Al, Abb. 2-12 Jul 7.9 Gb 2503 Befiehl +-7 dems DERRO ¿ deines ege 9 Rich Rih. Gb 2503 Franz, August Wilhelm Berchard gebe den 30ten Aber 1891. zu Malchin getauft, den 15 August. Carl, Wilhelm. geb: den 19ten October 1893. getauft 8ten November. Der zu Gielow 19m Dezbr. 1902. zi Malalim Marthe. Bertha. Friederike Hast. geb. am 17 ton Juni 1897 getauft am 3 ten Fuli 1897. zu Gielow Ernst, Wilhelm, Heinrich gabe, am 20 ten Mai 1898. gebauft getäuft. um 44m Furni 1839. zu Gielow gestorben am 30th November 1902. Anima 47:20 Elisabeth. Earoline. Fricheriter um 4. März 1901. 1904 zu Gieland gestorben dem. yubo 17 November Werte Werte Frin diiriste verheiratet mit Aothunme Peil Ferdinand Struk am 21. April 1933 in Berlin Schmerzen dert. Sietamisee Triſtel Gertried Helge. дня am 11. Jummier 1935. st Berl utenfter Zure= Perft hemy gehör in chen Buch ige Geistliche und liebliche Lieder, welche der Geist des Glaubens durch D. Martin Luther, Johann Heermann, Paul Gerhardt und andere seine Werkzeuge in den vorigen und jetzigen Zeiten gedichtet, und die bisher in Kirchen und Schulen der Königl. Preuß. und Kurfl. Brandenb. Lande bekannt und mit Königl. Allergnädigst. Approbation und Freiheit gedruckt und eingeführt worden, nebst einigen Gebeten Von Johann Porst, weil. Königl. Preußischem Consistorial- Rate, Probste und Inspector in Berlin. Verbessert und vermehrt. Berlin, Jonas Verlagsbuchhandlung. 1889. 9503 نوری ( Gesetz vom 11. Juni 1837. Bundesbeschluß vom 19. Juni 1845. Publikations- Patent vom 16. Januar 1846.) Dieses von mir verfaßte Porstsche Gesangbuch ist zuerst am 11. November 1855 erschienen. Berlin am 29. December 1868. andmole DIOC cailter? Eingetragen in die Eintrags- Rolle des Raths der Stadt Leipzig A No. 10 de 1871. Gesetz vom 11. Juni 1870. Dr. 3. F. Bachmann, Königl. Consistorial- Rath. Band- dun Susret Ini müft and Jednost CONSIST sirds D.PR mo? trof muodo olls- Igiron Univ.- Bibl. Giessen 340 onlongchadepolar wind Vorrede zu der neuen Ausgabe des Porstschen Gesangbuchs. D as Porstsche Gesangbuch, welches hiermit in einer revidierten und vermehrten Ausgabe erscheint, hat mit dem reichen Schaße seiner Lieder nun bereits seit fast 150 Jahren besonders den Gemeinden unsrer Provinz zu einem gesegneten Mittel der öffentlichen Erbauung wie der häuslichen Andacht gedient. Hunderttausende von Exemplaren desselben sind seitdem verbreitet worden und Millionen unsrer Vorfahren haben sich an seis nen Liedern in Freude und Leid erquickt, darüber die Hände zum Gebet gefaltet und es sich zu Lehre, Troft und Ermahnung, zum Frieden im Leben und im Sterben gereichen lassen. Wenn Jemand berichten könnte, was dieses Buch die anderthalb Jahrhundert hindurch den Gemeinden und einzelnen Herzen geleistet hat, welche Wunder der göttlichen Gnade würde der zu erzählen haben, wie viele bewegliche Geschichten von dem Wirken des Geistes Gottes an unzähligen Seelen und von dem stillen Fortbau des Neiches Gottes unter uns durch dieses Buch, von so manchem frommen Entschluß, der darüber gefaßt worden ist, und von so mancher Opfer that IV Vorrede. that gläubiger Liebe, wozu es getrieben hat! Unverkennbar hat dieses Gesangbuch viel dazu beigetragen, auch während der Zeit des Abfalls vom Evangelio den Glauben der Väter in un serm Volk zu erhalten und die Reinheit und Einhelligkeit des evangelischen Bekenntnisses und Gottesdienstes in unsrer Provinz zu pflegen. Es kann daher nicht befremden, daß die Gemeinden, welche das Porstsche Gesangbuch von den Vätern her besigen, es wert und teuer halten, und daß in neuerer Zeit mit dem Zunehmen des kirchlichen Sinnes die Liebe auch Anderer demselben sich immer entschiedener zu wendet. Darum haben auch wir es für unsre unabweisbare Aufgabe erachten müssen, daßfelbe in möglich vollkommener Gestalt den Gemeinden darzubieten. Schon bei den ersten Ausgaben des Porstschen Gesangbuchs und dann im Laufe der Zeit immer mehr hatten sich unrichtige Lesarten und mannigfache Abweichungen von den ursprünglichen Lieberterten in dasselbe eingeschlichen. Seine sämtlichen Lieder sind deshalb mit ihren Driginalen, soweit diese zugänglich waren, ver glichen, und die richtigen Texte, wenn sie von dem gangbaren nicht zu auffällig abwichen, wiederhergestellt worden. Eine verhältnismäßig nur geringe Anzahl Lieder, die nach Inhalt und Form einer gesunden Erbauung weniger entsprachen, sind mit guten Kernliedern ver tauscht, und außerdem noch 145 solcher Gesäns Vorrede. V fänge unsrer Kirche aus älterer und neuerer Beit hinzugefügt, die durch ihre Gediegenheit fich allgemeinere Geltung erworben haben und die deshalb in den bisherigen Ausgaben des Borst von Vielen schmerzlich vermißt wurden. So ist auch der Gebets- Anhang ergänzt und bereichert worden. Wir übergeben demnach diese neue Ausgabe des alten Porstschen Gesangbuchs unserm christlichen Volke mit der vollen Zuversicht, es werde in dieser verbesserten Gestalt seinen alten Segensgang in immer weiteren Kreisen fort feßen, und fügen dieser Hoffnung nur noch den Wunsch und das Gebet hinzu, mit welchem der selige Borst seine Vorrede dazu schloß: 11 Mein Wunsch dabei ist, daß dieses Buch gleich den glühenden Kohlen vom Altar des Herrn sein möge, also, daß alle Herzen, die es im Gebrauch berühren, davon glühend und zum göttlichen Lobe und zur rechten JesusLiebe entzündet werden. Das verleihe uns Allen aus Gnaden die heilige hochgelobte Dreieinigkeit und laffe uns endlich dahin kommen, wo wir ohne Aufhören recht singen werden: Heilig, Heilig, Heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist. Hallelujah! Amen." Berlin, am Sonnabende vor Trinitatis 1855. Königl. Consistorium der Provinz Brandenburg. C. v. Voß. Zur Nachricht. Um diese neue Ausgabe des Porstschen Gefangbuchs neben den älteren Exemplaren desfelben gebrauchen zu können, sind: 1. die zu derselben hinzugekommenen Lieder mit einem Stern(*) neben ihrer Nummer versehen worden, damit sie daran sofort als neuhinzugekommene erkannt werden; 2. erscheint für die Besitzer der bisherigen Ausgaben des Borst mit dieser neuen Auflage desselben zugleich ein besonderer Anhang, in welchem diejenigen Lieder, die bei der neuen Ausgabe statt der außgeschiedenen Gesänge eingeschaltet oder derselben noch hinzugefügt sind, sich finden, und zwar unter derselben Nummer, die sie im Gesangbuch führen. Soll nun eins dieser Lieder, z. B. Nr. 76, von der Gemeinde gesungen werden, so ist nur beim Anschreiben desselben neben der Nummer desselben ein Stern zu machen, also z. B. Nr. 76* an die Tafel zu schreiben, damit die Besizer der älteren Ausgaben des Porft sogleich wissen, daß sie das betreffende Lied nicht unter Nr. 76 ihrer älteren Ausgabe, sondern unter Nr. 76 des dazu erworbenen Anhangs zu suchen haben. Dieser Anhang ist übrigens für den Preis von 3¹ Sgr.= 35 Reichspf.( im groben Druck für 6 Sgr.= 60 Reichspf.) zu beziehen. THE ASM Vom Urheber unsers Heils. Von Gott und der heiligen Dreieinigkeit. In eigener Melodie. but, die Jesus Chrift erlöset durch große Martr 1. Allein Gott in der und bittern Tod; abwend Hih sei Ehr und all unsern Jammir und Dank für seine Gnade, Not; dazu wir uns verdarum daß nun und nim- lassen. mermehr uns rühren kann Nicolaus Decius. ein Schade: ein Wohlgefalln Gott an uns hat: Mel. Der Tag ist hin, nun ist groß Fried ohn mein Jesu, bei mir bleibe. Unterlaß, all Fehd hat nun 2. Dreieinigkeit, der Ende. Gottheit 2. Wir loben, preisn, Spiegel, o Licht von Licht, anbeten dich für deine Ehr, als dessen Allmachtflügel wir danken, daß du, Gott sich um und um durch Bater, ewiglich regierst diesen Erdkreis streckt, und ohn alles Wanken. Ganz alle Welt mit seinem unermessn ist deine Macht, Schirm bedeckt. fort gschicht, was dein Will hat bedacht. Wohl uns des feinen Herren. 2. Wir loben dich, sos bald die Sonn erwachet, und wenn sie jetzt den spåten Abend machet: was lebt und webt auf diesen Erdenweit, ist alles, Herr, zu deinem Dienst bereit. 3. O Jesu Christ, Sohn eingeborn deines himmlischen Vaters, Versöhner der, die warn verlorn, du Stiller unsers Haders, 3. O reicher Schatz, o Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unsrer Not, erbarm dich unser aller. unumschränktes Wesen, wer hat wohl je dein' Heimlichkeit gelejen? O tiefer Brunn, o unerforschte 4. O heilger Geist, du Pracht, wie groß, ach Gott, höchstes Gut, du aller- wie groß ist deine Macht! heilsamft Trifter, vors 4. Wer kann doch hier, Teufels G'walt fortan be- Herr, deine Weg' erfinden? 1 Wie 2 Don Gott und Wie sollt' ein Mensch wohl aller Herren Herr, Jedein Gericht ergründen? hovah Zebaoth, Nur weg, Vernunft, nur weg, nur weg mit dir, dein Witz der ist gar viel zu schlecht allhier. 2. Dich bet' ich jekund an, dir Lob und Dank zu lallen; mein Hallelujah laß dir guädig wohlgefallen, 5. Nur immer hin, nur du allerhöchstes Gut und hin mit deinem Tichten, wohlthatvolle Sonn, du du kannst dich nicht in Got aller Gaben Meng, ganz tes Weisheit richten; wo unerschöpfter Bronn. Gott nicht selbst dich un- 3. Mein Schöpfer! terweisen wird, so bleibest Mensch und Vieh und alles du verloren und verirrt. andre Wesen läßt deiner 6. Drum lehr uns, Herr, Allmacht Pracht ganz kläro lehr uns ohne Trennen lich an sich lesen; ein jedes in Einem Drei, in Dreien Wunder lobt dich in der Eins erkennen; ach lehr Allnatur, Stern, Element, uns doch, Gott Vater, Gewölk und alle Kreatur. Sohn und Geist, daß du 4. Es muß dich jederEin Gott in drei Per- mann den treuen Vater sonen heißt. 7. Gieb, daß von dirdies Wort bei uns stets klinge: von ihm, durch ihn, in ihm sind alle Dinge. Dem großen Gott sei Ehr in Ewigkeit! Ja, Amen, ia, fingt alle Christenheit. preisen; du führeft wunderbar, willst Leib und Seele speisen, erhöreft das Gebet, erhältest Gut und Blut: wir sind viel zu ge= ring, was deine Treue thut. 5. Heiland, Immanuel, Lamm Gottes ohne Sun8. Dein Nam ist groß; den, mein Jesu, deine Lieb dein Reich, Herr, in uns kann kein Verstand ergrünwohne; dein Will uns den; das Hosianna singt zwing; ernähr uns und ein jeder wahre Chrift, verschone; Versuchung das menschliche Geschlecht, steur; erlös aus böser Zeit; das längst erlöset ist. dein ist das Reich, die Kraft und Herrlichkeit. Joh. Frand. 6. Du nahmest Fleisch an dich, und tratest in die Mitten, trugst unsre Sündenschuld, indem du viel gelitten; ach dies dein Blut und Tod erwirbt die 3. Du dreimal großer Seligkeit, das ewge Himungemeßne und Himmel dienen, dem Freud. Heilig, heilig! fingt die 7. Du süßer Himmels= Schar der Seraphinen, tau, du Laube reiner du höchste Majestät und Flammen, Herr und Gott Helfer in der Not, du heilger Geist, du führst bie Kirch Mel. Gott, du frommer Gott, der heiligen Dreieinigkeit. 3 2. Kirch zusammen, du heil- uns fristen. Amen, Amen, geft durch und durch; du das sei wahr, so singen wir bist ein Licht vom Licht, Hallelujah. giebst neue Feuerglut, daJesus Chriftus mit fein Glaub gebricht. wohn' uns bei, und laß' 8.2ch allerhöchster Trost uns nicht verderben, zc. und bester Weisheitsleh- 3. Heilig Geist der wohn' rer, Erleuchter, Heiliger, uns bet, und laß' uns nicht Aufrichter und Bekehrer, verderben, zc. D. Martin Luther. du teilst die Gaben aus, das Wollen wird vollbracht, durch die Gemein- Mel. Meine Seele erschaft wird uns Kraft und hebet den Herrn. Geist gemacht. 9. Gott Bater, Sohn 5. Gott sei uns gnädig und barmherzig, und geb' uns seinen göttlichen Segen. und Geist, Ein Gott und Eins in Dreien, gepriesne Majestät, auf stets zu benedeien, laß uns im Tugend2. Er lasse uns sein Antweg gewissenhaftig fehn, li leuchten, daß wir auf und curch ein selges End Erden erkennen seine Wege. zu unserm Erbe gehn. 3. Es segne uns Gott, unser Gott; es segne uns Gott und geb' uns seinen Frieden, Amen. 10. Laß, dreimal großer Gott, den Lau der Gnade feuchten, ach segne, segne uns, laß uns dein Antlik leuchten! Wir hoffen ja auf dich, du läßt uns nicht im Spott; drum fingt das Gloria: Gelobt, gelobt sei Gott! Gott dem Vater und dem 4. Lob und Preis sei Sohn und dem heiligen Geift. 5. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigfeit, Amen. In eigener Melodie. 4. Gerne mel. An Wasserflüssen ott Vater wohn' uns bei, und laß' uns nicht verderBabylon. 6. Sünden frei, und helf'uns erforschest mich selig sterben; vor dem und kennst mich aus und Teufel uns bewahr, halt innen, mein Thun und uns bei festem Glauben, Lassen kommt vor dich, und auf dich laß uns bauen, Gehn, Stehen und Beaus Herzensgrund ver- ginnen: was ich im Bette trauen, dir uns lassen ganz denk und ticht, siehst du und gar, mit allen rechten von fern und fehleft nicht, Christen entfliehen Teufels du prüfest Herz und NieListen, mit Waffen Gotts ren; du kannst auch, wenn 1* ich err 4 Von Gott und ich bin allein und gerne soll, aus Mutterleib geleiwollt' verborgen sein, all tet; durch deine Vorsorg meine Weg ausspüren. Fleisch und Bein und 2. Es ist kein Wort in alle Glieder an mir sein; meinem Mund, so ich dir dein Aug hat mich erwähkönnt' verhehlen; du Herr, let, da ich noch ungesiehst recht des Herzens boren war, hast du schon Grund, was steckt in mei- Stunden, Tag und Jahr ner Seelen. Du schaffest je, was ich vollbring': wie groß es ist, und wie gering, ich kann's ohn dich nicht richten; wenn aber du durch deine Gnad Ver stand mir giebst, auch Hülf und Rat, so kann ich alles schlichten. im Lebenslauf gezählet. 6. Ich danke dir und preise dich für solche große Thaten, und daß du mir so wunderlich an Leib und Seel geraten. Sehr köftlich ist dein Werk an mir, wenn ich erwach, bin ich bei dir und warte deiner Gnaden; ich glaube fest, daß meine Sund durch Christum mir vergeben sind, daß sie mir nicht mehr schaden. 7. Den Vorsay gieb mir, Herr, dabei, daß ich, was bös ist, meide. Die gottlos Rott fern von mir sei, von Frommen mich nicht scheide; daß ich nur lieb', was dir gefällt, und hasſe, was ist von der Welt, auch 4. Nun, großer Gott, ihren Truß nicht achte, weil deine Hand mich über- halt' dein Gebot, hör' gern all kann finden, und all dein Wort, im Glauben mein Thun dir ist bekannt, und in Hoffnung fort das so büt'ich mich vorSünden; Ewige betrachte. denn finster ist wie Licht 8. Erforsch mich, Gott, bei dir, was heimlich war, ergründ mein Herz, durchkommt klar herfür, ich such all mein Gedanken, kann dir nicht entgehen, und siehe, ob ich hinterWas ich gethan, geredt, wärts und auf die Seit gedacht, das wird vor dei- woll' wanken. Bin ich nen Thron gebracht, da vielleicht auf bösem Weg, muß ich vor dir stehen. so führ du mich den rech5. Herr, meine Seel ten Steg, der nach dem erkennt dies wohl, daß du Himmel weise, daß ich vom mich haft bereitet, und wie Sündendienste frei, und ein Mensch gestalt sein dir, o Herr, gefällig fet 3. Wie du die Deinen wunderlich, o Gott, hier pflegst zu führen, versteh' ich nicht, und lasse mich bloß deine Gnad regieren. Wo soll ich hin vor deinem Geist? denn du auch die Gedanken weißt, es hilft vor dir kein Fliehen. Führ ich gen Himmel, bist du da, auch in der Hill trittst du mir nah, kann dir mich nicht entziehen. der heiligen Dreieinigkeit. 5 fei, bis ich von binnen haben kann; wenn du mich reise. Nach Heinrich Vogther. wirst mit deinen Augen leiten, so wirst du mich zu Ehren nehmen an. O blinne du de Welt, o Welt, ich wardensonne, Jehovah ist Licht und laufest in der die Vollenkommenheit, Je- Nacht, die arme Seel ift hovah ist die reine See- ewig umgebracht. Nur lenwonne, Jehovah ist Licht und Recht vereinigt der Brunn voll Heiligkeit; Gott und mich. in diesem Licht kann ich viel Wunder sehn; die Vol lenkommenheit ist meine Joachim Neander. Ruh, die Seelenfreud er faltigkeit, drei8. quicket mich dazu, in Heiligkeit muß ich auch zu ihm gehn. du so süß und milde mich haft geschaffen in der Zeit zu deinem Ebenbilde; ich liebe dich von Herzengi and, ich preise dich mit meinem Mund. Komm doch, komm und zeuch ein bei mir, mach Wohnung und bereit mich dir. In eigener Melodie. ehovah ist mein 7. 2. Jehovah ist ein unbegreiflich Wesen, da mein Verstand sich willig in verliert; in seinem Wort ist dieses klar zu lesen, wie wunderbar der kluge Rat regiert. Wer hat den Sinn des Geistes je erkannt? Wer gab dem Rat, der war von Ewigkeit? Vernunft, sei still! die See ist viel zu breit und allzutief, o kluger Unverstand. In eigener Melodie, 2. Gott Vater, nimm ganz kräftig ein das sinkende Gemüte; mach es zu deinem innern Schrein und deiner stillen Hütte; vergieb, daß meine Seele fich 3. Jehovah, Grund und zerstreut hat oft und sünLeben aller Dinge, du bist diglich; bring sie in eine fürwahr ein unzugänglich wahre Ruh, daß nichts in Licht: gieb, daß im Licht ihr sei als nur du. mein Wandel mir gelinge, 3. Gott Sohn, erleuchach führe mich mit deinem te den Verstand mit deiAngesicht. Du bist ein ner Weisheit Lichte; verLicht und bist im Licht al- gieb, daß er sich oft gelein, du hasfest den, der Fin- wandt zu eitelem Gedichte. sterniffe liebt, du liebest Laß nunmehr nur in deiden, der Recht und Licht dir giebt: o laß mich stets bei deinen Strahlen sein! 4. Jehovah, Gott mit mir zu allen Zeiten, mit Ort und Zeit. nem Schein mein einzigs Schaun und Wirken sein; zeuch ihn, daß er schon allbereit entreiße sich von dir ich nun Gemeinschaft 4. Gott heilger Geift, du Lie Von Gott und Liebesfeur, entzünde met-| Schwell und Balken gar nen Willen, stårk ihn, das Haus auch ganz voll komm mir zu Hilf und Rauchs und Nebel war. Steur, den deinen zu erD. Martin Luther. füllen. Vergieb, daß ich so oft gewollt, was fündlich ist und nicht gesollt; verleih, daß ich mit reiner Brunst dich innig ewig lieb 10.* umsonst. Die Kyries. In eigener Melodie. a. Sonntägliches. 5. O heilige Dreifaltigken, führ mich doch ganz von hinnen; richt zu dem Lauf der Ewigkeit all außund innre Sinnen. Ver- me dich unser! einge mich und laß mich hier eins mit dir sein, daß ich mit dir auch dort sei sine Herrlichkeit, o heiligfie Dreifaltigkeit! 6 Kyrie, ach Bas acht man doch dein Gebor. höchster Gott, wie klein Verschon unsrer Blindheit, die viel Sund thut; erbar2. Christe, o Herre Gott, du bist der Tag und das wahre Licht, die Pforte der Wahrheit, das Joh. Angelus. In eigener Melodie. Leben; des Vaters Wort und Rath hast du uns zu Trofte gegeben; erbarm dich unser! 9. Je eſata dem Pro3. Kyrie, heiliger Geist in Ewigkeit, steh uns bei schah, daß er im Geist den durch dein Barmherzigkeit! Herren fikzen sah auf ei- All unsre Sund sind uns leid. Du willst nicht vernem hohen Thron in hellem Glanz, seines Kleides lassen, die auf dich hoffen; erbarm dich unser! Saum den Chor füllet' ganz. Es slunden zween Seraph bei ihm daran: 1. O milder Gott, alsechs Flügel sah er einen lerhöchster Hort, wir ruieden han: mit zween fen zu dir in unsrer Not: verbargen sie ihr Antlitz erbarm dich unser! Elar, mit zween bedeckten b. Auf Advent. 2. O Christe, Gottes fie die Füße gar, und mit Sohn, der Kirche Haupt, den andern zween sie flo- Freud, Ehr und Kron und gen frei; gen ander ruften frei offner Heilsbrunn; fie mit großem Schrei: erbarm dich unser! Heilig ist Gott, der Herre 3. Heiliger Geift, der Sebaoth! Heilig ist Gott, Kirchen Tröster, du allerder Herre Zebaoth! Hei- bester Meister, Verneurer lig ist Gott, der Herre und Regierer: erbarm dich Zebaoth! Sein Ehr die unser! ganze Welt erfüllet hat. Von dem Schrei zittert' c. Auf Weihnacht. 1. O Vater der Barmber. der heiligen Dreieinigkeit. 7 herzigkeit, wir bitten dichter in Ewigkeit: sei uns mit Innigkeit: du wollest Sündern gnädig! dich erbarmen der Schwachen und Armen. 2. Christe aller Welt Heiland und ihr Troft: mach uns alle von Sünden los! 3. heilger Geist, 2. Christe, aller Welt Heiland; hilf allen, die dich han erkannt, daß fie in Dir zunehmen für und für. teil uns mit Weisheit, 3. O heiliger Geist, Lieb und Glauben allernapter Gott: sieh heut meist, gieb göttlich Gerechar der Gläubigen Not, tigkeit! und erleucht durch deine Git der Frrenden Gemů. Ober: 1. O Vater, allmächtiger Gott, zu dir schreien wir in der Not, durch dein groß Barmherzigkeit: erbarm dich über uns! e. Auf Pfingsten. 1. O Vater der Barmherzigkeit, Bronn aller Gutigkeit: laß heut deine Gnad zu uns fließen und uns der genießen. 2. Christe, Gottes Sohn, der du von dem höchsten Thron gesandt in 2. O Chrift, wollst uns diese Welt bist kommen erhören, für uns bist du uns allen zu Frommen: Mensch geboren von Ma- komm auch in unser Herz ria: erbarn dich über uns! und Sinnen und wohne 3. Oheiger Geist, wollst darinnen. uns gebet dich allzeit 3. O heiliger Geist, herzlich lieten und nach wahrer Gott, sei unser deinm Willer streben: er- Trost in aller Not; mach barm dich über uns! unsre Seel gefund, daß wir wirklich und aus Herzensgrund lieben den neuen Bund. d. Auf Oftern. 1. Kyrie, Gott aller Welt, Schöpfer und Vater: eleison! Oder: 2. Christe, wahr Gott 1. Kyrie, Gott Vater und Mensch geborn, der in Ewigkeit, groß ist deine du für uns trust Gottes Barmherzigkeit, aller Ding Zorn: eleison! ein Schöpfer und Regierer: eleison! 3. Kyrie, heiliger Geist, mit Vater und Cohn Ein Gott: eleison! 4. Kyrie, hilf uns, daß wir in solchem Clauben rein dich anbeten allin und bleiben die Diener dein: eleison! 2. Christe, aller Welt Trost, uns Sün er allein du hast erlöst. O Jesu, Gottes Sohn, unser Mittler bist in dem höchsten Thron; zu dir schreien wir aus Herzen Begier: eleison! 3. Kyrie, Gott heiliger Geift, Oder: 1. O Herre Gott, Va 8 Von Gott und Geist, trist, stårk uns im drum bitten und drauf Glauben allermeist, daß denken, weil alles hier ist wir am letzten End fröh- wandelbar, daß du mir dort lich uns scheiden aus die- wollst schenken das unverfem Elend: eleison! gånglich Erbe. 5. Gott, du bist an Mel. Es woll uns Gott allem Ort und gar nicht genädig sein. zu ermessen: ob einer hier 11. meine Seel, er- ift oder dort, ist er dir nicht hebe dich, mit entsessen. Laß mich nicht Andacht zu betrachten, wie zweifeln, wo ich sei, de Gott hat offenbaret sich, könnst dich mein annehmer; und wie man ihn soll ach- auch was ich thu', laß mich ten: daß er der Allerhöchste dabei des Bösen vor ir ist im Himmel und auf Er- schämen und überall sich den, und soll gerühmt zu jeder Frist, auch angerufen werden als Ursprung aller Dinge. fürchten. 6. Unendlich, Herr, ift deine Macht, zu retter, die dich lieben, und went der Gottlos dich veracht, die Rache auch zu üben Gieb, daß sich deiner macht Schuß fort über mich erstrecke, mich auch nicht Menschen Grinm und Truß, nur dene Straf erschrecke: du tötest Leib und Seele. 2. Gott, du bist einig für und für nichts sind der Heiden Götter; kein Heil, noch Troft ist außer dir, kein Helfer, noch Erretter. Laß mich, o Herr, auf dich allein von ganzem Herzen trauen, dir inniglich ergeben sein, auf niemand anders bauen, dir, Gott, 7. Voll höchter Weisheit allein anhangen. 3. Herr, mein Gott, du bist ein Geist, und teibist du, Gat, niemand kann sie ergründen; wie wunderschwe auch ist die left bei uns allen an Ga- Not, weißt du doch Rat ben aus, was geistlich heißt, zu finden. Gieb, daß ich's nach deinem Wohlgefallen. Laß mich stets geistlich sein gefinnt, daß, wenn ich vor dich trete, ich deine Kraft in mir empfind', und dadurch dich anbete im Geist und in der Wahrheit. Dir stets trate zu, auf dich werf meine Sorgen, auch Ueblesweder denk'nochthu', weil du siehst insVerborgen und prifest Herz und Nieren. 8. Gitt, du bist heilig 4. Du bist, o Gott, von und gercht, du kannst die Ewigkeit, ohn Anfang und Sund nicht leiden; wer ohn Ende. Gieb, daß mein sagen will, er sei dein Herz von aller Freud des Knech, der muß das Böſe Zeitlichen sich wende, auf meidet. Gieb, daß ich daß ich möge immerdar mich zu jeder Zeit der Heilig der heiligen Dreieinigkeit. 9 ligkeit befleiße, nachiage gesicht anschauen und erder Gerechtigkeit, auch dein kennen und ohn Aufhören Gericht gut heiße, ob ich's loben. schon nicht begreife. 13. Gott Vater, Sohn 9. Du bist sehr gnädig, und heilger Geist, der du fromm und gut, wo sich auch willst auf Erden von bekehrt der Sünder, er- mir und allen sein gepreist, barmst dich, wie ein Vater laß deinen Ruhm groß thut, von Herzen deiner werden. Verleih mir GnaKinder. Herr, laß von de, Kraft und Stärk, daß deiner Lieb und Gnad ich zu allen Zeiten, Herr, mich allweg Troft bekom- deinen Nam'n und deine men, von mir auch meine Werk könn' mehr und mehr Missethat so fern sein hin- ausbreiten, so lang ich genommen, als Morgen hab' das Leben. ist vom Abend. Juftus Gesenius. 10. Gott, deine Wahrheit fiets beſteht, und wohl dem, der dir glaubet. Der Himmel und die Erd vergeht, dein Wort, Herr, In eigener Mel. oder: Schönfler( Liebster) Immanuel, Herzog der Frommen. ewig bleibet. Gieb, daß 12. Selightes Bez dein Gericht und alles, was du drauest; auch hoffe, was dein Wort verspricht, das du mir gern verleihest: Hoffnung wird nicht zu Schanden. sen, unendliche Wonne, Abgrund der allers vollkommensten Lust, ewige Herrlichkeit, prächtigste Sonne, der nie Verandrung, noch Wechsel be11. Allselig bist du, wußt, laß mich dich loben, Gott, und frei, du thust, bis einst dort oben, wo dich was dir beliebet, du bist die Engel und Menschen ein milder Herr dabei, der besingen, meine verherrreichlich Gutes giebet. Laß lichte Zunge wird klingen. mich mit dem zufrieden 2. Ginne von ferne sein, was ist dein heilger doch einige Blicke deiner Wille. Gieb auch, daß im Glauben vermähleten ich von dir allein und dei- Braut, bis ich die Seele ner Gute Fülle erwarte einst freudig hinschicke, da alls in allem. fie dich, wie du bist, selig beschaut, wann ich dein Lieben stetig fann üben, und mit recht frommem und retnem Gewissen werd detne Ruhe und Wollusft genießen. 3. Der du dich in die und durch dich erfreueft, 1** 12. Gott, wenn ich dich so kenn und ehr, dein Wort zum Grunde setze, kann ich mich drob erfreuen mehr, als über alle Schätze; bis ich dort, o du wahres Licht ohn Lallen dich werd nennen, von Angesicht zu AnA 10 Von Gott und der heil. Dreieinigkeit. eh dieses alles sein Wesen im Glauben auch lichte, gewann, auch, was erquik- dank ich es, seligste Sonfend ist, jedem verleihest, ne, nur dir; wenn ich mein daß fich doch selber bele- Seufzen gen Himmel an ben nicht kann: heiligste richte, merk' ich im Herzen Güte, laß mein Gemüte auch balde, was mir von in dir fich allezeit freudig dir bestimmet, weil schon erweisen, das dich doch anglimmet, was mich soll nimmer genugsam kann ewig und selig ergdhen, preisen. wenn du in deine Ruh mich wirft einsehen. 4. Leb' ich in Finsternis, machet dein Glänzen selber 7. So bist du selig und das Todesthal mir wie- teileft mit abe, läsfest auch der licht; fall' ich in Ohn- keinem Geschöpfe die macht und schwebe inGren- Macht, daß es von Mutjen schwerer Verzweife- terleib bis hin zum Grabe lung, läßt du mich nicht. dem, den du deiner Gunst Endlich im Sterben muß würdig geacht, zu schaden ich ererben durch dich und tauge, ja daß kein Auge, in dir ein ewiges Leben, sollt' es gleich Himmel und das nur das seligste Wesen Erde durchgehen, einen unkann geben. seligen Christen kann sehen. 5. Schüttert die Erde 8. Bin ich denn selig, und donnert der Himmel, so laß mich es merken; tobet und schnaubet die schreib es durch deinen Geist rasende Welt, bleibet mir mir recht in Sinn, und mitten in solchem Getüm- reiß im Glauben und selimel doch meine Seligkeit gen Werken mich von der fefte gestellt; wenn dein Eitelkeit, wann du willst, Erbarmen sich läßt umar- hin, wo man nach Klagen men von dem, ders flug- freudig kann sagen: Seht, lichste, feligste Wesen ihm aus der Schar der elenbat zum Felsen und Ruhe desten Sünder machet der erleſen. selge Gott selige Kinder. Abraham Hinckelmann. 6. Wird meine Seele Vom Erwerber unseres Heils, von Jesu Christo. Und zwar: I. Von der Zukunft Christi ins Fleisch. Mel. Von der Bukunft Chrifti ins Fleisch. 11 Mel. Aus meines Her- schrocknem Mut. schickt, ertragen mit uners zens Grunde, oder: Von Gott will ich nicht lassen. 6. Und wenn gleich Krieg und Flammen uns alles 13. Auf, auf, ihr rauben bin, Geduld! weil Reichsgenos- ihm zusammen gehört doch sen, eur König kommt der Gewinn. Wenn gleich heran: empfahet unver- ein früher Tod uns, die drossen den großen Wun- uns lieb, genommen, wohldermann. Ihr Christen, an, so sind sie kommen geht herfür, laßt uns vor ins Leben aus der Not. allen Dingen ihmHosianna 7. Frisch auf in Gott, fingen mit heiliger Begier. ihr Armen, der König sorgt 2. Auf, ihr betrübten für euch; er will durch sein Herzen, der König ist gar Erbarmen euch machen nah, hinweg all' Angst und groß und reich; der an ein Schmerzen, der Helfer ist Tier gedacht, der wird schon da; seht, wie so auch euch ernähren: was mancher Ort hochtröstlich Menschen nur begehren, ist zu nennen, da wir ihn das steht in seiner Macht. finden können im Nachtmahl, Tauf und Wort. 8. Hat endlich uns betroffen viel Kreuz, läßt er 3. Auf, auf, ihr Vielge- doch nicht die, welch auf plagten, der König ist nicht ihn stets hoffen mit rechter fern; seid fröhlich, ihr Ver- Zuversicht. Von Gott zagten, dort kommt der kommt alles her, der låsſet Morgenstern; der Herr auch im Sterben die Seiwill in der Not mit rei- nen nicht verderben, sein chem Troft euch speisen, er Hand ist nicht zu schwer. will euch Hülf erweisent, ja dämpfen gar den Tod. 9. Frisch auf, ihr Hochbetrübten, derkönigkommt 4. Nun hört, ihr fre- mit Macht; an uns, sein chen Sünder, der König Herzgeliebten, hat er schon merket drauf, wenn ihr, längst gedacht: nun wird verlorne Kinder in vollem kein Angst, noch Pein, noch Lasterlauf auf Arges seid Zorn hinfür uns schaden, bedacht, ia thut es ohne dieweil uns Gott aus Sorgen: gar nichts ist Gnaden läßt seine Kinder ihm verborgen, er giebt sein. auf alles acht. 10. So lauft mit schnel5. Seid fromm, ihr Un- len Schritten, den König terthanen, der König ist zu besehn, dieweil er kommt gerecht. Laßt uns die Weg geritten stark, herrlich, sanft ihm bahnen und machen und schön. Nun tretet all' alles schlecht. Fürwahr, er heran, den Helland zu be= meint es gut, drum lasset grüßen, der alles Kreuz veruns die Plagen, die er uns süßen und uns erlösen kann. 11. Der 12 Von der Bukunft Chrifti 11. Der König will be- ren in allem trachten zu denken die, die er herzlich gefallen, die werden mit liebt, mit köstlichen Ge- Freuden auch von hinnen schenken, als der sich selbst scheiden. uns giebt durch seine Gnad und Wort. OKönig, hoch erhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 6. Denn bald und behende kommt ihr letztes Ende; da wird er vom Bbsen ihre Seel erlösen, und fie mit ihm führen zu der Engel Chören, 12. Nun, Herr, du giebst uns reichlich, wirst selbst 7. Von dannen er komdoch arm und schwach: du men, wie denn wird verliebeft unvergleichlich, du nommen, wenn die Toten jagst den Sündern nach; werden erstehn von der Erdrum wollen wir allein die den und zu seinen Füßen Stimmen hoch erschwin- fich darstellen müssen. gen, dir Hosianna singen und ewig dankbar sein. Joh. Rift. 8. Da wird er sie scheiden, die Frommen zur Freuden, die Bösen zur Höllen in peinliche Stellen, wo fie ewig müssen ihr Untu14. Gottes Sohn ist gend büßen. In eigener Melodie, kommen uns 9. Ei nun, Herre Jesu, allen zu Frommen hier auf schick unsre Herzen zu, diese Erden in armen Ge- daß wir, alle Stunden berden, daß er uns von rechtgläubig erfunden, darSünde freiet und entbinde. innen verscheiden zu ewi2. Er kommt auch noch gen Freuden. heute, und lehret die Leute, wie sie sich von Sünden Böhmische Brüder. zur Buß sollen wenden, Mel. Dom Himmel hoch von Irrtum und Thorheit da komm ich her. treten zu der Wahrheit. 15. Lob ſei dem allerDie sein Gott, schämen, und sein Dienst der unser sich erbarmet hat, annehmen durch ein rech- gesandt sein allerliebsten ten Glauben mit ganzem Sohn, aus ihm geborn Vertrauen, denen wird er im höchsten Thron: eben ihre Sünd vergeben. 2. Auf daß er unser Hei4. Denn er thut ihn'n land würd', uns freiet' von schenken in den Sakramen- der Sünden Bürd, und ten sich selber zur Speise, durch seine Gnad und sein Lieb zu beweisen, daß Wahrheit fübret' zur ewifie sein genießen in ihrem gen Klarheit. Gewiffen. 3. Ogroße Gnad und Gütigkeit, o tiefe Lieb und Mildigkeit! Gott thut ein Werk, 5. Die also bekleiben und beständig bleiben, dem Her ins Fleisch. 13 Werk, des ihm kein Mann, für, denn er schleußt dir auch kein Engel verdan- des Himmels Thur. ken kann. 12. Sein erste Zukunft 4. Der Schöpfer aller in die Welt ist in sanftKreatur nimmt an sich un- mutiger Gestalt; die ansere Natur, verachtet nicht dre wird erschrecklich sein, ein armes Weib, zu wer- den Gottlosen zu großer den Mensch in ihrem Leib. Pein. 5. Des Vaters Wort von Ewigkeit wird Fleisch in aller Reinigkeit; das A und D, Anfang und End giebt sich für uns in groß Elend. 6. Was ist der Mensch, was ist sein Thun, daß 14. Dem Vater in dem höchsten Thron, samt feiGott für ihn giebt seinen nem eingebornen Sohn, Sohn? Was darf unser das höchste Gut, daß es so unferthalben thut? dem heiligen Geist gleicher Weis sei in Ewigkeit Dank und Preis. Michael Weiße. macht, nicht hören will des Sob- 16. Mit MenschenMel. Don Gott will ich nicht laffen. Ernst, nes Stimm; denn auf ihm bleibet Gottes Grimm. 7. O weh dem Volk, das dich veracht, der Gnad sich 13. Die aber jetzt in Christo stehn, werden alsdann zur Freuden gehn, und befißen der EngelChör, daß sie kein Uebel mehr berühr. kinder, das Herz in euch 8. O Mensch, wie, daß bestellt, bald wird das Heil du nicht verstehst, und dem der Sünder, der wunKinig entgegen gehst, der derstarke Held, den Gott dir so ganz demütig kommt, und sich so treulich dein annimmt. aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben versprochen hat zu geben, bei allen kehren ein. 9. Ei, nimm ihn heut mit Freuden an, bereit ihm 2. Bereitet doch fein deines Herzens Bahn, auf tüchtig den Weg dem grodaß er komm' in dein Ge- ßen Gast, macht seine Stetmut, und du genießest ge richtig, laßt alles, was seiner Gut. er haft; macht alle Bah10. Unterwirf ihm deine nen recht, die Thal laßt sein Vernunft in dieser gnad- erhöhet, macht niedrig, was reichen Zukunft, untergieb hoch stehet, was krumm ist, seiner Heiligkeit die Werk gleich und schlecht. deiner Gerechtigkeit! 3. Ein Herz, das De11. Wo du dies thust, mut liebet, bei Gott am so ist er dein, bewahrt dich höchsien steht; ein Herz, vor der Höllen Pein; wo das Hochmut übet, mit nicht, so sieh dich eben Angst zu Grunde gebt; ein Heri 14 Von der Bukunft Chrifti Herz, das richtig ist und an, wenn ihr euch wollet folget Gottes Leiten, das rathen und gehn die rechte kann sich recht bereiten, zu Bahn, die zu dem Himmel dem kommt Jesus Christ. führt; sonst, wo ihr ibn 4. Ach mache du mich verachtet und nur nach Armen in dieser Gnaden- Hoheit trachtet, euch zeit aus Gute und Erbar- Gottes Zorn dann rührt. men, Herr Jesu, selbst 5. Ihr Armen und bereit. Zeuch in mein Herz Elenden zu dieser bösen hinein vom Stall und von Zeit, die ihr an allen Ender Krippen; so werden den müßt haben Angst und Herz und Lippen dir ewig Leid, seid dennoch wohldankbar sein. gemut, laßt eure Lieder klingen und thut dem König fingen, der ist eur höchstes Gut. V. 1-3 Balent. Thilo. Mel, Von Gott will ich nicht laffen. 6. Er wird nun bald er17. Nun jauchzet, all scheinen in seiner Herrlich ihr Frommen, keit, und all eur Klag und zu dieser Gnadenzeit, weil Weinen verwandelen in unser Heil ist kommen, der Freud. Er ist, der helfen Herr der Herrlichkeit, kann: balt't eure Lampen zwar ohne stolze Pracht, fertig und seid fiets sein doch mächtig zu verheeren gewärtig, er ist schon auf und gänzlich zu zerstören der Bahn. des Teufels Reich und Macht. Michael Schirmer. 2. Er kommt zu uns In bekannter Melodie. geritten auf einem Efelein, und stellt sich in die Mit- 18. Nun fomm, der Heiden ten für uns zum Opfer land, der Jungfrauen Kind ein; er bringt kein zeitlich erkannt, daß sich wunder Gut; er will allein erwer- alle Welt, Gott solch ben durch seinen Tod und Geburt ihm bestellt. Sterben, was ewig wahren thut. 2. Nicht von Mannsblut noch von Fleisch, al3. Kein Zepter, keine lein von dem heilgen Geist Krone sucht er auf dieser ist Gotts Wort worden Welt: im hohen Himmels- ein Mensch, und blüht ein throne ist ihm sein Reich Frucht Weibesfleisch. bestellt; er will hier seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat vollbracht. 3. Der Jungfrau Leib schwanger ward, doch blieb Keuschheit rein bewahrt, leucht hervor manch Tugend schön, Gott da war in seinem Thron. 4. Jhr großen Potentaten, nehmt dieſen König 4. Er ging aus der Kam ins Fleisch. 15 Kammer sein, dem könig- heiliger Geift, dreifaltig lichen Saal so rein, Gott und doch einig. von Art und Mensch, ein Held, sein Weg er zu laufen eilt. 3. O Vater, aller Dinge Quell und Ursprung, ſei gepreiset für alle Wunder klar und hell durch deine Macht erweiset. Du, Bater, haft vor aller Zeit den eingen Sohn von Ewigkeit, dein Ebenbild, gezeuget. 5. Sein Lauf kam vom Bater her, und kehrt wieder zum Bater, fuhr hinunter zu der Höll, und wieder zu Gottes Stuhl. 6. Der du bist dem Vater gleich, führ hinaus den Sieg im Fleisch, daß dein ewig Gottsgewalt in uns das Frank Fleisch enthalt'. 4. Du hast gemacht den Erdenkreis nach deinem Wohlgefallen, uns Menschen drauf zu deinem Preis, daß wir dein Lob erschallen; auch wird durch deines Mundes Wort dies alles immer fort und fort erhalten und regieret. 7. Dein Krippen glänzt hell und klar, die Nacht giebt ein neu Licht dar; Dunkel muß nicht kommen drein, der Glaub bleibt immer im Schein. 8. Lob sei Gott dem Vater gthan, Lob sei Gott buffertigen Sündern; aus seinm eingen Sohn, Lob fei Gott dem heilgen Geist immer und in Ewigkeit! 5. Drum steh, o Vater, ferner bei uns deinen armen Kindern, und alle Schulden uns verzeih als D. Martin Luther. unsern Nöten mannigfalt errette uns und hilf uns bald, wie du uns hast ver= sprochen. Mel. Nun freut euch, 6. Jesu Christe, Gottes Sohn, von Ewiglieben Christen, gmein. feit geboren, uns Menauch ins 19. faltigkeit, voll Thron zum Mittler ausMajestät und Ehren, wie erforen: durch dich gekann doch deine Christen- schicht, was nur geschicht, beit dein Lob genug ver- o wahrer Gott, o wahmehren? Du bist sehr hoch res Licht von wahrem und wundersam, ganz un- Gott und Lichte. begreiflich ist dein Nam, dein Wesen unerforschlich. 2. Wir danken dir, daß deine Gnad, auch weil wir hier noch leben, in deinem Worte so viel hat uns of fenbart gegeben, daß du bist wahrer Gott und beißt Gott Bater, Sohn, unschuldig Leiden. 7. Du bist des Vaters Ebenbild, und doch vom Himmel kommen; als eben nur die Zeit erfüllt, haft du Fleisch angenommen, haft uns erworben Gottes Huld, bezahlet unsre Sund und Schuld durch dein 8. Nun Von der Zukunft Chrifti. 16 8. Nun sitzest du zur rechten Hand des Vaters Mel. Valet will ich die hoch erhoben, beherrscheft geben, alle Leut und Land, und 20. dampfft der Feinde Loben. ie soll ich dich emHilf uns, o wahrer Mensch pfangen, und wie begegn' und Gott, wir wollen dir ich dir, o aller Welt Verfür deinen Tod und alle langen, o meiner Seelen Wohlthat danken. Zier? Jesu, Jesu, 9. O heilger Geist, du setze mir selbst die Fackel werte Kron, Erleuchter bei, damit, was dich erunsrer Sinnen, der du götze, mir kund und wis vom Vater und vom Sohn send sei. ausgebest ohn Beginnen: 2. Dein Zion streut dir du bist allmächtig und ohn End, der Vater und der Sohndich sendt, im Glauben uns zu leiten. Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern mei nen Sinn; mein Herze soll 10. Herr, du gebierest dir grünen in stetem Lob durch die Tauf uns wie- und Preis, und deinem derum aufs neue; her- Namen dienen, so gut es nacher auch nimmst du uns kann und weiß. auf, wenn du giebst wahre 3. Was hast du unterReue. Durch dich wird lassen zu meinem Trost und unsre Hoffnung fest, und Freud, als Leib und Seele wenn uns alle Welt ver- saßen in ihrem größten läßt, bleibst du bei uns Leid? Als mir das Reich im Herzen. genommen, da Fried unt 11. Wir bitten dich de- Freude lacht, da bist du, mütiglich, daß es ja mog mein Heil, kommen und durchdringen, was wir für haft mich froh gemacht. Seufzen oft vor dich in unsrer Not vorbringen. Und wenn die letzte Stund 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stand da ist, so hilf, daß wir in Sport und Schanden, du kommst und machst mich groß, und hebst mich hoch 12. Gott Vater, Sohn, zu Ehren, und schenkst mir heiliger Geist, für alle großes Gut, das sich nicht Gnad und Güte sei im- läßt verzehren, wie irdisch merdar von uns gepreist Reichtum thut. mit freudigem Gemüte. 5. Nichts, nichts hat Des Himmels Heer dein dich getrieben zu mir vom Lob erklingt, und Heilig, Himmelszelt, als das geheilig, heilig fingt: das liebte Lieben, damit du alle thun wir auch auf Erden. Welt in ihren tausend Justus Gesenius. Plagen und großen Jammerauf Jesum Chrift getrost und selig sterben. ins Fleisch. 17 merlast, die kein Mund zum ewgen Licht und Wonkann aussagen, so fest ne in deinen Freudensaal. umfangen hast. Paul Gerhardt. 6. Das schreib dir in dein Herze, du hochbetrüb- Mel. tes Heer, bei denen Gram und Schmerze sich häuft 21. je mehr und mehr; seid Freu dich sehr, o meine Seele. Wa arum willst du draußen unverzagt, ihr habet die stehen, du Gesegneter des Hülfe vor der Thür; der Herrn? Laß dir bei mir eure Herzen labet und einzugehen wohlgefallen, tröstet, steht allhier. du mein Stern. Du mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit, hilf, o Heiland, meinem Herzen von den Wunden, die mich 7. Ihr dürft euch nicht bemühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht: er kommt, schmerzen. er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Not zu stillen, die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken vor eurer Sundenschuld, nein, Jesus will fie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zu Trost und wahrem Heil, beweget! schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib' ihr Erb und Teil. 2. Meine Wunden sind der Jammer, welchen oftmals Tag und Nacht des Gesetzes starker Hammer mir mit seinen Schrecken macht. Oder schweren Donnerstimm, die mir Gottes Zorn und Grimm also tief ins Herze schläget, daß sich all mein Blut 3. Dazu kommt des Teufels Lügen, der mir alle Gnad absagt, als müßt' 9. Was fragt ihr nach ich nun ewig liegen in der dem Schreien der Feind Höllen, die ihn plagt; ja und ihrer Tück? Der Herr auch, was noch ärger ist, so wird sie zerstreuen in einem zermartert und zerfrißt mich Augenblick. Er kommt, er mein eigenes Gewissen mit kommt, ein König, dem vergiften Schlangenbissen. wahrlich alle Feind' auf 4. Will ich dann mein Erden viel zu wenig zum Elend lindern, und erleichWiderstande seind. tern meine Not bei der 10. Er kommt zum Welt- Welt und ihren Kindern, gerichte, zum Fluch dem, fall ich vollends in dett der ihm flucht; mit Gnad Kot; da ist Troft, der mich und süßem Lichte dem, der betrübt, Freude, die mein ihn liebt und sucht. Ach Unglück liebt, Helfer, die komm, ach komm, o Son mir Herzleid machen, gue ne, und hol uns allzumal te Freunde, die mein lachen. 5. In 18 Von der Zukunft Chrifti ins Fleisch. Lebent, alles, was du willst, ist dein; Christus, der sich dir ergeben, legt sein Reichtum bei dir ein. Seine 5. In der Welt ist alles nichtig, nichts ist, das nicht kraftlos wår. Hab' ich Hoheit, die ist flüchtig; hab' ich Reichtum, was ist's Gnad ist deine Kron, und mehr als ein Stücklein du bist sein Stuhl und armer Erd? Hab' ich Lust, Thron; er hat dich in sich was ist sie wert? Was ist, geschlossen, nennt dich sei= das mich heut erfreuet, das nen Hausgenossen. mich morgen nicht gereuet? 10. Seines Himmels 6. Aller Trost und alle güldne Decke spannt er Frende ruht in dir, Herr um dich rings herum, daß Jesu Chrift; dein Er- dich fort nicht mehr erfreuen ist die Weide, da schrecke deines Feindes Unman sich recht fröhlich ist. gestüm; seine Engel stellen Leuchte mir, o Freuden- sich dir zur Seiten: wenn licht, ehe mir mein Herze du dich hier willst oder bricht; laß mich, Herr, dort hinwenden, tragen sie an dir erquicken, Jesu, dich auf den Händen. komm, laß dich erblicken. 11. Was du Böses hast 7. Freu dich, Herz, du begangen, das ist alles abbist erhöret, jeho kommt geschafft; Gottes Liebe und zeucht er ein; sein Gang nimmt gefangen deiner ist zu dir gekehret, heiß ihn Sünden Macht und Kraft; nur willkommen sein, und Christi Sieg behält das bereite dich ihm zu, gieb Feld, und was Böses in dich ganz zu seiner Ruh; der Welt sich will wieder öffne dein Gemüt und dich erregen, wird zu lauSeele, flag ihm, was dichter Glück und Segen. drück' und quale. 12. Alles dient zu dei8. Siehst du, wie sich nem Frommen, was dir alles setzet, was dir vor bis und schädlich scheint, zuwider stund? Hörst du, weil dich Christus angewie er dich ergötet mit dem nommen, und es treulich zuckersüßen Mund? Ei mit dir meint. Bleibest du wie läßt der große Drach dem wieder treu, ist's ge= all sein Thun und Toben wiß, un bleibt dabei, daß nach: er muß aus dem du mit den Engeln droben Vorteil ziehen und in ihn dort ewig werdest seinen Abgrund ziehen. loben. Paul Gerhardt. 9. Nun, du hast ein süßes II. Von der Geburt Christi. Mel. Wo Gott der Herr vor Gottes Freund und nicht bei uns hält. Kindern! Wie wird ihr An22. Ach wie erschrickt gesicht verstellt, wenn sie die böse Welt nicht Von der Geburt Chrifti. 19 nicht kann verhindern, daß| bekümmert sein, so lang fie im Glauben fahren fort, wir forschen können. des Herren Werk an allem Ort zu treiben und zu bauent. 2. Herodes und Jerusalem erschrecken, wenn sie hören, daß Jesus ist in Bethlehem geboren; da ihr Lehren doch zeuget aus der Schrift davon, daß hier des Allerhöchsten Sohn geboren sollte werden. 7. Gold, Weihrauch, Myrrhen sei die Gab, die wir zum Opfer bringen, sammt Seel und Leib, als unsre Hab, so wird es uns gelingen, daß unser Fußfall Gott gefällt, und Jesus sich zu uns gesellt im Leben und im Sterben. 8. Herr Jesu, der du wunderbar die Heiden haft 3. Sie wissen dieses aus gezogen, gieb, daß ich, wie dem Wort Herodi anzu- die Heidenschar, im Herpreisen; doch gehen sie nicht zen werd bewogen, zu suan den Ort, den sie dochschen dich und nichtes mehr, selbst anweisen. So geht zu deines Namens Preis es noch. Wie mancher und Ehr, so lang ich leb weiß des Herren Wahr- auf Erden. heit und Geheiß, thut doch nicht nach dem Wissen! 9. Ja preis, o werte Christenheit, wie dir es 4. Wer bleibet zu Jeru- heut gebühret, daß Gott salem im Stolz und Pracht aus der Unwissenheit die des Lebens, und gehet nicht Heiden hat geführet; und nach Bethlehem, der sucht denke, daß die Finsternis sein Heil vergebens; auch ein bises Ende nehmen wer die Schrift von außen müß, wenn man als Heinennt und thut nicht, was den lebet. er wahr erkennt, wird Jesum nimmer finden. Laurentius Laurentt. 5. Die Weisen forschen so lang nach, bis sie das Mel. Lobt Gott, ihr Chriften alle gleich. Haus erblicken, wo sie an 23. Auf, Seele, auf, der gesuchten Sach sich in und säume der That erquicken. Ach, nicht, es bricht das Licht daß wir möchten thun wie herfür; der Wunderstern fie, und sparen weder Zeit noch Müh, bis wir dies Heil gefunden! giebt dir Bericht, der Held sei vor der Thür. 2. Geh weg aus deinem 6. Herodes fraget heim- Vaterland, zu suchen sollich nach, wann dieser chen Herrn, laß deine Stern erschienen; und ob Augen sein gewandt auf ers thate nur aus Rach, diesen Morgenstern. so laßt es dazu dienen, daß 3. Gieb acht auf diesen wir nur um des Sternes hellen Schein, der dir aufSchein, der Jesus ist, gangen ist, er führet dich zum 20 Von der Geburt Chrifti. zum Kindelein, das heißet des Bräutgams Freund; Jesus Christ. zu solchem nahe dich. 4. Er ist der Held aus 13. Erfinke du vor seiDavids Stamm, die teure nem Glanz in tieffler DeSaronsblum, das rechte, mut ein, und laß dein echte Gotteslamm, If Herz erleuchten ganz von raels Preis und Ruhm. solchem Freudenschein. 5. Drum höre, merke, 14. Gieb dich ihm selbst sei bereit, verlaß des Va- zum Opfer dar, mit Geiste, ters Haus, die Freund- Leib und Seel, und singe schaft, deine Eigenheit; mit der Engelschar: Hier geh von dir selbsten aus. ist Immanuel! 6. Und mache dich be- 15. O wunderbare Sithende auf, befreit von ßigkeit, die dieser Anblick aller Laft, und laß nicht ab von deinem Lauf, bis du dies Kindlein haft. 7. Du, du bist selbst das Bethlehem, die rechte Davidsstadt, 16. Die Engel in des Himmels Saal, die freuen wenn du sich darob, die Kinder dein Herze machst be- Gottes allzumal, die briuquem zu solcher großen Gnad. giebt dem, dessen Herz dazu bereit, und dieses Kindlein liebt! gen hier ihr Lob. 17. So steh und schmeck, 8. Da findest du das wie süß die Luft, die hier Lebensbrod, das dich er- verborgen liegt in deines laben kann, für deiner Jesu Liebesbruft, die alles Seelen Hungersnot das Leid besiegt. allerbeste man. 18. Genieße hier das 9. Nimm wahr, mein Engelbrod, die süße HimHerz, doch deiner Sach, melskost, und lobe herzlich ob gingst du ganz allein, deinen Gott bei diesem und forsche weiter fleißig Freudenmost. nach, und such das Kindelein! 19. Hier ist das Ziel, hier ist der Ort, wo man 10. Halt dich im Glau- zum Leben geht; hier ift ben an das Wort, das fest des Paradieses Pfort, die ist und gewiß; das führet wieder offen steht. dich zum Lichte fort aus aller Finsternis. 20. Hier fallen alle Sorgen hin, zur Lust wird 11. In solchem Lichte alle Pein; es wird erfreuet fiehet man das wahre Licht Herz und Sinn in diesem allein; ein armes Men- Jesulein. schenkind das kann nur davon Zeuge sein. 12. Johannes selbst, ders treulich meint, der zeuget ia von sich, daß er nur sei 21. Hier ist in allem lleberfluß, was einem nur behagt; da ist kein Kummer, noch Verdruß, der vor das Herz zernagt. 22. Mit Von der Geburt Chrifti. 21 22. Mit Gott und al- heimlich Pfand, das der len Seligen hast du Ge- Natur war unbekannt. meinschaft hier, der Ort ist wohl am glücklichsten, da wohnet Gott in dir. 23. Der zeigt dir einen andern Weg, als du vorher erkannt, den stillen Ruh- und Friedensteg zum ewgen Vaterland. 24. Denselben geh und 5. Die edle Mutter hat geborn, den Gabriel verhieß zuvorn, den Sankt folge danu, und kehre nicht Johanns mit Springen zurück, Herodi es zu zeigen an, der heget einen Tuck, zeigt, da er noch lag in Mutterleib. 6. Er lag in Heu mit Armut groß, die Krippen hart ihn nicht verdros; es war ein kleine Milch sein Speis, der nie kein Vöglein hungern ließ. 7. Des Himmels Chör sich freuen drob, und die Engel fingen Gott Lob; den armen Hirten wird vermeldt der Hirt und Schöpfer aller Welt. 8. Lob, Ehr und Dank sei dir gesagt, Christ, gehoch da born von der reinen Magd, komm ich her. mit Vater und dem heil24. Chriftum wir folgen Geist, von nun an len loben schon, bis in Ewigkeit. 25. Er will das Kindlein bringen um, die edle Gottesfrucht; den teuren Schak, dein Eigentum er dir zu rauben sucht. 26. Laß toben, würgen, wie er will, dir widerfährt kein Leid, geh du die Lebensbahn in Still zur frohen Ewigkeit. Michael Müller. In eigener Mel. oder: Dom Himmel der reinen Magd Marien Sohn, so weit die liebe Sonne leucht und an aller Welt Ende reicht. 4. Das züchtig Haus, des Herzens zart gar bald ein Tempel Gottes ward; die kein Mannrühret, noch erkannt, von Gotts Wort fie man schwanger fand. D. Martin Luther. In eigener Melodie. 2. Der felig Schöpfer 25. Der Tag der ist so freudenaller Ding zog an eins reich aller Kreature, denn Knechtes Leib gering, daß Gottes Sohn vom Himer das Fleisch durchs melreich über die NaFleisch erwürb', und sein ture von einer Jungfrau Geschöpf nicht alls ver- ist geborn. Maria, du bist dürb'. auserkorn, daß du Mutter wärest. Was geschah so wunderlich? Gottes Sohn 3. Die göttlich Gnad vom Himmel groß sich in die keusche Mutter goß; vom Himmelreich, der ein Mägdlein trug ein ist Mensch geboren. 2. Ein 22 Von der Geburt Christi. 2. Ein Kindelein so lb-| licht weicht hunderttaubelich ist uns geboren heute send Sonnen nicht. von einer Jungfrau său- 2. Laß dich erleuchten, berlich, zu Trost uns ar- meine Seele, versäume men Leuten. Wär' uns nicht den Gnadenschein; das Kindlein nicht geborn, der Glanz in dieser kleinen so warn wir allzumal ver- Höhle streckt sich in alle lorn, das Heil ist unser Welt hinein; er treiber aller. Et du süßer Jesu weg der Höllen Macht, Christ, der du Mensch ge- der Sünden und des Kreuboren bist, behüt uns vor zes Nacht. der Hölle. 3.In diesem Lichte kannit 3. Als die Sonn durch- du sehen das Licht der klascheint das Glas mit ihren Seligkeit; wenn Sonrem klaren Scheine, und ne, Mond und Stern verdoch nicht versehret das, gehen, vielleicht noch in so merket allgemeine: zu gar kurzer Zeit, wird dies gleicher Weis geboren ses Licht mit seinem Schein ward von einer Jungfrau dein Himmel und dein rein und zart Gottes Alles sein. Sohn der werte; in ein Kripp ward er gelegt, große Marter für uns trägt hier auf dieser Erde. 4. Laß nur indessen helle scheinen dein Glaubensund dein Liebeslicht; mit Gott mußt du es 4. Die Hirten auf dem treulich meinen, sonst hilft Felde warn, erfuhren neue dir diese Sonne nicht; Mähre von den engeli- willst du genießen diesen schen Schaarn, wie Christ Schein, so darfst du nicht geboren wäre, ein König mehr dunkel sein. über alle König groß; He- 5. Drum, Jesu, schöne rod die Red gar sehr ver- Weihnachtssonne, bestrahdroß, aussandt er seine le mich mit deiner Gunst; Boten. Et, wie gar ein falsche Lift erdacht er wider Jesum Christ. Die Kindlein ließ er töten. dein Licht sei meine Weihnachtswonne, und lehre mich die Weihnachtskunst, wie ich im Lichte wandeln soll, und sei des Weihnachtsglanzes voll. Casp. Fr. Nachtenhöfer. 15. Jahrh. Mel. O daß ich tausend Sungen hätte. 26. Dies ist die Nacht, da In eigener Welodie mir erschienen des großen 27. Ein Kind geborn Bethledas Kind, dem alle Engel hem:: des freuet fich Jedienen, bringt Licht in met- rusalem. Halleluigh. ne Dunkelheit; und die2. Hier liegt es in dem ses Welt- und Himmels- Krippelein: ohn Ende ist Von der Geburt Chrifti. 23 ist die Herrschaft sein. 2. Es spielt in ſeinem Hallelujah. Angesicht mit freudenrei3. Das Dechslein und cher Luft und Wonne des das Eselein:: erkannten Vaters Klarheit, Lieb und Gott den Herren sein. Licht; er ist des neuen HimHallelujah. mels Sonne, dadurch der 4. Die Weist aus Sa- Welt ein neues Licht entba kamen dar:: Gold, steht, die ohne ihn im DunWeihrauch, Myrrhen keln untergeht. brachten sie dar. Hall. 3. Das Kind ist zart und 5. Sein Mutter ist die tråget doch, was Erd und reine Magd: die ohn Meer und Himmel heget, ein Mann geboren hat. der ganzen Herrschaft Hallelujah. Last und Joch ist seinen 6. Die Schlang ihn Schultern aufgeleget von nicht vergiften konnt':: ist dem, der ihn zum Mittel worden unser Blut ohn punkt gesetzt des, was da Sund. Hallelujah. ist und werden soll zuleht. 7. Er ist uns gar gleich 4. Sein Name heißet nach dem Fleisch:: der Wunderbar, er ist auch Sünd nach ist er uns aller Wunder Krone. Es nicht gleich. Hallelujah. jubiliert der Engel Schar 8. Damit er uns ihm mit Herzenslust im süßen machte gleich:: und wieder- Tone das Gloria, als diebracht zu Gottes Reich. ses Wunderpfand sich in Hallelujah. der Nacht bei uns zur Welt einfand. 9. Für solche gnadenrei che Zeit:: sei Gott gelobt in Ewigkeit. Hallelujah. 5. Bedarfst du Rat und Unterricht, will dir's an 10. Lob sei der heilgen Wiß und Weisheit fehlen: Dreieinigkeit von nun dies Kind beißt Rat, an bis in Ewigkeit. Hall. es ist ein Licht; so du dich wirst mit ihm vermählen, so wird es dir in aller Mel. Preis, Lob, Ehr, Not und Pein dein treuer Kuhm, Dank, Kraft Rat und Licht und Leitund Macht. ftern fein. 15. Jahrh. o 28. in Kind ist 6. Fehlt dir's an Kraft, uns geboren heut, der liebste Sohn ist uns geschenfet, in dem Gott Gnad um Gnad deine Menschheit ange= darbeut für alles, das die liebe Seel, auf Gottes Wegen fortzukommen: sei unverzagt, Immanuel, der Seele kränket. Merk auf, nommen, heißt Kraft, und will durch seine Kraft mein Herz, und schau das allein in allem Kampf dein Knäblein an, denk, welch treuer Helfer sein. ein Wunder Gott durch 7. Fehlt dir's an Mut ihn gethan. und 24 Von der Geburt Chrifti. und Tapferkeit, der Feinde Wesen an sich nahm, da= Rotte zu bekriegen: hier durch die Welt mit Treuen ist der Held, der in dem als seine Braut zu freien. Streit dich nicht kann las- 2. Willkommen, süßer sen unterliegen; wer in Bräutigam, du König aller der Schlacht ihn an die Ehren, willkommen, Jesu, Spitze stellt, der sieget und Gottes Lamm, ich will behält zuletzt das Feld. dein Lob vermehren; ich 8. Ein ewger Vater will dir all mein Leben ist er dir, weil er dich lang von Herzen sagen durch sein Wort gezeuget. Preis und Dank, daß du, Nun sorgt er für dich für da wir verloren, für uns und für sein Herz bleibt bist Mensch geboren. stets zu dir geneiget. Was 3. O großer Gott, wie er befiehlt den Vatern in konnt' es sein, dein Himder Zeit, wird er vielmehr melreich zu lassen, zu sprinfelbst thun in Ewigkeit. gen in die Welt hinein, 9. Den Friedens- da nichts denn Neid und fürsten nennt er sich, Haffen? Wie konntest du weil er als Herzog für dich die große Macht, dein streitet, ergößt indessen Königreich, die Freudenreichlich dich an seinem pracht, ia dein erwünschTisch, den er bereitet, und tes Leben, für solche Feind' macht dein Herz von Furcht hingeben? und Schrecken los, legt dich auch sanft in seiner Liebe Schoß. 4. Ist doch, Herr Jesu, deine Braut ganz arm und voller Schanden: noch tum. 10. Drum freue dich, hast du fie dir selbst vermein Herz, in ihm, nimm traut am Kreuz in Todesan, was dir dein Gott banden; ist sie doch nichts gegeben; erhebe jauchzend als Ueberdruß, Fluch, Undeine Stimm, und preise flat, Tod und Finsternis: ihn mit deinem Leben noch darfst du ihretwegen Gott giebt sich dir, gieb den Zepter von dir legen. du ihm wiederum dich ganz 5. Du Fürst und Herrund gar zu seinem Eigen- scher dieser Welt, du Friedens- Wiederbringer, du fluger Rat und tapfrer Held, du starker Hollenzwinger, wie ist es möglich, mein schwa daß du dich erniedrigteſt cher Geist, und trage groß so jammerlich, als wärest Verlangen, ein kleines du im Orden der Bettler Kind, das Vater heißt, Mensch geworden? mit Freuden zu empfangen. 6. O großes Werk, o Dies ist die Nacht, darin Wundernacht, dergleichen es kam, und menschlich nie gefunden, du bast den Freylinghausen. In eigener Melodie. 29. Ermuntre dich, Hei Von der Geburt Chrifti. 25 Heiland hergebracht, der gekommen, und aus lauter alles überwunden; du hast Freundlichkeit, o du Sohn gebracht den starken Mann, der Ewigkeit, Fleisch und der Feur und Wolken zwin- Blut haft angenommen, gen kann, vor dem die und mein Bruder worden Himmel zittern und alle bist. Sei willkommen und Berg' erschüttern. gefüßt! 7. O liebes Kind, o 2. Sei geküffet; dir gesüßer Knab, holdselig von höret heut ein Lobgesang Geberden, mein Bruder, mit Recht: weil du so gar den ich lieber hab' als alle hoch geehret unser menschSchäß auf Erden: komm, liches Geschlecht, daß du Schönster, in mein Herz solches anvermählet hast hinein, komm eiligst, laß der göttlichen Natur; unsre, die Krippen sein, komm, die so niedrig nur, unsre komm, ich will bei Zeiten Menschheit auserwählet, dein Lager dir bereiten. und geseßt auf Gottes Thron in der mittelnden Person. 8. Sag an, mein Herzensbräutigam, mein Hoffnung, Freud und Leben, 3. Die in Adam ganz mein edler Zweig aus verderbet und geschwärzt Jakobs Stamm, was soll durch Sünde war, so von ich dir doch geben? Ach ihm uns angeerbet, wird nimm von mir Leib, Seel ießt wieder weiß und klar, und Geist, ja alles, was klar und rein in dir. Von Mensch ist und heißt: ich wegen Adams war sie ganz will mich ganz verschreiben, verflucht: du gebenedeite dir ewig treu zu bleiben. Frucht der Jungfrauen bist 9. Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Chrift, sei dir von mir gesungen, daß du mein Bruder worden bist, und hast die Welt bezwungen; hilf, daß ich deine Gutigkeit stets preis' in dieser Gnadenzeit, und mög' hernach dort oben in Ewigkeit dich loben. Joh. Rift. ihr Segen. Satan machte sie zu Spott; du verbindest sie mit Gott. 4. Du, du bist der Mittler worden zwischen Gott und Menschen; du haft den armen Menschenorden wiederum in Fried und Ruh, als du würdest Mensch, gesetzet, uns beim Vater ner Huld gekrönt. Solche ausgeföhnt, und mit seiGnad und Liebe weket Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht fingen. 30. wig sei dir Lob meinen Glauben wider Tod, wider Sünd und Höllennot. gesungen, o du Mensch geborner Held, mit dem Herzen und der Zun- 5. Sollte Gott nicht gen, daß du bist auf diese sein gewogen mir, und ich Welt mir zu gut ins Fleisch in seiner Hut, der mein 2 Fleisch 26 Von der Geburt Chrifti. Fleisch hat angezogen? de: Christus wehret allem Haßt auch wer sein Fleisch Leide. Wonne, Wonne und Blut? Ist sein Sohn über Wonne: er ist die nicht mir geboren, und be- Genadensonne. Fleidt mit meiner Haut? Hat er mich nicht ihm vertraut? Troß, der sagt, ich sei verloren, stößt mir um dies Felsenwort, daß Gott selber ist mein Hort! 2. Siehe, siehe, meine Seele, wie dein Heiland kommt zu dir, brennt in Liebe für und für, daß er in der Krippenhöhle harte lieget dir zu gut, dich zu 6. Wird das Leben doch lösen durch sein Blut. mein Leben, leuchtet mir Freude, Freude über Freudoch selbst das Licht; wird de: Christus wehret allem das Heil doch selbst gege- Leide. Wonne, Wonne ben mir zum Heil. Ach über Wonne: er ist die was gebricht weiter uns? Genadensonne. Die Quell der Freuden fällt in dieses Jammerthal aus dem hoven Himmels Saal, uns zu Trost in allem den. Meine Lieb und Seligkeit ist ein Mensch geboren heut. Genadensonne. 3. Jesu, wie soll ich dir danken? Ich bekenne, daß von dir meine Seligkeit herrühr'; so laß mich von dir nicht wanken; nimm mich dir zu eigen hin, so empfindet Herz und Sinn 7. O du allerschönster Freude, Freude über FreuKnabe, o du keuscher Jung- de: Christus wehret allem fraun Sohn, meiner See- Leide. Wonne, Wonne len reichste Habe, meines über Wonne: er ist die Glaubens edle Kron, laß auch neu geboren werden 4. Jesu, nimm dich deimich und fromm als wie ner Glieder ferner in Gedu Kind, das man in der naden an; schenke, was Krippen findt, meine beste man bitten kann, zu erFreud auf Erden! Laß für quicken deine Brüder; aleb diesen Gnadenschein mich der ganzen Christenschar dir ewig dankbar sein! Frieden und ein seligs Fabr. Freude, Freude über Freude: Christus In eigener Melodie. wehret allem Leide. Woneuet euch, ihr ne, Wonne über Wonne: Christen alle, er ist die Genadensonne. Chriftian Peymann. Grasmus Fing. 31. freue fich, wer immer kann, Gott hat viel an uns gethan. Freuet euch mit grosem Schalle, daß er uns Mel. Warum sollt' ich mich denn grämen. so hoch geacht, sich mit 32. Fröhlich soll mein uns gemacht. Freude, Freude über Freu- dieser Seit, da vor Freud alle Univ.- Bibl. Glessen Von der Geburt Chrifti. 27 alle Engel singen. Hört, 8. Ei so kommt und laßt hört, wie mit vollen Cho- uns laufen, stellt euch ein, ren alle Luft laute ruft: groß und klein, kommt mit Christus ist geboren! großen Haufen; liebt den, der vorliebe brennet; schaut den Stern, der uns gern der die Welt reißt aus Licht und Labsal gönnet. allem Jammer. Gott 9. Die ihr schwebt in wird Mensch, dir Mensch großen Leiden, sehet, hier zu gute; Gottes Kind, ist die Thür zu den wahdas verbindt sich mit un- ren Freuden. Faßt ihn serm Blute. wohl, er wird euch füh3. Sollt uns Gott nun ren an den Ort, da hinkönnen hassen, der uns fort euch kein Kreuz wird giebt, was er liebt über rühren. alle Maßen? Gott giebt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 10. Wer sich findt beschwert im Herzen, wer empfindt seine Sünd und Gewissensschmerzen, ſet getrost; hier wird gefunden, der in Eil machet heil die vergiften Wunden. 4. Sollte von uns sein gekehret, der sein Reich und zugleich sich selbst uns verehret? Sollt uns Got- 11. Die ihr arm seid und tes Sohn nicht lieben, der elende, kommt herbei, füllet jetzt kommt von uns nimmt, frei eures Glaubens Hånwas uns will betrüben? de: hier sind alle gute Ga5. Håtte vor der Men- ben und das Gold, da ihr schen Orden unser Heil sollt euer Herz mit laben. einen Graul, wär' er nicht 12. Süßes Heil, laß Mensch worden; hätt' er dich umfangen; laß mich Lust zu unserm Schaden, dir, meine Zier, unverrückt et so würd' unsre Burd anhangen; du bist meines er nicht auf sich laden. Lebens Leben, nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 6. Er nimmt auf sich, was auf Erden wir gethan, giebt sich an, unser Lamm 13. Meine Schuld kann zu werden; unser Lamm, mich nicht drücken, denn das für uns stirbet, und bei du haft meine Last all auf Gott für den Tod Gnad deinem Rücken. Kein Fleck und Fried erwirbet. ift an mir zu finden, ich bin gar rein und flar aller meiner Sünden. 14. Ich bin rein um deinetwillen, du giebst gnug Ehr und Schmuck, mich quält, was euch fehlt, ich drein einzuhüllen. Ich will bring alles wieder. dich ins Herze schließen, o 2* mein 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, 7. Nun, er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: Lasset fabrn, o lieben Brüder, was euch 28 Von der Geburt Chrifti. mein Ruhm, edle Blum, seinen lieben Engeln gleich. laß dich recht genießen. Kyrieleis. 15. Ich will dich mit Fleiß bewahren, ich will 7. Das hat er alles uns gethan, sein groß Lieb zu dir leben hier, dir will ich zeigen an; des freu' sich abfahren; mit dir will ich endlich schweben voller Freud ohne Zeit dort im andern Leben. P. Gerhardt. alle Christenheit, und dank ihm des in Ewigkeit. Kyrieleis. D. Martin Luther. Mel. Nun komm, der Heiden Heiland. In eigener Melodie. 33. Celobet feift bu. 34. Gott sei Dank Christ, durch daß du Mensch geboren Welt, der sein Wort bebist von einer Jungfrau, ständig hält, und der Sündas ist wahr, des freuet der Troft und Rat zu uns sich der Engel Schar. hergesendet hat. Kyrieleis. 2. Was der alten Båter 2. Des ewgen Vaters Schar höchster Wunsch einig Kind jeht man in und Sehnen war, und der Krippen findt; in un- was sie geprophezeit, ift ser armes Fleisch und Blut erfüllt nach Herrlichkeit. verkleidet sich das ewig Gut. Kyrieleis. 3. Den aller Welt Kreis nie beschloß, der liegt in Marien Schoß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Kyrieleis. 3. Zions Hülf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfraun Sohn, der wohlzweigestammte Held, hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil, dir Hosanna, o mein Teil; richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an. 5. Zeuch, du Ehrenkdnig, ein, es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne thust, rein von aller Sünden Wust. 4. Das ewig Licht geht da herein, giebt der Welt ein neuen Schein; es leucht wohl mitten in der Nacht, und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis. 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welten ward, 6. Und gleichwie dein Zukunft war voller Sanft= und führt uns aus dem muth, ohn Gefahr, also Jammerthal, er macht uns sei auch jederzeit Erben in seinm Saal. Sanftmut mir bereit. Kyrieleis. deine 7. Tröfte, triste, meinen 6. Er ist auf Erden kom- Sinn, weil ich schwach men arm, daß er unser und blöde bin, und des sich erbarm, und in dem Satans schlaue Lift sich Himmel machet reich und zu hoch vor mir vermißt. 8. Tritt Von der Geburt Chrifti. 29 8. Tritt den Schlangen- dein' Gnad, den alten kopf entzwei, daß ich al- Menschen kränke, daß der ler Nengsten frei dir im Glauben um und an selig bleibe zugethan. neu' leben mag, wohl hier auf dieser Erden den Sinn und all Begehrden und G'danken han zu dir. Elisabeth Creußiger. 9. Daß, wenn du, du Lebensfürst, prächtig wiederkommen wirst, ich dir mög' entgegen gehn, und vor Sir gerecht bestehn. H.Held. Mel. Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt. meine Seele In eigener Melodie. 36. Hier liegt, den 35. Herr Chrift, liebt, nun darf ich nicht Gottessohn, Vaters in die schnöde Welt betrübt, Ewigkeit, aus seinmHerzen mir anthut Schmach und entsproffen, gleich wie ge- Plagen. Im Herzen lieschrieben steht: Er ist der get mir dies Kind, bei dem Morgensterne, sein Glån- man Trost und Rettung zen streckt er ferne vor an- findt. dern Sternen klar. 2. Es scheint ia zwar, 2. Für uns ein Mensch ein schwaches Kind liegt geboren im letzten Teil da in einer Krippen im der Zeit, der Mutter un- Stall und wo man Unverloren ihr jungfräulich flat findt: doch seine süße Keuschheit, den Tod für Lippen, die blasen aus in uns zerbrochen, den Him- mir den Geist, der mir mel aufgeschlossen, das Le- den Weg zum Leben weist. ben wiederbracht. 3. Raum auf, mein 3. Laß uns in deiner Lie- Herz, nimm willig an dein be und Kenntnis nehmen Kreuz, das dir gebieret zu, daß wir im Glauben dies Kind, das dich erbleiben, und dienen im freuen kann und deine Geist so, daß wir hier mb- Seele zieret. Odrůck es gen schmecken dein' Su- fest an deine Brust, und Bigkeit im Herzen, und laß es stets sein deine Lust. dürsten stets nach dir. 4. Du Schöpfer aller Dinge, du väterliche Kraft, regierst von End zu Ende kräftig aus eigner Macht. Das Herz uns zu dir wende, und kehr ab unsre Sinne, daß sie nicht irrn von dir. 5. Ertit uns durch dein' Güte, erweck uns durch 4. O wachse doch, du wertes Kind, in mir nach deiner Güte; o Kind, in dem man einig findt das tröstliche Gemüte; laß mich auch wachsen auf in dir, und mich mit deiner Tugend zier. 5. Du hast dich ja in Ewigkeit allhier mit mir vermählet, und mir darauf Ge Von der Geburt Chrifti. Gerechtigkeit undUnschuld o Herr Chrift, der du zugezählet: drum scheu' ich dazu geboren und unser dein Gerichte nicht, weil einger Heiland bist, daß du im Tod auch bist mein niemand sei verloren, der Licht. sich bekehrt und dir ver6. So nimmst du nun traut, und in sich deine dagegen an das alles, was Liebe baut. 30 ich habe; du zahlst, was Christoph Runge. ich nicht zahlen kann, und holft mich aus dem Grabe. Mel. Nun danket alle Für Dürftigkeit giebst du Gott. mir dich, und mit dir al- 37. les ewiglich. dich 7. Du wirst schwach, heiße daß ich sei ein Mann, bier mein liebstes Jefulein, du ritterlich zu kämpfen; du hast dir vorgenommen, nimmst mein ganzes Elend mein Brüderlein zu sein: an, um meine Not zu ach wie ein süßer Ton, dampfen. Ich kann es wie freundlich sieht er aus, alles sagen nicht, was der große Gottessohn! du mir worden bist, mein Licht. freue mich in die, und willkommen, 2. Gott senkt die Maieståt, sein unbegreiflich Wesen, in eines Menschen Leib, nun muß die Welt genesen; der allerhöchste 8. Du bist mein All, was will ich mehr in die sem kurzen Leben? Dort werd' ich schauen deine Gott spricht freundlich Ehr, wenn du mir das bei mir ein, wird gar ein wirst geben, was ich allhier kleines Kind, und heißt in Furcht und Not muß mein Jesulein. suchen bis in meinen Tod. 3. Wie lieblich klingt 9. Dies eine will ich er mir, wie schallt er in bitten noch: du wolleft in die Ohren; er kann durch mir wenden dies schwer Stahl und Erz und harte gespannte Sündenjoch, Felsen bohren, das liebste und dies mein Elend enden. Jesulein. Wer Jesum Ach laß mich weiter nicht recht erkennt, der stirbt dran ziehn, und ja der nicht, wenn er stirbt, ſoLustseuch bald entfliehn. bald er Jesum nennt. 10. So werd' ich voller 4. Wohlan, so will ich Trost und Freud in mei- mich an dich, o Jesu, nem Elend werden, ver- halten, und sollte gleich die gessen all mein ganzes Leid Welt in tausend Stücken und zeitliche Beschwerden. spalten; o Jesu, dir, Wenn du auch kommest nur dir, dir leb' ich ganz zum Gericht, wirst du mich allein; auf dich, allein auf dann verdammen nicht. dich, mein Jesu, schlaf 11. Das hilf uns allen, ich ein. Caspar Biegler. Mel. Von der Geburt Chrifti. 31 ein Abgrund wär', und Mel. Nun freut euch, meine Seel' ein weites lieben Christen gmein. Meer, daß ich dich möchte fassen! 38. ch steh an deiner Jah Krippen hier, 6. Verginne, mir, o Jeo Jesutein, mein Leben; sulein, daß ich dein Mundich stehe, bring' und schenke lein küsse, das Mündlein, dir, was du mir hast ge- das den süßen Wein, auch geben. Nimm hin, es ist Milch- und Honigflüsſe mein Geist und Sinn, weit übertrifft in seiner Herz, Seel und Mut, Kraft; es ist voll Labsal, nimm alles hin, und laß Stark und Saft, der Mark dirs wohlgefallen. und Bein erquicket. 2. Du hast mit deiner 7. Wenn oft mein Herz Lieb erfüllt mein Adern im Leibe weint, und keiund Geblüte; dein schöner nen Troft kann finden, Glanz, dein süßes Bild da ruft mirs zu: Ich bin liegt mir stets im Ge- dein Freund, ein Tilger Und wie mag es deiner Sünden. Was trauauch anders sein? Wie erst du, mein Fleisch und könnt' ich dich, mein Herze- Bein? Du sollst ja guter lein, aus meinem Herzen Dinge sein, ich zahle dein laffen? Schulden. mute. 3. Da ich noch nicht 8. Wer ist der Meister, geboren war, da bist du der allhier nach Würdigmir geboren, und hast mich keit ausstreichet die Hånddir zu eigen gar, eh' ich lein, so dies Kindlein mir dich kannt, erforen; eh' ich anlachende zureichet? Der durch deine Hand gemacht, Schnee ist hell, die Milch da hat dein Herze schon ist weiß, verlieren doch bedacht, wie du mein woll- beid' ihren Preis, wenn test werden. diese Händlein blicken. 4. Jch lag in tiefer To- 9. Wo nehm ich Weisdesnacht, du warest meine heit und Verstand, mit Sonne; die Sonne, die Lobe zu erhöhen die Neugmir zugebracht Licht, Le- lein, die so unverwandt ben, Freud und Wonne. nach mir gerichtet stehen? O Sonne, die das werte Der volle Mond ist schön Licht des Glaubens in mir und klar, schön ist der zugericht, wie schön sind güldnen Sterne Schar; deine Strahlen! dies Neuglein find viel schöner 5. Ich sehe dich mit Freuden an, und kann 10. O, daß doch so ein mich nicht satt sehen; und lieber Stern soll in der weil ich nun nicht weiter Krippen liegen! Für edle kann, so thu' ich, was ge- Kinder großer Herrn geschehen. O daß mein Sinn hören güldne Wiegen. Ach Hen 32 Von der Geburt Chrifti. Heu und Stroh ist viel Erde; doch bist du so ein zu schlecht, Samt, Seid lieber Gast, daß du noch und Purpur waren recht, nie verschmähet hast den, dies Kindlein drauf zu der dich gerne siehet. legen. P. Gerhardt. 11. Nehmt weg das Stroh, nehmt weg das In eigener Melodie. Heu; ich will mir Blumen 39. Jen bereit, Jeſu, meines Heivon lands Lager sei auf Rosen daß ich zu dir eile, nicht und Violen; mit Tulpen, verweile; Jesu, rufe mich. Nelken, Rosmarin aus schönen Gärten will ich ihn 2. Nicht Jerusalem, sondern Bethlehem hat bevon oben her bestreuen. scheret, was uns nåhret, 12. Zur Seiten will ich nicht Jerusalem. hier und dar viel weiße kommet, was uns from= met, wertes Bethlehem. 3. Wertes Bethlehem, Lilien stecken, die sollen du bist angenehm, aus dir seiner Neuglein Paar im Schlafe sanft bedecken. Doch liebt vielleicht das dürre Gras dies Kindlein mehr als alles das, was ich hier nenn' und denke. 4. Du bist, wie man spricht, nun die Kleinste nicht; allen Leuten, auch den Heiden, bringst du Heil und Licht. 13. Du fragest nicht nach Lust der Welt, noch nach des Leibes Freuden; du haft dich bei uns eingestellt, an unsrer Statt zu leiden; juchst meiner Seelen Troft und Freud durch allerhand Beschwerlichkeit, das will ich dir nicht wehren. 5. Zeige mir den Stern, der mich aus der Fern von den Heiden lehr abscheiden, zeige mir den Stern. 6. So werd', Jesu, ich bald, bald finden dich; Andachtskerzen, Reu im Herzen gläubig bringe ich. 14. Eins aber, hoff' ich, 7. Ach verschmäh mich wirst du mir, mein Hei- nicht! Gieb doch, daß dein land nicht versagen: daß Licht nun und immer in ich dich möge für und für mir schimmer'; ach verin, bei und an mir tragen. schmäh mich nicht! So laß mich doch dein 8. Schönstes WunderKripplein sein, komm, kind, hilf, daß ich entkomm und lege bei mir zundt in dir brenne, dich ein dich und all deine stets nenne, schönstes Freuden. Wunderkind! 15. 3war sollt ich den- 9. Süßer Liebesblick, fen, wie gering ich dich gönne mir das Glück, bewirten werde: du bist hier und droben dich zu der Schöpfer aller Ding, loben, süßer Liebesblick! ich bin nur Staub und 2. Trese. Mel. Von der Geburt Chrifti. 33 erforen, allerliebstes Te Mel. In dich hab' ich sulein, laß mich deinen gehoffet, Herr. finstern o Diener sein. 40. Stall, I'm 2. Nimm mich an, verliebtes Kind, und befehle Wunder groß! des Vaters mir geschwind, rege deine Kind liegt nackt und bloß, süße Lippen, rufe mich zu der ewge Fürst des Lebens. deiner Krippen, thu mir O göttlichs Wort, o Him- durch den holden Mund melspfort, das thust du deinen liebsten Willen kund. nicht vergebens. 2. Weil du so dürftig kommst herein, räumst du 3. Ich verlasse nun die Welt, und was mir an ihr gefällt. Dir alleine das Himmelreich uns ein, will ich leben, dir mich da wir die Fülle haben. Dein' Armut macht, daß uns wird bracht der Reichtum edler Gaben. gründlich untergeben. Du alleine, Jesulein, sollst mein Herr und Obrer sein. 4. Dir soll meine Seel 3. O Menschenkinder, allzeit samt den Kräften freuet euch, dies nackte sein bereit, und mein Leib Kindlein macht euch reich; mit allen Sinnen foll es bringt euch von der nichts ohne dich beginnen; Erden zur Himmelsfreud, mein Gemüte soll auf dich die euch bereit, und ewig- denken jetzt und ewiglich. lich soll werden. 5. Nimm mich an, o 4. Drum laßt die Her- Jesulein, denn ich wünzen wacker sein, und mit sche dein zu sein; dein verden lieben Engelein die bleib' ich, weil ich lebe, Stimm also erschallen: dein, wenn ich den Geift Gott, dir sei Ehr, bei aufgebe. Wer dir dient, uns sich mehr' dein Fried du starker Held, der beund Wohlgefallen! herrscht die ganze Welt. Johann Angelus. 5. Du aber, fartes Je sulein, kehr auch bei uns zur Herberg ein, erleucht Mel. Lobe den Herren, uns das Gemüte, daß den mächtigen König der Glaub und Lieb fich tågEhren. lich üb', Herr gieb's durch 42. deine Güte. B. v. Derschau. Kommst du nun, Jesu, vom Himmel herunter auf Erden? Soll nun der Himmel und Erde vereiniget werden? Ewiger Gott, großer Gott, kann dich mein Jammer schönste Blume weiß und und Not bringen zu Men= rot, von Maria neu ge- schengeberden? boren, unter tausend aus2. Was ich in Adam und 2** Eva Mel. Meine Seele, willst du ruhn. 41. leiner Knabe, 34 Von der Geburt Chrifti. Eva durch Sterben ver-| hat gegeben: seinen Sohn loren, hast du mir, Jesu, zum ewgen Leben. Diedurch Leben und Leiden er- ser kann und will uns hetoren. Gutiger Gott, alle ben aus dem Leid ins Himmein Jammer und Not mels Freud. endet sich, da du geboren. 4. Seine Seel ist uns 3. Teufel, Tod, Hille, gewogen, Lieb und Gunst die zürnen und halten zu hat ihn gezogen, uns, die sammen, wollen michSun Satanas betrogen, zu beder verschlingen und gånz- suchen aus der Höh. lich verdammen. Mächti- 5. Jakobs Stern ist aufger Gott, wende den gegangen, stillt das sehnFammer und Not, tilge liche Verlangen, bricht den die höllischen Flammen. Kopf der alten Schlangen, 4. Gieb mir, o Jesu, und zerstört der Höllen nur heilige gute Gedanken, Reich. halte die Glieder des Leibes in heiligen Schranken; heiliger Gott, laß mich nach deinem Gebot herzlich im Glauben dir danken. 6. Unser Kerker, da wir saßen, und mit Sorgen ohne Maßen uns das Herze selbst abfraßen, ist entzwei, und wir sind frei. 5. Führe mich endlich, 7. O du hochgesegnte o Jesu, ins ewige Leben, Stunde', da wir das von welches du allen, die glau- Herzensgrunde glauben, ben, versprochen zu geben, und mit unserm Munde da ich bei Gott ohne danken dir, o Jesulein. Not, Jammer und Tod 8. Schönstes Kindlein ewig in Freuden kann in dem Stalle, sei uns schweben. E. F. Nachtenhöfer. freundlich, bring uns alle dahin, da mit süßem Schalle dich der Engel Heer erhöht. p. Gerhardt. In eigener Melodie. 43. Commt und last uns ehren, Herz und Sinnen 44. Laßt uns alle fröhlich sein, zu ihm kehren; finget frih- preisen Gott den Herren, lich, laßt euch hören, wer- der sein liebstes Söhnelein tes Volk der Christen- uns selbst thut verehren. beit. 2. Er kommt in das In eigener Mel. oder Quem pastores landavere. 2. Sünd und Hölle mag Jammerthal, wird ein sich gråmen, Tod und Knecht auf Erden, daß Teufel mag sich schämen; wir in des Himmels Saal wir, die unser Heil an- große Herren werden. nehmen, werfen allen Kummer hin. 3. Sehet, was 3. Er wird arm, wir werden reich: ist das nicht Gott ein Wunder? Drum lobt Gott Von der Geburt Chrifti. Gott im Himmelreich all- er doch sein freundlicher, zeit wie jekunder. das Herze- Jesulein!: 4. O Herr Christ, nimm unser wahr, durch dein heilgen Namen; gieb uns ein gut neues Jahr, wers begehrt, sprech: Amen. Urban Langhans. Preis!: 8. Heut schleußt er wieder auf die Thür zum schönen Paradeis; der Cherub steht nicht mehr dafür, Gott sei Lob, Ehr und Nicol. Hermanu. 35 In bekannter Melodie. Mel. Ermuntre dich, schwacher Geift. Christen, alle 46. Mein Herze dich 45. Lobt Gott, ihr mein gleich in seinem höchsten Thron, der heut auf schleußt sein Himmelreich, und schenkt uns seinen Sohn.:/: empor, sei froh und guter Dinge; auf mit dem schbnen Engelchor, ermuntre dich und singe, weil Got2. Er kommt aus seines tes eingeborner Sohn von Vaters Schoß und wird seinem hohen Himmelsein Kindlein klein; er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein.:/: thron zu dir und allen Frommen heut ist auf Ers den kommen. 3. Er äußert sich all sei- 2. O frommer Heiland, ner G'walt, wird niedrig Jesu Chrift, wie groß ift und gering, und nimmt an doch zu schätzen, daß du sich eins Knechts Gestalt, gering und niedrig bist, derSchöpfer aller Ding.:: wie herrlich kann ergößen 4. Er liegt an seiner die Demut, so du bei dir Mutter Brust, ihr Milch haft! Willkommen, sanftdie ist sein Speis, an dem mütiger Gast, du Trost die Engel sehn ihr Luft, betrübter Sünder, des Todenn er ist Davids Reis,:,: des Ueberwinder! 5. Das aus feinm 3. Daß du, o teurer Stamm entsprießen sollt' Seelenfürst, haft Fleisch in dieser letzten Zeit, durch an dich genommen, gerittwelchen Gott aufrichten ger als ein Engel wirst, wollt' sein Reich, die Chri- das ist von Liebe kommen. stenheit.:: Du wirst dort in dem Ebrenreich uns machen deinen Engeln gleich. Du kommst zu uns auf Erden, auf daß wir himmlisch werden. 6. Er wechselt mit uns wunderlich: Fleisch und Blut nimmt er an, und giebt uns in seins Vaters Reich die Flare Gottheit dran.: 4. Du wirst ein Gast auf dieser Welt und führst 7. Er wird ein Knecht ein dürftigs Leben; hierund ich ein Herr, das mag durch ist uns das reiche ein Wechsel sein! Wie könnt' Zelt des Himmels einges 36 Von der Geburt Chrifli. geben. Du wirst geboren ewig nüßen. O starker in der Nacht, auf daß uns Herr, ich hang' an dir, werdeLicht gebracht; durch du kannst und willst mich dich sind wir gerissen aus schüßen, wenn alle mendicken Finsternissen. schen ferne stehn; auch wenn mir wird die Seel ausgehn, willst du den Tod den Himmelslengen; du bezwingen: dir will ich suchst im dunklen Stalle ewig singen. Ruh, damit wir möchten glänzen und ewig in der Ruhe sein; in Windeln 5. Im harten Winter kommest du, bringst uns Gottfr. Wilh. Sacer Mel. In dulci jubilo. wickelt man dich ein, daß 47. Nun singet und du uns von schweren Todesfetten. jauchzt alle und sagt so: 6. Du weinst in deinen Unsers Herzens Wonne Windelcin, auf daß wir liegt in der Krippen bloß, ewig lachen. Du bist der und leucht doch als die Größt', und wirst doch Sonne in seiner Mutter klein, uns alle groß zu Schoß, du bist A und O, machen. Heiland, o du bist A und O. Genadenthron, du bist ja 2. Sohn Gottes in der Gottes liebster Sohn, du Höh, nach dir ist mir so kommst zu uns auf Erden, weh; trist mir mein Gewillst unser Bruder werden. müte, o Kindlein zart und rein, durch alle deine Güte; o liebstes Jesulein, zeuch mich hin nach dir.:: 7. Du bist ein Herr, und wirft ein Knecht, uns ewig zu befreien; reich bist du, wirst doch arm und 3. Groß ist des Vaters schlecht, uns Reichtum Huld, der Sohn tilgt unzu verleihen. Du trägst fre Schuld; wir waren geduldig alles Leid: o gieb, all' verdorben durch Sünd daß ich auch jederzeit, wenn und Eitelkeit, so hat er mich die Not wird pla- uns erworben die ewge gen, dein Kreuz dir mög' Himmelsfreud. Eia, warn nachtragen. wir da.:: 8. du barmherzigs 4. Wo ist der Freuden Jefulein, gieb, daß ich Ort? Nirgend mehr denn mich des Armen, wo ich dort, da die Engel singen ihm kann behülflich sein, mit den Heilgen all, und von Herzen mig' erbarmen. Die Psalmen klingen im Gieb Sanftmut, gieb Be- hohen Himmelsfaal. Eia, scheidenheit, gieb christliche wärn wir da.: Leutseligkeit; laß mich den Nächsten lieben, auch Mel. Wir Christenleut'. wahre Demut üben. 9. reicher Heiland, 48. schenke mir, was mir kann Jesu Christ, dein Kripplein ift Von der Geburt Chrifti. 37 ist mein Paradies, da meine 8. Gedenke doch, wie Seele weidet. Hier ist der Ort, hier liegt das Wort mit unserm Fleisch persönlich angekleidet. herrlich hoch er über allen Jammer dich geführet; der Engel Heer ist selbst nicht mehr als eben du mit Seligkeit gezieret. 9. Du siehest ja vor Augen da dein Fleisch und Blut die Luft und Wolken lenken. Was will doch sich, ich frage dich, erheben, dich in Angst und Furcht zu senken? 10. Dein blöder Sinn geht oft dahin, ruft Ach und Weh, läßt allen Trost verschwinden. Komm her und richt dein Angesicht zum Kripplein Christi, da, da wirst du's finden. 2. Dem Meer und Wind gehorsam find, giebt sich zjum Dienst und wird ein Knecht der Sünder. Du Gottessohn, wirst Erd und Thon, gering und schwach, wie wir und unsre Kinder. 3. Du höchstes Gut hebst unser Blut in deinen Thron hoch über alle Höhen. Du ewge Kraft machst Bruderschaft mit uns, die wie ein Dampf und Rauch vergehen. 4. Was will uns nun zuwider thun der Seelen- 11. Wirst du geplagt? feind mit allem Gift und Ei unverzagt! dein Bruder Gallen? Was wirft er wird dein Unglück nicht mir und andern für, daß verschmähen. Adam ist und wir mit ihm gefallen? Sein Herz ist weich und gnadenreich, kann unser Leid nicht ohne Thränen sehen. 5. Schweig, arger Feind, da sitzt mein Freund, mein Fleisch und Blut, hoch in dem Himmel droben; was du gefällt, das hat der Held aus Jakobs Stamm zu großer Ehr erhoben. 12. Tritt zu ihm zu, such Hülf und Ruh, er wird's so machen, daß du ihm wirst danken; er weiß und kennt, was beißt und brennt, versteht wohl, wie 6. Sein Licht und Heil zu Mute sei dem Kranken. macht alles heil, der Him- 13. Denn eben drům melsschak bringt allen hat er den Grimm des Schaden wieder; der Kreuzes auch am Leibe Freudenquell, Immanuel, wollen tragen, daß seine schlägt Teufel, Höll und Pein ihm möchte sein ein all ihr Reich darnieder. unverrückt Erinnrung un7.Drum, frommerChrift, srer Plagen. wer du auch bist, sei gutes 14. Mit einem Wort: Muts und laß dich nicht Er ist die Pfort zu dieses betrüben; weil Gottes und des andern Lebens Kind dich ihm verbindt, so Freuden; er macht behend kann's nicht anders sein, ein seligs End an alle dem, Gott muß dich lieben. was fromme Herzen leiden. 15. Las 38 Von der Geburt Chrifti. 15. Laß aller Welt ihr terland künftig wieder sel Gut und Geld, und siehe bekannt. nur, daß dieser Schatz dir 6. Wir verehren diese bleibe; wer den hier fest hålt, Liebe, die sich nun mit und nicht läßt, den ehrt uns gepaart. O wie lauund krönt er dort an Seel' ter und wie zart brannund Leibe. test du in diesem Triebe, da du uns an Licht und Mel. Ach, was soll ich Pracht deinen Engeln Sünder machen. gleich gemacht. . Gerhardt. 49. Seid sufrieden, 7. Nun, dein paradielieben Brü- fisch Leben dringet wieder der, denn des Vaters Wort in uns vor, und der Wille und Licht, das er aus fich geht empor, deinen Naselber spricht, bringet das men zu erheben; wir geVerlorne wieder, und in nießen deiner Ruh, o wie unser Fleisch und Bein selig sind wir nu! kleidet ihn die Liebe ein. Christian Friedr. Richter. 2. Höret, wie der Entgel Orden in den Lüften In eigener Melodie. sich erfreun, und wie halb 50. Vom Himmel daß das da Wort ist Fleisch geworden, komm' ich her, ich bring' daß man Gottes liebstes euch gute neue Mähr; der Kind unter Adams Kin- guten Mähr bring' ich so dern findt. viel, davon ich fingn und sagen will. 3. Der die Himmel aufgeführet und der Erden 2. Euch ist ein Kindlein Grund gelegt, der die heut geborn, von einer Kreaturen trägt, wurde Jungfrau auserkorn; ein auch wie wir formieret; und Kindelein so zart und fein, der alle Ding' erfüllt, wird in Windeln eingehüllt. das soll eur' Freud und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will euch führn aus aller Not; er will eur Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 4. Werde auch in uns geboren, und erleuchte du uns ganz, o du durchgebrochner Glanz, und dein Bild, das wir verloren, Fehre wieder bei uns ein, daß wir Menschen Gottes sein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott der 5. Uns verlangt auf Vater hat bereit, daß ihr dieser Erden, durch der mit uns im Himmelreich Liebe Wunderkraft zu des sollt leben nun und ewigLichtes Bürgerschaft wie- lich. derum gebracht zu wer5. So merket nun das den, daß uns unser Va- Zeichen recht, die Krippen, Win Von der Geburt Chrifti. 39 Windelein so schlecht, da Jesulein, mach dir ein findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trågt. rein sanft Bettelein, zu ruhen in meins Herzen Schrein, daß ich nimmer vergesse dein. 6. Des laßt uns alle fröhlich sein und mit den 14. Davon ich allzeit Hirten gehn hinein, zu fröhlich sei, zu springen, fehn, was Gott uns hat singen immer frei das rechte beschert, mit seinem lie- Susaninne schön, mit Herben Sohn verehrt. zenlust den süßen Ton. 7. Merk auf, mein Herz, 15. Lob, Ehr sei Gott und sich dort hin, was im höchsten Chron, der liegt doch in dem Krippe- uns schenkt seinen ein'gen lein? Wes ist das schöne Sohn. Deß freuen sich Kindelein? Es ist das liebe der Engel Schar, und Jefulein. fingen uns solch neues 8. Bis willekomm, du Jahr. D. Martin Luther. edler Gast, den Sünder nicht verschmähet haft, und Mel. Vom Himmel hoch kommst ins Elend her zu da komm ich her. mir: wie soll ich immer 51. Vom Himmel dir? kam der 9. Ach Herr, du Schh gel Schar, erschien den pfer aller Ding, wie bist hirten offenbar; sie sagdu worden so gering, daß ten ihn'n: Ein Kindlein du da liegst auf dürrem zart, das liegt dort in der Gras, davon ein Rind Krippen hart: und Esel aß. 2. Zu Bethlehem, in Davids Stadt, wie Micha das verkündet hat; es ist der Herre Jesus Christ, der euer aller Heiland ist. 10. Und war die Welt vielmal so weit, von Edelftein und Gold bereit, so wär' sie doch dir viel zu klein, zu sein ein enges Wiegelein. 3. Des sollt ihr billig fröhlich sein, daß Gott 11. Der Sammet und mit euch ist worden ein; die Seiden dein, das ist er ist geborn eur Fleisch grob Heu und Windelein, und Blut, eur Bruder ist darauf du Kön'g so groß das ewig Gut. und reich herprangst, als 4. Was kann euch thun war's dein Himmelreich. die Sünd und Tod? Ihr 12. Das hat also ge- habt mit euch den wahren fallen dir, die Wahrheit Gott. Laßt zurnen Leuanzuzeigen mir, wie aller fel und die Hill: Gotts Welt Macht, Ehr und Sohn ist worden eurGesell. Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft, noch thut. 5. Er will und kann euch lassen nicht, seht the auf ihn eur Zuversicht; 13. Ach mein herzliebes es 40 Von der Geburt Chrifti. 6. Zuletzt müßt ihr doch haben Recht, ihr seid nun worden Gotts Geschlecht; des danket Gott in Ewigfeit, geduldig, fröhlich allezeit. D. Martin Luther. es mögen euch viel fechten sitzund Freud, weil uns zu an, dem sei Troß, der's Trost ist Christus Mensch nicht lassen kann. geborett, hat uns erlöft, wer sich des tröst, und glaubet's fest, sollnicht werden verloren. 2. Ein Wunderfreud! Gott selbst wird heut ein wahrer Mensch von Maria geboren. Ein Jungfrauzart sein Mutter ward, von Gott dem Herren Mel. Chriftum wir follen loben schön. 52. Was fürchtst du, selbst dazu erkoren. Feind Hero3. Die Sünd macht Leid, des sehr, daß uns geborn Christus bringt Freud, kommt Christ der Herr? weil er zu uns in dieſe Er sucht kein sterblich Königreich, der zu uns bringt sein Himmelreich. Welt ist kommen. Mit uns ist Gott nun in der Not. Wer ist, der jetzt uns Christen kann verdammen? 2. Dem Stern die Weisen folgen nach, solch Licht zum rechtenlicht sie bracht. 4. Drum sag' ich Dank Sie zeigen mit den Gaben mit dem Gesang Christo drei, dies Kind Gott, dem Herrn, der uns zu Mensch und König sei. gut Mensch worden, daß 3. Die Tauf im For- wir durch ihn nun all los dan an sich nahm das him- find der Sünden Last und melische Gotteslamm; da- unträglichen Bürden. durch der nie kein Sünde that, von Sünden uns gewaschen hat. 5. Hallelujah, gelobt set Gott! fingen wir all aus unsers Herzens Grunde; 4. Ein Wunderwerk da denn Gott hat heut geneu geschah, sechs steinern macht solch Freud, der wir Krüge man da sah voll vergessen solln zu keiner Wassers, das verlor sein' Stunde. Caspar Fuger. Art, roter Wein durch sein Wort draus ward. 5. Lob, Ehr und Dank Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. fei dir gesagt, Chrift, ge- 54. Wir fingen die, born von der reinen Magd, mit Vater und dem heil gen Geist, von nun an bis in Ewigkeit. D. m. Luther. du Lebensfürst und Gnas denquell, du Himmelsblum und Morgenstern, du Jungfraunsohn, Herr aller Herrn, Hallelujah. dir in In eigener Melodie. Christen53. Wleuthabu deinem Heer aus aller Kraft Von der Geburt Chrifti. 41 Kraft, Lob, Preis und Ehr, suchst selber Trost, und daß du, o langgewünsch- findst ihn nicht. Hallel. ter Gast, dich nunmehr eingestellet hast Hallel. 10. Du bist der süße Menschenfreund, doch sind 3. Von Anfang, da die dir so viel Menschen feind; Welt gemacht, hat so manch Herodis Herz hält dich Herz nach dir gewacht; für Graul, und bist doch dich hat gehofft so lange nichts als lauter Heil. Jahr der Vater und Pro- Hallelujah. pheten Schar. Hallel. 11. Ich aber, dein ge4. Vor andern hat dein ringster Knecht, ich sag' hoch begehrt der Hirt und es frei und mein' es recht: König deiner Herd, der Ich liebe dich, doch nicht Mann, der dir so wohl so viel, als ich dich gerne gefiel, wenn er dir sang lieben will. Hallelujah. auf Saitenspiel. Hallel. 12. Der Will ist da, 5. Ach, daß der Herr die Kraft ist klein; doch aus Zion kam', und unsre wird dir nicht zuwider sein Bande von uns nähm'. mein armes Herz, und Ach, daß die Hülfe brach' was es kann, wirst du in herein, so würde Jakob Gnaden nehmen an. Hall. fröhlich sein! Hallelujah. 6. Nun bist du hier, da liegest du, hältst in dem Kripplein deine Ruh; bist klein und machst doch alles groß, bekleidst die Welt, und kommst doch bloß. trieb. Hallelujah. Hallelujah. 13. Hast du doch selbst dich schwach gemacht, erwähltest, was die Welt veracht; warst arm und dürftig, nahmst vorlieb da, wo der Mangel dich hin14. Du schliefft ja auf 7. Du kehrst in fremde der Erden Schoß, so war Hausung ein, und sind dein Kripplein auch nicht doch alle Himmel dein; groß; der Stall, das Heu, trinkft Milch aus einer das dich umfing, war Menschenbrust, und bist alles schlecht und sehr gedoch selbst der Engel Lust. ring. Hallelujah. Hallelujah. 15. Darum so hab' ich 8. Du haft dem Meer guten Mut, du wirst auch sein Ziel gesteckt, und wirst halten mich für gut; 0 mit Windeln zugedeckt; Jesulein, dein frommer bist Gott, und liegst auf Sinn macht, daß ich so Heu und Stroh; wirst voll Trostes bin. Hallel. Mensch, und bist doch Aund D. Hallelujah. 16. Bin ich gleich Sünd und Laster voll, hab' ich 9. Du bist der Ursprung gelebt nicht, wie ich soll: aller Freud, und duldest ei kommst du doch desso viel Herzeleid; bist aller wegen her, daß sich der Heiden Troft und Licht, Sünder zu dir kehr'. Hall. 17. Hått' 42 Von dem Namen und den Aemtern 17. hätt' ich nicht auf 19. Du bist mein Haupt, mir Sündenschuld, hätt' hinwiederum bin ich dein ich kein Teil an deiner Glied und Eigentum, und Huld; vergeblich wärst du will, so viel dein Geist mir mir geborn, wenn ich nicht giebt, stets dienen dir, wie wär'in Gottes Zorn Hall. dir's beliebt. Hallelujah. 18. So faff ich dich nun 20. Ich will dein Halleohne Scheu, du machst lujah hier mit Freuden sinmich alles Jammers frei; gen für und für, und dort du trägst den Zorn, du in deinem Ehrensaal soll's würgst den Tod, verkehrst schallen ohne Zeit und Zahl. in Freud all' Angst und Hallelujah. Paul Gerhardt. Not. Hallelujah. III. Von dem Namen und den Aemtern Jesu Christi. 4. Wenn Satan sich bei Mel. O Gott, du from mir in Anfechtung will mer Gott. regen, ist Jesus' Name 55. Ag Jesu, desſen mir zum Troft, Schuß, Tren im Him- Fried und Segen, zur mel und auf Erden durch Weisheit und Arznei in keines Menschen Mund aller Angst und Not, daß kann gnug gepriesen wer- ich nicht fürchten darf den den; ich danke dir, daß du, Teufel und den Tod. ein wahrer Mensch geborn, 5. Daß ich ein Zornkind haft von mir abgewandt, bin, das macht die schnöde daß ich nicht bin verlorn. Sünde; dein Jesusnam 2. Vornehmlich wird in macht mich zu einem Gnamir all' Herzensangst ge- denkinde; er nimmt von fillet, wenn mich dein mir hinweg die Schuld und süßer Nam mit seinem Missethat, bringt mir die Troft erfüllet. Kein Trost Seligkeit und deines Ba so lieblich ist, als den mir ters Gnad. giebt dein Nam, der süße Jesusnam, du Fürst aus Davids Stamm. 6. Einun, so heilge mich, der ich bin ganz beflecket; dein beilger Jesusnam, 3. O Jesu, höchster der alle Sund zudecket, Schak, du kannst nur er kehre ab den Fluch, den Freude bringen; es kann Seges zu mir wend', auf nichts lieblicher, als Jesus' daß dadurch bei mir sich Name klingen. Ich kann alle Schwachheit end'. nicht traurig sein, weil 7. Er sei mein Licht, das Jesus heißt so viel als mich in Finsternis erHeiland oder Held, der leuchte; er sei der Hmmfelig machen will. melstau, der mich in Hitz Jefu Chrifti. 43 Hiß anfeuchte; er sei mein| genstern, und werde mir Schirm und Schild, mein zur Sonne; geh auf und Schatten, Schloß und sei von mir nicht fern, du Hut, mein Reichtum, Ehr höchste Seelenwonne. Erund Ruhm, er sei mein leuchte mich ganz inniglich, höchstes Gut. daß ich in deinem Lichte noch diesen Tag erblicken mag dein liebstes Angesichte. 2. Ich wünsche nichts als dich zu sehn, hab' auch sonst kein Verlangen. Ach, wenn wird es doch nur geschehn, daß ich dich werd' umfangen? Du bist das Licht, das mein Gesicht alleine will erblicken; du bist der Strahl, der alle= mal kann meine Seel er= quicken. 8. Er sei mein Himmelsweg, die Wahrheit und das Leben; er wolle mir zuletzt aus Gnaden dieses geben, daß ich alsdann in ihm dies Leben schließe wohl, wenn meine Sterbenszeit und Stunde kommen soll. 9. Inmittelst belf' er mir, so lang ich hier noch wandle, daß ich in meinem Thun treu und aufrichtig handle. Er stehe mir stets bei mit feines Geistes Gab, und gebe Kraft, wenn ich was zu verrichten hab'. 3. Du bist der Glanz der Herrlichkeit, und giebst der Welt das Leben; dein 10. In Jesu Namen Anblick macht noch in der sin ich heute aufgestanden, Zeit mich in dem Himmel in ihm vollbring' ich heut, schweben; dein Freudenwas mir kommt unterhan- schein macht meine Pein den; in seinem Namen ist mir über Zucker süße; deins der Anfang schon gemacht, Mundes Kuß, deins Getdas Mittel und der Schluß stes Gruß macht, daß ich wird auch durch ihn voll- ganz zerfließe. bracht. 4. Wo bist du, schönster Bräutigam, o auserkorner Knabe? Wo bist du, süßes Gotteslamm, daß ich mit dir mich labe? Komm doch geschwind, du Gottesfind, fomm, komm, daß ich dich preise, und dir Lob, Ehr und Dank und Ruhm aus Herzenskraft erweise. Nach Joh. Heermann. 5. Der Leib wird matt, Mel. O Herre Gott, die Seel ist schwach, die dein göttlich Wort oder: Augen stehn voll Thränen; Was mein Gott will, der Mund verblaßt, ruft ach und ach, das Herz ist meins voller Sehneu. O JesuMor- lein, mein Freudenschein11. Dir leb' ich, und in dir, in dir will ich auch sterben; Herr, sterben will ich dir, it dir will ich ererben das ewge Himmelreich, das du erworben mir; von dir verklärt will ich dir dienen für und für. das g'scheh allzeit. 56. Geb auf, Herzens du 44 Von dem Namen und den Aemtern du kannst mich ja erquicken; verehren: alles, was Odem verzeuch doch nicht, mit hat, lobe den Herren. deinem Licht mich gnädig anzublicken. Joh. Angelus. Joachim Neander. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Mel. Jesu, hilf siegen, du Fürste des Lebens. 58. Gefu, frommer 57. Großer PropheMenschente, mein Herze herden guter und getreuer begehret von dir inwendig Hirt, laß mich auch dein gelehret zu sein; du, aus Schäflein werden, das dein des Vaters Schoß zu uns Stab und Stimme führt. gekehret, hast offenbaret, Ach du haft aus Lieb dein wie du und ich ein; du Leben für die Schafe hinhaft als Mittler den Teufel gegeben, und du gabst es bezwungen, dir ist das auch für mich; laß mich Schlangenkopftreten ge- wieder lieben dich. lungen. 2. Herden ihre Hirten 2. Priester in Ewigkeit, lieben, und ein Hirt liebt meine Gedanken denken seine Herd; laß uns auch mit brennendem Eifer an so Liebe üben, du im Himdich; bringe mein Seufzen mel, ich auf Erd. Schalin heilige Schranken, der du ein Opfer geworden für mich; du bist als Fürsprach zum Himmel gefahren, kannst auch dein Eigentum ewig bewahlet deine Lieb hernieder, soll dir meine schallen wieder; wenn du rufft: Ich liebe dich! ruft mein Herz: Dich liebe ich! ren. 3. Schafe ihren Hirten kennen, dem sie auch 3. König der Ehren, dich sind wohlbekannt; laß mich wollen wir ehren; stimmet auch nach dir zurennen, ihr Saiten der Liebe mit wie du kamst zu mir geein, lasset das Loben und rannt; als des HöllenDanken nun hören, weil wolfes Rachen eine Beut wir die teuer Erkaufeten aus mir wollt' machen, riesein. Herrsche, liebwürdig- fest du: Ich kenne dich! ich fter Heiland, als König; auch rief: Dich kenne ich! Menschenfreund, schüße 4. Herden ihren Hirten die Deinen, dir wenig. hören, folgen seinerStimm 4.. Nun denn so soll allein; Hirten auch zur auch mein alles erklingen, Herd sich kehren, wenn ich als ein Christe will tre- fie blöken, groß und klein: ten herbei, will nicht er- laß mich hören, wenn du müdet aus Liebe dir singen, schreiest, laß mich laufen, sondern vermehren dies wenn du drauest; laß mich Jubelgeschrei. Ich will horchen stets auf dich, Je= dich, Herzog des Lebens, fu, höre du auch mich. 5. Hi Bin Jefu Chrifti. 45 geistgefinnten Sinn, weil ich nur noch ein Kind in Christi Liebe bin. 5. Höre, Jesu, und er- mit Fleisch und Blut den höre meine, deines Schaf leins, Stimm; mich auch zu dir schreien lehre, wenn fich naht des Wolfes 4. Und werd' ich dermalGrimm: laß meinSchreien eins zu meiner Mannheit dir gefallen, deinen Trost kommen, wie will ich ihm herwieder schallen; wenn so treu verbleiben, meinem ich bete, höre mich, Je- frommen und allerbesten su, sprich: Ich höre dich. Schatz. Ach gegen ihn allein soll in recht keuscher Brunst mein Herz entzündet sein. 6. Hbre, Jesu, und erhöre, wenn ich ruf', anElopf und schrei'; Jesu, dich von mir nicht fehre, steh mir bald in Gnaden bet. Ja, du hörst; in deinem Namen ist ja alles Ja und Amen. Nun ich glaub' und fühle schon deinen Trost, o Gottes Sohn. Sigism. v. Birken. 5. Komm, Liebster, funde an, entzünde die Gedanken; entzünde mir mein Herz, so werd' ich niemals wanken aus meiner Liebespflicht; entzünde gegen dich mein Herz, so bleib' ich treu dir, Liebster, ewiglich. Mel. Nun komm, der Heiden Heiland. Mel. O Gott, du frommer Gott, 59. ch hab ihn dens 60. I Seelen Ruh, noch lieb, bleibe an ihm hangen, er und mein bester Schaß einzig meine Lust, er ein- dazu, alles bist du mir zig mein Verlangen. Fall' allein, sollst auch ferner ich schon oftermals aus alles sein. meiner Liebespflicht, ſo trennet solches doch die treue Liebe nicht. 2. Liebet jemand in der Welt edle Schäße, Gold und Geld: Jesus und sein theures Blut ist mir mehr 2. Denn hätt' ich nur die Kraft, die ich mir denn alles Gut. wünschen wollte, wenn 3. Stellen meine Feinde mein Wunsch nach Be- sich öffentlich gleich wider gier erfüllet werden sollte: mich: Jesus reißt aus gewiß, ich bliebe treu; er aller Not, tilget Teufel, sollte noch an mir von Höll und Tod. Herzen sein vergnügt, meine höchste Zier. 4. Bin ich krank und ist kein Mann, der die Schwachheit heilen kann: Jesus will mein Arzt in Pein und meiner treuer Helfer sein. 5. Bin ich nackend, arm und 3. Das Wollen und der Mut find da, obgleich zu Zeiten Vollbringen mangeln will; drum seh' ich täglich streiten in mir 46 Von dem Namen und den Aemtern und bloß, und mein Vor- aller, die vom Himmel rat ist nicht groß; Jesus kamen, huldreich, prächtig, hilft zur rechten Zeit mei- tugendsam, über aller Götner armen Dürftigkeit. ter Namen. Seiner groBen Lieblichkeit gleicht kein Name weit und breit. 6. Muß ich in das Elend fort, hin an einen fremden Ort: Jesus sorget 2. Jesus ist das Heil selbst für mich, schüket der Welt, und ein Arznei mich ganz wunderlich. für die Sünden; Jesus 7. Muß ich dulden ist ein starker Held, unsern Hohn und Spott wegen Feind zu überwinden; wo Gott und sein Gebot: nur Jesus wird gehört, Jesus giebt mir Kraft ist der Teufel schon ge. und Macht, daß ich allen stört. Spott nicht acht. 3. Jesus ist der Weisen Stein, der Gesundheit giebt und Leben; Jesus hilft von aller Pein, die den Menschen kann umgeben. Lege Jesum nur aufs Herz, so verliert sich aller Schmerz. 4. Jesus ist ein ewger Schatz und ein Abgrund alles Guten; Jesus ist ein Freudenplat voller süßen Himmelsfluten; Jesus ist ein fühler Tau, der er= frischet Feld und Au. 5. Jesus ist der süße Bronn, der die Seelen all erquicket. Jesus ist die 11. Jesus sei mein ewge Sonn, deren Strahl Speis und Trank, Jesus uns ganz verzucket. Willst fei mein Lobgesang, Jesus, du froh und freudig sein, sei mein ganzes All, Jesus laß nur ihn zu dir hinein. sei mein Freudenschall. 6. Jesus ist der liebste 12. Endlich laß, du hoch- Ton, den mir alle Welt stes Gut, Jesu, laß dein kann singen; ja ich bin teures Blut, deine Wun- im Himmel schon, wenn den, deine Pein meinen ich Jesum bör' erklingen: Troft im Tode sein. Jesus ist meins Herzens Freud, und mein ewge Seligkeit. Lucas Backmeister. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 8. Hat der Bienen Honigsaft und der Zucker süße Kraft: mein herzliebfter Jesus Christ tausendmal noch süßer ist. 9. Drum, o Jesu, will ich dich immer lieben feftiglich; du, o Jesu, sollst allein meiner Seelen alles sein. 10. Jesus, was durch Ohren bricht, Jesus, was das Auge sieht, Jesus, was die Zunge schmeckt, und wonach die Hand sich freckt. 61. Su Resus ist der 7. Jesus ist mein Himmelbrod, das mir schmeckt, wie ich's begehre; er erhält mich, Jesu Chrifti. mich, daß ich ewig wahre; Zucker ist er mir im Mund, Balsam, wenn ich bin verwundt. 8. Jesus ist der Lebensbaum voller edlen Tugendfrüchte; wenn er findt im Herzen Raum, wird das Unkraut ganz zu nichte; alles Gift und Unheil weicht, das sein Schatten nur erreicht. 5.( Seele.) Wer an dir, o Jesu, findt alles Vergnügen, der kann sich in dieses mit leichter Müh fügen; ich würde mich für den Begütertsten schätzen, so lange du bleibest mein einzig Ergößen. 6.( Jesus.) Wie aber, wenn ich dir die Ehre ließ' nehmen, daß, die dich geehret, sich nachmals dein schämen? Wie würdt du bei Schmach und Verach62.( Seele.) ch liebe tung dich halten? Es möchte die Liebe wohl et was erkalten. dich Herzlich, o Jesu, vor al len; du bist es, an dem ich mein einzig Gefallen; ich such' dich, ich lieb' dich, ich will dich umfassen; ich will dich fest halten, ich will dich nicht lassen. 7.( Seele.) Laß Ehre, Gunst, Herrlichkeit immer hinfliehen; laß Misgunst, Verachtung und Spott mich beziehen: ich will es geduldig und willig verschmerzen, und nimmer ermüdet dich lieben von 9. Jesus ist das höchste Gut in dem Himmel und auf Erden; Jesus' Name macht mir Mut, daß ich nicht kann traurig werden. Jesus' Name soll allein mir der liebste Name sein. Johann Angelus. 47 o mein Jesu, die Probe wolltst sehen. 4.( Jesus.) Wolltst du mich so herzlich und inniglich lieben, und gegen mich deine Treu dennoch ausüben, wenn ich dir die Güter der Erde entrisse, und dich in verachtete Armut verstieße? Mel. Ach alles, was Himmel und Erde umfchließet. 2.( Jesus.) Mein liebstes Kind, solltest du lieber mich haben, als an- Herzen. dere? Liebest du etwa die 8.( Jesus.) Gefängnis, Gaben? Wie, wenn du Band', Marter, Schmerz vom Lieben nichts solltest Elend und Leiden, das genießen? so möchte wohl möchte die Liebe, so zwietwa die Liebe zerfließen. schen uns, scheiden: wie 3.( Seele.) Ich liebe den Geber nicht um das Geschenke, so viel ich mich kenne und wie ich gedenke; ich hoffe in diesem Teil 9.( Seele.) Ich wollte treu zu bestehen, wenn du, mich um dich, mein Lewürdest du wohl in der Probe bestehen, wenn du für mich solltest zum Tode hingehen. ben, 48 Von dem Namen und den Aemtern ben, her schlingen, so könn- Bösen und liebe die From= te kein Marter, noch Tod men; ein reines Herz laff'ich mich bezwingen; ich wollte vor mein Gesicht kommen. anhalten mit Lieben und Glauben, so könnte mich niemand des Lebens berauben. 15.( Seele.) Ich leugne nicht, daß ich gesündiget habe; doch glaub' ich, dein Blut mich von Sünden wascht abe; und dadu mich wegen der Sünden wolltst hassen, so wollt' ich dein eigne Gerechtigkeit faffen. 10.( Jesus.) Wie, wenn ich mich stellte, als wollt' ich dich fliehen? so dürft' wohl die Welt dich mit Lift zu sich ziehen; du würdest dich dem, der dich anlockt, vergesellen, dich ge- gelungen: dein Glaub, gen den, der sich verstellet, verstellen. 16.( Jesus.) Wer dabei mich faffet, dem ist es meine Liebste, der hat mich bezwungen. Ich lieb' dich, ich halt dich, ich will dich nicht lassen, ich will dich annehmen, ich will dich umfassen. 17.( Seele.) Beständig bei meinem Vorsaße zu bleiben, wollst du mich durch deinen Geist stetigst antreiben; und daß ich denselben auch sehe ins Werke, verleih mir, Herr, Kräfte und göttliche Stärke! 12.( Jesus.) Ich könnte dich gleichwohl verstoßen zur Höllen, dann würde man sehen, wie du dich 18.( Jesus.) Im Liemöchtst stellen; du würdest ben getreu bis ans Ende aufhören zu lieben, und verbleibe, mich nimmer zu haffen den, der dich nun- lassen, aufs neu dich vermehro hätt' gånzlich ver- schreibe; von dir will ich, laffen. Liebste, wohl nimmermehr weichen, bis ich dich heimhole beim Todesverbleichen. 13.( Seele.) Ach Lieber, wie solltst du das können und wollen, und halten so teure Zusagen nicht 19.( Seele.) Im Liesollen? Du haft den Be- ben getreu bis ans End kehrten zu helfen verspro- ich verbleibe, dich nimmer chen: was du mir beeidet, zu lassen aufs neu mich wird nimmer gebrochen. verschreibe; von dir will 14.( Jesus.) Wer wollte ich, Liebster, wohl nimmich zwingen, dich Sün- mermehr weichen, bis du der zu lieben, ein'n solchen, mich heimholest beim Toder öfters mich pflegt zu desverbleichen. betrüben? Ich haffe die Joh. Caspar Schade. 11.( Seele.) Du kannst nicht von Herzen die Menschen betrüben, drum werd' ich nicht müde, dich dennoch zu lieben; ob deine treu'Hülfe zu wanken gleich schiene, so muß es zu meiner Verstärkung nur dienen. Mel. Jefu Chrifti. 49 Mel. Nun komm, der quickungszeit. bereit! Jetzt kommt die ErHeiden Heiland. G. Arnold. 63. wenn er hell in mir an 64. bricht; meiner Seelen Rubestatt, wenn sie keine Kraft mehr hat. Mein Herzens Jesu, meine Lust, an dem ich mich vergnüge, der ich an deiner 2. Jesus ist mein star- Liebesbrust mit meinem ker Held; wenn der Teu- Herzen liege; mein Mund fel mich anfällt, und die hat dir ein Lob bereit, weil Sünde groß sich macht, ich von deiner Freundlichich ihrTroßen ganzveracht'. keit so großes Labsal kriege. 3. Jesus ist mein fester Sieg wider Teufel, Babels Krieg; er ist meine starke Wehr wider das verdammte Heer. Freudenlicht, lieben Chriſten gmein. 4. Ach, mein Jesu, laß mich dir sein verpfändet für und für, laß mich Armen die allein in der Lieb ergeben sein. 2. Mein Herze wallt und ist in dich mit heißer Lieb entzündet; es singt, es springt, es freuet sich, so oft es dich empfindet, so oft es dich im Glauben küßt, der du dem Herzen alles bist, das dich im Glauben findet. 3. Du bist mein wunder5. Alle, die ihr Jesum bares Licht, durch welches sucht, kommt, genießet sei- ich erblicke mit aufgedeck= ner Frucht, die den Geist tem Angesicht, daran ich und Seel erquickt, euch mich erquicke. Nimm hin damit zum Siegen schickt. mein Herz, erfüll es ganz, o 6. Herzens- Jesu, Sie wahres Licht, durch deinen gesfürst, meine Seele nach Glanz, und weiche nicht dir dürft; alle Feind in mir zurücke. besieg, daß ich nicht im Kampf erlieg'. 4. Du bist mein sichrer Himmelsweg, durch dich 7. Nach dem Siegen steht alles offen; wer dich nimm mich auf zu dem versteht, der hat den Steg auserwählten Hauf, da du zur Seligkeit getroffen. mir den Gnadenlohn ge- Ach laß mich, liebstes Heil, ben wirst, o Gottessohn. hinfür doch ja Himmel außer dir auf keine Wege hoffen. 8. Auf, ihr Ueberwinder, seht, Jesus euch entgegengeht, um für wenig Schmach und Hohn euch zu gebn die Ehrenkron. 5. Du bist die Wahrheit, dich allein hab' ich mir auserlesen; denn ohne dich 9. Hallelujah, Gloria! ist Wort und Schein, in Auf, des Herren Tag ist dir ist Kraft und Wesen. nah; wachet, haltet euch Ach mach mein Herz doch 3 vol 50 Von dem Namen und den Aemtern villig frei, daß es nur dir daß deine Huld mich ergeben sei, durch den es schůze. kann geneſen. 11. Du bist mein treuer 6. Du bist mein Leben, Seelenhirt, und selber auch deine Kraft soll mich allein die Weide; du hast mich, regieren: dein Geist, der da ich war verirrt, geholt alles in mir schafft, kann mit großer Freude. Ach Leib und Seele rühren, nimm dein Schäßlein nun daß ich voll Geist und Le- in acht, damit es weder ben bin; mein, Jesu, laß List noch Macht von deimich nun forthin das Leben ner Herde scheide nicht verlieren. 12. Du bist mein holder 7. Du bist mein süßes Bräutigam, dich will ich Himmelsbrot, des Vaters stets umfassen; mein Hoherhöchste Gabe, damit ich priester und mein Lamm, mich in Hungersnot als das sich hat schlachten laseiner Stärkung labe. Osen; mein König, der mich Brot, das Kraft und Le- ganz befißt, der mich mit ſeiben giebt, gieb, daß ich, was der Welt beliebt, niemals zur Nahrung habe. ner Allmacht schüßt, wenn mich viel Feinde hassen. 13. Du bist mein aus8. Du bist mein Trank, erkorner Freund, der mir und deine Frucht ist mei- mein Herz beweget; mein ner Kehle süße; wer von Bruder, der es treulich dir trinkt, derselbe sucht, meint, die Mutter, die mich daß er dich stets genieße. pfleget; mein Arzt, wenn O Quell, nach der mein ich verwundet bin, mein Herze schreit, gieb, daß der Balsam, meine Wärterin, Strom der Süßigkeit sich die mich in Schwachheit ganz in mich ergieße. tråget. 9. Du bist mein aller- 14. Du bist mein starker schönstes Kleid, mein Zie- Held im Streit, mein Panrat, mein Geschmeide; zer, Schild und Bogen, du schmückst mich mit Ge- mein Tröster in der Traurechtigkeit gleich als mit rigkeit, mein Schiff in Wasreiner Seide. Ach gieb, serwogen, mein Anker, daß ich die schudde Pracht, wenn ein Sturm entsteht, damit die Welt sich herr- mein sichrer Kompaß und lich macht, als einen Un- Magnet, der mich noch flat meide. nie betrogen. 10. Du bist mein Schloß 15. Du bist mein Leitund sichres Haus, da ich stern und mein Licht, wenn in Freiheit fize; da treibet ich im Finstern gehe; mein mich kein Feind heraus, da Reichtum, wenn es mir sticht mich keine Hike. Ach laß mich, liebstes Jesulein, gebricht, in Liefen meine Höhe; meinZucker, wenn es allzeit in dir erfunden sein, bitter schmeckt, mein festes Dach. i Jefu Chrifti. 51 Malen, ia werd' ich nicht erleucht, verderb' ich ganz gewiß. Dach, das mich bedeckt, irre sonst zu allzu vielen wenn ich im Regen stehe. 16. Du bist mein Garten, da ich mich in stiller Lust ergöße; mein liebstes Blümlein, welches ich darein zur Zierde seße; mein Röschen in dem Kreuzesthal, da ich mit Dornen ohne Zahl den schweren Gang verletze. 3. Mein Weg zum Vaterland, ach öffne mir die Pforte, die mich ins Liebereich im Glauben überbringt; du weißt ja, daß dein Knecht an einem wüsten Orte schon lang genug gewohnt, und nun nach 17. Du bist mein Troft in Herzeleid, mein Lust- Freiheit ringt. spiel, wenn ich lache; mein Tagewerk, das mich erfreut, mein Denken, wenn ich wache; im Schlaf mein Traum und süße Ruh, mein Vorhang, den ich immerzu mir um mein Bettchen mache. 4. O Wahrheit, heil'ge mich in aller deiner Wahrbeit, und bringe meinen Sinn zur rechten Lauterkeit, vertreib den Lügengeist durch deines Wortes Klarheit, und mache mich recht fest in allem Kampf und Streit. 18. Was soll ich, Schönster, wohl von dir noch 5. Mein Leben, leb in weiter sagen können? Ich mir und laß mich in dir will dich meine Liebsbegier, leben; ich bin ja ohne dich mein einig Alles nennen; zum Guten gånzlich tot. denn was ich will, das bist Du bist das Lebensbrot, du mir; ach laß mein Herze das einzig Nahrung geben für und für von deiner kann meinem matten Geift Liebe brennen. in aller Hungersnot. 6. Mein Lammlein, still und fromm, rein, heilig und unschuldig, ach wirke 65. Mein Vater, doch in mir den sanften Johann Christian Lange. In eigener Melodie. dein Kind, nach deinem Bilde, und schaffe selbst in mir die neue Kreatur; laß mich doch gütig sein, auch heilig, weis' und milde, 7. Mein Meister, lehre durch deiner GnadenKraft, wie du bist von Natur. zeuge mich, Lämmleinssinn, so werd' ich auch wie du im Leiden recht geduldig, und lasse mich zum Kreuz gar willig führen hin. mich den Vater wohl zu kennen, weil ohne dich, o 2. Mein Licht, erleuchte Licht, ich Gott, das Licht mich, laß deiner Gnaden nicht seh'; ach unterweise Strahlen mir dringen in mich, ihnäbba recht zu nenmein Herz, vertreib die nen, daß alle mein Gebet Finsternis; ich fall' und in rechter Brunst gescheh'. 3* 8. Mein 52 Von dem Namen und den Aemtern 8. Mein Hoherpriester| ten Lieb, den Geist, auf hör nicht auf für mich zu meine Brust; laß deinen beten, ach rufe doch mit Gruß und Kuß mich mir den Vater täglich an; schmecken; sei mein Spielaß deinen heilgen Geist gel, darin ich mich beschau' mit Seufzen mich vertre- nach aller Herzensluft. ten, wenn ich im harten Kampf selbst nicht mehr beten kann. 14. Mein Ein und Alles, laß mit dir mich eins hier werden, so wird mir alles 9. Mein König, schüße nichts, du aber alles sein. mich, wenn Satan, Welt Und nimmet deine Güt und Sünde, so sich in mir mich endlich von der Ernoch regt, auf meine Seele den, so geh' ich friedensstürmt; hilf, daß in deinem voll in deine Freude ein. Schoß ich allzeit Ruhe fin- Christian Andreas Bernstein. de: denn der ist sicher nur, den deine Macht beschirmt. 10. Mein Hirte, weide Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. mich auf einer grünen 66. Mein Jesu, mich im SeeDurst ans frische Wasser lenluft, mir ist nichts außer hin. Hol meine Seel her- dir bewußt, wenn du mein um; wollt' ich aufs Eitle Herz erquickest; dieweil dein schauen, so bringe bald Kuß so lieblich ist, daß zurecht den ausgeschweif- man auch seiner selbst verten Sinn. gißt, wenn du den Geist entzückest; daß ich in dich aus dem Triebe deiner Liebe von der Erde über mich gezogen werde. 11. Mein Arzt, bin ich verwundt, sind ausgezehrt die Kräfte, so laß den Liebesfluß, dein teurvergoß nes Blut, mich heilen; laß 2. Was hatt' ich doch des Geists Erneurung- Le- für Trost und Licht, als benssäfte mich laben und ich dein holdes Angesicht, erfreun, mir stärken Herz mein Jesu, noch und Mut. nicht Fannte? Wie blind und 12. Mein Freund, ver- töricht ging ich hin, da traue dich doch besser mei- mein verkehrter Fleischesnem Herzen, und laß mich sinn von Weltbegierde deiner Treu noch mehr brannte; bis mir von dir versichert sein, auf daß zu Licht und Leben ward gealler Zeit ich meiner See- geben, dich zu kennen, Herzlen Schmerzen getroft ver- lich gegen dich zu brennen. senken darf in deines Herzens Schrein. 3. Die arme Welt hat zwar den Schein, als wär' 13. Mein Braut'gam, ihr schlechtes Fröhlichsein liebe mich, und sehe mir ein herrliches Vergnügen, das Siegel der unverfälsch- allein wie eilend geht's vorbet; Jesu Chrifti. 53 bei; da sieht man, daß es Gnadenschein in jenem LeBlendwerk set, wodurch wir uns betrügen. Drum muß Jesus mit den Schäßen mich ergößen, die bestehen, wenn die WeltLust muß vergehen. ben finden, da man stets kann, sich zu laben, Jesum haben, stets erblicken und ihn in die Arme drücken. 8. Allein, du holder Menschensohn, ich kenne 4. Wer Jesum fest im deine Liebe schon, wenn Glauben hält, der hat die uns die Dornen stechen: Kraft der andern Welt dein Herz, daß mich in hier allbereit zu schmecken. Trauern setzt, und sich Pflegt Jesus gleich zu verschleußt, muß doch zumancher Zeit bei großer lebt vor lauter Liebe breHerzenstraurigkeit sein chen; drum füllt und quillt Äntlik zu verdecken, ist in mein Herze nach dem doch sein Joch sanft und Schmerze deine Süße, die feiner, als wenn einer ich noch allhier genieße. auf dem Bette dieser Welt zu schlafen hatte. 9. Du salbest mich mit Freudenbl, so daß sich öf5. So weiß ich auch ters Leib und Seel recht aus deinem Wort, daß du inniglich erfreuen; ich weiß dich, liebster Seelenhort, wohl, daß du mich betrübst, nicht ewiglich versteckest; ich weiß auch, was du du thust vor mir die Augen denen giebst, die sich dazu, auf daß du desto größre vor nicht scheuen. Drum Ruh hernach in mir er- gieb den Trieb, unabwent= weckest, wenn ich treulich, dig und beständig treu zu als ein Rebe, an dir klebe bleiben, und recht fest an auch im Leide, nicht nur dich zu glauben. in der süßen Freude. 10. Der Glaub ist eine 6. Derhalben soll mich starke Hand, und hält dich feine Not, mein Jesu, als ein festes Band; ach wär' es auch der Tod, von stärke meinen Glauben. deinem Dienst abschrecken. Im Glauben kann mich Ich weiß, daß mich dein niemand dir, im Glauben Herze liebt, darum so geh' kann dich niemand mir, o ich unbetrübt mit dir durch starker Jesu, rauben: weil Dorn und Hecken. Plage, ich fröhlich Welt und Draschlage, ich binstille ist's dein chen kann verlachen und Wille, mich zu krånken: du die Sünden durch den wirst meiner doch gedenken. Glauben überwinden. 7. Und sollt' ich auch, Joh. Christian Lange. mein Hort, in mir dein süßes Manna nicht allhier Mel. Erschienen ist der in dieser Zeit empfinden, herrlich Tag. so will ich doch zufrieden 67. sein, und werde deinen Jesu süß, wer dein gedenkt, 54 Von dem Namen und den Aemtera denkt, sein Herz mit Freud figkeit, du Trost der Seel, wird überschwängt; nochsu- die zu dir schreit, die heiBer aber alles ist, wo du, o ßen Thränen suchen dich, Jesu, selber bist. Hallelujah. das Herz zu dir schreit 2. Jesu, der Herzen inniglich. Hallelujah. Freud und Wonn, des Le- 10. Ja, wo ich bin, um bens Brunn, du wahre was Revier, so wollt' ich, Sonn, dir gleichet nichts Jesus wär' bei mir: Freud auf dieser Erd, in dir ist, über Freud, wenn ich ihn was man je begehrt. Hall. fånd'; selig, wenn ich ihn 3. Jesu, dein Lieb ist halten könnt'. Hallelujah. mehr denn süß, nichts ist 11. Was ich gesucht, darin, des einm verdrieß: das seh' ich nun; was ich viel tausendmal ist's, wie begehrt, das hab' ich schon. ich sag', edler, als man's Vor Lieb, o Jesu, bin aussprechen mag. Hallel. ich schwach, mein Herz 4. Jesu, du Quell der das flammt und schreit dir Gutigkeit, ein Hoffnung nach. Hallelujah. bist, all unsre Freud, ein 12. Wer dich, o Jesu, süßer Fluß und Gnaden- also liebt, der bleibt wohl bronn, des Herzens wahre sicher unbetrübt: nichts Freud und Wonn. Hall. ist, das diese Lieb verzehr', 5. Dein Lieb, o süßer sie wächst und brennt je Jesu Christ, des Herzens längr je mehr. Halleluja. beste Labung ist; sie machet 13. Jesus, du Blum fatt, doch ohn Berdruß; und Jungfraunsohn, du der Hunger wächst im Lieb und unser GnadenNeberfluß. Hallelujah. thron, dir sei Lob, Ehr, 6. Jesu, du engelische wie fich's geziemt; dein Zier, wie süß in Ohren Reich nimmer kein End klingst du mir; du Wun- mehr nimmt. Hallelujah. derhonig in dem Mund, 14. In dir mein Herz kein bessern Trunk mein hat seine Lust, die Lieb Herz empfund. Hallelujah. vollkommen wird und just; 7. Jesu, du höchste auf dich ist all mein Ruhm Gutigkeit, meins Herzens gestellt, Jesu, du HetLust und beste Freud, du land aller Welt. Hallel. bist die unbegreiflich Güt, 15. Du Brunn aller dein Lieb umfäht all mein Barmherzigkeit, dein Glanz Gemüt. Halleluiah. erstreckt sich weit und breit; der Traurigkeit Gewölk ist sehr gut; wohl dem, vertreib, das Licht der der sonst nichts suchen thut. mir selber will ich sterben ab, daß ich in ihm das Leben hab'. 8. Jesum lieb haben Glort bei uns bleib'. Hall. 16. Dein Lob im Himmel hoch erklingt, kein Chor ist, der nicht von Hallelujah. 9. Jesu, o meine Su dir singt; Jesus erfreut die Jefu Chrifti. 55 die ganze Welt, hat Gott das Lösegeld deines Bluts, für uns zufriedn gestellt. o Held. Hallelujah. 5. Höchste Majestät, Kö17. Jesus im Fried re- nig und Prophet, deinen gieren thut, der übertrifft Zepter will ich küssen, ich all Sinn und Mut; der will fitzen dir zu Füßen, Fried bewahr' mein Herz wie Maria that, höchste und Sinn, so lang ich Majestät. hier auf Erden bin. Hall. 18. Und wann ich ende meinen Lauf, so hole mich zu dir hinauf, Jesu, daß ich da Fried und Freud bei dir genieß' in Ewigkeit. Hallelujah. 6. Laß mich deinen Ruhm als dein Eigentum durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe bren= nen, als dein Eigentum, allerschönster Ruhm. 7. Zeuch mich ganz in 19. Jesu, erhöre meine dich, daß vor Liebe ich Bitt, Jesu, verschmäh ganz zerrinne und zer= mein Seufzen nicht, Jesu, schmelze, und auf dich mein Hoffnung steht zu mein Elend wälze, das dir, o Jesu, Jesu, hilf stets drücket mich: zeuch du mir! Hallelujah. mich ganz in dich. Martin Moller 1-17. 8. Deiner Sanftmut Schild, deiner Demut Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz sich rege: vor dir su, süße Ruh? unter vielen sonst nichts gilt, als dein auserforen, Leben derer, die verloren, und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh! Mel. Seelenbräutigam. 68. Wer ist wohl wie du, Jeeigen Bild. 9. Steure meinem Sinn, der zur Welt will hin, daß 2. Leben, das den Tod, ich nicht mög' von dir mich aus aller Not zu wanken, sondern bleiben erlösen, hat geschmecket, in den Schranken; sei du meine Schulden zugedecket, mein Gewinn, gieb mir und mich aus der Not deinen Sinn. hat geführt zu Gott. 10. Wecke mich recht 3. Glanz der Herrlich auf, daß ich meinen Lauf keit, du bist vor der Zeit unverrückt zu dir fortseke, zum Erlöser uns geschen- und mich nicht in seinem ket, und in unser Fleisch Neke Satan hal auf; versenfet in der Füll der fördre meinen Lauf. Zeit, Glanz derherrlichkeit. 4. Großer Siegesheld, Tod, Sünd, Höll und Welt, alle Kraft des grosen Drachen hast du wolln zu Schanden machen durch 11. Deines Geistes Trieb in die Seele gieb, daß ich wachen mög' und beten, freudig vor dein Antlitz treten; ungefärbte Lieb in die Seele gieb. 12. Wenn 56 Vom Leiden Chrifti. 12. Wenn der Wellen gieb mir, höchstes Gut, Macht in der trüben Nacht durch dein teures Blut. will des Herzens Schiff- 14. Soll's zum Sterben lein decken, wollst du deine gehn, wollst du mir beiHand ausstrecken; habe auf stehn, mich durchs Todesmich acht, Hüter in der thal begleiten und zur Nacht. Herrlichkeit bereiten, daß 13. Einen Heldenmut, ich einst mag sehn mich der da Gut und Blut gern zur Rechten stehn. um deinetwillen lasse, und des Fleisches Lüfte basse, 3. A. Frehlinghausen. IV. Vom Leiden Christi. [ verbleiben, von welchem mich ewig kein Teufel foll In eigener Melodie. 69. Ach alles, was treiben. Himmel und 5. Denn Jesus bestrahErden umschließet, sei von let die schmachtenden Hermir viel tausendmal schöne zen, versüßet mit Freuden gegrüßet: was hören kann, die bitteren Schmerzen; höre, ich will sonst nichts das weiß ich nun alles, wissen, als meinen gekreu- drum will ich nicht lassen zigten Jesum zu küssen. hier meinen Herz- Jesum, 2. Jch rühme mich ein- ich muß ihn umfassen. zig der blutigen Wunden, 6. Ach sehet, mein Jedie Jesus an Händen und sus kommt freudig geganFüßen empfunden; drein gen, und will mich vor will ich mich senken, recht Liebe gleich brünstig umchristlich zu leben, daß ein- fangen. O Liebe, o Freude, stens ich himmelan fröhlich so süßestes Leben, wer kann streben. wollte an Jesu nicht immerdar fleben? 3. Es mag die Welt stürmend gleich wüten 7. Auf Jesum sind alle und toben, den lieblichen Gedanken gerichtet, dem Jesum will dennoch ich hab' ich mich gänzlich mit loben; es mögen gleich allem verpflichtet; ich habe Blike und Donner rein mir Jesum vor allen erleknallen, so will ich von sen, so lange mich tråget Jesu doch nimmermehr das nichtige Wesen. fallen. 8. Wenn Augen und 4. Und sollte auch alles Herzen im Tode sich beuin Trümmern zergehen, gen, so will ich doch enddaß nicht es mehr bliebe lich mit Seufzen bezeugen, auf Erden bestehen: so soll daß Jesus, nur Jesus doch mein Herze bei Jesu mein Jesus soll heißen, von Vom Leiden Chrifti. 57 von welchem mich ewig ben den, der aus der kein Teufel soll reißen. Höh uns salbt mit seinem Geiste. Mel. O Lamm Gottes unschuldig. 6. Da siehst du, wie die Schwachen zuletzt ge70.* Als Gottes fiårket werden. Gott kann zu was Leue entschlafen und ver- blöd ist hier auf Erden; schieden, erwacht' in Lieb der Glaube, der im Finund Treue ein Paar recht stern lag, bricht endlich frommer Jüden, die mach an den hellen Tag und ten sich zum Kreuz hin- leuchtet wie die Sonne. zu, dich, o du unsre ewge Ruh, zu deiner Rub zu bringen. 7. Nun diese beiden Frommen ergreifen mit viel Weinen den, der vom Kreuz genommen, und 2. Also weiß Gott die Seinen im Kreuz in wickeln ihn in Leinen, acht zu nehmen, und die verwahren ihn zugleich daes böse meinen, zur rechten Zeit zu zähmen; das Wüten nimmt zuletzt ein End, und wenn die Unschuld gnug geschåndt, so findt sich, der sie ehre. bei mit edler teurer Spezerei, wie in Judaa bräuchlich. 3. Denn einer aus dem Rate, Joseph der fromme Reiche, der wagt es, ging und bate Pilatum um die Leiche; Pilatus war bereit und gab Befehl, daß man sie nehm' herab, und Joseph übergebe. 8. So soll man Christum ehren, wenn er nun liegt darnieder; wir sollen balsamieren ihn und sein' armen Glieder, die UnbeFleidten wickeln ein, und die, so ganz verlassen sein, mit unsrer Hülf annehmen. 4. 9. Es war nicht weit von hinnen, wo Chriftus farb, zu schauen ein GarGesegnet sei dein ten, und darinnen des JoWille, Joseph, und dein sephs Grab gehauen gar Begehren; Gott wolle neu in einen Felsenstein, dir die Fülle der Freuden da legten ihren Schab dort gewähren, daß du, hinein die zwei geliebten den meine Seele liebt, Herzen. vom Kreuze, da man ihn 10. Ach Jesu, dessen betrübt, so freudig los- Schmerzen mir all mein gebeten. Heil erworben, komm, rub 5. Hierzu hat sich auch in meinem Herzen, das in funden des Nikodemi der Sünd erstorben! Las Treue, der bringt bei dir's gefallen, ich will dir hundert Pfunden der besten dein Grab bereiten in mir Spezereie, die Myrrhen hier, so leb' und sterb' ich jammt der Aloe, zu fal- selig. Paul Gerhardt. 3** Vom Leiden Chrifti. 6. Da man hat zur In eigener Melodie. Vesperzeit die Schächer 71. Christus, der uns zerbrochen, ward Jesus selig macht, in seine Seit mit ein'm kein Bis hat begangen, Speer gestochen; daraus ward für uns zur Mitter- Blut und Wasser rann, nacht als ein Dieb gefan- die Schrift zu erfüllen, wie gen, geführt vor gottlose Johannes zeiget an, nur Leut' und fälschlich verkla- um unsertwillen. 58 get, verlacht, verhöhnt und 7. Da der Tag sein verspeit, wie denn die Ende nahm, der Abend Schrift faget. war kommen, ward Jesus 2. In der ersten Tages- vons Kreuzes Stamm stund ward er unbeschei- durch Joseph genommen, den als ein Mörder darge- herrlich nach jüdischer Art stellt Pilato, dem Heiden, in ein Grab geleget, allda der ihn unschuldig befand mit Hütern verwahrt, wie ohn Ursach des Todes, ihn Matthäus zeuget. derhalben von sich sandt zum König Herodes. 8. bilf, Christe, Gottes Sohn, durch dein 3. Um drei ward der bitter Leiden, daß wir dir Bottessohn mit Geißeln stets unterthan, all' Untugeschmissen und sein Haupt gend meiden, deinen Tod mit einer Kron von Dor- und sein' Ursach fruchtbarnen zerrissen; gekleidet zu lich bedenken, dafür, wieHohn und Spott, ward er wohl arm und schwach, sehr geschlagen, und das dir Dankopfer schenken. Kreuz zu seinem Tod Michael Weiße mußt er selber tragen. 4. Um sechs ward er In eigener Melodie. nackt und bloß an das 72. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! Kreuz an er sein Blut vergoß, betet mit Wehklagen. Die Zuseber spotten sein, auch die bei ihm hingen, bis die Sonn auch ihren Schein entzog solchen Dingen. 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sund der Welt, erbarm dich unser! 5. Jesus schrie zur 3. Christe, du Lamm neunten Stund, klaget Gottes, der du trägst die fich verlassen; bald ward Sund der Welt, gieb uns Gall in seinen Mund mit deinen Frieden. Amen. Effig gelassen: da gab er auf seinen Geist, und die Mel. In dich hab ich Erd erbebet; des Tempels gehoffet, Herr. Borhang zerreist, und 73. Dª ja Jesus an Fels dem Kreuze stund Vom Leiden Christi. 5.9 stund, und ihm sein Leich-| Munde: Es ist vollbracht nam war verwundt sogar mein Leiden groß, wohl mit bittern Schmerzen: hier zu dieser Stunde! die sieben Wort, die Jesus sprach, betracht in deinem Herzen. 2. Zum ersten sprach er süßiglich zu seinem Bat'r im Himmelreich mit Kräften und mit Sinnen: Vergieb ihn'n, Vat'r; sie wissen nicht, was sie an mir beginnen. 8. 3um siebenten: Ich meine Seel, o Vater, in dein' Hånd befehl' an meinen lehten Zeiten, weil sie ieht von mir scheiden will. und mag nicht länger beiten. 9. Wer Gottes Mart't in Ehren hat und oft gedenkt der sieben Wort, des will Gott eben pflegen, wohl hier auf Erd dem Schäch'r bewiesen mit seiner Gnad und dort hat, sprach Gott gar im ewgen Leben. gnädigliche: Fürwahr, du wirst heut bei mir ſein in meines Vaters Reiche. 3. Zum andern g'denk der großen Gnad, die Gott Johann Böschenstein. Mel. 4. Zum dritten g'denk Freu dich sehr, s meine Seele. ſein'r großen Not, laß 74. Der am Kreuz die Red nicht sein dir meine Lieein Spott: Weib, schau be, meine Lieb ist Jeſus dein'n Sohn gar eben; Christ; weg, ihr argen Johannes, nimm dein'r Seelendiebe, Satan, Welt Mutter wahr, sollst ihr und Fleischeslist. Eure gar eben pflegen. Lieb ist nicht von Gott, 5. Nun merket, was das eure Lieb ist gar der Tod. viert Wort was: Mich Der am Kreuz ist meine dürst so hart ohn Unter- Liebe, weil ich mich im laß, schrie Gott mit lau- Glauben übe. ter Stimme. Das mensch2. Der am Kreuz ist mets lich Heil that er begehrn, ne Liebe. Frevler, was beder Någ'l ward er em- fremdet dich, daß ich mich pfinden. im Glauben übe? Jesus 6.3um fünften g'denk der gab sich selbst für mich; Angst dabei: Mein Gott, so wird er mein Friedemein Gott, am Kreuz er schild, aber schrie, wie hast du mich verlassen! Das Elend, das ich leiden muß, das ist ganz übr die Maßen. auch mein Lebensbild. Der am zc. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe. Sünde, du vers lierst den Sturm; weh mir, 7. Das sechste war ein wenn ich den betrübe, der kräftig Wort, das man- statt meiner ward ein cher Sünder auch erhört Wurm. Kreuzigt' ich nicht aus sein'm göttlichen Gottes Sohn? trắt' ich nicht 60 Vom Leiden Chrifti. nicht sein Blut mit Hohn?| seinem Angesicht, laß mich Der am 2c. nicht kommen ins Gericht; 4. Der am Kreuz ist sein ganzes Leiden, Kreuz meine Liebe: schweig, Ge- und Pein, das wolle meine wissen, niemand mahnt. Stärke sein. 4. O Jesu Chrift, erhöre mich, nimm und verbirg mich ganz in dich; laß wie mein Halsbürge zahlt, mich in deine Wunden ein, Gottes Blut hat sie daß ich vorm Feind kann durchmalt. Der am zc. sicher sein. Gott preift seine Liebestriebe, wenn mir von der Handschrift ahnt. Schau, 5. Der am Kreuz ist mei- 5. Ruf mir in meiner ne Liebe, drum, Tyranne, letzten Not, und sek mich foltre, stoß; Hunger, Bld- neben dich, mein Gott, Be, Henkershiebe, nichts daß ich mit deinen Heilgen macht mich von Jesu los; alln mög' ewiglich dein Lob nicht Gewalt, nicht Gold, erschalln. Johann Angelus. nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstentum. Der Mel. Es ist gewißlich an der Seit. am 6. Der amkreuz ist meine 76*. Heine Angst err Jesu, Liebe, komm Tod, komm, mein bester Freund; wenn und Pein und dein betrübich wie ein Staub zerstiebe, tes Leiden laß mir vor wird mein Jesus mir ver- Augen allzeit sein, die eint; da, da schau' ich Got- Sünde zu vermeiden. Laß tes Lamm, meiner See- mich an deine große Not len Bräutigam. Der am und deinen herben bittern Kreuz ist meine Liebe, weil Tod, dieweil ich lebe denken. ich mich im Glauben übe. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 75. Die ie Seele Chrifti heilge mich, 2. Laß deiner Seelen ronnen Schwißen und Höllenqual, dein blutgeübrig Elend allzumal, darin du mußtest siten, mir oftermalen fallen ein, und sein Geist verzücke mich in eine starke Warnung sein fich; sein Leichnam, der vor mehrern Missethaten. für mich verwundt, der 3. Die Wunden alle, mach' mir Leib und Seel die du haft, hab' ich dir gesund. helfen schlagen, auch meine große Sündenlast dir auferlegt zu tragen: ach liebster Heiland, schone 2. Das Wasser, welches auf den Stoß des Speers aus seiner Seiten floß, das sei mein Bad, und all sein mein: laß diese Schuld Blut erquicke mir Herz, Sinn und Mut. vergessen sein, laß Gnad vor Recht ergehen. 3. Der Schweiß von 4. Du hast verlassen deinen Dom Leiden Chrifti. 61 nen Thron, bist in das sprung aller Freuden, mußt Elend gangen, vertrugest Schläge, Spott und Hohn, mußtest am Kreuze hangen, auf daß du für uns schafftest Rat, und unsre schwere Missethat bei Gott versöhnen möchtest. du denn auch fühlen Pein? muß man denn auch dir, mein Leben, einen Stich durchs Herze geben? 4. Was für Lieb hat dich gedrungen, auszustehen folchen Stoß, weil der 5. Drum will ich jetzt Feind schon war bezwunzur Dankbarkeit von Her- gen, da du starbest nackt zen dir Lobsingen: und und bloß, da dein Geist wenn du zu der Seligkeit mit bitterm Leiden von mich wirst hinkünftig brin dem Leibe mußte scheiden? gen: so will ich daselbst noch vielmehr zusamt dem ganzen Himmelsheer dich ewig dafür loben. 5. Ach du thust's, daß ich soll wissen, daß du mich ganz innig liebst, und nach so viel Liebesküssen auch 6. Herr Jesu, deine dein Herzensblut hergiebst; Angst und Pein und dein daß du alles an willst betrübtes Leiden laß meine wenden, mein Erlösung lehte Zuflucht sein, wenn zu vollenden. ich von hier soll scheiden. 6. O du hochverliebtes Ach hilf, daß ich durch Herze, meines Herzens deinen Tod fein sanft be- Paradeis, meine Ruh in schließe meine Not, und allem Schmerze, meiner selig sterbe! Amen. Liebe Ruhm und Preis, meines Geistes höchste Mel. Herr, ich habe miß- Freude, meiner Seelen Tobias Clausnitzer. gehandelt. beste Weide! 77. Bis gegrüßt, du 7. Geuß die Flammen Königskammer, deiner Liebe, wie ein groGasthaus der Barm- ßer Strom, in mich; lautre herzigkeit, Aufenthalt in mich, daß ich mich übe, allem Jammer, Freistatt dich zu lieben würdiglich; in der bösen Zeit: allerlieb- laß mein Herze noch auf fies Jesusherze, bis ge- Erden deinem Herzen ähngrüßt in deinem Schmerze. lich werden. 2. Thron der Liebe, Sik 8. Durch das Blut, das der Güte, Brunnquell aller du vergossen, liebstes Herze, Süßigkeit, ewger Gott- laß mich ein; laß mich heit eigne Hütte, Tempel deinen Hausgenossen und der Dreieinigkeit, treues Bewohner ewig sein. Denn Herze, bis gegrüßet und ich mag auch bei den Thromit wahrer Lieb geküsset. nen ohne dich, mein Schat, nicht wohnen. 3. Hast du denn auch müssen leiden, und so tief 9. Laß mich ein, mit eiverwundet sein? O du Ur- nem Worte, laß mich ein, du 62 Vom Leiden Chrifti. du freier Saal, laß mich tråget in Geduld die Sünein, du offne Pforte, laß den aller Sünder; es geht mich ein, du Lilienthal, dahin, wird matt und krank, laß mich ein, denn ich vergehe, wenn ich länger draußen stehe. ergiebt sich auf die Würgebank, verzeiht sich aller Freuden; es nimmet an 10. Ach mir Armen Schmach, Hohn und und Betrübten! daß ich Spott, Angst, Wunden, doch nicht damals stund, Striemen, Kreuz und Tod, wo das Herze des Gelieb- und spricht: Ich will's gern ten ward geöffnet und ver- leiden. wundt; denn es wäre mir gelungen, daß der Speer mir eingedrungen. 2. Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland meiner Seelen; den, den 11. Ach wie wollt' ich hat Gott zum Sündenmich ergößen, ach wie feind und Sühner wollen wollt ich fröhlich sein, wählen. Geh hin, mein und mit wahrer Freud Kind, und nimm dich an ersehen mein' Betrübnis, der Kinder, die ich ausgeAngst und Pein. Ach than zur Straf und Zorwie wollt' ich mich ein- nesruten. Die Straf ift senken und mein durstigs schwer, der Zorn ist groß: Herze tränken. du kannst und sollst fie machen los durch Sterben und durch Bluten. 12. Laß mich ein, du güldne Höhle, erger Schönheit Sommerhaus; 3. Ja, Vater, ia, von laß mich ein, eh meine Herzensgrund, leg auf, ich Seele vor Verlangen fåh- will dir's tragen; mein ret aus. Laß mich ein, du Wollen hängt an deinem stiller Himmel, nimm mich Mund, mein Wirken ist aus dem Weltgetümmel. dein Sagen. O Wunder13. Laß mich ein, auf lieb, o Liebesnacht, du daß ich bleibe dir ganz in- kannst, was nie kein Mensch niglich vereint, und mein gedacht, Gott seinen Sohn Herz dir einverleibe, daß es abzwingen. Liebe, Liebe, nicht mehr meine scheint. du bist stark, du streckeft Denn ich wünsche nichts den ins Grab und Sarg, auf Erden, als deins Her- vor dem dieFelsen springen. zens Herz zu werden. Johann Angelus Mel. An Wasserflüssen Sabylon. 4. Du marterst ihn am Kreuzesstamm mit Någeln und mit Spießen; du schlachteft ihn als wie ein Lamm, machst Herz und 78. in Lammlein Adern fließen: das Herze geht und trägt mit der Seufzer Kraft, die Schuld der Welt und die Adern mit dem edlen ihrer Kinder; es geht und Saft des purpurroten Blu Vom Leiden Chrifti. 63 Blutes. O süßes Lamm, in Traurigkeit mein Lawas soll ich dir erweisen chen, in Fröhlichkeit mein dafür, daß du mir erzeigest Saitenspiel, und wenn mir so viel Gutes? nichts mehr schmecken will, soll mich dies Manna speisen; im Durst soll's sein mein Wasserquell, in Einsamkeit mein Sprachgesell fassen. zu Haus und auch auf 5. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen; dich will ich fiets gleich wie du mich mit Liebesarmen Du sollst sein meines Her- Reisen. zens Licht, und wenn mein 9. Was schadet mir des Herz in Stücke bricht, Todes Gift? Dein Blut sollst du mein Herze blei- das ist mein Leben. Wenn ben. Ich will mich dir, mich der Sonnen Hiße mein höchster Ruhm, hier- trifft, so kann mir's Schatmit zu deinem Eigentum ten geben; setzt mir des beständiglich verschreiben. Wehmuts Schmerzen zu, 6. Ich will von deiner Lieblichkeit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen; mein Bach des Lebens soll fich dir und deinem Namen für und für in Dankbar- 10. Wenn endlich ich keit ergießen; und was du soll treten ein in deines mir zu gut gethan, das Reiches Freuden, so soll will ich stets, so tief ich dies Blut mein Purpur kann, in mein Gedächtnis sein, ich will mich darein schließen. so find' ich bei dir meine Ruh, als auf dem Bett ein Kranker; und wenn des Kreuzes lingestüm mein Schifflein treibet um und um, so bist du dann mein Anker. Fleiden; es soll sein mei7. Erweitre dich, mein nes Hauptes Kron, in welHerzensschrein, du sollst cher ich will vor den Thron ein Schathaus werden der des höchsten Vaters gehen, Schätze, die viel größer und dir, dem er mich ansein als Himmel, Meer vertraut, als eine wohlgeund Erden. Weg mit dem schmückte Braut, an deiner Gold Arabia, weg Calmus, Seite stehen. Paul Gerhardt. Myrrhen, Caffia, ich hab' ein Beßres funden: mein Mel. Freu dich sehr, o großer Schatz, Herr Jesu meine Seele. Christ, ist dieſes, was ge- 79. Fift von The Cließt, aus bes Wunden. Thranen, und beweinet eure 8. Das soll und will ich Schuld, brich, mein Herz, mir zu Nuß zu allen Zei- von Seufzen, Sehnen, weil ten machen; im Streite ein Lämmlein in Geduld soll es sein mein Schuß, nach Jerusalem zum Tod, ach Vom Leiden Chrifti. und ach zum Tod für deine kann dies ohn Reu erNot und der ganzen Welt, blicken? Wenn die rohe hinwandelt: denk, ach wie Heidenschar Hand anlegt hast du gehandelt? an Gottes Bild, das so 2. Es soll nun vollendet freundlich, fromm werden, was davon ge- mild, und doch nackend schrieben ist, und warum wird gehauen: wer kann auf diese Erden ist gekom- solchen Graul anschauen? men Jesus Christ. Schauet 7. Also sollt' man dir nun des Höchsten Sohn in begegnen, du verruchtes dem Leiden, Schmach und Menschenherz; aber nun Hohn, in den Wunden, in den Schmerzen, und nehmt alles wohl zu Herzen. der kommt, dich zu segnen und zu tragen deinen Schmerz, Jesus, und entblößet sich, 3. Es wird in der Sün- und wird dort so jammerder Hände überliefert Got- lich abgestraft, verwundt, tes Lamm, daß sich dein zerschlagen, daß kein Maß Verderben wende: Jud- noch Ziel der Plagen. und Heiden sind ihm gram, 8. Endlich wird und verwerfen diesen Stein, Schluß gesprochen, Fe= der ihr Eckstein sollte sein; sus muß zu Tode gehn, ach dies leidet der Gerechte und der Stab wird abgefür die bösen Sünden- brochen, es hilft hie kein knechte. Bitten, Flehn; Barrabas 4. Jesus steht in Strick wird losgezählt, Jesus und Banden, dessen Hand wird zum Kreuz erwählt: die Welt gemacht, bei Weg mit diesem, dem VerVerachtung, Spott und fluchten! ruft der Haufe Schanden, und wird höh- der Verruchten. nisch ausgelacht; Backenstreich und Fäustenschlag, Jud- und Heiden Grimm 9. Folge denn zur Schädelstätte deinem Jesu traurig nach: aber auf dem und Rach duldet er für Wege bete, bet im Geift deine Sünden: wer kann mit Weh und Ach, daß diese Lieb ergründen? der Vater auf sein Kind, als den Bürgen für die Sünd, sehen woll' und sich erbarmen über die Elendu 5. Laß es dir zu Herzen gehen, beßre und bekehre dich! Wer kann diese That ansehen, daß man nicht und Armen. bewege sich? Jesus steht 10. Muß ich, Jesu, an unsrer Statt: was der dich denn sehen am verMensch verdienet hat, büßet fluchten Kreuzespfahl, ach Jesus, und erduldet, was so laff' ich übergeben meine der Sünder hat verschuldet. Thränen sonder Zahl. Ach 6. Er hält seinen heil- erbarm dich, Gotteslamm, gen Rücken Geißel, Rut, das da hängt am Kreuzes und Peitschen dar: wer stamm, ach erbarm dich, well Vom Leiden Chrifti. 65 weil dein Leiden mir ge- die Sünd, das Herz entdeihen soll zur Freuden. zund, daß mich von dir 11. Ich will dir ein nichts scheide. Opfer geben, Seel und 5. So werde ich recht Leib ist meine Gab; Jesu, seliglich den Lebenslauf nimm dies arme Leben, vollbringen, und fröhlich weil ich ja nichts Beßres hier, o Gott, mit dir das hab', tot in mir, was dir rechte ,, Vollbracht" singen. mißfällt, leb in mir auf dieser Welt; laß mich mit Mel. Vater unser im dir leben, sterben, und dein Himmelreich. Reich im Himmel erben. 81. Begrüßet seift du 12. Tausendmal set dir Gott, mein gesungen, liebster Jesu, Heil, mein ein'ge Lieb und Preis und Ruhm, daß du schönstes Teil, gegrüßet Höll und Tod bezwungen; seist du, werte Brust, du nun bin ich dein Eigen- Gottessohn, du Mentum, und du meine Freud schenlust, du Tråger aller und Wonn: möcht' ich dich, Bürd und Last, du aller o schönste Sonn, bald in Müden Ruh und Raft. deiner Krone sehen. Komm, dein Leiden ist geschehen. Laurentius Laurenti. Mel. Ach Gott und Herr. 2. Mein Jesu, neige dich zu mir mit deiner Brust, damit von der mein Herz in deiner Lieb entbrenn', und von der ganzen Welt sich trenn'; halt 80. Fünf Baraus dacht reich, und mich ganz Brünnlein Herz in Andeinem Willen gleich. mir rinnt Fried, Heil, Trost, Freud und Leben; in Angst und Not bis in den Tod mir solche Labfal geben. 3. Mach, Herr, durch deines Herzens Quell mein Herz von Unflat rein und hell, der du bist Gottes 2. Die Quell du bist, Glanz und Bild und aller Herr Jesu Chrift; die Armen Trost und Schild; Brünnlein deine Wunden, teil aus den Schäßen deidaraus ich mich lab' innig- ner Gnad auch mir mit lich in heißen Kreuzes- Gnade, Rat und That. stunden. 4. O süße Brust, thu mir die Gunst und fülle mich mit deiner Brunft. gel, Spiegel, daß ich nach Du bist der Weisheit tiedir mein Fleisch regier' und fer Grund, dich lobt und laß ihm nicht den Zügel. singt der Engel Mund; 3. Laß mir stets sein das Leiden dein ein Regel, Rie4. O Gotteslamm, o aus dir entspringt die edle Liebesflamm, o meiner Frucht, die dein JohanSeelen Freude! nimm hin nes bei dir sucht. 5. Int 66 Vom Leiden Chrifti. 5. In dir wohnt alle Todesnot, und machst Gottesfüll, haft alles, was mich sicher wohnen. Laß ich wünsch' und will; du Höll und Teufel böse sein, bist das rechte Gotteshaus; was schadt's? Sie müsdrum wenn zur Welt ich sen dennoch mein und muß hinaus, so schleuß meiner Seelen schonen. mich treulich in dich ein, 4. Vor großer Lieb und und laß mich ewig bei heilger Luft, damit du mich dir sein! Paul Gerhardt. erfüllet, druck' ich dich an mein Herz und Brust, so Mel. An Wasserflüssen wird mein Leid gestillet. Babylon. das deinen Augen wohl 82. Begrüßet seißt du, bekannt; und das ist die meine Kron ia keine Schand, ein franund König aller Frommen, kes Herz zu laben. Ach der du zum Trost von dei- bleib mir hold und gutes nem Chron uns armen Muts, bis mich die Sündern kommen. Ströme deines Bluts ganz wahrer Mensch, o wahrer rein gewaschen haben. Gott, o Helfer voller 5. Set du mein Schak Hohn und Spott, den du und höchste Freud, ich will doch nicht verschuldest. Ach dein Diener bleiben, und wie so arm, wie nackt und deines Kreuzes Herzeleid bloß hängst du am Kreuz; will ich in mein Herz wie schwer und groß ist schreiben. Verleihe du dein Schmerz, den du mir Kraft und Macht, duldest! damit, was ich bei mir 2. Es fließet deines Blu- bedacht, ich mög' ins tes Bach mit ganzem vol- Werk auch sehen. len Haufen; dein Leib ist wirst du, Schönster, meidir mit Ungemach ganz nen Sinn und alles, was durch und durch belaufen. ich hab' und bin, ohn O unumschränkte Maje- Unterlaß ergöken. Paul Gerhardt. ståt, wie kommt's, daß dir's so kläglich geht? Das macht dein Huld und Treue. Mel. Mach's mit mir, Wer dankt dir des? Wo Gott, nach deiner Güt. ist der Mann, der sich, wie 83. Geduldigs Lämm= du für uns gethan, für dich zu sterben freue? 3. Was soll ich dir doch Jesu Christ, der du all' Angst und Plagen, all's Ungeimmermehr, o Liebster, da- mach zu jeder Frist gedulfür geben, daß dein Herz dig hast getragen: verleih sich so hoch und sehr be- mir auch zur Leidenszeit müht hat um mein Leben? Geduld und alle Tapferkeit. Du rettest mich durch deinen Tod von mehr als einer 2. Du hast gelitten, daß auch ich dir folgen ſoll und Vom Leiden Christi. 67 und leiden, daß ich mein Wegen der verderblichen Kreuze williglich soll tra- Begier? Nein, ich will gen und mit Freuden: nun Jesu leben, und ach möcht' ich doch in euch gute Nacht jekt geben. Kreuz und Pein geduldig wie ein Lammlein sein! 3. Ich mag euch durchaus nicht hören, die ihr 3. Ich wünsche mir von bald ein frommes Herz mit Herzensgrund für dich ge- dem Ansehn könnt bethbschlacht zu werden, und, ren, hebet euch nur hinterwas noch mehr, zu jeder wärts; ihr sollt mich nicht Stund gekreuzigt stehn mehr verblenden, noch von auf Erden; doch aber Jesu mich abwenden. wünsch' ich auch dabei, daß ich ein Lämmlein Jesu sei. 4. Laß kommen alles Kreuz und Pein, laß kommen alle Plagen, laß mich veracht, 4. Besser ist's, mit Jesu leiden Hohn, Verachtung, Schmach und Spott, als von ihm sein abgescheiden, und bei der gottlosen verspottet sein, Rott hier in großen Ehverwundt und hart ge- ren sitzen, und dort in der schlagen; laß aber auch Höllen schwitzen. in aller Pein mich ein geduldigs Lämmlein sein. 5. Weg mit Hoffart, weg mit Prangen weg mit allem 5. Ich weiß, man kann Uebermut; meines Heiohn Kreuz und Leid zur lands Haupt und Wangen Freude nicht gelangen, triefen überall von Blut, weil du in deine Herrlich- und dem Schußherrn keit selbst bist durchs aller Frommen sind die Kreuz gegangen: wer nicht Kleider selbst genommen. mit dir leidt Kreuz und Pein, kann auch mit dir nicht selig sein. 3. Angelus. 6. Ach das Haupt muß Dornen tragen und die Glieder prangen noch; ja der Herr muß Blöße klagen, und der Knecht stolfieret doch. O du falsch be84. Gute Nacht, ihr schöntes Gleißen, wer kann dich doch christlich heißen? eitlen Freuden, gute Nacht, du falsche Welt! Sehet doch, welch' Angst und Leiden jetzt aussteht der Lebensbeld; wie er zittert, wie er ringet, daß sein Blut auch von ihm dringet! 2. Wie soll ich denn Wollust pflegen, und, o schnide Welt, mit dir gehen auf den breiten Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 7. Weiche, Schwelgen, weiche, Saufen, denn dein Wesen macht, daß mich Furcht und Schrecken überlaufen, wenn ich nur bedenk', wie sich auch zu ihrem großen Schaden viel in Wollust überladen. 8. Und dem Schöpfer aller Dinge hat's so gut nicht können sein, daß, als er 68 Vom Leiden Chrifti. er am Kreuz nun hinge geschlagen und verhöhnt, in der schwersten Todes- gegeißelt und mit Dorpein, er, sein mattes Herz nen scharf gekrönet; mit zu laben, möcht' ein Tropf- Essig, als man dich ans lein Wassers haben. Kreuz gehenfet, wirst du getränket. 9. Drum geb' ich euch schndden Sünden hiemit 3. Was ist die Ursach nochmals gute Nacht; wei- aller solcher Plagen? Ach chet fern, und bleibt dahin- meine Sünden haben dich ten, ihr habt Gott die geschlagen. Ich, ach Herr Angst gemacht, daß er kla- Jesu, habe dies verschulget ohne Maßen, wie sein det, was du erduldet. Gott ihn hab' verlassen. 4. Wie wunderbarlich 10. Daß der Lebens- ist doch diese Strafe! Der herr verstirbet, und daß gute Hirte leidet für die er ein Fluch jetzt ist, der Schafe; die Schuld beden Segen uns erwirbet, zahlet der Herr, der Gedas soll mich zu jeder Frist rechte, für seine Knechte. von der Sündenbahn abschrecken, und zu wahrer Buß aufwecken. 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt; der Böse lebt, der 11. HabeDank, o Freund wider Gott mißhandelt; der Seelen, für die Angst der Mensch verwirkt den und Traurigkeit, für die Tod, und ist entgangen: Striemen, Not und Qua- Gott wird gefangen. len, für des Todes Bitterkeit die du hast, von Sünd und Schanden uns zu retten, ausgestanden. 6. Ich war von Fuß auf voller Schand und Sünden, bis zu dem Scheitel war nichts Guts 12. Gieb, daß wir fort- zu finden; dafür bått' ich hin bereuen unsrer Sün- dort in der Höllen müsden schwere Last, und die sen ewiglich büßßen. Strafen nicht erneuen, die 7. O große Lieb, o Lieb du jetzt bezahlet hast, son- ohn' alle Maße, die dich dern dir uns ganz ergeben, gebracht auf diese Marterund nach deinem Willen firaße! Ich lebte mit der leben. Joh. Heinrich v. Hippe. Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden. 8. Ach großer König, In bekannter Melodie. 85. Her erzliebster Je- groß zu allen Zeiten: wie su, was haft kann ich g'nugsam solche du verbrochen, daß man Treu ausbreiten? Kein ein solch scharf Urteil hat menschlich Herze mag ihm gesprochen? Was ist die dies ausdenken, was dir Schuld, in was für Mis- zu schenken. sethaten bist du geraten? 9. Ich kann's mit mei2. Du wirst verspeit, nen Sinnen nicht erreichen Dom Leiden Chrifti. 69 chen, mit was doch dein Erbarmung zu vergleichen. Mel. Uun laßt uns den Wie kann Leib begraben. ich dir denn Liebesthaten err deine Werk erstatten? im 86. Jesu Chrift, dein 10. Doch ist noch et- teures Blut ist meiner was, was dir angenehme: Seelen höchstes Gut; das wenn ich des Fleisches stärkt, das labt, das macht Lüste dämpf und zähme, allein mein Herz von daß sie aufs neu mein allen Sünden rein. Herze nicht entzünden mit alten Sünden. 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehren11. Weil aber dies nicht kleid, dein' Unschuld und steht in eignen Kräften, Gerechtigkeit macht, daß dem Kreuze die Begierden ich kann vor Gott beanzubeften, so gieb mir stehn, und zu der Himdeinen Geist, der mich re- melsfreud eingehn. giere, zum Guten führe. 3. Jesu Christe, Got12. Alsdann so werd' tessohn, mein Trost, ich deine Huld betrachten, mein Heil, mein Gnadenaus Lieb an dich die Welt thron, dein teures Blut, für nichtes achten; ich dein Lebenssaft giebt mir werde mich bemühen, dei- stets neue Lebenskraft. nen Willen stets zu erfüllen. 4. Herr Jesu, in der 13. Ich werde dir zu letzten Not, wenn mich Ehren alles wagen, kein schreckt Teufel, Höll und Kreuz nicht achten, keine Tod, so laß ia dies mein Schmach und Plagen, Labsal sein: dein Blut nichts von Verfolgung, macht mich von Sünden nichts von Todesschmer- rein. Johann Olearius. zen nehmen zu Herzen. 14. Dies alles, ob's für Mel. Herzliebster Jesu, schlecht zwar ist zu schätzen, was hast du verbrochen. ist du es doch nicht 87*. err, stårke eich, bein gar bei Seite sehen; in Gnaden wirst du dies von Leiden zu bedenken, mich mir annehmen, mich nicht in das Meer der Liebe zu beschämen. versenken, die dich bewog, 15. Wenn dort, Herr von aller Schuld des BbJesu, wird vor deinem sen uns zu erlösen. Throne auf meinemHaupte 2. Vereint mit Gott, stehn ein' Ehrenkrone, da ein Mensch gleich uns auf will ich dir, wenn alles Erden, und bis zum Tod wird wohl klingen, Lob und am Kreuz gehorsam werDank fingen. den; an unsrer Statt gemartert und zerschlagen die Sünde tragen: Johann Heermann. 3. Welch 70 Vom Leiden Chrifti. 3. Welch wundervoll Böse fliehn und meiden, hochheiliges Geschäfte! Herr, diese Pflicht lehrt Sinn ich ihm nach, so zagen mich dein heilig Leiden. meine Kräfte, mein Herz er- Kann ich zugleich das Böse bebt; ich seh' und ich em- mir erlauben und an dich pfinde den Fluch derSünde. glauben? 4. Gott ist gerecht, ein 11. Da du dich selbft Racher alles Bösen; Gott für mich dahin gegebent, ist die Lieb und läßt die wie könnt' ich noch nach Welt erlösen: dies kann meinem Willen leben, und mein Geist mit Schrecken nicht vielmehr, weil ich dir und Entzücken am Kreuz angehöre, zu deiner Ehre? erblicken. 12. Jch sollte nicht, wenn 5. Es schlägt den Stolz Leiden dieser Erden, wenn und mein Verdienst dar- Kreuz mich trifft, gelaßnes nieder. Es stürzt mich tief, Herzens werden, da du so und es erhebt mich wieder; viel für uns, die wir's verlehrt mich mein Glück, schuldet, liebreich erduldet? macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebuckt im Staube, verliere mich, mit dankendem Gemüte in deine Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; allein, sollt' ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch; darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 14. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten, wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten; du Heiliger, du Herr und Haupt der Glieder, schaltst auch nicht wieder. 15. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, 8. Das Größt' in Gott dies ist der Dank für deiist Gnad und Lieb erwei- nes Kreuzes Schmerzen; sen; uns kommt es zu, fie und Gott giebt uns die demutsvoll zu preisen, zu Kraft in deinem Namen fehn, wie hoch, wenn Gott dir nachzuahmen. uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 9. Laß deinen Geist mich stets, mein Heiland, lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 16. Unendlich Glück! du littest uns zu gute. Ich bin versöhnt in deinem teuren Blute. Du hast mein Heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. 17. So bin ich denn schon selig hier im Glau10. Das Gute thun, das ben, 13. Für welche du dein Leben selbst gelassen, wie könnt' ich sie, fie meine Brüder hassen, und nicht wie du, wenn sie mich untertreten für sie noch beten? Vom Leiden Chrifti. 71 ben, so wird mir nichts, Schmerzen, die du in deinichts meine Krone rau- ner letzten Not empfandst ben, so werd' ich dort, von in deinem Herzen: laß die Herrlichkeit umgeben, einst Verdienste solcher Pein ein ewig leben. Labsal meiner Seelen sein, wenn mir die Augen brechen. 18. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im Glauben kampf', im Glauben wach' und bete, so ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jesus lebet. 2. Ich danke dir für deine Huld, die du mir haft erzeiget, da du mit Zahlung meiner Schuld dein Haupt zu mir geneiget. 19. Lockt böse Lust mein Ach neig dich auch zu mir, Herz mit ihrem Reize, so mein Gott, wenn ich ge= schrecke mich dein Wort, rat' in Todesnot, daß das Wort vom Kreuze; ich Genade spüre. und werd'ich matt im Laufe 3. Laß meine Seel in guter Werke, so sei mir's deiner Gunst aus ihrem Stärke. Leibe scheiden, auf daß 20. Seh' ich dein Kreuz an mir nicht sei umsonst den Klugen dieser Erden dein teuerwertes Leiden. ein Aergernis und eine Nimm sie hinauf zur selben Thorheit werden, so sei's Frist, wo du, ihr liebster doch mir, trok alles frechen Jesus, bist, und laß mich Spottes, die Weisheit ewig lebent. Joh. Angelus. Gottes. 21. Gott, eile nicht, Mel. Es woll' uns Gott genädig sein. zu zerschmetterit, erbarme dich, wenn 89. einer von den Spöttern grüße dich, du frömmster sich spåt bekehrt und dich, Mann, der herzlich gern den er geschmähet, um vergiebet. Wie schmerzlich Gnade flehet. weh wird dir gethan, wie 22. Wenn endlich, Herr, wird dein Leib betrübet! mich meine Sünden från- Es grüßet dich mein ganken, so laß dein Kreuz mir zer Geist, du meines Heiwieder Ruhe schenken; dein landsSeite, du edlerQuell, Kreuz, dies sei, wenn ich aus welchem fleußt das den Tod einst leide, mir Blut, das so viel Leute von Fried und Freude. ihren Sünden wäschet. Chriftian Fürchtegott Gellert. Mel. Nun freut euch, 2. Ich mach', Herr Jesu, mich zu dir; ach halt mir's ja zu gute, und las lieben Christen g'mein. mich suchen Trost bei dir 88. dh banke dir für in deiner Wunden Blute! deinen Lod, Du werte Wunde, sei geHerr Jesu, und die grüßt, du weites Thor der Gna 72 Vom Leiden Chrifti. Gnaden, daraus sich Blut die ganze Welt, daß mir und Wasser gießt, und da nichts mehr an ihr gefällt, all unserm Schaden kann weil meine Lieb gekreu= abgeholfen werden. zigt ist. 3. Du riechst mir süßer 2. Es herrscht in mir als der Wein, und heilst kein Feur der lüsternden das Gift der Schlangen; Begierden, mein Herze du flößeft mir das Leben brennt auch nicht nach ein, und stillst des Dursts Pracht und eitlen Zierden. Verlangen. Eröffne dich, Es kann kein Reichtum, du liebe Wund, und laß Geld und Gut verblenmein Herze trinken; ist's den meinen Sinn und möglich, laß mich gar zu Mut, weil meine Lieb Grund in dir gehn und gekreuzigt ist. versinken, so werd' ich mich recht laben. 3. Ich habe keine Lust an den geschaffnen Din4. Mein Mund streckt gen; mir kann, was zeitsich mit aller Kraft, damit lich ist, nicht eine Freude er dich berühre, und ich bringen. Des Fleisches den teuern Lebenssaft in Schönheit und ihr Ruhm Mark und Beinen spüre. scheint mir wie eine blaffe Ach wie so süße bist du Blum, weil meine Lieb doch, Herr Jesu, meinem gekreuzigt ist. Herzen: wer dich recht liebt, dem wird das Joch der bittern Todesschmerzen gleich als wie lauter Zucker. 4. Es darf sich nun nicht mehr die Welt um mich bemühen, sie wird mein Herze nicht zu ihrer 5. Verbirge mich, und Liebe ziehen. Ich lieb' und schleuß mich ein in deiner küss auch in dem Tod den Seiten Höhle; hier laß süßen Jesum, meinen mich still und sicher sein, Gott, weil meine Lieb hier warme meine Seele, gekreuzigt ist. 3. Angelus. wenn mich der kalte Lod befällt; und wenn der höll- Mel. Christus, der uns nach mir und selig macht. meinem Geiste fiellt, so 91. will ich laß in deiner Treue mich dann fein ruhig bleiben! jetzt bedenken; wolleft mir Paul Gerhardt. In eigener Melodie. vom Himmelsthron Geist und Andacht schenken. In dem Bild jekund erschein, ch lebe nun meinem Herzen, 90. nicht mehr, wie du, unser Heil zu ſein, denn Christus ist mein Le- littest alle Schmerzen. ben, und meine Lieb ist 2. Meine Seele sehen gar mit ihm ans Kreuz mach deine Angst und gegeben. Es wisse nun Bande, deine Speichel, Schläg esu, deine Dom Leiden Christi. 73 Schläg' und Schmach, ist für unsre Schuld gedeine Kreuzesschande, dei- storben, hat bezahlt am ne Geißel, Dornenkron, Kreuzesstamm und die Speer- und Någelwun- Freiheit uns erworben: den, deinen Tod, o Got- wer die Sünde wohl betessohn, und den Leib reuet, wird durch Christi voll Schrunden. Tod erfreuet. 3. Doch so laß mich nicht allein deine Marter sehen, laß mich auch die Ursach fein und die Frucht verstehen! Ach die Ursach war auch ich, ich und meine Sünde: diese hat gemartert dich, nicht das Heid'ngesinde. 2. Gott, der selbst die Liebe ist, preiset seiner Liebe Wunder, daß sein Sohn, Herr Jesus Chrift, starb für alle Feind' und Sünder; sind wir durch dies Blut Gerechte, trifft der Zorn nicht mehr die Knechte. 4. Jesu, lehr bedenken mich dies mit Buß und Reue; hilf, daß ich mit Sünde dich martre nicht aufs neue! Sollt' ich dazu haben Luft und nicht wollen meiden, was Gott selber büßen mußt' mit so großem Leiden? 3. Ja, so wir versöhnet sind, weil der Sohn fich hingegeben, so wird das erstandne Kind noch vielmehr uns durch sein Leben selig machen, die er Brüder heißet und seins Leibes Glieder. 4. Aber nicht alleine 5. Wenn mir meine dies, sondern weil wir sind Sünde will machen heiß im Sohne, welcher selbst die Hölle: Jesu, mein den Sündenbiß heilet, daß Gewissen still, dich ins er in uns wohne: ei so Mittel stelle; dich und dei- rühmen auch wir Sünder, ne Passion laß mich glau- daß wir nun sind Gottes big faffen; lieber mich sein Kinder. lieber Sohn, wie kann Bott mich hassen? 5. Hochgelobet, ſagen wir, Bater in dem Him6. Gieb auch, Jesu, mel oben! fiche, wie die daß ich gern dir das Kreuz Sünd allhier noch in uns nachtrage, daß ich De- will immer toben! Laß mut von dir lern' und der Herrn den Geist uns Geduld in Plage, daß ich geben, daß wir in dir ewig dir geb' Lieb um Lieb. leben! Joach.Juft. Breithaupt. Indes laß dies Lallen, bessern Dank ich dorten Mel. Freu dich sehr, geb', Jesu, dir gefallen. o meine Seele. Ligism. v. Birten. 93. Jefen Wunden, Jefuit Cesu, tiedeine Qual und bittrer Allel, Liebfler Jefu, wir find hier. 92. esus Christus, Tod geben mir zu allen Gottes Lamm, 4 Stun 74 Dom Leiden Chrifti. Stunden Trost in Leibs- 6. Hab ich dich in meiund Seelennot. Fällt nem Herzen, du Brunn mir etwas Arges ein, denk aller Gütigkeit, so empfind' ich bald an deine Pein; ich keine Schmerzen auch die erlaubet meinem Her im leßten Kampf und zen mit der Sünde nicht Streit. Ich verberge mich zu scherzen. in dich: Welch Feind kann 2. Will sich denn in verletzen mich? Wer sich Wollust weiden mein ver- legt in deine Wunden, der derbtes Fleisch und Blut, hat glücklich überwunden. Joh. Heermann. so gedenk ich an dein Leiden, bald wird alles wieder gut. Kommt der Satan und seht mir heftig zu, halt ich ihm für deine In eigener Melodie. Gnad bald muß er von dannen weichen. 94. eſu, meines Le Jesu, meines Todes Tod, der du dich für mich ge= 3. Will die Welt mein geben in die tieffte SeeHerze führen auf die breite lennot, in das äußerste Wollustbahn, da nichts ist Verderben, nur daß ich als Jubilieren, alsdann nicht möchte sterben: tauschau' ich emsig an deiner send, tausendmal sei dit, Marter Zentnerlast, die liebster Jesu, Dank dafür. du ausgestanden haft: so 2. Du, ach du haft auskann ich in Andacht bleiben, gestandett Lästerreden, alle böse Lust vertreiben. Spott und Hohn, Spei4. Ja für alles, das chel, Schläge, Strick und mich fränket, geben deine Banden, du gerechter Wunden Kraft; wenn mein Gottessohn, nur mich Herz hinein sich senket, Armen zu erretten von frieg' ich neuen Lebenssaft. des Teufels SündenketDeines Trostes Süßig- ten. Tausend, tausendmal keit wendt in mir das bittre sei dir, liebster Jeſu, Leid, der du mir das Heil Dank dafür. erworben, da du bist für mich gestorben. 3. Du haft laffen Wunden schlagen, dich erbärm5. Auf dich seh' ich mein lich richten zu, um zu Vertrauen, du bist meine heilen meine Plagen, um Zuversicht: dein Lod hat zu setzen mich in Ruh. den Tod zerhauen, daß er Ach du haft zu meinem mich kann töten nicht. Segen lassen dich mit Fluch Daß ich an dir habe teil, belegen. Tausend, tausendbringet mir Troft, Schuß mal sei dir, liebster Jesu, und Heil; deine Gnade Dank dafür. wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, dich mit gro Dom Leiden Chrifti. 75 großem Schimpf belegt, gar mit Dornen angekrö- Mel. Christus, der uns net; was hat dich dazu felig macht. bewegt? Daß du möchtest 95. eu, meiner mich mir die Seelen Licht, renkron aufsehen. Lausend, Freude tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. meiner Freuden, meines Lebens Zuversicht, nimm doch für dein Leiden diesen schlechten Dank hier an, so viel meine Seele immermehr dir bringen kann in der Schwachheit Höhle. 5. Du hast wollen sein geschlagen zur Befreiung meiner Pein, fälschlich lassen dich anklagen, daß ich könnte sicher sein; daß ich möchte trostreich prangen, hast du sonder Trost gebangen. Tausend, tausend mal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 2. Ich erwag' es hin und her, was dich doch bewogen, daß du so viel Herzbeschwer haft auf dich ge= zogen: daß du Angst, Gewalt und Not, Schläg' 6. Du hast dich in Not und Hohn und Banden, gestecket, bast gelitten mit Låsterung und Kreuz und Geduld, gar den herben Tod willig ausgestanden. Lod geschmecket, um zu 3. Gottes Wohlgewobüßen meine Schuld; daß genheit, Vaterlieb und ich würde losgezäblet, haft Gute, deineHerzensfreunddu wollen sein gequälet. lichkeit und dein treu GeTausend, tausendmalfei dir, müte, Jesu, hat es ausliebster Jesu, Dank dafür. gebracht, daß kein Mensch 7. Deine Demut hat verzagte, wenn der Süngebüßet meinen Stolz und den Meng und Macht die Uebermut, dein Tod mei- Gewissen nagte. nenTod versüßet, es kommt 4. O du wunderbarer alles mir zu gut. Dein Rat, den man nie ergrünVerspotten, dein Versveien det! Oder unerhörten muß zu Ehren mir gedeihen. That, die man nirgend Tausend, tausendmalseidir, findet! Was der Mensch, liebster Jesu, Dank dafür. der Erden Knecht, trokig 8. Nun, ich danke dir hat verbrochen, wird an von Herzen, Jesu, für Gott, der doch gerecht, geſamte Not, für die durch und durch gerochen. Wunden, für die Schmer- 5. Meine wildeSchandzen, für den herben, bit- begier hat dich so zerschlatern Tød, für dein Zittern, gen; diese Krankheit hab' für dein Zagen, für dein ich dir, Jesu, aufgetragen. tausendfaches Plagen; für meine Schuld und Missedein Ach und tiefe Pein that hat dich so verbürget, will ich ewig dankbar sein. bis sie dich auch endlich Ernst Christoph Hamburg. hat unrecht hingewürget. 6. Al Vom Leiden Chrifti. 76 6. Alle Strafe, der ich war Tag und verIn eigener Melodie. bunden, liegt auf die nun 96. jum liebt, ganz und gar, und durch Jeſum deine Wunden wird uns seid traurig und betrübt. Fried und Heil gebracht; Er, der wahre Gottesdrum will mir geziemen, sohn, der da saß aufs Va= deine starke Liebesmacht ters Thron, wird ins Grab ewiglich zu rühmen. geleget. 7. Las doch dieser St- 2. Schau, Braut, hier cherheit gleichfalls mein liegt dein Bräutigam, dein Gewissen zwischen Angst Hirt und auch dein Lamm; und Tod und Streit kräf deines Herzens Trost und tiglich genießen. Ach, ach, Ruhm, deiner Seelen Eimeines Herzens Herz, wirf gentum, schau, er ist gedurch deine Schmerzen storben. meine Schmerzen hinterwärts, fern aus meinem Herzen. 3. großes Leid, o bittre Not! Was ist dies für ein Tod? Alles, was die ganze Welt und der Himmel in sich hålt, das muß ihn beklagen. 8. Und wie schnell mein Herz erschrickt über Straf und Sünden, so schnell werd' es gleich erquickt mit den Gnadenwinden. Jesu, fich, ich falle dir mit zerknirschter Buße und mit Besserungsbegier glaubensfühn zu Fuße. 4. Ach wie liegt er so erkalt, verblasset und verstalt. Seiner Augen Freundlichkeit, seiner Stirnen Herrlichkeit ist nun ganz verschwunden. 9. Nun, ich weiß, wor- 5. O Menschenkind, beauf ich bau', und bei wem denk es wohl, was dies beich bleibe, welchem Für- deut und soll: deine Sünd sprach ich mich trau', und und Missethat ist's, die ihn an wen ich glaube, Jesu, getötet hat und ins Grab du bist es allein, der mich versenket. hålt und schüßet, wenn gleich alle Höllenpein auf mich scheußt und blizet. 10. Ich will, weil ich mit dir frei werd' im Himmel erben, Herr, in deinen Armen treu leben und auch 7. Drum fall' ich auch sterben, bis man fröhlich nun zu dir hin, mein Jesu, sagen wird nach den Todes- wie ich bin; denn ich will, banden: Sieh, dein Braut- o Gott, mit dir sein begam und dein Hirt, Jesus, graben für und für, bis ich ist vorhanden. Heinr. Held. auferstehe. Joh. Angelus. Mel. 6. Wie selig ist, der, weil er lebt, sich selbst mit ihm begräbt; der hier von der Sünd absteht, und durch seinen Tod eingeht in ein besser Leben. Vom Leiden Christi. 77 denn die Unschuld länger stehn? Soll denn das Heil der Welt verderben, und 97. Kommt her und unser Leben untergehn? schauet an mein es Leben, das unbefleckte Jungfraunkind; schaut, wie es ist ans Kreuz gegeben für unsre Schuld und unsre Sünd. Es ist so übel zugericht, daß mir das Herze bricht. Mel. Ich will dich lieben, meine Stärke. Geist und Sinn. Ach ja, die Lieb ist hin. 7. Die Lieb ift hin, o arme Seele, die Lieb ift tot, lauf doch hinzu; eröffne deines Herzens Höhle, und gieb sie ihm noch jetzt 2. Schaut, wie ihn die zur Ruh. Steig auf das Gottlosen haben so hart Kreuz, nimm ihn herab zerschmissen und verwundt; und sei der Liebe Grab. wie man ihm Hånd' und 8. Du bist die Schuld, Füß' durchgraben, wie man daß er gestorben, du bist belohnt den holden Mund. die Ursach seiner Pein; Wie ist die ewge Freundlich- weil er um deine Lieb gekeit beworfen und bespeit. worben, hat er des Todes 3. Der Leib ift voller müssen sein. Dies LammBeuln und Schrunden, lein ist für dich geschlacht, voll Angst und Schmerzen für dich in Tod ge ist sein Geist; das Fleisch bracht. und Mark ist fast verschwunden, das Blut vergoffen allermeist. Wie muß das lieblich Neugelein ein solches Scheusal sein. 9. Entzieht euch mir, ihr meine Sinnen, ihr Augen, schließt euch beide zu; mein Geist begebe fich von hinnen, mein Leben das ersterb auch nu; ich kann vor Leid nicht mehr bestehn, ich muß mit ihm Joh. Angelus. 4. Er hat vom Himmel auf die Erden aus lauter Liebe sich gesenkt, daß wir erledigt sollen werden von vergehn. allemilebel, das uns kränkt; und sich, er stecket selbst Mel. Sollt' ich meinem in Not, der treue LiebesGott nicht singen. gott. 5. Wer ist nun, der ihm 98. Laffet uns mit Jesu ziehen, bei kann springen, wer will seinem Vorbild folgen nach, ihm seine Treu bezahln? in der Welt der Welt entwer Dele seinen Wunden fliehen auf der Bahn, die bringen? Wer stillet seine er uns brach, immer fort Pein und Qualn? Wer ist, zum Himmel reisen, irdisch der sich zu diesem Kind noch, doch himmlisch sein, ans Kreuz mitleidig bind'? glauben recht und leben 6. Soll denn die Lieb fein, in der Lieb den Glauam Kreuze sterben? Soll ben weisen. Treuer Jesu, bleib 78 Vom Leiden Christi. bleib bei mir; gehe vor, Acherwag die große Treue, ich folge dir. und dich deines Jesu freue. 2. Lasset uns mit Jesu 2. Sich, der wahre leiden, seinem Vorbild Gottessohn ist für dich werden gleich. Nach dem ans Holz gehänget, sein Leide folgen Freuden, Ar- Haupt trägt die Dornenmut hier macht dorten kron, sein Leib ist mit reich, Thränensaat die Blut vermenget, er läßt Ernte lachen, Hoffnung sich für dich verwunden: wo tröstet mit Geduld; es kann ist größre Lieb gefunden? leichtlich Gottes Huld aus 3. Du, du solltest große dem Regen Sonne machen. Pein ewig leiden in der Jesu, hier leid' ich mit Hölle, und von Gott dir, dort teil deine Freud mit mir. verstoßen sein wegen vieler Sündenfälle; aber Je3. Lasset uns mit Jesu sus trägt die Sünden und fterben; sein Tod uns vom läßt dich Genade finden. andern Tod rettet und vom 4. Durch sein Leiden Seelverderben, von der ist gestillt deines Gottes ewiglichen Not. Laßt uns Zorn und Rache, er hat töten, weil wir leben, das Gesek erfüllt, gut geunser Fleisch, ihm sterben macht die böse Sache, ab; so wird er uns aus Sünde, Teufel, Tod umdem Grab in das Him- schränket, und den Himmelsleben heben. Jesu, mel dir geschenket. sterb' ich, sterb' ich dir, daß ich lebe für und für. 5. Was zu thun, o liebes Herz? Willst du dich zu 4. Lasset uns mit Jesu ihm gesellen? Jesu Leiden leben; weil er auferstanden ist kein Scherz, seine Liebe ist, muß das Grab uns kein Verstellen. Denke wiedergebent. Jesu, unser drauf, was dir oblieget Haupt du bist, wir sind gegen den, der für dich deines Leibes Glieder. Wo sieget. du lebst, da leben wir. 6. Ich kann nimmer, Ach erkenn uns für und nimmermehr das Geringste für, trauter Freund, für nur vergelten, er verbindt deine Brüder. Jesu, die mich allzusehr. Meine ich lebe hier, dorten ewig Trägheit muß ich schelten, auch bei dir. Sig. v. Birken. daß ich ihn so schlecht geliebet, und wohl gar mit Mel. Liebster Jesu, wir Sünd betrübet. find hier. 7. Was geschehen, ſoll 99. Meine Seel, er- nun nicht binfort mehr muntre dich, von mir geschehen; mein deines Jesu Lieb bedenke, Schluß sei nun fest gewie er für dich giebet fich, richt, einen andern Weg darauf deine Andacht lenke. zu gehen, darauf ich mir Vom Leiden Chrifti. 79 sum suche, und was uns, mein Jesu, recht ihn betrübt, verfluche. verbinden, schenkst du schon 8. Weg ihr Sünden, so viel auf Erden: ei weg von mir, euch kann was will im Himmel ich an mir nicht leiden, werden! euretwegen müßt' ich hier 14. Was für Luft und und dort von dem sein Süßigkeit, was für Fried gescheiden, ohne welchen und Jubilieren, was für ist kein Leben, keine Gnade, Ruhe nach dem Streit, kein Vergeben. was für Ehre wird uns 9. Du, mein Jesu, duzieren. Ewig, ewig werd' mein Heil, dir will ich ich loben, wenn ich ganz mich ganz verschreiben, in Gott erhoben. daß ich dir, als meinem 15. Ach ich freu' mich Teil, einig will getreu alle Stund auf dies frenverbleiben, dir zu leben, denvolle Leben, danke dir dir zu leiden, dir zu sterben, mit Herz und Mund, du, dir zu meiden. o Jesu, bast's gegeben; 10. Du, mein Jesu, nur im Glauben laß mich's sollst es sein, den ich mir halten, und dein Kraft zum Zweck gesetzet; wie in mir stets walten. du mein, so will ich dein bleiben stets und unverlezzet; was du liebest, will Johann Caspar Schade. In eigener Melodie. ich lieben, und was dich, 100. Meine Liebe soll am 11. Was du willst, das Kreuz, ich will ihn daselbst sei mein Will, dein Wort umfassen, und nicht lassen, meines Herzens Spiegel, daß er durch sein teures wenn du schlägest, halt' Blut mache mich gerecht ich still; dein Geist bleibt und gut. mein Pfand und Siegel, 2. Meine Liebe hängt daß ich soll den Himmel erben: darauf kann ich fröhlich sterben. am Kreuz, was hang' ich denn an den Brüsten schnöder Lüsten? Wäre doch die Welt nur mir, und ich auch gekreuzigt ihr. 12. Nun so bleibt es fest dabei: Jesus soll es sein und bleiben, dem ich lebe, des ich sei; nichts soll mich von Jesu treiben. Du wirst, Jesu, mich krånken Sünde, Tod und nicht lassen, ewig will ich Teufel, Hill, er macht dich umfassen. selig meine Seel. 3. Meine Liebe hångt am Kreuz; ich will seiner stets gedenken, wenn mich 13. ft bereits schon 4. Meine Liebe hångt jekt allhier solche Freud am Kreuz; auf ihn will und Ruh zu finden, wenn ich fröhlich sterben,- und im Glauben wir mit dir ererben, was mir Gott bat 80 Dom Leiden Chrifti. hat zubereit in der ewgen 7. Ach Bater, ach dein Seligkeit. Adam Tribbechov. einger Sohn erbleicht am Mel. Ich hab' mein Sach Hohn; nun, dies geschieht Kreuz mit Schmach und Gott heimgestellt. für meine Schuld, drum 101. Nun ist es bab Geduld und zeig in alles wohl Jesu Gnad und Huld. gemacht, weil Jesus ruft: 8. Ich will mit ihm zu Es ist vollbracht! Er neigt Grabe gehn, und, wo die sein Haupt, o Mensch, Unschuld bleibet, sehn; ja und stirbt, der dir erwirbt ich will ganz begraben sein das Leben, das niemals im Tod allein mit ihm, verdirbt. und selig schlafen ein. 2. Erschrecklich, daß der 9. Ertot, o Jesu, selbst Herr erbleicht der Herrlich- in mir der Schlangen keit, dem niemand gleicht, Brut, das böse Tier, den der Lebensfürst; die Erde alten Menschen, daß ich kracht, und es wird Nacht, streb' und mich erheb' gen weil Gottes Sohn wird Himmel, und dir, Jesu, leb'. umgebracht. 10. Sollt' ich den Sün3. Die Sonn verlieret denunflat noch mehr heihren Schein, des Tem- gen? Nein, dies schwere pels Vorhang reißet ein, och sei abgelegt; es hat der Heilgen Gråber öffnen mir lang gemachet bang, sich ganz wunderlich, und nun weiß ich, daß ich Gnad tehen auf gar sichtbarlich. empfang'. 4. Weil denn die Kreatur fich regt, so werd', o Mensch, hierdurch bewegt; zerreißt ein Fels, und du wirst nicht durch dies Gericht bewogen, daß dein Herze bricht? 11. Ich will heut abgestorben sein der Sünd und leben dir allein; es hat dein Tod das Leben mir gebracht herfür und aufge= than die Himmelsthur. 12. Jesu Christe, 5. Du bist die Schuld, stärke mich in meinem Vornimm dies in acht, daß saß kräftiglich. Laß mich Jesus ist ans Kreuz ge- den Kampf so setzen fort, bracht, ja gar zum Tod nach deinem Wort, daß ich und in das Grab, weil die Kron erlange dort.. er aufgab den Geist, und 13. So will ich dich, mit Geschrei schied ab. Herr Jesu Christ, daß 6. Drum folge Jesu du für mich gestorben bist, nach ins Grab, und stirb von Herzen preisen in der dem Gräul der Sünden Zeit und nach dem Streit ab; gehst du nicht mit ihm in Freud und Wonn in in den Tod vom Sünden- Ewigkeit. fot, so mußt du fühlen Höllennot. Laurentius Laurenti. In Vom Leiden Christi. 81 In eigener Melodie.| meines Lebens Jammer102. du Liebe mei- vein, in dem blutverwundner Liebe, du ten Herzen sanft in dir erwünschte Seligkeit, die geftillet sein. du dich aus höchstemTriebe 6. Liebe, die für mich in das jammervolle Leid gestorben und ein immerdeines Leidens, mir zugute, während Gut an dem Kreuz als ein Schlachtschaf ein- zesholz erworben, ach gestellt, und bezahlt mit wie denk' ich an dein Blut? deinem Blute alle Misse- Ach wie dank' ich deinen that der Welt. Wunden, du verwundte Liebe du! wenn ich in der letzten Stunden sanft in deiner Seiten ruh'. 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen an dem Delberg sich betrübt; Liebe, die mit Blut und Sehnen unaufhörlich fest geliebt; Liebe, die mit allem Willen Gottes Zorn und Eifer trågt, den, so niemand konnte stillen, hat dein Sterben hingelegt. 7. Liebe, die sich tot gekrånket, und für mein erkaltet Herz in ein faltes Grab gesenket: ach wie dank' ich deinem Schmerz? Habe Dank, daß du gestorben, daß ich ewig le= 3. Liebe, die mit starkem ben kann, und der SeeHerzen alle Schmach und len Heil erworben: nimm Hohn gehört; Liebe, die mich, liebster Jesu, att. mit Angst und Schmerzen Adam Dreese. auch der strengste Tod versehrt; Liebe, die sich lie- Mel. bend zeiget, als sich Kraft Vater unser im Himmelreich. und Atem endt; Liebe 103. D Elend, die sich liebend neiget, als Jammer, sich Leib und Seele trennt. Angst und Not! seh' ich 4. Liebe, die mit ihren doch meinen Jesum tot. Armen mich zuletzt um- Er ist verstarret ganz und fangen wollt'; Liebe, die gar, der einzig meine Hoffaus Liebserbarmen mich nung war. Nun nimm, julebt, in höchster Huld, nun nimm dies Leben hin: ihrem Vater überlassen, die ich ruh' nicht, bis ich auch selbst starb und für mich fort bin. bat, daß mich nicht der Zorn sollt' fassen, weil mich ihr Verdienst vertrat. 2. Nichts ist nun au der ganzen Welt, das mein Gemüt zufrieden stellt, 5. Liebe, die mit so viel mein Trost und Freude, Wunden, gegen mich, als Gottes Sohn, mein Lieb seine Braut, unaufhörlich und Leben ist davon. Ach fich verbunden, und auf nimm, ach nimm dies Leewig anvertraut: Liebe, laß ben hin: ich ruh' nicht, bis auch meine Schmerzen ich auch fort bin. 4** 3. D 82 Dom Leiden Chrifti. 3. Lieb, dein blasses bis in das Grab gestritten, Angesicht macht, daß mir als sie den Tod erlitten. Herz und Mut gebricht; 2. Ach, ist es nicht dein dein ganz verblichner Ro- liebstes Herz, dein Kind senmund hat mir schon und Eingeborner? Wie Leib und Seel verwundt. leidet denn so großen Ach nimm, ach nimm dies Schmerz, o Gott, dein Leven hin: ich ruh' nicht, Auserkorner? Wie kann bis ich auch fort bin. es sein, daß solche Pein dem Helden wird gegeben, der allen giebt das Leben? 4. Ich weiß wohl, daß du mir zu gut vergossen bast dein teures Blut. 3. Ja, Vater, ift er Drum, daß ich es vergelte nicht der Mann, von dem dir, so will ich wieder ster- du selbst gesaget: Er ist es, ben mir. Ei nimm, ei der mich stillen kann, mein nimm dies Leben hin: ich Sohn, der mir behaget? ruh' nicht, bis ich auch Wie muß denn' er jekund fort bin. so schwer die Bürde auf 5. Gieb mir dein Leiden, sich nehmen, den Tod Kreuz und Pein, die Nà- dadurch zu zähmen? gelmale druck mir ein; verehre mich mit deinem Spott, mach mich ganz ähnlich deinem Tod. Ach nimm, ach nimm dies Leben hin: ich ruh' nicht, bis ich auch fort bin. 4. Jft er nicht selbst die Herrlichkeit, und wird dennoch verspeiet? Ja, ist er nicht der Held im Streit, und wird so leicht zerstreuet? Ist er nicht Gott, und leidet Spott? Ist er nicht ohne Schulden, und muß den Tod erdulden? 6. Jesu, laß mich doch nicht hier, nimm mich nur in das Grab mit dir; 5. O frommes, unbelaß deines süßett Herzens flecktes Lamm, o schönster Schrein mein Grab und Mensch aufErden, o Maneigne Ruhstatt sein. Ona, das vom Himmel kam, Jesu, nimm dies Leben du mußt geopfert werden. hin: ich ruh' nicht, bis ich Dein Hand' und Füß', als bei dir bin. die so süß am letzten End uns laben, die werden ganz durchgraben. Johann Angelus. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 6. Dein würdigs Haupt, o Gottessohn, das wir 104. großer Gott mit Zittern ehren, bedecket ins Him- eine Stachelkron, dein mels Thron, hilf, daß ich Elend zu vermehren; dein mög' erkennen, wer doch treuer Mund, der Wahrgewesen die Person, und heit Grund, die rosenwie sie sei zu nennen, die farbnen Lippen sind bleibier für mich so ritterlich cher als die Klippen. 7.9 Dom Leiden Chrifti. 83 7.O große Lieb, jetzt seh'| Hoffart willen! Dein Getich recht die Wund in dei- ßeln, Martern und Bener Seiten, dadurch du schwer muß unsre Frech willst mir armen Knecht heit stillen. Nur unfre ein ewges Mahl bereiten; Lust, der Sünden Wuft, dies Herzensblut, das ho- gebieret deinem Herzen, o he Gut, desgleichen nicht Heiland, so viel Schmerzen. zu finden, befreiet mich 13. Ich bin, Herr von Sünden. Jesu, ganz verflucht, du 8. Dein Augen voller aber bist der Segen; noch Freundlichkeit, der Men hat der Segen mich geschen Lust und Wonne, sucht auf gar verfluchten die klarer waren vor der Wegen. Ich hab allein Zeit, als die so klare die höchste Pein mit SünSonne, die ändern sich nun den wohl verdienet; du jammerlich, die schönsten hast mich ausgefühnet. Lichter schwellen von lauter Thränenquellen. 14. Ich war verkauft zur Höllenglut um so viel 9. Sie rinnen als ein böser Thaten, da wußt Wasserfluß auf die zer- allein dein göttlich Blut schlagnen Glieder: fie fal- in solcher Not zu raten; len wie ein Regenguß die der teure Schak behielt zarten Wangen nieder. den Platz, der Satanmußte Ach nichts ist hie als weichen, Sünd, Höll und Angst und Müh, es wird Tod desgleichen. mit tausend Plagen der schönste Leib zerschlagen. 15. Nun höret auf des Höchsten Rach, sein Zorn 10. Du trägst die Stra- der ist gestillet durch so viel fen meiner Schuld und Schmerzen, Pein und schweren Missethaten, ia Schmach; nun ist die läsfest dich aus lauter Huld Schrift erfüllet: des Heram Pfahl des Kreuzes bra- ren Tod hat nun die Not ten. Das that die Lieb, auf Erden weggenommen, Herr, die dich trieb, die derFried ist wieder kommen. Sünder aus dem Rachen 16. Herr Jesu, nimm der Höllen frei zu machen. mich gnädig an, vertilg in 11. Wunderwerk! mir die Sünde, die ich Der herrlich ist, nimmt auf nicht ganz ertsten kann, sich unsre Schande; der wie leider ich befinde. Eins feusch, gerecht und sonder bitt' ich dich, Herr, laffe List gepriesen wird im mich dein teures BlutLande, trägt mit Geduld vergießen bis in meinGrab ganz fremde Schuld, ja, genießen. Johann Rift. hat sein eignes Leben für Mel. Herzlich thut mich unsers hingegeben. verlangen. 12. du worden, Herr, um unsrer 105, Sauvt voll Blut und Wuns 84 Vom Leiden Chrifti. Wunden, vollSchmerz und gehen, wenn dir dein Herze voller Hohn, o Haupt, zum bricht. Wenn dein Haupt Spott gebunden mit einer wird erblassen im letzten Dornenkron, o Haupt, Todesstoß, alsdann will sonst schön gezieret mit ich dich fassen in meinen höchster Ehr und Zier, jetzt Arm und Schoß. aber höchst schimpfieret: Gegrüßet seist du mir! 7. Es dient zu meinen Freuden und kommt mir 2. Du edles Angesichte, herzlich wohl, wenn ich in davor sonst schrickt und deinem Leiden, mein Heil, scheut das große Weltge- mich finden soll. Ach wichte, wie bist du so be- möcht' ich, o mein Leben, speit? Wie bist du so er- an deinem Kreuze hier bleichet? Wer hat dein mein Leben von mir geben, Augenlicht, dem sonst kein wie wohl geschähe mir! Licht mehr gleichet, so schåndlich zugericht? 8. Ich danke dir vont Herzen, o Jesu, liebster 3. Die Farbe deiner Freund, für deines Todes Wangen, der roten Lip- Schmerzen, da du's so gut pen Pracht ist hin und gemeint. Ach gieb, daß ich ganz vergangen; des blas- mich halte zu dir und deiner sen Todes Macht hat al- Treu, und wenn ich nun erles hingenommen, hat al- kalte, in dir mein Ende sei. les hingerafft, und daher bist du kommen von deines Leibes Kraft. 9. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wenn ich den 4. Nun, was du, Herr, Tod soll leiden, so tritt du erduldet, ist alles meine dann herfür; wenn mir am Last; ich hab es selbst ver- allerbångsten wird um das schuldet, was du getragen Herze sein, so reiß mich hast. Schau her, hier steh' aus den lengsten kraft ich Armer, der Zorn ver- deiner Angst und Pein. dienet hat: gieb mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad. 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und laß mich 5. Erkenne mich, mein sehn dein Bilde in deiner Hüter, mein Hirte, nimm Kreuzesnot. Da will ich mich an; von dir, Quell nach dir blicken, da will ich aller Güter, ist mir viel glaubensvoll dich fest an Guts gethan; dein Mund mein Herz drücken. Wer hat mich gelabet mit Milch so stirbt, der stirbt wohl. und süßer Kost, dein Geist Paul Gerhardt. hat mich begabet mit mancher Himmelsluft. 6. Ich will hier bei dir Mel. O Mensch, bewein dein Sünde groß. fleben, verachte mich doch 106. Herz des nicht; von nicht Königs aller Dom Leiden Chrifti. 85 ler Welt, des Herrschers 4. Erweitre dich, mach in dem Himmelszelt, dich grüßt mein Herz mit Freuden. Mein Herze, wie dir wohl bewußt, hat seine größt' und höchsteLust an dir und deinem Leiden. Ach wie bezwang und drang dich doch dein edle Lieb, ins Schmerzen dich zu geben, da du dich neigtest in den Tod, zu retten aus der Todesnot mich und mein armes Leben. alles voll, sei meine Rose, riech mir wohl, bring Herz und Herz zusammen. Entzünde mich durch dich, und laß mein Herz ohne End und alle Maß in deiner Liebe flammen. Wer dieses hat, wie wohl ist dem! In bittre Joch der dir beruhn, ist angenehm. Ach, niemand kann's g'nug sagen. Wer dich recht liebt, ergiebt sich frei, in deiner Lieb und süßen Treu auch wohl den Tod zu tragen. 5. Ich ruf aus aller Herzensmacht dich, Herz, so ein herbe Last dem al- in dem mein Herze wacht, lersüßßten Herzen. Dich ach laß dich doch errufen. hat ein Weib der Welt Komm, beug und neige gebracht, und machst dem, dich zu mir an meines der die Welt gemacht, Herzens arme Thür, und so unerhörte Schmerzen. zeuch mich auf die Stufen Du meines Herzens Herz der Andacht und der Freuund Sinn, du brichst und digkeit; gieb, daß mein fällst und stirbst dahin, Herz in Lieb und Leid dein wollst mir ein Wort ge- eigen sei und bleibe, daß dir währen: Ergreif mein Herz es dien' an allem Ort und und schleuß es ein in dich dir zu Ehren immerfort und deiner Liebe Schrein; all seine Zeit vertreibe. mehr will ich nichtbegehren. 2. O Tod, du fremder Erdengast, wie warst du 6. Herzensros, o 3. Mein Herz ist kalt, schönste Blum, ach wie hart und bethört von al- so köstlich ist dein Ruhm, lem, was zur Welt gehört, du bist nicht auszupreisen. fragt nur nach eitlen Sa- Eröffne dich, laß deinen chen; drum, Herzensherze, Saft und des Geruchs erbitt' ich dich, du wollest höhte Kraft mein Herz und dies mein Herz und mich Seele speisen. Dein Herz, warm, weich und sauber Herr Jesu, ist verwundt: machen. Laß deine Flamm ach tritt zu mir in meinen und starke Glut durch all Bund, und gieb mir deimein Herze, Geist und nen Orden; verwund auch Mut mit allen Kräften dringen. Laß deine Lieb und Freundlichkeit zur Gegenlieb, Herr, jederzeit mich armen Sünder bringen. 7. Nimm mein Hert, o mich, o süßes Heil, und triff mein Herz mit deinem Pfeil, wie du verwundet worden. mein 86 Vom Leiden Chrifti. mein höchstes Gut, und leg| D bittrer Zorn, sehr schwer es hin, wo dein Herz ruht, und heiß, dafür die Trop= da ist's wohl aufgehoben; fen Blut wie Schweiß da geht's mit dir gleich als aus durch die Adern drinzum Tanz, da lobt es dei- gen. Ach wie drückt die nes Hauses Glanz, und Sündenmenge dich so strenkann's doch nicht g'nug lo- ge, daß du liegest, und dich ben. Hier setzt sich's, hier wie ein Würmlein biegest. gefällt's ihm wohl, hier 4. Du wirst von der freut sich's, daß es bleiben Gottlosen Rott in deiner soll. Erfüll, Herr, meinen innern Seelennot auch Willen, und weil mein äußerlich gefangen; man Herz dein Herze liebt, so kommt zu dir mit starker laß auch, wie dein Recht Macht als einem Mörder es giebt, dein Herz mein in der Nacht mit Spießen Herze stillett. Paul Gerhardt. und mit Stangen. Keine eine Schuld der Sünden Mel. Wie schön leuchtet kann man finden, noch ander Morgenstern. sagen, und doch wirst du 107. Jesu Chri- bart geschlagen. ste, Gottes Lamm, mein teurer Seelenbräutigam, der du für mich gelitten, der du des Leidens schwere Last an meiner Statt getragen haft wirft, bald stößt, bald und mit dem Tod gestritten: gieb mir an dir doch jehunder deine Wunder anzusehen, und im Geiste zu verstehen. schlägt, bald hin, bald wieder her bewegt, bald läßt zur Erden fallen. Wie ein Würmlein auf den StraBen mußt du lassen auf dich stehen, über dich mit Füßen gehen. 2. Es rauschet über dich mit Macht die ganzeSchar der Höllennacht; das Reich 6. Du wirst gar ernstder Finsternissen geußt sei- lich angeklagt, und was nen grausen Zorn Grimm aus über dich mit Ungestům, du mußt anjetzo und ein Lügenmaul aussagt falsch wider dich, muß gelten; die Lügen, die sie selbst büßen. Was du, Jesu, erdacht, hat man auf dich nicht verbrochen, wird ge- ohn Ursach bracht, daß rochen, du mußt tragen sie dich könnten schelten. aller Menschen Schmach Lügen, Trügen thut das und Plagen. Beste, weil man feste hält 3. Der grimme Tod mit zusammen, dich zum Tode seiner Macht ist gånzlich zu verdammen. wider dich erwacht, mit 7. Was dir web thut, dem mußt du jetzt ringen. versäumt man nicht, man ſpeis 5. Du trågest Schläge, Hohn und Spott, Verachtung, Schmach und Speichelfot, du bist gleichwie ein Ballen, den man bald Dom Leiden Christi. 87 fpeiet dir ins Angesicht, mein Lebelang ich dir von man schläget dich mit Herzen Lob und Dank für Grimme; die Rotte treibt solche Gnad erweise; daß mit dir ihr Spiel, fie legt ich in meinem Lebensreft auf dich der Schmach sehr an dir stets hange hart viel, fie giebt dich um und und fest, und deine Wunümme. Was man nurkann der preise. Gieb mir, nach bier erdenken, dich zu krån- dir mich zu sehnen, und ken und zu quälen, an des mit Thränen meine Sünkeinem muß es fehlen. den in dein Leiden einzuwinden. Gewand, spricht mit Spott Knieen: Glück zu, o du Fürst der Ehren, laß ieht hören dich ein wenig, o du feiner Judenkönig. 8. Zu mehrer Pein und größermHohn befiehlt man, 12. Gieb mir, o Herr, eine Dornenkron dir auf auf meiner Bahn dein Leidein Haupt zu ziehen. Man den stets zu schauen an, giebt ein Rohr in deine den Gang danach zu richHand, zum Kleid ein pur- ten. Wie du den Himmel purrot man und die Welt zu gute mir und hintangestellt, so laß mich's auch vernichten; daß mich ewig weder Freuden, weder Leiden von dir trenne, und mich nur den Deinen nenne. 9. Du mußt die schwere Kreuzeslaft, die Laft, die 13. Du trågest Elend, aller Welt verhaft, selbst Kreuz und Schmach, wie auf dem Rücken tragen; sollt' ich mir denn Wohldu wirst gleich einem Bbfewicht mit zween Mördern hingericht und an das Kreuz geschlagen. Christe, dein Weh ist ohnmäßig; Gall und Effig wird daneben dir in deinem Durst gegeben. gemach auf dieser Erden suchen. Sollt' ich hier wünschen Gunst und Ehr, da du, mein Haupt, mein Gott und Herr, ertrågest Schmach und Fluchen? nein, läßt mein Haupt und König sich so wenig allhier achten, was soll ich nach Ehren trachten? 10. Dies alles nimmst du, Herr, auf dich, daß du davon befreiest mich, o 14. Der König trägt die herzliches Erbarmen. Wie Dornenkron, sollt' ich, sein soll ich doch g'nug dankbar Knecht, denn bessern Lohn fein für dies dein Leiden, als wie mein Herr erwarTod und Pein, die du ten? Sollt' ich mir wüntrågst für mich Armen? schen frohe Zeit, da selbst Ach ich will mich und mein der Herr der Herrlichkeit Leben nun ergeben dir zu vor Angst Blut schwitzt im eigen, und mein Herz ganz Garten? Ach nein, wer zu dir neigen. sein Knecht will werden, 11. Ach hilf doch, daß muß auf Erden sich nicht schd 88 Dom Leiden Chrifti. schämen, auch sein Kreuz| Kreuzes geschlachtet, allauf sich zu nehmen. zeit erfunden duldig, wie15. Wer nur der Welt- wohl du warst verachtet; luft hier begehrt, der ist, o all Sünd hast du getragen, Jesu, dein nicht wert; sonst müßten wir verzagen. Kreuz ist der Christen Zei- Gieb uns deinen Frieden, chen. Am Kreuze wurden o Jesu. Nikolaus Decius. wir erlöst, drum wer das Kreuze von sich stößt, von In eigener Melodie. dem muß Christus weichen. 109. Menich, be= Singen, springen, dem Weltleben sich ergeben, Sünde groß, darum Chri stolz hergehen kann mit stus seins Vaters Schos Christi Kreuz nicht stehen. äußert' und kam auf Erden. 16. Christe, gieb mir Von einer Jungfrau rein deinen Sinn, daß ich, wie und zart für uns er hier du, nun auch forthin das geboren ward, er wollt' Weltgetümmel meide, daß der Mittler werden. Den ich, Jesu, mein Gott und Toten er das Leben gab, Herr, dir ähnlich werde und legt' dabei all Krank mehr und mehr, ein wenig beit ab, bis sich die Zeit, mit dir leide; daß mich, herdrange, daß er für uns wenn ich hier mitleide, dort geopfert würd', trug undie Freude auch erquicke, frer Sünden schwere Bürd und einst dir entgegenrücke. wohl an dem Kreuze lange. Heinrich Georg Neuß. In eigener Melodie. 108. Lamm Got2. Denn als das Fest der Juden kam, Jesus sein' Jünger zu sich nahm, gar bald that er ihn'n ſagen: tes, unschul- Des Menschen Sohn verdig am Stamm des Kreuzes raten wird, ans Kreuz geſchlachtet, allzeit erfunden duldig, wiewohl du warst verachtet; all Sund hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu. geschlagen und erwürgt wohl aufder Juden Tagen. In Simons aus ein Fraue kam, viel köstlichs Wasser zu ihr nahm, that's übern Herren gießen. Et2. O Lamm Gottes, lich der Jünger murrten unschuldig am Stamm des bald, Jesus die Frane Kreuzes geschlachtet, allzeit gar nicht schalt, das that erfunden duldig, wiewohl Judam verdrießen. du warst verachtet; all 3. Zum Hohenpriester Sund hast du getragen, er sich fügt, den Herren sonst müßten wir verzagen. zu verraten lugt, nahm Erbarm dich unser, o Jesu. dreißig Pfennig bhende. 3. Lamm Gottes un- Bald Jesus mit sein Junschuldig am Stamm des gern kam, und aß mit ihn'n Das Dom Leiden Chrifti. 89 das Osterlamm und that| G'walt? Jesum, sprachn dasſelbe enden. Er setzt sie, und fielen bald zurück uns auf ein Testament, in ihren Wüten. Judas sein'n Tod zu b'denken bis gab ihm den Kuß behend, ans End, wusch den Jun- der grausam Hauf auf Jegern die Füße; er bildt sum rennt, und fingen ihn ihn'n vor die Liebe schon, mit Grimme. Petrus sein und wie sie ihn würden Schwert auszuckte recht, verlan, mit Trost that er's hieb ab ein Ohr des Bibeschließen. schofs Knecht: Jesus antwortet ihme: Va4. Darnach er an den Delberg trat, in Furcht 7. Ficht nicht, steck ein und Zittern er da bat: Ach das Schwerte dein; soll ich betet und thut wachen! den Kelch nicht trinken Ein'n Steinwurf bald er mein? Den Knecht macht fürder ging, zu seinem er gesunde. Der Hauf Vater auch anfing: Jesum zu Hannas führt, ter, thu hie machen, daß und auch zu Caiphas da dieser Kelch jetzt geh' von rührt, gefangen und gemir: denn alle Ding sind bunden. Petrus folgt in möglich dir; doch es ge- den Hof hinein, durch den scheh' dein Wille! Solchs bekannten Funger sein, verer zum dritten Male bat, leugnt dreimal den Herso oft auch zu den Jun- ren. Der Bischof fraget gern trat, sie schliefen all Jesum hart, sie suchten in Stille. falsche Zeugn und Rat ihn zu verdammen führen. 5. Er sprach: Schlaft ihr in meinem Leid? Es 8. Christus antwortet ist g'nug, die Stund ist be- ihnen nicht; der Hohepriereit, des Menschen Sohn ster zu ihm spricht: Was wird geben in die Händ' willst du dazu sagen? Ich der Sünder; steht auf! b'schwör dich bei dem Gotte der mich verråt, der lau- mein, sag, bist du Christ, ret drauf; nun betet ihr der Sohne sein? Jeſus daneben. Als er noch redt, antwort ohne Zagen: Ich fieh, Judas kam, ein große bin's und sag': von dieser Schar er mit sich nahm, Zeit werdt ihr des Menmit Spießen und mit Stan- schen Sohne weit in Wolgen. Ein Zeichen der Ver- ken sehen kommen, sizen råter gab: Welchen ich zur Rechten Gottes fein. küsf', merkt eben ab, den Der Bischof f'riß das sollt ihr weislich fangen. Kleide sein und sprach: 6. Als Jesus nun wußt' Ihr habt vernommen, alle Ding, gar bald er ihn'n entgegen ging, und sprach zu ihn'n mit Güte: Wen sucht ihr hie mit solcher 9. Daß er gelåstert Gott so sehr; er sprach: Merkt auf, was wolln wir mehr? Sie sprachen: Er foll 90 Vom Leiden Chrifti. soll sterben! und spieen ihm| Den Menschen auch Hein sein Gesicht, vielBacken- rodes sah, und achtet ihn streich' auf ihn gericht, mit für bieder. Ein G'wohnLåsterworten herbent, ver- heit ihr allwegen habt, darin deckten ihm das Untlik ihr ein'n Gefangnen laßt, sein, und schlugen ihn mit Jesum will ich losgeben. Fausten drein, sagtn: Wer Sie schrieen all mit lauter hat dich geschlagen? Am Stimm: Jesus uns an Morgen früh der Haufe das Kreuze nimm, Bargar fragten Jesum mit rabam laß uns leben. mancher Gfahr, thäten mit ihm bald jagen, 13. Pilatus Jesum getBeln ließ, und untr die 10. Und gaben ihn Pi- Schar ins Richthaus fließ; lato bhend. Als Judas Jesus ein Purpur truge. sah, wonaus es lendt, that Aus Dornen flochten sie ihn die Sach gereuen. Das ein Kron, die mußte durch Geld er bald den Priestern seinHaupte gahn, mit ein'm gab, und sprach: Ich sehr Rohr sie ihn schlugen, und gesündigt hab', erkannte grüßten ihn ein'n King' mit ſein Untreue, erhenket fich Spott, speiten auch in ſein und barst entzwei. Dieho- Untlik Kot, sein heilges henpriester beiderlei rat- Haupt auch schlugen. Pischlagten um das Gelde; latus sprach: Seht an den eins Töpfers Acker kauften Mann, an dem ich kein fie den Pilgern zum Be- Args finden kann, und hab' gråbnis hie, als auch der nicht Strafens Fuge. Prophet meldet. 14. Sie schrieen all mit 11. Als Jesus vor Pi- lauter Stimm: Kreuzige, lato stund, erhob sich große Freuzge, den hinnimm, Klag ohn Grund, thaten sonst bist nicht Kaisers thn hart verklagen: Dem Freunde. Als nun PilaKaiser hat er wider than, tus hört' das Wort, setzt und nennet sich ein Got- er sich an des Richters tes Sohn, verführt das Ort, wusch d'hånd, wollt Volk all Tage. Pilatus sein ohn Sünde, gab ihn'n ihn viel fragen thắt; Je- den Mörder Barrabam, sus aber kein Antwort redt, bald Jesum er zu kreuzgen das nahm Pilatus Wunder. Er schickt ihn zu Herodes hin Herodes freute sich auf ihn, meint', wollt sehn was besonders. nahm nach ihrem falschen Willen. Sein Kleider sie anthäten ihm, und führten ihn mit großem Grimm, das Kreuz trug er mit Stillen. 15. Als sie nun gingen aus mit ihm, Simon fie Pilatus zwangn mit harter Stimm, sprach: daß er ihms Kreuz nachtrů12. Als Jesus nun kein Antwort gab, verachtet ihn Herodes drob, schickt ihn Pilato wieder. bruft die Juden, Vom Leiden Chrifti. 91 trüge. Viel Volks und von! das thaten auch die Frauen weinten da, bald Schächer. Doch einer Jesus, als er sie da sab, sich zum andern kehrt, that sich zu ihnen biegen, Jesus Unschuld er ihn und sprach: Weinet nicht da lehrt, sprach: Jesu, über mich, ihr Töchter denk mein nachher, so du Zion, bewein' sich ein je- kommest ins Reiche dein! des und sein' Kinder; ihr Er sprach: Heut wirst du werdt noch sprechen: Selig bei mir sein, wohl in dem die Unfruchtbarn und die Paradeise. Ein Finstrnis saugten nie, vor Furcht ward zur sechsten Stund, und Qual der Sünde. um neune Jesus schrie 16. Ste kamen bald zur von Grund, mit lauter Schädelstatt, zween Ulebel- Stimm und Weise: thäter man da hatt', die man 19. Mein Gott, mein ans Krenz auch schluge, Gott, wie läßt du mich? zur linken und zur rechten In Spott brachten fie Hand, wie es die Schrift bald Essig, und gaben ihm längst hat bekannt. Jesus zu trinken. Als Jesus bald sprach mit Fuge: den versuchet hatt', sprach Verzeih ihn'n, Vater, die er: Vollbracht ist's, das fe That, keine weiß, was ich that; sein Haupt ließ er hie gethan hat. Pila- er da sinken. O Vater. tus that auch schreiben in die Hände dein befehl' hebräisch, griechisch und la- ich dir den Geiste mein! tein: Jesus ein Kön'g der schrie er mit lauter StimJuden fein; das that die me; gab auf sein'n Geist; Priestr betrüben. der Vorhang b'hend im 17. Als nun Jesus ge- Tempel rißentzwei zu End, Freuzigt war, sein Kleider die Felsen wichen ihme. fie bald nahmen wahr, 20. Das Erdreich auch und spielten drübr behen- erzittert war, die Gråber de. Als Jesus da sein wurden offenbar, der Mutter sah, dazu Johan- Hauptmann und seinG'sinnem, bald er sprach: Weib, de sprachen: Fürwahr, der diesen ich dir sende, dies fromme was und Gottes ist dein Sohn! Zum Jun- Sohn, das zeuget das! ger spricht: Das ist dein schlugen ihr Herz geMutter, laß sie nicht! schwinde. Als sie den Bald er sie zu ihm nahme. SchächernbrachndieBein', Die Hohenpriester trieben war Jesus tot, brachen Spott, auch ander viel ihm kein, und stachen auf låsterten Gott: Bist du's, sein Seite; es rann daraus der von Gott kame? Wasser und Blut, der's hat 18. Bist du nun Got- gesehen, zeuget's gut, die tes lieber Sohn, feig ieht Schrift die zeugt's auch vom Kreuz, hilf dir da- weiter. 21. Nach 92 Dom Leiden Chrifti. 21. Nach dem, als nun die Sünde schlägt; thu der Abend kam, Joseph dich davor bewahren. der Fromme Jesum nahm vom Kreuz, ihn zu begraSebald Heyd. ben. Dazu auch Nikode- Mel. Alles ist an Gotmus kam viel Aloes und tes Segen. Myrrhen nahm, damit fie 110. so baft du nun in ein Leinwand rein; da Leben für das meine hinwar ein Grab in einem gegeben, Jesu, meine Stein in einem Felsen Freud und Ruh, bist du neue, darein sie Jesum nun für mich gestorben, legten schon, ein Stein und hast mir das Heil auch drüber ward ge- erworben, du verwundte than, und gingen hin mit Liebe du! Treue. 2. Freilich ia, du bist ge22. Die Juden führten storben, daß du mir das noch ein Klag, bewahr- Heil erworben, liegest so tens Grab; am dritten elende tot. Nicht ein Tag Jesus stand auf Atem ist zu spüren, nicht mit G'walte, auf daß er ein Glied kannst du mehr uns ia frömmer macht', rühren. Ach der unerhörund mit ihm in sein Reiche ten Not! bracht' aus der sündlichen 3. Deine Lippen sind G'stalte. Darum wir sol- verblichen und dein Geift len fröhlich sein, daß un- von dir gewichen, alle serSeligmacher fein, Chri- Kräfte sind verzehrt; alle stus, hat überwunden für Rosen deiner Wangen find uns der Sünden große verwelket und vergangen, Not, dazu die Hölle und alle Schönheit ist verheert. den Tod, und auch den Teufel bunden. 4. Dein erfreulich Angesichte ist nun worden ganz zunichte; deine Stirn ist ungestalt. Fadein' Augen, meineSonnen, sind verloschen und zerronnen, alles ist verstarrt und kalt. 23. So laßt uns nun ihm dankbar sein, daß er für uns leidt solche Pein, nach seinem Willen leben; auch laßt uns sein der Sünden feind, weil 5. Ach wo werd' ich uns Gotts Wort so Feuer finden, mich hinhelle scheint, Tag und füro anzuzünden in der Nacht danach streben; ewgen Liebesbrunst; wenn die Lieb erzeigen jeder- dein Augen, o mein mann, wie Christus hat Leben, keine Funken von an uns gethan, mit sein'm fich geben, ist all unser Leiden und Sterben. O Thun umsonst. Menschenkind, betracht das recht, wie Gottes Zorn 6. Ach was soll ich weiter sagen? Du bist auch so gat Vom Leiden Chrifti. 93 gar zerschlagen, daß mir o mein Leben, in dein offHerz und Seele weint. nes Herz begeben, als dent Deine Schultern sind zer- besten Felsenstein; weil schmissen, und dein Haupt man vor dem Grimm der so sehr zerrissen, daß es Höllen, vor der Welt und lauter Wunde scheint. ihren Wellen kann darinnen sicher sein. 3. Angelus. 7. Du bist ganz mit Blut umflossen, welches du für mich vergoffen aus Mel. Herr und Aeltster dem tiefsten Lebensgrund; deiner Kreuzgemeine. alle Glieder find zerrenket, 111.* Marter Got tes, was mehr mein Herze kränket, Sein verliebtes Herz ist wund. wer fann dein vergessen, der in dir sein Wohlfein findt? 8. O der Wunde, o des Unser Herze wünscht sich Schmerzens! O du Herze unterdessen stets noch mehr meines Herzens! O du zumDank entzündt. Unsre Arznei meiner Pein! O daß Seele soll sich daran nähich meins Herzens Leben ren, unsre Ohren nie was möchte haben hingegeben, Liebers hören; alle Tage und für dichverwundet sein! 9. Weil dir's aber so gefallen, daß du, Treuester kommt er mir schöner in dem Bilde für. 2. Tausend Dank, du vor allen, meinetwegen unser treues Herze! Leib das gethan, will auch ich mich zu dir strecken, und dein teures Blut auflecken, weil mein Mund sich rühren kann. und Geist bet' drüber att, daß du unter Martern, Angst und Schmerze hast genug für uns gethan. Laß dich jedes um so heißer lieben, als es noch im Glauben sich muß üben, bis es einst als deine Braut dich von Angesichte schaut. 10. Deine Wunden will ich küssen, und das liebste Herze grüßen, wie ich immer kann und weiß; deinen Leichnam will ich pflegen, in Gewürz und Myrrhen legen, und ihn ehrn mit großem Fleiß. 3. Meine Franke und bedürftge Seele eilt auf deine Wunden zu; denn fie findt in deiner Seiten11. Gieb nur, wenn ich höhle Trost und Labsal, dich so küsſe, daß mir Fried und Ruh. Laß mich Seel und Geist zerfließe, nur die Kreuzesluft anwedaß mein Herze werde hen, und dein Marterbild weich; daß der Balsam dei- stets vor mir stehen, so ner Wunden heile meiner geht mir bis in mein Grab Seelen Schrunden, daß nichts an Seligkeiten ab. mein Geist dein Herz erreich. 12. Denn ich will mich, 4. Die wir uns allhier beisammen finden, schlagen unsre Hände ein, uns auf 94 Vom Leiden Chrifti. auf deine Marter zu ver-| sprichst du, wie ich ringe binden, die auf ewig treu für der Menschen Sün zu sein; und zum Zeichen, denschuld! Ja, du hast des daß dies Lobgetdne deinem Kreuzes Pein lassen dein Herzen angenehm und Vergnügen sein, daß du schöne, sage Amen und möchtest durch dein Sterzugleich: Friede, Friede sei ben Gnad und Heiligung mit euch: E. R. v. Zinzendorf. uns erwerben. 5. Unsre Herzen, unsre Sinnen, unsrekräfte überall sind verkehrt von aus 112. Lamm Gotund innen durch den ersten tes hoch er- Sündenfall: find vom Gus haben, welches der Welt ten ganz entleert und ins Sünde trägt, du allein, Bose ganz gekehrt; alles du kannst uns laben, wenn Tichten, alles Trachten uns Not und Tod be- kann nichts als nur Gott wegt. Siehe, du bist Got- verachten. tes Lamm, fiehe, wir vom Sündenstamm, find in Gottes Feinde, lehr uns werden Gottes Freunde. 6. Alles dieses hat geach wir büßet Gottes eingeborner Sohn; großer Heiland, sei gegrüßet, du trägst unsrer Schulden Lohn; auch ist deiner Wunden Saft, alles deines Leidens Kraft uns geschenkt, den Feind ju 2. Bist du nicht der Weg zum Leben? Bist du nicht der Wahrheit Grund? Haft dich selbst für uns binden und das Fleisch gegeben, daß noch übrig zu überwinden. war ein Bund, ein Bund der Barmherzigkeit, ein Bund der Gerechtigkeit. Dein Kreuz, dein Blut ist der Segen, so uns bringt zu Gottes Wegen. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 7. O Geheimnis voller Wunder! Kreuz, du bist des Lebens Holz, bist der einge Trost der Sünder, daß der Fall nicht mache stolz; Christi Kreuz bringt 3. Lamm Gottes alles ein, was nur mag hochgelobet, Gottes Weis- verloren sein, wenn der heit, Gottes Kraft! als Geift aus Christi Schmerder Grimm und Zorn ge- zen kreuziget die Welt im tobet, hast du Frieden uns Herzen. geschafft; bist von Ewigkeit erkorn, und dazu ein 8. Drum, o Jesu, laß dein Leiden schaffen in mir Mensch geborn, daß dein wahre Frucht; laß mich ewiges Erbarmen in der Zeit errett' uns Armen? den Betrug vermeiden, daß ich nicht der SündenSucht zu bedecken fälschlich mein', ob ich bleibe gleich unrein. uns neue Huld; siehe, Niemand wird Vergebung 4. Wort, o Schöpfer aller Dinge, schaffest auch fitt Dom Leiden Chrifti. 95 finden, der nicht abstirbt| scher Zeugen Haß; gieb mir allen Sünden. auch ohn Unterlaß, meine 9. Und wer mag nun Feinde recht zu lieben, keivon sich sagen: Sieh, ich nen Menschen zu betrüben. sterbe der Welt ab! wo man nicht in deine Plagen sich versenkt und in dein Grab? Dein Tod will gepflanzet sein in mein ganzes Herz hinein, daß die Sunden aller Sinnen auszusterben recht beginnen. 10. Komm, o Zagen, komm, o Trauren über alles Bbs in mir. Nichts mehr soll fort bei mir dauern, was die Welt erwählet ihr. Siehe dort, wie zu dem Bach auf dem Kreuzeswege, ach! ach dasLamm so tief sich neiget, unter Gottes Willen beuget. 11. Eile zu mir aus dem Garten, Gotteslamm, mit 14. Will der Teufel mich verflagen, daß die Sinnen låstern Gott: laß mich, Jesu, nicht verzagen, hilf durch deinen Hohn und Spott; durch den Geist der Heiligung dämpf' in mir die Zweifelung, durch dein heiliges Bekennen laß mich Gott den Vater nennen. 15. Trok esagt dem alten Drachen, des Propheten falschem Schein. Gott reißt mich aus euremRachen durch desSohnes Schmach und Pein. Hehet auf mich nur das Tier, das mich längst verschlungen schier; reizet auf mich los die Wilden, denen deinem Sinn; brich mir ihr was könnt einbilden. meinen Sinn, den harten, 16. Was für Schmånimm ganz meinen Willen hung, was für Schläge, hin; sei du denn der En- leidest du, o Heiland mein; gel auch, der mir stårke sollt'ich denn allein so tråge den Gebrauch deines Lei- und von ihm geschieden dens in dem allen, wo ich sein? Nein, ich kann, ich möge dir nachwallen. will, ich muß, gleich wie 12. Will der Welt es dort Ignatius, in mir sein nicht gefallen, daß ich ihr Beispiel erfüllen, nichts soll Thun fliehe sehr, laß mich mein Verlangen stillen. nicht zurück hinfallen, binde 17. Sein Stillschweigen mich je mehr und mehr, nur bezwinget meinen Geist daß ich dir gebunden sei, in Gottes Schoß, und und durch deine Bande fein Geist in mir stets rinfrei, daß man mich durch get, daß ich von mir werde ihre Nehe nicht berücke los, ganz vom eignen Wilnoch verletze. len frei, nichts nicht in der Welt mehr schen', alle seine Schmach und Plagen durch ihn willig zu ertragen. 13. Jesu, deine Backenstreiche, deine Wunden ohne Zahl stårken mich, daß ich nicht weiche, zu erdulden alle Qual. Du trägst fal- 18. DO mein Gott, meint Gott, 96 Dom Leiden Chrifti. Gott! er schreiet, hast du und mehr bereitet, daß der mich verlassen gar? Den Geist zum Siege schreitet. die böse Welt anspeiet, straft der Vater offenbar, da er doch unschuldig ist, und ihn würget meine List. Ei wie gern bin ich verlassen; sein Verdienst kann Gott nicht haffen. 23. Jesu, Gotteslamm, die Deinen folgen dir nicht anders nach; kömmt dein Geist durch seligs Weinen unter ihres Herzens Dach, wird das Fleisch zerknirschet recht, so wird bald der Sündenknecht ein Kind Gottes, dein Miterbe; dies versüßet alles Herbe. 19. Alter Mensch, dein arges Leben muß so auf geopfert sein; du mußt deinen Geist aufgeben, soll ich 24. Drum wer sich von anders werden rein. Laß Chrifto nennet, und erdie Welt nur schreien baß: wählt des Kreuzes Joch, Sehet, welch ein Mensch solchen nichts vom Herist das! gnug, es fordert ren trennet, ist er nur Christi Lehre, daß der Sün- besprenget noch; Chrifti denleib aufhöre. Blut, sein Eigentum, reinigt ihn zum Heiligtum, ihn durch Leiden stets verklåret, ihm das Erbe stets vermehret. 20. Angenagelt mußt du sterben, angenagelt immerfort. Solch dein Sterben vom Verderben mich befreiet hier und dort. Gall und Essig sei dein Trank: Jesu, dir sei Lob und Dank; lehre mich, wie von der Erde mir nichts denn die Notdurft werde. 25. O wie sehnet sich mein Alles, deinem Tode gleich zu thun, keiner Plage, keines Falles fürcht' ich mich, o Jesu, nun. Alles ist ein Vorteil mir, was mich nur gleich machet dir; Herrlichkeit und ewges Leben wirst du deinem Diener geben. 21. Selig, selig, die das Sträuben dieser Welt ganz stellen ein, und bald ihren Leib betäuben, unterthänig Gott zu sein. Selig ist 26. Herr der Herrlichihr Ausgang hier, durch keit, ich denke stets an deiChristum fie für und für nen teuren Mund; lenke Welt und Teufel überwin- meine Sinnen, lenke, senke den, Fried und Freud im mich in deinen Bund. Geiste finden. Nichts mag so gering hier 22. O Geheimnis voller sein, auch ein kleines Wunder! Kreuz bringt lau- Tröpfelein, was verleugter Seligkeit; Kreuz erhebt net, was gelitten, wird die armen Sünder in Reich- dein Segen überschütten. tum und Herrlichkeit. 27. Nur beständig sein Schenkt den Kreuzkelch im- im Ringen, Flehn und mer voll! Alles, was ich Wachen lehre mich, daß Leiden soll, mich nur mehr ich alles mag vollbringen, und Vom Leiden Chrifti. 97 und im Grab auch ehren 6. Ich danke dir, o Himdich, und im Geist auch melszier, daß du für mich stehen auf, bis ich ende gelitten, daß du sterbend meinen Lauf. Da will ich meinen Tod ritterlich bedort fröhlich singen, dir, Lamm Gottes, Opfer bringen. stritten. 7.0 Seelenfreund, der's treulich meint, laß solches 28. Ewig will ich dir mich bedenken, bis man Lob sagen, daß du mich endlich meinen Leib wird erlöset hast durch dein Let- ins Grab versenken. den, Angst und Plagen von der schweren Sündenlast; daß dein Blut die Reinigung bat gebracht zur Heiligung, will ich mit verklärten Weisen stets in deinem Bilde preisen. Joachim Justus Breithaupt Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. 8. Dann leb' ich wohl, gleich wie ich soll, und sterb' in deinem Namen. Komm du teures A und D, mich zu holen. Amen. Simon Dach. In eigener Melodie. 114. Traurigkeit, 113. o Herzeleid, ist das nicht zu beklagen? teures Gott des Vaters einigs Blut, o Kind wird ins Grab getragen. rote Flut, wie quillst du aus den Wunden, die mit unerhörter Angst Jesus hat empfunden. 2. O große Not, Gott selbst liegt tot, am Kreuz ist er gestorben; hat dadurch 2. Ach teurer Fluß, das Himmelreich uns aus ach Fluß, ich muß mit dir Lieb erworben. die Seele laben; sonsten kann ich in der Welt keinen Labsal haben. 3. Fleuß auf sie zu, und schaff ihr Ruh, wenn sie die Sünde naget, wenn fie fühlet Höllenangst, und nach Troste fraget. 3. O Menschenfind, nur deine Sünd hat dieses angerichtet, da du durch die Missethat warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, das Gotteslamm, liegt hier mit Blut beflossen, welches er ganz mildiglich hat für dich vergossen. 4. O Gottessohn, mein Gnadenthron, du stirbst, auf daß ich lebe, und 5. O süßer Mund, o an dir, o Weinstock, sei Glaubensgrund, wie bist eine grüne Rebe. du so zerschlagen! Alles, 5. Ich Sündenknecht was auf Erden lebt, muß bin nun gerecht, mein Fluch dich ja beklagen. wird mir zum Segen; denn 6. O lieblich Bild, schön ich bin ves Höchsten Kind zart und mild, du Söhnmeines Jesus wegent. lein der Jungfrauen! nie5 mand 98 Dom Leiden Chrifti. mand kann dein heißes Blut| büßen, an Händen und an ohne Reu anschauen. 7. selig ist zu jeder Frist, der dieses recht beFüßen gebunden in der Hill; die Geißeln und die Banden und was du ausdenket, wie der Herr der gestanden, das hat verdieHerrlichkeit wird ins Grab net meine Seel. gesenket. 6. Du nimmst auf dei8. Jesu du, mein' nen Rücken die Lasten, die Hilf und Ruh, ich bitte mich drücken viel schwerer dich mit Thränen, hilf, daß als ein Stein; du wirst ich mich bis ins Grab nach ein Fluch, dagegen verehrst dir möge sehnen. Joh. Rift. du mir den Segen, dein Schmerzen muß mein Labsal sein. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 7. Du sehest dich zum Welt, fieb Burgen, ja läsfest dich gar würgen für mich 115. Leben am Stamm des Schuld. Mir läsfest du dich Kreuzes schweben, dein Heil krönen mit Dornen, die finkt in den Tod. Der große dich höhnen, und leidest Fürst der Ehren läßt willig alles mit Geduld. fich beschweren mit Schlazen, Hohn und großem Spott. 8. Du springst ins Todes Rachen, mich frei und los zu machen von solchem 2. Tritt her und schau Ungeheur; mein Sterben mit Fleiße, sein Leib ist nimmst du abe, vergråbst ganz mit Schweiße des es in dem Grabe; 0 UNBlutes überfüllt. Aus sei- erhörtes Liebesfeur! nem edlen Herzen vor unerschöpften Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 9. Ich bin, mein Heil, verbunden all' Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr. Was Leib und 3. Wer hat dich so ge- Seel vermögen, das soll schlagen, mein Heil, und ich billig legen allzeit an dich mit Plagen so übel deinen Dienst und Ehr. zugericht? Du bist ja nicht 10. Run, ich kann nicht ein Sünder, wie wir und viel geben in diesem armen unsre Kinder; von Misse- Leben, eins aber will ich thaten weißt du nicht. thun: es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 4. Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und das betrübte Marterheer. 11. Ich will's vor Augen setzen, mich stets daran ergößen, ich sei auch, wo ich fei; es soll mir sein ein 5. Ich bin's, ich sollte Spiegel der Unschuld und ein Vom Leiden Chrifti. 99 ein Siegel der Lieb und son, Christe eleison, Kyrie unverfälschten Treu. eleison! 2. Aus dem Tod wir konnten durch unsr eigen Werk nimmer werdn gerettet; die Sünde war zu stark. Daß wir würdn erlöset, so konnt's nicht anders sein, denn Gotts Sohn mußt' leiden des Todes bittre Pein. Kyrie 13. Ich will daraus studieren, wie ich mein Herz Kyrie eleison! soll zieren mit stillem, sanf- eleison, Christe eleison, tem Mut, und wie ich die soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. 3. So nicht wär' gekommen Christus in die Welt, und an sich genommen unsre arm Gestalt, und für unsre Sünden Namen brechen, so will ich gestorben williglich, so zähmen mich; das Unrecht will ich dulden, dem Nachsten seine Schulden verzeiben gern und williglich. 14. Wenn böse Zungen stechen, mir Glimpf und hättn wir müssen bleiben verdammet ewiglich. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! 15. Ich will mich mit 4. Solche große Gnade dir schlagen ans Kreuz und und väterlich Gunst hat dem absagen, was meinem uns Gott erzeiget lauter Fleisch gelüft; was deine gar umsonst, in Chrifto, Augen lassen, das will ich seinem Sohne, der sich fliehn und hassen, so viel gegeben hat in den Tod mir immer möglich iſt. des Kreuzes zu unsrer 16. Dein Seuffen und Seligkeit. Kyrie eleison, dein Stöhnen und die viel Christe eleison, Kyrie tausend Thränen, die dir eleison! geflossen zu, die sollen mich am Ende in deinen Schoß und Hände begleiten zu der ewgen Ruh. Paul Gerhardt. In eigener Melodie. 5. Des solln wir uns trösten wider Sünd und Tod, und ja nicht verzagen vor der Höllenglut Denn wir sind gerettet aus aller Fährlichkeit durch wir armen Christum unsern Herren, Sunder, ben'deit in Ewigkeit. Kyunsre Missethat, darin wir rie eleison, Christe eleison, empfangen und geboren Kyrie eleison! find, hat gebracht uns alle in solche große Not, daß wir unterworfen sind dem ewgen Tod. Kyrie elei116. 6. Darum wolln wir loben und danken allzeit dem Vater und dem Sohne und dem heilgen Geist, 5* 12. Wie heftig unsre Sünden den frommen Gott entzünden, wie Rach und Eifer gehn, wie grausam seine Ruten, wie zornig seine Fluten, will ich aus deinem Leiden sehn. 100 Dom Leiden Chrifli. und bitten, daß er wolle genung nur für deinen behüten uns vor Not, Gallentrunk. und daß wir stets bleiben 6. Nun ich weiß noch bei seinem heilgen Wort. was für dich: ich will Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! Hermann Bonnus. Mel. Jesus meine Suversicht. dir mein Herze geben; die= ses soll beständiglich unter deinem Kreuze leben. Wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend sein. 7. Laß dein Herz mir 117.* Seele, geb auf offen stehn, öffne deiner Golgatha, Wunden Thüre; da hinsetz dich unter Jesu Kreuze, ein will ich stets gehn, und bedenke, was dich da wenn ich Kreuz und Not für ein Trieb zur Buße verspüre, wie ein Hirsch reize. Willst du unem- nach Wasser dürft, bis du pfindlich sein: o so bist du mich erquicken wirst. mehr als Stein. 8. Kreuzige mein Fleisch 2. Schauedoch das Jam- und Blut, lehre mich die merbild zwischen Erd und Welt verschmähen. Laß Himmel hangen! wie das mich dich, du höchstes Gut, Blut mit Strömen quillt, immer vor den Augen sedaß ihm alle Kraft vergan- ben. Führ in allem Kreuze gen! Ach der übergroßen mich wunderlich, nur seNot, es ist gar mein liglich. Jesus tot. 9. Endlich laß mich 3. Lamm Gottes meine Not auch geduldig ohne Schuld, alles das überwinden. Nirgend sonst hatt' ich verschuldet, und wird mich der Lod, als du hast aus großer Huld in deinen Wunden finden. Pein und Tod für mich Wer sich hier sein Bette erduldet. Daß ich nicht macht, spricht zulett: Es verloren bin, giebst du dich ist vollbracht. Benj. Schmolt. ans Kreuze hin. 4. Unbeflecktes Gottes- Mel. Jesus, meine Sulamm, ich verehre deine versicht. Liebe. Schaue von dem 118. Si Zelig, Kreuzesstamm, wie ich mich um dich betrübe. Dein im Raum auf den grünen Blute wallend Herz setzet Friedensmatten, bei des mich in tausend Schmerz. heilgen Kreuzes Baum, 5. Ich kann nimmer, fizend unter seinem Schatnimmermehr diese Plagen ten. Denn er bleibet wohl dir vergelten. Du ver- beschüßt, wenn'sgleichdons bindest mich zu sehr: schenk nert, kracht und blitzt. ich dir gleich tausend Welten, ach das wäre nicht 2. Keine Sonne brennet ihn, und kein Mond fann wer ihm suchet Dom Leiden Chrifti. 101 kann ihm was schaden; sein ist mir doch so wohl, wenn Gemüte, Herz und Sinn ich knien und liegen soll wird mit keinem Weh be- an dem Kreuze, da du laden. Er ist sicher, daß stirbest, und um meine nicht Gift noch ein Un- Seele wirbest. heil ihn betrifft. 2. Ich umfange, herz 3. Er erquicket seine und küsse der gekränkten Bruß mit der Frucht, die Wunden Zahl, und die auf ihm stehet; wird da- purpurroten Flüsse deiner durch nach Wunsch und Füß' und Nägelmal. O Lust inniglich zu Gott er- wer kann doch, schönster höhet. wie süß ist diese Fürst, den so hoch nach Frucht! selig, wer fie recht uns gedürft't, deinen Durst versucht. und Liebsverlangen völlig fassen und umfangen? 4. Seine Seele wird getröft, wie ein Schaf auf 3. Heile mich, o Heil frischer Weiden, wenn sie der Seelen, wo ich krank den, der sie erlöst, so ver- und traurig bin; nimm liebet siehet leiden; wenn die Schmerzen, die mich der Balsam auf sie fleußt, quälen, und den ganzen der sich reichlich da ergeußt. Schaden hin, den mir 5. Kommet her, ihr alle- Adams Fall gebracht und sammt, die ihr schwach ich selber mir gemacht. und abgemattet, seht euch Wird, o Arzt, dein Blut unter diesen Stamm, daß mich neben, wird sich all er eure Seel beschattet: mein Jammer setzen. eilt dem heilgen Kreuze zu, 4. Schreibe deine blutdenn ihr findt da wahre gen Wunden, mir, Herr, Ruh. in das Herz hinein, daß 6. Jesu, laß mich für sie mögen alle Stunden und für" nter deinem bei mir unvergessen sein. Kreuze bleiben: laß mich Du bist doch mein schönkeinen Feint von dir und stes Gut, da mein ganzes aus deinen Schactent trei- Herze ruht; laß mich hier ben; denn dein Kreuz und zu deinen Füßen deiner Lieb deine Pein ist meit. Trost und Gunst genießen. und Ruh allein. Johann Angelus. 5. Diese Füße will ich Iten, auf das best' ich im.ner kann. Schaue meiMel. Sior klagt mit ner Hände Falten und mich Angst und Schmerzen.felbsten freundlich an von 119. ei mir tau- dem hohen Kreuzesbaum, sendmal ge- und gieb meiner Bitte grüßer, der mich je und Raum, sprich: Laß all dein je geliebt Sesu, der du Trauren schwinden, ich, selbst gebüßet das, womit ich tilg' all deine Sünden. ich dich betrübt. Ach wiel Paul Gerhardt. Mel. 102 Dom Leiden Chrifti. und sage Ruhm und Dank Mel. Was mein Gott für ihre Schmerzen; dawill, das g'scheh allzeit. 120. Sei wohl geneben geb' ich, weil ich leb', in diese deine Hände Herz also ter Hirt, und ihr, o heil- bleib' ich dein bis an mein gen Hände voll Rosen, Ende. Paul Gerhardt. die man preisen wird bis an des Himmels Ende. Mel. Chriftus der uns felig macht. Die Rosen die ich mein' allhie, find deine Mal' 121. Siebe, mein und Plagen, die dir am End in deine Hånd' am Kreuze sind geschlagen. getreuer Knecht, der wird weislich handeln, ohne Tadel, schlecht und recht auf der Erde wandeln; sein ge= 2. Du zahlst mit beiden Händen dar die edlen roten Gulden und bringst treuer frommer Sinn wird die ganze Menschenschar in Einfalt gehen, und noch dadurch aus allen Schul- dennoch wird man ihn an den. Ach laß von mir, das Kreuz erhöhen. o Liebster, dir dies Hände 2. Hoch am Kreuze wird herzlich drücken, und mit mein Sohn große Marter dem Blut, das mir zu gut leiden, und viel werden vergossen, mich erquicken. ihn mit Hohn als ein 3. Wie freundlich thust Scheusal meiden; aber aldu dich doch zu, und greifft so wird sein Blut auf viel mit beiden Armen nach Heiden springen, und das aller Welt, in Lieb und ewge wahre Gut in ihr Ruh uns ewig zu erwar- Herze bringen. men. Ach Herr, sieh hier, 3. Kon'ge werden ihren mit was Begier ich Armer Mund gegen ihn zuhalten, zu dir trete; sei mir bereit, und gieb mir Freud und Trost, darum ich bete. und aus innerm Herzensgrund ihre Hände falten. Das verblendte, taube Heer wird ihn sehn und hören, und mit Lust zu seiner Ehr ihren Glauben mehren. 4. Zieh allen meinen Geist und Sinn nach dir und deiner Höhe; gieb, daß mein Herz nur immerhin nach deinem Kreuze stehe; ja daß ich mich selbst williglich mit dir ans Kreuze binde, und mehr und mehr tot' und zerfidr' in mir des Fleisches Sunde. 4. Aber da, wo Gottes Licht reichlich wird gespůret, hält man sich mit nichten nicht, wie es sich gebühret; denn wer glaubt im Jüdenland unsrer Predigt Worten? Wem 5. Jchherz'und küsse wie- wird Gottes Arm bekannt derum aus rechtem treuen in Israels Orten? Herzen, Herr, deine Hånd' 5. Niemand will fast fet= Dom Leiden Chrifti. 103 seinen Preis ihm hier las- Zorn des Herrn mit viel sen werden; denn erschießt tausend Schmerzen, und auf wie ein Reis aus der ist allzeit voll Geduld, läßt dürren Erden, krank, ver- kein Wörtlein hören wider dorret, ungestalt, voller die, so ohne Schuld ihn Blut und Schmerzen; da- so hoch beschweren. her scheut ihn jung und alt mit verwandtem Herzen 6. Et was hat er denn gethan? Was sind seine 11. Wie ein Lämmlein sich dahinläßt zurSchlachtbank leiten, und hat in dem frommen Sinn gar kein Schulden, daß er da vor Widerstreiten, läßt sich jedermann solche Schmach muß dulden? Hat er etwa Gott betrübt bei gefunden Tagen, daß er ihm anieko giebt seinen Lohn mit Plagen? handeln, wie man will, fangen, binden, zähmen, auch dazu in großer Still ihm sein Leben nehmen: 12. Also låst auch Gottes Lamm, ohne Wider7. Nein fürwahr, wahr- sprechen, ihm sein Herz baftig nein, er ist ohne am Kreuzesstamm unſertSünden, sondern was die wegen brechen. Er sinkt Welt für Pein billig sollt' in den Tod hinab, den er empfinden, was für Krank- selbst doch bindet, weil er heit, Angst und Web uns sterbend Tod und Grab von Recht gebühret, das mächtig überwindet. ist's, was ihn in die Höh an das Kreuz geführet. 13. Er wird aus der Angst und Qual endlich 8. Daß ihn Gott so ausgerissen, tritt den Feinheftig schlägt, thut er un- den allzumal ihren Kopf sertwillen; daß er solche mit Füßen. Wer will set= Bürden frågt, damit will nes Lebens Lång immerer stillen Gottes Zorn und mehr umschränken? Seigroßen Grimm, daß wir ner Tag' und Jahre Meng Friede haben durch sein ist nicht auszudenken. Leiden, und in ihm Leib und Seele laben. 14. Doch ist er wahrhaftig hier für sein Volk gestorben, und hat völlig mir und dir Heil und Gnad erworben; kommt auch in das Grab hinein, herrlich eingehüllet, wie die, so fromm und trew', nimmt, mit Reichtum sein in der was wir verdienen, und Welt erfüllet 9. Wir sind's, die wir in der Frr als die Schafe gingen, und noch stets zur Höllenthür als die Tollen dringen. Aber Gott, der legt's seinem Sohne bei, der muß uns verfühnen. 15. Er wird als ein bdser Mann von der Welt 10. Nun, er thut es berz- geplaget, da er doch noch lich gern; ach, des treuen nie gethan, auch noch nie Herzen! Er nimmt an den gesaget, was da bis und unt 104 Dom Leiden Chrifti. unrecht wär'; er hat nie weit kannst du es bringen! betrogen, nie verlehet Got- Dein Lohn, der Fluch mich tes Ehr, sein Mund nie jetzt betrifft, in Tod that gelogen. er mich zwingen. Jetzt 16. Ach er ist für fremde kommt die Nacht, derSunSund in den Tod gege- den Macht, fremd' Schuld ben, auf daß du, o Men- muß ich abtragen; beschenkind, durch ihn möch- tracht es recht, du Sünteft leben; daß er pflanzte denknecht, nun darfst nicht sein Geschlecht, den gerech- mehr verzagen. ten Samen, der Gott 3. Jch, ich, Herr Jesu, dient, und Opfer brächt' sollte zwar der Sünden seinem heilgen Namen 17. Denn das ist sein' höchste Freud und des Vaters Wille, daß den Erdfreis weit und breit sein Erkenntnis fülle, damit der gerechte Knecht, der vollkommne Sühner, glaubig mach' und recht gerecht alle Sündendiener. Strafe leiden an Leib und Seel, an Haut und Haar, auch ewig aller Freuden beraubet sein, und leiden Pein: so nimmst du hin die Schulde; dein Blut und Tod bringt mich vor Gott, ich bleib' in deiner Hulde. 18. Große Menge wird ihm Gott zur Verehrung 4. Was kann für solche Liebe dir, Herr Jesu, ich wohl geben? Ich weiß, ich finde nichts an mir, doch schenken, darum, daß er will, weil ich werd' leben, sich mit Spott für uns mich eigen dir hier nach lassen kränken, da er denen Gebühr zu dienen ganz gleich geschäßt, die sehr verschreiben, auch nach der übertreten, auch die, so Zeit in Ewigkeit deitt ihn hoch verletzt, selbst bei Diener sein und bleiben. Gott verbeten. P. Gerhardt. Mel. Was mein Gott will, das g'scheh allzeit. gebeft du, Casp. Fr. Nachtenhöfer. In eigener Melodie. 123. Verwundter 122. So, fich nicht an, daß ich so Heiland, hin, den Tod für mich zu mißgehandelt, und mit den leiden, für mich, der ich Sündern auf der Bahn ein Sünder bin, der dich der Bosheit hab'gewandelt; betrübt mit Freuden. ich komme nun zu deinen Wohlan, fahr fort, du Füßen, und füsse sie mit edler Hort, mein Augen tausend Küssen. sollen fließen ein Thränensee, mit Ach und Weh dein Leiden zu begießen. 2. Die Zunge bebt und spricht nicht viel, das Haupt finkt zu der Erden; 2. Ach Sünd, du schäd- die Thränen sagen, was ich lich Schlangengift, wie will, es reden die Geberdent, Vom Leiden Christi. 105 den. Erhör mein Herz, o seinen Willen im Gehorgroße Güte, und das zerknirschete Gemüte. sam bis zum Tod. 2. Ich verehre deine Liebe, unbeflecktes Gottes= lamm, die durch ihre Feuertriebe dich gebracht ans Kreuzes Stamm. Ach daß ich doch könnt' durchschauen dein von Lieb durchglühtes Herz, und im glaubigen Vertrauen dadurch lindern meinen Schmerz. 3. Laß mich nur solche Gnad und Huld, wie Magdalen' erlangen, und die Vergebung meiner Schuld aus deinem Mund empfangen. Heiß mich so voller Trofts aufstehen, und gleich wie sie befriedigt gehen. 4. Ich will dich lieben shne Maß, und nimmermehr verlassen, mit Herzensthranen machen naß, 3. 3war kann ich mich wert nicht schäßen, daß in meiner Seelenpein ich und als ein Kind umfas- an dir mich soll ergößen, fen. Ich will dich lieben, meine Seele; gieb mir nur deiner Wunden Dele. ein so armes Würmelein: doch du bist ein Arzt der Schwachen, der betrübten Sünder Freund, pflegst den freundlich anzulachen, der mit Petrokläglich weint. 5. Jhr armen Füße, seid geküßt, die ihr für mich zerschlagen, die ihr für meine Thaten büßt, und 4. Drum sich nicht auf traget meine Plagen. meine Würde, Lamm, das Hätt' ich doch nie gelebt aller Würde wert. Schau in Sünden, daß ihr nicht hingegen auf die Bürde, dürftet dies empfinden! die den matten Geist bes 6. Verstoßt mich doch schwert. Weißt du doch, nicht, weil mir's leid, weil wie dem zu Mute, welchen ich die Schuld bekenne; drückt der Sünden Last, vergebt, weil ich mich all- weil du selbst im Schweiß bereit von Herzen euer und Blute dieses Joch ges nenne; gebt, daß ich des tragen hast. Verdiensts genieße, das ihr 5. O wie hat es dich gedrücket, Herzenslämmerwerbt, ihr heilgen Füße! Johann Angelus. lein, frommes Schaf. Du bist drunter tief gebůcket Mel. O du Liebe meiner gangen; aller Jammer traf deiner Menschheit Liebe. zarte 124. 11nveranderli- Glieder; unfre Schmach ches Wesen, hat dich unbegreiflich höchstes Gut, hast du uns wieder mit von dem Vater auserlesen, dem Vater ausgeföhnt. daß du seines Zornes Glut 6. Laß mich dieseFreundund erweckten Grimmsolltst schaft schmecken, so auf stillen durch den Gottes- ewig fest gestellt; laß dein blut so rot, und erfüllen Blut die Schuld bedecken, das 106 Vom Leiden Chrifti. das du haft zum Lösegeld heraußer spreitet, daß er deinem Vater dargegeben sich läßt so erhöhn? durch der Liebe Wunder- 2. Thut er's nicht, uns macht, und dadurch du zu erlangen, zu umhalsen, uns das Leben deiner zu umfangen, unsre Seel Gottheit wiederbracht. zu sich zu ziehn? Freilich 7. Laß dein Herz mir ia, er will vom Bösen seine offen stehen, öffne deiner Braut hiemit erlösen, drum Seiten Thür; da hinein geht näher zu ihm hin. foll mein Herz gehen, 3. Gehet, daß ihr seht wenn ich keine Kraft mehr die Plagen seiner Hände, spur. Wie ein Hirsch in die durchschlagen und ans vollem Springen laß den Kreuz geheftet sein; daß ausgezehrten Geist hin zu ihr seht, mit was für Wundeinen Wunden dringen, den euer Bräutgam sich daraus Blut und Wasser verbunden, euch zu retten fleußt. aus der Pein. 8. Dieser Balsam müsse stärken Geist und Seele, Mark und Bein; laß mich neue Kräfte merken, dir, o Lammlein, treu zu sein. Zeichne meines Herzens Pfosten, daß der Würger mich nicht rühr'; laß mich wahre Freiheit kosten, die mich zu der Ruhe führ'. 4. Schaut das Leiden seiner Arme, daß es einen Stein erbarmen und ein'n Stock bewegen sollt. Ift nicht alles so zerrenket, ausgezogen und gekrånket, wie sein Feind es selbst gewollt? 5. O der großen Liebesflamme, die ihn an des Kreuzes Stamme ausge9. Lamm, du hast dich spannet stehen macht! Hat mir ergeben, dir ergeb' ich man vormals auch gesehen wieder mich, und verschrei- solches Wunderwerk gebe mich daneben, dein zu schehen, als der liebste bleiben ewiglich. Du bist Gott erdacht? nun erhöhet worden, Lieb- 6. Dank sei dir für dieſe fter, zeuch mich dir bald Schmerzen, Jesu Christ, nach, daß ich in der En- von ganzem Herzen für die gel Orden deine Treu be- große Mildigkeit. Denn fingen mag. Freylinghausen. Dadurch haft du erworben meine Hände, die verdorben Mel. Alles ist an Got- durch diellnbarmherzigkeit. tes Segen. 7. Gieb, daß ich nicht 125. Was bedeut müde werde, Guts zu thun dies, ihr auf dieser Erde mit den Jungfrauen, daß wir un- hånden, was ich kann; daß fern Bräutgam schauen ich deine Leiden preise, und mit gestreckten Armen dir wieder Dienst erweise, stehn? Daß er beide Händ' weil du mir so viel gethan; ausbreitet, und sein Blut 8. Daß du mir an meinem Dom Leiden Chrifti. 107 nem Ende reicheft deine meiden die sündliche Betreuen Hände und dein gültiges Verdienst; daß ich in den keuschen Armen hoch erfreulich mig' erwarmen mit beständigem Gewinnst. Johann Angelus. gier, daß mir nie komme aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. In eigener Melodie. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, soll's auch sein Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen. Gieb, 126. Wenn meine o mein Herr und Gott, daß Sund mich ich verleugne diese Welt, Frånken, o mein Herr Jesu und folge dem Exempel, Christ, so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben bist, und alle meine Schuldenlast am Stamm des heilgen Kreuzes auf dich genommen hast. das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern uüben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann ohn Eigennuk und Heuchelschein, und, wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. 2. Wunder ohne MaBen, wenn man's betrachtet recht! Es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht; es hat sich selbst der wahre Gott für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. 8. Laßendlich deine Wunden mich trösten kräftiglich in meiner lebten Stunden und des versichern mich, weil ich auf dein Verdienst 3. Was kann mir denn nur trau', du werdest mich nun schaden der Sünden annehmen, daß ich dich große Zahl? Ich bin bei ewig schau'. Juftus Gesentus Gott in Gnaden; die Schuld ist allzumal bezahlt Mel. Freu dich sehr, o durch Christi teures Blut, meine Seele. daß ich nicht mehr darf 127. Wenn Ber nunft von fürchten der Höllen Qual und Glut. Christi Leiden und von 4. Drum sag' ich dir von dessen Nußen spricht, will Herzen jetzt und mein Le- sie sich von außen weiden ben lang, für deine Pein mit dem Trost, den sie erund Schmerzen, o Jesu, dicht; oder, kommt es hoch, Lob und Dank, für deine so kann sie viel Klagens Not und Angstgeschrei, fangen an über Christi Pein für dein unschuldig Ster- und Schmerzen: gleichben, für deine Lieb und wohl geht's ihr nie von Treu. Herzen. 5. Herr, laß dein bitter Leiden mich reizen für und 2. Aber meines Geistes Sehnen zielt auf die Gefür, mit allem Ernst zu meinschaft hin, fiets zum 108 Vom Leiden Christi. Sterben zu gewöhnen den zwischen Lieb und Leid in so tief verderbten Sinn. der rechten Mäßigkeit; ja, Hier hång' ich den Myr- ich find' die tiefste Stille, rhenstrauch nicht nur auf wenn am Kreuze hangt die Bruft zum Brauch: mein Wille. in mein Herz will ich ihn schließen und ihn nimmer draus vermissen. 7. O geheimnisreiche Liebe, die sich im Verborgnen schenkt, öffne die ge3. Dies Geheimnis wird heimen Triebe, wenn mein verborgen und als Thor Sinn ans Kreuz hindenkt. heit angesehn; aber meine Keine Leidenskraft von dir größten Sorgen sollen auf müsse jemals mangeln mir. dies Wunder gehn, daß Außer mir mag alls vernur Christi Tod in mir gehen, bleibe du in mir nur durch Ersterben für und stehen. für in dem Leben ausgebieret, im Gericht den Sieg ausführet. Gottfr. Arnold. 4. Drum fuch' ich den 128. Wir danken Freund im Grunde meidir, Herr nes Herzens, wo er sich Jesu Christ, daß du für aus dem sonst verschloß- uns gestorben bist, und nen Munde mir einflöst hast uns durch dein teuſo süßiglich, seine ganze res Blut gemacht vor Sterbenskraft, die ein neues Wesen schafft, als die Rosen in dem Lenzen nach dem Tod des Winters glänzen. Gott gerecht und gut; 2. Und bitten dich, wahr Mensch und Gott, durch dein' heilig fünf Wunden rot, erlds uns vom ewigen Tod, und trist uns in der letzten Not. 5. Wenn ich denn vom Ofterlamme mit recht bittern Salsen speis', das die 3. Behut uns auch vor heiße Liebesflamme selbst Sünd und Schand, reich in mir zu braten weiß, uns dein allmächtige Hany, frag' ich nicht erst, wer daß wir im Kreuz gedules set, weil ich ihn selbst dig sein, uns trösten deiner effe frei, und wenn's noch schweren Pein; an Kräften fehlet, ist er mir zu alls erwählet. Mel. Herr Jefu Chrift, wahr Mensch und Gott. 4. Und schöpfen draus die Zuversicht, daß du uns 6. Dies drückt mich in werdst verlassen nicht, sonHoffart nieder, in Be- dern ganz treulich bei uns trůbnis hält's empor, giebt stehn, daß wir durchs Kreuz in Schwachheit Stärke ins Leben gehn. wieder, aus Verzweiflung Christoph Bischer. zieht's bervor, bålt mich V. Von Von der Auferstehung Jesu Christi. 109 V. Von der Auferstehung Jesu Chriſti. Freud und Wonn erhoMet. Chrift lag in To- ben, dort oben. des Banden. 5. Dein Jesus läßt 129. Gott, dich nicht zurück, weil er A. mich drückt ist vorgegangen; er wird ein schwerer Stein, wer zerreißen Band und Strick, will ihn von mir nehmen? in welchen du gefangen, Dir ist bekannt mein und dich aus dem Grabe Schmerz und Pein und ziehn ohn alle Sorgen und mein geheimes Gramen. Bemühn, und nehmen dei-= Jesus lebt, und ich bin ne Schmerzen vom Herzen. tot: ach Vater, das ist meine Not, und ich kann mich vor Sünden nicht finden. 6. Des Herren Engel sind bei dir, die dich zu Jesu leiten, und auf dem Weg zur Lebensthür mit Flammen für dich streiten. Suchst du den Gekreuzigten? So geh hin mit den Heiligen, wo Jesus ist von Banden erstanden. 2. Wer wälzet diesen Stein von mir, der mich so hart beschweret? Wann öffnet sich die Grabesthür? Wann wird mir Trost gewähret? Soll ich 7. Er ist nicht in dem aus dem Tode nicht durch- Sündengrab; nein, wer brechen zu dem Himmels- mit ihm erstanden, und licht? Wer will mich von folget seinem Hirtenstab, den Ketten erretten? bet dem ist er vorhanden. 3. Betrübtes Herz, ver- Darum prüf, o Mensch, zage nicht, dein Jesus ist dein Herz, thu Buß in erstanden, der Tod und wahrer Reu und Schmerz, Höllenmacht zerbricht, so ist der Stein gehoben und löst die Sündenban- von obent. den; er wird auch durch 8. Flich aus dem Grab seinen Tod dich reißen ins Himmelszelt, da ist aus dem Sündenkot und dein Heil zu finden; geh zu des Geistes Leben er- aus im Glauben aus der beben. Welt, verlasse, was dahin4. Er ist darum erstan- ten: so wird Jesus sich den heut, daß du mögst in Eil dir zeigen als das auferstehen durch seine beste Teil, und wirft ihn Kraft und Seligkeit, und nach Verlangen umfangen. fröhlich mit ihm gehen 9. O Jesu, laß mich durch viel Trůbsal, Angst auferstehn im Geist, und und Qual und durch das mit dir leben, bis du finstre Todesthal, zur mich selig wirst erhihn und mir 110 Von der Auferstehung mir die Krone geben, die Höllenreich, und muß selbst mir ist nach dieser Zeit be- in des Siegers Band erreit im Reich der Herr- geben Fuß und Hand. lichkeit. Herr, hör und 4. Das ist mir anzulaß mein Flehen geschehen! schauen ein rechtes FreuLaurentius Laurenti. denspiel; nun soll mir nicht mehr grauen vor allem, was mir will entnehmen meinen Mut, zusamt In eigener Melodie. 130. Also heilig in dem edlen Gut, ſo mir der Tag, durch Jesum Christ aus daß ihn niemand mit Lob Lieb erworben ist. erfüllen mag, denn der 5. Die Höll und ihre einig Gottessohn, der die Rotten die krummen mir Holle überwand, und den kein Haar; der Sünden leidigen Teufel darinnen kann ich spotten, bleib' allband; damit erlöst der Herr zeit ohn Gefahr. Der Tod die Christenheit, das war mit seiner Macht wird Christus selber. Kyrieleis. schlecht bei mir geacht; er bleibt ein totes Bild, und wär' er noch so wild. 15. Jahrh. In eigener Melodie. 6. Die Welt ist mir ein 131. Auf, auf, mein Lachen mit ihrem großen Herz, mit Zorn; sie zürnt und kann Freuden, nimm wahr, was nichts machen, all' Arbeit heut geschicht; wie kommt ist verlorn; die Trübsal nach großem Leiden nun trübt mir nicht mein Herz ein so großes Licht! Mein und Angesicht, das Unglück Heiland war gelegt da, wo ist mein Glück, die Nacht man uns hinträgt, wenn mein Sonnenblick. von uns unser Geist gen Himmel ist gereist. 7. Ich hang' und bleib' auch hangen an Christo 2. Er war ins Grab als ein Glied; wo mein gesenket, der Feind trieb Haupt durch ist gangen, groß Geschrei; eh er's ver- da nimmt er mich auch meint und denket, ift Chri- mit. Er reißet durch den ftus wieder frei, und ruft: Tod, durch Welt, durch Victoria! schwingt fröhlich Sünd und Not; er reihier und da sein Fähnlein, set durch die Hill, ich bin als ein Held, der Feld und stets sein Gesell. Mut behält. 8. Er dringt zum Saal 3. Der Held steht auf der Ehren, ich folg' ihm dem Grabe, und sieht sich immer nach, und darf mich munter um; der Feind gar nicht fehren an einzig liegt und legt abe Gift, Ungemach. Es tobe, was Gall und Ungeftum; er da kann, mein Haupt nimmt wirft zu Christi Fuß sein sich mein an; mein Heiland Jefu Chrifti. 111 land ist mein Schild, der von kam der Tod so bald, alles Toben stillt. 9. Er bringt mich an die Pforten, die in den Himmel führt, daran mit guldnen Worten der Reim gelesen wird: Wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit gekrönt; wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht. Paul Gerhardt. In eigener Melodie. 132. Chrift ift erstanden von der Marter alle, des sollen wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyund nahm über uns Gewalt, hielt uns in sein'm Reich gefangen.Hallelujah. 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, an unsrer statt ist kommen, und hat die Sünd abgethan, damit dem Tod genommen all sein Recht und sein Gewalt, da bleibt nichts denn Tods Gestalt, den Stachel hat er verloren. Hallelujah. 4. Es war ein wunderlich Krieg, da Tod und Leben rungen; das Leben behielt den Sieg, es hat den Tod verschlungen. Die wie ein Tod den andern Schrift hat verkündigt das, fraß: ein Spott aus dem Tod ist worden. Hallelujah. rieleis. 2. Wår er nicht erstanden, so wär' die Welt vergangen; seit daß er erstanden ist, lob'n wir den Vater Jefu Chrift. 5. Hier ist das recht Ofterlamm, davon Gott Kyrieleis. bat geboten; das ist an des 3. Hallelujah, Hallelu- Kreuzes Stamm is, heißer jah, Halleluiah. Des fol- Lieb gebraten. Des Blut len wir alle froh sein, Chrift zeichnet unser Tour, das will unser Trost sein. Ky- hält der Glaub dem Tod für, der Würger kann uns nicht rühren. Hallelujah. rieleis. 15. Jahrh. In eigener Melodie. 133. Shrift lag in 6. So feiern wir das boh Feft mit Herzenfreud und Wonne, das uns der Todes Ban- Herr scheinen läßt; er ist den, für unser Sünd ge- selber die Sonne, der durch geben: der ist wieder er- seiner Gnaden Glanz erstanden, und hat uns bracht leucht unsre Herzen ganz; das Leben; des wir sollen der Sünden Nacht ist verfröhlich sein, Gott loben gangen. Hallelujah. und dankbar sein, und fin- 7. Wir essen und leben gen: Hallelujah. Hallel. wohl in rechten Ofterfla2. Den Tod niemand zwin- den: der alte Saurteig gen konnt' bei allen Men- nicht soll sein bei dem schenkinden; das macht' Wort der Gnaden. Chrialles unser Sünd, kein' Un stus will die Koste sein, schuld war zu finden. Da- und speisen die Seel allein: der 112 Von der Auferstehung der Glaub will keins an- höchster Trost ist wahrdern leben. Hallelujah. haftig vom Tod erlöst. D. Martin Luther. Das Grab ist leer, sein Leib ist hin, am Wege er mir selbst erschien. Hallel. 