedächtniß, was sie jetzt gethan hat. dr Tom Nr. 92. B. 9.19 not Ich bin, mein Heil, verbunden don All Augenblick und Stunden Dir überhoch und sehr. Was Leib und Seel vermögen, 390 Das soll ich billig legen inf Allzeit an deinen Dienst und Ehr. Nr. 86. V. 4 11. 5. Wie wunderbarlich ist doch diese Der gute Hirte leidet für die Schafe; Die Schuld bezahlt der Herre, der Für seine Knechte.[ Gerechte, Der Fromme stirbt, der recht unb richtig wandelt; Der Böse lebt, der wider Gott mißDer Mensch verwirkt den Tod und ist entgangen; Du wirst gefangen. mo ne Sechs Tage vor den Ostern tam Jesus gen Bethanien, da Lazarus war, der Verstorbene, welchen Jesus auferwecket hatte von den Todten. Daselbst machten sie ihm ein Abendmahl im Hause Simonis des Aussäßigen, und Martha diente; Lazarus aber war einer von denen, die mit ihm zu Tische saßen. Da trat zu ihm Maria, die hatte ein Glas mit ungefälschtem und köstlichem Nar Es war aber der Satanas ge= fahren in den Judas, genannt Jscharioth, der da war aus der Zahl der Zwölfen. Und er ging hin und redete mit den Hohenpriestern und mit den Hauptleuten, daß er ihn verrieth, und sprach: Was wollt ihr mir geben? Ich will ihn Leiden und Sterben Jesu Christi. euch verrathen. Da sie das hö-| reten, wurden sie froh, und sie boten ihm dreißig Silberlinge; und er versprach sich. Und von dem an suchte er Gelegenheit, daß er ihn überantwortete ohne Rumor. 55 13 Nr. 229. V. 1. Schmücke dich, o liebe Seele! Komm ans helle Licht gegangen, Laß die dunkle Sündenhöhle, di Fange herrlich an zu prangen; | Denn der Herr voll Heil und Gnaden Will dich jetzt zu Gaste laden. pmird Der den Himmel kann verwalten, Will jetzt Herberg in dir halten. Aber am ersten Tage der süßen Brode, auf welchen man mußte Und Jesus nahm den Kelch, opfern das Osterlamm, traten die dankete und sprach: Nehmet den= Jünger zu Jesu und sprachen zu selbigen und theilet ihn unter euch. ihm: Wo willst du, daß wir hin- Denn ich sage euch, ich werde von gehen und dir bereiten das Oster- nun an nicht mehr von diesem lamm zu essen? Und er sandte Gewächs des Weinstockes trinken, Petrum und Johannem und bis an den Tag, da ichs neu trinsprach: Gehet hin in die Stadt, fen werde mit euch in meines Vafehet, wann ihr hinein kommt, ters Reich. Ich bin ein rechter wird euch ein Mensch begegnen, Weinstock, und mein Vater ein der trägt einen Wasserfrug; fol- Weingärtner. Einen jeglichen get ihm nach in das Haus, da er Reben an mir, der nicht Frucht hineingehet, und saget dem Haus- bringet, wird er wegnehmen; und wirth: Der Meister läßt dir sagen, einen jeglichen, der da Frucht meine Zeit ist herbei kommen; ich bringet, wird er reinigen, daß er will bei dir die Ostern halten; mehr Frucht bringe. Ihr seid wo ist das Gasthaus, darinnen jeki rein um des Wortes willen, ich das Osterlamm essen möge das ich zu euch geredet habe. mit meinen Jüngern? Und er Bleibet in mir, und ich in euch. wird euch einen großen, gepflaster- Gleichwie der Rebe kann keine ten Saal zeigen; daselbst bereitet Frucht bringen von ihm selber, es. Sie gingen hin und fanden, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Osterlamm. Und am Abend kam er und setzte sich zu Tische mit den zwölf Aposteln. Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlanget, dies Osterlamm mit euch zu essen, ehe denn ich leide. Denn ich sage euch, daß ich hinfort nicht mehr davon essen werde, bis daß es erfüllet werde im Reich Gottes. er bleibe denn am Weinstock: also auch ihr nicht, ihr bleibet denn in mir. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibet, und ich in ihm, der bringet viele Frucht; denn ohne mich fönnet ihr nichts thun. Wer nicht in mir bleibet, der wird weggeworfen, wie ein Rebe, und verdorret, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und muß brennen. So ihr in mir 56 Erbaulicher Bericht vom fete, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus; dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden; solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß. Und sie tranken alle daraus. bleibet, und meine Worte in euch| Kelch nach dem Abendmahl, danbleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. Darinnen wird mein Vater geehret, daß ihr viele Frucht bringet, und werdet meine Jünger. Gleichwie mich mein Vater liebet, also liebe ich euch auch. Bleibet in meiner Liebe. So ihr meine Gebote haltet, jo bleibet ihr in meiner Liebe, gleichwie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe. Solches rede ich zu euch, auf daß meine Freude in euch bleibe, und eure Freude vollkommen werde. Das ist mein Gebot, daß ihr euch unter einander liebet, gleichwie ich euch liebe. Dabei wird jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe unter einander habet. Niemand hat größere Liebe, denn die, daß er sein Leben lässet für seine Freunde. Nr. 226. V. 1. Herr Jesu, dir sei Preis und Dank Für diese Seelenspeis und Trank, Damit du uns begabet! Im Brod und Wein dein Leib und end Mel. Schmücke dich, v liebe Seele. Jesu, der du deine Liebe Läsfest durch des Geistes Triebe In die Herzen sich ergießen, Und im Glauben dich genießen: Wer kann sagen und beschreiben, Was es sei, in dir stets bleiben, Dir im Glauben anzuhangen, Dich in Liebe zu empfangen! On Blut Kommt uns wahrhaftig wohl zu gut Und unsre Herzen labet. Daß wir 10 19000 borgi In dir und nach allem Wohlgefallen heilig leben, Solches wollest du uns geben. Vor dem Feste aber der Oſtern, das ist, auf denselbigen Abend, da Jesus erkennete, daß seine Zeit kommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater, wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebete er sie bis ans Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Jicharioth ins Herz gegeben, daß er ihn verrieth, wußte Jesus, daß Und indem sie aßen in der ihm der Vater hatte alles in seine Nacht, da er verrathen ward, Hände gegeben, und daß er von nahm der Herr Jesus das Brod, Gott gekommen war und zu Gott dankete, brachs und gabs den ging, stand er vom Abendmahl Jüngern und sprach: Nehmet, auf, legte seine Kleider ab und esset, das ist mein Leib, der für nahm einen Schurz und umgüreuch gegeben wird; solches thut tete sich. Darnach goß er Wasser zu meinem Gedächtniß. Dessel- in ein Becken, hob an, den Jünbigen gleichen nahm er auch den gern die Füße zu waschen, und Leiden und Sterben Jesu Christi. 57 trocknete sie mit dem Schurz, da- auch. So nun ich, euer Meister mit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro; und derselbige sprach zu ihm: Herr, solltest du mir die Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jetzt nicht, du wirsts aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Theil an mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt! Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht, denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräther wohl, darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. und Herr, euch die Füße gewaschen habe, sollt ihr auch euch unter einander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Knecht ist nicht größer, denn sein Herr, noch der Apostel größer, denn der ihn gesandt hat. So ihr solches wisset, selig seid ihr, so ihr es thut. Mel. Herr und Aeltster deiner 2c. Ja, er liebt die Seinen bis ans Ende, Wüßte sie gern alle rein. piding Streckt zu ihnen aus die heilgen Hände, Reinigt sie, sein Volk zu sein. Herr und Meister du, an den ich glaube, Wasch auch mich von jedem Erdenstaube, Und an Lieb und Demuth reich Mach mein Herz dem deinen gleich. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider, und setzte sich wieder nieder, und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißet mich Meister und Herr, und saget recht daran, denn ich bins Nr. 88, V. 7. Laß mich an andern üben, und meinen Nächsten lieben, d Was du an mir gethan, od mali Gern dienen jedermann Ohn Eigennuß und Heuchelschein Und, wie du mir erwieſen, Aus reiner Lieb allein. Nicht sage ich von euch allen, ich weiß, welche ich erwählet habe; sondern daß die Schrift erfüllet werde: Der mein Brod isset, der tritt mich mit Füßen. Jeßt sage ichs euch, ehe denn es geschiehet, auf daß, wenn es geschehen ist, daß ihr glaubet, daß ichs bin. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer aufnimmt, so ich jemand senden werde, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Da Jesus solches gesagt hatte, ward er betrübt im Geist und zeugete und sprach: Wahrlich. wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch, der mit mir iſset, wird mich verrathen. Siehe, die Hand meines Verräthers ist mit mir über Tisch. Und die Jünger 58 Erbaulicher Bericht vom dist wurden sehr traurig, sahen sich| er tauchte den Bissen ein, und unter einander an, und ward ih- gab ihn Judas Simonis Ischanen bange, von welchem er re- rioth. Und nach dem Bissen fuhr dete. Und sie fingen an zu fragen der Satan in ihn. Da sprach unter sich selbst, welcher es doch Jesus zu ihm: Was du thust, wäre unter ihnen, der das thun das thue bald. Dasselbige aber würde, und sagten zu ihm, einer wußte niemand über dem Tisch, nach dem andern: Herr, bin ichs? wozu er es ihm sagte. Etliche ind der andere: Bin ichs? Er meineten, dieweil Judas den Beuantwortete und sprach: Einer tel hatte, Jesus spräche zu ihm: aus den Zwölfen, der mit mir Kaufe, was uns noth ist auf das in die Schüssel tauchet, der wird Fest; oder, daß er den Armen inich verrathen. Des Menschen etwas gäbe. Da er nun den Sohn gehet zwar dahin, wie von Bissen genommen hatte, ging er ihm beschlossen und geschrieben ist; so bald hinaus. Und es war doch wehe dem Menschen, durch Nacht. i thin d welchen des Menschen Sohn ver- dus Herr, erbarme dich! rathen wird! Es wäre ihm besser, daß derselbige Mensch noch nie zeboren wäre. Da antwortete Judas, der ihn verrieth, und sprach: Bin ichs, Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagest es. do follo di Christe, erbarme dich! nend bin Herr, erbarme dich! 0198 39800 Da aber Judas hinaus gegangen war, erhob sich ein 3ank unter ihnen, welcher unter ihnen sollte für den Größesten gehalten werden. Er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Könige herrschen, und die Gewaltigen heißet man gnädige Herren. Ihr aber nicht also; sondern der Größeste unter euch soll sein wie der Jüngste, und der Vornehmste wie ein Diener. Denn welcher ist der GröBeste? Der zu Tische sitzet, oder der da dienet? Ist es nicht also, daß, der zu Tische sizet? Ich aber bin mitten unter euch wie ein Diener. Ihr aber seid es, die ihr beharret habt bei mir in meinen Anfechtungen. Und ich will euch das Reich bescheiden, wie mirs mein Vater beschieden hat; daß ihr essen und trinken sollt d und 1( b93 19por Mel. Jesus, meine Zuversicht. O Herr, habe Acht auf mich, Daß ich nicht verloren gehe. shi Hab ich doch gekostet dich un Viele Müh und Arbeitswehe. Drum wär um so größre Pein, Doch verloren einst zu sein. Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische saß an der Brust Jeju, welchen Jesus lieb hatte. Dem winkete Simon Petrus, daß er forschen sollte, wer es wäre, von dem er sagte. Denn derselbige lag an der Brust Jesu, und sprach zu ihm: Herr, wer ists? Jesus antwortete: Der ist es, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und menü aid dull bli 190 im ni Leiden und Sterben Jesu Christi. 59 über meinem Tische in meinem| Brüder. Er sprach zu ihm: Herr, Reich und sizen auf Stühlen ich bin bereit, mit dir ins Geund richten die zwölf Geschlech- fängniß und in den Tod zu gehen. ter Israels. Da sprach aber Je- Er aber sprach: Wahrlich, wahrsus: Nun ist des Menschen Sohn lich, Petre, ich sage dir, der Hahn verkläret und Gott ist verkläret wird heute nicht frähen, ehe denn in ihm. Ist Gott verkläret in du dreimal verleugnet hast, daß ihm, so wird ihn Gott auch ver- du mich fennest. di dont ne klären in ihm selbst und wird ihn bald verklären. Liebe Kindlein, ich bin noch eine kleine Weile bei euch. Ihr werdet mich suchen, und wie ich zu den Juden sagte: Wo ich hingehe, da könnet ihr nicht hinkommen. 91119] Nr. 362. V. 7.$ 0 Führ uns, Herr, in Bersuchung nicht, Wenn uns der böse Feind ansicht. zur linken und zur rechten Hand 3m Glauben fest und wohl gerüst, Hilf uns thun starken Widerstand, Und durch des heilgen Geistes Trost. Nr. 483. V. 11. Und er sprach zu ihnen: So oft ich euch gesandt habe ohne Liebe, zeuch uns in dein Sterben! Laß mit dir gekreuzigt sein, Beutel, ohne Taschen und ohne Was dein Reich nicht fann ererben, Schuhe, habt ihr auch je Man. Führ ins Paradies uns ein.gel gehabt? Sie sprachen: Nie Rein und frei und ganz vollkommen, feinen. Da sprach er zu ihnen: Nach dem besten Bild gebildt. Der hat Gnad um Gnad Wer aus deiner Füll sich füllt. genommen, Spricht Simon Petrus zu ihm: Herr, wo gehest du hin? Jesus antwortete ihm: Da ich hin gehe, kannst du mir auf dies Mal nicht folgen, aber du wirst mir hernachmals folgen. Petrus spricht zu ihm: Herr, warum fann ich dir auf dies Mal nicht kann ich dir auf dies Mal nicht folgen? Ich will mein Leben bei dir lassen. Jesus antwortete ihm: Solltest du dein Leben bei mir Er aber sprach zu ihnen: Es ist lassen. Simon, Simon, siehe, genug. der Satan hat euer begehret, daß er euch möchte sichten, wie den Weizen. Ich aber habe für dich gebeten, daß dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du dich der maleinst bekehrest, ſo stärke deine Aber nun, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, desselbigen gleichen auch die Tasche; wer aber nicht hat, der verkaufe sein Kleid und faufe ein Schwert. Denn ich sage euch, es muß noch das auch vollendet werden an mir, das geschrieben stehet: Er ist unter die lebelthäter gerechnet. Denn was von mir geschrieben ist, das hat ein Ende. Sie sprachen aber: Herr, Ende. Sie sprachen aber: Herr, fiche, hier sind zwei Schwerter. disle Nr. 362. V. 8. Von allem Uebel uns erlös; Erlös uns von dem ewgen Tod Es sind die Zeit und Tage bös. Und tröst uns in der letzten Noth. Bescher uns auch ein selig End; Nimm unsre Seel in deine Händ. Erbaulicher Bericht vomis 3meites Hauptstück. imid tim. Vom geistlichen Leiden Christi am Delberge. Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt. Joh. 1, 29 60 zad olod Und da sie den Lobgesang ge-| Da war ein Garten, darein ging sprochen hatten, ging Jesus hin- Jesus und seine Jünger. Judas aus nach seiner Gewohnheit über aber, der ihn verrieth, wußte den den Bach Kidron, an den Oel- Ort auch; denn Jesus versamberg. Es folgeten ihm aber seine melte sich oft daſelbst mit seinen Jünger nach. Da sprach er zu Jüngern. 9119 ihnen: In dieser Nacht werdet ihr euch alle ärgern an mir. Denn es steht geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Heerde werden sich zerstreuen. Wenn ich aber auferstehe, so will ich vor euch hingehen in Galiläam. Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sie auch alle sich an dir ärgerten, so will ich mich doch nimmermehr ärgern. Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute in dieser Nacht, ehe denn der Hahn zweimal frähet, wirst du mich dreimal verleugnen. Er aber redete noch weiter: Ja, wenn ich auch mit dir sterben müßte, wollte ich dich nicht verleugnen. Desselbigen gleichen jagten alle Jünger. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. Laß mich beten, laß mich machen, Bis mein letzter Tag anbricht; Laß mich ja nichts schläfrig machen, Bleibe du bei mir, mein Licht; Laß stets deiner Gnaden Schein Leuchten in mein Herz hinein; Hilf mir ringen, hilf mir fämpfen Und die falsche Regung dämpfen. ourism asdi bist Mel. Herr und Neftiter deiner zc. DAT JESU Für uns ging der Herr in Todesnöthen sia dni In den Garten dort hinein, Wo wir ihn hörn weinend für uns beten Auch um unser Seligjein; Für uns überfiel ihn Todesschauer; Unser Heil ward seiner Seele sauer; Für uns rann sein Fleisch und Blut, Alles, alles uns zu gut. Cui Da sprach Jesus zu ihnen: Seget euch hier, bis daß ich dort hingehe und bete. Und er nahm zu sich Petrum und Jacobum und Johannem, die zween Söhne Zebedäi, und fing an zu trauern und zu zittern und zagen. Und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod, bleibet hier und wachet mit mir; betet, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Und er riß sich von ihnen bei einem Steinwurf und fniete nieder, fiel auf sein Angesicht auf die Erde und betete, daß, so es möglich wäre, die Stunde vor= über ginge, und sprach: Abba, mein Vater, es ist dir alles möglich; überhebe mich dieses Kelchs. Doch nicht was ich will, sondern sd juistora Da fam Jesus mit ihnen zu einem Hof, der hieß Gethsemane.. was du willst. Leiden und Sterben Jesu Christi. mater Nr. 547. Kyrie eleison! Herr Gott, Bater im Himmel, Herr Gott Sohn, der Welt Heiland, Herr Gott, heiliger Geist, im do Erbarm dich über uns! Sei uns gnädig! gnido Verschon uns, lieber Herre Gott! Vor allen Sünden, 61 Antworteten. Und er ließ sie, ging aber hin und betete zum dritten Mal dieselbigen Worte und ſprach: Vater, willst du, so nimm diesen Relch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe. Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn. Und es fam, daß er mit dem Tode rang, und betete heftiger. Es war aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die fielen auf die Erde. topo isti Nr. 547. Vor allem Irrſal, Vor allem Uebel, Vor des Teufels Macht und List, Vor dem ewigen Tod Behüt uns, lieber Herre Gott! and Und er kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend und sprach zu Petro: Simon, schläfest du? Vermagst du nicht, eine Stunde mit mir zu wachen? Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Zum andern Mal ging er aber hin, betete und sprach: Mein Vater, ists nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn, so geschehe dein Wille. In aller Anfechtung, In unsrer letzten Noth, Am jüngsten Gericht, Hilf uns, lieber Herre Gott! Kyrie eleison! O di Lamm Gottes, das der Welt monand Sünde trägt, Erbarm dich über uns! O du Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt, Erbarm dich über uns! du Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt, Verleih uns deinen Frieden! Amen! und kam zu seinen Jüngern und Und er stand auf vom Gebet fand sie schlafend vor Traurigkeit und sprach zu ihnen: Ach! wollt ihr nun schlafen und ruhen? Was schlafet ihr? Es ist genug; adjehet, die Stunde ist kommen, und des Menschen Sohn wird überantwortet in der Sünder in Nr. 547, thin Kyrie eleison! thin this Christe, erhöre uns! Sei uns gnädig! Hilf uns, lieber Herre Gott! Durch deine heilige Geburt, Durch deinen Tobestampf und blut- Hände. Stehet auf, laßt uns ge= gen Schweiß, Durch dein Kreuz und Tod, hen; siehe, der mich verräth, ist Durch dein herrlich Auferstehn und nahe; betet aber, auf daß ihr beurse Himmelfahrt, nicht in Anfechtung fallet. Und Jesus kam und fand sie abermal schlafend, und ihre Augen waren voll Schlafs, und wußten nicht, was sie ihm ant= Nr. 97. V. 1. Jesu, meines Lebens Leben, Jesu, meines Todes Tod, Der du dich für mich gegeben In die tiefste Seelennoth, dll In das äußerste Verderben. Tausend, tausendmal sei dir, Nur, daß ich nicht möte sterben: Liebster Jesu, Dank dafür! 62 if Erbaulicher Bericht vom dis Und alsbald, da er noch redete,| Jesus aber sprach zu ihm: Mein siehe Judas, der Zwölfen einer, Freund, warum bist du kommen? da er nun zu sich hatte genommen Juda, verräthest du des Menschen die Schaar und Diener der Ho- Sohn mit einem Ruß? Da traten henpriester und Pharisäer, der sie hinzu und legten die Hände Neltesten und Schriftgelehrten, an Jesum und griffen ihn. Da ging er zuvor der Schaar, und aber jahen, die um ihn waren, fommt dahin mit Fackeln, Lam- was da werden wollte, sprachen pen, mit Schwertern und Stan- sie zu ihm: Herr, sollen wir mit gen. Der Verräther aber hatte dem Schwert drein schlagen? Da ihnen ein Zeichen gegeben und hatte Simon Petrus ein Schwert, gesagt: Welchen ich füssen werde, und zogs aus und schlug nach der ists, den greifet und führet des Hohenpriesters Knecht und ihn gewiß. Als nun Jesus wußte hieb ihm sein rechtes Ohr ab; alles, was ihm begegnen sollte, und der Knecht hieß Malchus. ging er hinaus und sprach zu ih- Jesus aber antwortete und sprach: nen: Wen suchet ihr? Sie ant- Lasset sie doch so ferner machen! worteten ihm: Jejum von Na- Und sprach zu Petro: Stecke dein zareth. Jesus sprach zu ihnen: Schwert in die Scheide, denn Ich bins. Judas aber, der ihn wer das Schwert nimmt, der verrieth, stand auch bei ihnen. soll durchs Schwert umkommen. Als nun Jesus zu ihnen sprach: Oder meinest du, daß ich nicht Ich bins, wichen sie zurück und könnte meinen Vater bitten, daß fielen zu Boden. Da fragte er sie er mir zuschickte mehr denn zwölf abermal: Wen suchet ihr? Sie Legionen Engel? Soll ich den sprachen: Jesum von Nazareth. Kelch nicht trinken, den mir mein Jesus antwortete: Ich habs euch Vater gegeben hat? Wie würde Wien gesagt, daß ichs sei. Suchet ihr aber die Schrift erfüllet? Es denn mich, so lasset diese gehen; muß also geschehen. Und er rühauf daß das Wort erfüllet würde, rete sein Ohr an und heilete ihn. welches er jagete: Ich habe der teinen verloren, die du mir gegeben hast. Nr. 168. V. 1. Ach bleib mit deiner Gnade Bei uns, Herr Jesu Christ, Daß uns hinjort nicht schade Des bösen Feindes List Nr. 346. V. 2 11. 8. Leben, das den Tod, Mich aus aller Noth Zu erlösen, hat geschmecket, Meine Schulden zugedecket Und mich aus der Noth Hat geführt zu Gott! dyre Deiner Sanftmuth Schild, Deiner Demuth Bildl Mir anlege, in mich präge, Daß kein Zorn, noch Stolz sich rege Bor dir sonst nichts gilt, Als dein eigen Bild. in nstämut Und Judas nahete sich zu Jesu, ihn zu küssen, und alsbald trat erin zu ihm und sprach: Gegrüßet jeist du, Rabbi, und küssete ihn. Leiden und Sterben Jesu Christi. 63 misd Zu der Stunde sprach Jesus Da verließen ihn alle Jünger und zu den Hohenpriestern und Haupt- flohen. Und es war ein Jüngleuten des Tempels und den Ael- ling, der folgete ihm nach, der testen, die über ihn kommen wa- war mit Leinwand bekleidet auf ren: Ihr seid, als zu einem der bloßen Haut; und die JüngMörder, mit Schwertern und mit linge griffen ihn. Er aber ließ Stangen ausgegangen, mich zu die Leinwand fahren und flohe fahen; bin ich doch täglich geses- bloß von ihnen. fen bei euch und habe gelehrt im Tempel und ihr habt keine Hand an mich geleget. Aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsterniß, auf daß die Schrift erfüllet würde. Das ist aber alles geschehen, auf daß erfüllet würde die Schrift der Propheten. dol donste do dn nr. 360. v. 1. Wenn alle untreu werden, So bleib ich dir doch treu; Daß Dankbarkeit auf Erden nd Nicht ausgestorben sei. Für mich umfing dich Leiden, Vergingst für mich in Schmerz; Drum geb ich dir mit Freuden Auf ewig dieses Herz. and Drittes Hauptstück. Christi Leiden vor Caiphas und dem Hohenrath. Christus hat gelitten für uns und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden; welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht brohete, da er litte; er stellete es aber dem heim, der da recht richtet; welcher unsere Sünden selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seid heil geworden. 1 Petri 2, 21-24. Die Schaar aber und der Ober-| Petrus aber folgete Jesu von fern hauptmann und die Diener der und ein anderer Jünger, bis an Juden nahmen Jesum an, und den Palast des Hohenpriesters. banden ihn, führeten ihn aufs Derselbige Jünger war dem Hoerste zu Hannas, der war Caiphas henpriester bekannt und ging mit Schwäher, welcher des Jahrs Ho- Jesu hinein in des Hohenpriesters herpriester war. Es war aber Cai- Palast. Petrus aber stand drauphas, der den Juden rieth, es ßen vor der Thür. Da ging der wäre gut, daß ein Mensch würde andere Jünger, der dem Hohenumgebracht für das Volk. Und sie priester bekannt war, hinaus und führeten ihn zu dem Hohenpriester redete mit der Thürhüterin und Caiphas, das ist zum Fürsten der führete Betrum hinein. Priester, dahin alle Hohenpriester und Schriftgelehrte und Aelteste sich versammelt hatten. Simon OSTING apda rd Nr. 485. B. 1. Wache, fleb und bete, Mache dich mein Geist, berelt; Daß dich nicht die böse Zeit eitts med god sad dag stadar sablo? 90 Erbaulicher Unverhofft betrete; Denn es ist Satans Lifto Ueber viele Frommen Zur Versuchung kommen. Es standen aber die Knechte und Diener und hatten ein Kohlfeuer gemacht danieden mitten im Palast, denn es war kalt und wärmeten sich. Petrus aber stand bei ihnen und wärmete sich, auf daß er sehe, wo es hinaus wollte. Die Magd aber des Hohenpriesters, die Thürhüterin, sahe Betrum bei dem Licht, da er sich wärmete, und sahe eben auf ihn und sprach: Und du warest auch mit dem Jesu von Galiläa. Bist du nicht auch dieses Menschen Jünger einer? Er leugnete aber vor allen und sprach: Weib, ich bins nicht. Ich kenne sein nicht, ich weiß auch nicht, was du sagest. Nr. 346. V. 13. Einen Heldenmuth, Der da Gut und Blut Gern um deinetwillen lasse Und des Fleisches Lüste hasse, Gieb mir, höchstes Gut, Durch dein theures Blut. Aber der Hohepriester fragte Jesum um seine Jünger und um seine Lehre. Jesus antwortete: Ich habe frei öffentlich geredet vor der Welt. Ich habe allezeit gelehret in der Schule und in dem Tempel, da alle Juden zusammen kommen, und habe nichts im Winkel geredet. Was fragest du mich darum? Frage die darum, die es gehört haben, was ich geredet habe; siehe, dieselbigen wissen, was ich gesagt habe. Als er aber solches redete, gab der 64 Bericht vom Diener einer, die dabei standen, Jesu einen Backenstreich und sprach: Solltest du dem Hohenpriester also antworten? Jesus antwortete: Habe ich übel geredet, ſo beweise es, daß es unrecht sei; habe ich aber recht geredet, was schlägest du mich? Und Hannas hatte ihn gebunden gesandt zu dem Hohenpriester Caiphas. Simon Petrus aber stand und wärmete sich. Und über eine kleine Weilenach dem ersten Verleugnen, als er hinaus ging nach dem Vorhof, frähete der Hahn. Und eine andere Magd sah ihn und hub abermals an zu sagen denen, die dabei stunden: Dieser war auch mit Jesn von Nazareth. Da sprachen sie zu ihm: Bist du nicht seiner Jünger einer? Und ein anderer sprach: Du bist auch der einer. Under leugnete abermals und schwur dazu und sprach: Mensch, ich bins nicht, und kenne auch des Menschen nicht. Mel. Wenn meine Sünd mich kränken. Betrübt ist meine Seele, Erfüllt mit Reu und Schmerz. Was hilfts, daß ichs verhehle? Durchschaust du doch mein Herz. Bekennen will ichs, Jesu, dir: Oft hab ich dich verleugnet,- Bergieb, vergieb es mir! Endu - Und über eine kleine Weile, bei einer Stunde, bekräftigets ein anderer mit denen, die da standen, und sprach: Wahrlich, du bist auch der einer, denn deine Sprache verräth dich. Spricht des Hohenpriesters Knecht, ein Gefreundter deß, dem Petrus das Ohr abges Vom Leiden und Sterben Jesu Christi. 65 hauen hatte: Sahe ich dich nicht| stimmten nicht überein. Zuletzt im Garten bei ihm? Da fing er traten herzu zween falsche Zeugen an sich zu verfluchen und zu schwö- und sprachen: Wir haben gehört, ren: Ich kenne des Menschen nicht, daß er sagte: Ich kann und will von dem ihr saget. Und alsbald, abbrechen den Tempel Gottes, der da er noch redete, krähete der Hahn mit Händen gemacht ist, und in zum andern Mal. Und der Herr dreien Tagen einen andern bauen, wandte sich und sah Petrum an. der nicht mit Händen gemacht ist. Da gedachte Petrus an die Worte Und ihre Zeugnisse stimmten noch Jesu, als er zu ihm gesagt hatte: nicht überein. Und der HoheprieEhe denn der Hahn zweimal krä- ster stand auf unter sie und fragte het, wirst du mich dreimal ver- Jesum und sprach: Antwortest leugnen, und ging hinaus und du nichts zu dem, das diese wider weinete bitterlich. dich zeugen? Jesus aber schwieg stille und antwortete nichts. Da fragte ihn der Hohepriester abermals und sprach zu ihm: Bist du Christus, der Sohn des Hochgelobten? Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du seist Christus, der Sohn Gottes. Jesus sprach: Du sagest es; ich bins! Doch sage ich euch: Von nun an werdet ihr sehen des Menschen Sohn sizen zur rechten Hand der Kraft und kommen in den Wolken des Himmels. Nr. 249. V. 1 u. 2. Wo soll ich fliehen hin, Weil ich beschweret bin Mit viel und großen Sünden? Wo kann ich Rettung finden? Wenn alle Welt herkäme, Mein Angst sie nicht wegnähme. O Jesu, voller Gnad, Auf dein Gebot und Rath Kommt mein betrübt Gemüthe Zu deiner großen Güte. Laß du auf mein Gewissen Ein Gnadentröpflein fließen. Und als es Tag ward, sammelten sich alle Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Aeltesten des Volks, dazu der ganze Rath über Jesum, daß sie ihm zum Tode hälfen, und führten ihn hinauf vor ihren Rath und sprachen: Bist du Christus? Sage es uns! Er aber sprach zu ihnen: Sage ichs euch, so glaubet ihr nicht; frage ich euch aber, so antwortet ihr nicht und lasset mich doch nicht los. Und sie suchten falsch Zeugniß wider Jesum und fanden keins, wiewohl viele falsche Zeugen herzutraten; denn ihre Zeugnisse Wel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. O Jesu, Jesu, steh mir bei; Laß mich nicht sicher werden! Von Sünd und Schuld auf Erden. Dein heilig Blut mich mache frei Und steh ich einst vor deinem Thron, Dann schone mein, o Gottes Sohn. Wenns Urtheil ist zu hören. Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat Gott gelästert. Was dürfen wir weiter Zeugniß? Siehe, jetzt habt ihr seine Gotteslästerung gehört. Was dünket euch? Und sie sprachen alle: 35 66 Erbaulicher Bericht vom Bist du denn Gottes Sohn? Er Angesicht, besonders die Knechte, sprach zu ihnen: Ihr saget es; denn ich bin es! Sie aber sprachen: Was dürfen wir weiter Zeugniß? Wir habens gehört aus seinem Munde. Und sie verdammten ihn alle und sprachen: Er ist des Todes schuldig! Die Männer aber, die ihn hielten, verspotteten ihn und speieten aus in sein Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten. Etliche aber verdeckten ihn ind schlugen ihn ins und sprachen: Weissage uns, Christe, wer ists, der dich schlug? und viele andere Lästerungen fagten sie wider ihn. Viertes Hauptstüd. Christi Leiden vor Pontio Pilato, als der heidnischen Obrigkeit. Und der ganze Haufe stand auf und banden Jesum, führten ihn von Caipha vor das Richthaus und überantworteten ihn dem Landpfleger Pontio Pilato, und es war noch frühe. Da das Judas sahe, der ihn verrathen hatte, daß er verdammt war zum Tode, gereuete es ihn, und brachte er wieder die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und Aeltesten und sprach: Ich habe übel gethan, daß ich unschuldig Blut verrathen habe. Sie sprachen: Was gehets uns an? Da siehe du zu. Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hub sich davon und erhenkte sich selbst, und ist mitten entzwei geborsten, und sein Eingeweide ausgeschüttet. Nr. 552. V. 3. Nr. 97. V. 2. gästerreden, Svott und Hohn, Du, ach du hast ausgestanden Speichel, Schläge, Strid u. Banden, Du gerechter Gottessohn, Mich Elenden zu erretten von des Teufels Sündenketten. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! Ich muß bezahlen, das ich nicht geraubet habe. Ps. 69, 5. Mitten in der Höllen Angst Unsre Sünd uns treiben. Wo solln wir denn fliehen hin, Da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein theures Blut, Das gnug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott, Heiliger, starter Gott, Heiliger barmherziger Heiland, Du ewiger Gott, Laß uns nicht entfallen Von des rechten Glaubens Trost! Kyrie eleison! alle bi Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gottes- Rasten legen, denn es ist Blutgeld. Sie hielten aber einen Rath und kauften um diese Silberlinge, um den Lohn der Ungerechtigkeit, einen Töpfersacker, zum Begräbniß der Pilger. Und es ist kund worden allen, die zu Jerusalem wohnen, also, daß derselbige Acker genennet wird auf ihre Sprache Hakeldama, das ist, ein Blutacker, bis auf den Leiden und Sterben Jesu Christi. 67 ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet. Was hast du gethan? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre metie Reich von dieser Welt, meine Die ner würden drob kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde. Aber nun ist mein Reich nicht von dannen. Da sprach Pis latus zu ihm: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Di sagest es. Ich bin ein König, ich bin dazu geboren, und in die Welt gekommen, daß ich die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme! Nr. 182. V. 1 u. 6. utol heutigen Tag. Da ist erfüllet, gesagt? Pilatus antwortete: Bin das da gesagt ist durch den Propheten Jeremiam, da er spricht: Sie haben genommen dreißig Silberlinge, damit bezahlet ward der Verkaufte, welchen sie kauften von den Kindern Israel, und haben sie gegeben um eines Töpfers Acker, als mir der Herr befohlen hat. Die Juden aber gingen nicht in das Richthaus, auf daß sie nicht unrein würden, sondern die Ostern essen möchten. Da ging Pilatus zu ihnen heraus und sprach: Was bringet ihr für eine Klage wider diesen Menschen? Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Uebelthäter, wir hätten ihn dir nicht überantwor= tet. Da sprach Pilatus zu ihnen: König, dem kein König gleichet, da So nehmet ihr ihn hin und rich- Dessen Ruhm kein Mund erreichet, Dem als Gott das Reich gebühret, tet ihn nach eurem Gesetz. Da Der als Mensch das Scepter führet, sprachen die Juden zu ihm: Wir Dem das Recht gehört zum Throne, dürfen niemand tödten; auf daß Als des Vaters eingem Sohne, idisf erfüllet würde das Wort Jesu, Den so viel Vollkommenheiten Tot welches er sagte, da er deutete, Herrsche auch in meinem Herzen Krönen, zieren und begleiten: welches Todes er sterben würde. Ueber Zorn, Furcht, Lust u. Schmerzen. [ Matth. 20. Joh. 12.] Da fingen Laß mich deinen Schutz genießen an die Hohenpriester und die Ael- Laß mich dich im Glauben tüssen, od testen ihn hart zu verklagen und Ehren, fürchten, loben, lieben sprachen: Diesen finden wir, daß er das Volf abwendet und verbeut, den Schoß dem Kaiser zu geben, und spricht, er sei Christus, ein König. Da ging Pilatus wieder hinein in das Richthaus und rief Jesu, und fragte ihn, und sprach: Bist du der Juden König? Jesus stand vor ihm und antwortete: Redest du das von dir selbst, oder habens dir andere von mir out ndi NOM Und mich im Gehorsam üben, sier mit leiden, hier mit streiten, Dort mit herrschen dir zur Seiten. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und da er das gesagt, ging er wieder hinaus zu den Juden und sprach zu ihnen: Ich finde feine Schuld an ihm!!! TOND Nr. 82. V. 1. Lamm Gottes unschuldig, 1130 Allzeit funden geduldig, Am Stamm des Kreuzes geschlachtet, Wiewohl du würdest verachtet: ៤. Erbaulicher 68 All Sünd hast du getragen. Sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! Bericht vom feind. Pilatus aber rief die Hohenpriester und die Obersten und das Volk zusammen und sprad) zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen zu mir bracht, als der das Volk abwende. Und siehe, ich habe ihn vor euch verhöret und finde an dem Menschen der Sachen keine, deren ihr ihn beschuldigt; Herodes auch nicht, denn ich habe euch zu ihm gesandt. Und siehe, man hat nichts auf ihn bracht, das des Todes werth sei. Darum will ich ihn züchtigen und los lassen. Und da er verklaget ward von den Hohenpriestern und Aeltesten, antwortete er nichts. Pilatus aber fragte ihn abermals und sprach: Antwortest du nichts? Siehe, wie hart sie dich verklagen! Hörest du nicht? Und er antwortete ihm nicht auf ein Wort mehr, also, daß sich der Landpfleger auch sehr verwunderte. Sie aber hielten an und sprachen: Er hat das Volk erreget, damit, daß er gelehret hat hin und her im ganzen jüdischen Land, und hat in Galiläa angefangen, bis hieher. Da aber Pilatus Galiläam hörete, fragte er, ob er aus Galiläa wäre? Und als er vernahm, daß er unter Herodes Obrigkeit war, übersandte Auf das Fest aber mußte der er ihn zu Herodes, welcher in den- Landpfleger, nach Gewohnheit ,. selbigen Tagen auch zu Jerusalem dem Volk einen Gefangenen loswar. Da aber Herodes Jesum sahe, geben, welchen sie begehrten. Er ward er sehr froh, denn er hätte hatte aber zu der Zeit einen Geihn längst gern gesehen; denn er fangenen, der war fast rüchtig; hatte viel von ihm gehöret, und er nämlich einen Uebelthäter und hoffete, er würde ein Zeichen von Mörder, der hieß Barrabas, der ihm sehen. Und er fragte ihn mit den Aufrührerischen war ins mancherlei; er antwortete ihm Gefängniß geworfen; welcher im aber nichts. Die Hohenpriester Aufruhr, der in der Stadt ge= aber und Schriftgelehrten standen schah, einen Mord begangen hatte. und verklagten ihn hart. Aber Und das Volk ging hinauf und Herodes mit seinem Hofgesind bat, daß er thäte, wie er pflegte. verlachte und verspottete ihn, legte Und da sie versammelt waren, ihm ein weißes Kleid an, und antwortete ihnen Pilatus: Ihr sandte ihn wieder zu Pilato. Auf habt eine Gewohnheit, daß ich den Tag wurden Pilatus und einen los gebe auf Ostern. WelHerodes Freunde mit einander; chen wollt ihr, daß ich euch losdenn zuvor waren sie einander gebe? Barrabam oder Jesum, Nr. 82. V. 2. Lamm Gottes unschuldig, Allzeit funden geduldig, Am Stamm des Kreuzes geschlachtet, Wiewohl du würdest verachtet: id All Sünd hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! Leiden und Sterben Jesu Christi. den König der Juden, den man nennet Christus? Denn er wußte, daß ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet hatten. Und da er auf dem Richtstuhl saß, schickte sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; denn ich habe heute viel erlitten im Traum von seinetwegen. Aber die Hohenpriester und Aeltesten überredeten und reizeten das Volt, daß sie um Barrabam bitten soll ten und Jesum umbrächten. Da antwortete nun der Landpfleger und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr unter diesen zweien, den ich euch soll los geben? Da schrie der ganze Haufe und sprach: Hinweg mit diesem, und gieb uns Barrabam los! Da rief Pilatus abermals zu ihnen und wollte Je= ſum los soll ich denn mit Jesu machen, den man Christus nennet? Sie schrien abermals: Kreuzige, freuzige ihn! Er aber sprach zum dritten Mal zu ihnen: Was hat er denn Ulebels gethan? Ich finde feine Ursache des Todes an ihm; darum will ich ihn züchtigen und los lassen. Aber sie schrien noch viel mehr und sprachen: Kreuzige ihn! Und sie lagen ihm an mit großem Geschrei und forderten, daß er gekreuziget würde. Und ihr und der Hohenpriester Geschrei nahm überhand. Nr. 82. V. 3. O Lamm Gottes unschuldig, Am Stamm des Kreuzes geschlachtet, Allzeit funden geduldig, Wiewohl du würdest verachtet: Sonst müßten wir verzagen. All Sünd hast du getragen, Gieb uns dein Frieden, o Jesu! Sic 69 geißelte ihn. Die Kriegsknechte Da nahm Pilatus Jesum und aber des Landpflegers führeten. ihn hinein in das Richthaus und riefen zusammen die ganze Rotte, und zogen ihn aus und legten ihm einen Purpurmantel an und flochten eine Krone von Dornen, und setzten sie auf sein Haupt und gaben ihm ein Rohr in seine Hand und beugten die Knie vor ihm und spotteten ihn, und fingen an ihn zu grüßen und sprachen: Ge= grüßet seist du, König der Juden! und schlugen ihn ins Angesicht, und speieten ihn an und nahmen das Rohr und schlugen damit sein Haupt und fielen auf die Knie und beteten ihn an. Nr. 97. V. 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, Dich mit großem Schimpf belegt Und mit Dornen gar gefrönet. Was hat dich dazu bewegt? Mir die Ehrenfron aufseßen. Daß du möchtest mich ergößen, Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! Da ging Pilatus wieder heraus und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr erkennet, daß ich keine Schuld an ihm finde. Also ging Jesus heraus, und trug eine Dornenfrone und Purpurfleid. Und er sprach zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch! Da ihn die Hohenpriester und die Diener sahen, 70 Erbaulicher Bericht vom schrien sie und sprachen: Kreu- der ist wider den Kaiser. Da Pizige, freuzige ihn! Pilatus sprach zu ihnen: Nehmet ihr ihn hin und freuziget ihn; denn ich finde keine Schuld an ihm. Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach dem Geseg soll er sterben; denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht. Da Pilatus das Wort hörete, fürchtete er sich noch viel mehr und ging wieder hinein in das Richthaus und sprach zu Jesu: Von wannen bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich macht habe, dich zu freuzigen, und macht habe, dich los zu geben? Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von oben herab gegeben: darum, der mich dir überantwortet hat, der hats größere Sünde. Von dem an trachtete Pilatus, wie er ihn Los ließe. latus das Wort hörete, führete er Jesus heraus und setzte sich auf den Richtstuhl, an der Stätte, die da heißet Hochpflaster, auf Hebräisch aber Gabbatha. Es war aber der Rüsttag in den Ostern um die sechste Stunde. Und er sprach zu den Juden: Sehet, das ist euer König! Sie schrien aber: Weg, weg mit dem! Kreuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König kreu= zigen? Die Hohenpriester antwor teten: Wir haben keinen König, denn den Kaiser. Da aber Pilatus sahe, daß er nichts schaffete, sondern daß viel ein größer Getümmel ward, gedachte er dem Volk genug zu thun und urtheilete, daß ihre Bitte geschehe, nahm Wasser, und wusch die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten; sehet ihr zu! Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder! Da gab er ihnen Barrabam los, der um Aufruhrs und Mordes willen war ins Gefängniß geworfen, um welchen sie baten; Jesum aber, gegeißelt und verspottet, übergab er ihrem Willen, daß er gekreuziget würde. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Jesu, du hast weggenommen Meine Schulden durch dein Blut; Laß es, o Erlöser, kommen Meiner Seligkeit zu gut; Und dieweil du so zerschlagen Haft die Sünd am Kreuz getragen, Ach so sprich mich endlich frei, Daß ich ganz dein eigen fei. Nr. 363. V. 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, Gott Vaters ewger Sohn du bist; Der Jungfrau Leib nicht hast verschmäht, Zu' rlösen das menschlich Geschlecht; Du hast dem Tod zerstört sein Macht Und all Christen zum Himmel bracht; Du fitzst zur Rechten Gottes gleich, Mit aller Ehr ins Vaters Reich. Ein Richter du zukünftig biſt Allem, was todt und lebend ist. Die Juden aber schrien und sprachen: Läsfest du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht! Denn wer sich zum König macht, Leiden und Sterben Jesu Christi. Fünftes Hauptstüd. Jesu Kreuzigung, Tod und Begräbniß. Mit Einem Opfer hat er in Ewigkeit vollendet, die geheiliget werden Hebr. 10, 14. Da nahmen die Kriegsknechte ihnen und sprach: Ihr Töchter Jesum, zogen ihm den Mantel von Jerusalem, weinet nicht über aus und zogen ihm seine Kleider mich, sondern weinet über euch an und führeten ihn hin, daß sie selbst und über eure Kinder. Denn ihn kreuzigten. Und er trug sein sehet, es wird die Zeit kommen, Kreuz. in welcher man sagen wird: Sedie Leiber, die nicht geboren haben, lig sind die Unfruchtbaren und und die Brüste, die nicht gesäuget haben! Dann werden sie anfahen zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns! Und zu den Hügeln: Bedecket uns! Denn so man das thut am grünen Holz, was will am dürren werden? Nr. 90. V. 1. Ein Lämmlein geht u.trägt die Schuld Der Welt und ihrer Kinder; Es geht und träget in Geduld Die Sünden aller Sünder. Es geht dahin, wird matt und krank, Ergiebt sich auf die Würgebant, Verzeiht sich aller Freuden; Es nimmet an Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod Und spricht: Ich wills gern leiden. Und indem sie hinaus gingen, fanden sie einen Menschen, der vorüber ging, von Cyrene, mit Namen Simon, der vom Felde fam, der ein Vater Alexandri und Rufi war; den zwangen sie, daß er ihm sein Kreuz trüge, und legten das Kreuz auf ihn, daß ers Jesu nachtrüge. Nr. 88. V. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, Solls auch sein Schmach und Spott, Hilf mir geduldig tragen. Gieb, o mein Herr und Gott, Daß ich verleugne diese Welt Und folge dem Erempel, Das du mir vorgestellt. 