8. Er sprach: Maria, 134. Christo, dem geh schnell bin zu meinen Ofterlam- Brüdern und sag ihn'n, melein, welchs hat erlöst sie sollen in Galiläam gebn, sein Schäfelein, fing heut, da solln sie mich leibhaftig du liebe Christenheit: Lob, sehn. Hallelujah. Ehr sei Gott in Ewigkeit. Hallelujah. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 9. Maria Zeugnis das ist wahr, Gott geb', was 2. Das Lamm Gottes lug' der Jüden Schar, mit sein'r Unschuld hat uns wir wissen gwiß, daß Jeerworben Gottes Huld, sus Christ wahrlich vom und den Sünder zu Gna- Tod erstanden ist. Hallel. den bracht und zu einm 10. Jesu, du wahres Himmelserben g'macht. Offerlamm, hilf uns fiegen Hallelujah. im Todeskampf, steh uns 3. Tod und Leben tra- bei in der letzten Not, ten in Kampf, ein starker schüß uns vor dem ewiLöw und ein schwachs gen Lod. Hallelujah. Lamm; der Tod meint, er hätt' schon gesiegt, weil Christ, der Herr, im Grabe liegt. Hallelujah. Nicolaus Hermann. In eigener Melodie. 135. Erschienen int 4. Aber es währt' nicht der herrlich gar drei Tag', Christus Tag, dran sich niemand fiegt, der Tod unten lag, gnug freuen mag; Christ. und verlor all sein Kraft unser Herr, heut triumund Macht, Christus er- phiert, all sein' Feind' er stund aus eigner Kraft. gefangen führt. Hallel. Hallelujah. 2. Die alte Schlang, die Sünd und Tod, die Höll, all Jammer, Angst begegnet sei? Es war mein und Not hat überwunden Heiland Jesus Christ, Jesus Chrift, der heut wahrhaftig er erstanden ist. vom Tod erstanden ist. Hallelujah. Hallelujah. 5. Maria, sag uns ohne Scheu, wer dir am Weg 6. 3ween Engel saßen 3. Am Sabbath früh in sein'm Grab, desgleich'n mit Spezerei kamen zum ich auch gesehen hab' sein Grab Marien drei, daß Schweißtüchlein und die fie salbten Maria Sohn, Leinwand, drein Joseph der vom Tod war erstanihn gehüllet hat. Hallel. den schon. Hallelujah. 7. Aber Christus, mein 4. Wen sucht ihr da? der Jesu Christi. 113 der Engel sprach; Christ| Gottes Volk gebot. Kein ist erstanden, der hier lag. Sauerteig soll bei uns sein, Hier seht ihr die Schweiß- daß wir leben von Süntüchelein; geht hin, sagt's den rein. Hallelujah. bald den Jüngern sein. Hallelujah. 12. Der schlagend Engi vorüber geht, kein Erstgeburt er bei uns schlägt; unsre Thürschwelln hat Christi Blut bestrichen, das hält uns in Hut. Hall. 5. Der Jünger Furcht und Herzeleit heut wird verkehrt in eitel Freud; sobald sie nur den Herren sahn, verschwand ihr Trauren, Furcht und Zag'n. Hallelujah. 13. Die Sonn, die Erd, all Kreatur, alls, was betrůbet war zuvor, das freut 6. Der Herr hielt ein sich heut an diesem Tag, freundlich Gespräch mit da der Welt Fürst darniezweten Jüngern auf dem derlag. Hallelujah. Weg; vor Freud das Herz 14. Drum wir auch bilim Leib ihn'n brannt', am lig fröhlich sein, fingen das Brodbrechen er ward er- Hallelujah fein, und loben kannt. Hallelujah. dich, Herr Jesu Christ, 7. Unser Simson, der zu Trost du uns erstanden treue Held, Christus, den bist. Hallel. Nicol. Hermann. starken Löwen fällt; der Hollen Pforten er binträgt, Mel. Heut triumphierct dem Teufel all sein G'walt Gottes Sohn. erlegt. Hallelujah. 8. Jonas im Wallfisch 136. Frühmorgens, da war drei Tag, so lang aufgeht, mein Heiland Christus im Grab auch Christus aufersteht: Hallelag; denn länger ihn der lujah, Hallelujah. VerTød kein Stund in sein'm trieben ist der Sünden Rachen behalten funnt. Nacht, Licht, Heil und Hallelujah. Leben wiederbracht. Hallelujah, Hallelujah. 9. Sein Raub der Tod mußt' fahren lan, das Le- 2. Wenn ich des Nachts ben siegt und g'wann ihm oft lieg in Not verschlos an; zerstdret ist nun all sen gleich, als wär ich tot: sein' Macht, Christ hat das Hallelujah, Hallelujah; läßt Leben wiederbracht. Hallel. du mir früh die Gnaden10. Heut gehn wir aus sonn aufgehn, nach TrauAegyptenland, aus Phara- ren Freud und Wonn. onis Dienst und Band, Halleluiah, Hallelujah. und das recht Osterläm- 3. Nicht mehr als nur melein wir essen heut im drei Tage lang bleibt mei Brot und Wein. Hallel. Heiland in Lodes Zwang. 11. Auch essen wir die Hallel. Hallelujah. Den süßen Brot, die Moses dritten Tag durchs Grab er 114 Von der Auferstehung er dringt, mit Ehren seine den Tod erdrückt. Hallel. Siegsfahn schwingt. Hall. Hallelujah. Hallelujah. 10. Da werd' ich Chrifti 4. Jetzt ist der Tag, Herrlichkeit anschauen ewig da mich die Welt mit voller Freud. Hallel. HalSchmach am Kreuz ge- lelujah. Ich werde sehnt, fangen hält. Hallel. Halle- wie alle Feind' zur Höllenlujah. Drauf folgt der pein gestürzet seind. Hallel. Sabbath in dem Grab, Hallelujah. darin ich Ruh und Frie- 11. Der Herr den Tod den hab'. Hallel. Hallel. zu Boden schlägt, da er 5. In kurzem wach' ich selbst tot und sich nichts fröhlich auf mein Ofter- regt; Hallel. Hallelujah; tag ist schon im Lauf. Hallel. geht aus dem Grab in Hallelujah. Ich wach' auf eigner Kraft; Tod, Teufel, durch des Herren Stimm, Holl nichts an ihm schafft. veracht' den Tod mit sei- Hallel. Hallelujah. nem Grimm. Hall. Hallel. 12. Wunder groß, 6. Am Kreuz läßt Chri- o starker Held! Wo ist ein stus öffentlich vor allem Feind, den er nicht fällt? Volke töten sich. Hallel. Hallel. Hallelujah. Kein Hallelujab. Da er durchs Angststein liegt so schwer Todes Kerker bricht, läßt auf mir, er wälzt ihn von er's die Menschen sehen des Herzens Thür. Hallel. nicht. Hallel. Hallelujah. Hallelujah. 7. Sein Reich ist nicht 13. Kein Kreuz und von dieser Welt, kein groß Trůbsal ist so tief, mein Gepräng ihm hier gefällt. Heiland thut darein ein'n Hallel. Hallelujah. Was Griff; Hallel. Hallelujah; schlecht und niedrig geht führt mich heraus mit herein, soll ihm das Aller- seiner Hand; wer mich will liebste sein. Hallel. Hal- halten, wird zu Schand. lelujah. Hallel. Hallelujah. 8. Hier ist noch nicht 14. Und daß der Herr ganz fund gemacht, was erstanden sei, das ist von er aus seinem Grab ge- allem Zweifel frei. Hallel. bracht: Hallel. Hallelujah: Hallelujah. Der Engel der große Schak, die reiche selbst bezeugt es klar, das Beut, drauf sich ein Christ leere Grab macht's offentso herzlich freut. Hallel. bar. Hallel. Hallelujah. Hallelujah. 15. Lebt Christus, was 9. Der jüngste Tag bin ich betrübt? Ich weiß, wird's zeigen an, was er daß er mich herzlich liebt. für Thaten hat gethan; Hallel. Hallelujah. Wenn Hallel. Hallelujah: wie er mir gleich alle Welt stürb' der Schlange Kopf zer- ab, gnug, daß ich Christum knickt, vie Hill zerstört, bei mir hab. Hallel. Hallel. 16. Er Jesu Christi. 16. Er nährt, er schüßt, er tröstet mich; sterb' ich, ſo nimmt er mich zu sich. Hallel. Hallelujah. Wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil ich ein Glied seins Leibes bin. Hall. Hallel. 115 Christ, der du der Sünder Heiland bist: Hall. Hallel.: führ uns durch dein Barmherzigkeit mit Freuden in dein Herrlichkeit. Hallel. Hallelujah. 4. Hier ist doch nichts denn Angst und Not, wer glaubet und hält dein Gebot: Hallel. Hallel.: der Welt ist er ein Hohn und Spott, muß leiden oft ein'n schnöden Tod. Hallelujah, Hallelujah. 17. Durch seiner Auferstehung Kraft fomm' ich zur Engel Bruderschaft. Hall. Hall. Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, die Feindschaft ist ganz abgelehnt. Hallel. Halleluiah. 18. Mein Herz darf nicht 5. Nun kann mir kein entseßen sich, Gott und Feind schaden mehr, ob er die Engel lieben mich. gleich murrt, ist ohn GeHallel. Hallelujah. Die fähr. Hallel. Hallel. Er Freude, die mir ist bereit, liegt im Kot, der arge vertreibet Furcht und Trau- Feind, dageg'n wir Gotrigkeit. Hallel. Hallelujah, tes Kinder seind. Hallel. 19. Für diesen Trost, o Halleluiah. großer Held, Herr Jesu, 6. Dafür wir dank'n dankt dir alle Welt. Hall. dir allzugleich, und sehnen Hallel. Dort wollen wir uns ins Himmelreich. Hall. mit größerm Fleiß erheben Hall. Es ist am End, deinen Ruhm und Preis. Gott helf uns alln, ſo Hallel. Hallelujah. fingen wir mit großem Schalln: Hall. Hallelujah. Johann Heermann. In bekannter Melodie. 137. 7. Gott dem Vater im höchsten Thron, samt seire trium- nem eingebornen Sohn: eut phieret Gott- Hallel. Hallel.: dem heiltes Sohn, der vom Tod gen Geist in gleicher Weis ist erstanden schon: Hallel. in Ewigkeit sei Lob und Hallelujah! mit großer Preis. Hallel. Hallelujah. Macht und Herrlichkeit, Bafilius Förtsch. des dank'n wir ihm in EwigFeit. Hallelujah. 2. Dem Teufel hat er 138. Juversicht In bekannter Melodie. meine seine Macht zerstört, verheert mit großer Kraft: und mein Heiland, ist im Hallel. Hallel.: wie pflegt Leben: dieses weiß ich, zu thun ein starker Held, soll ich mich darum mich der seinen Feind gewaltig zufrieden geben, was die fällt. Hallel. Hallelujah. lange Todesnacht mir auch 3. O süßer Herre Jesu für Gedanken macht? 2. Je 116 Von der Auferstehung 2. Jesus, er mein Hei- erfreut, Jesus trägt euch, land, lebt, ich werd' auch meine Glieder. Gebt nicht das Leben schauen, sein, statt der Traurigkeit; wo mein Erlöser schwebt; sterbt ihr, Christus ruft warum sollte mir denn euch wieder, wann die lett grauen? Låsset auch ein Trompet erklingt, die auch Haupt sein Glied, welches durch die Gråber dringt. es nicht nach sich zieht? 9. Lacht der finstern Er3. Ich bin durch der denkluft, lacht des Todes Hoffnung Band zu genau und der Höllen, denn ihr mit ihm verbunden, meine sollt euch durch die Luft starke Glaubenshand wird eurem Heiland zugesellen. in ihm gelegt befunden, Dann wird Schwachheit daß mich auch kein Todes- und Verdruß liegen unter bann ewig von ihm tren- eurem Fuß. nen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche werden: das gesteh' ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög' allezeit 5. Dann wird eben diese Haut mich umgeben, wie ich 10. Nur daß ihr den Geist erhebt von den Lüfz ten dieser Erden, und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beigefügt wollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu seitt. Luise Henriette, Churfürstin v. Brandenburg In eigener Melodie. esus Chriwird werden angeschaut dann 139. Jus unser von mir in diesem Leibe, Heiland, der den Tod überund in diesem Fleisch werd' wand, ist auferstanden, die ich Jesum seben ewiglich. Sünd hat er gefangen. 6. Dieser meiner Augen Kyrie eleison. Licht wird ihn, meinen Heiland, kennen: ich, ich 2. Der ohn Sünden felbst, ein Fremder nicht, Gottes Zorn, hat uns verwar geborn, trug für uns werd' in seiner Liebe brennen; nur die Schwachheit föhnet, daß uns Gott sein Huld gönnet. Kyrie eleison um und an wird von mir sein abgethan. 3. Tod, Sund, Lebent und Genad, alls in Han7. Was hier franket, den er hat. Er kann erseufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen: ten. Kyrie eleiſon. retten alle, die zu ihm treirdisch werd' ich ausgesät, D. Martin Luther. himmlich werd' ich auferstehen; hier geh' ich natur- Mel. Nun freut euch, ich ein, dort da werd' ich lieben Christen g'mein. 8. Seid getrost und hoch- 140. J ihr Jefu Chrifti. 117 ihr ausfegt, was sich in Frieden und dabei ein euch von Sünden und al- reines Herze haben. Gieb, tem Sauerteig noch regt, daß in uns dein heiligs nichts muß sich des mehr Wort der Sünden Sauerfinden; daß ihr ein neuer teig hinfort je mehr und Teig mögt sein, der un- mehr ausfege. gesauert sei und rein, ein Teig, der Gott gefalle. Mel. Lucas Bacmeifter. Sollt' ich meinem Gott nicht singen. genaue acht, daß ihr euch 141. Raffet uns den 2. Habt doch darauf wie ihr's Herren preivor Gott in allem macht, sen, o ihr Christen überund euren Wandel füh- all, kommet, daß wir Dank ret; ein wenig Sauerteig erweisen unserm Gott gar leicht den ganzen Zeig mit süßem Schall. Es fortan durchschleicht, daß ist frei von Todesbanden er wird ganz durchsäuert. Simson, der vom Himmel 3. Also es mit den Sün- kam, und der Löw aus den ist: wo eine herrschend Juda Stamm, Christus bleibet, da bleibt auch, was Jesus ist erstanden. Nun, zu jeder Frist zum Bösen ist hin der lange Streit. ferner treibet. Das Oster- Freue dich, o Christenheit! lamm im neuen Bund erfordert, daß des Herzens Grund ganz rein in allem werde. 2. Christus selbst hat überwunden des ergrimmten Todes Macht; der in Tüchern lag gebunden, 4. Wer Ostern halten hat die Schlange umgewill, der muß dabei nicht bracht. Satans Reich unterlassen die bittern ist ganz verheeret, Chriftus Salsen wahrer Buß, er hat es nach der Ruh ausmuß das Böse haffen, getilget, und dazu Belial daß Christus, unser Oster- sein Schloß zerstöret, daß lamm, für uns geschlacht wir haben frei Geleit. ans Kreuzes Stamm, ihn Freue dich, o Christenheit! durch sein Blut rein mache. 3. Warest du, o Held, gestorben? Warest du ins 5. Drum laßt uns nicht im Sauerteig der Bosheit Grab gelegt? Ei, du bleiOftern effen; auch nicht in best unverdorben; da sich Schalkheit, ob fie gleich nur die Erd erregt, bist uns hat sehr hart besessen; du aus der Erden kommen, vielmehr laßt uns die haft das Leben und die Ofterzeit im süßen Teig Macht aus der Gruft der Lauterkeit und Wahr- herwiederbracht, und des beit chriftlich halten. Todes Raub genommen, 6. Herr Jesu, Ofter- schenkest uns die Seligkeit. lamm, verleih uns deine Freue dich, o Christenheit! Ostergaben, daß wir den 4. Tod, wo sind nun dei 118 Von der Auferstehung deine Waffen? Hille, wo den ewig loben dich, Herr tft dein Triumph? Satan Jesu, nach dem Streit. konnte gar nichts schaffen, Freue dich, o Christenheit! seine Pfeile wurden stumpf; 8. Herr, dies sind die Christus ist sein Gift ge- edlen Früchte, die dein' wesen, ja der Höllen Seuch Auferstehung giebt, daß und Pest; Welt und Sün- wir treten vor Gerichte, de liegen fest, und wir ganz in deine Gunst verMenschen sind genesen liebt. Herr, dies find nur durch seinen tapfern die schönen Gaben: Gnad Streit. Freue dich, o und Leben, Freud und Christenheit: Sieg, Trost und Friede 5. Gott, der heilet un- nach dem Krieg; o die fre Plagen, wenn wir nir- sollen kräftig laben Leib gends Hülfe sehn; låsset und Seel in allem Leid. uns nach dreien Tagen Freue dich, o Christenheit! lebend wieder auferstehn. 9. Weil nach diesem Darum muß ich dankbar Fried ich dürfte, wie werden, und mein Ehr nach Wasser Tag und ist freudenvoll, weil der Nacht, den du, großer Herr nicht sehen soll die Siegesfürste, aus dem Verwesung in der Erden, Kampf haft wiederbracht: noch der Höllen Einsam- ei, so teil jetzt aus die keit. Freue dich, o Chri- Beute, wie der starke stenheit! Simson that, als er überwunden hat. Laß dich rühmen alle Leut, daß geen= digt sei der Streit. Freue dich, o Christenheit! 6. Er ist aus der Angst gerissen und mit Ehren angethan. Wer ist, der fein Leben wissen, und die Lång ausreden kann? 10. Gieb, Herr Jesu, Christus ist der Eckstein deine Gnade, daß wir stets worden. Gott, das ist mit Reuen sehn, wie so von dir geschehn, wie wir groß sei unser Schade, daß ieht vor Augen sehn; wir wir dir gleich auferstehn. sind aus der Sünder Or- Brich hervor in unserm den hingeriffen durch den Herzen, überwinde SünStreit. Freue dich, ode, Tod, Teufel, Welt Christenheit! und Höllennot, dampf 7. Hast du schon vom in uns die Angst und der Bach am Wege angenom- Schmerzen sammt men einen Trank, und Seelen Traurigkeit. Freue erlitten tausend Schläge, dich, o Christenheit! warest frånker noch als 11. Meinen Leib wird krank: ei, so hast du doch man vergraben, aber gleicherhoben dein verklärtes wohl ewig nicht; bald werd' Angesicht, stirbest nun und ich das Leben haben; wenn nimmer nicht. Ja wir wer- das letzte Weltgericht alle Grå Jesu Christi. 119 Gräber wird entdecken, und 4. Ich seh' auch nicht, der Engel Feldgeschrei zei- warum ich sollt' betrüben gent, was vorhanden sei, mich, wenn ich auch wollt'? dann wird mich mein Gott Hallel. Hallelujah. Weil aufwecken und beschließen Jesus lebt, an den ich all mein Leid. Freue dich, glaub', wer ist, der mir o Christenheit! das Leben raub'? Hallel. Halleluiah. 12. Dann so werden meine Glieder, die jetzt 5. Er macht ia durch Staub und Asche sein, sein Auferstehn, daß ich unverweslich leben wie- zum Himmel kann einder, und erlangen solchen gehn. Hallel. Hallelujah. Schein, dessen gleichen hier kein Sünd, kein Tod im auf Erden nimmermehr zu Weg mehr sein, die Straße finden ist. Ja, mein Leib, hålt er frei und rein. Hall. Herr Jesu Christ, soll Hallelujah. dem deinen ähnlich werden, voller Pracht und Herrlichkeit. Freue dich, o 6. Mein Glaub an Jesum tilgt die Sünd, Gott liebet mich recht als sein Christenheit! 3oh. Rift. Kind. Hallel. Hallelujah. Mel. Heut triumphieret Gottes Sohn. Ift Gott versöhnt und un mein Freund, laß toben Welt und alle Feind! 142. Debt Christus, Hallel. Hallelujah. was bin ich 7. O Tod, vordir fürcht betrübt? Ich weiß, daß er ich mich nicht, dein Macht mich herzlich liebt. Halle- die Bösen nuranficht. Hall. lujah, Hallelujah. Wenn Hallelujah. Mein Leben, mir gleich alle Welt stürb' ab, gnug, daß ich Christum bei mir hab. Hallel Hallelujah. Jesus, dich bezwingt, und mich durch dich zum Himmel bringt. Hallel. Hallel. 8. Wenn ich) Troft, 2. Mein Jesus lebt Hülf und Gnad begehr, und schüßet mich; darum, mein Jesu, mir dasselb mein Herz, freu allzeit gewähr. Hall. Hallel. Ich dich. Hallel. Halleluiah. glaub' an dich, stark meinen Ob fich erhebt der Bösen Geist, daß du vom Tod erRott, sei gutes Muts, standen seift. Hall. Hallel. nur ihrer spott. Halleluiah, Hallelujah. 9. So werd' ich nimmer sein verlorn, so wahr als 3. Lebt doch mein Jesus du ein Mensch geborn. in der Höh, trotz dem, der Hallel. Halleluiah. Wer mir entgegen steh'. Hallel. an dich glaubt und zweiHallelujah. Er kann dem felt nicht, der kommet ia Feind begegnen so, daß er nicht ins Gericht. Hallel. der List wird nimmer froh. Hallelujah. Hallel. Hallelujah. 10. Ich glaub' an dich, mein 120 Von der Auferstehung mein Jesu Chrift, daß du Leben selber stirbt, Gnad, für mich getötet bist! Segen, Fried erwirbt uns Hallel. Hallelujah: und Menschen insgemein: ach auferstanden mir zu gut, laßt uns dankbar sein! daß du mich halteft fiets in 4. Das Lammlein läßt Hut. Hallel Hallelujah. sich braten am hohen Kreu11. Wie könnt' ich denn zesstamm, zu helfen und verloren sein? Es ist un- ju raten uns von der möglich, nein, ach nein! Höllenflamm; sein schönes Hallel. Hallelujah. Gott- rotes Blut löscht aus die lob, der starke Jesus lebt, heiße Glut, und dampfet mit ihm lebt, wer im Glau- Gottes Grimm durch seiben schwebt. Hall. Hallel. ner Fürbitt Stimm. 12. Ich leb' und werd' 5. Doch bleibt nicht in Ewigkeit mit Jesu le- immer liegen das Lammben, o der Freud! Hallel. lein in dem Grab: es steht Hallel. Des habe Dank, du auf und will siegen: nachdie Lebenshort, hab Dank, o dem's geleget ab Jesu, hier und dort. Hall. Schwachheit, nimmt es Hallelujah. 3. Casp. Schade. an ein'n Löwenmut, da fann es zwingen als ein Held Sünd, Teufel, Tod und Welt. Mel Auf, auf, mein Herz, mit Freuden. 143. Mein Jefu, 6. Wie soll ich doch schönstes genießen dies Lammlein Leben, du rechtes Ofter- würdiglich, das sein Blut lamm, der du dich haft läßt vergießen, ia gar ergegeben für mich ans würgen sich? Mein Herz Kreuzes Stamm, aus hei- erst kosten muß die Sal fer Herzenslieb, aus freiem sen bittrer Buß, daß Geist Geistestrieb, zum Opfer und Auge thrånt, und und zur Gab, mein mat- fich nach Troft recht sehnt. tes Herze lab. 7. Ich will dich, Jesu, 2. Lämmlein ohne essen und gläubig nehmen Schulden, das läßt er- ein, dabei nicht sein verwürgen sich, und gerne gessen der ausgestandnen will erdulden die Straf Pein. Mein Herze, Hand und Pein für mich; du und Mund zu jeder Zeit hängest an dem Holz, zu und Stund soll danken büfen meinen Stolz, du deiner Treu, die alle Morftirbest für die Welt, die gen neu. doch von dir nichts hält. 8. Der Sauerteig der 3. Hier hångt das Heil, Sünden muß werden ausder Erden, mein Schatz gefegt, die Luste, so sich und Brautigam; hier will finden bei mir, sein abjur Sünde werden ein gelegt; in süßer Lauterkeit reines Gotteslamm. Das will ich nun sein bereit, Jesu Christi. 121 zu wandeln hier auf Erd, der Quell, die selig, klar so lang ich leben werd'. und hell; 9. Gegürtet will ich 14. Da Gott, bte Lestehen zum Guten und ge- benssonne, in, durch und schucht, den Weg des an uns scheint, wo Jesus Herrn zu gehen, da man, Freud und Wonne dem was droben, sucht; dein einschenkt, der geweint; Kreuz soll sein mein Stab, wo jauchzt, wer hier geder Erden sag' ich ab, zu achzt, wo hüpft, wer hier dir hinweg ich eil', im gelechzt; der Schaden wird Himmel ist mein Teil. ersetzt, was war verleßt, ergößt. 15. Da wollen wir dem Lamme, mitten in Vaters Thron, dem Held aus Juda Stamme, dem rechten Da vidssohn, Preis, Ehre, Lob und Ruhm, Macht Weisheit und Reichtum, zusamt Victoria bringen, Hallelujah. 3. C. Schade. 10. Wie süß, o süße schmecket dieses Ofterlammelein! Sein Kleid die Bldfe decket, sein Blut macht heil und rein. Sein Fleisch, so schön und zart, hat rechte Zuckerart; immund giebt's süßen Saft, dem Herzen Stark und Kraft. 11. Wein Honig, Manna laben, und sind die beste Kost; die aber Jesum Mel. Vater unser im haben, beteuern gar ge= Himmelreich. troft: Nichts Süßers in 144. Nun danket als du, o Jesu, sanfte Ruh! Nichts gehet milder ein, als dies Brod, Fleisch und Wein. Christen all, und jauchzet ihm mit großem Schall dieweil er seiner Gottheit 12. Wer steht in schwe- Macht durch seinen Sohn ren Leiden, wen angst an Tag gebracht. Triumph, der Seelenschmerz, kann Triumph, schrei' alle Welt, in dir, Jesu, weiden sein denn Jesus hat den Feind jammervolles Herz. Wer gefällt. in sich schwach und matt, 2. Er ist erstanden von wird durch dich stark und dem Tod, der Lebensfürst, fatt. Wer geht gebückt, der wahre Gott. Er hat gedrückt, wird in dir wohl des Teufels Burg zerstött erquickt. und Gottes Himmelreich gemehrt. Triumph, zc. 13. Drum, Lammlein Jesu, speise mit deinem 3. Er ist erschienen wie Fleisch und Blut uns auf ein Blizz, und hat bethört der Himmelsreise, und der Feinde Wik; er hat bring uns zu der Hut, erwiesen mit der That, wo keinen nicht mehr was er zuvor verkündigt dürst, da du selbst leiten hat. Triumph, zc. wirst dein Schäflein zu 4. Er hat nun über6 wun 122 Von der Auferstehung wunden gar sein Leiden, bei dem Kreuz so freche Trubsal und Gefahr. Sein war. Triumph, zc. Haupt trägt schon mit grofem Glanz den ewig grünen Lorbeerkranz. Triumph, zc. 5. Die Wunden, die er hier empfing, da er ans Kreuz genagelt hing, die leuchten wie die Morgenstern' und strahlen von ihm weit und fern. Triumph, zc. 3. Der Drache hat sich eingehüllt, sein Trok und Frevel ist gestillt; sein Gift macht ihm selbst Angst und Pein, und dringet auf sein Herz hinein. Triumph, zc. 4. Wo ist, o Tod, dein Stachel iht? Wo habt ihr Teufel euren Wik? Wo ist der Höllen Macht und 6. Er ist nun voller Sieg? Wer führet wider Seligkeit, und herrschet uns denkrieg? Triumph: c. über Ort und Zeit; er 5. Das Lamm, das der lebt voll Freud im Para- Welt Sünde trågt, hat deis, und hört mit Luft eure Macht in Kot gesein Lob und Preis. Tri- legt; es herrschet kräftig umph, zc. dort und hier, und euer 7. Drum danket Gott, Leid währt für und für. ihr Christen all, und iauch- Triumph, zc. zet ihm mit großem Schall; ihr sollt in ihm auch auf 6. Ja, liebster Heiland, deine Kraft hat uns nun erstehn, und in die ewge Fried und Ruh geschafft; Freud eingehn. Drum schrei' Triumph die ganze Welt, denn Jesus hat den Feind gefällt! ganz matt sind, die uns drängen sehr, und gelten fort und fort nichts mehr. Triumph, 2c. Johann Angelus. 7. Was murret ihr, ihr Teufel, noch? Was iverret sich der Höllen Loch? Und dürfen Gottes ſeiner 145. Nun hat das Schar noch Marter drauen Mel. Triumph, Triumph! es kommt mit pracht. zc. teslamm, dem man am 8 Das Lämmlein, das Kreuz das Leben nahm, erwürget war, bricht euren den schönen Sieg an Hill Mut und Rachgier gar. und Tod behauptet, als Der Low aus Juda stebt ein wahrer Gott. Tri- uns bei, und macht von umph, Triumph, Triumph, eurem( Sarn uns frei. Triumph, Victoria und Triumph, zc. ewiges Hallelujah! 9. Der Simson bricht 2. Sein Fersenstich giebt der Höllen Thür, der Könicht mehr Blut, ver- nig David tritt herfür, schwunden ist der Schlan- der Goliath liegt schon gen Mut; ihr Haupt ist gestreckt, und die Philister nun zerknirschet gar, das sind erschreckt. Triumph, zc. 10. Du Jefu Chrifti. 123 10. Du Heiland, du dem dies geschehen, dürbeherzter Held, haft aller fen wir nun sehen, daß Feinde Mut gefällt, in- für kurze Zeit er zwar sich dem du aus dem Grab wahrhaftiglich in den Tod aufstehst, und wiederum um unser Leben hab' da= zum Leben gehst. Tri- hin gegeben. umph, zc. 3. Niemand wird nun 11. Was wollen wir finden, daß von unsern denn fürchten sehr des Sünden noch was übrig Todes Macht, das höll'sche Heer? Laß toben, was da will und kann, tritt nur den Kampf frisch mit ihn'n an. Triumph, zc. sei: weil der wieder kommen, der sie übernommen; ia, indem er frei, so ist nun, genug zu thun, weil die Zahlung just befunden, keiner mehr verbunden. 4. Was will uns nun 12. Ist deine Macht, o Mensch, gleich schwach. so hält dein Heiland hin- schaden, weil wir zu Ges ten nach; durch dessen naden sind einmal ge= Kraft wirst du bestehn, bracht? Will der Teufel und dein Feind muß zu drauen, dürfen wir nich). Boden gehn. Triumph,: c. scheuen sein' verlorne 13. Heiland, hilf zu macht. Hier ist der, vo jeder Frist, der du vom welchem er augenblicklica Tod erstanden bist; tritt muß erbeben, und hinweg her zu uns in aller Not, sich heben. führ uns ins Leben durch 5. Hille, willst du poden Tod. Triumph, Trichen? Der dich hat zerumph, Triumph, Triumph, brochen, stellt sich lebend Victoria und ewiges Hal- dar. Weil du nun gelassent lelujah! A. H. Buchholz. und nicht mochtest fasſen den, der Bürge war: so Mel. Jesu, meine Freude, hast du für immerzu deines Rechtes dich begeben 146. Nun ist auf- wider unser Leben. erstanden 6. Laß die Zähne blecken aus des Todes Banden und die Hand ausstrecken Gott- und Menschen- wider uns den Lod; deni sohn; Jesus hat geste- sein Pfeil und Bogen finget, daß nun alles lieget den sich betrogen, es hat unter seinem Thron. Alle keine Not. Ob er trifft, Feind', so viel ihr seind, ist's drum kein Gift, sonthat er auf das Haupt ge- dern muß mit seinen Pfeischlagen, ja gar schau- len er vielmehr uns heilen. getragen. 7. Darum mir nicht 2. Daß er wollen ster- grauet, wenn mein Geist sen, war, uns zu erwerben anschauet, daß noch in das Heil und Seligkeit. Nach-|( Srab meine müden Glieder 124 Von der Auferstehung der werde legen nieder, weil| alte Schlang, da Chriftus ich dieses hab', daß mein mit ihr kämpfte; mit Lift Hort mir diesen Ort selbst und macht sie auf ihn mit seinem Leibe weihe, drang, jedennoch er fie daß ich ihn nicht scheue. dämpfte; ob sie ihn in die Fersen sticht, so sieget sie doch darum nicht, der Kopf ist ihr zertreten. 3. Lebendig Christus 8. So find all wir Christen dir und deinen Lusten tot, o Eitelkeit. Wie wir uns nun haben lassen mit begraben hier in dieser kommt berfür, die Feind' Zeit, so wird er, der große nimmt er gefangen; zer= Herr, uns hervor auch bricht der Höllen Schloß mit sich führen, und mit und Thür, trägt weg Kronen zieren. den Raub mit Prangen. 9. Denn dies sicher stehet: Nichts ist, das in dem weil das Haupt nun gehet Siegeslauf den starken aus dem Grab heraus, Held kann halten auf: alls müssen auch die Glieder liegt da überwunden. fonder Zweifel wieder aus 4. Des Todes Gift, dem Totenhaus, wenn der Höllen Pest ist unser sekund die liebe Stund Heiland worden; wenn ihnen wieder giebt das Satan auch noch ungern Leben, zu ihm sich begeben. läßt von Wüten und von 10. der großen Freu- Morden, und da er sonst de! Wer wollt' nun das nichts schaffen kann, nur Kleide dieser Sterblichkeit Tag und Nacht uns klaget nicht getroft ablegen? weil an: so ist er doch verworfen. ia doch hingegen nach so 5. Des Herren Rechte kurzer Zeit Jesus Christ die behält den Sieg und bereitet ist, ihit zu kleiden mit der Sonne in der Himmelswonne. Phil. Jakob Spener. Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. ist erhöhet; des Herren Rechte mächtig fällt, was ihr entgegen stehet. Tod, Teufel, Höll und alle Feind durch Christi Sieg gedämpfet seind, ihr Zorn ist fraftlos worden. 147. Tod, wo ift dein 6. Es war getötet Jesus Christ, und sich, er Stachel nun, wo ist dein lebet wieder. Weil nun Sieg, o Hille? Was kann das Haupt erstanden ist, uns jetzt der Teufel thun, stehn wir auch auf, die wie grausam er sich stelle? Glieder. So jemand ChriGott sei gedankt, der uns fti Worten glaubt, im den Sieg so herrlich hat Tod und Grabe der nicht nach diesem Krieg durch bleibt, er lebt, ob er gleich stirbet. Jesum Chrift gegeben. 2. Wie sträubte sich die 7. Wer täglich hier durch wahre Jesu Christi. 125 wahre Reu mit Chrißo goffen uns zu gut, vom auferstehet, ist dort vom Tod ist auferstanden. andern Tode frei, derselb' 2. Wie schön hast du ihn nicht angehet; genom- durch deine Macht, du men ist dem Tod die wilder Feind des Lebens, Macht, Unschuld und Le- den Lebensfürsten umgeben wiederbracht und un- bracht; dein Stachel ist vergånglich Wesen. vergebens durch ihn ge8. Das ist die reiche schossen, schnöder Feind, Ofterbeut, der wir teil- du hättest wahrlich wohl baftig werden: Fried gemeint, er würd' im Freude, Heil, Gerechtig- Staube bleiben. keit im Himmel und auf 3. Nein, nein, er trägt Erden. Hier sind wir still sein Haupt empor, ist und warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort Christi verklärtem Leibe. 9. Der alte Drach mit seiner Rott hingegen wird zu Schanden, erlegt ist er mit Schimpf und Spott, mächtig durchgedrungen durch deine Bande, durch dein Thor, ia hat im Sieg verschlungen dich selbst, daß, wer an ihn nur glaubt, von dir jetzt ein Gespotte treibt, und spricht: da Christus ist erstanden. Wo ist dein Stachel? Des Hauptes Sieg der Glieder ist; drum kann mit aller Macht und List uns Satan nicht mehr schaden. 4. Denn deine Macht die ist dahin, und keinen Schaden bringet dem, der sich stets mit Herz und Sinn zu diesem Fürsten schwin get, der fröhlich spricht: Ich leb', und ihr sollt mit mir 10. O Zod, wo ist dein Stachel nun, wo ist dein Sieg, o Hille? Was kann uns jetzt der Teufel thun, leben für und für, weil wie grausam er sich stelle? ich es euch erworben. Gott sei gedankt, der uns 5. Der Tod hat keine den Sieg so herrlich hat Kraft nicht mehr, wir durin diesem Krieg durch Je- fen ihn nicht scheuen. Ich fum Chrift gegeben. bin sein Siegsfürst und sein Herr, des sollt ihr euch erfreuen; dazu so bin ich euer Haupt, drum werdet ihr, wenn ihr mir Justus Gesenius. Mel. Nun freut euch, lieben Christen g'mein. 148. Zei fröhlich glaubt, als Glieder mit alles weit mir leben. und breit, was vormals 6. Der Höllen Sieg der war verloren, weil beut ist auch mein, ich habe sie der Herr der Herrlichkeit, gerfidret; es darf nicht den Gott selbst auserkoren fürchten ihre Pein, wer zum Sündenbüßer, der mich und mein Wort hdſein Blut am Kreuz ver- ret. Und weil des Teufels Macht 126 Von der Auferstehung Macht und Lift gedämpft,| 6. Sie gehn hinein. Da sein Kopf zertreten ist, mag sehr fie bald, wie daß ein er ihm auch nicht schaden. Jüngling wohlgeftalt zur 7. Nun, Gott sei Rechten sitzt, und trägt ein Dank, der uns den Sieg Kleid weiß wie der Schnee durch Jesum hat gegeben, in Winter szeit. Hallelujah. und uns den Frieden für 7. Sie sind bestürzt, daß den Krieg, und für den ketne kann vor Furcht die Tod das Leben erworben, andre reden an; der Engel der die Sünd und Tod, tröstet sie und spricht: Ihr Welt, Teufel, Höll und lieben Frauen, fürcht euch was in Not uns stürzet, nicht. Hallelujah. überwunden! P. Gerhardt. 8. Jhr sucht den Herrn von Nazareth, der Jesus Mel. Erschienen ist der heißt: hier ist die Stätt, herrlich Tag. hier ist das Räumlein, da 149. Sobald des man ihn aus Liebe hat gegroßen Sab- leget hin. Hallelujah. baths Nacht den Tag ver- 9. Am Kreuze litt er treibt und dunkel macht, zwar den Tod, jetzt aber da kaufen der Marien drei, lebt er, frei von Not; er den Herrn zu salben Spe- ist erstanden als ein Mann, zerei. Hallelujah. der auch den Tod selbst 2. Sie richten alles flei- töten kann. Hallelujah. ßig zu, und warten, bis aus ihrer Rub auf's Himmelsfeld die Morgenrot in ihrem güldnen Schmucke geht. Hallelujah. 10. Hier bei den Toten werdet ihr ihn finden nicht, das glaubet mir. Geht hin und macht's den Jüngern kund und Petro, dem sein 3. Als sie nun auf dem Herz ist wund. Hallelujah. Wege sind, bald sich ein 11. heißt sie in Galineuer Kummer findt; ach, laam gehn, daselbst wird fprechen fie, ein großer er vor ihnen stehn; sie werSchmerz durchdringet un- den sehn sein Angesicht: ser traurig Herz. Hallel. was er zusagt, das fehlet 4. Wer öffnet uns des nicht. Hallelujah. Grabes Thür? Kein Jun- 12. Sie gehn heraus ger macht sich jeht herfür; und eilen fort; ihr Mund uns Armen wird's unmög- vor Zittern redt kein Wort: lich sein, zu wälzen ab den die blöden Herzen sind er schweren Stein. Hallel. schreckt, mit Furcht und 5. Indem sie schauen Angst ganz überdeckt. Halauf das Grab, da ist der lelujah. Stein gewälzet ab; Gott 13. Wir aber halten diese giebt für Angst und großes Post für unsers Herzens Leid gewünschtenTrost und Freud und ut, und danFröhlichkeit. Hallelujah. ken dir, Herr Jesu Chrift, daß Jefu Chrifti. 127 daß du heut auferstanden zeigt; kein harter Fels ihn bist. Hallelujah. hält und zwingt, Grab, Siegel, Riegel vor ihm springt. Hallelujah. 5. Der andre Adam heut erwacht nach seiner harten Todesnacht, aus seinen Seiten er erbaut uns sein' erlöste teure Braut. Hallelujah. 14. Der Teufel wüte, wie er will: wer fragt nach ihm? Er hat sein Ziel; darüber darf er schreiten nicht, würd' er auch toll, er ist gericht. Hallelujah. 15. Des Todes Stachel ift entzwei, er thut nichts, das mir schädlich sei; sterb' ' ch, so sterb' ich dir allein, die Seele muß bald bei d'r sein. Hallelujah. 6. Wie Aarons Rute schön ausschlug, am Morgen blüht' und Mandeln trug: so tråget Frucht der Seligkeit des Hohenprie= fiers Leichnam heut. Hallelujah. 16. Der Leib, der in dem Grabe liegt, schläft sanft, als wär' er eingewiegt; ich weiß, daß du ihn, als ein 7. Nun ist die HeiligFürft des Lebens, aufer- keit erkämpft, der Sünden wecker wirft. Hallelujah. Pest und Gift gedämpft; Johann Heermann. der schweren Handschrift Fluch und Bann vertritt hier mein Erlösersmann. Hallelujah. Mel. Erschienen ist der herlich Tag. 150. Triumph, Triumph! es kommt mit Pracht der Siegesfürt heut aus der Schlacht; ver seines Reiches Unterthin, schau'heute sein Triumphfest an. Hall. 8. Du liebe Seel bist ausgebürgt, der höllische Tyrann erwürgt; sein Raubschloß und geschwor= ne Rott ist ganz verheert, der Tod ein Spott. Hall. 9. Hier liegt der stolje 2. Vor Freuden Thal Belial, die Höllenbürger und Wald aflingt, die allzumal sind samt der Erde schönes Blumwerk Schwefelburg zerstört, kein bringt; der Zierat, die Feind fich wider uns emTapezerei zeigt, daß ihr port. Hallelujah. Schöpfer Siege sei. Hall. 10. Herr Jesu, wah3. Die Sonne sich aufs rer Siegesfürst, wir glauschönste schmückt und wie ben, daß du schenken wirft der durch das Blate blickt, uns deinen Frieden, den die vor pechschnarz im du bracht mit aus dem Trauerkleid beschut den Grab und aus derSchlacht. Blut- und Todesstreit. Hallelujah. Hallelujah. 11. Triumph, Triumph! 4. Das stille Lamn ießt dich ehren wir, und wollen nicht mehr schweigt, sich mit dir kämpfen hier, daß mutig als ein Lön er- wir als Reichsgenossen dort 128 Von der Auferstehung Jesu Chrifti. dort dir folgen durch die Salbungsgabe: so wirst du Siegespfort. Hallelujah. sehn, daß Jesus Christ vom Tod heut auferstanden ist, und nicht im Grab zu finden. Benjamin Prätorius. 6. Es hat der Löw aus Wachauf, Juda Stamm heut fiegmein Herz, reich überwunden, und das die Nacht ist hin, die Sonn erwürgte Gotteslamm hat, ist aufgegangen; ermuntre uns zum Heil, erfunden deinen Geist und Sinn, das Leben und Gerechden Heiland zu umfangen, tigkeit, weil er, nach überder heute durch des Todes wundnem Streit, die FeinThür gebrochen aus dem de schaugetragen. Grab herfür, der ganzen Welt zur Wonne. 7. Drum auf mein Herz, fang an den Streit, wil 2 Steh aus dem Grab Jesus überwunden; er der Sünden auf, und such wird auch überwinden weit ein neues Leben; vollführe in dir, weil er gebunden deinen Glaubenslauf, und der Feinde Macht, daß du laß dein Herz fich heben aufstehst, und in ein neues gen Himmel, da dein Je- Leben gehst, und Gott sus ist, und such, was dro- im Glauben dienst. ben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. Mel. Nun freut euch, lieben Christen g'mein. 151. Mach 8. Scheu weder Teufel, Welt, noch Tod, noch gar 3. Vergesse, was dahin- der Hillen Rachen: denn ten ist, und tracht nach Jesus lebt, es hat kein dem, was droben, damit Not, er ist noch bei den dein Herz zu jeder Frist Schwachen und den Gezu Jesu sei erhoben. Tritt ringen in der Welt, als unter dich die böse Welt, ein gekrönter Siegesheld. und strebe nach des Him- drum wirst duniberwinden. mels Zelt, wo Jesus ist 9. Ach man Herr Jezu finden. su, der du bist von To4. Quält dich ein schwe- ten auferstinden, errett rer Sorgenstein, dein Je- aus Satars Macht und sus wird ihn heben; es kann Lift und aus des Todes ein Christ bei Kreuzespein Banden, daß wir zusamin Freud und Wonne le- men insgmein zum neuen ben: wirf dein Anliegen Leben gejen ein, das du auf den Herrn, und sorge uns haft erworben. nicht, er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. 10. Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen Got5. Geh mit Maria teskindern, und ewig in Magdalen' und Salome der Hærlichkeit von allen zum Grabe, die früh dahin Uebervindern, die überaus Liebe gehn mit ihrer wunden durch dein Blut, Herr REFERE Von der Himmelfahrt Chrifti. 129 Herr Jesu, gieb uns 2. Wir bitten dich durch Kraft und Mut, daß wir deine Gnad, nimm von uns auch überwinden. unsre Missethat, und hilf uns durch die Güte dein, daß wir dein' treue Diener sein. Hallelujah. Laurentius Laurenti. Mel Erschienen ist der herrlich Tag. 3. Gott dem Vater im 152. Wir danken dir, Herr höchsten Thron, samt sei nem eingebornen Sohn, Jesu Christ, daß du vom dem heilgen Geist in glets Tod erstanden bist, und cher Weis in Ewigkeit set haft dem Tod zerstört sein Lob und Preis! HalleluMacht, und uns das Leben iah. wiederbracht. Hallelujah. VI. Von der Himmelfahrt Christi. ja es kommt von dir auf uns Licht, Trost und Leben, Heil, Fried und Freude, wunder- Stark und Kraft, Erquit großer Sie- kung, Labsal, Herzenssaft gesheld, du Sündenträger wird uns von dir gegeben. aller Welt, heut hast du Bringe, zwinge mein Gez dich gesetzet zur Rechten müte, mein Geblüte, daß deines Vaters Kraft, der es preise, dir als SiegsFeinde Schar gebracht herrn Ehr erweise. zur Haft, bis auf den Tod 4. Zeuch, Jesu, uns, verlebet; machtig, prachtig zeuch uns nach dir, hilf, triumphierest, jubilierest; daß wir forthin für und Tod und Leben, dir ist alles untergeben. für nach deinem Reiche trachten. Laß unser Thun 2. Dir dienen alle Cheru- und Wandel sein, wo Zucht bim, viel tausend hohe Se- und Demut geht herein, raphim dich großen Siegs- all' Uleppigkeit verachten. mann loben: weil du den Unart, Hoffart laß uns Segen wiederbracht, mit meiden, chriftlich leiden, Majestät und großer Macht wohl ergründen, wo die zur Glorie bist erhoben; Gnade sei zu finden. finget, klinget, rühmt und ehret den, so fähret auf gen Himmel mit Posaunen und Getümmel. 5. Set, Jesus, umjer Schutz und Schak, sei un ser Ruhm und fester Plaß, darauf wir uns verlassen. Laß suchen uns, was droben ist; auf Erden woh6** .net. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. 153. Ach 3. Du bist das Haupt, hingegen wir sind Glieder, 130 Von der Himmelfahrt Chrifti. net Trug und List, es ist| ren, und dann einmal, auf allen Straßen Lügen, wenn dir's gefällt, mit Trügen, Angst und Pla- Freuden scheiden aus der gen, die da nagen, die da Welt. Herr, höre dies mein qualen stündlich armeChri- Flehen. Jofua Wegelin. tenseelen. 6. Herr Jesu, komm, Mel. Nun freut euch, du Gnadenthron, du Sie- lieben Christen g'mein. gesfürft, Held, Davids 155. Auf dieſen Sohn, komm, stille das Verlangen! Du, du bist denken wir, daß Chrift allen uns zu gut, o Jesu, gen Himmel g'fahren, und durch dein teures Blut danken Gott aus höchster ins Heiligtum gegangen. B'gier, mit Bitt, er woll' Komm schier, hilf mir; bewahren uns arme Süttdann so sollen, dann so der hier auf Erd, die wir wollen wir ohn Ende fröh- vonwegen mancherG'fährd lich klopfen in die Hände. ohn Hoffnung hat kein Ernst Christoph Homburg. Troste. 2. Drum sei Gott Lob, der Weg ist g'macht, uns steht der Himmel offen. 154. Auf Christi Christus schleußt auf mit Himmel- großer Pracht, vorhin war's alls verschlossen. Wer's glaubt, des Herz ist Freuden voll; dabei er sich doch rüsten soll, dem Herren nachzufolgen. 3. Wer nicht folgt und sein'n Willen thut, dem ist's nicht Ernst zum HerMel. Nun freut euch, lieben Christen g'mein. fahrt allein ich meine Nachfahrt gründe, und allen 3weifel, Angst und Pein hiermit stets überwinde; denn weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder Jesus Christ zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen him- ren: denn er wird auch melan und große Gab em- vor Fleisch und Blut sein pfangen, mein Herz auch Himmelreich versperren. nur im Himmel kann, sonst Am Glauben liegt's, foll nirgends, Ruh erlangen; der sein recht, so wird auch denn wo mein Schatz ge- g'wiß das Leben schlecht kommen hin, da ist auch zu Gott im Himmel ftets mein Herz und Sinn: g'richtet. nach ihm mich sehr verlanget. 4. Solch Himmelfahrt fåht in uns an, wenn wir 3. Ach Herr, laß diese den Vater finden, und Gnade mich von deiner fliehen stets der Welt ihr Auffahrt spüren, daß mit Bahn, thun uns zu Gotdem wahren Glauben ich tes Kindern: die sehn hinmag meine Nachfahrt zie- lauf, und Gott herab, att Von der Himmelfahrt Chrifti. 131 an Treu und Lieb geht die Höh, auf daß ich in ihn'n nichts ab, bis sie die Höh auch geh': dies zusammen kommen. kann mich recht ergößen. 5. Dann wird der Tag 2. Du fährst, mein Jesu, erst freudenreich, wenn wolkenan, und dringst durch ans Gott zu ihm nehmen alle Himmel, damit ich und seinem Sohn wird dir nachfahren kann aus machen gleich, als wir diesem Weltgetümmel. Du denn jetzt bekennen; da bist, mein Jesu, aus dem wird sich finden Freud Leid gegangen in die höchfie und Mut zu ewger Zeit Freud, daß stete Freud beim höchsten Gut. Gott mich labe. woll', daß wir's erleben. 3. Wo Jesus ist, da 6. Ehr sei dem Her- komm' ich hin; bei Jesu ren Jesu Christ, der für will ich bleiben. Drum uns ist gestorben, und wieder auferstanden ist, des Vaters Huld erworben, daß wir nun nicht in Adams Fall umkommen, und nicht sterben all, sondern das Leben erben. steht zu Jesu stets mein Sinn, nichts soll mich von ihm treiben. Ob ich schon duld' hier manche Not, so werd' ich doch nach meinem Tod bei Jesu recht erquicket. V. 1-5 Johann Zwick. In eigener Melodie. 4. So fage nicht, du meine Seel, laß nur den Kummer fahren, und dich nicht allzu schmerzlich qual, 156. Chrift fuhr gen Him- ich werd' nach kurzen Jahmel. Was sandt' er uns ren gelangen aus dem hernieder? Den Tröster, Jammerthal bin in den den heilgen Geift, zu Trost schönen Himmelsfaal, da der armen Christenheit. Jesus mich wird trösten. Kyrieleis. Gottfried Händel. 2. Hallelujah, Halleluiah, Halleluiah! Des solln wir alle froh sein, Chriftus will unser Troft sein. 158. Du LebensKyrieleis. 15. Jahrh. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geift. Jesu Chrift, der du bist Mel. Nun freut euch, aufgenommen genHimmel, lieben Christen g'mein. da dein Vater ist und die 157. Du fährt gen Gemein der Frommen, Himmel, wie soll ich deinen großen Jesu Christ, die Stått Sieg, den du uns durch mir zu bereiten, auf daß den schweren Krieg er= ich bleibe, wo du bist, zu worben hast, recht preisen, ewiglichen Zeiten. Du und dirg'nug Ehrerweisen? fährst, mein Heiland, in 2 Du hast die Höll und Sün 132 Von der Himmelfahrt Chrifti. Sündennot ganz ritter-| so viel Gaben von dir emlich bezwungen; du haft pfangen haben. den Teufel, Welt und 7. Du haft durch deine Tod durch deinen Tod Himmelfahrt die Straßen verdrungen; du haft ge- uns bereitet; du haft den fieget weit und breit: wie Weg uns offenbart, der foll ich solche Herrlichkeit, uns zum Vater leitet; und o Herr, in diesem Leben weil denn du, Herr Jesu g'nug würdiglich erheben? Christ, nun stets in deiner 3. Du hast dich zu der Wonne bist, so werden ja rechten Hand des Vaters die Frommen dahin auch hingesetzet, der alles dir zu dir kommen. bat jugewandt, nachdem 8. Ist unser Haupt im du unverleßet die starken Himmelreich, als die ApoFeind' haft umgebracht, stel schreiben, so werden Triumph und Sieg dar wir, den Engeln gleich, ja aus gemacht, und sie auf nicht heraußen bleiben; du deinem Wagen ganz herr- wirst uns deine Gliederlich schaugetragen. lein, mein Gott, nicht las4. Nun lieget alles un- sen von dir sein, die ihnen ter dir, dich selbst nur fest vertrauen, dein Herrausgenommen; die Engel lichkeit zu schauen. müssen für und für dir 9. Hilf, daß wir suchen aufzuwarten kommen; die unsern Schatz nicht hier in Fürsten stehn auch auf diesem Leben, besondern der Bahn, und sind dir dort, wo du den Plaz wirst willig unterthan; Luft, Gottes Kindern geben. Wasser, Feur und Erden Ach laß uns streben feft muß dir zu Dienste werden und wohl nach dem, was 5. Du starker Herrscher künftig werden soll; so fährest auf mit Jauchzen können wir ergründen, wo und Lobsagen, und gleich dein Gezelt zu finden. mit dir in vollem Lauf auch 10. Zieh uns dir nach, mehr denn tausend Wagen; so laufen wir, gieb uns du fährest auf mit Lobge- des Glaubens Flügel. sang, es schallet der Po- Hilf, daß wir fliehen weit saunen Klang; mein Gott, von hier auf Israelis Hüvor allen Dingen will ich gel. Mein Gott, wann dir auch lobsingen. fahr' ich doch dahin, da ich ohn Ende fröhlich bin; wann werd' ich vor dir stehen, dein Angesicht zu sehen? 6. Du bist gefahren in die Höh, hinführend die gefangen, so uns mit Thränen, Ach und Weh 11. Wann soll ich hin ins geneket oft die Wangen; Paradies, zu dir, Herr drum preisen wir mit sü- Jesu, kommen? Wann Bem Schall, o starker Gott, kost' ich doch das Engeldich überall, wir, die wir süß? Wann werd' ich aufs ge= Von der Himmelfahrt Chrifti. 133 genommen? Mein Hei- den Schilden auf Erden, land, komm und nimm und wird noch viel höher mich an, auf daß ich fröh- und herrlicher werden. lich jauchzen kann und Flopfen in die Hände: Hallelujah ohn Ende! 3. Rist. Michael Müller. Mel. Ach alles, was Himmel und Erden umschließet. In eigener Melodie. 160. Ben Himmel aufgefahren ist, Hallelujah! der König der Ehren Jesus Christ. Hallelujah. Crohlocket mit 2. Er rechten 159. Fanden, ihr Völker nun alle, und auch jet dem Höchsten mit fröhlichem Schalle: denn Gott der Allerhöchft' ist schrecklich dort oben, ein g'schrieben ist, Hallelujah! König sehr hoch auf der im Psalmen von dem Herren Christ. Hallelujah! Erden erhoben. Boites Hand, Halleluiah! herrscht über Himml und alle Land. Hallelujah! 3. Nun ist erfüllt, was 2. Der nunmehr die 4. Nun sitzt beim Herren Davids Herr, HalleVölker wird unter uns lujah! wie zu ihm hat ges zwingen, die Leut' unter unsere Füße nun bringen; denn er uns ein Erbteil erwählet und giebet, die Herrlichkeit Jakobs, den er hat geliebet. sagt der Herr! Hallelujah! 5. Drum jauchzen wir mit großem Schalln, Hallelujah! dem Herren Christ zum Wohlgefalln. Hallel 6. Wir lob'n die heilg' Gott Vater, Sohn und Dreifaltigkeit, Hallelujah! mit heilgen Geift. Hallelujah! 3. Frohlockend, mit jauchzendem Schall Gott auf fähret, der Herre hellen Posaunen beehret. Lobsinget Gott, finget, lobfinget, lobsinget, lob- Mel. Don Gott will ich ich nicht lassen. finget, Lob unserem Könige bringet. Melchior Franck. 4. Denn Gott ist ein ks- 161. Gott fähret auf gen nig auf diesem Erdboden, Himmel mit frohem Julobsinget ihm alles, was holet den Odem. Ein König ist Gott der Herr über die Heiden; er sitet auf seinem Stuhl, selbe zu weiden. belschall, mit prachtigem Getümmel und mit Posaunenhall. Lobfingt, lobfinget Gott, lobfingt, lobsingt mit Freuden dem Könige der Heiden, dem Herren Zebaoth. 5. Die Fürsten der Völker sind alle gezählet zu einem Volk Abrahams, das Gott erwählet; denn 2. Der Herr wird aufgenommen, der ganze HimGott ist sehr hoch bei mel lacht; um ihn gehn al= 134 Von der Himmelfahrt Chrifti. alle Frommen, die er hat wann wirst du sein, daß frei gemacht. Es holen wir den Heiland grüßen, Jesum ein die lauten Che- daß wir denHeiland küssen? rubinen; den hellen Sera- Komm, stelle dich toch ein. phinen muß er willkomGottfr. Wilh. Sacer. men sein. 3. Wir wissen nun die Mel. Sollt' es gleich bisStiege, die unser Haupt weilen scheinen. erhöht; wir wisſen zur Ge- 162. Helfer meiner man Himarmen mel geht. Der Heiland le, Tröster in der Trauergeht voran, will uns nicht höhle, ach wie ist's so gronach sich lassen, er zeiget ße Pein, lang und ferne uns die Straßen, er bricht von dir sein. uns fichre Bahn. 2. Schau, ich zähle Tag 4. Wir sollen himmlisch und Stunden, bis ich selig werden, der Herre macht werd' entbunden; ach wann uns Plak; wir gehen von end't fich meine Pein, daß der Erden dorthin, wo ich ohne dich muß sein! anser Schatz. Ihr Herzen, 3. Schneid den Lebensmacht euch auf; wo Je- faden abe, bring mich heute ſus hingegangen, dahin set das Verlangen, dahin sei euer Lauf. noch zu Grabe; denn es macht mir doch nur Pein, wenn ich nicht bei dir soll sein. 5. Laßt uns zum Himmel springen mit herzlicher Begier; laßt uns zugleich auch singen: Dich, Jesu, suchen wir, dich, o du Gottes Sohn, dich, Weg, dich, wahres Leben, dem alle Macht gegeben, dich unsers Hauptes Kron. 6. Ade mit deinen Schåtjen, du trugesvolle Welt; dein Kot kann nicht er- 6. Laß bergegen mich zergötzen. Weißt du, was reißen, und von Schlangen uns gefällt? Der Herr mich erbeißen: wenn ich nur ist unser Preis, der Herr bei dir soll sein, so dunkt ist unsre Freude und köst- mich's doch keine Pein. liches Geschmeide, zu ihm gilt unsre Reif. 7. Ach wer hilft mir doch erwerben, daß ich 7. Wann soll es doch schleunig möge sterben, daß geschehen? Wann kommt sich ende meine Pein, die die liebe Zeit, daß wir ich hab', bei Gott zu sein? ihn werden sehen in seiner 8. Helfer meiner armen Herrlichkeit? Du Tag, Seele, Tröster in der Traus 4. Laß mich alle Luft genießen, laß mich alle Künste wissen: wenn ich nicht bei dir soll sein, so gebiert es mir nur Pein. 5. Laß mich alle Welt verehren, musiciern mit tausend Chören: alles, alles wird mir Pein ohne dich, mein Jesu, sein. Von der Himmelfahrt Chrifti. 135 Trauerhöhle, Jesu, Je- durch Christum uns zur fu, du allein mußt nur Himmelfahrt bequemen. meine Hülfe sein. Zeuch uns zu dir hinauf, bis wir mit reinem Mut mit dir vereinigt sein, als Mel. Nun danket alle unserm höchsten Gut. Gott. Johann Angelus. Christian Knorr v. Rosenroth. be= Strachten wir, eund 163. In eigener Melodie. daß Chriftus aufgefahren, 164. Nun freut euch, mit Bitt, o höchster Gott, du wolleft uns bewahren, der all, der Herr fährt auf weil wir noch unten stehn mit großem Schall; lob in dieser argen Welt, da finget ihm, lobfinget ihm, uns im Tiefen nichts als lobfinget ihm mit lauter Sünd und Not befällt. Stimm. 2. Doch ist der Weg ge- 2. Die Engel und all' bahnt, der Himmel steht Himmelsheer erzeigen Chriuns offen; nun können wir stogöttlich Ehrundiauchzen von Gott den rechten ihm mit frohemSchall, das Einfluß hoffen. Wer die- thun die lieben Engel all'. fen Zugang fennt, des 3. Daß unser Heiland Herz ist Freuden voll; denn Jesus Christ, wahr Goter schaut Christo nach, wie er ihm folgen soll. tes Sohn, Mensch worden ist; des freuen sich die 3. Wer diesen Weg Engel sehr und gönnen nicht sucht, dem ift's nicht uns gern solche Ehr. Ernst zum Herren, der 4. Der Herr hat uns doch vor Fleisch und Blut die Stätt bereit, da wir den Himmel wird versper- foll'n bleib'n in Ewigkeit; ren. Am Glauben liegt's lobfinget ihm, lobsinget allein: ist der im Herzen ihm, lobsinget ihm mit recht, so kommt die Hülf lauter Stimm. berab, und wird das Fleisch geschwächt. 5. Wir sind Erben im Himmelreich, wir sind den 4. Dies ist die Fahrt für lieben Engeln gleich. Das uns, den Bater bald zu fin- sehn die lieben Engel gern, den, die Bahn der Welt zu und danken mit uns Gott fliehn und zu entgehn den dem Herrn. Sünden. Fährt nun die 6. Es hat mit uns nun Seel hinauf, so fährt der nimmer Not; der Satan, Herr herab, und wo der Sünd und ewger Tod allBater wohnt, geht's nie samt zu Schanden worohn Segen ab. den sind durch Gottes und Marien Kind. 5. Herr, bleib stets geneigt, uns freundlich 7. Den heilgen Geist aufzunehmen, wenn wir send't er herab, auf daß er 136 Von der Himmelfahrt Chrifti. unser Herz erlab, und trift' herrlich, prächtig, schön, uns durch das göttlich es dankt dir deine ChriWort, und uns behut' vors stenheit von nun an bis Teufels Mord. in Ewigkeit. 8. Also baut er die Chri- 16. Du heilger Geist, flenheit zur ewgen Freud du wahrer Gott, der du und Seligkeit; allein der uns trift in aller Not, Glaub an Jesum Christ wir rühmen dich, wir loben die recht Erkenntnis Got- dich, und sagen dir Dank tes ist. ewiglich. Erasmus Alberus. 9. Der heilge Geist den Glauben stärkt, Geduld Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. und Hoffnung in uns wirkt, erleucht und macht die Her165. Wir danken uns fal nicht verläßt. Jesu Christ, daß du gen 10. Was uns die gött- Himmel g'fahren bist; o lich' Majestät am heilgen starker Gott Emanuel, Kreuz erworben hat, das stårk uns au Leib, stårk teilet aus der heilge Geist, uns an Seel. Hallelujah. darum er unserlehrer heißt. 2. Nun freut sich alle 11. Der Vater hat den Christenheit, unt singt und Sohn gesandt; der Sohn springt ohn alles Leid. wird anders nicht erkannt, ohn durch den heilgen Geist allein, der muß die Herzen machen rein. Gott Lob und Dank im höchsten Thron, unser Bruder ist Gottes Sohn. Hallelujah. 3. Gen Himmel ist gefahren hoch, und ist doch allzeit bei uns noch; sein Macht und G'walt unendlich ist, wahr Gott und Mensch zu aller Frist, Hall. 4. Weber all' Himmel hoch erhebt, über all' Engel mächtig schwebt, über all' Menschen er regiert, und alle Kreaturen führt. Hall. 5. Zur Rechten Gotts 14. Gott Vater in der des Baters groß hat er Ewigkeit, es sagt dir deine all' Macht ohn alle Maß; Christenheit groß'Ehr und Dank mit höchstem Fleiß, zu allen Zeiten Lob und Preis. all' Ding sind ihm ganz unterthan, Gottes und der Maria Sohn. Hallelujah. 6. All' Teufel, Welt, 15. Herr Jesu Christe, Sünd, Hill und Tod Gottes Sohn, gewaltig, er alles überwunden hat. Troß 12. So manche schöne Gottesgab bringt uns der heilig Geist herab, und uns vorm Satan wohl verwahrt: solchs schafft des Herren Himmelfahrt. 13. So danket nun dem lieben Herrn, und lobet ihn von Herzen gern; lobfinget mit der Engel Chör, daß man es in dem Himmel hör'! Von der Himmelfahrt Chrifti. 137 Trot', wer da will, es liegt da wir mit deinen Engenichts dran, den Sieg muß lein das Amen wollen finer doch allzeit han. Hallel. gen fein. Hallelujah. Nach Nikolaus Selneccer. 7. Wohl dem, der ihm vertrauen thut, und hat an ihm nur frischen Mut. Mel. Ach Jesu, meiner Welt, wie du willst, wer Seelen Freude. fragt nach dir? Nach Chrifto 166. Weber Hallel. 8. Er ist der Herr und unser Troft, der uns durch sein Blut hat erlisi; das G'fängnis er gefangen hat, daß uns nicht schad' der bittre Tod. Hallelujah. gegangen, der meine Seele hält gefangen, der mir mein Herz genommen hat? Wo ist die Sonne der Betrübten? Wo ist der Leitstern der Verliebten, der mich getröstet früh und spat? 9. Wir freuen uns aus Herzen Grund, und singen fröhlich mit dem Mund; unser Bruder, Fleisch, Bein und Blut ist unser aller höchstes Gut. Hallelujah. 2. Ich geh vom Abend bis zum Morgen in großem Kummer, großen Sorgen, daß ich nicht seh' sein Angesicht; ich ångste mich in 10. Durch ihn der Him- meinem Herzen, ich leide mel unser ist. Hilf uns, Pein und große Schmero Bruder, Jesu Christ, daß zen, daß mir mein liebster wir nur fest trauen auf Schak gebricht. dich, und durch dich leben ewiglich. Hallelujah. 3. Wer giebt mir, daß ich ihn geschwinde, wie ich 11. Amen, Amen, Herr begehr', erblick' und finde, Jesu Christ, der du gen und unzertrennlich bei ihm Himmel g'fahren bist, er- sei? Wer will. mir, um halt uns, Herr, bei reiner mich zu erheben, der MorLehr, des Teufels Trug genröte Flügel geben, daß und Listen wehr. Hallel. ich ihn suche frisch und frei? 12. Komm, lieber Sperr, 4. Ist er im Haus der komm, es ist Zeit, zum letz- Ewigkeiten, mir eine Wohten G'richt in Herrlichkeit: nung zu bereiten, so mach' führ uns aus dieſem Jam- er's bald und säum' fich merthal in dein'n ewigen nicht; ich werde sonst vor Himmels Saal. Hallelujah. Leid verderben, und gleich 13. Amen fingen wir wie ein Verliebter sterben, noch einmal, wir sehnen wo es in kurzem nicht geuns ins Himmels Saal, schicht. Johann Angelus. Vom heiligen Geifte, welcher uns zum Genusse des Heils bringt. Mel, 138 Vom heiligen Geifte. von Galild', wie reden fie Mel. Herr Jesu Christ, denn unsre Sprach, so grodich zu uns wend. 167. Als Jesus ße Ding vorbringen auch? 9. Etliche sprachen: Sie Christus, Gottes Sohn, mit seiner leiblichen Person von dieser Welt abscheiden wolln, sagt er sein Jüngern unverholn: sind voll, sie reden wie die Trunknen wohl. Petrus aber voll Gotteskraft, gab ihnen freudig Rechenschaft. 10. Nahm Wort' vor Ech aus Foels Buch und 2. Ich geh' zu Gottes aus dem Pfalter manchen Majestät, ihr aber geht Spruch: redet', daß durch nicht aus der Stadt, bis viel Herzen drang, und sie euch zuvor himmlischeKraft also zu reden zwang: 11. O lieben Brüder, bestätiget zur Ritterschaft. 3. Die Jünger glaubten ratet zu, wie kommen wir diese Wort, blieben ver- zur rechten Ruh? Wir finsammelt an ein'm Ort, den bei uns nichts denn einträchtig nach christlicher Sünd, sagt, wer uns denn Weis, betend zu Gott davon entbind'? mit allem Fleiß. 4. Nach Ostern am funfzigsten Tag, den man den Pfingsttag nennen mag, zehn Tag nach Christi Himmelfahrt, ward ein sehr groß Ding offenbart. 12. Petrus sprach: Bessert euer Thun, und glaubt an Christum, Gottes Sohn; den betet an mit Herz und Mund, laßt taufen euch auf seinen Bund. 13. Sie thaten, wie 5. Des Morgens um ihn'n Petrus riet, kamen die dritte Stund, weil sie von ihrem bösen Tritt, bet'ten aus Herzensgrund, glaubten und empfingen kam der heilige Geist ins die Tauf, liefen ein'n Haus, wie ein Sturmwind gottseligen Lauf. mit großem Braus. 14. Ei nun verleih, hei6. Saß auf jeglichem liger Geist, daß wir uns unter ihn'n, gab ihn'n al- halten allermeift nach deilen rechtschaffnen Sinn, ner ersten Kirchen Weis, fagt ihn'n von Gottes dir Gott zu Lob, Dank Wunderthat mit neuen Ehr und Preis. m. Weiße. Sprachen ohne Spott. 7. Auf diesen Sturm In eigener Melodie. lief viel Volks zu, und 168. Brunnquell alsich, die Jünger redten nu Güter, mit neuen Zungen große Herrscher der Gemüter, Ding, daß vielen sehr zu lebendiger Wind, Stiller Herzen ging. aller Schmerzen, dessen 8. Derhalben sprachen Glanz und Kerzen mein etliche: Die Männer sind Gemüt entzündt: lehre mei Vom heiligen Geiste. 139 meine schwachen Saiten| 7. Führe meine Sachen, deine Kraft und Lob aus- meinen Schlaf und Wabreiten. chen, meinen Tritt und 2. Starker Gottesfinger, Gang, Glieder und Gefremder Sprachen Brin- sichte, daß mein arm Geger, süßer Herzenssaft, dichte, daß mein schlecht Tröster der Betrübten, Gesang, Wandel, Werk Flamme der Verliebten, und Stand vor allen dir, alles Atems Kraft, gieb o Bater, mag gefallen. mir deine Gunst und Gaben, dich von Herzen lieb zu haben. 8. Laß den Fürst der Hdllen nicht mit Listen fällen meiner Tage Lauf; nimm 3. Bräutigam der See- nach diesem Leiden mich zur len, laß mich in der Höh- Himmelsfreuden, deinen len deiner Lieblichkeit Ruh Diener, auf; da soll sich und Zuflucht finden; laß mein Mund erheben; dir mich von den Winden tru- ein Hallelujah geben. ber Not befreit; komm hervor, o Gnadensonne, küsse mich mit Trost und Wonne. Johann Franck. 4. Teure Gottesgabe, komm, o komm, mich labe! du von Gott ausgehst, sich, ich bin verschmacht; und selbst als Gott in komm, o mein Verlangen, gleichem Wesen stehst, Kraft komm, mein Lieb, gegan- aus der Höh, komm, mich gen; denn mein Herze lacht, zu überschatten, komm, deiwird von neuem ganz er- nem Lob und meiner Bitt quicket, wenn es, Labsal, zu statten. dich erblicket. In eigener Melodie. 169. Du Geist des 5. Wie ein Hirschlein gähnet, sich nach Wasser sehnet, wenn es wird gejagt; so pflegt mein Gemüte, Herr, nach deiner Güte, wenn es wird geplagt, tief zu seufzen, und im Dürren nach dir reichem Strom zu girren. 2. Bethrone mich, dein güldnes Tempelhaus, und füll es ganz mit Herrlichfeiten aus; ach heilge mich, wie du der Heilge heißest, und unsern Sinn der Sünd und Welt entreißest. 6. Wahrer Menschenschöpfer, unsers Thones Töpfer, Gott von Ewig3. Dein Ruf, Beruf, Erleucht- und Sammelung hat mich gebracht zur Christenhuldigung; auf meine Tauf wurdst du schon ausgegossen, seitdem von dir keit; Zunder keuscher Liebe, viel Gnad auf mich gegieb, daß ich mich übe auch floffent. in Kreuz und Leid, alles 4. Dein Amt bestraft dir anheim zu stellen, und die Welt um ihre Sünd, mich tröst' in allen Fällen. thu weg aus mir, was sich noch 140 Vom heiligen Geiste. noch Schlimmes findt; durch dich allein ihn einen durchkränk, durchreu, ent- Herrn zu nennen. sündge meine Sinnen, und schaff in mir neu Leben und Beginnen. 11. Licht vom Licht, gieb mir vollkommen Tag, daß Jesus sich in mir ver5. Mach, daß mein Geist flåren mag; du Stimm vor dir zerknirscht erschein', des Herrn, eröffne, was in seinen Grund fldß Weh- verborgen, du Finger, deut und Demut ein; durch- und zeig den hellen Morlautre ihn von allen eiteln gen. Seiten, daß deinem Trieb 12. Werkmeister, hilf an nichts könne widerstreiten. unserm Himmelsbau, und 6 Magnetentrieb, ent- vollbereit, was ich noch zeuch mich von der Erd, niedrig schau'; gebrauch damit ich folg', wenn mich selbst zum Werkzeug beweget werd'; vereine mich deiner Gnaden, laß, was in dem verstärkten Glau- du wirkst, vollkommenlich ben, die Ritterschaft laß gerathen. keine Feinde rauben. 13. Der Seele gieb den wahren Schmuck und Zier, hab Lust an ihr und ihrer Sehnbegier, den Balsam kann sie nirgends sonst er7. Du göttlichs Feur, entzünde mein Gebet, wenn deine Brunst in meiner Brust entsteht; die Andacht laß mein Herz durchdring- warten; du sanfter West, lich fühlen, darinnen dir komm, weh durch meinen erwecklichsingn und spielen. Garten. 8. Du Weisheit selbst, 14. Du Salbungsöl, du Abgrund ohne End, verleih vermehrte Kraft, Vernunft und Kunst ist du Hauch von Gott, blas ohne dich verblendt; gieb ein Geruch und Saft; du mir Verstand und dein ge- süßer Hort, laß deine Lalehrtes Wissen, wie Sa- bung spüren, und all mein lomon zu bitten sich be- Thun zugleich nachdrückflissen. lich rühren. 9. Im Wort, da fich 15. Gieb den Geschmack Gott hat geoffenbart, der Kräfte jener Welt, die weißt du allein die recht' süßer sind als Honig, Wein Auslegungsart; aus dir und Geld; laß die Natur allein, rch deine Kraft der Gottheit mich genießen, getrieben, hat der Prophet und sich in mir lebend'gen und Jünger es geschrieben. Trost ergießen. 10 Drum, Klarheit, 16. Du Kleinod, sprich komm, komm und um- der Seelen freundlich zu, leuchte mich, sonst tappet dein Reich heißt ja nur man und sidßt sich finster- Friede, Freud und Ruh; lich; komm, Meister, lehr, zeug, daß ich sei ein Kind Gott besser zu erkennen, und Erb im Himmel, das Ab Vom heiligen Abba schreit auch unterm Weltgetümmel. 17. Drum, der du auch Geist der Verheißung heißt, ein teures Pfand, das mich auf Hoffnung speist, versiegle mich bis zu den bessern Zeiten, mach mich gewiß der ewgen Seligfeiten. Geiste. 141 7. Das Licht, die Weisheit und die Kraft des Lebens schenkst du dem, der an Jesum einzig gläubet. 8. Durch Blut, Geist, Wasser, als der dritte Zeuge vom Himmel, wirkst du in den Kindern Gottes. 9. Du titst das Fleiſch und stärkst die Seel im Leben; die Toten wirst du einstens all erwecken. 10. Herr, unser Herrherrlich ist dein Landn, und dir dankt man im Himmel! 11. Lob, Ehr und Preis sei dir, o Gott, gesungen, Mel. Danket dem Her- dem Vater, Sohn und ren, denn er ist sehr heilgen Geiste, Amen. freundlich. Joh. Caspar Schade. 18. Und heilger Geist, bethronst du mich also, ach wer ist wohl, der mehr beglückt und froh? Wirst scher, du mich so mit Gnad und Name in Trost erneuern, so kann ich recht ein frohes Pfingstfest feiern. Samuel König. 170. Beift aller Geister, uner- Mel. Kommt her zu mir, schaffen Wesen, dein Name spricht Gottes Sohn. ſet ieht gleichfalls hochge- 171. Gott Bater, lobet. sende 2. Die unerschöpflich nen Geist, den uns dein Quell des ewgen Vaters Sohn erbitten heißt, aus sich als der Strom des deines Himmels Höhen. Lebens klar ergießet. Wir bitten, wie er uns gelehrt: laß uns doch ia nicht unerhört von deinem Throne gehen. 3. Du gehest aus vom Sohn, ein Geist des Mundes, und salbest ohne Maß den G'salbten Gottes. 2. Kein Menschenkind hier auf der Erd ist dieser edlen Gabe wert, bei uns ist kein Verdienen. Hier gilt gar nichts als 5. Der Sünder wird Lieb und Gnad, die Chridurchs Wort von dir ge- stus uns verdienet hat mit schlagen, dein Hauchen tö- Büßen und Verfühnen. tet plötzlich den Gottlosen. 3. Es jammert deinen 6. Du schreckft und to- Vaterfinn der große Jamtest Herzen und Gewissen, mer, da wir hin durch wer deinem Finger folget, Adams Fall gefallen. ift genesen. Durch dieses Fallen ist die 4. Von dir wird, das da lebt und webt, begeistert. Der ganze Kreis der Erden ist voll deiner. 142 Vom heiligen Geiste. die Macht des bösen Gei- in Finsternis, führt uns ftes leider bracht auf ihn als seine Schafe; hält und auf uns alle. über uns sein Schild und 4. Wir halten, Herr, Wacht, daß seine Herd an unserm Heil, und sind in tiefer Nacht mit Rub gewiß, daß wir dein Teil und Frieden schlafe. in Chrifto werden bleiben: 10. Der Geist, den Gott die wir durch seinen Tod vom Himmel giebt, der und Blut des Himmels Erb und höchstes Gut zu haben treulich glauben. leitet alles, was ihn liebt, auf wohlgebahnten Wegen. Er setzt und richtet unsern Fuß, daß er nicht anders treten muß, als wo man 5. Und das ist auch ein Gnadenwerk und deines heilgen Geistes Stärk; in findt den Segen. uns ist kein Vermögen. 11. Er macht geschickt Wie bald würd' unser und rüstet aus die Diener, Glaub und Treu, Herr, die des Herren Haus in wo du uns nicht stundest diesem Leben bauen; et bei, sich in die Asche legen. ziert ihr Herz, Mund und 6. Dein Geist halt un- Verstand, läßt ihnen, was fers Glaubens Licht, wenn uns unbekannt, zu unserm alle Welt dawider ficht Besten schauen. mit Sturm und vielen 12. Er öffnet unsers Waffen; und wenn auch Herzens Thor, wenn fie gleich der Fürst der Welt sein Wort in unser Ohr selbst wider uns sich legt als edlen Samen streuen. ins Feld, so kann er doch Er giebet Kraft demselben nichts schaffen. Wort, und wenn es fället, bringt er's fort, und läßt 7. Wo Gottes Geift ist, da ist Sieg, wo die- es wohl gedeihen. ser hilft, da wird der Krieg 13. Er lehret uns die gewißlich wohl ablaufen. Furcht des Herrn, liebt Was ist doch Satans Reich Reinigkeit, und wohnet und Stand? Wenn Got- gern in frommen, keuschen tes Geist erhebt die Hand, Seelen; was niedrig ist, fällt alles übern Haufen. was Tugend ehrt, was 8. Er reißt der Höllen Buße thut und sich beBand entzwei, er trost kehrt, das pflegt er zu erund macht das Herze frei wählen. von allem, was uns från- 14. Er ist und bleibet fet. Wenn uns das Un- stets getreu, und steht uns glückswetter schreckt, so auch im Tode bei, weng ist er, der uns schützt und deckt, viel besser als man denket. alle Ding abstehen. Et lindert unsre lehte Qual, läßt uns hindurch ins Hims 9. Er macht das bittre mels Saal getroft und Kreuze süß, ist unser Licht fröhlich gehen. 15. 9 Vom heiligen Geiste. 143 15. O selig, wer in dieser Welt läßt diesem Gaste Mel. Durch Adams Sall Haus und Zelt in seiner ist ganz verderbt. Seel aufschlagen! Wer ihn 173. Seut if das Herechte aufnimmt in dieſer Zeit, den wird er dort zur ewgen belfest der Kirchen angeFreud in Gottes Hütte gangen, daran ein Glanz tragent. sich sehen läßt des Geistes, 16. Nun, Herr und den empfangen der JünBater aller Güt, hör un- ger Schar, die offenbar sern Wunsch, geuß ins von diesem Himmelsregen Gemüt uns allen diese benetet ist; dies, o mein Gabe. Gieb deinen Geist, Christ, kann Herz und der uns allhier regiere, Mut bewegett. und dort für und für im ewgen Leben labe. Paul Gerhardt. In eigener Melodie. 2. Auf, meine Seel, auf und vernimm, wie doch in allen Gaffen gehöret wird die Freudenſtimm: Euch ist die Sünd er172. Herr Jesu lasſen; nun seid ihr frei, Chrift, zu uns wend, dein'n heil- starke Ketten; ein Süngen Geist du zu uns send; der kann vor iedermann mit Hülf und Gnad er jetzt auf den Schauplatz uns regier', und uns den treten. Weg zur Wahrheit führ'. 3. Nun wird das Evan2. Thu auf den Mund gelium auf einem Wuns zum Lobe dein, bereit das derwagen des werten GeiHerz zur Andacht fein; stes weit herum geführet den Glauben mehr, stårk und getragen; o welch ein den Verstand, daß uns Schatz, der seinen Plas dein Nam werd' wohlbeFannt. bei frommen Seelen suchet! Wer den nicht nimmt und ihm zustimmt, bleibt ewiglich verfluchet. 4. Hier schauet man des Glaubens Gold, hier wird man frei von Sünden; hier läßt ein reicher Gnadenhold sich überflüssig finden. Hier ist das Brot, das in der Not fann unsre Seelen laben; hier finden sich für dich und mich viel tausend schöne Gaben. 5. Heut hat der große Himmelsherr Herolde ausge= 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ift Gott der Herr! und schauen dich von Angeficht in ewger Freud und selgem Licht. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron; der heiligen Dreifaltigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! Herzog Wilhelm II. zu Sachsen- Weimar, 144 Vom heiligen Geiste. fich gewendet an manchen gesendet; schaut, seine ta- der, himmlisch ganz, ist auf pfern Prediger, die haben dies Volk geraten! 10. Es lassen sich Luft, Ort, da klingt ihr Wort: Feur und Wind voll WunThut Buß, ihr Leut' auf Erden! Dies ist die Zeit, welch euch befreit und läsfet selig werden. ders sehn und hören, welch, ob sie wohl nicht einig sind, hier niemand doch versehren; des Windes Kraft hat 6. Es läßt die wunder- nur geschafft, daß sich die schöne Braut sich hören auf Schwachen stärken. Wer den Wegen; sie tritt her- ihn nur hat, kann Trost vor und schreiet laut: Da und Rat in allem Trübsal kommt nun euer Segen! merken. Macht auf die Thür, jetzt 11. O süßer Tag! Nun geht herfür der Geist mit wird der Geist vom HimPracht und Ehren, der will mel ausgegossen, der Geist, in euch sein herrlich Reich der uns der Welt entreißt erbauen und vermehren. und uns, als Reichsge7. Seht, hier ist lauter noffen, der Sterblichkeit so Troft und Licht, seht, hier gar befreit, zu Jeſu läsfind Gnadenzeichen; hier fet kommen. Ach würd' ich darf ein Christ sich fürchten bald auch dergestalt an dienicht, hier muß der Sa- sen Ort genommen! tan weichen; des Höchsten Mund macht einen Bund mit Juden und mit Heiden; Trohiedermann, nun nichts uns kann von Gottes Liebe scheiden. 12. O guter Geist, regiere doch mein Herz, daß ich dich liebe, daß meine Seel im Sündenioch hinfort fich nimmer übe. Herr, laß mich bald des Feurs Ge8. Ogroßer Tag, o walt, das himmlisch heißt, güldner Tag, desgleichen empfinden, und alle Not, nie gesehen! Tag, davon ja selbst den Tod durch man sagen mag, daß Wun- solches überwinden. der sind geschehen im Himmelreich, als auch zugleich hier unten auf der Erden. Gott fähret auf, des Getstes Lauf muß uns hienieden werden. Joh. Rift. In eigener Melodie. 174. 9. Der Jünger Zungen gleichen sich den schallenden heiliger Geist, besuch das Posaunen; ihr Haupthaar Herz der Menschen dein; brennet wunderlich, das mit Gnaden sie füll, wie du Volk will schier erstaunen; weißt, daß dein Geschöpf es bricht heraus in ihrem vorhin sei. Haus ein Wort von großen Thaten. O welch ein Glanz, 2. Denn du bist der Trdster genannt, des Allerhöch= sten omm Domm, Gott Schöpfer Vom heiligen Geiste. 145 fen Gabe teur, ein geistlich Salb an uns gewandt, ein Mel. Vater unser im lebend Brunn, Lieb und Feur. Himmelreich. omm, beil3. Du bist mit Gaben 176. ger Geift, fiebenfalt der Finger an du höchstes Gut, entzünd Gotts rechter Hand; des mein Herz mit deiner Glut, Baters Wort giebst du gar daß deine süßen Flammen bald mit Zungen in alle sich zusammen schlagen Land. über mich; erweck in mir durch deine Gunst, o Herr, der wahren Liebe Brunst. 4. Zund uns ein Licht an im Verstand, gieb uns ins Herz der Liebe Brunst; das schwach Fleisch in uns, dir bekannt, erhalt' fest dein' Kraft und Gunst. 5. Des Feindes List treib von uns fern, den Fried schaff' bei uns deine Gnad, daß wir dein'm Leiten folgen gern, und meiden der Seelen Schad. 6. Lehr uns den Vater kennen wohl, dazu Jesum Christ seinen Sohn, daß wir des Glaubens werden voll, dich, beider Geist, zu verstehn. 7. Gott Vater sei Lob und dem Sohn, der von den Toten auferstund, dem Tröster sei daffelb gethan in Ewigkeit alle Stund. 2. Erleuchte mich, du wahres Licht, daß ich im Finstern sterbe nicht; bes schatte mich mit deiner Kühl, daß ich nicht fremde Hitze fühl'. Erquicke meines Herzens Au mit deiner heilgen Gottheit Tau. 3. Komm, komm, du allerliebster Troft, der unfre Seelen liebekoft! Komm, komm, du Geber aller Gab, ohn welchen ich nichts kann noch hab'; erfülle meines Herzens Schrein mit deiner starken Gottheit Wein. 4. Gieb, daß ich wie ein liebes Kind Gott fürcht' und ihm folge geschwind; daß ich die Frömmigkeit erlang', und deiner Weisheit Licht empfang', daß D. Martin Luther. In eigener Melodie. 175. ger Geist, betrete mit Bescheidenheit. erfüll die Herzen deiner 5. Gieb mir die Stärke, Gläubigen, und entzund daß ich kann dir dienen, in ihn'n das Feur dei- wie ein Kriegesmann: dein ner göttlichen Liebe; der Rat regiere meinen Sinn, du durch Mannigfaltigkeit daß ich recht unterscheiden der Zungen die Völker der könn'. Verleih mir göttganzen Welt versammlet lichen Verstand, daß mir haft in Einigkeit des Glau- dein Wille sei bekannt. bens. Hallelujah. Hallel. 6. Geuß deiner WeisJohann Spangenberg. heit güldnen Fluß in mich 7 durch 146 Vom heiligen Geifte. durch deiner Liebe Kuß, nicht abtreiben. Herr, daß ich in meinem Herzen durch dein Kraft uns be= wiss, wie gut du bist, und reit, und stårk des Flet wie so süß; daß ich an- sches Blödigkeit, daß wir schau' zu jeder Frist die hie ritterlich ringen, durch Wahrheit, die du selber Tod und Leben zu dir bist. dringen. Hallel. Hallel. D. Martin Luther. 7. O Jesu, der du diesen Gaft mir gar gewiß versprochen hast, o send ihn In eigener Melodie. doch in meine Seel, zu be 178. Komm, nedeien diese Höhl; send ihn tief in mein Herz hinein, und laß ihn ewig bei mir sein. Johann Angeluskomm, du Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit, deine Kraft sei nicht vergebens, sie erfüll' uns jederzeit; fo wird Geist und Licht und Schein in dem dunklen Herzen sein. 177. Rom 2. Gieb in unserHerz und Sinnen Weisheit, Rat, In eigener Melodie. Domm, heiliger Geist, Herre Gott, erfüll mit deiner Gnaden Gut deiner Glaubgen Herz, Mut und Verstand und Zucht, daß Sinn, dein' brünstig' Lieb entzund in ihn'n. Herr, durch deines Lichtes Glanz zu dem Glauben versammelt hast das Volk aus aller Welt Zungen: das sei dir, Herr, zu Lob gesungen. Hallelujah, Hallelujah! 2. Du heiligeslicht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort, und lehruns Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. Herr, behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr, denn Jesum mit rechtem Glauben, und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Hallelujab, Halleluiah!! wir andres nichts beginnen, denn was nur dein Wille sucht; dein Erkenntnis werde groß, und mach' uns vom Irrtum los. TONE 3. Zeige, Herr, die Wohlfahrtsstege, das, was hinter uns gethan, raume ferner aus dem Wec schlecht und recht sei um und an; wirke Reu an Sündenstatt, wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß uns stets dein Zeugniß fühlen, daß wir Gottes Kinder sind, die auf ihn alleine zielen, wenn fich Not und Drangsal findt; denn des Vaters liebe Rut ist uns allewege gut. 3. Du beilige Brunft, 5. Reiz uns, daß wir zu füßer Trost, nun hilf uns ihm treten, frei mit aller fröhlich und getroft in Freudigkeit; seufz auch in dein'm Dienst beständig uns, wenn wir beten, und bleiben, die Trůbsal uns vertritt uns allezeit: so wird un Vom heiligen Geiste. 147 2. Du bist der Trost der Frommen, gieß aus dein 6. Wird uns auch nach heiligs Del, und laß es zu Troste bange, daß das Herz mir kommen, daß sich mein oft rufen muß: Ach mein Herz und Seel erfreuen Gott, mein Gott, wie inniglich: komm, Trister, lange? Ei so mach uns zu erquicken die Seelen, den Beschluß; sprich der die sich bücken im Geist Seele triftlich zu, und gieb demütiglich. Mut, Geduld und Ruh. 3. Laß allen Trost verschwinden, den mir die Welt verspricht bei ihrem Dienst der Sünden, der mich doch tröstet nicht. Was Jesus mir anpreist, dem will ich feste gläuben; du sollst mein Tröster bleiben, du, o Gott heilger Geist. 8. Herr, bewahr auch 4. Du kannst mein Herz unsern Glauben, daß kein erfreuen und kräftig rüsten Teufel, Tod noch Spott aus, ja ganz und gar eruns denselben möge rau- neuen mein armes Herben, du bist unser Schuß zenshaus; drum komm, und Gott; sagt das Fleisch mein schönster Gast, und gleich immer nein, laß dein bleib im Tod und Leben Wort gewisser sein. als Tröster mir ergeben bis mein Gesicht erblaßt. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichre 5. Der du als Gott uns je mehr, als des Him- ausgehest vom Bater und melreiches Erben, jener dem Sohn, und mich im Herrlichkeit und Ehr, die Geist erhöhest zu Gottes uns unser Gott erkiest, und nicht auszusprechen ist. Berliner Gesangbuch v. 1704 Stuhl und Thron, kehr ewig bei mir ein, und lehr mich Jesum kennen und meinen Herren nennen mit Wahrheit, nicht zum Schein. 6. Du kommst ja pon dem Vater, der meine Seele liebt, drum sei auch mein Berater; wenn mich die Welt betrübt, so komm und triste mich, und stärk im Kreuz und Leiden mein Herz mit vielen Freuden, daß es erquicke sich. 7. Ja zeug in meinem 7* Herunsre Bitt erhört, und die Zuversicht vermehrt. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser neuer Geist, fördre in uns deine Werke, wenn der Satan auf uns scheußt: schenk uns Waffen in den Krieg, und erhalt uns in dem Steg. Mel. Don Gott will ich nicht lassen. 179. Komm, Trister, komm hernieder vom hohen Himmelsthron auf Christi Freund' und Brüder, komm eilig, komm und wohn im Herzen allermeist, mit deinem Licht und Gaben und Freudendl zu laben, komm, werter heilger Geist. 148 Vom heiligen Geiste. Herzen von Jesu ganz Sinne nicht verzagen, wenn allein, von seinem Tod der Feind wird das Leben und Schmerzen und seiner verklagen. Kyrieleis. Wahrheit Schein; daß ich D. Martin Luther. meine Seele. ganz überzeugt, kein Bild Mel. Freu dich sehr, o an meiner Seelen als Jesum mög' erwählen, bis 181. sich mein Herz ihm gleicht. du aller füßte Freu8. Leit mich mit deinem de, o du allerschönstes Licht, Finger, o Geist von Got- der du uns in Lieb und tes Thron, und sei mein Leide unbesuchet läsfest Herzbezwinger, daß mich nicht, Geift des Höchsten, kein Schmach noch Hohn, höchster Fürst, der du hältst kein' Trubsal, keine Not, und halten wirst ohn Aufvon meinem Jesu scheide, hören alle Dinge, höre, im Kreuz fei meine Freude höre, was ich finge. und Trost, bis in den Tod. Laurentius Laurenti. 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensche nennen kann, wenn ich dich erwünsch' und habe, geb' ich alles Wünschen an. Ach ergieb dich, komm zu mir in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tempel auserkoren. In eigener Melodie. 180. Nun bitten wir den heiligen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahrn aus diesem Elende. Kyrieleis. 3. Du wirst aus des Himmels Throne wie ein 2. Du wertes Licht, Regen ausgeschütt, bringst gieb uns deinen Schein, vom Vater und vom Sohne lehr uns Jefum Christ nichts als lauter Segen kennen allein, daß wir an mit; laß doch, o du werihm bleiben, dem treuen ter Gast, Gottes Segen, Heiland, der uns bracht hat den du haft und verwaltst zum rechten Vaterland. nach deinem Willen, mich Kyrieleis. an Leib und Seele füllen. 4. Du bist weis' und voll Verstandes, was geheim 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden derLiebe Brunst, ist, ist dir kund; zählst den daß wir uns von Herzen Staub des kleinen Saneinander lieben, und in des, gründst des tiefen Frieden auf einem Sinn Meeres Grund. Nun, du bleiben. Kyrieleis. weißt auch zweifelsfrei, wie 4. Du höchster Tröster verderbt und blind ich ſei; in aller Not, hilf, daß drum gieb Weisheit und wir nicht fürchten Schand vor allen, wie ich möge noch Tod, daß in uns die Gott gefallen. 5. Du com Dom heiligen Geifte. 149 5. Du bist heilig, läst des bösen Fleisches Sinn, dich finden, wo man rein nimm den alten Willen hin, und sauber ist; fleuchst hin- mach ihn allerdinges neue, gegen Schand und Sun- daß mein Gott sich meiden, wie die Tauben Stank ner freue. und Mist. Mache mich, o Gnadenquell, durch dein Waschen rein und hell; laß mich fliehen, was du fliebest, gieb mir, was du gerne siehest. 10. Sei mein Netter, halt mich eben; wenn ich sinke, sei mein Stab; wenn ich sterbe, sei mein Leben; wenn ich liege, sei mein Grab; wenn ich wieder 6. Du bist, wie ein aufersteh', ei so hilf mir, Schäflein pfleget, from- daß ich geh' hin, da du in mes Herzens, sanftes ewgen Freuden wirst dein' Muts; bleibst im Lieben Auserwählten weiden. unbeweget, thust uns Bdsen alles Guts. Ach verleih und gieb mir auch Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. diesen edlen Sinn und Paul Gerhardt. Brauch, daß ich Freund' 182. beilger Geift, und Feinde liebe, keinen, den du liebst, betrübe. ein, und laß uns deine 7. Mein Hort, ich bin Wohnung sein, o komm, wohl zufrieden, wenn du du Herzenssonne. mich nur nicht verstößt, bletb' tay) von oir ungeschteden, ei so bin ich g'nug getrist. Laß mich sein dein Eigentum, ich versprech' hinwiederum, hier und dort all mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen. Du Himmelslicht, laß deinen Schein bei uns und in uns kräftig sein zu steter Freud und Wonne. Sonne, Wonne, himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten, zu dir kommen wir getreten. 8. Ich entfage alle deme, 2. Du Quell, draus was dir deinen Ruhm be- alle Weisheit fleußt, die nimmt; tch will, daß mein sich in fromme Seelen Herz annehme nur allein, geußt, laß deinen Trost was von dir kömmt; was uns hören, daß wir in der Satan will und sucht, Glaubenseinigkeit auch will ich halten als verflucht; können aller Christenheit ich will seinen schudden dein wahres Zeugnis lehWegen mich mit Ernst zu- ren. Hire, lehre, daß wir wider legen. können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zum Lob und uns zum Leben. 9. Nur allein, daß du mich stärkest, und mir treulich steheft bei; hilf, mein Helfer, wo du merkest, daß mir Hülfe nötig sei; brich 3. Steh uns stets bei mit deinem Rat, und führ uns selbst auf rechtem Pfad, die 150 Vom heiligen Geiste. die wir den Weg nicht| Geistes Stärke, daß uns wissen. Gieb uns Be- forthin sei unbewußt die ständigkeit, daß wir getreu Eitelkeit, des Fleisches Lust dir bleiben für und für, und seine toten Werke. wenn wir uns leiden müs- Rühre, führe unsre Sinsen. Schaue, baue, was nen und Beginnen von zerrissen und geflissen dich der Erden, daß wir Himzu schauen und auf deinen melserben werden. Troft zu bauen. Michael Schirmer. 4. Laß uns dein' edle Balsamkraft und zur Ritterschaft dadurch gestärket werden; 183. auf daß wir unter deinem empfinden, Mel. O Jefulein süß, o Jefulein mild. beiliger Geist, o Schuß begegnen aller heiliger Gott, du Tröster Feinde Truß mit freudi- wert in aller Not, du gen Geberden. Laß dich bist gesandt vons Himmels reichlich auf uns nieder, Thron, von Gott, dem daß wir wieder Trost em- Vater und dem Sohn. pfinden, alles Unglück heiliger Geist, o heiliüberwinden. ger Gott! 5. O starker Fels und 2. O heiliger Geist, o Lebenshort, laß uns dein heiliger Gott, gieb uns himmelsüßes Wort in un- die Lieb zu deinem Wort; sern Herzen brennen, daß zund an in uns der Liebe wir uns mögen nimmer- Flamm, darnach zu lieben mehr von deiner weisheit- allesammt. heiliger reichen Lehr und treuen Geist, o heiliger Gott! Liebe trennen. Fließe, gieße 3. heiliger Geist, o deine Güte ins Gemüte, heiliger Gott, mehr undaß wir können Christum sern Glauben immerfort. unsern Heiland nennen. AnChristum niemand glau6. Du süßer Himmels- ben kann, es sei denn durch tau, laß dich in unsre dein' Hülf gethan. O heiliHerzen kraftiglich und ger Geist, o heiliger Gott! schenk uns deine Liebe, 4. O heiliger Geist, o daß unser Sinn verbun- heiliger Gott, erleucht den sei dem Nächsten stets uns durch dein göttlich mit Liebestreu, und sich Wort; lehr uns den Badarinnen übe. Kein Neid, ter kennen schon, dazu auch kein Streit dich betrübe; seinen lieben Sohn. O Fried und Liebe müssen heiliger Geist, o heiliger schweben, Fried und Freu- Gott! de wirst du geben. 5. O heiliger Geist, o 7. Gieb, daß in reiner heiliger Gott, du zeigst Heiligkeit wir führen un- die Thür zur Himmelsfre Lebenszeit, sei unsers pfor: laß uns hier kämpfen Vom heiligen Geißte. 151 pfen ritterlich, und zu dir len: wie kann ich denn dringen seliglich. O heili- dich, Gast, erwählen? ger Geist, o heiliger Gott! Hallelujah, Hallelujab. 6. O heiliger Geist, o 4. So elend ist des Herheiliger Gott, verlaß uns zens Haus. Ach kehre ein, nicht in Not und Tod. und fege aus den Schlamm Wir sagen dir Lob, Ehr und Kot der Finsternisse; und Dank allzeit und un- ergånz, was daselbst zer= ser Leben lang. O heili- riffen; zerstör das faule ger Geist, o heiliger Gott! Sündenneft, das sich auf Belial verläßt, und laß mich aus der Knechtschaft gehen und in der süßen Freiheit stehen. Hallelujah), Mel. Komm, heiliger Geift, Herre Gott. 184. O teurer TrdGeifi, der du dich in die 5. Du edler Pfingstgaft, Herzen geußt, die sich zu dir in Demut kehren, ich fleh' dich, mich zu erhören, und mein erfaltetes Gemut durchs süße Feuer deiner Güt erwärmen und es zu erneuern, so kann ich recht die Pfingsten feiorn. Hallelujah. Hallel. dring herzu, und gieb der Seelen ihre Rub; arbeite selbst an meinem Herzen, und zund an die Glaubenskerzen. Schlag deine Werkstatt bei mir auf, und führe meinen Lebenslauf: so kann ich durch dein wertes Laben den innern Sabbath in mir haben. Hallelujah, Hallelujah. 2. Durchdringe du mit deiner Kraft des Herzens barte Eigenſchaft; zer- 6. Du Geist der Kindmalme diesen Fels der schaft, zeige mir, wie ich Sünden, daß du dein Haus in Andacht komm' zu dir; könneft finden; ach es ist ach lehre mich von Herzen leider angefüllt mit dem, beten, in wahrer Kraft was Welt und Wollust vor dich treten! Ich bin stillt; es liegt noch fest am ganz laulich: stärke mich, Kot der Erden; wie kann's daß Herz und Seel entdenn deine Wohnung wer- zunde sich und bloß in den? Hallelujah. Hallel. dir das Wesen setze, ſo 3. Der Wille liebt die hat es den Schatz aller Zeitlichkeit, und hält die Schätze. Hallel. Hallel. Nacht für süße Freud, 7. Leg du mir dieses verläßt die Ruh, das wahre Zeugnis bei, daß ich ein Wesen, und will durchs Kind des Höchsten sei; deiTods Gift genesen; dein treib selbsten mich zu teures Wort erkennt er nen Wegen, daß sich in nicht, ja schmecket nicht mir die Lust' legen; und des Glaubens Licht, die ich im wahren Glauben fanfte Speise unsrer See- kann das Abba, Vater! Vom heiligen Geiste. 152 stimmen an: gieß aus durch deine starken Triebe die Ströme Gottes reicher Liebe. Hallelujah. Hall. 3. Teurer Lehrer, GottesFinger, lehr und schreibe deinen Sinn auch ins Herz mir, deinem Jünger, setze 8. Umgürte mich in al- dich auf mich auch hin, lem Streit mit wahrer daß ich stets von deiner Glaubensfreudigkeit, daß Fulle reichlich lern', was ich in deiner Kraft bestehe, sei dein Wille. und nicht auf fremde Weg' 4. Laß das Feuer deigehe. Du Geist der Weis- ner Liebe rühren meine heit, lehre mich, daß Herze, Zung und Mund, daß ich Geist und Seele sich nach auch mit heißem Triese deiner hohen Weisheit Gottes Thaten mache fehne, und von dir alle kund; laß es selbst mein Macht entlehne. Hallelu- Herz entzünden, auszujah, Hallelujah. brennen alle Sünden. 9. O Geist, regiere mei- 5. Leg hingegen meiner nen Geist, daß er dir folge Seele deine heilge Salallermeist, daß er die Maur bung bei, daß mein Leib der Sünden breche, und auch von dem Dele dein Abba, Vater! stets spreche: geweihter Tempelsei; bleib laß Ruh und Fried im auch bei mir, wenn ich Herzen sein, und flöße sterbe, daß ich Christi Reich deinen Trost hinein, daß ererbe. keine Sünd dich von mir treibe, und ich in deinem Bunde bleibe. Hall. Hall. 6 Strahl der Gottheit, Kraft der Höhe, Geist der Gnaden, wahrer Gott, hore, wie ich Armer flehe, Mel. Herr, ich habe miß- das zu geben, was mir gehandelt. not; laß den Ausfluß 185. Strahl der deiner Gaben auch mein Gottheit, dürres Herze laben. Kraft der Höhe, Geist der Gnaden, wahrer Gott, Mel. Von Gott will ich höre, wie ich Armer flehe, nicht lassen. das zu geben, was mir 186. 3 meinen Deuch ein zu not; laß den Ausfluß deiner Gaben auch mein Thoren, sei meines Herdurres Herze laben. zens Gaft, der du, da ich 2. Glaube, Weisheit, geboren, mich neu geboRat und Stärke, Furcht, ren haft, o hochgeliebter Erkenntnis und Verstand, Geist des Vaters und des dies find deiner Gottheit Sohnes, mit beiden gleiWerke, dadurch wirst du ches Thrones, mit beiden uns bekannt; dadurch weißt gleich gepreist! du recht zu lehren, wie 2. Zeuch ein, laß mich wir jollen Jesum ehren. empfinden und schmecken deis Vom heiligen Geiste. 153 deine Kraft, die Kraft, die Zank, Haß, Neid und uns von Sünden Hülf Streit. Der Feindschaft und Errettung schafft. Ent- bist du feind, willst, daß hindge meinen Sinn, daß durch Liebesflammen sich ich mit reinem Geiste dir wieder thun zusammen, die Ehr und Dienste leiste, voller Zwietracht seind. die ich dir schuldig bin. 8. Du, Herr, haft selbst 3. Ich war ein wilder in Händen die ganze weite Reben, du hast mich gut Welt, kannst Menschengemacht; der Tod durch- herzen wenden, wie dir es drang mein Leben, du hast wohlgefällt: so gieb doch ihn umgebracht und in deine Gnad zum Fried und der Tauf erstickt, als wie Liebesbanden, verknüpf in in einer Flute, mit dessen allen Landen, was sich ge= Tod und Blute, der uns trennet hat. im Tod erquickt. 9. Erhebe dich und steure 4. Du bist das heilge dem Herzleid auf der Erd, Dele, dadurch gesalbet ist bring wieder und erneure mein Leib und meine Seele die Wohlfahrt deiner Herd. dem Herren Jesu Christ Laß blühen wie zuvorn die zum wahren Eigentum, Länder, so verheeret, die zum Priester und Prophe- Kirchen, so zerstöret durch ten, zum König, den in Krieg und Feuerszorn. Nöten Gott schüßt vom Heiligtum. 10. Beschirm die Polis zeien, bau unsers Fürsten Thron, daß er und wir gedeihen; schmück als mit einer Kron die Alten mit Verstand, mit Frömmiggen klinget wohl; es steigt feit die Jugend, mit Gotzum Himmel an, es steigt und läßt nicht abe, bis der geholfen habe, der allen helfen kann. 5. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll; dein Beten wird erhöret, dein Sintesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. 11. Erfülle die Gemüter mit reiner Glaubenszier, 6. Du bist ein Geist die Häuser und die Güter der Freuden, von Trau- mit Segen für und für. ern hältst du nicht, erleuch- Vertreib den bösen Geist, test uns im Leiden mit der dir sich widersehet, und deines Trostes Licht. Ach was dein Herz ergößet, aus ia, wie manchesmal hast unserm Herzen reißt. du mit süßen Worten mir aufgethan die Pforten zum güldnen Himmelsfaal. 12. Gieb Freudigkeit und Stärke zu stehen in dem Streit, den Satans Reich und Werke uns täglich atterbeut; hilf kämpfen ritterlich, damit wir über winden, und ja zum Dienst 7** der 7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, 154 Vom Worte Gottes. der Sünden kein Christ bin, wenn's mit uns hier ergebe fich. wird aus: so hilf uns frih13. Richt unser ganzes lich sterben, und nach dem Leben allzeit nach deinem Tod ererben des ewgen LeSinn, und wenn wir's sol- bens Haus. Paul Gerhardt. len geben ins Todes Hände Von den göttlichen Gnadenmitteln, wodurch wir zum Genusse des Heils gelangen. I. Vom Worte Gottes. Mel. Erhalt uns, Herr,| Sekten und groß Schwärbei deinem Wort. merei auf einen Haufen 187. A Ach bleib bei kommt herbei. uns, Herr 6. Den stolzen Geistern Jesu Christ, weil es nun wehre doch, die sich mit Abend worden ist; dein G'walt erheben hoch, und göttlich Wort, das belle bringen stets was Neues Licht, laß ja bei uns aus- her, zu fälschen deine rechte lbschen nicht. Lehr. 2. In dieser letzt'n be- 7. Die Sach und Ehr, trübten Zeit verleih uns, Herr Jesu Christ, nicht Herr, Beständigkeit, daß unser, sondern ja dein ist; wir dein Wort und Sa- darum so steh du denen Frament rein b'halten bis an unser End. bei, die sich auf dich verlaffen frei. 8. Dein Wort ist unsers Herzens Truk und deiner Kirche wahrer Schuß; dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts anders suchen mehr. 4. Erhalt uns nur bei 9. Gieb, daß wir leben deinem Wort und wehr in dein'm Wort, und dardes Teufels Trug und auf ferner fahren fort von Mord. Gieb deiner Kirche hinnen aus dem JammerGnad und Huld, Fried, thal zu dir in deinen HimEinigkeit, Mut und Ge- melssaal. Nitolaus Selneccer. duld. 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt, wir sind gar ficher, faul und kalt; gieb Glück und Heil zu deinem Wort, damit es schall' an allem Ort. 5. Ach Gott, es geht In eigener Melodie. gar übel zu, auf dieser 188. Ach Gott vom ist keine viel dar Dom Worte Gottes. 155 darein, und laß dich des bewahren rein vor diesem erbarmen, wie wenig find argen G'schlechte, und las der Heilgen dein, verlassen uns dir befohlen sein, daß sind wir Armen. Dein sich's in uns nicht flechte. Wort man läßt nicht ha- Der gottlos Hauf sich umben wahr, der Glaub ist her findt, wo diese løsen auch verloschen gar bei al- Leute sind in deinem Volk len Menschenkindern. erhaben. D. Martin Luther. 2. Sie lehren eitel falsche List, was eigen Witz erfindet; ihr Her nicht Mel. Wach auf, mein Herz, und finge. eines Sinnes ist in Got tes Wort gegründet; der wählet dies, der ander das, fie trennen uns ohn alle Maß, und gleißen schön von außen. 3. Gott woll' ausrotten alle Lehr'r, die falschen Schein uns lehren: dazu ihr Zung stolz offenbar spricht: Trok, wer will's uns wehren? Wir haben 3. Er låsset mich mit Recht und macht allein, Freuden auf grüner Auen was wir sehen, das gilt weiden, führt mich zum fri gemein: wer ist, der uns schen Quellen, schafft Rat follt' meistern? in schweren Fällen. 189. Der Herr, der aller Enden regiert mit seinen Händen, der Brunn der ewgen Güter, der ist mein Hirt und Hüter. 2. So lang ich dieſen habe, fehlt mir's an keiner Gabe; der Reichtum seiner Fülle giebt mir die Füll und Hülle. 4. Darum spricht Gott: 4. Wenn meine Seele Ich muß auf sein, die Ar- zaget, und sich mit Sore men sind verstöret; ihr gen plaget, weiß er sie zu Seufzen dringt zu mir her- erquicken, aus aller Not ein, ich hab ihr Klag er zu rücken. böret. Mein heilsam Wort 5. Er lehrt mich thun soll auf den Plan, getroft und lassen, führt mich und frisch fie greifen an, und auf rechter Straßen, läßt sein die Kraft der Armen. Furcht und Angst sich 5. Das Silber, durchs stillen um seines Namens Feur siebenmal bewährt, willen. wird lauter funden: an 6. Und ob ich gleich vor Gottes Wort man war- andern im finstern Thal ten soll desgleichen alle muß wandern, fürcht' ich Stunden. Es will durchs doch keine Tücke, bin frei Kreuz bewähret sein, da vorm Ungelücke. wird sein Kraft erkannt 7. Denn du siehst mir und Schein, und leucht zur Seiten, schüßßt mich stark in die Lande. vor bösen Leuten; dein 6. Das wollst du, Gott, Stab, Herr, und dein Stel 156 Vom Worte Gottes. Stecken benimmt mir all noch gut, ohn was Gott mein Schrecken. selbst redt und thut. Kyriel. 8. Du sehest mich zu 4. Du sollst heilgen den Tische, machst, daß ich siebent Tag, daß du und mich erfrische, wenn mir dein Haus ruhen mag; du mein Feind viel Schmerzen sollst von deinm Thun laferweckt in meinem Herzen. sen ab, daß Gott sein Werk 9. Du salbst mein Haupt in dir hab'. Kyrieleis. mit Dele, und füllest meine 5. Du sollst ehrn und Seele, die leer und dur- gehorsam sein dem Vater ftig faße, mit vollgeschenk- und der Mutter dein, und tem Maße. wo dein Hand ihn'n dienen kann, so wirst du langs Leben han. Kyrieleis. 10. Barmherzigkeit und Gutes wird mein Herz gutes Mutes, voll Lust, voll Freud und Lachen, so lang ich lebe, machen. 6. Du sollst nicht töten zorniglich, nicht hassen, noch selbst rächen dich, 11. Ich will dein Die- Geduld haben und sanfner bleiben, und dein Lob ten Mut, und auch dem herrlich treiben im Hause, Feind thun das Gut. Kyda du wohnest, und Fromm- rieleis. sein wohl belohnest. 7. Dein Eh sollst du be12. Ich will dich hier wahren rein, daß auch dein auf Erden, und dort, da Herz kein andre mein', und wir dich werden selbst halten keusch das Leben schaun im Himmel droben, dein mit Zucht und Måhoch preisen, sing'n und ßigkeit fein. Kyrieleis. lobent. Paul Gerhardt. 8. Du sollst nicht stehlen Geld noch Gut, nicht wuchern jemands Schweiß In eigener Melodie. 190. Die ies sind die und Blut; du sollst aufheilgen zehn thun dein milde Hand Gebot, die uns gab unser den Armen in deinem Herre Gott durch Mo- Land. Kyrieleis. fen, seinen Diener treu, 9. Du sollst kein falscher Boch auf dem Berg Si- Zeuge sein, nicht lügen nai. Kyrieleis. auf den Nächsten dein; sein 2. Ich bin allein dein Unschuld sollst auch retten Gott und Herr, kein' Göt- du, und seine Schand ter sollst du haben mehr; decken zu. Kyrieleis. du sollst mir ganz ver- 10. Du sollst deins trauen dich, von Herzen Nächsten Weib und Haus Grund lieben mich. Kyriel. begehren nicht, noch etwas 3. Du sollst nicht füh- draus. Du sollst ihm ren zu Unehrn den Namen wünschen alles Gut, wie Gottes, deines Herrn; dir dein Herz selber thut. du sollst nicht preisen recht Kyrieleis. 11. Die Vom Worte Gottes. 157 11. Die Gebot all' uns 4. So er uns denn sein geben sind, daß du dein Sohn hat g'schenkt, da wir Sünd, o Menschenkind, sein' Feind' noch waren, der erkennen sollst, und lernen wohl, wie man vor Gott leben muß. Kyrieleis. für uns ist ans Kreuz ge= henkt, getöt, gen Himmel g'fahren, dadurch wir sein 12. Das helf uns der vom Tod und Pein erHerr Jesus Christ, der löst, so wir vertrauen in unser Mittler worden ist diesem Hort, des Vaters Es ist mit unserm Thun Wort: wem wollt' vor verlorn, verdienen doch Sterben grauen? eitel Zorn. Kyrieleis. D. Martin Luther. In eigener Melodie. 191. Durch Adams 5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, die Wahrheit und das Leben, des Baters Rat und ewges Fall ist Wort, den er uns hat geganz verderbt menschlich geben zu einem Schuß, Natur und Wesen; dasselb daß wir mit Truk an ihn Gift ist auf uns geerbt, fest sollen glauben, dardaß wir nicht könnten um uns bald kein Macht g'nesen ohn Gottes Trost, der uns erlöst hat von dem großen Schaden, darein die Schlang Evam bewang, Gotts Zorn auf sich zu laden. noch G'walt aus seiner Hand wird rauben. 6. Der Mensch ist gottlos und verflucht, sein Heil ist auch noch ferne, der Trost bei einem Menschen 2. Weil denn die Schlang sucht, und nicht bei Gott Evam hat bracht, daß sie dem Herren. Denn wer ist abgefallen von Gottes ihm will ein ander Ziel Wort, daß sie veracht, ohn diesen Tröster stecken, dadurch fie in uns allen den mag gar bald des Teubracht hat den Lod: so fels G'walt mit seiner Lift war je Rot, daß uns erschrecken. auch Gott sollt' geben sein'n lieben Sohn, der Gnaden Thron, in dem wir möchten leben. 7. Wer hofft in Gott und dem vertraut, der wird nimmer zu Schanden; denn wer auf diesen Fel3. Wie uns nun hat ein sen baut, ob ihm gleich fremde Schuld in Adam geht zuhanden viel Unall' verhöhnet: also hat falls hie, hab' ich doch nie uns ein fremde Huld in den Menschen sehen fallen, Christo all versöhnet; und der sich verläßt auf Got wie wir all durch Adams tes Trost; er hilft sein'n Fall find ewges Tods Gläubgen allen. 8. Ich bitt, o Herr, aus durch Chrifti Lod ver- Herzen Grund, du wollst gestorben; also hat Gott neut, das war verdorben. nicht von mir nehmen dein heil 158 Vom Worte Gottes. beilges Wort aus meinem 5. So werden sie erMund, so wird mich nicht kennen doch, daß du, unser beschämen mein' Sund Gott, lebest noch, und hilfft und Schuld; denn in dein' gewaltig deiner Schar, die Huld setz' ich all mein sich auf dich verlassen gar. Vertrauen; wer sich nun fest daraufverläßt, der wird den Tod nicht schauen. 9. Mein'n Füßen ist dein In eigener Melodie. heilges Wort ein bren- 193. Es spricht der nende Lucerne, Licht, Unweisen das mir den Weg weist Mund wohl: Den rechten fort; so dieser Morgensterne Gott wir meinen; doch ist in uns aufgeht, so bald ver- ihr Herz Unglaubens voll, steht der Mensch die hohen mit That sie ihn verneinen. Gaben, die Gottes Geist Ihr Wesen ist verderbet den'n g'wiß verheißt, die zwar, vor Gott ist es ein Hoffnung darein haben. Greuel gar, es thut ihr'e keiner kein gut. Lazarus Sprengler. 2. Gott selbst vom Him mel sah herab auf aller MenschenKinder, zu schauen fie er sich begab, ob er 192. rhalt uns, iemand würd' finden, der Herr, bei sein'n Verstand gerichtet deinem Wort und steur hätt, mit Ernst nach Gottes des Papsts und Türken Worten that', und fragt Mord, die Jesum Chri- nach seinem Willen. fium, deinen Sohn, stürzen wollen von seinem Thron. 3. Da war niemand auf rechter Bahn, fie war'n all' 2. Beweis dein Macht, ausgeschritten; ein jeder Herr Jesu Chrift, der ging nachseinem Wahn, und du Herr aller Herren hielt verlorne Sitten. Es bist; beschirm dein' arme that ihr'r keiner doch kein Christenheit, daß sie dich gut, wiewohl gar viel belob' in Ewigkeit. trog der Mut, ihr Thun sollt Gott gefallen. 3. Gott heilger Geist du Tröfter wert, gieb dein'm 4. Wie lang wollen unVolk ein'rlei Sinn auf wissend sein, die solche Müb Erd; steh bei uns in der aufladen, und fressen dafür letzten Not; g'leit uns das Volk mein, und nahrn ins Leben aus dem Tod. sich mit sein'm Schaden? 4. Ihr Anschläg', Herr, Es steht ihr Trauen nicht zunichte mach, laß fie tref- auf Gott, fie rufen ihn fen die böse Sach, und stür- nicht in der Not, sie woll'n zen in die Grub hinein, die sich selbst versorgen. sie machenden Christen dein. 5. Darum ist ihr Herz nimIn eigener Mel. oder: Herr Jesu Christ, wahr Mensch und Gott, D. Martin Luther. V. 4 u. 5 Juftus Jonas GENERACI Saman Vom Worte Gottes. 159 nimmer still, und steht all-| fich, dein Wort ist wohl zeit in Furchten; Gott bei geraten. Uns segne Vaden Frommen bleiben will, ter und der Sohn, uns die ihm mit Glauben g'hor- segne Gott, der heilge chen. Ihr aber schmäht des Geist, dem alle Welt Armen Rat, und höhnet die Ehre thun vor ihm alles, was er sagt, das Gott sich fürchte allermeist. Nun fein Trost ist worden. sprecht von Herzen: Amen! D. Martin Luther. 6. Wer soll Israel dem armen zu Zion Heil erlangen? Gott wird sich seins Volks erbarmen und lösen Erschienen ist der herrlich Tag. Mel. die Gefangnen. Das wird 195. er Het is bes Herren davon wird Jakob Wonne Ruhetag, vergeffet aller ban, und Israel fich freuen. Sorg und Plag; treibt eure Wochenarbeit nicht, kommt vor des Höchsten Angesicht. Hallelujah. D. Martin Luther. In eigener Melodie. 194. wollt uns Es Gott genådig sein, und seinen Se2. Tret't her und fallt auf eure Knie vor Gottes Majestät alhie; es ist sein gen geben; sein Antlik Heiligtum und Haus, wer uns mit hellem Schein Sünde liebt, gehört hinerleucht zum ewgen Leben, aus. Hallelujah. daß wir erkennen seine 3. Ganz unerträglich ist Werk, und was ihm lieb sein Grimm, doch hört er auf Erden, und Jesus gern der Armen Stimm; Christus Heil und Stärk deswegen lobt ihn allebekannt den Heiden wer- samt, das ist der Christen den, und sie zu Gott be- rechtes Amt. Hallelujah. Fehren. 4. Rühmt unsers Got2. So danken, Gott, tes Meisterthat, da er aus und loben dich die Heiden nichts geschaffen hat den überalle, und alle Welt, Himmel und die ganze die freue sich und fing' Welt, und was dieselbe mit großem Schalle, daß in sich hålt. Hallelujah. du auf Erden Richter bist, 5. Und als er sie genug und läßt die Sünd nicht geziert, hat er den Men= walten; dein Wort die schen drauf formiert, und Hut und Weide ist, die ihn nach seinem Ebenbild alles Volk erhalten, in mit Weisheit und Verrechter Bahn zu wallen. stand erfüllt. Hallelujah. 3. Es danke, Gott, und 6. Erkennt mit dankbalobe dich das Volk in rem Gemüt, wie er allein guten Thaten; das Land durch seine Güt uns tågbringt Frucht und bessert lich schützet und ernährt, und 160 Vom Worte Gottes. und manches Unglück von unsre Herzen auf zu dir, uns kehrt. Hallelujah. daß sich der Sündenschläf 7. Denkt auch, daß heut verlier'. Hallelujah. geschehen ist die Auferstebung Jesu Chrift, dadurch die wahre Freudigkeit in aller Not uns ist bereit. Hallelujah. 8. Der von den Juden ward veracht, mit Mördern schändlich umgebracht, daß seineLehr hätt' kurzen Lauf, und mit ihm müßte hören auf: Hallelujah. 9. Er ist erstanden hell und klar, und hat erfreut sein kleine Schaar, die bis ans Ende ihn geliebt, und feinethalben war betrübt. Hallelujah. 15. Gieb deiner Auferstehung Kraft, daß dieser Trost ia bei uns haft', und wir uns drauf verlassen fest, wenn uns nun alle Welt verläßt. Hallelujah, 16. O heilger Geist, lag uns dein Wort so hören heut und immerfort, daß sich in uns durch deine Lehr, Glaub, Lieb und Hoffnung reichlich mehr'. Hall. 17. Erleuchte uns, du wahres Licht, entzeuch uns deine Gnade nicht; all unser Thun auch so regier, daß wir Gott preisen für 10. Leibhaftig er sich ih- und für. Hallelujah. nen wies, sich sehen, hör'n und fühlen ließ, damit ver- Mel. Nun danket alle fichert wär' ihr Sinn, des Gott. Todes Macht sei nun da 196. hin. Hallelujah. Herzlicbfie 11. Drum wollen wir Christ, wir danken deiner begehn mit Fleiß den Tag Güte, daß du so willig bist, nach recht christlicher Weis; in unsrer ersten Blüte zu wir wollen aufthun un- schenken solchen Sinn, der sern Mund, und sagen das sich nach deinem beugt; von Herzensgrund: Hall. ach nimm doch alles hint, 12. O Gott, der du den was uns von dir abzeucht. Erdenkreis erschaffen hast zu deinem Preis, uns auch bewahrt so manches Jahr in vieler Trubsal und Gefahr: Hallelujah. 2. Hab Dank für deine Lehr und allzugroße Treue; erleucht uns mehr und mehr, und unser Herz erfreue durch deinen Gnadenschein. Hilf, daß wir nehmen zu im Guten, führ uns ein zuletzt in deine Ruh. 13. Hilf, daß wir alle deine Werk', voll Weisheit, Güte, Kraft und Stärk, erkennen, und ie mehr und 3. Wir wollen nun hintrachrausbreiten deines Na- fort zu deinem Dienste mens Ehr. Hallelujah. leben, gehorchen deinem 14. lieber Heiland Wort, das du uns haft geJesu Christ, der du vom geben. Verleih BeständigTod erstanden bist, richt keit, behüt uns vor Rückfall; Vom Worte Gottes. 161 Gemüte, was mir Jesus zugesagt, daß ich traue seiner Güte, wenn vielleicht der Zweifel fragt: ob auf meine Bitt und Flehen Hülf und Rettung werd' kommergehen. fall; regier uns jederzeit, bekehr uns allzumal. Joh. Caspar Schade. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 197. Jefuit esu, mit deinem 7. Es kann keine Not Vater, komm zu mir, ich nicht haben, weil mein liebe dich. Komm, o treuer Seelenrater, heilger Geist, befiße mich. Laß mich, o dreiein'ges Wesen, dir zur Wohnung sein erleſen. 2. Laß mich, Jesu, deinem Worte vollen Glauben stellen zu; denn es ist die rechte Pforte zu der süßen Seelenruh. Niemand kann den Trost ergründen, der in deinem Wort zu finden. 8. Wer nach seinem Wort nicht lebet, und ihn nicht von Herzen liebt, nur nach schnöder Wollust strebet, der muß ewig sein bes trübt: Gott wird nicht in ihm mehr wohnen, sondern ihn mit Zorn belohnen. 9. Mein Herz, du darfst nem Thron, der mein Herz nicht erschrecken, Jesus zu dem nur wende, was ist dein Aufenthalt; denn dein allerliebsterSohn, des- sein Friede wird dich decken sen Wort wir angehöret, wider alle Feindsgewalt, uns von deinem Willen der vergeblich auf dich stürtehret. met, weil sein Friede dich beschirmet. 3. Sende nun, o Bater, sende deinen Geist von dei4. Von mir selbst kann ich's nicht faffen, mein Herz ist versinstert ganz; ich geb' auf den Frrtumsfiraßen, Jesus wohnt in mir; ich genieße seiner Gaben, die sein Geist in mir stellt für, wenn ich ihn beständig liebe, und in seinem Wort mich übe. 10. Fahre hin mit deinem Friede, mehr als feindgefinnte Welt, deiner werd' wo nicht deines Geistes ich zeitlich můde, weil dein Glanz den verblendten Friede bald zerfällt. GotSinn regieret, und zur tes Fried erfreut die Herhellen Wahrheit führet. zen; Welt, dein Friede 5. Zund doch an die Lie- bringet Schmerzen. beskerzen, und durchhike 11. Nun soll weder Angst Geist und Mut; werter noch Leiden, Jesu, keine Geist, laß unsre Herzen brennen in der reinen Glut; schaff, daß deine heilgen Flammen schlagen über uns zusammen. Macht noch List mich vont deiner Liebe scheiden, well dein Friede bei mir ist; ia es sollen meine Sinnen nichts als Jesum liebge6. Führe mir stets zu winnen. 12. Je 162 Dom Worte Gottes. 12. Jesu, der du vor- Singen laß, Herr Jesu, gegangen durch den Tod wohl gelingen. zum Vater hin, hol mich, Tobias Clausnißer. der ich mit Verlangen dir zu folgen willig bin; willst Mel. Dies sind die heildu, ich will gern aufstehen, gen zehn Gebot. und mit dir von binnen 200. Mensch, willst gehen. du leben Juliane Patientia von Schultt. seliglich, und bei Gott bleiben ewiglich, sollst du halten die zehn Gebot, die uns gebeut unser Gott. Kyrieleis. Mel. Valet will ich dir geben, 198. Las mich dein sein und 2. Dein Gott allein und Herr bin ich, kein ander bleiben, du treuer Gott Gott soll irren dich: und Herr, von dir laß trauen soll mir das Herze mich nicht treiben, halt dein, mein eigen Reich mich bei deiner Lehr. Herr, sollst du sein. Kyrieleis. laß mich nur nicht wanken, 3. Du sollst mein Nagieb mir Beständigkeit; da- men ehren schön, und in für will ich dir danken in der Not mich rufen an. alle Ewigkeit. Nit. Selneccer. Du sollst heilgen den Sabbattag, daß ich in dir wirken mag. Kyrieleis. In eigener Melodie. 199. Liebster Jesu, 4. Dem Vater und der wir sind hier, Mutter dein sollst du nach dich und dein Wort anzu- mir gehorsam sein; niehören: lenke Sinnen und mand titen noch zornig Begier auf die süßen Him- sein, und deine Eh halten melslehren, daß die Herzen rein. Kyrieleis. von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 5. Du sollstein'm andern stehlen nicht, auf niemand 2. Unser Wissen und Falsches zeuge nicht; deiVerstand ist mit Finsternis nes Nächsten Weib nicht verhüllet, wo nicht deines begehr'n, und all seins Geistes Hand uns mit hel- Guts gern entbehr'n. Kylem Licht erfüllet. Gutes rieleis. D. Martin Luther. denken, thun und tichten mußt du selbst in uns ver- Mel. Liebster Jefu, wir find hier. richten. D lichkeit, Licht von Licht aus 3. du Glanz der Herr 201. Nun Gott Lob, es ist vollGott geboren, mach uns bracht Singen, Beten, allesamt bereit, öffne Her- Lehren, Hören; Gott zen, Mund und Ohren; hat alles wohl gemacht, unser Bitten, Flehn und drum laßt uns sein Lob bers Vom Worte Gottes. 163 vermehren: unser Gott Christe sein, so mußt du ſei hoch gepreiset, daß er erstlich glauben; set dein uns so herrlich speiset. 2. Weil der Gottesdienst ist aus, und uns mitgeteilt der Segen, so gehn wir mit Freud nach Haus, wandeln fein auf Gottes Wegen; Gottes Geist uns ferner leite, und uns alle kann geben. wohl bereite. Vertraun, darauf fest bau Hoffnung und Lieb im Glauben allein durch Chrift zu aller Frist; dein'n Nächsten lieb darneben; das G'wissen frei, rein Herz dabei, daß kein Kreatur 4. Allein, Herr, du mußt 3. Unsern Ausgang seg- solches thun doch gar aus ne Gott, unsern Eingang lautern Gnaden; wer fich gleichermaßen; segne un- des tröst, der ist erlöst, und ser täglich Brot, segne kann ihm niemand schaunser Thun und Lassen, den; ob wollten gleich segne uns mit selgem Ster- Papst, Kaiser, Reich fie ben, urd mach' uns zu und dein Wort vertreiben, Himmelserben. ist doch ihr' Macht gen dir nichts g'acht, sie werd'ns wohl lassen bleiben. Hartmann Schenck. In eigener Mel. oder: Was mein Gott will, das g'scheh allzeit. 202. 5. Hilf, Herre Gott, in dieser Not, daß sich die auch bekehren, die nichts Serre Gett, betracht'n, dein Wort verdein göttlich acht'n, und wollen's auch Wort ist lang verdunkelt nicht lehren. Sie sprechen blieben, bis durch dein schlecht: es sei nicht recht, Gnad uns ist gesagt, was und haben's nie gelesen, Paulus hat geschrieben auch nie gehört das edle und andere Apostel mehr Wort. It's nicht ein teufaus dein'm göttlichen lisch Wesen? Munde. Das danken dir mit Fleiß, daß wir erlebet han die Stunde; 6. Ich glaub g'wiß gar, daß es sei wahr, was Paulus uns thut schreiben: Eh 2. Daß es mit Macht muß geschehn, daß alls veran Tag ist bracht, wie flår- geh', dein göttlichs Wort lich ist vor Augen. Ach soll bleiben in Ewigkeit, Gott, mein Herr, erbarm wär' es auch leid viel'n dich der'r, die dich noch hart verstockten Herzen. jekt verleugnen, und ach- kehr'n sich nicht um, werten sehr auf Menschenlehr, den sie drum leiden gar darin fie doch verderben. große Schmerzen. Deins Worts Verstand 7. Gott ist mein Herr, mach ihn'n bekannt, daß so bin ich der, dem Stersie nicht ewig sterben. ben kommt zu gute, da3. Willst du nun fein gut durch uns haft aus aller Last 164 Dom Worte Gottes. Last erlist mit deinem gehn, mach feste, die im Blute. Das dank' ich dir, Zweifel stehn. drum wirst du mir nach 6. So werden sie mit uns dein'r Verheißung geben; zugleich auf Erden und im was ich dich bitt, versag Himmelreich, hier zeitlich mir's nicht im Tod und und dort ewiglich, für auch im Leben. folche Gnade preisen dich. Johann Heermann. 8. Herr, ich hoff' ie, du werdest die in keiner Not verlassen, die dein Mel. Aus tiefer Not schrei' ich zu dir. Wort recht, als treue Knecht', im Herz'n und 204. Mensch, wie Glauben ist dein Herz ihn'n bereit die Seligkeit, bestellt? Hab Achtung auf und läßt sie nicht verder- dein Leben. Was trägt ben. Herr, durch dich, für Frucht dein Herzensbitt' ich, laß mich fröhlich feld? Sind's Dornen oder und willig sterben. Reben? Denn aus der Frucht kennt man die Saat, auch wer das Land besået hat, Gott oder der Verderber. A. H. 3. W. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens Licht. 203. Jefu Christe, wahres Licht, erleuchte, die dich kennen nicht, und bringe sie zu deiner Herd, daß ihre Seel auch selig werd'. 2.Erfüllmitdeinem Gnadenschein, die in Irrtum verführet sein; auch die, so heimlich fichtet an in ihrem 3. Denn ist der Same Sinn ein falscher Wahn. weggerafft, vertreten und 3. Und was sich sonst ver- gefressen, so hast du keine laufen hat von dir, das su- Glaubenskraft, noch Seeche du mit Gnad, und sein lenspeis zu essen; fällt verwundt Gewissenheil, laß dir ins Ohr der Same fie am Hinamel haben teil. nur, und nicht ins Herz, 4. Den Tauben öffne das so ist die Spur zum LeGehör, die Stummen rich- ben ganz vertreten. tig reden lehr, die nicht 4. Ist auch dein Herze bekennen wollen frei, was Felsenart, verhärtet durch ihres Herzens Glaube sei. die Sünden, so ist der 5. Erleuchte, die da sind Same schlecht verwahrt verblendt, bring her, die auf solchen Felsengründen. fich von uns getrennt; Ein Felsenstein hat keinen versammle, die zerstreuet Saft, drum hat der S me 2. Ist nun dein Herz dem Wege gleich und einer Nebenstraßen, da auf dem breiten Lastersteig die Vögel alles fraßen: ach prüfe dich, es ist kein Scherz; ist so bewandt dein armes Herz, so bift du zu beweinen. Vom Worte Gottes. 165 me keine Kraft zu sprießen und zu schießen. 10. Herr Jesu, laß mein Herze sein zerknirschet 5. So lang noch nicht und zerschlagen, damit der zerknirscht dein Herz, und Same dring' hinein, und vom Gesetz zerschlagen laß ihn Früchte tragen, durch wahre Buße, Reu die mir im Himmel folgen und Schmerz, so kann's nach, da ich sie finde taunicht Früchte tragen. Be- sendfach: das wünsch' ich denk es wohl und thue mit Verlangen. Laurentius Laurenti. Buß, glaub fest und falle Gott zu Fuß, so ist dein Herz genesen. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort, 6. Oft ist das Herz auch Dornen voll, mit Sorgen 205.* Herr, öffne oft mir die Reichtum wohl, da wird Herzensthür, zeuch mein der Sam verhüllet; ja er Herz durch dein Wort zu ersticket ganz und gar, und dir; laß mich dein Wort wird nicht einmal offenbar, bewahren rein, laß mich das ist wohl zu beklagen. dein Kind und Erbe sein. 7. So geht es, wenn 2. Dein Wort bewegt man nur um Geld und des Herzens Grund, dein Reichtum ist bemühet, Wort macht Leib und Seel und nur nach Wollust gesund; dein Wort ist, das dieser Welt mit Aug und mein Herz erfreut, dein Herze fiehet; da kann Wort giebt Trost und Sekein Gutes haben statt, ligkeit. wo man der Wollust nicht wird satt: der Same muß ersticken. 3. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron! 8. Doch ist, Gott Lob, Der heiligen Dreieinigkeit noch gures Land auf dieser sei Lob und Preis in EwigWelt zu finden, das Gott keit. Johann Olearius. dem Herin allein bekannt, da in den Herzensgründen der Same, den Gott ein- 206. In eigener Melodie. Gott, du unser Früchte trägt: das sind die rechten Herzen. ter bist durch Jesum Christ; gieb deinen Geist uns all'n 9. Wer Ohren hat, der gemein, der uns zur Wahrhöre doch, und prüfe fich heit leite. Erhör uns doch ohn Heucheln, dieweil es zu dieser Stund, öffne den heute heißet noch: hier muß Mund deius Dieners, daß sich keiner schmeicheln. Die er dein Wort rein und freiZeit vergeht, das Ende naht; fällt auf kein gutes Land die Saat, so mußt du ewig sterben. mütig ausbreite; dazu, o Herr, gnädiglich öffne uns Herz'n und Öhren, daß wir das 166 Dom Worte Gottes. das hören fleißiglich, und| Stricken sich verbinden, treulich; bewahren, auf daß ein Nichts, ein Gras, ein wir mögen fruchtbarlich schnides Heu, ein Dampf, dein Lob allzeit verklaren. ein' leicht geschätzte Spreu. Johann Wegelin. Mel. Hier legt mein Sinn sich vor dir nieder. 8. So hoch fie find in ihren Sinnen, so werden sie doch endlich innen, daß 207. Sollt ich aus all ihr Thun zur Höllen Furcht vor fährt, und nur auf kurze Menschenkindern des Gei- Zeit hier währt. ftes Trieb in mir verhindern, und nicht, bei so viel Heuchelschein, ein treuer Zeuge Gottes sein? 9. Wer bin ich denn, den sie verschmähen? Ift's denn auf mich nur abgesehen? Ist's Gott nicht, der mich reden heißt, und treibt mich nicht sein werter Geist? 10. Wes ist das Amt, das ich hier trage? Wer fordert's, daß ich's ihnen sage? Ift's nicht des großen Gottes Mund, der thut durch mich sich ihnen fund? 2. Sollt' ich deshöchsten Wort verschweigen und nicht dem Hause Jakob zeigen, wie schändlich sich's vor Gott verstellt, darum weil's Menschen nicht gefällt? 3. Sollt' ich den falschen Christen heucheln, und der gottlosen Rotteschmeicheln um eine Hand voll zeitlich Korn, und zu entgehn der Menschen Zorn? 11. Ei sollt' mein Gott mich auch nicht schützen, wenn sie mit Wüten auf mich bliken? Sollt' desſen Huld in aller Pein mir nicht ein süßes Labsal sein? 4. Sollt' ich die Bösen felig preisen, die wederlicht 12. Du kennst mich ja, noch Glauben weisen, um du Menschenhüter, daß derer Gunft und Liebes- mir's nicht um die schnöden wind, die doch nur Feinde Gottes sind? 5. Sollt' ich die Gottes Kinder nennen, die weder Gott noch Chriftum fennen, die bei der Wahrheit hellem Schein so arg als blinde heiden sein? Güter zu thun, noch um die Gunst der Welt, die manchen so gefangen hält. 13. Die Liebe Christi, die mich dringet, die ift's, die mich im Geiste zwinget, mit Rufen, Locken, Bitten, Flehn der Menschen Seelen nachzugehn. 6. Wer sind die denn, die mich verlassen und mich 14. Darüber will ich als ein Fegopfer haffen? gerne leiden, kein Kreuz Wer sind die, die so zor- noch Spott der Bösent niglich ihr Herz verbittern meiden; sei du mir nur wider mich? bei Hohn und Spott 7. Es find nur Menschen, nicht schrecklich, du gedie mit Sünden und losen treuer Gott. 15. Hier SPRING Dom Worte Gottes. 167 15. Hier ist mein Blut, dasselb' annehmen jederzeit mein armes Leben, soll ich's mit Sanftmut, Ehre, Lieb bei deinem Wort hingeben; und Freud als Gottes, ia, Herr, dein Will gescheh' nicht der Menschen. an mir, bring nur dadurch viel Guts herfür. 4. Hilf, daß der losen Spotter Hauf uns nicht vom Wort abwende; denn ihr Gespött samt ihnen drauf mit Schrecken nimmt ein Ende. Gieb du selbst deinem Donner Kraft, daß deine Lehre in uns haft', auch reichlich in uns wohne. 5. Deffn' uns die Ohren und das Herz, daß wir das Wort recht fassen, in Lieb und Leid, in Freud und Schmerz es aus der Acht nicht lassen; daß wir nicht Hörer nur allein des Wortes, sondern Thater sein, Frucht hundertfältig bringen. 208. Mir Men6. Am Weg der Same schen sind wird sofort vom Teufel zu dem, o Gott, was geist- hingenommen; in Fels und lich ist, untüchtig; dein Steinen kann das Wort Wesen, Wille und Gebot die Wurzel nicht bekomist viel zu hoch und wich- men; der Sam, so in die tig. Wir wissen und ver- Dornen fällt, von Sorg stehen's nicht, wo uns dein und Wollust dieser Welt göttlich Wort und Licht verdirbet und ersticket. den Weg zu dir nicht weiset. 16. Ich weiß, dein Wort wird endlich fiegen, das finstre Reich muß unten liegen; den Sieg wird man in kurzem sehn, sollt's auch durch Mårtrerblut geschehn. 17. Ach stärke mich doch auch, mein Retter, damit durch alle Donnerwetter mein Zeugnis fest und freudig sei; es ist gewagt, Gott, sieh mir bei! Johann Joseph Winckler. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 7. Ach hilf, Herr, daß 2. Drum sind vor Zei- wir werden gleich dem guten ausgesandt Propheten, ten fruchtbarn Lande, und deine Knechte, daß durch sein an guten Werken reich dieselben würd'bekannt dein in unserm Amt und Stanheilger Will und Rechte. de; viel Früchte bringen in Zum letzten ist dein ein- Geduld, bewahren deine ger Sohn, o Bater, von des Himmels Thron selbst Lehr und Huld in feinem, gutem Herzen. kommen, uns zu lehren. 8. Laß uns so lang wir 3. Für solches Heil sei, leben hier, den Weg der Herr, gepreist, laß uns da- Sünder meiden; gieb, daß bei verbleiben, und gieb uns wir halten fest an dir in deinen heilgen Geist, daß Anfechtung und Leiden, wir dem Worte glauben, rott aus die Dornen allju= 168 Von der Taufe. zumal, hilf uns die Welt- was uns Gott vom Him forg überall und böse Lüste mel lehret. dampfen. 2. Wohl dem, der mit 9. Dein Wort, o Herr, Lust und Freude das Gelaß allweg sein die Leuchte setz des Höchsten treibt, und unsern Füßen; erhalt es hier, als auf süßer Weide, bei uns klar und rein; hilf, Tag und Nacht beständig daß wir draus genießen bleibt: dessen Segen wächst Kraft, Rat und Trost in und blüht wie ein Palmaller Not, daß wir im baum, den man sieht bei Leben und im Tod bestån- den Flüssen an der Seitent dig darauf trauen. seine frischen Zweig' ausbreiten. 3. Also, sag' ich, wird auch grünen, wer in Gottes Wort sich übt; Luft 10. Gott Vater, laß zu deiner Ehr dein Wort fich weit verbreiten. Hilf, Jesu daß uns deine Lehr erleuchten mög' und leiten. Oheil- und Sonne wird ihm diegerGeist, dein göttlich Wort nen, bis er reife Früchte laß in uns wirken fort und giebt, seine Blätter werden fort Glaub, Lieb, Geduld alt und doch niemals unund Hoffnung. gestalt; Gott giebt Glück zu seinen Thaten, was er macht, muß wohl geraten. 4. Aber wen die Sünd D. Denice. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 209. Wohl dem erfreuet, mit dem geht's Menschen viel anders zu; er wird wie der nicht wandelt in gott- die Spreu zerstreuet von loser Leute Rat; wohl dem, dem Wind im schnellen Nu. der nicht unrecht handelt, Wo der Herr sein Häuflein noch tritt auf der Sünder richt, da bleibt kein GottPfad; der der Spotter loser nicht. Summa: Gott Freundschaft fleucht, und liebt alle Frommen, und von ihren Sesseln weicht; wer bis ist, muß umkomder hingegen herzlich ehret, men. Paul Gerhardt. V. Von der Taufe. In eigener Melodie. ten uns ein Bad, zu waschen uns von Sünden, ersäufen auch den bittern 210. Chrift unser Herr zum Tod durch sein selbst Blut Jordan kam nach seines und Wunden: es galt ein Baters Willen, von Sanct neues Leben. Johann's die Laufe nahm, 2. So hört und merket sein Werk und Amt zu alle wohl, was Gott heißt ' rfüllen. Da wollt' er ftif- selbst die Taufe, und was ein Von der Taufe. 169 ein Chrifte glauben soll, zu den. Nichts hilft sein eigen meiden Keßerhaufen. Gott spricht und will, daß Wasser sei, doch nicht allein schlecht Wasser; sein heiligs Wort ist auch dabei mit reichem Geist ohn MaBen: der ist allhie der Täufer. Heiligkeit, all sein Thun ist verloren: die Erbsünd macht's zur Nichtigkeit, darin er ist geboren; vermag ihm selbst nicht ' helfen. 7. Das Aug allein das 3. Solchs hat er uns Wasser sieht, wie Menbeweiset klar mit Bilden schen Wasser gießen: der und mit Worten: des Va-| Glaub im Geist die Kraft ters Stimm man offenbar versteht des Blutes Jefu daselbst am Jordan hörte; Chrifti; und ist vor ihm er sprach: Das ist mein ein rote Flut, von Chrilieber Sohn, an dem ich sti Blut gefärbet, die albab' Gefallen; den will ich len Schaden heilen thut, euch befohlen han, daß ihr von Adam her geerbet, ihn höret alle und folget auch von uns selbst be= seiner Lehre. gangen. D. Martin Luther. 4. Auch Gottes Sohn hie selber steht in seiner Mel. Allein Gott in der zarten der heiHöh sei Ehr. lig Beift hernieder fährt, 211. 6ton und Bott Bater, in Tauben Bild verkleidet: Sohn daß wir nicht sollen zwei- beilger Geist, du Gott von feln dran, wenn wir ge- großer Güte, sei jetzt und taufet werden, all drei Per- immerdar gepreist mit dankson getaufet han, damit barem Gemüte, daß du bei uns auf Erden zu woh- aus unverdienter Gnad nen sich ergeben. mich durch das heilge Wasserbad von Sünden abge5. Sein Jünger heißt der Herre Christ: Geht waschen. hin, all' Welt zu lehren, 2. Herr, ich bekenne, daß fie verlorn in Sünden daß ich bin gezeugt aus ist, sich soll zur Buße keh- Sündensamen, ein Kind ren. Wer glaubet und sich des Zorns, das immerhin taufen läßt, ſoll dadurch entheiligt deinen Namen; selig werden; ein neuge- ich weiß, daß von Natur borner Mensch er heißt, ich leb' ohn deine Furcht, der nicht mehr könne ster- und widerstreb', Gott, deiben, das Himmelreich soll nem Wort und Willen. erbent. 3. Du aber haft, o Va6. Wer nicht glaubt die- ter, mich, da ich war ganz ser großen Gnad, der bleibt verloren, zu dir gezogen in seinen Sünden, und ist gnädiglich und wieder neu verdammt zum ewgen Tod, geboren durchs Wasserbad tief in der Höllen Grün- der beilgen Tauf, daß ich 8 in 170 Von der Taufe. in meinem Lebenslauf mich| Schwachheit thu', das deiner Lieb kann trösten. wollst du mir verzeihen, 4. Herr Jesu Christ, und mir es ja nicht rechdein teures Blut wäscht nen zu; die Gnade auch mich von meinen Sünden; verleihen, daß ich in die kraft dessen macht die Was- beständig bleib', bis du die serflut denselben Fluch ver- Seele von dem Leib zu dir schwinden, den ich hab' von hinauf wirst nehmen. Natur verschuldt, und setzet mich ins Vaters Huld, die Adam hat verscherzet. Mel. Christ unser Herr zum Jordan kam, 5. O heilger Geist, ich Justus Gesenius. danke dir für diese edle 212. Gott, da Gabe, daß ich nun innerich gar keilich in mir dein kräftig nen Rat für meine Seel Zeugnis habe, dadurch ich konnt' finden, hast du mich meinen Schöpfer kann ge- durch das Wasserbad ge= troft und freudig rufen an waschen rein von Sünden; im: Abba, lieber Vater! dabei du klärlich haft erweist uns durch ein sichtbar Zeichen, o Bater, Sohn und heilger Geist, es ſei nichts zu vergleichen mit deiner Gnad und Liebe. 6. Weil in der Tauf auch Jesus Christ von mir ist angezogen, so bilf, daß durch des Satans Lift ich nimmer werd' betrogen; denn die nun Gottes Tempel seind, die bleiben vor dem bösen Feind in deiner Gnade sicher. 2. Denn willig und von Herzensgrund, sobald ich zu dir kommen, hast du mich auf in deinen Buno, 7. Herr, an diese zum Kind auch angenomWürdigkeit, die du mir men. Du hattest Ursach, wollen schenken, laß mich mich vielmehr zu ftrafen jekund und alle Zeit in und zu hassen, und haft, o meiner Not gedenken, daß großer Gott, so sehr herich dadurch ein Herze faff, unter dich gelassen, den und immer mich darauf verlaff', daß du mir Hülf versprochen. Bund mit mir geſtiftet. 3. Dadurch bin ich nun, als dein Kind, versichert 8. Ich hab' auch bei dem deiner Gnaden; was sich Wasserbad mich dir zu für Schwachheit an mir Dienst verbunden; drum findt, das läßt du mir nicht gieb, daß keine Sünden- schaden; den Geist der thlein mir werd' herrschend Kindschaft giebst du mir, funden. Gieb, daß für und wenn ich vor dich trete, deine Gut und Treu ich mein Herz ausschütte, den Gehorsam stets erneu', Gott, vor dir, nach deiz nem Willen bete, werd' ich 9 Und so ich was aus allzeit erhöret. den ich da angelobet. 4. Hins Redact Von der Taufe. 171 dich mit fröhlichem Gemůte, daß du mich so genådiglich nach deiner großen Güre durch deine Tauf errettet haft von aller meiner Sündenlast, und mir dein Heil geschenket. 2. Sobald mein Haupt dein Wasserguß begonnte zu begießen, da ließt du deinen Liebesfluß auch in mein 5. Ich hab' dem bösen Herze fließen, ein göttlich Feind entsagt, auch allen Leben gabst du mir, dein seinen Werken, und dieser Geist verband mein Herz Bund, der ihn verjagt, kann mit dir, ich ward aus gegen ihn mich stärken. Ich Gott geboren. bin, o Gott, dein Tempel nu, und wieder neugeboren, auf daß ich rechte Werke thu', dazu ich bin erforen, und die du selbst befohlen. 3. Du wuschest meine Seele ab von allen Sündenflecken, und ließest also in ein Grab des Fleisches Macht verstecken; es ward in deinen Tod getaucht was Satanas vorher gebraucht, ins Elend mich zu bringen. 4. So stelletest du heilig dar vor deines Vaters Throne und vor der Auserwählten Schar mich in der schönen Krone der göttlichen Gerechtigkeit; du wurdest selbst mein Ehrenkleid, darin ich konnte prangen.. 7. Gott Vater, Sohn und Geist, verleih, daß ich fest an dich glaube, mich meines 5. Kein Engel war so Taufbunds trist' und freu', schön als ich, da ich dich andarin beständig bleive, als gezogen; ich prangte mehr dein Kind Teufels Werke als königlich: du wurdest baff', die bösen Lüfte dåm- selbst bewogen, mich nun pfe, das Gut zu thun nie zu nennen deine Braut, werde laß, bis an das End im Glauben ward ich dir hier kämpfe, und dort dein vertraut: so hoch ward ich Reich ererbe. 3. Bornschürer. erhoben. Mel. Nun freut euch, 6. Da ward mir auch lieben Christen g'mein. zugleich das Recht zu dei213. Jefu Chrift, nem Reich gegeben; ich ich preise war von göttlichem Geschlecht 8* 4. Hingegen hab' ich mich verpflicht, ich woll ein gut Gewissen fort bei des Glaubens Zuversicht zu halten fein geflissen; dich Vater, Sohn und Geist allzeit für meinen Gott erkennen, und samt der werten Christenbeit mit Ehrerbietung nennen den eingen Herrn und Vater. 6. Der alte Mensch muß sterben ab, der neue aber leben; den bösen Lüsten, die ich hab', muß ich stets widerstreben; ich muß dem Guten hangen an, verrichten deinen Willen, mitFleiß und Sorgfalt denken dran, daß ich ihn mög' erfüllen durch deine Kraft und Stärke. 172 Von der Taufe. schlecht, du wurdest selbst ward versenkt in seineGnad mein Leben, weil ich an und Güte? deinem Leibe ward ein Glied, und nun nach deiner Art mein Leben konnte führen. 12. Drum bleib' ich ja dein Eigentum, das du dir nicht läßt nehmen; der Sünden Macht wird wie7. Doch mußte dies ver- derum mich nimmermehr borgen sein, die Schöt heit beschämen; du willst und ward verdecket, da man kannst den lassen nicht, der mich also tauchte ein, und auf dich seine Zuversicht unters Kreuz verstecket. Es von ganzem Herzen setzet. mußte nun ans Leiden gehn, 13. Zwar hab' ich auch bis ich auch künftig könnte durch viele Schuld den stehn in offenbarer Klarheit. Gnadenbund zerrissen, bin 8. So war es zu dersel- unwert worden deiner ben Stund, als ichward auf- Huld; doch bin ich nun begenommen in diesen heilgen flissen, daß durch die Buße Gnadenbund und in die dieser Bund befestigt wers Zahl der Frommen. Wie ist de, weil der Grund bei dir es aber nun mit mir? Mein noch feste stehet. Heiland, soll ich jeho dir 14. Ich steh' im Kampfe nicht gleichfalls angehören? wider mich, mein Fleisch 9. Ach ja! es ist noch und Blut zu zwingen; der dieser Bund mein Siegel Geist kämpft in mir ritterim Gewissen, das mich ver- lich, wenn Lüfte auf mich fichert alle Stund, wie du dringen. Läßt mir der Sanoch seist geflissen, mich zu tan keine Ruh, stürmt auch erhalten, daß ich kann noch die Welt mit auf mich zu, stets die Frage stellen an: so geb' ich nicht gewonnen. Bin ich nicht, Gott, dein eigen? 15. Denn weil ich nun getaufet bin mit deinem Lie10. Hast du mich nicht besfeuer, das ganz durchzu deinem Kind in deinem glühet meinen Sinn: ist Sohn erwählet? Hast du mir sehr wert und teuer dein mich nicht von aller Sünd göttlichs Wort, das weiset in Gnaden losgezählet? Ift mir, wie ich soll fliehen für nicht dein Bund ein ewger und für, was dir nicht Bund? Hat solchen nicht wohlgefället. dein teurer Mund mit einem Eid versiegelt? 16. Gieb nun, daß deine Lieb in mir stets treibe mein 11. Geht mich nicht auch Gemüte, daß ich mich sehne das alles an, was Christus stets nach dir, und mich vor hat erworben? Hat er's Sünden hüte. Du Liebe nicht mir zu gut gethan? Ist thust mir viel zu gut; gieb, er mir nicht gestorben? Ist daß ein jeder Tropfen Blut sein Verdienst mir nicht ge- von deiner Liebe walle. schenkt, da ich im Glauben Chr. Jac. Koitsch. III. Vom Vom heiligen Abendmahl. 173 III. Vom heiligen Abendmahl. 5. Ach zu dir komm' ich Mel. Freu dich sehr, geschritten, o mein liebster Jesu Christ, und will dich 214. Ach Gnad über im Glauben bitten, weil o meine Seele. alle Gnaden, für mich bereitet ist jego dein Genadentisch, daß ich meine Seelerfrisch und vor Hunger nicht vergehe, wenn heißet das nicht Gütigkeit? Jesus hat uns selbst geladen zu dem Tisch, den er bereit. Jesus bitt uns mir meine Kraft entstehe. selbst zu Gast, daß wir, aller Sorgenlaft, aller Sünd und Not entnommen, zu dem Himmel möchten kommen. 6. Ach so wollest du mich laben mit dem rechten Himmelsbrot, und mit reichem Trost begaben wider Hille, wider Lod. Ach 2. Jesus Christus will laß deine Lebensquell auch uns speisen, und auch selbst mich machen weiß und die Köfte sein: heißet das hell; trånke mich, eh ich nicht Gnad erweisen? ersterbe, und vor großem Durst verderbe. mein liebstes Jejulein! Solches ist an keinem Ort, 7. Dir will ich aniezo o mein liebster Seelenhort, schicken mein ganz müdſonst gehöret noch gesehen, solches ist sonst nie geschehen. und mattes Herz, ach das wollest du erquicken, weil es fast vergeht vor Schmerz. 3. Hast du dich doch mein Arzt, du kannst schon gegeben unsertwegen in den Tod, daß wir möchten wieder leben frei von aller Qual und Not; aber deiner Liebe Macht bat dich auch dahin gebracht, daß du deinen Leib Mel. Ich dank' dir schon uns schenkest, und mit deidurch deinen Sohn. nem Blute trånkest. allein mich von Sünden machen rein; du alleine fannst mich heilen von der Sünden Eiterbeulen. Anna Sophie, Landgr. zu Hessen. 4. Hier sieht man dein 215. 2ch komm, du füßer Hertreu Gemüte: du bist zensgaft, du Labsal meiner sonst der Arzt allein, doch Seele, bei der du deine willst du aus lauter Güte Wohnung hast in dieser auch die Arznei selbsten Jammerhöhle. ein, du giebst dich selbst 2. Reut aus, du teuuns zu teil, daß wir res Glaubenspfand, was möchten werden heil von nicht dein eigen heißer; ach den tiefen Seelenwunden, beut dem Willen doch die die sonst waren unver- Hand, der sich der Welt bunden. entreißet. 3. Es 174 Dom heiligen Abendmahl. 3. Es schaut dein hol- vertrauter Liebe; was nicht der Gnadenblick die Sün- ist göttlich, wird zu Spott dengruft im Herzen, und vor diesem Himmelstriebe. zeucht sich dennoch nicht 12. Wie leicht ist da des zurück; er sieht auf Christi Heilands Joch, wie sanft Schmerzen. ist seine Bürde. Ach, spricht 4. Ich öffne dir Herz, die Seel, daß ich jetzt Seel und Sinn mit brun- doch ein Himmelsbürger fligem Verlangen, dich, würde! meine Ruh und mein Gewinn, recht freudig zu empfangen. 5. Komm, komm und halt dein Abendmahl mit deinem schwachen Kinde, auf daß dein wundersüßer Strahl mich inniglich entzünde. 6. Dein Manna schmeckt nach Himmelsluft, dein Brunnquell fleußt ins Leben; davon das, was uns nicht bewußt, zu schmecken wird gegeben. 7. Es ist wohl ein verborgner Schat, doch bringt er Geist und Leben,( und läßt den Sünden keinen Platz), die Andacht zu erheben. 13. Mein Gott, wann zeuchst du mich zu dir, wann werd' ich dahinkommen, daß ich dein Antlik für und für anschaue mit den Frommen? 14. Ich glaube doch, ich werde sehn das Gut im Freudenhimmel, und dort vor deinem Throne stehn nach diesem Weltgetümmel. 15. Du Geist der Gnaden, steh' mir bei, und laß mich ja nicht fallen; mach meinen Gang gewiß und frei, ach leite mich in allen. 16. Ach streite wider meinenFeind so kann und werd' ich siegen, und wenn er's gleich aufs Aergste meint, kannst du nicht unterliegen. 17. Drum nimm mein 8. So kehrt Gott zu Herz dir gänzlich ein, und der Seelen ein mit allen stårk es aus der Höhe; dann seinen Gütern, und machet werd' ich völlig selig sein, seine Kraft gemein den wenn ich dich ewig sehe. himmlischen Gemütern. 2. Mence. 9. Da liegt des Teufels Macht zerstreut, die Welt Mel. O Gott, du fromist überwunden: und führt mer Gott, des Geistes Freudigkeit die 216. Ach wenn ich gebunden. 10. Gott zeigt, was zu könnt' in Jesu Liebe senerwarten sei auf wenig ken, und alle Augenblick Kreuzesstunden, wenn wir, an Jesu Liebe denken: Mir von diesen Fesseln frei, die deucht, ich höre stets, als Freiheit so gefunden. wenn mir was zuſpricht: 11. Da, da verbindt sich Vergiß bei Leibe du der Seel und Gott in recht Liebe Jesu nicht. 2. Uch Vom heiligen Abendmahl. 175 2. Ach wie könnt' ich doch gen Himmel, dankte Gott auch, mein Jesu, dein ver- und sprach zu seinen gessen? Das, was ich oft- Jüngern: mals hab' getrunken und 3. Nehmt hin und est, gegessen, dein eigen Leib das ist mein Leib, der für und Blut, das hat mein euch wird gegeben, und Herz und Sinn verändert, denket, daß ich euer bleib' daß ich nun in meinem im Tod und auch im Leben. Jesu bin. 3. Ich bin ganz durch und durch mit Jesu angefüllet; fein' Ader ist in mir, die nicht von Jesu quillet; das Herz, das triefet noch vons liebsten Jesu Blut, und brennet lichterloh in Jesu Liebesglut. 4. Desgleichen nahm er auch den Wein im Kelch, und sprach zu allen: Nehmt hin und trinket insgemein, wollt ihr Gott recht gefallen. 5. Hier geb' ich euch mein teures Blut im Kelche zu genießen, das ich für euch und euch zu gut jetzt werd' am Kreuz vergießen. 6. Hier wird ein neuer lein Erd bekenne zu gerade: Bund gemacht in meinem Ich bin der keines wert, eignen Blute; im alten ſo du an mir gethan, und ward nur Vich geschlacht, weiß auch nimmermehr, wie geholet von der Hute. ich g'nug danken kann. 7. Hier ist der Körper, der bin ich, dort war Figur und Schatten; dort war ein Lamm, hier laff' ich mich in heißer Liebe braten. 5. Dies Denken und den Dank laß stetig dazu kommen in allem, was auch wird von mir nur vorgenommen: so leb' in Jesu ich mit einem frischen Mut, und sterbe, wenn nicht mehr kränken; so oft Gott will, auf Jesum ihr's thut, sollt ihr dabei und sein Blut. an meinen Tod gedenken. 8. Das macht euch aller Sünden frei, daß fie euch 9. O Jesu, dir sei ewig Dank für deine Treu und Gaben; ach laß durch diese Speis und Trank auch mich 4. Zu viel, ach gar zu viel thust du mir, Jesu, Gnade; ich armes Stückemilie Juliane, Gräf. v. Schwarzb.- Rudolft. Mel. Ich dank' dir schon durch deinen Sohn. 217. Als Jesus Chri- das Leben haben. stus in der Nacht, darin er ward verraten, auf unser Heil ganz In eigener Melodie, war bedacht, dasselb' uns 218. Auf, auf mein zu Geist, Johann Heermann. 2. Da nahm er in die dich zum Himmel, weich Hand das Brot, und brach's von dem unbeständigen Gemit seinen Fingern, sab auf tümmel, dadurch die Welt ibr 176 Vom heiligen Abendmahl. ihr blindes Volk betrügt; durch Blut des Lamms ich habe nun vom Him- erworbner Lohn. melsmanna gessen, bin an des guten Hirten Tisch ge= Mel. Mein Jesu, der sessen, der alte Feind zu meinen Joachim Neander. du mich 2. Was frag' ich nun nach 219. Aféi gerüft; Seele, Aut Ehre, Luft und Schätzen? ſei Ein Lebensstrom der kann dein Heiland Jesus Chrift mich g'nug ergößen; der brennt von Verlangen: sein Durst ist hin, wie bin ich Herze sehnet sich, noch vor so erquickt! Nun wird die dem Leiden dich recht zu Seel in Wollust fetter wer- umfangen. den, den Vorschmack hab' 2. Liebe ohne Zahl, ich schon auf dieser Erden, das Bild muß diesesmal doch mache mich, o Jesu, dem Wesen weichen, er mehr geschickt! selbst, der Bräutigam, 3. Gebeut als Herr dem schenkt sich zum Osterlamm ten: erkauften Kinde; gieb, uns ganz zu eigen. daß ich Kraft in dir als König finde; sei mein Prophet, so werd' ich Gott gelehrt; bist du mein Haupt, dann hab' ich dich zum Führer; bist du mein Mann, so bist du mein Regierer: als Hoherpriester ist deir Opfer wert. 3. Er hat ein Denkmal jetzt der Wunder eingeſeht, uns zu verbinden zu seinem Tod, den wir, bis er kömmt, für und für sollen verkünden. 4. Was will ich mehr als diesen Himmelsfürsten? Ich werd' hinfort in Ewigfeit nicht dürsten, weil der mich trånkt, der selbst das Leben ist. Kein Hunger wird die Seele jemals presfen, weil mir ein Teil vom Manna zugemessen, das du allein, o süßer Jeſu, bist. 6. Die Zeit eilt ia heran, 5. Ich lebe nun, und da wir die Leidensbahn solwill mich Gott ergeben; len betreten. Ach hilf, daß doch nicht ich, sondernChri- uns die Nacht nicht tråg stus ist mein Leben: so lebe und schläfrig macht, eifrig denn in mir, o Gottes zu beten. 5. O Jesu, dir sei Dank; lehr uns denLobgesang nun also singen, daß wir dann können drauf den Selberg gehn hinauf, und tapfer ringen. 4. Drum, liebes Israe, aur. stärke deine Seel, ergreif dies Siegel. Gott führt durchs Lammes Blut die Seinen durch die Flut zum Freudenhügel. Sohn! Ich bin gewiß, daß 7 Rimm unsern Willen droben und auf Erden hin schaffeinen neuen Sinn Barmherzigkeit und Gute nach deinem Willen, daß folgen werden, als ein wir, was dir gefällt, in diefer VER Vom heiligen fer Kreuzeswelt mogen er füllen. 8. Laß deines Todes Kraft den edlen Lebenssaft in uns ausfließen; stark uns aus deiner Höh, wenn du die letzten Weh' nun wirst ausgießen. 9. Steh, Babel merket's schier, daß dein Volk, Herr, bei dir findt Hülf und Segen; drum machet es sich auf, uns unsern Waffenlauf nieder zu legen. 10. Du aber, Jesu, hilf, daß wir nicht wie das Schilf hin und her wanken. Gieb unsBeständigkeit, in Trübsal, Angst und Leid dir stets zu danken. Abendmahl. 177 blende Babylon, daß es mit Spott und Hohn nur muß bestehen. 16. Und geuß, Immanuel, in unser Herz und Seel Einfalt und Wahrheit; gieb uns Weisheit in dir, und schenk uns für und für Klugheit und Klarheit. 17. Herr, dir ist ja der Ruhm. Ach hör im Heiligtum dies unser Lallen; bier Elingt: Hallelujah! Laß, Jesu, Ja, ja, ja! doch wiederschallen. 18. Mach uns in dir bereit, durch Leiden in die Freud so einzudringen, daß wir Victoria, Triumph, der Herr ist da! bald fröhlich Georg Heine. 11. Auf daß wir unsern Mut in feiner Hiß und singen. Glut nicht lassen sinken; sondern den Myrrhen- Mel. Uun freut euch, wein, den du uns schen- lieben Christen g'mein. kest ein, ganz willig trinken. 220. Dein Blut bald Herr, schleicht, da uns drauf wird mein Element, darin ich gereicht der Kelch der Freu- nur kann leben, daß mich den; o Trostes Ueberfluß, kein Schmack sonst zu sich der dann ersehen muß das wendt, als dieser Saft der kleine Leiden! Reben; so leb' ich in des Baters Schoß, und bleib' von allen Dingen bloß, und bin in Gott verschlungen. 15. Laß unsre Waffen doch im Segen ferner noch stets siegend gehen; ver13. Da wird die Traurigkeit von Freud und Herrlichkeit werden verschlungen, wenn Gott das weiße Kleid giebt denen nach dem Streit, die hier gerungen. 2. So thu an mir, o Hirtentreu, dein Amt in allen Dingen, und mache 14. Hiernach das Herze mich von Fremden frei, dir wallt; Herr Jesu, komm, einzig Frücht' zu bringen, komm bald, uns zu vollen- die reife, süß und heilsam den; hilf, weil ieht Babel sind; so bleib' ich ein ge= schnaubt, damit es dich nicht horsam Kind, und wohn raubt uns aus den Händen. in deinem Namen. 3. Komm selbst, o volle Lebensquell, dring ein in Leib und Seele, daß nichts 8** aus 178 Vom heiligen Abendmahl. aus Adams Fall mich fåll', Jesu Christ, mag dich ein und durch die Sünde qua- Sünder haben, der nach le. Du mußt in allem dem Himmel hungrig ist, alles sein, soll anders dei- und sich mit dir will laben: ne Schöpfung rein und so bitt' ich dich demütig= berrlich wieder werden. lich, du wolleft so bereiten 4. Du bist der Wieder- mich, daß ich recht würbringer nur, ohn dich ist dig werde. lauter Hille; gieb, daß 2. Auf grüner Auen wolsich mir die rechte Spur left du mich diesen Tag, zu dir ganz offen stelle, Herr, leiten, den frischen zu dringen tief in dich Waffern führen zu, den hinein, und unverrückt bei Tisch für mich bereiten; ich dir zu sein, mein Leben bin zwar sündlich, matt und mein Alles. nd krank, doch laß ich 5. Da ist nur Ruh und deinen Gnadentrank aus Sicherheit, da mangelt deinem Becher schmecken. kein Vergnügen; da baft 3. Du zuckersüßes Himdu mir die Stått bereit, melsbrot, du wolleft mir wo ich soll sanfte liegen, verzeihen, daß ich in meiund saugen deiner Weis- ner Seelennot zu dir muß beit Bruft, die ist so voller kläglich schreien. Dein reiner Lust, daß alles ihr Glaubensrock bedecke mich, muß weichen. auf daß ich möge würdiglich an deiner Tafel sitzen. 6. Drum eile brünstig, muntres Reh komm, spring 4. Tilg allen Haß und auf deinen Triften; nimm Bitterkeit, o Herr, aus auf die, der du je und ie meinem Herzen; laß mich ein Denkmal wollen stif- die Sünd in dieser Zeit ten. Mit dir soll alle bereuen ja mit Schmerzen. Kreuzespein der schönste Du heiß gebratnes OsterRosengarten sein; denn lamm, du meiner Seelen du bist selbst der Himmel. Bräutigam, laß mich dich 7. Bist du, mein Schak, recht genießen. nicht immerdar der Ur- 5. Zwar bin ich deiner sprung reiner Freude, ein Gunst nicht wert, als der lautrer Strom, krystallen- ich jetzt erscheine mit SünKlar, darin ich mich gern den allzuviel beschwert, die weide, und trink' in Luft- schmerzlich ich beweine; und Liebsbegier, bleib' ewig in solcher Trübsal tröstet unbewegt in dir, im Band mich, Herr Jesu, daß der ewgen Ehe? du gnädiglich der Sünder dich erbarmest. Gottfr. Arnold. Mel. Uun freut euch, lieben Christen g'mein. 6. Ich bin ein Mensch ganz voller Sünd, laß 221. DuLebens- beine Hand mich heilen. brot, Herr Erleuchte mich, denn ich bin Vom heiligen Abendmahl. 179 bin blind; du kannst mir bei dir erscheine, und mit Gnad erteilen. Ich bin Jesu mich vereine. verdammt, erbarme dich; 3. Christe, du Lamm ich bin verloren, suche Gottes, höre: weil du mich, und hilf aus lauter trågest meine Sünd, als Gnaden. mein Schaß und Wirt 7. Mein Bräutigam, herkehre, deine Braut und komm her zu mir, und Schaf mich find. Deiner wohn in meinem Herzen; Güte ich vertrau'; führe laß mich dich küssen für mich auf grüner Au, und und für, und lieblich mit speis mich, mir stets zu dir scherzen. Ach laß doch gute, heut mit deinem Leib deine Süßigkeit für meine und Blute. Seele sein bereit, und stille ihren Jammer. 8. Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ, komm selbst, 4. Heilger Geist, den ich umfasse, bleib anheut und ftets bei mir; mich mit Beistand nicht verlasse, sondern dich mir zu schenken; o bilf, daß selig hier mir zum Blut, das du vergossen bist, komm eiligst mich zu tränken. Ich bleib in dir, du bleibst in mir, drum wirst du, güldne Himmelsthur, auch mich dort auferwecken. Johann Rift. Nuke, Gott zum Preis, ich genieß' die Himmelsspeis, daß ich dadurch christlich lebe, sanfte meinen Geist aufgebe. 5.Nunich lieg' dir, Gott, zu Füßen; Gottes Liebe schmücke mich. Meines Mel. Freu dich sehr, o Jesu Blutvergießen ma0 meine Seele. che würdig mich durch sich. 222.* Gott sei Lob, Hilf mir drauf, du Baterder Tag ist herz, hilf mir, Jesu Tod kommen, da ich Jesu werd' und Schmerz, hilf mir, vertraut, da ich allerSchuld Tröster, heut auf Erden entnommen, werd' in Got- Christi liebe Braut zu wertes Huld geschaut. Gott den. Nemilie Juliane. Lob, Gott Lob, daß be- Gräf. v. Schwarzb.- Rudolst. reit mir des Lammes Hochzeit heut, da mir Gott zum ewgen Leben will den ganzen Jesum geben. 2. Gott, ich leg' bei frühem Morgen als dein gast, daß ich mich hoch erEphraim und Kind, mich freue; komm an, du meine in deine Batersorgen gleich Ruh und Raft; wie groß mit Leib und Seel ge- ist deine Treue, daß du zur schwind. Abba, Bater, sorg Seelen, die so schwach, bier für mich, daß ich ja heut unter eines Sünders Dach würdiglich als dein Gast so brüderlich einkehrest! 2. Groß Mel. Nun freut euch, lieben Christen g'mein. 223. Erscheine, ju Seelen 180 Vom heiligen Abendmahl. 2. Groß Herzenslust hab' mein Herz abmatten, so Ich daran, wenn ich ein komme du, mein HimmelWunder merke; doch schau' brot, erfreulich mir zu ich, was du hast gethan statten; dein teures Blut in dem Erldsungswerke: im Abendmahl erfrische wie mich dein Leib und mich in Todesthal, damit Blut erquickt, so bald mein ich nicht verschmachte. Geift viel Luft erblickt mit 8. Wie heilig, herrlich, Vorschmack jenes Lebens. groß und hehr ist, großer 3. Wie gnädig bist du, Gott, dein Name; wie Wundergott, der hochbe- heilig ist dein Ruhm und trübten Seelen; du läsfest Ehr. Ich bin ein biser fie ja nicht mit Spott von Same; jedoch, weil du ftolzen Feinden quälen; mit mir, Herr Christ, im dein teurer Tisch steht ihr Abendmahl vereinigt bist, bereit, zu Trotz des Feindes kannst du dein Fleisch nicht Grausamkeit: Trok! wer haffen. Benjamin Prätorius. es nicht kann laffen. 4. Wohl weidest du mich, In eigener Melodie. treuer Hirt, zeigt mir ge- 224. Gott fet gesundes Wasser; du trắnkst lobet und mich als ein reicher Wirt, gebenedeiet, der uns selber treibst ab den bösen Haffer, hat gespeiset mit seinem und giebst dich selbst zu Fleische und mit seinem eigen mir: was opfre denn Blute, das gieb uns, Herr ich dir dafür für diese Lie- Gott, zu gute. Kyrie eleibesthaten? son. Herr, durch deinen heiligen Leichnam, der von deiner Mutter Maria kam, und das heilige Blut, hilf uns, Herr, aus aller Not. 5. Nun habe, süßer Jesu, Dank, du hast mich wohl verbunden; du stårkest mich, der ich lag krank an alten Adamswunden. Kyrie eleison. Ich danke dir, daß du, Herr Christ, mein treuer Samariter bist, willst Leib und Seele helfen. 2. Der heilig Leichnam ist für uns gegeben zum Tod, daß wir dadurch leben. Nicht größer Güte konnt' 6. Du haltest die Ver- er uns geschenken, dabet heißung fest, und meinst wir sein soll'n gedenken. es gut von Herzen, die Kyrie eleison. Herr, dein treulich du geschehen läßt, Lieb so groß dich zwungen Del geußt du indieSchmer- hat, daß dein Blut an uns zen. Denn wie du, Herr, groß Wunder that, und beverheißen hast, so hast du zahlt unser Schuld, daß deinen armen Gast jetzt kö- uns Gott ist worden hold. niglich verpfleget. Kyrie eleison. 7. Trifft mich nun Seelenhungersnot, muß sich 3. Gott geb' uns allen seiner Gnaden Segen, daß wir Vom heiligen Abendmahl. 181 wir geb'n auf seinen We-| Sünde nicht scherze, noch gen in rechter Lieb und durch meine Sicherheit brüderlicherTreue, daß uns mich bring' um die Seligdie Speis nicht gereue. Ky- keit. Kyrie eleison. rie eleison. Herr, dein heilig Geist uns nimmer laff, der uns geb' zu haltenrechte Maß, daß dein arm Christenheit leb' in Fried und Einigkeit. Kyrie eleison. D. Martin Luther. 4. Mir ist befleckt sehr greulich mein Gewissen. Ach laß ein Blutstropflein fließen aus deinen Wunden, welche du empfangen, da du bist ans Kreuz gehangen. Kyrie eleison. Wird damit mein Herze gerühret, wird's von Stund an Mel. Gott sei gelobet und gebenedeiet. 225. Herr ste, mein getreuer Hirte, fomm, mit Gnaden mich bewirte, bei dir alleine find' ich Heil und Leben: was ich darf, kannst du mir geben. Kyrie eleifon. Dein arm Schäflein wollest du weiden auf Israels Bergen in Freuden, und zum frischen Wasser führ'n, da das Leben her thut rühr'n. Kyrie eleison. dein Blut mit Glauben schön, kann in dir vor Gott bestehn. Kyrie eleison. 5. Der darf des Arztes, den die Krankheit plaget, mit Begier er nach ihm fraget. O süßer Jesu, schau, wie tiefe Wunden werden auch in mir gefunden. Kyrie eleison. Du bist in der Arzt, den ich rufe, auf den mit Verlan2. All' andre Speis und gen ich hoffe. Hilf, o wahTrank ist ganz vergebens, rer Mensch und Gott; du bist selbst das Brot des hilfft du nicht, so bin ich Lebens; kein Hunger pla- tot. Kyrie eleison. get den, der von dir isset, 6. Du rufest alle zu dir alles Jammers er vergisset. in Genaden, die mühselig Kyrie eleison. Du bist die und beladen; all ihre Miſſelebendige Quelle, zu dir that willst du verzeihen, ich mein Herzkruglein stelle; ihrer Bürde sie befreien. laß mit Troft es fließen Kyrie eleison. Ach komm voll, so wird meiner See- selbst, leg an deine Hände, len wohl. Kyrie eleison. und die schwere Last von 3. Laß mich recht trau- mir wende. Mache mich ren über meine Sünde, von Sünden frei; dir zu doch den Glauben auch dienen Kraft verleih. Kyanzünde, den wahrenGlau- rie eleison. ben, mit dem ich dich fasſe, 7. Du wollest Geist und mich auf dein Verdienst Herze zu dir neigen; nimm verlasse. Kyrie eleison. Gieb mich mir, gieb dich mir mir ein recht bußfertig eigen. Du bist der WeinHerze, daß ich mit der stock, ich bin deine Rebe, nimm 182 Vom heiligen Abendmahl. nimm mich in dich, daß 2. Du kehrest, o Immaich lebe. Kyrie eleison. Ach nuel, ia selber ein in unsre in mir find' ich eitel Sun- Seel, die Wohnung da den, in dir müssen sie bald zu machen; drum uns ein verschwinden. In mir find' solches Herz verleih, das ich Höllenpein, in dir muß von der Weltlieb ledig ich selig sein. Kyrie eleison. sei und allen eitlen Sa8. Komm, meine Freud, chen. Bleibe, treibe unsre o komm, du schönste Krone! Sinnen und Beginnen, Jesu, komm, und in mir daß wir trachten, alles wohne. In mir will ich dich Ird'sche zu verachten. mit Gebet oft grüßen, ja 3. Uch Herr, laß uns mit Lieb und Glauben küs- doch nehmen nicht dein sen. Kyrie eleison. Komm wertes Nachtmahl zum und schenke mir deine Liebe, Gericht: ein jeder recht so wird nichts sein, das bedenke, daß wir mit diemich betrübe: deine Sanft- sem Lebensbrot im Glaumut und Geduld, die ben stillen unsre Not, der Frucht deiner Gnad und Fels des Heils uns tränke; Huld. Kyrie eleison. jichtig, tüchtig dich dort 9. Dies sind die Blum- oben stets zu loben; bis lein, die mich können heilen, wir werden zu dir komund mir Lebenssaft ertei- men von der Erden. len, daß ich aus mir nun 4. O daß wir solcher Seall' Untugend reiße, dir zu ligkeit erwarten möchten dienen mich befleiße. Kyrie allezeit in Hoffnung und eleison. In dir hab' ich, Vertrauen; und folgends was ich soll haben, deiner aus dem Jammerthal einGnaden Brünnlein mich gehen in den Himmels laben. Laß mich ewig sein saal, da wir Gott werden in dir, und bleib ewig auch schauen, tröstlich, köstlich in mir. Kyrie eleison. uns als Gåste auf das beste bei ihm laben, und ganz volle G'nüge haben. 5. Das gieb du uns von Johann Heermann. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. 226. Herr Jesu, dir deinem Thron, o Jesu set Preis Christe, Gottes Sohn, und Dank für diese See- gieb's durch dein bitter lenspeis und Trank, da- Leiden; dasselbe, weil wir mit du uns begabet; in leben hier, laß uns bes Brot und Wein dein Leib trachten für und für, all und Blut kommt uns Böses darum meiden. wahrhaftig wohl zu gut, Amen, Amen, hilf uns und unsre Herzen labet: kämpfen, hilf uns damdaß wir in dir und nach pfen alle Sünden, hilf uns allem Wohlgefallen heilig fröhlich überwinden! leben, solches wollest du B.1.3. u. 4. Bernh. v. Derschau. uns geben. Vom heiligen Abendmahl. 183 dem Sohn und dem heiMel. Meine Seele erhebet ligen Geist; den Herrn. 13. Wie es war im Anch danke dem fang, jeßt und immerdar, 227. zu ganzem Herzen im Rat keit. Amen. v. 1-11 Bf. 111. der Frommen und in der Gemeine. Mel. Nun freut euch, lieben Christen g'mein. als ein ar2. Groß sind die Werk des Herrn, wer ihrer achtet, 228. ber bat 3. Was er ordnet, das ist löblich und herrlich, und feine Gerechtigkeit bleibet ewiglich. 4. Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, der gnädige und barmberzige Herr. mer Gast, o Herr, zu deinem Tische, den du für mich bereitet hast, daß er mein Herz erfrische, wenn mich der Seelenhunger nagt, wenn mich der Durst des Geistes plagt, bis ich den Schweiß abwische. 5. Ergiebt Speise denen, so ihn fürchten; er gedenkt ewiglich an seinen Bund. 2. Nun sprichst du, Seelenbischof, dort: Ich bin das Brot zum Leben. Dies Brot treibt auch den Hunger fort, den sonst nichts mag aufheben. Ich bin der Trank, wer glaubt 7. Die Werke seiner an mich, dem wird der Hände sind Wahrheit und Durst nicht ewiglich im Recht, alle seine Gebot' Herzen Stiche geben. find rechtschaffen. 3. Drum führe mich, o treuer Hirt, auf deine Himmelsauen, bis meine Seel erquicket wird, wenn du sie läsfest schauen die 9. Er sendet Erlösung Ströme deiner Gütigkeit, seinem Volk; er verheißt, die du für alle haft bereit. daß sein Bund ewiglich so deiner Hut sich trauen. bleiben ſoll. 4. Ich armes Schäflein 10. Heilig und hehr ist suche dich auf deiner grüsein Name. Die Furcht nen Weide; dein Lebensdes Herrn ist der Weis- manna speise mich zum beit Anfang. 6. Er läßt verkündigen seinem Volk seine gewaltigen Thaten, daß er ihnen gebe das Erbe der Heiden. 8. Sie werden erhalten immer und ewiglich, und geschehen treulich und redlich. Trost in allem Leide; es 11. Das ist eine feine trånke mich dein teures Klugheit, wer darnach thut, Blut, auf daß mich ta des Lob bleibet ewiglich. Fein falsches Gut von dei12. Lob und Preis seiner Liebe scheide. Gott dem Vater und 5. Gleichwie des Hirsches 184 Dom heiligen Abendmahl. sches mattes Herz nach Platz, und will von keinem frischem Wasser schreiet, wissen, als nur von dir, so schreiet auch mein See- mein Bräutigam, dieweil lenschmerz: Ach laß mich du mich am Kreuzesstamm sein befreiet von meiner aus Not und Tod gerissen. schweren Sündenpein, und 11. O liebster Heiland, schenke mir die Trostflut großen Dank für deine ein, dann bin ich benedeiet. Süßigkeiten! Ich bin vor 6. Vor allem aber wirk lauter Liebe frank, drum in mir ein' ungefärbte Reue, wart' ich auf die Zeiten, daß wie vor einem wilden in welchen du, o LebensTier ich mich vor Sün- fürst, mich samt den Ausden scheue; wirf mir den erwählten wirst zur HimRock des Glaubens an, melstafelleiten.Juft. Sieber. der dein Verdienst ergreifen kann, damit mein Herz fich freue. 229. Jus, unfer In eigener Melodie. Cesus ChriHeiland, der von uns den Gotteszorn wandt': durch das bitter Leiden sein half er uns aus der Höllen Pein. 2. Daß wir nimmer des vergessen, gab er uns sein Leib zu essen, verborgen im Brot so klein, und zu trinken sein Blut im Wein. 7. Entzünd in mir der Andacht Brunst, daß ich die Welt verlasse, und deine Treu und Brudergunst in dieser Speise fasse; daß durch dein Lieben Lieb in mir zu meinem Nächsten wachs' herfür, und ich fort niemand hasſe. 8. Ach führe mich nur selbst von mir; bei mir ist nichts dennSterben; nimm aber mich, o Herr, zu dir, bei dir ist kein Verderben. In mir ist lauter Höllenpein, in dir ist nichts als Seligsein mit allen Himmelserben. 3. Wer sich zu dem Tisch will machen, der hab' wohl acht auf sein Sachen: wer unwürdig hinzu geht, für das Leben den Tod empfäht. 4. Du sollst Gott dent Vater preisen, daß er dich so wohl wollt' speisen, und 9. Erneure mich, o Le- für deine Missethat in den bensstab, mit deines Gei- Tod sein'n Sohn geben hat. ftes Gaben; laß mich der 5. Du sollst glauben und Sünde danken ab, die nicht wanken, daß ein mich sonst pflegt zu laben; Speise sei der Kranken, regiere meinen lassen Sinn, den'n ihr Herz von Sündaß er die Lüfte werfe hin, den schwer, und vor Angst die er sonst pflegt zu haben ist betrübet sehr. 10. So komm nun, o mein Seelenschaß, und laß dich freundlich küssen; mein 6. Solch groß' Gnad und Barmherzigkeit sucht ein Herz in großer Arbeit. Ift Herze giebt dir Raum und dir wohl, so bleib davon, dag Vom heiligen daß du nicht kriegest bösen Lohn. Abendmahl. 185 3. Bleib du in uns, daß wir in dir auch bis ans 7. Er spricht selber: Ende bleiben; laß Sünd Kommt, ihr Armen, laßt und Not uns für und mich über euch erbarmen: für nicht wieder von dir kein Arzt ist dem Starken treiben, bis wir durch deinot, sein Kunst wird an nes Nachtmahls Kraft zu'n ihm gar ein Spott. Auserwählten fortgeschafft und ewig selig werden. 8. Hättst du dir was fonnt erwerben, was dürft' ich denn für dich sterben? Mel. An Wasserflüssen Dieser Tisch auch dir nicht Babylon. gilt, so du selber dir hel- 231.* ch komme, Herr, und willt. suche dich, mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würd'ge mich des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich meiner Sünden Müh, ich suche Ruh, und finde sie im Glauben der Erlisten. 2. Dich bet' ich zuversichtlich an, du bist das 230.* Chrif du die Handschrift abgethan Herr Jesu du hast höchstes Gut, du Brunn- und wir sind Gottes Kinquell aller Gnaden: wir der. Ich denk' an deines kommen, deinen Leib und Leidens Macht, und an Blut, wie du uns haft dein Wort: Es ist vollgeladen, zu deiner Liebe bracht! Du hast mein Heil Herrlichkeit und unsrer verdienet. Du haft für Seelen Seligkeit zu essen mich dich dargestellt. Gott und zu trinken. war in dir, und hat die 2. O Jesu, mach uns Welt in dir mit sich verſelbst bereit zu diesem ho- fühnet. hen Werke; schenk uns dein schönes Ehrenkleid durch deines Geistes Stårke. Hilf, daß wir würd'ge Gåste sein, und werden dir gepflanzet ein zum ewgen Himmelswesen. 3. So freue dich, mein Herz in mir, er tilget deine Sünden, und läßt an seiner Tafel hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufft und er erhört dich schon, spricht liebreich: Sei getrost, 9. Glaubst du das von Herzen Grunde, und bekenneft mit dem Munde, so bist du recht wohl geschickt, und die Speise dein Seel erquickt. 10. Die Frucht soll auch nicht ausbleiben: deinen Nächsten sollst du lieben, fühle daß er dein genießen kann, wie dein Gott an dir hat gethan. D. Martin Lutber. Mel. Aus tiefer Not schrei' ich zu dir. 1730. 186 Vom heiligen Abendmahl. trost, mein Sohn, die nung, Furcht und Lieb und Schuld ist dir vergeben. in Gewißheit vor dir stehen, Du bist in meinen Tod und dieses hohe Werk begetauft, und du wirst dem, gehen. der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. 3. Wir sprechen dies, das du gesprochen, wir 4. Dein ist das Glück brechen ungesäuert Brot, der Seligkeit; bewahr es gleichwie du deinen Leib hier im Glauben, und laß gebrochen, und denken bei durch keine Sicherheit dir an deinen Tod: so laß uns deine Krone rauben. Sieh, denn für unsre Sünden ich vereine mich mit dir; desselben Kraft in uns emich bin der Weinstock, bleib pfinden. an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen, und bitte dich durch deinen Tod um Kraft ben laben. zu meinem Willen. Laß 5. Und weil wir deinen mich von nun an würdig Leib genießen, weil uns sein, mein ganzes Herz dir, dein Blut Genesung giebt, Herr, zu weihn und deinen so können wir gewißlich Tod zu preisen. Laß mich schließen, daß jeder, der den Ernst der Heiligung von uns dich liebt, an dir durch eine wahre Besserung und deinem werten Leibe in mir und der Welt beweisen. Ewigkeit vereinigt bleibe. Christian Fürchtegott Gellert. 6. Wie wir von einem Brote essen und eins mit deinem Leibe find, so laß In eigener Melodie. 232. Mein Jesu, uns nimmermehr vergessen, hier sind deine Brüder, die Liebe was uns jetzt unter uns verbindt, daß wir uns inan einander hält, die haben niglich vereinen, daß wir nun als deine Glieder das ein Leib in Lieb erscheinen. 4. Denn unser Geist will diese Stunde mit Leib und Blut gespeiset sein; drum nehmen wir mit unserm Munde so wohl gesegnet Brot als Wein, damit wir es zum Pfande haben, und unsern schwachen GlauBrot zu brechen angestellt, 7. Ja, liebster Jesu, und wollen dein Gedächt- weil wir leben, so sind und nis preisen, wie du im leben wir in dir, weil wir Nachtmahl hast geheißen. uns einmal dir ergeben, 2. Und darum rufen wir und mit so herzlicher Bezusammen: Erweck in uns gier die Gaben, welche von gerechten Trieb, daß wir dir fließen, mit deinem durch deines Geistes Flam- Leib und Blut genießen. men im Glauben, Hoff- 8. Wir können dich auch recht Vom heiligen Abendmahl. 187 recht bekennen durch dieses| finstert Herz, zünd an teure Liebesmahl vor de- die schöne Glaubenskerz; nen, die sich nach dir nen- mein Armut in Reichnen, daß wir in deiner tum verkehr, und meinem Brüder Zahl und deine Fleische steur und wehr: rechten Jünger blieben, wenn wir uns mit einander lieben. 6. Auf daß ich dich, du wahres Brot der Engel, wahrer Mensch und 9. Wir können uns des Gott, mit solcher Ehrendlich freuen, daß du, o erbietung nehm', wie dir großer Lebensfürst, mit das rühmlich, mir bequem. uns das Abendmahl von 7. Lösch alle Laster aus neuem in deinem Reiche in mir, mein Herz mit halten wirst; denn du kannst Lieb und Glauben zier, uns in diesen Werken mit und was sonst ist von Glauben, Lieb und Hoff- Tugend mehr, das pflanz nung stärken. in mir zu deiner Ehr. 8. Gieb, was nuk ist zu Seel und Leib, was schädlich ist, fern von mir treib; komm in mein Herz, laß mich mit dir vereinigt Mel. Herr Jesu Chrift, wahr Mensch und Gott. 233. Jesu, du tigam, der du aus Lieb 9. Hilf, daß durch deiner am Kreuzesstamm für mich Mahlzeit Kraft das Bös den Tod gelitten hast, ge- in mir werd' abgeschafft, nommen weg der Sünden erlassen alle Sündenschuld, Last: erlangt des Vaters Lieb und Huld, 2. Ich komm' zu deinem Abendmahl, verderbt durch manchen Sündenfall; ich bin krank, unrein, nackt unsichtbar seind. und bloß, blind und arm: ach mich nicht verstoß! guten Vorsak, den ich führ', durch deinen Geist fest mach in mir. 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, du bist der Herr, dem nichts gebricht; du bist der Brunn der deinem heilgen Willen Heiligkeit, du bist das rechte Hochzeitskleid. 11. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht nach richt. Ach laß mich meine Tag'in Ruh und Friede christlich bringen zu, 12. Bis du mich, o du Lebensfürst, zu dir in 10. Vertrieben alle meine Feind', die sichtbar und Den 4. Darum, Herr Jesu, bitt' ich dich, in meiner Schwachheit heile mich: was unrein ist, das mache Himmel nehmen wirst, daß rein durch deinen hellen Gnadenschein. 5. Erleuchte mein verich bei dir dort ewiglich an deiner Tafel freue mich. Johann Heermann. Mel. 188 Vom heiligen Abendmahl. Fleische treiben und kräfMel. Wach auf, mein tig in mir bleiben. Herz, und singe. 234. 10. Nun bin ich losgeJesu, mei- zählet von Sünden, und ne Wonne, vermählet mit dir, mein du meiner Seelen Sonne, liebstes Leben, was kannst du Freundlichster auf Er- du Werters geben? den, laß mich dir dankbar werden. 11. Laß, Schönster, meitte Seele doch stets in die2. Wie kann ich g'nug- ser Höhle des Leibes mit sam schätzen dies himmel- Verlangen an deiner Liesüß Ergößen und diese be hangen. teuren Gaben, welch' uns gestärket haben. 12. Laß mich die Sünde meiden, laß mich geduldig 3. Wie soll ich dir's leiden, laß mich mit Anverdanken, o Herr, daß dacht beten, und von der du mich Kranken gespeiset Welt abtreten. und getränket, ja selbst dich mir geschenket? 13. Jm Handeln, Wandeln, Essen laß nimmer 4. Ich lobe dich von mich vergessen, wie treffHerzen für alle deine lich ich beglücket, und Schmerzen, für deine himmlisch bin erquicket. Schläg' und der'n du so viel empfunden. Wunden, 14. Nun kann ich nicht verderben: drauf will ich 5. Dir dank' ich für selig sterben, und freudig dein Leiden, den Ursprung auferstehen, o Jesu, dich meiner Freuden; dir dank' zn sehen. Johann Rift. ich für dein Sehnen und beißvergoff'ne Thränen. In eigener Melodie. 6. Dir dank' ich für dein 235. S( chmücke dich, Lieben, das standhaft ist o liebe Seele, geblieben; dir dank' ich laß die dunkle Sündenfür dein Sterben, das höhle; komm ans helle Licht mich dein Reich läßt erben. gegangen, fange herrlich an 7. Jetzt schmecket mein zu prangen; denn der Herr Gemüte dein' übergroße voll Heil und Gnaden will Güte: dies teure Pfand dich jetzt zu Gaste laden; der Gnaden tilgt allen der den Himmel kann sermeinen Schaden. walten, will jetzt Herberg in dir halten. 8. Herr, laß mich's nicht vergessen, daß du mir zu- 2. Eile, wie Verlobte gemessen die kräft'ge Him- pflegen, deinem Bräutigam melsspeise, wofür mein entgegen, der da mit dem Herz dich preise. Gnadenhammer klopft an 9. Du wollest ja die deine Herzenskammer; Sünde, welch' ich annoch öffn' ihm bald die Geistesempfinde, aus meinem pforten, red thn an mit schb Vom heiligen Abendmahl. 189 schönen Worten: Komm, mein Liebster, laß dich küssen; laß mich deiner nicht mehr missen. 7. Jesu, meine Lebenssonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Le3. 3war in Kaufung bensquell und Licht der teurer Waaren pflegt man Sinnen: hier fall' ich zu sonst kein Geld zu sparen; deinen Füßen, laß mich aber du willst für die Ga- würdiglich genießen dieser ben deiner Huld kein Geld deiner Himmelsspeise, mir nicht haben, weil in allen zumheil und dir zum Preise. Bergwerksgründen fein 8. Herr, es hat dein solch Kleinod ist zu finden, treues Lieben dich vom das die blutgefüllten Scha- Himmel abgetrieben, daß len und dies Manna kann du willig bast dein Leben bezahlen. in den Lod für uns gege4. Ach, wie hungert ben, und dazu ganz unvermein Gemüte, Menschen- drossen, Herr, dein Blut freund, nach deiner Güte! für uns vergossen, das uns Ach wie pfleg' ich oft mit ieht kann kräftig trånken, Thranen mich nach dieser deiner Liebe zu gedenken. Kost zu sehnen! Ach wie pfleget mich zu dürsten nach dem Trank des Lebensfürsten! Wünsche stets, daß mein Gebeine sich durch Gott mit Gott vereine. 9. Jesu, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens, oder mir vielleicht zum Schaden, sei zu deinem Tisch geladen; laß mich durch 5. Beides, Lachen und dies Seelenessen deine Liebe auch Zittern, låsset sich in recht ermessen, daß ich auch, mir jetzt wittern. Das Ge- wie jeht auf Erden, mag heimnis dieser Speise und dein Gast im Himmel die unerforschte Weise machet, daß ich früh vermerke, Herr, die Größe deiner werden. Johann Franc. In eigener Melodie. Stärke. Ist auch wohl ein 236. Süßes SeeMensch zu finden, der dein Allmacht sollt' ergründen? mahl, Himmelskost im 6. Nein, Vernunft, die Jammerthal, Manna aller muß hier weichen, kann Lüste; o wie würde nicht dies Wunder nicht errei- die Welt alls verachten, chen, daß dies Brot nie was sie hält, wenn sie's wird verzehret, ob es gleich weislich wußte. viel Tausend nähret, und daß mit dem Saft der Reben uns wird Christi Blut gegeben. der großen Heimlichkeiten, die nur Gottes Geist kann deuten! 2. Aller Speisen Luft verschwindt, wenn mas. dich im Herzen findt: du allein bist süße; dir gleicht nicht, was Wald und Gruft, was Feld, meer giebt, was die 190 Dom heiligen Abendmahl. die Luft und die Wasser- mildiglich das werte Brot flüsse. des Lebens, das sehr ergdhet 3. Du ernährest wie ein mich; du hast mir zugelasBrot, trånkest wie ein sen, daß ich den SeelenQuell in Not, heilst was wein im Glauben möchte will verderben; bift der Ar- fassen, und dir vermählet men Trost und Schatz, der Verfolgten Zufluchtsplaß, läsfest niemand sterben. sein. 3. Bei dir hab' ich gegeffen die Speise der lin4. Du bists Opfer für sterblichkeit; du haft mir die Schuld, bist der From- voll gemessen den edlen men Gnad und Huld, bist Kelch, der mich erfreut. mein Leibgedinge; bist der Ach Gott, du hast erzeiget Engel Speis und Trank, mir Armen solche Gunst, bist mein Luft- und Lobge- daß billig ießt sich neiget fang, Gott und alle Dinge. mein Herz vor Liebesbrunst. 5. Weg mit aller Speis Du hast mich lassen schmekund Tracht, die den Kd- ken das köstlich Engelbrot; nigen wird bracht, weg hinfort kann mich nicht mit Spezereien! Jesus ist schrecken Welt, Teufel, mein Troft allein, meine Sünd und Tod. Speis und bester Wein, er soll mich erfreuen. 4. So lang ich leb' auf Erden, preif' ich dich, liebster Jesu, wohl, daß du mich läsfest werden von dir und durch dich satt und voll. Du hast mich selbst getränket mit deinem teuren Blut, zu mir gelenket, o unvergleichlichs Gut! Nun werd' ich ja nicht sterben, weil mich gespeiset hat, der nimmer kann verderben, mein Trost, Schuß Hülf und Rat. 5. Wie kann ich's aber faffen, Herr Jesu, daß du mit Begier dich haft ſo tief gelassen vom Himmelssaal herab zu mir? Du Schöpfer aller Dinge bes 2. Du hast mich jetzt sucheft deinen Knecht; ach geführet, o Herr, in deinen hilf, daß ich dir bringe Gnadensaal; daselbst hab' ein Herz, das fromm und ich berühret dein' edle Gü- schlecht, das glaubig die ter allzumal; du haft mir vertraue, damit nach dienicht vergebens geschenket ser Zeit ich ja dein Äntlih schaue Johann Angelus. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. 237. Wie wohl haft o liebster Jesu, deinen Gast; ia mich so reich begabet, daß ich jetzt fühle Freud und Rast. O wundersame Speise, o süßer Lebenstrank, o Liebsmahl, das ich preise mit einem Lobgesang, indem es hat erquicket mein Leben, Herz und Mut, mein Geist, der hat erblicket das allerhöchste Gut. Vom heiligen Abendmahl. 191 schaue dort in der Ewig- dir Lob, Ehr und Dank. feit. Fahr hin, o Weltgetum6. Du bist, der ewig blei- mel, du bist ein eitler Tand; bet: ich aber bin dem Schat- ich seufze nach dem Himten gleich, den bald ein mel, dem rechten VaterWind vertreibet. Herr, land, in dem ich werde ich bin arm und du bist leben ohn Unglück und reich; du bist sehr groß Berdruß: denn du, Gott, von Güte, fein Unrecht wirst mir geben der Wolgilt bei dir, ich boshaft lust Ueberfluß. Joh. Rift. von Gemüte, kann fehlen für bu hernieder zu mir, dem 238. 3, in In eigener Melodie. mein Sündenmann; was geb' ich dir doch wieder, das dir gefallen kann? 7. Ein Herz, durch Reu zerschlagen, ein Herz, das ganz zerknirschet ist, das, weiß ich, wird behagen, mein Heiland, dir zu jeder Frift. Du wirst es nicht verachten, demnach ich emsig bin, nach deiner Gunst zu trachten; nimm doch in Gnaden hin das Opfer meinerzungen, denn billig wird jehund dein teurer Ruhm besungen, Herr Gott, durch meinen Mund. Jesu Blut und Wunden, und trink nach langem Durst dich satt; ich habe jetzt die Quelle wieder funden, die Seelen labt, die müd und matt. Eil wie ein Hirsch zu dieser Quell, die kräftig, lieblich, süß und bell aus Jesu Herz und Seite fließet, und unser Herz und Seel durchsüßet. 2. Die Welt hat nichts, das dir ein Labsal wäre, fie trånkt mit Gift vom Höllenpfuhl; darum dich bald zum Strom des Le8. Hilf ja, daß dies Ge- bens kehre, der lauter fleußit nießen des edlen Schakes vor Gottes Stuhl. Hier schaff' in mir ein unauf- wird das Innerste verhörlichs Büßen, daß ich gnügt, das sonsten als mich wende stets zu dir. verschmachtet liegt; hier Laß mich hinfüro spüren wirkt ein Balsam aller kein' andre Lieblichkeit, als Säfte mit Kraft in alle welche pflegt zu rühren von Seelenkräfte. dir in dieser Zeit. Laß mich ja nichts begehren, als deine Lieb und Gunst; denn niemand kann entbehren hier deiner Liebe Brunst. 3. Spet aus, wo du noch etwas haft im Munde, das nach den eitlen- Wassern schmeckt, daß der Krystall fließ' in dem reinen Grunde, den Gottes Brünnlein dir entdeckt. Bermische nicht Gott und die Welt, weil dieses nie zu sam9. Wohl mir, ich bin versehen mit Himmelsspeis und Engeltrank; nun will ich růstig stehen, zu fingen 192 Vom heiligen Abendmahl. sammen hält; es haben stets höher geht, bis uns reine Sinn' und Augen die nach Herzenslust erschienen Kinder, die die Gnade dein volles Licht der Blutsaugen. rubinen. 4. Und o wie schön, wie 8. Ein Strom von dieunaussprechlich quillet die sen Wassern kann vertreiHimmelslust in unser Herz, ben Egyptens dicke Finwenn Gott den Durst in sternis; die Kraft kann seiner Liebe stillet, und in man nicht reden oder schreiuns strömet niederwärts! ben, die in dir macht das Dies kann kein fleischlich Herz gewiß; wir fühlen Auge sehn, viel weniger deinen starken Geist, der die Werk' verstehn, die Gott deine große Liebe preift in in stiller Seele thuet, wenn reiner Klarheit ohne Mafie von ihren Werken ruhet. fel, als eine reine Wahr5. Der Mensch fieht heitsfackel. Gott mit heilger Furcht 9. Mein Heiland, hier und Zittern in Kräften kann ich mich recht erkenüber alle Kraft, da er in nen, daß ich bin eine uns das Frd'sche will zer- schlechte Mad', ein faules splittern, das uns hålt in Holz, nichts wert, als geheimer Haft. Doch kom- zu verbrennen, und doch met er so lieblich süß, daß erhält mich deine Gnad. diese Pein ist kein Verdries; Dein Licht zeigt mir den er hält uns mit verborgnen kleinsten Staub der SünHänden, daß wir uns gerne den, die ich sonst nicht zu ihm wenden. glaub'; dies legt den Stolz fein bei mir nieder, und führt mich zu der Demut wieder. 6. Herr, deine Lieb kann sonst unmöglich tragen die Kreatur, die so voll Sünd; denn ob sie wohl hie hat 10. Nur hier kann ich, mein ein Wohlbehagen, wenn Heiland, dich erkennen, du fie blickest an geschwind, wie gnadenreich dein Anso muß doch, wenn ein gesicht; du fegst den Staub Strahl entsteht von deiner von deiner lieben Tennen, hohen Majestät, was sterb- und giebest mir, was mir lich ist, vor dir erschrecken, und mit Elias sich verdecken. gebricht; mein Elend nimmst du von mir ab, und giebst dich mir zum sichern Stab, und wenn ich nicht weiß fortzugehen, so muß ein neues Licht aufgehen. 7. Doch offenbarst du dich in großer Wonne, die deinem Kind erträglich fällt; du spielft in uns, o 11. Je treuer ich dich in freudenreiche Sonne, als dem Glauben halte, ie flåSonne in der neuen Welt. rer wird dein Licht verklärt, Wir suchen nur die Mor- und wenn ich dann die frogenrit, da doch dein Licht hen Hände falte, die Seel der Von wahrer Buße. 193 der Liebe Kraft erfährt:| doch bald die schwarze dann hüpfet sie in Liebes- Wolk vergehen, wenn sie trieb, und hat dich, Herr, mir vor den Sinnen liegt. inbrünstig lieb, und gåbe Du Freundlichster, du bist dir wohl tausend Welten, uns nah, wenn man dich die treue Liebe zu vergelten. sucht, so bist du da; du 12. Herr, laß mich bältst dich immer zu den dein Angesicht oft sehen, Deinen, darum mußt du ich weiß sonst nichts, das mir oft erscheinen. mich vergnügt; ach laß Johann Langemad. Von der Ordnung und den Mitteln, wodurch der Mensch zum Genusse des Heils gelangt. I. Von wahrer Buße. der Sünd, wie ihr gebühMel. Aus tiefer not ret, mit schwerer Straf, schrei' ich zu dir. betracht' ich nicht. Den 239. 2h Gott, ist Richter weiß ich, das Ge= noch dein richt will ich doch nicht Geist bei mir, der mir erwägen. könn' Zeugnis geben, ich 4. Die vielen Gaben sei dein Kind? Ich zweifle dieser Welt lieb' ich mehr schier, wenn ich beschau' als den Geber. Gesundmein Leben: nichts ist an heit, Wollust, Ehr und mir, das mich entzündt, Geld find solche süße Tråin wahrer Buß zu sein ber, wonach ich meine gefinnt, wie du von mir Wünsche stell', daß meine begehrest. Seel die wahre Quell 2. Den guten Geist, den verlieret, ihren Schöpfer. du mir hast versprochen, 5. Ich meine zwar, ich mich zu führen, treib' ich liebe dich, wünsch auch von mir, und halt' für Last dein Gegenlieben; was sein himmlisches Regieren; aber scheidet dich und mich, die Freud in Gott, die scheu' ich mich nicht zu wahre Ruh, kann ich mir üben; ich halte dich für nimmer eignen zu, weil meinen Gott: will doch nur mein Fleisch mich leitet. nicht halten dein Gebot, 3. Daß du ein großer entzieh' mich deinem Joche. Herrscher seift, der alles 6. Du gabst aus Lieb hier regieret, bedenk' ich mir deinen Sohn, mich zwar; doch, daß du draust Armen zu erlösen: was geb' 9 ich 194 Von wahrer Buße. ich dir für einen Lohn? Ich Lachen. Dein guter Geist laufe nach dem Bösen; die geb' für und für ein ZeugSünden, die du hast ver- nis meinem Geist in mir, bannt, in die bin ich so daß ich sei Gottes Erbe. sehr entbrannt, daß ich Anton Ulrich v. Braunschweig. dein gar vergesse. In eigener Melodie. großer Gott, 240. Ach Gott und 7. Ja, es saget mir der Zeuge, Herr, wie mein Gewissen: ich geb' groß und schwer sind mein' dir nichts, ich raube dir begangne Sünden; da ift die Seel, die du gerissen niemand, der helfen kann, mit solcher Müh aus ih- in dieser Welt zu finden. rer Not, ich stürz sie 2. Lief ich gleich weit willig in den Lod, ver- zu dieser Zeit, bis an der rat' fie deinen Feinden. Welt ihr Ende, und wollt 8. Die Gaben, die von los sein des Kreuzes mein, deiner Hand fie dankbar- würd' ich doch solchs nicht lich sollt'nehmen, die find's, wenden. die sie von dir gewandt, 3. Zu dir flieh' ich, verund ihren Glauben läh- stoß mich nicht, wie ich's men, sie an die Erd so beften an, daß sie sich nicht mehr schwingen kann zum Ursprung ihres Wesens. wohl hab' verdienet; ach Gott, zurn nicht, geh nicht ins G'richt, dein Sohn hat mich verfühnet. 9. Weil denn mein Geist so irdisch ist, so hab' ich leicht empfunden, daß mich mein Fleisch und Satans Lift an diese Welt gebunden. Lds du mich, Gott, der du mich haft vormals erlöst von Sündenlast, und meiner dich erbarme. 4. Soll's ia so sein, daß Straf und Pein auf Sünde folgen müssen, so fahr hier fort, und schone dort, und laß mich hier wohl büßen. 5. Gieb, Herr, Geduld, vergieb die Schuld, verleih ein g'borsam Herze; laß mich nur nicht, wie's wohl geschicht, mein Heil murrend verscherzen. 10. Den guten Geist, den ich nunmehr so lang nicht hab' gefühlet, den laß 6. Handle mit mir, wie's mir kommen wieder her, dünket dir, durch dein und steur dem, der da jie- Gnad will ich's leiden; let auf mich mit tödlichem laß mich nur nicht dort Geschoß, damit fein Zwei- ewiglich von dir sein abfelmut nicht stoß' die Seel gescheiden. in das Verderben. 7. Gleich wie sich fein 11. Es soll der schwere ein Vögelein im hohlen Sündenwust mich nicht Baum verstecket, wenn's kleinmutig machen. Des trüb hergeht, die Luft unSünders Reu ist deine stet Menschen und Bieb Lust, der Engel Freud und erschrecket: 8. 41 Von wahrer Buße. 195 8. Also, Herr Christ, deiner nicht; wer will doch mein Zuflucht ist die Höhle in der Hölle dir danken deiner Wunden; wenn ewiglich? Sünd und Tod mich bracht in Not, hab' ich mich drein gefunden. 4. Ich bin von Seufzen müde, hab' weder Kraft noch Macht, in großem Schweiß ich liege durchaus die ganze Nacht; mein Lager naß von Thranen, mein G'stalt von Trauren alt, zu Tod ich mich fast gråme, die Angst ist mannigfalt. 5. Weicht all, ihr Üebel-, Geift zusammen; zweifle thäter, mir ist geholfen auch nicht, weil Christus spricht: Wer glaubt, wird selig. Amen. 10. Ehre sei nun Gott Vater, Sohn und heilgem schon; der Herr ist mein Erretter, er nimmt mein Flehen an, er hört mein' weinend Stimme: es müſsen fallen hin all sein' und meine Feinde, und schändlich kommen um. 6. Ehr sei ins Himmels 241. Herr, mich Throne mit hohem Ruhm armen Sün- und Preis dem Vater und der straf nicht in deinem dem Sohne und auch zu Zorn; dein'n ernsten Grimm gleicher Weif dem heilgen doch linder, sonst ist's mit Geist mit Ehren in alle mir verlorn. Ach Herr, Ewigkeit. Der woll' uns wollst mir vergeben mein alln bescheren die ewge Sund und gnädig sein, daß Seligkeit. ich mag ewig leben, ent- v.1-5. Joh. Hermann Schein. fliehn der Höllenpein. 2. Heil du mich, lieber Mel. Herr, ich habe mißHerre, denn ich bin frank gehandelt. 9. Darin ich bleib'; ob hie der Leib und Seel von ' nander scheiden: so werd' ich dort bei dir, o Gott, sein in ewigen Freuden. B. 1-6. Martin Rutilius; B. 7-10. Johann Groß. Mel. Herzlich thut mich verlangen. und schwach; mein Herz 242* Ach mein Je= betrübet sehre, leidet groß su, welch Ungemach; mein G'beine Verderben wohnet nicht in sind erschrocken, mir ist meiner Brust! Denn mit sehr angst und bang; mein andern Adamserben steck Seel ist auch erschrocken; ich voller Sündenlust. Ach ach du Herr, wie so lang? ich muß dir nur bekennen: 3. Herr, tröst mir mein ich bin Fleisch von Fleisch Gemüte, mein Seel rett, zu nennen. lieber Gott, von wegen 2. Wie verkehrt sind deiner Güte hilf mir aus meine Wege, wie verderbt aller Not. Im Tod ist mein alter Sinn, der ich alles stille, da denkt man zu dem Guten träge, und 9* zum 196 Von wahrer Buße. zum Bösen hurtig bin. Ach, Lebenslauf unter deinen wer wird mich von den Siegeshånden möge ritterKetten dieses Sündento- lich vollenden. Ludw. Andr. Gotter. des retten? 3. Hilf mir durch den Geist der Gnaden aus der Mel. Der Tag ist hin, angeerbten Not; heile mei- mein Jesu, bei mir bleibe. nen Seelenschaden durch 243. Ach schone doch, o grodein Blut und Kreuzes= tod; schlage du die Sün- ßer Menschenhüter, ach denglieder meines alten strafe nicht, barmherziger Adams nieder. Gebieter! Ach rechne nicht; wer kann vor dir bestehn? Ach zurne nicht; ich will doch zu dir gehn. 2. Ach zurne nicht; in Jesu will ich kommen: hat der nicht, Herr, die Strafe weggenommen? Er ist am Kreuz ein Fluch für mich gemacht, an meiner Statt hat er esvollenbracht. 3. Ach rechne nicht; auf tausend muß ich schweigen, ich will mich nur zum Gnadenscepter beugen; auf meinen Mund die Hand ich legen will, und wie ein Kind geduldig schweigen still. 6. Lehr mich wachen, beten, ringen, und mein bbses Fleisch und Blut unters Geiftes Joch zu zwin4. Ach strafe nicht, du sonst verzehrend Feuer; ich gen, weil es doch thut muß vergehn, du brennest nimmer gut; was nicht kann dein Reich ererben, laß in deinem Tod ersterben. 7. Reize mich durch jene Krone, die mir droben bei- 5. Ach schone doch; ich gelegt, daß ich meiner nie- bin nur Asch und Erden, mals schone, wenn und wo ein leichtes Blatt, das bald ein Feind sich regt, sondern zu Staub wird werden; hilf mir tapfer kämpfen, was nüket doch, zu treten Teufel, Welt und Fleisch auf die Blum? Was bin zu dampfen. ich, Herr? Gedenk an deinen Ruhm. Antwort Gottes. 8. Sollt' ich etwa unterliegen, o so bilf mir wieder auf, und in deiner Kraft obsiegen, daß ich meinen 4. Ich bin unten von der Erden, stecke in dem Sündengrab: soll ich wieder lebend werden, so mußt du von oben ab mich durch deinen Geist gebåren, und mir neue Kraft gewähren. 5. Schaff in mir ein reines Herze, einen neuen Geist gieb mir, daß ich ia nicht langer scherze mit der Sünden Luftbegier; laß mich ihren Tück bald merken, mich im Geist dagegen stärken. ungeheuer; da ist dein Sohn, der stehet in dem Riß, da ist der Bürg, der hat bezahlet dies. 6. Ich kann dich nicht, mein Kind, hinfort verlaf 197 Von wahrer Buße lassen; ich will mit Lieb 6. Durch ihn will ich dich ewiglich umfassen. Sei wieder leben, denn er wird nur getroft, hab einen fri- zur rechten Zeit wecken ' chen Mut, es ist bezahlt mich zur Seligkeit, und urch deines Jesu Blut. thut mir's aus Gnaden geJoachim Neander. ben, muß ich schon erst vors Gericht: meinen JeIn eigener Melodie. sum laß ich nicht. 244. Ach was foll 7. Drum, o Jesu, sollst ich Sün- mein bleiben, bis ich komme der machen? Ach was soll an den Ort, welcher ist des ich fangen an? Mein Ge- Himmels Pfort; darum wissen klagt mich an, es be- thue einverleiben meine ginnet aufzuwachen! Dies Seele deinem Licht; meiist meine Zuversicht: mei- nen Jesum laß ich nicht. nen Jesum laß ich nicht. Joh. Flittner. 2. Zwar es haben meine Sünden meinen Jesum Mel. Was mein Gott oft betrübt; doch weiß ich, will, das g'scheh allzeit. daß er mich liebt, denn er 245. Ach weh, ach läßt sich gnädig finden: drum ob mich die Sünd ansicht: meinen Jesum laß ich nicht. wo soll ich hin vor meinen großen Sünden? Wo wird mein Geist und toter Sinn das Leben wieder finden? Wer giebt mir eine Thranenflut, daß ich mein Leid beweine? Wer glüht metn Herz mit Kraft und Glut, und macht mich wieder reine? 2. Ich hab' des Schöpfers schönstes Bild, mein arme Seel, beflecket, und seiner 3. Ob zwar schweres Kreuz und Leiden, so bei Christen oft entsteht, mit mir darnieder eht, soll's mich doch von ihm nicht scheiden. Er ist mir ins Herz gericht: meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich weiß wohl, daß unser Leben nichts als nur ein Nebel ist, denn wir Gleichnis besten Schild in hier zu jeder Frist mit dem Kot und Schlamm ge= Tode sind umgeben; und stecket. Ich hab' mich von wer weiß, was heut ge- der Herrlichkeit in Schmach schicht: meinen Jesum laß und Spott gefället. Ach ich nicht. weh, ach weh, o Herzeleid, daß ich mich so verstellet! 5. Sterb' ich bald, so komm ich abe von der Welt 3. Ach weh, ich habe Beschwerlichkeit, ruhe bis mich von Gott, dem höchzur vollen Freud, und weiß, sien Gut, gewendet, und daß im finstern Grabe Je- zu der Sund, dem höchstent sus ist mein helles Licht: Tod, ganz thöricht angemeinen Jejum laß ich nicht. landet. Ich hab ihn nicht, wie 198 Von wahrer Buße. wie ich gesollt, von Her- vernichtet. Eitelkeit, o zensgrund geliebet, und Sündenwust, wie bin ich ihm zu Lob, wie er gewollt, zugerichtet! Du, du, o mich nicht sehr streng Sund, o Seelentod, haft geübet. mich mir selbst genommen; 4. Ich hab' dem Herrn durch dich bin ich um Vader Herrlichkeit sehr lau ter, Gott, Herrn, Freund und kalt gedienet, und ihm durch meine ganze Zeit mit 9. Ach ist auch irgend schlechter Treu gegrünet; eine Pein, die meiner gleich ich hab nicht acht auf ihn zu schäßen? Kann auch ein gehabt, nicht wie ein Knecht einzigs Uebel sein, das negeehret, noch auch, mit ben meins zu sehen? Gott dem er mich begabt, sein ist für mich aus bloßer schönes Pfund vermehret. Huld am Kreuzesstamm und Braut'gam kommen. 5. Ich hab', wie ein ver- gestorben: und ich hab' mich stocktes Kind, den Vater, aus eigner Schuld doch ach, verlassen, und bin ge- wiederum verdorben. rennet wild und blind, auf 10. Wem soll ich nun meiner Bosheit Gassen; mein Herzeleid und großen ich habe meine Pflicht und Jammer klagen? Wem soll Schuld ihm leider nicht ich meine Traurigkeit und erzeiget, noch vor der vå- ewgen Schadensagen? Ich, terlichen Huld mich nach ich bin selbst mein SeeGebühr geneiget. lengift, meinTod und Feind 6. Ich habe meinem be- gewesen; ich hab mir selbst, ften Freund die Freund- was mich jekt trifft, das schaft aufgefaget, und ihn, Ulebel auserleſen. wie treu er's auch gemeint, 11. Dewge Gut, o von mir hinweg geiaget; großer Gott, zu dir wend' ich habe mich zum Feind ich mich wieder; dir Flag' gewendt, und bin sein ich meines Herzens Not, Sklave worden, zumFeind, vor dir werf ich mich nieder mich doch hat behend der; dir ruf ich zu, dich auf ewig wolln ermorden. schrei' ich an um Ablaß 7. Ich habe meinen meiner Sünden; du bist Bräutigam, der mich ihm allein, der helfen kann, auserforen, meins Herzens und mich vom Tod entSchatz, das Gotteslamm, binden. elendiglich verloren; ich 12. Es ist mir leid, was hab' des Schönsten Ange- ich gethan, und was ich ficht, des Liebsten Kuß ver- mißgehandelt: es reut mich, daß ich auf der Bahn Lebens Licht mit tausend der Sünder hab' gewancherzet; ich habe meines delt. Ach daß ich doch Weh geschmerzet. 8. tausend Weh, o mein Angesicht von dir tote Luft, wie hast du mich lie abgewendet, und auf die Von wahrer Buße. 199 die Kreatur mein Licht und Sinn, sein Blut bat so fündig angeländet. mich bemalet. Ich bin 13. Es ist mir leid, ich nun Freund, ich bin nun bin nicht wert, dein Ant- Kind, ich bin nun neu lih zu erblicken; ich bin geboren: es sauset nun nicht wert, daß mich die feins Geistes Wind in Erd und ihre Frücht' er- meines Herzens Ohren. quicken; jedoch vergieb, schrei' ich zu dir, vergieb, o große Güte, vergieb, vergieb, vergieb es mir, o gnädiges Gemüte! 18. Hinfüro werd' ich nimmermehr aus deinen Wegen schreiten; ich werde deines Namens Ehr durch alle Welt ausbreiten; ich 14. Du bist ia huldreich, will dich lieben über mich, gut und mild, barmherzig ich will mein Leib und Leben und gelinde; du wirst ja zu deinem Lobe williglich, deiner Gottheit Bild nicht so oft du willst, aufgeben. lassen in der Sünde. Wer Johann Angelus. wird dich loben in dem Pfuhl? Wer in dem Ab- Mel. Sion klagt mit grund preisen? Wer Opfer Angst und Schmerzen. bringen deinem Stuhl, und 246. Ach wie will es endlich 15. So du willst ins Ge- werden? Ach wie will es richte gehn, und nach den laufen ab, daß ich stets Thaten sprechen, wer ist, hang' an der Erden, und der vor dir wird bestehn, so wenig Andacht hab'? und sich dem Zorn ent- Ja, daß ich im harten brechen? Die Himmel Sinn ohne Buß geh imfind vor dir nicht rein merhin? Jesu, mir mein und deine Heilgen alle, perje rübre, mich zu wie sollt's der Mensch, der wahrer Buße führe. Sünder, sein, der so geneigt zum Falle. 2. Ach ich fühle keine Reue, und mein Sünden16. Schau an, schau berz ist kalt. Ich erkenne deinen ein'gen Sohn, der ohne Scheue meine Fehler meine Schwachheit tråget, mannigfalt; und doch sonder meine Pein und Sün- der Traurigkeit lebe ich in denlohn ihm selbst hat auf- Sicherheit. Jesu, mich erleget; schau, wie er andes doch so regiere, daß ich Kreuzes Stamm für mich wahre Buße spüre. ist angeschlagen, und als 3. Ach ich kann an Gott ein treuer Bräutigam so nicht denken, wie ich sollt' liebreich sich läßt plagen. und gerne wollt, denn 17. Was willst du mehr? mein Geist, der läßt sich die Sünd ist hin, die lenken dahin, wo ich flieSchulden sind bezahlet: hen sollt', und klebt dem verändert ist mein Herz zu feste an, was zum Ab 200 Von wahrer Buße. grund ziehen kann. Jesu, in deinem Blut die Abhilf mein Herz aus Gna- waschung meiner Sünden dieser schweren Last den. Dieses stårket meinen entladen. 4. Ach weil denn mein Geist erstorben, und mein Fleisch hält überhand, seh' ich kaum, was ich erworben, da ich mich von Gott gewandt. Verderben merk' ich kaum, Mut, dies erfrischet meinen Sinn, ob ich gleich ein Sünder bin. Jesu, mich forthin regiere, daß ich ein fromm Leben führe. Mein Mel. Herr, ich habe migehandelt. weil ich geb' dem Fleische 247. Raum. Jesu, mir die Ach wo ist mein JeGnade gönne, daß ich die sus blieben? Wo ist mein Gefahr erkenne. getreuer Hirt? Wo bin ich 5. Ach so wache doch denn hingetrieben? O ich von Sünden auf, o du habe mich verirrt, bin gemein sichrer Geist; suche bracht von meinen Lüften Gott, weil er zu finden, in die schwarzen Sündenweil er noch dein Vater wüsten. heißt; komme, weil die 2. Hab' ich mich so weit Gnadenthür nun noch ste- vergangen? Ei das hätt' het offen dir. Jesu, so ich nie gedacht. Wie soll zu gutem Werke mich mit ich hieraus gelangen? Es Herzensandacht stärke. befällt mich schon die Nacht: o wie wird es mir hier gehen? Nun ist's wohl um mich geschehen. 6. Ach mein Herz, bedenk die Schulde, schau, wie weit du bist von Gott, wie du seine Gnad und Hulde haft verworfen und verspott, und wie du aus seiner Ruh selbst der Hille eilest zu. Jesu, mir mein Herze lenke, daß es diese Not bedenke. 3. Meine Seuffer gehn geschwinde und mein Aengsten häufet sich; wo ich nicht bald Jesum finde, so verderb' ich jämmerlich; denn des grimmen Wolfes Rachen wird mich bald zum Raube machen. 7. Ach weil denn noch Zeit zu kehren, so verlaff 4. Drum so komm, ach ich diesen Stand. Du, mein komm, mein Leben, Jesu, Jesu, wollst auch hören, komm, mein Hirt und und mir bieten deine Hand; Freund, der du dich für hilf mir Schwachett, hilf mich gegeben, auch da ich mir auf, steure meinem noch war deinFeind. Suche Sündenlauf. Herr, um selbst mit viel Erbarmen deiner Marter willen wirst mich von dir verlaufnen du meinen Wunsch erfüllen. Armen. 8. Auch ich kann schon 5. Jesu, hör, wie durch tröstlich finden, Jesu, hier die Wälder dein verirrtes Schäf Von wahrer Buße. richt, der willge Geist enthalt' mich dir. 207 Mel. Der Tag ist hin, mein Jesu, bei mir bleibe. 4. Die Gottlof'n will ich deine Weg, die Sünder 256. Groß ist die auch dazu lehren, daß sie Qual, o von bbsem, falschen Steg Herr, in meiner Seelen, zu dir durch dich sich he- die Sünd und Schuld mir kehren. Beschirm mich, meinGewissen quälen, weil Herr, meins Heils ein deinen Grimm ich hab' auf Gott, vor dem Urteil mich gebracht, und dein durchs Blut bedeut. Mein Gebot und Drauen nie Zung verkünd' dein rechts betracht'. Gebot; schaff, daß mein Mund dein Lob ausbreit'. 5. Kein leiblich Opfer von mir heischst, ich hätt' dir das auch gegeben; so nimm nun den zerknirschten Geist, betrübts und traurigsHerz daneben; verschmah nicht, Gott, das Opfer mein, thu wohl in deiner Gütigkeit dem Berg Zion, da Christen sein, die opfern dir Gerechtigkeit. Erhard Hegenwald. 2. So muß ich nun in meinem Leiden leiden, und deine Gnad und süße Gunst entmeiden; ich sink' hinab tief in die Höllengruft, aus der dir jetzt die matte Seele ruft. 3. Du siehst mein Herz, wie daß ich untersinke; und daß ich jetzt, wo du nicht hilfft, ertrinke; ja, weil ich dich verlassen hab' allhier, so werd' ich jetzt verlassen auch von dir. 4. Ist denn nun nichts, das meinen Geist ergöße, das mich aus Angst und 255. Nor Gricht, rauher Trübfal sebe? Mein mein Herz su, steh' ich hie, beug' in verliert das Herz, und Demut meines Herzens schwellet auf von Neuen Knie, und seufze mit Weh- und von Schmerz. Elagen: Mein große Sünd 5. Die Thränenflut beund Missethat mich ver- müht sich wegzuschwemklagt und verdammet hat, men die Sündenlast, und doch will ich nicht verza- deinen Grimm zu hemmen; gen. Herr Jesu Christ, was aber hilft der bloße dein Blut allein macht mich Thränenbach? Er mehret von allen Sünden rein, nur mein schweres Ungeweil ich fest glaube, und mach. dabei im Herzen habe wahre 6. Was thu' ich nun? Reu. Herr Jesu Christ, Wie? Soll ich, Herr, verdes dank' ich dir:: ich will zagen in solcher Angst, in mich bessern, hilf du mir. solchen meinen Plagen? Soll ich verzagt, wie Kain, faNach Martin Schalling. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, o Herr. 208 Von wahrer Buße. sagen hier, daß große 13. Mein Herr, mein Schuld du nicht erläsfest Gott, dich will ich einig mir? preisen; doch wollest du, 7. Ach nein, ach nein; mein Heil, mich unterweiich will zu dir mich schwin- sen den Weg, den ich soll gen, und nit Gebet und gehen fort von nun, und Flehen auf dich dringen, lehre mich nach deinem weil von der Schuld mein Willen thun. Heiland selber spricht, daß er sie tilg' und denke sol- Mel. Jefu, meine Freude. cher nicht. 8. So will ich nun die 257. Hast du angi Sündenlast hinlegen an im Herzen solchen Ort, wo abzufließen und empfindest Schmerzen pflegen die Gnadenström, wegen deiner Sünd? O aus Christus teurem Blut sei wohl zufrieden, denn entsprungen und vergossen du bist hienieden worden mir zu gut. Gottes Kind. Gott be9. Hiezu will ich dir trübt das, was er liebt; Bußethränen bringen, die was Gott will zur Rechfollen auf die Laft der Sün- ten stellen, führt er vor den dringen, und führen zur Höllen. fie zu deiner Liebe hin, die einzig fann erquicken Geist und Sinn. 2. Wer sich selbst wird richten, den wird Gott mit nichten bringen ins Gericht; Gott hat drum das Leben seines Sohns gegeben in den Lod, daß nicht ich und du von ewger Ruh sollen abgesondert bleiben, wenn wir ihm nur gläuben. 10. Wenn sie nun, Herr, an deine Lieb hinkommen, so bilf, daß fie bald werd' hinweggenommen; versenke da der Sünden schwarzes Heer, versenk es, Herr, in dein Erbarmungsmeer. 11. So werd' ich dann 3. Gottes beilge Pfle= dich wieder können loben, ge sind die Wunderrege, und achten nicht der Nei- darauf er uns führt; drauf der grimmes Loben, des wir müssen kämpfen, unTeufels List und meiner sern Willen dåmpfen, bis Feinde Schar: du tilgest da wird verspürt, daß die Not und Lod dann ganz Buß hålt bei uns Fuß, und gar. und wir Glaubensmänner 12. Dann wird mein werden hier auf dieser Geist sich wiederum er- Erden. freuen, weil weggelegt wird 4. Willst du Gnade finsein dein grimmes Drauen; den, suche deine Sünden draufopfre ich mich dir nun forthin nicht in dir. Schaue ganz und gar, und fliehe von Jesum tragen das, um was der Sünder losen Schar. du klagen fort willst für und Von wahrer Buße. 205 13. Gieb mir des Geistes| Höllen Qual hinwieder Freudigkeit, daß ich da- mög' bedenken, wie häung durch verachte Geld, Ehr, man die wird einmal für und Wollust dieser Zeit, böse Lust einschenken: Pech, das Ewige betrachte. Ach Schwefel, Jammer ohne nimm mich mir, und gieb Maß wird folgen dort ohn mich dir, daß ich dir leb' Unterlaß auf kurze Lust und und sterbe mir und mei- Freude. nen bösen Lüften. 19. Laß mich allzeit vor14. Des Fleisches und sichtig sein, mit wem und des Geistes Krieg ist dies wie ich wandle, daß ich halt' bei Jung und Alten; laß mein Gewissen rein in almich da immerfort den lem, was ich handle, und Steg durch deine Kraft er- achte keines Menschen halten. Herr, stärke mich Gunst, wenn mich die Welt und mich erneu, daß ich durch ihre Kunst von dir zu. stets unverdrossen sei, an sich will ziehen. diesen Streit zu treten. 20. Dem bösen Geist 15. Vor Stolz und Ehr- gieb nimmer zu, mich irsucht mich behut, daß die gend zu verleßen, und meine nicht funden werden in Seel aus ihrer Ruh in meinem Herzen und Ge- Not aufs neu zu setzen; müt, in Worten und Ge- wenn sich Versuchung zu verden; Hoffart war ja mir wendt, laß sie gewindes Teufels Fall; ach hilf, nen so ein End, damit ich's Herr, daß ich überall fest könn' ertragen. an der Demut halte. 21. Verleih, o Vater, 16. Die Sorg der Nah- gnädiglich, daß es ia mög' rung nimm von mir, laß geschehen, was ich, dein mich nicht mehr begehren, Kind, nun bitte dich mit denn was ich hab' von- Seufzen und mit Flehen; nôten hier, mich ehrlich hilf, wenn mir alle Hülf zu ernähren; daß ich auch zerrinnt, daß ich geduldig keinen Zweifel hab', du überwind' in Jesu Christi werdest mich bis an mein Namen. Grab mit Unterhalt verforgen. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu Christ. 17. Herr, ateb mir Gnade, daß ich dampf des 253. Du weineft Fleisches bösen Willen, vor und wider mich ia selber salem, Herr Jesu, heiße kämpf, die Luft nicht zu Zähren, zum Zeugnis, dir erfüllen, wenn's gleich nur sei angenehm, wenn SüninGedanken wär'; hilfauch, der sich bekehren. Wenn daß ich mich nicht beschwer ich vor dir mit Buß ermit Essen oder Trinken. schein', und über meine Sünde wein', so wäschst du ab 18. Gieb, daß ich oft der 206 Von wahrer Buße. ab aus lauter Gnad all 6. Für diese Thränen Uebelthat, so mich bisher dank' ich dir, daß du die gequälet hat. Freudenkrone, Herr Christ, 2. Wenn deines Vaters dadurch erworben mir bet 3orn entbrennt von we- dir ins Himmels Throne; gen meiner Sünde, zu wenn du mich holen wirst deinen Thränen ich mich einmal hinauf in deinen wend', da ich Erquickung Freudensaal, dann will ich finde. Vor Gott sind sie so recht lobsingen dir, o hbchhoch geschäßt; wer seine ste Zier, für deine Thränen Sund hiermit beneßt, den für und für. 3. Heermann. blickt Gott an mit Gütigfeit zu jeder Zeit, und sein betrübtes Herz erfreut. In eigener Melodie. 254. 254. Frbarm bich 3. Hier muß ich auch im mein, o Thränenhaus vor großer Herre Gott, nach deiner Angst oft weinen, der groß'n Barmherzigkeit. Welt aushalten manchen Wasch ab, mach rein mein Strauß; fie martert stets die Missethat; ich kenn' mein Deinen. Auf allen Seiten, Sünd, und ist mir leid. wo sie kann, fängt sie mit Allein ich dir gesündigt mir zu hadern an. Dies hab', das ist wider mich stetröstet mich zu aller Frist, tiglich; das Bös vor dirmag Herr Jesu Christ, in Not nicht bestahn, du bleibst du auch gewesen bist. g'recht, ob du urteilst mich. 2. Sieh, Herr, in Sünd bin ich geborn, in Sünd empfing mich mein Mutter. Die Wahrheit liebst, thust offenbarn deiner Weisheit heimlich Güter. Bespreng mich, Herr, mit Ysopo, rein werd' ich, ſo du wäschest mich, weißer denn Schnee, mein G'hör wird froh, all mein Gebein wird freuen sich. 4. Du zählest alle Thrånen mein, ich weiß, sie sind gezählet; und ob sie nicht zu zählen sein, dennoch dir keine fehlet; so oft vor dir fie regen sich, so oft sie auch bewegen dich, daß du dich mein erbarmen mußt: dir ist bewußt mein Kreuz; drum hilfft du mir mit Lust. 5. Weriehund fåetThrånen aus, hålt in Geduld 3. Herr, sich nicht an Gott stille, wird fröhlich die Sünde mein, thu ab ſein in deinem Haus, da all Ungerechtigkeit, und Freude ist die Fülle; ja mach in mir das Herze folche Freude, die kein rein; ein'n neuen Geist in Mann mit seiner Zung mir bereit. Verwirf mich aussprechen kann, und die nicht von dein'm Angsicht, da bleibt in Ewigkeit. Dein'n heilgen Geist wend Mein Kreuz und Leid wird nicht von mir; die Freud werden lauter Fröhlichkeit. deins Heils, Herr, zu mir richt Von wahrer Suße. 203 die rechten Bußeschmer-| Schaden aus Barmherzigzen, machst du, daß ich keit und Gnaden als ein mich von Herzen über dich Vater übersehn. erbarmen muß. 11. Wenn auch deine 5. Aber du mußt in dich großen Fehler waren wie gehen, und dein Sünden- die Purpurnidler und wie herz besehen, wie bisher es rosinfarbnes Blut, sollen seinen Spott hat mit mei- sie doch weißer werden als ner Gunft getrieben; wie der frische Schnee auf Erdein üppigs Lafterlieben den, oder wie das Wolmich betrübet, deinen Gott. lengut. 6. Deine mir verhaften 12. Hügel, Berge, starSünden, die sich häufig ke Wallen sollen weichen bei dir finden, haben dich und zerfallen; aber die und mich getrennt; deiner Barmherzigkeit, die ich Bosheit schwer Gewichte dir, mein Kind, will reimacht, daß ich mein Ange- chen, soll in Ewigkeit nicht fichte habe von dir abge- weichen, sondern währen wendt. allezeit. 7. Denk nicht etwa, daß 13. Schau, wie dich der mein' Ohren ihre Hörens- Höchste liebet, und was kraft verloren, oder daß er für Trost dir giebet: mein Hand verkürzt, daß Ephraim, denk ia daran; fie dir nicht helfen könne; nimm es dankbarlich zu schau, mit deinem Lafter- Herzen, wirf von dir die finne bast du selber dich Herzensschmerzen, und bes gestürzt. reu, was du gethan. Georg Neumart. 8. Aber gieb dich nur zufrieden, du bist nicht von mir geschieden; kehr nur wieder um zu mir, so will ich zu dir mich wenden, alle 252. Das Elend dein Betrübnis enden, und dich lieben für und für. Gott, allein, das mir ist 9. Such mich nur, weil angeerbet, und wie mir ich zu finden, klag mir deine alle Kräfte sein durch schweren Sünden, ruf Adams Fall verderbet: mich, weil ich nah bin, denn mein Verstand veran; weiche von dem Sün- finstert ist, ich kann dich denwege, tritt vom breiten gar nicht, wie du bist, noch Lasterstege, und erkenn, deinen Rat erkennen. was du gethan. Mel. Aus tiefer Not schrei' ich zu dir. 2. Mein Wille ist so sehr 10. So will ich mich verkehrt in meinem Thun dein erbarmen, und dich und Lassen, daß er am meiwiederum umarmen, als sten das begehrt, was du war es noch nie geschehn. befiehlst zu lassen; bingeIch will allen deinen gen, Bater, was du willt, bet 204 Von wahrer Buße. bei mir sehr wenig oft- Schand darüber gröblich mals gilt, ich setz' es aus fallen. den Augen. 8. Oft will mich auch 3. Es geht des alten die arge Welt, die ich doch Adams Trieb nur immer- stets sollt' fliehen, wenn dar zur Sünden; das recht' meinem Fleisch ihr Werk Vertrauen, rechte Lieb sich gefällt, mit zur Gesellin mir nicht befinden, daß schaft ziehen; fie will, daß ich dem Nächsten diene ich auch Uebels thu', und nicht, wenn's nicht zu mei- andre reizen soll dazu, daß nem Nuh geschicht, und sie mit Sünd begehen. suche nur das Meine. 9. Ach Gott, ich hab' 4. Ja, wenn ich alles nach solcher Art gar lang recht betracht, so würd' mit großem Schaden, eh gar leicht auf Erden ein ich zu dir bekehret ward, Abgott aus mir selbst ge- gelebet außer Gnaden. Ich macht, dem fort gedient bin auch noch nicht ohn müßt' werden; denn eigne Gefahr, dieweil mir jetzt Lieb und eigneEhr, auch Ei- und immerdar die Süngennuß und was des mehr, denlust anklebet. mir leider noch anhanget. 10. Herr, in dieser 5. Dies ist die Wurzel meiner Not sich mich an und der Grund, draus al- mit Erbarmen; komm mir les Unheil rühret, daß ich zu Hülf, du treuer Gott, zu aller Zeit und Stund und steh mir bei, mir Arvon dir werd' abgeführet; men; erleucht durch deine es steht mir stets mein Herz Gnad und Gut mein unund Mut nach Wollust, verständiges Gemüt, daß Ehre, Geld und Gut und ich dich recht erkenne. folchen eitlen Dingen. 11. Den Willen leit 6. Da ich mich nun der nach deinem Wort, daß ich Sündenlust nicht sollt' dich herzlich liebe, dir fest gefangen geben, und, wie vertrau' und fort und fort mir's macht dein Wort in Gottesfurcht mich übe: bewußt, ihr allzeit wider- daß ich dir meine Taufstreben: so denk ich nicht zusag mit starkem Vorsatz so fleißig dran, ruf dich alle Tag' aufs neue wiedernicht fort um Hülfe an, hole. ich bin oft tråg und sicher. 12. Und weil dir nie7. Wenn mir was Böses mand ohn Gebet bestånkommt in Sinn, dawider dig kann anhangen, so gieb, tch sollt' kämpfen, so tracht' daß ich oft vor dich tret', ich nicht alsbald dahin, die Gnade zu erlangen; das Feur mit Macht zu damit mein ganzes Chridämpfen; das nimmt denn stentum des Nächsten Nutz in mir überhand, daß ich und deinen Ruhm ohn möcht' leicht in Sünd und Heuchelei befördre. 13. Sid Don wahrer Buße. 201 Schäflein ruft. Hier be- allen Dingen lieben dich wohnt die dürren Felder und meinen Nächsten gleich lauter ungesunde Luft. als mich. Am letzten End Führe mich zu deinen dein' Hülf mir send, dadurch behend des Teufels List sich von mir wend'. Auen, die von Lebensbalsam tauen. 6. Nimmermehr will ich dann wieder weg von dir, mein Jesu, gehn, und voll Lob4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Jeju, und Freudenlieder Christ, sein'm eingenSobn, soll mein Mund hinkünf- der woll' uns all behüten, tig stehn. Nur daß mich dein Geist regiere, und auf rechter Straßen führe. auch Gott dem heiligen Geiste, der uns sein' Hülf allzeit leiste, damit wir ihm gefällig sein bier in der Zeit, und folgen ihm in Ewigkeit. Johann Schneefing. Sophie Regine Gräf. In eigener Melodie. 248. Allein zu dir Herr Je- Mel. Herr, ich habe missu Christ, mein Hoffnung gehandelt. steht auf Erden; ich weiß 249. Aus der Tiefe daß du mein Tröster bist, meiner Sinkein Trost mag mir sonst nen ruf' ich, großer Herr, werden. Von Anbeginn zu dir, der du von der ist nichts erforn, auf Er- Sternen Zinnen blickest den ist kein Mensch geborn, auf dies Rund allhier: laß der mir aus Noten helfen die Seufzer meiner Stimkann; dich ruf' ich an, zu men über sich gen Himdem ich all mein Ver- mel klimmen. traun hab'. 2. Laß dein' Ohren auf 2. Mein' Sund'n sind mich merken, laß mein schwer und übergroß, und Schreien vor dich gehn; reuen mich von Herzen; denn wo du nach unsern derselben mach mich quitt Werken strafest, Herr, wer und los durch deinen Tod wird bestehn? Du wirst und Schmerzen, und zeig keines Menschen schonen, mich deinem Vater an, daß wo du nach Verdienst du hast g'nug für mich ge- willst lohnen. than: so werd' ich quitt der Sündenlast. Erhalt mich fest in dem, das du versprochen hast. 3. Aber deine große Güte, die erlässet derer Schuld, die aus findlichem Gemüte sich vertrauen 3. Gieb mir nach dein'r deiner Huld, die ihr Barmherzigkeit den rechten Hebelthat bereuen, und zu Christenglauben, und daß dir um Gnade schreien. Ich deine Gütigkeit mög' 4. Herr, ich will auf inniglich beschauen, vor dich stets bauen, meine 9** See 202 Von wahrer Buße. Seele harret dein; auf dein an den Morgen: doch soll Wort will ich vertrauen, mein Herz an Gottes wenn der helle Tag bricht Macht verzweifeln nicht cin, und wenn er des Abends schwindet, und sich Morgens wieder findet. 5. Israel, dein' Hoffnung lade auf des Herren starke noch sorgen. So thu' Israel rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward, und seines Gotts erharre. 5. Ob bei uns ist der Macht; denn bei ihm ist Sünden viel, bei Gott lauter Gnade, ia er hat ist viel mehr Gnaden; sein Erlösung bracht; er wird Hand zu helfen hat kein Israel errettent aus den Ziel, wie groß auch sei der schweren Sündenketten. Schaden. Er ist allein der gute Hirt, der Israel erldsen wird aus seinen Sünden allen. D. Martin Luther. Johann Frand. In eigener Melodie. 250. us tiefer ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen; dein 251. Bist du gnädig Ohren fehr zu mir Not schrei' Mel. Alles ist an Gottes Segen. Ephraim, beund meiner Bitt fie öffen. trůbet, daß du Bosheit haft Denn so du willst das se- verübet, drückt dich deine ben an, was Sünd und Missethat: laß darum nicht Unrecht ist gethan, wer die Gedanken von des Höchkann, Herr, vor dir bleiben? sten Gnade wanken, son2. Bei dir gilt nichts dern folge diesem Rat. denn Gnad und Gunst, 2. Leg zur Seiten, was die Sünde zu vergeben; dich plaget, hdr, was dir es ist doch unser Thun der Höchste saget, und was umsonst auch in dem be- sein Mund selber spricht: sten Leben. Vor dir nie- Ich bin gnädig und sanftmand sich rühmen kann; mutig, vaterherzig und des muß dich fürchten je- sehr gütig, ewig währt dermann, und deiner Gna- mein Zorn auch nicht. den leben. 3. Ephraim, du Hochbe3. Darum auf Gott trübter, bist du nicht mein will hoffen ich, auf mein herzgeliebter und mein alVerdienst nicht bauen; auf lertrautster Sohn? Wie ihn mein Herz soll lassen sollt' ich mich denn verbosich, und seiner Güte ßen, und im Zorne dich trauen, die mir zusagt sein verstoßen? O mein Sinn wertes Wort: das ist mein ist weit davon. Troft und treuer Hort, des will ich allzeit harren. 4. Hör' ich dich so klåglich sprechen, möchte mir 4. Und ob es währt bis das Herze brechen; seh' ich in die Nacht, und wieder deinen Thränenfluß und die Von wahrer Buße. 209 und für. Gott der schlägt| Mund aus innerm Herzensden, welcher trägt unsrer grund ohn alle Falschheit Sünden schwere Bürden, spricht: Wend, Herr, dein daß wir Kinder würden. Angesicht, vernimm meine Bitte. 5. Macht der Sünden Menge dir die Welt zu enge: Gottes Gnad ist groß; hier in diesem Leben Gott uns will vergeben, daß wir frei und los mögen sein von ewger Pein. Wer die Sünd hier jacht zu hassen, den wird Gott nicht laffen. 3. Der Schak, den ich begehr', ist deine Gnad, o Herr, die Gnade, die dein Sohn, mein Heil und Gnadenthron, mir sterbend erworben. 4. Du bist rein und gerecht, ich bin ein böser me Gott, der Sünde ver= giebet. 6. Der, den Gott nicht liebet, wird hier nicht betrůbet wegen seiner Sünd, alldieweil er bleibet dessen, der ihn treibet, Satanas sein Kind. Schaue nun, Knecht; ich bin in Sünwie ist dein Thun? Wirst den tot, du bist der fromdu wahre Buß anfangen, sollst du Gnad erlangen. 7. Gottes Lieb und Treue bleibt uns hier stets neue; Gott wirft uns nicht weg, ob wir gleich vor allen viel und sehr gefallen; auf dem Lebenssteg hat stets acht des Höchsten Wacht auf uns, seiner Liebe Brennen läßt uns nicht abtrennen. 5. Laß deine Frömmigfeit sein meinen Trost und Freud; laß über meine Schuld dein edle Lieb und Huld sich reichlich ergießen. 6. Betrachte, wer ich bin, im Hui fahr' ich dahin, zerbrechlich wie ein Glas, vergänglich wie ein Gras; ein Wind kann mich fällen. 2. Ich bitte nicht um Gut, das auf der Welt beruht, auch endlich mit der Welt bricht und zu Boden fällt, und mag gar nicht retten. 8. Dieser Liebe Brennen lehr uns wohl erkennen, o Herr Jesu Chrift, wenn in unserm Zagen oftmals wir beklagen, was uns nagt und frißt; Jesu, du, o einge Ruh, laß uns nicht von dir abscheiden, noch von deinen Freuden. 7. Willst du nichts sehen an, als was ein Mensch gethan, so wird kein Menschenkind vor Menge seiner Sund im Himmel bestehen. 8. Steh an, wie Jesus Chrift für mich gegeben ist; der hat, was ich nicht kann, erfüllt, und g'nug gethan im Leben und Leiden. Christoph Runge. Mel. Als der gütige 9. Du liebest Neu und Gott. Schmerz, schau her, hier err, höre, ist mein Herz, das seine eitt 258. und Buße. 18. Ich richte mich nach dir, du sollst mir gehen für; du sollst mir schließen auf die Bahn im Tugendlauf, ich will treulich folgen. 19. Und wenn des Himmels Pfort ich werd' er11. Gleichwie auch auf greifen dort, so will im Ender Held ein Hirsch begier- gelbeer ich ewig deiner lich schreit nach frischem Ehr in Freuden lobsingen. Wasserquell, so ruf ich Paul Gerhardt. laut und hell nach dir, o mein Leben. 12. Erquice mein Ge- 259. He misge In eigener Melodie. ett, be bein, geuß Troft und Labsal ein, und sprich mir handelt, ia, mich drückt der freundlich zu, daß meine Sünden Last, ich bin nicht Seele ruh' im Schoß den Weg gewandelt, den deiner Liebe. du mir gezeiget haft, und 13. Gieb mir getroffen ießt wollt' ich gern aus Mut, wenn meiner Sün- Schrecken mich vor deiden Flut aufsteiget in die nem Zorn verstecken. Höh; ersäuf all Ängst und Web im Meer deiner Gnaden. 2. Doch wie könnt' ich dir entfliehen? Du wirstallentbalben sein. Wollt' ich über 14. Treib weg den bösen See gleich ziehen, stieg' ich Feind, der mich zu stürzen in die Gruft hinein, hätt' meint; du bist mein Hirt, ich Flügel gleich den Winund ich will bleiben ewig- den, gleichwohl würdest lich ein Schaf deiner Weide. du mich finden. Von wahrer 210 ein Feuer brennt vor Angst, Leid und Sorgen. 10. Ich lechze wie ein Land, dem deine milde Hand den Regen lang entfeucht, bis Saft und Kraft entweicht, und alles verdorret. 15. So lang auf dieser 3. Drum ich muß es Erd ich Atem holen werd', nur bekennen: Herr, ich o Herr, so will ich dein habe mißgethan, darf mich mit Leib und Seele sein, nicht dein Kind mehr nenauch getreu verbleiben. nen, ach nimm mich zu 16. Ich will dir dank- Gnaden an; laß die Menge bar sein, doch ist mein meiner Sünden deinen Können klein; allein in Zorn nicht gar entzünden. deiner Kraft, die Thun und Wollen schafft, steht all mein Vermögen. 4. Könnt ein Mensch den Sand gleich zählen an dem weiten Mittel17. Drum sende deinen meer: dennoch würd' es Geist, der deinen Kindern ihm wohl fehlen, daß er weist den Weg, der dir meiner Sünden Heer, daß gefällt; wer den bewahrt er alle mein Gebrechen und hält, wird nimmer- sollte wissen auszusprechen. mehr fehlen. 5 Wein, ach wein fept Von wahrer Buße. 211 jeht um die Wette, mei- denn ich vorhin schwach ner beiden Augen Bach! und lagerhaftig bin. SieO daß ich g'nug Zähren he, wie ich ab sei komhätte, zu betrauern meine men, wie mir alle Kraft Schmach! O daß aus dem genommen, mache, Herr, Thränenbronnen kam' ein es ja nicht lang, Mark starker Strom geronnen! und Bein ist sterbekrank. 6. Ach daß doch die 3. Vor der Sorgen Pein strengen Fluten über- und Schmerzen ist kein Herz schwemmten mein Gesicht, in meinem Herzen. Mein und die Augen möchten Gemüte, das dich liebt, bluten, weil mir Wasser ist bis auf den Grund besonst gebricht; ach daß sie trübt. Mein Trost, kannst wie Meereswellen möchten in die Höhe schwellen. 7. Aber, Christe, deine Beulen, ja ein einzigs Tröpflein Blut, das kann meine Wunden heilen, löschen meiner Sünden Glut; drum will ich, mein #gff zu stillen, mich in deine Wunden hüllen. du noch verweilen? Hat es keine Not zu eilen? Macht denn deine Hülfe sich schwächer, als der Kummer mich? 4. Kehre wieder, wieder kehre, eh ich mich in Angst verzehre; reiche deine Hand, o Gott, meiner Seelen in der Not. Zwar du möchtest sie wohl hassen, weil sie selber dich verlassen; doch betrachte dies dabei, was dein Heil und Gute sei. 8. Dir will ich die Last aufbinden, wirf fie in die tiefe See; wasche mich von meinen Sünden, mache mich so weiß als Schnee; 5. Menschen, die nicht laß dein'n guten Geist mich mehr im Leben, die den treiben, einzig ftets bei Geift schon aufgegeben, dir zu bleiben. Soy. Franc. wissen nichts von Schuld und Pflicht, und gedenken deiner nicht; denn wer kann dir chicke bei wer vermag dich wohl zu ne Rache über meine böse preisen, wenn er schon Sache, ob sie wohl durch liegt ausgestreckt, und im Nebelthat großen Zorn tiefen Grabe steckt? verdienet hat. Freilich 6. Meine müden Seufmuß ich es bekennen, Ur- zer sagen, was der Mund sach haft du sehr zu bren- nicht weiß zu klagen; nen; doch du wollest jetzt durch mein Beinen alle allein Vater und nicht Nacht wird mein Bette nas Richter sein. gemacht. Meiner Augen heiße Zähren, die mir Rub und Schlaf beschweren, quellen als ein Wasserfluß, 2. Schicke lieber, o mir Armen, für den Eifer dein Erbarmen; beile mich, daß In eigener Melodie. 260. 212 Von wahrer Buße. daß mein Lager schwim-| in deinem Zorn, das bitt' men muß. ich dich von Herzen: ich 7. Von der Pein, die bin sonst ganz und gar verich empfunden, ist mein lorn, mit dir ist nicht zu Antlih abgeschwunden; scherzen; auch zücht'ge mich Ungeduld macht die Gestalt nicht in dein'm Grimm, mir vor meinen Jahren weil ich so voll Betrübalt; denn ich muß von al- nis bin, und leide große len Seiten mit dem losen Schmerzen. Haufen streiten, der mir an- 2. Sei gnädig mir, denn thut Schmach und Spott, ich bin schwach, von Herund mich ädert auf den Tod. zen sehr erschrocken; kein' 8. Nun ihr Uebelthå- Ruh hab' ich bei Tag und ter, ziehet, ihr Tyrannen, Nacht, das Mark im Bein auf und fliehet: geht, ihr vertrocknet: mein Seel Volk der Eitelkeit, hin, auch sehr betrübet ist, daß woher ihr kommen seid; du, o Herr, so lang aus denn der Herr sieht, wenn bist, auf den ich stets thu' ich weine, daß ich dies hoffen. mit Treuen meine; meine Thränen fließen hin in sein Herz und beugen ihn. 3. Ach wende dich, du lieber Herr, errette meine Seele. Hilf mir durch dei9. Er, der Herr, hat ne Gut und Ehr, ich thu' schon mein Flehen mit Ge- mich dir befehlen. Im Tot naden angesehen; meinGe- gedenkt man deiner nicht, mute, das mich regt, hat in der Hölln dir kein Dank ihm seines auch bewegt: geschicht, darin ist nichts alsobald ich ihn gebeten, denn Quälen. ihm vor Augen bin getreten, hat auch seine Güte sich ausgebreitet über mich. 4. Von Seuffen ich so müde bin, mein Bette thu' ich schwemmen; betrübt ist 10. Bor der ganzen Welt mir Herz, Mut und Sinn, auf Erden sollen die nun nach dir thu' ich mich sehschamrot werden, zittern nen; die ganze Nacht das noch vor Gott und mir, Lager mein mit Thränen die mich haffen für und muß geneßet sein, das für; weichen müssen sie wollst du, Herr, erkennen. zurücke plößlich und im 5. Von Trauern abgeAugenblicke, und doch se- nommen hat mein G'stalt ben auch dabei, daß der und ist veraltet, ich werd' Herr mein Heiland sei. geängstet früh und spat, Martin Opit. Mel. Aus tiefer not schrei' ich zu dir. 261. err, straf mich nicht das Herz im Leib erkaltet. Ach Herr, erhir das Weinen mein, mein Flehn los nicht vergeblich sein, im Glauben mich erhalte. 6.Thrilebelthäter, weicht von Von wahrer Buße. 213 von mir, der Herr erhört der Schade, den niemand mein Flehen. Mein' Feind heilet außer du. Ach, aber zu Schanden werden schier, ach, ach Gnade, Gnade, mein G'bet, zu Gott ge- ich lasse dir nicht eher Ruh. schehen, wird nicht vergeb- Erbarme dich, erbarme lich sein fürwahr; das ist dich, Gott mein Erbargewiß und offenbar, des mer, über mich. thu' ich mich versehen. Nach Ludwig Dehler. 6. Nicht, wie ich hab' verschuldet, lohne, und handle nicht nach meiner Sünd. O treuer Vater, schone, schone, und nimm wieder an Kind. 262. mensch, ich Erbarme dich, erbarme armer dich, Gott mein Erbarmer, über mich. Mel. Wer nur den lieben Golt läßt walten. armer Sünder, steh' hier vor Gottes Angesicht. Ach Gott, ach Gott, verfahr gelinder, und geh nicht mit mir ins Gericht. Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein Erbarmer, über mich! 2. Wie ist mir doch so herzlich bange von wegen meiner großen Sünd. Ach daß ich Gnad vor dir erlange, ich armes und verlornes Kind! Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein Erbarmer, über mich. 7. Sprich nur ein Wort, so werd' ich leben, sprich, daß der arme Sünder hör': Geh hin, die Sünd ist dir vergeben; nur fündige hinfort nicht mehr. Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein Erbarmer, über mich. 8. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret, erhöret bin ich zweifelsfrei, weil sich der Trost im Herzen mehret. Drum will ich enden mein 3. Ach höre doch mein Geschrei: Ich lobe dich, seufzend Schreien, du al- ich lobe dich, Gott mein lerliebstes Vaterberg; wollst Erbarmer, über mich. alle Sünden mir verzeihen, und lindern meines Herzens Christoph Titius. Schmerz. Erbarme dich, Mel. Durch Adams Fall erbarme dich, Gott mein ist ganz verderbt. Erbarmer, über mich. bit wie lang foll ich ver- 263. charmersunkomm' zu geblich klagen? Hörst du dir mit demütigem Herdenn nicht, hörst du denn zen, o Gott, der gnädig nicht? Wie kannst du das für und für, bekenne dir Geschrei vertragen? Hör, mit Schmerzen die Sünwas der arme Sünder den all und jeden Fall, spricht: Erbarme dich, er- wie ich ihn hab' beganbarme dich, Gott mein gen von Jugend auf mit Erbarmer, über mich. großem Hauf, darin ich 5. Wahr ist es, übel steht bin gefangen. 2. Die 214 Von wahrer Buße. 2. Die Sünden sind, doch hast du mich so guadie ich gethan, unmöglich diglich geduldt und nicht zu erzählen; doch ich sie verzehret. auch nicht bergen kann, 7. Du könntest oft mit weil sie mich immer quålen. gutem Recht das Leben Dein liebster Sohn hat mir verkürzen, und mich, mich davon durch seinen als einen bösen Knecht, Tod entbunden; dennoch hinab zur Hölle stürzen, hab' ich jetzt lassen mich den der ich ohn Schen, ohn Satan neu verwunden. Leid und Reu, in Sünden 3. So ist auch mein Un- mich verweilet; dennoch dankbarkeit sehr groß bis giebst du mir Raum und auf die Stunde; ich habe Rub, haft mich nicht dir zu keiner Zeit gedankt übereilet. von Herzensgrunde für 8. Wenn mein Herz dies deine Treu, die täglich neu, bei sich bedenkt, in Stücke für deine Lieb und Güte, möcht's zerspringen: die die ich an mir gar reichlich große Sicherheit mich spür', und stets trag' im frånft, thut Mark und Bein Gemüte. durchdringen. Kein Höl4. Vornehmlich hast du lenpein so groß mag sein, mit Geduld viel Jahr bis ich habe sie verschuldet; her verschonet, und mir ich bin nicht wert, daß nicht, wie ich oft verschuldt, mich die Erd trägt, nährt bald zornig abgelohnet; haft und auf sich duldet. fort und fort, o höchster 9. Unwert bin ich, daß Hort, dich meiner ange- man mich nennt ein Werk nommen; hast nichts ge- von dir geschaffen; wert spart nach deiner Art, bis bin ich, daß all' Element' ich zu dir bin kommen. zur Strafe mich hinraffen. 5. Mit deinem Wort So weit hat's bracht der hast du gar oft an mein Sünden Macht: ich muß Herz angeschlagen, durch es frei bekennen: wo du deinen Geist mir zugeruft, siehst an, was ich gethan, den Himmel angetragen; so muß ich ewig brennen. haft früh und spat durch 10. O Vater der Barmviel Wohlthat zur Buße herzigkeit, ich falle dir zu mich bewogen; auch mit Fuße; verwirf nicht den, Trubsal, Angst, Not und der zu dir schreit und thut Qual zu dir hinauf gezogen. rechtschaffne Buße; dein 6. Dennoch, das ich nicht Angesicht aus Gradenricht leugnen kann, wenn du auf mich betrübten Sungleich angeklopfet, hab' ich der: gieb mir ein'n Blick, dir niemals aufgethan, die der mich erquick', so wird Ohren zugestopfet, mit Un- die Angst bald minder. bedacht dies ganz veracht, 11. Eröffne mir dein den Rücken bir gekebret; freundlich Herz, die Nefidetts Von wahrer Buße 215 her können schaden. den; der Liebe; vergieb noch feine Not bis hierdie Sünd, heil meinen Schmerz, hilf, daß ich mich 5. Haft auch in Chrifto ftets übe in dem, was dir mich erwählt tief aus der gefällt an mir, und alles Höllen Fluten, so daß es Bose meide, bis ich hin- niemals mir gefehlt an itfahr zur Engelschar, da gend einem Guten; und nichts denn lauter Freude. daß ich ja dein eigen sei, Johann Heermann. hast du mich auch aus bloMel. Aus tiefer Not ßer Tren gestäupt mit Baschrei' ich zu dir. terruten. will von 6. 264. meiner Mit dern, was du mir gegeben fethat zum Herren mich zu genießen? Schenk' aber befehren: du wollest selbst ich Gehorsam dir? Das mir Hülf und Rat hiezu zeuget mein Gewissen, mein o Gott, bescheren, und Herz, in welchem nichts deines guten Geistes Kraft, gesund, das tausend Sünder neue Herzen in uns denwürme wund bis auf schafft, aus Gnaden mir den Tod gebissen. gewähren. 7. Die Thorheit meiner 2. Natürlich kann ein jungen Jahr und alle schnöMensch doch nicht sein den Sachen verklagen mich Elend selbst empfinden; er zu offenbar; was soll ich ist ohn deines Geistes Licht Ärmer machen? Sie stelblind, taub und tot in len, Herr, mir vors GeSünden: verkehrt ist Will, sicht dein unerträglichs Verstand und Thun; des Zorngericht, und deiner großen Jammers komm Höllen Rachen. mich nun, o Vater, zu entbinden. 8. Ich habe meiner Greuel Qual, und scham' sie zu bekennen; es ist ihr weder Maß noch Zahl, ich weiß sie nicht zu nennen, und ist ihr keiner doch so klein, um welches willen nicht allein ich ewig müßte brennen. 3. Klopf durch Erkennt nis bei mir an, und führ mir wohl zu Sinnen, was Böses ich vor dir gethan; du kannst mein Herz gewinnen, daß ich aus Kummer und Beschwer laff' über meine Wangen her 9. Bisher hab ich in viel heiße Thränen rinnen. Sicherheit fein unbesorgt 4. Wie hast du doch auf geschlafen, gesagt: Es hat mich gewandt den Reich- noch lange Zeit, Gott tum deiner Gnaden. Mein pflegt nicht bald zu straLeben dank ich deinerhand, fen; er fähret nicht mit die hat mich überladen mit unsrer Schuld so strenge Ruh, Gesundheit, Ehr und fort, es hat Geduld der Brot; du machst, daß mir Herr mit seinen Schafen. 10. Dies 216 Von wahrer Buße. 10. Dies alles jetzt zu- lich mich hin vor deinen gleich erwacht, mein Herz Vater machen; ich weiß, will mir zerspringen; ich sehe er lenket seinen Sinn, und deines Donners Macht, schaffet Rat mir Schwadein Feuer auf mich drin- chen; er weiß, was Fleigen; du regest wider mich scheslust und Welt und zugleich des Todes und der Satan uns für Neße stellt, Höllen Reich, die wollen die uns zu stürzen wachen. mich verschlingen. 16. Wie werd' ich mich 11. Die mich verfolgt, die mein Leben lang vor solgroße Not, fährt schnell cher Plage scheuen, durch ohn Zaum und Zügel. Wo deines guten Geistes flieh' ich hin? Du Mor- Zwang, den du mir wollst genrot, erteil mir deine verleihen, daß er von aller Flügel; verbirg mich wo, Sündenlift und dem, was o fernes Meer, stürzt hoch dir zuwider ist, helf ewig herab, fallt auf mich her, mich befreien. LuiseHenriette, thr Klippen, Türm' und Kurfürstin v. Brandenburg. Hügel. 12. Ach nur umsonst, In eigener Melodie. und könnt ich auch bis in 265. esu, der du den Himmel steigen, und wieder in der Höllen Bauch haft durch deinen bittern mich zu verkriechen neigen: Tod aus des Teufels findein Auge dringt durch stern Höhle und der alles fich, du wirst da meine schweren Sündennot kråfSchand und mich der lich- tiglich herausgerissen, und ten Sonnen zeigen. mich solches lassen wissen durch dein angenehmes Wort, sei doch jetzt, o Gott, mein Hort. 13. Herr Jesu, nimm mich zu dir ein, ich flieh' in deine Wunden, die du, o Heiland, wegen mein am 2. Treulich hast du ja Kreuze haft empfunden, als gesuchet die verlornen unser aller Sünden Müh Schäfelein, als sie liefen dir, o du Gotteslamm, ganz verfluchet in der Hölward hie zu tragen auf- len Pfuhl hinein; ja, du gebunden. Satansüberwinder, hast 14. Wasch mich durch die hochbetrübten Sünder deinen Todesschweiß und so gerufen zu der Buß, daß purpurrotes Leiden, und ich billig kommen muß. laß mich sauber sein und 3. Ach ich bin ein Kind weiß durch deiner Unschuld der Sünden; ach ich irre Seiden. Von wegen dei- weit und breit; es ist nichts nes Kreuzes Last erquick, bei mir zu finden als nur was du zermalmet baft, mit Ungerechtigkeit; all mein deines Trostes Freuden. Tichten, all mein Trachten 15. So angethan will heißet unsern Gott verach Von wahrer Buße. 217 achten; böslich leb ich ganz| Schenkel fest gebunden und gar, und sehr gottlos wenden alle Plagen ab. immerdar. Deine Pein und blutges Schwißen, deine Striemen, Schlag' und Rizzer, deine Marter, Angst und Stich), 0 Herr Jesu, 4. Herr, ich muß es ia bekennen, daß nichts Gutes wohnt in mir; das zwar, was wir Wollen nennen, halt' ich meiner trifien mich. Seelen für; aber Fleisch 9. Wenn ich vor Gericht und Blut zu zwingen, und soll treten, da man nicht das Gute zu vollbringen, entfliehen kann, ach so folget gar nicht, wie es wollest du mich retten, und soll; was ich nicht will, dich meiner nehmen an. thu' ich wohl Du, Herr, kannst allein 5. Aber, Herr, ich kann es stören, daß ich nicht nicht wissen meiner Fehler den Fluch darf hören: Ihr Meng allein: mein Ge- zu meiner linken Hand müt ist ganz zerriffen durch seid von mir noch nie ers der Sünden Schmerz und kannt. Pein, und mein Herz ist 6. Jesu, du hast weggenommen meine Schulden durch ein Blut: laß es, o Erldser, kommen meiner Seligkeit zu gut; und die weil du sehr zerschlagen haft die Sünd am Kreuz getragen, ei so sprich mich endlich frei, daß ich ganz dein eigen sei. 10. Du ergründeft meimatt von Sorgen; ach ne Schmerzen, du erfenvergieb mir was verborgen; neft meine Pein: es ist rechne nicht die Missethat, nichts in meinem Herzen, die dich, Herr, erzürnet hat. als dein herber Tod allein, Dies mein Herz, mit Leid vermenget, durch dein teures Blut besprenget, das am Kreuz vergossen ist, geb' ich dir, Herr Jesu Chrift. 11. Nun ich weiß, du wirst mir stillen mein Gewissen, das mich plagt; es wird deine Treu erfüllen, was du selber haft gesagt: 7. Weil mich auch der daß auf dieser weiten ErHillen Schrecken und des den keiner auch verloren Satans Grimmigkeit viel werden, sondern ewig lemals pflegen aufzuwecken ben soll, wenn er nur ist und zu führen in den Streit, Glaubens voll. daß ich schier muß unterlie- 12. Herr, ich glaube, gen, ach so bilf, Herr Je- bilf mir Schwachen, laß ju, fiegen; o du meine Zu- mich ia verderben nicht; versicht, laß mich ia verza- du, du kannst mich stärker gen nicht. machen, wenn mich Sünd 8. Deine rotgefärbten und Tod ansicht. Deiner Wunden, deine Nägel, Güte will ich trauen, bis Kron und Grab, deine ich fröhlich werde schauen 10 dich mur? 218 Don wahrer Buße. dich, Herr Jesu, nach Sündenlast, Jesu, selbſt dem Streit in der süßen getragen haft. Ewigkeit. Joh. Rist. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 5. Deine Wunden find die Quelle, wo ich soll mein Lasterkleid waschen als ein Schnee so helle von dem Kot der Eitel266. eu, liebster keit. Ach wie will ich Frommen, schönster Braut- ich nur ein Tröpflein hagam, Gottes Sohn, schaue ben von dem Balsam deine Braut jetzt kommen, deines Bluts, des hochwie sie sich vor deinem teuren Seelenguts. Thron zu der Erden nie- 6. Wirf dein liebreich derleget und auf ihre Brust Angesichte her auf dein anschläget, weil ihr hoch- betrübtes Kind, weil ich betrübtes Herz fühlt der mich jetzt zu dir richte schweren SündenSchmerz. und bereue meine Sünd; 2. Ach es ist nicht zu be- laß doch mein geängst schreiben die sehr große Gewissen einen GnadenSündenschuld. Ich kann blick genießen, einen Blick, kaum vor Wehmut blei- o Bruderherz, so verben, weil, o Jesu, deine schwindet Angst Huld gegen mich ist nun Schmerz. verscherzet, welches mich so beftig schmerzet; lieber In eigener Melodie. türb' ich tauſendmal, als 267., ach bes srael, bekehre und ich leide solche Qual. 3. Selbst das Herz fångt fehre dich noch heute, und an zu bluten, das dein im Glauben dich bereite, scharf Gesetz zerbricht; die daß du finnest würdiglich sehr herben Thränenflu- bei dem Abendmahl erschet ten überschwemmen mein nen, wozu Jesus ruft Gesicht; alle mein Gebein die Seinen. erzittert, weil dein Grimm 2. Willst du kommen, in mir so wittert; ach ich säubre dich von dem bin lebendig tot in so Schmuß der Lasterflecken, großer Seelennot. die in deinem Fleische 4. Willst du mich denn flecken; Chrifti Blut kann ewig haffen? Deine Lieb dich und mich reinigen und Freundlichkeit wird von allen Sünden, wenn ia die nicht sterben las- wir Buße bei uns finden. sen, die nach deiner Hülfe 3. Glaube, Hoffnung schreit; ach ich weiß, und Geduld, Liebe, Dedein Herz wird brechen, mut und dergleichen find und mir Armen Troft der Christen wahre Zeichen, versprechen, weil du meine welche stehn in Christi Huld Von wahrer Buße. 219 5, die er fennet und nach Baterrecht, was sich Het kommen, daß sie will gebühren. werden aufgenommen. 4. Nun so nimm dich 4. Solcher Schmuck meiner an, wie die Văund Himmelstracht Chri- ter pflegen; meine Buß sto einig wohlgefället; wer und Thränenbahn, laß dich der Welt hier gleich sich doch bewegen. Meine stellet, der wird von ihm Sünden bringen Schmerz, nicht geacht, und von sei- die ich hab' begangen, ach nen Tischgens sen schimpf- du liebes Vaterherz, laß lich wieder ausgestoßen. mich Gnad erlangen. 5. Israel, befehre dich, 5. Hast du doch in deiweil es jetzi noch heißet nem Wort Gnade mir vers heute, und im Glauben sprochen; laß mich an der dich bereite, daß du kön- Guadenpfort nicht vernest würdlich bei dem geblich pochen. Laß der Aber dmahl erscheinen, wo- matten Seufzer Stärk zu Jesus ruft die Seinen. durch die Wolken dringen, und von deinem Himmelsberg mir Genade bringen. 6. Ich laß doch nicht eher ab, bis du mir ge= währet Gnade, die ich von Kind, komm zu dir geei- dir hab' inniglich begehret; let, weil ich sonsten nie- segne mich, ich lasse dich mand find', der mich Ar- eher nicht; ich hange, wie men heilet. Meine Wun- die Klett am Kleid, bis den sind sehr groß, groß ich Gnad vor dir erlange. find meinenden; mach mich von denselben los, laß mich Gnade finden. 2. Führst du väterlich Geschlecht, und hast Vaterfitten, ei so hab' ich Kindesrecht, und darf fühnlich bitten; denn den Kindern steht es frei, Båter anzuflehen: Bater, deine Vatertreu laß mich Armen sehen. 7. Du bist Gott und heißest gut, weil du Gutthat übest, und, gleichwie ein Vater thut, deine Kinder liebest. Dieser Gutthat laß mich auch, Vaterherz, genießen; laß auf mich nach deinem Brauch deine Gnade fließen. 3. Liebster Bater, willst Sünden Trieb oftermals du dich Vater lassen nen- gewandelt. Meine Sünten, ei so mußt du lassen den ich versenk, Herr, in mich Vaterfinn erkennen; deine Wunden: ach der= denn das rodre viel zu selben nicht gedenk, laß fie schlecht, bloßen Namen sein verschwunden. ühren, und nicht thun 9. Klagt mich mein Ge10* wisMel. Christus, der uns felig macht. 268. Diebster Bater, ich, dein 8. Ach verzeih mir; ach vergieb, was ich mißgehandelt, weil ich nach der Penys 220 Von wahrer Buße. wissen an und will mich ver- 8. Darum, mein Heil, dammen, will der schwarze laß mich jest teil an deiHöllenmann dich zur Rach nem G'nugthun haben; anflammen: ei so denke meine Sünde werd' hinfort mit Geduld, daß ich Staub in dein Grab begraben. und Aſschen, und daß mich von meiner Schuld hab' dein Blut gewaschen. 9. O treuer Hirt, wenn Satan wird mein leppigfeit verklagen, so still ihn durch dein Verdienst, sonst müßt' ich verzagen. Christoph Titius. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. Johann Franc. 269. Angst und Leid, Mel. Nun laßt uns den Traurigkeit, die ich jetzt Leib begraben. muß empfinden, die jetzt 270. frommer mein Gewissen nagt wegen meiner Sünden! getreuer Gott, ich hab' ge2. O Furcht und Graus, brochen dein Gebot, und das Hillenhaus, darnach sehr gesündigt wider dich: ich pflegt' zu ringen, hat das ist mir leid und reuet den Rachen aufgesperrt, mich. und will mich verschlingen. 2. Weil aber du, o 3. Ach und Weh, o gnådger Gott, nicht hast Schreckenssee, wo soll Gefalln an meinem Tod, ich mich verstecken? Ach und ist dein herzliches Bedaß doch die tiefste Gruft gehrn, daß ich mich soll möchte mich bedecken! zu dir bekehrn: 4. Der Erden Saum hat keinen Raum, drin ich kann sicher bleiben; meine Bosheit will mich ganz in den Abgrund treiben. 5. Wie werd' ich dort so strenge Wort an Gottes Richtstuhl hören; weil ich mich die Fleischeslust lass bier so bethören. 6. O Gottes Sohn, du Gnadenthron, ich flieh' in deine Wunden, drin hab' ich noch jederzeit Ruh und Rettung funden. 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm, ich armer Sünder zu dir komm', und bitt' dich durch den bittern Tod und heilige fünf Wunden rot 4. Deins lieben Sohnes Jesu Chrift, der mir zu gut Mensch worden ist: laß deine Gnad und Gütigkeit mehr gelten, denn Gerechtigkeit. 5. Verschon, o Herr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld: so werd 7. Dein heilig Blut, ich arm verlornes Kind ledas mir zu gut am Kreuze dig und los all meiner ward vergossen, ist ein Sünd. Brunn, daraus das Heil 6. Ich will, o Herr, kommt auf mich geflossen. nach deinem Wort mich bes Von wahrer Buße. 221 beffern, leben fromm hin- gerne möcht' im Blute dein fort, damit ich mög' nach dieser Zeit gelangen zn der Seligkeit. von Sünden losgesprochent sein, wie David und Manaffe: In eigener Melodie. 271. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden, sich doch, wie ich in meinem Mut mit Schmerzen bin beladen, und in mir hab' der Pfeile viel, die im Gewissen ohne Ziel mich armen Sünder drücken. 6. Also komm' ich nun auch allhie in meiner Angst geschritten, und thu' dich mit gebeugtem Knie von ganzem Herzen bittent: Verzeih mir doch genadiglich, was ich mein Tage wider dich auf Erden hab' begangen. 7. Herr, mein Gott, vergieb mir's doch um det2. Erbarm dich mein in nes Namens willen, und solcher Last, nimm sie aus thu in mir das schwere meinem Herzen, dieweil du Joch der Uebertretung stilfie gebüßet baft am Holz len, daß sich mein Herz zumit Todesschmerzen; auf frieden geb', und dir hindaß ich nicht vor gro- fort zu Ehren leb' mit kindsem Weh in meinen Sün- lichem Gehorsam. den untergeh', noch ewiglich verzage. 8. Starf mich mit deinem Freudengeist, heil mich 3. Fürwahr, wenn mir mit deinen Wunden; wasch das kommet ein, was ich mich mit deinem Todesmein Tag begangen, so schweiß in meiner letzten fällt mir auf das Herz ein Stunden, und nimm mich Stein, und bin mit Furcht einst, wann dir's gefällt, umfangen; ia ich weiß we- im rechten Glauben von der aus noch ein, und müßte de. Welt zu deinen Ausfracks verloren sein, wenn erwählten, ich dein Wort nicht hätte. 9. Auf daß ich in der 4. Aber dein heilsam ewgen Freud mit Sing'n Wort das macht mit sei- und Jubilieren preif' ewig nem süßen Singen, daß deine Herrlichkeit, mit mir das Herze wieder lacht, Spring'n und Triumphieund fast beginnt zu sprin- ren. Erhör mein' Bitt nach gen; dieweil es alle Gnad detnem Wort, nimm auf verheißt denen, die mit zer- dein Kind, o treuer Hort, knirschtem Geist zu dir, o durch Jesum Chriftum. Jesu, kommen. Amen. 5. Und weil ich denn in meinem Sinn, wie ich zuvor geklaget, auch ein beV. 1-8 Barthol. Ringwaldt. Mel. Uun laßt uns den Leib begraben. trübter Sünder bin, den 272. O starker sein Gewissen naget, und Gott, o See Von wahrer Buße. Seelenkraft, o liebster Tezen und mein ängstlichy Sehnen. 2. Ich bin kalt, entzünde mich, o erweich mich Harten. Speis mich, ich bin hungerig, feucht mich dürren Garten. Satan schlägt und erregt sehr viele harte Wunden in Versuchungsstunden. 222 Herr, Lebenssaft, was soll ich thun, was ist dein Will? Gebeut, ich will dir balten still. 2. Ich kann ja nichts, das weißt du wohl, auch weiß ich nicht, was ich thun soll: du kannst allein verrichten dies, du weißt es auch allein gewiß. 3. Rat, Kraft, Held ist niemand als du, Rat giebest du in stiller Ruh; Kraft bist du auch in höchster Not, Held ist dein Nam, o Wundergott! 4. Du Fels des Heils, erhalte mich, du Lebensstrom, fleuß mildiglich; fleuß doch in meine Seel hinein, ei kehre bei dem Sünder ein. 5. Die Zeit ist bis und Falschheit voll, ich weiß nicht, wie ich leben soll: du bist ein Herr, der groß von Rat, du bist ein Gott, der stark von That. 6. Was willst dut Herr? das sage mir. Ich klopf, ach thu doch auf die Thür; ich ruf und schrei, du hörst es wohl: Was willst du, Herr, das ich thun soll? Joachim Neander. 3. Meines Fleisches Luftbegier macht mir manche Schmerzen; auch die Welt, die schießet mir Pfeile nach dem Herzen. Mancherlei Menschenscheu sucht mich zu erschrecken und in Not ju stecken. 4. Ach könnt' ich doch, Jesu, dich, wie ich wollte, lieben, o möcht' ich doch fråftiglich solche Lieb ausüben. Brünstiglich wünsche ich, dich im Geist zu küssen, in dir zu zerfließen. 5. Mein Geist weiß die Wollust wohl, was es ſei, dich lieben: doch das Fleisch ist Trägheit voll, will die Herrschaft üben; Fleisch und Geist zieht und reißt mich auf beiden Seiten, o da gilt es streiten! 6. Ach was mach' ich Armer doch? Wer wird mich erretten? Wohin flich' ich endlich noch? Wer wird mich vertreHerr, mein Heil, ten? 273.( Seele.) Siebe, komm in Eil, brich des ich Fleisches Tücke, die verstrickten Stricke. Mel. Straf mich nicht in deinem Sorn. gefallner Knecht voller Blut und Schläge, ich, 7.( Jesus.) Sieh, ich dein Diener, bin wohl komme und erfüll, Seele, recht langsam, faul und dein Verlangen, ja ich küſs tråge. Ach mein Gott, Ze- fe dich und will dich mit baoth, bir mein Echreien, Lieb umfangen; Fleischesnot Don wahrer Buße. 223 not, Welt und Tod, ja dein Gott, mir ist nicht der Höllen Banden mache lieb des Sünders Tod; ich zu Schanden. vielmehr ist dies mein 8. Meinen Geist den Wunsch und Will, daß er ( chenk' ich dir, der das von Sünden halte still, von Fleisch bezwinge; auch die seiner Bosheit kehre sich, Lieb, die dich zu mir zieh' und lebe mit mir ewiglich. und kräftig dringe. Jch heil' dich, dich will ich reingen und entbinden, stärken, kräft'gen, gründen. 2. Dies Wort bedent, o Menschenkind, verzweifle nicht in deiner Sünd. Hier findest du Troft, Heil und Gnad, die Gott dir zugesaget hat, und zwar durch einen teuren Eid. selig, dem die Sünd 9. Deiner Wunden tiefen Schmerz heilen meine Wunden; deine Schläge hat mein Herz dir zum Heil empfunden. Trag Geduld, alle Schuld foll mein Blut bezwingen, soll mein Blut verschlingen. 3. Doch hute dich vor Sicherheit, denk nicht: Es ist noch lange Zeit; ich 10. Dieser reine Purpur- will erst fröhlich sein auf schweiß machet alles rei- Erd, und wenn ich Lebens ne; was nicht reine, das müde werd', alsdann will wird weiß durch dies Blut ich bekehren mich, Gott, alleine: die Natur, Krea- wird wohl mein erbartur und dies ganze Wesen men sich. soll dadurch geneſen. 4. Wahr ist's, Gott 11.( Seele.) O wie rein ist zwar stets bereit dem ist doch dein Blut, Jesu, Sünder mit Barmherzigmeine Wonne! Schnee- feit; doch wer auf Gnade weiß ist die Wundenflut, fündigt hin, fährt fort in heller denn die Sonne. seinem bösen Sinn, und Ganz und gar hell und seiner Seelen selbst nicht klar werden dort die Dei- schont, dem wird mit Unnen durch dein Blut er- gnad abgelohnt. scheinen. 5. Gnad hat dir zuge12. Dank sei dir, du saget Gott von wegen Gotteslamm, daß du über- Christi Blut und Tod; wunden, daß du mir am doch sagen hat er nicht geKreuzesstamm die Erld- wollt, ob du bis morgen lefung funden. Ich bin dein, ben sollt; daß du mußt sterdir allein will ich mich er- ben, ist dir fund, verborgeben, in dir siegen, leben. gen ist des Todes Stund. Ludw. Andr. Gotter. 6. Heut lebst du, heut Mel. Vater unser im bekehre dich, eh morgen Himmelreich. fommt, fann's ändern sich. 274. So wahr ich Wer heut ist frisch, gesund ( o ist leid. 10 224 Von wahrer Buße. ia wohl gar tot. So du Lager fließen von den nun stirbest ohne Buß, Thränengüssen. dein Leib und Seel dort brennen muß. Herr Jesu, 5. Ach ich bin so můd und matt von den schwe7. Hilf, ren Plagen; mein Herz ist hilf du mir, daß ich jetzt der Seufzer satt, die nach komme bald zu dir, und Hülfe fragen. Wie so lang Buße thu' den Augenblick, machst du bang meiner areh mich der schnelle Lod hinrück; auf daß ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt sei bereit. men Seele in der Schwermutshöhle. Johann Heermann. In eigener Melodie. 6. Weicht, ihr Feinde, weicht von mir: Gott der hört mein Beten. Nunmehr darf ich mit Begier vor sein Untlik treten. 275. Straf mich Teufel weich, Hölle fleuch! Was mich vor gekrånket, hat mir Gott geschenket. nicht in detnem Zorn; großer Gott, verschone. Ach laß mich 7. Bater, dir sei ewig nicht sein verlorn, nach Preis, hier und auch dort Verdienst nicht lohne. Hat oben, wie auch Chrifto die Sünd dich entzündt, gleicher Weis, der allzeit Ibsch ab in dem Lamme zu loben; heilger Geist, deines Grimmes Flamme. sei gepreist, hoch gerühmt, 2. Herr, wer denkt im geehret, daß du mich erTode dein? Wer dankt in Höret. Joh. Georg Albinus. der Höllen? Rette mich aus iener Pein der ver- Mel. Sion klagt mit dammten Seelen, daß ich Angst und Schmerzen. dir für und für dort an 276. jenem Tage, höchster Gott, Lob sage. Vater ater, ach laß Troft erscheinen; siehest du dein 3. Zeig mir deine Va- Kind denn nicht bitterlich terhuld, stårk mit Troft mit Petro weinen? wie es mich Schwachen; ach, mit Manasse spricht? wie Herr, hab mit mir Ge- es schlägt an seine Brust? duld, mein' Gebeine fra- wie die eitle Sündenluft chen; heil die Seel mit wird aus Reue so verdem Del deiner großen fluchet? wie es weinend ( Gnaden, wend ab allen Gnade suchet? Schaden. 2. Hast du, Bater, nicht 4. Ach sieh mein Ge- geliebet mich vor aller beine an, wie sie all er- Ewigkeit? So mich nun starren; meine Seele gar die Schuld betrübet, trist' nicht kann deiner Hülfe ich mich der Gnadenzeit; barren. Ich verschmacht; Jesu Kreuz und DornenTag und Nacht muß mein Fron bring ich hier vor deimen Von wahrer Buße. 225 sen Thron. Hat dein Sohn hilfet mir, wer führet mich nicht das erlitten, und kann kräftig für mich bitten? zum Leben? Zu niemand, Herr, als nur zu dir will ich mich frei begeben. Du bist, der das Verlorne sucht, du segnest das, so war verflucht; hilf, Jesu, dem Elenden. 3. Zwar du bist gerecht, ich schäme mich der Ungerechtigkeit. So ich Feigenblätter nehme, meiner Werke nichtig Kleid, deckt es doch die Bldße nicht; so du, Vater, vor Gericht Recht für Gnade läsfest gehen, wer ist rein, wer kann bestehen? 2. Herr, meine Sünden ängsten mich, der Todes= leib mich plaget; o Lebensgott, erbarme dich, vergieb mir, was mich naget. Du weißt es wohl, was mir gebricht, ich weiß es auch und sag' es nicht; bilf, Jesu, dem Betrübten. 4. Gleichwohl sagst du zu das Leben, und willst nicht der Sünder Tod; du willst schenken und vergeben, wo verlassen dein Gebot, wo aus bbs verderbter Art auf der breiten rufft: Ich bin das Leben! Hillenfahrt ich mich habe laffen finden in ganz ungebüßten Sünden. Drum ist mein Trost auf dich gericht, du kannst mir alles geben; im Tode kannst du bei mir stehn, in Not als Herzog vor mir gebn; hilf, Jeſu, dem ZerEnirschten. 3. Du sprichst, ich soll mich fürchten nicht; du 5. Suche mich, dein Schäflein, wieder, du mein Gott und treuer Hirt, welches, irrig auf und nieder, Wölfen sonst zum 4. Bist du der Arzt, der Raube wird; schließ in Kranketrägt? Auf dich will Jesu Wunden ein das ver- ich mich legen. Bist du der scheuchte Taubelein, daß Hirt, der Schwache pflegt? es Satan nicht erwische in Erquicke mich mit Segen. dem wüsten Weltgebüsche. Ich bin gefährlich krank 5. Jch thue nicht, Herr, was ich soll; wie kann es 6. Herr, ich habe zwar und schwach; heil und ververzogen, bin nach Noa bind, hör an die Klag; hilf, Rabenart sicher hin und Jesu, dem Zerschlagnen. ber geflogen, hab' die Buße lang gespart; jest thu' ich zu dir den Tritt, bringe doch bestehen? Es drůcket Neu und Glauben mit. mich, das weißt du wohl; Herr, ich komme hochbe- wie wird es endlich gehen? laden, nimm dein armes Elender ich, wer wird mich Kind zu Gnaden. doch erlösen von dem ToBenjamin Prätorius. desioch! Ich danke Gott Mel. Aus tiefer Not durch Christum. Joachim Neander. 277.* Whit, wer schrei' ich zu dir. ſoll ich 10** Mel. 226 Von wahrer Buße. ich wart' und hoff': ach las Mel. Aus tiefer Not mich Gnade finden. fchrei' ich zu dir. eh 6. Ich bin das unge278. Web mir, daß ratne Kind, das sich von ich so oft dir gewendet, und mit dem und viel, als wär ich gar frechen Weltgesind sein verblendet, gesündigt ohne Erbteil hat verschwendet; Zahl und Ziel, von Gott dich, als das Lebensbrot, mich abgewendet, der mir ohn Schen hintangesetzt, doch nichts denn lauter und wie die Säu' mit TråGnad und Wohlthat stets bern sich gefüllet. erwiesen hat in meinem ganzen Leben. 7. Ich habe dir oft widerstrebt, gefolget meinen 2. Weh mir, daß ich Lüften, und den Begierden vor meinem Gott mein nachgelebt, die, was recht Herz so fest verschlossen, ist, verwüsten. Das hichda er mir doch ein Schuk ste Gut hab' ich veracht, in Not zu sein war un- auf das, was zeitlich ist, verdrossen. Viel Greuel gedacht, und in der Welt hab' ich drein gebracht, es hoch pranget. iſt jetzt wie ein garstig Schacht, darin der Satan wohnet. 8. Doch aber bitt' ich dich, aus Gnad wollst du nicht mehr gedenken, was 3. Mich überzeuget Herz ich geübt für Frevelthat, und Sinn, ich muß es ins Meer wollst du sie fenfrei bekennen, daß ich der ken. Die Sünd erlaß, die größte Sünder bin, darf Straf abführ, ein neues mich nicht anders nennen; Leben schaff in mir um doch wenn ich dich, o Gott, deines Sohnes willen. schau' an, mit nichten ich verzweifeln kann, du kannst und willst mir helfen. Joh. Heermann. In eigener Melodie, 4. Groß ist zwar meine 279. Wirf ab von das Missethat, die mich bisher besessen; doch ist weit grö- schwere Joch der Sünden, ser deine Gnad, niemand errette mich, mein Jesu, kann sie ermessen. So groß, durch dein Blut; wenn fero großer Gott, du bist, so ner mich die Lüfte wollen groß ist auch zu aller Frist binden, befreie mich durch bei dir die Gnad und Güte. deine Liebesglut Hier ift 5. Die haft du keinem je mein Herze, zermalmt von versagt, weil diese Welt ge- Leid und Schmerze: du standen. Wer dir vertraut wirst mich ia nicht lassen und nicht verzagt, wird in den Banden; ich bab' auf nimmermehr zu Schanden. dich gebaut, und, Jeiu, Ich bitt', ich fleh', ichschrei, deiner Huld vertraut, drum ich ruf, auf deine Gnad werd ich nicht zuSchanden. 2. Ich Von wahrer Buße. 227 2. Ich will dir nur mein| gen lechzet, also mein Geift falsches Herz bekennen, ich nach Lebenswasser fidhnt. zeuge hier von dem, das Komm ja und leite mich mir bewußt; ich ließ in bald zu deiner Seite, und mir ein fremdes Feuer bren- ziehe mich mit Macht aus nen, und heuchelte mit der diesen Banden. Ach hilf verbotnen Lust; ich bin ge- mir dir vertraun, und Troft glitten, weil ich nicht treu in deine Seite baun, so gestritten. Du wollst mich werd'ich nicht zuSchanden. nicht mehr lassen in den Banden; dieweil ich dir vertrau', und stets auf deine Wahrheit bau', so werd' ich nicht zu Schanden. 6. Gieb mir dein Fleisch doch würdig zu genießen, und drücke mich an deine sanfte Brust; laß auch dein Blut in meine Seele fließen, und schwäche so die Wurzel böser Luft, daß keine Sünden in mir den Wohnplak finden, und laß mich nicht mehr fesseln mit den Banden. Ich will dir stets vertraun, auf dich den Lebensfelsen baun, so werd' ich nicht zu Schanden. 3. Dich hatt' ich nicht, o Höchster, stets vor Augen, noch deine Furcht mir recht in Sinn gedrückt; ich lůsterte nach Dingen, die nicht taugen, die hätten mir fast meinen Geist erstickt. Herr, deine Treue, wird jeßo wieder neue, indem du mich befreiest von den Banden; ich hab' auf dich gebaut, und deiner Liebe nur getraut, drum werd' ich nicht zu Schanden. 7. Gieb mir das Pfand der Seligkeit zu schmecken, und drücke mir dein wertes Siegel ein, zur Macht im Streit, zur Labung in 4. Ich strebte auch gar dem Schrecken, wenn du oft nach hohem Wesen, und mich siehst nach frischer ging nicht recht in wahre Kühlung schrein; zur Kraft Demut ein; wenn meine im Kämpfen, die FleischesLust was Schnides fich er- lust zu dämpfen. Ach Herr, lesen, mußt' oft dein Dienst ach laß mich ia in keinen der Falschheit Schminke Banden; gieb, daß ich dir fein. O daß ich's sage, und vertrau', und nur auf deinicht genug beklage! Ach nen Willen bau', so werd' ziehe mich mit macht aus ich nicht zu Schanden. diesen Banden; dieweil ich dir vertrau', und nur auf deine Güte bau', so werd' 8. Laß deine Glut der Liebe in mir brennen, laß deinen Tod mir in Gedanich nicht zu Schanden. Een stehn; laß keine Luft 5. O fiehe doch, wie mich jemals von dir trenmeine Seele åchzet, und nen, noch mich aus Furcht sich nach dir und deinem von dir zurücke gehn. Sonst Strimlein sehnt? Wie dür- wie dein Wille, ich halte res Land nach frischem Re-| gerne stille. Wenn du mich prů 228 Von wahrer Buße prüfen willst in Kreuzes- 6. Ist meine Bosheit banden, so will ich dir ver- groß, so werd' ich ihr traun, und fest auf deine doch los, wenn ich dein Treue baun, so werd' ich Blut auffasse, und mich nicht zu Schanden. darauf verlasse. Wer sich zu dir nur findet, all Angst ihm bald verschwindet. Christian Friedrich Richter. Mel. Auf meinen lieben Gott. 7. Mir mangelt zwar sehr viel; doch was ich ha280. Wo soll ich ben will, ist alles mir zu fliehen gute erlangt mit deinem bin, weil ich beschweret bin Blute, damit ich überwinde mit vielen großen Sün- Tod, Teufel, Höll und den? Wo soll ich Rettung Sünde. finden? Wenn alle Welt berkäme, mein Angst fie nicht wegnahme, 8. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär', darf ich doch nicht 2. O Jesu voller Gnad, verzagen, mit dir kann ich auf dein Gebot und Rat sie schlagen; dein Blut darf kommt mein betrübt Ge- ich nur zeigen, so muß ihr müte zu deiner großen Truk bald schweigen. Güte: laß du auf mein 9. Dein Blut, der edle Gewissen ein Gnaden- Saft, hat solche Stärk tropflein fließen. und Kraft, daß auch ein 3. Jch, dein betrübtes Tropflein kleine die ganze Kind, werf alle meine Welt kann reine, ia gar Sund, so viel ihr in mir aus Teufels Rachen frei, stecken und mich so hef- los und ledig machen. tig schrecken, in deine tie- 10. Darum allein auf fen Wunden, da ich stets dich, Herr Christ, verlaff Heil gefunden. ich mich; jetzt kann ich 4. Durch dein unschul- nicht verderben; dein Reich dig Blut, die schöne rote muß ich ererben; denn du Flut, wasch ab all meine haft mir's erworben, da du Sünde, mit Trost mein für mich gestorben. Herz verbinde, und ihr nicht mehr gedenke, ins Meer fie tief versenke. 11.Führ auch mein Herz und Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mög' alles meiden, was mich und dich kann scheiden, und ich 5. Du bist der, der mich trift, weil du mich selbst erlöst: was ich gesündigt an deinem Leibe ein Gliedhabe, hast du verscharrt maß ewig bleibe. Johann Heermann. im Grabe: da hast du es verschlossen, da wird's auch bleiben müsſent. II. Vom Vom Glauben. II. Vom Glauben. 229 In eigener Melodie. recht durch deine Wunden, es ist nichts Sträf281. Mein ein Jesu, lichs mehr an mir; bin dem die aber ich versöhnt mit dir, Seraphinen im Glanz der so bleib' ich auch mit dir höchsten Majestät selbst mit verbunden. bedecktem Antlik dienen, 5. Ach laß mich deine wenn dein Befehl an fie Weisheit leiten, und nimm ergeht: wie sollten blöde ihr Licht nicht von mir Fleischesaugen, die nur weg; ftell deine Gnade verhafte Sündennacht mit mir zur Seiten, daß ich threm Schatten trüb ge- auf dir beliebtem Steg macht, dein helles Licht beständig bis ans Ende zu schauen taugen? wandle, damit ich auch 2. Doch gönne meinen zu jeder Zeit in Lieb und Glaubensblicken den Ein- Herzensfreudigkeit nach gang in dein Heiligtum, deinem Wort und Willen und laß mich deine Gnad handle. erblicken zu meinem Heil 6. Reich mir die Wafund deinem Ruhm. Reich fen aus der Höhe, und deinen Scepter meiner stärke mich durch deine Seele, die sich wie Esther Macht, daß ich im Glauvor dir neigt, und dir als ben sieg' und stehe, wenn deine Braut sich zeigt; Stark und List der Feinsprich: Ja, du bist's, die de wacht; so wird dein ich erwähle. Gnadenreich auf Erden, 3. Sei gnädig, Jesu das uns zu deiner Ehre voller Güte, dem Herzen, führt und endlich gar das nach Gnade lechit; mit Kronen ziert, auch in hör, wie die Zung in dem mir ausgebreitet werden. Gemüte: Gott, sei mir Armen gnädig! achzt. Ich 7. Ja, ja, mein Herz will dich umfassen, erwähl es, weiß, du kannst mich nicht Herr, zu deinem Thron. verstoßen; wie könntest du hast du aus Lieb ehmals ungnädig sein dem, den verlassen des Himmels dein Blut von Schuld und Pracht und deine Kron: Pein erlöst, da es so reich so würdge auch mein Herz, geflossen. o Leben, und laß es deinen 4. Ich fall' in deine Himmel sein, bis du, wenn Gnadenhände, und bitte dieser Bau fällt ein, mich mit dem Glaubenskuß: wirst in deinen Himmel Gerechter König, wende, heben. wende die Gnade zu der 8. Ich steig' hinauf zu Herzensbuß! Ich bin ge- dir im Glauben, steia du 230 Vom Glauben. in Lieb herab zu mir. Laß keit mir werd', wenn ich mir nichts diese Freude von Sünden bin beschwert, rauben; erfülle mich nur dein Kreuztod zugerechnet. ganz mit dir. Ich will dich fürchten, lieben, ehren, so lang in mir der Puls sich regt, und wenn derselb auch in deinen Wunden nicht mehr schlägt, so soll doch noch die Liebe währen. 5. Den Glauben, Herr, laß trösten sich des Bluts, so du vergossen: auf daß ich Wolfg. Christoph Deßler Mel. Nun freut euch, lieben Christen g'mein. Gottes bleib' allzeit eingeschlossen; und durch den Glauben auch die Welt, und was dieselb am höchsten hält, für Kot und Staub nur achte. 282. D 6. Wår auch mein Glaub wie Senfkorn klein Sohn, und daß man ihn kaum merHerr Jesu Christ, daß ke, wollst du doch in mir man recht könne glauben, mächtig sein, daß deine nicht jedermannes Ding so Gnad mich stärke, die das ist, noch standhaft zu ver- zerbrochne Rohr nicht bleiben: drum hilf du mir bricht, das glimmend Docht von oben her, des wahren auch vollends nicht auslöGlaubens mich gewähr, schet in den Schwachen. und daß ich drin beharre. 2. Lehr du und unterweise mich, daß ich den Bater kenne; daß ich, o Christe Jesu, dich den Sohn des Höchften nenne; daß ich auch ehr' den heilgen Geist, zugleich gelobet und gepreist in dem dreieingen Wesen. 7. Hilf, daß ich stets sorgfältig sei, den Glauben zu behalten, ein gut Gewissen auch dabei; und daß ich so mög' walten, daß ich ſei lauter jederzeit, ohn Anstoß, mit Gerechtigkeit erfüllt und ihren Früchten. 8. Herr, durch den Glauben wohn in mir, laß ihn 3. Laß mich vom großen sich immer stärken, daß er Gnadenteil das wahr Er- sei fruchtbar für und für, Fenntnis finden, wie der und reich in guten Wernur an dir habe teil, dem ken; daß er sei thắtig durch du vergiebst die Sünden. die Lieb, mit Freuden und Hilf, daß ich's such, wie mir Geduld sich üb', dem Nächgebührt, du bist der Weg, sten fort zu dienen. der mich recht führt, die 9. Insonderheit gieb mir Wahrheit und das Leben. die Kraft, daß vollends bei 4. Gieb, daß ich traue dem Ende ich üb' die gute deinem Wort, ins Herze Ritterschaft, zu dir allein es wohl fasse, daß sich mich wende in meiner leßmein Glaube immerfort ten Stund und Not, des auf dein Verdienst ver- Glaubens End durch deinen lase; daß zur Gerechtig- Tod, die Seligkeit, erlange. 10. Spere Vom Glauben. 231 10. Herr Jesu, der du 5. Aus Hoffnung wächst angezündt das Fünklein in mir Schwachen, was sich vom Glauben in mir findt, du wollst es stärker machen; was du gefangen an, vollführ bis an das End, daß dort bei dir auf Glauben folg' das Schauen. die Lieb; weil man aus Gottes Händen nimmt alle Dinge an, nicht zurnet, thut nicht schänden; denn alles uns zu Nuß und Besten ist gemeint, drum dringt die Liebe durch auf Freunde und auf Feind. David Dehnicke. Mel. O Gott, du frommer Gott. 6. Wir waren Gottes Feind: er giebt uns seinen Sohne, sein eingebornes Kind, zu einem Gnaden283. Versuchet euch gegen Haß; wer gläubig dies erfennt, wird bald in Lieb entzündt, die allen Haß ob ihr im Glauben stehet, ob Christus in euch ist, ob ihr ihm auch nachgehet in Demut und Geduld, in verbrennt. Sanftmut, Freundlichkeit, in Lieb dem Nächsten stets zu dienen seid bereit? 7. Wie uns nun Gott gethan, thun wir dem Nächsten eben: droht er 2. Der Glaube ist ein uns mit dem Tod, wir Licht, im Herzen tief ver- zeigen ihm das Leben; flucht borgen, bricht als ein Glanz er, so segnen wir. In bervor, scheint als der helle Schande, Spott und Hohn Morgen; erweiset seine ist unser bester Trost des Kraft, macht Chrifto gleich Himmels Ehrenfron. gefinnt, verneuertHerz und Mut, macht uns zu Gottes Kind. 8. Seht uns Gott auf die Prob, ein schweres Kreuz zu tragen: der 3. Er schöpft aus Chrifto Glaube bringt Geduld, Heil, Gerechtigkeit und Le- macht leichte alle Plagen; ben, und pflegt in Einfalt statt Murren, Ungeberd es dem Nächsten wieder- wird das Gebet erweckt; geben; dieweil er überreich weil aller Angst und Not in Christo worden ist, preist von Gott ein Ziel gesteckt. er die Gnade hoch, bekennet Jesum Christ. 9. Man lernet nur dadurch sein Elend recht ver4. Er hofft in Zuversicht, stehen, wie auch des Höchwas Gott im Wort zu- ften Güt; hält an mit saget; drum muß der Zwei- Bitten, Flehen, verzaget fel fort, die Schwermut an sich selbst, und trauet wird verjaget. Steh, wie Chrifti Kraft, vernichtet der Glaube bringt die Hoff- fich zu Grund, saugt nur nung an den Tag, hält aus Jesu Saft; Sturm und Wetter aus, 10. Hålt sich an sein besteht im Ungemach. Verdienst, erlanget Geist und 232 Vom Gebet. und Stärke, in solcher auch wohl bewahren; alZuversicht zu üben gute lem Unfall will er wehren, Werke; steht ab vom Ei- kein Leid soll uns widergensinn, flieht die Ver- fahren; er forget für uns, messenheit, hält sich in but und wacht ,,, es steht Gottesfurcht im Glück alles in seiner Macht. und schwerer Zeit. 2. Wir glauben auch 11. So prüfe dich denn an Jesum Chrift, seinen wohl, ob Christus in dir Sohn und unsern Herlebet; denn Christi Leben ren, der ewig bei dem Baist's, wonach der Glaube ter ist, gleicher Gott von frebet; erst machet er ge- Macht und Ehren; von recht, dann heilig, wirket Maria der Jungfrauen ist Luft zu allem guten Werk: ein wahrer Mensch gebosich, ob du auch so thust. ren, durch den heilgen 12. Herr, fo ehre Geift im Glauben, für doch in mir den wahren uns, die wir warn verloGlauben, so kann mich ren, am Kreuz gestorben, feine Macht der guten und vom Tod wieder Werk' berauben. Wo Licht auferstanden durch Gott. ist, geht der Schein frei- 3. Wir glauben an den willig davon aus; du bist heilgen Geist, Gott mit mein Gott und Herr, be- Vater und dem Sohne, wahr mich als dein Haus. 3. 3. Breithaupt. In eigener Melodie. der aller Blöden Tröster heißt, und mit Gaben zieret schöne. Die ganz Christenheit auf Erden hält in ei284. Wir glauben nem Sinn gar eben, bie all an ei- all Sünd vergeben wernen Gott, Schöpfer Him- den, das Fleisch soll auch mels und der Erden, der wieder leben; nach diesem sich zum Vater geben hat, Elend ist bereit, uns ein daß wir seine Kinder wer- Leben in Ewigkeit. den. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel D. Martin Luther. III. Vom Gebet. Mel, Christus, der ist| Worte bei uns, Erlöser mein Leben. wert, daß uns beid hier 285. Ach bleib mit und dorte sei Gut und deiner Gna- Heil beschert. de bei uns, Herr Jesu 3. Ach bleib mit deiChrist, daß uns hinfort nem Glanze bei uns, du nicht schade des bösen Fein- wertes Licht, dein Wahrdes Lift. heit uns umschanze, damit 2. Uch bleib mit deinem wir irren nicht. 4. Ach Vom Gebet. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr, dein Gnad und alls Vermögen in uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schuße bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht truhe und fåll' die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Not. Jofua Stegmann. 233 4. Denn der kann mich bei dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; der lehret mich recht glaubig beten, giebt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Miterbe Jesu Christi ſet, daher ich Abba, lieber Vater! schrei. 5. Wenn dies aus meinem Herzen schallet durch deines beilgen Geifteskraft und Trieb, so bricht dein Vaterherz und wallet ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb, daß mir's die In eigener Melodie, 286. Dir, dir, Je- Bitte nicht versagen kann, hovah, will ich singen; denn wo ist len hab' gethan. doch ein solcher Gott, wie 6. Was mich dein Geist du? Dir will ich meine selbst bitten lehret, das ist Lieder bringen; ach gieb mir nach deinem Willen eingedeines Geistes Kraft dazu, richt, und wird gewiß von daß ich es thu' im Namen dir erhöret, weil es im Jesu Chrift, so wie es Namen deines Sohns gedir durch ihn gefällig ist. schicht, durch welchen ich 2. Zeuch mich, o Ba- dein Kind und Erbe bin, ter, zu dem Sohne, da- und nehme von dir Gnad mit dein Sohn mich wie- um Gnade hin. der zieh' zu dir; dein Geist 7. Wohl mir, daß ich in meinem Herzen wohne, dies Zeugnis habe, drum und meine Sinnen und bin ich voller Troft und Berstand regier, daß ich Freudigkeit, und weiß, daß den Frieden Gottes schmeck alle gute Gabe, die ich von und fühl, und dir darob im dir verlange jederzeit, die Herzen fing' und spiel. giebst du und thust über3. Verleih mir, Hich- schwenglich mehr, als ich fter, folche Güte, so wird verstehe, bitte und begehr'. gewiß mein Singen recht 8. Wohl mir, ich bitt' in gethan; so klingt es schön Jesu Namen, der mich zu in meinem Liede, und ich deiner Rechten selbst verbet' dich im Geist und Wahr- tritt; in ihm ist alles Ja heit an; so hebt dein Geist und Amen, was ich von mein Herz zu dir empor, dir im Geist und Glauben daß ich dir Psalmen fing' bitt'. Wohl mir, Lob dir im höhren Chor. jetzt und in Ewigkeit, daß du 234 Vom Gebet. du mir schenkest solche Se- ich dich: Herr, sieh auf ligkeit! Barthol. Eraffelius. mich, Herr, sich auf mich! 4. Herr, zieh auch mich mit deinem Gnadenblick, err, höre daß ich nicht seh' zurück mich und auf das, was ist dahinten; merke auf mein Wort, o gieb, daß ich mein Gesicht du mein treuer Hort, denn nur einzig dahin richt', wo ich will vor dir beten, und ich das Kleinod finden und jeht vor deinen Thron im das Ziel erlangen möge, das Geist durch deinen Sohn du mir hast vorgestecket; mit Flehen glaubig treten; auch nicht werde laß und du giebst mir hiezu das tråge, bis ich hab' den Lauf Wollen. Weil wir aber vollstrecket, und geendet sedoch nicht wissen, was und liglich. Herr, ziehe mich, wie wir bitten sollen ird Herr, ziehe mich! dein Geist mich lehren müs- 5. Herr, stårke mich sen schreien, seufzen innig- mit deines Geistes Kraft lich: Herr, höre mich, in meiner Ritterschaft, daß Herr, Höre mich! ich mög' tapfer ringen. 2. Herr, lehre mich, und Zeuch du zu aller Zeit selbst Bffne mein Gehör, daß ich vor mir her im Streit, zu deiner Lehr mich gånz- damit ich kann bezwingen lich möge kehren, und in Teufel, Sünde, Welt und des Herzens Grund die alles, was mir nach der Stimm aus deinem Mund Seelen stehet, und sich recht deutlich könne hören. freuet meines Falles; deine Mache den Verstand ver- Rechte sei erhöhet über mir, ständig, und den Willen dir so fiege ich. Herr, stårke recht willig; mache meine Sinnen bändig, daß fie sein 6. Herr, merk auf mich, gefinnt, wie billig, dir zu wenn ich bin in Gefahr, dienen heiliglich. Herr, leh- und doch nicht immerdar re mich, Herr, lehre mich! dich sehe oder höre. Wenn mich, Herr, stärke mich. 3. Herr, sieh auf mich, du dich sellest hart, wie und laß dein wahres Licht deine Gegenwart mir gar und gnädig Angesicht mir entzogen wäre da giebHoffleuchten und mich leiten. nung und Vertrauen, daß Bewahre meinen Gang, ich treu sei bis ans Ende, damit mein Leben lang und kann ich dich gleich mein Fuß nicht möge glei- nicht schauen, nimm mich ten, noch von deiner Bahn doch in deine Hände, daß abweichen. Laß mich nicht ich merk' und fühle dich; die Tücke fållen, so die Herr, merk auf mich, Feinde mir erzeigen, die Herr, merk auf mich! mir Nek' und Stricke ftel- 7. Herr, weide mich len, darum fleh' und bitt' auf einer grünen Au, wo mir In eigener Melodie. 287. Vom Gebet. 235 mir dein Gnadentau das in meiner Seel dein Manna giebt zu schmecken, Salb- und Freudenil dir und mach mich satt und stets zu Ehren quille, und frisch an deinem Himmels- daß hier all mein Begintisch, den du bast lassen dek- nen, als ein Opfer, dir wohl ken für die, so nach dir ver- rieche. Endlich, wenn ich langen, als die Schafe dei- scheid' von hinnen, gieb ner Weide; laß mich da mir dort die volle Gnuge. vollauf empfangen, wo die Herr, behalt mich ewigGåste deiner Freude süß lich; da hast du mich, da und freundlich schmecken hast du mich! dich; Herr weide mich, Herr, weide mich! 8. Herr, leite mich zum frischen Waffer hin, 288. Mache dich, indem ich durstig bin nach deiner Lebensquelle, und meine Seele achzt, als wie ein Hirsche lechzt nach der Erquickungsstelle, da du ihr wirst voll einschenken von den Strömen deiner Freuden, und sie wirst mit 2. Aber wache erst recht Wollust trånken, daß sie auf von dem Sündennicht mehr Durft darf lei- schlafe, denn es folget sonst den; dahin seufz' ich dur- darauf eine lange Strafe; stiglich: Herr, leite mich, und die Not samt dem Herr, leite mich! Tod möchte dich in Sunmein Geist, bereit, wache, fleh und bete, daß dich nicht die böse Zeit unverhofft betrete; denn es ist Satans List über viele Frommen zur Versuchung kommen. Mel. Straf mich nicht in deinem Sorn. 9. Herr, labe mich, den unvermutet finden. wenn ich vor Angst und 3. Wache auf, sonst Schmach im Kreuz und kann dich nicht unser Herr Ungemach muß gar in erleuchten; wache, sonsten Ohnmacht liegen. Sei wird dein Licht dir noch fermir da Labsals gnug, und ne deuchten; denn Gott laß mich den Geruch vom will für die Füll seiner Lebensbalsam riechen, der Gnadengaben offne Audurch Geist und Seele drin- gen haben. get und die Kräfte ganz ver- 4. Wache, daß dich Saneuet, der da neues Leben tans List nicht im Schlaf bringet und gar von dem antreffe, weil er sonst beTod befreiet, daß ich leb' hende ist, daß er dich beund lobe dich; Herr, labe mich, Herr, labe mich! äffe; und Gott giebt, die. er liebt, oft in seine Stra10. Herr, habe mich zu fen, wenn sie sicher schlafen. deinem Ehrenfaß, full 5. Wache, daß dich nicht mich mit vollem Maß von die Welt durch Gewalt deiner Gottesfülle, damit bezwinge, oder, wenn sie fich Vom Gebet. 236 sich verstellt, wieder an sich bringe. Wach und Mel. An Wasserflüssen sieh, damit nie viel von Babylon. Gott, der du in falschen Brüdern unter 289. deinen Gliedern. 6. Wache dazu auch für besbrunst ganz gegen uns dich, für dein Fleisch und entbrennest, und dich aus Herze, damit es nicht lieder- unerforschter Gunst selbst lich Gottes Gnad ver- unsern Vater nenneft, der scherze; denn es ist voller du im hohen Himmel bist, List, und kann sich bald und alles siehst, was nieheucheln und in Hoffart drig ist, auch uns selbst haft schmeicheln. gelehret, wie man recht 7. Bete aber auch dabei kräftig beten soll: gieb, daß mitten in dem Wachen; der Mund dich Eifers voll denn der Herre muß dich von ganzem Herzen ehret. frei von dem allen machen, 2. Laß deines hohen Nawas dich drückt und be- mens Ruhm, dem sich die strickt, daß du schläfrig Thronen beugen und den bleibest, und sein Werk der Engel Fürstentum nicht treibest. pflegt Ehre zu erzeigen, vor 8. Ja, er will gebeten dem sich Luft und Erdreich fein, wenn er was soll bückt und die erschrecklich geben; er verlanget unser Höll erschrickt, bei uns dreiSchrein, wenn wir wol- heilig heißen; gieb reine len leben, und durch ihn Lehr, und hilf dazu, daß unsern Sinn, Feind, Welt, wir uns, großer Gott, Fleisch und Sünden kraf- wie du, der Heiligkeit betig überwinden. fleißen. 9. Doch wohl gut, es 3. Verginn uns, Herr, muß uns schon alles dein Gnadenreich auch noch glücklich gehen, wenn wir in diesem Leben, bis daß ihn burch seinen Sohn wir dermaleinst zugleich mit im Gebet anflehen; denn dir in Freuden schweben; er will uns mit Füll dein werter Geist der wohn' seiner Gunst beschütten, uns bei, daß unser Herz wenn wir glaubend bitten. nicht irdisch sei; er schenk 10. Drum so laßt uns uns seine Gaben, daß wir immerdar wachen, flehen, in dieser Wanderzeit dem beten, weil die Angst, Not Vorschmack süßer Ewigund Gefahr immer nåber feit und Himmelssehnung treten; denn die Zeit ist haben. nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. 4. Herr, was du willst und dir gefällt, muss auch vollendet werden, gleichwie in deinem Himmelszelt, also bei uns auf Erden. Silf Joh. Burkhard Freystein. Vom Gebet. 237 Hilf, daß wir dir gehorsam| Jammerthal nichts Gutes sein in Lieb und Leid, in ist zu hoffen, weil nichts Luft und Pein; laß uns, als Elend, Müh und Qual wenn du betrübest, beden- allhier wird angetroffent: ken, daß du, Herr, uns so steh uns in dem Unfall schlägst, und es also zu bei, und mach uns von machen pflegst mit denen, demselben frei, bis daß die die du liebest. Zeit wird kommen, daß wir zu deiner Herrlichkeit aus sterblicher Beschwerlichkeit ganz werden aufgenommen. 5. Gieb uns heut unser täglich Brot, und was den Leib ernähret; wend ab die schwere Kriegesnot, die 9. Denn dein, Herr, Leut und Land verheeret, ist das Reich und Thron, daß wir gesund mit guter wir sind dein Untersassen; Ruh das kurze Leben brin- es muß vor deiner Almacht gen zu, gesegn' all unsre Kron all andre Macht verSachen; treib Teurung blassen; ob alle Welt gleich ab und Pestgefahr; hilf, wird vergehn, bleibt deine daß wir dir uns trauen gar, Kraft doch ewig stehn. und dich nur lassen machen. Lob, Preis sei deinem Na6. Daß unsre sündig men! Weil Jesus selbst Adamsart durch schreckli- so bitten heißt, und uns ches Verbrechen gar oft- die rechte Betkunft weist, mals ist dein Widerpart, sind wir erhöret. Amen. wollst du, o Herr, nicht rächen; gleichwie auch wir Joh. Franc. ausHerzengrund denselben, Mel. Es ist das Heil uns kommen her. die durch That und Mund uns Leid anthun, vergeben. 290. Herr, gieb uns einen sanften Geift, der auch den- es ist unmöglich auszufinselben Guts erweist, die uns stehn nach dem Leben. nen, wie du recht anzurufen bist, Vernunft kann's 7. Verleih auch einen nicht beginnen: deshalben Heldenmut, wenn wir jetzt geuß, wie du verheißt, selbst sollen kämpfen mit Teufel, über uns aus deinen Geist Welt und unserm Blut, der Gnad und des Gebetes, hilf, daß fie uns nicht 2. Daß er bei dir uns dämpfen. Sei du der rechte kräftiglich mit Seufzen Mittelsmann, und nimm mög' vertreten, so oft wir dich unser treulich an, lehr kommen, Herr, vor dich, unsre Arme kriegen, daß zu danken und zu beten; wir behalten Oberhand, und laß nicht nur plappern unwenn der Feind ist über- sern Mund, hilf, daß zu mannt, mit großen Freu- dir aus Herzensgrund, den fiegen. großer Gott, wir rufen. 3. Zeuch unser Herz zu dir 8. Und weil in diesem Bater, unGott, 238 Vom Gebet. dir hinauf im Beten und| stuhl ist da bereit, die Hülfe im Singen, und thu uns zu erlangen: drum laß hier auch die Lippen auf, ein und an allem End uns stets Opfer dir zu bringen, das aufheben beilge Händ', zu dir gefalle, wenn allda das dir gett Himmel schreten.. Herz ist mit den Lippen nah, und nicht von dir entfernet. 9. Dein Nam, o Gott, geheiligt werd', dein Reich laß zu uns kommen, dein 4. Im Geist und Wahr- Will geschehe auch auf beit laß zu dir das Herz Erd, gieb Brot, Fried, uns immer richten; mit Nuß und Frommen, all unAndacht beten für und für, freSünden uns verzeih, stieh ohn fremdes Denk- und uns in der Versuchung bei, Dichten. Gieb uns des erlös uns von dem Ulebel. Glaubens Zuversicht, daß wir die Bitte zweifeln nicht durch Christum zu erhalten. 10. Dies alles, Vater, werde wahr, du wollest es erfüllen, erhör und hilf uns immerdar, um Jesu Christi willen; denn dein, o Herr, ist allezeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit, das Reich, die Macht und Ehre. 5. Hilf, daß wir keine Zeit und Maß im Beten dir vorschreiben, anhalten ohne Unterlaß; bei dem allein auch bleiben, was ist dein Will, was deine Ehr und unsre Wohlfahrt In eigener Melodie. mehr und mehr befördert 291. Sieh, hier bin 6. Laß uns im Herzen könig, lege mich vor deiund Gemüt auf unsre nenThron; schwacheThråWerk nicht bauen; auf deine nen, kindlich Sehnen bring' unaussprechlich Gut laß ich dir, du Menschensohn! einzig uns vertrauen; ob Laß dich finden:: von mir, wir es gleich nicht würdig der ich Asch und Thon. sein, wollst du aus lauter Gnad allein uns doch der Bitt gewähren. 2. Sich doch auf mich, Herr, ich bitt' dich, lenke mich nach deinem Sinn; 7. Du, Vater, weißt, dich alleine ich nur meine, was uns gebricht, weil wir dein erkaufter Erb ich bin. noch sind im Leben; es ist Laß dich finden:,: gieb dich dir auch verborgen nicht, mir und nimm mich hin. in was Gefahr wir schwe3. Ich begehre nichts, ben. Um Beistand flehen o Herre, als nur deine wir dich an, dein Vater- freie Gnad, die du giebest. herze uns nicht kann verlassen, deine Kinder. den du liebest, und der dich liebt in der That. Laß dich 8. Wir haben ja die finden: der hat alles, Freudigkeit in Jesu Christ wer dich hat. empfangen; der Gnaden- 4 Himmelssonne, Sees len Vom Gebet. 239 lenwonne, unbeflecktes 4. Dein Will gescheh', Gotteslamm, in der Hbble Herr Gott, zugleich auf meine Seele suchet dich, Erden wie im Himmelreich. o Bräutigam. Laß dich Gieb uns Geduld in Leifinden:: starker Held aus denszeit, gehorsam sein in Davids Stamm. Lieb und Leid; wehr und steur allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 5. Hör, wie kläglich, wie beweglich dir die treue Seele singt; wie demütig und wehmütig deines Kindes Stimme klingt. Laß dich finden:: denn mein Herze zu dir dringt. 5. Gieb uns heut unser täglich Brot, und was man darf zur Leibesnot; b'hüt uns, Herr, vor Unfried 6. Dieser Zeiten Eitel- und Streit, vor Seuchen feiten, Reichtum, Wol- und vor teurer Zeit, daß luft, Ehr und Freud sind wir in gutem Frieden stehn, nur Schmerzen meinem der Sorg und Geizes můHerzen, welches sucht die ßig gehn. Ewigkeit. Laß dich finden :: großer Gott, ich bin bereit! Joachim Neander. 6. All unsre Schuld vergieb uns, Herr, daß sie uns nicht betrübent mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl 292. Vater unser vergeben gern; zu dienen In eigener Melodie. im uns bereit in rech melreich, der du uns alle ter Lieb und Einigkeit. heißest gleich Brüder sein 7. Führ uns, Herr, in und dich rufen an, und Versuchung nicht, wenn willst das Beten von uns uns der böse Geist ansicht han: gieb, daß nicht bet' zur linken und zur rechten allein der Mund, hilf, daß Hand; hilf uns thun stares geh' von Herzengrund. ken Widerstand, im Glau2. Geheiligt werd' der ben fest und wohl gerust, Name dein, dein Wort bei und durch des heilgen Geiuns hilf halten rein, daß stes Trost. wir auch leben heiliglich, 8. Von allem Uebel uns nach deinem Namen wür- erlis, es sind die Zeit und diglich. Herr, behüt uns vor falscher Lehr, das arm verführet Volk bekehr. Tage bis; erlds uns vom ewigen Tod, und tröst uns in der letzten Not; bescher uns auch ein seligs End, nimm unser Seel in deine Hånd. 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit, und dort hernach in Ewigkeit. Der heilig Geist uns wohne bei mit 9. Amen, das ist: Es feinen Gaben mancherlei. werde wahr! Stårk unsern Des Satans Zorn und Glauben immerdar, auf groß Gewalt zerbrich, vor daß wir ja nicht zweifelt ihm dein Kirch erhalt. dratt, 240 In gemeinen Nöten. Dran, was wir hiermit ge-| sprechen wir das Amen beten han auf dein Wort fein. D. Martin Luther. in dem Namen dein; so Vom Kreuz und Leiden, als einem Hülfsmittel. I. In gemeinen Nöten. geuß aus deines Himmels Mel. O Jesu Christ, du Haus, Herr, deine Güt höchstes Gut. und Segen aus auf uns 293. Herr, der alsund. Ach, daß ich hören vormals 5. haft dein Land mit Gna- sollt' das Wort erschallen den angeblicket, und des bald auf Erden, daß Friede gefangnen Jakobs Band sollt' an allem Ort, wo gelbst und ihn erquicket, Christen wohnen, werden. der du die Sünd und Mis- Ach, daß uns doch Gott sethat, die dein Volk vor sagte zu des Krieges begangen hat, hast våter- Schluß, der Waffen Ruh lich verziehen: und alles Unglücks Ende. 6. Ach, daß doch diese böse Zeit sich stillt in guten Tagen, damit wir in dem großen Leid nicht mögen ganz verzagen! Doch ist ja Gottes Hülfe nah, und seine Gnade stehet da all denen, die ihn fürchten. 2. Herr, der du deines Eifers Glut zuvor oft abgewendet, und nach dem Zorn das süße Gut der Lieb und Huld gesendet, ach frommes Herz, ach unser Heil, nimm weg und heb auf in der Eil, was uns betrübt und krånket. 7. Wenn wir nur fromm 3. Lösch aus, Herr, dei- find, wird sich Gott schon nen großen Grimm im wieder zu uns wenden; Brunnen deiner Gnaden; den Krieg und alle andre erfreu und tröst uns wie- Not nach Wunsch und derum nach ausgestandnem also enden, daß seine Ehr Schaden. Willst du denn in unserm Land und überzurnen ewiglich, und sol- alle werd' erkannt, ia stelen deine Fluten sich ohn tig bei uns wohne. alles End ergießen? 8. Die Güt und Treue 4. Willst du, o Vater, werden schön einander grüuns denn nicht nun einmal gen müssen: Gerechtigkeit wieder laben, und sollen wird einhergehn, und Friewir an deinem Licht nicht de wird sie küssen! Die wieder Freude haben? Ach Treue wird mit Lust und Freud In gemeinen Nöten. 241 Freud auf Erden blühn ,, Vor Hagel und Unwetter, Gerechtigkeit wird von Vor dem ewigen Tod dem Himmel schauen. 9. Der Herr wird uns viel Gutes thun, das Land wird Früchte geben und die in seinem Schoße Durch deine heilige Geburt, Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, ruhn, die werden davon Durch dein Kreuz und leben; Gerechtigkeit wird dennoch stehn, und stets in vollem Schwange gehn zur Ehre seines Namens. Paul Gerhardt. Die Litanei. 294. Kyrie, eleison! Wir arme Sünder bitten, Du wollst uns erhören, lieber Herre Gott! 1 Erbarm dich über uns! Herr Gott, heiliger Geist, Erbarm dich über uns! Sei uns gnädig! Verschon uns, lieber Herre Gott! Sei uns gnådig! Christe, eleison! eleison! Kyrie, Christe, erhöre uns! Und deine heilige christHerr Gott, Vater im liche Kirche regieren und Himmel, führen, Erbarm dich über uns! Herr Gott Sohn, der Welt Heiland, Hilf uns, lieber Herre Gott! Behut uns, lieber Herre Gott! Vor allen Sünden, Vor allem Irrsal, Vor allem Üebel, Vor des Teufels Trug und Lift, Vor bösem schnellen Tod, Vor Pestilenz und teurer Zeit, Vor Krieg und Blutvergießen, Vor Aufruhr und Zwietracht, Vor Feur und Wassersnot, Tod, Durch dein heiliges Auferstehn und Himmelfahrt, In unserer letzten Not, Um jüngsten Gericht Hilf uns, lieber Herre Gott! Alle Bischöfe, Pfarrherren und Kirchendiener im heilsamen Wort und heiligen Leben behalten, Allen Rotten und Aergernissen wehren, Alle Irrige und Verführte wiederbringen, Den Satan unter unfre Füße treten, Treue Arbeiter in deine Ernte senden, Deinen Geist und Kraft zum Worte geben, Allen Betrübten und Bldden helfen und triften, Erhör uns, lieber Herre Gott! Allen christlichen Königen und Fürsten Fried und Eintracht geben, Unserm Kaiser steten Sieg wider seine Feinde gönnen, Unsern Landesherrn mit allen seinen Gewaltigen leiten und schüßen, 11 242 Unsern Rat und Gemeine segnen und behüten, Erhör uns, lieber Herre Gott! In gemeinen Nöten. von Allen, so in Not und uns, Herr, 2. Erbarm dich deiner bösen Knecht', wir bitten Gnad und nicht das Recht. Gefahr find, mit Hülf du treuer Gott, die schwere erscheinen, Straf und große Rut, die Allen Schwangern und wir mit Sünden ohne Zahl Saugern fröhliche Frucht verdienet haben allzumal. und Gedeihen geben, Behut vor Krieg und teuAller Kinder und Kranken| rer Zeit, vor Seuchen, pflegen und warten, Feur und großem Leid. Alle unschuldig Gefangenen los und ledig lassen, Alle Witwen und Waisen verteidigen und versorgen, Denn so du, Herr, den Aller Menschen dich er- rechten Lohn uns geben barment, wolltst nach unserm Thun, Unsern Feinden Verfol- so müßt die ganze Welt gern und Lästerern ver- vergehn, und könnt' fein geben und sie bekehren, Mensch vor dir bestehn. Die Früchte auf dem Lande geben und bewahren, Und uns gnädiglich erhören. 3. Ach Herr Gott, durch die Treue dein mit Trost und Rettung uns erschein; beweis an uns dein große Gnad, und straf uns nicht auf frischer That; wohn uns mit deiner Güte bei, dein Zorn und Grimm fern von uns sei. 4. Warum willst du doch O du Gotteslamm, das zornig sein über uns arme der Welt Sünde trågt, Würmelein? Weißt du Erbarm dich über uns! doch wohl, du großer O du Gotteslamm, das Gott, daß wir nichts sind der Welt Sünde trågt, als Erd und Kot. Es Erbarm dich über uns ist ja vor dein'm Angesicht O du Gotteslamm, das umre Schwachheit verborder Welt Sünde trägt, gen atchi. Verleih uns steten Fried! 5. Die Sünd hat uns erhöre uns! verderbei sehr, der Teufel eleiſon! plagt uns noch vielmehr; die Welt, auch unser Fleisch und Blut, uns allezeit verführen thut: solch Elend kennst du, Herr, allein, ach laß uns dir befohlen sein. 6. Bes eleison! ( Beide Chöre.) Kyrie eleison! Amen. Erhör uns, lieber Herre Gott! O Jesu Christe, Gottes Sohn, Erhör uns, lieber Herre Gott! Christe, Kyrie, Christe, Mel. Dater unser im Himmelreich. 295. Nimm In gemeinen Nöten. 243 nach den Werken lohnen. 6. Gedenk an deins wollest du verschonen, nicht Sohns bittern Tod, sich an sein heilig Wunden rot; 4. O großer Gott von die sind ia für die ganze Stärk, schau an das arme Welt die Zahlung und das Land, und wende von der Lösegeld; des trösten wir Straf dein ausgestreckte uns allezeit, und hoffen auf Barmherzigkeit. Hand; der möchten etwa vierzig sein, die thaten nach dem Willen dein: drum wollest du verschonen, nicht nach den Werken lohnen. 5. O großer Gott von Kraft, laß doch erweichen dich, weil das elend Gebet so oft erholet sich; der möchten etwa dreißig sein, die thaten nach dem Willen dein: drum wollest du verschonen, nicht nach den großer Werken lohnen. 7. Leit uns mit deiner rechten Hand; und segne unsre Stadt und Land; gieb uns allzeit dein heilges Wort, behut vors Teufels List und Mord; verleih ein selges Stundelein, auf daß wir ewig bei dir sein. Martin Moller. In eigener Melodie. 296. Gott von 6. O großer Gott von Macht und reich von Gü- Gnad, erhör auch diese tigkeit, willst du das ganze Stimm, und in dein'm Land strafen mit Grim- hohen Thron das Seufzen migkeit? Vielleicht möch- tief vernimm; der möchten ten noch Fromme sein, die etwa zwanzig sein, die thathaten nach dem Willen ten nach dem Willen dein. dein: drum wollest du ver- drum wollest du verschoschonen, nicht nach den nen, nicht nach den WerWerken lohnen. Fen lohnen. 2. O großer Gott von 7. O großer Gott von Ehr, dies ferne sei von dir, That, schau, wie die arme daß Bos' und Fromm' zu Erd von deiner Mildiggleich die strenge Straf feit noch einen Wunsch beberühr'; der möchten etwa gehrt; der möchten etwa funfzig sein, die thaten zehen sein, die thaten nach nach dem Willen dein: dem Willen dein: drum drum wollest du verscho- wollest du verschonen, nicht nen, nicht nach den Wer- nach den Werken lohnen. ken lohnen. 8. O großer Gott von 3. O großer Gott von Lob, wenn ja das Maß Rat, laß die Barmher- erfüllt der Sünden, und zigkeit ergehen, und halt aus Zorn uns ganz ver= ein mit der Gerechtigkeit; derben willt; so möchten der möchten fünf und vier- doch die Kinderlein thun nach dem rechten Willen zig sein, die thaten nach dem Willen dein: drum dein: drum wollest du ver11* schos 244 Bei großer Dürre oder um Regen. schonen, uns nicht nach und Herz zu dir in wahrer Sünden lohnen. Reu und Schmerz, und suchen der Sünd Vergebung und aller Strafen Linderung; 4. Die du verheißest gnädiglich allen, die darum bitten dich im Namen deins 9. O großer Gott von Treu, weil vor dir niemand gilt, als dein Sohn Jesus Christ, der deinen Zorn gestillt: so sich doch an die Wunden sein, sein Marter, Angst und schwere Sohns Jesu Christ, der seinetwillen unser Heil und FürPein; um schone, uns nicht nach sprech'r ist. Sünden lohne. 5. Drum kommen wir, V. 1-8. Balthasar Schnurr. o Herre Gott, und flaV. 9. Jeremias Weber. gen dir all unser Not, weil wir jetzt stehn verlassen gar in großer TrübIn eigener Melodie. 297. Win hochenn wir sal und Gefahr. in hoch- 6. Sieh nicht an unser sten Nöten sein, und wis- Sünde groß, sprich uns sen nicht, wo aus noch ein, derselb'n aus Gnaden los; und finden weder Hülfnoch steh uns in unserm Elend Rat, ob wir gleich sorgen bei, mach uns von allen früh und spat: 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein dich anrufen, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Not. 3. Und heben unser Aug II. Bei großer Dürre oder um Regen. Mel. Wo Gott, der Herr 2. Herr, unsre Sünd nicht bei uns hält. bekennen wir, die wollst du 298. h Herre, uns verzeihen: all unfre du gerech- Hoffnung steht zu dir, Trost, ter Gott, wir habens wohl Hülf thu uns verleihen: verdienet mit unsrer Sünd gieb uns Regen und Segen und Missethat, daß unser dein, um deines Namens Feld nicht grünet, daß willn allein, Herr, unser Menschen und Vieh trau- Gott und Tröster. rig sein. Wenn du zu- 3. Gedenke, Herr, an schleußt den Himmel dein, so deinen Bund, um deines müssen wir verschmachten. Namens willen bitten wir dich Plagen frei. 7. Auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freuden danken dir, ge= horsam sein nach deinem Wort, dich allzeit preisen hier und dort. Paul Eber. Danksagung für erlangten Regen.-245 dich ausHerzensgrund, und Regen geben: den Himmel thu unser Not stillen vom hast du zugericht, darinnen Himmel mit dem Regen thust du schweben: allmächdein. Denn dein ist ja der tig ist der Name dein, solchs Himm'l allein, ohn dich alles kannst du thun allein, Fann es nicht regnen. Herr, unser Gott und Trister. Samuel Zehner. 4. Kein nichtger Gißvermag es nicht, daß er sollt III. Danksagung für erlangten Regen. Mel. Nun freut euch, so neiget sich der Regen; lieben Christen g'mein. wenn du aufthust, so sams 299. A Herre meln wir; wenn Schuß und Schirm herkommt von dir, mag uns kein Unglück schaden. Gott, wir loben dich und preisen deinen Namen, daß du uns hast so gnädiglich unser Gewächs und Samen befeuchtet mit dem Regen warm: o höchster Gott, dich doch erbarm, und ferner uns bedenke. 5. Behut uns auch, o treuer Gott, mit allem unserm Samen vor aller Feind' Gewalt und Spott zu Ehren deinem Namen. Beschüß vors Türken Ty2.Gieb fruchtbarnReg'n rannei, vors Papstes Mord und Sonnenschein zu rech- und Trügerei durch Jeter Zeit und Stunden, daß sum Christum. Amen. unser Land mit Früchten Mel. Der Tag ist hin, fein erfüllet werd'gefunden. Krön du das Jahr mit dei- mein Jesu, bei mir bleibe. nem Gut, balt unser Feld 300. Bereite dich, mein Herz, in guter Hut, und unsre Furchen tranke. aus allen Kräften; entfeuch 3. Du weißt ja, daß wir den Sinn von irdischen Gedeine Kind und hochgeliebte schäften, nimm alsobald Erben, dazu deins Sohnes dein Saitenspiel zur Hand, Brüder find, drum laß uns und sing ein Lied in Geinicht verderben. Behüt ftesglut entbrannt. uns, Herr, vor Hungers- 2. Schwing ieht empor not, und gieb uns unser die Flügel deiner Sinnen, täglich Brot aus reichen und preise Gott, der von milden Gnaden. des Himmels Zinnen hat 4. Wenn du aufthust dein Gebet und Seufzent dein milde Hand, so stehet angehört. Sprich: Heralls im Segen; wenn du ren- Herr, dein Nam ist gnädig anschaust das Land, hochgeehrt. 3. Du 246 Danksagung für erlangten Regen. 3. Du höreft stets des armen Volkes Flehen, und Mel. Herr, ich habe mißpflegest sein Geschrei nicht handelt.- zu verschmähen. Wir ha- 301. Bott, des ben kaum dir, großer Gnadenthron, die Not geklagt, Güte sich nicht endet, hast du denn da hilfest du uns schon. die Vaterhand gänzlich von 4. Du siehest an das uns abgewendet? Willst lechzende Gefilde, und was- du uns und unser Land serit es ganz gnädiglich und mit den vielgedräuten Plamilde; du giebst Befehl, daß gen ganz und gar zu Bosich die Wolkenflut ergie- den schlagen? ßen muß, als wie sie jetzt auch thut. 2. Warum willst du, Gott der Götter, über 5. Ein Tropfenstrom, uns so zornig sein? Ach getrieben von dem Winde was sind wir? Stopaus Westen her, neßt unsre peln, Blätter, Würmer, dürren Gründe; und unser Schaum, ein leererSchein; Feld, das vor so schmäch- laß doch unsre heißen tig schien, das stehet jeht Zähren deinen Zorn in ganz fruchtbar, frisch und Gnade kehren. grün. 3. Steh, o Herr, das 6. Wo ist doch wohl Land muß traucen, weil ein Gott dir zu verglei- es nicht getränket wird; chen? Wer hat wohl je unsre Necker sind wie verübet solche Zeichen, wie Mauern, so ist alles ausdu, o Gott? Dir muß gedürrt; unsre Gründe der Sonnenschein, Wind, find ganz trocken, und die Regen, Blik stets zu Ge- Saat die bleibet stocken. bote sein. 4. Ist der Himmel denn 7. Nun, großer Herr, verschlossen? Soll fortwir danken deinem Na- hin das Wolkenfaß nicht men; wir danken ihm, daß mehr werden ausgegossen? er Grus, Frucht und Sa- Soll forthin des Himmels men zur rechten Zeit durch Naß nicht mehr unser Feld Regentau erquickt, und ergößen, nicht mehr unsre wieder drauf ein warmes Saat beneßen? Wetter schickt. 5. Soll das Land nun 8. Auch bitten wir, laß eisern werden? Soll das deinen Gnadensegen sich Feld nun öde stehn? Solferner noch um unsre Fel- len wir samt unsern Herder legen, daß wir mit den gar verschmachten, gar Dank in Ruh und unge- vergehn? Ach Herr, laß kränkt genießen das, was dich doch bewegen, laß doch deine Hand uns schenkt. deinen Zorn sich legen. Johann Frand. 6. Denke doch an deinen Bogen, den du in die Luft Danksagung für erlangten Regen. 247 Luft gestellt, als du dei-| 4. So bitt'n wir nun, nen Bund vollzogen nach dein Gnad und Güt im der Sintflut erster Welt; Wort und Fried uns stets du, Herr, haft noch nie behüt: die Frücht der Ergebrochen, was du damals den uns bewahr, und gieb haft versprochen. uns heur ein reiches Jahr. 7. Ja, du haft mit dei- 5. Ein fruchtbar Wetnem Segen uns zu jeder ter uns bescher, dem Hagl Zeit beschenkt, haft mit und Ungewitter wehr, früh und spatem Regen un- Schnee, Regen, Wind ser durres Land getränkt; und Sonnenschein alldenn dein Wort bleibt zeit dein'm Wort gehorsam ewig stehen, muß gleich sei. Erd und Luft vergehen. 6. Heuschreck'n und Rau8. Drum, o Herr, wir pen sind dein' Rut, alls, wollen trauen, du wirst was Schaden an Früchten unsre Bitt erhörn; du wirst thut; solch Ungeziefer, unsre Felder bauen, und Herr, vertreib, daß dein derselben Früchte mehrn: Gab unbeschädigt bleib'. du wirst uns mit Fülle speisen, daß wir dich drum werden preisen. 7. Denk, daß wir arme Würmelein dein G'schöpf, Erbgut und Kinder sein, und warten auf dein milde Hand, uns aus dein'm Wort und Werk bekannt. Johann Franc. Um Sonnenschein. liebe Sonn uns Gottscheinen laß, heiß wachſen Mel Wenn wir in höchSten Nöten sein. 302. Gott Bater, deine Sonu läßt scheinen Erz, Brot, Kraut und über Bbs und Fromm, Gras, daß Leut und Vich und der ganzen Welt da- ihr Nahrung hab', und dich mit leuchtst, mit Reg'n und kennen aus deiner Gab. Tau die Erd befeuchtst! Um Regen. 2. Die Berg' machst du 9. Durch Chrift, dein von oben naß und läßt Sohn, hör unsre Bitt, drauf wachsen Laub und teil uns ein gnådgen ReGras; in Gang' und Fels gen mit, und krön das Jahr gut Erz du legft; Fried, aus deiner Hand, mit dein Schuß und Recht du sel- Fußstapfen dung das Land. ber hegst. 3. Du giebst auch reichlich Brot und Wein, daß Menschenherz könn' fröhlich sein. Du deckst auch unfre Sünde zu; dein Wort bringt uns Trost, Fried und Ruh. 10. Den Herrn von Zion dich man nennt, in aller Welt dein Gut mant kennt, hörst unsre Bitt und hilfft allein. Gieb Gnad, daß wir dir dankbar sein. Nikolaus Hermann. IV. Dank 248 Danksagung für Sonnenschein etc. IV. Danksagung für Sonnenschein, nach langem Regen und Ungewitter. Feld ays deinem TrauerMel. Auf meinen lieben zelt; steh auf und laß nun Gott, wieder die süßen Sommer303. Nun un ist der lieder zu deines Schöpfers Regen hin, Ehren mit Lust und Freuden hören. woblauf, mein Herz und Sinn, sing nach betrübtem Leiden Gott, deinem Herrn, mit Freuden. Gott hat sein Herz gefehret, und unsre Bitt erhöret. 7. Sich hier, der Sonnen Zier geht wieder schön herfür; bringt nach dem Schlagg und Regen den lieben warmen Segen, 2. Sein Zorn war sehr und wirkt auf Berg und entbrannt auf uns und Thalen mit wunderlichen unser Land, er sprach: Strahlen. Ihr Menschenkinder geht, feid und bleibet Sünder, wollt von der Bosheit Straßen euch gar nicht wenden lassen. 3. Drum soll mein Himmelslicht sein klares Angesicht in schwarze, trübe 9. Die Baume werden Decken und dunkle Wol- schön in ihrer Fülle stehn; ken stecken, und für das die Berge werden fließen, helle Scheinen nur immer und Wein und Dele giezu euch weinen. Ben; das Bienlein wird 4. Bald aber fiel sein wohl tragen bei guten warGrimm durch unsersSeuf- men Tagen. zens Stimm; das ewige 10. Davon wird unser Gemüte dacht' an sein Teil das ewge Gut und ewge Güte, und ließ auf Heil uns allesamt zumeſunser Schreien ihm seinen sen; wir werden's sehn und Zorn gereuen. 5. Die Wolken flohen weg; der feuchten Winde effen, und mit dem Gut der Erden zur Gnug ersättigt werden. Steg, daher die Wasser 11. Nun, Gott ist fromm flossen, nahm ab und ward verschlossen: des hohen und treu, sein Huld ist immer neu, und läßt sich Himmels Tiefen, die hör- leicht verfühnen, giebt, ten auf zu triefen. was wir nicht verdienen, 6. Steh auf, du mattes läßt gnädiglich sich finden, und 8. Die Erde wird erquickt, und was durch Näß erstickt, das wird nun wieder leben, und reifeFrüchte geben; die Necker gut Getreide, die Wiesen Gras und Weide. Gebet um Sonnenschein etc. 249 und nicht nach unsern und Liebe, daß dein Herz Sünden. nicht betrübe mit mehrerm 12. Darum, so richte Zorn und Schmerze das aun, o Mensch, auch du allerfrömmste Herze. dein Thun zu Gottes Lob Paul Gerhardt. V. Gebet um Sonnenschein bei vielem Regen. Mel. Wo Gott der Herr nicht bei uns hält. Gott, der 304. das Fit mament mit Wolken thust bedecken, der du ingleichen kannst behend das Sonnenlicht erwecken, halt doch mit vielem Regen ein, und gieb uns wieder Sonnenschein, daß unser Land sich freue. 2. Die Felder trauern weit und breit, die Früchte leiden Schaden, weil sie Freundlichkeit? Du bist ja unser Vater. 5. Gieb uns von deinem Himmelsaal dein klares Licht und Sonne, und lag uns wieder überall empfintden Freud und Wonne, daß alle Welt erkenne frei, daß außer dir kein Segen sei im Himmel und auf Erden. 3. Das machet unsre Missethat und ganz verfehrtes Leben, so deinen Zorn entzündet hat, daß wir in Nöten schweben; wir müssen zeigen unsre Schuld: weil wir die Buße nicht gewollt, so muß der Himmel weinen. M. Michael Schirmer. ( Crügers Gesangb. v. 1640.) Met. Wo Gott der Herr nicht bei uns hält. von vieler Feuchtigkeit und 305, Herr Gott, dein du deiSegen, Herr, den du ge- ner Schar haft zugesagt zeigt uns Armen, sich zur auf Erden, daß sie von dir Erden neigt, und will fast soll immerdar im Kreuz gegar verschwinden. tröstet werden, dazu auch das tägliche Brot samt Ret= tung aus der Angst und Not reichlichen überkommen: 2. Gieb reine Luft, warm Sonnenschein, gut Tau und fruchtbarn Regen, damit die Früchte wachsen fein durch deinen milden Segen, die hier zu Lande 4. Doch denke wieder früh und spat der Ackersan die Treu, die du uns mann geworfen hat auf hast versprochen, und wohn dein Wort in die Erde. uns in Genaden bei, wie 3. Ohn dich so ist all wir dich findlich suchen. seine Kunst, Fleiß, Arbeit Wie hält sich so hart dieser und Vermögen vergebens, Zeit dein Herz und sanfte wo du deine Gunft nicht 11** ge= 250 Bei großem Ungewitter. geben wirst zum Pflügen naß, auf daß wir mögen und allen Samen wecken Scheun und Faß durch auf, daß er wohl reif', und deinen Segen füllen. seinen Lauf mit gutem 6. Gieb gnädig, was uns G'winn erlange. deine Hand jetzt thut gar 4. Herr, straf uns nicht reichlich weisen, und thu in deinem Zorn, gedenk an damit im ganzen Land all deine Güte; den Weinstock Kreaturen speisen. So wird und das liebe Korn uns gnädiglich behüte vor Hagel, Frost, Sturmwind und Schlagg, vor Mehltau und was schaden mag Herre Gott, dein Gnade den Früchten insgemeine. laß uns walten; du weißt dich loben Groß und Klein, dieAlten und die Kinderlein, und was auf Erden lebet. 7. Wir trauen dir, o 5. Vor großer Dürre wohl, was uns mangeln uns bewahr; vergieb uns thut, haft lange hausge= unsre Sünde, damit nicht halten, und wirst noch feretwa mit Gefahr das Wet- ner so regiern, daß man ter was anzünde. Halt wird deinen Segen spürn, auch das Erdreich nicht zu und deinen Namen preisen. VI. Bei großem Ungewitter. und wirfft die Strahlen hin und her: mit Zittern treten wir zu Hauf. 306. A Gott, wie 3. Wir hatten wohl verschrecklich ist dient, o Gott, mit unsern dein Grimm, wenn du Sünden schwer und viel, ftark auf den Wolken gehst, daß du uns schlägt mit und deine schwere Donner- Grimm zu Tod, weil fast stimm mit starkem Krachen niemand gehorchen will; von dir stößt. Wir arme, doch weil wir deine Kinder blöde Menschenkind erken- seind, dein Volk und Schafe nen deine große Macht; deiner Weid, ein Volk, drum wir in Furcht und das seine Schuld beweint, Schrecken sind, dieweil der so hoffen wir BarmherHimmel blitzt und fracht. zigkeit. 2. Der Erdball, der sich 4. Wir wissen nichts und sonst nicht regt, in großer nirgendse hin, wenn wir Furcht erschüttert sich; durchlaufen alle Welt, zu wenn du nur schnaubest, wem wir sicher möchten wird bewegt der Berge fliehn; all Kreatur zur Grund, und fürchter dich. Rach sich stellt. Wir wissen Dein Arm ist stark, dein nichts als deine Gnad, die Hand ist schwer, wenn du alle Morgen neu aufgeht, im Zorn fie hebest auf, die groß ist und kein Ende bat Mel. Erbarm dich mein, o Herre Gott. Danksagung nach schwerem Ungewitter. 251 hat, die jedermann stets| sonst mehr ist deiner Gab, offen steht. vor Schlossen, Hagel, Was5. Wir schreien aus dem serflut, vor Feur und anJammerthal durch Chri- derm Wetterschad; halt uns, ftum, deinen lieben Sohn, o Gott, in deiner Hut, wir zu dir hinauf ins Himmels wollen rühmen deineGnad. Saal: um seinetwillen un- 8. Du bist allein der ser schon! O Vater der Herr und Gott, dem Barmherzigkeit, straf uns Donner, Blik, Feur, Luft ja nicht, wie wir's ver- und Wind, ja alles stehet schuldt; uns ist die Sünde zu Gebot, und seinen WilHerzlich leid, kehr dich zu len thut geschwind. Ach uns mit Gnad und Huld. Herr, wo ist dir jemand gleich im Himmel und in aller Welt? Wer hat ein solch gewaltig Reich, dem alles stracks zu Fuße fällt? 9.Drum sprich ein Wort, so weichet bald des schweren Wetters Grausamkeit; dein Wort durchdringet mit Gewalt, drum uns zu retten sei bereit. Ach komm, ach komm und thu Beweis, 7. Bedecke du mit dei- daß du der rechte Helfer ner Hand Leib, Leben, seist; so wollen wir dir finHaus, Bieh, Gut und Hab; gen Preis samt Christo die Frücht' erhalt durch und dem heilgen Geist. Feld und Land, und was Johann Heermann. VII. Danksagung nach schwerem Ungewitter. 2. Herr, deine Macht Mel. Von Gott will ich wir preisen, dein Zorn is nicht laffen. uns bekannt; doch thuji 307. Wir haben du uns auch weisen, wie jekt ver- deine Gnadenhand, die dich nommen, wie du, Herr anfliehen, schützt. Wer sich Zebaoth, zu uns bist schreck zu dir bekehret, der bleiber lich kommen durch Blik unverzehret, wie sehr es und Feuersnot. Wir wa- kracht und blißt. ren gar verzehrt, wenn du es nicht gewendet, und Hülfe zugesendet, wie wir von dir begehrt. 3. Jft Trübsal da mit Haufen, so denkst du jederzeit an die, so dich anlaufen, hilfft in Barmhersig6. Laß nicht anzünden deinen Blik, was du an Nahrung hast verehrt; vor Donnerschlägen uns beschük, laß unsern Leib sein unversehrt; sei du bei uns in dieser Not, zu dem all Hoffnung ist gericht: behut vor bösem schnellen Tod, mit deiner Hülf verlaß uns nicht. 252 In Kriegeszeiten. sigkeit. Du haft an uns die wir uns dir vertrauen gedacht, wie du des nicht mit starker Zuversicht. vergessen, der in der Arch gesessen: baft ihn zu Lande bracht. 6. Dankopfer wir dir bringen für dies, was du gethan; von deiner Hülf 4. Das Wetter ist ver- wir singen: ach nimm's trieben durch deine Gnad in Gnaden an durch Chriund Kraft; du bist stets bei stum deinen Sohn, um seiuns blieben, hast Sicher- nes Verdiensis willen, der heit verschafft, wie du, deinen Zorn kann stillen, Herr Jesu Christ, im der wahre Gnadenthron. Schiff das Meer bedräuet, 7. Wenn du am jungdie Jünger drob erfreuet, sten Lage, der schon ist gewehrt des Teufels Lift. angestellt, mit deinem 5. Du hast Haus, Hof, Donnerschlage anzünden Leib, Leben, und was ein wirst die Welt: so streck jeder hat, mit deinem aus deine Hand, und Schuß umgeben, bei uns zeuch uns, die wir glauund unsrer Stadt. Dein ben an dich und treu freundlich Angesicht läßt verbleiben, hinauf ins du uns wieder schauen, Vaterland. Joh. Heermann VIII. In Kriegeszeiten. jekund zu dieser Frist, In eigener Melodie. laß uns hinfort dein gött308. Du Frieden- lich Wort im Fried noch fürst, Herr långer schallen. Jesu Christ, wahr Mensch 4. Verdient haben wir und wahrer Gott, ein alles wohl, und leident's starker Nothelfer du bist mit Geduld; doch deine im Leben und im Tod; Gnad größer sein soll, drum wir allein im Na- denn unsre Sünd und men dein zu deinem Va- Schuld. Darum vergieb ter schreien. nach deiner Lieb, die du 2. Recht große Not fest zu uns trågest. uns stößet an von Krieg 5. Es ist groß Elend und Ungemach, daraus und Gefahr, wo Pestilenz uns niemand helfen kann, regiert; aber viel größer denn du, drum führ die ist's fürwahr, wo Krieg geSach, dein'n Vater bitt, führet wird; da wird verdaß er ia nit im Zorn acht und nicht betracht, mit uns woll' fahren. was recht und löblich wäre. 3. Gedenk, Herr, jet- 6. Da fragt man nicht und an dein Amt, daß nach Ehrbarkeit, nach du ein Friedfürst bist, und Zucht und nach Gericht; bilf uns anådig allesamt dein Wort liegt auch zu fol In Kriegeszeiten. 253 solcher Zeit, und geht im und Reue; die Feinde Schwange nicht. Drum stürz, dein Volk beschütz, hilf uns, Herr, treib von auf daß fich's ewig freue. uns fern Krieg und all Cyriatus Schneegaß. schädlich Wesen. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren Lob, 7. Erleucht doch unsern Sinn und Herz durch 310. Gott den Geist deiner Gnad, nun ist erdaß wir nicht treiben schollen das edle Fried- und draus ein Scherz, der Freudenwort, das nunmehr unsrer Seelen schad'. ruhen sollen die Spieß' und Jesu Chrift, allein du Schwerter und ihr Mord. bist, der solchs wohl kann Wohlauf, und nimm nun ausrichten. Jac. Ebert. wieder deinSaitenſpiel hervor, o Deutschland, finge Mel. Was mein Gott Lieder im hohen vollen will, das g'scheh allzeit. Chor. Erhebe dein Geteb Fried, můte deinem Gott 309. i frommer, und sprich: Herr, deine 0 treuer Gott, du Vater Gnad und Güte bleibt aller Gnaden, wend ab die dennoch ewiglich. groß vorstehend Not, ver- 2. Wir haben nichts verbut all unsern Schaden. dienet als schwere Straf Der Feind mit Macht da- und großen Zorn, weil hin nur tracht, die Völker stets noch bei uns grünet zu verheeren, die deinen der freche, schnöde SünSohn, den Heiland fron, dendørn. Wir sind fürbekennen, lob'n und ehren. wahr geschlagen mit har2. Gieb Fried, o Jesu, ter scharfer Rut, und lieber Herr, du Schützer dennoch muß man fragen: deiner Herde, es langet Wer ist, der Buße thut? an dein Amt und Ehr, Wir sind und bleiben böse, den Gottesdienst so wer- Gott ist und bleibet tren, te; solchs alls der Feind hilft, daß sich bei uns löse mit Ernst jetzt meint, will's der Krieg und sein Geschrei. hindern und ausrottet; 3. Sei tausendmal willhier steh uns bei, Herr kommen, du teure, werte Jesu, frei, die Feinde Friedensgab, jetzt sehn wir, mach zu Spotte. was für Frommen dein 3. Gieb Fried, o Herr Bei- uns- wohnen in sich Gott heilger Geist, du hab'. In dir hat Gott Tröster aller Blöden, dein versenket all unser Glück Hilf uns jetzt und all- und Heil; wer dich betrübt zeit leist', laß dein Kirch und kränket, der drückt ihm nicht verdden; das G'bet selbst den Pfeil des Herzerweck, den Glauben leids in das Herze, und stärk, gieb wahre Buß löscht aus Unverstand die güld 254 In Kriegeszeiten. 2. Mache zu Schanden alle, die dich hassen, die güldne Freudenkerze mit nicht zu Schanden werden feiner eignen Hand. die, so in ihren Noten 4. Das drückt uns nie- und Beschwerden bei Tag mand besser in unsre Seel und Nacht auf deine Güte und Herz hinein, als ihr hoffen, und zu dir rufen. zerstörten Schlösser und Städte voller Schutt und Stein; ihr vormals schb- sich allein auf ihre Macht nen Felder, mit frischer verlassen. Ach fehre dich Saat bestreut, jetzt aber mit Gnaden zu uns Arlauter Wälder und dürre, men; laß dich's erbarmen. wüste Haid; ihr Gräber voller Leichen und blutgem Heldenschweiß, der Helden, deren gleichen auf Erden man nicht weiß. 3. Und schaff uns Beistand wider unsre Feinde; wenn du ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde; sie müssen Wehr und Waffen niederlegen, kein Glied mehr regen. 5. Hier trübe deine Sinnen, o Mensch, und laß den Thränenbach aus bei- 4. Wir haben niemand, den Augen rinnen, geh in dem wir uns vertrauen, dein Herz und denke nach: vergebens ist's, auf Mentwas Gott bisher gesendet, schenhülfe bauen: mit dir das hast du ausgelacht; wir wollen Thaten thun nun hat er sich gewendet und kämpfen, die Feinde und väterlich bedacht, vom dämpfen. Grimm und scharfen Dringen zu deinem Heil zu ruhn: ob er dich möchte zwingen mit Lieb und Gutesthun. 6. Ach laß dich doch erwecken, wach auf, wach Namen: Hilf, Helfer! auf, du harte Welt, eh Amen. Joh. Heermann. 5. Du bist der Held, der sie kann untertreten und das bedrängte kleine Häuflein retten. Wir traun auf dich, wir schrein in Jesu als das letzte Schrecken dich schnell und plößlich Mel. Singen wir aus überfällt. Wer aber Chrier Herzensgrund. ftum liebet, sei unerschrock- 312. Treuer Wach nes Muts; der Friede, Israel, den er giebet bedeutet al- des fich freuet Leib und les Guts. Er will die Seel, der du weißest alles Lehre geben: das Ende Leid deiner armen Chrinaht herzu; da sollt ihr stenheit, o du Wächter, bei Gott leben in ewgem der du nicht schläfst noch Fried und Ruh. v. Gerhardt. schlummerst, zu uns richt Miel. Herzliebster Jesu, dein hülfreiches Angesicht. was hast du verbrochen. 2. Schau, wie große 311. jetzt err, unser Not und Qual trifft dein wird In Kriegeszeiten. 255 wird der Trübsal mehr:| daß dem Feinde davor grau hilf, ach hilf! schüß deine und mit Zittern sie anschau. Lehr; wir verderben, wir 8. Liebster Schatz, Imvergehn; nichts wir sonst manuel, du Beschüßer meivor Augen sehn, wo du ner Seel, Gott mit uns nicht bei uns wirst stehn. in aller Not, neben uns 3. Hoherpriester Jesu und in uns Gott, Gott Christ, der du eingegangen für uns zu aller Zeit: trok bist in den heilgen Ort zu dem, der uns thut ein Leid! Gott durch dein Kreuz Gottes Straf ist ihm und bittern Tod, uns ver- bereit. föhnt mit deinem Blut, ausgelöscht der Höllen Glut, wiederbracht das böchste Gut! 9. Deines Vaters starker Arm, komm, und unser dich erbarm! Laß jetzt sehen deine Macht, drauf wir 4. Sikst auch heut ins hoffen Tag und Nacht; Vaters Reich, ihm an aller Feinde Koppel trenn, Macht und Ehren gleich, daß dich alle Welt erkenn', unser Mittler und Patron, aller Herren Herren nenn'. seine höchste Freud und Kron, den er in dem Herzen trägt, wie sich selbst zu lieben pflegt, dem er keine Bitt abschlägt. 10. Andre trauen ihrer Kraft, ihrem Glück und Ritterschaft: deine Christen sehn auf dich, trauen dir fich fesliglich; laß fie werden nicht zu Schand; bleib ihr Helfer und Beistand; sind sie dir doch ganz bekannt. 5. Kläglich schreien wir zu dir, klopfen an die Gnadenthür, wir, die du mit höchstem Ruhm dir erkauft jum Eigentum: Deines 11. Gürte dein Schwert Vaters Zorn abwend, der an die Seit als ein Held, wie lauter Feur jetzt brennt und für sie streit, und zerund schier alle Welt durch- schmettre deine Feind', so rennt. viel ihr'r auf Erden seind. 6. Zeig ihm deine Wun- Auf die Hälse tritt du ihn'nt, den rot, red von deinem leg fie dir zum Schemel Kreuz und Tod, und was hin, und brich ihren stolzen du mehr haft gethan, zeig Sinn. ihm unsertwegen an; sage, 12. Du bist ja der Held daß du unsre Schuld haft und Mann, der den Kriebezahlet in Geduld, uns gen steuern kann, der da erlanget Gnad und Huld. Spieß und Schwert zer7. Jesu, der du Je- bricht, der die Bogen macht fus beißt, als ein Jesus zu nicht, der die Wagen Hülfe leift! Hilf mit dei- gar verbrennt, und der ner starken Hand, Men- Menschen Herzen wendt, schenhilf hat sich gewandt; daß der Krieg gewinnt ein eine Mauer um uns bau, End 13. Je 256 In Kriegeszeiten. 13. Jesu, wahrer Frie- 3. So wahr Gott Gott defürst, der der Schlan- ist und sein Wort, muß gen hat zerknirscht ihren Teufel, Welt und HöllenKopf durch seinen Lod, pfort und was dem thut wiederbracht den Fried bei anhangen, endlich werden Gott: gieb uns Frieden zu Hohn und Spott: Gott gnädiglich, so wird dein ist mit uns, und wir mit Volk freuen sich, dafür Gott, den Sieg wolln ewig preisen dich. wir erlangen. Johann Heermann. In eigener Melodie. 4. Drum sei getroft, du kleines Heer, streit ritterlich für Gottes Ehr, und laß 313. Verleih uns dir gar nicht grauen. Er streiten, 5. Amen! das hilf, Herr Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu den Mut: daß sie sterben wird den Feinden nehm'n unsern Zeiten; es ist doch in ihrem Blut, wirst du ja kein andrer nicht, der mit Augen schauen. für uns könnte denn du unser Gott alleine.[ Gieb unserm Kö- Jesu Christ, dieweil du nig und aller Obrigkeit unser Schutzherr bist, bilf Fried und gut Regiment, uns durch deinen Namen: daß wir unter ihnen ein so wollen wir, deine Gegeruhig und stilles Leben mein, dich loben und dir führen mögen in aller dankbar sein, und fröhlich Gottseligkeit und Ehr- fingen, Amen. Highly barkeit. Amen.] Joh. Altenburg. Mel. Warum betrübst du dich, mein Herz. D. Martin Luther. Mel. Kommt her zu mir, 315. Wie it fo spricht Gottes Sohn. groß und 314. Versage nicht, schwer die Laft, die du uns o klein, obschon die Feinde ter Gott, Gott, der du willens sein, dich gänzlich fireng und eifrig bist dem, der zu verstören, und suchen nicht fromm und heilig ist! deinen Untergang, davon 2. Die Laft, die ist die dir wird recht angst und Kriegesflut, ſo jetzt die bang: es wird nicht lange währen. Welt mit rotem Blut und heißen Thränen füllt. Es ist dasFeur, das hitzt und brennt, so weit fast Sonn und Mond sich wendt. Er 3. Groß ist die Last, doch ist dabei dein starker Schuß und Vatertreu uns gar fen schon, dich und sein nicht unbekannt. Du strafft, Wort erhalten. und mitten in dem Leid ets 2. Triste dich nur, daß deine Sach ist Gottes, dem befiehl die Rach, laß ihn alleine walten. wird durch seinen Gideon, ben er wohl kennt, dir hel In Kriegeszeiten. 257 erzeigst du Lieb und Freund-| Gottes Gnad und Güt lichkeit. erkennt, der ist fürwahr 4. Wir unsers Teils durchaus verblendt. find dir verpflicht dafür, daß du dein Heil und Licht uns niemals ganz versagt; viel andre hast du abgelohnt, uns hast du ja noch oft verschont. 5. Wie manchmal hat sich hier und dar ein groBes Wetter der Gefahr um uns gezogen auf. Dein Hand, die Erd und Himmel trågt, hat Sturm und Wetter beigelegt. 6. Wie oftmals hat bei Tag und Nacht der Feinde 13. Laß diese Lieb als List und große Macht uns, eine Glut in uns entdeine Herd, umringt; du zünden Herz und Mut; aber, o du treuer Hirt, haft gieb engelische Brunst, daß unsern Wolf zurückgeführt. alle unsre Aederlein zu singen dir bereitet sein. 7. Viel unsrer Brüder find geplagt, von Haus und Hof dazu verjagt; aber haben noch beim Weinstock und beim Feigenbaum des 14. Laß auch einmal wir nach so viel Leid uns mieder scheinen unsre Freud, Friedens Angesicht, ein jeder seinen Sik und das mancher Mensch noch Raum. nie einmal geschaut in 11. O frommer Gott. nimm von uns hin solch Unvernunft; richt unsern Sinn, daß wir zur Dankbarkeit mit Lobgesang und süßem Ton uns finden stets vor deinem Thron. 12. Nicht unserm Werk, nicht unserm Thun, allein dir, dir, o Gnadenbrunn, gebührt all Ehr und Ruhm. Wir haben Zorn und Tod verschuldt, du zahlest uns mit Lieb und Huld. 8. Sieh an, mein Herz, diesem Jammerthal. wie Stadt und Land an 15. Sind wir's nicht vielen Orten ist gewandt wert, so sich doch an die, zum tiefen Untergang; so kein Unrecht je gethan, der Menschen Hütten sind die kleinen Kinderlein. verstört, die Gotteshau- Solln sie denn in der ser umgekehrt. Wiege noch mittragen solches schwere Joch? 9. Bei uns ist ja noch Polizei, auch leisten wir noch ohne Scheu dem Herren seinen Dienst; man lehrt und hört ja fort und fort alltäglich bei uns Gottes Wort. 16. Erbarm dich, o barmherzigs Herz, so vieler Seufzer, die der Schmerz uns aus dem Herzen zwingt. Du bist ja Gott und nicht ein Stein, wie kannst du denn so harte 10. Wer dieses nun nicht will verstehn, läßt's in die sein? Luft und Winde gehn, und 17. Wir sind an bdbei so hellem Licht nicht sen Wunden krank, voll 258 In Sterbensläuften. Eiter, Striemen, Kot thun, das glauben wir, und Stank: du, Herr, obgleich noch wenig scheibist unser Arzt. Geuß nen für die Mittel in der ein, geuß ein dein Gna- Welt; wenn alle Mittel dendl, so wird geheilet stille stehn, dann pflegt Leib und Seel. dein Helfen anzugehn. Paul Gerhardt. 18. Nun, du wirst's IX. In Sterbensläuften. geben wir, o Gott, du Mel. Wenn wir in höch- lieber Vater; denn unser sten Möten sein. Wandel ist bei dir, hier 316. Gott, wird uns nicht geraten. A in Gnaden Weil wir in dieser Hütvon uns wend dies große ten sein, ist nur Elend, Kreuz und groß Elend, da- Trubsal und Pein: bei mit wir sind umgeben gar, und siehn all Augenblick in G'fahr. dir der Freuden warten. 3. Kein Frucht das Weizenkörnlein bringt, es 2. Behüt uns, deine fall' denn in die Erden: Kinderlein, um Christi so muß auch unser irdunsers Herren Pein, vor scher Leib zu Staub und Pestilenz und schnellem Aschen werden, eh er kommt Lod, und laß uns nicht zu der Herrlichkeit, die du in dieser Not. uns, Herr Chrift, haft bereit durch deinen Gang zum Vater. 3. In dieser Not ach laß uns nicht; wend von uns dein'n Zorn und Gericht, daß dir lobsinge unser Mund für deinen Schutz aus Herzensgrund 4. Was wollen wir denn fürchten sehr den Tod auf dieser Erden? Es muß einmal gestorben sein; o Bartholomäus Ringwaldt. wohl ist hier gewesen, welcher wie Simeon entMel, Wo Gott der Herr schläft, sein Sund ernicht bei uns hält. fennt, Christum ergreift; ch 317. dh lieben so muß man selig sterben. Christen, 5. Dein Seel bedenk, feid getrost, wie thut ihr bewahr dein'n Leib, laß so verzagen, weil uns der Gott den Vater sorgen: Herr heimsuchen thut? sein' Engel deine Wächter Laßt uns von Herzen sa- sein, behüten dich vorm gen: Die Straf wir wohl Argen; ja, wie ein Henn verdienet han, solches be- ihr Küchelein bedeckt mit kenn' ein jedermann, nie- ihren Flügelein, so thut mand darf sich ausschließen. der Herr uns Armen. 2. In deine Händ' uns 6. Wir wachen oder schla In Sterbensläuften. 259 läuft und fleucht, als waren wir verbannet. schlafen ein, so sind wir ia scheucht, ein jeder vor uns des Herren; auf Chriftum wir getaufet sein, der kann den Satan wehren. 5. Lehramt und andre Durch Adam auf uns Ordnung mehr gehn nicht kommt der Tod, Christus in vollem Schwange; all hilft uns aus aller Not: unsre Nahrung welket sehr, drum loben wir denHerren. uns ist von Herzen bange, und wissen weder aus noch ein; o Vater, sieh genådig drein, und thu uns wieder trösten. Johann Gigas. Mel. Herr, ftraf mich nicht in deinem Sorn. 318. frommer 6. Las ab von uns mit und getreuer deiner Rut, nimm sie von Gott aller, die auf dich unserm Rücken: was hast hoffen, es hat uns eine du Nuh an unserm Blut, schwere Not durch deine wenn's der Tod thut hinHand getroffen; dein Zorn zücken? Ein toter Körder drückt uns mit Gewalt, per dich nicht preist, noch und wirft die Menschen jemand zur Erkenntnis jung und alt mit Pesti- weist deines heiligen Nalenz darnieder. mens. 2. Du bist gerecht, und 7. Erzeig uns Gnad, o dein Gericht kann unser frommer Herr, thu deinen feiner strafen; von wegen Grimm aufheben, und set unsrer Sund geschicht, daß mit deiner Hülf nicht fern! wir so schnell entschlafen. du hast ja Lust zum Leben, Ja, unsre große Missethat und bist ein Gott von dich so gar hoch bewogen Wahrheit fest, der seinen hat, dein Pfeil in uns zu Zorn bald fahren läßt, wenn schießen. man dich herzlich bittet. 3. D Herr, vergieb und 8. Jesu Christe, unstraf uns nicht im Zorn ser Heil, thu alles llebel so gar geschwinde; kehr wenden; nimm doch den doch das Vaterangeficht zu Bogen und die Pfeil' aus deinem lieben Kinde; laß deines Vaters Händen; sinken dein'n gerechten heiß den Verderber hören Grimm, uns wieder zu auf, daß er nicht so ge= Genad annimm um deines schwinde lauf', zu würgen Sohnes willen. deine Brüder. 4. Sieh, Herr, wie 9. Dein Will geschet', wir betrübet gehn, kraft- wir bitten all, uns nicht los, mit Furcht umgeben, in Not verlasse; hilf uns in Angst und großen Sor- nach deinem Wohlgefall'n, gen stehn, und in viel du weißt die rechte Maße, Kummer schweben. Die und wirst wohl deine Zeit Nachbarschaft sich vor uns ersehn, wenn uns hierint 260 In Sterbensläuften. in soll Hülf geschehn, das| Luft und Freud mit deinen wolln wir dir vertrauen. Augen sehen an der Gott10. O heilger Geist, mit losen Herzeleid, wenn Verdeiner Kraft, die sterben sol- geltung wird g'schehen; len, stårke, daß man des weil der Herr ist dein Glaubens Ritterschaft an Zuversicht, und dir der ihrem End vermerke; und Höchst' sein'n Schuß verfie also mit Fried und spricht, drum, daß du ihm Freud nehmen ein'n sanften vertraueft. Abescheid in Chrifto, unserm Herren. Bartholomäus Ringwaldt Mel. Wo Gott der Herr nicht bei uns hält. Unfall, auf Händen tragen Schuß überall, daß kein Stein dein'n Fuß letze. 319. Mer in dem des Höchsten ist, und sich Gott thut ergeben, der 6. Auf Löwn und Otspricht: Du, Herr, mein tern wirst du gehn, und Zuflucht bist, mein Gott, treten auf die Drachen; Hoffnung und Leben, der auf jungen Löwen wirst du ja wirst erretten mich du stehn, ihr' Zähn' und von Teufels Stricken Gift verlachen: denn dir gnädiglich und von der der feines schaden kann; Pestilenze. kein Seuch kommt dem vom andern an, der auf Gott thut vertrauen. 2. Mit seinen Flügeln deckt er dich, auf ihn sollst du vertrauen; sein Wahr- 7. Er begehrt mein aus heit schützt dich g'waltig- Herzensgrund und hofft lich, daß dich bei Nacht auf meine Güte; drum kein Grauen noch Betrüg- helf ich ihm zu aller Stund, nis erschrecken mag, auch kein Pfeil, der da fleugt ich will ihn wohl behüten; ich will allzeit sein Helfer bei Tag, weil dir sein sein, drum, daß er kennt Wort thut leuchten. den Namen mein, des soll 3. Kein Pestilenz dir er sich ja trösten. schaden kann, die in dem 8. Er ruft mich an als Finstern schleichet; fein seinen Gott, drum will Seuch noch Krankheit ich ihn erhören. Ich sich rührt dich an, die im Mit- bei ihm in aller Not, ich tag umstreichet. Ob tau- will ihm Hülf gewähren, send stürben dir zur Seit, zu Ehren ich ihn bringen und zehen tausend ander- will, langs Leben ihm auch weit, soll es doch dich nicht geben will, mein Heil will treffen. ich ihm zeigen. 4. Ja du wirst auch noch] 9. Ehr sei dem Vater Und 5. Kein Uebels wird begegnen dir, kein Plag dein Haus wird rühren: denn für befiehlet, dich zu füher sein'n Engeln für und ren und zu behüten vor Von der Erkenntnis Gottes n. Jelu. 261 und dem Sohn und dem Pfad, daß uns der arge heiligen Geiste, als er im Feind nicht schad'. Wer Anfang war und nun, der das begehrt, sprech': Amen. Sebald Heyden. uns sein Gnade leiste, daß wir wandeln in seinem Von den Gütern des Heils. I. Von der Erkenntnis Gottes und Jesu. Mel. O Gott, du frommer Gott. 320. Dui u sagst: Ich bin ein Chrift: Wohlan, wenn Werk und Leben dir dessen, was du sagst, Beweis und Zeugnis geben, so steht es wohl um dich. Ich wünsche, was du sprichst, zu werden alle Tag, nämlich ein guter Christ. 2. Du sagst: Ich bin ein Christ. Der ist's, der Jesum kennet, und seinen Gott und Herrn ihn nicht alleine nennet, sondern thut auch mit Fleiß, was fordert sein Gebot. Thust du nicht auch also, ist, was du sagst ein Spott. vermenget. Ja wohl, haft aber du gehalten auch den Bund, den du mit Gott gemacht in jener Gnadettstund? 5. Hast du ihn nicht vorlängst gar oft und viel gebrochen? Hast du als Gottes Kind dich, wie du hast versprochen, in allem Thun erzeigt, dem Guten nachgestrebt? Hat nicht der alte Menschbisher in dir gelebt? 6. Du sagst: Ich bin ein Chrift, weil Gottes Wort und Lehre ohn allen Menschentand ich fleißig les' und höre. Ja, Lieber, thust du auch, was dieses Wort dich lehrt? Nicht der's hört, sondern thut, der ist bei Gott geehrt. 7. Du sagst: Ich bin ein Christ, ich beichte meine Sünden, und lass' beim Beichtstuhl mich auch oftermalen finden. Findt aber sich, mein Freund, ich bitte, sag es mir, nach abgelegter Beicht die Begrung auch bei dir? 3. Du sagst: Ich bin ein Christ. Wer sich's will nennen lassen, muß lieben, was ist gut, mit Ernst das Böse hassen. Der liebet Christum nicht, der noch die Sünden liebt, ist auch kein Chrift, ob er sich gleich den Namen giebt. 4. Du sagst: ich bin ein Christ; denn ich bin ja be- 8. Ach du bleibst nach sprenget mit Wasser in der wie vor; dein Worte, Werk Tauf, mit Christi Blut und Sinnen wird oftmals 262 Von der Erkenntnis Gottes ärger noch; dein Vorsat| mut Stell sich zeiget Haß und Beginnen geht nach und Neid, so bist du gang dem alten Trieb, und was gewiß vom Christentum noch gut soll sein, ist, wenn sehr weit. man's recht befieht, nur lauter Heuchelschein. 14. Sagst du: Ich bin ein Christ, und rühmst dich 9. Du sagst: Ich bin des mit Freuden; thust aber ein Christ, ich lass mich du auch mehr als andre speis'n und trånken mit fluge Heiden? Ach, öfters dem, was Christus uns nicht so viel, als Gutes im Abendmahl will schen- fie gethan; sie werden dørken. Wohl, aber zeige mir, ten dich gewißlich klagen an. ob Christi Leib und Blut in dir zur Heiligung auch seine Wirkung thut? 15. Sag nicht: Ich bin ein Chrift, bis daß dir Werk und Leben auch dessen, was 10. Du sagst: Ich bin du sagst, Beweis und Zeugein Christ; ich bete, les' nis geben. Die Wort find und finge, ich geh' ins Got- nicht genug; ein Chrift teshaus, sind das nicht muß ohne Schein das, gute Dinge? Sie sind es; was er wird genannt, im aber wenn sie werden so Wesen selbsten sein. verricht, daß Gott auch stets dabei ein reines Herze friegt. 16. Ach, mein Gott, gieb Genad, mich ernstlich zu befleißen, zu sein ein 11. Du sagst: Ich bin wahrer Chrift, und nicht ein Chrift. Ich kann dir's nicht gestehen, es sei denn, daß ich's werd' aus deinem Wandel sehen. nur so zu heißen; denn welcher Nam und That nicht hat und führt zugleich, Wer sagt der kommet nimmermehr und rühmet, daß er Christo zu dir ins Himmelreich. angehör', und auch sein Johann Adam Haßlocher. Junger sei, muß wandeln gleich wie er. In eigener Melodie. 12. Bist du ein solcher 321. Erleucht mich, Christ, so mußt du sein Herr, mein gesinnet, wie Jesus Chri- Licht, ich bin mir selbfi stus war. Wenn reine verborgen, und kenne mich Liebe rinnet aus deines noch nicht; ich merke dieſes Herzens Quell, wenn du zwar, ich sei nicht wie ich demütig bist von Herzen, war; indessen fühl'ich wohl, wie der Herr, so sag: du ich sei nicht, wie ich soll. feift ein Chrift. 2. Ich lebt' in stolzer 13. So lang ich aber Ruh, und wußte nichts noch an dir erseh'und spüre, von Sorgen vor diesem; daß Stolz und Uebermut aber nun bin ich ganz voldein Sinn und Herz re- ler Braft, und mir selbs giere, wenn an der Sanft- leine Last; was vormals met und Jefu. 263 meine Freud, macht mir führ mich, wie du willt; jetzt Herzeleid. dein bin ich, wie ich bin, nimm mich zu eigen hin. 3. Kein zeitlicher Verlust verursacht diesen Schmer- 9. Wer dies nicht gründzen, so viel mir ia bewußt; lich meint, des Glaub ist mich liebt manch treuer noch untüchtig, der bleibt Freund, mich überwindt noch Gottes Feind; sein kein Feind, der Leib hat Hoffnungsgrund ist Sand, was er will, Gesundheit, und hält zuletzt nichtStand. Hüll und Füll. Der einge Glaubensgrund ist dieser Gnadenbund. 4. Nein, es ist Seelenpein, es kommt mir aus dem Herzen, und dringt durch Mark und Bein. Nur dies, dies liegt mir an, daß ich nicht wissen kann, ob ich ein wahrer Christ, und du mein Jefus bist. 5. Es ist nicht so gemein, ein Chrifte sein als heißen; ich weiß, daß der allein des Namens fähig ist, der seine liebste Lust durch Christi Kraft zerbricht und lebt ihm selber nicht. 10. Hier, sorg' ich, fehlt es mir; die Lieb ist noch nicht richtig, die ich, Herr Christ, zu dir jetzt habe; weil ich doch, beinah ein Christe noch, die Welt und Lust noch mehr geliebt, als deine Ehr. 11. Mein Herz, begreif dich nu, ich muß es redlich wagen; ich komm eh nicht zur Ruh. Sagst du hiermit der Welt, und was dem Fleisch gefällt, rein ab und Christo an, so ist die Sach gethan. 6. Es ist ein Selbstbetrug, mit diesem Wahn 12. Du Erdwurm, sollsich speisen, als ob dies test du dem Kön'ge dich schon genug zur Glaubens- versagen, dem alles stehet probe sei, daß man von zu, der allein weis und Lastern frei, die auch einsreich, der alles ist zugleich, blinder Heid aus Furcht der selbst bie ganze Welt der Schande meidt. erschaffen und erhält? 13. Wenn alles wird ver7. Der zeigt nur Christum an, der aus ihm selbst gehn, was Erd und Himgegangen, und seines Flei- mel beget, so bleibt er feſt sches Wahn, Vermögen, bestehn, sein Wesen nimmt Luft und Rat, Gut, Ehr nicht ab; die Gottheit weiß und was er hat, von Her- kein Grab, und wen er einzen haßt, und spricht: Nur mal kennt, des Wohlstand Jesus ist mein Licht! nimmt kein End. 8. Das ist des Glaubens 14. Wer aber in der Zeit Wort und dürftiges Ver- mit ihm sich nicht vertrålangen: Herr Jesu, sei get, der bleibt in Ewigkeit mein Hort, Versöhner, von Gottes Freudenhaus Herr und Schild, und ganz, ganz geschlossen aus, ber= 264 Von der Erkenntnis Gottes vergöff' er in dem Weh auch deshalben traurig gehn, oft einen Thranensee. vor Gott mit Thränen stehn: diese sollen noch auf Erden, und dann dort getröstet werden. 15. Wünscht nun Gott den Vertrag, laß ihn dein Ja- Wort schlichten, o liebe Seel, und sag: Dir opfr' 4. Selig sind die fromich gånzlich auf, o mein menHerzen, da manSanftGott, meinen Lauf und mut spüren kann, welche Geist und Leib und Blut, Hohn und Trok verschmerLuft, Ehre, Hab und Gut. zen, weichen gerne ieder16. Thu, was du willst, mann; die nicht suchen eigne mit mir, werd' ich nur zu- Rach, und befehlen Gott gerichtet zu deinem Preis die Sach; diese will der und Zier, ein Faß der Herr- Herr so schüßen, daß fie lichkeit, mit deinem Heil noch das Land besitzen. bekleidt, geheiligt nun und dann: wohl mir, so ist's gethan. Buchfelder. 5. Selig sind, die sehnlich streben nach Gerechtigkeit und Treu, daß an ihrem Thun und Leben kein Gewalt noch Unrecht sei; die da lieben Gleich und Recht, und schlecht, Geiz, Betrug undünrecht haffen, die wird Gott satt werden lassen. 6. Selig sind, die aus Erbarmen sich annehmen 322. Rommt, laßt find aufrichtig, fromm, euch den Herren lehren, kommt und lernet allzumal, welche die find, die gehören in der rechten Christen Zahl; die bekennen mit dem fremder Not, sind mitleiMund, glauben fest von dig mit den Armen, bitten Herzensgrund und be- treulich für sie Gott; die mühen sich daneben, Guts behilflich sind mit Rat, zu thun, so lang sie leben. auch wo möglich mit der 2. Selig sind, die De- That, werden wieder Hülf mut haben, und sind all- empfangen, und Barmgeit arm im Geist, rühmen herzigkeit erlangen. fich gar keiner Gaben, daß 7. Selig sind, die funGott werd' allein gepreist, den werden reines Herzens danken dem auch für und jederzeit, die im Werk, für, denn das Himmelreich Wort und Geberden lieist ihr. Gott wird dort zu ben Zucht und Heiligkeit. Ehren sehen, die sich selbst Diese, welchen nicht ge= gering hier schätzen. fällt die unreine Lust der 3. Selig sind, die Leide Welt, sondern sie mit Ernst tragen, da sich göttlich vermeiden, werden schauen Trauern findt, die beseuf- Gott mit Freuden. zen und beklagen ihr und andrer Leute Sünd; die 8. Selig sind, die Frieden machen, und drauf sehn ohn Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. und Jesu. 265 ohn Unterlaß, daß man| kennen bei meinem Unmög' in allen Sachen flie- verstand, was Weisheit hen Hader, Streit und sei zu nennen; vor allem Haß; die da stiften Fried aber gieb, daß ich dick, und Ruh, raten allerseits recht verehr' aus deines dazu, sich auch Friedens Geiftes Kraft nach deines felbst befleißen, werden Sohnes Lehr. Gottes Kinder heißen. 2. Ich leb' im Christen9. Selig sind, die můs- tum: laß mich durch christsen dulden Schmach, Ver- lich Leben auf deines folgung, Angst und Pein, Sohnes Pfad nach reiner da sie es doch nicht ver- Lugend streben; weil ich schulden, und gerecht be- dir zugesagt: ich wollte funden sein; ob des Kreu- deinen Willn, nach meijes gleich ist viel, setzet ner Taufe Bund, genau Gott doch Maß und durch dich erfülln. Ziel, und hernach wird er's belohnen ewig mit der Ehrenkronen. 3. Die Lehr entspringt von dir: sei du mein rechter Lehrer. Bist du der Weisheit Quell, so sei auch ihr Vermehrer. Was hilft mir mein Bemühn, mein Lesen, mein Studiern, willst du mich nicht dadurch zu wahrer Tugend führn. 4. Mein Denken und mein Wort, mein Thun und auch mein Lassen regiere ganz nach dir. Soll ich was Weitres fassen, so gieb, daß dir's allein zu Lob und Ruhm gelang', wie ich's in deinem Sohn und dir allein anfang'. 11. Daß ich Armen helf' und diene, immer hab' ein reines Herz, die im Unfried stehn, versühne, dir anhang' in Freud und Schmerz. Bater, hilf von deinem Thron, daß ich 5. Sink' ich unachtsamglaub' an deinen Sohn, lich in Schwachheitssünund durch deines Geistes den nieder, so richte du Stärke mich befleiße rech- mich bald durch deine ter Werke. Hülfe wieder, daß ich mich stets auf dich mit offnem Angesicht, und nimmer weg von dir auf dieſe Weltbahn richt'. Dav. Denicke nach 3. Heermann. 10. Herr, regier zu allen Zeiten meinen Wandel hier auf Erd, daß ich solcher Seligkeiten aus Genaden fähig werd'. Gieb, daß ich mich acht' gering, meine Klag oft vor dich bring'; Sanftmut auch an Feinden übe, die Gerechtigkeit stets liebe; Mel. O Gott, du frommer Gott. 323. Weisheit 6. Dein teures Pfand, aus der mein Geist, mein Ehre, Höh, gieb du mir zu er- Gut und Leben sei dir, 12 266 Von der Erkenntnis Gottes * Herr, allein in deinen mich willst haben schlecht Schuß gegeben. Mein und recht. Höchster, was ich bin, werf' ich in deine Händ'; wie du mein Anfang bist, so bleib auch stets mein End. Christian Knorr v. Rosenroth. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 6. Hilf, daß ich dem Fleisch absage, nicht nach eitlen Ehren frage, reinge selbsten Herz und Sinn. Laß mich diese Welt verachten, Christi Schmach viel höher achten, als Egyptens Lustgewinn. 324. Treuer Bater, 7. Tit des alten Adams deine Liebe, Glieder, mach uns dir zum so aus einem heißen Trie- Opfer wieder, lehr mich be mich in Christo auser- nur zu Christo gehn. Aus wählt, und, eh ich zur des alten Adams Modern Welt geboren, schon zur muß der neue Mensch aufKindschaft auserkoren, und lodern, und in Christo aufden Deinen zugezählt, erstehn. 2. Hat mich zwar bis- 8. Wenn am Eitlen her gesehen als ein Faß des andre kleben, zwischen Luft Zornes gehen, doch getra- und Furcht noch schweben, gen mit Geduld, so, daß oder blind zur Höllen gehn, du nicht wollen ftrafen, will ich meine Glaubensnoch mich aus dem We- flügel schwingen zu dem ge raffen mitten in der Sündenschuld. Sternenhügel, und auf meinen Heiland sehu. 3. Da ich dacht', ich war' 9. Wird man gute Werk' ein Christe, und davon zu hoch achten, andrer Wanreden wüsste, brauchte del sehr betrachten, und Kirch, Altar dabei, sang man sondre Gaben ehrt: und Guts den Armen thate, werd' ich mich daran erkeine groben Lafter hatte: gößen, wenn mir Gott war es doch nur Heuchelei. mit Christi Schätzen nur 4. Totes Werk, histo- den Glauben recht beschert. risch Wesen ist, was sich 10. Will der Satan ſeine die Welt erlesen, und für Difteln wieder in die NoihrenChriftum hält. Schat- sen nisteln, und mich gerne ten, Bildnis, Schein und zu sich ziehn, zeigt er seiMeinen, Judaskuß und nes Reiches Schake, stellt Heuchelweinen ist der subtil' und grobe Netze: Glaube dieser Welt. laß ihn sich umsonst be5. Hierin hab' ich auch mühn. gestecket, bis du mich haft 11. Sollte mich Egypaufgewecket, ach daß ich ten reuen, und nach ihren nun wachte recht, und den Töpfen schreien, Herz und Gnadenzug bedachte, wie Geift nach Sodom sehn: du, Herre, der Gerechte, laß mich beten, wachent, kắm und Jesu 267 Herze brünstig sein, dich mein Heiland zu umfangen, und dir ewig anzuhangen: 12. Wird mir Kraft und sei du mein, ich bleibe dein. Mut genommen, und, 18. Wird mich Babel wenn's soll zum Treffen gleich vernichten, will mich kommen, ich nur hab' den auch selbst Zion richten, Willen noch: so verleih trag ich solches mit Geauch das Vollbringen, duld, und will mich dabei Weisheit, Kraft in allen vergnügen, wenn ich nur Dingen, und zu tragen kann sicher liegen unter Christi Joch. meines Jesu Huld. kämpfen, Sünde, Tod und Hölle dampfen, und dem Anlauf widerstehn. 13, Will die Eigenheit 19. Jesu, was du anmich fällen, oder schlagen gefangen, das erwart' ich Trübfalswellen auf mein mit Verlangen: ach ver= schwaches Schifflein zu: fiegl' es doch einmal. Laß weiß ich, daß es Jesum mich durch dein'n Geist führet, und er selbst das auf Erden stark am innern Steur regieret, bringt es Menschen werden; salb auch in Porr der Ruh. mich mit dem Freudenbl. 14. Wer kein Herling 20. Ich will nach der will verbleiben, muß sich Stille streben, und an deiChrifto einverleiben, und ner Liebe fleben; gieb ein ein guter Rebe sein, Sor- festes Herze nur, daß ich gen, Geiz und Wollust stets aufrichtig handle, lauhaffen, fich allein dem Hei- terlich in Liebe wandle, als land lassen, meiden allen durch göttliche Natur. Heuchelschein. 21. Herr, bekehr doch 15. Wer auf ſeinen Hei- auch die Meinen, schreib land trauet, der hat auf sie zu der Zahl der Deinen, den Fels gebauet, und be- zeige ihn'n dein Angesicht, fißt den Himmel schon; ziehe sie von oben kraftig, ob er gleich muß zeitlich sei durch deinen Geist ges leiden, folgt doch Herrlich- schäftig, bringe sie zum keit und Freuden dort vor rechten Licht. seines Jesu Thron. 22. Ja laß auch die an16. Herr, du wollst mich dern Herden bald herzu ſelbst bereiten, wie in Zeit geführet werden, und viel und Ewigkeiten du dein tausend Seelen sein, die armes Kind begehrst; du dich ihren Hirten nennen kannst kräftgen, stärken, und in rechter Wahrheit gründen, Mittel, Zeit und kennen, einst mit dir gehn Wege finden, da du mir Himmel ein. dein Heil gewährst. 23. Daß wir künftig al17. Ich will gerne hal- lesammet, wenn die Hochten stille, meine Heilgung zeit anbenamet, und der sei dein Wille; laß mein Bräutigam allda, belle 12* Glau Von der Gnade and Liebe Glaubenslampen bringen, meine Höhle, rede doch zu und dem Lamm ein Loblied meiner Seele; lehr sie halfingen: Hallelujah, Gloria! ten bis in Tod deiner Liebe Ludwig Andreas Gotter. Liebsgebot. Hilf, mich in dem Lieben üben, und Mel. Herr, nicht schicke Gott über alles lieben, deine Rache. meinen Nächsten gleich wie 325. Treufter Mei- mich laß mich lieben inniglich. ster, deine Worte sind die rechte Him- 3. Lehr mich englische melspforte; deine Lehren Geberden, laß mir deine sind der Pfad, der uns führt Demut werden; geuß mir zu Gottes Stadt. O wie deine Sanftmut ein, mach selig, wer dich höret, wer mich klug in Einfalt sein. von dir will sein gelehret; Also werd' ich mich entbinwer zu jeder Zeit und den und der Seelen Ruhe Stund schaut auf deinen finden; also werd' ich in treuen Mund. der Zeit sein gelehrt in 2. Sprich doch ein in Ewigkeit. Johann Angelus. 268 II. Von der Gnade und Liebe Gottes und Jeſu. 326. Schönheit dauert nicht; die Zeit kann alles das verwüsten, was MenschenEin ieder liebe, was er will: ich liebe Jesum, der mein Ziel. mir nicht von Gold und Schäßen, von Pracht und Schönheit die- 4. Sein Schloß kann ser Welt; es kann mich ja keine Macht zerstören, ſein gar nichts ergößen, was Reich vergeht nicht mit mir die Welt vor Augen der Zeit; sein Thron bleibt stellt. Ein jeder liebe, was stets in gleichen Ehren, er will: ich liebe Jesum, von nun an bis in Ewigder mein Ziel. feit. Ein jeder liebe, was 2. Er ist alleine meine er will: ich liebe Jesum, Freude, mein Gold, mein der mein Ziel. Schat, mein schönstes 5. Sein Reichtum ist Bild, in dem ich meine nicht zu ergründen, sein Augen weide, und finde allerschönstes Angesicht und was mein Herze stillt. Ein was von Schmuck um ihn jeder liebe, was er will; ich zu finden, verbleichet und liebe Jesum, der mein Ziel. veraltet nicht. Ein jeder 3. Die Welt vergeht mit liebe, was er will: ich liebe ihren Lüften, des Fleisches Jesum, der mein Ziel. 6. Er Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Gottes und Jesu. 269 6. Er kann mich über Er giebt ihn in den Tod alls erheben und seiner hinein, ia in die Höll und Klarheit machen gleich; er ewge Pein; zu unerhörtem kann mir so viel Schäße Leide stößt Gott sein einge geben, daß ich werd' unerschöpflich reich. Ein jeder liebe, was er will: ich liebe Jesum, der mein Ziel. Freude. 4. Warum doch das? Daß du, o Welt, frei wieder möchtest stehen, und 7. Und ob ich's zwar noch durch ein teures Lösegeld muß entbehren, so lang ich aus deinem Kerker gehen. wandre in der Zeit: so Denn du weißt wohl, du wird er mir's doch wohlge- schnöde Braut, wie, da währen im Reiche seiner dich Gott ihm anvertraut, Herrlichkeit. Drumthu'ich du, wider deinen Orden, billig, was ich will, und ihm allzu untreu worden. liebe Jesum, der mein Ziel. Johann Angelus. 5. Darüber hat dich Sünd und Tod und Satanas Gesellen zu bittrer Angst und harter Not beschlossen in der Höllen. 327. 2o bat Gott Ylſo und ist hier gar kein andie Welt ge- drer Rat, als der, den liebt, das merke, wer es Gott gegeben hat: wer höret, die Welt, die Gott den hat, wird dem Hauso hoch betrübt, hat Gott fen der höllschen Feind' so hoch geehret, daß er entlaufen. sein'n eingebornen Sohn, den eingen Schak, die einge Kron, das einge Herz und Leben mit Willen hingegeben. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. 6. Gott hat uns seinen Sohn verehrt, daß aller Menschen Wesen, so mit dem ewgen Fluchbeschwert, durch diesen soll genesen: 2. Ach wie muß doch ein wen die Verdammnis hat einges Kind bei uns hier umschränkt, der soll durch auf der Erden, da man doch den, den Gott geschenkt, nichts als Bosheit findt, Erlösung/ Trost und Gaben so hoch geschonet werden; des ewgen Lebens haben. wie hißt, wie brennt der 7. Ach mein Gott, metBaterfinn, wie giebt und nes Lebens Grund, wo schenkt er alles hin, eh als soll ich Worte finden? er an das Schenken des Mit was für Lobe soll Eingen nur will denken. mein Mund dein treues 3. Gott aber schenkt Herz ergründen? Wie ist aus freiem Mut und dir immermehr geschehn? treuem, mildem Herzen Was hast du an der Welt sein einges Kind, sein gesehn, daß, die so hoch schönstes Gut in mehr dich höhnet, du so gar als tausend Schmerzen. hoch gekrönet? 8. War 270 Von der Gnade und Liebe 8. Warum behieltst du Sohn, der ihm so klar nicht dein Recht, und lie- und nah ans Herz gestelBest ewig pressen diejenge, let war, auch einzig helfen die dein Recht geschwächt sollte, durchaus nicht haund freventlich vergessen? ben wollte. Was hattest du an der für 13. So fahre hin, du Luft, von welcher dir doch tolle Schar, ich bleibe war bewußt, daß fie für deinVerschonen dirschåndlich würde lohnen. bei dem Sohne; dem geb' ich mich, des bin ich gar, und er ist meine Krone. 9. Das Herz im Leibe Hab' ich den Sohn, ſo weinet mir vor großem hab' ich gnug, sein Kreuz Leid und Gramen, wenn und Leiden ist mein ich bedenke, wie wir dir Schmuck; sein' Angst ist so gar schlecht uns beque- meine Freude, sein Stermen. Die meisten wol- ben meine Weide. len deiner nicht, und was 14. Ich freue mich, so du ihnen zugericht durch oft und viel ich dieses deines Sohnes Büßzen, Sohns gedenke; dies ist das treten sie mit Füßen. mein Lied und Saiten10. Du frommer Vater spiel, wenn ich mich heimmeinst es gut mit allen lich frånke. Wenn meine Menschenkindern; du ord- Sund und Missethat will neft deines Sohnes Blut, größer sein als Gottes und reicht es allen Sün- Gnad, und wenn mir meidern; willst, daß sie mit nen Glauben mein eigen der Glaubenshand das Herz will rauben. was du ihnen zugewandt, 15. Ei, sprech' ich, war sich völlig zu erquicken, mir Gott geneigt, da fest in ihr Herze drücken. wir noch Feinde waren, so 11. Sieb aber, ist nicht wird er ja, der kein Recht immerfort dir alle Welt beugt, nicht feindlich mit zuwider? Du bauest hier, mir fahren aniezzo, da ich du bauest dort, die Welt ihm versühnt, da, was ich schlägt alles nieder. Dar- Böses je verdient, sein um erlangt sie auch kein Sohn, der nichts verschulHeil, fie bleibt im Tod, det, so wohl für mich und hat kein Teil am erduldet. kommen. Reiche, da die Frommen, 16. Fehlt's hie und da? die Gott gefolgt, hin- Ei unverzagt! Laß Sorg und Kummer schwinden, 12. An dir, o Gott, der mir das Größte nicht ist keine Schuld, du, du versagt, wird Rat zum haft nichts verschlafen; der Kleinern finden. Hat Gott Feint und Hasser deiner mir seinen Sohn geschenkt, Huld ist Ursach deiner nnd für mich in den Tod Strafen; weil er den gesenkt: wie sollt er, laßt uns Gottes und Jesu. uns denken, mit ihm nicht alles schenken? 271 mir im Sinn, ich geh' und steh', und wo ich bin; wie froh und selig werd' ich sein, wenn es wird sein und bleiben mein. 17. Ich bin's gewiß und sterbe drauf, nach meines Gottes Willen; mein Kreuz und ganzer Lebers- 7. An dir mein Herz hat lauf wird sich noch fröh- seine Lust, vollkommen ist lich stillen. Hier hab' ich die Lieb und just; mein Gott und Gottes Sohn, Ruhm ist all auf dich geund dort bei Gottes stellt, o Jesu, Heiland Stuhl und Thron, da aller Welt. Martin Rindart. wird fürwahr mein Leben in ewgen Freuden Mel. Lobe den Herren, den mächtigen König der schweben. Paul Gerhardt. Ehren. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 329. Chrifte, mein Leben, mein 328. 2 Jefum Hoffen, mein Glauben, denken oft und viel bringt Freud und Wonn ohn Maß und Ziel; recht aber ho# igsüßer Art ist seiner Gnaden Gegenwart. mein Wallen und das, was Christen kann schmecken und einzig gefallen: richte den Sinn, treuer Weltheiland, dahin, Ruhm dir zu bringen vor allen. 2. Nichts Liebers meine Zunge singt, nichts Reiners meinen Ohren klingt, nichts Süßers meinem Herzen ist, als mein herzliebster Jesus Christ. 2. Einzig Geliebter, du Wonne, dich will ich erheben; ich will mich gänzlich dir schenken und völlig hingeben; nimmst du mich hin, ist es mein großer Gewinn, feinen wird frånken mein Leben. 3. O Jesu, Herzensfreud und Wonn, o Lebensbrunn, o wahre Sonn, 3. Eines, das nötig, laß ohn dich ist alle Freud mächtig vor allen bestehen, unwert, und was man Ruhe der Seelen; laß auf der Welt begehrt. alles, was eitel, vergehen; einzige Lust ist mir nun 4. O Jesu, deine Lieb ist süß; wenn ich sie tief ins ferner bewußt, Christus, Herze schließ', erquicket fie mir ewig ersehen. mich ohne Zahl viel tau4. Herzog des Lebens, send, tausend, tausendmal. du wolleft mich selber re5. Ach liebt und lobet gieren so, daß mein Leben doch mit mir den, der uns ich selig und heilig mag liebet für und für, mit Lieb führen. Gieb du den Geift, belohnet Lieb allzeit und reiche, was göttlich nur bört nicht auf in Ewigkeit. heißt, anders die Seele z 6. Mein Jesulein liegt zieren. 5. Frie 272 Von der Gnade und Liebe 5. Friedensfürst, laß mich| nung des, der sich bekehret im Glauben dir treulich wie bist du so milde, wenn anhangen; eile zu stillen man dich begehret! Wie dies Wünschen, mein höch- bist du so gutig im SuBes Verlangen; von dir chen der Blinden, wie wirst nichts mehr, Heiland, ich du denn heißen, wenn man iezzo begehr', nimm mich dich wird finden! dir selber gefangen. 4. O Jesu, du Süße 6. Centnerschwer find der inneren Güter, du mir die Bürden, wo du Brunnquell des Lebens, nicht willst tragen: alles du Licht der Gemüter, was irdisch ist, trachtet die wo du bist, muß alle die Christen zu plagen. Laß Freude verbleichen; man es denn sein: lebt man nur kann es mit feinem VerChristo gemein, der wird's langen erreichen. wohl können veriagent. 5. Die Zunge verstum7. Nun, nun, so will met und kann es nicht ich auch immer und ewig- sagen, so kann es auch lich hassen Bürden, die niemand in Schriften vorChristum, das Kleinod, tragen; Erfahrung die lehnicht in sich einfassen. Er ret, vom Glauben getrie. soll mir sein Reichtum ben, was dieses bedeute, und alles allein: Gott, dich, Jesum, zu lieben. Gott, wer wollte dich laffen! Joh. Wilh. Kellner v.3innendorf. Mel. Ach alles, was des Herzens verborgen. Himmel und Erden um- So heimlich, als öffentlich schließet. unter dem Haufen sieht 330. Durch bloßes man mich vor Liebe dir, Gedächt- Jesu, nachlaufen. nis dein, Jesu, genießen, 7. Ich geh' mit Maria kann Sinnen und Herzen in eifrigem Trabe, und wie Honig durchsüßen; suche dich, Jesu, des Morwillst aber du selber dich gens im Grabe; da muß bei uns befinden, muß alles, ich im Denken mich) frångeschweige der Honig, verschwinden. ken und winden und winfeln, dieweil dich kein Auge kann finden. 6. Dich such ich im Bette des Nachts bis am Morgen, wenn ich mich im Zimmer 2. Man singet nichts Schöners in himmlischen 8. So will ich das Grab Chören, man kann auch auf denn mit Thränen begieErden nichts Lieblichers ßen, so soll denn mein hören, so ist auch im Den- Nechzen die Höhle durchFen nichts Süßres zu loben, schießen. Drauf kommst als Jesus, die Gabe des du, da will ich zu Füßen Baters von oben. hinknieen, die faff' ich und bin nicht herunter zu ziehen. 9. Rab3. O Jesu, du Hoff di Gottes und Jesu.nott 273 9. Rabbunt, du König mit wir im Suchen noch der himmlischen Wunder, brünstiger werden. so kommst du, so siegst du 15. Weil er uns geltenoch immer iehunder. Obet, so laßt uns ihn lieSüße, die mehr als mit ben; sonst wird ja die Worten kann laben, wie Liebe durch Liebe getrieben. brennt mein Verlangen, Kommt, laßt uns doch seidich immer zu haben. nem Geruche nachlaufen, 10. So bleib denn, mein und was er gewünschet, Liebster, vor meinem Ge- das wünschet mit Haufen. fichte; erleuchte mich Ar- Christian Knorr v. Rosenroth. In eigener Melodie. men mit himmlischem Lichte. Treib ferne das 331. Eins Christen Dunkel vom und vom Willen, mich kleine Welt lieblich mit Lichte zu füllen. sich nach hohen Dingen, ein irdisch Herz nach dem was irdisch heißt. Hålt 11. Und gehst du, so Gott die Seel, kann sie komm doch auch wieder kein zur Seelen, laß leuchten weil die Wahrheit ohn, alles stärkt und zu sich reißt. Verhehlen: so wird sich Gott ist getreu: wenn das Eitle der Welt von man sich zu ihm wendet, mir trennen, ich werde vor fångt er wohl an, er mitLiebe beginnen zu brennen. telt, er vollendet. 12. Denn hast du mich Jesu, nicht ernstlich geliebet? Wie lieblich, wie süß ist's, wenn man sich so übet; viel tausend Ergökung in bei dir zu spüren, es kann es ia niemand mit Worten ausführen. Weltgeist zwingen, Gottes Kraft fie 2. Ja, er kömmt ſelbsi zuvor mit seiner Gnade, er suchet uns und will uns zu sich ziehn: es schäßt der Herr so groß die arme Made: ob sie gleich sollt mit Jona vor ihm fliehn, liebt er sie doch, und will ganz ungern lassen das Sündenkind, er sucht es zu umfassen. 13. Ist denn nicht im Leiden dein Herze zerflossen? Hast du nicht dein Blut wie die Strome ver- 3. Ach öffne mir die goffen, daß ich nun, erld- Tiefe meiner Sünden, laß set, mich Gott kann ver- mich auch sehn die Liefe trauen, und ewig verhoffe deiner Gnad; laß keine sein Antlitz zu schauen? Ruh mich suchen oder fin14. Kommt, Seelen, den, als nur bei dem, der kommt alle, lernt Jesum solche für mich hat; der erkennen, beginnet vorliebe mit mir zu entbrennen; kommt, laßt uns ihn suchen mit Eifer auf Erden, dada gerufen: Ich will euch erquicken, wenn euch die Sünd und ihre Last recht drücken. 12** 4. D 274 Von der Gnade und Liebe 4. O teures Lamm, das Herzens Trost, der mich dort Johannes sahe, wie durch sein Blut hat erlöft, es von Anfang her er- Herr Jesu Chrift, mein würget ist, nimm weg von Gott und Herr, mein mir die Sünd und sei Gott und Herr, in Schanmir nahe, daß ich dich seh' den laß mich nimmermehr. und schmecke, wer du bist. 2. Es ist in, herr, dein Laß mich durch dich, o G'schenk und Gab mein Lamm, recht überwinden Leib und Seel und was mein größtes Kreuz, die ich hab' in diesem armen Greuel meiner Sünden. Leben; damit ich's brauch' 5. Gieb mir ein reines zum Lobe dein, zu Nuh Herz, damit ich sehe, was und Dienst des Nächsten kein natürlich Aug gesehen mein, wollst mir dein Gnabat; gieb deine Lieb ins de geben. Bebüt mich, Herz, daß ich verstehe, was Herr, vor falscher Lehr, nie ein Mensch erfahren des Satans Mord und in der That; laß mich doch Lügen wehr: in allemKreuz vom verborgnen Manna erhalte mich, auf daß ich's effen, und dein, o Jesu, trag' geduldiglich. Herr ewig nicht vergessen. Jefu Chrift, mein Herr 6. So soll dein Lob dann und Gott, mein Herr von mir stets erklingen, so und Gott, tröst mir mein lang ich noch in dieser Seel in Todesnot. Schwachheit bin: dort aber 3. Ach Herr, laß dein' werd' ich dir ein neu Lied lieb Engelein am letzten fingen; inzwischen nimm End die Seele mein in dies Lallen von mir hin, Abrahams Schoß tragen; bis ich dort werde mit den Leib in sein'm Schlafden Seraphinen in deinem kämmerlein gar sanft, ohn Tempel Tag und Nacht dir einge Qual und Pein, ruhn dienen. Marie Magd. Böhmer. bis am jüngsten Tage; alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen seIn eigener Melodie. 332. Serglich lieb ben dich, in aller Freud, hab' ich dich Gottes Sohn, mein Heio Herr, ich bitt', wollft land und mein Gnadensein von mir nicht fern thron. Herr Jesu Christ, mitdeiner Hülf und Gna- erhöre mich, erhöre mich, ich den: die ganze Welt nicht will dich preisen ewiglich. erfreut mich, nach Himm'l Martin Schalling. und Erden nicht frag' ich, wenn ich dich nur kann baben; und wenn mir gleich 333. mein Herz zerbricht, so bist In eigener Melodie. ch will dich lieben, meine du doch mein Zuversicht, Stärke, ich will dich lieben, mein Teil und meines meine Zier, ich will dich lie Gottes und Jesu. off 275 leben mit dem Werke und Herzen keusche Brunst. immerwährender Begier; Laß meine Seele sich geich will dich lieben, schön- wöhnen, zu üben in der ftes Licht, bis mir das Liebeskunst. Laß meinen Herze bricht. Sinn, Geist und Verstand stets sein zu dir gewandt. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen allerbesten Freund; ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Glanz bescheint. Ich will dich lieben, Gotteslamm, als meinen Bräutigam. 8. Ich will dich lieben, meine Krone, ich will dich lieben, meinen Gott; ich will dich lieben ohne Lohne, auch in der allergrößten Not. Ich will dich lieben schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. Joh. Angelus. 3. Ach daß ich dich so spåt erkennet, du hochgelobte Schönheit du, und Mel. Herr, nicht schicke deine Rache. dich eher mein genennet, du böchtes Gut und 334. Liebesflamwahre Ruh; es ist mir leid und bin betrübt, daß ich ſo ſpåt geliebt. me macht, daß ich die Welt verdamme, wenn sie mir 4. Ich lief verirrt und das eitle Spiel ihrer Liebe war verblendet, ich suchte zeigen will; deine Treu ist dich, und fand dich nicht; meine Freude, deine Wolich hatte mich von dir ge- lust meine Weide, und dein wendet, und liebte das ge- Segen mein Gewinn, bis schaffne Licht; nun aber ich tot und selig bin. ist's durch dich geschehn, 2. Dich will ich zur Perdaß ich dich hab' ersehn. le haben, deine Freund5. Ich danke dir, du schaft soll mich laben, und wahre Sonne, daß mir dein ich will der Widerschein Glanz hat Licht gebracht; deiner Gegenliebe sein. ich danke dir, du Himmels- Deine Wollust will ich wiswonne, daß du mich froh sen, dich will ich im Geiste und frei gemacht; ich danke dir, du güldner Mund, daß du mich machst gesund. küssen; dir will ich entgegengehn, und dem Fleische widerstehn. 6. Erhalte mich auf dei- 3. Ach was ist der Mennen Stegen, und laß mich schen Lieben? Wenig Lust nicht mehr irre gehn; laß und viel Betrüben. Wiegt meinen Fuß in deinen We- die Freundschaft kaum ein gen nicht straucheln oder Lot, ach so ist da CentnerBille stehn; erleucht mir not; will man eine Rose Leib und Seele ganz, du starker Himmelsglanz. 7. Gieb meinen Augen füßeThränen, gieb meinem brechen, muß man sich vielfältig stechen, und ein Tropflein Herrlichkeit führt ein Meer voll Herzeleid. 4. A 276 Von der Gnade und Liebe 4. Aber deine Lieb ist nur Trauern, Kreuz und süße, und je mehr ich sie Qual, Jammer, Trübsal, genieße, desto mehr vertie- Leiden, Plagen, Schrecken, fet sich meine Seele ganz Furcht und stetes Zagen; in dich; und wenn ich in ach, mein liebster Jeſu, deiner Liebe mich nur we- ach! reiß mich aus dem nig Stunden übe, ist die Ungemach. kurze Zeit fürwahr besser als sonst tausend Jahr. 5. Nun, mein Freund, soll ich im Leben dir das 336. Jeſus, Jeſus, Herz noch weiter geben, nichts als oder ladt mich deine Wahl Jesus soll mein Wunsch zu des Himmels Hochzeits- sein und mein Ziel. Jetmahl: ach so laß an allem zund mach' ich ein VerOrte hören die verliebten bündnis, daß ich will, was Worte: Ich bin dein, und Jesus will. Denn mein du bist mein, ewig soll die Herz, mit ihm erfüllt, rufet Liebe sein! nun: Herr, wie du willt. Mel. Du, o schönes Wellgebäude. 335. Je mein Jesu, Jesu, meine Sonne, meiner Seelen Eigentum, mein Vergnügen, Luft und Wonne, meine Hoffnung, Ehr und Ruhm, dir hab' ich mich ganz ergeben in dem Tod und auch Im Leben; du allein, mein Jesu, du, du bist meiner Seelen Ruh. Met. Komm, o komm, du Geist des Lebens. 2. Einer ist es, dem ich lebe, den ich liebe früh und spat; Jesus ist es, dem ich gebe, was er mir gegeben hat. Ich bin in dein Blut verhüllt: führe mich, Herr, wie du willt. 3. Scheinet was, es set mein Glücke, und ist doch zuwider dir: ach so nimm es bald zurücke, Jesu, gieb, was nüßzet mir. Gieb dich mir, mein Jesu mild; nimm mich dir, Herr, wie du willt. 2. Nichtes soll mich von dir trennen, nicht Verfolgung, Angst und Not; ewig will ich dich erkennen meinen Heiland, meinen nen Willen laß erfüllen Gott, meinen Fürsten und mich im Leben, Freud und Erretter, meines Leidens Not; sterben als dein Lebertreter; so, mein lieb- Ebenbild, Herr, wann, fter Jesu, so, so bin ich wie und wo du willt. vergnügt und froh. 12 5. Sei auch, Jesu, 3. Ach wann komm' ich stets gepriesen, der du dich in den Himmel zu dir in und viel dazu haft geschenden Freudensaal? Hier in fet, und erwiesen, daß ich diesem Weltgetümmel ist fröhlich schreie nu: Mir ge 4. Und vollbringe deinen Willen in, durch und an mir, mein Gott. Dei Gottes und Jesu. 277 geschehe, Gott, mein 6. Nun, laß deine Macht Schild, wie du willt, Herr, wie du willt. mich merken, hilf dem Sohne deiner Magd; wenn mich Furcht und Schrecken nagt, wollst du deinen Knecht, Mel. Ach was soll ich mich, stärken; gieb mit deines Geistes Mut; Jefus ist mein höchsies Gut. Ludämilia, Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt. Sünder machen, 337. efus ist mein Freudenle- 7. EinGelübd' will ich die ben, Jesus ist mein Le- geben, dein getreuer Knecht bensfron, Jesus ist mein zu sein, dir am Wort zu Gnadenthron, ihme thu dienen rein, gieb mir nur ich mich ergeben; mich er- gesundes Leben, gieb mir hålt sein teures Blut: deines Geistes Mut; JeJesus ist mein höchstes sus ist mein höchstes Gut. Gut. 8. So will ich mit Freuden bleiben in dem Hause deiner Ehr, gerne hüter deiner Thür, und es las 2. Ohne Jesum muß ich sterben, ohne seiner Gnaden Schein hab' ich lauter Hillenpein, Leib und Seele sen mir verschreiben; dir soll muß verderben, drum sein dienen Geist und Blut: JeArm mir helfen thut: Je- sus ist mein höchstes Gut, sus ist mein höchstes Gut. Ahasverus Fritsch. 3. Hab' ich dieses Gut im Herzen, ei so hab' ich alles wohl, was ich ewig haben mit Freude. foll, das mir keinmal brin- 338. Mel. Jesu, meine im Herzen, eu, Sonn get Schmerzen, das mir machet Herz und Mut: Jesu, Freud in SchmerJesus ist mein höchstes Gut. zen, Jesu, Seelenlust! Ach wo bist du blieben in mei4. Also will ich mich nem Betrüben, Jesu, unverlassen auf den Herren bewußt? Ach komm baid, Jesum Chrift wider alle mein Herz ist falt; wärme Teufelslist; wenn mich mich mit deiner Liebe, JeWelt und Menschen has- su, meine Liebe. sen, wenn mich schreckt der Höllen Glut: Jesus 2. Wenn ich dich nicht finde, quälet mich die ist mein höchstes Gut. Sünde, Jesu, Seelen5. Niemand kann mir trost. Mein Herz will Rettung senden, ohne verzagen von dem schweChrist, der Gideon, Got- ren Nagen; du hast mich tes eingeborner Sohn, erlöst; drum so komm, o welcher sich wird zu mir Jesu fromm, tröste mich wenden mit der Engel mit deiner Liebe, Jesu, Schar und Hut: Jesus meine Liebe. ft mein höchstes Gut. 3. Wo ich sitz' und gehe, wo 278 Von der Gnade und Liebe wo ich lieg' und stehe, sehn' ohne dich, würd' ich doch ich mich nach dir; deine nicht reicher werden, sonGnad und Treue, Jesu, dern nur beschweren mich. mir verneue immer für 2. Aber, wer dich kann und für; Jesu, Freud genießen, dessen Herze in Lieb und Leid, labe lebt in Freud; du kannst mich mit deiner Liebe, allen Schmerz versüßen, Jesu, meine Liebe. du fannst wenden alles 4. Nicht der blaue Him- Leid; sollt' auch Leib und mel, nicht das Weltgetüm- Seel verschmachten, bleibst mel, nicht was zeitlich ist, du doch mein Trost und meine Seel vergnüget; al- Teil, daß ich freudig kann les mich betrüget, was verachten, was die Welt nur irdisch ist. Gott acht für ihr Heil. allein, mein Freudenschein, 3. Jesu, du bleibst metwarme mich mit deiner ne Liebe, dich hab' ich mir Liebe, Jesu, meine Liebe. auserwählt; scheint der 5. Treuer Hirt der See- Himmel gleich mir trube, len, laß mich hier nicht und dein Angesicht verqualen in der Wüstenei; stellt, bist du doch mein' ich bin matt und mude, Gnadensonne, die mich bringe mich zum Friede, wieder blicket an, und mach mich los und frei; meins Herzens Freud mir ist bang, ach bleib und Wonne, die mich nicht lang, weide mich mit nicht betrüben kann. deiner Liebe, Jesu, meine Liebe. 4. Nun hab' ich es wohl getroffen, leb' befreiet aller 6. Dort in jenem Le- Pein: der Genuß, anstatt ben, so du mir wirst ge- das Hoffen, ist mir nun geben, Jesu, meine Zier, räumet ein; Jesus Liebe will ich dich mit Freuden, mich umfanget, und wofrei von allem Leiden, loben nach ich mich gesehnt, hab' mit Begier: Jesu, Herz, ich völlig ieht erlanget, mein Liebesschmerz, segne bleib' bei Jesu ungetrennt. mich mit deiner Liebe, Jesu, meine Liebe. Mel. Valet will ich dir geben. Mel. O du Liebe meiner 340. Jerzens Liebe. 339. dh dich nur Chrift, allein funkelt all Refu, wenn Grunde dein habe, ob mir sonst gleich Zeit und Stunde, drauf alls gebricht, du bleibst kann ich fröhlich sein. Ermeine beste Gabe, meiner schein mir in dem Bilde Augen Sonn und Licht; zum Troft in meiner Not, würd' auch Himmel und wie du, Herr Christ, so die Erden mir gegeben milde dich bast geblut zu 2. In Tod. Gottes und Jesu. 279 2. In meines Herzens 7. In meines Herzens Grunde dein Nam, Herr Grunde dein Nam, Herr Chrift, allein funkelt all Christ, allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein. Wenn kann ich fröhlich sein. Aus alles um mich trübe, ganz deinem Namen strahlen schwarz und finster ist, laß Heil, Leben, Kraft und schimmern deine Liebe in Glanz, die meine Seel bemir, o Jesu Christ. malen mit Jesu Farben ganz. 3. In meines Herzens Grunde dein Nam, Herr 8. n meines Herzens Chrift, allein funkelt all Grunde dein Nam, Herr Zeit und Stunde, drauf Christ, allein funkelt all kann ich fröhlich sein. Den Zeit und Stunde, drauf will ich auch behalten in kann ich fröhlich sein. Wenn meines Herzens Schrein, in mir will entstehen Angst, bis ich einst werd' erkalten Schrecken, Furcht und und in dir schlafen ein. Scheu, laß eiligst mir aufgehen dein'n Jesus- Nam als neu. 4. In meines Herzens Grunde dein Nam, Herr Christ, allein funkelt all 9. In meines Herzens Zeit und Stunde, drauf Grunde dein Nam, Herr kann ich fröhlich sein. In Christ, allein funkelt all meiner Seele leuchte dein Zeit und Stunde, drauf Jesus- Nam und Glut, kann ich fröhlich sein. Trok mich durch und durch be- Teufel, Sünd, Lod, Hölle, feuchte dein teures Ro- daß ihr mich tastet an! hier fenblut. ist an meitter Stelle, der es euch wehren kann. 5. In meines Herzens Grunde dein Nam, Herr 10. In meines Herzens Christ, allein funkelt all Grunde dein Nam, Herr Zeit und Stunde, drauf Christ, allein funkelt all kann ich fröhlich sein. So Zeit und Stunde, drauf magst du, Welt, gleich toben kann ich fröhlich sein. Ach und troßen, wie du willt: Bater, meiner schone, mein ich weiß, daß einer oben, des Herz zu Fuße fällt, sich Nam ist Sonn und Schild. bloß zu deinem Sohne und seinem Namen hält. 6. In meines Herzens Grunde ein Nam, Herr 11. In meines Herzens Christ, allein funkelt all Grunde dein Nam, Herr Zeit und Stunde, drauf Christ, allein funkelt all kann ich fröhlich sein. Die Zeit und Stunde, drauf Sonne laß mir scheinen, kann ich fröhlich sein. Nun, mit dem Schild decken zu, Jesu, es soll glänzen dein so bleib' ich auch im Wei- Nam in meiner Brust, nen und Stürmen in der bis du dies wirft ergänzen, Ruh. und ich erwach' mit Lust. 12. In 280 Von der Gnade und Liebe 12. In meines Herzens giebet, und mich kräftiglich Grunde dein Nam, Herr vertritt: Liebe, dir zc. Chrift, allein funkelt all 7: Liebe, die mich wird Zeit und Stunde, drauf erwecken aus dem Grab kann ich fröhlich sein. Er- der Sterblichkeit, Liebe, schein mir in dem Bilde die mich wird umstecken zum Trost in meiner Not, mit dem Laub der Herrwie du, Herr Christ, so lichkeit: Liebe, dir ergeb' milde dich hast geblut zu ich mich, dein zu bleiben Lod. Johann Caspar Schade. ewiglich. Johann Angelus. Mel. Komm, o komm, du Geift des Lebens. In eigener Melodie. 341. Qiebe, die du mich zum 342. Meine Seele, willst du ruhn, und dir immer gutBilde deiner Gottheit haft lich thun; wünscheft du gemacht, Liebe, die du mich dir von Beschwerden und To milde nach dem Fall Begierden frei zu werden: bast wiederbracht: Liebe, liebe Jesum und sonst dir ergeb' ich mich, dein zu nichts, meine Seele, so bleiben ewiglich. geschichts. la 2. Liebe, die du mich 2. Niemand hat sich ie erforen, eh als ich geschaf- betrübt, daß er Jesum hat fen war, Liebe, die du geliebt; niemand hat je Mensch geboren, und mir Weh empfunden, daß er gleich wardst ganz und gar: Jesum sich verbunden Liebe, dir zc. Jesum lieben und allein 3. Liebe, die für mich ist so viel, als selig sein. gelitten und gestorben in 3. Wer ihn liebt, liebts der Zeit, Liebe, die mir höchste Gut, das allein bat erstritten ewge Lust vergnügen thut. Seine und Seligkeit: Liebe, dir zc. Liebe pflegt zu geben ewge 4. Liebe, die du Kraft Freud und ewges Leben. und Leben, Licht und Seine Liebe macht die Zeit Wahrheit, Geist und Wort, gleich der süßen Ewigkeit. Liebe, die sich bloß ergeben 4. Drum, so du von mir zum Heil und Seelen- aller Pein, meine Seel, hort: Liebe, dir zc. wünscht frei zu sein, so 5. Liebe, die mich hat du suchst dich zu ergößen, gebunden an ihr Joch mit und in ewge Rub zu sehen: Leib und Sinn, Liebe, die liebe Jesum und sonst mich überwunden und nichts, meine Seele, so mein Herz hat ganz dahin: geschichts. Liebe, die ic. 5. Liebe Seele, ach daß 6. Liebe, die mich ewig du diese wahre Seelenruh liebet, die für meine Seele doch nicht eher haft erkenbitt, Liebe, die das Lösgeld net, und dein höchstes Gut ge= Gottes und Jesu. 281 genennet! Laß dir's leid sum lieben heißt in uns sein, sei betrübt, daß du Gott so spåt geliebt. unsers Gottes Geist. 12. Ach du reine Liebes6. Schake weltlich Freud glut, brenn in meinem und Lust kaum für Kot Sinn und Mut; nach der und Sündenwust, weil Liebe laß mich ringen, schrei doch nichts von solchen mir zu in allen Dingen: Dingen dir kann wahre Jesum liebe und allein, Ruhe bringen. Jesum sonst kannst du nicht selig lieben und allein wird die sein. B, 1-4 Joh. Angelus. wahre Ruhe sein. B. 5-12 3. C. Schade. 7. Nun, mein Jesu, schenke mir, daß ich einzig Mel. Wer nur den lieben für und für liebe dich von Gott läßt walten. ganzem Herzen; alles an- 343. Mein Gott, weißt dre zu verscherzen, und zu lieben dich allein soll mein Wunsch und Wille sein. 8. Geuß selbst deinen Geist der Lieb, seine Brunst und süßen Trieb mildiglich in mein Gemüte; laß mich schmecken deine Güte, dich zu lieben unverrückt und aus mir in dich verjuckt. am allerbesten das, was mir gut und nüklich sei. Hinweg mit allen Menschenfesten, weg mit dem eigenen Gebäu. Gieb Herr, daß ich auf dich nur bau', und dir alleine ganz vertran 2. Reiß alles aus mas meiner Seelen, was dich nicht sucht und deine Ehr; 9. Wie mag einer See- ja wollte es sich auch verlen sein, deren Liebe zu dir hehlen, so prüfe selbst je rein, die nichts wünschet, mehr und mehr mein' innenichts verlanget, als nur re Beschaffenheit, und gieb dich, dem sie anhanget! mir Herzensredlichkeit; Mehr als alles bist du ihr, was sie sucht, findt sie in dir. 3. Daß ich finn' in der Wahrheit sprechen: Du bist mein Abba, Licht und Heil; 10. Ruhe, Fried und Sicherheit, Leben, Lust, du heilest alle mein' GebreTrost, Heil und Freud chen, und schenkest mir an giebet, Jesu, deine Liebe; Christo Teil; du bist mein o daß sich mein Geist er allerbester Freund, der's allhübe, rein und fest zu lie- zeit herzlich mit mir meint. ben dich, hilf, mein Helfer, seufze ich. 4. Denn kann ich dich nur Bater nennen, o Abgrund 11. Gott, die Lieb, in der Barmherzigkeit, so muß wem er bleibt, lieb zu hal- mir alles nüßen können, ten fiets antreibt; daß er was man sonst heißet Kreuz in uns, kann man merken und Leid; denn auch das an der Lieb und ihren Bittre süße ist, wenn du, Werken. Gott und Je- lo Gott, im Herzen bist. 5. Drum 282 Von der Gnade und Liebe 5. Drum gieb, daß ich Namens Ruhm stets diene recht findlich glaube, und in Gerechtigkeit und dir nur fein frisch und unver- beliebter Heiligkeit. zagt, jedoch in Demut, 11. Du mußt das Gute mir zuschreibe, was dein selbst vollbringen in Worso heilig Wort mir sagt. ten, Werken und Verstand; Dein Geist erkläåre meinem drum reiche mir in allen Geist, was deine Bater- Dingen aus Gnaden deine treue heißt. Vaterhand; denn hier gilt 6. Du unerschaffnes nicht, wer rennen kann, höchstes Wesen hast vor der bloß kommt's auf dein ErWelt an mich gedacht, und barmen an. da ich gar noch nicht gewesen, den liebesvollen Schluß gemacht, daß ich in Christo dein soll sein, und frei von aller Höllenpein. mein Trost, mein Rat und 12. Legst du was auf, so hilf's auch tragen; gieb mir Geduld in Leidenszeit, und sei in gut und bösen Tagen 7. Dein Kind, mein meine Freud. Gieb DeJesus, hat vollendet, was mut, Einfalt, Lieb und du beschlossen vor der Zeit, Zucht; was falsch und hat Schuld und Strafen hoch ist, sei verflucht. abgewendet, und mir geschenkt die Seligkeit. Dein Geist, der mir dies macht bekannt, ist alles dessen Unterpfand. 13. Run Amen! Es sei fest geschlossen; nur daß des heilgen Geistes Kraft bleib' über mir stets ausgegossen, als welche alles Gute schafft: so bleibt's in Ewigkeit dabei, daß du mein und ich deine sei. 3srael Clauder. 8. Ich weiß nicht, was ich sonst soll sagen von der Treu, die ich stets verspürt, da du mich haft in meinen Tagen bis hieher wunderIn eigener Melodie. bar geführt. Ja dort bei 344. Nun freut euch, liedir in Ewigkeit ist mir das Beste noch bereit. ben Christen g'mein, und 9. Nun, Herr, ich falle laßt uns fröhlich springen, dir zu Füßen, und bitt', o daß wir getrost und all in allerhöchstes Gut, laß mich ein mit Luft und Liebe sinwie Wachs doch ganz zer- gen, was Gott an uns fließen in dieser deiner Lie- gewendet hat und seine besglut. Ach gieb, daß eine süße Wunderthat, gar Gegentreu doch stets in teur hat er's erworben. meiner Seelen sei. 2. Dem Teufel ich ge10. Und weil ich auf fo fangen lag, im Tod war viele Weise, mein Vater, id, verloren, meir' Sund bin dein Eigentum, so mich quälte Stacht und gieb, daß ich auch dir zum Tag, darin ich war geboPreise und deines großen ren. Ich fiel auch immer tie Gottes und Jesu. 283 tiefer drein, es war kein| mein, und wo ich bleib', Guts am Leben mein, die da sollst du sein, uns soll Sund hat mich besessen. der Feind nicht scheiden. 3. Mein' guten Werk' die galten nicht, es war mit ihn'n verdorben; der frei Will haffet Gotts Gericht, er war zum Gut'n erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn Sterben bei mir blieb, zur Höllen mußt' ich sinken. 4. Da jammert Gott 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben: das leid' ich alles dir zu gut, das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, mein' Unschuld trägt die Sünde dein, da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem in Ewigkeit mein Elend Vater mein fahr' ich vor übermaßen; er dacht' an diesem Leben; da will ich sein' Barmherzigkeit, er sein der Meister dein, den wollt' mir helfen lassen; Geist will ich dir geben, er wandt' zu mir das Ba- der dich in Trubnis triterherz, es war bei ihm sten soll, und lehren mich fürwahr kein Scherz, er erkennen wohl, und in der Keß sein Bestes kosten. Wahrheit leiten. 5. Er sprach zu seinem keben Sohn: Die Zeit ist bie zu' rbarmen; fahr bin, meins 10. Was ich gethan hab' und gelehrt, das sollst du thun und lehren, damit Herzens werte das Reich Gotts werd' Kron, und sei das Heil gemehrt zu Lob und seidem Armen, und hilf ihm nen Ehren; und hit dich aus der Sündennot, er- vor der Menschen G'saħ würg für ihn den bittern davon verdirbt der edle Tod, und laß ihn mit dir Schatz, das laff' ich dir lebett. zu lezze. D. Martin Luther. 6. Der Sohn dem Vater g'horsam ward: er kam zu mir auf Erden von einer Jungfrau rein und 345. Jesu Chriſt, zart, er mein mein schönder werden. Gar heim- stes Licht, der du in deiner lich führt' er sein Gewalt Seelen so hoch mich liebst, er ging in meiner armen daß ich es nicht aussprechen G'ftalt, den Teufel wollt' kann, noch zählen, gieb, er fangen. daß mein Herz dich wie7. Er sprach zu mir: derum mit Lieben und VerHalt dich an mich, es soll langen mög'umfangen, und dir jetzt gelingen; ich geb' als dein Eigentum nur mich selber ganz für dich, da einzig an dir hangen. will ich für dich ringen; denn 2. Gieb, daß sonst nichts ich bin dein, und du bist in meiner Seel als deine LieMel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Chrift. 284 Von der Gnade und Liebe Liebe wohne; gieb, daß ich zwingen, wohl durchdrindeine Lieb erwähl' als gen, und diesen Lebenssaft meinen Schaß und Krone. mir deine Liebe bringen. Stoß alles aus, nimm 7. O daß mein Herze alles hin, was mich und offen stund', und fleißig dich will trennen, und nicht möcht' auffangen die Trogönnen, daß all mein pfen Bluts, die meine Mut und Sinn in dei- Sünd im Garten dir abner Liebe brennen. drangen! Ach daß sich mei3. Wie freundlich, selig, ner Augen Brunn aufthät', süß und schön ist, Jesu, und mit viel Stöhnen heiße deine Liebe; wo diese steht, Thränen vergosſe, wie die kann nichts entstehn, das thun, die sich in Liebe meinen Geist betrübe. sehnen! Drum laß nichts anders 8. O daß ich wie ein denken mich, nichts sehen, Fleines Kind mit Weinen fühlen, hören, lieben, eh dir nachginge, so lange bis ren, als deine Lieb und dich, dein Herz, entzündt, mit der du sie kannst vermehren. Armen mich umfinge, und 4. O daß ich dieses hohe deine Seel in mein GeGut möcht' ewiglich be- mut in voller süßer Liebe fiken! O daß in mir dies fich erhübe, und also deiedle Glut ohn Ende möch- ner Gut ich stets vereinigt te hitzen! Ach hilf mir wa- bliebe! chen Tag und Nacht, und diesen Schak bewahren vor den Scharen, die wider uns mit Macht aus Satans Reiche fahren! 9. Ach zeuch, mein Liebster, mich nach dir, so lauf ich mit den Füßen; ich lauf und will dich mit Begier in meinem Herzen küssen; 5. Mein Heiland, du ich will aus deines Munbist mir zu Lieb in Not des Ziez den süßen Trof und Tod gegangen, und empfinden, der die Sünhaft am Kreuz als wie ein den und alles Unglück bier Dieb und Mörder da ge- kann leichtlich überwinden. hangen, verhöhnt, verspeit und sehr verwundt, ach laß mich deine Wunden Heil, mein höchstes Gut alle Stunden mit Lieb im und Leben, ach nimm mich Herzensgrund auch ritzen auf zu deinem Zeil, wie und verwunden. ich mich dir ergeben. Denn 6. Dein Blut, das dir außer dir ist lauter Pein; vergossen ward, ist köstlich, ich find' hier überalle nichts gut und reine; mein Herz als Galle, nichts kann mir hingegen böser Art und tröstlich sein, nichts ist, das bart gleich einem Steine. mir gefalle. 10. Mein Trost, mein Schak, mein Licht, mein Ach laß doch deines Blu11. Du aber bist die tes Kraft mein hartes Herje beste Rub, in dir ist Fried und Gottes und Jefn. 285 und Freude; gieb, Jesu, Werke lehren, steuerit, wehgieb, daß immerzu mein ren der Sünd, und nach Herz in dir fich weide; sei der That bald wieder mich meine Flamm und brenn bekehren. in mir; mein Balsam, wollest eilen, lindern, heilen den Schmerzen, der allhier mich seufzen macht und heulen. 16. Laß fie sein meine Freud im Leid, inSchwachheit mein Vermögen; und wenn ich nach vollbrachter Zeit mich soll zur Ruhe 12. Was ist, ach Schön- legen, alsdann laß deine ster, das ich nicht an deiner Liebestreu, Herr Jesu, Liebe habe? Sie ist mein bei mir stehen, Luft zuwe= Stern, mein Sonnenlicht, hen, daß ich getroff und mein Quell, da ich mich frei mög' in dein Reich einlabe, mein süßer Wein, gehen. Paul Gerhardt. mein Himmelbrot, mein Kleid vor Gottes Throne, Mel. Wer nur den liemeine Krone, mein Schutz ben Gott läßt walten. in aller Not, mein Haus, 346.* Der beste darin ich wohne. Freund 13. Ach liebstes Lieb, ist in dem Himmel, auf wenn du entweichst, was Erden sind die Freunde rar, hilft mir sein geboren? denn bei dem falschen WeltWenn du mir deine Lieb getümmel ist Redlichkeit entzeuchst ist all mein Gut oft in Gefahr. Drum hab' verloren. So gieb, daß ich ich's immer so gemeint: dich, meinen Gast, wohl such' und bestermaßen möge fassen, und, wenn ich dich gefaßt, in Ewigkeit nicht lasſen. mein Jesus ist der beste Freund. 2. Die Menschen find wie eine Wiege, mein Je= sus stehet felsenfest, daß, 14. Du hast mich je und wenn ich gleich darnieder je geliebt, und auch nach liege, mich seine Freunddir gezogen: eh ich noch schaft doch nicht läßt; er etwas Guts geübt, warst ist's, der mit mir lacht und du mir schon gewogen. Ach weint: Mein Jesus ist laß doch ferner, edler Hort, der beste Freund. mich deine Liebe leiten und 3. Die Welt verkaufet begleiten, daß sie mir im- ihre Liebe dem, der am merfort beisteh' auf allen meisten nußen kann, und Seiten! scheinet dann das Glücke 15. Laß meinen Stand, trübe, so steht die Freunddarin ich steh', Herr, deine schaft hinten an; doch hier Liebe zieren, und, wo ich ist es nicht so gemeint: etwa irre geh', alsbald zu- Mein Jesus ist der beste rechte führen; laß sie mir Freund. allzeit guten Rat und gute 4. Er läßt sich selber für 286 Von der Gnade und Liebe für mich töten, vergeußt den Flüssen und in großen für mich sein eigen Blut, Wassergüssen und du ſpürfi er steht mir bei in allen nicht seinen Fuß: so auch Nöten, er spricht für in dem Meer der Sorgen meine Schulden gut, er hält Gott seinen Pfad hat mir niemals was ver- verborgen, daß man nach neint: Mein Jesus ist der ihm suchen muß. beste Freund. 4. In den ungegründten 5. Mein Freund, der Gründen, wo nur tiefer mir sein Herze giebet; mein Schlamm zu finden, im Freund, der mein, und ich Angst-, Kreuz- und Todesbin sein; mein Freund, der meer sieht man oft die mich beständig liebet; mein Christen schwimmen und Freund bis in das Grab sich im Verducken krůmhinein. Ach hab' ich's nun men, als ob's schon vernicht recht gemeint: Mein Loren wär'. Jesus ist der beste Freund. 5. Kein Besinnen kann 6. Behalte, Welt, dir erfinnen, wo man könne deine Freunde, sie sind doch Hülf gewinnen; die Vergar zu wandelbar; und hätt' nunft ist hier zu blind: ich hundert tausend Feinde, ihre halb gebrochnen Augen so krummen sie mir nicht nicht in das Verborgne ein Haar. Hier immer taugen, dem sie allzublöde Freund und nimmerFeind: find. Mein Jesus ist der beste Freund. Benjamin Schmolt. 6. Weil der Herr im Dunkeln wohnet und sein Reich im Trauen thronet, da man glaubt, ob man nicht sicht: bleibt die Sorge 347.* underan- wohl bei Sorgen; wer fang! nicht trauen will auf morherrlichs Ende! wo die gen, dem auch keine Hülfe wunderweisen Hände Got- blüht. tes führen ein und aus. 7. Gott muß man in Wunderweislich ist sein allen Sachen, weil er alles Raten, wunderherrlich wohl kann machen, End seine Thaten; und du und Anfang geben frei. spricht: Wo will's hinaus? Er wird, was er angefan2. Denke doch: es muß gen, lassen so ein End erjo gehen, was Gott weis- langen, daß es wunderlich heißt geschehen, ihm herrlich sei. und dir zur Herrlichkeit; 8. Rollet er mit dir im ob der Anfang seltsam Schrecken durch die Dorscheinet, ist das End doch nen, durch die Hecken, über gut gemeinet: Friede folget Stock und über Stein, nach dem Streit. Berg und Thal und Fel3. Gottes Weg ist in senklüften, Feuer, Wasser UND Mel. O wie selig find die Seelen. www Gottes und Jesu. 287 und in Lüften und was treff' ich das Ziel, daß ich, mehr kann schrecklich sein: so viel ich kann und will, 9. So laß dir doch nim- dich allzeit lieben könne. mer grauen, lerne beinem Nichts auf der ganzen weiGott vertrauen, sei getrost ten Welt, Pracht, Wollust, und gutes Muts. Er, Ehre, Freud und Geld, fürwahr! er wird es füh- wenn ich es recht befinne, ren, daß du's wirst am fann mich, ohn dich gnugEnde spüren, wie er dir sam laben, ich muß haben thut lauter Guts. reine Liebe; die tröst, wenn ich mich betrübe. 10. Du wirst an den Fingern zählen und nicht 4. Denn wer dich liebt, vor der Welt verhehlen, den liebest du, schafft ſeiwas die blinde Welt nicht nem Herzen Fried und kennt. Er wird dir dein Ruh, erfreuest sein GewisKreuz versüßen, daß du sen. Es geh' ihm, wie es wirst bekennen müssen: woll' auf Erd, wenn ihn Wunderanfang! herrlichs gleich ganz das Kreuz verEnd! Heinr. Arnold Stockfleth. zehrt, soll er doch dein senießen. In Gua ewig nach demLeide große Freude wird er finden, alles Trau348. Jesu, Je- ern muß verschwinden. Gottes 5. Kein Ohr hat dies Sohn, mein Bruder und iemals gehört, kein Mensch mein Gnadenthron, mein gesehen noch gelehrt, es Schatz, mein Freud und läßt sich nicht beschreiben, Wonne, du weißest, daß was denen dort für Herrich rede wahr, vor dir ist lichkeit bei dir und von alles sonnenklar und klarer dir ist bereit, die in der als die Sonne. Herzlich Liebe bleiben. Gründlich lieb' ich mit Gefallen dich läßt sich nicht erreichen vor allen, nichts auf Er- noch vergleichen den Weltden kann und mag mir schäßen dies, was uns dort lieber werden. wird ergoßen. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. 2. Dies ist mein Schmerz, 6. Drum las ich billig dies frånket mich, daß ich dies allein, o Jesu, meine nicht gnug fann lieben dich, Freude sein, daß ich dich wie ich dich lieben wollte; herzlich liebe; daß ich in ich werd' von Tag zu Tag dem, was dir gefällt, und entzündt, ie mehr ich lieb', mir dein klares Wort verje mehr ich find', daß ich meldt, aus Liebe mich stets dich lieben sollte. Von dir übe, bis ich endlich werd' laß mir deine Güte ins abscheiden und mit FreuGemüte lieblich fließen; so den zu dir kommen, aller wird sich die Lieb ergießen. Trůbsal ganz entnommen. 3. Durch deine Kraft 7. Da werd' ich deine 288 Von der Gnade und Liebe Süßigkeit, die jetzt be- 4. Damit entzünde mich, rühmt ist weit und breit, o Gott, in Liebe laß mich in reiner Liebe schmecken, brennen: von dir laß mich und sehn dein liebreich An- bis in den Tod nicht Höh, geficht mit unverwandtem nichtTiefe trennen. Ach sieh Augenlicht ohn alle Furcht mir, dich zu lieben, bei mit und Schrecken. Reichlich deines GeistesStärke; gieb werd' ich sein erquicket und mir, daß ich ohn Heuchelei geschmücket vor dein'm auf deine Lieb nur merke. Throne mit der schönen Himmelskrone. 5. Laß dich zu lieben mich aufstehn, nach deinem Liebeswillen; in Liebe laß mich schlafen gehn, ach Mel. Was mein Gott thu mein Seufzen stillen. will, das g'scheh allzeit. Hilf mir dich lieben, was Joh. Heermann. 349. Vaterherz, o ich kann, mit innigsten BeLiebesbrunst, gierden, und wandeln bloß o Brunnquell aller Gna- die Liebesbahn zur ewgen den o himmelbreiteGottes- Liebeszierden. gunst, komm, heile meinen 6. Nach deiner Lieb laß Schaden; komm, fomm, all mein Tag des Hernimm Herz und Sinnen zens Pfeile schießen, nach ein, durchschwemme meine ihr muss meiner ThraSeele; wasch ab, mach nen Bach mit Strömen heilig, licht und rein die sich ergießen; dein' Liebe dunkle Herzenshöhle. bleib' mein Siegspanier, 2. Erlang mir wieder zu welchem ich geschwoGottes Huld, still seines ren, sie sei mein' Burg, Grimmes Wellen; lösch mein Schild, mein' Zier, aus den Brand, der ewig ohn sie bin ich verloren. wollt' mich brennen in der 7. Nun, Gott der Höllen; treib aus das Böse, Lieb, dir bloß allein will das in mir den Geist macht ich mich ganz ergeben; dir kalt und trübe; dein ew- soll mein Herz zu eigen ges Licht sei meine Zier, sein im Sterben und im o höchste Gottesliebe. Leben. Nichts soll aus 3. 3wing Herz, Gewis- meinem Mund hinfür als sen, Sinn und Mut, zu deine Liebe schallen; es folgen deinen Lehren, und soll kein Wort, das nicht laß mich stets in stiller zu ihr gericht sei, mir Hut deins Worts Ver- entfallen. mahnung hören; dampf 8. Der Gotteslieb richt' aus in mir das fremde ich zu Ehr'n mein Reden Feur, das aus der Höllen und mein Schweigen, und flammet; die ewge Glut diese Flamm in mir zu komm mir zu Steur, die mehr'n, wollst du mir bloß aus Lieb entstammet. Gnad erzeigen; daß ich zunehm Gottes und Jesu. 289 nehm' in dieser Brunft,| su fraget, so kann das Herdich mehr und mehr zu ze doch auf Rosen gehn. lieben. Ach lehr mich Kein Ungewitter ist mir villig diese Kunst und zu bitter, mit Jesu kann meisterlich zu üben. ich's fröhlich überstehn. 9. Entzund in mir die 4. Wenn Satans Lift keusche Glut der Jesus- und Macht mich will verLiebesflammen, daß nicht schlingen, wenn das Geder Höllen strenge Flut wissensbuch die Sünden schlag' über mir zusam- sagt, wenn auch mit ihrem men. Laß deine süße Lie- Heer mich will umringen bespein ohn Aufhörn in die Hölle, wenn der Tod mir walten, und meines am Herzen nagt: steh' ich Herzens Flammelein zu doch feste; Jesus der Bekeiner Zeit erkalten. ste ist, der fie alle durch sein Blut verjagt. 5. Ob mich auch will die In eigener Melodie. 350. Schonfier[ Lieb- Welt verfolgen, haffen, ster] Imma- und bin dazu veracht bei nuel, Herzog der From- iedermann, von meinen men, du meiner Seelen Freunden auch gänzlich Troft, komm, komm nur verlassen, nimmt Jesus bald; du haft mir, höchster meiner doch sich herzlich Schak, mein Herz genom- an, und stärkt mich Můmen, so ganz vor Liebe den, spricht: Sei zufrieden, brennt und nach dir wallt. ich bin dein bester Freund, Nichts kann auf Erden der helfen kann. mir Liebers werden, als wenn ich meinen Jesum stets behalt'. 6. Drum fahret immer bin, ihr Eitelkeiten; o Jesu, du bist mein und 2. Dein Nam ist zucker- ich bin dein: ich will mich süß, Honig im Munde, von der Welt zu dir beholdselig, lieblich, frisch reiten, du sollst in meinem wie kühler Thau, der Feld Herz und Munde sein. und Blumen nekt zur Mein ganzes Leben sei dir Morgenstunde; mein Je- ergeben, bis man mich sus ist es nur, dem ich einsten legt ins Grab hinein. vertrau'. Dann weicht vom Herzen, was mir In eigener Melodie. macht Schmerzen, wenn 351. See Keelen- Bräuich im Glauben dich anbet' und schau'. tigam, Jefu, Gottes Lamm, habe 3. Ob mich das Kreuze Dank für deine Liebe, die gleich hier zeitlich plaget, mich zieht aus reinem wie es bei Christen oft Triebe von der Sünden pflegt zu geschehn: wenn Schlamm, Jesu, Gottes meine Seele nur nach Je- Lamm! 13 2. Det 290 Von der Gnade und Liebe 2. Deine Liebesglut| stirbt, emsig sich bewirbt stärket Mut und Blut; um den lebendigen Glauwenn du freundlich mich ben, der wird bald emanblickest, und an deine pfindlich schauen, daß nieBrust mich drückest, macht mand verdirbt, der der mich wohlgemut deine Welt abstirbt. Liebesglut. 10. Nun ergreif' ich dich, 3. Wahrer Mensch und du mein ganzes Ich; ich Gott, Trost in Not und will nimmermehr dich lasTod, du bist darum Mensch sen, sondern glaubig dich geboren, zu ersehen, was umfassen, weil im Glauverloren durch dein Blut ben ich nun ergreife dich. so rot, wahrer Mensch 11. Wenn ich weinen und Gott! muß, wird dein Thränen4. Meines Glaubens fluß nun die meinen auch Licht laß verlöschen nicht; begleiten, und zu deinen salbe mich mit Freudendle, Wunden leiten, daß mein daß hinfort in meiner Thränenfluß sich bald stilSeele ja verlösche nicht len muß. meines Glaubens Licht. 12. Wenn ich mich aufs 5. So werd' ich in dir neu wiederum erfreu', bleiben für und für; deine freuest du dich auch zuLiebe will ich ehren, und gleiche, bis ich dort in deiin dir dein Lob vermehren, nem Reiche ewiglich erfreu weil ich für und für blei- mich mit dir aufs neu. ben werd' in dir. 13. Hier durch Spott 6. Held aus Davids und Hohn, dort die EhStamm, deine Liebes- renkron; hier im Hoffen flamm mich ernähre und und im Glauben, dort um verwehre, daß die Welt Haber und im Schauen; mich nicht versehre, ob sie denn die Ehrenkron folgt mir gleich gram, Held aus auf Spott und Hohn. Davids Stamm 14. Jesu, hilf, daß ich 7. Großer Friedefürst, allhier ritterlich alles durch wie hast du gebürst nach dich überwinde, und in der Menschen Heil und deinem Sieg empfinde, wie Leber, und dich in den so ritterlich du gekämpft Tod gegeben, wie du riefft: für mich. nich dürft! großer Friedefürst! 15. Du mein Preis und Ruhm, werte Sarons8. Deinen Frieden gieb Blum, in mir soll nun aus so großer Lieb uns den nichts erschallen, als was Deinen, die dich kennen, dir nur kann gefallen, werund nach dir fich Christen te Sarons- Blum, du nennen; denen du bist lieb, mein Preis und Ruhm! deinen Frieden gieb. Adam Drese. 9. Wer der Welt abMel. Gottes und Jesu. Mel. Preis, Lob, Ehr, Ruhm, Dank, Kraft und Macht. 291 Sünden. O tiefe Lieb, o Wunder- Gütigkeit, die unsre Seel von solcher Schmach befreit! 352. 6. Du hast uns Menschen deinen Rat durch berzger Gott, der du dich Jesum Christum wissen unser angenommen und lassen, damit du, was da uns in unsrer Seelennot Odem hat, in ihm zusammit Hülfe bist zu statten men möchtest fassen; er ist kommen: du schenkest uns der Grund, auf welchem. von deinem Himmelsthron alles steht, was lebt und dein liebes Kind und ein- webt, was lieget, fißt und gebornen Sohn. geht. Sei hochgelobt, barm2. Du segnest uns in 7. Er stiftet Frieden ihm, dem Herrn, mit über zwischen Gott und uns, schwenglich reichem Segen, da wir noch Feinde waren, und gehest unsrer Armut und wird der Welt und gern mit deiner teuren Höll zum Spott, den FrieGnad entgegen; was sind den auch in uns bewahren. wir doch, du allerschönstes D Herrlichkeit, daß wir Gut, daß deine Lieb so in Frieden stehn! nun dürGroßes an uns thut? fen wir getroft zum Vater gehn. 3. Was dringet dich? Wir sind ja nur des ersten Adams Sündenkinder, und sind auch alle von Na8. Lebt Chriftus doch in uns, und wir sind auch durch ihn mit Gott vertur verderbte Menschen, bunden; wir haben seiner schndde Sünder und frem- Lieb Panier als eine starke de vom Berheißungs- Te- Festung funden. In ihm stament, arm, lahm und sind wir voll Rub und bloß, blind, taub, stumm Sicherheit, und schmecken und elend. schon die Kraft der Se4. Allein, du Bater ligkeit. voller Gnad haft unsers 9. Du giebest uns auch Elends dich erbarmet, und das Erbteil durch Chriuns nach deinem Gnaden- stum, der es uns erworben, rat in Christo, deinem als er, der Herr, zu uns Sohn, umarmet, daß wir serm Heil am bittern Kreuin ihm, wie du zuvor be- zesstamm gestorben; und dacht, nun Kinder sind sein Verdienst und Leiden und angenehm gemacht. macht allein, daß dir zum Preis wir nunmehr etwas sein. 5. Du läsfest uns in Jesu Blut, Heil, Leben und Erlösung finden, und wäschest 10. Durch dich und Jedurch die edle Flut uns sum, unsern Hort, erkenvon dem Unflat aller nen wir das Wort der 13* Wahrs 292 Von göttlicher Fürsorge Wahrheit, und wachsen aus reiner Lieb in deinem immer fort und fort im Wege gehn, und deinen Lichte zur vollkommnen Ruhm mit Mund und Klarheit; du selbsten bist Herz erhöhn. das wesentliche Licht, das 14. So, Vater, so bist durch den Sohn die Fin- du bereit, in, durch und sternis vernicht. um des Sohnes willen, 11. Du, Vater, wirkest den du gezeugt von Ewigauch durch ihn in uns den keit, uns mit dir selber zu lebendigen Glauben, den erfüllen, auf daß wir nichts, uns die Welt nicht kann er aber allerlei, ia alles entziehn, noch Satan aus gar in allen Dingen set. dem Herzen rauben. Er 15. Drum wollen wir, wirket selbst, und seines Herr, deine Macht, du Geistes Trieb macht unsre Vater aller Herrlichkeiten, Seel unstråflich in der Lieb. die unsre Seel so wohl be12. Du hast mit deines dacht, von Herzen rühment Geistes Pfand durch Chri- und ausbreiten. Es rühme stum unsre Seel geschmük- dich und deine große That, ket, und ihn auf unsre was rühmen kann, was Bruft und Hand zum festen lebt und Odem hat. Siegel aufgedrucket, zur 16. Ja, treuer Gott, Versichrung, daß wir zu wir loben dich und ehren deinem Ruhm dein Erbe deinen großen Namen; sein und auch dein Eigen- Herz, Seel und Geist er= hebet sich und finget Hal13. Nun was wir sind, leluiah, Amen! Der Herr das kommt von dir: in ist Gott, der dreimal heiChristo hast du uns ge- lig heißt, Gott Vater, schaffen zum Lobe deiner Sohn und auch Gott Macht, daß wir in Gottes heilger Geist. Kraft und Geistes Waffen tum. Ludw. Andr. Getter. III. Von göttlicher Fürsorge und Regierung. In eigener Melodie. 353. Befieht du der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt deine We- du trauen, wenn dir's soll ge, und was dein Herze wohl ergehn; auf sein Werk krånkt, der allertreusten mußt du schauen, wenn Pflege des, der den Him- dein Werk soll besteht. mel lenkt; der Wolken, Mit Sorgen und mit GråLuft und Winden giebt men und mit selbsteigner Wege, Lauf und Bahn, Pein läßt Gott ihm gar nichts und Regierung. no 293 nichts nehmen, es muß erbeten sein. 8. Jhn, ihn laß thun und walten, er ist ein wei3. Dein' wge Treu ser Fürst, und wird sich und Gnade, o Bater, weiß so verhalten, daß du dich und sieht, was gut set oder wundern wirst; wenn er, schande dem sterblichen Ge- wie ihm gebühret, mit blut; und was du dann wunderbarem Rat die erlesen, das treibst du, star- Sach hinausgeführet, die ker Held, und bringst zum dich bekümmert hat. Stand und Wesen, was deinem Rat gefällt. 4. Weg' hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dir's nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht; dein Werk kann niemand hindern, dein Arbeit darf nichtruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn, und thun an seinem Zeile, als hätt' in seinem Sinn er deiner fich begeben, und solltst du für und für in Angst und Nöten schweben, als frag' er nichts nach dir: 10. Wird's aber sich befinden, daß du ihm treu 5. Und ob gleich alle verbleibst, so wird er dich Teufel hier wollten wider- entbinden, da du's am mindstehn, so wird doch ohne sten gläubst; er wird dein Zweifel Gott nicht zurücke Herze lösen von der so gehn: was er ihm vorge- schweren Laft, die du zu nommen, und was er ha- keinem Bösen bisher geben will, das muß doch tragen hast. endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 11. Wohl dir, du Kind der Treue, du hast und 6. Hoff, o du arme trägst davon mit Ruhm Seele, hoff, und sei un- und verzagt: Gott wird dich Sieg Dankgeschreie den und Ehrenkron; aus der Höhle, da dich Gott giebt dir selbst die der Kummer plagt, mit Palmen in deine rechte großen Gnaden rücken: Hand, und du fingst Freuerwarte nur der Zeit, so denpsalmen dem, der dein wirst du schon erblicken die Leid gewandt. Sonn der schönsten Freud. 12. Mach End, o 7. Auf, auf, gieb dei- Herr, mach Ende an alnem Schmerze und Sor- ler unsrer Not; stårk ungen gute Nacht; laß fah- fre Füß und Hände, und ren, was das Herze betrübt laß bis in den Tod uns und traurig macht. Bist allzeit deiner Pflege und du doch nicht Regente, der Treu empfohlen sein: so alles führen soll: Gott gehen unsre Wege gewiß fißt im Regimente, und zum Himmel ein. führet alles wohl. Paul Gerhardt. Mel 294 Von göttlicher Fürsorge Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. 354. Du u bist ein steht dein Gebein in ordentlicher Fülle? Wer gab den Augen Licht und Schein, dem Leibe Haut das weißt du wohl: was Adern hier und dort ein' strebst du denn nach Din- jed' an ihre Stell und Ort? gen, die Gott der Höchst' Wer sehte hin und wieder alleine soll und kann zu- so viel und schöne Glieder? wege bringen? Du fährst 6. Wo war dein Herz, mit deinem Wit und Sinn Will und Verstand, da durch so viel tausend Sor- fich des Himmels Decken gen hin, und denkst: Wie erstreckten über See und will's auf Erden doch end- Land und aller Erden lich mit mir werden? Ecken? Wer brachte Sonn 2. Es ist umsonst, du und Mond herfür? Wer wirst fürwahr mit allem machte Kräuter, Baum, deinem Dichten auch nicht und Tier, und hieß fie ein einges kleines Haar in deinen Willen und Heraller Welt aufrichten; und zensluft erfüllen? dient dein Gram sonst nir- 7. Heb auf dein Haupt, gends zu, als daß du dich schau überall hier unten aus deiner Ruh in Angst und dort oben, wie Gotund Schmerzen stürzest tes Sorg auf allen Fall und selbst das Leben kürzest. vor dir sich hab' erhoben. 3. Willst du was thun, Dein Brot, dein Waffer was Gott gefällt, und und dein Kleid war eher dir zum Heil gedeihet, so noch, als du, bereit; die wirf dein Sorgen auf den Milch, die du erst nahHeld, den Erd und Him- mest, war auch schon, da mel scheuet, und gieb dein du famest. Leben, Thun und Stand 8. Die Windeln, die nur fröhlich hin in Got- dich allgemach umfingen tes Hand, so wird er dei- in der Wiegen, dein Bettnen Sachen ein fröhlich lein, Kammer, Stub und Ende machen. Dach und wo du solltest 4. Wer hat gesorgt, da liegen, das war ja alles deine Seel im Anfang zugericht, eh als dein deiner Tage noch in der Aug und Angesicht eröffMutter Leibeshöhl und net ward und sahe, was finsterm Kerker lage? Wer in der Welt geschahe. hat allda dein Heil bedacht? 9. Noch dennoch soll Was that da aller Men- dein Angesicht dein ganschen Macht, da Geist und zes Leben führen; du traust Sinn und Leben dir ward und glaubest weiter nicht, ins Herz gegeben? als was dein' Augen spůren; was du beginnst, da foll 5. Durch wessen Kunst und Regierung.dll 295 foll allein dein Kopf deinssen Wegen; er geht und Licht und Meister sein; bringt uns an den Port, was der nicht auserkoren, da Sturm und Wind das hältst du als verloren. fich legen. Hernachmals, 10. Nun siehe doch, wie wenn das Werk geschehn, viel und oft ist schändlich so kann alsdann der Menumgeschlagen, was du ge- sche sehn, was der, so ihn wiß und fest gehofft mit regieret, in seinem Rat Händen zu eriagen. Hin- geführet. gegen, wie so manchesmal 15. Drum, liebes Herze ist doch geschehn, was sei wohlgemut, und laß überall fein Mensch, kein Rat, fein Sinnen ihm hat ersinnen können. von Sorg und Gråmen: Gott hat ein Herz, das nimmer ruht, dein Bestes 11. Wie oft bist du in vorzunehmen; er kann's große Not durch eignen nicht lassen, glaube mir, Willen kommen, da dein sein Eingeweid ist gegen verblendter Sinn den Tod dir und uns hier allzu= fürs Leben angenommen? sammen voll all zu süßer Und hätte Gott dein Flamment. Werk und That ergehen 16. Er hißt und brennt lassen nach dem Rat, vor Gnad und Treu, und in dem du's angefangen, du also kannst du denken, wärst zu Grunde gangen. wie seinem Mut zu Mute 12. Der aber, der uns sei, wenn wir uns oftewig liebt, macht gut, was mals frånken mit so verwir verwirren, erfreut, gebner Sorgenbürd, als wo wir uns selbst betrübt, ob er uns nun gänzlich und führt uns, wo wir würd', aus lauterm Zorn irren; und dazu treibt ihn und Haffen, ganz hülfsein Gemüt und die so und trostlos lassen. reine Batergüt, in der 17. Das schlag hinweg, uns arme Sünder er tröst und laß dich nicht so lieals liebe Kinder. derlich bethören; obgleich 13. Ach wie so oftmals nicht allzeit das geschicht, schweigt er still, und thut was Freude kann vermehdoch, was uns nüßet; da ren: so wird doch wahrlich unterdessen unser Will und das geschehn, was Gott, Herz in Nengsten fizet, dein Vater, ausersehn; was sucht hier und da, und er dir zu will kehren, das findet nichts, will sehn, wird kein Mensche wehren. und mangelt doch des Lichts, will aus der Angst sich winden, und kann den Weg nicht finden. 18. Thu als ein Kind und lege dich in deines Va= ters Arme; bitt ihn und flehe, bis er sich dein, wie 14. Gott aber geht er pflegt, erbarme: jo wird gerade fort auf seinen wei- er dich durch seinen Geist, auf 296 Von göttlicher Fürsorge auf Wegen, die du jest Lustgeschrei der Schaf und nicht weißt, nach wohl- ihrer Hirten. gehaltnem Ringen, aus allen Sorgen bringen. Paul Gerhardt. 6. Die unverdroßne Bienenschar fleugt hin und her, sucht hier und dar ihr edle Honigspeise. Des süßen Weinstocks starker Saft bringt täglich neue Stark und Kraft in seinem schwachen Reise. 355. Gebaus, mein Herz, und suche Freud in dieser lie- 7. Der Weizen wächset ben Sommerzeit an deines mit Gewalt, darüber jauchGottes Gaben; schau an zetJung und Alt und rühmt der schönen Gärten Zier, die große Güte des, der so und siehe, wie sie mir und überflüssig labt, und mit so dir sich ausgeschmücket manchem Gut begabt das haben. menschliche Gemüte. Mel. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. 2. Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide; Narcissen und die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an, als Salomonis Seide. 8. Ich selbsten kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes großes Thun erweckt mir alle Sinnen; ich finge mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen. 9. Ach, denk' ich, bist du hier so schön, und läßt du's uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden: was will doch wohl nach dieser Welt, dort in dem festen Himmelszelt und güldnen Schlosse werden? 10. Welch hohe Lust, welch heller Schein wird 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, der Storch baut und bewohnt sein Haus, das Schwälblein wohl in Christi Garten speist die Jungen. Der sein, wie muß es da woh! schnelle Hirsch, das leichte klingen, da so viel tausend Reh ist froh und kommt Seraphim mit unverdroßaus seiner Höh ins tiefe nem Mund und Stimm Gras gesprungen. ihr Halleluiah fingen. 5. Die Bächlein rauschen 11.D wär'ich da, o stund' in dem Sand und malen ich schon, ach süßer Gott, fich in ihrem Rand mit vor deinem Thron, und schattenreichen Myrten; trüge meine Palmen: so die Wiesen liegen hart da- wollt' ich nach der Engel bei, und klingen ganz vom Weis erhöhen deines Nas men3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Taublein fleugt aus seinerkluft, und macht sich in die Wålder; die hochbegabte Nachtigall ergößt und füllt mit ihrem Schall, Berg, Hügel, Thal und Felder. und Regierung. 297 2. Gott, der wird's wohl machen, der mir manches Lachen, Freud und Luft geschenkt, der mich nie vergessen, der mit Kleid und Essen täglich mich be= denkt; auch wenn fast die Kreuzeslast oft die Seinen ziemlich drücket, hat er mich erquicket. mens Preis mit tausend schönen Psalmen. 12. Doch gleichwohl will ich, weil ich noch hier trage dieses Leibes Joch, auch nicht gar stille schweigen; mein Herze soll sich fort und fort an diesem und an allem Ort zu deinem Lobe neigen. 13. Hilf mir, und segne meinen Geist mit Segen, 3. Gott, der wird's wohl machen, laß das Wetter der vom Himmel fleußt, krachen und die Stürme daß ich dir stetig blühe; gieb, daß der Sommer deiner Gnad in meiner Seelen früh und spat viel Glaubensfrücht erziehe. gehn. Wenn mit großem Grausen alle Wellen brausen, will er bei dir stehn. Jonas lag in dritten Tag. Schlägt dich Unglück auch darnieder, Gott erhebt dich wieder. 14. Mach in mir deinem Geiste Raum, daß ich dir werd' ein guter Baum, und laß mich wohl bekleiben. Verleihe, daß zu deinem Ruhm ich deines Gartens schöne Blum Pflanze moge bleiben. und 4. Gott, der wird's wohl machen, er wird selber wachen über deiner Not. Wenn du willst verzagett unter deinen Plagen, ist der fromme Gott auf dem Plan und nimmt dich an; dann verstäubt die Angst geschwinde, wie der Rauch im Winde. 15. Erwähle mich zum Paradeis, und laß mich bis zur letzten Reis' an Leib und Seele grünen: so will ich dir und deiner Ehr allein, und sonsten keinem mehr, hier und dort ewig dienen. Paul Gerhardt. 5. Gott, der wird's wohl machen, mächtig in den Schwachen ist er allezeit. Wem hat's ie gefehlet, der sich Gott erwählet in dem Herzeleid? Drum, mein vergiß den Schmerz; 356. Gott, der aues steht in seinen Hän= wird's den; Gott kann alles wohl machen, dem ich alle wenden. Sachen allzeit heimgestellt. Er hat mich erforen, eh ich noch geboren bin auf diese Welt; hat mir auch, nach seinem Brauch, was von Nöten, stets gegeben bier in diesem Leben. Mel. Jesu, meine Freude. 6. Gott, der wird's wohl machen, wenn des Todes Rachen gleich ist aufgethan; wenn die Lebensjahre liegen auf der Babre, führt er himmelan. Dieser Bund hat seinen Grund: die ge13** lebt 298 Von göttlicher Fürsorge lebt und leben werden, schaft deinem Leiden; er kommen in die Erden. leget deinen Sack von dir, 7. Gott, der wird's wohl und gürtet dich mit Freumachen, der den alten Dra- den; er züchtigt als ein chen dampfet ritterlich; Bater dich; jedoch muß führt er gleich die Seinen seine Gnade sich darum über Stock und Steinen nicht von dir scheiden. vielmals wunderlich: sei 5. Wie wohl ist doch bereit zu Freud und Leid. der Mensch daran, der sich Gott befiehl nur deine in Gottes Wege in tieffter Sachen; Gott, der wird's Demut schicken kann, ihm wohl machen. E. Stockmann. aushält alle Schläge; dies nimmt der höchsten Kunst den Preis. Herr, gieb uns, daß sich aller Fleiß Mel. Herr, fitraf mich nicht in deinem Sorn. 357. Gott herrschet auf dies zu lernen lege. und hält bei uns Haus, was sagst Mel. Nicht so traurig, du, Mensch, dawider? nicht so sehr. Was schlägst du seinen 358. Ich erhebe, Willen aus? Leg in den ju Staub dich nieder; schweig dir meiner beiden Augen fill, laß ihn nur Meister Licht; mein Gesicht ist für sein, er ist das Haupt, und für zu den Bergen wir insgemein desselben aufgericht, zu den Bergen, schwache Glieder. da herab ich mein Heil und Hülfe hab'. 2. Belegt er dich mit Kreuz und Not, und 2. Meine Hülfe kömmt greift dir nach dem Her- allein von des Höchsten zen, er schickt das Leben Händen her, der so künftund den Lod, laß dir es lich, hübsch und fein Himetwas schmerzen; doch mel, Erde, Luft und Meer, hûte dich vor Ungeduld, und was in dem allen du möchtest sonst durch ist, uns zum Besten ausgroße Schuld dein bestes Heil verscherzen. gerüst. 3. Er nimmt deiner Füße Tritt, o mein Herze, wohl in acht; wenn du geheit, geht er mit, und bewahrt dich Tag und Nacht. Sei getrost, das Höllenheer wird dir schaden nimmermehr. 3. Es bleibt schon so von Alters her: jetzt hält er sich verborgen, als wiff er nichts um dein Beschwer, läßt immerhin dich sorgen, bat gegen dich sich hart gemacht, dies währt vom 4. Siehe, wie sein Auge Abend in die Nacht und wacht, wenn du liegest in wieder an den Morgen. der Ruh; wenn du schlä4. Jetzt ist er wieder feft, kommt mit Macht auf gnädig bier, giebt End- dein Bett geflogen zu sei ner und Regierung. 299 ner Engel güldne Schar, er mag's mit seinen Sachen daß sie deiner nehme wahr. nach seinem Willen machen, 5. Alles, was du bist ich stell' es bloß in seine und hast, ist umringt mit Gunst. seiner Hut; deiner Sorgen schwere Last nimmt er weg, macht alles gut; Leib und Seel hält er verdeckt, wenn dich Sturm und Wetter schreckt. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat versehen, und was mir selig ist: ich nehm' es, wie er's giebet, was ihm von mir geliebet, das hab' auch willig ich erkieſt. 6. Wenn der Sonnen Hike brennt und des Letbes Kräfte bricht, wenn dich Stern und Monde blendt mit dem klaren Angesicht, hat er seine starke Hand dir zum Schatten vorgewandt. 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Uebel schüßt; leb' ich nach seinen Såßen, so wird mich nichts verlegen, nichts fehlen, was mir ewig nüßt. 7. Nun, er fahre immer 5. Er wolle meiner Sünfort, der getreue fromme den in Gnaden mich entbinHirt, bleibe stets dein den, durchstreichen meine Schild und Hort, wenn Schuld; er wird auf dein Herz geangstet wird; mein Verbrechen nicht wenn die Not wird viel firacks das Urteil sprechen, und groß, schließ' er dich und haben noch mit mir in seinen Schoß. Geduld. 8. Wenn du sikest, wenn 6. Leg' ich mich späte du stehst, wenn du redest, nieder, erwach' ich frühe wenn du hörst, wenn du wieder, lieg' oder zieh' ich aus dem Hause gehst, und fort, in Schwachheit und zurücke wieder kehrst, wenn in Banden, und was mir du trittst aus oder ein, woll' stößt zu handen: so tröstet er dein Gefährte sein. mich sein süßes Wort. Paul Gerhardt. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhang359. en Thaten n meiter allen wird mir zu barte laff' ich den Höchften raten, fallen, ich will ihn freudig der alles kann und hat; überstehn. er muß zu allen Dingen, 8. Ihm hab' ich mich soll's anders wohl gelingen, ergeben, zu sterben und uns selber geben Rat und zu leben, sobald er mir That. gebeut; es sei heut oder 2. Nichts ist es spät und morgen, dafür las ich frühe um alle meine Mühe, ihn sorgen, er weiß gar mein Sorgen ist umsonst; wohl die rechte Zeit. 9. So 300 Von göttlicher Fürſorge. 9. So sei nun, Seele, von Rat, stark von That deine, und traue dem ist, der uns erhalten hat. alleine: der dich geschaffen Joachim Neander. hat: es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe In eigener Melodie. der weiß zu allen Sacher 361. Nicht so trauRat. Paul Flemming. rig, nicht sehr, meine Seele, ſei betrübt, daß dir Gott Glück, Gut und Ehr nicht In eigener Melodie. 360. Meine Hoff- so viel wie Andern giebt; nung ste- nimm vorlieb mit deinem bet feste auf den lebendi- Gott, hast du Gott, so gen Gott; er ist mir hat's nicht not. der allerbeste, der mir hetsteht in der Not; er allein soll es sein, den ich nur von Herzen mein'. 2. Du, noch einzig Menschenkind habt ein Recht in dieser Welt; alle, die geschaffen sind, 2. Sagt mir, wer kann sind nur Gäft im fremdoch vertrauen auf ein den Zelt; Gott ist Herr schwaches Menschenkind? in seinem Haus, wie er Wer kann feste Schlösser will, so teilt er aus. bauen in der Luft und in dem Wind? Es vergeht, nichts besteht, was ihr auf der Erden seht. 3. Bist du doch darum nicht hier, daß du Erden haben sollt: schau den Himmel über dir, da, da 3. Aber Gottes Güte ist dein edles Gold; da ist währet immer und in Ehre, da ist Freud, Freud Ewigkeit; Vieh und Men- ohn End, Ehr ohne Neid. schen er ernähret durch er- 4. Der ist albern, der wünschte Jahreszeit: alles fich kränkt um ein Hand hat seine Gnad darge- voll Eitelkeit, wenn ihm reichet früh und spat.. Gott dagegen schenkt 4. Giebet er nicht al- Schäße der Beständigkeit: les reichlich und mit gro bleibt der Centner dein fem Ueberfluß? Seine Gewinn, fahr' der Heller Lieb ist unbegreiflich, wie ein starker Wasserguß; immer hin. 5. Schaue alle Güter Luft und Erd uns ernährt, an, die dein Herz für Gůwenn es Gottes Gunst ter hält; feines mit dir begehrt. gehen kann, wenn du gehest 5. Danket nun dem aus der Welt. Alles blei= großen Schöpfer durch bet hinter dir, wenn du den wahren Menschen- trittst ins Grabes Thür. sohn, der uns wie ein 6. Aber was die Seele freier Töpfer hat gemacht nährt, Gottes Huld und aus Erd und Thon. Groß Christi Blut, wird von keis und Regierung. 301 keiner Zeit verzehrt, ist gel speist, ziert und schmückt und bleibet allzeit gut. es herrlich aus; ja erwähErdengut zerfällt und let, dir zum Heil, dich zu bricht, Seelengut das seinem Gut und Teil. schwindet nicht, 7. Ach wie bist du doch so blind und ini Denken unbedacht! Augen hast 13. Ei, so richte dich empor, du betrübtes Angesicht, laß das Seufzen, nimm hervor deines Glaudu, Menschenkind, und hast bens Freudenlicht; das bedoch noch nie betracht halt, wenn dich die Nacht deiner Augen helles Glas: deines Kummers traurig siehe, welch ein Schaß macht. ist das! 8. Zähle deine Finger her und der andern Glieder Zahl: keins ist, das dir unwert wär', ehrst und liebst fie allzumal; keines gåbst du weg um Gold, wenn man dir's abnehmen wollt. 9 Nun, so gehe in den Grund deines Herzens, das dich lehrt, wie viel Gutes alle Stund dir von oben wird beschert. Du haft mehr als Sand am Meer, und willst doch noch immer mehr. 14. Seße, als ein Himmelssohn, deinem Willen Maß und Ziel; rühre stets vor Gottes Thron deines Dankens Saitenspiel; weil dir schon gegeben ist mehrers, als du würdig bist. 15. Führe deines Lebens Lauf allzeit Gottes eingedenk; wie es kommt, nimm alles auf als ein wohlbedacht Geschenk; geht dir's widrig, laß es gehn: Gott und Himmel bleibt dir stehn. Paul Gerhardt. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. 362, 10. Wüßte, der im Himmel lebt, daß dir's wäre muß und gut, wonach so begierlich strebt dein verblendtes Fleisch und Blut, würde seine Frömmigkeit dich nicht lassen unerfreut. Gottes Sohn von Ewigkeit, wie selig war dieselbe Zeit, da man dich hat gesehen; ihr Augen voller Herrlichkeit, ihr Oh11. Gott ist deiner Liebe ren voller Lieblichkeit, wie voll und von ganzem Her- wohl ist euch geschehen. zen treu; wenn du wün- Viele, viele Majestäten und schest, prüft er wohl, wie Propheten wollten schauen, dein Wunsch beschaffen sei; was die Jünger konnt' ist dir's gut, so geht er's ein, erbauen. ist's dein Schade, spricht er nein. 2. Doch war's nur eine kleine Frist, daß solches 12. Unterdessen trägt sein Licht erschienen ist im Geift dir in deines Herzens Fleisch und Wunderblicken. Haus Manna, das die En- Bald, sprach der Herr, bald 302 Don göttlicher Fürsorge. bald wird es sein, so wird schneller Zeit es ernstlich euch nicht mehr dieser meint, und sucht uns zu vere Schein durchsAngesicht er- schlingen? Immer schlimquicken. EinkleinStündlein mer, und je länger desto muß ich scheiden und viel strenger kämpft der Böse, leiden und einschlafen, ich bis der Vater uns erlöse. trag'eurerSündenStrafen. 7. Lob set dir, Jesu, 3. Zwar ist er drauf Gotteslamm, daß du zuerstanden bald in schöner erst am Kreuzesstamm der Klarheit und Gefialt, war Schlangen Kopf zertreten. vierzig Tag auf Erden, als Ich saug' aus deinen Wuner, der eingeborne Sohn, den Saft, dein' Auferstezu seines Vaters höchstem hung ist die Kraft, dadurch Thron nun sollt' erhaben ich lerne beten. Mit dir werden Eia, wer da möchte in mir will ich kämpfen; sagen, was für Wagen ihn ich will dåmpfent alle Sünbegleitet, und was uns den, Welt und Satan dort sei bereitet! überwinden. 4. Indessen war nun 8. Allein wie kommt's, abermal der freudenvolle Herr Jesu Christ, daß Sonnenstrahlden Jüngern du mir oft so ferne bist weggenommen; sie blieben mit deinem Licht im Glauaber in der Lehr und sei- ben? Wie mancher Seufnem Wort je mehr und zer fleugt mir aus, und mehr, er werde wiederkom- bringet fein Delblatt zu men. Selig, ewig, die nicht Haus, wie Noah seine sehen, doch bestehen fest Tauben. Stille, Wille, im Glauben! Diesen Trost laß dein Girren und Verkann niemand rauben. wirren: mein Vertrauen 5. Drum, licbe Seel, muß auf Gott ohn Fühermuntre dich, dein Jesus len bauen. bleibt unsichtbarlich, er 9. Ein Weib, wenn sie ruft in deinem Herzen: gebåren soll, befindt sich Ei, hute dich vors Teu- vieler Schmerzen voll, und fels Strick; es ist ein flei- weiß von keiner Freude; ner Augenblick, so kannst bald, wenn der Mensch du mich verscherzen. Wa- zur Welt gebracht, geche, lache mit Erzittern denkt sie nur an Gottes und in bittern Freuden- Macht, und weiß von keithrånen, solcher Guß mag nem Leide. Warum? Darz Gott versöhnen. um, daß die I lage, Angst 6. Ein weises Wort und Klage ut term Zagen spricht Salomo zur Welt- bat die edleFrucht getragen. luft: was, wie, wenn und 10. So ist der Glaube wo bist du so toll mit manchesmal in großen NdSpringen? Wer weiß denn ten, Furcht und Qual, nicht, daß unser Feind bei und Flagt, man sei ver und Regierung. lassen. Halt im Gedächtnis Jesu Tod und dessen wundergroße Not, der schreiet gleichermaßen: Blinder Sünder, so da meinet, wenn man weinet, Gott fei ferne: in der Nacht geht auf die Sterne. 303 recht selig, Herr, die Deinen, ja selig und doch meisiens wunderlich. Wie könntest du es bdse mit uns meinen, da deine Treu nicht kann verleugnen sich? Die Wege sind oft krumm, und doch gerad, darauf du läßt die Kinder zu dir gehn, da pflegt es wunderseltsam auszusehn; doch triumphiert zulettdein hoher Rat. 2. Dein Geist hängt nie an menschlichen Gesetzen, 11. Durch solchen Weg geht Christus hin, und lenket seines Vaters Sinn, wie er vorhin gegangen. Ein Kleines läßt er sich nicht sehn, wird aber in dir auferstehn, er bålt sich so die Vernunft und gunur gefangen. Auf, auf! te Meinung stellt. Den fein Lauf ist die Sonne, Zweifelsknoten kann dein meine Wonne; nichts denn Schwert verlehen und ldSegen folget mir auf die- sen auf, nachdem es dir sen Wegen. gefällt. Du reißest wohl die stärksten Band' entzwei; was fich entgegenseht, muß sinken bin. Ein Wort bricht oft den allerhöchsten Sinn; dann geht dein Fuß auch durch Umwege frei. 12. Und soll ich mit der Kreuzeslaft, die du, mein Heil, getragen hast, bis in den Tod dich ehren: so ift's doch ein geringes Nu, darauf denn bald, bald folget Rub in Freuden ohn 3. Was unsre Klugheit Aufhören. Endlich werd' will zusammenfügen, teilt ich Jubilate und Cantate dein Verstand in Oft und fröhlich fingen, drum will Westen aus; was mancher ich nun tapfer ringen. unter Joch und Last will 13. Gottes Sohn biegen, setzt deine Hand in Ewigkeit, wir warten frei an der Sternen Haus. schon der letzten Zeit, da Die Welt zerreißt, und du wir dich sollen sehen. Ihr verknüpfft in Kraft; fie Augen voller Herrlichkeit, bricht, du baust; sie baut, ihr Ohren voller Lieblich- du reißeft ein. Ihr Glanz keit, wie wohl wird euch muß dir ein dunklerSchatgeschehen. Lauter, lauter ten sein. Dein Geist bei Majestäten und Propheten Toten Kraft und Leben werden schauen Gottes schafft. Lamm auf grünen Auen. 4. Will die Vernunft, Joachim Justus Breithaupt. was fromm und selig, preiMel. Jehovah ist mein sen, so hast du's schon aus Licht und Gnadensonne. deinem Buch gethan; wem fübrst aber niemand will dies du doch Zeugnis weisen, den führft 363. du 304 Von göttlicher Fürsorge du in der Still selbst him- sest uns, wir sagen Beßmelan. Den Tisch der rung zu; drauf schenkt dein Pharisäer läßt du stehn, Geist dem Herzen wieder und speisest mit den Sün- Ruh, und hält im Zoum dern, sprichst fie frei. Wer den ausgeschweiften Sinn. weiß, was öfters deine Ab- 8. Du kennst, o Vater, ficht sei? Wer kann der wohl das schwache Wesen, tiefsten Weisheit Abgrund die Ohnmacht und der sehn? Sinnen Unverstand. Man 5. Was alles ist, gilt fann uns fast an unsrer nichts in deinen Augen; Stirn ableſen, wie es um was nichts ist, haft du, schwache Kinder sei begroßer Herr, recht lieb. wandt; drum greifst du zu, Der Worte Pracht und und hältst und trågest sie, Ruhm mag dir nichts tau- brauchst Baterrecht und gen, du giebst die Kraft zeigest Muttertreu; wo nieund Nachdruck durch den mand meint, daß etwas Trieb. Die besten Werke deine sei, da hegst du selbst bringen dir kein Lob, fie dein Schäfchen je und je. find versteckt, der Blinde 9. Also gehst du nicht geht vorbei; wer Augen die gemeinen Wege, dein hat, fieht sie doch nicht so Fuß wird selten öffentlich gesehn, damit du sehst, was sich im Herzen rege, wenn du in Dunkelheit mit uns uns gebenedeiet, der du willst gehn. Das Wideruns tôtest und lebendig spiel legit du vor Augen machst. Wenn uns dein dar von dem, was du in Geist der Weisheit Schak deinem Sinne haft. Wer verleihet, so sehn wir erst, meint, er hab' den Vorsaz wie wohl du für uns wachst. recht gefaßt, der wird am Die Weisheit spielt bei uns, End ein Andres oft gewahr. wir spielen mit; bei uns 10. O Auge, das nicht zu wohnen ist dir lauter Trug noch heucheln leidet, Luft, die reget sich in dei- gieb mir der Klugheit scharner Baterbrust, und gån- fen Unterscheid, dadurch gelt uns mit zartem Kin- Natur von Gnade wird derschritt. entscheidet, das eigne Licht 7. Bald scheinst du uns von deiner Heiterkeit. Laß was harte anzugreifen, bald doch mein Herz dich niefahrest du mit uns ganz mals meistern nicht, brich säuberlich. Geschieht's, daß ganz entzwei den Willen, unser Sinn sucht auszu- der sich liebt; erweck die schweifen, so weist die Zucht Lust, die sich nur dir eruns wieder hin auf dich. giebt, und tadelt nie dein Da gehn wir denn mit heimliches Gericht. blöden Augen hin, du küs- 11. Will etwa die Vernunft frei; die Sachen sind zu klar, der Sinn zu grob. 6. Herrscher, sei von und Regierung. not 305 nunft dir widersprechen, merst dich, und trågefi und schüttelt ihren Kopf Schmerz nur um das zeit zu deinem Weg, so wollst lich Gut? Vertrau du deidu die Befestung nieder- nem Herrn und Gott, der brechen, daß ihre Höh sich alle Ding' erschaffen hat. nur bei Zeiten leg'. Kein fremdes Feuer sich in mir anzund', daß ich vor dich in Thorheit bringen möcht', und dir wohl gar so zu gefallen dacht! Ach selig, der dein Licht ergreift und findt! 2. Er kann und will dich lassen nicht; er weiß gar wohl, was dir gebricht; Himmel und Erd ist sein. Mein Vater und mein Herre Gott, der mir beisteht in aller Not. 3. Weil du mein Gott und Vater bist, dein Kind wirst du verlassen nicht, du väterliches Herz. Ich bin ein armer Erdenkloß, Troft. 12. So ziehe mich denn recht nach deinem Willen, und trag und beg und führ dein armes Kind. Dein innres Zeugnis soll den auf Erden weiß ich keinen Zweifel stillen, dein Geist die Furcht und Lüfte überwind'. Du bist mein Alles, denn dein Sohn ist mein; dein Geist regt sich ganz kräftiglich in mir; ich brenne nur nach dir in Liebsbegier. Wie oft erquickt mich deiner Klarheit Schein. 4. Der Reich' verläßt sich auf sein Gut, ich aber will vertraun mein'm Gott; ob ich gleich werd' veracht, so weiß ich, und glaub' feftiglich: wer Gott vertraut, dem mangelt nicht. 13. Drum muß die Kreatur mir immer dienen, 5. Elia, wer ernährte dich, da es so lange regnet nicht in so schwer teurer kein Engel schämt nun der Zeit? Ein Wittwe aus Gemeinschaft sich; die Gei- Sidonier Land, zu welch'r ster, die vor dir vollendet du von Gott warst gesandt. grünen, find meine Brü- 6. Da er lag unt'rm der und erwarten mich. Wachholderbaum, ein EnWie oft erquicket meinen gel Gotts vom Himmel Geist ein Herz, das dich kam, und bracht' ihm Speis und mich und alle Christen und Trank; er ging gar liebt. It's möglich, daß einen weiten Gang, bis zu mich etwas noch betrübt? dem Berg Horeb genannt. Komm, Freudenquell, 7. Des Daniels Gott weich ewig, aller Schmerz! nicht vergaß, daß er unter den Löwen saß; sein Engel sandt' er hin, und ließ ihm Speise bringen gut Gottfried Arnold. In eigener Melodie. 364. Warum be durch seinen Diener Habakuk, trůbst du dich, mein Herz, beküm- 8. Joseph in Egyptn verfauft 306 Von göttlicher Fürsorge kauft ward, von Pharao nicht von dein'm Angesicht gefangen hart um sein verstoßen werden ewiglich. Gottsfürchtigkeit: Gott macht ihn zu ein'm gro ßen Herrn, daß er konnt' Vat'r und Brůd'r ernährn. Mel. Warum sollt' ich mich denn grämen. 365. Warum willſt 9. Es ließ auch nicht du doch für der treue Gott die drei morgen, armes Herz, imMånn'r im Feurofen rot; merwärts als ein Heide. sein Engel sandt' er hin, sorgen? Wozu dient dein bewahrt' fie vor des täglich Gramen, weil Gott Feuers Glut, und half will in der Still sich der ihnen aus aller Not. Not annehmen? 10. Ach Gott, du bist 2. Gott hat dir genoch heut so reich, als du schenkt das Leben, Seel bist g'wesen ewiglich, mein und Leib: darum bleib ihm Vertraun steht zu dir; mach allein ergeben. Er wird mich an meiner Seelen ferner alles schenken: traue reich, so hab' ich gnug hie fest, er verläßt nicht die und ewig. an ihn denken 11. Der zeitlich Chr 3. Sage nicht: Was soll will ich entbehrn, dulich effen? Gott hat dir wollst mich nur des Ew- schon allhier so viel zugegen g'währu, daß du er- messen, daß der Leib fich worben haft durch deinen kann ernähren; Uebriges herben bittern Lod: das wird indes Gottes Hand bitt' ich dich, mein Herr bescheren. und Gott. 4. Es ist mehr als Trank 12. Alles, was ist auf und Speisen dieser Leib; dieser Welt, es sei Silber, darum glaub, daß Gott Gold oder Geld, Reich- wird erweisen, daß er Speis tum und zeitlich Gut, und Trank kann geben dem, das währt nur eine kleine der fich feftiglich ihm erZeit, und hilft doch nicht giebt im Leben. zur Seligkeit. 5. Sorgst du, wie du 13. Ich dank' dir, Christ, dich sollst fleiden? Jesus o Gottes Sohn, daß du spricht: Sorge nicht, solches mich solchs erkennen lan thun die Heiden. Schau durch dein göttliches Wort; die Blumen auf den Felverleih mir auch Bestän- dern, wie so schön dieſe digkeit zu meiner Seelen stehn, und die Baum' in Seligkeit. Wäldern. 14. Lob, Ehr und Preis 6. Sorgt ein Vogel auf sei dir gesagt für alle dein' den Zweigen, wenn er fingt, erzeigt' Wohlthat, und bitt' hüpft und springt, wer ihm demütiglich: Laß mich soll anzeigen, was er essen foll und Regierung. 307 soll und trinken? Nein, Brot in der Not, wenn ach nein, er allein folgt er hört ihr Klagen. Er des Himmels Winken. kommt wahrlich sie zu 7. Ach der Glaube fehlt trösten, eh man's meint, aufErden: wär' erda, müßt' und erscheint, wenn die ans ja, was uns not ist, Not am größten. werden. Wer Gott kann im Glauben fassen, der wird nicht, wenn's gebricht, von ihm sein verlassen. 14. Ihre Sorg ist für die Seelen, und ihr Lauf geht hinauf zu den Felsenhöhlen, zu des Herren 8. Wer Gerechtigkeit Jesu Wunden; hier sind nachtrachtet, und zugleich sie aller Müh und der Not Gottes Reich über alles entbunden. achtet, der wird wahrlich nach Verlangen Speis und Trank lebenslang wie im Schlaf empfangen. 9. Laß die Welt denn sich bemühen immerhin: ach mein Sinn soll zu Jesu fliehen. Er wird geben, was mir fehlet, ob er's oft unverhofft eine Weil verhehlet. 15. Nun, Herr Jesu, meine Freude, meine Sonn, meine Wonn, meiner Seelen Weide: sorge nur für meine Seelen, so wird mir auch allhier nichts am Leibe fehlen. 16. Alles sei dir unverhohlen, was mir fehlt, was mich quålt, großer Gott, befohlen; sorge du, so will ich schweigen, und vor dir nach Gebühr meine 10. Will er prüfen meinen Glauben, und die Gab, die ich hab', mir gar lassen Kniee beugen. rauben; so muß mir zum Besten kommen, wenn Gott mir alles schier hat hinweg genommen. 17. Ich will dir mit Freuden danken fort und fort, hier und dort, und will nimmer wanken. Lob 11. Er kann alles wie- und Preis sei deinem Nader geben: wenn er nimmt, men! Sei mein Teil, so bestimmt er sein Wort Hülf und Heil, liebster zum Leben; ach wie viele Jesu! Amen. fromme Seelen leben so, Laurentius Laurenti. und find froh ohne Sorg In eigener Melodie. und Qualen! 366. Wer nur 12. Sie befehlen Gott den liedie Sorgen, wie er will, ben Gott låst walten, und sind still immer im und hoffet auf ihn allezeit, Verborgen. Was Gott der wird Ihn wunderlich will, ist ihr Vergnügen, erhalten in alem Kreuz und wie's er ohngefähr will und Traurigkeit. Wer mit ihnen fügen. Gott, dem Allerhöchsten, 13. Doch kann ihnen traut, der hat auf keinen nicht versagen Gott ihr Sand gebaut. 2. Was 308 Von göttlicher Fürsorge 2. Was helfen uns die richt das Deine nur geschweren Sorgen? Was treu, und trau des Himhilft uns unser Weh und mels reichem Segen, so Ach? Was hilft es, daß wird er bei dir werden wir alle Morgen beseufzen neu; denn welcher seine unser Ungemach? Wir Zuversicht auf Gott ſetzt, machen unser Kreuz und den verläßt er nicht. Leid nur größer durch die Traurigkeit. Georg Neumart. 3. Man halte nur ein In eigener Melodie. wenig stille, und sei doch 367. Wº Wo Gott in sich selbst vergnügt, wie zum Haus unsers Gottes Gnaden nicht giebt sein' Gunst, so wille, wie sein Alwissen- arbeit jedermann umsonst; heit es fügt: Gott, der wo Gott die Stadt nicht uns ihm hat auserwählt, selbst bewacht, so ist umder weiß auch sehr wohl, sonst der Wächter Wacht. was uns fehlt. 2. Vergebens, daß ihr 4. Er kennt die rechten früh auffieht, dazu mit Freudenstunden, er weiß Hunger schlafen geht, wohi, wann es nüßlich und est eur Brot mit fei; wenn er uns nur hat Ungemach: denn wem's treu erfunden, und merket Gott gönnt, giebt er's keine Heuchelet: so kommt im Schlaf. 3. Nun sind sein' Erben unsre Kind, die uns von ihm gegeben sind; gleich wie die Pfeil ins Starken Hand, so ist die Jugend Gott bekannt. 4. Es soll und muß dem g'schehen wohl, der dieser hat sein' Köcher voll; fie Gott, eh wir uns versehn, und låsset uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshiße, daß du von Gott verlassen seist, und daß Gott der im Schoße sike, der sich mit ftetem Glücke speist. Die Folgezeit verändert werden nicht zu Schand viel, und setzet jeglichem ſein Ziel. noch Spott, vor ihrem Feind bewahrt sie Gott. 6. Es find ja Gott 5. Ehr sei Gott Vater sehr schlechte Sachen, und und dem Sohn, samt ist dem Höchsten alles heilgem Geist in Einem gleich, den Reichen klein Thron, welchs ihm auch und arm zu machen, den also sei bereit von nun Armen aber groß und reich; an bis in Ewigkeit. Gott ist der rechte WunJohann Kolroß. dermann, der bald erhöhn, Mel. Alle Menschen bald stürzen kann. müssen sterben. 7. Sing, bet und geh 368. Wº omit foll auf Gottes Wegen, ver ich dich wohl und Regierung. 309 wohl loben, mächtiger dies mich achten, woHerr Zebaoth? Sende nach man zuerst soll trachmir dazu von oben dei- ten. Tausend, tausendnes Geistes Kraft, mein mal sei dir, großer König, Gott. Denn ich kann Dank dafür. mit nichts erreichen deine 6. O wie hast du meine Gnad und Liebeszeichen. Seele fiets gesucht zu dir Tausend, tausendmal sei zu ziehn, daß ich aus der dir, großer König, Dank Sündenhöhle möchte zu dafür. den Wunden fliehn, die 2. Herr, entzünde mein mich ausgeföhnet haben, Gemüte, daß ich deine und mit Kraft zum Leben Wundermacht, deine Gna- laben. Tausend, tausendde, Treu und Güte fiets mal sei dir, großer König, erhebe Tag und Nacht. Dank dafür. Denn von deinen Gna- 7. Ja, Herr, lauter dengüssen Leib und Seele Gnad und Wahrheit sind zeugen müssen. Tausend, vor deinem Angesicht; du, tauſendmal sei dir, großer du trittst hervor in KlarKönig, Dank dafür. eit, in Gerechtigkeit, Ge3. Denk' ich nur der richt, daß man soll aus Sündengassen, drauf ich deinen Werken deine Güt haurte Schuld mit Schuld, und Allmacht merken. Tauso möcht' ich vor Scham send, tausendmal set dir, erblassen vor der Lang- großer König, Dank dafür. mut und Geduld, womit 8. Wie du setzest jedem du, o Gott, mich Armen Dinge Zeit, Zahl, Maß, haft getragen mit Erbar- Gewicht und Ziel, damit men. Tausend, tausend- keinem zu geringe möcht' mal sei dir, großer König, geschehen, noch zu viel, so Dank dafür. hab' ich auf tausend Wei4. Ach ja, wenn ich sen deine Weisheit auch überlege, mit was Lieb zu preisen. Tausend, tauund Gütigkeit du durch sendmal sei dir, großer Kdso viel Wunderwege mich nig, Dank dafür. geführt die Lebenszeit, so weiß ich kein Ziel zu finden, noch den Grund hier zu ergründen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür. 9. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, Herr, mein Gott, zu mir, nur mein Herze zu bereiten, sich ganz zu ergeben dir, daß mein gänzliches Verlangen Du, Herr, bist möcht an deinem Willen hangen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür. 5. mir nachgelaufen, mich zu reißen aus der Glut; denn da mit der Sünder Haufen ich nur suchte irdisch Gut, hießest du auf 10. Wie ein Vater nimmt und giebet, nachdems Kindern 310 Von göttlicher Fürsorge und Regierung. dern nüßlich ist, so hast du gehn in die Ewigkeiten. Da mich auch geliebet, Herr, will ich, Herr, für und mein Gott, zu jeder Frist, für ewig, ewig danken dir. und dich meiner angenom- Ludwig Andreas Gotter. men, wenn's auch gleich aufs höchste kommen. Tausend, tausendmal sei dir, Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. wei Ding', großer König, Dank dafür. 369. 3err, bitt 11. Mich hafst du auf Adlersflügeln oft getragen ich von dir, die wolleft du väterlich; in den Thälern, nicht weigern mir, weil ich auf den Hügeln wunder- in diesem Elend bin, bis bar errettet mich. Wenn mich mein Stündlein schien alles zu zerrinnen, nimmt dahin: ward doch deiner Hülf ich innen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür. 2. Verfälschte Lehr, Abgötterei und Lügen ferne von mir sei, Armut und Reichtum gieb mir nicht; 12. Fielen tausend mir doch dieses ich noch ferzur Seiten, und zur Rech- ner bitt': ten zehnmal mehr, ließest 3. Ein' ziemlich' Notdu mich doch begleiten durft schaff dem Leib, daß durch der Engel starkes ich kann nähren Kind und Heer, daß den Noten, die Weib, daß kein groß Not mich drangen, ich jedennoch noch Mangel sei, uno auch bin entgangen. Tausend, fein Ueberfluß dabei. tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür. 4. Sonst, wenn ich würd' zu satte sein, verleugnet' ich 13. Bater, du hast mir den Herren mein, und erzeiget lauter Gnad und sagte: Was frag' ich nach Gutigkeit, und du haft zu Gott, ich bin versorgt in mir geneiget, Jesu, deine aller Not. Freundlichkeit, und durch 5. Oder wenn Armut dich, o Geist der Gnaden, drückte mich, zum Stehlen werd' ich stets noch einge- möcht' geraten ich, und sonst laden. Lausend, tausend- mit Sund trachten nach mal sei dir, großer König, Gut, ohn Gottes Scheu, Dank dafür. wie mancher thut. 14. Tausendmal sei dir 6. Des Herren Segen gesungen, Herr, mein machet reich ohn alle Sorg, Gott, Preis, Lob und wenn du zugleich in dein'm Dank, daß es mir so wohl Stand treu und fleißig bist, gelungen. Ach laß meines und thust, was dir befohLebens Gang ferner doch len ist. durch Jesu Leiten nur Paul Eber. IV. Bon Vonder Rechtfertigung. IV. Von der Rechtfertigung. Mel. Alle Menschen Mel. Herzlich thut mich müffen sterben. verlangen. 370. dh ein Wort 371. Ach Gott, ich ch von großer 311 Treue, das teur und an- klagen, daß ich so elend nehmenswert, ehre ich in bin; mein Herz will mir tieffter Reue lebenslang verzagen, mein' Sund liegt auf dieser Erd: Hier in mir im Sinn: ich kann diese Welt, ihr Kinder, ein ihr'r nicht vergessen, sie ist Erlöser aller Sünder Je- zu groß und schwer; fie sus Christus kommen ist. hat mich gar beseffen, Trok nun Welt und Satans Lift! bracht' in Not und Gefähr. 2. In Sünd bin ich 2. Schöpfer, ach ich muß empfangen, in Sünd bin bekennen, jetzt zum Preise ich geborn, viel Sund hab' deiner Gnad: Bises war ich begangen, darum bin wohl nichts zu nennen, ich ich verlorn. Ich kann war dessen fähig satt; lei- nicht freudig werden, den der, ach vor andern allen, Himmel anzusehn, und ließ die Sünd ich mir ge- schäme mich, auf Erden fallen; aber die Barmher- vor dir, o Gott, zu stehn. zigkeit sich weit größer anerbeut. 3. Nun sollt' ich ia vertrauen deinem Sohn Jesu 3. Christe, drum muß Christ, auf sein Berdienſt ich auch billig hier als ein fest bauen, weil er mein Exempel sein, wie du Fürsprech ist: so schreckt freundlich, gnädig, willig mich mein Gewissen, das alle Sünder ladest ein; zweifelt immerdar, und rufft: Ach kommt, ihr bld- spricht: dich werd' verdrieden Tauben, tretet doch sen, daß ich die Sünd herzu im Glauben; ziehet nicht spar'. an das Hochzeitkleid in der letten Gnadenzeit. 4. Ich wollt' auch herzlich gerne bessern das Le4. Hallelujah! kommt, ben mein, mit Werk, Wort ihr Armen, lobt mit mir und Geberden fromm und des Höchsten Güt; laßt gottsfürchtig sein: ich uns preisen sein Erbarmen, kann's so nicht vollbringen: eitel Gnade uns jieht blüht. wie ich's oft hab' bedacht; Leben er den Toten schen- ich laff' mich davon dringen ket, und mit seiner Lieb des Satans List und Macht. uns trånket. Jesu, laß 5. Was soll ich denn uns für und für Halle- nun machen? Wie kann lujah fingen dir. ich doch bestehn? Ich fall' der Joh. Heinr. Schröder. 312 Von der Rechtfertigung. der Hill in Rachen, wenn mein Seuff'n und Schreiich dir will entgehn. Herr, en, und mein' furchtsazu dir komm' ich wieder, men Wort', daß ich mich und such' Barmherzigkeit; dein kann freuen, veracht'n ich falle vor dir nieder, des Teufels Mord. mein Sünde ist mir leid. 11. Zuletzt laß mich ab6. Du haft dein Sohn scheiden mit einem selgen gegeben für aller Menschen End, und nimm aus dieSünd, daß jedermann sollt sem Leiden mein' Seel in leben, der an ihn glauben deine Hånd. Dafür will ich könnt'; will gleich mein dich preisen mit schuldger Herz nicht trauen, so glaub' Dankbarkeit. Gott wird ich dennoch fest; hilf du mir Gnad beweisen, und meinem Unglauben, dein helf'n in Ewigkeit. Hülfe ist die best'. Barth. Rollenhagen. 7. Ich bin nicht wert der Gute, die du an mir Mel. Herr, ich habe misgethan, daß für mich mit gehandelt. fein'm Blute bezahlt dein 372. lieber Sohn; bedarf es doch notwendig, und glaub' Jesum? Dürftig, jamdem Worte dein, das mir merlich und arm. Ach zusagt beständig: Wer was sind wir? Voller glaubt wird selig sein. Elend. Ach Herr Jesu, 8. So wahr, als ich dich erbarm. Laß dich selbst lebe, ſprichst du, unsre Not bewegen, die ewiger Gott: Ungern ich wir dir vor Augen legen. übergebe den Sünder in 2. Wir sind nichts ohn den Tod, ich will, daß er dich, Herr Jesu; hier ist umkehre und ewig leb' bei lauter Finsternis; dazu mir. Darum komm' ich, quålet uns gar heftig der mein Herre, ich komm' wieder zu dir. vergifte Schlangenbiß. Dieses Gift steigt zu dem Herzen, und verursacht stete Schmerzen. Ach was find 9. Mit deinem heilgen Geiste mein schwachen Glauben mehr, mir Hülf 3. Ach ohn dich, geund Beistand leiste, sei mein treuer Jesu, schreckt der gnädiger Herr. Leit mich Teufel und die Höll; die auf deine Stege; vor aller Verdammnis macht mich Sünd und Schand, vor zittern, da ich steh' auf dieTeufels Strick und Wege ser Stell; mein Gewissen bewahr durch deine Hand. ist erwachet, und der Ab10. Segne mein Leib grund flammt und krachet. und Leben, auch mein Be- 4. Ohne dich, herzliebruf und Werk, was du ster Jesu, kommt man mir hast gegeben, behüt nicht durch diese Welt; sie durch deine Stärk; erhör hat fast auf allen Wegen Un= Von der Rechtfertigung. 313 unsern Füßen Netz' gestellt;| Grund; dann wird alles fie kann troßen und kann jubilieren, und dir fingen heucheln, und hält uns Herz und Mund. Dann mit ihrem Schmeicheln. wird auf der ganzen ErJesus hochgelobet Peter Lackmann. wir 5. Ach wie fraftlos, den Herzens- Jesu, richten sich werden. die Kranken auf. Unsre Macht ist lauter Ohnmacht Mel. Liebfler Jesu, in dem müden Lebenslauf. find hier. Denn man sieht uns, da 373. Das if i ist gewißlich wir wallen, öfters straucheln, oftmals fallen. wahr, das sind teure werte 6. Darum stårk uns, Worte: Jesus Christus liebster Jesu, sei in Fin- stellt sich dar, und ist sternis das Licht; öffne hier an diesem Orte zu unsre Herzensaugen, zeig den Bösen, nicht zu Fromdein freundlich Angesicht; men, in die Welt herspiel, o Sonn, mit Le- niederkommen; bensblicken, so wird sich das Herz erquicken. 7. Tritt den Satan, in des Todes Rachen, starker Jesu, unter un- möchte ledig und gerecht sern schwachen Fuß. Komm und aus Gnaden selig zu deiner Braut gegan- machen, unter welchen ich gen, gieb ihr einen Liebes- von diesen mich als der kuß, daß sie Himmelsfreud vornehmst erwiesen. verspüre, und kein Leid fie mehr berühre. 2. Daß er dort die Sündenknecht', die schon 3. Aber darum ist an mir die Barmherzigkeit ge8. Faß uns an, o sü- schehen, auf daß Andre Ber Jesu, führ uns durch auch allhier möchten durch die Pilgerstraß, daß wir die Gnade sehen, wie er auf den rechten Wegen auch am bösen Zweige gehen fort ohn Unterlaß; alle die Geduld erzeige. laß uns meiden alle Stricke 4. Daß ich wär' an meiund nicht wieder sehn zu- nem Teil ein Exempel rücke. denen Leuten, welche an 9. Laß den Geist der ihn, als ihr Heil, sollten Kraft, Herr Jesu, geben in den letzten Zeiten feste unserm Geiste Kraft, daß glauben und vertrauen, wir brünstig dir nachwan- und ewig Leben deln nach der Liebe Eigen- schauen. ein A. Teller. schaft. Ach Herr, mach uns selber tüchtig, so ist unser Leben richtig. Mel. O Gott, du frommer Boit. 10. Dann wird Lob 374. Der Gnaden und Dank, Herr Jesu, brunn schallen aus des Herzens noch. den jedermann kann trin14 314 Von der Rechtfertigung. trinken; mein Geist, laß| Gieb diesen Trunk mir deinen Gott dir doch um- stets, du Brunn der Güsonst nicht winken. Es tigkeit, so ist mir immer lehrt dich ja das Wort, wohl in der Gelassenheit. das Licht für deinen Fuß, Christian Knorr v. Rosenroth. daß Christus dir allein von Sünden helfen muß. In eigener Melodie. uns 2. Dein Thun ist nicht 375. Es ist das Heil geschickt zu einem besſern Leben; auf Chriftum richte her von Gnad und lauter dich, der kann dir solches Güte: die Werk' die helgeben: der hat den Zorn fen nimmermehr, sie miversöhnt mit seinem teu- gen nicht behüten. Der ren Blut, und uns den Glaub sieht Jesum ChriWeg gebahnt zu stum an; der hat g'nug für dem höchsten Gut. uns all gethan, er ist der Mittler worden. Gott, 3. Die Sünden abzuthun, kannst du dir ja 2. Was Gott im G'sek nicht trauen: dein Glaube geboten hat, da man es muß allein auf Gottes nicht konnt' halten, erhub Hülfe bauen. Vernunft sich Zorn und große Not geh', wie sie will, der Sa- vor Gott so mannigfalte; tan kann sie drehn; hilft vom Fleisch wollt' nicht Gottes Geist dir nicht, so heraus der Geist, vom ist's um dich geschehn. G'set erfordert allermeist, es war mit uns verloren. 4. Nun, Herr, ich fühle Durst nach deiner Gnadenquelle, wie ein geiagter Hirsch, auf so viel Sundenfälle. Wie komm' ich aus der Not als durch den Gnadensaft? Hilf mir durch deinen Geist, in mir ist keine Kraft. 3. Es war ein falscher Wahn dabei, Gott bått sein G'setz drum geben, als ob wir möchten selber frei nach seinem Willen leben: so ist es nur ein Spiegel zart, der uns zeigt an die fündig Art, in unserm Fleisch verborgen. 5. Du hast ja zugesagt: du wollst, die Durst em- 4. Nicht möglich war pfinden nach der Gerech- dieselbig Art aus eignen tigkeit, befrein von ihren Kräften lassen; wiewohl Sünden; nun weiset mir es oft versuchet ward, doch den Weg dein Sohn, der mehrt fich Sünd ohn Mawahre Christ; nur du mußt ßen. Denn Gleißners Werk Helfer sein, weil du voll Gott hoch verdammt, und Hülfe bist. jedem Fleisch der Sünde 6. selig, rillst du mir Schand allzeit war angevon diesem Wasser geben, boren. das trărket meinen Geist 5. Noch mußt' das G'sek zu der Gerechten Leben. erfüllet sein, sonst wars wir Von der Rechtfertigung. 315 wir all verdorben; darum men g'wißlich her aus schickt Gott sein Sohn einem rechten Glauben; herein, der selber Mensch denn das nicht rechter ist worden; das ganz Ge- Glaube wär', wolltst ihn seg hat er erfüllt, damit der Werk berauben. Doch seins Baters Zorn gestillt, der über uns ging alle. macht allein der Glaub gerecht, die Werke find des Nächsten Knecht, da= bei wirn Glauben merken. 6. Und wenn es nun erfüllet ist durch den, der es konnt' halten, so lerne jetzt 11. Die Hoffnung wart ein frommer Christ des der rechten Zeit, was GotGlaubens recht Gestalte. tes Wort' zusagen: wann Nicht mehr denn: Lieber das geschehen soll zur Freud, Herre mein, dein Tod setzt Gott kein g'wisse Ta= wird mir das Leben sein, ge. Er weiß wohl, wann's du haft für mich bezahlet. am besten ist, und braucht 7. Daran ich keinen an uns kein arge List, das Zweifel trag', dein Wort solln wir ihm vertrauen. kann nicht betrügen; nun 12. Ob sich's anließ, als sagst du, daß kein Mensch wollt' er nicht, laß dich es verzag', das wirst du nim- nicht erschrecken; denn wo mer lügen: Wer glaubt an er ist am besten mit, da mich und wird getauft, will er's nicht entdecken. demselben ist der Himm'l Sein Wort laß dir gewiserkauft, das er nicht wird ser sein, und ob dein Herz verloren. spräch' lauter Nein, so laß doch dir nicht grauen. 13. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis um dieser Gutheit Willen Gott Vater, Sohn und heilgem Geist, der woll' mit Gnad erfüllen, was er in uns ang'fangen hat, zu Ehren seiner Majestät, daß heilig werd' sein Name. 8. Er ist gerecht vor Gott allein, der diesen Glauben faffet; der Glaub giebt aus von ihm den Schein, so er die Werk' nicht läffet. Mit Gott der Glaub ist wohl daran, dem Nächsten wird die Lieb Guts thun, bist du aus Gott geboren. 9. Es wird die Sünd 14. SeinReich zukomm', durchs G'seh erkannt, und sein Will auf Erd g'scheh schlägt das G'wissen nieder; wie im Himmelsthrone; das Evangelium kommt zu das täglich Brot noch heut Hand, und stärkt den Sün- uns werd'; woll' unser der wieder; es spricht: Nur Schuld verschonen, als freuch zum Kreuz herzu; wir auch unsern Schuldim G'setz ist weder Rast gern thun; laß uns nicht noch Ruh mit allen sei- in Versuchung stahn; lös nen Werken. uns vom Uebel. Amen. 10. Die Werk' die komPaul Speratus. 14* In 4 Von der Rechtfertigung. 316 In eigener Melodie. ch Erde, was dir, du Strom des Lebens; o halt sie nicht vergebens. 10. Ach ich bin 376. Jern ich ia nicht wert, was meine mich? Ich Staub und Seel von dir begehrt, fo Asche darf ich dich anre- hab' ich's doch vonnöten: den oder hören, du Fürst laß mich die Not nicht und Herr der Ehren? töten. 2. Gott, ich erstarr und 11. Ach Herr, versagsteh' ia kaum, an meiner test du mir das, so müßte Zunge flebt mein Gaum; bald mein Lebensglas zum auch die Gedanken fliehen, allerletzten laufen, und ich die ich will vor dich ziehen. zum Totenhaufen. 3. Gott, es erschrickt 12. Ich bin doch dein mein blöder Geist, den Geschöpf und Kind, obmeine Not zu dir hinreißt; gleich an mir viel Sünden mein mattes Herz erzittert, sind. Bin ich von dir geder ganze Leib erschüttert. wichen, so sieh mich zu dir 4. Mein Haupt wird friechen. schwach und neigt sich gar, 13. War ich nicht, wie ich zu Berge stehen alle Haar'; sollte, dein, so will ich's jeht auch alle meine Sinnen und künftig sein. Herr, gehn allgemach von hinnen. stärke nur den Willen, daß 5. Ganz feurig wird mir ich ihn kann erfüllen. mein Gesicht, und das, 14. Ach Jesu, wobl erwas meine Zunge spricht, seh' ich dich; dein süßer kann kaum mein Ohr ver- Anblick tröstet mich, dein nehmen, ich bin voll Angst Schweiß, die roten Tround Schämen. pfen, dein schweres Herzensklopfen. 6. Unwürdig bin ich, du gerecht; du schlägest mich, Herr, deinen Knecht, nicht nur die Augenlider, zu deinen Füßen nieder. 15. Dein in- und außerliches Weh, die Angst, die gleichsam ich noch seh', die Geißeln und die Ruten und dein so mildes Bluten, 16. Die Ritzen von der Dornenkron, der über7. Du weißt, Herr, was tch bitten will, ach dessen ist bei dir gar viel; ich will, mich g'nug zu laben, machte Sport und Hohn, nur ein paar Tropfen haben. die Schmerzen von den 8.Laß deinen reichenGna- Stricken, das Kreuz auf denquell, zu dem ich mich deinem Rücken. in Demut stell', den dur- 17. Der spitzgen Någel ren Mund bewässern, so harter Stahl, der Gallenwird sich's mit mir bessern. trank, die Seelenqual, die 9. Die trocknen Lippen fünf blutroten Wunden, lechzen sehr, die Adern die bittern Todesstunden, achzen mehr und mehr nach 18. Der letzte Kampf, das 317 Von der Rechtfertigung. das Grab, der Stein, das alles ist zum Teile mein, Mel. O( Herr) Jesu als auch für mich erlitten Christ, du höchstes Gut. und für mich überstritten. 377. Ich hab', o J'a Herr, mein 19. Misch dich, o purpurfarbnes Blut, in mei- Gott, durch mich dich nes Herzens Thränenflut; zwar erzürnen können; wie ach laß mich von dir schmek- aber ich versöhne dich, weiß ken, und tilge meineFlecken. ich nicht auszusinnen. Dies weiß ich, daß dein liebstes Kind, an dem man nichts Sündhaftigs findt, ist mein Erldser worden. 2. Vom Himmel ist er williglich zu uns hernieder kommen, und hat aus großer Lieb an sich mein Fleisch und Blut genommen, daß er mich Schwachen heilen möcht', und wiederum zurechte bracht', was leider ich verdorben. 3. Dich hat ein Mensch zu Zorn bewegt, dich mußt' ein Mensch versöhnen: drum ward auf deinen 23. O Vater, schau auf Sohn gelegt, was billig deinen Sohn: soll ich, so uns verhöhnen und quälen muß er auch davon, und sollt' in Ewigkeit. Nun, dein Gefichte meiden, er diese große Gutigkeit giebt läßt mich nicht abscheiden. mir Trost, Heil und Leben. 20. Du Unschuld, o du seidnes Kleid, bedeckest meine Häßlichkeit, umlegest meine Glieder, und zierest alle wieder. 21. Ihr werten Wunden, nehmt mich ein, ihr follet meine Festung sein, daraus ich kann zertrennen, was mich hart an will rennen. 22. Nun ich, nicht ich, mein Heiland du, du gehst mit mir dem Vater zu; ich hang' an deinen Armen, er muß sich mein erbarment. 24. O Vater, ich ver- 4. Ja, das ist meine Zugnüge mich, dein huldreich versicht, dies ist mein ganz Antlik zeiget sich durch dei- Vertrauen. Willst du der nes Sohnes Wunden, der Sünden halber nicht mich, mich ihm hat verbunden. großer Gott, anschauen, 25. Der Gnadenblick so siehe mich in Gnaden vermehret fich, und lässet an, weil g'nug für mich mich ganz seliglich auf sein dein Sohn gethan, und boldselig Winken in Ruh meine Schuld bezahlet. und Friede sinken. 5. Nimm wahr, o Vater, 26. Nun stårk' ich mich, deinen Sohn, sei gnädig und laß mir nicht weg- deinem Knechte; kraft setnehmen diese Zuversicht, nes Leidens meiner schon, du werdest Vater bleiben, und strafe nicht nach Rechte. dein Sohn mich dir ein- Wenn du siehst seine Năleiben. Georg Sigm. Borberg. gelmal, so laß doch meiner 318 Von der Rechtfertigung ner Sünden Zahl daselbst 11. Darunt, o gnadenverborgen bleiben. reicher Gott, der du nicht 6. Schau an sein rofin- auszugrunden, durch deifarbnes Blut, für mich nes Sohnes Blut und Tod am Kreuz vergoffen; schau vergieb mir meine Sünden. an die schöne rote Flut, Laß durch sein' Unschuld die mildiglich geflossen. Weil meine Schuld, durch sein' dich das Fleisch erzürnet hat, so laß dich auch das Fleisch zur Gnad hinwiederum bewegen. Geduld mein' Ungeduld ganz ausgetilget werden. 12. Laß seine Demut allezeit vor Hoffart mich 7. Groß ist es, was ich beschützen; laß wider meioft und viel durch Misse- nen Haß und Neid mir that verschuldet; jedoch ich seine Sanftmut nüßen. nicht verzagen will, weil Er sei mir alles, was ich Christus hat erduidet ge- darf, so wird kein Urteil horsamlich den bittern Lod, sein so scharf, daß mich und mir dadurch, o treuer verdammen möchte. Gott, die Seligkeit erworben. Joh. Heermann.( O Herr mein Gott, ich habe dich.) 8. Groß ist mein Ungerechtigkeit, die deinen Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. Born erwecket; die Unschuld aber ist das Kleid, 378. Jer blöden damit sie wird Kein Mensch so große Herzen, Trost in aller BanSünde findt, die nicht in gigkeit, Labsal in den SunChristi Tod verschwindt, denschmerzen, Arzt für alles der unser Bruder worden. Herzeleid, Pflaster für die Todeswunden, daß man stets voll Kraft befunden! 9. Wer ist so sehr in aller Welt mit Sünden schuld beladen, dem Chri- 2. Meines Herzens ftus, unser Lösegeld, nicht Brünnlein quillet lauter hilft von allem Schaden? angebornen Wust; Mark 3war groß ist meine Mis- und Adern find erfüllet sethat, noch größer aber durch das Gift der bösen Gottes Gnad, in Christo Lust; kein Blutstropfen mir erworben. ist zu finden, der nicht starrt von andern Sünden. 10. Ja, wenn man legte ChrifiiPein, und aller Men- 3. Ja, ich stecke voller schen Sünden in gleiche Pfeile durch den Teufel, Wageschalen ein: so würde Fleisch und Welt; eh ich sich befinden ein solcher zu dem Helfer eile, werd' großer Unterscheid, als ich wiederum gefällt; meine zwischen Nacht und Tages- Seele muß erliegen, eh fie zeit, als zwischen Höll und recht kann Atem kriegen. Hinumel. 4. Will ich mich zu dir er= Von der Rechtfertigung. 319 erheben, wird vor Tråg- und kann dich retten und heit nichts daraus; wenn umarmen. Komm weidein Geist in mir soll leben, nend, komm in wahrer jagt das wilde Fleisch ihn Buß, und fall im Glauaus, daß ich auch die Qual ben ihm zu Fuß, er wird der Schulden fort nicht sich dein erbarmen. långer kann erdulden. 3. Ein Hirt verläßt sein 5. Drum du Heil der Schäflein nicht, dem's in kranken Sünder, Brunn, der Frr an Hilf gebricht, von dem das Leben springt, er sucht es mit Verlangen; selbst das Pflaster und Ver- er låsset neun und neunzig binder, dessen Kur stets stehn, und sie gar in der wohl gelingt; du kannst Wüsten gehn, das eine Pein und Schmerzen lin- zu umfangen. dern, ja des Todes Stoß verhindern. 6. Komm, o Herr, und drůck in Gnaden mir dein Bild ins Herz hinein, so wird meinem alten Schaden durch dein Blut geholfen sein; salbt dein Dele meine Wunden, so bin ich genug verbunden. 4. Es sucht der liebste Jesus Christ das Schaflein, das verloren ist, bis daß er's hat gefunden; se laß dich finden, liebste Seel, und flieb in Jesu Wundenhöhl, noch sind die Gnadenstunden. 5. O Jesu, deine Lieb ist groß, ich komm' müh7. Flößest du denn mei- selig, nackt und bloß, ach ner Seele dich, o Helfer, laß mich Gnade finden. selber ein, so wird meiner Ich bin ein Schaf, das Adern Höhle voller neues sich verirrt, ach nimm Leben sein; ja mein Mund mich auf, weil ich verwird voller Weisen deinen wirrt im Strick und Neb Finger ewig preisen. der Sünden. Christian Knorr von Rosenroth. Mel. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. 6. Ach wehe mir, daß ich von dir gewichen bin zum Abgrund schier; ach laß mich wiederkehren zu armen deinem Schafftall, nimm 379. Ihr mich kommt zu Hauf, kommt frei von Fluch und Bann, eilig, kommt, und macht dies ist mein Herzbe= euch auf, mühselig und be- gehren. laden; hier öffnet sich das 7. Laß mich dein SchafJesusherz für alle, die lein ewig sein, und du in Neu und Schmerz er- mein treuer Hirt allein kennen ihren Schaden. im Leben und im Ster2. Es heißt: er nimmt ben, laß mich vom eitlen die Sünder an; drum Weltgesind ausgehn, und komm, dein Jesus will mich als Gottes Kind 320 Von der Rechtfertigung. um dich, mein Schaß, ich ångste mich, ich bete, bewerben. und bin erbärmlich zuge8. Ich will von nun an richt; und wenn ich gleich sagen ab der Sündenlust mit Weinen vor dich trete, bis in mein Grao, und so trau' ich doch mir selin dem neuen Leben, in ber nicht, ob denn dies Heilig- und Gerechtigkeit, warum ich klage, mir auch dir dienen noch die kurze wohl zu Herzen geht, weil Zeit, die mir zum Heil des bösen Zweifels Plage gegeben. aus mir leiderselbst entſteht. 4. Mein Beten ist voll zweifelnder Gedanken; 9. Ach nimm dein armes Taublein ein, und laß es sicher bei dir sein in wenn gleich dein Wort deinen Wundenhöhlen; be- und Trost erschallt, so ist wahre mich vor Sün- und bleibt mein Glaube denwerk, und gieb mir doch voll Wanken, mein deines Geistes Stark an Herze scheinet tot und Leib und an der Seelen. falt; es ist so voll Angst und Zagen und ganz in sich selbst verwirrt, ich kann kaum mich selbst verLaurentius Laurenti. In eigener Melodie. 380. mmanuel, des tragen, so gar ist mein Güte nicht zu zählen, der Kranken 5. Die Wunder, die ich Ärzt, der Blöden Heil, vormals selbst gepriesen, verborgner Gott, du Trost die du von Anfang haft betrübter Seelen, der geist gethan, und die du mir lich Armen Herzensteil! insonderheit erwiesen, seh da du, Jesu, selber woh- ich wie jener Blinde att, neft, neigst auf ihr Geschrei der die Menschen sah als dein Ohr, und mit viel Bäume: ja, ich halt sie Geduld verschonest das kaum für dein, und ist mir, zerbrochne Glaubensrohr. als ob mir's träume, daß 2. Ach siehe doch die fie ie geschehen sein. Höllenangst, den Schmer- 6. Wenn ich mein Herz zen, der so viel Seufzer mit deinem Wort will stilaus mir zwingt. Äch len, und halte mit viel steure doch, Herr, mei- Thränen mir die süße nem eignen Herzen, aus Schrift von deines Badem der böse Quell ent- ters Willen und meines springt, das mir will dein Jesu Leiden für, ist's, als Wort vernichten: ach ob ich mårlein hörte, finHerr, laß es ihm nicht de keinen Glaubensfaft, zu; laß mich nicht den und was vor mein Herze Satan sichten, meinen nährte, giebt mir jekund Glauben stärke du. keine Kraft. 3. Ich kämpf, ich schrei', 7. Ve kann ich doch dem Von der Rechtfertigung. 321 dem bösen Herzen trauen, die Toten auferwecken, das auch dein Wort mir wie sollt' dir denn unmögwiederreißt, den Grund, lich sein, des Glaubens darauf ich soll mein Hof- Licht auch wieder anzufen bauen, und mich an stecken, und ein neu Herz zu allem zweifeln heißt; das geben ein, das sich wieder ich muß zum Beten zwin- zu dir kehre, treulich und gen, und kann's mitten im ohn Heuchelei, ohne ZweiGeschrei leider doch nicht felmut dich ehre, und sich dahin bringen, daß es son- lasse deiner Treu? der Zweifel ſet. 8. Erforsche doch, erfahre, wie ich's meine, durchsuche doch mein bises Herz, und prüfe mich, mein Gott, warum ich weine, ob dies wahrhaftig sei mein Schmerz, daß mein Glaubensdocht so wanket, daß mein Herz so laulich ist, und dir nicht mit Andacht danket, 12. Du kannst, mein Heil, und mußt mein Zagen enden, dein' eigne Ehre will's von dir, ich bin ja dein und steh' in deinen Händen; was hülf' dein schmerzlich Leiden mir, wenn du mich wolltft fallen lassen, weil ich Glaubenskranker nicht dich ges trost und fest kann fasob du mir mein Alles bist. sen, weil mein Herze mit 9. Findst du dennoch bei mir ficht? mir den rechten Willen, 13. Zwar hab' ich's wohl daß mein Herz um den mit Trägheit und mit Glauben schreit, so laß Sünden schon längst, o sich doch das Ungewitter Gott, verdient, daß ich jetzt Billen, das in mir regt den weder Trost noch GlauZweifelstreit. Ift mein ben kann empfinden: ach, Glaube klein und schmäch- aber ach erbarme dich! Jetig, bin ich elend, blind su, hilf dem Unvermögen, und bloß, so sei deine ich will; wenn ich aber Gnade mächtig und in ach! dir mein Herz recht meiner Schwachheit groß. vor soll legen, auch mein 10.Sollt' aber, ach! mein Wollen ist sehr schwach. Glaube sein verblichen, hat 14. Ach stärke, Herr, sich vielleicht mein Herz das Wollen und das Könder Welt, die mir mit ihnen, und gieb mir den gerem Fürsten nachgeschli- wissen Geist, das ich mich hen, und denen Thoren wieder freudig dein kann zugesellt, die ganz feinen nennen, und glauben, wie Gott nicht glauben: ach dein Wort mich's heißt; so andre meinen Sinn; kann ich dich nicht fefte laß mich, Jesu, dir nicht halten, desto fester halt du rauben, mich, der ich dein mich; laß mein Herz nicht eigen bin. ganz erkalten, bis mein Glaub erholet sich. 14** 11. Du kannst ja, Gott, 15. Trop 322 Von der Rechtfertigung. as kann ich doch 15. Troß meines Her-| gens zweifelnden Gedanfen, trok meinem bösen Fleisch und Blut, das mich 381. so quålt und macht mich immer wanken, daß mein für Dank, o Herr, dir Gemüte nimmer ruht, dafür sagen, daß du mich sollst du doch mein Jesus mit Geduld so lange Zeit bleiben: ich will beten und getragen, da ich in manan dich, Herr, wie schwach cher Sünd und Uebertrees ist, doch glaubig, ist mein tung lag, und dich, du Herz gleich wider mich. frommer Gott, erzürnte alle Tag? 16. Kann ich gleich nicht so, wie ich wünsche, fiegen, 2. Sehr große Lieb und und fall' aus Schwachheit Gnad erwiesest du mir Arbald zurück, so will ich doch men; ich fuhr in Bosheit mit Gott nicht unterlie- fort, du aber in Erbargen: ach Jesu, gieb mir men; ich widerstrebte dir, einen Blick, wie du dort und schob die Buße auf; dem Petro gabeft, der schon du schobest auf die Straf, ganz gefallen war, daß du daß sie nicht folgte drauf. meine Seele labest, und entreißest der Gefahr. 3. Daß ich nun bin bekehrt, hast du allein ver17. Nur zurne nicht mit richtet; du haft des Sadeinem schwachen Kinde, tans Reich und Werk in und habe, Herr, mit mir mir vernichtet. Herr, deiGeduld; auch rechne mir, ne Gut und Treu, die an was ich in mir befinde, die Wolken reicht, hat auch nicht zur Verdammnis mein steinern Herz gebround zur Schuld. Laß die chen und erweicht. Schwachheit mir nicht 4. Selbst konnt' ich allschaden, weil du kein Ver- zuviel beleidgen dich mit dienst begehrst, sondern doch nur bloß aus Gnaden uns die Seligkeit gewährst. Sünden, ich konnte aber nicht selbst Gnade wieder finden; selbst fallen konnte 18. Ach, aber ach! ist's ich, und ins Verderben möglich, ist's dein Wille, gehu, ich konnte selber so laß den Kelch doch von nicht von meinem Fall mir gehn, und mache mich aufstehn. von der Versuchung stille, 5. Du hast mich aufgeund laß mich wieder feste richt, und mir den Weg stehn, und mit ängstlichen gewiesen, den ich nun wanGedanken in dem Glauben, deln soll: dafür sei, Herr, den mein Mund frei beken- gepriesen. Gott sei genet, nicht so wanken: mach, lobt, daß ich die alte Sünd o Arzt, mein Herz gesund. nun haff, und willig ohne Henriette Kath. v. Gersdori. Furcht die toten Werke laff. 6. DaMel. O Gott, du frommer Gott. Was Dom Frieden Gottes. 323 6. Damit ich aber nicht, 2. Jetzt aber hab' ich aufs neue wieder falle, so Ruh und Rast, darf nimgieb mir deinen Geist, die- mermehr verzagen, weil er weil ich hier noch walle, die schwere Sündenlaft für der meine Schwachheit mich hat selbst getragen; stårk' und darin mächtig sei, er hat mit dir versöhnet und mein Gemüte stets mich, da er am Kreuz ließ zu deinem Dienst erneu'. töten sich, auf daß ich 7. Ach leit und führe selig würde. mich, so lang ich leb' auf 3. Drum ist getroft mein Erden, laß mich nicht ohne Herz und Mut mit kinddich durch mich geführet lichem Vertrauen; auf dies werden. Führ' ich mich sein rosinfarbnes Blut will ohne dich, so werd' ich bald ich mein Hoffnung bauen, verführt. Wenn du mich das er für mich vergossen führest selbst, thu' ich, was hat, gewaschen ab die Mis mir gebührt. sethat, und mir das Heil erworben. 8. O Gott, du großer Gott, o Vater, hör mein 4. In seinem Blut erFlehen. Jesu, Gottes quick' ich mich, und komm' Sohn, laß deine Kraft zu dir mit Freuden; ich mich sehen. Dwerter, suche Gnad demütiglich, beilger Geist, regiere mich von dir soll mich nichts allzeit, daß ich dir diene scheiden. Was mir erworhier und dort in Ewigkeit. ben hat dein Sohn durch seinen Tod und Marterfron soll mir kein Teufel rauben. Dav. Denicke. Mel. Nun freut euch, lieben Christen g'mein. 382. Wenn dein herzlieb5. Nichts hilft mir die Gerechtigkeit, die vom Ge set herrühret. Wer sich in ter Sohn, o Gott, nicht eignem Werk erfreut, wird war auf Erden kommen, jammerlich verführet; des und hätt', als ich in Sün- Herren Jesu Werk allein, den tot, mein Fleisch nicht das macht's, daß ich kann angenommen: so müßt' ich selig sein, der ich's mit armes Würmelein zur Hölle Glauben fasſe. wandern in die Pein um Johann Heermann. meiner Sünde willen. V. Vom Frieden Gottes. In eigener Melodie. ter durch Christum im heiligen Geist, welcher der Frommen Herz, Sinn und Friede, ach Gemüte in Chrifto zum göttlicher Friede, vom Ba- lewigen Leben aufschleußt: 383. Criede, ach den 324 Vom Frieden Gottes. den sollen die gläubigen zuwider ist, fliehen und Seelen erlangen, die alles meiden. verleugnen und Jesu anhangen. 6. Weislich und fleißig mußt du dich entschlagen 2. Richte deswegen, der bösen Gesellschaft und friedliebende Seele, dein sündlichen Rott, welche Herze im Glauben zu Je- den weltlichen Lüsten nachsu hinan; was da ist dro- jagen, nicht fürchten und ben bei Christo, erwähle, lieben den heiligen Gott; verleugne dich selbst und denn die sich zu solchen den irdischen Plan. Nimm Gottlosen gesellen, die fab= auf dich das sanfte Joch ren mit ihnen hinunter Christi hienieden, so fin- zur Höllen. dest du Ruhe und göttlichen Frieden. 7. Küchlein die bleiben bei ihrer Gluckhenne, sie 3. Nahm doch der Mitt- schreien und laufett den ler des Friedens viel Raben nicht nach; also Schmerzen von wegen auch, Seele, nur Jesu des Vaters Versöhnung nachrenne, dich sündlicher auf sich; nimm dies, o Brut und Weltvögel Seele, recht fleißig zu Her- entschlag; so wird auch zen, und siehe, was thut dein Heiland sein Küchwohl dein Jesus für dich: lein beschirmen, wenn auf Er bringet mit seinem dich Welt, Teufel und Blut Frieden zuwege, und Hölle losstürmen. machet, daß alle Unruhe sich lege. 8. Liebe und übe, was Jesus dich lehret, und was 4. Nun dafür bist du er dir saget, dasselbige thm ewig verbunden, du thu. Hasse und lasse, was sollst dafür gånzlich sein sein Wort verwehret, so Eigentum sein; weil er findest du Frieden und ewidir ewge Erlösung erfun- ge Ruh. Denn selig, die den, und schleußt dich im also sich Jesu ergeben, Gnaden- und Friedens- und gläubig und heilig bund ein; drum siche, daß nach seinem Wort leben. du dich ihm gänzlich ergieveft, und immer beständig von Herzen ihn liebest. 9 Jesu, du Herzog der Friedens- Heerscharen, o König von Salem, ach 5. Siehe, von seinen zeuch uns nach dir, daß wir Friedbundes- Genossen er- den Friedensbund treufordert er herzliche Liebe lich bewahren, im Wege und Treu, darum sollst des Friedens dir folgen du von dir alles ausstoßen, allhier. Ach laß uns doch was seiner feindseligen Ge- deinen Geift kräftig regiegenpartei: Welt, Teu- ren, und dir nach im Friefel und Sünde, die mußt den zum Vater hinführen. du nicht leiden, was Jesu Barth. Craffelius. Mel. Dom Frieden Gottes. 325 Mel. Wachet auf, ruft| Mel. Sieh, hier bin ich uns die Stimme. Ehrenkönig. 384. Gewünschter Sabbath, 385.ch will einsam und heilge Stille, o Paradies gemeinsam mit dem eingen der Gottesfülle, o Seelen- Gott umgehn, und die luft, o süße Rub; mein Sinnen halten innen, was Bräutigam voll Preis nicht Gott ist, lassen stehn; und Ehren läßt sich das Getümmel und Gein seinem Tempel hören, wimmel will sich nicht zu spricht seiner Braut recht mir verstehn. lieblich zu. Mein Herz, 2. Odusüße stille Wüste, ach sei doch weit, freu da all das Geschöpfe dich der Herrlichkeit, Zions schweigt, da das Herze Lade der Gottesmacht, ohne Schmerze sich zum des Himmels Pracht wird großen Schöpfer neigt, und dir, mein Herz, jetzt zu- der Hände Unterpfände seigebracht. nem schönsten Jesu reicht! 2. Was hüpft ihr doch, 3. Mir hier stinket, was ihr stolzen Hügel? Hier da blinket nach der eitlen glänzet ja des Geistes Sie- Herrlichkeit, weil ich eingel, hier ist die güldne sam und gemeinsam handle Davidsstadt. Was fragt mit der Einigkeit; mit mein Licht nach Kalk und Gott leb' ich, an Gott Steinen: im Herzen will fleb' ich in und außer aller er herrlich scheinen, wo er Zeit. sein'n Herd und Feuer hat. 4. Nach der Stille, ohn Das ist das Heiligtum, Gewühle, hat mein Heider Seelen Schmuck und land selbst getracht, und Ruhm. Hallelujah! das im Hause, und nicht drauFreudenmahl, der Ehren- ßen, dreißig Jahre zugesaal thut sich schon auf bracht, da er fleißig, ja das im Jammerthal. weiß ich, vor Gotts Pforten hat gewacht. 3. Nun ist der Vorhang aufgezogen, hier ist der 5. Himmlisch Wesen, Thron und Ehrenbogen, laß genesen mich in deiner bierglänzt und strahlt mein Gegenwart; und hergegen Freudenlicht. Ihr Sera- ganz ablegen Esaus weltphim, deckt Aug'n und gesinnte Art, die das BrauFüße; ich aber schau', was sen liebet draußen, und sich ich genieße, mit aufgedeck- nicht vorm Feind bewahrt. tem Angesicht. Das Lamm, mein Bräutigam, der Held Mel. O du Liebe meiner aus Davids Stamm springet, Liebe. mir mein Heiland, nah und ist schon da, und 386. Laß mich dich, wohnt in mir, Hallelujah! loben in der sanften Herjens 326 Vom Frieden Gottes. zensstill, trok der stolzen auf dem schönen stillen Sinnen Loben, trok dem Meer. firengen Eigenwill. Du, 6. Ei so laß mich denn du selbsten leg die Wellen, hinfahren nach dem frohen halt der Stürme Rachen Zionsfeld; du wirst mich ju, laß Vernunftwind nicht ja wohl bewahren vor dem mehr bellen, noch ver- Sturm der Sündenwelt; stören meine Ruh. laß in mir dein Lob er2. So wird deines Gei- schallen, Gott, daß du stes Leben, deiner From- dich freuest sehr, wenn men Herzenssaft, auf den wir so in Liebe wallen auf stillen Wassern schweben dem schönen stillen Meer. mit der holden Himmelsfraft: so wird meine Seele Mel. O du Liebe meiner Liebe. singen von des frommen Vaters Tren, und dir ein 387. Meine Seel, in Danfopfer bringen, das dir wohlgefällig sei. die Wunden Christi ein 3. Du wirst selbst die zur süßen Ruh, allwo Wort' mich lehren in der Friede wird gefunden; bin, sanften Einsamkeit, wie ich o Täublein, fleug hinzu; dich recht soll verehren hier gieb dich wie ein Lamm noch in der Lernenszeit. zufrieden, ruhe aller SorAch daß ich mich sollte gen los, da, wohin er dich tränken aus dem süßen beschieden, in dem teuren Liebessee, daß ich mich werten Schoß. ganz drein sollt' senken, zu 2. Auf, o Seele, von vergessen Welt und Weh. der Erden schwinge dich 4. So wollt ich ganz in Jesu Herz; lasſe dir ohn Aufhören, in verstärk- nichts Liebres werden, denn tem Liebesmut, Jesu, stets du haft sonst eitel Schmerz. dein Lob vermehren, du Einem sei dein Herz ergemein liebstes, höchstes Gut. ben, Jesum liebe nur alDoch du wirst's wohl lein; nur nach Jesu mußt freundlich machen, wie du streben, also kannst du dir's wohlgefällig ist: dir ruhig sein. befehl' ich meine Sachen ohne arge Heuchellift. 3. Als ein liebes Schäflein suche nur auf Jesu 5. Du wirst mich wohl Rücken Platz; Sachen diezu dir ziehen auf dem stillen ser Welt verfluche, Gott Friedensmeer; da will ich im Himmel sei dein Schaß. vor Freuden fliehen zu dir, was willst du lange o mein Gott und Herr. achten auf der Güter falSo ist's in dein Wohlge- schen Schein? Pein ist's; fallen, Gott, so freust du darum mußt du trachten, tich ganz sehr, willst mit bei dem liebsten Schaß deinen Frommen wallen zu sein. 4. Haft FEDERER Vom Frieden Gottes. 327 4. Hast du Lust, dich zu sonsten trunken in meiner ergößen, richte dich nach Seele macht. Wirst du Gottes Wort; Jesus es nicht verlassen, so wird liebet ohn Verleßen, Je- dich solches fassen, so bleisus labet hier und dort. bet deine Nacht. Alles ist in ihm zu lieben, 4. Drum glaube ganz er hat allen Ueberfluß, gewiß, dies ist dein HinRuhe, Reichtum ohn Be- dernis; dies macht, daß trüben, Lebensgnüge ohn deine Kräfte in äußerem Verdruß. Geschäfte in lauter Un5. Jesus hålt vor an- ruh stehn. Mag Satan dern allen Freundschaft; nicht den Willen, den seisei ihm nur getreu. Eine Kräfte füllen, mit Ünwas kann dir doch gefal- ruh leicht durchwehn? len Reichtum? Davon 5. Kehr hierher dein Gemach dich frei. Dieser sicht, du kannst die Ursach Brautgam will ia schen- nicht der Unruh sonst erken in der Welt, was dir gründen: in dir wirst du es if not. Ei so mußt du finden, was deinen Frieden dich nicht senken ein in flört; sonst wird selbst in dieser Erden Kot. den Wäldern, und auch in stillen Feldern, die Unruh wohl vermehrt. Mel. O Jesu, du bist mein. 6. So wage nur den 388. Mein gnug Streit mit deiner Eigenbeschwer- heit; hält sie dich hart geter Sinn, wirf die Gedan- fangen, so stürme mit Verken hin, und wende dich zur langen in Gottes Liebe Stille, daß dein zerstreuter ein, und laß nicht ab im Wille eutflich der Feinde Ringen, bis alle Bande List, weil ich in keinem springen, du wirst bald Winde solch sanftes Sau- anders sein. sen finde, in welchem Jesus ist. 7. So wirst du Wunder sehn, so wird es dann ge2. Kehr aus der Erden schehn, daß du in sanftem Rund in deiner Seelen Frieden, von allem abgeGrund; die schweifenden schieden, mit Himmelskraft Gedanken behalt in ihren erfüllt, wirst Linderung Schranken, und suche dei- empfinden; da muß dein nen Freund mit sanften Schmerz verschwinden, da Liebesblicken, bis er, dich wird dein Durst gestillt. zu erquicken, mit Fried und Ruh erscheint. 8. Da seufzet man nicht mehr, da giebt man kein 3. Weg mit dem Eigen- Gehör den rauschendenesinn, durch den ich finster danken; da kann man ohne bin; weg mit den wilden Wanken in Gottes Liebe Funken, und was mich ruhn; da kann es dann der See Vom Frieden Gottes. 14. Drum folg' ich dieser Spur, und suche dieses nur im Geiste zu erlangen; 9. Man treibt solch Lie- so hält mich nicht gefangen besspiel, so ofte man nur der Sinnen Gaukelspiel, will; man mag mit Got- so bleib' ich in den Schrantes Herzen in sanfter Liebe ken, so läuft man ohne scherzen. Da findt sich kein Wanken, so dringt man Verdruß, kein Zornblick recht zum Ziel. E. F. Richter. kann uns rühren; hier ist sonst nichts zu spüren, als Mel. So ist denn nun die Hütte aufgebauet. füßer lleberfluß. 328 Seelen an Licht und Recht nicht fehlen; wer will ihr da was thun? 10. Wie zart ist das Ge- 389.* Mein Salofühl bei diesem Liebesspiel! mo, dein Wie lieblich ist die Speise, freundliches Regieren stillt wie angenehm die Weise alles Weh, das meiner Wenn in diesem Himmelsscherz, Geist beschwert. wenn solche süßen Fluten sich zu dir mein blödes mehr, als man kann ver- Herze fehrt, so läßt sich muten, durchstromen un- bald dein Friedensgeist verser Herz! spüren. Dein Gnadenblick 11. Wenn du den Streit zerschmelzet meinen Sinn, der Luft in dir empfinden und nimmt die Furcht und mußt, wenn Höllenfurcht Unruh von mir hin. dich jaget, wenn das Gewissen naget, so ist hier Linderung. Verbirgt sich nur der Wille in die erwünschte Stille, so kampfest du genung. 2. Gewiß, mein Freund giebt solche edlen Gaben, die alle Welt mir nicht verschaffen kann. Schau au die Welt, schau ihren Reichtum an, er kann ja 12. Wie sicher wandelst nicht die můden Seelen du in dieser stillen Ruh! laben; mein Jesus kann's, Hier bleibst du abgeschie- er thut's im Ueberfluß, den; denn Gottes reiner wenn alle Welt zurücke Frieden nimmt keine Sün- stehen muß. den ein. Es können feine Sünden den Friedensgrund ergründen, laß dich nur ganz hinein. 3. O, süßer Freund, wie wohl ist dem Gemüte, das im Gesetz sich so ermüdet hat, und nun zu dir, 13. Wenn man sich tråge dem Seelenleben, naht, findt, so wird man hier und schmeckt in dir die entzundt. Da machet uns wundersüße Güte, die alle das Feuer von Zeit zu Zei- Angst, die alle Not verten freier, wenn den ge- schlingt und unsern Geist schwächten Geist und die zu sanfter Ruhe bringt. erschöpften Sinnen so kråftiglich von innen des Himmels Manna speißt. 4. Gewiß, mein Freund, wenn deine Liebeszeichett mein Vom Frieden Gottes. 329 mein armes Herz so sänftig-| führt, und mit Geduld und lich durchgehn, so kann da Langmut dich regiert. nur ein reines Licht entstehn, durch das ich kann das Vaterherz erreichen, in dem man nichts als nur Vergebung spürt, da eine Gnadenflut die andre rührt. 9. Es müsse doch mein Herz nur Christum schauen; besuche mich, mein Aufgang aus der Höh, daß ich das Licht in deinem Lichte seh, und könne schlechterdings der Gnade trauen. Kein Fehler sei so groß und schwer in mir, der mich von solchem BlickderLiebeführ'. 5. Je mehr das Herz sich zu dem Vater Fehret, ie mehr es Kraft und Seligfeit genießt, daß es dabei der Eitelkeit vergißt, die sonst den Geist gedämpfet und beschweret; je mehr das Herz den süßen Vater schmeckt, ie mehr wird es zur Heiligkeit erweckt. 6. Der Gnadenquell, der 10. Wenn mein Gebrech mich vor dir niederschläget, und deinen Geist der Kindschaft in mir dämpft; wenn das Gesetz mit meinem Glauben kämpft, und lauter Angst unnd Furcht in mir erreget, so laß mich in die Seele fließet, der doch dein Mutterherze sehn, wird in ihr ein Brunn des und neue Kraft und ZuLebens sein, so in das Meer versicht entstehn. des Lebens springt hinein 11. So ruh' ich nun, und Lebensströme wieder mein Heil, in deinen Arvon sich gießet. Behält in men, mein Salomo soll dir dies Wasser seinen Lauf, mir mein Friede sein; ich so geht dir die Frucht wickle mich in deine Gnade des Geistes auf. ein, mein Element ist einig 7. Wenn sich in dir des dein Erbarmen; und weil Herren Klarheit spiegelt, du mir mein Ein und Aldie Freundlichkeit aus sei- les bist, so ist's genug, wenn nem Angesicht, so wird dich mein Geist genießt. Christian Friedrich Richter. dadurch das Leben angericht, die Heimlichkeit der Weisheit aufgesiegelt, ia ſelbst dein Herz in solches 390. In eigener Melodie das beste Gut, Bild verklärt und alle Kraft der Sünden abgekehrt. das man haben kann; Stil8. Was dem Gesek un- le und ein guter Mut, möglich war zu geben, das steiget himmelan: die suche bringt alsdann die Gnade du. Hier und dort ist keine ſelbst berfür: fie wirket Rub, als bei Gott: zu Lust zur Heiligkeit in dir, ihme zu! Gott ist vte Ruh. und andert nach und nach dein ganzes Leben, indem fie dich aus Kraft in Kräfte 2. Ruhe sucht ein jedes Ding, allermeist ein Chrift; mein Herz, nach derselben ring, 330 Dom Frieden Gottes. ring, wo du immer bift, 8. Ruhe schmecket desuch Ruh, such Ruh. Hier nen wohl, die schwer find und dort ist keine Ruh, als gedrückt und mühselig, bei Gott: zu ihme zu! schmerzenvoll, daß sie, fast Gott ist die Ruh! erstickt, gern finden Ruh. 3. Ruhe giebet nicht hier und dort ist keine die Welt, ihre Freud und Ruh, als bei Gott: zu Pracht; nicht giebt Ruhe ihme zu! Gott ist die Ruh. Gut und Geld, Lust, Ehr, 9. Rub aus lauter Gnad Gunst und Macht; reicht verspricht Jesu treuer Feines zu. Hier und dort Mund; sein so freundlich ist keine Ruh, als bei Angesicht aus des HerGott: zu ihme zu! Gott zens Grund lockt all herist die Ruh. zu. Hier und dort ist keine 4. Ruhe giebt die Erde Rub, als bei Gott: zu nicht, die ift fugelrund; ihme zu! Gott ist die Ruh. den sie in die Hdh gericht, 10. Ruhe so gar willigstürzet fie zur Stund: oflich Jesus bietet an: Ich schlechte Ruh! Hier und will euch erquicken, ich, dort ist keine Ruh, als der's am besten kann, als bei Gott: zu ihme zu! selbst die Ruh. Hier und Gott ist die Ruh. 5. Ruhe geben kann allein Jesus, Gottes Sohn, ladet alle Menschen dort ist keine Nuh, als bei Gott: zu ihme zu! Gott ist die Ruh. 11. Ruhe labet und ein von des Himmels erquickt süßiglich ein Herz Thron zur wahren Ruh. das da drückt und faſt Hier und dort ist keine erstickt Kummer, Kreuz Rub, als bei Gott: zu und Schmerz, und schreit: ihme zu! Gott ist die Ruh. Ach Ruh! Hier und dort ist keine Ruh, als bei will, komme nur zu mir; Gott: zu ihme zu! Gott bast du gleich des Leidens ist die Ruh. viel, ich kann's lindern dir, 6. Ruhe wer da finden 12. Ruhe kommt aus und geben Ruh. Hier und Glauben her, der nur Je= dort ist keine Rub, als bei sum hält; Jesus machet Gott: zu ihme zu! Gott leicht, was schwer, richtet ist die Ruh. auf, was fällt: sein Geist 7. Ruhe schenkt er allen bringt Ruh. Hier und gleich, die beladen find. dort ist keine Rub, als Klein und Große, Arm bei Gott: zu ihme zu! und Reich, Mann, Weib Gott ist die Ruh! oder Kind findt bei ihm 13. Ruhe find' ich alRuh. Hier und dort ist lermeist, wo Gehorsam keine Ruh, als bei Gott: blüht; ein in Gott gesehzu ihme zu! Gott ist die ter Geist macht ein still Ruh. Gemüt und Seelenrub. Hier Vom Frieden Gottes. 331 Hier und dort ist keine ein: er ist die Ruh. Hier Ruh, als bei Gott: zu und dort ist keine Ruh, ihme zu! Gott ist die Ruh. als bei Gott: zu ihme Gott ist die Rub. Johann Caspar Schade. 14. Ruhe wächset aus zu! Geduld und Zufriedenbeit, der in Gottes Zorn and Huld und in Lieb und Leib ich gieot zur kub. 391. Hier und dort ist keine In eigener Melodie. Wie wohl ist mir, Ruh, als bei Gott: zu o Freund der Seelen, wenn ihme zu! Gott ist die Ruh. ich in deiner Liebe ruh'. 15. Ruhe hat, wer wil- Ich steige aus den Schwerliglich Christi sanftes Joch mutshöhlen, und eile bingebucket nimmt auf deinen Armen zu: da muß fich: ift es lieblich doch, die Nacht des Trauerns und schaffet Ruh. Hier scheiden, wenn mit so anund dort ist keine Ruh, genehmen Freuden die Lieals bei Gott: zu ihme be strahlt aus deiner Brust. ju! Gott ist die Ruh. Hier ist mein Himmel schon 16. Ruhe den erst recht auf Erden: wer wollte ergößt, der ein Schüler ist, nicht vergnüget werden, und sich zu den Füßen seht der in dir suchet Rub seines Herren Christ, und und Lust. lernt die Ruh. Hier und 2. Die Welt mag dort ist keine Ruh, als meine Feindin heißen: es bei Gott: zu ihme zu sei also; ich trau' ihr Gott ist die Ruh. nicht, wenn sie mir gleich 17. Ruhe nirgends lie- will Lieb erweisen bei eiber bleibt, als wo Demut nem freundlichen Gesicht. ziert; was zur Niedrig- In dir vergnügt sich meifeit fein treibt, und herun- ne Seele, du bist mein ter führt, giebt wahre Rub. Freund, den ich erwähle; Hier und dort ist keine du bleibst mein Freund, Rub, als bei Gott: zu wenn Freundschaft weicht. ihme zu! Gott ist die Ruh. Der Welt Haß kann mich 18. Ruhe springet aus doch nicht fällen, weil der Quell', wo die Liebe in den stärksten Unglücksfleußt; ist das Herze flar wellen mir deine Treu den und hell, sanft und still der Anker reicht. Geist, da sirdmt die Ruh. 3. Will mich des Moses Hier und dort ist keine Eifer drücken, blißt auf Rub, als bei Gott: zu mich des Gesetzes Weh, ihme zu! Gott ist die Ruh. droht Straf und Hölle 19. Ruhe, noch mit ei- meinem Rücken, so steig' nem Wort, soll sie ewig ich glaubig in die Höh sein, willst du ruhen hier und flieh' in deine Seiten, und dort, dring zu Jesu Wunden: da hab' ich schon den 332 Von der Frende im heiligen Geiste. den Ort gefunden, wo ruht. Wen kann des Wemich kein Fluchstrahl tref- ges End erschrecken, wenn fen kann. Tritt alles wi- er aus mördervollen Heckett der mich zusammen, du gelanget in die Sicherheit? bist mein Heil, wer will Mein Licht, so will ich verdammen? Die Liebe auch mit Freuden aus dienimmt sich meiner an. fer finstern Wildnis schei4. Führst du mich in den zu deiner Ruh der die Kreuzeswüsten, ich Ewigkeit. folg', und lehne mich auf 6. Wie ist mir dann, o dich; du nähreft aus den Freund der Seelen, so Wolkenbrüsten, und la- wohl, wenn ich mich lehn' best aus den Felsen mich auf dich; mich kann Welt, Ich traue deinen Wunder- Not und Tod nicht quawegen, fie enden sich in len, weil du, mein Gott, Lieb und Segen. Genug, vergnügest mich. Laß solche wenn ich dich bei mir hab'. Ruh in dem Gemüte nach Ich weiß, wen du willst deiner unumschränkten Herrlich zieren, und über Güte des Himmels süßen Sonn und Sterne führen, Vorschmack sein. Weg, den führest du zuvor hinab. Welt, mit allen Schmei5. Der Tod mag andern cheleien, nichts kann als düster scheinen, mir nicht, Jesus mich erfreuen. Dreiweil Seele, Herz und Mut cher Trost: Mein Freund in dir, der du verläsfest ist mein! keinen, o allerliebstes Leben, Wolfg. Christoph Defler. VI. Von der Freude im heiligen Geiste. 2. Schau an die Welt Mel. Wie schön leuchtet mit ihrer Lust und alle, der Morgenstern. die an ihrer Brust in hei392.* s ist etwas, ßer Liebe liegen: fie esſen, des Hei- und sind doch nicht satt, lands sein, ich dein, o sie trinken, und das Herz Jesu, und du mein," in bleibt matt. Denn es ist Wahrheit sagen können; lauter Trügen. Träume, ihn seinen Hirten, Herrn Schäume, Schläg' in und Ruhm, und sich sein Herzen, Höllenschmerzen, Schaf und Eigentum ohn ewges Quälen ist der allen Zweifel nennen. Se- Lohn betrogner Seelen. lig, fröhlich sind die See- 3. Ganz anders ist's bet len, die erwählen ohn Be- Jesu sein, und als ein denken, ihrem Jesu fich Schäflein aus und ein auf zu schenken. seinen Wegen gehen. Auf die Von der Freude im heiligen Geifte. 333 diesen Auen ist die Lust, ermeßne Pein gerad an dir die Gottesmenschen nur verloren sein? Das hieß' bewußt, im Ueberfluß zu das Leben hassen. O nein, sehen: Weide, Freude, reine Schäflein, komm und wenTriebe süßer Liebe, Fried de dich behende zu den und Leben, Stärke, Licht Wunden, die dein Hirt für und viel Vergeben. dich empfunden. 4.Schau, armer Mensch, 8. Man hat auch wohl zu diesem Glück ruft stets ein wenig Schmach und dein Heiland dich zurück ein und andres Ungemach von jenem Grundverder bei diesem Herrn zu leiden; ben: er kam deswegen in doch ift's nicht wert der die Welt, er gab für dich Ehr und Freud, die er uns das Lösegeld durch Leiden schon von Ewigkeit ge= und durch Sterben. Laß dachte zu bereiten. Krodich willig doch umarmen; nen, Thronen, Hosianna, sein Erbarmen, Blut und himmlisch Manna, SieLeiden sind ein Meer der gespalmen folgen auf die Seligkeiten. Kreuzespsalmen. 5. Du hast es lang ge- 9. Ja, liebe Seele, denk nug versucht, ob das, was daran: es steht so lang Jesu Kreuz verflucht, dir nicht einmal an; schon hier wahres Wohl gewähre. auf dieser Erden soll dir Dein Herz sagt: Ja, für- bei jedem Tritt und Schritt wahr es ist so, wie man Geift, Kraft und Licht auf in der Bibel lieft: der Jesu Bitt zum frohen Welt Lust, Pracht und Pfande werden; Kräfte, Ehre lüget, trüget. Wer Säfte uns beleben, Wonne nur wollte, wie er sollte, geben, Taborsblicke strahja wer könnte, machte heut len oft auf uns zurücke. dem Spiel ein Ende. 10. Von Stund an kann 6. Das Wollen und ich nicht mehr mein, des Vollbringen schafft des Teufels und der Sünde Wortes Jesu Gotteskraft: sein, die mich bisher ge,, Mir nach, ihr armen bunden; mein Herr, den Sünder; ihr seid für mich, ich so sehr betrübt, der ich für euch da; könnt ihr aber mich viel mehr geliebt, gleich nichts, doch bin ich der hat mich überwunden. nah, nur folget mir als Nimm mich gånzlich, meine Kinder; ist doch mein Joch Freude, dir zur Beute und sanft und heilig, nur daß zum Lohne deiner blutgen freilich euer Wille mir sich Dornenkrone. lasse in der Stille!" 11. Wallt noch in met7. O kannst du den Fm- ner Adern Bach ein Tröpfmanuel so vor der Thüre lein Bluts, das Jesu deiner Seel vergeblich ru- Schmach und seinen Sinn fen lassen? Sollt' seine un- wollt' bassen: das soll ans Kreu 334 Von der Freude im heiligen Geiste. Kreuz zum Opfer hin, ich| ches das Feuer der Liebe will ehr, was ich hab' und gethan. Es flammet mein bin, als meine Liebe lassen. Mut mit himmlischer Ewig bleib' ich dir ver- Glut; drum ftirbet dahin schrieben, o dein Lieben mein irdischer Sinn. A soll mich treiben, auch im Leiden dein zu bleiben. 3. O irdische Sonne, du brennest zwar sehr, wenn und B 12. Doch weil ich mir du uns bestrahleft in eigner Kraft das, was prachtig herprableft; doch allein die Gnade schafft, brennen die Augen des schon öfters vorgenommen: Bräutgams viel mehr, so fällt mir eben jeho ein, wenn er uns anblickt, und daß ich mit aller Müh und Feuer abschickt, das heftiPein doch nicht zum Zweck ger sticht, als, Sonne, gekommen. So eil, mein dein Licht.: Heil, mich zu retten von 4. Ich sterbe vor Liebe, den Ketten meiner Sün- doch leb' ich auch noch; den, die mich wider Wil- ertötete Glieder, erholet len binden. euch wieder, und ziehet 13. Ach, mach mich von mit Freuden das selige mir selber frei und stehe Joch. Dein himmlischer mir in Gnaden bet, stårk Glanz erneuert mich ganz; meinen schwachen Willen, o Jefu, nur dir, dir leb durch deines werten Gei- ich hinfür.:/: stes Kraft zu üben gute 5. Ein göttliches Feuer Ritterschaft, den Vorsaß empfindet die Brust; ich zu erfüllen, bis ich endlich weine vor Freuden, und schön geschmücket und ent- wünsche solch Leiden dock růcket allem Leiden darf stetig im Herzen zu fühlen bei dir, dem Lämmlein, mit Lust. O süßeste Pein, weiden. Joh. Chriftian Storr. wie nimmst du mich ein. Ach, ach ich weiß nicht, ach wie mir geschicht.: In eigener Melodie. 393. Die lieblichen 6. Wie wird mir doch Blicke, die werden, wenn du mich Jesus mir giebt, die ma- nun wirft mit himmlischen chen mir Schmerzen und Blicken dort ewig erquikdringen zu Herzen, daß ken, darnach mit Verlanich mich nun gänzlich in gen mein Herze so dürft. Jesum verliebt; drum ist göttliche Zier, ach wär' auch mein Geist ganz aus ich bei dir; o himmlischer mir gereist, und suchet nur Schein, komm, hole mich dich, o Jesu, mein Sch.:: cin!:: Christian Friedr. Richter. 2. Die strahlenden Au- Mel. Nun freut euch, liegen, die zünden mich an; ben Christen, g'mein. mein Herze bekennet, das 394.* Gott ist mein Licht, Hert Von der Freude im heiligen Geiste. 335 Herr mein Heil, das ich best erhöhen; sein Ruhm erwählet habe; er ist die soll in dem Heiligtum aus Kraft, dahin ich eil', und meinem Munde gehen, ich meine Seele labe. Was will ihm opfern Dank und will ich mich denn fürchten Preis, ich will sein Lob, nun, und wer kann mir so gut ich weiß, vor allem doch Schaden thun auf Bolke fingen. dieser ganzen Erden? 7. Herr, mein Gott, 2. Wenn mich die böse höre, wie ich schrei' und Rott anfällt, und mein seufz' in meinem Sinne; Fleisch will verschlingen, gieb, daß mein Bitten kråfſo fann sie dieser starke tig sei, und dein Herz einHeld gar leicht zu Boden gewinne. Mein Herz hålt bringen; wenn sich auch dir, o treuer Hort, beständig gleich ein ganzes Heer legt vor dein eigen Wort: Ihr um mich her, was iff's sollt mein Untlik suchen. denn mehr? Mein Gott kann sie bald schlagen. 8. Nun such' ich jetzt, ach laß mich nicht entgel3. Eins bitt' ich nur, ten meine Sünden. Ich das hätt' ich gern, wenn suche, Herr, dein Angemir's Gott wollte geben, sicht, das laß mich gnädig daß ich bei ihm, als mei- finden Verstoße ia nicht deinem Herrn, fiets wohnen nen Knecht, denn du bist's, sollt' und leben, und alle der mir hilft zurecht, und meine Tag' und Jahr' in bringt aus allen Nöten. seinem Hause bei der Schar der Heiligen vollbringen. 9. Mein Vater, Mutter und was hier sonst ist 4. Da wollt' ich meines von guten Leuten, die find Herzens Freud an seinen zu schwach, und können Diensten sehen, und rüh- mir nicht treten an die men, wie zur bösen Zeit Seiten; ich bin entsett mir so viel Guts gesche- von aller Welt: Gott aber hen, da er mich fleißig bat nimmt mich in sein Zelt, verdeckt in seiner Hütten, da find' ich alle Gnuge. und versteckt in einem ftarken Felsen. 10. Herr, mache mir gerade Bahn, halt mich in deiner Gnade, und nimm dich meiner herzlich an, daß mir kein Feind nicht 5. Und also wird er ferner noch mich wissen zu regieren, er wird mich schüßen, und sehr hoch in schade; denn viel die reden fichre Derter führen, mein Haupt wird über meine Feind', ob sie gleich hoch erhaben seind, allzeit erhöhet bleiben. wider mich, und zeugen, daß sie ewiglich nicht können überweisen. 11. Noch dennoch hab' ich guten Mut, und glau6. Dafür will ich denn be, daß ich werde im Lewiederum Gott auf das benslande Gottes Gut dort 336 Von der Frende im heiligen Geiste. dort sehn und auf der Erde.| ich noch so arm, doch soll Frisch auf, getroft und un- ich nicht verderben. Was verzagt! wer's nur mit hilft mir denn mein fteter Gott im Glauben wagt, Harm, als müßt' ich Hunder wird den Sieg erhalten. gers sterben? Er hat ia Paul Gerhardt. Brot, und wenn die Not uns nach der Wüsten weiset, doch werden wir gespeiset. 395.* Bott lebt, 6. Gott liebt, ob ich wie kann die Vaterlieb in Schlägen ich traurig sein, als wär' nicht gleich finde; wie er kein Gott zu finden? Er ein lieber Vater blieb am weiß ja wohl von meiner Kreuz bei seinem Kinde, Pein, die ich hier muß em- so bleibt er mir mein Bapfinden. Er kennt mein ter hier, der je und je mich Herz und meinen Schmerz, liebet, obgleich sein Kreuz so darf ich nicht verzagen, betrübet. und ihm nur alles klagen. Mel. Was Gott ihut, das ist wohlgethan. 7. Gott lebt, wohlan 2. Gott hört, wenn nie- ich merke das. Gott hört, mand hören will: was will ich will's ihm sagen. Gott der Feind denn sprechen, sieht, er hat ein Thränenals würde meiner Seufzer maß. Gott führt, ich darf Ziel nicht durch die Wol- nicht klagen. Gott giebt ken brechen? Schrei' ich und liebt: nur unbetrübt! empor, so hört sein Ohr, so Er wird mir endlich steigt die Hülfe nieder, und geben, auch dort mit schallt das Amen wieder. ihm zu leben. Benj. Schmolt. 3. Gott sieht, wie Flaget denn mein Herz, als seh' er nicht mein Weinen? Vor ihm muß auch der Mel. Gott Lob, es geht nunmehr zum Ende. tieffte Schmerz ganz offentbar erscheinen. KeinThränlein fehlt, so er nicht zählt, und ins Register seket, bis er darauf ergötzet. 396.* ch bin gewiß Glauben, der mich in Chriftum einverleibt. Wer kann mir dieses Kleinod 4. Gott führt, so geh' rauben, das mir sein Blut ich immer fort auf allen und Tod verschreibt? Sein meinen Wegen; und wenn teures Wort bekräftigt dies, die Welt durch List und drum sagt mein Glaub: Mord will ihre Stricke Jch bin gewiß. legen, so pflegt er mich 2. Ich bin gewiß in zwar wunderlich, doch selig meiner Liebe, die nur an auch zu führen, daß mich meinem Jesu klebt, daß kein Fall kann rühren. wenn ich mich im Lieben übe, mein Jesus in dem Her5. Gott giebt, und war Von der Frende im heiligen Geiste. 337 Herzen lebt. Sein Lieben ist mein Paradies, er lie- Mel. O daß ich tausend bet mich, bin Sungen hätte. 3. ch bin gewiß in 397.* meinem Leben, daß Jesu Gnade bei mir ist: die hilft mir allen Kummer heben, wenn sich mein Herz an seines schließt; so acht' ich feineHindernis. Gott sorgt für mich, ich bin gewiß. ch habe en Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält: wo anders, als in Jesu Wunden? da lag er vor der Zeit der Welt; den Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt; es sind die offnen Liebesarme des, der sich zu dem Sünder neigt, dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. 4. Ich bin gewiß in meinem Leiden, kein Engel und kein Fürstentum mag mich von meinem Jesu scheiden, er ist mein Heil, mein Teil, mein Ruhm: so schadet mir kein Schlangenbiß, Geduld sagt doch: Ich bin gewiß. 5. Jch bin gewiß in 3. Wir sollen nicht vermeinem Hoffen: was ge- loren werden; Gott will, genwärtig ist, vergeht; was uns soll geholfen sein: desfünftig ist, steht mir noch wegen kam der Sohn auf offen, dabin sich auch mein Erden, und nahm hernach Geist erhöht. Die Hoffnung den Himmel ein; deswemacht die Wermut süß, gen klopft er für und für weil sie stets singt: Ich so stark an unsers Herzens bin gewiß. Thur. 6. Ich bin gewiß in meinem Sterben, daß mich kein Tod nicht töten kann; 4. Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! er macht mich nur zu Das heißt die Wunde recht einem Erben von dem be- verbinden, da findet kein glückten Kanaan. Ein an- Verdammen statt, weil der Leben folgt auf dies: Christi Blut beständig Mein Jesus lebt, ich bin Barmherzigkeit, gemif. schreit; Barmherzigkeit! 7. Ich bin gewiß, so 5. Darein will ich mich soll es heißen, bis aus dem gläubig senken, dem will ich Glauben Schauen wird; mich getroft vertraun, und, es soll mich nichts von wenn mich meine Sünden Jesu reißen, ich bin sein kränken, nur bald nach Schaf, er ist mein Hirt. Gottes Herze schaun; da In Ewigkeit folgt hier findet sich zu aller Zeit unfein Riß, die Losung bleibt: endliche Barmherzigkeit. Ich bin gewiß. Benj.Schmoll. 6. Wird alles Andre weg15 ges 338 Von der Freude im heiligen Geißle. gerissen, was Seel und Leib| keft wahre Freude, daß ich erquicken kann; darf ich von falsche Freude meide: o du keinem Troste wissen, und süße Lust aus der Liebesscheine völlig ausgethan; brust! ist die Errettung noch so weit: mir bleibet die Barmherzigkeit. 2. Deine reine Quell' giebet klar und hell geiftliche Erquickungsfäfte, le7. Beginnt das Frdische bensvolle Himmelskräfte. zu drücken, ia hauft sich Deine reine Quell' giebt Kummer und Verdruß, es klar und hell. 3. O gewaltger Trieb, o du Jesuslieb! O unDingen mühen muß; ich endlich tiefe Güte, o wie werde ziemlich sehr zer- froh ist mein Gemüte. streut: so hoff' ich auf gewaltger Trieb, o du Barmherzigkeit. Jesuslieb! 8. Muß ich an meinen 4. Laßt mich in der Ruh, besten Werken, darinnen fragt nicht, was ich thu'; ich gewandelt bin, viel Un- ich bin durch den Vorhang vollkommenheit bemerken, gangen, Jesum einig zu so fällt wohl alles Rüh- umfangen. Laßt mich in men hin; doch ist auch die- der Ruh, fragt nicht, was ser Troft bereit: so hoff' ich thu'. ich auf Barmherzigkeit. daß ich mich noch in vielen Stücken mit eitlen 5. Ich bin benedeit, weil 9. Es gebe nur nach mich Gott erfreut; diese dessen Willen, bei dem so Freud niemand erfähret, viel Erbarmen ist. Er wolle als in dem sich Gott verselbst mein Herze stillen, da- kläret. Ich bin benedeit, mit es das nur nicht ver- weil mich Gott erfreut. gist; so stebet es in Lieb und Leid in, durch und auf Barmherzigkeit. 6. Denn das finnlich Teil fühlet nicht dies Heil; bloß der Geist der 10. Bei diesem Grunde Seelenkräfte trinket dieſe will ich bleiben, so lange Himmelsfäfte. Denn das mich die Erde trägt. Das finnlich Teil fühlet nicht will ich denken, thun und dies Heil. treiben, so lange sich ein 7. In der Sabbathsruh Glied bewegt. So fing' tritt er selbst herzu. O ich einstens höchst erfreut: wie große süße Wonne Abgrund der Barm- ftrahlet dann von dieser herzigkeit! Sonne. In der Sabbathsruh tritt er selbst herzu. 