71 Es folgete ihm aber nach ein großer Haufe Volks und Weiber, die klagten und beweineten ihn. Jesus aber wandte sich um zu Mel. D Durchbrecher aller Bande. Weint nicht über Jesu Tod; Weint nicht über Jcsu Schmerzen, Weint erst über eurer Herzen Unempfundne Sündennoth. Denn in ihm ist nicht erfunden Eine Sünde, ein Betrug; Trägt nur eurer Sünde Fluch. Nur für euch trägt er die Wunden Es wurden aber auch hingeführet zween andere Uebelthäter, daß sie mit ihm abgethan würden. Und sie brachten ihn an die Stätte, die da heißt auf Hebräisch Golgatha, das ist verdolmetscht Schädelstätte. Und sie gaben ihm Essig oder vermyrrheten Wein zu trinken, mit Gallen vermischet; und da er es schmeckete, wollte ers nicht trinken. Und sie freuzigten ihn an der Stätte Golgatha, und zween Uebelthäter mit 72 Erbaulicher Bericht vom ihm, einen zur rechten und einen| sondern daß er gesagt habe: Ich zur linken Hand, Jesum aber mit- bin der Juden König. Pilatus ten inne. Und die Schrift ist er- antwortete: Was ich geschrieben füllet, die da saget: Er ist unter habe, das habe ich geschrieben. die Uebelthäter gerechnet. Die Kriegsknechte, da sie Jesum gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Theile, einem jeglichen Kriegsfnecht ein Theil, dazu auch den Rock. Der Rock aber war ungenähet, von oben an gewirket durch und durch. Da sprachen sie unter einander: Lasset uns den nicht theilen, sondern darum loosen, weß er sein soll, auf daß erfüllet würde die Schrift, die da saget: Sie haben meine Kleider unter sich getheilet, und haben über meinen Rock das Loos geworfen. Und saßen allda und hüteten sein. Solches thaten die Kriegsknechte, und das Volk stand und sahe zu. Nr. 91. V. 1. O Haupt voll Blut und Wunden, Voll Schmerz und voller Hohn; O Haupt, zum Spott gebunden Mit einer Dornenkron; O Haupt, sonst schön gekrönet Mit höchster Ehr und Zier, Jetzt aber hoch verhöhnet: Gegrüßet seist du mir! Und es war die dritte Stunde, da sie ihn freuzigten. Jefus aber sprach: Bater, vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun.[ Luc. 23, 34.] Nr. 242. V. 2. Mein Sünd sind schwer und übergroß Und reuen mich von Herzen; Derselben mach mich frei und los Durch deinen Tod und Schmerzen; Und zeig mich deinem Vater an, Daß du hast gnug für mich gethan, So werd ich frei der Sündenlast. Herr, halt mir fest, Weß du dich mir versprochen hast. Pilatus aber schrieb eine Ueberschrift, geschrieben, was man ihm Schuld gab, die Ursache seines Todes, und setzete sie auf das Kreuz, oben zu seinem Haupt. Es war aber geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König. Die se Ueberschrift lasen viele Juden; denn die Stätte war nahe bei der Stadt, da Jesus gekreuziget ist. Und es war geschrieben auf hebräische, griechische und lateinische Sprache. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilato: Schreibe nicht: Der Juden König; Nr. 91. B. 4. Nun, was du, Herr, erduldet, Ist alles meine Last. Ich, ich hab es verschuldet, Was du getragen hast. Schau her! hier steh ich Armer, Der Zorn verdienet hat. Gieb mir, o mein Erbarmer, Den Anblick deiner Gnad! Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, Cleophas Weib, und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sahe und den Jünger dabei stehen, den er sehr lieb hatte, sprach er zu seiner Mutter: Weib, siehe, das ist dein Sohn! Darnach sprach er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und Leiden und Sterben Jesu Christi. 73 von Stund an nahm sie der Jün-| einer, die da gehenfet waren, läger zu sich.[ Joh. 19, 25-27.] sterte ihn und sprach: Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Ich bins gewiß, mich kann nichts scheiBist du Christus, so hilf dir selbst und uns! Da antwortete der andere, strafete ihn und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammniß bist? Und zwar wir sind billig drinnen; denn wir empfahen, was unsere Thaten werth sind; Dieſer aber hat nichts Ungeschic tes gehandelt. Und sprach zu Jesu: Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein![ Luc. 23, 42. 43.] den Von meinem Heil, von meinem Gott; Was frag ich nach Welt, Kreuz und Leiden, Was acht ich Noth, Tod, Hohn und Spott? Wir bleibt gewiß, was Gott verspricht; Ich weiß: mein Jesus läßt mich nicht. Die aber vorüber gingen, lästerten ihn und schüttelten die Köpfe und sprachen: Pfui dich, wie fein zerbrichst du den Tempel und bauest ihn in dreien Tagen! Hilf dir selber. Bist du Gottes Sohn, so steig herab vom Kreuz. Desgleichen auch die Hohenpriester verspotteten ihn unter einander mit den Schriftgelehrten und Neltesten sammt dem Volk und sprachen: Er hat andern geholfen und kann ihm selber nicht helfen. Ist er Christus, der König von Israel, der Auserwählte Gottes, so helf er ihm selber und steige nun vom Kreuz, auf daß wir sehen und glauben ihm. Er hat Gott vertraut, der erlöse ihn nun, lüstet es ihn! Denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn. Dasselbige rückten ihm auch auf die Mörder, die mit ihm gefreuziget waren, und verschmäheten ihn. Es verspotteten ihn auch die Kriegstnechte, traten zu ihm und brachten ihm Essig und sprachen: Bist du der Juden König, so hilf dir selber! Aber der Ulebelthäter Nr. 278. V. 1. Mein Heiland nimmt die Sünder an, Die unter ihrer Laft der Sünden kein Mensch, kein Engel trösten kann, Den selbst die weite Welt zu klein, Die nirgend Ruh und Rettung finden. Die sich und Gott ein Gräuel sein; Den Wioses schon den Stab gebrochen Und sie der Hölle zugesprochen, Mein Heiland nimmt die Sünder an! Wird diese Freistatt aufgethan. Und da es um die sechste Stunde kam, ward eine Finsterniß über das ganze Land, bis an die neunte Stunde, und die Sonne verlor ihren Schein. Und um die neunte Stunde rief Jesus laut und sprach: Eli, Eli, Lama Asabthani! Das ist verdolmetschet: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen![ Matth. 27, 45. 46.] Etliche aber, die da standen, da sie das höreten, sprachen sie: Der rufet dem Elias. 74 Erbaulicher Bericht vom Nr. 88. V. 2. O Wunder ohne Maßen, Wenn mans betrachtet recht! Es hat sich martern laſſen Der Herr für seinen Knecht; Es hat sich selbst der wahre Gott Für mich verlornen Menschen Gegeben in den Tod! Darnach, als Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, sprach er: Mich dürftet![ Joh. 19, 28.] Da stund ein Gefäß voll Essig, und bald lief einer unter ihnen hin, nahm einen Schwamm und füllete ihn mit Essig und Ysopen, und steckte ihn auf ein Rohr und hielts ihm dar zum Mund, und tränkete ihn. Die andern aber sprachen: Halt, laß sehen, ob Elias komme und ihn herab nehme. Nr. 340. V. 7 u. 15. Großer Friedefürst! Wie hast du gedürft Nach der Menschen Heil und Leben Und dich in den Tod gegeben, Als du riefft: Mich dürft! Großer Friedefirst. Du, mein Preis und Ruhm, Werthe Saronsblum! In mir soll nun nichts erschallen, Als was dir nur kann gefallen, Werthe Saronsblum, Du, mein Preis und Ruhm. Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht![ Joh. 19, 30.] Es ist vollbracht, am Kreuze dort, Gesetz und der Propheten Wort, Was wir niemals vollbringen konnten, Das ist vollbracht durch Jesu Wunden. Was Gottes Rath von Ewigkeit bedacht, Das ist durch seinen Tod vollbracht. Und abermals rief er laut und sprach: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände! Und als er das gesagt, neigte er das Haupt und gab seinen Geist auf. [ Luc. 23, 46.] Nr. 91. V. 9. Wann ich einmal soll scheiden, So scheide nicht von mir; Wann ich den Tod soll leiden, So tritt du dann herfür; Wann mir am allerbängsten Wird um das Herze sein, So reiß mich aus den Aengsten, Kraft deiner Angst und Pein. Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke, von oben an, bis unten aus. Und die Erde erbebete, und die Felsen zerrissen, und die Gräber thaten sich auf; und stunden auf viele Leiber der Heiligen, die da schliefen, und gingen aus den Gräbern nach ſeiner Auferstehung, und kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen. Aber der Hauptmann, der dabei stand gegen ihm über, und die bei ihm waren und bewahreten Jesum, da sie sahen, daß er mit solchem Geschrei verschied, und sahen das Erdbeben, und was da geschah, erschraken sie sehr, und preiseten Gott und sprachen: Wahrlich, dieſer ist ein frommer Mensch gewesen, und Gottes Sohn. Und alles Volk, das dabei war und zusahe, da sie ſahen, was da geschah, schlugen sie an ihre Brust, und wandten wieder um. Nr. 85. V. 1 11 2. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Daß du für uns gestorben bist Leiden und Sterben Jesu Christi. 75 erfüllet würde: Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen. Und abermals spricht eine andere Schrift: Sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben. Und hast uns durch dein theures Blut Vor Gott gemacht gerecht und gut. Und bitten dich wahr Mensch u. Gott, Durch deine heilgen Wunden roth, Erlös uns von dem ewgen Tod Und tröst uns in der letzten Noth. Nr. 95. V. 1 u. 2. Die Seele Christi heilge mich, Sein Geist versenke mich in ſich, Der mach mir Leib und Seel gesund. Sein heilger Leib, für mich verwundt, Das Wasser, welches auf den Stoß Des Speers aus seiner Seiten floß, Das sei mein Bad, und all sein Blut Erquicke mir Herz, Sinn und Muth. Es standen aber alle seine Verwandte von fern, und viel Weiber, die ihm aus Galiläa waren nachgefolget, und sahen das alles. Unter welchen war Maria Magdalena und Maria, des kleinen Jacobs und Joses Mutter, und Salome, die Mutter der Kinder Zebedäi, welche ihm nachgefolget waren, da er in Galiläa war, und gedienet, und viel andere, die mit ihm hinauf gen Jerusalem gegangen waren. Die Juden aber, dieweil es der Rüsttag war, daß nicht die Leichname an dem Kreuz blieben am Sabbath( denn desselbigen Sabbaths Tag war groß), baten sie Pilatum, daß ihre Gebeine gebrochen und abgenommen würden. Da famen die Kriegsknechte und brachen dem ersten die Beine, und dem andern, der mit ihm gefreuziget war. Als sie aber zu Jesu tamen, da sie sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht, sondern der Kriegsknechte einer öffnete seine Seite mit einem Speer, und alsbald ging Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget, und sein Zeugniß ist wahr, und derselbige weiß, daß er Wahrheit sagt, auf daß auch ihr glaubet. Denn solches ist geschehen, daß die Schrift hundert Pfunden. Da nahmen Darnach am Abend, dieweil es Rüsttag war, welcher ist der Vor- Sabbath, kam Joseph von Arimathia, der Stadt der Juden, ein reicher Mann, ein Rathsherr, ein guter frommer Mann; der hatte nicht gewilliget in ihren Rath und Handel; welcher auf das Reich Gottes wartete, denn er war ein Jünger Jesu, doch heimlich aus Furcht vor den Juden. Der wagte es und ging hinein zu Pilato und bat, daß er möchte abnehmen den Leichnam Jesu. Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon todt war, und rief den Hauptmann, und fragete ihn, ob er längst gestorben wäre? Und als ers erkundet von dem Hauptmann, gab er Joseph den Leichnam Jesu, und befahl, man sollte ihm ihn geben. Und Joseph kaufte eine Leinwand. Es kam aber auch Nicodemus, der vor= mals bei der Nacht zu Jesu kommen war, und brachte Myrrhen und Aloe unter einander, bei 76 Leiden und Sterben Jesu Christi. sie den Leichnam Jesu, der abge- Leib geleget ward. Sie kehreten nommen war, und wickelten ihn aber um und bereiteten die Spein eine reine Leinwand, und ban- cereien und Salben, und den Sabden ihn in leinene Tücher mit bath über waren sie still nach dem Specereien, wie die Juden pflegen Gesetz. Des andern Tages, der da zu begraben. Es war aber an der folget nach dem Rüsttag, kamen Stätte, da er gekreuzigt ward, die Hohenpriester und Pharisäer ein Garten, und im Garten ein sämmtlich zu Pilato und sprachen: neu Grab; das war Josephs, Herr, wir haben gedacht, daß diewelches er hatte lassen hauen ser Verführer sprach, da er noch in einen Fels, in welches nie- lebete: Ich will nach dreien Tamand je geleget ward. Daselbst gen auferstehen. Darum befiehl, hin legten sie Jesum, um des daß man das Grab verwahre bis Rüsttags willen der Juden, daß an den dritten Tag, auf daß nicht der Sabbath anbrach und das seine Jünger kommen und stehlen Grab nahe war. Und wälzeten ihn und sagen zum Volk: Er ist einen großen Stein vor die Thür auferstanden von den Todten; und des Grabes und gingen davon. werde der letzte Betrug ärger, denn der erste. Pilatus sprach zu ih nen: Da habt ihr die Hüter; gehet hin und verwahrets, wie ihr wiffet. Sie gingen hin und vers wahreten das Grab mit Hütern und versiegelten den Stein. Nr. 108. B. 1 u. 7. So ruhest du, o meine Ruh, In deiner Grabeshöhle, Und erweckst durch deinen Tod Meine todte Seele. Indeß will ich, mein Jesu, dich In meine Seele jenten, Und an deinen bittern Tod Bis zum Tod gedenken. Es war aber allda Maria Magdalena, und Maria Joses, die setzten sich gegen das Grab. Auch andere Weiber, die da Jesu waren nachgefolget von Galiläa, beschaueten, wohin und wie sein Nr. 97. V. 8. Nun, ich danke dir von Herzen, Jesu, für geſammte Noth; Für die Wunden, für die Schmerzen, Für den herben, bittern Tod, Für dein Zittern, für dein Zagen, Für dein tausendfaches Plagen, Für dein Ach und tiefe Pein Will ich ewig dankbar sein. Tag. Alt. Teft. 1. S. P. 93. 95. M. 1 Mof. 1. 2. 3. 4. M. Jes. 59. D. 1 Mos. 18. 20 19 25 22, 1-19. 23 49. 24 S. Pf. 96. 98. M. 4 Mof. 24. D. 5 Mof. 18. M. Hof. 13. D. 2 Sam. 7. F. Jef. 35. 61. S. Pf. 94. 97. M. Jer. 30. Jef. 7. 11. D. Dan. 9. F. Micha 5. S. Sach. 9. Nr. N. Test. Advent. 2. Advent. 3 Matth. 21. 2 Gal. 1. 2. 3. 4. 5. 6. M. Pf. 46. 146. Bibel- Lefetafel. 26 Luc. 21. 53 Tit. 1. 78 37 22 4. Advent. କିବା- 3. 140 182 Col. 1. 2. 3. 3. Advent. 29 Matth. 11. 2346 Col. 4. 0848 Phil. 1. 327 2. 3. 50 132 br. 1. 1036 2. Neujahr. 2. 28 Joh. 1. S. Pf. 24. 99. 113. M. Jef. 40. D. Malch. 3. 4. 31 Matth. 1. 33 Luc. 1. 1. Weihnachtstag. M. Jes. 9. | 44 Luc. 2. 2. Weihnachtstag. D. Pf. 8. 92. 134. 51 Matth. 23. Jer. 23. 321 Luc. 3. 31. 341 4. Sonntag nach Weihnachten. Pf. 90. 107. M. Jes. 8. 562 Luc. 2. 328( 5. 6. D. Ps. 100. 103. 386 -- 161 i: c. 2. 507 7. 91. 115. Pr. Sal. 1. 2. 575 8. 3. 4. 571 9. Sonntag nach Neujahr. Pf.120.121.140.1540 Watth. 2. S. Epiphanias. M. Jes. 60. 70 Matth. 2. D. Pr. Sal. 5. 6. 510 Luc. 10. M. 573 11. 7. 8. 9. 10. 11. 12. Mos. 5. 6. 275 12. 21 13. 7. 615 14. 1. Sonntag nach Epiphanias. S. Pf. 19. 27. 84. 196/ Luc. 2. M. 1Mof 8.9, 1-17. 248 15. Nr.Tag. Alt. Teft. 34 M. 270 D. 271. 281 S. 321 2. Sonntag nach Epiphanias. 487 S. f. 36. 92. 869 Joh. 2. 480 M. 1 Mof. 19, 1-29. 487 Luc. 21. 22. 21. 0527 22. 23. 24. 25, 1-11. 395 353 25, 12. 26. 27. 28. Nr. N. Test. D. 1 Mof. 10. 11. 167 Luc. 16. 24 17. 12. 13. 14. 140 18. 19. 15. 16. 542 17. 18. 7 20. 1614 M. 176 D. 27. 181 30. Heal 3. Sonntag nach Epiphanias. 275 S. Pf. 89. 340 Matth. 8. 456 M.1 Mof. 29. 30, 517 Joh. 3. 25-43. 31. 19 D. 179 m. 560. 39 F. 51 G. 55 57 31 29 46 | 45 M. D. F. S. 23. 24. 304 Joh. 1. 388 2. 32. 33. 307 35. 574 37. 507 39. 40. 508 41. 535 68 F. 278. 47. 48. 49. 50. Spr. Sal. 1. 2. 455 3. 4. 297 S. Pf. 5. 63. M. 1 Mof. 42.43.44. 252 Joh. 9. 45. 46. 468 10. 573 11. 45678 4. Sonntag nach Epiphanias. 1520 D. F. 72 S. 346 76 S. Pf. 3. 4. 12. 340 M. Hiob 1. 2. 3. 4. 5. 139 D. 382 M. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 4. 12. 13. 454 14. 15. 16. 469 5. 6. 181 D. 20. 21. 22, 1-16. 301 M. 22, 17-.23. 24. 259 25. 26. 27. 304 28. 29. 76 80 30. 31. 7. 8. 5. Sonntag nach Epiphanias. 216 S. Pf. 119. 199 Matth. 13 327 M. Sp.Sal. 5, 6,1: 19. 296 Marc. 4. D. 6, 20. 7. 456 69 M 8. 9. 10. 11. 453 459 279 D. 78. S. 564 Marc. 1. 2. 3. Septuagesimä. 528 Matth. 8.- 1332 352 341 117 57 284 1275 61 6. Sonntag nach Epiphanias. 77 S. Pf. 66. 67. 182 M. Spr. 17. 18. 19. 452 Marc. 10. 11. 45KSTIS. 6. 7. 8. 9. 77 Nr. 26 71 57 36 1275 1327 611 346 82 138 332 1328 329 346 313 326 335 342 340 187 Matth. 17. 274 77 37 12. 168 13. 613 14. 90 15. 92 9 467 332 334 206 74 1346 163 Matth. 20. 1490 485 Röm. 1 21 519 2. 84 511 3. 270 573 4. 242 506 5, 1-11 307 1562 5, 12-21. 20 78 Tag. ៩៤៩៤២ គ្គ ទ គ្គ ទ យំ_ គ្គ qq* គឺ ccueQEQ_ គឺ ទ គឺ QbEc គឺ ៨ ៩ Alt, Test. S. Pf. 7. 64. 53. 166 Luc. 8. M. Hiob 15. 16. 17. 541 Rom. 6, 1:14. 471 18. 19. 20. 21. 117 497 22. 23. 24. 480 25. 26. 6, 15-. 7.469 D. 8. 9. 307 10. 8 27. 28. 338 11. 281 271 F. 364 S. S. Pf. 60. 61. Quinquagefimä. 171 Luc. 18. M. Hiob 29. 30. 31.513 Röm. 12. 32. 33. 34. 35. Nr. N. Test. Seragesimä. D. 22. 24. M. Bibel- Lesetafel. 1. Oftertag. [ 111 1363 57 454 S. Pf. 16. 135. 149. 113, Marc. 16. 146 13. 459 2. Ostertag. 14 14. 15, 1-13. 476 M. Pf. 20. 21. 136. 120 Luc. 24. 10 15, 14- 16 168 D. 2Mos.15, 22. 16. 377 Joh. 20. 11 1 Petr. 1. 395 M. 374 21. 40. 41. 42.1245 459 Matth. 28. 139 pb.1.2,1: 10. 281 2, 11-22 482 36. 37. 122 38. 39. 124 74 D. F. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 495 24. 25. 26. 372 S. 486 S. 526 1. Sonntag in der Fasten. Pf. 6. 32. 35. 1247 Matth. 4. M. 1Sam. 1.2,1-11. 338 1 Petr. 3. 1. Sonntag nach Ostern. 2, 12. 3. 4. 559 P. 16. 117. 4. 171 5. 381 2 Petr. 1. 174 2. 5. 6. 7. [ 117 Joh. 20. 75 S. 452 M. 2Mof. 27. 28.29. 175 Eph. 3. 491 D. 485 M. 3. 614 D. F. 8.9. 10 377 11. 12. 2. Sonntag in der Fasten. S. Pf. 51. 38. 1245 Matth. 15. 1482 S. M. 1Sam. 13.14.15. 258 Sac.1.2, 1:13. 301 16. 17. 161 2, 14-26. 277 3. 4. 5. br. 1. 18. 19. 20. 343 454 21. 483 532 529 23. 181 25. 26. 27. 165 2. 92 3. Sonntag in der Fasten. 5. Pf. 85. 69. 244 Luc. 11. M. 1 Sam. 28. 29. 536 Gbr. 3. 30. 31. 507 M. 2 Sam. 1. 575 4. 5. 6. 2. 3. 4. 289 5. 6. 364 7. 386 8. 7. 4. Sonntag in der Fasten. 130.101.102./240| Joh. 6. S. Pf. M. 2 Sam. 8. 9. 10. 168 Gbr. 9. 11. 12. 244 13. 14, 1-24. 247 D. 14, 25. 15, 1-29. 261 M. F. 15,30. 16.17,1: 23. 240 ici S. Pf. 143. 88. M. 2 Sam. 19. 20. 364 21. 22. 367 23. 24. 323 D. 2 Mof. 1. 2. 170 3. 4. 528 S. 5. 6, 1-13. 548 13. 17, 24. 18. 245 Joh. 12. 5. Sonntag in der Fasten. 249 Joh 8. 13. 14. 15. 16. 17. 18. M. 2 Mof. 6. 14. 7. 256 Nr.Tag. Alt. Teft. D. 12 Mof. 8. 9. 1203 M. 10. 11. 12. Nr Nr. N. Test. 265 Matth. 24. 282 10. 11. 266 25. 99 Grüner Donnerstag. 230 Matth. 26. 1229 Pf. 111. 2 Mof. 12. 13. 499 Charfreitag. Jef. 53. Pf. 22. Pf. 114. 2Mos. 14. 15,1: 21. 119 293 30. 31. 32. 254 4, 1-16. 177 33. 34. 304 4, 17-5, 21.456 3 Mof. 4. 5. 6,6. 23 5, 22-6, 9. 454 19. 24. 460 6, 10-24. 488 4Moi.6,22.9,15.10 542 1 Theff. 1. 295 2. Sonntag nach Ostern. S. Pf. 23. 25. 512 Joh. 10. M. 4 Mof. 11. 12. 494 1 Theff. 2. 13. 14, 1-38. 172 3. D. M. 16. 17. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 31. 32. F. S. 90 Matth. 27. 91 1 Joh. 19. 107 339 301 292 553 4. 1-12. 456 162 4,13. 5,1-11. 617 327 5, 12-28. 452 543 2 Th. 1. 2. 612 3. Sonntag nach Ostern. 634 S. Pf. 10. 11. 514 Joh. 16. 489 137 479 M. 5 Mof. 1. 2. 3. 161 2 Theff. 3. 299 458 D. 1243 87 4. 5. 6. 459 Jer. 2. Buß- und Bettag. 85 m. Pf. 51. 130.[ 240] Luc. 15. 140 D. 5 Mos. 7. 8. 9. 364 1. 103. Palmsonntag. S. Pf. 2. 40. 109. 181 Matth. 21. 479 F. 22. 23. 284 S. F. 1467 S. 273 4. Sonntag nach Ostern. 282 S. Pf. 50. 12. 141. 163/ Joh. 16. 276 M. 5Mof. 16. 17.18.467 1 Tim. 87 D. 94 M. 19. 20. 21. 172 27. 28. 29. 30. 101 D. F. 31. 32. 483 S. 33. 34. 5. Sonntag nach Ostern. 96 90 S. Pf. 15. 17. 142. 164 Joh. 16. 104 M. Jof. 1. 2. 3. 346 br. 11. 12. 97 D. 4. 5, 1-12. 347 81 M. 5, 13. 6. 7. 499 13. 89 10. 11. 12. 168 Rom. 3. 13 14. 15. 189 Luc. 7, 36. 491 326 563 13701 1. - 2. 3. 4. 5. 6. Christi Himmelfahrt. D. Pf. 47. 68. 110. 130 Marc. 16. Sosua 8. 9. 503 br. 8. 10. 11. 12. 161 1 Joh. 2. 1278 242 270 249 146 288 393 176 167 452 1493 1362 146 137 459 | 129 140 301 Tag. Alt. Test. Nr. N. Test. 6. Sonntag nach Oftern. Pf. 45. 65. 72. 138 Joh. 15. Jof. 22. 23. 24. 353 1 Joh. 5. 2, 20. 3. Joel 1. 2, 1-20. 260 Joh. 17. 159 br. 4. 160 Luc.11,1-13. 157 Apg. 1. 150 10. vãdã AAU AAA vadu vaidão de EAARU VRA Jef. 44. Ech. 36. 37. S. M. Pf. 48. 118. Jef. 1. 2. 3. 4. 1. Pfingsttag. P. 144. 145. 1491 Joh. 14. M. S. Pf. 73. 1. 49. M. Jef. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. S. Pf. 18. M. Jef. 27. 28. 2. Pfingsttag. 6 Pf. 138. 139. Sef. 7. 8, 1-8. 8, 9. 9, 1-7. 9, 8. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 1. Sonntag nach Trinitatis. 2. Sonntag 29. 30. 31. 32. 33. 3. Sonntag 1. 32. 13. Jef. 34. 35. 36. 37. 38. 39. 40. 41. Bibel- Lefetafel. Nr.Tag. 45. 46. 47. 48. 49. S. Pf. 34. 29. Trinitatis. M. Jes. 50. 51. 52. 53. 156 Joh. 3. Alt. Test. M. Jes. 54. 55. '56. 57. 58. 59. 142 D. 302 F. 388 G. 60. 634 362 S. Pf. 33. 52. 6. Sonntag 138 M. Jes. 61. 62. 379 D. 63. 64. 65. 66. 240 Apg. 1. 189 2, 1-41. 2, 42. 3. 242 491 164 363 4, 52.5, 1:16. 292 4, 1-31. M. 145 D. 272 189 Mr. 1262 D. 487 146 S. . 176 27. 506 S. 1378 Judä. 28. 307 M. Jer. 44. 45. 480 D. 46. 47. 48. 4. Sonntag nach Trinitatis. M. S. Pf. 28.112.116.1377 Euc 6. 454 D. 49. M. Jef. 42, 1-17. 373 1 Cor. 275. 42, 18. 43. 364 44. 50. 51. 52. 367 369 311 170 5. Sonntag nach Trinitatis. 385 Luc. 5. 19 1 Cor. 7. 1051 8. 622 166 463 Luc. 16. 188 Apg. 12. 242 13. 418 14. 245 15, 1-34. 281 176 173 171 15,35.16. 271 161) 17. nach Trinitatis. 187 326 Luc. 14. 193 Apg. 18. 577 19. 12345 6 Joh. 3. 300 6. 7. 628 8. 187 55 pg. 5, 17:42. 484 50 187 327 9, 1-30. 280 m. Jer. 14. 15. 571 9, 31. 10. 270 12581 11. S. 8. Sonntag Pf. 41. 105. 16. 17. 175 M. 18. 19. 20. F. 21. 22. 23. 3. F. Jer. 1. 2. S. 3. 4. 150. Pf. 30. 106. 7. Sonntag nach Trinitatis. 140 m. Jer. 5. 6. 373 Marc. 8. 163 2 Cor. 3. 7. 8. 84 4. 9. 10. 11. 12. 13. M. D. F. 9. Sonntag S. Pf. 95. 37. M. Jer. 24. D. 25. 26. M. D. 382 275 F. 169 1. 2. 199 S. 287 4. 472 S. 27. 28. 29. 30. 31. 32. 33. 74 D. 395. 1476 S. N. Test. Nr. 1891 Cor. 9. 268 10. 501 11. 229 70 12. 142 nach Trinitatis. 383 Matth. 5. 76 176 1 Cor. 13. 179 197 14. 168 57 ca 269 12. Sonntag f. 26. 44. 5. 163 M. Kl. Jer. 1. 2. 459 D. 6. 638 243 2 Cor. 1. 2.: 497 20. 180 10. Sonntag nach Trinitatis. 166 35. 269 21, 1-15. 507 S. P. 79. 80. 187. 171/ uc. 19. 163 21, 16. 22. 168. Jer. 34. 162 23. nach Trinitatis. 522 Luc. 15. 528 Apg. 24. 54 L 36. 202 37. 38. 161 509 39. 40. 41. 42. 43. 2451 25. 26. 171 376 21 254 480 12561 15. 117 16. 177 23 159 nach Trinitatis. 517 Matth. 7. 2602 Cor. 9. 259 261 162 203 163 Phil. 1. nach Trinitatis. 520 Luc. 16. 145 Matth. 1. 176 2. 199 528 365 19 3373 385 387 254 5481 5. 6. 7. 8. 79 Nr. 490 501 3. 4. 5. 551 M. Jonas 1. 2. 254 3. 4. 248 Obadja 1. 533 Nahum 1. 2. 3. 245 1513 203 295 326 466 298 460 1276 455 10. 509 11. 383 12. 385 13. 276 179 491 29 73 3. 253 4. 485 5. 455 6. 545 11. Sonntag nach Trinitatis. 1.131.132.133. 622 Suc. 18. 1264 472 Mattb. 13. 203 14. 329 15. 532 16. 326 17. 274 18. 242 247 Matth. 7. 512 8. 9. 514 10. 326 11. 262 12. 472 1250 494 511 nach Trinitatis. 509 Marc. 7. 1280 547 Matth. 19. 479 20. 452 21. 36 22. 340 23. 168 24. 614 80 Tag. Nr. N. Teft. Alt. Teft. 13. Sonntag nach Trinitatis. S. Pf. 54. 55. 62.1541| Luc. 10. M. Hab. 1. 2. 3. 4. AA VAA vadão vããe vada USA au A M. Hef. 1. 2. 3. 4. 5. Bibel- Lesetafel. 176 533 28. 532 2 Tim. 1. 6. 7. 8. 9. 377 2. 14. Sonntag nach Trinitatis. S. Pf.107.147.148.1384| Luc. 17.' M. Hef. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 151 2 Tim. 3. 163 4. 256 1 Joh. 1. 249 17. 18. 19. 248 20. 21. 22. 163 16. 2. M. Hef. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31. 32. 33. 34. 15. Sonntag nach Trinitatis. Pf. 65. 104. 11 Matth. 6. 27. 275 D. 388 Matth. 25. 617. 370 26. 100 S. 88 21. Sonntag nach Trinitatis. 1S. f.127.128.129. 517 Joh. 4. 480 M. Micha 3. 4. 5. 75 D. 6. 7. M. Zepb. 1. 2. 3. 326 D. Hagg. 1. 2. 167 F. Sach. 1. 2. 3. 567 S. 4. 5. 6. 163 251 22. Sonntag nach Trinitatis. 29 179 S. 295 M. Sach. 7. 8. 476 D. 3. 4. 7. 8. 9. 10. 11. 21 1 Joh. 5. 533 2 Joh. 571 3 Joh. 566 Marc. 1. 561 2. 308 3. 16. Sonntag nach Trinitatis. S. Pf. 9. 31. 108. 369 Luc. 7. Hef. 35. 36. 37. 151 Marc. 4. 38. 39. 172 5. 40. 41. 629 6. 42. 43. 388 7. 44. 45. 311 8. 46. 47. 48. 624 9. 17. Conntag nach Trinitatis. S. Pf. 70. 71. 143. 515 Cuc. 14. M. Richt. 1. 2. 3. 488 Marc. 10. 162 4. 5. 11. 6. 7. 8. 161 12. 9. 10. 245 13. 11. 12. 489 14. 13. 14. 15. 16. 486 Nr. Tag. Alt. Teft. M. Amos 4. 5. 6. 7. 8. 9. Micha 1. 2. Rr. n. Test. Nr. 266 nöm. 4. 242 246 5, 1-11. 307 242 5, 12. 483 6. 20 471 f. 81. 82. 83.1615 Matth. 18. 242 1 468 Luc. 1, 5-25. 32 526 60 1509 43 Mth. 5, 1:16. 465 5, 17-48. 459 6 1-18 301 6, 19-34. 526 7, 1-12. 362 7, 13-29. 466 1, 57-80. 374 3, 1-18. 176 352 Joh. 1, 6-34. 103 3. 4. 487 3, 22-36. 472 9. 10. 11. M. 12. 13. 14 463 D. Mal 1. 2. 6 F. 297 S. 187 327 S. f. 86. 123. 124. 168 Matth. 22. 346 74 M. 1Kön. 2, 12.3.4. 259 Joh. 5. 326 D. 1 Rön. 1.2, 1-11. 563/ mc. 6, 17:29. 631 23. Sonntag nach Trinitatis. 618 5. 6. 472 8, 12-59. 346 7. 8. 9. 169 9. 10. 10, 1-21. 341 11. 12. 10, 21-42. 181 13. 14. 11, 1-46. 117 371 174 488 M. 511 D. 199 F. 332 S. 24. Sonntag nach Trinitatis. 369 377 S. Pf. 42. 43. 1514 Matth. 9. 1553 464 M. 1 Kön. 15. 16. 616 16or.15,1: 34. 126 276 D. 17. 18. 377 15, 35-58. 119 M. 301 D. 463 F. 19. 20. 530 Offb. 3. 1. 363 21. 22. 553 2. 327 3. 495 39 S. 4. 389 275 480 S. 88 M. 2 Kön. 4. 91 D. 366 345 163 243 2Kön. 1. 2, 1-14. 462 2, 15. 3.573 5. 6. 7. 8. 9. 25. Sonntag nach Trinitatis. 31. 87. 125. M. S. 270 D. M. Ruth 1. 2. 3.4. M. Dan. 1. 2. 503 M. 162 15. 18. Sonntag nach Trinitatis. Pf. 56. 57. 58. 509 Matth. 22. 520 Marc. 16. 139 F. 529 Eph. 4, 17:32. 302 S. 189 5, 1-21. 456 26. Sonntag nach Trinitatis. 3. 1625, 22. 6, 1-9. 454 S. f. 76. 33. 1574 Matth..25. 1612 4. 5. 261 Gal. 3. 570 M. 2 Kön. 14. 15. 494 Offb. 11,1: 19. 3 6. 161 5. 1296 D. 16. 17. 615 19. Sonntag nach Trinitatis. 18. 19. 20. 528 S. Pf. 59. 74. 75. 529 Matth. 9. 452 D.( 2Chron.33.) 21. 244 M. Dan. 7. 8. 9. 39 1 Cor. 2. 199 F. 22. 23, 30. 517 10. 11. 12. 614 3. 103. 23, 31-. 24. 25. 170 15, 5-8. 16. 171 11. 225 27. Sonntag nach Trinitatis. 268 13. 303 S. f.122.126.150. 629 Matth. 25. 613 243 Joh. 1, 1-18. 1 M. Esra 1. 2. 3. 466 Offb. 17. 164 265 Col. 1, 1-23. 346 D. 4. 5. 6. 489 18. 172 20. Sonntag nach Trinitatis. M. 7. 8. 9. 10. 326 19. 173 507 Matth. 22. 494 D. Neb. 1. 2. 3. 4. 490 20. 611 M. Hof. 12. 13. 14. 12 br. 1. 181. 5. 6. 7. 8. 459 Amos 1. 2. 3. 265 Röm. 3. 270 S. 9. 10. 11. 12. 13. 378 161 15, 1-4. 1 M. Hosea 1. 2. 3. 334 4. 5. 6. S. f. 77. 78. 622 21. 22. D. 638 622 Matth. 24. 1614 527 Offenb. 5. 139 364 6. 182 7. 631 8. 81 9. 82 10. 4 532 577 10. 11. 555 12. 13. 556 12. 13. 14. oluns 1001 nd painti pandispod snims) 89 silsior dis datos slid diisi ning aidiyod issous ding alises seis do sid slasonpaine als sid( 3) dspris Beschreibung, wie das der Stadt Jerusalem angedrohte Gericht Gottes onbevollzogen, und die Stadt zerstört wurde. Hi di Als das vormals von Gott so hoch| Gräuel der Berwüstung stand an der tegnadigte Volk der Juden das Maß heiligen Stätte. Die römischen Landseiner Sünden durch die Verwerfung pfleger steuerten solchen Unordnungen des Sohnes Gottes erfüllt hatte, ward nicht nur nicht, sondern förderten sie es von den Strafgerichten Gottes ge- wohl gar, um dann bei dem nachhetroffen, die durch Mosen und die Pro- rigen Einschreiten desto größere Erpheten und von dem Sohne Gottes pressungen und Gewaltthätigkeiten selber ihm zuvor angedroht waren. sich erlauben zu können. So nahm Das Werkzeug hierbei in Gottes Hand waren die Römer, ein Volk einmal bei Unterdrückung eines AusB. der Landpfleger Gessins Florus von ferne her, deß Sprache sie nicht standes einen Theil des Tempelkannten, das wie ein Adler flog, ein schatzes für sich weg, ließ 3000 Juden freches Volk, das nicht ansah die in Jerusalem niederhauen und viele Person der Alten, noch schonte der Vornehme geißeln und freuzigen. Jünglinge; wie denn schon Moses Solch Verfahren erbitterte denn wiebezeugt hatte, daß ein solches Volk der die Juden und reizte sie um so über sie kommen würde, wenn sie der mehr, das ohnehin verhaßte Joch der Stimme ihres Gottes nicht gehorch- Römer abzuwerfen, so daß Rotten ten.( 5 Moj. 28, 49.) Das Strafge- und Aufruhr nichts seltenes waren. richt selber ward aber also vollzogen. Als nun gar die Juden über Cestius, Nachdem die Juden Jesum Chri- den Landpfleger von Syrien, der stum verworfen und gekreuzigt hatten, auch einmal zur Unterdrückung eines wurden sie hingegeben in verkehrten solchen Aufruhrs herbeigekommen Sinn, zu thun, was nicht taugt. Sie war, einen kleinen Sieg davon ge= übertraten immer augenfälliger die tragen hatten und überdies gerade heiligen Gebote Gottes und setzten damals die Ankunft eines weltlichen ihre ganze Religion nur in eine aber- Messias recht zuversichtlich erwartegläubische Beobachtung äußerlicher ten, brach der Aufstand im ganzen Gebräuche. Die Ungerechtigkeit nahm Lande aus und ward der Krieg gegen zu, und die Liebe erkaltete. Vornehme die Römer beschlossen. Die Mauern und Geringe überließen sich mit fre- Jerusalems wurden ausgebessert und chem Leichtsinn allen Lastern. Ueppig- befestigt, der Feldherr Josephus mit feit, Unordnungen und Spaltungen einem Heere von 100,000 Mann nach zeigten sich allenthalben. Jerusalem Galilää geschickt, um dort den Röund das ganze Land ward mit Räu- mern entgegen zu treten, wenn sie bern und Mördern angefüllt. Der von Syrien aus ins Land kommen 36 82 Zerstörung der Stadt Jerusalem. würden; und alles übte sich in den um Jerusalem eine Wagenburg Waffen. Die Christen in Jerusalem schlug. jedoch, eingedenk der Weissagung und des Befehls des Herrn, sahen das Gericht Gottes herannahen und flohen über die Berge nach Pella am jenseitigen Ufer des Jordan. In Jerusalem selber wimmelte es von allerlei Bolk; denn viele tausend Juden waren dorthin geeilt, theils um die Stadt zu schützen, theils um hinter ihren starken Mauern Schutz Die Römer ließen nicht lange auf zu suchen. Es herrschte aber in der sich warten, und die Adler sammelten Stadt die größte Zwietracht. Drei sich. Der römische Feldherr Veſpa- Parteien insonderheit standen sich sianus drang mit einem mächtigen einander gegenüber: 1) die Partei Heere in Galiläa ein und unterwarf Simons, eines vormaligen Räubereine Stadt nach der andern. Jose- hauptmanns, der die Außenwerke phus, der sich im offenen Felde nicht der Stadt inne hatte; 2) die Zelohalten konnte, warf sich in die starke ten, d. h. Eiferer, die unter dem Beste Jotapata bei Liberias und Vorwande des Eifers für den Glauwiderstand dort 7 Wochen lang dem ben und die Freiheit die größten Feinde. Da erstiegen aber in einer Grausamkeiten verübten, und die neblichten Nacht die römischen Sol- unter Anführung des Johannes von daten die Mauern, und alles, was Giscala die mittlere Stadt besetzt Waffen trug, ward niedergemeßzelt. hielten, und 3) die Partei Eleasars, Josephus selber entkam und flüchtete ver, von 20,000 Jdumäern untermit 29 Juden in die trocknen Was- stützt, des Tempels sich bemächtigt serleitungen der Stadt, wo einige hatte. Diese drei Parteien bekämpfmitleidige Frauen ihn und seine Be- ten sia gegenseitig mit Schwert, gleiter insgeheim ernährten. Er ward Feuer und Dolch. Der Hohepriester jedoch auch hier von den Römern Ananias, den Josephus als den beentdeckt; seine 29 Begleiter tödteten sten Mann seiner Zeit schildert und sich gegenseitig, um nicht den Heiden der Eintracht herzustellen suchte, ward in die Hände zu fallen; Josephus nebst 12,000 angesehenen Einwohselber aber ließ sich gefangen nehmen nern umgebracht. Johannes von und ward von Vespasian dahin be- Giscala drang mit seinen Bewaffgnadigt, daß er als Gefangener in neten in den Tempel ein, den Eleafar ſeinem Zelte bleiben mußte. Und das geöffnet hatte, um das Volk zum geschah gewiß nicht ohne göttliche Opfer zuzulassen, bemächtigte sich Zulassung; denn Gott wollte einen des Tempels und richtete ein entZeugen haben, der die Erfüllung setzliches Blutbad an, worin Tauseiner Gerichte aller Welt verkündi- sende umfamen, wie jene Galiläer, gen könnte; und Josephus war nicht deren Blut Pilatus sammt ihrem bloß ein Feldherr, sondern auch ein Opfer vermischt hatte. Tag und Nacht gelehrter Geschichtsschreiber und hat hörte man nichts als das Geschrei denn auch die Geschichte dieses Krie- der Kämpfenden und den Jammer ges und der Zerstörung Jerusalems der Trauernden. Die Töchter Jeruals Augenzeuge beschrieben. Vespa- salems weinten über sich selbst und sian drang nun weiter siegreich in über ihre Kinder. Judäa ein und war schon in die Nähe von Jerusalem gekommen, als er in Rom zum Kaiser ausgerufen ward. Er eilte deshalb nach Rom und itberließ die weitere Führung des Krieges seinem Sohne Titus, der Inzwischen hatte nun auch Titus die Stadt von außen belagert und an allen Orten geängstet. Am 15. Tage stießen die Römer mit ihren Sturmböcken, die ein Rabbine jener Zeit das Schwert des Würgengels nennt, Zerstörung der Stadt Jerusalem. 83 die äußerste Mauer ein; und 9 Tage auf, um Gold in ihren Eingeweiden nachher ward auch die innere Mauer zu suchen. Die meisten der Geflücherobert. Die Römer drangen in den teten wurden aber von den Römern zunächst gelegenen Theil der Stadt, gefreuzigt, das Angesicht gegen die und Ströme Bluts flossen in den Tempelmauern gerichtet, so daß nach engen Gassen. Darauf richtete Titus kurzer Zeit die Juden von der Zinne seinen Angriff gegen den Tempel und ihres Tempels Tausende ihrer Brüdie Burg Antonia. Um den Tempel der am Kreuze mußten hängen sehn. zu erhalten und das Blutvergießen Das Blut des auf Golgatha von ihzu vermeiden, ließ er zuvor den Ju- nen Gekreuzigten kam über sie und den Frieden anbieten, wenn sie sich über ihre Kinder. ergeben wollten; allein die Juden Titus hatte unterdeß die Belagewollten nichts von einer llebergabe rung fortgesetzt und auch die Burg wissen. Und doch war die Noth in Antonia erobert, so daß nur noch der Stadt aufs höchste gestiegen. der Tempel mit seinen NebengebäuEine furchtbare Hungersnoth pei- den und einigen Mauerthürmen in nigte die Vertheidiger. Bewaffnete der Gewalt der Juden waren. Um drangen in alle Häuser, Lebensmit- Tempel und Menschen zu schonen, tel aufzusuchen. Eltern und Kinder ließ Titus den Juden nochmals riffen einander die Speise vor dem Frieden anbieten und ihnen namentMunde weg. Man aß das Leder der lich vorstellen, wie ihr Heiligthum Schuhsohlen und die Riemen an den zu Grunde gehen würde, wenn der Schilden. Man suchte in den Dün- Kampf fortgesetzt werde. Allein abergerhaufen nach Knochen. Leichen Ver- mals vergebens! Nun, so sei es hungerter lagen in den Straßen und denn!" rief Titus. Wir wollen den verpesteten die Luft. Ja, es geschah, Kampf fortsetzen; aber den Tempel was Moses auch zuvor verkündigt will ich auch gegen euern Willen erhatte: Eine vornehme Frau, ein halten." Doch er konnte mit aller Weib, das zuvor zärtlich und in Lüt- feiner Macht nicht das Haus erhalften gelebt, daß sie nicht hat versucht, ten, von dem der Herr gesagt hatte, ihre Füße auf die Erde zu setzen, vor daß an ihm kein Stein auf dem anZärtlichkeit und Wollust, hat ihr ei- dern bleiben sollte.- Die Römer gen Kind heimlich geschlachtet und berannten von neuem die Mauern gegessen in dem Mangel, Angst und und eroberten bald die beiden nördNoth, womit die Stadt von den lichen Vorhallen des Tempels, die Feinden gedrängt ward." Als dies eine Beute der Flammen wurden. Titus hörte, hob er seine Hände gen Nach sechs Tagen unaufhörlichen Himmel und rief Gott zum Zeugen Stürmens wurden endlich auch die an, daß er unschuldig an diesen östlichen Vorhallen erobert und nieGräueln sei, da er wiederholt Frie- dergebrannt. Darauf ging es an den den angeboten habe. Viele Juden in Tempel selbst. Titus hatte verboten, Jerusalem suchten dem Elend da- Feuer an das Gebäude zu legen; durch zu entgehen, daß sie des Nachts ein Soldat stieg aber dennoch, als heimlich aus der Stadt flohen. Al- der Kampf am hitzigsten war, einem fein sie wurden von den Römern andern auf die Schultern und warf ergriffen und fanden keine Gnade einen Feuerbrand durch das goldene bei ihnen. Als sich einst das Gerücht| Fenster in den Tempel. Es zündete; verbreitete, die geflichteten Juden hätten Gold verschluckt, schnitten die römischen Soldaten in Einer Nacht 2000 gefangenen Juden die Bäuche die Flammen griffen um sich, und in kurzer Zeit brannte der Tempel lichterloh, daß an ein Löschen nicht zu denken war. Da stieg die Wuth und 84 Zerstörung der Stadt Jerusalem. Verzweiflung der Juden aufs höchste. König, ohne Fürsten, ohne Opfer, Der ganze Tempelberg ward ein Lei- ohne Altar, ohne Priester und ohne chenhaufen. In wenigen Stunden Heiligthum geblieben.( Hof. 3, 4.) lag der Tempel in Asche. 6000 Wei- Und der Herr hat das Volk zerstreut ber und Kinder, die ein falscher Pro- unter alle Reiche auf Erden.( 5 Mos. phet auf die flachen Dächer des Tem- 28, 25.) Und hat sie unter allen Heipels, als auf eine sichere Burg, ge- den sichten lassen, gleichwie man mit führt hatte, kamen in den Flammen einem Siebe sichtet.( Amos 9, 9.) um. Und das geschah am 10. August Und hat sie zu einem Sprichwort des Jahres 70 nach Christi Geburt. und Spott gemacht unter allen Völtern.( 5 Mos. 28, 37.) Und hat ihnen ein bebendes Herz gegeben und verschmachtete Augen und eine verdorrete Seele, daß sie unter den Völkern tein bleibendes Wesen haben und ihre Fußsohlen keine Ruhe finden.( 5 Mos. 28, 65.) Ihre Plagen sind wunderlich, groß und langwierig gewesen.( 5 Mof. 28, 59.) Ihr Haus ist ihnen wüste geworden. und das alles ist über sie gekommen darum, daß sie den Rathschluß Gottes von ihrer Seligkeit verachtet und, statt sich von dem verheißenen Heiland Jesu Christo sammeln zu lassen unter seine Flügel, ihn, den Sohn Gottes, verworfen und gekreuzigt haben. Und ihr Haus wird ihnen wüste gelassen werden, bis sie sprechen: Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!( Matth. 23, 39.) Der du dies liesest, siehe dich wohl vor, daß du nicht auch den Sohn Gottes verachtest und mit Sünden freuzigest. Schaute die Güte und den Ernst Gottes! Den Ernst an denen, die gefallen find; die Güte aber an dir, soferne du an der Güte bleibeft; sonst wirst du auch abgehauen werden.( Röm. 11, 22.) 397 31151 stadsgan Isljuss Da Titus sah, daß der Tempel, ,, das Prachtstück des römischen Reiches", wie er ihn nannte, zerstört war, gab er Befehl, nun auch die ganze Stadt niederzubrennen und dem Erdboden gleich zu machen. Nur drei Mauerthürme sollten stehen bleiben, aus denen die Juden zuletzt selbst geflohen waren und die so fest waren, daß Titus, als er sie besichtigte, qusrief: ,, Gott selbst hat die Juden aus diesen Bollwerken getrieben; denn was hätten wir mit unsern Werkzeugen gegen solche Thürme ausrichten können!" Der Befehl des Titus ward so pünktlich vollzogen, daß man, wie Josephus berichtet, bald nicht mehr glauben fonnte, es habe hier je eine Stadt gestanden. Jerusalem ward zertreten von den Heiden und geschleift, und ward kein Stein auf dem andern gelassen. Mehr als eine Million 300,000 Juden sind in diesem Kriege getödtet; 97,000 sind gefangen und von diesen die einen gefreuzigt, die andern den wilden Thieren vorgeworfen, und die jungen Kinder als Sclaven verkauft. Von der Zeit an ist Israel ohne ustris 19]} Trout din sub onodion and cmd dn #thand 350 8no( hilmisd ou ser si misl nis) odnoi du This dll All mondi isd pas 390 diab hiinstadle isolind dit moogenbe 00 1100 mu Ind] 8029 Das erste Gebot. Du sollst nicht andere Götter haben. Der eine Katechismus Dr. Martin Luthers. sind stads Erstes Hauptstück. and Die Zehn Gebote, wie sie ein Hausvater seinem Gesinde einfältiglich vorhalten soll. 2 Mof. 20, 3 u. f. 5 Mof. 5, 7 u. f. and fi Das fünfte Gebot. Du sollst nicht tödten. Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen. Das zweite Gebot. Du sollst den Namen deines Gottes nicht unnützlich führen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht. Was ist das? Antwort. Wir follen Gott fürchten und lieben, daß wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen, sondern denselben in allen Nöthen anrufen, beten, loben und danken. Das dritte Gebot. Du sollst den Feiertag heiligen. Was ist das? Antwort. thin Das vierte Gebot. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß dirs wohl gehe und du lange lebest auf Erden. od 1 8002 ne) Hellor se and mod Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsere Eltern und Herren nicht verachten, noch erzürnen, sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und werth haben. Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid thun, sondern ihm helfen und fördern in allen Leibes- Nöthen. Das sechste Gebot. Du sollst nicht ehebrechen. Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir keusch und züchtig leben in Worten und Werken, und ein jeglicher sein Gemahl liebe und ehre. Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsers Nächsten Geld oder Gut nicht nehmen, noch mit falWir sollen Gott fürchten und lic- scher Waare oder Handel an uns ben, daß wir die Predigt und sein bringen, sondern ihm sein Gut und Wort nicht verachten, sondern dassel- Nahrung helfen bessern und behüten. bige heilig halten, gerne hören und Das achte Gebot. Du sollst nicht falsch Zeugniß re den wider deinen Nächsten. lernen. Das siebente Gebot. Dn sollst nicht stehlen. Was ist das? Antwort. Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verrathen, afterredeit oder bösen Leumund machen, sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden, und alles zum Besten kehren. Das neunte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. 86 Der kleine Katechismus Lutheri. Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen, noch mit einem Schein des Rechten an uns bringen u. f. w., sondern ihm dasselbige zu behalten förderlich und dienstlich sein. Das zehnte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vich, oder alles, was sein ist. Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht sein Weiß, Gesinde, oder Vieh abspannen, abbringen, oder abwendig machen, sondern dieselbigen anhalten, daß sie bleiben und thun, was sie schuldig sind. Der erste Artikel. Von der Schöpfung. Was sagt nun Gott von diesen Geboten allen? Antwort. Ich glaube an Gott, den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erden. Er sagt also: Ich, der Herr, dein Gott, bin ein starker, eifriger Gott, der über die, so mich hassen, die Sünde der Väter heimsucht an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied; aber denen, so mich lieben und meine Gebote halten, thue ich wohl ins tausendste Glied. Zweites Hauptstück. Der Glaube, wie ein Hausvater denselbigen seinem Gesinde aufs einfältigste vorhalten soll. Was ist das? Antwort. Gott dräuet zu strafen alle, die diese Gebote übertreten; darum sollen wir uns fürchten vor seinem Zorn und nicht wider solche Gebote thun. Er verheißet aber Gnade und alles Gute allen, die solche Gebote halten; darum sollen wir ihn auch lieben und vertrauen und gerne thun nach seinen Geboten. horsam zu sein schuldig bin. Das ist gewißlich wahr. Der andere Artikel. Von der Erlösung. Und an Jesum Christum, seinen Was ist das? Antwort. einigen Sohn, unsern Herrn, der Ich glaube, daß mich Gott geschaf- empfangen ist von dem heiligen fen hat sammt allen Creaturen, mir Geist, geboren von der Jungfrau Leib und Seele, Augen, Ohren und Maria, gelitten unter Pontio Pilato, alle Glieder, Bernunft und alle Sin- gekreuziget, gestorben und begraben; ne gegeben hat und noch erhält; dar- niedergefahren zur Höllen, am dritzu Kleider und Schuh, Essen und ten Tage wieder auferstanden von Trinken, Haus und Hof, Weib und den Todten, aufgefahren gen HimKind, Acker, Bich und alle Güter, mel, sitzend zur Rechten Gottes, des mit aller Nothdurft und Nahrung allmächtigen Vaters, von dannen er des Leibes und Lebens reichlich und kommen wird, zu richten die Lebentäglich versorget, wider alle Fähr- digen und die Todten. lichkeit beschirmet und vor allem tebel behütet un bewahret; und das alles aus lautei säterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohn all mein Berdienst und Würdigkeit; deß alles ich ihm zu danken und zu loben, und dafür zu dienen und geWas ist das? Antwort. Ich glaube, daß Jesus Christus, wahrhaftiger Gott, vom Vater in Ewigkeit geboren, und auch wahrhaftiger Mensch, von der Jungfran Maria geboren, sei mein Herr, der mich verlornen und verdammten Der kleine Katechismus Lutheri. Was ist das? Antwort. Menschen erlöset hat, erworben und gewonnen von allen Sünden, vom Ich glaube, daß ich nicht aus eiTode und von der Gewalt des Ten-| gener Vernunft, noch Kraft an Jefels, nicht mit Gold oder Silber, sum Christum, meinen Herrn, glausondern mit seinem heiligen, theuren ben, oder zu ihm kommen kann; Blut und mit seinem unschuldigen sondern der heilige Geist hat mich Leiden und Sterben, auf daß ich sein durch das Evangelium berufen, mit eigen sei und in seinem Reiche unter seinen Gaben erleuchtet, im rechten ihm lebe und ihm diene in ewiger Glauben geheiliget und erhalten, Gerechtigkeit, Unschuld und Selig- gleichwie er die ganze Christenheit teit, gleichwie er ist auferstanden vom auf Erden beruft, sammelt, erleuchTode, lebet und regieret in Ewigkeit. tet, heiliget und bei Jesu Christo erDas ist gewißlich wahr. hält im rechten, einigen Glauben. In welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünde reichlich vergiebt und am jüngsten Tage mich und alle Todten auferwetten wird und mir sammt allen Gläubigen in Christo ein ewiges Leben geben wird. Das ist gewißlich wahr. Der dritte Artikel. Von der Heiligung. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige, christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. Drittes Hauptstück. Das Vater Unser, wie ein Hausvater dasselbige seinem Gesinde aufs einfältigste vorhalten soll. Vater unser, der du bist im Himmel. 87 Was ist das? Antwort. Gott will uns damit locken, daß wir glauben sollen, er sei unser rechter Bater, und wir seine rechten Kinder, auf daß wir getrost und mit aller Zuversicht ihn bitten sollen, wie die liebenKinder ihren lieben Vater bitten. Die erste Bitte. Geheiliget werde dein Name. Was ist das? Antwort. Gottes Name ist zwar an ihm selbst heilig; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er bei uns auch heilig werde. Wie geschieht das? Antwort. Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehret wird, und wir auch heilig als die Kinder Gottes darnach leben. Das hilf uns, lieber Vater im Himmel! Wer aber anders lehret und lebet, denn das Wort Gottes lehret, der entheiliget unter uns den Namen Gottes. Da behüt uns vor, lieber himmlischer Vater! Die andere Bitte. Dein Reich komme. Was ist das? Antwort. Gottes Reich kommt wohl ohn unser Gebet von ihm selbst; aber wir bitten in diesem Gebet, daß es auch zu uns komme. Wie geschieht das? Antwort. Wenn der himmlische Vater uns seinen heiligen Geist giebt, daß wir seinem heiligen Wort durch seine Gnade glauben und göttlich leben, hier zeitlich und dort ewiglich. Die dritte Bitte. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Was ist das? Antwort. Gottes guter, gnädiger Wille geschieht wohl ohne unser Gebet; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geschehe. Wie geschieht das? Antwort. Wenn Gott allen bösen Rath und Willen bricht und hindert, so uns den Namen Gottes nicht heiligen und sein Der kleine Katechismus Lutheri. 88 Reich nicht kommen lassen wollen, als da ist des Teufels, der Welt und nusers Fleisches Wille; sondern stärfet und behält uns fest in seinem Wort und Glauben bis an unser Ende; das ist sein gnädiger, guter Wille. Alles, was zur Leibes Nahrung und Nothdurft gehört, als Effen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vich, Geld, Gut, fromm Gemahl, fromme Kinder, fromm Gesinde, fromme und treue Oberherren, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freuni, getreue Dachbarn und desgleichen, Die vierte Bitte. doo Unser täglich Brod gieb uns heute. Was ist das? Antwort. Gott giebt das tägliche Brod, auch wohl ohne unsere Bitte, allen bösen Menschen, aber wir bitten in diesem Gebet, daß er uns solches erkennen lasse, und wir mit Danksagung empfahen unser täglich Brod. Gilb Was heißt denn täglich Brod? Antwort.donen und den Sieg behalten. Die siebente Bitte. Sondern erlöse uns von dem Uebel. Die fünfte Bitte. Und vergieb uns unsere Schuld, als wir vergeben unsern Schuldigern. täglich viel fündigen und wohl eitel Strafe verdienen. So wollen wir zwar wiederum auch herzlich vergeben und gerne wohl thun denen, die sich an uns verfündigen. Die sechste Bitte. Und führe uns nicht in Versuchung. Was ist das? Antwort. Gott versucht zwar Niemand; aber wir bitten in diesem Gebet, daß uns Gott wolle behüten und erhalten, auf daß uns der Teufel, die Welt und unser Fleisch nicht betrüge, noch verführe in Mißglauben, Verzweiflung und andere große Schande und Laster; und ob wir damit angefochten würden, daß wir doch endlich gewinZum Ersten. Was ist die Taufe? Antwort. Die Taufe ist nicht allein schlecht Wasser, sondern sie ist das Wasser in Gottes Gebot gefasset, und mit Gottes Wort verbunden. Was ist das? Antwort. Wir bitten in diesem Gebet, als in der Summa, daß uns der Vater im Himmel von allerlei Uebel, Leibes und der Seele, Guts und Ehre erlöse und zuletzt, wenn unser Stündlein kömmt, ein seliges Ende beschere und mit Gnaden von diesem Jammerthal zu sich nehme in den Himmel. bar Amen. Was ist das? Antwort. Wir bitten in diesem Gebet, daß Was heißt Amen? Antwort. der Vater im Himmel nicht ansehen Daß ich soll gewiß sein, solche wolle unsere Sünde und um dersel- Bitten sind dem Vater im Himmel bigen willen solche Bitte nicht versa- angenehm und erhöret; denn er selbst gen; denn wir sind der feines werth, hat uns geboten, also zu beten, und das wir bitten, habens auch nicht verheißen, daß er uns wolle erhören. verdienet; sondern er wolle es uns Amen! Amen! das heißt: Ja! Ja! alles aus Gnaden geben; denn wir es soll also geschehen." Viertes Hauptstück. Das Sacrament der heiligen Taufe, wie daffelbige ein Hausvater seinem Gesinde soll einfältiglich vorhalten. Welches ist denn solch Wort Gottes? Antwort. Da unser Herr Christus spricht, Matthäi am Letzten: Gehet hin in alle Welt und lehret alle Völker und taufet fie im Namen des Vaters und Der kleine Katechismus Lutheri. 89 des Sohnes und des heiligen Gei-| Geist, wie St. Paulus sagt zum Tito stes. Matth. 28, 19. am 3. Cap.: Gott macht uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum, unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben sein des ewigen Lebens nach der Hoffnung. Das ist gewißlich wahr. Tit. 3, 5-8 Zum Vierten. masi Was bedeutet denn solch Wassertaufen? Antwort. Da unser Herr Christus spricht, Marci am letzten: Wer da glaubet Es bedeutet, daß der alte Adam in und getauft wird, der wird selig wer- ins durch tägliche Reu und Buße den; wer aber nicht glaubet, der wird soll ersäuft werden, und sterben mit verdammet werden. Marc. 16, 16. allen Sünden und bösen Lüsten, und Zum Dritten. wiederum täglich herauskommen und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit vor Gott ewiglich lebe. Wie kann Waſser solche große Dinge thun? Zum Andern. Was giebt oder nützet die Taufe? nsdutt Antwort.gro chien Sie wirket Vergebung der Sünden, erlöset vom Tod und Teufel und giebt die ewige Seligkeit allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißung Gottes lauten. Welches sind solche Worte und Verdu heißung Gottes? Antwort. da Wo stehet das geschrieben? Antwort. Wasser thuts freilich nicht, sondern das Wort Gottes, so mit und bei dem Wasser ist, und der Glaube, so sol- St. Paulus zu den Römern am chem Wort Gottes im Wasser trauet. 6. spricht: Wir sind sammt Christo Denn ohne Gottes Wort ist das durch die Taufe begraben in den Wasser schlecht Wasser und keine Tod, daß, gleich wie Christus ist Taufe, aber mit dem Wort Gottes von den Todten auferwecket durch ist es eine Taufe, das ist, ein gna- die Herrlichkeit des Vaters, also soldenreich Wasser des Lebens und ein len wir auch in einem neuen Leben Bad der neuen Geburt im heiligen wandeln. Röm. 6, 4. susid him si Fünftes Hauptstück. Das Sacrament des Altars, wie ein Hausvater dasselbige seinem Gesinde einfältiglich vorhalten soll. Was ist das Sacrament des Altars?| er das Brod, dankete und brachs und Antwort. gabs seinen Jüngern und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; solches thut zu meinem Gedächtniß. Es ist der wahre Leib und Blut unsers Herrn Jesu Christi, unter dem Brode und Weine uns Christen zu essen und zu trinken von Christo felbst eingesetzt. Wo stehet das geschrieben? Antwort. So schreiben die heiligen Evangelisten, Matthäus, Marcus, Lucas und St. Paulus: Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verrathen ward, nahm Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankte und gab ihnen den, und sprach: Trinket alle daraus; dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch vergoffen wird zur Vergebung der Sünden; solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß. Der kleine Katechismus Lutheri. lichen Essen und Trinken als das Hauptstück im Sacrament; und wer denselbigen Worten glaubt, der hat, was sie sagen und wie sie lauten, nämlich Vergebung der Sünden. Wer empfähet denn solch Sacrament würdiglich? Antwort. Fasten und leiblich sich bereiten ist wohl eine feine äußerliche Zucht; aber der ist recht würdig und wohl geschickt, der den Glauben hat an diese Worte: Für euch gegeben und Essen und Trinken thuts freilich vergossen zur Vergebung der Sünden. nicht, sondern die Worte, so da ste- Wer aber diesen Worten nicht glauhen: Für euch gegeben und vergos- bet, oder zweifelt, der ist unwürdig sen zur Vergebung der Sünden. und ungeschickt; denn das Wort Für Welche Worte sind neben dem leib- Euch fordert eitel gläubige Herzen. Das zeigen uns diese Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden. Nämlich, daß uns im Sacrament Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit durch folche Worte gegeben wird; denn wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. Wie kann leiblich Essen und Trinken folche große Dinge thun? Antwort. 90 Was nützet denn solch Essen und Trinken? Antwort. Wie man die Einfältigen soll lehren beichten. Was ist die Beichte? Antwort. Die Beichte begreift zwei Stücke in sich: Eines, daß man die Sünde bekenne; das andere, daß man die Absolution oder Vergebung vom Beichtiger empfahe, als von Gott selbst, und ja nicht daran zweifele, sondern fest glaube, die Sünden seien dadurch vergeben vor Gott im Himmel. Welche Sünde soll man denn beichten? Vor Gott soll man aller Sünden sich schuldig geben, auch die wir nicht erkennen, wie wir im Vater Unjér thun; aber vor dem Beichtiger sollen wir allein die Sünden bekennen, die wir wissen und fühlen im Herzen. Welche sind die? Da siehe deinen Stand an nach den zehn Geboten, ob du Vater, Mutter, Sohn, Tochter, Herr, Frau, Knecht seieft, ob du ungehorsam, untreu, unfleißig, zornig, unzüchtig, gehässig gewesen seiest, ob du jemand Leide gethan haft mit Worten, oder Werken, ob du gestohlen, versäumet, werwahrloset, Schaden gethan hast. Lieber, stelle mir eine kurze Weise zu beichten. Antwort. So sollst du zum Beichtiger sprechen: Würdiger, lieber Herr, ich bitte euch, ihr wollet meine Beichte hören und mir die Vergebung sprechen um Gottes willen. Sage an. Ich armer Sünder bekenne mich vor Gott aller Sünden schuldig, insonderheit bekenn ich vor euch, daß ich ein Knecht, Magd 2c. bin; aber ich diene leider untreulich meinem Herrn; denn da und da habe ich nicht gethan, was sie mich hießen, habe sie erzirnet und zu fluchen beweget, habe versäumet und Schaden lassen geschehen. Bin auch in Worten und Werken schamlos gewesen, habe mit meines Gleichen gezürnet, wider meine Frau gemurret und geflucht, 2c. Das alles ist mir leid und bitte um Gnade, ich will mich bessern. Ein Herr oder Frau sage also: Insonderheit bekenne ich vor euch, daß ich mein Weib, Kind und Gefinde nicht treulich gezogen habe zu Gottes Ehren. Ich habe geflucht, böse Exempel mit unzüchtigen Worten und Werken gegeben, meinem Nachbar Schaden gethan und übel nachgeredet, zu theuer verkauft, falsche und nicht ganze Waare gegeben. lind was er mehr wider die Gebote Gottes und seinen Stand gethan 2c Der kleine Katechismus Lutheri. Wenn aber jemand sich nicht beschweret findet mit solcher, oder gröBern Sünden, der soll nicht sorgen, oder weiter Sünde suchen, noch erdichten, und damit eine Marter aus der Beichte machen; sondern erzähle eine, oder zwo, die du weißest. Also: Insonderheit bekenne ich, daß ich einmal geflucht, item, einmal unhübsch mit Worten gewesen, einmal dies N. versäumet habe, 2c. Also laß es genug sein. Weißt du aber gar keine ( welches doch nicht wohl sollte möglich sein), so sage auch keine insonderheit, sondern nimm die Vergebung auf die gemeine Beichte, jo du vor Gott thust gegen den Beichtiger. Darauf soll der Beichtiger sagen: Gott sei dir gnädig und stärke deinen Glauben! Amen! 91 Weiter. Glaubest du auch, daß meine Vergebung Gottes Vergebung sei? Antwort: Ja, lieber Herr. Darauf spreche er: Wie du glaubest, so geschehe dir. Und ich, aus dem Befehl unsers Herrn Jesu Christi, vergebe dir deine Sünde, im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen! Unser Herr Christus spricht, Joh. 20: Wie mich mein Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nehmet hin den heiligen Geist; welchen ihr die Sünde erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Was geben die Schlüssel, oder wozu sind sie nütze? Antwort. Das zeigen uns diese Worte: Denen ihr die Sünde erlasset, denen sind sie erlassen. Nämlich, daß den Gläubigen Vergebung der Sünden, im Nainen Jesu Christi, durch seinen Tod und Blut erworben, zugeeignet Gehe hin in Frieden. Welche aber große Beschwerung des Gewissens haben, oder betrübet und angefochten sind, die wird ein Beichtwater wohl wissen mit mehr Sprüchen zu trösten und zum Glauben reizen. Das soll allein eine gemeine Weise der Beichte sein für die Einfältigen. Die Lehre vom Amt der Schlüssel des Himmelreichs. Wie man den Einfältigen, und ein Hausvater seinem Gesinde dieselbige vorhalten soll. Welches sind die Schlüssel des Him-| wird, auf daß der Glaube gestärket, melreichs? Antwort. das Gewissen versichert und ruhsam gemacht werde; denn dem Glauben Die Schlüssel des Himmelreichs find die Gewalt, die unser Herr Je- folget Friede im Herzen, wenn die sus Christus auf Erden im Evange- Sinde vergeben ist. lio eingejept hat: den bußfertigen Wie kann der Mensch Sünde vergeSündern die Sünde zu vergeben, den ben? Antwort. unbußfertigen Sündern die Sünde zu behalten; wie die Worte Christi lauten. Wie lauten die Worte Chrifti? Antwort. Der Mensch thut es freilich nicht, ein Mensch von sich selbst, sondern von Amts wegen, auf des Herrn Christi Befehl, wie die Worte lauten: Welchen ihr die Sünde erlasset, denen sind sie erlassen. Nehmet hin den heiligen Geist. Denn gleich wie des Menschen Sohn auf Erden Macht hat, Sünde zu vergeben, also hat er dieselbe Macht im Predigtamt eingesetzet, da er spricht: Wie mich mein Vater gesandt hat, also sende ich euch, Joh. 20. Item: Wer euch höret, der höret mich. Luc. 10. Welchen soll man die Sünde vergeben? Antwort. Denen, die in wahrhaftiger Buße ihre Sünde bekennen und mit dentithigem, gläubigem Herzen durch Je 92 Der kleine Katechismus Lutheri. sum Christum Guade und Trost be- mahnung verachten, wie unser Herr gehren. Wie der Herr Christus spricht Christus lehret, Matth. 18: Sünzu dem Gichtbrüchigen, Matthäi 9: diget dein Bruder an dir, so gehe Mein Sohn, gläube fest, dir sind deine hin, und strafe ihn zwischen dir und Sünden vergeben. Und zu der buß- ihm allein; höret er dich, so hast du fertigen Sünderin, Luc. 7: Dir sind deinen Bruder gewonnen. Höret er deine Sünden vergeben; dein Glau- dich nicht, so nimm noch einen oder be hat dir geholfen. zween zu dir, auf daß alle Sache bestehe auf zweier oder dreier Zeugen Munde. Höret er die nicht, so sage es Allen Unbußfertigen und Ungläu- der Gemeine. Höret er die Gemeine bigen, die in Sünden muthwillig nicht, so halte ihn als einen Heiden stecken bleiben, und alle christliche Er- und Zöllner. Welchen soll man die Sünde behalten? Antwort. Wie ein Hausvater sein Gesinde soll lehren Morgens und ndom din nisplier Idom Abends sich segnen. ise sisug Der Abendsegen. no Des Abends, wenn du zu Bette gehest, sollst du dich segnen mit dem Heiligen Kreuz und sagen: une nou Das walt Gott Vater, Sohn und Der Morgensegen. Des Morgens, so du aus dem Bette fähreft, sollst du dich segnen mit dem heiligen Kreuz und sagen: Das walt Gott Vater, Sohn und heiliger Geist! Amen! 19 heiliger Geift! Amen! Darauf knieend oder stehend den Glauben und Vater Unser. Willst du, so magst du dies Gebetlein darzu sprechen: Ich danke dir, mein himmlischer Bater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allemSchaden und Fahrbehütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vorSünden und allem lebel, daß dir alle mein Thun und Leben gefalle; denn ich befehle mich, mein Leib und Seele, und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen! Und alsdann mit Freuden an dein Werk gegangen, und etwa ein Lied gesungen, als die Zehn Gebot, oder geschlafen. was deine Andacht giebt. Darauf knieend oder stehend den Glauben und Vater Unser. Willst du, so magst du dies Gebetlein darzu sprechen: Ich danke dir, mein himmlischer Bater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht gethan habe, und mich diese Nacht gnädiglich behüten; denn ich befehle mich, mein Leib und Seele, und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen! Und alsdann flugs und fröhlich Wie ein Hausvater sein Gesinde soll lehren das Benedicite*) und Gratias**) sprechen. Die Kinder und Gesinde sollen| seiner Zeit; du thust deine milde Hand mit gefaltenen Händen und züchtig auf und fättigest alles, was lebet, vor den Tisch treten und sprechen: mit Wohlgefallen. Aller Augen warten auf dich, Herr, und du giebest ihnen ihre Speise zu *) Gebet vor Tisch.**) Gebet nach Tisch. Erklärung. Wohlgefallen heißet, daß alle Thiere so viel zu essen kriegen, daß sie Der kleine Katechismus Lutheri. 93 fröhlich und guter Dinge darüber ne Gülte währet ewiglich; der allem find; denn Sorge und Geiz hindern Fleische Speise giebt, der dem Viehe solch Wohlgefallen. sein Futter giebt, den jungen Naben, die ihn anrufen. Er hat nicht Lust an der Stärke des Rosses, noch Gefallen an Jemandes Beinen. Der Herr hat Gefallen an denen, die ihn fürchten und die auf seine Güte warten. Darnach das Vater Unser und dies folgende Gebet: Herr Gott, himmlischer Vater, segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen! 19 Das Gratias. Darnach das Bater Unser und dies folgende Gebet: Wir danken dir, Herr Gott Vater, durch Jesum Christum, unsern Herrn, für alle deine Wohlthat, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen! noc oni shid sid 810 inso 191101 mollis lojzu Die Haustafel etlicher Sprüche, sid ant schl für allerlei heilige Orden und Stände, dadurch dieselbigen, als durch eigene Lection, ihres Amtes und Dienstes zu vermahnen. Den Bischöfen, Pfarrherren und Predigern. Ein Bischof soll unsträflich sein, eines Weibes Mann, nüchtern, sittig, mäßig, gastfrei, lehrhaftig, als ein Haushalter Gottes, nicht ein Weinfäufer, nicht beißig, nicht unehrliche Handthierung treiben; sondern gelinde, nicht haderhaftig, nicht geizig, der seinem eigenen Hause wohl vorstehe, der gehorsame Kinder habe, mit aller Ehrbarkeit, nicht ein Neuling, der ob dem Worte halte, das gewiß ist, und lehren kann, auf daß er mächtig sei, zu ermahnen durch die heilsame Lehre und zu strafen die Widersprecher. 1 Tim. 3, 2-4.( Tit. 1, 6.9.) Was ist die Lection der Zuhörer? Effet und trinket, was sie haben; denn ein Arbeiter ist seines Lohnes werth. Luc. 10, 7. 8. Der Herr hat befohlen, daß die, so das Evangelium verkündigen, sollen sich vom Evangelio nähren. 1 Cor. 9, 14. Der unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Frret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Gal. 6, 6. 7. Die Neltesten, die wohl vorstehen, die halte man zwiefacher Ehre werth, sonderlich die da arbeiten im Wort und in der Lehre; denn es spricht die Also auch nach dem Essen sollen sie gleicher Weise züchtig und mit gefaltenen Händen sprechen: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seiSchrift:„ Du sollst dem Ochsen, der da drischet, nicht das Maul verbinden", und: Ein Arbeiter ist seines Lohnes werth". 1 Tim. 5, 17. 18. Wir bitten euch, I. Br., daß ihr erkennet, die an euch arbeiten und euch vorstehen in dem Herrn und euch ermahnen; habt sie desto lieber um ihres Wortes willen und seid friedsam mit ihnen. 1 Thess. 5, 12. 13. Gehorchet euren Lehrern und folget ihnen; denn sie wachen über eure Seelen, als die da Rechenschaft dafür geben sollen, auf daß sie es mit Freuden thun und nicht mit Seufzen, denn das ist euch nicht gut. Hebr. 13, 17. Von weltlicher Obrigkeit. Jedermann sei unterthan derObrigfeit, die Gewalt über ihn hat; denn es ist keine Obrigkeit, ohne von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet. Wer sich nun wider die Obrigkeit setzet, der widerstrebet Gottes Ordnung; wer aber widerstrebet, wird sein Urtheil empfahen. Denn sie trägt das Schwert nicht umsonst; sie ist Gottes Dienerin, dir zu gut, eine Rächerin zur Strafe über den, der Böses thut. Nöm. 13, 1. 2. 4. Von den Unterthanen.no Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gotte, was Gottes ist. Der kleine Katechismus Lutheri. 94 Matth. 22, 21. So seid nun aus Noth unterthan, nicht allein um der Strafe willen, sondern auch um des Gewissens willen. Derohalben müsset ihr auch Schoß geben; denn es sind Gottes Diener, die solchen Schutz sollen handhaben. So gebet nun jedermann, was ihr schuldig seid, Schoß, dem der Schoß gebühret, Zoll, dem der Zoll gebühret, Furcht, dem die Furcht gebühret, Ehre, dem die Ehre gebühret. Röm. 13, 5. 6. 7. So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen zuerst thue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Men schen, für die Könige und für alle Obrigkeit, auf daß wir ein geruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit; denn solches ist gut, dazu auch angenehm vor Gott unserm Heilande, I Tim. 2, 1-3. Erinnere sie, daß fie den Fürsten und der Obrigkeit unter than und gehorsam seien. Tit. 3, 1. Seid unterthan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Rache über die Übelthäter und zu Lobe den Frommen. 1 Pet.2,13. Den Ehemännern. Ihr Männer, wohnet bei euren Weibern mit Vernunft, und gebet dem weiblichen, als dem schwächsten Werkzeuge, seine Ehre, als Miterben der Gnade des Lebens, auf daß euer Gebet nicht verhindert werde. 1 Pet. 3, 7. Und seid nicht bitter gegen sie. Col. 3, 19. Den Eheweibern. Die Weiber seien unterthan ihren Männern, als dem Herrn, wie Sara Abraham gehorsam war und hieß ihn Herr; welcher Töchter ihr worden seid, so ihr wohl thut und nicht so schüchtern seid. 1 Petri 3, 5. 6. Den Eltern. Ihr Väter, reizet eure Kinder nicht zum Zorn, daß sie nicht scheu werden, sondernziehet sie auf in der Zucht und Vermahnung zu dem Herrn. Eph. 6,4. Den Kindern. Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn, denn das ist billig. Ehre Vater und Mutter. Das ist das erste Gebot, das Verheißung hat, nämlich, daß dirs wohlgehe und du lange lebeft auf Erden. Eph. 6, 1-3. Den Knechten, Mägden, Tagelöhnern und Arbeitern 2c. Ihr Knechte, seid gehorsam euren leiblichen Herren, mit Furcht und Zittern, in Einfältigkeit eures Her zens, als Christo selbst; nicht mit Dienst allein vor Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern als die Knechte Christi, daß ihr solchen Willen Gottes thut von Herzen mit gutem Willen. Laßt euch dünken, daß ihr dem Herrn dienet und nicht den Menschen, und wisset, was ein jeglicher Gutes thut, das wird er empfahen, er sei Knecht oder Freier. Eph. 6, 5-8. Den Hausherren und Hausfrauen. Ihr Herren, thut auch dasselbige und wisset, daß ihr auch einen Herrn gegen ihnen, und lasset euer Dräuen kein Ansehen der Person. Eph. 6, 9 im Himmel habt, und ist bei ihm Der gemeinen Jugend. Ihr Jungen, seid den Alten unterthan u. beweiset darinnen die Demuth, denn Gott widerstehet den Hoffärtigen, aber den Demüthigen giebt er Gnade. So demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. 1 Petri 5, 5. 6. Den Wittwen. Welche eine rechte Wittwe und einsam ist, die stellet ihre Hoffnung auf Gott und bleibet am Gebet Tag und Nacht; welche aber in Wollüsten lebet, die ist lebendig todt. 1 Tim. 5, 6. Der Gemeine. Liebe deinen Nächsten als dich selbst. In dem Worte sind alle Gebote verfaffet. Röm. 13, 9. Und haltet an mit Beten für alle Menschen. 1 Tim. 2,1 Ein jeder lern sein Lection, So wird es wohl im Hause stehn. Confeffion oder Bekenntniß unserer evangelischen Väter, geschehen auf dem Reichstage zu Augsburg, am 25. Juni 1530 vor Kaiser und Reich. Artikel des Glaubens und der Lehre. Der erste Artikel. Von Gott. Erstlich wird einträchtiglich gelehret und gehalten, laut Beschluß des Concilii Nicaeni, daß ein einig göttlich Wesen sei, welches genannt wird und wahrhaftig ist Gott, und sind doch drei Personen in demselben einigen göttlichen Wesen, gleich gewaltig, gleich ewig, Gott Vater, Gott Sohn, Gott heiliger Geist; alle drei ein göttlich Wesen, ewig, ohne Stüd, ohne Ende, unermeßlicher Macht, Weisheit und Güte, ein Schöpfer und Erhalter aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge. Und wird durch das Wort Persona verstanden nicht ein Stück, nicht eine Eigenschaft in einem andern, sondern das selbst besteht; wie denn die Väter in dieser Sachen dies Wort gebraucht haben. Derhalben werden verworfen alle Ketzereien, so diesem Artikel zuwider find, als Manichaei, die zween Götter gesetzt haben, einen bösen und einen guten. Stem Valentiniani, Ariani, Eunomiani, Mahometisten, und alle dergleichen, auch Samosateni, alt und neu, so nur eine Person setzen, und von diesen zweien, Wort und heiligem Geist, Sophisterei machen und sagen, daß es nicht müssen unterschiedene Personen sein, sondern Wort bedeute leiblich Wort oder Stimme, und der heilige Geist sei erschaffne Regung in Creaturen. 95 Der zweite Artitel. Von der Erbsünde. Weiter wird bei uns gelehret, daß nach Adams Fall alle Menschen, so natürlich geboren werden, in Sünden empfangen und geboren werden, das ist, daß sie alle von Mutterleibe an voller böser Lust und Neigung find und keine wahre Gottesfurcht, keinen wahren Glauben an Gott von Natur haben können; daß auch dieselbige angeborene Seuche und Erbsünde wahrhaftiglich Sünde sei und verdamme alle die unterm ewigen Gottes Zorn, so nicht durch die Taufe und heiligen Geist wiederum neu geboren werden. Hierneben werden verworfen die Pelagianer und andere, so die Erbfünde nicht für Sünde halten, damit sie die Natur fromm machen durch natürliche Kräfte zu Schmach dem Leiden und Verdienst Chrifti. Der dritte Artikel. Von dem Sohne Gottes. Item, es wird gelehret, daß Gott der Sohn sei Mensch worden, geboren aus der reinen Jungfrau Maria, und daß die zwei Naturen, göttliche und menschliche in einer Person, also unzertrennlich vereinigt, ein Christus sind, welcher wahrer Gott und Mensch ist, wahrhaftig geboren, gelitten, gefreuziget, gestorben und begraben, daß er ein Opfer wäre nicht allein für die Erbfünde, sondern auch für alle andere Sünde, und Gottes Zorn verfühnet. Stem, daß derselbige Christus sei abgestiegen zur Hölle, wahrhaftig am dritten Tage von den Todten auferstanden, aufgefahren gen Himmel, fitzend zur Rechten Gottes, daß er ewig herrsche über alle Creaturen und regiere; daß er alle, so an ihn glauben, durch den heiligen Geift heilige, reinige, stärke und tröfte, ihnen auch 96 Augsburgische Confession. Stem, daß derselbige Herr Christus endlich wird öffentlich kommen, zu richten die Lebendigen und die Todten. laut des Symboli Apostolorum. Leben und allerlei Gaben und Güter wir empfahen Vergebung der Sünde austheile und wider den Teufel und und Gerechtigkeit durch den Glauben wider die Sünde schütze und beschirme. an Christum, wie Christus selbst spricht: So ihr dies alles gethan habt, sollt ihr sprechen: Wir sind untüchtige Knechte. Also lehren auch die Väter; denn Ambrosius spricht: Der vierte Artikel. Also ists beschlossen bei Gott, daß Von der Rechtfertigung. wer an Christum glaubet, selig sei, Weiter wird gelehret, daß wir Ver- und nicht durch Werke, sondern allein gebung der Sünden und Gerechtigkeit durch den Glauben, ohne Verdienst vor Gott nicht erlangen mögen durch Vergebung der Sünden habe. unser Verdienst, Werk und Genugthun, sondern daß wir Vergebung der Sünden bekommen und vor Gott gerecht werden aus Gnaden um Christus willen durch den Glauben, so wir glauben, daß Christus für uns gelitten hat, und daß uns um seinetwillen die Sünde vergeben, Gerechtigkeit und ewiges Leben geschenkt wird. Denn diesen Glauben will Gott für Gerechtigkeit vor ihm halten und zurechnen, wie St. Paulus sagt Röm. 3 u. 4. Der fünfte Artikel. Von dem Predigtamte. Solchen Glauben zu erlangen, hat Gott das Predigtamt eingesetzt, Evangelium und Sacrament gegeben, dadurch er als durch Mittel den heiligen Geist giebt, welcher den Glauben, wo und wann er will, in denen, so das Evangelium hören, wirket, welches da lehret, daß wir durch Christus Verdienst, nicht durch unser Verdienst, einen gnädigen Gott haben, so wir solches glauben. Der siebente Artikel. Von der Kirche. Vom neuen Gehorsam. Auch wird gelehret, daß solcher Glaube gute Früchte und gute Werke bringen soll, und daß man müsse gute Werke thun allerlei, so Gott geboten hat, um Gottes willen; doch nicht auf solche Werke zu vertrauen, dadurch Gnade vor Gott zu verdienen. Denn Es wird auch gelehret, daß allezeit müsse eine heilige chriftliche Kirche sein und bleiben, welche ist die Verjammlung aller Gläubigen, bei welchen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sacramente laut des Evangelii gereicht werden. Denn dieses ist genug zu wahrer Einigkeit der christlichen Kirche, daß da einträchtiglich nach reinem Verstand das Evangelium gepredigt und die Sacramente dem göttlichen Wor te gemäß gereicht werden. Und ist nicht noth zu wahrer Einigkeit der christlichen Kirche, daß allenthalben gleichförmige Ceremonien, von den Menschen eingesetzt, gehalten werden, wie Paulus spricht, Eph. 4: Ein Leib, ein Geist, wie ihr berufen seid, zu einerlei Hoffnung eures Berufs; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe. Der achte Artikel. sini Was die Kirche sei. Und werden verdammt die Wieder- Item, wiewohl die christliche Kirche täufer und andere, so lehren, daß wir eigentlich nichts anders ist, denn die ohne das leibliche Wort des Evangelii Versammlung aller Gläubigen und den heiligen Geist durch eigene Berei- Heiligen, jedoch, dieweil in diesem Letung, Gedanken und Werke erlangen. ben viel falscher Christen und Heuch51 80 Der sechste Artikel. ler sind, auch öffentliche Sünder unter den Frommen bleiben, so sind die Sacramente gleichwohl fräftig, obschon die Priester, dadurch sie gereicht werden, nicht fromm sind, wie denn Christus selbst anzeigt: Auf dem Stuhl Mosis sitzen die Pharisäer 2c. Derohalben werden die Donatiſten u. alle andre verdammt, so andershalten. Augsburgische Confession. Der neunte Artikel. onda of Von der Taufe. Bon der Taufe wird bei uns getebret, daß sie nöthig sei, und daß dadurch Gnade angeboten werde; daß man auch die Kinder taufen soll, welche durch solche Taufe Gott überantwortet und gefällig werden. Derhalben werden die Wiedertäufer verworfen, welche lehren, daß die Stindertaufe nicht recht sei. Der zehnte Artikel. Vom Heiligen Abendmahl. Vom Heiligen Abendmahl desHerrn wird also gelehret, daß wahrer Leib und Blut Christi wahrhaftiglich unter der Gestalt des Brots und Weins im Abendmahl gegenwärtig sei, und da ausgetheilet und genommen wird. Derhalben wird auch die Gegenlehre verworfen. Der elfte Artikel. di Von der Beichte. Von der Beichte wird also gelehret, daß man in der Kirche Privatam Absolutionem( Privat- Beichte) erhalten und nicht fallen lassen soll. Wiewohl in der Beichte nicht Noth ist, alle Missethat und Sünden zu erzählen, dieweil doch solches nicht möglich ist, Pf. 19: Wer kennet die Missethat! Der zwölfte Artikel. Von der Buße.on Von der Buße wird gelehret, daß diejenigen, so nach der Taufe gesündigt haben, zu aller Zeit, so sie zur Buße kommen mögen, Vergebung der Sünden erlangen und ihnen die Absolution von der Kirche nicht soll geweigert werden. Und ist wahre, rechte Buße eigentlich Neue und Leid, oder Schrecken haben über die Sünde, und doch daneben glauben an das Evangelium und Absolution, daß die Sünde vergeben und durch Christum Gnade erworben sei, welcher Glaube wiederum das Herz tröstet und zu frieden machet. 97 denn dies sollen die Früchte der Buße Wirket rechtschaffene Früchte der Buße. sein, wie Johannes spricht Matth. 3: Hier werden verworfen die, so lehren, daß diejenigen, so einst sind fromm worden, nicht wieder fallen mögen. Danach soll auch Besserung folgen, und daß man von Sünden lasse; die Novatiani, welche die Absolution Dagegen werden auch verdammt denen, so nach der Taufe gefündigt hatten, weigerten. tot 12 Auch werden die verworfen, so nicht lehren, daß man durch Glanben Vergebung der Sünden erlange, sondern durch unser Genugthun. Der dreizehnte Artikel ist Vom Gebrauche der Sacramente. 100 Vom Brauch der Sacramente wird gelehret, daß die Sacramente eingesetzt sind, nicht allein darum, daß sie Zeichen seien, dabei man äußerlich die Christen kennen möge, sondern daß es Zeichen und Zeugniß sind göttlichen Willens gegen uns, unsern Glauben dadurch zu erwecken und zu stärken; derhalben sie auch Glauben fordern und dann recht gebraucht werden, so man es im Glauben empfähet und den Glauben dadurch stärket. Der vierzehnte Artikel. Vom Kirchen- Regiment. Vom Kirchen- Regiment wird gelehret, daß niemand in der Kirche öffentlich lehren, oder predigen, oder Sacrament reichen soll ohne ordentlichen Beruf. th Der fünfzehnte Artikel. Von Kirchen- Ordnungen. Von Kirchenordnungen, von Menfchen gemacht, lehret man diejenigen halten, so ohne Sünde mögen gehalten werden und zu Frieden, zu guter Ordnung in der Kirche dienen, als gewisse Feiern, Feste und dergleichen. Doch geschieht Unterricht dabei, daß man die Gewissen nicht damit beschweren soll, als sei solch Ding nöthig zur Seligkeit. Darüber wird gelehrt, daß alle Satzungen und Traditionen von Menschen dazu gemacht, 37 98 Augsburgische Confession. daß man dadurch Gott versöhne und so ohne Sünde geschehen mag. Denn Guade verdiene, dem Evangelio und so der Obrigkeit Gebot ohne Sünde der Lehre vom Glauben an Christum nicht geschehen mag, soll man Gott entgegen sein. Derhalben sind Klo- mehr gehorsam sein, denn den Menster- Gelübde und andere Traditionen schen. Apoft. 4. von llnterschied der Speisen, Tage 2c., dadurch man vermeinet, Gnade zu verdienen und für Sünde genugzuthun, untüchtig und wider das Evangelium. 153 Der siebenzehnte Artikel. Von Christi Wiederkunft zum Gerichte. Der sechszehnte Artikel. Von Polizei- und weltlichem un Regiment. Auch wird gelehret, daß unser Herr Jesus Christus am jüngsten Tage kommen wird, zu richten, und alle Todten auferwecken, den Gläubigen und Auserwählten ewiges Leben und Von Polizei- und weltlichem Ne- ewige Freude geben, die gottlosen giment wird gelehret, daß alle Obrig- Menschen aber und die Teufel in die feit in der Welt und geordnete Re- Hölle und ewige Strafe verdammen. giment und Gesetze, güte Ordnung Derhalben werden die Wiedertäuvon Gott geschaffen und eingesetzt fer verworfen, so lehren, daß die Teusind, und daß Christen mögen in fel und verdammte Menschen nicht Obrigkeit, Fürsten- und Richter- ewige Pein und Qual haben werden. Amt ohne Sünde sein, nach kaiserlichen und andern üblichen Rechten Urtheil und Recht sprechen, Ulebelthäter mit dem Schwert strafen, rechte Kriege führen, streiten, kaufen und verkaufen, aufgelegte Eide thun, Eigenes haben, ehelich sein 2c. Item, hie werden verworfen et= liche jüdische Lehren, die sich auch jepund eräugen, daß vor der Auf erstehung der Todten eitel Heilige, Fromme ein weltlich Reich haben und alle Gottlosen vertilgen werden. Der achtzehnte Artikel. Hier werden verdammet die Wie- Vom freien Willen. dertäufer, so lehren, daß der oben- Vom freien Willen wird gelehret, gezeigten feines christlich sei.md daß der Mensch etlichermaßen einen Auch werden diejenigen verdam- freien Willen hat, äußerlich ehrbar zu met, so lehren, daß christliche Voll- leben und zu wählen unter den Dinkommenheit sei, Haus und Hof, Weib gen, so die Vernunft begreift. Aber und Kind leiblich verlassen und sich ohne Gnade, Hülfe und Wirkung des der vorberührten Stücke äußern; so heiligen Geistes vermag der Mensch doch dies allein rechte Bollkommen nicht, Gott gefällig zu werden, Gott heit ist, rechte Furcht Gottes und herzlich zu fürchten, oder zu glauben, rechter Glaube an Gott. Denn das oder die angeborne böse Luft aus dem Evangelium lehret nicht ein äußer- Herzen zu werfen, sondern solches ge= lich zeitlich, sondern innerlich ewig schieht durch den heiligen Geist, welWesen und Gerechtigkeit des Her- cher durch Gottes Wort gegeben wird, zens, und stoßt nicht um weltlich Re- denn Paulus spricht 1 Cor. 2: Der giment, Polizei und Ehestand, son- natürliche Mensch vernimmt nichts dern will, daß man solches alles halte vom Geiste Gottes als wahrhaftig Gottes Ordnung, und in solchen Ständen christliche Liebe und rechte gute Werke, ein jever nach seinem Berufe beweise. Derohalben sind die Christen schuldig, der Obrigkeit unterthan und ihren Gehoten gehorsam zu sein in allem, Und damit man erkennen möge, daß hierin keine Neuigkeit gelehret werde, so sind das die klaren Worte Augustini vom freien Willen, wie jetzund hiebei geschrieben aus dem 3. Buch Hypognosticon: Wir bekennen, daß in allen Menschen ein freier Wille ist, denn sie Augsburgische Confession. 99 haben ja alle natürlichen angebornen| Fasten, Feier, Brilderschaften 2c. geVerstand und Bernunft; nicht, daß sie trieben. Solche unnöthige Werke etwas vermögen, mit Gott zu han- rühmet auch unser Widerpart mun deln, als Gott von Herzen zu lieben, nicht mehr so hoch, als vor Zeiten; zu fürchten, sondern allein in äußer- dazu haben sie auch gelernet, mun lichen Werken dieses Lebens haben vom Glauben zu reden, davon sie fie Freiheit, Gutes oder Böses zu doch in Vorzeiten gar nichts gepre wählen. Gut mein ich, das die Natur digt haben, lehren dennoch nun, daß vermag, als auf dem Acker zu arbei- wir nicht allein aus Werken gerecht ten oder nicht, zu essen, zu trinken, werden vor Gott, sondern setzen den zu einem Freunde zu gehen oder nicht, Glauben an Christum dazu, sprechen, ein Kleid an- oder auszuthun, zu Glauben und Werke machen uns gebauen, ein Weib zu nehmen, ein recht vor Gott, welche Rede mehr Handwerk zu treiben und dergleichen Trostes bringen möge, denn so man etwas Nützliches und Gutes zu thun, allein lehret, auf Werke zu vertrauen. welches alles doch ohne Gott nicht ist, noch bestehet, sondern alles aus ihm und durch ihn ist. Dagegen kann der Mensch auch Böses aus eigner Wahl vornehmen, als vor einem Abgott nieder zu knieen, einen Todtschlag zu thun 2c. Dieweil nun die Lehre vom Glanben, die das Hauptstück ist in christlichem Wesen, so lange Zeit, wie man bekennen muß, nicht getrieben worden, sondern allein Werklehre an allen Drten geprediget ist, so ist davon durch die Unsern solcher Unterricht geschehen: Der neunzehnte Artikel. Erstlich, daß uns unsere Werke nicht Von der Ursach der Sünden. mögen mit Gott versöhnen und GnaVon Ursach der Sünden wird bei de erwerben, sondern solches geschieht uns gelehret, daß, wiewohl Gott der allein durch den Glauben, so man Allmächtige die ganze Natur geschaf- glaubet, daß uns um Christus wilfen hat und erhält, so wirket doch der len die Siinden vergeben werden, verkehrte Wille die Sünde in allen welcher allein der Mittler ist, den Bösen und Berächtern Gottes, wie Vater zu versöhnen. Wer mun meidenn des Teufels Wille ist und aller net, solches durch Werke auszurichten Gottlosen, welcher alsbald, so Gott und Gnade zu verdienen, der verachdie Hand abgethan, sich von Gott tet Christum und suchet einen eignen zum Argen gewandt hat, wie Chri- Weg zu Gott wider das Evangelium. stus spricht Joh. 8: Der Teufel re- Diese Lehre vom Glauben ist öfdet Lügen aus seinem Eigenen.fentlich und klar im Paulo an vielen Orten gehandelt, sonderlich zu den Ephesern am 2.: Aus Gnaden seid a h. Werken. Der zwanzigste Artikel. Vom Glauben und guten hinihr selig worden durch den Glauben, Den Unsern wird mit Unwahrheit und dasselbige nicht aus euch, sondern aufgelegt, daß sie gute Werke verbie- es ist Gottes Gabe, nicht aus den ten; denn ihre Schriften von den zehn Werken, damit sich niemand rühme 2c. Geboten und andere beweisen, daß fie Und daß hierin fein neuer Verstand von rechten christlichen Ständen und eingeführt sei, kann man aus AuWerken guten nützlichen Bericht und gustino beweisen, der diese Sache Vermahnung gethan haben, davon fleißig handelt und auch also lehret, man vor dieser Zeit wenig gelehret daß wir durch den Glauben an Chrihat, sondern allermeist in allen Pre- stum Gnade erlangen und vor Gott Sigten auf findische unnöthige Wer- gerecht werden, und nicht durch Werte, als Rosenkränze, Heiligendienst, te, wie sein ganzes Buch de Spiritu Mönchwerden, Wallfahrten, gesetzte et Litera ausweiset. Wiewohl nun Augsburgische Confession. 100 diese Lehre bei unversuchten Leuten sehr verachtet wird, so findet sich doch, daß sie den blöden und erschrockenen Gewissen sehr tröstlich und heilsam ift; denn das Gewissen kann nicht zu Ruhe und Friede kommen durch Werke, sondern allein durch Glauben, so es bei sich gewißlich schließt, daß es um Christus willen einen gnädigen Gott habe, wie auch Paulus spricht Röm. 5: So wir durch den Glauben sind gerecht worden, so haben wir Frieden mit Gott. bs glauben nicht ein solches Wissen, das Teufel und gottlose Menschen haben, denn also wird vom Glauben gelehret zu Hebräern am 11: Das Glauben sei nicht allein, die Historien wissen, sondern Zuversicht haben zu Gott, seine Zusage zu empfangen. Und Augustinus erinnert uns auch, daß wir das Wort( Glauben) in der Schrift verstehen sollen, daß es heiße Zuversicht zu Gott, daß er uns gnädig sei, und heiße nicht allein, solche Historien wissen, wie auch die Teufel wissen. Diesen Trost hat man vor Zeiten Ferner wird gelehret, daß gute nicht getrieben in Predigten, sondern Werke sollen und müssen geschehen, die armen Gewissen auf eigene Werke nicht, das man darauf vertraue, Gnagetrieben, und sind mancherlei Werke de damit zu verdienen, sondern um vorgenommen; denn Etliche hat das Gottes willen und Gott zu Lob. Der Gewissen in die Klöster gejagt, der Glaube ergreift allezeit allein Gnade Hoffnung, daselbst Gnade zu erwer- und Vergebung der Sünde. Und dieben durch Klosterleben; Etliche haben weil durch den Glauben der heilige andere Werke erdacht, damit Gnade Geist gegeben wird, so wird auch das zu verdienen und für die Sünde ge- Herz geschickt, gute Werke zu thun. nug zu thun. Derselbigen viel haben Denn zuvorn, dieweil es ohne den erfahren, daß man dadurch nicht ist zu heiligen Geist ist, so ist es zu schwach; Frieden kommen. Darum ist noth ge- dazu ist es ins Teufels Gewalt, der wesen, die Lehre vom Glauben an die arme menschliche Natur zu vielen Christum zu predigen und fleißig zu Sinden treibet. Wie wir sehen in treiben, daß man wisse, daß man al- den Philosophen, welche sich unterlein durch den Glauben, ohne Ver- standen, ehrlich und unsträflich zu ledienst, Gottes Gnade ergreifet. Es geschieht auch Unterricht, daß man hier nicht von solchem Glauben redet, den auch die Tenfel und Gott losen haben, die auch die Historien glauben, daß Christus gelitten habe und auferstanden sei von den Todten; sondern man redet vom wahrenGlauben, der da glaubet, daß wir durch Christum Gnade und Vergebung der Sünde erlangen, und der nun weiß, daß er einen gnädigen Gott durch Christum hat, fennet also Gott, rufet ihn an und ist nicht ohne Gott, wie die Heiden. Denn der Teufel und Gottlose glauben diesen Artikel, Bergebung der Sünde, nicht; darum sind fie Gott feind, können ihn nicht anrufen, nicht Gutes von ihm hoffen. Und also, wie jetzt angezeigt ist, redet die Schrift vom Glauben und heißet ben, haben aber dennoch solches nicht ausgerichtet, sondern sind in viel große öffentliche Sünden gefallen. Also gehet es mit dem Menschen, so er außer dem rechten Glauben ohne den heiligen Geist ist und sich allein durch eigene menschliche Kräfte regieret. Derhalben ist die Lehre vom Glauben nicht zu schelten, daß sie gute Werke verbiete, sondern vielmehr zu rithmen, daß sie lehre, gute Werke zu thun, und Hülfe anbiete, wie man zu guten Werken kommen möge. Denn außer dem Glauben und außerhalb Christo ist menschliche Natur und Vermögen viel zu schwach, gute Werke zu thun, Gott anzurufen, Geduld zu haben im Leiden, den Nächsten zu lieben, befohlne Aemter fleißig auszurichten, gehorsam zu sein, böse Lust zu meiden. Solche hohe und rechte Augsburgische Confession. 101 Werte mögen nicht geschehen ohne| christlichen Unterricht und Trost der die Hülfe Chrifti, wie er selbst spricht Joh. 15: Ohne mich könnet ihr nichts thun 2c. Gewissen, auch zur Besserung der Gläubigen gepredigt und gelehret ist, wie wir denn unsere eigene Seele und Gewissen ja nicht gern wollten bor Gott mit Mißbrauch göttlichen Namens oder Wortes in die höchste und größte Gefahr setzen, oder auf unsere Kinder und Nachkommen eine andere Lehre, denn so dem reinen, göttlichen Wort und christlicher Wahrheit gemäß, fällen oder erben. So denn dieselbige in heiliger Schrift klar gegründet, und dazu auch gemeiner christlicher, ja auch Römischer Kirchen, so viel aus der Väter Schrift zu vermerten, nicht zuwider, noch entgegen ist, so achten wir auch, unsere Widersacher können in oben angezeigten Artikeln nichtuneinig mit uns sein. Derhalben handeln diejenigen ganz unfreundlich, geschwind und wider alle christliche Einigkeit und Liebe, so die Unsern derhalben als Ketzer abzusondern, zu verwerfen und zu meiden, ihnen selbst ohne einigen beständigen Grund göttlicher Gebote oder Schrift vorneh men. Denn die Irrung und Zank ist vornehmlich über etliche Traditionen und Mißbräuche. So denn nun an den Hauptartikeln kein befindlicher Ungrund oder Mangel, und dies unser Bekenntniß göttlich und christlich ist, sollten sich billig die Bischöfe, wann schon bei uns der Tradition halben ein Mangel wäre, gelinder erzeigen, wiewohl wir verhoffen, beständigen Grund und Ursache darzuthun, warum bei uns etliche Traditionen und Mißbräuche geändert sind. Der einundzwanzigste Artitel. Von dem Dienst der Heiligen. Bom Heiligendienst wird von den Unseren also gelehret, daß man der Heiligen gedenken soll, auf daß wir unsern Glauben stärken, so wir sehen, wie ihnen Gnade widerfahren, auch wie ihnen durch Glauben geholfen ist; dazu, da man Exempel nehme von ihren guten Werken, ein jeder nach seinem Beruf, gleichwie die Kaiserl. Majestät seliglich und göttlich dem Erempel Davids folgen mag, Kriege wider den Türken zu führen; denn beide sind sie im königlichen Amte, welches Schutz und Schirm ihrer lln terthanen fordert. Durch Schrift aber mag mannicht beweisen, daß man die Heiligen anrufen oder Hüllfe bei ihnen suchen soll. Denn es ist allein ein einiger Versöhner und Mittler gesetzt zwischen Gott und den Menschen, Jefns Chriftus, 1 Tim. 2, welcher ist der einige Heiland, der einige oberste Priester, Gnadenstuhl und Fürsprecher vor Gott, Röm. 8. Und der hat allein zugesagt, daß er unser Gebet erhören wolle. Das ist auch der höchste Gottesdienst nach der Schrift, daß man den felbigen Jesum Christum in allen Nöthen und Anliegen von Herzen suche und anrufe, 1 Joh. 2,1: So Jemand fündiget, haben wir einen Fürsprecher bei Gott, der gerecht ist, Jesum. Dies ist fast die Summa der Lehre, welche in unsern Kirchen zu rechtem Artikel, von welchen Zwiespalt ist, da erzählt werden die Mißbräuche, so geändert sind. So nun von den Artikeln des fordert unsere Nothdurft, dieselbigen Glaubens in unsern Kirchen nicht gelehret wird zuwider der heiligen Schrift, oder gemeiner christlichen Kirche, sondern allein etliche Mißbräuche geändert sind, welche zum Theil mit der Zeit selbst eingerissen, zum Theil mit Gewalt aufgerichtet: zu erzählen und Ursach darzuthun, warum hierin Aenderung geduldet ist, damit Kaiserliche Majestät erfennen möge, daß nicht hierin unchriftlich oder freventlich gehandelt, sondern daß wir durch Gottes Gebot, welches billig höher zu achten, denn 102 Augsburgische Confession. alle Gewohnheit, gedrungen seien,| wöhnliche Prozession mit dem Sasolche Aenderung zu gestatten.acrament unterlassen.simme ald Der zweiundzwanzigste Artikel.ko Der dreiundzwanzigste Artikel.a Von beider Gestalt des Sa- Bom Ehestande der Priester. god matllowcraments. Den Laien wird bei uns beide Gestalt des Sacraments gereicht, aus dieser Ursach, daß dies ist ein klarer Befehl und Gebot Christi, Matth. 