8. Alles wird versenkt, Mel. Seelen- Bräutigam. was uns je gekränkt; dieſe 398. du füße Freud weiß nicht von LeiLust aus den, weil in Freuden über Joh. Andr. Rothe. der Liebesbrust, du erwek- Freuden alles wird verfenkt Von der Freude im heiligen Geiste. 339 fenft, was uns je gekränkt. nicht, was mir mein Erbarmer spricht. 9. O du süßer Hort, du lebendigs Wort, du mußt niemals mich verlassen hier Philipp Friedrich Hiller. Mel. Mein Freund zerauf dieser Pilgrimsstraßen, schmilzt aus Lieb in feio du süßer Hort, du lenem Blute. bendigs Wort! G. Arnold. Mel. Komm, o komm, du Geift des Lebens. 400.* Wie herrlich Schäflein Christi werden, und in der Huld des treu399.* * Weicht, ihr Berge, sten Hirten stehn; kein höhrer Stand auf der ganfallt, ihr Hügel, Gottes zen Erden, als unverrückt Gnade weicht mir nicht, dem Lamme nachzugehn. und der Friede hat dies Was alle Welt nicht geSiegel, daß Gott seinen ben kann, das trifft ein Bund nicht bricht. Die- solches Schaf bei seinem ses macht mich unverzagt, Hirten an. weil es mein Erbarmer sagt. 2. Das sind Worte für die Blöden, die sind aller Annahm wert; das heißt an die Herzen reden, das ist Trost, wie man begehrt. Gottes Gnade weicht dir nicht, weil es dein Erbarmer spricht. 2. Hier findet es die angenehmsten Auen, hier wird ihm stets ein frischer Quell entdeckt. Kein Auge kann die Gaben überschauen, die es allhier in reicher Menge schmeckt. Hier wird ein Leben mitgeteilt, das unaufhörlich ist, und nie vorüber eilt. 3. Hier ist Kraft für alle Müden, die so manches 3. Wie läßt fich's da so Elend beugt. Man findt froh und ruhig sterben, Grade, man hat Frieden, wenn hier das Schaf im welcher alles übersteigt. Schoß des Hirten liegt. Mein Erbarmer, sprich mir Es darf sich nicht vor Hill du dies in allen Nöten zu. und Tod entfärben, sein 4. Wenn mich meine treuer Hirt hat Hill und Sünden schmerzen und der Tod besiegt. Büßt gleich Strafen lange Pein, ach der Leib die Regung ein, so rede meinem Herzen dei- so wird die Seele doch kein ne Huld und Frieden ein, Raub des Moders sein. daß du mir in Jesu Christ 4. Das Schäflein bleibt ewig ein Erbarmer bist. in seines Hirten Händen, 5. Gieb mir einen star- wenn gleich vor Zorn Welt, ken Glauben, der dein Wort Höll und Abgrund schnaubt. mit Freuden faßt, so kann Es wird es ihm kein wilmir der Tod nicht rauben, der Wolf entwenden, well was du mir geschenket haft; der allmächtig ist, an den auch die Hölle nimmt mir es glaubt. Es kömmt nicht 15* 340 Jesuslieder. um in Ewigkeit, und wird 6. Doch ist dies nur der im Todesthal von Furcht Vorschmack größrer Freuund Fall befreit. den; es folget noch die 5. Wer leben will und lange Ewigkeit: da wird gute Tage sehen, der wende das Lamm die Seinen ich zu dieses Hirten Stab; herrlich weiden, wo der hier wird sein Fuß auf sü- krystallne Strom das Wasßer Weide gehen, da ihm ser beut. Da fiehet man die Welt vorhin nur Trå- erst klar und frei, wie schön ber gab; hier wird nichts und auserwählt ein SchäfGutes je vermißt, dieweil lein Christi ſei. der Hirt ein Herr der Schäße Gottes ift. Joh. Jac. Rambach. VII. Jesuslieder. 4. Du hast vorhin geMel. O Gott, du from- sagt: Ich will dich fest umfassen. Als einstmals mer Gott. 401. Dein Geift, hat geklagt die Seel, fie mein Jesu sei verlassen, sprachst du Christ, das rechte wahre ihr tröstlich zu: Sei still Leben, kann mir zu aller und harre doch, ich bring' Frist Trost und Erquickung dich bald zur Ruh, und geben: wenn ich in Angst nehm' dir ab das Joch. und Not nur schrei', o Gott, zu dir, so kann dein bittrer Tod erwecken Freud in mir. 5. Wie freundlich find die Wort'! So ich daran gedenke, mein allerliebster Hort, ich mich tief in dich senke, und wünsche nichtes mehr, denn daß in dir allein zu deinem Preis und Ehr ich möcht' vergraben 2. Wie soll dein süßer Saft nicht innerlich erquicken? Es wird von aller Last befreit in allen Stücken mein Herz das so beschwert, sein. kriegt aus den Wunden Kraft, so süßiglich es nährt und macht es tugendhaft. 6. Wie selig ist es doch, wenn man dich hat gefunden! Und der, so trägt dein 3. Wie traurig steht das Joch, wird davon leicht Herz, wenn du willst hin- entbunden, so er betracht weg gehen, und fühlet die Not, die du erduldet nichts dennSchmerz, weil's haft bis in den Kreuzestod, ſo allein muß stehen. Ach da sich geendt die Last. geh doch nicht von mir, 7. Allein es thut auch mein Heiland, geh nicht weh, wenn du willst wieweg; ich schreie für und der gehen; da heißt's: Nur für: Herr, lehr mich dei- stille steh im Wachen und nen Steg! im Flehen. O Seel, ſei un Jesuslieder. 341 anverzagt, halt nur fest am 13. Nun, ich will warGebet; den Feind, der ten dein mit sehnlichem dich verklagt, ich bald zu Verlangen: ach brich doch Boden tret'. bald herein mit freudenvollem Prangen; laß doch von aller Not und Angst entfernet sein die, so auf deinen Tod vertrauen ganz allein. 8. ,, So du nur wirst getreu in meinen Wegen gehen, in wahrer HerzensReu auf meine Hülfe sehen, so glaub nur fest, daß ich den Böswicht dämpfen kann, daß er dir schade nicht, ob er dich gleich ficht an." 9. Ach daß mein Auge nur wär' stetiglich gerichtet nach deiner Liebesspur; ich weiß, daß du verrichtet des Hohenpriesters Amt; ich muß ja selig sein, ich werde nicht verdammt, weil du mein einges Ein. 11 10. Mein' allerliebste Braut, du darfst ja nicht verzagen, ich hab' mich dir vertraut, du fannst's nur sicher wagen; ich kann dich laffen nicht vor großer Liebesflamm; mein Herz mir ſelber bricht, der ich bin Gottes Lamm." 11. So will ich ferner mich dir ganz und gar ergeben, und glauben festiglich, du einzig seist mein Leben, der mich nicht lassen kann, ob du gleich gehst von mir; du weichst, ich bang' dir an, und weiche nicht von dir. 14. ,, Hierauf will ich mein' Hand dir, liebste Seele, geben; zugleich ein Unterpfand, den Geist, der giebt das Leben dem, so fast gar verzagt, ia tot in Sunden ist, den sein Gewissen nagt und plagt zu aller Frist." 15. Wenn auch des Vaters Will hierin erfüllt foll werden, so will ich halten still, bis du mich von der Erden zu dir wirst nehmen hin in jene Herrlichkeit, da sich mein Herz und Sinn soll freun in Ewigkeit, 16. Ich komm, o edler Schat, ich hab' dich mir erwählet. Nimm ein, nimm ein den Platz, du bist nunmehr gezählet zu denen, ſo das Land in meines Baters Reich ererben, ihm bekannt, und sind den Engeln gleich." 17. Hab Dank, mein Bräutigam, für deine große Liebe; du Low von Judas Stamm, gieb, daß ich nicht betrübe den werten heilgen Geist, der da will führen hin den, so gen Himmel reist; der Tod ist mein Gewinn. 12., du mein trautes Herz, ich sill bald wieder kommen, alsdann du himmelwärts sollst werden aufgenommen von dieser argen Welt, da nichts denn Elend ist, und gehn ins 18. Komm, komm, du Freudenzelt, da du ganz selges Kind, genieß der ficher bist." in pimmelsfreuden; hinta weg 342 Jesuslieder. weg ist alle Sünd, ein deiner blutigen Todsge= Ende hat dein Leiden; trink stalt; ja, die laß uns immer ja mit Freuden ein, was vor Augen schweben und eingeschenket ist; ich mein' dein wahrhaftiges Inuns= den süßen Wein, bis daß leben zu sehen sein. du trunken bist." 7. Ein herzlichs Wesen und Kindlichkeit sei unsre Zierde zu aller Zeit, und die Blutbesprengung aus 402.* 2 mein deinen Wunden erhalt uns A Herr Je- solche zu allen Stunden su, dein Nahesein bringt bei Freud und Leid. großen Frieden ins Herz 8. So werden wir bis hinein; und dein Gnaden- in Himmel nein mit dir anblick macht uns so selig, vergnügt wie die Kindlein daß auchs Gebeine darüber sein; muß man gleich die fröhlich und dankbar wird. Wangen noch manchmal 2. Wir sehn dein freund- neßen, wenn sich das Herz liches Angesicht voll Huld nur an dir stets setzen und und Gnade wohl leiblich stillen kann. Mel. Nun bitten wir den heiligen Geist. nicht; aber unsre Seele 9. Du reichst uns deine kann's schon gewahren: du durchgrabne Hand, die so kannst dich fühlbar gnug viel Treue an uns gewandt, offenbaren, auch ungesehn. daß wir beim Drandenken 3. O wer nur immer beschämt dastehen, und unbei Tag und Nacht dein ser Auge muß übergehen zu genießen recht wär' be- vor Lob und Dank. dacht. Der hätt' ohne Ende 10. Der Kuß von deivon Glück zu sagen, und nem erblaßten Mund Leib und Seele mußt' im- macht und erhält unser mer fragen: Wer ist wie du? Herz verwundt, und die 4. Barmherzig, gnädig, Ueberströmung mit deinem geduldig sein, uns täglich Blute macht uns nach reichlich die Schuld ver- Seele, Leib, Sinn und zeihn, heilen, stilln und trö- Mute dir ähnlich sein. sten, erfreun und segnen, Christian Gregor. undunsrerSeele als Freund begegnen ist deine Lust. Mel. Nun komm, der Heiland. 5. Uch gieb an deinem Heiden kostbaren Heil uns alle 403. wae eis Tage vollkommnen heit, Jesu und laß unsre Seele sich Chrift, da mein rechter immer schicken, aus Not Brautschatz ist: hast du und Liebe nach dir zu blik- schon vorlängst mir nicht ken ohn Unterlaß. ein Verlibnis zugericht? 2. Ist die starke Liebeshand nicht mein sichres Un6. Und wenn wir weinen, so trist uns bald mit Jesuslieder. 343 12. Wie du mich nun, edler Gast, durch den Geist versiegelt haft, daß ich weiß, ich bleibe nun ewig in der Liebe ruhn: Unterpfand? Hatt' ich nicht den Siegelring, als ich deinen Geist empfing? 3. Hast du mich nicht schon geliebt, ob ich dich gleich noch betrübt? Hast du 13. Also ziehe meinen deine Werbung nicht, Bräu- Sinn gånzlich in dein Wetigam, auf mich gericht? sen hin, daß ich wie ein Siegel steh', und dich ein4. Bracht' der Vater meinen Sinn nicht aus gedruckt mir seh'. Liebe zu dir hin, als sein unverwehrter Zug den Unglauben überwog? 5. Als ich mich nur zu dir wandt', machtest du dich mir bekannt, mehr als man Berlobte schaut mit einander sein vertraut. 6. So viel Jabre, Tag und Stund ist mir deine Liebe fund, und der Treu Standhaftigkeit dauert fest auf deiner Seit. 14. Ich begehr' nur in dein Herz, sonst nicht aufnoch niederwärts; ohne dich will ich nicht sein irgendwo gedrucket ein. 15. O daß dieses Siegel blieb' auf den Armen meiner Lieb unverrücket eingeprägt, wenn sich nur mein Leben regt. 16. So daß auch kein Augenblickmich vonderGemeinschaft rück, nichts zu wollen, nichts zu thun, als in dir, mein Lieb, zu ruhn. 17. Laß dies Bild stets fester sein in mein Herz gedrucket ein: Tod und Leben mach mich gleich deinem Bild im Himmelreich. 7. Mir ist auch das Hochzeitkleid in mir durch dein Heil bereit: deine Menschheit, Jesu Chrift, die mir angezogen ist. 8. Dies ist die Gerechtigkeit, so die Sünde von mir scheidt, da du, in mir neu geborn, bist nunmehr zum Heil erkorn. 9. Ja, es mangelt mir auch nicht heiligung, Kraft, Lieb und Licht; du bringst mir wahrhaftig ein, was In eigener Melodie. mein ewig Teil foll fein. 404.* ch laff dich 10. Aber Eines fehlt mir nicht, hier, das ich nicht ganz mußt mein Jesus bleiben. find' in mir: der verbundnen Einigkeit unbewegte Festigkeit. Will rauhe Not, Welt, Hille, Tod mich aus dem Feld erhitzter Treue trei11. Denn mein Wille ben: nur her, ich halte lenkt sich wohl manchmal mich, mein starker Held, aus dir, da er soll in dich an dich. Hör, was die eingekehret sein, dringen Seele spricht: Du mußt in das Eine ein. mein 18. Wer will also scheiden mich von der Lieb, die ewiglich als ein Siegel in mir steht, und aus Gott in Gott eingeht? Gottfr. Arnold. 344 Jefuslieder. mein Jesus bleiben, ich| Wohl und Ach; dein weiser laff dich nicht. Schluß kann allen Kum2. Ich lass dich nicht, mer stillen. Dir, Lilie du allerhöchste Liebe, wenn hang' ich an, und achte Zweifel sich setzt wider keine Bahn, wo mich die mich; ich weiß, wie dich Distel sticht; führ mich nach die keusche Flamme triebe. deinem Willen, ich lass Du trugest Schuld und dich nicht. Pein, sollt' ich verurteilt 7. Ich laff' dich nicht, sein an jenem Weltgericht? auch in dem Schoß der Du allerhöchste Liebe, ich Freude; denn wenn ich laff' dich nicht. mich seh' ohne dich, so ist 3. Ich laff dich nicht, die Lust mir eine Werdu süße Seelenstärke, die mutweide. Mir graut mich erlabt und Kraft be- vor ihrer Kost, wenn nicht gabt, wenn ich in mir des von deinem Trost mein Geistes Ohnmacht merke. Herz durchfüßet spricht, Macht mich der Krankheit auch in dem Schoß der Ach durch Schmerzens- Freude: Ich laff dich nicht. nächte schwach, die frische Liebe spricht: Du süße Seelenstärke, ich laff' dich nicht. 8. Ich lass' dich nicht, Was will die Hölle haben? Herr, ich bin dein; wie fann ich sein als deine 4. Ich laff dich nicht, Taub auch bei verdammdu Hülf in allen Nöten. ten Raben? Mich reiniget Leg Joch auf Joch, ich dein Blut; Was drohet hoffe doch, auch wenn es denn mit Glut ihr rauchenscheint, als wolltest du mich des Gesicht? Was will die töten. Mach's, wie du Hölle haben? Ich lass' dich willst, mit mir, ich weiche nicht. nicht von dir; verstelle dein 9. Ich lass' dich nicht, Gesicht, du Hülf in allen mein Gott, mein Herr, Nhten, ich lass' dich nicht. mein Leben; mich reißt 5. Ich laff dich nicht. das Grab von dir nicht ab, Sollt' ich den Segen las- der du dich haft für mich sen? Nein, Jesu, nein, in Tod gegeben. Du starbst du bleibest mein. Dich aus Liebe mir; ich sag' in balt' ich noch, wenn ich liebe dir, auch wenn das nichts mehr kann fassen. Herz zerbricht, mein Gott, Nach kurzer Nächte Lauf mein Herr, mein Leben: geht mir der Segen auf Ich laff' dich nicht. von dir, dem Segenslicht: Wolfg. Christoph Deßler. Sollt ich den Segen lassen? Mel. Schmüche dich, o Ich lass' dich nicht. 6. Ich lass' dich nicht; liebe Seele. mich Willen, ich folge nach durch 405.* König, dem kein glet= Jesuslieder. 345 gleichet, dessen Ruhm kein an Bortrefflichkeit der Gas Mund erreichet, dem als ben, welche deine Bürger Gott das Reich gebühret, haben: du beschüßest deine der als Mensch das Scepter Freunde, du bezwingeft führet, dem das Recht ge- deine Feinde. hört zum Throne, als des Baters eingem Sohne, den so viel Vollkommenheiten Frönen, zieren und begleiten. 2. Himmel, Wasser, Luft und Erde nebst der ungezählten Herde der Geschöpfe in den Feldern, in den Seeen, in den Wäldern find, Herr über Tod und Leben, dir zum Eigentum gegeben. Tiere, Menschen, Geister scheuen, Mel. Höchfter Priester, Menschensohn, dein mächder du dich. tig Drauen. 6. Herrsche auch in metnem Herzen über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen; laß mich deinen Schuß genießen, laß mich dich im Glauben küssen, ehren, fürchten, loben, lieben, und mich im Gehorsam üben, hier mit leiden, kämpfen, schwitzen, dort mit auf dem Throne fiken. 3. 3. Rambach. 3. n des Gnadenrei- 406. Liebster Bräut ches Grenzen gam, denkst sieht man du nicht an die teure Liedich am schönsten glänzen, bespflicht, da du dich mit wo viel tausend treue See- tausend Wunden meiner len dich zu ihrem Haupt Seelen haft verbunden? erwählen, die durchs Scepter deines Mundes nach dem Recht des Gnadenbundes sich von dir regieren lassen, und wie du das Unrecht haffen. 2. Denkst du nicht an deinen Spott, an das Kreuz und an die Not, und an deiner Seelen Leiden, da fie sollte von dir scheiden? 3. Weißt du wohl, daß 4. In dem Reiche dei- deine Pein mein' Erlösung ner Ehren kann man stets sollte sein? Und wie muß dich loben hören von dem ich denn auf Erden noch himmlischen Geschlechte, so lang gequälet werden? von der Menge deiner 4. Bin ich dir als deine Knechte, die dort ohne Braut schon verlobet und Furcht und Grauen dein vertraut, warum läßt du verklärtes Antliß schauen, meine Seele in des Leibes die dich unermüdet preisen, Trauerhöhle? und dir Ehr und Dienst 5. Bin ich dein, und erweisen. bist du mein, warum läßt du mich allein? Warum willst du mich, mein Leben, nicht alsbald zu dir erheben? 6. Ich verschmachte vor Begier, die mein Herze 15** hat 5. O Monarch in dreien Reichen, dir ist niemand zu vergleichen an dem Neberfluß der Schäße, an der Ordnung der Gesetze, Jesuslieder. 346 bat nach dir, ich vergehe vor Verlangen, dich zu sehn und zu umfangen. 6. Denn wahrlich unser Gott wird uns zu ihrem Spott aus Babel führen; und die erkaufte Zahl zu Zion noch einmal die Saiten rühren. 7. Denke doch, o Gottes Lamm, daß du bist mein Bräutigam. Denke, daß dir's will gebühren, deine 7. Wie soll das neue Braut zur Ruh zu führen. Lied, daß Zion ewig blüht, 8. Nimm mich, Liebster, alsdann erschallen; wann in dein Reich, mach mich es von Babel heißt, die den Erwählten gleich. fich jetzt selig preist: sie ist Nimm mich aus der Trau- gefallen! erhöhle, Jesu, Bråutgam meiner Seele! 3oh. Angelus. 8. Der Bräutgam ruft schon laut zu der geliebten Braut: Ja, ja, ich komme; nunmehr verzieh' ich nicht, sei kräftig aufgericht, du meine Fromme. In eigener Melodie. 407. Mein Jesu, der du mich zum Lustspiel ewiglich dir haft erwählet, sieh, wie dein Eigentum des großen Bräutgams Ruhm so gern erzählet. 9. Ja, komm doch, liebster Hort, und laß dein wahres Wort nun bald ergehen, so wird die blinde Welt, die es für Thorheit 2. Vernimm, wie deine hält, mit Spott bestehen. Braut, darauf dein Auge 10. Und mich, die fie schaut, zu deinen Ehren verlacht, wird deine große ein Lied von Zion singt, Macht mit Lieb bedekwie ihr das Herze springt, fen, wenn du auf Cherub dein Lob zu mehren. figst, und aus den Wolken blitzst, die Welt zu 3. Zwar hör' ich deinen Hohn, du schnödes Baby- schrecken. lon, und deiner Rotten, weil du gewohnet bist das, was von Zion ist, nur zu verspotten. 11. Ich halte feft an dir, und will dich nun in mir zu bleiben zwingen; ich lasse dich nicht aus; in meiner Mutter Haus muß ich dich bringen. 4. Allein mein Bräutigam, der Held von Davids Stamm, macht sie zu schan- 12. Laß es nur bald den; drum sing' ich doch geschehn, der, die du haft dies Lied, das sie nicht ger- ersehn, dich zu verbinden. ne sieht in ihren Landen. Ist die Verlobung da, so 5. Es kommt auch wohl muß die Hochzeit ja sich ein Jahr, wenn Gott die auch bald finden. werte Schar gen Zion 13. Jedoch ich weiß in bringet, daß Zion hoch er- wohl, was bald geschehen freut von seiner Herrlich- soll, wer mag es wehren? leit zu Zion singet. Was dir zu thun gefällt, das Jesuslieder. 347 das soll bald alle Welt träuft ein angenehmer zum Zeugnis hören. 14. Die Braut fißt jeho schon im Geist auf deinem Thron dir zu der Seiten, und macht sich schon bereit, dein Lob in Ewigfeit hoch auszubreiten. Joh. Wilh. Petersen. Mei. So führst du doch recht selig, Herr, die Deinen. Gnadenregen, hier gebet auf ein heller Morgenstern. Hier muß mei tråger Sinn entzücket stehn, hier findet nichts als Thorheit mein Verstand, und hab' ich Kraft und Fleiß schon angewandt, kann ich doch kaum ein wenig schimmernd sehn. 4. O ewig Licht, las deines Lichtes Strahlen 408.* Liebesglut, mich bringen auf die Spur die Erd der Weisheit dein, um mir und Himmel paaret, o dein Bundgeheimnis abzuWundersee, drein sich mein malen, wovon kein Fleisch Geist versenkt, daß Gott noch Blut kann Lehrer noch Huld für seinen Feind sein. Des Geistes Augenbewahret, und seine Gunst salb mir lege bei, damit, dem schnödsten Sünder was nie kein Mensch noch schenkt! Wie tief er mich Engel denkt, und was dein im Fluch und Blute fund, Wort von deinem Bunde sein ganzes All dringt in schenkt, mir nicht wie ein mein Nichts hinein, er versiegelt Buch mehr set. will in einem Wurm verEläret sein, und nötigt mich zu seinem Gnadenbund. 5. Doch nimm zugleich Verstand und Herz gefangen, da ich mich jetzt zu deinen Füßen setz', um dir 2. Hier staunt der Gei- als Bundesgott stets attfter Schar, die Seraphi- zuhangen. Ach spanne nen bedecken hier mit Flü- mich in deiner Liebe Net, geln ihr Gesicht; der Ewig- zwing mich, zeuch mich, feit Geheimnis ist erschie- damit ich dir nachlauf; nen, hier kommt der ganzen und da du dich willst geben Gottheit Rat ans Licht. gänzlich mir, so gieb auch Die Herrlichkeit, die mit Kraft, daß ich mich gebe dem Werkbund war ge- dir, Herr Jesu, zeuch mein schändet, bricht mit neuem ganzes Herz hinauf. Glanz berfür, entriegelt fieht die auldneLebensthür, Fr. A. Lampe. Mel. Wie wohl ist mir. o Freund der Seelen. Gott selbst stellt sich zum Gut des Sünders dar. 3. Dies ist der Mittel- 409,* Lebt du in punkt von Gottes Wegen, mir, o der Tiefen Schlüssel und res Leben, so sterbe nur, des Wortes Kern. Hier was du nicht bist; ein Blick von 348 Jesuslieder. von dir kann mehr mir ge-| bist des Glaubens fefter ben, als was der Welt ver- Grund. Wenn sich die gnüglich ist. O Jesu, du Zweifelsstunden finden, so sollst mein verbleiben; laß die Hülfe nicht vernichts wird mich von der schwinden, und mach den Liebe treiben, die du mir kranken Geist gesund. zugesaget hast. O süße Wonne, die mich trånket, wenn sich die Seel in dich versenket, und dich, Bräutigam, umfaßt. 5. Hilf, daß die Hoffnung nicht erlieget, und daß dein Kreuz ihr Anker ist; gieb, daß sie alle Angst besieget durch dich, der du 2. Herz, das in Liebes- mein Alles bist. Die Welt glut gestorben, ach laß mein mag auf das Eitle bauen, Herz in Flammen stehn; ich aber will auf dich nur entzund ein Herz, das du schauen, o Jesu, meiner erworben, und laß darin- Hoffnung Licht; ich will nen untergehn, was du dich stets in Lieb umfassen. nicht bist, o mein Vergnü- dich, der du mich nicht gen, laß mich in deiner wirst verlassen; denn deitte Liebe siegen, ja siege du Liebe wanket nicht. nur selbst in mir; so werd' 6. Willst du mich noch ich fröhlich triumphieren, im Leben wissen, so leb' ich, so wird dein Todessieg weil es dir beliebt; werd' mich zieren, so leb' und ich vom Tode hingerissen, leid' und sterb' ich dir. so bin ich gleichfalls nicht 3. 3und auch in mir die betrübt. Dein Leben laß Liebesflammen zumDienste stets in mir leben, dein deiner Glieder an; bind Sterben laß mir Stärke mich und ihre Not zu geben, wenn meines Lesammen, damit ich mich bens Ziel erscheint. Ich versichern kann, ich sei also will dir meinen Willen wie du gefinnet: wenn mein schenken, ich will im Tod Geist die Gestalt gewinnet, und Leben denken, daß du die deinem Sinn recht ähn- es gut mit mir gemeint. lich ist, so werd' ich Freund und Feinde lieben, so wird ihr Kummer mich betrüben, wie du mir vorgegangenbist. Phil. Balth. Sinold. Mel. Ach Gott und Herr. 4. Gieb mir des Glau- 410.* Mein Freund bens Licht und Kräfte, damein, mit er wahre Früchte zeigt; und ich bin sein, ihm hab' mach mich zur Rebe voller ich mich ergeben: in Freud Säfte, die sich nach dir, und Leid bin ich bereit, dir, dem Weinstock, neigt. Du Jesu, stets zu leben. bist der Fels, auf den ich 2. Ich glaub' an dich, baue, du bist mein Hei- an dir kleb' ich, und will land, dem ich traue, du dich auch nicht lassen, bis du Jeſuslieder 349 du mich wirst, du Lebens-| allein du bist mein höchster fürst, mit deiner Gnad umfassen. Schaß auf Erden; ach laß mich nicht, mein Lebenslicht, von dir geschieden werden. 3. Dein ganz Verdienst ist mein Gewinst, dein Hellenangst und Sterben hat mich versöhnt, ja gar gekrönt zu einem Himmelserben. 12. Denn du bist mein, und ich bin dein: dir hab' ich mich ergeben, in Glück und Freud, in Kreuz und 4. Die Kreuzeslaft, die Leid, im Sterben und im du hier haft für mich auf Lebett. Anna Sophie v. Hessen. dich genommen, macht mich befreit von allem Leid, das Mel. Auf meinen lieben Gott. sonst auf mich gekommen. 5. Für mich haſt du dich 411.* Main Jefus ist getreu, aus der diese Welt gegeben; ja gar in Tod und er steht in Not mir bei, Höllennot, damit ich möch- auf ihn ist gut vertrauen, te leben. drum will ich auf ihn bauen, ihm bleibt mein Herz ergeben im Tod und auch im Leben. 2. Der Welt ihr bester Lohn ist Schaden, Schimpf und Hohn: wer den nicht will erwerben, der muß der Welt absterben, der muß vor ihr sich wehren, sich hin zu Jesu kehren. 3. Wenn mich der Feinde 8. Troß sei nunmehr Schar will stürzen in Gedes Teufels Heer! Denn fahr, ur mich mit Hohn du, du hast gebunden die belegen, mein Jesus ist alte Schlang, die auf zugegen: sein Schuß zu mich drang, mich tötlich mir sich wendet, und alle zu verwunden. Feinde blendet. 9. Trok sei der Hill, 4. Ob mich angehet Not weil mein Gesell sie gänzlich und wär' es auch der Tod, bat zerfidret. Der Höllen für mich mein Jesus rinMacht und dunkle Nacht get, und Not und Tod ist nun ganz umgekehret. bezwinget, ja aus der Höl10. Trotz aller Welt! len Rachen kann er mich Hier ist der Held, der für ledig machen. mich ist gestorben, dadurch er hat die güldne Stadt des Himmels mir erworben. 11. Herr Jesu Christ, 6. Nun werd' ich gleich in deinem Reich den frohen Engeln werden, und sicher sein von aller Pein, von allen Laftbeschwerden. 7. Troß sei dem Tod' und aller Not! Von dir kann mich nichts wenden, weil ich forthin verwahret bin in deiner Seit und Händen. 5. Wenn Sündenschuld mich plagt, und mein Ge= wissen nagt, mein treuer Jesus wachet, mich tröstet und 350 Jesuslieder. und anlachet, sein Leiden| Wesen, das sie sich zur und sein Sterben lässt kei- Lust erlesen, gar zu einem nen nicht verderben. Geist vertraut. 6. Sei fort mein Wi- 6. Sie ist edler als derstand, mein Auge, Fuß Karfunkel; Diamanten und Hand, hilf mir auf find zu dunkel vor dem allen Seiten, o Jesu, mu- Glanz der Herrlichkeit, tig streiten. Dann will der sie durch und durch ich deinen Namen von nun erfüllet, der wie Strome an preisen. Amen. aus ihr quillet, der die Ernst Christoph Homburg. Königin erfreut. In eigener Melodie. 7. Drum wer wollte sonst 412. wie felig was lieben, und sich nicht find die beständig üben, des MoSeelen, die mit Jesu fich narchen Braut zu sein? vermählen, die sein sanf- Muß man gleich dabet ter Liebeswind so gewal- viel leiden, sich von allen tiglich getrieben, daß sie Dingen scheiden, bringt's ganz daſelbst geblieben, wo ein Tag doch wieder ein. sich ihr Magnet befindt! 8. Schenke, Herr, auf 2. Denn wer fasset ihre meine Bitte mir ein göttWürde, die bei dieser Lei- liches Gemüte, einen kdbesbürde sich in ihnen niglichen Geist, mich ale schon befindt? Alle Him- dir verlobt zu tragen, allem mel sind zu wenig für die freudig abzusagen, was nur Seelen, die der König so Welt und irdisch heißt. vortrefflich angezündt. 9. So will ich mich selbst 3. Wenn die Seraphim nicht achten; sollte gleich sich decken und vor seiner der Leib verschmachten, Macht erschrecken, wird er bleib' ich Jesu doch gedoch von seiner Braut in treu. Sollt' ich keinen der wundervollen Krone Troft erblicken, will ich auf dem gloribsen Throne mich damit erquicken, daß ohne Decke angeschaut. ich meines Jesu sei. 4. Sonst erfreut man 10. Ohne Fühlen will fich mit Zittern, und be- ich trauen, bis die Zeit dienet mit Erschüttern kommt, ihn zu schauen, dieses Königs Heiligkeit. bis er fich zu mir gesellt; Aber wer mit ihm ver- bis ich werd' in seinen trauet, wird, wenn er sein Armen in gar süßer Lieb Antlik schauet, doch gar erwarmen, und er mit fänftiglich erfreut. mir Hochzeit hält. Christian Friedr. Nichter. 5. Wenn Jehovah man genennet, wird nichts Höhres mehr erkennet als die Herrlichkeit der Braut. 413.* wird In eigener Melodie. ollt thr wiffen, was Wollt Jesuslieder. 351 was mein Preis? Wollt zu dem Abendmahl der ihr lernen, was ich weiß? Hochzeit des Lammes beWollt ihr sehn mein Eigen- rufen find!:: Liebster Jetum? Wollt ihr hören, su, liebstes Leben, der du was mein Ruhm? Jesus bist das Gotteslamm, der Gekreuzigte. das die Sünde auf sich 2. Wer ist meines Glau- nahm, dir hab' ich mich bens Grund? Wer stärkt ganz ergeben,: dich will und erweckt den Mund? ich den Bräutgam nennen; Wer trägt meine Straf denn ich bin ia deine und Schuld? Wer schafft Braut, die du ewig dir mir des Vaters Huld? Je- vertraut, nichts,:::: fus der Gekreuzigte. nichts soll unsre Liebe trennen. 3. Wer ist meines Lebens Kraft? Wer ist meines Get- 2. Selig,:::: sind, die ftes Saft? Wer macht mich zu dem Abendmahl der gerecht und schlecht? Wer Hochzeit des Lammes bemacht mich zu Gottes rufen sind!:: Laß mich Knecht? Jesus der Ge- diese Kühnheit üben, hier freuzigte. in meinem Christentum, 4. Wer ist meines Lei- daß nur dieses sei mein dens Trost? Wer schüßt, Ruhm, daß kein Unfall, wenn der Feind erbost? kein Betrüben:: mich durch Wer erquickt mein mattes Schrecken kann abziehen Herz? Wer verbindet mei- von der Lieb, damit ich dir nen Schmerz? Jesus der bin verpflichtet für und Gekreuzigte. für, all,::: alle Lust 5. Wer ist meines To- der Welt zu fliehen. des Tod? Wer hilft in der 3. Selig, sind, die letzten Not? Wer versetzt zu dem Abendmahl der mich in sein Reich? Wer Hochzeit des Lammes bemacht mich den Engeln rufen sind!: Laß durch gleich? Jesus der Ge- deine Gnad geschehen, daß freuzigte. mir niemals Del gebricht: 6. Und so wißt ihr, was gieb, daß meines Glaubens ich weiß, ihr wist meinen Licht nimmer mög' in mir Zweck und Preis. Glaubt, ausgehen::: laß die Lamlebt, duldt, sterbt: aber pen sein geschmücket durch wem? Daß wir sind recht Gebet und Wachsamkeit, angenehm Jesu dem Ge- und daß in der Dunkelheit kreuzigten. fie, fie ftets scheint und helle blincket. Joh. Christoph Schwedler. In eigener Mel.( eigentl.: 4. Selig:::: find, die Liebster Jesu, liebstes zu dem Abendmahl der Leben.) elig Hochzeit des Lammes be414. rufen find!: Laß den find, die Schlaf nicht überwinden mei 352 Jefuslieder. meine Augen, sondern gieb, wäge meine Schmerzen, daß durch deines Geistes die ich um dich leide, JeTrieb du mich wachend su, meine Freude, innermögest finden,:: und mit lich im Herzen. herzlichem Verlangen war- 5. Komm, erzeig dich tend, wenn der Engel ruft milde deinem Ebenbilde; hoch von der gestirnten Luft. denn ich kann nicht leben Auf,:::: auf, der Brautgam kommt gegangen. in des Leibes Höhle, wo du meiner Seele dich nicht 5. Selig:::: sind, die willst ergeben. zu dem Abendmahl der 6. Drum so laß mich Hochzeit des Lammes be- werden deine Braut auf berufen find!:: Laß mich Erden, daß ich kann mit dir entgegen gehen, wenn Freuden meine Zeit volldu mir entgegen kommst, enden, und in deinen Håndaß du mich zu dir ein- den aus der Welt verscheinimmst, da ich dich soll den. Joh. Angelus. ewig sehen.:: Jesu, du wollst mich verneuen, daß Mel. Alles ist an Gotbei deinem Abendmahl in tes Segen, oder: O wie der Auserwählten Zahl ich, felig find die Seelen. :::: ich mich ewig kann 416. Weil ich meis erfreuen. Joh. Wilh. Petersen. nen Jes ſum habe, und an seiner In eigener Mel. od. Got- Brust mich labe, fürcht tes Sohn ist kommen. ich keine Not und Pein; 415. Spiegel aller wer ihn liebet, wer ihn Tugend, kennet, wer weiß, wie sein Führer meiner Jugend, Herze brennet, der kann Meister meiner Sinnen, niemals traurig sein. Jesu, der vor allen mir vorlängst gefallen, laß dich lieb gewinnen. 2. Wo ich size, wo ich stehe, wo ich liege, wo ich gehe, weicht mein Jesus 2. Laß mich in den Ar- nicht von mir; er ist mir men deiner Huld erwar- stets an der Seiten, thut men; laß mich dich genie- mich überall begleiten; ich hen, und in deinem Lichte, bin seine Lust und Zier. schönstes Angesichte, deine Lippen küssen. 3. Er hat mich zur Braut erkoren; eh ich sollte sein 3. Trage deine Flam- verloren, müßt' zergehn die men in mein Herz zusam- ganze Welt. Ach was sollt men, daß es sich entzün- mich denn betrüben, da de, und in heißer Liebe mich der so hoch thut lieben, durch deins Geistes Triebe der ja alles trägt und hält. sich mit dir verbinde. 4. Er hat sich mit mir 4. Zähle meine Thränen verbunden, nichtes, nichund mein kläglich Sehnen; tes wird gefunden, das ihn von Jeſuslieder. 353 von mir trennen thut. Er, gratiosa Coeli Rosa, krank mein Bräutgam und mein und glimmet mein Herz, König, achtet sonsten alles durch Liebe verwundet. wenig, ich bin ihm sein 4. Von Gott kommt liebstes Gut. 5. Darum fröhlich, immer fröhlich, weil ich bin in Jesu selig, ich bin sein und er ist mein; fingen, springen, jubilieren und in Jesu triumphieren soll nur mein Geschäfte sein. In eigener Melodie. 417. Wie schön leuchtet mir ein Freudenschein, wenn du mit deinen Neugelein mich freundlich thust anblicken. O Herr Jesu, mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken. Nimm mich freundlich in dein' Arme, daß ich warme werd' von Gnaden: auf dein Wort der Morgenstern voll Gnad 5. Herr Gott Vater, und Wahrheit von dem mein starker Held, du hast Herrn, die süße Wurzel mich ewig vor der Welt Jesse. Du Sohn Davids in deinem Sohn geliebet. aus Jakobs Stamm, mein Dein Sohn hat mich ihm König und mein Bräuti- selbst vertraut, er ist mein gam, hast mir mein Herz Schaß, ich bin sein' Braut, besessen, lieblich, freundlich, sehr hoch in ihm erfreuet. schön und herrlich, groß Eia, eia, himmlisch Leben und ehrlich, reich von Ga- wird er geben mir dort ben, hoch und sehr präch- oben; ewig soll mein Herz tig erhaben. ihn loben. 2. Ei meine Perl, du werte Kron, wahr Gottes und Marien Sohn, ein hochgeborner König, mein Herz heißt dich ein Lilium; dein süßes Evangelium ist lauter Milch und Honig. Ei, mein Blümlein, Hoflanna, himmlisch Manna, das wir essen, deiner kann ich nicht vergessen. 6. Zwingt die Saiten in Cithara, und laßt die süße Musika ganz freudenreich erschallen, daß ich möge mit Jesulein, dem wunderschönen Bräutgam mein, in fteter Liebe wallen. Singet, ſpringet, iubilieret, triumphieret, dankt dem Herren: groß ist der König der Ehren. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, du heller Jasvis und Rubin, die Flamme deiner Liebe; und erfreu mich, daß ich doch bleib' an deinem auserwählten Leib ein lebendige 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, daß mein, Schak ist das A und O der Anfang und das Ende. Erwird mich doch zu seinem Preis aufnehmen in das Paradeis, des klopf ich in Ribbe. Nach dir ist mir, die Hände. Amen, Amen. Komm, 354 Jeſuslieder. Komm, du schöne Freu- wir, so da hienieden, dein denkrone, bleib nicht lange: Reich und deine Herrlichdeiner wart' ich mit Ver- feit nicht recht erkennen langen. bis zur Zeit der siebenten Posaune. Philipp Nicolai. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 6. Da wird das Leben, das noch ist in Gott sehr 418.- wenn tief verborgen, ausbrechen Licht vom ters Glanz, o Wahrheit iener liebe Morgen nach und das Leben, der du als vorgegangnem Abendlicht Gott und Mensch dich wird sein, und jener Bganz zum Opfer hingege- fewicht zum Abgrund stark ben für uns, und darauf versiegelt. deine Macht aus deines 7. So geht's auch uns, großen Baters Kraft wie die wir erbaut aus deinem ein Held angenommen. Fleisch und Beinen, die 2. Als Hoherpriester stir- du dir als dein Weib verbest du, als König haft du traut, und die du als die wieder verlassen deine To- Deinen alleine kennest, und desruh, und mit dir deine in dir, o unbefleckte GotGlieder der Höll entführt; teszier, gezeichnet und gehaft deinen Lauf nach aus- schrieben. gestandener Kreuzestauf 8. Wir sind in deinen zum Vater fortgejezet. Tod getauft, und samt 3. Derselbe hat dich, sei- dir auch begraben; da haft nen Sohn, gesetzt zu sei- du uns, die du erkauft, mit ner Rechten, daß du auf Licht, mit Heil und Gadeinem Ehrenthron für ben, mit Ehr und Herrdeine Braut solst fechten, lichkeit erfüllt; doch ist und ihrer Feinde List und dies alles noch umhüllt mit Werk durch deine große Sünd und SchwachheitsLöwenstärk zu Spott und windeln. Schanden machen. 9. Wir sind wohl selig, 4. So hat durch Todes- und von dir inwendig schön leiden dich mit Preis und geschmücket; doch sind wir Schmuck gekrönet, o Gott, uns verborgen schier, weil dein Gott, und wunderlich den Stein, so da verhöhnet, zum Eckstein seiner Furcht und Not, und dieKirch erwählt, zum Ehren- ser Leib zu Staub haupt, das da beseelt die Kot noch dermaleinst muß Glieder seines Leibes. uns noch täglich drůcket Versuchung, Schwachheit, und werden. 5. Er hat dir alles un- 10. Ich selbst sag' oft mit terthan, und dir das Reich iener Braut, die du doch beschieden; doch dieses nie- dir ernennet: Ich bin sehr mand leugnen kann, daß schwarz, auf mich nicht schaut Jesuslieder. 355 schaut, die Sonn hat mich mir und Andern, bis du verbrennet. Mein Jakob mich zu dir ins Paradies und Immanuel, ich bin wirstführen. Freylinghausen. Sea und nicht Rahel, wie soll ich dir's verhehlen? Mel. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig. 11. Viel weniger will mich die Welt erkennen und 419. Wohl recht groß achten, weil ich mich wichtig scham', nach Ehr und Geld und recht tüchtig ist der und ihrer Lust zu trachten; Christen Leben. Ob gleich nenn' ich in Demut mich Zeit und Welt vergehet, dein Kind, so wird sie ra- alles Oberst' unten stehet, send, toll und blind, wie lebt doch unser Leben, sehet! Caiphas, der Heuchler. 12. Also bin ich, Herr Jesu Chrift, mit dir in ( Sott verborgen, so lange, bis du kommen wirst, und vollends von den Sorgen dein Zion, die geliebte von binnen. Braut, darauf dein freundlich Auge schaut, erlösen und befreien. 3. Wohl recht wichtig und recht tüchtig ist der Christen Freude. Wenn 13. Dann will ich dir, o fich wechseln Freud in LeiGotteslamm, mit Pracht den, Licht in Dunkel, Fried entgegengehen, wie eine in Streiten, bleiben unsre Braut dem Bräutigam Fröhlichkeiten. and dir zur Rechten stehen; da soll dein Esther 4. Wohl recht wichtig und recht tüchtig ist der frei vor dir am gläsern Christen Schöne. Nur der Meere für und für auf ihrer Harfe spielen. Seelen Glanz bestehet, da, sobald ein Lüftchen wehet, alle Pracht der Welt vergehet. 14. Hier ist des Königs Tochter zwar inwendig schön gezieret; dort aber 5. Wohl recht wichtig wird sie ganz und gar aus- und recht tüchtig ist der Wunwendig fein polieret mit Christen Stärke. schon gestickter Kleider der! Schlachtschaf, die Schein; es wird kein Fleck als Riesen siegen, wenn noch Makel sein an ihrem wir sterbend müssen OpElaren Leibe. fer- Blut und Geist ausgießen. 15. Ach drum brich auf, mein liebstes Heil, damit 6. Wohl recht wichtig ich dich bald ſehe, wenn und recht tüchtig ist der ich dereinst in meinem Teil Christen Glücke. Unser mut Daniel aufstehe. Hier Gott und Heil bestehet, Meib' ich doch verborgen da der Welt Glück schnell ver2. Wohl recht wichtig und recht tüchtig sind der Christen Tage. Laß des Lebens Lauf zerrinnen, wenn die Sinnen nicht mehr finnen, fahren wir mit Freud 356 Dom Kreuz der Christen. vergehet, wie sich eine Ku- hier Glut und Flut entgel drehet. stehen, Erd und Himmel 7. Wohl recht wichtig untergehen, wird man unund recht tüchtig ist der sern Reichtum sehen. Christen Ehre. Den die 11. Wohl recht wichtig Welt jetzt tritt mit Füßen, und recht tüchtig ist der wird, wenn sie vergehen Christen Herrschen. Hier müssen, dort die Himmelsglorie küssen. als schuddes Fegsal liegen, dorten über alles sie8. Wohl recht wichtig gen, kann das matte Herz und recht tüchtig ist der vergnügen. Christen Wissen. Wenn 12. Wohl recht wichtig die Weisen Wik verlie- und recht tüchtig ist der ren, pflegt uns ohne Dis- Christen Prangen. Die curieren Christi Wort zu wir hier in Schmach ge= Gott zu führen. fessen, werden alles Leid 9. Wohl recht wichtig vergessen, dorten prangen und recht tüchtig ist der unermessen. Christen Lichten. Der die Liebe lieb gewonnen, hat in Jesu, seiner Sonnen, mehr als alle Welt er 13. Wohl recht wichtig und recht tüchtig sind der Christen Sachen. Alles, alles, was wir sehen, das muß fallen und vergehen, wer Gott fürcht, bleibt ronnen. 10. Wohl recht wichtig und recht tüchtig sind der ewig stehen. Christen Schätze. Wenn Christian Eberhard Weißmann VIII. Vom Kreuz der Christen. In eigener Melodie. 3. Pflanz nur Geduld 420, 2 Gott, durch deinen Geist ins erhör mein Herze und hilf, daß ich Seufzen und Wehklagen, es acht' für keinen Scherze; laß mich in meiner Not zu deiner Zeit wend ab nicht gar verzagen; du mein Leid: durch Mark weißt mein'n Schmerz, er- und Bein dringt mir der kennst mein Herz: hast du große Schmerze. mir's aufgelegt, so hilf mir's tragen. 4. Ich weiß, du hast noch meiner nicht verges2. Ohn deinen Willen sen, daß ich vor Leid mir kann mir nichts begegnen, sollt' mein Herz abfressen; du kannst verfluchen und mitten in Not denk' ich auch wieder segnen. Bin an Gott, ob er mich ich dein Kind und hab's schon mit Kreuz und Angst verdient, gieb warmen thut pressen. Sonnenschein nach trůbem Regen. 5. Es hat ein Unglück nie so lang gewähret, es hat Vom Krenz der Christen. 357 hat doch endlich wieder der getraut hat auf Jeaufgehbret; beut mir dein' sum Chrift. Hånd, und mach's ein End; 3. Du bist der große auf dieser Erd mein Herz Wundermann, das zeigt sonst nichts begehret. dein Amt und dein Per6. Soll ich noch mehr son; welch Wunderding um deinetwillen leiden, hat man erfahrnt, daß du, so steh mir, Herr, mit mein Gott, bist Mensch deiner Kraft zur Seiten; geborn, und führest uns fein ritterlich, beständiglich durch deinen Tod ganz hilf mir mein Widersacher wunderlich aus aller Not. all bestreiten. 4. Jesu, mein Herr 7. Daß ich durch dei- und Gott allein, wie süß nen Geist mög' überwin- ist mir der Name dein; den, und mich allzeit in es kann kein Trauern sein deinem Haus laff' finden; so schwer, dein süßer Nam zum Preis und Dank, erfreut viel mehr. Kein mit Lobgesang, mit dir Elend mag so bitter sein, thu' ich aus Liebe mich dein süßer Nam der linverbinden. dert's fein. 8. Daß wir in Ewigkeit bleiben beisammen, und ich allzeit dein auserwählten Namen preif' herziglich, das bitt' ich dich, durch Jesum Christum, unsern Herren. Amen. Jacob Peter Schechs. 5. Ob mir gleich Leib und Seel verschmacht, so weißt du, Herr, daß ich's nicht acht'; wenn ich dich hab', so hab' ich wohl, was mich ewig erfreuen soll. Dein bin ich ja mit Leib und Seel, was kann mir thun Sünd, Tod und Höll? Mel. Vater unser im Himmelreich. 6. Kein' befre Treu auf Erden ist, denn nur bei 421. ch Gott, wie dir, Herr Jesu Christ. manches Her- Ich weiß, daß du mich zeleid begegnet mir zu die- nicht verläßt; dein Wahrser Zeit; der schmale Weg heit bleibt mir ewig fest. ist Trubsal voll, den ich Du bist mein rechter treuer zum Himmel wandern soll; Hirt, der mich ewig bewie schwerlich läßt sich hüten wird. Fleisch und Blut zwingen zu dem ewigen Gut. 7. Jesu, mein' Freud, mein Ehr und Ruhm, 2. Wo soll ich mich denn meins Herzens Schatz und wenden hin? Zu dir, Herr mein Reichtum, ich kann's Jeju, steht mein Sinn. doch ja nicht zeigen an, wie Bei dir mein Herz Trost, hoch dein Nam erfreuent Hülf und Rat allzeit ge- kann. Wer Glaub und Lieb wiß gefunden hat. Nie- im Herzen hat, der wird's mand iemals verlassen ist, erfahren mit der That. 8. Drum 358 Dom Krenz der Christen. 8. Drum hab' ich's oft du mein so ganz und gar und viel geredt: Wenn ich vergessen? Wie lange soll an dir nicht Freude hätt', der Sorgenstein mich und so wollt' ich den Tod wün- mein Herze pressen? Wie schen her, ia, daß ich nie lange soll dein Angesicht geboren wår. Denn wer sich von mir wenden? dich nicht im Herzen hat, Willst du nicht dich meider ist gewiß lebendig tot. ner mehr erbarmen? 9. Jesu, du edler Braut- 2. Wie lange soll ich gam wert, mein höchste armes Kind der Seelenruh Zierd auf dieser Erd, an entbehren? Wie lange soll dir allein ich mich ergök' der Sturm und Wind der weit über alle güldne Herzensangst noch wäh Schap'; so oft ich nur ren? Wie lange soll mein gedenk' an dich, all mein stolzer Feind, der's niemals Gemüt erfreuet fich. gut, stets böse meint, fich über mich erheben? 3. Ach schaue doch, mein Gott und Hort, von dei10. Wenn ich mein Hoffnung siell' zu dir, so fühl' ich Fried und Troft in mir; wenn ich in Nöten ner heilgen Hütte, und bet' und fing', so wird mein höre meiner Klage Wort Herz recht guter Ding. und hochbetrübte Bitte: Dein Geist bezeugt, daß gieb meinen Augen Kraft folches fret des ewgen Le- und Macht, und laß des bens Vorschmack sei. Todes finstre Nacht mich nicht so ball befallen. 11. Drum will ich, weil ich lebe noch, das Kreuz 4. Sonst würde meiner dir fröhlich tragen nach; Feinde Mund des Ruhnis mein Gott, mach mich kein Ende machen; ffe dazu bereit; es dient zum würden mein, als der zu besten allezeit; hilf mir Grund und Boden ganmein Sach recht greifen gen, lachen: Da liegt der, an, daß ich mein Lauf würden sie mit Freud hervollenden kann. prahlen, der uns jederzeit 12. Hilf mir auch zwin- so viel zu schaffen machte. gen Fleisch und Blut, vor 5. Ich kenne sie und Sünd und Schanden mich weiß gar wohl, was sie behüt; erhalt mein Herz im Schilde führen; ihr im Glauben rein, so leb', Herz ist aller Bosheit voll, und sterb' ich dir allein, läßt sich nichts Guts reJesu, mein Trost, hör gieren; du aber bist der mein' Begier, o mein Hei- fromme Mann, Herr, land, wär' ich bei dir! mein Gott, der nicht Conrad Hojer. lassen kann die, so fich Mel. O( Herr) Jesu zu dir halten. Chrift, du höchfles Gut. 6. Des trift' ich mich 422. Ach Herr, wieund hoff e drauf, du wirk lange willst auch Dom Kreuz der Chriften. 359 auch mir fromm blei- und muß sich vor im Kot ben, und aller bösen Tücke und Staube wälzen. Lauf gewaltig hintertreiben. Mein Herze freut sich, wenn's bedenkt, wie gern du stets dein Heil geschenkt dem, der sich dir vertrauet. 7. Das thu' ich. Herr, ich traue dir, du bist mein einge Freude, bewahrest mich, thust wohl an mir, und führst mich aus dem melsfreude. Leide. Dafür will ich mein Leben lang dir manchen schönen Lobgefang zum Dank und Opfer bringen. Paul Gerhardt. 4. Das hat, Herr, dein geliebter Sohn selbst wohl erfahrn auf Erden; denn, eh er kam zum Ehrenthron, mußt' er gekreuzigt werden. Er ging durch Trůbsal, Angst und Not; ia durch den herben bittern Tod drang er zur Him5. Hat nun dein Sohn, der fromm und recht, ſo willig sich ergeben, was will ich armer Sündenknecht dir viel zuwider streben? Er ist der SpieMel. Herr, ftraf mich gel der Geduld, und wer nicht in deinem Sorn. sich sehnt nach deiner 423. dh treuer Huld, der muß ihm ähnAch Gott, lich werden. barmherzigs Herz, desGure 6. Ach liebster Bater fich nicht endet, ich weiß, wie so schwer ift's de daß mir dies Kreuz und Vernurf, * gianoen, Schmerz dein' Hand hat daß du demselben, den zugesendet; ia, Herr, ich du sehr schlägit, solltesi weiß, daß diese Last du günstig bleiben! Wie macht mir aus Lieb erteilet hast, doch Kreuz so lange Zeit, und gar aus feinem Hasse. wie schwerlich will sich 2. Denn das ist allzeit Lieb und Leid zusammen dein Gebrauch: wer Kind lassen reimen. ift, muß was leiden, und 7. Was ich nicht kann, wen du liebst, den ståupst das gieb du mir, o hochdu auch, schickst Trauern stes Gut der Frommen, vor den Freuden; führst gieb, daß mir nicht des uns zur Höllen, thust uns Glaubens Zier durch Trübweh, und führst uns wie- sal werd' entnomment; erder in die Höh, und so halte mich, o starker Hort, geht eins ums ander. befestge mich in deinem Wort, behüte mich vor 3. Du führst ja wohl recht wunderlich die, so Murrent. dein Herz ergohen; was 8. Bin ich ja schwach, leben soll, muß erstlich sich laß deine Treu mir an die ins Todes Höhle sehen; Seite treten; hilf, daß ich was steigen soll zur Ehr unverdrossen sei zum Ruempor, liegt auf der Erd fen, Seufzen, Beten. So lang 360 Vom Krenz der Chriften. lang ein Herze hofft und duld dein' edle Huld nachy glaubt und im Gebet scharfer Prob erhalte. beständig bleibt, so lang 14. Oheilger Geift, du ist's unbezwungen. Freudenil, das Gott vom 9. Greif mich auch nicht Himmel schicket, erfreue zu heftig an, damit ich nicht mich, gieb meiner Seel vergehe; du weißt wohl, was mark und Bein erwas ich tragen kann, wie's quicket; du bist der Geist um mein Leben stehe; ich der Herrlichkeit, weißt, was bin ja weder Stahl noch für Gnade, Troft und Stein; wie balde geht Freud mein in dem Himein Wind herein, so fall' mel warte. ich hin und sterbe. 15. Ach laß mich schauen, 10. Ach Jesu, der du wie so schön und lieblich worden bist mein Heil mit sei das Leben, das denten, deinem Blute, du weißt die durch Trůbsal gehn, gar wohl, was Kreuze ist, du dermaleinst wirst geben; und wie dem sei zu Mute, ein Leben, gegen welches den Kreuz und großes Un- hier die ganze Welt mit glück plagt; drum wirst ihrer Zier durchaus nicht du, was mein Herze klagt, zu vergleichen. gar gern zu Herzen fassen. 16. Dafelbft wirst du 11. Ich weiß, du wirst in ewger Lust auf's süßte in deinem Sinn mit mir mit mir handeln; mein Mitleiden haben, und mich, Kreuz, das mir und die wie ich's jest dürftig bin, bewußt, in Freud und Ehr mit Gnad und Hülfe laben. verwandeln. Da wird mein Ach stärke meine schwache Weinen lauter Wein, mein Hand, ach heil und bring Nechzen lauter Jauchzen in bessern Stand das sein, das glaub' ich, hilf Straucheln meiner Füße! mir. Amen. Paul Gerhardt. 12. Sprich meiner Seel ein Herze zu, und tröste mich aufs beste; denn du 424. Armseligs HüttIn eigener Melodie. bist in der Müden Ruh, der Schwachen Turm und Seelen, du wüstes Nest, Feste, ein Schatten vor was suchst du doch in dem der Sonnenhiß, ein' Hütte, dir aufgelegten Joch dich da ich sicher sitz' im Sturm selber mit Verdruß zu und Ungewitter. qualen? Dein Haupt und 13. Und weil ich ja nach Heiland leidet Pein, und deinem Rat hier soll ein du, du willst befreiet sein? wenig leiden, so laß mich Sieh deines Herrschers auch in deiner Gnad als tiefe Wunden, die dich zu wie ein Schaflein weiden, gleichem Bund verbunden. daß ich im Glauben die Geduld, und durch Ge2. 3war du wirst recht mit Kreuz gekrönet: er leidet Vom Kreuz der Christen. 361 det sonder Recht und Fug sanfte Bürde, o vorteilfür deine Bosheit, Trop bafte Kreuzeslaft, die du nud Trug, der dich mit mir das erworben hast, deinem Gott versöhnet. daß ich mit Gott vereiDu haft's verbrochen, haft's nigt würde! Wie leicht versehn: er will für dich ist, was Gott aufgelegt, zur Marter gehn. Du hast weil Christus selber begt die Straf und Tod ver- und trägt; weil Gottes schuldet: er hat dies alls Kind selbst seinen Rücken für dich erduldet. will unter meine Bürde bücken. 3. Wie manchmal hat dein Fuß gegleitet, wie oft 7. Tilg, ach Herr Jehat die verwegne Hand sich su, mein Gebrechen, lösch zu verbotnem Zweck ge- unsers Gottes Eiferglut, wandt, wie oft hat dich wo mir mein Laster Schadein Aug verleitet! Was den thut, laß für mich, Satans Erbgift ange- Herr, dein Leiden sprehaucht, das hast du viel- chen; dampf alle Bosheit, mals mit gebraucht. Mein alle Schuld; gieb Troft Herz hat aus des Geistes in Leiden, gieb Geduld; Schranken durch deinen lehr mich, daß deine Va= Trieb oft müssen wanken. terrute fomm' meinem argen Geist zu gute. 8. Laß mich dein Leiden, was Verdrießen, 4. Drum leide, was Gott aufgeleget, er meint es mit dir herzlich gut; dein du kennst ja seinen Vater- Herr, dein' Lieb für mich mut, damit er deine ertrug, als Gottes ZornSchwachheit tråget; dies rut auf dich schlug, zu Joch, die Laft, die Bürd meinem Heil und Trost geund Pein laß dir ein sichres nießen; laß, Herr, das Merkmal sein, daß, wer Gut, das du erwarbst, als nicht hier auf Rosen gehet, du für mich am Holze bei seinem Gott in Gna- starbst, mich, deinen Knecht, den stehet. dein Kind ererben: so werd' ich in dir selig sterben. 5. Laß denn das Heer des Abgrunds brummen; die teure Schuld, die hohe Post, die mehr als alle Schaße koft, die un- 425. Aus der Tie begreiflich schweren Sumfen ich Mel. Nun komm, der Heiden Heiland. men, die Satan auf uns zu dir, Herr, erhöre mich; bürden kann, die hat mein deine Ohren gnädig leib, Jesus abgethan; hat mich merk die flehend Stimm von Sünden frei gezählet, dabei. und ewig sich mit mir vermåhlet. 2. Aus der Tiefen rufe ich, Sünden gehen über 6. O süßes Joch, o mich: willst du rechten, 16 Herr 362 Vom Kreuz der Christen. Herr, mit mir, so besteh' 2. Befiehl dem Herren ich nicht vor dir. früh und spat all deine 3 Aus der Tiefen rufe Weg und Sachen; er weiß ich: will denn niemand hb- zu geben Rat und That, ren mich? Ach so höre, kann alles richtig machen. Jesu mein, du wirst ja Wirf auf ihn hin, was der Helfer sein. dir im Sinn liegt, und dein Herz betrübet; er ist dein Hirt, der wissen wird zu schützen, was er liebet. 4. Aus der Tiefen rufe ich ach schon lang erbårmiglich; Kreuz und Leiden halte an, Jesus mich erretten kann. 3. Der fromme Vater wird sein Kind in seine 5. Aus der Liefen rufe Arme fassen, und die geich: warum, Jesu, läst recht und glaubig sind, du mich? Ich harr, warte, seufze ach! bis zur andern Morgenwach. 6. Aus der Tiefen rufe ich: Jesu Gnade tröstet mich; ob es mir gleich gehet hart, ich doch der Erlösung wart'. nicht fiets in Unruh lassen. Drum, lieben Leut, hofft allezeit auf den, der völlig labet; dem schüttet aus, was ihr im Haus und auf dem Herzen habet. 7. Aus der Tiefen rufe ich: Jesus wird erlösen mich. Jesus machet, daß ich rein werd' von allen Sünden sein. 4. Ach süßer Hort, wie triftlich klingt, was du verspricht dem Frommen: Ich will, wenn Trůbsal einher dringt, ihm selbst zu Hülfe kommen. Er liebet mich, drum will auch ich 8. Nunmehr hab' ich ihn lieben und beschüßen; ausgeruft: Jesus kom- er soll bei mir im Schoße met, machet Luft. Seele, hier, frei aller Sorgen, schwing dich in die Höh, siken. jage zu der Welt: Ade! Georg Christoph Schwämlein. Mel. Durch Adams Fall ist ganz verderbt, 426. Barmberger 5. Der Herr ist allen denen nah, die sich zu ihme finden; wenn sie ihn rufen, steht er da, hilft fröhlich überwinden all Angst und Web, hebt in die Höh, die Vater, schon darnieder liegen; er höchster Gott, gedenk an macht und schafft, daß sie deine Worte. Du spricht: viel Kraft und große Ruf mich an in der Not, Stärke kriegen. and klopf an meine Pforte, 6. Fürwahr, wer meiso will ich dir Errettung nen Namen hrt, ſpricht hier nach deinem Wunsch Christus, und fest gläuerweisen, daß du mit Mund bet, des Bitte wird von und Herzensgrund in Freu- Gott erbört, sein Hers den mich sollst preisen. genswunsch bekleibet. Dom Kreuz der Christen. 363 übe. So tret' heran ein jeder vom Seufzen, das ich mann: wer bittet, wird empfangen, und wer da sucht, der wird die Frucht mit großem Ruß erlangen. 7. Hört, was dort jener Richter sagt: Ich muß die Witwe hören, dieweil sie mich so treibt und Herz, und plagt; sollt' denn sich Gott Antlit nicht fehren zu seiner Schar, die hier und dar bei Nacht und Tage schreien? Ich sag' und halt': er wird sie bald aus aller Angst befreien. 12. Willst du verstoßen ewiglich, und kein Guts mehr erzeigen? Soll dein 8. Wenn der Gerecht' in Wort und Verheißung Noten weint, will Gott sich nun ganz zu Grunde ihn fröhlich machen; und neigen? Zürnst du so sehr, die zerbrochnen Herzens daß du nicht mehr dein seind, die sollen wieder Heil magst zu mir senlachen. Wer fromm will den? Doch, Herr, ich will sein, muß in der Pein und dir halten still, dein' Hand Jammerstraße wallen; fann alles wenden. 11. Ach Herr, wie lange willst du mein so ganz und gar vergessen? Wie lange soll ich traurig sein, und mein Leid in mich fressen? Wie lang ergrimmt dein nimmt dein meiner Seelen? Wie lange soll ich sorgenvoll mein Herz im Leibe quälen? doch steht ihm bei des 13. Nach dir, o Herr, Höchsten Treu, und hilft verlanget mich im Jamihm aus dem allen. mer dieser Erden. Mein 9. Ich hab' dich einen Gott, ich harr' und Augenblick, o liebes Kind, boff' auf dich; laß nicht verlassen. Sieb aber, fich, zu Schanden werden, mit großem Glück und Herr, deinen Freund, daß Troft ohn alle Maßen nicht mein Feind sich will ich dir schon die Freu- freu' und jubiliere. Gieb denkron aufsetzen und ver- mir vielmehr, daß ich mit ehren; dein kurzes Leid Ehr erhoben triumphiere. soll sich in Freud und 14. Ach Herr, du bist ewges Heil verkehren. und bleibst auch wohl 10 Ach lieber Gott, getreu in deinem Sinne; ach Baterherz, mein Trost darum, wenn ich ja kamvon so viel Jahren, wie pfen soll, so gieb, daß ich läßt du mich so man- gewinne. Leg auf die chen Schmerz und große Laft, die du mir haft bes Angst erfahren! Mein schlossen aufzulegen; leg Herze schmacht, mein Au- auf, doch daß auch nicht ge wacht, und weint sich das Maß sei über mein Frank und trübe, mein An- Vermögen. gesicht verliert sein Licht 15. Du bist ia unge16* bunds 364 Vom Kreuz der Christen. bundner Kraft, ein Held, Gott, der sich nicht fann der alles stürzet; du haft verleugnen; kein Unfall cin' Hand, die alles schafft, darf sich ohne ihn ereignen. die ist noch unverkürzet. Er, er verfügt's, er thut Herr Zebaoth wirst du, es ganz allein, er führt mein Gott, genannt zu hinein. deinen Ehren; bist groß von Rat, und deiner That kann keine Stärke wehren. 2. Führt er hinein, ſo kannst du freudig sein, er hat ja nicht Gefallen am Verderben, kein Sünder soll in seinen Sünden sterben Damit das Herz von 16. Du bist der Tröster Israel und Retter aus Trubsalen: wie kömmt's Unflat werde rein, führt denn, daß du meine Seel er hinein. jest sinken läßt und fal3. Er meint es wohl, len? Du stellst und hast nicht daß man fallen soll, dich als ein Gast, der wenn dem Gefühl er ſeine fremd ist in dem Lande, Hand entziehet; nur die und wie ein Held, dem's Vernunft ist blind, der Herz entfällt mit Schimpf Glaube fichet, und kehret und großer Schande. sich zu Gott, als seinem Pol, der meint es wohl. 17. Nein, Herr, ein solcher bist du nicht, des ift 4. Die Höllenpfort ist mein Herz gegründet; du oft der düstre Ort, in welfiehest fest, der du dein chen man gedenket zu verLicht hier bei uns ange- finket; bald stillt der Herr zündet; ja hier hältst du, den Sturm mit einem WinHerr, deine Ruh bei uns, ken, und es verschwindet die nach dir heißen, und auf ein einges Wort die bist bereit, zu rechter Zeit Höllenpfort. uns aus der Not zu reißen. 5. Die Totenzahl fieht 18. Nun, Herr, nach man ein andermal in einem aller dieser Zahl der jetzt Blick schon vor und um erzählten Worte hilf mir, sich schweben, und eh man's der ich so manchesmal ge- hofft, giebt Gott ein neues Klopft an deine Pforte; Leben, daß man sich sieht bilf, Helfer, mir, so will entfernt vom finstern Thal ich hier dir Freudenopfer der Totenzahl. bringen, auch nachmals dort dir fort und fort im Himmel herrlich fingen. Paul Gerhardt. 6. Der Herr erhält den weiten Kreis der Welt, den Erdenball hat er hineingefehet; durch seinenSchuk bleibt alles unverletet. Drum ist's gewiß, daß keiner gänzlich fällt, den er Mel. Uur frisch hinein. 427. r führt hinein, er muß erhält. auch Helfer sein, der treuel 7. Die Bitterkeit, die man Dom Krenz der Christen. 365 man empfindet heut, kann Streit verwahrt, o große morgen schon dem Geist Seligkeit, vor Sicherheit. wie Honig schmecken. Und 13. Man lernt dabei, sollt' er auch noch länger was für ein held man set, sich verstecken, so bleibt ob man nicht vor dem doch wahr: Es weichet Kampf Triumph gesungen, mit der Zeit die Bitterfeit. und mit der Zungen nur voraus gesprungen; auch wie man muß im Leiden sein getreu lernt man dabei. 14. Jft uns denn gut der Streit mit Fleisch und Blut, so müssen auch die Kräfte in den Lüften uns nützlich sein, anstatt uns zu vergiften. Wer nur in Gott durch Glauben stärkt den Mut, dem ist es gut. 9. So lang dies Gift kein Gegengift antrifft, pflegt es gar still und un- 15. Und wenn die Welt vermerkt zu töten; wenn uns grimmig überfällt, und aber nun es selber kommt mit Verfolgung uns will in Nöten, nachdem das unterdrücken, ja wenn fie Wort den Bußkampf an- uns gar lockt mit Hurengestift, da brauft dies Gift. blicken, besieget doch, wer 10. Es folget nicht, daß sich zu Jesu hålt, leicht uns da nichts gebricht, auch die Welt. wenn wir fein sanft auf 16. Mit einem Wort: unsern Hefen liegen, daß Es soll die Höllenpfort, wir uns selbst an unserm samt aller Macht und Thun vergnügen; daß un- Listigkeit der Feinde, nichts frer Seel alsdann so wohl schaden dem, der Jesum geschicht, das folget nicht. hat zum Freunde. Denn Jesus ist der Seelen Fels und Hort, mit einem Wort. 11. Es ist Betrug, wenn man den ersten Flug, womit die Seel sich lieblich 17. Mitleiden muß, wer aufwärts schwinget, eb dort den Friedenskuß auf noch das Herz des Kreu- seinem Thron von ihme zes Dorn durchdringet, er- will erlangen. Wer Kronen fennen will für Christen- sucht, muß vor mit Dortums genug: das ist Be- nen prangen; dieweil ein trug. Christ, nach ewig festem Schluß, mitleiden muß. 12. Vor Sicherheit verwahrt der saure Streit, 18. Drum frisch hinein, den man in sich mit Fleisch lern nur geduldig sein, o und Blut muß führen, lieber Chrift, laß nichts wenn sich nunmehr die das Ziel verrücken: sei stets böfen Lüfte rühren. Der getrost, es muß dir endlich glüts 8. Dies merke auch, was dir der Schlangen Hauch in Adam schon als Gift bat eingeblasen, versucht in dir nunmehr sein letztes Rasen. Wo Feur entsteht, da findet sich auch Rauch, dies merke auch. 366 Vom Krenz der Christen. glücken; das rote meer so muß man auch von dir wird lauter Zuckerwein, die Proben sehen. So lang nur frisch hinein. es geht nach deinem Fleisch 19. Den Lobgesang mit und Blut, steht's noch süßem Freudenklang eilt nicht gut. Moses schon am Ufer vor- 3. Du hast genug von jufingen. Sieh Miriam Christenkreuz gehört, so dort am Reihen fröhlich hast du auch genug davon springen. So folget dir gesprochen; doch haftet auf deinen Kreuzesgang mehr, was die Erfahrung der Lobgesang. lehrt, drum komm getrost zum Kreuz herangekrochen. Wer dieses faßt, dem wird zuletzt zu teil Kraft, Trost und Heil. 20. Der Jubelschall giebt einen Gegenhall von oben her von den verklårten Chören; man kann im Geist die Engelstimmen hd- 4. Eh Joseph steigt auf ren. Sie rufen laut, es to- der Egypter Thron, muß net überall der Jubelschall. er zuvor den schwarzen 21. Preis, Lob und Ehr Kerker sehen. Eh David bringt unserm Jesu her, kommt zu der verheißnen der durch das Kreuz in Kron, muß er mit Schmach diese Freude führet, das imElend umher gehen.HisHaupt mit Gold, die Hand kia wird erst nach der Stermit Palmen zieret. Er bensnot befreit vom Lod. bleibt erhöht; bringt ihm je mehr und mehr Preis, Lob und Ehr. Johann Daniel Herrnschmidt. Mel. Es koftet viel, ein Chrift zu sein. 5. Dein Jesus selbst geht dir zum Beispiel vor: er mußte ja auf Erden vieles leiden, eh er sich hub zur Herrlichkeit empor, da er nun hat und giebt die ewgen Freuden. Wer treu428. r wird es lich kämpft, bringt auch Er thun, der den guten Lohn zuleßt dafromme, treue Gott, er von. kann ia nicht ohn alle Maß 6. Drum hoffe nur auf versuchen; er bleibet noch den, der Vater heißt, er ein Vater in der Not, ist dir gut auch mitten in fein Segenmund wird dem Jammer; dein Brautseinem Kind nicht fluchen. gam steht, wenn dich der Ei höre nur, wie er so Kummer beißt, und schaut freundlich spricht: Ver- hinein in deine Herzenszage nicht! Kammer; da fieht er's 2 Bedenke fein, daß du wohl, wenn du bist Troberufen bist, in Gottes stes bloß und Hülfe los. Reich durch Trübsal ein- 7. Und also bricht das zugehen. Du glaubest ja, Herz ihm gegen dir. Er bu seist ein wahrer Christ, spricht: Ich muß mich über dich Vom Kreuz der Christen. 367 dich erbarmen; du liebes Liebe, die dir Hånd und Kind haft niemand außer Füße an des Kreuzes Holz mir; drum halt' ich dich gespießt, Liebe, die so hoin meiner Güte Armen. nigsüße auf die armen Sei gutes Muts, die Sünder fließt. Hülfestund ist nah, dein Troft ist da. 3. Ach so denke nicht, wie lange ich dich, Braut8. Dir sei gedankt, du gam, nicht erkannt, wie auserwählter Freund, daß ich mich zur alten Schlange du dein Aug so richtest auf oft mit Herz und Sinn gedie Deinen; denn wenn wandt; sondern denk an uns jetzt der arge Friedens- deine Wunden, die dein feind so hat gefaßt, daß heilig Fleisch durchrißt; wir verloren scheinen, so denk an deine Trauerstunstürzest du ihn in den Höllenschlund zur rechten Stund. den, da du Blut für mich geschwitzt. 4. Fege durch die Kreu9. Gieb, daß auch wir, zesrute alles aus dem Herdie du so innig liebst, dich zen aus; wasch es dann mögen stets in Lieb und mit deinem Blute, und Hoffnung ehren, weil du mach es zu deinem Haus. ja nicht von Herzen uns Ach eröffne selbst die Thübetrübst, und unser Leid re, wål; den Sündenstein in Freude willst verkehren. davon; gieb, daß ich dich So sei dir denn Lob, Ruhm drinnen spüre, du geliebter und Dank gebracht aus Gottesſohn. aller Macht. Joh. Dan. Herrnschmidt. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 5. Wenn du es nun eingenommen, so laß gar nichts mehr hinein; denn ich hab' mir vorgenommen, dein hinfort allein zu sein. Ich will 429. abre fort Famit Liebes- kennen, nicht die Welt, schlägen, süßer Fesu, lieb- nicht Fleischesluft; Augensterhort, laß sich Trubsals- lust, Stolz, sündlich Brenwinde regen, und bring mich nen sei mir niemals mehr hindurch an Port. Ach bewußt. ich biete dir den Rücken, 6. Denn ich will in deischlag nur zu, ich hab's nen Armen unterm Kreuz verschuldt; Kreuz und Not ganz sanfte ruhn; doch verfind Liebesstricke, Zeichen deiner großen Huld. trag auch mit Erbarmer, wenn mein Lassen oder 2. Ich bin lang von dir Thun noch mit Schwach= gewichen, lang war mir heit sehr beflecket, die dir das Eitle lieb; doch bist nicht verborgen ist; dieſe du mir nachgeschlichen, aber wird verdecket, weil weil dich deine Liebe trieb: du mein Erlöser bist. 7. Nun 368 Dom Kreuz der Christen. 7. Nun, du sollst mein 3. Du gingest selbst zu in dem Leben und im Tod Ehren ein durch Schmach, auch meine sein; dir mit Geduld und Leiden: sollt Leib und Seel ergeben, ich, mein Jesu, besser sein, geh' ich in mich selbst hin- und hier in Rosen wetein; dich such' ich in mei- den? Der Himmelslilien nem Herzen, bis du dich Glanz wächst aus dem mir offenbarst; schenke mir Dornenkranz; dem, der des Glaubens Kerzen, wie den Rock des Kreuzes trägt, du vormals gnädig warst. wird dort der Purpur an8. Hör, ach hör mein gelegt. sehnlich Flehen, ach wie 4. Wo blieb des Herlang verbirgst du dich? zens Gartenvracht, wenn Hilf mir kämpfen, wider- Süd und Nord stets schliestehen, meine Kraft ver- fen? Nur das bewölfte lieret sich. Aber du bist Wehen macht, daß seine in den Schwachen mach- Würze triefen. Indessen tig, wenn ihr Herz be- bleibest du doch meine trübt; drum magst du es Sonn und Ruh, die mich mit mir machen, Jesu, mit ihrem Licht ergößt, wie es dir beliebt. wenn mich des Kreuzes Sturm beneht. Phil. Balth. Sinold v. Schüs. Mel. Der lieben Sonnen Licht und Pracht. 5. Denn du, mein Gott, bist Sonn und Schild der Gläubigen auf Erden, die und Mar 430. hinnach, terbild hier sollen ähnlich mein Geist und Herz, auf werden, eh sie die HerrJesus Dornenwegen; be- lichkeit mit ihrer Kron erFrieget mich hier Leid und freut, und der Geduld die Schmerz: auf Siegen fol- Palmen bringt, die sie nach get Segen. Nur fröhlich Sieg des Leidens schwingt. aufgefaßt die leichte Lie- 6. Mein Herz kann diese beslaft; das Leiden dieser Leidensehr, o Jesu, faft kurzen Zeit ist doch nicht wert der Herrlichkeit. nicht faffen. So komm, du liebe Laft, denn her; 2. Du kennest, liebster wer will sein Wohl selbft Jesu, wohl der Schul- baffen? Mit Jesu hier tern Stårkvermögen, du verhöhnt, mit Jesu dort weißt schon, was ich tra- gekrönt; mit Jeſu hier gen soll, und was du sollst ans Kreuz gedrückt, mit auflegen. Leg auf, ich Jesus Freude dort erhalte dir, dein Will ge- quickt. scheh' in mir; dein Will, an 7. Wohlan, so will ich dem mein Wollen hangt, in Geduld nach deinem das nichts, als was du Willen leiden; der Becher willst, verlangt. fließt von deiner Huld, den du Dom Krenz der Christen. 369 du mir hast bescheiden. Im zu raten. Ich bin's ge= Kreuz erblick ich schon die wiß, Gott läßt mich nicht, mir verheißne Kron. Du hilft mir mit seinem Anleuchtest in Geduld mir gesicht, des werd' ich ihm vor, ich folg', es geht zum noch danken. Sternenthor. Wolfg. Christoph Deßler. 5. Ach Gott, mein Seel ist sehr betrübt, führt manche sehnlich Klage. Das Mel. O( Herr) Jefu gegen dies den Trost mir Christ, du höchsles Gut. giebt, du hältst g'wiß dein 431. Bleichwie ein Zusage. Den Berg Zion Hirsch eilt und Hermonim, da man mit Begier zum Wasser, hört deines WortesStimm, sich zu frischen, so schreit hast du dein'm Volk gemein' Seele, Gott, zu dir, geben. nach Gott mein' Seele 6. Der Trübfal Flut dürftet. Des Lebens Gott rauschet daher, ein Leid liegt mir im Sinn: ach das andre reget, gleich wie wann werd' ich kommen auf ungestümem Meer ein' dahin, daß ich sein Antlik Well die andre schläget. schaue? Täglich verspricht Gott seine Gnad; dafür lob' ich ihn früh und spat, ruf' an den Gott meins Lebens. 2. Mein täglich Speise Thränen seind, mein Leid ich in mich fresse, wenn ich muß hören von dem 7. Ich sag': du bist mein Feind: Gott hab' mein Fels, mein Hort, warum gar vergessen. Von sol- haft mein vergessen? Ich hem Spott bricht mir muß mich grämen fort und mein Herz; drum ich's fort, wenn meine Feind' vor Gott ausschütt' mit mich pressen. Es achet Schmerz, ihm meine Not mir durch Mark und Bein, zu klagen.com daß ich der Feinde Spott muß sein, die mir Gotts 3. Wie gerne wollt' ich mit hingehn, zum Hause Gnad absagen. Gottes wallen, daß ich 8. Was b'trübft du möcht' bei dem Haufen dich doch, meine Seel, bast stehn, der dich, Herr, preist Unrub früh und spate? mit Schallen. Zu danken Harr nur auf Gott, allm in der großen G'mein mit ungefäll weiß er gar wohl Frohlocken dem Namen zu raten. Ich bin's ges dein, wär' meines Herzens wiß, Gott läßt mich Freude. nicht, thut Hülfe meinem 4. Was b'trübst du dich Angesicht; des werd' tch doch, meine Seel, haft Un- ihm noch danken. ruh früh und spate? Harrin Corn Beder. nur auf Gott, allm Ungefäll weiß er gar wohl 16 Mel. Vom Kreuz der Christen. 370 Mel. Seelenweide, meine Freude. hefte Wahrheit fitzt in Majestät ießund, und die Liebe herrscht in Klarheit, die zuvor im Leiden stund. 10. Ja, im Himmel steht geschrieben der Bekenner der Bräutgam ruft: Ihr Lieben, kommt und halt't das Hochzeitmahl! zu, 432. Kreuz, von ganzem Herzen; fomm, du angenehmer Gaft, dein werte Zahl, und Schmerz macht mir keine Schmerzen, deine Last auch keine Last. Blück 2. Kreuzesschmach ist 11. O wer will nun feine Schande, es ist auch nicht mit Freuden Kreuz, kein Schimpf dabei; denn Verfolgung, Hohn und die harten Kreuzesbande Spott samt der größten folgen nicht auf Büberei, Marter leiden, ia den 3. Sondern sind der allerårgsten Tod? Wahrheit Zeichen, für die 12. Jagt die Stimme auch Sankt Stephanus doch des Lieben und ein zu Jerusalem erbleichen einzig Liebeswort alles, und erbärmlich leiden muß. was uns kann betrüben, 4. Hing doch Jesus, nebest aller Schande fort. unser Leben, unser schön- 13. Drum so kommt, fer Bräutigam, welcher ihr Kreuzesbrüder, folsich für uns gegeben, selb- get unserm Bruder nach. ften an dem Kreuzesstamm. Kommt und singt ihm 5. Und wie ist er doch neue Lieder mitten in der den Seinen in der Liebe Todesschmach. beigethan, wenn sie bittre 14. Band und StrieThranen weinen unter men sind uns Kronen, dieser Kreuzesfahn! unser Schmuck und Ei6. Alle Zeugen und Be- gentum, und die Kerfenner rühmen jene Fes- ker sind uns Thronen, sel noch, und die Bande Schmach und Schande frommer Männer samt unser Ruhm.. der Mårtrer Kreuzesioch. 15. Kommet, denn die 7. Glück zu, Kreuz, du Engel bringen, wenn uns lieber Bote der zukünft- gleich die Welt veracht, gen Herrlichkeit, der Ge- und wir mit dem Tode rechten in dem Tode lieb- ringen, Kraft und Stårliche Zufriedenheit! ke, Sieg und macht. 8. Komm, du Freundin 16. Sehn wir doch den aller Frommen, dein Ge- Himmel offen, wenn man dächtnis ruht in mir; uns zur Marter zieht. komm, ich heiß' dich ia erwägt, was da zu hoffen, willkommen, und umfass wo das Auge Jesum sieht! dich mit Begier. 17. Laßt uns vor die 9. Die ans Kreuz ge- Thore gehen, geht aus die Vom Krenz der Christen. 371 dieser Hütten aus; der 8. Was du willst, soll Stern, den uns Gott läßt mir gefallen, mich behüte sehen, führt uns in des schlecht und recht, wo ich Vaters Haus. hier soll länger wallen: Herr, erlöse deinen Knecht! Joh. Wilh. Petersen. Mel. Seelenweide, meine Mel. Lobe den Herren, Freude. den mächtigen König der Ehren. aft du 433. Gott so machst Deinen, daß ich kläglich fragen muß: Will die Sonne noch nicht scheinen nach dem trüben Thränenguß? 2. Jft der Himmel denn verschlossen, läßt er fein Gebet mehr ein? Sollt' ich denn von Gott verstoßen, rigen Sorgen? und er unerbittlich sein? 2.( Bräutigam.) Must 3. Hat die Güte denn du denn, Liebste, dich also ein Ende, hat Erbarmen von Herzen betrüben, daß aufgehört? Sind die gna- ich ein wenig zu lange bin denreichen Hände nur für außen geblieben? Weißt mich ganz ausgeleert? du denn nicht, wie ich mich habe verpflicht, Liebste, dich ewig zu lieben? 4. Ach wie lange, Herr, wie lange muß ich stehen vor der Thür! Mir wird faftum Trost sehr bange, der sich sparsam findt bei mir. 3.( Braut.) Meine bes trübeten Geister die weinen von Herzen, weil nun die 5. Herr, du fichest mein Flammen und Funken der Anliegen und den Kum- brennenden Kerzen in Liemer, der mich drückt, wie besglut leider dein Zürnen sich's nicht mit mir will austhut; soll ich nun dies fügen, und zu keiner Aen- ses verschmerzen? drung schickt. 4.( Bräutigam.) Ach du 6. If kein Räumchen bekümmerte Seele, sei fröhmehr vorhanden, da ich lich von Herzen, ftille die endlich los und frei von traurigen Sorgen und qudder fremden Wohlthat lenden Schmerzen: keine Banden, dir nur dienst- Sintflut tilget die feurige und dankbar sei? Glut meiner liebbrennenden Kerzen. 7. Doch ich ehre dein Gerichte über meine Sün- 5.( Braut.) Willst du denschuld, so, daß ich mich mich lassen in Nöten, o dir verpflichte, ftill zu bal- Jesu, verderben? Ei nun, ten mit Geduld. so lasse mich, Süßer, doch fe du's mit den 434 Braut denn, Jesu, dein Angesicht gänzlich verborgen, daß ich die Stunden der Nächte muß warten bis morgen? Wie haft du doch, Süßester, mögen annoch bringen die trau 372 Dom Kreuz der Christen. feliglich sterben; auf daß Gebäude. Ade, o Wolluft, ich kann dorten die himm- dusüße, doch zeitliche Freulische Bahn endlich aus de. Ade, o Welt, mir es Gnaden ererben. nicht länger gefällt, darum zu Jesu ich scheide. 6.( Bräutigam.) Richte dich, Liebste, nach meinem 12.( Bräutigam.) Ach Gefallen, und glaube, daß nun willkommen, mein Erbich dein Seelenfreund im- teil, vom Vater gegebent, mer und ewig verbleibe, erbe die Schätze des Himder dich ergößt, und in mels und ewiges Leben, den Himmel versetzt aus da du mit mir für dies dem gemarterten Leibe. Weltleiden allhier ewig in 7.( Braut.) Muß ich in Freuden sollst schwebent. diesem betrübeten zeitlichen Leben gleich in des Todes Mel. Herzliebster Jefu, gefänglichen Schranken was hast du verbrochen. fiets schweben, so wird 435. Herr, deinen mir dort Jesus am seligen Ort himmlische Frei- ab von uns in Gnaden, beit doch geben. und laß nicht wüten dei8.( Bräutigam.) Traue ne blutge Rute; richt nur sicher, und bleibe be- uns nicht streng nach unständig im Glauben: obsern Missethaten, sondern gleich Tod, Teufel und nach Güte. Holle sich brüsten und 2. Denn wo du wolltest schnauben, sollen sie doch nach Verdienste strafen, nicht in ihr höllisches wer könnte deinen Grimm Joch dich aus den Händen und Hand ertragen? Als mir rauben. müßt' vergehen, was du haft geschaffen, vor deinen 9.( Braut.) Hiermit so will ich gesegnen die irdi- Plagen. schen Freuden, hiermit ſo will ich vom zeitlichen Leiden abscheiden; ewige Lust wird mir bald werden bewußt, wenn mich der Himmel wird weiden. 3. Vergieb, Herr, gnådig unsre große Schulde, laß über uns das Recht der Gnade walten, der du zu schonen pflegst nach großer Hulde, und zu erhalten. 10.( Bräutigam.) Herzlich verlangende Seele nach himmlischen Freuden, ei nun so schicke dich selig von hinnen zu scheiden; träfte dich mein, daß ich dein Hirte will sein, und dich erquicken und weiden. 4. Sind wir doch arme Würmlein, Staub und Erden, mit Erbsünd, Schwachheit, Not und Tod beladen, warum solln wir denn gar zu nichte werden im Zorn ohn Gnaden? 5. Sich an deins Soh11.( Braut.) Ade, o Erde, nes Kreuz und bitter Leidu schönes, doch schnödes den, der uns erlöset hat mit Vom Kreuz der Christen. 373 mit seinem Blute, eröffnen Hände dein mich ganz lassen auch sein Herz und und gar ergeben. Herr, Seiten der Welt zu gute. laß meine Zuversicht auf dich zu Schanden werden nicht, sonst bin ich ganz verlassen. 6. Darum, ach Vater, laß uns nicht verderben, dein Gnad und Geist durch Christum wollst uns geben; mach uns zugleich des Himmelreiches Erben, mit dir zu leben. 5. Herr Jesu Christe, Gottes Sohn, zu dir steht mein Vertrauen; du bist der rechte Gnadenthron: Barth. Gefius. wer nur auf dich thut bauen, dem stehst du bei Mel. O( Herr) Jesu in aller Not, hilfft ihm Christ, du höchstes Gut. im Leben und im Tod; 436. errefu barauf ich mich verlaſſe Jesu Christ, ich 6. Herr Jesu Christ, schrei' zu dir aus hochbe- das Elend mein thu gnatrübter Seele; dein All- diglich ansehen; durch die macht laß erscheinen mir, heilig fünf Wunden dein und mich nicht also quale, hör mein Gebet und FleViel größer ist die Angst hen, welchs Tag und und Schmerz, so ansicht Nacht mit Angst und und turbiert mein Herz, Schmerz zu dir ausgeußt als daß ich's kann erzählen. mein traurigs Herz. Ach laß dich's doch erbarmen! 2. Herr Jesu Christ, erbarm dich mein durch deine große Güte; mit Trost und Rettung jetzt erschein nem Wohlgefallen, hilf mein'm traurigen Gemüte, mir durch dein Barmherz welchs elendiglich wird zigkeit aus meinen Aenggeplagt, und, so du nicht sten allen; zerstör den hilfit, gar verzagt, weil's Anschlag meiner Feind, keinen Trost kann finden. Die mir zu stark und mach7. Herr Jesu Christ, wenn es ist Zeit, nach dei3. Herr Jesu Christ, tig seind; laß mich nicht groß ist die Not, darin unterdrücken. ich jetzt thu' stecken. Ach 8. Herr Jesu Christ, bilf, mein allerliebster ich weiß kein Rat, des Gott, schlaf nicht, laß Elends los zu werden, so dich erwecken. Niemand du nicht hilfft durch deine ist, der mir helfen kann, Gnad, so lang ich leb' kein Kreatur sich mein auf Erden. Wenn es nimmt an; ich darf's auch denn dir nun je gefällt, niemand Flagen. daß ich also soll sein gequält, so gieb mir Kraft und Stärke. 4. Herr Jesu Christ, du bist allein mein Hoffnung und mein Leben: 9. Herr Jesu Chrift, drum will ich in die verleih Geduld, hilf mir mein 374 Vom Krenz der Christen. mein Kreuz ertragen; wend nicht von mir ab deine Huld, und so du mich willst plagen, es 437. Sammer bar zeitlich hier am thu, ganz gieb nur der armen Seelen umgeben, Elend hat mich Ruh, daß sie dort mit angethan, Trauern heißt dir lebe. mein kurzes Leben, Trüb10. Herr Jesu Christ, sal führt mich auf den das glaub' ich doch aus Plan; Gott der hat mich meines Herzens Grunde: gar verlassen; keinen Troft du wirst mich wohl erhb- weiß ich zu fassen hier auf ren noch zur rechten Zeit dieser Unglücksbahn.: und Stunde; denn du haft mich noch nie verlan, 2. Grausamlich bin ich getrieben von des Herren wenn ich dich hab' gerufen Angesicht, als ich, ihn allein an: des ich mich herzlich triste. zu lieben, nicht gedacht an meine Pflicht; drum muß 11. Herr Jesu Christ, ich so kläglich stehen; doch einiger Trost, zu dir will ich es ist mir recht geschehen: mich wenden; mein Herz- mein Gott rief, ich hört leid ist dir wohl bewußt, ihn nicht.: du kannst und wirst es enden. In deinen Willen fei's gestellt, mach's, lieber Gott, wie dir's gefällt, dein bin und will ich bleiben. 3. Ach, mein Schifflein will versinken recht auf diesem Sündenmeer; Gottes Grimm läßt mich ertrinfen, denn sein' Hand ist viel zu schwer; ja mein Schifflein läßt sich jagen durch Verzweiflung, Angst und 12. Herr Jesu Christ, die Seufzer mein, die ich und her.:: vor dir thu' bringen, be- Plagen, ganz entankert hin sprenge mit dem Blute dein, damit sie hindurch 4. Gott hat mich jetzt dringen, und erweichen das gar vergessen, weil ich nicht Baterherz, daß er abwend' an ihn gedacht; meine all Angst und Schmerz, Sünd hat er gemessen, und die mich von dir will sich meinen Feind gemacht, trennen. daß ich ringen muß die 13. Herr Jesu Christ, Hände, sein Erbarmen hat mit Hülf erschein allen, ein Ende, schier bin ich allen Elenden, die jetzt in zur Höllen bracht.:: großen Nengsten sein, thu 5. Wo ist Rat und dich zu ihnen wenden; mit Troft zu finden, wo ist starker Hand heraus fie Hülf in dieser Not? Herr, reiß, dafür sie dir dort Lob wer rettet mich von Sünund Preis ewiglich singen den? Wer erlöset mich vom werden. Johann Schindler. Lod? Ich gedenke zwar der Mel. Du, o schönes Weltgebäude. Dom Kreuz der Christen. 375 der Zeiten, da du pflagst ihr Ziel: Wechsel ist in alfür uns zu streiten, wenn len Sachen, nach dem wir lagen gar im Kot.::Heulen kann man lachen: 6. Aber nun hat sich Gott der treibt mit dir geendet deine Lieb und sein Spiel.:: große Treu; ach dein Herz 11. Ist dein Heiland von ist abgewendet, und dein dir gangen, er wird wieGrimm wird täglich neu. derkommen schon, und mit Du bist gar von mir ge- Freuden dich umfangen, gangen, nur dein Zorn hält recht wie den verlornen mich gefangen, ich ver- Sohn. Hat dein Liebster schwinde wie die Spreu.:: dich verlassen: ei, er kann 7. Höllenangst hat mich dich nimmer hassen, seine getroffen, mein Gewissen Güt ist doch dein Lohn.:,: quålet mich, kein' Erldsung ift zu hoffen; ich empfinde Todesstich und ein unaufhörlich Sterben. Herr, 12. Hat dich Gott dahin gegeben, daß dich Satan sichten soll, und das Kreuz dich mache beben: ei, er meint doch alles wohl; dies sind seiner Liebe Zeichen, die doch keiner kann erreichen, wenn er nicht ist Glaubens voll.: ich eile zum Verderben, ich vergehe jammerlich.:: On 8. Grauen hat mich überfalten, Zittern hat mich angesteckt; schwerlich kann ich nun mehr lallen, Angst 13. Ob dich dein Gewisund Furcht hat mich bedeckt. Ach ich wandle jetzt die Straßen, da ich mich muß martern lassen: o wie wird mein Geist er schreckt.:,: sen naget, ob dein Geist bekümmert ist, ob der Höllen Furcht dich plaget, ob dich schreckt des Teufels List: traure nicht! Gott wird es wenden, und dir große 9. Will mir denn kein Lindrung senden wenn Troft erscheinen, spür ich du nur geduldig bist.: gar kein Gnadenlicht? 14. Moses hat dies auch Nein, vergeblich ist mein erfahren, und sein BruWeinen, mein Gebet das der Aaron; Noah und die bilft mir nicht; über mich mit ihm waren, sahen verlaßnen Armen will kein nicht die Gnadensonn; Helfer sich erbarmen, ich David, Joseph und Elias, bin tot, mein Herz zer- Petrus, Paulus und Tobricht.:: bias trugen auch ihr Teil davon.:: Chriftlicher Troft der angefochtenen Seele. 10. Liebste Seel, hör auf zu schreien, deines Klagens fa viel; noch dem Trauerr, tommt das Freuen, Herzensangst hat auch stille nur dein Zagen, und ge= 15. Sei zufrieden, liebe Seele, billig trågst du solche Last; hier in dieser Unalůcksböhle weiß man doch o čemer Rast; drum so 376 Vom Krenz der Christen. gedenk, es sind die Pla- verschwindt, und sein endgen, die du långst verdie- lichs Ende findt. net haft.:: 3. Ich verschmachte fait 16. Braufen jetzt die vor Sorgen, meine milde Wasserwogen, morgen stil- Thränenflut und des Kreulet sich das Meer. Ist dir zes heiße Glut sind mein heut ein Freud entzogen, Frühstück alle Morgen. morgen kommt sie wieder Furcht, Betrübnis, Angst her. Ist dir aller Troft und Not sind mein tågentgangen, fei zufrieden, lich Speisebrot. dein Verlangen wird er4. Seh' ich jene bösen füllet nach Begehr. Rotten, die sich in die 17. Was betrübst du dich mit Schmerzen, stille doch und harr auf Gott; danken will ich ihm von Herzen, daß ich werde nicht zu Spott. Ob er mich gleich würde töten, hilft er mir dennoch aus Noten, er, der starke Zebaoth.: Welt verliebt, werd' ich innerlich betrübt; denn sie meiner höbnisch spotten, wenn sie schreien: Seht den Mann, dem sein Gott nicht helfen kann! 18. Herr, errette mich mit Freuden aus der Hdllen Grausamkeit; hilf mir, daß ich auch im Leiden dir at dienen sei bereit. Giebst du nur des Geistes Gaben, daß sie mir die Seele laben, tret' ich fröhlich an den Streit.:;: Joh. Rift. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. 5. Dann geh'ich in meine Kammer, fall' auf meine matten Knie, heul' und winsle je und je, und beweine meinen Jammer; met ner Thränen milder Lauf steiget zu dir wolkenauf. 6. Gott, wann wirst du dich erbarmen über meine schwere Pein? Wann wirft du mir gnädig sein? Ach wann wirst du mich umarmen? Ach mein Gott, wie lang, wie lang foll mir doch noch sein so 438. ch bin mide bang? mehr zu le7. Sebe mich doch einben, nimm mich, liebster mal nieder, laß mich komGott, zu dir; muß ich men doch zur Rub, allerdoch im Leben hier täglich liebster Vater du, trifte in Betrübnis schweben; mich doch einmal wieder; meine größte Lebenszeit gieb mir endlich doch einläuft dahin in Traurigkeit. mal Herzenslust nach die2. Möcht' es dir, mein ser Qual. Gott, gefallen, wollt' ich 8. Doch wer weiß, wozu herzlich gern ins Grab, da es mißet, daß du mich so mein Leid geschnitten ab, züchtigeft, daß ich werde so da mein schmerzenvolles gepreßt, und vor welcher Wallen dieses Lebens ganz! Not es schůzet? Denn wer Dom Krenz der Chriften. 377 wer in der Welt sich freut, Herren Zorn; denn für kommt oft um die Seligkeit. das, was du verübet, solltst 9. Darum laß die Straf du billig sein verlorn. O ergehen, schlage zu und du armer Erdenwurm, wer ftaupe fort, liebster Gott, bilft dir in diesem Sturm? und schone dort; doch da- 5. Ach ich hab' nicht mit ich's kann ausstehen, so angenommen den, der mir verleihe mir Geduld beiver- zu helfen kam; drum auf borgner Gnad und Huld. mich der Fluch ist kom10. Und nimm mich nach men, den sonst Jesus auf deinem Willen, nach der sich nahm. O der großen ausgefandnen Qual, in Missethat, die Gott sehr den großen Freudensaal, erzůrnet hat. da sich alle Not wird stillen. Komm, mein Gott, wenn dir's gefällt, und reiß mich von dieser Welt. Georg Neumart. 6. Recht man dich unselig nennet, ja auch aller Gnad unwert, weil du solches nicht erkennet, und dich ganz von Gott gefehrt; alle Angst fällt auf dich hin, und zernagt dein Herz und Sinn. 439.h bin voller 7. Nengſtlich klag' ich, ja dies und Mel. Komm, o komm, du Geist des Lebens. Leiden, und vergeh' vor mich erst Jammers voll, Traurigkeit; bitter sind weil ich habe den verschermir alle Freuden, lang get, der mein A und O sein das Elend dieser Zeit; soll. Durch die Sünde mein Geblüt erstarrt in bab' ich mir selbst gesperrt mir, und mein Herz ver- die Gnadenthür. schmachtet schier. 8. Du hast deine Gna2. Was bedeut dein La- densonne, die dir Licht und mentieren, du betrübtes Is- Leben giebt, deine Freude, rael? Wessentwegen läßt deine Wonne, armes Kind, du spüren solches Leid in zwar sehr betrübt; aber deiner Seel? Mußt du glaube, daß dich doch Gott dich verlassen sehn, oder was ist sonst geschehn? zur Beßrung züchtigt noch. 9. Ja, ach wenn nur 3. Ach wie sollt' ich nicht einst mein Hoffen lief in erschüttern, weil der mein diesen Hafen ein, da mir Feind worden ist, vor dem Jesu Wunden offen steErd und Himmel zittern, ben; aber ach der Pein, wenn er sich mit Eifer es sieht ja mein Glaub rust; dem ich viel zu Leid jeht nicht seine Nägelmal; gethan, sieht mit Grimm das sticht. und Zorn mich an. 10. Geh nur auch zum 4. Billig bist du hoch be- Ort der Leiden, geh nur, trůbet, weil du trägst des trink den Myrrhenwein, wel 378 Vom Krenz der Christen. welchen Jesus dir beschei- 5. Wollen auch wohl den, bis du ångstlich voll meine Freunde mir nicht wirst sein; denn ein so anders, als die Feinde, zerknirschter Geist endlich hindern meine LebensGottes Huld geneußt. bahn, Jesu, nimm dich meiner an. 11. Nun, so trag' ich mein Betrüben, schleugt 6. Fehlet mir's an Kraft auch Gott gleich zu die zu beten, laß mich detHand; ich bin ia darein nen Geist vertreten, stårke geschrieben, sein Aug ist meine Zuversicht, und verauf mich gewandt; seine giß nur meiner nicht. Treue wirkt in mir dies 7. Will auch gleich der mein Seuffen und Begier. Glaub schwach werden, 12. Kommt, wir wollen und nicht tragen die Bewenn die gerne trinken diesen Lei- schwerden, denskelch, bis wir ganz Drangsalshize sticht, Jein unser Nichts versinken; quellt, ihr Augen, Thranen hier. Finsternis ist bei Gott Licht, wenn gleich alles Licht gebricht. su, so vergiß mein nicht. Mel. Allenthalben, wo ich gehe. 8. Bin ich irgend abgewichen, und hab' mich von dir verschlichen, sei mein Wiederkehr und Licht, Jesu, und vergiß mein nicht. 9. Wenn ich gänzlich bin verlassen, und mich alle hilf so sei du 440. ein Kreuz mein Zuversicht, Jeſu, mir tragen; wenn in und vergiß mein nicht. bösen Jammertagen mich 10. Wenn ich hülflos der arge Feind ansicht, da muß liegen in den Jesu, dann vergiß mein letzten Todeszügen, wenn nicht. mein Herz im Leib zer2. Wenn die falschen bricht, Jesu, so vergiß Rottgesellen denken gånz- mein nicht. lich mich zu fällen, und 11. Fahr' ich aus dem nimm mir Rat und That ge- Weltgetümmel, bricht, Jesu Christ, ver- mich, Jesu, in den Himgiß mein nicht. mel, daß ich seh' dein An3. Will mich böse Luft gesicht; Jesu Christ, ververführen, so laß mir das giß mein nicht. Herze rühren das zukünftige Gericht, und vergisse In eigener Melodie. meiner nicht. die 4. Kommt die Welt mit 441. Kein Chrift soll ihren Tücken, und will mir Rechnung machen, daß das Ziel verrücken durch lauter Sonnenschein hier ihr falsches Wollustlicht, um ihn werde sein, und Jesu, so vergiß mein nicht. er nur scherten muss und la= 379 Dom Kreuz der Christen. lachen; wir haben keinen uns will offenbaren; weil Rosengarten hier zu ge- sie nach diesen kurzen Zähren soll ewig währen. warten. Simon Dach. 2. Wer dort mit Christo hofft zu erben, gedenk' auch für und für in dieser Welt allhier mit ihm zu Mel. Ach Gott und Herr. leiden und zu sterben. 442. Komm, Kreuz Hier wird, was uns zeslaft, du dort erforen, durch Kreuz werter Gast, ich will dich geboren. willig tragen; weil jeder Christ, so fromm er ist, muß haben seine Plagen. 3. Was mußte Chriftus selbst ausstehen! Er mußte ia durch Not und jammerlichen Tod zu seiner Herrlichkeit eingehen; und du vermeinst mit Recht zu klagen in bösen Tagen? 2. Ich will gar gern den Zorn des Herrn und seinen Eifer dulden, weil seine Glut mein Frevelmut und Sünde wohl verschulden. 4. Der Wein muß erst gefeltert werden, eh als sein süßer Saft das Trauern von uns rafft. Der Weizen, so uns stärkt auf Erden, kommt durch das Mahlen und durch Hiße uns erst zu nuke. 3. Ich sag' es recht: ich Lasterknecht hab' öfters mißgehandelt; den Sündenpfad durch Missethat von Jugend auf gewandelt. 4. Dadurch hab' ich gestürzet mich in ewiges Verderben, ja müßte fort zur Höllenpfort, und bö5. Gold, Silber und viel ander Wesen muß auch ses Todes sterben: durchs Feuer gehn, eh als 5. Wo deine Gunst und es kann bestehn. Ein Kran- Liebesbrunst nicht vor den fer, will er recht genesen, wird über den Arzneigetränken sich nicht viel Frånken. Riß getreten, dein liebster Sohn, der Gnadenthron, bei dir mich losgebeten. 6. Weil du denn bist zu 6. Wer hat den Sieges- ieder Frist, mein Gott, Franz getragen, der nicht sehr reich von Güte, und vom Ulebermut der Feind' liebst dabei, wenn voller in Schweiß und Blut und Reu und Buße das GeKummer hat gewußt zu sa- mute: gen? Wer wird das Ziel im Wetterennen ohn Staub erkennen? 7. Jft noch so viel uns miderfahren, so ist doch dieses Leid nicht wert der Herrlichkeit, die Gott on 8. Du wirst, mein Gott, 7. So glaub' auch ich ganz sicherlich, du wirst mich lassen spüren dein' Herrlichkeit, und mit der Zeit mir meine Sach ausführen. aus 380 Dom Krenz der Christen. aus Hohn und Spott mich 5. All Kreatur bezeuget endlich ans Licht bringen; das, was lebt in Wasser, der Feinde Schar nicht Luft und Gras, sein Leiimmerdar es laffen so ge- den kann's nicht meiden. lingen. Wer denn in Gottes Nam 9. Drum, Kreuzeslaft, nicht will, zuletzt muß er komm, werter Gast, ich des Teufels Ziel mit schwewill dich willig tragen; rem G'wissen leiden. weil jeder Christ, so fromm er ist, muß haben seine Plagen. Ernst Christoph Homburg. In eigener Melodie. 443. Rommt ber zu 6. Heut ist der Mensch schön, jung und lang, sich, morgen ist er schwach und krank, bald muß er auch gar sterben. Gleichwie die Blumen auf dem Feld, also wird auch die schöne mir, spricht Welt in einem Hui verGottes Sohn, all, die ihr derben. ſeid beschweret nun, mit 7. Die Welt erzittert Sünden hart beladen. Ihr ob dem Tod; wenn einer Jungen, Alten, Frau und liegt in letter Not, dann Mann, ich will euch geben, will er gleich fromm werwas ich kann, will heilen den. Einer schafft dies, der euren Schaden. andre das, sein'r armen Seel er ganz vergaß, dieweil er lebt auf Erden. 2. Mein Joch ist süß, mein' Bürd ist gring, wer mir's nachträgt in dem Geding, der Hill wird er entweichen; ich will ihm treulich helfen trag'n, mit mei- fich erst Gott ergeben. ner Hülf wird er eriag'n das ewig Himmelreiche. 8. Und wenn er nimmer leben mag, so hebt er an ein' große Klag, will Ich fürcht' fürwahr, die göttlich Gnad, die er allzeit verspottet hat, wird schwerlich ob ihm schweben. 3. Was ich g'than hab' und g'litten hie in meinem Leben, spåt und früh, das sollt ihr auch erfüllen; was ihr gedenkt, ja redt und thut, Fungen nicht sein stolzer das wird euch alles recht und gut, wenn's g'schieht 9. Ein'm Reichen hilft doch nicht sein Gut, dem Mut, er muß aus diesem Maien; wenn einer hätt' nach Gottes Willen. die ganze Welt, Silber und Gold und alles Geld. so muß er an den Reihen. 4. Gern wollt' die Welt auch selig sein, wenn nur nicht wär' die schwere Pein, 10. Dem G'lehrten hilft die alle Christen leiden; doch nicht sein' Kunst, die so mag es doch nicht an- weltlich Pracht ist gar um ders sein, darum ergieb sonst; wir müssen alle sterdich nur darein, wer ewge ben. Wer sich in Chrifts Pein will meiden. nicht bereit, weil er lest * Vom Kreuz der Christen. 381 in der Gnadenzeit, ewig men, das hält und giebt muß er verderben. er g'wiß fürwahr. Der 11. Höret und merkt, helf uns zu der Engelihr lieben Kind, die jekund schar durch Jesum ChriGott ergeben sind, laßt stum, Amen. euch die Müh nicht reuen: Georg Grünwald. balt stets am heilgen Gotteswort; das ist eur Trost In eigener Mel. oder: und höchster Hort, Gott Herr Jesu, ewges Licht. wird euch schon erfreuen. 444. wie ich), Lebt jemand so ſo so 12. Nicht Uebel ihr um Uebel gebt, schaut, daß ihr hier unschuldig lebt, laßt lebt er jammerlich; wor= über ich muß weinen, will euch die Welt nur affen. mir doch nicht erscheinen; Gebt Gott die Rach und was ich such' mit Begier, alle Ehr, den engea Steg verbirget fich vor mir. geht immer her, Gott wird die Welt schon strafen. 2. Jm Himmel ist das Gut, darin mein Herze 13. Wenn es ging nach ruht; hinauf steht mein des Fleisches Mut, in Verlangen, dich Jesu, Gunst, Gesundheit, gro- zu umfangen; ich such' und. ßem Gut, würdt ihr gar finde nicht, was mir so bald erfalten. Darum hoch gebricht. schickt Gott die Trübsal her, damit das Fleisch gezüchtigt wär', zu ewger Freud erhalten. 14. Jft euch das Kreuz bitter und schwer, gedenkt, wie heiß die Hölle wär', darein die Welt thut rennen; mit Leib und Seel muß leidend sein ohn Unterlaß die ewge Pein, und mag doch nicht verbrennen. 15. Jhr aber werdt nach dieser Zeit mir Christo haben ewig Freud, dahin sollt ihr gedenken. Es lebt kein Mann, der aussprechn kann die Glorie und den ewgen Lohn, den euch der Herr wird schenken. 16. Und was der ewig gutge Gott in seinem Wort versprochen hat, geschworn bei seinem Na3. Was mir sonst werden kann, steht meiner Lieb nicht an; die Welt mit ihren Schäßen kann mich doch nicht ergötzen; die Wollust dieser Erd ist keiner Liebe wert. 4. Ich lieb', was ewig bleibt, was keine Zeit wegtreibt, was meine Seele nähret, was keine Flut verzehret, und keine Glut verbrennt, kein Unglück von mir trennt. 5. Ich lieb' und werd' gequält; denn was ich hab' erwählt, giebt sich nicht zu genießen. Wie sollte nicht verdrießen, stets lieben ohne Frucht, nicht finden, was man sucht? 6. Wie lang hab' ich geweint, weil mir fein Troft erscheint; wie lang bab' ich ge= 382 Vom Kreuz der Christen. 7. Ach Himmel thu dich auf, ich komm' in vollem Lauf; laß mich nur eins erblicken den, der mich kann erquicken. Ach Jesu laß mich ein! war oft mein Seufferlein. geklaget, daß mich die Liebe ich bin schwach, und Gott vlaget! Stund nicht mein mich Furcht läßt finden: perz und Sinn nach Jesu so weiß ich, daß kein G'walt immer hin? bleibt fest, it's allerbest, das Zeitlich muß verschwinden. Das ewig Gut macht rechten Mut; dabei ich bleib', wag' Gut und Leib; Gotthelf mir überwinden. 3. All Ding ein Weil, ein Sprichwort ist; Herr 8. Umsonst ist alles doch, Jesu Christ, du wirst mir ich muß am schweren Joch stehn zur Seiten, und sedes Lebens länger ziehen; hen auf das Unglück mein, umsonst ist mein Bemühen. als wär' es dein, wenn's Was mir sollt' süße sein, wider mich wird streiten. das bringet bittre Pein. Muß ich denn dran auf 9. Ich will doch nicht dieser Bahn: Welt, wie aufhörn, zu lieben und zu du willt. Gott ist mein ehrn, den meine Seele lie- Schild; der wird mich wohl bet, obgleich die Lieb be- begleiten. trůbet; ob ich sein nicht genieß', ist doch das Lieben süß. Maria Königin v. Ungarn. In eigener Melodie. 10. Der Wille bringt 446. Mein Freund die Kron, ist sonst kein andrer Lohn; das unge- aus Lieb in seinem Blute, stillte Sehnen, vermischet mit den Thränen, muß mitten in der Pein ein süßes Labsal sein. Heinr. Müller. sein Leiden ist der Höllen strenge Pein; er löscht den Grimm, zerbricht des Trei bers Rute, das Leben wirft sich in den Tod hinein; davon zerspringt des Todes In eigener Melodie. 445, MA ich Un- Schlund; nun macht mein glück nicht Brautigam mich wiederum widerstahn, muß Ungnad gesund. han der Welt für mein 2. Er sabe mich in meirecht Glauben: so weiß ich nem Blute liegen, sein doch, es ist mein Kunst Herz entbrannt' in heißer Gotts Huld und Gunst; Liebesmacht. Dies war die muß man mir erlau- genug, den Schöpfer zu ben. Gott ist nicht weit, besieger das hat ihn bald ein kleine Zeit er sich ver- in solchen Trieb gebracht, birgt, bis er erwürgt, die daß er mit Gottes Zorn mich seins Worts berauben. gekämpft. Nun hat sein 2. RIcht, wie ich woll', fanftes Licht des Grimjehund mein' Sach, weil mes Quell gedämpft. 3. Du Vom Kreuz der Christen. 383 3. Du mußtst mit Angst Schlacke ist, was sich in die Feuersmacht zerschellen, Gliedern reget, derSchmeldie dergestalt in deinen Geist zer ist mein Freund, die geblißt, daß du geschmeckt Glut der Schmerz. Muß die Bitterfeit der Höllen, gleich das Gold durchs und in dem Kampf das Feuer geht, so bleibt es milde Blut geschwißt. Du doch verklärt in ſeinem finkst so tief in Tod hin- Tiegel_stehn. ein, daß du von deinem Gott mußt wie geschieden sein. 8. Dann bringt mein Geist mit Freuden seine Garben, des Himmels 4. O Brautgam, dein Blitz durchstrahlet seinen geheimnisvolles Lieben hat Sinn; die Weisheit spielt dich selbst zum Anathema in ihren Wunderfarben, gemacht. Wie, wird die da blinkt das Herz wie Lieb auch bis zum Fluch Jaspis und Rubin. Wenn getrieben? Ach ja, der sich der Blick durchaus Trieb bat fie so weit ge- erstreckt, so kriegt mein bracht. Das Leben nimmt Geist sein Kleid, und wird uns wieder an, und wird mit Licht bedeckt. selbst aus dem Buch des Lebens ausgethan. 5. So hast du denn, o Tod, den Mann verschlungen, und wußteft nicht, daß er das Leben trägt. Dem Leben ist der weise Rat gelungen; des Todes Truß wird von ihm hingelegt. Geh' ich nur in den Tod hinein, so muß der Tod mir selbst des Lebens Wurzel sein. 9. Da füssen ihn der Weisheit süße Blicke, da ruht die Seel in ihrem Liebesschoß; da wird sie denn vom Tod, vom Sundenstricke und von dem Dienst der Eitelkeiten los. Wenn sie des Himmels Klarheit ziert, wird fie als Königin zum Könige geführt. 10. Drum scheu' ich nicht des Leidens bittreMyrrhen, 6. Jn Chrifti Tod wird in Myrrhen liegt die nun mein Tod vertrieben, er schönste Balsamkraft; daist mir nur ein Weg ins bei kann mich des FleiParadies: darinnen wird sches Schmerz nicht irren, der strenge Sinn zerrieben, weil mir das Joch in wenn ich sein Blut und sei- Christo Ruhe schafft. Die nen Tod genieß. Davon Liebe ging den schmalen zerschmilzt die Härtigkeit, Steg, aus Liebe wähl' ich und wandelt meine Pein mit der Liebe Kreuzesweg. in reine Himmelsfreud. 11. Mein Gott, ent7. Nun wird mein Gold und in mir des Kreuzes im Leiden rein gefeget, der Flamme, laß dessen Glut Ofen ist das Kreuz, der des Geistes Gold durchTest( Tiegel) das Herz, die gehn, und stärke mich in dem 384 Dom Krenz der Christen. dem erwürgten Lamme, 6. Daß du dein selbst daß ich verklärt im Liegel nur erst kommst los, so bleibe stehn. Wenn gleich stehe aller Dinge bloß, ſei das Fleisch sich kläglich wie es geht, zufrieden. stellt: gnug, daß der neue Nimm dich nichts an, so Mensch im Kreuz den Sieg ist's gethan, und bleibt die erhält. Christian Fried. Richter. Sünd vermieden. 7. Drum faß dich mit Mel. In dich hab' ich Beständigkeit, fiets gleich gehoffet, Herr. zu stehn in Leid und Freud, 447. Mensch, drückt in Rettung und Verderdein Kreuz ben, in Süß und Saur dich ohne Ziel, ist auch des wie eine Maur, im Leben Leidens noch so viel, werd und im Sterben. in nicht zum Rebellen; 8. Kreuz war die Wehr stårk deinen Mut, Gott in Christi Hand, als er den meint es gut, dies wird Teufel überwand: wer zuletzt erhellen. kann das Kreuz gnug lo2. Kommst du in Un- ben? In allem Krieg erfall, Angst und Plag, Ver- hålt's den Sieg, wenn luft, Verfolgung, Spott noch die Feind' so toben. und Schmach den Kreuz- 9. Kreuz ist der Weg weg bergegangen: lach oder und enge Pfad, der uns wein, es muß so sein, sollst zum Himmel führt gerad, du zum Heil gelangen. drum wollt ihn Christus 3. Wenn Gott dich gehen. Wer dieses glaubt schlägt an Geld und Gut, und folgt dem Haupt, kann an Ehr, Gerücht, anFleisch für ein Glied bestehen. und Blut, an Seel, an 10. Kreuz ist das ZeiMut und Sinnen: du chen im Gericht, wenn bift's nicht wert, denn er Chrift, der Herr, das begehrt hierdurch dich zu Urteil spricht; wer dann gewinnen. nicht will anhören das 4. Unmöglich ist's mit harte Wort: Weicht von solchem Zeug zu gehen ein mir fort! muß sich zum in Gottes Reich; drum Kreuz hinkehren. will er von dir nehmen, was haft und liebt, freut und betrübt, zur Reis dich zu bequemen. 5. Trägst du dein Kreuz mit Liebe fort, so trägt es dich zur Himmelsvfort, da Luft für Last zu fin- 12. Des Eigenwillens den. Legst du eins bei, böse Art hält Gott in uns so findst du zwei, und stets Widerpart; wie wohl bleibst wohl gar dahinten. würd's mit uns stehen, war 11. Kein Unglück nie die Seel betrübt, die in Geduld zum Kreuz fich giebt, ihr schadt kein Tod noch Hölle. Unleidsamkeit bringt fieten Streit und ist der Sünden Quelle. Dom Krenz der Christen. 385 war dieser tot: dann leb-( dir ergiebt, und dich recht te Gott, und könnt' sein liebt, bleibt unbetrübt. Sam aufgehen. 3. Herr, nimm dich 13. Der Eigenwill, des meiner Seelen an, und Satans Bild, ist's, der die führe sie die rechte Bahn; Seele so verwildt, und laß deine Wahrheit leuchfürzt aus Gottes We- ten mir im Steige, der sen in Untergang; durch uns bringt zu dir. Kreuz und Drang muß wieder sie genesen. 4. Denn du bist ja mein einges Licht, sonst weiß ich 14. Drum lehrte Chri- feinen Helfer nicht; ich ftus: Eins ist not! und harre dein bei Tag und seht' uns auf ein neu Ge- Nacht: was ist, das dich bot durchs Wort vom so säumend macht? Kreuz und Leiden. Wer 5. Ach wende, Herr, hierum wirbt, der Sünd dein' Augen ab von dem, abstirbt, und von sich selbst kann scheiden. wo ich geirret hab'. Was denkst du an den Sündenlauf, den ich geführt von Jugend auf? 6. Gedenk an deine Gütigkeit und an die große Süßigkeit, damit dein Herz zu trösten pflegt das, was sich dir zu Füßen legt. 15. In dem steht auf ein neuer Mann nach Geist und Kraft, der alles kann zu Gottes Wohlbehagen. Was dem zufällt, für gut er hålt, macht Preis und Dank aus Klagen. 16. Durchs Kreuz ging 7. Der Herr ist fromm unser Herr allein zu sei- und herzlich gut dem, der ner Herrlichkeit auch ein, sich prüft und Buße thut. den Weg mußt du erwäh- Wer seinen Bund und len. Die Wahrheit spricht: Zeugnis hålt, der wird erGehst du ihn nicht, weh halten, wenn er fällt. beiner armen Seelen! 8. Ein Herz, das Gott von Herzen scheut, das wird in seinem Leid erfreut, und wenn die Not am tiefsten steht, so wird 448. Nach dir, sein Kreuz zur Wonn erhöht. Gottfried Arnold. Mel. O( Herr) Jesu Chrift, meins Lebens Licht. Herr, verlanget mich, du bist mein Gott, ich hoff auf dich; 9. Nun, Herr, ich bin dir wohl bekannt, mein tch hoff und bin der Zu- Geist der schwebt in deiversicht, du werdest mich beschämen nicht. ner Hand; du siehst, wie meine Seele thrant, und 2. Der wird zu Schan- sich nach deinerHülfe sehnt. den, der dich schåndt, und 10. Die Angst, die mir sein Gemüte von dir mein Herze dringt, und vendt; der aber, der sich daraus so viel Seuffer 17 zwingt 386 Dom Krenz der Chriften. wingt, ist groß; du aber bist der Mann, dem nichts Mel. Sion klagt mit Angst und Schmerzen. zu groß entstehen kann. 11. Drum fteht mein 449. Nichts Be Auge stets nach dir, und trübters trägt dir mein Begehren auf Erden, nichts kann so für. Ach laß doch, wie du zu Herzen gehn, als wenn pflegst zu thun, dein Aug arme Witwen werden, auf meinen Augen ruhn! wenn verlaßne Waisen 12. Wenn ich dein darf, ftehn ohne Bater, ohne so wende nicht von mir Mut, ohne Freund und dein Aug und Angesicht; ohne Gut. Witwen sind laß deiner Antwort Ge- verlaßne Frauen; wer thut genschein mit meinem Be- auf die Waisen schauen? ten stimmen ein. 13. Die Welt ist falsch, du bist mein Freund, der's treulich und von Herzen meint. Der Menschen Gunft fieht nur im Mund, die Mauern sind zerspalt, du aber liebst von Herzensgrund. 2. Wo die Zäune find zerlůcket, jedermann hinübersteigt; auch ein Kind die Früchte pflücket, da die este sind gebeugt. Wo da findt sich der Feind gar bald; wem der Schirm und Schatten weichet, den die Hitze bald erreichet. 3. Also müssen stets die Armen leiden lauter Ungemach. Wenig ihrer sich erbarmen. Witwen schreien Weh und Ach über den, der sie oft preßt, und in Nöten stecken läßt. Waisen müssen sich nur schmiegen, und der Welt zu Füßen liegen. 16. Regier und führe 4. Also muß es hier ermich zu dir, auch andre gehen in der Welt auch Christen neben mir; nimm, mir und dir; Waisen müswas dir mißfällt, von uns sen traurig stehen, Witwen hin: gieb neue Herzen, müssen leiden hier. Denn neuen Sinn. wie fonnte Gott denn mein und der Deinen Vater sein? Sonsien ware Gott nicht ler Angst und Not, und Richter und der Waisenführ uns bald mit Gna- sachen Schlichter. den ein zum ewgen Friedund Freudenschein. Paul Gerhardt. 14. Zerreiß die Net, heb auf die Strick', und brich des Feindes Lift und Tück; und wenn mein Unglück ist vorbet, so gieb, daß ich auch dankbar ſei. 15. Laß mich in deiner Furcht bestehn, fein schlecht und recht fiets einhergehn; gieb mir die Einfalt, die dich ehrt, und lieber duldet als beschwert. 17. Wasch ab all unsern Sündenfot, erlds aus al5. Zwar der armen Witwen 3ahren fließen auf die Backen los; aber Vom Krenz der Christen. 387 ibre Seufzer kehren fich 4. O liebster Gast, o zu Gottes Sternenschloß; süße Last, Bewährung schreien über diesen Mann, aller Frommen, nimm hinder die Witwen angsten weg die Ungeduld, Murkann, bis der höchste Gott ren laß nicht kommen. das Ende und den Witwen Hülfe sende. 5. Ertôt den Leib, die Luft vertreib, laß deine Macht drein sehen, daß Natur und Eigenheit weichen und vergehen. 6. Witwen sind in Gottes Armen, Waisen sind in Gottes Schoß; ihrer will er sich erbarmen, wär die Not noch eins so groß. Ein solch ungerechter Mann tastet Gottes Auge an, der die armen Waisen drücket, und der Witwen Herz bestricket. 6. Im Kreuz ist Lieb, des Glaubens Trieb und hoffnungsvolles Leben; es giebt Trost, versichert auch der Kindschaft daneben. 7. Wenn sie bleiben in wie Chrisius lehret; wer den Schranken, darein sie in dessen Kraft dies fühlt, Gott hat gestellt, und liebet dich und ehret. von ihm nicht abe wan- 8. Geheime Ruh, wie fen, weil er sich zu ihnen bald wirst du bringen die hält, sollen sie im Him- schöne Krone, die der Siemelsschloß werden alles gern Jesus wird geben Kummers los; da soll nicht dort zum Lohne. mehr, wie auf Erden, Witwennot gehd ret werden. Michael Hunold. 7. O sanftes Joch, du bleibeft doch sehr leicht, Mel. O Traurigkeit, o Herzelcid. 9.3ionskind, ach eil geschwind, streck aus die beiden Arme; nimm darein das Kreuz mit Lust, Gott ist dein Erbarmen. 10. Er ist sehr mild, dein 450, Kreuzes- Burg und Schild, dein Stand, o Schußherr und Erretter, edles Pfand, das alle dein Immanuel und auch Streiter bindet, deinen süßen Honigsaft mein Herz wohl empfindet. im Kreuz dein Bertreter. 11. Der hat bereits und wird dein Kreuz noch fer2. O selig ist, wer dein ner helfen tragen; drum genießt, und mit dir ist will ich mit Zions Schar gezeichnet! Lauter Segen auch mit Amen sagen. läßt du nach dem, der dich erreichet. Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr. 3. O edler Schak, hab ewig Platz bei mir in met- 451. b schon das Kreuz, die deilen Schmerzen. ne Süßigkeit mit liebvol- größte Qual des Leidens mich drückt allzumal, geb' 17* ich 388 Vom Krenz der Christen. ich doch kein'n Rebellen; 8. Wo eigner Will hat dein Joch, mein Gott, ift überhand, so sind wir von süß, im Spott dein Nam wird mehr erhellen. Gott abgewandt; dann hast du überwunden, wenn 2. Wirst du betrübt, dein Will tot: so schmeckst geneidt, veracht, gedrückt, du Gott, und hast die geschmäht, gehaft verlacht: Tugend funden. halt still, wie dir's auch 9. Dies ist das rechte gehet. Bitt nur Geduld neu Gebot, das Christus von Gottes Huld, der lehrte, Mensch und Gott, Himmel offen fiehet. durchs Wort vom Kreuz 3. Schlägt dir schon und Leiden. Dein Lust Gott in Geld und Gut, muß hier und bis Begier in dein Gerücht, in Fleisch von dir sein abgescheiden. und Blut, ins Herz und 10. Dann hast du dich dein' fünf Sinnen: fall zum Geist bekehrt vom Gott zu Fuß; Lieb leiden Fleisch, und kannst dich unmuß: Gott thut's, dich verwehrt in Gottes Wilzu gewinnen. len üben, und danken Gott 4. Dein Mut faß mit in Kreuz und Tod: kein Beständigkeit in Süß, in Leid wird dich betrüben. Saur, in Lieb und Leid, 11. So ginge durch das in Reichtum und Ver- Kreuz und Leid auch Chriderben. Halt dies Gebot stus ein zur Herrlichkeit. in Freud und Not, im Ach diesen Weg erwähle, Leben und im Sterben. wie Gottes Sohn; trittst 5. Kreuz tragen ist der du davon, weh deiner arenge Pfad, zum Himmel men Seele! führt er dich gerad, drum wollt ihn Christus gehen. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Wer dieses glaubt, und folgt dem Haupt, kann 452. Sei getreu in für ein Glied bestehen. 6. Dies sind die Waffn den, lasse dich kein Ungeist Christi Hand, da er den mach von der Liebe Jesu Teufel überwand; kein scheiden, murre nicht mit Mensch kann sie beschrei- Weh und Ach. Denke, ben. Die find bereit in wie er manche Zeit dir zu allem Strett, im Kreuz helfen war bereit, da du die standhaft bleiben. ihm dein Herz verschlossen, ob ihn das nicht hab' verdrossen. 7. Nichts unsrer Seelen Schaden bringt, so lang die Trubsal auf uns dringt, 2. Sei getreu in deinem trok Tod und Höllengei- Glauben, baue deiner Seefier. Wo Kreuz nicht ist, len Grund nicht auf zwetda wird durch List die felhafte Schrauben; sage Welt bald unser Meister. den gewissen Bund, so geschlos Dom Krenz der Christen. 389 schlossen in der Tauf, dei- ich leiden, glauben, lieben, nem Gott nicht wieder hoffen fest, und getreu auf; fange an ein besser sein bis zum Scheiden, Leben, deinem Gott zum weil mein Jesus nicht verDienst ergeben. läßt den, der ihn beständig liebt, und im Kreuze sich ergiebt. Jhm befehl ich meine Sachen, Jesus wird's zuletzt wohl machen. Benjamin Prätorius. 3. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt; an dem Nächsten Gutes übe, ob er dich gleich hart betrübt. Denke, wie dein Heiland that, als er für die Feinde bat; so Mel. Was mein Gott mußt du verzeihen eben, will, das g'scheh allzeit. foll Gott anders dir ver- 453. Sei Gott gegeben. treu, halt 4. Sei getreu in deinem seinen Bund, o Mensch, Hoffen; hilft Gott gleich in deinem Leben; leg diesen nicht, wie du willt, er hat Stein zum ersten Grund, bald ein Mittel troffen, daß bleib ihm allein ergeben; dein Wünschen wird er denk an den Kauf in deifüllt. Hoffe fest, Gott ner Tauf, da er sich dir ist schon hier, sein Herz verschrieben bei seinem Eid, bricht ihm gegen dir; hoffe in Ewigkeit als Vater dich nur, Gott ist vorhanden, zu lieben. Hoffnung macht dich nicht 2. Sei Gott getreu, zu Schanden. laß keinen Wind des Kreu5. Sei getreu in To- zes dich abkehren. Ist er desnöten, fechte frisch den dein Vater, du sein Kind, lehten Zug; sollt' dich was willst du mehr begleich der Herr auch töten, gehren? Dies höchste Gut das ist ja der letzte Druck. macht rechten Mut; kann Wer da recht mit Jesu seine Huld dir werden: ringt, und wie Jakob ihn nichts Beßres ist, mein bezwingt, der gewißlich lieber Christ, im Himmel auch obsieget, und die und auf Erden. Lebenskrone Frieget. 3. Sei Gott getreu, 6. Sei getreu bis an von Jugend auf, laß dich das Ende, daure redlich aus den Kampf, leidest du kein Lust noch Leiden in deinem go jen Lebenslauf gleich harte Stände, dul- von seine Liebe scheiden; dest du gleich manchen sein alte eu wird tågDampf: ist das Leiden die- lich ra, sett Wort steht ser Zeit doch nicht wert nich, auf Schauben; was der Herrlichkeit, so dir er verspricht, das bricht wird dein Jesus geben dort nicht, das sol ft du kühnin jenem Freudenleben. Ich glauben. 7. So wohlan! so will Sei Grat getreu in det 390 Dom Krenz der Christen. deinem Stand, darein er wirst du dich fort ewiglich dich geseket; wenn er dich in seiner Treu ergötzen. hält mit seiner Hand, wer Michael Frand. ist, der dich verlehet? Wer seine Gnad zur Brustwehr Mel. O hat, kein Teufel kann ihm du Liebe meiner Liebe. schaden; wo dies Stacket 454. Sei mir taubleium einen steht, bet wohl geraten. willkommen, süßes Leiden, 5. Sei Gott getreu, sein liebes Kreuz! Odu Manna liebes Wort standhaftig zu aller Frommen, labst du bekennen; steh fest darauf mich auch allbereits? Ja, an allem Ort, laß dich mein Jesus will mich davon nicht trennen. Was füssen jetzt in seiner Dordiese Welt in Armen hält, nenkron, und mein Abba muß alles noch vergehen; läßt mich wissen, daß ich fein liebes Wort bleibt sei sein lieber Sohn. ewig fort ohn alles Wanken stehen. 2. O wie füff ich deine Rute, Abba; o ich küsſe 6. Set Gott getreu, fie; denn sie thut mir viel als welcher sich läßt treu zu gute, tötet meine und gnädig finden; streit Schlange bie. Drum so unter ihm nur ritterlich, schlag, o Bater, schlage laß über dich den Sünden nur noch besser meinen ia wider Pflicht den Zü- Feind, der's ia wahrlich gel nicht; wär' ja der Fall all mein Tage niemals geschehen, so sei bereit, gut mit mir gemeint. durch Buß bei Zeit nur wieder aufzustehen. 3. Jesu, sturm in mir die Hölle der verfluchten 7. Sei Gott getreu bis Eigenheit; brich, zermalme in den Tod, und laß dich und zerschelle alle meine nichts abwenden: er wird Eitelkeit: so will ich dir und kann in aller Not dir fröhlich fingen Lob und treuen Beistand senden; Preis und Gloria; Herz und und kam' auch gleich das Mund soll noch erklingen bölsche Reich mit aller von Triumph, Viktoria. Macht gedrungen, wollt auf dich zu, so glaube Mel. Lobe den Herren, du, du bleibest unbezwun- den mächtigen König der Ehren. gen. 8. Wirst du Gott also 455. Soll ich denn, bleiben treu, er Jesu, mein dir erweisen, daß er dein Leben in Trauern beschlielieber Vater sei, wie er dir sen? Soll ich denn stündbat verheißen, und eine lich mit Thränen die WanKron zum Gnadenlohn im gen begießen? Willst du Himmel dir aufseßen; da mich nicht, Jesu, mein Les 391 Vom Krenz der Christen. Leben und Licht, lassen nur hin, du bist verflucht auch Freude genießen? in meinem Sinn; o fal2. Ich will, was zeit- sches Lob, verkehrte Luft, lich ist, willig und gerne mir ist ein ander Lob beverlassen, wandeln mit Je- wußt, das hier besteht in su, dem Heiland die himm- Spott und Schand, in lische Straßen; ewige Ruh Haß und Neid durchs ganze fühlet mein Herze ja nu, Land. weil ich dich, Jesu, thu' faffen. 4. So ist das Leben allezeit gewesen, die der Ewig3. Jft doch dies zeitliche keit mit Eifer haben nachflüchtig und nichtige Leben gedacht, und allen Fleiß daimmer mit Krieg und Streit bin gebracht, zu drücken bäufig und stündlich um- aus das Ebenbild des Je= geben; hier ist kein' Ruh: su, welcher unser Schild. Jeſu, dir flieh' ich nur zu, 5. Ei, Seele, muntre laß mich im Himmel bald dich denn auf, dies ist der schweben. rechte Tugendlauf; du 4. Schaue, wie Thra- mußt allhier gehaffet sein nen und Seufzen mein von allen, und dies nicht Herze abnagen, wie ich allein von Feinden; ach muß iämmerlich leiden und dein nächstes Blut, das dulden viel Plagen, daß führt dich oft vom höchich vor Not öfters mir sten Gut. wünsche den Tod, dazu das ewige Leben. 6. Nun, Seele, geh mit Freuden fort durch Dors nen und durch Stachelwort; dein Heiland, der die Sanftmut war, geht Mel. Vater unfer im Himmelreich. ( o 456. So soll ich vor dir her, er flirbet gar. denn noch Fahr fort, so lang es dir mehr ausstehn? O Jesu, gefällt, mich recht zu hassoll ich dir nachgehn durch sen, falsche Welt! deinen schon gebahnten Weg, durch Kreuz und elendvolle Steg?? Ach hilf denn tragen dieses Joch, 457. Ursprung wahdamit lebe Freuden, Joachim Neander. Mel. Jesu, meine Freude. 2. Hier ist ja nichts als komm in meinem Leiden, Eitelkeit, hier lebt der und erfreue mich; strafe Mensch in Sicherheit; er meine Sünden, so daß ich denket wenig an das End, mag finden, daß du kräfdas augenblicklich her sich tiglich dich in mir, 0 wendt; der arme Sünder werte Zier, haft ergoffen, ist zu blind, drum wälzet daß dein Lieben ich hier mog' ausüben. er sich in der Sünd. 3. O falsche Freude, fahr 2. Laß nicht Lieb erkaltett 392 Dom Kreuz der Christen. ten in mir, sondern hal- wird geboren in dem ten meines Herren Wort. Kreuz die Friedenskraft Lehre mich ergründen dies und die wahre Ruh ge= Wort; laß mich finden hier schafft. Wer nun will an meinem Ort, wertes sein auserkoren, dringe Licht, was mir gebricht; durch die blutge Nacht, doch laß mich in meinem so wird er dazu gebracht. Klagen gleichwohl nicht Laßt uns sein darauf beverzagen. flissen! Durch viel Kreuz 3. Auch wollst du in und Leiden müssen, die Zeiten mich behutsam lei- gottsfürchtig wollen les ten alle Wahrheit ein, daß ben, nach dem Reiche ich möge kämpfen ritter Gottes streben. lich, und dampfen, was mir bringet Pein. Wenn die Sund auf mich geschwind thren Stachel schießt, mich stärke, daß ich Trost vermerke. 3. Wer dem Lamme will nachgehen, wo es hingeht allezeit, muß fich wagen in den Streit. Der wird noch auf Zion stehen, der sich innig ihm ergiebt, 4. Wenn ich nun soll und nicht seine Seele liebt. sterben, und mein Fleisch Denn der muß die Seel verderben, da verlaß mich verlieren, der durchs Kreuz nicht. Tritt mir an die sich nicht läßt führen; wer Seite; hilf, daß ich so sie aber wagt im Streite, streite, daß ich ins Gericht wird sie tragen noch zur ja nicht komm'; o mache Beute. fromm mich, daß ich in diesemLeben bloß mög' hiernach streben! Chriftoph Runge 4. Unsers Hauptes Vater tråget Vatersliebe gegent die, so ein wenig haben Müh unterm Kreuz, wenn er sie schläget, und der Kinder ihr Gemüt 458. Machet auf, mit der Liebesrute zieht. ihr lie- Er zerschlägt und reißet ben Herzen, wachet auf, nieder, doch heilt er und und tret heran, seht, was bauet wieder; tötet, und Jesus hat gethan. Er schenkt auch das Leben, mußt' durch viel Todes- denen, die sich ihm ergeben. schmerzen, durch so manchen harten Streit gehen ein zur Herrlichkeit. Ach Jüngern gut; aber da der so schickt euch auch zum Lei- Feinde Wut wollte gar den, wer genießen will der Freuden; gebt euch in des demselben. fürcht'ten sich Baters Willen, er wird die Verlaßnen ångstigeuren Hunger stillen. Endlich haben sie ihr 5. Da der Heiland war auf Erden, ging es seinen zum Mörder werden an lich 2. Kämpfet, denn es Leben selbst mit Freuden VON Mel. Freuet euch, ihr Christen alle. Dom Krenz der Christen. 393 von sich geben, die gefol- dein Kreuz für unsre get Gottes Sohne, und Schuld so demutsvoll geerlangt die Marterkrone. tragen: wie sollten wir uns 6. Ach so laßt uns ihm nicht mit dir zum Kreuze nachgehen, da der Abend gern bequemen, bis du's gehet weg, daß wir blei- hinweg wirst nehmen. ben auf dem Steg; durch 3. Wir warten dein: die lehte Wach wir sehen du hast uns ja das Herz schon den Blick der Mor- schon hingenommen. Stets genrit, da die Sonn von bist du uns im Geiste nah: fern aufgeht. Es fångt doch willst du sichtbar komnun bald an zu tagen, wie men; und dann wirst du die Wächter alle sagen: bei dir uns Ruh, bei die Es wird keine Nacht mehr uns Freude geben, bei dir kommen, wenn vollendet ein Himmelsleben. find die Frommen. 4. Wir warten dein: 7. Jesu, du hast durch du kommst gewiß; dir dein Leiden uns geheiligt klopfen schon die Herzen, vor der Stadt. Nun, es vergessen aller Kümmernis, ist des Vaters Rat, daß vergessen aller Schmerzen. wir uns zum Kreuz be- Dereinst, dereinst, wann reiten auf der kurzen Pil- du erscheinst, wie soll das grimschaft. Ach so gieb Lied dir klingen und ewig uns allen Kraft, daß wir dir lobsingen!. B. Garve. deine Schmach mit tragen, und wenn uns die Mel. Freu dich sehr, o Feinde jagen, laß uns, meine Seele. Herr, nur nicht verder ben, daß wir Gottes Reich ererben. 460. Wie nach et ner Was ferquelle ein Hirsch schreiet Johann Christian Nehring. mit Begier, also auch Mel. Was Gott thut, 459.* Wir warten mein arme Seele ruft und schreit, Herr Gott, das ist wohlgethan. zu dir; nach dir, lebendis ger Gott, fie Durft und dein, o Verlangen hat. Ach wann soll es doch geschehen, daß ich dein Antlik mag sehen? Gottes Sohn, und lieben dein Erscheinen. Bald ist die Wartezeit entflohn, bald 2. Tag und Nacht mir kommst du zu den Deinen. meine Zähren sind wie ein Wer an dich glaubt, er- Speis oder Brot, wenn bebt sein Haupt, und sieht ich das hör' mit Beschwedir froh entgegen. Du ren, daß man fragt: Wo ift bringst ja Himmelssegen. dein Gott? Ich schütt 2. Wir warten dein, doch dann mein Herz gar aus, mit Geduld, in unsern denk', wie ich in Gottes Prüfungstagen. Du hast Haus geb' mit Leuten, die 17** lob= 394 Vom Kreuz der Christen. lobsingen, hüpfen und mit du dich frånken? Was Freuden springen. machst du dir selber Qual? 3.Mein' Seel, was thust Hoff zu Gott, und thu du dich kranken? Was gedenken: Ich werd' ihm machst du dir selber Qual? danken einmal, der mir Hoff zu Gott und thu sein Heil sichtbarlich stellt gedenken: Ich werd' ihm vor Augen, und der sich danken einmal; der mir ferner wird hernach erhilft, wenn er nur richt klären als den meinen auf mich sein klar Ange- Gott und Herren. ficht. Mein Gott, weh ist Ambrofius Lobwasser. meiner Seelen, die sich grämen thut und qualen. Mel. 4. Denn ich denk' an vich, mein'n Herren, ien- 461. seit dem Jordaner Land Freu dich sehr, o meine Seele. Wunderlich ist Getund dem Berg Hermon so tes Schicken, wunderbarfernen, auch den Berg lich ist sein Rat; herrlich Misar genannt. Ein Ab- ist doch sein Erquicken, grund dem andern ruft, dies erweist zuletzt die That. wenn über mir in der Wohl dem, der es recht Luft deine Ungestüme brau- bedenkt, seinen Sinn ju sen, und über dem Haupt Gott nur lenkt, der wird bersausen. sich in seinem Leben Got5. Alle deine Wasser- tes Obhut fiets ergeben. Wagen, deine Wellen all- 2. Also pflegt es Gott zumal über mich zusam- zu machen, dieses ist sein menschlagen; doch tröst' alter Brauch: über die ich mich in Trubsal, daß sein' Augen wachen, die bedu helfen wirft bei Tag, trübt und kränkt er auch; daß ich des Nachts fin- tößt in Jammer, Augst gen mag, dich als meinen und Not, die er doch bald Heiland preise, anruf und aus dem Kot will erhöhen, anbet' mit Fleiße. hoch verschen, und an Seel und Leib ergößen. 6. Gott, mein Fels, will ich dann sagen, wie 3. Dies bedenk, du meine vergißt du mein so gar, Seele, wenn bei dir die wenn mich meine Feind' Not bricht ein, und dich so plagen, daß ich traure ia nicht selbsten quale, als immerdar? Ihr Schmäh- solltst du verlassen sein. wort und falscher Mund Gott spielt mit dir wunmich bis aufs Gebein derlich, herrlich zu erretverwundt; denn sie täglich ten dich; laß dein Herze die Red treiben: Schau, nur nicht wanken, du wirst wo nun dein Gott mag ihm noch einmal danken. bleiben? 4. Denke selbsten nur 7. Mein' Seel, was thust zurücke, deine Jugend dich Vom Kreuz der Christen. 395 es lehrt: o wie manches Zeit, wenn er wenden will Ungelücke hat Gott schon das Leid, wenn er's herrvon dir gekehrt. Defters, lich will ausführen, unser da man hätt' gedacht, du Haupt mit Gnaden zieren. würdt in der Kreuzesnacht 9. Hålt's bleiben liegen und ersterben, ließ dich Gott doch nicht verderben. Gott nun vor dir verborgen, wann, wie, wo er helfen will, mach dir darum keine Sørgen, sei nur in dem Herren still. Er will sehen, ob auch fest sich dein Herz aufihn verläßt; er will, daß du ihn wohl kennest, desto mehr auch Vater nenneft. 10. Er will deine Andacht mehren, welche sonst fast kalt und tot; er will gern das Lob anhören, so du nach erlittner Not ihm, als der dein Lebensfürß, 5. Nun, der große Gott der Erden, der ist unveränderlich: wolltst du jetzt verzaget werden, als sollt' er nicht schüßen dich? Nein, sein wertes Baterherz bricht ihm noch in deinem Schmerz: ia wie's eine Mutter frånket, so dein Gott an dich gedenket. 6. Also fehlt's auch nicht am Können, Gott kann machen was aus nichts; noch erfreuter geben wirst, drum läßt er sich mächtig wenn du greiflich wirst nennen, wenn er redet, erblicken Gottes herrliches so geschicht's. Nimmt die Erquicken. Not schon überhand, doch Gott Mittel find bekannt, wie er könne dich erlösen wider all Vernunft vom Bösen. 11. Drum so lasſe Gott nur walten, ob du manchmal harren mußt; er wird dennoch bei dir halten, deine Not ist ihm bewußt, 7. Her auch, was dir die er so genau abmist, Gott versprochen hie und daß auch aller Feinde Lift da in seinem Wort, das dir kein Hårlein mag behålt er dir unverbrochen, rühren ohne Gott; fie so gewiß, als er dein Hort. muß verlieren. Himmel und die Erd ver- 12. Nun, mein Jesu, gehn, Gottes Wort muß sei gelobet, freilich bist du doch bestehn. Drum nur mir getreu; ob das KreuGottes Zusagtraue, aufsein' zesmeer schon tobet, ift Macht und Gnade baue. doch deine Hand dabei. 8. Doch, mein Herz, noch Stärk nur meine Zuverdieses wisse, Gott ist auch sicht, daß fie fest auf dich ein weiser Mann; denk gericht. Wunderlich wirfi nicht, daß er belfen müsse, du's noch schicken, herrlich plößlich, da er helfen kann. dein Kind zu erquicken. Wunderlich fügt er die Joh. Weißenborn. 396 Vom geistlichen Kampf. IX. Vom geistlichen Kampf. auf zum Streit, auf, auf Mel. O( Herr) Jefu zum Ueberwinden! In dieChrist, du höchstes Gut. ser Welt, in dieser Zeit ist 462. Gott, keine Rub zu finden. Wer der Satan nicht will streiten, trägt giebt mir ein, du wollst der die Kron des ewgen Lebens Sünden wegen mir forthin nicht davon. nicht mehr gnädig sein, ia 2. Der Teufel kommt seist mir ganz entgegen; mit seiner Lift, die Welt rufft alle Kreatur herbei, mit Pracht und Prangen; daß sie zur Rache fertig sei, das Fleisch mit Wollust, mich ewig zu verderben. wo du bist, zu fälln dich 2. Du wirst mich ja nicht, und zu fangen. Streitst liebster Gott, von deiner du nicht wie ein tapfrer Gnade scheiden; dein Sohn Held, so bist du hin und hat ja durch seinen Tod und schon gefällt. ausgestandnes Leiden ver- 3. Gedenke, daß du zu tilget meine Sündenschuld, der Fahn deins Feldherrn und mir hinwieder Gnad bast geschworen; denk ferund Huld durch sein Ver- ner, daß du als ein Mann dienst erworben. zum Streit bist auserko3. Drum gieb mir einen ren: ja denke, daß ohn Gnadenblick, ich weiß sonst Streit und Sieg nie keiner nicht zu bleiben; vertreib zum Triumph aufstieg. des Teufels böse Tuck, und lehre mich fest glauben, daß du mein Freund und Vater seist, der alle Gnade mir erweist um Jesu Christi willen. Ach 4. Wie schmählich ist's, wenn ein Soldat dem Feind den Rücken kehret, wie schändlich, wenn er seine Stadt verläßt und sich nicht wehret; wie spöttlich, 4. Ach stell dich nicht wenn er noch mit Fleiß so lange Zeit, als wolltst aus Zagheit wird dem du mich nicht sehen; ich Feind zum Preis. möcht' in meiner Bangig keit sonst ohne Trost vergehen. Ach eil und sich mich gnädig an, daß ich mich wieder freuen kann: so will ich, Herr, dir danfen. Christoph Brunchorft. 5. Bind an, der Teufel ist bald hin, die Welt wird leicht verjaget; das Fleisch muß endlich aus dem Sinn, wie sehr dich's immer pla= get; o ewge Schande, wenn ein Held vor diesen dreien Buben fällt! Mel. Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt. 6. Wer überwindt, und kriegt den Raum der Feinde, 463. Auf, Christen- die vermessen, der wird im mensch, auf, Paradies vom Baum des eiv= Vom geistlichen Kampf. 397 ewgen Lebens effent; wer überwindt, den soll kein Mel. Meine Hoffnung Leid noch Tod berührn stehet feste. in Ewigkeit. 464. Auf, ihr Chri7. Wer überwindt und sten, Chriseinen Lauf mit Ehren kann ffi Glieder, die ihr noch vollenden, dem wird der hangt an dem Haupt, Herr alsbald darauf ver- auf, wacht auf, ermannt borgnes Manna senden, euch wieder, eh ihr werdet ihm geben einen weißen hingeraubt. Satan beut Stein und einen neuen an den Streit Christo Namen drein. und der Christenheit. 8. Wer überwindt, be- 2. Auf, folgt Christo, eukommt Gewalt, wie Chri- rem Helden, trauet seinem stus zu regieren, mit Macht starken Arm; liegt der die Völker mannigfalt in Satan gleich zu Felde einer Schnur zu führen. mit dem ganzen HöllenWer überwindt, bekommt schwarm, sind doch der vom Herrn zum Feldpa- noch viel mehr, die da stets nier den Morgenstern. sind um uns her. 3. Nur auf Christi Blut gewaget mit Gebet und Wachsamkeit; dieses machet unverzaget und recht und güldne Säule stehen. tapfre Kriegesleut. Christi Der Name Gottes, un- Blut giebt uns Mut fers Herrn, soll leuchten wider alle Teufelsbrut. von ihm weit und fern. 9. Wer überwindt, foll ewig nicht aus Gottes Tempel gehen, vielmehr drin wie ein englisch Licht 4. Christi Heeres Kreu10. Wer überwindt, soll zesfahne, so da weiß und auf dem Thron mit Christo rot gesprengt, ist schon Jesu fißen, soll glänzen auf dem Siegesplane und wie ein Gottessohn, und zum Troste ausgehängt. wie die Sonne blizen; ia Wer hier kriegt, nie erewig herrschen und regiern, liegt, sondern untermKreuund immerdar den Him- ze siegt. mel ziern. 5. Diesen Sieg hat auch 11. So streit denn wohl, empfunden vieler Heilgen streit feck und kühn, daß starker Mut, da sie hadu mögst überwinden; ben überwunden fröhlich streng an die Kräfte, Mut durch des Lammes Blut. und Sinn, daß du dies Sollten wir denn allhier But mögst finden. Wer nicht auch streiten mit aicht will streiten um die Begier? Kron, bleibt ewiglich in Spott und Hohn. 6. Wer die Sklaverei nur liebet in der Zeit und Ewigkeit, und den Sünden sich ergiebet, der bat we= Johann Angelus. ( Auf, auf, o Seel.) 398 Dom geistlichen Kampf. wenig Luft zum Streit. nigs fiegt, und hat sich Denn die Nacht, Satans durch den Tod geschwunMacht, hat ihn in den gen; wie höchst erfreulich Schlaf gebracht. ist's, daß es so wohl ge7. Aber wen die Weis- lungen, und daß der Draheit lehret, was die Frei- chenkopf vor seinen Füheit für ein Teil, dessen ßen liegt. Herz zu Gott fich fehret, 2. Nun kann ich nicht ſeinem allerhöchsten Heil, mehr traurig sein, weil sucht allein ohne Schein der Beherrscher aller Chrifti freier Knecht zu sein. Schmerzen, das Wort, 8. Denn vergnügt auch mir nahe ist in meinem wohl das Leben, so der Frei- Mund und Herzen, und heit mangeln muß? Wer dringt als Sieger auch sich Gott nicht ganz erge- in meine Kräfte ein. ben, hat nur Müh, Angst 3. Was gråmt und kümund Verdruß. Der, der mert man sich doch, daß Friegt recht vergnügt, der Satans Kraft sich bei uns sein Leben selbst besiegt. findet? Ist der nicht auch 9. Drum auf, laßt uns in uns, der seine Regung überwinden in dem Blute bindet, dein Josua, dein Jesu Christ, und an unsre Fürst, und überwindetnoch? Stirne binden sein Wort, 4. Sein Sieg ist noch so ein Zeugnis ist, das uns nicht ganz geendt, er deckt und erweckt, und nach kämpft und siegt in unGottes Liebe schmeckt. ferm Geiste; die Heldenfraft, die er in dieser Welt beweiste, die ruhet nicht, bis er die Seinigen vollendt. 10. Unser Leben sei verborgen mit Christo in Gott allein, auf daß wir an ienem Morgen mit ihm offenbar auch sein, da das 5. Wenn ihm nva alles Leid dieser Zeit werden unterliegt, da sollst du wird zu lauter Freud. dein Triumphlied fingen, 11. Da Gott seinen und sollst mit Freuden treuen Knechten geben dich durch alle Himmel wird den Gnadenlohn, schwingen, weil auch der und die Hütten der Ge- letzte Feind, der Lod, rechten stimmen an den wird sein beffegt. Siegeston; da fürwahr 6. Nur frisch im GlanGottes Schar ihn wird ben fortgekämpft, wenn loben immerdar. sich die Schlange bei dir reget, und nur getroft den Fuß auf ihren Kopf beweget; so wird ihr schnddes Gift durch solchen Juftus Falkner. Mel. Kommt, seid gefaßit zum Lammesmahl. 465. Das Leben un- Mut gedämpft. fers Kd 7. Inzwischen nimmt das Dom geistlichen Kampf. 399 das Leben zu, und grünt chelt, wie die Lahmen. Wo gar lieblich durch die Kraf- ift des Glaubens Eigente; der herbe Sturm und schaft? Wer hier ermüden Streit bewegt die Lebens- will, der schaue auf das fäfte, und wirket mit zur Ziel; da ist Freude. WohlFrucht der süßen Sab- an, so seid zum Kampf bebathsruh. reit: so frönet euch die 8. Du, Gott, durch- Ewigkeit. dringst die Erde ganz, daß 3. Streitet recht die wefie die Rauhigkeit verlie- nig Jahre, eh ihr kommt ret, und man gar süße auf die Totenbahre; kurz, Kraft in ihren Früchten kurz ist unser Lebenslauf. spüret, weil unser Erd- Wenn Gott wird die To= reich fühlt des Himmels ten wecken, und Chriftus reinen Glanz. wird die Welt erschrecken, so stehen wir mit Freuden auf. Gott Lob, wir sind 9. Gelobt sei Gott schon in der Zeit, der uns die Freude hat gegeben, versöhnt! Daß uns die daß, wenn man in sich Welt noch höhnt, währt spürt die Kraft des To- nicht lange; und Gottes des leben, man auch im Sohn hat längstens schon Glauben fühlt des Lebens uns beigelegt die EhrenTapferkeit! Ch. Fr. Richter. Front. 4. Jesu, stårke deine Kinder, und mache die zum Ueberwinder, die du er466.* Rüftet euch, fauft mit deinem Blut. ihr Chri- Schaffe in uns neues Leflenleute, die Feinde su- ben, daß wir uns stets zu chen euch zur Beute; ia dir erheben, wenn uns entSatan selbst hat eur be- fallen will der Mut. Geuß gehrt. Wappnet euch mit aus auf uns den Geist, daGottes Worte und käm- durch die Liebe fleußt in pfet frisch an jedem Orte, die Herzen: so halten wir damit ihr bleibet unver- getreu an dir im Tod und sehrt. Ift euch der Feind Leben, für und für. zu schnell? Hier ist Immanuel. Hoftanna! Der Starke fällt durch diesen Wilhelm Erasmus Arends. In eigener Melodie. Held, und wir behalten 467. Die Tugend das Feld. wird durchs Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme, 2. Reinigt euch von eu- Kreuz geübet, denn ohne ren Lüften; besieget fie, die das kann sie nicht sein. thr seid Christen, und ste- Wenn sie nicht oftmals bet in des Herren Kraft. wird betrübet, so merkt Stärket euch in Jesu Na- man gar nicht ihrenSchein. men, daß ihr nicht strau- Sie muß im Kreuz die Står 400 Dom geistlichen Kampf. Stärke zeigen, die sie ver- Streit und Kampf entferborgen in sich hat, daß fie net ist, und wo man recht den könne unterbeugen, die Ruh erfähret in Gott, der ihr nachstellet früh und der alles Leid versüßt. spat. 6. Darum, wen Gott 2. Wer sollte ohne Kampf zum Kind erkläret, der hat wohl fiegen? Die Tapfer- am Satan einen Feind, keit kann nichtbestehn, wenn mit dem sein Kampf stets man nicht will zu Felde wird vermehret, weil er's liegen, und einen ernsten gewiß mit Ernste meint; Streit angehn. Der Feind er blåst ihm durch ſein ist, wenn Gott Kraft ver- giftges Hauchen oft Lüfte lieben, flugs da, der sich ihr mancher Lafter ein, und widersetzt; da soll man ja weiß sich großer Lift zu den Schlaf recht fliehen, brauchen, daß er mög' wenn Satans Heer die Ueberwinder sein. Schwerter wetzt. 7. Denn wie Gott auf 3. 3war drückt den wärts führt zum Leben, Palmbaum wohl zu Er- so führt der Feind zum den gar oft ein centner- Untergang. Er sucht mit schwer Gewicht, der doch Grimm zu widerstreben, nicht unterdrückt kann wer- und macht dem armen den, er stehet wieder auf Menschen bang; er will den gericht. So wird die Tu- Mut darnieder schlagen, gend auch gedrücket, daß drum wagt er alles, was fie fast als in Zügen liegt; er kann, und lässet nicht bald aber wird die Stark bald ab zu plagen, zu fällen erblicket, wenn sie mit ihn auf rechter Bahn. Macht den Feind besiegt. 8. Doch wie er viel ge4. Sie kann zu hohen schlagen nieder, so wird Stufen kommen, wenn sie er auch gar oft besiegt, im Streit geübet ist; Kreuz wenn man ermannt die ist der Weg, den alle From- matten Glieder in Gott, men erwählen; wer sich und tapfer ihn bekriegt. selbst vergißt, und eilet zu Der Glaube muß ihm wi den Ewigkeiten, wird durch derstehen, und hat in sich des Vaters Hand geführt, die Gottesmacht; der Sader ihn durchs Kreuz sucht tan muß vor ihm bald ge= zu bereiten, eh er ihn mit hen, wenn man sich wader Krone ziert chend nimmt in acht. 5. Denn Gott hat uns 9. O Jesu, der du mir nicht führen wollen durch erworben Heil, Kraft und einen Weg voll Zärtlich- Leben durch den Tod, da feit, worauf wir emfig lau- du am Kreuzesstamm ge= fen sollen in der so kurzen storben, nach ausgestandPilgrimszeit zum Leben, ner großer Not: komm das de ewig währet, wo mir zu Hülf und schaffe Dom geistlichen Kampf. 401 10. Floß immer in mich neue Kräfte, damit ich hang' Leben in mir, und stürze mir auch Ueberwindungsmeinen Feind, der über kraft, und laß mich in den mich sich will erheben. Kampfesstunden erfahren, wenn mir dein Licht nicht was dein Leiden schafft, helle scheint. dadurch du alles haft befieget, daß unter deinen Füßen lieget Welt, Sunan deiner Brust, und tot de, Teufel, Höll und Tod: in mir all mein Geschäfte; dein Friede bleib' mir nur bewußt. Stårk du, mein Held, mir selbst den Glauben, und zieh mein Aug auf dich nur hin: so wird mich wohl der Feind nicht rauben, weil du in mir, ich in dir bin. nun mach sie auch an mir zu Spott. 4. Ich trau' allein auf deine Gnade, die mir dein teures Wort verspricht; es sagt, daß nichts den Deinen schade, weil's nie an deiner Kraft gebricht. Nun hast du mich ja augenommen, als ich bin flehend zu dir kommen; es hat's mein Herz ja wohl gespürt, als es dein Gnadenblick gerührt. Joh. Christian Nehring. In eigener Melodie. 468. Du bist ia, Jesu, meine Freude, warum ist 5. Weil ich denn nun an denn mein Herz betrübt? deinem Leibe ein Glied, Kann denn die Freud wiewohl unwürdig, bin, auch bei dem Leide sein so gieb, daß ich stets in in dem Herzen, das dich dir bleibe, und in mir habe liebt? Ach ja, mein Je- deinen Sinn. Laß mich fu, wenn ich übe mein nicht andre Helfer suchen, Herz in deiner süßen Liebe, laß falsche Lufte mich verso zeigt sich solche Freud fluchen; besitze du mein oft an, die keine Zung Herz allein, dein Leben aussprechen kann. laß mein Leben sein. 2. Weil aber noch nicht 6. Gieb, daß ich mich ganz gedämpfet in mir in dir stets freue, weil dein mein böses Fleisch und Herz mich beständig liebt, Blut, und noch der Geist doch auch dabei kein Leis dawider kämpfet, wird den heue, als welches oft dadurch gekränkt der meinen Glauben übt, und Mut. Drum leg' ich mich macht, daß ich viel stårvor dir mit Fleben, mein ker ringe, und immer nåHeil, laß Hülfe mir ge- ber in dich dringe; bis schehen, und stärke mich endlich nach besiegter Pein in diesem Streit, daß ich in mir wird lauter Freumög' überwinden weit. de sein. Chriftian Jacob Koitsch. Mel. 3. Du hast, o Held, mich überwunden, gieb 402 Vom geistlichen Kampf. und Bein mich heilsamMel. Was Gott thut, lich erschrecken; die süße das ist wohlgethan. Lust in meiner Brust, 469. in Chrift, die liebsten Busensünden, tapfrer die ich überwinden. Kriegesheld, voll Geift, 6. Will Menschenfurcht voll Kraft und Stärke, und Menschengunst Leid verleugnet sich, bezwingt oder Freude machen, so die Welt, zerstört des herz' ich die verschmähte Satans Werke, kämpft Kunst, verachte Drohen, innerlich und außer sich Lachen; ihr Haß und Gunst mit Teufel, Welt und ist lauter Dunst und BlåtSünden, und kann dochter auf den Linden; drum überwinden. will ich fiberwinden. 2. Ich habe mich vor- 7. Leb' ich in steter Traulängst gequält, und gab rigkeit, find wenig gute auch schier verloren, bis Stunden in meiner kurzen Gott mich zu der Zahl ge- Lebenszeit: ich habe Gott zählt, die er aus sich ge- gefunden; der tröstet mich boren. Wer will die gar süßiglich, der kann den Kraft, die alles schafft, Schmerz verbinden, und und Christi Macht er- ich will überwinden. gründen, dadurch wir überwinden! 8. Die Welt mit aller Schmach und Hohn be3. Ich sprach: Ich bin fördert mich zu Ehren; ein schwaches Kind, wie sie muß an meiner Ehrenalle Menschenkinder, das fron die Edelsteine mehin sich kein Vermögen ren; wenn wider mich blutfindt, ich bin ein armer dürftiglich viel hunderttauSünder. Ach Gott, gieb send stünden, so wollt' ich Rat, gieb Willn und überwinden. That, und laß mich Gnade finden, so kann ich überwinden. 9. Der Teufel in der Löwenhaut will meineSeele schrecken; Gott wird 4. Ich war ein Mensch das Küchlein, seine Braut, voll Eigensinn, voll Eigen- mit Allmachtsflügeln deklieb und Ehre; ich lebte ken. Jft er erbost, ich bin nach den Lüften hin, und getroft: Gott kann den nicht nach Christi Lehre. Satan binden, und ich Doch, Gott sei Ehr, ich kann überwinden. bin's nicht mehr; ich streite 10. Will er in falscher mit den Sünden, und will Heiligkeit sich als ein Entsie überwinden. gel stellen, und sucht durch 5. Kommt mir die alte zugelaßne Freud den schwaBosheit ein, und will chen Tritt zu fällen; ernoch lieblich schmecken, blick ich nur die Schlansoll Jesu Leiden, Kreuz genspur, und geh' nicht wie die Dom geistlichen Kampf. 403 die Blinden: so kann ich überwinden. In eigener Melodie. 11. Ja, muß ich mit dem 470. Entbinde mich, höchsten Pfand, mit Gott, Gott, wie Jakob, ringen, so will von allen meinen Banden, ich durch die Glaubenshand womit mein armer Geift den Allerstärksten zwingen; noch so gebunden ist; mach kann ich zur Stund aus des Philisters Strick und seinem Mund nicht bald Tücke ganz zu Schanden, den Trost empfinden, noch weil du mein Goel nur will ich überwinden. und auch mein Simson bist. 12. Hålt mir mein Gott Zerbrich, zerschlag, zerreiß, die Augen zu, kann ich und mach mich durch den nicht weiter sehen, als Sohn zum recht Gefreiewas ich gegenwärtig thu: ten vor deinem Gnadenso laß ich's gern geschehen. thro Kommt die Vernunft mit 2. Ach Gott, erst war ihrer Zunft in ausge- ich recht ein Sklave aller schmückten Gründen, dann Sünden, doch dein Erbarmuß ich überwinden. men hat mich davon frei 13. Mir geht der Tod gemacht. Nun wollen sich nicht bitter ein, ich bin aufs neu subtile Stricke schon längst gestorben; er finden; ach so wird doch soll recht zuckersüße sein, mein Fuß zuletzt ins Garn das Haus wird nur ver- gebracht! O Bater, mach dorben. Gott muß den mich frei, stell mich auf Gaft der Erdenlast auf sol- weiten Raum, daß sich che Art entbinden, das hilft mein Geist ausbreit' als mir überwinden. wie ein Cedernbaum. 14. Bisher hab' ich mich 3. Was zieht mich niederselbst bekriegt, und hatte wärts, daß ich nicht kann viel zu schaffen; Gott Lob, auffliegen? Was macht die Welt ist bald besiegt mich denn so matt in meimit meinen Glaubenswaf- nem Christenlauf? Ach fen; ich lieg' im Sarg, welch ein Bleigewicht seh' und bin doch stark, ver- ich noch in mir liegen! geffe, was dahinten, will Das drückt mich unteralles überwinden. wärts, und läßt mich nicht 15. Das Kleinod ist mir hinauf. O woher frieg' ich vorgesteckt, ich soll nur ta- Kraft von allem los zu sein, pfer kämpfen. Drum bleibt so frei und los gemacht mein Arm stets ausgestreckt, als wie ein Vögelein? mit Gott den Feind zu 4. Ach dieser Todesleib dämpfen. Nur unverzagt beschwert die arme Seele, und frisch gewagt! Ich die Hütte drückt den Geist, seh' die Krone binden, der drin gebunden liegt. drum will ich überwinden. O wer macht mich doch frei 404 Vom geistlichen Kampf. frei aus dieser Sünden- und stört durch ihren Trieb höhle, daß mein Verlan- mir öfters alle Ruh. Dies gen Luft und freien 3u- schlägt die Freudigkeit der gang kriegt? Durchbrecher, Seelen mächtig nieder; brich doch durch, und mach kaum thut das Herz fich mich völlig frei, daß mein auf, so schleußt sich's wieGeist nicht, wie ich, mehr der zu. Soll Licht und Finſo gefangen ſei. sternis denn stets im Wech5. Ich weiß, ich liebe fel sein? Wann kommt und dich; doch, soll ich's recht mein volles Licht bekennen, noch lange nicht steter Sonnenschein? so viel, als meine Seel 9. Ach Gott, entbinde begehrt. Es ist noch was mich von allen meinen in mir, ich kann es selbst Banden, und was mich noch nicht nennen, das öfters subtil im Fleisch gefangen meinen Geist in deiner Liebe hält. Ist das nicht schon fibrt. Ach fånd'ich, denk' ich genug, wenn eines nur voroft, doch nur ein Raume- handen, das mich noch binlein, da ich ganz ungestört den kann in dieser Sündendich möchte liebend sein. welt? Soll ich gebunden 6. Such' ich die Einsam- sein, so binde deine Tren keit, und mein' es da zu mein armes Herz, auf daß finden, so wär' es freilich ich dein Gefangner sei. gut, wenn ich da könnt' 10. Wen deine Liebe allein mich gänzlich von bindt, ist nicht ein Knecht mir selbst und meiner Last der Sünden, er bleibt in entbinden, daß ich auch Banden auch ein rechter ohne mich könnt' recht al- freier Mann. Mein Abba, leine sein; doch nan trag' so will ich mich gerne lafich mit mir mein arges sen binden, wenn ich dein Fleisch und Blut, das in freies Kind auf ewig blet der Einsamkeit auch nim- ben kann. Nur mach mich mer in mir ruht. von mir frei und von der 7. Gedanken plagen mich argen Welt, daß meine edle und tolle Phantaseien, Zer- Seel ihr Freiheitsrecht bestreuung mancherlei, die hält. Johann Joseph Winkler. Schwermut der Natur, die kommt wohl noch dazu. In eigener Melodie. Ach wer wird mich befreien? 471. Wer zeigt zur Freiheit mir s koftet viel, ein Chrift die rechte fichre Spur? Ich zu sein, und nach dem Armer, ach wie lang soll Sinn des reinen Geiftes ich gebunden sein? Wann leben; denn der Natur schau' ich durchs Gesek geht es gar sauer ein, fich der vollen Freiheit ein? immerdar in Christi Led 8. Die Eigenliebe schleicht zu geben; und ist hier fich oft in meine Glieder, gleich Ein Kampf wohl Vom geistlichen Kampf. 405 ausgericht, das macht's Seele zugeführet. Die noch nicht.:;: Heimlichkeit wird da ganz offenbar, die in ihr war.:: 2. Man muß hier stets auf Schlangen gehn, die 7. Was Gott genießt, ihren Gift in unsre Fersen genießt es auch, was Gott bringen; da kostet's Müh, besitzt, wird ihm in Gott auf seiner Hut zu stehn, gegeben, der Himmel steht daß nicht der Gift kann bereit ihm zum Gebrauch; in die Seele dringen. Wenn wie lieblich wird es doch man's versucht, so spürt mit Jesu leben! Nichts man mit der Zeit die Wich- höher wird an Kraft und tigkeit.:/: Würde sein, als Gott allein.:;: 8. Auf, auf mein Geist, ermüde nicht, dich durch die Macht der Fin3. Doch ist es wohl der Mühe wert, wenn man mit Ernst die Herrlichkeit erwåget, die ewiglich ein solcher Mensch erfährt, der sich sternis zu reißen: was hier stets aufs Himmlische sorgest du, daß dir's an geleget. Es hat wohl Müh, die Gnade aber macht, daß man's nicht acht.:/: 4. Man soll ein Kind des Höchsten sein, ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte; wie wird der Leib so stark, so hell und rein, so Kraft gebricht? Bedenke, was für Kraft uns Gott verheißen. Wie gut wird sich's doch nach der Arbeit ruhn, wie wohl wird's thun!:;: Christian Fried. Nichter. In eigener Melodie. lieblich im Gefichte, die- 472.o, fabweil ihn da die wesentliche Pracht so schöne macht!: re fort im Licht, mache 5. Da wird das Kind deinen Leuchter helle, laß den Vater sehn, im die erste Liebe nicht, suche Schauen wird es ihn stets die Lebensquelle, mit Luft empfinden; der Zion, dringe durch die lautre Strom wird es enge Pfort, fahre fort:: da ganz durchgehn, und 2. Leide dich,:: Zion, es mit Gott zu einem leide ohne Scheu TrübGeist verbinden. Wer sal, Angst mit Spott und weiß, was da im Geiste Hohne, sei bis in den wird geschehn? Wer mag's Lod getreu, siehe auf die verstehn?:: Lebenskrone; Zion, fühSchlangen 6. Da giebt sich ihm lest du der die Weisheit ganz, die Stich, leide dich.: es hier stets als Mutter 3. Folge nicht,:: Zion, bat gespüret, sie krånet es folge nicht der Welt, die mit ihrem Perlenkranz, dich suchet groß zu ma= und wird als Braut der chen; achte nichts ihr Gut und 406 Dom geistlichen Kampf. und Geld, nimm nicht] 1.( Jesus.) Ich helfe dir an den Stuhl des Dra- fiegen, und lasse nicht liechen; Zion, wenn sie dir gen dich Armen in Kåmviel Lust verspricht, folge pfen; ich helfe dir dame nicht.:/: pfen der Sünden Begier, o glaube nur mir! 4. Prüfe recht,:: Zion, prüfe recht den Geist, der 2.( Seele.) Errette die dir ruft zu beiden Seiten; Seele, und gieb mir doch thue nicht, was er dich Dele; laß mich nur im heißt, laß nur deinen Stern Wesen der Gottheit gedich leiten. Zion, beides nesen, o Jesu, hilf mir, das, was krumm und ich schreie zu dir. schlecht, prüfe recht.:;: 2.( Jesus.) Ich höre dein 5. Dringe ein,:: Zion, Fleben, und habe gesehen dringe ein in Gott; stärke dein Elend im Herzen, die dich mit Geist und Leben; bitteren Schmerzen: nun sei nicht, wie die andern, bin ich bereit, zu helfen tot, ſei du gleich den im Streit. grünen Reben. Zion, in 3.( Seele.) Laß mich die Kraft, für Heuchel- nicht eindringen, Herr, schein, dringe ein.:: laß es gelingen; ach lag 6. Brich herfür,:: Zion, mich nicht fallen, erhöre brich herfür in Kraft, weil mein Lallen; verstoße mich die Bruderliebe brennet, nicht in deinem Gericht. zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet. Zion, durch die und Hoffen wird dir es dir gegebne Thür brich gelingen, so mußt du einberfür.:/ 3.( Jesus.) Mein Herze steht offen, durch Glauben bringen. Wer glaubet, wird nicht vom Vater gericht. 7. Halte aus,:: Zion, halte deine Treu, laß dich 4.( Seele.) Wenn du ja nicht laulich finden. mich willst haffen, wo wollt Auf, das Kleinod rückt ich mich laffen? Herr, laffe herbei; auf, verlasse, was die Sünden doch einsten dahinten. Zion, in dem verschwinden. Gieb Gnade letzten Kampf und Strauß, für Recht, so bin ich deix halte aus.: Knecht. Joh. Eufebius Schmidt. In eigener Melodie. 473.( Seele.) Silf, and Wunden im Leiden Jesu, hilf fiegen, und laß an mir, aus Liebe zu dir. mich nicht liegen im Ker- 5.( Seele.) Herr, höre ker der Sünden; laß Gnade mein Girren, und laß mich mich finden, o Jesu, mein nicht irren; gieb richtige Licht, ich lasse dich nicht. Schritte, und wenn ich dich 4.( Jesus.) Wie wollt' ich dich haffen? Wie könnt ich dich lassen? Ich habe empfunden viel Vom geistlichen Kampf. 407 dich bitte, verbirge dich auch zerrinnen die Kräft nicht, o Jesu, mein Licht! und Vermögen, doch hoff 5.( Jesus.) Wer mir ich zu fiegen. Ich halte, wird nachgehen, und auf Herr, dich: ach segne du mich fiets sehen, thut rich- mich! tige Schritte, und ob er gleich glitte, so irret er nicht. Ich bin in sein Licht. 6.( Seele.) Gieb Einfalt und Wahrheit, die gött9.( Jesus.) Dir ist es gelungen, du hast mich bezwungen, in Liebe zu geben dir Kräfte zum Leben; das glaube du mir, ich schenke liche Klarheit durchleuchte mich dir. Joh. Chr. Nehring. mein Herze, so weichet der Schmerze. Ich suche allein Mel. Seuch meinen Geist, den göttlichen Schein. triff meine Sinnen. 6.( Jefus) Kehr ein- 474. Hier legt mein die Sinnen, daß migen zerrinnen die Bilde vor dir nieder, mein Geifi der Dinge, stets bete und sucht seinen Ursprung wieringe: so findest du hier der; laß dein erfreuend die Einfalt in mir. Angesicht zu meiner Armut sein gericht. 7.( Seele.) Ich warte vom Morgen zum Abend, 2. Schau her, ich fühle und Sorgen stets ångsten mein Berderben, laß mich die Seele, die Nächte ich in deinem Tode sterben; zähle. Herr, komme in o könnte doch in deiner Eil, und jeig mir dein Heil. Pein die Eigenheit ertötet 7.( Jesus.) Durch War- sein! ten vom Morgen zum Abend mit Sorgen kann man mich nicht finden, ich laff' mich nicht binden. Sei stille in dir, so kommst du zu mir. 3. Du wollest, Jeſu, meinen Willen mit der Gelassenheit erfüllen; brich der Natur Gewalt entzwei, und mache meinen Willen frei. 8.( Seele.) Herr, gieb 4. Ich fühle wohl, daß mir den Segen. In fin- ich dich liebe, und mich steren Wegen läßt du mich in deinen Wegen übe; nur jetzt gehen; ich bleibe fest ist von der Unlauterkeit stehen, und ringe mit dir, die Liebe noch nicht ganz ergieb dich nun mir. befreit. Die also 5. Ich muß noch mehr auf dieser Erden durch deifeft schwingen, empfangen nen Geift geheiligt werden; 8.( Jesus.) im Ringen sich um mich den Segen und Licht auf den Wegen, wie Jacob das Licht bei Pniel anbricht. 9.( Seele.) dich gewinnen, wenn gleich der Sinn muß tiefer in dich gehn, der Fuß muß unbeweglich stehn. Herr, laß 6. Ich weiß mir zwar nicht elbst zu raten, hier gel 408 Vom geistlichen Kampf. gelten nichts der Menschen Sünd, die schwere TodesThaten; wer macht sein Bürde, doch abgenommen Herz wohl selber rein? würde. Ach daß ich von Es muß durch dich ge- der Last des Fleisches, die wirket sein. mich drücket, und meinen Geist ersticket, bekäme Ruh und Raft. 7. Doch kenn' ich wohl dein treues Lieben, du bist noch immer treu geblieben; ich weiß gewiß, du stehst mir bei, und machst 2. Mein Gott, wann hilfft du mir? Wann zeuchst du mich zu dir? Wie lange mich von mir selber frei. soll das Leben des Fleisches 8. Indeffen will ich treu- widerstreben dem edlen lich kämpfen, und stets die Geistestrieb? Wie lange falsche Regung dämpfen, soll ich leiden, was mich und bis du dir deine Zeit erfiehst, und mich aus solchen Neßen ziehst. dich kann scheiden, des Fleis sches Werk und Lieb 3. Jesu, mein Herr und Gott, du meines Todes Tod, du meines Lebens Leben, wann willst du dich erheben? Steh auf, erhebe dich; ertöt in deiner Stärke des toten Fleisches Werke, in dir ertste mich. 4. Ich bin des Lebens satt, das mir eh süße that, weil es ein Tod und Sterben, und stetiges Verder= ben mehr als ein Leben war. So will ich denn nun streben nach einem beßren Leben mit Auserwählter Schar. 9. In Hoffnung kann ich fröhlich sagen: Gott hat der Höllen Macht geschlagen: Gott führt mich aus dem Kampf und Streit in seine Ruh und Sicherheit. 10. Drum will die Sorge meiner Seelen dir, meinem Bater, ganz befehlen: ach drücke tief in meinen Sinn, daß ich in dir schon selig bin. 11. Wenn ich mit Ernst hieran gedenke, und mich in deinen Abgrund senke, so werd' ich von dir angeblickt und mein Herz wird von dir erquickt. 5. Wer hier dem Fleische nach will leben, der, 0, 12. So wächst der Eifer ach! ist an der Seel erstormir im Streite, so schmeckt ben, er hat durchs Fleisch ich teils die süße Beute, verdorben den edlen Geist und fühle, daß es Wahr- aus Gott. Wer alles das heit ist, daß du, mein Gott, will haben, was unser die Liebe bist. Eh. Fr. Richter. Fleisch kann laben, des Seele leidet Not. Mel. O Jesu, du bist mein. 6. Des Geists und Fleisches Reich bestehen nicht 475. armes zugleich; das Fleisch muß ch Menschen- untergehen, sonst mag der kind, ach daß mir meine Geist nicht stehen. Denn wo SHEER Vom geistlichen Kampf. 409 wo das Fleisch regiert, o Weinstock deiner Reben, da schlägt es alles nieder, o Jesu, Gottes Sohn! was Herz und Geist hin- 12. Mein Schak, umwieder zum Leben neu ge- faffe mich, ich, biert. umfasse dich, mein Heil, Schatz, 7. Drum, Jesu, hilf mein Licht und Sonne, o du mir, daß mein Geist leb' süße Seelenwonne! Du in dir; laß alles an mir bist mein Bräutigam. Mein sterben, verwesen und ver- Herz hat stets gethrånet, derben, was fleisch- und und sich nach dir gesehnet, sündlich ist, daß sich zum eh ich, Schat, zu dir kam. neuen Leben mein Geist mag auferheben, wie du erstanden bist. 13. Nun aber, ach nunmehr bin ich erfreuet sehr; die Augen sind erfrischet, die Thränen abgewischet; all meine Feinde sind, Triumph, Triumph! verschwunden. Ich habe Je= sum funden. Ich bin ein seligs Kind! Heinrich Georg Neuß. 8. Gieb, daß ich sei der Welt mit dir ans Kreuz gestellt; gieb mir das recht zu fassen, was alle Menschen haffen, dein Kreuz und deinen Tod, und daß mir sei hingegen der Welt Lust, Freud und Segen mein Kreuz und meine Not. 9. So werd' ich auch mit 476. Shu bi In eigener Melodie. sch ruf zu dir, Herr Jesu dir zur rechten durch deinen Tod eingehen, Christ, ich bitt', erhör mein und in dir auferstehen zur Klagen; verleih mir Gnad Unverweslichkeit. Ich werd' zu dieser Frist, laß mich im neuen Wesen des Gei- doch nicht verzagen; den ftes wohl genesen in Him- rechten Weg, o Herr, ich melsluft und Freud. mein', den wolleft du mir 10. So werd' ich, Je- geben, dir zu leben, mein'm su, dich anschauen innig- Nächsten nützt sein, dein lich; du wirst mich dann Wort zu halten eben. umfassen, und mich dich 2. Ich bitt' noch mehr, küssen lassen, o süße See- o Herre Gott, du kansst lenluft. Wie werd' ich mich es mir wohl geben, daß erquicken, wenn Jesus ich nicht wieder werd' zu mich wird drücken vor Spott; die Hoffnung gieb Lieb an seine Brust. daneben; voraus wenn ich muß hie davon, daß ich dir mög' vertrauen, und nicht bauen auf alles mein Thun, sonst wird's mich ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus Herzensgrund mein Fein18 den 11. Wie werd' ich dich alsdann, mein Jesu, reden an. Mein Trost nach meinen Plagen! werd' ich dann zu dir sagen, mein edle Perlenkron, mein teurer Schap, mein Leben, 410 Vom geistlichen Kampf. den mög' vergeben; verzeih wenn Fleisch und Blut, mir auch zu dieser Stund, Satan und Welt mich zu schaff mir ein neues Leben; berücken ganz grimmig andein Wort mein' Speis laß laufet, oder auch schmeiallweg sein, damit mein chelnd sich listig verstellt. Seel zu nähren, mich zu Wenn Babel wütet von wehren, wenn Unglück geht außen und innen, laß mir, her, das mich bak: möcht' Herr, niemals die Hülfe verkehren. zerrinnen. 4. Laß mich kein Lust 3. Jesu, hilf fiegen, ach noch Furcht von dir in wer muß nicht klagen: dieser Welt abwenden; be- Herr, mein Gebrechen ift ständig sein ans End gieb immer vor mir. Hilf, wenn mir, du hast's allein in die Sünden der Jugend Händen; und wem du's mich nagen, die mein Gegiebst, der hat's umsonst, wissen mir tåglich hält für. es mag niemand erwerben Ach laß mich schmecken dein noch ererben durch Werk kräftigs Verfühnen, und deine Gnad, die uns er- dies zu meiner Demůtirett vom Sterben. gung dienen. 5. Jch lieg' im Streit und 4. Jesu, hilf fiegen, widerstreb', hilf, o Herr wenn in mir die Sünde, Christ, dem Schwachen, Eigenlieb, Hoffart und an deiner Gnad allein ich Mißgunst fich regt; wenn kleb', du kannst mich står- ich die Laft der Begierden ker machen. Kommt nun empfinde, und sich mein Anfechtung her, so wehr, tiefes Verderben darlegt: daß sie mich nicht umstoße. so bilf, daß ich vor mir Du kannst maßen, daß mir's selbst mag erröten, und nicht bringt Gfähr; ich durch dein Leiden mein weiß, du wirst's nicht lassen. sündlich Fleisch töten. 5. Jesu, bilf fiegen, Mel. Einer ist König, und lege gefangen in mir Immanuel sieget. die Lüste des Fleisches, esu, hilf_fie- und gieb, daß bei mic Verlanfte des Lebens, sich, wie gen, aufwärts sich schwindie Finsternis dringet her- gend durch heiligen Trieb; ein; wie sie ihr höllisches laß mich eindringen ins Heer nicht vergebens mach- göttliche Wesen: so wird tig aufführet, mir schädlich mein Geist, Leib und zu sein. Satan der finnet Seele genesen. auf allerhand Ränke, wie 6. Jesu, bilf fiegen, er mich sichte, versidre und damit auch mein Wille kranke. dir, Herr, sei gänzlich 2. Jesu, bilf fiegen, der zu eigen geschenkt, und du mich erkaufet; rette, ich mich stets in dein Bol= Dom geistlichen Kampf. 411 Wollen verhülle, wo sich die Nacht mit Ermüden die Seele zur Ruhe hin- will decken, wollst du mich, lenkt; laß mich mir ster- Jesu, ermuntern und ben und alle bem Mei- wecken. nen, daß ich mich zählen kann unter die Deinen. 11. Jesu, hilf fiegen. Wenn alles verschwindet 7. Jesu, bilf siegen in und ich mein Nichts und allerlei Fällen, gieb mir Verderben nur seh', wenn die Waffen und Wehre kein Vermögen zu beten zur Hand; wenn mir die sich findet, wenn ich muß höllischen Feinde nachstel- sein ein verschüchtertes len, dich mir zu rauben, Reh: ach Herr, so wollst o edelstes Pfand, so hilf du im Grunde der Seelen mir Schwachen mit All- dich mit dem innersten macht und Stärke, daß Seufzen vermählen. ich, o Liebster, dein Daſein vermerke. 12. Jesu bilf fiegen, und laß mir's gelingen, 8. Jesu, hilf fiegen, daß ich das Zeichen des wer mag sonst bestehen Sieges erlang': so will wider den listig verschmit- ich ewig dir Lob und jeten Feind? Wer mag Dank singen, Jesu, mein doch dessen Versuchung Heiland, mit frohem Geentgehen, der wie ein En- sang, Wie wird dein Nagel des Lichtes erscheint? me da werden gepriesen, Ach Herr, wo du weichst, wo du, o Held, dich so so muß ich ja irren, wenn mächtig erwiesen. mich der Schlangen List 13. Jesu, bilf fiegen, sucht zu verwirren. laß bald doch erschallen, 9. Jesu, hilf fiegen, daß Zion rufet: Es ist und laß mich nicht sin- nun vollbracht! Babel, die ken, wenn sich die Kräf- Stolze, ist endlich gefallen, te der Lüge aufblähn, und die da bishero so lang hat mit dem Scheine der gekracht. Ach Herr, komm, Wahrheit sich schminken, mache ein Ende des Krielaß doch viel heller dann ges, schmücke dein Zion deine Kraft sehn; steh mir mit Palmen des Sieges. zur Rechten, o König und 14. Jesu, hilf fiegen, Meister, lehre mich käm- damit wir uns schicken, pfen und prüfen dieGeister. würdig zur Hochzeit des 10. Jesu, bilf fiegen im Lammes zu gehn: kleide Wachen und Beten; Hu- dein Zion mit güldenen ter, du schläfft ia und Stücken, laß uns den Unſchlummerſt nicht ein. tergang Babels einst sehn. Laß dein Gebet mich un- Doch wohlan! kracht es, endlich vertreten, der du so wird's auch bald lieversprochen, mein Für- gen. Auf, Zion, rüste dich, sprach zu sein, wenn mich Jesus hilft siegen. 18* 15. Je 412 Vom geistlichen Kampf. 15. Jesu, hilf fiegen; 4. Du bist mein' Stärk, wenn's nun kommt zum mein Fels, mein Hort, Sterben, mach du mich mein Schild, mein Kraft, würdig und stetig bereit, sagt mir dein Wort, mein daß ich mich könne recht Hülf, mein Heil, mein Lenennen dein Erben dort ben, mein starker Gott in der Ewigkeit, hier in in aller Not: wer mag der Zeit. Jesu, mein Je- mir widerstreben? su, dir bleib' ich ergeben, hilf du mir siegen, mein Heil, Troft und Leben. 5. Mir hat die Welt trüglich gericht mit Lügen und mit falschem G'dicht 16. Jeju, bilf fiegen, viel Nek und heimlich wenn ich nun soll scheiden Stricke. Herr, nimm mein von dieser jammer- und wahr in dieser G'fahr, b'büt leidvollen Welt, wenn du mich vor falschen Tücken. mich rufest, gieb, daß ich 6. Herr, meinen Geist mit Freuden zu dir mög' befehl' ich dir, mein Gott, fahren ins himmlische Zelt. mein Gott, weich nicht Laß mich, ach Jesu, recht von mir, nimm mich in ritterlich ringen, und durch deine Hände. O wahrer das Leben und Tod zu Gott aus aller Not hilf dir dringen. mir am letzten Ende. B.1 bis 14 Joh. Heinr. Schröder. 7. Glori, Lob, Ehr und Herrlichkeit sei Gott Vater und Sohn bereit, dem heilgen Geist mit Namen. In eigener Melodie. 478. ndich hab' Herr, hilf, daß ich nicht zu Schanden werd' noch Christum, Amen. ewiglich zu Spotte. Des bitt ich dich, erhalte mich in deiner Treu, Herr Gotte! Mel. Kommt. her zu mir. spricht Gottes Sohn. Cft Gott 2. Dein gnädig Ohr neig 479. child und her zu mir, erhör mein Bitt, thu dich herfür, eil Helfersmann, was wird bald mich zu erretten; in Angst und Weh ich lieg' und steh', hilf mir in meinen Nöten. sein, das mir schaden kann? Weicht, alle meine Feinde: Die ihr mir listiglich nachsteht, nur eurer Schmach uns siegbaft durch Jesum Adam Reußner. 3. Mein Gott und entgegen geht: ich habe Schirmer, steh mir bei, Gott zum Freunde. sei mir ein' Burg, darin 2. ft Gott mein Trost ich frei und ritterlich mög' und Zuversicht, kein Leid streiten wider mein' Feind', kann sein, so mich ansicht: der gar viel seind an mir weicht, alle meine Feinde! auf beiden Seiten. Die ihr nun sinnet auf Ges Vom geistlichen Kampf. 413 Gefahr, ich achte solches gar kein Haar: ich habe Mel.( Herr) Jesu Chrift, du höchftes Gut. Gott Herz, 3. It Gott mein Schirm 480. Mein Gott und mein Panier, kein Ungemach kann schaden mir; weicht alle meine Feinde! Die ihr mich ångstet und betrübt, es ist umsonst, was ihr verübt: ich habe Gott zum Freunde. 4. Jfi Gott mein Schuß und treuer Hirt, kein Unglück mich berühren wird: weicht, alle meine Feinde! Die ihr mir stiftet Angst niglichs Verlangen, Haß und Pein, es wird zu eurem gegen Sünd und MisseSchaden sein: ich habe that, und Luft, dir anzuGott zum Freunde. hangen; daß ich an sol5. It Gott mein Ret- chen Zeichen seh', wie ich ter und Patron, was acht' noch fest im Glauben steh', ich der Welt Schimpf und und an dir, Jesu, bleibe. Hohn: weicht, alle meine 3. Ach lehr mich einig Feinde! Die ihr mich lå- und allein von ganzem stert früh und spat, es Herzen glauben, daß du wird euch richten eure mir wollest gnädig sein, That: ich habe Gott zum und wohlgewogen bleiben; Freunde. wend alle meine Traurigkeit, und mache mein Herz voller Freud, Trost, Hülfe, Heil und Leben. 6. Jf Gott mein Heil, mein' Hülf und Kraft, die böse Welt an mir nichts schafft: weicht, alle meine 4. Soll aber ich mich ferFeinde! Die ihr auf mich nerweit mit solchen Sorvergallet seid, ihr thui euch gen quålen: so hilf nach selbst gebranntes Leid: ich deiner Gütigkeit, Herr, habe Gott zum Freunde, meiner armen Seelen, daß 7. Ist Gott mein Bei- ich im Glauben feste steh', fland in der Not, was bis diese Prob zu Ende geh', kann mir schaden Sünd und ganz errettet werde. und Tod? Weicht, alle Chr. Brunchorst. meine Feinde! Tod, Sunde, Teufel, Höll und Welt, O( Herr) Jesu ihr müsset räumen doch Christ, du höchstes Gut. das Feld: ich habe Gott 481. Schau, lieber Mel. zum spricht selbst zu mir: Wo willst du Gnade finden? Der große Gott, der zurnt mit dir von wegen deiner Sünden. Wer Gott mit seiner Missethat, so oft, wie du, beleidigt hat, dem ift er gar nicht gnådig. 2. Drum gieb du mir nach deiner Gnad ein int= Ernst Christoph Homburg. meine Feind', damit ich ftets muß kämpfen, so liftig und 414 Vom geistlichen Kampf. und so mächtig seind, daß Verleih mir deines Geifie mich leichtlich dämpfen. stes Stark, daß meiner Herr, wo mich deine Gnad Feinde Lift und Werk danicht hält, so kann der Teu- durch zerstöret werde. fel, Fleisch und Welt mich leicht in Sünden stürzen. 7. Laß diesen deinen guten Geist mich innerlich 2. Der Satanas mit regieren, daß ich allzeit seiner List im Anfang gar thu', was du heißt, und füß locket; drauf, wenn die mich nichts laff verführen; Sünd begangen ist, das daß ich dem Argen wiHerze er verstocket; er derfteh', und nicht von treibt mit Trug und mit deinem Weg abgeh' zur Gewalt von einer Sünd Rechten oder Linken. zur andern bald, und endlich in die Hölle. 8. Ob böse Luft noch mannigfalt mich anficht, 3. Der Welt Art ist weil ich lebe, so hilf, daß auch wohl bewußt, wie die ich ihr allsobald im Ankann Anlaß geben zu Au- fang widerstrebe, und daß genlust, zu Fleischesluft, ich ia vergesse nicht die zu hoffartigem Leben. Todesstunde, das Gericht, Wenn aber Gottes Zorn den Himmel und die Hölle. angeht, ein jeder da zu- 9. Gieb, daß ich denke jerücke steht, die Freund- derzeit an diese letzten Dinschaft hat ein Ende.ge, und dadurch alle Sun4. Und dennoch will mein denfreud aus meinem HerFleisch und Blut von dem zen bringe: damit ich mög' ungerne laffen, was ihm so mein Leben lang dir dienen großen Schaden thut, es ohne Furcht und Zwang will die Welt nicht hassen; in willigem Gehorsam. die kurze Freud gefällt ihm 10. Gott Vater, deine wohl, drum will's nicht, Kraft und Treu laß reichdaß ich meiden soll des lich mich empfinden. Teufels Netz und Stricke. Jesu Christe, steh mir bei, 5. Nun muß ich Armer daß ich kann überwinden. immerfort mit diesen Fein- Hilf, heilger Geist, in dieden streiten; sie angsten sem Krieg, daß ich da immich an allem Ort, und mer einen Sieg erhalte nach find mir stets zur Seiten. dem andern. David Denice. Der Satan setzt mir heftig zu, die Welt läßt mir gar Mel. Freu dich sehr, o keine Ruh, mein Fleisch zur Sund mich reizet. meine Seele. 6. Zu dir flieh' ich, o 482. Schutte det nes Lichtreuer Gott; ich weiß fie tes Strahlen, o mein Heinicht zu stillen; hilf, Va- land über mich; laß fie ter, hilf in dieser Not mein Gemüt bemalen mit #m Jesu Christi willen. der Klarheit machtiglich, ***** Dom geistlichen Kampf. 415 und vertreib durch Heiter- deine Güte mein gepreßfeit in mir alle Dunkel- tes Herz empor; ziehe nach heit, daß ich möge vor dir dir mein Gemüte, öffne geben, und dein Gnaden- ihm des Himmels Thor, Acht ansehen. daß es göttlich werd' er2. Hemme in mir das freut, und flieh' alle EitelZerstreuen meiner Gin- keit, an gar nichtes mehr nen, deine Kraft kann zu denken, was nicht kann mich leicht davon be- gen Himmel lenken. freien; ach wann wird 7. Reiße weg aus meidie Hülf geschafft? Stebe nem Herzen allen Troft mir im Kampfe bei, daß der Kreatur; denn der linich leberwinder sei, weil dert nicht die Schmerzen, sich die Versuchungsstun- zeigt mir auch nicht deine den mächtig haben ein- Spur. Die Begierde gefunden. brennt in mir, o mein 3. Tite in mir alle Heiland, nur nach dir; Tiere der Begierden, die laß mich, wenn ich dich allzeit mich bestreiten, und gefunden, ewig mit dir vollführe selbst in mir sein verbunden. jum Steg den Streit, daß dein Friede je und je Johann Christian Nehring. in dem Herzen kräftig Mel. Freu dich sehr, o blüh', und mein Mund meine Seele. zu allen Zeiten möge dei- 483. Tug reuer Gott, nen Ruhm ausbreiten. ich muß 4. Herr, gebeut den dir klagen meines HerBarken Winden, dem Ge- zens Jammerstand, ob witter und dem Meer, so dir wohl find meine Plamuß sich die Stille finden, gen besser als mir selbst ob sie wüten noch so sehr. bekannt: große SchwachLaffe deiner Wahrheit heit ich bei mir in AnSchein als ein helles Licht fechtung oftmals spür', mir sein; denn sonst bleib' wenn der Satan allen ich schnöde Erde, wenn ich Glauben will aus meinicht erleuchtet werde. nem Herzen rauben. 5. Laß von oben auf 2. Du, Gott, dem nichts mich fließen deiner Gnaden ist verborgen, weißt, daß Süßigkeit, und den mat ich nichts von mir hab', ten Geist genießen deinen nichts von allen meinen Himmelstau allzeit. Geuß Sorgen, alles ist, Herr, in meine dürre Erd Le- deine Gab; was ich Gubensströme, daß ich werd' tes find' an mir, das hab' fruchtbar, und vor allen ich allein von dir; auch Dingen dir mög' gute den Glauben mir und alFrüchte bringen. len giebst du, wie dir's mag 6. Ach so heb durch gefallen. 3. D 416 Vom geistlichen Kampf. 3. O mein Gott, vor Funklein auf, bis daß nach den ich trete jetzt in mei- vollbrachtem Lauf ich den ner großen Not: höre, Auserwählten gleiche, und wie ich sehnlich bete, laß des Glaubens Ziel erreiche. mich werden nicht zu 8. Gott, groß über alle Spott; mach zunicht des Götter, heilige DreieinigTeufels Werk, meinen keit, außer dir ist kein Erschwachen Glauben stårk, retter, tritt mir selbst zur daß ich nimmermehr ver- rechten Seit, wenn der zage, Christum stets im Feind die Pfeil abdrückt Herzen trage. meine Schwachheit mir 4. Jesu, Brunnquell aufrückt, will mir allen aller Gnaden, der du Troft verschlingen, und niemand von dir stößt, mich in Verzweiflung der mit Schwachheit ist bringen. beladen, sondern deine 9. Zeuch du mich aus Jünger tröst: sollt ihr seinen Stricken, die er mir Glaube auch so klein wie geleget hat; laß ihm fehlen ein kleines Senfkorn sein, seine Tücken, drauf er finwollst du sie doch würdig net früh und spat. Gieb schäßen, große Berge zu Kraft, daß ich allen Strauß versetzen. ritterlich mög' stehen aus, 5. Laß mich Gnade vor und, só öfters ich muß dir finden, der ich bin voll kämpfen, hilf mir meine Traurigkeit: bilf du mir Feinde dampfen. selbst überwinden, so oft 10. Reiche deinem schwaich muß in den Streit; chen Kinde, das auf matmeinen Glauben täglich ten Füßen sieht, deine Gnamehr, deines Geistes denhand geschwinde, bis Schwert verehr, damit ich die Angst vorübergeht; wie den Feind kann schlagen, die Jugend gångle mich, alle Pfeile von mir jagen. daß der Feind nicht rühme 6. Heilger Geist ins fich, er hab' ein solch Herz Himmels Throne, gleicher gefället, das auf dich sein Gott von Ewigkeit mit Hoffnung stellet. dem Vater und dem Soh- 11. Du bist meine Hülf ne, der Betrübten Trost im Leben, mein Fels, meine und Freud, der du in mir Zuversicht, dem ich Leib angezündt, so viel ich an und Seel ergeben: Gott, Glauben find': über mir mein Gott, verzieh doch mit Gnaden walte, ferner nicht; eile, mir zu stehen deine Gab erhalte. 7. Deine Hülfe zu mir sende, o du edler Herzensbei, brich des Feindes Pfeil entzwei; laß ihn selbst zurücke prallen, und mit gast, und das gute Werk Schimpf zur Höllen fallen. vollende, das du angefan- 12. Ich will alle meine gen hast. Blas das kleine Tage rühmen deine starke Hand Dom geistlichen Kampf. 417 Hand, daß du meine Plag| tan macht mich auch fast und Klage haft so berzlich mürbe, daß mir auch der abgewandt. Nicht nur in Sieg verdürbe, wo mir der Sterblichkeit soll dein deine treue Kraft nicht geRuhm sein ausgebreit: ich wünschte Hülfe schafft. will's auch hernach erweifen, und dort ewiglich dich preisen. Johann Heermann. 5. Drum, mein Jesu, steh mir Armen in so groHer Schwachheit bei; laß dich meine Not erbarment, Mel. Du, o schönes Welt- mache mich von allem gebäude. fret, was mir will mein 484. Wer das Klei- Ziel verrücken; komm, mich nod will selbst recht zuzuschicken; gieb mir Kraft und Freudigkeit, fördre meinen Lauf und Streit. erlangen, der muß laufen, was er kann; wer die Krone will empfangen, der muß kämpfen als ein Mann; 6. Es verlohnt sich wohl dazu muß er sich in Zei- der Mühe, ob mir's gleich ten auf das beste zube- was sauer wird, wenn ich reiten, alles andern müßig mich der Welt entziehe, gehn, was ihm kann im die mich stets zurücke kirrt: Wege stehn. deine treue Gnadenkrone ist 2. Herzens- Jesu, deine mir übergnug zum Lohne; Güte steckt mir auch ein wirst du nur mein BetKleinod für, das entzückt stand sein, so ist sie in mir mein Gemüte durch Kurzem mein. Joh. Menter. den Ausbund seiner Zier; o wie glänzt die schöne In eigener Melodie. Krone von dem hohen Eh- 485,( Chris We renthrone, die du in der Herrlichkeit deinen Strei- überwindet, soll vom Holz tern hast bereit. genießen, das in dem Paradiese Gottes grunt; er soll von keinem Tod noch Elend wissen, wenn er mir, als dem Herrn des Lebens, 3. Mich verlangt von ganzem Herzen auch nicht weit davon zu sein; ia ich ziele recht mit Schmerzen auf den freudenvollen dient. Ich will ihn laben Schein: doch das Laufen mit Himmelsgaben, und thut mir bange, und der er soll haben, was ewig Kampf wird mir zu lange; tröst. der geschmückte Erdenwust nimmt mir öfters alle Luft. 2.( Seele.) Jesu, hilf du mir selbst überwin4. Mein verderbter Ei- den; ich kämpfe zwar, jegenwille hat bald dies, bald doch mit wenig Macht; das zu thun; hält im Lau- oft pflegt die Sünde mit fen vielmal stille, und will den Arm zu binden, daß in dem Streite ruhn. Sa- in dem Streite fast das 18** Herz 418 Vom geistlichen Kampf. Herz verschmacht. Du Werke bis an das Ende mit mußt mich leiten, selbst Beständigkeit, dem geb' ich helfen streiten, und mich über Heiden Macht und bereiten, wie dir's gefällt. Stärke, daß er sie mit der 3.( Christus.) Wer über- eisern Rute weid', bis fie windet, dem soll nichts ge- zerschmissen erkennen müsschehen vom andern Tode, sen, daß all ihr Wissen vor der die Seele quält; er soll mir nichts gilt. mein Angesicht vorm Thro- 8.( Seele.) Jesu, hilf ne sehen, wo das erwählte du mir selbst überwindent. Heer mein Lob erzählt. Gieb, daß mein ChristenNach tapferm Ringen soll tum recht lauter sei. Laß er mir singen, und Opfer sich nichts Heidnischs mehr bringen in Heiligkeit. an mir befinden. Ach ma4.( Seele.) Jesu, che mich vom finstern Wehilf du mir selbst überwin- sen frei. Du mußt mich den; mein Glaub ist oft- lehren mein Herz bekehmals schwach und wirket ren, und das zerstören, was nicht. Schick einen Gna- dich betrübt. denstrahl, ihn zu entzun- 9.( Christus.) Wer überden, vertreib die Finster- windet, soll ganz weiß genis durch helles Licht. Laß kleidet im Buch des Les mich recht brennen, in bens eingeschrieben sein, Schranken rennen und dich wo seinen Namen nichts erkennen, o Stegesfürst! vertilgt noch scheidet, den 5.( Christus.) Wer über- ich bekennen will, daß er windet, dem will ich zu ist mein. Vors Vaters effen vom Manna geben, Throne, bei dem ich wohdas verborgen liegt. Sein ne, wird ihm die Krone Zeugnis bleibet auch gar des Heils geschenkt. nicht vergessen, ein neuer 10.( Seele.) DO Jesu, Name wird ihm beigefügt, hilf du mir selbst überden der verstehet, wer ihn winden. Mein Kleid der empfähet, und wen erhs- Seelen ist noch schwarz bet des Lammes Blut. befleckt; der Werke Unwert muß wie Rauch verschwinden, vor deinen 6.( Seele.) Jesu, hilf du mir selbst überwinden. Die Welt legt mir ihr fal- Augen bleibt ja nichts versches Manna vor, darein verbirget fie das Gift der Sünden. Ach ziehe mich von ihr zu dir empor! Du 11.( Christus.) Wer überwollst verjagen und nie- windet, soll ein Pfeiler derschlagen, die zu mir sa- bleiben im Tempel meines gen: Wo ist dein Gott? Gottes früh und spat; deckt. Ach mach mich reine, daß ich als deine im Buch erscheine, das ewig bleibt. 7.( Christus.) Wer über- ich will auf ihn den Nawindet, und hält meine men Gottes schreiben, Je= rit Vom geistlichen Kampf. 419 rusalems, das Gott er- Sinn, daß ich zwar wider wählet hat. Mein Na- Willen, Herr, wider dich menszeichen soll er errei- ohn alle Maß vom bbchen, und nimmer weichen, sen Geist meine Herze lağ noch von mir gehn. mit Lästerung anfüllen? 12.( Seele.) Jesu, 2. Du hast mir ja von hilf du mir selbst überwin- Kindheit an an Leib und den. Wie leichtlich sinket Seel viel Guts gethan, doch mein Herz und Mut. und alle Gnad erwiesen; Du kannst mich vollberei- ist denn nun dies der ten, stärken, gründen, ach Dank dafür? Wirst du, waffne mich zum Siege mein Gott, also von durch dein Blut. Du kannst mir für deine Güt geden Schwachen gnug Kraf- priesen? te machen, daß sie stets 3. Ach Herr, ich hatwachen und siegreich sind. te wohl verdient, daß 13.( Chriftus.) Wer über- du mich als ein höfes windet, soll im Himmel Kind alsbald zur Höllen fißen auf meinem Stuhl, stießeft, und mich daselbst gleichwie ich überwand. bei höchster Qual die Got= Ich mußt auch in der teslåfirung allzumal im Welt am Kreuze schwitzen, Feuer büßen ließeft. nun siz' ich zu des Vaters 4. Du aber lehre mich rechter Hand. Hier soll verstehn, daß solches làsich laben an Himmels- sterliche Schmähn vom gaben, und Ruhe haben, bösen Geist herrühre, daß wer recht gekämpft. er durch solche Lästerung 14.( Seele.) Jesu, mich Armen in Verzwei hilf du mir ſelbst über- felung und andre Lafter winden. Der Feinde Zahl führe. ist groß, ach komm ge5. Rett dein und meines schwind; Welt, Teufel, Heilands Ehr, und laß den Fleisch und Blut samt Teufel nun nicht mehr in meinen Sünden sind mir meinem Herzen schmähen. zu stark. Herr, erhör Ach gieb, daß ich dem dein Kind. So soll dort Lästergeist, der mich dich oben mein Geist dich lo- nur verlästern heißt, mög' ben, wenn ich erhoben den kräftig widerstehen! Sieg erlangt. 6. Verleih, daß ich Amadens Creuzberg. gleich zu der Zeit, wenn fich der böse Geist nicht Mel. Kommt her zu mir, scheut, durch Lästerung spricht Gottes Sohn. zu toben, dich mög' in 486. Wo benk ich meines Herzens Grund armer und äußerlich mit meiMensch doch hin, wie nem Mund mit hohem komm' ich nur auf diesen Ruhme loben. 7. ch 420 Vom geifflichen Kampf. 7. Ach Herr, ich schreie kehren ein, so mußt die noch zu dir: laß deinen erst Maria sein. guten Geist in mir mit 4. Was hilft's, daß feiner Gnade bleiben. Ich Christus uns geboren, raum' ihm ganz mein uns die Kindschaft wieHerze ein, das soll sein der bringt, wenn, da heilger Tempel sein, sein dies Recht schon längst Werk darin zu treiben. verloren, man hierzu nicht 8. Ach heilger Geist, durch Buße dringt, als komm, heilge mich, daß Kind im Geist sich neu Satan, der so lasterlich gebiert, und stets ein göttdich stets geschåndet, wei- lich Leben führt. che. Ach bleib und wirke 5. Was hilft dem Mendu in mir, daß alles, schen Chrißi Lehre, wer was ich nehme für, zu der Vernunft ein Sklave Gottes Lob gereich bleibt, nach eigner Weisheit, Wahn und Ehre sein Leben, Thun und WanMel. Wer nur den lie- del treibt? Ein Chrift, der ben Gott läßt walten. die Verleuguung ehrt, Chr. Brunchorft. 487. Mohl dem, folgt dem nur, was sein der sich Jesus lehrt. mit Fleiß bemühet, daß 6. Was hilft uns Chrier ein Streiter Christi sei; fti Thun und Leben, was der nicht am Lasterseile Demut, Lieb und Freundgiebet, von Hochmut, lichkeit, wenn wir dem Neid und Wollust frei; Stolz und Haß ergebent, der stets die arge Welt und schånden ine Heiligbekämpft und seinen eig- keit? Was hilft's, nur im nen Willen dämpft. Verdienst allein, und nicht im Glauben Christi sein? 2. Der heißt allein nur Chrifti Streiter, wer 7. Was hilft uns Chrifti ihm in allem folget nach; Angst und Leiden, wenn wem er soll sein Weg, man nicht will ins Leiden Licht und Leiter, der gehn? Nur nach der Pein trägt auch billig seine sind süß die Freuden, und Schmach; wer nicht den nach der Schmach steht Delberg mit ihm steigt, Purpur schön. Wer hier wird Thabors Glanz auch nicht seinen Adam kränkt, nicht gezeigt. wird Christi Kron auch 3. Was hilft's, daß nicht geschenkt. Christus hier empfangen 8. Was hilft uns Chriffi und unser Fleisch teil- Tod und Sterben, wenn baftig ward, wenn wir wir uns selbst nicht sterben nicht auch dazu gelangen, ab? Du liebst dein Leben daß Gott sich in uns offen- zum Verderben, führst du bart? Und soll er in dich die Lust nicht in sein Grab. Vom süßen Trofte Gottes. 421 Es bleibt dir Christi Tod hilft dir sein gen Himmel ein Bild, wenn du der Welt gehen, klebst du noch an nicht sterben willt. der Erden Kot? Was hilft dir sein Triumph und Steg, führst du mit die nicht selber Krieg? 9. Was hilft sein Lösen und Befreien, wer mit der Welt im Bunde steht? Was hilft Herr, Herr und Meister schreien, wer nicht aus Satans Banden geht? Wie denkt doch der, er fei versühnt, wer noch der Welt und Sünden dient? 10. Was hilft dir Chrifti Auferstehen, bleibst du noch ta dem Sündentod? Was 11. Wohlan, so lebe, thu und leide, wie Jesus dir ein Vorbild war. Such, daß dich seine Unschuld kleide, so bleibst du in der Streiter Schar. Wer Je= fum liebt, tracht nur allein ein Weltbestreiter stets zu sein. Jacob Gabriel Wolf X. Vom süßen Troste Gottes. nicht rauben, und lief er noch so heftig an. In eigener Melodie. 488. h Jesu, A 4. Ich weiß, daß Gott meiner mich hat erkoren, daß mich Seelen Freude, mein sein Geift hat neu geboReichtum, wenn ich Man- ren, daß mir sein Sohn gegel leide, mein Heil in storben ist; ich weiß, Herr, meiner Sündenlast, mein daß du bist mein Leben, Anker, wenn mein Schiff daß du auch bist für mich will wanken, mein Licht, gegeben, ja, daß du noch wie kann ich dir verdan- mein Helfer bist. ken, daß du mich so geliebet haft? 5. Schlägt Moses seine Donnerflammen um mein 2. Ich armer Knecht, verdammtes Haupt zuich war verloren, und du, sammen: in dir, o Jesu, mein Herr, du wirst ge- find' ich Ruh; muß ich mit boren, und giebst für mich Sünd und Hölle streiten, dich in Gefahr: ich war so lauf' ich, Herr, auf dein Feind, du kommst deine Seiten, als meine gelaufen, mein Leben durch stärkste Festung zu. dein Blut zu kaufen, das 6. Und kommt auch gleich anders nicht zu retten war. der Tod gesprungen, hat 3. Treu, die nicht ist Jesus doch für mich geauszufinnen, was soll ich rungen, und durch den Lod Armer doch beginnen, der den Tod verjagt. Was darf dies nicht wohl begreifen mir vor dem Lode grauen, kann? Doch wohl, ich wenn ich durch ihn soll babe festen Glauben, den wirklich schauen, was mir foll mir auch der Feind mein Jesus zugesagt? 7. Nun 422 Vom süßen Trofte Gottes. 7. Nun, Jesu, laß mich viel getraut, hättst du, eb an dir fleben, so bleibet ich zugeschaut, mir zum dir mein ganzes Leben mit Fall ein Sieb gebaut. stets verbündner Treu ver- 5. Ich erkenne deine Lift, pflicht; denn wer sich hier da du mit erfüllet biſt; mit dir verbindet, der lebt, du belügst mir meinen obgleich sein Leben schwin- Gott, und machst seinen det, und stirbet auch im Ruhm zu Spott; wenn Tode nicht. er setzt, so wirfst du um, Christian Knorr v. Rosenroth. wenn er spricht, verkehrt dein Grimm seine süße Vaterstimm. Mel. Singen wir aus Herzensgrund. 6. Hoff und wart' ich 489. Auf den Nebel alles Guts, bin ich froh folgt die und gutes Muts; rückst Sonn, auf das Trauern du mir aus meinem Sinn Freud und Wonn, auf die alles gute Sinnen hin. schwere bittre Pein stellt Gott ist, sprichst du, fern sich Trost und Labsal ein. von dir, alles Unglück bricht Meine Seele, die zuvor herfür, steht und liegt vor sank bis zu dem Höllen- deiner Thür. thor, steigt nun bis zum Himmelschor. 7. Heb dich weg, verlogner Mund. Hier ist 2. Der, vor dem die Gott und Gottes Grund; Welt erschrickt, hat mir hier ist Gottes Angesicht meinen Geist erquickt; seine und das schöne helle Licht hohe starke Hand reißt mich seines Segens, seinerGuad; aus der Höllen Band. Alle all sein Wort und weiser seine Lieb und Güt über- Rat steht vor mir in volschwemmt mir mein Ge- ler That. müt, und erfrischt mir mein Geblüt. 8. Gott låst keinen traurig stehn, noch mit 3. Hab' ich vormals Angst Schimpf zurücke gehn, der gefühlt, hat der Gram mein sich ihm zu eigen schenkt, Herz zerwühlt, hat der und ihn in sein Herze senkt. Kummer mich beschwert, Wer auf Gott sein' Hoffhat der Satan mich be- nung setzt, findet endlich thört: ei, so bin ich nun- und zuleht, was ihm Leib mehr frei; Heil und Ret- und Seel ergößt. tung, Schuß und Treu steht mir wieder treulich bei. 9. Kommt's nicht heute, wie man will, sei man nur 4. Nun erfahr' ich, schnö- ein wenig still; ist doch der Feind, wie du's babst morgen auch ein Tag, da mit mir gemeint; du hast die Wohlfahrt komment wahrlich mich mit Macht mag. Gottes Zeit hält in dein Nek zu ziehn ge- ihren Schritt, wann die dacht. Hätt' ich dir zu kommt, kommt unsre Bitt und Vom süßen Trofte Gottes. und die Freude reichlich mit. 10. Ach wie ofte dacht' ich doch, da mir noch des Trubsals Joch auf dem Haupt und Halse saß, und das Leid mein Herze fraß: Nun ist keine Hoffnung mehr, auch fent Ruben, bis ich kehr' in das schwarze Totenmeer. 423 Angst und Not, ich will gehn bis in den Tod, ich will gehn ins Grab hinein und doch allzeit fröhlich sein. Wem der Stärkste bei will stehn, wen der Höchste will erhöhn, fann nicht ganz zu Grunde gehn. Paul Gerhardt. Mel. Nun freut euch, lieben Christen, g'mein." 11. Aber mein Gott wandt' es bald, heilt und 490. Der Herr ift hielt mich dergestalt, daß 12. Als ich furchtsam ich, was sein Arm gethan, treuer Hirt, hält mich in nimmermehr gnug preisen seiner Hute; darum mir kann. Da ich weder hier gar nicht mangeln wird noch da eingen Weg zur irgend an einem Gute. Rettung sab, hatt' ich seine Er giebt mir Weid ohn Hülfe nah. Unterlaß; darauf wächst das wohlschmeckend Gras and verzagt mich selbst und seines heilsamen Wortes. mein Herze plagt', als ich 2. Zum reinen Wasser manche liebe Nacht mich er mich weist, das mich ermit Wachen krank gemacht, quicken thue, das ist sein als mir aller Mut entfiel, fron heiliger Geist, der tratst du, mein Gott, mich macht wohlgemute. felbst ins Spiel, gabst dem Er führet mich auf rechter Unfall Maß und Ziel. Straß in sein Geboten ohn Ablaß von wegen seines Namens. 13. Nun, so lang ich in der Welt haben werde Haus und Zelt, soll mir 3. Ob ich wandert' im dieser Wunderschein stets finstern Thal, fürcht' ich vor meinen Augen sein. kein Ungelücke in VerfolIch will all mein Leben gung, Leiden, Trübfal, und Tang meinem Gott mit dieser Welten Tücke; denn Lobgesang hiefür bringen du bist bei mir stetiglich, Lob und Dank. dein Stab und Stecken trösten mich, auf dein Wort ich mich lasse. 14. Allen Jammer, allen Schmerz, den des ewgen Vaters Herz mir schon 4. Du b'reitest vor mir lebo zugezählt oder künftig einen Tisch vor Feinden auserwählt, will ich hier allenthalben, machst mein in diesem Lauf meines Le- Herz unverzagt und frisch; bens allzuhauf frisch und mein Haupt thust du mir freudig nehmen auf. falben mit deinem Geist, 15. Ich will gehn in der Freuden Del, und schen= 424 Dom süßen Trofte Gottes. schenkest voll ein meiner ich Gottes Gnadentau, Seel deiner geistlichen mit dem ich mich ernähre Freuden. als meines Hirten Eigen5. Viel Gutes undBarm- tum, der täglich mir darherzigkeit laufen mir nach reichet sein süßes Evange= im Leben, und ich werd' lium, dem Milch und Hobleiben allezeit im Haus nig weichet, wenn Gott des Herren eben, auf Erd die Seele speiset. in der christlichn Gemein, und nach dem Tode werd' ich sein bei Christo, meinem Herren. Und führet mich zum frischen Wasser. Wolfgang Meußlin. Mel. Es woll' uns Gott genädig sein. Der Herr ist mein Hirt. 4. Wird mein Geist dur ftig, führt er mich zu frischund stillen Flüssen, wo Gottes Lebensströme sich in Fülle recht ergießen; da schmeck' ich meiner Taufe Kraft, die tausend Freude 491. Der wahre bringet, wenn meines Hir Gottes Sohn, der in der Sünder Orden getreten, und vorlängsten schon mein Bruder ist geworden, und durch den höchsten Liebeszug sich völlig dargegeben zum ins Herze dringet imAbendmahl und Worte. Er erquicket meine Seele. 5. Denn hier wird meine Seel erquickt, die sonsten muß vergehen, wenn sie, in Lamm, das meine Gottes Trost entzückt, Sünde trug und sterbend kann glaubig Gott anseward mein Leben, der ist hen, wie sie in ihm und mein einger Hirte. Mir wird nichts mangeln. er in ihr vereinigt ſei und bleibe, daß auch von seiner Liebsbegier sie kein Geschöpf abtreibe, ja weder Tod noch Leben. Er führet mich auf rechter Straßen. 6. Er führet mich auf rechter Bahn, entfernt vom Pfad der Sünde, da nimmt mich Gott in Buße an jedem Kampf und Streit, zu seinem Gnadenkinde, und nehm' aus seiner Fülle Genade um Genade. 2. Drum wird kein Mangel in der Not sich jemals bei mir finden; bin ich verwundet, schwach, ia tot, beschwert von Fluch und Sünden: ist er doch die Gerechtigkeit, durch die ich wieder stille mein Herz in Er weidet mich auf einer grünen Aue. 3. Er weidet mich auf grüner Au der himmelsfüßen Lehre, da schmeck Umseines Namenswillen. wenn meines Hirten Reinigkeit mein unrein Herze decket, sein Geist auch tåglich mich fortleit, und von der Sund abschrecket, erneurt zu seinem Bilde. Um Vom süßen Trofte Gottes. 425 7. Um seines Namens) 10. Du hast bereitet etwillen thut er alle diese nen Tisch voll himmelsGnade; bei mir ist kein süßer Lehre: da werd' ich Verdienst noch Gut, viel- recht gesund und frisch, mehr Verlust und Scha- und spott' der Feinde de; der Name ist's, der Heere, die auf mich öfters aus Not erlist, der Ja- sehen zu, wenn Teufel, cob Schuß verleihet, der Höll und Sünde mir fidNam, der auch den Mo- ren wollen meine Ruh, ses tröst, und Israel er- als die ich überwinde freuet, gepredigt von dem bloß durch das Schwert Herren. des Geistes. Und ob ich schon wandle im finstern Thal, fürcht' ich doch kein Unglück. 11. Du falbest mir mein Haupt mit Del des Geistes deiner Liebe; das dringet ein in meine Seel, daß 8. Und ob ich wandr' im finstern Thal der tödlich schweren Schatten, ich mich nicht betrübe, da manche herbe Seelen- wenn Herzensangst und qual mich Armen ganz ab- Kreuzespein zusammen auf matten: fürcht' ich gleich mich schlagen, weil meines wohl kein Unglück nicht, Gottes Trost und Schein nichts, das mir könnte mir lindern alle Plagen schaden; nichts ist, das mir mein Herze bricht, nichts, das mich könnt' beladen mit ewger Angst und Sorgen. im Leben und im Sterben. Und schenkest mir voll ein. Denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. 12. Du schenkst den Kelch des Heils mir ein voll von Genad und Leben, voll Lieblichkeit und Freudenwein, die deine 9. Denn du, Herr, bift Wunden geben. Wenn ich doch stets bei mir, verei- im Glauben trink' hievon, nigt in der Liebe; was ist macht mich voll Troft denn, das mich irgend dein Quälen; dein Bluthier beständiglich betrübe? schweiß, Angst, Schmach, Dein Stab und Stecken Sport und Hohn giebt trösten ja weit über alles Herrlichkeit der Seelen, ia Leiden; kommt mir das Unglück dann recht nah, weißt du mich wohl zu weiden mit Manna in der Wüsten. selbst dein Tod das Leben. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang. 13. Barmherzigkeit und Vaterhuld begleiten mich im Leben; sie rufet mich befreit von Schuld, pflanzt mich Du bereitest vor mir einen Tisch gegen meine Feinde. Du salbest mein Haupt mit Dele. 426 Dom süßen Trofte Gottes. mich in dich zum Reben, wer dich liebet, nicht erder an dem Weinstock trinket. Ich halt' dich, halt Früchte trågt, lehrt mich du mich; halt du mich, das Abb beten; sie ist mein Trost und Licht, ich es, die sanfte schlägt, will dich ja lassen nicht. vonSiren lehrt abtreten, 4. Wenn ich ganz entund tröstet bis ans Ende. Fräftet bin, so kannst du Und werde bleiben im mich Schwachen halten, Hause des Herrn im- und bestårken meinen merdar. Sinn; deine Lieb kann nicht erkalten. Ich halt' dich, halt du mich; halt du mich mein, 14. In Gottes Hause werd' ich nun stets bleiben ohne Ende, da werd' Trost und Licht, ich will ich frei von allem Thun dich ja lassen nicht. und Mühe meiner Hände, 5. Wenn mein Herz mir wenn Gott wird lassen endlich bricht in der leßschauen sich, und ich in ten Todesstunden, bist du Lieb entzucket, an seinen meine Zuversicht, ich erWegen freuen mich, dem greife deine Wunden. Ich Elend ganz entrůcket, in balt' dich, halt du mich; Jesu Schoß und Armen. Halt du mich, mein Trost und Licht, ich will dich ia lassen nicht. Abraham Winckelmann. In eigener Melodie. 6. Es mag gehen, wie es 492. Dich, Herr woll' im Tod, Leben, Kreuz JesuChrist, und Leiden, nimmermehr, mein Hort, habe ich ge- o Jesu, soll mich und treu gefunden; ich halt' dich hier etwas scheiden. mich zu deinem Wort und Ich halt' dich, halt du zu deinen teuren Wun- mich; halt du mich, mein den. Ich halt' dich, halt Trost und Licht, ich will du mich; halt du mich, dich ja lassen nicht. mein Trost und Licht, ich Johann Ludwig Winter. will dich ja lassen nicht. 2. Ob mich gleich schon Mel. Auf, hinauf zu alls mich kann deiner Freude. and will verlasſen, so bältst 493.( Seele.) Du du doch bei mir fest. Trok dem, der mich will anfas- mein, du mein schönstes sen! Ich halt' dich, halt du Leben, Jesu voller Süßigmich; halt du mich, mein keit, sieh, ach sich, ich bin Trost und Licht, ich will umgeben hier mit Leiden, dich ja lassen nicht. Angst und Streit, hol mich 3. Du finfft nimmer, zu dir; Herz und Sinn meine Saul, wenn das nach dir verlanget, weil Glück zu Boden sinket; du mein Herz an deinem hanbist meiner Seelen Heil, get; ach komme schier. 2.( Chris Dom süßen Trofte Gottes. 427 2.( Christus.) Harre noch| Friede, Freude, Licht und ein wenig, harre, bald, gar Leben dir, liebes Kind. bald stell' ich mich ein; dich Johann Caspar Schade. in die Geduld verscharre; ießt, ießt, will ich bei dir Mel. Mein Jesu, der ſein. Ich bin schon da. du mich. Mit dem Glaubensaug 494. Du wahres mich schaue, und dem Wort Gottesder Wahrheit traue: Der lamm, du Freund und Herr ist nah. Bräutigam betrübter Seelen, wie lange soll denn sich so sehn- und angstiglich mein Herze quälen? 2. Ach küß, ach küſſe mich, ach laß, ach lasse dich doch gnädig finden! Wann wirst du doch mir noch das schwere Sündenjoch einst ganz entbinden? 3.( Seele.) Ja, ia ia, ich kann bald spüren in mir deine Gegenwart: dein Geist meinen pflegt zu rühren mit Begier zur Himmelfahrt. Hinauf, hinein! Auf der Erd mag ich nicht bleiben, ich empfind' ein ftetes Treiben, bei Gott zu sein. 3. Nach dir, nach dir zeuch mich, Jesu, so laufe ich in deinen Wegen, und halte mich nur still, wenn mich die Welt gleich will mit Spott belegen. 4.( Christus.) Da, fich da nun kannst du sehen mich, den deine Seele liebt. Si, komm, komm, und laß uns gehen an den Ort, der Wonne giebt; stell dich zur 4. Du bist, Du bist ja Rub; hast du doch, was mein, mein Freund, und du willst haben, Gaben, ich bin dein, laß dich doch die dich ewig laben, und sehen; mein Herze sehnet mich dazu. fich, weil du so jammerlich mich läsfest gehen. 5.( Seele.) Wohl, sehr wohl bin ich vergnüget, 5. Mein Freund, komm Beld und Streit das hat doch zu mir, ich sehne mich ein End; so wie ich's ge- nach dir, du stehst verborwünscht, sich's füget, du gen. Ach komm, befrei bietst mir, ich dir die Händ': das Herz von Sündendu mein, ich dein; liebster furcht und Schmerz und Jesu, meine Freude, in allen Sorgen. dir kann ich nach dem Leide recht fröhlich sein. 6. Mein Jesu, starker Held, der du mich von der 6.( Christus.) O wie Welt zu dir gezogen, sieh ,, froh, o liebe Seele, bist wie mich Fleisch und Blut, du, nachdem du erblickt das, was ihm möglich, thut, mich, den Herren, dessen so oft betrogen. Sebe dich so inniglich er- 7. Nimm du dich meiquickt und tief entzündt! ner an, weil ich sonst nirEwig, ewig will ich geben gend kann vor Gott besieh 428 Dom süßen Trofte Gottes. stehen. Gieb mir dein Un-| 2. Steckst du in Armut schuldskleid, so kann in sehr, oder in Krankheit Ewigkeit ich dann Gott schwer, und mußt auf allen sehen. Seiten bedrångt Verfol8. Du sprichst: Kommt gung leiden, so thu nur her zu mir, ich bin die fleißig beten, Gott wird rechte Thür zum ewgen dich wohl erretten. Leben; nehmt nur mein 3. Hast du viel HerzeJoch auf euch, so werdet leid in dieser bösen Zeit, ihr im Reich des Vaters und mußt dich lassen plaschweben. gen, sollst du drum nicht verzagen; wenn du wirst fleißig beten, wird dich Gott wohl erretten. 9. Du kamst in diese Welt, daß du, wie dir's gefällt, das Leben gebeft, und in der Gläubgen Herz vertreibeft allen Schmerz und drinnen lebest. 4. Bist du der Welt ein Spott, und steckt in groBer Not, von jedermann 10. Ich bin nicht mehr verlassen: thu ein frisch betrübt, weil du mich so Herze fassen; wenn du wirst geliebt, und deine Seele fleißig beten, wird dich für mich zum Lösegeld Gott wohl erretten. giebst; drum fahr hin, o 5. Drum wer ein Chrift Welt, zur Abgrundshöhle. will sein, der schick sich Jesu, du bist nur darein, und sei im mein; ach komm, und brich Kreuz geduldig, geb' sich herein mit deinem Tage, vor Gott nur schuldig, der, wie er mir die Freud, der ihn aus allen Nöten der Welt bringt Traurig- gar wohl weiß zu erretten. keit und stete Plage. 6. Denn es zu jeder 11. 12. Ach mach's, ach Frist also beschaffen ist: mach's nicht lang! sich, wie wenn ein Kreuz nur auf den Christen bang, so lang böret, bald ein andres einzu stehen. Der Geist und kehret, drum mußt du fleiBraut spricht: Komm, ia kig beten zu Gott in allen komm, Herr Jesu, komm, Nöten. daß wir dich sehen. Mel. Auf meinen lieben Gott. 495. risch auf, mein 7. Weil außerhalb der Not unser Gebet ist tot, so muß Gott Trůbsal senden, daß wir uns zu ihm wenden, und allzeit fleißig Seel, in Not beten, daß er uns troft' in vertrau allein auf Gott, Nöten. und laß denselben walten; 8. Ein Christ mach's, wie er wird dich wohl erbal- er will, so muß er leiden ten, und dich aus allen viel, wird fälschlich ange Nöten wohl wissen zu geben, man thut ihm wierretten. derfireben, drum muß er Rei Vom süßen Trofte Goltes. 429 fleißig beten, daß uns Gott tröst' in Nöten. und befiehlt Gott ſein 496. Fein Seel, Mel. Was mein Gott 9. Denn wer hier in Ge- will, das g'scheh allzeit. Crisch auf, Unschuld, der sie an Lag Gott will Rat, kann bringen, dem wird's verzage nicht, endlich gelingen, wenn er sich dein erbarmen. in seinen Noten nur stets Hulf wird er dir teilen thut fleißig beten. mit, er ist der Schuß der 10. Und weil Trůbsal Armen. Ob's oft geht hart, und Not der Christen im Rosengart kann man täglich Brot, Herzleid in nicht allzeit fizen. Wer allen Ständen, wo man Gott vertraut, hat wohl sich thut hinwenden, so muß man fleißig beten, daß uns Gott tröst' in Notent. gebaut, den will er ewig schützen. 2. Dies hat Joseph, der fromme Mann, sehr oft 11. Darum, o frommer und viel erfahren. Von Christ, der Gott ergeben David, Job man lesen bist, laß dir vorm Kreuz kann, wie sie in Unfall nicht grauen; thu auf den waren; noch hat sie Gott Herren bauen, der dich in ihrer Not genådiglich aus allen Nöten wird behütet, denn wer Gott wissen zu errettett. traut, hat wohl gebaut, 12. Wandle auf Got- wenn noch der Feind so tes Weg, zum Guten sei wütet. nicht trag; fahr fort, leid 3. Troß sei dem Teufel dich geduldig, ob du bist und der Welt, von Gott gleich unschuldig; und bet mich abzuführen! Auf ihn herzlich in Nöten, Gott mein Hoffnung ist gestellt, wird dich wohl erretten. sein Gutthat thu' ich spů13. Und ob's hier nicht ren. Denn er mir hat geschicht, sollst du verza- Gnad, Hülf und Rat gen nicht: es wird nach in seinem Sohn verheißen. den Beschwerden im Him- Wer ihm vertraut, hat mel besser werden, da uns wohl gebaut, wer will mich Gott wird erretten aus anders weisen? allen unsern Nöten. 14. Da denn all unser Leid sich kehren soll in Freud, und wir werden zusammen preisen des Her4. Wenn böse Leut schon spotten mein, mich ganz und gar verachten, als sollt' Gott nicht mein Helfer sein, dennoch will ich's nicht ren Namen, befreit von achten. Der Schußherr allen Nöten vor Gottes Untlik treten. Jofua Stegmann mein ist Gott allein; dem hab' ich mich ergeben; dem ich vertrau' fest auf ihn bau', der kann mich noch erhebett. 5. Ob 430 Dom süßen Trofte Gottes. 5. Ob fich's bisweilen und traure nicht, dein Feschon anließ, als wollt' mich sus lebt, er lebet; sein Aug Gott nicht schüßen, und hat er zu dir gericht, sein hätt' die Welt mein Ueber- Fittich ob dir schwebet. druß, wollt' mir dazu auch Er ist dein Heil, dein Troft truken, so weiß ich doch, und Teil, wie kannst du er wird mich noch zu sei- doch nun trauren? Der ner Zeit nicht lassen. Wer treue Hort in seinem Wort Gott vertraut, hat wohl verspricht sich ſelbst zur gebaut, wie könnt' er mich Mauren. denn haffen? 2. Ohn ist es nicht, es 6. Drum freu dich, meine Frånket zwar, wo so viel liebe Seel, es soll kein Not Sund begangen, und ist nicht haben; Welt, Sund, es leider allzuwahr, daß Tod, Teufel und die Höll wir in Sünd empfangen; soll dir ewig nicht schaden. doch sich darauf, daß in Denn Gottes Sohn, der der Tauf dir solche find Gnadenthron, hat sie all geschenket, und dir zu gut überwunden. Auf Gott durch Christi Blut gar vertrau, fest auf ihn bau, tief ins Meer gesenket. der hilft zu allen Stunden. 3. Ja, sprichst du, wenn 7. Der keinen er ver- ich nicht aufs neu den laffen hat, die nach sein'm Taufbund übertreten! Was Willen leben, um Gnad du versehen hast, bereu, Hülf suchen früh und spat, und dann Gott abgebefich ihm gånzlich ergebeu ten. Fall nur zu Fuß, und Glaub, Lieb, Geduld bringt thue Buß: er wird dich Gottes Huld, dazu ein gern aufnehmen, wenn es gut Gewissen. Wer Gott kein Scherz, und sich dein vertraut, fest darauf baut, Herz des Bösen recht will der soll's ewig genießen. schamen. 8. Wer aber Hülf bei 4. Wenn es dich schmerzt, Menschen sucht, und nicht was du gethan, es nimbei Gott dem Herren, mer zu begehen, aufs neue derselb ift gottlos und Gott gelobest an, vergiebt verflucht, kommt nimmer- er, was geschehen: weil mehr zu Ehren. Denn Jesus Christ der Mittler Gott allein wird Helfer ist für die, so an ihn glausein, in Jesu Christi Na- ben: doch siehe zu, es nicht men. Wer solches glaubt, mehr thu, kannst dich der und Gott vertraut, soll Gnad berauben. selig werden. Amen. 5. Glaub fest an Jesum, Caspar Schmuder. Gottes Sohn, daß durch Mel. Was mein Gott sein Tod und Leiden, will, das g'scheh allzeit. durch seine Wunden, Spott 497. risch auf, und Hohn nunmehr auf mein' Seel, Gottes Seiten Gerechtig Vom süßen Troste Gottes. 431 tigkeit, Gnad, Heil bereit, 10. Gewiß, es ist kein die Sünde dir erlassen. Not so schwer, so bitter Du bist gerecht, wo du ist kein Leiden, es drůck' ihn schlecht im Glauben das Kreuz auch noch ſo weißt zu fassen. sehr, Schmerz sei auf al6. Fühlst du den Glau- len Seiten, der Mut entben nicht so groß, wie du steh', der Leib vergeh': darwohl möchtst begehren: um doch nicht verzaget. ergieb dich Gottes Wil- Gott lebet noch, fikt len bloß, ob er dir woll' nicht zu hoch; nur frisch gewähren die Bitt, und auf ihn gewaget. trau, daß er genau dein Seufzen hör und kenne; halt dich ans Wort, bet immerfort, der Hülf nicht Zeit benenne. 7. Imgleichen, wenn die Liebe schwach, die Hofftung will verschwinden, und heißt: Daß doch der Freuden ach! kein Fühlen und Empfinden! sei in Gott still, sag: Herr, dein Will gescheh' zu allen Zeiten; das Best wird sein, ich geb' mich drein, wie da's ſchickft, will ich's leiden. 11. Wohl, wohl und ewig, ewig wohl, wer steif auf Gott vertrauet! Es gehe, wie es mög' und soll, er hat sehr fest gebauet; wenn bricht die Welt, der Himmel fällt, sein Glaub wird doch nicht fallen; das Wahrheitwort steht fort und fort: Gott hilft den Seinen allen. 12. Und soll es auch der Tod aleich sein, so gieb dich doch zufrieden, stell, liebe Seel, das Trauern ein, du bleibestungeschieden bei dem, der ist dein Jesus Christ; im Tod ist Er dein Leben. Was willst du mehr? O freu dich sehr: bedenk, was dir gegeben! Joh. Caspar Schade. 8. Auch wenn das Fleisch selbst dich anficht, die Sündenlüfte reizen, der Satan dich im Siebe ficht, arglistig, wie den Weizen, die Welt bald lacht, bald haßt, veracht, es scheint, Gott woll nicht hören, ja haft Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. wohl schwach zur bösen Sach gar laffen dich be- 498. Geht, ihr traurigen 9. Lauf unverzüglich und danken, die ihr mir mein mit Eil in allen diesen Din- Herz beschwert, flieht aus gen zu Jesu Christo, daß er meiner Sinnen Schranheil', was scheinet zu miß- ken, daß ihr nimmer wielingen, daß er, was schwach derkehrt. Weg mit der an dir, stark mach', und sei- Melancholei, ich will leben nen Geist dir gebe, der in froh und frei. Jesus wird dir bleib', zum Guten treib', nach seinem Willen mein dem Bösen widerstrebe. betrübtes Herje stillen. 2. Was 432 Vom füßen Trofte Gottes. 2. Was soll ich mich sus hat des Todes Macht selber frånken, da mich durch sein Sterben umdoch mein Jesus liebt? gebracht, daß er mir ein Ich will stets daran ge- Durchgang worden zu der denken; Satan, du magst Himmelsbürger Orden. sein betrübt; du bist nicht 7. Es ist wahr, der Sawie ich getauft, du bist tan schrecket und ist über nicht wie ich erkauft; dir mich bemüht, daß er Angst ist Christus nicht gestorben, dir ist nichts wie mir erworben. und Furcht erwecket, die in mir zusammen zieht; aber ich gedenk' daran, Jesus ist der starke Mann, der den Teufel hat geschlagen, und die Hölle schaugetragen. 3. Wenn ich sonst gleich alle Schätze, alles Gold und Geld der Welt gegen diese Ehre sebze, gegen dieses Lösegeld, wär' mir alle 8. Jesus hat durchaus Ehr und Luft in der gan- gestürmet die verdammte zen Welt bewußt: ei, fie Finsternis; er beschüßt würde mich nicht laben, noch und beschirmet seine wenn ich Jesum nicht Gläubigen gewiß. Fürchte sollt' haben. dich nur nicht, mein Sinn, 4. Nun wohlan, er ist schlage die Gedanken hin; mir geben, daß ich mich Jesus wird dich wohl erfein freuen kann; Leiden, halten, laß ihn nur gedulTod, Verdienst und Leben, alles, was er hat gethan, er und was er hat, ist mein, und ich bin auch wieder sein; Teufel, Hölle, Tod und Sünden kann ich durch ihn überwinden. dig walten. 9. Jesu, meiner Seelen Freude, gieb mir deinen Freudengeist, der mein mudes Herze weide, wie dein heilsam Wort verheißt. Ach mein Hort, benimm mir doch dieses schwere Trauerioch; laß mich sein in dir zufrieden, und zu keiner Zeit geschieden. 5. Es ist wahr, ich bin ein Sünder; aber meines Jesu Blut treibt der Sünden Zahl dahinter, und macht mich gerecht 10. Gieb, daß ich, in dir und gut. Das gerechte erfreuet, ein geruhigs Herze Gotteslamm mußte mich hab', welches, durch dich am Kreuzesstamm durch ganz verneuet, sich an dir sein heiliges Verdienen bei ergök' und lab'; sei du meidem höchsten Gott ver- ner Seele Hort, und laß sühnen. durch dein heilig Wort deinen Geist mich wohl erquicken, und darinnen dich erblicken. 6. Es ist wahr, ich muß auch sterben, und durch Lodesthåler gehn; aber ich soll nicht verderben, ich 11. Laß mich Ungeduld soll wieder auferstehn; Je- vermeiden, die zuweilen fich REEDE Dom süßen Troßte Gottes. 433 sich erregt; laß mich dir wust zu büßen ihres Fleizu Ehren leiden, was du sches Lust nach dem vermir haft auferlegt; laß mich derbten Willen. zwingen Fleisch und Blut, und erheben meinen Mut; laß mich dein doch sein und bleiben, und von dir mich nichts abtreiben. 4. Die Kreatur entſets zet sich, und seufzet, frei zu werden; sie wartet und thut angstiglich; der Himmel und die Erden, die 12. Jesu, laß mich ja deiner Finger Werke sind, nicht fallen, halte mich in und was sich in denseldeiner Hand; laß bestån- ben findt, beweinen solch dig mich in allen an dir Verderben. bleiben unverwandt. Laß mich alle Angst und Not, alle Furcht, ia selbst den Tod durch dich tröstlich überwinden, und des Glaubens Ende finden. 499. He Johann Gottfried Olearins. Mel. Nun freut euch, lieben Christen, g'mein. err, deine Treue ist so groß, daß wir uns wundern müssen; wir liegen vor dir arm und bloß zu deinen Gnadenfüßen. Die Bosheit währet immer fort, und du bleibst doch der treue Hort, und willst uns nicht verderben. 2. Die Sünde nimmet überhand, du siehest selbst die Schmerzen; die Wunden sind dir wohl bekannt 5. Wir hoffen dennoch fest zu dir, du werdest uns erhören; wir flehen, 0 Gott, für und für, du wollest doch bekehren die süntdenvolle blinde Welt, die sich für so glückselig hält, da sie zur Höllen eilet. 6. Erbarme dich, o treuer Gott, der du die Welt geliebet, die Welt, die ganz in Sünden tot, in Irrtum dich betrübet; gieb deinem werten Worte Kraft, daß es in solcher Herzen haft, die hart sind wie die Felsen. 7. Laß doch die Welt erkennen noch mit ihren blinden Kindern, wie sanft und angenehm dein Joch set denen armen Sündern, so fühlen ihre Sündenschuld, und wenden sich zu deiner der sehr verstockten Her- Huld und deines Sohnes zen; die Schulden nehmen Wunden. täglich zu, es haben weder Rast noch Ruh, die dir den Rücken kehren. 8. Die Herde, die du haft erwählt, die seke du zum Segen; und schenke, 3. Dein Auge stehet wi- was ihr annoch fehlt, zu der die, so deiner Wege gehn auf rechten Wegen. fehlen, und in dem ganz- Laß deine Treue, Aug zen Leben hie den krum- und Hand sein deinen men Weg erwählen, und Gliedern wohl bekannt, suchen in dem Sünden- sie deiner Güte trauen. 19 9.- Ein 434 Vom süßen Trofte Gottes. 9. Ein Vater und ein stand auch aufgericht; ich Hirte meint es treulich ging hin und her; mein mit den Seinen; du bist Sinn war bekümmert und noch mehr als beide seind, voll Sorgen durch die du kannst's nicht böse mei Nacht an Morgen. nen; drum trauen wir 4. Ich, als ich nicht allein auf dich: ach leite sabe, daß du mir so nahe, du uns väterlich nach dei- sprach zu dir im Sinn: nem Rat und Willent. Ich kann nicht mehr beten, 10. Hier sind wir deine komm, mein Heil, getreten, Reben schon, und freuen sonst sink' ich dahin; ja uns daneben, daß du uns die Genadenkron nunmehro bald wirst geben; wir hoffen bald dein Angeficht zu sehen dort in jenem Licht, da uns das Lamm wird weiden. Johann Weydenheim. ich sink. Ei, sprach dein Wink, halt, meinst du, daß ich nicht lebe, noch fort um dich schwebe? 5. Ich war noch im Glauben, den mir doch zu rauben Satan war bemüht, der die armen Seelen in der Leibeshöhlen vielmals nach sich zieht. Ich sprach doch: Ich glaube noch; glaubt ich nicht, nicht Cesu, meine Jessi Liebe, die wollt' ich beten, noch vor Mel. Jesu, meine Freude. 500. ich oft betrübe hier in die- dich hintreten. ser Welt, dir dankt mein 6. Herr, wer zu dir Gemüte wegen deiner schreiet, seine Sünd anGute, die mich noch er- speiet, ruft dich herzlich hålt, die mir oft gar un- an aus getreuem Herzen, verhofft hat geholfen in dessen große Schmerzen dem Klagen, Not, Leid, wirst du, Herr, alsdann, Angst und Zagen. wenn er fest glaubt, dich 2. Nun ich will dran nicht läßt, als die deinen denken, wenn ich werd' in selbst empfinden, tilgen Kränken und in Aengsten seine Sünden. sein; wo ich werde ste- 7. Drum, o meine Liehen, wo ich werde gehen, be, die ich oft betrübe hier will ich denken dein; ich in dieser Welt, dir dankft will dir, Heil, für und mein Gemüte wegen deifür dankbar sein in meiner Güte, die mich noch nem Herzen, denken dieser erhält, die mir oft gar Schmerzen. en unverhofft hat geholfen in 3. Jch bat dich mit Thra- den Klagen, Not, Leid, nen, mit Leid, Angst und Angst und Zagen. Sehnen; mein Aug und Geficht hub ich auf und d Chr. Runge. schriee, neigte meine Kniee, Mel. Dom füßen Trofte Gottes. 435 gehorsam sein, so soll dich meines Segens Schein ohr alles End erfreuen. Mel. Unn freut euch, lieben Christen, g'mein. 6. Wo du dich aber bb501. nicht meine ien Rat wirst von mir Kron und meines Herzens Wonne, mein trautes Kind, wenden lassen, so will ich deine Missethat heimsuchen, mein teurer Sohn, mein doch mit Maßen; und Stern und meine Sonne, wenn du wiederkehrst zu mein' Augenlust, mein' edle Blum, mein auserwähltes Eigentum und meiner Seelen Freude? mir, so will ich wieder auch zu dir mich mit Erbarmen kehren. 7. Nun kehrt zu mir mein 2. Ich höre seines Seuf- Ephraim, sucht Gnad in zens Stimm und hochbe- meinen Armen; drum bricht trübtes Klagen: Mein mein Herze gegen ihn, und Gott hat mich, spricht muß mich sein erbarmen. Ephraim, gestraft und Der Unmut fällt mir mit wohl geschlagen; er sucht Gewalt, mein Eingeweide mich heim mit harter hizt und wallt in treuer Zucht: das ist mein Lohn, Lieb und Gnade. das ist die Frucht und Nußen meiner Sünden. 8. Kommt, alle Sünder, kommt zu mir, bereuet 3. Hör, alle Welt, ich bin eure Sünden, und suchet getreu, und halte mein Gnad an meiner Thür, Versprechen; was ich ge- ihr sollt sie reichlich finden. redt, da bleibt es bei, mein Wer sich mit Ephraim Wort werd' ich nicht bekehrt, wird auch mit brechen. Das soll mein Ephraim erhört, und hier Ephraim gar bald erfahren, und dort getröstet. und mich dergestalt recht aus dem Grund erkennen. Paul Gerhardt. 4. Ich denk' noch wohl Mel. Gott des Himmels an meinen Eid, den ich geund der Erden. schworen habe, da ich aus 502. Kehre wieder, lauter Gutigkeit mich ihm meine zu eigen gabe. Ich sprach: le, was betrübst und gråmst Du hast mein Herz erfüllt du dich? Fleuch die Qualmit deiner Lieb, ich bin und Kummerhöhle, und dein Schild, und will's schau redlich über dich; et auch ewig bleiben. gedenk, gedenke doch: Gott, dein Vater lebet noch. 5. Ich will mit meiner starken Hand dich als ein Vater führen; dich selbst 2. Liegt das Kreuz will ich und auch dein Land auf deinem Rücken, will aufs schönft und beste die angstvermengte Pein zieren; und wirst du mir deine Hoffnung nieder 19* drüf 436 Vom süßen Trofte Gottes. drücken, laß Geduld dein nach seinem Wort, und ge= Labsal sein; trågst du gleich ben, was ihn'n nuket, hier ein schweres Joch: Gott, zeitlich und auch dort. dein Helfer, lebet noch. 2. Allein ich's Gott 3. Denkt der Satan heimstelle, er mach's, wie's dich zu fällen, und will ihm gefällt, zu nutz mein'e sein verdammtes Heer dei- armen Seele. In dieser ner Seligkeit nachstellen, argen Welt ist doch nur ei so fürchte dich nicht Kreuz und Leiden, und sehr; er gehört ins Höllen- muß auch also sein; denn loch: Gott, dein Tröster, die zeitliche Freude bringt Tebet noch. uns die ewge Pein. 4. Bist du arm und ganz verlassen, ist doch Gott 3. Treulich will ich Gott bitten, und nehmen zum dein höchstes Gut; ob dich Beistand in allen meinen gleich die Menschen has Noten, ihm beffr als fen, hält dich Gott in sei- mir bekannt. Um G'duld ner Hut; wohl mir, wenn will ich stets bitten in Ich sag' und poch': Gott, allm Anliegen mein; er mein Hüter, lebet noch. wird mich wohl behütett, und mein Nothelfer sein. 4. Alls Glück und Un gelücke das kommt allein von Gott; ich weiche nicht 5. Laß es hageln, laß es wittern, laß die Welt voll Teufel sein, laß die Erde sich erschüttern, du bift Gottes, er ist dein; zurücke, und fleh' in meischwebt das Kreuze noch ner Not. Wie kann er so hoch, Gott, dein Schir- mich denn hassen, der treu mer, lebet noch. Nothelfer mein? 6. Kehre wieder, meine wenn die Not am größßSeele, was betrübst und ten, so will er bei mir ſein. grämst du dich? Wenn ich 5. Reichtum und alle Gott die Not befehle, Schätze, was sonst der kann ich trohen feftiglich: Welt gefällt, drauf ich duld' ich viel, so sag' ich mein Sinn nicht sehe, doch: Gott, mein Leben, das bleibet in der Welt. lebet noch. Christian Junker. Eitt Schak hab' ich im Himmel, der Jesus Christus heißt, ist über alle Schäße, schenkt uns den heilgen Geift. 503. einen hat 6. Ihn hab' ich eingeGott ver- schlossen in meines Herlasſen, der ihm vertraut zens Schrein; sein Blut allzeit, und ob ihn gleich hat er vergossen für mich viel hassen, geschieht ihm arms Würmelein, mich doch kein Leid. Gott will damit zu erlösen von ewallzeit beschüßen, die thun ger Angst und Pein. Wie könnt' In eigener Melodie. oder: Herzlich thut mich verlangen. Dom süßen Troste Gottes. 437 könnt auf dieser Erdensnem Sinn; denn deine doch größre Liebe sein. Lieblichkeiten verblühen 7. Nun sollt' ich mich er- mit den Zeiten; bei dir zeigen dankbar für solche ist kein Gewinn: fahr, Gnad: ich geb' mich Gott Welt, fahr immer hin! zu eigen mit allem, was ich 5. Kaum war dies Wort hab'. Wie er's mit mir will gedacht, da mir's schon machen, sei ihm alls heim- Freude bracht'; er gab gestellt: ich b'fehl ihm all sich zu genießen mit taumein' Sachen, er mach's, send Liebesküssen, wie's ihm gefällt. den meine Seele liebt, der mich vorhin betrübt. 8. Amen! nun will ich schließen dies schlechte Lie- 6. Halt ein, du Thrddelein. Herr, durch dein nenbach, du herzerzwungBlutvergießen laß mich nes 2ch; jetzt kommt dein Erben sein. So hab' nach bitterm Leiden mit ich alls auf Erden, was vielen süßen Freuden Jen mich erfreuet schon; im sus, der liebste Freund, Himmel soll mir werden den meine Seele meint. die ewge Gnadenkron.com Andreas Keßler. 7. Mein Seufzen ist erhört, mein Weinen ist gekehrt in Lachen, mein Mel. Herr Jesu, ew- Betrüben in süß ers ges Licht. wünschtes Lieben; der 504. ebt iemand Himmel tröpfelt ab die so wie ich, werte Seelengab. fo lebt er seliglich; was 8. Was mir bracht' bitich sucht alle Stunden, tre Pein, muß jezzo süße hab' ich nun eins gefunden; sein: je bittrer im Betruich bin der Sorgen los, ben, je süßer in dem Lies und sizz' in Jesu Schoß. ben: verwandelt mir die 2. Ich aß das Thränen- Zeit in völlig Ewigkeit, brot, und gråmte mich 9. Dies quålet mich schier tot; ich ließ das annoch, daß ich vom LeWeltgetümmel, und hatt' bensjoch nicht kann erldhinauf gen Himmel mein set werden: ach reiß mich Herz und Sinn gericht: von der Erden, daß ich allein ich fand ihn nicht. in Ewigkeit genieße dieser 3. Die Welt drang auf Freud! mich zu, versprach mir sü- 10. Ich bin des Lebens se Ruh, die Wollust guld- satt, von vielem Kreuze ne Zeiten, die Hoffart matt; die Erde macht mir Herrlichkeiten, die Augen- bange. Mein Jesu, wie lust viel Gut, zu lenken so lange? Ach nimm mich meinen Mut. aus der Welt ins güldne Himmelszelt! Heinrich Müller. 4. Fahr, Welt, fahr immer hin, sprach ich in mei-| 438 Dom süßen Trofte Gottes. Mel. Freu dich sehr, o 5. Es sind wahrlich alle meine Secle. Frommen, die des Him505. Meine Sor- mels Klarheit sehn, aus gen, Angst vielTrůbsal hergekommen; und Plagen laufen mit darum fiehet man sie stehn der Zeit zu End; alles vor des Lammes Stuhl Seufzen, alles Klagen, und Thron, prangend in das der Herr alleine der Ehrenkron, und mit kennt, wird, Gott Lob, Palmen ausgezieret, weil nicht ewig sein; nach dem sie glücklich triumphieret. Regen wird ein Schein 6. Gottes Ordnung stevieler tausend Sonnen- het feste, und bleibt ewig blicke meinen matten Geist unverrückt; seine Freund' erquicken. und Hochzeitsgåste wer2. Meine Saat, die ich den nach dem Streit begesået, wird zur Freude glückt. Israel erhält den wachsen aus; wenn die Sieg nach geführtem Dornen abgemåhet, so Kampf und Krieg; Ka= trägt man die Frucht zu naan wird nicht gefunden, Haus; wenn ein Wetter wo man nicht hat überist vorbei, wird der Him- wunden. mel wieder frei, nach dem Kämpfen, nach dem Streiten kommen die ErquikFungszeiten. 7. Darum trage deine Ketten, meine Seel, und dulde dich; Gott wird dich gewiß erretten, das 3. Wenn man Rosen Gewitter leget sich; nach will abbrechen, muß man dem Blik und Donnerleiden in der Still, daß schlag folgt ein angenehuns auch die Dornen ste- mer Tag, auf den Abend chen; es geht alles, wie folgt der Morgen, und die Gott will. Er hat uns Freude nach den Sorgen. ein Ziel gezeigt, das man nur im Kampf erreicht; In eigener Melodie. will man hier das Klei- 506. Nur frisch binnod finden, so muß man ein, es wird erst überwinden. so tief nicht sein: das ro4. Unser Weg geht nach te Meer wird dir schon den Sternen, der mit Kreu- Plak vergönnen. Was zen ist besetzt: hier muß wimmerst du? Sollt' der man sich nicht entfernen, nicht helfen können, der ob er gleich mit Blut be- nach dem Blik giebt heinetzt. Zu dem Schloß tern Sonnenschein? Nur der Ewigkeit kommt kein frisch hinein! Mensch hin sonder Streit; 2. Betrübter Christ, der die in Salems Mauern du in Schwermut bist, wohnen, zeigen ihre Dor- ermuntre dich und deine nenkronen. blöden Sinnen; das schwere Vom süßen Troßte Gottes. 439 re Kreuz wird doch einmal deinem Führer; dein Jejerrinnen, gleich einem sus ist der Erd- und MeerFluß, der dir zum Beispiel regierer, der watet durc), ist, betrübter Christ. und tritt für dich in Kot die Centnernot. wirf allen Kummer hin, und schicke dich, die Tiefe Kommt 3.Der Himmelsheld hat einen Weg bestellt; den 9. Er ist der Hirt, der niemand weiß. Eh sein dich nicht lassen wird: er Bolk sollte sinken, muß wird sein Schaf auf seiſelbst das Meer auf dieses nen Achseln tragen; es Helden Winken zur Mauer wartet schon auf dich der ſein; er herrscht im Flu- Engelwagen zum sichern tenfeld, der Himmelsheld. Schuß; und ob du dich 4. Die Tapferkeit ist je- verirrt, er ist der Hirt. derzeit bereit, durch Kreuz 10. Auf, schwacher Sinn, und Schmach und durch die krausen Wellen zu dringen durch: kein Sturm durchzuwaten. wind kann sie fällen; sie schon ein Sturm, dein hält uns fest in steter Si- Jesus wird dir raten cherheit, die Tapferkeit. und helfen aus; der Tod 5. Ein Kriegesmann ist dein Gewinn. Auf, muß tapfer halten an; es schwacher Sinn! fieht nicht wohl, wenn 11. Der Christenstand Krieger wollen flehen, weil ist hier also bewandt: es fie das End des Krieges muß ein Kreuz das andre nicht ersehen. Ein Christ ist Kreuz verjagen; so ging es auch, der tapfer kämpfen dem, der unser Kreuz gekann, ein Kriegesmann. tragen am Kreuzesstamm. Es ist kein Kindertand der Christenstand. 6. Es hbret auf ein Ding, sobald sein Lauf zum Ende läuft. Was einmal an- 12. Wer wandern soll, gefangen, das nimmt ein muß oftmals trauernsvoll End. Der Herr ist vor- durch Berg und Thal und gegangen, du folge nach, tiefe Pfützen dringen: so und tritt nur tapfer drauf, muß ein Christ auch nach es höret auf. dem Himmel ringen, und 7. Des Kreuzes Pein leiden viel; der muß oft ge= wird ja nicht ewig sein: ben 3oll, der wandern soll. es ist ein Kelch, der seinen 13. Ach süßer Chrift, Boden zeiget; man sieht wenn du nur bei mir bist, den Grund, wenn alles so will ich auch mit dir ausgeneiget. Drum bilde mein Leiden enden; zu dir, dir wie süßen Nektar ein mein Gott, will ich mich des Kreuzes Pein. gånzlich wenden, und tra8. Die Centnernot zer- gen, was mir auferleget bricht der falte Tod. Hin- ist, ach süßer Chrift! durch, hindurch, und folgel Michael Kongehl. 440 Vom süßen Trofte Gottes. In eigener Melodie. das kein Feind kann fållen, bracht' er gleich da507. Schwing dich vor Geschoß und Gefahr auf zu dei- der Höllen. nem Gott, du betrübte 6. Stürme, Teufel, und Seele. Warum liegst du du, Tod, was könnt ihr mir Gott zum Spott in der schaden? Deckt mich doch Schwermutshöhle? Merkft in meiner Not Gott mit du nicht des Satans Lift? seiner Gnaden: der Gott, Er will durch sein Kämp- der mir seinen Sohn selbst fen deinen Trost, den Je- verehrt aus Liebe, daß der sus Christ dir erworben, ewge Spott und Hohn dampfen. mich nicht dort betrübe. 2. Schüttle deinen Kopf 7. Schreie, tolle Welt, und sprich: Fleuch, du alte es sei mir Gott nicht Schlange. Was erneurst gewogen: es ist lauter du deinen Stich, machst Tauscherei, und im Grund mir angst und bange? Ift erlogen. Wäre mir Gott dir doch der Kopf zer- gram und feind, würd' er knickt, und ich bin durchs seine Gaben, die mein eiLeiden meines Heilands gen worden seind, wohl dir entzückt in den Saal behalten haben. der Freuden. 8. Denn was ist im Him3. Wirfst du mir mein melszelt, was im tiefent Sündgen für: wo hat Meere, was ist Gutes in Gott befohlen, daß mein der Welt, was nicht mir Urteil ich bei dir über gut wåre? Weme brennt mich soll holen? Wer hat das Sternenlicht? Wozu dir die Macht geschenkt, ist gegeben Luft und Wasandre zu verdammen, der ser? Dient es nicht mir du selbst doch liegst versenkt und meinem Leben? in der Höllen Flammen? 9. Weme wird das Erd4. Hab' ich was nicht reich naß von dem Lau und recht gethan, ist mir's leid Regen? Weme grünet von Herzen: da hingegen Laub und Gras? Weme nehm' ich an Christi Blut füllt der Segen Berg und und Schmerzen; denn das Thale, Feld und Wald? ist die Ranzion meiner Wahrlich mir zur Freude, Missethaten; bring' ich dies daß ich meinen Aufenthalt vor Gottes Thron, ist mir hab' und Lebensweide. wohl geraten. 10. Meine Seele lebt 5. Christi Unschuld ist in mir durch die süßßen mein Ruhm, sein Recht Lehren, so die Christen meine Krone, sein Ver- mit Gebühr alle Tage dienst mein Eigentum, hören. Gott eröffnet früh da ich frei in wohne als und spat meinen Geift in einem festen Schloß, und Sinnen, daß sie fetnes Dom süßen Trofte Gottes. 441 nes Geistes Gnad in sich ziehen können. 16. Gottes Kinder säen zwar traurig und mit 11. Was sind der Pro- Thränen; aber endlich wheten Wort und Apostel bringt das Jahr, wonach Schreiben, als ein Licht sie sich sehnen. Denn es am dunklen Ort, Fackeln, kommt die Erntezeit, da die vertreiben meines Her- fie Garben machen; da zens Finsternis, und in wird all ihr Gram und Glaubenssachen das Ge- Leid lauter Freud und wissen fein gewiß und recht Lachen. grundfest machen? 17. Et so faß, o Christen12. Nun, auf diesen beil- herz, alle deine Schmerzen; gen Grund bau' ich mein wirf sie fröhlich hinterGemüte; sehe, wie der wärts, laß des Trostes Höllenhund zwar dawider Kerzen dich entzünden wüte; gleichwohl muß er mehr und mehr; gieb dem laffen stehn, was Gott großen Namen deines aufgerichtet; aber schånd- Gottes Preis und Ehr. lich muß vergehn, was Er wird helfen. Amen. er selber dichtet. Paul Gerhardt. 13. Ich bin Gottes, Gott ist mein: wer ist, Mel. Nun freut euch, der uns scheide? Dringt lieben Christen, g'mein. das liebe Kreuz herein mit 508. Was fann dem bittern Leide: laß es uns komdringen, kommt es doch men an für Not, so uns von geliebten Händen; der Herre weidet, und bricht und kriegt geschwind speiset uns mit Himmelein Loch, wenn es Gott brot, und auf die Weide will wenden. leitet; dazu erquicket unfre Seel, und kühlet mit dem Wasserquell seins werten heilgen Geistes! 14 Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die geraten selten wohl ohne Zucht und Ru- 2. Uns wegen seines Naten: bin ich denn nun mens groß er führt auf Gottes Kind, warum will rechter Straßen, und thut ich fliehen, wenn er mich zu keiner Zeit trostlos in von meiner Sünd auf Angst und Not uns lassen: was Guts will ziehen? darum wir stetig mutig 15. Es ist herzlich gut sein, auch in des Todes gemeint mit der Christen Schattn und Pein; denn Plagen. Wer hier zeitlich uns der Herr beistehet. wohl geweint, darf nicht 3. Dein Stab, mit dem ewig flagen; sondern hat du leiten thust, uns tröstet vollkommne Lust dort in und auch strafet; das Chrifti Garten, dem er Kreuz dampfet des Fleteinig recht bewußt, endlich sches Lust, daß es nicht * gewarten. 19** Scha 442 Dom süßen Trofle Gottes. Schaden schaffet dem Kreuzes Maß und MenGeiste durch der Sünde ge; Gott hat bestimmt Gift, die alles Böse lei- die Länge, wie lange seine der stift, und thut sich Plagen du sollst und fletes regent. fannst ertragen. 4. Du einen Tisch be- 3. Doch darob dich erreitet haft, den ftetes wir freu, daß dein Gott iſt anschauen, deins heilgen getreu, und nicht von Wortes werte Koft, die Herzen schläget, noch allwir im Herzen kauen; zuviel aufleget die Wunwenn uns des Feindes den will verbinden, und Lift anfällt, dieselb' dann helfen überwinden. unsre Seel erhält, samt 4. Sein allerliebster deines Geistes Fülle. Sohn, ser ewge Gnaden5. Dein' Güte und thron, hat sich um deinetBarmherzigkeit uns, Her- wegen mit mehr denn taure, folgen werden von send Schlägen am Kreuze nun an bis in Ewigkeit, lassen würgen: o einen daß wir allhier auf Erden teuren Bürgen! durch seligmachend Glauben sein, dort offenbar im Saale dein Bürger und Hausgenosſen. 5. Er ist versucht wie du, sein' Arbeit bringt dir Ruh, sein Sterben ist dein Leben; wirst du dich ihm 6. Das helf uns der ergeben, so wird sein heilHerr Jesus Christ, der ges Büßen dir all dein unsre Herzen bauet durch Leid versüßen. Glauben, der recht thätig 6. Von seiner Kreuzesist, daß wir den Vater last du kaum ein Spänschauen durch ihn samt lein hast, mein Herz, auf dem heiligen Geist; auf dich zu nehmen; drum daß werd dieser Wunsch wollst du dich nicht schägeleift, so sprecht einmů- men, noch so darüber klatig: Amen. gen, es Jesu nachzutragen. Andreas Knöpfen. 7. Die sündliche Begier, die annoch wohnt in Mel. Auf meinen lieben dir, will in dergleichett Gott. Nöten der fromme Vater 509. Warum betöten, wie sonst der Eltrübst du tern Rute den Kindern dich, und thust so ångstig- kommt zu gute. lich, mein Herz, als ob dein Zagen und kläglichs Fammerklagen das Leiden könne stillen und andern Gottes Willen? 8. Nicht denk, er haffe dich: Gott, der in Christo sich mit dir versöhnt erkennet, den dein Geist Vater nennet, der hat nie ungewogen die Liebe aus9. Nun 2.O nein, es ist gefehlt: dir ist schon zugezählt des gezogen. Dom süßen Troste Gottes. 443 9. Nun, Jesu, liebster 5. Vorhin ging ich geHort, ich wandre willig fort bucket, mein Herz war sebr durch dieses Thal derThra- betrübt; nun hat mich nen; nur ist mein Wunsch Gott erquicket, der mich und Sehnen: Laß mich in Chrifto liebt; nun tritt nach Kreuz und Leiden bald die Freudensonne nach kurkommen zu den Freuden. zer Pein herfür; ich schrei mit Herzenswonne: Gott zürnet nicht mit mir. 6. Ach wüßtet ihr's, thr Syötter, was das für Freude bringt, wenn Fe= sus, mein Erretter, mir recht ins Herze dringt, ihr würdet mir nicht gönnen der Christen höchste Zier, in Wahrheit sagen können: Gott zürnet nicht mit mir. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 510. Mas lacht ihr Babelskinder, daß nun mein Herze springt, und jeho viel geschwinder als vormals Psalmen fingt? Das Wasser ist verflossen, mir ist die Gnadenthür nun wieder aufgeschlossen: Gott zürnet nicht mit mir. 7. So lacht, ihr Babelskinder, bis euch der 2. Jhr fichern stolzen Fluch hinreißt. Laß du Seelen habt mich durch mich armen Sünder, Herr euren Spott noch mehr Christ, durch deinen Geift gedacht zu quälen; allein nur in dem Stande bleider treue Gott, der mir das ben, bis an die GrabesHerz zerrissen, hält mir nun thür zu reden und zu schreiwieder für den Trost; wollt ben: Gott zürnet nicht ihr ihn wissen? Gott zür- mit mir. net nicht mit mir. 3. Wie sicher war mein Mel. Freu dich sehr, o Leben, als ich in Babel meine Seele. war; ich war der Luft er- 511. Weg, metn geben, und stund doch in Gefahr des Todes und der den Gedanken, als ob du Hölle. Viel besser sprech' verstoßen wärst; bleib in ich hier an der Versöh- Gottes Wort und Schrannungsstelle: Gott zürnet kent, da du anders reden nicht mit mir. hörst. Bist du bös und 4. 3war haben meine ungerecht, ei so ift Gott Sünden mich schrecklich fromm und schlecht; haft jugericht; allein Gott läßt du Zorn und Tod vermich finden sein gnädig dienet: finke nicht, Gott Angesicht. In meines Je- ist verfühnet. su Blute, darin ich mich 2. Du bist wie die anverlier, kommt mir das dern alle angesteckt mit Wort zu gute: Gott zür- Sündengift, welches Adam net nicht mit mir. mit dem Falle famt der Schlan 444 Vom süßen Troste Gottes. Schlangen hat geflift; aber] 7. Dennoch bleibt in so du kehrst zu Gott, und Liebesflammen sein Verdich besserst, hat's nicht langen allzeit groß, ruft Not; sei getroft, Gott und locket uns zuſammen wird dein Flehen und Ab- in den weiten Himmelsbitten nicht verschmähen. schoß. Wer sich nun da 3. Er ist ja kein Bår ftellet ein, suchet frei und noch Leue, der sich nur los zu sein aus des Sanach Blute sehnt; sein Herz tans Reich und Rachen, ist zu lauter Treue und der macht Gott und Enjur Sanftmut angewöhnt. gel lachen. Gott hat einen Vaterfinn, 8. Gott und alles Heer unser Jammer jammert hoch droben, dem der Himihn; unser Unglück ist sein mel schweigen muß, wenn Schmerze, unser Sterben fränkt sein Herze. sie ihren Schöpfer loben, jauchzen über unsre Buß; aber was gesündigt ist, das verdeckt er, und vergißt, wie wir ihn beleidigt haben; alles, alles ist vergraben. 4. So wahrhaftig als tch lebe, will ich keines Menschen Tod, sondern daß er sich ergebe an mich aus dem Sündenkot. Gottes Freud ist's, wenn auf Erd ein Verirrter wiederkehrt, will nicht, daß aus seiner Herde das Geringit entzogen werde. 9. Kein See kann sich so ergießen, kein Grund kann so grundlos sein, kein Strom so gewaltig fließen, gegen Gott ist alles klein: gegen Gott und seine 5. Kein Hirt kann so Huld, die er über unsre fleißig gehen nach dem Schuld alle Tage låsset Schaf, das sich verläuft. schweben durch das ganze Solltst du Gottes Herze Sündenleben. sehen, wie sich da der Kum- 10. Nun so ruh und sei mer häuft, wie es dürftet, zufrieden, Seele, die du acht und brennt nach dem, traurig bist. Was willst der sich abgetrennt von ihm du dich viel ermüden, da und auch von den Seinen, es nicht vonnöten ist? würdest du vor Liebe Deiner Sünden großes weinen. Heer, wie dir's scheinet, ist nicht mehr, gegen Gottes Herz zu sagen, als was wir mit Fingern tragen. 6. Gott der liebt nicht nur die Frommen, die in seinem Hause seind, sondern auch die ihm genom- 11. Wären tausend Welt men durch den grimmen zu finden, von dem HöchSeelenfeind, der dort in sten zugericht, und du hatder Hölle sitzt und der test alle Sünden, die darMenschen Herz erhitzt wi- innen sind, verricht, wår der den, der, wenn sich es viel, doch lange nicht reget sein Fuß, alle Welt so viel, daß das volle Licht beweget. fei Dom süßen Trofte Gottes. 445 feiner Gnaden hier auf küßt; sein Herz kann schon Erden dadurch könnt' er- auf Erden der Himmel löschet werden. Jesu werden; sein Leben 12. Mein Gott, öffne ist vergnügt, sein Tod den mir die Pforten solcher Tod besiegt. Wohlgewogenheit; laß 6. Ich halte Jeſum mich allzeit aller Orten fest, mein Jesus mich schmecken deine Süßig nicht läßt; die zugeschick= keit; liebe mich, und treib ten Plagen hilft Jesus mich an, daß ich dich, so mir mit tragen; ich flieh' gut ich kann, wiederum gen Himmel auf, mein umfang' und liebe, und ja Jesus ist mein Lauf. nun nicht mehr betrübe. Paul Gerhardt. 7. Die Flügel sind zwar schwer, ach Jesu, hilf und wehr, vom heißen geschwärzet, vont geberzet; ich Mel. Herr Jesu, ewges Kreuz Licht. Jesu Hand 512. Mer feinen flieh, ich flich', allzeit in Jesum meines Jesu Seit. hält, so lang ihn quält 8. Ich höre deine Wort, die Welt, und Jesum o Jesu, Lebenshort; dein nicht will hassen auf sei- Leib und Blut mich stårnes Lebens Straßen, der ken in allen meinen Werschaut in Jesu hier die ken; du bist, Herr Jesu, offne Himmelsthur. mein: ich bin, Herr Je2. Wer seinen Jesum su, dein. faßt in aller Kreuzeslast, 9. Ich bin im Himmel und sie von seinem Rüf- schon, Jesu, meine ken auf Jesum nur kann Kron. In Jesu ich stets drücken, dem macht sie schwebe, im Tod mit Jesu Jesus leicht, und hat die lebe; mein Jesus bleibet Ruh erreicht. mir all alles für und für. 3. Wer schwinget feinen Sinn zu seinem Jesu Mel. Uun danket alle bin, und läßt die GlaubensGott. flügel gehn über alle Hü- 513. Wohl dem, gel, der tritt die Himmelsder bahn mit seinem Jesu an. kobs Gott zum Helfer 4. Wer Jesu Lippen sich erwählet, der, was ehrt, und seine Stiftung sein Herze frånkt, voll lehrt, wer Jesu reine Hoffnung ihm erzählet, Wunden auf seine Seel der seine Zuversicht fest gebunden: dem gehet Je- auf den Herren stellt, su Blut durch Seel, Geift, der alle Hülfe thut und Blut und Mut. Glauben hält. Unmöglich ist's, daß sein Hoffen kann beewig 5. Wem Jesus alles 2. ift, der recht den Himmel den 446 Dom süßen Trofte Gottes. betrügen, der Gottes standnem Leide sich seiner Wahrheit traut, die nim- Wohlthat rühmt, und ihm mermehr kann lügen. Der mit ganzem Fleiß ein Herr ist gut und fromm, Danklied singen kann zu und was sein Wort ver- seines Namens Preis. spricht, das folget in der That gewiß undfehlet nicht. 8. Laß du mich nur, mein Gott, dein Lob hier zu 3. Wie gut ist's auf den erhöhen, nicht faul noch Herrn und nicht auf Men- träge sein, wie du nie auf schen bauen; wie eitel, mein Flehen zu merken schwach und falsch, wie müde wirst, und stets, schnöd ist ihr Vertrauen, von Kindheit an, so überso fich auf Fleisch verläßt schwenglich viel an mie und einig Menschenkind; hasts Guts gethan. denn auch die Götter selbst auf Erden sterblich sind. 9. Gieb, daß ich ferner auch an dir fest hangen 4. Die sich mit ihrer bleibe, daß weder Glück Not zu ihren Füßen le- noch Not mich von der gen, die müssen Zeugen Bahn abtreibe, die dein fein, wie nichtig ihr Ver- Gebot mir zeigt; gieb mögen, wie wandelbar meinem Geiste Kraft, zu ihr Sinn und ihrer Ho- üben immerdar hier gute heit Pracht, wie mancher Ritterschaft. Unglücksfall ihr Können schamrot macht. 10. Daß nichts, was eitel ist, ich für mein 5. Viel fichrer ist mein Wohlfein achte, noch Troft, ich weiß, an wen Fleisch für meinen Arm, ich glaube, trok, daß die daß ich nach sonst nichts größte Not mir solch Ver- trachte, als was du selber trauen raube zu dem, der bist. Ach nimm, mein ewig bleibt, dem rechten Gott, mich mir, entreiße Wundermann, dem keine mich der Welt, und zeuch Not zu groß, der helfen mich ganz nach dir. will und kann. 11. Laß mich in allem 6. Jn ihm ist meine Kreuz und auch im Tode Seel in höchster Unruh schmecken, wie freundlich stille; sein' Hand ist un- du mir bist; laß mich die verkürzt, sein gnadenvol- Schuld nicht schrecken, die ler Wille ist unverändert Jesus schmerzlich gnug gut, unendlich seine Kraft, schon längst an meiner die stets von Alters her Statt gebüßt, und dir, hat Hülf und Rat ge- mein Gott, durch sich beschafft. zablet hat. 7. Drum halt' ich mich 12. Laß seine Wunden zu Gott; und das ist mir alsdann an meinem meine Freude, wenn mein Ende ein sichres Freischloß erquicktes Herz nach über sein, dahin mein Geift fich Von der Frendigkeit des Glaubens. 447 sich wende, wenn mich Schwachheit hier er sich mein Herz verdammt, wenn schon hat vertraut. Satan noch zuletzt sein Heil an mir versucht, und grimmig an mich seht. 13. Daß wie ich Jesu bier mich ganz zu eigen gebe, dort, wo er herrscht und lebt, ich ewig mit thm lebe, als sein erkauftes Gut und teure, wer te Braut, die in der Henriette Cath. v. Gersdorf XI. Von der Freudigkeit des Glaubens. 5. Das Herz wird ganz Mel. O( Herr) Jesu zu mir entzündt aus Lieb Chrift, meins Lebens zu dir und Haß zur Sund, so bald es deiner wird geLicht. 514. A Gott, in Ach was für wahr, wie du dich mir giebst ganz und gar. Freudigkeit schwingt sich 6. Es wünschet nur dich, mein Herz zu dieser Zeit, und allein in dich ganz tief so oft ich nur an Jesum zu senken ein; nur dich, denk', und mich in seine nur dich es haben will, eh Wunden senk. ruht es nicht, noch steht es still. 14. Daß an dem Freudenort, wo reine Geister wohnen, auch ich dich, einen Gott, in allen drei Personen in deinem klaren Licht vollkommen kennen kann, und in der Engel Chor mein Danklied stimmen an. 2. Wie freuet fich mein Geift in dir, was Ruh und 7. Nun, was für Trost Freude schenket mir der und Zuversicht erweckt an Glaub an dich, o Jesu mir der Glaube nicht? Ich Chrift, der du mein Ein trau' und troße ungescheut und Alles bist! auf dich, mein Jeſu, alle3. Wenn ich dich rechtzeit. und wohl betracht', mein 8. Wenn ich im GlauHerz all Luft und Welt ben bei dir steh', und in die veracht; wenn mein Sinn roten Wunden seh', die ift zu dir gericht, die Erd du für mich trågst, fällt mir graut, ich acht ihr mir ein: sollt mir Gott nicht. nicht genadig sein? 4. In was für Liebe 9. Gnädig er ist, er kann setet mich die Liebe, so traun nicht mehr zürnen. bezwungen dich, daß du Sein Sohn hat verricht, des Todes für mich stirbst, was zur Versöhnuug nomir Gnade, Leben, Fried tig war; mit mir hat es erwirbst! Inun kein Gefahr. 10. Wie 448 Von der Frendigkeit des Glaubens. 10. Wiewohl ich noch gleich der Mund, er hört ein Sünder bin, so nimmt die Bitt seins Geistes, der die Sünd doch Jesus hin, dich wohl vertritt. und schenkt mir sein' Ge- 18. Ob diesem Troft rechtigkeit, hebt zwischen ganz innerlich mein Seel Gott und mir den Streit und Geift erfreuet sich, 11. Bin ich durch ihn wenn Jesus Name, Kraft gerecht vor Gott, ist mir und Geist so mächtig fich alle Anklag nur ein Spott; in mir erweist. wenn Jesus mich vertritt, komm' an, der mich sodann verklagen kann. 19. Welch herrlich, machtig Kunststück ist der Glaub an dich, Herr Jesu Christ; er machet heilig, freudig Muts, er schafft und wirket alles Guts. 12. Wenn ich mit Gott den Frieden hab', des wahren Glaubens Frucht und Sab: so ruh' und schlaf 20 20. Wer ihn nicht hat, ich sanft und still ins Va- der wird verdammt, mit ters Schoß, will, was er ihm die Heuchler allewill. samt; und wer ihn hat, 13. Und bin gewiß, daß schon selig ist, er lebt und kein Gefahr, kein Not, stirbt ein wahrer Chrift. Tod, ja der Teufel gar 21. Drum, Jesu, stärke von meinem Gott mich für und für den wahren scheiden werd', so lang ich Glauben, daß ich dir verleb' auf dieser Erd. trau', dich lieb', dir leb' und sterb', so bleibt die Selige feit mein Erb. nu 14. Denn, Herr, dein Geist selbst tröstet mich, und schreiet: Glaub nur 22. So lang ich denn als feftiglich, du bist ein Kind Pilger werd' noch wallen und Erb des Heils, nicht hier auf dieser Erd, so Satans, sondern Jesu lange will ich deinen Teils. Ruhm ausbreiten ferner um und um. 15. Der Feind findt an dir keine Macht, du wirst 23. Wenn aber sich das bei Tag und Nacht bewacht Leben schleußt, und meine durch meinen und der Seel sich ganz ergeußt in Engel Schuß; was dir dich, Herr Jesu, mit was begegnet ist dein Nuß. Freud werd' ich dich lobn 16. Gott ist dein Vater: in Ewigkeit! bitt und schrei, er läßt dich nicht, er steht dir bei; verzag in deiner Schwachheit Johann Caspar Schade. In eigener Melodie. nicht, was du nicht kannst, 515. Alles ist an er selbst verricht. 17. Dein Seufzen allzeit Segen und an seiner Gnad Gott gefällt, das gläubig gelegen über alles Geld zu ihm ist gestellt; schweigt und Gut. Wer auf Gott feth Von der Freudigkeit des Glaubens. 449 sein Hoffnung seket, der Freude, meine Seele, Herz behält ganz unverletet und Sinn, weg, hinweg einen freien Heldenmut. mit deinem Leide, hin zu 2. Der mich hat bisher deinem Jesu hin Er ist ernähret, und so manches dein Schaß. Jesus ist Glück bescheret, ist und dein einzig Leben; will die bleibet ewig mein; der mich Welt kein Ort dir geben, wunderlich geführet, und bei ihm ist Plak. noch leitet und regieret, wird forthin mein Helfer ſein. 2. Fort, nur fort, steig immer weiter in die Höh zu Jesu auf; an, hinan 3. Viel bemühen sich die Glaubensleiter flettre um Sachen, die nur Sorg mit geschwindem Lauf. und Unruh machen Gott ist dein Schuk; Je= ganz unbeständig sind. Ich sus bleibet dein Beschirbegehr' nach dem zu ringen, mer wider alle Seelbewas Vergnügung pflegt zu stürmer, und bietet Truß. bringen, und man jetzt gar selten findt. und 3. Feft, fein fest dich angehalten an die starke 4. Hoffnung kann das Jesustreu; laß du Gott Herz erquicken, was ich den Vater walten, seine wünsche, wird sich schicken, Gut ist täglich neu; er so es anders Gott gefällt. meint's recht gut. Wenn Meine Seele, Leib und Le- die Feinde dich anfallen, ben hab' ich seiner Gnad müssen sie zurücke prallen, ergeben, und ihm alles hab guten Mut. beimgestellt. 4. Ein, hinein in Got5. Er weiß schon nach tes Kammer, die dir Jeseinem Willen mein Ver- sus aufgethan; klag und langen zu erfüllen; es hat sag ihm deinen Jammer, alles seine Zeit. Ich hab' schreie ihn um Hülfe an. ihm nichts vorzuschreiben: Er steht dir bei. Wenn wie Gott will, so muß dich alle Menschen haffen, es bleiben, wenn Gott kann und will er dich nicht will, bin ich bereit. lassen, das glaube frei. 6. Soll ich länger all- 5. Hoch, so hier leben, will ich ihm nicht widerstreben, ich verlasse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang behoch du kannst erheben deine Sinne von der Erd, schwinge dich, dem zu ergeben, was du haft, der deiner wert. Dein flehet, alles Irdische ver- Jesus ist, der um dich so gehet, und fährt wie ein treulich wirbet, und für Strom dahin. dich aus Liebe stirbet; drum du sein bist. In eigener Melodie. 6. Auf, hinauf, was dro516. Auf, binauf ben suche, trachte doch alzu deiner lein dahin, wo dein Jefus 450 Von der Frendigkeit des Glaubens. sus; sonst verfluche allen Grund; du wollest uns schuddenSündensinn Zum thun leiten, Herr Chrift, Himmel zu! Welt und zu allen Zeiten, auf daß Erde muß verschwinden, wir deinen Namen ewignur bei Jesu ist zu finden lich preisen. Amen. die wahre Ruh. Sigmund Weingärtner 1-4. 6. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Johann Caspar Schade. In eigener Melodie. 517. Auf meinen 518. Brich durch, mein angetrau' ich in Angst und Not; fochtnes Herz, brich durch der kann mich allzeit ret- den innern Seelenschmerz; ten aus Trůbsal, Angst komm, schaue deinen Brauund Noten; mein Ungluck tigam, den Gnadenbrunn, kann er wenden, steht alls das Gotteslamm, amKreuin seinen Händen. zesstamm. 2. Ob mich mein' Sund 2. Dein Jesus reicht die anficht, will ich verzagen Arme dir, und legt dir Ruh nicht; auf Christum will und Leben für, die Krone ich bauen, und ihm allein der Gerechtigkeit, den Zuvertrauen; ihm thu' ich gang, der uns ist bereit mich ergeben im Tod und zur Seligkeit. auch im Leben. 3. Sei nur getroft und 3. Ob mich der Tod ringe recht, durch Ringen nimmt hin, Sterben ist wirst du Gottes Knecht; mein Gewinn und Christus denn aller Anfall lehret ist mein Leben: dem thu' dich, wie man in ihm ganz ich mich ergeben; ich sterb' ritterlich bewaffne sich. heut oder morgen, mein Seel wird er versorgen. 4. Die Wunden hålt dir Jesus zu, die Sicherheit 4. O mein Herr Jesu und süße Ruh, darin der Christ, der du so g'duldig Zuflucht finden kann, der bist für mich am Kreuz ihn im Glauben fiehet an, gestorben, haft mir das den Wundermann. Heil erworben, auch uns 5. Hier ist die Burg für allen zugleiche das ewig alle Not, die Gegenkur Himmelreiche! für Höll und Tod, die 5. Erhöre gnädig mich, Quell, daraus das Leben mein Trost, das bitt' ich quillt, das Meer, so Durst dich; hilf mir am letzten und Kummer stillt, mit Ende, nimm mich in deine Gnad erfüllt. Hände, daß ich selig ab- 6. Stürmt auf uns die scheide zur himmelischen Versuchung los, wohlan, Freude. wir treten zu ihm bloß: 6. Amen zu aller Stund da stärkt uns unser Jesprech' ich aus Herzens- sus Christ, wenn nur das Hert Von der Frendigkeit des Glaubens. 451 Herz aufrichtig ist, zu aller Frist. 7. Nun, süßer Jesu, meine Ruh, ich eile deinen Wunden zu; mein Herz und Glauben läßt dich nicht, bis auch dein teures Gnadenlicht in mir anbricht. 14. Dies ewge Wort trågt volle Kraft, hier ist die beste Ritterschaft. Wohlan denn, Jeſu, mein Gewinn, dir liefre ich Herz, Seel und Sinn: ach nimm es hin. Justus Henning Böhmer. 8. Mein Herz empfindet Sturm und Wut, auf In eigener Melodie. allen Seiten strömt die 519. in feste Burg Flut; Sünden Pfeil, drum ich Gott, ein gute Wehr und zu dir im Glauben eil', Waffen; er hilft uns frei und suche Heil. aus aller Not, die uns 9. Zu deinen Wunden jetzt hat betroffen. Der fliehe ich, in deiner Seite alt böse Feind, mit Ernst stärk' ich mich, ich labe mich er's ieht meint; groß Macht in deinem Blut, das auch und viel List sein grausam durch deine Liebesglut mir Rüstung ist, auf Erd ist kömmt zu gut. nicht seinsgleichen. 10. Dunerschöpftes Gna- 2. Mit unsrer Macht ist denmeer, Israels Ruhm nichts gethan, wir sind gar und Zions Ehr, wie starkt bald verloren: es streit uns deine treue Hand, das für uns der rechte Mann, auserwählte Gnadenpfand den Gott hat selbst erkound Liebesband. ren. Fragst du, wer der ist? 11. Da hångest du aus Er heißt Jesus Christ, der großer Huld für fremde Herr Zebaoth, und ist Sünd, für unsre Schuld; kein andrer Gott, das nur daß die angefochtne Feld muß er behalten. Seel erlang' in deiner Seitenhöhl das Gnadendl. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär', und wollt' 12. Du Heilger wirst vor uns gar verschlingen, so aller Welt zum Trauer- fürchten wir uns nicht schauspiel vorgestellt, und zu sehr, es soll uns doch kaufest uns durch deinen gelingen. Der Fürst dieLod die Freiheit aus der ser Welt, wie saur er Seelennot, bringst uns fich stellt, thut er uns ju Gott. doch nicht, das macht, 13. Ei wie sollt' ich denn er ist gericht: ein Wörttraurig sein, ich kehr' bei lein kann ihn fällen. dir, mein Jesu, ein. Hier 4. Das Wort sie sollen find' ich wahre Ruh und lassen stahn, und kein Rast, weil du auf dich Dank dazu haben; er is die Sündenlast genom- bei uns wohl auf dem men hast. Plan mit seinem Geist tutd 452 Von der Frendigkeit des Glaubens. und Gaben. Nehmen sie Gnaden, und kann auch den Leib, Gut, Ehr, Kind die Gefahr mir selbst und Weib: laß fahren da- nicht schaden. hin, sie haben's kein Gewinn, das Reich muß uns doch bleiben! 6. Verstößt mich jedermann mit Gram und Hafsen, kann ich mich doch den Neid nicht frånken lassen; denn Jesus steht mir bei in allen Gnaden, und kann D. Martin Luther. In eigener Melodie. 520. s traure, wer die Feindschaft mir kein da will, ich Härlein schaden. will mich freuen, es soll 7. Schwebt auf der kein Trauergeist bei mir ganzen Welt nur Kreuz gedeihen; denn Jesus steht und Leiden, so lebt mein mir bei in allen Gnaden, Geist und Herz in laumir kann kein Kreuz, kein ter Freuden; denn Je= Leid, kein Teufel schaden. sus steht mir bei in al2. Ficht mich gleich Un- len Gnaden, drum kann glück an auf allen Ecken, kein Herzeleid der Freude so soll doch solches Leid schaden. mich nicht erschrecken; 8. Und wenn die Feinde denn Jesus steht mir bei noch so grausam toben, in allen Gnaden, mir kann so bin ich wohl verwahrt kein Ungemach, kein Jam- und aufgehoben; denn mer schaden. Jesus steht mir bei in 3. Hab' ich nicht Geld allen Gnaden, er schüßt noch Gut, nicht Ruhm und und decket mich vor ihrem Ehre, kränkt dieser Man- Schaden. gel mich doch nicht gar 9. Auch macht die tiefe sehre. Denn Jesus steht Not und höchstes Leiden mir bei in allen Gnaden, in meinem lieben Gott mir kann kein Armut mich voller Freuden; denn nicht, kein Elend schaden. Jesus steht mir bei in 4. Bin ich hier ganz ver- allen Gnaden, so daß zur acht, muß unten liegen, Seligkeit mir nichts kann soll doch die stolze Welt schaden. mich nicht besiegen; denn 10. Was frag' ich nach Jesus sieht mir bei in al- der Welt und ihren Schät len Gnaden, mir kann kein zen, mich kann mein Hohn und Spott, kein reicher Gott vielmehr erSchimpf nicht schaden. gößen; denn Jesus steht 5. Wenn gleich auch mir bei in allen Gnaden, Not und Tod mich ganz er macht mich groß und umgiebet, ist nichts so reich, beilt allen Schaden. schwer und arg, das mich 11. Muß endlich Seel betrübet; und Leib von hinnen scheisteht mir bei in allen den, so fahr' ich fort von denn Jesus hier Von der Freudigkeit des Glaubens. 453 hier zu Jesu Freuden; 5. Er hat mich zur Braut denn Jesus steht mir bei erforen, eh ich ihm sollt' in allen Gnaden, drum sein verloren, müßt verbringet mir der Tod gar gehn die ganze Welt; ach keinen Schaden. was sollt' mich denn betrüben, weil mich der so hoch thut lieben, der ja alles trågt und hält. 6. Darum fröhlich, immer fröhlich! Ich bin schon in Jesu selig, ich bin sein und er ist mein. Singen, springen, jubilieren und in Jesu triumphieren ſoll nur mein Geschäfte ſein. Johann Christian Lange. Mel, Herr Jefu Chrift, wahr Mensch und Gott. inweg mit urcht und sen ihre Herzen durch die Traurigkeit, hinweg mit schweren Sorgenschmer- Zweifel, Angst und Leid! zen, mir kömmt gar nichts Traurigs für. Ich will nun haben guten Mut, und hoffen auf das höchste Gut. 2. Weil ich meinen Jesum habe, und an seiner Brust mich labe, so verschwindet alle Pein. Wer ihn liebet, wer ihn kennet, wer weiß, wie sein Herze brennet, der kann niemals traurig sein. 2. Mein Trost ist Jesus, Gottes Sohn, der in mir setet seinen Thron, der mich so liebt als eine Braut, die ihm ganz innig ist vertraut. 3. Er hat sein kostbar3. Wo ich size, wo ich liches Blut vergießen wolstehe, wo ich liege, wo ich len mir zu gut; sein Le= gehe, weicht mein Jesus ben gab er in den Tod, nicht von mir; er ist mir daß er mich nur versöhnte stets an der Seiten, thut Gott. mich überall begleiten, ich bin seine Lust und Zier. 4. Er hat sich mit mir verbunden, nichtes, nichtes wird gefunden, das ihn von mir trennen thut. Er, mein Bräutgam und mein 5. Ob ich zwar ieko König, achtet sonsten alles muß allein gleichwie ein wenig, ich bin ihm sein Turteltäublein sein, so liebstes Gut. wird 4. Er hat mir setne Herrlichkeit versprochen und all emge Freud; er wird mich auch schon bringen hin, wo ich ihm nur getreue bin. 12. Nun traure, wer da will, ich will mich freuen, es soll kein Trauergeist bei mir gedeihen; denn Jesus steht mir bei in allen Gnaden, mir kann kein Kreuz kein Leid, kein Teufel schaden. Salomo Liscow. Mel. Aues ist an Gottes Segen. 521. röhlich, fröh lich, immer frohlich! Denn ich bin in yesu felig, habe schon den 522. Himmel hier. Andre fres 454 Von der Freudigkeit des Glaubens. wird er doch zu seiner Zeit die beste Zeit und Ziel. Ich ersetzen dieses kurze Leid. barr' auf ihn, denn so be6. Laß kommen Trüb- trügt die Hoffnung nicht: sal, Angst und Not, laß ich bin vergnügt. wüten Teufel, Höll und 4. Ich bin vergnügt in Tod: wer nur nach Got- meinem Leben; hab' ic) tes Willen thut, der bleibet ewig wohlgemut. 7. Ich weiß, er wird in Todespein mein treuer Freund und Beistand sein. Er wird erfüllen mit der That, was er mir zugesaget hat. nicht viel und mancherlei, so glaub' ich, daß mir alles geben kann, der mein Gott und Vater sei. Obgleich der Arme unten liegt, so heißt es doch: ich bin vergnügt. 5. Ich bin vergnügt, wenn meiner spotten der 8. Drum will ich haben Satan und die falsche Welt; guten Mut, und hoffen was schaden mir die argen auf das höchste Gut; und Rotten? Ein frommer wenn mir gleich das Herze Christ behält das Feld, bricht, so will ich doch wenn er sich nur geduldig verzagen nicht. schmiegt, und Demut liebt: ich bin vergnügt. Johann Angelus. 6. Ich bin vergnügt Mel. Wer nur den lie- auch in dem Sterben, ben Gott läßt walten. wenn nun der Geist vom 523. gnügt und wir die Kron ererben, die Ich bin halte stille, wenn mich gleich uns vorlängstens zugeteilt, manche Trůbsal drückt, weil Gott in seinem Wort und denke, daß es Got- nicht lügt; drum sag' ich tes Wille, der mir das noch: ich bin vergnügt Kreuze zugeschickt; und hat er mir es zugefügt, so bin ich doch mit ihm vergnügt. seine Liebesbrust: da kann 7. Ich bin vergnügt in Jesu Armen, und sauge mein faltes Herz erwarmen, ich achte keine Menschenlust; ich habe nun die Welt besiegt, und bin voll2. Ich bin vergnügt in allem Leiden, dieweil es doch nicht ewig währt; es soll mich nichts von Jesu scheiden, weil Leid in Freu- kommener vergnügt. de wird verkehrt; mein HeiClemens Thieme. land hat all Angst besiegt - der ganzen Welt: ich bin Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. vergnügt. Ich trau' auf 3. Ich bin vergnügt in 524. Gott in meinem Hoffen; denn hilft Gott gleich nicht, wie ich allen Sachen, denn wer wil, so hat er schon den wollt' sonst mein Helfer Schluß getroffen, er weiß sein? Ach niemand hilft dem Von der Freudigkeit des Glaubens. 455 dem armen Schwachen, Gott, fröhlich, fröhlich, denn nur mein Gott, der immer fröhlich: denn ich thuts allein; drum seh' ich weiß in aller Not, daß auch in meiner Not zu- ich schon in Gott bin se= vörderst auf den lieben lig; weil der Freuden Gott Gott. ist mein, so will ich stets fröhlich sein. 2. Und muß ich gleich zu trüben Zeiten was dulden, 2. Aber ach, ich Menei, was it's denn nun? schenkind, kann ich auch Ich will es herzlich gerne von Freude sagen, da doch leiden, Gott wird mir die unzählig sind, die bald keinen Schaden thun. da, bald dort mich plagen? Drum seh' ich auch in mei- Ja, weil Gott der Helner Not zuvörderst auf fer mein, so hilft er mir den lieben Gott. fröhlich sein. 3. Will die Sünde qualen mich, Jesus hat fie schon gebüßet. Finder Kreuz und Trübsal sich, dieser hat es auch versüßet; ist der Sündentilger mein, wohl mir, ich kann fröhlich sein. 3. Er hat's mir ja so oft versprochen, daß er mein Helfer wollte sein; ich weiß, er hält mir's unge brochen, sein Wort trifft sonsten richtig ein. Drum seh' ich auch in meiner Not zuvörderst auf den lieben Gott. 4. Läst Gott die Vög4. Stürmet Satan auf mich los, will die Hölle lein nicht verderben, ei mich verschlingen, so bin nun, so glaub' ich steif und fest, daß er mich auch nicht Hungers sterben, noch sonst in Not verderben läßt. Drum seh' ich auch in meiner Not zuvörderst auf 5. Hätt' ich gleich gar den lieben Gott. feinen Freund, ei was ich in Christi Schoß, daraus wird mich niemand bringen. Ist der Schlangentreter mein, sollte ich nicht fröhlich sein? 5. Wohlan, ich will be- sollte mir das schaden? ständig bleiben bei Gott ft die ganze Welt mein in Not und Todesqual: Feind, Jesus wird mich von Gott soll mich kein wohl beraten; dieser Men Unglück treiben, drum sag' schenfreund ist mein, mit ich ein für allemal: Ich ihm will ich fröhlich sein. seh' in aller meiner Not juvörderst auf den lieben Gott. 6. Bin ich elend und nicht reich, mangeln mir die hohen Gaben, bin ich kann nicht, was Andre dem Geringsten gleich, und haben, so ist Gott, der 525.ch will frdh- Reichste, mein, und kann lich sein in ich auch fröhlich sein. 7. Daß Mel. Meinen Jefum laff ich nicht. 456 Von der Freudigkeit des Glaubens. 7. Daß mein Feind mich Welt schon selig, habe sonst beschwert, und will meinen Himmel hier; Anmich zum Spotte machen, dre fressen ihre Herzen ist des Trauerns gar nicht durch die schweren Sorwert, ich muß seiner Thor- genschmerzen, mir kommt heit lachen; denn weil gar nichts traurig für. Gott, die Ehre, mein, kann 2. Bin ich krank, nur ich dennoch fröhlich sein. ungekrånket; der ståupt 8. Will der Tod mich mich, der an mich denket, raffen hin, Gott der stil- Gott mein Vater, mich let bald sein Wüten; ist sein Kind. Lazarum, den denn Sterben mein Ge- Jesus liebte, manche winn, ei, so bin ich wohl Trůbsal auch betrübte; zufrieden: Gott, des To- dies nur Liebesstreiche sind. des Gift, ist mein, in ihm kann ich fröhlich sein. 3. So viel Jahr' hab' ich genesen, bin gesund und 9. Herz und Mut sind frisch gewesen; sollt' ich fröhlich nun, fröhlich, Je- einen kranken Tag nicht fu, ist die Seele; gieb, daß von meinem Gott annehfröhlich alles Thun dich men? Kann ich mich zur zum Zweck und Ziel er- Lust bequemen, warum wähle; laß mich, o mein nicht zur Liebesplag? Sonnenschein, ohne dich nicht fröhlich sein. 10. Laß mich üben Traurigkeit, wo zu trauern fich's gehöret, sonsten aber Fröhlichkeit, die ganz nichts als dich begebret; du bist meine Freud allein, durch dich kann ich fröhlich sein. 4. Wird von scharfen Lasterzungen manches Leidlied mir gesungen, bin ich darum traurig nicht. Mein Gewissen heißt sie schweigen, kann mir gutes Zeugnis zeigen, und die Lästerhälse bricht. 5. Alle Welt mag mich verlassen, Gott der weiß 11. Laß mich fröhlich mich so zu fassen, daß ich leben hier, fröhlich sein mächtig und getroft allem, in allem Leide; hilf mir allem kann absagen, und fröhlich sterben dir, gieb nichts achten Spott und mir bald die Himmels- Plagen, noch was sonsten freude, so bleibst du die auf mich stößt. Freude mein, da, da will ich fröhlich sein. 6. Drum getroft, nur frisch gewaget, der mich Ludämilia Gr. v. Schwarzburg. jetzo höhnt und plaget, wird's die Länge treiben Mel. Alles ist an Got- nicht. Jesus ist es, der tes Segen. mich stärket, der es siehet, mmer fröh- der es merket, und schon 526. lich, immer kommet zum Gericht. friblich, ich bin auf der 7. Alsdann kommt, ihr Lå Von der Freudigkeit des Glaubens. 457 Låsterzungen, ist es euch 13. Muß ich um das allhier gelungen, so ver- meinte kommen, wird mir dammet mich dann auch. all mein Gut genommen, Ich steh' als ein held im doch kein Sorgen mich verGlauben; euer Wüten, zehrt. Und was sag' ich, Gott, euer Schnauben achte ich um das Meine? wie Dampf und Rauch. dem höchsten Gut, alleine, 8. Wenn ihr låstert, was ich habe, zugehört. will ich flehen, wenn ihr 14. Dessen hab' ich mich scheltet, will ich stehen vor verziehen: er hat, was er des Allerhöchsten Thron, nur geliehen, von mir wieund vor ihm mein Herz der weggethan, und die Last ausschütten, ob vielleicht mir abgenommen, daß ich ich könnt' verbitten euren eher zu ihm kommen, und sonst verdienten Lohn. gen Himmel steigen kann. 9. Ja, wenn gleich auf 15. Immer fröhlich, imallen Seiten sich erreget mer fröhlich! Ich bin auf Krieg und Streiten, doch der Erd schon selig: hier noch fröhlich, unverzagt! fängt sich mein Himmel Wenn das Schiff beginnt an. Ich will sagen, was zu krachen, weiß schon Je- ich meine: Es betrübt mich sus aufzuwachen: nur im nur alleine das, was Gott Glauben frisch gewagt! erzurnen kann. Magnus Daniel Omeis. 10. Wütet auch der Höllenrachen, mich, den Sünder, blöd zu machen, Mel. Dalet will ich dir bleib' mut. Meines Jeju Blu- 527. testropfen diesen Teufelsrachen stopfen, löschen aus die Schwefelglut. trete gleich alles wider mich; so oft ich ruf und bete, 11. Sterben mir die An- weicht alles hinter sich verwandten, Eltern, Weib, Hab' ich das Haupt zum Kind und Bekannten, bleibt Freunde und bin geliebt die Freud doch unversehrt; bei Gott, was kann mir der fie gab, hat sie genom- thun der Feinde und Wimen: darum sei bei allen dersacher Rott? Frommen Gottes Name hochgeehrt. 2. Nun weiß und glaub' ich feste, ich rühm's auch 12. Ich hab's ja nicht ohne Scheu, daß Gott, ändern können, will sie der Höchst und Beste, mein meinem Jesu gönnen, den Freund und Vater sei, und viel höher sie geliebt. Er daß in allen Fällen er mir nahm sie vom Weltgetüm- zur Rechten steh', und mel, und nun ihnen in dämpfe Sturm und Weldem Himmel das verborgne len, und was mir bringet Panna giebt. Web. 20 3. Der geben. ft Gott für mich, jo 458 Von der Freudigkeit des Glaubens. 3. Der Grund, da ich 8. Und wenn an meimich gründe, ist Christus nem Orte sich Furcht und und sein Blut, das machet, Schwachheit findt, so seufzt daß ich finde das ewge und spricht er Worte, die wahre Gut. An mir und unaussprechlich sind mir meinem Leben ist nichts zwar und meinem Munde, auf dieser Erd; was Chri- Gott aber wohl bewußt, stus mir gegeben, das ist der an des Herzens Grunde der Liebe wert. erfiehet seine Lust. 4. Mein Jesus ist mein' 9. Sein Geist spricht Ebre, mein Glanz und hel- meinem Geiste manch füles Licht; wenn der nicht ses Trostwort zu, wie in mir wäre, so dürft' und Gott dem Hilfe leiſte, könnt' ich nicht vor Got- der bei ihm suchet Ruh; tes Augen stehen und vor und wie er hab' erbauet dem strengen Sik; ich ein edle neue Stadt, da müßte firacks vergehen wie Aug und Herze schauet, Wachs in Feuershiß. was es geglaubet hat. 5. Mein Jesus hat ge- 10. Da ist mein Teil, Ibschet, was mit sich führt mein Erbe mir prachtig zuden Tod; der ist's, der mich gericht; wenn ich gleich rein wäschet, macht schnee- fall' und sterbe, fällt doch weiß, was ist rot. In mein Himmel nicht. Mug ihm kann ich mich freuen, ich auch gleich hier feuchhab' einen Heldenmut, ten mit Thränen meine darf kein Gerichte scheuen, Zeit, mein Jesus und wie sonst ein Sünder thut. sein Leuchten durchfüßet 6. Nichts, nichts fann alles Leid. mich verdammen, nichts 11. Wer sich mit dem vernimmet mir mein Herz; bindet, den Satan fleucht die Höll und ihre Flam- und haßt, der wird vermen die sind mir nur ein folgt, und findet ein' harte, Scherz; kein Urteil mich schwere Last zu leiden und erschrecket, kein Unheil mich zu tragen, gerät in Hohn betrübt; weil mich mit und Spott, das Kreuz Flügeln decket mein Hei- und alle Plagen, die sind land, der mich liebt. sein täglich Brot. 7. Sein Geist wohnt 12. Das ist mir nicht mir im Herzen, regieret verborgen, doch bin ich meinen Sinn, vertreibt unverzagt. Dich will ich mir Sorg und Schmer- lassen sorgen, dem ich mich zen, nimmt allen Kummer zugesagt. Es koste Leib hin; giebt Segen und Ge- und Leben, und alles, deihen dem, was er in mir was ich hab': an dir will schafft, hilft mir das Abba ich fest kleben, und nimschreien aus aller meiner mer lassen ab. Kraft. 13. Die Welt die mag zer= Von der Frendigkeit des Glaubens. 459 zerbrechen, du stehst mir Fühlen weichen; laß das ewiglich; kein Brennen, letzte Tageslicht mich auf Hauen, Stechen soll tren- dieser Welt erreichen; wenn nen mich und dich; fein derLebensfaden bricht, meiHunger und kein Dür- nen Jesum lass ich nicht, sten, fein' Armut, feine Pein, kein Zorn der großen Fürsten soll mir ein' Hindrung sein. 4. Ich werd' ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor seinem Angesicht meiner Eltern Glaube pranget; mich erfreut sein Angesicht. Meinen Jesum laff ich nicht. 14. Kein Engel, feine Freuden, kein Thron, kein' Herrlichkeit, kein Lieben, und kein Leiden, kein' Angst, 5.Nicht nach Welt, nach kein Herzeleid, was man Himmel nicht meine Seele nur fann erdenken, es sei wünscht und sidhnet, Je= klein oder groß, der feines sum wünscht sie und sein soll mich lenken aus dei- Licht, der mich hat mit nem Arm und Schoß. Gott versöhnet, der mich freiet vom Gericht. Metnen Jesum las ich nicht. 15. Mein Herze geht in Springen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud 6. Jesum lass' ich nicht und Singen, sieht lauter von mir, geh' ihm ewig an Sonnenschein. Die Sonne, der Seiten; Christus läßt die mir lacher, ist mein mich für und für zu dem Herr Jesus Christ; das, Lebensbächlein leiten. Sewas mich fingend machet, ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt. lig, wer mit mir so spricht: Meinen Jesum last ich nicht! Christian Keymann. In eigener Melodie. 528. Meinen e Mel. Von Gott will ich sum laff' ich nicht laffen. nicht, weil er sich für mich 529. Mich kann Gott gegeben, so erfordert meine Pflicht, flettenweis an ihm zu kleben. Er ist meines Lebens Licht: meinen Jesum laff' ich nicht. nicht verlassen, mein Gott verläßt mich nicht; wenn ich kein Trost kann faſs= fen, ist er mein' Zuver2. Jesum laff ich nim- ficht. Daß Gott mich mer nicht, weil ich soll auf nicht verläßt, das hab' ich Erden leben. Ihm hab' ich oft erfahren in meinen voll Zuversicht, was ich bin Kinderjahren, drum halt' und hab', ergeben; alles ich an ihm fest, ist auf ihn gericht. Meinen Jesum laff ich nicht. 3. Laß vergeben das Gesicht, Hören, Schmecken, Werke, der ist genug getröft; 2. Er ist voll Gnad und Stärke; wer sich auf ihn verläßt, betrachtend seine 20* 460 Von der Freudigkeit des Glaubens. träft; denn seiner Gna-| glaub' und weiß ich dies, den Licht erquicket unsre Gott hilft endlich noch Herzen in Nengen, Käm- gewiß.- Hülfe, die er pfen, Schmerzen mit fester aufgeschoben, hat er drum Zuversicht. nicht aufgehoben; hilft er 3. Mich kann auch nicht nicht zu jeder Frist, hilft verlassen Jesus, der teure er doch, wann's nötig ist. Mann. Wer ihn nur 2. Gleich wie Båter lernet fasſen, des nimmet nicht bald geben, wonach er sich an, erquicket seine ihre Kinder fireben, so hålt Seel mit seinen Liebes- Gott auch Maß und Ziel: gaben, in Ohnmacht ihn er giebt, wem und wann zu laben aus seiner Wun- er will. Seiner kann ich den Höhl. mich vertrösten, wann die Not am allergrößten; er ist gegen seinem Kind mehr als väterlich gefinnt. 4. Willst du dich ihm ergeben, du findest in ihm Ruh; er macht dir süß das Leben; drum geh ge- 3. Trok dem Teufel, rade zu, ergreif fein teu- trotz dem Drachen! Ich res Blut; will dich der kant. ihre Macht verlachen; Satan schrecken, so wird trotz dem schweren Kreuer dich bedecken vor aller zesíoch! Gott, mein VaTrok Feinde Wut. ter, lebet noch. 3. Mich kann auch nicht des bittern Lodes Zähnen, verlassen des Herren wer- trok der Welt und allen ter Geist; ich will die denen, die mir sind ohn Gott im Sünde haffen und thun, Ursach feind! was er mich heißt: so wird Himmel ist mein Freund. mich dessen Güt mit Mut- 4. Laß die Welt nur imterhånden leiten, und hier mer neiden: will sie mich mit Himmelsfreuden er- nicht langer leiden, et ſo quicken mein Gemüt. frag' ich nichts darnach. 6. Er selbst wird durch Gott ist Richter meiner sein Leben ertöten met- Sach. Will sie mich nen Tod, und volle Kraft gleich von sich treiben, muß mir geben, zu dulden mir doch der Himmel bleiSchmach und Spott. In ben; wenn ich nur den allem, was ich thu', soll er Himmel krieg', hab' ich almich stets regieren, und les zur Genug. endlich mit sich führen zur Freud und mit zur Ruh. 5. Ich will ihr gar gerne lassen, was ich sonsten pfleg' zu bassen; sie hab' ihren Erdenkot, und lass In eigener Melodie. 530. Sollt es gleich mir nur meinen Gott. bisweilen Ach Herr, wenn ich dich scheinen, als wenn Gott nur habe, sag' ich allem verließ die Seinen: o so Andern abe; legt man mich gleich - Von der Freudigkeit des Glaubens. 461 gleich in das Grab, gnug, 8. Trau auf Gott bel Herr, wenn ich dich nur dürren Zeiten; denn er hab'. wird vom Himmel leiten seines Segens Ström' und Quellen, die dein Herz Christoph Titius. zufrieden stellen. in In eigener Melodie. 531. Trau auf Gott chen, die dich jetzo traurig machen; trau auf Gott in allen Dingen, die dir zu dem Herzen dringen. 2. Trau auf Gott in Seelenplagen, wenn dich deine Sünden nagen; denn Gott ist in solchen Schmerzen ein recht Pflafter für die Herzen. 3. Trau auf Gott, wenn Tod und Hille, wenn der Teufel ist zur Stelle, und dir vom Verdammen saget: Gott ist, der ihn alsbald jaget. 4. Trau auf Gott im bösen Glücke; denn Gott ist dir eine Brücke, drauf In eigener Melodie. du sichern Stand kannst 532. Von Gott haben, wenn viel Unglück um dich traben. will ich 5. Trau auf Gott, wenn böse Seuchen in dem Land herummer schleichen; denn er kann dich so bedecken, daß dich keine darf anstecken. 6. Trau auf Gott in Kriegsgefahren, denn er weiß dich zu bewahren; er kann machen, daß die Feinde werden deine besten Freunde. 7. Trau auf Gott in Hungersnoten, dann wird dich kein Hunger töten; wachset gleich kein Korn auf Erden, dann wird Brot aus Steinen werden. 9. Trau auf Gott, wenn Feuersflammen schlagen über dich zusammen. Gottes Engel schüßt die Frommen, die in Feuersnot gekommen. 10. Trau auf Gott, wenn's stürmt und schneiet, wenn die Donnerwolke schreiet, wenn dich trifft das böse Wetter; denn Gott ist allein dein Retter. 11. Trau auf Gott in allen Sachen, denn er kann den Ausschlag machen; trau auf Gott in allen Dingen, dann wirst du ein Danklied fingen. Justus Sieber. nicht lassen, denn er läßt nicht von mir, führt mich auf rechter Straßen, da ich sonst irret' sehr. Er reicht mir seine Hand; dent Abend als den Morgen thut er mich wohl versorgen, sei wo ich woll' im Land. 2. Wenn sich der Menschen Hulde und Wohlthat all verkehrt, so findt sich Gott gar balde, sein Macht und Gnad bewährt; bilfet aus aller Not, errett von Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden, und wenn's auch war der Tod. 3. Auf 462 Von der Freudigkeit des Glaubens. 3. Auf ihn will ich ver-| dulde hier Widerwärtigkeit, trauen in meiner schweren wie ich's auch wohl verZeit; es kann mich nicht schulde, kommt doch die gereuen, er wendet alles Ewigkeit, ist aller Freuden Leid. Ihm sei es heim- voll; diefelb ohn einigs Engestellt; mein Leib, mein de, dieweil ich Christum kenSeel, mein Leben sei Gott ne, mir widerfahren soll. dem Herrn ergeben; er 9. Das ist des Vaters mach's, wie's ihm gefällt. Wille, der uns geschaffen 4. Es thut ihm nichts hat; sein Sohn hat Guts gefallen, denn was mir die Fülle erworben und nüßlich ist; er meint's gut Genad; und Gott, der mit uns allen, schenkt uns beilge Geist, im Glauben den Herren Christ, ia, uns regieret, zum Reich seinen lieben Sohn; durch des Himmels führet. Ihm ihn er uns bescheret, was sei Lob, Ehr und Preis. Leib und Seel ernähret: lobt ihn ins Himmels Thron. Ludwig Helmbold. In eigener Melodie. 5. Lobt iht mit Herz 533. Warum sollt und Munde, er uns ich mich beides schenkt; das ist ein' denn gråmen? Hab' ich selge Stunde, darin man doch Christum noch, wer sein gedenkt; sonst verdirbt will mir den nehmen? Wer alle Zeit, die wir zubringn will mir den Himmel raus auf Erden; wir sollen se- ben, den mir schon Gotlig werden und bleibn in tes Sohn beigelegt im Ewigkeit. Glauben? 6. Auch wenn die Welt 2. Nackend lag ich auf vergehet mit ihrem Stolz dem Boden, da ich kam, und Pracht, wed'r Ehr da ich nahm meinen ersten noch Gut bestehet, so vor Odem. Nackend werd' ich war groß geacht; wir wer- auch hinziehen, wenn ich den nach dem Tod tief in werd' von der Erd als ein die Erd begraben, wenn Schatten fliehen. wir geschlafen haben, will uns erwecken Gott. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht 7. Die Seel bleibt unver- mein: Gott allein ist es, loren, geführt in Abrams der's gegeben; will er's Schoß; der Leib wird neu wieder zu sich kehren, nehm' geboren, von allen Sün- er's hin, ich will ihn denden los, ganz heilig, rein noch fröhlich ehren. und zart, ein Kind und 4. Schickt er mir ein Erb des Herren. Daran Kreuz zu tragen, dringt muß uns nicht irren des herein Angst und Pein: Teufels listig Art. follt' ich drum verzagen? 8. Darum, ob ich schon Der es schickt, der wird es Von der Frendigkeit des Glaubens. 463 es wenden; er weiß wohl, 11. Herr, mein Hirt wie er soll all mein Un- Brunn aller Freuden, du glück enden. bist mein, ich bin dein, nie5. Gott hat mich bei mand kann uns scheiden guten Tagen oft ergött, Ich bin dein, weil du dein follt' ich jetzt auch nicht Leben und dein Blut mi. etwas tragen? Fromm ist zu gut in den Tod gegeben Gott, und schärft mit 12. Du bist meint, weil Maßen sein Gericht, kann ich dich fasse, und dich mich nicht ganz und gar nicht, o mein Licht, aus verlassen. dem Herzen laffe, Laß mich, laß mich hingelangen, da du mich und ich dich leiblich werd' umfangen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen: Gott mein Heil, wird in Eil In eigener Melodie. fie zu Schanden machen. 534. Was Gott Paul Gerhardt. 7. Unverzagt und ohne thut, das Grauen soll ein Chrift, ist wohlgethan, es bleibt wo er ist, stets sich lassen gerecht sein Wille; wie er schauen: wollt ihn auch fängt meine Sachen an, der Tod aufreiben, soll der will ich ihm halten stille. Mut dennoch gut und Er ist mein Gott, der in fein stille bleiben. der Not mich wohl weiß zu erhalten: drum laff' ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das 8. Kann uns doch kein Tod nicht töten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöten; schleußt ist wohlgethan, er wird das Thor der bittern Lei- mich nicht betrügen; er dent, und macht Bahn, da führet mich auf rechter man kann gehn zur Him- Bahn, so laff ich mir ges melsfreuden. nügen an seiner Huld, und hab' Geduld; er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird mich wohl bedenken; er, als ein Arzt und Wundermann, 10. Was sind dieses Le- wird mir nicht Gift einbens Güter? Eine Hand schenken für Arzenei; Gott voller Sand, Kummer der ist getreu, drum will ich Gemüter. Dort, dort auf ihn bauen, und seiner find die edlen Gaben, da Güte trauen. mein Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. 9. Allda will in süßen Schäßen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergößen; hier ist kein recht Gut zu finden, was die Welt in sich hält, muß im Hui verschwinden. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er ist mein Licht 464 Von der Freudigkeit des Glaubens. Licht und Leben, der mir] nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid; es kommt die Zeit da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 3. Jch laff' ihn nicht, ich will ihn halten, es geh' mir drüber, wie es geh'; ich lasſe meinet. Jesum walten, bei dem ich in Genaden steh'; was mir auch ewig drum geschicht, ich lasse meinen Jesum nicht. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; muß ich 4. Er läßt mich nicht, den Kelch gleich schmek- sollt' ich ihn lassen? O ken, der bitter ist nach mei- nein, mein Jesus bleibet nem Wahn, laß ich mich mein; ich will ihn immer doch nicht schrecken; weil stärker fassen, und schließen doch zuletzt ich werd' er- in mein Herz hinein; im gött mit süßem Trost im Glauben wird es zuge Herzen, da weichen alle richt, im Glauben laff ich Schmerzen. Jesum nicht. 6. Was Gott thut, das 5. Der Satan meint ist wohlgethan, dabei will mich zu erreichen, die Welt ich verbleiben; es mag kommt auf mich zugerennt, mich auf die rauhe Bahn und dieses ist ein rechtes Not, Tod und Elend trei- Zeichen, dabei men einen ben, so wird Gott mich Christen kennt; ich aber bin ganz våterlich in seinen ihm hoch verpflicht, ich Armen halten; drum laff' laffe meinen Jesum nicht. ich ihn nur walten. 6. Man mag mich hier Samuel Rodigaft. und da vertreiben, ich weiß Mel. Wer nur den e- schon einen sichern Ort, ben Gott läßt walten, da man mich wohl muß 535. Wenn ich lasſen bleiben, das ist mein Jesus und sein Wort. Mein Alles ist auf ihn gericht: ich laffe meinen Jesum nicht. betracht' mein sündlichs Wesen, und daß ich doch in Gnaden bin, und wiederum in Gott genesen, so freuet 7. Kommt's gleich mit sich Herz, Mut und Sinn, mir gar bis ans Leben, und spricht: Mein Jesus weil ja die Welt nur Boshat's verricht: ich lasse heit übt: mein Jesus wird meinen Jesum nicht. mir's wieder geben, den meine ganze Seele liebt. Ich leb' und sterb' auf den Bericht: ich lasse meinen Jesum nicht. 2. Von Jesu will ich nimmer wanken, der mich geliebet hat vorhin, und dem ich's einzig hab' zu danken, daß ich jekund in Gnaden 8. Der Tod soll über bin; daher ihm Mund und mich im Sterben auch Herz verspricht: Ich lasse nicht behalten Oberhand; meinen Jesum nicht. mein Jesus läßt mich nicht Von der Freudigkeit des Glaubens. 465 nicht verderben, des hab' nem Licht, und meinen ich ein gewisses Pfand, so Jesum lassen nicht. mir sein heilsam Erasmus Finx. verspricht; ich lasse meinen Mel. Was mein Gott Jesum nicht. will, das g'scheh allzeit. Wort 9. Die Welt muß endlich 536. Wer Gott auch vergeben mit aller ihvertraut, rer Herrlichkeit; nichts ist, hat wohl gebaut im Hims das ewig kann bestehen, als mel und auf Erden; wer was uns Jesus hat be- fich verläßt auf Jesum reit; wenn Himmel, Erd Chrift, dem muß der Himund alles bricht, laff ich mel werden; darum auf doch meinen Jesum nicht. dich all Hoffnung ich ganz 10. Schlägt mich die fest und steif thu' setzen; Sund schon oftmals nie- Herr Jesu Christ, mein der, daß mein Gewissen Trost du bist in Todes fast verzagt, hilft Jesus Not und Schmerzen. doch und stärkt mich wieder, er hält, was er mir zugesagt; drum wenn mich schon mein' Sünd ansicht, laff ich doch meinen Jeſum nicht. 2.Und wenn's gleich war dem Teufel sehr und aller Welt zuwider, dennoch so bist du, Jesu Chrift, der fie all schlägt darnieder. Und wenn ich dich nur hab' um mich mit deinem Geist und Gnaden, so kann fürwahr mir ganz und gar wed'r Tod noch Teufel 11. Der jüngste Tag kann mich nicht schrecken, ich dring' vom Tod zum Leben ein; mein Jesus will mich auferwecken, daß schaden. ich bei ihm soll ewig sein; an jenem großen Weltgericht, da laff' ich meinen Jesum nicht. 3. Dein trist' ich mich ganz sicherlich, denn du kannst mir wohl geben, was mir ist not, du treuer Gott, in dies'm und je« nem Leben. Gieb wahre Reu, mein Herz erneu, ers rette Leib und Seele. Ach höre, Herr, dies mein Begehr, und laß mein' Bitt nicht fehlen. 12. Ich lass ihn nicht in ienem Leben, dort will ich ihm zur Seiten stehn, will ewig, ewig an ihm kleben, und nimmermehr von Jesu gehn; da will ich sehn sein Angeficht, und meinen Jesum lassen nicht. Johann Mühlmann. 13. Da will ich Halle- Mel. Mach's mit mir, lujah singen und Amen in Gott, nach deiner Güt. dem höchsten Ton, will 537. Wohl dem, Ruhm, Dank, Preis und sich Ehre bringen und ewges auf seinen Gott recht kindLob vor Gottes Thron, lich kann verlassen; den will wandeln dort in sei20** mag 466 Von der Begierde zu Gott. mag gleich Sünde, Hill hier verdammen: so fürcht und Tod und alle Teufel ich doch dieselbe nie, denn haffen, so bleibt er dennoch Gott, mein Freund, verwohl vergnügt, wenn er tilget fie. nur Gott zum Freunde Friegt. 5. Dahero trok der Höllen Heer, trok auch des 2. Die böse Welt mag Todes Rachen, trok aller immerhin mich hie und da Welt! Mich kann nicht befeinden; kann sich nur mehr ihr Pochen traurig mein Gemüt und Sinn machen. Gott ist mein mit meinem Gott befreun- Freund, mein Schuß und den, frag' ich doch nichts Rat; wohl dem, der Gott nach ihrem Haß; ist Gott zum Freunde hat! mein Freund, wer thut Mel. Wer nur den liemir was? über oft viel Unglück lei- 537ª. I wis, mich 3. Und ob ich gleich dar- ben Gott läßt walten. ch bin's ge den müssen, so hat Gott gleichwohl unverhofft mich kann nichts scheiden von wieder draus gerissen. Da meinem Heil, von meinem Ternt' ich erst, daß Gott Gott. Was frag' ich nach allein der Menschen bester Welt, Kreuz und Leiden, Freund muß sein. was acht' ich Not, Tod, 4. Ja, wenn gleich mei- Hohn und Spott? Mir ner Sünden Schuld fich bleibt's gewiß, was Gott bäuft in mir zusammen, verspricht; ich weiß, mein mich treibt in Angst und Jesus läßt mich nicht. Ungeduld, und will gleich Joh. Olearius. Von den Früchten des Heils. I. Von der Liebe und Begierde zu Gott. Mel. O Jesu, mein 2. Trok deme, der denBräutgam, wie ist mir ket, daß seinte ich sei! Ich so wohl. bin nun verschenfet, es 538. Ach lag dich bleibet dabei; nichts brinjetzt finden, get mir Schmerzen, weil komm, Jesu, komm fort, Jesus allhier, der tråg: mein Herze will binden dein mich im Herzen, ihn trag' Herze, mein Hort. Nach ich in mir. Jesu ich schreie, den hab' 3. O weichet, ihr Feinde, Ich erwählt; mein Jesus denn Jesus ist mein; ihn ist treue, ihm bin ich ver- hab' ich zum Freunde, sein mdblt. bin ich allein; ich bleibe fein Von der Begierde zu Gott. 467 sein eigen, er hat mich erkauft; sein Blut wird er zeigen, damit ich getauft. 2. Ach wie sehn' ich mich dahin, daß ich vor Verlangen bin faft vergangen. 4. Auch kann ich ermes- Möcht' ich können vor sein sen, daß Jesus mich liebt, beilges Angesicht treten, weil er mir zu essen sich und in Liebe brennen bel selbsten dargiebt; so hab' dem süßen Gnadenlicht. ich auch wieder, was Jesu gehört, Leib, Seele und Glieder ihm gleichfalls verehrt. 5. Ja, ja, ich bin seine, wir beide sind eins, ich bin nicht mehr meine, uns scheidet nun keins; bleib' gleich ich auf Erden, so lange er will, so hab' ich den Werten, dem halt' ich auch still. 4.Warum sollt' ich, Liebster, nicht dein holdselig Angesicht zu erblicken auch verlangen, wo vor detnem Altar ich wahre Ruhe kann empfangen und mich 6. Ihn kann mir nichts rauben, der Stärkste, der fiegt; an den will ich glau- laben ewiglich? ben, im Herz er mir liegt; 5. Wohl den Menschen, im Schlafen und Wachen die bei dir sich befinden ist Jesus mir nah: ei sollt' für und für; die sind nur ich nicht lachen, daß Je- allein bemühet, dich zu sus steht da? loben immerdar, weil ihr 7. Lehr, Jesu, mich Herz von Liebe glühet bet fröhlich hier leben in Not, der Auserwählten Schar. lehr sterben mich selig, 6. Doch auch wohl dem, mein Jesu, mein Gott! der von dir Kraft emAn Jesu ich klebe, in Je- pfänget für und für; richsu ich ruh'; in Jesu ich tet sein Herz auf die Welebe, und sterbe dazu. ge, die zu deinem Tempel gehn, und ist nicht im Laufe trage, ob er muß viel Kreuz ausstehn. Ludämilia Elisabeth Gräfin v. Schwarzburg. 3. Welches Vöglein ist doch wohl, wenn es Junge becken soll, das nicht bald ein Nest sich mache, oder baue irgend an unter einem fichern Dache, da es sich erquicken kann. Mel. Schwinge dich, mein schwacher Geist. 7. Denn die durch dies Thränenthal gehen nach 539. A mein dem Freudensaal, machen Gott, wie solches selbst zur Quelle, lieblich ist deine Woh- die zur Freude dienen muß, nung, da du bist; Zions und der Regen, der so Burg, da man nichts hd- belle sich ergießt, bringt ret als des werten Braut- Ueberfluß. gams Ruhm, womit seine Braut ihn ehret in dem fillen Heiligtum. 8. Denn das Kreuz, das hier ein Chrift, der nach Gott begierig ist, auf fich nim 468 Von der Begierde zu Gott. nimmet, ist so süße, daß es 2. Wo wir dein Antlitz Freud und Leben giebt; schauen, da sehn' ich mich dazu kommen Gnaden- hinein, da will ich Hütten flüsse von dem Geiste, der bauen; denn dort ist gut fie liebt. zu sein. 9. Da gehn sie aus 3. Da werd' ich alles seKraft in Kraft, bis daß ben: den großen Schöthre Wanderschaft sie be- pfungsrat, was durch dein schließen, und gelangen Blut geschehen und deines vor des Höchsten Ange- Geistes That. sicht, da sie vor ihm köstlich prangen, angethan mit lauter Licht. 4. Da feiern die Gerechten, die ungezählte Schar, mit allen deinen Knechten, das große Jubeliahr. 10. Nun, mein Gott, erböre mich; Gott Zebaoth, neige dich auch zu meinem armen Fleben; ach mein Schild, verschmäh mich nicht; gieb, daß ich auch bens Grund. möge sehen bald freundlich Angesicht. 5. Mit göttlich- süßen Weisen wird mein verklärter Mund dich ohne Sunde preisen, du, meines Ledein 6. Da werden meine Thränen ein Meer voll 11. Denn auch einen Freude sein. Ach stille Tag allein in dem Hause bald mein Sehnen und hoGottes sein will ich noch le mich hinein! viel höher achten, als viel tausend andre Tag'; Ernst Gottlieb Woltersdorf. ich will lieber dahin trachten, Mel. Wo ist der Schönste, daß ich drinnen hüten mag. den ich liebe. 12. Denn du, Herr, 541. Ach möcht' ich bift Sonn und Schild, meinen Jeder du deinen Kindern sum sehen, der meine Seel willt niemals etwas man- so herzlich liebt, ob ich geln lassen. Wohl dem, ihn gleich so oft betrübt! Herr Gott Zebaoth, der Ach möcht' ich aus mir seldich kann im Glauben fas- ber gehen zu dem, der mich sen, und dir trauen in so kräftig ziehet von dieser der Not. Welt zu sich hinauf, bei der ich mich so sehr bemühet in meinem ganzen Mel, Christus, der ist Lebenslauf! mein Leben. Christian Jakob Koitsch. 2. Ach möcht' ich doch 540.* 2 war ich die Füße küssen, und pretschon dort sen seine Nägelmal, die droben, mein Heiland, wär' Müh und Schmerzen ohne ich da, wo dich die Scha- Zahl, die er für mich erren loben und sång' Hal- dulden müssen! Ach möcht lelujah! ich mich doch niedersehen 313 Von der Begierde zu Gott. 469 zu seinen Füßen in Ge- 2. Ach wo bleibst du doch, duld, und sie mit Liebesthrånen nehen, dieweil er tilget meine Schuld! mein Licht? Komm doch fort, und säum dich nicht. Komm doch, weil mit großem Schmerz auf dich wart mein frankes Herz. 3. Ach laß mich mit Johanne liegen an deiner füßen Liebesbrust, und treib aus mir den Sündenwust; laß nicht die Welt mich mehr betrügen, der ich so lang bin nachgegangen; ihr Tand sei mir ganz unbewußt hinfort, damit nur mein Verlangen zu dir geh', Jesu, meine Lust! 3. Kommst du nicht jetzt alsobald, meines Lebens Aufenthalt, so vergeht vor Liebsbegier mein betrübter Geist in mir. 4. Allzeit weißt du, daß ich mich nicht erhalten kann ohn dich, weil du, liebster Jesu Chrift, meines Lebens Leben bist. 4. Ja, ich muß noch was Größres bitten: Zieh mich, mein Jesu, ganz in dich, und komm du selber auch in mich; laß mich nur bloß nach deinen Sitten und heilgem Willen einhergehen; ia ruf und treib mich stets zu dir, und laß mich nicht zurücke sehen, mein Heiland, so gemuget mir. 5. Ich will hinfort nun alles lassen, und folgen dir nur blindlings nach, auch achten ganz kein Ungemach. Lebens Leben bist. Ich will nun recht mein 5. Drum, so komm doch bald zu mir, und erfreue mich mit dir; schleuß mich in die Arme ein, die für mich verwundet sein. 6. Reich mir deinen süsen Mund, thu mir deine Liebe kund, drück mich an die zarte Brust, die mir ewig schaffet Lust. 7. Also werd' ich dort und hier fröhlich singen für und für, daß du, liebster Jesu Christ, meines Mel. Nun komm, der Heiden Heiland. Johann Angelus. Leben hassen, damit ich moge zu dir kommen. Mach Mel. Wer nur den liemich nur fest durch deine ben Gott läßt walten. Gnad, und führe mich zu 543.* Ach wenn ich deinen Frommen; gieb selbst zu allem Rat und That. Maria Magd. Böhmer. Gott, nur habe, nach Erd und Himmel frag' ich nicht. Nichts ist, das meine Seele labe, als du, mein Gott, mein Trost und Licht. 542. Ach wann Rühmt sich die Welt mit kommt die Zeit heran, daß ich möge ihrer Lust, ohn dich ist mir kein Trost bewußt. schauen an meinen liebsten 2. Soll Leib und Seele Jesum Chrift, der mein mir verschmachten, ich hoffe Lieb und Leben ist? doch 470 Von der Begierde zu Gott. doch getrost auf dich. Nichts| Mutter her vielleicht noch und will ich alle Plagen achten, unbescholten wär' an dir allein erquick' ich wußte kaum was Fleisch mich; regt sich auch alles und Blut, was Geiz fel wider mich, es bleibt dabei, oder hoher Mut, und in ich liebe dich. dem allen sich selbst helfen kann, der ist ein blinder und ein armer Mann. 3. Hab' ich nur dich, so hab' ich alles, was meine Seele wünschen kann; auch 5. Und wer auch in dem fürcht' ich mich gar keines Glanz des Lichts sich sieht, Falles, liebst du mich nur, und sieht, er tauge nichts, was ficht mich an? Drum und geht und greift die spricht mein Herz: du bist Sache an, will eher Guts mein Teil, in dir ist meiner thun als er kann, und Seelen Heil. Benj. Schmolt. müht sich selber viel und mancherlet, der lernet nie, was ein Erlöser sei. Mel. Wie schön ist unsers Königs Braut. 544.* Du unser aus6. Wenn aber ein verlornes Kind vom Tod ererwähltes wacht, sich krümmt und Haupt, an welches unsre windt, und sieht das Bor Seele glaubt, laß uns in als Böse an, und glaudeiner Någel Mal er- bet, daß es sonst nichts klicken unsre Gnadenwahl, kann, verzagt an sich, es and durch der aufgespalt- geht ihm aber nah: kaum nen Seite Schrein führ sieht sich's um, so steht der unsre Seelen aus und Heiland da. durch und ein. 7. Wie geht dirs? O, 2. Dies ist das wunder- es geht nicht gut, ich liege volle Ding: erst dünft's hier in meinem Blut. Da für Kinder zu gering, und spricht der Menschendann zerglaubt ein Mann freund: MeinSohn, nimm und sich dran, und stirbt wohl, hin die Absolution, ch er's glauben kann; dar- sich mich an, und glaub an erkennt man hier das und stehe auf, und freue kleine Heer, und davon dich, und zieh dich an fingt man noch am gläsern und lauf. Meer. 8. Die Seele kriegt den neuen Geist, sie glaubt und thut, was Jesus heißt; sie sieht das Lamm mit Augen an, die Gott alleine geben kann, steht auf, bekommt ein unsichtbar Gez wand, und ist auf einmal mit dem Lamm bekannt. 4. Wenn einer von der 9. Die Sünderscham und 3. So lange eine Menschheit ist, so lange Jesus bleibt der Chrift, so bleibet dies das A und O vom ganzen Evangelio; und daß das Gotteskraft und Weisheit ist, das wißt ihr alle, die ihr Wahrheit wißt. Von der Begierde zu Gott. 471 die 2. O vertreib die Finfternisse, weichen müsse deinem Lichte meine Nacht. Nacht und Dunkel mögen schwinden, laß mich finden, was mein Auge helle macht. Gotteskraft, machen gleich Genopenschaft, und bleiben immer ungetrennt im Herzen, das den Heiland kennt; da geht fein guter Wille mehr zurück, denn ihre Arbeit ist ein ewges Glück. 3. O du Licht der Ewig10. Erst heißt der Freund keiten und der Zeiten, blicke die Seele ruhn, dann essen mich durchdringend an. und hernach was thun; Deiner Liebe Glanz erso übt er ihre Glaubens- scheine, du alleine bist's, ftaft in einer treuen Rit- der wahrhaft lieben kann. terschaft. Sie thut, und 4. Stelle selbst in meiwenn sie dann ihr Werk nem Herzen helle Kerzen gethan, denkt sie gemei- himmlischer Gedanken auf. niglich nicht weiter dran. Wenn zu dir das Herz sie 11. Und wurde man rajziehen, muß es glühen für irgendwo der eignen Gna- den heilgen Glaubenslauf. denarbeit froh, so kommt 5. Flöße du mir Himdie heilge Scham herbei, melssäfte, reine Kräfte deidie zeiget uns so mancher- nes Gnadenlebens ein. So let, daß man Gott dankt, werd' ich nur, dich zu liewenn man sich selbst ver- ben, recht mich üben, treu gißt, und denkt an nichts, in deinem Dienste sein. als daß ein Heiland ist. 6. Denke nicht mehr 12. Und allenthalben geht meiner Sünde, ach entder Sinn der Gläubigen winde ganz vielmehr mich zur Gnade hin, und sinnet, ihrer Schuld. Halte mich wie er Nacht und Tag in deinen Armen, voll Erdem Bräutigam gefallen barmen leuchte deine Vamag, der uns vom ewgen terhuld. Code losgemacht und unverdient zur Seligkeit gebracht. Nic. Ludwig Gr. v. Zinzendorf. 7. Laß mich, Herr, aus deinen Schranken nimmer wanken; leb und wirke selbst in mir. Laß mich nirgends je auf Erden fröblich werden als, mein einzig Gut, in dir. Mel. Thu, Herr, mein Geschrei erhören. 545,* Gott, nur du bist meine Mel. Herzlich lieb hab' Sonne, Heil und Wonne, ich dich, o Herr. du bist meiner Seelen Licht. 546.* Herreu Nichts als und Christ, Schmerzen bleibt im Her- mein höchstes Gut, mein zen, wenn dein Gnaden- Seelenschak, mein Herglang gebricht. zensmut und aller Sinnen 472 Von der Begierde zu Gott. ner nen Freude; ich bleibe den- Kreuz und Not, durch noch stets an dir, so ist Marter, durch Gewalt und auch nichts, das dich von Tod auch Seel und Leib mir und unsre Liebe schei- verschmachten: dies alles de; du machst mir deinen wird, wenn's auch noch Weg bekannt, hältst mich mehr, ia gar wie eine Hölle bei meiner rechten Hand, wär', mein Glaube nichts regierst und führst den Le- nicht achten. Du bist und benslauf, und hilfest mei- bleibest doch mein Heil Schwachheit. auf. und meines Herzens Trost Herr Jesu Christ, du bist und Teil; so wird und mein Licht,:,: ich folge dir, muß durch dich allein auch so irr' ich nicht. Leib und Seele selig ſein. 2. Du leitest mich nach Herr Jesu Christ, ich deinem Rat, der anders hoffe fest, daß deine Kraft nichts beschlossen hat, als mich nicht verläßt. was mir Segen bringet: 5. Wer von dir weicht, gehts gleich zu Zeiten wun- und auf der Welt dir nicht derlich, so weiß ich den- beständig Glauben hält, noch, daß durch dich der muß freilich noch verderAusgang wohl gelinget. ben, und kann, weil er Nach hartem Tritt auf die Luft und Pracht des rauher Bahn, nimmst du Fleisches hier zum Himmel mich dort mit Ehren an, macht, den Himmel dort wo mich vor deinem Thron nicht erben. Wer mit dem erfreut die Krone der Ge- Teufel ärgerlich in Süntrechtigkeit. Herr Jesu den huret wider dich, und Chrift, ach voll Begier:: denkt an keine Buße nicht, wünsch' ich mich heute den bringst du um durch noch bei dir. dein Gericht; Herr Jes su Christ, du bist dabei:;: dem, der dir treu ist, ewig treu. 3. Mein Alles ist auf dich gericht, hab' ich nur dich, so frag' ich nicht nach himmel und nach Erden: denn 6. Drum halt' ich mich wär' der Himmel ohne dich, getrost zu dir, du aber so könnte keine Lust für hältst dich auch zu mir, mich in tausend Himmeln und das ist meine Freude. werden. Wärst du nicht Ich sehe meine Zuversicht schon auf Erden mein, auf dich, mein Fels, der möcht' ich auch nicht auf nicht zerbricht, in Freud Erden sein, denn keine tau- und auch im Leide: dein sendfache Welt hat nichts, Thun soll alles und allein das mir, wie du, gefällt. in meinem Herz und MunHerr Jesu Christ, wo de sein, bis ich dich kann du nicht bist,:,: ist nichts, mit Augen sehn. Ach möchte was mir erfreulich ist. folches bald geschehn Herr JesuChrift, ich warte drauf, 4. Und sollte mir durch Von der Begierde zu Gott. 473 ** komm, komm, mein deinen Thron erblickt, und Schat, und nimm mich hätte gerne mein Herz vorauf. Erdmann Neumeister. ausgeschickt, und hätte gern Mel. Nun laßt uns den mein můdes Leben, SchöLeib begraben. pfer der Geister, dir hingegeben. 547. Dlich höch unbegreif2. Das war so prachtig, fles Gut, an welchem klebt was ich im Geist gesehn. mein Herz und Mut, ich Du bist allmächtig, drum dürft', o Lebensquell, nach ist dein Licht so schön. dir: ach hilf, ach lauf, ach Könnt' ich an diesen hellen komm zu mir! Thronen doch schon von 2. Ich bin ein Hirsch, heute att ewig wohnen! der durstig ist von großer 3. Nur ich bin sündig, Hiß, du, Jesu, bist für der Erde noch geneigt, das diesen Hirsch ein Seelentrank: erquicke mich, denn ich bin frank. hat mir bündig dein heilger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt, noch nicht ganz innig mit dir vereinigt. 4. Doch bin ich fröhlich, daß mich kein Bann erschreckt; ich bin schon selig, seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben, und dick, teitlebens inbrünstig lieben. 5. Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt gesehn; und ohn Ermüden will ich ihr 5. Wo bist du denn, näher gehn, und ihre helBräutigam? Wo weideft len goldnen Gaffen lebensdu, o Gotteslamm? An lang nicht aus den Augen welchem Brünnlein ruhest lassen. Joh. Timoth. Hermes. du? Ich dürfte, laß mich auch dazu. Mel. Nun freut euch, lieben Christen, g'mein. 3. Ich schreie zu dir ohne Stimm, ich seufze nur: Herr, vernimm, vernimm es doch, du Gnadenquell, und labe meine dürre Seel. 4. Ein frisches Wasser fehlet mir, Herr Jesu, zeuch, zeuch mich nach dir; nach di: ein großer Durst mich treibt: ach war ich dir nur einverleibt! 6. Ich kann nicht mehr, ich bin zu schwach, ich 549. Gott Lob, ein dir schreie, durst und ruf nach; der Hirsch muß bald gekühlet sein: du bist ja sein, und er ist dein. Schritt zur Ewigkeit ist abermals vollendet; zu dir im Fortgang dieser Zeit mein Herz sich sehnlich wendet, o Quell, daraus mein Leben fleust, und alle Gnade sich erJoachim Neander. Mel. Nun preiset alle Gottes. 548.* Sterne, Herr, Leben. * ch hab' von geußt in meine Seel zum 2. Ich 474 Von der Begierde zu Gott. 2. Jch zable Stunden, Zeit und Stunde, wiewohl Tag' und Jahr', und wird ich weiß, daß dir's gefällt. mir allzulange, bis es er- daß ich mit Herz und scheine, daß ich gar, o Le- Munde dich willkommen ben, dich umfange, damit, heiß, und darauf von nun was sterblich ist in mir, an richte meinen Lauf, daß verschlungen werde ganz ich dir komm' entgegen. in dir, und ich unsterblich werde. 8. Ich bin vergnügt, daß mich nichts fann von 3. Vom Feuer deiner deiner Liebe trennen, und Liebe glüht mein Herz, daß daß ich frei vor iedermann sich entzündet, was in mir dich darf den Bräutgam ist, und mein Gemüt fich nennen, und du, o teurer so mit dir verbindet, daß Lebensfürst, dich dort mit du in mir, und ich in dir, mir vermählen wirst, und und ich doch immer noch mir dein Erbe schenken. allhier will näher in dich dringen. 9. Drum preif' ich dich aus Dankbarkeit, daß sich 4. O daß du selber kå- der Tag geendet, und also mest bald! Ich zähl' die auch von dieser Zeit ein Augenblicke; ach komm, Schritt nochmals volleneh mir das Herz erkalt' und det; und schreite hurtig sich zum Sterben schicke! weiter fort, bis ich gelange komm doch in deiner Herr- an die Pfort Jerusalems lichkeit; schau, deine Braut dort oben. hat sich bereit, die Lenden sind umgürtet. 10. Wenn auch die Hände lässig find, und meine Kniee 5. Und weil das Del wanken, so biet mir deine des Geistes ja in mir ist Hand geschwind in meines ausgegossen, du mir auch Glaubens Schranken, daselbst von innen nah, und mit durch deine Kraft mein ich in dir zerflossen: so Herz sich stärke, und ich leuchtet mir des Lebens himmelwärts ohn UnterLicht, und meine Lamp ist laß aufsteige. zugericht, dich fröhlich zu empfangen. 11. Geh, Seele, frisch im Glauben dran, und sei 6. Komm! ist die Stimme nur unerschrocken; laß dich deiner Braut, komm, ru- nicht von der rechten Bahn fet deine fromme; fie ruft die Luft der Welt ablocken; und schreiet überlaut: so dir der Lauf so langKomm bald, ach Jesu, sam deucht, so eile, wie komme. So komme denn, ein Adler fleugt, mit Flümein Bräutigam, du ken- geln süßer Liebe. nest mich, o Gotteslamm, 12. Jesu, meine daß ich dir bin vertrauet. Seele ist zu dir schon aufDoch sei dir ganz geflogen; du haft, weil du anbeim gestellt die rechte voll Liebe bist, mich gånglich Von der Begierde zu Gott. 475 lich ausgesogen. Fahr hin, Herzens Glanz und beste was heißet Stund und Freud; des Himmels Glanz Zeit! Ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in Jesu lebe. Aug. Herm. Frante. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. weicht deinem Scheine, die Weltlust aller Herrlichkeit. Was geht die Welt uns Christen an? Genug, wer dich, Gott, haben kann. 6. Drum 550. Herr, wenn ich dich nur werde haben, mein bestes an dich gedenke in meinem Leben allezeit, und mein Teil zu jeder Zeit, so wird Gemüt zum Himmel sich Leib und Seele laben hier zeitlich und in Ewigkeit. Was geht die Welt uns Christen an? Genug, wer dich, Gott, haben kann. schwenke, entzückt der eitlen Eitelkeit. Was geht die Welt uns Christen an? Ges nug, wer dich, Gott, haben kann. Ahasverus Fritsch. 2. Wie schön und hoch In eigener Melodie. hast du gebauet die ster- 551.* erusalem, bu du nenreiche daß sie der Mensch mit Stadt, wollt' Gott, ich Lust anschauet, die so viel wär' in dir. Mein sehnlich Glanz und Klarheit hat? Herz so groß Verlangen Was geht mich Sternen- hat und ist nicht mehr bei Elarheit an? Genug, wer mir. Weit über Berg und dich, Gott, haben kann. Thale, weit über blachem Feld schwingt es sich über alle, und eilt aus dieser 3. Wie reich ist doch von Gold und Schäßen der Erden großes Wun- Welt. derfeld, wie weiß sich man- 2. O schöner Tag und cher zu ergößen an Reich- noch viel schönste Stund, tum, Ehre, Gut und Geld. wann wirst du kommen Was geht mich aller Reich- schier, da ich mit Lust, mit tum an? Genug, wer dich, freudenfreiem Mund die Gott, haben kann. Seele gab von mir in 4. Kann auch ein festrer Gottes treue Hände zum Bund im Leben, als zwi- auserwählten Pfand, daß schen Leib und Seele sein? sie mit Heil anlände bei Wenn die sich von ein- jenem Vaterland? ander geben, alsbald Berſchmachtung fället ein. Was geht mich dieses Leben an? Genug, wer dich, Gott, haben kann. 3. Im Augenblick wird fie erheben sich bis an das Firmament, wenn sie verläßt so sanft, so wunderlich die Stätt der Ele5. Du, Gott, ja du ment; fährt auf Elia Wabist mein alleine, meins gen mit engelischer Schar, ble 476 Von der Begierde zu Gott. die sie in Händen tragen, tausend Zungen, mit Stimumgeben ganz und gar. men noch vielmehr, wie 4. D Ehrenburg, nun von Anfang gesungen dos sei gegrüßet mir: thu auf himmelische Heer. die Gnadenpfort. Wie Joh. Math. Mayfart. große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh ich bin Mel. Ach bleib mit deiner Gnade. kommen fort aus jenem böſen Leben, aus iener 552* m Leben und und mir Gott hat gegeben das Erb der tröst' ich mich jederzeit, daß Ewigkeit! ich bald werd' ererben die ewge Herrlichkeit. 5. Ein edles Volk und ein' sehr werte Schar 2.Drum schließ' ich meikommt dann gezogen schon; nen Willen in Gottes was in der Welt von Aus- Willen ein, der mag in erwählten war, seh' ich, die mir erfüllen, was mir beste Kron, die Jesus mir, wird selig ſein. der Herre, entgegen hat 3. Und weil ich ja soll gesandt, da ich noch war scheiden von dieser bösen so ferne in meinem Thrå- Welt, so eil' ich drauf mit nenland. Freuden zum schönen Him6. Propheten groß und melszelt. Patriarchen hoch, auch 4. Spann aus, spann Christen insgemein, die aus geschwinde, o treuer weiland dort trugen des Gott, spann aus, und Kreuzes Joch und der Ty- hilf mir, deinem Kinde, rannen Pein, schau' ich in ins ewge Himmelshaus. Ehren schweben, in Frei- 5. Hier hatt' ich nichts heit überall, mit Klarheit als Plagen, als Jammer, hell umgeben, mit sonnen- Angst und Not, und aß lichtem Strahl. in Müh und Klagen mein 7. Wenn dann zulett bittres Thränenbrot. ich eingelanget bin ins 6. Hier lebt' ich stets schöne Paradeis, von höch- im Leide, in Angst, Not ster Freud erfüllet wird und Gefahr, dort leb' ich der Sinn, der Mund von siets in Freude zusamt Lob und Preis. Das Hal- der Engelschar. lelujah reine man spricht 7. Die, die wird mich in Heiligkeit, das Hosianna annehmen mit freudenreifeine ohn End in Ewigkeit. chem Schein, all Angst, 8. Mit Jubelklang, mit Not, Furcht und GråInstrumenten schon auf men wird weit, weit von Chören ohne Zahl, daß von mir sein. dem Schall und von dem 8. Da, da wird es wohl süßen Ton sich regt der klingen, wenn ich im HimFreudensaal, mit hundert melssaal werd' ,, Heilig, heis Ing" Von der Begierde zu Gott. 477 lig" fingen viel tausend, doch die Unruh enden, daß tauſendmal. ich dich kräftig fühl'in mir? 3.Ach fasse die zerstreutent Sinnen, und nahe dich mir Hört auf, selbst von innen, daß mich nicht jede Regung stör. Zeuch mich im Grunde stets von hinnen, daß mich das Fleisch nicht mehr bethör'. 11. Hier bin ich euch entnommen auf eine kurze Zeit, dort sollt ihr zu mir kommen in ewge Ewigkeit. 4. Du, meine Lust, bist so behende, und mein Berlangen hat kein Ende, so kommst du einmal schnell vorbei; bis ich die Sinnen dir nachwende, ist mein Gemůt schon mancherlei. 12. Dann wollen wir uns füssen mit unerhörter Lust, was wir hier dulden müssen, bleibt uns dort unbewußt. 5. Ach heitre doch von so viel Dünsten die Seele, die dich, den Gewünschten, im Herzen stets zu finden sucht, daß ich mög' 13. Drum weg, weg, wachen, und zum mindweg mit Schätzen, wea, sten dich noch erreich' in weg, was irdisch ist; nichts, dieser Flucht. nichts kann mich ergößen, als mein Herr Jesus Christ. 6. Weil noch so unståt die Gedanken, so bind das Herz in solchem Wanken 14. Ade, ihr meine Lie- an dich, du Hoffnung selben, ich eil' ins Himmels- ger Fahrt; enthalte mich zelt. Hört auf, euch zu be- in Glaubensschranken, bis trüben. Ade, du falsche sich dein Licht einst offenWelt. bart. Irhann Franc. 9. Drum, gute Nacht, ihr meinen, ihr meinen, gute Nacht! hört auf zu weinen, Gott hat es gut gemacht. 10. Müßt ihr mich gleich hier meiden; doch wird es bald geschehn, daß wir in großen Freuden einander werden sehn. In eigener Melodie. 7. Ich fühle wohl, du bift's alleine: ach nimm ch suche dich von mir all das 553. in dieser Meine, daß ich der Gnade O Jesu, Ferne, mein Aufenthalt, mächtig werd'. mein Licht und Sterne, komm, und mir erscheine, dein Pilgrim bin ich nich bis alle Hoffnung in dich auf Erd. Ach wie so bald, kehrt. ach wie so gerne wär' ich in dich gar eingekehrt. 2. Komm, gürte mir die trågen Lenden, laß sich mein Herz dir ganz zuwenden, und halte meinenSin in dir. Wann wird sich. 8. Du bist mein Gott und einigs Wesen, in dir allein bin ich genesen, wie mag ich ohne Wesen sein? Wenn gleich das Fleisch die Wort' kann lesen, behält es dennoch nur den Schein. 9. Ach 478 Von der Begierde zu Gott. 9. Ach so befreie durch lein zu Ehren sich mein dein Wesen der Wahrheit Mund soll lassen hören. den, der kann genesen, den 3. Jesu, Paradies der Geist, und einge dir ihn Freuden, das mein Geift gar, daß er in einem mit Schmerzen sucht, o Wahrheitwesen dir und du starker Troft im Leidu ihm seist offenbar! den, o du frische Lebens10. Erwecke doch den frucht, alles Trauern, edlen Samen, der aus Je- alles Leiden wendest du in hovah höchstem Namen lauter Freuden. in dir ihn neu geboren 4. Komm, ach komm, du hat, daß er die Kraft, Trost der Heiden, komm, oir nachzuahmen, allzeit mein Jesu, stärke mich; erweise in der That. fomm, erquicke mich mit 11. Laß die entbrannten Freuden, komm und hilf Liebesflammen der reinen mir gnädiglich; komm, Geister in mir flammen, mein Wunsch, mein ganund nur nichts Fleischlichs zes Hoffen, komm, mein rühren mehr. Ach halte Herze steht dir offen. feff in dir zusammen, die 5. Jesu, richte mein von dir mit mir kom- Beginnen; Jesu, bleibe men her. stets bei mir; Jesu, zähme 12. Dein' Gottesleuchte, mir die Sinnen; Jesu, reine Liebe, laß führen sei nur mein' Begier; mich in heilgem Triebe Jesu, sei mir in Ge dir nach, und halten diese danken; Jesu, lasse mich Spur, wenn ich dich nur nicht wanken. aufrichtig liebe, mich nicht aufhalt die Kreatur. 6. Jesu, laß mich selig enden meine kurze Lebensjahr'; trage mich stets auf den Händen, halte bei mir in Gefahr; freu554. eſu, du mein dig will ich dich umfaffen, liebstes wenn die Welt Mel. Herr, ich habe misgehandelt. ben, meiner Seelen Bräu- verlassen. tigam, der du dich für mich gegeben an des bittern Kreuzes Stamm, jeht 555. will ich mit süßen WeiIn eigener Melodie. efus ist das schönste Licht, des Vaters er aus sich sen dich von ganzer Seele Jesus ist preisen. Freude, so 2. Du bist Gott, der uns selber spricht; er ist meine gegeben Seel und Leib, Luft und Weide. Jesus ist auch Ehr und Gut, der die süße Kraft, die mit Liebe du unser Leib und Leben mich entzündet, da mein schüßest durch der Engel Herz alleine findet, was mir Hut, drum auch dir al- Ruh und Freude schafft. 2. Je Von der Begierde zu Gott. 479 2. Jesus ist die Lieblich- schon vertreiben, wenn er keit und der Seelen Lust- mich in sich erhebt. spiel worden; er verzehret 7. Thr Gespielen, faget alles Leid, er erleuchtet mir, wo ich finde, den ich seinen Orden. Jesus ist meine? Ach wer bringet mein Freudenspiel, ich bin ganz in ihn entzündet, weil man alles in ihm findet, was man wünscht und was man will. mich zu dir? Saget ihm: ich sei nun seine. Sagt, ich sei in ihn entbrannt und mit Liebesmacht durchdrungen; saget ihm, wie ich gerungen, da ich seinen 3. Jesus wird von mir gesucht, Jesus wird von Zug erkannt. mir begehret. Alles, alles 8. Doch, ich will ihn sei verflucht, was mich in selber sehn, ich muß Jedem Suchen störet; sagt sum selber sprechen, und mir nichts von Lust und ich weiß, es wird geschehn, Welt, sagt mir nichts von es wird ihm sein Herze guten Tagen: wollt ihr brechen; denn ich will nicht aber ja was sagen, sagt, eher ruhn, bis ich Jesum wie Jesus mir gefällt. kann umfassen, bis er sich wird sehen lassen und mir meinen Willen thun. 4. Jesu, Jesu, meine Ruh, Jesu, Jesu, laß dich finden; Jesu, magst 9. Oft hast du mich andu mich doch nu mit den geblickt und gelabt mit Liebesseilen binden. Jesum deinen Gaben, doch bin ſuch' ich nur allein, Jesus ich nicht gnug erquickt, foll mich nur befizen; laßt ach ich muß dich selber die Hollenkräfte blizzen, haben: Jesu, brich in mir kann ich nur in Jesu sein. herfür; Jesu, werde mir Christian Friedrich Richter. 5. Nenne mich nur deine zur Sonne: Jesu, Jesu, Braut, nenne mich nur meine Wonne, Jesu, ach deine Taube; mache mich ergieb dich mir! dir recht vertraut, mache, daß ich an dich glaube; Jeſu, Jesu, nimm mich auf, ich will dein alleine beißen, mich von allen Dingen reißen, so verhindern meinen Lauf. Mel. Nun komm, der Heiden Heiland. Cesu, komm doch selbst zu mir, und verbleibe für 556. Jefu 6. Sage nicht, o Krea- und für; komm doch, wertur, daß ich dir noch sei ter Seelenfreund, Liebverbunden: nun hab' ich ster, den mein Herje meint. die reine Spur meines 2. Tausendmal begehr Bräutigams gefunden; was ich dich, weil sonst nichts son dir noch an mir flebt, vergnüget mich. Tausendoll nicht immer in mir mal schrei' ich zu dir: Jesu sleiben; Jesus wird es Jesu, komm zu mir. 3. Kei 480 Von der Begierde zu Gott. 3. Keine Luft ist auf der ten Sinn, laß ihn sich zw Welt, die mein Herz zu- Gott aufschwingen; richt frieden stellt. Dein, oihn stets zum Himmel hin, Jesu, Beimirse in nenn' laß ihn in die Gnad einich meine Lust allein. dringen. Suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh, dein betrübtes Herz zu laben, eil zur Lebensquell hinzu, da kannst du fie reichlich haben. Suche 4. Aller Engel Glanz und Pracht, und was ihnen Freude macht, ist mir, süfer Seelenfuß, ohne dich nichts als Verdruß. 5. Nimm nur alles von mir hin, ich verändre nicht den Sinn. Du, o Jesu, Jesum und sein Licht mußt allein ewig meine alles Andre hilft dir nicht. Freude sein. 4. Fliehe die unselge 6. Keinem andern sag' Pein, so das finsire Reich ich zu, daß ich ihm mein gebieret; laß nur den dein Herz aufthu'; dich alleine Labsal sein, der zur Glaulaff' ich ein, dich alleine bensfreude führet. Suche nenn' ich mein. Jesum und sein Licht, 7. Dich alleine, Got- alles Andre hilft dir nicht. tes Sohn, heiß' ich meine 5. Ach es ist ja schlecht Kron und Lohn; du, für genug, daß du sonst viel mich verwundtes Lamm, Zeit verdorben mit nichtsbist allein mein Bräutigam. würdigem Gesuch, dabei du fast bist erstorben. Suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 8. O so komm denn, süßes Herz, und vermindre meinen Schmerz; denn ich schrei' doch für und für: Jesu, Jesu, komm zu mir. 6. Geh einfältig stets einher, laß dir nichts das 9. Nun ich warte mit Ziel verrücken; Gott wird Geduld, bitte nur um diese aus dem Liebesmeer dich, Huld, daß du mir in To- den Kranken, wohl erdespein wollst ein süßer quicken. Suche Jesum Jesus sein. Joh. Angelus. und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. Mel. Jefus, meine 3uversicht. 7. Weißt du nicht, daß diese Welt ein ganz ander 557.* Seele, was Wesen beget, als dem ermüdst höchsten wohlgefällt und du dich in den Dingen dein Ursprung dir vordieser Erden, die doch bald leget? Suche Jesum und verzehren sich und zu lau- sein Licht, alles Andre hilft ter nichtes werden? Suche dir nicht. Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 8. Du bist ja ein Hauch aus Gott, und aus seinem 2. Sammle den zerstreu- Geist geboren, darum liege nicht Von der Begierde zu Gott. 481 nicht im Kot; bist du nicht| Erlöser; sehne mich, bei zum Reich erforen? Suche dir zu sein, mein Erlöser; Jesum und sein Licht, Jesu, mein Erlöser! alles ndre hilft dir nicht. 3. Nichts ist lieblichers 9. Schwinge dich fein als du, liebste Liebe; nichts oft im Geist über alle ist freundlichers als du, Himmelshöhen; laß, was milde Liebe; auch nichts dich zur Erden reißt, weit süßers ist als du, süße Lievon dir entfernet stehen. be; Jesu, süße Liebe! Suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 4. Weide mich und mach mich satt, Himmelsspeise; tränke mich, mein Herz 10. Nahe dich dem lau- ist matt, Seelenweide: set tern Strom, der vom Thron du meine Ruhestatt, Rub des Lammes fließet, und der Seelen; Jesu, Ruh auf die, so keusch und der Seelen! fromm, sich in reichem Maß ergießet. Suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. 5. Ich bin krank, komm, stärke mich, meine Stärke; ich bin matt, erquicke mich, süßer Jesu; wenn ich sterb', 11. Laß dir seine Ma- so träfte mich, du mein jestät immerdar vor Augen Tröster; Jesu, du mein schweben; laß mit brünsti- Tröster! Johann Flittner. gem Gebet fich dein Herz zu ihm erheben. Suche Jesum und sein Licht, alles Andre hilft dir nicht. Mel. Allein Gott in der Höh sei Chr. 559.* Such, wer da 12. Sei im übrigen ganz will, ein still, du wirst schon zum ander Ziel, die Seligkeit Ziel gelangen; gleube, daß zu finden; mein Herz alsein Liebeswill stillen werde lein bedacht soll sein, auf dein Verlangen. Drum Christum sich zu gründen: such Jesum und sein Licht, sein' Wort' sind wahr, sein' alles Andre hilft dir nicht. Werk sind klar, sein heilJat. Gabr. Wolf. ger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden. In eigener Melodie. eſu, 558. Je, eens Nothelfer viel, die uns 2. wer da will, Freud, süßer Jesu; met- doch nichts erworben; hier ner Seelen Seligkeit, su- ist der Mann, der helfen fer Jesu; des Gemütes kann, bei dem nie was Sicherheit, süßer Jesu; verdorben. Uns wird das Jesu, süßer Jesu! Heil durch ihn zu reil, uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. Jam 21 3. Ach 2. Tausendmal gedenk' ich dein, mein Erlöser; und begehre dich allein, mein 482 Von der Begierde zn Gott. 3. Ach sucht doch den, steht der Garten voller laßt alles stehn, die ihr Wonne; alle Blumen thun das Heil begehret; er ist sich auf, wenn sie spüren der Herr und keiner mehr, deinen Lauf. der euch das Heil gewäh- 4. Was vor verstockt ret. Sucht ihn all Stund war und erfroren, das lebt von Herzensgrund, sucht dann und ist neu geboren; ihn allein; denn wohl wird was verdorret war im sein dem, der ihn herzlich Fluch, das giebt himmliehret. schen Geruch. 4. Meins Herzens Kron, 5. Komm, laß deins mein Freudensonn sollst Herzens Wasser springen, du, Herr Jesu, bleiben; laß und durch des meinen Erde mich doch nicht von dei- dringen. Deiner offnen nem Licht durch Eitelkeit Wunden Saft gebe mir vertreiben; bleib du mein zum Grünen Kraft. Preis, dein Wort mich 6. Dein Haupt von Dorspeis'; bleib du mein Ehr, nen ganz zerrissen lass' alles dein Wort mich lehr', an Blut herunter fließen; deidich stets feft zu glauben. nes Angesichtes Schweig 5. Wend von mir nicht mache mich zum Paradeis. dein Angesicht, laß mich im 7. So werd' ich schön Kreuz nicht zagen. Weich und herrlich grünen, und nicht von mir, mein höchste dir zur Lust und Freude Zier, hilf mir mein Leiden dienen, und mein Herje tragen; hilf mir zur Freud wird so fein dein gewünschnach diesem Leid, hilf, daß ter Garten sein. ich mag nach dieser Klag dort ewig dir Lob sagen. Georg Weissel. Joh. Angelus. In eigener Melodie. 561. Liebster Jesu, kommen, zu erfreuen deiK ster, komm ne Frommen, die du wirst bedrånin deinen Garten, auf daß get find allhier. Jesu, die Früchte besser arten; mich, Jesu, mich verlangt komm in meines Herzens nach dir. Schrein, komm, o Jesu, komm herein. 2. Ach so laß mich deine bleiben, laß mich deinen 2. Komm, bring zurech- Geist stets treiben, daß te, was zerstreuet, und setz du allzeit wohnst in mir. es ein, damit's gedeihet; Jesu, mich, Jesu, mich komm, du edler Gärtner verlangt nach dir. du, richt's nach deinem Willen zu. 3. Richte, Jesu, meine Wege, bahne du selbst mei3. Wenn du herein- ne Stege; laß mich seufzen kommst, wahre Sonne, so für und für: Jesu, mich, In eigener Melodie. 560, om, Lieb 483 Von der Begierde zu Gott. Jesu, mich verlangt nach hast du mich zu deinem dir. Freudenleben; das weiß 4. Komm doch, Jesu, und glaub' ich festiglich, mein Vergnügen, in mein kann doch nicht recht erHerz; laß mich nicht lie- heben mein Herz zu dir, gen vor des Fleisches Sun- stets für und für nach soldenthur; Jesu, mich, Je- chem Leben trachten; es ist su, mich verlangt nach dir. mir leid, daß in der Zeit ich solches nicht kann achten. 6. Bilde du dein schönes Wesen in mein Herz, das du erlesen; spiegle du dich selbst in mir; Jesu, mich, Jesu, mich verlangt nach dir. 2. Wenn Kreuz und Trůbsal kömmt heran, so laß mich nicht verzagen. Dein Wort ist, das mir helfen kann, mein Elend leicht zu tragen. Ich weiß ja wohl, wie daß ich soll mit dir, Herr Jesu, leben; soll ich denn nicht, o du mein Licht, nach solcher Wohlfahrt streben? 3. Laß Fleisches-, WeltAugenlust in mir nicht langer walten; ein Beßres ist mir ja bewußt, daran ich mich soll halten. Laß meinen Sinn sich schwingen hin zu dir mir einpfropfen; geh durch mit Freud und Wonne. meines Herzens Thur; Je- Du bist mein Licht und su, mich, Jesu, mich ver- Zuversicht, ia meiner Seelangt nach dir. len Sonne! 7. Eia, Jesu, schönste Wonne, schein in mir, du Lebenssonne, es ist nichts und im Leben hier; Jesu, mich, Jesu, mich verlangt nach dir. 8. Traufle deine Liebestropfen, die dein Bild in 9. Halte meine Seele 4. Ach, ach! wann wird feste, du bist ja der Aller- mein Bräutigam mich beste: ach daß ich dich nicht einmal kommen heißen? verlier'; Jesu, mich, Jesu, Wann wird er mich aus mich verlangt nach dir. diesem Schlamm und eit5. An dir banget meine Seele, ohne dich ich mich sehr quale; ohne dich vergeh' ich schier; Jesu, mich, Jesu, mich verlangt nach dir. 10. Allerliebster Her- lem Leben reißen? Wann zensfreund, der es einzig werd' ich doch das schwere gut gemeint, halt mich, Joch von meinen Schulbis du brichst berfür. Fe- tern legen? Wann wird sich su, mich, Jesu, mich ver- mir doch thun herfür des langt nach dir. Pfeiffer. Himmels Freudensegen? 5. O möcht' ich Ärmer Mel. Was mein Gott doch, befreit von aller will, das g'scheh allzeit. Angst und Schrecken, dein 562. Mein Gott, unaussprechlich Herrlich keit in jenem Leben schmek21* fen erschaffen 484 Von der Begierde zu Gott. Ten! O süße Kraft, o Le- liebst du dich in mir selbst benssaft, wann werd' ich Tag und Nacht; aus mir, dich empfinden? Komm, mein Lieb, kommt falsche Ewigkeit, mach mich be- Liebe her, in dir ich wahre reit; das Eitle laß ver- Liebe nur begehr'. schwinden. 7. Die gieb mir, weil du selbst die Liebe bist, eröffne mir den Mund, der dich nur ißt; laß keine andre Kraft mich nehmen lehre mich ein, als dich, o treue Lieb, Mel. Du Geift des Herrn, der du von Gott ausgeht. 563. Mein ein Heiland, recht lieben dich; ich leb' zu lieben rein. ohn dich, mein Schat, 8. Schenkst du mir recht, sonst jammerlich. Du aber wie ich dich lieben soll, bast ja Lust zum Leben so werd' ich deiner treuen nur, drum gieb dich mir, Liebe voll, so werd' ich mein Lieb, zur rechten Kur. recht zur Liebe, wie du 2. Ich kann ja von mir bist, und koste stets, wie felbst dich lieben nicht; süß dein Lieben ist. drum gieb mir davon 9. Sonst bin ich tot, rechten Unterricht, daß ich mein Lieb, das weißest du, dich lieb', zur Liebe fasse drum bringe mich durch recht, und bleib' in deiner deine Lieb zur Ruh, daß Liebe recht und schlecht. ich dich lieb' in alle Ewig3. Laß mich dich lieben keit, und trink' mich voll mit Beständigkeit, und deiner Barmherzigkeit. mach mein Herz und Sinn 10. Nun schaff in mir, zur Lieb bereit, daß ich, daß ich dich lieben kann, mein Lieb, auf ewig liebe Herr Zebaoth, du bist dich, wie du mich haft der rechte Mann, der du geliebet ewiglich. mich ja so hoch geliebet 4. Dies ist dein größtes hast; lieb mich, so lieb' ich Werk, das schaff in mir, dich, du liebster Gast. daß ich, o Lieb, dich liebe für und für. Ach lasse mich ohn dich nicht leben G. Arnold. Mel. Ach Golf und Herr. mehr, gieb mir dich ganz 564. Jeſu Christ, mit deiner Liebe her. der du 5. Nun kann ich nichts bist der Liebff auf dieser ohn dich, du Liebe, thun, Erden, gieb, daß ich ganz ich kann nur bald in an- in deinen Glanz mög' aufs dern Dingen ruhn. Ach gezogen werden. leid es nicht, mein schönstes 2. Zeuch mich nach dir, Lieb, in mir, daß etwas so laufen wir mit berjin mir liebe außer dir. lichem Belieben in den 6. Giebst du dich mir, o Geruch, der uns den Fluch große Liebesmacht, so verjagt hat und vertrieben. 3. Zeuch Von der Begierde zu Gott. 485 3. Zeuch mich nach dir, en kleben, süßes Leben, was so laufen wir in deine süßen die Erde in sich hält. Sollt' Wunden, wo in geheim ich noch in dieser Wider Honigseim der Liebe sten långer nisten? Nein, wird gefunden. ich eil' ins Himmelstelt. 4. Zeuch mich nach dir, so laufen wir, dein liebstes Herz zu küssen, und seinen Saft mit aller Kraft aufs beste zu genießen. 5. Zeuch mich in dich, und speise mich, du ausgegoß- schwingt. nes Dele; geuß dich in 5.Herzensheiland, schenke Glauben deiner Tauben, Glauben, der durch alles dringt. Nach dir girret meine Seele in der Höhle, bis sie sich von hinnen 6. 6. wie bald kannst Schrein meins Herzens du es machen, daß mit ein, und labe meine Seele. Lachen unser Mund erJefu Christ, der füllet sei. Du kannst durch du mir bist der Liebst' auf die Todesthüren träudieser Erden, gieb, daß ich mend führen, und machst ganz in deinen Glanz mög' uns auf einmal frei. aufgezogen werden. 3. Angelus( Zeuch mich nach bir). 7. Du hast Sund und Straf getragen: Furcht und Zagen muß nun ferne von mir gehn. Tod, dein Stachel ist zerbrochen: meine Knochen werden 565.* 11nter Liljen fröhlich auferstehn. Freu- 8. Herzenslamm, dich den sollst du weiden: Secle, will ich loben hier und droIchwinge dich empor. Als ben in der zartsien Liebsein Adler fleug behende, begier. Du hast dich zum Jesu Hände öffnen schon ewgen Leben mir gegeben: das Perlenthor. hole mich, mein Lamm, zu dir. 2. Laßt mich gehen, laßt mich laufen zu dem Haufen derer, die des Lammes Thron nebst dem Chor Joh. Ludwig Courad Allendorf. In eigener Melodie. der Seraphinen schon be- 566. ftarker Zebaoth, du In eigener Mel. oder: Meine Armut macht mich schreien. Jubelton. Leben meiner Seel undmei3. Löse, erstgeborner nes Geistes Kraft, o mein Bruder, doch die Ruder Immanuel, du Schöpfer meines Schiffleins; laß deines Kinds, schaff doch mich ein in den sichern ein reines Herz, o Jesu, Friedenshafen zu den Scha- mehre doch in mir den fen, die der Furcht ent- Sündenschmerz.- 3urůcket sein. frieden, o Seele, jufrie4.Nichts soll mir amher- den und still, anschaue von 486 Von der Begierde zu Gott. o ewiges Licht, da niemand vergebens sucht, was ihm gebricht; lebendige Quelle, so lauter und helle sich aus Tempel von weitem dein seliges Ziel, und denke, daß die ses mein gnädiger Will. 2. Ach ja, mein Seelenfreund, ich bin noch weit seinem heiligen von dir; zeuch mich, zeuch ergießt, und in die begiertmich hinauf, und gieb dich gen Seelen einfließt! gänzlich mir; o Gott, ein 2. Du spricht: Wer reines Herz ist, das die begehret zu trinken von Seele sucht, Unreinigkeit mir, was ewiglich nähret, ist hier; ach, ach, ich bin der komme: allhier find verflucht! Du bist nicht himmlische Gaben, die süverfluchet, ich mache dich figlich laben; er trete im neu, ich, ich, dein Erlöser; Glauben zur Quelle herset du nur getreu; ich an, hier ist, was ihn ewig will dich verneuen, ich beseligen kann. spreche dich frei. 3. Hier komm' ich, mein 3. Was Freiheit? bin Hirte, mich dürftet nach ich doch gefangen von der dir; o Liebster, bewirte Sünd; was Treue? der dein Schaflein allhier. Du ich stets die Untreu mehr kannst dein Versprechen befind'. Wo ist das neue mir Armen nicht brechen, Herz, das du verheißen du siehest, wie elend und haft, wo der gewisse Geist dürftig ich bin; auch giebst bei meiner Sündenlast? du die Gaben aus GnaIch will es dir geben, dem den nur hin. Teufel zum Spott, ich will dich erretten aus ewiger Not; ich will es thun als ein wahrhaftiger Gott. 4. Du süße Flut labest Geift, Seele und Mut, und wen du begabeft, findt ewiges Gut. Wenn man dich genießet, wird alles versüßet; es jauchzet, es singet, es springet das Herz, es weichet zurücke der traurige Schmerz. 4. Wohlan, so will ich mich nun halten an dies Wort; das soll mein Anfer sein, bis ich komm' an den Port. Der Heiland aller Welt will mir auch 5. Drum gieb mir zu gnädig sein; drum, meine trinken, wie's dein Wort Seele, geh in deinen Frie- verheißt; laß gånzlich verden ein. O Seele, sei finken den sehnenden Geist ruhig und fasse dies Wort: im Meer deiner Liebe. ich bringe dich sicher zum Laß heilige Triebe mich seligen Port; ich lass' dich immerført treiben zum nicht, glaub es, ich bleibe Himmlischen hin; es werde dein Hort. Joachim Neander. mein Herze ganz trunken In eigener Melodie. darin. 567. O - Ursprung 6. Wenn du auch vom des Lebens, Leiden was schenkest mit ein, Von der Begierde zu Gott. 487 ein, so gieb, dir mit Freu- 4. Dreiche Lebensquelle, den gehorsam zu sein. o Jesu, süße Ruh, du Denn alle die, welche mit treuer Kreuzgeselle, schlag trinken vom Kelche, den nach Belieben zu; ich du hast getrunken im Leide will geduldig leiden, und allhier, die werden dort soll mich keine Pein von ewig fich freuen mit dir. deiner Liebe scheiden, noch mir beschwerlich sein. 7. Dann laß mich auch werden, mein Jesu, erquickt, da wo deine Herden kein Leiden mehr drückt, wo Freude die Fülle, wo liebliche Stille, wo Wollust, wo Jauchzen, wo Herrlichkeit wohnt, wo heiliges Leben wird ewig belohnt. 5. Mein Herze bleibt ergeben dir immer für und für, zu sterben und zu leben, und will vielmehr mit dir im tiefften Feuer schwitzen, als, Schönster, ohne dich im Paradiese sizen veracht und iämmerlich. 6. Herrlichkeit der Erden, dich mag und will ich nicht; mein Geist will himmlisch werden und ist Christian Jakob Koitsch. Mel. Valet will ich dir geben. 568. chat über alle dahin gericht, wo Jesus Schäße, o wird geschauet; da sehn' Jesu, liebster Schak, an ich mich hinein, wo Je= dem ich mich ergibe, hier sus Hütten bauet, denn hab' ich einen Platz in dort ist gut zu sein. meinem treuen Herzen dir, 7. Nun, Jesu, mein Schönster, zugeteilt, weil Vergnügen, komm, hole du mit deinen Schmerzen mir meinen Schmerz geheilt. mich zu dir, in deinem Schoß zu liegen; komm, meiner Seelen Zier, und 2. Ach Freude meiner sehe mich aus Gnaden in Freuden, du wahres Him- deine Freudenstadt: so kann melbrot, damit ich mich mir niemand schaden, so kann weiden, das meine bin ich reich und satt. Seelennot ganz kräftigSal. Liscom. lich kann stillen, und mich in Leidenszeit erfreulich Mel. Eins ist not, ach überfüllen mit Troft und Herr, dies Eine. Süßigkeit! 569. Trautfier Fe 3. Laß, Liebster, mich ersu, Ehrenblicken dein freundlich An- könig, du mein Schatz, gesicht, mein Herze zu er- mein Bräutigam; edler quicken, fomm, fomm, mein Hort, ach nur ein wenig Freudenlicht; denn ohne richt dein Aug auf mich, dich zu leben, ist lauter Her- mein Lamm. Voll brünzeleid, vor deinen Augen stiger Liebe und heißem schweben ist wahre Selig- Verlangen erwartet mein Feit. Hert 488 Von der Begierde zu Gott. Herz dich, mein Heil, zu die Kräfte der Höllen mit umfangen; bereite mich, ihrem Anhange sich wider tilge die sündliche Art, o mich stellen. Geist, Macht, Jesu, sei inniglich mit Kraft und Stärke legt mir gepaart. Jesus mir bei, er selber 2. Nichts als dich, Herr, hilft fiegen und machet ich erwähle, reinige nach mich frei. deinem Sinn Geist und 6. Lauter Wollust mich Leben, Leib und Seele, nun trånket, das, was mich nimm mich dir ganz eigen ergökt allein, ist in Jesu hin. Erwecke durch dei- mir geschenket: könnt' auch ne heilbringende Gnade was erwünschter sein? mein Herze, zu laufen im Stimmt alle die Herzen göttlichen Pfade; nur die zusammen im Loben, Licht, ses alleine, was föstlich vor Leben, Heil, Gnade erdir, schaff, o mein Herr scheinet von oben. Vor Jesu, und wirke in mir. allem hebt himmelauf het 3. Quelle, die das Leben lige Hånd': Gott stärk quillet, deiner Ströme uns; o Jesu, hilf fiegen Süßigkeit sei mein Lab- ohn End! Sophia Schröder. fal, so da stillet Herzensangst, der Sünden Leid. In eigener Melodie oder. Unendlicher Ausfluß der Ach Gott und Herr, wie groß. " verbinde mich mit dir in heiliger 570.* 3 nach bit, euch uns Stille, Růck alle Gedandir, ken nur himmelwärts hin, so kommen wir mit herztritt unter die Füße den lichem Verlangen hin, da irdischen Sinn. du bist, o Jesu Christ, 4. In dir werd' ich ja aus dieser Welt gegangen. erquicket mit der reinen 2. Zeuch uns nach der Engelluft, so mich deine in Liebsbegier, ach reiß Liebe drücket an dein Herz uns doch von binnen, so und deine Brust. Fried, dürfen wir nicht länger ewige Liebe, Freud, Herz- hier den Kummerfaden lichs Erbarmen, das tran- spinnen. fet, ergötzet und fåttigt 3. Zeuch uns nach dir, mich Armen; ein volles Herr Christ, ach führ uns Meer deiner unendlichen deine Himmelstege; wir Gut, mein Jesu, ergeußt irren sonst leicht, sind abjich jetzt in mein Gemüt. geneigt vom rechten Le5. Liebster, hilf, daß ich benswege. auch treulich unverrückt 4. Zeuch uns nach dir, im Glaubenslauf dieses so folgen wir dir nach in Kleinod, das sehr beilig, deinen Himmel, daß uns still und flüglich hebe auf. nicht mehr allhier beschwer Es mögen alsdann gleich das böse Weltgetümmel. 5. Zeuch Von der Begierde zu Gott. 489 5. Zeuch uns nach dir dein Herz haft zu mir genur für und für, und gieb, lenkt. Ich bin's alleine, daß wir nachfahren dir in der den Müden kann Ledein Reich, und mach uns ben, Kraft, Erquickung gleich den auserwählten geben: so komme doch nun Scharen. bald herzu. Ach schaue doch dein armes Leben, und schaffe deiner Seelen Ruh. Mel. Wo ist der Schönste, den ich liebe. 571, Wo ist mein Schäflein, das ich liebe, das sich so weit von mir verirrt, und selbst aus eigner Schuld verwirrt, darum ich mich jo sehr betrübe? Wist ihr's, ihr Wälder und ihr Hecken, so sagt mir's, eurem Schdpfer, an: ich will sehn, ob ich's fann erwecken und retten von der Irrebahn. 5. Willst du, o armes Lamm nicht hören, läufſt immer weiter weg von mir? ruf ich doch sehnlich für und für, ob du noch wollteft wiederkehren zu deinem Ursprung, deiner Quelle, aus welcher du geflossen bist, die ia so lieblich und so helle vor Ewigkeit gewesen ist. 6. Kann dich mein Rufen nicht erweichen, das 2. Ach Schäflein, finde in der Wüsten laut ers dich doch wieder zu dem, schallt, und in den Klüfder dich so herzlich liebt, ten wiederhallt, so bist du und nie was Böses hat doch recht zu vergleichen verübt an dir, der sich ge- den harten Felsen und den lassen nieder, um dich zu Steinen, die doch mein suchen und zu fassen auf Wort zerschmeißen kann. seine Achseln sänftiglich, Ach ich muß vor Erbarder nimmermehr dich kann men weinen, daß du mich verlassen: denn meine Lieb nicht willst hören an. währt ewiglich. 7.( Schäflein) Wes ist 3. Ich kann dich ja nicht die Stimme, die ich höre langer wissen in solcher in dieser wilden Wüstenei? Abgeschiedenheit; du läufft Es scheint, als ob's ein nun hin und her zerstreut, Hirte sei. Er rufet immer: und mußt die große Freude Wiederkehre! Sollt'er mich missen, die andre Schäflein denn auch irgend meinen? bei mir finden, die nur in Ich sehe wohl, daß ich meinem Schoße ruhn: da verirrt. Nun bin ich lahm find sie sicher vor den auf meinen Beinen, ach Winden, die ihnen können hätt' ich mich nicht so verSchaden thun. wirrt! 4. Du findest eher feinen Frieden, bis du dich ganz in mich versenkt, und 8.( Hirte.) Ich will dir keine Ruhe lassen, ich will dich locken, daß du hörst, 21** und 490 Von der Begierde zu Gott. und dich von Herzen zu sprich die Worte deines mir kehrft. Ach wie will Geistes in mir aus; öffne ich dich dann umfassen, mir die Liebespforte, und an mein Herz ganz schein ins dunkle Seelensanfte drücken! In Liebes- Haus, bis dein Strahl feilen sollst du gehn; dann mich ganz durchblike und wird kein Feind dich mehr in voller Brunst erhitze, berücken, in meinen Hüt- daß ich wie zerflossen steh', ten sollst du stehn. und nach deinem Wort ausgeh'. 9.( Schäflein.) Ach holder Hirt, ich komm' ge- 4. Jesu, aller Leben Lelaufen, so gut ich kann, ben, ist doch nichts so stare auf dein Geschrei; du mußt und hart, dem du nicht mich aber machen frei, und kannst Wärme geben, daß felbften bringen zu dem es werde lind und zart, Haufen der andern Schäf- wenn es nur sich dir verlein, die dich kennen, die trauet, auf dich im Gedich nur ihre Augenlust horsam schauet; solltst du und allerliebsten Hirten mich nicht weg von mir nennen. Nun drück mich ziehen können hin zu dir? fest an deine Brust! Jultane Patientia v. Schultt. 5. O ich will so lange flehen, bis ich deinen starken Zug in mir werde fiegend sehen, zu befördert meinen Flug nach den die im W Schan Liebefeur zerrinnen, wenn auf ihren Dienst gericht. liegt, ist mein Herze; was dein lichtes Angesicht ift ich lieb', da lebe ich; wo es licht ist, brennt die Kerze 6. Wie der Vater mich der Begierden brünstiglich. zum Sohne hat gezogen in Kann das Schwere von der Buß, daß er in mir der Erden schon nicht leicht ewig wohne, und ich in gezogen werden, ziehet doch ihm bleiben muß: also fein Liebsmagnet alles, was jeuch, o Jesu, wieder aus sich ausgeht. mich und alle deine Glie2. Ach daß meine Seel der zu des Vaters Stärk zerfließen und wie Wachs und Lieb durch erneuten zerschmelzen könnt', wenn's die Sonne kann durchschießen, daß sie seine Härte wendt! könnt' mich die Liebestrieb. Mel. Du, o schönes Weltgebäude. 572. mein 7. Denn das neugeborne Leben, das du wesentlich selbst bist, will sich wieder So Lieb erweichen, seine Sånf- einergeben in den Brunn, te zu erreichen: würde nicht der Gott nur ist. der harte Sinn als zer- kann denn der Sohn verschmolzen fallen hin? Elåren seinen Vater ihm zu 3. Komm, o Herr, und Ehren, wenn er ihm nun wies Von der Begierde zu Gott. 491 wieder giebt ganz vollen- den Geist laß in der Stille det, was er liebt. raften in dir und deiner Ledigkeit. 3. Ist das Geschöpf gleich noch so schöne, von mir muß alls verlassen sein. Mein Auge dringt in den hinein, nach dem ich mich im Grunde sehne; von andern kann ich nichts behalten, dich zieh' ich selbst in mich, und du zeucht mich in dich; ich lass' dich walten, du schleußt mir Sinn und Herze zu. 4. 3war findt mein Geift noch manche Speisen, die geistlich und vergnüglich find, darin man auch wohl Nahrung findt, doch kann ich nichts fürs beste preifen, als dich Selbst- selbst, du Brot der Seelen! O selig und vollkommen sein, die dich zum besten Teil erwählen, bis sie in dich 573. 3euch meinen geſunken ein! Gottfr. Arnold. o Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 8. Vater, kennst du deinen Samen, der die lautre Gottheit preift, so verklare deinen Namen, welcher Jesus in mir heißt, der sich wesentlich ausbreitet in dem Geist, den du bereitet, dir zur Freude, mir zum Heil. Göttlich Leben sei mein Teil! 9. So find' ich den Ursprung wieder, leb' in göttlicher Natur; nichts zeucht mehr zur Erden nieder die verneute Kreatur. Leib und Seel mag mir vergehen, Gottes Sohn bleibt in mir stehen. Selig, wer in sich so fühlt, wie in ihm die Gottheit spielt! Gottfried Arnold. Mel, Wo ist der Schönste, den ich liebe. Herr, von hinnen ganz über sich zu dir hinauf. Ich sehn mich sehr, den 574. euch mich, ganzen dir zu thun mit Herz und Sin- mit den Armen deiner gronen. Regier mich nur nach sen Freundlichkeit, Jesu deinem Willen, dem Füh- Christe, dein Erbarmen rer nachzufolgen schlecht. helfe meiner Blddigkeit; Was kann sonst meinen wirst du mich nicht zu dir Hunger stillen? Wer ist, ziehen, ach so muß ich von der mich vergnüge recht? dir fliehen. 2. Weil aber so viel wi- 2. O du Hirte meiner derstrebet dem abgewand- Seelen, suche dein verirrten Pilgrimsgeift, der zum tes Schaf, wem soll ich verheißnen Erbe reist, und mich sonst befehlen? Weck gern als ein Gefreiter les mich aus dem Sündenbet: so nimm mir ab die schlaf; guter Meister, laß schweren Laften der finn- mich laufen nach dir und lich groben Irdischkeit; nach deinem Haufen. 3. Wie 492 Dom Lobe Gottes insgemein. 3. Wie ein Wolf den 5. Zeuch mich mit den Wald erfüllet mit Geheul Liebesfeilen, zeuch mich bei finstrer Nacht, also auch kraftig, o mein Gott! Ach der Satan brüllet um wie lange, lange Weilen mich, wie ein Löwe wacht. machst du mir, Herr Ze= Herr, er will dein Kind baoth? Doch ich hoff' in verschlingen, hilf im Glau- allen Nöten, wenn du ben ihn bezwingen. mich gleich wolltest töten. 4. Seelenmörder, alte 6. Mutterherze will zerSchlange, Tausendkunst- brechen über ihres Kindes ler, schame dich; schäme Schmerz; du wirst dich an dich, mir ist nicht bange; mir nicht rächen, o du mehr denn mein Jesus tröstet als Mutterherz. Zeuch mich mich; weil er ziehet, muß von dem bösen Haufen: ich laufen, er will mich nach dir, Jesu, will ich ihm selbst erkaufen. laufen. Joachim Neander. II. a) Vom Lobe Gottes insgemein. Mel. Gott des Himmels und der Erden. 4. Gott des Himmels und der Erde, Vater, Sohn 575. Alle Welt, Que was lebt und heilger Geist, daß dein Ruhm bei uns groß werund webet, was in Feld de, Beistand selbst und und Häusern ist, was nur Hülf uns leift. Gieb uns Stimm und Zunge hebet, Kräfte und Begier, dich jauchze Gott zu jeder Frift; dienet ihm, wer dienen kann, tret mit Lust zu ihm heran. zu preisen für und für. V. 1-3 Johann Frand. Mel. Serfließ, mein Geist, in Jesu Blut und Wunden. uns aus nichts gemacht, 576. Auf, auf, mein er Geist, Geister an das Licht her- du, o mein Gemüte, auf vorgebracht. Wir sind seiner Allmacht Ruhm, seine Schaf und Eigentum. meine Seel, auf, auf, mein Sinn. Auf, auf, mein Leib, mein Herz und mein Ge3. Gehet ein zu seinen blüte, auf, alle Kraft und Pforten, geht durch seines was ich bin! Vereinigt euch Vorhofs Gang; lobet ihn und lobt mit mir der Menmit schönen Worten, saget schen Trost, der Engel ihm Lob, Preis und Dank; Zier; stimmt all in heißen denn der Herr ist jederzeit Liebesflammen zu Lobe voller Grad und Freund- meines Herrn zusammen. 2. Er lichkeit. 2. Sprecht: der Herr ist unser Meister, er hat Dom Lobe Gottes insgemein. 493 2. Erhebt euch wie die geben mein Warten und Adler von der Erden, mein sehnlichs Leben. schwingt euch hinauf vor 6. Weil aber alls nicht seinen Thron; erscheint gnug ist, dich zu preisen, vor ihm mit dankbaren so wollst du selbst dein Lob Geberden und singet ihm im höchsten Ton. Seid fröhlich, munter, jauchzt und klingt, frohlockt mit Hånden, tanzt und springt; erzeigt euch voller heilger Freuden zu Lob und Ehren seiner Leiden. 3. Es müssen dir zu Ehren deiner Wunden stets wachend meine Sinnen sein; zu deinen Ehrn werd' immerdar gefunden in meinem Fühlen deine Pein. 577. Dankt dem Auge dir zu Herrn, ihr Ehrn, mein Ohr merk' auf Gottesknechte, kommt, erdein Wort und Lehrn, es hebet seinen Ruhm; er müsse mein Geschmack dir hält Israels Geschlechte schmecken, nach dir nur doch noch für sein Eigenmein Geruch sich strecken. tum, Jesus Christus ist 4. Es lobe dich, Herr, noch heut, gestern und in mein Verstand und Wille, Ewigkeit. Gott, mein Gedächtnis 2. Sprich nicht: Es ist lobe dich. Zu deinem Lob dieser Zeiten nicht noch, sei meine Bildung stille, wie es vormals war; mein Geift erheb' sich über Gott macht seine Heimsich; mein Atem lob' dich lichkeiten jekund niemand für und für, mein Puls offenbar; was er vormals schlag' stets das Sanctus hat gethan, das geht uns dir; es singen alle meine anieht nicht an. Glieder zu deinen Ehren tausend Lieder. 3. Sprich so nicht. Des Höchsten Hände find mit 5. Mein Herze müss' in nichten jetzt zu schwach; deiner Lieb zerfließen, die seine Güt hat auch kein Seel in deinem Ruhm Ende, er ist gnädig vor vergehn, mein Mund dich wie nach. Jesus Christets mit neuem Lobe küs- stus ist noch heut, gestern sen, und Tag und Nacht und in Ewigkeit. dir offen stehn. Es müssen dienen dir zur Luft die tiefen Seuffer meiner Brust. Es müsse dich mit Lob um- nicht zur Freude bringen, ehe vollführn, und dir für mich Dank, Ehr und Preis erweisen, wie deiner Hoheit will gebührn. Du wollst ersetzen, o mein Licht, was dir an meinem Lob gebricht, bis du mich wirst in dich erheben, zu einem Glanz und einem Leben. Johann Angelus. Mel. Gott des Himmels und der Erden. 4. Halte dich in allen Dingen nur an deines Gottes Treu. Laß dich 494 Dom Lobe Gottes insgemein. ehe dich dein Gott er- unser Schild und Retfreu'; such in aller deiner tung ist; er hat uns vor Not nichts zum Troft als der Zeit erkiest, eh man deinen Gott. die Sternen zählet, da hat er uns erwählet. 5. All ihr Knechte Gottes, höret, sucht den Herrn 3. Der Herr hat alles in eurer Not: wer sich zu wohl gemacht, dies rühwem anders kehret, als zu me, wer es höret, als er ihm, dem wahren Gott, uns hat hervorgebracht, der geht irr in allem Stück, und nach der Hand geund bereitet Ungeluck. mehret; da er das mensch6. Die nur, die dem liche Geschlecht gesegnet, Herrn vertrauen, gehen daß auch Früchte brächt auf der rechten Bahn; die das Erdreich, und was in Angst, in Furcht und drinnen begriffen wird mit Grauen ihn nur einig Sinnen. laufen an, denen wird allein bekannt Gottes Herrlichkeit und Hand. 4. Der Herr hat alles wohl gemacht, da schon der Mensch gefallen: da 7. Drum dankt Gott, hat er dennoch fleißig ihr Gottesknechte, kommt acht auf ihn und auf uns erhebet seinen Ruhm; er alle. Er rief und ruft hält Ifraels Geschlechte noch mich und dich aus doch noch für sein Eigen- lauter Lieb und sehnet sich tum. Jesus Christus ist in seinen süßen Flammen noch heut, gestern und in nach uns hier allzusammen. Ewigkeit. Heinr. Georg Neuß. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geift. 5. Der Herr hat alles wohl gemacht, der uns sein Wort gegeben, das von oft unser Herze lacht. Wenn wir in engsten schweben, da ist er unfre gemacht, er wird nichts Zuversicht; er tröstet uns, böse machen: dies, from- und läßt uns nicht in alme Seele, wohl betracht len unsern Nöten, und in allen deinen Sachen, sollt er uns gleich töten. in Freud und Leid, in 6. Der Herr hat alles Gnug und Not, in Krank- wohl gemacht, da er für beit, Jammer, Kreuz und uns gestorben, uns Heil Tod, in Kummer, Angst und Leben wieder bracht, und Schmerzen; das glaub, und durch sein Blut ero Herz, von Herzen. worben. Was willst du 2. Der Herr hat alles mehr, betrübter Geift? wohl gemacht, noch eh er Komm her, schau hier, was uns erschaffen; er hat uns lieben heißt: sollt' der nicht mit dem Heil bedacht, das alls dir geben, der für dich einig unser Waffen, ia giebt sein Leben? 7. Der 578. Der er Herr hat alles wohl Dom Lobe Gottes insgemein. 495 daß wir den eins erfüllen. 7. Der Herr hat alles kehrten Wege richt nach wohl gemacht, da er vom seinem frommen Willen, Tod erstanden, und aus ganz eigner Kraft und Macht uns von der Höllen Banden und ihren Ketten hat befreit, daß unser Mund getroft ausschreit: Wo ist der Sieg der Höllen und ihrer Mitgesellen? 12. Der Herr hat alles wohl gemacht, wenn er wird wieder kommen; und ob gleich alles bricht und fracht, wird er doch seine Frommen zu sich aufziehen in die Höh, und retten sie 8. Der Herr hat alles von allem Weh, da wir wohl gemacht, da er ist und sie erhoben ihn ewig aufgefahren gen Himmel, werden loben. da ein Herz intracht, das 13. Der Herr hat alles Trübfal hat erfahren. Er wohl gemacht; es wird bat die Stått uns da be- kein Sinn erreichen hier reit, da wir nach dieser seines Ruhmes große Eurzen Zeit in Freuden sol- Pracht, er muß zurücke len schweben, und ewig weichen, und schreien aus mit ihm lebent. mit voller Macht: Der 9. Der Herr hat alles Herr hat alles wohl gewohl gemacht, wenn seinen macht, dafür wir hier und Geist er sendet zu uns herab, oben ihn billig ewig loben. der uns bewacht, und un- 14. Nun er hat alles sre Herzen wendet von die- wohl gemacht, er wird fer Welt zu Gott hinauf; nichts böse machen. Er und daß wir endlich unsern tråget dich gar sanft und Lauf ganz seliglich voll- sacht; drum in all deinen ziehen, wenn wir von hin- Sachen, in Freud und Leid, nen fliehen. in Gnug und Not, in 10. Der Herr hat alles Krankheit, Jammer, Kreuz wohl gemacht, auch wenn und Tod, in Kummer, er uns betrübet, wenn uns Angst und Schmerzen gieb die finstre Kreuzesnacht be- ihm Lob, Dank von Herzen. fällt, und allzeit übet in Heinrich Müller. Kreuz und Widerwärtigkeit, in Angst, in Trůbsal Mel. Nun danket alle Gott, und in Leid, wenn er uns 579. Du hochgelobim den ter Gott, niemand uns muß rauben. Herr Himmels und der 11. Der Herr hat alles Erden, es müsse Seel und wohl gemacht, wenn er in Mund voll deines RubLieb und Treue noch im- mes werden, wie deine merzu an uns gedacht, und Hofftatt dir das ewge Heimacht uns wieder neue: lig fingt, vom Hallelujah wenn er den alten Men- schallt und ganz durchdringschen bricht, und die ver- lich klingt. 2. Dir 496 Dom Lobe Gottes insgemein. 2. Dir, König in der und was den Worten fehlt, Hih, dir jauchzen deine soll in den Herzen wallen; Scharen; sie feiern dir ja aus den Worten selbft ein Fest zu tausend, tau- sei dir dein Lob bereit, ohn send Paaren. Von deinen Undank, Heuchelei, BosEngeln wird kein Lob- beit, Unreinigkeit. triumph gespart, auch selbst von Sonn und Mond und Stern nach ihrer Art. 8. Weh dem, der noch so gut zu loben dich vermeinet, und doch in Furcht 3. Und alles, was auf und Lieb und Glauben leer Erd bis in die Tiefen grün- erscheinet. Verflucht ist, det, wiewohl dein Himmel wer dein Werk falsch und sich auch aller Orten fin- nachlässig thut, wer dich det, das beugt sich, Herr, nicht liebt und lobt bei vor dir, das fällt auf sein gut- und üblem Mut. Gesicht, das betet vor dir 9. Uns aber laß vor dir an, und ist zu dir gericht. im heilgen Schmuck an4. Wie herrlich ist dein beten, vor deine Majestät Nam, o Herr, in allen mit frischer Andacht treten. Landen! Mensch, Bieh Ein freudenreicher Schall und Element, was ist und steig immer auf zu dir, ers was gestanden und was fülle uns, dein Haus, mit noch kommen soll, erhebt Herrlichkeit und Zier. dich ganz und gar: Herr, Demut, Furcht und Lieb stellt einen Dankaltar. 10. Bringt, ihr Gewaltigen, bringt her nun Ehr und Stärke: wer ist wie 5. Dein Jubel ist uns unser Gott? Schaut seine mehr als Julep und Ju- großen Werke! Ein Dreiwelen, und Psalmen find ling ist die Erd, der Himnoch weit vor Balsam zu mel wird umspannt, Gott erwählen; so lieb und köst- reget Berg und Thal, die lich ist's, in deinem Lob See und trocknes Land. zu stehn, und wenn zum Opferpreis der Lippen Farren gehn. 11. Die heiden sind ein Tropf, der in dem Eimer bleibet; die Inseln ebenso, 6. Ach könnten wir nur wie man ein Stäublein auch dir so vollkömmlich reibet. Das ist der Herr danken, als wie man sollt' allein, des Herrschaft nieund wollt' in dieser mals fällt; das ist der Schwachheit Schranken. Herr allein, der offne Ach Herr, daß unser Tafeln hält. Dienst Edunt mehr als 12. Von ihm und durch englisch sein! Drum führ ihn sind die Wesen aller uns ja nur bald zu dei- Dinge; all eure Pracht nen Freuden ein. und Macht ist gegen ihn 7. Indessen laß dir doch geringe. Er schet Konge das Lallen wohlgefallen, ab, und setzet wieder ein; beugt Dom Lobe Gottes insgemein. 497 beugt und demütigt euch, ihr, du tilgest ihre Sünden; ihr alle, groß und klein. die Bäche Belials, die 13. Das ist der Herr müssen uns verschwinden; allein, der mächtig, Fluch du überschattest uns mit und Segen, Tod, Leben, deiner Klarheit Strahl; Zorn und Gnad auf jeg- du überschütteft uns ohn liches zu legen; der nie alle Maß und Zahl. und nirgends nicht der Allnatur vergißt, ja noch viel tausend Welt zu schaffen kräftig ist. 19. Die Seele schmeckt, empfindt, wie freundlich, Herr, du seieft, ein frommes Leben giebst, auch 14. Er stillt, was brau- Kraft und Geist erneuest; sen will und aller Völker wie Braut und BräutiLoben; er leget Ehre ein, gam sich inniglich erfreut, und kehrt das Unterst oben. so schmelzet fast die Seel Kein Feind besteht vor ihm, vor süßer Lieblichkeit. er stürzt in einem Nun; er kann auch über Bitt ganz überschwenglich thun. 20. Drum höre in der Seel, was wir nicht spre= chen können; Herr, fie 15. Der Herr wird nim- erhebet dich in lauter Liemer arm, so viel er immer besbrennen, und iauchzet, schenket: die Wohlthat daß sie wird auf ewig bei mehret er, je mehr man dir sein; kommt, ihr Ge des gedenket; denn aller segneten, sagst du, geht Himmel Kreis die träufeln bei mir ein. oben ab, von Kind zu Kindeskind fleußt alle Segensgab. 21. Gott, laß doch diese Freud bald ob dem Haupte schweben: wollst lieblichs 16. Wer ihn nur liebt Wesen uns zu deiner und fürcht, der gehet nicht Rechten geben; indessen verloren, der Bund fällt wohn in uns, und laß niemals hin, woraus der uns in dir rubn. Laß uns Troft geboren. Er straft nach deinem Wort und und züchtigt wohl, ver- deinem Willen thun. wirfet aber nicht, weil die 22. Du hoch gelobter Barmherzigkeit noch viel Gott von großer Treu zu brünstig bricht. und Güte, von deinem 17. Mehr als der Sand großen Lob wird Sinn am Meer sind deine Lie- und Geist nicht müde; besthaten, damit du gnå- denn deine Wahrheit, dig willst, daß uns, Herr, Macht, Lieb, Troft und set geraten. Kein Sinn, Grund besteht, so weit kein Wort, ja nichts spricht das Wolkendach und all es so herrlich aus, was du das Aeußerst geht. der Seele thust, dem Temvel, deinem Haus. 23. Vor deinen heilgen Thron wirft sich der Himmel nieder, und alles, was nur 18. Du wirkest Reu in 498 Dom Lobe Gottes insgemein. nur lebt, singt dir die schauet nach Jacobs Gott schönsten Lieder. Herr, und Heil. Wer dem sich was nur Odem hat, was anvertrauet, der hat das ie von Adam stammt, das beste Teil, das schönste lieb' und lobe dich allein Gut erlesen, den schönsten und allesamt. Schatz geliebt: sein Herz und ganzes Wesen bleibt 24. Unendlich großer Gott, der du niemals ver- ewig unbetrübt. jahrest, der du im heilgen 5. Hier sind die starken Drei dich einig offenbarest, Kräfte, die unerschöpfte es denkt auf deinen Dank Macht; das weisen die der Lieb- und Lobes- Geschäfte, die seine Hand streit; es ehrt dich um die gemacht: der Himmel und Wett die Zeit und Ewig- die Erde mit ihrem gankeit. Joh. Dan. Herrnschmid. zen Heer, der Fisch' unzählig Herde im großen wilden Meer. Mel. Dalet will ich dir geben. 6. Hier sind die treuen Sinnen, die niemand unDu Seele, recht thun, all denen Gutes finge, woblauf und finge gönnen, die in der Treu schön dem, welchem alle beruhn. Gott hålt ſein Dinge zu Dienft und Wil- Wort mit Freuden, und was len stehn. Ich will den er spricht, geschicht, und Herren droben hier prei- wer Gewalt muß leiden, sen auf der Erd; ich will den schüßt er im Gericht. ihn herzlich loben, so lang ich leben werd'. 7. Er weiß viel tausend Weisen, zu retten aus dem Tod; ernährt und giebet Speisen zur Zeit der Hungersnot; macht schöne rote Wangen oft bei geringem Mahl, und die da sind ge= fangen, die reißt er aus der Qual. 580. u meine 2. Jhr Menschen, laßt euch lehren, es wird euch nüßlich sein; laßt euch doch nicht bethören die Welt mit ihrem Schein. Verlasse sich ja keiner auf Fürsten Macht und Gunst, weil sie wie unser einer nichts find, als nur ein Dunst. 8. Er ist das Licht der Blinden, erleuchtet ihr 3. Was Mensch ist, muß Gesicht, und die sich erblassen und sinken in schwach befinden, die stellt den Tod; er muß den Geist er aufgericht. Er liebet auslassen, selbst werden alle Frommen, und die Erd und Kot. Allda ist's ihm günstig seind, die findann geschehen mit seinem den, wenn sie kommen, an klugen Rat, und ist frei ihm den besten Freund. klar zu sehen, wie schwach sei Menschenthat. 9. Er ist der Fremden Hütte, die Waisen nimmt 4. Wohl dem, der einziger an, erfüllt der Witwen Bit Vom Lobe Gottes insgemein. 499 Bitte, wird selbst ihr Trost| Menschen anklebet, und und Mann. Die aber, die der ist gesegnet, wer Jeihn hassen, bezahlet er mit su nur lebet. Grimm; ihr Haus, und wo sie saßen, das wirft er um und um. 5. Es ist ja nur eine lebendige Quelle, die kräf= tig, zu stärken die dur10. Ach, ich bin viel zu stige Seele. Nur löchrichte wenig, zu rühmen seinen Brunnen sind MenschenRuhm. Der Herr allein Gedanken, und Wolken ift König, ich eine welke ohn Regen, die hin und Blum; jedoch weil ich ge- her wanken. böre gen Zion in sein Zelt, ist's billig, daß ich ehre sein Lob vor aller Welt. Paul Gerhardt. 6. Gott aber, der Heilige, bleibet der meine, und ich auch in Ewigkeit bleibe der seine. Ehr, Ehre sei diesem Gott hoch in der Höhe, sein allein gebeiligter Wille geschehe! Mel. Ach alles, was Himmel und Erden umschließet. 581. br, Ebre fei Joachim Neander. Mel. Nun freut euch, lieben Christen, g'mein. röffne dich), jeho mit Freuden gesungen, denn Wünschen und Beten ist 582. kräftig gelungen. Den großmajestätischen König der Mund, dem Höchsten Lob Ehren, den wollen wir zu singen, der dich so preisen: wer kann es uns manchen Tag und Stund wehren? o schwacher in Ruhe zu läßt bringen; 2. Sagt mir doch, wem mein Gott, der du von haben wir alles zu danken, Jugend auf geleitet meidaß wir ießt gelaufen in Tu- nes Lebens Lauf, laß mir genden Schranken? und dies Lied gelingen. daß wir das Lebensbrot 2. Hinweg mit aller Eihäufig noch haben? Sagt, telkeit, weil mein Herz find das nicht Gottes lang- Gott verlanget; hinweg, mütige Gaben? was giebt und nimmt die 3. Ja freilich ist es so; Zeit, damit der Weltling Jehovah der lebe, Gott pranget. Was sichtbar ist, nimmer vergessende Herzen gar schnell vergeht; ununs gebe. Er lebe Jeho- sichtbar ist, was ewig steht, vah! Dir wollen wir singen, da meine Seel an banget. und dir auch das Opfer der Lippen herbringen. 3. Die Vögel fliegen in der Luft, die Fisch ink 4. Recht elend ist, wer Wasser schweben, das Unauf die Fürsten vertrauet. geziefer in der Kluft, die Recht selig ift, wer auf Tier auf Erden leben: so den Mächtigen bauet. Der soll der Mensch zu Gotist sehr betrogen, wer tes Ruhm erschaffen, als sein 500 Dom Lobe Gottes insgemein. fein Eigentum, stets nach dem Himmel streben. 9. So wird auf diese feine Weis geheiligt Got4. Gleichwie ein neuge- tes Namen, daß das Gebornes Kind hängt an der bet zu seinem Preis verMutter Brüsten, in selben mehrt des Glaubens Saseine Nahrung findt, ohn men. Gott ist ein Geist, andrer Speis Gelüften: der wohl versteht der Pulsalso mein Herz nach Gott und Herzensandacht Red, verlangt, und stets an sei- und spricht dazu das Amen. nem Willen hangt in die- 10. Von diesem hohen ser Welte Wüsten. Gottesruhm soll uns 5. Mein Gott, der du nichts mögen scheiden, nicht die Herzen kennst; kannst Welt, Gewalt, noch Fürihre Wort' verstehen; der stentum, noch Hunger, du mit heilgen Flammen Tod, noch Leiden, der heibrennst, die Deinen zu lig, heilig, heilig ist, ererhöhen: halt für genehm längert unsre Lebensfrift, die stumme Sprach, indem wenn wir die Sünde mein Puls nun nach und meiden. nach mit dir sich will begehen. 11. Gleichwie die güldne Sonnenblum sich nach dem 6. It dir, o Schöpfer Himmel kehret, und dieses aller Ding', in dir lebt Gartens Lenzesruhm von unser Leben; du hast uns solchem Lichte nähret: ſo einen Denkmalring in wird von meinem ganzen unsern Leib gegeben: so Sinn und allem, was ich vielmal unser Herz sich kann und bin, Gott stetigregt, und unser Puls im lich geehret. Leibe schlägt, soll dein Lob sich erheben. 12. Was dorten vor des Höchsten Thron die Engelscharen klingen, das kann mein Herz mit schwachem Ton auch ihm zu Ehren singen; das Heilig, Heilig fort und fort ist meiner Seelen Heil und Hort, das mir kann Freude bringen. 8. Mach mich gleich 13. Hingegen bebt all einer justen Uhr, in wel- Augenblick und weist viel cher eine Saiten hängt an Trauerzeichen der Weltdem Schöpfer der Natur, geist, so des Teufels Strick das Zeigerherz zu leiten. nicht denket zu entweichen. So vielmal sich mein Herz Er wanket Tag und Nacht bewegt, so oft es heilig, ohn Ruh, ihn zieht der heilig! schlägt, ieht und Satan Höllen zu, da viel zu allen Zeiten. sind seinesgleichen. 14. Das 7. Mein Herz klopft an des Himmels Thür, indem es stetig schläget, und finget schwingend für und für, so oft es sich beweget: bei lig, heilig bist du, Gott, o heilig bist du Zebaoth, alls deine Güte tråget! Dom Lobe Gottes insgemein. 501 14. Das heilig, Heilig, lig, heilig: freilich, freilich: welches macht die blöden heilig ist Gott, unser Gott, Lippen lallen, muß in dem der Herr Zebaoth! Schlaf auch bei der Nacht in dem Gedder wallen. 2. Hallelujah, Preis, Chr und Macht sei auch dem Mein Herz singt tausend, Gotteslamm gebracht, in tausendmal das Heilig, dem wir sind erwählet, Heilig ohne Zahl die En- das uns mit seinem Blut gel widerschallen. erkauft, damit besprenget und getauft, und sich mit vermählet. Heilig, 15. Jhr meines Leibes Nederlein, hört niemals auf uns zu schlagen; Gott soll selig ist die Freundschaft von euch gelobet sein zu und Gemeinschaft, die wir gut und bösen Tagen. So haben, und darinnen uns vielmals in der Sterblich- erlaben. keit ihr meines Lebens Zeiger seid, sollt ihr stets heilig! sagen. 3. Hallelujah, Gott heilger Geist! sei ewiglich von uns gepreist; durch den wir neu geboren, der uns mit Glauben ausge= ziert, dem Bräutigam uns zugeführt, den Hochzeittag erkoren. Eia, Eia! da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna und ein ewig Hosianna. 16. Hierdurch ich Gott vor Augen hab', und hute mich vor Sünden; das Wort ist meines Herzens Gab, und macht mich Freud empfinden; an meinem heilgen Lebensend wird sich mein Geist in Gottes Hånd' mit diesem Wort entbinden. 4. Hallelujah, Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott Mel. Wie schön leuchtet je mehr und mehr und der Morgenstern. seinem großen Namen. 583. Hallelujah, Lob, Stimmt an mit aller Himund finget Ehr sei unserm Gott je nun und immerdar mit mehr und mehr für alle Freuden: Amen, Amen! seine Werke; von Ewig- Klinget, finget: Heilig, keit zu Ewigkeit sei in uns heilig: freilich, freilich: allen ihm bereit Dank, heilig ist Gott, unser Weisheit, Kraft und Står- Gott, der Herr Zebaoth! ke. Klinget, singet: Hei- Bartholomäus Craffelius. 584. Der Lobgefang Te Deum laudamus. Der erste Chor. Der andre Chor. Herr err Gott, dich loben Herr Gott, wir danken dir; d wir. Dich, Vater, in Ewigkeit Ehrt die Welt weit und breit. All Engel und Himmels- Und was dienet deiner beer, Der Ehr, 502 Vom Lobe Gottes insgemein. Der erste Chor. Auch Cherubim und Seraphim Heilig ist unser Gott! Beide Chöre. Heilig ist unser Gott, der Herre Zebaoth! Dein göttlich macht und Geht über Himmel und Erden weit. Herrlichkeit Der heiligen zwölf Boten Zahl Und die lieben Propheten all, Die teuren Mårtrer alljumal Die ganze werte Christenheit Loben dich, Herr, mit großem Schall. Rühmt dich auf Erden allezeit. Dich, Gott Vater, im höchsten Thron, Den heilgen Geist und Tröfter wert Deinen rechten und eingen Sohn, mit rechtem Dienst fie lobt und ehrt. Gott Vaters ewger Sohn du bist: Du König der Ehren, Jefu Chrift, Der Jungfrau Leib nicht haft verschmäht, Du haft dem Tod zerstört sein Macht, zu Prldsen das menschlich Geschlecht. Du fizzst zur Rechten Gottes gleich Und all Christen zum Himmel bracht. Mit aller Ehr ins Vaters Reich. Ein Richterduzukünftigbist Alles, das tot und lebend ist. Nun hilf uns, Herr, den Die mit dein'm teurn Blut erlöset sein. mit den Heilgen in engem Heil. Und segne, was dein Erbteil ist; Und heb fie hoch in Ewigfeit. Und ehrn dein Namen stetiglich. Dienern dein, Laß uns im Himmel haben Teil. Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, Wart und pfleg ihr zu aller Zeit, Der andre Chor. Singen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott! Täglich, Herr Gott, wir loben dich, Behut uns heut, o treuer Vor aller Sünd und Gott, Missethat. Sei uns gnädig, o Herre Sei uns gnädig in aller Gott, Not. Zeig uns deine Barmher- Wie unsre Hoffnung zu jigkeit, dir steht. Auf dich hoffen wir, lie- In Schanden laß uns ber Herr, nimmermehr. Amen. 19 D. Martin Luther. Mel. Dom Lobe Gottes insgemein. 503 werde nicht stumm, ju ers Mel. Schönster( Lieb- heben die Macht, daß du fler) Immanuel, Herzog dein Regen kannst weiter erstrecken, als wie die der Frommen. 585. Höchter For- Tiere das Mundwerk gemierer der bracht. Lerne die Speisen löblichsten Dinge, der du einzig hoch preisen, welche, mich Armen so ferne ge- was Christum nur kennet, bracht, rühr mir die Zunge, hoch acht. damit ich dir singe, und 6. Dantet, ihr Glieder, eins beginne nach außer- Gott alle für's Fühlen, ster Macht, dich zu erhe- Hände für's Greifen, und ben, und dir zu leben, weil Füße für's Gehn; laffet du mich mit so viel Gna- den Wandel doch einzig den bedacht. drauf zielen, daß ihr dort 2. Danket, ihr Augen, ewig wohl könnet bestehn; dem ewigen Lichte, daß wollt ihr in Sünden dort thr so sehend und offen nicht empfinden, wie sich da steht; danket ihm für die Strafen der Hillen das erlangte Gesichte, das erhöhn. auch noch dauert und noch nicht vergeht; schauet mit Wonne auf ihn, die Sonne, bis er euch unter die Sterne erhöht. 3. Danket, ihr Ohren, dem Worte des Lebens, daß ihr vernehmen könnt, was es euch heißt. Deffnet euch, daß es nicht rufe vergebens, laßt euch regieren 8. Wenn nun das Innere den ewigen Geist, bis ihr Gott jo gepriesen, stimmet könnt hören, wie man mit das Neußere gleichfalls mit Chören dorten ihn ewig an. Freilich, o Vater, du erhebet und preist. haft mir erwiesen tausend7. Danket, Gedanken, Verstand und du Wille, danke, Gedächtnis und Urteil dazu, schwinget die Flügel zur ewigen Fülle, laßt euch nicht halten das zeitliche Nu. Eur Lobgefieder finke nicht nieder, bis ihr gelanget jur himmlischen Ruh. 4. Danke, du Riechen, mal mehr, als ich ausdem Schöpfer der Nasen, sinnen kann: Nahrung und daß dich so mancherlei Hülle, Güter die Fülle Geiftwerk ergößt, daß er melden, dies habe Gott den Lebensgeist in dich ge- alles gethan. blasen, daß er dir Christi 9. Nun denn, du Gebet Fußstapfen vorsetzt, fleißig so herrlicher Gaben, weil zu spüren, wie die dich du mir giebeft mehr als führen, alles zu meiden, ich begehrt, laß mich die was ewig verlegt. Augen stets inner mir 5. Danke, du Zunge, für haben, daß ich nichts Reden und Schmecken, mein acht', als was du be= 504 Dem Lobe Gottes insgemein. beschert. Mach mich ge- 3. Nach wohl vollbrachringe, Schöpfer der Dinge, tem Streit rechtfertigt sich bis sich mein Etwas in das Leben, das uns die Nichtes verkehrt. Lieb gegeben, zu großer 10. Und weil denn noch Jubelfreud. Steh auf, du ein Geschenke vorhanden, Fürst der Deinen, siegwelches viel höher als prächtig zu erscheinen in Himmel und Welt, nåm- deiner Lieblichkeit nach lich dein Sohn, der uns langgeführtem Streit. retet aus Schanden, und 4. Du bist ur liebensdich nun wieder zufrieden wert: man wird dich imgestellt, welches mit Wei- mer müssen, du Allerschönsen nie gnug zu preisen, sier, küssen, so lang die Liebis du die Seele jun En- be währt. Die Liebe wird geln geſellt: and bestehen, wenn alles muß 11. So nimm denn an, vergehen, wie uns dein was im Himmel erklin- Mund selbst lehrt. Du get, Macht, Reichtum, bist nur liebenswert. Weisheit, Kraft, Ehre 5. Du festes Liebesund Preis, Danksagung band, wir sind von dir und was das Engelvolk gebunden, sobald uns hat finget Gott und dem gefunden des Herren treue Lamme mit ewigem Fleiß. Hand. Komm, laß uns Alles sprech': Amen! wo in den Armen der süßen nur ein Namen je wird Gunst erwarmen; wir genennet von Kreise zu sind dir nah verwandt, Kreis. du festes Liebesband. Christian Knorr v. Rosenroth. In eigener Melodie. 6. Mit einem Herz und Mund soll in uns unser 586. Hote oldseligs Got- Meister, dich, Vater aller teslamm, sei Geister, hoch preisen alle hoch gebenedeiet, daß du Stund. Frohlockn und judie Lieb erneuet, als unser bilieren, in Liebe triumphieBrautigam. Die Lieb wird ren sei unser neuer Bund triumphieren, und uns mit zu einem Herz und Mund, Kronen zieren, weil sie vom 7. Der heilgen Engel Himmel kam: holdseligs Chor verkündigt deine Gotteslamm. Thaten, o Held von Kraft 2. Vereinte Liebe siegt, und Raten, und hebt schwebt über alle Höhen, dein Lob empor. Zeuch kann überwunden sehen her in deiner Stärke, laß den Feind, der sie bekriegt. Deine Liebeswerke erst komDie Siegespsalmen klin- men recht hervor, so singt gen, dem König Dank zu der Engel Chor. bringen, weil alls zu Boden liegt. Vereinte Liebe fiegt. 8. Der Weltsten ganze dem Schar, die vor Throne wohnen, die wer fent Dom Lobe Gottes insgemein. 505 fen ihre Kronen vors Lam-| Morgenrßt ein täglich mes Füßen dar. Wir falln Opfer bringen. So oft die mit ihnen nieder, und sin- liebe Sonn aufgeht, ſo gen Lobeslieder; denn kurz: ofte will ich fingen dem Er ist es gar! so ruft der großen Namen deiner Neltsten Schar. Macht, das soll auch in 9. Die Liebesharmonie der späten Nacht mein soll immer süßer spielen, ie Werk sein und Geschäfte. mehr sie Kraft wird fühlen 3. Die Welt die deucht ohn Ende dort und hie. uns schön und groß, und Dein Reich muß in uns was für Gut und Gaben bleiben, vermischte Kraft fie trågt in ihrem Arm vertreiben der eitlen Phan- und Schoß, das will ein tafie durch Liebesharmonie. jeder haben: und ist doch 10. So wächst dein Le- alles lauter nichts; eh als ben mehr zur mannheits- man's recht geneußt, zervollen Stärke, wenn alle bricht's und geht im Hui Liebeswerke dir bringen zu Grunde. Ruhm und Ehr. Wenn 4. Gott ist alleine groß Lieb wird Engel machen, und schön, unmöglich ausso kann sie wohl verlachen zuloben, auch denen, die der Feinde ganzes Heer, doch allzeit stehn vor seiso wächst dein Leben mehr. nem Throne droben. Laß sprechen, wer nur sprechen kann; doch wird kein Engel noch kein Mann des Höchsten Größ aussprechen. 11. Dank, Weisheit, Stårk und Pracht, Lob, Herrlichkeit und Leben sei unserm Gott gegeben, der uns zur Lieb gebracht! Das 5. Die Alten, die nun Lamm, das uns befreiet, nicht mehr sind, die haben sei hoch gebenedeiet; ihm ihn gepreiset; so hat ein sei Lob, Preis und Macht, ieder auch sein Kind zu Danf, Weisheit, Stärkund solchem Dienst geweiset; Pracht! Gottfr. Arnold. die Kinder werden auch nicht ruhn, und werden doch, o Gott, dein Thun und Werk nicht ganz ausMel. Nun freut euch, lieben Christen, g'mein. 587., der ich preisen. 6. Wie mancher hat vor fes Leid und große Not mir dein Heil und Lob mit muß gehen, will dennoch Fleiß getrieben, und siehe, Gott mit großer Freud mir ist doch mein Teil zu und Herzenslust erhöhen. loben übrig blieben. Ich Mein Gott, du König, will von deiner Wunderhöre mich, ich will ohn macht und der so herrlich alles Ende dich und deinen schönen Pracht bis an mein Namen loben. Ende reden. 2. Ich will dir mit der 7. Und was ich rede, wird 22 von 506 Dom Lobe Gottes insgemein. von mir manch frommes unsres Kreuzes Not und Herze lernen; man wird hält uns, wenn wir fallen; dich heben für und für ersteuert manchesUnglücks hoch über alle Sternen. Lauf, und hilft uns wieder Dein Herrlichkeit und freundlich auf, wenn wir starke Hand wird in der ganz hingeschlagen. ganzen Welt bekannt und hoch berufen werden. 13. Herr, aller Augen find nach dir und deinem 8. Wer ist so gnädig als Stuhl gekehret; denn du wie du? Wer kann so viel bist's auch, der alles hier erdulden? Wer sieht mit so väterlich ernähret. Du solcher Langmut zu so vie- thust auf deine milde Hand, len schweren Schulden, die machst froh und satt, was aus der ganzen weiten Welt auf dem Land, im Meer ohn Unterlaß bis an das und Lüften lebet. Zelt des hohen Himmels steigen? 14. Du meinst es gut und thust uns Guts, auch 9. Es muß ein treues da wir's oft nicht denken; Herze sein, das uns so wie mancher ist betrübtes Hoch kann lieben, da wir Muts, und frißt sein Herz doch in den Tag hinein, mit Kranken, besorgt und was gar nicht gut ist, fürcht sich Tag und Nacht, üben; Gott muß nicht Gott hab' ihn gånzlich anders sein als gut, daher aus der Acht gelassen und fleußt seiner Güte Flut vergessen. auf alle seine Werke. 15. Nein, Gott vergist 10. Drum, Herr, so der Seinen nicht, er ist sollen dir auch nun all uns viel zu treue; sein deine Werke danken; vor- Herz ist stets dahin gericht, aus die Heilgen, deren daß er uns lett erfreut. Thun sich hålt in deinen Geht's gleich bisweilen etSchranken, die sollen dei- was schlecht, ist er doch nes Reichs Gewalt und heilig und gerecht in allen schöne Regimentsgestalt seinen Wegen. mit vollem Munde rühmen. 16. Der Herr ist nah 11. Sie sollen rühmen, und stets bereit ein'm jeden, daß der Ruhm durch alle der ihn ehret; und wer Welt erklinge, daß jeder- nur ernstlich zu ihm ſchreit, mann zum Heiligtum dir der wird gewiß erhöret. Dienst und Opfer bringe. Gott weiß wohl, wer ihm Dein Reich das ist ein günstig sei, und deme steht ewges Reich, dein Herr- er denn auch bei, wenn schaft ist dir selber gleich, ihn die Angst nun treibet. der du kein End erreichest. 17. Den Frommen wird 12. Der Herr ist bis nichts abgesagt, Gott thut, in unsern Lod beständig was sie begehren; er mist bet uns allen; erleichtert das Unglück, das sie plagt, und Dom Lobe Gottes insgemein. 507 und zählt all ihre Zähren, nen, werten, edlen Fried und reißt sie endlich aus in unserm Vaterland? der Last; den aber, der sie kränkt und haßt, den stürzt er ganz zu Boden. 7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir, du, du mußt alles thun; du hältst die Wach an unsrer Thür, und läßt uns sicher ruhn. 18. Dies alles und was sonsten mehr man kann für Lob erzwingen, das soll mein Mund zum Ruhm und Ehr des Höchsten tåglich singen. Und also thu auch immerfort, was webt und lebt an jedem Ort: das wird Gott wohlgefallen. Paul Gerhardt. 8. Du nåhrest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu, und stehst uns, wenn wir in Gefahr geraten, treulich bei. 9. Du strafft uns Sunder mit Geduld und schlägst nicht allzusehr, ia endlich nimmst du unsre Schuld und wirfft sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst 588. gar und giebst uns, was uns hoch erfreut und dir zu Ehren reicht. Mel. Lobt Gott, ihr Christen alle gleich. ch finge dir und Mund, Herr, meines Herzens Lust; ich fing' und mach' auf Erden fund, was mir von dir bewußt. 11. Du zählst, wie oft 2. Ich weiß, daß du der ein Chrifte wein', und Brunn der Gnad und ewge was sein Kummer sei; Quelle seist, daraus uns kein Zähr- und Thrånallen früh und spat viel lein ist so klein, du hebst Heil und Gutes fleußt. 3. Was sind wir doch? was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Bater, nicht von dir allein gegeben werd'? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Thau und Regen neht? 5. Wer wärmet uns in Kålt und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Del und Most zu seinen Zeiten findt? 6. Wer giebt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand den güldund legst es bei. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht. 13. Wohlauf, mein Herze, sing und spring, und habe guten Mut, dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schaß, dein Erb und Teil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hülf und Heil, schafft Rat und läßt dich nicht. 22* 15. Was 508 Vom Lobe Gottes insgemein. 15. Was frankst du dem Strick befreit, dein dich in deinem Sinn, und Leben vom Verderb geriſgrämst dich Tag und sen? Wer front dich mit Nacht? Nimm deine Sorg Barmherzigkeit, und läßt und wirf sie hin auf den, dich seine Rechte wissen? der dich gemacht. Bist du es nicht, du unerschöpfter Quell, der tågJugend auf versorget und lich noch auf uns fleust ernährt? Wie manchen schweren Unglückslauf hat er zurück gekehrt? 16. Hat er dich nicht von stark und hell? 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment: nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. 4. Hat uns nicht deine Hand gefaßt, und wider aller Menschen Hoffen gebracht aus aller Sündenlast, daß wir das Ziel der Ruh getroffen, und reichen Fried vor Feinden um uns 18. Ei nun, so laß ihn her genießen stets, von ferner thun, und red ihm Furcht und Zweifel leer? nicht darein: so wirst du hier in Frieden ruhn, und ewig fröhlich sein. 5. Was zwischen uns sich setzen wollt', hat deine Kraft bald ausgetrieben; Paul Gerhardt. du bleibest deinem Tempel hold, daß bis hierher Mel. Preis, Lob, Ehr, sein Bau ist blieben; daß Ruhm, Dank, Kraft feste steht des Sohnes Herrlichkeit, die dir in uns und Macht. 589. Kom Domm, beug der Vater hat bereit. dich tief, 6. Du überschüttest uns mein Herz und Sinn, mit Lieb, und reinigest vors Lammes Thron im Herz, Mund und Sinnen, Staub darnieder; leg dich daß wir aus deines Geizu seinen Füßen hin, und stes Trieb dich stets in uns wiederhole deine Lieder. mehr lieb gewinnen. Du Erkenne, wie du selbst aus drückst dem Geist der dir nichts bist, wie Gott Reinheit Siegel auf, daß in dir und allen alles ist. uns kein Kot befleckt den frohen Lauf. 2. Wo hättst du einen Funken Kraft, wenn du 7. So nimm dafür zum fie nicht erlangst von oben? Opfer hin uns selbst mit Wer hat dir so viel Rub allem, was wir haben. geschafft von deiner Fein- Nimm Geist, Seel, Leib, de List und Toben? Wer Herz, Mut und Sinn stillte wohl das Brausen zum Eigentum statt andieses Meers, und wer drer Gaben. Bereite dir bezwang die Macht des ein Lob selbst aus dem Höllenbeers? Mund der Säuglinge, 3. Was hat dich von mach deinen Namen fund. 8. Sind Dom Lobe Gottes insgemein. 509 8. Sind wir doch nichts| seine Kinder worden sind. in uns ohn dich, was ha- Ewig solche:: Gnade wahben wir ohn deine Werke? ret, die er uns in ihm beDir, dir gebühret ewiglich scheret; ewig wollen wir Macht, Weisheit, Ehre, uns üben, über alles: Kraft und Stärke; Gott ihn zu lieben. und dem Lamm, das uns 3. Ja, wir wollen nur erkaufet hat, wird Lob ge- mit Freuden zu dem lieben sagt in unsrer Mutterstadt.: Bater gehn; uns in 9. Gieb uns hierzu ein seiner Liebe weiden, wie Herz und Mund, halt dei- die thun, so:: vor ihm ne Einheit so zusammen, stehn: heilig, heilig, heilig daß unser Geist, von Lieb fingen; Hallelujah soll erverwundt, dir stets zu- klingen unserm Gotte und schick die keuschen Flam- den Lamm, unserm holmen. Mach uns vor dir den Bräutigam. Lasset setals Wagen- Cherubim, nen: Ruhm erschallen, entzünd uns stets als und erzählt sein Werk vor Feuer- Seraphim. allen, daß er ewig uns erwählet, und zu seinem:: Bolk gezählet. Gottfr. Arnold. In eigener Melodie. 4. Lernet euren Jesum 590. Laffet uns den kennen, der euch teur er Herren prei-:: kaufet hat; lernet ihn sen, und vermehren, sei- fein lieblich nennen eurent nen Ruhm, stimmet an Bruder, Freund und die süßen Weisen, die ihr Rat, euren starken Held ſeid sein: Eigentum! im Streiten, eure Luft in Ewig währet sein Erbar- Fröhlichkeiten, euren Trost men; ewig will er uns und euer Heil, euer allerumarmen mit der süßen bestes Teil. Ewig solche Liebeshuld, nicht gedenken:: Güte währet, die euch unsrer Schuld. Preiset durch ihn widerfähret.Ewig ewig seinen Namen, soll das Lob erklingen, das die ihr seid von Abrams wir ihm zu:: Ehren singen. Samen. Rühmet ewig 5. Tretet nur getrost seine Werke, gebet ihm zum Throne, da der GnaLob,:: Ehr und Stärke. den-:: stuhl zu sehn. Es 2. Ehe noch ein Mensch kann euch von Gottes geboren, hat er uns zu- Sohne nichts als Lieb und vor erkannt, und in: Huld geschehn. Er erChristo auserforen, seine wartet mit Verlangen, bis Huld uns zugewandt. er könne uns umfangen, Selbst der Himmel und und das allerhöchste Gut die Erden müssen uns zu uns mitteilen durch sein Dienste werden, weil wir Blut. Große Gnad ist:: durch sein liebstes Kind da zu finden; er will sich mit 510 Dom Lobe Gottes insgemein. mit uns verbinden, und ret, der dich auf Adelers ſoll niemals etwas können Fittichen sicher geführet, uns von seiner:: Liebe der dich erhält, wie es dir immer gefällt; hast du nicht dieses verspüret? trennen. 6. Er hat nunmehr selbst die Fülle seiner Gottheit 3. Lobe den Herren, der :: aufgethan, und es ist künstlich und fein dich besein ernster Wille, daß nun reitet, der dir Gesundheit komme:,: jedermann. Kei- verliehen, dich freundlich ner soll sich hierbei schå- geleitet; in wie viel Not men, sondern Gnad um hat nicht der gnädige Gott Gnade nehmen; wer ein über dir Flügel gebreitet? hungrig Herze hat, wird 4. Lobe den Herren, aus seiner Fülle satt. Ewig der deinen Stand sichtsolche:: Fülle währet, die bar gesegnet, der aus dem uns so viel Guts besche- Himmel mit Strömen der ret; Wollust, die uns ewig Liebe geregnet; denke dartränket, wird uns daraus an, was der Allmächtige :: eingeschenket. kann, der dir mit Liebe 7. Nun, du Liebster, begegnet. unser Lallen, damit wir 5. Lobe den Herren, dir:: dankbar sein, laß was in mir ist, lobe dett dir gnädig wohlgefallen, Namen. Alles, was Odem bis wir alle:: insgemein hat, lobe mit Abrahams ewig deine Gutigkeiten mit Samen. Er ist dein Licht, gesamtem Lob ausbreiten, Seele, vergiß es ja nicht, da wir werden Gloria fin- lobende schließe mit Amen. gen und Hallelujah; Preis, Ehr, Ruhm, Dank, Macht und Stärke und Joachim Neander. In eigener Melodie. 592. Robet den Herz ren,:;: denn was rühmet seine Werke, werde unserm Gott gegeben. Laßt uns ihm zu :: Ehren leben. er ist sehr freundlich. Es ist sehr köstlich, unsern Gott zu loben:: sein Lob ist schön und lieblich anzuhören. Lobet den Herren.:/ 2. Singt gegn einander ren, den mach-:: dem Herren mit Danttigen König der Ehren, ken, lobt ihn mit Harfen, meine geliebete Seele, das unsern Gott, den werten. ist mein Begehren. Kom-:: Denn er ist mächtig und met zu Hauf, Psalter und von großen Kräften. LoHarfe, wacht auf, lasset bet den Herren.:: die Musicam hören. Christian Jakob Koitsch. In bekannter Melodie. 591. Lobe den per3. Er kann den Himmel 2. Lobe den Herren, der alles io herrlich regiemit Wolken bedecken. Er giebt den Regen, wenn er Dom Lobe Gottes insgemein. 511 er will auf Erden. Er großen Herrlichkeit thut läßt Gras wachsen hoch sein Løb weit ausbreiten auf dürren Bergen. Lo- in alle Ewigkeit. bet den Herren. 3. Lobet ihn fröhlich alle 4. Der allem Fleische mit der Posaunen Klang, giebet feine Speise, dem dem Herren zu Gefallent Bieh sein Futter väterlicher macht ein lieblich Gesang Weise,:,: den jungen Ra- mit Psalter, Harf und Geiben, die ihn thun aurufen. gen samt andern InstruLobet den Herren.:: ment; mit Pauken, Pfeifn und Reigen preiset sein Lob behend. 5. Er hat nicht Luste:: an der Stårk des Rosses, noch Wohlgefallen an jemandes Beinen,: ihm gefalln allein, die auf ihn vertrauen. Lobet den Herren.:: 4. Des Herren Namen alle lobet mit Saitenspiel; mit hellem Cymbelschalle macht seines Lobes viel; 6. Danket dem Herren, mit Cymbeln, die wohl klin:: Schöpfer aller Dinge, gen, rühmt seine Gütigkeit; der Brunn des Lebens thut von seinem Lob thut fingen aus ihm entspringen:: immer und allezeit. gar hoch vom Himmel her aus seinem Herzen. Lobet den Herren.:*. 5. Es soll den Herren loben und preisen immerdar im Himmel hoch dort 7. O Jesu Christe,:: oben die engelische Schar; Sohn des Allerhöchsten, desgleichen auch auf Erden gieb du die Gnade allen frommen Christen, daß fie dein'n Namen ewig preisen, Amen. Lobet den Herren.: alles, was Odem hat, soll seines Ruhms voll werden, preisn seine Wunderthat. 6. Amen mit Mund und Herzen sprecht, o ihr glaubig Schar, all TraurigMel. Dalet will ich dir keit und Schmerzen treibt geben. von euch ganz und gar. 593. Lobet Gott un- Seid fröhlich in dem Hersern Herren ren, und lobt ihn allezeit. in seinem Heiligtum; zu Er wird in Freud verkehLobe seiner Ehren macht ren all euer Herzeleid. herrlich seinen Ruhm; lobt 7. Er wird euch reichlich ihn im Firmamente, da geben alls, was euch noseine groß Gewalt und sein tig ist, allhier in diesem stark Regimente zu sehn Leben und dort zu aller ist mannigfalt. Frist: wird euch in Himmel führen, und selig machen gar; thut's mit ein'm that, die er zu aller Stun- Eid beteuren, Amen, das de häufig verrichtet hat; werde wahr! 2. Lobet mit Herz und Munde all seine Wunderob seiner Majestäten und Mel, Dom Lobe Gottes insgemein. Mel. Nun lob, mein Mel. Auf meinen lieben Seel, den Herren. Gott. 594. Man lobt dich 595. Mein Vater, in der Gnad, Stille, du hocherhabner die du mir früh und spat Zionsgott; des Rühmens so reichlich haft erwieſen, ht die Fülle vor dir, du die sei von mir gepriesen; starker Zebaoth. Du bist jetzt und zu allen Zeiten doch, Herr, auf Erden will ich dein 2ob ausbreiten. der Frommen Zuversicht; 2. Auf, auf, mein Herz, in Trubsal und Beschwer- empor, hinauf zum Engelden läßt du die Deinen chor sollst du dich eiligst nicht. Drum soll dich schwingen, und mit demstündlich ehren mein Mund selben fingen: Lob, Preis, vor jedermann, und deinen Kraft, Macht und StärRuhm vermehren, so lang ke dem Herrn so großer er lallen kann. Werke. 512 2. Es müssen, Herr, fich 3. Wenn der durch seine freuen von ganzer Seel, Kraft in uns selbit wirkt und jauchzen schnell, welch' und schafft, daß wir den unaufhörlich schreien; Ge- Vater kennen und Herlobt sei der Gott Israel! zens- Abba nennen: so Sein Name sei gepriesen, muß uns diese Erden ein der große Wunder thut, schöner Himmel werden. und der auch mir erwiesen 4. O süßer Jesu Christ, das, was mir nuk und der du mein Reichtum gut. Nun, dies ist meine bist, dich hab' ich treu erFreude, daß ich an ihm funden in schweren Kreufiets Fleb', und niemals zesstunden; mich haft du von ihm scheide, so lang oft erquicket, wenn mich ich leb' und schweb'. die Last gedrücket. 5. Du gabest mir den Sieg und Waffen in dem Kraft deines Blutes bin ich noch gutes Mutes. 3. Herr, du haft deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht; denn als Krieg, auch Kräfte, recht die Schwachen kamen, haft zu kämpfen, halfft mir die du gar bald an sie gedacht. Feinde dämpfen, und durch Du haft mir Gnad erzeiget, nun, wie vergelt' ich's dir? Ach bleibe mir genei- 6. Wer Christi Blut erget, so will ich für und für greift, dem wird auch darden Kelch des Heils erhe- gereicht Vergebung seiner ben, und preisen weit und Sünden: die sind nicht breit dich hier, mein Gott, mehr zu finden; ihm aber im Leben und dort in wird gegeben Trost, FrieEwigkeit. de, Freud und Leben. ( Hausmuftt 7. Allein das Herz muß Johann Rist. 1654 S. 350.) Dom Lobe Gottes insgemein. 513 fein aufrichtig, redlich, woll' uns bei unserm Lerein; es muß die Sünde ben ein immer fröhlich Herz hassen, und alle Luste las- und edlen Frieden geben, sen, und Jesum einig fas- und uns in seiner Gnad jen, sich selbst und Welt erhalten fort und fort, verlassen. und uns aus aller Not erlösen hier und dort. 8. Drum, Seele, wenn du nun in allem deinem 3. Lob, Ehr und Preis Thun im Licht vor Gott sei Gott dem Vater und wirst wandeln, und christ- dem Sohne, und dem, der gebührend handeln, so wird beiden gleich im höchsten dir noch auf Erden viel Himmelsthrone, dem dretGuts geschenket werden. einigen Gott, als es im 9. Viel Gnade, Kraft Anfang war, und ist und und Stårk in allem dei- bleiben wird jekund und nem Werk; er wird sich immerdar. Martin Rindkart. dir verbinden, und gnädig lassen finden: wirst du In eigener Melodie, nur in ihm bleiben, dich 597. Nun lob, mein ihm zum Dienst verschreiben. 10. Es wird dich seine Huld täglich von aller Schuld und innerm Greul der Sünden befreien und entbinden; denn wo die vergeben, und heilt dein Sünd vergeben, Geist, Kraft und Leben. Seel, Herren, was in mir ist den Namen sein. Sein Wohlthat thut er mehren, vergiß es nicht, o Herze mein; hat dir dein Sund da ist Schwachheit groß, errett dein armes Leben, nimmt dich in seinen Schoß, mit reichem Trost beschüttet, verjüngt dem Adler gleich; der Köng schafft Recht, behütet, die leidn in fels nem Reich. 11. Und dafür preiset dich, mein Jesu, inniglich, zu aller Zeit und Stunde die schwache Zung im Munde. Gelobet sei dein Namen bei mir und allen. Amen. In bekannter Melodie. 596. Nun un danket 2. Er hat uns wissen lassen sein heilig Recht und sein Gericht, dazu sein Gut ohn Maßen, es alle Gott mang'lt an sein'r Erbarmit Herzen, Mund und mung nicht; sein Zorn Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden; der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut, und noch ießund gethan. läßt er wohl fahren, ftraft nicht nach unsrer Schuld, die Gnad thut er nicht sparen, den Blöden ist er hold; sein Gut ist hoch erhaben ob den, die fürchten ihn; ſo fern der Off 22** 2. Der ewigreiche Gott vom bom Lobe Gottes msgemein. 514 vom Abend ist unsre Sünd dahin. In eigener Melodie. send Zun3. Wie fich et.. Batr 598. daß ich taus erbarmet übr femte gen Kindlein klein, so thut der ger hätte, und einen tauHerr uns Armen, so wie senofachen Mund, so stimmt ihn kindlich fürchten rein. ich damit um die Wette Er kennt das arm Ge- vom allertiefsten Herzense machte, Gott weiß, wir grund ein Loblied nach dem sind nur Staub, gleichwi andern an von dem, was das Gras von Rechte, ein Gott an mir gethan! Blum und fallend aub: der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da; also der Mensch vergehet, sein End das ist ihm nah. 2. O daß doch meinte Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht, o daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang es noch im Laufe geht! Ach wäre jeder Puls ein Dank, und jeder Odem ein Gesang! 4. Die Gottesgnad alleine steht fest und bleibt in Ewigkeit bei seiner liebn Gemeine, die sieht in sei- 3.Was schweigt ihr denn, ner Furcht bereit, die sei- ihr meine Kräfte? Auf, nen Bund behalten. Er auf, braucht allen euren herrscht im Himmelreich. Fleiß und stehet munter Ihr starken Engel, waltet im Geschäfte zu Gottes, feins Lobs und dient zu- meines Herren, Preis; gleich dem großen Herrn mein Leib und Seele schicke zu Ehren, und treibt sein dich, und lobe Gott herzheilges Wort. Mein Geel inniglich. soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. 4. Thr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt 5. Sei Lob und Preis und regt euch doch mit mit Ehren Gott Vater, mir; ihr schwanken GräsSohn, heiligem Geist; der chen in den Feldern, ihr woll' in uns vermehren, Blumen, laßt doch eure was er aus Gnaden uns Zier zu Gottes Ruhm beverheißt, daß wir ihm fest lebet sein, und stimmet vertrauen, gånzlich ver- lieblich mit mir ein. lasſn auf ihn, von Herzen 5. Ach alles, alles, was auf ihn bauen, stets unsr ein Leben und einen Odem Herz, Mut und Sinn ihm in sich hat, soll sich mir findlich thun anhangen. zum Gehülfen geben, denn Drauf fingen wir zur mein Vermögen ist zu matt, Stund: Amen, wir werdn's die großen Wunder zu ererlangen, glauben's von höhn, die allenthalben um Herzensgrund. mich stehn. Joh. Graumann 1-4. 6. Dir sei, o allerliebster Vater, unendlich Lob für Dom Lobe Gottes insgemein. 515 für Seel und Leib; Lob 12. Wie sollt' ich nun sei dir, mildester Berater, nicht voller Freuden in deifür allen edlen Zeitvertreib, nem fteten Lobe stehn? Wie den du mir in der ganzen sollt' ich auch im tiefsten Welt zu meinem Rußen Leiden nicht triumphierend haft bestellt. einhergehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 13. Drum reiß ich mich mir so hulfreich hat erwie- ießt aus der Höhle der sen, und mich durch Blut schnöden Eitelkeiten los, und Todesschmerz von aller und rufe mit erhöhter TeufelGrausamkeit zu dei- Seele: Mein Gott, du nem Eigentum befreit. bist sehr hoch und groß; Kraft, Ruhm, Preis, Dank und Herrlichkeit gehört dir 8. Auch dir sei ewig Ruhm und Ehre, o heiligwerter Gottesgeist, für ießt und allezeit. deines Trostes süße Lehre, 14. Ich will von deiner die mich ein Kind des Le- Güte singen, so lange sich bens heißt. Ach wo was die Zunge regt; ich will Guts von mir geschicht, dir Freudenopfer bringen, das wirket nur dein gött- so lange sich mein Herz lich Licht. bewegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm' ich doch mit Seufzen ein. 9. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schüket mich auf meinen Wegen? Du, du, o starker Zebaoth. Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 15. Ach nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin; im Himmel soll es besser werden, wenn ich ein schöner Engel bin; da sing' ich dir im höhern Chor viel tausend Hallelujah vor. 10. Vor andern küff' ich deine Rute, die du mir aufgebunden hast. Wie viel thut sie mir doch zu gute, und ist mir eine sanfte Last; Joh Menter. In eigener Melodie. Lob, fie macht mich fromm und 599. Per Ruhm zeugt dabei, daß ich von deinen Liebsten sei. Ehr, Dank, Kraft und Macht 11. Ich hab' es ia nein sei dem erwürgten Lamm Lebetage schon so manch gesungen, das uns zu setliebes Mal gespürt, daß du nem Reich gebracht und mich unter vieler Plage teur erkauft aus allen recht wunderbarlich haft Zungen; in ihm sind wir geführt. Denn in der grö- zur Seligkeit bedacht, eb Besten Gefahr ward ich dein noch der Grund der ganTrostlicht fiets gewahr. zen Welt gemacht. 2. Wie 7. Mein treuster Jesu, sei gepriesen, daß dein erbarmungsvolles Herz sich 516 Vom Lobe Gottes insgemein. 2. Wie heilig, heilig, hei- 7.Des Stadt, die schönlig ist der Herr der Her- fte Zion, ist mit Edelſtein ren und Heerscharen, der und Perlenthoren erbaut uns geliebt in Jesu Christ, zum Lobe Jesu Christ, für. da wir noch seine Feinde uns, die er sich auserkowaren, und seinen Sohn ren; wir jauchzen dir mit zu eigen uns geschenkt, Dank, Lob, Preis und fein Herz der Lieb in un- Ruhm, o Freud, o Lust, ser Herz versenkt. o Licht, o Lebensblum! 3. Im Weinstock Jesu stehen wir gepfropft Mel. Es ist das Heil und ganz mit Gott veruns kommen her. einet; dies ist die höchste 600. Sei Lob und Bonn und Zier, ob schon Ehr der Unglaub solchs ver- höchsten Gut, dem Vater neinet, dadurch der Geist aller Güte, dem Gott, der die Lebensquell stets trinkt, alle Wunder thut, dem die Seel in Gottes Lie- Gott, der mein Gemüte besmeer versinkt. mit seinem reichen Trost 4. Jhr fieben Fackeln vor erfüllt, dem Gott, der aldem Thron des Lamms, len Jammer stillt. Gebt ihr Himmels- Freuden- unserm Gott die Ehre! Geister, erhebt mit Jauch- 2. Es danken dir die zen Gottes Sohn, der Himmelsheer, o Herrscher unser König, Hirt und aller Thronen, und die Meister; lobt ihn mit uns gesamt in Ewigkeit, seins Namens Ruhm erschalle weit und breit. auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfersmacht, die alles also 5. Jhm, der da lebt in wohl bedacht. Gebt unEwigkeit, sei Lob, Ehr, serm Gott die Ehre! Preis und Dank gesungen 3. Was unser Gott von seiner Braut, der Chri- geschaffen hat, das will stenheit; ihn loben Mensch- er auch erhalten; darüber undEngelzungen; esiauchze will er früh und spat ihm der Himmel Himmels- mit seiner Gnade walten. heer, und was das Wort In seinem ganzen Königie ausgesprochen mehr. reich ist alles recht und alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Die höchsigelobte Majestät der heilgen Einheit ſei erhoben, die in sich 4. Jch rief dem Herrn selber wohnt und steht, in meiner Not: Ach Gott, fie müssen alle Dinge lo- vernimm mein Schreien! ben. In ihr besteht das Da half mein Helfer mir Freuden- Lebens- Licht, von vom Tod, und ließ mir dessen Blick die důstre Troft gedeihen. Drum Welt zerbricht. dank', ach Gott, drum dank Dom Lobe Gottes insgemein. 517 dank' ich dir, ach danket,| recht gemacht. Gebt uns danket Gott mit mir. Gebt serm Gott die Ehre! unserm Gott die Ehre! Johann Jakob Schüß. 5. Der Herr ist noch und immer nicht von seinem Volk geschieden; er bleibet ihre Zuversicht, ihr 601. Segen, Heil und Frieden. Der 96. Psalm. In eigener Melodic. ingt dem Herrn nah Mit Mutterhånden leitet und fern, rühmet ihn mit er die Seinen stetig hin frohem Schall! Das Alte und her. Gebt unserm ist vergangen, das Neue Gott die Ehre! angefangen. Laßt die er6. Wenn Trost und Hülf neurten Sinnen ein neues ermangeln muß, die alle Lied beginnen. Es verWelt erzeiget, so kommt mehre seine Ehre, was da und hilft der Ueberfluß, lebet, was da schwebet auf der Schöpfer selbst, und der Erden überall. neiget die Vateraugen 2. Was nur kann, stimdeme zu, der sonsten nir- me an, daß Jehovah werd' gends findet Ruh. Gebt erhöht. Laßt euren Lobunserm Gott die Ehre! spruch wandern von einem 7. Ich will dich all mein Tag zum andern, die MenLeben lang, o Gott, von schen ohn Aufhören von nun an ehren; man soll, seinem Heil zu lehren. o Gott, dein Lobgesang Sagt mit Freuden auch an allen Orten hören. den Heiden alle Werke Mein ganzes Herz ermun- seiner Stärke, die ihr seine tre sich, mein Geist und Wunder seht. Leib erfreue dich. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Groß ist Gott Zebaoth, hochgelobt in seiner 8. Ihr, die ihr Christi Pracht. Er ist Regent und Namen nennt, gebt un- Retter, dem alle Erdenferm Gott die Ehre. Ihr, götter mit Zittern zu den die ihr Gottes Macht be- Füßen anbetend fallen kennt, gebt unserm Gott müssen. Götzenknechte, eur die Ehre; die falschen Göt- Gemächte macht zunichte zen macht zu Spott, der im Gerichte, der den HimHerr ist Gott, der Herr mel bat gemacht. ift Gott. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Herrlichkeit, Wonn und Freud ist vor seinem 9. So kommet vor sein Angesicht. Auch seiner Angesicht mit jauchzenvol- Wohnung Würde besteht lem Springen; bezahlet in Kraft und Zierde. die gelobte Pflicht, und Drum eilt, ihr Völkerlaßt uns fröhlich singen: haufen, begierig hin zu Gott hat es alles wohl laufen, ihm zu singen, bedacht, und alles, alles ihm zu flingen, ihm zu sprin 518 Dom Lobe Gottes insgemein. springen, ihm zu bringen 9. Dieser ist Jesus Ehr und Macht in De- Christ, der von mutspflicht. bestimmte Mann, Gott durch 5. Gebt mit Fleiß allen den der Kreis der Erden Preis seinem großen Na- nun soll gerichtet werden men hin. Doch sollt ihr in Licht und Recht und als die Reinen im heilgen Klarheit nach Billigkeit Schmuck erscheinen, wenn und Wahrheit. Die Erihr wollt anzubeten in die quickung und Beglückung Vorhöfe treten. Er will ist, ihr Frommen, nun haben Liebesgaben; die gekommen. Stimmt das zu schenken, laßt euch Hosianna an! Herinschmid. lenken. Aller Weltkreis fürchte ihn. In eigener Melodie. 6. Saget an auf dem 602. Soll ich mei Plan, der von Heiden nem Gott wird bewohnt: daß er nicht singen? Sollt' ich allein regieret, daß er ihm nicht dankbar sein? das Scepter führet, daß Denn ich seh' in allen Diner sich läßt auf Erden ein gen, wie so gut er's mit Reich befestigt werden. mir mein. Ist doch nichts Er will richten, er will als lauter Lieben, das sein schlichten, alle Sachen treues Herze regt, das gleich zu machen. Er ist's, ohn Ende bebt und trägt, der nach Werken lohnt. die in seinem Dienst sich 7. Freue dich inniglich, üben. Alles Ding währt Himmelsburg und Him- seine Zeit, Gottes Lieb melsheer. Du Erde, lasse in Ewigkeit. spüren ein starkes Jubilieren; du Meer und auch ihr Seen, laßt ein Getin ergehen, lasset sausen, lasset brausen, was ihr heget und beweget: alles zu Jehovahs Ehr. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Juns gen streckt, also hat auch hin und wieder mich des Höchsten Arm bedeckt, alsobald im Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab, 8. Was das Feld in und das Leben, das ich sich hält, soll mit Hüpfen hab' und noch diese Stunfröhlich sein. Ja, über de treibe. Alles Ding alle Felder jauchzt ihr, ihr währt seine Zeit, Gottes grünen Wälder. Euch Lieb in Ewigkeit. Bäumen und euch Zwei- 3. Sein Sohn ist ihm gen gebührt es nicht zu nicht zu teuer, nein, er schweigen vor dem Höch- giebt ihn für mich hin, sten, der am nächsten daß er mich vom ewgen vor euch stehet. Sehet, Feuer durch sein teures sehet, wie er zum Gericht Blut gewinn'. O du unzieht ein. dergründter Brunnen, wie will Dom Lobe Gottes insgemein. 519 will doch mein schwacher daß ich alle liebe Morgen Geist, ob er sich gleich schaue neue Lieb und Gut. hoch befleißt, deine Tief Wäre mein Gott nicht ergründen können? Alles gewesen, hätte mich sein Ding währt seine Zeit, Angeficht nicht geleitet, Gottes Lieb in Ewigkeit. war ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zett, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, giebt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer durch 8. Wie so manche schwere die Welt zurHimmelspfort; Plage wird vom Satan daß er mir mein Herz er- rumgeführt, die mich doch fülle mit dem hellen Glau- mein Lebetage niemals noch benslicht, daß des Todes bisher gerührt. Gottes Reich zerbricht, und die Engel, den er sendet, hat Hille selbst macht stille. das Böse, was der Feind Alles Ding währt seine anzurichten war gemeint, Zeit, Gottes Lieb in Ewig- in die Ferne weggewendet. Feit. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewig5. Meiner Seelen Wohlergehen hat er ia recht wohl keit. bedacht; will dem Leibe 9. Wie ein Vater setNot zustehen, nimmt er's nem Kinde sein Herz nies gleichfalls wohl in acht. mals ganz entzeucht, ob Wenn mein Können, mein es gleich bisweilen Sünde Vermögen nichts vermag, thut und aus der Bahne nichts helfen kann, kommt weicht: also hält auch mein mein Gott, und hebt mir Verbrechen mir mein from= an sein Vermögen beizu- mer Gott zu gut, will legen. Alles Ding währt mein Fehlen mit der Rut, seine Zeit, Gottes Lieb und nichtmit dem Schwerte in Ewigkeit. rachen. Alles Ding währt 6. Himmel, Erd und seine Zeit, Gottes Lieb ihre Heere hat er mir zum in Ewigkeit. Dienst bestellt; wo ich nur 10. Seine Strafen, seine mein Aug hinkehre, find' Schläge, ob sie mir gleich ich, was mich nährt und bitter seind, dennoch, wenn hält. Tier und Kräuter ich's recht erwäge, find es und Getreide in den Grün- Zeichen, daß mein Freund, den, in der Höh, in den der mich liebet, mein geBüschen, in der See, über- denke, und mich von der all ist meine Weide. Alles schnöden Welt, die uns Ding währt seine Zeit, hart gefangen hält, durch Gottes Lieb in Ewigkeit. das Kreuz zu ihm lenke. 7. Wenn ich schlafe, Alles Ding währt seine wacht sein Sorgen, und Zeit, Gottes Lieb in Ewigermuntert mein Gemüt, feit. 11. Das 520 Vom Lobe Guttes insgemein. 11. Das weiß ich für- 4. Wohl euch, wohl wahr, und lasse mir's nicht euch, die ihr den Herren aus dem Sinne gehn: Chri- kennet, in Jesu Chrifti stenkreuz hat seine Maße, wahrem Licht; ihr seid's, und muß endlich stille stehn. die Christus seine Brüder Wenn der Winter ausge- nennet, in ihm seid ihr schneiet, tritt der schöne frei vom Gericht. Sommer ein: also wird 5. Nun singet, finget: auch nach der Pein, wer's Wohl dem Volke, wohl, erwarten kann, erfreuet. wohl dem Volke, dem Alles Ding währt seine Gott ihr Gott ist! Gott Zeit, Gottes Lieb in Ewig- machet fie der Zionsfreude feit. voll, voll, ihr Lebensbrot ist Jesus Christ. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in 6. Lob, Chre, WeisGottes Liebe findt, ei so heit, Dank, Preis, Kraft heb' ich meine Hände zu und Stärke sei unserm dir, Bater, als dein Kind; Gott in Ewigkeit! Der bitte, wollst mir Gnade zeige seinen Knechten seine geben, dich aus aller mei- Werke, daß sie leben in ner Macht zu umfangen jener Zeit. Tag und Nacht, hier in meinem ganzen Leben, bis Mel. Mach's mit mir, ich dich nach dieser Zeit Gott, nach deiner Güt. lob' und lieb' in Ewigkeit. 604. Tritt hin, Gerhardt. o Seel, und In eigener Melodie. dank dem Herrn für 603. Triumph, Tri- seine tausend Gaben, mit umph! Des denten er dich frei und Herrn Gesalbter fieget, all gern geziert hat und ers thr Gesalbten, freuet euch. haben. Dank ihm jetzt Triumph, Triumph! Der und zu aller Zeit dafür alte Drach erlieget, es ist mit tausend Innigkeit. zerstört des Teufels Reich. 2. Er hat aus nichts 2. Die starken Sera- dich hergebracht, zu seiphinen fliegen, eilig zu nem Bild formieret; zu richten aus des Herrn Ge- seinem Gleichnis dich gebot, einer der ruft zum an- macht, und stattlich ausdern: Heilig, heilig, hei- staffieret. Dank ihm zc. lig ist der Herr Zebaoth! 3. Er hat gar seines 3. Das ganze Land, wie Herzens Blut für deine Gott zuvor verheißen, ist Schuld vergossen, und dich nun mit Gottes Ehr er- von Banden und der Glut füllt; kein Feind kann der Höllen losgeschlossen. Zion hinfort mehr zerrei- Dank ihm zc. fen, Gott selbst ist in ihr Sonn und Schild. 4. Drauf hat er dich zum Kind und Sohn als Ba Dom Lobe Gottes insgemein. 521 Vater angenommen, und für dich gemacht mit alwill, daß du auf seinen len seinen Schäßen; er Thron sollst ewger Erbe wart mit seiner Lust uud kommen. Dank ihm zc. Pracht vor alln dich zu ergötzen. Dank ihm zc. 5. Für dich hat er die ganze Welt erschaffen und erbauet; für dich ist sie so wohl bestellt, und was man drinnen schauet. Dank ihm zc. 13. Ach, ach ist das nicht große Gunst, nicht große Huld und Güte, die dir schon jetzt erzeigt umsonst das göttliche Gemute? Dank ihm zc. 6. Dir dientet alle Kreatur, vor dir muß alls sich 14. Und was noch mehr, neigen; botmäßig muß er sieht nicht an, willfi fich die Natur des Glan- du nur Gnade finden, die jes dir erzeigen. Dank Schmach, die du ihm anihm zc. gethan mit tausendfachen 7. Dir trägt die Erde Sünden. Dank ihm zc. Brot und Wein und 15. Er giebt sogar fich Arzenei für Schmerzen; dir hegt sie Tiere groß und klein, dir Gold in ihrem Herzen. Dank ihm zc. selbst für dich, er liebt dich wie sein Leben, und will sich endlich ewiglich die schenken und ergeben. 8. Dort läuft und strömt Drum dank ihm stets zu das Wasser dir, da stehet aller Zeit, o Seel, mit taues dir stille, bringt Perln, send Innigkeit. Joh.Angelus Koralln und andre Zier, und Fische dir die Fülle. Dank ihm zc. In eigener Melodie, oder: Herr, ich habe mißgehandelt, 9. Die Luft erquickt dich svåt und früh von außen 605. Unser Herrund von innen; die Vögscher, unser lein und das Federvieh König, unser allerhöchstes ergößen deine Sinnen. Gut, herrlich ist dein Dank ihm zc. großer Name, weil er 10. Dir fährt die Sonn Wunderthaten thut, lõbdes Tags herein auf ih- lich nah und auch von rem güldnen Wagen; dir fernen, von der Erd bis läßt der Mond mit seinem an die Sternen. Schein des Nachts herum 2. Wenig sind zu diesen fich tragen. Dank ihm zc. Zeiten, welche dich von 11. Zu deinen Dien- Herzengrund lieben, suften sind bereit die enge- chen und begehren: aus der lischen Scharen; sie wa- Saugelinge Mund hast du chen jetzt und allezeit, daß dir ein Lob bereitet, welfie nur dich bewahren. ches deine Macht ausDank ihm zc. breitet. 12. Der Himmel ist 3. Es ist leider zu beFlas 522 Dom Lobe Gottes insgemein. flagen, ja wem bricht das in der Wüstn mit Brot Herze nicht, wenn man sie- versorget. het so viel tausend fallen 4. Dabei wir sollen leran dem hellen Licht? Ach nen heut und morgen, daß wie sicher schläft der Sün- du willst unsern Leib und der! Ist es nicht ein gro- Seel versorgen. Bes Wunder? 5. Zu b'weisen deine 4. Unterdessen, Herr, hohen Wunderwerke, haft mein Herrscher, will ich du zerknirschet der Hethitreulich lieben dich; denn ter Stärke. ich weiß, du treuer Vater, 6. Dazu ein ewgen Bund daß du heimlich liebest mich. mit uns gemachet: wohl Zeuch mich kräftig von der dem, der mit dem Herzen Erden, daß mein Herz mag darauf achtet! himmlisch werden. 7. O Vater, deine Re5. Herr, dein Nam ist den find beständig, Gehoch gerühmet und in al- richte, Wahrheit, Werke ler Welt bekannt; wo die deiner Hände. warmen Sonnenstrahlen 8. Du sendest die Ernur erleuchten einig Land, lösung den Gefangnen, und da ruft Himmel, da ruft trågest weg den Raub mit Erbe: Hochgelobt Jehovah hohem Prangen. werde! 9. Teur, schrecklich, un6. Herr, mein Herr- vergånglich ist dein Name; scher, o wie herrlich ist wer den fürchtet, der wird dein Name meiner Seel; zur Weisheit kommen. drum ich auch vor deinen Augen singende mich dir 10. Lob und Ehr müsse dir, o Bater, werden in befehl'; gieb, daß deines Ewigkeit, auch hier auf Kindes Glieder sich dir dieser Erden. ganz ergeben wieder. Joachim Neander. Mel. Danket dem Her- 607. Wist und ge Mel. Christus, der uns felig macht. Wer ren, denn er ist sehr freundlich. sund, hebe sein Gemüte 606. Mas Lobes und erhöhe seinen Mund folln wir zudes Höchsten Güte. Laßt dir, o Bater, singen? Dein uns danken Tag und Nacht That kann keines Men- mit gesunden Liedern unschen Zung ausbringen. ferm Gott, der uns bedacht mit gesunden Gliedern. 2. Du hast uns wahre Siegel aufgedrücket, dabei wir deine Gunst und Gute schmecken. 2. Ein gesundes frisches Blut hat ein fröhlichs Leben; giebt uns Gott dies 3. Den bösen Pharao einge Gut, ist uns gnug im Meer erwürget, Israel gegeben hier in dieser armen Dom Lobe Gottes insgemein. 523 men Welt, da die schön-| lieber will ich fröhlich gehn sten Gaben und des güld- in geringem Kleide, als nen Himmels Zelt wir mit Leid und Aengsten stehn noch künftig haben. in der schönsten Seide. 3. War ich gleich wie 8. Sollt' ich stumm und Krisus reich, hatte Bar- sprachlos sein, oder lahm schaft liegen; wär' ich Ale- an Füßen; sollt' ich nicht gandern gleich an Triumph des Tages Schein sehen und Siegen: müßte gleich- und genießen; sollt' ich gewohl fiech und schwach ben spat und früh mit verPfühl und Betten drücken: schloßnen Ohren: würd' würd' auch mich im Un- ich wünschen, daß ich nie gemach all mein Gut er- war ein Mensch geboren. quicken? 9. Lebt' ich ohne Rat 4. Stünde gleich mein und Wik, war im Haupt ganzer Tisch voller Luft verwirret; hätte meiner und Freude; hätt' ich Wildbret, Wein und Fisch und die ganze Weide, die den Hals und Schmack ergößt: wozu würd' es nuken, wenn ich dennoch ausgesetzt müßt' in Schmerzen siken? Seelen Sik, mein Herz, sich verirret; wäre mir mein Mut und Sinn niemals guter Dinge; wär' es besser, daß ich hin, wo ich her bin, ginge. 10. Aber nun gebricht 5. Hätt' ich aller Ehren mir nichts an erzählten Pracht, säß im höchsten Stücken; ich erfreue mich Stande; wär' ich machtig des Lichts und der Sonaller Macht und ein Herr nenblicken; mein Gesichte im Lande; mein Leib aber sieht sich um, mein Gehåtte doch auf- und an- höre höret, wie der Vöggenommen der betrübten lein süße Stimm ihren Krankheit Foch: was hätt' Schöpfer ehret. ich für Frommen? 11. Hånd und Füße, 6. Ich erwähl' ein Stück- Herz und Geist sind bei lein Brot, das mir wohl guten Kräften; alle mein gedeihet, für des roten Vermögen fleußt und geht Goldes Kot, da man Ach in Geschäften, die mein bei schreiet. Schmeckt mir Herrscher hat gestellt hier Spets und Mahlzeit wohl, in meinem Bleiben, also und darf mein nicht scho- lang es ihm gefällt, in der nen, halt' ich ein Gericht- Welt zu treiben. lein Kohl höher als Melonen. 12. Ist es Tag, so mach und thu' ich, was mir gebühret; kommt die Nacht und süße Rub, die zum Schlafen führet, schlaf und ruh' ich unbewegt, bis die Sonne wieder mit dem 7. Samt und Pupur hilft mir nicht mein Elende tragen, wenn mich Hauptweh, Stein und Gicht und die Schwindsucht plagen; 524 Dom Lobe Gottes am Marien-, bellen Strahlen regt meine gefallen. Deine VaterAugenlider. Süte, hast du lassen trie13. Habe Dank, du milde fen, ob wir schon von dir Hand, die du aus dem wegliefen. Hilf uns noch, Throne deines Himmels stårk uns doch; laß die mir gesandt diese schöne Zunge singen, laß die Kron deiner Gnad und Stimme klingen. großen Huld, die ich all 2. Himmel, lobe prachmein Tage niemals hab' tig deines Schöpfers Thaum dich verschuldt, und ten, mehr als aller mendoch an mir trage. schen Staaten. Großes 14. Gieb, so lang ich Licht der Sonnen, schieße bei mir hab' ein lebendigs deine Strahlen, die das Hauchen, daß ich solche große Rund bemalen; loteure Gab auch wohl möge begern, Mond und Stern, brauchen. Hilf, daß mein sei bereit zu ehren einen gesunder Mund und er- solchen Herren. freute Sinnen dir zu aller Zeit und Stund alles Liebs beginnen. 15. Halte mich bei Stårk und Kraft, wenn ich nun alt werde, bis mein Stündlein hin mich rafft in das Grab und Erde; gieb mir meine Lebenszeit ohne sonderm Leide, und dort in der Ewigkeit die vollkommne Freude. Paul Gerhardt. 3. O du meine Seele, finge fröhlich, finge, finge deine Glaubenslieder; was den Odem holet, jauchze, preise, klinge; wirf dich in den Staub darnieder. Er ist Gott Zebaoth, er ist nur zu loben hier und ewig droben. 4. Hallelujah bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet; Hallelujah singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergiebet. O underba- wohl dir, glaube mir; endnig, Herrscher allen, laß dir rer Kd- lich wirst dn droben ohne von uns Sünd ihn loben. unser Lob Joachim Neander. b) Vom Lobe Gottes am Marien-, Johannis- und MichaelisFeste. In eigener Melodie. 608. In eigener Melodie. 2. Denn er hat die Nie609. Meine Seele drigkeit seiner Magd anerhebet gesehen; siehe, von nun den Herrn und mein Geist an werden mich selig preifreuet fich Gottes, meines sen alle Kindeskind. Speilandes. 3. Denn er hat große DIX Johannis- und Michaelis- Feste. 525 4. da mächtig ist und des Na- tete von unsern Feinden me heilig ist. und von der Hand aller, die uns hassen. 4. Und seine Barmhergigkeit währet immer für 5. Und die Barmherzigund für bei denen, die ihn keit erzeigete unsern Våfürchten. tern, und gedachte an sei5. Er übet Gewalt mit nen heiligen Bund, seinem Arm und zerstreuet, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. 6. Er stößet die Gewaligen vom Stuhl, und erbebet die Niedrigen. 7. Die Hungrigen füllet er mit Gütern, und läffet die Reichen leer. 8. Er denket der Barmberzigkeit, und hilft auf seinem Diener Israel. 9. Wie er geredet hat unsern Vätern, Abraham und seinem Samen ewiglich. 10. Lob und Preis sei Gott dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste. 11. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zn Ewigkeit, Amen. Luc. I, 46-55. Mel. Meine Seele erhebet den Herrn. 2. Und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils in dem Hause seines Dieners David. 6. Und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben; 7. Daß wir, erlöset aus der Hand unsrer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Leben lang, 8. In Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist." 12. Auf daß er erscheine denen, die da siten in 610. Celobet fei der Finsternis und Schattent Herr, der des Todes, und richte Gott Israel, denn er hat unsre Füße auf den Weg besucht und erlöset sein des Friedens. Volk. 13. Lob und Preis set Gott dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste. 3. Als er vor Zeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten: 9. Und du Kindlein wirst ein Prophet des Höchsten heißen; du wirst vor dem Herren hergehen, daß du seinen Weg bereitest, 10. Und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Sünden; 11. Durch die herzliche Barmherzigkeit unsers Gottes, durch welche uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe. 14. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. 8 uc. 1, 68-79. 526 Dom Lobe Gottes am Marien-, 611. Gewonnent ge 612. oben alle In eigener Melodie. In eigener Melodie. Gott, dich err der Satanas lieget, die hölli- wir, und sollen billig danschen Geister sind alle be- ken dir für dein Geschöpf fieget: erfreue dich, Him- der Engel schön, die um mel, erfreue dich, Welt, dich schwebn in deinem der Satanas lieget, wir Chron. haben das Feld. 2. Sie glänzen hell und 2. Der unsere gläubigen leuchten klar, und sehen Brüder verklaget, ist jeho dich ganz offenbar; dein vom Hause des Himmels Stimm sie hören allezeit, geiaget, die höllische Grube und find voll göttlicher des Kerkers steht bloß, die Weisheit. armen gefangenen Sklaven gehn los. 3. Sie feiern auch und schlafen nicht, ihr Fleiß ist 3. Die Pforten der Höl- gar dahin gericht, daß sie, len sind niedergerissen, die Herr Christe, um dich sein, Stricke des Jägers sind und um dein armes Haualle zerriffen. Der andere felein. mannigfalt liftig berückt, ist selber anießo mit Ketten bestrickt. 4. Der alte Drach und böse Feind vor Neid, Haß und vor Zorne brennt; sein 4. Der Starke hat heute Datum stehet alles drauf, den Stärkern gefühlet, und wie er zertrenne deinen seine vermeinete Beute ver- Hauf. spielet. Heil, Kräfte, Reich, 5. Und wie er vor hat Ehre und herrliche Macht bracht in Not die Welt, ist alles in unserem Hei- führt er sie noch in Tod; land gebracht. Kirch, Wort, Geset, all Ehrbarkeit zu tilgen ist er stets bereit. 5. Sei, Michael, daß du den Drachen bezwungen, mit ewigem Rühmen und 6. Darum kein Raft noch Danken besungen; sei, daß Ruh er hat, brüllt wie ein du dem Teufel die Hölle Low, tracht früh und spat, zerstört, mit stetigem Prei- legt Garn und Strick, sen und Loben geehrt. braucht falsche List, daß er 6. Gewonnen, gewon- verderb', was chriftlich ist. nen, der Satanas lieget, 7. Indessen wacht der die höllischen Geister sind Engel Schar, die Chrialle besieget: erfreue dich, sto folgen immerdar, und Himmel, erfreue dich, Welt, schützen deine Christenheit, der Satanas lieget, wir ha- wehren des Teufels Listigben das Feld. feit. Joh. Barthol. Meyer. 8. An Daniel wir lernen das, da er unter den Lbwen Johannis- und Michaelis- Fefte. 527 3. Was ist der Mensch allhier auf Erd, den du so wohl bedenfest, und 9. Dermaßen auch des achtest ihn so hoch und Feners Glut verschont und wert, daß du ihm dazu feinen Schaden thut den schenkest mit andren auch Knaben in der heißen noch diese Gnad, daß er Flamm: der Engel ihn'n die Himmelsgeister hat zu zu Hülfe kam. seinem Schuße stehen. 10. Also schützt Gott 4. Herr, diese große noch heut zu Tag vorm Freundlichkeit und sonderUebel und vor mancher bare Güte erheischet von Plag uns durch die lieben uns allezeit ein dankbares Engelein, die uns zu Wach- Gemüte; darum, o Gott, tern geben ſein. so rühmen wir die große 11. Darum wir billig Lieb, und danken dir für loben dich, und danken dir, solche hohe Wohlthat. Gott, ewiglich, wie auch 5. Es ist der starken Helder lieben Engel Schardich den Kraft gestanden uns preiset heut und immerdar. zur Seiten, sonst wären wen saß; desgleichen auch dem frommen Lot der Engel half aus aller Not. 12. Und bitten dich, wollt wir schon hingerafft zu dieallezeit dieselben heißen sein sen bösen Zeiten: die Kirbereit, zu schüßen deine che und die Polizei, ein kleine Herd, so hält dein ieder auch, für sich dabei, göttlich Wort im Wert. ist gnädiglich erhalten. Paul Eber. 6. Ach Herr, laß uns durch deine Gnad in deiner Furcht verbleiben, und ja nicht selbst durch lebelthat Gott, der die Engel von uns treiben; Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 613. jensgrund die Menschen- lig sein, demütig und ohn finder liebest, und uns zu Heuchelschein dem Nachaller Zeit und Stund viel sten gerne dienen. Gutes reichlichst giebest; 7. Gieb auch, daß wir wir danken dir, daß deine der Engel Amt ausrichten Treu bei uns ist alle Mor- dir zu Ehren, und deine gen neu in unserm ganzen Wunder allesamt ausbreiLeben. ten und vermehren, die 2. Wir preisen dich in- du uns in der ganzen sonderheit, daß du die En- Welt und deinem Wort gelscharen zu deinem Lobe haft vorgestellt voll Weishaft bereit, auch uns mit zu heit, Macht und Güte. bewahren, daß unser Fuß 8. Und wie du durch die an keinem Stein, wenn wir Engel haft aus Not uns auf unsern Wegen sein, oft geführet, so daß uns sich stoße und verleße. manche schwere Last und Pla 528 Dom Lobe Gottes am Marien-, etc. Plage nicht berühret, 10 Welt, fie sei gereinigt thu es ferner noch hin worden, weil sie sich eingefort, befiehl, daß sie an stellt nach Gottes Willn allem Ort um uns sich und Orden; sie bleibt bei ftets berlagern. ihrem Wahn, und wer ihr 9. Laß deine Kirch und anders sagt, ist auf der unser Land der Engel Irrtumsbahn: ach das Schuß empfinden, daß sei Gott geklagt! Fried und Heil in allem 4. Wie ist die ReiniStand ein jeder möge fin- gung doch viel ein ander den. Laß sie des Teufels Wesen und die ErneueMord und List, und was rung! Es muß, wer fie sein Reich und Anhang erlesen, stets kämpfen. ist, durch deine Kraft zer- Ach wie viel findt da stören. ein Gotteskind zu bessern, weil ohn Ziel der Sünden Mångel find. 10. Zuletzt laß sie an unserm End hinweg den Satan jagen, und unsre 5. Das Herz ist eine Seel in deine Hånd, in Quell, aus welcher nichtes Abrahams Schoß tragen, fließet als Bosheit, die sich da alles Heer dein Lob schnell in Wort und Werk erklingt, und Heilig, hei- ergießet. Wer nicht die lig, heilig fingt ohn eini- Quelle leert, und stopft den ges Aufhören. Brunnen zu, wird nimmer recht bekehrt, und kommt niemals zur Ruh. 6. Es fehlt an Mitteln nicht, Gott hat sie gnug 614. Wie wird doch so gering gegeben, wenn man nur will nach Pflicht des Hers die Reinigung im Herzen ren Wort nachleben; algehalten, als ein Ding, lein, es will die Welt nicht damit sich lasse scherzen; an die Kreuzigung, und es meint die eitle Welt, sie weil das Kreuz mißfällt, sei gereinigt schon, wenn folgt keine Besserung. fie einst niederfällt zum 7. Es kann des Herren Schein vor Gottes Thron. Aug der Schlangen Gift 2. Wenn zur gewohnten nicht leiden; es fiehet, was Zeit man will zum Nacht- nicht taug', drum muß man mahl gehen, so macht man alles meiden, auch den ge= sich bereit mit Beten und ringsten Schein. Es muß mit Flehen, bis daß das durch Jesu Blut das Werk vorbei; drauf fångt Herze werden rein, dann man wieder an zu sündi- ist der Wandel gut. gent aufs neu, wenn, wie und wo man kann. Mel. O Gott, du frommer Gott, 8. Herr Jesu, der du mich dies haft erkennen lass 3. Indessen meint die sen, gieb, daß ich für und für Dom Lobe Gottes des Morgens. 529 für mög' alle Sünden has ich die Heiligung durch sen, und in der Reinigung deine Kraft vollend'. zunehmen bis ans End, bis Laurentius Laurenti. c) Vom Lobe Gottes des Morgens. Met. Befiehl du deine Wege. 5. Verzeihe mir die Sünde, die ich bisher ver615. Auf, auf, mein übt, und die ich jetzt empfinGeist, zum Loben, auf, auf, und werd erhitzt; bedenke, wie von oben der Höchste dich beschüßt. Hätt' er dir nicht die Wache der Engel zuge- 6. Send auch auf meischickt, so hätte dich der nen Wegen mir deinen Drache im tiefen Schlaf Engel zu, und sprich du erstickt. felbft den Segen zu allem, was ich thu'. Herr, sende du mir Kräfte von deiner de, wie sie mein Herz betrübt. Berzeihe mir, und dämpfe all üppige Begier, mit der ich täglich kämpfe. D Herr, verzeihe mir. 2. Dir, dir und deiner Gute, dir, dir, mein Gott, allein, dir, dir soll mein Himmelshöh, auf daß all Gemüte von Herzen dank- mein Geschäfte gewünscht bar sein; dir, dir, der du von Statten geh'. mein Leben haft bis daher 7. Gieb mir vor allen erlångt, und täglich auch Dingen getroffen Mut daneben viel Wohlthat und Geist, dies freudig zu eingeschenkt. vollbringen, was mein Beruf mich heißt. Laß mich in guten Tagen nicht übermutig sein, und laß mich auch nicht zagen, dringt gleich ein Kreuz herein. 8. Hilf, daß in meinem Stande ich thu', was dir gefällt: auch laß mich nicht in Schande geraten vor 4. Nur weg mit Horn der Welt. Richt, Herr, und Klauen, ich opfre Herz mein ganzes Leben nach und Brust; ein findliches deinem Willen ein; lag Vertrauen, das, das ist auch mein Haus daneben deine Lust; das, das laß von dir gesegnet sein. dir gefallen; wie schlecht 9. Gieb, daß im Kreuz es immer scheint, so ist und Glücke ich stets so ledennoch vor allen dies ben mag, daß ich all AuOpfer gut gemeint. genblicke denk' an den leß23 tent 3. Du Herr der Himmelszelten, wie soll ich nach Gebühr, wie soll ich dir vergelten, was du gethan an mir? Ich bin zwar zu geringe, doch nimm dies Opfer hin, nimm hin, was ich dir bringe, ein dir ergebnen Sinn. 530 Dom Lobe Gottes ten Tag; und wenn der meiner Seelen Heil und wird einbrechen, so gieb, Schuß, und meines Nächdaß ich erfreut von Herzen sten Dienst und Ruh. könne sprechen: Komm, Herr, ich bin bereit. Johann Franc. 5. Behüte mich vor alle dem, was Leib und Seele krånket; hingegen gieb, was angenehm, was deinen Segen schenket. Wend ab Gefahr und Not, Krieg, 616. Auf, Seel, Hunger, Feuer, Tod; und danke schickst du mir aber Kreuz deinem Herrn aus reinem mit zu, so gieb Geduld, Herzensgrunde. Das helle Trost, Hülf und Ruh. Licht vertreibt die Stern' 6. Ich will gern alles in dieser Morgenstunde. nehmen an zu Lieb und Die Sonn entdecket dir auch zu Leide, weil deine der Güte Gottes Zier, Hand es ändern kann, und die sich zu Gottes Kin- wenden Leid in Frende. der Schau bespiegelt in Dein Herz, auf mich ge= dem Morgentau. richt, kann mich verlassen 2. Sprich: Gott, ich bin nicht; denn wer im Glaunicht gnug dazu, die Gnade ben kommt zu dir, der ist zu erzählen, die du durch gesegnet für und für. fichre Leibesruh erzeigt haft 7. Nur dir sei alles heimmeiner Seelen. Ich kann gestellt, Seel, Leib, Stand, nicht zeigen an, was du Gut und Leben. Mach mir Guts gethan nebst alles so, wie dir's gefällt, andern, die auch trauen dir hab' ich es ergeben. dir, und eines Glaubens Bewahre Stadt und Land, sind mit mir. Lehr-, Wehr- und auch 3. Nun, meiner Seelen Nährstand; erhalte Wort Hülf und Schuß, ich rüh- und Sakrament, gieb ein me deine Treue, die dei- vernünftig selig End. nen Kindern kommt zu 8. Mein Herr und Gott, Nuß, die alle Morgen dich laff ich nicht, dir lieg' neue. Ich dank' herzinnig- ich hier zu Füßen, bis mic lich, daß du so gnädig dein Mund den Segen mich und auch die Mei- spricht, der alles kann nen diese Nacht durch dei- durchsüßen, wenn mich nen Engel haft bewacht. dein Himmel trånkt, und 4. Gieb, liebster Gott, mir viel Guts einschenkt, daß ferner auch ich heute wenn mich dein süßer chriftlich wandle, und mei- Gnadengeist aus meines ner Pflicht also gebrauch', Jesu Wunden speist. daß, was ich thu' und hand9. Hierauf nehm' ich mit le, gereiche mehr und mehr Freuden an, was mir ist zu deines Namens Ehr, zu anbefohlen; dein Geist mich führ Mel. Der lieben Sonnen Licht und Pracht. des Morgens. 531 ter mein: ach laß dein Herz offen sein. 6. Laß mich deinen Geist regieren, daß ich möge mit Verstand mein Beruf und Nahrung führen; leite mich bei deiner Hand; führe meine Tritt' und Schritt', teile mir den Segen mit. 7. Was ich rede, thu' und denke, böchster Gott, zur Ehre dein und zu meiner Wohlfahrt lenke; laß dir auch befohlen sein meine Freunde überall, und die Feind in großer Zahl. 8. Endlich, wenn ich soll abscheiden durch den Tod 2. Sprich: Mein Gott, aus dieser Welt, so gieb, sei hoch gepriesen, hoch daß ich's thu' mit Freuden; gepriesen ewiglich, daß du komm' ich doch ins Himhaft den Höllenriesen ab- melszelt, da mir schon getrieben väterlich, daß er mein Jesus hat zubereinicht in dieser Nacht seine tet Raum und Statt. Macht an mir vollbracht. 3. Durch dich, Herr, In eigener Melodie. bin ich genesen, du, du bist 618. Aus meines der Hüter mein und mein Herzens führ auf ebner Bahn, bis du mich wirst einholen ins schöne Paradeis, zu deinem Lob und Preis: so wird der Tag in Gott vollbracht, Anfang und Ende gut gemacht. Chrift. Scriver. Mel. Gott des Himmels und der Erden. 617. Auf und finge, meine Seele, auf und lobe deinen Gott; laß die Sorgen in der Höhle ganz vergraben sein und tot; auf, erhebe deinen Sinn zu den höchften Wolken hin. starker Schutz gewesen, daß Grunde sag' ich dir Lob der Leib ohn Angst und und Dank in dieser MorPein frisch und munter genstunde, dazu mein Lefteht allhier, Gott, mein ben lang, o Gott, in deiGott, das kommt von dir. nem Thron, die zu Lob, 4. Sollte dich zum Zorn Preis und Ehren, durch bewegen meine Schuld der Christum, unsern Herren, Sünden groß, ach so scho- dein eingebornen Sohn. ne, laß sich legen deinen 2. Daß du mich aus Grimm, und sprich mich Genaden in der verganglos; hier ist Jesus, dem nen Nacht vor G'fahr du haft aufgebürdet meine Last. und allem Schaden behütet und bewacht. Ich bitt' demütiglich: wollt mir mein Sund vergeben, womit in diesem Leben ich hab' erzürnet dich. 5. Weil ich auch ohn dich nicht leben, noch recht christlich wandeln kann, du allein, du mußt mir's geben, drum ſo ruf ich sehnlich 3. Du wolleft auch bean dich, den liebsten Ba- hüten mich gnädig diesen 23* Tag 532 Vom Lobe Gottes Tag vors Teufels Lift und Buten, vor Sünden und Mel. Christus, der uns felig macht. vor Schmach, vor Feur und Wasſersnot, vor Ar- 619. Chrifte, wahmut und vor Schanden, Seevor Ketten und vor Ban- lenlicht, deiner Christen den, vor bösem schnellem Sonne, o du klares AnTod. gesicht, der Betrübten 4. Mein Seel, mein Wonne, deiner Güte Leib, mein Leben, mein Lieblichkeit ist neu alle Ehr und Gut bewahr; Morgen; in dir bin ich in deine Hand ich's gebe recht erfreut, darf nicht jepund und immerdar als übrig sorgen. dein Geschenk und Gab; 2. Wecke mich vom mein Obern und Ver- Sündenschlaf, der du bist wandten, mein Freunde das Leben; neues Leben in und Bekannten, und alles, was ich hab'. mir schaff; denn hast du gegeben dieser Welt das Sonnenlicht, welches all erfreuet, wirst du mich ja 5. Dein Engel laß auch bleiben und weichen nicht von mir, den Satan zu lassen nicht täglich unervertreiben, auf daß der neuet. bbs Feind hier in diesem 3. Ohne Licht sieht man Jammerthal sein Tuck an kein Licht, ohne Gottes mir nicht übe, Leib und Leuchten sieht kein MenSeel nicht betrübe, und sche Christum nicht, der bring' mich nicht zu Fall, uns muß befeuchten mit 6. Gott will ich lassen dem hellen Himmelstau raten, der alle Ding ver- seiner süßen Lehre; drum, mag; er segne meine Tha- Herr Christe, auf mich ten, mein Bornehmen und schau, und dich zu mir kehre. Sach; denn ich's ihm 4. Kehre zu mir deine beimgestellt; mein Leib, Gut, freundlich mich anmein Seel, mein Leben blicke, daß mein innerstes sei Gott dem Herrn er- Gemüt sich in dir ergeben: er mach's, wie's quicke, und die süße Himihm gefällt. melsluft mit Begierde schmecke; sonsten sei mir nichts bewußt, so da Freud erwecke. 7. Darauf so sprech' ich Amen, und zweifle nicht daran, Gott wird es alls zusammen ihm wohlge- 5. Laß ia ferne von fallen lan; drauf firect' mir sein Hoffart, Augenich aus mein Hand, greif weide; Fleischestust und an das Werk mit Freu- Augenschein, Jesu, mir den, dazu mich Gott be- verleide, damit sich die scheiden in mein'm Beruf Welt ergött zu ihrmSelbsts und Stand. Joh. Mathefius Verderben; denn was sie des Morgens. 533 fürs beste schäßt, machet barkeit lieben und Fleiß ewig sterben. drauf wenden als rechte Christenleut'. 6. Nun so bleibe stets mein Licht, Jesu, meine 5. Gieb mildiglich dein Freude, bis der frohe Tag Segen, daß wir nach dein'm anbricht, da nach allem Geheiß wandeln auf guten Leide ich in weißer Klei- Wegen, und thun das Amt derpracht werde freudig mit Fleiß; daß ein jeder springen, und, daß Gott sein Netze auswerf', und es wohlgemacht, ohn Auf- auf dein Wort sein Trost hören fingen. mit Petro sebze, so geht die Arbeit fort. Christoph Prätorius. Mel. Sefiehl du deine Wege. 6. Was dir gereicht zu Ehren und der Gemein 620. Dank sei Gott zu Nuh, das will der Sa in der Höhe tan wehren mit Lift und zu dieser Morgenstund, großem Truh; doch kann durch den ich wiedr auf- er nichts vollbringen, weil stehe vom Schlaf frisch du, Herr Jesu Chrift, und gesund. Mich hatte herrschest in allen Dingen, war gebunden mit Fin- und unser Beistand ist. fternis die Nacht: ich hab' fie überwunden durch Gott, der mich bewacht. 2. Wiedrum thu' ich dich bitten, o Schußherr Israel, 7. Wir sind die zarten Reben, der Weinstock selbst bist du, daran wir wachsn und leben, und bringen Frucht dazu. Hilf, daß du wollst treulich behüten wir an dir bleiben, und den Tag mein Leib und wachsen immermehr, dein Seel. All christlich Obrig- guter Geist uns treibe zu keiten, unser Schul und Werken deiner Ehr. Gemein in diesen bösen Zeiten laß dir befohlen sein. Johann Mühlmann. 3. Erhalt uns durch dein' Mel. Gute bei g'sunder reiner Lehr, vor Keßerei behüte, 621. Dott! Die walt streit für dein Wort und Freu dich sehr, o meine Seele. Ehr, daß wir mit unserm Morgenröte treibet weg die Samen immer in einem schwarze Nacht, und der Geist sprechen: Des Her- Tag rückt an die Stätte, ren Namen sei groß und der da alles munter macht. hoch gepreist! Drum so muntre ich mich auf, und mein Herz ges denket drauf, wie ich dir, mein Gott, Lob bringe, und den Morgensegen finge. 4. Dem Leibe gieb darneben Nahrung und guten Fried, ein g'sund und mäßig Seben, dazu ein fröhlich Gemüt, daß wir in allen Ständen Tugend und Ehr- 2. Loben doch bald mit dem 534 Vom Lobe Gottes dem Morgen dich die klei- 7. Würd' etwa ich heute nen Vögelein; eh fie für sehen allerhand Gelegendas Futter sorgen, muß es heit, Sünd und Laster zu erst gesungen sein. Sollt' begehen, so gieb, daß ich ein dummes Tierlein nun solche meid'. Reizer mich mir hierin zuvor es thun? mein Fleisch und Blut, Nein, das Singen, Loben, zeigt die Welt mir Ehr Beten hab' ich mehr als und Gut, so laß mich zu fie vonnöten. nichts verführen, das mir würde nicht gebühren. 3. Wenn ich könnte übersehen, was all für Gefährlichkeit ich gehabt hab' auszustehen meine ganze Lebenszeit; ja, was noch für Ungelick, alle Stund und Augenblick, und so lang ich werde leben, über mei- gieb dazu Rat, That und nem Haupte schweben: 8. Wenn ich aber was vornehme, draus zuvörderst deine Ehr und des nächsten Nußen fåme, oder sonsten rühmlich wär', so befördre solches Werk, Stark. All mein Arbeit 4. Ach so würde ich er- muß gedeihen, wenn du, kennen, was für große Herr, wirst Hülf verleihen. Butigkeit du den Men- 9. Von mir selbst bin schen pflegst zu gönnen, ich untüchtig, zu befördern was auch für Barmher- meine Sach; die Begiergigkeit du an mir thust den sind nicht richtig, der für und für, weil du so Berstand ist viel zu schwach; vielfältig mir Hülfe sen- schwach ist meiner Seelen deft in Genaden, wenn ich Kraft, und der Leib oft in Gefahr geraten. mangelhaft; meine Wege auch gefährlich, die Verrichtung oft beschwerlich. 5. Drum so sei all mein Vermügen dich zu loben dran gestreckt. Mein Ge- 10. Drum, Herr, all bet laß vor dir tügen, wie mein Thun und lassen sei ein Opfer angesteckt; und dir alles heimgestellt; führe verleih, daß dieser Tag mir mich auf rechter Straßen, auch glücklich werden mag. mach es, wie es dir ge= Uch daß ich ihn doch mit fällt; segne den geringen Liebe und in deiner Furcht Fleiß, lehre mich, was ich vertriebe! nicht weiß; jeige mir, was 6. Gieb, daß ich mag ich nicht sehe, leite mich, recht erwägen, was erfor- wo ich hin gehe. dert meine Pflicht; was 11. Wird ein Fall mich derselben läuft entgegen, übereilen, ach so bilf mir laß mich ja beginnen nicht. wieder auf. Schüße mich Meine Sinnen und Ver- vor Satans Pfeilen, und stand richte, Herr, nach all meiner Feinde Hauf. deiner Hand, daß ich recht Kommt ein Unglück vor mein Amt verwalte, rein die Thür, steht mir was Gewissen stets behalte. Ge des Morgens. 535 Gefährlichs für, laß mich deine Hülf empfinden, rit- Mel. Herr Jesu Chrift, dich zu uns wend. terlich zu überwinden. 12. Willst du mir ein 622. Dater und as walt Gott Kreuz uschicken, mach es, daß ich's kann ausstehn; Gott Sohn, Gott beilger will es mir nicht allzeit Geift ins Himmels Chron. glücken und nach meinem Man dankt dir, eh die Willen gehn, so ist's mei- Sonn aufgeht, wenn's ner Sünden Schuld, doch Licht anbricht, man vor gieb Hoffnung und Ge- dir sieht. duld: alles Unglück kannst du wenden, und mir wieder Glück zusenden. 2. Drum beug' ich diesen Morgen früh in rechter Andacht meine Knie; und 13. Wird mir etwas ruf zu dir mit heller aufgedichtet, oder sonst Stimm; dein' Ohren neig, geredet nach, dir, Herr, mein' Red vernimm. der da alles richtet, ich 3. Ich rühm' von Herbefehle meine Sach. Laß zen deine Güt, weil du mich meiden nur die mich gnädig haft behut, That, so wird wohl der daß ich nun hab' die finstre Lügen Rat, und ein gut Nacht in Ruh und Frieden Gewissen machet, daß zugebracht. man der Verleumdung tachet. 4. Ich schlief, und wußt nicht, wie mir wär', so schlich der Teufel um mich her; den hat, Herr, deine Macht vertriebn, daß ich vor ihm in Rub gebliebn. 5. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, nimm mich auch diesen Tag in Hut; laß heut dein' liesien Engelein mein' Wachter und Gefährten sein. 15. Hierauf will ich 6. Dein Geist mein Leib nach Vermögen meine Ar- und Seel regier', und mich beit fangen an; du, Gott mit schönen Gaben zier'; Vater, wirst es fügen, er führ mich heut auf daß es wohl geraten kann. rechter Bahn, daß ich was Jesu Christe, segne du, Guts vollbringen kann. heilger Geist, sprich ja da- 7. Gieb, daß ich meine zu. Herr, in deinem gro- Werk und Pflicht mit Freußen Namen sei mein End den diesen Tag verricht zu und Anfang. Amen. deinem Lob und meinem Nuß, und meinem NächBen thue Guts. Martin Grünwald. 8. Hilf 14. Willst du mich denn etwa heute legen auf das Krankenbett, so gieb, daß ich mich beizeite schicke zu der Ruhestätt. Hebe, trag und warte mich; soll ich fort, so wollst du mich ja vor schnellem Tod bewahren, und in Frieden lassen fahren. 536 Vom Lobe Gottes 8. Hilf, daß ich zu re- Schalle für dein' Wohlgieren wijf mein' Augen, thaten alle früh und spat. Ohren, Händ' und Füß, für und für. mein' Lippen, Mund und 4. Auch sonderlich sag ganzen Leib; all böf Be- ich dir Dank mit diesem gterden von mir treib. G'sang, daß du mich gnå9. Bewahr mein Herz diglich aus lauter Gnad vor Sünd und Schand, und Güte hast diese Nacht daß ich vom Uebel abge- behütet durch dein Eng'l wandt, mein Seel mit sicherlich. Sünden nicht beschwer', 5. Und bitte dich, du und mein Gewissen nicht wollst hinfort, ach Gott versehr. mein Hort, ferner gend10. Behut mich heut diglich mich diesen Tag beund allezeit vor Schaden, hüten vors Teufels Macht Schand und Herzeleid. und Wüten und Lift tauTritt zwischen mich und sendfältig. meine Feind', so sichtbar 6. Durch deine Gnad und unsichtbar seind. bewahr mir, Herr, Leib, 11. Mein Aus- und Ein- Seel und Ehr, vergieb die gang heut bewahr, daß mir Missethat. Vor Gefahr, fein lebel widerfahr'; be- Sünd und Schande, ju hút mich vor ein'm schnel- Wasser und zu Lande, belen Tod, und hilf mir, wo hut mich früh und spat mir Hülf ist not. Martin Behm. 7. All Tritt und Schritt, in Gottes Nam; was ich fang' an, teil mir dein Hülfe mit, und komm mir In eigener Melodie. 623. as Gott, Vater Heil und Segen; kein Bitt Sohn und heiliger Geist, versag mir nicht. der mich erschaffen hat, 8. All mein Arbeit, mir Leib und Seel ge- in Gottes Nam; was ich geben, im Mutterleib das fang' an, gereich zur NußLeben gesund ohn allen barkeit. Mein Leib, mein Schad. Seel, mein Leben, welchs 2. O treuer Gott, der du mir hast gegeben, lob' du dein Sohn aus Him- dich in mels- Thron für uns gegebn in Tod, der für uns ist gestorben, das Himmel- Mel. reich erworben mit seinem teuren Blut. Ewigkeit. Bafilius Förtsch. Erschienen ist der herrlich Tag. 624. Der Tag bricht 3. Dafür ich dir aus an und zeiHerzensgrund mit Zung get sich: drum, meine Seeund Mund lobsinge mit le, geh in dich, wie du ge Begler, und danke dir mit schlafen diese Nacht, ob ( mis? du des Morgens. 537 da auch oft an Gott ge- was ich im Sinn führ, dacht, wenn du erwacht? gefalle dir. 2. Denn Gott sieht ins Verborgne hin, prüft auch im Schlafen Herz und Sinn. Er eifert, wenn du nicht zuerst ihm, wenn du fort von mir kein Fluch aus dem Schlaf auffährst, noch falsches Wort nicht den Dienst gewährst. werd' erhört. 9. Ich opfre dir die Zung und Mund, und mache mit dir diesen Bund, daß heute diesen Tag und 3. Drum walt's Gott Bater, der im Geist durch 10. Die Werke, was ich laff und thu', ergeb' ich Chriftum mich stets beten dir, regier fie du zu deiheißt. Dir will ich Opfer ner Ehr, des Nächsten bringen, eh ich zum Be- Buk, des Vaterlandes ruf und Arbeit geh', wenn Trost und Schuß, der ich auffleh. Bdsen Truß. 4. Was soll ich aber 11. Daß ich, dir ganz opfern dir? Ist doch vor geopfert auf, heut und alles dein an mir; ja, den ganzen Lebenslauf, des eben das ist mein Ge- Fleisches sündliche Begier winn, wenn, weil ich verleugne, ganz absterbe mich ganz schuldig bin, mir, und lebe dir. dir gebe hin. 5. Ich gebe dir die Seele bin, ach richte dein Reich auf darin, daß sie mit Tugend angesteckt, der Glaub und Gottesfurcht erweckt, bleib' unbefleckt. 12. Sei du stets bei mir und in mir, mit deinem heilgen Geist mich führ; durch deiner lieben Engel Schar vor allem Schaden und Gefahr mich heut bewahr. 6. Ich geb' und opfre 13. Verleih der Nahdir mein Herz, ach nimm's rung und Gewerb Gedeiund zeuch's in Lieb auf ben, Segen, ohn Verderb, warts, daß ich mich fiets daß alles dir zu Lob und im Geist erheb', an dem, Dank, was ich in dem was irdisch ist, nicht kleb', Beruf anfang', gut End nach Gott nur streb'. erlang'. 7. Ich opfte dir ganz 14. Auf daß ich ehrbar meinen Willn, laß mich und in Nuh mein Leben auch deinen Willn erfülln, möge bringen zu, die Ledaß in geduldigem Gelaß bensnotdurft mir bescher; ich Gutes thu', das Böse daß Armut nicht mein laff', und Sünde hass'. Her beschwer', mich ehr8. Sinn und Verstand, lich nähr. und was ich denk', ich dir 15. Ein fröhlich Herz, zum Morgenopfer schenk'; gesunden Leib gieb mir, bilf, daß kein böser An- den Freunden, Kind und schlag mir einkomm', und Weib; gieb, daß ich den Feind 23** 538 Dom Lobe Gottes Feind überwind' mitSanft-) in großer Schar, der alles mut, und Gehorsam find' regieret. bei dem Gesind. 3. Die Hähn' und Vd16. Erhalt auch unser gel mancherlei loben Gott Baterland in guter Rub mit ihrem Geschrei, der und Friedensstand; wend sie speist und kleidet. ab Aufruhr, Brand, Krieg 4. Der Himmel, die und Streit, Pest, Hunger, Erd und das Meer geben Kummer, teure Zeit und dem Herren Lob und Ehr, ander Leid. thun sein Wohlgefallen. 5. Alles, was je geschaf fen ward, ein jeglich Ding nach seiner Art, preiset fet nen Schöpfer. 6. Ei nun, Mensch, so edler Natur, o vernünftige Kreatur, sei nicht ſo verdrossen. 18. Erlöse, wer unschuldig ist um deinetwilln ge- 7. Gedenk, daß dich dein fangen sitzt; beschüße, die Herre Gott zu seinem falsch sind verklagt, tröst Bild geschaffen hat, daß alle, die geångst, geplagt du ihn erkenntest; sind und verjagt. 8. Und lieb hättest aus 19. Den Armen gieb Herzensgrund, auch beihr Kleid und Brot, die kenntest mit deinem Mund, Kranken und wer leidet Sot mit deinem Trost beselige, die Waisen, Witwen, Fremdlinge verteidige. 20. In Summa, was dir lieb, uns gut ist, gieb 10. Sei munter, bet mit Fleiß und wach, sieh, daß uns an Leib, Seel und du stets in seiner Sach 17. Der Obrigkeit gieb Stark und Wiß, daß fie dein' arme Kirche schüß; die dich und uns verfolgen, Herr, durch deinen farken Arm bekehr, und ihnen wehr. sein also geudsfest. 9. Weil du nun seinen Geist gekost, und seiner Gnad genossen haft, so dank ihm von Herzen. Mut; wie du willst, sei treu werdest befunden. dir's heimgestellt. Nur 11. Du weißt nicht, wann nimm uns selig von der der Herre fömmt, denn er Welt, wann dir's gefällt. dir keine Zeit bestimmt, sonDavid v. Schweinig.dern stets heißit wachen. In eigener Melodie. 12. So üb dich nun in ſeinem Bund, lob ihn mit Her625. Der Tag ver- zen, That und Mund, dank treibt die ihm seiner Wohlthat. finfire Nacht, o Brüder, 13. Sprich: O Vater seid munter und wacht, von Ewigkeit, ich dank' dir dienet Gott dem Herren. aller Gütigkeit, mir bis2. Die Engel fingen im- ber bezeiget, merdar, und loben Gott 14. Durch Jesum Christum Des Morgens. 539 ftum, deinen Sohn, welchem samt dir im höchsten Thron all Engel lobfingen. 2. Jm Licht muß alles rege sein, und sich zur Arbeit wenden; im Licht singt 15. Spilf, Herr, daß ich früh das Vögelein, im dich gleicher Weis von nun Licht will es vollenden. an allzeit lob' und preif So soll der Mensch in in Ewigkeit. Amen. Gottes Licht aufheben billig sein Gesicht in dem, der ihn erleuchtet. Michael Weiße. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 3. Laßt uns an unsre 626. Die belle Sonn Arbeit gebn, den Herren leucht jetzt zu erheben; laßt uns, inherfür, fröhlich vom Schlaf dem wir auferstehn, beaufstehen wir; Gott Lob, weisen, daß wir leben; der uns beint diese Nacht laßt uns in diesem Gnabehüt hat vor des Teu- denschein nicht eine Stuntfels Macht. de müßig sein: Gott ift's, der uns erleuchtet. 2. Herr Christ, den Tag uns auch behut vor Sünd 4. Ein Tag geht nach und Schand durch deine dem andern fort, und unGut; laß deine lieben ser Werk bleibt liegen. Engelein unsre Hüter und Ach hilf uns, Herr, du Wächter sein. treuster Hort, daß wir 3. Daß unser Herz in uns nicht betrügen; gieb, G'horsam leb', dein'mWort daß wir greifen an das und Willn nicht wider- Werk; gieb Gnade, Sefireb', daß wir dich stets gen, Kraft und Stärk im vor Augen han in allem, Licht, das uns erleuchtet. das wir heben an. 5. Du zeigst, was zu 4. Laß unser Werk ge- verrichten sei auf unsern raten wohl, was ein jeder Glaubenswegen; so bilt ausrichten soll, daß unser uns nun und steh uns Arbeit, Müh und Fleiß bei, verleihe deinen Ges gereich zu dein'm Lob, Ehr gen, daß das Geschäft und Preis. Nitolaus Hermann. von deiner Hand vollführet werd' in alle Land, wozu du uns erleuchtet. 6. Ich fiche, Herr, mach mich bereit zu dem, das dir gefällig, daß ich recht brauch' der Gnadenzeit; so flehen auch einhellig die Kinder, die im Geist geborn, und die sich fürchten vor dem Zorn, nachdem du sie erleuchtet. 7 Das Licht des GlaubeneMel. Unn freut euch, lieben Christen, g'mein. 627. rhebe dich, meine Seel, die Finsternis vergehet; der Herr erscheint in Israel, sein Licht am Himmel stehet. Erhebe dich aus deinem Schlaf, daß er was Gutes in dir schaff, indem er dich erleuchtet. 540 Dom Lobe Gottes bens sei in mir ein Licht lassen, als dich, mein Licht der Kraft und Statke; es und Teil, zum Licht und sei die Demut meine Zier, Leben fassen. Sei du mein die Lieb das Werk der Wer- einig Wort, eröffne mein ke. Die Weisheit fließt in Gehör, und ziehe mich dir diesen Grund, und öffnet nach, so lauf ich immer beides Herz und Mund, sehr. G. Arnold. dieweil die Seel erleuchtet. 8. Herr, bleib bei mir, Mel. Herr Jesu Christ, du ewges Licht, daß ich dich zu uns wend. fiets gebe richtig; erfreu 629. heilige Dreimich dein faltigkeit, o mach mich zum Guten tüch- hochgelobte Einigkeit, Gott tig, bis ich erreich' die güldne Bater, Sohn, heiligerGeift, Stadt, die deine Hand ge- heut diesen Tag mir Beigründet hat und ewiglich stand leiſt. erleuchtet. Peter Lackmann. 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, daß mir kein Boses widerfahr, und mich der Satan nicht ver628. Erschein, du lek, noch mich in Schand Morgen- und Schaden ſek'. stern, leucht hell in mir, 3. Des Vaters Macht o Sonne, mein Heiland, mich heut anblick, des Sohwahres Licht, beständig in nes Weisheit mich erquick' mir wohne; erwärme du des heilgen Geistes Glanz mich ganz mit deiner Liebe und Schein erleucht' meins Schein, und bringe lauter finstern Herzens Schrein. Licht ins neue Herz hinein. 4. Mein Schöpfer, steb mir fräftig bei; o mein Erlöser, hilf mir frei; o Tröster wert, weich nicht von mir, mein Herz mit Mel. O Gott, du frommer Gott. 2. Schaff du mir's neu und rein mit dem gewissen Geifte, daß ich dir reinen Dienst in deiner Liebe leiste. Mach deines Lichts mich werten Gaben zier. voll, verklår den Vater 5. Herr, segne und beganz, daß seine Liebesbrust bute mich, erleucht mich, mich nähr in reinem Glanz. Herr, genadiglich, Herr, 3. So laß mich allezeit heb auf mich dein Angein dir beständig wandeln, sicht, und deinen Frieden und nicht in Finsternis noch auf mich richt. Mart. Bebm, Heuchelei was handeln. Faß mich mit deiner Hand, Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. dein Auge leite mich, daß ich die folge schlecht, und 630. Vor deinen tret 4. Laß mich kein ander ich hiermit, o Gott, und Bild in meine Seel ein- dich demütig bitt': wend dein des Morgens. dein gnädig Angesicht von Wort und mir, dem armen Sünder, nicht. 541 Sakrament behalt und lieb' bis an mein End. 2. Du hast mich, o Gott 10. Daß ich fest in AnVater mild, gemacht nach fechtung steh', und nicht deinem Ebenbild. In dir in Trübsal untergeh', daß web', schweb' und lebe ich, ich im Herzen Trost emvergehen müßt'ich ohne dich. pfind', zuletzt mit Freuden 3. Errettet hast du mich überwind'. gar oft ganz wunderlich und unverhofft, da nur ein Schritt, ja nur ein Hear, mir zwischen Tod und Leben war. 11. Drum dank' ich dir mit Herz und Mund, o Gott, in dieser Morgenstund für alle Güte, Treu und Gnad, die meine Seel empfangen hat. 4. Berstand und Ehr hab' ich von dir, des Le- 12. Und bitt', daß deine bens Notdurft giebst du Gnadenhand bleib' über mir, dazu auch einen treuen mir heut ausgespannt; Freund, der mich in Glück mein Amt, Gut, Ehr, und Unglück meint. Freund, Leib und Seel in deinen Schuß ich dir 5. Gott Sohn, du hast mich durch dein Blut er- befehl'. Ibset von der Höllenglut, 13. Hilf, daß ich sei von das schwer Gesek für mich Herzen fromm, damit erfüllt, damit des Ba- mein ganzes Christentum ters Zorn gestillt. aufrichtig und rechtschaffen sei, nicht Augenschein und Heuchelei. 6. Wenn Sünd und Satan mich anklagt, und mir das Herz im Leib ver- 14. Erlaß mir meiner zagt, alsdann brauchst du Sünden Schuld, und hab dein Mittleramt, daß mich mit deinem Knecht Geder Vater nicht verdammt. duld; zund in mir Glau7. Du bist mein Für- ben an und Lieb, zu jenem sprach allezeit, mein Heil, Leben Hoffnung gieb. mein Trost und meine 15. Ein selges Ende Freud; ich kann durch dein mir bescher, am jungfien Verdienst allein hier ruhig Tag erweck mich, Herr, und dort selig sein. daß ich dich schaue ewig8. Gott heilger Geist, lich; Amen, Amen, erdu höchste Kraft, des Gnade höre mich! in mir alles schafft, ift etBodo von Hodenberg. was Guts am Leben mein, so ist es wahrlich lauter dein. In eigener Melodie. 9. Dein ist's, daß ich 631. Gott des im Gott recht erkenn', ihn mels und meinen Herrn und Ba- der Erden, Vater, Sohn ter nenn', sein wahres und heilger Geist, der es Tag 542 Dom Lobe Gottes Tag und Nacht läßt wer- sende, der des bösen Feinden, Sonn und Mond des Macht, List und Anuns scheinen heißt, dessen schlag von mir wende, und starke Hand die Welt und mich halt' in guter Acht, was drinnen ist, erhält: der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem HimHeinrich Albert 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich mel zu. in dieser Nacht vor Gefahr, Angst Not und In eigener Melodie. Schmerzen haft behütet 632. üter, wird die und bewacht, daß des Nacht sen Feindes List mein nicht Sünden nicht verschwinmächtig worden ist. den? Hüter, ist die Nacht 3. Laß die Nacht auch schier hin? Wird die Finmeiner Sünden jetzt mit sternis der Sinnen bald dieser Nacht vergehn; o zerrinnen, darein ich verHerr Jesu, laß mich fin- wickelt bin? den deine Wunden offen 2. Möcht' ich wie das stehn, da alleine Hülf Rund der Erden lichte und Rat ist für meine werden. Seelenfonne, gebe Missethat. auf. Ich bin finster, kalt und 4. Hilf, daß ich mit trübe, Jesu, Liebe, komm, diesem Morgen beschleunige den Lauf. auferstehen mag, und für 3. Wir sind ja im neuen meine Seele sorgen, daß, Bunde, da die Stunde der wenn nun dein großer Erscheinung kommen ist, Tag uns erscheint und und ich muß mich stets im dein Gericht, ich davor Schatten so ermatten, weil erschrecke nicht. du mir so ferne bist. geistlich 5. Führe mich, o Herr, 4. Wir sind ja der Nacht und leite meinen Gang entnommen, da du komnach deinem Wort; sei men; aber ich bin lauter und bleibe du auch heute Nacht. Darum wollst du mein Beschüßer und mein mir, dem Deinen, auch Hort. Nirgends als von erscheinen, der nach Licht dir allein kann ich recht und Rechte tracht. bewahret sein. 5. Wie kann ich des 6. Meinen Leib und Lichtes Werke ohne Stärke meine Seele samt den in der Finsternis vollziehn? Sinnen und Verstand, Wie kann ich die Liebe großer Gott, ich dir be üben, Demut lieben, und fehle unter deine starke der Nacht Geschäfte fliehn? Hand. Herr, mein Schild, 6. Laß doch nicht den mein Ehr und Ruhm, Geist der Seelen sich so nimam mich auf, dein Ei quälen, zůnd dein Feuer gentum. in mir an; laß mich fintfieru Wurm der Erden 7. Deinen Engel zu mir helle des Morgens. 543 helle werden, daß ich Gu-| Huld mein Sünd und tes wirken kann. Schuld; ich hab' an dich 7. Das Vernunftlicht vergriffen mich, unrecht kann das Leben mir nicht gethan; Herr, gnad und geben: Jesus und sein schon zu aller Frist durch heller Schein, Jesus muß Jesum Chrift, der unser das Herz anblicken und einger Mittler ist. erquicken, Jesus muß die Sonne sein. Johann Freder. 8. Nur die Decke vor In eigener Melodie. den Augen kann nicht tau- 634. lieber Herdank' dir, S kann gen, feine Klarheit nicht e.7; wenn sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine sein. re, daß du mich haft bewahrt in dieser Nacht Gefährde, darin ich lag so bart mit Finsternis um9. Jesu, gieb gesunde fangen, dazu in großer Augen, die was taugen, Stot; daraus ich bin entrühre meine Augen an. gangen, halfft du mir, Herre Denn das ist die größte Gott. Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Christian Friedr. Richter. 2. Mit Dank will ich dich loben, o du mein Gott und Herr, im Himmel hoch dort oben. Den Tag mir auch gewähr, warum ich In eigener Melodie. ch dein Will mag sein; leit mich in deinen Sitten, und brich den Willen mein. Gott, für all Wohlthat, daß du auch mich haft gnädiglich die Nacht behüt durch deine 3. Daß ich, Herr, nicht Gût, und bitt' nun fort, o abweiche von deiner rechGott, mein Hort, vor ten Bahn, der Feind mich Sünd und G'fahr mich nicht erschleiche, damit ich heut bewahr, daß mir kein Böses widerfahr'. 2. Ich b'fehl dir, Herr, mein' Seel und Ehr, Herz, Sinn und Mut, mein Leib und Gut und all das Mein; 4. Den Glauben mir der Engel dein hab' mich verleihe an dein Sohn Jein acht, daß nicht find' sum Christ; mein Sund Macht der Feind an mir mir auch verzeihe allbier nach seine Begier, noch zu dieser Frist. Du wirst mich in Sünd mit Listen mir's nicht versagen, wie du verheißen haff, daß er 633. irr möcht' gahn. Erhalt mich durch dein Güte, das bitt' ich fleißig dich, vors Teufels List und Wüten, damit er setzt an mich. 3. Auch wolleft, Herr, mein Sund thu' tragen, vergeben mir durch deine und lbf' mich von der Last. 5 Die Dom Lobe Gottes 544 5. Die Hoffnung mir giebe, die verderben läst; dazu christ- 635. Gott, in In eigener Melodie. uch o liche Liebe zu dem, der mich verletzt; daß ich ihm Guts deinem Throne durch Jeerzeige, such' nicht darin sum Christum deinen liedas Mein, und lieb' ihn ben Sohne, daß du mich als mich eigen nach all wollen diese Nacht bes dem Willen dein. wahren vor Schaden und 6. Dein Wort laß mich vor mancherlei Gefahren, bekennen vor dieser argen und bitte dich, wollst mich Welt, auch mich dein Die- an diesem Tage behüten ner nennen, nicht fürchten auch vor Sünden, Schand G'walt noch Geld, das und Plage. mich bald möcht' ableiten von deiner Wahrheit klar, wollst mich auch nicht abscheiden von der christlichen Schar. 2. Denn ich dir, Herr, in deine Hånd befehle mein Leib und Gut und meine arme Seele. Dein heiliger Engel zu allen Zeiten, der 7. Laß mich den Tag sei und bleib' bei mir auf vollenden zu Lob dem Na- allen Seiten, auf daß der men dein, und mich nicht bös Feind, so arg und von dir wenden, ans End geschwinde, ganz feine beständig sein; behüt mir Macht an mir zu üben Leib und Leben, dazu die finde. Frücht' im Land: was du mir haft gegeben, steht alls in deiner Hand. 3. Den lieben Frieden ferner uns verleihe, und unsre Nahrung reichlich 8. Herr Christ, dir Lob benedeie; die Pest von ich sage um deine Wohl- unsrer Stadt und Land that all, die du mir all laß wallen, dein Wort in mein Tage erzeigt haft Ruh und Fried noch lånüberall. Dein Namen will ger schallen; Leurung vers ich preisen, der du allein treib, mit Segen uns erbist gut; mit deinem Leib fülle, nach deinem Wort mich speise, tränk mich mit und väterlichen Wille. deinem Blut. 4. Ich bitt' für die, 9. Dein ist allein die Gott, so dich Bater nettEhre, dein ist allein der nen, insonderheit dein reiRuhm; die Rach dir nie- nes Wort bekennen, für mand wehre, dein Segen alle meine Blutsfreund' zu uns konum'; daß wir und Verwandten, sie seient im Fried entschlafen, mit hier oder in fremden LanGnaden zu uns eil; gieb den; vor allem Unfall uns des Glaubens Waf- wollst du sie bewahren, fen vors Teufels liftge laß ihnen alles Gute wiPfeil! Johann Kolroß. derfahren. 5. 20, des Morgens. 545 5. All, welche sind be- Herr, mir dein Hülfe trübt, frank und gefan- sende. gen, in ihren Nöten nach 7. Auf daß der Fürste dir, Herr, verlangen, die dieser Welt fein Macht wollest du von allem ih- an mir nicht finde; denn rem Bösen aus lauter wo mich nicht dein Gnad Gnaden endlich gar er- erhält, ist er mir viel zu lösen. All arme Sünder g'schwinde. zu dir, Herr, befehre, ein feligs End uns insgeſamt beschere. 8. Ich hab' es all mein Tag gehört, Menschenhilf ist verloren; so steb mir bei, du treuer Gott, zur Hülf bist du erkoren. 9. Allein Gott in der In eigener Melodie. ch 636. chon durch db sei Preis samt ſeinem eingen Sohne in Einigkeit des heilgen Geists, der herrscht ins Himmels Throne. deinen Sohn, o Gott, für deine Güte, daß du mich beint in dieser Nacht so gnädig haft behütet. 2. In welcher Nacht ich lag so hart mit Finsternis von alCefu, meine ler Sünd geplaget ward, 637. tärke, dei die ich mein Tag begangen. ne Wunderwerke, deine 3. Drum bitt' ich dich Gutigkeit lobt mein armes aus Herzensgrund, du Leben, dich will ich erhewolleft mir vergeben all ben heut und jederzeit, daß meine Sünd, die ich be- dein Schuh mich vor dem ginnt mit meinem bösen Truß der verdammten HdlLeben. lenscharen gnädigst wolln verwahren. Mel. Jesu, meine Freude. 4. Und wollest mich auch diesen Tag in dei- 2. Schleuß mich aus nem Schuß erhalten, daß Erbarmen, Jesu, in dein' mir der Feind nicht scha- Arme, nun der Tag den mag mit Listen man- anbricht. Eile, von den nigfalten. Sünden mein Herz zu 5. Regter mich nach entbinden, meiner Seelen dem Willen dein, laß Licht! Sieh auf mich, mich in Sünd nicht fal- ich bitte dich; rett aus len, auf daß dir mög' Angst und Finsternissen das Leben mein und all mein erschreckt Gewissen. mein Thun gefallen. 3. Wende, was betrü6. Denn ich befehl' dir bet, wo es dir beliebet, Leib und Seel und alls heut in Freud und Lust, in deine Hände; in mei- daß von Furcht und Zaner Angst und Ungefäll, gen. Unglück, Kreuz und Pla 546 Dom Lobe Gottes Plagen mir nichts sei be- gelingen, zu deiner Ehr wußt. Was ich hab', ist des Nächsten Lehr auch deine Gab; die laß vor meine Zung erklingen. des Feindes Wüten deine Macht behüten. 5. Nimm alles hin aus meinem Sinn, was dir 4. Herr, der Fürst der nicht mag behagen; lag Hillen suchet mich zu fäl- mich geschwind all meine len so durch Lust als Weh. Sund bekennen und beAch treib seine Tücke, Lift klagen. und Grimm zurücke, wo ich geh' und steh'; ich bin dein, du bleibest mein; mich wird nicht Freud, Angst und Leiden, Jesu von dir scheiden. 6. Nach deinem Rat gieb auch die That, daß meine Seele liebe dich gar allein, im Glauben rein, den Nächsten nicht betrübe. 7. Es ist auch not, 5. Gieb, daß es gelinge, mein Herre Gott, daß ich daß ich was vollbringe, beständig bleibe in solHerr, zu deiner Ehr. cher Lieb, auch mich drin Stärke mein Beginnen, üb', und wie ein Baum leite meine Sinnen, triste, bekleibe. führ und lehr, bis ich werd' 8. So gieb nun Kraft von dieser Erd, wenn mein und süßen Saft, daß ich Ruhtag wird ankommen, viel Früchte trage; und zu dir eingenommen. jedermann, so viel ich kann, mit meinem Dienft behage. 9. Nicht meine Tritt und alle Schritt auf deine rechten Stege, damit ich nicht, wie oft geschicht, gerat' in Frrewege. Andreas Gryphius. Mel. Ich dank' dir schon durch deinen Sohn. 638. Jest t eht leuchtet schon vom Himmelstbron die Sonn mit flarem Scheine, und will furzum, mein Chriftentum soll leuchten schön und reine. 10. Ach ja, mein Herr, von mir abkehr das falsche Christenleben, da nur der Mund ohn Herzensgrund Wort ohne That will geben. 11. Die Heuchelei und Trügerei find lauter Tew. felsstricke, dadurch er kann an jedermann beweisen setne Tücke. 2. O höchster Gott ich bin ganz tot, zu üben gute Werke. Ach weck mich auf, und mich im Lauf des Glaubens kräftig stärke. 3. Halt mich allzeit in dein'm Geleit, daß ich mein Fleisch bezwinge; durch alle Fäll in die gar schnell 12. Er weiß fast wohl, daß kürzlich soll die Welt ein Ende haben, der Antichrist, und was sein ist, zur zum Christenleben dringe. Höllen müssen traben. 4 Anfang und End re13. Drum will er sehr gier behend, laß alles wohl durch falsche Lehr und ärger des Morgens. 547 gerliches Leben der ganzen und Unglück hat berühret, Welt, wie's ihm gefällt, bald draus geführet. die letzten Stöße geben. 5. Jetzt hast du auch durch 14. Ach liebes Herz, es deine Engelscharen mich ist kein Scherz, seufz über lassen heint in dieser Nacht alle Gräuel, die Satan bewahren, daß mich darin stellt und manchen fällt, kein Unfall hat erschrecket, vermeide solche Scheuel. noch aufgewecket. 15. Lieb immerfort das 6. Herr, mit meireine Wort, und richt dar- nem Munde und Gemünach dein Leben; die Sa- te erzähl' und rühm' ich krament bis an dein End solche große Güte, die ich dir Kräfte werden geben. empfangen hab' an allen Enden aus deinen Händen. 16. Du großer Gott, wend alle Not, daß ich an Christum glaube; mich ferner üb' in steter Lieb, und ewig dein verbleibe. Johann Reichenwald. 7. Ich bitt', du wolleft über mir fort walten und mich auch heute diesen Tag erhalten, daß Satan nicht durch seine List und Pfeile mich übereile. Mel. Herzliebster Jesu, 8. Hilf, daß ich bleib', was hast du verbrochen. wie alle frommen Chri639. n dieser Mor- sten, rein von der Welt ich dich Toben, o Gott, daß ich auch meinen eigmein Vater in dem Him- nen bösen Willen nicht mel oben. Was du für mög' erfüllen. Gnade mir stets thust be- 9. Herr, laß in deinen weisen, will ich nun prei- Schuß sein eingeschlossen ſen. Leib, Seele, Freunde, Kin2. Du hast mich an das der, Hausgenossen, und was Tagslicht lassen kommen, ich sonst durch deine milde auch durch die Tauf in Gabe auf Erden habe. dein Reich angenommen, 10. Die Obrigkeit erund läsfest mich in deinem halt bei gutem Stande, Sohn entbinden von gieb Friede, Glück und Schuld und Sünden. Heil im ganzen Lande; behut uns allerseits, o Herr, aus Gnaden vor Schand und Schaden. 3. Du giebeft mir den heilgen Geist darneben, daß er mich lehr' und führ in meinem Leben, damit ich lern' auf dich alleine bauen und die vertrauen. 11. Du wollest auch an diesem Tag mich stärken durch deine Kraft in meins Berufes Werken, auf daß ich möge in denselben allen 4. Du hast mich allzeit våterlich ernähret, was ich bedurft, mir immerzu besche- dir wohlgefallen. ret, und wenn mich Not 12. Zulegt verleih, wenn 548 Dom Lobe Gottes ich aus diesem Leiden, es sei 5. Daß Dieb' und Rauheut' oder morgen, werd' ber unser Gut und Leiber abscheiden, daß ich auf nicht angetast und grauChristi Tod mög' fröhlich samlich verleßet, dawider sterben, den Himmel erben.| bat sein Engel fich gefeßet. 13. So bin ich denn an Lobet den Herren. Leib und Seel genesen, 6. O treuer Hüter, und wohl auf dieser Welt Brunnen aller Güter, ach allhier gewesen; dort habe laß doch ferner über unser ich das rechte Kleinod fun- Leben bei Tag und Nacht den, hier überwunden. dein Hut und Güte schweben! Lobet den Herren. 7. Gieb, daß wir heute heilgem Geist regierst in Herr, durch dein Geleite einem Throne. Gieb, daß auf unsern Wegen unverich dessen, was ich jetzt be- hindert gehen, und überall gehret, ia werd' gewähret. in deiner Gnade stehen. Lobet den Herren. Justus Gesenius. 14. Das hilf mir, Vater, der du mit dem Sohne und 8. Treib unsern Willen In eigener Mel, oder: dein Wort zu erfüllen; lehr Lobet den Herren, denn uns verrichten heilige Ge er ist sehr freundlich. schäfte, und wo wir schwach 640. Lobet den Her- find, da gieb du uns Kräfte. rent alle, die Lobet den Herren. ihn ehren, laßt uns mit 9. Richt unsre Herzen, Freuden seinem Namen sin- daß wir in nicht scherzen gen, und Preis und Dank mit deinen Strafen, sonzu seinem Altar bringen. dern fromm zu werden vor Lobet den Herren. deiner Zukunft uns bemüht auf Erden. Lobet den Her2. Der unser Leben, das er uns gegeben, in dieser ren. Nacht so väterlich bedek- 10. Herr, du wirst fet, und aus dem Schlaf kommen, und all deine uns fröhlich auferwecket. Frommen, die sich bekehLobet den Herren. ren, gnädig dahin brin3. Daß unsre Sinnen gen, da alle Engel ewig, wir noch brauchen können, ewig fingen: Lobet den und Hånd' und Füße, Zung Herren. Paul Gerhardt. und Lippen regen, das haben wir zu danken seinem Segen. Lobet den Herren. In eigener Melodie. 4. Daß Feuersflammen 641. Morgenglans uns nicht allzusammen mit Ewig unsern Häusern unversehns keit, Licht vom unerschöpfgefressen, das macht's, daß ten Lichte, schick uns dieſe wir in seinem Schoß ge- Morgenzeit deine Strahfessen. Lobet den Herren. len zu Gesichte, und vertreib des Morgens. 549 treib durch deine Macht Vieh, Menschen, Städt unsre Nacht. und Felder und was die 2. Die bewölkte Finfier- Welt erhält. Ihr aber, meinis müsse deinem Glanz ne Sinnen, auf, auf, ihr entfliegen, die durch Adams sollt beginnen, was eurem Apfelbiß uns, die kleine Schöpfer wohlgefällt. Welt, bestiegen, daß wir, Herr, durch deinen Schein selig sein. 3. Deiner Güte Morgentau fall' auf unser matt Gewissen, laß die dürre Lebensau lauter süßen Trost genießen, und erquick uns, deine Schar, immerdar. 2. Wo seid ihr Sterne blieben? Der Tag hat euch vertrieben, der Tag, der Nächte Feind. Fahrt immerhin, die Sonne, und Jesus, meine Wonne, mich jetzt an eurer Stell anscheint. 3. Der Tag kommt an4. Gieb, daß deiner Liebe gebrochen, die Nacht hat Glut unsre falten Werke sich verkrochen am hellen tite, und erweck uns Herz Himmelslauf: so müssen und Mut bei entstandner dort ingleichen die JamMorgenröte, daß wir, eh mernächte weichen dem wir gar vergehn, recht auf Tag, der ruft: Ihr Tostehn. ten auf! 5. Laß uns ja das Sündenkleid durch des Bundes Blut vermeiden, daß uns die Gerechtigkeit mög' als wie ein Rock bekleiden, und wir so vor aller Pein sicher sein. 4. Der Leib geht aus der Ruhe, legt an das Kleid und Schuhe, damit er ſei bekleidt: so geht uns auch entgegen dort Jesus, anzulegen das Kleid der Ehr und Herrlichkeit. 6. Ach du Aufgang aus 5. Dem Haupt und Hånd der Höh, gieb, daß auch am und Füßen muß nun die jüngsten Tage unser Leich- Luft versüßen die saure nam aufersteh', und entfernt Arbeitslaft. Frisch auf! von aller Plage sich auf iener durch unser Mühen der Freudenbahn freuen kann. Faulheit wir entfliehen, 17. Leucht uns selbst in die nur des Teufels Rott iener Welt, du verklärte nicht hast. Gnadensonne, führ uns durch das Thränenfeld in 6. Nun geht, ihr muntern Glieder, greift an die das Land der süßen Wonne, Arbeit wieder, es ist geda die Luft, die uns erhöht, nug geruht. Es kommen nie vergeht. Stund und Zeiten, do Chriftian Knorr v. Rosenroth. man nicht darf arbeiten Mel. Nun ruhen alle vor Freuden nicht weiß $ 190 Wälder. was man thut. 642. Nun wachen 7. Mein Augen, Ohren, alle Wälder, Munde lobt Gott ans An Dom Lobe Gottes Andachtsgrunde: befehlt kräftig auf mich seh', ich thm Leib und Seel, daß reise, geh', fit' oder steh', er in allen Gnaden sie mich zu der Ewigkeit beschützen woll' vor Scha- gleite; Herr, mich bereite. den, das Aug und Hüter Israel. 5. Laß Seel und Leib, so du gegeben, stets sein in 8. O Jesu, meine Freu- deiner Furcht bereit, als de, behüt mich heut vor Waffen der Gerechtigkeit, Leide, zeig mir den Gna- auch in dem Tod dir andenschein. Will Satan zukleben, o Seelenleben. mich verschlingen, laß Engel mich umringen, ein Schuß und Wagenburg mir sein. 6. Gesegne mich auf meinen Wegen, mein Thun und Lassen lenke du, in Unruh bleibe meine Ruh, 9. Auch meine Freund bis ich zuletzt mich werde und Lieben laß den Tag legen in Fried und Segen. nicht betrüben ein Unfall Joachim Neander. 550 noch Gefahr; der Not und Klage webre, o Jesu, mich In eigener Melodie. erhöre, und mach mein 644. Christe, Mor= sehnlichs Bitten gensterne, leucht uns mit hellem Schein, schein uns vons Himmels Throne an dieIn eigener Melodie. 643. allerhöch- sem dunklen Ort mit deister Men- nem reinen Wort. schenhüter, du unbegreif- 2. O Jesu, Troff der lich großes Gut, ich will Armen, mein Herz heb' dir opfern Herz und Mut. ich zu dir, du wirst dich Stimmt an mit mir, ge- mein erbarmen, dein Gnadenkt der Güter, all ihr de schenken mir; das trau' Gemüter! ich gänzlich dir. 2. Herr, deiner Kraft 3. Ich kann und mag ich nur zuschreibe, daß ich nicht schlafen, ich kann noch Odem schöpfen kann, nicht fröhlich sein, mir ist du nimmst dich gnädig verwundt mein Seele, meiner an; du Baterherz, und fürcht' der Höllenpein: mich nicht vertreibe, heut o Christ, erbarm dich bei mir bleibe. mein. Joh. Ulrich Niedner. 3. Israels Gott, da ist 4. O Jesu, lieber Hermein Wille, der sich dir re, du einger Gotteswillig untergiebt, dich über sohn, von Herzen ich bealles gerne liebt, das ist gehre, du wollst mir Hülfe mein Wunsch in früher thun; du bist der GnaStille, o Gnadenfülle. 4. Dein Angesicht mich beilig leite, dein Auge denthron. 5. Du haft für mich vergoffen dein rosinfarbnes Blut des Morgens. 551 Blut, das laß mich, Herr,( den und vor Schand, genießen, trift mich durch vor Wunden und vor deine Güt, hilf mir, das Schlägen, vor ungerechist mein Bitt. tem Segett, vor Wasser und vor Brand. 6.( Jesus.) Ift dir verwundt so sehre die arme Seele dein, thu du dich ju mir kehren, ich will dein Helfer sein, vergeben Schuld und Bein. 3. An meinem Geist mich stärke, sowohl auch an dem Leib, daß ich meins Amtes Werke mit allen Freuden treib' und thu' nach meiner 7. Laß du von Sünden Pflicht, so viel als mir abe, und sei ein frommer befohlen, bis daß du mich Christ, ich will dich selber wirst holen zu deinem hellaben, und schenken mei- len Licht. nen Geift, der dich zum 4. Mein G'sichte mir Himmel weist. verleihe bis an mein letztes End, und gnådig benedeie die Arbeit meiner Hånd, damit ich auch was hab' für 8. Ich will dich selber speisen mit meinem Leib und Blut, mein Lieb an dir beweisen, und will dir mich in schweren Zeiten, teilen mit mein Schatz und davon armen Leuten und höchstes Gut. kann geben eine Gab. 9.( Seele.) O Jesu, 5. Vor allem mich regieLob und Ehre sing' ich dir re mit deinem Gnadenallezeit; den Glauben in geist, daß ich mein G'danmir mehre, daß ich nach fen führe im Himmel aldieser Zeit mit dir eingeh lermeist, und ja nicht ganz zur Freud. und gar sei mit dem Geiz besessen, und schändlich mog' vergessen des lieben Himmels flar. Mel. Don Gott will ich nicht lassen. 6. Erhalt mir Leib und Gott, ich Leben, so lang es dir geund 645. ken, daß du durch deine nur geben den Schak in Gut mich haft vors Teu- iener Welt; so gilt mir's fels Wanken in dieser Nacht alles gleich, und bin es behut, also daß er mich wohl zufrieden, ob ich fein hat müssen lassen schla- schon nicht bienieden bin fen, und mir mit seinen vor den Menschen reich. Waffen nicht können schädlich sein. 7. O Herr, hilf mir vollenden mein' saure Le2. Beschüße mich auch benszeit, thu mir dein heute vor großer Angst Hülfe senden, und sei und Not, vor gottvergeß- nicht allzuweit, wenn ich nen Leuten und vor ein'm heim schlafen geh', auf schnellen Tod, vor Sün- daß ich friedlich fahre, und 552 Dom Lobe Gottes mit der Chrifenschare zumtigkeit, jo tillen Seelen if das rechte Ehrenfleid. Mel. O Gott, du from- mit Siebe, mit Kenichheit, 646. er Deniat mich vor alJeja, jifes Geffes Triebe, auch mit i die Nacht vergangen, lem fleide an, so bin ich nun hat dein Gnadenglanz wohl geſchmückt und fié aufs neue mich umfangen; lich angethan nun is, was an mir i vom Schlafe aufgeweckt, sen Tag fiets vor den und hat nun in Begier Augen schweben; laß dein ju dir sich ausgestreckt. Allgegenwart mich wie die 2. Was soll ich dir denn Suft umgeben, auf das nun, mein Gott, für mein ganzes Thun durch Opfer schenken? Ich will Herz, durch Sinn und mich ganz und gar in deine Mund dich lobe innigGnad einsenken mit Leib, lich, mein Gott, zu aller mit Seel, mit Geist heut Stund. diesen ganzen Tag: das 8. Ach segne, was ich foll mein Opfer sein, weil thu', ia rede und gedenich sonst nichts vermag. ke; durch deines Geistes 3. Drum siehe da, mein Kraft es also führ und Gott, da hast du meine lenke, daß alles nur geSeele, fie sei dein Eigen- scheh' zu deines Namens tum, mit ihr dich heut ver- Ruhm, und daß ich unmåhle in deiner Liebeskraft; verrückt verbleib' dein Eida hast du meinen Geist, gentum. Joachim Lange. darinnen wollst du dich verklären allermeiſt. In eigener Melodie. obald, frommer 4. Da sei denn auch 647. mein Leib zum Tempel dir ergeben, zur Woh Christ, als du erwacher nung und zum Haus, ach bist zur frühen Morgenallerliebstes Leben: ach zeit, so steh und halte wohn, ach leb in mir, be- du des Herzens Pforte weg und rege mich, so zu vor aller Eitelkeit. hat Geist, Seel und Leib Denn es ist dein Gebühr, mit dir vereinigt sich. dieselbe Seelenthür erst 5. Dem Leibe hab' ich Gott nur aufzumachen. jeht die Kleider angeleget: Thu laß erst ziehn allein, laß meiner Seele sein und sonst nichts bei dir dein Bildnis eingepräget ein von andern schnöden in güldnem Glaubens- Sachen. ' chmuck, in der Gerech- 2. Bedenk erst, daß Gott 0 des Morgens. 553 Gott mag an jenem Gott zu dir gesellet: ſo großen Tag auch also hätte dich gewiß der Fürft leichte dich erwecken aus der Finsternis mit Leib dem Grab, als er jekund und Seel gefället. dich hab' ermuntert ſånf- 6. Erhebe zu dem End tiglich: wenn Christus Herz, Andacht, Augen, unsre Sonn auf feinem Hånd' und deiner StimWolkenthron in Klarheit me Klang; dein Opfer wird erscheinen, und uns trage für dem Herren all insgesamt, wie Son- mit Gebühr in solchem nen angeflammt, erklären Lobgesang: O Dreilicht für die Seinen. eines Lichts im Lichte, da3. Da einer Sonnen hin nichts, was sündlich Glanz den weiten Welt- ist, kann kommen, es kreis ganz und hell erleuch- werde mein Gebet, auf ten fann: mit was für Christum ausgeredt, in einem Schein und Glanze Gnaden aufgenommen. wird wohl sein der Tag 7. Dir dank' ich herzigdann angethan, da manche lich, daß du zur Kindschaft tausend Zahl an Sonnen mich erwählt von Ewigauf einmal der großen keit. Sonst könnte die Sonn entgegen gezücket jekund dein Lob durch werden wird, und zu ihr meinen Mund nicht wer aufgeführt, das Weltge- den ausgebreit. Mein richt zu begen. Mund Dank finget dir 4. Wollust, Ehr und für alles Gut, das mir, Gewinn nicht also dei Gott, deine Güt erzeiget, nen Sinn verblende, daß daß fie mein Herz und du nicht, zu Schaden dei- mich zum Glauben und nem Heil, einft sollest ha- auf dich so kräftig hat ben Teil an diesem schö- geneiget. nen Licht, an dieser Herr- 8. Wo ich nur schaue lichkeit der unumschränkten hin, da seh' ich, wie ich Freud und Aufbruch der bin von dir so wohl be Gerechten, an diesem Son- dacht. Du haft mir Sinn nentag, an welchem keine und Mut, Seel, Ebre, plag uns weiter wird an- Leib und Gut beschattet fechten. diese Nacht; du bist ja 5. Halt deinem Sin- meiner mehr, als selber ne für, daß dein Gott ich, o Herr, gewesen einüber dir und deinem Kis- gedenke; denn was ich bin sen sei. Er weiß auch und hab', ist deine Moreben nun dein Lassen und gengab und heutges neu dein Thun und was dir Geschenke. wohne bei. Ja, hätt' 9. Erwecke meinen Schlaf auch diese Nacht sich nicht von Sünden, und verschaff mit seiner Wacht dein in mir ein reines Herz. And 24 554 Vom Lobe Gottes wirf Herre, In eigener Melodie. / nicht von deinem Ange- 648. Whe, und Wach auf, mein mochte, war ich in deinem Schoße, dein Flügel mich beschlosse. sicht zurück und hinterHerz, wärts. Dieweil denn deine finge dem Schöpfer aller Treu und Güte mir aufs Dinge, dem Geber aller neu erschienen alle Mor- Güter, dem frommen gen: so raum' ich dir allein Menschenhüter. und deiner Fürsorg ein 2. Heint, als die dunkmein Thun und all mein len Schatten mich ganz Sorgen. umgeben hatten, hat Sa10. Vergieb mir meine tan mein begehret, Gott Schuld, damit ich deine aber hat's gewehret. Huld oft, oft verscherzet 3. Ja, Vater, als er hätt', da Gnad und Gute suchte, daß er mich freffen nicht vor deinem Halsgericht ausführlich mich vertråt', und mir ruft allezeit, daß ich in Buß und Leid fie solle wohl bereuen; auch immer mehr und mehr, der dich betrüge; ja mich vor nichts so sehr wohl, laß dir nicht grauen, als vor der Sünde scheuen. du sollst die Sonne schauen. 11. Dein Volk, dein 5. Dein Wort das ist Eigentum, das du zu dei- geschehen, ich kann das nem Ruhm haft dir fest Licht noch sehen; vor Not auserwählt, erhalt, o gro- bin ich befreiet, dein Schuß fer Gott, in seiner schwe- hat mich verneuet. ren Not, damit sich's ieko quält; bring es mit starker Hand aus diesem Kriegesstand in Ruh und Herzensfriede, daß es allein nach dir sei wacker von Begier und dieses Lebens müde. 4. Du sprachst: Mein Kind, nun liege, trotz dem, schlaf 6. Du willst ein Opfer haben, hier bring' ich meine Gaben; mein Weihrauch und mein Widder sind mein Gebet und Lieder. 7. Die wirst du nicht verschmähen, du kannst ins Herze sehen, und weißt 12. Nun steh' ich wohl wohl, daß zur Gabe ich gestillt, mit Hoffnung an- ia nichts Beßres habe. gefüllt, von meinem La- 8. So wollst du nun ger auf; sei du mit deiner vollenden dein Werk an Wehr um mich und vor mir und senden, der mich mir her, und segne mei- an diesem Tage auf seinen nen Lauf, dazu mein gan- Hånden trage. zes Haus, also daß allzeit 9. Sprich ia zu meinen. aus und ein wir mit dir Thaten; hilf selbst das Beste gehen, auch an des Her- raten; den Anfang, Mittl ren Tag ohn alle Qual und Ende, ach Herr, zum und Plag im Frieden auf- Besten wende. erfieben. 10. Mit des Morgens. 555 10. Mit Segen mich im Lieben, und nicht sorbeschütte, mein Herz sei gen allzusehr, noch im deine Hütte, dein Wort Mangel mich betrüben; o sei meine Speise, bis ich gieb Segen mehr und mehr, gen Himmel reiſe. daß mein' Arbeit wohl gePaul Gerhardt.deih', und du mich erfindest treu. Mel. Golt des Himmels und der Erden. 7. Weil du großes Wohlgefallen hast, wenn dir man 649. Was willst herzlich traut, dienet und du, mein dazu in allen Sachen auf Herz, anfangen? O vergiß dich einig schaut: so vernicht deiner Pflicht; laß leih, o Jesu, mir, dir zu das eitele Verlangen, und trauen für und für. vergiß des Lobes nicht, das du Gotte schuldig bist, der dein Leben dir gefrist. 8. Herr, nach deinem Rat und Willen leite du mich diesen Tag, daß mein Amt ich recht erfüllen und mich dir bequemen mag; auch erhalte meinen Freund, und bekehre meinen Feind. 9. Mich und all mein' Anverwandten schüß, auch was mir angehört, Hausgenossen und Bekannten; den, der deinen Namen du mir wollen solche Gut ehrt, den erhalte deine erweisen; o erzeige für und Treu; uns in aller Not für mir dein ewge Lieb und erfreu. Treu, laß sie stets uns werden neu. 10. Segne, was ich heut anfange, segne, wenn mir 4. Ich will heut mich flucht mein Feind, triste, dir ergeben, tritt du mir wenn er mir macht banan meine Seit; laß mich ge; wenn gefährlich alles dir alleine leben, auch ab- scheint, und man Krieg bewende großes Leid; giebst sorgen muß, halte Friede du Kreuz, so gieb Geduld, bei uns Fuß. und vergiß all meine Schuld. 5. Rette mich aus allen Noten, o Herr Jesu, laß mich nicht, wenn der Feind mich will ertsten, und so etwas mir gebricht, stebe du bilfest gern, alles von deine Gnadentreu mir auf uns weichen fern. 11. Wasser, Feuer, Pest und Seuchen und was sonsten mehr für Not fich bei uns hier kann einschleichen, böser und geschwinder Tod: dies heiß, weil allen Seiten bei. 12. Will der Satan uns 6. Laß mich alles thun/ verklagen und bei dir drauf 24* 2. Deiner Ruh hast du gepflogen durch die finstre lange Nacht, als der Feind herumgezogen und gesuchet, dich mit Macht zu vertilgen; aber sieh, Gott hat dich beschüßet hie. 3. Ei so muß ich billig preisen dich, o Jesu, der 556 Vom Lobe Gottes balten an, daß er möge die That; triste, wenn ich Leid und Plagen uns so mich betrübe; gieb auch dieanthun, wie er kann, o so ser Bitte statt: Wenn de zeig ihm deine Pein, räume kommt mein letztes Nu, keine Macht ihm ein. nimm du mich in ewge Ch. Runge. 13. Mich erhalte deine Ruh! Liebe, meiner Liebe gieb d) Vom Lobe Gottes des Abends. Verlangen, o mein HerMel. Ach, was soll ich zensfreund, zu dir; neige Sünder machen. du dein Licht zu mir, da 650. Ach mein Je- der Tag nunmehr vergansu, sich, ich gen; sei du selbst mein trete, da der Tag nunmehr Sonnenlicht, das durch sich neigt, und die Finster- alles Finstre bricht. nis fich zeigt, hin zu dei- 6. Laß mich meine Tage nem Thron und bete. Neige zählen, die du mir noch du zu deinem Sinn auch gönnen willt; mein Herz mein Herz und Sinnen hin. fei mit dir erfüllt, so wird 2. Meine Tage gehn ge- mich nichts können qudschwinde wie ein Pfeil zur len; denn, wo du bist Ewigkeit, und die aller- Tag und Licht, schaden lan fte Zeit sauft vorbei, uns die Nächte nicht. als wie die Winde, fleußt 7. Nun, mein teurer dahin als wie ein Fluß Heiland, wache, wache du mit dem schnellsten Was- in dieser Nacht; schüße ferguß. mich mit deiner Macht. 3. Und, mein Jesu, fieb, deine Liebe mich anlache, ich Armer nehme mich doch Laß mich selbst auch wachnicht in acht, daß ich dich sam sein, ob ich gleich bei Tag und Nacht herz- jetzt schlafe ein. lich suchte, mein Erbarmer. Mancher Tag geht so dahin, da ich nicht recht wakfer bin. Levin Johann Schlicht. In eigener Melodie. 4. Ach ich muß mich 651. Cbrift, der du bift der helherzlich schämen; du er- le Tag, vor dir die Nacht hältst, du schühest mich nicht bleiben mag; du leuchTag und Nacht so gnd- test uns vom Vater her, diglich, und ich will mich und bist des Lichtes Prenicht bequemen, daß ich diger. ohne Heuchelei dir dafür 2. Ach lieber Herr, berecht dankbar sei. but uns beint in dieser 5. Nun, ich komme mit Nacht vorm bdsen Feind, und des Abends. 557 und laß uns in dir ruhen allem Leid, Gott, Bater fein, und vor dem Satan der Barmherzigkeit. ficher sein. 3. Ob schon die Augen schlafen ein, so laß das Herz doch wacker sein; halt über uns dein' rechte Hand, daß wir nicht falln in Sünd und Schand. Wir bitten 3. Vertreib den schweren Schlaf, Herr Chrift, daß uns nicht schad' des Feindes List; das Fleisch in Zuchten reine sei: so sind wir mancher Sorge frei. 4. So unsre Augen dich, schlafen ein, laß unsre 4. Herr Jesu Christ, behut Herzen wacker sein; beuns vor des Teufels Lift, schirm uns, Gottes rechte der fiets nach unsrer See- Hand, und lbs uns von len tracht, daß er an uns der Sünden Band. hab' keine Macht. 5. Beschirmer, Herr der 5. Sind wir doch dein Christenheit, dein' Hülf allererbtes Gut, erworben zeit sei uns bereit. Hilf durch dein heilges Blut; uns, Herr Gott, aus als das war des ewgen Ba- ler Not durch dein' heilig ters Rat, als er uns dir fünf Wunden rot. geschenket hat. 6. Gedenke, Herr, der 6. Befiehl dem Engel, schweren Zeit, damit der daß er komm' und uns Leib gefangen leit; der bewach', dein Eigentum; Seele, die du haft erlift, gieb uns die lieben Wach- der gieb, Herr Jesu, deis ter zu, daß wir vorm nen Trost. Satan haben Ruh. 7. Gott Vater sei Lob, 7. So schlafen wir im Ehr und Preis, dazu auch Namen dein, dieweil die seinem Sohne weis, des Engel bei uns sein. Du heilgen Geistes Gütigkeit beilige Dreifaltigkeit, wir von nun an bis in Ewigloben dich in Ewigkeit. feit! Wolfgang Meußlin. Erasmus Alberus. In eigener Mel. oder: Herr Jesu Christ, wahr Mensch und Gott. In eigener Melodic, 653. Der lieben Lng und Licht und Pracht hat nun Sonnen Licht, vor dir ist, Herr ver- den Tag vollführet; die borgen nichts; dit våter- Welt hat sich zur Rub liches Lichtes Glanz, lehr gemacht, thu, Seel, was uns den Weg der Wahr- dir gebühret; tritt an die heit ganz.. Himmelsthur, und bring 2. Wir bitten dein' ein Lied herfür, laß defgöttliche Kraft, behüt uns, ne Augen, Herz und Sinn Herr, in dieser Nacht: auf Jesum sein gerichtet bewahr uns, Herr, vor hin. 2. Thr 652. Ci hriste, der 558 Dom Lobe Gottes 2. Ihr hellen Sterne schlafen; der Engel starke leuchtet wohl und glänzt Wacht hålt es in guter mit Licht und Strahlen, Acht; ihr Heer und Lager ihr macht die Nacht des ist sein Schuß, drum ſei Prachtes voll; doch noch auch allen Teufeln Truk. zu tausend Malen scheint 7. So will ich denn heller in mein Herz die ew- nun schlafen ein, Jesu, in ge Himmelskers, mein Je- deinen Armen; dein Auffus, meiner Seelen Ruhm, ficht soll die Decke sein, mein Schuh, mein Schak, mein Bette dein Erbarmein Eigentum. men; mein Kisſen deine 3. Der Schlaf wird fal- Brust, mein Traum die len diese Nacht auf Men- süße Luft, die aus dem schen und auf Tiere; doch Wort des Lebens fleußt, einer ist, der droben wacht, und dein Geist in mein bei dem kein Schlaf zu Herz eingeußt. spüren; es schlummert Je- 8. So oft die Nacht ſus nicht, sein Aug auf mein Ader schlägt, soll mich gericht; drum soll dich mein Geist umfanmein Herz auch wachend gen; so vielmal sich mein fein, daß Jesus wache Herz bewegt, soll dies sein nicht allein. mein Verlangen, daß ich 4. Verschmähe nicht das mit lautem Schall mög' schlechte Lied, das ich dir, rufen überall: O Jesu, Jesus, finge; in meinem Jesu, du bist mein, und ich Herzen ist kein Fried, eh auch bin und bleibe dein. ich es zu dir bringe; ich 9. Nun, matter Leib bringe, was ich kann, ach schick dich zur Ruy, und nimm es gnädig an! Es schlaf fein sanft und stille; ist doch herzlich gut ge- ihr müden Augen, schließt meint, o Jesu, meiner euch zu, denn das ist GotSeelen Freund. tes Wille; schließt aber dies mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! So ist der Schluß recht wohl gemacht. Stun, Hüter, auf mich sehn, und liebster Jesu, gute Nacht, raten meiner Seelen. Ich Christian Scriver. 5. Mit dir will ich zu Bette gehn, dir will ich mich befehlen; du wirst, mein fürchte keine Not, kein' Hölle, Welt noch Tod; Mel. Herzlich thut mich denn wer verlangen. fen geht, mit Freuden wie- 654. Dich geneier der aufersteht. 6. Ihr Höllengeister, get, die Sonn mit ihrem packet euch, hier habt ihr Schein von hinnen jent nichts zu schaffen; dies sich beuget, der Abend Haus gehört in Jesu dringt herein: Herr Christ, Reich, laßt es ganz sicher du Himmelssterne, mit dei des Abends. 559 deinem klaren Licht weiche zeit ihren Schein, so wirft von uns nicht ferne, sonst du ob uns walten und unmögn wir bleiben nicht. sre Leuchte sein. 2. Herr Christ, wir thun dir's klagen, denn du weißt unsre Not, der Feind will uns erjagen mit Finsternis und Tod; im Finstern er regieret, 7. Am Firmament die Sterne stehn fest an ihrem Ort: also stehn wir auch gerne, Herr Christ, bei deinem Wort. Herr, laß uns nicht befallen die dunkle und suchet überall, wo er finstre Nacht; wir schreien jemand verführet in diesem Jammerthal. zu dir alle, du hältst für uns die Wacht. 3. Sein' List er immer 8. Dein Schirm steht übet, und schärfet seine uns zur Rechten, dein FluPfeil', damit er sehr be- gel deckt uns zu; laß Satrübet, und tötet ganz in tan immer fechten, in dir Eil; er will uns all ver- ift Fried und Ruh. Der schlingen, und sichten im- Löw und Drach muß weimerhin, wo er's so weit chen, wenn er sieht deinen kann bringen mit seinem Schild; er kann uns nicht Zorn und Grimm. erschleichen, das machet deine Huld. 4. Kein Hülfe mögn wir finden, denn bei dir, 9. Dein' Engel müssn Herr, allein; mach du uns tragen auf ihren Hanuns rein von Sünden und den rein, und diesen Feind bleib in dieser G'mein. verjagen, daß wir nicht an Geh auf, du Himmels- ein'm Stein uns stoßen und sonne, leucht uns von hinfallen und brechen Seel deinem Thron; mit deiner und Leib: Herr fteh du Gnad hier wohne, und bei uns allen, den Würsend dein'n Engel schon. ger von uns treib. 5. Der kann uns wohl 10. Nun wollen wir einbehüten, mit Leib, Seel, schlafen, Herr Chrift, auf Weib und Kind, wenn deine Hand; du wirst uns Satan gleich thut wüten Beistand schaffen, wir find mit List und Mord ge- dir wohl bekannt. Laß wieschwind. Herr Christ, du der uns erleben die liebe Fürst des Lebens haft ihm Morgenrit; wir wollen dir gestürmt sein Haus; er Dank geben, und preisen zürnet doch vergebens, deine Gut. Paulus Oderborn und ist gestoßen aus. 6. Ob schon der Tag Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. vergangen, die Sonn entwichen ist, doch haben wir 655. Der Tag ift Verlangen zu dir, Herr Jesu Christ. Gleichwie die Geist und Sinn sehnt sich Stern erhalten bei Nacht- nach jenem Tage, der uns vil 560 Dom Lobe Gottes völlig machen wird frei der Tag anbrechen wird, von aller Plage. dem kein Tag zu gleichen. 2. Die Nacht ist da, sei 11. Ju jener Belt, da du mir nah, Feju, mit diese fällt, die Zion noch bellen Kerzen; treib der macht weinen, joll noch Sünden Dunkelheit weg heller siebenmal Mond und aus meinem Herzen. Sterne scheinen. 3. Der Sonnen Licht 12. Alsdann wird nicht uns jetzt gebricht; o uner- der Sonnen Licht Jeruichaffne Sonne, brich mit falem verlieren; denn das deinem Licht hervor, mir Lamm ist selbst das Licht, zur Freud und Wonne. das die Stadt wird zieren. 4. Des Mondes Schein 13. Hallelujah, et wär' fällt nun herein, die Fin- ich da, da alles lieblich klinsternis zu mindern; ach daß get, da man ohn Abwechnichts Veränderlichs mei- selung Heilig, heilig finger. nen Lauf möcht' hindern. 14. O Jesu du, mein 5. Das Sternenheer zu Hülf und Ruh, laß mich Gottes Ehr am blauen dahin gelangen, daß ich Himmel wimmert: wohl mög' in deinem Glanz vor dem, der in jener Welt, dir ewig prangen. gleich den Sternen schimmert! Freylinghausen. 6. Was sich geregt und In eigener Melodic. vor bewegt, ruht jeht von 656. Der Tag ist mich, hin, mein Herr, in stiller Ruh dein Jesu, bei mir bleibe, o Werk in mir merken. Seelenlicht, der Sünden 7. Ein jeder will bei Nacht vertreibe; geh auf folcher Still der süßen in mir, Glanz der GerechRuhe pflegen: laß die tigkeit, erleuchte mich, ach Unruh dieser Zeit, Jesu, Herr, denn es ist Zeit. bald sich legen. 2. Lob, Preis und Dank 8. Ich selbst will auch sei dir, mein Gott, genach meinem Brauch nun sungen, dir jei die Ehr, in mein Bettlein steigen: daß alles wohl gelungen laß mein Herz zu deinem nach deinem Rat, ob ich's sich als zum Bettlein nei- schon nicht versteh', du bist gen. gerecht, es gehe, wie es geb'. 9. Halt du die Wach, da- 3. Nur eines ist, was mit fein Uch und Schmerz mich empfindlich quålet: den Geist berühre: sende Beständigkeit im Guten deiner Engel Schar, die mir noch fehlet, das weißt mein Bettlein ziere. du wohl, o Herzenskün10. Wann aber soll der diger, ich strauchle noch Wechsel wohl der Tag und wie ein Unmündiger. Nächte weichen? Wenn 4. Bergieb es, Herr, des Abends. 561 was mir sagt mein Ge- 4. Sollt' etwa meine wiffen, Welt, Teufel, Schuld noch angeschrieben Sünd hat mich von dir stehen, so laß durch deine gerissen; es ist mir leid, Huld dieselbe doch vergemich stell' ich wieder ein, hen; dein rofinfarben Blut da ist die Hand: Du mein, macht alle Rechnung gut. und ich bin dein. 5. Ich will mit dir, mein 5. Israels Schuh, mein Hort, aufs neue mich verHuter und mein Hirte, zu binden, zu folgen deinen meinem Trost dein sieg- Wort, zu fliehn den Wußt haft Schwert umgürte; der Sünden. Dein Geist bewahre mich durch deine mich stets regier', und mich große macht, wenn Be- zum Guten führ'. lial nach meiner Seelen tracht. 6. Wohlan, ich lege mich in deinem Namen nieder, des Morgens rufe mich zu meiner Arbeit wieder; denn du bist Tag und Nacht auf meinen Nuß 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen, ach laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen; o Lebenssonn, er- bedacht. quicke meinen Sinn; dich 7. Ich schlafe, wache laff' ich nicht, mein Fels; der Tag ist hin. Joachim Neander. du; ich schlaf in Jesu Namen, sprich du zu meiner Ruh cin kräftig Ja und Amen; und also stell' ich dich zum Wächter über Nach Paul Weber. In eigener Melodie. 657. Die Nacht ist mich. vor der Thür, und liegt schon auf Mel. Der Tag ist hin, der Erden, mein Jesu, mein Jesu, bei mir bleibe tritt berfür, und laß es 658. Die Son bat helle werden. dir, o mit ihJefulein, ist lauter Son- rem Glanz gewendet, und nenschein. was fie soll, auf diesen 2. Gieb deinen Gnaden- Tag vollendet; die dunkle schein in mein verfinstert Nacht dringt allenthalben Herze; laß in mir bren- zu, bringt Menschen, Bieb nend sein die schöne Glau- und alle Welt zur Ruh. benskerze; vertreib die 2. Ich preise dich, du Sündennacht, die mir viel Herr der Nächt' und Lage, Kummer macht. 3. Ich habe manchen Tag in Eitelkeit vertrieben; du haft den Ueberschlag gemacht und angeschrieben; ich selber stelle mir die 3. Bergieb, wo ich bei schwere Rechnung für. Tage so gelebet, daß ich daß du mich heut vor aller Not und Plage durch deine Hand und hochberühmte Macht hast unverlebt und frei hindurch gebracht. 24** nach 562 Vom Lobe Gottes nach dem, was finster ist, gen, und sei gegen diese gestrebet; laß alle Schuld Nacht ferner auf mein durch deinen Gnadenschein Heil bedacht. in Ewigkeit bei dir erloschen sein. 2. Neige dich zu meinem Bitten, stoß nicht dies 4. Schaff, daß mein mein Opfer weg. Hab' Geift dich ungehindert ich gleich oft überschritten schaue, indem ich mich der deiner Wahrheit heilgen trüben Nacht vertraue und Steg: so verfluch' ich meidaß der Leib auf diesen schweren Tag sich seiner Kraft fein sanft erholen mag. ne Sünden, und will mich mit dir verbinden; reiß du nur aus meiner Brust alle Wurzel böser Lust. 5. Vergönne, daß der 3. Herr, es ſei mein lieben Engel Scharen mich Leib und Leben, und was vor der Nacht der Fin- du mir haft geschenkt, deisternis bewahren, auf daß ner Allmacht übergeben, ich vor der List und Ty- die den Himmel selbst berannei der argen Feind im schränkt. Laß um mich Schlafen sicher sei. und um die Meinen einen 6. Herr, wenn mich Strahl der Gottheit scheiwird die lange Nacht be- nen, der, was deinen Nadecken und in die Rub des men trågt, als dein Gut tiefen Grabes stecken, so zu schätzen pflegt. blicke mich mit deinen Augen an, daraus ich Licht im Tode nehmen kann. 4. Laß mich mildiglich betauen deines Segens Ueberfluß; schirme mich 7. Und laß hernach, zu- vor Angst und Grauen, gleich mit allen Frommen, wende Schaden und Vermich zu dem Glanz des druß, Brand und sonst andern Lebens kommen, betrübte Fälle; zeichne da du uns haft den gro- meines Hauses Schwelle, ßen Tag bestimmt, dem daß hier keinen nicht der keine Nacht sein Licht und Schlag des Verderbens Klarheit nimmt. treffen mag. Josua Stegmann. Mel. Alle Menschen müffen sterben. 659. Gºt ott, du läs5. Wirke du in meinen Sinnen, wohne mir im Schatten bei, daß mein schlafendes Beginnen dir auch nicht zuwider sei; sest mich er- schaffe, daß ich schon auf reichen abermal die Abend- Erden mag ein solcher zeit; das ist mir ein neues Tempel werden, der nur Zeichen deiner Lieb und dir und nicht der Welt Gutigkeit. Laß jekund mein ewig Licht und Feuer hält. schlechtes Singen durch 6. Geht, ihr meine die trüben Wolken drin- müden Glieder, geht und fenkt des Abends. 563 senkt euch in die Ruh; um nicht gefangen, eine wenn ihr euch regt mor- Beut der Wölfe sein. Je= gen wieder, schreibt es eu- fus, unser Seelenhirt, mich rem Schöpfer zu, der so zur Herde holen wird; treue Wacht gehalten; leg in deinen Schoß mich wenn ihr aber müßt er- nieder, wenn er dir mich Falten, wird des bittern bringet wieder. Todes Pein doch der Seelen Vorteil sein. Fried. Rud. Ludw. v. Canig. 5. Ich trat in den Sünderorden, ich bin diese Woche dir tausend Schulden schuldig worden. Wenn du rechnen willst mit mir, soll ich dein Register sehen, lag nur Jesum bei mir stehn; seine teuren Blut- Goldgulden zahlen meine roten Schulden. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 660. ott, beut endet sich die Wochen, und es ist ihr letter Tag diesen Morgen angebrochen, vor dir ich mich selbst verklag'. In mir mein Gewissen mich, höchfter Richter, stellt vor dich; neue Schulden samt den alten mit mir wollen Rechnung halten. 2. Sonne, die ich seh' abgehen, du hast meiner Sünden viel diese Woche angesehen, die ich schwerlich zah6. Du Allgeber, deine Gabe, die du haft gelegt in mich, die mir anvertraute Habe braucht' ich leider wider dich. Ach ich hielte übel Haus; stoß mich darum nicht hinaus; wollst in Gnaden, nicht nach Rechte rechnen ab mit deinem Knechte. 7. Richter, laß dich len will. Und was saget Vater nennen, wollst mir Gott dazu, der gesehen heißen, der du bist; du mehr, als du, dessen Aug in wirst in dein Kind noch die Gedanken schauet durch kennen. Ob es ungehorsam des Leibes Schranken? ist: ein Sohn macht uns 3. In dem Anfang die- alle gut, der nach deinem ser Woche hab' ich dir Willen thut. Gott, fet als Lebensmann tausend gnädig Jesu Brüdern, Dienste, Gott, verspro- trenn das Haupt nicht chen; ach, nicht einer ist von den Gliedern. gethan. Mit mir bösem 8. Deine Pflanze du Knecht geh nicht, Herr mich nenneft; aber wo ist des Himmels, ins Ge- meine Frucht? Mein verricht. Ob ich bin von dir dorrtes Thun du kennest, gewichen, hat uns doch laß mich drum nicht sein dein Sohn verglichen. verflucht. Jesus, mach 4. Hab' ich mich von dir mich wieder grün, dessen vergangen, wie ein blddes Zweig ich worden bin; hilf Schäfelein, laß mich dar- mir, Gott, ich will als Re 564 Dom Lobe Gottes Reben stets an diesem du diesen Tag geruht; Weinstock kleben. ich muß auch nach Ruhe 9. Jesu, Arzt geängst- fragen, weil die Sünd ter Geister, hier ist eine mir bange thut. Und ich franke Seel; hilf mir, zog mich můd genug diese Jesu, guter Meister, dir Woch am Lebenspflug; Ich meine Not befehl'. laß mich heut in meinen Und wenn du mich recht Sachen fröhlich Feierabend bestehst, mein Herz tot machen. in Sünden ist. Ach so weck mich auf, o Leben, wolleft mir mich wieder geben. 14. Dortmals riefest du auf Erden: ihr Beladnent, kommt zu mir, kommt ihr sollt entbürdet werden! 10. Meine Seel zum Jesu, ach ich komm' zu Buhlerhaufen, deine un- dir. Moses Tafeln drücken getreue Braut hat, o Je- mich; nimm du sie von mir su, sich verlaufen, und auf dich, wirf dies harte nach Fremden umgeschaut. Joch zu Stücken, meine Wollst ihr darum, o mein Seel las Rub erquicken. Licht, einen Scheidbrief 15. t dem Heilbad senden nicht; du haft fie deiner Wunden laß mich mit Blut erworben, ach heut gewaschen sein, daß laß sie nicht sein ver- ich morgen werd' erfundorben. den, dir zu dienen, schön 11. Schreibe mich zu und rein; laß den Besen deinen Lieben diesen Tag wahrer Buß kehren aus mit deinem Blut; diesen den Mist und Ruß, daß lebten von den sieben laß du mich mögst morgen die sechse machen gut. ehren, in mein Herze einMein Gewissen heut be- zukehren. Sigism. v. Birden. fried; ich mag alte Schulden nicht in die neue Mel. O du Liebe meiner Liebe. Boche bringen, Jesu, ach erbör mein Singen! 661. Herr und Gott will meiner Seele Schmerzen dir zu- Nächte, der du schläfft tragen in dein Haus. noch schlummerst nicht, Laß mich mit getröstem schaue, wie dein arm Herzen, Jesu, wieder Gemdchte jetzt nach seigehn heraus. Wenn dein ner Kindespflicht, da der Diener ledig zählt See- Abend ist geworden, und len, die die Sünde guålt: der Tag fich hat geneigt, laß auch mich sein losge- samt der Deinen ganzem sprochen von den Schul- Orden sich vor deinem den dieser Wochen. Throne beugt. 13. Nach sechs dei- 2. Bater, ich bin zu genen Schöpfungstagen haft ringe aller Tren und Gü des Abends. 565 tigkeit, die du, Wesen al- uem Schat nachfahre, und ler Dinge, mir in meiner erwach' nach seinem Bild. Lebenszeit und auch heute Freylinghausen. haft erwiesen. O daß ich recht dankbar wår. Herr, Mel. Herr Jefu Chrift, dein Nam sei hoch ge- wahr Mensch und Gott. priesen, dein Herz ferner 662. Hinu zu mir kehr. inunter ist der Son3. Siehe nicht an mein nenschein, die finstre Nacht Berbrechen, ach gedenke bricht stark herein: leucht nicht der Schuld, die dein uns, Herr Christ, du wahftrenges Recht könnt' rå- res Licht, laß uns im Finchen, habe doch mit mir stern tappen nicht. Geduld; schaue an des 2. Dir sei Dank, daß Sohnes Wunden, dadurch du uns den Tag vor Schaich verföhnet bin, dadurch den, Fahr und mancher ich Erldsung funden, und Plag durch deine Engel das Leben zum Gewinn. haft behüt aus Gnad und väterlicher Güt. 4. Ich verlange frei zu werden durch das reine 3. Womit wir habn erLammesblut von der Sün- fürnet dich, dasselb verzeih denluft Beschwerden, von uns gnädiglich, und rechn der finstern Schlangenbrut. es unsrer Seel nicht zu: Ach Herr, reinge mein Ge- laß uns schlafen mit Fried wissen, Leib und Seel dir und Ruh. beilig sei; dein Geist mache mich gefliffen, dir zu dienen ohne Scheu. 4. Durch dein' Engel die Wach bestell, daß uns der böse Feind nicht fäll'; 5. Laß mich nicht da- vor Schrecken, G'spenst binten bleiben, laß mich und Feuersnot behût uns nicht zurücke sehn; dein heint, o lieber Gott. Geift müsse mich fiets treiNikolaus Hermann. ben, unverzüglich fort zu gehn, ia mit schnellem Schritt zu laufen zu dem Kleinod, das das Lamm 663. chanke die, uns mit liebreicher zu fen ist gebracht ans Kreu- Gott, daß du mich heut jes Stamm. vor Schand und Spott 6. Drauf will ich mich und schweren Fällen haft schlafen legen, laß mich behüt; es kommt von deidir empfohlen sein; Vater, ner Gnad und Gut. Mein gönne mir den Gegen, der, ganz Verderben ist aus mir; am Leib und Geiste rein, mein Heil das kömmt allein mich auch in der Nacht von dir. Mel. Vater unfer im Himmelreich. bewahre; deine Gunde sei 2. Wenn du nicht båtmein Schib, bis ich mei- teft mir gereicht, Herr, det 566 Dom Lobe Gottes deine Hand, war' ich gar in großem Hauf. Du haft leicht gefallen auch so tief mir so viel Guts gethan, in Sund, als sonsten andre daß ich's nicht gar erzäh= Menschenkind. Ohn dei- len kann. ne Hülf und Gnadenhand 8. Ich bitte, halt auch fällt auch der Frommst' in gnädiglich dein' Augen of Sünd und Schand. fen über mich, daß mich 3. Doch bin ich gar der Feind mit List und nicht engelrein, ich find', Macht nicht überfall' in Herr Jesu, stets das Mein; dieser Nacht. Behut vor den alten Adam ich noch Unglück Seel und Leib; spür', der mich anreizet Gefahr und Not weit von für und für, daß ich mein mir treib. Her, Begier und Sinn 9. Gieb, daß ich nach zur Eitelkeit soll neigen gepflogner Ruh erwach', hin. aufsteh' und freudig thu', 4. Ich klag' an mein was du haftanbefohlen mir, Unachtsamkeit vor dir, und einen guten Wandel o Gott, mit Neu und führ; mit deinem Geiste Leid; wie du auch selber steh mir bei, daß nichts haft gesehn, was oft aus Berdammlichs an mir fei. Schwachheit ist geschehn. 