26: Trinket alle daraus. Da gebent Christus mit flaren Worten von dem Kelch, daß sie alle daraus trinken sollen. Es ist bei jedermann, hohen und niedren Standes, eine große mächtige Klage in der Welt gewesen von großer Unzucht und wildem Wesen und Leben der Priester, so nicht vermochten, Keuschheit zu halten, und war auch je mit solchen gräulichen Lastern aufs höchste kommen. So viel häßliches groß Nergerniß, Ehebruch und aubere Unzucht zu vermeiden, haben sich etliche Priester bei uns in ehelihen Stand begeben. Dieselben zeigen an diese Ursachen, daß sie dahin gedrungen und bewegt sind, aus hoher Noth ihrer Gewissen, nachdem die Schrift flar meldet, der eheliche Stand sei von Gott dem Herrn eingesetzt, Unzucht zu vermeiden, wie Paulus sagt 1 Cor. 7: Die Unzucht zu vermeiden, hab ein jeglicher sein eigen Eheweib. Item: Es ist besser, ehelich werden, denn brennen. Und nachdem Chriftus fagt Matth. 19: Sie faffen nicht alle das Wort, da zeigt Christus an ( welcher wohl gewußt hat, was am Menschen sei), daß wenig Leute die Gabe, keusch zu leben, haben, denn Gott hat den Menschen, Männlein und Fräulein, geschaffen, 1 Mos. 1. Ob es nun in menschlicher Macht oder Vermögen sei, ohne sonderliche Gabe und GnadeGottes, durch eigenBornehmen. oder Gelübde, Gottes, der hohen Majestät, Geschöpfe besser zu machen oder zu ändern, hat die Erfahrung allzu flar gegeben. Denn was Gutes, was ehrbar züchtiges Leben, was christlichen, ehrlichen oder redlichen Wandels an vielen daraus erfolget, wie gräuliche, schreckliche Unruhe und Qual ihrer Gewissen viele an ihrem letzten Ende derhalben gehabt, ist am Tage, und ihrer viele haben es selbst bekannt. So denn Gottes Wort und Gebot durch kein menschlich Gelübde oder Gesetz mag geändert werden, haben aus dieser und andern Ursachen und Gründen Und damit niemand diese Worte anfechten und glossiren könne, als gehöre es allein den Priestern zu, so zeiget Paulus 1 Cor. 11 an, daß die ganze Bersammlung der Corinther Kirche beide Gestalt gebraucht hat. Und dieser Brauch ist lange Zeit in der Kirche blieben, wie man durch die Historien und der Väter Schriften beweisen kann. Cyprianus gedenkt an vielen Orten, daß den Laien der Kelch die Zeit gereicht sei. So spricht St. Hieronymus, daß die Priester, so das Sacrament reichen, dem Volk das Blut Christi austheilen. So gebeut Gelasius, der Papst selbst, daß man das Sacrament nicht theilen soll, Distinct. 2. de Consecr. cap. Comperimus. Man findet auch nirgend teinen Canon, der da gebiete, allein cine Gestalt zu nehmen. Es kann auch niemand wissen, wann oder durch welche diese Gewohnheit, eine Gestalt zu nehmen, eingeführt ist, wiewohl der Cardinal Cusanus gedenkt, wann diese Weise approbirt sei. Nun ists öffentlich, daß solche Gewohnheit, wider Gottes Gebot, auch wider die alten Canones eingeführt, unrecht ist. Derhalben hat sich nicht gebühret, derjenigen Gewissen, so das heilige Sacrament nach Christus Einsetzung zu gebrauchen begehrt haben, zu beschweren und zu zwingen, wider unsers Herrn Christi Ordnung zu hanTrent deln. Und dieweil die Theilung des Sacraments der Einfeßung Christi entgegen ist, wird auch bei uns die ge Augsburgische Confession. 103 die Priester und andere Geistliche verständiger, weiser Mann dies Wort Eheweiber genommen. d aus großem Bedenken geredet. mi So ist es auch aus den Historien Derhalben wollen wir uns in Unund der Väter Schriften zu beweisen, terthänigkeit zu Kaiserlicher Majestät daß in der chriftlichen Kirche vor Al- vertrösten, daß Ihre Majestät als ein ters der Brauch gewesen, daß die Brie- chriftlicher Hochlöblicher Kaiser gnäster und Diaconen Cheweiber gehabt. diglich beherzigen werde, daß jetzund Darum sagt Paulus, 1 Tim. 3: Es in den letzten Zeiten und Tagen, von soll ein Bischof unsträflich sein ei- welchen die Schrift meldet, die Welt nes Weibes Mann. Es sind auch in immer je ärger und die Menschen geDeutschland erst vor vierhundert Jah- brechlicher und schwächer werden. ren die Priester zum Gelübde der Derhalben wohl hochnöthig, nützKeuschheit vom Ehestande mit Ge- lich und christlich ist, diese fleißige walt abgedrungen, welche sich dage- Einsehung zu thun, damit, wo der gen sämmtlich auch so ganz ernstlich Ehestand verboten, nicht ärgere und und hart gesetzet haben, daß ein Erz- schändlichere Unzucht und Laster in bischof zu Mainz, welcher das päpst- deutschen Landen möchten einreißen. liche neue Edift derhalben verkündi- Denn es wird je diese Sachen nieget, gar nahe in einer Empörung der mand weislicher oder besser ändern ganzen Priesterschaft in einem Ge- oder machen können, denn Gott selbst, dränge wäre umgebracht. Und das welcher den Ehestand, menschlicher selbige Verbot ist bald im Anfang so Gebrechlichkeit zu helfen und Unzucht geschwind und unschicklich vorgenom- zu wehren, eingesetzt hat. So sagen men, daß der Papst der Zeit nicht al- die alten Canones auch, man müsse lein die künftige Ehe den Priestern zu Zeiten die Schärfe und Rigorem verboten, sondern auch die Ehe der- lindern und nachlassen, um menschjenigen, so schon in dem Ehestande licher Schwachheit willen und Aerlange gewesen, zerrissen, welches doch geres zu verhüten und zu meiden. nicht allein wider alle göttliche, natürliche und weltliche Rechte, sondern auch den Canonibus( so die Päpste selbst gemacht) und den berühmtesten Conciliis ganz entgegen und zuwider ist. Nun wäre das in diesem Fall auch wohl chriftlich und ganz hoch vonnöthen. Was kann auch der Priester und der Geistlichen Ehestand der allgemeinen christlichen Kirche nachtheilig sein, Auch ist bei viel hohen, gottesfürch- sonderlich der Pfarrherren und andetigen, verständigen Leuten dergleichenrer, die der Kirche dienen sollen? Es Rede und Bedenken oft gehört, daß würde wohl künftig an Priestern und solcher gedrungener Cölibat und Be- Pfarrherren mangeln, so dies harte raubung des Ehestandes( welchen Gott Verbot des Ehestandes länger wähselbst eingesetzt und frei gelassen), nie ren sollte. kein Gutes, sondern viel größere böje Laster und viel Arges eingeführt habe. Es hat auch einer von den Päpsten, Pius II., selbst, wie seine Historie anzeigt, diese Worte oft geredet und von sich schreiben lassen: Es möge wohl etliche Ursachen haben, warum den Geistlichen die Ehe verboten sei; es habe aber viel höhere, größere und wichtigere Ursachen, warum man ihnen die Che solle wieder frei lassen. Ungezweifelt, es hat Papst Pius als ein So nun dieses, nämlich, daß die Priester und Geistlichen mögen ehelich werden, gegründet ist auf das göttliche Wort und Gebot, dazu die Historien beweisen, daß die Priester ehelich gewesen; so auch das Gelübde der Keuschheit so viel häßliche, unchristliche Aer= gerniß, so viel Ehebruch, schreckliche, unerhörte Unzucht und gräuliche Laster hat angerichtet, daß auch etliche unter den Domherren, auch Curtisanen zu Nom solches oft selbst bekannt und 104 Augsburgische Confession. tläglich angezogen, wie solche Laster im Clero zu gräulich, und über Macht Gottes Born würde erreget werden; so ists je erbärmlich, daß man den christlichen Ehestand nicht allein verboten, sondern an etlichen Orten aufs geschwindeste, wie um große Uebelthat, zu strafen sich unterstanden hat. auf, daß sie die Messe sollen abgethan haben. Denn das ist öffentlich, daß die Messe, ohne Ruhm zu reden, bei uns mit größerer Andacht und Ernst gehalten wird, denn bei den Widersachern. So werden auch die Leute mit höchstem Fleiß zum öftern Mal unterrichtet vom heiligen Sacrament, So ist auch der Ehestand in faiser- wozu es eingesetzt und wie es zu gelichen Rechten und in allen Monar- brauchen sei, als nämlich, die erschrotchien, wo je Gesetz und Recht gewesen, tenen Gewissen damit zu trösten, dahoch gelobet. Allein dieser Zeit begin- durch das Volk zur Communion und net man, die Leute unschuldig, allein zur Messe gezogen wird. Dabei geum der Ehe willen, zu martern, und schieht auch Unterricht wider andere dazu Priester, der man vor andern unrechte Lehre vom Sacrament. So schonen sollte. Und geschieht nicht al- ist auch in den öffentlichen Ceremonien lein wider göttliche Rechte, sondern der Messe keine merkliche Aenderung auch wider die Canones. Paulus, der geschehen, denn daß an etlichen Orten Apostel, 1 Tim. 4, nennet die Lehre, deutsche Gesänge( das Volk damit zu so die Ehe verbietet, Teufelslehre. So lehren und zu üben) neben lateinischem jagt Christus selbst, Joh. 8: der Teu- Gesang gesungen werden, sintemal alle fel sei ein Mörder von Anbeginn, Ceremonien vornehmlich dazu dienen welches denn wohl zusammen stim- sollen, daß das Volkdaran lerne, was met, daß es freilich Teufelslehren ihm zu wissen von Christo noth ist. sein müssen, die Ehe verbieten und sich unterstehen, solche Lehre mit Blutvergießen zu erhalten. bil Wie aber kein menschlich Gesetz Gottes Gebot kann wegthun oder ändern, also kann auch kein Gelübde Gottes Gebot ändern. Darum giebt auch St. Cyprianus den Rath, daß die Weiber, so die gelobte Keuschheit nicht halten, sollen ehelich werden, und sagt L. I. Epist. 11 also: So sie aber Keuschheit nicht halten wollen, oder nicht vermögen, so ists besser, daß sie ehelich werden, denn daß sie durch ihre Lust ins Feuer fallen, und sollen sich wohl vorsehen, daß sie den Brüdern und Schwestern kein Nergerniß anrichten. Zudem, so brauchen auch alle Canones größere Gelindigkeit und Aequität gegen diejenigen, so in der Jugend Gelübde gethan, wie denn Priester und Mönche des mehrern Theils in der Jugend in solchen Stand aus Unwissenheit kommen sind. Der vierundzwanzigste Artikel. Von der Messe. Man leget den Unsern mit Unrecht Nachdem aber die Messe auf mancherlei Weise vor dieser Zeit gemißbraucht, wie am Tage ist, daß ein Sahrmarkt daraus gemacht, daß man sie gekauft und verkauft hat, und daß sie mehrentheils in allen Kirchen um Geldes willen gehalten worden, ist solcher Mißbrauch zu mehrmalen, auch vor dieser Zeit, von gelehrten und frommen Leuten gestraft worden. Als nun die Prediger bei uns davon gepredigt und die Priester erinnert sind der schrecklichen Bedräuung, so den billig einen jeden Christen bewegen soll, daß, wer das Sacrament unwirdiglich brauchet, der sei schuldig am Leibe und Blute Christi, darauf sind. solche Kaufmessen und Winkelmessen ( welche bis anher aus Zwang um Geldes und der Präbenden willen gehalten worden) in unsernkirchen gefallen. Dabei ist auch der gräuliche Srrthum gestrafet, daß man gelehret hat, unser Herr Christus habe durch seinen Tod allein für die Erbsünde genug gethan und die Messe eingesetzt zu einem Opfer für die anderen Sinden, 105 erweckt, und die Gewissen getröftet werden, welche durchs Sacrament exinnert werden, daß ihnen Gnade und Vergebung der Sünde von Christo zugesagt ist. Derhalben fordert das Sacrament Glauben, und wird ohne Glauben vergeblich gebraucht. Dieweil nun die Messe nicht en Opfer ist für andere, Lebendige oder Todte, ihre Sünde wegzunehmen, sondern soll eine Communion sein, da der Priester und andere das Sacrament empfahen für sich, so wird diese Weise bei uns gehalten, dat man an Feiertagen( auch sonst, j Darum ist davon Unterricht gesche- Communicanten da find) Messe Häl:, hen, wie ohne Zweifel die Noth ge- und etliche, so das begehren, comfordert, daß man wüßte, wie das Sa- municirt. Also bleibt die Messe be: crament recht zu gebrauchen wäre. uns in ihrem rechten Branch, wie fie Und erstlich, daß kein Opfer für Erb- vor Zeiten in der Kirche gehalten, wie sünde und andere Sünde sei, denn der man beweisen mag aus St. Paulo, einige Tod Christi, zeiget die Schrift 1 Cor. 11, dazu auch aus vieler Väan vielen Orten an. Denn also ste ter Schriften. Denn Chrysostomus het geschrieben zu den Hebräern, daß spricht, wie der Priester täglich stehe sich Christus einmal geopfert hat und und fördere etliche zur Communion, dadurch für alle Sünde genug gethan. etlichen verbiete er, hinzuzutreten. Es ist eine unerhörte Neuigkeit, in der Auch zeigen die alten Canones an, Kirche lehren, daß Christus Tod sollte daß einer das Amt gehalten hat, und allein für die Erbsünde, und sonst die andern Priester und Diaconen nicht auch für andere Sünden genng communicirt. Denn also lauten die gethan haben; derhalben zu hoffen, Worte in Canone Nicaeno: Die daß männiglich verstehe, daß solcher Diaconen sollen nach den Priestern Irrthum nicht unbillig gestraft sei. ordentlich das Sacrament empfahen vom Bischof oder Priester. Zum andern, so lehret St. Paulus, daß wir vor Gott Gnade erlangen So man nun keine Neuigkeit hierin, durch den Glauben und nicht durch die in der Kirche vor Alters nicht geWerke. Dawider ist öffentlich dieser wesen, vorgenommen hat und in den Mißbrauch der Messe, so man ver- öffentlichen Ceremonien der Messen meint, durch dieses Werk Gnade zu keine merkliche Aenderung geschehen. erlangen, wie man denn weiß, daß ist, allein, daß die andern unnöthigen man die Messe dazu gebraucht, da- Messen, etwa durch einen Mißbrauch durch Sünde abzulegen und Gnade gehalten, neben der Pfarrmesse, geund alle Güter bei Gott zu erlangen, fallen sind, soll billig diese Weiſe, nicht allein der Priester für sich, son- Messe zu halten, nicht für ketzerisch dern auch für die ganze Welt und für und unchristlich verdammet werden. andere Lebendige und Todte. 3um dritten, so ist das heilige Sacrament eingesetzt, nicht damit für die Sünde ein Opfer anzurichten ( denn das Opfer ist zuvor geschehen), sondern daß unser Glaube dadurch Augsburgische Confession. und also die Messe zu einem Opfer gemacht für die Lebendigen und Todten, dadurch Sünde wegzunehmen und Gott zu versöhnen. Daraus ist weiter gefolget, daß man disputirt hat, ob eine Meffe für viele gehalten, also viel verdiene, als so man für einen jeglichen eine sonderliche hielte? Daher ist die große unzählige Menge der Messen gekommen, daß man mit diesem Werk hat wollen bei Gott alles erlangen, das man bedurft hat, und ist daneben des Glaubens an Christum und des rechten Gottesdienstes vergessen worden. Denn man hat vor Zeiten auch in den großen Kirchen, da viel Volks gewesen, auch auf die Tage, so das Volk zusammen kam, nicht täglich Messe gehalten, wie Tripartita historia lib. 9 anzeiget, daß man zu 106 Augsburgische Confession. Alexandria am Mittwoch und Frei- selben nicht alle sehen oder kennen tag die Schrift gelesen und ausgeleget habe, und sonst alle Gottesdienste gehalten, ohne die Messe. kann, und sollten wir allein von denen absolvirt werden, die wir zählen können, wäre uns wenig geholfen. Derhalben ist nicht noth, die Leute zu bringen, die Sünde namhaftig zu erzählen. Also habens auch die Bäter gehalten, wie man findet Distinct. 1. de Poenitentia, da die Worte Chrysostomi angezogen werden: Ich sage nicht, daß du dich selbst sollst öffentlich dargeben, noch bei einem andern dich selbst verklagen, oder schuldig geben, sondern gehorche dem Propheten, welcher spricht: Offenbare dem Herrn deine Wege. Derhalben beichte Gott dem Herrn, den wahrhaftigen Richter, neben deinem Gebet, nicht sage deine Sünde mit der Zunge, sondern in deinem Gewissen. Hie siehet man klar, daß Chrysostomus nicht zwinget, die Sünde namhaftig zu erzählen. So lehret auch die Glossa in Decretis de Poenitentia, daß die Beichte nicht durch die Schrift geboten, sondern durch die Kirche eingesetzet sei. Doch wird durch die Prediger dieses Theils fleißig gelehret, daß die Beichte von wegen der Absolution, welche das Hauptstück und das Bornehmste darin ist, zu Trost der erschrockenen Gewissen, dazu um etlicher andern Ursachen willen zu erhalten sei. Der fünfundzwanzigste Artitel. Von der Beichte. Die Beichte ist durch die Prediger dieses Theils nicht abgethan. Denn diese Gewohnheit wird bei uns gehal ten, das Sacrament nicht zu reichen denen, so nicht zuvor verhört und absolvirt sind. Dabei wird das Volk fleißig unterrichtet, wie tröstlich das Wort der Absolution sei, wie hoch und thener die Absolution zu achten; denn es sei nicht des gegenwärtigen Menschen Stimme oder Wort, sondern Gottes Wort, der da die Sünde vergiebt, denn sie wird an Gottes Statt, und aus Gottes Befehl gesprochen. Von diesem Befehl und Gewalt der Schlüssel, wie tröstlich, wie nöthig sie ſei den erschrockenen Gewissen, wird mit großem Fleiß gelehret, dazu, wie Gott fordert, dieser Absolution zu glauben, nicht weniger, denn so Gottes Stimme vom Himmel erschölle, und uns deren fröhlich trösten und wissen, daß wir durch solchen Glanben Vergebung der Sünden erlangen. Von diesen nöthigen Stücken haben vor Zeiten die Prediger, so von der Beichte viel lehreten, nicht ein Wörtlein berühret, sondern allein Der sechsundzwanzigste Artikel. die Gewissen gemartert mit langer Vom Unterschied der Speisen. Erzählung der Sünden, mit Genug- Vorzeiten hat man also gelehret, thun, mit Ablaß, mit Wallfahrten gepredigt und geschrieben, daß Unund dergleichen. Und viel unsrer Wi- terschied der Speisen und dergleichen derfacher bekennen selbst, daß dieses Traditionen, von Menschen angesetzt, Theils von rechter christlicher Buße dazu dienen, daß man dadurch Gnade schicklicher, denn zuvor in langer Zeit verdiene und für die Sünde genug geschrieben und gehandelt sei. thue. Aus diesem Grunde hat man täglich neue Fasten, neue Ceremonien, nene Orden und dergleichen erdacht, und auch solches heftig und hart getrieben, als seien solche Dinge nöthige Gottesdienste, dadurch man Guade verdiene, so mans halte, und große Sünde geschehe, so mans nicht halte. Daraus sind viel schädliche IrrthülUnd wird von der Beichte also gelehret, daß man niemand bringen soll, dieSünde namhaftig zu erzählen, denn solches ist unmöglich, wie der Psalm spricht: Wer kennet die Missethat! Und Jeremias spricht: Des Menschen Herz ist so arg, daß man es nicht auslernen kann. Die elende menschliche Natur îtecktet also tief in Sünden, daß sie die- I mer in der Kirche gefolgt. Augsburgische Confession. 107 Erstlich ist dadurch die Gnade Christi und die Lehre vom Glauben verdunkelt, welche uns das Evangelium mit großem Ernst vorhält und treibt hart darauf, daß man das Verdienst Christi hoch und theuer achte und wisse, daß Glauben an Christum hoch und weit über alle Werke zu setzen sei. Derhalben hat St. Paulus heftig wider das Gesetz Mosis und menschliche Traditionen gefochten, daß wir lernen sollen, daß wir vor Gott nicht fromm werden aus unsern Werken, sondern allein durch den Glauben an Christum, daß wir Gnade erlangen, um Christus willen. Solche Lehre ist schier ganz verloschen dadurch, daß man gelehrt, Gnade zu verdienen mit Geseten, Fasten, Unterschied der Speise 2c. daß viele hiemit in Verzweislung gefallen, etliche haben sich auch selbst umgebracht, derhalben, daß sie keinen Trost von der Gnade Chrifti gehöret haben. Denn man siehet bei den Summisten und Theologen, wie die Gewissen verwirret, welche sich unterstanden haben, die Traditionen zusammen zu ziehen und enteixeias ( mildernde Deutungen) gesucht, daß sie den Gewissen hülfen, haben so viel damit zu thun gehabt, daß, dieweil alle heilsame christliche Lehre von nöthigernSachen, als vom Glauben, von Trost in hohen Anfechtungen und der= gleichen darnieder gelegen ist. Darüber haben auch viele fromme Leute vor dieser Zeit sehr geklagt, daß solche Traditionen viel Zants in der Zum andern haben auch solche Tra- Kirche aurichten, und daß fromme ditionen Gottes Gebot verdunkelt. Leute damit verhindert, zur rechten Denn man setzt diese Traditionen weit Erkenntniß Christi nicht kommen über Gottes Gebot. Dies hielt man möchten. Gerson und etliche mehr allein für christlich Leben; wer diese haben heftig darüber geklagt. Ja, es Feier also hielte, also betete, also fa- hat auch Augustinus mißfallen, daß stete, also gekleidet wäre, das nennet man die Gewissen mit so viel tradiman geistlich, christlich leben. ubitionibus beschweret, derhalben er daDaneben hielt man andere nöthige bei Unterricht giebt, daß mans nicht gute Werke für ein weltlich, ungeist- für nöthige Dinge halten soll. lich Wesen, nämlich diese, so jeder Darum haben die Unsern nicht aus nach seinem Beruf zu thun schuldig Frevel oder Verachtung geistlicher Geist, als, daß der Hausvater arbeitet, walt von diesen Sachen gelehret, sonWeib und Kind zu ernähren und zu dern es hat die hohe Noth gefordert, Gottesfurcht aufzuziehen, die Haus- Unterricht zu thun von oben angezeigmutter Kinder gebieret und wartet ten Irrthümern, welche aus Wäißvers ihrer, ein Fürst und Obrigkeit Land stand der Tradition erwachsen sind. und Leute regieret 2c. Solche Werke, Denn das Evangelium zwinget, daß von Gott geboten, mußten ein welt- man die Lehre vom Glauben solle und lich und unvollkommen Wesen sein, müsse in der Kirche treiben, welche aber die Traditionen mußten den doch nicht mag verstanden werden, so prächtigen Namen haben, daß sie al- man vermeint, durch eigene erwählte lein heilige, vollkommene Werke hei- Werke Gnade zu verdienen. Und ist Ben. Derhalben war kein Maß noch also davon gelehret, daß man durch Ende, solche Traditionen zu machen. Sum dritten sind solche Traditionen zu hoher Beschwerung der Gewissen gerathen. Denn es war nicht möglich, alle Traditionen zu halten, und waren doch die Leute der Meinung, als wäre solches ein nöthiger Gottesdienst. Und schreibt Gerson, Haltung gedachter menschlicher Tradition nicht kann Gnade verdienen, oder Gott verföhnen, oder für Sünde genug thun; und soll derhalben kein nöthiger Gottesdienst daraus gemacht werden. Dazu wird Ursach aus der heiligen Schrift angezogen. Christus, Matth. 15, entschuldigt die Apostel, Augsburgische Confeffion. 108 daß sie gewöhnliche Traditionen nicht gehalten haben, und spricht dabei: Sie ehren mich vergeblich mit Menfchengeboten. So er nun dies einen vergeblichen Dienst nennet, muß er nicht nöthig sein. Und bald hernach: Was zum Munde eingehet, verunreinigt den Menschen nicht. Item spricht Paulus, Röm. 14: Das Himmelreich stehet nicht in Speise oder Trank; Col. 2: Niemand soll euch richten in Speise, Trank, Sabbath zc. Apost. 15 spricht Petrus: Warum versuchet ihr Gott mit Auflegung des Jochs auf zer Jünger Hals, welches weder unere Väter, noch wir haben mögen tragen? sondern wir glauben, durch die Gnade- unsers Herrn Jesu Christi felig zu werden. Da verbeut Petrus, daß man die Gewissen nicht beschweren soll mit mehr äußerlichen Ceremonien, es sei Mosis oder andern. Und 1 Tim. 4 werden solche Verbote, als Speise verbieten, Ehe verbieten 2c. Teufelslehre genennet. Denn dies ist ftracks dem Evangelio entgegen, solche Werke einsetzen, oder thun, daß man damit Vergebung der Sünden verdiene, oder als möge niemand Christ sein ohne solche Dienste. Daß man aber den Unsern die Schuld giebt, als verböten sie Casteiung und Zucht, wie Jovinianus, wird sich viel anders aus ihren Schriften befinden. Denn sie haben allezeit gelehret vom heiligen Kreuz, das Christen zu leiden schuldig sind, und dieses ist rechte, ernstliche und nicht erdichtete Casteiung. Daneben wird auch gelehret, daß ein jeglicher schuldig ist, sich mit leiblicher Uebung, als Fasten und anderer Uebung, also zu halten, daß er nicht Ursach zu Sünden gebe, nicht daß er mit solchen Werken Gnade verdiene. Diese leibliche Uebung soll nicht allein etliche bestimmte Tage, sondern stetig getrieben werden. Davon redet Christus: Hütet euch, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Böl= lerei. Ferner: Die Teufel werden nicht ausgeworfen, denn durch Fasten und Gebet. Und Paulus spricht: Er casteie seinen Leib und bringe ihn zu Gehorsam, damit er anzeigt, daß Casteiung dienen soll, nicht damit Gnade zu verdienen, sondern den Leib geschickt zu halten, daß er nicht verhindere, was einem jeglichen nach seinem Beruf zu schaffen befohlen ist. Und wird also nicht das Fasten verworfen, sondern daß man einen nöthigen Dienst daraus, auf bestimmte Tage und Speisen, zur Verwirrung der Gewissen gemacht hat. Auch werden dieses Theils viel Ceremonien und Traditionen gehalten, als, Ordnung der Messe und andere Gesänge, Feste 2c., welche dazu dienen, daß in der Kirche Ordnung gehalten werde. Daneben aber wird das Volk unterrichtet, daß solcher äußerlicher Gottesdienst nicht fromm macht vor Gott, und daß mans ohne Beschwerung des Gewissens halten soll, also, daß, so man es nachläßt ohne Aergerniß, nicht daran gesündigt wird. Diese Freiheit in äußerlichen Ceremonien haben auch die alten Väter gehalten. Denn im Orient hat man das Osterfest auf andere Zeit, denn zu Rom, gehalten; und da etliche diese Ungleichheit für eine Tren nung in der Kirche halten wollten, sind sie vermahnet von andern, daß nicht noth ist in solchen Gewohnheiten Gleichheit zu halten, und spricht Irenäus also: Ungleichheit in Fa sten trennt nicht die Einigkeit des Glaubens. Wie auch Distinct. 12 von solcher Ungleichheit in menschlichen Ordnungen geschrieben, daß fie der Einigkeit der Christenheit nicht zuwider sei. Und Tripartita historia lib. 9 zeucht zusammen viele ungleiche Kirchen- Gewohnheiten und setzt einen nützlichen, christlichen Spruch: Der Apostel Meinung ist nicht gewesen, Feiertage einzusetzen, sondern Glanben und Liebe zu lehren. Der siebenundzwanzigste Artikel. Von Kloster- Gelübden. Von Kloster- Gelübden zu reden, Augsburgische Confession. 109 tst noth, erstlich, zu bedenken, wie es Denn sie gaben vor, daß Klosterbis anher damit gehalten, welch We- Gelübde der Taufe gleich wären, und sen sie in Klöstern gehabt, und daß daß man mit dem Klosterleben Versehr viel darin täglich nicht allein gebung der Sünde und Rechtfertiwider Gottes Wort, sondern auch gung vor Gott verdiente, ja, fie setzpäpstlichen Rechten entgegen gehan- ten noch mehr dazu, daß man mit delt ist. Denn zu St. Augustini dem Klosterleben verdiente nicht alZeiten sind Klosterstände frei gewe- lein Gerechtigkeit und Frömmigkeit, fen, folgend, da die rechte Zucht und sondern auch, daß man damit hielte Lehre zerrüttet, hat man Kloster- Ge- die Gebote und Räthe, so im Evanlübde erdacht, und damit eben, als gelio verfaßt, und wurden also die mit einem erdachten Gefängniß, die Kloster- Gelitbde höher gepreiset, denn Zucht wieder aufrichten wollen. die Taufe. Ferner, daß man mehr verdiente mit dem Klosterleben, denn mit allen andern Ständen, so von Gott geordnet sind, als Pfarrherrenund Prediger- Stand, Obrigkeit-, Fürsten-, Herren- Stand und derSo sind auch viele Personen aus gleichen, die alle nach Gottes Gebot, Unwissenheit zu solchem Klosterleben Wort und Befehl in ihrem Beruf gekommen, welche, wiewohl sie sonst ohne erdichtete Geistlichkeit dienen; nicht zu jung gewesen, haben doch ihr wie denn dieser Stücke feines ver= Vermögen nicht genugsam ermessen neint werden mag, denn man findets und verstanden. Dieselben alle, also in ihren eigenen Büchern. Ueberdies, verstrickt und verwickelt, sind gezwun- wer also gefangen und ins Kloster gen und gedrungen, in solchen Ban- gekommen, lernet wenig von Chrifto. den zu bleiben, ungeachtet deß, daß Ehemals hat man Schulen der heiauch päpstliches Recht ihrer viele freiligen Schrift und anderer Künste, so giebt. Und das ist beschwerlicher ge- der christlichen Kirche dienstlich sind, wesen in Jungfrauen- Klöstern, denn in den Klöstern gehalten, da man in Mönchs- Klöstern, so sich doch ge- aus den Klöstern Pfarrherren und ziemet hätte, der Weibsbilder, als der Bischöfe genommen hat. Jetzt aber Schwachen, zu verschonen. Dieselbe hats eine viel andere Gestalt. Denn Strenge und Härtigkeit hat auch vie- vor Zeiten kamen sie der Meinung len frommen Leuten in vorigen Zei- zusammen im Klosterleben, daß man ten mißfallen; denn sie haben wohl die Schrift lernete. Jetzt geben fie gesehen, daß beide, Knaben und vor, das Klosterleben sei ein solch Mägdlein, um Erhaltung willen ih- Wesen, daß man Gottes Gnade und res Leibes in die Klöster sind versteckt Frömmigkeit vor Gott damit verworden. Sie haben auch wohl gese- diene, ja, es sei ein Stand der Bollhen, wie libel dasselbe Bornehmen kommenheit, und setzens den andern gerathen ist, was Aergerniß, was Ständen, so von Gott eingesetzt, weit Beschwerung der Gewissen es ge- vor. Das alles wird darum angezobracht, und haben viel Leute geklagt, gen, ohne alle Verunglimpfung, dadaß man in solcher gefährlichen Sa- mit man je desto besser vernehmen che die Canones so gar nicht geachtet. und verstehen möge, was und wie Zudem, so hat man eine solche Mei- die Unsern predigen und lehren. nung von den Kloster- Gelübden, die unverborgen ist, die auch vielen Mönchen übel gefallen hat, die ein wenig Verstand gehabt haben. Erstlich lehren sie bei uns von denen, die zur Ehe greifen, also, daß alle die, so zum ledigen Stande nicht geschickt sind, Macht, Fug und Recht Ueberdies hat man neben den Kloster- Gelübden viel andere Stücke mehr aufgebracht, und mit solchen Banden und Beschwerden ihrer viele, auch vor gebührenden Jahren, beladen. 110 Augsburgische Confession. haben, sich zu verehelichen. Denn die Menschen Gewalt und Vermögen Gelübde vermögen nicht, Gottes Ord- stehe, weiß man wohl. Auch sind wenung und Gebot aufzuheben. Nun nig, beide, Manns- und Weibsperlautet Gottes Gebot also, 1 Cor. 7: sonen, die von sich selbst, willig und Um der Hurerei willen habe ein jeg- wohlbedacht, das Kloster- Gelübde gelicher sein eigen Weib, und eine jeg- than haben. Ehe sie zum rechten Verliche habe ihren eigenen Mann. Dazu stande kommen, so überredet man sie dringet, zwinget und treibet nicht zum Kloster- Gelübde. Zuweilen werallein Gottes Gebot, sondern auch den sie auch dazu gezwungen und ge= Gottes Geschöpf und Ordnung alle drungen. Darum ist es je nicht bildie zum Ehestand, die ohne sonder lig, daß man so geschwind und hart Gottes Werk mit der Gabe der von der Gelübde- Pflicht dispntire, Jungfrauschaft nicht begnadet sind, angesehen, daß sie alle bekennen, daß laut dieses Spruches Gottes selbst, solches wider die Natur und Art des 1 Mof. 2: Es ist nicht gut, daß der Gelübdes ist, da es nicht williglich Mensch allein sei; wir wollen ihm ei- und mit gutem Rath und Bedacht nen Gehülfen machen, der um ihn sei. gelobet wurde. Was mag man nun dawider aufbringen? Man rühme das Gelübde und Pflicht, wie hoch man wolle, man mutze es auf, so hoch man kann, so mag man dennoch nicht erzwingen, daß Gottes Gebot dadurch aufgehoben werde. Die Doctoren sagen, daß die Gelübde, auch wider des Papstes Recht, unbündig sind, wie viel weniger sollen sie denn binden, Statt und Kraft haben wider Gottes Gebot! Wo die Pflichten der Gelübde keine andere Ursachen hätten, daß sie möchten aufgehoben werden, so hätten die Päpste auch nicht dawider dispensiret oder erlaubt; denn es gebühret keinem Menschen, die Pflicht, so aus göttlichen Rechten herwächst, zu zerreißen. Darum haben die Päpste wohl bedacht, daß in dieser Pflicht eine Aequität soll gebraucht werden, und haben zum öftern dispensirt, als mit einem Könige von Arragon und vielen andern. So man nun zur Erhaltung zeitlicher Dinge dispensirt hat, soll viel billiger dispenfirt werden um Nothdurft willen der Seelen. Folgends, warum treibet der Gegentheil so hart, daß man die Gelübde halten muß, und siehet nicht zuvor an, ob das Gelübde seine Art habe? Denn das Gelübde soll in möglichen Sachen willig und ungezwungen sein. Wie aber die ewige Keuschheit in des Etliche Canones und päpstliche Rechte zerreißen die Gelübde, die un ter funfzehn Jahren geschehen sind' denn sie haltens dafür, daß man vor derselbigen Zeit so viel Verstand nicht hat, daß man die Ordnung des ganzen Lebens, wie dasselbe anzustellen, beschließen könne. Ein andrer Canon giebt der menschlichen Schwachheit noch mehr Jahre zu; denn er verbent, das KlosterGelübde unter achtzehn Jahren zu thun. Daraus hat der meiste Theil Entschuldigung und Ursache, aus den Klöstern zu gehen; denn sie des mehrern Theils in der Kindheit vor diesen Jahren in Klöster kommen sind. Endlich, wenn gleich die Brechung des Kloster- Gelübdes möchte getabelt werden, so könnte aber dennoch nicht daraus erfolgen, daß man derselben Ehe zerreißen sollte. Denn St. Augustinus sagt, 27. quaest. 1 cap. Nuptiarum, daß man solche Che nicht zerreißen soll. Nun ist ja St. Augustin nicht im geringen Ansehn in der christlichen Kirche, obgleich etliche hernach anders gehalten. Wiewohl nun Gottes Gebot von dem Ehestande ihrer sehr viele vom Kloster- Gelübde frei und ledig gemacht, so wenden do die Unsern noch mehr Ursachen vor, daß KlosterGelübde nichtig und unbündig seien. Augsburgische Confession. 111 Denn aller Gottesdienst, von den dienen, ja, sie haben noch wohl unge Menschen ohne Gottes Gebot und schicktere Dinge erdichtet und gesagt, Befehl eingesetzt und erwählet, Ge- daß sie ihre guten Werke den andern rechtigkeit und Gottes Gnade zu er- mittheilen. Wenn nun einer dies allangen, sei wider Gott und dem les wollte umglimpflich treiben und Evangelio und Gottes Befehl entge- aufmutzen, wie viel Stücke könnte er gen. Wie denn Christus selbst sagt, zusammen bringen, deren sich die Matth. 15: Sie dienen mir vergeb- Mönche jetzt selbst schämen und nicht lich mit Menschen- Geboten. So leh- wollen gethan haben? lleber das alrets auch St. Paulus überall, daß les haben sich auch die Leute überredet, man Gerechtigkeit nicht soll suchen daß die erdichteten geistlichen Ordensaus unsern Geboten und Gottesdien- stände sind christliche Vollkommenheit. sten, so von Menschen erdichtet sind, Dies ist ja die Werke rühmen, daß sondern daß Gerechtigkeit und Fröm- man dadurch gerecht werde. Nun ist migkeit vor Gott kommt aus dem es nicht ein gering Nergerniß in der Glauben und Vertrauen, daß wir christlichen Kirche, daß man dem Volk glauben, daß uns Gott um seines einen solchen Gottesdienst vorträgt, einigen Sohnes Christus willen zu den die Menschen ohne Gottes Gebot Gnaden annimmt. Nun ist es je am erdichtet haben, und lehren, daß ein Tage, daß die Mönche gelehret und solcher Gottesdienst die Menschen vor gepredigt haben, daß die erdachte Gott fromm und gerecht macht. Dann Geiftlichkeit genug thue für die Siin- Gerechtigkeit des Glaubens, die man de und Gottes Gnade und Gerech- am meisten in der Kirche treiben soll, tigkeit erlange. Was ist nun dies wird verdunkelt, wenn den Leuten die anders, denn die Herrlichkeit und Augen aufgesperrt werden mit dieser Preis der Gnaden Christi vermin- seltsamen Engels- Geistlichkeit und dern und die Gerechtigkeit des Glau- falschem Vorgeben der Armuth, Debens verleugnen? Darum folget aus muth und Keuschheit. dem, daß solche gewöhnliche Gelübde mnrechte, falsche Gottesdienste gewefen. Derhalben sind sie auch unbündig. Denn ein gottlos Gelübde, und das wider Gottes Gebot geschehen, ist unbündig und nichtig, wie auch die Canones lehren, daß der Eid nicht soll ein Band zur Sünde sein. St. Paulus sagt, Gal. 5: Ihr seid ab von Christo, die ihr durch das Gefet rechtfertig werden wollt, und habt der Gnaden gefehlet. Derhalben auch Die, so durch Gellibde wollen rechtfertig werden, sind von Christo ab und fehlen der Gnade Gottes. Denn dieselben rauben Christo seine Ehre, der allein gerecht macht, und geben solche Ehre ihren Geliibden und Klosterleben. Ueberdies werden auch die Gebote Gottes und der rechte und wahre Gottesdienst dadurch verdunkelt, wenn die Leute hören, daß allein die Mönche im Stande der Vollkommenheit sein sollten. Denn die christliche Vollkommenheit ist, daß man Gott von Herzen und mit Ernst fürchtet, und doch auch eine Herzliche Zuversicht und Glauben, auch Vertrauen faffet, daß wir um Christus willen einen gnädigen, barmherzigen Gott haben, daß wir mögen und sollen von Gott bitten und begehren, was uns noth ist. und Hülfe von ihm in allen Triibsalen gewißlich nach eines Jeden Beruf und Stand gewarten. Daß wir auch indeß sollen äußerlich mit Fleiß gute Werke thun und unsers Berufs warten: darin stehet die rechte Vollkommenheit und der rechte Gottesdienst, nicht im Betteln, oder in einer schwarzen oder grauen Kappe 2c. Aber das Man kann auch nicht leugnen, daß die Mönche gelehrt und gepredigt haben, daß sie durch ihre Gelübde und Klosterwesen und Weise gerecht werden und Vergebung der Sünden ver Confession. Dieweil denn solches alles falsch, eitel und erdichtet ist, so macht es auch die Kloster- Gelübde nichtig und unbündig. 112 Augsburgische gemeine Volk fasset viel schädliche Meinung aus falschem Lob des Klosterlebens. So sie es hören, daß man den ledigen Stand so über alle Maß lobet, folget, daß es mit beschwertem Der achtundzwanzigste Artikel. Gewissen im Ehestand ist. Denn dar- Von der Bischöfe Gewalt. aus, so der gemeine Mann höret, daß Von der Bischöfe Gewalt ist vor die Bettler allein sollen vollkommen Zeiten viel und mancherlei geschriejein, kann er nicht wissen, daß er oh- ben und haben etliche unschicklich die te Sünde Güter haben und handthie- Gewalt der Bischöfe und das weltliren möge. So das Volk höret, es sei che Schwert unter einander gemengt, nur ein Rath, nicht Nache üben, fol- und sind aus diesem unordentlichen get, daß Etliche vermeinen, es sei nicht Gemeng sehr große Kriege, Aufruhr Sünde, außerhalb des Amts Nache und Empörung erfolget, aus dem, in üben. Etliche meinen, Rache ge- daß die Bischöfe im Schein ihrer Gezieme den Christen gar nicht, auch nicht walt, die ihnen von Chrifto gegeben, der Obrigkeit. Man liefet auch der nicht allein neue Gottesdienste angeErempel viel, daß etliche Weib und richtet haben und mit Vorbehaltung Kind, auch ihr Regiment verlassen, ctlicher Fälle und mit gewaltsamem und sich in Klöster gesteckt haben. Bann die Gewissen beschwert, sonDasselbe, haben sie gesagt, heißt aus dern auch sich unterwunden, Kaiser der Welt fliehen und ein solch Leben und Könige zu setzen und entsetzen suchen, das Gott besser gefiele, denn ihres Gefallens. Welchen Frevel auch der andern Leben. Sie haben auch lange Zeit hievor gelehrte und gotnicht können wissen, daß man Gott tesfürchtige Leute in der Christenheit dienen soll in den Geboten, die er gestraft haben. Derhalben die Ungegeben hat, und nicht in den Gebo- sern zu Trost der Gewissen gezwunten, die von Menschen erdichtet sind. gen sind worden, den Unterschied der Nun ist je das ein guter und voll- geistlichen und weltlichen Gewalt, kommener Stand des Lebens, welcher Schwerts und Regiments anzuzeiGottes Gebot für sich hat; das aber gen, und haben gelehret, daß man ist ein gefährlicher Stand des Lebens, beiderlei Regiment und Gewalt um der Gottes Gebot nicht für sich hat. Gottes Gebots willen mit aller Andacht ehren und wohl halten soll als zwo höchste Gaben Gottes auf Erden. Bon solchen Sachen ist von nöthen gewesen, den Leuten guten Bericht zu thun. Es hat auch Gerson in Vorzeiten den Irrthum der Mönche von der Vollkommenheit gestraft und eucht an, daß bei seinen Zeiten die fes eine neue Rede gewesen sei, daß bas Klosterleben ein Stand der Volltommenheit sein soll. So viel gottloser Meinung und Irrthum kleben in den Kloster- Gelübden, daß fie follen rechtfertigen und fromm vor Gott machen, daß sie die christliche Vollkommenheit sein sollen, daß man damit beide, des Evangeliums Räthe und Gebot halte, fie haben das lebermaß der Werke, die man Gott nicht schuldig sei. Nun lehren die Unsern also, daß die Gewalt der Schlüssel oder der Bischöfe sei, laut des Evangeliums, eine Gewalt und Befehl Gottes, das Evangelium zu predigen, die Sünde zu vergeben und zu behalten, und die Sacramente zu reichen und zu Handeln. Denn Christus hat die Apostel mit dem Befehl ausgesandt: Gleich wie mich mein Vater gesandt hat, also sende ich euch auch. Nehmet hin den heiligen Geist. Welchen ihr die Sünden erlassen werdet, denen sollen sie erlassen sein, und denen ihr sie vorbehalten werdet, denen sollen fie vorbehalten sein. Dieselbe Gewalt Confession. 113 Dieser Gestalt unterscheiden die Unsern beiderlei Regiment und Gewaltamt, und heißen sie beide, als die höchste Gabe Gottes auf Erden, in Ehren halten. Wo aber die Bischöfe weltlich Regiment und Schwert haben, so haben sie dieselben nicht als Bischöfe aus göttlichen Rechten, sondern aus menschlichen, kaiserlichen Rechten, geschentt von Kaisern und Königen zu weltlicher Verwaltung ihrer Güter, und gehet das Amt des Evangeliums gar nichts an. Derhalben ist das bischöfliche Amt nach göttlichen Rechten, das Evangelium predigen, Sünde vergeben, Lehre urtheilen und die Lehre, so dem Evangelio entgegen, verwerfen und die Gottlosen, deren gottlos Wesen offenbar ist, aus christlicher Gemeine ausschließen, ohne menschliche Gewalt, sondern allein durch Gottes Wort. Und diesfalls sind die Pfarrleute und Kirchen schuldig, den Bischöfen gehorsam zu sein, laut dieses Spruchs Christi, Luc. 10: Wer euch höret, der höret mich. Wo sie aber etwas dem Evangelio entgegen lehren, setzen, oder aufrichten, haben wir Gottes Befehl in solchem Fall, daß wir nicht follen gehorsam sein, Matth. 7: Sehet euch vor vor den falschen Propheten. Und St. Paulus Gal. 1: So auch wir, oder ein Engel vom Himmel euch ein ander Evangelium predigen würde, denn das wir euch gepredigt haben, der sei verflucht. Und in 2 Corinther 13: Wir haben keine Macht wider die Wahrheit, sondern für die Wahrheit. Item: Nach der Macht, welche mir der Herr zu bessern und nicht zu verderben gegeben hat. Also gebeut auch das geistliche Recht in cap. Sacerdotes und in cap. Oves. Und St. Augustin schreibt in der Epistel wider Petilianum: Man soll auch den Bischöfen, so ordentlich gewählet, nicht folgen, wo sie irren, oder etwas wider die heilige göttliche Schrift lehren oder ordnen. 38 Augsburgische der Schlüssel oder Bischöfe ülbet und treibet man allein mit der Lehre und Predigt Gottes Worts und mit Handreichung der Sacramente gegen viele oder einzelne Personen, darnach der Beruf ist. Denn damit werden gegeben nicht leibliche, sondern ewige Dinge und Gitter, als nämlich ewige Gerechtigkeit, der heilige Geist und das ewige Leben. Diese Gütter kann man anders nicht erlangen, denn durch das Amt der Predigt und durch die Handreichung der heiligen Sacramente. Denn St. Paulus spricht: Das Evangelium ist eine Kraft Gottes, selig zu machen alle, die daran glauben. Dieweil mun die Gewalt der Kirchen oder Bischöfe ewige Gitter giebt und allein durch das Predigtamt geübt und getrieben wird, so hindert sie die Polizei und das weltfiche Regiment nichts überall. Denn daß weltliche Regiment gehet mit vielen andern Sachen um, denn das Evangelium; welche Gewalt schützt nicht die Seelen, sondern Leib und Gut wider äußerlicher Gewalt mit dem Schwert und leiblichen Pönen. Darum soll man die zwei Regimente, das geistliche und weltliche, nicht in einander mengen und werfen. Denn die geistliche Gewalt hat ihren Befehl, das Evangelium zu predigen und die Sacramente zu reichen, joll auch nicht in ein fremd Amt fallen, soll nicht Könige setzen oder entsetzen, soll weltlich Gesetz und Gehorsam der Obrigkeit nicht aufheben oder zerrütten, soll weltlicher Gewalt nicht Gesetze machen und stellen von weltlichen Händeln. Wie denn auch Christus felbst gesagt hat: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Item: Wer hat mich zu einem Richter zwischen euch gesetzt. Und St. Paulus, Philipp. 3: Unsere Bürgerschaft ist im Himmel. Und in 2 Cor. 10: Die Waffen unsrer Ritterschaft sind nicht fleischlich, sondern mächtig vor Gott, zu verstören die Anschläge und alle Höhe, die sich erhebt wider die Erkenntniß Gottes. 