10. Vor einem bösen Den innern Menschen hab' schnellen Tod, o du liebreiich nicht mit Fleiß ver- cher frommer Gott, mich wahrt nach meiner Pflicht. heint und jederzeit bewahr'; 5. Den Sinnen hab' ich laß bei mir sein der Enoft zu weit den Zaum ge- gel Schar, auf daß der gönü zur Eitelkeit; ich Satan diese Nacht an mir habe viel geredt, gedacht, ia finde keine Macht. gehört, gesehen und vollbracht, was mir nicht wohl gestanden an, und ich nicht alles wissen kann. Johann Heermann. In eigener Melodie. 664. Mein Augen 6. Aus Gnaden alles schließ' ich mir vergieb, verbrenn's im ießt in Gottes Namen zu, Feuer deiner Lieb; du bist dieweil der müde Leib bevoll Heiligkeit und Gnad, gehret seine Ruh; weiß was mir noch fehlt, für aber nicht, ob ich den mich erstatt. Dein Blut Morgen möcht' erleben, mich wasche, daß ich werd' es könnte mich der Tod ſo rein, wie mich dein vielleicht noch heint umHerz begehrt. geben. 7. Ich dank' auch, lieb- 2. Drum sag' ich dir, o ster Jesu, dir für alle Gott, von Herzen Lob Gaben, die du mir er- und Dank; ich will auch zeiget haft von Kindheit solches thun hinfort mein auf bis zu der Stund Leben lang, weil du mich die des Abends. 567 diesen Tag haft wollen du so bist bedacht, für all so bewahren, daß mir kein Ungelůck hat können widerfahren. mein Heil zu sorgen, und mir zum frohen Morgen haft Hoffnung bier gemacht? 3. Du haft des Teufels 2. Was ist doch dieses Zorn von mir ganz abge- Leben, als eine Abendwehrt, der als ein grimmer zeit, mit Dunkelheit umLow zu fressen uns be- geben, mit eitel Müh und gehrt. Beschüß auch diese Streit, ja lauter FinNacht mich, Herr, durch sternis, darin wir sind deine Waffen, wenn als gefangen in stetigem Verein Totenbild der Leib langen, zu enden den wird liegen schlafen. Verdrieß? 4. Regiere mein Gemut, und richt es ganz zu dir, daß keine böse Lust durch Träume mich berühr'; auch deinen Engel mir an meine Seite sebe, daß mich der Satan nicht durch seine List verletze. 3. Du aber läßt mich wissen, daß noch ein Morgen sei, der mir einst werd' ersprießen, zu rühmen deine Treu, da Jesus Sonne ift, der mir zu gute lebet, und sich mit Bonn erhebet, zu schaffen neue Frist. 5. Also, wenn morgen 4. Der wird den Glanz ich das Tagelicht erblick", erstrecken im mein verund ich mich gar billig dann schloßnes Grab, zu deinem Lobe schick. Ihr mächtig mich erwecken. Sorgen, weichet hin, du wenn ich geschlafen hab', aber, Herr, verleihe den damit ich geh' berfür, Gliedern ihre Ruh, daß ihm freudig zu begegnen, mir der Schlaf gedeihe. und dann von seinem Segnen die milden Strahlen spür. 6. Und da ja diese Nacht mein Ende fåäm' herbei, ſo hilf, daß ich in dir, o Jesu, wacker sei, auf daß ich seliglich und sanft von binnen scheide; dann führe meine Seel hinauf zur Himmelsfreude. 5. Da werd' ich sein umgeben mit dieser meiner Haut, die ich in diesem Leben so elend hab' geschaut; doch wird ein Ehrenkleid er, seinem gleich, draus Matthäus Apelles v. Löwenstern. machen, daß nimmer darf verlachen kein Feind, noch Mel. Don Gott will ich schnöder Neid. nicht lassen. 6. Mein Leib wird sei665. Mein Gott, nem Leibe verklaret dhnwie soll lich sein, so daß er ewig ich fingen von deiner bleibe bei sonnengleichem großen Güt, was für Schein; und meinem bldein Opfer bringen aus den Aug wird solche Gnad fröhlichem Gemüt, daß geschehen, daß es Gott felbft Vom Lobe Gottes 568 felbft zu seben in neuen Kräften taug. 2. We bist du Sonne blieben? Die Nacht hat 7. Drauf will ich denn dich vertrieben, die Nacht, nun grüßen den schönen des Tages Feind. Fabr Morgenichein, der soll mir bin, ein andre Sonne, bas beringen, was mir mein Jejus, meine Bonne, wird herbe jein im Abend gar Hell in meinem Herdieser Zeit; denn ich weiß jen scheint. meine Sonne, die mir die wahre Bonne auf morgen bat bereit. 3. Der Tag ist nun vergangen, die güldnen SternLein prangen am blauen 8. Soll ich denn irgend Himmelsfal: also werd' fiben hier in der Dunkel- ich auch sieben, wenn mich heit, und schauen nichts wird beißen geben mein als Bliten, so it's nur in Gott aus diesem Jammerder Zeit, die nicht lang thal. währen mag. Bald wird 4. Der Beib eilt nun jur das Licht aufgeben, so mich Rube, legt ab das Kleid mite laffen ſehen die Frei- und Schube, das Bild der beit von der Plag. Sterblichkeit; die zieb' ich 9. Ach möcht es bald aus; dagegen wird Chrinur fommen, ach war es ftus mir anlegen den Rod doch schon da, daß ich mit der Ehr und Herrlichkeit. allen Frommen fäm der 5. Das Haupt, die Füß Erlösung nah! Doch still, und Hände sind froh, daß gedulde nur, er wird nicht nun zum Ende die Arbeit lang verweilen; der Glaub kommen sei. Herz, freu fieht ihn schon eilen, und dich, du sollst werden vom merket feine Spur. Elend dieser Erden und von der Sündenarbeit frei. 10. Indessen geh' ich schlafen so lang auf sein Geheiß; er wird's schon mit mir schaffen, wie er mein Beftes weiß, daß ich begehrt! es kommen Stund mag ruhig sein nach allen und Zeiten, da man euch Abendsorgen, bis mit dem wird bereiten zur Rub ein frohen Morgen er en lich Bettlein in der Erd. tritt herein. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, der Betten ihr In eigener Melodie. 7. Mein' Augen stehn verdrossen, im Hui sind fie geschlossen, wo bleibt 666. Nun ruben alle dann Leib und Seel? Wälder, Bich, Nimm sie zu deinen GnaMenschen, Städt' und Fel- den, sei gut für allen der es schläft die ganze Welt; Schaden, du Aug und ihr aber, meineSinnen, auf, Wächter Israel. auf, ihr sollt beginnen, was 8. Breit aus die Flü eurem Schöpfer wohlgefällt. gel beide, o Jesu, meinte Freu des Abends. 569. Freude, und nimm dein Augen zu, und schlafe fröhKüchlein ein; will Satan mich verschlingen, so laß die Englein fingen: Dies Kind soll unverleßet sein. lich ein; mein Gott wacht ießt in meiner Rub, wer wollte traurig sein? 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heinte nicht betrüben ein Unfall noch Gefabr; Gott laß euch selig schlafen, stell' euch die güldnen Waffen ums Bett und feiner Engel Schar. 8. Weicht, nichtige Gedanken, hin, wo ihr habt euren Lauf; ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 9. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Jammerthal, so führ mich, Herr, in Himmel ein zur auserwählten Schar. Paul Gerhardt. In eigener Melodie. 667. N un fich der Tag geen10. Und also leb' und flerb' ich dir, du starker Zebaoth; im Tod und Ledet hat und keine Sonn ben hilf du mir aus aller mehr scheint, schläft alles, was sich abgematt, und was zuvor geweint. Angst und Not. 2. Nur du, mein Gott, Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. keine du Johann Friedrich Herzog. noch schlummerst nicht; die 668. ugenlider müden Finsternis ist dir verhaßt, weil du bist selbst das Licht. schließen sich jetzt schläfrig 3. Gedenke, Herr, doch zu, und des Leibes matte auch an mich in dieser Glieder grüßen schon die ſchwarzen Nacht, und Abendruh; denn die trub schenke mir genadiglich den und finstre Nacht hat des Schirm von deiner Wacht. hellen Tages Pracht in der 4. Wend ab des Satans Büterei durch deiner Engel Schar, so bin ich aller Sorgen frei, und bringt mir nichts Gefahr. tiefen See verdecket, und die Sternen aufgestecket. 2. Ach bedenk, eh du gehst schlafen, du, o meines Leibes Gast, ob du den, der dich erschaffen, heute nicht erzurnet haft? Thu, ach thu bei Zeiten Buß, ach geh und fall ihm zu Fuß, und bitt ihn, 6. Den seh' ich dir zum daß er aus Gnaden dich Bürgen ein, wenn ich muß der Strafe woll' entladen. vor Gericht; ich kann ja 3. Sprich: Herr, dir nicht verloren sein in sol- ist unverholen, daß ich cher Zuversicht. 5. 3war fühl' ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir flagt an; doch aber deines Sohnes Huld bat gnug für mich gethan. 7. Darauf thu' ich mein' diesen Tag verbracht anders, als du mir befohlen; ja, 570 Dom Lobe Gottes ja, ich habe nicht betracht| Mel. Ach was soll ich meines Amtes Ziel und Sünder machen. Zweck, babe gleichfalls det 669. Unerschaffne Lenen Weg o benssonne Gott, verlassen, bin ge- Licht vom unerschaffnen folgt der Wollust Straßen. Licht, das die Finsternis 4. Ach Herr, laß mich durchbricht, gehe auf zu Gnad erlangen, gieb mir meiner Wonne, und be nicht verdienten Lohn; laß strahle meinen Sinn, da mich deine Hut umfan- man spricht: Der Tag ist gen, sich an deinen lieben hin. Sohn, der für mich genug 2. Finster ist mein gangethan; Bater, nimm den zes Wesen, und Egyptens Bürgen an: dieser hat für dunkle Nacht, die die Höll mich erduldet, was mein hervorgebracht, macht, daß Unart hat verschuldet. ich nicht kann genesen, 5. Deffne deiner Güte wo nicht deiner Klarheit Fenster, sende deine Wach Schein meine Kräfte nimherab, daß die schwarzen met ein. Nachtgespenster, daß des 3. Ach drum dringet Todes finstres Grab, daß meine Seele aus der Sündas Ulebel, so bei Nacht den Dunkelheit hin zu deiunsern Leib zu fällen tracht, ner Heiterkeit, die ich mir mich nicht mit dem Netz zum Trost erwähle, wenn umdecke, und kein böser der Finsternis Verdruß ich Traum mich schrecke. mit Schmerzen leiden muß. 6. Laß mich, Herr, von 4. Denn die Sünde dir nicht wanken, in dir bringt uns Leiden, als die schlaf' ich gut und wohl; aus dem Abgrund ist, von gieb mir heilige Gedanken, dem, der durch seine Lift und bin ich gleich Schlafes uns geführet in ein Scheivoll, so laß doch den Geist den von der Liebe, die so in mir zu dir wachen für zart fich ehmals mit uns und für, bis die Morgen- gepaart. rst angehet, und man von dem Bett auffiehet. 5. Aber dein Licht ist das Leben, das die Toten 7. Bater, droben in der wecket auf und befördert Höhe, dein Nam ist uns ihren Lauf; o was Freude teur und wert; dein Reich kann es geben! Nichts als komm', dein Will geschehe, lauter Wollust ist, wo du unser Brot sei uns be- Licht und Leben bist. schert, und vergieb wie 6. Laß mich diese Wolwir die Schuld, schenk uns luft schmecken, die so keusch deine Gnad und Huld, laß und sauber macht, daß ich uns nicht Versuchung td- Fremdes gar nicht acht. ten, hilf uns, Herr, aus Reiße weg die Sündenallen Nöten. Joh. Franc. decken, welche machen, daß dein des Abends. 571 dein Glanz mein Herz nicht| Handwerk und mein Kunst; erfüllet ganz. ohn dich geht nichts von Statten, ohn dich ist alls umsonst. 7. O daß doch der Abend kame, da es soll so lichte sein, und des Geistes hel- 4. Drum ich von Herler Schein uns dir machte zensgrunde dich, Herr recht bequeme, ia was Gott, lob' und preis' in mehr, daß ich im Sinn dieser Abendstunde, und hören möcht': Die Nacht bitt' mit ganzem Fleiß, du ist hin. wollest gnädig hören mein arm Besvergebet, das Gut in mir vermehren durch gleichen bat, da der güld- dein' Barmherzigkeit. nen Gottesstadt soll zur 5. Gleichwie vor alten Sonn und Leuchte dienen Zeiten du haft viel Guts das Lamm Gottes. Glo- erzeigt des Abends denen ria! Auf, Triumph, der Leuten, der Herz sich zu Tag ist da! Freylinghausen. Dir neigt und fest auf dich gebauet: so wollst du auch geruhn, wie unser Herz dir trauet, uns Liebs und Mel. Herzlich thut mich verlangen. 670. Malt's Gott, Guts zu thun. 8. Nunmehr ist der Tag erschienen, der nicht seinesich laffe, die Sonn Feirabend meldt; fie hat vollendt ihr Straße, geht wieder in ihr Zelt. So mögen auch mein' Sachen ruhn bis zu seiner Zeit, ich will Feirabend machen mit schuldger Dankbarkeit. mein Werk 6. Als Noah hatt' gelaffen ein Täublein aus sein'm Schiff, kehrt's wieder seine Straßen, und bracht' ein Friedensbrief; zur Vesperzeit im Munde führt es ein Delblatt grün, daraus Noah verstunde, des Herrn Zorn wär' dahin. 2. Mein Augen, Herz 7. Zween heilge Engel und Hände, o Jesu, Got- kamen des Abends zu dem tes Sohn, zu dir ich nun- Lot, in ihren Schuß ihn mehr wende zum schuld- nahmen wider die gottgen Tagelohn. Denn du los Rott, erlösten den bift selbst getreten an mei- Propheten, bald fiel ein ne Werkstatt gut, haft Schwefl und Feur, macht helfen mir arbeiten, re- den ruchlosen Städten ihr giert mein Sinn und Freud und Frevel teur. Mut. 8. Gleicher Weise wir 3. Mein Haupt hast du lesen, da Eli, der Prophet, gestärket, mein Fingern im Hungerland gewesen: geben Kraft; hab' dein Se- hört, was der Herre that: gen vermerket, der allein Vögel gedienet haben zu Frommen schafft. Daher Tisch dem Gottesmann: ist wohl geraten mein Abends und Morgens Rabent 572 Dom Lobe Gottes ben Brot und Fleisch preiset Gottes Güte, die brachten an. er hat gethan an mir; 9. So wollst du, Herr, da er mich den ganzen uns geben Abend- und Tag vor so mancher Sorg Morgenbrot, und was und Plag hat erhalten und zu diesem Leben uns al- beschüßet, daß mich Salenthalb ist not. Dein tan nicht beschmißet. Engel wollst uns schicken, 2. Lob und Dank sei auf daß er uns bewahr' dir gefungen, Vater der vors Teufels List und Barmherzigkeit, daß mir Stricken, so sind wir ohn ist mein Werk gelungen, Gefahr. daß du mich vor allem 10. Erhör auch unsre Leid und vor Sünden Bitten, ach Herr, du treuer mancher Art so getreulich Gott, die Stadt wollst haft bewahrt, auch die du behüten vor Feur und Feind'hinweg getrieben, daß aller Not. Und weil die ich unbeschädigt blieben. Feinde toben, erregen Krieg und Streit, so sende uns von oben den Fried zu unsrer Zeit. 3. Keine Klugheit kann ausrechnen deine Gut und Wunderthat, ja, kein Redner kann aussprechen, was 11. Ja weil's will fin- dein Hand erwiesen hat. ster werden ums Wort, Deiner Wohlthat ist zu der Gnaden Licht, der viel, sie hat weder Maß Satan auf der Erden noch Ziel; ia du hast mich viel Keßerei anricht: so so geführet, daß kein Unbleib bei uns, Herr Christe, fall mich berühret. mit deiner Gnad und 4. Dieser Tag ist nun Schein; dein wertes Wort vergangen, die betrübte uns friste, alsdann wir sicher sein. Nacht bricht an: es ist hin der Sonnen Prangen, so 12. Hiermit ich nun uns all erfreuen kann. vollende mein Tagsge- Stehe mir, o Bater, bet, schäft und Sach, und bitt' daß dein Glanz stets vor herzlich zu Ende, Herr, mir sei, und mein kaltes den Feirabend mach; drauf Herz erhize, ob ich gleich der Sabbath angehet, der im Finstern size. währt viel tausend Jahr, 5. Herr, verzeihe mir der ewiglich bestehet. Amen, aus Gnaden alle Sünd das werde wahr! und Missethat, die mein armes Herz beladen, und sogar vergiftet hat, daß auch Satan durch sein 671. Merde mun- Spiel mich zur Höllen ter, mein stürzen will; da kannst du Gemüte, und, ihr Sin- allein erretten, strafe nicht ne, geht herfür, daß ihr mein Uebertreten. Michael Ziegenspect. In eigener Melodie. 6. Vin des Abends. 573 6. Bin ich gleich von Seele, Mut und Blut, dir gewichen, stell' ich mich Weib und Kinder, Hab und doch wieder ein, hat uns Gut, Freunde, Feind' und doch dein Sohn verglichen Hausgenossen sind in deidurch sein' Angst und To- nen Schuß geschlossen. despein. Ich verleugne nicht die Schuld; aber 11. Ach, bewahre mich vor Schrecken, schüße mich deine Gnad und Huld ist vor Ueberfall; laß mich viel größer als die Sünde, Krankheit nicht aufwecken, die ich stets in mir befinde. treibe weg des Krieges 7. O du Licht der from- Schall; wende Feur und men Seelen, o du Glanz Wassersnot, Pesfilenz und der Ewigkeit, dir will ich schnellen Tod; laß mich mich ganz befehlen, diese nicht in Sünden sterben, Nacht und allezeit. Bleibe noch an Leib und Seel doch, mein Gott, bei mir, verderben. da es nunmehr dunkel schier, 12. O du großer Gott, da ich mich so sehr betrůbe, triste mich mit deiner Liebe. erhöre, was dein Kind gebeten hat; Jesu, den ich stets verehre, bleibe ja mein 8. Schüße mich vors Schutz und Rat, und mein Teufels Neben, vor der Hort du, werter Geift, der Macht der Finsternis, die du Freund und Trifter mir manche Nacht zuset- heißt, hdre doch mein sehnzen und erzeigen viel Ver- lichs Flehen. Amen, ja, das drieß. Laß mich dich, o soll geschehen. Johann Rift. wahres Licht, nimmermehr verlieren nicht; wenn ich dich nur hab' im Herzen, fühl ich nicht der Seelen 672. Schmerzen. Mel. Hüter, wird die Nacht der Sünden. Wº Wo ist meine 9. Wenn mein' Augen blieben, deren Lieben mir schon sich schließen, und so wohl und sanfte that, da ermüdet schlafen ein, muß sie in den Sinnen spielte, mein Herz dennoch be- und ich fühlte, was für fliffen, und auf dich ge- Kraft man durch sie hat? richtet seia. Meiner See- 2. Aber nun empfind' len mit Begier träume ich Schmerzen in dem stets, o Gott, von dir, Herzen, die Versuchung daß ich fest an dir beklei- wächst in mir; und ich bin be, und auch schlafend ganz matt zu kämpfen, und dein verbleibe. zu dämpfen, weil ich keine Sonne spür'. 10. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanft und 3. Ich kann nicht die süße Ruh; alles Uebel laß Welt ertragen, ich will's wa= verschwinden, decke mich gen, vielleicht find' ich meimit Gegen zu. Leib und nen Freund, daß die schwere Nacht 574 Dom Lobe Gottes Nacht der Leiden sich muß| keln Wegen deinen Sescheiden, wenn sein mäch- gen, weil die Nacht des tig Licht erscheint. Glaubens währt; hilf mir, 4. Seele, schlafe nur statt vergebner Klagen, alim Friede, du bist müde, les tragen, weil es nur du findst jetzt die Sonne die Kraft verzehrt. nicht; du mußt in der Still 12. Und dein Fried erertragen deine Plagen, bis halt die Sinne bei mir der Morgenstern anbricht. inne, er bewahre meinen 5. Meide nur der Nacht Sinn, daß die Nacht durch Geschäfte, laß die Kräfte deine Gnade mir nicht zu dem Licht gekehret sein; schade, bis ich ganz im so wird dir der güldne Lichte bin. Morgen ohne Sorgen endlich wieder treten ein. Christian Fried. Richter. 6. Weil die kleine Welt In eigene Melodie. Wº wird stehen, wird man se- 673. Wo willst du hen Tag und Nacht im bin, Wechsel stehn; denn soll Abend ist, mein lieber Pildurch den Thau die Erden grim, Jesu Christ? fruchtbar werden, muß die bleib doch hier und rast in kühle Nacht ergehn. mir, ich laff' dich nicht, du 7. Kält und Hike muß ewges Licht, ich schrei' dir den Frommen nützlich kom- nach mit tausend Ach. Ach men, Wind und Regen hel- bleib doch hier, mein Leben, fen nur; denn es kommen ich will dir Herberg geben. keine Früchte nur bei Lichte 2. Die Sonne hat sich zur vollkommenen Natur. schon gesenkt, die Nacht 8. Schaue, wie die weise ist da, die mich bedrängt; Fügung nur Vergnügung komm doch herein, mein flatt des bittern Klagens Freudenschein, und an macht. Danke diesem wei- mein Herz, wie eine Kerz; sen Vater und Berater, erleucht es ganz mit deidaß er es so wohl bedacht. nem Glanz, daß ich dich 9. Laß dir nur den teu- mög' erkennen, und durch ten Glauben niemand rau- und durch entbrennen. ben und verharre im Gebet. Schlafe, und dein Herze wache, deine Sache in des Baters Händen steht. 3. Wenn du bei mir bleibst, werter Gast, so werd' ich ledig meiner Last; du brichst mir Brot in 10. So nimmt dich die Hungersnot; du treibest Elare Sonne in der Wonne weit die Eitelkeit; du zeigst eigentümlich in sich ein; da mir an die rechte Bahu; wird dich sein Blitz durch- du machst, daß meine Singehen, du wirst sehen, daß nen die Wahrheit finden kein Teil wird finster sein. können. 11. Jesu, gieb in dun4. Ich lasse dich nicht, lieb vor und nach Tische. 575 liebster Freund, bis daß die wacht, hat deiner acht; Sonne wieder scheint; hab ich will dich fest umfassen nur Geduld, und sei mir und nicht entweichen lashuld; du kannst nicht fort sen. Joh. Angelus. aus diesem Ort; mein Herze e) Vom Lobe Gottes vor und nach Tische. Mel. Wenn wir in höchften Nöten sein. 674. Bescher uns, Herr, das tåglich Brot; vor Teuwir allein auf dich, und wolln dich preisen ewiglich. Nicolaus Hermann. In eigener Melodie. rung und vor Hungersnot 675. Danket dem Herbehüt uns dein liedenn ben Sohn, Gott Vater ist sehr freundlich, denn in dem höchsten Thron. seine Gut und Wahrheit 2. Herr, thu auf bleibt ewiglich. dein' milde Hand, mach uns 2. Der als ein barmdein' Gnad und Gut be- herziger, gütiger Gott uns kannt; ernähr uns, deine dürftige Kreaturen gespeiKinderlein, der du speist set hat. alle Vögelein. 3. Singet ihm aus Her-3. Erhörst du doch der zensgrund mit Innigkeit: Raben Stimm, drum un- Lob und Dank sei dir, Va= fre Bitt, Herr, auch ver- ter in Ewigkeit. nimm. Denn aller Ding 4. Der du uns als ein du Schöpfer bist, und allem reicher, milder Vater speiVieh sein Futter giebst. sest und kleideft, dein' elen4. Gedenk nicht unsrer den Kinder. Missethat und Sund, die 5. Verleih, daß wir dich dich erzurnet hat; laß schei- recht lernen erkennen und nen dein' Barmherzigkeit, nach dir, ewigem Schöpfer, daß wir dich lobu in Ewig- uns sehnen. feit. 6. Durch Jesum Chri5.* Herr, gieb uns stum, dein allerliebsten ein fruchtbar Jahr, den lie- Sohn, welcher unser Mittben Kornbau uns bewahr; ler ist vor deinem Thron. oor Teurung, Hunger, 7. Der helf' uns alleSeuch und Streit behut samt allhier zugleiche, und uns, Herr, zu dieser Zeit. mach uns Erben in seins 6.* Unser lieber Vater Vaters Reiche. du bist, weil Christus un- 8. 3u Lob und Ehren ser Bruder ist; drum trauen seinem heilgen Namen; wer Dom Lobe Gottes 576 wer das begehrt, der sprech' von Herzen: Amen. Böhmische Brüder B. 1-6. Mel. Herr Chrift, der einig Gottssohn. ſei gepreiset, In eigener Melodie. 677. Her Gott, nun 676. Den Vater wir sagn dir großen Dank; dort oben du hast uns wohl gespeiser, wollen wir nun loben, der und gebn ein guten Trank, uns, als ein milder Gott, dein Mildigkeit zu merken gnädiglich gespeist hat, und und unsern Glaubn zu Christum, seinen Sohn, stärken, daß du seist unser durch welchen der Segen Gott. kommt vom allerhöchsten Thron. 2. Ob wir solchs habn genommen mit Luft und 2. Sprechen in der Üebermaß, dadurch wir Wahrheit: Dir sei Preis möchten kommen vielleicht und Klarheit, Danksagung in deinen Haß, so wollst und Herrlichkeit, o Gott, du uns aus Gnaden, o von Ewigkeit, der du dich Herr, nicht lassen schaden erweiset, und uns heut durch Christum, deinen mit deiner Gab leiblich Sohn. haft gespeiſet. 3. Also wollst allzeit 3. Nimm an dies Dank- nähren, Herr, unsre Seel opfer, o Vater und Schh- und Geist; in Christo ganz pfer, welche wir deinem bekehren, und såttgen allerNamen thun in Chrifto meist, daß wir den Hundeinem Sohn; o laß dir's ger meiden, stark sein in gefallen, und ihn mit sei- allem Leiden, und leben nem Verdienst zahlen für ewiglich. uns alle. 4. Denn nichts ift zu Mel. Herzliebster Jesu, melden, das dir möcht' was haft du verbrochen. vergelten alle Gnad und 678. Lobet den Herrn und ihm Schwachheit. Ei, wie mag seiner Gaben, die wir aus auf Erden, weil alles dein Gnad von ihm empfaneigen ist, dir vergolten gen haben, jetzt an dem werden? Lisch und sonst an allen 5. O, nimm an un- Enden, wo wir uns wensern Dank samt diesem den. Lobgesang, und vergieb, 2. Er hat uns an das was noch gebricht zu thun Licht der Welt lan kombei unsrer Pflicht; o mach men, und durch die Tauf uns dir eben, daß wir in sein Reich aufgenomhier in deiner Gnad und men; er läßt uns auch in dort ewig leben. seinem Sohn entbinden von Schuld und Sünden. 3. Durch Michael Weiße. vor und nach Tische. 577 3. Durch seinen Geist ner Gaben, die wir emer uns so wohl regieret, pfangen haben. straft, unterweist, erhält 2. Den Leib, die Seel, und herrlich zieret, auf daß das Leben hat er allein wir fest im Kreuz ohn al- uns geben; dieselben zu beles Grauen ihm können wahren, thut er gar nichtrauen. tes sparen. 4. Er thut auch wohl 3. Nahrung giebt er dem durch seine Engelscharen Leibe, die Seele muß auch uns Tag und Nacht vor bleiben, wiewohl tödliche Leibsgefahr bewahren, da- Wunden sind kommen von mit der Feind an uns sein der Sünden. bösen Willen nicht mög' erfüllen. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, der selber ist das 5. Zudem er auch all Leben; Christus, für uns seine Kind ernähret, und gestorben, der hat das ihnen Hülf in aller Not Heil erworben. bescheret, und läßt gewiß 5. Sein Wort, sein Tauf, all ihre Feind auf Erden sein Nachtmahl dient wizu Schanden werden. der allen Unfall; der heilge Geist im Glauben lehrt uns darauf vertrauen. 6. Derhalben seid in Gott getroft, ihr Frommen; denn ihr sollt Schuk und Brot genug bekommen, und über das nach das Leben. Im Himmel diesem armen Leben bei Christo schweben. 6. Durch ihn ist uns vergeben die Sünd, geschenkt solln wir haben, o Gott, wie große Gaben! 7. Des danket ihm von 7. Wir bitten deine Güganzem Herzensgrunde, und te, wollst uns hinfort bebittet ihn desgleich zu aller huten, uns Große mit den Stunde, daß er uns nur, Kleinen, du kannst's nicht als seinen lieben Erben, böse meinen. helf' selig sterben. 8. So sind wir recht an Leib und Seel genesen, und reich genug in dieser Welt gewesen, und haben 8. Erhalt uns in der Wahrheit, gieb ewigliche Freiheit, zu preisen deinen Namen durch Jesum Christum, Amen. Ludw. Helmbold. auch den besten Schatz ge= Mel. Herr Christ, der funden, und überwunden. Bartholomäus Ringwaldt. einig Gottssohn. Bater aller Frommen, geheiligt werd' dein Nam; 679. Nun last uns laß dein Reich zu uns kom Mel. Wach auf, mein 680. Herz, und finge. Gott dem men; dein Wille mach uns Herren Dank sagen, und zahm; gieb Brot; vergieb ihn ehren von wegen sei- die Sünde; kein Args das Herz 25 578 Dom Lobe Gottes Herz entzünde; lds uns aus an nirgends findt, bis es aller Not. Johann Agricola. an die Welte kömmt. 4. Gott hat die Erd zuge681. In eigener Melodie. richt, läßt's an Nahrung ingen wir mangeln nicht, Berg und aus Her- Thal die macht er naß, daß dem Vieh auch wächst sein Gras; aus der Erden Wein und Brot schaffet Gott und giebt's uns satt, daß der Mensch sein Leben hat. zensgrund, loben Gott mit unserm Mund; wie er sein Gut uns beweist, so hat er uns auch gespeist; wie er Tier und Vögl ernährt, so hat er uns auch beschert, welchs wir jekund habn verzehrt. 2. Lobn wir ihn als seine Knecht, das sind wir ihm schuld'g von Recht, erkenn'n, wie'r uns hat geliebt, Hirsche, Schafe, Rinde und dem Menschen aus Gna- Schwein, schaffet Gott und den giebt, daß er von Bein, giebt's allein. Fleisch und Haut artlich ist zusammeng'baut, daß er des Tags Licht anschaut. 6. Dankn wir sehr und bitten ihn, daß er geb' des Geistes Sinn, daß wir 3. Alsbald der Mensch solches recht verstehn, stets Leben hat, seine Küche vor nach sein Geboten gehn, ihm steht; in dem Leib der seinen Namen machen groß Mutter fein ist er zugerich- in Chrifto ohn Unterlaß; tet fein; ob es ist ein klei- so fing'n wir recht das nes Kind, Mangel doch Gratias. f) Vom Lobe Gottes am neuen Jahre. 5. Das Waff'r, das muß geben Fisch, die läßt Gott tragen zu Tisch; Eir von Vögeln eingelegt, werden Junge draus geheckt, müssn der Menschen Speise sein; 2. Ich erschrecke, mächMel. Freu dich sehr, o tig Wesen, Angst und Furcht bedecket mich; denn mein meine Seele. 682. bermal ein Beten, Singen, Lesen, ach Jahr ver- das ist so schläferig. Heiflossen näher zu der Ewig- lig, heilig, beiliger, großer keit; wie ein Pfeil wird Seraphinen Herr, wehe abgeschossen, so vergehet mir, ich muß vergehen, meine Zeit. O getreuer denn wer kann vor dir beZebaoth, unveränderlicher stehen? Gott, ach was soll, was 3. Schrecklich ist es ja soll ich bringen, deiner zu fallen in die Hand von Langmut Dank zu singen? folchem Gott, der rechtfertig am neuen Jahr. 579 fertig zuruft allen: Nie- schick mich, daß ich wamand treibe mit mir chend stehe, ehe denn ich Spott; irret nicht, wo das schnell vergehe. geschicht, ich Jehovah leid' Joachim Neander. es nicht; ich bin ein verzehrend Feuer, ewig bren- Mel. Dom Himmel hoch, da komm' ich her. nend ungeheuer! 4. Aber du bist auch 683. Das alte Jahr fanftmütig, o getreues Vaterherz, in dem Bür- ist: wir danken dir, Herr gen bist du gütig, der ge- Jesu Christ, daß du uns in fühlt des Todes Schmerz; so groß'r Gefahr behütet steh ich nicht in deiner haft lang' Zeit und Jahr'. Hand angezeichnet als ein 2. Wir bitten dich, Pfand, so du ewig willst ewigen Sohn des Vaters bewahren vor des alten in dem höchsten Thron, Drachen Scharen? du wollst dein' arme Chri5. Auf, mein Herz, stenheit bewahren ferner gieb dich nun wieder ganz allezeit. dem Friedensfürsten dar; 3. Entzeuch uns nicht opfre dem der Seelen dein heilsam Wort, welchs Lieder, welcher Frönet Tag ist der Seelen höchster und Jahr; fang ein neues Hort: vor falscher Lehr, Leben an, das dich end- Abgötterei behut uns, lich führen kann mit Verlangen nach dem Sterben, da du wirst die Kron erwerben. Herr, und steh uns bei. 4. Hilf, daß wir von der Sünd ablan, und fromm zu werden fangen 6. Soll ich denn in an; keine Sünd im alten dieser Hütten mich ein Jahr gedenk, ein gnadenZeit lang plagen noch, so reich neu Jahr uns schenk: wirst du mich überschüt- 5. Chriftlich zu leben, seten mit Geduld, das weiß ich doch. Sehe denn dein Herz auf mich; Jesu liglich zu sterben, und hernach fröhlich am jüngsten Tag wiedr aufzustehn, mit Christe, du und ich wol- dir in Himmel einzugehnl; len ewig treu verbleiben und von neuem uns verschreiben. 6. Zu danken und zu loben dich mit allen Engeln ewiglich. Jesu, unsern 7. An dem Abend und Glauben mehr zu deines dem Morgen, o mein Namens Lob und Ehr. Rat, besuche mich; laß Jacob Tapp. der Heiden Nahrungssorgen nimmer scheiden Mel. Vom Himmel hoch, mich dich. in da komm' ich her. jedem Augenblick meine 684. Dborne Kinas neugeNieren, und mich schick, 25* delein 580 Dom Lobe Gottes delein, das berzenliebe Je- auch dazu, und gar mit fulein bringt abermal ein milder Hand sein Güter neues Jahr der auser- ausgespendet, Verwüstung wählten Christenschar. abgewendet von dieser 2. Des freuen sich die Stadt und Land. Engelein, die gerne um 4. Er hat unser ver und bei uns sein. Sie schonet aus väterlicher fingen in den Lüften frei, Gnad; wenn er sonst hätt' daß Gott mit uns ver- belohnet all unsre Misseföhnet sei. that mit gleicher Straf und 3. Jft Gott versöhnt Pein, wir waren längst und unser Freund, was gestorben, in mancher Not mag uns thun der arge verdorben, dieweil wir Feind? TrokTürken, Papst Sünder sein. und Höllenpfort! Das Jesulein ist unser Hort. 5. Nach Baters Art und Treuen er uns so gnådig 4. Es bringt das rechte ist. Wenn wir die Sünd Jubeljahr; was trauern bereuen, glauben an Jewir denn immerdar? Frisch sum Christ herzlich ohn auf, es ist jetzt Singens Heuchelei, thut er all Sünd Zeit, das Jesulein wendt vergeben, lindert die Straf alles Leid. Cyriac usSchneegaß. daneben, steht uns in Ndtett bei. In eigener Melodie. 6. All solch dein' Güt 685. Helft mir Gotts wir preisen, Bater ins Gute preisen, Himmels Thron, die du ihr lieben Kinderlein, mit uns thust beweisen durch G'fang und andern Weisen Christum, deinen Sohn; ihm allzeit dankbar sein; und bitten ferner dich, gieb vornehmlich zu der Zeit, da uns ein fröhlich Jahre, sich das Jahr thut enden, vor allem Leid bewahre, die Sonn sich zu uns und nähr uns mildiglich. wenden, das neu Jahr ist Paul Eber. nicht weit. 2. Ernslich laft uns be- Mel. Unser Herrscher, trachten des Herren reiche unfer König; oder mit Gnad, und so gering nicht den eingeklammerten Zuachten sein unzählig Wohl- fäßzen: Sion klagt mit that; stets führen zu GeAngst und Schmerzen. mut, wie er dies Jahr 686. ilf, er hat geben all Jesu, las diesem Leben und uns vor gelingen, hilf, das neue Leid behüt. Jahr geht an; laß es neue Kräfte bringen, daß aufs neu ich wandeln kann. Laß mich dir befohlen sein, auchdaneben all das Mein.] Neues 3.Lehramt, Schul, Kirch erhalten in gutem Fried und Ruh, Nahrung für Jung und Alten bescheret am neuen Jahr. 581 Neues Glück und neues diesem neuen Jahr für Leben wollest du aus Gna- dein' Gut, uns beweiset den geben. in aller Not und G'fahr: 2. Laß dies sein ein Jahr daß wir haben erlebet die der Gnaden, laß mich bu- neu fröhliche Zeit, die volEen meine Sünd. Hilf, ler Gnaden schwebet und daß sie mir nimmer scha- ewger Seligkeit, daß wir de, sondern bald Verzei- in guter Stille das alte hung find',[ auch durch Jahr erfüllet. Wir wolln deine Gnad verleih, das uns dir ergeben jekund ich herzlich fie bereu'] und immerdar; behüt uns Herr, in dir; denn du, Leib und Leben hinfort das mein Leben, kannst die ganze Jahr. Sünd allein vergeben. 2. Laß uns das Jahr 3. Triste mich mit dei- vollbringen zu Lob dem ner Liebe, nimm, o Gott, Namen dein; daß wir demmein Flehen bin, weil ich selben fingen in der Chrimich so sehr betrübe, und sten Gemein: wollft uns voll Angst und Zagen bin; das Leben fristen durch [ wenn ich gleich schlaf oder dein' allmächtig Hand. wach', sich du, Herr, auf meine Sach;] stårke mich in meinen Nöten, daß mich Sund und Tod nicht töten. Erhalt dein' lieben Christen und unser Vaterland. Dein Segen zu uns wende, gieb Fried an allen Enden. 4. Herr, du wolleft Gieb unverfälscht im Lande Gnade geben, daß dies dein seligmachend Wort; Jahr mir heilig sei, und die Teufel mach zu Schanich chriftlich könne leben den hier und an allem sonder Trug und Heuche- Ort. lei,[ ich auch meinen Nachsten lieb', und denselben nicht betrůb',] daß ich noch allhier auf Erden fromm und selig moge werden. 3. Dein ist allein die Ehre, dein ist allein der Ruhm. Geduld im Kreuz uns lehre. Regier all unser Thun, bis wir getrost 5. Jesu, laß mich fröh- abscheiden ins ewgen Va= lich enden dieses angefangne ters Reich zum wahren Jahr; trage stets mich auf Fried und Freuden, den den Händen, halte bei mir heilgen Gottes gleich. in Gefabr;[ fteh mir bei Indes mach's mit uns alin aller Not, ach verlaß len nach deinem Wohlgemich nicht im Tod;] freu- fallen. Solchs singet ohne dig will ich dich umfassen, Scherzen die christgläubige wenn ich soll die Welt Schar, und wünscht mit verlassen. Mund und Herzen ein selig neues Jahr. Joh. Rist. In eigener Melodie. 687. efu, nun sei Joh. Hermann, der ältere. gepreiset ju Mel. 582 Dom Lobe Gottes Mei. Erquiche mich, du| Mel. Wach auf, mein Heil der Sünder. Herz, und finge. 688. Nachdem das 689. Nun last uns alte Jahr gehn und verflossen, und wir, die treten mit Singen und mit Gott nunmehr verneut, Beten zum Herrn, der desselben Gnad aufs neu unserm Leben bis hieher genossen, so sind wir bil- Kraft gegeben. lig höchst erfreut, daß uns derselbe Glück und Leben so reichlich bis hieher gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern; wir leben und 2. Der geb' uns lauter gedeihen vom alten bis zum neue Kräfte, damit so Will neuen. als auch Verstand sich fest 3. Durch so viel Angst an ihn allein anhefte, und und Plagen, durch Zittern nimmermehr werd abge- und durch Zagent, durch wandt. Er geb' uns auch den neuen Willen, sein neu Gebot nun zu erfüllen. Krieg und großeSchrecken, die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen 3. Er laff aufs neu sein Müttern in schweren UnLicht aufgehen, gleichwie gewittern die Kindlein hier die Sonn jetzt höher steigt. auf Erden mit Fleiß bes Sein Gnadenglanz bleib' wahret werden: ob uns stehen, bis sich die 5. Also auch, und nichts Welt zum Ende neigt; da- minder, läßt Gott ihm mit wir wie die Frommen seine Kinder, wenn Not handeln, und immerfort im und Trubsal blißen, in Tage wandeln. seinem Schoße fißen. 4. Der Name, den er 6. Ach Hüter unsers Leselbst bekommen, als er für bens, fürwahr, es ist veruns beschnitten ward, durch gebens mit unserm Thun den wir unser Heil ver- und machen, wo nicht nommen, sei unser Weg dein Augen wachen. zur Lebensfahrt, der sei der Schmuck für unsre Krone, und zier' uns vor des Hochsten Throne. 7. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue. Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 5. Er lehr' uns unser 8. Laß ferner dich erbitHerz beschneiden von allem, ten, o Vater, und bleib was uns von ihm trennt; mitten in hjerm Kreuz er füll' uns mit erneuten und Leiden ein Brunnen Freuden, die nie kein welt- unsrer Freuden. lich Herz erkennt; damit, 9. Gieb mir und allen was alt, in uns ersterbe, denen, die sich von Herund unser Geist sein Reich zen sehnen nach dir und ererbe. deiner Hulde, ein Herz, Christian Knorr v. Rosenroth. das sich gedulde. 10. Schleus am neuen Jahr. 583 10. Schleuß zu die Jam- sche mehr; er ist ein Gotmerpforten, und laß an al- teskind, von oben her gelen Orten auf so viel boren, das alles, was verBlutvergießen die Freu- loren, in seinem Jesu findt. denströme fließen. 3. Doch wie muß dies 11. Sprich deinen mil- Beschneiden im Geist, o den Segen zu allen unsern Mensch, geschehn? Du Wegen. Laß Großen und mußt die Sünde meiden, auch Kleinen die Gnaden- wenn du willst Jesum sonne scheinen. enti non sehn; das Mittel ist die 12. Sei der Verlaßnen Buß, wodurch das fleiVater, der Irrenden Be- nern Herze in wahrer rater, der Unversorgten Neu und Schmerze zerGabe, der Armen Gut und knirschet werden muß. Hale. 4. Ach gieb zu solchem Werke in diesem neuen Jahr, Herr Jesu, Kraft und Stärke, daß sich bald offenbar dein' himmlische Gestalt in vielen tausend Seelen, die sich mit dir vermählen; ja, thu es, Jesu, bald. 5. Ich seufze mit Verlangen, und Tausende mit 15. Das alles wollst du mir, daß ich dich mög' geben, o meines Lebens umfangen, mein' allerLeben, mir und der Chri- schönste Zier. Wenn ich sten Schare zum selgen dich hab' allein, was will neuen Jahre. Paul Gerhardt. ich mehr auf Erden? Es muß mir alles werden, und alles nüßlich sein. 13. Hilf gnädig allen Kranken, gieb fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermut quälen. 14. Und endlich, was das Meiste, fill uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. Mel. Helft mir Gotts Güte preisen. 690. W er sich im 6. Ach ihr verstockten Sünder, bedenket Jahr Geist be- und Zeit, ihr abgewichnen schneidet und als ein wah- Kinder, die ihr in Eitelrer Christ des Fleisches keit und Wollust zuge= Tötung leidet, die so hoch bracht, ach führt euch nötig ist, der wird dem Gottes Gute doch einmal Heiland gleich, der auch zu Gemüte, und nehmt beschnitten worden, und die Zeit in acht. tritt ins Kreuzes Orden in seinem Gnadenrech. 7. Beschneidet eure Herzen, und fallet Gott zu 2. Wer so dies Fahr Fuß in wahrer Reu und anhebet, der folget Christi Schmerzen; es wird die Lehr, weil er im Geiste Herzensbuß, in Glaubenslebet, und nicht im Fei- kraft geschehn, das Vaterber; 584 Dom Lobe Gottes terherz bewegen, daß man und Leiden durch deinen wird vielen Segen in die- bittern Tod. sem Jahre sehn. 9. So wollen wir dich 8. Ja, mein Herr Je- preisen die ganze Lebenssu, gebe, daß deine Chri- zeit, und unsre Pflicht ersenschar mit dir im Geist weisen in alle Ewigkeit, so lebe in diesem neuen da du wirst offenbar, und Fabr, daß fie in feiner wir mit allen Frommen Not sich möge von dir nach diesem Leben komscheiden; stårk fie im Kreuz men ins ewge neue Jahr Laurentius Laurenti. g) Vom Lobe Gottes auf Reisen. 5. Die Weisheit lag Mel. Nun ruhen alle mich küssen, gieb mic eitt rein Gewissen und keuschWälder. 691. Barmherzger gesinntes Herz, das sich Gott und und Lichten Bater, du treuer Men- nach dir, Herr, möge schenrater, auf dein Wort richten; die Sünde ſei zieh' ich aus ganz unbe- mir ja kein Scherz. kannte Straßen; wirst du mich nicht verlassen, so bin ich überall zu Haus. 6. Wenn's nicht nach Wunsch ergehet, und etwa Not entstehet, gieb einen 2. Ach Herr, der du frischen Mut; werd' ich kannst neigen und nach auf dich nur bauen, so Gefallen beugen des Men- kann vor nichts mir grauen, schen Herz und Sinn: er- es wird doch endlich alles wecke fromme Leute, und gut. bring auf meine Seite 7. Du wollst den lieben Befördrer, wenn ich ein- Meinen auch gnädiglich sam bin. erscheinen, du, liebster Va3. Behüte mich vor ter du; helt ab, was kann Feinden und heuchlerischen betrüben, und wann dir's Freunden; gieb mir dein' wird belieben, so führ mich Engel zu, gesegne meine wieder beim zur Ruh. Werke; sei Morgens meine Stärke, und dann zu Abend meine Nuh. 8. Soll aber dies gescheher, daß ich nicht mehr foll seben der Båter Grant4. Laß mich nach Tu- zestein, soll ich bei Fremgend trachten, und dein den leben, ich will nicht Gebot hoch achten: laß widerstreben, ist doch bei allen falschen Schein der Fremden auch gut sein. schnöden Eitelkeiten, der 9. Gott, du wirst meilastervollen Zeiten von mir nex Reisen gewünschten weit ausgebannet sein. Fortgang weisen; du wirst Rach auf Reisen. 585 nach deinem Wort mich 8. Laß uns doch nun schüßen und ernähren, auch Glück und Heil bescheren; in Gottes Namen reif' ich fort. Gottfr. Wilh. Sacer. wie Pilger thun, des Flei sches Lüfte meiden, und stets durch dich geduldiglich Not, Angst und Trübfal leiden. 9. Es kommt hernach der Todestag, da wir fort müsſen reisen, wenn's Gott Mel. Ach Gott und Herr. 92. Herr Jesu Christ, bist sehr weit umhergezogen, ja welches Hand gemacht das Land, dazu die Wasferwogen: und hier die Würmer ſpeisen. 2. Du bist der Mann, der schaffen kann, daß wir auf rechten Wegen fein friedlich gehn, und nimmer sehn, was uns kann Angst erregen. 10. Doch fährt die Seel aus dieser Höhl hinauf ins Reich der Freuden, da keine Not, Gewalt noch Tod uns kann von Jesu scheiden. 11. Da darf ich nicht ohn einges Licht wie hier 2. Sieh, Herr, ich bin bei Nacht oft wallen. O bedacht, dahin in deiner süßer Ort, wo fort und Furcht zu reisen; du wol- fort mein Danklied soll Jest mir doch für und für erschallen. Johann Rift. die sichre Straße weisen. 4. Gieb Glück und Heil, In eigener Melodie. daß ich in Eil die Reise 693. Herr, fou so du und mir mein Werk durch deine Stärk, mir sein, und mich führen o Vater, wohl gelinge. aus und ein, und mich 5. Laß mich doch heut, wohl bewahren vor Sünd Herr, solche Leut auch und der Höllen Scharen, zu Gefährten haben, die so soll mein Herz dein fromm, gelind und redlich Tempel werden, darinnen find, auch sonst von guten ich dich lob' auf Erden; Gaben. ia, du allein sollst sein 6. Dein' Engelein laß mein Gott, dem ich vermit uns sein, auf daß wir trauen will in aller Not. ficher gehen, und unser Sei mein Schuß, und gieb Land in gutem Stand ber- mir Stärke, damit ich mers nachmals wiedersehen. fe, wie deine Güte so wohl behüte. 2. Alles steht in deiner fens wir im Leben ver- Hand, was wir thun, ift dir bekannt; und was wir Knecht, die nach dem Him- anfangen, kann durch dich stehen recht als fromme mel streben. um 3weck gelangen. Drum 25 geb 7. Herr, lehr uns auch, daß den Gebrauch des Rei Dom Lobe Gottes 586 geb' ich mich in deinen Willen, du wollst an mir dein Wort erfüllen, daß Mel. Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich. denen soll viel Guts ge- 695. Nun geht friſch schehn, die nur allein auf drauf, es deinen Wegen gehn; sei geht nach Haus; ihr Rößmein Gott, daß dein Rat lein, regt die Bein'. Ich will lenke, was ich gedenke, und dem, der uns ein und aus Deine Treue mich stets er- begleitet, dankbar sein. freue d 2. Es ist fürwahr nicht 3. Lehre mich die Pil- Menschenkunft auf sichern grimsart auf der Christen Wegen gehn. Führt uns Kreuzesfahrt recht zu Her- nicht Gott und Gottes zen nehmen, meines Flei- Gunst, würd's oftmals feltsches Lust zu zähmen; gieb, sam stehn. id daß ich dich allein hoch 3. Es ist der alte große achte, nach dem, was dro- Drach doch allzeit ohne ben ist, nur trachte, auf Ruh Wohin wir gehn, daß mein Wandel sei all da geht er nach, und setzt jeit im Himmel, wo die uns heftig zu. Stadt uns ist bereit. Sei 4. Er sucht zu Haus, er mein Schak, nach dem sucht zu Feld, er sucht zur ich laufe, den ich erkaufe, See und Land, er sucht nach dem ich strebe, demans in der ganzen Welt ich ganz lebe. mit unverdroßner Hand. Chriftian Jakob Koitsch. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 5. Noch dennoch trifft er uns nicht an, sein Anschlag geht zurück, denn Gottes 694. Gottes Na- Schuß begt unsre Bahn J" men fahren vor unsers Feindes Tuck. wir, sein' Hülf und Gnad begehren wir; des Vaters Gut behüt' uns heut, bewahr auch unser Seel und Leib. Kyrieleis. 6. Es zeucht der beitgen Engel Schur mit Waffen ausgerüst, und wehret hier und wehret da des Tausendkünstlers Lift. 2. Christus sei unser Ge- 7. Es müssen ja noch leitsmann, bleib' stetig bei immerfort die Mahanaim uns auf der Bahn, und gehn, und Gottes Volk wend' von uns des Feindes auf Gottes Wort zu Dienst Lift, auch was sein'm Wort und Willen stehn. zuwider ist. Kyrieleis. 8. Was Gott geredt, 3. Der heilge Geist auch das ist vollbracht, mein ob uns halt mit seinen Ga- Herz, sei wohlgemut, und ben mannigfalt. Er trist laß ia nimmer aus der und stärk' uns in der Not, Acht, was dein Gott ant und führ' uns wieder heim dir thut. mit Gott. Kyrieleis. 9. Du siehst und greifft, wie auf Reisen.no 587 wie gut er sei dem, der Glück der Reis gieb Ehr ihn ehrt und liebt. Er ziert mit Lieb, er führt mit Treu ein Herz, das ihm sich giebt. und Preis des guten Gottes Güte. 3. Ich schlief die Nacht, Gott hat gewacht, des 10. Er trägt uns, wie, Augen allzeit offen. Er wenn einher schlägt Blik, war mein Schirm, daß Hagel. Regen, Wind, ein kein Gestürm der Feinde treuer, frommer Vater mich betroffen. trågt sein kleines zartes Kind. 4. Wie oft wünsch' ich, o Vater, dich zu preisen 11. Er deckt uns zu mit recht auf Erden; nun was seiner Hand, wie eine man kann, das nimmst Mutter thut, in deren du an; dort wir beredter Schoß das süßte Pfand werden. der keuschen Liebe ruht. 5. Nimm mich selbst 12. Er räumt aus un- dir zum Dank dafür, ich sern Wegen weg des Un- kann dir mehr nicht geglücks scharfen Stein, und ben; ich bin schon dein, schafft, daß unsre Bahn hilf mir es sein, und gieb und Steg fein schlecht und dir selbst mein Leben. eben ſein. 6. Vergieb die Schuld, 13. Er führt uns über du haft doch Huld, ob Berg und Thal, und ich schon Haß verdienet. wenn's nun rechte Zeit, Dein Kind bin ich, erso führt er uns in seinen kenne mich, den auch dein Saal zur ewgen Himmels- Sohn verfühnet. freud. 7. Dein Himmelszelt 14. Alsdann werd' ich die die Menschenwelt umlehte Reis und schönste hängt an allen Enden. Du Heimfahrt thun, und nach thust noch mehr, trägst dem sauren Erdenschweiß Erd und Meer in deinen in süßer Stille ruhn. Allmachthånden. Paul Gerhardt. Mel. Ach Gott und Herr. 8. Ich werd' allein ohn dich nicht sein, weil du bist allerwegen. Bist du bei mir, so ist mit dir auch 696. Wach auf, Glück auf meinen Stegen. mein 9. Ich brauche Glück. denk hinterwärts, die Viel Nek' und Strick auf Sonn ist aufgegangen; einen Wandrer lauern. nicht wie zuvor mit Dein Engelheer leg um schwarzem Flor der Him- mich her; dies sind die mel ist behangen. besten Mauern. 2. Das Licht erwacht, 10. Laß diese Schar verjagt die Nacht, erwach mich der Gefahr auf treuauch, mein Gemüte; zer Hand enttragen, so wird Fein 588 Von der Gelassenheit fein Stein ein Anstoß sein Wunsch zu meinen Lie dem Fuß, Roß oder Wagen. ben; dies sei ein Tag, da 11. Dein Gnadenstrahl keine Plag, kein Leid sie durchs finstre Thal ohn mög' betrüben. Furcht mich machet reisen. 16. So reif ich heut Mein Stab, dein Wort, in Gotts Geleit, laß keine mich fördert fort, an ihm Furcht mich rühren. Gott kann ich mich speisen. wird mich aus und auch zu Haus mit Freuden wie12. Weg, Feindesrott! Mit mir ist Gott, an ihm der führen. Eleb' ich im Glauben. Troß der Gefahr! Sie soll lein Haar mir krummen oder rauben. Sigismund v. Birden. Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr. 13. 3euch mit mir aus, 697. 3erbebet fide bleib zu fich Bater, bei den Meinen; mein Herz, und sucht demein Weib und Kind, mütiglich dein väterlich Rein Hausgefind wollst Beschirmen; hilf, daß ich u mit Schuß umzäunen. sei von Sorgen frei und 14. Von Haus und von des Satans Stürmen. Hab, als deiner Gab, ab- 2. Dein Engel sei meit wend auch allen Schaden. Reisgesell, er bringe mich Sei dort und hier, bei gesund zur Stell, und ihr und mir; hör, und erhör wenn ich heim gedenke, in Gnaden. sei dein Geleit zu meiner 15. Die Liebe ruft: Seit, daß mich kein UnTrag hin, o Luft, den fall frånke. III. Von der Gelassenheit. Ungeduld erregt, ist in Mel. Jesus, meine Su- Chrifti Grab gelegt. versicht. 3. Meine Seele sorget 698.* Meine See- nicht, will vielmehr an le senket nichts gedenken, was gleich fich hin in Gottes Herz spißen Dornen sticht, und und Hände, und erwartet den Frieden nur kann. ruhiglich seiner Wege Ziel kränken; Sorgen hört dem und Ende, liegt fein stille, Schöpfer zu, meine Seele nackt und bloß in des lieb- sucht nur Ruh. sten Vaters Schoß. 4. Meine Seele gråmt 2. Meine Seele murret sich nicht, liebt hingegen nicht, ist mit allem wohl Gott im Leiden; Kumzufrieden; was der eigne mer, der das Herze bricht, de spricht, ist zum Tode trifft und angstet nur die schon beschieden: was die Heiden; wer Sett in dent Schoße Von der Gelassenheit. 589 Schoße liegt, bleibt in aller Not vergnügt. 4. Dir wird's an keinem Gute fehlen, wenn du dein 5. Meine Seele klaget Herz gewöhnst und lehrst, nicht, denn sie weiß von nur Gottes Willen zu erkeinen Nöten, hångt an wählen, und deinem eignen Gottes Angesicht auch als Willen wehrst, den stets dann, wenn er will töten; sein' eigne Wahl betreugt, wo sich Fleisch und Blut so gut ihm oft sein Wolbeklagt, wird das Freuden- len deucht. licht verjagt. 6. Meine Seel ist still zu Gott, und die Zunge bleibt gebunden: also hab' ich allen Spott, alle Marter überwunden, bin gleich wie ein stilles Meer voll von Gottes Preis und Ehr. 5. Gieb meinem Herzen solche Stille, mein Jeſu, daß ich sei vergnügt mit allem, was dein Gnadenwille mit mir und meinem Leben fügt; nur nimm dich meiner Seelen an, so hab' ich, was ich wünschen kann. Joh. Jos. Windler. 6. Ich weiß, du thuft's, fie ist die deine, und kostet dir dein teures Blut, behalt sie dir nur schön und 699. Befiehl dem Herren reine, laß dies dein mir vertrautes Gut nur einzig meine Sorge sein: so trifft mein ganzes Wünschen ein. deine Wege, und mache dich von Sorgen los; vertraue seiner Baterpflege, 7. Indes sei stets, mein vor ihm ist nichts zu schwer noch groß, daß er, zu seines Namens Preis, nicht herrlich auszuführen weiß, Heil, gepriesen für alle Sorgfalt, die du mir, noch eh ich war, schon haft erwiesen, da du, mein süßer 2. Wo du ihn nur haft Jesu, dir zum Eigentum raten lassen, da hat er mich haft erwählt, und deialles wohlgemacht. Denn nen Schafen zugezählt. was dein Denken nicht 8. Dir sei auch ewig kann fassen, das hat er Lob gegeben, daß du so längst zuvor bedacht; wie unermüdet haft für mich dir's sein Rat hat auser- gesorgt in meinem Leben; sehn, so und nicht anders so lang ich bin der Erden muß es gehn. Gast, ist alles liebreich, nuß und gut, was deine Schickung mit mir thut. ad 3. Wie werden deine Lebenstage so manches Kummers sein befreit, wie leicht 9. Dort werd' ich deiner wird alle Not und Plage Liebe Thaten erst preisen dir werden in der Eitelkeit, in Vollkommenheit, wenn wenn du nichts wünscheft nun mein Hoffen ist gein der Welt, als was Gott raten, daß ich kann in der will und ihm gefällt Seligkeit erkennen, wie dein Wille Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 590 Von der Gelassenheit. Wille mir so gut gewest| 5. Auf daß ich thu', was ist für und für. mir gebührt, und alles möge meiden, was eigen ist und mich verführt, auch von dir kann abscheiden. Ach nimm mich mir, und gieb mich dir; laß mich dir fiets ankleben, und folgen still, wohin dein Will mich führt in Tod und Leben. Henr. Catharina v. Gersdorf. Mel. Was mein Gott will, das g'scheh allzeit. 700. Das as ist ia gut, was mein Gott will, sein Will der ist der beste; dem folge ich und bin ganz still, an ihn halt' ich mich feste. Der liebe Gott hilft in der Not, und will den nicht 701. Du liebe Un du, und ihm vertraut, er wird ihn fest umfassen. Mel. Mein Augen schließ' ich jetzt. wie schlecht wirst du geacht; wie oftmals wird dein Thun von aller Welt verlacht. Du dienest deinem Gott, hältst dich nach seinen Worten, darüber höhnt man dich, und drückt dich 2. So sei denn immer still zu Gott, o Seele, und vergnüget; weich nicht von ihm in Not und Tod, es ist gut, wie er's füget; in Lieb und Leid sei du bereit, aller Orten. dich ihm zu übergeben. Er 2. Du gehst geraden hut und wacht, stets für Weg, fleuchst vor der dich tracht in deinem gan- krummen Bahn; ein anzen Leben. drer thut sich zu, und wird 3. Wo du nur haft also ein reicher Mann, vergethan, so kann dir gar mehrt sein kleines Gut, nichts fehlen. Wer ist, der füllt Kasten, Boden, dir doch schaden kann, wer Scheunen; du bleibst ein mag dir etwas stehlen, weil armer Tropf und darbest Gott, dein Gut, steht auf mit den Deinen. der Hut, bereit für dich 3. Du strafft der Bdzu streiten? Drum freue sen Werk, und sagst, was dich ganz inniglich jetzt und unrecht sei; ein zu allen Zeiten. andrer braucht die Kunst der sü4. So führe mich denn Ben Heuchelei: die bringt immerhin, mein Gott, ihm Lieb und Huld, und nach deinem Willen, und hebt ihn auf die Höhen; gieb mir einen solchen du aber bleibst zurück, und Sinn, dasselbe zu erfüllen, mußt da unten stehen. was über mich du gnå- 4. Du sprichst: die Ludiglich in deinem Rat be- gend sei der Christen schönschlossen; laß deine Kraft te Kron; hingegen hålt und Liebessaft in mir sein die Welt auf Reputation. ausgegossen: Wer diese haben will, fagt Von der Gelassenheit. 591 fagt fie, der muß gar eben stürzt es unter sich, und sich schicken in die Zeit, und gleich den andern muß zu Boden liegen. leben. 10. Das ungerechte Gut, wer's recht und wohl be= 5. Du rühmest viel von sieht, ist lauter CentnerGott, und streichft gewal- laft, die Herz, Sinn und tig aus den Segen, den Gemüt ohn Unterlaß beer schickt in seiner Kinder schwert, Seel und GeHaus; ist diesem nun also, wissen dringet, und aus so laß doch, sagt man, der sanften Ruh in schme= jehen, was dir denn ist res Leiden dringer. für Guts, für Glück und Heil geschehen.dsto. 11. Was hat doch mancher mehr, als armer Leute 6. Halt fest, o from Schweiß? Was ist und mes Herz, halt fest und trinket er? Worin besteht bleib getreu in Widerwär- sein Preis, als in geraubtigkeit: dein Gott der steht tem Gut und armer Witdir bei; laß diesen deine wen Thränen, die, wie Sach handhaben, schützen, ein dürres Land, sich nach führen, so wirst du wohl Erquickung sehnen? do bestehn und endlich triumrbieren. 12. heißt das nun selig sein? Ist das die Herrlich7. Gefällst du Menschen keit? Q welch ein hartes nicht, das ist ein schlechter Wort wird über solche Leut Schad; all gnug ist's, wenn am Tage des Gerichts aus du hast des ewgen Vaters Gottes Chron erschallen; Gnad. Ein Mensch kann wie schändlich wird ihr doch nicht mehr, als irren, Ruhm und großes Prahfehlen, lügen; Gott aber lett fallen! is gerecht, sein Urteil kann nicht trügen. SC 13. Du aber, der du Gott von ganzem Herzen 8. Spricht er nun: Du ehrst, und deine Füße nicht bist mein, dein Thun ge- von seinen Wegen kehrst, fällt mir wohl, wohlan, wirst in der schönen Schar, so sei dein Herz getroft die Gott mit Manna weiund freudenvoll; schlag al- det, hergehn, mit Lob und les in den Wind, was bo- Chr als einem Rock gefe Leute dichten, sei still kleidet. und siehe zu, Gott wird sie balde richten. 14. Drum fasse deine Seel ein wenig mit Ge9. Stolz, Uebermut und duld; fahr immer fort, thu Pracht währt in die Länge recht, leb außer Sündennicht; wenns Glas am hell- schuld, halt, daß den höchften scheint, fällt's auf die sten Schatz dort in dem Erd und bricht; und wenn andern Leben des Höchsten des Menschen Glück am milde Hand dir werd' aus bichsten ist gestiegen, so Gnaden geben. 15. Was 592 Von der Gelassenheit. 15. Was hier ist in der gen die große Bürd und Welt, da sei nur unbe- Last. müht; wird dir's ersprieß- 5. Geduld kommt aus lich sein, wie's Gott am dem Glauben, und hängt besten sieht, so glaube du an Gottes Wort; das läßt gewiß, er wird dir deinen sie sich nicht rauben, das Willen schon geben, und ist ihr Heil und Hort; das mit Freud all dein Begeh- ist ihr hoher Wall, da hålt ren stillen. Baul Gerhardt. sie sich verborgen, läßt Gott den Vater for gen, und fürchtet keinen Fall. 10 6. Geduld seht ihr Vertrauen auf Christi Lod und wenn Sorge, Gram und Schmerz. Macht Satan Leid, und was euch mehr ihr ein Grauen, so fast will töten, euch in das sie sich ein Herz und spricht: Herze schneidt. D auser- Zürn immerhin; du wirst wählte Zahl, soll euch kein mich doch nicht fressen, ich Tod nicht töten, ist euch bin zu hoch gesessen, weil Geduld vonnöten, das sag' ich in Christo bin. ich noch einmal. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 702. Geduld ist euch vonnöten, 7. Geduld ist wohl zu2. Geduld ist Fleisch und frieden mit Gottes wei Blute ein herb und bittres sem Rat, läßt sich nicht Kraut. Wenn unsers Kreu- leicht ermüden durch Aufzes Rute uns nur ein we- schub seiner Gnad, hält nig draut, erschrickt der frisch und fröhlich aus, zarte Sinn; im Glück ist läßt sich getroft beschweer verwegen: fommt aber ren, und denkt, wer will's Sturm und Regen, fällt ihm wehren, ist er doch Herz und Mut dahin. Herr im Haus. 3. Geduld ist schwer zu 8. Geduld kann lange leiden, dieweil wir irdisch warten, vertreibt die lange seind, und nur in lauter Weil in Gottes schönem Freuden bei Gott zu sein Garten, durchsucht zu ihvermeint, der doch sich klar rem Heil das Paradies der erklärt: Ich strafe, die ich Schrift, und schüßt sich liebe, und die ich hoch be- früh und späte mit eifri trube, die halt' ich hoch gem Gebete vor Satans und wert. List und Gift. 4. Geduld ist Gottes 9. Geduld thut GotGabe und seines Geistes tes Willen, erfüllet ſein Gut; der zeucht und löst Gebot, und weiß sich wohl uns abe, sobald er in uns zu stillen in aller Feinde ruht; der edle, werte Gaft Spott. Es lache, wem's erlöst uns von dem Zagen, beliebt, wird sie doch nicht ind hilft uns treulich tra- zu Schanden; es ist bei ibr Von der Gelassenheit. 593 Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. ihr vorhanden ein Herz das nichts drauf giebt. 10. Geduld dient Gott zu Ehren, und läßt sich 703. Beliebter Jenimmermehr von seiner dein Liebe kehren: und schlug' Verlangen geht bloß nach er noch so sehr, so ist sie meiner Ruhe hin; wie bift doch bedacht, sein' beilge du mir nicht nachgegangen, Hand zu loben, spricht: eh ich dein Schäflein wor= Der im Himmel droben den bin. O mach mich, hat alles wohl gemacht. liebstes Jefulein, dir fer11. Geduld erhält das ner ganz gelassen sein. Leben, vermehrt der Jah- 2. Du weißt ja, was re Zahl, vertreibt und mich mißvergnüget, du dämpft daneben manch' weißt, mein Jesu, was mir Angst und Herzensqual; fehlt, und was mir auf ist wie ein schönes Licht, dem Herzen lieget und davon, wer an ihr banget, meine arme Seele quålt; mit Gottes Hülf erlanget doch laß mich nur bei ein fröhlichs Angesicht. aller Pein, dir, Liebster, 12. Geduld macht große ganz gelaffen sein. Freude, bringt aus dem 3. Wird schon die Seele Himmelsthron ein schönes sehr gesichtet, muß gleich Halsgeschmeide, demhaupt der Leib in Nengsien gehn, ein edle Kron und könig- wenn sie die Lust und lichen Hut; stillt der Be- Furcht ansichtet, und stets trübten Thränen, und füllt in Unruh müssen stehn: das eiße Sehnen mit so laß, o Jesu, nur allein rechtem guten Gut. mein'n Geist in dir gelassen sein. 13. Geduld ist mein Verlangen und meines 4. Ich lauf, ich renn', Herzens Lust, nach der ich ich bet', ich finge, um los oft gegangen; das ist dir zu sein der Eitelkeit, und wohl bewußt, Herr, voller doch in keinem dieser DinGnad und Huld. Ach gieb ge erlang' ich die Gelassenmir und gewähre mein beit. War' aber nur mein Bitten, ich begehre nichts Wille rein, so könnt' ich anders als Geduld. auch gelassen sein. 14. Geduld ist meine 5. Es ist ja kein verBitte, die ich sehr oft und gnügter Leben, als bloß viel aus dieser Leibeshütte im Willen Jesu ruhn, zu dir, Herr, schicken und unsern eignen Willen will. Kommt dann der geben in Jesu Wirken, leste Zug, so gieb durch Willn und Thun; drum deine Hände auch ein ge- zieh mich, Liebster, in dich duldigs Ende, so hab' ich sein, und mach mich ganz alles gnug. Paul Gerhardt. gelassen sein. 6. So 594 Von der Gelassenheit. In eigener Melodie. 6. So will ich mir denn fier werden, und zu deinun abfterben: fomm, nem Besten schauen. Er Schöpfer, komm, ver- weiß dein Leid und heimschling mich nur: fir; lichs Grämen, auch weiß all mein Eignes ins Ver- er Zeit, dir's zu benehmen. berben, tot alle Luft zur Gieb dich zufrieden. Kreatur. Nur laß mich, 5. Er hört die Seuffer liebstes Jejulein, dir ganz deiner Seelen und des und gar gelassen sein. Herzens stilles Klagen, und was du feinem darfst erjählen, magst du Gott 704. Gieb dich zu- gar kühnlich sagen; er iſt frieden und nicht fern, steht in der fei fiille in dem Gotte Mitten. Hört bald und deines Lebens; in ihm gern der Armen Bitten. ruht aller Freuden Fülle, Gieb dich zufrieden. ohn ihn mühst du dich 6. Laß dich dein Elend vergebens. Er ist dein nicht bezwingen, halt an Quell und deine Sonne, Gott, so wirst du siegen; scheint täglich bell zu dei- ob alle Fluten einher ginner Bonne. Gieb dich gen, dennoch mußt du oben aufrieden. liegen; denn wenn du wirst 2. Er ist voll Lichtes, au hoch beschweret, hat Troft und Gnaden, un- Gott, dein Fürst, dich gefärbten treuen Herzens; schon erböret. Gieb dich wo er sieht, thut dir kei- zufrieden. nen Schaden auch die 7. Was sorgt du für Pein des größten Schmer- dein armes Leben, wie du's jens; Kreuz, Angst und halten wollfit und nähren? Not fann er bald wen- Der dir das Leben hat den, ja auch den Tod hat gegeben, wird auch Uner in Händen. Gieb dich terhalt bescheren. Er hat zufrieden. ein' Hand voll aller Ga3. Wie dir's und andern ben, da See und Land oft ergebe, ist ihm wahrlich sich muß von laben. Gieb nicht verborgen. Er sieht dich zufrieden. und tennet aus der Hd- 8. Sprich nicht: Ich be der betrübten Herzen sehe keine Mittel, wo ich Sorgen. Er hlt den such, ist nichts zum besten; Lauf der heißen Thranen, denn das ist Gottes Ehrenund faßt zu Hauf all un- titel: helfen, wenn die Not fer Sehnen. Gieb dich un größten. Wenn ich und zufrieden. du: nicht mehr spüren, 4. Wenn gar kein Ein- da schick: er zu, uns wohl ger mehr auf Erden, dessen zu führen. Gieb dich zuTreue du darfst trauen, frieden. alsdann will er dein Treu9. Bleibt gleich die Hülf Von der Gelassenheit. 595 Hülf in etwas lange, mal der Tod herspringen, wird sie dennoch endlich und aus der Qual uns kommen. Macht dir das sämtlich bringen. Gieb Harren angst und bange: dich zufrieden. glaube mir, es ist dein 14. Er wird uns bringen Frommen. Was langsam zu den Scharen der Erschleicht, faßt man gewis- wählten und Getreuen, ser, und was verzeucht, ist desto süßer. Gieb dich jufrieden. die hier mit Frieden abgefahren, sich auch nun im Frieden freuen; da sie den Grund, der nicht kann brechen, den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gieb dich zufrieden, PaulGerhardt. 10. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten deiner Feinde von dir dich ten; laß sie nur immer weidlich spotten, wird's hören und recht In eigener Melodie. Gott richten. It Gott dein 705. Gott ift gez Freund und deiner Sachen, 11. Hat er doch selbst auch wohl das Seine, wenn er's sehen könnt' und wollte. Wo ist ein Glück so klar treu, der was kann dein Feind, der über meine Kräfte mich Mensch, groß machen? armes Kind noch niemals Gieb dich zufrieden. hat versucht: vielleicht geschieht's, daß er die Angstgeschäfte des Trauergeists noch diesen Tag verflucht. mein Herz, du sollst es und reine, dem nicht et- sehen, was dir für Hülfe was fehlen sollte? Wo ist sei in kurzer Zeit geschehen. ein Haus, das könnte sa- Gott ist getreu. gen: Ich weiß durchaus von keinen Plagen: Gieb dich zufrieden. 2. Gott ist getreu in allen seinen Werken; macht er mir gleich die Bürde 12. Es kann und mag noch so schwer, so kann er nicht anders werden, alle mich dabei doch wieder Menschen müssen leiden; stärken, von ihm allein was webt und lebet auf kommt Trost und Labfal der Erden, kann das Un- her; und wenn die Zeit vorglück nicht vermeiden. Des handen, so machet er mich Kreuzes Stab schlägt un- frei von allen Jammerfre Lenden bis in das banden. Gott ist getreu. Grab, da wird sich's en- 3. Gott ist getreu, dem den. Gieb dich zufrieden. hålt jetzt meine Seele sein 13. Es ist ein Ruhetag teures Wort mit festem vorhanden, da uns unser Glauben für: Kommt, iuGott wird lösen. Er wird chet mich in eurer Kumuns reißen aus den Ban- merhöhle. Drum kommt den dieses Leibs und al- dein Kind, und sucht dich lem Bösen. Es wird ein mit Begier; du kannst 596 Von der Gelaffenheit. mich nun nicht lassen, ich noch lachen! Gott ist gesag' es ohne Scheu, du treu. wirst dich selbst nicht hassen. Gott ist getreu. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 4. Gott ist getreu, er fidhet ſeine Kinder im Zor- 706, Gott weiß es ne nicht von seinen Augen alles wohl hin; er zeucht von uns, sind zu machen, als der nichts wir gleich große Sünder, Böses ie gethan, wer nur die Hand nicht ab, so red- sein Weinen und sein La= ich ist sein Sinn. Drauf chen nach Gottes Fügung Fann und will ich wetten, fügen kann, der hält im die Not sei, wie sie sei, er Glück und Unglück stil, wird mich doch erretten. und will, was Gottes Gott ist getreu. Wille will. 5. Gott ist getreu, der 2. Kann doch kein Unfall wird mir Trost verschaf- mir begegnen, es sei denn fen, wenn gleich der Trost Gottes Will dabei; auch bei allen Menschen fehlt; kann mich niemand anders er wird den Geist, der segnen, als meines Schömich mit Trauerwaffen pfers Batertreu; so gehe so jammerlich bis auf die mir's wohl oder trüb, ge= Seele quålt, gar ferne von liebt's nur Gott, ist mir's mir treiben; ich aber werde auch lieb. frei bei meinem Jesu blei- 3. 3war zähle ich wohl ben. Gott ist getreu. tausend Proben von meines 6. Gott ist getreu, er Schöpfers Gutigkeit, die mag's auch mit mir ma- ich nicht alle weiß zu loben chen, so wunderlich und scharf er immer will; läßt er auf mich gleich alle Wetter krachen, er hat es Macht, ich halte willig still; mich die ja will er mich gleich töten, Freudenzeiten, beherrsche so sag' ich doch dabei: Gott hilft aus allen Nöten. Gott ist getreu. in meiner Unvollkommenheit; daraus ich sicher schließen kann: Was Gott thut. das sei wohlgethan. 4. Ergößen 7. Gott ist getreu, und Trotz sei euch, ihr Teufel, daß ihr dies Wort aus meinem Herzen kratt; ihr bringet mir den Trost in keinen 5. Drum wünsch' ich 3weifel, und wenn ihr gleich mir in Kreuz und Glücke von Grimm und Zorne Geduld und Demut je plaßt. Das bischen Trau- derzeit, womit ich mich rigmachen geht endlich doch gehorsam schicke zu wahvorbei, o wie will ich rer Gottgelassenbeit, und achte ich des Glückes Schoß, dann schadet nicht zu Zeiten leiden, es würde sonst der Mut zu groß; auch prüft so Gottes Prüfestein, was recht bewährte Christen sein. Von der Gelassenheit. 597 achte weder Wohl noch lich, deinem Gott ist nichts Web, wenn ich in Gottes Gnaden steh'. zu viel. 9. Seine Wunder find der Zunder, da der Glaube Funken fängt. Alle Thaten sind geraten, jedesmal wie er's verhängt. 10. Wenn die Stunden fich gefunden, bricht die Hülf mit Macht herein; und dein Gråmen zu beschämen, wird es unversehens sein. 2. Wer sich frånket, weil er denfet, Jesus liege in dem Schlaf, wird mit Klagen nur sich plagen, daß der Unglaub leide Straf. 11. Eignen Willen zu erfüllen, leidet sich's noch ziemlich wohl; da ist Pla3. Du Verachter, Gott, ge, Not und Klage, wo dein Wächter, schläfet ia man leiden muß und soll. noch schlummert nicht. Zu 12. Drum wohl denen, den Höhen aufzusehen wå- die sich sehnen nach der re deine Glaubenspflicht. stillen Willensruh; auf das 707. In eigener Melodie. Bott ott will's machen, daß die Sachen gehen, wie es heilsam ist. Laß die Wellen sich verstellen, wenn du nur bei Jesu bist. 4. Im Verweilen und Wollen fällt dem Solim Eilen bleibt er stets ein len die Bollbringungskraft Baterherz; laß dein Wei- bald zu. nen bitter scheinen, dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 13. Mehr zu preisen sind die Weisen, die schon in der Uebung stehn, die das Leiden und die Freuden nur mit Hiobs Aug ansehn. 14. Nun, so trage deine Plage fein getroft und mit Geduld. Wer das Leiden will vermeiden, häufet seine Sündenschuld. 15. Die da weichen und das Zeichen ihres Bräutigams verschmähn, müssen laufen zu den Haufen, die zur linken Seiten stehn. 16. Aber denen, die mit Thränen kussen ihres Jesu Joch, wird die Krone auf dem Throne ihres Heilands werden noch. 8. Gottes Hände find ohn Ende, sein Vermögen 17. Amen, Amen! In hat kein Ziel. It's be- dem Namen meines Jesu schwerlich, scheint's gefähr- balt' ich still; es geschehe und 5. Glaub nur fefte, daß das Beste über dich beschlossen sei. Wenn dein Wille nur ist stille, wirst du von dem Kummer frei. 6. Laß dir süße sein die Kusse, die dir Jesu Rute giebt. Der fie führet und regieret, hat nie ohne Frucht betrübt. mod und 7. Willst du wanken in Gedanken, fall in die Gelaffenheit. Laß den sorgen, der auch morgen Herr ist über Leid und Freud. Von der Gelassenheit. 598 und ergehe, wie und wann und was er will. Joh. Dan. Herrnschmid. merklich spüren in mir deine Gegenwart, und willst du mich also führen, daß, ob du dich gleich stellst hart, ich bei deinem Wort dich fast, auch des Abends 708. Se Herr err, besänf- nicht ablaff', deine Wahrtige mein heit hoch zu preisen, und Herze, mach) es von Ge- getrost mich zu erweisen. danken los, daß es in Ge- 6. Gieb mir, daß ich duld verschmerze, wenn es dennoch hange an dem steht von Freuden bloß. Eidschwur deiner Treu, Meinen Willen lenke so, daß dein Will geschet', daß ich stille sei und froh, verlange, und mich auch ob du gleich dein Licht hierinnen freu', daß mir's verbirgest, meinen Eigen- geht, wie dir's gefällt, sinn erwürgeft. weil mich doch dein Wort 2. Laß mich sein fest an- erhält. Nimmermehr wird geheftet mit dir an dem der verlassen, der recht Kreuzesbaum, damit tåg- lernet Jesum fasſen. lich mehr entkräftet werd' 7. Meiner Seel zwar die Sund, und fasse Raum trefflich schmecket deine in mir deines Geistes Gut und Freundlichkeit; Stärk, zu vollführen solche krümmt sich aber, wenn Werk, die aus Liebe zu fie lecket aus dem Kelch dir fließen, sich als Glau- der Traurigkeit. Drum, bensström' ergießen. Jesu, lehre sie durch 3. Mein verkehrter Flei- dein Beiſpiel ie und je, scheswille müsse angenagelt daß sie beides gleich gesein, daß er sterb' und werde wohne, sich nicht übrig stille, was an mir noch hei- lieb' noch schone. Bet mein. Dein Will, der 8. Besser ist doch nichts allein ist recht, muß der zu finden, das da lieb und meine werden schlecht, daß nüßlich sei, als ein Herz, ich, was du willst, beliebe, das fich kann binden an leide, preise, woll' und übe. den Willen Gottes frei, Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 4. So oft mich Gedan- das in ihm ist ganz gestillt, ken schrecken, die nicht sind und aus dem dies einzge zu dir gericht, und nur Un- quillt: Vater, dein, dein gemach erwecken, so zer- Wohlgefallen ist das mein' teil, o ewig Licht, dies Ge- und bleibt's in allen. wolk und Herzensnacht, 9. Zwar Vernunft und treib es aus durch deine Fleischesfühlen streiten wiMacht; laß indes mich ru- der diesen Sinn, laufen fort big stehen, bis dein Geist und fort wie Mühlen, wolsie wird verwehen. len über Gott noch hin; 5. Kann ich nicht so aber wenn der Glaubensgeist Von der Gelassenheit. 599 geist in der Kraft fie schwei- recht durchdringen meine gen heißt, müssen legen sich Seel deins Kreuzes Kraft, die Wellen, Fleisch, Ber- fiegreich alles umzubrinnunft zur Ruh sich stellen. gen, was das Fleisch will, 10. War' doch dies kein wirkt und schafft; tote Gott zu nennen, der Ver- durch dein Tod und Blut nunft fich faffen ließ, und alles Bis, erweck den sein Werk von ihr erken- Mut, müßig aller Sünd nen, der einstellt, was sie zu gehen, dir zu Ehren verstieß. Nein, dein Nam, aufzustehen. und Wunderthat, deine 15. O daß doch mein Werke, Weg und Rat, Geist sich schwänge tief in großer Gott, weißt du zu deine Lebensquell, unter richten über Sinn, Ver- sich das Irdisch zwänge, nunft und Lichten. dir allein vergönnt' die Stell, daß er fest mit dir vereint, wie du wolltest, dacht' und meint', dir im Glauben heilig lebte, oben in dem Himmel schwebte. 11. Nur im Glauben kann man sehen dich, der du im Dunkeln bist. Fleisch und Blut kann nicht verstehen, was an dir das Kleinste ist. Aber wer, o 16. Sollte das nicht eiGott, dich kann bloß im nem Herzen schön, sanft, Glauben schauen an, siehet wohl und lieblich thun, deine Gute walten, dabei wenn es, stund' es gleich wollst du mich erhalten. in Schmerzen, könnte ſo 12. Eins will ich mir in Jesu ruhn? War' es noch ausbitten, ich weiß, doch schon in der Zeit als du versagst mir's nicht: im Himmel und in Freud. Wenn mich stellen in die In nichts würd' es sich Mitten meine Feind', die verlieben, und um nichts zugericht, mich von dir zu sich mehr betrüben. trennen ab, und zu rauben, 17. Drum fleh' ich und was ich hab': eile du mir bei- bitte heftig dich, mein liebzuspringen, laß ihr Tücke sies Brüderlein, ei lag nicht gelingen. mein Gebet so kraftig, und 13. Schwach und doch mich hier so selig sein, betrüglich finde ich mein daß ich nur allein dich lieb'; eigen Fleisch und Blut; deinen Geist dazu mir gieb, was ihm lüftet ist nur der mich solches gründlich Sünde, fliehet das, was lehre, von der Welt zu dir recht und gut; in ihm mich kehre. wohnet allezeit Hochmut, 18. Dann muß sich's wohl Heucheln, Furcht und Neid; lassen sterben, wenn die aber dein Geist kann dies Seel in Jesu steckt; wmo dämpfen, und in mir da- viel Güter sind zu erben, ift gegen kämpfen. man bald dazu erweckt. 14. Drum so laß einst Aus der Erd im Himmel ein, Von der Gelassenheit. 600 ein, laß mir einen Wechsel fein. Sollte wohl sich der Mel. Aus tiefer Not sehr dem man schrei' ich zu dir. wollte Kronen schenken? 709. Selle to fo err, wie du 19. Meinen Kelch, den ich soll trinken noch zuletzt schick's mit mir im Leben an meinem End, wirst du und im Sterben; allein nebst ein'm Gnadenwinken zu dir steht mein Begier, segnen durch der Engel laß mich, Herr, nicht verHänd'; zu dem Trunk auch derben. Erhalt mich nur stärken mich, daß ich den- in deiner Huld, sonst, wie noch sänftiglich fahre heim, du willst; gieb mir Geohn alles Zagen, als auf duld, denn dein Will ist der meines Vaters Wagen. beste. 20. Dann wird's heißen: 2. Zucht, Ehr und Treu Komm, willkommen! Dann verleih mir, Herr, und wird's an ein Küssen gehn. Lieb zu deinem Worte; beWas ich dir gesagt, du hût mich, Herr, vor falFromme, fiehe, ist es nicht scher Lehr, und gieb mir geschehn? Bist du nun hier und dorte, was mir nicht engelrein? Könnt' der dienet zur Seligkeit; wend Himmel schöner sein? Bin ab all ungerechtigkeit in ich, Gott, nicht lauter meinem ganzen Leben. Liebe? Ist auch was, das dich betrübe? 3. Soll ich einmal nach deinem Rat von dieser 21. was Freud, was Welt abscheiden, verleih für Ergößen muß sein in mir, Herr, nur deine Gnad, der Seligkeit über das, daß es gescheh' mit Freu was davon schwätzen wir den. Mein Leib und Seel in Schwach- und Dun- befehl' ich dir, o Herr, ein Felheit; tausend, tausend, seligs End gieb mir durch tausendmal schöner wird's Jesum Christum. Amen. sein überall. Könnt' man Caspar Melissander. doch nur Flügel kriegen, und gleich jeko bald hin- Mel. Wer nur den liefliegen. ben Gott läßt walten. 22. Doch ich muß und 710. lem wohl will erwarten diesfalls die sch Entbindungsstund, bis ins zufrieden, befind' mich ruParadieses Garten mich hig und vergnügt, weil ich ruft meines Jesu Mund; hab' Gottes Lieb hienieso lang will gedulden mich den, mein Jesus mir im hier auf Erden, bis daß Herzen liegt, der heilge ich nach des Vaters Wü- Geist mich lehrt und leit, len scheide. Jesu, mich da- und Gottes Wort mein zu bereite. din am Herz erfreut. Johann Caspar Schade. 2. Es troßt mein Herz in Von der Gelassenheit. 601 in meinem Leibe auf Gott, ner mein, dieweil er dein weil ich sein eigen Kind. beginnt zu sein. Trok dem, der mich von 2. Willst du mich auf ihm abtreibe; es sei Welt, das Siechbett legen? Ich Satan oder Sünd! Gott will. Soll ich in Mangel ist mein Alles ohne Trug, sein? Ich will. Soll sich ich habe Gott und hab' ein Unfall regen? Ich will. genug. Und willst du, daß ich wein'? Ich will. Und giebst du mich dem Tod? Ich will. Dein Will gescheh', o Gott. 3. Soll Leid für Freud mir sein gesendet, und für das Leben gar der Tod, ich bin's zufrieden, weil es wendet zu meinem Besten 3. Willst du mich in den alles Gott; wie Gott will, Himmel bringen? Herr, so ist auch mein Will, wie dies ist meiner Wünsche Füll! Soll mich die Hölle noch verschlingen? Ich 4. Um mich hab' ich mich weiß, Herr, das ist nicht ausgekümmert, die Sorge dein Will; daß dein Will ift auf Gott gelegt; ob so nicht wollen sollt', hat Erd und Himmel gleich deines Sohnes Tod ge= zertrümmert, so weiß ich wollt. doch, daß er mich trägt; 4. Sein Tod erklärt und wenn ich habe meinen mir deinen Willen, dein Gott, so frag' ich nichts Will ist, daß ich heilig nach Not und Tod. 5. Gott, einen solchen doch Sinn laß haben mich jetzt dert fei. So will ich zwar, das Erfüllen verhinleider mancherlei: Mutwill und bis ins Grab hinein: bald will sich Unwill menmit deinen Leid- und Freu- gen ein, bald dengaben, wie du sie giebst, mein Beherrscher sein. zufrieden sein, und spüren 5. Nicht so, mein Herz, die Vergnüglichkeit zur Le- was Gott dir giebet, bens- und zur Sterbenszeit. Bös oder Guts, nimm willig an. Weg Eigenwill! Was Gott beliebet, das sei mit Luft von mir gethan. Ja, ja, mein Herz ruht sanft und still, bin mit es wählt, es will, was Gott 1 Andreas Ingolftätter. er es macht, so schweig' ich ftill. Nemilie Juliane, Gräfin v. Schwarzb.- Rudolft. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. ch 711. Gott, zufrieden, und halte deinem Willen still. Was deine Güte mir beschieden, damit vergnüget 712. Melodie. ch habe gnug. In eigener sich mein Will, mein Will, der zwar nicht, fer- ist Jesus Chrift, ich weiß 26 von 602 Von der Gelassenheit. von keinem mehr; wer will Leib und Seele defnur sein Knecht und treu- ken. Ich habe gnug. er Diener ist, der forget 6. Ich habe gnug. Mein nicht so sehr. Ich will treuer Vater sieht, er fiehet ganz meinem Gott an- immer scharf auf mich, hangen, und nicht mehr sein Kind, auf dies, was nach der Welt verlangen: mein Gemüt, was Seel so hab' ich gnug. und Leib bedarf. Drum 2. Ich habe gnug. Ich laff ich Wald und Vögel bin der Sorgen los, und sorgen, bekümmre mich gar frånke nicht das Herz. nichts um morgen: heut Ich bin vergnügt, und hab' ich gnug. fik' in Gottes Schoß, 7. Ich habe gnug und der lindert allen Schmerz. sorge für den Geist, das Ich sorge nicht mehr für Andre fällt mir zu; nur mein Leben, der Höchste Gottes Reich, das Jekann mir alles geben: ich sus suchen heißt, dies giebt mir wahre Ruh; ich trachIch habe gnug. te nur des Vaters Wilder die Bögel len in Kraft des Geistes speist, und alle Welt er zu erfüllen; drum hab' nährt, Gott, der das ich gnug. habe gnug. Gras und Blumen wach-| 8. Ich habe gnug. Ich ſen heißt, und ihnen lieg' an Jesu Bruft und Schmuck beschert, der Gottes Baterber;; was wird auch meinen Leib will ich mehr? Das gieernähren, Nahrung und bet mir nur Luft, durchKleider mir bescheren: ich süßet meinen Schmerz. habe gnug. Den Himmel hab' ich 4. Ich habe gnug. Be- schon auf Erden, was will fit' ich schon nicht Geld, in jener Welt noch weres gilt mir alles gleich; den? Ich habe gnug. ich habe Gott, und bin schon auf der Welt in Mel. Was mein Gott allen Stücken reich; denn will, das g'scheh' allzeit. ch rejus ift mein Schap 713.Jtes Herz und und Krone, der mir den Himmel giebt zum Lohne. Ich habe gnug. Sinn mein Herz und Sinn ergeben; was böse scheint, 5. Ich habe gnug. Be- ist mir Gewinn, der Tod schert mir Gott ein Kleid, selbst ist mein Leben. Ich und läßt mir's wohl er- bin ein Sohn des, der gehn, so ist es gut; kommt den Thron des Himmels aber auch die Zeit, daß aufgezogen; ob er gleich ich soll öde stehn: die schlägt, und Kreuz aufBlöße muß mich nicht legt, bleibt doch sein Herz erschrecken, mein Gott gewogen. 2. Das 3. Gott, Von der Gelassenheit. 603 2. Das kann mir fehlen Glück und Heil beschwenimmermehr, mein Vater ret; hafst spåt und früh viel muß mich lieben; wenn Sorg und Müh, an deier mich auch gleich wirft nen Wunsch zu kommen, ins Meer, so will er mich und denkest nicht, das, was nur üben und mein Ge- geschicht, gescheh' zu deimut in seiner Gut ge- nem Frommen. wöhnen fest zu stehen. Halt' ich dann Stand, weiß feine Hand mich wieder zu erhöhen. 7. Fürwahr, der dich geschaffen hat, und ihm zur Ehr erbauet, der hat schon längst in seinem Rat 3. Ich bin ia von mir ersehen und beschauet aus selber nicht entsprungen, wahrer Treu, was diennoch formieret: Mein Gott lich sei dir und den Deiist's, der mich zugericht, an nen allen; laß ihm doch Leib und Seel gezieret, zu, daß er nur thu' nach der Seelen Sik mit Sinn seinem Wohlgefallen. und Witz, den Leib mit 8. Wenn's Gott gefällt, Fleisch und Beinen. Wer so kann's nicht sein, es wird so viel thut, des Herz dich letzt erfreuen; was du und Mut kann's nimmer jetzt nennest Kreuz und böse meinen. Pein, wird dir zum Trost 4. Woher wollt' ich mein gedeihen. Wart in Geduld Aufenthalt auf dieser Erd die Gnad und Huld wird erlangen? Ich wäre läng- sich doch endlich findenstens tot und kalt, wo all Angst und Qual wird mich nicht Gott umfangen, mit seinem Arm, der alles warm, gesund und frdlich machet. Was er nicht hält, das bricht und fällt; was er erfreut, das lachet. auf einmal gleichwie ein Dampf verschwinden. 9. Das Feld kann ohne Ungestum gar keine Früchte tragen; so fällt auch Menschenwohlfahrt um 5. Zudem ist Weisheit bei lauter guten Tagen. und Verstand bei ihm ohn Die Aloe bringt bittres alle Maßen; Zeit, Ort Web, macht gleichwohl und Stund ist ihm be- rote Wangen; so muß kannt, zu thun und auch ein Herz durch Angst und zu lassen. Er weiß, wann Schmerz zu seinem Heil Freud, er weiß, wann gelangen. Leid uns, seinen Kindern, 10. Ei nun, mein Gott, diene; und was er thut, so fall' ich dir getroft in ist alles gut, ob's noch so traurig schiene. 6. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch du und Blut begehret, als seinem mit einer großen Last dein Nuß deine Hände; nimm mich und mach es du mit mir bis an mein lettes Ende, wie wohl weißt, daß meiGeist dadurch sein entstehe, und deine Ehr 26* 604 Von der Gelassenheit. Ehr je mehr und mehr an, was doch Gott selbſt sich in ihr selbst erhöhe. erwählet. 11. Willst du mir geben 4. So fångt auch oft Sonnenschein, so nehm' ein weiser Mann ein guich's an mit Freuden; tes Werk zwar fröhlich an, foll's aber Kreuz und Un- und bringt's doch nicht zu glück sein, will ich's ge- Stande; er baut ein Schlöß duldig leiden. Soll mir und festes Haus, doch nur allhier des Lebens Thür auf lauterm Sande. noch ferner offen stehen: 5. Wie mancher ist in wie du mich führst und seinem Sinn fast über führen wirst, so will ich Berg und Spizen hin, gern mitgehen. und eh er sich's versiehet, 12. Soll ich dann auch so liegt er da, und hat des Todes Weg und finstre sein Fuß vergeblich sich Straßen reisen, wohlan, bemühet. so tret' ich Bahn und Steg, 6. Drum, lieber Vater, den mir dein' Augen wei- der du Kron und Scepter sen. Du bist mein Hirt, trägst im Himmelsthron, der alles wird zu solchem und aus den Wolken blitEnde kehren, daß ich ein- zest, vernimm mein Wort mal in deinem Saal dich und höre mich vom Stuhewig möge ehren. le, da du sißest. Paul Gerhardt. 7. Verleihe mir das edle Licht, das sich von deinem Angesicht in fromgehoffet, Herr. me Seelen strecket, und da der rechten Weisheit Mel. In dich hab' ich 714. dh weiß, mein erwecket. all mein Thun und Werk auf deinem Willen ruhn, 8. Gieb mir Verstand von dir kommt Glück und aus deiner Höh, auf daß Segen; was du regiersi, ich ja nicht ruh und steh' das geht und steht auf auf meinem eignen Wilrechten, guten Wegen. len; sei du mein Freund 2. Es steht in feines und treuer Rat, was gut Menschen Macht, daß sein ist, zu erfüllen. Rat werd' ins Werk ge9. Pruf alles wohl, bracht, und seines Gangs und was mir gut, das gieb fich freue; des Höchsten mir ein; was Fleisch und Rat, der macht's allein, Blut erwählet, das verdaß Menschenrat gedeihe. wehre. Der höchste Zweck, 3. Oft denkt der Mensch das beste Teil sei deine in seinem Mut, dies oder Lieb und Ehre. jenes sei ihm gut und ist 10. Was dir gefällt, doch weit gefehlet; oft das laß auch mir, o metsieht er auch für schädlich ner Seelen Sonn und Zier, Von der Gelassenheit. 605 Zier, gefallen und belie- 17. Du bist mein Vaben; was dir zuwider, laß ter, ich dein Kind, was mich nicht in Werk und ich bei mir nicht hab' That verüben. und find', hast du zu aller 11. It's Werk von Gnuge. So hilf nun, daß dir, so hilf zu Glück, ich meinen Stand wohl ist's Menschenthun, so halt und herrlich siege. treib's zurück, und andere meine Sinnen. Was du nicht wirkst, pflegt von ihm selbst in kurzem zu zerrinnen. 18. Dein soll sein aller Ruhm und Ehr, ich will dein Thun ie mehr und mehr aus hocherfreuter Seelen vor deinem Volk und aller Welt, so lang ich leb', erzählen. Paul Gerhardt. 12. Sollt' aber dein und unser Feind an dem, was dein Herz gut gemeint, beginnen sich zu rächen, ist das mein Trost, daß seinen Zorn du leichtlich könnest brechen. Mel. Du, o schönes Weltgebäude, 715. eu, meiner JSeelen Won 13. Tritt du zu mir und mache leicht, was ne, Jesu, meine beste Lust, mir sonst fast unmöglich daucht, und bring zum guten Ende, was du selbst angefangen haft durch Weisheit deiner Hände. Jesu, meine Freudensonne, Jesu, dir ist in bewußt, wie ich dich so herzlich liebe, und mich ohne dich betrübe; drum, o Jesu, komm zu mir, und bleib bei mir für und für. 14. Ist gleich der Anfang etwas schwer, und muß ich auch ins tiefe Meer der bittern Sorgen treten, so treib mich nur ohn Unterlaß zu seufzen und zu beten. 2. Jesu, mein Hort und Erretter, Jesu, meine Zuversicht, Jesu, starker Schlangentreter, Jesu, meines Lebens Licht, wie verlanget meinem Herzen, Jesulein, nach dir mit ihm sonst vor graut, mit Schmerzen; komm, ach tapferm Mut bezwingen; fomm, ich warte dein, sein Sorgenstein wird in komm, o liebstes Jefulein. der Eil in tausend Stücke springen. 15. Wer fleißig betet und dir traut, wird alles, da 3. Kommst du? Ja, du kömmst gegangen, Jesu, 16. Der Weg zum du bist schon allhier, kloGuten ist fast wild, mit pfest stark und mit VerDorn und Hecken ausge- langen an an meines Herfüllt; doch wer ihn freu- zens Thür; bleib doch nicht dig gehet, kommt endlich, so draußen stehen; willst Herr, durch deinen Geift, du wieder von mir gehen? wo Freud und Wonne Ach ich lasse dich durchaus fiehet. nicht အ စ ရှိ Von der Gelassenheit. 606 nicht weggehn von meinem Haus. den gut- und bösen Tagen, daß er mir mein Kreuz helf' tragen. Weil er ist mein Weg und Licht, laff ich meinen Jesum nicht. 4. Ei warum sollt' ich dich lassen, Jesu, wieder von mir gehn? Meine Wohlfahrt müßt' ich has- 9. Ich sollt' in der Hölsen, wenn ich ließe dies len liegen immerfort und geschehn. Wohne doch in ohne Zahl, und mich wie meinem Herzen, so muß ein Schlachtschaf biegen alle Not und Schmerzen in dem Schwefelpfuhl und weichen allsobald von mir, Qual; ja, der Tod sollt' wenn du, Jesu, bist allhier. ewig nagen mein Gewissen 5. Ach nun hab' ich end- und mich plagen: Jesus lich funden den, den meine aber reißt mich raus aus Seele liebt, der sich mit des Satans Folterhaus. mir hat verbunden, und sich selbst für mich hingiebt. Den will ich nun fest umfassen, und durchaus nicht 10. Jesus hat durch seine Wunden mich gesund gemacht und heil; daran denk' ich alle Stunden, von mir lassen, bis er mir drum ist er mein bestes den Segen spricht; meinen Teil; denn durch seinen Jesum laff' ich nicht. Tod und Sterben macht 6. Wohl mir, daß ich er mich zum HimmelserJesum habe! wie feste ben, und das glaub' ich balt' ich ihn, daß er mir sicherlich: Jesus machet mein Herze labe, wenn ich selig mich. Frank und traurig bin; Jesum hab' ich, der mich liebet, und sein Leben für mich giebet; ach drum lass ich Jesum nicht, wenn mir gleich das Herze bricht. 11. O wie sollt' ich Jesum lassen, weil er mir so wohl gethan, und mich von der breiten Straßen hat geführet himmelan! Jesum will ich immer lieben in den Freuden und Betrüben; Jesum lass ich dieser Welt, will ich doch nicht von mir, weil ich im Herzen fassen meinen leb' auf Erden hier. Jesum; der gefällt mir 12. Wenn die Welt mit vor allen andern Schäßen, ihren Neben mich zu Boan dem ich mich kann er- den fällen will, und die gözen; er ist meine Zuver- andern sich ergößen an dersicht, meinen Jesum laff selben Affenſpiel, will ich ich nicht. meinen Jesum fassen in 8. Ach wer wollte Je- den Arm, und ihn nicht sum lassen? Jesum lass' lassen, bis daß ich mit ihm ich nimmermehr; andre zugleich herrschen werd' im mögen Jesum hassen, Je- Himmelreich. funt ich allein begehr in 13. Demnach mögen andre 7. Muß ich alles gleich verlassen, was ich hab' in 607 Wonne. O, drum laff' ich Jesum nicht aus dem Herzen und Gesicht. Von der Gelassenheit. andre weiden sich in dieser Eitelkeit, mich soll nichts von Jesu scheiden und der ewgen Seligkeit, die mir 18. Jesus ist der Feinde Jesus hat erworben, da Schrecken, Jesus ist der er für mich ist gestorben; Hdülen Zwang; drum wird drum, o Welt, fahr im- er mich auferwecken durch mer bin, wenn ich nur bei Posaunenhall und Klang, Jefu bin. da ich dann erneuert wer14. Wenn ich nur kann de auferstehen aus der Jesum haben, nach dem Erde, Jesum schauen von andern frag' ich nicht. Er Gesicht: meinen Jesum kann meine Seele laben laff' ich nicht. und ist meine Zuversicht; 19. Ach wie wird mich in den letzten Todeszügen, Jesus herzen, meiner Auwenn ich hilflos da muß gen Trost und Licht, alle liegen, und mir bricht der Thränen, alle Schmerzen Augen Licht, laff' ich mei- wischen von dem Angesicht, nen Jesum nicht. und mit großem Jubilie15. Sollt' ich meinen ren mich zur Himmels Jesum lassen? Er wird in freud einführen; drum so der letzten Not auf der höret alle her: Jesum laff' finstern Todesstraßen bei ich nimmermehr. mir stehen, wenn der Tod seine Grausamkeit Martin Janus. ausbet, und die Meinigen Mel. Allenthalben, wo betrübet, und der Teufel ich gehe. Refu, mich anficht, meinen Fe- 716. Jelen Le16. Jesum nur will ben, dem ich mich zum ich lieb haben, denn er Dienst ergeben, welchem übertrifft das Gold und auch der tiefste Grund alall andre teure Gaben; ler Herzen klar und kund: so kann mir der Sünden 2. Du, Herr, prüfest Sold an der Seele gar meine Sinnen, Reden, nicht schaden, weil sie Schweigen und Begin= von der Sünd entladen; nen; alles übertrågest du, wenn er gleich den Leib was ich vor- und nachersticht, laff ich dennoch mals thu'. Jesum nicht. 3. Ach ich wünsche dei17. Jesus bleibet meine nen Willen nur vor allem Freude, meines Herzens zu erfüllen; o steb diesem Trost und Saft; Jesus Borsak bei, mach mich steuert allem Leide, er ist eignen Willens frei. meines Lebens Kraft, mei- 4. Gieb mir Kräfte, daß ner Augen Luft und Sonne, in allen mir dein Wollen meiner Seelen Schatz und mag gefallen, so in Freuden 608 Von der Gelassenheit. den als in Leid, so in Zeit als Ewigkeit. 13. Muß ich betend in den Wehen gleichwohl 5. Stets nach deinem hülflos von dir gehen, Willen streben heißt den bleibet endlich dies mein Engeln ähnlich leben, und Ziel: ich will nichts, was kann auch in Höllenpein Gott nicht will. glaubger Seelen Labsal sein. 6. Da hingegen sein Begehren nicht in deinen Willen kehren, bracht' auch wohl im Himmelssaal unergründte Höllenqual. 14. Schickest du mir Schmach und Bande, Ketten, Fesseln, Hohn und Schande, ia was ärgers auszustehn, dein Will soll an mir geschehn. 15. Ob mich tausend 7. Deinen Willen in Tod' schon töten, bleibt sich ziehen und den eig- dein Will in allen Nöten, nen Willen fliehen macht, ia in schwerster Seelendaß ein betrübtes Herz last bloß mein Labsal, Ruh ruhig lebt im größten und Raft. Schmerz. 16. Summa, so es dein 8. Stündlich mit sich Belieben, mich im höchselber kämpfen, und den sten Kreuz zu üben, wo, eignen Willen dämpfen, wie lang und was du bringt uns öfters in der willt, dies ist's, was mir Zeit einen Schmack der stets gleich gilt. Seligkeit. 17. Doch, indem es 9. Drum so will ich schwer zu nennen, deinen mich bezähmen, niemals Willen recht zu kennen, ei etwas vorzunehmen, ohne so seufzt mein Herz und was zu jeder Frist deinem Mund: Mach mir selben Willen ähnlich ist. klärlich kund. 10. Willst du mich im Himmel haben, ei wie soll mich dies nicht laben; stößt du mich zur Höllenglut, was du willst, ist mir sehr gut. 18. Dein Geist, Jesu, woll' mich stärken, daß im Lassen, Thun und Werken, ich von aller Eigenheit solchen weislich unterscheid'. 11. Doch versichert mich dein Leiden, blutig Schwitzen, tödlich Scheiden, daß du solches nie gewollt: o Trost, werter als das Gold. 19. Und ja, was ohn ihn beginnet, oder Fleisch und Blut erfinnet, ich, ob's noch so wohl gestalt, nicht für deinen Willen halt'. 20. Nun, der du wirkst guten Willen, send auch 12. It es aber dein Kraft, ihn zu erfüllen, und Behagen, mich mit neuer zu thun hier in der Zeit, Not zu plagen, daß ich was dir lieb in Ewigkeit. keinen Trost kann sehn, 21. Jesu, Jesu, hilf Amen, ja es mag geschehn.( vollbringen, hilf mir Fleisch Von der Gelassenheit. 609 Fleisch und Blut bezwin- stark durch Hoffen; was sie gen; es wird doch nichts ausgericht, was nicht bloß durch dich geschicht. jie betroffen, tråget sie mit Lust; fasset sich ganz månniglich durch Geduld und Glauben feste, am End kommt das Beste. 6. Amen, es geschiehet; 717. Mein eine Seel wer zu Jesu fliehet, wird ist stille zu es recht erfahrn, wie Gott Gott, dessen Wille mir zu seinen Kindern pflegt das helfen steht; mein Herz ist Kreuz zu mindern, und das vergnüget mit dem, wie's Glück zu sparn, bis zu Gott füget, nimmt an, End alsdann sich wendt wie es geht; geht es nur das zuerst gekoste Leiden, zum Himmel zu, und bleibt und gehn an die Freuden. Jesus ungeschieden, so bin Johann Caspar Schabe. ich zufrieden. 2. Meine Seele hanget Mel. Herr, ich habe misan dir, und verlanget, gehandelt. Mel. Jefus, meine Freude. Gott, bei dir zu sein 718. Meine Seele, aller Ort und Zeiten, und es ges mag keinen leiden, der ihr hen, wie es in der Welt rede ein; von der Welt, jetzt geht; meine Seele, Ehr, Lust und Geld, wo- laß es stehen, wie es iebo nach so viel sind beslissen, geht und steht. Liebste mag sie gar nichts wissen. Seele, halte stille; denke, 3. Nein, ach nein, nur daß es Gottes Wille. einer, sagt sie, und sonst 2. Ist die Welt dir gleich keiner wird von mir ge- zuwider, und bist deiner liebt, Jesus, der getreue, Freunde Spott, drücken in dem ich mich freue, sich dich die Feinde nieder, so mir ganz ergiebt. lein, er soll es sein, dem ich wieder mich ergebe, und ihm einzig lebe. Er al- vertraue deinem Gott. Liebste Seele, halte stille; denke, daß es Gottes Wille. 3. Ist in deines Herzens 4. Gottes Gut erwäge, Kammer nichts, als lauund dich glaubig lege sanft ter Herzeleid, plaget dich in seinen Schoß; lerne sehr großer Jammer hier ihm vertrauen, so wirst du in dieser Sterblichkeit; bald schauen, wie die Ruh liebste Seele halte ftille; so groß, die da fleußt aus denke, daß es Gottes stillem Geist. Wer sich Wille. weiß in Gott zu schicken, den kann er erquicken. 4. Gott pflegt die getreuen Herzen, wenn sie 5. Meine Seele harret, durch das Kreuz bewährt, und sich ganz verscharret wohl zu trösten nach den tief in Jesu Brust; sie wird Schmerzen, und thut, was 26** fie 610 Von der Gelassenhet.. fie nur begehrt. Liebstel die du haft; fie sind dock Seele, halte stille; denke, nicht dein Gewinn, sone paß es Gottes Wille. dern nur des Herzens Last: 5. Auf den Regen scheint hab'ich nur den lieben Gott, die Sonne, also kommet so hat's mit mir keine Not. Lust auf Leid; auf die Angst 5. Hire, meine Seei, folgt lauter Wonne, Freu- hör auf, traure nicht, wie de kommt auf Traurigkeit. vor, so sehr; führ nur Liebfte Seele, halte stille; einen Tugendlauf, gieb dem senke daß es Gottes Wille. Höchsten Lob und Ehr; 6. Sollst du von der geht dir's widrig, laß es Welt abscheiden, scheide gehn, Gott im Himmel nur getroft zu Gott. Gott bleibt dir stehn. giebt auf das Scheiden Freuden, Freude giebt er auf die Not. Liebste Seele halte stille; denke, daß es Gottes Wille. Georg Michael Pfefferkorn Mel. Aus tiefer tot schrei' ich zu dir.. du 720. Noch dennoch drum nicht ganz in Traurigkeit versinken, Gott 719. Mein Gemüt, wird des süßen Trostes wie so be- Glanz schon wieder lassen trübt? Was ist, das dich blinken. Steh in Geduld, traurig macht? Traurft du, wart in der Still, und daß dir Gott nicht giebt, laß Gott machen, wie was die schnöde Welt hoch er will, er kann's nicht acht! Sei zufrieden, Got- böse machen. tes Gût teilet dir was begres mit. 2. Ist denn dies unser erstes Mal, daß wir be3. Gut und Geld bleibt trübet werden? Was hain der Welt, drum begehre ben wir als Angst und folches nicht; richte nach Qual bisher gehabt auf des Himmels Zelt dein be- Erden? Wir sind wohl trübtes Angesicht; da, da mehr so hoch gekränkt, und ift dein Gut und Gold, hat doch Gott uns drauf das du lieber wünschen geschenkt ein Stündleis follt. voller Freuden. 3. Mancher liebt die 3. So ist auch Gottes Eitelkeit, und vergiffet Meinung nicht, wenn er feiner Seel; er denkt nur uns Unglück sendet, als auf diese Zeit, daß es ihm sollte drum sein Angesicht daran nicht fehl'; aber, ganz von uns sein gewent= Herze, laß den Land, und det. Nein, sondern dieses denk an dein Vaterland. ist sein Rat, daß der, so 4. Prange, Welt, nur ihn verlassen hat, durchs immerhin mit den Gütern, Unglück wiederkehre. 4. Deur Mel. Nicht so traurig, nicht so sehr. Von der Gelassenheit. 611 4. Denn das ist unsers 9. Auf Gottes Liebe Fleisches Mut, wenn wir mußt du stehn, und dich in Freuden leben, daß wir nicht lassen fällen, wenn dann unserm höchsten Gut auch der Himmel ein am ersten Urlaub geben; wollt' gehn, und alle Welt wir sind von Erd, und zerschellen. Gott hat uns halten wert vielmehr, was Gnade zugesagt, sein hier ist auf der Erd, als Wort ist klar, wer sich was im Himmel wohnet. drauf wagt, dem kann es nimmer fehlen. 5. Drum fährt uns Gott durch unsern Sinn, 10. So darfst du auch und läßt uns Web ge- an seiner Kraft gar keinen schehen. Er nimmt oft, 3weifel haben. Wer ist's, was uns lieb, dahin, da der alle Dinge schafft? mit wir aufwärts sehen, Wer teilt aus alle Gaund uns zu seiner Gut ben? Gott thut's, and und Macht, die wir bis- das ist auch der Mann, her nicht groß geacht, als der Rat und That erKinder wieder finden. finden kann, wenn jedermann verjaget. 6. Thun wir nun das, ift er bereit, uns wieder 11. Daucht dir die Hülf anzunehmen, macht aus unmöglich sein, so sollst em Leide lauter Freud, du gleichwohl wissen, Gott nd Lachen aus dem Grå- räumt uns dieses nimmer men; und ist ihm das gar ein, daß er sich laff einschlechte Kunst, wen er schließen in unsers Sinnes umfängt mit Lieb und engen Stall; sein Urm ift Gunst, dem ist geschwind frei, thut überall viel geholfen. mehr als wir verstehen. 7. Drum falle, du be- 12. Was ist sein ganzes trübtes Heer, in Demut wertes Reich, als lauter vor ihm nieder; sprich: Wundersachen? Er hilft Herr, wir geben dir die und baut, wenn wir uns Ehr, ach nimm uns gleich des gar kein HoffSünder wieder in deine nung machen; und das ist Gnade; reiß die Laft, die seines Namens Ruhm, du uns aufgeleget haft, hin- den du, wenn du sein weg, heil unsern Schaden. Heiligtum willst sehen. 8. Denn Gnade gehet ihm mußt geben. doch Paul Gerhardt. vor Recht, Zorn muß der Liebe weichen; wenn wir erliegen, muß Mel. Es traure, wer da uns schlecht Gott sein will, ich will mich freuen. Erbarmen reichen; dies in 721.( Seele.) O die Hand, die uns erhält, wo wir die lassen, bricht Jesu, lehre mich, wie und fällt all unser Thun ich dich finde, und mich in Haufen. Surd) 612 Von der Gelassenheit. durch dich, mein Heil, stets lich finden, und du wirs überwinde: wie ich die Ei- dich mit mir freundlich genheit und alles Leben, verbinden. das sich noch selber sucht, mög' übergeben. 8.( Jesus.) O Seele, merke auf, sich auf die We2.( Jesus.) Steh in ge, wie ich die Meinen Gelassenheit, nimm wahr sonst zu führen pflege. mein Willen, und strebe Dann nehm' ich erst hinselber nach, ihn zu erfüllen; weg, was ich gegeben, und ergieb dich ganzlich mir lasse dich von Trost entin Freud und Leiden, daß blößet schweben: ewig dich von mir nichts möge scheiden. 9. Dich hierdurch auf dich selbst fein recht zu 3.( Seele.) Wie kann ich führen, auf daß du an dir Arme doch hier also leben? selbst nun mögest spüren, Wie kann ich mich so gar wie doch ein armer Mensch dir übergeben? Ich finde ja gar nichts vermöge, wenn so viel von aus und innen, ich ihm meine Kraft und das hindert meinen Lauf Hülf entzoge. und mein Beginnen. 10. Da wirst du denn 4.( Jesus.) Du mußt im Grund erst recht gelasalleine mir gelassen leben, sen, wenn du noch Gott, und meiner Wirkung dich noch Trost, noch Gnad ganz übergeben, im Grun- kannst fassen. Wenn ich de deiner Seel in mich ver- dir alles, was du hast, entsenken: so werd' ich dir in ziehe, und von dir als ein mir viel Kräfte schenken. Gaft entfremdet fliehe. 5.( Seele.) Wenn ich nun also dir mich übergebe, und in Gelassenheit des Willens lebe, wie muß ich mich gleichwohl hiebei verhalten, daß du dein Bild in mir mögest gestalten? 11. Ja, wenn du ganz von dir bist abgekommen, und, deiner selbst beraubt, bist direntnommen, in meis nem Willen ruhst, ob Sünd und Hölle samt allem ihrem Heer schrecken die 6.( Jesus.) Wenn du Seele: läßt deinen Grund von 12. Siche, o liebe Seel: Gott bereiten, und gehest so kannst du finden mich von dir aus auf alle Zei- und auch dich durch mich ten, behältest nichts für selbst überwinden, so fällt dich in keinem Dinge, das die Eigenheit und alles ich nicht selbst in dir al- Wesen, das du dir jemals lein vorbringe. bier haft auserlesen. 7.( Seele.) Wie wird es 13.( Seele.) O Jesu, mir, o Herr, alsdann er- lehre mich, dich stets zu geben, wenn ich nun werd' fassen, und mich und alle in dir gelassen stehen? Ich Ding durch dich zu lassen, werde ia in mir dich end- und wenn der Himmel selbst follt Von der Gelassenheit. 613 follt' offen stehen, dennoch beiden, wenn die Ernte nicht ohne dich hinein zu wird angehn. gehen. 14.( Jesus.) O Seele, folge mir, so foll's gescheben, und wirst alsdann in mir noch Wunder sehen; leg dich in Demut hin zu meinen Füßen, ich will auf dich die Kraft des Lebens gießen. 6. Saulus Schnauben kränkt den Glauben, und verfolgt die kleine Herd'; mein Gott, höre, viel' bekehre, daß dein Kirchlein fruchtbar werd', 15.( Seele.) Ich lege mich denn hin in aller Stille, zu warten und zu sehn, was sei dein Wille; ich fierbe gänzlich mir und allem abe, gnug, wenn ich dich allein, o Jesu, habe. 7. Und viel Glieder hin und wieder sich zu dir noch finden ein, so wird Freude nach dem Leide über die Bekehrung sein. 8. Armes Zion, Gott ist dein Lohn, bleibe du nur ihm getreu; sei geduldig, leb unschuldig vor der Welt, und rede frei. 9. Schmale Wege, enge Stege zeigen, wie vorsichtig wir wandeln sollent, meine wenn wir wollen ohne AnIn eigener Melodie. 722. Seelenweide, Freude, Jesu, laß mich stoß leben hier. fest an dir mit Verlangen 10. Furcht und Zittern dir anhangen, bleib mein muß erschüttern Leib und Schuß, Schild und Panier. Seel in wahrer Buß; Reu im Herzen, Glaubenskerzen Gott in uns anzünden muß. 2. Lebensquelle, klar und belle bist du, wenn ich dich empfind'; deine süße Lie- 11. Brennt der Glaube, besküffe süßer mir als Honig sind. ei so schaue, was für Kräfte er uns giebt: du ſollst mei3. Laß mein Jesu, keine nen, willig leiden, gerne Unruh mich von deiner Lieb thun, was Gott beliebt. abführn; ob die Welt schon 12. Eifrig haffen, unauf dein Zion ihren Haß terlassen, was nur Gott und Grimm läßt spürn. zuwider ist, seinen Willen 4. Ob gleich Dornen zu erfüllen, darnach strebt mich von vornen und von ein wahrer Christ. hinten ganz umringt, schüt jest du mich, daß kein Dornftich seine Kraft an mir vollbringt. Adam Drese. 723. Spennt also, In eigener Melodie. bleibet's 5. Weizenkörner, Unkrautsdörner hier beisam- daß ich nach deinem Wilmen müssen stehn; dort len, mein treuer Gott und wird scheiden Gott die Herr, die nicht geringe Last, 614 Von der Gelassenheit. Laft, die du nun lange Zeit heft, was unserm armen mir aufgebürdet haft, soll Fleisch für eine Arzenei, tragen, bis ich werd' mein' schwach oder aber stark, lehte Ruhstätt füllen. allhier vonnöten sei, nach 2. Ich habe dich zwar welcher du denn auch ira oft mit inniglichem Fle- Kreuzauflegen gehest. hen, mein Gott, drum 8. Dein Herz ist viel zu ansgesucht, ob wolltest du zart, uns Schwachen aufes thun, daß ich vor mei- julegen nur das geringste nem End auch einsten Kreuz, auch eine Stund möchte ruhn, und also allein, wo du nicht sähest deinen Ruhm mit Freu- vor uns solches nötig sein; ten noch erhöhen; die Absicht muß allzeit zu solchem dich bewegen. 3. Ob ich nur einen Tag erfreulich noch erleben und 9. Du thust uns ia sein genießen möcht, daß vielmehr unzählige Genaich von Schmerzen frei, den; das sei uns denn und etwa eine Stund ohn genug, und zwar um so olche ging' vorbei; so sollte viel mehr, weil selbsten meine Seel sich dann zur auch das Kreuz uns dient Ruhe geben. zu einer Ehr, ia aber nimmer kann das wenigsie nur schaden. 4. Gleichwohl hast du bisher nicht wollen noch erhören mein sehnliches Gebet; ja vielmehr stellst du dich, ob wärest du erzurnt, nicht vorschreiben, wie du und könnte wider mich demselben deinem Grimm kein Lebendiger wehren. 10. Drum, Herr, wie dir's gefällt, ich will dir es machen sollst, ich lasſe das geschehn, was du das Beste findst, und werd' noch endlich sehn, es müsſe doch dein Rat zuletzt der beste bleiben. 5. Doch kenn' ich dich, mein Gott, daß du es herzlich meinest, und suchest nur allein der Seelen 11. Und trag' ich dann Seligkeit; dieselbe willst du mein Kreuz, bis man mich uns erhalten nach der Zeit, selbsten tråget in meine wenn du auf das Gebet Ruhestått, so tröst mich so unbeweglich scheineft. dieses doch: Du bist der 6. So kommt es denn da- treue Gott, der solches her, daß du mir nicht will- schwere Joch zugleich auch fahrest auf meinen Wunsch tragen hilft, wie er es und Bitt, weil du allwis- aufgeleget. send bist, und auf das Künftige am allermeisten siebst, daher mich vor Gefahr genådiglich bewahrest. 12. So soll demnach forthin, o Bater, mich ver gnügen nur deine Gnad allein, die unter aller Laft 7. Du bist der rechte du immer bis daher mir Arzt, der du allein verste-/ noch erwiesen hast, wobl wif Von der Gelassenheit. wissend, daß ich nie gar werde unterliegen. 13. Dies ist der befte Troft, cecht kräftiglich zu stillen des Herzens Ungeduld, wenn etwa solches auch, nach anererbtem des gar bösen Fleisches Brauch, sich widersehen will dem guten Gottes Willen. 14. Nun, Herr, verfiegle denn ihn auch in meinem Herzen, wie ich 615 dulden: so ist es mein Berschulden; o Herr, dein Will gescheh'. 2. Dir sind bekannt die Sorgen, die täglich drücken. mich, und nicht die Not verborgen, die in- und außerlich die matte Seele quält. Sie ist dir unverhohlen, drum sei fie dir befohlen: du weißt, Herr, was mir fehlt. 3. Willst du sie mir abes wohl bedarf, durch dei- nehmen, so will ich dannen werten Geist, den mir ken dir; soll aber fie dein treues Wort mit noch zähmen mein Fleisch einem Eid verheißt: so und Lustbegier, so fahre bleib' ich recht getroft in fort, mein Gott, und allen meinen Schmerzen. schlage kräftig nieder, was 15. pie bin ich des dir an mir zuwider, die gewiß, hie mußt du mich ganze Sündenrott. erhören, wie ich gebeten 4. Kann ich es nicht bab', wo du nicht willst verstehen, warum bald dies, in Spott darsetzen dei- bald das hat müssen so nen Ruhm, wo einen geschehen, und das ohn wahren Gott, der nicht Unterlaß das Kreuz mich betrügen kann, du lässfest hat gedrückt: so wirst du's dich verehren. offenbaren, und werd' ich's wohl erfahren, warum du's zugeschickt. 16. Ja, ich will in Geduld mein Kreuz nunmehr ausstehen, so lang du's haben 5. Drum will ich sein willst; ich weiß, die meiste gelassen in Einfalt als ein Zeit ist allbereit vorbei, daß Kind, und gehen meine in die Ewigkeit, vielleicht Straßen, bis ich den Ausin kurzer Frist, ich werd' gang find'; ich will in Hoffmit Jauchzen geben. nung still auf dich, mein Jesu, schauen, und dir die Not vertrauen, bis ich mein Teil erfüll'. Philipp Jakob Spener. Mel. Don Gott will ich nicht lassen. 724. ( oll ich nach deinem Wil6. Ich weiß doch, daß meinLeiden mir nüß und selig ist, dieweil ich lerne meilen, o Gott, gebucket sein, den der Sünden Schlanund hier mein Maß er- genlist. Mein Sündenleib füllen, das mir geschenket verdirbt, und ich seh' sich etn, soll ich des Kreuzes anheben des neuen Geistes Web, so lang ich lebe, Leben, je mehr das alte stirbt. 7. Cs 616 Von der Gelassenheit. 7. Es lebt im Kreuz ver- Blute die Luft geleget sich, borgen mein liebster Jesus die noch zur Sünde treibt; noch; und wo die größ- bis aller Zorn gedämpfet, ten Sorgen, als seines und, nachdem er bekämKreuzes Joch, da ist er pfet, der Liebe Herrschaft ganz gewiß mit großem bleibt. Heil und Segen im Herzensgrund zugegen, und stehet vor dem Riß. 13. So will ich dich erheben in allem Kreuzesstreit, und dir gehorsam 8. Drum, Seele, sei zu- leben in Zeit und Ewigfrieden, und dulde deine keit. Wenn dies das Kreuz Pein; es wechselt sich hie- gebiert, so hab' ich gnug nieden bald Sturm bald erhalten, und lasse ferner Sonnenschein. Schau an walten dein' Hand, wie sie die große Meng, die mit mich führt. dir auf dem Wege, und werde ja nicht trage, ob Mel. Herr, nicht schicke deine Rache. gleich der denn 9. Meinst du, daß deine 725. S mich täglich Plagen sein überhäuft und groß, so denk, was andre kranken, und aufs Künftragen, die elend, nackt und tige gedenken? Soll ich bloß, ia gar gefangen sind, denn niemals mit Rub die Freund und Feind ver- nachts die Augen schlielassen, und als ein Scheu- ßen zu? Muß nur immer sal haffen, was deren Herz vor mir stehen, wie mir's empfindt. einstens wird ergehen, da 10. Ach ja, es denk's ein doch durch mein Sorgen jeder, und tröfte sich dabei, nicht das Geringst wird daß über alle Brüder er- ausgericht? geh' so mancherlei, so manche Leidensart, so manche 2. Gott der mich btsher erhalten, höret noch Not und Schmerzen, die nicht auf zu walten; oder sich in frommen Herzen sollt er jetzt allein dessen augleich mit offenbart. müde worden sein? Ach 11. Drum sprich: Mein so laß ich Sorgen bleiben, Gott, ich leide, was meine Gott allein es heim zu Schuld verdient, weil ich schreiben, daß es, wie es in Lust und Freude mich ihm gefällt, mir zumalet vormals hab' erkühnt, zu eines gelt'. leben auf der Welt. Du 3. Er ist's, der allein bist gerecht, drum richte, verstehet, wenn mir's so und mache ganz zu nichte, und so ergehet, ob dasſelwas mich noch von dir hält. be nuß und gut, oder ob's 12. Ich küsse deine Ru- mir Schaden thut; da te, und beuge willig mich, sonst wir in unsern Lubis in dem Fleisch und sten uns nicht zu entschlie Von der Gelassenheit 617 schließen wüßten, öfters 8. Wird Gesundheit wählend ohngefähr, was mir gegeben, soll dieselb' uns nur hochschädlich wär'. in meinem Leben dazu 4. Soll ich denn stets dienen, daß ich mehr förniedrig leben, und nur dern könne seine Ehr, an der Erde kleben, daß, daß ich müßig nicht verwenn ich zur Ruh mich grabe, was ich drum emleg', niemand von mir pfangen habe, damit ich wissen mög': foll mich sol- es brauch' dahin, wozu ches gar nicht kranken, ich berufen bin. sondern ich dasselb' be9. Soll ich aber Krankdenken, daß ich vieler Sor- heit leiden, will ich dengen frei und des Falles ficher ſei. noch auch mit Freuden, weil mir seine Treu be5. Dennoch will ich auch kannt, aus des Höchsten nicht fliehen, wo er wollte Liebeshand solche Züchselbsten ziehen mich her- tigung annehmen, und vor aus niederm Staub, mich nicht unmäßig gråweil ich solches sicher ment, daß solch herbe Arglaub': es lieg' nur an zenei meinem Fleisch vonfeinen Gaben, die wir noten sei. dann gewiß auch haben, wenn wir seinem Wink allein im Beruf gehorsam sein. 10. Soll ich viele Jahre zählen, und also mich lange quälen, so gescheh' des Herren Will, dem ich 6. Will die Armut gern auch halte still. Er meiner Hütten er mit wird doch Genade geben, Segen überschütten und daß in diesem Trauerlemit Gütern dieser Welt, ben je zuweilen komm' ein sei es ihm auch heim- Tag, der mich noch ergestellt. Ich will ihm für freuen mag. ſolches danken, und nur beten, nicht zu wanken, daß nicht, wie sonst viel' gethan, ich das Herz auch hänge dran. 11. Bin ich aber bald vorüber, ist mir solches desto lieber, daß ich dann von Günden frei, und in solchem Stande sei, wo ich meinem Gott in allen 7. It mir Armut denn beschieden, bin ich Stücken möge wohlgefalauch damit zufrieden, len, so hier nicht gescheweil mir dieses himmel- ben kann, weil die Sünd fest, daß er mich drum mir hänget an. nicht verläßt. Ich will 12. Also bleibt's Gott doch ihm freudig fingen beim gewiesen, und sein und mein täglich Opfer teurer Nam gepriesen, bringen, bis nach dieser was er auch in seinem armen Zeit folgt die reiche Rat über mich beschlos Ewigkeit. sen hat. Ich will anders nichts 618 Von der Gelassenheit. nichts mehr achten, jon- wünsch' und billig soll dern dieses nur betrach- so wollt' ich öffnen meinen ten, daß den Seinen zum Mund, und singen jezzo Beschluß endlich alles diese Stund, was Gott frow.men muß. gefällt. Philipp Jakob Spener. 7. Ich wollt' erzählen seinen Rat, und überMel. Erschienen ist der große Wunderthat, das füße Heil, die ewge 726. Was Gott ge- Kraft, die allenthalben herrlich Tag. fällt, mein wirkt und schafft, was frommes Kind, nimm fröh- Gott gefällt. lich an; stürmt gleich der 8. Er ist der Herrscher Wind und braust, daß alles in der Höh, auf ihm steht kracht und bricht, so sei ge- unser Wohl und Weh; troft, denn dir geschicht, er trägt die Welt in seiwas Gott gefällt. ner Hand, hinwieder trägt uns See und Land, was Gott gefällt. 2. Der beste Will ist Gottes Will, auf diesem ruht man sanft und still; 9. Er hält der Elemente da gieb dich allzeit frisch Lauf, und damit bålt er hinein, begehre nichts, als uns auch auf; giebt Somnur allein, was Gott mer, Winter, Tag und gefällt. Nacht, daß alles davon lebt und lacht, was Gott gefällt. 10. Sein Heer, die ist 3. Der flügste Sinn ist Gottes Sinn, was Menschen sinnen, fället hin, Sterne, Sonn und Mond, wird plößlich kraftlos, gehn ab und zu, wie sie můd und laß, thut oft gewohnt. Die Erd was bbs, und selten das, fruchtbar, bringt herfür was Gott gefällt. Korn, Del und Most, 4. Der frömmste Mut Brot, Wein und Bier, ift Gottes Mut, der nie- was Gott gefällt. mand Arges gönnt noch thut. Er segnet, wenn uns 11. Sein ist die Weisheit und Verstand, ihm ist schilt und flucht die böse bewußt und wohl bekannt, Welt, die nimmer sucht, sowohl wer Böses thut was Gott gefällt. und übt, als auch wer Gutes thut und liebt, was Gott gefällt. 5. Das treuste Herz ist Gottes Herz, treibt alles Unglück hinterwärts, be- 12. Sein Häuflein ist chirmt und schützet Tag ihm lieb und wert; sound Nacht den, der steté bald es sich zur Sünden hoch und herrlich acht, kehrt, so winkt er mit der was Gott gefällt. Baterrut, und locket bis 6. Ach könnt' ich singen, man wieder thut, was wie ich wohl im Herzen Gott gefällt. 13. Was Von der Gelassenheit. 619 13. Was unserm Herzen 20. Dein Erb ist in dem dienlich sei, das weiß sein Himmelsthron, hier ist Herz, ist fromm dabei, der keinem jemals Guts versagt, der Guts gesucht, dem nachgejagt, was Gott gefällt. dein Scepter, Reich und Kron; hier wirst du schmekken, hören, sehn, hier wird ohn Ende dir geschehn, was Gott gefällt. Paul Gerhardt. 14. Ift dem also, so mag die Welt behalten, was ihr wohlgefällt; du aber, In eigener Melodie. mein Herz, balt genehm, 727. Was mein nimm mit Gott will, Gott und dem, was das g'scheh' allzeit; sein Gott gefällt. 15. Laß andre sich mit stolzem Mut erfreuen über großes Gut; du aber nimm des Kreuzes Last, und sei geduldig, wenn du hast, was Gott gefällt. Will der ist der beste; zu helfen den er ist bereit, die an ihn glauben feste; er hilft aus Not, der fromme Gott, und züchtiget mit Maßen; wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den will ei nicht verlassen. 16. Lebst du in Sorg und großem Leid, haft lauter Gram und Herzeleid, ei sei zufrieden, trågst du doch in diesem sauren Lebensioch, was Gott gefällt. 2. Gott ist mein Trost, mein' Zuversicht, mein' Hoffnung und mein Leben; was mein Gott will, daß mir geschicht, will 17. Mußt du viel leiden ich nicht widerstreben; hier und dort, so bleibe fest sein Wort ist wahr, denn an deinem Hort; denn alle all mein Haar er selber Welt und Kreatur ist un- hat gezählet; er hût und ter Gott, kann nichts als nur, was Gott gefällt. 18. Wirst du veracht wacht, stets für uns tracht, auf daß uns gar nichts fehlet. von jedermann, höhnt dich 3. Drum will ich gern dein Feind und speit dich von dieser Welt hinfahrn an: sei wohlgemut, dein in Gottes Willen zu meiJesus Christ erhöhet dich, nem Gott; wenn's ihm weil in dir ist, was Gott gefällt, will ich ihm halten gefällt. stille; mein' arme Seel 19. Glaub, Hoffnung, ich Gott befehl' in meiSanftmut und Geduld er- ner letzten Stunden. Du halten Gottes Gnad und frommer Gott, Sund, Huld, die schleuß in deines Hill und Tod hast du Herzens Schrein, so wird mir überwunden. dein ewges Erbe sein, was 4. Noch eins, Herr, Gott gefällt. will ich bitten dich, du wolift 620 Von der Gelassenheit. wollst mir's nicht versagen, lassen, damit er dich will wenn mich der böse Feind fassen; denn dein Werk ansicht, laß mich, Herr, fördert Gott. nicht verzagen; hilf, steur 5. Er richt's zu seinen und wehr, ach Gott, mein Ehren und deiner SeligHerr, zu Ehren deinem feit; soll's sein, kein Namen. Wer das begehrt, Mensch kann's wehren, dem wird's gewährt; drauf wenn's ihm wär' noch so sprech' ich fröhlich Amen. leid. Will's denn Gott Markgr. Albrechtv.Brandenburg. haben nicht, so kann's niemand fort treiben, es muß Mel. Von Gott will ich zurücke bleiben: was Gott nicht lassen. will, das geschicht. 728. Was du dich ergebe, ihm sei es heimwillst 6. Drum ich mich ihm betrüben, o meine liebe gestellt; nach nichts mehr Seel? Thu den nur herz- ich sonst strebe, denn nur lich lieben, der heißt Im- was ihm gefällt; sein manuel; vertrau dich ihm Will ist mein Begier, der allein, er wird gut alles ist und bleibt der beste, machen, und fördern deine das glaub' ich steif und Sachen, wie dir's wird feste, wohl dem, der glaubt ſelig ſein. mit mir. Johann Heermann. 2. Denn Gott verlåsset keinen, der sich auf ihn Mel. Was mein Gott verläßt; er bleibt getreu will, das g'scheh' allzeit. den Seinen, die ihm ver- 729. Wie's Gott trauen fest. Läßt sich's an gefällt, ſo wunderlich, laß du dir gar g'fällt mir's auch, und laff nicht grauen, mit Freuden mich gar nicht irren; ob wirst du schauen, wie Gott mich zu Zeiten beißt der wird retten dich. Rauch, und wenn sich 3. Auf ihn magst du es schon verwirren all Sawagen getroft mit frischem chen gar, weiß ich fürwahr, Mut; mit ihm wirst du Gott wird's zuleht wohl erjagen, was dir ist nuk richten; wie er's will han, und gut; denn was Gott so muß bestahn; soll's sein, haben will, das kann nie- so sei's ohn Lichten. mand verhindern aus al- 2. Wie's Gott gefällt, len Menschenkindern, so zufried ich bin, das Uebrig viel ihr sind im Spiel. laff' ich fahren; was nicht 4. Wenn auch gleich aus soll sein, stell' ich dahin, der Höllen der Satan trot- Gott will mich recht er= figlich mit seinen Rott- fahren, ob ich auch will gesellen sich setzte wider ihm halten still, wird auch dich, so muß er doch mit wohl Gnad bescheren; dran Spott von seinen Rånken zweifle nicht. Soll's sein, Von der Armut des Geistes. 621 man spricht, so sei's, dem 6. Wie's Gott gefällt, kann nichts wehren. so lauf's hinaus, ich laff' 3. Wie's Gott gefällt, die Vöglein sorgen; kömmt so g'fällt mir's wohl in mir das Glück nicht heut allen meinen Sachen. Was zu Haus, wart ich desselGott versehen hat ein- ben morgen. Was mir bes mal, wer kann das anders schert, bleibt unverwehrt, machen? Drum alls um- ob sich's schon thut versonst, Geld, Wiß und Kunst, ziehen; mich nicht drum hilft auch nicht Haaraus- reiß'; soll's sein, so sei's, raufen. Murr oder beiß, g'fällt's Gott, mein Teil soll's sein, so sei's; wird werd' kriegen. doch sein Weg nauslaufen. 7. Wie's Gott gefällt, 4. Wie's Gott gefällt, dasselb ich will und weiter laf' ich's geschehn, will nichts begehren; mein'r mich darein ergeben; wollt' Sach hat er gestellt ein ich sein'm Willen wider- Ziel, die bleiben muß und stehn, so müßt' ich bleiben währen das Leben mein. fleben. Denn g'wiß und Drum geb' mich drein, auf wahr, all Tag und Jahr guten Grund will bauen, bei Gott sind ausgezählet; und nicht auf Eis; soll's ich schick' mich drein, ge- sein, so sei's; will's Gott chieht's, soll's sein; so allein vertrauen. jei's bei mir erwählet. 8. Wie's Gott gefällt, 5. Wie's Gott gefällt, so nehm' ich's an, will um so woll's ergahn in Lieb Geduld nur bitten. Gott und auch in Leide; dahin ist's allein, der helfen kann, mein Sach will g'stellet und wenn ich schon wär' han, daß fie mir sollen mitten in Angst und Not, beide gefallen wohl; dar- låg' gar im Tod, kann er um mich soll Ja oder mich wohl erretten gewaltNein nicht schrecken; ger Weis; soll's sein, so schwarz oder weiß, foll's fei's; ich g'winn's, wer sein, so sei's; dann wird wollte wetten? Gott Gnad erwecken. Ambrosius Blaurer. IV. Von der Armut des Geistes. Mel. Herr Jesu, ewges Licht. 2. Zwar spricht dein strenges Recht: weil als 730, 2ch Himmel, des Teufels Knecht ich öffne dich, mich anher bezeiget, so begnade den, der sich vor sollt' ich sein gebeuget zum deinem Throne schmieget, höllschen Qualgeschlecht; in Demut vor dir lieget, so spricht dein strenges nud flehet angstiglich: Ach Recht. Himmel, öffne dich! 3. Ja, Gott, ich leugne nicht 622 Von der Armut des Geistes. nicht, daß dein gerecht auserkoren, so Herz, Geist Gericht mich ewig kann und Seel erfreut! verdammen, dahin, wo 2. O der alles hätt' verSchwefelflammen für mich gessen, der nichts wüßt', als sind zugericht; mein Gott, Gott allein, dessen Güte das leugn' ich nicht. unermessen, macht das Herz 4. Wenn du willst Rich- still, rubig, rein! ter sein, so ist fast keine 3. O wer doch gar wär Pein so grausam zu erden- ertrunken in der Gottheit ken, die mich nicht sollte kranken; die Hölle schleußt mich ein, wenn du willst Richter sein. Ungrundsee, damit wär' er ganz entsunken allem Kummer, Angst und Weh! 4. Oder alles könnte 5. Doch bricht dein Ba- lassen, daß er, frei vom Eiterherz, und läßt auf mei- teln all, wandern möcht' die nen Schmerz die Gnaden- Friedensstraßen durch dies strime fließen, weil du Thränen- Jammerthal. fiehst Jesum büßen für 5. war unser Herz mich mit Todesschmerz; entnommen dem, was lockt drum bricht dein Vater durch eiteln Glanz, und herz. hålt ab, zu Gott zu kommen, in dem alle Gut ist ganz! 6. Dein Zürnen weichet weit, weil dir die offne Seit mein Glaubensbruder zeiget, und deine Weh6. O daß wir Gott möchten finden in uns durch der mut neiget auf mein be- Liebe Licht, und uns ewig trübtes Leid; dein Zürnen weichet weit. ihm verbinden; außer ihm ist eitel Nicht! 7. O war unser Aug der Seelen stetig nur auf Gott gewendt, so hätt' auch das sorglich Qualen im Gewissen ganz ein End. 8. O du Abgrund aller Güte, jeuch durchs Kreuz 8. Der Himmel öffnet in dich hinein Geist, Seel, fich, und Gott umfasset Herz, Sinn und Gemüte, mich mit gnädigem Erbar- ewig mit dir eins zu sein! men: ich ruh' in Jesu Armen. O Seele, freue dich, der Himmel öffnet sich. Gottfried Arnold 7. Nur laß das Richterschwert sein von dem als gekehrt, um Chrifti Purpurblute; straf mit der Vaterrute, wenn ich bin Strafens wert, nicht mit dem Richterschwert. In eigener Melodie. 732. In eigener Melodie. Liebster Jeju, Troft der der alles Herzen, denen ihre Seehätt' ver- len schmerzen, einges Heil loren, auch sich selbst, der der ganzen Welt, wenn ich allezeit nur das Ein' hätt' bei mir überschlage, was 731.* Von der Armut des Geistes. 623 für Schuld ich an mir tra-| laß dich wiederum versöhge, die dein Buch verzeichnen. net hålt, ach so kann ich 6. Ist im Himmel größre nicht ersehen, wie ich künf- Freude, wenn ein Güntig soll bestehen. der kehrt mit Leide wieder 2. Von Geburt bin ich zu der rechten Bahn, als ein Sünder, und von mei- um neun und neunzig nem Thun nicht minder: Fromme: ach so nimm weg ist meiner Seelen mich, wenn ich komme, Zier, dein Bild hab' ich wieder zu Genaden an; ganz verloren, und des was ich bisher hab' beTeufels Bild erkoren; gangen, will ich an zu nichtes ist mehr Guts an bessern fangen. mir, ja noch alle Tag und Stunden mach' ich größer meine Wunden. 7. Weicht hinfort, ihr Sündengeister, denn mein beilger Seelenmeister, Je3. Herr, wo soll ich sus, wohnt allein bei mir; mich hinwenden? Dein ohn ihn war ich ganz verZorn drückt mich aller En- loren, durch ihn bin ich den, in mir hab' ich keine neu geboren, in ihm leb' Ruh, um mich ist das Welt- ich für und für, mit ihm getümmel, oben schrecket geh' ich ein zur Erden, mich der Himmel, Satan und werd' ewig selig werspricht den Fluch dazu, den. und mich dünkt, daß selbst die Erde über mich schon In eigener Mel. oder: Klåger werde. Hüter, wird die Nacht der Sünden. 4. Ach du frommer Sündenbußer, du getreu- 733. Meine Armut macht mich komm mir hier zu Statt, schreien zu dem Treuen, fei mein' Hülf und mein der mich segnet und macht Berater; sprich mich los reich. Jesu, du bist's, den vor deinem Vater, und ich meine, da ich weine, streich aus mein' tlebel- damit ich dein Herz erthat; hast du wollen für weich. mich bußen, so laß mich des auch genießen. 2. Ach, wo nehm' ich her die Kräfte zum Ge5. Zwar ich muß es schäfte, dazu ich verbuugern gestehen, daß ich den bin? Herr, mein armes gröblich mich versehen, und Herz anfeure, und erneure verdient der Höllen Sohn; den zerstreuter Geist und aber sieh, ich komme wie- Sinn. der, fall, o Jesu, vor 3. Sieh, es eilt zu deidir nieder, ich, dein lang ner Quelle meine Seele, verlorner Sohn, und er- von dem Durft geplagt fuche dich mit Thränen, und matt; du kannst die Bes 624 Von der Armut des Geistes. Begierde stillen, und mich dunklen Herzen, da dei füllen, daß ich werd' er- nes teuern Wortes Licht freut und satt. zerstreuet alle Schmerzen, 4. Treibe ferne, die mich und öffnet mir die schöne hindern; du kannst min- Thür der Gnaden und dern der Versuchung starke der Wahrheit in lauter Kraft. Laß nichts met- froher Klarheit. nen Glauben schwächen, 3. Ach selig und gar dich zu sprechen, so em- heilig ist, wer hierzu kann pfind' ich Kraft und Saft. gelangen, daß du, o Mitt5. Eil mit ausgespann- ler Jesu Christ, den Wilten Armen zu mir Ar- len nimmst gefangen, und men, drücke mich an dei- bringst den Sinn zum ne Brust; du erkennst Vater hin, versöhnt mit mein tiefes Sehnen und deinem Blute, da schmeckt die Thränen, Jesu, mei- man alles Gute. nes Herzens Lust. 4. Denn Gott ist nicht 6. Du bleibst ewig mei- ein Menschenkind, was ne Freude, auch im Leide, Böses zu erwählen; der wenn mich Angst und beste Mensch ist oftmals Kummer plagt; denn du blind, und kann gar leichtbift der Auserforne, das lich fehlen. Wer aber sich Verlorne hast du nimmer ganz lediglich vergnügt in weggejagt. Gottes Wegen, der fin7. Overgnügter Kuß det lauter Segen. des Mundes und des 5. Drum schaff in mir, Bundes zuckersüße Sü- o beilger Geist, den wahBigkeit! Ach mein Gott, ren Sinn des Sohnes, was soll ich sagen? Mein und gieb mir, der du TrdBehagen bleibest du in ster heißt, die Einfalt deiEwigkeit.. nes Thrones; daß ich ia Christian Friedrich Richter. frei vom Wollen sei, und mich dir übergebe, daß Mel. Was Gott thut, dein Will in mir lebe. das ist wohlgethan. 6. Zerbrich, o 734. reicher Gott des Teufels Lift, der imvon Gutig- mer will verhindern, daß keit, von Gnade und Er- nicht, was auch dein Ratbarmen, sehr groß ist dei- schluß ist, erscheine deine Gutigkeit bei allen geist- nen Kindern. Stoß ab dett lich Armen. Mein Herz Feind, der's böse meint, ist still und spricht: Dein laß an das Licht nie komWill, o Vater in der men, was er zufügt den Höhe, dein Will allein Frommen. geschehe. Gott, 7. Wenn aber deines 2. Laß leuchten nur Friedens Schein nun zeidein Angesicht in meinem get deinen Willen, so wol Von Verlengnung der Welt. 625 wolleft du ohn alle Pein in Demut, Zucht, Sanftauch allen Zweifel stillen. mut, Hoffnung, Liebe. Berfiegle du in tieffler Rub 3. Verwirf von deinem all Innigkeit der Seelen. Angesicht, ob ich es gleich Dein Wille sei mein Wah- verdienet, mich allerlieblen. Joachim Justus Breithaupt. ster Vater, nicht, weil Jesus dich verfühnet; laß nimmer, nimmer, nimmermehr mich, dein Kind, alſo fallen sehr, daß du es von dir würfest. In eigener Melodie. 735 Schaffe in mir, Gott, ein reines Herze, und gieb mir einen neuen gewissen Geist. 2. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. 4. Den heilgen Geist nimm nicht von mir, den bösen Geist vertreibe, damit er mich nicht nehme dir, und ich stets deine 3. Triste mich wieder bleibe; beherrschet mein mit deiner Hülfe, und er, Herz, Sinn und Mut der der freudige Geist enthalte heilge Geist, so ist es gut mich. Psalm 51, B. 12-14. im Leben und im Sterben. Mel. Nun freut euch, 5. Mit deiner Hülfe lieben Christen, g'mein. tröste mich, hilf und ver735b* Schaff in mir, gieb die Sünden; wenn Gott, ein meine Seele suchet dich, reines Herz, mein Herz ist so laß dich von ihr finden, ganz verderbet; es fühlet und dein Verdienst, Herr von der Sünden Schmerz, Jesu Christ, darinnen Trost die ihm ist angeerbet, und und Hülfe ist, wider Sund, die es noch thut ohne Tod und Teufel. Scheu: ach mache, daß es wieder sei, wie du es erst erschaffen. 6. Dein freudger Geist erhalt' mich doch mit set= nemFreudendle, damit nicht 2. Gieb mir auch einen das Verzweiflungsioch verneuen Geist, der wie du derbe meine Seele; sei sei gefinnet, der stets dir meine Freude du allein, anhang' allermeist, und was ach laß mich deine Freude du willst, beginnet; gieb, sein, und führe mich zur daß er haffe Fleisch und Freude. Zudämilia Elisabeth, Blut, und üb'den Glauben Gräfin v. Schwarzburg. V. Von Verleugnung der Welt. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu Christ. wer doch bald hinüber wär', aus der 736.( Seele.) Seelen, über das rote Kreuzesmeer! Wie lang 27 muß 626 Von Verlengnung der Welt. muß ich mich quälen? Wo und Brot, da ist all Morist die Fahrt, wo ist die gen neue Not; wer ift, Bahn, da ich die Fluten der mich daselbst ernähr'? waten kann? Ach ist denn Mein Gott und Herr! Ach nirgendsHülfe mehr? Mein wer doch da hinüber wär'! Gott und Herr! Ach wer doch da hinüber wår'! 6.( Jesus.) Dir in der Wüsten ich beifteh', dir soll 2.( Jesus.) Ich bin bei kein Mangel schaden; dich dir, ich helfe dir, drum alle Morgen ich anseh' in halte ein mit Flehen; aus neuer Lieb und Gnaden. diesem kannst du glauben Dir giebt der Felsen Wasmir, daß ich dir muß bei- ser, Wind bringt Fleisch, stehen, weil ich dich schon das auf dich fleugt und herausgebracht aus Egyp- rinnt; dein Brot kommt ten durch meine Macht; von des Himmels Höh. hast du denn das vergessen Ich mit dir geh', dir in schier? Sieh, für und für der Wüsten ich beisteh'. bin ich bei dir und helfe dir. 7.( Seele.) Ach werdoch 3.( Seele.) Ach werdoch bald hinüber wär'! Den bald hinüber wär'! Egyp- Hunger wollt' ich leiden, ten ist zurücke; ich dacht, wenn nur Amaleks graunun hätt' ich mein Begehr, sams Heer ich könnte fliehn und säß' im vollen Glücke. und meiden; das lockend Ach so geht erst recht an Weltvolk ficht und streit, die Not, auf allen Sei- der Satan fiehet ihm zur ten steht der Tod; ach wie Seit, das Fleisch thut dem ist mir das Herz so schwer; Geist Gegenwehr; mein mein Gott und Herr! Ach Gott und Herr! Ach wer wer doch da hinüber wår! doch da hinüber wär! 4.( Jesus.) Ich bin bei 8.( Jesus.) Ich bin dein dir, ich führe dich durch rechter Josua, der Amalek alle Kreuzeswellen; drum bekrieget; ich stehe dir zur zage nicht, halt dich an Seiten da, ich bin's der mich, denn wir sind Reif- allzeit sieget; wenn Fleisch, gesellen; so kannst du in Welt, Teufel dich ansicht, der tiefsten Flut noch den- so helf' ich dir, und lass dich noch haben guten Mut, nicht: sei nur getroft! Ich und sie durchgehen selig- bin dir nah, ich Jehovah, lich. Nur trau auf mich; ich bin dein rechter Josua. ich bin bei dir, und führe dich. 9.( Seele.) Ach wer doch bald hinüber wär'! Jetzt 5.( Seele.) Ach werdoch Sinai mich schrecket, da bald hinüberwår! Ach was ihn bei des Gesetzes Lehr ist noch obhanden! Hinter Blitz, Feuer, Rauchdampf dem roten Kreuzesmeer decket; da diese Donnerin jenen wüsten Landen, stimm abfällt: Verflucht da feblet Wasser, Fleisch sei jeder, der nicht bålt, was Von Verlengnung der Welt. 627 was ich in den Geboten weil das Land seine Leut lehr! Mein Gott und Herr! verzehr. Ach Gott und Ach wer doch da hinüber Herr! Ach wer doch da war'! hinüber war! 10.( Jesus.) Ich selbst 14.( Jesus.) Durch bin des Gesetzes End; wer mich, durch meine Jesusan mich herzlich glaubet, kraft, durch meines Geivon dem ist alles abgewendt, stes Segen, den ich dir was Moses drohend schrei- schenk zur Ritterschaft, bet. Wer sich in mein Ver- kannst alles du vermögen. dienst einhüllt, hat alles Es muß dir bleiben nichts schon in mir erfüllt; auch zu schwer, dich nicht an daß er alles halten könnt', lose Mäuler kehr, daß du helf' ich behend; denn ich nicht auch werdst hingebin des Gesetzes End. rafft: alls wird geschafft 11.( Seele.) Ach wer durch mich, durch meine doch bald hinüber wår! Jesuskraft. Ach was für Berg und 15.( Seele.) Ach wer Höhen erblick ich, wo ich doch bald hinüber wär'! mich hinkehr', hier ist kein Hier find noch FleischesWeg zu sehen. Ich gehe lüfte, derselben ich auch mehr zurück als fort, ich gern entbehr' in dieser raus fürcht', daß nicht an die- hen Wüste; ich seh', daß sem Ort irgend ein Irr- Hille, Schlangen, Feur, licht mich bethör'. Mein Murrn, Ekel, Peors UnGott und Herr! Ach wer gebeur und andres Viele doch da hinüber wär'! ganz verstör'. Mein Gott 12.( Jesus.) Ich bin und Herr! Ach wer doch der Weg, das Licht, die da hinüber wär'! Pfort; durch mich kannst 16.( Jesus.) Leg dich du eingehen. Ich trage an meine Jesusbrust, eil dich hin an den Ort, da her in meine Wunden; du mein Heil sollst sehen. mein Blut dämpft alle Die Berae müssen weichen Fleischeslust; wer sich au hin; weil ich, der Sachite. mir aefunden, ist frei von bei dir bin, so hast du einen allem Ungeheur: ich schüße sichern Port; ich helf' dir ihn, ich wehr und steur'; fort: ich bin der Weg, das das bleibe dir ja wohl beLicht, die Pfort. wußt, wenn sterben mußt, 13.( Seele.) Ach wer leg dich an meine Jesusdoch bald hinüber wär! brust. Hier hör ich nichts denn Klagen, dahin zu kommen sei zu schwer, es dürf' es niemand wagen; die meisten kehren wieder um und fagen: es gescheh' darum, 17.( Seele.) Ach wer doch da hinüber wär! Den Jordan bab' ich funden; nichts denn der Tod ist übrig mehr, alsdann ist überwunden. Hab' ich bier guten 27* 628 Von Verleugnung der Welt. guten Hebergang, so werde Ich seh' das Land, du führst ich mit Lob und Dank mich drein mit starker Hand; dem Höchsten ewig geben dir bin und bleib' ich ewig Ehr; mein Gott und Herr! nah. Dir Jehovah, sei Uch wer doch da hinüber Preis und Ehr, Hallelujah. war'! 18.( Jesus.) Mein Tod Mel. Auf meinen lieben ist deines Todes Tod, mein Leben ist dein Leben; wie kann der Tod sein eine 737. Gott. Not, ders Leben dir muß geben? Laß dir davor nicht schwing' ins Himmelszelt werden bang, es ist ein die Flügel meiner Sinnen, schneller Uebergang; fich und suche zu gewinnen, nur an meine Wunden was ewiglich bestehet, wenn rot, so hat's nicht not, dieses Rund vergehet. mein Tod ist deines Todes Tod. 2. Fahr hin mit deinem Gut, das eine kleine Flut 19.( Seele.) Ach wer so balde kann verheren, doch schon hinüber wär'! und eine Glut verzehren; Ach Jesu, hilf mir Schwa- fahr hin mit deinen Schat= chen, daß ich komm' zuzen, die nimmer recht erder Engel Chör, das kannst gößen. du balde machen. Dein 3. Fahr hin mit deiner Name ist heilig und hehr, Luft, sie ist nur Kot und du hast geholfen bis hieher, Wuft; und deine Fröhlichein seligs Ende mir bescheer. keiten verblühen mit den Mein Gott und Herr! Ach Zeiten. Was frag' ich nach wenn ich schon hinüber den Freuden, auf die nur war'! folget Leiden? de, du süße Welt, ich 20.( Jesus.) Ich helfe 4. Fahr hin mit deiner dir hinüber schon, die letzte Pracht; von Würmern ist Bitt ich höre; ich setz' dir gemacht der Sammet und auf die Lebenskron, in eng- die Seiden, die deinen Leib lische Luftchöre führ ich bekleiden. Was mag ges dich jeho selig ein, da sollst nennet werden, ist lauter du bei Gott ewig sein. Kot und Erden. Ich bin dein Schild und 5. Fahr hin mit deiner großer Lohn, ich Gottes Ehr; was ist die Hoheit Sohn, ich helfe dir hin- mehr, als Kummer im Ge= über schon. 21.( Seele.) Preis, Ehre und Hallelujah sei dir, Gott, gesungen; was ich gewünscht, ich schon em6. Fahr hin mit deiner pfah', Gott Lob, mirist's ge- Gunst; falsch lieben ist die lungen. Der Sieg ist da. Kunst, dadurch der wird winnen und Herzleid im Zerrinnen? Was frag' ich nach den Ehren, die nur das Herz beschweren? bes Von Verleugnung der Welt. 629 betrogen, dem du dich jeigst gewogen. Was frag Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. ich nach dem Lieben, das endlich muß betrüben? 7. m Himmel ist der 738. Christi Lod ift Adams LeFreund, der mich recht ben, Chrifti Leben Adams herzlich meint, der mir sein Herze giebet, und mich so brünstig liebet, daß er mich füß erquicket, wenn Angst und Trůbsal drücket. Tod; denn aus Lieb hat sich gegeben Christus in des Adams Not, auf daß Adam in ihm stürbe, nicht im andern Tod verdürbe. 8. Des Himmels Herr- 2. Adams Tod ist Chrilichkeit ist mir schon jube- fti Leben, Adams Lebent reit; mein Name steht Chrifti Tod; Adam muß geschrieben bei denen, die nach Christo streben, sterGott lieben. Mein Ruhm kann nicht vergehen, so lang Gott wird bestehen. ben auch mit Hohn und Spott, auf daß er in Christo bleibe, und ersteh' im klaren Leibe. 9. Zions güldne Pracht, wie hoch bist du geacht! Von Perlen sind die Pforten, das Gold bat aller Orten die Gassen ausgeschmücket. Wann werd' ich hingerücket? 3. So wir nun mit Christo sterben, seinem Tode werden gleich, werden wir auch mit ihm erben, herrschen auch in seinem Reich. Denn, ſo viel 10. süße Himmels- wir Christi haben, nießent luft, wohl dem, dem du wir auch seiner Gaben. bewußt. Wenn wir ein Tropflein haben, so kann es uns erlaben; wie wird mit großen Freuden der volle Strom uns weiden! 4. So wir aber Adams Leben lieben im befleckten Rock, und nicht bleiben grüne Reben an dem reinen Weinestock: was hilft Lau11. O teures Himmels- ten, Pfeifen, Singen, wenn gut, du machest rechten wir faule Früchte bringen? Mut. Was werden wir 5. O, es läßt sich so für Gaben bei dir, Herr nicht machen, wie der alJesu, haben: mit was te Adam denkt; Chrifti für reichen Schätzen wirst Kreuz vertreibt das La= du uns dort ergötzen! chen, wenn das Leben 12. Fahr, Welt, fahr wird gekränkt, nicht allein immer hin; gen Himmel von Menschenkinden, sonsteht mein Sinn; das dern auch VersuchungsIrdisch ich verfluche, das winden. Himmlich ich nur suche. 6. Solches muß im Geist Ade, du Weltgetümmel, erfahren ein recht glauich wähle mir den Himmel. big Christenmann; wenn er kommt zu seinen JabHeinrich Müller. ren, 630 Von Verleugnung der Welt. ren, ia von seiner Jugend bleibt in der Höll bean muß er Christi Kreuze graben voller Schrecken, tragen, auch im Tode Angst und Plag. Denn nicht verzagen. 7. Wer will solche Fluten zählen, solche Not und Thränenfaat? Ein Gescheuter thut's verhehlen, wer Christum hier nicht tråget, den dort Gottes Rache schläget. 13. O hilf, Christe, durch dein Leiden, daß wir dir balt sich fest an Gottes nachfolgen schlecht durch Rat. Seinen Trost auf viel Trubsal zu den FreuGott er setzet, ob ihn den; du allein machst uns schon die Welt verleket. gerecht durch dein Blut 8. Wie gewohnt zu thun und Marterkronen; laß dte Frommen, die durch uns ewig in dir wohnen. Glaube ind Geduld endAbraham v. Frankenberg. lich zu der Ruhe kommen, und erlangen Gottes Huld: Mel. Wer nur den liealso mag ein Christ yesen, ben Gott läßt walten. lebt in Chrifti Geist uno 739. Die Liebe lei= Wesen. det nicht 9. Den er herzlich liebt Gesellen, im Fall sie treu und ehret, seinem Leben und redlich rennt; zwo folget nach, mit der Welt Sonnen mögen nicht erfich nicht betöret, weil fie hellen beisammen i dem nur bringt Weh und Ach, Firmament. Wer Herren, welches ihrer Viel' nicht die einander feind, bedieglauben, sich des letzten nen will, ist keines Freund. Trosts berauben. 2. Was hinkst du denn 10. Nun wir warten auf beiden Setten, o Seel? allermaßen, bis uns Gott ft Gott der Herr dein hier fordert ab: o daß wir Schaß, was haben denn ihm gang gelassen fröhlich die Eitelkeiten für einen suchten unser Grab, erstlich Anspruch, Teil und Play? zwar in Christi Herzen, Soll er dich nennen seine nachmals in der Erd ohn Braut, kannst du nicht Schmerzen! andern sein vertraut. 11. Denn auch Christi 3. Im Fall du Chriftum Grab ohn Sorgen und willst behalten, so balt fanft ruhig Bettelein ist ihn einig und allein; die mit Geist und Wort ver- ganze Welt soll dir erkalborgen in des Glaubgen ten, und nichts als lauHerzensschrein. Wer ihn ter Gräuel sein. Dein nur von Herzen liebet, in Fleisch muß sterben, eh dem lebt er unbetrübet. die Not der Sterblichkeit 12. Wer ihn aber nicht dir bringt den Tod. will haben, und sein Kreuz 4. Warum sollt' ich doch nicht leiden mag, der das umfangen, was ich ſo bald Von Verlengnung der Welt. 631 bald verlassen muß, was herbei, der mich aus Gomir nach abgekürztem sen führt; nunmehro bin Prangen bracht' ewig Efel ich frei von aller schwes und Verdruß? Sollt' ich ren Last; die Arbeit ist vollum einen Dunst und Schein bracht. Egypten, Egypten, ein Scheusal heilgen Gei- gute Nacht! stes sein? 5. Die Augen dieser Erden lachen zwar weidlich in 2. Gomorra,: gute Nacht, und was in Sodom lebt! Der Himmel der Sterblichkeit, beweinen thut sich auf, und draut aber in dem Rachen der mit Schwefelglut! Höllen ihr unendlich Leid; richte meinen Lauf zu meidie Engeltraub hergegen nem 3oar hin, da meine trånkt den, der mit Thra- Ruhe wacht. Gomorra,:* nen hier sich kränkt. gute Nacht! Ich 6. Ach Gott, wo find fie, die vor Jahren ergeben aller Eitelkeit, und in die Welt so brünstig waren verliebt? Des schnd den Leibes Kleid find Würmer; ihre Seele sitzt in ewig heißer Glut und schwitzt. 3. Mein Babel,:,: gute Nacht! Israel zeucht zur Ruh, die Trübial ist ges wandt; ich komm' auf freien Fuß und in mein Baterland. Die Bande fallen weg und werden ausgelacht. Mein Babel,:;: gute Nacht! 7. Die Welt senkt ihre Toten nieder, und weckt 4. Du Eitles,:: gute fie nimmer wieder auf; mein Nacht! Es ist genug ge= Schak ruft seine Toten kämpft. Mein Geist eilt wieder zum unbeschränkten nun zur Ruh, er fleugt Lebenslauf, verklärt sie wie mit frohem Mut nach Zidas Morgenrot, wenn jene ons Hügeln zu, da wahre Ruhe wohnt und recht Vernagt der andre Tod. gnügen macht. Du Eitles, 8. Was hab' ich denn, o Welt, zu schaffen mit: gute Nacht! deiner leichten Rosenkron? 5. Laß deinen:: DieFleuch hin, und gieb fie ner fort nun, Herr, wie Deinen Affen, laß mir des du gesagt; mit Frieden aus Kreuzen Dorn und Hohn. der Welt laß meinen AbBesih' ich Jesum nur al- schied sein. Wenn's dir, lein, ist alles, was zu wün- mein Gott, gefällt, so spanschen, mein. ne selig aus. Herr ich trau' auf dein Wort, laß deinen Diener fort. Erasmus Sinx. In eigener Melodie. 6. Nun alles,:;: gute gypten, E- Nacht! Egypten, gute gypten, gute Nacht, mit deiner SclaGomorra, gute Nacht! Die Dienstbarkeit verei! ist ans; mein Moses rückt Nacht! Von Babel bin ich fret; 740. 632 Von Verlengnung der Welt. frei; mein Jesus, der mich auch umkehrten zum grdliebt, hat mich nun frei ßesten Haufen, so will ich gemacht von allem:: gute dir dennoch in Liebe nach= Nacht! Georg Konrad Büttner. laufen; denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist; was ist wohl, das man nicht In eigener Melodie. 741, ins if not, in Jesu geneußt? ach Herr, 5. Aller Weisheit höchste dies Eine lehre mich er- Fülle in dir ia verborgen kennen doch; alles Andre, liegt. Gieb nur, daß sich wies auch scheine, ist ja nur auch mein Wille fein in solein schweres Joch, darun- che Schranken fügt, wor= ter das Herze sich naget innen die Demut und Einund plaget, und dennoch falt regieret, und mich zu kein wahres Vergnügen er- der Weisheit, die himmjaget. Erlang' ich dies Eine, lisch ist, führet. Ach wenn das alles ersetzt, so werd' ich nur Jesum recht kenne ich mit Einem in allem und weiß, so hab' ich der ergößt. Weisheit vollkommenen Preis. 2. Seele, willst du die ses finden, such's bei kei- 6. Nichts kann ich vor ner Kreatur. Laß, was ir- Gott ia bringen, als nur disch ist, dahinten, schwing dich, mein höchstes Gut. dich über die Natur. Wo Jesu, es muß mir gelinGott und die Menschheit gen durch dein rosinfarbin Einem vereinet, wo al- nes Blut. Die höchste Gele vollkommene Fülle er- rechtigkeit ist mir erworscheinet, da, da, ist das ben, da du bist am Stamme beste, notwendigste Teil, des Kreuzes gestorben; die mein Ein und mein Alles, Kleider des Heils ich da mein seligstes Heil. habe erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 3. Wie Maria war beflissen auf des Einigen Genieß, als sie sich zu Jesu 7. Nun, so gieb, daß Füßen voller Andacht nie- meine Seele auch nach deiderließ; ihr Herze entbrann- nem Bild erwacht; du bist te, dies einzig zu hören, was ia, den ich erwähle, mir Jesus, ihr Heiland, fie zur Heiligung gemacht. wollte belehren; ihr Alles Was dienet zum göttlichen war gänzlich in Jesum ver- Wandel und Leben, ist in senkt, und wurde ihr alles dir, mein Heiland, mir als in Einem geschenkt. les gegeben, entreiße mich 4. Also ist auch mein aller vergänglichen Luft, Verlangen, liebsier Jesu, dein Leben sei, Jesu, mir nur nach dir; laß mich treu- einzig bewußt. lich dir anhangen, schenke 8. Ja, was soll ich mehr dich zu eigen mir. Ob viel verlangen? Mich beschwemmt Von Verleugnung der Welt. 633 ſchwemmt die Gnadenflut.| sich mit nichts vermengen Du bist einmal eingegangen kann. in das Heilge durch dein 2. Ihr Berg und ThdBlut. Da hast du die ler, helft mir singen, bes emge Erlösung erfunden, singen meines Jesu Preis, daß ich nun der höllischen der unter so geringen Herrschaft entbunden; dein Dingen mich doch so lang Eingang die völlige Frei- zu schützen weiß. Habt heit mir bringt, im kind- gute Nacht, ich hab's belichen Geiste das Abba dacht; es ist mit mir nnn klingt. recht hohe Zeit, zu fliehen die Vergänglichkeit. 9. Volles Gnügen, Fried und Freude jeko meine Seel 3. Ihr seid ja wohl, ergößt, weil auf eine frische ihr grünen Auen, im Weide mein Hirt, Jesus, Sommer lieblich anzus mich gesetzt. Nichts Su- sehn; doch wird man auch Bes kann also mein Herze an euch bald schauen, erlaben, als wenn ich nur, wie alle Schönheit muß Jesu, dich immer soll ha- vergeht. Drum gute ben; nichts, nichts ist, das Nacht, nimm dies in acht, also mich innig erquickt, mein Herz; du liebest von als wenn ich dich, Jesu, Natur nur allzugern die im Glauben erblickt. Kreatur. 10. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein Ein 4. Hast du bisher noch was geliebet, das dir hat und Alles sein; prüf, er- Zeit und Kraft verzehrt, fahre, wie ich's meine, tilge so sei denn auch nicht allen Heuchelschein. Sieh, mehr betrübet, wenn dir ob ich auf bösem, betrüg- wird der Genuß gewehrt. lichem Stege, und leite Gieb gute Nacht, der mich, Höchster, auf ewigem Bräutgam wacht und Wege; gieb, daß ich hier will, daß seine Braut ihm Alles nur achte für Kot, bleib' ein wohlgeschmückt und Jesum gewinne, dies jungfräulich Weib. Eine ist not. 5. Nun weg, du schudde Joh. Heinrich Schröder. Eigenliebe, du mußt mein Herze laffen leer, zu folIn eigener Melodie. gen dessen Liebenstriebe, 742. Entfernet euch, bem nur gebührt allein die ihr matten Ehr. Nun gute Nacht, Kräfte, von allem, was was sich selbst acht; ich noch irdisch heißt; wirf get nun von mir selber bin die zeitlichen Geschäfte, au steen in meines mein gnug geplagter, mů- Liebsten Haus. der Geist. Nun, gute Nacht, 6. Ach reiß mich los es ist vollbracht. Ich fang' von allen Banden, von ein ander Wesen an, das dem subtilsten Netze frei; 27** mach 634 Von Verlengnung der Welt. mach aller Feinde Rat große Paläste; Eitelkeit, zu Schanden, daß ich Eitelkeit, lachende Gäste. bein freies Schäfchen sei. Christen, die suchen ein Hab gute Nacht, du List ewiges Haus, ihre Gedanund Macht, die mich so ken sind nimmer daraus. oft betrogen hat; euch 4. Eitelkeit, Eitelkeit, fehlt an mir nun Rat Kriege zu führen; Eitelund That. feit, Eitelkeit, fleischlich 7. Wie süß ist doch ein studieren. Christen die streifreier Wandel in voller ten den geistlichen Streit, Abgezogenheit, wenn dieser und sie studieren, was JeWelt ihr toller Handel sus gebeut. uns keine Sorg noch 5. Eitelkeit, Eitelkeit, Furcht bereit. Ja, gute niedliches Essen; Eitelkeit, Nacht, du Lust und Pracht, Eitelkeit, Gott zu verich bin bereits in meinem gessen. Christen genießen Sinn verlobte Braut und verborgenes Brot, welKinigin. ches ist ihr hochgelobeter Gott. 8. Verbirg mich nur in deinem Frieden, und 6. Eitelkeit, Eitelkeit, druck mich tief in dei- Tanzen und Springen; nen Schoß; mach mich Eitelkeit, Eitelkeit, Spies von allem abgeschieden, len und Singen. Ewig und von den Kreaturen im Himmel Hallelujah bloß. Nun, gute Nacht, klingt, wenn man auf die Liebe macht, daß ich Erden von Eitelkeit singt. mich selbst vergessen kann, Joachim Neander. und sehne mich nur himMel. Herr, ich habe mismelan. Gottfried Arnold. gehandelt. In eigener Melodie. 743. Sitelkeit, Ei744. ich nach der was telkeit, was Erden, wenn Jehovah bei wir hier sehen; Eitelkeit, mir ist? Es muß mir der Eitelkeit, was wir be- himmel werden trok der gehen. Kindliche Thaten Welt und Teufels List; o und kindliches Spiel ist Herr Jesu, meine Krone, auch der Alten thr tåg- komm, in meinem Herzen liches Ziel. wohne. 2. Eitelkeit, Eitelkeit, 2. Ei was frag' ich nach fiftlich sich zieren; Eitel- Dukaten? Reich genug, teit, Eitelkeit, trokig bra- wer Gott nur hat. Ich vieren. Prächtig sich klei- verachte Ehrenstaaten, droden ist Liebe der Welt, ben ist die Ehrenstadt. O mäßig fich schmücken den mein Schöpfer, bilf doch Chriften gefällt. glauben deiner blöden Turteltauben. 3. Eitelkeit, Eitelkeit, 3. St Von Verleugnung der Welt. 635 3. Ei was frag' ich nach 2. Was ist aller Reich dem Himmel? Himmels tum hier? Nur ein Stückgnug, wer Jesum liebt. lein Erde, eine Laft, die für Pfui, du schnides Welt- und für drücket mit Begetümmel, ach wie hast du schwerde; eine Flamme, mich betrübt! Nun will die das Herz giftiglich entich mich erst ergößen in den zündet; eine Dorne, da der unsichtbaren Schätzen. Schmerz unsre Seel verwundet. 4. Ei was frag' ich nach dem Schmähen, wenn ich meide böse That? Wie Gott will, so muß es ge3. Was ist Ehrund Herrlichkeit? Nur ein Schein und Schemen; kommt und ben; o der Lügen wird schwindet mit der Zeit, wohl Rat! Endlich wird stürzet uns in Gråmen; der Wahrheit Leben hellen Mittagsglanz doch geben. wenn wir wollen himmelan unsre Flügel schwingen, 5. Ei was frag' ich nach müssen wir mit Haaman dem Loben? Darum bin in die Schande dringen. ich frömmer nicht; wahres 4. Deine Wollust ift Lob kommt nur von oben, ein Gift, künstlich übervon dem, der ins Herze zogen mit dem Zucker; fieht. So viel wird der wen fie trifft, wird durch Mensch nur taugen, als er fie betrogen; wer fie iffet, gilt in Gottes Augen. muß mit Pein in die Hölle fahren, trinken von dem Schwefelwein der verdammten Scharen. 6. Ei was frag' ich nach euch allen, Himmel, Erde, Geld und Ehr? Wenn ich nur kann Gott gefallen, ei was will, was will ich mehr? Gott allein will ich betrachten, wenn mir Leib und Seel verschmachten. Joach im Neander. 5. O du blinde Menschenseel, magst du das noch lieben, was dich in der Höllenhöhl ewig kann betrüben, und doch nichts ist als ein Rauch, als ein Dampf und Schemen? Aufverfluchten Liebebrauch folgt verfluchtes Gramen. 745. nur hin, 6. Bist du nicht vom Himmel her, himmlisch an du schnöde Gemüte; fannst genießen Welt, fahr aus meinen immer mehr deines GotSinnen; du sollst doch mit tes Güte? Wie soll denn deinem Geld mir nichts was irdisch noch dein' Beangewinnen. Jesum Chri- gierde stillen? Kann das stum hab' ich mir auser- Erdenpünktlein doch nicht wählt zu lieben; alles An- den Himmel füllen. 7. Fahr hin, Welt, mit deinem Dreck, du kannſt mich Mel. Christus, der uns felig macht. dre, was man hier liebet, fann betrüben. 636 Von Verleugnung der Welt. mich nicht laben; Jesus] ist mein Liebeszweck; wenn Mel. Ich dank' dir schon durch deinen Sohn. den mag haben, frag' ich ich nichts nach aller Eu, 746. Seb die der Himmel beget; alwohl, les ist mir Kot und Wust, schnöde Welt, mit deinen was das Erdreich tråget. Spezereien, Luft, Ehre, 8. If im Himmel süße Reichtum, Gut und Geld, Luft, giebt das Erdreich so du pflegft auszuftreuen. Schake, so ist mir doch 2. Reiz, wen du willst, mehr bewußt, wenn ich mit dem Geruch der Eitelmich ergöße in dem Je- keit zu Sünden; wer sols fu, der allein kann ver- chem folgt, der wird den gnüglich laben; ohne den Fluch anstatt des Segens it's lauter Pein Erd und finden. Himmel haben. 3. Dein Balsam ist mit 9. Er ist mir, was ich be- Gift vermischt, reizt mangehr', ohne Lift und Trů- chen hin zu laufen, da ihn gen, mein erwünschtes des Satans Strick erWollustmeer, mein höch- wischt. Ich mag nicht fles Vergnügen, mein' Erd Reue kaufen. und mein Paradeis, mein 4. Mein Balsam das Schak und mein Leben, ist Jesus Christ, der edle meines Mundes höchster G'ruch des Lebens, so meiPreis; er kann mich er- ner Seelen Labsal ist, dem beben. lauf ich nicht vergebens. 10. Fahr nur, Welt, 5. Vergebens lauf' ich fahr immer hin mit den dem nicht nach, er tötet güldnen Schäßen; Jesus Tod und Laster; macht kann mir meinen Sinn frei mich von verdienter mehr als Gold ergößen; Rach und weiß wie Alamangelt Gold, so hab' ich baster. Gott; es wird mir ge- 6. Er giebt mir wunlingen, sollten auch die dergroße Kraft und AnRaben Brot mir vom mut ohne Maßen; es Himmel bringen. ist der allerstärkste Saft, drauf man sich kann verlassen. 11. Bin ich vor der Welt veracht, und werd' hier betrübet, so bin ich doch 7. Klopft Not und wert geacht bei Gott und Tod an meine Brust, will geliebet. Menschenehr muß mich der Feind erschrecken, wie ein Dunst, wie ein so kann der Balsam, Mut Schaum vergehen; blei- und Luft zum letzten Kampf bet mir des Himmels erwecken. Gunst, will ich doch befichen. Heinrich Müller. Bebab dich, 8. Gott hat ihn uns in seinem Wort zum besten ausgegossen, auf daß wir follen Von Verleugnung der Welt. 637 follen fort und fort ihm solchen Schäßen streben, folgen unverdrossen. die uns bleiben, wenn die 9. Darum so laßt uns Welt in ihr erstes Nichts Herz und Mut mit die- zerfällt. sem Balsam streichen, mit Christi Namen, Lehr und Blut, das wird uns Kräfte reichen. 10. Auf daß wir laufen auf der Bahn, die zu dem Leben führet, die Christus selbst mit seiner Fahn des lieben Kreuzes fieret. 4. Himmelan! Ich muß mein Herz auch bei meinem Schaße haben, denn es kann mich anderwärts kein so großer Reichtum laben, weil ich schon im Himmel bin, wenn ich nur gedenk' an ihn. 11. Duaber, Herr, zeuch uns zu dir mit deines Geistes Faden; man muß nur immer laufen hier in Seilen deiner Gnaden. 5. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hin gehöre. Wenn mich dieses Wort verwahrt, balt' ich eine Himmelfahrt. 6. Himmelan denk' ich allzeit, wenn er mir die Tafel decket, und mein Geist hier allbereit eine Kraft des Himmels schmecket. Nach der Kost im Jammerthal Mel. Jesus, meine Su- folgt des Lammes Hochversicht. 12. 3euch mich, so folg' und lauf' ich hin, wohin du rufft, und werde zu dir mit Danken meinen Sinn erheben von der Erde. Michael Dillher. zeitmabl. 7. Himmelan! Mein Glaube zeigt mir das schöne Loos von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen ienen Glanz und Schein. 2. Himmelan schwing 8. Himmelan wird mich dich, mein Geift, denn du der Tod in die rechte Heibist ein himmlich Wesen, mat führen, da ich über und kannst das, was irdisch alle Not ewig werde beißt, nicht zu deinem Zweck triumphieren. Jesus geht erlesen. Ein von Gott er mir selbst voran, daß ich leuchter Sinn kehrt in sei- freudig folgen kann. nen Ursprung hin. 9. Himmelan, ach him3. Himmelan! Die Welt melan! Das soll meine kann dir nur geborgte Gü- Losung bleiben. Ich will ter geben. Deine himm- allen eitlen Wahn durch lische Begier muß nach die Himmelsluft vertreiben. Him747.* 5immelan geht unsre Bahn, wir sind Gåste nur auf Erden, bis wir dort in Kanaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimsstand, droben unser Vaterland. 638 Von Verlengnung der Welt. Himmelan steht nur mein des Urteil aus; brich ents Sinn, bis ich in dem Him- zwei des Mörders Pfeile, mel bin. Benjamin Schmolt. wirf den Drachen ganz hinaus. Ach laß sich dein neues erstandenes Leben unser verblichenes Bildnis eingeben. verklåret und 748. Herzog erzog unsrer zeig dich Seligkei- herrlich noch hier, und ten, zeuch uns in dein bringe dein neues GeHeiligtum, da du uns schöpfe herfür. die Stätt bereiten, und 5. Kehre die zerstreuten hier im Triumph herum Sinnen aus der Vielheit als deine Erkauften fieg- in das Ein, daß fie neuen prächtig willst führen; laß Raum gewinnen, nur von unsere Bitte dein Herze dir erfüllt zu sein. Ach jetzt rühren; wir wollen lege die Machten der Fin dem Vater zum Opfer da- sternis nieder, und bringe stehn, und in der Ge- des Geistes erneuten meinschaft der Leiden hin- Mund wieder, der von gehn. der verkläreten Menschheit fich mehr', und gegen der Gottheit Verachter sich wehr'. 2. Er hat uns zu dir gezogen, und du wieder zu ihm hin. Liebe hat uns überwogen, daß an dir 6. Stärke deinen zarten hangt Mut und Sinn. Samen, der dein månnNun wollen wir gerne lich Alter schafft, daß wir mit dir auch absterben dem hier in Jesu Namen stehn ganzen natürlichen See- vor Gott in Jünglingslenverderben. Ach pflanze kraft, den Bösewicht völlig und setz uns zum Tode hin- in dir zu befiegen, daß zu, sonst finden wir ewig endlich die Feinde zun kein Leben und Ruh. Füßen da liegen: so soll 3. Aber hier erdenkt die aus dem Tode das Leben Schlange so viel Ausflucht entstehn, und hier noch in überall: bald macht sie völliger Mannheit aufdem Willen bange, bald gehn. bringt sie die Lust zu Fall. 7. Lebe dann und lieb Es bleibet das Leben am und labe in der neuen KreKleinsten oft fleben, und atur, Lebensfürst, durch will sich nicht völlig zum deine Gabe die erstattete Sterben hingeben; es Natur; erwecke dein Paschüßet die besten Absichten radies wieder im Grunde noch vor, und bauet so hb- der Seelen, und bringe hen und Festung empor. noch näher die Stunde, 4. Drum, o Schlangen- da du dich in allen den treter, eile, führ des To- Gliedern verklärft, fie bier noch Mel. Eins ist not, ach Herr, dies Eine, Von Verlengnung der Welt. 639 noch des ewigen Lebens Staub und Wind, ihr Luft gewährst. die muß zerstieben; nur Gott, mein Schak, behält den Platz, und bleibet unvertrieben. 8. Gönn uns doch noch Frist auf Erden, Zeugen deiner Kraft zu sein, deinem Bilde gleich zu werden, 4. Was hab' ich denn in dem Tod zu nehmen zuvor gethan, daß ich den ein des Lebens vollkom- Erdenlüften bin allzusehr mene Freiheit und Rech- gehangen an, die doch nur te, als eines vollendeten einer Wüsten ich gleiche Heilands Geschlechte. Der nun, weil all ihr Thun, Unglaub mag denken, wir wie gut es uns mag důnbitten zu viel, so thust du ken, macht Seelennot, und doch über der Bitten ihr nach dem Tod in ewge Biel. Gottfr. Arnold. Pein versinken? 5. Was mag doch wohl Mel. Was mein Gott die Ursach sein, daß ich will, das g'scheh' allzeit. mich so bethåret? Die 749. Hier Hert, Herr, nimm es hin, dir hab' ich mich ergeben; Welt, immer fort aus meinem Sinn mit deinem schnöden Leben. Dein Thun und Tand hat nicht Bestand, des bin ich worden innen; drum schwingt aus dir sich mit Begier mein freier Geift von hinnen. ier ist mein Sünd, die mich genommen ein, hat meinen Sinn verkehret, daß ich allhier mich, Gott, von dir, hab' öf= ters lassen trennen. Dies lasse mich, ich bitte dich, mit steter Neu erkennen. 6. Gieb, daß ich meinen Sinn zu dir hinauf gen Himmel schwinge mit Lieb und herzlicher Begier, und mich in keinem Dinge er2. Gott ist mein aller- freue hier, als nur in dir bestes Gut, nach ihm steht Gott, meiner Seelen Lemein Verlangen. Ach fdnnt' ben. Du allermeifi fannst ich doch mit frohem Mut meinem Geist die beste nur meinem Gott anhan- Såttgung geben. gen! Ach daß mir doch das Sündenjoch vom Hals war' abgenommen, daß ich einmal in seinen Saal des Himmels möchte kommen! 3. Ich sehe doch, daß in der Welt und allen ihren Sachen, was sie von Gütern in sich bålt, ja gar nichts ist zu machen; ihr Gut verschwindt wie 7. Drum immer hin, was flüchtig ist, ich will es lassen fahren; Gott einig hat mein Herz durchsüßt, der wird mich wohl bewahren, daß ich die Pracht der Welt nicht acht', vielmehr nur ihn verlange mit dankbarm Mut, das höchste Gut, und ewig ihm anhange. Sebastian Franc. Mel. 640 Von Verlengnung der Welt. Mel. An Wasserflüssen Sablyon. fie im Mund bekennen; sie schelten wohl für Keßzerei, daß man sie wollt' be750. Hilf Gott, wie reden frei, ein Christ mu beilig leben; daß Jesus und sein Geist die Sünd durch Glauben in uns überwind', ist ihnen gar nicht eben. geht's doch jeko zu? Was sind doch das für Zeiten? Die Menschen hassen ihre Ruh, und wollen's gar nicht leiden, daß man sie lehr' den 5. Drum, lieber Gott, rechten Weg, daß man sie rett deine Ehr und Jesu, führ' den schmalen Steg, deines Sohnes: laß leuchder nach dem Himmel füh- ten immer mehr und ret; sie sagen ungescheuet: mehr durch den Geist deiRein, wir wollen bleiben, nes Thrones, daß Jesus wie wir sein. Sieh, wie Christus heil und Stärk, das Volk sich zieret. Genad und Wahrheit, 2. Genug ist's nicht, daß Glaub und Werk bes fie dein Wort verwerfen kannt uns allen werden, und verachten, und nach und wie er für, in, mit der alten Weise fort den uns sei, lehr, was wir Bauch zu nähren trachten; an ihm haben frei im fie wollen noch dazu Recht Himmel und auf Erden. han; das größt' Unrecht hat der gethan, der ihnen das verweiset; den halten sie Johann Caspar Schade. In eigener Melodie. für ungelehrt und seine 751, Lehre für verkehrt, der ihr 5d ochfter Pries Höcht ster, der Thun nicht hochpreiset. du dich selbst geopfert haft 3. Wer will von schwa- für mich, laß doch, bitt chen Menschen mehr, als ich, noch auf Erden, auch wir sind, wohl begehren? mein Herz dein Opfer Man treibt die Sach auch werden. allzusehr, und sagt nur von 2. Denn die Liebe nimmt Bekehren. Ei Lieber, laßt nichts an, was du, Liebe, es, wie's vor war; Welt nicht gethan; was durch bleibet Welt, das seht ihr deine Hand nicht gehet, gar, ist Christus doch ge- wird zu Gott auch nicht storben. Wenn wir zu erhöhet. weiln zur Kirchen gehn, 3. Drum so tôt und zur Beicht, und beten schlachte hin meinen Wil beim Aufstehn, ist's denn so gar verdorben? len, meinen Sinn; reiß mein Herz aus meinem 4. Dergleichen Reden Herzen, sollt's auch sein führen die, so sich nach mit tausend Schmerzen. Christo nennen; verleug4. Trage Holi auf den nen in dem Leben je, was Altar, und verbren nich gqing Von Verleugnung der Welt. 641 gestorben; du haft durch dein teures Blut das Himmelreich erworben, und machest meine Sünden gut; drum bin ich, weil du dies verübt, ganz und gar; o du al- mich lerliebste Liebe, wenn doch mir nichts mehr von mir bliebe! 5. Also wird es wohl geschehn, daß der Herr es wird ansehn. Also werd' ich noch auf Erden Gott nicht mehr betrübt. ein Liebesopfer werden. Johann Angelus. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 753. Ich bin ein auf trübt und Erden, und hab' hier keiweiß fast nicht, ob ich nen Stand; der Himmel mein sündlich Angesicht soll mir werden, da ist gen Himmel darf aufheben. mein Vaterland. Hier reif Ach meine große Misse- ich aus und abe; dort in that, ach, ach mein sünd- der ewgen Ruh ist Gottes lich leben, das meinen Gnadengabe, die schleußt Gott erzürnet hat! Ach, all Arbeit zu. ach was hab' ich doch verübt! Ich bin betrübt. 2. Was ist mein garzes Wesen von meine 2. Ich bin betrübt, der Jugend an, als Müh Sünden Last hat mich und Not gewesen? So mit Stricken so umfaßt, daß ich nicht kann entkommen; sie hat, gleich wie des Meeres Sand, an Menge zugenommen, und trachtet nach der Oberhand. Ach, ach was hab' ich doch verübt! Ich bin betrübt. lang ich denken kann, bab' ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. In eigener Melodie. ch bin be752. 3. Mich hat auf meinen Wegen manch harter Sturm erschreckt; Blik, Donner, Wind und Regen hat mir manch Angst erweckt; Verfolgung, Haß und Neiden, ob ich's gleich nicht verschuldt, hab' ich doch müssen leiden und tragen mit Geduld. 4. So ging's den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich 4. Ich bin betrübt. halten, wenn's fehlt an Doch tröst' ich mich, mein gutem Rat. Wie mußte Troft, Herr Chrift, geht sich doch schmiegen der nur auf dich, weil du für Bater Abraham, eb als ibm 3. Ich bin betrübt. Ach gehe nicht mit mir, Herr Christ, in dein Gericht; du bast ja für die Sünden der ganzen Welt genug gethan; ach laß mich Gnade finden, und schaue mich mit Gnaden an. Ach, ach was hab' ich doch verübt! Ich bin betrübt. 642 Von Verleugnung der Welt. ihm sein Vergnügen und 10. Zu dem steht mein rechte Wohnstatt kam. Verlangen, da wollt' ich 5. Wie manche schwere gerne hin; die Welt bin Bürde trug Isaak, sein ich durchgangen, daß ich's Sohn. Und Jakob, dessen fast můde bin. Je länger Würde stieg bis zum Him- ich hier walle, je wenger melsthron: wie mußte der find' ich Lust, die meinem fich plagen; in was für Geist gefalle, das meist' ist Weh und Schmerz, in was eitel Wust. für Furcht und Zagen sank oft sein armes Herz! 11. Die Herberg ist zu böse, der Trubsal ist zu 6. Die frommen, heilgen viel, ach komm, mein Seelen, die gingen fort und Gott, und löse mein Herz, fort, und änderten mit wenn dein Herz will. Qualen den erstbewohnten Komm, mach ein selges Ort; sie zogen hin und Ende an meiner Wanderwieder, ihr Kreuz war im- schaft, und was mich mer groß, bis daß der Tod kränkt, das wende durch fie nieder legt in des Gra- deinen Arm und Kraft. bes Schoß. 12. Wo ich bisher ge7. Ich habe mich er- seffen, ist nicht mein rechtes geben in gleiches Glück und Haus. Wenn mein Ziel Leid; was will ich besser ausgemessen, so tret' ich leben, als solche große dann hinaus; und was ich Leut? Es muß ia durch- hier gebrauchet, das leg' gedrungen, es muß gelit- ich alles ab, und wenn ich ten sein; wer nicht hat ausgehauchet, so scharrt wohl gerungen, geht nicht man mich ins Grab. zur Freud hinein. ich 13. Du aber, meine 8. So will ich zwar Freude, du meines Lebens nun treiben mein Leben Licht, du zeuchst mich, wenn durch die Welt; doch denk' ich scheide, hin vor dein ich nicht zu bleiben in Angesicht; ins Haus der diesem fremden Zeit. Ich ewgen Wonne, da wandre meine Straßen, stets freudenvoll gleich als die zu der Heimat führt, die belle Sonne nebst da mich ohn alle Maßen andern leuchten soll. mein Vater trösten wird. 14. Da will ich immer 9. Mein' Heimat ist wohnen, und nicht nur als dort droben, da aller Engel ein Gast, bei denen, die mit Schar den großen Herr- Kronen du ausgeschmücket scher loben, der alles ganz haft; da will ich herrlich und gar in seinen Händen fingen von deinem großen tråget und für und für Thun und frei von schnderhält, auch alles hebt den Dingen in meinem Erbund leget, nach dem's ihm teil ruhn. wohlgefällt. Paul Gerhardt Mel. Von Verlengnung der Welt. 643 Mel. Seelenbräutigam. schrecken, Jesus will mich 754.* esu geh vor- decken. an auf der Lebensbahn; und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nachzueilen: führ uns an der Hand bis ins Vaterland. 3. Troß dem alten Drachen, trotz dem Todesrachen, trotz der Furcht dazu! Tobe, Welt, und springe; ich steh' hier und singe in gar fichrer Ruh. Got2. Soll's uns hart er- tes Macht hålt mich in gebn: laß uns feste stehn, acht; Erd und Abgrund und auch in den schwersten muß verstummen, ob fie Tagen niemals über Lasten noch so brummen. klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 3.Rühret eigner Schmerz irgend unserHerz, kümmert ihr eitlen Ehren, ich mag uns ein fremdes Leiden: o euch nicht hören, bleibt so gieb Geduld zu beiden; mir unbewußt. Elend, richte unsern Sinn auf Not, Kreuz, Schmach das Ende hin. und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 4. Weg mit allen Schätzen! Du bist mein Ergößen, Jesu, meine Lust. Weg, 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht. Gute Nacht, du Stolz und Pracht, dir du Freude, mei- afterleben, gute Nacht 4. Ordne unsern Gang, Biebster, lebenslang. Führst du uns durch rauhe Wege, gieb uns auch die nötge Pflege; thu uns nach dem Lauf deine Thüre auf. Nic. Ludw. Graf v. 3inzendorf. In eigener Melodie. 755. nes Herzens Weide, Jesu, meine Zier; ach wie lang, ach lange ist dem Herzen bange, und verlangt nach dir! Gottes Lamm, mein Bräutigam, außer dir soll mir auf Erden nichts sonst liebers werden. gegeben. 6. Weicht, ihr Tranergeister, denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben, lauter Zucker sein. Duld' ich schon hier Spott und 2. Unter deinem Schir- Hohn, dennoch bleibst du men bin ich vor den Stür- auch im Leide, Jesu, meine men aller Feinde frei. Laß Freude. Johann Franc. den Satan wittern, laß den Feind erbittern, mir Mel. Nun lob' mein Seel steht Jesus bei. Ob es den Herren. ist gleich kracht und blißt, 756. Laß uns doch ob und Hölle nicht begehrett 644 Von Verlengnung der Welt. ren, o liebste Seel, in die- nicht ein Haar; ich will ser Zeit das, was doch kann nach Ehren trachten, die beschweren, ja hindern an frei sind von Gefahr; laß der Seligkeit. Was will mich die Welt nur hasſent, man Ehre suchen, die doch ich will mit Lieb und vergänglich ist, auch gar Treu nur meinen Je= wohl zu verfluchen, als sum fassen, so bleib' ich welch in kurzer Frist uns sorgenfrei. grausamlich läßt fallen in 5. Die Welt mag mich Trubsal, Angst und Pein? verfluchen, ist doch mein Drum suchen wir vor al- Segen Jesus Christ; in len bei Gott geehrt zu sein. Jesu kann ich suchen und 2. Was kann uns Wol- finden, was mir nüßlich lust nüßen, o werte Seel, ist; laß mich die Welt nur in dieser Welt? Was kann sehen in Angst und Trauuns Reichtum schůßen, rigkeit, mein Jesus kann wenn uns der Würger ergohen mein Herz zu als überfällt? Die rechte Luft ler Zeit; und sollt' ich schon ist oben, wo mein Herr hier sterben noch mehr Jesus wohnt, den alle als tausendmal, kann ich Bungen loben, der uns so doch nicht verderben, dort reich belohnt, daß wir ge- rührt uns keine Qual. Erdnet werden im hohen 6. Das aber kann ich Himmelssaal. Ach eilt zeugen, das kann ich rühdoch von der Erden zu men Tag und Nacht, daß seinem Hochzeitsmahl. mir mein Gott für eigen 3. Was Pracht, was sein Königreich hat zugefröhlichs Leben, was Reich- bracht. Ihr Sterblichen tum, Ehr und Herrlichkeit? auf Erden, lebt wohl in Der Himmel fann uns dieser Welt. Ich soll gegeben, was uns an Leib krönet werden; mir ist ein und Seel erfreut. In Jesu Reich bestellt; ich soll mit sich ergößen, bleibt ewig Gott regieren, den Erd süß und gut; sein Reich und Himmel preist; ich für alles schätzen, erquicket soll ein Leben führen, das Geist und Mut. In Je- unvergånglich beißt. su Reichtum haben, in Jesu sein geehrt, kann uns ohn Ende laben, als er uns selbst gelehrt. 7. Jesu, meine Freude, wann kömmt die liebe Zeit heran, daß ich von hinnen scheide, daß ich 4. In Jesu hab' ich dich herzlich loben kann? Güter, in Jesu hab' ich Wann werd' ich doch ge Lieb und Luft, wie dir, zieret mit Kleidern weiß du Menschenbuter, ist mehr und hell? Wann werd' ich denn allzuwohl bewußt. aufgeführet zu dir? Ach Laß mich die Welt ver- laß mich schnell, Herr, achten, das kränkt mich güldne Kronen trage welch Von Verlengnung der Welt. 645 welch' unvergänglich find; wählen den Bräutgam dann werd' ich dir beha- der Seelen, und alles gen als dein herzliebes das andre ohn Unterlaß Kind. Joseph Bec. fliehn. Er füllet die Brust mit himmlischer Lust, und Mel. Die lieblichen Blik- was man begehrt, wird ke, die Jesus mir giebt. in ihm gewährt. 757, Mein Herze, wie wan6. Er ist auch der beste und treueste Freund. Es test und flatterst du noch? wallet von Liebe und inWas hilft dir das Ringen nigstem Triebe sein Herze, nach irdischen Dingen, das allzeit es brüderlich und immer zu ziehen das meint. Er schenket zu= sündliche Joch? Das no- gleich sein ewiges Reich, tigste Teil ist Jesus, dein in welchem es nicht an Heil. Drum richte den Freude gebricht. Sinn zum Himmlischen 7. So ziehe, mein Jehin. fu, mich gänzlich in dich; 2. Mein holdester Je- laß in mir zerrinnen die su, du süßeste Lust recht- Herrschaft der Sinnen, schaffener Seelen, die dich und leite die Ströme der nur erwählen, wie wenig Liebe in mich; dein himm= ist mir noch dein Wesen lischer Glanz durchleuchte bewußt, laß sterben in mich ganz, hinführo almir des Fleisches Begier; lein dein eigen zu sein. nach dir nur allein laß hungrig mich sein. 8. Mein Wille sei gånzlich in deinen versenkt; im 3. In dir ist die Fülle Leben und Freuden, im des allen, was gut. Das Wirken und Leiden werd' andre betrüget, was fleisch- alles nach deinem Gefallen lich vergnüget; es schwa- gelenkt. Dir geb' ich mich chet den Glauben, ent- hin im kindlichen Sinn; kräftet den Mut. Wer ach lebe in mir, so lebe alles verläßt, und hanget ich dir. Christian Jak. Koitsch. nur fest an Jesu allein, kann freudiger sein. Mel. Mach's mit mir, 4. Ach lehre mich keh- Gott, nach deiner Güt. ren in inneren Grund; 758. Mir nach, spricht laß mich recht im Wesen der Gottheit genesen, und thue die richtigen Wege mir fund; verleihe du mir zu finden in dir, was ewig ergößt und nimmer verletzt Christus, unser Held, mir nach, ihr Christen alle, verleugnet euch, verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle; nehmt euer 5. Ums Irdische will Kreuz und Ungemach auf ich mich nicht mehr be- euch, folgt meinem Wanmühn; ich will nur er- del nach. 2. Ich 646 Von Verleugnung der Welt. 2. Ich bin das Licht, trägt auch die Kron des tch leucht' euch für mit ewgen Lebens nicht davon. heilgem Tugendleben; wer Johann Angelus. zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern Mel. Der Tag ist hin, schweben; ich bin der mein Jefu bei mir bleibe Weg, ich weife wohl, wie 759. Nun gute Nacht, wandeln man ſoll. du eitles Weltgetümmel, mein Herze sehnt 3. Mein Herz ist voll sich fort nur nach dem HimDemütigkeit, voll Liebe mel; denn deine Lust bringt meine Seele; mein Mund nichts als Pein und Laft, der fleußt zu jeder Zeit in Christi Liebe find' ich von süßem Sanftmutble; Ruh und Rast. mein Geift, Gemüte, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 2. Mein Heiland ruft, mich ihm zur Braut ju werben, zu seiner Ehr und seines Reiches Erben. Was ist dem gleich? Ach nichts auf dieser Welt, nicht Kreatur, nicht Gold, das sonst gefällt. 3. Sollt' ich denn wohl mein Glücke selbst verscherzen? Das möcht' ich ia wohl nimmermehr verschmerzen. Nein, Jesu, dir ergeb' ich mich allein, du sollst nun mein, ich dein vollkommen sein. 4. Ich zeig' euch das, was schädlich ist, zu fliehen und zu meiden, und euer Herz von arger List zu reingen und zu scheiden; ich bin der Seelen Fels und Hort, ich führ euch zu der Himmelspfort. 5. Fällt's euch zu schwer, ich geh' voran, ich steh' euch an der Seite; ich kämpfe selbst, ich brech' die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein biser Knecht, der still darf stehn, wenn er den Feldherrn sieht angehn. 4. Mit dir, mein Schat, will ich mich recht verbin den, mein Herz kann doch sonst keine Ruhe finden. Nur deine Lieb mein füßes Labsal ist; drum fleuch, o Welt, ich liebe Jesum Christ. 6. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich verlieren; wer sie um mich verlieren scheint, wird fie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt 5. Er ist mein Lamm, und folgt mir, ist mein das zartste Kind auf Ernicht wert und meiner Zier. den, das schönste Bild, so 7. So last uns denn mag gefunden dem lieben Herrn mit un- Sein Augenlicht hemmt ferm Kreuz nachgehen, und mir mein Herz und Sinn, wohlgemut, getroft und daß ich vor Freud nicht gern in allem Leiden ste- bei mir selber bin. hen; wer nicht gekämpft, 6. O großer Herr, hoch werden. über Von Verleugnung der Welt. 647 über alle Herren, Gott aufrichte mein centnerZebaoth, den auch die schwerer Sinn; schneid Engel ehren, was ist der ab das Bleigewichte, das Mensch, daß du sein so aus des Himmels Lichte gedenkst, und deine Lieb in mich zeucht zur Erden hin. feine Seele senkfi? 5. Hier ist kein Ruheplak, hier find' ich keinen Schak für meine arme Seele; denn was ich hier erwähle, ist von der Eitelfeit, und kann die Seel nicht laben; denn sie wird es nicht haben nach gar geringer Zeit. 6. Du, Jesu, bist mein 760. In eigener Melodie. Jesu, bu Gut, da meine Seel auf bist mein, ruht; dich kann ich nun und ich will auch dein sein: nicht finden in diesen leeHerz, Seele, Leib und Le- ren Rinden der schudden ben sei dir, mein Hort, Eitelkeit. Wer an der ergeben. Nimm hin den Welt noch hänget, und ganzen Mich; wie du in ihre Schäß umfanget, der deinen Händen mich feh- ist von ihr noch weit. ren willst und wenden, so müsse werden ich). 7. Im Himmel ist dein Thron, o meiner Seelen Lohn; drum wer nach dir will streben, der muß fich auch erheben, weit über 2. Ich müsse nun nicht mehr, ob's vor geschehen war', nach meinem Willen leben; dir müsse sein er- selbften sich, weit über geben mein ganzer Will seine Sinnen und auch und Thun; ich müsse mich des Himmels Zinnen. Wer verlassen, und mich selbst dies thut, findet dich. an mir hassen, in dir allein zu ruhn. 8. Ei, nun zerschneide doch dies zähe Jammer3. Mein Herz, was zie- joch, das mich zur Erden het dich, und warum zeuchst senket, und mich von dir du mich fiets zu der Er- ablenket; schneid ab, schneid den nieder, und senkeft dich ab die Laft, so schwing' ich stets wieder hin in die Eitel- mich zum Himmel aus keit? Ist denn des Him- diesem Erdgetümmel zur mels Freude dir nicht ge- Stelle meiner Raft. nug zur Weide? suchst du noch diese Zeit? 9. Schneid ab die Laft der Welt, die mich hienie4. Ach Jesu, ziehe den hält, daß ich dich dort mich; mein Herze sehnet mag finden, mich fest mit sich. Ach sei du mein dir verbinden; daß mein Gewichte, daß sich zu dir Herz sei bei dir, und fletig 7. Hallelujah! Es ist mir schon gelungen, mein Heiland hat mich süßiglich bezwungen; drum, schnide Welt, fahr hin mit deiner Lust, mir ist forthin nur Gott allein bewußt. 648 Von Verlengnung der Welt. tig bei dir bleibe, auch 15. So frag' ich niralles Leid vertreibe mit gends nach, und sollte dir, o meine Zier. gleich ein Krach des Him10. Ich will ia williglich mels und der Erden allum deinerwillen mich ver- hier gehöret werden; und leugnen und nicht kennen, sollte gleich dazu mein wenn du mich nur willst Leib und Seel verschmachnennen den allerkleinsten ten, so will ich's doch Knecht. Ich will mich selbst nicht achten, und bleiben verlassen, und mich selbst stets in Ruh. an mir hassen, und bleiben schlecht und recht. 16. Denn du, du bist mein Heil und meines 11. Die Welt mag im Herzens Teil, mein Trost merhin in ihrem stolzen in meinem 3agen, mein Sinn mich für unsinnig Arzt in meinen Plagen, schätzen, und mich zu unten mein Labsal in der Pein, sehen, sie mach' es, wie sie mein Leben, Licht und will; sie leg' auf mir zu Sonne und freudenreiche tragen Kreuz, Trůbsal, Wonne. O Jesu, du bist Angst und Plagen, doch mein. Heinr. Georg Neuß. will ich halten still. 12. Sie lege heimlich mir In eigener Melodie. die Neße vor die Thür; 761. Slid mich oft ein fie fluche, låstre, schände, sie wasche ihre Hände, ist's aufwärts führet, und meinot, in meinem Blut; sie nen Geist ein Strahl bemühe sich, mein Leben ins rühret, der von Zions Lodes Hand zu geben; sie Glanz ausgeht, will mein thue, was sie thut: Herz zu enge werden, weil's auf Erden schon in Himmelskräften steht. 13. Jch bleibe doch an dir, mein Jesu, für und für; mich soll von dir nichts 2. Da bin ich in die trennen, ob mir es schon Höh geflogen, und jener mißgönnen der Teufel und Welt schon nachgezogen, die Welt. Was können sie alles wird mir viel zu mir schaden, wenn du mit klein, daß mein Herze deiner Gnaden dich haft Platz da hätte; denn die zu mir gesellt? Stätte muß ein weiter 14. Befeste nur den Himmel sein. Sinn, daß ich beständig 3. Was sollen mir denn bin; behüte mich vor nun die Sachen, die ein Wanken, und zeuch Sinn Gemüt voll Unruh maund Gedanken, mein Jesu, chen? Ich kann ihr entfiets zu dir. Laß Herz, übrigt sein. Denn mein Seel und Verlangen an Auge kennt den Führer dir alleine hangen, und und Regierer, der mich bleiben für und für. führt zum Einen ein. 4. Der Von Verlengnung der Welt. 649 4. Der Schatten ist mir 10. Ach willst du dieses zu geringe, daß er mich in noch verschieben, und deidas Wesen bringe, so die nen Himmel selbst nicht Weisheit mir gezeigt. Olieben, Seele, siehst du ich schake mich für selig, nicht den Trug? Ach die und bin fröhlich, daß mein Vielheit ist dein Schade, Gott mich in sich jeucht. Gottes Gnade macht dich durch das Eine klug, 5. Ich hab' es nun so lang erfahren, ich konnte 11. Die Zeit ist kurz, mich nicht selbst verwah- und dein Verlangen ist nur ren vor den Feinden mei- nach langem Heil geganner Ruh, bis ich, in mich gen; drum soll dies die selbst gefehret und bewäh- Meinung sein, daß ich ret, laufe nach dem Ei- Welt und Himmel braunen zu. che, wie es tauge und dem Herrn belieb' allein. 6. Drum, scheint leich etwas als das Beste, und 12. Mein Vater, du bist setzt die Lieb darinnen nicht zufrieden, wenn ich feste, fällt's doch endlich nicht völlig bin geschieden alles bin, wenn es Gott auch vom Quell der kleinnicht selbst gewesen; dessen sten Pein. Du willst mich Wesen füllt allein den vollkommen haben, deine leeren Sinn. Gaben solln in mir vollkommen ſein. 7. So lang ich noch nicht konnte fliehen, was 13. Drum thu' ich nichts hin und her das Herz kann mehr zu gefallen der Kreziehen, war mein Jammer atur, ich will vor allen übergroß, und zerstreute meinem Schöpfer bleiben die Gedanken, wenn sie treu. Der wird mich alwanken und von ihrem leine richten, alles TichGrund find los. ten ist sonst Land, wie klug es fei. 8. Sollt' ich nun nicht den Göten fluchen, und 14. Das Auge soll in außer Gott noch etwas Einfalt schauen auf ihn, suchen, welcher alles in mein Herz ihm völlig traumich legt, was ich nur zur en, sich in keinem halten Not soll haben, wenn die auf, was nur falsches Gaben mir sein Geist ins Urteil beget; denn er leHerze prägt? get mir ja vor den leicht9. Da darf ich nicht fien Lauf. nach Fremden gaffen, er 15. So laß, mein Gott, kann im innern Tempel mir noch auf Erden dich schaffen, was zu seinem selbst in allen alles werden, Dienst gehört. Ja, wenn daß dein' arme Kreatur dir keine Stimmen schallen, allein den Preis hingebe, muß gefallen, was ihn in und nicht lebe nach Versich selbst verehrt. nunft und nach Natur. 28 16. Ach 650 Von Verleugnung der Welt. 4. Der Sonnen Glanz 16. Ach bring mich unter deinen Willen, und mir oft entbricht, der Sonlaß ihn ganz in mir erfül- nen, die mit Gnadenlicht len, daß ich brauche dei- in unverfälschte Herzen ne Kraft, die mich aus ftrablet; Wind, Regen der Vielheit reißet, Heil stürmen auf mich zu: mein beweiset, und in Einem alles schafft. matter Geist findt nirgend Ruh. Doch alle Müh ist schon bezahlet, wenn ich die güldne Himmelsthur In eigener Melodie oder: mir stell' im Glaubn und Ich bin ja, Herr, in dei- Hoffnung für. Gottfried Arnold. ner Macht. 5. Israels Hüter, Jesu ein Leben Christ, der du ein Pilgrim 762.* Me ist ein Pil- worden bist, da du mein grimstand: ich reise nach Fleisch haft angenommen: dem Vaterland, nach dem zeig mir im Worte deine Jerusalem, das droben Tritt'; laß mich bei einem Gott selbst als eine feste ieden Schritt zu deinem Stadt auf Bundesblut Heil stets näher kommen. gegründet hat; da werd' Mein Leben fleucht: ach Ich Jacobs Hirten loben. eile du, und fleug gleich Mein Leben ist ein Pil- wie ein Hirsch herzu. grimstand, ich reise nach 6. Durch deinen Geist dem Vaterland. mich heilig leit; gieb in 2. So schnell ich Land Geduld Beständigkeit; vor und Sand verlass', so schnell Straucheln meinen Fuß läuft meines Lebens Glas, beschüßze. Ich falle stündund was vorbei ist, kommt lich: hilf mir auf; zeuch nicht wieder; ich eile zu mich, damit ich dir nachder Ewigkeit. Herr Jesu, lauf, sei mir ein Schirm mach mich nur bereit: er- in Trubsalshizze; laß deiöffne meine Augenlider, nen süßen Gnadenschein daß ich, was zeitlich ist, in Finsternis nie ferne sein. veracht' und nur nach dem, 7. Wenn mir mein Herz was ewig, tracht'. o Gnadenfüll, vor Durft 3. Kein Reisen ist ohn nach dir verschmachten Ungemach; der Lebensweg will, so laß mich dich zum bat auch sein Ach. Man Labsal finden; und wenn wandelt nicht auf weichen ich schließ' die Augen zu Rofen. DerSteg ist eng der so bring mich zu der stolFeinde viel, die mich abrei- zen Ruh, da Streit und Ben von dem Ziel. Ich muß alle Müh verschwinden: mich oft in Dornen stoßen; laß mich da sein in Abrams ich muß durch dürre Wü- Schoß dein Liebling und ten gehn, und kann selbst dein Hausgenoß. feinen Ausweg sehn. 8. Bin ich in diesem Mefechs Von Verlengnung der Welt. 651 fechsland der blinden Welt 4. Unser Wandel ist im schon unbekannt: dort find Himmel; raste weder Tag die Freunde, die mich ken- noch Nacht, schlafe nicht, nen; dort werd' ich mit o Himmelskind, bis das der Himmelsschar dir blinde Weltgetümmel unjauchzend dienen immer- ter Christi Kreuze lieget. dar und in der reinsten Fasse Gott mit aller Liebe brennen. Mein Macht, laß ihn nicht, bis Brautigam, komm, bleib sich dein Geist aus dem nicht lang: in Kedars Kerker, von der Laft, von Hütten wird mir bang. dem Dienst der Sünden reißt. Friedr Ad. Lampe. In eigener Melodie. 5. Unser Wandel ist im Himmel; reiß nur alle 763. Unser Wandel Mauern ein, schwing dich ist im Him- über Berg und Thal, über mel, richte doch dein Herz alles Weltgetümmel; um dahin; Seele, denke, daß den Himmel muß das Leich hier in dem schnöden ben, Leib und Kraft ge= Weltgetümmel unter Me- waget sein. Lobe Gott, sech, unter Kedar nur ein daß Jesus Christ an dem fremder Pilgrim bin. Laß Kreuze deine Lust und dein den Kindern nur das Spiel; Reichtum worden ist. aber schaue du allein auf das vorgesteckte Ziel. 6. Unser Wandel ist im Himmel; richte nur dein 2. Unser Wandel ist im Angesicht, schau die AusHimmel; rufe, schreie, erwählten an, wie sie dieweine doch, seufze, liebes ses Weltgetümmel unter Christenherz, über alles Schmach und Spott be= Weltgetümmel, und be- fieget. Hier ift Chrifti Himklage doch mit Thränen mei nicht. Lust und Schäße Babels Dienst, Egyptens liebt die Welt; aber wer Joch; leg dich an des Gott angehört, sucht und Himmels Thür; alles, liebt des Himmels Zelt. was die Erde liebt, tritt mit Füßen unter dir. 7. Unser Wandel ist im Himmel; reiß nicht aus, 3. Unser Wandel ist im wenn Spott und Hohn, Himmel; reinge dich ie Schmach und Marter auf mehr und mehr, schutte dich fällt; du mußt in dem nur die Sünden raus, leg Weltgetümmel unter laudas eitle Weltgetümmel ter Dornen blühen, dort unters Kreuz des lieben kommt erst der Ehrenthron. Jesu. Mach dich ganz Leide nur, und weine mit, vom Eitlen leer, lebe Jesu aber denke, wie dein Gott nur allein; ach dein treuer dir getroft zur Seite tritt. Seelenfreund muß dein 8. Unser Wandel ist im Licht, dein Leben sein. Himmel; rede das zu aller 28* Zeit, 652 Von Derleugnung der Welt. Zeit, sprich und denke nur| Das aber, was allein davon. Ach wie wird das mein Herz für rühmlich Weltgetümmel um dein hält, ist Jesus nur alHerze nochmals buhlen; lein. Was frag' ich nach aber dieser Kampf und der Welt? Streit legt dir lauter Kronen bei: ach so ringe, weil du kannst, bis das Kleinod deine ſei. 4. Die Welt sucht Geld und Gut, und kann nicht eher raften, sie habe denn zuvor den Mammon in 9. Unser Wandel ist im dem Kasten. Ich weiß ein Himmel, Richter, Herr besser Gut, wonach mein der ganzen Welt, süßer Herze stellt: ist Jesus nur Jesu, bring uns hin, haft mein Schak, was frag' du doch vom Weltgetum- ich nach der Welt? mel unsre Seelen losgeris- 5. Die Welt bekümmert sen. Herr Jesu, starker fich, im Fall sie wird verHeld, laß es bald ein Ende achtet, als wenn man thr sein; ach dein armes Zion mit List nach ihren Ehren schreit: Mach ein Ende trachtet. Ich trage Chrifti meiner Pein. Schmach, so lang es ihm gefällt. Wenn mich mein Mel. O Gott, du from- Heiland ehrt, was frag' ich nach der Welt? mer Gott. 764. Was der Lust nicht hoch genug erfrag' ich 6. Die Welt fann ihre Welt und allen ihren heben, sie dürfte noch daSchätzen, wenn ich mich für wohl gar den Himmel nur an dir, Herr Jesu, geben. Ein andrer halt's kann ergößen? Dich hab' mit ihr, der von sich selbst ich einzig mir zur Wollust nichts hålt. Ich liebe meivorgestellt: du, du bist nen Gott, was frag' ich meine Ruh; was frag' ich nach der Welt? nach der Welt? 7. Was frag' ich nach 2. Die Welt ist wie ein der Welt, im Hut muß Rauch, der in der Luft sie vergehen, ihr Ansehn vergehet, und einem Schat- kann durchaus dem Tod ten gleich, der kurze Zeit be- nicht widerstehen, die Güflehet. Mein Jesus aber ter müssen fort und alle bleibt, wenn alles bricht Lust verfällt; bleibt Jesus und fällt; er ist mein star- nur bei mir, was frag' ich ker Fels; was frag' ich nach der Welt. nach der Welt? Georg Michael Pfefferkorn. 3. Die Welt sucht Ehr In eigener Melodie oder: und Ruhm bei boch er- Mein Augen schließ' ich habnen Leuten, und denkt jetzt. nicht einmal bald doch diese gleiten. 765. Was frag ich nach der Welt, Von Verlengnung der Welt. 653 Welt, fie giebt mir schlech-| freut mich mehr, als ob ten Troft. Du bist's, der ich alles Glück des falmir gefällt, du, der den schen Reichtums hätte, Liebesmoft mir Liebeskran- und unter Rosen låg' auf ken reichst aus deinem hohem Ehrenbette. Wundenkeller, der meine 7. Du bist mein hochSeel erfrischt, die Augen sies Gut, mein Schat, machet heller. dem keiner gleicht. Du 2. Mein Jesu, deine trößtest Herz und Mut, Lieb ist meiner Seelen wenn andrer Reichtum Luft; wird hier mein Him- weicht. Ich bin in Armut mel trüb, ich ruh' an dei- reich. Wie kann mir auch ner Brust. So kann ich was fehlen? Wer dich zum meine Sonn in schönster Segen hat, den darf kein Klarheit sehen, wenn mich Mangel quälen. die Welt anblißt, und Trübfalswinde wehen. 8. Ich mag die Ehre nicht, den Schatten, der 3. Nur du vergnügeft vergeht, wenn unsrer Tage mich, o meiner Seelen Licht beim letzten Abend Licht, in dir erfreuet sich steht. Genug, mein Jesu, mein Hert, auch wenn es ist's, daß du mich Erde bricht. Laß mich doch mehr liebest, und mir mit dei= und mehr der Liebe Bal- ner Lieb Herz, Kron und sam spüren, so wird sich Himmel giebest. Lieb und Lust der Welt in mir verlieren. 9. Ach laß mich mehr und mehr empfinden Ges 4. Durchstrahle mich genlieb und töte und zerdoch ganz mit deinem för, was hindert ihren Gnadenschein, so wird der Trieb; verbittre mir die Erden Glanz mir Nacht Welt, daß deine Süßigund Ekel sein. Zeig deine feiten bei desto weiterm Schönheit mir, o Schön- Raum sich in der Seel fter aller Schönen, wenn ausbreiten. die geschminkte Welt will meine Lieb entkrönen. 10. Weg, Welt, die schnelle Zeit verändert dich 5. Erleuchte mich, mein und sich; der Kram der Licht, wenn mir die Eitel-) Eitelkeit hat keine War keit umnebelt das Gesicht für mich. Willst du mir in mit Sachen dieser Zeit; der Welt, mein Jesu, etund laß mich so vergnügt was geben, so gieb dich in deiner Liebe stehen, daß selber mir, mein Teil, ich nichts anders mög' als mein Heil, mein Leben! dich, mein Gott, ansehen. 6. Mich hungert nicht nach Glück, mich dürftet nicht nach Ehr; ein einzig 766. Was gibt Wolfgang Christoph Defler. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. lieber Blick von dir erdu denn, 0 654 Von Verlenguung der Welt. o meine Seele, Gott, der auf Erden, wie ihr möget dir täglich alles giebt? selig werden. Was ist in deines Leibes 2. Daß nun dieses mög' Höhle, das ihn vergnügt geschehen, müßt ihr nicht und ihm beliebt? Es muß nach Fleisch und Blut und das Best und Liebste sein: desselben Neigung gehen, gieb ihm, gieb ihm das sondern was Gott will Herz allein. und thut, das muß einig 2. Du mußt, was Got- und allein, eures Lebens tes ift, Gott geben. Sag Richtschnur sein, es mag Seele, wem gebührt das Fleisch und Blut in allen Herz? Dem Teufel nicht, übel oder wohl gefallen. er baßt das Leben; wo 3. Ihr habt Ürsach zu dieser wohnt, ist Höllen- bekennen, daß in euch noch schmerz. Dir, dir, o Gott, Sünde steckt, daß ihr dir soll allein mein Herz Fleisch von Fleisch zu aufwärts gewidmet sein. nennen, daß euch lauter Elend deckt, und daß Gottes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft, ja daß außer seiner Gnade in euch nichts denn Seelenschade. 3. So nimm nun hin, was du verlangest die Erstgeburt ohn alle List, das Herz, damit du, Schöpfer, prangest, das dir so sauer worden ist. Dir geb' ich's 4. Selig, wer im willig, du allein haft es Glauben kampfet; selig, bezahlt, es ist in dein. wer im Kampf besteht 4. Wem sollt' ich mein und die Sünden in sich Herz lieber gönnen, als dampfet; selig, wer die dem, der mir das seine Welt verschmäht! Unter giebt? Dich kann ich meine Chrifti Kreuzesschmach igHerzlieb nennen, du haft get man dem Frieden nach. mich in den Tod geliebt. Wer den Himmel will erMein Herz, dein Herz, erben, muß zuvor mit ein Herz, allein soll dein Chrifto sterben. und keines andern sein. Joh. Leonhard Stöberlein. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern tråg und lässig sein, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure Hoffnung ein. 767.* Schaffet, Ohne tapfern Streit und fchaffet, Krieg folget niemals rechMenschenkinder, schaffet ter Sieg; wahren Siegern eure Seligkeit: bauet nicht, wird die Krone nur zum wie freche Sünder, nur beigelegten Lohne. auf gegenwärtge Zeit; fon- 6. Mit der Welt sich dern schauet über euch, lustig machen, hat bei Chriringet nach dem Himmel- sten keine Statt; fleischlich reich, und bemühet euch reden, thun und lachen schwächt 655 Von Verleugnung der Welt. schwächt den Geist und In eigener Melodie macht ihn matt. Ach bei oder etwa: Nun sich der Christi Kreuzesfahn geht Tag geendet hat. es wahrlich niemals an, 768. daß man noch mit frechem Was mich auf dieHerzen sicher wollte thun ser Welt betrübt, das und scherzen. währet kurze Zeit; was 7. Furcht muß man aber meine Seele liebt, vor Gott stets tragen; das bleibt in Ewigkeit. denn er kann mit Leib und Drum fahr, o Welt, mit Seel uns zur Höllen nie- Ehr und Geld und deiner derschlagen: er ist's, der des Wollust hin; im Krenz Glaubens Del und, nach- und Spott kann mir dem es ihm beliebt, Wollen mein Gott erquicken Mut und Vollbringen giebt. Ojo und Sinn. laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzuflehen. 2. Die Thorenfreude dieser Welt, wie süß fie 8. Und dann schlagt die immer lacht, hat schleunig Sündenglieder, welche A- ihr Gesicht verstellt, und dam in euch regt, in den den in Leid gebracht, der Kreuzestod darnieder, bis auf sie baut; wer aber thm seine Macht gelegt. traut allein auf Gottes Hauet Hånd' und Füße ab, Treu, der siehet schon die was euch ärgert, senkt ins Himmelskron, und freut Grab, und denkt mehrmals sich ohne Reu. an die Worte: Dringet durch die enge Pforte! 3. Mein Jesus bleibet meine Freud, was 9. 3ittern will ich vor frag' ich nach der Welt? der Sünde und dabei auf Welt ist nur Furcht und Jesum sehn, bis ich sei- Traurigkeit, die letztlich nen Beistand finde, in der selbst zerfällt. Ich bin ja Gnade zu bestehn. Ach schon mit Gottes Sohn mein Heiland, geh doch im Glauben bier vertraut, nicht mit mir Armen ins der droben sitzt, und hier Gericht! Gieb mir deines beschüßt sein' auserwählte Geistes Waffen, meine Braut. Seligkeit zu schaffen. 4. Ach Jesu, tot in 10. Amen, es geschehe, mir die Welt und meinen Amen! Gott versiegle dies alten Sinn, der deinem in mir, auf daß ich in Jesu Willen widerbellt; Herr, Namen so den Glaubens- nimm mich selbst nur hin, kampf ausführ'. Er, er und binde mich ganz fegebe Kraft und Stärk, und stiglich an dich, o Herr, regiere selbst das Werk, daß mein Hort; so irr' ich ich wache, bete, ringe, und nicht in deinem Licht bis also zum Himmel dringe. in die Lebenspfort. Ludw. Andr. Gotter. Michael Frand. Mel 656 Von Verleugnung der Welt. lauf! Verlaßt die falsche Mel. Wachet auf, ihr Ruh; auf, auf, es geht faulen Christen. 769.* Wibt, be zum Himmel zu. Hins durch! as hinket 6. Auf, auf! If dieser trogne Seelen, noch im Weg schon enge und voller merhin auf beider Seit? Dorn' und rauher Stein'; Fällt's euch zu schwer, das bringt euch die Welt oft zu erwählen, was euch des ins Gedränge, stellt SaHimmels Ruf anbeut? Otan sich geharnischt ein; seht's mit offnen Augen an, erhebet sich sein ganzes und brechet auf der schma- Reich: Immanuel ist auch len Bahn hindurch. bei euch. Hindurch! 2. Bedenkt, es sind nicht 7. Gott fordert nichts, Kaiserkronen, nicht Reich- geliebte Seelen, als daß tum, Ehr und Lust der ihr euch nur zu ihm halt, Welt, womit euch Gott und ohne heuchlerisch Verwill ewig lohnen, wenn hehlen vor ihm die schwaeuer Kampf den Sieg er- chen Hände falt. Er streit hålt: Gott selbst ist's und für euch; er macht euch die Ewigkeit voll Lust und Bahn: Trok dem, der euch Ruh, voll Seligkeit. Hin- besiegen kann. Hindurch! durch! 8. Die Allmacht stehet euch zur Seiten, die Weisheit hålt bei euch die Wach, 3. Drum gilt hier kein halbiertes Leben; Gott fronet kein geteiltes Herz. die Gottheit selbsten will Wer Jesu sich nicht recht euch leiten: folgt nur mit ergeben, der macht sich sel- treuen Schritten nach. Wie ber Müh und Schmerz, Manche hat nicht diese und tråget zum verdienten Hand schon durchgeführt Lohn hier Qual und dort ins Vaterland! Hindurch! die Höll davon. Hindurch! 9. Nur spart es nicht 4. Wer aber mit Gebet auf andre Zeiten, ihr habt uud Ringen auf ewig al- schon jeho viel versäumt; lem Abschied giebt, und ihr mehrt euch selbst die den Monarchen aller Schwierigkeiten, wo ihr Dinge von Herzen und das süße Heut verträumt. alleine liebt: der wird der Eilt, eilet, denn die GnaKrone wert geschätzt und denzeit rennt zügellos zur auf des Königs Stuhl ge- Ewigkeit. Hindurch! feßt. Hindurch! 10. Laßt euch das Fleisch nicht träge machen, verfluchet seine Zärtlichkeit; 5. Zerreißet denn die morschen Schlingen, die euch in diesem schönen Lauf ver- ihr gebt euch ia um eitle hindern und zum Säumen Sachen in tausend Müh bringen, und rafft euch und Fährlichkeit; wie, daß heut von neuem auf. Auf, ihr um das höchste Gut Von Verleugnung der Welt. 657 so faul, verzagt und sorg- Schöpfer ehrt: das ift los thut? Hindurch! Weisheit, das find Gaben, die nur Himmels11. O fehet nicht das arme Leben, und den ge- bürger haben. 4. Böses meiden, Guringen Hausrat an, will Joseph euch doch Gosen tes suchen, jagen nach geben und mehr, als Erd Gottseligkeit, alle Luft der und Himmel kann. Wer Welt verfluchen, so verist um Thon und Sand schwindet mit der Zeit: betrübt, wenn man ihm das heißt recht Verstand Gold und Silber giebt? zu haben, welcher Leib Hindurch! und Seel kann laben. 12. Eilt, faßt einander bei den Händen! Seht, wie ist unser Ziel so nah, wie bald wird unser Kampf sich enden! Da steht dann unser König da: er führt uns ein zur stillen Ruh, und urteilt uns das Kleinod zu. Hindurch! Leopold Franz Friedrich Lehr. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 5. Willst du dieses jetzt nicht glauben, o du falsch berühmte Kunst, wahrlich, du wirst doch verstauben, und wo bleibt dann Menschengunst? Ach wie bald, wie bald verschwindet, was sich nicht auf Christum gründet. Joachim Neander. In eigener Melodie Weltlich Ehr 770. Weg mit alund zeitlem, was lich Gut, Wollust und da scheinet irdisch Flug in aller liebermut ist eben wie dieser Welt, was mich ein Gras. Aller Pracht nicht mit dem vereinet, und stolzer Ruhm verfällt dem der Kinder Herz ge- wie ein' Wiesenblum. D fällt, welcher ist ein Gott Mensch, bedenk eben das, von Machten, unbegreif- und versorge dich doch lich zu betrachten. baß. 771. 2. Was mich, sag' ich 2. Dein End bild die nicht hinführet zu dem täglich für: gedenk der allerhöchsten Gott, das ist Tod ist vor der Thür, und nichts; ia mir gebühret will mit dir davon. Er dies zu nennen lauter Kot. klopft an, du mußt heraus, Es find andre Wissen- da wird nun nichts anders schaften, die mit Jesu draus; hättest du nun mich verhaften. recht gethan, so fändest du guten Lohn. 3. Fragst du, worin dies bestehet, das mein Herz 3. Wenn die Seel von so sehr begehrt? Wenn hinnen fährt, und der Leib, ein Mensch in Furchten von Würmern verzehrt, gehet, und den großen wieder wird auferstehn, 28** alss 658 Von Verleugnung der Welt. alsdann vor göttlicher Kraft nach, so kommst du zur geben sollen Rechenschaft: Engelschar, die des wartet o wie wird er da bestehn, immerdar. weil er jetzt will můßig gebn. 9. Glaub dem Herrn aus Herzensgrund, und 4. Denn dort wird ein bekenn ihn mit deinem reines Herz vielmehr gel- mund, und preis ihn mit ten, denn alle Schatz und der That; thu ihm fleißig aller Menschen Gut. Wer deine Pflicht, wie dich sein sich hier verfügt mit Gott, Wort unterricht, so wird der wird dort nicht leiden er mit seiner Gnad dir Not. Wer ieht Gottes beistehn in aller Not. Willen thut, der wird dort fein wohlgemut. 10. Regier dich nach seiner Lehr und gieb ihm all5. Ein gut Gewissen zeit Lob und Ehr mit Unallein ist viel besser denn terthänigkeit; sprich herzedle Stein' und köstlicher lich mit Junigkeit: Gott denn Gold. Wer es in in Dreifaltigkeit, dir set Chrifto erlangt, und ihm Dank und Herrlichkeit hier ordentlich anhangt, dem und dort in Ewigkeit! vergiebt Gott seine Schuld, steht ihm bei und ist ihm bold. Michael Weiße. In eigener Melodie. 6. Kein Reichtum, auch 772. Welt, pace teine G'walt, feine Zierdich; ich beit, noch schön Gestalt sehne mich nur nach dem bilft was zur Seligkeit; Himmel; denn droben ist es sei denn das Herz zu- Lachen und Lieben und gleich in göttlichen Gaben Leben, hier unten ist alles reich und geziert mit Geist- dem Eitlen ergeben. lichkeit in Chrifti Teilhaf tigkeit. 2. Du Lügnerin, nach deinem Sinn willst du 7. Christus redet offen- mich richten. Ich folge bar, und spricht zu aller der Wahrheit zum ewigen Menschen Schar: Wer Leben, das Jesus, die mit mir herrschen will, Wahrheit, den Frommen der nehm' auch sein Kreuz wird geben. auf sich, unterwerf' fich 3. Welt, du bist voll williglich, halt sich nach Trug und List, du legst meinem Beispiel, thu' nicht, mir Stricke. Ich bin dir wie sein Adam will. entgangen, und will dir 8. O Mensch, sich an entgehen; denn Jesus Jefum Chrift, so fern er bleibt ewig zur Rechten dir zum Beiſpiel ist, und mir stehen. untergieb dich gar. Nimm auf dich sein süßes Joch, 4. Du blinde Welt, wer's mit dir hält, stürzt in die und folg ihm hier treulich Grube. Ich folge dem Lam Von Verlenguung der Welt. 659 Lamme, dem Lichte und 12. 3ulett, zuletzt werd' Leben, das uns das Lamm ich ergößt; hier will ich Gottes dort oben wird dulden; mir ist schon der geben. Himmel von dem, der 5. Du mühest dich, zu mich leitet, dir aber die stören mich und meinen höllische Grube bereitet. Frieden. Ich liege und 13. Hallelujah, Halleluschlafe voll göttlichen Frie- jah, wo seid ihr Klugen? den, und lasse dich toben Der Bräutigam kommet, und wüten hienieden. voll Gnade und lachet, 6. Du spottest mein; ach schmůcket die Lampen, ich lache dein und deiner seid munter und wachet. Waffen. Verfolge, ver- 14. Welt, packe dich, spotte, verhöhne mich eben, du hältst nicht Stich, du es bleibet mir dennoch das Trügerinne! Ich lobe den ewige Leben. Himmel, und liebe das Leben, das Jesus im Himmel den Frommen wird geben. 7. Gott ist bei mir; Satan mit dir, wer wird gewinnen? Ich siege durch Christum, ich kämpfe und 15. Nur fort, du Welt; streite, und trage die Seele komm, Sternenzelt, mich von dannen zur Beute. zu ergößen. Ich suche den 8. Mein Schild ist Himmel, das freudige LeGott; in aller Not ich ben, das wolle mir Jesus, auf ihn traue. Du wirst der Lebensfürst, geben. Justus Sieber. noch verstieben, ich werde bestehen, wenn alles zu Mel. Erquiche mich, du Boden und Trümmern Heil der Sünder. wird gehen. 9. Auf, rufie dich, ftreit 773. Welt, tobe, wie wider mich, spanne den und wüte, mein Ziel bleibt Bogen; dein Bogen wird dennoch unverrückt; mehn brechen, die Sehne zer- Sinn und Herz und mein schnellen, damit du mich Gemüte sind nie von deiliftig gedachtest zu fällen. ner Lust entzückt; denn ob mich Welt und Luft schon triebe, bleibt doch gefreu10. Du rufft: Da, da: Hallelujah ist meine Stimme; du suchest mein Elend, sigt meine Liebe. das siehest du gerne; ich 2. Die Liebe, die versuche und sehe den Him- gånglich bleibet, ist schon mel von ferne. aus meinem Sinne hin; 11. Jerusalem, Jerusa- ich bin derselben einverlem wird dennoch bleiben, leibet, die, Jesu, dich auch unter dem Kreuze fein führt zum Gewinn; denn luftig, fein stille, denn Got- ob mich Welt und Lust tes sein Brünnlein hat schon triebe, bleibt doch Wassers die Fülle. gekreuzigt meine Liebe. 3. Mein 660 Von Verleugnung der Welt. 3. Mein Herz ist himm- bensruhm muß man die Itsch nur gesinnet, was Wollust meiden. Wenn weltlich ist, bleibt unbe- Christi Geist die Seel entrührt. Die Liebe, die den reißt von ihren TodesbanPreis gewinnet, ist diese, den, so spürt sie Kraft, die die zum Himmel führt; Jesus schafft, mit dem fie denn ob mich Welt und Luft schon triebe, bleibt doch gekreuzigt meine Liebe. auferstanden. 4. Mein Heiland, fördre selbst dein Werk, laß mich 4. Ob ich der Welt gleich bekräftigt werden: es ist bin verhaffet, weil mir ver- Gerechtigkeit und Stärk haft ist, was sie liebt, so mein bestes Teil auf Erleb' ich doch mit Lieb um- den. Du machst gerecht faffet von dem, dem sich uns, dein Geschlecht, und mein Herz ergiebt; denn willst zugleich uns stärken, ob mich Welt und Lust daß wir in dir des Glauschon triebe, bleibt doch bens Zier, die Macht der Gnade, merken. gefreuzigt meine Liebe. Mel. Durch Adams Fall ist ganz verderbt. * Mer 5. Brich durch, o starfer Gottessohn, damit auch wir durchbrechen. Laß uns, 774.* sich in dir, o Gnadenthron, auf seine nicht mehr von SchwachSchwachheit fleurt, der heit sprechen, wenn deine bleibt in Sünden liegen; Hand das teure Pfand wer nicht herz, Sinn und des Geistes uns gegeben, Mut erneurt, wird sich dadurch wir, frei von Heugewiß betrügen. Den Him- chelei, im Streit fiets fiegmelsweg und schmalen reich leben. Steg hat er nie angetreten; er weiß auch nicht in Gottes Licht, was kämpfen sei und beten. 6. Gieb Kraft, wo keine Kraft mehr ist, gieb Kraft, das Fleisch zu dämpfen. Gieb Kraft, wenn Satans 2. Was jetzt die Welt Macht und List uns schwänur Schwachheit heißt, ist chen will im Kämpfen. ihrer Bosheit Stärke; da- Wenn uns die Welt viel durch mehrt dann der Höl- Anstoß stellt, gieb Kraft, lengeist sehr mächtig seine sie zu vernichten, so wird Werke. Auf, Seele, auf, in Not, ja selbst im Tod richt deinen Lauf zur All- uns deine Kraft aufrichten. Bernh. Walth. Marperger. macht, die dich rettet; des Heilands Blick zerreißt die Mel. Von Gott will ich Strick' womitduangefettet. nicht laffen. 3. Der erste Schritt im 775. Wer Chriftum Christentum macht von will der Sund uns scheiden; lieben, muß selbst verbei einem wahren Glau- leugnen sich, und gänzlich von Von Verlengnung der Welt. 661 von sich schieben der alten ist Gott; zu dem sollst du Schlange Stich; ich meine dich kehren, ihn herzlich zu solche Luft, in der wir uns verehren, und nicht des gefallen, wie Adams Kin- Satans Rott. dern allen dieselb ist wohl bewußt. 7. Es heißt: Was du recht meinest, ist dir an 2. Wer sich nicht selbst Gottes Statt: wenn du will hassen samt seiner das gleich verneineft, so Werke Schein, kann Chri- zeigt es doch die That. ftum nimmer fassen, noch Der, so fich liebt zu sehr, at sein Diener sein; denn darf über Gott sich hewer in Gottes Haus mit ben, dem Schöpfer widerganzer Macht will dringen, streben, und rauben ihm der muß vor allen Dingen die Ehr. die Hoffart treiben aus. 3. Wie nicht zur Frucht kann werden das edle Wei8. ft Gott, wie wir bekennen, der Anfang und das Ziel, das A und O zenkorn, es sei denn in der zu nennen, was harren Erden durch Faulen schier wir denn viel, Leib, Leben, verlorn: so will der höchste Herz und Mut allein ihm Gott auch keinem nicht zuzuwenden? Denn er will erscheinen, bis er durch uns ja senden sich selbst, Fläglichs Weinen wird al- das höchste Gut. ler Welt zum Spott. 9. Laß dich die Lieb 4. Geh aus von deinem entzünden, nicht die verLande, sprach Gott zugänglich ist, als welche Abraham; o Mensch, in leicht zu finden im faulen diesem Stande kriech aus Sündenmist; ach nein, dem Sündenschlamm. Ach dies Ungeheur soll alle denke, wer du bist, und Welt verfluchen, wir Chriwie du Gott betrübest, sten wollen suchen ein beswo du dich selber liebest: ser Liebesfeur. fürwahr kein rechter Christ. 10. Das Feur bleibt 5. Gleichwie es nie ge- nicht auf Erden, es schwinschehen, daß einer hat zu- get sich hinauf, und will gleich gen Himmel aufge- erhöhet werden durch seisehen, und nach dem Er- nen schnellen Lauf. Der denreich: so kann's auch Liebe Feur in dir soll auch gar nicht sein, sich neben vor allen Dingen fich Gott zu sehen, und dem in den Himmel schwinsich gleich zu schäßen; gen mit himmlischer BeGott will die Ehr allein. gier. 6. Das höchste Gut 11. Noch will ich ferim Leben dem Menschen ner lehren, wie der, so jugewandt, das Gott uns Christum liebt, fich gar bat gegeben, ist Liebe nur nicht soll verehren, als genannt. Dies höchste Gut der ihm selber giebt, was 662 Von Verlengnung der Welt. was Gott allein gebührt; recht will lieben, der achwer dessen Lob nicht su- tet nicht der Eitelkeit; ihn chet, derselb ist ganz ver- fann fein Ungemach befluchet, wird hin zur Pein trüben, er bleibt auch treu geführt. bei rauher Zeit; wer Je 12. Die schönen Leibes- sum hat und Jesum liebt, gaben, auch Glück, Wik, der liebt den, der den Him Ehr und Geld, samt allem, mel giebt. was wir haben, hat Gott 2. Wer Jesum liebt, muß uns zugesellt; weil diese alles lassen, was falschen Brünnelein nun sich aus Schein der Liebe macht, ihm ergießen, so müssen nur seinen Jesum muß fie auch fließen zum selben er fassen, auf ihn alleine Meer hinein. sein bedacht; wer Jesum 13. Gleichwie der Son- hat und Jesum liebt, der nen Strahlen, wenn sie liebt den, der den Himmel mit vollem Lauf ein gan- giebt. zes Land bemalen, viel 3. Wer Jesum liebt, ver Blümlein schließen auf, langt den Himmel, und rubt die suchen wiedrum sehr an seines Jesu Brust; er die Sonn an allen En- läßt das böse Weltgetumden: so muß man alles mel, und seufzet nach der wenden zu Gottes Preis Himmelslust: wer Jesum und Ehr. hat und Jesum liebt, der 14. Als jener König lob- liebt den, der den Him te die Babel seiner Macht, mel giebt. und gleich vor Freuden tob- 4. Wer Jesum liebt, te, vor Hoffart, Stolz und der kann nicht sterben, er Pracht, da ward er toll lebt auch in dem Tode und wild. Das heißt sich noch; sein Jesus läßt ihn selber lieben; dies ist, o nicht verderben, ob ihn Mensch, geschrieben der hier drückt der Sünder Welt zum klaren Bild. Foch; wer Jesum hat 15. Ach stelle deinen und Jesum liebt, der Willen nach Gottes Wil- liebt den, der den Himlen an, der deine Bitt er- mel giebt. füllen und dich erhöhen 5. Wer Jesum liebt, kann. Doch zeig es mit kann sich ergößen, wenn der That; kannst du dich ihn sein liebster Jesus selber zwingen, so wirst du füßt; wenn er ins Leben vollenbringen, was Gott ihn wird setzen und alles befohlen hat. Herzeleid versüßt. Ber Jesum hat und Jesum liebt, der liebt den, der den Himmel giebt. Johann Rift. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 776. Wer Zer seinen Jesum Mel, Vom chriftlichen Leben. 663 4. Sucht ihn in Kreuz Leiden, in Trübfal und schweigen, der findet Mel. Dalet will ich dir seine Huld. Sucht ihn in geben. Wüsteneien und Abgeschie777. Wollt ihr den denheit; die mit der Welt Herren fin- fich freuen, die fehlen seiden, so sucht ihn, weil es ner weit. Zeit; wollt ihr den Brautgam binden, so thut's, weil und er's verleiht; wollt ihr die und Elend; denn durch der Kron empfangen, so ren- Wollust Freuden wird man net nach dem Ziel: wer von ihm getrennt. Sucht viel meint zu erlangen, der ihn, wo er im Grabe der sucht und müht sich viel. Welt gestorben ist; denn 2. Sucht ihn mit Kinds- wer nicht all'm stirbt abe, geberden im Kripplein auf wird nicht von ihm erkiest. dem Heu; denn wer kein 5. Sucht ihn im HimKind will werden, der geht mel droben, im Chor der ihm stracks vorbei. Sucht Seraphim; denn die ihn thn, den reinen Knaben, liebend loben, sind nicht in der Jungfrauen Schoß; sehr weit von ihm. Sucht denn wer dies Gold will ihn in eurem Herzen mit babent, muß sein von tiefer Innigkeit, so werdt Keuschheit groß. ihr frei von Schmerzen 3. Sucht ihn, soll er jetzt und in Ewigkeit. fich zeigen, im Wege der Geduld. Wer meiden kann Joh. Angelus. VI. Vom christlichen Leben. In eigener Melodie. Glaubensqeift, sein Werk ist äußerlich vollendet. Wir 778. 2 Abba, glauben seinem Thun und schenk in Leiden, wodurch er uns Jesu Namen uns deinen erworben hat, uns als Erallerliebsten Sohn, des kaufte zu bereiten zur ewGlaubens Schild und gro- gen Freud- und Friedensßen Lohn, den auserkornen stadt. Weibessamen. Gedenk an 3. Doch eben darum deine teuren Reden, da du sucht der Glaube im Geiibn uns versprochen haft ste die Erfüllungskraft, so jum König, Priester und uns die volle Ruh erst Propheten für alle Not schafft, daß nichts die Frucht und Sündenlast. des Lebens raube. Er muß 2. Du haft ihn zwar auch selbst in uns eingeins Fleisch gesendet, und hen, Tod, Teufel, Höll thn im Geist gerecht be- und Sünd zerstörn, so ist weist, verkündigt durch den die Rettung ganz geschehen, 664 Vom chriftlichen Leben. hen, daß wir ihn als den 8. Wir wenden uns in Heiland ehrn. seine Wunden, in seines 4. Drum, Vater, bitten Herzens offne Seit, bis wir dies Leben, daß in dem in des Leidens Bitterfeit Sohn der Liebe ist, wo- das Fleisch den Tod recht rin du selbst verklåret bist, hat gefunden. Wir opfern daß du ihn wollst als uns in ihm zum Sterben, Weisheit geben, Gerech- und wollen mit gekreuzigt tigkeit und heilge Hülle, sein, daß wir sein himmals ewige Erlösungskraft; lisch Leben erben, und hier denn dies ist dein voll- noch gehen recht darein. kommner Wille, der unfre Wiederbringung schafft. 9. Dein Will, o Vater, sei die Speise, das rechte 5. Gieb ihn aus deiner Brot vom Himmel schenk, Liebe Munde, das ewge daß keine Schuld uns wetLeben, Licht und Wort, ter krank', nähr uns nach den Weg, die Wahrheit, deiner Kinder Weise. Erund die Pfort zum Heil öffn uns auch den Brunn im tiefften Seelengrunde. der Gnaden, das liebesBlas uns mit seinem Geist volle Jesusherz, und hell und Odem lebendig und der Seelen tiefen Schaerquickend an, daß unsers den, nimm weg den lanHerzens dürrer Boden in gen Sündenschmerz. ihm nun lieblich grünen 10. Komm selbst, o kann. Sohn, im Geist erscheine, vollende dein befohlnes Werk, und uns dazu im Glauben stårk, dir anzuhangen ganz alleine. Laß uns in deinem Herzen wobnen und bleib du auch in unserm stehn; du wollst nur keines Argen schonen, bis wir uns ganz erldset sehn. 11. Führ durch das Blut des ewgen Bundes die Seelen der Erkauften hin; belebe Herzen, Mut und Sinn mit dem Geist dets nes eignen Mundes; daß wir dem Lamm mit Freud 6. Jft er nicht gestern, heut und eben derselbe auch in Ewigkeit? So muß er's uns auch werden heut, wie er zuvor war Abrams Leben. Jetzt ist die selge Stunde kommen, darin dein Sohn verkläret werd', wozu er hat von dir genommen die Glori, die er hat auf Erd. 7. Sind wir verordnet, gleich zu werden dem Bilde seiner Heiligkeit, so sei sein Blut zur Kraft bereit, daß wir uns hier noch auf der Erden zu ihm uns lassen nachgehen, und bleiben neu gebären. Drum drück von der Erd erkauft; den uns ein fein göttlich Bild; Wandel laß im Himmel die Sanft- und Demut stehen, mit Geift und woll' uns lehren bis uns Feuer recht getauft. des Lamms Gestalt erfüllt. 12. Komm, heilger Geist, lag Vom chriftlichen Leben. 665 laß dich hernieder in un-[ leibe mir, daß ich nur dich sern armen Herzensgrund; begehre, und daß ich christerfüll mit Kraft vom neu- lich für und für durch dich en Bund, bring uns zu mich neu gebäre; daß ich, Gottes Einfalt wieder; dein Kind, dich such' und erweck der ersten Liebe Le- find' in allem Kreuz und ben, weh uns mit deinem Leiden, damit der Cod, Odem an, daß dein Ge- noch Höllennot mich nimschöpf dir Ehre geben und mer von dir scheiden. in dir göttlich leben kann. 2. Gieb meinem Herzen 13. Du heilge Dreiheit, wahre Reu, und Thränen die so eben zu unserm Heil meinen Augen, daß ich bemühet ist, ach offenbar hinfort das Böse scheu', dich, wie du bist! Du mußt und meine Werke taugen; uns dir und dich uns geben. hilf, daß ich sei ohn HeuO Vater, zeuch uns recht chelet, ein Schutz und Troft von neuem; o Wort sprich der Armen, auch jederzeit uns Erlösung ein; o Geist, voll Freundlichkeit mich laß uns dein Licht gedeihen; ihrer mig' erbarmen. o Lieb, laß uns dir ähnlich sein. Gottfried Arnold. 3. Lösch aus in mir des Fleisches Wust, daß ich in deiner Liebe, nicht in der Mel. Kommt her zu mir, Welt empfinde Lust, und spricht Gottes Sohn. stets also mich übe, nach 779. Ach Gott, gieb deinem Wort, an allem du uns deine Ort in tugendlichen DinGnad, daß wir all Sünd gen: so wird mein Geist und Missethat buffertig- fich allermeist zu dir, Herr lich) erkennen, und glauben Jesu, schwingen. fest an Jesum Chrift, der 4. Treib aus von mir zu helfen ein Meister ist, den stolzen Sinn, laß wie er sich selbst thut mich in Demut leben; Rach, Neid und Zorn nennen. 2. Hilf, daß wir auch nimm von mir hin, so nach deinem Wort gott- kann ich bald vergeben, feliglich leben hinfort zu wenn schon durch Lift Ehren deinem Namen, daß mein Nebenchrist ins Euns dein guter Geist regier, lend mich getrieben, weiß auf ebner Bahn zum Him- ich doch wohl, daß man mel führ durch Jesum auch soll die årgsten Feinde Chriftum, Amen. lieben. Samuel Zehner. 5. Herr, gieb mir diese dreierlei: erst einen festen Mel. Was mein Gott Glauben, bei welchem will, das g'scheh' allzeit. rechte Treue sei, die nim780. 2 höchster mer steh' auf Schrauben; Gott, ver- daß ich mich üb' in wahrer Lieb 666 Vom chriftlichen Leben. Lieb, und hoff auf deine wohl in dir, Herr Jesu, Gute, die mich, o Gott, sterben. vor Schand und Spott auch bis ins Grab behute. 10. Ach, gieb mir deinen guten Geist, daß ich die Lafter fliehe, und nur um das, was christlich Gut und Geld, heißt, von Herzen mich be6. Nach vielem Reichtum, Herr, laß mich ja nicht mühe; so kann kein Leid in trachten. Gieb, daß ich alle dieser Zeit aus deiner Hand Pracht der Welt mig' mich treiben, besondern ich inniglich verachten; auch werd' ewiglich bei dir, Herr nimmermehr nach hoher Jesu, bleiben. Ehr und großem Namen strebe, besondern nur nach rechter Schnur der wahren Christen lebe. Johann Rift. was Mel. Ach alles, Himmel und Erde umschließet. mein 7. Schmeicheln, Lift und Heuchelei bewah- 781. chuster, re mir die Sinnen, und laß mich ia durch Gleißnerei erquicke mich Armen; ach den Nächsten nicht gewin- zeuch mich, ach zeuch mich nen; laß Ja und Nein zu dir mit Erbarmen; gieb, mein' Antwort sein, dar- daß ich ganz brünstig voll nach man sich zu richten; Liebe mög' werden, so lang denn dieses kann bei jeder- ich noch leben soll hier auf mann die Sachen leichtlich der Erden. schlichten. 2. Die Ströme des Le8. Herr, säubre doch bens laß immer stark flievon Eitelkeit mein sünd- ßen, und in mir von Tag liches Gemüte, daß ich sich zu Tage ergießen; bein dieser kurzen Zeit vor schwemm mich mit Fluschnöder Lust mich hüte; ten der hohen Genaden, der Herzensgrund sei wie und laß mir im Segen der Mund, dem Nach- doch alles geraten. sten nicht zu Schaden: so 3. Du Bater der Lichwerd' ich nicht, wie sonst ter, schieß deine Lichtgeschicht, mit Schmähen überladen. strahlen tief in mich, dein heiliges Bildnis zu ma9. Gieb, daß ich ja den len; ach gieb mir die und Demut Musiggang samt aller Sanftmut Trägheit haffe; dagegen, vor allen, daß ich mög' Herr, mein Leben lang dem Herren, dem Schönmein' Arbeit so verfaffe, sten gefallen. daß ich zur Not mein 4. Gerechtigkeit wollst täglich Brot mit Ehren du, o Jesu, mir geben, mög' erwerben, und, wenn auf daß ich in Friede und ich soll, fein sanft und Freude kann leben; die Früchte Vom christlichen Leben. 667 Früchte des Geistes laß und will ja nimmer ruhn, allzeit sich finden; bewahr er suchet nichts als Scha= mich) vor Werken des den thun, will unsre SeeFleisches, vor Sünden. len fällen. 5. Herr Jesu, du wollst 3. Wie mancherlei ist dich in Liebe verbinden, seine List, wie heimlich mit deiner herzflammen- seine Tücke, da er nur den Lieb mich entzünden. stets bemühet ist, zu brinDu wollst mich doch ein- gen uns in Stricke, zu mal recht freundlich an- reuben, was du wesentlich schauen, so geb' ich das uns schon geschenkt, und Herz dir mit vollem Ver- wie er dich und uns mög' wieder trennen. trauen. 6. Herr Jesu, du Kd- 4. Er suchet uns in nig und Herrscher der Hei- Sicherheit und in den den, ach laß mich doch Schlaf zu bringen, daß er werden ein Mitglied der des Nachts bei dunkler Freuden! Ach laß mich den Zeit uns möge gar verHimmel auf Erden genie- schlingen. Ach Herr, Herr, fen! Das bitterste Leiden gieb uns deinen Geist, der kannst du mir versüßen. uns den Weg zur Wahrheit weist, und uns darinnen führet. 7. Im Kreuz und Anfechtung laß du mich empfinden die Kräfte des Hei- 5. Beschüß uns durch Hgtums, zu überwinden die Wachsamkeit der heiden Satan, die Welt und ligen Heerscharen; laß sie die fleischlichen Lüfte, die um uns stets stehn bereit; alle versammelt sich wider ach laß uns widerfahren mich rüsten. auch diese Gnad, daß früh und spät viel Rauchwerk uns zu dem Gebet von dir gegeben werde. 782. 2h freuer ( ch 6. Ach deine Liebe flamm' Gott, wie uns an mit neuen Liebesnötig ist, daß wir jekund flammen; führ du uns auf recht beten und wachen, der Pilgerbahn, daß wir da des Feindes List uns im Geist zusammen verſucht zu untertreten. Ver- einigt brennen von dem suchung ist gar mancherlei, Trieb der wundersüßen ach treuer Gott, ach steh Gotteslieb, und ganz veruns bei, errett uns von zehret werden. dem Allen! 7. Ersäufe durch die Lie2. Umzingle uns mit beslut in uns das sunddeiner Macht, o Abgrund lich Wesen; denn wenn aller Treue, der Šatan du uns gemachet gut, daß ist darauf bedacht, wie er wir davon genesen, so brinuns nur zerstreue; er kann gen wir die Opfer dar, Mel. Ach Gott vom Himmel, sich darein. 668 Vom christlichen Leben. die dir gefallen ganz und uns nun lebst allein, du gar, weil du sie selbst ge- Quelle aller Freuden? wirket. 13. O treuer Gott, erhöre heut, was deine Kin der bitten; mach uns durch deine Kraft bereit, uns nun zu überschütten mit reichem Maß der Heiligkeit, daß wir dir in der letzten Zeit mit vieler Treue dienen. 8. Alsdann sind wir dazu bereit, daß wir teil haftig fönnen recht werden noch in dieser Zeit der Gnaden, die du gönnen haft wollen deiner Franken Herd, die sich durch Liebe selbst verzehrt, und die zu eigen worden. 14. Den Ursprung hat die Seel aus dir, sie sehnt 9. Ach stårk uns aus sich von der Erden, und der heilgen Höh, daß brennet von der Liebswir die Kron erlangen, begier verschlungen gang und nach dir laufen wie zu werden. ein Reh, und brünstig dich umfangen; fteh uns mit deiner Gnade bei, und lasse deine Batertreu in unserm Kampfe spüren. Herr, ach nimm uns wieder ein, und lasse deinen Freudenschein uns emiglich genießen. Johann Christian Nehring. 10. In Wüsten wan- Mel. Ach wie nichtig, deln wir ießt noch, ach ach wie flüchtig. Herr, du wollst uns spet- 783. Ach wie wich sen, tränken da wir das Joch des Kreuzes, richtig ist der Christen Ledich zu preisen in der Nach- ben. Denn sie Gott von folg, dir tragen nach; aus Herzen lieben, ihre Buße Toten uns lebendig mach, nicht aufschieben, und sich daß wir dir gänzlich stets im Guten üben. leben. erwählet, giebt auch Trost, wenn Kummer quälet. 2. Ach wie wichtig, ach 11. Wir sind nicht un- wie richtig sind der Christen fer eigen mehr, dir müssen Tage. Gott hat alle abgewir nun leben. Wir wol- zählet und zum Besten auslen auch, weil du so sehr gern dich für uns gegeben, durch deine Gnad die Dei- 3. Ach wie wichtig, ach nen sein, und dienen dir, wie richtig ist der Christen dem Herrn, allein mit Freude. Denn sie sich an ganzem Geist und Seelen. Gott ergößen, alle Hoff12. Gemeinschaft haben nung auf ihn sehen, darum wir also mit dir in Leid kann sie nichts verlegen. und Freuden; zuletzt wir 4. Ach wie wichtig, ach werden mit dir froh, wenn wie richtig ist der Christen fich geendt die Leiden; Schöne. Sie sind innerlich denn wie könnt' da was gezieret, mit dem GlauTraurigs sein, wo du in bensschmuck staffieret, leben Vom chriftlichen Leben. 669 ben auch, wie sich's ge- Christen Prangen. Alle bühret. 5. Ach wie wichtig, ach wie richtig ist der Christen Stärke. Denn Gott selbst in ihnen streitet, sie zum Kämpfen recht bereitet, und den Sieg zu ihnen leitet. Pracht der Welt fie meiden, sich in Chrifti Unschuld kleiden, und gehn hier in reiner Seiden. 6. Ach wie wichtig, ach wie richtig ist der Christen 13. Ach wie wichtig, ach wie richtig sind der Christen Sachen. Weil fie alles Gott befehlen, und das beste Gut erwählen, Glücke. Ob's gleich oft sehr kann es ihnen nirgends hart hergehet, bald doch fehlen. ihnen Hülf entstehet, und zuletzt erfreulich gehet. 7. Ach wie wichtig, ach wie richtig ist der Christen Ehre. Denn Gott sie als Kinder liebet, ihnen auch den Himmel giebet; nichtig Ehre. ist, was sie betrübet. 14. Ach mein Heiland, ach mein Beistand, Jesu, voller Güte! mich durch deinen Geist regiere, daß ich so mein Leben führe; dir sei ewig Preis und Siegmund v. Birken. 8. Ach wie wichtig, ach wie richtig ist der Christen Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. Wissen. Weil sie ihren Jefum kennen, ihn im Glau- 784. Allein auf Gott ben Bruder nennen, und Verauch bis in Tod bekennen. traun, auf Menschenhülf sollst du nicht baun. Gott ist allein, der Glauben hält, sonst ist kein Glaub mehr in der Welt. 9. Ach wie wichtig, ach wie richtig ist der Christen Lichten. Stets hinauf ihr Herz nur trachtet, und was droben ist, hochachtet, und 2. Bewahr dein Ehr, was irdisch ist, verachtet. hut dich vor Schand, Ehr 10. Ach wie wichtig, ist fürwahr dein höchstes ach wie richtig, sind der Pfand; wirst du die Schanz Christen Schäße. Es mag einmal versehn, so ist's um Flut und Glut entstehen, deine Ehr geschehn. und die ganze Welt vergehen, bleibt ihr Schak doch ewig stehen. 11. Ach wie wichtig, ach wie richtig ist der Christen Herrschen. Ueber Sünd, Tod, Teufel, Hölle haben fie die Oberstelle; trok dem Feinde, der sie fälle. 3. Claff nicht zu viel, sondern hör mehr, das wird dir bringen Preis und Ehr; mit Schweigen sich verredt niemand, Claffen bringt manchn in Sünd und Schand. 4. Dem Größten weich, acht dich gering, daß er dich 12. Ach wie wichtig, nicht in Unglück bring; dem ach wie richtig ist der Kleinsten auch kein Unrecht 670 Vom christlichen Leben. recht thu, so lebst du stets blendt, daß niemand recht in Raft und Ruh. damit erkennt. 13. Nicht scham dich, rat' ich allermeist, daß man dich lehr, was du nicht weißt. Wer etwas kann, den hält man wert, dentlngeschickt'n niemand begehrt. 6. Frömmigkeit laß ge- 14. O merk, so einer fallen dir viel mehr denn führt ein Klag vor dir, Gold, das glaube mir; sollst du sobald der Sach wenn Geld und Gut sich nicht glauben, auch nicht von dir scheidt, so weicht richten fort, sondern hörn doch nicht die Frömmigkeit. erst des Andern Wort. 7. Gedenk der Arm'n zu aller Frist, wenn du von 15. Pracht und Hoffart meid überall, daß du nicht Gott gesegnet bist; sonst kommest zu Unfall; mandir das wiederfahren kann, cher wär' ein behaltner was Chriftus sagt vom rei- Mann, hätt' er Hoffart chen Mann. und Pracht gelan. 5. Erheb dich nicht in ftolzem Mut, wenn du bekommen haft groß Gut; es ist dir nicht darum gegebn, daß du dich dadurch follst erhebn. 8. Hat dir jemand was 16. Quad von niemand Guts gethan, da sollst du gedenk noch sprich, denn allzeit denken dran; es soll kein Mensch lebet ohn Gedir sein von Herzen leid, brech; redest du alls nach wenn's deinem Nächsten deinem Willn, wird man übel geht. dich gar bald wieder stilln. 17. Ruf Gott in allen Nöten an, er wird gewißlich dir beistahn; er hilft ein'm jeden aus der Not, der nur nach seinem Willen thut. 9. In deiner Jugend sollst du dich zur Arbeit halten fleißiglich; bernach gar schwer die Arbeit ist, wenn du zum Alter kommen bist. 10. Kehr dich auch nicht an jedermann, der dir vor 18. Sieh dich wohl vor, Augen dienen kann; nicht die Zeit ist bos, die Welt ift alles geht von Herzen- falsch und sehr gottlos: grund, was schön und willst du der Welt viel hanlieblich redt der Mund. gen an, ohn Schad odr Schandkommsinichtdavon. 19. Tracht stets darnach' 11. Lag fein Unfall verdrießen dir, wenn das Glück wohnet nicht bei dir; An- was recht gethan, ob dich fang und Ende sind nicht schon nicht lobt iedermann; gleich, wie solches ofte fin- es kann's doch keiner madet sich. chen so, daß jedermann gefallen thu' 12. Mäßig im Zorn sei allezeit, um klein Ursach 20. Verlaß dich nicht auf erheb fein Streit; durch irdisch Ding, all zeitlich Born das Herze wird ver- Gut verschwindt gering; dat 671 Vom chriftlichen Leben. darum der Mensch gar muß sich recht dazu beweislich thut, der allein reiten, so ist der schmale sucht das ewig Gut. Weg voll Süßigkeiten. 21. Wenn jemand mit 3. Wie kann ein Bår dir hadern will, so rat' des Schafes Sanftmut ich, daß du schweigest still, üben? Kein wilder Wolf und ihm nicht helfest auf giebt sich in Schranken die Bahn, da er gern wollt' ein. Wie kann das Fleisch ein Ursach han. nach Gott gefinnet ſein, und diesen Weg des Getstes lieben? Es fann fein Bår des Schafes Sanftmut üben. 4. Du musst erst Geift aus Geist geboren werden; 23. Ye lång'r, je mehr dann wandelst du des Geikehr dich zu Gott, daß sies schmale Bahn; sonst du nicht kriegst des Teu- ist es schwer, und gehet fels Spott. Der Mensch doch nicht an. Weg, schnöein solchen Lohn wird der Sinn, du Schaum han, wie er im Leben hat der Erden! Ich muß erst gethan. Geist aus Geist geboren werden. 24. Zier all dein Thun mit Redlichkeit, bedenk zum 5. Wer die Geburt aus End den letzten B'scheid; Christo hat erlanget, der denn vor gethan und nach folgt allein dem Herren bedacht, hat manchen in groß Leid gebracht. Bartholomäus Ringwaldt. In eigener Melodie. treulich nach: er leidet erft, er trägt erft seine Schmach, eh er mit ihm im Lichte pranget, der die Geburt aus Christo hat 785. Der schmale erlanget. Weg ist 6. Er wird mit ihm breit genug zum Leben; in seinen Tod begraben, wenn man nur sacht und er wird im Grab auf eine grad und stille geht, so Zeit verwahrt, er stehet wird man nicht so leicht auf, und hält die Himlich umgeweht: man muß melfahrt, er kriegt darsich recht hinein begeben, auf des Geistes Gaben, ſo ist er breit genug zum wenn er vorher mit ihm frommen Leben. im Tod begraben. 22. Xerres verließ sich auf sein Heer, darüber ward er geschlagen sehr; so du mußt kriegen, Gott vertrau, sonst allezeit den Frieden bau. 2. Des Herren Weg 7. Derselbe Geist, der ist voller Süßigkeiten, Christum hier geübet, derwenn man es nur im selbe übt die Jünger ChriGlauben recht bedenkt, fti auch; der eine Geist wenn man das Herz nur hält immer einen Brauch, fröhlich dazu lenkt; man kein andrer Weg wird fonft 672 Vom chriftlichen Leben. sonst beliebet; der Jün- Licht, und laß von deiger wird, wie Christus, nem Angesicht mein Herz hier geübet. und Seel mit deinem 8. Und ob es gleich Schein durchleuchtet und durch Tod und Dornen erfüllet sein. gehet, so trifft's doch nur 2. Ertöt in mir des die Fers und nicht das Fleisches Lust, und nimm Herz; die Traurigkeit läßt hinweg den Sündenwust. keinen tiefen Schmerz, Bewaffne mich mit Kraft wer nur getroft und feste und Mut, zu streiten stehet, ob schon es durch wider Fleisch und Blut. den Tod und Hölle gehet. 3. Schaff in mir, Herr, 9. Das sanfte Joch den neuen Geist, der dir kann ja nicht harte drüf- mit Lust Gehorsam leist, ken, es wird dadurch das ein willig Opfer willst ia Bose nur gedrückt; der du, und altes Fleisch taugt Mensch wird frei, damit nicht dazu. er nicht erstickt; wer sich nur weiß darin zu schikken: das sanfte Joch kann ia nicht harte drücken. 4. Mach in mir das Gedächtnis neu, daß es auf dich gerichtet sei und, was dahinten ist, vergess, und stündlich Christi Tod 10. Die leichte Last macht nur ein leicht Ge- ermeſf'. müte, das Herz hebt sich 5. Des Fleisches Wildarunter hoch empor; der len tot in mir, und mach Geist kriegt Luft, sein ihn unterthänig dir; durch Wandel kommt in Flor, deine Liebe treib ihn an, und schmeckt dabei des zu gehn auf deiner LebensHerren Güte; die leichte bahn. Last macht nur ein leicht Gemüte. 6. Und wie ich ohn dein Gnadenlicht erkenne dei11. Zeuch, Jesu, mich, nen Willen nicht, so leuchzeuch mich, dir nachzulau- te du, o Gott, allein in fen; zeuch mich dir nach, dem Verstand mit deinem zeuch mich, ich bin noch Schein. weit. Dein schmaler Weg 7. Mach in mir das ist voller Süßigkeit, das Gewissen rein, und laß Gute folgt uns da mit es abgewaschen sein: so Haufen. Zeuch, Jesu, kann ich dann durch deimich, zeuch mich, dir nen Sohn mit Freuden nachzulaufen. stehn vor deinem Thron. Christian Fried. Richter. Mel. O( Herr) Jefu Chrift, meins Lebens 8. Auf dich lass meine Sinnen gehn, und stets hinauf gerichtet stehn, daß ich dein Wort mit FreuLicht. 786. Crneure mich, den hör, mein Herz nach o ewigs ihm in allem kehr'. 9. Gieb Vom chriftlichen Leben. 673 9. Gieb, daß ich finde will ich, mein Jesu, ledeine Kraft und schmecke ben ewiglich. deiner Güte Saft; laß mich dein freundlich Angeficht mit Freuden sehn in deinem Licht. Joh. Friedrich Ruopp. In eigener Melodie. 787. s glanget der 10. Wenn ich in deinem Wort dich such, so laß es Christen inwendiges Leben, obgleich mir sein ein Geruch, der sie von außen die Sonne Leben, Kraft und SüßigFeit in meiner Seelen Kräfte fireut. verbrannt; was ihnen der König des Himmels gegeben, ist keinem, als ihnen nur selber bekannt. Was niemand verspüret, was niemand berühret, hat ihre erleuchteten Sinne gezieret, und sie zu der göttlichen Würde geführet. 12. Und wie ich von 2. Sie scheinen von aumir selbst nichts kann, so ßen die schlechtesten Leute, treib durch deinen Geist ein Schauspiel der Engel, mich an, daß er in mir ein Ekel der Welt, und das Ruder führ', Geist, innerlich sind sie die liebSeel, Herz, Sinn und lichsten Bräute, der ZierMund regier'. rat, die Krone, die Jesu ge13. Wie dieses ohne fällt; das Wunder der ZeiGlauben nicht in mir kann ten, die hier fich bereiten, werden ausgericht, der den König, der unter den Glaub auch ohn dies nicht Lilien weidet, zu küssen, besteht, wo er nicht in die in güldenen Stücken geWerke geht: kleidet. 14. So wirke, Herr, 3. Sonst sind sie des durch deinen Geist den Adams natürliche Kinder, Glauben, der sich kräftig und tragen das Bilde des weist, und in ein neues irdischen auch; sie leiden Wesen dringt, und seine am Fleische wie andere Lebensfrüchte bringt. Sünder, fie essen und trin11. Und weil du voller Güte bist, die schmeckend und erfreulich ist, so gieb, daß ich dich fühl' in mir und ganz umschlossen sei von dir. 15. In allem, o Herr ken nach nötigem Brauch. Jesu Christ, laß mich mit In leiblichen Sachen, im Kraft sein ausgerüst, zu Schlafen und Wachen sieht fechten wider Fleisch und man sie vor andern nichts Blut, und nimm mich sonderlichs machen, nur unter deine Hut. daß sie die Thorheit der Weltluft verlachen. 16. So acht' ich nicht des Teufels Lift, der iet- 4. Doch innerlich sind sie und voller Grimmes ist. aus göttlichem Stamme, Ich bleib' im Sieg, in dir die Gott durch sein mäch29 tig 674 Vom chriftlichen Leben. tig Wort selber gezeugt, nach sich dein Seufzent ein Funke und Flammlein mit ihnen vereinet. 8. O Jesu, verborgeaus göttlicher Flamme, die oben Jerusalem freundlich nes Leben der Seelen, du gesaugt. Die Engel sind beimliche Zierde der inBrüder, die ihre Loblieder neren Welt, gieb, daß wir mit ihnen gar freundlich die beimlichen Wege erund lieblich absingen; das wählen, wenngleich uns muß denn ganz herrlich, die Larve des Kreuzes verganz prächtig erklingen. stellt. Hier übel genennet 5. Sie wandeln auf Er- und wenig erkennet, hier den, und leben im Him- heimlich mit Chrifto im mel, fie bleiben ohnmäch- Vater gelebet, dort öffenttig, und schüßen die Welt; lich mit ihm im Himmel sie schmecken den Frieden geschwebet. bei allem Getümmel, fie kriegen, die Aermsten, was Christian Friedrich Richter. ihnen gefällt. Sie stehen Mel. Herr, nicht schicke deine Rache. in bleiben in Freudent, fie scheinen er- 788. Fruft uns das Colget mir, tötet den äußeren Sinnen, und führen das Leben des Leben, was ihr bittet, will Glaubens von innen. ich geben, gehet nur den 6. Wenn Christus, ihr rechten Steg; folget, ich Leben, wird offenbar wer- bin selbst der Weg. Folden, wenn er sich einst, get mir von ganzem Herwie er ist, öffentlich stellt, zen, ich benehm' euch alle so werden sie mit ihm, als Schmerzen; le met von Gitter der Erden, auch mir insgemein fanft und herrlich erscheinen zum reich von Demut sein. Wunder der Welt. Ste 2. Ja, Herr Jesu, werden regieren und ewig dein Begehren sollt ich florieren, den Himmel als billig dir gewähren, weil prachtige Lichter auszieren; ich weiß, daß der kein da wird man die Freude Christ unter uns zu nengar offenbar spüren. nen ist, der sich gleichsam 7. Frohlocke, du Erde, pflegt zu schämen, deine und jauchzet, ihr Hügel, Last auf sich zu nehmen; dieweil du den göttlichen ach ich weiß es gar ju Samen geneußt; denn das wohl, daß man die nachist Jehovah sein göttliches wandeln soll. Siegel, zum Zeugnis, daß 3. Aber, Herr, wo find' er dir noch Segen ver- ich Stärke, zu vollbrinheißt. Du sollst noch mit gen gute Werke, die mit ihnen aufs prächtigste grü- Luft zu folgen nach? nen, wenn erst ihr verbor- Ach mein Gott, ich bin genes Leben erscheinet; mo- zu schwach. Geh' ich schon auf 8. Vom chriftlichen Leben. 675 auf guten Wegen, muß ich Herr, wie bist du bald mich niederlegen; dich doch gelaufen unter jezu lieben, o mein Licht, steht nem schnöden Haufen, dain meinen Kräften nicht. mals als der Sünden 4. Zwar mein Geist Macht dich hat an das wird oft bewogen, aber Kreuz gebracht, und ein bald durchs Fleisch betro- übergroße Liebe dich für gen, wenn die Wollust uns zu sterben triebe, tritt herfür, freundlich ru- ia dein teur vergoßnes fend: Folge mir, Ehr und Blut uns erwarb das Pracht, samt andern Sa- höchste Gut. chen wollen dich zum 9. Laß uns auch in solHerren machen; Geiz und chen Schranken christlich Ungerechtigkeit kommen laufen sonder Wanken, auch zu diesem Streit. daß uns Lieb und Freund5. Ach wie seh' ich doch lichkeit fest verknüpf' in ein Rennen nach den Gü- dieser Zeit. Niemand seh' tern, die wir kennen. Lie- in diesem Stücke, wohl bet doch die schnöde Welt zu leben, hier zurücke. nur den Reichtum und Christus gehet vor uns das Geld; und dem Her- her; folget, das ist sein ren, der das Leben nach Begehr. dem Sterben uns will geben, folget niemand mit 10. Jesu, du mein Licht und Leben, deine der That, ob man's gleich Schritte find ganz eben, versprochen hat. und die Stapfen deiner 6. Aber, Herr, ich will Füß' balt' ich über Honig nicht lassen, dich mit Freu- süß. Hilf, daß ich im den anzufassen; hilf nur Kot der Sünden meignädig, stärke mich, steif nen Gang nie lasse finund fest zu halten dich. den; jeig, Herr, deinem Jener Wege laff ich fah- armen Knecht alle Steg' ren, nur mit dir will ich und Wege recht. mich paaren; jener Wege 11. Laß mich deine Gnasind Betrug, wer dir fol- de spüren, meinen Tritt get, der ist klug. also zu führen, daß ich 7. Du bist vor uns in der Unschuld geh', und bergegangen, nicht mit nicht bei den Spottern großem Stolz und Pran- steh'. Hilf, daß ich nicht gen, nicht mit Hader, nur in Freuden, sondern Zank und Streit, sondern auch in Kreuz und Leiden mit Barmherzigkeit. Gieb, durch so manchen Kampf daß wir als Hausgenossen und Streit dir zu folgen dir zu folgen unverdros sei bereit. sen wandeln in der Tu- 12. Laß mich, Herr, gendbahn, wie du haft vor doch nicht verdrießen, uns gethan. Angst und Trübsal zu ge29* nießen 676 Vom chriftlichen Leben. nießen, weil man weiß, daß| 2. O stiller Jesu, wie diese Bahn ist ein rechter dein Wille dem Willen detUnglücksplan, da man nes Vaters stille und bis muß in Dornen baden und zum Tod gehorsam war: mit Elend sich beladen, da also mach auch gleicherdann laufend jedermann maßen mein Herz und Wilgar zu schleunig fallen len dir gelassen, ach stille kann. meinen Willen gar. Mach 13. Laß mir doch mein mich dir gleich gesinnt, wie Ziel auf Erden nicht zu ein gehorsam Kind, stille, schnell verrücket werden, stille. Jesu, ei nu, hilf mir daß ich ia das Gnadenlicht dazu, daß ich fein stille sei, in der Zeit verliere nicht. wie du. Gieb, daß ich von meiner Jugend bis ins Alter mir die Tugend recht von Herzen, nicht zum Schein, hoch laff' angelegen sein. 3. Wachsamer Jesu, ohne Schlummer, in großer Arbeit, Müh und Kummer bist du gewesen Tag und Nacht; du mußtest 14. Hilf mir, Herr, vor täglich viel ausstehen, des allen Dingen, meinen Lauf Nachts lagst du vor Gott also vollbringen, daß ich mit Flehen, und hast gemich in deiner Lieb und betet und gewacht. Gieb der wahren Demut üb'; mir auch Wachsamkeit, daß bilf, daß ich dir hier ver- ich zu dir allzeit wach' und traue, und dich dort mit bete. Jesu, ei nu, hilf mir Freuden schaue. Jenes dazu, daß ich stets wachsam gieb mir in der Zeit, dieses sei, wie du. in der Ewigkeit. 4. Gütiger Jesu, ach wie gnädig, wie liebreich, freundlich und gutthätig bist du doch gegen Freund und Feind! Dein Son= auf nenglanz, der scheinet algungsquelle, mehr als alle fallen, ob sie dir gleich Krystall rein, klar und undankbar seind. Mein helle, du lautrer Strom Gott, ach lehre mich, dader Heiligkeit, aller Glanz mit hierinnen ich dir nachder Cherubinen und Hei- arte. Jesu, ei nu, hilf mir ligkeit der Seraphinen ist dazu, daß ich auch gütig sei, gegen dich nur Dunkel- wie du. heit. Ein Vorbild bist du 5. Du sanfter Jesu, mir: ach bilde mich nach warst unschuldig und litdir, du mein Alles! Jesu, test alle Schmach geduldig, ei nu, bilf mir dazu, vergabst und ließst nicht daß ich mag heilig sein, Rachgier aus; niemand wie du. kann deine Sanftmut mesfen, Johann Rift. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 789. eiligster Je Vom christlichen Leben. 677 fen, bei der fein Eifer dich zu, daß ich stets nüchgefressen, als den du hattst tern set, wie du. ums Vaters Haus. Mein 9. Nun, liebster Jesu, Heiland, ach verleih mir liebstes Leben, mach mich Sanftmut, und dabei gu- in allem dir recht ebent. tent Eifer. Jesu, ei nu, und deinem heilgen Vor-, hilf mir dazu, daß ich bild gleich; dein Geist und fanftmütig sei, wie du. Kraft mich ganz durchdringe, daß ich viel Glaubensfrüchte bringe, und tüchtig werd' zu deinem 6. Ertiefter Jesu, Ehrenkönig, du suchtest deine Ehre wenig, und wurdest niedrig und gering; du Reich. Ach zeuch mich wandeltst ganz ertieft auf ganz zu dir, behalt mich Erden, in Demut und in für und für, treuer Heiz Knechtsgeberden, erhubst land! Jesu, dich selbst in keinem Ding. mich, wie du und wo du Herr, solche Demut lehr mich auch ie mehr und mehr stetig üben. Jesu, ei nu, hilf mir dazu, daß ich demütig sei, wie du. ei nu, laß bist, einst finden Ruh. Barthol. Craffelius nach Jodocus v. Lodenstein. dein Wesen war züchtig, 790. 7. O keuscher Jesu, all Mel. Herr Jesu Christ, Weisheit wahr Mensch und Gott. err, aller keusch und auserlesen, von tugendvoller Sittsamkeit; Quell und Grund, dir ist Gedanken, Reden, Glie- all mein Vermögen kund; der, Sinnen, Geberden, wo du nicht hilfft und Kleidung und Beginnen deine Gunst, da ist mein war voller lautrer Züch- Thun und Werk umsonst. tigkeit. O mein Immanuel, mach mir Geist, Leib und Seel keusch und zuchtig. Jesu, ei nu, hilf mir dazu, so keusch und rein zu sein, wie du. 2. Ich, leider, als ein Sündenkind, bin von Natur zum Guten blind. mein Herze, wenn dir's dienen soll, ist ungeschickt und Thorheit voll. 3. Ja, Herr, ich bin gering und schlecht, zu handeln dein Gesetz und Recht; was meinem Nachsten nuß im Land, ist mir verdeckt und unbekannt. 8. Mäßiger Jesu, deine Weise im Trinken und Genuß der Speise lehrt uns die rechte Mäßigung. Den Durst und Hunger dir zu stillen, war, statt der Kost, des Vaters Willen 4. Mein Leben ist sehr und Werk vollenden, dir kurz und schwach, ein Lüftbereit. Herr hilf mir mei- lein, das bald låsset nach. nen Leib stets zähmen, daß Was in der Welt zu ich bleib' dir stets nüchtern. prangen pflegt, das ist Jesu, ei nu, hilf mir da- mir wenig beigelegt. 5. Wenn 678 Vom chriftlichen Leben. 5. Wenn ich auch gleich 13. Ihr Mund ist süß vollkommen wär', hätt' und tröstet schön, wenn aller Gaben Ruhm und uns die Augen übergehn, Ehr, und sollt' entraten wenn uns der Kummer deines Lichts, so wär ich niederdrückt, so ist sie's, doch ein lauter Nichts. die das Herz erquickt. 14. Sie ist voll Ehr und Herrlichkeit, bewahrt vormTod und großemleid; wer fleißig um sie kämpft und wirbt, der bleibet lebend, wenn er stirbt. 6. Was hilft's, wenn einer gleich viel weiß, und hat zuvörderst nicht mit Fleiß gelernet deine Furcht und Dienst; der hat mehr Schaden als Gewinst. 7. Das Wissen, das ein Mensche führt, wird leichtlich in ihm selbst verirrt; wenn unsre Kunst am meisten kann, so stößt sie aller Enden an. 15. Sie ist des Schöpfers nächster Rat, von Worten mächtig und von That; durch sie erfährt die blinde Welt, was Gott gedenkt in seinem Zelt. 8. Wie mancher stürzet 16.Denn welcher Mensch feine Seel durch Klugheit, weiß Gottes Rat? Wer wie Ahitophel, und nimmt, ist's, der ie erfunden hat weil er dich nicht recht den Schluß, den er im kennt, mit seinem Wit ein Himmel schleußt, den Weg, schrecklich End. den er uns laufen heißt? 9. O Gott, mein Vater, Febre dich zu meiner Bitt, 17. Die Seele wohnet in der Erd, und wird durch und höre mich. Nimmsolche ihre Last beschwert. Die Thorheit von mir hin, und Sinne, hin und her fergieb mir einen bessernSinn. ftreut, find ja vom Irrtum nicht befreit. 10. Gieb mir die Weisheit, die du liebst, und denen, die dich lieben, giebst, die Weisheit, die vor dei nem Thron allstets erscheint in ihrer Kron. 11. Ich lieb' ihr liebes Angesicht, sie ist meins Herzens Freud und Licht; fie ist die Schönste, die sie deiner Magde Sohn; mich hält, und meinen ach schutt und gieß sie Augen wohlgefällt. reichlich aus in meines 12. Sie ist hoch edel Herzens armes Haus. auserkorn, von dir, o 20. Befiehl ihr, daß sie Höchster selbst geborn; sie mit mir sei, und wo ich in der bellen Sonnen gehe, stehe bei; wenn ich gleich, an Tugend und arbeite, helfe sie mir traan Gaben reich. gen meine schwere Müh. 21. Gieb 18. Wer will erforschen was Gott setzt, und sagen, was sein Herz ergötzt? Es sei denn, der du ewig lebst, daß du uns deine Weisheit gebst. 19. Drum sende sie von deinem Thron, und gieb Vom chriftlichen Leben. 679 21. Gieb mir durch ihre deinen heilgen, guten Geist, weise Hand die recht Er- daß ich in deinem Willen kenntnis und Verstand, daß schwebe, und thue nur, was ich an dir alleine fleb', du, mein Gott, mich heißt. und nur nach deinem Wil- Ach nimm:: dich meiner len leb'. allzeit an, und führe mich, führ mich auf ebner Bahn. 3. Mein Jesu, laß mich mit dir sterben und mit dir leben in der Ewigkeit, was sündlich ist, laß ganz verderben, ach mache mich, mein Gott, fein bald be= reit. Ach nimm: dich meiner Seelen an, und führe mich, führ mich die Lebensbahn. 22. Gieb mir durch sie Geschicklichkeit, zur Wahrheit laß mich sein bereit, daß ich nicht mach' aus sauer süß, noch aus dem Lichte Finsternis. 23. Gieb Lieb und Lust zu deinem Wort, hilf daß ich bleib' an meinem Ort, und mich zur frommen Schar gesell', in ihren Rat mein Wesen stell'. 4. Wenn ich von auß'n 24. Gieb auch, daß ich und innen leide Anfechgern iedermann mit Rat tung, Schmach, Verfolund That, so viel ich kann, gung, Angst und Pein, aus rechter ungefälschter so gieb, daß ich stets bleib' Treu zu helfen allzeit wil- in Freude, und allzeit lig ſet. finne guten Mutes sein. 25. Auf daß in allem, Ach nimm: dich meiwas ich thu', in deiner Lieb ner treulich an, so fehl ich nehme zu. Denn wer ich nicht, ich nicht der sich nicht der Weisheit rechten Bahn. giebt, der bleibt von dir auch ungeliebt. Paul Gerhardt. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich fingen. 5. O Jesu Christe, Heil der Menschen, o wahrer Gott von aller Ewigkeit, die Sünde wollst du ganz versenken, die sich in mir noch regt zu dieser Zeit. Ach nimm:: meiner herzlich an, und führe Licht und Leben, erneure mich, führ mich die Lemeinen Geist samt Leib bensbahn. Johann Fried. Sannom. err 791. cbrift, mein und Seel. Dir, dir hab' ich mich ganz ergeben, mit meiner Seel dich inniglich nimm:,: dich meiner herzlich an, und 792. Shrift, mein err zeige mir, führ mich die Lebensbahn. 2. Und weil ich auch allbier noch lebe, so gieb mir Mel. Herr Christ, der einig Gotts Sohn. Leben und einge Zuverficht, dir hab' ich mich ergeben, verlaß, verlaß mich nicht. 680 Vom chriftlichen Leben. nicht. Ach laß mich dei- deine Frommen von allem nen Willen beständiglich Band und Joch. Ach erfüllen, du meiner See- Jesu, komm und dampfe len Zier. das Fleisch, gieb, daß ich 8. Nun, Vater, hör mein Lallen; mein Jesu, meine Bitt laß dir doch 2. Ach schenk mir dei- kampfe, allein durch deine ne Liebe, mein Hort und Kraft. Bräutigam, gieb, daß ich nicht betrübe dich, wertes Gotteslamm. Ach laß mich an dir hangen, im Herzen nicht mißfallen, und selber dich umfangen, denn du mich vertritt. Gott heilbist liebenswert. ger Geist, erfülle mein 3. In Liebe laß mich Herz, daß ich sei stille, brennen, und an dir hal- und allzeit lobe dich. ten fest; von dir laß mich nichts trennen, du bist der Allerbest. Ach laß mich mit dir und nachJohann Fried. Sannom. mals auch ererben das 793. Gnaden err Jesu, Reich der Herrlichkeit. 4. Ach laß mich allzeit sonne, wahrhaftes Lebleiben ein grüner Reb an benslicht, laß Leben, Licht dir; dir will ich mich ver- und Wonne mein blödes schreiben, ach weiche nicht Angesicht nach deiner von mir; ich bleib' dir Gnad erfreuen, und meiganz ergeben im Tod und nen Geist erneuen; mein auch im Leben, ach hilf Gott, versag mir's nicht. mir Armen bald. 2. Vergieb mir meine 5. Nun Jesu, sei mein Sünden, und wirf fie bine Leben, mein Alles ganz ter dich: laß alles Zürnen allein; nach dir laß mich schwinden, und hilf gendstets fireben, so werd' ich diglich, daß deine Friedensselig sein. Ach laß mich gaben mein armes Herze dich stets suchen, und al- laben; ach Herr, erhöre les das verfluchen, was mich. mich von dir hålt ab. Mel. Herr Christ, der einig Gotts Sohn. Herr 3. Vertreib aus meiner 6. Gieb, daß ich mein Seelen den alten AdamsVertrauen nur setz' auf sinn, und laß mich dich erdich allein. Herr, laß mich wählen, daß ich mich künfauf dich schauen, und war- tighin zu deinem Dienst ers ten allzeit dein; ja laß mich gehe, und dir zu Ehren ledich stets loben, hier und be, weil ich erlöset bin. hernach dort oben in alle Ewigkeit. 4. Befördre dein Ers fenntnis in mir, mein See7. Mein Heiland, du lenhort, und öffne mein willst kommen, ja komm, Verständnis durch dein ges ach komme doch; erldse heiligt Wort, damit ich an dich 681 verleugne gar mich selbst, verleugne Welt und Ers. Vom chriftlichen Leben. dich glaube, und in der völlger werd', Wahrheit bleibe zu Troß der Höllenpfort. 5. Trank mich an dei- 2. Kein Heuchelschein, nen Brüsten, und freuzge kein kalt noch laulich Wes mein Begier samt allen sett, ein rechter Ernst und bösen Lüften, auf daß ich Vorschmack jener Zeit sei für und für der Sünden- im Bestand all meine welt absterbe, und nach Frömmigkeit. Nach deinem dem Fleisch verderbe, hin- Licht, so wir im Worte gegen lebe dir. lesen, erleuchte meinen Gang, daß ich durch dein Geleit geh' ohne Finsternis in Lieb und Thatlichkeit. 3. Gieb, daß ich stets zum Wohlgefallen bestån- in allem Thun bedenke, dig möge wallen auf rech- ob deine Ehr desselbent ter Liebesbahn. Endzweckt sei, ob ich was thu', das mich am End gereu', ob ich mich stets nach meinem Taufbund lenke, ob ich auch durch und durch von dir mich heilgen lass'; ja, ob viel leicht noch heut der Tod mich mache blaß? 6. Ach zünde deine Liebe in meiner Seelen an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann, und dir 7. Nun, Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und Mut; denn das find Gnadenwerke, die dein Geist schafft und thut; hingegen meine Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist böse und nicht gut. 8. Darum, du Gott 4. Mein Seligsein laß der Gnaden, du Vater mich mit Zittern schaffent, aller Treu, wend allen die Eitelkeit so fliehen als Seelenschaden, und mach Verbot, und gegen dich mich täglich neu; gieb, ansehn als garsigen Kot, daß ich deinen Willen ge- in Ehr und Freud, in denke zu erfüllen, und steh Geld mich nicht vergaf mir kräftig bei. fen, damit ich nicht dabet der armen Seel vergess, nicht jenseits zaghaft sei, noch diesseits mich verLaurentius v. Schnüffis. In eigener Melodie. 794. Herr lehr meff. mich thun 5. Daß du, mein Gott, nach deinem Wohlgefallen, erfüllest alls in allen, daß dein guter Geist führ' mich du, mein Gott, allgegen auf ebner Bahn, daß ich wärtig bist, und deinem dich mehr und mehr er- Aug gar nichts verborgent kennen kann, und mit dem ist, das halt' mich ab, in Sinn schon in den Him Sünde nicht zu fallen mel wallen. Hilf, daß ich Dein Name werd' mie fort und fort am Glauben groß, dein Zorn mir nicht. 29** j 682 Vom chriftlichen Leben. zu teil, und deine Gnadel lebe; vor dir erschein, fei mein Schak, mein herzlich bewein' all meine Glück und Heil. Missethaten; die Hånd' 6. Auch was du willst, allzeit laff sein bereit, davor soll mir nicht grau- dem Dürftigen zn raten. en: ich scheue nichts, fein 3. Die Luft des FlerLeiden, keine Not; es tritt sches dampf in mir, daß mein Kampf mit dir die sie nicht überwinde. RechtFeind' in Kot. Gieb, daß schaffne Lieb und Luft zu ich nur allein dir mög' dir in meinem Her'n anvertrauen; ich weiß, du zünde, daß ich in Not, weißt vielmehr die Sor- bis in den Tod, dich und ge, die uns plagt, verläßt, dein Wort bekenne, und versäumst uns nicht, gleich mich kein Truß, noch eigen wie du zugeſagt. Nuk von deiner Wahrheit trenne. 7.Laß mich schon hiervon deiner Gottheit schmecken, 4. Behüte mich vor ach laß schon hier empfin- 3orn und Grimm, mein den deine Kraft, bis mich Herz mit Sanftmut fiedein Will gar in den Him- re; auch alle Hoffart von mel schafft, da sich dein mir nimm, zur Demut Lob auf ewig wird erstrek- mich anführe. Was ich ken, da die Vollkommen noch find' von alter Sund, heit ist ewig Freud und laß mich hinfort ablegen; Licht, da ich in Klarheit Troft, Fried und Freud fchau' dein Herrlichs An- laß jederzeit sich in mir geficht. Armen regen. 5. Den Glauben stårk, Mel. Was mein Gott die Lieb erhalt, die Hoff will, das g'scheh allzeit. nung mache feste, daß ich 795. ilf mir mein von dir nicht wanke bald, ists beste; daß nach dir von Herzen den Mund bewahr, daß mich verlange, und ich dich nicht Gefahr durch ihn suche mit Begier, wenn mir werd' erwecket. Speis mir wird angst und bange. ab den Leib, doch daß er Verleih, daß ich mit Freu- bleib' von Geilheit unbeden dich in meiner Angst flecket. bald finde, gieb mir den 6. Gieb, daß ich treu Sinn, daß ich forthin und fleißig sei in dem was meid' alle Schand und mir gebühret, laß durch Sünde. Ehrgeiz und Heuchelet 2. Hilf, daß ich stets mich werden nicht vermit Reu und Schmerz führet; Leichtfertigkeit, mich deiner Gnad ergebe, Bank, Haß und Neid laß bab' immer ein zerknirsch- in mir nicht verbleiben. tes Herz, in wahrer Buße Verstockten Sinn und Diebss 683 Vom chriftlichen Leben. Diebsgewinn wollst ferne hat einer Ehr und große von mir treiben. Würd, ach mit was gro7. Hilf, daß ich folge ßer Last und Bürd ist, treuem Rat, von falscher der vor andern ist geehrt, Meinung trete; dem Ar- vor andern auch dabei bes men helfe mit der That, schwert! für Freund und Feind fiets bete; dien' jedermann, so viel ich kann; das Böse haff und meide nach deinem Wort, o höchster Hort, bis ich von hinnen scheide. Johann Heermann. 5. Ist einer heute gutes Muts, ergößt und freut fich seines Guts: eh er's vermeint, fährt sein Gewinn zusamt dem guten Mute hin; wie plößlich kommt ein Ungeftum, und wirft die großen Güter üm. 6. Bist du denn fromm und fleuchst die Welt, und Mel. Dater unser im Himmelreich. ch 796. bet mirjelbst und Geld, so wird dein bedacht, wenn ich den Ruhm, dein Schmuck und Lauf der Welt betracht, Kron in aller Welt zu ob auch das Leben dieser Spott und Hohn. Denn Erd uns gut sei und des wer der Welt nicht heuWünschens wert, und ob cheln kann, den sieht die nicht der viel besser thu', Welt für albern an. der fich fein zeitig leg' jur Rub? 7. Nun ist es wahr: es steht uns hier die Trüb2. Denn, Lieber, denk, sal täglich vor der Thür, und sage mir, was für und findt ein ieder überein Stand ist wohl allhier, all des Kreuzes Not und dem nicht sein' Angst, sein bittre Gall. Sollt' aber Schmerz und Weh alltåg- drum der Christen Licht lich überm Haupte steh'! gar nichts mehr sein? It auch ein Ort, der Das glaub' ich nicht. Kummers fret und ohne Klag und Sorgen sei? 8. Ein Christe, der an Chrifto klebt und stets im 3. Steh unsern ganzen Geist und Glauben lebt, Lebenslauf: ist auch ein dem fann fein Unglück, Tag von Jugend auf, keine Pein im ganzen Leder nicht sein eigne Qual ben schädlich sein; geht's und Plag auf seinem Rüf- ihm nicht allzeit, wie es ken mit sich trag'? Ift soll, so ist ihm dennoch nicht die Freude, die uns allzeit wohl. stillt, auch selbst mit Jammer überfüllt? 9. Hat er nicht Gold, so hat er Gott, fragt 4. Hat einer Glück und nichts nach böser Leute gute Zeit, hilf Gott, wie Spott, verwirft mit Freutobt und zurnt der Neid! den und verlacht der Welt 684 Vom chriftlichen Leben. Welt verkehrten Stolz Kind bleibt seines Vaters und Pracht. Sein' Ehr Kind, ob's gleich des Va= if Hoffnung und Geduld, ters Zucht empfindt. sein' Hobeit ist des Höchften Huld. 15. Drum, liebes Herz, sei ohne Scheu, und sieh 10. Es weiß ein Christ auf deines Vaters Treu. und bleibt dabei, daß Gott Empfindst du hier auch sein Freund und Vater sei; seine Rut, er meint's er hau', er brenn', er stech, nicht bös, es ist dir gut. er schneid', hier ist nichts, Gieb dich getrost in ſeine das uns von ihm scheid'; Händ, es nimmt zuletzt ie mehr er schlägt, je mehr ein gutes End. er liebt, bleibt fromm, ob er uns gleich betrübt. 16.Leb immerhin, so lang er will, ists Leben schwer, 11. Laß alles fallen, so sei du still: es geht zu= wie es fällt, wer Christi letzt in Freuden aus; im Lieb im Herzen hält, der Himmel ist ein schönes ist ein Held und bleibt Haus, da, wer nach Chribestehn, wenn Erd und sto hier gestrebt, mit ChriHimmel untergebn; und si Engeln ewig lebt. wenn ihn alle Welt verläßt, hält Gottes Wort ihn steif und feſt. Paul Gerhardt. Mel. Komm, o komm, Wort du Geist des Lebens. 12. Des vämpft alles Leid, und 797. hier auf Er Febrt's in lauter Lust und Freud; es nimmt dem den ist doch nichts als EiUnglück alles Gift, daß, telkeit, bis Exempel, viel ob's uns gleich verfolgt Beschwerden, Plage, Klaand trifft, es dennoch ge, Müh und Streit, unser Herze nie in allzu Kummer, Sorgen, Angst großes Trauern zieh'. und Not, Krankheit und zuletzt der Tod. 13. Ei nun, so maßge deine Klag; ist dieses Le- 2. O so denke drauf im ben voller Plag, ist's Herzen, frommer Christ, dennoch an der Christen mit allem Fleiß, wie du Teil auch voller Gottes solche Not und SchmerSchuß und Heil. Wer zen brechen kannst als Gott vertraut und Chri- Grundeseis. Laß aus stum ehrt, der bleibt im deinem Herzen nicht dieKreuz auch unversehrt. sen treuen Unterricht. 14. Gleichwie das Gold 3. Habe deine Lust am durchs Feuer geht, und in Herren, laß ihn sein dein dem Ofen wohl besteht, so höchstes Gut; er ist nah bleibt ein Christ durch und nicht von ferren, Gottes Gnad im Elends- einzusprechen Troft und ofen ohne Schad. Ein Mut; seine Gnad und ftarke Vom chriftlichen Leben. 685 starke Hand gehet durch stille, er liebet mich in das ganze Land. 4. Augenlust und schndde Freude, leppigkeit als Wust und Kot vor den Augen Gottes meide, willst du sein befreit vorm Tod; deinen Leib, das Faß der Ehrn, sollst du nimmermehr versehrn. Freud und Schmerz; wie gut ist Gottes Vaterwille, wie freundlich sein mich liebend Herz. Er ist mein Hort und meine Zier; was Gott gefällt, gefällt auch mir. 5. Nimm dir vor, vor andern allen, daß du suchest Gott allein mit dem Glauben zu gefallen, voller Lieb ohn argen Schein. Beichte deine Sünd und Schuld, so bekommst du Gottes Huld. 2. Mein Gott weiß alles wohl zu machen, er ist der ewig treue Freund; er läßt mich nach dem Weinen lachen, was er thut, das ist wohlgemeint. Sein Lieben wahret für und für; was Gott gefällt, gefällt auch mir. 6. Nimmer gebe falsch 3. Sein Wille bleibet im Handeln, noch im Re- mein Vergnügen, so lang den, noch im Thun; willst ich leb' auf dieser Welt. du vor dem Herren wan- Was kann mein eigner deln, dermaleinst auch se- Wille tügen, der das nicht lig ruhn: liebe Wahrheit, will, was Gott gefällt? Recht und Zucht als des Ich denk' an meine ChristGeistes rechte Frucht. gebühr: was Gott gefällt, gefällt auch mir. 7. Eitle Ehr und Pracht verachte, Demut lieb und 4. Er will und wird Niedrigkeit; nach demhim- mich ewig lieben, er weiß mel ernstlich trachte, trag wohl, was mir nüßlich geduldig Kreuz und Leid; sei; er hat mich in die Gott thut keinem nicht Hand geschrieben mit laumehr an, als was er er- term Golde seiner Treu. tragen kann. Weg, eigner Wille, weg mit dir; was Gott gefällt, gefällt auch mir. 8. Stets ans Ende hier gedenke, und an Christi Kreuz und Tod; in sein' Wunden dich einsenke, also kommst du aus der Seelen Seligkeit: Not, von der Pein und reiß' ich mich von dieser bösen Zeit zur gewünschten Seligkeit. David Böhm. 5. Gott will, daß mir geholfen werde, er will der drum Erde durch wahre Gottgelassenheit; seinm Willn ergeb' mich dort und hier; was Gott gefällt, gefällt auch mir. Lorenz Wilhelm Trank. Mel. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 798. Jch balte Gott in allem 686 Vom chriftlichen Leben. 9. Stårk mein sonst Mel. Nun fich der Tag schwache Glaubenshand, geendet hat. zu fassen auf dein Blut als das Herz das alles 799. Mein Gott, der Vergebung Unterpfand, machet gut. 10. Schenk mir nach deiner Jesushuld Gerechtigkeit und Heil, und nimm auf dich mein' Sündenschuld und meiner Strafe Teil. 11. In dich wollst du du, das ist mir lieb und mich kleiden ein, dein Unwert, du findest anders schuld ziehen an, daß ich auch nicht Ruh im Him- von allen Sünden rein vor mel und auf Erd. Gott bestehen kann. 3. Nun du, mein Va- 12. Gott heilger Geist, ter, nimm es an, mein nimm du auch mich in die Herz, veracht es nicht; Gemeinschaft ein; ergieß ich geb's, so gut ich's ge- um Jesu willen dich tief ben kann, kehr zu mir in mein Herz hinein. dein Gesicht. 13. Dein göttlich Licht 4. Zwar ist es voller schütt in mich aus und Sündenwust und voller Brunst der reinen Ltes: Eitelkeit, des Guten aber lösch Finsternis, Haß, unbewußt, der wahren Falschheit aus, schenk mir Frömmigkeit. stets deinen Trieb. ich bringe dir zur Gabe und Geschenk; du forderst dieses ja von mir, des bin ich eingedenk. 2. Gieb mir, mein Sohn, dein Herz, sprichst 5. Doch aber steht es nun in Reu, erkennt sein Uebelstand, und tråget jeho vor dem Scheu, davon's zuvor Lust fand. 6. Hier fällt und liegt es dir zu Fuß, und schreit: Nur schlage zu; zerknirsch, o Bater, daß ich Buß rechtschaffen vor dir thu. 14. Hilf, daß ich sei von Herzen treu im Glauben meinem Gott, daß mich im Guten nicht mach' scheu der Welt Lift, Macht und Spott. 15. Hilf, daß ich sei von Herzen fest im Hoffen und Geduld, daß, wenn du nur mich nicht verläßt, mich 7. Zermalm mir meine tröste deine Huld. Hårtigkeit, mach mürbe meinen Sinn, daß ich in Seufzen, Reu und Leid 16. Hilf, daß ich sei von Herzen rein im Lieben, und erweis, daß mein Thun und Thränen ganz zerrinn'. nichtseiAugenschein, durchs 8. Sodann nimm mich, Werk zu deinem Preis. mein Jesu Christ, tauch 17. Hilf, daß ich sei von mich tief in dein Blut; ich glaub', daß du gekreujigt bist der Welt und mir ju gut. Herzen schlecht, aufrichtig, ohn Betrug, daß meine Wort' und Werke recht und niemand schelt' ohn Zug. 18. Hilf, Vom christlichen Leben. 687 18. Hilf, daß ich sei von kann sich zufrieden geben; Herzen klein, Demut und er gerat' in was für Not, Sanftmut halt', daß ich wär's auch Satan, Sünd von aller Weltlieb rein, und Tod. vom Fall aufstehe bald. 19. Hilf, daß ich sei von Herzen fromm obn alle Heuchelet, damit mein ganjes Christentum dir wohlgefällig sei. 20. Nimm gar, o Gott, zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit; ia, laß es auch dein Wohnhaus sein in jener Ewigkeit. 21. Dir geb' ich's ganz zu eigen hin, brauch's, wozu dir's gefällt; ich weiß, daß ich der deine bin, der deine, nicht der Welt. 2. Meinen Jesum laff' ich nicht, weil kein beßrer Freund auf Erden; denn er, Jesus, unser Licht, springt in allerlei Beschwerden mir getreulich an die Seit, liebt mich bis in Ewigkeit. 3. Meinen Jesum laff ich nicht; wenn mich alle Menschen hassen, und der Feinde Macht einbricht, auch gedenket so zu fasſen, daß ich gleich soll unter= gehn, bleibt mir seine Ret= tung stehn. 22. Drum soll sie nun 4. Meinen Jesum laff' und nimmermehr dies rich- ich nicht; wenn mich meiten aus bei mir, fie lock' ne Sünden quälen, wenn und droh' auch noch so sehr, mein Herz und Satan daß ich soll dienen ihr. spricht: fie sind groß und 23. In Ewigkeit ge- nicht zu zählen, spricht er: schicht das nicht, du fal- Sei getroft, mein Kind, sche Teufelsbraut; gar we- ich, ich tilg' all deine nig mich, Gott Lob, an- Sund. ficht dein glänzend Schlangenhaut. 5. Meinen Jesum laff ich nicht, wenn mir bricht 24. Weg, Welt, weg, in letzten Zügen meiner Sund, dir geb' ich nicht schwachen Augen Licht; mein Herz; nur, Jesu, da erst, da hilft er mir dir ist dies Geschenke zu fiegen; ja ins letzte Weltgericht, behalt es für und gericht låsset er mich komfür. men nicht. Johann Caspar Schade. 6. Meinen Jesſum laff ich nicht, denn er wird Mel, Meinen Jesum laff auch mich nicht lassen. ich nicht, weil oder: Je- Dieses glaub' ich, anders fus, meine Zuversicht. nicht, und er wird mich 800. Meinen Je nimmer baffen. Darum sum laff ich nicht, denn er ist allein sprech' ich: Ihn, mein Licht, meinen Jesum laff' mein Leben; wer ihn hat, ich nicht. Georg Linzner. dem nichts gebricht, und Mel. 688 Vom christlichen Leben. Brot, mein Trank dein Mel. 3ion klagt mit Blut. Trånk aus deinem Angst und Schmerzen. Brünnelein meine Seel, du aller- ein deine Lieb 801. tieffte Liebe, in mein Verlangen; las die in Christo Jesu ist, in mich sein in dir gefangen. der ich mich stetig übe, der 6. Adam ist von dir gemein Herze nicht vergißt, wichen, und ich auch in schenke mir doch deine Kron ihm zugleich. Drum ist und dein Perllein, o mein auch mein Bild verbliLohn, drück es doch in chen, und ist tot am Himmeine Seele, die ich dir melreich; nun, so weck es nun ganz befehle. durch dein Wort wieder 2. O du allersüßte Lie- in mir auf, mein Hort, be, ich bin zwar unrein gteb du wieder Geist und vor dir, daß ich mich drum Leben, ich will mich dir stets betrübe, und fast wiedergeben. schame selbst vor mir; 7. Es hat ja all deinen aber du, mein Herr und Frommen zugesagt dein Gott, ach zerbrich durch deinen Tod, was die arme Seel beflecket, und sie ins Verderben stecket. treuer Mund, daß du willst zu ihnen kommen, wohnen in des Herzens Grund; ja, dein süßer Mund verheißt 3. Führe meiner See- denen deinen guten Geist, len Dürsten doch durch die in deiner heilgen Hüts deinen Tod und Graus, ten suchen dich, und dars o du Fürst der Siegesfür- um bitten. sten zu dem Triumphieren 8. Nun, ich führ' in die aus. O mein Gott, Herr Zusage meiner Seelen Zebaoth, schlage doch in Hunger ein; dies Wort deinem Tod ganz den al soll mein Lebetage mein ten Menschen nieder, daß Brot in dem Hunger sein. der neue lebe wieder. Ach vermehre du in mie meinen Hunger stets nach dir; stärke mich, o süße Liebe, in des Geistes Kraft und Triebe. 4. Bist du doch in mir erschienen, ei so bleib doch auch in mir, ich will dir ja willia dienen, und dein bleiben für und für. Fasse 9. Weck in dir mich auf mich doch ganz in dich, zum Leben, daß ich deine halt mich in dir feftiglich, Süßigkeit möge schmecken, daß ich nicht von dir kann und erheben meinen Geist weichen, laß mich dieses aus dieser Zeit. Bleibe Heil erreichen. doch durch deine Kraft 5. Du bist mir ganz aus- selbst in mir. Ach gieb doch erlesen, o du meiner See- Saft, edler Weinstock, deilen Gut; Jesus, ach dein nen Reben; ohne dich kann himmlisch Wesen sei mein ich nicht leben. 10. D Vom chriftlichen Leben. 689 10. du allersüßte ne Kraft in mir eine rechLiebe, durch die Liebe bitt' te Kraft herfür. Ach laß ich dich, die des Vaters mich mit Früchte bringen Zorn vertriebe, und ver- nach des Vaters Segen schlang zur Lieb in sich: ringen. ach verschling doch auch den Zorn, der in meiner Seel erborn, durch dieselbe große Liebe, daß sie sich im Lieben übe. 15. Dich will ich mir auserwählen, denn du bist mein süßes Licht; leuchte meiner armen Seelen, du weißt, daß es ihr gebricht, weil dies Fleisch zu dieser Frist ihr ein finstrer Kerker ist; führe fie auf rechter Straße, daß fie falsche 11. Führe dich in meinen Willen, und mich auch in deinen ein; laß dein Herz mein Herze stillen, laß mein Herz in deinem Wege haffe. sein. Dein Gehorsam sei in mir, mein Gehorsam sei in dir, daß ich dir noch auf der Erden möge ganz gehorsam werden. 16. Triff mein Herz mit deinem Hammer; führe mich, o Jesu du, durch des grimmen Todes Kammer ein in deinen Tod und Ruh, daß mein Leib am jüngsten Tag in dir aufer-= stehen mag auf dein Wort aus deinem Sterben, und dein ewigs Leben erben. 12. Was soll ich mich hier noch qudlen, und der Welt anhängig sein? Nimm du den Durst meiner Seelen doch in deine Wunden ein; in die 17. Lehre du mich alles Wunden, da dein Blut halten, was du von mir ausquoll, und des Zornes forderst nun; laß mich Glut in der süßen Liebe dich nur lassen walten, ſei dämmet, und den Grimm mein Wissen, Will und der Hillen hemmet. Thun. Ach mein Leiter, 13. Führ in deine hohle laß doch mich nirgends Seiten, daraus Blut und gehen ohne dich; denn ich Wasser rann, meinen Hun- hab' mich deinem Namen ger jeder Zeiten; nimm, ganz und gar ergeben. o Fels, dein Täublein an; Amen. Gottfried Arnold. wirf mich ganz und gar darein, ich bin dein, sei du doch mein; labe mich Mel. O du Liebe meiner Liebe. in deinem Leben; laß mich feft an dir bekleben. 14. Edler Weinstock, 802. Durchbre cher aller dem ich diene, gieb doch Bande, der du immer bet Deinem Reben Saft, daß ich in dir wachs und grüne, aus dir ziehe mei ne Kraft; bring durch dei uns bist, bei dem Scha-= den, Spott und Schande lauter Luft und Himmel ist; übe ferner dein 690 Jon Grifflichen Leben. Gerichte wider unfern bogte Macht entge dettBanssinn, bis uns dein fe, daß ein armer Baje fo teu Gefichte führer dir im Tod nichts mige aus dem Kerfer hin. Tel. Heb ihn aus dem 2. Jit's doch deines Ba- Staub der Sünden, wirf ters Wille, daß du endest die Schlangenbeut hinaus; dieses Werk; hierzu wohnt las uns wahre Freiheit in dir die Fülle aller Beis finden in des Baters Hochheit, Lieb und Stärk, daß zeithaus. du nichts von dem verliereft, was er dir geschenket hat, und es von dem Treiben führest zu der süßen Ruhestatt. 7. Bir verlangen feine Ruhe für das Fleisch in Ewigkeit, wie du's nötig findst, so thue noch vor unsrer Abschiedsjeit; aber 3. Ach, so mußt du uns unser Geist, der bindet vollenden, willst und kannst dich im Glauben, läßt ja anders nicht; denn wir dich nicht, bis er die Ers sind in deinen Händen, dein lösung findet, da ihm Zeit Herz ist auf uns gericht; und Maß gebricht. ob wir wohl vor allen Leu- 8. Herrscher, herrsche, ten als gefangen sind ge- Sieger, siege, König, acht, weil des Kreuzes brauch dein Regiment; Niedrigkeiten uns veracht führe deines Reiches Krieund schnöd gemacht. ae mach der Sklaverei 4. Schau doch aber un- ein End; laß doch aus der fre Ketten, da wir mit der Grub die Seelen durch Kreatur seufzen, ringen, des neuen Bundes Blut; schreien, beten um Erld- laß uns länger nicht so fung von Natur, von dem quälen, denn du meinst's Dienst der Eitelkeiten, der mit uns ja gut. uns noch so harte drückt, ungeacht der Geist in Zeiten sich auf etwas beßres schickt. 9. Haben wir uns selbst gefangen in Luft und Ges fälligkeit, ach so laß uns nicht fiets hangen in dem 5. Ach erheb die mat- Tod der Eitelkeit; denn ten Kräfte, sich einmal zu die Laft treibt uns zu rureißen los, und durch alle fen, alle schreien wir dich Weltgeschäfte durchgebro- an; zeig doch nur die erchen stehen bloß. Weg sten Stufen der gebrochmit Menschenfurcht und nen Freiheitsbahn. Zagen, weich, Bernunfts- 10. Ach wie teur sind Bedenklichkeit, fort mit wir erworben, nicht der Scheu vor Schmach und Menschen Knecht zu sein. Plagen, weg des Fleisches Zärtlichkeit! Drum, so wahr du bist gestorben, mußt du uns 6. Herr, jermalme, auch machen rein; rein und brich und reiße die ver- frei und ganz vollkommen, nach Vom chriftlichen Leben. 691 nach dem besten Bild ge- felber tragen. Gieb, daß ich bildt; der hat Gnad um meinen Feind mit SanftGrad genommen, wer aus mut überwind, und, wenn deiner Hüll sich füllt. ich Rat bedarf, auch gu= ten Rat erfind'. 11. Liebe, jeuch uns in dein Sterben, laß uns mit 5. Laß mich mit jedergefreuzigt sein, was dein mann in Fried und FreundReich nicht kann ererben; schaft leben, so weit es führ ins Paradies uns ein. christlich ist. Willst du mir Doch wohlan, du wirst etwas geben an Reichtum, nicht säumen, wo wir nur Gut und Geld, so gieb nicht lässig sein; werden auch dies dabei, daß von wir doch als wie träumen, unrechtem Gut nichts wenn die Freiheit bricht untermenget ſet. herein. Gottfried Arnold. In eigener Melodie, 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen 803. Gott, du fauren Tritt bindurch ins frommer Alter bringen, so gieb Gott, du Brunnquell aller Geduld, vor Sünd und Gaben, ohn den nichts ist, Schanden mich bewahr, was ist, von dem wir alles auf daß ich tragen mag haben: gesunden Leib gieb mit Ehren graues Haar. mir, und daß in solchem 7. Laß mich an meinem Seib ein unverlette Seel End auf Christi Tod abund rein Gewissen bleib'. scheiden: die Seele nimm 2. Gieb, daß ich thu' mit zu dir hinauf zu deinen Fleiß, was mir zu thun ge- Freuden; dem Leib ein bühret, wozu mich dein Be- Räumlein gönn bei ſeifehl in meinem Stande ner Eltern Grab, auf daß führet. Gieb, daß ich's thue er seine Ruh an ihrer bald, zu der Zeit, da ich soll, Seiten hab'. und wenn ich's thu', so gieb, daß es gerate wohl. 8. Wenn du die Toten wirst an jenem Tag 3. Hilf, daß ich rede erwecken, so thu auch deiStets, womit ich kann be- ne Hand zu meinem Grab stehen; laß kein unnüßlich ausstrecken; laß hören deiWort aus meinem Mun- ne Stimm, und meinen de gehen; und wenn in Leib weck auf, und führ meinem Amt ich reden soll ihn schön verklärt zum and muß, so gieb den auserwählten Haus. Worten Kraft und NachJohann Heermann. druck ohn Verdruß. 4. Findt sich Gefähr- Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich fingen. kchkeit, so laß mich nicht verzagen; gieb einen Hel- 804. Jeju, met= denmut, hilf ner Seelen Leben, Vom driflidhen Leben. Seben, mein höchster Schas ein Herz Gott ſo ergeund meines Herzens Sust, ben, daß Chrif Sinn es dir will ich mich, mein gang erfüllt, wenn sich der Gott, ergeben, ach ddmpfe Geii nach Chrifti Bil< du in mir den Sünden de, in Sicht und Recht wust. Ach nimm dich, Je- bat aufgericht, und unter fu, meiner Seelen an, und solchem Flaren Schilde jeige mir, jeig mir die durch alle falschen Höhen Lebensbahn. bricht. 2. Wenn mir die Welt 2. Was andern schön die Stricke leget, wenn und lieblich scheinet, ist sol Satan mich von dir will chem Herzen Kinderspiel; jiehen ab, wenn in mir was mancher für unschul sich was Böses reget, so dig meinet, ist solchem Herfet, o Gott, mein Licht zen schon zu viel. Warum? und fester Stab. Ach nimm Es gilt der Welt absagen, dich, Jesu, meiner See- hier heißt's, rührt kein Ünlen an, und zeige mir, jeig reines an; das Kleinod läßt mir die Lebensbahn. fich nicht erjagen, es sei Gott, du Licht denn alles abgethan. der frommen Herzen, vor 3. Die Himmelsfoft dir ist alles, alles sonnen- schmeckt viel zu süße dem klar; du zähleft ab der Herzen, das in Jesu lebt; Frommen Schmerzen, du die Braut bewahrt Haupt, hilfest deiner auserwählten Herz und Füße, und wo Schar. Ach nimm dich, ihr etwas noch anklebt, das Jesu, meiner Seelen an, zu dem Glanz der Welt und zeige mir, zeig mir die gehöret, das ist ihr lauter Lebensbahn. Höllenpein, und wo fie 3. 4. Ach sende, Herr, aus recht in Gott einkehret, deinem Throne Licht, Le- da macht sie sich von alben, Kraft und Gnade lem rein. deinem Kind. Hilf Isra- 4. Die Einfalt Chriftl elt, deinem Sohne, vergieb schließt die Seele vor als aus Gnaden alle meine lem Weltgetümmel zu; da Sünd. Ach nimm dich, sucht sie in der dunklen Jesu, meiner Seelen an, Hible, in Horeb, Gott und zeige mir, zeig mir die und ihre Ruh; wenn sich Lebensbahn. das Heuchelvolk in Lüften der Welt und ihrer Eitelfeit, auch wohl bei gutem Schein will brüften, fühlt jente Kampf und harten Streit. Heinrich Georg Neuß. Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. 805. füßer Stand, o felig Le- 5. Die Einfalt weiß von ben, das aus der wahren keiner Zierde, als die in Einfalt quillt, wenn sich Blute Chrifti liegt: de reike Vom chriftlichen Leben. 693 reine himmlische Begierde hat solche Thorheit schon Mel. O Gott, du frommer Gott, besiegt; an einem reinen Gotteskinde glänzt Got- 806. Bater, fieb, und rein; mich wie könnt es denn vom die Leidenschaft verwirret; eitlen Winde der Welt mich reizen Feind und Welt, noch eingenommen sein? mein Fleisch ist blind und 6. Von Sorgen, Not, irret; drum sich mir durch and allen Plagen, damit den Geist des neuen Bundie Welt sich selbst an- des bei, und gieb, daß sicht, vom Neid, damit sich Chrifti Bild in meiner andre tragen, weiß Christi Seelen ſei. Sinn und Einfalt nicht; den Schaß, den sie im Herzen heget, behält sie wider allen Neid; ist jemand, der Lust dazu traget, das macht ihr lauter Feind. Reiß auch das Herzensfreud. 2. Laß meine Liebe nicht auf schnöden Körpern stehen, und sie allein auf dich und meinen Nächsten gehen; ja wenn er auch mein Geld aus mir, damit ich, 7. O schönes Bild, was mir lieb, nicht lieb' ein Herz zu schauen, das als nur in dir. sich mit Chrifti Einfalt schmückt! Geht hin, ihr thörichten 3. Laß mich kein eitel Ding auf dieser Welt beJungfrauen, gehren; gieb mir auch Maß im Trank, in dem, was mich soll nähren, was mich bekleiden soll, was mich bei Ehren hält; damit ich nichts begehr', als dich auf dieser Welt. 4. Laß meine Hoffnung nicht aus deinen Schran8. Ach Jesu, drücke ken gehen; nicht hoffent, meinem Herzen den Sinn daß ich könn' ohn dich durch der lautern Einfalt ein; mich bestehen; nicht auf reiß aus, ob schon mit tau- des Glückes Gunst, noch send Schmerzen, der Welt meiner Feinde Tod, und ihr Wesen, Land und was ich hoffen soll, ſei Schein; des alten Dra- deine Gnad, o Gott. chen Bild und Zeichen trag' ich nicht mehr, drum laß mich nur der Einfalt Zier und Schmuck erreichen, das ist die neue Kreatur. Joh. 3of. Winkler. harrt nur, bis euch die Nacht berückt. Was sind die Lampen sonder Dele? Schein ohn Einfalt und Christi Sinn. Sucht doch was beßres für die Seele, und gebt der Welt das Ihre hin. 5. Laß mich nicht freudig sein, bloß aus Natur getrieben, nicht in dem Glück allein, nicht, wenn mich andre lieben, nicht in der Rache Grimm, nicht bei Gewinn und Spiel: nur 694 Vom chriftlichen Leben. nur deine Gnad allein jei mein Zorn allein mit meiner Freude Ziel. Glimpf zur Begrung für. 6. 2a feinen Dag in 11. Bag, was ju achten mich, wenn mich die Feinde ift, mich deinethalben achfränken; wenn mich die ten; was ich verachten soll, Strafe foll bin auf das nicht voller Stolz betrachGute lenfen; viel minder ten. Lag auch in Demut bloß durch Neid, bei an mich nicht achten, was ich drez Glück und Höh, und sei, und mach mich endlich gieb, daß all mein Haß gar von allen Laftern frei. nur auf die Sünde geh'. 12. Birst du mir aus, 7. Laß mich, in dir ge- o here, so belfen überfärft, des Kreuzes East winden, so wird in mir nicht fliehen; wenn man sich nichts von groben mich lehren will, mich Sünden finden. Füll mich nicht der Zucht entziehen. durch deinen Sohn so vol Gieb, daß ich sieh' die ler Geistes an, daß ich im Welt, Geschwaß und Mü- Glauben dir gleichförmig Figsein; und das, was dienen kann. fleucht vor dir, das laß mich fliehn allein. Christian Knorr v. Rosenroth, 8. Bejahm in mir die Furcht, wenn was will Mel. Alle Menschen müſsen sterben. böse scheinen, wenn mir 807. Schaffet, ba der Tod, der Schmerz, ihr felig Gefahr, Verlust des Mei- werdet, ihr, die ihr wollt nen und sonst dergleichen selig sein, euch zwar chriftdroht; und laß mich sor- lich hier geberdet, doch dagenfrei, daß nichts als dei- von tragt bloßen Schein. ne Furcht, in meinem Her- Denket, wenn der Herr zen sei. wird kommen, hier zu richten Bos'und Frommen, daß ihr schafft mit Furcht allein, wie ihr möget felig sein. 2. Schafft mit großer Furcht und Zittern, o thr 9. Laß mich durch Traurigkeit den Kopf nicht niederhänken, wie andre von Natur und sonst in Not sich fränken: mein Trauern sei um dies, daß ich Sünder allzumal, wenn dich je betrübt, und daß der jüngste Tag wird witnicht bei mir ist mein Je- tern, daß ihr dann der sus, der mich liebt. Höllenqual mit erfreuter 10. Auf die, so mehr als Seel entgehet, nicht zur ich, laß mich nicht zornig Linken Jesu stehet; schafft werden; auch auf die Glei- mit Furcht hier insgemein, chen nicht verstellen die Ge- daß ihr dann mögt selig berden; auch nicht, wenn sein. Unfall kommt, und dem, 3. Schaffet, daß ihr der unter mir, dem geh' selig werdet, traut nicht euren Vom christlichen Leben. 695 eurem Fleisch und Blut,| O teure Seelen, werdet das sich heilig hier ge- klug, und folget doch des berdet, und thut euch doch Geistes Zug. Wachet! nimmer gut; flieht das falscheChristenleben, bleibt an Jesu Leben kleben; dem folgt, schafft hier insgemein, daß ihr möget felig sein. 4. Wachet! denn die alte Schlange sucht Tag und Nacht mit Macht und Lift die Menschen in ihr Neh zu fangen, weil wenig Zeit vorhanden ist. Ergreifet doch des Glaubens Schild, und wisset, daß nicht schlafen gilt. Wachet! 4. O Herr, der du durch dein Leiden uns von Sünd erlöset hast, laß uns nicht sein abgescheiden von dir, 5. Wachet! eh die ToAnker, Steur und Mast. desstunde das unvermerkWir zwar fleben stets an te Ziel erreicht; ihr seht Sünden; aber laß uns ia, wie der Tod GesunGnade finden: deine treue de sowohl als Kranke hinLieb allein schaffe, daß terschleicht. Der letzte wir selig sein. Stoß ist ungewiß. Ach werte Christen, merket dies. Wachet! In eigener Melodie. 808. Machet auf, 6. Wachet! daß ihr euch ihr fau- bereitet auf ienen großen len Christen, bedenket, daß Tag des Herrn; denn wie euch Gottes Gnad vom uns Gottes Wort bedeutiefsten Schlaf der Sün- tet, so ist derselbe nicht denlüfte zum Leben auf- mehr fern. Ach schicket erwecket hat. Berlasset euch, vielleicht kommt doch die finstre Gruft, beut der erste Tag der und höret, wenn euch Je- Ewigkeit. Wachet! sus ruft: Wachet! 7. Wachet! Jesus hat's 2. Wachet! denn die geboten, ach folget feiSündennächte entwei- ner Wächterstimm. Was chen vor dem hellen Licht, schlafet ihr doch wie die das Gott dem menschli- Toten? Ermuntert euch, chen Geschlechte im Wort und kehret üm; bedenket und Herzen aufgericht. doch, was euch behagt, Ach wandelt doch in sol- und was Gott chem Schein, sonst könnt ihr feine Christen sein. Wachet! mir und allen sagt: Wachet! Ludwig Andreas Gotter. Mel. Aus tiefer Not schrei' ich zu dir. 3. Wachet! Ift der Geift schon willig, so ist das Fleisch doch gar zu schwach; drum folgen wahre Chriflen billig dem Geist und Erdenkloß so sehr mit nicht dem Fleische nach. Hoffart prangen! 809. Was will du armer Dein Elend 696 Vom chriftlichen Leben. Elend ist zu viel und zu gut ergangen; des Men= groß, du bist in Sünd schen Seel, so teur und empfangen, mit Weh ge- wert, hat diese Gnad emboren auf die Welt, Web pfangen: die ist ein solch dein ganz Leben überfällt, teur Pfand und Gut, das mit Weh mußt du von ohne seines Sohnes Blut dannen. nicht konnt' erlöset werden. 2. Was zierest du den 7. Ist deine Seel so hoch Leib, das Haus, drin al- vor Gott, wie kannst du les Siechtum stecket, und sie denn hassen, und wagen füllest ihn so zärtlich aus hin, als wår es Kot, den mit dem, was ihm wohl man findt auf der Gassen? schmecket? Weißt du denn Gedenk, daß Gottes liebnicht, nach wenig Tag daß ster Sohn gestiegen vont er muß sterben mit Weh- des Himmels Thron, fie Flag, und ihn die Wür- hat vom Tod errettet. mer freffen? 8. Denn als er sie aus 3. Vielmehr die edle schwerer Schuld vom TeuSeele zier mit Buß und fel fand gebunden, und sie guten Werken; das Him- verdammet werden sollt melsbrot ihr sehe für, da- zur Höllen alle Stunden, durch sie sich kann stärken. vor Jammer ihm zerbrach Denn sie ist's, die ohn sein Herz, er weinte über allen Tod im Himmel ihren Schmerz, davon sie schweben soll vor Gott selbst nichts wußte. und allen heilgen Engeln. 9. Ja, was noch mehr, 4. Warum pflegst du des so ließ er sich um ihretFleisches wohl, und läßt die willen töten, errettet fie Seel verschmachten? It's ganz kräftiglich aus allen recht, daß man die Magd ihren Nöten. Sein Blutjetzt soll mehr als die Frau schweiß war das Lösegeld, selbst achten? Der Geist das er, der Heiland aller führt sonst das Regiment, Welt, für sie baar aus bei dir ift solches umge- gejablet. wendt, das Fleisch den Geist regieret. 10. An dieses Opfer denke recht, das für dich 5. Gott selbst, der gro- ist gegeben; die Seele Be Herr und Held, des schake nicht so schlecht, Menschen Seel hoch schät- thu Gott nicht widerzet, und sie weit über alle streben; schau doch, wie Welt und alle Himmel set- sehr war sie verwundt, zet. Denn für wen hat er da sie sonst nichtes heilen seinen Sohn, sein' höchste kunnt, als Christi Blut Zierde, Freud und Kron, und Striemen. ins Kreuzes Pein gegeben? 11. Wenn sie der Satan 6.Traun, nicht demhim- nicht zu Grund, der alles mel, nicht der Erd ist dies Unglück stiftet, durch List mit Vom chriftlichen Leben. 697 mit seinem Lügenmund bis der drgste Feind ist unser auf den Tod vergiftet, so Fleisch und Blut. hatte Gottes Sohn den 3. Man kann so manche Tod und so viel Marter, Sünd unwissentlich beHohn und Spott am gehen, vor Gott kommt Kreuz nicht dürfen lei- der Gedank gleich einem den. Werk zu stehen. Ein einzig råudig Schaf verdirbt den ganzen Stall. Wer steht, der sehe zu, daß er 12. Darum, o Mensch, verachte nicht das groß' und schwere Leiden, das er für dich hat selbst verricht, nicht plößlich fall'. thu alle Bosheit meiden. 4. Jhr sollet, faget Gott, Schau doch, wie sich so wie ich bin, heilig leben, treulich hat des Sohnes mir eure Seele ganz, Gottes Majestät in Not dein angenommen. nicht halb geteilet geben; vom Adel und Gewalt hab' ich nicht viel erwählt; viel Herr- Herrsager sind der Höllen zugezählt. 13. Hilf, Gott, daß ich mein Leben lang dies alles recht bedenke; für deine Treu dir Lob und Dank 5. Und wird ein Fromin tiefster Demut schenke: mer schlimm, so soll ihm daß ich von Sünden trete das nichts dienen, daß er ab, mein Herz bei dir im vor solcher Zeit rechtschaf Himmel hab', nach meinem fen gut geschienen. Der Heil stets trachte. Knecht, der es nicht thut, den Willen aber weiß, macht fich vervielte Schläg' durch Mel. O Gott, du from- seiner Bosheit Fleiß. mer Gott, Johann Heermann. 6. Ein einzger Apfelbig 810. Welch eine konnt' uns so heftig ſchaSorg den, Furcht soll nicht bei Christen wachen, und sie behutsamlich und wohl bedächtig machen. Mit Furcht und Zittern, heißt's, schafft eurer Seelen Heil. Wenn kaum der Fromme 7. Man hat genug zu bleibt, wie denn der sünd- thun, die einzge Seel ju ge Teil? fich selbst in Gottes Zorne baden: ein Bruch an deiner Tauf spricht dir den Meineid zu; vielleicht kommt Tod und Erd in diesem Blick und Nu. retten; wer noch viel anders hat, wie kann er das vertreten? Je größer Amt und Gut und Pfund und Gaben sein, je größre Rechenschaft bild' man sich kecklich ein. 8. Die ganze erste Welt 30 mußt' 2. Der Satan geht umher und suchet zu verschlingen, legt tausend Nek' und Strick in unvermerkten Dingen; die Welt ist toll, verführt, und bindt ihr selbst die Rut, ja gar 698 Vom christlichen Leben. mußt'jämmerlich vergehen; Glauben scherzen; thu alacht Seelen sind allein vor len Kikel weg, Trägheit, Gott gerecht ersehen. Vermessenheit, VerstofNicht zehn Gerechte sind kung, Heuchelei, Bosheit, in Sodoms Nachbarschaft. Unheiligkeit. Des Samens vierter Teil geht nur in Frucht und Kraft. 14. Hilf fiegen über das, was du schon überwunden; zerstör des Teu9. Es sind nur etliche in fels Reich, laß ihn bald Kanaan gegangen. Auch sein gebunden, daß wit aus den Zwölfen selbst ist mit Fleiß und Sorg verJudas aufgehangen; der leugnen, widerstehn, anZehnte dankte nur, daß er halten mit Gebet, entflievom Aussak rein. Ach hen und entgehn. möchten fünf doch flug, 15. Verleih Geduld und und fünf nur thöricht sein. Trost im Kampfen und im 10. Des Richters 3u- Ringen; sorgfältge Wach kunft wird gleich einem samkeit laß mit Bestand Blizz geschehen; was un- durchdringen; laß uns in rein und gemein, darf nicht beilger Furcht und in Bein Himmel gehen; es fühlt reitschaft stehn, daß wir die lebte Plag Egyptens mit Freudigkeit vor deinen erstes Kind; es wird fast Augen gehn. kein Haus sein, da nicht Verdammte find. str Johann Reinhard Hedinger. 11. Herr Gott, so oft ich dies nach aller Lång bedenke, so schneidet Angst 811. Mobl dem, der und Furcht durch Aldern Mel. Herr Jefu Chrift, dich zu uns wend. in und Gelenke, so schauert Furcht steht, und auch mir die Haut, so gellt auf seinem Wege geht. und klingt das Obr, so Dein eigen hand dich nåhbebet Mund und Herz, und ren soll; fo lebst du recht hebet sich empor. und geht dir wohl. 2. Dein Weib wird in dein'm Hause sein wie ein Reben voll Trauben fein, und dein' Kinder um deinen Tisch wie Delpflanzen gesund und frisch. 3. Sieh, so reich Gegen hangt dem an, wo in Gotttes Furcht lebt ein Mann; von ihm läßt der alt Fluch und Zorn, den Menschen12. Ich lebe zwar getroft durch Glauben, Lieb und Hoffen, und weiß, daß deine Gnad noch allen Menschen offen, und deine Lieb und Treu mich tröstet und erhält; doch fleh' ich desto mehr für mich und alle Welt. 13. Senk deine wahre Furcht in aller Menschen Herzen; laß niemand mit kindern angeborn. der Buß und wahrem 4. Aus Zion wird Gott jeg= Vom chriftlichen Leben. 699 ſegnen dich, daß du wirst zeit sehr boch und wert schauen stetiglich das Glück von ihm geacht. der Stadt Jerusalem, vor Gott in Gnaden angenehm. 4. Hat er doch seinen Sohn für dich dahin gegeben, weil du in Ewigkeit 5. Fristen wird er das in ihm sollst selig leben. Leben dein, und mit Güte Was hätt' er dies bestets bei dir sein, daß du durft? Er kam aus freier sehen wirst Kindeskind, und Wahl. Was lockte ihn daß Israel Friede find'. zu dir? Gar nichts nicht 6. Ehr sei dem Vater überall. und dem Sohn, samt 5. Nichts Gutes war heilgem Geist in einem in dir; hingegen war zu Thron, welchs ihm auch finden ein Strudel voller also sei bereit von nun Wut und eine Welt voll an bis in Ewigkeit! Sünden, ein gräuelvolles Meer, ein Pfuhl voll Höllenfot; in solcher Häßlichfeit lag deine Seele tot. D. Martin Luther 1-5. Mel. O Gott, du frommer Gott. 812. W Zoran fehlt's 6. Als ein verworfen Kind lagst du in deinem immer mehr, Blute; nicht eine Kreatur mein Herze, daß du blei- that etwas dir zu gute; best nur immer schwach die arme Seele trug des und krank, und fort dein Teufels Larv an sich, dein Klagen treibest? Wer ist Zustand durch und durch denn Schuld daran? war gar zu jammerlich. 7. Da kam der Seelenfreund, und nahm sich in Genaden des armen Menschen an. Er heilte dei2. Un Gott fehlt's kein- nen Schaden mit seinem mal nicht, denn er ist teuren Blut, und daß er selbst die Liebe; sein Herz völlig dich mit Gott verist allzeit voll der süßen einigte, nahm er dein Liebestriebe, dem Men- Fleisch an sich. schen Guts zu thun. Sein 8. Und was hat wohl Wille bleiber fest, sich das Herz des Vaters so mitzuteilen dem, der ihn bewogen, daß er so vielnur wirken läßt. mal dich durch seinen 3. Gott ist der Ursprung Geist gezogen? Drum selbst der teuren men- liegt es nicht an Gott, ſchenseelen: wie sollt' er der es gar treulich meint: sich denn wohl vor ihnen du bist dir heimlich selbst so verhehlen, und seine der allerårgste Feind. Kraft entziehn? Was er 9. Ach ja, mein treuer hervorgebracht, wird alle Gott, du bleibest der 30* SeGeh in den innern Grund. Durch rechtes Forschen wird die Ursach endlich kund. 700 Von der Kenschheit. Gerechte, auch wenn dich Wille sei allein und allerichten will das sündliche zeit mein Zweck.sblust Geschlechte. Du hast mich 12. Bollbringe, Herr jederzeit gesucht in dich dein Werk, das du haft zu ziehn; ich aber nur angefangen. Laß mich gesucht, dein Gnadenwerk durch deinen Geist einmal zu fliehn. longonts dahin gelangen, wohin 10. Nun, Herr, er dein Wort mich weist, forsche mich, und sich auf daß ich zur Reinigkeit, die meine Wege, und wende deinem Volk gebührt, gemeinen Fuß vom falschen lang' in dieser Zeit. Heuchelftege; du, Herr, 13. So wird mein Leib erkennest mich, erleuchte und Seel und Geist in meinen Sinn, weil ich dir fich freuen, und tåge noch gar zu blind in dei lich deinen Ruhm und nen Wegen bin.prchas süßes Lob erneuen. Wohl 11. Der Seelen Auge mir! wird sein mein laß in mir einfältig wer- Wort; Gott hat viel den, daß es nicht mehr Gnad erzeigt, sein Ruhm zugleich fich richte nach erstrecke sich, so weit der der Erden und nach dem Himmel reicht.bunun Himmel zu; nimm alle Chriftian Jacob Koitschi Schalkheit weg; dein hisle VII. Von der Keuschheit.d Mel. Wenn wir in höch 4. Und mache dann mein ften Nöten sein. Herz zugleich an Himmels 813.* in reines gut und Segen reich; gieb Weisheit, Stärke, Rat, Verstand aus deiner milden Gnadenhand. mnes Herz, Herr, schaff in mir, schleuß zu der Sünde Thor und Thur; vertreibe fie, und 5. So will ich deines schaffe du, daß sie vor Namens Ruhm ausbreiten meiner Thür nicht ruh als dein Eigentum, und 2. Dir öffn' ich, Jesu, nur dies achten für Ges meine Thür, ach fomm winn, wenn ich dir nur und wohne du bei mir; ergeben bin. 2 sdnb treib all Unreinigkeit hins Heinrich Georg Neuß. aus aus deinem Tempel and Idugy hell and so und Wohnhaus.sd Mel. Du, o schönes Welt3. Laß deines guten gebäude, nofisd Geiftes Licht und dein 814, Stju, boch von bellglänzend Angesicht erleuchten mein Herz und Adel, unbeflecktes Got Gemüt, o Brunnen un- teslamm, züchtig, heilig, erschöpfter Gut. d bohne Tadel, du mein reis ner Von der Keuschheit. 701 ner Bräutigam, o du Krone Gnadenthron; laß doch keuscher Jugend, du Lieb- sein zurück gebeten den haber reiner Tugend, ach hierdurch verdienten Lohn. entziehe mir doch nicht dein Soll es nach dem Rechte boldseligs Angesichts gehen, o so it's um mich geschehen; dein für mich vergoßines Blut sei für diese Wunden gut. 2. Darf ich dir in Wehmut flagen meinen tiefen Jammerstand? Ach ich scham' mich's fast zu sa- 17. Sollen nur dein Antgen; doch dir ist es schon litz schauen, die von Herbekannt, wie mein ganzes zen keusch und rein: o so Herz beflecket und ganz werden ja mit Grauen voll von Unflat flecket. finken bin in Höllenvein, Dieser Greuel, dieses Gift die aus unverschämten mich von Mutterleibetrifft. Herzen ihre Reinigkeit 3. Ach es ist mir ange verscherzen. Drum, Herr boren nichts als nur Un- Jesu, steb mir bei, mach reinigkeit; aber du bist aus- mich dieser Bande frei. erkoren, unbeſudelt ist dein 8. Ich kann auch nicht Kleid. An Maria, der züchtig leben, wenn dein Jungfrauen, läßt fich Gnaden Ueberfluß mir's nichts Unreines schauen; nicht wird von oben gedenn wenn sie gleich ben, o drum fall' ich die schwanger heißt, in es zu Fuß; du wollst ein rein doch vom beilgen Geiſt. Herze schaffen, mich an4. Was in mir mit verdorben, hat der reinen Waffen. Ach mein Heil, Keuschheit Ruhm deiner verstoß mich nicht weg Menschheit mir erworben, von deinem Angesicht. ter Glaube mich vom Unflat mache rein, und dein weil du bist mein Eigen- 9. Gieb, daß unverfälschtum. D du unbeflecktes Wesen, laß mich doch durch dich genesen; mehr als Geist, die reine Taube, engelreines Lamm, tilge nehm' mein Herz zur Wohmeinen Sündenschlamm. nung ein. Laß mich stets in 5. Hat was Böses an- Buße kämpfen, und die bbgestiftet dieser Abgrund sen Lüste dämpfen; auch schnöder Lust, und mir die neue Kreatur zeige mir Leib und Seel vergiftet, die Keuschheitsspur. di wie dir alles wohl bewußt, 10. Hilf, daß Satan weil Begierden und Ge- nicht besize mich, als sein berden leichtlich angeflam- unreines Haus, noch mit met werden, wo der reine seiner Glut erhite; floß Gottesgeist nicht im Her- ihn völlig von mir aus, zen Meister heißt: daß er nicht den Leib anstecke, Geist und Seele nicht beflecke: halt von seiner 6. O so wollst du mich vertreten, mein geneigter 702 Von der Keuschheit. seiner Teufelei mir auch Schar, wie auch von undie Gedanken frei. reinen Heiden; sehe du mich 11. Alle schnöde Un- ganz und gar dir zum fe= zuchtsflammen hilf durch sten Pfand und Siegel, deine Gotteskraft in mir sei mir ein verwahrter tilgen und verdammen: Riegel; laß mich, als dein gieb, was Zucht und Ehre Liebesschrein, feinem als schafft. Meine Lenden, dir offen sein. meine Nieren laß den 16. Mach in keuscher Gurt der Keuschheit zie- Glaubenstreue mich dir ren; reiner Zweig aus gänzlich angenehm, daß Davids Stamm, sei al- mich nicht als Kot aus= lein mein Bräutigam. spete dort dein neu Je12. Fasse mich mit dei- rusalem. Diese Thore, ner Liebe, und vermähle diese Gassen können nichts Wer dich mit mir; laß mein Unreines fassen. Herz mit keuschem Triebe den Palast will besehn, sein erfüllet für und für; der muß weiß gekleidet meine Sinnen und Ge- gehn. danken halte fiets in Zucht 17. Hilf, daß ich dir mög' und Schranken; deine Feu- anhangen als ein Geist, sche Liebesglut ist stets ein Herz, ein Leib; auch vor Verführung gut. ganz innig dich umfangen, und dir stets vereinigt bleib': ja recht brünstig dir nach13. Hilf, daß ich an deinem Leibe, o mein auserwähltes Licht, stets ein laufe, weil schon in der reines Glied verbleibe; heilgen Taufe du zu wahach verhite, daß ich nicht rer Heiligkeit mich gewas durch verführische Geschen und geweiht. berden mög' ein Glied des 18. Weil du meinen Satans werden. Laß mich Leib willst ehren, daß er sein ein rein Gefäß, dei- dir ein Tempel sei, und ner Herrlichkeit gemäß. den gänzlich willst verhee14. Mache mich zur ren, der denselben bricht faubern Hütte, da du stets entzwei: ſo set, was gehst aus und ein, und du geehret, nie durch Unhilf, daß ich nicht ver- keuschheit zerstöret. Alles, schütte deiner Gaben alles bleibe rein, was dir Glanz und Schein. Laß soll ein Tempel sein. mich das ja nicht verlie- 19. Nun, mein Liebster, ren, womit du mich wollen der du weidest unter Rosen zieren; laß mich, dir zum reiner Zucht, keine WolPreis allein, dein ver- lustnesseln leideft, dein schloßner Garten sein. Kuß reine Lippen sucht: du 15. Laß mich Zucht sollst stets vor andern alund Keuschheit scheiden len meinen Augen wohlvon unsaubrer Geister gefallen. Laß denn auch bel Von der Keuschheit. 703 bei mir nicht ein, was dir frommen Schare verdrießkonnte widrig sein. lich sei und schade. 20. Du hast dich mit 3. Bewahr, o Vater, mir vermählet, dein Geist mein Gehör auf dieser ist mein Unterpfand; auch schudden Erde vor allem, ich habe dich erwählet, und dadurch deine Ehr und mit Herzen, Mund und Reich beschimpfet werde. Hand meine Treue dir ge- Laß mich der Låstrer Gall schworen; dich allein hab' und Gift ja nimmermehr ich erforen; es wiff alle berühren; denn wen ein Kreatur: Jesum, Jesum solcher Unflat trifft, den lieb' ich nur. pflegt er zu verführen, auch wohl gar umzukehren. 21. Keuscher Jesu, hoch von Adel, unbeflecktes Gotteslamm, züchtig, heilig, ohne Tadel, du mein reiner Brautigam, o du Krone keuscher Jugend, du Liebhaber reiner Tugend, laß mein End und Anfang sein: Jesum lieb' ich ganz allein. 4. Regiere meiner Augen Licht, daß sie nicht Arges treiben. Ein unverschämtes Angesicht laß ferne von mir bleiben; was ehrbar ist, was Zucht erhält, wonach die Englein trachten, was die beliebt und wohlgefällt, das laß auch mich hoch achten, all Heppigkeit verlachen. Jacob Baumgarten. Mel. Es woll' uns Gott genädig sein. 5. Gieb, daß ich mich nicht laffe ein zum Schlemmen und zum Prassen; laß deine Lust mein eigen ſein, edler Fürst und Vater die andre fliehn und hassen. meines Lebens, wo du Die Luft, die unser Fleisch mein Leben nicht regierst, ergibt, die zeucht uns nach so leb' ich hier vergebens, der Höllen, und was die ja, ich bin auch lebendig Welt für Freude schätzt, tot, der Sünden ganz er- pflegt Seel und Geist zu fälgeben. Wer sich wälzt in len und ewiglich zu quälen. dem Sündenkot, der hat das rechte Leben noch niemals recht gesehen. 6. selig ist, der stets sich nährt mit Himmelsspeis und Tränken, der 2. Darum so wende dei- nichts mehr schmeckt, nichts ne Gnad zu deinem armen sieht und hört, auch nichts Kinde, und gieb mir all- begehrt zu denken, als nur, jeit guten Rat, zu mei- was zu dem Leben bringt, den Schand und Sünde. da man bei Gotte lebet, Behute meines Mundes und bei der Schar, die Thür, daß mir ja nicht fröhlich fingt, und in der entfahre ein solches Wort, Wollust schwebet, die keine dadurch ich dir und deiner Zeit aufhebet. Paul Gerhardt. VIII. Bon 815. Gott, mein Schöpfer, LA 704 Von der brüderlichen Liebe. VIII. Von der brüderlichen Liebe. son and dig derfahren, was du, Herr, Mel. Du, o schönes Welt- zur Straf und Laft denen, nisngebäude, mu die mit falschen Waren 816. Yesu, allerlieb- handeln, angedräuet hast, der's am besten mit mir scheuen, und als Unflat meint, du mein Anker, von dir speien aller HeuchMaft und Ruder, und ler falschen Mut, der Guts mein treuster Herzens- vorgiebt und nicht thut. freund, der du, ehe was 6. Gieb mir ein bestångeboren, dir das Men- digs Herze gegen alle meine schenvolk erkoren, auch Freund auch dann, wenn mich armen Erdengast dir mit Kreuz und Schmerze zur Lieb ersehen hast. fie von dir beleget feind, 2. Du bist ohne Falsch daß ich mich nicht ihrer und Tücke, dein Herz weiß schäme, sondern mich nach von keiner Lift; aber wenn dir bequeme, der du, da ich nur erblicke, was hier wir arm und bloß, uns auf der Erden ist, find' ich gesetzt in deinen Schoß. alles voller Lügen: wer am 7.Gieb mir auch nach deibesten kann betrügen, wer nem Willen einen Freund, am schönsten heucheln kann, in dessen Treu ich mein ist der allerbeste mann. Herze möge stillen, da mein 3. Ach wie untreu und Mund sich ohne Scheu verlogen ist die Liebe die öffnen und erklären möge, ser Welt! Ift fie iemand da ich alles abelege, nach wohl gewogen, währt's dem Maße, das mir gnügt, nicht länger als sein Geld. was mir auf dem Herzen Wenn das Glück uns fügt liegt. und grünet, sind wir schön 8. Laß mich Davids und hübsch bedienet; kommt Glück erleben, gieb mir ein wenig Ungestům, kehrt einen Jonathan, der mir sich alle Freundschaft um. sein Herz möge geben, der 4. Treib, Herr, von mir, auch, wenn nun jedermann und verhüte solchen un- mir nichts Gutes mehr will beständgen Sinn. Hätt' gönnen, sich nicht lasse von ich aber mein Gemüte, mir trennen, sondern fefi weil ich auch ein Mensche in Wohl und Weh als ein bin, schon mit diesem Kot Felsen bei mir steh. besprenget und der Falsch- 9. Herr, ich bitte dich, heit nachgehänget: so er- erwähle mir aus aller Menkenn ich meine Schuld, schen Meng eine fromme, bitt' um Gnad und um heilge Seele, die an dir Geduld. fein kleb' und hang'; auch 5. Laß mir ja nicht wi- nach deinem Sinn und Geifte Von der brüderlichen Liebe. 705 Geifte mir stets Trost und dir's wohlgefallen, bleib Hülfe leiste, Troft, der in mein Freund bis in mein der Not besteht, Hülfe, Grab; bleib mein Freund, die von Herzen geht. und unter allen meint getreuster, stårkster Stab. Wenn du dich mir wirft verbinden, wird sich schon ein Herze finden, das, durch deinen Geist gerührt, mir was Gutes gönnen wird. Paul Gerhardt. 10. Wenn die Zung und Mund nur liebet, ist die Liebe schlecht bestellt; wer mir gute Worte giebet, und den Haß im Herzen hält, wer nur seinen Kuchen schmieret, undwenn's Bienlein nicht mehr führet, alsdann gehet nach der Thür, In eigener Melodie. ei der bleibe fern von mir. 817. hr Kinder 11. Hab' ich Schwachheit und Gebrechen, Herr, sten, wie steht's uni die fo lenke meinen Freund, Liebe? Wie folgt man dem mich in Güte zu besprechen wahren Vereinigungstrieund nicht als ein Löw und be? Bleibt ihr auch im Feind. Wer mich freund- Bande der Einigkeit stehnz lich weiß zu schlagen, ist ft keine Zertrennung der als der in Freudentagen Geister geschehn? reichlich auf mein Haupt mir geußt Balsam, der am Jordan fleußt. Der Bater im Himmel fann Herzen erkennen, wir durfen uns Brüder ohn Liebe nicht nennen, die Flamme des Höchfien muß lichterlob brennen.:: 12. O wie groß ist meine Habe, o wie köstlich ist mein Gut, Jesu, wenn mit dieser Gabe dein' Hand met- 2. So bald wir von oben nen Willen thut, daß mich aufs neue geboren, so sind meines Freundes Treue wir von Christo zu Bruund beständigs Herz er- dern erforen. Ein Bater, freue. Wer dich fürchtet, ein Glaube, ein Geist, eine liebt und ehrt, dem ist Tauf, ein voller zum Himsolch ein Schatz beschert. mel gerichteter Lauf kann 13. Gute Freunde sind wie Stäbe, da der Menschen Gang fich hält, daß der schwache Fuß sich bebe, wenn der Leib zu Boden fällt. Wehe dem, der nicht zum Frommen sol- 3. Die Mutter, die droches Stabes weiß zu kom- ben ist, hält uns zusammen; der hat einen schwe- men, und schickt uns ren Lauf: wenn er fällt, herunter die himmliſches wer hilft ihm auf? Flammen. Kein Unter14. Nun, Herr, laß schied findet hier einige Statt, unsereHerzen vollkimmlich verbinden; wir können nichts anders als Süßigfeit finden; Verdacht, Neid und Aergernis müssen verschwinden.:: 30** 706 Von der brüderlichen Liebe. Statt, weil Demut die Ein Glied fühlt und leiHerzen vereiniget hat. Wo det des andern Verder= Eigenheit, Zank und Haß ben.:: können regieren, da kann 7. Ach laßt uns einander man den Funken der Liebe erinnern nnd führen, daß nicht spüren, noch in den wir nicht die Krone des Chor englischer Thronen Lebens verlieren. Wenn ihn führen.: Babel nun trunken wird 4. Die Zionsgesellschaft von Zions Blut, so stehn verläßt die Verwandten, wir vereinigt auf unserer jetzt Brüder am höchsten Hut. Das Schreien der vor allen Bekannten. Wer Kinder wird wahrlich ernoch ist bezaubert vom höret, durch völlige EinLieben der Welt, und sich tracht wird Babel zerstöret. in der Falschheit zum Wer ist, der verbundenen Bruder verstellt, den fann Geistern was wehret?:: fie unmöglich zum Bru- 8. Drum laffet uns lieder annehmen, er mußt' ben und freuen von Herzen, sich denn völlig zur Buße versüßen einander die leibequement. Sie darf sich denden Schmerzen; dringt des redlichen Sinnes nicht kräftig, ihr Geister, in Eischamen.:,: nes hinein, vermehret die 5. Seht aber, wie selig Strahlen vom göttlichen wir haben erwählet, die wir Schein. Das läffet der Vasind zum Segen der Brü- ter ihm herzlich gefallen; der gezählet, wir sind die im Loben kann auch sein erkaufete feligste Schar. Ruhm herrlich erschallen, Ach lobet den Vater; denn wenn Kinder vor Liebe furt: er ist's gar. Singt entzündet nur lallen.: ihm mit vereinigtem Her- 9. In jener Welt wird zen und Munde, ohn Lo- es noch besser bergehen, ben und Lieben vergeh' kei- da wird vor dem Vater ne Stunde. Wir stehn vor die Brüderschaft stehen dem Herren als einer im im heiligsten Feuer, in seBunde.:: ligster Brunst, die ziehet 6. Was ich bin, mein zusammen des Königes Bruder, das bist du auch Gunst. Ach schließt in worden, wir sind an dem einander die Herzen und himmlischen Erbe Con- Hände, und bittet, daß forten. Ein ieder für alle Zion er Hülfe bald sende; zum Vaterland dringt, so kennet die Liebe nicht die Kirche nach Einem Anfang noch Ende.: stets kämpfet unb ringt. Wir müssen bereit sein, Christian Andreas Bernstein. für Brüder zu sterben, In eigener Melodie. wie Jesus uns auch so 818. Mein Knig gemacht hat zu Erben. schreib mir Von der brüderlichen Liebe. 707 mir dein Geseß ins Herz, die Eigenheit erbärmlich daß meinen Geist ergöt leiden muß. der königliche Trieb: zund 7. Es spielt der Unmir das sanfte Feuer an, schuld Lauterkeit, wenn und führ mich auf der im bekrönten Liebesstreit Freude Bahn durch engel- die muntern Geister stehn, gleiche Lieb. und außer der Parteilichkeit, von Meinungen und Zank befreit, zugleich ins Eine gehn. 2. Du schickt die Lieb vom Himmel her, sie macht sich aus dem Engelbeer auf dieses Erdenrund. Doch 8. Denn in der Einfaßt man dieses Kleinod tracht gleichem Lauf hakk nicht, bis uns das volle uns kein falscher Geift Licht unbricht, und macht ihr Wesen kund. nicht auf, die Luft wird nicht gestört, und was von oben ist entzündt auch seinen Ursprung wiederfindt, da wo es hingehört. 3. Dann wird der harte Sinn erst weich, geschmeidig und dem Wachse gleich, und schmilzt in heiBer Brunst. Die Hochmutsflügel fallen hin, es zeigt der recht gefinnte Sinn dem Bruder freie Gunft. 9. So schmeckt des Himmels süßen Kuß der Bruder, den der Liebe Gug von andern überschwemmt, wenn ihn ein tiefer Fried erquickt, und in das Paradies 4. Wie schöne sieht entzückt, wo nichts die das Wesen aus, wenn des Freude hemmt. betäubten Leibes Haus ein 10. Du Vater aller Lichholder Wirt bewohnt; ter du, laß diese ungemeida Liebe fiets den Scep- ne Rub nur allen sein ter führt, und dem, den gemein. Wir sehen nicht fie nach Wunsch re- die Seligkeit, die Liebe giert, mit Himmelsnektar wird dann recht bereit, lohnt. und ungetrennet sein. 5. Da lacht das frohe 11. Was föret Zion Angesicht, der Augen un- diesen Trost? Was binverfälschtes Licht das fun- dert für ein harter Frost felt von Begier, den der Knospen offne Blüt? Freund vollkommen Guts Wann bricht der liebe zu thun; die kann nicht Frühling an, der uns auf in dem Dienen ruhn, so selger Liebesbahn zu reibricht die Flamme für. fen Früchten zieht? 6. So sieht in Gottes 12. Das Vorspiel mus Herrlichkeit ein selger Geist gespielet sein der Liebe. jur Lieb bereit, besiegend die vollkommen rein in den Verdruß, den Wol- iener Welt regiert; o selust, Neid, Verdacht und lig, den ein starker Zug, Streit, Geiz, Hoffart und befreit vom Schein und Heuchel 708 Von der brüderlichen Liebe. Heucheltrug, zu diesem Schmack hinführt! 2. Aus ihrer Mannigfaltigkeit des Streits und 13. Der weiß zu sagen vieler Sprachen, dadurch von der Luft, die Gottes fie, in der Welt zerstreut, Liebsten ist bewust, kein sich von einander brachen, Bifam fehlt ihm nicht; hat fie dein guter Geist und seinem angenehmen geführt, und sie mit HerrMund ist zur Erquickung lichkeit geziert in Einigalle Stund ein Balsam keit des Glaubens. sugericht. 3. Ach sei doch auch zu 14. Der dringet ihm dieser Zeit uns, Vater, durch Mark und Bein. wieder gnädig, und mach Der muß ein rechter Aaron uns von dem falschen sein, wer so bei Brüdern Streit hinwieder frei und lebt, und aus dem Wer- ledig. Gieb, daß dein mut Zucker macht, ja nie häuflein für und für in aus falschen Augen lacht, einem Geiste diente dir, in und so in Frieden schwebt, deiner Liebe lebe. 15. Lieb, ich kenne 4. Ach schaue, wie des deine Gunst, o Gottheit Satans Lift sie jammergieb nur deine Brunst in lich zertrennet, wie sich's den erfrornen Geist, und im Zanken beißt und frist, laß ihn brennen für und im Unverstande brennet; für; dies Opfer sei ge- wie alles in Verwirrung heiligt dir, so deinen Wil- geht, da eins das andre len preist. nicht versteht, und sich unnötig zweiet. 16. Mein Name soll nur Liebe sein, die Sinnen 5, Ach Herr, hilf diemüssen stimmen ein, der sem Uebel ab, versammle Mund bekennt nur Lieb; deine Herde, daß unter die Hände wirken diese deines Wortes Stab fie nur, die Füße folgen die wieder einig werde; daß fer Spur: so herrscht das Band der Vollkomdes Königs Trieb. menheit, die Liebe, uns Gottfried Arnold. aus allem Streit in deiMel. Ach Gott, vom nem Geiste bringe. 354 Himmel sieh darein. 6. Wie schön und lieb819. Bater der lich sieht es aus, wenn Barmher- Brüder sind zusammen sigkeit, der du dir deine einträchtiglich in einem Herden gesammelt zur Haus, und stehn in LieApostel Zeit und herrlich besflammen; wenn sie im laffen werden, du haft Geist zusammen stehn, zu durch deines Geistes Kraft Gott in einem Sinne die große Schar der Hei- flehn, und halten an mit denschaft zu deinem Reich Beten. berufen. 7. Gleichwie der Balsam Von der brüderlichen Liebe. 709 sam edler Art, auf Aarons sich bin in der Welt nach Haupt gegossen, ins ganze seinem Sinn, denkt an Kleid von seinem Bart keinen andern nicht: wo fam niederwärts geflossen, bleibt da die Liebespflicht? und wie der Thau von Harmonim fällt auf Zions Gebirg herum, und alles Land erquicket: 7. Herr Jesu, Gottes Sohn, schau doch einst von deinem Chron, schaue die Zerstreuung an, die kein 8. Also fleust Gottes Mensche bessern kann. Geiftes Gnad von Christo 8. Sammle, großer zu uns nieder, auf die, so Menschenhirt, alles, was er erwählet hat, auf alle fich hat verwirrt; laß in feine Glieder; das ist die deinem Gnadenschein alles Frucht der Einigkeit, Heil, ganz vereinigt sein. Segen, Leben allezeit und alle Hpimmelsgüter. AI Heinrich Georg Neuß. 9. Geuß den Balsam deiner Kraft, der dem Herzen Leben schafft, tief in unser Herz hinein, strahl Mel. Nun komm, der in uns den Freudenschein. Heiden Heiland. 10. Bind zusammen 820 Sieb, wie lieb- Herz und Herz, laß uns lich und wie trennen keinen Schmerz. fein ist's, wenn Brüder Knüpfe selbst durch deine friedlich sein, wenn ihr Hand das geheiligt BruThun einträchtig ist, ohne derband. Falschheit, Trug und List. 11. So wie Bater, Sohn und Geist, drei und doch nur eines heißt, werd' vereinigt ganz und gar deine ganze Liebesschar. 2. Wie der edle Balsam fleußt, und sich von dem Haupt ergeußt, weil er von sehr guter Art, in des Narons ganzen Bart; 12. Was für Freude, 3. Der herabfleust in was für Luft wird uns da sein Kleid und erreget Lust nicht sein bewußt, was und Freud; wie befällt der sie wünschet und begehrt, Thau Hermon, auch die wird von Gott ihr selbst Berge zu Zion. 4. Denn daselbst verbeißt der Herr reichen Segen nach Begehr, und das Leben in der Zeit, und auch dort in Ewigkeit. gewährt. 13. Alles, was bisher verwundt, wird mit Lob aus einem Mund preisen Gottes Liebesmacht, wenn er alls in eins gebracht. 14. Kraft, Lob, Ehr und Herrlichkeit sei dem Höchsten allezeit, welcher, wie wird gespürt, der des an- er ist in ein, uns in ihm dern Herze rührt. läßt eines sein! -6. Jedermann lebt für 5. Aber ach wie ist die ieb so erloschen, daß kein Trieb mehr auf Erden Michael Müller. Mel. 710 Von der brüderlichen Liebe. 6. Die Liebe ist nicht stolz, die Liebe basset keinen, sucht ihren Nußen nicht, sie ratet den Ge 821. Wenn einer alle Kunst meinen; die Liebe fürnet und alle Weisheit hätte, nicht, die Lieb hilft jederwenn er mit Menschen- mann, und wendet Schaden und mit Engelzungen redte, hätt' aber sonst dabei der wahren Liebe nicht, so wäre doch vor Gott damit nichts ausgericht. Mel. O Golt, du from mer Gott, ab, wo sie nur immer kann. 7. Die Liebe ist betrübt, wenn unrecht wird gerichtet, und freuet sich, wenn 2. Er wäre wie ein Erz, man der Wahrheit fest beidas zwar sehr helle klin- pflichtet; die Liebe decket get, sonst aber keine Frucht auch des Nächsten Mängel und keinen Nuhen brin- zu, vertråget alles gern, get. Es war ein solcher und liebet Fried und Mensch ein solcher guter Ruh. Chrift, wie eine Schell, 8. Ohn Argwohn glauan der kein Geist noch Le- bet sie das Beste nur bent ist. von allen; sie hoffet Bes3. Wenn er weissagen serung, wenn jemand ift könnt', und hätte allen gefallen in Sünd und Glauben, daß er auch Missethat; hat sie gleich Wunderwerk an Bergen, keine Schuld, so leidet sie Blinden, Tauben erwies', dennoch, was möglich, mit und hätte doch der wah- Geduld. ren Liebe nicht, so wäre abermals damit nichts ausgericht. 9. Wenn dort die Wissenschaft einmal wird ganz aufhören, so wird die Liebe 4. Wenn einer auch sein doch fich fort und fort vers Hab und alles Gut den mehren; wenn Glaub und Armen hingåbe, aber es Hoffnung auch vergehet mit nicht thate aus Erbarmen; der Zeit, so bleibet doch wenn er sich brennen ließ', die Lieb in alle Ewigund hätte nicht dabei der Liebe: sag' ich's doch, daß er nichts müße fet. keit. 10. Herr Jesu, der du bist ein Vorbild wahrer 5. Die Lieb ist sanft- Liebe, verleihe, daß auch mutsvoll, langmütig und ich am nächsten Liebe übe; gelinde, sehr freundlich je- gieb, daß ich allezeit von dermann, stets fertig und Herzen iedermann zu diegeschwinde in Nöten bei- nen sei bereit, wo ich nur zustehn; die Liebe eifert soll und kann. gucas Bacmelfter. id nicht, die Liebe siehet zu, daß keinem Leid geschicht. apoi se ad IX. Von 24 Von der Hoffnung. IX. Von der Hoffnung. Lauf vollendet: so gehst Mel. Herzliebster Jesu, du ein zu deiner Ruh. was hast du verbrochen. 711 2. Die Ruhe hat Gott 822.* Chriffe, du auserkoren, die Ruhe, die Beistand kein Ende nimmt. Es hat, deiner Kreuzgemeine, eile, da noch kein Mensch gemit Hülf und Rettung uns boren, die Liebe sie uns erscheine! Steure den schonbestimmt. DasLämmFeinden: ihre Blutgedichte lein wollte darum sterben, mache zu nichte. uns diese Ruhe zu erwer2. Streite doch selberfür ben; es ruft, es locket weit uns arme Kinder, wehre und breit: Ihr müden dem Teufel, seine Macht verhinder; alles, was fampfet wider deine Glieder, fürze darnieder. 3. Friede bei Kirch und 3. So kommet denn, Schulen uns beschere, Frie- ihr matten Seelen, die de zugleich der Polizei ge- manche Last und Bürde währe, Friede dem Her- drückt: eilt, eilt aus euren zen, Friede dem Gewissen Kummerhöhlen, geht nicht gieb zu genießen. mehr krumm und sehr ge4. Also wird zeitlich deine bückt. Ihr habt des Tages Gut erhoben, also wird Last getragen; dafür läßt ewig und ohn Ende loben euch das Lämmlein sagen: dich, o du Wächter dei- Ich selbst will eure Ruhner armen Herde, Himmel und Erde. statt sein. Ihr seid mein Bolk, gezeugt von oben; ob Sünde, Welt und Teufel toben: seid nur getrost und gehet ein. 4. Was mag wohl einen 823.* s ist noch Kranken laben und einen eine Ruh müden Wandersmann? vorhanden: auf, můdes Wo jenter nur ein BettHerz, und werde Licht. Du lein haben und sanfte darseufzeft hier in deinen Ban- auf ruhen kann: wenn dieden, und deine Sonne schei- ser sich darf niedersehen, net nicht: sieh auf das an einem frischen Trunk Lamm, das dich mit Freu- ergößen; wie sind sie beide den dort wird vor seinem so vergnügt. Doch dies Stuhle weiden; wirf hin sind kurze Ruhestunden: die Laft und eil herzu. es ist noch eine Ruh erBald ist der schöne Kampf funden, da man auf ewig geendet, bald, bald der saure stille liegt. 5. Da Matth. Apell. v. Löwenstern. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. Seelen und ihr Frommen, versäumet nicht, heut einzukommen zu meiner Rube Lieblichkeit. 712 Von der Hoffnung. 5. Da wird man Freudengarben bringen; denn Mel. Kommt her zu mir, unsre Thränensaat ist aus. spricht Gottes Sohn. welch ein Jubel wird 824. Auf Leiden erklingen und folgt ins Baters Haus. Schmerz, Herrlichkeit, Triumph, Seufzen, Leid, Tod und Triumph nach kurzem dergleichen wird müssen Streit! so fingt die kleine fliehn und von uns wei- Herde, die bald der allerchen. Wir werden auch treuste Hirt mit großer das Lammlein sehn; es Kraft erlösen wird von wird beim Brünnlein uns ihrer Lastbeschwerde. erfrischen, die Thränen von 2. Ihr zarten Schäßlein, den Augen wischen: wer gehet fort, es rufet euch weiß, was sonst noch soll das ewge Wort mit der geschebn? bekannten Stimme: Folgt 6. Kein Durst noch Hun- mir auf meinem engen ger wird uns schwächen; Pfad, und sucht in Dedenn die Erquickungszeit mut meine Gnad: ich ist da. Die Sonne wird schüt euch vor dem uns nicht mehr stechen; Grimme. das Lamm ist seinem Volke 3. Die Welt die raft nah. Es will selbst über bis an ihr Ziel, und sammihnen wohnen und ihre let ihrer Sünden viel; Treue wohl belohnen mit ei lasset sie nur sammeln. Licht und Trost, mit Ehr Man wird bald sehn die und Preis. Es werden die hohe Pracht erniedrigt Gebeine grünen. Der große und zunicht gemacht durch Sabbath ist erschienen, da Kinder, die noch samman von feiner Arbeit meln. weiß. agor 4. Sie schimpft, fie 7. Da ruhen wir, und schlägt, fie höhnt, sie würgt, find im Frieden, und leben weil euer Bater fich verewig sorgenlos. Ach faffet birgt: allein er wird erdieses Wort, ihr Müden, scheinen, und reuten aus legt euch dem Lamm in die spißen Dorn, auch seinen Schoß. Ach! Flü- schlagen im gerechten Zorn, gel her, wir müssen eilen, was Babel zeugt, an und uns nicht länger bier Steinen. verweilen: dort wartet 5. Ihr Kinder, seid nur schont die frohe Schar. wohlgemut, denn Gott, Fort, fort, mein Geist, zum der große Wunder thut, Jubilieren. Begurte dich bat sich schon aufgema zum Triumphieren. Auf, chet. Ich bin der Herr, auf, es kommt das Ruhe- Immanuel, ich gehe ber jahr. vor Israel, und bin vom Johann Sigismund Knuth. Schlaf erwachet. 5. Bes Von der Hoffnung. 713 6. Bewahret euch mit fröhlich G'sang in unserm meinem Sinn, nehmt meinen Lebensodem hin, umgürtet euch mit Stärke. Ihr Glieder in der Liebesfett, fteht wie die Starken um mein Bett, und thut die großen Werke. Leid: Ach Lieber, thut uns fingen ein Lobgefang, ein Liedlein schön von den Gedichten aus Zion, das frühlich thut erklingen! 3. Wie sollen wir in solchem Zwang und Elend, 7. Der Glaube bricht ieht vorhanden, dem Herdurch Stahl und Stein, ren singen sein Gesang fo und faßt die Allmacht in sich gar in fremden Landen? ein, wer will euch übermei- Jerusalem, vergess' ich stern? Was ist dem Feuer dein, so wolle Gott der leichtes Stroh? Der Sa- Rechten mein vergessen tan flammt in lichter Loh in mein'm Leben. Wenn mit allen Gegengeistern. ich nicht dein bleib' eingedenk, mein' 3ung sich oben annehång', und bleib' am Gaumen fleben. durch 8. Schaut in der Einfalt nur auf mich, ich führ die Meinen wunderlich meine Allmachtshånde. Doch endet sich ihr Leid und Streit in dem Triumph der Herrlichkeit, und nimmt ein herrlich Ende. Peter Lackmann. 4. Ja, wenn ich nicht mit ganzem Fleiß, Jerufalem, dich ehre, im Anfang meiner Freuden Preis, von jetzt und immermehre! Gedenk der Kinder Edom sehr am Tag Jerusalem, Herr, die in ihr BosIn eigener Melodie, 825. A Waffer- heit sprechen: Reiß ab Aa flussen Ba- reiß ab zu aller Stund, bylon, da saßen wir mit vertilg sie gar bis auf Schmerzen; als wir ge- den Grund; den Boden dachten an Zion, da wein- wolln wir brechen. ten wir von Herzen; wir 5. Du schnöde Tochter hingen auf mit schwerem Babylon, zerbrochen und Mut die Harfen und die zerfidret; wohl dem, der dir Orgeln gut an ihre Bäum wird gebn den Lohn und der Weiden, die drinnen dir das wiederkehret, dein find in ihrem Land; da Ulebermut und Schalkheit mußten wir viel Schmach groß, und mißt dir auch und Schand täglich von mit solchem Maß, wie du ihnen leiden. uns haft gemessen; wobl dem, der deine Kinder klein erfaßt und schlägt sie an Stein, damit dein vergesſen. Wolfgang Dachstein. 2. Die uns gefangen hielten lang ſo hart an selben Orten, begehrten von uns den ein Gesang mit gar spött- werd' lichen Worten, und suchten in der Traurigkeit ein tim tipo Mel. Von der Hoffnung. 714 Mel. Preis, Lob. Ehr, Kuhm, Dank, Kraft und Macht. schreien: Komm, spricht der Geist, komm, spricht die Braut; Ein Jesus soll die zwei erfreuen. Der 826. Der Geist, der Geist spricht: Komm, und von des ftellt's der Braut schon Höchften Thron mit Blik für. Die Braut spricht: und Licht und Kraft aus Komm, in schmerzlicher gehet, der mit dem Vater Begier. und dem Sohn in ewig 6. Der Geist verlangt gleichem Wesen fiehet, der die große Schar und Zahl fich herab zu uns Elenden der Heilgen voll zu baneigt, uns durch den Sohn ben; drum ruft und lockt den Weg zum Bater zeigt: er immerdar, und bricht 2. Der Geift, der uns, hervor mit seinen Gaben. als Gottes Pfand und Je stärker sich die Zahl Siegel, die Versichrung der Frommen mehrt, je giebet, daß Gott mit näher wird sein Ruf: Ach treuer Liebeshand uns komm! gehört. hält, und wie ein Vater 7. Die Braut, wie wert liebet, der Geift, der uns fie Jesus bålt, so liegt fie in alle Wahrheit führt, doch in Spott und Plader uns mit Licht, mit gen, ist allezeit ein Fluch Kraft und Gnade ziert: der Welt, und muß die 3. Und fie, die auser- Schmach des Lammes trawählte Braut, durch Chri- gen; drum sehnt sie sich fii Blut und Tod erwor- nach ihrem Bräutigam ben, aus seiner offnen und spricht: Ach komm, Seit erbaut, da er für komm, Held aus Davids fie am Kreuz gestorben, Stamm! die keusche Braut, des 8. Der Geist, der hier Himmels Königin, voll auf Erden zeugt, zeugt Gotteskraft, voll Christi auch in seiner Boten Geift und Sinn: Munde, daß sich die Welt 4. Die schöne Braut, in zum Ende neigt. Er ruft: Christi Blut gewaschen Es ist die letzte Stunde. und schneeweiß gebadet, Er ruft der Welt: Komm, die Gott mit seiner Se- es ist hohe Zeit; er ruft gensflut an Seel und dem Herrn: Komm, komm Geift so hoch begnadet; zur Herrlichkeit! die Braut, die er, der 9. Die Braut trågt hier Brautgam, frei gemacht, den Sündenleib, und hat und sie vom Wust der so viel mit sich zu kämpfen; Erden weggebracht: fie weiß von feinem Zeit5. Die zwei, ob man sie vertreib als nur die gleich nicht schaut, so schudden Lüste dämpfen. birt man fiz doch beide Drum wirkt der Geist in Von der Hoffnung. 715 in ihr dies Ach- Geschrei: seinen Geist mich kräftic Komm, Jesu, komm, und mach mich einmal frei! zog, und fand das Leben. Denn alles, was nur Gna10. Der Geist wird von de heißt, hat er, mein Hirte, der Welt verlacht, und sie, mir gegeben. Er kam zu die Braut, ist hier auf mir, eh ich noch zu ihm Erden verdeckt in ihrer kam; ich kam zu ihm, da Zier und Pracht; dort er in Schoß mich nahm. hofft sie offenbar zu wer- 15. Wie lieblich hat er den. Der Geist spricht: mich erquickt, wie oft hab' Komm, zeuch macht und ich von ihm getrunken! Eifer an! Die Braut Wie hat er mich ans Herz spricht: Komm, bring gedrückt; wenn ich in seine mich nach Kanaan! Lieb gesunken! Wie man11. So spricht der Geist, chen Troft hat seine Liebesso spricht die Braut: kraft aus seinem Wort in Komm, Jesu, fomm! meiner Seel geschafft! Und wer es höret, der 16. Wie oft hab' ich in ruf und schrei auch dieser Lust, in Kraft des überlaut: Komm! Alles, Geistes: Komm! geschriewas Gott angehöret, das en, wenn er in meiner matspreche: Komm! Es wird ten Brust den Glauben auch bald geschehn. Es mir dazu verliehen. Ich hat's die Braut im Geist war durch ihn ein Glied vorher gesehn. von seiner Braut; drum 12. Kommt doch nun hat mein Geist oft nach her, die ihr das Heil der ihm ausgeschaut. Seelen ernfilich sucht und 17. Und siehe da, es meinet; kommit doch und ist vollbracht; ich rufte: nehmt das beste Teil, Komm! in Glaubensblikfommt, eh noch unser ken; mein Bräutgam, komm Held erscheinet. Er selber zur Mitternacht, mich hin spricht: Ja, ja, ich komme vor deinen Thron zu rükbald. Ach kommt denn ken. Ich ging mit ihm zu ber, eh noch sein Zorn seiner Hochzeit ein, wo erschallt. Geist und Braut vor ihm beisammen sein. 13. Kommt, trinket, wenn ihr durstig seid, hier öffnet sich die Lebensquelle; Licht, Kraft und 827. Du, fchoIn eigener Melodie. o schönes WeltTroft ist hier bereit und Arzenei auf alle Fälle. gebäude, magft gefallen, Kommt, nehmt das Heil wem duwillt: deine scheinaus Christi Händen an, barliche Freude ist mit lauund seht, was er, mein ter Angst umhüllt; denen, Schatz, an mir gethan. die den Himmel hassen, will ich ihre Weltlust lassen; 14. Jch kam, als er durch mich 716 Von der Hoffnung. mich verlangt nach dir al- der, bringe mich in sichern lein, allerschönstes Jesu- Port; es mag, wer da will, lein.is dich scheuen, du kannst mich vielmehr erfreuen; denn durch dich komm' ich hinein zu dem schönsten Fesulein. 2. Mude, die der Arbeit Menge und der heiße Strahl beschwert, wünschen, daß des Tages Länge werde durch die Nacht verzehrt, daß sie, nach so vielen Lasten, könnten sanft und süße rasten; mein Wunsch ist, bei dir zu sein, allerschönsies Feſulein. 7. Ach daß ich den Lei- l beskerker heute noch verlassen müßt, und kam' an den Sternenerker, wo das Haus der Freuden ist! Da wollt' mich mit Wortge prange bei der Engel gro ßen Menge rühmen det nen Gottheitschein, all evo 3. Ach möcht' ich in deinen Armen, so wie ich mir wünschen wollt', allerlieb- schönstes Jesuleins fer Schat, erwarmen, so 8. Doch, weil ich die wollt' ich das feinste Gold, Seelenauen und den golda das in Ophir wird gegra- nen Himmelssaal jetzt nicht ben, nicht für dies Er- kann nach Wünschen schau gözung haben, wenn ich en, und muß hier im Thräkönnte bei dir sein, aller- nenthal noch am Kummer) schönstes Jesulein.faden spinnen, ei, so ſol4. Andre mögen durch len meine Sinnen unter die Wellen und durch Wind des doch bei dir sein, ale und Klippen gehn, ihren lerliebstes Jesulein Handel zu bestellen, und Gl da Sturm und Not ausftehn: ich will meineGlauwol Joh. Frand.100 bumb In eigener Melodie. bensflügel schwingen an die 828. Gott lebet da bei dir zu sein, allerschönstes Jejulein. noch! le, was verzagit du doch? Gott ist gut, der aus Er5. Tausendmal pfleg' ich barmen alle Hülf auf Erzu sagen, und noch tau den thut, der mit Macht sendmal dazu: Ach würd und starken Armen machet ich ins Grab getragen, ei alles wohl und gut. Gott so kam' ich ja zur Ruh', kann besser, als wir denken/ und mein bestes Teil das alle Not zum Besten lentol würde frei von dieser Lei- ken. Seele, so bedenke densbürde je und ewig doch: lebt doch unser um dich sein, allerschön- Herr Gott noch. p ftes Jefulein. 2. Gott lebet noch! 6. Komm, o Tod, du Seele, was verzagit du Schlafesbruder, komm, doch? Sollt' der schlum und führe mich nur fort; mern oder schlafen, der das Idie meines SchiffleinsRu- Aug hat zugericht? Der die 1838 Von der Hoffnung. 717 die Ohren hat erschaffen, Seele, was verzagst du ſollte dieser hören nicht? doch? Will dich alle Welt Gott ist Gott, der hört verlassen, und weißt weder und siehet, wie den From- aus noch ein: Gott wird D men Weh geschiehet. See- dennoch dich umfassen, le, so bedenke doch lebt und im Leiden bei dir doch unser Herr Gott sein. Gott ist, der es noch. hon smisd ssles herzlich meinet, wo die 13. Gott lebet noch! See- Not am größten scheinet. le, was verjagst du doch? Seele, so bedenke doch: Der den Erdenkreis ver- lebt doch unser Herr Gott hullet mit den Wolken weit noch. und breit, der die ganze 7. Gott lebet noch! Welt erfüllet, ist von uns Seele, was verzagst du nicht fern und weit. Wer doch? Laß den Himmel Gott liebt, dem will er samt der Erden immerhin senden Hülf und Trost an zu Trümmern gehn; lag allen Enden Seele, so die Höll entzündet werbedenke doch: lebt doch den; laß den Feind erbita unser Herr Gott nochtert ftehn, laß den Tod 4. Gott lebet noch! und Teufel blihen: wer Seele, was verzagst du Gott traut, den will er doch? Bist du schwer mit schützen. Seele, so beKreuz beladen, nimm zu denke doch: lebt doch unGott nur deinen Lauf. ser Herr Gott noch. 16 Gott ist groß und reich 8. Gott lebet noch! von Gnaden, hilft den Seele, was verzagst du Schwachen gnädig auf; doch? Mußt du schon geGottes Gnade währet angstet wallen auf der immer, seine Treu vergehet harten Dornenbahn: es ist nimmer. Seele, so be- Gottes Wohlgefallen, dich denke doch: lebt doch un- zu führen himmelan. Gott ser Herr Gott noch wird nach dem Jammer5. Gott lebet noch! leben Friede, Freud und Seeley was verzagst du Wonne geben. Seele, so doch? Wenn dich deine bedenke doch: lebt doch Sünden kränkendein unser Herr Gott noch.( 01 Verbrechen quält dich sehr, Johann Friedrich Zihn. komm zu Gott er wird post Großer Im versenken deine Sünden Mel. Jefu, hilf fiegen, in das Meer. Mitten in du Fürste des Lebens. der Angst der Höllen kann 829. er dich zufrieden stellett. Seele, so bedenke doch: schaue von oben auf dein lebt doch unser Herr Gott erlöftes, erkauftes Genoch. dns 1560 schlecht. Siehe doch, wie 6. Gott lebet noch! die Tyrannen noch tobett, 718 Von der Hoffnung. ben, wie sie verkehren die es sei das nur eigener Wahrheit und Recht. Lů- Wille. gen und Irrtum muß 6. Daß wir nur sollen gelten auf Erden, Un- fein balde vergessen, was ſchuld und Wahrheit muß du so teuer verheißen oft Ketzerei werden. haft, läßt man uns aus 2. Seelen, die sonsten den Fleischtöpfen noch essehr eifrig gerungen, wer- sen, doppelt daneben die den jetzt müde und schla- tägliche Last. Man will fen fast ein. Scheint's doch, die Hoffnung der Hülfe als wenn sie der Arge be- so rauben, dampfet die zwungen, weil sie so eifrig Seufzer, und schwächet im Kampf nicht mehr sein. den Glauben. Menschenfurcht pflegt man als Weisheit zu preisen, Laulichkeit soll nun Verleugnung gar heißen. 7. Weil denn die Armen so seufzen und stöhnen, wollest du, Jesu, dich machen bald auf, retten von allen, 3. Kinder, die bis zur die trotzig uns höhnen, Beburt sind gekommen, und uns aufhalten in unsterben, weil Kraft zu gebå- serem Lauf; kräftig und ren gebricht. Jünglingen freudig die Wahrheit zu werden die Kräfte genom- lehren, wollest du schenken men, völlig zu brechen dem Vater zu Ehren. durchs Finstre ans Licht. 8. Willige Opfer wird Alles wird irre, weil Arg- dir alsdann bringen nach wohn regieret, und auch ein- dem Triumphe die heilige fältige Herzen verführet. Schar; liebliche Lieder da 4. Schmerzlich erfähret werden erklingen, weil nun man, wie sich jetzt tren- angehet das selige Jahr, nen Kinder der Mutter, welches zu ZionsErrettung die droben gebiert, wie bestimmet, und uns zur völauch die Brüder einander ligen Freude einnimmet. nicht kennen, herzliche Christian Andreas Bernstein. Freundschaft fich täglich verliert; viele sich scheiden Mel. Meinen Jesum laff' und viele sich spalten, weil ich nicht, oder: Jefus, meine Zuversicht. man die Liebe so låsset erfalten. 5. Sange, ach lange 830. Guter Hirte, willst du schon seufzen die Deinen, nicht deines Schäfleins daß man uns Freiheit und dich erbarmen, und nach Freudigkeit fränkt, mit dir, deiner Schuld und Pflicht o Heiland, es treulich zu tragen beim auf deinen meinen, recht zu gebrau- Armen? Willst du mich chen, was du uns geschenkt. nicht aus der Qual holen Wolln wir dir dienen in in den Freudensaal? heiliger Stille, sagt man, 2. Schau, wie ich verirret Von der Hoffnung. 719 irret bin auf der Wüsten gend an gewesen; auf ihn dieser Erde. Komm und hab' ich mein Thun gericht, bringe mich doch hin zu und ihn zum Schuß erden Schafen deiner Her- lesen. Er gab sich mir on de. Führ mich in den Vaters statt, als mich noch Schafftall ein, wo die in der Wiegen mein Vater heilgen Lämmer sein. schon gesegnet hat und mich ließ trostlos liegen. 3. Mich verlangt, dich mit der Schar, die dich loben, anzuschauen, die da weiden ohn Gefahr auf den fetten Himmelsauen, die nicht mehr in Furchten stehn, und nicht können irre gehn. 3. Gott ist mein Troft und Zuversicht auch in der Fremde blieben. Wie oft hat doch sein Gnadenlicht gestillet mein Betrüben, wie hat er doch so treulich mich behüt auf meinen 4. Denn ich bin bier sehr Wegen! Er ließ mein bedrängt, muß in fteten Thun ihm väterlich stets Sorgen leben, weil die bleiben angelegen. Feinde mich umschränkt, 4. Gott ist mein Troft und mit List und macht und Zuversicht in allen umgeben, daß ich armes meinen Nöten; ob mich Schäfelein feinen Blick oft Sünd und Angsi ant= kann sicher sein. ficht, und Elend mich will töten, dennoch vertrau' ich ihm allein: er fann aus infallsketten, von Sunden, Krankheit, Not und 5. D Herr Jesu, laß mich nicht in der Wölfe Rachen kommen; hilf mir nach der Hirtenpflicht, daß ich ihnen werd'entnommen; Pein, ja auch vom Tod hole mich, dein Schäfelein, in den ewgen Schafftall ein. erretten. Johann Angelus. Mel. Waz mein Gott will, das g'scheh' allzeit. 831.* Gott ist mein ichen basſen; 5. Gott ist mein Trost und Zuversicht, wenn Freunde mich verlassen, wenn mir es sonst an Trost gebricht und mich die Menwenn alle Trost und Welt gleich tobt und brüllt Zuversicht, sobald ich ward und mich vermeint zu dămgeboren, ihm hab' ich alle fen, so ist er doch mein Treu und Pflicht vom fichrer Schild, der mich Taufftein an geschworen, lehrt mutig kämpfen. auch hat er bis auf diese 6. Gott ist mein Trofi Zeit mich gnädiglich be- und Zuversicht, wird es schirmet, in Trůbsal mich gar oft erfreut, hat gleich die Not gestürmet. auch ewig bleiben; er will auch, wie sein Wort verspricht, des Todes Qual 2. Gott ist mein Troft vertreiben. Drum glaub' und Zuversicht von Ju- lich fest und bin verg'wißt, ich 720 Von der Hoffnung. ich soll den Himmel erben, was schafft; heilige låuweil Gott mein Trost und tre und zu dir doch ziehe Helfer ist im Leben und alles, daß dein Zion ewigim Sterben. Joh. Franc. lich blühe. Mel. Jefu, hilf fiegen, du Fürste des Lebens. errlichste Ma- Laß 5. Süßester Abba, laß alle bestehen in der Genade, die du gethan haft. uns in kindlichem 832. hingehen zu dir, Laft. lisches Wesen, deine Ver- ohn alle gesetzliche heißung wird immer mehr Hilf uns im süßen Geklar; was wir bishero in horsam dir dienen, so kann Schriften gelesen, wird die Lieb in uns immerdar nun von innen und außen grünen. recht wahr. Lange gnug 6. Dir sei für alle hat uns der Schatten be- Verschmähung gedanket, decket; nun wird das welche der Drache dem Wesen vom Lichte ent- Kindlein anthut. Dank decket. sei dir, weil dein Rat 2. Sieht gleich der nimmermehr wanket! AlBlinde nicht einmal am les ist, was du nur maTage, stößt fich und schlie- chest, recht gut. Du haft Bet die Augen mehr zu, dir nur das Verachte erwird ihm das süße Licht wählet, Babel hat deines selber zur Plage: gnug, Rats immer verfehlet. daß bei Kindern des Lichtes ist Ruh; diese erblicken die seltsamen Weisen, wenn fie die Weisheit in Einfalt nur preisen. 7. König der Ehren, dich wird man erst ehren, wenn dir muß alle Welt unterthan sein; wenn deine Rechte wird Babel zer3. Vater der Lichter, stören, gehet dein Zion zur schleuß unsere Herzen mit Herrlichkeit ein. Preis und dem Davidischen Schlüs- Dank sei dir, o König, sel weit auf. Laß uns gegeben, ewige Herrlichmit göttlichen Wundern keit, ewiges Leben. nicht scherzen, sondern dir 8. Gebet, ihr Menschen, lassen den völligen Lauf. dem Schöpfer alleine alle Was du von Ewigkeit vollkommenste Stärke und feste beschlossen, kommt Macht; spart es nicht, bis nun von Zeiten zu Zeiten er im Grimm euch erscheigeflossen. ne, küsset den Sohn, weil 4. Mache zu Schanden sein Angesicht lacht; wahrhochmütige Geister, alle lich, ihr müsset in Abgrund Unwissende rühre mit verfallen, wenn nun sein Kraft, daß fie nur hören Donner im Zorne wird den einigen Meister, der knallen. in den niedrigen Herzen 9. Aber, thr Kinder, aus Zion Von der Hoffnung. 721 Zion geboren, hebet die 3. Höre, wie dein Zion Häupter nur wacker em- flager unter Babels Dienstpor; glaubet, ihr seid nur barkeit jetzt in dieser finzur Freude erkoren, stim- stern Zeit. Doch du wirft met die Lieder im höheren den, der fie plaget, stürzen Chor. Habt ihr doch lange bald durch deinen Geift, erniedrigt gesessen; wer der die Frommen singen wird bald euere Höhe er heißt: Freude, Freude über messen!! nodsond Freude! Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne! Er ist die Genadensonne. 10. Bater, dich wollen wir einstens recht loben, jeho geschiebt's nur mit lallendem Mund; doch wir erstatten die kleinesten Proben, bis uns dein völliges Wesen wird kund. Herrscher, regiere, behalt uns ganz inne; lobe dich selber in unserem Sinne. 4. Gieb nur, Jesu, daß wir wachen und im Glauben munter sein, wenn du kommst und brichst herein mit Posaunen und mit Krachen, zu erlösen deine Braut, die du ewig dir vertraut. Freude, Freude über Freude! Christus webret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne! Er 19 Gottfried Arnold. Mel. Freuet euch, ihr And Christen alle. 833. err, wann 3000 Zion bauen, Zion, die ge5. Drücke uns dein heiliebte Stadt, die sich dir lig Siegel an die Stirne, ergeben hat? Ach soll sie an die Hand, dir zu Ebnicht einmal schauen ihre ren, uns zum Pfand, daß Mauern aufgericht? Ja, wir uns durch Glaubensder Herre läßt sie nicht. flügel können schwingen Freude, Freude über Freu- himmelan, da uns niemand de! Christus wehret al- schaden kann. Freude, Freulem Leide. Wonne, Wonne de über Freude! Chriftus über Wonne! Er ist die wehret allem Leide. WonGenadensonne. prop ne, Wonne über Wonne! Er ist die Genadensonne. 2. O wann soll die Stimm erschallen, da man 6. Zeichne mit dem heilrufet überall in der aus- gen Zeichen uns, dein Volk, erwählten Zahl: Sie, die dein Eigentum, schönster Stolze, ist gefallen, mit der Jesu, höchster Ruhm, so stolzen Hurenpracht, die muß Satan von uns weivormals war hochgeacht! chen, weichen muß das Freude, Freude über Freu- Sündenkind, weil wir dein' de! Christus wehret al- Erkauften sind. Freude, lem Leide. Wonne, Wonne Freude über Freude! Chriüber Wonue! Er ist die ftus wehret allem Leide. Genadensonne. Wonne, Wonne über 31 Wonne 722 Von der Hoffnung. Wonne! Er ist die Genta- Ruh und Friede, ich bin densonne. matt und müde. 7. Ach wie wird dein 3. Was ich denk' und Volk dich ehren, wenn es thue, ist nach Himmelsnun entnommen ist Babels ruhe nur allein gericht; Stolz, des Tieres Lift. alles ist doch Mühe, was Deinen Ruhm wird es ver- nur spät und frühe von mehren, und in alle Ewig- der Welt geschicht. Gotkeit dich zu loben sein be- tes Schein, der giebt alreit. Freude, Freude über lein Fried und Ruhe meiFreude! Christus wehret al- nem Herzen, lindert Seelem Leide. Wonne, Wonne lenschmerzen. über Wonne! Er ist die Genadensonne. 4. Weichet nun, ihr Sünder, weichet ihr Welt8 Darum, Zion, unbe- kinder alle, fern von mir, trübet, die Erquickungs- die ihr streitet, krieget, die zeit ist da, und des Her- ihr öfters fieget in dem ren Hülf ist nah; selig, Bösen hier. Himmelsfreud der sich ihm ergiebet, und ist mir bereit; sanfte Ruh vor seinem Heiland kann und süßes Leben wird mir stimmen dieses Liedlein an: Jesus geben. Freude, Freude über FreuAhasverus Fritsch. de! Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne In eigener Melodie. über Wonne! Er ist die 835. Komm, Jes liebster Genadensonne. Joach. Lange. Schatz der Seelen, komm, Mel. Jefu, meine Freude. komm, vermähle dich mit Cesu, 834. Jefu Rub mir, reiß mich aus dieſer der Seelen, komm, laß mich nicht so quålen führe mich hinauf zu dir hier in dieser Welt; ich auf Zions Zinnen, weil bin matt und müde, suche mir die Welt und ihr BeRub und Friede in dem ginnen gar nicht gefällt; Himmelszelt. Komm, ach nur fort, o Welt. Fomm, Herr Jesu, komm, führe mich aus diesem Leiden hin zur Himmelsfreuden. 2. Ich bin dein eitles Wesen müde, das ganz nach Sodoms Lüften schmeckt, weil unter deinem süßen 2. Dein Knecht hat ge- Frieden nichts, denn ein ftritten, Kreuz und Not bittrer Wermut steckt; erlitten; Jesu, Seelen- drum auf, o Seele, komm, freund, laß mich nun aus- gehe aus aus Sodoms rasten von den Arbeitslasten Höhle, dem Sündenhaus, morgen oder heut: komm, geh eilend aus. ach komm, Herr Jesu, 3. Zeuch deinem BrduFomm, bringe mich zur tigam entgegen, verlaß die Tråber Von der Hoffnung. 723 Tråber dieser Welt; zeuch nen Schmerz dein so güein, zeuch ein mit reichem tig Bruderherz zur ErldSegen in das erwünschte sung doch bewegen. Himmelszelt. Sage mit 6. Ach wie herrlich Freuden: Welt, Welt, gute wird es sein, wenn mit Nacht, die manches Lei- vollem Glanz und Scheint, den auf mich gebracht; auf dem schönen Himmels. Welt, gute Nacht! wagen mich der Cherubinen Chor von der Erden hoch empor nach der Sternenburg wird tragen. In eigener Melodie. 836. ( chönster Braut7. Jesu, spanne doch gam, soll ich nicht bald nur an, weil ich mich dein heiligs Angesicht in schon auf die Bahn hader Seligkeit erblicken? be längstens zugeschicket. Ach willst du denn nun Komm doch, komm, daß nicht bald, meiner Seelen meine Seel aus der fieAufenthalt, mir den To- chen Leibeshöhl eilig werdeswagen schicken? de weggerücket. 2. Soll ich denn auch 8. Gute Nacht, o schndlange noch das betrübte de Welt, dort am schöSündenjoch hier auf die- nen Himmelszelt seh' ich ser Erde ziehen? Ach wie meinen Bräutgam stehen. lange wird mein Geist Schau, wie winkt er auf noch mit Thränenbrot mich zu, daß ich soll zu geſpeift, eh er kann von meiner Ruh in sein Freuhinnen fliehen? denreich eingehen. 3. Denke doch an dei- 9. Nun, so fahr ich nen Eid, den du mir haft fröhlich fort; denn mein all bereit durch dein teu- Heiland wartet dort, mich res Wort verheißen: daß im Himmel zu empfangen. ich soll der Deine sein, Was für süße Luft und feine Macht, Gefahr noch Freud, was für Glanz und Pein soll aus deiner Hand Herrlichkeit wird mich dort mich reißen. bei ihm umfangen! 4. Ei so nimm mich doch einmal auf in deinen Him- Mel. Jefus, meine 3versicht. melssaal, sehe mich an deine Seiten. Laß doch deine 837.* Stark ist met. Braut nicht hie mit des nes Jesu bittern Kreuzes Müh durch Hand, und er wird mich so lange Nächte streiten. ewig faffen; hat zu viel an 5. Komm und spanne mich gewandt, um mich mich doch aus, daß das wieder loszulassen. Mein franke Seelenhaus ich Erbarmen läßt mich nicht; kann fröhlich von mir le- das ist meine Zuversicht. gen. Ach laß endlich meis 2. Sieht mein Klein31* mut Von der Hoffnung. **** 724 mut auch Gefahr, fürcht'| ich auch zu unterliegen: In eigener Melodie. Christus beut die Hand 838.( o wünsch mir dar, Christus hilft dem Schwachen fiegen. Daß mich Gottes Held versicht, das ist meine Zuversicht. ich nun ein' gut Nacht der Welt, und lass' fie fahren; ob sie mir gleich viel Jammers 3. Wenn der Kläger mich macht, Gott wird mich verklagt, Christus hat mich wohl bewahren. Ich meint', schon vertreten. Wenn er die Welt wär' eitel Geld, mich zu sichten wagt, Chri- befind' es nun viel anders. stus hat für mich gebeten. 2. Ein Hirsch, von Daß mein Mittler für Schlangen angesteckt, nach mich spricht, das ist meine frischem Wasser schreiet; Zuversicht. also hat mich zum Durst 4. Würd' es Nacht vor erweckt die Welt vermalemeinem Schritt, daß ich deiet; auch that' mir bang keinen Ausgang wußte, die alte Schlang, daß ich und mit ungewissem Tritt zu Gott muß weinen. ohne Licht verzagen müßte: 3. Wann komm' ich in Christus ist mein Stab dein Paradeis, da schon und Licht; das ist meine viel Christen wohnen, und Zuversicht. fingen dir Lob, Ehr und 5. Mag die Welt im Preis, bekleidet mit der Mißgeschick beben oder Sonnen? Wann holst du angflich klagen! Ohne mich ins Himmelreich, daß Halt ist all ihr Glück; ich dein Antlik schaue? wahrlich, sie hat Grund ju zagen. Daß mein Anter nie zerbricht, das ist meine Zuversicht. Nöten. 4. Mein' Seel hat Not und leidet Qual, daß ich so lang muß harren, ge= spannet auf dem Jam6. Will der Herr durch merthal, als zög' ich ftrenge Zucht mich nach schwere Karren; da treibt seinem Bild gestalten, den ihrn Spott die falsche noch will ich ohne Flucht Rott mit mir in meinen feiner Hand nur ftillehalten. Er übt Gnad auch im Ge- 5. Sie fragen: Ja, wo richt, dasisimeine Zuversicht. bleibt dein Gott? Ja, 7. Seiner Hand entreißt daß er dir erscheine! Der mich nichts. Wer will die- Hohn frånft mir mein sen Trost mir rauben? Herz und Blut, daß ich Mein Erbarmer selbst ver- vor Trubsal weine. spricht's. Sollt' ich seinem komm doch bald, mein Bort nicht glauben? Je- Aufenthalt, und reiß mich sus läßt mich ewig nicht; von der Erden. das ist meine Zuversicht. 6. Ei nimm mich in Carl Bernhard Garve. den Freudensaal, von dir be= Von der Hoffnung. 725 bereitet droben, da dich 12. Geduld, Geduld, die Patriarchen all mit du traurig Seel, Geduld den Propheten loben, und ist hie vonnöten; bis uns da die Schar der Engel der lieb' Immanuel von klar um deinen Thron diesen argen Rotten wohl her schweben. zu sich reiß' ins Para7. Was krånkst du dich, deis; da werden mir ihm mein' arme Seel? Sei danken. Phil. Nicolai. fill, und thu nicht wanken; Gott ist mein' Burg, Mel. Werde munter mein Trost und Heil, des mein Gemüte. werd ich ihm noch dan= 839* 3ion, gieb bich nur zufriefen. Drück dich, und leid ein' kleine Zeit, nach Angst den, Gott ist noch bei dir kommt Freud und Wonne. darin, du bist nicht von 8. Das Krautlein Pa- ihm geschieden; er hat eitientia wächst nicht in al- nen Vaterfinn. Wenn er len Garten. Ach Gott, ftraft, so liebt er auch; dies schaff du mir's immerdar, ist sein beliebter Brauch: daß ich könn' deiner war- Zion, lerne dies bedenken; ten; sonst bin ich sehr warum willst du dich so betrübt und schwer von frånken? Angst auf dieser Erden. 9. Ich seh', daß dein Zorn wie ein' Flut dem ganzen Land begegnet, und daß es schrecklich brausen thut, wo sich dein Grimm dein Heiland still dazu erhebet. Die Wellen gar ich auch erfahr' samt deinen Wasserwogen. 2. Treiben dich die Meereswellen in der wilden tiefen See, wollen sie dich gar zerschellen, mußt du rufen Ach und Weh, schweigt gleich als in der sanften Ruh: Zion laß dich nicht bewegen, diese Flut wird sich bald legen. 10. Darum bin ich der Welt so můd, all Tag 3. Bergund Felsen möchund Nacht ich weine, und laff' nicht ab, bis deine Güt, verheißen mir, erscheine. Nun eil doch fort, mein treuer Hort, und nimm mich hin in Frieden. ten weichen, ob sie noch so feste stehn; ja die ganze Welt desgleichen möchte gar auch untergehn: dennoch hat es keine Not in dem Leben und im Tod; Zion du kannst doch nicht wanken aus des Bundesgottes Schranken. 4. Müssen schon allhier die Thränen deine schönsien Perlen sein, muß das Seufzen und das Stöhnen sein das beste Liedelein, muß 11. Wie lang soll ich hier traurig sein, da mich die Feinde plagen? Es ist ein Mord in meinem G'bein, daß fie ganz höhnisch fragen: Sag an, wo ist dein Jesus Christ? Ja, daß er dich erlöse! 726 Von der Hoffnung. muß dein Purpur sein das In eigener Melodie. Blut, und der Mangel Hab und Gut: Zion, laß dir 840. Mar Gott doch nicht grauen, du kannst uns diese Zeit, so soll Is= nicht mit deinem Gott vertrauen. 5. Draut man dir mit rael sagen, wär' Gott nicht Schmach und Banden, mit mit uns dieſe Zeit, wir dem Tod und Herzeleid, so ein armes Hauflein båtten mußt verzagen, die ei du wirst doch nicht zu find, veracht von so viel Schanden, denk nur an die Ewigkeit. Sei nur fröh- Menschenkind, die an uns lich, wohlgemut; denn der setzen alle. Herr ist's, der es thut. ihr Sinn: wo Gott hätt 2. Auf uns ist so zornig Žion, Gott wird dich das zugeben, verschlungen schon stärken; dieses mußt hätten sie uns hin mit gan du eben merken. 6. Freue dich, nun ist zem Leib und Leben; wir das Ende und der Abend warn als die ein' Flut erschon herbei; gieb dich nur säuft, und über die groß in Gottes Hande, der dich Wasser läuft, und mit Gewalt verschwemmet. nun will machen frei. Für 3. Gott Lob und Dank, die Trübsal, Spott und der nicht zugab, daß ihr Hohn giebt er dir die Freu- Schlund uns möcht' fandenkron. Zion, du wirst wieder lachen; drum so gen; wie ein Vogel des Stricks kommt ab, ist unsre laß die Welt nur machen. Seel entgangen. Strid 7. Hallelujah! deine Wonne, liebes Zion, wird ist entzwet, und wir sind nun groß; denn die schöne steht uns bei, des Gotts frei; des Herren Name Gnadensonne nimmt dich Himmels und Erden. D. Martin Luther. recht in ihren Schoß, giebt dir einen Freudengruß und den rechten LieIn eigener Melodie. beskuß. Zion, wo ist nun 841. Wo Gott der dein Klagen? du von Freuden sagen. kannst Herr nicht bei uns hält, wenn unsre 8. O ihr Engel, Him- Feinde toben, und er unmelserben, freuet euch mit frer Sach nicht zufällt im 3ion hier; denn die jetzt Himmel hoch dort drobat wollen sterben, soll ben; wo er Israels Schuß nun leben für und für, und nicht ist und selber bricht fich freuen ohne Zahl in der Feinde Lift, so ist's dem schönen Himmelssaal. mit uns verloren. Zion, wer will dich nun scheiden von dem Lamm und ewgen Freuden? 2. Was Menschen Kraft und Wiz anfäht, soll uns billig nicht schrecken; er fizet an der höchsten Stätt, der Joachim Pault. Von der Hoffnung. 727 der wird ihrn Nat auf, hilf nur, daß wir nicht decken. Wenn sie's aufs wanken. Vernunft wider flügste greifen an, so geht den Glauben sicht, aufs doch Gott ein andre Bahn, künftig will fie trauen es steht in seinen Händen. nicht, da du wirst selber 3. Sie wüten fast und trösten. fahren her, als wollten sie 8. Den Himmel und uns fressen; zu würgen auch die Erden hast du, steht all ihr Begehr. Gotts Herr Gott, gegründet; ist bei ihn'n vergessen. Wie dein Licht laß uns helle Meereswelleneinherschlan, werden, das Herz uns werd' nach Leib und Leben sie entzündet, in rechter Lieb uns stahn: des wird sich Gott erbarmen. des Glaubens dein bis an das End beständig sein; die Welt laß immer murren. Justus Jonas. 4. Sie stellen uns wie Ketern nach, nach unserm Blut fie trachten; noch rühmen In eigener Melodie. auch, die Gott allein groß 842. 3 und achten. Ach Gott, der teure Name dein muß Schmerzen, Zion, Gotihrer Schalkheit Deckel tes werte Stadt, die er sein; du wirst einmal auf- trägt in seinem Herzen, wachen. die er ihm erwählet hat. 5. Aufsperren sie den Ach, spricht sie, wie hat Rachen weit, und wollen mein Gott mich verlassen uns verschlingen. Lob und in der Not, und läßt mich Dank sei Gott allezeit, es so harte pressen; meiner wird ihn'n nicht gelingen. hat er ganz vergessen! Er wird ihr Strick' zer2. Der Gott, der mir reißen gar, und stürzen ihre hat versprochen seinen Beifalsche Lahr, sie werden stand jederzeit, der läßt Gott nicht wehren. fich vergebens suchen ießt 6. Ach Herr Gott, wie in meiner Traurigkeit. reich tristest du, die gånz- Ach will er denn für und lich sind verlassen; der für grausam zürnen über Gnaden Thür steht nim- mir? Kann und will er mer zu; Bernunft kann sich der Armen jetzt nicht das nicht fasſen; fie spricht: wie vorhin erbarmen? Es ist nun alls verlorn, 3. Zion, o du Vielgeda doch das Kreuz hat neu liebte, sprach zu ihr des geborn, die deiner Hülf Herren Mund, zwar du bist jetzt die Betrübte, Seel 7. Die Feind' find all in und Geist ist dir verdeiner Hand, dazu all ihr wundt; doch stell alles Gedanken; ihr Anschlag Trauern ein: wo mag eine ist dir wohl bekannt; Mutter sein, die ihr eigen erwarten. 728 Vom Tode und Auferstehen. Kind kann hassen, und denn anders sein? Ich aus ihrer Sorge lassen? muß ia gedenken dein; 4. Ja, wenn du gleich deine Mauern muß ich möchtest finden einen sol- bauen, und dich fort und chen Muttersinn, da die fort anschauen. Liebe kann verschwinden, 6. Du bist mir stets vor to bleib' ich doch, der ich den Augen, du liegst mir bin. Meine Treu bleibt in meinem Schoß, wie die gegen dir, Zion, o du Kindlein, die noch saugen; meine Zier; mein Herz meine Treu zu dir ift hast du mir besessen, deiner groß. Dich und mich kann kann ich nicht vergessen. keine Zeit, keine Not, Ge5. Laß dich nicht den fahr und Streit, ia der Satan blenden, der sonst Satan selbst nicht scheinichts als schrecken kann. den. Bleib getreu in als Siehe, hier in meinen lem Leiden. Johann Heermann. Hånden hab' ich dich geschrieben an. Wie mag es Von der Einführung zu dem völligen Genuß des Heils. I. Vom Tode und Auferstehen. Mel. O( Herr) Jefu 3. Bei wem soll ich auf Chrift, du höchstes Gut. dieser Welt rechtschaffue 843. 2d Gott, ich liebe finden? Der meiſte muß in Trau- Teil nicht Glauben hålt, rigkeit mein Leben nun be- die Treu will gar verschließen, dieweil der Tod schwinden. Ich glaub' und von meiner Seit so eilend red' es ohne Scheu, die best hat gerissen mein treues ist doch getraute Treu, der Herz, der Tugend Schein: muß ich jetzt entraten. des muß ich jetzt beraubet 4. Fürwahr, mir geht sein. Wer kann mein ein scharfes Schwert jetElend wenden? zund durch meine Seele, 2. Wenn ich an ihre die abzuscheiden oft begehrt Freundlichkeit gedenk' in aus ihres Leibes Höhle. Wo meinem Herzen, die sie mir du nicht, o Herr Jesu hat zu jeder Zeit in Freud Chrift, in solchem Kreuz und auch in Schmerzen mein Trifter bist, muß ich erwiesen ganz beständiglich: in Leid verzagen. mein Kreuz und Weinen 5. O treugeliebtes sels mehret sich, vor Angst ges Herz, zu dir will ich möcht' ich vergehen. mich wenden in diesem meitent Vom Tode und Auferstehen. 729 nem großen Schmerz, ob in höchster Freude, Wonn sich mein' Angst woll' en- und Luft, die deine Seele den; ich will betrachten täglich kost, drauf ich mich deinen Stand, wie Gott herzlich freue. dir alles Leid gewandt in böchste Freud und Wonne. 6. Kein Angst und Trübfal, Weh und Not kann dich jekund verletzen; im Himmel thut der fromme Gott mit Liebe dich ergiben. Die Seele schaut 11. Dwie mit großer Freudigkeit wolln wir einander kennen! Da wird uns dann zu keiner Zeit der bittre Tod mehr trennen. Ach welche Freude wird dann sein, wenn ich die, die ich jetzt bewein', mit mit Lust und Freud die Freuden werd' umfangen! heilige Dreieinigkeit mit allen Auserwählten. 12. Dies will ich stets in Traurigkeit mir zu 7. Der Höchst' hat dich Gemüte führen; erwarten in seinem Schoß, und in Geduld der Zeit, wie wischt dir ab die Thränen; Christen will gebühren. erfüllet dich mit Freuden Gott alles Troffes steh groß, danach wir uns noch bei mir, und mich durch ſehnen. Du steheft bei der seinen Geift regier' zu seiEngel Schar, lobsingest nes Namens Ehren. Gott, frei von Gefahr, mit süßem Ton und Schalle. 8. Der Leib, der ruht gar sanft und fein; ohn Joh. Heermann. alle Qual und Sorgen vor 844.* ch mein berza allem Unglück groß und liebstes Fe klein, liegt er darin ver- sulein, wie gern wollt' ich borgen; kein Beinlein, ja bald bei dir sein. Ist doch Fein Stäubelein wird dir in diesem davon verloren sein, die Engel dich bewahren. Jammerthal Angst, Not und Trübsal überall. 9. In furzer Zeit wird 2. B'scher mir ein seligs Jesus Christ dich wieder Stundelein, daß ich fein auferwecken, und weil du sanft mög' schlafen ein, und auch sein Schäflein bist, mit den lieben Engelein wird er die Hand ausstrek- anschaun das lieblich Anfen, dich führen in sein g'ficht dein. Himmelreich, daß du mit Leib und Seel zugleich bei ihm sollst ewig bleiben. 3. Dein Will gescheh' Herr Jesu Christ, der allezeit der beste ist; wer an dich glaubt auf dieser Erdn, der soll gewißlich Mel. O Jesu Christ, meins Lebens Licht. 10. Du kommst nicht wieder her zu mir in dies betrübte Leben; ich aber selig werdn. komm' hinauf zu dir, da 4. Wenn mir gleich Leib werd' ich mit dir schweben und Seel verschmacht, 31** nichts 730 Vom Tode und Auferstehen. nichts mehr versteh' oder und Arbeit überall, auch betracht', so bist du doch wenn dir's wohl gelinget. meins Herzens Troft, Herr 2. Ach Adams Fall und Jesu, der du mich erlöst. Missethat solchs alles auf 5. Ich werd'nichtsterben, uns erben. O Gott, gieb sondern lebn, dem Herren du uns guten Rat, daß Christ Lob und Preis gebn. wir's erkennen lernen; daß Herr Jesu Christ, in deine wir so blind und sicher sein Hånd' b'fehl' ich mein' mitten in Trübsal und Seel am letzten End. in Pein, das ist ja zu erbarmen. 6. Du bist meins Lebens Kraft und Sinn; Sterben in Gott ist mein Gewinn. Ich werd' wohl fein sanft thu uns senden; denn du fchlafen ein, beim Herren Chrifto ewig sein. der Deinen nicht vergißt, die sich zur dir nurwenden; 7. Er hat die Stått mir mit deinem Geiste steh uns selbst bereit in der ewigen bei, ein seligs Stündlein Seligkeit, da unsre lieben auch verleih durch Jesum Eltern sind und alle heil- Christum, Amen. Johann Gigas. 3. Herr Gott, du unsre Zuflucht bist, dein' Hülfe gen Gotteskind. 8. Er hat gebet: O Vater mein, laß meine Gläub- Mel. Herzlich thut mich verlangen. gen bei mir sein, auf daß fie meine Herrlichkeit an- 846.* Bedenke, schauen in der Ewigkeit. Mensch, 9. Ade, du arge böse das Ende, bedenke deinen Welt, das Himmelreich ist Tod; der Tod kommt oft mir bestellt. Fahr hin, du behende; der heute frisch elends Jammerthal, dein und rot, kann morgen und acht'ich nichts mehr überall. geschwinder hinweg ge= storben sein; drum bilde dir, o Sünder, ein täglich Sterben ein. 10. Gott Vater in dem böchsten Thron, auch Christ fein'm allerliebsten Sohn, dem Tröster, dem heiligen Geist sei gesagt immer Lob und Preis. 3. Herm. Schein. es müssen alle Stände vor Jesus Angesicht; keitt 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht; Mel. Wenn mein Stünd- Mensch ist ausgenommen, lein vorhanden ist. hier muß ein jeder dran, 845. 2ch wie elend und wird den Lohn bekommen, nachdem er hat gethan. ist unsre Zeit allhier auf dieser Erden. Gar bald der Mensch darnieder leit, wir müssen alle sterben. Allhier in die 3. Bedenke, Mensch, das Ende, der Höllen Angst und Leid, daß dich nicht Satan blende mit seiner fem Jammerthal ist Müh Eitelkeit. Hier ist ein kurje Vom Tode und Auferstehen. 731 jes Freuen, dort aber ewig-| schen Freude! 23ie fich lich ein kläglich Schmer- wechseln Stund und Zei= jensschreien. Ach Sünder, ten, Licht und Dunkel, hûte dich. Fried und Streiten, so sind unsre Fröhlichkei en. 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke stets die Zeit, 4. Ach wie nichtig, ach daß dich ja nichts abwende wie flüchtig ist der Menvon jener Herrlichkeit, da- schen Schöne! Wie ein mit vor Gottes Throne Blümlein bald vergebet, die Seele wird verpflegt; wenn ein rauhes Lüftlet dort ist die Lebenskrone wehet, so ist unsr Schbden Frommen beigelegt. ne, sehet! 5. Herr, lehre mich bedenken der Zeiten letzte Zeit, daß sich nach dir zu lenken mein Herze sei bereit; laß mich den Tod betrachten und deinen Richterstuhl, laß mich auch nicht verach- Drüsen. ten der Höllen Feuerpfuhl. 5. Ach wie nicht.g, ach wie flüchtig ist der Men schen Stärke! Der fich wie ein Löw erwiesen, überworfen mit den Riesen, den wirft eine kleine 6. Hilf, Gott, daß ich 6. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menin Zeiten auf meinen letz- schen Glücke! Wie fich ten Tag mit Buße mich eine Kugel drehet, die bereiten und täglich sterben bald da, bald dorthin stemag. Im Tod und vor Ge- het, so ist unser Glücke, richte, steh mir, o Jesu, bet, fehet! daß ich ins Himmels Lichte zu wohnen würdig sei. Salomo Listow. 7. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Ehre! Ueber den, dem man hat müssen heut die Hände höflich küssen, gebt man morgen gar mit In eigener Melodie. 847. 2 wie nichtig, ach wie Füßen. flüchtig ist der Menschen 8. Ach wie nichtig, ach Leben! Wie ein Nebel wie flüchtig ist der Menbald entstehet und auch schen Wissen! Der das wieder bald vergehet, so ist Wort konnt' prächtig fühunser Leben, sehet! ren, und vernünftig dis2. Ach wie nichtig, ach curieren, muß nun allen wie flüchtig sind der Witz verlieren. Menschen Tage! Wie ein 9. Ach wie nichtig, ach Strom beginnt zu rinnen, wie flüchtig ist der Menund im Laufen nicht hält schen Dichten! Der, so innen, so fährt unsre Zeit Kunst hat lieb gewonnen, von hinnen. und manch schönes Werk ersonnen, wird zuletzt vom Tod erronnen. 10. Ach 3. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Men 732 Vom Tode und Auferstehen. 10. Ach wie nichtig, 3. Wenn ich werde mit ach wie flüchtig find der ihm leben, herrschen und Menschen Schäße! Es in Freuden schweben, o kann Glut und Flut ent- wie selig werd' ich sein bei fieben, dadurch, eb wir den lieben Engelein! uns versehen, alles muß ju Trümmern gehen. 11. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Herrschen! Der durch Macht ist hoch gestiegen, muß zuleht aus Unvermögen in dem Grab darniederliegen. 4. Herzlich werd' ich mich erfreuen, wenn mich Christus wird verneuen, und in Himmel führen ein prächtig, stets bei ihm zu sein. 5. Zung und Herze wird da klingen und dem Herren Jesu singen; ewig werd' ich stimmen ein mit den 12. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der lieben Engelein! Menschen Prangen! Der 6. Besser Leben werd ich finden ohne Tod und sen ist als wie ein Gott ohne Sünden. O wie seim Purpur hoch vermesgesessen, dessen wird im Lod vergessen. lig werd' ich sein bei den lieben Engelein! Abasverus Fritsch. 13. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Sachen! Alles, alles, was wir sehen, das 849. Ch muß fallen und vergeben. Ber Gott fürcht, wird ewig stehen. 14.* Ach mein Heiland, ach mein Beistand, Jesu voller Güte, wollst mein Herz also bereiten, daß mich solche Nichtigkeiten nimmer von dir abeleiten. Michael Frand. In eigener Melodie. 3. Nun hab' ich über848. llenthalben, wo ich wunden Kreuz, Leiden, Angst und Not; durch sein" gebe, fibe, liege, oder ste- heilig fünf Wunden bin be, sehn' ich mich nach Jesu Chrift, der für mich gestorben ist. 2. Von der bösen Welt zu scheiden nach so vielem Kreuz und Leiden, wenn es ihm gefällig ist, bin ich fertig und gerüft. In eigener Melodie. Christus, der ist mein Leben, Sterben ist mein Ge winn; dem thu' ich mich ergeben, mit Freud fahr' ich dahin. 2. Mit Freud fahr' ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, auf daß ich zu ihm komme, und ewig bei ihm sei. ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Atem geht schwer aus, und kann kein Wort mehr sprechen: Herr, nimm mein Seufzen auf! 5. Wenn mein Herz und Gedanken zergehen wie ein Licht Vom Tode und Auferstehen. 733 Licht, das hin und herlich wende mich mit aller thut wanken, wenn ihm Kraft zu dir, ach thu mir die Flamm gebricht: auf die süße Lebensthür. 6. Ach laß mich an dir Fleben, wie eine Klett am Kleid, und ewig bei dir leben in der himmlischen Freud. 7. Alsdann fein sanft und stille laß mich, Herr, schlafen ein nach deinem Rat und Willen, wenn kommt mein Stündelein. 5. Ich gebe dir von ganzem Herzen hin, was du erlöst, und was ich durch dich bin; nimm meine Seel, wenn sie vom Leib ist los, in deine Hand und väterlichen Schoß. 6. Du bist mein Ziel, mein Ende, Ruhm und Preis, mein Mittelpunkt, mein süßes Paradeis; in dir allein findt meine Seele Ruh, drum seuff' ich Ehr und Preis, und ewig auch dir unaufhörlich zu. bei dir wohne, Vater, Sohn, heilger Geist! 8. Wohl in des Himmels Throne, sing'ich Lob, 7. Ach, ach wie sehr verlangt mich doch nach dir, komm doch, mein Trost, mein Leben, komm In eigener Melodie. 850. Die Zeit geht zu mir: verzeuch doch nicht an, die Je- aus dieser finstern Höhl sus hat bestimmt, da alles in deinen Hof zu holen Leid bei mir ein Ende meine Seel. nimmt. Gehab dich wohl, 8. Ich warte schon mit mein Kerker, böse Welt, sehnlichem Verdruß auf mit allem dem, was dei- dich, mein Lieb, und deinem Geist gefällt. nen ewgen Kuß. Ich bin 2. Komm, meine Seel, fast frank, und mein verwir wollen nunmehr gehn, liebter Geist ist gleichsam wo Gottes Sohn und weg von mir nach dir seine Diener stehn; wir gereist. wollen uns gesellen zu der Schar, die unverrückt froblocket immerdar. 9. Jedoch, damit ich dir nichts schreibe für, so will ich gern und willig bleiben 3. Gebenedeit sei ewig bier, bis kommt die Zeit, in dieser Tag, an welchem welcher ich, als Braut, dir ich durch Gott verlassen meinem Gott und Brautmag, was sterblich ist und gam werd' vertraut. blendt mein Augenlicht, daß ich nicht seh' des Liebften Angesicht. Joh. Angelus. Mel. Chriflus, der uns felig macht. 4. Ach Jesu Chrift, mein Leben in dem Lob, 851. Einen guten mein Trost in Pein, mein Kampf hab' Freund in Angst und Not: ich auf der Welt gekämpfet; NGASS 734 Vom Tode und Auferstehen. pfet; denn Gott hat ge- Ach Gott, erhör mein nådiglich meine Not ge- Klagen. dämpfet, daß ich meines Lebens Lauf seliglich voll2. Laß mich, Herr Chrift, an deinem Leib ein grünes endet, und die Seele Zweiglein bleiben; mit deihimmelauf Christo zuge- nem Geist, Herr, bei mir sendet. bleib, wenn sich mein' Seel 2. Forthin ist mir bei- soll scheiden; wenn nun gelegt der Gerechten Kro- vergeht meins Lebens Frist, ne, die mir wahre Freud und meines Bleibens nicht erregt in des Himmels mehr ist allhier auf dieser Throne; forthin meines Erden. Lebens Licht, dem ich hier 3. So laß mich nicht vertrauet, nämlich Gottes in dieser Not umkommen Angesicht, meine Seele und verzagen; spring mir schauet. zu Hülf, o treuer Gott, 3. Diese gar verboste mein' Angst bilf du mir Welt ist, was meinem Leben tragen; denk, daß ich bin Junmehr gänzlich nicht ge- am Leibe dein ein Glied fällt; drum ich mich er- und grünes Zweigelein; im geben meinem Jesu, da Fried laß mich hinfahren. Ich bin jetzt in lauter 4. Gedenk, Herr, an Freuden; denn sein Tod den teuren Eid, den du ist mein Gewinn, mein selbst haft geschworen, so Verdienst sein Leiden. wahr du bist von Ewigkeit, ich soll nicht sein verloren; ich soll nicht kommen ins Gericht, den ewgen Tod auch schmecken nicht, dein Heil willst du mir zeigen. 4. Gute Nacht, ihr meine Freund, ihr, o meine Lieben! Alle, die ihr um mich weint, laßt euch nicht betrüben diesen Abtritt, den ich thu' in die Erde nieder; schaut, die Sonne geht zur Ruh, kömmt doch morgen wieder. 5. Ach Gott, laß mir ein' Leuchte sein dein Wort ewig zum Leben; ein felias Ende mir verleih, ich will mich dir ergeben; ich traue dir, mein Herr und Gott, denn du verläßt in keiner Not, die deiner Hülf thun Heinrich Albert. Mel. O( Herr) Jefu Chrift, du höchstes Gut. 852.( in Würm- warten. lein bin ich 6. Drauf will ich nun arm und klein, mit Todes- befehlen dir mein' Seel in not umgeben; kein Trost deine Hände; ach treuer weiß ich in Mark und Bein, Gott, steh feft bei mir, im Sterben und im Leben, dein'n Geist nicht von mir denn daß du selbst, Herr wende; und wenn ich nicht Jesu Chrift, ein armes mehr reden kann, so nimm Würmlein worden bist. den letzten Seuffer an durch Vom Tode und Auferstehen. 735 durch Jesum Chriftum, Barthol. Fröhlich. Amen. In eigener Melodie. Mel. Ich hab' mein' Sach 854. Treu dich sehr, Gott heimgestellt. le, und vergiß all meine SeeNot 853. sit genug, und Qual, weil dich nun Herr, hole Christus, dein Herre, ruft mich, mein Herz das wart aus diesem Jammerthal. und sehnet sich nach einer Aus Tribsal und großem fanften Himmelfahrt, dar- Leid sollst du fahren in die auf es spart sein Trost Freud, die kein Ohr je hat und größte Freudenart. gehöret, und in Ewigkeit auch währet. 2. Der kranke Leib fühlt seine Not, kömmt immer 2. Tag und Nacht hab' näher nun dem Lod. Die ich gerufen zu dem HerSeele hat auch jederzeit ren, meinem Gott, weil viel Kampf und Streit, mich stets viel Kreuz beund so empfindt sie man- troffen, daß er mir bülf ches Leid. aus der Not; wie sich 3. Viel Seufzen dieses sehnt ein Wandersmann, mir treibt aus, und sehn' daß sein Weg ein End mög' mich nach des Vaters han, so hab' ich gewünschet Haus; an Leibeskräften eben, daß sich enden mög' ausgezehrt, sich stets ver- mein Leben. mehrt, was meinen Mut und Trost verheert. 3. Denn gleichwie die Rosen stehen unter Dor4.Die Seele gånglich ab- nen spißig gar, also auch gematt, wird dieses Lebens die Christen gehen in lauziemlich satt; denn deine ter Angst und Gefahr. Wie Zucht, o Vater, macht, daß die Meereswellen sind und fie verschmacht, und keiner der ungestüme Wind, also Beltlust nicht mehr acht. ist allhier auf Erden unser 5. Dennoch, Herr Je- Lauf voller Beschwerden. fu, Himmelskoft, bleibest 4. Die Welt, Teufel, des Herzens Teil und Sünd und Hölle, unser Troft; wenn alles bin, und eigen Fleisch und Blut, du nur bleibst, das Leid plagen stets hier unsre vertreibst, und alle Thrå- Seele, laßen uns bei keinen abereibst. nem Mut; wir sind vol6. Nichts tröstet mich ler Angst und Plag, lauauf dieser Welt, nur Je- ter Kreuz sind vast: Tag', sus mir allein gefällt. Du wenn wir nur geboren bleibst meins Herzens Trost werden, findt sich Jammer und Teil, Herr Gott, mein gnug auf Ecden. Heil, mich heimzuholen nicht verweil. 5. Wenn die Morgenröt herleuchtet, und der Schlaf Joh. Caspar Schade. sich von uns wendt, Sorg und 736 Vom Tode und Auferstehen. und Kummer daher strei-| Schoß, und erfülle fie chet, Müh findt fich an mit Trost, bis der Leib allem End. Unsre Thränen kommt aus der Erden, wird sind das Brot, so wir mit ihr vereinigt werden. essen früh und spat; wenn die Sonn nicht mehr thut scheinen, ist nur lauter Klag und Weinen. 10. Freu dich sehr, o meine Seele und vergiß all Not und Qual, weil dich nun Christus, dein Herre, 6. Drum, Herr Chrift, ruft aus diesem Jammerdu Morgensterne, der du thal. Seine Freud und ewiglich aufgehst, sei von Herrlichkeit sollst du sehn mir jeßund nicht ferne, in Ewigkeit, mit den Enweil mich dein Blut hat geln jubilieren, in Ewigkeit erlöft; hilf, daß ich mit triumphieren. Simon Graf. Fried und Freud mög' von hinnen fahren heut; Mel. Herzliebster Jefu, ach sei du mein Licht und was hast du verbrochen. Straße, mich mit Bei- 855.Beliebte Freund, was 7. In dein' Seite will so verzagen, mit vielem ich fliehen an mein'm bit- Seufzen, Heulen und Wehtern Todesgang; durch klagen, darum daß dieser dein' Wunden will ich Leib soll in die Erden geziehen ins himmlische Va- leget werden? terland; in das schöne Pa- 2. Wißt ihr nicht, daß radeis, drein der Schd- sein Stündlein ist gekomcher that sein' Reif, men? Der Herr hat ihn gewirst du mich, Herr nådig weggenommen, und Chrift, einführen, und mit ewger Klarheit zieren. aus der Angst, die ihn oftmals gebissen, gänzlich gerissen. 8. Ob mir schon die Augen brechen, das Gehöre ganz verschwindt, meine Zung nicht mehr fann sprechen, der Verstand sich nichts befinnt, bist du doch mein Licht und Hort, Leben, Weg und Himmelspfort; du wirst mich in Gnad regieren, auf der rechten Bahn beimführen. 3. Hier hat er müssn in Fahr zu allen Zeiten mit Teufel, Fleisch und bösen Menschen fireiten, viel Herzeleid erfahren und ertragen mit großem Klagen. 4. Nun ist er aller setner Feinde Toben und alles Jammers frei und überhoben; nun mag ihm keine Kreatur zusehen, noch ihn verleken. 9. Laß dein' Engel mit mir fahren auf Elias Wagen rot, meine Seele 5. Nun hat er alles wohl bewahren wie La- Unglück überwunden, den f'rum nach seinem Tod. rechten Fried und besten Laß sie ruhn in deinem Schak gefunden, darnach et Vom Tode und Auferstehen. 737 er hat gleich als ein Christ sie die begraben, kein' gestrebet, dieweil er le Hoffnung haben. bet. 13. Gott helf', daß wir 6. Sein Geist der lebt zur Zeit auch still einschlaiekund in großer Freude, fen, und von dem Herrn ift angethan mit einem samt allen seinen Schaweißen Kleide und preiset fen am jüngsten Tag zum hoch mit englischem Ge- Leben auf der Erden erdichte Gottes Gerichte. wecket werden. Bartholomäus Ringwaldt. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Lob, die 7. Aber sein Leib, dericht wird hingeleget, ist wie etn Korn ins gute Land in Kraft mit großem Preiſe 856. Gott und ist himmlischer Weiſe. 8. Das wird geschehn, wenn ihm und auch uns allen die Stimm des großen Gottes wird erschallen, der wiederum all ungeschickte Sachen wird richtig machen. kommen, da ich werd' aufgenommen ins schöne Paradeis. Ihr Eltern dürft nicht klagen, mit Freuden sollt ihr sagen: Dem Höchsten sei Lob, Ehr und Preis. 2. Wie kann's Gott 9. Dann wird er uns, besser machen? Er reißt wenn seine Glocken klin- mich aus dem Rachen des gen, mit großer Freud Teufels und der Welt, wiedrum zusammen brin- die jest wie Löwen brülgen, und prächtiglich mit len, ihr Grimm ist nicht vielem Triumphieren zum zu stillen, bis alles übern Himmel führen. Haufen fällt. 10. Da wir dann fein 3. Dies sind die letzten in himmlischen Geberden Tage, da nichts als Angst ohn Sünd und Klag und Plage mit Haufen beinander bleiben wer- bricht herein; mich nimmt den, von Teufel, Tod nun Gott von hinnen und allen Aergernissen und lasset mich entrinnen gar nichts mehr wissen; der überhäuften Not und 11. Sondern vollkom- Pein. men und gar engelreine uns 4. Kurt ist mein irdisch lieben in verklärtem Fleisch Leben, ein beßres wird mir und Beine, und ewiglich geben Gott in der EwigGott lobn in seinem Rei- keit; da werd' ich nicht che, den Engeln gleiche. mehr sterben, in feiner 12. Das wollt ihr, mein' Not verderben, mein Legeliebten Freund', beden- ben wird sein lauter Freud. ken, und euer Herz nicht 5. Gott eilet mit den wie die Heiden fränken, Seinen, läßt sie nicht lange die von den Toten, wenn weinen in diesem Thränen 738 Vom Tode und Auferstehen. thal. Ein schnell und selig zu erfüllen, und sich ihm Sterben ist schnell und in Geduld ergiebt. glücklich erben des schönen Himmels Ehrensaal. 12. Ade, nun seid gesegnet, was euch jekund be6. Wie öfters wird ver- gegnet, ist andern auch geführet manch Kind, an dem schehn. Viel' müssen's noch man spüret rechtschaffne erfahren. Nun, Gott woll Frömmigkeit; die Welt voll euch bewahren; dort wolLift und Tücke legt heim- len wir uns wiedersehn. lich ihre Stricke bei Tag Johann Heermann. und Nacht zu jeder Zeit. 7. Ihr' Neke mag fie In eigener Melodie stellen, mich wird sie nun oder: Wenn mein Stündnicht fällen, sie wird mir lein vorhanden ist. thun kein Leid. Denn 857. Denn 857. wer kann den verletzen, den Christus jeßt wird weiß gar wohl, daß ich feßen ins Schloß voll- einmal muß sterben: wann kommner Sicherheit. aber das geschehen soll, und 8. Zuvor bracht' ich wie ich werd' verderben dem euch Freude, jetzt, nun ich Leibe nach, das weiß ich von euch scheide, betrübt nicht, es steht allein in fich euer Herz; doch, wenn dein'm Gericht: du siehst ihr's recht betrachtet, und mein letztes Ende. was Gott thut, hoch achtet, wird sich bald lindern aller Schmerz. Jesu Christ, ich err 2. Und weil ich denn, als dir bewußt, durch deines Geiftes Gabe an dir allein die beste Luft in meis nem Herzen habe, und g'wißlich glaub', daß du allein mich haft von Sünd gewaschen rein, und mir dein Reich erworben: 9. Gott zählet alle Stunden, er schlägt und heilet Wunden, er fennet jedermann; nichts ist jemals geschehen, das er nicht vorgesehen, und, was er thut, ist wohlgethan. 3. So bitt' ich dich, Herr 10. Wenn ihr mich Jesu Chrift, halt mich bei werdet finden vor Gott, den Gedanken, und laß frei aller Sünden, in mich ia zu keiner Frist von weißer Seiden fiehn, und diesem Glauben wanken, tragen Siegespalmen in sondern dabei verharren Händen und mit Psalmen fest, bis daß die Seel aus des Herren Lob und ihrem Nest wird in den Ruhm erhöhn: Himmel fahren. 11. Da werdet ihr euch 4. Kann's sein, so gieb freuen, es wird euch herz- durch deine Hand mir ein lich reuen, daß ihr euch so vernünftig Ende, daß ich) betrübt. Wohl dem, der mein' Seel fein mit VerGottes Willen gedenket stand befehl' in deine Hände Vom Tode und Auferstehen. 739 de, und so, im Glauben g'wiß, am jüngsten Tag sanft und froh, auf mei- zum Leben auferwecken. nem Bettlein oder Stroh Bartholomäus Ringwaldt. aus diesem Elend fahre. aber du in In eigener Melodie. dem Feld durch Raub auf 858. Chrift, Herr err Jesu fremder Grenze, in Wassersnot, Hiß oder Kält, wahr Mensch und Gott, oder durch Pestilenze nach der du littst Marter, Angst deinem Rat wolltft neh- und Spott, für mich am men hin, so richt mich Kreuz auch endlich starbft Herr, nach meinem Sinn, und mir deins Vaters den ich im Leben führe. Huld erwarbst: 6. Wo aber ich aus 2. Ich bitt' durchs bitSchwachheit groß mich ter Leiden dein, du wollft nicht rechtschaffen hätte, mir Sünder gnädig sein, ging' etwa oder låge bloß, wenn ich nun komm' in und unbescheiden redte, so Sterbensnot, und ringen laß mich's, Herr, entgelten werde mit dem Tod. nicht, weil's wider mein Bewußt geschicht, und mich nicht kann befinnen. 3. Wenn mir vergeht all mein Gesicht, und meine Ohren hören nicht, und meine Zunge nicht mehr spricht und mir vor Angst mein Herz zerbricht; 7. O Herr, gieb mir in Todes Pein ein säuberlich Geberde, und hilf, daß mir das Herze mein fein fanft 4. Wenn mein Verstand gebrochen werde, und wie sich nicht befinnt, und mir ein Licht, ohn übrig Web, all menschlich Hülf zerauf dein unschuldig Blut rinnt; so fomm, o Herr vergeh', das du für mich Chrift, mir behend zu Hülf vergoffen. an meinem letzten End; 1 5. Und führ mich aus dem Jammerthal, verkürz mir auch des Todes Qual; die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib; 6. Bis sich die Seel vom Leib abwendt, dann nimm fie, Herr, in deine Hånd; 9. Derhalben ich in mei- der Leib hab' in der Erd nem Sinn mich dir thu sein' Rub, bis sich der ganz ergeben; denn sieb, jüngst Tag naht herzu. der Tod ist mein Gewinn, 7. Ein fröhlich ürständ du aber bist mein Leben, mir verleih, am jungslen und wirst mein Leib ohn G'richt mein Fürsprech sei, alle Klag, das weiß ich und meiner Sünd nicht mche 8. Jedoch ich dich nicht lehren will, noch dir mein End vorschreiben, sondern dir allweg halten still, bei deinem Wort verbleiben, und glauben, daß du als ein Fürst des Lebens mich erhalten wirst, ich sterb' gleich, wie ich wolle. 740 Vom Tode und Auferstehen. mehr gedenk, aus Gnaden von Sünd, Tod, Teufel, mir das Leben schenk. Hill; es hat dein Blut 8. Wie du haft zugesa- gekostet, drauf ich mein get mir in deinem Wort, Hoffnung stell. Warum das trau' ich dir: Fürwahr sollt' mir denn grauen fürwahr, euch sage ich, vorm Tod und höllschen wer mein Wort hält und G'sind? Weil ich auf dich glaubt an mich, thu' bauen, bin ich ein 9. Der wird nicht selges Kind. kommen ins Gericht, und 3. Wenn gleich süß ist den Tod ewig schmecken das Leben, der Tod sehr nicht; und ob er gleich bitter mir, will ich mich hier zeitlich stirbt, mit doch ergeben, zu sterben nichten er drum gar ver- willig dir. Ich weiß ein dirbt; besser Leben, da meine 10. Sondern ich will Seel fährt hin, des freu' mit starker Hand ihn rei- ich mich gar eben, Sterßen aus des Todes Band, ben ist mein Gewinn. und zu mir nehmen in mein Reich, da soll er dann mit mir zugleich 4. Der Leib zwar in der Erden von Würmern wird verzehrt, aber erwecket 11. In Freuden leben werden, durch Christum ewiglich. Dazu hilf uns schön verklärt, wird leuchia gnädiglich. Ach Herr, ten als die Sonne, und vergieb all unsre Schuld; lebn ohn alle Not in hilf, daß wir warten mit himml'scher Freud und Geduld, Wonne. Was schadt mir denn der Tod? 12. Bis unser Stündlein kommt herbei; auch unser Glaub stets wacker sei, dein'm Wort zu trauen feftiglich, bis wir entschlafen seliglich. 5. Ob mich die Welt auch reizet länger zu lebent hier, und mir auch immer zeiget Ehr, Geld, Gut, all ihr Zier; doch ich das gar nicht achte, es währt ein kleine Zeit; das In eigener Melodie. Himmlisch ich betrachte, Paul Eber. 859. Herzlich thut das bleibt in Ewigkeit. ver- 6. Wenn ich auch gleich langen nach einem selgen nun scheide von meinen End, weil ich hie bin Freuden gut, das mir umfangen mit Trubsal und ihn'n bringt Leide; und Elend; ich hab' Lust doch tröst mir meinen abzuscheiden von dieser ar- Mut, daß wir in größern gen Welt, sehn' mich nach Freunden zusammen werewger Freuden: o Jesu, den komm'n, und bleiben komm nur bald. ungescheiden im himmelt2. Du hast mich ja erlöset schen Thron. 7. Ob Vom Tode und Auferstehen. 741 7. Ob ich auch hinterlaffe betrübte Waiselein, Mel. Herr Jesu Christ, der'n Not mich über- dich zu uns wend. make jammert im Herzen 860. in Angst und ilf, Helfer, mein, will ich doch gerne sterben, und trauen mei- Not, erbarm dich mein, nem Gott: er wird sie du treuer Gott; ich bin wohl versorgen, retten aus ia doch dein liebes Kind, aller Not. trok Teufel, Welt und 8. Was thut ihr so sehr aller Sünd. zagen, ihr armen Waiselein? 2. Ich trau' auf dich, Sollt' euch Gott o Gott, mein Herr; wenn Hülf versagen, der speist ich dich hab', was will die Raben klein? Frommer ich mehr? Ich hab' ja Witwen und Waisen ist dich, Herr Jesu Christ; er der Vater treu, trok du mein Gott und Ers dem der sie beleidet; das Idser bist. glaubt ohn alle Scheu. 3. Des freu' ich mich 9. Gesegn euch Gott von Herzen fein, bin gutes der Herre, ihr Vielge- Muts und harre dein, ver= liebten mein, trauert nicht laß mich ganzlich auf dein allzusehre über den Ab- Nam'n; hilf, Helfer, bilf. schied mein; beständig Drauf sprech' ich: Am'n. bleibt im Glauben, wir Nicolaus Selneccer. werdn in kurzer Zeit einander wieder schauen dort Mel. Vater unser im Himin der melreich. 10. Run will ich mich 861. es würter lieg' ich armes ganz wenden zu dir, Herr Chrifi, allein; gieb mir ein melein, kann regen weder seligs Ende, send mir dein' Hand noch Bein; von Engelein; führ mich ins Angst mein Herz im Leib ewge Leben, das du er zerspringt, mein Leben mit worben haft durch dein dem Tode ringt. Vernunft Leiden und Sterben und und alle Sinn' sind matt, blutiges Verdienst. meins Lebens bin ich můd und satt. 11. Hilf, daß ich gar nicht wanke von dir, Herr Je2. Darum, Herr Jesu, ju Christ, den schwachen zu mir eil, vertreib des Glauben stärke in mir zu Teufels feurig Pfeil', der aller Frist. Hilf mir ritter- um mich jest thut brüllen lich ringen, dein' Hand her gleich wie ein Löw und mich halt' in acht, daß ich grimmger Bår, daß mich mag fröhlich fingen: Gott von deiner Lieb nicht scheid' Lob, es ist vollbracht! Anfechtung, Angst und Chriftoph Knoll. Herzeleid. 3. Herr, laß mich in dem 742 Vom Tode und Auferstehen. dem Reiche dein nur den Zier, mit höchster Herzensgeringsten Diener sein; den angst befallen, Gehör und festen Glauben mir ver- Rede nehmen ab, die Auleih, daß ich gerecht und gen werden mir ein Grab; selig sei, erlöset durch dein doch krånkt die Sünde teures Blut von Sün- mich vor allen; des Saden, Tod und Höllenglut. tans Anklag hat nicht Ruh, 4. Herr, wenn mein seht mir auch mit VersuStündlein kommt heran, chung zu. so laß dein' Engel um mich 4. Ich höre der Posaustahn, daß sie mein' Seel nen Lon, und seh' auch in Himmels Saal heim- den Gerichtstag schon, der führen aus dem Jammer- mir auch wird ein Urteil thal, und sie da bleib' in fällen. Hier weiset mein deinerHand, als dein durchs Gewissensbuch, da aber Blut erworbnes Pfand. des Gesehes Fluch mich Martin Moller. Sündenkind hinab zur Hillen, da, wo man ewig, In eigener Melodie. ewig: Leid! Mord! JamDie Antwort fiehe Nr. 899. mer! Angst und Zeter! bin ia schreit. 862. Herr, in 5. Kein Geld und Gut deiner Macht, du hast mich errettet mich, umsonst eran dies Licht gebracht, du beut ein Bruder sich, den unterhältst mir auch das andern hier erst los zu Leben; du kennest meiner machen; er muß es ewig Monden Zahl, weißt, wann lassen stehn; wir werden in diesem Jammerthal auch ewig nicht entgehn, kriegt wieder gute Nacht muß einmal uns der Höllenrageben; wo, wie und wann chen; wer hilft mir sonft ich sterben soll, das weißt in dieser Not, wo du du Bater, mehr als wohl nicht, Gott, du Todes 2. Wen hab' ich nun Tod? als dich allein, der mir in 6. Der Teufel hat nicht meiner letzten Pein mit Macht an mir, ich habe Troft und Rat weiß zu- bloß gesündigt dir, dir, juspringen? Wer nimmt der du Missethat vergiebest. sich meiner Seelen an, Was maßt sich Satan wenn nun mein Leben dessen an, der kein Gese nichts mehr kann, und ich mir geben kann, nichts hat muß mit dem Tode rin- an dem, was du, Hert, gen, wenn aller Sinnen liebest? Er nehme das, was Kraft gebricht; thust du es, sein ist, hin. Ich weiß, Gott, mein Heiland nicht? daß ich des Herren bin. 3. Mich dünkt, da lieg' 7. Herr Jesu, ich dein ich schon vor mir in gro- teures Gut, bezeug es ßer Hit ohn Kraft, ohn mit selbst deinem Blut, daß Dom Tode und Auferstehen. 743 daß ich der Sünden nicht du preisen mit den Fromgehöre. Was schont denn men, die zu ihrem Jesu Satan meiner nicht, und kommen. schreckt mich durch das Zorngericht? Komm, rette deines Leidens Ehre. Was giebest du mich fremder Hand, und haft so viel an mich gewandt? 3. Bei Gott zu ſein verlangt mich sehr; die Lust vermehrt sich mehr und mehr, dich, Jesu, zu umfassen. Soll's nicht bald werden, Herzensfürst, daß 8. Nein, nein, ich weiß der, so innig nach dir gewiß, mein Heil, du lås- dürft, werd' einmal losgesest mich, dein wahres laffen? Heraus spann aus Teil, zu tief in deinen aus dem Loche, von dem Wunden sitzen. Hier lach' Joche den, so schreiet, und ich aller Macht und Not, den Jesus nur erfreuet. es mag Gesetz, Höll oder Tod auf mich her donnerit oder ich Johann Caspar Schade. lebte war ich dein, jetzt kann 864. Sach Gott In eigener Melodie. hab' mein' ich keines Fremden sein. Simon Dach. heimgestellt, er mach's mit mir, wie's ihm gefällt. Soll ich allhier noch langer lebn, nicht widerstrebn, sein'm 863. Ich freue mich willen thu' ich mich ergebn. von Herzensgrund auf diesen Tag, auf 2. Mein Zeit und Stund diese Stund, da ich soll ist, wann Gott will, ich schlafen gehen; wie lieb- schreib' ihm nicht vor lich wird es doch wohl Maß noch Ziel; es sind thun, wenn mein Leib, gezählt all Hårlein mein, fanfte auszuruhn, in sei- beid' groß und klein; fällt nem Sarg wird stehen? Feines ohn den Willen sein. Erden werden kann nicht schaden, aus Genaden wird erwecken Jesus, was sich hier muß strecken. 2. Denk nach, mein Herz, wie wird dir sein, so wohl, so lieblich, süß und fein, wenn du haft ausgezogen das Sündenkleid der 3. Es ist all hier ein Jammerthal, Angst, Not und Trübsal überall; des Bleibens ist ein' kleine Zeit, voll Mühsel'gkeit, und wer's bedenkt, ist imm'r im Streit. 4. Was ist der Mensch? Ein Erdenkloß. Von Mutt'rleib kommt er nackt Sterblichkeit, und bloß, bringt nichts mit und nun der Geist hier sich auf diese Welt, kein aus der Zeit zur Ewigkeit geflogen; droben loben Gott, den Weisen wirft hinfällt. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. Gut noch Geld, nimmt nichts mit sich, wenn er 5. Es 744 Vom Code und Auferstehen. 5. Es hilft kein Reich- getreuer Gott für mich tum, Geld, noch Gut, in Tod sein liebsten Sohn kein' Kunst noch Gunst, gegeben hat. noch stolzer Mut; vorm 12. Derselbe, mein Lod kein Kraut gewach- Herr Jesus Christ, für sen ist, mein frommer all mein' Sund gestorben Chrift; alles, was lebet, ist, und auferstanden mir ster blich ist. zu gut, der Hillen Glut 6. Heut sind wir frisch, gelöscht mit seinem teugesund und stark, morgen ren Blut. tot und liegen im Sarg; 13. Dem leb' und sterb' heut blühn wir, wie die ich allezeit, von ihm der Rosen rot, bald Frank bitt'r Tod mich nicht und tot; ist allenthalben scheidt. Ich leb' odr sterb', Müh und Not. so bin ich sein; er ist allein der einig Trost und Helfer mein. 7. Man trägt eins nach dem andern hin, wohl aus den Augen, aus dem Sinn; 14. Das ist mein Troft die Welt vergisset unser zu aller Zeit, in allem bald, sei jung odr alt, auch Kreuz und Traurigkeit; unsrer Ehren mannigfalt. ich weiß, daß ich am 8. Ach Herr, lehr uns jüngsten Tag ohn alle bedenken wohl, daß wir Klag werd' auferstehn aus sind sterblich allzumal, meinem Grab. auch wir allhier kein Blei- 15. Mein lieber fromm'r bens han, müssn all da- getreuer Gott all mein von, gelehrt, reich, jung, Gebein bewahren thut; alt oder schön. da wird nicht eins vom 9. Das macht die Sünd, Leibe mein, sei groß odr du treuer Gott; dadurch klein, umkommen noch ist kommn der bitter Tod, verloren sein. der nimmt und frißt all 16. Mein lieben Gott Menschenkind, wie er sie von Angesicht werd' ich findt, fragt nicht, wes anschaun, dran zweifl' ich Stands odr Ehrn sie find. nicht, in ewger Freud und 10. Ich hab' hie wenig Seligkeit, die mir bereit. guter Tag, mein täglich bm sei Lob, Preis in Brot ist Müh und Klag. Ewigkeit. Wenn mein Gott will, 17. Jesu Christe, so will ich mit hinfahrn Gottes Sohn, der du für im Fried. Sterbn ist mein uns haft gnug gethan, G'winn und schadt mir ach schleuß mich in die nit. Wunden dein; du bist al11. Und ob mich schon lein der einig Troft und mein' Sund ansicht, den- Helfer mein. noch will ich verzagen 18. Amen, mein lieber nicht; ich weiß, daß mein frommer Got, bescher uns Vom Tode und Auferstehen. 745 uns alln ein selgen Tod;| wir allzu In eigener Melodie. gleich bald in dein Reich 866. Ja will ganz kommen, und bleiben ewiglich. Johann Leon. nicht zweifeln in der guten Zuversicht zu dir, JeMel. Herzlich thut mich su, trotz den Teufeln! verlangen. Was mein Gott will, das 865.ch hab' mich geschicht. Wenn die HimGott er- mel schon vergehn, dieses geben, dem liebsten Va- Wort bleibt ewig feſte, ter mein; hier ist tein sollt' die Erd auch nicht Immerleben, es muß ge- bestehn: mein Erldser schieden sein. Der Tod bleibt der Beste. kann mir nicht schaden, er ist nur mein Gewinn; in Gottes Fried und Gnaden fahr' ich mit Freud dahin. 2. Laß die Elemente schmelzen von des letzten Feuers Hik, laß sich durch einander wälzen Wasser und der Berge Spik; 2. Mein Weg geht jetzt wenn mit Krachen alles vorüber, o Welt, was acht' fällt, wenn aus Furcht ich dein? Der Himmel ist das Volk verschmachtet, mir lieber, da muß ich Jesus bei der Hand mich trachten ein; mich nicht hält: wohl dem, der es mit Sünd beladen, weil nun betrachtet! ich wegfertig bin; in Gottes Fried und Gnaden fahr' ich mit Freud dahin. 3. Du hast mir ins Herz geschrieben, allerhöchster Gottessohn, daß du mich 3. Ach selge Freud und willst ewig lieben, mich, Wonne hat mir der Herr mich Asche, Staub und bereit, da Christus ist die Thon. O du große MajeSonne, Leben und Selig- ståt, wer kann deine Treu keit. Was kann mir doch aussprechen? Nichts vor nun schaden, weil ich bei deine Liebe geht, die dein Christo bin? In Gottes weiches Herz kann brechen. Fried und Gnaden fahr' ich mit Freud dahin. 4. Deine Gnad hat angefangen dieses gute Werk 4. Gesegn euch Gott, in mir, daß ich freudig kann thr meinen, ihr Liebsten gelangen zu der schmalen allzumal, um mich sollt Himmelsthür. Du wirst ihr nicht weinen, ich weiß mich auch lassen ein, du, von keiner Qual; den rechten Port noch heute nehmt fleißig ia in acht; in Gottes Fried und Freuden fahrt mir bald all herna ch. Johann Leon. der Weg, die Thür, das Leben; alles wirst du mir dann sein, wenn du dich mir selbst wirst geben. 5. Laß die Lampe meiner Seele, schönster Him32 mels 746 Dom Tode und Auferstehen. melsbrautigam, brennen mich verläßt, so thue du von dem Glaubensble, bei mir das Best. wenn du kommst, o Got- 4. Kein Reichtum, Geld teslamm, in der letzten noch Gut, kein kühner Mitternacht, da man wird Heldenmut hilft vor des Posaunen hören; selig, Lodes Grimm und Wut. welcher munter wacht, AU Ehr und Gunst und wenn sich alles wird ver- Macht vor ihm ist ganz kehren. umsonst. Ach Gott, wenn 6. Nun ich weiß, Gott alles mich verläßt, so thue wird vollführen, was er du bei mir das Best. angefangen bat; Jesus 5. Was Schmerz, was wird mich auch regieren Angst und Pein, o Gott, durch des Geistes Wunder- wird um mich sein, wenn that bis auf den Tag, wenn nun der Tod wird brechen allein das hoch dreimal ein. Wer wird alsdann heilig Wesen nur wird mit Trost sich meiner mein Jehovah sein; dann nehmen an? Ach Gott, wird meine Seel genesen. wenn alles mich verläßt, Joachim Neander. so thue du bei mir das Best. In eigener Melodie. 6. Wenn mein Gewiss 867. ein Stünd- sensbuch und des Gesebes lein geht Fluch, wenn Sünd und dahin, es liegt mir in dem Satan zum Versuch tritt Sinn, ich bin auch immer, wider mich, wer ist, der wo ich bin, daß mich der mein erbarmet sich? Ach Tod wird sehen in die letzte Gott, wenn alles mich Not. Ach Gott, wenn al- verläßt, so thue du bet les mich verläßt, so thue mir das Best. du bei mir das Best. 7. Wenn Sprach, Ver2. Hier ist kein Aufent- stand und Sinn auf einhalt, der Tod hat die Ge- mal fällt dahin, und ich walt; er frißt und würget nicht mehr bin, der ich jung und alt, er reißt bin, wer schreit mir zu, uns fort aus unserm Or- wenn mir der Schmerz Ach den, Stand und Ort. Ach läßt feine Ruh? Gott, wenn alles mich Gott, wenn alles mich verläßt, so thue du bei mir verläßt, ſo thue du bei das Best. mir das Best. 3. Kein Rat, kein' Ar- 8. Wenn meiner Augen zenei, kein Heulen noch Licht, mir ferner leuchtet Geschrei, kein Bruder nicht, und mir das Herz kann mich machen frei, im Leibe bricht vor Angst in aller Welt ist nichts, und Qual; wer führt das endlich mich erhält. mich durch das finfire Ach Gott, wenn alles Thal? Ach Gott, wenn alles Vom Tode und Auferstehen. 747 alles mich verläßt, so thue du, Jesu, stårkest mich. du bei mir das Best. Wenn die Leibesglieder bes ben, sucht das Herz sich zu erheben zu Gott, der mein Heil und Licht: Jesum lass' ich nimmer nicht. 9. Herr Jesu, du allein sollst mir in Todespein die beste Hülf und Labsal sein; auf dich will ich die Welt gesegnen williglich. Ach Gott, wenn alles mich verläßt, so thue du bei mir das Best. 4. Daß ich täglich schwacher werde, spur' ich wohl, doch bin ich froh; denn ich hoffe, schnöde Erde, deiner 10. Herr Jesu, nimm los zu werden so. Matmich auf, zu dir in Him- tigkeit läßt sich zwar spůmel nauf, wenn ich voll- ren, Beine wollen nicht endet meinen Lauf; ich mehr führen, doch ist mein ruf zu dir, so lang ein Lauf drauf gericht: JeOdem ist in mir: Ach sum las ich nimmer Gott, wenn alles mich ver- nicht. läßt, so thue du bei mir das Best. Michael Frant. 868. Las abnehmen diese Glieder, laß verwesen diesen Leib, Jesus giebet alles wieder; wenn ich nur in ihm verbleib', so mag alles von mir fallen. Jesus 6. Arbeit, Leiden, Müh alles und in allen bleibet und Wachen meine Kräfte meine Zuversicht: Jesum matten ab; Gott mag's, laff' ich nimmer nicht. 5. Wunderlich find Gottes Wege, dessen sich mein Herz erfreut; meinen schwachen Leib ich lege hingestreckt, doch wird verneut meiner Seelen geiftlich Leben. Eins nimmt Gott, daß er könn' geben Beßres, drum mir nichts gebricht; Jesum laff ich nimmer nicht. wie er will, auch machen, 2. Leibeshütte, du magst gnug, Herr, wenn ich dich brechen, irdisch Haus, fall nur hab. Willst du, daß immer ein. Tod, willst du ich länger lebe, darein ich Wie mein Herz durchstechen, mich auch ergebe. wie Gott will, es mag Gott will! mein Herze drum sein. Eins weiß ich, spricht: Jesum laff' ich und glaub' es feste: Was nimmer nicht. Gott thut, das ist das 7. Wollst ja deinen Knecht Beste. Alles gut, was mir abholen, der so můd und geschicht; Jesum laff' ich matt, nur bald. Dir set nimmer nicht. Leib und Seel befohlen, 3. Meine äußern Kräfte liebster Vater, mit mir walt schwinden, und die Stärk nach Genade und Belie verlieret sich; dabei kann ben; in dem will ich mich ich recht empfinden, wie noch üben, daß mein Sinn 32* bleib' Mel. Alle Menschen müffen flerben. 748 Vom Tode und Auferstehen. bleib' so gericht: Jesum seiner Kammer ohne Sorlaff ich nimmer nicht. Joh. Caspar Schade. Mel. 3ion flagt mit Angst und Schmerzen. gen, sanft und wohl, und verschläft den großen Jammer, dessen jetzt die Welt ist voll. Meine Seele schauet an den, der nichts 869. Paffet ab, ihr als lieben kann, der auf ergößet. meine Lie- seinen Schoß mich setzet, ben, lasset ab von Trau- und mit höchster Freud rigkeit. Was wollt ihr euch mehr betrüben, weil ihr des 6. In der Welt ist nichts versichert seid, daß ich alle zu finden, nichts als TeuQual und Not überwun- rung, Pest und Streit, den, und bei Gott mit den und was mehr die großen Auserwählten schwebe vol- Sünden bringen für Beler Freud und ewig lebe? schwerlichkeit. Sonderlich 2. Derer Tod soll man kommt noch ein Schwert, beklagen, die dort in der das der Christen Herz Höllenpein müssen leiden durchfährt. O viel besser, alle Plagen, so nur zu er- selig sterben, denn durch denken sein; die Gott aber diesen 3wang verderben! nimmt zu sich in den Himmel, gle.ch wie mich, und mit lauter Wollust trånket, wer ist, der darob sich Frånket? 7. Solcher Not bin ich entgangen, nichts ist, das mich ångsten kann, Fried und Freud hat mich umfangen, kein Feind darf 3. In des Herren Je- mich sprengen an; ich su Wunden hatt' ich mich bin sicher ewiglich in des geschlossen ein, da ich alles Herren Hand, der mich reichlich funden, wodurch ihm zum Eigentum erich kann selig sein. Er ist worben, da er ist am die Gerechtigkeit, die vor Kreuz gestorben. Gott gilt jederzeit. Wer dieselb ergreift im Glauben, dem kann nichts den Himmel rauben. 8. Euch wird, meine liebsten Freunde, die ihr weinet in der Welt, schützen wider alle Feinde Gottes 4. Niemand sag, ich sei Sohn, der starke Held. umkommen, ob ich gleich Seid und bleibt ihm nur gestorben bin; mein Gott getreu, seine Gnad ist tåghat mich bingenommen, lich neu; wer Betrübte Sterben ist jetzt mein Ge- will betrüben, der muß winn. Vor dem Unglück wie die Spreu zerstieben. bat er mich hingerafft so väterlich. Jetzt kann mich tein' Trubsal pressen, aller Angst ist nun vergessen. 5. Der Leib schläft in 9. Nun, ich will euch dem befehlen, der sich euren Vater nennt, der die Thränen pflegt zu zählen, dem sein Herz vor Liebe brennt; Vom Tode und Auferstehen. 749 brennt; der wird euch in ein! Wessen wird mein eurem Leid trösten, und zu Vorrat sein? Und wo seiner Zeit in den Ort, da werden meine Lieben nach ich bin, führen, und mit einander hin verstieben? höchster Klarheit zieren. 4. Doch was darf es 10. Da wird uns der dieser Sorgen? Soll ich Tod nicht scheiden, der nicht zu Jesu gehn? Lies uns jetzt geschieden hat; ber heute noch als morGott selbst wird uns als- gen; denn mein Fleisch dann weiden und erfreun wird auferstehn. Ich verin seiner Stadt. Ewig, zeih' es gern der Welt, ewig werden wir in dem daß sie alles hier behält, Paradies allhier mit ein- und bescheide meinen Erander jubilieren und ein ben einen Gott, der nicht englisch Leben führen. fann sterben. Johann Heermann. 5. Herrscher über Tod und Leben, mach einmal mein Ende gut; lehre mich den Geist aufgeben mit 870. ieber Gott, recht wohl gefaßtem Mut; wann werd' hilf, daß ich ein ehrlich ich sterben? Meine Zeit Grab neben frommen läuft immer hin, und des Christen hab', und auch alten Adams Erben, un- endlich in der Erde nimmerter denen ich auch bin, mehr zu Schanden werde. haben das zum VaterCaspar Neumann. teil, daß fie eine kleine Weil arm und elend find In eigener Melodie. auf Erden, und dann sel-= 871. Mach's mit zlel. Freu dich sehr, o meine Seele. 2. Ich zwar will mich nach deiner Güt, bilf auch nicht widern, zu be- mir in meinem Leiden; schließen meine Zeit; trag' was ich dich bitt', verfag ich doch in allen Gliedern mir nit: wenn sich mein Samen von der Sterb- Seel soll scheiden, so nimm lichkeit; geht doch immer fie, Herr, in deine Hånd'; da und dort einer nach dem ist alles gut, wenn gut andern fort, und schon man- das End. cher liegt im Grabe, de ich wohl gekennet habe. 2. Gern will ich folgen, lieber Herr, du wirst 3. Aber, Gott, was mir's nicht verderben; werd' ich denken, wenn es senn du bist ia von mir wird ans Sterben gehn? nicht fern, ob ich gleich Wo wird man den Leib hier muß sterben, verlasversenken? Wie wird's sen meine lieben Freund', um die Seele stehn? Ach die's mit mir herzlich gut was Kummer fällt mir gemeint. 3. Rubt 750 Vom Tode und Auferstehen. 3. Ruht doch der Leib| laden durch dein teuer sanft in der Erd, die Seel beilsam Wort, an allem zu dir fich schwinget; in Ort erschollen. deiner Hand fie unversehrt 4. Er ist das Heil und durch Tod ins Leben drin- selig Licht für die Heiget. Hier ist doch nur ein den, zu' rleuchten, die dich Angst, Not kennen nicht, und zu weiüberall. den. Er ist deins Volks und 4. Tod, Teufel, Hill, Israel der Preis, Ehr, die Welt und Sünd mir Freud und Wonne. D. Martin Luther. können nichts mehr schaden; bei dir, o Herr, ich In eigener Melodie. Rettung find', ich trift mich deiner Gnaden; dein 873. Mitten wir einger Sohn aus Lieb und Huld für mich bezahlt bat alle Schuld. im Leben find mit dem Tod umfattgen. Wen suchn wir, der 5. Warum sollt' ich denn Hülfe thu', daß wir Gnad traurig sein, weil ich so erlangen? Das bist du, wohl bestehe, bekleidt mit Herr, alleine. Uns reuet Christi Unschuld rein, wie unire Missethat, die dich, eine Braut hergebe? Ge- Herr, erfürnet hat. Heibab dich wohl, du schnöde liger Herre Gott, HeiliWelt, bei Gott zu leben ger, starker Gott, Heiliger, mir gefällt. barmherziger Heiland, du ewiger Gott! laß uns nicht versinken in des bittern Codes Not. Kyrie Johann Hermann Schein. In eigener Melodie. 872. Mit Fried und eleiſon. ich 2. Mitten in dem Tod fahr' dahin in Gottes ansicht uns der Höllen Wille; getroft ist mir mein Rachen. Wer will uns Herz und Sinn, sanft und aus solcher Not frei und fille; wie Gott mir ver- ledig machen? Das thust heißen hat, der Tod ist du, Herr, alleine. Es mein Schlaf worden. jammert dein' Barmherz 2. Das macht Christus, zigkeit unsre Sund und wahr Gottes Sohn, der großes Leid. Heiliger Herre treue Heiland, den du mich, Gott, Heiliger starker Herr, haft sehen lan, und Gott, Heiliger, barmmacht bekannt, daß er sei berziger Heiland, du ewiger das Leben und Heil in Gott! laß uns nicht verNot und Sterben. zagen vor der tiefen Höllen Glut. Kyrie eleison. 3. Den hast du allen vorgestellt mit großen 3. Mitten in der HilGnaden; zu seinem Retch len Angst unsre Sünd uns die ganze Welt beißen treiben; wo folln wir denn Dom Tode und Auferstehen. 751 denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein teures Blut, das gnug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott, Heiliger starker Gott, Heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott! durch sein Blut hat erlöst laß uns nicht entfallen vons Teufels G'walt und von des rechten Glaubens ewger Pein; ihm sei Lob, Trost. Kyrie eleiſon. Preis und Ehr allein. 7. Nun lassen wir ihn hier schlafen, und gehn all heim unsre Straßen; schikfen uns auch mit allem Fleiß; denn der Tod kommt uns gleicher Weis. 8. Das helf uns Chriftus, unser Troft, der uns Michael Weiße. D. Martin Luther. In eigener Melodie. 874. Nun last uns begraben, daran wir kein 3weifel haben, er werd' am jüngsten Tag aufstehn, und unverweslich hervor gehn. 2. Erd ist er und von der Erden, wird auch zu Erd wieder werden, und von der Erd wieder aufstehn, wenn Gottes Posaun wird angehn. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. den Leib 875. Nun lieg' ich ar mes melein, und ruh' in meinem Kämmerlein; ich bin durch einen sanften Tod entgangen aller Angst und Not. 2. Was schadet's mir, daß mein Gebein muß in das Grab verscharret sein? Mein Seelchen schwebet ohne Leid im Himmelsglanz und Herrlichkeit. 3. Sein Seele lebt ewig in Gott, der sie allhier aus 3. In solchem Schmuck, lauterGnad von allerSund und Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. in solcher Zier prang' ich vor Gottes Thron allhier; mein Jesulein ist meine Lust, mein Labsal, meine beste Kost. 4. Sein Jammer, Trübfal und Elend ist kommen zu ein'm selgen End. Er hat getragen Christi Joch, istg'stor ben und lebet doch noch. 4. Was frag' ich nun nach jener Welt? Mein Jefulein mich füßt und hält; in ihm erfreu' ich mich allein, ohn ihn kann ich nicht fröhlich sein. 5. Die Seele lebt ohn alle Klag, der Leib schläft bis am tungsten Tag, an welchem Gott ihn verklären, und ew- 5. Mit Weinen war ich ger Freud wird gewähren. erst geborn, zum Jauch6. Hier ist er in Angst zen bin ich nun erkorn; ich gewesen, dort aber wird finge mit der Engelschar er genesen, in ewiger Freud das ewig neue Jubeliahr. und Wonne leuchten, wie die helle Sonne. 6. Nichts liebers meine 3unge fingt; nichts reiners meinen 752 Vom Tode und Auferstehen. meinen Ohren klingt, nichts| Groß und Kleine stehn, zur füßers meinem Herzen ist, himmelischen Chrifttagsals mein herzliebster Je- freud mit höchster Ehr sus Christ. und Herrlichkeit. M. Michael Schirmer. 7. Drum, liebe Eltern, höret auf zu klagen meinen kurzen Lauf; ich bin vollkommen worden bald. 876. Wer selig stirbt, ist gnugsam alt. In eigener Melodie. Jefu Chrift, eins 8. Bedenket meinen Freudenstand, und wie es Licht, mein Hort, mein Trost, mein' Zuversicht, auf Erden bin ich nur ein Gast, in der Welt bewandt; bei und drückt mich sehr der euch rumoret Krieg und Sünden Last. Streit, hier herrschet Fried und Fröhlichkeit. 2. Ich hab' vor mir ein' schwere Reis zu dir ins himmlisch Paradeis; da ist mein rechtes Vaterland, daran du dein Blut hast gewandt. 9. Wer auf der Erden lange lebt, derselb auch lang an Sünden klebt, muß streiten oft mit Fleisch und Blut, das manchem weh und bange thut. 3. Zur Reis ist mir mein Herz sehr matt, der Leib 10. Ja, leiden muß er gar wenig Kräfte hat; alKreuz und Not, und noch lein mein' Seele schreit in wohl einen langen Tod; mir: Herr, hol mich heim, hier hab' ich schon nach nimm mich zu dir. kurzem Streit erlangt die Kron der Herrlichkeit. 11. Wie manches Kind fällt sich zu Tod, wie manches stirbt in Wassersnot, wie leidet manches lange Qual, eh es kommt aus dem Jammerthal. 4.Drum stårk mich durch das Leiden dein in meiner letzten Todespein. Dein Blutschweiß mich tröst' und erquic, machmich frei durch dein' Band' und Strick'. 5. Dein Backenstreich und Ruten frisch der Sünden Striemen mir abwisch'; dein Hohn und Spott, dein' Dornenkron laß sein mein' Ehr, mein' Freud und Wonn. 12. Sollt' es euch denn nicht tröstlich sein, daß ich so sanft geschlafen ein, daß mir das liebe Jefulein verkürzet meine Todespein? 13. Drum legt die Hand 6. Dein Durst und Galauf euren Mund, und seht lentrank mich lab', wenn ich auf Gott, der euch ver- sonst feine Stärkung hab'; wundt, der euch zu heilen dein Angstgeschrei komm' ist bereit, wenn's dienet mir zu gut, bewahr mich eurer Seeligkeit. vor der Höllen Glut. 14. An jenem Tag wir 7. Wenn mein Mund werden gehn, da vor Gott nicht kann reden frei, dein Geift Vom Tode und Auferstehen. 753 Geift in meinem Herzen Schar ewig schauen dein schrei'. Hilf, daß mein' Antlik klar. Martin Böhm. Seel den Himmel find', wenn meine Augen wer- Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. den blind. Jesu, Got lein, ich leb' odr sterb', ſo bin ich dein; ich bitt', lag mich mit dir zugleich ein Erbe sein in deinem Reich. 8. Dein letztes Wort 877. laß sein mein Licht, wenn mir der Tod das Herz zerbricht. Behüte mich vor Ungeberd, wenn ich mein Haupt nun neigen werd'. 9. Dein Kreuz laß sein 2. Denn was war' sonst mein Wanderstab, mein' dein' Sterbensnot, so viel Ruh und Rast dein heil- Striemen und Wunden ges Grab; die reinen rot, wenn ich auch nicht Grabetücher dein laß der Seligkeit genießen meine Sterbekleider sein. sollt' in Ewigkeit? 10. Laß mich durch 3. Warum hättst du deine Någelmal' erblicken dein Leib und Lebn im die Genadenwahl; durch Grab verschlossen und deine aufgespaltne Seit aufgebn, wenn nicht mein mein' arme Seele heim Tod durch deinen Lod geleit. veriagt sollt' werdn, du 11. Auf deinen Ab- treuer Gott? schied, Herr, ich trau', 4. Darum, o Jesu, steb darauf mein' letzte Heim- mir bei, gewissen Troft fahrt bau'. Thu mir die und Hülf verleih; verlaß Himmelsthür weit auf, den nicht, Herr Jesu wenn ich beschließ' meins Chrift, der mit dein'm Lebens Lauf. Blut besprenget ist. 12. Am jüngsten Tag 5. Im Frieden laß mich erweck mein Leib, hilf, schlafen ein, und in die daß ich dir zur Rechten haben Ruhe fein; ein bleib', daß mich nicht tref- selges Ende mir bescher, fe dein Gericht, welchs dein Antlik laß mich sedas erschrecklich Urteil ben, Herr. spricht. 6. Jch bitt' durchs bitter 13. Alsdann mein Leib Leiden dein, laß dies mein erneure ganz, daß er leucht' letztes Wünschen sein; so wie der Sonnen Glanz, will ich loben allezeit dich, und ähnlich sei dein'm o Herr Gott, in Ewigkeit. Flaren Leib, auch gleich Georg Weiffel. den lieben Engeln bleib'. 14. Wie werd' ich dann Mel. Was Gott that, das ist wohlgethan. so fröhlich sein, werd' finsen mit den Engelein, und 878. treuer Je mit du 32** biet T 754 Vom Tode und Auferstehen. bift mein Hirte, Troft| fter Freund und Brautie und Leben, mein bester gam, dem ich mich ganz erFreund zu jeder Frist, dem geben; komm bald zu mir, ich mich ganz ergeben: ich nimm mich mit dir aus bitte dich ganz inniglich, diesem See der Leiden ins laß mich doch nicht verderben, wenn kommt die Zeit zu sterben. Reich der ewgen Freuden. Johann Angelus. 2. Steh mir am letzten Ende bei, und hilf mir Mel. Nun ruhen alle Wälder. überwinden; mach mich 879. Welt, ich von meinen Schulden frei, muß und sprich mich los von lassen, ich fahr' dahin mein' Sünden in aller Not; Straßen ins ewge Vatersei mir dein Tod und land. Mein Geist will unverschuldtes Leiden ein ich aufgeben, dazu mein Anblick großer Freuden. Leib und Leben setzen in 3. Erscheine mir zur Gottes gnädig Hand. selben Zeit mit deinen offnen Wunden, die du, daß ich soll sein befreit, aus lauter Lieb empfunden; dein teures Blut tomm' mir zu gut, und labe meine Seele in ihrer Freud ich fahr' dahin. matten Höhle. 2. Mein' Zeit ist nun vollendet, der Tod das Leben endet: Sterben ist mein Gewinn. Kein Bleiben ift auf Erden, das Ewge muß mir werden, mit Fried und 3. Ob mich gleich hat 4. Und wenn ich nicht betrogen die Welt, vor mehr sprechen kann, noch Gott gezogen durch meinen Mund bewegen, so Schand und Büberei; nimm die schwachen Seuf- will ich doch nicht verser an, die sich im Herzen zagen, sondern mit Glanregen. Laß für und für ben sagen, daß mir mein' gar süß in mir den Na- Sünd vergeben sei. men Jesus schallen, wenn mirs Gehör entfallen. 4. Auf Gott steht mein Vertrauen, sein Ang'sicht 5. Daneben bitt' ich, will ich schauen wahrlich treuer Gott, du wollst durch Jesum Christ, der mich ganz umfassen, und für mich ist gestorben, des ja nicht in derselben Not Vaters Huld erworben; aus deinen Armen lassen. mein Mittler er auch worAch möcht ich doch auch den ist. Beute noch die teure Gunst erwerben, in deinem Schoß ju sterben! 5. Die Sünd mag mir nicht schaden, erlöst bix ich aus Gnaden, umsonst, 6. Et nun, so komm zu durch Chrifti Blut. Kein deinem Lamm, mein Hirte, Werk kommt mir zu FromTroft und Leben, mein be- men; so will ich zu ihm kommex Vom Tode und Auferstehen. 755 kommen allein durch wah-| benslauf, mich ganz zu ren Glauben gut. Gott gewendet, und geh' 6. Ich bin ein unnük ießt himmelauf. Sehr matt Knechte, mein Thun ist bin ich von Thränen, mein viel zu schlechte, denn daß Herz ist schwach von Not, ich ihm bezahl' damit das von Seufzen und von ewge Leben; umsonst will Stöhnen; drum komm, o er mir's geben und nicht lieber Tod! nach mein'm Verdienst und Wahl. 2. In allen meinen Jahren, von zarter Jugend att, hab' ich es wohl erfahren, wie schwer die Himmelsbahn; ich bin auf keinen Rosen gegangen jederzeit; wie etwa die Gottlosen in stolzer Si cherheit. 7. Drauf will ich fröhlich sterben, das Him.nelreich ererben, wie er mir's hat bereit. Hier mag ich nicht mehr bleiben, der Tod thut mich vertreiben, mein' Seele sich vom Leibe scheidt. 8. Damit fahr' ich von 3. Was ist der Menhinnen. Welt, thu dich schen Leben? Wenn fie befinnen, denn du mußt aufs allerbest sich können auch hernach. Thu dich hier erheben, so ist es müh zu Gott bekehren, und geweft; ia nichts, denn eivon ihm Gnad begehren, tel Sorgen, nur lauter im Glauben sei du auch Gram und Not, den Abend nicht schwach. als den Morgen; drum ist man lieber tot. 9. Die Zeit ist schon vorbanden; bör auf von Sund 4. Wie oft hab' ich und Schanden, und richt geklaget, gleich wie ein dich auf die Bahn mit Be- Wandersmann: Ach hätt' ten und mit Wachen; sonst ich Raft! gefraget: Wann alle irdische Sachen sollst komm' ich himmelan? werd' du gutwillig fabren lan. ich noch lange geben auf 10. Das schenk' ich dir eitler Erden Land? ach am Ende: Ade, zu Gott werd' ich nicht bald sehen dich wende; zu ihm steht das rechte Vaterland? mein Begehr. Hüt dich 5. Gott Lob, nun foll vor Pein und Schmerzen, es werden, nun ist die nimm mein Abschied zu Stund berbet, daß ich Herzen, meins Bleibens von dieser Erden soll werist feßt hier nicht mehr. den los und frei. Nun Johann Hesse. hab' ich ausgeklaget, ich hab' in meinem Streit Mel. Herzlich thut mich mich ritterlich gewaget; verlangen. die Kron ist mir bereit. 880. So bab' ich 6. O Liebsten, laßt das nun voll- Weinen, es ist ja ohne Not; endet den schweren Le- Gott eilet mit den Seinet 756 Dom Tode und Auferstehen. nen durch einen selgen Tod, zu dem Licht der Heiden, eb noch viel' Trůbsal' kom- das uns setzt in Freuden. men; Gott weiß, sie drauen 3. Hier hab' ich gestritschon. Wohl dem, der nur ten, Ungemach erlitten, genommen zum schönen ritterlich gekämpfet, manHimmelsthron. chen Feind gedämpfet, Glauben auch gehalten richtig mit den Alten. 7. Wenn ihr euch könnt bedenken, wenn ihr mich lieben wollt, so dürft ihr 4. Thränen mußt' ich euch nicht kranken ob die- lassen, weinen ohne Masem Todessold. In diesem ßen, schwere Gänge lauWeltgebäude hab' ich euch fen mit der Christen Hauia geliebt; drum gönnt fen, über Sünde klagen, mir doch die Freude, die Kreuz und Trůbsal tragen. mir mein Heiland giebt. 5. Nunmehr soll sich 8. Wir werden sein wenden, Kampf und Lauf verbunden ohn alle Not sich enden; Gott will und Leid nach wenig Zeit mich erlösen bald von alund Stunden dort in der lem Bösen. Es soll besser Ewigkeit. Da wird uns werden, als es war auf Gott verneuen, da wer- Erden. den wir uns auch recht mit einander freuen nach himmelischem Brauch. 6. Frieden werd' ich finden, ledig sein von Süngen und auf allen Seiten 9. Ade! Nun muß ich nicht mehr dürfen streiten; scheiden, zu tausend guter mich soll ganz umgeben Nacht, zur Himmelslust himmlisch Freudenleben. und Freuden; ihr Liebsten, 7. Mir ist beigeleget, feid bedacht, wie ihr mich wo man Scepter tråget, wollet finden im schönen eine schöne Krone jum Paradeis, da eitel Ueber- Genadenlohne; da werd' winden. Ei gute Nacht, ich ergötzer und zur Ruh ich reis. Joachim Pauli. geseket. 8. Mein Erlöser lebet, der mich selber bebet aus des Todes Kammer; da 881.* Serr, nun laß liegt aller Jammer. FrdhSchrecken, will Mel. Gottes Sohn ist kommen. lebenssatt und müde, dei- er mich aufwecken. nen Diener fahren zu den 9. Dieser Leib soll gehen Himmelsscharen; selig und und in Klarheit stehen, im Stillen doch nach dei- wenn die Toten werden nem Willen. erstehn von der Erden. Christum werd'ich schauen, darauf kann ich trauen. 10. Ihme will ich fingen, Lob und Ehre bringent, 2. Gerne will ich sterben und den Himmel er ben; Chriftus mich geleitet, welchen Gott bereitet Vom Tode und Auferstehen. 757 gen, rühmen seine Güte| Wonne, voll Seligkeit, wo mit Seel und Gemüte, allezeit Gott selbsten ist preisen seinen Namen ohn die Sonne. Aufbdren. Amen. David Böhm. 5. Der Herzog meines Lebens ist durch Tod zum Leben gangen und ich werd' Mel. Was mein Gott auch zu meinem Christ auf will, das g'scheh' allzeit. diesem Weg gelangen; der 882. So fomm, ge- lehte Schritt zur Selig= liebte Lo- keit geschieht durch seltg desstund, komm, Ausgang Sterben. Ist er, mein meiner Leiden; ich seufi' Haupt, in Herrlichkeit, wie aus diesem Sündengrund soll sein Glied verderben? nach jenen Himmelsfreu- 6. Drum zage nicht, mein den. Ach liebster Tod, schwacher Sinn, verlaß den komm bald heran, ich warte Leib der Erden; wirf alles mit Verlangen, in weißen Eitle willig bin, die Erd Kleidern angethan, vor muß Erde werden. Die Gottes Thron zu prangen. Seele bleibt in Gottes 2. Ihr schwachen Glie- Hand bei solchem Wohlder scheuet zwar, so früh vergnügen, das nur der entseelt zu werden, die Geist und kein Verstand Seele selbsten kann nicht anießt begreifen mögen. gar ohn alle Pein der Erden, darinnen sie bisher gelebt, den letzten Abschied sagen. Bald ist sie freudenvoll, bald schwebt sie wieder voller Zagen. 7. Auch wird die schöne Freudenzeit am End der Zeit entdecken, daß Gott der Seele vorig Kleid auch aus dem Staub erwecken und ewig herrlich machen 3. Doch, Jesu, deine kann; da wird sein volle Liebe macht mir alle Furcht Wonne, wenn wir mit verschwinden; ich werd' in Klarheit angethan dort dieser Todesnacht dich Le- leuchten wie die Sonne. bensfürsten finden. Ich 8. An uns stirbt nichts finde, ia ich halte dich, als Sterblichkeit, wir selbst mein Leben, mein Verlan- sind unverloren; der Leib gen; mein Leben, du wirst wird nur der Last befreit, selber mich mit deinem und himmlisch neu gebo= Licht umfangen. ren. Denn was man hier 4. Drum sterb' ich nicht verweslich såt, was hier in diesem Tod, der Tod verdirbt im Dunkeln, das ist nur mein Leben; nach wird, sobald es aufersteht, kurzem Kampf, nach kur- voll Glanz und Schönheit zer Not ist dort ein ewig funkeln. Schweben voll Herrlich- 9. Drum gebt, ihr schwateit, voll Ruh und Freud, chen Glieder ihr, euch wilvoll Fried, voll Troft, voll lig hin der Erden; es wird von 758 Vom Tode und Auferstehen. von eurer Zahl und Zier| mich selig abscheiden, seb gar nichts verloren wer- mich in dein Erbgut. den. Die Haut, die vor- 3. In meines Herzens mals euch bedeckt, wird Grunde dein Nam und dort mich wieder kleiden, Kreuz allein funkelt all Zeit wenn ich in meinem Fleisch und Stunde, drauf kann erweckt, beschaue Gottes ich fröhlich sein. Erschein Freuden. mir in dem Bilde zu Troft in meiner Not, wie du, Herr Christ, so milde dich haft geblut zu Tod. 10. Dem ich im Glauben hier gedient, der wird mich dorthin bringen, wo tausend, tausend vor ihm 4. Verbirg mein' Seel find, und ewig Heilig fin- aus Gnaden in deine offgen. Da werd' ich seine ne Seit; růck sie aus allem Herrlichkeit mit meinen Schaden zu deiner HerrAugen sehen, und was in lichkeit. Der ist wohl hier Zeit und Ewigkeit von ihm gewesen, wer kömmt ins mir Guts geschehen. Himmels Schloß; der ift 11. Gott selbst mit sei- ewig genesen, wer bleibt nem Angesicht wird ewig in deinem Schoß. mich erquicken; so werd' 5. Schreib meinen Namn ich auch in seinem Licht aufs beste ins Buch des mir selbsten ihn erblicken. Lebens ein, und bind Herrlichkeit, wie find' mein' Seel fein feste ins ich mich, wenn engelreine schöne Bündelein der, die Seelen mit sonnenklaren im Himmel grünen und Leibern sich vor Gottes vor dir leben frei, so will Stuhl vermählen! ich ewig rühmen, daß dein Herz treue sei. In eigener Melodie. Balerins Herberger. Mel. Wer nur den lieben ich dir ge883. VALEt will ben, du arge, falsche Welt, Gott läßt walten. dein fündlich böses Leben 884. Weil nichts durchaus mir nicht gefällt. gemeiners Im Himmel ist gut woh- ist, als Sterben, und bald nen, hinauf steht mein Be- vielleicht die Reih an mir, gier; da wird Gott ewig so will ich mich bei Zelt lohnen dem, der ihm dient bewerben um ein recht seallhier. ligs Sterben hier. Ich 2. Rat mir nach deinem will erst sterben, eh ich Herzen, o Jesu, Gottes sterb', daß ich im Tode Sohn! Soll ich ja dul- nicht verderb'. den Schmerzen, hilf mir, 2. Weil aber dies ist eine Herr Christ, davon. Ver- Sache, die nicht in Mentfürz mir alles Leiden, stårk schenkräften steht; so weiß meinen blöden Mut; laß ich, wie ich's flüglich mache, dağ Vom Tode und Auferstehen. 759 daß mein Vorhaben doch dich mir mit deinem fortgeht. Ich lauf gerade zu dem Mann, der zum Wohlsterben helfen kann. Heer. 8. Ich bitt' mir aus dein' heilgen Wunden zur Ruh, 3. Das ist mein Jesus, dein Wort zur Arzenei, der sein Leben für meines deins Leidens Kraft zur bat geopfert auf, mir sein letzten Stunden, das VaterVerdienst zum Troft gege- herz, des Trösters Treu, ben, sein Blut zu meiner dein Blut zur Kron und Seelen Kauf, und mir Sterbekleid, zuletzt zum durch seine Lodesnot er- Grabe deine Seit. worben einen selgen Lod. 9. Auf diese Weise mag 4. Ach liebster Schat, ich sterben in kurzem oder gedenk doch meiner, und über lang, mir ist als eihalte bei mir redlich aus; nem Himmelserben und laß allzeit mich genießen Gotteskinde gar nicht bang. deiner, und reiß aus aller Die Gotteslieb, das JesusNot mich raus; denn blut macht's schon mit Ich will habn in diesem meinem Ende gut. Nun mit niemand als mit dir zu thun. 5. Laß mich absterben meinen Sünden durch Chriftian Weisſe. Mel. Wenn mein Stündlein vorhanden ist. fiete Reu und wahre 885. Buß; im Glauben mich mit dir verbinden, und nöten bin, und weiß kein lernen, daß ich sterben muß, damit ich mich all Hugenblick zu einem selgen Sterben schick'. Rat zu finden, so nehm' ich meine Zuflucht hin zu Christi Tod und Wunden; darinnen find' ich Hülf und Rat widr Gottes 3orn und Missethat, auch wider Tod und Hölle. 6. Ich gebe dir zu treuen Händen, Herr, meine Seel, dein Eigentum. Das Deine mag ich nicht ent2. Es ist kein Schmerz, wenden, es bleibet dein kein Leid, kein' Not, kein' zu deinem Ruhm. Gieb Angst so groß auf Erden, du nur selber Achtung so nicht durch Christi Wundrauf; Herr Jesu, mei- den rot geheilet könnte ten Geist nimm auf. werden. Sein Tod mein 7. Bereite mich von Leben und Gewinnst, mein' aus und innen, wie du Hoffnung, Zuflucht, und mich selber haben willt, Verdienst, mein Schatz, den Glauben mehr, stårk mein' Ehr, mein' Krone. meine Sinnen, und sei 3. Er streckt am Kreuz für mich stets Sonn und aus Hånd' und Füß', mich Schild; die Sünde tilg, freundlich zu umfangen; dem Satan wehr, und zeig sein Haupt neigt er mir zu wahre 885. Wenn ich in 760 Vom Tode und Auferstehen. zu ein'm Kuß aus herz- den; nun ist alls Leid lichem Verlangen; sein und Traurigkeit aus metSeite er eröffnen ließ, daß nem Herzn verschwunden. ich darin mög' schauen Fahr hin, mein' Seel, süß sein Herz, sein' Lieb Gott wartet dein mit fetund Treue. nen lieben Engelein, führt dich ins Himmels Saale. Johann Kämpf. 4. Das ist die Thür der Gnaden fest, die uns stets offen stehet. Gleichwie Gott Noah bauen läßt ein Kasten, brein er ge- 886. Menn mein In eigener Melodie. het zur Sintflut groß mit all den Sein'n: also lein vorhanden ist, und ich find Chrifti Wunden rein soll fahrn mein' Straße, die Thür zum Gnaden- so g'leit du mich, Herr throne. Jesu Chrift, mit Hülf 5. Darein will ich mich mich nicht verlasse. Mein' finden fein, und mich dar- Seel an meinem letzten in verdecken, gleichwie ein End befehl' ich dir in klein Waldvögelein im deine Hand; du wollft fie hohlen Baum verstecken, mir bewahren. 2. Mein' Sund mich bis Ungewittr vorüber geht; also will ich mich werden frånken sehr, mein finden stet zu Christ, dem Baum des Lebens. G'wissen wird mich nagen, denn ihr sind viel wie 6. Moses schlug einen Sand am Meer: doch Felsen hart, daß Wasser will ich nicht verzagent; draus that fließen; also gedenken will ich an dein ward Christi Seite zart Tod, Herr Jesu, und mit einem Speer geris- dein' Wunden rot, die sen, daraus viel Blut und Wasser floß; der Gnadenbrunn sich da ergoß, der mich im Tod erquicket. werden mich erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, des trift' ich mich von Herzen; von die 7. Dewger Batr ins ich ungeschieden bleib' in Himmels Thron, laß mich Todesnot und Schmervon hinnen scheiden. zen; wenn ich gleich sterb, Jesu Christe, Christe, Gottes so sterb' ich dir; ein ewigs Sohn, du wollst mich Leben hast du mir mitt auch geleiten. heilger deinem Tod erworben. Geist, thu auf die Thur, 4. Weil du vom Zod und mich zum Baum des erstanden bist, werd' tch Lebens führ, und zum im Grab nicht bleiben; Brunn der Genaden. mein höchster Troft dein' & Brr fübl' ich Schutz, Auffahrt ist, Todsfurcht Troji, Nur Frend kann sie vertreiben; denn in deinen heilgen Wun- wo du bist, da komm' ich bin Vom Tode und Auferstehen. 761 hin, daß ich stets bei dir ewgen Lagen mit der leb' und bin; drum fahr' ich hin mit Freuden. größten Freude tragen. 4. Drum, o Seele, set 5. So fahr' ich hin zu doch fertig, eile, daß du Jesu Christ, mein Arm kommest dar, weil da detthu' ich ausstrecken, so ner auch gewärtig ist der schlaf ich ein und ruhe fein, Auserwählten Schar, die, kein Mensch kann mich viel Tausend an der Zahl, aufwecken, denn Jesus ieht schon kommen allzuChristus, Gottes Sohn, mal an die Himmelsthür der wird die Himmelsthür gegangen, dich mit Freuaufthun, uns führn zum den zu empfangen. ewgen Leben. Nikolaus Hermann 1-4. Mel. Freu dich sehr, meine Seele. 5. Es sind dabei viel der Deinen, deren Wunsch von Herzen ist, daß du mdo gest bald erscheinen, weil du sehr willkommen bist. Jerde 887. wie dir wird geter, liebe schehn, wenn du die wirst Seele, balde wird es sein wiedersehn, welche dir vor gethan, daß du aus des vielen Jahren durch den Leibes Höhle dich recht Tod genommen waren. schwingest himmelan. All 6. Diese auserwählten dein Leiden, Kreuz und Frommen, auch die EnNot endet sich nun durch gel, werden dich heißen den Tod. Nunmehr wirst tausendmal willkommen, du überwinden, und ein und dich führen prächtigbesser Leben finden. lich hin zu deines Gottes 2. Siehe, wie viel En- Thron, allwo sie mit schdgel schweben um dein nem Ton werden ihren Bette, welche dir das Dank erweisen, und Gott Geleite wollen geben hin also herzlich preisen: bis an die Himmelsthur! 7. Lob und Preis mit Stehe doch, Gott sendet vielen Ehren sei dir, Herr, schon her von seinem daß unsre Zahl sich noch hohen Thron den Tri- täglich muß vermehren, umph- und Ehrenwagen, bevor ab daß diesesmal der dich soll gen Himmel gegenwärtig frommes Kind tragen. auch nunmehr sich bei 3. Gott begehret, du uns findt. Laß doch bald sollst kommen zu ihm die andern Frommen aus nauf, er wartet dein, und der Welt auch zu uns will dir bei andern From- kommen. men räumen deine Stelle 8. Dein Gott felbft ein. Er hat auch das weiße will dich empfangen mit Kleid und die Krone schon viel Lieb und Freundlichbereit, die du sollst zu keit; dir abwischen von den Wangen 762 Vom Tode und Auferstehen. Wangen alle Thränen, so Chrifti Blut, mach's nur das Leid dir hier ausge- mit meinem Ende gut. presset hat. Er wird an 2. Es kann vor Nachts derselben Statt dir sein leicht anders werden, als himmlisch Freudenleben in es am frühen Morgen Befits auf ewig geben. war; denn weil ich leb' 9. Da wirst du alsdann auf dieser Erden, leb' ich in von Sünden, Kreuz und steter Todsgefahr. Mein Elend wissen nicht; lauter Gott, ich bitt' durch ChriWonne wirst du finden, sti Blut, mach's nur mit und vor Gottes Angesicht meinem Ende gut. bis in alle Ewigkeit leben 3. Herr, lehr mich stets in der Herrlichkeit, die dein mein End bedenken, und, Jesus dir erworben, als wenn ich einstens sterben er für dich ist gestorben. muß, die Seel in Jesu 10. Nun denn, liebe Wunden senken, und ia Seele, reise hin zu deinem nicht sparen meine Buß. lieben Gott. Wohl dir, Mein Gott, ich bitt' durch daß auf solche Weise sich Christi Blut, mach's nur beschließet deine Not. mit meinem Ende gut. Lebe wohl in Ewigkeit, 4. Laß mich bei Zeit freue dich der Seligkeit, mein Haus bestellen, daß da dir's mehr, als wir ich bereit sei für und für, verstehen, ohne Ende wohl und sage frisch in allen Fallen: Herr, wie du willst, so schick's mit mir. Mein Gott, ich bitt' durch noch bleiben hier, und an- Christi Blut, mach's nur noch nicht können wissen, wann wir dürfen folgen dir. Gott, fieb uns auch guddig an, hilf, wie du jetzt haft gethan, daß uns bald von allem Bösen mög' ein sanfter Tod erlösen. Christoph Gensch von Breitenau. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. wird neben. 11. Aber weh uns, die wir müssen in der Welt mit meinem Ende gut. 5. Mach mir stets zufkersüß den Himmel, und gallenbitter diese Welt; gieb, daß mir in dem Weltgetümmel die Ewigkeit sel vorgestellt. Mein Gott, ich bitt' durch Christ Blut, machs' nur mit meinem Ende gut. 6. Ach Vater, deck all 888. Mer weiß, meine Sünde mit dem wie nahe Verdienste Jesu zu, darmir mein Ende; hin geht ein ich mich fest gläubig die Zeit, her fimmt der winde, das giebt mir recht Tod. Ach wie geschwinde erwünschte Ruh. Mein und behende kann kommen Gott, ich bitt' durch Chrimeine Todesnot. Mein sti Blut, mach's nur mit Gott, ich bitt' durch meinem Ende gut. 7. Ich Vom Tode und Auferstehen. 763 7. Ich weiß, in Jesu get, wie es mein Gott Blut und Wunden hab'ich füget, ich glaub' und bin mir recht und wohl gebett; da find' ich Trost in Todesstunden, und alles was ich gerne hätt. Mein Ende gut. Gott, ich bitt' durch Chrifi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. es ganz gewiß: durch deine Gnad und Christi Blut machst du's mit meinem Aemilie Juliane, Gräfin von Schwarzb.- Rudolft. 889. Wie fleugt 8. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, dahin der sei es Leben oder Tod; ich leg' die Hand in seine Seite, Menschen Zeit, wie eilet und sage: Mein Herr und mein Gott: Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. man zur Ewigkeit; wie wenig denken an die Stund von Herzensgrund, wie schweigt hiervon der träge Mund! 9. Ich habe Jesum angezogen schon längst in meiner heilgen Tauf; du bist mir auch daher gewogen, hast mich zum Kind genommen auf. Mein Gott, ich bitt' durch Chrifi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. 10. Ich habe JesuFleisch gegessen, ich hab' sein Blut getrunken hier; nun kann er meiner nicht vergessen, ich bleib' in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut. 11. So komm' mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mir's mit Jesu glückt; 5. Was hilft die Welt ich bin und bleib' in deinen in letzter Not, Luft, Ehr Sorgen, mit Jesu Blut und Reichtum in dem Tod? ichon ausgeschmückt. Mein O Mensch, du läufst dem Gott, ich bitt' durch Chri- Schatten zu, bedenk es nu, sti Blut, mach's nur mit du kommst sonst nicht zu meinem Ende gut. wahrer Ruh. 4. So lang ich in der Hütten wohn', ei, lebre mich, o Gottes Sohn, gieb, daß ich zähle meine Lag', und munter wach', daß, eh ich sterbe, sterben mag. 12. Ich leb' indes mit dir vergnüget, und sterb' ohn alle Kümmernis; mir gnü- höchste Gut bewußt; das fuch' Mel. Ich hab' mein' Sach Gott heimgestellt. 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, ein nichteswerter Wasserschaum; im Augenblick es bald vergeht, und nicht besteht, gleichwie ihr dieses täglich ſeht. 3. Nur du, Jehovah, bleibest mir das, was du bist, ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin, mir ist Gewinn, wenn ich allein bei Jesu bin. 6. Weg Eitelkeit, der Narren Lust, mir ist das 764 Dom jüngsten Gericht. such' ich nur, das bleibet vor deinem Throne steh'? mir, o mein' Begier, Herr Du unterdessen lehre mich, Jesu: zeuch mein Herz daß stetig ich mit klugem nach dir. Herzen suche dich. Joachim Neander. 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh', und bald II. Vom jüngsten Gericht. mir die Haar empor, mein Herz fühlt Angst und Schrecken. Ihr hohen Hůgel, heb' ich an, ihr Berg' Mel. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. 890. was u fiehest, wie fort und fort der eine fallt her, mich zu bedecken. hier, der andre dort uns 6. Herr Jesu, meine gute Nacht muß geben; Zuversicht, ach laß dein der Tod hält keinen an- strenges Zorngericht, ach dern Lauf, er sagt zuletzt laß es mir nicht schaden. die Wohnung auf uns al- Beut an dem Vater den len, die wir leben. Vertrag, damit ich freudig hören mag den süßen Spruch der Gnaden. 2. Bedenk es weislich in der Zeit, und fleuch den Schlaf der Sicherheit, sei 7. Gieb, daß ich mich bet augenblicklich wacker; denn gutem Sinn, und weil ich wiß, es bleibet dabei nicht, noch bei Kräften bin, zum daß man dich hin aus die- Sterben fertig halte, und sem Licht trågt auf den nicht, o Jesu, meine Lust, Gottesacker. begriffen in der Sünden 3. Wir werden aus den Wust, zum ewgen Tod Gråbern gehn, und alle erkalte. vor Gerichte stehn, das Christus selbst wird hegen, wenn auf der Engel FeldSimon Dach. gefchrei die Glut das große 891. Clich an der Mel. Nun freut euch, lieben Christen, g'mein. ift Weltgebäu wird in die Asche legen. Zeit, daß Gottes Sohn 4. Alsdann wird erstlich wird kommen in seiner aller Welt Belohnung wer- großen Herrlichkeit, zu den zugestellt, die Sünder richten Bos' und Fromsollen büßen, und ihnen men. Dann wird das ohn Betrug und Schein Lachen werden teur, wenn selbst Kläger, Richter, Hen- alles wird vergehn im ker sein, verdammt durch Feur, wie Petrus davon ihr Gewissen. schreibet. 5. Ach Gott, kommt mir 2. Posaunen wird man dies Urteil vor, so steigen hören gehn an aller Welt Dom jüngsten Gericht. 765 thr Ende; darauf bald den bang von wegen viewerden auferstehn all To- ler Plage. Komm doch, ten gar behende; die aber komm doch, du Richter noch das Leben han, die groß, und mach uns in wird der Herr von Stun- Genaden los von allem den an verwandeln und Uebel, Amen. verneuen. 3. Danach wird man ablesen bald ein Buch, Bartholomäus Ringwaldt. In eigener Melodie, darin geschrieben, was alle 892. Es wird schier Menschen, jung und alt, der letzte auf Erden han getrieben; Tag berkommen, denn da denn gewiß ein jeder- die Bosheit hat sehr zumann wird hören, was genommen, was Christus er hat gethan in seinem hat vor gesagt, das wird ganzen Leben. jetzt beklagt. 4. O weh demselben, 2. Der Abfall vom welcher hat des Herren Glauben wird erfahren, Wort verachtet, und nur daß er sei geschehn vor auf Erden früh und spat langen Jahren, wie Paunach großem Gut getrach- lus, der fromme Mann, tet! Der wird fürwahr gar klärlich zeiget an. kalt bestehn, und mit dem 3. Der verdammte Sohn Satan müssen gehn von hat lang gesessen in dem Christo in die Hölle. Tempel Gottes hoch ver5. Jesu, hilf zur sel- messen, sich gerühmt und ben Zeit von wegen dei- sein Gebot, gleich als ner Wunden, daß ich im war' er Gott. Buch der Seligkeit werd' angezeichnet funden; daran ich denn auch zweifle nicht; denn du hast ja den Feind gericht, und meine Schuld bezahlet. 4. Biel falsche Propheten find erstanden, ia noch Rotten und Sekten vorhanden, die mit ihrer That und Lehr der Welt schaden sehr. 5. Weil uns nun der 6. Derhalben mein Für- antichristisch Orden durch sprecher sei, wenn du nun Gottes Wort offenbar ist wirft erscheinen, und lies worden, so laßt uns fliemich aus dem Buche frei, hen mit Fleiß seine Lehr darinnen stehn die Deinen; und Weis. auf daß ich samt den 6. Laßt uns in den Brüdern mein mit dir Bund des Herren treten, geh' in den Himmel ein, und darinnen stets wachen den du uns haft erworben. und beten; denn der letzte 7. O Jesu Chrift, du Tag geht her, kommt uns machst es lang mit dei- immer nåh'r. nem jüngsten Tage; den 7. Die Welt mehret fich Menschen wird auf Er- in Sünd und Thorheit, und 766 Dom jüngsten Gericht. und trachet zu dämpfen da meinet ihr, es wär' Gottes Wahrheit; der nichts vor mir. Herr wird's lassen geschehn, ihr also zusehn. 8. Aber wenn sie meint, 16. Weicht von mir, all ihr Vermaledeiten, in das Feuer, welchs vor langen fie hab' gewonnen, und sei Zeiten allen Teufeln ift allem Ungelück entronnen, bereit für ihre Bosheit. wird's ihr erst mit aller Macht kommen hundertfach. 17. Damit werden fie zur Hillen müssen, und daselbst ihre Untugend bu9. Große Plag wird sie ßen in unaussprechlicher plößlich umgeben, und ihr Pein, der kein End wird alle Schöpfung widerstre- sein. ben; da wird Christus kom- 18. Aber sein Volk, von men frei, daß er Richter sei. diesen gescheiden, wird er 10. Und er wird seinen führen zur himmlischen Erzengel schicken, und alle Freuden, wo es wie der Gestorbnen lassen wecken, Sonnenschein ewiglich daß fie allsamt auferstehn, wird sein. und vor ihm gestehn. 19. Ei nun, Herre, feh uns bei auf Erden, und bereit uns, daß wir würdig werden, zu schauen in E 11. Dann wird er zu feinen Engeln sprechen: Nun will ich mich an mein Feinden rächen; wer wider wigkeit deine Herrlichkeit. mich hat gethan, wird nehmen sein Lohn. Michael Weiße. 12. Bersammlet mir ber Mel. Nun komm, der mein' Auserfornen, alle Heiden Heiland. Gläubigen und Neugebor- 893. nen, die meinen Bund wohl bedacht treulich han vollbracht. 13. Und die werden sie zur Rechten stellen, wo der Herr ein lieblich Urteil fällen, sie wird setzen gewaltiglich in die Luft bei sich. 14. Aber zun Gottlosen wird er sprechen: Nun vohlan, ich werde mit euch rechnen; warum habt ihr meinen Bund genommen in Mund? 3. Siehe mich genadig an, wie du Petro haft gethan; laß mich, wie die 15. So ihr doch Gott- Magdalen, wohl getröst feligkeit verachtet, und nur von hinnen gehn. nach Untugend babt ge4. Wie Matthão in dem trachtet: ich schweig', und 3oll und3achão hoffnungsvoll eju ürst der Für fien, Christ, der der Erden Rich ter bist, nimm dich meiner Seel ießt an, daß ich dort befiehen kann. 2. Schreib mich in das Lebensbuch zu ein'm süßen Gottsgeruch, daß dein Grimm mich schrecke nicht, wenn du halten wirst Gericht. Vom jüngsten Gericht. 767 voll; wie dem Schächer fürwahr kein Scherzen. fei mir huld, und vergieb Drum wenn ich diese mir alle Schuld. lange Nacht zusamt der großen Pein betracht', erschreck' ich recht von Herzen. Nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich als die Ewigkeit. 5. Laß mich bei den Lammern stehn, wenn's Gerichte wird angehn; laß mich deiner rechten Hand, liebster Jesu, sein bekannt. 6. Laß mich hören, wenn 4. Wenn der Verdammdein Mund den freudrei- ten große Qual so manchen Spruch thut kund: ches Jahr, als an der Zahl Kommt, die ihr gebenedeit, bier Menschen sich ernähin das Reich der Herrlich- ren, als manchen Stern keit! der Himmel begt, als 7. Daß ich voller Freu- manches Laub die Erde den sei, und mich dir nab' trågt, noch endlich sollte froh und frei, daß ich dei- währen, so wäre doch der ner Gütigkeit danke bis Pein zuletzt ihr recht bein Ewigkeit. stimmtes Ziel gesetzt. Johann Angelus. In eigener Melodie. 5. Nun aber, wenn du die Gefahr viel hundert tausend tausend Jahr' haft 894. Ewigkeit, du kläglich ausgestanden, und Donnerwort, von den Teufeln solcher o Schwert, das durch die Frist ganz grausamlich geSeele bohrt, o Anfang son martert bist, ist doch kein der Ende! Ewigkeit, Zeit Schluß vorhanden. Die ohne Zeit, ich weiß vor gro- Zeit, so niemand zählen ßer Traurigkeit nicht, wo kann, die fånget fiets von ich mich hinwende. Mein neuem an. ganz erschrocknes Herz erbebt, daß mir die Zung am Gaumen klebt. 6. Ach Gott, wie bist du so gerecht, wie strafeft du die bösen Knecht' so bart 2. Kein Unglück ist in im Pfubl der Schmerzen. aller Welt, das endlich Auf kurze Sünden dieser mit der Zeit nicht fällt, Welt hast du so lange und ganz wird aufgeho- Pein bestellt. Ach nimm ben; die Ewigkeit hat dies wohl zu Herzen, benur kein Ziel, fie treibet tracht es oft, o Menfort und fort ihr Spiel, schenkind; kurz ist die Zeit, läßt nimmer ab zu toben; der Tod geschwind. ja, wie mein Heiland selber 7. Ach fliehe doch des spricht: aus ihr ist kein' Teufels Strick; die WolErldsung nicht. luft kann ein Augenblick 3. Ewigkeit, du und länger nicht ergoßen; machst mir bang; o ewig, dafür willst du dein' arme ewig ist zu lang, hier gilt Seel bernachmals in des Teu 768 Vom jüngsten Gericht. Teufels Höhl, o Mensch, Mann, der dieses Werk zum Pfande sehen; ia aussprechen kann? schöner Tausch, ia wohl gewagt, das bei den Teufeln wird beklagt. 8. So lang ein Gott im Himmel lebt und über alle Wolken schwebt, wird solche Marter währen; es Traurigkeit nicht, wo ich wird sie plagen Kålt und mich hinwende; nimm du Hiß, Angst, Hunger, mich, wenn es dir gefällt, Schrecken, Feur und Blik, Herr Jesu, in dein Freuund sie doch nicht verzehren. Denzelt. Johann Rift. 12. Ewigkeit, du Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende: Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Dann wird sich enden diese Pein, wenn Gott nicht Mel. Nun laßt uns den mehr wird ewig sein. Leib begraben. 9. Wach auf, o Mensch, 895. SündenvomSündenschlaf, ermunmensch, betre dich, verlornes Schaf, denk den Tod, der letzten und beßre bald dein Leben. Stunde Angst und Not, Wach auf, es ist doch hohe mach dich mit wahrer Zeit; es kommt heran die Buß bereit, zu leben in Ewigkeit, dir deinen Lohn der Ewigkeit. zu geben. Vielleicht ist 2. Besitzest du die ganze heut der letzte Tag; wer Welt mit höchster Ehr weiß noch, wie man ster- und allem Geld, erfreut ben mag? es dich ein kleine Zeit und dienet nicht zur Ewigkeit. 3. Erschallt in deinen Ohren nicht: Ihr Toten, kommet vor Gericht? Ift doch der jüngste Tag nicht weit, dem folgen wird die Ewigkeit. 10. Ach laß die Wollust dieser Welt, Pracht, Hoffart, Reichtum, Ehr und Geld dir långer nicht gebieten; schau an die groBe Sicherheit, die falsche Welt und böse Zeit, zusamt des Teufels Wüten. Vor allen Dingen hab in acht die vorerwähnte lange Nacht. 11. du verfluchtes Menschenkind, von Sinnen toll, von Herzen blind, laß ab die Welt zu lieben. Ach, ach soll denn haben sie Maß, Ziel und die Höllenpein, da mehr Zeit, und gleichen nicht denn tausend Henker sein, der Ewigkeit. 4. Wenn du begehrest Gottes Huld, so meid der Sünden schwere Schuld, die wider deine Seele fireit, so bist du frei in Ewigkeit. 5. Unzählig ist der Sterne Heer, die Tropfen und der Sand am Meer; doch ohn Ende dich betrüben? 6. Besinn und denke Wo ist ein so beredter fort und fort, was Ewig für Vom ewigen Leben. 769 für ein Donnerwort. Ach vom Himmel prächtig, von feiner Zeiten Zeit befreit Gnaden stark, von Wahrdie Ewig- Ewig- Ewigkeit! beit machtig, ihr Licht G. P. Harsdörfer. wird hell, ihr Stern geht In eigener Melodie. auf. Nun komm, du wer896. Wachet auf te Kron, Herr Jesu, Gotdie Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne; wach auf du Stadt Je- Abendmahl. rusalem! Mitternacht heißt 3. Gloria sei dir gesundiese Stunde; sie rufen gen mit Menschen- und uns mit hellem Munde: englischen Zungen, mit Wo seid ihr klugen Jung- Harfen und mit Cymfrauen? Wohl auf, der beln schön. Von zwölf Bräutgam kömmt! Steht Perlen sind die Pforten auf, die Lampen nehmt! an deiner Stadt, wir sind Hallelujah. Macht euch Konsorten der Engel, hoch bereit zu der Hochzeit; ihr um deinen Thron. Kein müsset ihm entgegen gehn. Aug hat je gespürt, kein 2. Zion hört die Wach- Ohr hat mehr gehört solter fingen, das Herz thut che Freude; des sind wir ihr vor Freuden springen, froh, io, io! ewig in dulsie wachet und steht eilend ci jubilo. auf. Ihr Freund kommt Philipp Nicolai. folgen all zum Freudensaal, und halten mit das III. Vom ewigen Leben. Neid, Verfolgung, Spott Mel. Freu dich sehr, o und Hohn giebet sie zum meine Seele. besten Lohn. Ach du schnd897. Ach wer schon des Weltgetümmel, wäre im Himmel ich aus dir im Himmel! wäre, liebster Gott, bet 3. Wie wohl wird mir dir, bei dir! Höre doch, doch geschehen, wenn ich mein Schöpfer, höre, und immer die Gottheit kann laß mich nicht langer hier. in drei Personen sehen Ich muß ja sein, wo du und der Dreien Einigkeit; bist, wo mein Schatz, mein wenn ich sehe Gott, das Jesus ist; ich muß aus Licht, Gottes heilig Andem Weltgetümmel, weil gesicht; o wer aus dem mein Trister ist im Himmel. Weltgetümmel bei Gott wäre dort im Himmel. 2. Hier kann ich kein G'nügen finden in der bösen 4. Keine Ruhe kann ich Jammerwelt; denn sie ist haben hier in dieser Zeitvoll lauter Sünden, ihr lichkeit. Will Wollust, ganz Wesen mir mißfällt. Geld, Gut mich laben: 33 weg, 770 Vom ewigen Leben. weg, weg mit der Eitel- dieser Zeit, so hilf mir stets keit! es ist doch nur Unbe- christlich handeln, mein stand; ach heim, heim ins Gott, mache mich bereit, Vaterland, heim aus die- weis mir, wie ich leben sem Weltgetümmel zu der soll, wie ich sterbe sanft Ruhe, in den Himmel! und wohl, und laß dieses Weltgetümmel mich nicht wenden von dem Himmel. 5. Dort kann mir kein Feind nicht schaden, keine Angst, Gefahr und Not; denn ich bin in Gottes Gnaden, Gott in mir, und ich in Gott. Da erreiche ich mein Ziel, alsdann will ich, was Gott will; darum weg, du Weltgetümmel, ich erwähle mir den Himmel. 10. Weil du hier mir bist im Herzen, so bin ich im Himmel zwar; aber mein Herz macht mir Schmerzen, denn es ist so böser Art. Darum will ich Sünden los lieber bald ins Himmels Schloß; ach nimm aus dem Weltgetümmel mich zu dir du bist mein Himmel. 6. Krankheit, Hunger, Durst, Frosi, hike, Sorge, Furcht und fteter Streit 11. Strecke deine Arm machen, daß ich oft hier und Hände zu mir aus, ich schwiße, daß fich häufet will hinein: komm, meint Leid mit Leid; alles aber Bräutgam, komm behende, höret auf, wenn ich ende ich will deine sein alleth; meinen Lauf. D was bist schenk du alle Sünden mir, du, Weltgetümmel? Wäre öffne doch die Himmelsich aus dir im Himmel! thur; ich bin aus dem Welt7. Wie so lieblich wird getümmel in der Hoffnung es schallen, wenn ich das schon im Himmel. Hallelujah finge mit den Engeln allen, wer doch schon wäre da! Laß indes meins Herzens Schrein, In eigener Melodie. mein Gott, deinen Him- 898. Alle Menschen mel sein; führe aus dem Ludämilie Elisabeth, Gräfin v. Schwarzburg. Weltgetummel, dich zu ben, alles Fleisch vergeht rühmen, mich in Himmel. wie Heu, was da lebet 8. Bin ich etwa hier in muß verderben, soll es Freuden, so ist Trauern anders werden neu; dieser wohl nicht weit, Freude Leib, der muß verwesen, aber ohne Leiden ist dort in wenn er anders soll geneſen der Ewigkeit, Weiche, Un- der so großen Herrlichkeit, vollkommenheit; droben ist die den Frommen ist bereit. die Seligkeit. Gute Nacht, 2. Drum so will ich diedu Weltgetümmel, eins fes Leben, wenn es meinem und alles ist im Himmel. Gott beliebt, auch ganz 9. Soll und muß ich aber willig von mir geben, bin wandeln länger noch in darüber nicht betrübt; denn in Vom ewigen Leben. 771 in meines Jesu Wunden ßen Himmelskleid; mit der hab' ich nun Erlösung fun- güldnen Ehrenkrone steh' den, und mein Trost in ich da vor Gottes Throne; Todesnot ist des Herren schaue solche Freude an, die Jesu Tod. fein Ende nehmen kann. 3. Jesus ist für mich gestorben, und sein Tod ist mein Gewinn. Er hat mir das Heil erworben: drum fahr ich mit Freuden hin hier aus diesem Weltgetümmel in den schönen Gotteshimmel, werde allezeit schauen die Dreifaltigkeit. 8. Hier will ich nun ewig wohnen: liebster Schatz, zu guter Nacht; eure Treu wird Gott belohnen, die ihr habt an mir vollbracht. Liebsten Kinder und Verwandten, Brüder, Freunde da ich und Bekannten, lebet wohl zu guter Nacht, Gott ſet Lob, es ist vollbracht! Joh. Georg Albinus 1-7. 4. Da wird sein das Freudenleben, da viel tausend Seelen schon sind mit Himmelsglang umgeben, dienen Gott vor seinem Thron; da die Seraphinen Mel. Ich bin ja, Herr, in deiner Macht. Antwort zu Nr. 862. Ich bin ja, Herr zc. ( o prangen, und das hohe Lied 899. So recht, mein anfangen: Heilig, heilig, Kind, ergieb heilig heißt Gott der Ba- dich mir, das Leben gab ter, Sohn und Geist. ich anfangs dir, bis hieher 5. Da die Patriarchen hab' ich's auch erhalten. wohnen, die Propheten all- Ich bin's, der dir den Odem jumal; wo auf ihren Eh- giebt, und wenn es mir renthronen siket die ge- einmal beliebt, wird auch zwölfte Zahl; wo in so viel dein siecher Leib erkalten; tausend Jahren alle From- doch wann du sollst sein men hingefahren; da wir ausgespannt, das steht alunserm Gott zu Ehrn lein in meiner Hand. ewig Hallelujah hörn. Wen hab' ich nun ic. 6. Jerusalem, du 2. Ja ich bin's, der dich schöne, ach wie helle glån- retten kann, und nehm' jest du! Ach wie lieblich die letzten Seuffer an, die Lobgetine hört man da in die gepreßte Brust läßt sanfter Nuh! Ach der gro- fliegen; wenn aller Sinne Ben Freud und Wonne, iet- Kraft gebricht, so fehlt zund gehet auf die Sonne; doch meine Hülfe nicht. iekund gehet an der Tag, Ich, Jehovah, ich kann der kein Ende nehmen mag. nicht lügen; ich komme 7. Ach ich habe schon erblicket alle diese Herrlich feit; jekund werd' ich schön geschmücket mit dem weimeinen Worten nach, insonderheit beim letzten Ach. mich důnkt, da lieg' zc. 3. Getrost, mein Kind, 33* und 772 Vom ewigen Leben. Herr Jesu, ich dein zc. und leide dich, setz deine Sünden will verfluchen Hoffnung ganz auf mich, Ich löse des Gesetzes das alles wird uns doch Bann, und nehme mich nicht trennen. Nimmt schon der Meinen an. die Kraft von außen ab, und siehst du nichts als 7. Getroft, mein Kind, Tod und Grab, dein Geist mein teures Blut kommt wird doch nicht sterben kön- freilich dir auch mit zu gut, nen. Was ficht dich Sünd wenn du nur meiner recht und Satan an? Ich bin's, begehrest; ach fürcht dich der dich erretten kann. vor dem Satan nicht, ihn Ich höre der Posaunen zc. drůcket selbst das Sorn4. Hirst du gleich der gericht, darunter du nicht Posaunen Ton, und siehst mehr gehörest; er bleibt du den Gerichtstag schon, von mir verflucht, vergetroft, laß dich's doch bannt, dich schůzet meine nicht erschrecken; hier wird Gnadenhand. mein Leiden und Geduld, dort meines VaNein, nein, ich weiß zc. 8. Wohlan, suchst du in ters Gnad und Huld mir dein Heil, so sollst du dich mit dem Schild der als mein wahres Teil Gnaden decken. Ich hab' in meinem Schoß geruhig der Höllen Macht ge- fitzen; hier lache aller Angst schwächt, im Himmel ist und Not, es mag Gesetz, dein Bürgerrecht. Hill oder Tod auf dich Kein Geld noch Gut zc. herdonnern oder blizen; 5. Ja, ja, ich, Gott, verbleibst du nur im Ledes Todes Tod, ich helfe ben mein: im Tod wirst dir aus dieser Not, wo du keins Fremden sei. alle Hülfe sonst ver- Ernst Gottfr. Spener. schwunden, denn freilich hilft kein Geld noch Gut, Mel. Valet will ich dir ja, durch vergoßnes Bru- 03 geben. derblut wird keine Ret- 900. Der Bräut tung nicht Doch gam wird wer mich ruft im Glau- bald rufen: Kommt all, ihr ben an, da hat die Hill Hochzeitgåt! Hilf, Gott, kein' Macht daran. daß wir nicht schlafen, in Der Teufel hat nicht zc. Sünden schlummern fest, 6. Recht so! an dem, bald han in unsern Hånwas mir vertraut, und den die Lampen, Del und nur auf mich im Glau- Licht, und dürfen uns ben schaut, kann Satan nicht wenden von deinem auch kein Anteil suchen. Angesicht. Ich bin's, der Missethat vergiebt dem, der da mich 2. Da werden wir mit Freuden den Heiland von Herzen liebt, und alle schauen an, der durch fein Vom ewigen Leben. 773 fein Blut und Leiden den| Web und Klagen, von Himmel aufgethan, die Krankheit, Schmerz und lieben Patriarchen, Pro- Leid, von Schwermut, pheten allzumal, die Mår- Sorg und Zagen, von aller trer und Apostel bei ihm bösen Zeit. Johann Walther. ein' große Zahl. 3. Die werden uns annehmen als ihre BrüderMel. Wachet auf, ruft uns die Stimme, lein, sich unser gar nicht 901. Der Tod fühmengen uns zum mitten ein; wir werden Leben; seid fröhlich, die alle treten zur Rechten ihr Gott ergeben, der Jesu Christ, als unsern Tod ist tot und ferne hin. Gott anbeten, der unsers Sein Stachel geht ins Fleisches ist. Verwesen, der Leib steht 4. Gott wird sich zu auf und wird genesen, der uns kehren, ein'm jeden Christen Tod ist ihr Geseben auf ein' güldne Kron winn. Was ist es, das der Ehren, uns herzen hier stirbt? Die Sünde freundlich drauf; wird uns nur verdirbt. Hochgelobet an sein' Brust drücken aus sei unser Gott in LodesLieb ganz väterlich, an Leib not, weil in dem Tod und Seel uns schmücken der Tod ist tot. mit Gaben mildiglich. 2. Der Feind ist nun 5. Da wird man hd- überwunden, der Strick ren klingen die rechten zerreißt, der uns gebunSaitenspiel; die Musika den, wir sind von allem wird bringen in Gott der Jammer los. Nun schaut Freuden viel; die Engel die Seel ins Unendlich, werden singen, all Heilgen und Gott ist ihr als Gottes gleich, mit himme- Gott recht kenntlich, der lischen Zungen ewig in in der Majestät ist groß. Gottes Reich. Seht, wie die Seel gez 6. Er wird uns fröhlich ziert, wie hoch fie triumleiten ins erge Paradeis, phiert. Victoria! ruft sie die Hochzeit zu bereiten zu durch Gott. Was ist der seinem Lob und Preis; Tod? Der Tod ist nichtes, da wird sein Freud und als ein Spott. Wonne in rechter Lieb und 3. Sollte uns der Tod Treu aus Gottes Schatz anfechten, da Jesus sitzt und Brunne, und täglich zu Gottes Rechten, der werden neu. von dem Tod erstanden 7. Also wird Gott er- ift? Der Herr kann icht losen uns gar von aller nicht mehr sterben, kein Not, vom Teufel, allem Glied kann an dem Leid Bösen, von Trubsal, Angst verderben, ich bin sein und Spott, von Trauern, Glied, ein wahrer Chrift. Darum 774 Vom ewigen Leben. Darum ist mir der Tod 4. Ach was wird doch ein rechter Freudenbot. dein Wort, o süßer SeeErlöfte Seel, du wirst lenhort, was wird doch jehund in Gottes Bund sein dein Sprechen, wenn vom Elend los und recht dein Herz aus wird bregesund. chen zu mir und meinen 4. Wohlauf, da du Brüdern, als deinen Leifollft hintreten vor Got- besgliedern! tes Stuhl, und den an- 5. Werd' ich denn auch beten, der heilig, heilig, vor Freud in solcher Gnaheilig heißt! Jesus trägt denzeit den Augen ihre dich mit Erbarmen, und Zähren und Thränen könnimmt dich fröhlich auf nen wehren, daß sie mir die Arme, daß er erquicke nicht mit Haufen auf meideinen Geist; der Tod ist ne Wangen laufen? mir und dir die rechte Le- 6. Was für ein schönes bensthur: Gott öffnet sie. Licht wird mir dein Ange= Et, was ist das? Ich werd' sicht, das ich in jenem Lenicht blaß, ich singe Gott ben werd' erstmals sehen, das Gratias. geben! Wie wird mir deine Güte entzücken mein Gemüte! Peter Lackmann. Mel. Auf meinen lieben Gott. 7. Dein' Augen, deinen Mund, den Leib, der noch 902. Die Zeit ist verwundt, da wir so feft nunmehr auf trauen, das werd' ich nab, Herr Jesu, du bist alles schauen; auch innig da; die Wunder, die den herzlich grüßen die Mal' Leuten dein' Ankunft sol- an Hand und Füßen. len deuten, die sind, wie wir gesehen, in großer Zahl geschehen. 8. Dir ist allein bewußt die ungefälschte Luft und edle Seelenspeiſe in 2. Was soll ich denn deinem Paradeiſe; die nun thun? Ich soll auf kannst du wohl beschreidem beruhn, was du mir ben, ich kann nichts mehr haft verheißen, daß du als gläuben. mich wolleft reißen aus 9. Doch was ich hier gemeines Grabes Kammer glaubt, das steht gewiß, und allem andern Jam- und bleibt mein Teil, dem gar nicht gleichen die Gü3. Ach Jesu, wie so ter aller Reichen. All anschön wird mir's alsdann dres Gut vergehet, mein ergebn! Da wirst mit tau- Erbteil das bestehet. send Blicken mich durch 10. Ach Herr, mein und durch erquicken, wenn schönstes Gut, wie wird ich hier von der Erde mich sich all mein Blut in alzu dir schwingen werde.[ len Adern freuen, und auf bas mer. Vom ewigen Leben. 775 möchtest heut erfüllen! das Neu verneuen, wenn Wunsch und Willen noch du mir wirst mit Lachen die Himmelsthür aufmachen. 11. Komm her, komm und empfind, o auserwähltes Kind, komm, schmecke, was für Gaben ich und mein Vater haben; komm, wirst du sagen, weide dein Herz in ewger Freude. 17. Doch du weißt deine Zeit; mir ziemt nur, stets bereit und fertig da zu stehen, und so zum Herrn zu gehen, daß alle Stund und Lage mein Herz mich zu dir trage. 18. Dies gieb, Herr, und verleih, auf daß dein' Huld 12. Ach du so arme und Treu ohn Unterlaß Welt, was ist dein Gold mich wecke, daß mich dein und Geld hier gegen diese Tag nicht schrecke, da unKronen und als ser Schreck auf Erden soll die Fried und Freude werden. Paul Gerhardt. mehr Thronen, güldnen Christus hingestellet dem Volk, das ihm gefället. 13. Hier ist der Engel Mel. Dalet will ich dir geben. Land, der selgen Seelen Stand; hier hör' ich nichts 903. in Tröpflein als Singen, von nichts als Springen; hier ben der süßen Ewigkeit ist kein Kreuz, kein Leiden, kann mehr Erquickung ge= kein Tod, kein bittres ben als dieser eitlen Zeit geScheiden. samte Wollustflüsse; und wer nach jenen strebt, tritt unter seine Füße, was hier 14. halt ein, mein schwacher Sinn, halt ein, wo denkst du hin? Willst du, die Welt erhebt. was grundlos, gründen, 2. Wer von dir möchte was unbegreiflich, finden? sehen nur einen Blick, o Hier muß der Witz sich Gott, wie wohl würd' neigen, und alle Redner ihm geschehen! Die Welt schweigen. war ihm ein Spott mit 15. Dich aber, meine allem ihrem Wesen; so herrZier, dich laff ich nicht lich und so rein, so liebvon mir; dein will ich lich, so erlesen ist deiner stets gedenken, Herr, der Augen Schein. du mir wirft schenken 3. Den wahren Gott mehr, als mit meiner zu schauen, das ist die SeeSeelen ich wünschen kann ligkeit und aller Himmelsund zählen. auen ihr schönstes Blu16. Ach wie ist mir so menkleid; wie war nach weh, eh ich dich aus der seinen Blicken der AbraHih, Herr, sehe zu uns ham so froh, wie wünscht kommen; ach daß zum Heil er zu erquicken sich an dir, der Frommen du meinen A und O! 4. Sprach 776 Vom ewigen Leben. 4. Sprach mit Triumph, dort, und in dir selbstent und Prangen der liebe Fa- haben den Reichtum fort kob nicht: Ich habe Gottes Wangen und klares Angesicht gesehn, und bin genesen? Wie glänzte Moses haut, als er bei Gott gewesen, und seinen Mund geschaut! und fort; denn Gott, vor welchem Kronen und Perlen Staub und Spott, wird selber in uns wohnen, und wir in unserm Gott. 10. Wann werd' ich einmal kommen zu solchem 5. Du reichlichste Be- Freudenquell? War' ich lohnung der auserwählten doch aufgenommen, und Zahl, wie lieblich ist die schon bei dir zur Stell! Wohnung, da deiner Gott- Herr Christe, nimm mein heit Strahl fich offenbar- Flehen so lang indessen an, lich zeige! O herrlich edler bis ich dich selbst ansehen Tag, dem diese Sonne stei- und recht beschauen kann. get, und ihn erleuchten mag. Erasmus Finx. 6. O Licht, das ewig In eigener Melodie brennet, dem keine Nacht oder: Dalet will ich dir bewußt, das keinen Nebel geben. kennet! Gesellschaft, reich 904. Ermuntert euch, an da Engel kommen mit Men- zeigt eurer Lampen Schein; schen überein, und ewig- der Abend ist gekommen, lich die Frommen gesegnet die finstre Nacht bricht werden sein. ein. Es hat sich aufge7. Vollkommne Liebe machet der Bräutigam mit bringet dort immer neue Pracht. Auf, betet, kämpft Freud; aus ewger Lieb und wachet, bald ist es entspringet ein' ewge Fröh- Mitternacht. lichkeit. Gott selbst ist folche Wonne, ist solcher Liebe Preis, ift seiner Blumen Sonne im bunten Paradeis. 2. Macht eure Lampen fertig, und füllet sie mit Del, und seid des Heils gewärtig, bereitet Leib und Seel. Die Wächter Zions schreien: Der Brantigam ist nah; begegnet ihm im Reihen, und singt Hallelujah! 8. Seinlicht wird in uns leuchten, sein Del und Honigsaft soll unsre Lippen feuchten; von seiner Stårke Kraft mit Weis- und 3. Jbr klugen Jungfraun Schönheit werden wir ganz alle, hebt nun das Haupt erfüllet sein, und spiegeln empor mit Jauchzen und die Geberden in seinem mit Schalle zum frohen bellen Schein. Engelchor. Die Thür ist 9. Was wünscheft du für aufgeschlossen, die Hoch Gaben? Du wirft sie finden zeit ist bereit, auf, auf, Vom ewigen Leben. 777 ihr Reichsgenossen, der hier schenkt man Freuden Bräutgam ist nicht weit. wein. 4. Er wird nicht lang 9. Hier ist die Stadt verziehen, drum schlafet der Freuden, Jerusalem, nicht mehr ein; man sieht der Ort, wo die Erlösten die Bäume blühen, der weiden, hier ist der sichre schöne Frühlingsschein ver- Port; hier sind die güldheißt Erquickungszeiten; nen Gassen, hier ist das die Abendrote zeigt den Hochzeitmahl, hier soll sich schönen Tag von weiten, niederlassen die Braut im davor das Dunkle weicht. Rosenthal. 5. Wer wollte denn nun schlafen? Wer flug ist, der ist wach. Gott kommt, 10. O Jesu, meine Wonne, komm bald, und mach dich auf; geh auf, die Welt zu strafen, zu verlangte Sonne, und eile üben Grimm und Rach deinen Lauf. Jesu, an allen, die nicht machen, mach ein Ende, und führ und die des Tieres Bild uns aus dem Streit; wir anbeten samt dem Dra- heben Haupt und Hände chen; drum auf, der Löwe nach der Erlösungszeit. brüllt. Laurentius Laurenti. 6. Begegnet ihm auf Erden, ihr, die ihr Zion Mel. Wie schön leuchtet liebt, mit freudigen Geder Morgenstern. berden, und seid nicht mehr 905.'s, oder i Es mein Geist denstunden gekommen, und entzückt? Mein Auge bat der Braut wird, weil sie jetzt was erblickt, ich seh' überwunden, die Krone den Himmel offen; ich sehe nun vertraut. Gottes Königsthron, zur 7. Die ihr Geduld ge- Rechten Jesum, Gottes tragen und mit gestorben Sohn, auf den wir alle seid, sollt nun nach Kreuz hoffen. Singet, flinget, und Klagen in Freuden spielt auf scharfen Davids= sonder Leid mit leben und harfen, jauchzt von Hers regieren, und vor des Lam- zen; Jesus stillet alle mes Thron mit Jauchzen Schmerzen. triumphieren in eurer Siegeskron. 2. Ich seh', er machet alles neu, die Braut fährt 8. Hier sind die Sie zu ihm ohne Scheu in gespalmen, hier ist das reiner schöner Seide; die weiße Kleid; hier stehn Kleider sind mit Gold die Weizenhalmen in Frie- durchstickt, der Bräutgam den nach dem Streit, und bat sie selbst geschmückt nach den Wintertagen; hier mit teurem Halsgeschmeigrünen die Gebein, die de. Meister, Geister, Chedort der Tod erschlagen; rubinen, Seraphinen wunichen 33** 778 Vom ewigen Leben. schen Glücke; Jesus giebt Wonne. Ihre Thüre, ihre ihr Liebesblicke. Pforte dieser Orte stehet 3. Der Braut ist nichts offen; da ist keine Nacht als Luft bewust, Gott zu hoffen. fieht an ihrer Schönheit 7. Von Gottes Stuhle Luft, fie glänzet wie die quillt ein Fluß, der mitten Sonne; man führt sie in auf der Gassen muß das den Brautpalast, ins Freu- Holz des Lebens wässern. denhaus, zur stolzen Rast, Die Frucht, die der Baum ju ihres Königs Wonne. zwölffach trägt und jedes Klagen, Zagen, Sonnen- Blättchen, das er hegt, foll biße, Donnerbliße sind die Gesundheit bessern. verschwunden; Gottes Schlechte Knechte, HerLamm hat überwunden. ren, Fürsten, Kaiser dur4. Gott hat sie aus sten nach der Quelle; sie dem Strom erfrischt, der fleußt recht krystallenhelle. AugenThränen abgewischt, Gott kommt bei ihr zu wohnen. Er will ihr Gott, fie sein Volk sein, selbst bei ihr gehen aus und ein: Jesu, Herr der Herrwie reichlich kann Gott lichkeit, du hast die Stätt lohnen! Trauet, schauet auch mir bereit, hilf mir ſie Gottes Güte, Gottes auch ererben. Weise, preife Hütte bei den Kindern; ihre Kräfte, ihr Geschäfte Gott wohnt bei bekehr- mir Elenden. Laß mich auf ten Sündern. og den Anblick enden. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehålt! Kein Mensch fann sie erwerbent. Ahasverus Fritsch. 5. Wie heilig ist die neue Stadt, die Gott unds Lamm zum Tempel hat, Mel. Komm, o komm, du Geist des Lebens. zum Grunde die zwölf Boten. Gar nichts Gemei- 906. meines Lee nes geht hinein, wer greubeste elt, muß verbannet sein, Freude ist der Himmel, sein Teil ist bei den To- Gottes Chron; meiner ten. Reine, feine Edel- Seelen beste Weide ist mein steine find gemeine; ihr Jesus, Gottes Sohn; was Licht flimmert, wie ein hel- mein Herze recht erfreut, ler Jaspis schimmert. ist in jener Herrlichkeit. 6. Die Stadt darf ket- 2. Andre mögen sich erner Sonne nicht, nicht quicken an den Gütern dieunsers Mondes blaffes ser Welt; ich will nach dem Licht, das Lamm ist ihre Himmel blicken und zu Sonne; ihr leuchtet Got- Jesu sein gesellt; denn der tes Herrlichkeit; die Hei- Erden Gut vergeht, Je= den wandeln weit und sus und sein Reich besteht. breit bei dieses Lichtes 3. Reicher kann ich nirgend Vom ewigen Leben. 779 gend werden, als ich schon denwort, o Freud, die ewig in Jesu bin; alle Schäße gehet fort, o Anfang sondieser Erden sind ein schnd- der Ende, o Ewigkeit, Zeit der Angstgewinn; Jesus ohne Zeit, ich weiß vor ist das rechte Gut, das großer Fröhlichkeit nicht, der Seelen sanfte thut. wo ich mich hinwende; mein ganz entzücktes Herz ist voll der Freude, die da kommen soll. 4. Glänzet gleich das Weltgepränge, ist es lieblich anzusehn, währt es doch nicht in die Lange, 2. Kein Freud ist noch in und ist bald damit geschehn; pliklich pfleget aus zu sein dieses Lebens Glanz und Schein. 5. Aber dort des Himmels Gaben, die mein Jesus inne hat, können Herz und Seele laben, machen ewig reich und fatt; und vergeht zu keiner Zeit jenes Lebens Herrlichkeit. 6. Einen Tag bei Jesu Shen ist viel besser, als die Welt tausend Jahr' in Freuden nüßen. Aber ewig fein gestellt zu des Herren rechter Hand, bleibt ein auserwählter Stand. 7. Trinken, Essen, Tanzen, Springen labet meine Seele nicht; aber nach 4. Was acht' ich irdsche dem Himmel ringen und Lust auf Erd, dies alles auf Jefum fein gericht ist ist kaum nennenswert, es der Seelen schönste Zier, kann nicht lange währen; geht auch aller Freude für. was wär' es wenn gleich einer lebt und funfzig Jahr in Freuden schwebt? So 8. Ach so gönne mir die Freude, Jesu, die dein Himmel begt, sei du sel- würd ich's nicht begebber meine Weide, die mich ren; denn diese Freud bier und dort verpflegt; fällt selten ein, und kann und an dir recht froh zu dazu nicht ewig sein. sein, nimm mich in den 5. Es ist die Freud ohn Himmel ein. Sal. Liscow. alle Qual, währt manMel. O Ewigkeit, du ches Jahr als ohne Zahl Donnerwort. die Menschen sich ernähdu teu- der Himmel hegt, als manEwigkeit ren, als manchen Stern 907. ches aller Welt, die endlich mit der Zeit nicht fällt, und ganz wird aufgehoben; die Ewigkeit hat nur kein Ziel, der Freuden unverändert Spiel wird nimmer aufgeschoben; ia Paulus der bekennet frei, daß sie ganz unaussprechlich sei. 3. O ewig freudenvoller Gang, o Ewigkeit, verzeuch nicht lang, wir warten dein mit Schmerzen. Drum, wenn ich jene Himmelspracht zusamt der großen Freud betracht', erfreu' ich mich von Herzen. Nichts ist zu finden weit und breit so lieblich, als die Ewigkeit. Smellt 780 Vom ewigen Leben. ches Laub das Erdreich| fromm, es kommt der Tod trågt, und Vögel sich ver- geschwind. mehren. Sie bleibet ewig unverletzt, kein End und Ziel wird ihr gesetzt. 6. Nun aber, wenn du langer nicht ergößen; flieh immerdar viel hundert solche Luft nur allezeit, tausend tausend Jahr' in hier kann man ja in Ewigsolcher Lust gestanden, und feit die Seel in Freuden famt den Engeln solcher sehen. Ein schöner Tausch, Frist mit Freud und Wonn recht wohl gewagt, der ergößet bist, ist doch kein Schluß vorhanden; die Zeit, die niemand zählen kann, die fånget stets von uns in Ewigkeit behagt. 10. Die irdsche Luft ist voller Tück, und kann doch kaum ein Augenblick, und neuem an. 11. So lang ein Gott im Himmel lebt, und über alle Wolken schwebt, wird solches Jauchzen währen. 7. Sucht einer gleich Kein scharfe Kålt, noch hier in der Welt Ergöhung blaffe Hit, kein' Angst, in sein'm Gut und Geld, kein Feuer oder Blizz wird es ist vergänglich Wesen. diese Ruh verheeren; sie Kein' Freud ist es, nur bleibet unverrückt allein, lauter Müh, und stete so lange Gott ein Gott Sorgen macht es früh, ja wird sein. das, was er erleſen, bringt 12. Die Freude bleibet ihm auf jedem Glocken- immerdar, als anfangs fie schlag Angst, Kummer, beschaffen war, fie kann sich herbes Ungemach. nicht vermindern; da ist kein' Arbeit, sondern Ruh, und nimmt an Fröhlichkeit stets zu bei jenen frommen Kindern: so folget auf die Thränenfaat die Freudenernte in der That. 8. Ach was ist das? Es wird der Schein der ewgen Lust nicht irdisch sein, und mit der Zeit sich enden; es wird sich der Erwählten Schaar in Lieb und Friede immerdar mit gro13. Wach auf, betrübsem Jauchzen wenden; ter Mensch, vom Schlaf, und diese unzerstörte Freud ermuntre dich, verlaßnes soll währen bis in Ewigkeit. Schaf, denk auf das Freu9. Ach Gott, barm- denleben; wach auf, es herzig und gerecht, wie kommt die schöne Zeit, es lohnest du dem frommen kommt die frohe Ewigkeit, Knecht mit triumphiernder die Jesus dir wird geben; Wonne! Auf kurzes Lei- wer weiß, ob er nicht komden dieser Welt hast du men mag? Komm heut, so lange Freud bestellt; erwünschter Freudentag. komm nur, o Gnaden- 14. Die Luft ist Last in Nun merk auf dieser Welt, die nur den sonne. dies, o Menschenkind, sei Ueppigen gefällt, der Fromme Vom ewigen Leben. 781 me wird sich hüten; laß ja nen Armen durch den doch keine Sicherheit dir deine Herzensfröhlichkeit durch Erdenlust verbieten; vor allen Dingen hab in acht dein Heil, das Chriftus dir gebracht. Glauben fest geschränkt, und durch deiner Lieb Erbarmen wird mir Freude eingeschenkt, die nach deinem Nektar schmecket, den du in der Ewigkeit meiner Seele haft bereit. Aber diese Luft erwecket Durst, den nichts, mein Gott, als du, sättiget in voller Ruh. 3. Es verlanget mich zu sehen ohne Decke dein Gesicht, und von Sünden freizu stehen, reines Lamm, in deinem Licht; doch ich will dir nichts vorschreiben, und mein Himmel ist schon hier, wirst du, meine Seelenzier, nur mit mir vereinigt bleiben; denn wie sollt' auch ohne dich Himmelslust vergnügen mich? Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht singen. 908. Deffne mir 4. Du bist meine Seelenwonne, wenn mich Angst betrüben will; mein Herz nennt dich seine Sonne, und das Sorgenmeer wird still, wann mir deine Blicke lachen, deren liebbeglänzter Strahl trennet alle Nacht und Qual; die Per- du kannst mich vergnüget lenthore, o du Schmuck machen, in dir hab' ich der Himmelsstadt, Licht Himmelsfreud, außer dir vom Licht zum Licht er- Berdruß und Leid. foren, eh die Welt den 5. Laß mich, Baum des Anfang hatt'. Eile, Lieb- Lebens, bleiben an dir eister, heim zu führen meine nen treuen Zweig, der, Seele, deine Braut, die wann ihn hier Stürme du dir haft anvertraut. treiben, stärker werd' und Laß mich diese Klarheit höher steig', auch im Glauzieren, wo mich keine Sün- ben Früchte bringe; und dennacht mehr betrübt und versetz mich nach der Zeit finster macht. in das Feld der Ewigkeit, da ich mich in dir ver2. Ich lieg' schon in deijunge, 15. Du hoch erlöstes Menschenkind, des Geistes voll, geh ab geschwind von diesem Erdenhügel, und schwing dein Herze da hinein, wo hunderttausend Engel sein, mach deiner Seelen Flügel; wo lebt ein so beredter Mann, der jene Freud aussprechen kann! 16. Ewigkeit, du Freudenwort, o Freude, die da gehet fort, o Anfang sonder Ende, o Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Fröhlichkeit nicht, wo ich mich hinwende; nimm du mich, wenn es dir gefällt, o Jesu, in dein Freudenzelt. Caspar Heunisch. 782 Vom ewigen Leben. junge, wann des Leibes ganz gnadenvoll erlaben. welkes Laub wieder grünt Bleibe mein, ich bleibe dein, aus seinem Staub. dein will ich auch ewig 6. Gieß indessen in die sein. Dich, mein Jesu, Seele deinen süßen Le- will ich haben; Erd und benssaft, Leben, dem ich Himmel acht' ich nicht, mich vermähle, und laß ohne dich, mein Trost und deiner Liebe Kraft mich Licht. Wolfg. ChristophDeßler. Melodie. weibwarette 909. Gläubige In eigener wie selig seid ihr doch, Selige. a, höchst selig sind wir, durch den Tod zu Gott Mund ist voller Freudenwas wir gekommen; ihr seid ent- lieder; doch gangen aller Not, die uns schauen, wird Gott euch noch hålt gefangen. gar bald auch anvertrauen. 2. Muß man doch hier 2. O ihr Lieben, seid wie im Kerker leben, da nur doch ja zufrieden; wünscht Sorge, Furcht und Schrek- nicht Freude, weil ihr fen schweben; was wir seid hienieden; laßt euren hier kennen, ist nur Müh Willen sich nur sanft in und Herzeleid zu nennen. Gottes Gnade stillen. 3. Ihr hergegen ruht 3. Aber gleichwohl muß in eurer Kammer, ficher ten wir auch kämpfen, und befreit von allem da in uns war Sünd und Jammer; kein Kreuz und Tod zu dämpfen. Was Leiden ist euch hinderlich euch jetzt quålet, daran hat in euren Freudent. es uns auch nicht gefehlet. 4. Christus waschet ab 4. Duldet euch nur euch alle Thränen, habt fort bei euren Thränen, das schon, wonach wir bleibt getreu, euch himuns erst sehnen; euch wird smelan zu sehnen; gefungen, was durch keines jekigs Leiden ist der SaOhr allhier gedrungen. eur men zu künftigen Freuden. 5. Ach wer wollte denn 5. Freilich ift's hier nicht gerne sterben, und gut bei Christo leben, den Himmel für die Welt doch könnt ihr euch in ererben? Wer wollt' hier Geduld ergeben; all euer bleiben, sich den Jammer Streiten lohnet Christus långer lassen treiben? hier mit Herrlichkeiten. 6. Komm, o Christe, 6. Ach ihr teuren Seefomm uns auszuspannen, len, eure Kronen, eure Ids uns auf, und führ uns Palmen, eure güldnen bald von dannen; bei dir, Thronen sind schon bereio Sonne, ist der frommen tet; schafft nur, daß ihr Seelen Freud und Wonne. recht zum Siege streitet. Beide Vom ewigen Leben. 783 Beide Chöre. 7. Nun wir wollen bei-| lobt, ihr Himmelschöre, derseits dann loben Got- gebt dem höchsten Gott tes Lamm, das uns in allein die Ehre; die Ewigs Gott erhoben; ein ewges keiten werden unsers GotLeben ist uns beiderseits tes Lob ausbreiten. gewiß gegebent. 8. Lobt, ihr Menschen, Simon Dach und Jacob Baumgarten. In eigener Melodie. Hohn und ein fieter Jam910. Welt abe! merton; aber dort ist alleich bin zeit Friede, Freud und dein müde, ich will nach Seligkeit. dem Himmel zu; da wird sein der rechte Friede und die stolze Seelenruh. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts denn lauter Eitelkeit; in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 2. Wenn ich werde dabin kommen, bin ich aller Krankheit los, und der 6. Nun wird es dennoch Herzensangst entnommen, geschehen, daß ich auch in ruhe sanft in Gottes kurzer Zeit meinen HeiSchoß. In der Welt ist land werde sehen in der Angst und Not, endlich großen Herrlichkeit; denn gar der bittre Tod; aber bei uns ist lauter Not, dort ist allezeit Friede, Müh und Furcht, zuleßt Freud und Seligkeit. der Tod; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 3. Was ist doch der Erden Freude? Nebel, Dunst und Herzeleid. Hier auf dieser 7. O wer nur dahin schwarzen Heide sind die gelanget, wo jekund der Laster ausgestreut. Welt, schöne Chor in vergüldten bei dir ist Krieg und Kronen pranget und die Streit, nichts denn lau- Stimme schwingt empor; ter Eitelkeit; in dem Him- denn die Welt hat Krieg mel allezeit Friede, Rub und Streit, all ihr Thun und Seligkeit. ift Eitelkeit; in dem Him4. Unaussprechlich schd- mel allezeit Friede, Rub ne singet Gottes auser- und Seligkeit. wählte Schar: heilig, hei- 8. Zeit, wann wirst du lig, heilig klinget in dem doch anbrechen? Stunden, Himmel immerdar. Welt o wann schlaget ihr, daß bei dir ift Spott und ich mich doch mag besprechen 5. Nichts ist hier denn lauter Weinen, keine Freude bleibet nicht; will uns gleich die Sonne scheinen, so verhemmt die Nacht das Licht. Welt, bei dir ist Angst und Not, Sorgen und der bittre Tod; in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 784 Vermischte geistliche Lieder. sprechen mit dem Schön- Thun vor Gott besteht, ften für und für? Welt, daß, wenn alles wird zerdu haft nur Sturm und krachen, es heißt: kommet! Streit, lauter Qual und und nicht: geht! Welt, bet Traurigkeit; aber dort ist dir ist Angstgeschrei, Sørallezeit Friede, Freud und ge, Furcht und Heuchelet; Seligkeit. in dem Himmel allezeit Friede, Rub und Seligkeit. Johann Georg Albinus. 9. Jest will ich mich fertig machen, daß mein Vermischte geistliche Lieder. Rub uns so mildiglich beschert; ia was unser Herz begehrt, hast du reichlich Mel. Singen wir aus Herzensgrund. 911. bermal ist uns gewährt. eins 5. Billig sagen wir dir von der Zeiten Anbeginn; Dank für die Kleidung, abermal ist dieses Jahr, Speis und Trank, für Ge= wie wir selber, wandelbar; fundheit, Ehr und Gut; es ist nunmehr alt und Lob sei dir, daß auch die Falt; höret, wie die Zei- Glut, noch das Wasser, tung bald von dem neuen noch der Wind uns, die Jahr erschallt. wir so sträftlich sind, nicht verderbt so gar geschwind. 2. Gott sei Lob, daß abermal eins dahin ist von der Zahl unsrer Jahre, die wir sehn schneller als den Rauch vergehn; davon unsrer Pilgrimsschaft aber eins ist hingerafft durch so schneller Zeiten Kraft. 6. 3war du haft uns lassen sehn, was den Sündern muß geschehn, aber deine Gut und Treu war doch alle Morgen neu. Ach regier uns Herz und Sinn, daß dir jetzt zum Anbeginn alle Bosheit legen hin. 3. Herr, wie groß ist deine Güt; ach wie fromm 7. Gute Nacht, verist dein Gemüt! Hast du gangnes Jahr, samt der doch zu Tag und Nacht die- Trubsal und Gefahr, gute ses Jahr an uns gedacht, Nacht, du Sündenkleid, da doch wir, nur Staub decke mich, o Frömmigkeit! und Ket, nichts verdienen Süßer Jefu, führe mich als den Tod, ja sogar der zu dem Neuen gnädiglich, Höllen Not. daß ich lieb' und lobe dich. Joh. Rift. 4. Herr, dein Nachtmahl, Tauf und Wort haft du noch an unserm Ort In eigener Melodie. rein erhalten und dazu 912. 2ch Gott, thu den dich erbarmen TORTE Vermischte geistliche Lieder. 785 men durch Chriftum, dei-| Saufn und Fressen, Hochnen Sohn, übr Reich und mut und großen Pracht? über Armen, hilf, daß wir Gott wird's die Länge leiBuße thun, und sich ein den nicht, schau, daß dich jedr erkennen thut. Ich nicht erhasch' sein G'richt, fürcht', Gott hat gebundn sonst bist ewig verloren, ein' Rut, er will uns dem Teufel auserforen, damit strafen, den Hirten wär' besser nie geboren. mit den Schafen, es wird ihm keinr entlaufen. 6. Gott eilt gewiß zum Ende, das zeigt all Kreatur; der wird kommen behende, des han wir schön Figur. Das glaubet der Gottlose nicht, der wohl in seinem Herzen spricht: Es kann noch lang Zeit währen, wir wollen schlemm'n und zehren. Der Teufel thut sie's lehren. 2. Gott hat uns lang gerufen durch seine treuen Knecht'; uns'r' Ohrn find abr nicht offen, darum geschieht uns recht; sein' Straf habn wir jetzt in dem Land, ich fürcht', ihr sind mehr vor der Hand; Gott woll' sie von uns wenden, und seine Gnad uns senden, es steht in seinen Händen. 3.Es g'schehn großWunderzeichen, noch schlagn 7. Die Welt läßt nun nicht abe, das wild vielköpfig Thier, man werf' fie denn ins Grabe; es wird geschehen schier. Der Teuwir alls in Wind, die uns fel hat's dahin gebracht, sollten erweichen, so gar find wir verblendt, daß wir erkenn'n die Wahrheit nicht, wie uns jetzt Gottes Wort bericht, daß wir uns daran kehrten, und seiner Gnad begehrten, nicht so dawider sperrten. daß man Gott und sein Wort veracht, fragt nicht nach sein'm Gebote, treibet daraus nur Spotte, fagt wohl: es sei kein Gott. 4. Nerger ist's nie gewe- zeiget, ins Feuer muß er sen von Anbeginn der Welt; kurz. Wohl dem, der es ein jeder mags wohl lesen, zu Herzen nimmt, und was Christus hat gemeldt: wacht, wann sein Erlöser Kein Lieb noch Glaub auf kömmt, liebt allezeit das Erden ist, ein jeder braucht Gute; der wird sein wohl sein Tück und List; der behute, ia vor der Höllen Reich den Armen zwinget, Glute. und ihm sein Schweiß abdringet, daß nur sein Groschen flinget. 9. Christus sein' Prophezeie ist nun erfüllet gar; ein jeder merk' dabeie, und nehm' sein eben wahr, daß er sein Leben anders schick, und Christum in sein Herz verstrick 5. Wer kann's alles ermessen, was treibt die Welt mit Macht, mit ihrem 8. Die Agt ist schon geleget dem Baum an seine Wurz, als uns Johannes 786 Vermischte geistliche Lieder. verstrick. Niemand weiß, Engelscharen; darum mas welche Stunde, spricht fröhlich fingen mag: Heut Gott aus seinem Munde, ist der lieben Engel Tag, die Welt wird gehn zu die uns garwohl bewahren. Grunde. 2. Sie lagern sich, wenn 10. Solchs alles ist ver- kommt die Not, in Eil borgen in der Gottlosen gefaßt sich machen, und Sinn. Das sieht man alle reißen die, so fürchten Morgen, wie läuft die Gott, aus ihrer Feinde Welt dahin, daß sie nur Rachen; darum man fröhFrieg' das zeitlich Gut, lich singen mag: Heut ift das ewge fie vergessen der lieben Engel Tag, die thut; daran will niemand immer für uns wachen. denken, thut Leib und Seel versenken; manch Christen thut es krånken. 3. Sie führen auf den Straßen wohl die Großen samt den Kleinen, daß 11. Gott hat in seiner keiner Schaden leiden soll Hute all, die er hat er- an Füßen oder Beinen; weckt, erkauft durch Christi darum man fröhlich sinBlute, am Kreuz hoch gen mag: Heut ist der lieausgestreckt, da er uns ben Engel Tag, die uns all erlöset hat vom Teufel, mit Treuen meinen. Sünd und ewgen Lod, 4. Solch Wohlthat deist selbst für uns geftor- nen wird erzeigt, die nach ben, des Vaters Huld er- dem Herren fragen, die worben, sonst warn wir Engel ihnen sind geneigt, all verdorben. den Satan sie verjagen. 12. Dies Lied sei jetzt Darum man fröhlich singesungen zu Trost der gen mag: Heut ist der lieChristenheit, den Alten und ben Engel Tag, die uns den Jungen; und dem sein gen Himmel tragen. Sund ist leid, der bitte Georg Reimann. Gott allzeit um Gnad, daß er nimmer in Sün- Mel. Da Jesus an dem den bad'. Das helf uns Kreuze slund. Gott allsammen, zu Lobe 914. Da Jesus an seinem Namen, durch Jesum Christum, Amen. R. Münzer. des Kreuzes Stamm der ganzen Welt Sünd auf sich nahm, sprach er in seinen Schmerzen noch sieben Wort, die las set uns erwägen wohl im Mel. Nun freut euch, lieben Christen, g'mein. 913. Aus Lieb lägt Herzen. Gott der 2. Zum ersten: Vater, Christenheit viel Gutes strafe nicht an ihnen, was widerfahren: aus Lieb hat mir jetzt geschicht, weil sie er ihr zubereit viel tausend es nicht verstehen. Vergich Vermischte geistliche Lieder. 787 9. Wer oft an diese Wort' gedenkt, wenn seis ne Missethat ihn fränkt, 3. Zum andern er des der wird es wohl genieSchachers dacht: Für- ßen; denn er durch Gotwahr, du wirst noch vor der tes Gnad erlangt ein ruNacht in meinem Reich higes Gewissen. beut leben. Herr, nimm 10. Verleih uns dies, uns auch bald zu dir, die Herr Jesu Chrift, der du wir im Elend schweben. für uns gestorben biſt, gieb, daß wir deine Wunden, dein Leiden, Marter, Kreuz und Tod betrachten bleib', und sie als Mutter alle Stunden. liebe. Versorg, Herr, die 4. 3um dritten: Deinen Sohn sieh, Weib! Johannes ihr zu Dienste wir lassen hie, daß nie- Mel. Herr Jesu Chrift, mand sie betrübe. dich zu uns wend. gieb uns, Gott, wenn wir auch noch aus Irrtum was begehen. Drei in 5. 3um vierten faget 915. Der du bist er: Mich dürft! O Jefu, großer Lebensfürst, Einigkeit, ein wahrer Gott du hast Durst und Ver- von Ewigkeit: da nun die langen nach unsrer Se- Sonne von uns weicht, ligkeit; drum hilf, daß wir gieb, daß uns deine Gnad fie auch empfangen. erleucht'. 6. 3um fünften: D mein Gott, mein Gott, wie läßt du mich so in der Not! Hier wirst du, Herr, unsre Psalmen verlassen, daß uns Gott dich jekund und hernach wieder dort aufnehm'. ewiglich. Den Trost laß uns wohl faffen. 2. Des Morgens, Gott, dich loben wir, des Abends beten auch vor dir: Herr, rühmen 3. Gott Vater in dem höchsten Thron, und Je7. 3um sechsten: Hier- sus Christ, sein einger mit ist's vollbracht, und Sohn, mitsamt dem weralles nunmehr gut ge- ten heilgen Geist sei nun macht! Gieb, daß wir und immerdar gepreist. auch durchdringen; und, Nach D. Martin Luther. was du, Herr, uns auferlegst, bilf seliglich vollbringen. Der 110. Pfalm. Mel. Nun freut euch, lieben Christen, g'mein. meine Seele, o Gott, mein 916. prach in 8. 3um fiebenten: Ich Vater, dir befehl' zu deier nen treuen Händen! Dies sein'm höchsten Thron zu Wort sei unser letzter Christo, meinem Herren: Wunsch, wenn wir das Du bist mein eingeborLeben enden. ner Sohn, dir g'bührt Die 788 Vermischte geistliche Lieder. die göttlich Ehre; drum thun gar viel großer set dich zu mein'r rechten Schlacht wid'r die, so Hand, bis daß ich leg' dein' ihn vernichten. Er wird Feind' allsamt zum Sche- dem Fürsten dieser Welt, mel deiner Füße. der sich ihm stets zuwider stellt, sein höllisch Reich zerreißen. 2. Der Herr wird die auch aus Zion deins Reichs das Scepter senden; dein 7. In Schwachheit, LeiWort soll sich da heben den, Kreuz und Tod wird an, und gehn bis zur er hier zeitlich sterben, Welt Enden, daß du sollst und überwinden alle Not, herrschen ganz und gar all Gottes Güter erben, übr alle deiner Feinde und auferstehn am dritten Schar, daß sie ihr' Sün- Tag, daß er ewig regiede büßen. ren mag, ein Kön'g über 3. Wenn du wirst durch Himm'l und Erden. das Leiden dein den Tod Burcard Waldis. und Sünd bekriegen, wird dir dein Volk ganz willig Mel. Herr Chrift, der sein, durch dich im Glau- einig Gottssohn. ben siegen. Dir werden 917. Es fehn vor deine Kind geborn, wie Gottes der Thau kühl und aus- Throne, die unsre Diener erkorn, früh vor der Mor- find, der in sein'm lieben genrôte. 4. Der Herr geschworn hat über dich, und wird Sohne liebt aller Menschen Kind, daß er auch nicht der eines veracht will ihn nicht gereuen: Du bist han so kleines, als jemals ein Priester ewiglich, den Gottsdienst zu verneuen, ist geborn. 2. Sie sehn sein Angeganz nach der Weis Mel- fichte, und haben fleißig chisedech, das alt Opfer muß gar hinweg, wenn du dich selbst läßt töten. acht, was er ihn auszurichten befiehlet Tag und Nacht; da sind die lieben 5. Doch wird der Herr Engel geschwind, regen ftets bei dir sein, und die Flügel zu fahren hin fehn zu deiner Rechten, und her; und strafen mit ewiger 3. Wo Christenleute Pein all, die dir wider- wohnen in Häusern groß fechten, zur Zeit, wenn und Flein, da sie selber einst sein Zorn ergrimmt, nicht können vor Feinden die g'waltigen König' hin- ficher sein, wo nicht ein nimmt, wird sie mit Macht englisch Lager umher werd' zerschmeißen. aufgeschlagen mit fteter Hut und Wacht. 6. Er wird herrlich mit großer Pracht unter den 4. Solches hat Lot erHeiden richten. Er wird fahren, auch Abram mit fein'm Vermischte geistliche Lieder. 789 sein'm Knecht; Isaak bei Das ist ein Zeichen vor vierzig Jahren nahm so dem jüngsten Tag. Rebekkam recht; Jakob sah auf der Leitern die Boten Gottes Elettern auf und ab alle voll. 3. Täglich erdenkt man neue Ney, das sind der Gottlosen Gesek, damit fie alles Gut zu sich gern wollten reißen g'waltiglich. Das ist ein Zeichen vor dem jüngsten Tag. 5. Elias war entschlafen, ein Engel weckt ihn auf; Elisa kriegt zu schaffen, viel Engel warten drauf; erschienen auch den Hirten, und große Freude lehrten, da Christ geboren war. 6. Bei dieses Kindes Wiegen der Joseph schlafend lag; ein Feind wollt' ihn bekriegen, ein Engel es ihm sagt; zog mit in 5. Es ist doch eitel Bübeferne Lande. Das soll rei; die Welt treibt große in seinem Stande gläu- Schinderei, als ob kein ben ein jeder Christ. 4. Man rühmt das Evangelium und will doch niemand werden fromm. Fürwahr, man spott den lieben Gott. Noch sprechen fie: Es hat kein' Not. Das ist ein Zeichen vor dem jüngsten Tag. Gott im Himmel wär'; die Armut muß sich leiden sehr. Das ist ein Zeichen vor dem jüngsten Tag. 6. Die Schäß der Kirchen nimmt man hin; das wird uns bringen klein Gewinn; die Armen läßt man leiden Not, und nimmt ihn aus dem Mund das Brot. Das ist ein Zeichen vor dem jüngsten Tag. 7. Die Schak' der Kirchen sind ihr Gift, sie sind gegeben, daß wir werden von ihnen nicht geſtift. fromm. Die Welt acht Noch nehmen sie das Kirsolchen Schatz nicht hoch, chengut; sieh, was der der mehrer Teil fragt leidge Geiz nicht thut. nichts darnach. Das ist Das ist ein Zeichen vor ein Zeichen vor dem jung- dem jüngsten Tag. sten Tag. 7. Auch Lazarus, der Arme, wenn's gleich zum Sterben kömmt, Gott, der sich sein erbarme, hat schon Engel bestimmt, die ihn gen Himmel bringen. Dem laßt uns alle fingen ewiges Lob und Preis. Ludwig Helmbold. In eigener Melodie. 918. Gott hat das Evangelium 8. Man fragt nach Gott dem Herrn nicht mehr, die Welt stinkt ganz nach eitel Ehr, die Hoffart nimmt gar überband, Betrügen, Lügen ist kein' Das ist ein Zei chen 2. Man fragt nichts nach der guten Lehr; der Geiz und Wucher nun vielmehr hat überhand genommen gar; noch sprechen fie: Es hat kein' Fahr. Schand. 790 Vermischte geistliche Lieder. chen vor dem jüngsten sehn den lieben jungfen Tag. Tag. Erasmus Alberus. 9. Wo bleibt die brůderliche ganze In eigener Melodie. Welt ist voller Dieb'; kein 919. Blümlein Treu noch Glaub ist in der Welt; ein jeder spricht: hübsch und fein, das thut hätt' ich nur Geld! Das mir wohlgefallen; es liebt ist ein Zeichen vor dem mir in dem Herzen mein das Blümelein vor andern jüngsten Tag. 10. Die Welt will ihr Blümlein allen. nicht lassen wehrn, an 2. Das Blümlein iſt Gotts Wort will sich das göttlich Wort, das niemand kehrn; sie haben Gott uns hat gegeben; nichts gelernet mehr, denn es leucht uns durch die immer fressen, saufen sehr. enge Pfort, ia hier und Das ist ein Zeichen vor dort, wohl in das ewge dem jüngsten Tag. Leben. 11. Thr' größte Kunst 3. Er ist der Weg, das ist banketiern und in der Licht, die Pfort, die WahrBüberei studiern; das kann beit und das Leben; wer fie aus der Maßen wohl; Reu für seine Sünde die Welt ist aller Schalk- hat, und bitt um Gnad, heit voll. Das ist ein Zei- sind sie im Glaubn verchen vor dem jüngsten Tag. geben. 12. Die liebe Sonne 4. Er spricht selber: kann nicht mehr zusehn Kommt her zu mir all, und sich entsetzet sehr; die ihr seid beladen; ich darum verliert sie ihren will nach eures Herzn Schein; das mag ein Begier, das glaubet mir, große Trubsal sein. Das heilen all euren Schaden. ist ein Zeichen vor dem jüngsten Tag. 5. Nehmt hin und eft, das ist mein Leib, den ich 13. Der Mond und euch jetzt thu' schenken; ich Sterne ångsten fich, und v'rschreib' euch all mein ihr' Gestalt sieht jammer- Gut dabei, das glaubet lich; wie gern sie wollten frei, daß ihr mein sollt werden frei von solcher gedenken. großen Büberei. Das ist 6. Nehmt hin, trinkt ein Zeichen vor dem jung- all, das ist mein Blut, das ften Tag. ich für euch vergoffen, 14. Darum fomm, lie- welchs gnug für eure Sünber Herre Christ. Das de thut, so oft ihr's thut. Erdreich überdrüssig ist zu wie ich's euch hab' gelassen. tragen solche Höllenbrand'; 7. Wir bitten dich, Herr brum mach's einmal mit Jesu Christ, wohl durch thr ein End, und laß uns dein bitter Leiden, weil du fle Vermischte geistliche Lieder. 791 für uns gestorben bist, sein, sondern in Frieden Herr Jesus Christ, du fahr' ich fein. wollst nicht von uns scheiden. 7. So warten wir nun auch der Stund, und bit8. Nimm uns für deine ten dich von Herzensgrund, Kinder an, daß wir dich du wollest nicht ausbleialle loben. Dein Wort ben lang, und straf einbekenn' ein jedermann, auf mal die alte Schlang. rechter Bahn, durch Jesum Christum, Amen. 8. Der alle Welt ermordet hat, und kann nicht Lügens werden satt, den nimm samt seiner Lafterschul und wirf sie in den feurgen Pfuhl. 9. Dein' lieben Kinder warten all, wann doch einmal die Welt zerfall', und wann des Teufels Reich vergeh', und er in ewgen Schanden steh'. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 920. br lieben Jos Christen, freut euch nun, bald wird erscheinen Gottes Sohn, der unser Bruder worden ist, das ist der lieb Herr Jesus Chrift. 2. Der jüngste Tag ist nun nicht fern; komm, Jesu Christe, lieber Herr; kein Tag vergeht, wir warten dein und wollten gern bald bei dir sein. 10. Er ist's, der deinen Namen schåndt, und der die armen Leut' verblendt; der böse Geist sucht seinen Ruhm, und hindert, daß dein Reich nicht komm'. 3. Verraten ist der Wi- 11. Was du befiehlst, das derchrift, sein' Heuchelei lästert er, und tobt dawiund arge Lift find offen- der greulich sehr; was uns bar und gar am Tag, des beschert dein milde Hand, führt er täglich große das nähm' uns gern der Klag. Hillenbrand. 12. Der Satan läßt nicht ab zu wehrn, daß sich so wenig Leut' bekehru: er wendt die Leut' von deinem Wort und richtet an Haß, Neid und Mord. 4. Du treuer Heiland, Jesu Chrift, dieweil die Zeit erfüllet ist, die uns verkündet Daniel, so komm, lieber Immanuel. 5. Sanct Simeon wart' auch auf dich, und deiner 13. Der Teufel bracht' Zukunft freut' er sich; er uns gern zu Fall und ward auch seiner Bitt ge- wollt' uns gern verschlinwährt, da er sah, was sein gen all; er tracht nach Herz begehrt. Leib, Seel, Gut und Ehr; Herr Christ, dem rotent Drachen wehr. 6. Er sprach: Nun will ich sterben gern, weil ich gesehn hab' meinen Herrn; 14. Die Welt kann doch soll es nicht gestorben nun nicht länger stehn, ift schwach 792 Vermischte geistliche Lieder. meine Sündenschwach und alt, fie muß tilgen vergehn; sie kracht an allen schuld. Treib den Satan Orten sehr und kann die fern von mir, öffne mir die Last nicht tragen mehr. Gnadenthür. In den tiefen Jesuswunden hab' ich allzeit Trost gefunden. 15. Die Kreatur nicht långer kann der Eitelkeit sein unterthan, und wollt' 3. Ich bin ganz und gar gern wieder werden frei verlassen, Jesu, liebster vons Türken Mord und Seelenfreund, laß mich Heuchelei. deine Lieb umfaßen, die 16. Der Papst hat fie es herzlich mit mir meint; so hart beschwert und all deine Liebe mich erfreut gut Ordenung verkehrt; und erquickt in allem Leid; drum wär' sie gern samt wenn mein Glaub und uns erlist; wir hoffen all Hoffnung finket, deine Lieb auf deinen Troft. mir bald zuwinket. 17. Die alten Båter 4. Deinen süßen Jewart'ten all, wenn du er- susnamen will ich in scheinst mit großem Schall, mein Herzensschrein als mit aller lieben Engel den edlen Gnadensamen Schar, drauf wart'ten sie schließen und bewahren manch hundert Jahr. rein, dessen himmelsüße 18. Eil, lieber Herr, Kraft, lieblich Manna, Le-= eil zum Gericht, laß sehn benssaft meine Seele soll dein herrlich Angesicht; stets nähren, allen Sündas Wesen der Dreifaltig- denschmerz verzehren. keit. Des helf uns Gott, in Ewigkeit. Erasmus Alberus. Mel. 3ion klagt mit Angst und Schmerzen. 921. Liebster Jesu, und 5. Weichet all, ihr Seelenfeinde, mein Herr Jesus ist bei mir; weicht, ihr Welt- und JudasFreunde, Jesum lieb' ich für und für; seine Treu Freundlichkeit mir hör mein zu helfen ist bereit, wenn Klagen, meiner Seelen mich Todesfurcht umge= Angstgeschrei; siehe mei- ben, und sich enden will nes Herzens Zagen, stehe mein Leben. mir in Nöten bei; mich 6. Jesum will ich stets der Sünden Last sehr umfangen, Jesum lieben drückt, und mir allen Trost allezeit; Jesu will ich stets entrückt; Tod und Hölle anhangen hier in dieser mich erschrecken, und des Sterblichkeit. Wenn der Himmels Zorn entdecken. letzte Tag anbricht, werd' 2. Jesu, komm, und ich sehn sein Angesicht, hilf mir Armen, zeig mir preisen seine Treu und deine süße Huld; du wirst Güte ewig mit frohem dich ja mein erbarmen, Gemüte. Mel. Vermischte geistliche Lieder. 793 Propheten kund, und breitet's aus durch ihren Mund, davon König und fromme Leut' sein warteten vor lanMel. Nun laßt uns den Leib begraben. Adam 922. Von her so langer Zeit. ge Zeit war unser Fleisch 9. Ob sie wohl, wie ihr vermaledeit, Seel und Herz begehrt', des leiblich Geist bis in Tod ver- nicht wurden gewährt, doch wundt, am ganzen Men- hatten sie im Glauben Trost, schen nichts gesund. daß fie sollten werden eridit. 2. Uns hatt' umfangen große Not, über uns herrschte Sünd und Tod; wir sunken in der Höllen Grund, und war niemand, der helfen kunni. 10. Da aber kam die rechte Zeit, von welcher Jakob prophezeiht, las er ihm eine Jungfrau aus, ein'm Mann vertraut von Davids Haus. 3. Gott sah auf aller Menschen Städt' nach einem, der sein Willen that'. Er sucht' ein Mann nach seinem Mut, fand aber nichts denn Fleisch und Blut. 11. In der wirkt Gott mit seiner Kraft, schuf vom Biat ihrer Jungfrauschaft das rein und benedeite Kind, bei dem man Gnad und Wahrheit findt. 12. O Christe, benedeite Frucht, empfangen in Keuschheit und Zucht, gebenedei und mach uns frei, ſei unserHeil, Trostund Arznei. Michael Weiße. keinen Mel. Valet will ich dir geben. fand, dacht er an seine große 923. Wacht auf, Lieb, und wahrhaftig blieb. ihr Menschenkinder, ach wachet, 6. Sprach: Ich will wacht recht auf! Wacht Barmherzigkeit thun, für auf, ihr frechen Sünder, die Welt geben meinen wach auf, du frecher Hauf! Sohn, daß er ihr Arzt und Willst du noch lange schlaHeiland sei, sie gesund fen? Die Zeit fleugt wie mach' und benedei'. ein Pfeil, wer seiner Seel will schaffen ihr ewig Heil, der eil'. 4. Denn die rechtschaffne Heiligkeit, Würdigkeit und Gerechtigkeit hatten sie in Adam verlorn, aus welchem sie waren geborn. 5. Als er so groß Stechtum erkannt, und Arzt noch Helfer 7. Er schwur ein Eid dem Abraham, auch dem David von seinem Stamm, verhieß ihn'n zu geben den Sohn, und durch ihn der Welt Hülfe thun. 8. Er that's auch den 2. Eil', wer da kann entrinnen der schweren Höllenpein; hast du noch deine Sinnen, o Mensch, denk, was werd' sein, die Feuersglut 34 794 Vermischte geistliche Lieder. ersglut der Höllen dort lei-| wird da sein, wenn in die den ohne Ziel; man kann Marterkammer der Henker fich's faum vorstellen, der schleppt hinein! Marter ist zu viel. 3. Zu viel find alle Schmerzen, zu groß ist ihre Qual; doch faßt's niemand zu Herzen, das sieht man überall. Wie will's zuleßt ablaufen; man lebt in Tag hinein, in Schlemmen, Fressen, Saufen; das End kann nicht gut sein. 8. Dahin, wo keine Reue, kein Klagen helfen kann; die Marter geht aufs neue nach tausend Jahren au. Da ist kein Glied so kleine, das nicht sein Leiden hat, der Leib, der fühlt das seine, die Seel auch früh und spat. 4. Gut fann's nicht sein bei denen, die in die Welt verliebt, und bloß danach sich sehnen, was sie für Lust ausgiebt, Hoffart, Fleisch, Augenlüfte zu ihrem Zweck gesetzt; ach daß und werden blindlings tapdoch mancher büßte dafür, pen nach einem frischen das ihn ergökt! Sih. 9. In großer Furcht und Schrecken, in finstrer Dunkelheit wird die Verdammten decken Angst, Grauen, Traurigkeit; die Zähne werden klappen vor Frost und großer Hik, 5. Ergößt du dich an 10. Sie werden ewig falDingen, o Mensch, ein len ins Loch, das keinen Augenblick, die ewig Lei- Grund, und auf einander den bringen, und liebest prallen zusammen in den deinen Strick, der dir das Schlund, sich beißen, fresLeben raubet, dich tötet sen, plagen, fich fluchen, und verkehrt? Kaum einer låstern stets, der Tod wird dieses glaubet, bis er es fie recht nagen ohn Ende. selbst erfährt. Seht, so geht's. 11. So geht es den Verfluchten in ihrem Höllenloch, den Schlemmern und Berruchten, ach glaubet's, glaubet's doch: wollt ihr daran noch zweifeln? so wahr ist's, so wahr Gott; ihr fahret zu den Teufeln, wo ihr dies halt für Spott. 