114 Augsburgische Confession. Daß aber die Bischöfe sonst Gewalt| zungen unterwinden, Gnade zu verund Gerichtszwang haben in etlichen dienen. Es ist auch am Tage, daß Sachen. als nämlich Ehesachen oder um dieser Meinung willen in der Zehenden, dieselben haben sie aus Christenheit menschliche Aufsatzungen Kraft menschlicher Rechte. Wo aber unzählig überhand genommen haben, die Ordinarien nachlässig in solchem und indeß die Lehre vom Glauben Amt, so sind die Fürsten schuldig, sie und die Gerechtigkeit des Glaubens thun es gern oder ungern, hierin ih- gar ist unterdrückt gewesen. Man hat ren Unterthanen um Friedens wil- täglich neue Feiertage, neue Fasten len Recht zu sprechen, zur Verhütung geboten, neue Ceremonien und neue von Unfrieden und großer Unruhe in Ehrerbietung der Heiligen eingesetzt, Ländern. and Jodop oun slo mit solchen Werken Gnade und alles Weiter disputirt man: Ob auch Bi- Guts bei Gott zu verdienen. Item, schöfe Macht haben, Ceremonien in die menschliche Satzung aufrichten, der Kirche aufzurichten, desgleichen thun auch damit wider Gottes Gebot, Satzungen von Speise, Feiertagen, daß sie Sünde setzen in der Speiſe, von unterschiedlichen Orden der Kir- in Tagen und dergleichen Dingen und chendiener? Denn die den Bischöfen beschweren also die Christenheit mit diese Gewalt geben, ziehen diesen der Knechtschaft des Gesetzes, eben als Spruch Christi an, Joh. 16: Ich habe müßte bei den Christen ein solcher euch noch viel zu sagen, ihr aber Gottesdienst sein, Gottes Gnade zu fönnets jetzt nicht tragen, wenn aber verdienen, der gleich wäre dem levider Geist der Wahrheit kommen wird, tischen Gottesdienste, welchen Gott der wird euch in alle Wahrheit füh- sollte den Aposteln und Bischöfen beren. Dazu führen sie auch das Erem- fohlen haben, aufzurichten, wie denn pel Apostelg. 15 an, da sie Blut und etliche davon schreiben; stehet auch Ersticktes verboten haben. So zeucht wohl zu glauben, daß etliche Bischöfe man auch das an, daß der Sabbath mit dem Erempel des Gesetzes Moin Sonntag ist verwandelt worden sis sind betrogen worden, daher so vider die zehen Gebote, dajiir sie es unzählige Satzungen kommen sind, achten, und wird kein Exempel so hoch daß eine Todsünde sein soll, wen getrieben und angezogen, als die Ber- man an Feiertagen eine Handarbeit wandlung des Sabbaths, und wollen thue, auch ohne Aergerniß der andamit erhalten, daß die Gewalt der dern; daß eine Todsilude sei, wenn Kirchen groß sei, dieweil sie mit den man die Siebenzeit nachläßt, daß etzehn Geboten dispensiret und etwas liche Speise das Gewissen verunreidaran verändert hat. bus innige, daß Fasten ein solch Werk sei, Aber die Unsern lehren in dieser damit man Gott versöhne, daß die Frage also: Daß die Bischöfe nicht Sünde in einem vorbehaltenen Fall Macht haben, etwas wider das Evan- werde nicht vergeben, man ersuche gelium zu setzen und auszurichten, wie denn zuvor den Vorbehalter des Falls, denn oben angezeigt ist, und die geist- unangesehen, daß die geistlichen Rechte fichen Rechte durch die ganze nennte nicht von Vorbehaltung der Schuld, Distinction lehren. Nun ist dieses sondern von Vorbehaltung der Kiröffentlich wider Gottes Befehl und chenpön reden. of mater Wort, der Meinung Gesetze zu ma- Woher haben denn die Bischöfe chen, oder zu gebieten, daß man das Recht und Macht, solche Auffäße der durch für die Sünde genug thne und Christenheit aufzulegen, die Gewissen Gnade erlange; denn es wird die zu verstriden? Denn St. Peter verEhre des Verdienstes Christi verlä- beut in der Apostelgeschichte 15, das stert, wenn wir uns mit solchen Saz- Joch auf der Jünger Hälse zu legen, Augsburgische Confession. 115 dienen, dem Evangelio entgegen sind, so ziemet sich keineswegs den Bischöfen, solche Gottesdienste zu erzwingen. Denn man muß in der Christenheit die Lehre von der christlichen Freibeit behalten, als nämlich, daß die Knechtschaft des Gesetzes nicht nöthig ist zur Nechtfertigung, wie denn St. Paulus, Gal. 5, schreibet: So beste= het nun in der Freiheit, damit uns Christus befreiet hat, und laßt euch nicht wieder in das knechtische Joch verknüpfen. Denn es muß ja der vornehmste Artikel des Evangeliums erhalten werden, daß wir die Gnade Gottes durch den Glauben an Christum ohne unser Verdienst erlangen und nicht durch Dienste, von Menschen eingesetzt, verdienen. damnad und St. Paulus sagt zu den Corin-| Gott zu versöhnen und Gnade zu verthern, daß ihnen die Gewalt, zu bessern und nicht zu verderben gegeben jei. Warum mehren sie denn die Sünde mit solchen Aufsätzen? Doch hat man helle Spritche der göttlichen Schrift, die da verbieten, solche Aufsätze aufzurichten, die Gnade Gottes damit zu verdienen, oder als sollten sie vonnöthen zur Seligkeit sein. So sagt St. Paulus, Coloff. 2: So laßt nun niemand ench Gewissen machen über Speise, oder über Trank, oder über bestimmten Tagen, nämlich den Feiertagen, oder neuen Monden, oder Sabbathen, welches ist der Schatten von dem, das zukünftig war, aber der Körper selbst ist in Christo. Item, so ihr denn gestorben seid mit Christo von den weltlichen Satzungen, was laffet ihr euch denn fangen mit Saz- Was soll man denn halten vom zungen, als wäret ihr lebendig, die Sonntag und dergleichen andern Kirda sagen: Du sollst das nicht anrüh- chen- Ordnungen und Ceremonien? ren, du sollst das nicht essen, noch Darzu geben die Unsern diese Anttrinken, du sollst das nicht anlegen, wort: Daß die Bischöfe oder Pfarrwelches sich doch alles unter Händen Herren mögen Ordnung machen, daverzehret, und sind Menschengebot init es ordentlich in der Kirche zugehe, und Lehre und haben einen Schein der nicht, damit Gottes Gnade zu erlanWahrheit. Item, St. Paulus, Tito 1, gen, auch nicht, damit für die Sünde verbeut öffentlich, man soll nicht achten genug zu thun, oder die Gewissen daauf jüdische Fabeln und Menschen mit zu verbinden, solches für nöthigebot, welche die Wahrheit abwenden. gen Gottesdienst zu halten, und es So redet auch Christus selbst, dafür zu achten, daß sie Sünde thäMatth. 15, von denen, so die Leute auf ten, wenn sie ohne Aergerniß dieselMenschengebot treiben: Laßt sie fah- ben brechen. Also hat St. Paulus zu ren, sie sind der Blinden blinde Leiter, den Corinthern verordnet, daß die und verwirst solchen Gottesdienst: nd Weiber in der Versammlung ihr sagt: Alle Pflanzen, die mein himm- Haupt sollen decken. Stem, daß die lischer Vater nicht gepflanzet hat, die Prediger in der Versammlung nicht werden ausgerentet. So nun die Bi- zugleich alle reden, sondern ordentlich schöfe Macht haben, die Kirchen mit einer nach dem andern. unzähligen Aufsätzen zu beschweren Solche Ordnung gebührt der christund die Gewissen zu verstricken, war- lichen Versammlung um der Liebe und um verbent dann die göttliche Schrift Friedens willen zu halten, und den so oft, die menschlichen Aufsätze zu Bischöfen und Pfarrherren in diesen machen und zu hören? warum nennet Fällen gehorsam zu sein und dieselsie dieselben Teufelslehren? Sollt ben so fern zu halten, daß einer den denn der heilige Geist solches alles andern nicht ärgere, damit in der Kirvergeblich verwarnet haben? che keine Unordnung oder witstes Wesen sei. Doch also, daß die Gewissen nicht beschwert werden, daß mans für Derhalben, dieweil solche Ordnungen als nöthig aufgerichtet, damit 116 Augsburgische Confession. solche Dinge halte, die noth sein soll wie fern man am Feiertage arbeiten ten zur Seligkeit, und es dafür achte, mag. Was sind aber solche Dispudaß sie Sünde thäten, wenn sie die- tationes anders, denn Fallstricke des selben ohne der andern Aergerniß Gewissens? Denn wiewohl sie sich brechen, wie denn niemand sagt, daß unterstehen, menschliche Aufsätze zu das Weib Sünde thue, die mit bloßem lindern und epiiciren, so kann man Haupte ohne Aergerniß der Leute doch keine Linderung treffen, so lange ausgehet. Also ist die Ordnung vom die Meinung stehet und bleibet, als Sonntage, von der Osterfeier, von sollten sie vonnöthen sein. Nun muß den Pfingsten und dergleichen Feier diefelbe Meinung bleiben, wenn man und Weise. Denn die es dafür ach- nichts weiß von der Gerechtigkeit des ten, daß die Ordnung vom Sonntage Glaubens und von der christlichen für den Sabbath als nöthig aufge- Freiheit. Die Apostel haben geheirichtet sei, die irren sehr; denn die ßen, man solle sich enthalten des Bluts heilige Schrift hat den Sabbath ab- und Erstickten. Wer hälts aber jetzo? gethan und lehret, daß alle Ceremo- Aber dennoch thun die keine Sünde, nien des alten Gesetzes nach Eröff- die es nicht halten; denn die Apostel nung des Evangeliums mögen nach haben auch selbst die Gewissen nicht gelassen werden; und dennoch, weil wollen beschweren mit solcher Knecht= vonnöthen gewesen ist, einen gewissenschaft, sondern habens um Aergerniß Tag zu verordnen, auf daß das Volk willen eine Zeitlang verboten. Denn wüßte, wann es zusammen kommen man muß Achtung haben in dieser sollte, hat die christliche Kirche den Satzung auf das Hauptstück christ= Sonntag dazu verordnet und zu die- licher Lehre, das durch dieses Decret ser Veränderung desto mehr Gefallens nicht aufgehoben wird. und Willens gehabt, damit die Leute Man hält schier keine alte Canones, ein Exempel hätten der christlichen wie sie lauten, es fallen auch derselben Freiheit, daß man wüßte, daß weder Satzung täglich viel weg, auch bei dedie Haltung des Sabbaths, noch ei- nen, die solche Aufsätze allerfleißigst nes andern Tages vonnöthen sei. halten. Da kann man den Gewissen Es sind viel unrichtige Disputatio- nicht rathen noch helfen, wo diese Linnen von der Verwandlung des Ge- derung nicht gehalten wird, daß wir setzes, von den Ceremonien des Neuen wissen, solche Aussätze also zu halten, Testaments, von der Veränderung des daß mans nicht dafür halte, daß sie Sabbaths, welche alle entsprungen nöthig seien, daß auch den Gewissen sind aus falscher und irriger Meinung, unschädlich sei, ob gleich solche Aufals müßte man in der Christenheit ei- sätze fallen. Es würden aber die Binen solchen Gottesdienst haben, der schöfe leichtlich den Gehorsam erhaldent levitischen oder jüdischen Gottes- ten, wo sie nicht darauf drängen, diedienst gemäß wäre, und als sollte jenigen Satzungen zu halten, so doch Christus den Aposteln und Bischöfen ohne Sünde nicht mögen gehalten befohlen haben, neue Ceremonien zu werden. Jetzo aber thun sie ein Ding erdenken, die zur Seligkeit nöthig wä- und verbieten beide Gestalten des ren. Dieselben Irrthümer haben sich heiligen Sacraments, item, den in die Christenheit eingeflochten, da Geistlichen den Ehestand, nehmen nieman die Gerechtigkeit des Glaubens mand auf, ehe er denn zuvor einen nicht lauter und rein gelehrt und ge- Eid gethan habe, er wolle diese Lehre, predigt hat. Etliche disputiren also so doch ohne Zweifel dem heiligen vom Sonntag, daß man ihn halten Evangelio gemäß ist, nicht predigen. müsse, wiewohl nicht aus göttlichen Nechten, stellen Form und Maaß, Unsere Kirchen begehren nicht, daß die Bischöfe mit Nachtheil ihrer Ehre Augsburgische Confession. 117 anderer Stücke mehr. Solches alles haben wir im besten und Glimpfs willen übergangen, damit man die vornehmsten Stücke in dieser Sachen desto besser vermerken möchte. Dafür joll es auch nicht gehalten werden. daß in dem jemand etwas zu Haß, wider oder Unglimpf geredet oder angezogen sei, sondern wir haben allein die Stück erzählet, die wir für nöthig anzuziehen und zu vermelden geachtet haben, damit man daraus desto besser zu vernehmen habe, daß bet ins nichts, weder mit Lehr noch mit Ceremonien, angenommen ist, das entweder der heiligen Schrift, oder gemeiner christlichen Kirche zu entgegen wäre. Denn es ist je am Tage und offenbar, daß wir mit allem Fleiß mit Gottes Hilfe( ohne Ruhm zu reSt. Peter verbeut den Bischöfen den) verhütet haben, damit je keine die Herrschaft, als hätten sie Gewalt, neue und gottlose Lehre sich in unsere die Kirchen, wozu sie wollen, zu zwin- Kirche einflechte, einreiße und übergen. Jetzt gehet man nicht damit um, hand nehme. wie man den Bischöfen ihre Gewalt nehme, sondern man bittet und begehret, sie wollten die Gewissen nicht zu Sünden zwingen. Wenn sie aber folches nicht thun werden und diese Bitte verachten, so möchten sie geden fen, wie sie werden deshalb Gott Antwort geben müssen, dieweil sie mit solcher ihrer Härtigkeit Ursache geben zu Spaltungen und Schisma, das sie doch billig sollen verhüten helfen. und Würden wiederum Friede und nen, so haben wir doch, die WeitlänEinigkeit machen,( wiewohl solches figkeit und Länge zu verhüten, allein den Bischöfen in der Noth auch zu die vornehmsten vermeldet, daraus thun gebühret), allein sie bitten dar- die andern leichtlich zu ermessen. um, daß die Bischöfe etliche unbillige Denn man in Vorzeiten sehr geklagt Beschwerungen nachlassen, die doch über den Ablaß, ilber Wallfahrten. vor Zeiten auch in der Kirche nicht über Mißbrauch des Bannes. Es gewesen und angenommen sind wider hatten auch die Pfarrer unendlich) den Gebrauch der christlichen gemei- Gezünk mit den München von wegen nen Kirche, welche vielleicht im An- des Beichthörens, des Begräbniß, heben etliche Ursachen gehabt; aber der Leichenpredigten und unzähliger fie reimen sich nicht zu unsern Zeiten. So ist es auch unleugbar, daß etliche Satzungen aus Unverstand angenommen sind. Darum sollten die Bischöfe der Gültigkeit sein, dieselben Satzungen zu mildern, sintemal eine solche Aenderung nicht schadet, die Einigkeit christlicher Kirchen zu erhalten; denn viel Satzungen, von den Menschen aufgekommen, sind mit der Zeit selbst gefallen, und nicht nöthig zu halten, wie die päpstlichen Rechte selbst zengen. Ranns aber je nicht sein, es auch bei ihnen nicht zu erhalten, daß man solche menschlicheSatzungen mäßige und abthue, welche man ohne Sünde nicht kann halten, so müssen wir der Apostel Regel folgen, die uns gebent: Wir sollen Gott mehr gehorsam sein, denn den Menschen. Dies sind die vornehmsten Artikel, die für streitig geachtet werden. Denn wiewohl man viel mehr Mißbräuche und Unrichtigkeit hätte anziehen tönDie obgemeldeten Artikel haben wir, dem Ausschreiben nach, übergeben wollen zu einer Anzeigung unser Bekenntniß und der Unsern Lehre. Und ob jemand befunden würde, der daran Mangel hätte, dem ist man ferner Bericht, mit Grund göttlicher heiliger Schrift, zu thun erbötig. E. Kaiserl. Majestät unterthänigste Johannes, Herzog zu Sachsen, Kurfürft. Georg, Markgraf zu Brandenburg. Ernst, Herzog zu Lüneburg. Philipp, Landgraf zu Hessen. Wolfgang, Fürst zu Anbalt. Die Stadt Nürnberg. Die Stadt Reutlingen 118 od viatusdag of no dun ada turs roads Melodien- Regifter, welches zeigt, wie einige Lieder nach verschiedenen Melodien gesungen werden können. Ach Gott vom Himmel, sieh darein| Christ, unser Herr, zum Jordan kam Es wolle Gott uns gnädig sein Aus tiefer Noth schrei ich zu dir Ach Herr, mich armen Sünder Befiehl du deine Wege Herzlich thut mich verlangen Valet will ich dir geben Wie soll ich dich empfangen Allein Gott in der Höh sei Ehr Es ist das Heil uns kommen her Es ist gewißlich an der Zeit Es spricht der Unweisen Mund wohl Mein Herzens- Jesu, meine Luft Nun freut euch, lieben Christen gmein Wär Gott nicht mit uns diese Zeit Wenn mein Stündlein vorhanden ist Wo Gott, der Herr, nicht bei uns hält Alle Menschen müssen sterben Jesu, meines Lebens Leben An Wasserflüssen Babylon Der Tag der ist so freudenreich Aus meines Herzens Grunde Helft mir Gotts Güte preisen Aus tiefer Noth schrei ich zu dir Ach Gott vom Himmel sich darein Befiehl du deine Wege Ach Herr, mich armen Sünder Valet will ich dir geben Wie soll ich dich empfangen. Christ, der du bist der helle Tag Herr Jesu Christ, dich zu uns wend Herr Jesu Christ, meines Lebens Licht Vom Himmel hoch da komm ich her Wo Gott zum Haus nicht giebt sein 2c. Christus, der uns selig macht Schwing dich auf zu deinem Gott Da Jesus an des Kreuzes Stamm In dich hab ich gehoffet, Herr Der am Kreuz ist meine Liebe Werde munter, mein Gemüthe Wie nach einer Wasserquelle Zion flagt mit Angst und Schmerzen Der Tag der ist so freudenreich An Wasserflüssen Babylon Ein Kindelein so löbelich durch Adams Fall ist ganz verderbt O Herre Gott, dein göttlich Wort Was mein Gott will, das gscheh allzeit Einer ist König, Immanuel sieget Jefu, hilf stegen, du Fürste des Lebens Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort Chrift, der du bist der helle Tag Herr Jesu Christ, dich zu uns wend Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht Komm, Gott Schöpfer, heiliger Geist Nun laßt uns den Leib begraben We Gott zum Haus nicht giebt sein ze.. Es ist das Heil uns kommen her Allein Gott in der Höh sei Ehr Es ist gewißlich an der Zeit Mein Herzens- Jesu, meine Lust Nun freut euch, lieben Christen gmein Es ist gewißlich an der Zeit Nun freut euch, lieben Christen gmein Melodien- Register. Es spricht der Unweisen Mund wohl| In dich hab ich gehoffet, Herr Es ist gewißlich an der Zeit Mein Herzens- Jesu, meine Lust Es wolle Gott uns gnädig sein Christ, unser Herr, zum Jordan fam Fröhlich soll mein Herze springen Warum sollt ich mich denn grämen Gott des Himmels und der Erden Komm, o komm, du Geist des Lebens Herzliebster Jesu, was hast du zc. Lobet den Herren, alle die ihn ehren Helft mir Gotts Güte preisen Aus meines Herzens Grunde Herr Christ, der einge Gottssohn. Wenn meine Sünd mich fränken Herr Gott, dich loben alle wir Nun laßt uns den Leib begraben Herr Jesu Christ, dich zu uns wend Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht Wo Gott zum Haus nicht giebt sein 2c. Herr, ich habe mißgehandelt Unser Herrscher, unser König Herr Jesu Christ, dich zu uns wend Herr Jefu Chrift, meins Lebens Licht Nun laßt uns den Leib begraben Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht Herr Jesu Christ, dich zu uns wend Herr, zur Zucht in deinem Grimme Hüter, wird die Nacht der Sünden Meine Armuth macht mich schreien Heut singt die liebe Christenheit Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn Ich bin ja, Herr, in deiner Macht O Gott, der du ein Heerfürst bist Jesu hilf siegen, du Fürste des Lebens Einer ist König, Immanuel steget Jesut, meines Lebens Leben Alle Menschen müssen sterben Jesus, meine Zuversicht Meinen Jesum laß ich nicht 119 Da Jesus an des Kreuzes Stamm Komm, Gott Schöpfer, heilger Geist Herr Jesu Christ, dich zu uns wend Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht Nun laßt uns den Leib begraben Komm, o komm, du Geist des Lebens Gott des Himmels und der Erden Kommt her zu mir, spricht Gottes 2c. Heut singt die liebe Christenheit Lobet den Herren, alle die ihn ehren Herzliebster Jefu, was hast du zc. Lobt Gott, ihr Christen, allegleich Nun danket all und bringet hr Meinen Jesum laß ich nicht Jefus, meine Zuversicht Mein Herzens- Jesu, meine Lust Es ist das Heil uns kommen her Es ist gewißlich der Zeit Nun danket alle Gott D Gott, du frommer Gott Nun danket all und bringet Ehr Lobt Gott, ihr Christen, allegleid) Nun freut euch, lieben Christen gmein Es ist das Heil uns kommen her Es ist gewißlich an der Zeit Mein Herzens- Jesu, meine Lust Nun laßt uns den Leib begraben Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht Nun sich der Tag geendet hat Nun danket all und bringet Ehr O daß ich tausend Zungen hätte Wer nur den lieben Gott läßt wa'ten O der alles hätt verloren Ringe recht, wenn Gottes Gnade O Gott, der du ein Heerfürst bist Ich bin ja, Herr, in deiner Macht O du Liebe meiner Liebe O gesegnetes Regieren 120 Melodien- Register. O Gott, du frommer Gott ide| Wenn meine Sünd mich fränken Nun danket alle Gott a O Herre Gott, dein göttlich Wort Durch Adams Fall ist ganz verderbt| Wenn mein Stündlein vorhanden ist Was mein Gott will, das gscheh allzeit Ringe recht, wenn Gottes Gnade O der alles hätt verloren Schwing dich auf zu deinem Gott Christus, der uns selig macht Unser Herrscher, unser König Herr, ich habe mißgehandelt Valet will ich dir geben Es ist gewißlich in der Zeit Mein Herzens- Jesu, meine Lust Wenn wir in höchsten Nöthen sein Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht Nun laßt uns den Leib begraben Wer nur den lieben Gott läßt walten O daß ich tausend Zungen hätte. Ach Herr, mich armen Sünder Befiehl du deine Wege Wie soll ich dich empfangen. Vom Himmel hoch da komm ich her Herr Gott, dich loben alle wir Wo Gott zum Haus nicht giebt sein zc. Wär Gott nicht mit uns diese Zeit Es ist gewißlich an der Zeit Mein Herzens- Jesu, meine Lust Wo Gott, der Herr, nicht bei uns hält Warum sollt ich mich denn grämen Fröhlich soll mein Herze springen Was mein Gott will, das gscheh zc. Durch Adams Fall ist ganz verderbt O Herre Gott, dein göttlich Wort Herr Christ, der einge Gottessohn Hilf Gott, daß mirs gelinge Mono Werde munter, mein Gemüthe Der am Kreuz ist meine Liebe Wie nach einer Wasserquelle Zion flagt mit Angst und Schmerzen Wie soll ich dich empfangen Ach Herr, mich armen Sünder Befiehl du deine Wege Valet will ich dir geben lieto al Wo Gott, der Herr, nicht bei uns hält Es ist das Heil uns kommen her Es ist gewißlich an der Zeit Mein Herzens- Jesu, meine Lust Wär Gott nicht mit uns diese Zeit Zion klagt mit Angst und Schmerzen Der am Kreuz ist meine Liebe Alphabetisches Register. A. Nro. 390 168 323 Ach bleib bei uns, Herr Jesu. 167 Ach bleib mit deiner Gnade Bei mir, Herr Jesu Christ. Ach bleib mit deiner Gnade Bei uns, Herr Jesu Christ. Ach Gott, dir muß ichs klagen. 519 Ach Gott, mich drückt ein. 121 Ach Gott und Herr, Wie groß. 245 Ach Gott, vom Himmel sieh.. 163 Ach Gott, wie manches Herzeleid 511 Ach Herr, gieb Acht, in unsrer. 500 Ach höchster Gott, verleihe mir 456 Ach komm, füll unsre Seelen.. 477 Ach mein Herr Jesu, dein Ach mein Jesu, sieh, ich trete.. 445 Ach mein Jesu, welch Verderben 21 Ach sagt mir nichts von Gold 333 Ach wär ich doch schon droben. 583 Ach was ist doch unsre Zeit. 575 Ach was sind wir ohne Jesunt. 482 Ach was soll ich Sünder machen 252 Ach wenn ich dich, mein Gott. 345 Ach wie laufen doch die Jahre 67 Ach wie so sanfte schläfest du.. 597 Ach wo findet meine Scele... 282 Ach wundergroßer Siegesheld. 134 Allein Gott in der Höh sei Ehr Allein zu dir, Herr Jesu Christ 242 Alle Menschen müssen sterben Aller Engel himmlisch Heer.. 18 Aller Gläubgen Sammelplatz. 599 Alle Welt, was lebt und webet 207 Allgenugsam Wesen..... 351 Also hat Gott die Welt geliebt 272 An Gott will ich gedenken Auf, auf, ihr Reichsgenossen.. 32 Nuf, auf, mein Geist, betrachte 493 Auf, auf, mein Geist, danksage 118 1 574 387 mos stan poj inn@ dmp3 # 50 Nro. 403 Auf, auf, mein Herz, auf, rüste 232 Auf, auf, mein Herz, mit Freuden 120 Auf, auf, mein Herz, und du. Auf, Christenmensch, auf, auf. 481 Anf Christi Himmelfahrt allein 132 Auf, du priesterlich Geschlechte. 638 Auferstehn, ja auferstehn wirst 601 Auf, ihr Christen, Christi Glieder 488 Auf, ihr Streiter 492 579 514 Auf meinen Jesum will ich Auf meinen lieben Gott Auf, Seele, auf und säume nicht 72 Aus Gnaden soll ich selig... 281 Aus meines Herzens Grunde. 408 Auf tiefer Noth schrei ich zu dir 240 .. B. 520 405 391 Bedenke, Mensch, das Ende.. 577 Befiehl du deine Wege Bescher uns, Herr, das täglich. 423 Beschwertes Herz, leg ab die Betgemeine, heilge dich. Bis hieher hat mich Gott Brich an, du schönes Bleibt, Schäflein, bleibt Bringt her dem Herren Lob.. 380 Brunn alles Heils, dich ehren. 212 381 224 409 ● ● ... 6. 432 . 173 81 Christe, der du bist Tag und Christe, du Beistand deiner Christe, du Lamm Gottes Christ fuhr gen Himmel 128 Christ ist erstanden. .. 109 Christ lag in Todesbanden.. 111 Christ, unser Herr, zum Jordan 216 Christus, der ist mein Leben.. 560 Christus ist erstanden.... 110 .. ... II Alphabetisches Register. Nro Nro. Da Christus geboren war Danke dem Herren, o Seele. Dank sagn wir alle 42 133 Du bist allein nur liebenswerth 358 47 Du bist ein guter Hirt..... 341 431 Du bist ein Mensch, das weißt 521 Du bist zwar mein und bleibest 606 427 Du Lebensfürst, Herr Jesu.. 59 Du, meine Seele, finge. Durch Adams Fall ist ganz Du siehest, Mensch, wie fort Du Stern in allen Nächten Du weinest um Jerusalem... 250 371 20 421 288 616 192 39 39 65 Dankt dem Herrn heut und Das alte Jahr vergangen ist.. Das äußre Sonnenlicht ist da Das ist je gewißlich wahr Das walt Gott Vater und Gott 410 Dein König kommt in niedern Dein König kommt, o Zion Dein Mittler kommt; auf, blöde 37 Dein Wort, o Herr, ist milder 204 Dem König, welcher Blut und 234 Der am Kreuz ist meine Liebe. 103 Der beste Freund ist in dem. 343 Der du bist- A und D.. Der du die Macht, o Jesu, hast 263 Der du uns als Vater liebest. 160 Der du zum Heil erschienen Der Glaube siegt, hoch wehn. 503 Der Glaub ist eine Zuversicht. 277 Der Heiland heißet Jesus Christ Der Herr, der aller Enden... 308 Der Herr ist Gott und keiner. 16 Der Herr ist mein getreuer Hirt 512 Der Hirt, am Kreuz gestorben. 584 Der lieben Sonne Licht und.. 441 Der schmale Weg ist breit genug 294 412 Der schöne Tag bricht an.... Der Tag ist hin, Mein Geift.. 447 193 66 Der Tag ist hin, Mein Jesu 440 123 Der Tod ist todt, das Leben Dich bitten wir, dein Kinder.. 424 Die auf der Erde wallen 590 Die Christen gehn von Ort zu. 600 Die Ernt ist nun zu Ende 401 Die güldne Sonne, Voll Frend 414 Die Handschrift ist zerrissen Die Helle Sonn leucht jetzt. Die Herrlichkeit der Erden Die Nacht ist kommen ● .. . . • Die Seele Christi heilge mich Die Seele ruht in Jesu Armen .. d. 544 540 Ein Blick nach jenen Ein Christ kann ohne Kreuz Eine Heerde und ein Hirt.. 191 Einen guten Kampf hab ich.. 593 Einer ist König! Immanuel.. 139 Einer ists, an dem wir hangen 194 Eines wünsch ich mir vor allem 361 Ein feste Burg ist unser Gott Ein Jahr der Sterblichkeit. Ein Kindelein so löbelich 161 64 44 90 Ein Lämmlein geht und trägt Einmal ist die Schuld entrichtet 273 Ein neugebornes Gotteskind.. 302 275 Eins ist Noth; ach Herr, dies Ein Tröpflein von den Reben. 626 Endlich, endlich muß es doch. Erhalt uns, Herr, bei deinem Erhöhter Jesu, Gottes Sohn Erinnre dich, mein Geist, erfreut 125 Er lebt! O frohes Wort. 543 164 618 95 633 . ... .. . 124 Erleucht mich, Herr, mein Licht 267 Ermuntert euch, ihr Frommen. 617 Ermuntre dich, mein schwacher. 50 Erneure mich, o ewges Licht.. 293 Erschienen ist der herrlich Tag. 113 Es fähret heute Gottes Sohn. 131 283 E8 glänzet der Christen. 407| Es ist das Heil uns kommen her 270 295 571 Es ist etwas, des Heilands 322 433 Es ist gewißlich an der Zeit 612 Es ist nicht schwer, ein Chrift zu 297 Es ist noch eine Ruh vorhanden 634 58 Es fostet viel, ein Christ zu sein 296 Dies ist der Tag, den Gott Dies ist die Nacht, da mir. Die Sonn hat sich mit ihrem Die Boche geht zu Ende Dir, dir, Jehovah, will ich... 379 Dir ewge Treue zu geloben 198 56 Es lebe Jesu Christi Ruhm. 436 Es saß ein frommes Häuflein. 155 450 ... Es woll uns Gott genädig sein 187 Ewge Liebe, mein Gemüthe. Ewig, ewig heißt das Wort 22 221 621 . Alphabetisches Register. Nro. 49 Fabre fort, Zion, fahre fort. 495 Freu dich sehr, o meine Seele. 563 10 Freuet euch, ihr Christen alle Freuet euch, ihr Gotteskinder 153 Frisch, frisch hinnach, mein... 537 Fröhlich soll mein Herze springen 51 Frühmorgens, da die Sonn 115 Für alle Gitte sei gepreist... 448 $ 88 G. Geh auf, du heller Morgenstern 215 Geh aus, mein Herz, und suche 399 Geht hin, ihr gläubigen Gedanken 24 Geht nun hin und grabt mein. 602 Geist vom Vater und vom. 154 Gelobet sei der Herr Gelobet feist du, Jesu Christ, Daß du der Sünder Heiland 284 Gelobet feist du, Jesu Christ, 375 .. . Daß du Mensch geboren bist, 45 Gen Himmel aufgefahren ist.. 129 Gesegn uns, Herr, die Gaben. 425 Gieb dich zufrieden und sei stille 523 Glaube, Lieb und Hoffnung sind 303 Gott, den ich als Liebe kenne.. 552 Gott, der di Herzenskenner bist 478 Gott der Vater wohn uns bei. Gott des Himmels und der.. 413 Gott, deß Scepter, Stuhl und 382 Gottes liebste Kinder 497 Gottes Sohn ist kommen 3 .. 26 388 Gott fähret auf gen Himmel.. 135 Gott ist gegenwärtig Gott ist getreu Gott ist mein Lied Gott lebet noch 14 10 536 Gott Lob, die Stund ist kommen 605 Gott Lob, ein neues Kirchenjahr 41 Gott Lob, ein Schritt zur.... 580 Gott Lob, mein Jesus macht. 71 Gott Lob, nun ist erschollen 394 Gott, mein Gott, du bist lebendig 15 Gott rufet noch; sollt ich nicht. 265 Gott sei Dank durch alle Welt. 29 Gott sei gelobet und gebenedeiet 238 Gott und Vater, nimm jetzund 218 Gott Vater, aller Dinge Grund 186 Gott wills machen, daß die 539 III Nrs. Großer Gott, wir fallen nieder 389 Großer Mittler, der zur Rechten 140 H. Hallelujah!: Das große... 127 Hallelujah!:,: Gott sei hoch.. 355 Hallelujah! Jauchzt, ihr Chöre 126 Hallelujah, Lob, Preis und.. 378 Hallelujah! Schöner Morgen. 406 Hallelujah! Wie lieblich stehn. 184 Halt im Gedächtniß Sesum.. 231 Heiland, deine Menschenliebe 77 Heilger Geist, du Tröster mein 143 Heilger Jesu, Heilgungsquelle 76 Heilig ist Gott der Bater.... 5 Herr, auf Erden muß ich leiden 137 Herr Christ, dereinig Gottesjohn 68 Herr, deine Rechte und Gebot. 459 Herr, dein Wort, die edle Gabe 201 Herr, du hast in deinem Reich. 17 Herr, es ist von meinem Leben 444 Herr Gott, dich loben wir 363 Herr Gott, nun schleuß den: 567 Herr höre, Herr erhöre Herr, ich bin dir ganz leibeigen 472 Herr, ich habe mißgehandelt.. 251 Herr Jesu Christ, dein theures 99 Herr Jesu Christ, dich zu uns 206 Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, Du Brunnquell aller Gnaden, Sich doch Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, Du Brunnquell aller Gnaden, Wir kommen Herr Jesu Christe, mein Prophet 467 Herr Jesu Christ, mein höchstes 347 Herr Jesu Christ, meins Lebens 565 Herr Jesu Christ, wahr Mensch 557 Herr Jesu, deine Angst und Herr Jesu, dir sei Preis und. Herr Jesu, Gnadensonne ● 392 228 89 226 301 247 570 Herr, nicht schicke deine Nache Herr, nun laß in Friede Herr, öffne mir die Herzensthür 208 Herr, schaue auf uns nieder.. 325 Herr, unser Gott, laß nicht zu. 171 Herr, wie dit willst, so schicks.. 559 Herr, wie mancherlei Gebrechen 498 Herr Zebaoth, dein heilig Wort 200 244 IV Alphabetisches Register. Nro. 598 148 Herz, freue dich der Ewigkeit. 585 Herzlich lieb hab ich dich, o Herr 326 Herzlich thut mich verlangen.. 564 Herzliebster Jesu, was hast du. 86 Herzog unsrer Seligkeiten... 299 Herz und Herz vereint zusammen 177 Heute mir, und morgen dir Heut ist das rechte Jubelfest Heut ist des Herren Ruhetag. 402 Heut triumphiret Gottes Sohn 114 Hier ist mein Herz, Herr, nimm 338 Hier legt mein Sinn sich vor 298 Hilf, Helfer, hilf in Angst und 515 Hilf, Herr Jesu, laß gelingen 61 Himmelan geht unsre Bahn 462 Himmelan, nur himmelan Hinunter ist der Sonne Schein 434 Hirte deiner Schafe. Hochheilige Dreieinigkeit.... 7 Höchster Priester, der du dich.. 458 Höchster Tröster, komm hernieder 159 Hört auf mit Tranern und mit 592 Hosianna Davids Sohn. Hüter, wird die Nacht der 473 446 .. • 3. Ich armer Mensch doch gar 561 261 Ich armer Mensch, ich armer Ich bete an die Macht der Liebe 352 Ich bin ein Gast auf Erden.. 572 Ich bin getauft auf deinen... 219 Ich habe nun den Grund.... 280 Ich hab in Gottes Herz und.. 525 Ich hab mein Sach Gott.... 562 Ich hab mich Gott ergeben... 569 Ich hab von ferne, Herr, deinen 637 Ich komme, Friedensfürst, zu. 268 Ich komme, Herr, und suche.. 236 Ich komm jetzt als ein armer. 230 Ich preise dich, o Herr, mein.. 237 Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ 452 Ich singe dir mit Herz und. 370 Ich steh an deiner Krippen hier 52 Ich sterbe täglich, und mein. 581 Ich weiß noch keinen bessern 349 Ich weiß von keinem andern.. 287 Ich weiß von keinen Plagen.. 314 Ich will dich lieben, meine 334 Ich will von meiner Missethat 254 . . 36 418 . Nro 624 98 87 Jehovah, Herr und König... 393 Jerusalem, du hochgebaute. Jesu, deine Passion. Jesu, deine tiefe Wunden Jesu, der du meine Seele Jesu, der du wollen büßen Jesu, frommer Menschenheerden 339 Jesu, geh voran. 253 94 464 79 332 220 Sesu, großer Wunderstern Jesu, hilf siegen, du Fürste des 489 Jesu, meine Freude... Jesu, meiner Seelen Leben. Jeju, meines Lebens Leben. Jesus Christus herrscht als Jesus Christus, unser Heiland, Der den Tod überwand Jesus Christus, unser Heiland, 97 181 .. ... . .. 63 117 Der von uns den Gotteszorn 225 Jesus, Jesus, nichts als Jesus 457 Sesus ist der schönste Nam Jesus, meine Zuversicht Jesus nimmt die Sünder an 279 Jesus schwebt mir in Gedanken 331 Shr armen Sünder, kommt zu 262 Ihr aufgehobnen Jesushände. 141 Ihr Kinder des Höchsten, wie 179 In allen meinen Thaten. 517 In Christi Wunden schlaf ich. 558 Su dich hab ich gehoffet, Herr. 509 In dir ist Frende. ..• 306 In Gottes Namen fahren wir. 451 In Gottes Namen fang ich an 396 In Gottes Reich geht niemand 300 In unsers Königs Namen Ist Gott für mich, so trete 466 .. 307 .. ● 112 K. Kehre wieder, fehre wieder. 269 Kehr um, fehr um, verlorner. 243 Kinder, die ihr Christi Glieder. 460 Komm, du fanfter Gnadenregen 158 Komm, Geist des Vaters und 147 Komm, Gott Schöpfer, heiliger 142 Komm, Heidenheiland, Lösegeld 25 Komm, heiliger Geist, erfüll 144 Komm, heiliger Geist, Herre.. 145 Komm, mein Herz, in Jesu Komm, o komm, du Geist des Komm, Sterblicher, betrachte 235 152 596 • Alphabetisches Register. 0110 Kommst du, kommst du, Licht Kommt Her zu mir, spricht... 453 Kommt ins Reich der Liebe... 476 Kommt, Kinder, laßt uns gehen 468 Kommt, laßt euch den Herren. 455 Kommt und laßt uns Christum 53 König, dem kein König gleichet 182 König Jesu, streite, fiege 197 Kron und Lohn beherzter Ringer 465 Kyrie eleison( Litanci) 547 Kyrie Gott Vater in Ewigkeit. 4 .. Nro. 30 Meine Seel ist stille... 2. Laß mich dein sein und bleiben 213 Laß mir, wenn meine Augen.. 582 Lasset uns den Herren preisen. 385 Lasset uns mit Jefu ziehen. 75 Laßt ab von Sünden alle 615 Licht, das in die Welt gekommen 196 Licht vom Licht, erleuchte mich. 404 Liebe, die du mich zum Bilde.. 335 Liebster Jesu, hier sind wir... 217 Liebster Jesu, wir sind hier. Liebster Vater, ich dein Kind.. 260 Lobe den Herren, den mächtigen 374 Lobe den Herren, o meine Seele 383 Lobet den Herren alle, die ihn. 415 Lob sei dem allmächtigen Gott. 27 Lobt Gott, ihr Christen, alle. 48 Löwen, laßt euch wiederfinden. 484 209 M. Mache dich, mein Geist, bereit. 485 Machs mit mir, Gott, nach.. 568 Macht hoch die Thür, die Thor 28 Macht weit die Pforten in der. 195 Mag ich Unglück nicht widerstahn 506 Man lobt dich in der Stille.. 367 Marter Gottes, wer kann dein 104 Mein alles, was ich liebe. Meine Hoffnung stehet feste Meine Lebenszeit verstreicht Meinen Jesum laß ich nicht, Ach was wollt ich Bessers haben. 344 Meinen Jesum laß ich nicht, Weil er sich für mich geben 329 Mein erst Gefühl sei Preis... 422 Meine Seel, ermuntre dich 101 .. 354 527 588 Nro. 530 Meines Lebens beste Freude.. 336 Meine Sorgen, Angst und... 531 Mein ganzer Geist, Gott, wird 635 Mein Gott, ach lehre mich Mein Gott, das Herz ich 292 259 Mein Heiland, du hast mich.. 266 Mein Heiland nimmt die Sünder 278 Mein Herr ist überschwänglich 350 Mein Herz ist dennoch 320 233 Mein Jesu, dem die Seraphinen 274 Mein Jesu, der du vor dem Mein Leben ist ein Pilgrimstand 461 Mein Salomo, Dein freundliches 309 Mein Trost und Anter in aller 315 Mir ist Erbarmung widerfahren 319 Mir nach, spricht Christus, unser Mit Ernst, o Menschenfinder. Mit Fried und Freud ich fahr. Mitten wir im Leben sind Monarche aller Ding Morgenglanz der Ewigkeit... Müde bin ich, geh zur Ruh 74 31 69 553 N. Nach einer Prüfung kurzer Tage 632 Nach meiner Seelen Seligkeit. 305 Nam über alle Namen 357 524 9icht so traurig, nicht so sehr Nie bist du, Höchster, von uns. 13 Nimm von uns, Herr, du trener 549 Nun bitten wir den heiligen.. 146 Nun bringen wir den Leib zur. 603 Nun danket alle Gott..... 366 Nun danket all und bringet Ehr 368 Nun freut euch, Gottes Kinder 130 Nun freut euch, lieben Christen 19 Nun jauchzet all, ihr Frommen 33 Nun ist es alles wohl gemacht. 102 Nun kommt das neue Kirchenjahr 40 Nun laßt uns den Leib begraben 594 Nun laßt uns gehn und treten. 62 Nun laßt uns Gott dem Herren 428 Nun lob, mein Seel, den Herren 364 Nun preiset alle Gottes 365 Nun ruhen alle Wälder 439 Nun sich der Tag geendet hat llnd 442 Nun sich der Tag geendet, Mein 443 Nun singet und seid froh... 43 ... V .. 8 417 449 VI Alphabetisches Register.. Nro. Nun, so will ich denn mein Leben 353 Nun treten wir ins neue Jahr 60 Nun tret ich wieder aus der Ruh 419 Nur frisch hinein, es wird so tief 534 em .. Rro 5542 92 O Christe ,. Morgensterne 246 O daß doch bald dein Feuer 188 daß ich tausend Zungen hätte 384 O du allersüßte Freude O du Liebe meiner Liebe 150 96 Durchbrecher aller Bande.. 483 O du Schöpfer aller Dinge 258 Deffne mir die Perlenthoren. OEwigkeit, du Donnerwort. OEwigkeit, du Freudenwort O Ewigkeit, o Ewigkeit. 630 Quälende Gedanken, Zweifel i 285 R. 2 d 622 802 627 620 Reich des Herrn ....... 189 O Gott, deß gnadenvoller Rath 397 Ringe recht, wenn Gottes... 487 454 106 Gott, du frommer Gott. Gott; du höchster Gnadenhort 205 O Gottes Lamm, mein Element 316 Gott, o Geist, o Licht des.. 157 O Gott, von dem wir alles.. 400 O großer Gott, du reines Wesen 291 Ogroße Seligkeit... 313 91 O Haupt voll Blut und Wunden Oheilger Geist, kehr bei uns ein 149 Oheilige Dreifaltigkeit... 411 O hilf, Christe, Gottes Sohn. 83 Jesu Christe, wahres Licht. 169 Jesu Christ, mein schönstes 330 Jesu du, mein Bräutigam 227 Jesu, einig wahres Haupt. 180 O Jesu, Herr der Herrlichkeit: 185 Jesu, Jesu, Gottes Sohn.. 328 Jesu, meine Wonne. 239 Jesu, süßes Licht...... 420 Jesu, treuster Heiland mein 435 König, dessen Majestät.... 264 O Lamm Gottes unschuldig 82 O Lehrer, dem kein andrer gleich 78 Liebe, die den Himmel hat 57 O Mensch, bedenk zu dieser Frist 555 O selig, wer das Heil erwirbt 591 O Tod, wo ist dein Stachel nun 119 O Traurigkeit, o Herzeleid... 107 OUrsprung des Lebens 342 O Vater der Barmherzigkeit.. 257 O Vaterherz, o Licht, o Leben. 304 Loxle O Welt, ich muß dich lassen. O Welt, sieh hier dein Leben. O werthes Licht der Christenheit 437 O wie fröhlich, o wie felig... 636 wie selig seid ihr doch, ihr.. 625 O wie selig sind die Seelen.. 310 O wir armen Sünder.... 842 P.dndo da no12 Prediger der süßen Lehre... 202 Preis, Lob und Dank sei Gott. 175 Ruhe hier, mein Geist, ein. Rüstet euch, ihr Christenlente. 486 S. 00 Schaff in mir, Gott, ein reines Herz, Mein Herz ist ganz.. 290 Schaffe in mir, Gott, ein reines 340 Herze, Und gieb mir einen.. 241 Schaffet, schaffet Menschenkinder 491 Schatz über alle Schätze... 337 Schaut, welch ein Wunder stellt 54 Schmücke dich, o liebe Seele.. 229 Schmückt das Fest mit Maien. 156 Schon ist der Tag von Gott. 619 Schwing dich auf zu deinem. 522 Seelenbräutigam.. Seele, was ermüdst du dich.. 463. Sei getreu bis an das Ende: 480 Sei Lob und Ehr dem höchsten 377 Sei mir tausendmal gegrüßet. 93 Selig, wer dich ewig liebet... 223 Sende, Vater, deinen Geist. Siegesflirfte, Ehrentönig.. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig. 372 Sie jauchzet doch mit Freuden. 317 So führst du doch recht selig.. 535 So gehst du, Jesu, williglich 100 So gieb denn jetzt, du 9.604 211 31138 So grabet mich nun immerhin 595 So hab ich obgefieget...... 607 Alphabetisches Register. Nro. So lange Christus Christus ist 183 Sollt es gleich bisweilen scheinen 532 Sollt ich jetzt noch, da mir schon 471 Sollt ich meinem Gott nicht.. 369 Sorge doch für meine Kinder 398 So ruhest du, o meine Ruh.. 108 So wahr ich lebe, spricht dein. 248 Speise, Bater, deine Kinder 426 Stadt unfres Herrn... 639 Stark ist meines Jesu Hand.. 504 Steil und dornig ist der Pfad. 502 Straf mich nicht in deinem Zorn 256 Such, wer da will, ein ander 271 Sünder, frene dich von Herzen 105 9159 min 1 Tag des Zornes, den wir... 611 Theurer Bräutigam 356 174 Thut mir auf die schöne Pforte 210 Treuer Hirte deiner Heerde Treuer Wächter Ssrael. Triumph, Triumph, es kommt 116 550 11. Umschließ mich ganz mit deinem 546 Unsern Ausgang jegne Gott.. 214 Unter jenen großen Gütern 475 587 Untern Lilien jener Freuden Unumschränkte Liebe 9 V. Balet will ich dir geben..... 566 Vater unser im Himmelreich.. 362 Verleih uns Frieden gnädiglich 165 Versuchet euch doch selbst. 276 Verzage nicht, du Häuflein klein 172 Viel besser, nie geboren. 623 46 222 Bom Himmel hoch, da komm ich Von des Himmelsthron Von Gott will ich nicht lassen. 513 Von neuem eilt zum heilgen. 505 Vor Gericht, Herr Jesu, steh ich 255 . W. Wach auf, du Geist der ersten. 176 Wach auf, mein Herz, die Nacht 122 Wach auf, mein Herz, und singe 416 Wach auf, wach auf, du fichre 614 Nro. Wachet auf, ruft uns die Stimme 613 Walte, walte nah und fern. 190 Wär Gott nicht mit uns diese. 162 Warum betrübst du dich, mein 510 Warum sollt ich mich denn... m 526 Warum willst du doch für.. 538 Warum willst du draußen stehen 35 Was alle Weisheit in der Welt 6 Was Gott thut, das ist wohlg. 533 Was hinket ihr, betrogne Seelen 494 Was ist des Menschen Leben.. 289 Was mein Gott will, das gscheh 507 Was von außen und von innen 541 Was wär ich ohne dich gewesen 324 Weicht, ihr finstern Sorgen. 545 Welt, ade! Ich bin dein müde 573 Wenn alle untreu werden... 360 Wenn dich Unglück hat betroffen 376 Wenn doch alle Seelen wüßten 318 Wenn endlich, eh es Zion meint 629 Wenn ich ihn nur habe... Wenn ich, o Schöpfer, deine Wenn ich in Angst und Noth 11 Wenn kleine Himmelserben.. 610 Wenn meine Sünd mich fränken 88 Wenn mein Stündlein... 556 359 518 346 Wenn wir in höchsten Nöthen 548 Wer das Kleinod will erlangen 490 Werde Licht, du Stadt der... 70 Werde munter, mein Gemüthe 438 Wer Gott vertraut, hat wohl. 516 Wer im Herzen will erfahren Wer nur den lieben Gott läßt. 529 Wer ist wohl, wie du Wer sich auf seine Schwachheit 496 Wer sind die vor Gottes Thron 631 Wer weiß, wie nahe mir mein 578 Wie fleucht dahin der Menschen 576 Wie freu ich mich mit Beben.. 474 Wie Gott mich führt, so will.. 542 Wie groß ist des Allmächtgen Wie groß ist deine Freundlichkeit 429 Wie gut ists, von der Sünde.. 469 Wie herrlich ists, ein Schäflein 312 Wie kurz ist doch der Menschen 608 Wie schön ists doch, Herr Jesu 395 Wie schön ist unsers Königs Wie schön leuchtet der Morgenst. 327 Wie selig ist das Volk des Herrn 203 Wies Gott gefällt, so gfällts mir 508 12 628 . VII . 73 VIII Alphabetisches Register. Nro. Wie sicher lebt der Mensch, der 589 Wie Simeon verschieden.... 586 Wie soll ich dich empfangen 34 Wie süß ist doch das Reich der. 178 Wie wohl ist mir, o Freund der 311 Willst du bei Gott dein Wohnung 479 Wir danken dir, Herr Jesu Christ 85 Wir danken Gott für seine... 430 Wir glauben all an einen Gott Wir liegen hier zu deinen Füßen 551 Wir Menschen sind zu dem.. 199 Wir sind noch von der Heimath 470 Wir singen dir, Immanuel.. 55 Wo Gott, der Herr, nicht bei.. 166 Wohlauf, mein Herz, verlaß die 80 Wo ist ein solcher Gott, wie du 321 2 Nro. Wo ist Jesus, mein Verlangen 348 Womit soll ich dich wohl loben. 386 Wort des höchsten Mundes Wo soll ich flichen hin Wunderbarer König 23 801 BES of the 4/28 hikest viag ..... 3. 3euch ein zu meinen Thoren.. 151 Zeuch hin, mein Kind, denn 609 Bench, Israel, zu deiner Ruh. 499 136 Zeuch uns nach dir Zion, gieb dich nur zufrieden.. 528 .. 170 3ion tlagt mit Angst und 3u dir ist meine Seele stille.. 286 3um Ernst, zum Ernst! ruft 501 ( 18 . 249 373 .. indo de Fortafice and his ad im s 1814 squi jour en con Episteln und Evangelien Ark für die Sonn- und Feiertage des Kirchenjahrs. Am 1. Sonntage des Advents. Epistel. Rom. 13, 11-14. Weil wir solches wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist auf zustehen vom Schlaf, sintemal unser Hell jetzt näher ist, denn da wirs glaubten. Die Nacht ist vergangen, der Tag aber berbei kommen: so laffet uns ablegen die Werke der Finsterniß und anlegen die Waffen des Lichts. Lasset uns ehrbarlich wandeln, als am Tage, nicht in Fressen und Saufen. nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid; sondern ziehet an den Herrn Jesum Christ, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Evangelium. Matth. 21, 1-9. Da sie nun nahe bei Jerusalem tamen, gen Bethphage an den Delberg, sandte Jesus seiner Jünger zween und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden angebunden und ein Füllen bei ihr; löset sie auf und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer! sobald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmüthig, und reitet auf einem Esel und auf einem Fülllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider drauf und setzten ihn drauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg; die andern hieben Zweige von den Bäumen und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgete, schrie und sprach: Hosianna dem Sohne David! Gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Am 2. Sonntage des Advents. Epistel. Röm. 15, 4-13. Was aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir, durch Geduld und Trost der Schrift, Hoffnung haben. Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet seid unter einander, nach Jesu Christ, auf daß ihr einmüthiglich mit Einem Munde lobet Gott und den Vater unsers Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie euch Christus hat aufge= nommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sei ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung, den Bätern geschehen; daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stehet: Darum will 39 2 Episteln und Evangelien. ich dich loben unter den Heiden und wacker allezeit und betet, daß ihr würdeinem Namen singen. Und abermal dig werden möget, zu entfliehen diespricht er: Freuet euch, ihr Heiden, sem allen, das geschehen soll, um zu mit seinem Bolt! Und abermal: Lo- stehen vor des Menschen Sohn. bet den Herrn, alle Heiden, und preiset ihn, alle Völker: Und abermal spricht Jesaias: Es wird sein die Wurzel Jesse, und der auferstehen wird, zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Friede im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habt durch die Kraft des heiligen Geistes. Am 3. Sonntage des Advents. Epistel. 1 Cor. 4, 1-5. Dafür halte uns jedermann, nämlich für Christi Diener und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun suchet man nicht mehr an den HausHaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Mir aber ists ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde, oder von einem menschlichen Tage; auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewußt, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget. Der Herr ists aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr komme, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rath der Herzen offenbaren; alsdann wird einem jeglichen von Gott Lob widerfahren. Evangelium. Luc. 21, 25-36. Und es werden Zeichen geschehen an der Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Leuten bange sein und werden zagen, und das Meer und die Wasserwogen werden brausen. Und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden; denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in der Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, so Evangelium. Matth. 11, 2-10. sehet auf und hebet eure Häupter auf, Da aber Johannes im Gefängniß darum, daß sich eure Erlösung nahet. Die Werke Christi hörete, sandte er Und er sagte ihnen ein Gleichniß: seiner Jünger zween und ließ ihm Sehet an den Feigenbaum und alle sagen: Bist du, der da kommen soll, Bäume; wenn sie jetzt ausschlagen, oder sollen wir eines andern warten? so sehet ihr es an ihnen und merket, Jesus antwortete und sprach zu ih daß jetzt der Sommer nahe ist. Also nen: Gehet hin und saget Johanni auch ihr, wenn ihr dies alles schet wieder, was ihr sehet und höret. Die angehen, so wisset, daß das Reich Blinden sehen und die Lahmen gehen, Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage die Aussätzigen werden rein und die euch: Dies Geschlecht wird nicht Tauben hören, die Todten stehen auf vergehen, bis daß es alles geschehe. und den Armen wird das Evangelium Himmel und Erde werden vergehen, geprediget, und selig ist, der sich nicht aber meine Worte vergehen nicht. an mir ärgert. Da die hingingen, Aber hittet euch, daß eure Herzen fing Jesus an zu reden zu dem Bolt nicht beschweret werden mit Fressen von Johanne: Was seid ihr hinausund Saufen und mit Sorgen der gegangen in die Wüste zu sehen? Nahrung, und komme dieser Tag Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der schnell über euch; denn wie ein Fall- Wind hin und her wehet? Oder was ftrid wird er kommen über alle, die seid ihr hinausgegangen zu sehen? auf Erden wohnen. So seid in Wolltet ihr einen Menschen in wei Episteln und Evangelien. 3 chen Kleidern sehen? Siehe, die da| ser, aber er ist mitten unter euch ge weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn dieser ists, von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. treten, den ihr nicht kennet. Der ists, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies geschah zu Bethabara, jenseit des Jordan, da Johannes taujete. Am 4. Sonntage des Advents. Epistel. Phil. 4, 4-7. Frenet euch in dem Herrn alle wege, und abermal sage ich: Frenet euch! Eure Lindigkeit lasset tund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget nichts, sondern in allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Dantjagung vor Gott fund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist, denn alle Bernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. Evangelium. Joh. 1, 19-28. Und dies ist das Zeugniß Johannis, da die Juden sandten von Jerusalem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten: Wer bist du? Und er bekannte und leugnete nicht, und er bekannte: Ich bin nicht Christus. lind fie fragten ihn: Was denn? Bist du Elias? Er sprach: Ich bins nicht. Bist du ein Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben. Was sagest du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Jesaias gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit WasAm 1. Chriftfefttage. Epistel. Tit. 2, 11-14. Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Heilandes, Jesu Christi, der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller lingerechtigkeit und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigenthum, das fleißig wäre zu guten Werken. Epistel. Jef. 9, 2-7. Das Volk, so im Finstern wandelt, siehet ein großes Licht, und über die da wohnen im finstern Lande, scheinet es helle. Du machst der Heiden viel, damit machst du der Freuden nicht viel. Vor dir aber wird man sich freuen, wie man sich freuet in der Ernte, wie man fröhlich ist, wenn man Beute austheilet. Denn du haft das Joch ihrer Last und die Ruthe ihrer Schulter und den Stecken ihres Treibers zerbrochen, wie zur Zeit Midians. Denn aller Krieg mit Ungestüm und blutiges Kleid wird verbrannt und mit Fener verzehret werden. Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, welches Herrschaft ist auf seiner Schulter, und er heißt Wunderbar, Rath, Kraft, Held, Ewig- Bater, Friede- Fürst, auf daß seine Herrschaft groß werde, und des Friedens kein Ende auf dem ispro 10 om isfica Episteln und Evangelien. 4 Stuhl Davids und seinem König- pd reiche, daß er es zurichte und stärke mit Gericht und Gerechtigkeit von mun an bis in Ewigkeit. Solches wird thun der Eifer des Herrn Zebaoth. Am Tage Stephani, oder 2. Chriftfesttage. ontd Dador Epistel. Apost 6, 8 bis Cap. 7, 2. 51-59 42 Evangelium. Luc. 2, 1-14. Stephanus aber, voll Glaubens und Kräfte, that Wunder und große Es begab sich aber zu der Zeit, daß Zeichen unter dem Volk. Da standen ein Gebot von dem Kaiser Augustus etliche auf von der Schule, die da ausging, daß alle Welt geschätzet heißet der Libertiner und Cyrener würde. Und diese Schatzung war die und der Alexanderer und derer, die allererste und geschah zu der Zeit, da aus Cilicia und Asta waren, und beCyrenius Landpfleger in Syrien fragten sich mit Stephanus; und sie war. Und jedermann ging, daß er vermochten nicht zu widerstehen der sich schätzen ließe, ein jeglicher in Weisheit und dem Geiste, aus weljeine Stadt. Da machte sich auf auch chem er redete. Da richteten sie zu Joseph aus Galiläa, aus der Stadt etliche Männer, die sprachen: Wir Nazareth, in das jüdische Land, zu haben ihn gehöret Läfterworte reden der Stadt David, die da heißt Beth- wider Mosen und wider Gott. Und lehem, darum, daß er von dem Hause bewegten das Volk und die Aeltesten und Geschlechte David war, auf daß und die Schriftgelehrten, und traten er sich schätzen ließe mit Maria, sei- herzu und rissen ihn hin und führten nem vertrauten Weibe, die war ihn vor den Rath und stelleten falsche ichwanger. Und als sie daselbst wa- Zengen dar, die sprachen: Dieser ren, tam die Zeit, daß sie gebären Mensch höret nicht auf zu reden Läfollte. Und sie gebar ihren ersten sterworte wider diese heilige Stätte Sohn, und wickelte ihn in Windeln und das Geseß. Denn wir haben ihn und legte ihn in eine Krippe; denn hören sagen: Je us von Nazareth sie hatten sonst keinen Raum in der wird diese Stätte zerstören und änHerberge. Und es waren Hirten in dern die Sitten, die uns Moses gederselbigen Gegend auf dem Felde geben hat. Und sie sahen auf ihn alle, bei den Hürden, die hüteten des Nachts die im Rath saßen, und sahen sein ihre Heerde. Und siehe, des Herrn Angesicht, wie eines Engels Angesicht. Engel trat zu ihnen, und die Klar- Da sprach der Hohepriester: Ist dem heit des Herrn leuchtete um sie, und also? Er aber sprach: Lieben Brüder fie fürchteten sich sehr. Und der En- und Väter, höret zu: Ihr Halsgel sprach zu ihnen: Fürchtet euch starrigen und Unbeschnittenen an nicht! siehe, ich verkündige euch große Herzen und Ohren, ihr widerstrebet Freude, die allem Volke widerfahren allezeit dem heiligen Geist, wie eure wird; denn euch ist heute der Heiland Väter, also auch ihr. Welchen Progeboren, welcher ist Christus der pheten haben eure Väter nicht verHerr, in der Stadt David. Und das folget und sie getödtet, die da zuvor habt zum Zeichen: Ihr werdet fin- verkündigten die Zukunft dieses Geden das Kind in Windeln gewickelt rechten, welches ihr nun Verräther und in einer Krippe liegen. Und als- und Mörder geworden seid? Ihr bald war bei dem Engel die Menge habt das Gesetz empfangen durch der der himmlischen Heerschaaren, die Engel Geschäfte und habts nicht gelobten Gott und sprachen: Ehre sei halten. Da sie solches höreten, gings Gott in der Höhe, und Friede auf ihnen durchs Herz, und bissen die Erden, und den Menschen ein Wohl- Zähne zusammen über ihn. Als er gefallen! aber voll heiligen Geistes war, sahe Episteln und Evangelien. Horlopnous du Risti er auf gen Himmel und sahe die Herrlichkeit Gottes, und Jesum stehen zur Rechten Gottes, und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen und des Menschen Sohn zur Rechten Got tes stehen. Sie schrien aber laut und hielten ihre Ohren zu und stürmeten einmüthiglich zu ihm ein, stießen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings, der hieß Saulus. Und steinigten Stephanum, der anrief und sprach: Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Er thiete aber nieder und schrie laut: Herr, behalte ihnen diese Sünde nicht! Und als er das gesagt, entschlief er. 5 gen Bethlehem und die Geschichte schen, die da geschehen ist, die uns der Herr fund gethan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es tam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott um alles, das sie gehöret und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. Evangelium. Matth. 23, 34-39. Darum siehe, ich sende zut euch Am Sonntage nach dem ChriftPropheten und Weise und Schriftfefttage. gelehrte; und derselbigen werdet ihr etliche tödten und freuzigen und etliche werdet ihr geißeln in euren Schulen und werdet sie verfolgen von einer Stadt zu der andern; auf daß über euch komme alle das gerechte Blut, das vergosjen ist auf Erden, von dem Blut an des gerechten Abel, bis auf das Blut Zacharias, Barachias Sohn, welchen ihr getödtet habt zwischen dem Tempel und Altar. Wahrlich, ich sage euch, daß solches alles wird über dies Geschlecht kommen. Jerusalem, Jerusalem, die du tödtest die Propheten und steinigest, die zu dir gefandt sind! wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt! Siehe, euer Haus foll euch wüste gelassen werden. Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht schen, bis ihr sprecht: Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn! Evangelium. Luc. 2, 15- 20. Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten unter einander: Laßt uns nun gehen Epistel. Gal. 4, 1-7. Ich sage aber: So lange der Erbe ein Kind ist, so ist unter ihm und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter: sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern, bis auf die bestimmte Zeit vom Bater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Satzungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe und unter das Gesetz gethan, auf daß er die, so unter dem Gesetz waren, erlösete, daß wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater! Also ist nun hier fein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sinds aber Kinder, so sinds auch Erben Gottes durch Christum. Evangelium. Luc. 2, 33-40. Und sein Vater und Mutter wunderten sich deß, das von ihm geredet ward. Und Simeon segnete sie und zu Maria, seiner Mutter: sprach Episteln und Evangelien. 6 Siche, dieser wird gesetzt zu einem Fall und Auferstehen Vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem wider sprochen wird, und es wird ein Schwert durch deine Seele dringen, auf daß vieler Herzen Gedanken of fenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuel, vom Geschlecht Aser, die war wohl betaget und hatte gelebt sieben Jahre mit ihrem Manne nach ihrer Jungfrauschaft und war nun eine Wittwe bei vier und achtzig Jahren, die tam nimmer vom Tempel, dies nete Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbe trat auch hinzu zu derselbigen Stunde und pries den Herrn und redete von ihm zu allen, die da auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie es alles vollendet hatten nach dem Gesetz des Herrn, kehrten sie wieder in Galiläa zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs und ward stark im Geist, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. Am Reujahrstage. Epistel. Gal. 3, 23-29. Ehe denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahret und verschlossen auf den Glauben, der da sollte geoffenbaret werden. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Christo Jesu. Denn wie viele euer getauft sind, die haben Christum angezogen. Hier ist kein Jude, noch Grieche, hier ist kein Knecht, noch Freier, hier ist kein Mann, noch Weib; denn ihr seid allzumal Einer in Christo Jesu. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Samen und nach der Berheißung Erben. Evangelium. Luc. 2, 21 Und da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genannt Jesus, welcher genannt ward von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen ward. Am Sonntage nach dem Neujahrstage. Epistel. Tit. 3, 4-8. Da aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes, unsers Heilandes, nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit machte er uns selig, durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum, unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens, nach der Hoffnung. Das ist je gewißlich wahr. Evangelium. Matth. 2, 13-23. Da sie aber hinweg gezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum und sprach: Stehe auf und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir und fleuch in Egyptenland und bleib allda, bis ich dir sage; denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stand auf und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht und entwich in Egyptenland, und blieb allda bis nach dem Tode Herodis; auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Egypten habe ich meinen Sohn ge= rufen. Da Herodes nun sahe, daß er von den Weisen betrogen war, ward er sehr zornig und schickte aus und ließ alle Kinder zu Bethlehem tödten und an ihren ganzen Gränzen, die da Episteln und Evangelien. 7 zweijährig und drunter waren, nach| Seiten erzogen werden. Dann wirst der Zeit, die er mit Fleiß von den du deine Lust sehen und ausbrechen, Weisen erlernt hatte. Da ist erfüllet, und dein Herz wird sich wundern und das gesagt ist von dem Propheten ausbreiten, wenn sich die Menge am Jeremia, der da spricht: Auf dem Meer zu dir bekehret, und die Macht Gebirge hat man ein Geschrei gehö- der Heiden zu dir kommt. Denn die ret, viel Klagens, Weinens und Heu- Menge der Kameele wird dich bedeklens. Rahel beweinete ihre Kinder ten, die Läufer aus Midian und und wollte sich nicht trösten lassen; Epha. Sie werden aus Saba alle denn es war aus mit ihnen. Da aber kommen, Gold und Weihrauch brinHerodes gestorben war, siehe, da er- gen und des Herrn Lob verkündigen. schien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum in Egyptenland und sprach: Stehe auf und nimm das Stindlein und seine Mutter zu dir und zeuch hin in das Land Israel. Sie sind gestorben, die dem Kinde nach dem Leben standen. Und er stand auf und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich und kam in das Land Israel. Da er aber hörete, daß Archelaus im jüdischen Lande König war, anstatt feines Vaters Herodes, fürchtete er sich, dahin zu kommen, und im Traum empfing er Befett von Gott und zog in die Derter des galiläischen Landes; und kam und wohnete in der Stadt, die da heißt Nazareth, auf daß erfüllet würde, das da gesagt ist durch die Propheten: Er soll Nazarenus heißen. Evangelium. Matth. 2, 1-12. Da Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodes, siche, da kamen die Weisen vom Morgenlande gen Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande und sind gekommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörete, erschrak er, und mit ihm das ganze Jerusaleni. Und ließ versammeln alle Hohepriester und Schriftgelehrten unter dem Volk, und erforschete von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande. Denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du Bethlehem im jüdischen Lande bist mit nichten die kleinste unter den Fitrsten Juda; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr jei. Da berief Herodes die Weisen heimlich und erMache dich auf, werde Licht, denn lernete mit Fleiß von ihnen, wann dein Licht kommt, und die Herrlich- der Stern erschienen wäre; und wies feit des Herrn geht auf über dir! sie gen Bethlehem, und sprach: ZieDenn siehe, Finsterniß bedeckt das het hin und forschet fleißig nach dem Erdreich, und Dunkel die Völker. Kindlein, und wenn ihrs findet, saAber über dir gehet auf der Herr, get mirs wieder, daß ich auch komme und seine Herrlichkeit erscheinet über und es anbete. Als sie nun den Ködir. Und die Heiden werden in dei- nig gehöret hatten, zogen sie hin. nem Lichte wandeln, und die Könige Und siehe, der Stern, den sie im im Glanz, der über dir aufgehet. Morgenlande gesehen hatten, ging Hebe deine Augen auf und siehe um- vor ihnen hin, bis daß er kam und her: diese alle versammelt kommen stand oben über, da das Kindlein zu dir. Deine Söhne werden von war. Da sie den Stern sahen, wurferne kommen, und deine Töchter zur I den sie hoch erfrent, und gingen in Epistel. Jes. 60, 1-6. Am Fefte der Erscheinung Chrifti, oder Epiphanias. Episteln und Evangelien. 8 das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und thaten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken. Und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Am 1. Sonntage nach der Erscheinung Chrifti. Epistel. Röm. 12, 1-6. Ich ermahne euch, lieben Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Verneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prifen möget, welches da sei der gute, der wohlgefällige und der vollkommene Gotteswille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von sich halte, denn sichs gebühret zu halten, sondern daß er von ich mäßiglich halte, ein jeglicher, nach dem Gott ausgetheilet hat das Maaß des Glaubens. Denn gleicherweise als wir in einem Leibe viele Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben: also find wir viele Ein Leib in Christo, aber unter einander ist einer des andern Glied, und haben mancherlei Gaben, nach der Gnade, die uns gegeben ist. Evangelium. Luc. 2, 41-52. Und seine Eltern gingen alle Jahr gen Jerusalem auf das Osterfest. Und da er zwölf Jahr alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem, nach Gewohnheit des Festes. Ulud da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine Eltern wußtens nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise und suchten ihn unter den Gefreundten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wiederum gen Jerusalem und suchten ihn. Und es begab sich nach dreien Tagen, fanden sie ihn im Tempel sitzen, mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete und sie fragete. Und alle, die ihm zuhöreten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antwort. Und da sie ihn sahen, entsetzten sie sich, und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. und er sprach zu ihnen: Was ists, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab und kam gen Nazareth und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. Am 2. Sonntage nach der Erscheinung Chrifti. Epistel. Rom, 12, 7-16 Hat jemand Weisjagung, so fet sie dem Glauben ähnlich. Hat jemand ein Amt, so warte er des Amts. Lehret jemand, so warte er der Lehre. Ermahnet jemand, so warte er des Ermahnens. Giebt jemand, so gebe er einfältiglich. Regieret jemand, so sei er sorgfältig. Uebet jemand Barmherzigkeit, so thue ers mit Lust. Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter einander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht Episteln und träge, was ihr thun sollt. Seid brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Nothdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen, segnet, und fluchet nicht: Freuet euch mit den Fröhlichen und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch zu den Niedrigen. nter Evangelium. Joh. 2. 1-11. Und am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Cana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jejus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, das thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkräge gesetzt, nach der Weise der jüdischen Reinigung, und gingen in je einen zwei oder drei Maaß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie fülleten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringets dem Speisemeister. Und sie brachtens. Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war( und wußte nicht, von wannen er kam, die Diener aber wußtens, die das Wasser geschöpfet hatten), rufet der Speisemeister dem Bräutigam und spricht zu ihm: Jedermann giebt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken worden sind, alsdann den geringern; du hast den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus that, geschehen zu Cana in Galiläa, und offenbarete seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihit. Evangelien. 99 Am 3. Sonntage nach der Erscheinung Chrifti. Epistel. Rom. 12, 17-21. Haltet euch nicht selbst für flug. Vergeltet niemand Böses mit Bösent. Fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen jedermann. Ists möglich, so viel an euch ist, so habt mit allen Menschen Frieden. Nächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn; denn es stehet geschrieben: die Nache ist mein, ich will vergeltent, spricht der Herr. So nun beinen Feind hungert, so speise ihn; dürstet ihn, so tränke ihn. Wenn du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Evangelium. Matth. 8, 1-13. Da er aber vom Berge herabging, folgete ihm viel Bolts nach. Und siehe, ein Aussätziger kam und betete ihn an und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich wills thun, sei gereiniget. Und alsbald ward er von seinem Aussatz rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sage es niemand; sondern gehe hin und zeige dich dem Priester und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat, zu einem Zeugniß über sie. Da aber Jesus einging zu Capernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gichtbrüchig und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gehest, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan und habe unter mir Kriegsknechte; noch wenn ich sage zu einem: Episteln und Evangelien. 10 Gehe hin! so gehet er, und zum andern: Komm her! so kommt ex, und zu meinem Knechte: Thue das! so thut ers. Da das Jesus hörete, verwunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgeten: Wahrlich ich fage euch, solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden. Aber ich jage euch: Viele werden kommen vom Morgen und vom Abend und mit Abraham und Isaak und Jacob im Himmelreich sitzen; aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die äußerste Finsterniß hinaus; da wird sein Heulen und Zähnklappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir geschehe, wie du geglaubt hast. Und sein Knecht ward gesund zu derselbigen Stunde. Am 4. Sonntage nach der Erscheinung Chriffi. Epistel. Rom. 13, 8-10. Seid niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch unter einander liebet; denn wer den andern liebet, der hat das Gesetz erfüllet. Denn das da gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht tödten; du sollst nicht stehlen: du sollst nicht falsch Zeugniß geben; dich soll nichts gelüsten, und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort verfasset: Du sollst deinen Nächsten lieben, als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. sam? Und stand auf und bedränete den Wind und das Meer, da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist. Am 5. Sonntage nach der Erscheinung Chrifti. Epistel. Gol. 3, 12-17. So ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demuth, Sanftmuth, Geduld. Und vertrage einer den andern, und vergebet euch unter einander, so jemand Klage hat wider den andern; gleichwie Christus cuch vergeben hat, also auch ihr. Ueber alles aber ziehet an die Liebe, die das Band ist der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regiere in curen Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in Einem Leibe, und seid dankbar. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit, lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen, lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in eurem Herzen. Und alles, was ihr thut, mit Worten oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu und danket Gott und dem Vater durch ihn. Evangelium. Matth. 13, 24-30. Er legte ihnen ein ander Gleichniß vor und sprach: Das Himmelreich Evangelium. Matth. 8, 23-27. ist gleich einem Menschen, der guten Und er trat in das Schiff, und sei- Samen auf seinen Acker säete. Da ne Jünger folgeten ihm. Und siehe, aber die Leute schliefen, tam sein da erhob sich ein groß Ungestüm im Feind und fäcte linkraut zwischen den Meer, also daß auch das Schifflein Waizen und ging davon. Da nun mit Wellen bedeckt ward; und er das Kraut wuchs und Frucht brachschlief. Und die Jünger traten zu te, da fand sich auch das Unkraut. ihm, und weckten ihn auf und spra- Da traten die Knechte zu dem Hauschen: Herr, hilf uns, wir verderben! vater und sprachen: Herr, hast du Da jagte er zu ihnen: Ihr Klein- nicht guten Samen auf deinen Acker gläubigen, warum seid ihr so furcht- gefäet? woher hat er denn das Un Episteln und Evangelien, fraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hingehen und es ausgäten? Er sprach: Nein, auf daß ihr nicht zugleich den Waizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausgätet. Lasset beides mit einander wachsen bis zur Ernte, und um der Ernte Zeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammlet zuvor das Unkraut und bindet es in Blindlein, daß man es verbrenne; aber den Waizen sammelt mir in meine Scheuren. Am 6. Sonntage nach der Erscheinung Chrifti. Epistel. 2 Petr. 1, 16-21. Denn wir haben nicht den flugen Fabelu gefolget, da wir euch kund gethan haben die Kraft und Zukunft unsers Herrn Jesu Christi: sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen, da er empfing von Gott dem Vater Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm geschah von der großen Herrlichkeit, dermaßen: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe! Und diese Stimme haben wir gehöret vom Himmel gebracht, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Wir haben ein festes, prophetisches Wort, und ihr thut wohl, daß ihr darauf achtet, als auf ein Licht, das da scheinet an einem dunkeln Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in eurem Herzen. Und das sollt ihr für das erste wissen, daß keine Weissagung in der Schrift geschicht aus eigener Auslegung. Denn es ist noch nie keine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht, sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem heiligen Geift. Evangelium. Matth. 17, 1-9. Und nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrus und Jakobus und JoHannes, seinen Bruder, und führete sie beiseits auf einen hohen Berg; und ward verklärt vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete, wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß, als ein Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Moses und Elias, die redeten mit ihm. Petrus aber antwortete und sprach zu Jesu: Herr, hie ist gut sein. Willst du, so wollen wir drei Hütten machen, dir eine, Mose eine, und Elias eine. Da er aber noch redete, siehe, da überschattete fic eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem id) Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören. Da das die Jünger höreten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken sehr. Jefus aber trat zu ihnen, rithrete sie an und sprach: Stehet auf und fürchtet euch nicht. Da sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand, denn Jesum alleine. Und da sie vom Berg herab gingen gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt dies Gesicht niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Todten auferstanden ist. Am Sonntage Septuagefimä. Epistel. 1 Cor. 9, 24-27 und Gap. 10, 1-5. Wisset ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen Alle, aber Einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges, jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfahen, wir aber eine unvergängliche. Ich laufe aber also, nicht als aufs Ungewisse; ich sechte also, nicht als der in die Luft streichet; sondern ich betäube meinen Leib und zähme ihn. daß ich nicht den andern prebige und 12 Episteln und Evangelien. Spinat selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Väter sind alle unter der Wolke gewesen, und sind alle durchs Meer gegangen, und sind alle unter Mose getauft mit der Wolke und mit dem Meer, und haben alle einerlei geistliche Speise gegessen, und haben alle einerlei geistlichen Trank getrunten;( sie tranten aber von dem geistlichen Fels, der mitfolgete, welcher war Christus.) Aber an ihrer vielen hatte Gott kein Wohlgefallen; denn sie sind niedergeschlagen in der Wüste. Evangelium. Matth. 20, 1-16. Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am Morgen ausging, Arbeiter zu miethen in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward, um einen Groschen zum Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus um die dritte Stunde und sahe andere an dem Markte müßig stehen und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen hin. Aber mals ging er aus um die sechste und neunte Stunde und that gleich also. Um die elfte Stunde aber ging er aus und fand andere müßig stehen und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hie den ganzen Tag müßig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht sein wird, soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinbergs zu feinem Schaffner: Rufe den Arbeitern und gieb ihnen den Lohn und hebe an an den letzten bis zu den ersten. Da famen, die um die elfte Stunge gedinget waren, und empfing ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfahen, und sie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, murreten sie wider den Hausvater und sprachen: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du haft sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hiße getragen haben! Er antwortete aber und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir eins worden um einen Groschen? Nimm, was dein ist, und gehe hin. Ich will aber diesem letzten geben gleich wie dir. Oder habe ich nicht Macht zu thun, was ich will, mit dem Meinen? Siehest du darum scheel, daß ich so gültig bin? Also werden die letzten die ersten, und die ersten die letzten sein; denn Viele sind berufen, aber Wenige sind auserwählt. Am Sonntage Sexagefima. Epistel. 2 Cor. 11, 19-33 und Cap. 12, 1-9. Denn ihr vertraget gern die Narren, dieweil ihr klug seid! Ihr vertraget, so euch jemand zu Knechten macht, so euch jemand schindet, so euch jemand nimmt, so euch jemand troket, so jemand euch in das Angesicht streicht Das sage ich nach der Unehre, als wären wir schwach geworden. Worauf nun jemand fühn ist, ich rede in Thorheit, darauf bin ich auch kühn. Sie sind Ebräer, ich auch. Sie sind Israeliter, ich auch. Sie sind AbraHams Same, ich auch. Sie sind Die ner Christi, ich rede thörlich, ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbei= tet, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin öfter gefangen, oft in Todesnöthen gewesen. Bon den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzig Strei che weniger eins. Ich bin breimal gestäupet, einmal gesteinigt, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zugebracht in der Tiefe des Meeres. Ich habe oft gereiset, ich bin in Gefahr gewesen zu Wasser, in Gefahr unter Mördern, in Gefahr unter den Juden, in Ge Evangelien. 13 Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe. Dafür ich dreimal den Herrn geslehet habe, daß er von mir wiche. lind er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne. Episteln und aloitols stubis Evangelium. Luc. 8, 4-15. Da nun viel Volts bei einander war und aus den Städten zu ihm eilten, sprach er durch ein Gleichniß: Es ging ein Säemann aus, zu säen seinen Samen; und indem er säete, fiel etliches an den Weg und ward vertreten, und die Vögel unter dem fahr unter den Heiden, in Gefahr in den Städten, in Gefahr in der Wüste, in Gefahr auf dem Meer, in Gefahr unter den falschen Brüdern, in Mühe und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße; ohne was sich sonst zuträget, nämlich daß ich täglich werde angelaufen und trage Sorge für alle Gemeinen. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, will ich mich meiner Schwachheit rühmen. Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, welcher sei gelobet in Ewigteit, weiß, daß ich nicht lülge. Zu Damaskus, der Landpfleger des Königs Aretas, verwahrete die Stadt der Damasker und wollte mich grei- Himmel fraßen es auf. Und etliches fen, und ich ward in einem Korb zum fiel auf den Fels, und da es aufging, Fenster aus durch die Mauer nieder- verdorrete es, darum, daß es nicht gelassen und entrann aus seinen Hän- Sait hatte. Und etliches fiel mitten den. Es ist mir ja das Rühmen nichts unter die Dornen, und die Dornen nüße; doch will ich kommen auf die Ge- gingen mit auf und ersticktens. Und fichte und Offenbarungen des Herrn. etliches fiel auf ein gut Land, und es Ich kenne einen Menschen in Christo, ging auf und trug hundertfältige vor vierzehn Jahren, ist er in dem Frucht. Da er das sagte, rief er: Leibe gewesen, so weiß ichs nicht, oder Wer Ohren hat zu hören, der höre! ist er außer dem Leibe gewesen, so Es fragten ihn aber seine Jünger weiß ichs auch nicht, Gott weiß es, und sprachen, was dieses Gleichniß er ward entzückt bis in den dritten wäre. Er aber sprach: Euch ists geHimmel. Und ich kenne denselbigen geben zu wissen das Geheimniß des Menschen, ob er in dem Leibe, oder Reichs Gottes, den andern aber in außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich| Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, nicht, Gott weiß es; er ward entzückt ob sie es schon sehen, und nicht verin das Paradies und hörete unaus- stehen, ob sie es schon hören. Das ist sprechliche Worte, welche kein Mensch aber das Gleichniß: Der Same ist sagen kann. Davon will ich mich das Wort Gottes. Die aber an dem rühmen, von mir selbst aber will ich Wege sind, das sind, die es hören; mich nichts rühmen, ohne meiner darnach kommt der Teufel und nimmt Schwachheit. Und so ich mich rühmen das Wort von ihrem Herzen, auf daß wollte, thäte ich darum nicht thörlich; sie nicht glauben und selig werden. denn ich wollte die Wahrheit sagen. Die aber auf dem Fels, sind die, Ich enthalte mich aber deß, auf daß wenn sie es hören, nehmen sie das nicht jemand mich höher achte, denn Wort mit Freuden an, und die haben er an mir siehet, oder von mir höret. nicht Wurzel; eine Zeitlang glauben Und auf daß ich mich nicht der hohen sie, und zu der Zeit der Anfechtung Offenbarung überhebe, ist mir gege- fallen sie ab. Das aber unter die ben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich Dornen fiel, sind die, so es hören des Satans Engel, der mich mit und gehen hin unter den Sorgen, 14 Episteln und Evangelien. Reichthum und Wollust dieses Lebens| erkennen, gleichwie ich erkannt bin. und ersticken und bringen keine Frucht. Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Das aber auf dem guten Lande, sind Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die das Wort hören und behalten in die größte unter ihnen. einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld. Evangelium. Luc. 18, 31-43. Er nahm aber zu sich die Zwölfe und sprach zu ihnen: Sehet, wir ge= hen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden den Heiden, und er wird verspottet und geschmähet und verspeiet werden, und sie werden ihn geißeln und tödten, und am dritten Lage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der keines, und die Rede war ihnen verborgen, und wußten nicht, was das gesagt war. Epistel. 1 Cor. 13, 1-13. Wenn ich mit Menschen und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte und wüßte alle Geheimnisse und alle Erkenntniß und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib brennen, Es geschah aber, da er nahe zu Jeund hätte der Liebe nicht, so wäre richo kam, saß ein Blinder am Wege mirs nichts nütze. Die Liebe ist lang- und bettelte. Da er aber hörte das müthig und freundlich, die Liebe ei- Volk, das durchhin ging, forschte er, fert nicht, die Liebe treibet nicht Muth- was das wäre. Da verkündigten fie willen. Sie blähet sich nicht, sie stellet sich nicht ungeberdig, sie suchet nicht das Ihre, sie lässet sich nicht erbittern, sie trachtet nicht nach Schaden, sie frenet sich nicht der Ungerechtigkeit, fie freuet sich aber der Wahrheit. Sie verträget alles, fie glaubet alles, sie hoffet alles, fie duldet alles. Die Liebe höret nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden, und die Sprachen aufhören werden, und das Erkenntniß aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissägen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Volltommene, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und war flug wie ein Kind, und hatte kindische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was kindisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich es stitcweise, dann aber werde ich es Am Sonntage Quinquagefima oder Eftomihi. ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief und sprach: Jeſu, du Sohn David, erbarme dich mein! Die aber vorne an gingen, bedräneten ihn, er sollte schweigen; er aber schrie viel mehr: Du Sohn David, erbarme dich mein! Jesus aber stand stille und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brachten, fragte er ihn und sprach: Was willst du, daß ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend, dein Glaube hat dir geholfen. Und alsbald ward er sehend und folgete ihm nach und pries Gott. Und alles Volk, das solches sahe, lobete Gott. Am 1. Sonntage in der Fasten, Invocavit. Epistel. 2 Cor. 6, 1-10. Wir ermahnen ench aber, als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfahet. Denn er Episteln und Evangelien. 15 spricht: Ich habe dich in der ange-| werden dich auf den Händen tragen, nehmen Zeit erhöret und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, jetzt ist die angenehine Zeit, jetzt ist der Tag des Heils! Lasset uns aber niemand irgend ein Aergerniß geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde; sondern in allen Dingen lasset uns beweisen als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trübfalen, in Nöthen, in Aengsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geist, in ungefärbter Liebe, in dem Worte der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit, zur Rechten und zur Linten; durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte; als die Verführer, und doch wahrhaftig, als die Unbekannten, und doch bekannt, als die Sterbenden, und siehe, wir leben, als die Gezüchtigten und doch nicht ertödtet, als die Traurigen, aber allezeit fröhlich, als die Armen, aber die doch viele reich machen, als die nichts inne haben, und doch alles haben. auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führete ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Das alles will ich bir geben, so du niederfällst und mich anbetest: Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan; denn es stehet geschrieben: Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel, und siehe, da traten die Engel zu ihm und dieneten ihm. Evangelium. Matth. 4, 1-11. Da ward Jesus vom Geist in die Wüste geführt, auf daß er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brod werden. Und er antwortete und sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebet nicht vom Brod allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet. Da führete ihn der Tenfel mit sich in die heilige Stadt und stellete ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie Am 2. Sonntage in der Fasten, Reminiscere. Epistel. 1 Theff. 4, 1-7. Weiter, lieben Brüder, bitten wir euch und ermahnen in dem Herrn Jesu, nach dem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollt wandeln und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir ench gegeben haben durch den Herrn Jefum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein jeglicher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Luftfeuche, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen. Und daß niemand zu weit greife, noch vervortheile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist der Nächer über das alles; wie wir euch zuvor gesagt und bezenget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Evangelium. Matth. 15, 21-28. Und Jesus ging aus von dannen und entwich in die Gegend Tyrus und Sidon. Und siehe, ein cananäisch Weib ging aus derselbigen Gränze Episteln und Evangelien. 16 und schrie ihm nach und sprach: Ach Herr, du Sohn David, erbarme dich mein! Meine Tochter wird vom Teufel übel geplaget. llnd er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Aber er antwortete und sprach: Ich bin nicht gefandt, denn nur zu den verlornen Schafen von dem Hause Israel. Sie tam aber and fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir! Er antwortete aber und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brod nehme und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr! Aber doch essen die Hündlein von den Brosamen, die von ihrer Herren Tische fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: D Weib, dein Glaube ist groß! Dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde. denn ihr waret weiland Finsternis, nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ift allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. Evangelium. Luc. 11, 14-28. Und er trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme, und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibt die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst iteins wird, das wird wüste, und ein Haus fällt über das andere. Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? dieweil ihr saget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So ich aber Am 3. Sonntage in der Fasten, die Teufel durch Beelzebub austreibe, Oculi. Epistel. Erbef. 5, 1-9. durch wen treiben fie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes So seid nun Gottes Nachfolger, Finger die Teufel austreibe, so kommt als die lieben Kinder, und wandelt je das Reich Gottes zu euch. Wenn in der Liebe, gleich wie Christus uns ein starker Gewappneter seinen Pahat geliebet und sich selbst dargegeben last bewahret, so bleibt das Seine für uns zur Gabe und Opfer, Gott mit Frieden. Wenn aber ein Stärzu einem süßen Geruch. Hurerei aber ferer über ihn kommt und überwinund alle Unreinigkeit, oder Geiz, las- det ihn, so nimmt er ihm seinen set nicht von euch gesagt werden, wie Harnisch, darauf er sich verließ und den Heiligen zustehet, auch schand- theilet den Raub aus. Wer nicht mit bare Worte und Narrentheidinge, mir ist, der ist wider mich; und wer oder Scherz, welche euch nicht zie- nicht mit mir sammlet, der zerstreuet. men, sondern vielmehr Danksagung. Wenn der unsaubere Geist von den Denn das sollt ihr wissen, daß kein Menschen ausfähret, so durchwandelt Hurer, oder Unreiner, oder Geiziger, er dirre Stätten suchet Ruhe und welcher ist ein Gößendiener, Erbe findet sie nicht, so spricht er: Ich will hat an dem Reich Christi und Got- wieder umkehren in mein Haus, dartes. Lasset euch niemand verführen aus ich gegangen bin. Und wenn er mit vergeblichen Worten; denn um kommt, so findet ers mit Besemen dieser willen kommt der Zorn Gottes gekehrt und geschmückt. Dann gehet über die Kinder des Unglaubens. er hin und nimmt sieben Geister zu Darum seid nicht ihre Mitgenossen; sich, die ärger sind, denn er ſelbst, Episteln und Evangelien. 17 und wenn sie hineinkommen, woh-| Sohn soll nicht erben mit dem Sohn nen sie da, und wird hernach mit demselbigen Menschen ärger denn vorhin. der Freien. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien. Und es begab sich, da er solches redete, erhob ein Weib im Volk die Stimme und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast. Er aber sprach: Ja, selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahor ren. d Am 4. Sonntage in der Faften, Lätare. Epistel. Gal. 4, 21-31. Saget mir, die ihr unter dem Geseg sein wollt, habt ihr das Gesetz nicht gehöret? Denn es stehet geschrieben, daß Abraham zween Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freien. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren, der aber von der Freien ist durch die Verheißung geboren. Die Worte bedeuten etwas. Denn das sind die zwei Testamente: eines von dem Berge Sina, das zur Knechtschaft gebieret, welches ist die Agar, denn Agar heißt in Arabien der Berg Sina, und langet bis gen Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie, die ist unser aller Mutter. Denn es stehet geschrieben: Sei fröhlich, du Unfruchtbare, die du nicht gebiereft, und brich hervor und rufe, die du nicht schwanger bist; denn die Einfame hat viel mehr Kinder, denn die den Mann hat. Wir aber, lieben Brüder, sind, Isaak nach, der Verheißung Kinder. Aber gleichwie zu der Zeit der nach dem Fleisch geboren war, verfolgete den, der nach dem Geist geboren war, also gehet es jetzt auch. Aber was spricht die Schrift? Stoß die Magd hinaus mit ihrem Sohn; denn der Magd Evangelium. Joh. 6, 1-15. Darnach fuhr Jesus weg über das Meer an der Stadt Tiberias in Galiläa. Und es zog ihm viel Volks nach, darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken that. Jesus aber ging hinauf auf einen Berg und setzte sich daselbst mit feinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hob Jesus seine Augen auf und siehet, daß viel Volks zu ihm kommt, und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brod, daß diese effen? Das sagte er aber, ihn zu versuchen; denn er wußte wohl, was er thun wollte. Philippus antwortete ihm: Zweihundert Pfennige werth Brods ist nicht genug unter sie, daß ein jeglicher unter ihnen ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Simonis Petri: Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gerstenbrode und zween Fische; aber was ist das unter so viele? Jesus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich an fünftausend Mann. Jesus aber nahm die Brode, dankete und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten; desselbigen gleichen auch von den Fi= scben, wie viel er wollte. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. Da sammleten sie und fülleten zwölf Körbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroden, die übrig blieben denen, die gespeiset worden. Da nun die Men= schen das Zeichen sahen, das Jesus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da Jesus nun merkte, daß sie kommen würden und ihn haschen, 40 18 Episteln und Evangelien. daß sie ihn zum Könige machten,| Wahrlich, wahrlich, ich fage euch: entwich er abermal auf den Berg, er So jemand mein Wort wird halten, felbft alleine. der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den TeuAm 5. Sonntage in der Haften, fel haft. Abraham ist gestorben und Judica. die Propheten, und du sprichst: So jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich; bist du mehr, denn unser Bater Abraham, welcher gestorben ist, und die Propheten sind gestorben; was machst du aus dir selbst? Jesus antwortete: So ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprecht, er sei euer Gott, und tennet ihn nicht. Ich aber kenne ihn, und so ich würde sagen, ich kenne sein nicht, so würde ich ein Lügner, gleich wie ihr seid. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort. Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sabe ihn und freuete sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin ich. Da hoben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich, und ging zum Tempel hinaus, mitten durch sie hinstreichend. Epistel. Hebr. 9, 11-15. Christus aber ist gekommen, daß er sei ein Hoherpriester der zukünf tigen Güter, durch eine größere und vollkommnere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist; auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigenes Blut einmal in das Heilige eingegangen und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so der Ochsen und der Böcke Blut und die Asche von der Kuh gesprenget heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit wie viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Wandel durch den heiligen Geist Gotte geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den tobten Werfen, zu dienen dem lebendigen Gott? Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Uebertretungen, die unter dem ersten Testament waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. Evangelium. Joh. 8, 46-59. Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahrheit fage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort; darum höret ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott. Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist und hast den Teufel? Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der fie suchet und richtet. Am Palmsonntage. Epistel. Philipper 2, 5-11 Ein jeglicher ser gefinnet, wie Jesus Christus auch war, welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er es doch nicht für einen Raub, Gott gleich sein, sondern äußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein andrer Mensch und an Geberden als ein Mensch erfunden. Er niedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz Darum hat ihn auch Gott erhöht, und hat Episteln und Evangelien. ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen alle derer Kniee, die im Himmel und auf Erden und unter der Erden sind, und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes des Vaters. ( Das Evangelium siehe am ersten Sonntage des Advents.) Endome Am Charfreitage. Am Grünendonnerstage. Jesaias 53. 1 Cor. 11, 23-32. Siehe, mein Knecht wird weislich thun und wird erhöhet und sehr hoch erhaben sein, daß sich viele über dir ärgern werden, weil seine Gestalt häßlicher ist denn anderer Leute, und sein Ansehen denn der Menschenkinder. Aber also wird er viele Heiden besprengen, daß auch Könige werden ihren Mund gegen ihn zuhalten. Denn welchen nichts davon verkündiget ist, dieselben werden es mit Lust sehen; und die nichts davon geIch habe es von dem Herrn em- höret haben, die werden es merken. pfangen, das ich euch gegeben habe. Aber wer glaubt unserer Predigt? Denn der Herr Jesus in der Nacht, und wem wird der Arm des Herrn da er verrathen ward, nahm er das geoffenbaret? Denn er schießt auf Brod, dankete und brachs und sprach: vor ihm wie ein Reis und wie eine Nehmet, effet, das ist mein Leib, der Wurzel aus dürrem Erdreich. Er für euch gebrochen wird; solches thut hatte keine Gestalt noch Schöne; wir zu meinem Gedächtniß. Desselbigen sahen ihn, aber da war keine Gestalt, gleichen auch den Kelch nach dem die uns gefallen hätte. Er war der AlAbendmahl und sprach: Dieser Kelch lerverachtetste und Unwertheste, voller ist das neue Testament in meinem Schmerzen und Krankheit. Er war Blut; solches thut, so oft ihrs trin- so verachtet, daß man das Angesicht fet, zu meinem Gedächtniß. Denn vor ihm verbarg; darum haben wir so oft ihr von diesem Brod effet ihn nichts geachtet. Fürwahr, er trug und von diesem Kelch trinket, sollt unsere Krankheit und lud auf sich ihr des Herrn Tod verkündigen, bis unsere Schmerzen, wir aber hielten daß er kommt. Welcher nun unwür- ihn für den, der geplagt und von dig von diesem Brod isset, oder von Gott geschlagen und gemartert wäre. dem Kelch des Herrn trinket, der ist Aber er ist um unserer Missethat schuldig an dem Leibe und Blute des willen verwundet und um unserer Herrn. Der Mensch prüfe sich aber Sünde willen zerschlagen; die Strafe selbst, und also esse er von diesem liegt auf ihm, auf daß wir FrieBrod und trinke von diesem Kelch. den hätten, und durch seine Wunden Denn welcher unwürdig isset und sind wir geheilet. Wir gingen alle trinket, der iffet und trinket ihm sel- in der Irre wie Schafe, ein jeglicher ber das Gericht, damit, daß er nicht sah auf seinen Weg; aber der Herr unterscheidet den Leib des Herrn. warf unser aller Sünde auf ihn. Da Darum sind auch so viele Schwache er gestraft und gemartert ward, that und Kranke unter euch, und ein gut er seinen Mund nicht auf, wie ein Theil schlafen. Denn so wir uns sel- Lamm, das zur Schlachtbank geführt ber richteten, so würden wir nicht ge- wird, und wie ein Schaf, das verrichtet. Wenn wir aber gerichtet wer- stummet vor seinem Scheerer und den, so werden wir von dem Herrn seinen Mund nicht aufthut. Er ist gezichtiget, auf daß wir nicht sammt aber aus der Angst und Gericht geder Welt verdammt werden. nommen; wer will seines Lebens 19 20 Episteln und Evangelien. Länge ausreden? Denn er ist aus| rei, auf daß sie kämen und falbeten dem Lande der Lebendigen weggeris- ihn. Und sie kamen zum Grabe, an fen, da er um die Missethat meines einem Sabbather sehr frühe, da die Bolts geplaget war. Und er ist be- Sonne aufging. Und sie sprachen ungraben wie die Gottlosen, und ge- ter einander: Wer wälzet uns den storben wie ein Reicher; wiewohl er Stein von des Grabes Thür? Und niemand Unrecht gethan hat, noch sie sahen dahin und wurden gewahr, Betrug in seinem Munde gewesen daß der Stein abgewälzet war; denn ist. Aber der Herr wollte ihn also er war sehr groß. Und sie gingen zerschlagen mit Krankheit; wenn er hinein in das Grab und sahen einen sein Leben zum Schuldopfer gege- Jüngling zur rechten Hand sitzen, ben hat, so wird er Samen haben der hatte ein lang weiß Kleid an, und in die Länge leben, und des und sie entsetzten sich. Er aber sprach Herrn Bornehmen wird durch seine zu ihnen: Entsetzet euch nicht. Ihr Hand fortgehen. Darum, daß seine fuchet Jesum von Nazareth den GeSeele gearbeitet hat, wird er seine freuzigten. Er ist auferstanden und Luft sehen und die Fülle haben. Und ist nicht hie. Siehe da die Stätte, durch sein Erkenntniß wird er, mein da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin, Knecht, der Gerechte, Viele gerecht und saget es seinen Jüngern und machen; denn er trägt ihre Sünden. Petro, daß er vor euch hingehen Darum will ich ihm große Menge wird in Galiläa; da werdet ihr ihn zur Beute geben, und er soll die sehen, wie er euch gesagt hat. Und Starfen zum Raube haben; darum, fie gingen schnell heraus und flohen daß er sein Leben in den Tod gege- von dem Grabe; denn es war sie ben hat den Ulebelthätern gleich Zittern und Entsetzen angekommen. gerechnet ist und er Vieler Sünde und sagten niemand nichts; denn sie getragen hat und für die Uebelthäter fürchteten sich. gebeten. Am heiligen Offertage. Epistel. 1 Cor. 5, 6-8. Euer Ruhm ist nicht fein. Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig versäuert? Darum feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seid, gleichwie ihr ungesäuert seid. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum lasset uns Oftern halten, nicht im alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schaltheit, sondern in dem Süßteig der Lauterkeit und Wahrheit. Evangelium. Marc. 16, 1-8. Und da der Sabbath vergangen war, fauften Maria Magdalena und Maria Jakobi und Salome SpeceAm 2. Offertage. Epistel. Apostelgesch. 10, 34-41. Petrus aber that seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansiehet, sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Ssrael gesandt hat, und verfündigen lassen den Frieden durch Jesum Christum, welcher ist ein Herr über alles, die durch das ganze jüdische Land geschehen ist und angegangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes predigte; wie Gott denselben Jesum von Nazareth gefalbet hat mit dem heiligen Geiste und Kraft, der umher gezogen ist und hat wohlgethan und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwältigt waren; denn Episteln und Evangelien. 21 Gott war mit ihm. Und wir sind| Und etliche unter uns gingen hin Zeugen alles deß, das er gethan hat zum Grabe und fandens also, wie im jüdischen Lande und zu Jeru- die Weiber sagten; aber ihn fanden salem. Den haben sie getödtet und sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O an ein Holz gehänget. Denselbigen ihr Thoren und träges Herzens, zu hat Gott auferwecket am dritten La- glauben alle dem, das die Proge und ihn lassen offenbar werden, pheten geredet haben! Mußte nicht nicht allem Bolt, sondern uns, den Christus solches leiden und zu seiner vorerwählten Zeugen von Gott, die Herrlichkeit eingehen? Und fing an wir mit ihm gegessen und getrunken von Mosen und allen Propheten und. haben, nachdem er auferstanden ist legte ihnen alle Schriften aus, die von den Todten. von ihm gesagt waren. Und sie tamen nahe zum Flecken, da sie hinEvangelium. Luc. 24, 13-35. gingen. Und er stellete sich, als Und siehe, 3ween aus ihnen gin- wollte er fürder gehen. Und sie nögen an demselbigen Tage in einen thigten ihn und sprachen: Bleibe bei Flecken, der war von Jerusalem uns, denn es will Abend werden, sechzig Feldweges weit, deß Name und der Tag hat sich geneiget. Und heißt Emmaus. Und sie redeten mit er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. einander von allen diesen Geschich- und es geschah, da er mit ihnen zu ten. Und es geschah, da sie so re- Tische saß, nahmn er das Brod, dandeten und befragten sich mit einan- tete, brachs, und gabs ihnen. Da der, nahete Jesus zu ihnen und wurden ihre Augen geöffnet, und wandelte mit ihnen. Aber ihre Au- erkannten ihn. Und er verschwand gen wurden gehalten, daß sie ihn vor ihnen. Und sie sprachen unter nicht kannten. Er sprach aber zu ih- einander: Brannte nicht unser Herz nen: Was sind das für Reden, die in uns, da er mit uns redete auf ihr zwischen euch handelt unterwe- dem Wege, als er uns die Schrift ges, und seid traurig? Da antwor- öffnete? Und sie standen auf zu dertete einer mit Namen Cleophas und selbigen Stunde, kehreten wieder gen sprach zu ihm: Bist du allein unter Jerusalem und fanden die Elfe verden Fremdlingen zu Jerusalem, der sammelt und die bei ihnen waren, nicht wisse, was in diesen Tagen drin welche sprachen: der Herr ist wahrnen geschehen ist? Und er sprach haftig auferstanden und Simoni erzu ihnen: Welches? Sie aber spra- schienen. Und sie erzähleten ihnen, chen zu ihm: Das von Jesu von was auf dem Wege geschehen war, Nazareth, welcher war ein Prophet, und wie er von ihnen erkannt wäre mächtig von Thaten und Worten, an dem, da er das Brod brach. vor Gott und allem Volt. Wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammniß des Todes und gekreuziget. Wir aber hoffeten, er sollte Israel erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, daß solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unsern: die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Am 1. Sonntage nach Offern, Quasimodogeniti. Epistel. 1 Joh. 5, 4-10. Denn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt, und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne dei da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser ists, der da kommt mit 22 Episteln und Evangelien. Wasser und Blut, Jesus Christus;| mitten ein und spricht: Friede sei nicht mit Wasser allein, sondern mit mit euch! Darnach spricht er zu ThoWasser und Blut. Und der Geist ists, mas: Reiche deinen Finger her und der da zenget, daß Geist Wahrheit siche meine Hände, und reiche deine ist. Denn drei sind, die da zeugen Hand her und lege sie in meine Seiim Himmel: Der Vater, das Wort te, und sei nicht ungläubig, sondern und der heilige Geist, und diese drei gläubig. Thomas antwortete und find Eins. Und drei sind, die da zeu- sprach zu ihm: Mein Herr und mein gen auf Erden: Der Geist und das Gott! Spricht Jesus zu ihm: DieWasser und das Blut, und die drei weil du mich gesehen hast, Thomas, sind beisammen. So wir der Men- so glaubest du. Selig sind, die nicht schen Zeugniß annehmen, so ist Got- sehen, und doch glauben. Auch viele tes Zeugniß größer. Denn Gottes andere Zeichen that Jesus vor seinen Zeugniß ist das, das er gezeuget hat Jüngern, die nicht geschrieben sind von seinem Sohne. Wer da glaubt in diesem Buch. Diese aber sind gean den Sohn Gottes, der hat solch schrieben, daß ihr glaubet, Jesus sei Zeugniß bei ihm. Christ, der Sohn Gottes, und daß ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen. Evangelium. Joh. 20, 19-31. Am Abend aber desselbigen Sabbaths, da die Jünger versammlet und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten ein, und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das sagte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jejus abermal zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist; wel chen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Thomas aber, der Zwölfen einer, der da heißet Zwilling, war nicht bei ihnen, da Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, daß ich in seinen Händen sehe die Nägelmale und lege meinen Finger in die Nägelmale und lege meine Hand in feine Seite, will ichs nicht glauben. Und über acht Tage waren abermal seine Jünger drinnen, und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Thüren verschlossen waren, und tritt Am 2. Sonntage nach Oftern, Misericordias Domini. Epistel. 1 Betri 2. 21-25. Denn dazu seid ihr berufen, sintemal auch Christus gelitten hat für uns und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollet nachfolgen seinen Fußstapfen, welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in feinem Munde erfunden, welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht dräuete, da er litte, er stellte es aber dem heim, der da recht richtet; welcher unsere Sünden selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben, durch welches Wunden ihr seid heil geworden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe, aber ihr seid nun bekehret zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen. Evangelium. Job. 10, 12-16. Ich bin ein guter Hirte. Ein guter Hirte läsjet sein Leben für die Schafe. Ein Miethling aber, der nicht Hirte ist, deß die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kommen Episteln und Evangelien. und verlässet die Schafe, und fleucht, und der Wolf erhascht und zerstreuet die Schafe. Der Miethling aber fleucht; denn er ist ein Mithling und achtet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Hirte und erkenne die Meinen und bin bekannt den Meinen. Wie mich mein Vater kennet, und ich kenne den Vater, und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle. Und dieselben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird Eine Heerde und Ein Hirte werden. 23 und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Misſe= that willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohlthat willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei Gott. Am 3. Sonntage nach Ostern, Jubilate. Epistel. 1 Petri 2, 11-20. Evangelium. Joh. 16, 16-23. Ueber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen; und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen; denn ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, daß er saget zu uns: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Bater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, daß er faget: lleber ein kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten Lieben Brüder, ich ermahne euch,| und sprach zu ihnen; Davon frage als die Fremdlinge und Pilgrimme. ihr untereinander, daß ich gesagt haEnthaltet euch von fleischlichen Lit- be: Ueber ein Kleines, so werdet ihr sten, welche wider die Seele streiten, mich nicht sehen, und aber über ein und führet einen guten Wandel Kleines, so werdet ihr mich sehen? unter den Heiden, auf daß die, so Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: von euch afterreden, als von Uebel- Shr werdet weinen und heulen, aber thätern, eure guten Werke sehen und die Welt wird sich freuen, ihr aber Gott preisen, wenn es nun an den werdet traurig sein; doch eure TrauTag kommen wird. Seid unterthan rigkeit soll in Freude verkehret weraller menschlichen Ordnung um des den. Ein Weiß, wenn sie gebiert, fo Herrn willen, es sei dem Könige, als hat sie Traurigkeit, denn ihre Stundem Obersten, oder den Hauptleu- de ist gekommen; wenn sie aber das ten, als den Gesandten von ihm zur Kind geboren hat, denket sie nicht Rache über die Uebelthäter und zu mehr an die Angst um der Freude Lobe den Frommen. Denn das ist willen, daß der Mensch zur Welt geder Wille Gottes, daß ihr mit Wohl- boren ist. Und ihr habt auch nun thun verstopfet die Unwissenheit der Traurigkeit; aber ich will euch wieder thörichten Menschen, als die Freien, sehen, und euer Herz soll sich freuen, und nicht, als hättet ihr die Freiheit und eure Freude soll niemand von zum Deckel der Bosheit, sondern als euch nehmen. Und an demselbigen die Knechte Gottes. Thut Ehre je- Tage werdet ihr mich nichts fragen. dermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Ihr Knechte, seid unterthan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. Denn das ist Gnade, so jemand um des Gewissens Am 4. Sonntage nach Offern, Cantate. Epistel. Jac. 1, 16-21. Irret nicht, lieben Brüder, alle guwillen zu Gott das Ulebel verträgt te Gabe und alle vollkommene Gabe Episteln und Evangelien. 24 kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung noch Wechsel des Lichts und der Finsterniß. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen, durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Crea= turen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sei schnell zu hören, langsam aber zu reden und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit und nehmet das Wort au mit Sanstmuth, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seelen selig machen. Evangelium. 3Job, 16, 5-15. Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und niemand unter euch fragt mich: Wo gehest du hin? Sondern, dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Tranerns geworden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe; denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch. So ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn der felbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde und um die Gerechtigkeit und um das Gericht. Um die Sünde, daß sie nicht glanben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich hinfort nicht sehet. Um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern was er höreit wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Derselbige wird mich verklären; denn von dem Meinen wird er es nehmen und euch vertündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein. Darum habe ich gesagt: er wird es von dem Meinen nehmen und euch verkündigen. Am 5. Sonntage nach Ostern, Rogate. Epistel. Jac. 1, 22-27. Seid aber Thäter des Worts, und nicht Hörer allein, damit ihr euch selbst betrüget. Denn so jemand ist ein Hörer des Worts und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Manne, der sein leiblich Angesicht im Spie gel beschanet. Denn, nachdem er sich beschauet hat, geht er von Stund an davon und vergiffet, wie er gestaltet war. Wer aber durchschanet in das vollkommene Gesetz der Freiheit und darinnen beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thäter, derselbe wird selig sein in seiner That. So aber sich jemand unter euch lässet dünken, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern verführet sein Herz, deß Gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der: Die Waisen und Wittwen in ihrer Trübsal besuchen und sich von der Welt unbefleckt behalten. Evangelium. Joh. 16, 23-30. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er es euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Solches habe ich zu euch durch Sprüchwort gerebet. Es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprüchwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will; denn er selbst, der Vater. Hat euch lieb, darum daß ihr Episteln und mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und gekommen in die Welt, wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Bater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siche, nun redest du frei heraus und sagest kein Sprichwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißest, und bedarfst nicht, daß dich jemand frage. Darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Evangelien. 25 Ende der Erde. Und da er solches gesagt, ward er aufgenommen zuſehends, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen. Und als sie ihm nachsahen gen Himmel fahrend, siehe, da standen bei ihnen zween Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Shr Männer von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Am Himmelfahrtsfefte. Epistel. Avostg. 1, 1-11. Evangelium. Marc. 16, 14-20. Zuletzt, da die Elfe zu Tische saBen, offenbarte er sich und schalt Die erste Rede habe ich zwar ge- ihren Unglauben und ihres Herzens than, lieber Theophilus, von alle Härtigkeit, daß sie nicht geglaubet bem, das Jesus anfing, beides zu Hatten denen, die ihn gesehen hatten thun und zu lehren, bis an den Tag, auferstanden. Und sprach zu ihnen: da er aufgenommen ward, nachdem Gehet hin in alle Welt und preer den Aposteln, welche er hatte er- digt das Evangelium aller Creatur. wählet, durch den heiligen Geist Be- Wer da glaubet und getauft wird, fehl gethan hatte, welchen er sich nach der wird selig werden, wer aber seinem Leiden lebendig erzeigt hatte nicht glaubet, der wird verdammet durch mancherlei Erweisungen, und werden. Die Zeichen aber, die da ließ sich sehen unter ihnen vierzig folgen werden denen, die da glanTage lang und redete mit ihnen vom ben, sind die: In meinem Namen Reiche Gottes. Und als er sie ver- werden sie Teufel austreiben, mit sammelt hatte, befahl er ihnen, daß neuen Zungen reden, Schlangen versie nicht von Jerusalem wichen, son- treiben, und so sie etwas Tödtliches dern warteten auf die Verheißung trinken, wirds ihnen nicht schaden; des Vaters, welche ihr habt gehört auf die Kranken werden sie die Hän- sprach er von mir. Denn Jo- de legen, so wirds besser mit ihnen bannes hat mit Wasser getauft, ihr werden. Und der Herr, nachdem er aber sollt mit dem heiligen Geist ge- mit ihnen geredet hatte, ward er auftauft werden nicht lange nach diesen gehoben gen Himmel und sizzet zur Tagen. Die aber, so zusammen gerechten Hand Gottes. Sie aber ginkommen waren, fragten ihn und spra- gen aus und predigten an allen Orchen: Herr, wirst du auf diese Zeit ten, und der Herr wirkte mit ihnen wieder aufrichten das Reich Israel? und bekräftigte das Wort durch Er sprach aber zu ihnen: Es gebüh- mitfolgenden Zeichen. ret euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat; sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfahen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an das - Am 6. Sonntage nach Offern, Exaudi. Epistel. 1 Petri 4, 8-11. So seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber 26 Episteln und Evangelien. habt unter einander eine brünstige| theilet als wären sie feurig, und er Liebe; denn die Liebe decket auch der setzte sich auf einen jeglichen unter Sünden Menge. Seid gastfrei un- ihnen. Und wurden alle voll des heitereinander ohne Murmeln und die- ligen Geistes und fingen an zu prenet einander, ein jeglicher mit der digen mit andern Zungen, nachdem Gabe, die er empfangen hat, als die der Geist ihnen gab auszusprechen. guten Haushalter der mancherlei Es waren aber Juden zu Jerusalem Gnade Gottes. So jemand redet, daß er es rede als Gottes Wort. So jemand ein Amt hat, daß er es thue als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Jesum Christ, welchem sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Evangelium. Job. 15, 26 bis Cap. 16, 4. Wenn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen, denn ihr seid von Anfang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tödtet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater, noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, daß ihr daran gedentet, daß ich es euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt, denn ich war bei euch. Am heiligen Pfingsttage. Epistel. Apostg. 2, 1-13. Und als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie alle einmüthig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen. Und man sahe an ihnen die Zungen zerwohnend, die waren gottesfürchtige Männer aus allerlei Bolk, das unter dem Himmel ist. Da nun dieſe Stimme geschah, kam die Menge zusammen, und wurden verstürzt; denu es hörte ein jeglicher, daß sie mit seiner Sprache rebeten. Sie entsetzten sich aber alle, verwunderten sich und sprachen unter einander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn ein jeglicher seine Sprache, darinnen wpir geboren sind? Parther und Meder und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamia und in Judäa und Cappadocia, Ponto und Asia, Phrygia und Pamphylia, Aegypten und an den Enden der Lybien bei Cyrene, und Ausländer von Nom, Juden und Judengenossen, Creter und Araber: wir hören sie mit unsern Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entsetzten sich aber alle und wurden irre und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hattens ihren Spott und sprachen: Sie sint voll süßen Weins. Evangelium. Joh. 14, 23-31. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wer mich liebet, der wird mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Baters, der mich gesandt hat. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbige wirds Episteln und Evangelien. Evangelium. Joh. 3, 16-21. euch alles lehren und euch erinnern alles deß, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Also hat Gott die Welt geliebet, Frieden gebe ich euch. Nicht gebe daß er seinen eingebornen Sohn gab, ich euch, wie die Welt giebt. Euer auf daß alle, die an ihn glauben, Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht verloren werden, sondern das nicht. Ihr habt gehört, daß ich euch ewige Leben haben. Denn Gott hat gesagt habe: Ich gehe hin und kom- seinen Sohn nicht gesandt in die me wieder zu euch. Hättet ihr mich Welt, daß er die Welt richte, sondern lieb, so würdet ihr euch freuen, daß daß die Welt durch ihn selig werde. ich gesagt habe: Ich gehe zum Vater; Wer an ihn glaubet, der wird nicht denn der Vater ist größer, denn ich. gerichtet, wer aber nicht glaubet, der Und nun habe ichs euch gesagt, ist schon gerichtet; denn er glaubet ehe denn es geschieht, auf daß, wenn nicht an den Namen des eingebornen es nun geschehen wird, daß ihr glau- Sohnes Gottes. Das ist aber das bet. Ich werde hinfort nicht mehr Gericht, daß das Licht in die Welt viel mit euch reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt und hat nichts an mir. Aber auf daß die Welt ertenne, daß ich den Vater liebe und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat: Stehet auf und lasset uns von hinnen gehen! gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsterniß mehr, denn das Licht; denn ihre Werke waren böſe. Wer Arges thut, der hasset das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden; denn sie find in Gott gethan. 27 Am 2. Pfingsttage. Epistel. Apostelgesch. 10, 42-48 Und er hat uns geboten zu predigen dem Volk, und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott ein Richter der Lebendigen und der Todten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Worte zuhöreten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petro gekommen waren, entsetzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen ward. Denn sie höreten, daß sie mit Zungen redeten und Gott hoch priesen. Da antwortete Betrus: Mag auch jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleichwie| Oberster unter den Juden, der auch wir? Und befahl sie zu taufen zu Jesu bei der Nacht und sprach zu in dem Namen des Herrn. ihm: Meister, wir wissen, daß du Am Sonntage Trinitatis, oder am Feste der H. Dreieinigkeit. Epistel. Röm. 11, 33-36. O welch eine Tiefe des Reichthums, beide der Weisheit und Erfenntniß Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ihn und in ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen. Evangelium. Joh. 3, 1-15. Es war ein Mensch unter den Pharifäern, mit Namen Nicodemus. ein Evangelien. 22 Am 1. Sonntage nach Trinitatis. 28 Episteln und Epistel. 1 Joh. 4, 16-21 bist ein Lehrer von Gott gekommen; denn niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand von Gott ist die Liebe, und wer in der neuem geboren werde, kann er das Liebe bleibet, der bleibet in Gott und Reich Gottes nicht sehen. Nicode- Gott in ihm. Darau ist die Liebe völlig mus spricht zu ihm: Wie kann ein bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit Mensch geboren werden, wenn er alt haben am Tage des Gerichts; denn ist? Kann er auch wiederum in sei- gleich wie er ist, so sind auch wir in ner Mutter Leib gehen und geboren dieser Welt. Furcht ist nicht in der werden? Jesus antwortete: Wahr- Liebe, sondern die völlige Liebe treilich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dichs nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsset von nenem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will, und du höreft sein Sansen wohl; aber du weißt nicht, von wannen er kommt und wohin er fähret. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nicodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel, und weißest das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir; wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben, und ihr nehmet unser Zeugniß nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und niemand fähret gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder kommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. bet die Furcht aus, denn die Furcht hat Pein; wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Laffet uns ihn lieben, denn er hat uns erst geliebet. So iemand spricht: Sch liebe Gott, und hasset seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er sichet, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und dieses Gebot haben wir von ihm, daß wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebe. Evangelium. Luc. 16, 19-31 Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand und lebte alle Tage Herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären und begehrte sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen. Doch kamen die Hunde und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf und sahe Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß, rief und sprach: Bater Abraham, erbarme dich mein und sende Lazarus, daß er das Aeußerste seines Fingers ins Wasser tauche und kühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke, Spisteln und Evangelien. 29 Sohn, daß du dein Gutes empfan-| noch mit der Zunge, sondern mit der gen haft in deinem Leben, und La- That und mit der Wahrheit. zarus dagegen hat Böses empfangen; nun aber wird er getröstet, und di wirst gepeiniget. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß die da wollten von hinnen hinabfahren zu euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn sendest in meines Baters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die Propheten, laß sie dieselbigen hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern wenn einer von den Todten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Prophe ten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob jemand von den Todten auferstände. Evangelium. Quc. 14, 16-24. Er aber sprach zu ihm: Es war ein Mensch, der machte ein groß Abendmahl und lud viele dazu. Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommt, denn es ist alles bereit. Und sie fingen an alle nach einander sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muß hinausgehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der andere sprach: Ich habe fünf Soch Ochsen gekauft, und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt und führe die Armen und Krüppel und Lahmen und Am 2. Sonntage nach Trini- Blinden herein. Und der Knecht tatis. sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast, es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune und nöthige sie herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer feiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. Epistel. 1 Joh. 3, 13-18. Verwundert euch nicht, meine Brider, ob euch die Welt Hasset. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben gekommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Todtschläger, und ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Letatis.Epistel. 1 Petri 5, 6-11. ben bei ihm bleibend. Daran haben Am 3. Sonntage nach Triniwir erkannt die Liebe, daß er fein Leben für uns gelassen hat; und wir sollen auch das Leben für die Britder lassen. Wenn aber jemand die- So demüthiget euch nun unter die fer Welt Güter hat und siehet seinen gewaltige Hand Gottes, daß er euch Bruder darben und schließt sein Herz erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure vor ihm zu, wie bleibet die Liebe Sorge werfet auf ihn, denn er forget Gottes bei ihm? Meine Kindlein, für euch. Seid nüchtern und wachet; lasset uns nicht lieben mit Worten, denn eier Widersacher, der Teufel. Evangelien. Am 4. Sonntage nach Trinitatis. 30 Episteln und gehet umher wie ein brüllender Löwe, und suchet, welchen er verschlinge. Dem widerstehet fest im Glaubens und wisset, daß eben dieselbigend dur Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu, derselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, träftigen, gründen. Demselbigen sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Epistel. Rom. 8, 18-23. Denn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht werth sei, die an uns soll geoffenbart werden. Denn das ängstliche Harren der Creatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Creatur unterworfen ist der Eitelkeit, ohne ihren Willen, sondern um deßwillen, der sie unterworfen hat auf Hoffnung. Denn auch die Creatur frei werden wird von dem Dienst des vergänglichen Wesens, zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Creatur sehnet sich mit uns und ängstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst. die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft und warten auf unseres Leibes Erlösung. Evangelium. Luc. 15, 1-10. Es naheten aber zu ihm allerlei Zöllner und Sünder, daß sie ihn Höreten. Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murreten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isset mit ihnen. Er aber sagte zu ihnen dies Gleichniß und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er deren eins verlieret, der nicht lasse die neun und neunzig in der Wüste und hingehe nach dem verlornen, bis daß er es finde? Und wenn er es geEvangelium. Luc. 6, 36-42. funden hat, so leget ers auf seine Darum seid barmherzig, wie euer Achseln mit Frenden. Und wenn er Vater barmherzig ist. Richtet nicht, heim kommt, rust er seinen Freun- so werdet ihr auch nicht gerichtet; den und Nachbarn und spricht zu ih- verdammet nicht, so werdet ihr nicht nen: Frenet euch mit mir; denn ich verdammet; vergebet, so wird euch habe mein Schaf gefunden, das ver- vergeben. Gebet, so wird euch geloren war. Ich sage euch: Also wird geben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt auch Freude im Himmel sein über und überflüssig Maß wird man in einen Sünder, der Buße thut, vor euern Schoß geben; denn eben mit neun und neunzig Gerechten, die der dem Maß, da ihr mit messet, wird Buße nicht bedürfen. Oder welch man euch wieder messen. Und er Weib ist, die zehn Groschen hat, so sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch sie deren einen verlieret, die nicht ein ein Blinder einem Blinden den Weg Licht anzünde und kehre das Haus weisen? Werden sie nicht alle beide und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn in die Grube fallen? Der Jünger finde? Und wenn sie ihn gefunden ist nicht über seinen Meister; wenn hat, rufet sie ihren Freundinnen und der Jünger ist wie sein Meister, so Nachbarinnen und spricht: Freuet ist er vollkommen. Was siehest du euch mit mir; denn ich habe meinen aber einen Splitter in deines BruGroschen gefunden, den ich verloren ders Auge und des Balken in deinem hatte. Also auch, sage ich euch, wird Auge wirst du nicht gewahr? Oder Freude sein vor den Engeln Gottes wie kannst du sagen zu deinem Bruüber einen Sünder, der Buße thut. der: Halt still, Bruder, ich will den Gvisteln und Evangelien. 31 er hatte aufgehöret zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe und werfet eure Netze aus, daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Und da sie das thaten, beAm 5. Sonntage nach Trini- schlossen sie eine große Menge Fische, tatis. und ihr Netz zerriß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im andern Schiffe waren, daß sie kämen und hülfen ihnen ziehen; und sie kamen und fülleten beide Schiffe voll, also. daß sie sanken. Da das Simon Petrus sahe, fiel er Jesu vor den Knieen und sprach: Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein sündiger Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken angekommen und alle, die mit ihm waren, über diesen Fischzug, den sie mit einander gethan hatten; desselbigen gleichen auch Jakobus und Johannes, die Söhne Zebedät, Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht; denn von nun an wirst du Menschen fahen. Und sie führeten die Schiffe zu Lande und verließen alles und folgeten ihm nach. Splitter aus deinem Auge ziehen, und du stehest selbst nicht den Balten in deinem Auge? Du Heuchler, zeuch zuvor den Balken aus deinem Auge und bestehe dann, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Epistel. 1 Petri 3, 8-15. Endlich aber seid allesammt gleich gesinnet, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich. Bergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort; sondern dagegen fegnet, und wisset, daß ihr dazit berufen seid, daß ihr den Segen beerbet. Denn wer leben will und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß sie nichts Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen und thue Gutes, er suche Frieden und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Herrn siehet auf die, so BBses thun. Und wer ist, der euch schaden könnte, so ihr dem Guten nachkommet? Und ob ihr auch leidet unt der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Trotzen nicht, und erschrecket nicht. Heiliget aber Gott dem Herrn in eurem Herzen. Evangelium. Luc. 5, 1-11. Es begab sich aber, da sich das Volk zu ihm drang, zu hören das Wort Gottes, und er stand am See Genezareth und sahe zwei Schiffe am See stehen,( die Fischer aber varen ausgetreten und wuschen ihre Netze:) trat er in der Schiffe eines, welches Simonis war, und bat ihn, daß er es ein wenig vom Lande führete. Und er setzte sich und lehrete das Volk aus dem Schiffe. Und als Am 6. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Röm. 6, 3-11. Wisset ihr nicht, daß alle, die wir in Jesum Christ getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir je mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist auferwecket von den Todten durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber sammt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich sein, dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch sammt ihm gekreuziget iſt. 32 Episteln und auf daß der fündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertigt von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und wissen, daß Christus, von den Todten erwecket, hinfort nicht stirbt; der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn das er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben, zu einem Mal: das er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid, und liebet Gott in Christo Jesu unserm Herrn. Evangelium. Matth. 5, 20-26 Denn ich sage euch: Es sei denn eure Gerechtigkeit besser, denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht tödten; wer aber tödtet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder saget: Racha, der ist des Naths schuldig; wer aber sagt: Du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst: und wirst allda eingedent, daß dein Bruder etwas wider dich habe: so laß allda vor dem Altar deine Gabe und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfere deine Gabe. Sei willfertig deinem Widerfacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleins überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir: Wahrlich, du wirst nicht von dannen heraus kommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest. Evangelien. Am 7. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Röm. 6, 19-23. Ich muß menschlich davon reden, um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habt zum Dienste der Unreinigkeit, und von einer Ungerechtigfeit zu der andern, also begebet mun auch eure Glieder zum Dienste der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? Welcher ihr euch jetzt schämet; denn das Ende derselben ist der Tod. Nun ihr aber seid von der Sünde frei und Gottes Knechte geworden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet, das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünde Sold; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christo Jesu unserm Herrn. Evangelium. Marc. 8, 1-9. Zu der Zeit, da viel Volks da war und hatten nicht zu essen, rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks; denn sie haben nun drei Tage bei mir verharret und haben nichts zu essen, und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten. Denn etliche waren von ferne gekommen. Seine Jünger antworteten ihm. Woher nehmen wir Brod hier in der Wüste, daß wir sie sättigen? Und er fragte sie: Wie viel habt ihr Brod? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brode und dankete und brach sie und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselbigen vorlegten; und sie legten dem Volke vor. Und hatten ein wenig Fischlein, und er dankete und hieß dieselbigen auch vortragen. Episteln und Evangelien. 33 Sie aßen aber und wurden satt und| ten sollt ihr sie erkennen. Es werhoben die übrigen Brocken auf, sie ben Körbe. Und ihrer waren bei viertausend, die da gegessen hatten. Und er ließ sie von sich. den nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen thun meines Baters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweifsagt? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt, weichet alle von mir, ihr Uebelthäter. Am 8. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Röm. 8, 12-17. So sind wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleische leben. Denn wo ihr nach dem Fleische lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet, sondern ihr habt einen findlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Bater! Derselbige Geist giebt Zeugniß unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Evangelium. Matth. 7, 15-23. Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten follt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte, aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum an ihren FrüchAm 9. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. 1 Cor. 10, 6-18. Das ist aber uns zum Vorbilde geschehen, daß wir uns nicht gelüsten lassen des Bösen, gleich wie jene gelüftet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleich wie jener etliche wurden, als geschrieben stehet: Das Volk setzte sich nieder zu essen und zu trinken und stand auf zu spielen. Auch laffet uns nicht Hurerei treiben, wie etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf einen Tag drei und zwanzig tausend. Lasset uns aber auch Christum nicht versuchen, wie etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleich wie jener etliche murreten, und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde. Es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt gekommen ist. Darum, wer fich läffet dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht fälle. Es hat euch noch keine, denn menschliche Versuchung betreten. Aber Gott ist getreu, der euch nicht läßt versuchen über euer Vermögen, sondern machet, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es könnet ertragen. 41 34 Episteln und Evangelium. Luc. 16, 1-9. Er sprach aber auch zu seinen Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter, der ward vor ihm berüchtigt, als hätte er ihm feine Güter umgebracht. Und er forderte ihn, und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten; denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter sein. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir; graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Sch weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Dels. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, setze dich, und schreibe flugs fünfzig. Darnach sprach er zu dem andern: Dnt aber, wie viel bist du schuldig? E: sprach: Hundert Malter Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief und schreibe achtzig. Und der Herr lobte den ungerechten Haushalter, daß er flüglich gethan hätte; denn die Kinder dieser Welt sind flüger, denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, fie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. Evangelien. durch den Geist Gottes redet. Und niemand kann Sesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist Ein Geist. Und es sind mancherlei Aemter, aber es ist Ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist Ein Gott, der da wirket alles in allen. In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nutzen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geist; einem andern der Glaube in demselbigen Geist; einem andern die Gabe gesund zu machen, in demselbigen Geist; einem andern Wunder zu thun, einem andern Weisfagung, einem andern Geister zu unterscheiden, einem andern mancherlei Sprachen, einem andern die Sprachen auszulegen. Dies aber alles wirket derselbige einige Geist und theilet einem jeglichen seines zu, nachdem er will. Am 10. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. 1 Cor. 12, 1-11. Von den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seid gewesen und hingegangen zu den stummen Gößen, wie ihr geführet wurdet. Darum thue ich euch fund, daß niemand Jesum verfluchet, der Evangelium. Luc. 19, 41-48. Und als er nahe hinzu kam, sahe er die Stadt und weinete über fie und sprach: Wenn du es wüßtest, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet. Aber nun ist es vor deinen Augen verborgen, denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern und an allen Orten ängsten. Und werden dich schleifen und keinen Stein auf dem andern lassen, darum daß du nicht erkannt hast die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel und fing an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften, und sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus; ihr aber habts gemacht zur Mördergrube. Und lehrete täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten Episteln und Evangelien. 35 und die Bornehmsten im Volk trach-| solch Gleichniß: Es gingen zween teten ihm nach, daß sie ihn umbrächten. Und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Volk hing ihm an und hörete ihn. Epistel. 1 Cor. 15, 1-10. sich selbst erniedriget, der wird erhöHet werden. Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Phartsäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zwier in der Wo= che und gebe den Zehnten von allem, das ich habe. Und der Zöllner stand Ich erinnere, euch aber, lieben von ferne, wollte auch seine Augen Brüder, des Evangelii, das ich euch nicht aufheben gen Himmel, sondern verkündiget habe, welches ihr auch schlug an seine Brust und sprach: angenommen habt, in welchem ihr Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich auch stehet, durch welches ihr auch sage euch: Dieser ging hinab gerechtselig werdet, welcher Gestalt ich es euch verkündiget habe, so ihrs behal- Denn wer sich selbst erhöhet, der fertigt in sein Haus vor jenem. ten habt, es wäre denn, daß ihrs wird erniedriget werden; und wer umsonst geglaubet hättet! Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsre Sünden, nach der Schrift, und daß er begraben sei und daß er auferstanden sei am dritten Tage, nach der Schrift, und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünfhundert Brüdern auf einmal, beren noch viele leben, etliche aber sind entschlafen; darnach ist er geseHen worden von Jacobus, darnach von allen Aposteln. Am letzten nach allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeine Gottes verfolgt habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Am 11. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium. Luc. 18, 9-14. Er sagte aber zu etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm wären, und verachteten die andern, ein Am 12. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. 2 Cor. 3, 4-11. Ein solches Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken als von uns selber; sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott, welcher auch uns tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geiftes. Denn der Buchstabe tödtet, aber der Geist macht lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tödtet und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also daß die Kinder Israel nicht konnten ansehen das Angesicht Mosis, um der Klarheit willen seines Angesichts, die doch aufhöret: wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist giebt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Verdammniß prediget, Klarheit hat, vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit prediget, überschwängliche Klarheit. Denn auch jenes Theil, das verklä 36 Episteln und Evangelien. ret war, ist nicht für Klarheit zu ach-| geben ist über vierhundert und dreiten gegen dieser überschwänglichen Big Jahr hernach. Denn so das ErKlarheit. Denn so das Klarheit hat- be durch das Gesetz erworben würte, das da aufhöret, vielmehr wird de, so würde es nicht durch Verdas Klarheit haben, das da bleibet. heißung gegeben. Gott aber hats Abraham durch Verheißung frei geEvangelium. Marc. 7, 81-37. schenkt. Was soll denn das Gesetz? Und da er wieder ausging von den Es ist dazu gekommen um der SüntGränzen Tyri und Sidon, kam er de willen, bis der Same käme, dem an das galiläische Meer, mitten un- die Verheißung geschehen ist, und ist ter die Gränze der zehn Städte. Und gestellet von den Engeln durch die fie brachten zu ihm einen Tauben, Hand des Mittlers. Ein Mittler der stumm war, und sie baten ihn, aber ist nicht eines einigen Mittler, daß er die Hand auf ihn legte. Und Gott aber ist einig. Wie? Ist denn er nahm ihn von dem Volk besonders das Gesetz wider Gottes Verheißunund legte ihm die Finger in die gen? Das sei ferne! Wenn aber Ohren und spüßete und rührete sei- ein Gesetz gegeben wäre, das da ne Zunge, und sahe aufgen Himmel, könnte lebendig machen, so käme die seufzete und sprach zu ihm: Hepha- Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem ta! das ist, thue dich auf! Und als- Gesetz. Aber die Schrift hat es albald thaten sich seine Ohren auf, und les beschlossen unter die Sünde, auf das Band seiner Zunge ward los, daß die Verheißung käme durch den und redete recht. Und er verbot ih- Glauben an Jesum Christum, genen, sie solltens niemand sagen. Je geben denen, die da glauben. mehr er aber verbot, je mehr ste es ausbreiteten. Und wunderten sich über die Maße und sprachen: Er hat alles wohlgemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend. Evangelium. Luc. 10, 23-37. Und er wandte sich zu seinen Jüngern und sprach insonderheit: Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: Viel Propheten und Könige wollten sehen, das ihr sehet, und habens nicht Am 13. Sonntage nach Trini- gesehen, und hören, das ihr höret, tatis. Epistel. Gal. 3, 15-22. und habens nicht gehöret. Und ste= he, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: MeiLieben Brüder, ich will nach ster, was muß ich thun, daß ich das menschlicher Weise reden: Verachtet ewige Leben ererbe? Er aber sprach man doch eines Menschen Testament zu ihm: Wie stehet im Gesetz genicht, wenn es bestätigt ist, und schrieben? wie liefest du? Er antthut auch nichts dazu. Nun ist je wortete und sprach: Du sollst Gott, die Verheißung Abraham und sei- deinen Herrn, lieben von ganzem nem Samen zugesagt. Er spricht Herzen, von ganzer Seele, von alnicht, durch die Samen, als durch len Kräften und von ganzem Gemüviele, sondern als durch einen, durch the, und deinen Nächsten als dich deinen Samen, welcher ist Christus. selbst. Er aber sprach zu ihm: Du Ich sage aber davon: Das Testa- hast recht geantwortet; thue das, so ment, das von Gott zuvor bestäti- wirst du leben. Er aber wollte sich get ist auf Christum, wird nicht auf- selbst rechtfertigen und sprach zu Jegehoben, daß die Verheißung sollte su: Wer ist denn mein Nächster? durchs Gesetz aufhören, welches ge- Da antwortete Jesus und sprach: Episteln und Evangelien. 37 Es war ein Mensch, der ging von Saufen, Fressen und dergleichen; Serusalem hinab gen Jericho und von welchen ich euch habe zuvor gefiel unter die Mörder; die zogen sagt und sage noch zuvor, daß, die ihn aus und schlugen ihn, und gin- solches thun, werden das Reich Gotgen davon und ließen ihn halb todt tes nicht ererben. Die Frucht aber liegen. Es begab sich aber ohnge- des Geistes ist Liebe, Freude, Friefähr, daß ein Priester dieselbe de, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmuth, Keuschheit. Wider solche ist das Gesetz nicht. Welche aber Christo angehören, die freuzigen ihr Fleisch, sammt den Lüsten und Begierden. Evangelium. Luc. 17, 11-19. Straße hinabzog, und da er ihn sahe, ging er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Levit, da er kam bei die Stätte und sahe ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reisete und kam dahin; und da er ihn sahe, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden Und es begab sich, da er reisete und goß darein Del und Wein, und gen Jerusalem, zog er mitten durch hob ihn auf sein Thier und führete Samaria und Galiläa. Und als er ihn in die Herberge und pflegete sein. in einen Markt kam, begegneten ihm Des andern Tages reisete er, und zehn aussätzige Männer, die standen zog heraus zween Groschen und gab von ferne und erhoben ihre Stimsie dem Wirth und sprach zu ihm: me und sprachen: Jesu, lieber MeiPflege sein, und so du was mehr ster, erbarme dich unser! Und da er wirst darthun, will ich dirs bezah- sie sahe, sprach er zu ihnen: Gehet len, wenn ich wiederkomme. Wel- hin und zeiget euch den Priestern. cher dünket dich, der unter diesen und es geschahe, da sie hingingen, breien der Nächste sei gewesen dem, wurden sie rein. Einer aber unter der unter die Mörder gefallen war? ihnen, da er sahe, daß er gesund Er sprach: Der die Barmherzigkeit worden war, kehrete er um, und an ihm that. Da sprach Jesus zu pries Gott mit lauter Stimme und ihm: So gehe hin und thue des- fiel auf sein Angesicht zu seinen Fitgleichen. ßen und dankete ihm. Und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihr nicht zehen rein worden? Wo sind aber die neune? Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrete und gäbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin; dein Glaube hat dir geholfen. Am 14. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Gal. 5, 16-24. Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch; dieselbigen sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetze. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind So wir im Geiste leben, so laffet Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Un- uns auch im Geiste wandeln. Laffet zucht, Abgötterei, Zauberei, Feind- uns nicht eitler Ehre geizig sein schaft, Haber, Neid, Zorn, Zant, unter einander zu entrüsten und zu Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, hassen. Lieben Brüder, so ein Mensch Epistel. Gal. 5, 25 bis Gap. 6, 10. Am 15. Sonntage nach Trinitatis. 38 Episteln und Evangelien. etwa von einem Fehler übereilet der seiner Länge eine Elle zusetzen würde, so helfet ihm wieder zurecht möge, ob er gleich darum forget? mit sanftmüthigem Geist, die ihr Und warum forget ihr für die Kleigeistlich seid, und siehe auf dich selbst, dung? Schauet die Lilien auf dem daß du nicht auch versuchet werdest. Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten Einer trage des andern Last, so wer- nicht, auch spinnen sie nicht. Ich det ihr das Gesetz Christi erfüllen. fage euch, daß auch Salomo in aller So sich aber jemand lässet dünken, seiner Herrlichkeit nicht bekleidet geer sei etwas, so er doch nichts ist, wesen ist, als derselbigen eins. Šo der betrüget sich selbst. Ein jeglicher denn Gott das Gras auf dem Felde aber prüfe sein selbst Werk, und als- also kleidet das doch heute stehet und dann wird er an ihm selber Ruhm morgen in den Ofen geworfen wird, haben und nicht an einem andern. sollte er das nicht vielmehr euch thun, Denn ein jeglicher wird seine Last o ihr Kleingläubigen? Darum sollt tragen. Der aber unterrichtet wird ihr nicht sorgen und sagen: Was mit dem Worte, der theile mit aller werden wir essen, was werden wir lei Gutes dem, der ihn unterrichtet. trinken, womit werden wir uns kleiIrret euch nicht, Gott läßt sich nicht den? Nach solchem allen trachten die spotten. Denn was der Mensch säet, Heiden; denn euer himmlischer Vadas wird er ernten. Wer auf sein ter weiß, daß ihr deß alles bedürfet. Fleisch fäet, der wird von dem Fleisch Trachtet am ersten nach dem Reiche das Verderben ernten; wer aber auf Gottes und nach seiner Gerechtigden Geist jäet, der wird von dem keit, so wird euch solches alles zufalGeist das ewige Leben ernten. Las- len. Darum sorget nicht für den set uns aber Gutes thun und nicht andern Morgen; denn der morgende müde werden, denn zu seiner Zeit Tag wird für das Seine sorgen. Es werden wir auch ernten ohne Auf- ist genug daß ein jeglicher Tag seine hören. Als wir nun Zeit haben, so eigene Plage habe. lasset uns Gutes thun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genoffen. Evangelium. Matth. 6, 24-34. Niemand kann zween Herren dienen; entweder er wird einen hassen und den andern lieben, oder er wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr, denn die Speise, und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie sähen nicht, sie ernten nicht, fie fammeln nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater nähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie? Wer ist unter euch, Am 16. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Ephef. 3, 13-21. Darum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trübsal willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unsers Herrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißet im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichthum seiner Herrlichkeit, start zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen und Christum, zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden, auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Episteln und Evangelien. 39 Breite und die Länge und die Tiefe da heißet der Teufel und Satanas, und die Höhe, auch erkennen, daß Christum lieb haben viel besser ist, denn alles Wissen, auf daß ihr erfitlet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwänglich thun fann über alles, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sei Ehre in der Gemeine, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigfeit! Amen. der die ganze Welt verführet, und ward geworfen auf die Erde, und seine Engel wurden auch dahin geworfen. Und ich hörte eine große Stimme, die sprach im Himmel: Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich und die Macht unsers Gottes seines Christus geworden, weil der Verkläger unserer Brüder verworfen ist, der sie verklaget Tag und Nacht vor Gott. Und sie haben ihn überwunden durch des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugnisses, und haben ihr Leben nicht geliebet bis an den Tod. Darum freuet euch, ihr Himmel, und die darinnen wohnen. Evangelium. Luc. 7, 11-17. Und es begab sich darnach, daß er in eine Stadt mit Namen Nain ging, und seiner Jünger gingen viel mit ihm und viel Volks. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, siehe, da trug man einen Todten heraus, der ein einiger Sohn war seiner Mutter; und sie war eine Witwe, und viel Volks aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sahe, jammerte ihn derselben, und sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat hinzu und rührete den Sarg an, und die Träger standen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf! Und der Todte richtete sich auf und fing an zu reden, und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie alle eine Furcht an, und priesen Gott und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land und in alle umliegende Länder. Am St. Michaelistage. Epistel. Offenb. Joh. 12, 7-12. Und es erhob sich ein Streit im Himmel: Michael und seine Engel stritten mit dem Drachen, und der Drache stritt und seine Engel, und fiegeten nicht, auch ward ihre Stätte nicht mehr gefunden im Himmel. Und es ward ausgeworfen der groBe Drache, die alte Schlange, die Evangelium. Matth. 18, 1-11. Zu derselben Stunde traten die Jünger zu Jesu und sprachen: Wer ist doch der Größeste im Himmelreich? Jesus rief ein Kind zu sich und stellete das mitten unter sie und sprach: Wahrlich ich sage euch, es sei denn, daß ihr euch umkehret und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Wer nun sich selbst erniedriget wie dies Kind, der ist der Größeste im Himmelreich. Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. Wer aber ärgert dieser Geringsten einen, die an mich glauben, dem wäre besser, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehänget würde, und er ersäufet würde im Meer, da es am tiefsten ist. Wehe der Welt der Aergerniß halben! Es muß ja Nergerniß kommen; doch wehe dem Menschen, durch welchen Aergerniß kommt! So aber deine Hand, oder dein Fuß dich ärgert, so haue ihn ab und wirf ihn von dir; es ift dir besser, daß du zum Leben lahm oder ein Krüppel eingehest, denn daß du zwo Hände oder zween Füße habest, und werdest in das ewige Feuer geworfen. Und so dich dein Auge ärgert, reiß es aus und wirfs von dir, Episteln und Evangelien. auf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwähleten oben an zu sitzen, und sprach zu ihnen: Wenn du von jemand geladen wirst zur Hochzeit, so sebe dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen sei, und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem, und du müsseft dann mit Scham unten an sitzen. Sondern wenn du geladen wirst, so gehe Am 17. Sonntage nach Trini- hin und sebe dich unten an, auf daß, tatis. Epistel. Ephef. 4, 1-6. wenn da kommnt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf! Dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sitzen. So ermahne nun euch ich Gefanerniedriget werden, und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden. gener in dem Herrn, daß ihr wan- Denn wer sich selbst erhöhet, der soll belt, wie sichs gebühret eurem Beruf, darinnen ihr berufen seid, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Geduld, und vertraget einer den andern in der Liebe, und seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geist, durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Herr, Ein Glaube, Eine Taufe, Ein Goti und Vater unser aller, der da ist über euch alle und durch euch alle und in euch allen. 40 es ist dir besser, daß du einäugig zum Leben eingehest, denn daß du zwei Augen habest, und werdest in das höllische Feuer geworfen. Sehet zu, daß ihr nicht jemand von diesen Kleinen verachtet. Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Baters im Himmel. Denn des Menschen Sohn ist gekommen, selig zu machen, das verloren ist. Evangelium. Luc. 14, 1-11. Und es begab sich, daß er fam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer auf einen Sabbath, das Brod zu effen, und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig. Und Jesus antwortete und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprach: Ifts auch recht, auf den Sabbath heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an und heilete ihn und ließ ihn gehen, und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn herauszeucht am Sabbathtage? Und sie konnten ihm darAm 18. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. 1 Cor. 1, 4-9. Ich danke meinem Gott allezeit euerthalben für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seid durch ihn an allen Stükten reich gemacht, an aller Lehre und in aller Erkenntniß. Wie denn die Predigt von Christo in euch kräftig geworden ist, also, daß ihr keinen Mangel habt an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung unsers Herrn Jesu Christi, welcher auch wird euch festbehalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich seid auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn. Evangelium. Matth. 22, 34-46. Da aber die Pharisäer höreten, daß er den Sadducäern das Maul gestopfet hatte, versammelten sie sich, und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und sprach: Episteln und Evangelien. Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüthe; dies ist das vornehmste und größeste Gebot. Das andere ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben, als dich selbst. In diesen zweien Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pharisäer bei einander waren, fragte sie Jesus und sprach: Wie dünket euch um Christus? Weß Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geist einen Herrn, da er sagt: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Sebe dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße? So nun David ihn einen Herrn nennt, wie ist er denn sein Sohn? Und niemand tonnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Am 19. Sonntage nach Trinitatis. 41 Evangelium. Mattb. 9, 1-8. Da trat er in das Schiff und fuhr wieder herüber und kam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ih= ren Glauben sah, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getroft, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sahe, sprach er: Warum denket ihr so Arges in euren Herzen? Welches ist leichter zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben! oder zu sagen: Stehe auf und wandle? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe, auf Erden die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, hebe dein Bett auf und gehe heim. Und er stand auf und ging heim. Da das Volk das sahe, verwunderte es sich und pries Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. Am 20. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Epef. 4, 22-28. Epistel. Ephef. 5, 15-21. So leget nun von euch ab nach dem vorigen Wandel den alten Men= So sehet nun zu, wie ihr vorsichschen, der durch Lüste in Irrthum sich tiglich wandelt, nicht als die Unweiverderbet; erneuert euch aber im sen, sondern als die Weisen. Und Geist eures Gemüths, und ziehet den schicket euch in die Zeit, denn es ist neuen Menschen an, der nach Gott böse Zeit. Darum werdet nicht ungeschaffen ist in rechtschaffener Ge- verständig, sondern verständig, was rechtigkeit und Heiligkeit. Darum da sei des Herrn Wille. Und saufet leget die Lügen ab und redet die euch nicht voll Weins, daraus ein Wahrheit, ein jeglicher mit seinem unordentlich Wesen folget, sondern Nächsten, sintemal wir unter einan- werdet voll Geistes, und redet unter der Glieder sind. Zürnet und fündi- einander von Psalmen und Lobgeget nicht, laffet die Sonne nicht über sängen und geistlichen Liedern, sineurem Zorn untergehen. Gebet auch get und spielet dem Herrn in eurem nicht Raum dem Lästerer. Wer ge- Herzen. Und saget Dank allezeit für stohlen hat, der stehle nicht mehr, son- alles Gott und dem Vater, in dem dern arbeite und schaffe mit den Hän- Namen unsers Herrn Jesu Christi. den etwas Gutes, auf daß er habe Und seid unter einander unterthan in zit geben dem Dürftigen. der Furcht Gottes. 42 Evangelien. ein ewiges Evangelium, zu vertindigen denen, die auf Erden sitzen und wohnen, und allen Heiden und Geschlechtern und Sprachen und Völkern, und sprach mit großer Stimme: Fürchtet Gott und gebet ihm die Ehre, denn die Zeit seines Gerichts ist gekommen, und betet an den, der gemacht hat Himmel und Erde und Meer und die Wasserbrunnen. Und ein anderer Engel folgte nach, der sprach: Sie ist gefallen, sie ist gefallen, Babylon, die große Stadt, denn sie hat mit dem Wein ihrer Hurerei getränket alle Völker. Episteln und Evangelium. Job. 6, 63-69. Evangelium. Matth. 22, 1-14. Und Jesus antwortete und redete abermal durch Gleichnisse zu ihnen und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohne Hochzeit machte, und sandte seine Knechte aus, daß sie die Gäste zur Hochzeit riefen; und sie wollten nicht kommen. Abermal sandte er andere Knechte aus und sprach: Saget den Gästen: Siehe: meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet, und alles bereit; kommet zur Hochzeit. Aber sie verachteten das, und gingen hin, einer auf seinen Acker, der andere zu seiner Handthierung. Etliche aber griffen seine Knechte, Höhneten und tödteten sie. Da das der König hö Der Geist ists, der da lebendig rete, ward er zornig, und schickte sei- macht, das Fleisch ist kein nütze. Die ne Heere aus und brachte diese Mör- Worte, die ich rede, die sind Geist der um und zündete ihre Stadt an. und sind Leben. Aber es find etliche Da sprach er zu seinen Knechten: Die unter euch, die glauben nicht. Denn Hochzeit ist zwar bereitet; aber die Jesus wußte von Anfang wohl, welGäste warens nicht werth. Darum che nicht glaubend waren, und welgehet hin auf die Straßen und ladet cher ihn verrathen würde. Und er zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die sprach: Darum habe ich euch geſagt: Knechte gingen aus auf die Straßen, Niemand fann zu mir kommen, es und brachten zusammen, wen sie fan- sei ihm denn von meinem Vater geden, Böse und Gute; und die Tische geben. Von dem an gingen seiner wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen, und sahe allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitlich Kleid an, und sprach zu ihm: Freund, wie bist du Hereingekommen und hast doch kein Hochzeitlich Kleid an? Er aber verstummete. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werfet ihn in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappen. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. Jünger viele hinter sich, und wandelten hinfort nicht mehr mit ihm. Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr auch weggehen? Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens; und wir haben geglaubet und erkannt, daß du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Am Reformationsfeste. Epistel. Offenb. Joh. 14, 6-8. Und ich sahe einen Engel fliegen mitten durch den Himmel, der hatte Am 21. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Ephef. 6, 10-17. Zuletzt, meine Brüder, seid start in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen die liftigen Anläufe des Teu Episteln und Evangelien. 43 Epistel. Phil. 3, 1-11. fels. Denn wir haben nicht mit Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Fleisch und Blut zu kämpfen, son- Sohn lebet. Und er glaubete mit dern mit Fürsten und Gewaltigen, seinem ganzen Hause. Das ist nun nämlich mit den Herren der Welt, das andere Zeichen, das Jesus that, die in der Finsterniß dieser Welt da er aus Judäa in Galiläa kam. Herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deßwillen so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem bösen Tage Widerstand thun und alles wohl ausrichten und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden Ich danke meinem Gott, so oft ich mit Wahrheit und angezogen mit euer gedenke,( welches ich allezeit dem Krebs der Gerechtigkeit und an thue in alle meinem Gebet für euch Beinen gestiefelt, als fertig zu trei- alle, und thue das Gebet mit Freuben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet seid. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnet alle feurigen Pfeile des Bösewichts. Und nehmet den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. den,) über eurer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bisher. Und bin desselbigen in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wirds auch vollführen bis an der Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch allen halte, darum, daß ich euch in meinem Herzen habe in diesem meinem Gefängniß, darinnen ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr alle mit mir der Gnade theilhaftig seid. Denn Gott ist mein Beuge, wie mich nach euch allen verlanget von Herzensgrund in Jesu Christo. Und darum bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntniß und Erfahrung, daß ihr prüfen möget, was das beste sei, auf daß ihr seid lauter und unanstößig bis auf den Tag Chrifti, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum geschehen( in euch) zur Ehre und Lobe Am 22. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium. Joh. 4, 47-54. Und es war ein Königischer, des Sohn lag frank zu Capernaum. Dieser hörete, daß Jesus kam aus Judäa in Galiläa, und ging hin zu ihm und bat ihn, daß er hinab täme und hülfe seinem Sohne, denn er war todtfrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr, tomm hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Gottes. Und indem er hinab ging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebet. Da forschete er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Evangelium. Matth. 18, 23-35. Darum ist das Himmelreich gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehn tausend Pfund schuldig. Da ers nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn und sein Weib und seine Kinder 44 Episteln und Evangelien. und alles, was er hatte, und bezah-| Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden len. Da fiel der Knecht nieder und wird, derer, die irdisch gesinnet sind. betete ihn an und sprach: Herr, habe Unser Wandel aber ist im Himmel, Geduld mit mir, ich will dirs alles von dannen wir auch warten des bezahlen. Da jammerte den Herrn Heilandes Jesu Christi, des Herrn, desselbigen Knechts, und ließ ihn welcher unsern nichtigen Leib verklälos, und die Schuld erließ er ihm ren wird, daß er ähnlich werde seiauch. Da ging derselbige Knecht nem verklärten Leibe, nach der Wirhinaus, und fand einen seiner Mit- kung, damit er kann auch alle Dinge fucchte, der war ihm hundert Gro- ihm unterthänig machen. schen schuldig. Und er griff ihn an und würgete ihn und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dirs alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängniß, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt, und tamen und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schalksknecht, alle diese Schuld habe ich dir erlasfen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlete alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlitcher Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von eurem Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehle. Am 23. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Phil. 3, 17-21. Folget mir, lieben Brüder, und fehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Christi, welcher Ende ist die Verdammniß, welchen der Bauch ihr Evangelium. Matth. 22, 15-22. Da gingen die Pharisäer hin und hielten einen Rath, wie sie ihn fingen in seiner Rede; und sandten zu ihm ihre Jünger, sammt Herodis Dienern, und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und lehrest den Weg Gottes recht, und du fragest nach niemand: denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen: darum sage uns, was dünket dich? Jsts recht, daß man dem Kaiser Zins gebe oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schaltheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Weiset mir die 3insmünze. Und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Šie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Da sie das höreten, verwunderten sie sich und ließen ihn und gingen davon. Am 24. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Col. 1, 9-14. Derhalben auch wir von dem Tage an, da wirs gehöret haben, hören wir nicht auf, für euch zu beten und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntniß seines Willens in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand; daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen und fruchtbar seid in allen guten Werken und Episteln und Evangelien. 45 wachset in der Erkenntniß Gottes| da schlafen, auf daß ihr nicht traurig und gestärket werdet mit aller Kraft nach seiner herrlichen Macht, in aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden, und danksaget dem Bater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbtheil der Heiligen im Licht. Welcher uns errettet hat von der Obrigfeit der Finsterniß, und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. seid wie die andern, die teme Hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels und mit der Posaune Gottes hernieder kommen vom Himmel, und die Todten in Christo werden auferstehn zuerst, darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten untereinander. Evangelium. Matth. 9, 18-26. Da er solches mit ihnen redete, siehe, da kam der Obersten einer und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben; aber tomm und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stand auf und folgete ihm nach und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm und rührete seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei sich selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gefund. Da wandte sich Jesus um und sahe sie und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam und sahe die Pfeifer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet, denn das Mägdlein ist nicht todt, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein und ergriff sie bei der Hand. Da stand das Mägdlein auf. Und dies Gerücht erscholl in dasselbige ganze Land. Am 25. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. 1 Theff. 4, 13-18. Wir wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten von denen, die Evangelium. Matth. 24, 15-28. Wenn ihr nun sehen werdet den Gräuel der Verwüstung, davon gesagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehet an der heiligen Stätte, ( wer das liefet, der merke drauf!), alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist. Und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit! Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter, oder am Sabbath; denn es wird alsdann eine große Trübfal sein, als nicht gewesen ist vom Anfang der Welt bisher, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkürzet, so würde kein Mensch selig; aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzet. So alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus, oder da: so sollt ihrs nich: 46 Episteln und Evangelien. glauben. Denn es werden falsche aber des Herrn Tag kommen als ein Christi und falsche Propheten aufste- Dieb in der Nacht, in welchem die hen, und große Zeichen und Wunder Himmel zergehen werden mit grothun, daß verführet werden in den ßem Krachen, die Elemente aber Irrthum, wo es möglich wäre, auch werden vor Hitze schmelzen, und die die Auserwählten. Siehe, ich habe Erde und die Werke, die darinnen es euch zuvor gesagt. Darum, wenn sind, werden verbrennen. So nun sie zu euch sagen werden: Siehe, er das alles soll zergehen, wie sollt ihr ist in der Wüste, so gehet nicht hin- denn geschickt sein mit heiligem Wanaus; siehe, er ist in der Kammer, so del und gottseligem Wesen, daß ihr glaubet nicht. Denn gleichwie der wartet und eilet zu der Zukunft des Bliz ausgehet vom Aufgang und Tages des Herrn, in welchem die scheinet bis zum Niedergang, also Himmel vom Feuer zergehen und die wird auch sein die Zukunft des Men- Elemente vor Hitze zerschmelzen werschen Sohns. Wo aber ein Aas ist, den! Wir warten aber eines neuen da sammeln sich die Adler. Himmels und einer neuen Erde, nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet. Darum, meine Lieben, dieweil ihr darauf warten follet, so thut Fleiß, daß ihr vor ihm unbefleckt und unsträflich im Frieden erfunden werdet. Am 26. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. 2. Petri 3, 8-14. Und wisset das aufs erste, daß in den letzten Tagen kommen werden Spötter, die nach ihren eigenen Litften wandeln und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Zukunft? Denn nachdem die Väter entschlafen sind, bleibt es alles, wie es von Anfang der Creatur gewesen ist. Aber muthwillens wollen sie nicht wissen, daß der Himmel vorzeiten auch war, dazu die Erde aus Wasser und im Wasfer bestanden durch Gottes Wort; dennoch ward zu der Zeit die Welt durch dieselbigen mit der Sündfluth verderbet. Also auch Himmel jetzt und die Erde werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden am Tage des Gerichts und Verdammniß der gottlosen Menschen. Eins aber sei euch unverhalten, ihr Lieben, daß Ein Tag vor dem Herrn ist, wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie Ein Tag. Der Herr verzeucht nicht die VerhetBung, wie es etliche für einen Verzug achten, sondern er hat Geduld mit uns und will nicht, daß jemand verloren werde, sondern daß sich je dermann zur Buße kehre. Es wird Evangelium. Matth. 25, 31-46. Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit, und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er sißen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit, und werden vor ihm alle Völker versammelt werden, und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böden scheidet, und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommet her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mich gespeiset. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gast gewesen und ihr habt mich beherberget. Ich bin nacket gewesen und ihr habt mich bekleidet. Ich bin trant gewesen und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir Episteln und Evangelien. 47 dich hungrig gesehen und haben dich fahr, so wird sie das Verderben gespeiset? oder durstig und haben dich getränket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen und beherberget? oder nacket und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder gefangen gesehen und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr gethan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig wesen und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mich nicht getränket. Ich bin ein Gast gewesen und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin natfet gewesen und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin frank und gefangen gewesen und ihr habt nicht besuchet. Dann werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehenhungrig, oder durstig, oder einen Gast, oder nacket, oder frank, oder gefangen, und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich ich sage euch, was ihr nicht ge than habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben. schnell überfallen, gleichwie der Schmerz ein schwangeres Weib, und werden nicht entfliehen. Ihr aber, lieben Brüder, seid nicht in der Finsterniß, daß euch der Tag wie ein Dieb ergreife. Ihr seid allzumal Kinder des Lichts und Kinder des Tages; wir sind nicht von der Nacht, noch von der Finsterniß. So laffet uns nun nicht schlafen, wie die andern; sondern lasset uns wachen und nüchtern sein. Denn die da schlafen, die schlafen des Nachts, und die da trunken sind, die sind des Nachts trunken. Wir aber, die wir des Tages sind, sollen nüchtern sein, angethan mit dem Krebs des Glaubens und der Liebe, und mit dem Helm der Hoffnung zur Seligkeit. Denn Gott hat uns nicht gesetzt zum Zorn, sondern die Seligkeit zu besitzen, durch unsern Herrn Jesum Chrift, der für uns gestorben ist, auf daß, wir wachen oder schlafen, zugleich mit ihm leben sollen. Darum ermahnet euch unter einander und bauet einer den andern, wie ihr denn thut. Am 27. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium. Matth. 25, 1-13 Dann wird das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen, und gingen aus, dem Bräutigam entgegen. Aber fünf unter ihnen waren thöricht, und fünf waren klug. Die thörichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen nicht Del mit sich. Die flugen aber nahmen Del in ihren Gefäßen, sammt ihren Lampen. Da nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig und entschliefen. Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam fommt, gehet aus, Von den Zeiten aber und Stun- thm entgegen! Da standen diese Jungben, lieben Brüder, ist nicht noth, frauen alle auf und schmückten ihre euch zu schreiben. Denn ihr selbst Lampen. Die thörichten aber sprawiffet gewiß, daß der Tag des Herrn chen zu den flugen: Gebet uns von wird kommen, wie ein Dieb in der eurem Dele, denn unsere Lampen Nacht. Denn wenn sie werden sa- verlöschen. Da antworteten die flugen: Es ist Friede, es hat keine Ge- gen und sprachen: Nicht also, auf Epistel. 1 Theff. 5, 1-11. 48 daß nicht uns und euch gebreche; gehet aber hin zu den Krämern und faufet für euch selbst. Und da sie hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam, und welche bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und bie Thür ward verschlossen. Zuletzt wird. tamen auch die andern Jungfrauen Episteln und Evangelien. Ipn und sprachen: Herr, Herr, thue uns auf! Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euch nicht. Darum wachet; denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen 100 HARUM Inches 1 Centimetres Blue 2 EL ¹3 4 Cyan 2 15 S 6 7 Farbkarte# 13 Green 3 Elifabeth Reichmann. 8 Yellow 4 T₁0 Red 11 LO 5 12 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black