6. 3u spät ist's, zu erfahren, was höll und Ewigkeit; ach willst du's darauf sparen? Thu's nicht, beut it's noch Zeit; beFehre dich von Herzen, daß du der Qual entgehst; denk, dann gilt es nicht Scherzen, wenn du vorm Richter stehst, 12. Wacht auf, und laßt 7. Der dir das Urteil euch raten, thut Buß in fället, das Leben rund ab- diesem Nu; man warnet spricht, zum Teufel dich euch vor Schaden, kehrt gefellet, des ewgen Tods euch zu Jesu zu, daß, wie Gericht. O Zeter, ach weh, er euch erkaufet, euch mach' Jammer, welch Heulen von Sünden frei, und ihr der Vermischte geistliche Lieder. 795 der Höll entlaufet, er euch für deine Schuld gebüßet, sein Geist verleih'. der dich mit wahrem Glauben füllt, und all dein Mel. Es wollt' uns Gott Kreuz durchsüßet mit seigenädig sein. nem heilgen Worte. 924. as alle Wa 5. Erhebe dich, steig zu Weis- ihm zu, und lern ihn heit in der Welt bei uns recht erkennen; denn solch hier kaum kann lallen, das låst Gott aus dem Himmelszelt in alle Welt er schallen, daß er alleine Erkenntnis bringt dir Ruh, und macht die Seele brennen in reiner Liebe, die uns nährt zum ewgen König sei, hoch über alle Freudenleben, da, was allhier kein Ohr gehört, Gott wird zu schauen geben den Augen seiner Kinder. Gitter, groß, mächtig, freundlich, fromm und treu, der Frommen Schuß und Retter, ein Wesen, drei Personen. 6. Weh aber dem verflockten Heer, das sich hier 2. Gott, Vater, Sohn selbst verblendet, Gott und heilger Geist heißt von sich stößt, und seine sein hochheilger Name; Ehr auf Kreaturen wentso kennt, so nennt, so rühmt det! Dem wird gewiß des und preist ihn der gerechte Himmels Thür einmal Same, Gott Abraham, verschlossen bleiben; denn Gott Isaak, Gott Ja- wer Gott von sich treibt fob, den er liebet, Herr allhier, den wird er dort Zebaoth, der Nacht und auch treiben von seinem Tag uns alle Gabett giebet, heilgen Throne. und Wunder thut alleine. 7. Ei nun, so gieb, du großer Held, Gott Himmels und der Erden, daß alle Menschen in der Welt werden; 3. Der Vater hat von Ewigkeit den Sohn, sein Bild gezeuget; der Sohn hat in der Füll der Zeit zu dir bekehret im Fleische sich erzeiget. erleuchte, was verblendet Der Geist geht ohne Zeit geht, bring wieder, was herfür vom Vater und vom verirret; reiß aus, was uns Sohne, mit beiden glei- im Wege steht, und freventcher Ehr und Zier, gleich lich verwirret die Schwaewig, gleicher Krone und chen in dem Glauben; ungeteilter Stärke, 8. Auf daß wir also 4. Sieh hier, mein Herz, allzugleich zur Himmelsdas ist dein Gut, dein pforten dringen, und derSchatz, dem keiner glei- maleinst in deinem Reich chet; das ist dein Freund, ohn alles Ende singen, daß der alles thut, was dir zum du alleine König seift, hoch Heil gereichet; der dich ge- über alle Götter, Gott, baut nach seinem Bild, Vater, Sohn und heil34* ger 796 Vermischte geistliche Lieder. ger Geist, der Frommen 5. Drum kann mir nieSchuß und Retter, ein mand hier verdenken, wenn Wesen, drei Personen. ich in meiner Einsamkeit mich also suche zu beschränken, daß Gott allein mein Herz erfreut. Die Welt ist voller Trug Paul Gerhardt. 925. Allein Allein und und List, wohl dem, der Gott doch nicht verbunden ist! ganz alleine bin ich in 6. Ein Weltkind mag meiner Einsamkeit; denn Gesellschaft suchen, ich liewenn ich ganz verlassen be Gott in stiller Rub; scheine, vertreibt mir Je- und sollten mir die Neider sus selbst die Zeit; ich fluchen, so schließ' ich meine bin bei ihm und er bei Kammer zu, und nehme mir, so kommt mir nich- Gott mit mir hinein, so tes einsam für. wird der Neid betrogen sein. 2. Komm' ich zur Welt, man redt von Sachen, die 7. Mit Gott red' ich in seinem Worte, und durch nur auf Eitelkeit gericht; sein Wort redt er mit mir; da muß sich lassen der verlachen, der etwas von dem Himmel spricht; drum wünsch' ich lieber ganz alsein, als bei der Welt ohn Gott zu sein. 3. bet' ich an einem stillen Orte, so findet er sich balo zu mir; brauch' ich in meinem Kreuze Rat, er ist, der mich getröstet hat. 8. Mach' ich im Stillen Verkehrte können meine Sachen, so hat er leicht verkehren, wer greift seine Hand bei mir; ich Pech ohne Kleben an? mag nun schlafen oder Wie sollt' ich denn dahin wachen, so stellt er mir sein begehren, wo man Gott Bildnis für; auch in den bald vergessen kann? Ge- Träumen spielet er, als sellschaft, die verdächtig wenn ich machend bei ihm scheint, wird oftmals nach war. dem Fall beweint. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 9. Wer wollte denn nun 4. Zu dem kann sich ein nicht bekennen, daß ich Mensch verstellen, wer stets in Gesellschaft bin? kann in aller Herzen sehn? Und will die Welt mich Man sieht oft heimliche einsam nennen, so thue sie Gesellen, die sich nur nach es immerhin; gnug, daß dem Winde drehn, daß bei mir, wenn ich allein, der, so voller Zucker war, Gott und viel tausend bald eine Schlange drauf Engel sein. gebar. • Benjamin Schmolt. An Bum Advent. Anhang geistlicher Lieder. I. Zum Advent. Mel. Meinen Jefum laff ich nicht. ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst feinen Jun926.* Davids borchen kann. ofianna! ger an, der dir nicht ge= Hoff 7. Hosianna! laß uns hier an den Delberg dich begleiten, bis wir einstens für und für dir ein Psalmenlied bereiten; dort ist unser Bethphage: Hofianna in der Höh! 2. Hosianna! sei gegrüßt, komm, wir gehen dir entgegen; unser Herz ist schon gerüst, will fich dir zu 8. Hosianna! nah und fern, eile bei uns einzugehen. Du Gesegneter des Füßen legen. Zeuch zu un- Herrn, warum willst du fern Thoren ein, du sollst ans willkommen sein. draußen stehen? Hosianna! bist du da? Ja, du 3. Hofianna! Friedens- kommst, Hallelujah! Benjamin Schmoll. fürst, Ehrenkönig, Held im Streite, alles, was du schaffen wirst, das ist un- Mel. fre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, und 927.* t kommst du, dein Reich allein besteht. Ja, 797 Sohn kommt in Zion eingezogen. Ach bereitet ihm den Thron, seht ihm tausend Ehrenbogen. Streuet Palmen, machet Bahn, daß er Einzug halten kann. Unerschaffne Lebenssonne. 4. Hoftasna! lieber Gast, Licht der Heiden? wir sind deine Reichsge- du kommst und säumeft noffen, die du dir erwäh- nicht, weil du weißt, was let haft; ach so laß uns uns gebricht, o du starker unverdroffen deinem Scep- Troft im Leiden! Jesu, ter zinsbar sein, herrsche meines Herzens Thür steht du in uns allein. dir offen, komm zu mir. 5. Hosianna! komme 2. Ja, du bist bereits bald, laß uns deine Sanft zugegen, du Weltheiland, mut küssen; wollte gleich Jungfraunsohn! Meine die Knechtsgestalt deine Sinne spüren schon deiMaieståt verschließen, ei so nen gnadenvollen Segen, kennet Zion schon Gottes deine Wunder- Seelenkraft, und auch Davids Sohn. deine Frucht und Herzens6. Hofianna! steh uns saft. bei, d Herr, hilf, laß 3. Adle mich durch detwohl gelingen, daß wir ne Liebe, Jesu, nimm mein Flehen 798 Bum Advent. Flehen bin, schaffe, daß 3. Owohl dem Land, mein Geist und Sinn sich o wohl der Stadt, so diein deinem Lieben übe; sonst sen König bei sich hat. zu lieben dich, mein Licht, Wohl allen Herzen insgesteht in meinen Kräften mein, da dieser König zienicht. het ein. Er ist die rechte 4. Jesu, rege mein Ge- Freudensonn, bringt mit müte, Jesu, öffne mir den sich lauter Freud und Mund, daß dich meines Wonn. Gelobet sei mein Herzens Grund innig preise Gott, mein Tröster früh für die Güte, die du mir, und spat. o Seelengast, Lebens Zeit erwiesen hast. 4. Macht hoch die Thür, die Thor' macht weit, eur 5. Laß durch deines Gei- Herz zum Tempel zubereit; ftes Gaben, Liebe, Glau- die Zweiglein der Gottben und Geduld, durch seligkeit steckt auf mit AnBereuung meiner Schuld, dacht, Lust und Freud; so mich zu dir sein hocher- kommt der König auch zu haben; dann so will ich euch, ia Heil und Leben für und für Hosianna mit zugleich. Gelobet set fingen dir. mein Gott, voll Rat, voll That, voll Gnad. Ernst Christoph Homburg. In eigener Melodie. 5. Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins 928.* macht hoch Herzens Thür die offen die Thür, ist; ach zeuch mit deiner die Thor' macht weit, es Gnaden ein, dein' Freundkommt der Herr der Herr- lichkeit auch uns erschein'. lichkeit, ein König aller Dein heilger Geist uns Königreich, ein Heiland al- führ und leit' den Weg ler Welt zugleich, der Heil zur ewgen Seligkeit. Dem und Leben mit sich bringt; Namen dein, o Herr, sei derhalben jauchzt, mit ewig Preis und Ehr. Freuden singt: Gelobet set mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat. Georg Weiffel. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 2. Er ist gerecht, ein Helfer wert, Sanftmů- 929* Nun kommt tigkeit ist sein Gefährt, das neue fein' Königskron ist Heilig- Kirchenjahr, des freut sich keit, sein Scepter ist Barm- alle Christenschar; dein herzigkeit; all unsre Not König kommt, drum freue zum End er bringt, der- dich, du wertes Zion, ewighalben jauchzt, mit Freu- lich. Hallelujah. den singt: Gelobet sei mein Gott, mein Heiland groß von That. 2. Wir hören noch das Gnadenwort vom Anfang immer wieder fort, das uns Bu Weihnachten. 799 uns den Weg zum Leben Glauben stets vermehrt, weift: Gott sei für seine das laß bekleiben, daß wir Gnad gepreift. Hallelujah. dir Lob und Preis sagen 3. Gott, was uns deine für und für. Hallelujah. Wahrheit lehrt, die unsern Johann Olearius. II. Zu Weihnachten. Gott ein armer Knecht, Mel. Meine Seel, er- daß er mir den Segen brinmuntre dich. ge? Herr Jesu, dein 930.* Adam bat im Beginnen überfleiget alle seinen Bund mit Gott gebrochen; Gott der ihn doch nicht verstieß, hat ErIbsung uns versprochen, und nun kommt in seinem Namen der verlangte Wetbessamen. 6. Nimmst du nicht die Engel an, die sich auch von dir verloren? Was bat denn der Mensch gethan, daß du nur für ihn geboren? Was kann Fleisch und Blut dir geben, daß 2. Komm, mein Helfer wir sollen ewig leben? in der Not, komm, o 7. Auf, mein Herz, hier Heiland aller Sünder; du ist dein Gott, heiß ihn wirst Mensch, und bist auch tausendmal willkommen; Gott, für uns arme Men- deine Sünde, deinen Lod fchenkinder; denn wer kön- hat er schon auf sich gete sonst erretten, wenn wir nommen; künftig wird er keinen Jesum batten? für dich sterben, und du wirst den Himmel erben. 8. Drum so danke, wer Sohn mir giebest? Reicht da kann, Gott dem Vater die Gnade schon so hoch, aller Gnaden, betet seinen wenn du deine Feinde Heiland an, der uns hilft liebest, was wird sie denn aus allem Schaden. Ehre künftig geben denen, die sei Gott in der Höhe, und in Chrifio leben? des Satans Reich vergehe! Caspar Neumann. 3. Aber, Gott, was bin ich doch, daß du deinen 4. Daß du Menschen haft gemacht, hat dich ja vor dem gereuet; wer hat's Mel. Singen wir aus denn zuwege bracht, daß Herzensgrund. ich nun dein Herze freuet, 931,* Da Chriftus wenn man deinen auf Erden sieht zu einem Menschen werden? geboren war, freuten sich der Engel Schar, und sungen mit Haufen schön: Ehr sei Gott im höchsten Thron. Gottes Sohn ist Mensch geborn, 5. Ist die Krippe nicht zu schlecht? Ist der Stall nicht zu geringe? Wird mein 800 Bu Weihnachten. geborn, hat versöhnt Vaters Zorn: freu' fich, des Vaters Zorn: freu dem sein' Sund ist leid. sich, dem sein' Sund ist Vitus Wolfrum. leid. loben alle wir. 2. Die Hirten erschra- Mel. Herr Gott, dick ken ganz von des Engels hellem Glanz, hörten fröh- 932.* lich neue Mähr, daß Chri* Di ies ist der Tag, den stus geboren wär'. Got- Gott gemacht, sein werd' tes Sohn ist Mensch ge- in aller Welt gedacht; ihn born, hat versöhnt des Va- preise, was durch Jesum ters Zorn: freu' sich, dem Christ im Himmel und sein' Sund ist leid. auf Erden ist. 3. Sie suchten das Kin- 2. Die Völker haben dein delein eingehüllt in Win- geharrt, bis daß die Zeit delein, wie der Engel hat erfüllet ward; da sandte vermeldt, welches trägt die Gott von seinem Thron ganze Welt. Gottes Sohn das Heil der Welt, dich, ist Mensch geborn, hat ver- seinen Sohn. föhnt des Vaters Zorn: freu' fich, dem sein' Sund ist leid. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geift vor Ehrfurcht 4. Sie funden das Kind- still, er betet an, und er lein zart liegend in der ermißt, daß Gottes Lieb Krippen hart, bei dem Vich unendlich ist. im finstern Stall, welchs 4. Damit der Sünder die Stern erschaffen all. Gnad erhält, erniedrigst du Gottes Sohn ist Mensch dich, Herr der Welt, geborn, hat versöhnt des Vaters Zorn: freu' sich, dem sein' Sund ist leid. nimmst selbst an unsrer Menschheit teil, erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil. 5. Aus der Mutter Brust so rein nähret sich das Kindelein, welches durch sein' göttlich Kraft allem Vieh 5. Dein König, Zion, kommt zu dir: ,, Ich komm', im Buche steht von mir; sein Futter schafft. Got- Gott, deinen Willen thu' tes Sohn ist Mensch geborn, hat versöhnt des Baters Zorn: freu' sich, dem sein' Sund ist leid. ich gern." Gelobt sei, der da kommt im Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel 6. Solch große Barm- und Friedefürst, auf den herzigkeit laßt uns preisen die Båter hoffend sahn, allezeit, in Gottsfurcht dich, Gott Messias, bet und Glauben rein, mit ich an. Geduld gehorsam sein. 7. Du, unser Heil und Gottes Sohn ist Mensch höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser geborn, bat versöhnt des Bu Weihnachten. 801 unser Freund und Bru- leuch, Hirten und Her der hier, und Gottes Kin- den. der werden wir. 3. Sehet dies Wunder, 8. Gedanke voller Ma- wie tief sich der Höchste jestät, du bist es, der das hier beuget; sehet die Liebe, Herz erhöht. Gedanke voller Seligkeit, du bist es, der das Herz erfreut. die endlich als Liebe sich zeiget. Gott wird eint Kind, tråget und hebet die Sünd: alles anbetet 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt; ein Mittler und schweiget. ift's, der sie erhält. Was 4. Gott ist im Fleische, zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, der in des Vaters Schoße sitzt? 10. Jauchzt Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt, und Erde, die ihn heute fieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied. wer kann dies Geheimnis verstehen! Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen; gehet hinein, macht euch dem Kinde gemein, die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wol11. Dies ist der Tag, len gedenken? Du willst den Gott gemacht, sein dich selber, dein Herze der werd' in aller Welt gedacht; Liebe mir schenken; sollt ihn preise, was durch Je- nicht mein Sinn innigst fum Chrift im Himmel fich freuen darin und sich und auf Erden ist. in Demut ersenken? Christian Fürchtegott Gellert. Mel. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde; du sollst es sein, den ich erwähle allein: ewig entich 933* auchzet, ihr frohlocket, ihr englischen 7. Süßer Immanuel, Chöre, finget dem Herren, werd' auch geboren inwendem Heiland der Menschen dig; komm doch, mein Heizur Ehre; sehet doch da, land, und laß mich nicht Gott will so freundlich länger elendig: wohne in und nah zu den Verlor- mir, mach mich ganz Eines nen sich kehren. mit dir und mich belele beständig. 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket ihr Enden 8. Menschenfreund Jeder Erden, Gott und der su, dich lieb' ich, dich will Sünder die sollen zu ich erheben; laß mich doch Freunden nun werden. einzig nach deinem GeFriede und Freud wird uns fallen nun leben; gieb mir verkündiget heut: freuet auch bald, Jesu, die Kin34** der 802 Bu Weihnachten. dergestalt, an dir alleine zu] Lilie dieser Welt, laß ab Fleben. Gerhard Tersteegen. Wärts flammen deinen Schein, denn so will Gott geboren sein. 2. Nicht von des Mannes Kraft noch Lieb, ach auserforen, nein, bloß durch des Geistes freut euch von Herzen sehr; Trieb empfängt die keusche der Heiland ist geboren. Jungfrau hier; es wohnt Recht gute neue Mähr! ein göttlich Heil in ihr. Des freuen sich dort oben 3. Wunder, das kein der heilgen Engel Schar, Mensch versteht, daß eine und Gott den Vater lo- Jungfrau schwanger gebt! ben jetzt und fort immerdar. Der Leib wird schwer durch 2. So fingen sie mit Gottes Kraft, doch unverSchalle: Ihr Christen ins lett der Jungfrauschaft. gemein, freut euch von 4. Komm an, dir steht Herzen alle ob diesem der Keuschheitthron schon Kindelein. Euch, euch ist offen, Jesu Gottes Sohn; es gegeben, und hat das komman, du zweigestammHeil bereit, daß ihr bei ter Held, geh mutig durch Gott sollt leben in steter dies Thal der Welt. Seligkeit. 5. Du nahmest erdwärts 3 Kein Mensch sich ia deinen Lauf, und stiegst berrübe, denn dieses Kin- auch wieder himmelauf; delein euch bringet süße dein' Abfahrt war zum Liebe: was wollt ihr trau- Höllenthal, die Rückfahrt rig sein? Den Himmel in den Sternensaal. will er schenken, die an 6. O höchster Fürst, dem ihn glauben fest. Daran Vater gleich, besieg bier sollt ihr gedenken, euch dieses Fleisches Reich; denn freuen auf das best. unsers sichen Leibes Haft 4. Nun seid ihr wohl sehnt sich nach deiner Himgerochen an eurer Feinde melskraft. Schar; denn Christus hat 7. Es glänzet deiner zerbrochen, was euch zu- Krippen Strahl, ein Licht wider war. Tod, Teufel, leucht durch dies finstre Sünd und Hölle find ganz Thal, es giebt die Nacht und gar geschwächt: bei so hellen Schein, der da Gott hat seine Stelle das wird unveribschlich seint. menschliche Geschlecht. Johann Franc. In eigener Melodie. Jefulein Georg Werner. Mel. Von Adam her so 936.* fufco Jelange Zeit. 935.* Komm, Hei- sulein mild, deins Baters denheiland, Willn hast du erfüllt; bist Lösegeld, komm, schönste kommen aus dem HimmelMel. Wacht auf, ihr Chriften alle. 934*. Jhu Chr Christen Bu Weihnachten. 803 melreich, uns armen Men- mel hat zerriffen, die sich schen worden gleich: o Je- zu mir ins Elend niederfulein süß, o Jesulein mild! ließ: was für ein Trieb 2. O Jesulein süß, o hat dich bewegen müssen, Jefulein mild, deins Ba- der dich zu mir ins Jamters Zorn hast du gestillt; merthal verwies? Die du zahlst für uns all un- Liebe hat es selbst gethan, ser Schuld, und bringst sie schaut als Mutter mich uns in deins Baters Huld: in meinem Jammer an. Jesulein süß, o Jesulein mild! 2. Die Liebe ist so groß in deinem Herzen, daß du 3. O Jefulein süß, o für mich das größte WunJefulein mild, mit Freud der thust; die Liebe macht haft du die Welt erfüllt; dir meinetwegen Schmerdu kommst herab vons zen, daß du bei mir nur Himmels Saal und tröst unter Dornen ruhst. O uns in dem Jammerthal: unerhörter Liebesgrad, der Fesulein süß, o Jesu- selbst des Vaters Wort Jein mild! ins Fleisch gesenket hat! 3. Die Liebe ist mein Anverwandter worden: mein Bruder ist selbst die Barmherzigkeit. Der Gottheit Quell lebt nun in meinem Orden: die Ewigkeit vermählt sich mit der Zeit. Das Leben selbst ist Mensch geborn, der Glanz der Herrlichkeit, das Licht, das wir verlorn. 4. O Jesulein süß, o Jefulein mild, sei unser Schirm und unser Schild; wir bitten durch dein' G'burt im Stall, beschüß uns all für Sündenfall: Jesulein süß, o Jesulein mild! 5. O Jesulein süß, o Jefulein mild, du bist der Lieb ein Ebenbild; und an in uns der Liebe Flamm, 4. In ihm wird nun die daß wir dich loben alle Menschheit ausgeföhnet, samm: o Jefulein süß, o Jefulein mild! die Reinigkeit der Seelen wiederbracht; sie wird als 6. Jefulein süß, o Je- Braut der Gottheit nun fulein mild, hilf, daß wir gekrönet, da sie der Himthun alls, was du willt: mel selbst so angelacht. was unser ist, ist alles Die Menschheit wird nun dein, ach laß uns dir be ganz erneut, und als ein fohlen sein: o Jefulein reiner Thron der Gottsüß, o Jefulein mild! heit eingeweiht. Valentin Thilo. 5. Die Weisheit spielt Mel. Mein Freund zer- nun wieder auf der Erden, schmilzt aus Lieb in sei- dadurch das Paradies im Menschen grunt. Nun Liebe, die können wir aus Gott geden Him- boren werden, weil die nem Blute. 937.* 804 Bu Weihnachten. Geburt des Herren dazu nun ein Wohlgefallers dient. Die wohl geborne spür. Seele spürt, daß sie ein andrer Geist aus ihrem Ursprung rührt. 6. Kein Elend kann nun unser Herz besiegen: Im- 938.* Wu * Munderba manuel ist bei uns in der rer GnaNot. Ich darf ja nur denthron, Gottes und Madie Gnadenquelle rügen, rien Sohn; Gott und so dient mir selbst das Mensch, ein kleines Kind, Elend und der Tod. Der das man in der Krippen Jammer hängt mir nur findt; großer Held von noch an, der mir in Chri- Ewigkeit, dessen Macht sto doch nicht schädlich und Herrlichkeit rühmt die werden kann. ganze Christenheit. 7. Die Sünde kann mich 2. Du bist arm, und auch nicht mehr verdam- machst zugleich uns an men, dieweil sie selbst Leib und Seele reich; du durch ihn verdammet ift. wirst klein, du großer Was schaden nun der See- Gott, und machst Hill len ihre Flammen, weil und Tod zu Spott. Aller Christi Blut und Wasser Welt wird offenbar, ja in fie fließt? Immanuel auch deiner Feinde Schar, löscht ihren Trieb: er läßt baß du, Gott, bist wundie Seele nicht, er hat sie derbar. viel zu lieb. Chriftian Friedrich Richter.. Mel. Singen wir aus Herzensgrund. 3. Laß mir deine Güt und Treu täglich werden immer neu; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht, 8. Ich habe nun ein ewig Leben funden, viel Reich tum, Ehr und Wollust schenkt er mir: ich bin wenn mich Not und Tod mit ihm, er ist mit mir ansicht. Laß mich deine verbunden, den ich in mir Herrlichkeit, deine Wunmit Liebeswirkung spür. dergütigkeit schauen in der Ich bin vergnügt und ganz Ewigkeit! Joh. Olearius. geftillt, weil mich der lautre Strom der Herrlichkeit erfüllt. 9. Auf, auf, mein Geist, 939.* ine Herde vergiß die Trauerlieder, und ein erfreue dich in dieser Lie- Hirt! wie wird dann dir besmacht. Des Himmels sein, o Erde, wenn sein Kraft und Glanz bestrahlt Tag erscheinen wird? Freue dich wieder, und der Ver- dich, du kleine Herde, luft ist völlig wiederbracht. mach dich auf und werde D, ewig, ewig wohl ist Licht: Jesus hålt, was er mir, daß ich in Chrifto verspricht. 2. Hüter, Mel. Jesus, meine Zuversicht. Bu Weihnachten. 805 erschienen: meine Seele will so gern dir an deinem Feste dienen. Nimm doch, nimm doch gnädig an, was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, wie ich's von dir selber habe und 3. Komm, o komm, ge- damit beschenket bin: so treuer Hirt, daß die Nacht ist dir's die liebste Gabe. jum Tage werde; ach wie Laß es auch bewährt und manchesSchaflein irrt fern rein in dem Kreuzesofen von dir und deiner Herde! sein. Kleine Herde, zage nicht; Jesus hält, was er verſpricht. 4. Sich, das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrotes Helle, und der Sohn der Wüste kniet durstend an der Lebensquelle; ihn umleuchtet Morgen- 4. Nimm die Myrrhen licht; Jesus hält, was er bittrer Reu; ach mich verspricht. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß denselben vor dir tügen; Herz und Lippen sollen stets, ihn zu opfern vor dir liegen. Wenn ich bete, nimm es auf und sprich Ja und Amen drauf. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrunt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden; blinde Pilger flehn um Licht; Jesus hält, was er verspricht. schmerzet meine Sünde! 5. Gräber harren auf- Aber du bist fromm und gethan; rauscht, verdorrete treu, daß ich Troft und Gebeine; macht dem Bun- Gnade finde, und nun fröhdesengel Bahn; großer lich sprechen kann, Jesus Tag des Herrn, erscheine! nimmt mein Opfer an. Jesus ruft: Es werde Erdm. Neumeister. Licht! Jesus hält, was er verspricht. 6. des Tags der HerrMel. Errett mich, o mein lieber Herre. lichkeit! Jeſus Christus, 941.* daß doch bald dein du, die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht Feuer brennte, du unausund Wahrheit, Fried und sprechlich Liebender, und Wonne! Mach dich auf, bald die ganze Welt eres werde Licht! Jesus kennte, daß du bist König, jält, was er verspricht. Gott und Herr. Friedrich Adolph Krummacher. 2. 3war brennt es schon in heller Flamme jeßt hier, Mel. Meinen Jesum laff jetzt dort in Oft und West, ich nicht. dir, dem für uns erwürg940.* eu, aroßer ten Lamme, ein herrlich Wunderstern, der aus Jacob ist 3. Und noch entzünden Him Bu Weihnachten. Himmelsfunken so man- Jesu Christ, Davids Sohn, ches falte, tote Herz, und dein Reich soll ewig wahmachen Durstge freude- ren, im Himmel ist dein trunken, und heilen Sünd- Thron; hilf, daß allhier und Höllenschmerz; auf Erden den Menschen weit und breit dein Reich bekannt mig' werden zur Seelen Seligkeit. 4. Verzehren Stolz und Eigenliebe, und sondern ab, was unrein ist, und mehren jener FlammeTriebe, die nur den großen Einen füßt. 2. Von deinem Reich auch zeugen die Leut' aus Morgenland, die Knie fie 5. Erwecke, lautre und vor dir beugen, weil du vereine des ganzen Chri- ihn'n bist bekannt. Der neu stenvolkes Schar, und mach Stern auf dich weiset, dazu in deinem Gnadenscheine das göttlich Wort, drum dein Heil noch jedem of- man dich billig preiset, daß fenbar. du bist unser Hort. 806 6. Du unerschöpfter 3. Du bist ein großer Quell des Lebens, allmäch- König, wie uns die Schrift tig starker Gotteshauch, vermeldt, doch achteff du dein Feuermeer ström' nicht gar wenig vergänglich Gut vergebens; ach zünd in un- und Geld, prangst nicht sern Herzen auch. auf teurem Rosse, trägst keine güldne Kron, fizst nicht in steinern'mSchloffe, hier hast du Spott und Hohn. 7. Schmelz alles, was sich trennt, zusammen, und baue deinen Tempel aus; laß leuchten deine heilgen Flammen durch deines Baters ganzes Haus. 4. Doch bist du schön gefieret, dein Glanz erstreckt fich weit, dein' Gut allzeit florieret und dein' Gerechtigkeit. Du wollst die Frommen schüßen durch dein' Macht und Gewalt, daß sie im Frieden sitzen, 9. Dann tönen dir von die Bösen stürzen bald. Millionen der Liebe Ju- 5. Du wollst dich mein belharmonien, und alle, erbarmen, in dein Reich die auf Erden wohnen, knien vor den Thron des Lammes hin. 8. Beleb, erleucht, erwarm, entflamme doch bald die ganze weite Welt, und zeig dich jedem Bilferfiamme als Heiland, Friedefürst und Held. Johann Ludwig Fricker. nimm mich auf; dein' Güte schenk mir Armen und segne meinen Lauf. Mein Feinden wollst du wehren, dem Teufel, Sünd und Tod, daß sie mich nicht versehren: rett mich aus aller Mel. Herzlich thut mich verlangen. 942.* König al- Not. ler Ehren, 6. Du wollst in mir ents zünden Bu Weihnachten. 807 zünden dein Wort, den schö-| finster werden, so daß auch nen Stern, daß falsche Lehr des Höchsten Ehr und der und Sünden sein von Wahrheit unterdessen in mein'm Herzen fern. Hilf, dem Finstern ward verdaß ich dich erkenne und gessen. mit der Christenheit dich meinen König nenne jetzt und in Ewigkeit. 6. Gottes Rat war uns verborgen, seine Gnade schien uns nicht; Klein und Große mußten sorgen, jedem fehlt' es an dem Licht, das zum rechten Himmels= leben seinen Glanz uns sollte geben. Martin Böhm. In eigener Melodie. 943.* Merde licht, du Stadt der Heiden, und du Sa- 7. Über wie hervorgelem, werde licht; schaue, gangen ist der Aufgang aus welch ein Glanz mit Freu- der Höh, haben wir das den über deinem Haupt an- Licht empfangen, welches bricht! Gott hat derer so viel Angst und Weh nicht vergessen, welch' im aus der Welt hinwegge= Finstern find gesessen. trieben, daß nichts Dunkles übrig blieben. 2. Dunkelheit, die mußte weichen, als dies Licht kam 8. Jesu, reines Licht in die Welt, dem kein an der Seelen, du vertreibst dres ist zu gleichen, wel- die Finsternis, welch' in ches alle Ding' erhält. Die dieser Sündenhöhlen unnach diesem Lichte sehen, fern Tritt macht ungewiß; dürfen nicht im Finstern Jesu, deine Lieb und Segen gehen. leuchten uns auf unsern Wegen. 3. Ach wie waren wir verblendet, ehe noch dies 9. Nun, du wolleft hie Licht brach an! Ja, da verbleiben, liebster Jeju, batte sich gewendet schier Tag und Nacht, alles Finvom Himmel jedermann; stre zu vertreiben, das uns unsre Augen und Geber- so viel Schreckens macht; den klebten böslich an der laß uns nicht im Dunkeln Erden. waten, noch ins Höllen4. Irdisch waren die Ge- meer geraten. danken, Thorheit hielt uns 10. Liebster Jesu, laß gar verstrickt, Satan macht' uns leuchten dein erfreuuns schändlich wanken, lichs Angesicht, laß uns wahre Tugend lag verrückt, deine Gunst befeuchten, Fleisch und Welt hatt' uns wenn das Kreuzfeur auf betrogen und vom Himmel uns sticht, laß uns ja wie abgezogen. Christen handeln und in deinem Lichte wandeln. 11. Schenk uns, Herr, das Licht der Gnaden, das eitt 5. Finsternis fand sich auf Erden, finster war es in der Lehr, alles wollte 808 Bur Passion. ein Licht des Lebens ist, hernach im Freudenleben ohne welches leicht in heller als die Sterne schweSchaden fallen kann ein ben. frommer Chrift; laß uns 14. Dein' Erscheinung dieses Licht erfreuen, wenn muss erfüllen mein Gewir aus der Tiefe schreien. mut in aller Not; dein' 12. Dieses Licht läßt Erscheinung müsse stillen uns nicht wanken in der meine Seel auch gar im rechten Glaubensbahn. Tod. Herr, in Freuden Ewig, Herr, will ich dir und in Weinen müsse mir danken, daß du hast so wohl dein Licht erscheinen. gethan und uns diesen 15. Jesu, laß mich endSchatz geschenket, der zu lich gehen freudig aus der deinem Reich uns lenket. bösen Welt, dein so helles 13. Gieb, Herr Jesu, Licht zu sehen, was mir Kraft und Stärke, daß wir dort schon ist bestellt, wo dir zu jeder Zeit durch be- wir sollen unter Kronen liebte Glaubenswerke fol- in der schönsten Klarheit gen in Gerechtigkeit und wohnen. Joh. Rift. III. Zur Passion. Mel. Herr Jesu Christ, Ruh, in deines Grabes meins Lebens Licht. Höhle, und erweckest durch 944.* Der du, Herr den Tod meine tote Seele. Jesu, Rubj und Raft in deinem Grab gehalten haft; gieb, daß wir in dir ruhen all, und unser Leben dir gefall'. 2. Man senkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Leben, dich hat ießt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. 3. Ach bist du kalt, mein 2. Verleih, o Herr, uns Stark und Mut, die du Aufenthalt! Das macht erkauft mit deinem Blut; die heiße Liebe, die dich in und führ uns in des Him- das kalte Grab durch ihr mels Licht zu deines Ba- Feuer triebe. ters Angesicht. 4. O Lebensfürst, ich 3. Wir danken dir, o Got- weiß, du wirst mich wieteslamm, getötet an des der auferwecken: sollte KreuzesStamm; laß ia uns denn mein gläubig Herz vor Sündern deine Pein ein der Gruft erschrecken? Eingang in das Leben sein. Georg Werner. Mel. Traurigkeit, onun Herzeleid. 5. Sie wird mir sein ein Kämmerlein, da ich auf Rosen liege, weil ich durch deinen Tod Tod und Grab besiege. 945.* So rubeft bu, ( o ruhest du, 6. Gar nichts verdirbt, o meine der Leib nur stirbt: doch wird Bu Ostern. 809 wird er auferstehen, und 2. Habe ich doch Phain ganz verklärter Zier rao und seine Reuter geaus dem Grabe gehen. stürzt ins Meer: und du 7. Indes will ich, mein hast mich überantwortet Jesu, dich in meine Seele den Hohenpriestern und senken, und an deinen bit- den Heiden. Habe ich dich tern Tod bis in Tod gedenken. Salomon Frand. doch gespeiset mit Manna und getränket von dem Wasser des Felsen in der Wüste: und du hast mich getränket mit Galle und Effig. Heiliger Herre Gott! Heiliger starker Gott! In eigener Melodie. 946.* Mas habe ich dir gethan, mein Volk, und womit habe ich dich beleidigt? Heiliger barmherziger HeiAntworte mir! Habe ich land! du ewiger Gott! dich doch aus Aegypten- laß uns nicht versinken in land geführet: und du haft des bittern Todes Not! zur Geißelung überantwortet deinen Heiland. Habe ich dich doch aus dem Diensthause erlöset: und du hast ans Kreuz geschlagen deinen Erldser. 3. Was habe ich dir gethan, mein Volk, und womit habe ich dich beleidigt? Antworte mir! Heiliger Herre Gott! Heiliger starker Gott! Heiliger Herre Gott! Heiliger barmherziger HeiHeiliger starker Gott! land! du ewiger Gott! Heiliger barmherziger Hei- laß uns nicht versinken in land! du ewiger Gott! des bittern Todes Not! laß uns nicht versinken in Christian Carl Josias Bunsen, des bittern Todes Not! nach dem Lateinischen. IV. Zu Ostern. er dafür hochgepriesen. Mel. Jesus, meine Su- Denn es kommet in der verficht. That, was sein Mund ge947.* uf mein redet hat. Herz, des 3. Unsre Schulden find Herren Tag hat die Nacht wohl groß: aber doch ist derFurcht vertrieben, Chri- Gott vergnüget, denn ftus, der begraben lag, ist im mein Bürge kommet los, Tode nicht geblieben. Nun- der für mich im Grabe mehr bin ich recht getroft, lieget. Aller Zorn ist abJesus hat die Welt erlöst. gelehnt, und der Mensch 2. Nunmehr ist er Got- mit Gott versöhnt. tes Sohn, und hat dieses 4. Sterben war der flar erwiesen. Allen Fein- Sünden Sold; nun ist den auch zum Hohn sei Christus unser Leben, der für h 810 Zu Ostern. für mich nicht Geld noch von des Todes Banden. Gold, sondern sich selbst Des freuet sich der Engel hat gegeben; und sein Auf- Schar, fingend im Himerstehen macht, daß ich mel immerdar. Hallelujah. jeht kein Sterben acht'. 2. Der für uns sein 5. Sterbe, wer da ster- Leben in Tod hat gegeben, ben kann, Jesum werd' der ist nun unser Osterich doch behalten; darum lamm, des wir uns freuen liegt mir wenig dran, ob allesamt. Hallelujah. die Meinen auch erkalten; wenn man alle Welt begråbt, weiß ich noch, daß Jesus lebt. 3. Der, ans Kreuz ge= hangen, fein Trost fonnt' erlangen, der lebet nun in Herrlichkeit, uns in vertreten stets bereit. Hallelujah. 6. Ja, wenn Gott mich selber ruft, daß ich werde sollen sterben, fürcht' ich 4. Derso ganz verschwiemich vor keiner Gruft, ich gen zur Höllen gestiegen, will doch den Himmel den wohlgerüsten Starken erben; denn mein Simson band, der wird nun in der hat bei Nacht Grab und Höh erkannt. Hallelujah. Himmel aufgemacht. 5. Der da lag begraben, 7. Dieser Erstgeborne der ist nun erhaben, und lebt, den wir alle Bruder sein Thun wird fråftig nennen, dessen Herz an erweist und in der Chrimeinem klebt, der sich nicht stenheit gepreist.Hallelujah. von mir will trennen. Darum hat es keine Not, weil nun Jesus nicht mehr tot. 6. Er läßt nun verkünden Vergebung der Sünden, und wie man die durch rechte Buß nach seiner Ordnung suchen muß. Hallelujah. 8. Tod, wo ist nun deine Kraft? Hölle, wo sind deine Ketten? Hier ist Gott, der Hülfe schafft, hier ist einer, 7.DChrifte, Ofteriamm, der kann retten, wenn gleich speis uns heut allesamt, unser Fleisch und Bein nimm weg all unsre Mislange wird verweset sein. sethat, daß wir dir singen 9. Herr, dies glaub' ich früh und spat Hallelujah. dir zu Ruhm, und mein Michael Weiße. Troft ist nicht vergebens; denn ich bin dein Eigen- Mel. Herr Gott, dich loben alle wir. tum, gleich wie du mein Fürst des Lebens. Dir 949,* riure ich, mein Geist, ſei auch Dank bereit jekund und in Ewigkeit. erfreut des hohen Tags Caspar Neumann. der Herrlichkeit; halt im In eigener Melodie. Gedächtnis Jesum Chrift, 948. Christus ist der von dem Tod ersianerstanden den ist. 2. Fübl Bu Ostern. 811 ner Rechten stehn. 2. Fühl alle Dankbar- be gehn und rein zu deis keit für ihn, als ob er heute dir erschien, als sprach' er: Friede sei mit dir! so freue dich, mein Geist, in mir. 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller 3. Schau über dich und Zeit soll ich mich freun bet ihn an, er mißt den in Ewigkeit. Sternen ihre Bahn; er 11. Zu welchem Glück, lebt und herrscht mit Gott zu welchem Ruhm erhebt vereint, und ist dein Kd- uns nicht das Christentum! nig und dein Freund. Mit dir gefreuzigt, Gottessohn, sind wir auch auferstanden schon. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist und der da war; 12. Nie komm' es mir sein Name sei gebenedeit aus meinem Sinn, was von nun an bis in Ewig- ich, mein Heil, dir schulFeit. dig bin, damit ich mich, 5. O Glaube, der das in Liebe treu, zu deinem Herz erhöht! was ist der Bilde stets erneu'. Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 13. Er ist's, der alles in uns schafft; sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtnis Je6. Vor seinem Thron, sum Christ, der von dem in seinem Reich, unsterd- Tod erstanden ist. lich, heilig, Engeln gleich Christian Fürchtegott Gellert. und ewig, ewig selig sein: Herr, welche Herrlichkeit Mel. Erschienen ist der ist mein! herrlich Tag. 7. Mein Herz erliegt 950.* Erstanden ist unter ihr; heilge Verwundrung kämpft in Christ, der aller Welt ein mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht fall' ich, Gott, auf mein Angesicht. Heiland ist, das zeugen uns die Engel fein, die den Frauen erschienen sein. Hallelujah. 8. Du, der du in den 2. Als sie früh kamen Himmeln thronft, ich soll zu dem Grab, und brachda wohnen, wo du wohnst, ten köstlich Salben dar, und du erfüllst einst mein bekümmert waren um den Vertraun, in meinem Flet- Stein, den niemand wälzen sche dich zu schaun. konnt' allein: Hallelujah: 9. Ich soll, wenn du, 3. Da that sich auf des des Lebens Fürst, in Wol- Grabes Thür, und stund ken göttlich kommen wirst, ein schöner Engl dafür. erweckt aus meinem Gra- Er sprach: Was kommt ihr also F 812 Bu Ostern also früh? Den jetzt ihr Himmels Erben ins Land sucht, der ist nicht hie. des Lebens gehn. Hallelujah. 2. Du liegest in der 4. Er ist erstanden sicher Erde und hast sie eingelich mit Sieg des Tods weiht, wenn ich begraben gewaltiglich. Besucht das werde, daß sich mein Herz Grab, ihr findt nicht mehr, nicht scheut, auch in den denn die Grabtücher lie- Staub zu legen, was gen leer. Hallelujah. Asch und Staub vermehrt, 5. So geht nun bin weil dir doch allerwegen und glaubet mir, ihr werdt die Erde zugehört. den Herren sehen schier, folchs sagt sein Jüngern und Petro, damit sie wieder werden froh. Hallelujah. 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe: du drückst die Augen zu: so soll mir gar nicht grauen, 6. Des freu' fich nun wenn mein Gesicht vergeht; ein jeder Christ, daß Je- ich werde den wohl schauen, sus auferstanden ist, wel- der mir zur Seite steht. cher für uns am Kreuze 4. Dein Grab war wohl starb, und uns seins Va- versiegelt, doch brichst du es ters Huld erwarb. Halle- entzwei: wenn mich der Tod lujah verriegelt, so bin ich dennoch 7. Der lebt und herrschet frei. Du wirst den Stein uns zu gut, der Tod ihm schon rücken, der auch mein nicht mehr Schaden thut. Grab bedeckt; da werd' ich Er giebt Weisheit, Ge- den erblicken, der mich vom rechtigkeit, Erlösung und Tode weckt. die Seligkeit: Hallelujah: 5. Du fåhreft in die 8. Allen, die zu ihm Höhe und zeigest mir die Zuflucht han, und ihn mit Bahn, wohin ich endlich Glauben rufen an. Ach gehe, da ich dich finden Jesu Christ, des Todes kann. Dort ist es sicher Lod, komm uns zu Hülf wohnen, wo lauter Glanz in Sterbens Not. Halle- um dich; da warten Himlujah. Melch. Bulpins. melskronen in deiner Hand auf mich. Me. Herzlich thut mich verlangen, 6. O meines Lebens Leben, o meines Todes zu will mich dir 951*. Ideinem Gra- ergeben in meiner letzten be, du großer Ofterfürst, Not. Ich will mein Bette weil ich die Hoffnung ba- machen in deine liebe Gruft; be, daß du mir zeigen da werd' ich schon erwawirst, wie man kann fröh- chen, wenn deine Stimme lich sterben und fröhlich ruft. auferstehn, auch mit des 7. Du wirst den Delbera Bu Ostern. 813 berg zeigen, wo man gen Macht der Finsternis, keine Himmel fährt; da will Herrlichkeit, kein Leiden; ich fröhlich steigen, bis daß er giebt Kraft zu dieser ich eingekehrt in Salems Pflicht; dies ist meine ZuFriedenshäuser; da heißt's versicht. Victoria! da trågt man Siegesreiser; ach wär' ich nur schon da! Benj. Schmolt. Mel. Jesus, meine Suversicht. 952* efus lebt, mit ihm auch ich, Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich 6. Jesus lebt, nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben; welchen Trost in Todesnot wird es meiner Seele geben, wenn sie glaubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Christian Fürchtegott Gellert. Mel. Herr Christ, der einig Gotts- Sohn. von den Toten aufer- 953*. Mein Fels wecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. hat überwunden der Hölle ganzes Heer, der Drache liegt ge2. Jesus lebt, ihm ist bunden; die Sünde kann das Reich über alle Welt nicht mehr mich durchs gegeben; mit ihm werd' Gesek verdammen; denn auch ich zugleich ewig all: 3ornesflammen hat herrschen, ewig leben. Jus ausgelöscht. Sott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht. 2. Auf denn, mein Herz, und bringe dem Heiland Dank davor, vertreib die 3. Jesus lebt, wer nun Furcht und schwinge im verzagt, låstert ihn und Glauben dich empor. Wirf Gottes Ehre; Gnade hat des Gewissens Nagen, dein er zugesagt, daß der Sün- Sorgen und dein Zagen der sich bekehre. Gott in Chrifti leeres Grab. verstößt in Chrifto nicht; 3. Jft Jesus auferstandies ist meine Zuversicht. den, mit Herrlichkeit ge4. Jesus lebt, sein Heil schmückt, so bist du ia ist mein, sein sei auch mein den Banden des Todes ganzes Leben; reines Her- mit entrückt. Kein Fluch zens will ich sein und ist übrig blieben, die Quitden Lüsten widerstreben. tung ist geschrieben, daß Er verläßt den Schwachen alles sei bezahlt. nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Ach willst du noch nicht glauben, du unge5. Jesus lebt, ich bin wisser Geist? Welch Teugewiß, nichts soll mich fel kann dir's rauben, was von Jesu scheiden, keine Jesus dir verheißt, der Licht, 814 Bur Himmelfahrt. Licht, Kraft, Fried und die Fesseln sind entzwei; Leben geneiget ist zu ge- des Werkbunds Donnerben, als seines Sieges keile, des Satans FeuerFrucht. pfeile zermalmt mein Glaubensschild. 5. Wohlan denn, Fürst des Lebens, ich bring' dir, 10. Hast du den Tød was ich hab', ich matte verschlungen, verschling mich vergebens bei meinen ihn auch in mir. Wo du biſt Wunden ab. Ich kann durchgedrungen, da lag sie nicht verbinden; soll mich folgen dir. Erfülle ich Genesung finden, du mein Verlangen und laß mußt fie rühren an. den Kopf der Schlangen in mir zertreten sein. 6. Gieb meinem Glanben Klarheit, zu sehn, Herr 11. Den Gößen EigenJesu Christ, daß du Weg, liebe, das ist das SeelenLeben, Wahrheit, daß du Gift, zerstör in mir und mir alles bist. Die finstern giebe, daß alle FleischesWolken teile der Zweife- trift, die dich aus Kreuz lung und heile des Glau- geheftet, ganz möge sein bens dürre Hand. entkräftet durch deines 7. Laß mich nicht län- Kreuzes Kraft. ger wanken gleich einem 12. Lebst du, laß mich Rohr im Wind, besänftge auch leben als Glied an die Gedanken, die voller deinem Leib, daß ich gleich Unruh sind. Du bist der einem Neben an dir, dem Stuhl der Gnaden; wer Weinstock, bleib'. Gieb mühsam und beladen, den Geistessaft zur Nahrung; rufft du ja zu dir. gieb Stärke zur Bewahrung der Pflanzung deiner Hand. 8. Ich will nicht mehr vergeblich bei mir mich halten auf; ich finde nichts 13. Leb in mir als Provergeblich, zu hemmen mei- phete und leit mich in dein nen Lauf zu deinen offnen Licht, als Priester mich Armen, die ganz dein frei vertrete. Mein Thun und Erbarmen mir angelweit Lassen richt, um deinen aufthut. ganzen Willen als König 9. Ich darf dem Ab- zu erfüllen. Leb, Chrifte, grund pochen auf deine leb in mir. Macht und Treu. Die Friedrich Adolph Lampe. Riegel find zerbrochen, V. Zur Himmelfahrt. In eigener Melodie. uns hernieder? Den Tri954.* Chrift fuhr fter, den heilgen Geist, dem auf gen solln wir glauben allerHimmel, was fandt er meist Hallelujah. 2. Chriftus Bur Himmelfahrt. 815 2. Christus unser Hei- Jesus, der Treue, bleibt land sitzt zur rechten Got- ewig dir stehen. tes Hand, vertritt das 4. Zion, wie lange haft arm menschlich Geschlecht, du nun geweinet? Auf, daß wir durch ihn werden und erhebe dein sinkendes gerecht. Hallelujah. Haupt! Siehe die Sonne 3. War' er nicht hin- der Freuden erscheinet taugangen, der Tröster wär' sendmal heller, als du es nicht kommen; seit daß er geglaubt. Jesus der lebet, hingangen ist, so babn wir die Liebe regieret, die zu den Geist durch Jesum den Quellen des Lebens Christ. Hallelujah. dich führen. 4. In Himmel fuhr der beilig Chrift, der aller Wel5. Laufet nicht hin und her, eilet zur Quelle; Jeten Heiland ist. Halleluiah, sus, der bittet: Kommt Hallelujah, Hallelujah. Christophorus Solius. alle zu mir! Sehet, wie lieblich, wie lauter und helle fließen die Ströme des Lebens allhier. TrinIn eigener Melodie. 955.* Finer ift Kd- ket, ihr Lieben, und wernig, Im- det erquicket: hier ist Erldmanuel fieget, bleibet ihr sung für alles, was drůcket. Feinde, und gebet die Flucht. 6. Streitet nun unverZion hingegen sei innig ver- zagt, seht auf die Krone, gnüget, labe dein Herze die euch der König des mit himmlischer Frucht; Himmels anbeut; selbsten ewiges Leben, unendlichen Jehovah wird Siegern zum Frieden, Freude die Fülle Lohne: wahrlich, dies Klei= hat er uns beschieden. nod verlohnt sich den Streit; streitet nur unverzagt, seht auf die Krone, selbsten Jehovah wird Sie2. Stärket die Hände, ermuntert die Herzen, trauet mit Freuden dem ewigen Gott: Jesus, die Liebe gern zum Lohne. versüßet die Schmerzen, 7. Herrliches Lämmlein, reißet aus Aengsten, aus da, da wird man sehen eine Jammer und Not; ewig gewaltige siegende Schar muß unsere Seele genesen deine unendliche Hoheit erin dem holdseligsten, lieb- höhen, alles, was Odem lichen Wesen. hat, ruft: Er ist's gar. Schet, wie Kronen und Thronen binfallen; höret, wie donnernde Stimmen erschallen: 3. Halte, o Seele, im Leiden fein ftille, schlage die Rute des Vaters nicht aus; bitte und schöpfe aus göttlicher Fülle Kräfte, zu Reichtum, Kraft, fiegen im Kampfe und Weisheit, Preis, Stärke, Strauß; Fluten der Trüb- Lob, Ehre Gott und dem sal verrauschen, vergeben: Lamm, und dem heiligen Geift! 8. 816 Bur Himmelfahrt. Geist! Wenn ich da stünde, dir aufzuopfern sind beo wenn ich da ware! Sprin- müht. Hallelujah, Halleget ihr Bande, ihr Fesseln lujah. zerreißt. Amen, die Liebe wird wahrlich erhören. Alles, was in mir ist, lobe den Herren! Allendorf. 6. Gott Vater sei von uns gepreist, samt deinem Sohn und heilgen Geist: Hallelujah, Hallelujah! der heilge unsrer Seelen Mel. Heut triumphieret Grund, damit dir danke Gottes Sohn. Herz und Mund. Halle956.* s fährer heu- lujah, Hallelujah! te Gottes Sohn hinauf zu seines Ba- Mel. Jesu, der du meine ters Thron: Hallelujah, Seele. Hallelujah! er gebet ein 957.* Großer Mittzur Herrlichkeit, die überler, zur all ist ausgebreit. Hallelu- Rechten seines großen Bajah, Hallelujah! ters sitzt, und die Schar 2. Er hat zerstört des von seinen Knechten in Teufels Macht, sein Heer dem Reich der Gnaden erlegt und umgebracht: schüßt, den auf dem erHallelujah Hallelujah! wie habnen Throne in der kdmit Gewalt ein starker niglichen Krone alles Heer Held im Treffen seine Fein- der Ewigkeit mit verhüllde fällt. Hallelujah, Hal- tem Antlik scheut! lelujah! 2. Dein Geschäft auf die3. 3wing unser Fleisch, ser Erden, und dein Opfer Herr Jesu Chrift, der ist vollbracht; was vollendu der Sünder Heiland det sollen werden, das ist bist: Hallelujah, Hallelu- gänzlich ausgemacht; da du jah! daß wir, indem du bist für uns gestorben, ist uns machst rein, teilhaf- uns Gnad und Heil ertig deines Sieges sein. worben, und dein siegreich Hallelujah, Hallelujah! Auferstehn läßt uns in die Freiheit gehn. 4. Laß sein den Feind in uns gedämpft, weil du uns haft das Heil erkämpft: Hallelujah, Hallelujah! tilg aus sein Werk, daß er nicht mehr sich wider unsre Seel empor'. Hallelujah, Hallelujah. 3. Nun ist dieſes dein Geschäfte in dem obern Heiligtum, die erworbnen Segenskräfte durch dein Evangelium allen denen mitzuteilen, die zum Thron der Gnade eilen; nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 5. Zeuch und führ uns mit dir zugleich als Gottes Kinder in dein Reich: Hal- 4. Deines Volkes werte lelujah, Hallelujah! da Namen trågest du auf deiwir ein ewigs Freudenlied ner Brust, und an den gerechten Bu Pfingsten. 817 gerechten Samen denkest terstüßt, da in der volldu mit vieler Luft; du kommnen åtte die ververtrittst, die an dich klärte Menschheit fißt; glauben, daß sie die ver- nun kannst du des Satans einigt bleiben, und bittst Klagen majestätisch niederin des Baters Haus ihnen schlagen, und nun macht eine Wohnung aus. dein redend Blut unsre böse Sache gut. 8. Die Verdienste deiner Leiden stellest du dem Vater dar, und machst liebreich und bescheiden dein 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt gehorchen, nicht, weil dein Herz dir vor Erharmen über ihrem Elad bricht: daß dein Bater ihrer schone, Verlangen offenbar, daß daß er nicht nach Werken lohne, daß er andre ihren Sinn, ach da zielt dein Bitten hin. er wolle Kraft und Leben deinem Volk auf Erden geben, und die Seelen zu dir ziehn, die noch deine Freundschaft fliehn. 6. 3war in deines Fleisches Tagen, da die Sünden aller Welt dir auf deinen Schultern lagen, haft du dich vor Gott gestellt, bald mit Seufzen, bald mit Weinen für die Sünder zu erscheinen; o mit welCher Niedrigkeit batest du zur selben Zeit. 7. Aber nun wird deine Bitte von der Allmacht un9. Großer Mittler, sei gepriesen, daß du in dem Heiligthum so viel Treu an uns bewiesen, dir fei Ehre, Dank und Ruhm. Laß uns dein Berdienst vertreten, wenn wir zu dem Bater beten; sprich für uns in letter Not, wenn den Mund verschließt der Tod. 3. 3. Rambach. VI. Zu Pfingsten. 3u ift kommen, Gottes Geist, das Freudenlicht, der Beschirmer aller Frommen, 958.* reuet euch, unser Schuß und ZuverPreifet Mel. Fren dich sehr, meine Seele. tes Kinder, freuet euch, ihr und Tren, die noch alle Menschen all, freuet euch, Morgen neu, so wird er ihr armen Sünder, jauchzet euch allen geben, hier und Gott mit großem Schall, dort mit ihm zu leben. etter Tröster kommt zu euch, Joh. Olearius. der euch in sein Freudenreich will aus diesem Jam- Mel. Jesu, meines Lemer bringen, helfen frihbens Leben. lich siegen, ringen. eist vom Va2. Unsers Herzens Trost 959.* Ge ter und vom 35 Sobne 818 Bu Pfingsten. Sohne, gleicher Majestät Fleisch und Blut, das soust und Kraft in dem höchsten nichts als Böses thut. Himmelsthrone, gieße neu- 6. Gieb mir Kraft zu en Lebenssaft in mein widerstehen, wenn die böse Herz, Seel und Gemüte, Luft fich regt. Laß es daß der Reichtum deiner nimmermehr geschehen, Güte und die Stärke deiner daß ich werde gar erlegt; Hand an mir Schwachen sich mir in dem Kampf zur werd' erkannt. Seiten, hilf mir ritterlich bestreiten diesen Feind der ne Sinne, komm, durch in mir wohnt, und mit strahle den Verstand, daß Tod und Hölle lohnt. die Finsternis zerrinne und 7. Du bist heilig, laßi nicht nehme überhand. mich werden rein und beiDeffne meiner Seelen Au- lig immer mehr; tot die gen, daß sie zu erkennen Glieder, die auf Erden witaugen der Geheimnisf' tie- derstreben deiner Ehr. Laß fen Grund, die uns lebret mich in dem neuen Leben Chrifti Mund. 2. Komm, erleuchte mei3. Niemand ohne dich verspürer reiner Gottes liebe Brunst; wen nicht deine Gnade rühret, den in wachsen und dahin bestreben, daß die Seel mit Gottes Bild auf ein neues werd' erfüllt. 8. Endlich, wenn ich ſoll bethöret eitler Dunst; durchs Leiden meinem Heikomm, ach komm! mein land folgen nach, und zu Herz entzunde, daß ich meines Herren Freuden nichts in mir empfinde, als geben durch viellingemach: der Liebe heiße Glut, die leite mich durch deine Güte, allein in Jesu ruht. daß mein Geist, Seel und 4. Laß mich alles eitle Gemite lobe dich in sühaffen, da die Welt sich ßem Ton samt dem Badrin verliebt, und mit Lie- ter und dem Sohn. M besarmen faffen, dem sich Gottfrieb Hoffmann.( † 1728.) Seel und Geift Dergiebt, Deis Jefum, den die feuschen Mel. Liebfler Jefu, wie Seelen fichfür ihrenSchaß sind hier. erwählen, daß ich desſen 960.* Gott, bu haft ganz allein und zu eigen möge ſein. in deinem instSohn mich von Ewigkeit 5. Ach der Unflat mei- erwählet Sende nun von ner Sünden ist dir mehr deinem Thron, was noch als mir bewußt! Du al- meinem Heile fehlet; und lein, Herr, kannst ergrün- gieb mir des Geistes Gaden, wie die angeborne ben, sodann werd' ich alles Lust, die von Adam ist er- babent. erbet, Leib und Seele hat 2. Ach ich bin lebendig verderbet: drum so steure tot und zum Guten ganz verloren. Bu Pfingsten. 819 verloren. Heilger Geift, gar nichts sagen, hilf mir mein Herr und Gott, beten, wie ich soll, hilf mache du mich neugeboren: mir auch mein Kreuze tradenn das Fleisch ist mein gen. Wenn es Zeit ist, Berderben, und kann nicht hilf mir sterben, und das den Himmel erbent. bei den Himmel erben. Caspar Neumann. 3. Treibe weg die finstre Racht meiner frrigen Gedanken. Dämpfe das, was Gott veracht, halte die Vernunft in Schranken, Mel. Werde munter, mein Gemüte. 31 daß ich anders nicht, als 961.* ott, gieb einen milgerne, selbst von dir die Weisheit lerne. 4. Was mein Herze dicht und tracht, ist von Jugend auf nur böse; aber bilf, daß deine Macht mich auch von mir selbst erlöse: und zu allen guten Dingen gieb mir Wollen und Bollbringen. Bo 5. Schaffe mir ein reines pert, daß ich stets an Gott gedenke, und mich oft mit Reu und Schmerz über meine Sünden kränke; doch nach den betrübten Stunden führe mich in Jesu Wunden. sms den Regen, denn mein Herz ist dürr wie Sand; Bater, gieb vom Himmel Segen, trånke du dein durstig Land. Laß des beilgen Geiftes Gab über mich von oben ab wie die starken Ströme fließen und mein ganzes Herz durchgießen. 2. Kann ein Vater hier auf Erden, der doch bis@ ist von Natur, seinen lieben Kindern geben nichts als gute Gaben nur: solltest du denn, der du heißt guter Vater, deinen Geift mir nicht geben, und mich laben mit den guten Himmelsgaben? il pr 6. Pflanze mich daselbst in ihn als ein Glied an seinem Leibe, und wenn ich sein eigen bin, hilf mir, daß ich es auch bleibe; er sei Stock, und ich die Rebe, daß ich ganz in Jesu lebe. 3. Jesu, der du hingegangen zu dem Vater, sende mir deinen Geift, den mit Verlangen ich erwarte, Herr, von dir. Laß 17. Hierzu bitt' ich diese den Tröster ewiglich bei brei, Glauben, Hoffnung mir sein, und lehren mich, und die Liebe; fteh auch in der Wahrheit fest zu sonst mir also bei, daß stehen und auf dich im kein Teufel mich betrübe. Glauben sehen. Gieb mir Demut, Fried und Freude, und auch Sanftmut, wenn ich leide. 4. Seilger Geift, du Kraft der Frommen, kehre bei mir Armen ein, und 8. Hilf mir reden recht sei tausendmal willkomund wohl, auch zuweilen men; laß mich deinen Tem35* pel 820 Bu Pfingsten. vel sein, Säubre du nur 3. So kann ich den felbst das Haus meines Herrn erkennen, der mein Herzens; wirf hinaus alles Gottversöhner ist, und ihn was mich hier kann schei- freudig Heiland nennen, den von den süßen Him- meinen Herrn und meimelsfreuden. nen Christ. Ja, so dark 5. Schmücke mich mit ich Abba beten und als deinen Gaben, mache mich Kind zum Vater treten. neu, rein und schön; laß Friedrich August Weihe. mich wahre Liebe haben, und in deiner Gnade siehn. Mel. Herr, Jesu Christ, dich zu uns wend. mir einen starken Gieb Mut, heilige mein Fleisch 963. D und Blut; lehre mich vor Gott bintreten und in ewger Gott, du höchster Geist und Wahrheit beten. Tröster in der Not, von Herzensgrund ich ruf dich an, wollst meine Bitt nicht fehlen lan. 6. So will ich mich dir ergeben; dir zu Ehren soll meinSinn dem, was himmlisch ist, nachstreben, bis 2. Ach sei mein Trof ich werde kommen hin, da und Zuversicht, laß mich mit Vater und dem Sohn in Sünd verzagen nicht; dich im höchsten Himmels- wend ab von mir des Fein• thron ich erheben kann des Lift, erhalt mich feft und preisen mit den süßen an Jesum Chrift. Engelweisen. 3. Daß ich demselben allezeit treulich zu dienen sei bereit, und ihn in wahrem Glauben rein erkenne für den Heiland mein. Maurit. Kramer. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt, 962.* fanfter Komm, du heilger Geist, du 4. Leit mich auf rechter, ebner Bahn, chriftlich mein Guadenregen, komm, du Lebn zu stellen an, daß ich Geist der Herrlichkeit, nach dieser Sterblichkeit fomm, du Segen aller erlangen mög' die ewge Segen. Mache du mich Freud. ſelbst bereit, dich mit wartendem Verlangen hier be- Mel. Ein' feste Surg ist gierig zu empfangen. unser Gott. 2. Sulle mich mit dei- 964,* Jefu, ei nen Gaben. Ach, komm nig wahres selbst zu mir herein; denn Haupt der heiligen Geich muß dich selber haben. meine, die an dich, ihren Laß mich deine Wohnung Heiland, glaubt und nur sein, laß in deinem Licht auf dir alleine als ihrem mich sehen und aus Kraft Felsen fieht, der nie untertu Kräfte geben. geht, wenn gleich die ganze Welt Bn Pfingsten. 821 Welt zertrümmert und zer-| armes Häuflein, ftreit, daß fällt: erbör, erhör uns, es erhalten werde; den Jesu. Aergernissen wehr; was dich haßt, bekehr; was sich nicht beugt, zerbrich: mach endlich seliglich an aller 2. Laß uns, dein kleines Haufelein, das sich zu dir bekennet, dir ferner anbefohlen sein; erhalt uns Not ein Ende. ungetrennet. Wort, Tauf 7. Ach Jesu, ach wir und Abendmahl laß in sei- bitten dich in deinem Jener Zahl und ersten Rei- fusnamen: erhör, erhör nigkeit bis an den Schluß uns gnädiglich; sprich, Jeder Zeit zu unserm Troste su, Ja und Amen. Willt bleiben. du uns Jesus sein, und 3. Hilf, daß wir dir zu wir, Jesu, dein: so balt aller Zeit mit reinem Her- dein Jesuswort, und laß zen dienen; laß uns das uns hier und dort darüber Licht der Seligkeit, das jubilieren. Johann Menger. uns bisher geschienen, zur Buße kraftig sein und zum Mel. Erhalt uns, Herr, hellen Schein, der unsern bei deinem Wort. Glauben mehrt, der Sun- 965.* Neu, rett Herr den Macht zerstört, und fromme Christen machet. dein' Ehr, das Seufzen 4. Laß uns beim Evan- deiner Kirchen hör: der gelio Gut, Blut und Le- Feind'Anschläg'und Macht ben wagen. Mach uns da- zerstör, die jetzt verfolgen durch getroft und froh, deine Lehr. das schwerste Kreuz zu tra- 2. Groß ist ihr List, ihr gen; gieb uns Beständig- Truk und Macht, sie fahkeit, daß uns Luft und ren hoch daher mit Pracht. Leid von dir nicht schei- All unsre Hoffnung wird den mag, bis wir den Ju- verlacht: wir sind bei ihn'n beltag bei dir im Himmel wie nichts geacht. balten. 3. Vergieb uns unsre 5. Auf unsers Landes- Missethat: vertilguns nicht, vaters Haus geuß von dem erzeige Gnad. Beweis den Gnadenthrone den Segen Feinden in der That, es deines Blutes aus; um- gelte wider dich kein Rat. ftrable seine Krone mit 4. Steh deinem kleinen deiner Herrlichkeit, ihm Hauflein bei: aus Gnaden zur Sicherheit, zu seiner Fried und Ruh verleih; Feinde Truß, und zum ge- laf jedermann erkennen wünschten Schuß uns dei- frei, daß hier die rechte nen armen Kindern. Kirche sei. 6. Erbarm dich deiner 5. Laß sehn, daß du seist Christenheit; vermehre dei- unser Gott, der unsre se Herde; für uns, dein Feinde seßt zu Spott, wirft 822 Bu Pfingsten. wirft ihre Hoffart in den gen, schütte deinen Segen Kot und hilft den Seinen auf das Kirchenfeld; laffe aus der Not. Johann Heermann. Ströme fließen, die das Land begießen, wo dein Wort hinfällt; und verleib, daß es gedeib', hundertfältig Früchte bringe, Mel. Jesu, meine Freude. 966.* Schmückt das und ihm fiets gelinge.se Feft mit 6. Schlage deine FlamMaien, lasset Blumen men über uns zusammen, streuen, zündet Opfer an; wahre Liebesglut! Laß dein denn der Geist der Gna- sanftes Wehen auch bei den hat sich eingeladen, uns geschehen, dampfe machet ihm die Bahn; Fleisch und Blut; laß uns nehmt ihn ein, so wird doch das Sündenjoch nicht fein Schein euch mit Licht mehr wie vor diesem fieund Heil erfüllen und den hen, und das Böse flieKummer fiillen. hen. 2. Teofier der Betrüb- 7, Gieb zu allen Dinten, Siegel der Geliebten, gen Wollen und BollbrinGeift voll Rat und That, gen, führ uns ein und aus; ftarker Gottesfinger, Frie- wohn in unsrer Seele, densüberbringer, unser Ad- und des Herzens Höhle vokat: gieb uns Kraft und sei dein eigen Haus. WerLebenssaft, laß uns deine tes Pfand, mach uns beteuren Gaben nach Ver- kannt, wie wir Jesum gnügen laben. recht erkennen und Gott Vater nennen. 3. Laß die Zungen brennen, wenn wir Jesum 8. Mach das Kreuze nennen; führ den Geist süße, und im Finsternisse empor; gieb uns Kraft zu sein du unser Licht; trag beten, und vor Gott zu nach Zions Hügeln uns treten, sprich uns selber mit Glaubensflügeln und vor; gieb uns Mut, du verlaß uns nicht, wenn der Höchsies Gut, trist uns Tod, die lette Not, mit kräftiglich von oben bei uns will zu Felde liegen, der Feinde Loben. daß wir fröhlich fiegen. 4. Helles Licht, erleuchte, 9. Laß uns hier indesflarer Brunn, befeuchtessen nimmermehr vergessen, unser Herz und Sinn; daß wir Gott verwandt. Gnadenil, erquicke; dein Dem laß uns stets dienen, Magnet entzücke bis zum und im Guten grünen xis Himmel hin; baue dir den ein fruchtbar Land bis Lempel bier, daß dein wir dort, du werter Hort, Herd und Feuer brennet, bei den grinen Himmelsmo man Gott bekennet. maten ewig uns erfreuen. 15 5. Güldner HimmelsreBenjam. Schmolt. Bu Pfingsten. 823 Kirche dauern. Nicht MeuIn eigener Melodie. 967.* Sie ist mir ſchenwin, noch Macht und List ern. lieb, die werte Magd, und kann ihr nicht vergessen; Lob, Ehr und Zucht von ihr man sagt, fie hat mein Herz besessen. Ich bin ihr hold; und wenn ich sollt' groß Unglück han, da liegt nichts an: sie will mich des er geben mit ihrer Lieb und Treu an mir, die sie zu mir will setzen und thun all mein Begier. zerstören ihre MauDer starke Gottessohn hoch auf des Baters Thron, der bleibt ihr Schuß und Hort: vor seinem Geist und Wort fliehn alle Höllenmächte. 2. Preis dir, o Kirchenoberhaupt, noch währet deine Gnade. So lang an dich die Kirche glaubt, verderbet sie kein Schade. Dank dir, Herr Jesu Christ, daß du noch bei ihr bist, dein Licht und Recht ihr gönnst, sie noch su fegnen brennst. Wohl uns des Gegensfürsten! 3. Mit deinem Wort, 2. Sie trägt von Gold so rein ein' Kron, da leuchten in zwölf Sterne; ihr Kleid ist wie die Sonne schön, das glänzet hell und ferne; und auf dem Mond ihr Füße stahn; sie ist die mit deinem Blut, das unBraut, dem Herrn ver- aufbslich bindet, hast du traut; thr ist weh und ihr Haus, troß Sturm muß gebären ein schönes und Flut, auf Felsengrund Kind, den edlen Sohn und wähltest du zum Sike gegründet. Die Kirche aller Welt ein Herren, deiner Ruh; du schmücktest dem sie ist unterthan.fie mit Heil, gabſt ihr zum 3. Das thut dem alten Drachen Zorn, und will Erb und Teil die reichen das Himmelsgüter. omina Kind verschlingen; 4. fet und bleib ihr fein Toben ist doch ganz Schuh und Hort zur Weltverlorn, es kann ihm nicht versuchungsstunde, do Es gelingen: das Kind ist doch schall in ihr dein Kreuzesgen Himmel hoch genom wort mit Kraft aus aller men bin, und lasset ihn munde. Erhalte dir zum auf Erden faft sehr wüten. Ruhm auch unser HeiligDie Mutter muß gar sein tum! Sein Leuchter wanallein, doch will fie Gott te nicht, rein brenne dir behüten, und der recht Ba- fein Licht, bis Erd und ter sein. D. Martin Luther. Himmel finken. Karl Bernhard Garve. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich fingen. lange 968.* Chriftus 969.* Wa Gelt Wach auf Christus ist, wird seine du der Mel. Ein fefte Surg ist unser Gott. S 824 3n Pfingen. Namens Preis. der ersten Zeugen, die auf Reich bald aus, zu deines der Maur als treue Wachter stehn, die Tag und 6. Ach daß die Hülf aus Nächte nimmer schweigen 3ion fåme! O daß dein und die getroft dem Feind Geist so, wie dein Wort entgegengehn; ia deren verspricht, dein Volk aus Schall die ganze Welt dem Gefängnis nahme! durchdringt und aller Völ- O würd' es doch nur bald fer Scharen zu dir bringt. vor Abend Licht! Ach reiß, 2. O, daß dein Feuer o Herr, den Himmel bald doch bald brennte, o mocht' entzwei, und komm herab es doch in alle Lande gehn. zur Hülf und mach uns frei. Ach Herr, gieb doch in 7. Ach laß dein Wort deine Ernte viel Knechte, recht schnelle laufen; es die in treuer Arbeit stehn. sei kein Ort ohn deffen Herr der Ernt, ach siehe Glanz und Schein. Ach doch darein: die Ernt ist führe bald dadurch mit groß, da wenig Knechte sein. Haufen der Heiden Füll in alle Thore ein. Ja wecke doch auch Israel bald auf: und also segne deines Wortes Lauf. 3. Dein Sohn hat ja mit Flaren Worten uns diese Bitt in unsern Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten sich deiner 8. O besre Zions wüste Kinder Herz und Sinn be- Stege, und was dein Wort wegt, dich hierum herzin- im Laufe hindern kann, brünftig anzuflebn; drum das raum, ach raum aus hor, o Here, und sprich: jedem Wege. Bertilg, o Es soll geschehn! Herr, den falschen Glan4. Bie kannst du uns benswahn, und mach uns denn dies versagen, was bald von jedem Mietling uns dein Sohn selbst deut- fret, daß Kirch und Schul lich bitten heißt? Wie denkst ein Garten Gortes fer. du dieses abzuschlagen, wo- 9. Laß jede hob und zu du uns selbst treibst niedre Schule die Werkdurch deinen Geist? Denn, statt deines guten Geistes daß wir hierum brün- sein; ja fihe du nur auf fig zu dir flehn, das ist al- dem Stuhle und präge lein durch deinen Geist dich der Jugend selber ein, geschehn. daß treuer Lehrer viel und Beter sein, die für die ganze mit großen Scharen, die Kirche flehn und schrein. in der Kraft Evangelisten 10. Du haft uns Hirfein; laß eilend Hilf uns ten ia versprochen, die du widerfahren und brich in nach deinem Herzen geben Satans Reich mit Macht willt. Nun wird dein Wort hinein. O breite, Herr, niemals gebrochen, ein jeauf weitem Erdenkreis dein des Wort wird Punkt für 5. So gieb dein Wort Punkt Bu Pfingsten. Punkt erfüllt; drum balt' ich dieses flare Wort dir wor: ach denke dran und 825 Mel. Komm heiliger Geift, Herre Gott. neig uns Herz und Obr. 970,* Wer recht die 11 wird dein Herze nicht beweget, da du, o feiern will, der wird in Gott, die Liebe selber bist seinem Herzen still Ruh, und, was von Lieb in uns Friede, Lieb und Einigkeit ich reget, aus deinem Lie- find Zeichen einer solchen besfeur ein Fünklein ist? Zeit, worin der heilge Geift Da wir in schwacher Lie- regiert: der ist es, der zur be nun so flehn, was soll Andacht führt, er kann nicht von der Liebe Quell kein Weltgetümmel leiden: geschehn! wer jenes liebt, muß dieses meiden, und Gott allein gehorsam sein. 12. Herr, wo willst du dich hinwenden? fiehst du denn nicht den großen Jammer an? Ach willst du was nicht Hülfe senden? Ich siehst du nicht, was 2. Sein Tempel ist da aufgericht, da dient man ihm nach rechter Pflicht, da giebt er Klugheit und Jesus hat gethan? Ist Verstand If Verstand, da wird der er denn nicht der Heiland aller Welt? Wie kommt es, daß der Feind so Plaz bebålt? Sprachen Grund erkannt, der Zungen Feuereifer glimmt, er jeigt was niemand sonst vernimmt, schenkt das Vermögen, auszusprechen, was der Bernunft, dem Wiß der Frechen und aller Lift zu mädytig ist. 13. Herr, zurne nicht, daß ich so bitte, da ich vor bir nur Staub und Asche bin. Du, als der Brunnquell aller Güte, giebst felber mir etwas von dei- 3. Nun dieses ift der nem Sinn, daß mich der Geist aus Gott, der FromMenschen Elend jammern men Trost, der Bösen fann; drum bitt' ich, Spott; die sich der SünHerr, o nimm mein Bit- denlust entziehn und Buße ten an. thun, empfahen ihn. Auf 14. Du wirst wohl wis- wem er ruhet, der wird sen recht zu richten, da du rein, er geht zu feinem in aller Welt ihr Richter Stolzen ein, verleiht der bist. Laß nur dein Wort Demut reiche Gaben, der den Streit hier schlichten, geistlich Arme soll sie hawenn deine Lieb in uns ben; denn sein Gebet wird im Zweifel ift; und treib nicht verschmäht. uns ferner, dich nur anzuflehn; es wird doch endlich noch viel mehr geschehn. 4. Es ist der Odem und der Wind, der Seelen anblaft und entzündt, der Karl Heinrich v. Bogatty. von des Herren Munde 35** webt 826 Vom Worte Gottes. webt und, was erstorben ein Vorrat und verheiß ift, belebt; es ist ein Wort, ner Segen, ein Himmelsdas neu gebiert, des Deu- tau und milder Regen, tung man im Werke spürt, der das erzieht, was grünt ein Zeugnis, das zum Glau- und blüht. ben treibet und das Ge- 7. Es ist ein Del, des seb ins Herz einschreibet, Lauterkeit zu Königen und daß jedermann es wissen Priestern weiht, die SalLann. bung, die uns mitgeteilt, 5. Es ist die Kraft, die die Wunden und Verderballes regt, ein Strahl, der nis heilt; ein Abgrund, durch die Felsen schlägt, drin die Wahrheit fleckt, ein heller Glanz, der uns die sich dem innern Aug erleucht, ein Licht, dem entdeckt, wogegen Kunst Nachtund Schattenweicht, und menschlich Wissen der ein Lehrer, der aufs Gute Thorheit ähnlich werden bringt, ein Helfer, welcher müssen: sie machet fret Stärke bringt, eist Rat, von Heuchelet. der uns zurechte weiset, 8. Du teurer Gaft und ein Labsal, das mit Gnade höchster Schak, sei unser speiset, und den erquickt, Beistand und Entsak, an den Elend drückt. den sich das Vertrauen 6. Es ist der Ausfluß hält, wenn uns Versuaus der Höh, der Weis- chung überfällt; vermehr beit unerschöpfte See, ein in uns die Zuversicht, wehr Wasser, das vom Unrecht aller Furcht, verlaß uns wäscht, ein Quell, der nicht, daß wir in Not Durst und Sehnsucht nicht unterliegen, vielmehr Bicht, ein Brunnen, wel- beherzt den Tod beffegen, cher ewig quillt und das wenn uns die Zeit das Gemüt mit Gütern füllt, Ende draut. Eruft Lange. VII. Vom Worte Gottes. SAMO din In eigener Melodie. 971.* uf, auf, mein Herz, und Jesus ist erstanden aus dem Grab; heut hat er sein Erldsungswerk geendet; heut hat er auch den Geis du, mein ganzer Sinn, herabgesendet. wirf alles heut, was Welt 3. Dies heilig Heut heigt ist, von dir hin. Heut hat dich auch beilig sein; Gott das Werk der Schöpfung diesen Tag bei dir will sieangefangen, da diesem hen ein. So rube du vox Rund das Licht ist aufge- Arbeit und von Sünden, gangen. daß er in dir mög' seitte 2. Auf, auf, mein Herz, Ruhe finden. leg alles Irdisch ab: beut) 4. Gott giebet dir sechs Dom Worte Gottes. 827 Tage für den Leib: der fie- Gott, den ehrt er auch bente der Seele eigen bleib'; auf Erden: wer ihn verfie muß in auch von fie acht, soll auch verachtet ben einen haben, daß sie werden. Siegmund v. Birlen. ich mög' mit Himmelspeise laben. 5. Viel Sünden dir die Boche ladet auf: an diefem Tag mit Bitten Gnade kauf; leg ab die Laft, geb, Gottes Wort zu hören: dies laß dich heut die Wochenwege lehren. 6. Sechs Tage dich Gott segnet, schüßt, und nährt: beut er dafür mit Dank will sein geehrt. Der erste foll beut für die andern bitten, daß Gott fie woll' mit Segen überschütten. Macht vor allem tiebel 2. Der Herr, der Schöpfer, bei uns bleib': er segne uns nach Seel und Leib, uns behüte seine und 7. Gott wöchentlich giebt fieben Tage dir: gieb einen du, den ersten, ihm dafür. Der erste wird die andern sechse fieren, wirft du heut( Sott im Mund and Herzen führen. 8. Am ersten du nach Gottes Reiche tracht: obschon die Welt nur deiner Andacht lacht. Der Schad ist ihr: dir aber wird's gedeihen, Gott alles Glück auf dich wird reichlich freuen. Mel. Wo Gott zum Haus nicht giebt sein' Gunft. 972.* Brunn alles Heils, dich ehren wir, und öffnen unfern Mund vor dir; aus deiner Gottheit Heiligtum dein hoher Segen auf uns Fomm'. Tag und Nacht. 3. Der Herr, der Hetland, unser Licht, uns leuchten laff sein Angesicht, daß mir ihn schaun und glauben frei, daß er uns ewig gnddig sei. 4. Der Herr, der Trifter, ob uns schweb', sein Antlik über uns erheb', daß uns sein Bild werd' eingedrückt; und geb' uns Frieden unverrückt. 5.Jehovah, Bater, Sohn und Geist, o Segensbrunn, 9. An diesem Tag hab der ewig fleußt, durchfleuß deine Luft am Herrn: was Herz, Sinn und Wandel dein Herz wünscht, wird wohl, mach uns deins Lobs er dir geben gern. Befiehl und Segens voll! nur Gott beut deine Wege Gerhard Tersteegen. und Sachen, und hoff auf ibn: gewiß, er wird's wohl Mel. Was Gott that, das ist wohlgethan. machen. 10. Wirft aber du ihm 973* Dein Wort, nehmen seinen Tag, so macht er dir die Woche ist milder Thau für troffvoller Plag. Wer ehret bedürftge Seelen. Lag Feinem 828 Vom Worte Gottes. keinem Pflänzchen deiner weich' es uns aus Geift An den Himmelsbalsam und Mund und nie von feblen; erquickt durch ihn unserm Samen. Laß imlaß jedes blühn und in der merfort dein helles Wort Zukunft Lagen dir Fruch in allen Lebenszeiten uns und Samen tragen. trösten, warnen, leiten. 2. Dein Wort ist, Herr, 7. O sende bald von ein Flammenschwert, ein Ort zu Ort den Durs Keil, der Felsen spaltet, nach deinen Lehren, den ein Feuer, das im Herzen Hunger aus, dein Lebenszehrt und Mark und Bein wort und deinen Geift ju durchschaltet. O laß dein hören; und send ein Heer Wort noch fort und fort von Meer zu Meer, der der Sünde Macht zer- Herzen Dursi zu stillen, und scheitern und alle Herzen dir dein Reich zu füllen. läutern! Carl Bernhard Garve. 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern für un- Mel. Wer nur den lieben fre Pilgerreise. Es führt Gott läßt wallen, auch Thoren bin zum 974.* Gin neuer Tag, und macht die Einein neues falt weise. Dein Himmels- Leben geht mit der neuet licht verlisch' uns nicht, Woche an: Gott will mit und leucht' in jede Seele, heut aufs neue geben, daß keine dich verfehle. was mir sonst niemand 4. Ich suchte Troft und geben kann; denn hätt' ich fand ihn nicht: da ward seine Gnade nicht, wer das Wort der Gnade mein gåbe mir sonst Troft und Labsal, meine Zuversicht, Licht. die Fackel meiner Pfade. 2. Ich grüße diesen lieSie zeigte mir den Weg ben Morgen, und küsſe zu dir, und leuchtet mei- Gottes Baterhand, die nen Schritten bis zu den diese Nacht so manche ewgen Hütten. Sorgen in Gnaden von 5. Nun halt' ich mich mir abgewandt. Ach Hert, mit festem Sinn zu dir, wer bin ich Armer doch? dem sichern Horte: wo Du sorgft für mich, ich wendet' ich mich anders lebe noch. hin? Herr, du hast Lebensworte. Noch hör ich dein 3. Nun das erkennet meine Seele, und giebt sich Komm, du bist mein selbst zum Opfer hin; doch das rief mir nicht verge- weil ich noch in dieser sens, ein Wort des ewgen Höhle mit Not und Tod Lebens. umgeben bin, so weich auch 6. Auf immer gilt dein heute nicht von mir, denn Segensbund: dein Wort meine Hülfe steht bei dir. It Ja und Amen. Nie 4. Mein Glück in diefer Dom Worte Gottes. 829 Hallelujah. fer neuen Woche soll nur Chrift heißt Gottes Kind. in deinem Namen blühn. Uch laß mich nicht am 4. Mein Gott, laß mir Sundenjoche mit meinem dein Lebenswort; führ mich Fleisch und Blute ziehn. zur Himmels Ebrenpfort; Gieb deinen Geist, der laß mich hier leben heiligmich regier', und nur nach lich und dir lobsingen ewigdeinem Willen führ. lich. Hallelujah. Johann Olearius. 5. Soll ich mein Brot mit Kummer efsen, so laß es doch gesegnet sein; und Mel. Gott des Himmels was du sonsten zugemessen, und der Erden. das richte mir zum Besten 976.* Großer Gott von ein. Ich bitte keinen Ueberfluß, nur was ich nötig haben muß. Zeiten, dessen Hand die Welt regiert, dessen Treu auf allen Seiten mich von Jugend auf geführt; beute weckt des Tages Lauf mich zu lauter Andacht auf. 6. So thue nun, mein Gott, das Deine, und laß mich auch das Meine thun; behüte beides Groß und Kleine, daß fie auf deiner 2. Ach wie lieb' ich diese Huld beruhn, und daß ein Stunden, denn sie sind jedes diesen Tag mit dir des Herren Fest, das mit vergnügt beschließen mag. so viel Trost verbunden, da mein Gott mich ruhen läßt, und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Leben weist. Benj. Schmoll. 3. Doch das bloße MüBiggehen und der Kleider tag kommt herbei, die Wo- leerePracht werden schlecht che wird nun wieder neu. bei Gott beftehett, der das Heut hat mein Gott das Eitle wenig acht. Herr, Licht gemacht, mein Heil ich bringe, was ich kann, hat mir das Leben bracht. nimmdu nur mich selber an. Hallelujah. sind unsre besten Sorgen, 4. Habe Dank für die2. Das ist der Tag, da sen Morgen, der mir Zeit Jesus Christ vom Tod für zum Guten schenkt; das mich erstanden ist, und schenkt mir die Gerechtig wenn der Mensch an Gott feit, Troft, Leben, Heil gedenkt und von Herzen und Seligkeit. Hallelujah. bet und fingt, daß es durch 3. Das ist der rechte die Wolken dringt. Sonnentag, da man sich 5. Was ist schöner, als nicht gnug freuen mag, Gott dienen? Was ist füda wir mit Gott ver- fer, als sein Wort? da föhnet sind, daß nun ein wir sammeln, wie die Bieiten Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Lob, der Sonn975,* Bott 830 Vom Worte Gottes. nen, und den Honig tra- vor mein muntres Unge gen fort. Selig ist, wer sichte; wohne mir mit Tag und Nacht also nach Glange bei, daß mein Sab dem Himmel tracht. bath luftig sei. 6. mein Gott, sprich selber Amen; denn wir find dein Eigentum. Alles preise deinen Namen, alles mehre deinen Ruhm, bis es Fünftig wird geschehn, daß wir dich im Himmel sehn. Kaspar Neumann. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 2. Brunnquell aller Stßigkeit, laß mir deine Strdme fließen, mache Mund und Herz bereit, dich in Andacht recht zu füffent. Streu das Wort mit Segen ein, laß es hundertfrüchtig sein. 977.* Herr Gott, erhalt uns für und für die reine Katechismuslehr, der jungen einfältigen Welt durch deinen Luther vorgestellt; 4. Laß mich heut und 2. Daß wir lernen die allezeit Heilig, Heilig, Hei zehn Gebot, beweinen un- lig! fingen, und mich in fre Sund und Not, und die Ewigkeit mit des Geidoch an dich und deinen stes Flügeln schwingen Sohn glauben, im Geift Gieb mir einen Vorschmad erleuchtet schon; ein, wie es wird im Himmel sein. 3. Zunde selbst das Opfer an, das auf meinen Liv pen lieget, fei mir Weisbeit, Licht und Bahn, baß kein Irrtum mich betrüget, und kein fremdes Feuer brennt, welches dein Altar nicht fennt. 3. Dich, unsern Bater, rufen an, der allen helfen 5. Rub in mir und ich will und kann; daß wir in dir, bau ein Paradies als Kinder nach der Lauf ins Herze. Offenbare dich christlich vollbringen un- doch mir, und geuß metsern Lauf. ner Andachtskerze immer neues Dele ju, o du Liebesflamme du. 4. So jemand fällt, nicht liegen bleib', sondern zur Beichte komm' und glaub', zur Stärkung nehm' das Sacrament. Amen! Gott geb' ein seligs End. Ludw. Helmbolb. Mel. Meinen Jefum last ich nicht. 978* icht vom Licht, Perleuchte mich 6. Dieser Tag sei dir ge weiht, weg mit allen Ei telkeiten! Ich will, deiner Herrlichkeit einen Tempel zu bereiten, nichts sont als in deiner Liebe ruba. wollen, nichts sonst thun, 7. Du bist mehr als Salomon, laß mich deine Weisheit hören; ich will bei dem neuen Tageslichte. deinen Gnadenthron mit Gnadensonne, stelle dich gebeugten Knieen ehren, bis enfantil Vom Worte Gottes. 831 bis mir deine Sonne lacht einen Acker, der die Frucht und den schönsten Sonn- nicht schuldig bleibt. Mache tag macht. Benj. Schmolt mir die Augen wacker; und was hier dein Finger schreibt, präge mir im Herzen ein, laß den Zweifel Wort ferne Mel. Gott des Himmels und der Erden, sign 979.* Tetestet. Was ich lese, laß mich aus Munde, das mir lauter merken; was du sagest, laß Honig trägt, dich allein mich thun. Wird dein Wort bab' ich zum Grunde mei- den Glauben stärken, laß ner Seligkeit gelegt. In es nicht dabei beruhn; sondir treff ich alles an, was dern gieb, daß auch dabei zu Gott mich führen kann. ihm das Leben ähnlich ſei. 2. Will ich einen Vor- 8. Hilf, daß alle meine schmack haben/ welcher nach Wege nur nach dieser Richtdem Himmel schmeckt, so schnur gehn. Was ich hier kannst du mich herrlich la- zum Grunde lege, müsse ben, weil bei dir ein Tisch wie ein Felsen stehn, daß gedeckt, der mir lauter mein Geist auch Rat und Manna schenkt, und mit That in den größten NdLebenswasser trånkt. ten hat. 7. 3. Du mein Paradies 9. Laß dein Wort mir auf Erden, schleuß mich einen Spiegel in der Folge Bets im Glauben ein; las Jefu sein. Drücke drauf mich täglich tlüger werden, ein Gnadensiegel schleus daß dein heller Gnaden- den Schatz im Herzen ein, schein mir bis in die Seele daß ich fest im Glauben bringt, und die Frucht des sieh', bis ich dort zum Lebens bringt. Schauen geh'. B. Schmolt. 4. Geist der Gnaden, der im Worte mich an Gottes Brüste legt, öffne mir des Himmels Pforte, daß 980.* Thut mie auf mein Geist hier recht erMel. Gott des Himmels und der Erden. wägt, was für Schäße Pforte, führet mich in Zion Gottes Hand durch sein ein: ach wie wird an dieWort ihm zugesandt. sem Orte meine Seele fröh5. Lasse mich in diesen lich sein! Hier ist GotSchranken sonder eitle tes Angesicht, hier ist lauSorgen sein. Schließe ter Trost und Licht. mich mit den Gedanken 2. Ich bin, Kerr, zu in ein stilles Wesen ein, dir gekommen, komme du daß die Welt mich gar nicht nun auch zu mir. Wo du fort, wenn mein Herz dich Wohnung haft genommen, reden hört. da ist lauter Himmel bier. Bich doch in mein Herz binein, 6. Gieb dem Soforn 832 Von der heiligen Taufe. hinein, laß es deinen Tem- nimmer aus dem Herzen pel sein. rauben; halte stets dein Wort mir für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, beilge du Leib, Seel und Geist, daß mein Singen und mein 6. Rede, Herr, so will Beten ein gefällig Opfer ich hören, und dein Wille heißt. Heilge du, Herr, werd' erfüllt. Nichts laß Mund und Ohr, zieh das meine Andacht stören, wenn Herze ganz empor. der Brunn des Lebens 4. Mache mich zum gu- quillt; speise mich mit ten Lande, wenn dein Sam- Himmelsbrot, träfte mich forn auf mich fällt, gieb in aller Not. mir Licht in dem Verstande: 7. Defne mir die grüund was mir wird vorge- nen Auen, daß dein Lamm stellt, präge meinem Her- fich weiden kann, laffe mir zen ein, laß es mir zur dein Manna tauen, zeige Frucht gedeihn. mir die rechte Bahn hier 5. Stårk in mir den in diesem Jammerthal zu schwachen Glauben, laß des Lammes Ehrensaal. dein teures Kleinod mir Benjamin Schmolt. VIII. Von der heiligen Taufe. dein Bund verheißt, ſelbst in ihm des Heils Geschäfte, daß es stets an Jesu Lei981. Gott und Ba- be ein lebendig Gliedmaß bleibe. ter, nimm jehund dieses Kind von unsern Armen; nimm es auf in deinen Bund, und erzeig ihm dein Erbarmen, 982.* Gott Bater, daß es alle unfre ner Kindschaft Zeichen Bitt, teil diesem Kind den trage. Segen mit, erzeig ihm dei2. Wasche es mit det- ne Gnade. Es sei dein Kind: nem Blut, treuer Jesu, nimm weg die Sünd, daß von den Sünden; laß in ihm dieselb nicht schade. feiner Taufe Flut den ge- 2. Herr Christe, nimm erbten Fluch verschwinden, es gnädig auf durch dieses und sein Leben auf der Erden deinem Vorbild ähnlich werden. Bad der heilgen Lauf zu deinem Glied und Erben; damit es dein mög' allzeit Leben und im 3, 1nd du, werter heil- sein, im ger Geift, schenk ihm deine Sterben. Gnadenkräfte; treibe, wie 3. Und du, o allerwertfter Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Mel. In dich hab' ich gehoffet Herr. Von der heiligen Taufe. 833 frer Geist, samt Bater schreite, so laß mich nicht und dem Sohn gepreist, verloren gehn; nimm mich, wollft gleichfalls zu uns dein Kind, zu Gnaden an, Lommen: damit jepund in wenn ich hab' einen Fall deinen Bund es werde gethant. aufgenommen. 5. Ich gebe dir, mein 4. O beilige Dreieinig- Gott, aufs neue Leib, Seel keit, die sei Lob, Ehr und und Herz zum Opfer hin; Dank bereit für diese große erwecke mich zu neuer Güte. Gieb, daß dafür Treue, und nimm Beffs wir dienen dir; vor Sün- von meinem Sinn. Es den uns behüte fei in mir fein Tropfen Blut, der nicht, Hert, deinen Willen thut. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt malten. 6. Weich, weich, du Fürst bin ich bleibe mit dir unvermengt. Hier deinen Namen, Gott Ba- ist zwar ein befleckt Geter, Sohn und heilger wissen, jedoch mit Jesu Geist, ich bin gezählt zu Blut besprengt. Weich, deinem Samen, zum Bolk, eitle Welt, du Sünde, bas dir geheiligt heißt. Ich weich: Gott hört es, ich bin in Christum eingesenft; entfage euch. ich bin mit seinem Geist 7. Laß diesen Borsab beschenkt. nimmer wanken, Gott 2. Du haft zu deinem Vater, Sohn und heilger Kind und Erben, mein Geist. Halt mich in deiIteber Bater, mich erklärt. nes Bundes Schranken, Da haft die Frucht von dei- bis mich dein Wille fiernem Sterben, mein trener ben beißt. Go leb' ich dir, Heiland, mir gewährt. Du so sterb' ich dir; so lob' ich willst in aller Rot und dich dort für und für. Pein, o guter Geist, mein his Sob. Sac. Rambach. Tröfter sein. 983.* auft auf Mel. Alle Menschen müssen sterben. efu, meiner Geele Bea 3. Doch hab' ich dir auch Furcht und Liebe, Treu und Geborsam zugesagt; 984* ich habe mich aus reintem Triebe dein Eigentum zu ben, meines Herzens höchfein gewagt; hingegen sagt' ste Freud, dir will ic) ich bis ins Grab des mich ganz ergeben jebo Satans schnöden Werken und in Ewigkeit. Meinen ab. Gott will ich dich nennen, 4. Mein treuer Gott, und vor aller Welt bekenauf deiner Seite bleibt die- nen, daß ich dein bin und fer Bund wohl feste siebn; du mein, allerliebstes Jewenn aber ich ihn über- sulein. 2. Deine 834 Von der heiligen Taufe. 2. Deine Gut hat mich mein Hüter. Ich bin dein umfangen, als mich erst und du bist mein, allerdie Welt empfing; dir bin liebstes Jefulein. ich schon angehangen, als 7. Schmäht man mich, ich an den Brüsten bing. ist sie mein' Ehre; trott Dein Schoß hat mich auf man mir, ist sie mein Truß, genommen, wenn ich nur zweifle ich, ist sie die Lehre; bin zu dir kommen. Ich jagt man mich, ist sie mein bin dein und du bist mein, Schutz. Niemals hab' ich allerliebstes Jesulein. was begehret, war es gut, 3. Auf der Kindheit ich bin's gewähret. Ich wilden Wegen folgte mir bin dein und du bist mein, stets deine Güt, deines allerliebstes Jefulein. Geistes Trieb und Regen 8. Deiner Liebe Süßigregte mir oft das Gemüt, feiten sind in mein Herz jo ich etwa ausgetreten, eingefloßt, durch den Blick baß ich wieder låm mit der Herrlichkeiten deines Beten. Ich bin dein und Himmels wird getröst mein du bist mein, allerliebstes Gemüt in seinem Zagen, Jefulein.d on alles Kreuz hilft du mir 4. Ach wie oft hat mei- tragen. Ich bin dein und ne Jugend deine Gnaden- du bist mein, allerliebstes hand gefaßt, wenn die Jesulein.pnoz Frömmigkeit und Tugend 9. Dein Geist zeiget war in meinem Sinn ver- mir das Erbe, das im bast. Ach ich wäre längst Himmel beigelegt. Sch gestorben außer dir, und weiß, wenn ich heute fierLängst verdorben. Ich bin be, wo man meine Seel dein und du bist mein, bintragt: zu dir, Jesu in allerliebstes ejulein. die Freude; troß, daß 005. Ja, in meinem gan- mich was von dir scheide. zen Leben hat mich stets Ich bin dein und du biſt dein Licht geführt; du bast, mein, allerliebstes Jesuwas ich hab gegeben, du lein. haft meinen Lauf regiert; 10. Dieses alles ist gedeine Güt, die täglich wäh- gründet nicht auf meiner ret, hat mich immerdar er- Werke Grund; dieses, was nähret. Ich bin dein und mein Herz empfindet, thu' du bist mein, allerliebstes ich allen Menschen fund: Jefulein.jpg daß es kommt aus deinem 6. Frr' ich, sucht mich Blute; das allein kommt Deine Liebe; fall' ich, bilfer mir zu Gute. Ich bin fie mir auf: ift es, daß dein und du bist mein, alich mich betrübe, tröst fie lerliebstes Jefulein. mich in meinem Lauf; bin 11, Drum, ich sterbe ich arm, giebt sie mir Gü- oder lebe, bleib' ich doch ter; haßt man mich, ist sie dein Eigentum; an dich ich 2102 mich Von der heiligen Taufe. 835 mich ganz ergebe, du bist 4. Ob sie gleich zeitmeiner Seele Ruhm, mei- lich sterben, ihr Seele ne Zuversicht und Freude, meine Süßigkeit im Leide. Ich bin dein und du bift mein, allerliebstes Jefulein, Gott gefällt; denn sie find Gottes Erben, lassen die schnöde Welt. Sie find frei aller' fahr und dürfen hier nicht leiden; sie loben Gott mit Freu12. Höre, Jesu, noch ein Flehen, schlag mir die se Bitt nicht ab. Wenn den dort bei der Engel mein Augen nicht mehr Schar. Cornel. Becker sehen, wenn ich keine Kraft mehr hab', mit dem Mund Mel. Liebster Jesu, wir find hier. was vor utragen, laß mich ist doch zuleht noch sagen: 986.* Diebster Jeſu, Ich bin dein und du bist mein, allerliebstes JesuZein. sind hier, Christian Scriver. Mel. Von Gott will ich in nd nicht laffen, 985.affet die kinddeinem Worte nachzuleben: dieses Kindlein kommt zu div, weil du den Befehl gegeben, daß man sie zu Christo führe; denn das Himmelreich ist ihre. lein kommen 2. Ja, es schallet allermir, spricht Gottes meist dieses Wort in unSohn: sie sind mein' Freud fern Ohren: Wer durch und Wonne, ich bin ihr Wasser und durch Geist Schild und Kron; auch nicht zuvor ist neu gebofür die Kinderlein, daß sie ren, wird von dir nicht nicht wärn verloren, bin aufgenommen und in Gotich ein Kind geboren: tes Reich nicht kommen. drum sie mein eigen sein. 3. Darum eilen wir zu 2. Der Herr gar freund- dir, nimm das Pfand von lich füffet und herzt die unsern Armen; tritt mit Kinderlein, bezeugt mit deinem Glanz herfür, und Worten süße, der Hin- erzeige dein Erbarmen, daß mel ihr soll sein; dieweil es dein Kind hier auf Erfein teures Blut, das aus den und im Himmel möge fein heilgen Wunden am werden. tad( 197 Kreuzes samm gerunnen 4. Basch es, Jesu, ihnen auch kommt zu gut. durch dein Blut, von den 3. Drum nach Christi angeerbten Flecken; laß es Berlangen bringet die Kin- bald nach dieser Flut deider her, damit sie Gnad nen Purpurmantel decken; erlangen; niemand es ib- schenk ihm deiner Unschuld gen wehr. Führet sie Chri- Seide, daß es sich in die do zu: er will sich ihr erbar- verkleidelism men, legt sie in seine Arme, darin fie finden Ruh. 5. Mache Licht aus Finsternis, feß es aus dem Zorn 836 Von der Zorn zur Gnade; heil den tiefen Schlangenbiß durch die Kraft im Wunderbade; Gottes Buße. 3. Ach, was könnte grdser sein, als die Kindschaft haben? Diefer laß hier einen Jordan rin- helle Gnadenschein übernen, so vergeht der Ausjag drinnen. steiget alle Gaben; dieses ift des Himmels Spiegel, dieses ist des Lebens Siegel. 6. Hirte, nimm das Schäßlein an Haupt, mach es zu deinem Gliede; 4. O wie rein und o immelsweg, zeig ibm dié wie schön hat dich Chrifti Bahn, Friedefürst, schenk Blut gebadet! Also fann ihm den Friede; Weinstock, dein Schmuck bestehn, Hilf, daß dieser Rebe auch wenn dich Gott zur Hochim Glauben dich umgebe. zeit ladet; Adam in die 7. Nun, wir legen an ift ertranfet, Chriftus in dein Herz, was von Her- dich eingeſenket. zen ist gegangen; führ die 5. Nun so denk an dieSeuffer himmelwärts und sen Bund, weil du einen erfülle das Verlangen; ia, Atem hegest, daß du auf den Namen, den wir geben, den festen Grund deinen schreib ins Lebensbuch zum Christenbau fiets legeft. Leben. Wer sich läßt auf Jesum Wegen laufen. taufen, muß in Jesu Benj. Schmolt. 6. Laß aus deinem Her987.* un Gott Lob, sen nicht, wem du jest es ist voll- haft widersprochen; folge bracht, und der Bund mit nicht dem Bösewicht, sonGott geschlossent. Was uns sten wird der Bund ge rein und felig macht, ist auf brochen; tritt in Chrifti dieses Kind geflossen: Je- Kraft mit Füßer ihn mit fus hat es eingesegnet und seinen Hindernissen. mit Himmelstau beregnet. 7. Werde fromm und 2. O du dreimal feligs wachse groß, werde deiner Kind, vom Dreieinigen ge- Eltern Freude, und dein liebet, dem der Vater sich jetzt erlangtes Los tröfte verbindt, dem der Sohn dich in allem Leide; deine das Leben giebet, bem der Taufe sel die Thüre, welche Geift ist eingefloffen und dich zum Himmel führe. der Himmel aufgeschlossen. Benjamin Schmolt. Mel. Liebster Jefsn, wir sind hier. IX. Von der Buße. Mel. Herr, wie du willst, so fdhidi's mit mir. 988.* S gigkeit, ich falle dir zu Fuße; versloß den nicht, der zu Bater ber dir schreit und thut noch Barmher endlich Buße. Was ich begangen Von der Buße. 837 begangen wider dich, ver- Not, und dann der letzte zeib mir alles gnädiglich Feind, der Tod, nur sei durch deine große Güte. die Thür zum Leben. 2. Durch deiner AllDavid Denice. macht Meisterthat nimm In eigener Melodie. von mir, was mich qua= 989* Ringe recht, let; durch deine Weisheit schaffe Rat, worinnen mir's sonst fehlet; gieb Willen, Mittel, Kraft' und Stärk, daß ich mit dir all meine Werk' anfange und vollende. wenn Gottes Gnade dich nun ziehet und bekehrt, daß dein Geist sich recht entlade von der Laft, die ihn beschwert. 2. Ringe, denn die Pfort ist enge, und der Lebensweg 3. Jesu Chrifte, der ist schmal: hier bleibt alles du hast am Kreuze für im Gedränge, was nicht mich Armen getragen aller gielt zum Himmelssaal. Sünden Last, wollst mei- 3. Kämpfe bis aufs ner dich erbarmen. O wah- Blut und Leben, dring rer Gott, o Davids Sohn, binein in Gottes Reich; erbarm dich mein und mein will der Satan widerstreverschon; fich an mein ben, werde weder matt Fläglich Rufen. noch weich. 4. Laß deiner Wunden 4. Ringe, daß dein Eiteures Blut, dein Todes- fer glühe und die erste pein und Sterben mir Liebe dich von der ganzen kommen kräftiglich zu gut, Welt abgiebe; balbe Liebe daß ich nicht müst verder- hält nicht Stich). ben. Bitt du den Vater, daß er nur im Zorn nicht lohne nach Gebühr, wie ich es hab' verschuldet. 5. Ringe mit Geber und Schreien, balte damie feurig an; laß dich keine Zeit gereuen, wär's auch Tag und Nacht gethan. 6. Hast du dann die Perl errungen, denke ja nicht, daß du nun alles Böse haft bezwungen, das unsSchaden pflegt zu thun. 5. O heilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich die Sündenlyst anficht, laß mich von dir nicht wan ken. Verleih, daß nun noch nimmermehr Begierd nach Reichtum oder Chr in meinem Herzen herrsche. 6. Und wenn meinStündlein kommen ist, so bilf mir treulich kämpfen, daß 8. halt ia deine Krone ich des Satans Truß und feste; halte männlich, was List durch Christi Sieg du haft, Recht beharren mbg' dämpfen; auf daß ist das beste: Rückfall ift mir Krankheit, Angst und ein biser Gaff. 9. Laß 7. Nimm mit Furcht ja deiner Geele, deines Heils mit Zittern wahr: hier in dieser Leibeshbhle schwebit du täglich in Gefahr. 838 Dom Glauben. 9. Laß dein Auge ja nicht und fürchtet euch; geht gaffen nach der schnöden doch alle Tage weiter, bis Eitelkeit; bleibe Tag und ihr kommt ins Himmelreich. Nacht in Waffen, fliehe Tråg- und Sicherheit. 17. Denkt bei jedem Augenblicke, ob's vielleicht 10. Laß dem Fleische der letzte sei; bringt die nicht den Willen, gieb der Lampen ins Geschicke, bolt Lust den Zügel nicht; willst stets neues Del herbet. du die Begierden füllen, so verlischt das Gnadenlicht. 18. Liegt nicht alle Welt imBhsen? Steht nicht Se11. Fleisches- Freiheit dom in der Glut? Seele, macht die Seele kalt und wer soll dich erlösen? Eificher, frech und stolz, frißt len, eilen ist hier gut. hinweg des GlaubensDele, läßt nichts als ein faules Holz. 19. Eile, wo du dich erretten, und nicht, mit verderben willt; mach dich 12. Wahre Treu führt los von allen Ketten, fleuch mit der Sünde bis ins als ein geiagtes Wildle Grab beständig Krieg, rich- 20. Lauf der Welt doch tet sich nach feinem Winde, aus den Händen; dring fucht in jedem Kampf den ins stille Zoar ein. Eile, Sieg, diffam sd daß du mögst vollenden, 13. Wahre Treu liebt mache dich von allem rein. Chrifti Wege, fieht beherzt 21. Laß dir nichts an auf ihrer Hut, weiß von Herzen fleben; fleuch vor feiner Wollutpflege, hält dem verborgnen Bann. sich selber nichts zu gut. Such in Gott geheim leben, daß dich nichts be flecken kann. 14. Wahre Treu hat viel zu weinen, spricht zum Lachen: Du bist toll! weil 22. Eile, zähle Tag und es, wenn Gott wird er fcheinen, lauter Heulen werden soll. Stunden, bis dein Bräut gam hüpft und springt, und wenn du nun überwunden, 15. Wabre Treu kommt dich zum Schauen Got dem Getümmel dieser Welt tes bringt. de est niemals zu nah; ist ihr 23. Eile, lauf ihm doch Schaß doch in dem Him- entgegen, sprich: Mein mel: drum ist auch ihr Licht, ich bin bereit, nun Her; allda. mein Hüttlein abzulegent; 16. Dies bedenket wohl, mich dürft nach der Ewige ihr Streiter, streitet recht, feit. Johann Joseph Windler. X. Vom Glauben. so In eigener Melodie.[ werden! Herz, glaubst du's, 990. Aus Gnaden oder glaubst du's nicht? soll ich selig Was willst du dich so blöd geberbent Vom Glaubent. 839 geberden? Ift's Wahrhiet, Gnaden jur verheignen was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit sein: aus Gnaden ist der Himmel deint. Ruh; doch den geht seine Gnad nicht an, der noch auf Gnade sündgen kann. 7. Aus Gnaden! Wer 2. Aus Gnaden! Hier dies Wort gehöret, tret gilt fein Verdienen: die ab von aller Heuchelei. eignen Werke fallen bin. Denn wenn der Sünder Gott, der aus Lieb im sich befehret, so lernt er Fleisch erschienen, bringt erft, was Gnade sei; beim uns den seligen Gewinn, Sündgen scheint die Gnad daß uns sein Tod das Heil gering: dem Glauben ist's gebracht, und uns aus ein Wunderding. Gnaden selig macht. 3. Aus Gnaden! Merk dies Wort: aus Gnaden! so oft dich deine Günde plagt, so oft dir will der Satan schaden, so oft dich dein Gewissen nagt; was die Vernunft nicht fassen Fann, das biet dir Gott aus Gnaden an. 18. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Vaters aufgethan, wenn's unter den Verzweif lungsschmerzen nichts fieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm'ich oftmals Stärkung her, wenn Gnade nicht mein Unker wär'? 41 Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden und übernahm der Sünden Lafts Was nötigt ihn, 9. Aus Gnaden! hierauf will ich sterben; ich fühle nichts, doch mir ist wohl; ich kenn' mein funds liches Verderben, doch auch dein Freund zu werden? den, der mich heilen soll: Sag's, wenn du was ju mein Geist ist froh, die rühmen haft? War's nicht, Seele lacht, weil mich die daß er dein Bestes wollt, Gnad schon selig macht. und dir aus Gnaden hel- 10. Aus Gnaden! Dies fen sollt'? and our hir Sünd und Teufel, 5. Aus Gnaden! Die ich schwinge meine Glaufer Grund wird bleiben, bensfahn, und geh' getrost so lange Gott wahrhaftig trots allem Zweifel durchs heißt. Was alle Knechte rote Meer nach Kanaan; Jesu schreiben, was Gott ich glaub', was Jesu Wort in seinem Wort anpreist, verspricht, ich fühl' es oder worauf all unser Glaube fühl' es nicht. ruht, ift( Snade durch des Lammes Blut. Christian Ludwig Scheit. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 6. Aus Gnaden! Doch, du fichrer Sünder, dent 991.* Der ist eine nicht: Wohlan, ich greif auch zu! wahr ist's: Gott Zuversicht zu Gottes rufer Adams Kinder aus Gnad und Güte; der bloße Beifall 840 Dom Glauben. Beifall thut es nicht: es Gedanken, ins weite Feld muß Herz und Gemüte der Ewigkeit; erhebt euch durchaus zu Gott gerich über alle Schranken der tet sein und gründen sich alten und der neuen Zeit: auf ihn allein, ohn Wan- erwägt, daß Gott die Liebe ken und ohn Zweifel. fet, die ewig alt und ewig neu. 2. Wer sein Herz also stärkt und steift im völli- 2. Der Grund der Welt gen Vertrauen, und Jesum war nicht geleget, der HimChriftum recht ergreift, mel war noch nicht geauf sein Verdienst kann macht, so hat Gott schon bauen: der hat des Glau- den Trieb gebeget, der mir bens rechte Art und kann das Beste zugedacht; da ich jur seligen Hinfahrt sich noch nicht geschaffen war; schicken ohne Grauen. da reicht' er mir schon Gnade dar. 3. Das aber ist kein Menschenwerk, Gott muß es 3. Sein Ratschluß war: uns gewähren; drum bitt, ich sollte leben durch seidaß er den Glauben stårk nen eingebornen Sohn; und in dir woll' vermehren. den wollt' er mir zum MittLaß aber auch des Glau- ler geben, den macht' er bens Schein in guten Wer- mir zum Gnadenthron; in fen an dir sein; sonst ist dessen Blute sollt' ich rein, dein Glaube eitel. gebeiliget und selig sein. 4. Es ist ein schändlich 4. Wunderliebe, die böser Wahn, des Glaubens mich wählte vor allem Ausich nur rühmen, und ge- beginn der Welt, und mich hen auf der Sünder Bahn, zu ihren Kindern zählte, für das Christen nicht kann zie- welche sie das Reich bemen. Wer das thut, der soll ftellt. O Baterhand, o wiffen frei, daß sein Glaub Gnadentrieb, der mich ins nur sei Heuchelei und werd' Buch des Lebens schrieb. zur Höll ihn bringen. 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüte bittauf zu dieser Quelle steigt, von welcher sich ein Strom der Güte zu mir durch alle 5. Drum laffe sich ein frommer Christ mit Ernst sein angelegen, daß er auf richtig jeder Frift fich halt in Gottes Wegen, daß Zeiten neigt, daß jeder Lag fein Glaub obne Heuche- fein Zeugnis giebt: Gott let vor Gott dem Herrn rechtschaffen sei und vor dem Nächsten leuchte. hat mich ie und je geliebt. 6. Wer bin ich unter Millionen der Kreaturen feiner Macht, die in der Höh und Liefe wohnen, daß er mich bis hierher ge992.* Bebt bin, ihr bracht! Ich bin ja nur gläubigen ein durres Blatt, ein Staub, Mel. O daß ich tausend Bungen hätte. Vom Glauben. 841 Stanb, der keine Stättelewig lieben, der du mich hat. unaufhörlich liebst? Sollt 7. Ja freilich bin ich ich mit Undank dich bezu geringe der herzlichen trüben, da du mir Fried Barmherzigkeit, womit, o und Freude giebst? VerSchöpfer aller Dinge, mich ließ' ich dich, o Menschendeine Liebe stets erfreut; freund, so war ich selbst ich bin, o Bater, selbst mein årgster Feind. nicht mein, dein bin ich, Herr, und bleibe dein. 13. Ach fönnt' ich dich nur beffer ehren, welch 8. Jm sichern Schatten edles Loblied stimmt' ich deiner Flügel find' ich die an; es sollten Erd und ungestörte Ruh. Der feste Himmel hören, was du, Grund hat dieses Siegel: mein Gott, an mir gewer dein ist, Herr, den than: nichts ist so köstlich, fennest du. Laß Erd und nichts so schön, als, höchHimmel untergehn: dies ster Bater, dich erhöhn. Wort der Wahrheit bleibet ftehn. 14. Doch nur Geduld! es kommt die Stunde, da 9. Wenn in dem Kampfe mein durch dich erlöfter schwerer Leiden der Seele Geift im höhern Chor mit Mut und Kraft gebricht, frohem Munde dich, schönso salbest du mein Haupt sie Liebe, schöner preist; mit Freuden, so tröstet drum eilt mein Herz aus mich vem Angesicht: da dieser Zeit und sehnt sich spür ich deines Geiftes nach der Ewigkeit. Kraft, die in der Schwachheit alles schafft. Joh. Gottfr. Hermann. 10. Du läsfest auch vom Gut der Erden mir, was du willst nach deinem Sinn, 993.* alt im Ge jedoch, zu Teile dächnis werden, als ich im klein- Jesum Christ, o Mensch, sten würdig bin: mein Geist der auf die Erden vom zerfleußt, wenn er bedenkt, Thron des Himmels komwie treulich mich dein Auge men ift, dein Bruder da lenft. zu werden. Vergiß nicht, 11. Die Hoffnung schauet daß er dir zu gut hat anin die Ferne durch alle genommen Fleisch und Schatten dieser Zeit; der Blut: dank ihm für dieſe Glaube schwingt sich durch Liebe. die Sterne und sieht ins 2. Halt im Gedächtnis Reich der Ewigkeit: da Jesum Chrift, der für zeigt mir deine milde Hand dich hat gelitten, ja gar mein Erbteil und gelob- am Kreuz gestorben ist, tes Land. und dadurch hat bestritten 12. O sollt' ich dich nicht Welt, Sünde, Teufel, Hon 36 Mel. Herr, wie du willst, fo schick's mit mir. 842 Dom Glauben. Hill und Tod, und dich ten Weg verfallen. Hier erlöft aus aller Not: dank ist, was fie retten kann: ihm für diese Liebe. Jesus nimmt die Sun3. Halt im Gedächtnis der an. Jesum Chrift, der auch 2. Keiner Gnade find am dritten Tage fiegreich wir wert; doch hat er vom Tod erstanden ist, be- in seinem Worte eidlich freit von Not und Plage. fich dazu erklärt; sehet Bedenke, daß er Fried ge- nur, die Gnadenpforte ift macht, sein Unschuldleben hier völlig aufgethan: Jewiederbracht: dank ihm sus nimmt die Sünder an. für dieſe Liebe. 3. Wenn ein Schaf 4. Halt im Gedächtnis verloren ist, suchet es ein Jefum Chrift, der nach treuer Hirte; Jesus, der den Leidenszeiten gen him- uns nie vergißt, suchet mel aufgefahren ist, die treulich das Berirrte, daß Stått dir zu bereiten, da es nicht verderben kann: du sollst bleiben allezeit und Jesus nimmt die Sünsehen seine Herrlich keit: der an. dank ihm für seine Liebe. 4. Kommet alle, kom5. Halt im Gedächtnis met her, kommet, ihr beJesum Christ, der einst trübten Sünder; Jejus wird wiederkommen, und rufet euch, und er macht fich, was tot und lebend aus Sündern Gottes ift, zu richten vorgenom- Kinder. Glauber's doch men O denke, daß du da und denket dran: Jesus bestehst, und mit ihm in nimmt die Sünder an. fein Reich eingebit, ihm ewig.. zu danken. 5. Jch Betrübter komme hier und bekenne meine 6. Gieb, Jefu, gieb, Sünden; laß, mein Heidaß ich dich kann mit wah- land, mich bei dir Gnade rem Glauben fassen, und zur Vergebung finden, daß nie, was du an mir ge- dies Wort mich trifien than, mög' aus dem Her kann: Jesus nimmt die zen laffen; daß dessen ich Sünder an. in aller Not mich troffen mög' und durch den Tod zu dir ins Leben dringen 6. Ich bin ganz getrosten Muts; ob die Sunden blutrot waren, müßten fie, fraft deines Bluts, dennoch sich in SchneeMel. Jefus, meine Su- weiß kehren, da ich glauversicht. bia sprechen kann: Jesus Cyriacus Günther. 994.* efus nimmt nimmt die Sünder an. die Sünder 7. Mein Gewissen beißt an! Saget doch dies Trost- mich nicht; Moses darf wort allen, welche von der mich nicht verklagen; der rechten Bahn auf verkehr- mich frei und ledig spricht, bat Dom Gebet. 843 hat die Schulden abge- den Himmel aufgethan, tragen, daß mich nichts daß ich selig zu ihm kom= verdammen fann: Jesus men und auf den Troft nimmt die Sünder an. sterben kann: Jesus nimmt 8. Jesus nimmt die die Sünder an. Sünder an! Mich bat er auch angenommen und XI. Vom Mel. Straf mich nicht in deinem Born. 995.* Betgemeinde, heilge dich mit dem heilgen Dele. Jesu Geift ergieße sich dir in Herz und Seele. Laß den Mund alle Stund von Gebet und Flehen heilig übergehen. 2. Heilige den heilgen Brand, deines Geists Verlangen, dem, ders Blut an dich gewandt, heilig anzuhangen. Heilger Rauch ſei es auch, der zu Gott aufgebet, wenn dein Herze Alehet. Erdm. Neumeifter. Gebet. den Kleinen, Engel, Mens schen mit Begier alle sich vereinen, und es geht Ein Gebet aus von ihnen allen: wie muß das erschallen! 6. Oder unerkannten Macht von der Heilgen Beten, ohne das wird nichts vollbracht so in Freud als Noten: Schritt für Schritt wirkt es mit, wie zum Sieg der Freunde, so zum End der Feinde. 7. O jo betet alle drauf, betet immer wieder. Heilge Hände hebet auf, heilget eure Glieder. Heiliget das Gebet, das zu Gott fich schwinget: betet, daß es dringet. 3. Das Gebet der from men Schar, was sie fleht und bittet, das wird auf 8. Betet, daß die letzte den Rauchaltar vor Gott Zeit vollends übergehe, ausgeschüttet; und da ist daß man Chrifti HerrlichJesus Christ Priester und feit offenbaret sehe; stimVerjühner aller seiner met ein insgemein mit der Diener. Engel Sehnen nach dem Tag, dem schönen. 4. Kann ein einiges Gebet einer glaubgen See- 9. Eure Bitten, die ihr len, wenn's zum Herzen thut zu Gott von der Gottes geht, seines Zwecks Erden, sollen eine heilge nicht fehlen: was wird's Glut des Altares werden. thun, wenn sie nun alle Aber eur eignes Feur las vor ihn treten und zu- set weit von dannen von ſammen beten? der heilgen Pfannen. 5. Wenn die Heilgen 10. Das Gebet hat dort und hier, Große mit Chrifti Gunst, wo man's ernstlich 36* 844 Vom Gebet. ernstlich übet; und das ist 4. Majestätisch Wesen, der Heilgen Kunst: beten, möcht' ich recht dich preis wie er's liebet, daß gescheh' sen und im Geist dir Dienst ie und je, wie er's vorge- erweisen. Möcht' ich wie nommen, auf sein endlichs die Engel immer vor dir Kommen. stehen, und dich gegenwär11. Dies Verlangen muß tig sehen. Laß mich dir vorher in der Seele glim- für und für trachten zu men, so macht aus dem gefallen, liebster Gott, in Bitten er Donner, Bliz allen. und Stimmen; die ergehn und geschehn, daß die Feinde beben und Gott Ehre geben. Chrift. Carl Ludw. von Pfeil. 5. Luft, die alles füllet, drin wir immer schweben, aller Dinge Grund und Leben; Meer ohn Grund und Ende, Wunder aller Wunder: ich senk' mich in dich hinunter. Ich in dir, du in mir: laß mich ganz Mel, Wunderbarer König. 996.* ott if ge- verschwinden, dich nur sehn genwärtig! und finden. Lasset uns anbeten und in 6. Du durchdringest alEhrfurcht vor ihn treten. les: Laß dein schönstes Gott ist in der Mitten! Lichte, Herr, berühren Alles in uns schweige und mein Gesichte. Wie die sich innigst vor ihm beuge. zarten Blumen willig sich Wer ihn kennt, wer ihn entfalten und der Sonne nennt, schlagt die Augen stille halten: laß mich ſo, nieder: kommt, ergebt euch still und froh, deine Strabwieder. len fassen, und dich wirfen lassen. 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag 7. Mache mich einfälund Nacht gebucket dienen. tig, innig, abgeschieden, Hellig, Heilig! fingen alle fanfte und im stillen Fries Engelchöre, wenn sie dieses den; mach mich reines Wesen ehren. Herr, ver- Herzens; da ich deine nimm unsre Stimm, da Klarheit schauen mag im auch wir Geringen unsre Geist und Wahrheit; laß Opfer bringen. mein Herz überwärts wie 3. Wir entsagen willig ein Adler schweben, und allen Eitelkeiten, aller Er- in dir nur leben. denluft und Freuden; da 8. Herr, komm in mir liegt unser Wille, Seele, wohnen, laß mein Geist Leib und Leben, dir zum auf Erden dir ein HeiligEigentum ergeben. Du tum noch werden; komm, allein sollst es sein, unser du nabes Wesen; dich in Gott und Herre; dir ge- mir verkläre, daß ich dich bührt die Ehre. ftets lieb' und ebre. Wo ich Allgemeine Fürbitte. 845 tch geh', fit' und steh', laß kann, ist der allerbeste mich dich erblicken, und Mann: der wird allzeit vor dir mich bücken. Rettung finden, kein Feind wird ihn überwinden. Gerh. Tersteegen. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 4. Lerne Gottes Weise merken, die er bei den Seinen hält: er will ihren 997.* Wenn dich Unglück Glauben stärken, wenn sie Unglück überfällt; unser Gott der lebt ja noch, schweigt er gleich, so hört er doch; schrei getrost, du mußt nicht zagen, dein Gott kann dir nichts verhat betreten, wenn du steckst in Angst und Not, mußt du fleißig zu Gott beten: beten hilft in Not und Tod; daß du Got tes Angesicht auch im sagen. Kreuz auf dich gericht 5. Laß dich Gottes Wort fannst aus seinem Wort regieren, merke, was die erblicken, und dein Herz Wahrheit lehrt; Satan mit Troft erquicken. wird dich nicht verführen, 2. Keiner wird ja nie der die ganze Welt verkehrt; zu Schanden, der sich Gottes Wahrheit ist dein feinem Gott vertraut. Licht, dein Schuß, Trost Kommt dir gleich viel Not und Zuversicht, trau nur zu handen, hast du auf ihn Gott, der kann nicht lůwohl gebaut: ob's gleich gen, bet, du wirst gewis scheint, als hört er nicht, weiß er doch, was dir ge- 6. Lob sei Gott für bricht; deine Not mußt seine Gnade! Seine große du ihm klagen, und in Güt und Treu macht, daß feiner Not verzagen. mir kein Feind nicht schade, 3. Rufen, Schreien, sie ist alle Morgen neu; Klopfen, Beten ist der drum will ich mein Leben Christen beste Kunst, allzeit lang immer sagen Lob und gläubig vor ihn treten fin- Dank meinem Gott in aldetHülfe, GnadundGunst, len Dingen, fröhlich Hallewer Gott fest vertrauen lujah singen. Joh. Slearins. obsiegen. XII. Allgemeine Fürbitte. gieb uns Weisheit, Kraft Mel. Freu dich sehr, o und Stärk. Ohne deine meine Seele, Gegenshand is verloren 998.* Hilf uns, Stadt und Land. Hilf Herr, in uns, Herr, in allen Dinallen Dingen, daß wir un- gen, und laß alles wobl fer Amt und Werk wohl gelingen. anfangen und vollbringen, 2. Hilf uns, Herr, an allen 846 Allgemeine Fürbitte. allen Orten, wo wir dein Großmächtigst hoher Fürst bedürftig sein; brich der von Himmel, Erd und Höllen Macht und Pfor- Zeiten, du setzest Obrigkeiten und gieb deinem Hau- ten, die du erhalten wirst. felein und der ganzen Chrifenheit Liebe, Fried und Einigkeit. Hilf uns, Herr, in allen Dingen, und laß alles wohl gelingen. 2. Es sagen deine Knechte: daß keine Obrigkeit als nur durch deine Rechte und dein Gebot gebeut; du hast sie hoch geschätzt, lebet, 3. Hilf uns, Herr, auf wer ihr zuwider allen Seiten, im Geluck derselbe widerstrebet dem und Ungelück, kämpfen, selbst, was Gott gesetzt. streiten und arbeiten wider 3. Ach lieber Vater, lehre Satans Lift und Tück, mich selbst durch deinen wider Fleisches Lüft und Geist, daß ich erkenn' und Pracht, wider weltlich Ehr ehre, was deine Ordnung und Macht. Hilf uns, beißt. Sie tragen ia dein Herr, in allen Dingen, und Bild; gieb, daß ich Delaß alles wohl gelingen, mut übe, und sie mit Ehrfurcht liebe, wie du es haben willt. 4. Hilf uns, Herr, aus allen Leiden in der letzten Todesnot, laß uns fahren 4. Berleihe deine Güte, hin mit Freuden, und durch und lege Recht und Licht dich und deinen Tod bald in ihr erlaucht Gemüte und glücklich kommen fort zum Urteil im Gericht, zum gewünschten Lebens- damit ihr Regiment den port. Hilf uns, Herr, in Unterthanen nüßet, die allen Dingen, und laß al- Unterthanen schüßzet, dem les wohlgelingen. Guten Schuß vergönnt; 5. Hilf uns, Herr, in 5. Damit durch ihr Reletzten Zügen aus der letz- gieren wir mit Zufriedenten Höllenangst; laß uns heit ein ehrbar Leben führitterlich obfiegen, wie du ren in wahrer Frömmigobgeffeget längst. D Herr feit. Du herrschest felbft Jesu, deine Hand leift im Land; das Herz der uns Beistand und Bestand, Obrigkeiten kannst du wie daß wir dir in allen Din- Bäche leiten, es steht in gen ewig Lob und Ehre deiner Hand. ringen. Martin Rindart. 6. Die uns allhie regieren, Herr, die regiere du Mel. Aus meines Her- durch deines Geistes Rühzens Grunde. ren und Weisheit immer* Cehovah, Herr zu; damit sie fort und und König fort dein Wort viel lieber der Könige und Herrn! Dir haben, als Rache, Lust und ift man unterthänig, du Gaben, denn es ist Gotherrscheft nah und fern. tes Wort. 999.* 7. Laß Bur Friedensfeier. 847 7. Laß ihre Thür weit lomo. Sei ihnen immer offen, die Thor erhöhet nah. Gieb ihnen Simsons sein, und ziehe, wie wir hoffen, du Ehrenkönig, ein, du Herr Herr Zebaoth, an Ehren groß und prächtig, im Streiten stark und machtig, ein Helfer in der Not. Stärke, den Glauben, Sieg und Werke des Helden Joſua. 12. Gieb ihnen rechte Liebe zu der Gerechtigkeit, gieb ihnen tapfreTriebe und Großmut in dem Streit. Mit Lastern streiten sie und ausgebrochnen Sünden, 8. Laß fie zu Pflegern verden, laß sie Säugammen sein des Kirchleins, so laß sie überwinden. Ja, das auf Erden muß um Herr, verlaß sie nie. Erbjung schrein. Laß sie mit Furcht den Sohn recht füssen, nicht erbittern, sich freut und doch zittern. Sein Zorn entbrennet Ichon. 13. Das, was fie angeschlagen, das schlage glücklich aus. Laß sie auch etwas wagen für Gottes Ruhm und Haus. Ihr Leben sei voll Ruh, und laß sie lange leben. Schick ihnen auch daneben getreue Näte zu. 9. Her ist ein groß Getumme, hier ist Egyptens Frohn; zieb Weisheit von dem Himmel, die stets um deinen Thron; durch fie regiert man lie, ein Ratsherr spricht die Rechten durch Weisheit denen Knechten, ein König herscht durch sie. 10. Lehr Gnådge dein Erbarmen, das Geschrei dr Witwen, Waisen, Armer und Uu- 15. Verschone ihre MänUnterdrückten bei, fo beugen gel, laß's ihnen wohl erfie kein Recht; alt selbst gehn, laß deine guten Enfie in den Schranken, gieb gel als Wächter um fie fürstliche Gedanken dem stehn. Herr Gott, du seg= fürstlichen Geschlecht. neft gern; wir bitten ohn 11. Gieb ihnen Lavids Ermüden, schaff unsern Glücke, gieb, daß ihr Serie Grenzen Frieden, durch To die wahre Weisheit Jesum unsern Herrn. dichmücke, als wie den Sa14.Behüte fie vorheuchlern, die schlaue Füchse sein, vor unverschämten Schmeichlern, vor falschem Hoheitsschein, vor Wolluft, Pracht und Krieg, vor frechem Blutvergießen; und ring ihnen wenn sie kriegen müssen, so gieb dem Necht den Sieg. HIS Phil. Fr. Hiller. XIII. Zur Friedensfeier. regier, Mel. Nun danket alle dich loben wir! Gott. Herr, unsre Stimmen, 1000.* Herr Gott, aß deines Geiftes Glut 848 Vom Hausstand. in unsern Herzen glimmen. mit Herzen, Zung und Komm, fomm, o edle Mund: Herr Gott, wir Flamm, ach fomm zu uns danken dir! allhier, so fingen wir mit 6. Herr Gott, dich IsLuft: Herr Gott, dich ben wir, daß du uns zwar loben wir! gestrafet, jedoch in deinem 2. Herr Gott, dich lo- 3orn nicht gar haft wegben wir; wir preifen dei- geraffet; es hat die Bone Güte, wir rühmen dei- terhand uns deine Gua ne Macht mit herzlichem denthür jetzt wieder auf Gemüte. Es steiget un- gethan. Herr Gott, we fer Lied bis an die Him- danken dir! melsthur und tout mit 7, Herr Gott, vit großem Schall: Herr danken dir, daß du Lard, Gott, dich loben wir! Kirch und Häuser, den 3. Herr Gott, dich lo- frommen Fürfienstanm ben wir für deine große und dessen grüne Heifer Gnaden, daß du das Va- bisher erhalten haft gieb terland von Kriegeslaft ferner Gnad allhier, daß entladen, daß du uns blik- auch die Nachwelt fing: ken läßt des güldnen Frie- Herr Gott, wir danken dens Zier; drum jauchzet dir! alles Volk: Herr Gott, dich loben wir! 8. Herr Gat, mir danken dir, und sitten, du 4. Herr Gott, dich lo- wollt geben, das wir auc, ben wir, die wir in lan- fünftig stets involler Rugen Jahren der Waffen he leben. Kwn uns mit schweres Joch und frechen deinem Gut, erfüll jent Grimm erfahren. Jeht nach Begier.o Bater, un rühmet unser Mund mit sern Wunsch. Herr Gott, herzlicher Begier: Gott wir danken dir! Lob, wir sind in Ruh. 9. Her Gott, wir Herr Gott, wir danken danken hr mit Orgeln dir: und Tronpeten, mit Har 5. Herr Gott, dich lo- fen, Cynbelschall, Posauben wir, daß du die Pfeil nen, Grigen, Fldten; und und Wagen, Schild, Bo- was nur Odem hat, er gen, Spieß und Schwert tön tht für und für: zerbrochen und zerschlagen. Herr Gott, dich loben Der Strick ist nun ent- wir, Herr Gott, wir danzwei; darum so singen wir ken dir! Johann Frand. XIV. Vom Hausstand. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. n ang' ich an, was mir zu thun gebühret. Mit Gott 1001.* Gottes wird alles wohl gethan, Vom Hansstand. 849 and glücklich ausgeführet. Idas, was du mich schaffen Was man in Gottes Na- heißt, geschehb' mit lauter men thut, ist allenthalben Freuden; auf daß ich dir recht und gut, und kann mit aller Treu auf dein uns auch gedeihen. Gebot gehorsam sei, und 2. Gott ist's, der das meinen Nächsten liebe. Vermögen schafft, was 7. Nun, Jesu, komm Gutes zu vollbringen. Er und bleib bei mir; die giebt uns Segen, Mut Werke metner Hände be and Kraft, und läßt das fehl' ich, liebster Heiland, Werk gelingen, daß uns dir; hilf, daß ich sie vollein reicher Zug entsteht, ende zu deines Namens and dergestalt zur Nah- Herrlichkeit, und gieb, daß rung geht, daß wir Ver- ich zur Abendzeit erwünsch gnúaen haben. ten Lohn empfange. Sal Liscov. 3. Wer erst nach Gottes Reiche tracht, und bleibt auf seinen Wegen, Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. der wird gar leichtlich reich gemacht durch Gottes 1002.* Se mel milden Segen; da wird für der Fromme voll und satt, ne Kinder, Vater, nimm daß er von seitter Arbeit dich ihrer an; ob sie gleich hat, auch Armen Brot zu vor dir sind Sünder, find geben. fie dir doch zugethan, und 4. Gott ist der From- durch deines Sohnes Blut men Schild und Lohn, gleichwohl dein erworbnes er frånet sie mit Gnaden; Gut, darum wirst du sie der bösen Welt ihr Neid aus Gnaden wohl beschüt und Hohn kann ihnen gar zen und beraten. nicht schaden. Gott dek- 2. Sie sind dir von Eet fie mit seiner Hand, Kindesbeinen und von er fegnet ihre Stadt, ihr ihrer ersten Stund zuge Land, und füllet fie mit worfen als die Deinen, Freuden. und durch deinen Gna5. Drum komm, Herr, denbund hast du sie in Jesu, stärke mich, hilf ihrer Tauf väterlich gemir in meinen Werken; nommen auf, daß sie, wenn laß du mit deiner Gnade fie sollten fierben, wären dich bei meiner Arbeit mer- deines Reiches Erben. Een. Gieb dein Gedeihen selbst dazu, daß ich in allem, was ich ihu', ererbe daten Segen. 3. Du hast sie bisher ernähret, und so manchem Unglücksfall mehr als väterlich gewehret, der sie 6. Regiere mich durch hier und überall hätte deinen Geist, den Mü- leichtlich umgestürzt, ia Siggang zu meiden, daß das Leben abgekürzt; aber 36** deine 850 Dom Haussland. deine Batertreue bleibt bei den eine Laft, wenn eine fbuen täglich neue. Not und ein Unfall sie be4. Sollt' ich nicht für trifft; wehre selbsten allene folche Güte immer dir Gift, daß die Feind' nicht verpflichtet sein, und mit ihrer lachen, und ihr Undankbarem Gemüte sol- glück größer machen. chen Glücks- und Se- 9. Endlich wenn die gensschein rühmen, und Fahr' verflossen, daß sie vor jedermann deine Wohl- diese Lebenszeit haben ehrthat zeigen an? Ach so lich hier genosſen, und sie müßt' ich ganz vermessen in die Ewigkeit sollen Gottes, meines Heils, ver- ihren Eintritt thun, so lag geffen. alle Schmerzen ruhn, und laß fie in ihrem Sterben se Schäße, daß ihr Haus glaubensvoll den Himmel in solchem Heil sich an erben. Geld und Gut ergöße, so 5. Sammeln andre gro10. Gönne mir die grobist du mein einzig Leil. ßen Freuden, daß am lie Bleib auch meiner Kinder ben jüngsten Tag, nach feiner LeiNot und in keinem Kreuz den, ich mit Jauchzen saverderben, bis sie endlich gen mag: liebster Bater, felig sterben. ich bin hier, und die Kisin 6. Schütze sie vor bi- der, die du mir haft in sen Leuten und vor der iener Welt bescheret. Emig Berführer Schar, daß ihr sei dein Nam geehret. Fuß nicht möge gleiten; Joh. Ludw. Schloffer. laß sie ihre Lebensjahr' in der Lugend bringen Mel. Wie schön leuchtet ju, bis du sie, wie mich, der Morgenstern. zur Ruh wirst ins fühle 1003.* Wie ſchön ist's Grab versenken, und die Seligkeit uns schenken. doch, Herr Jesu Chrik, 7. Können sie in diesem im Stande, da dein SeLeben hier, und wo es gen ist, im Stande beildir gefällt, was zu deinen ger Ehe! Wie steigt und Ehren geben, so laß in neigt sich deine Gab und der ganzen Welt ihnen, alles Gut so mild herab wo sie immer geht, deine aus deiner heilgen Höhe, Furcht vor Augen stehn, wenn sich an dich fleißig daß fie dich im Thun halten Jung und Alten, und Lassen stets in ihre die im Orden eines Lebens Herzen fassen. einig worden. 8. Lasse fie auch meinen 2. Wenn Mann und Feinden nicht zum Hohn, Weib fich wohl begebn, lieber Gott, werden, und unverrückt beisammen noch auch meinen Freun- fiehn im Bande reiner Treue, Beim Gewitter. 851 Trene, da geht das Glück schauet schöne Söhne und in vollem Lauf, da sieht die Tocken, die den Rokman, wie der Engel Hauf ken fein abspinnen, und im Himmel selbst sich freue. mit Kunst die Zeit geKein Sturm, fein Wurm winnen. kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott giebet dem Paar, daß in ihm sich liebet. 3. Vor allem giebt er feine Gnad, in deren Schoß er früh und spat fein Hochgeliebten heget. 6. Sei gutes Muts, wir find es nicht, die diesen Orden aufgericht, es ist Gott, unser Vater: der hat uns ie und ie geliebt, und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, der beſte Freund und Rater. AntDa firect sein Arm sich fang, Ausgang aller Satäglich aus, da faßt er uns chen, die zu machen wir und unser Haus, gleich als gedenken, wird er wohl ein Bater pfleget. Da muß und weislich lenken. ein Fuß nach dem andern gehn und wandern, bis sie kommen in das Zelt und Sit der Frommen. 7. Zwar bleibt's nicht aus, es kommt ja wohl ein Stündlein, da mant Leidens voll die Thränen 4. Der Mann wird ei- lässet schießen; iedennoch, nem Baume gleich, an wer sich in Geduld ergiebt, Nesten schön, an Zweigen des Leid wird Gottes Huld reich; das Weib gleich in großen Freuden schlieeinem Neben, der seine ßen. Size, schwiße nur Träublein trägt und nährt, ein wenig: unser König und sich je mehr und mehr wird behende machen, daß vermehrt mit Früchten, die die Angst sich wende. da leben. Wohl dir, o Zier, Mannessonne, Hauseswonne, Ehrenkrone, Gott denkt dein bei seinem Throne. 8. Wohl her, mein König, nah herzu, gieb Rat im Kreuz, in Noten Rub, in Aengsten Trost und Freude. Des sollst du ha5. Dich, dich hat er ihm ben Ruhm und Preis, wir auserkorn, daß aus dir ward wollen singen bester Weis, herausgeborn das Volk, das und danken alle beide, bis sein Reich bauet; sein Wun- wir bei dir, deinen Wilderwerf geht immerfort, len zu erfüllen, deinen Naund seines Mundes starkes men ewig loben werden. Wort macht, daß dein Auge Amen. Paul Gerhardt. XV. Beim Gewitter. Mel. Auf meinen lieben get auf: mein Herz zu Gott. Gott hinauf! Fall ihm 1004.* in Wet- geschwind zu Fuße durch ter stei- l wahre 852 Von der Ernte. wahre Reu und Buße, da-| kindlich traue, und auf dein mit gleich deine Sünden Helfen baue. durch Chrifti Tod verschwinden. 4. Ich will mit dem, was mein, dir ganz gelas2. Herr, der du gut sen sein; dein Flügel wird und fromm: zu dir ich uns decken, verjagen alles gläubig komm'; bitt' mir Schrecken, und lassen uns aus dein Erbarmen, hab' aus Gnaden das Wetter Chriftum auf den Armen: gar nicht schaden. um desfentwillen schone, 5. Wohlan! verlaß uns mir nicht nach Sünden nicht; bleib unsre Zuverlobne. sicht und laß dein Ba3. Durch Chrifti teures terlieben auch jeht an uns Blut mach mir ein Herz sich üben, so wolln wir, und Mut, das sich nicht weil wir leben, dir Preis Enechtisch scheue, viel lie- und Ehre geben. ber deiner Treue in allem Aemilie Juliane, Gräfin v. Schwarzb.- Rudolft. XVI. Von der Ernte. 1005.* zum Ende, der Segen eingebracht, woraus Gott alle Stände satt, reich und fröhlich macht; der alte Gott lebt noch, man kann es deutlich merken an so viel Liebeswerken, drum preisen wir ihn hoch. noch ererbt; doch hat Gott Mel. Don Gott will ich mehr gethan aus unvernicht laffen. dienter Gite, als Mund, ie Ernt' Herz und Gemüte nach ist nun Würden rühmen kann. 4. Er hat sein Herz geneiget, uns Sünder zu er freun, und gnugsam fich bezeiget durch Regn und Sonnenschein; ward's aber nicht geacht, so hat er sich verborgen, und durch verborgnes Sorgen zum Beten uns gebracht. 2. Wir rühmen seine Gute, die uns das Feld 5. O allerliebster Vabestellt, und oft ohn un- ter, du hast viel Dank verfre Bitte gethan, was uns dient; du mildester Berater, gefällt; die immer noch machst, daß uns Segen geschont, ob wir gleich grünt. Wohlan! dich logottlos leben, die Fried ben wir für abgewandten und Ruh gegeben, daß Schaden, für viel und jeder sicher wohnt. große Gnadett, Herr Gott wir danken dir. 3. 3war manchen schbnen Segen hat böses Thun 6. 3um Danke kommt verderbt, den wir auf gu- das Bitten, du wolleft, ten Wegen sonst hätten frommer Gott, vor Feuer LUNE Von der Ernte. 853 uns behüten, und aller schen alle zählen, die heut andern Not; gieb friede- bei dir zu Tische gehn? volle Zeit, erhalte deine Doch muß die Notdurft Gaben, daß wir uns da- keinem fehlen, denn du mit laben, regier die weißt allen vorzustehn, Obrigkeit. und schaffest, daß ein jedes Land sein Brot bekommt aus deiner Hand. 7. Besonders laß gedeiben dein reines wahres Wort, daß wir uns dessen 3. Du machst, daß man freuen, und auch an un- auf Hoffnung sået, und ferm Ort dies gute Sam- endlich auch die Frucht körnlein verlangte Früchte geneußt; der Wind, der bringe, und wir in allem durch die Felder wehet, Dinge recht fromme Leu- die Wolke, so das Land te sein. begeußt, des Himmels Tau, der Sonnenstrahl find deine Diener allzumal. 8. Gieb, daß zu dir uns lenket, toas du zum Unterhalt des Lebens haft geschenket: daß wir dich 4. Und also wächst des der mannigfalt in deinen Ga- Menschen Speise, ben sehn, mit Herzen, Mund und Leben dir Dank und Ehre geben, o laß es doch geschehn. Acker selbst wird ihm zum Brot; es mehret sich vielfåltger Weise, was anfangs schien, als wär' es 9. Kommt unser Lebens- tot, bis in der Ernte jung ende, so nimm du unsern und alt erlanget feinen Geift in deine Baterhånde, Unterhalt. da er der Ruh geneußt, 5. Nun, Herr, was da ibm kein Leid bewußt; soll man erst bedenken? fo ernten wir mit Freuden Der Wunder hier sind gar nach ausgestandnem Leiden zu viel. So viel, als du, die Garben voller Lust. kann niemand schenken, und dein Erbarmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr beschert, als wir zusammen alle Gottfried Tollmann. 1006.* Gott, wert. von dem 6. Wir wollen's auch wir alles haben, die Welt keinmal vergessen, was uns ist ein sehr großes Haus, dein Segen tråget eint. du aber teilest deine Ga- Ein jeder Bissen, den wir ben recht wie ein Vater essen, soll deines Namens drinnen aus. Dein Segen Denkmal sein, und Herz macht uns alle reich: ach und Mund soll lebenslang Heber Gott, wer ist dir für unsre Nahrung sagen gleich? Dank. Caspar Neumann. 2. Wer kann die MenMel, Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 854 Von der göttlichen Vorsehung. XVII. Von der göttlichen Vorsehung. Gesundheit, Ehre, Glück Mel. Was Gott thut, und Pracht sind nicht das das ist wohlgethan. Glück der Seelen. Wer 1007.* Auf Gott Gottes Rat vor Augen und nicht hat, dem wird ein gut Geauf meinen Rat will ich wissen die Trůbsal auch mein Glücke bauen, und versüßen. dem, der mich erschaffen 6. Was ist des Lebens hat, mit ganzer Seele Herrlichkeit, wie bald ist trauen Er, der die Welt fie verschwunden! Was ift allmächtig hält, wird mich das Leiden dieser Zeit? in meinen Tagen als Gott wie bald ist's überwunden! und Bater tragen. Hofft auf den Herrn, er 2. Er sah von aller hilft uns gern; seid fröh= Ewigkeit, wie viel mir lich, ihr Gerechten, der nüßen würde, bestimmte Herr hilft seinen Knechten. meine Lebenszeit, mein Christian Fürchtegott Gellert. Glück und meine Bürde. Mel. Meinen Jesum laff' ich nicht. Was zagt mein Herz? It auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht 1008.* De ennoch zu besiegen wäre? 3. Gott fennet, was ich stets an dir, wenn mir mein Herz begehrt, und alles gleich zuwider. Ketbätte, was ich bitte, mir ne Trubsal drückt in mir gnädig, eh ich's bat, ge- die gefaßte Hoffnung niewahrt, wenn's seine Weis- der, daß, wenn alles bricht beit litte. Er sorgt für und fällt, dennoch deine mich fiets väterlich. Nicht, Hand mich hålt. was ich mir ersehe, sein Wille der geschehe. 2. Leite mich nach del nem Rat, der wohl wun4. Ist nicht ein unge- derlich geschiehet; aber fortes Glück weit schwerer endlich in der That auf oft zu tragen, als selbst die schönste Wohlfahrt fiedas widrige Geschick, bei het. Denn du führst es dessen Last wir klagen? wohl hinaus, sieht es Die größte Not hebt doch gleich verfebret aus. der Lod, und Ehre, Glück und habe verläßt mich doch im Grabe. 3. Nimm mich dort mit Ehren an, wenn ich gnug gekämpfet habe; führe mich 5. An dem, was wahr- die Lebensbahn, zu dem haft glücklich macht, läßt Himmel aus dem Grabe; Gott es keinem fehlen; endlich zeige mir das Los Von ver göttlichen Vorsehung. 855 Los in der Auserwählten| augenblicks vorbei; set, Schoß. Seele, nur getrost: Gott ist und bleibt getreu. 4. Mag es doch indessen hier wunderlich mit mir ergeben, dennoch bleib' ich flets an dir, dennoch will ich feste stehen; ich muß, trotz sei aller Pein, dennoch, dennoch selig sein. Benjamin Schmolt. 5. Gott ist und bleibt getreu! er stillet dein Begehren, er will dein Glaubensgold in Trůbsalsglut bewähren; nimm an vont Gottes Hand den Kreuzkelch ohne Schen, der Lebensbecher folgt: Gott ist und bleibt getreu. 6. Gott ist und bleibt Mel. Nun danket alle Golt. 1009.* Gott ist und getreu! Laß alle Wetter bleibt ge- krachen, Gott wird der treu! sein Herze bricht von Trubsal doch ein solches Lieben, pflegt er gleich Ende machen, daß alles oftermals die Seinen zu Kreuz und Not dir ewig betrüben; er prüfet durch nützlich sei. So liebt der das Kreuz, wie rein der Höchste dich: Gott ist und Glaube sei, wie standhaft bleibt getreu. die Geduld. Gott ist und bleibt getreu. Mel. Ach! was soll ich Sünder machen. 2. Gott ist und bleibt getreu! er hilft ja selber 1010.* tragen, was er uns aufgelegt, die Laft der schweren Plagen; er braucht die Rute oft, und bleibet doch dabei ein Vatec, der uns liebt: Gott ist und bleibt getreu. ollt' ich meinem Gott nicht trauen, der mich liebt so väterlich, der so berzlich sorgt für mich? Sollt' ich auf den Fels nicht bauen, der mir ewig bleibet fest, der die Seinen nicht verläßt? 3. Gott ist und bleibt getren! er weiß, was wir 2. Er weiß alles, was vermögen, er pfleget nie mich dricket, mein Anliezu viel den Schwachen gen, meine Not, er steht aufzulegen; er macht sein mir bei bis in Tod; er Israel von Last und Ban- weiß, was mein Herz erden frei, wenn große Not quicket; seine Lieb und entsteht: Gott ist und Vatertreu bleibt mir ewig bleibt getreu. immer neu. 4. Gott ist und bleibt 3. Der die Vögel all getreu! er trößtet nach dem ernähret, der die Blumen, Weinen, er läßt nach trů- Laub und Gras kleidet ber Nacht die Freuden- schön ohn Unterlaß, der sonne scheinen; der Sturm, uns alles Guts bescheret, der Kreuzesflurm geht sollte der verlassen mich? Nein 856 Dom geistlichen Kampf. Nein, ich trau' ihm sicher-| ich laff meinen Gott lich. versorgen alles, weil doch aller Zeit ihre Sorge schon bereit. 4. Wenn ich seinem nachtrachte, wenn Gerechtigkeit Reich ich durch 6. Gott Lob, der mein finde meine Seligkeit, wenn Herz erfreuet, daß ich glauich Geld und Gut ver- be feftiglich, Gott, mein achte, segnet mein Gott Vater, sorgt für mich; früh und spat Wort und Gott Lob, der den Trost Werke, Rat und That. erneuet, daß ich weiß: 5. Ei so mag der andre Gott liebet mich, Gott Morgen bleiben! Was versorgt mich ewiglich. noch künftig ist, irrt mich Joh. Olearius. nicht, ich bin ein Chrift; XVIII. Vom geistlichen Kampf. In eigener Melodie. 4. Ganz großmütig fie 1011.* Löwen, laßt verlachten, was die Welt euch wie- für Vorteil hält und woderfinden, wie im ersten nach die meisten trachten, Christentum, die nichts es mocht' sein Ehr, Wolkonnte überwinden: seht luft, Geld. Furcht war nur an ihr Martertum, nicht in ihnen, auf die wie in Lieb sie glühen, Kampfschaubühnen spranwie fie Feuer sprühen, gen sie mit Freudigkeit, biel daß sich vor der Sterbens- ten mit den Tieren Streit. luft selbst der Satan fürchten mußt'. 5. O daß ich, wie dieſe waren, mich befänd' auch 2. In Gefahren uner- in dem Stand! Laß mich schrocken, und von Lüsten doch im Grund erfahren unberührt, die aufs Eitle dein' hülfreiche, starke konnten locken, war man Hand, mein Gott, recht damals: die Begierd ging lebendig! Gieb, daß ich nur nach dem Himmel, beständig bis in Tod fern aus dem Getümmel durch deine Kraft übe gute war erhoben das Gemüt, Ritterschaft! achtete, was zeitlich, nit. 6. Ohne dich bin ich 3. Alle Ding' nach ih- nicht tüchtig, irgend etwas rem Wesen, und nicht nach Guts zu thun, und dazu der Meinung, da wurden was, das so wichtig, es gründlich abgemessen, das thut bloß auf dir beruhn. Urteil im Licht geschah; Herr, Herr, meine Hoffin Unglück glückselig wa- nung, halte dein' Verhets ren sie und fröhlich, fern sung, hilf mir, daß ich von Menschensclaverei und als ein held mit der Tuvon ihren Banden frei. gend werd' vermählt. 7. Gieb, Vom geistlichen Kampf. 857 7. Gieb, daß ich mit der Schlangen Samen Geisteswaffen kämpf in sich dem Glauben widerJesu Löwenstärk, und hier setzt und das Schlachtniemals möge schlafen, schwert auf uns weht. daß mir dieses große Werk 12. Gebt euch in das durch dich mög' gelingen, Leiden wacker! Mit dem und ich tapfer ringen, Blut der Märtyrer wird daß ich in die Luft nicht gedüngt der Kirchenacker; ftreich, sondern bald das diese Fettigkeit treibt sehr Ziel erreich). und macht stark aussprof8. Es dürft wieder da- fen, wenn mit wird bezu kommen, daß des Fein- gossen; o dann trägt er des tolle Wut zu der reichlich Frucht, eine schöne Schlachtbank deine From- Gartenzucht. men führte und vergöff 13. Schwängre vor, o the Blut: nach gemeiner güldner Regen, uns, dein Sage große Trubsalstage durres Erb und Erd, daß werden kommen uns zu wir dir getreu sein mögen, Haus und noch ein sehr und nicht achten Feur harter Strauß. und Schwert, als in Lie9. Jehund kommen erst be trunken und in dir verdie Hefen, denn das Maß sunken! Mach dein' Kirch muß sein erfüllt und das an Glauben reich, daß das Leht noch übertreffen, wenn End dem Anfang gleich"! man sieht auf Christi Bild, was sein' Kirch im Anfang Leiden mußt' beim Eingang: denn am Abend starb das Mel. Sion klagt mit Angst und Schmerze.. 1012.* Treuer ir Lamm, das doch früh ans Kreuze kam. te deiner Herde, deiner Glieder star10. Ei wohlan, nur fein fer Schuß, sich doch, wie ftandhaftig, o ihr Brüder, die Asch und Erde, großer tapfer drauf! Lasset uns Gott, mit Grimm und doch recht herzhaftig fol- Truh tobt und wütet gen jener Zeugen Hauf! wider dich, und vermißt Nur den Leib berühret, sich freventlich, deine Kirche was ihm so gebühret; er zu zerstören, und dein Erbhats Leiden wohl verdient, teil zu verheeren. und die Seel darunter grunt. 2. Du, Herr, bift ja unser König, wir sind dein 11. Fort, weg mit dem mit Leib und Seel: Menad Sinn der Griechen, denen schenbülf ist hier zu we Kreuz ein' Thorheit ist! nig, wo nicht du, ImmaO laßt uns zurück nicht nuel, zu der Deinen Retfriechen, wenn ans Kreuz tung wachst, und dich selbst soll Jesus Chrift! Steht zu Felde machst, für dein in Jesu Namen, wenn wahres Wort zu kämpfen, und 858 Dom Lobe Gottes. und der Feinde Rat zu dämpfen. 6. Hilf den Deinen, und bekehre der Verfolger blindes Heer; der Verfolgung steur und wehre, daß fie 3. Es trifft deines Namens Ehre, deiner Wahrheit Heiligtum, Jesu, uns nicht werd' zu schwer. deine Glaubenslehre, dei- Nimm dich der Bedrängnes Leidens Kraft und ten an, leit auch die auf Ruhm, und den Dienst, rechter Bahn, die noch den dir allein wir zu lei- jest durch Satans Lügen ften schuldig sein: dazu sich selbst um ihr Heil fannst du ja nicht schwei- betrügen. gen, deine wirst du zeigen. Machthand 7. Laß uns recht und redlich handeln, und in 4. Du verlachst der Fein- Taubeneinfalt, dir ganz de Tücke, treibst der bösen gelassen, heilig wandeln, Herzen Schluß, Rat und doch dabei uns flüglich Anschlag selbst zurücke, daß hier schicken in die böse er nicht gelingen muß. Zeit, und vor falscher Die Verfolgung hat ihr Heiligkeit, auch der Feinde Ziel, du verbängst ihr nicht Lift und Wüten uns mit ngu viel, und pflegst derer Schlangenflugheit buten. nur zu spotten, die, Herr, wider dich sich rotten. 8. Laß mit Beten und mit Wachen stets uns stehn 5. Stärke nur den schwa- auf unsrer Hut, und nur chen Glauben, den, bei so dich, Herr, laffen machen, betrübter Zeit, Fleisch und so wird alles werden gut. Satan uns zu rauben, Jesus streitet für uns und mit Furcht und Bld- hier, und vertritt uns dort is digkeit uns zu schrecken sind bei dir, bis wir auf der neuen Erden mit ihm tribemüht. Deine Weisheit kennt und sieht deiner Kin- umphieren werden. Der schwach Vermögen, und wirst nicht zu viel auflegen. Henriette Eath. v. Gersdorf. XIX. Bom Lobe Gottes. freut, bis hieher mir ge holfen. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 1013.* Bis bicher 2. Hab Lob, hab Ehr, bab Preis und Dank für hat die verge Treue, die du, Gott gebracht durch seine o Gott, mir lebenslang große Güte, bis hieher hat bewiesen täglich neue; in Chuer Tag und Nacht bewahrt mein Gedächtnis schreib' Herz und Gemüte. Bis ich an: der Herr hat bieber hat er mich geleit, Gross an mir gethan, bis bus bis hicher hat er mich er- hieher mir geholfen. 3. Hilf Dom Lobe Gottes. 859 3. Hilf fernerweit, mein Vater, Gott der Sohn, treuster Hort, hilf mir zu und Gott der werte Geift. allen Stunden, hilf mir 5. Dem wir das Heilig an all und jedem Ort, hilf jetzt mit Freuden lasſen mir durch Jesu Wunden; klingen, und mit der Endamit ich sag bis in den gelschar das Heilig, HeiTod: Durch Christi Blut lig fingen, den herzlich hilft mir mein Gott, er lobt und preist die ganze hilft, wie er geholfen! Christenheit, gelobet fei mein Gott in alle Ewigfeit. Johann Olearins. In eigener Melodie. Nemilie Juliane, Gräfin v. Schwarzburg- Rudolstadt. Mel. Nun danket alle Gott, 1015. obeden Herren, 1014.* Gelobet fei der Herr, o meine Seele, ich will mein Gott, mein Licht, ihn loben bis in Tod. Weil 10 mein Leben, mein Schöp- ich noch Stunden auf Erfer, der mir hat mein Leib den zähle, will ich lobsin20 und Seel gegeben, mein gen meinem Gott. Der Bater, der mich schützt von Leib und Seel gegeben hat, Mutterleibe an, der alle werde gevriesen früh und Augenblick viel Guts ant spat. Hallel., Hallelujah! od mir gethan. 2. Fürsten find Men2. Gelobet set der Herr, schen, vom Weib geboren, mein Gott, mein Heil, und kehren um zu ihrem mein Lebent, des Vaters Staub; ihre Anschläge sind liebster Sohn, der sich für auch verloren, wenn nun mich gegeben, der mich er- das Grab nimmt seinen Ibset hat mit seinem teu- Raub. Weil denn kein ren Blut, der mir im Mensch uns helfen kann, Glauben schenkt das al- rufe man Gott um Hülfe lerhöchste Gut. an. Halleluiah, Hallelujah! 3. Gelobet fei der Herr, 3. Selig, ja selig ist der mein Gott, mein Trost, zu nennen, des Hülfe der mein Leben, des Vaters Gott Jakobs ist; welcher werter Geist, den mir der vom Glauben sich nicht Sohn gegeben, der mir läßt trennen, und hofft gemein Herz erquickt, der troft auf Jesum Chrift. mir giebt neue Kraft, der Wer diesen Herrn zum 3 mir in aller Not Rat, Beistand hat, findet am besten Rat und That. Troft und Hülfe schafft. pole 4, Gelobet sei der Herr, Hallelujah, Hallelujah. mein Gott, der ewig lebet, 4. Dieser hat Himmel, den alles, alles lobt, was Meer und die Erden und in den Lüften schwebet. was darinnen ist, gemacht; Gelobet sei der Herr, des alles muß pünktlich erfülName heilig heißt, Gott let werden, was er uns eitt 860 Dom Lobe Gottes. einmal zugedacht. Er ist's, schen in der Welt, dem, der Herrscher aller Welt, dessen Lob der Engel Heer welcher uns ewig Glauben im Himmel stets vermeldt. hält. Hallel., Hallelujah! 2. Ermuntert euch und 5. Zeigen sich welche, die fingt mit Schall Gott, Unrecht leiden: er ist's der unserm höchsten Gut, der ihnen echt verschafft. seine Wunder überall und Hungrigen will er zur große Dinge thut. Speis bescheiden, was ihnen dient zur Lebenskraft. Die hart Gebundnen macht er frei; seine Genad ist mancherlei. Hallel. Hallelujah! 6. Sehende Augen giebt 3. Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält und, wo fein Mensch nicht helfen kann, fich selbst zum Helfer stellt. 4. Der, ob wir ihn gleich er den Blinden, erhebt, die hoch betrübt, doch bleibet tiefgebeuger gehn. Wo er gutes Muts, die Straf erkann einige Fromme fin- läßt, die Schuld vergiebt, den, die läßt er seine Liebe und thut uns alles Guts. sehn. Sein' Aufsicht ist des 5. Er gebe uns ein fröhlich Fremden Truß, Witwen und Waisen hält er Schuß. Hallelujah, Hallelujah! Herz, erfrische Geist und Sinn, und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin. 6. Er laffe seinen Frieden ruhn in Israelis Land; er 7. Aber der Gottesvergeßnen Tritte kehrt er mit starker Hand zurück, daß fie nur machen verkehrte gebeGlück zu unsermThun Schritte und fallen selbst und Heil zu allem Stand. in ihren Strick. Der Herr 7. Er laffe seine Lieb ist König ewiglich; Zion, und Gut um, bei und mit dein Gott sorgt stets für uns gehn, was aber dngdich. Hallel., Halleluiah! stet und bemüht, gar ferme 8. Rühmet, ihr Men- von uns stehn. schen, den hohen Namen 8. So lange dieses Ledes, der so große Wun- ben währt, set er stets under thut. Alles, was D- ser Heil; und bielb auch, dem hat, rufe Amen, und wenn wir von der Grd abbringe Lob mit frohem scheiden, unser Ten. 10 Mut. Ihr Kinder Gottes, lobt und preift Bater Herze bricht, uns unfre und Sohn und heilgen Augen zu, und zeig' uns Geift. Hallel., Halleluiah! drauf sein Angeficht dort 9. Er drücke, wenn das Joh. Dan. Herrnschmidt. Mel. Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich. 1016.* un danket all und 1017.* un jauchzt bringet Ehr, ihr Menin der ewgen Rub. Paul Gerhardt. Mel. Herr Jefu Chrift, dich zu uns wend. demherren affe Am Marientage. 861 alle Welt! Kommt her, zu nun und immerdar ge= seinem Dienst euch stellt; preist. 1018.* un preikommt mit Frohlocken, Dav. Denice, nach Corn.Becker. sdumet nicht, kommt vor In eigener Melodie. sein heiligs Angesicht. 2. Erkennt, daß Gott set alle ist unser Herr, der uns er Gottes Barmherzigkeit; schaffen ihm zur Ehr, und lob ihn mit Schalle, wernicht wir selbst; durch teste Christenheit! Er läßt Gottes Hand ein jeder dich freundlich zu sich laMensch sein Leben hat. den: freue dich, Israel, 3. Er hat uns ferner seiner Gnaden. wopi bedacht und uns zu seinem Volk gemacht; zu Schafen, die er ist bereit zu führen stets auf gute Weid. 2. Der Herr regieret über die ganze Welt; was sich nur rühret, ihme zu Fuße fällt. Viel tausend Engel um ihn schweben, 4. Die ihr nun wollet Pfalter und Harfen ihm bei ihm sein, kommt, geht Ehre geben. zu seinen Thoren ein mit 3. Wohlauf, ihr Heiden, Loben durch der Psalmen lasset das Trauern sein: Klang, zu seinem Vorhof zur grünen Weiden stellet mit Gesang. euch willig ein. Da läßt 5. Dankt unserm Gott er uns sein Wort verkünlobsinget ihm, rühmt sei- den, machet uns ledig von nen Nam mit lauter allen Sünden. Stimm; lobsingt und 4. Er giebet Speise danket allesamt: Gott reichlich und überall, nach loben das ist unser Amt. Batersweise sättigt er all6. Er ist voll Gut und zumal; er schaffet früh Freundlichkeit, voll Lieb und spaten Regen, füllet und Tren zu jeder Zeit; uns alle mit seinem Segen. fein' Gnade währet dort und hier, und seine Wahrheit für und für. 5. Drum preis und ehre seine Barmherzigkeit, sein Lob vermehre, wer7. Gott Vater in dem teste Christenheit! Uns höchsten Thron, und Je- soll hinfort kein Unfall fus Christ, sein einger schaden: freue dich, IsSohn, samt Gott, dem rael, seiner Gnaden! werten heilgen Geist, sei Matthäus Apelles v.28wenftern XX. Am Marientage. Mel. Allein Gott in der Jesus macht mich rein Höh sei Ehr. von allen meinen Sünden; 1019.* Got Lob, was er büßt, muß bezahmein let sein, nun kann mich nicht 862 Am Marientage. nicht mehr binden der bring mich zu deiner HerrSünden Strick, des Teu lichkeit, hilf seliglich vollfels Macht, drum mein enden; komm bald, hilf Glaub Höll und Tod ver- mir aus aller Not, bilf lacht, weil Jesus ist mein mir, Herr, durch dein Leben. Blut und Tod; ia komm, Herr Jesu! Amen. ind Joh. Olearius. 2. Was traur' ich denn? Er lebt ja noch, der das Gesetz erfüllet, der durch den Tod und Kreuzesisch MAL In eigener Melodie. des Baters Zorn gefillet 1020.* Serre su, Licht was er hat, das ist alles mein, wie könnt' doch der Heiden, der Frommen größrer Reichtum sein, als Schaß und Lieb, wir komwas mir Jesus schenfet? men icht mit Freuden durch 3. Weil Jesus mich von deines Geistes Trieb in Sünden rein durch sein diesen deinen Tempel und Verdienst will machen, suchen mit Begier, nach daß ich, los aller Qual Simeons Exempel, dich und Pein, nicht fürcht' großen Gott allhier. des Todes Rachen: so 2. Du wirst von uns tröst mich seine Heiligkeit, gefunden, o Herr, an jesein' Unschuld, Heil und dem Ort, dahin du dich Seligkeit ist mein Schak verbunden durch dein Verund mein Leben. beißungswort; vergdunst 4. So kann ich auch noch heut zu Tage, daß mit Fried und Freud, wie man dich gleicherweis auf Simeon, mein Leben be- Glaubensarmenn trage, schließen frei von allem Leid, mich meinem Gott ergeben. So bald ich thu' mein' Augen zu, so wird mein Tod mein Schlaf und Ruh, seh' ich des Himmels Freude. wie hier der alte Greis. 3. Sei unser Glanz in Wonne, ein helles Licht in Pein, in Schrecken unsre Sonne, im Kreuz ein Gnadenschein; in Zagheit Glut und Flamme, in Not ein 5. Wie werd' ich dann Freudensirabl, in Kranks so fröhlich sein, wenn ich heit Arzt und Amme, ein die Welt verlaffen, wenn Stern in Todesqual. mich die Himmelsgeister- 4. Herr, laß auch uns lein geführt zur Lebens- gelingen, daß leßt, wie ftraßen; wenn ich erblickt Simeon, ein jeder Christ die Ewigkeit, wenn ich er- fann fingen den schönen langt die Geligkeit, die Schwanenton! Mir wermir mein Gott bereitet. den nun mit Frieden mein' 6. Hilf, Gott, daß ich Augen zugedrückt, nachdem fei stets bereit, laß mich ich schon hienieden dett nichts von dir wenden; Heiland hab' erblickt. 5. Ja, Morgenlieder. 863 5. Ja, ja, ich hab' im 6. Hier blickst du zwar Glauben, mein Jesu, dich zuweilen so scheel und geschaut: kein Feind kann schwül mich an, daß oft dich mir rauben, wie hef- vor Angst und Heulen ich tig er auch draut. Ich dich nicht kennen kann; wohn' in deinem Herzen, dort aber wird's geschehen, und in dem meinen du; daß ich von Angesicht zu uns scheiden keine Schmer- Angesicht soll sehen dein zen, kein' Angst, kein Tod immer klares Licht. dazu. Johann Frand. XXI. Morgenlieder. Mel. Auf meinen lieben Geist sich wenden: nimm Gott. ihn zu treuen Händen; 1021.* Der schöne und laß auf deinen Namen Tag bricht uns fröhlich fahren. Amen. Aug. Buchner, Mel. Wo Gott zum Haus nicht giebt sein' Gunft. fangen, du unser Sonn 1022.* Des Mor an: die Nacht ist abgethan, die Finsternis vergangen: laß uns dein Licht um zum Heil gegeben! gens wenn ich früh auffieh', und 2. Befichl der Engel des Abends zu Bette geb', Schar, daß sie uns heut sehn meine Augen, Herr, bewahr'; du selbst dein' auf dich, Herr Jesu, dir Hand ausstecke, daß uns befehl' ich mich. dein Schild bedecke, und alles Uebel weiche, der Arge nicht beschleiche. 2. In den heilgen fünf Wunden dein da kann ich ruhn und sicher sein mit Leib und Seele, Hab und Gut: mein Schuß ist wur dein heilges Blut. 3. Laß unter deiner Hut uns nichts thun, als was gut, und recht wie Kinder leben, dir Herz und Sinn 3. Denn, o Herr Chrift, ergeben, in deinen Wegen am Kreuzesiamm dein heilgehen und fest im Glau- ges Blut die Sünd hinben stehen. nahm; drum ich wach' oder schlafe ein, wollst du, Herr, allzeit bei mir sein. 4. Befällt uns Uebel stand, so beut uns selbst die Hand, daß wir in allen Stücken uns drein geduldig schicken; denn dir nicht widerstreben ist ja das beste Leben. 4. Dein Engel mir stets halte Wacht; drum ich Tod, Teufel, Hill nicht acht'; denn wo ich bin, bist du bei mir: mein Glück und Kreuz kommt alls von dir. 5. Ich leb' odr sterb', so 5. Trank und speis unfern Mund, halt auch den Leib gesund. Muß unser bin ich dein; darum ich dir 864 Morgenlieder. In eigener Melodie. dir die Seele mein befehl' 5. Ich hab' erhoben zu fehund und auch im Tod: dir boch droben all meinte nimm sie zu dir, o treuer Sinnen: laß mein BeginGott! nen ohn allen Anstoß und glücklich ergehn. Laster 1023.* Die güldne und Schande, des LuciSonne, fers Bande, Fallen und voll Freud und Wonne, Tücke treib ferne zurücke; bringt unsern Grenzen laß mich auf deinen Gemit ihrem Glänzen ein boten bestehn. hergerquickendes liebliches 6. Laß mich mit FreuLicht. Mein Haupt und den ohn alles Neiden sehen Glieder die lagen darnie- den Segen, den du wirst der; aber nun steh' ich, bin legen in meines Bruders munter und fröhlich, schaue und Nähesten Haus. Geiden Himmel mit meinem ziges Brennen, unchriftGesicht. liches Rennen nach Guc 2. Mein Auge schauet, mit Sünde das tilge gewas Gott gebauet zu sei- schwinde von meinem Hernen Ehren, und uns zu zen und wirf es hinaus. lehren, wie sein Vermögen 7. Menschliches Wesen, sei mächtig und groß, und was ist's? Gewesen! In wo die Frommen dann einer Stunde geht es zu sollen hinkommen, wann Grunde, sobald das Lüftsie mit Frieden von hinnen lein des Todes dreinblåst. geschieden aus dieser Erden vergänglichem Schoß. Alles in allen muß brechen und fallen: Himmel und Erden die müssen das werden, was sie vor ihrer Er schaffung gewest. 3. Lasset uns fingen, dem Schöpfer bringen Guter und Gaben, was wir nur haben, alles sei Gotte 8. Alles vergehet, Gott zum Opfer geseßt. Die aber siehet ohn alles Wanbesten Güter sind unsre ken; seine Gedanken, sein Gemüter; dankbare Lie- Wort und Wille hat ewider sind Weihrauch und Widder, an welchen er sich am meisten ergößt. gen Grund. Sein Heil und Gnaden die nehmen nicht Schaden, heilen im Hers en die tödlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund. 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen: segnen und mehren, Unglück verwehren sind seine Werk und Thaten allein. Wenn 9. Gott, meine Krone, vergieb und schone. Laß wir uns legen, so ist er meine Schulden in Gnad jugegen; wenn wir auffteben, so läßt er aufgeben über uns seiner Barmhersigkeit Schein. und Hulden aus deinen Augen sein abegewandt. Son ften regiere, mich lenke und führe, wie dir's gefället: ich Morgenlieder. 865 tch habe gestellet alles in deine Beliebung und Hand. 3. Der Sonnen Licht aufs neu anbricht; o unerschaffne Sonne, brich mit deinem Licht hervor mir zur Freud und Wonne. 10. Willst du mir geben, womit mein Leben ich kann ernähren, so laß mich hbren allzeit im Herzen dies 4. Des Mondes Glanz heilige Wort: Gott ist das verliert sich ganz, er muß Größte, das Schönste und dem größern weichen: mit Beste; Gott ist das Süß- dir, Glanz der Herrlichkeit, te und Allergewißte aus ist nichts zu vergleichen. allen Schäßen, der edelste 5. Der Sterne Pracht Hort. muß mit der Nacht vom 11. Willst du mich krån- Himmel Abschied nehfen, mit Gallen trånken, men: unsers Morgensterund soll von Plagen ich nes Pracht darf sich nieauch was tragen: wohlan! mals schämen. so mach es, wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig, 6. Der Menschen Schar, die als tot war, greift jetzt was schädlich und nichtig zu ihren Werken: laß mich, meinem Gebeine, das weißt Herr, bei meinem Werk du alleine, haft niemals dein Werk in mir merken. keinen zu sehre betrübt. 12. Kreuz und Elende das nimmt ein Ende; nach Meeresbraufen und Windessausen leuchtet der 7.Ein jeder will der süßen Still und Ruhe Urlaub geben; Jesu, deine stille Rub sei des Geistes Leben. 8. Denn ich will auch Sonnen gewünschtes Ge- nach meinem Brauch zu ficht. Freude die Fülle und meinem Werke greifen; felige Stille hab' ich zu aber laß aus deiner Rub warten im himmlischen mein Herz nie ausschweifen. Garten, dahin sind meine Gedanken gericht. Paul Gerhardt. 9. Halt du die Wach, damit fein Ach und Schmerz den Geist berühre; meinen and regiere. ganzen Lebenslauf deine Mel. O Traurigkeit, Herzeleid. 10. Wann aber soll der Wechsel wohl der Tag' und 1024.* ie Nacht mein Geist und Sinn sehnt sich nach jenem Tage, vor dem völlig weichen muß Finsternis und Plage. 2. Der Tag ist da, das Licht ist nah, das Dunkle zu vertreiben: vor dir, JeSu, schönstes Licht, kann 12. Ja dann wird nicht nichts dunkel bleiben. der Sonnen Licht Jeru37 11. In jener Welt, da diese fällt, die Zion noch macht weinen, soll noch heller fiebenmal Tag und Sonne scheinen. fax der Tag anbrechen wird, dem kein Tag zu gleichen. 866 Morgenlieder. falem verlieren; denn das Sach also mit Gott attLamm ist selbst das Licht, gefangen: ei so hat es das die Stadt wird zieren. keine Not, wirst den Zweck erlangen; es wird ich da, wo meine Sonne folgen Glück und Heil wohnet, wo die Arbeit die ser Zeit völlig wird belohnet. 13. Hallelujah! Ei wår' hier in diesem Leben, endlich wird dir Gott dein Teil auch im Himmel geben. 14. O Jefulein, gieb Licht und Schein in unfern dunklen Zeiten: führ uns aus der finstern Welt in die Ewigkeiten. 5. Nun, Herr Jesu, all mein' Sach sei dir übergeben: es nach deinem Willen mach auch im Tod und Leben. All mein Werk greif' ich jest an, Jesu, in dein'm Namen; laß es doch sein wohlgethan: Ich Joh. Anaft. Freylinghausen. Mel. Schwing dich auf zu deinem Gott. 1025.* Fang bein ivrech' darauf Amen. Mel. Quem pastores laudavere oder: Den die Hirten lobten schre. mit Jesu an: Jesus har's in Händen; Jesum ruf zum Beistand an: Jesus wird's wohi enden. Steb 1026.* Trüh am mit Jesu morgens auf, Morgen geh mit Jesu schlafen; eius gehet und vor allen führ mit Jesu deinen Thüren stebet, flopfet att, Lauf, lasse Jesum schaffen. wo man aeslehet: komm, 2. Morgens soll der Herr Jeſu, unser Gast! Anfang sein, Jesum an- 2. Nun so lasset ihn nicht zubeten, daß er woll' dein dorten, thut ihm auf des Spelfer fein fiets in allen Herzens Pforten, und ruft Noten. Morgens, abends ihn mit süßen Worten: und bei Nacht will er eile, Jesu, fehre ein! flehn zur Seiten, wenn 3. Wollest täglich bei des Satans List und uns bleiben, alle Feinde Macht dich sucht zu be- von uns treiben, uns ins streiten. Buch des Lebens schrei3. Wenn dein Jesus ben und der gute Hirte mit dir ist, laß die Feinde sein; wüten; er wird dich vor 4. Weiden uns auf grüihrer List schüßen und be- ner Auen, daß wir deine hüten. Seß nur das Ver- Fülle schauen und auf deitrauen dein in sein' All- nen Reichtum bauen, mit machtshände, und glaub dir gehen aus und ein. ficher, daß allein er dein 5. Amen, ia, es soll ges Unglück wende. schehen! Jesus wird heut 4. Wenn denn deine mit uns gehen und wir wers Morgenlieder. 867 werden fröhlich sehen, daß) Schmerz, in des höchsten er uns nicht läßt allein. Tristers Hand schließt mich und die mir verwandt. Mel. Gott des Himmels und der Erden. * Cesu Güte 1027.* Jefu hat kein Ende, fie ist alle Morgen neu, das beweisen Jesu Hånde, die da schaffen, o der Treu! daß ich leb': doch ich nicht hier, sondern Christus lebt in mir. 2. Jesu Hände, die da sorgen, daß auf eine gute Nacht folget ist ein guter Morgen, da man sieht, wie Gottes Macht mich, die Meinen, Hab und Gut hab' beschüßt durch Jesu Blut. 7. Ach mit Segen ob mir waltet, im Gebete stärket mich, in dem Glauben mich erhaltet, und daß Gott gefalle ich, macht mich Gottes Geistes voll, leben, leiden, sterben wohl. 8. Macht mich los von meinen Sünden, laßt mich einen gnådgen Gott und ein gut Gewissen finden; jagt weg Schrecken, Angst und Not, steht mir bet, damit ja hier nichts Verdammlichs sei an mir. 9. Seid ihr alles mir in allen, meine Hülfe, was ich thu', mein Stab, wenn ich bin gefallen; mein Schuß, wenn ich geb' zur Ruh, meine Freude, wenn ich wach'; mein Arzt, wenn ich krank und schwach. 3. Jesu, dir sei Dank gegeben für die Treue deiner Händ', für die Gnade, für das Leben, und was du mir zugewendt. Ach zich von mir bis ins Grab diese deine Hånd' nicht ab. 4.Sie sind's ja, darein gegraben steht mein Nam mit deinem Blut, die mich selbst bereitet haben, mich gekrönt mit Himmelsgut; ja, fie find's, die bis anitzt mich 10. Geid mein Leben, weil ich lebe, und verbletbet ja bei mir, wenn ich meinen Geist aufgebe, den ich euch befehle bier, macht ihn alles Leidens los, und tragt ihn in Christi Schoß. 11. Jch indes bin voll verforget und beschützt. Vergnügen, balt' es für 5. Laß fie weiter mich die größte Freud, daß in umfassen, weil ich ihrer euch verschlossen liegen ich, eigen bin; laß fie mich, die Meinen, Land und Leut. mich sie nicht lanen, dieses Ich leb' oder sterbe nu, ist und bleibt mein Sinn; weiß ich, daß ich in euch Satan, dir entfage ich; ruh'. Nemilie Juliane, Gräfin zu Rudolft. Jesu, dir ergeb' ich mich. 6. Nehmt mich drauf, thr Jesushände: schließt Mel. Ich dank' dir schon mich in Gott Vaters Herz durch deinen Sohn. und in Jesu Blut bebende, 1028.* in 37* Jeju meines Le Morgenlieder. 868 Lebens Licht, nun ist die 10. Zeig mir in jedem Nacht vergangen; mein Augenblick, wie ich dir Geistesaug zu dir sich soll gefallen; zeuch mich richt, dein Anblick zu vom Bösen stets zurück, empfangen. regiere mich in allem. 11. Da sei mein Wille gånzlich dir in deine Macht ergeben; laß mich abhänglich für und für und die gelaffen leben. 2. Du hast, da ich nicht sorgen konnt', mich vor Gefahr bedecket, und auch vor andern mich gesund nun aus dem Schlaf erwecket. 3. Mein Leben schenfft 12. Laß mich mit Kraft du mir aufs neu, es sei und williglich mir selbst auch dir verschrieben, mit und allem sterben; zerstör neuem Ernst, mit neuer du selber völliglich mein Treu dich diesen Tag zu gründliches Verderben. Sichett. 13. Gieb, daß ich mei4. Dir, Jesu, ich mich nen Wandel führ' im Geist ganz befehl'; im Geifie dich in deinem Lichte, und als verfldre, dein Werkzeug ein Fremdfing lebe bier nur sei meine Seel, den vor deinem Angesichte. Leib bewahr und nähre. 14. Nimm ein, o reine 5. Durchdring mit dei- Liebesglut, mein Alles dir nem Lebenssaft Herz, Sin- alleine; set du nur, o vernen und Gedanken, beklei- gnügend Gut, mein Vors de mich mit deiner Kraft, wurf, den ich meine. in Proben nicht zu wanken. 15. Ach halt mich feft 6. Mein treuer Hirte, mit deiner Hand, daß ich ſei mir nah, steh immer nicht fall' noch weiche; mir zur Seiten, und wann euch weiter durch der tch irre, wollst du ia mich Liebe Band, bis ich mein wieder zu dir leiten. Ziel erreiche. 7. Drück deine Gegenwart mir ein, bewahr Gerhard Tersteegen. mich eingefehret, daß ich Mel. Ihr lieben Chridir innig bleib' gemein, in ften, freut euch nun, oder: allem ungesidret. Dom Himmel hoch da komm' ich her. 8. Sei du alleine meine Luft, mein Schak, mein 1029.* Steht auf Troft und Leben, kein anihr lieders Teil sei mir bewußt; ben Kinderlein; der Mordir bin ich ganz ergeben. genstern mit hellem Schein 9. Mein Denken, Re- läßt sich frei sehn, gleich den und mein Thun nach wie ein Held und leuchtet deinem Willen lenke: zum in die ganze Welt. Gehen, Stehen, Wirken, 2. Sei willkommen, du Ruhn mir stets, was not schiner Stern; du bringst ift, schenke. uns Christum, unsern Herrn Morgenlieder. 869 Herrn, der unser lieber] Heiland ist; darum du Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. boch zu loben bist. 3. Ihr Kinder sollt bei 1030.* Wie schön diesem Stern erkennen leucht Christum, unsern Herrn, uns der Morgenstern vom Marien Sohn, den treuen Firmament des Himmels Hort, der uns leuchtet mit fern; die Nacht ist nun feinem Wort. vergangen; all Kreatur 4. Gotts Wort, du macht sich herfür, des edbist der Morgenstern, wir len Lichtes Pracht und Fönnen dein gar nicht ent- 3ier mit Freuden zu embehrn; du mußt uns leuch- pfangen: was lebt, was ten immerdar, sonst siken schwebt hoch in Lüften, wir im Finstern gar. tief in Klüften, läßt zu Ehren seinem Gott ein 5. Leucht uns mit deinem Glänzen klar und Danklied hören. Jesum Chriftum offenbar; 2. Du, o mein Herz jag aus der Finsternis Ge- dich auch aufricht, erheb walt, daß nicht die Lieb dein' Stimm und säume in uns erfalt. nicht, dem Herrn dein 6. Sei willkommen, du Lob zu bringen; denn, lieber Tag; vor dir die Herr, du bist's, dem Lob Nacht nicht bleiben mag. gebührt, und dem man Leucht uns in unsre Her- billig musiciert, dem man zen fein mit deinem him- läßt innig flingen mit melischen Schein. Fleiß Dankpreis, Freu7. O Jesu Christ, wir densaiten, daß von weiten warten dein; dein heiligs man kann hören dich, o Wort leucht uns so fein: meinen Heiland, ehren. Am End der Welt bleib 3. Ich lag in stolzer Sinicht lang aus und führ cherheit, sah nicht, mit uns in deins Vaters was Gefährlichkeit ich dieſe Haus. Nacht umgeben; des Teu8. Du bist die liebe fels List und Büberei, die Sonne klar; wer an dich Höll, des Todes Tyranglaubt, der ist fürwahr nei stund mir nach Leib ein Kind der ewgen Se- und Leben, daß ich schwers ligkeit, die deinen Christen lich wär' entkommen und iff bereit. entnommen diesen Ban9. Wir danken dir, wir den, wenn du mir nicht loben dich hie zeitlich und beigeftanden. dort ewiglich für dein' 4. Allein, o Jesu, metgroße Barmherzigkeit von ne Freud in aller Angk nun an bis in Ewigkeit. und Traurigkeit, du haft Amen. mich beint befreiet; du haft der Feinde Macht gewehrt, mir Erasmus Alberus. 870 Abendlieder. mir Schuß und sanfte Rub mein Sinnen und Begin= beschert: des sei gebene- nen stets sich wenden, seis deiet. Mein Mut, mein nen Lauf in dir zu enden. Blut soll nun singen, soll 7. Wend Unfall ab, kann's nun springen: all mein anders sein; wo nicht, ſo Leben soll dir Dankeslie- geb' ich mich darein, ich der geben. will nicht widerstrehen: 5. Ei mein Herr, sü- doch komm, o süßer Morser Lebenshort, laß ferner gentau, mein Herz erfrisch, deiner Gnaden Pfort mir daß ich dir trau', und bleib' beut auch offen bleiben; im Kreuz ergeben, bis ich ei meine Burg und festes endlich nach dem Leiden zu Schloß, und laß kein feind- den Freuden werd' erhoben, liches Geschoß daraus mich da ich dich kann ewig lonimmer treiben: stell dich ben. vor mich hin zu kämpfen 8. Indes, mein Herze, und zu dämpfen Pfeil und Eisen, wenn der Feind will Macht beweisen. fing und spring, in allem Kreuz sei guter Ding: der Himmel steht dir offen. 6. Geuß deiner Gnaden Laß Schwermut dich nicht reichen Strahl auf mich nehmen ein; denk, daß die vom hohen Himmelssaal, liebsten Kinderlein allzeit mein Herz in mir verneue; das Unglück troffen; drum dein guter Geist mich leit' so sei froh, glaube feste, und führ', daß ich nach daß das Beste, so bringt meiner Amtsgebühr zu Frommen, wie in jener thun mich einig freue. Welt bekommen. Gieb Rat und Tat; laß Burchard Wiesenmeyer. XXII. Abendlieder. denn allen Sündenschaden Mel. Nun ruhen alle deckt Jesus nun in GnaWälder. den mit seinem Purpur1031.* Der Sab- mantel zu. bath ist 3. du dreieinigs Wevergangen, ich habe mein sen, mein Geist ist schon Berlangen nach Herzens- genesen, weil ich dein TemWunsch erfüllt. Gott hat pel bin. Ich habe Licht mich unterweiset, mit Le- vom Lichte, dein leuchtend bensbrot geſpeiset, und Angefichte treibt alle Finmeiner Seelen Durst ge- sternisse hin. 4. Du wirst schon bei 2. Gott ruht durchs mir wachen, und eine Wort im Herzen, drum Sonne machen auch mit leg' ich ohne Schmerzen ten in der Nacht, bis bei auch meinen Leib zur Ruh; den Cherubinen ein Sonntag Abendlieder. 871 tag ist erschienen, der alle unser Leben, wollft die Nacht zu Schanden macht. 5. Ich schlafe ganz vergnüget; denn wo mein Schuldvergeben; erlös uns. Amen. Böhmische Brüber. lieget, da ist der In eigener Melodie. Engel Heer. Mich fibrt 1033.* Herr Jesu, kein Weltgetümmel, es träumt mir nur vom Him- Licht, das uns von Gott mel. Ach wer doch nur bald anbricht, pflanz doch in droben wär'! Benj. Schmort. unsre Herzen recht helle Glaubenskerzen, ja nimm uns gånzlich ein, du beilger Gnadenschein. In eigener Melodie, oder: Herzliebfler Jefu, was haft du verbrochen. 2. Ein Strahl der Herrlichkeit und Glanz der Ewigkeit wirst du von dem genennet, der dich durch dich erkennet. Ach leucht auch in uns klar, mach dich uns offenbar. 3. Von dir kommt lauter Kraft, die Gutes wirkt 2. Treib, Herr, von uns und schafft; denn du bist fern die unreinen Geister; Gottes Spiegel, sein heihalt die Nachtwach gern, lig Bild und Siegel, sein fei selbst unser Schußherr. Hauchen voller Gnad und Schirm beid', Leib und sein geheimer Rat. Seel, unter deine Flügel; 4. Hochbeilig Lebenslicht, send' uns dein' Engel. dein Gnadenangefickt und majestätisch Wesen leucht uns, daß wir genesen und werden ganz befreit aus 3. Laß uns einschlafen mit guten Gedanken, fröhlich aufwachen und von dir nicht wanken. Laß uns finstrer Dunkelheit. mit Züchten unser Thun und Tichten zu dein'm Preis richten. 5. Gieb dich in unsern Sinn, nimm unsre Herzen bin, full sie mit deiner 4. Pfleg auch der Kran- Liebe und deines Geistes ken durch deinen Gelieb- Triebe, daß wir wahrhaften. Hilf den Gefangnen; tig dein, der Weisheit, < trößte die Betrübten. Pfleg Kinder sein. auch der Kinder; sei selbst ihr Vormünder; des Feinds Neid hinder. 5. Vater, dein Name werd' von uns gepreiset; dein Reich zukomme, dein Bill werd' beweiset. Frist 6. Verneure du uns ganz durch deines Lichtes Glanz, daß wir im Lichte wandeln und allzeit thun und handeln, was Lichtes Kindern ziemt, und deinen Namen rühmt. 7. Tränk 1032.* Die Nacht ift fommen, drin wir ruhen sollen; Gott walt's zu Frommen nach sein'm Wohlgefallen, daß wir uns legen, in sein'm G'leit und Segen der Ruh zu pflegen. 872 Abendlieder. 7. Trank uns mit dei- söhnt Gewissen sei mein nem Wein, dein Wasser Schulterrissen: drum verwasch' uns rein, salb uns gieb die Schuld. Denn mit deinem Dele, heil uns dein Sohn hat mich davon an Leib und Seele, bring durch die tief geschlagnert uns ins Licht zur Ruh, Wunden gnädiglich entdu ewge Weisheit du. bunden. Barthol. Crasfelius. Mel. Christe, der du bist Tag und Licht. 1034.* Gott Lob, men in den Vaterarmen der Tag ohne Sorgen ein. Du bei ist nun dahin, drum ich, mir und ich bei dir, also mein Gott, dir dankbar sind wir ungeschieden, und bin, daß ich den Abend ich schlaf in Frieden. bab' erlebt, und deine Gnad ob mir noch schwebt. 3. Laß auch meine Lieben keine Not betrüben; sie sind mein und dein. Schleuß uns mit Erbar4. Komm, verschleuß die Kammer, und laß allent 2. Uch Herr, sei gnå- Jammer ferne von uns dig, hab Geduld, vergieb sein. Sei du Schloß und mir alle Sündenschuld; Riegel; unter deinen Flü dein heilger Engel mich gel nimm dein Küchlein bewahr vor aller Angst, ein. Decke zu mit Schuß Not und Gefahr. und Ruh, so wird uns 3. Laß mich auch mit nicht dürfen grauen vor der Morgenstund aufwa- des Satans Klauen. chen fröhlich und gesund, 5. Wie wenn ich mein daß ich hier deine Ehr aus- Bette heut zum Grabe breit und dich bort lob' båtte? Wie bald rot, bald in Ewigkeit. tot! Doch hast du beschlossen, daß mein Ziel verfloffen, kommt die ToMel. Jesu, meine Freude. desnot, so will ich nicht Joh. Olearins. 1035. Hirte deiner wider dich; lieg ich nur Schafe, in sierb' Der von feinem Schlafe ich alle Stunden. etwas wissen mag; deine 6. Nun wohlan, ich Wundergüte war mein thue in vergnügter Ruhe Schild und Hütte den Mund und Augen zu. vergangnen Tag. Sei die Seele, Leib und Leben Nacht auch auf der Wacht, hab' ich dir ergeben, o du und laß mich von deinen Hüter du! Gute Nacht, Scharen um und um be- nimm mich in acht; und wahren. erleb' ich ja den Morgen, 2. Decke mich von oben wirst du weiter sorgen. vor der Feinde Loben mit Benjamin Somoll. der Vaterhuld; ein verMel. Abendlieder. 873 von der Himmelswacht Preis, Lob und Ehr gebracht: o Jesu, Amen! 1036.* Mit meinem 2. Weg Phantafie! Mein Herr und Gott ist hie. Gott geh' ich zur Ruh Du schläfft, mein Wachand thu' in Fried mein' ter, nie: dir will ich waAugen zu; denn Gott ins chen. Ich liebe dich: ich Himmels Throne übermich geb' zum Opfer mich und wacht bei Tag und Nacht, auf daß ich sicher wohne. lasse williglich dich mit mir machen. 2. Ich ruf zu dir, Herr 3. Es leuchte dir der Jesu Chrift, der du allein Himmelslichter Zier; ich mein Helfer bist: laß kein sei dein Sternlein, hier Leid widerfahren, durch und dort zu funkeln. Nun deinen Schutz vors Teu- fehr' ich ein; Herr, rede du fels Truß dein Engel mich allein beim tiefsten Stillebewahren. sein zu mir im Dunkeln. Gerhard Tersteegen. Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr, 3. Befiehl du deinen Engelein, daß fie stets um und bei uns sein, alls Ue- Mel. Nun laßt uns den bel von uns wenden; Gott Leib begraben. beilger Geift, dein Hulf 1038.* Jefu, uns an letzten Ende. Heiland mein, ich geh' in 4. Herr, meinen Geist mein Schlaffämmerlein: befehl ich dir; mein Gott, ich will mich legen in die mein Gott, weich nicht Ruh, schleuß du die Thür von mir, nimm mich in selbst nach mir zu. deine Hände; o wahrer Gott, aus aller Not hilf mir am letzten Ende. 2. Verzeih mein' Sünd aus Gnad und Güt; schädlich und schändlich Träum' 5. Glori, Lob, Ehr und verhüt: laß säuberlich mich Herrlichkeit sei dir, Gott schlafen ein und ruhen sanft Batr und Sohn bereit, in Armen dein. dem heilgen Geist mit 3. Und wenn ich schlaf, Namen; die göttlich Kraft so wach für mich; treib mach uns sieghaft, durch alles Unglück hinter sich; Jesum Christum. Amen. breit über mich dein' Flugel aus, laß stehn dein' Engel um mein Haus. 4. Bebüt vor Feur und Wassersnot, vor einem bösen schnellen Lod; vor Diebstahl und vor Leibsgefahr mich und die Metnigen bewahr. 37** 5. Lag In eigener Melodie. 1037.* nun schläfet man; und wer nicht schlafen kann, der bete mit mir an den großen Namen, dem Tag und Nacht wird 874 Tischlieder. 5. Laß mich zu deinem han; vergieb's uns alls, o Lob aufstehn und fröhlich Gottes Sohn. Halleluiah. an mein' Arbeit gehn; so will ich dein' Barmherzigkeit loben und preisn in Ewigkeit. 3. Laß dein' Engel fiets um uns sein, die allzeit uns bewachen fein, daß der Teufel hab' feine Macht 6. Gott Vater, nimm an uns weder zu Tag mich in dein' Hut; Gott noch Nacht. Hallelujah. Sobn, wasch mich mit 4. Vor Feur, vor Seeldeinem Blut; Gott heil- und Leibesnot behüt uns, ger Geist, erleuchte mich: lieber Herre Gott, is daß in den Himmel kom- dein'm Namen laß schlame ich. fen ein uns, deine lieben Kinderlein. Hallelujah. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 5. Es g'scheb', was mag, wir sind ja dein, erlöst 1039.* Wir dan- durch dein fünf Wunder fen dir, rein; dir leben wir, dir Herr Jesu Christ, daß sterben wir; dein' Kinder du unser Erlöser bist, und sind wir für und für. Hall. b'hütest uns vor aller 6. Amen, Amen, zu guG'fahr durch deiner lieben ter Nacht, der Engel GotEngel Schar. Hallelujah. tes uns bewacht. Gott 2. Wir gehn nun hin Lob und Dank in Ewigzu unsrer Ruh; ach rechn' keit, wir gehn zur Ruh ohn es unsrer Seel nicht zu, alles Leid. Hallelujah. was wir leider gesündigt Nic. Selneccer. XXIII. Tischlieder. Mel. 3. Drum gieb uns bei( Herr) Jefu des, Herre Gott; Chrift, meins Lebens endlich auch aus Licht. bilf aller Not: so preisen wir dein' 1040.* Gesegn'uns, Gutigkeit hier und auch Herr, die dort in Ewigkeit. Amen. Gaben dein, die Speis laß unsre Nahrung sein; hilf, daß dadurch erquicket werd der dürftge Leib auf dieser Erd. 2. Denn dies zeitliche Brot allein kann uns nicht gnug zum Leben sein; dein göttlich Wort die Seele fpeift, bilft auch zum Leben allermeift. In eigener Melodie. 1041.* err Gott Herr Vater im Himmelreich, wir, deine Kinder allzugleich, bitten dich jetzt aus Herzensgrund: speis uns alle zu dieser Stund. 2. Thu auf dein' reiche [ milde Hand; behût uns all Bu Neujahr. 875 all vor Sünd und Schand, und Nahrung geben: bis und gieb uns Fried und wir endlich zu den From Einigkeit; bewahruns auch men an die Himmelstafel vor teurer Zeit. kommen. Amen. Johann Heermann. 3. Damit wir leben seliglich, dein Reich besitzen ewiglich in unsers HerMel. Komm, Herr Jefu, sei unser Gast. ren Chrifti Nam'n. Wer 1043.* Wir dan= fen das begehrt, der spreche: Am'n. C. Huberinus. Gott für seine Gabn, die wir von ihm empfangen habn. Wir bitten unsern lieben Herrn: er woll' uns binfort mehr beschern, und speisen uns mit seinem Wort, daß wir satt werden hter und dort. Ach lieber Gott, du wollst uns gebn nach dies'm das ewig Lebn.- Michael Prätorius. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 1042.* Seis uns, o Gott, deine Kinder; triste die betrübten Sünder; sprich den Segen zu den Gaben, die wir ieho vor uns haben, daß sie uns zu die- Elend sem Leben Stärke, Kraft men. XXIV. Zu Neujahr. Mel. O( Herr) Jefu Christ, meins Lebens Licht. Bitt und Flehn haft du erhört und angesebn, oft mehr verliehn, denn wir begehrt; dafür ſei stets 1044.* Dus alte von uns verehrt. ist 5. Wir bitten ferner, frommer Gott, steh uns noch bei in aller Not, verzeih uns unsre Sünd und Fehl, hilf an dem Leib, hilf an der Seel. nun dahin, dir, höchster Gott, ist unser Sinn für alle deine Gütigkeit mit hobem Preis und Dank bereit. 2. Du hast uns dies vergangne Jahr aus Not 6. Dein Wort, der Seegerissen und Gefahr, in len Medicin, laß bei uns, Gnaden unser fiets ver- Herr, noch ferner blühn; schont, und nie nach gieb treue Lehrer, treib Würden abgelohnt. vorbei des Teufels Lift 3. Den edlen Schat, und Ketzerei. dein wertes Wort, haft du vergönnet unserm Ort, uns dadurch an der Seel gespeist, dem Leib auch reiche Gnad erweist. 4. All unsers Glaubens 7. Gieb unsrer Obrigkeit auch Gnad, wend ab den Krieg, gieb Friedensrat, daß wir und sie in stiller Rub all unser Leben bringen ju. 8. Feucht 876 Bu Neujahr. 8. Feucht auch das Land, Ort, und wird uns klar gieb Sonnenschein, laß verkündet. wachfen Gras, Getreid 3. Die reine Lehr und und Wein, daß Vieh und Sacrament wir habn in Wild von deiner Gab auch unserm Lande, fromm neben uns zu leben hab'. Obrigkeit, gut Regiment, 9. Gieb, was uns dient, Glück, Heil in allem Stanzu jeder Zeit, nicht Ueber- de. Gott krönt das Jahr Auß, nicht Dürftigkeit, da- mit seinem Gut, und hält mit nicht unser Herz be- die Schuln in guter Hut, schwert, noch sonst durch auch aller Christen Häuser. Geiz verführet werd'. 4. Des danken wir dem 10. Hättst du es auch, lieben Herrn, und freun Gott, ersehnt, wir soll- uns solcher Güte; er woll ten teils mit Tod abgehn, den Feinden steurn und so laß uns nicht, hilf, steb webrn, und uns fort auch uns bei, ein selges Stünd- behüten. Er geb' ein selig Lein uns verleih. neues Jahr und helf uns zu der Engel Schar, da wir ihn schön preiCyriacus Schneegaf. 11. Nimm auf die Seel in deine Hand, den Leib wolln scharr ein ins dürre Land, sen. bis du sie beide bringst zur Freud, da sie dich lobn Mel. in Ewigkeit. Burchard Wiesenmeyer. 1046.* Durch Herzlich thut mich verlangen. Claus Mel. Nun freut euch, lie- ern und durch Plagen, ben Christen, g'mein. durch Not, durch Angst, 1045.* Das lie durch Pein, durch HoFbe neue nung und durch Klagen, Jahr geht an, das alte durch manchen Sorgenhat ein Ende: drum jauchzt stein bin ich, Gott Lob, und freut sich jedermann, gedrungen; dies Jahr if erhebt sein Herz und Hände hingelegt: dir, Gott, sei zu unserm Gott ins Him- Lob gesungen, mein Herze mels Thron, dankt ihm wird erregt. and seinem lieben Sohn, auch Gott dem heilgen Geifte. 2. Der du mich haft erbauet, in dir besteht mein Heil; dir ist mein Glück 2. Gott Vater hat den vertrauet, du bist undbleibst Sohn gesandt, Gott Sohn mein Teil. Du hast mich ist Mensch geworden, Gott wohl erhalten, du bist mein heilger Geist macht solchs fester Trost; dich las ich bekannt uns, die wir ferner walten, wenn mich warn verloren. Im selgen die Not ansloßt. lieben Gotteswort ge- 3. Mein Gott, o meine schrieben ist's an manchem Liebe, was du willst, will Bu Neujahr. 877 auch ich: gieb, daß ich nichts verübe, was irgend wider Mel. Mach's mit mir, dich. Dir ist mein Will Gott, nach deiner Güt. ergeben, ja, er ist nicht 1047.* Gin Jahr dieweil mein ganzes Leben dein eigen wünscht zu ſein. geht nach dem andern hin, der Ewigfeit entgegen. Ach möchte doch der tråge Sinn dies fleißiger erwägen! Ach brachte doch ein jedes Jahr viel neue gute Früchte dar! 4. Nach dir soll ich mich schicken, und, Herr, ich will's auch thun. Soll mich die Armut drücken, ich will dabei beruhn. Soll mich Verfolgung plagen, ja, Herr, befehle mir. Soll her getragen? Wie oft ich Berachtung tragen, ach ich gehorch' auch hier. 2. Allein, wo ift, wo ist die Frucht, die wir bishat Gott umsonst gefucht, wie hat er müssen 5. Soll ich verlassen klagen! Es that ihm weh, fiken, Herr Gott, dein wenn seine Hand anstatt Wille gilt. Soll ich in der Frucht nur Blätter Nengsten schwitzen, mein fand. Heiland, wie du willt. 3. Haut ab, spricht er, Soll ich denn Krankheit den kahlen Baum, der leiden, ich will gehorsam keine Früchte tråget! Was sein. Soll ich von dannen nimmt er andern Saft scheiden, Herr, dein Will und Raum? Komm, Tod Ift auch mein. der alles schläget, komm, 6. Soll ich zum Him- leg die Art der Wurzel an, mel dringen, gar gern, o thu einen Streich, so ift's Gott, mein Licht. Soll gethan. mich die Hill einschlingen, 4. Allein der treue Hetach dieses willst du nicht. land spricht: Laß ihn dies Ich habe zwar verdienet Jahr noch stehen; trägt die rote Höllenglut, du er noch keine Früchte nicht, aber bist verfühnet durch ich hoff' sie noch zu sehen. deines Sohnes Blut. Ach halt des firengen Ur7. Heut ist das Jahr teils Lauf doch dies Jahr beschlossen; Herr, deine noch, mein Vater, auf. Gnade sei beut auf 5. So gieb denn, lieber mich ausgegossen, mein Heiland, Kraft, dies Fahr Herze werd' auch neu. Leg' viel Frucht zu bringen. ich die alten Sünden, so Ach laß doch deines Geiwerd' ich, Gott, bei dir stes Saft in unsre Zweige auch neuen Segen finden; dringen. Schütt auch auf dein Wort verspricht es unsrer Eltern Haus viel thir. Gnade, Kraft und Segen aus. Gottfried Wilhelm Sacer. Joh. Jac. Rambach. XXV. Ges 878 Gelassenheit. XXV. Gelassenheit. Mel. Alle Menschen müffen flerben. 5. Steckst du jekund noch in Nöten, weißeft 1048.* Was nas be- nicht, wo aus noch ein; trübst will dich Angst und Schreks du dich, mein Herze, war ken töten, lebest du in um gråmst du dich in Furcht und Pein wegen mir? Sage, was für Not dessen, was geschehen, daß dich schmerze, warum ist du es sehr oft versehen, Fein Mut bei dir? Was nicht gelebt, wie du gefür Unglück hat dich trof- sollt, nichts gethan, was fen, und wo bleibt dein Gott gewollt: freudig Hoffen? Wo ist 6. Ei so komm und brindeine Zuversicht, die zu ge Reue, komm und beichs Gott sonst war gericht? te deine Schuld; bitte 2. Denke nicht, du seift daß dir's Gott verzeihe verlassen und Gott achte suche seine Gnad und deiner nicht. Seine Hän- Huld; unterwirf dich seide, die dich fassen, und nen Schlägen: so wird sein gnädig Angeficht ba- fich sein Zürnen legen, ben acht auf deine Trit- und nach vielem harten te, deine Thränen, deine Dråun wird Gott wieSchritte; alle Trubsal, der gnädig sein. die dich quält, wird genau von Gott gezählt. 7. Er wird alle deine Sachen, alles, was dich 3. Geht dir's nicht nach vor betrübt, wieder wiffent deinem Willen: ei so geht's gut zu machen, denn er nach Gottes Rat; der schläget, die er liebt; et wird doch sein Wort er- verleht und wirft darnie füllen, das er zugesaget hat: der, er erhebt und heilet daß er die, so ihm ver- wieder: Thränen, Angst trauen und auf seine Güte und bitter Leid wandelt schauen, die auf seinen er in Fröhlichkeit. Wegen gebn, nicht will lassen bülflos stehn. 8. Drum befiehl ihm deine Wege: wirf den Kum4. Ei so laß den Kum- mer ganz auf ihn, traue mer fahren, der die Seele seiner Vaterpflege, laß dein nur beschwert: denke, was Eeufzen zu ihm fliehn; von vielen Jahren dir rufe, weine, bete, finge, schon Gutes widerfährt, bis es ihm zu Herzen drins und viel Unglück ist ver- ge; laß nicht al, zu ihm gangen, wie viel Troft haft zu flehn, bis dir Hülfe du empfangen! Und was dir wird geschehn. oft Leid gebracht, hat Gott alles gut gemacht. 9. Sprich: O mein Gott, schau mich Armen, schan Gelaffenheit. 879 schau zugleich mein Elend geschieht, was er mir an; ach erweise dein Er- auserfehn, wird mir's an barmen, wie du vormals keinem fehlen. Wie er mich bast gethan; stärke meine führt, so geh' ich mit, und matten Glieder, gieb mir folge willig Schritt vor Mut und Freude wieder, Schritt in kindlichem Verrüste mich zum Kampf trauen. und Streit, mache mich im Kreuz erfreut. 10. Laß mich nimmermehr verzagen, wehre aller Ungeduld, hilf die Kummerbürde tragen, tröste mich mit deiner Huld; gieb, daß ich dir treulich Ewigkeit, flets biene und in mir die Hoff- Schluß zu ehren. nung grüne, daß du mir 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still und folge seinem Leiten; obgleich im Fleisch der Eigenwill will öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit in Zeit und auch in seinen 3. Wie Gott mich führt, aus allem Leid helfen wirst bin ich vergnügt, ich ruh' jur Herrlichkeit. in seinen Händen; wie er es schickt und mit mir fügt, wie er's will fehrn und wenden, sei ihm hiermit ganz beimgestellt: er mache, wie es ihm gefällt, zum Leben oder Sterben. 11. Da will ich mit Freuden preisen deine Gut und Wunderthat, wie mich auf den Lebensreisen deine Hand geführet hat: da will ich mein Danklied bringen und ein Hallelujab fingen. mein Je su, rufe mich, daß ich tomm' und preise dich. 12. Doch, so lang ich in der Höhle dieses Jammers bleiben muß, so bewahre meine Seele, und regiere meinen Fuß, daß ich nicht in Sünden falle, sondern dir zu Ehren walle und, wenn ich den Lauf vollbracht, fröhlich gebe gute Nacht. Bachar. Hermann. Mel. Mein HerzensJesu, meine Lust. 4. Wie Gott mich führt, so geb' ich mich in seinen Vaterwillen. Scheint's der Vernunft gleich wunderlich, sein Rat wird doch erfüllen, was er in Liebe hat bedacht, eh er mich an das Licht gebracht; ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib' ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bet: was will mich von ihm scheiden? Ich faffe in Geduld mich fest: was Gott mir widerfahren läßt, muß mir zum Be1049.* Mie Gott fien dienen. mich 6. Wie Gott mich führt, führt, so will ich gehn, so will ich gehn, es geh' ohn alles Eigenwählen; durch Dorn und Hecken. Von 880 Chriftliches Leben. Von vornen läßt sich rat mich treu und wohl Gott nicht sehn, doch geführet hat: dies sei mein leht wird er's aufdecken, Glaubensanker. wie er nach seinem VaterLampertus Gedide. XXVI. Christliches Leben. naget; sprich: Bater, schau mein Elend gnädig an, so ist's gethan. 5. Besitz dein Herze in Geduld, wenn du nicht ein Chrift zu sein und nach gleich des Vaters Hülfe dem Sinn des reinen Gei- merkest. Versiehst du's oft fles leben; zwar der Na- und fehlst aus eigner tur geht es gar sauer ein, Schuld, so siebe nur, daß sich immerdar in Chrifti du dein Herze flårkeft: so Tod zu geben; doch führt wird's gewiß mit seiner die Gnade selbst zu aller Hülf erfreut zu seiner Zeit. Zeit den schweren Streit. 6. Laß nur dein Herz 2. Du darfst ja nur ein im Glauben ruhn, wen Kindlein sein, du darfst ja dich wird Nacht und Finnur die leichte Liebe üben. fternis bedecken; dein BaO blöder Geist, schau doch, ter wird nichts Schlimmes wie gut er's mein'; das mit dir thun; vor feinem kleinste Kind kann ja die Sturm und Wind darfft Mutter lieben. Drum du erschrecken. Ja siebft fürchte dich nur ferner du endlich ferner keine nicht so sehr: es ist nicht Spur, so glaube nur. schwer. 7. So wird dein Licht 3. Dein Vater fordert aus Nacht entstehn, und nur das Herz, daß er es wirst dein Heil mit größ= selbst mit reiner Gnade rer Klarheit schauen; was fülle. Der fromme Gott du geglaubt, wirst du dann macht dir gar keinen vor dir sehn, drum darfft Schmerz; die Unlust du nur dem frommen Baschafft in dir dein eigner ter trauen. O Seele, fieb Wille; drum übergieb ihn doch, wie ein wahrer Chrift willig in den Lod, so so selig ist. hat's nicht not. Mel. Es hoftet viel, ein Christ zu sein. 1050,* s ist nicht schwer 8. Auf, auf, mein Geift 4. Wirf nur getroft den was säumeft du, dich deiKummer bin, der nur dein nem Gott ganz findlich Herz vergeblich schwächt zu ergeben? Geh ein, und plaget; erwecke nur mein Herz, geneuß die fü zum Glauben deinen ße Ruh; im Frieden sollst Sinn, wenn Furcht und du vor dem Vater schweWeb dein schwaches Herze ben. Die Sorg und Laft wirf Chriftliches Leben. 881 Zeit kein Troff vom Himmel mehr erfreut, kein Troft mehr, wenn ich sterbe; wenn Gott und Fenicht mehr mein: besser nie geboren wirf nur getroft und kühn allein auf ihn. Christian Friedr. Richter. Mel. O Ewigkeit, du sus Donnerwort. dann 1051.* Gott, der sein! du Her5. Nein, Ehre nicht, jenskenner bift, Herr, dem nicht Gut und Geld, kein die Falschheit Gräuel ift Fürstentum und keine Welt und jede Lüg Verbrechen: soll mich so weit verführen! Kein Wort spricht ie ein Um alle Leiden dieser Zeit falscher Mund, das dir, will ich doch Gott und Allwiffender, nicht fund; Seligkeit mutwillig nicht du, Heiliger, wirst's rächen. verlieren. Wie klein mein Laß jederzeit mein Ja und Glück auch immer sei: Nein, wie's Christen ziemt, nur Gott und reines aufrichtig sein. Herz dabei. 2. Und wenn ich schwb- 6. Gott, lehre mich bei rend vor dir steh', dir in jedem Eid aus Furcht vor dein heilig Antlik seh', die deiner Heiligkeit die WahrHand zum Himmel hebe, heit treulich sprechen. Bes wenn ich zum Zeugen schwör' ich heilig Amt und feierlich anrufe, Hocher Pflicht, so laß mich auch habner, dich, durch den im Kleinsten nicht die teure ich bin und lebe: dann Zusag brechen. Auch dir, fel von Trug und Heu- Gott, schwur ich treu zu chelei mein Herz und sein: erhalt mich ewig, meine Zunge frei. ewig dein. Johann Karl Dan. Bidel. Mel. Don Gott will ich nicht lassen. 3. Wenn Frevler dich auch da noch schmähn und frech mit Lügen vor dir steht, dann laß mein Herz erschrecken. Web dem, 1052. der, laßt *@ ommt Kinder Gott und Gottes Macht zum Siegel feiner uns gehen, der Abend Bosheit macht, sie vor kommt herbei, es ist geder Welt zu decken! Herz, fährlich stehen in dieser schau den Gott mit Zit Wüstenei: kommt, stärket tern an, der Seel und euren Mut, zur Ewigkeit Leib verderben kann! zu wandern, von einer 4. Gott, wenn du nicht Kraft zur andern; es ist mein Gott mehr bist, dein das Ende gut. Sohn nicht mehr mein 2. Es soll uns nicht Heiland ist, dein Himmel gereuen der schmale Pilnicht mein Erbe; wenn grimspfad, wir kennen ia mich beim Leiden dieser den Treuen, der uns ges 882 Chriftliches Leben. rufen hat; kommt, folgt man verstrickt und tråg. und trauet dem; ein Je- Es geht uns all nicht an; der sein Gefichte mit gan- nur fort, durch Dick und zer Wendung richte steif Dunne, kehrt ein die leichnach Jerusalem. ten Sinne, es ist so bald gethan. 3. Der Ausgang, der geschehen, ist uns fürwahr 8. Ift gleich der Weg nicht leid, es soll noch was enge, so einsam, besser gehen zur Abgeschie- krumm und schlecht, der denheit: nein, Kinder, seid Dornen in der Menge nicht bang, verachtet tau- und manches Kreuze trägt: send Welten, ihr Locken es ist doch nur ein Weg; und ihr Schelten, und laß sein! Wir gehen wetgeht nur euren Gang. ter, wir folgen unserm Leiund brechen durchs 4. Geht's der Natur ter entgegen, so geht's gerad Geheg. und fein; die Fleisch und 9. Was wir hier hörn Sinnen pflegen, noch und sehen, das hörn und schlechte Pilger sein. Ber- sehn wir kaum; wir laflaßt die Kreatur und was sen's da und gehen, es ireuch sonst will binden, laßt ret uns kein Traum. Wir gar euch selbst dahinten, gehn ins Ewge ein, mit es geht durchs Sterben Gott muß unser Handel, im Himmel unser Wan5. Man muß wie Pil- del und Herz und alles sein. ger wandern, frei, blog 10. Wir wandeln einund wahrlich leer; viel gekehret, veracht und unsammeln, halten, handeln bekannt, man siehet, kennt macht unsern Gang nur und höret uns faum im schwer. Wer will, der fremden Land; und höret trag' fich tot: wir reifen man uns ja, so höret man abgeschieden, mit Weni- uns singen von unsern gem zufrieden, wir brau- großen Dingen, die auf chen's nur zur Not. uns warten da. 6. Schmückt euer Herz 11. Kommt, Kinder, aufs beste, sonst weder laßt uns gehen; der Va= Leib noch Haus; wir sind ter gehet mit, er selbst hier fremde Gäste und will bei uns stehen in jes ziehen bald hinaus. Ge- dem sauren Tritt; er will mach bringt Ungemach; uns machen Mut, mit ein Pilger muß sich schicken, süßen Sonnenblicken uns fich dulden und sich büf- locken und erquicken; ach ken den kurzen Pilgertag. ia, wir haben's gut. 7. Laßt uns nicht viel 12. Ein Jeder munter besehen das Kinderspiel eile, wir sind vom Ziel am Weg; durch Saumen noch fern, schaut auf die und durch Stehen wird Feuersäule, die Gegenwart des Nächstenliebe. 883 des Herrn. Das Aug der folgt dem andern, bald nur eingekehrt, da uns fällt das Fleisch ins Grab; die Liebe winket und den, nur noch ein wenig Mut, der folgt und sinket, den ach nur ein wenig treuer, wahren Ausgang lehrt. von allen Dingen freier gewandt zum ewgen Gut! 17. Es wird nicht lang 13. Des süßen Lammes Wesen wird uns da eingedrückt, man kann's am mehr währen, halt noch Wandel lesen, wie find- ein wenig aus; es wird lich, wie gebückt, wie nicht lang mehr währen, sanft, gerad und still die so kommen wir nach Haus: Lämmer vor fich sehen da wird man ewig ruhn, und ohne Forschen gehen wenn wir mit allen Fromfo, wie ihr Führer will. men daheim zum Bater kommen, wie wohl, wie wohl wird's thun! 14. Kommt, Kinder, laßt uns wandern, wir geben Hand an Hand, Eins freuet sich am Ändern in diesem wilden Land. Kommt, laßt uns kindlich sein, uns auf dem Weg nicht streiten: die Engel uns begleiten als unsre Brüderlein. 18. Drauf wollen wir's denn wagen, es ist wohl wagenswert, und gründlich dem absagen, was aufhält und beschwert; Welt, du bist uns zu klein; wir gehn durch Jesu Leis 15. Sollt'wo ein Schwa- ten hin in die Ewigkeiten; cher fallen, so greif' der es soll tur Jesus sein. Stårkre zu; man trag', 19. O Freund, den wir man helfe allen, man pflan- erlesen, o allvergnügend ze Lieb und Ruh: kommt, Gut, o ewigbleibend Webindet fester an, ein Jeder sen, wie reizest du den fei der Kleinste, doch auch Mut! Wir freuen uns wohl gern der Reinste auf in dir, du unsre Wonn unsrer Liebesbahn. und Leben, worin wir 16. Kommt, laßt uns ewig schweben, du unsre munter wandern, der Weg ganze Zier. Fürzt immer ab; ein Tag Gerh. Tersteegen. XXVII. Nächstenliebe. Sie ist dazu erschienen und Menschen kund gemacht, daß sie sich des bedienen, was 1053.* fe abbracht. Sie leuchtet aus ott die ve Liebe, die ihn ohn Maß dem Sohne, den er zu uns und Ende treibt; ihr Blick gesandt, der ist ihr Glanz wird dem nicht trübe, der und Krone, und ihr Verfie umfaßt und in ihr bleibt. fichrungspfand. 2. Er Mel. Nun lob, mein' Seel, den Herren. 884 Nächstenliebe. 2. Er ist ein Mensch kein Verlangen: noch hat geboren, der Gottes Herz er uns befreit; er ist uns und einigs Kind; sonst nachgegangen, hat aus gingen die verloren, die Barmherzigkeit sich unser mit ihm eines Fleisches angenommen; wir waren find. Sie sollen durch ihn in der Flucht, er ist uns leben und Gott versöhnet vorgekommen, hat unser sein, doch sich ihm wieder Heil geſucht. geben. Denn er will nicht 6. Ach lasset uns ihn allein vom Untergang fie lieben, denn er hat uns retten, er schenkt auch sei- zuerst geliebt, ist immer nen Geist, damit sie alles treu geblieben, wie viel båtten, was dieser Bund wir wider ihn verübt. Nun verheißt. hat er uns gefunden, wir 3. Bedenket dies, ihr ihn im Sohn erkannt, et Lieben, wo trefft ihr etwas fich mit uns verbunden, Größres an? Er hat sich und wir sind ihm vereuch verschrieben, und blei- wandt. Wollt ihr ihn alle bet ewig fest daran. Was kennen, so thut, was ihm fordert er dagegen? Auch gefällt: ach laßt die Hereure Lieb und Treu, woran zen brennen in Lieb vor euch selbst gelegen; er aller Welt! Ernst Lange. wohnt euch darin bei; ihr Yönnet reicher werden, so- Mel. O du Liebe meiner fern ihr darnach strebt, Liebe. als welcher hier auf Erden 1054.* 1054.*$ er; und viel tausend Schäße gråbt. Herz vers 4. Der liebt nach sei- eint zusammen, sucht in nem Willen, der gegen Gottes Herzen Ruh, lafGott in Liebe brennt; fet eure Liebesflammen loer kann die Glut nicht dern auf den Heiland zu. ftillen, bis sie sich auch Er ists Haupt, wir seine zum Nächsten wendt; dem Glieder; er das Licht und wird er so geneiget, wie wir der Schein; er der er sich selber ift, daß er Meister, und wir Brüder; thm Dienst erzeiget, und er ist unser, wir sind sein. teine Pflicht vergißt. Es ist ein kindlich Zeichen, wenn 2. Kommt, ach kommt ihr Gnadenkinder, und erman die Brüder liebt, der neuert euren Bund, schwbBater thut desgleichen, der alles Gute giebt. ret unserm Ueberwinder Lieb und Treu aus Her5. Drum laßt uns auf zensgrund; und wenn euihn seben, und folget ihm rer Liebeskette Feftigkeit mit Eifer nach, ihr wisset, und Stärke fehlt, o jo was geschehen: wir hatten flebet um die Wette, bis Unglück, Sünd und fie Jesus wieder stählt. Schmach, nach Freiheit 3. Tragt es unter euch, *** Nächstenliebe. 885 tet ist. thr Glieder, auf so treues beit in der That erleuchLieben an, daß ein Jeder für die Brüder auch das Leben lassen kann. So hat uns der Freund geliebet, so zerfloß er dort im Blut; denkt doch, wie es ihn betrübet, wenn ihr euch selbst Eintrag thut. 8. So wird dein Geber erfüllet, daß der Vater alle die, welche du in dich verhüllet, auch in seine Liebe zieh', und daß wie du Eins mit ihnen, also sie auch Eines sein, sich 4. Einer reize doch den in wahrer Liebe dienen und Andern, unserm blutbeseinander gern erfreun. freundten Lamm vor das 9. Liebe, hast du es geLager nachzuwandern, das boten, daß man Liebe üben für uns zur Schlachtbank soll, o so mache doch die kam. Einer soll den An- toten, trågen Geister ledern wecken, alle Kräfte bensvoll; zünde an die LieLag für Tag nach Ber- besflamme, daß ein jeder mögen dran zu strecken, daß sehen kann: wir, als die man ihm gefallen mag. von einem Stamme, stehen auch für einen Mann. 5. Nichts, als nur des Brautgams Stimme, sei die Regel unsrer That, weil er nicht mit Löwengrimme uns in Staub getreten hat, sondern mit gehäuften Strömen seines Bluts den Zorn ertranft, ei so muß sich Jedes schåmen, das sich ihm nicht willig schenkt. 10. Laß uns so vereinigt werden, wie du mit dem Vater bist, bis schon hier auf dieser Erden kein getrenntes Glied mehr ist, und allein von deinem Brennen nehme unser Licht den Schein: also wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger sein. nic. Ludw. Gr. v. Zinzendorf. 6. Hallelujah! welche Höhen, welche Tiefen reicher Gnad, daß wir dem ins Herze sehen, der uns so geliebet hat; daß der 1055.* Kommt ins der der Reich der Mel. Wunderbarer König. Wunder Abgrund ist, daß Liebe, o ihr lieben Kinder, du, unsichtbarer Meister, ihr in Blut gewaschne nns so fühlbar nahe bist. Sünder! Lernt von eu7. Ach du holder Freund, rem Lamme eure Brüder vereine deine dir geweihte lieben und euch recht darSchar, daß sie sich so berz- innen üben; folgt dene lich meine, wie's dein leß- Herrn; traget gern, was tet Wille war. Ja, ver- nach Jesu fraget, wenn's binde in der Wahrheit, die auch fällt und flaget! du selbst im Wesen bift, 2. Sünde zu vergeben alles, was von deiner Klar- und auch zu vergessen, das hat 886 Tod und Auferstehen. hat keiner so beseffen, als nährt das Liebesfeuer alle der Freund der Sünder, Tage treuer. der mit eignem Blute sei5. Soll das Reich des nen Feinden selbst zu gute Sohnes voll von großen alle Schuld, o der Huld, Herden, fest und reich geewiglich begraben, völlig segnet werden: o so laßt aufgehaben. uns lieben, und in Liebe 3. Wirft der Feind der brennen. Jesu, bilf, daß Seelen zwischen eure Her- wir es können! Satan zen Streit, Verdacht und wehrt; denn das Schwert Haderschmerzen: o so seid festverbundnerLiebeschlägt nicht stille, wartet nicht so ihm tiefe Hiebe. lange, bis zum Sonnen- 6. Abba, lieber Vater, untergang; tötet bald die Sohn und Geist der Gewalt aller Zwistigkeiten, Gnaden! heile allen undie den Fall bereiten. fern Schaden. Falschheit, 4. Bleibt nicht so be- Schein und Tücke, Stolj ständig auf dem eignen und Eigenliebe freuzige Rechte; werdet gern der durch deine Triebe. Saandern Knechte; denn die tans Macht wird verlacht, süße Liebe deckt die Sün- wenn wir dich nur kennen denmenge, duldet ohne und in Liebe brennen. Maß der Långe. Liebt E. G. Woltersdorf. euch sehr, liebet mehr, XXVIII. Tod und Auferstehen. die Liebesflamm der holde Bräutigam; dich deckt bei ungestörter Rub der Liebe Mel. Der lieben Sonnen Licht und Pracht. 1056.* Die Chri- ftiller Schatten zu. gehn 3. Wir freun uns in Gevon Ort zu Ort durch lassenheit der großen Of= mannigfaltgen Jammer, fenbarung: indessen bleibt und kommen in den Frie- das Pilgerkleid in heiliger densport und ruhn in Verwahrung. Wie ist das ihrer Kammer; Gott( lück so groß in Jesu nimmt sie nach dem Lauf Arm und Schoß! Die in seinen Armen auf; das Liebe führ uns gleiche Weizenkorn wird in sein Bahn, so tief binab, fo Beet auf Hoffnung schd- hoch hinan. ner Frucht gesät. Nic. Ludw. Gr. v. Zinzendorf. 2. Wie seid ihr doch so wohl gereist; gelobt sein eure Schritte, du all bereits befreiter( Seift, du jetzt ver- 1057.* lagne Hütte! Dir nährt Mel. Es ist das Heil uns kommen her. err du ubist ja Tod und Auferstehen. 887 sa für und für die Zuflucht 6. Das ist das Feur, das deiner Herde. Du bist uns versehrt das Mark gewesen, eh allhier gelegt in allen Beinen. Daher der Grund zur Erde; und kömmt, daß der Tod vers da noch kein Berg war zehrt die Großen und die bereit, da warst du in der Kleinen; drum fahren unEwigkeit, o Anfang aller fre Tage bin wie ein GeDinge! schwäße durch den Sinn, wennwirdie Zeitvertreiben. 2. Du läft die Menschen in das Thor des To- 7. Wie lang hålt doch des häufig wandern, und dies Leben aus? Gar selsprichst: Kommt wieder, ten siebzig Jahre; wenn's Menschen, vor, und fol- hoch kommt werden acht= get jenen andern; denn zig draus, und wenn man dir find, Höchster. tausend alle Ware, die hier ge Fahr als wie ein Tag, der wonnen, nimmt zu Hauf, gestern war, und nunmehr ist's lauter Müh von Juist vergangen. gend auf und lauter Angst gewesen. 3. Du läßt das schnöde Menschenbeer wie einen 8. Wir rennen, laufen, Strom verfließen, und wie sorgen viel, und eh wir's die Schifflein auf dem uns versehen, da kommt Meer bei gutem Wind der Tod, steckt uns das hinschießen: gleichwie ein Ziel, und da ist's denn geSchlaf und Traum bei schehen: wir flichen eilend Nacht, der, wenn der und behend, und ist doch Menich vom Schlaf er- niemand, der sein End und wacht, entfallen und ver- Gottes Zorn bedenke. geffen. 9 Lehr uns bedenken, 4. Wir sind ein Kraut, frommer Gott, das Elend das bald verdorrt, ein Gras, dieser Erden, auf daß wir das jetzt aufgebet, wird wenn wir an den Tod ge= aber schnell von seinem denken, flüger werden. Ach Ort entführet und verwe- fehre wieder, kehr uns zu het. So ist ein Mensch: dein Angesicht, und steb heut blühet er, und morgen, in Rub mit deinen böjen wenn ihn ungefähr ein Knechten. Wind rührt, liegt er nieder. 10. Erfüll uns früh mit 5. Das macht, Herr, deiner Gnad an Leib und deines Zornes Grimm, daß an der Seelen, so wollen wir so bald verschwinden; dein Eifer fidßt und wirft uns um von wegen unfrer Sünden: die Sünden Freud, und gieb uns wiefellest du vor dich, davon der gute Zeit nach so viel brennt und entrustet sich bösen Tagen. wir dir früh und spat dein Lob und Dank erzählen. Erfreu uns, o du böchfte dein allzeit reines Herze. 11. Bisher hat's lauter Kreuz 888 Tod und Auferstehen. Kreuz geschneit, laß nun worden, ist mein Trost, die Sonne scheinen; be- und hat mich durch sein scher uns Freude nach dem Blut erlist. Leid, und Lachen nach dem 2. O Gott, Vater, reWeinen. Laß deiner Werke gier du mich mit deinem süßen Schein, Herr, dei- Geifte stetiglich. Laß deinen Knechten kundbar nen Sohn, mein Trost, sein, und dein' Ehr ihren mein Leb'n, allzeit in meiKindern. nem Herzen schweb'n. 12. Bleib unser Gott 3. Und wann die Stund und treuer Freund, halt vorhanden ist, nimm mich uns auf festem Fuße, und zu dir, Herr Jesu Chrift; wenn wir etwa irrig seind, denn ich bin dein und du so gieb, daß sich mit Buße bist mein: wie gern wollt das Herze wieder zu dir ich bald bei dir sein? wend'; auch fördre das Thun unsrer Hånd', und fegne unsre Werke. 4. Herr Jesu Christe, hilf du mir, daß ich ein 3weiglein bleib' in dir, und nachmals mit dir aufersteh', ju deiner Herrlich Mel. Meine Seele er- feit eingeh'. hebet den Herrn. Paul Gerhardt. Joh. Gigas 1-3. Joh. Leou 4. 1058.* err, nun Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. 1060.* täglich, sterbe du deinen Diener in Frieden fahren: wie du gejagt haft. Denn meine Augen haben deinen Heiland ge- und mein Leben eilt imsehen: welchen du bereitet merfort zum Grabe hin. bast vor allen Bilfern. Ein Wer kann mir einen BürLicht zu erleuchten die Spet- gen geben, ob ich noch den; und zum Preis deines morgen lebend bin? Die Bolkes Israel. Lob und Zeit geht hin, der Lod Preis sei Gott dem Vater kommt her, ach wer nur und dem Sohn: und dem immer fertig war. heilgen Geiste. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar; und von Ewigfeit zu Ewigkeit. Amen. 2. Ein Mensch, der sich mit Sünden tråget, ift immer reif zu Sarg und Grab; der Apfel, der den Wurm schon heget, fällt unversehens ab. Der alte Bund schließt 1059.* armer keinen aus, mein Leib ift Ja Mensch auch ein Totenhaus. doch gar nichts bin, Gotts 3. Es schickt der Tod Sohn allein ist mein Ge- nicht immer Boten, er winn: daß der Mensch kommet oft unangemeldt, und Mel. O Jesu, du mein endlich Bräutigam. Tod und Auferstehen. 889 und fordert uns ins Land so erbarme dich, und lasder Toten; wohl dem, der se der Verlaßnen Schrein Haus und Herz bestellt! durch deinen Troft erhörDenn ewigs Glück und lich sein. Ungelück hängt nur an einem Augenblick. 9. Dringt mir der lette Stoß zum Herzen, so 4. Herr aller Herren, schließe mir den Himmel Tod und Leben hast du auf; verfürze mir des allein in deiner Hand: wie Todes. Schmerzen, und lange du mir Frist gegeben, bole mich zu dir hinauf: das ist und bleibt mir so wird mein Abschied unbekannt. Hilf, daß ich keine Pein, zwar eilig, ieden Seigerschlag an mei- dennoch selig sein. nen Abschied denken mag. Benjamin Schmolt. 5. Es kann vor Abends anders werden, als es am Morgen mit mir war; den einen Fuß hab' ich In eigener Melodie. 1061.* ch weiß, auf Erden, den andern auf Erlöser lebt, ob ich schon der Totenbahr; ein flei- hie auf Erden hab' Sund ner Schritt ist nur dahin, wo ich der Würmer Speise bin. gethan und sterbe. A meine Feinde find erlegt, nicht einer kann mir scha6. Ein einzger Schlag den. So groß ist Gotkann alles enden, wenn tes Gnade, welcher mir Fall und Tod beisammen seinen lieben Sohn, Jesein; doch schlage nur mit sum Christ hat geschenket. Vaterhånden, und schleuß Liebres war nichts in ſeiin Chrifti Tod mich ein, nem Thron; hieran mein daß wenn der Leib zu Herz gedenket. Boden fällt, die Seel an Jesu Kreuz fich hålt. 2. Er wird hernach mich aus der Erd leiblich wieder 7. Vielleicht kann ich erwecken; mich soll kein kein Wort nicht sagen, Feind mehr schrecken; Höll, wenn Auge, Mund und Teufel, Tod oder was Ohr sich schleußt; drum mehr entgegen ist der bet' ich bei gesunden Ta- Freuden, räumt er auf gen: Herr, ich befehl' dir mit sein'm Leiden. Trok, meinen Geift. Verschlie- daß ihm etwas widerbell"; Ben meine Lippen fich, so zertreten ist die Schlange. schreie Jesu Blut für Herr, mein' Seel Ich mich. dir befehl', Gnad ist bei dir die Menge. 8. Kann ich die Meinen nicht gesegnen, so segne du sie mehr als ich; wenn lauter Thränen um mich regnen, o Trister, 3. Zu dir hab' ich mein' Zuversicht und werde nicht betrogen; sei bei den Un= erzognen, auf daß fie, 38 durch 890 Tod und Auferstehen. durch dein Wort erleucht, net, weinet nicht; ihr EChristen werden und blei- tern, gute Nacht! ben, himmlische Güter lie- 5. Ihr Eltern, gute ben, selig vollenden diese Nacht! Die Angst- und Zeit, samt den, so dei- Marterstunden die sind in nen Namen erkennen und dieser Welt nun völlig m Ewigkeit neu dich an- überwunden; mein Leib schauen. Amen. schläft sanft, bis daß er wiederum erwacht. Ach weinet, weinet nicht; the Eltern, gute Nacht! Ludwig Helmbold. Mel. O Bott, du frommer Gott. ElGotthard Schuster. The terit, 1062.* gute Nacht! Nun geht es an ein Scheiben: ich fahr 1063.* Chrifti In Jesu Wunden melsfreuden, zu Jesu, schlaf ich ein, die machen welcher mich in Ewigkeit mich von Sünden rein; ja, anlacht. Ach weinet, wei- Christi Blut und G'rechnet nicht; ihr Eltern, gu- tigkeit, das ist mein te Nacht! Schmuck und Ehrenkleid, Mel. Vater unfer im Himmelreich. 2. Ihr Eltern, gute damit will ich vor Gott Nacht! Hört auf, um mich bestehu, wenn ich zum zu klagen, da icht mein Himmel werd' eingehn. arter Leib wird hin fins Grab getragen: wißt, daß Die Seele ist zur Himmelsruh gebracht. Ach weinet, weinet nicht; ihr Eltern, gute Nacht! 2. Mit Fried und Freud ich fahr' dabin, ein Gottesfind ich allzeit bin. Dank bab, mein Lod, du förderst mich, ins ewge Leben wattdre ich, mit Christi Blut Paul Eber. 3. Ihr Eltern, gute gereinigt fein. Herr JeNacht! Sehr herrlich ist su, stårk den Glauben zu wohnen im schönen mein. Himmelsschloß, da man erblicket Kronen, die Gott Mel. Wer nur den lieben den Frommen hat aus Gott läßt walten. Gnaden zugedacht. Ach 1064* Mein Gott weinet, weinet nicht; ihr ich weiß Eltern, gute Nacht! wohl, daß ich sterbe, ich 4. Ihr Eltern, gute bin ein Mensch, der bald Nacht! Muß ich euch vergeht, und finde hier schon verlassen, so werdet fein solches Erbe, das ihr mich doch mit Herzens- ewig in der Welt besteht: luft umfassen, wenn Gott Drum zeige mir in Guamit euch und mit der Welt den an, wie ich recht selig ein Ende macht. Ach wei- sterben kann. 2. Mein Tod und Auferstehen. 891 2. Mein Gott, ich weiß wie mich der so hoch ernicht, wann ich sterbe; fein höht, der selbst ſo hoch Augenblick geht sicher bin, erhoben: ich weiß, ihr würwie bald zerbricht doch det anders thun, und meieine Scherbe, die Blume nen Seelen süßes Ruha kann ja leicht verblühn: mit eurem Munde loben. drum mache mich nur ftets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich fierbe, dieweil der Tod viel Wege hält: dem einen wird das Scheiden herbe, wenn sonst ein andrer sanfte fällt. Doch, wie du willst, gieb, daß dabei mein Ende nur vernünftig sei. 2. Der saure Kampf, den ich dort hab' in eurer Welt empfunden, der ift durch Gottes Gnad und Gab all glücklich überwunden. Es ging mir, wie es pflegt zu gebn, all denen, die bei Christo stehn und von der Welt fich scheiden: wer Chrifto folgt, der muß mit ihm das Kreuz und alles Ungestum auf seinen Wegen leiden. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich fierbe, und 3. Nun bin ich durch, welcher Sand mein Grab Gott Lob und Dank! bedeckt: doch, wenn ich hier kommt ein ander Ledieses nur erwerbe, daß ben; hier wird mir, was Deine Hand mich aufer- mein Leben lang ich nicht weckt, so nehm' ich leicht gefehn, gegeben: ein ganein Stellchen ein, die Erd zer Himmel voller Licht, ist allenthalben dein. ein Licht, davon mein Angeficht so schön wird als die Sonne. Hier ist ein 5. Nun, liebster Gott, wenn ich ja serbe, so nimm du meinen Geift zu dir, ewges Freudenmeer: woden ich mit Chrifti Blute bin ich nur die Augen kehr', fårbe; und hab' ich den im ist alles voller Wonne. Grabe bier, so gilt mir's gleich, und geht mir wohl, wann, wo und wie ich sterben soll. Benjamin Schmolt. 4. Nun lobt, ihr Menschen, wie ihr wollt, des Erdenlebens Güte: was ist darinnen, das mir sollt' ießt neigen mein Gemüte? Was ist das Beste, das ihr liebt? Was giebt Mel. An Wasserflüssen Sabylon. 1065.* Mein ber- die Erde, wenn sie giebt zer Ba- als Angst und bittre ter, weint ihr noch, und Schmerzen? Was ist das thr, die mich geboren? Was güldne Gut und Geld? gråmt ihr euch, was macht Was bringt der Schein ihr doch? Ich bin ja un- und Pracht der Welt, als verloren. Ach sollt ihr Kummer euren Herzen? sehen, wie mir's geht und 5. Was ist der großen 38* Leus 892 Tod und Auferstehen. Leute Gunst, als Zunder Nacht von eurem Sohn großes Neides? Was ist gegönnet. Es kommt die das Wissen vieler Kunst, Zeit, da mich und euch als Ursprung vieles Lei- vereingen wird in seinem des? Denn wer viel weiß, Reich, der euch und mich der gråmt sich viel; und getrennet. welcher Andre lehren will, 9. Da will ich eure Treu muß leiden und viel tra- und Müh und was ihr gen. Seht alles an, Ruhm, eurem Kranken erwiesen Lob und Ehr, habt Freud habt, im Himmel hie, sound Luft: was habt ihr bald ihr kommt, verdanmehr, als endlich Weh| ken. Ich will erzählen, und Klagen? wie ihr habt euch selbst 6. Nichts ist so schön betrübt und mich gelabt, und wohlbestellt, da man vor Christo und vor allen. hier wohl auf stehe; drum Und für den heißen Thranimmt Gott, was ihm nenfluß will ich, mit mehr wohlgefällt, bei Zeiten in als einem Kuß, um euren die Höhe, und sehet es in Hals euch fallen. seinen Schoß: da ist es Paul Gerhardt. alles Kummers los, darf nicht, wie ihr, fich från- Mel. O Welt, ich muß ken, die ihr oft denket, dich laffen. wie doch wohl dies oder 1066.* Wenn fletienes werden soll, und Himkönnet's nicht erdenken. melserben in ihrer Un7. Wer selig stirbt, der schuld sterben, so büßt man schleußet zu die schwarzen sie nicht ein: sie werden Fammerthore; hingegen nur dort oben vom Vaschwingt er sich zur Rub ter aufgehoben, damit ſie im güldnen Engelchore, unverloren sein. legt Aschen weg, kriegt 2. Sie sind ja in der Freudenbl, jeucht aus das Taufe zu ihrem ChristenFleisch und schmückt die laufe für Jesum eingeSeel in reiner weißer Sei- weiht, und noch bei Gott den. Er läst die Erd und in Gnaden: was sollt' es nimmet ein die Lust, da ihnen schaden, daß sie die Christi Schäfelein in lau- Krone schon erfreut? ter Rosen weiden. 3. Die Unschuld einzu8. So gebt, ihr Liebsten, büßen, stets an das Käm-= euch doch schlecht dahin pfen müssen, gar leicht verin Gottes Willen. Sein loren gehn, das Sterben Rat ist gut, sein Thun schwerermachen, findwahrift recht, und wird wohl lich keine Sachen, nach wieder stillen den Schmer- welchen fluge Leute stehn. zen, den er euch gemacht; 4. Wie leichtlich geht und hiermit sei euch gute bei Kindern von uns erwachs Ewigkeit. 893 wachsnen Sündern das denn nur bei Gott ist fremdeFeuer an! Glücke, wahrer Trost und Nuh, wenn wir wissen, daß nichts da wird kein Schmerz ermehr einzubüßen, daß fie fragt. Hier müssen wir kein Tod mehr töten kann. in Nengsten schweben: 5. O wohl auch diesem dort kannst du ewig frdbKinde! Es stirbt nicht zu lich leben. Zeuch hin, geschwinde. Zeuch bin, du mein Kind! liebes Kind! Du geheft 4. Zeuch hin, mein ja nur schlafen, und blei- Kind! hinauf in Gottes best bei den Schafen, die Schul, da Gott selbst ewig unfers Jesu find. Johann Andreas Rothe. Lehrer ist; da lauter Luft, da du vor Gottes Stuhl beim Chor der Engel bist. Mel. Es ist genug! so Da kannst du deinem Jenimm, Herr, meinen Geist. su singen, die Himmelslie1067.* Zeuch h euch bin, der lassen klingen. Zeuch mein hin, mein Kind! Kind, denn Gott selbst 5. Zeuch hin, mein Kind! fordert dich aus dieser wir folgen alle nach, so argen Welt. Ich leide bald es Gott gefällt. Du gwar, dein Tod betrůbet eileft fort, eh denn das mich; doch weil es Gott Ungemach mit Haufen sich gefällt, so unferlaff ich al- einstellt. Wer lange lebt, les Klagen und will mit steckt lang im Leide: wer stillem Geiste fagen: Zeuch frühe stirbt, kommt bald bin, mein Kind! zur Freude. Zeuch hin, mein Kind! 2. Zeuch hin, mein Kind! der Schöpfer hat dich mir 6. Zeuch hin, mein Kind! nur in die Welt geliehn. die Engel warten schon Die Zeit ist weg, darum be- auf deinen frommen Geist. fiehlt er dir jetzt wieder fort- Du siehest auch, wie Jes zuziehn. Zeuch hin! Gott sus, Gottes Sohn, dir hat es so versehen: was die- schon die Krone weist. fer will, daß muß gesche- Nun wohl, dein Seelchen ben. Zeuch hin, mein Kind! ist entbunden, du haft in 3. Zeuch hin, mein Kind! Jesu überwunden. Zeuch im Himmel findest du, hin, mein Kind! was dir die Welt versagt; Gottfried Hoffmann. XXIX. Ewigkeit. Ewigkeit, wie lang bist du, o Ewigkeit! Doch eilt zu dir schnell unsre Zeit, 1068.* Ewig- gleichwie das Heerpferb keit, o zu dem Streit, nach Haus der Mel. Dater unser im Himmelreich. 894 Ewigkeit. Verständig ist, der Bor', das Schiff zum Ewigkeit! Port, der schnelle Pfeil der dich betracht, des vom Bogen fort. Fleisches Luft er leicht 8. 2. O Ewigkeit, o Ewig- veracht; bei ihm die Welt feit, wie lang bist du, o nicht Plaß mehr findt; Ewigkeit! Gleichwie an die Lieb zum Eitlen bald einer Kugel rund kein An- verschwindt. fang und kein End ist fund, Ewigkeit, o Ewigalso, o Ewigkeit, an dir keit, wie lang bist du, o nicht Ein- noch Ausgang Ewigkeit! Wer dich befinden wir. finnt, zu Gott so spricht: 3. Ewigkeit, o Ewig- Hie brenn, bie schneid, feit, wie lang bist du, obie straf und richt, bie Ewigkeit! Du bist ein handle nach Gerechtigkeit; Ring, unendlich weit, dein verschon nur nach der Mittelpunkt beißt Alle zeit", Niemal" der weite Gnadenzeit. Umkreis dein, weil deiner feit, wie lang mensch, nie fein End wird sein. Ewigkeit! 4. D Ewigkeit, o Ewig- oft deine Sinnen stell, zu feit, wie lang bist du, o denken an die Qual der Ewigkeit! Wegnehmen Hill und an der Frommen könnt ein Vöglein klein Herrlichkeit; es währet all ganzer Welt Sand, beides ohne Zeit! BeBerg und Stein, wenn's tracht, o Mensch, die Eauch) nur kam' all tausend wigkeit. Jahr: von dir wär' noch sichts weg, fürwahr! 5. O Ewigkeit, o Ewig- Mel. O wie felig feid feit, wie lang bist du, o ihr doch, ihr Frommen. 9. Ewigkeit, o Ewigbist du, o B. 1-6 v. e. Unbekannten. B. 7-9 v. Daniel Wülffer. Ewigkeit! In dir, wenn 1069.* wie minur all tausend Jahr' ein gen wir Aug vergöff'ein kleine Zähr, doch unser Leben so der würd' wachsen Wasser sol- Welt und ihrer Luft erche Meng, daß Erd und geben, und uns selbst schetHimmel war ju eng. den von der Frommen Rub 6. Ewigkeit, o Ewig- und tausend Freuden? feit, wie lang bist du, o 2. Müssen wir nicht Ewigkeit! Hor, Mensch: auch nach kurzen Jahren ju So lange Gott wird den Toten in die Grube fein, so lang wird sein fahren? Es wird gescheder Höllen Pein, so lang hen, daß ein Jeder seinett wird sein des Himmels Lohn wird sehen. Freud! O lange Freud, o langes Leid! 3. Wenn die Welt ihr Ende nun genommen, und 7. D Ewigkeit, o Ewig- der Richter wird vom HimFeit, wie lang bist du, o mel kommen, der wird entdek Ewigkeit. 895 der Pein, von Freiheit in den Banden, von Ehren in den Schanden, von Ruhe in der Qual zu sein; 3. Im Fluch auf ewig brennen, Gott seinen Gott nicht nennen, o das ist ja betrübt! Ach Gott, ich decken alles, was wir meinten zu verstecken. 4. O was wird er für ein Urteil fällen, wenn er unser Thun wird vor sich stellen? wenn er wird finden, wie wir hier gelebt in lauter Sünden? 5. D Herr Christe, wol- flieh' gerade allein zu deileft meiner schonen, und ner Gnade, mein Gott, mir Sünder nach Verdienst der du die Welt geliebt. nicht lohnen: ich will verlaffen ase Welt und ihre Lüfte hassen. 8. Darum schließ' ich mich in deine Wunden, da ich meinen Sünden Rat 4. Du hast den Sohn gegeben, im Sohn ein ewig Leben; im Sohn will ich dich flehn, dich flehn um deine Liebe, dich flehn aus heißem Triebe: laß mich das Heil in Jesu sehn. 6. Forthin soll mein Leben dir zu Ehren nimmer sich von deinem Wort abfehren. Dein will ich bleiben, keine Welt soll mehr 5. Ich war dem Tod von dir mich treiben. zum Raube; nun gieb mir, 17. Deine Gnadenthür daß ich glaube. Wer glaubt, steht allen offen, die auf wird selig sein; so geb' ich dich in diesem Leben bof- nicht verloren, so bin ich fen; die ohn dich sterben, neu geboren, so dring' ich müssen dort mit Leib und in das Leben ein. Seel verderben. Philipp Friedrich Hiller. Mel. In dem Leben hier auf Erden. gefunden; dein Kreuz und 1071.* Wer find die vor Leiden führe mich zun wahren Himmelsfreuden. Heinrich Albert. Gottes Throne, was ist das für eine Schar? Tråget jeder eine Krone, glänMel. Nun ruhen alle zet gleich den Sternen klar; Hallelujah fingen all, loben 1070.* Viel beffer Gott mit hohem Schall. Wälder. nicht ge= 2. Wer sind die, die boren, als ewiglich verlo- Palmen tragen, wie ein ren, von Gott getrennt Sieger, in der Hand, wenn sich schn, von keinem Heil er seinen Feind geschlagen, nichts wissen, vom Licht und geleget in den Sand? zu Finsternissen, vom Le- Welcher Streit und welben zu dem Tode gehn. cher Krieg hat gejenget diesen Sieg? 3. Wer sind die in reiner Seide, welche ist Gerech2. Bon Freuden in dem Klagen, vom Hoffen im Berzagen, von Wollust in 896 Ewigkeit. rechtigkeit, angethan mit dem Stuhl fie leitet zu dem weißem Kleide, das zer- rechten Lebensbronn; Hirt reibet keine Zeit und ver- und Lamm, das ewig Gut, altet nimmermehr? Wo lieblich sie erquicken thut. find diese kommen her? 10. Es sind die, die 4. Es sind die, die wohl hart gedrücket manche hargekämpfet für des großen te Trubsalshit. Nun sind Gottes Ehr, haben Fleisch fie hinweggerůcket dahin, und Blut gedämpfet, nicht wo des Herren Siß, wo gefolgt des Satans Heer; die Hütte Gottes ist, wo die erlanget auf den Krieg kein Feind, kein Argelift. durch des Lammes Blut 11. Es sind die, von den Sieg. deren Wangen Thrånen 5. Es sind die, die viel find gefloffen stark, deren erlitten Tribsal, Schmer- Herz die Angst umfangen zen, Angst und Not, im und das Leid verzehrt ihr Gebet auch oft gefiritten Mark. Nun Gott ihre mit dem hochgelobten Seeln erfrischt, sind die Gott; nun hat dieser Thränen abgewischt. Kampf ein End; Gott 12. Ach Herr Jesu, hat all ihr Leid gewendt. meine Hände ich zu dir 6. Es sind Zeugen eines nun strecke aus; im Gebet Namens, der uns Huld mich zu dir wende, der und Heil gebracht; baben ich noch in deinem Haus in dem Blut des Lammes hier auf Erden steh' im ihre Kleider hell gemacht; Streit: jag, o Herr, die find geschmückt mit Hei- Feinde weit. ligkeit, prangen nun im Ehrenkleid. 13. Hilf mir Fleisch und Blut besiegen, Teufel, 7. Es sind die, so fiets Sünde, Höll und Welt; erschienen hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel geopfert gern: nunmehr ftehn sie all herum vor dem Stuhl im Heiligtum. laß mich nicht darnieder liegen, wenn ein Sturm mich überfällt. Führe mich aus aller Not, Herr, mein Fels, mein treuer Gott. 14. Gieb, daß ich sei neu geboren; an dir als 8. Welche wie ein Hirsch ein grünes Reis, wachse gelechzet nach dem Strom, und sei auserkoren, durch der frisch und hell, also dein Blut gewaschen weiß; ihre Seel geachzet nach meine Kleider halte reitt, dem rechten Lebensquell: meide allenfalschenSchein. nun ihr Durst geftillet ist, 15. Daß mein Teil sei da find fie bei Jesu Christ. bei den Frommen, deinem 9. Auf dem Zionsberg Bild die ähnlich sind, und fie weidet Gottes Lamm, aus großer Trůbial kom die Lebenssonn, mitten in men; hilf, daß ich auch über Ewigkeit. 897 berwind' alle Trůbsal, du A und O, mit unverNot und Tod, bis ich wandten Blicken. Fomm' zu meinem Gott. Dein Dasein macht uns immer froh, dein Wort kann uns erquicken, dein Kreuz ist unser Siegspanier. Wir 16. Mache mich bereit zu dienen, daß ich als ein Priester dein im Gebet mich darf erkühnen dich schwören Treu und folgen zu nennen Vater mein; Deine Hütte decke mich vor dem heißen Sonnenstich. dir durch diese dden Wüsten. 4. Die Krone bleibt uns im Gesicht, die dort die Sieger tragen; und darum scheuen wir auch nicht Tod, Ungemach und Plas 17. Meinen Durft und Hunger stille auf der fetsen Bionsau; mein Verlangen auch erfülle deines gen. Es hat uns unser Angesichtes Schau; meine Siegesheld nicht bloß für Thranen wische ab, meine diese Welt bestellt; wir Seel dein Geist stets lab'. sind nur für den Himmel, 18. O wie groß wird fein die Wonne, wenn wir werden allermeist schauen auf dem hohen Throne Bater, Sohn und heilgen Geift! Amen, Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Theodor Schenc. Mel. Mein HerzensJefu, meine Luft. 5. Man drückt uns, wir verzagen nicht; man schilt uns, und wir segnen. Wir müssen auch nach unsrer Pflicht den Feindensanft be gegnen. Wir sind der Welt hier unbekannt, und haben doch ein Vaterland; Gott fennt uns als die Seinen. 6. Wen noch ein Bann gefangen bålt, wer Jesu 1072.* euch,- Kreuz noch stehet, wer rael, zu noch durch Furcht vor dies deiner Ruh; dein Erbteil ser Welt am fremden Joche ist dort oben. Dein Je- jiehet, und wer die Hand sus schwöret es dir zu, es an Pflug gleich legt, und sei dir aufgehoben. Er ge- doch verbotne Lust noch bet selber gar voran und begt, der ist kein rechter bricht die raube Pilgerbahn. Beuch, Israel, in Frieden! Streiter. 7. Wir aber geben ganz 2. Wir folgen dir, du um ganz, verleugnen alle Gottesheer, als wahre Sachen, die uns den schdStreitgenossen. Der Glaus nen Siegeskranz noch könnbe fürchtet sich nicht mehr, ten fireitig machen, und die Lieb ist unverdrossen. unsre Seele glaubet fest: So stehen wir für Einen Was man darum hier fab Mann. Ein jeder ringe, ren läßt, ist nicht wert was er kann, das Kleinod jenes Erbes. zu erlangen. 8. Die Kraft dazu liegt 3. 28ir sehn auf dich, nicht in uns; wir sind gar 38** bald 898 Schlußlied. bald verloren. Zur Quelle und Jesus alles! Jbm alles unsers Thuns ist uns raumen wir die Ehre ein, das Lamm erkoren; das ihm, unserm Trost des Lamm, das alles schon Falles. Er segne ferner vollbracht und unsre Sache unsern Lauf und nehme gut gemacht, dem ist es unsre Seelen auf, wenn zu verdanken. wir nun ausgestritten. Sohann Daniel Henfe. 9. Drum soll es unsre Losung sein: wir nichts, Schlußlied. 1073.* 2ott bent, Amen, in einem In eigener Melodie. Ehre; bring alle Sprach'n men, zusammen, in einem GlanHimmels Throne; Vatr und Sohne sei Lob Glauben, Amen. ins 4. Amen, kein Tod soll fein Geift stårk' uns im schrecken, Christus will uns Glauben, und mach' uns selig, Amen, und mach' uns selig, Amen. erwecken, der selbst zuvor begraben, nun lebet ewig, Amen, nun lebet ewig, Amen. 2. Amen, es wird geschehen; wir werden Chri- 5. Amen, Gott sei geftum sehen in den Wol- preiset! Der Geift auf ken herkommen, uns mit Chriftum weiset. Der belf zunehmen, Amen, uns uns alln zusammen in mitzunehmen, Amen. ewgen Leben, Amen, 3. Amen, uns ewig wäh- ewgen Leben, Amen. Freude, Gott die Ludwig Helmbo te Gott allein die Ehre! AªRÂÂÂÂÂÂ❀❀❀❀❀❀❀Â❀❀ªªªª Register der Lieder. Abe ( bermal ein Jahr verflossen Abermal ist eins dahin Ach Abba, schenk in Jesu Namen Ach alles, was Himmel und Erden Ach bleib bei uns, Herr Jesu Ach bleib mit deiner Gnade Ach ein Wort von großer Treue Ach Gnad über alle Gnaden Ach Gott, der Satan giebt mir Ach Gott, erhör mein Seufzen und Ach Gott, gieb du uns deine Gnad Ach Gott, ich muß dir's flagen Ach Gott, ich muß in Traurigkeit Ach Gott, in Gnaden von uns wend Ach Gott, in was für Freudigkeit Ach Gott, ist noch dein Geist bei Ach Gott, mich drückt ein Nch Gott, thu dich erbarmen Ach Gott und Herr, wie groß Ach Gott vom Himmel, fieh darein Ach Gott, wie manches Herzeleid Ach Gott, wie schrecklich ist dein Ach Herre, du gerechter Gott Ach Herre Gott, wir loben dich Ach Herr, mich armen Sünder Ach Herr, wie lange willst du Lch Himmel, öffne dich Ach höchster Gott, verleihe mir Ach Jesu, dessen Treu Ach Jesu, meiner Seelen Freude Ach Jesu, mein Schönster Ach komm, du süßer Herzensgaft Ach laß dich jetzt finden Ach leben Christen, feid Ach mein Gott, wie lieblich * Ach mein Herr Jesu, dein Nahesein * Ach mein herzliebstes Jefulein Ach mein Jesu, sich, ich trete * Ach mein Jesu, welch Verderben Ach möcht' ich meinen Jesum Ach sagt mir nicht von Gold Ach schone doch, o großer Ach treuer Gott, barmherzigs Seite. 578 784 663 56 232 311 173 396 356 665 311 728 258 447 193 109 784 194 154 357 250 244 245 195 358 621 665 42 421 666 173 466 258 467 342 729 556 195 468 268 196 359 Uch Register Ach treuer Gott, wie nötig * Ach war ich schon dort droben Ach wann kommt die Zeit Ach was sind wir ohne Jesum Ach was soll ich Sünder machen Ach weh, ach weh, wo soll ich hin * Ach wenn ich dich, mein Gott, nur babe Ach wenn ich mich doch könnt' Ach wer doch bald hinüber wär' Ach wer schon im Himmel Ach wie elend ist unsre Zeit Ach wie erschrickt die böse Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Ach wie wichtig, ach wie richtig Ach wie will es endlich werden Ach wo ist mein Jesus blieben Ach wundergroßer Siegesheld * Adam hat im Paradies Ade, du süße Welt Allein auf Gott sek dein Vertraun Allein Gott in der Höh sei Ehr Allein und doch nicht ganz alleine Allein zu dir, Herr Jesu Chrift Alle Menschen müssen sterbent Allenthalben wo ich gehe Alles ist an Gottes Segen Alle Welt, was lebt und webet * Als Gottes Lamm und Leue Als Jesus Christus, Gottes Sohu Als Jesus Christus in der Nacht Also hat Gott die Welt geliebt Also heilig ist der Lag * Amen, Gott Vatr und Sohne An Jesum denken oft und viel An Wasserflüssen Babylon Armseligs Hüttlein meiner Seeleu Auf, auf, ihr Reichsgenossen Auf, auf, mein Geist, erhebe Auf, auf, mein Geist und du Auf, auf, mein Geist, zum Loben Auf, auf, mein Herz, mit Freuden * Auf, auf, mein Herz, und du Auf, Christenmensch, auf Auf Christi Himmelfahrt Auf den Nebel folgt die Auf diesen Tag bedenken wir * Auf Gott, und nicht auf meinen Rat Seite. 667 468 469 312 197 197 469 174 625 769 730 18 731 668 199 200 129 799 623 669 1 796 201 770 732 448 492 57 138 175 269 110 898 271 713 360 11 175 492 529 110 826 396 130 422 130 854 Register. Auf, hinaus zu deiner Freude Muf, ihr Christen, Christi Glieder Auf Leiden folgt die Herrlichkeit Auf meinen lieben Gott * Auf, mein Herz, des Herren Tag Auf, Seele, auf, und säume nicht Auf, Seele, sei gerüst Auf, Seel, und danke deinem Auf, und finge, meine Seele Aus der Tiefe meiner Sinnen Aus der Tiefen rufe ich * Aus Gnaden soll ich selig werden Aus Lieb läßt Gott der Christenheit Aus meines Herzens Grunde Aus tiefer Not schrei' ich B. Barmherzger Gott und Vater Barmherzger Vater höchster Gott * Bedenke, Mensch, das Ende Befiehl dem Herren deine Wege Befiehl du deine Wege Bereite dich, mein Herz Bescher uns, Herr, das täglich * Betgemeinde, heilge dich Bis gegrüßt du Königskammer * Bis hieher hat mich Gott gebracht Bist du Ephraim betrůbet Brich durch, mein angefochtnes * Brunn alles Heils, dich ehren Brunnquell aller Güter Chrift, der du bist der helle Tag Christe, der du bist Tag und Licht * Christe, du Beistand deiner Christe, du Lamm Gottes Christe, mein Leben, mein Christe, wahres Seelenlicht * Chrift fuhr auf gen Himmel Christ fuhr gen Himmel Christ ist erstanden von Chrifti Tod ist Adams Leben Christ lag in Todesbanden Chrifto, dem Ofterlämmelein Chriftum wir sollen loben Christ unser Herr zum Jordan Seite. 449 397 712 450 809 19 176 530 531 201 361 838 786 531 202 584 362 730 589 292 245 575 843 61 858 202 450 827 138 556 557 711 58 271 532 814 131 111 629 111 112 21 168 Chris Register. Christus der ist mein Leben Christus, der uns selig macht * Christus ist erstanden von * Da Christus geboren war Da Jesus an dem Kreuze stund Da Jesus an des Kreuzes Stamm Danket dem Herren, denn er ist Dank sei Gott in der Höhe Dankt dem Herrn, ihr Gottesknechte * Das alte Jahr ist nun dahin Das alte Jahr vergangen ist Das Elend weißt du Gott Das ist ja gut, was mein Gott Das ist ie gewißlich wahr Das ben unsers Königs fiegt * Das liebe neue Jahr geht an Das neugeborne Kindelein Das walt' Gott, die Wiorgenröte Das walt' Gott Vater und Das walt' mein Gott Dein Blut, Herr, ist mein Dein Geist, mein Jesu Christ * Dein Wort, o Herr, ist milder Tau * Dennoch bleib' ich stets an dir Den Vater dort oben Der am Kreuz ist meine Liebe * Der beste Freund ist in dem Der Bräutgam wird bald rufen Der du bist drei in Einigkeit * Der du, Herr Jesu, Ruh Der Geist, der von des Höchften * Der Glaub ist eine Zuversicht Der Gnadenbrunn fleußt noch Der Herr, der aller Enden Der Herr hat alles wohlgemacht Der Herr ist mein getreuer Der Herr sprach in sein'm Der lieben Sonnen Licht und Pracht * Der Sabbath ist vergangen Der schmale Weg ist breit * Der schöne Tag bricht an Der Tag bricht an und zeiget sich Der Tag der ift so freudenreich Der Tag hat sich geneiget Der Tag ist hin, mein Geist Seite. 732 58 810 799 58 786 575 533 493 875 579 203 590 313 398 876 579 533 535 536 177 340 827 854 576 59 787 808 714 839 313 155 494 423 787 557 4870 671 863 536 21 558 559 Der Register. Der Tag ift bin, mein Jesu Der Tag vertreibt die finfire Der Tod führet uns zum Leben Der wahre Gott und Gottes Sohn * Des Morgens, wenn ich früh aufsteh' Dich, Herr Jesu Chrift, mein * Die Christen gehn von Ort zu Ort * Die Ernt ist nun zum Ende * Die güldne Sonne, voll Freud Die helle Sonn leucht ießt Die Liebe leidet nicht Gesellen Die lieblichen Blicke * Die Nacht ist hin, mein Geist * Die Nacht ist kommen, drin Die Nacht ist vor der Thür Die Seele Christi beilge mich * Dies ist der Tag, den Gott gemacht Dies ist die Nacht, da mir Dies sind die heilgen zehn Gebot' Die Sonn hat sich mit ihrem Die Tugend wird durchs Kreuz Die Zeit geht an, die Jesus Die Zeit ist nunmehr nah Dir, dir, Jehovah, will ich fingen Dreieinigkeit der Gottheit Du bist ein Mensch, das weißt Du bist ja, Jesu, meine Freude Du dreimal großer Gott Du fährst gen Himmel, Jesu Du Friedefürft, Herr Jesu Chrift Du Geist des Herrn, der du Du hochgelobter Gott Du Lebensbrot, Herr Jesu Chrift Du Lebensfürst, Herr Jesu Chrift Du liebe Unschuld du Du mein, du mein schönstes Leben Du meine Seele, finge, Du, o schönes Weltgebäude Durch Adams Fall ist ganz Durch bloßes Gedächtnis * Durch Trauern und durch Plagen Du sagst: ich bin ein Chrift Du siehest, Mensch, wie fort Du unbegreiflich höchstes Gut * Du unser auserwähltes Haupt Du wahres Gotteslämm Du weineft vor Jerusalem Seite. 560 538 773 424 863 426 886 852 864 539 630 334 865 871 561 60 800 22 156 561 399 733 774 233 1 294 401 2 131 252 139 495 178 131 590 426 498 715 157 272 876 261 764 473 470 427 205 Register. Egypten, Egypten, gute Nacht Ehr, Ehre sei ieko mit Freuden Ein Christ, ein tapfrer Kriegesheld * Eine Herde und ein Hirt Einen guten Kampf hab' ich * Einer ist König, Immanuel sieget Ein' feste Burg ist unser Gott * Ein Jahr geht nach dem andern Ein Kind geborn zu Bethlehem Ein Kind ist uns geboren heut Ein Lämmlein geht und trägt die * Ein neuer Tag, ein neues * Ein reines Herz, Herr, schaff Eins Christen Herz sehnt sich Eins ist not, ach Herr, dies Ein Tripflein von den Reben * Ein Wetter steiget auf Ein Würmlein bin ich arm Eitelkeit, Eitelkeit, was Ei, was frag' ich nach der Erden Entbinde mich, mein Gott Entfernet euch, ihr matten Erbarm dich mein, o Herre Gott Er führt hinein, er muß auch Erhalt uns, Herr, bei deinem Erhebe dich, o meine Seel * Erinnre dich, mein Geift, erfreut Erleucht mich, Herr, mein Licht Ermuntert Eucy, ihr Frommen Ermuntre dich, mein schwacher Geist Erneure mich, o ewigs Licht, Eröffne dich, o schwacher Mund Seite. Erschein, du Morgenstern Erscheine süßer Seelengast Erschienen der herrlich * Erstanden ist der heilge Chrift Er wird es thun, der fromme * Es fähret heute Gottes Sohn Es glänzet der Christen Es ist das Heil uns kommen * Es ist etwas, des Heilands sein Es ist genug, Herr Es ist gewißlich an der Zeit Es ist nicht schwer, ein Chrift zu sein Es ist noch eine Ruh vorhanden 631 499 402 804 733 815 451 877 22 23 62 828 700 273 de mid 632 775 851 734 634 634 403 633 0206 364 158 539 mm 810 262 776 24 672 499 540 179 112 811 366 816 673 314 332 735 764 880 711 Register. Es foftet viel, ein Chrift Es spricht der Unweisen Mund Es stehn vor Gottes Throne Es traure, wer da will Es wird schier der letzte Tag Es wollt uns Gott genädig sein Ewge Weisheit, Jesu Chrift Ewig sei dir Lob gesungen Fabre fort mit Liebesschlägen Fahre fort:: Zion Fahr nur hin, du schnöde Welt * Fang dein Werk mit Jesu an Fließt, ihr Augen, fließt von Folget mir, ruft uns das Lebent Freu dich sehr, o meine Seele Freuet euch, ihr Christen * Freuet euch, ihr Gotteskinder Friede, ach Friede, ach Frisch auf, mein' Seel, in Not Frisch auf, mein' Seel, und traure Frisch auf, mein' Seel, verzage Frisch, frisch, hinnach Fröhlich, fröhlich, immer fröhlich Fröhlich soll mein Herze Frohlocket mit Händen * Früh am Morgen Jesus gehet Frühmorgens, da die Sonn aufgeht Fünf Brünnlein find Fürst der Fürsten, Jesu Chrift Geduldigs Lämmlein, Jesu Christ Geduld ist euch vonnöten Gegrüßet seist du, Gott mein Gegrüßet seist du, meine Kron Gehab dich wohl, du schnöde Welt Geh auf, meins Herzens Morgenstern Geh aus, mein Herz, und suche * Geht hin, ihr gläubigen Gedanken Geht, ihr traurigen Gedanken Geist aller Geister * Geift vom Vater und vom Sohne Geliebten Freund', was thut ihr Geliebter Jesu, dein Verlangen Gelobet sei der Herr, der Gott * Gelobet sei der Herr, mein Gott Seite. 404 158 788 452 765 159 342 25 367 405 635 866 63 674 735 26 817 323 428 430 429 368 453 26 133 866 113 65 766 66 592 65 66 636 43 296 840 431 141 817 736 593 525 859 Ge Register. Gelobet feit du, Jesu Chrift Gen Himmel aufgefahren ist * Gesegn uns, Herr, die Gaben dein Gewonnen, gewonnen, der Satanas Gewünschter Sabbath, heilge Gieb dich zufrieden, und sei Gieb Fried, o frommer, treuer Gleichwie ein Hirsch eilt mit Glück zu, Kreuz, von ganzem * Gott, der du Herzenskenner bist Gott der Bater wohn' uns bei Gott der wird's wohl machen Gott des Himmels und der Erden Gott, des Gute sich nicht endet * Gott, du hast in deinem Sohn Gott, du läsfest mich erreichen Gottes Sohn ist kommen Gott fähret auf gen Himmel * Gott, gieb einen milden Regen Gott hat das Evangelium Gott herrschet und hält bei Gott, heut endet sich die Wochen * Gott ist die wahre Liebe * Gott ist gegenwärtig Gott ist getren, der über meine * Gott ist mein Licht, der Herr mein * Gott ist mein Treft und Zuversicht * Gott ist und bleibt getreu Gott lebet noch, Seele, was * Gott lebt, wie kann ich traurig * Gott Lob, der Sonntag kommt * Gott Lob, der Tag ist nun dahin Gott Lob, die Stund ist kommen Gott Lob, ein Schritt zur Ewigkeit * Gott Lob, mein Jesus macht mich. Gott Lob, nun ist erschollen * Gott, nur du bist meine Sonne Gott sei Dank durch alle Welt Gott sei gelobet und gebenedeiet * Gott sei Lob, der Tag ist kommen Gott sei uns gnädig und Gott, so machst du's mit * Gott und Vater, nimm jekund Gott Vater, der du deine Sonn * Gott Vater, höre unsre Bitt Gott Vater, sende deinen Geift Gott Bater, Sohn und heilger Seite. 28 133 874 526 325 594 253 369 370 881 3 297 541 246 818 562 12 133 819 789 298 563 883 844 595 334 719 855 716 336 829 872 737 473 861 253 471 28 180 179 3 371 832 247 832 141 169 Gott Register. Gott weiß es alles wohl zu Gott will's machen * Großer Gott von alten Zeiten Großer Immanuel, schaue * Großer Mittler, der zur Rechten Großer Prophete, mein Herze Groß ist die Qual, o Herr Gute Nacht, ihr eitlen Freuden, gute Guter Hirte, willst du nicht $. Hallelujah, Lob, Preis und Ehr * Halt im Gedächtnis Jesum Chrift Hast du Angst im Herzen Hast du denn, Jesu, dein Heiligster Jesu, Heilgungsquelle Helfer meiner armen Seele Helft mir Gotts Gute preisen Herr, aller Weisheit Quell und Herr, besänftige mein Herze Herr Chrift, der einig Gotts Sohn Herr, deinen Zorn wend ab Herr, deine Treue ist so groß Herr, der du vormals haft dein Herr Gott, der du erforscheft Herr Gott, dich loben alle wir, Herr Gott, dich loben wir, Herr * Herr Gott, dich loben wir, regier * Herr Gott, du bist ja für und für * Herr Gott, erhalt uns für und für Herr Gott, nun sei gepreiset * Herr Gott, Vater im Himmelreich Herr, höre mich und merke Herr, höre, was mein Mund Herr, ich habe mißgehandelt Herr Jesu Christ, dein teures Herr Jesu Christ, der du selbst Seite Herr Jesu Chrift, mein Leben Herr Jesu Christ, mein Licht Herr Jesu Chrift, wahr Mensch * Herr Jesu, deine Angst und Pein 596 597 829 717 816 44 207 67 718 501 841 208 371 676 134 580 Herr Jefu Chrift, dich zu uns Herr Jesu Chrift, du höchstes Gut... sich doch * Herr Jesu Christ, du höchstes Gut... wir Herr Jesu Christe, mein getreuer Herr Jesu Christ, ich schrei' zu Herr Jesu Christ, ich weiß gar Herr Jesu Chrift, mein höchstes Gut 677 598 29 372 433 240 3 526 501 847 886 830 576 $ 1874 234 209 210 69 585 143 221 185 181 373 738 471 679 679 739 60 Here Register. Herr Jesu, dir sei Preis und * Herr Jesu, ewges Licht Herr Jesu, Gnadensonne * Herr Jesu, Licht der Heiden Spere, lehr mich thun nach deinem Herrlichste Majestät Herr, nicht schicke deine Rache Herr, nun läsfest du deinen Diener * Herr, nun laß im Friede * Herr, öffne mir Herr, so du wirst mit mir * Herr, stårke mich, dein Leiden Herr, ftraf mich nicht in deinem Herr und Gott, der Tag und Herr, unser Gott, laß nicht Herr, wann wirst du Zion bauen Herr, wenn ich dich nur werde Herr, wie du willst, so schick's Herzlich lieb hab' ich dich, o Herr, Herzlich thut mich verlangen Herzliebster Jesu Christ Herzliebster Jesu, was baft. Herzog unsrer Seligkeiten * Herz und Herz vereint zusammen heut ist das rechte Jubelfest Heut ift des Herren Ruhetag peut triumphieret Gottes Sohn Hier ist mein Herz, Herr Hier legt mein Sinn sich vor Hier lieg' ich armes Würmelein Hier liegt, den meine Seele Hilf, Gott, wie geht's doch ieko Hilf, Helfer, hilf in Angst und Hilf, Herr Jesu, laß gelingen Hilf, Jesu, bilf fiegen Hilf mir, mein Gott, hilf, daß * Hilf uns, Herr, in allen Dingen * Himmelan geht unsre Bahn Hinunter ist der Sonnenschein Hinweg mit Furcht und * Hirte deiner Schafe Hochheilige Dreifaltigkeit Höchster Formierer der Höchfter Priester, der du Hochseligs Gotteslamm * Hosianna! Davids Sohn Hüter, wird die Nacht der Seite. 182 871 680 862 681 720 211 888 756 165 585 69 212 564 254 721 475 600 274 740 160 68 638 884 143 159 115 639 407 741 29 640 741 580 406 682 845 637 565 453 872 5 503 1640 504 797 542 3 Register. Ja, böchst selig find wir, lieben Brüder Jammer hat mich ganz umgeben Jauchzet, ihr Himmel, frohlucket Ich armer Mensch doch gar nichts vin Ich armer Mensch, ich armer sch armer Sünder komm' Ich armes Menschenkind Ich bin betrübt, und weiß Ich bin ein Gaft auf Erden * Ich bin getauft auf deinen Namen * Ich bin gewiß in meinem Ich bin ja, Herr, in deiner Ich bin in allem wohl zufrieden Ich bin mit dir, mein Gott Ich bin müde, mehr zu leben Ich bin's gewiß, mich kann Ich bin vergnügt und halte Ich bin voller Angst und Leiden ich danke dem Herrn von ganzem ch dank' dir, Gott, für all sch dank dir, lieber Herre sch dank' dir schon durch Ich danke dir für deinen Tod Ich danke dir, liebreicher Gott Ich danke dir, o Gott Ich, der ich oft in tiefes Leid Ich Erde, was erfübn' ich sch erhebe, Herr, zu dir Ich freue mich in dir Ich freue mich von Herzensgrund * Ich geb' zu deinem Grabe Ich grüße dich, du frömmster Ich habe gnug: mein Herr THIT Md bl C Ich habe nun den Grund gefunden Ich hab' ihn dennoch lieb ich hab' in Gottes Herz und Ich hab' mein' Sach Gott DUSAN Ich hab' mich Gott ergeben Ich hab' oft bei mir selbst Ich hab', o Herr, mein Gott Ich hab' von ferne, Herr Ich halte Gott in allem stille * Ich komme, Herr, und suche Ich komm' jetzt als ein armer * Ich lass dich nicht, du mußt mein Jesus Seite. 782 374 801 888 213 213 408 641 641 833 336 742 600 601 376 466 454 377 183 543 543 545 71 565 544 505 316 298 30 743 812 71 601 337 45 602 743 745 683 317 473 685 185 183 343 Ich Register. Ich lebe nun nicht mehr Ich liebe dich herzlich Ich ruf zu dir, Herr Jesu Chrift Ich finge dir mit Herz und Mund Ich steh an deiner Krivven hier * Ich fierbe täglich, und mein Leben Ich suche dich in dieser Ferne Ich trau' auf Gott in allen Sachen * Ich weiß, daß mein Erlöser lebt Ich weiß ein Blümlein hübsch Ich weiß, mein Gott, daß all Ich will dich lieben, meine Ich will einsam und gemeinsam Ich will fröhlich sein in Gott Ich will ganz und gar nicht Ich will von meiner Missethat Jehovah, Herr und König Jehovah ist mein Licht und Jerusalem, du hochgebaute Stadt Jesaia, dem Propheten Jesu, allerliebster Bruder Jesu, deine Liebesflamme Jesu, deine Paffion Fefu, deine tiefen Wunden Jesu, der du meine Seele Jesu, du mein liebstes Leben Jesu, frommer Menschenherden * Jesu, geh voran Jesu, großer Wunderstern * Jesu Güte hat kein Ende Jefu, hilf mein Kreuz mir Jefu, hilf siegen, du Fürste des Jesu, Jesu, meine Sonne Jesu, komm doch selbst zu mir Jesu, komm mit deinem Vater Jesu, Kraft der blöden Herzen Jesu, liebster Schatz der Frommen Jesu, meine Freude Jesu, meine Liebe Jesu, meiner Seelen Leben, dem ich Jefu, meiner Seelen Leben, meines Jesu, meiner Seelen Licht Jesu, meiner Seelen Ruh Jesu, meiner Seelen Wonne Jesu, meines Herzens Freud, süßer Jefu, meines Lebens Leben Jesu, meine Stärke Seite. 72 4.7 409 507 31 888 477 454 889 790 604 274 325 455 745 215 846 5 475 6 704 275 72 73 216 478 44 643 805 867 378 410 276 479 161 318 218 643 434 607 833 605 481 74 545 Register. Jesu, nun fet gepreiset Jesu, rufe mich von der Welt Jesu, Ruh der Seelen Jesus Christus, Gottes Lamm Jesus Chriftus, unser Heiland, der den Jesus Christus, unser Heiland, der von Jesus, Jesus, nichts als Jesus Jesus ist das schönste Licht Jesus ist der schönste Nam Jesus ist mein Freudenleben Fesus ist mein Freudenlicht Jesus lebt, mit ihm auch ich Jesus meine Zuversicht, und mein Jesus nimmt die Sünder an Jesu, Sonn im Herzen Jefu, wenn ich dich nur habe Fest leuchtet schon Jehund betrachten wir Ihr alle, die ihr Jesum liebt Ihr armen Sünder, kommt zu * Jbr Christen auserforen Thr Christen, seht, daß ihr br Eltern, gute Nacht For Kinder des Höchsten, wie sieht's hr lieben Christen, freut euch nun Fm finstern Stall, o Wunder Im Leben und im Sterben Immanuel, des Gute nicht zu Fmmer fröhlich, immer fröhlich In allen meinen Thaten * In Christi Wunden schlaf ich ein In dem Leben hier auf Erden In dich hab' ich gehoffet, Herr In dieser Morgenstund will ich In Gottes Namen fahren * In Gottes Namen fang' ich In meines Herzens Grunde srael, befehre dich ft Ephraim nicht meine Kron Ift Gott für mich, so trete Ft Gott mein Schild und ft's, oder ist mein Geift entzückt St. Kehre wieder, meine Seele Kein Chrift soll ihm die Rechnung Keinen hat Gott verlaffent Seite. 581 32 722 73 116 184 276 478 46 277 49 813 115 842 277 278 546 135 76 319 802 116 890 705 791 33 476 320 456 299 890 684 412 547 586 848 278 218 435 457 412 777 435 378 436 Kein Register. Kein Stündlein geht dahin Keuscher Jesu, hoch Kleiner Knabe, großer Gott * König, dem kein König Komm, beug dich tief, mein Herz * Komm, du sanfter Gnadenregen Komm, Gott Schöpfer, heiliger * Komm, Heidenheiland, Lösegeld Komm, heilger Geist, du Komm, heiliger Geift, erfüll Komm, heiliger Geist, Herre Gott Komm, Jesu, liebsier Schatz Komm, Kreuzeslaft, du werter Komm, Liebster, komm in deinen Komm, o komm, du Geist des * Kommst du, kommst du, Licht Kommst du nun, Jesu, vom Kommt her, und schauet an mein Kommt her zu mir, spricht Gottes * Kommt ins Reich der Liebe * Kommt, Kinder, laßt uns gehen Kommt, laßt euch den Herren lehren Komm, Trister, komm hernieder Kommt, und laßt uns Christum * Kyrie, ach Vater, allerhöchster Kyrie eleison * Kyrie, Gott aller Welt Kyrie, Gott Vater Laß abnehmen diese Glieder Lasset ab, ihr meine Lieben * Laffet die Kindlein kommen Lasset uns den Herren preisen, o thr Laffet uns den Herren preisen, und Laffet uns mit Jesu ziehen, seinen Laß mich dein sein und bleiben Laß mich dich, mein Heiland, loben Last uns alle fröhlich sein Laß uns doch nicht begehren * Lebst du in mir, o wahres Leben Seite. 746 700 33 344 508 820 144 802 145 145 146 722 379 482 146 797 33 Leb Christus, was bin ich betrübt Lebt jemand so wie ich, so lebt er jammerlich Lebt jemand so wie ich, so lebt er seliglich * Licht vom Licht, erleuchte mich Liebe, die du mich zum Bilde Lieber Gott, wann werd' ich sterben 77 380 885 881 264 147 34 6 241 7 7 747 748 835 117 509 77 162 325 34 643 347 119 381 437 830 280 749 Liebe Register. Liebster Bräutgam, denkst du Liebster Jesu, du wirst kommen Liebster Jesu, hör mein Klagen Liebster Jesu, liebstes( siehe Selig:: sind) Liebster Jesu, Troff der Herzen * Liebster Jesu, wir sind hier, deinem Liebster Jesu, wir sind hier, dich Liebster Immanuel, f. Schdnfter Immanuel Liebster Vater, ich dein Kind Lobe den Herren, den mächtigen * Lobe den Herren, o meine Seele Lobet den Herren alle, die ihn Lobet den Herren:;: denn Lobet den Herrn und Lobet Gott, unsern Herren Lob sei dem allerhöchsten Gott Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich * Lowen, laßt euch wiederfinden M. Mache dich, mein Geist, bereit Mach's mit mir, Gott, nach * Macht hoch die Thür, die Thor' macht Mag ich Unglück nicht widerstahn Man lobt dich in der Stille * Marter Gottes, wer kann dein Mein' Augen schließ ich jetzt Meine Armut macht mich schreien Meine Hoffnung stehet feste Meine Liebe hängt am Kreuz Meinen Jesum las ich nicht, denn Meinen Jesum laff ich nicht, weil Meine Seele erhebet den Herrn Meine Seele, laß es gehen Meine Seel, ermuntre dich * Meine Seele senket sich Meine Seele, willst du ruhn Meine Seel ist stille zu Gott Meine Seel, komm in die Wunden Meines Lebens beste Freude Meine Sorgen, Angst und Plagen * Mein Fels hat überwunden * Mein Freund ist mein, und ich Mein Freund zerschmilzt Mein Gemüt, wie so betrübt Mein gnug beschwerter Sinn Mein Gott, das Herz ich 39 Seite. 345 482 792 351 622 835 162 289 219 510 859 548 510 576 511 12 35 856 235 749 798 382 512 93 566 623 300 79 687 459 524 609 78 588 280 609 326 778 438 813 348 382 610 327 686 Mein Register. Mein Gott, du weißt am Mein Gott, erschaffen haft * Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe Mein Gott, wie soll ich singen Mein Heiland, lehre mich Mein Herzens- Jesu, meine Luft * Mein herzer Bater, weint ihr noch Mein Herze, schwinge dich Mein Herze, wie wankest und Mein Herz, o Gott, spricht Mein Jesu, dem die Seraphinen Mein Jesu, der du mich zum Mein Jesu, hier sind deine Brüder Mein Jesu, schönstes Leben Mein Jesu, süße Seelenluft Mein Jesus ist getreu Mein König, schreib mir dein Geset * Mein Leben ist ein Pilgrimsstand * Mein Salomo, dein freundliches Mein Vater, deine Gnad Mein Vater, zeuge mich, dein Mensch, drückt dein Kreuz Mensch, willst du leben Mich kann Gott nicht verlassen Mir nach, ſpricht Chriſtus Mit Ernst, o Menschenkinder Mit Fried und Freud ich fahr' * Mit meinem Gott geh' ich Mitten wir im Leben Morgenglanz der Ewigkeit Nachdem das alte Jahr Nach dir, o Herr, verlanget nichts betrübters ist auf Erden Micht so traurig, nicht so sehr Nimm von uns, Herr Noch dennoch mußt du Nun bitten wir den heiligen Geist Nun danket alle Gott * Nun danfet all und bringet Ehr Nun danket Gott, ihr Christen Nun freut euch, Gottes Kinder Nun freut euch, lieben Christen Nun geht frisch drauf Nun Gott Lob, es ist vollbracht Singen * Nur Gott Lob, es ist vollbracht, und gwe Nacht, du Seite. 281 483 890 567 484 49 891 35 645 413 229 346 186 120 52 349 706 650 328 512 51 384 162 459 645 13 750 873 750 548 582 385 386 300 242 610 148 513 860 121 135 282 586 162 836 646 Nun Register. Nun hat das heilge Gotteslamm Nun jauchzet all, ihr * Nun jauchit dem Herren alle Welt Nun ist auferstanden Nun ist der Regen hin Nun ist es alles wohlgemacht Nun kommt der Heiden Heiland * Nun kommt das neue Kirchenjahr Nun last uns den Leib begraben Nun laßt uns gehn und treten Nun laßt uns Gott dem Herren Nun lieg' ich armes Würmelein Nun lob' mein Seel den Herren * Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit Nun ruhen alle Wälder * Nun schläfet man, und wer Nun sich der Tag geendet hat Nun singer und ſeid froh Nun wachen alle Wälder Nur frisch herein, es Dallerhöchster Menschenhüter Angst und Leid Ob schon das Kreuz Christe, Morgensterne * O daß doch bald dein Feuer O daß ich tausend Zungen * O der alles hätt' verloren O du allersüßte Freude O du allertiefste Liebe O du Liebe meiner Liebe O Durchbrecher aller Bande O du süße Lust Deffne mir die Perlenthore Elend, Jammer, Angst und Ewigkeit, du Donnerwort Ewigkeit, du Freudenwort Ewigkeit, o Ewigkeit frommer und getreuer Gott aller O frommer und getreuer Gott, ich hab' O Gott, da ich gar keinen Rat * Gott, der du aus Herzensgrund Gott, der du das Firmament O Gott, der du in Liebesbrunft O Gott, du frommer Gott O Gott, du unser Vater bist 39* Seite. 122 14 860 123 248 80 14 798 751 582 577 751 513 861 568 873 569 36 549 438 550 220 387 550 805 514 622 148 688 81 689 338 781 81 767 779 893 259 220 170 527 249 236 691 165 Register. Gottes Sohn, Herr Jesu Christ D Gottes Sohn von Ewigkeit O Gott, ich thu' dir danken * Gott, mein Schöpfer, edler Fürst Gott, von dem wir alles haben großer Gott ins Himmels Chron O großer Gott von Macht D Haupt voll Blut und Wunden heilger Geist, du ewger Gott Oheilger Geist, kehr bei uns Oheilige Dreifaltigkeit, o hochgelobte heilige Dreifaltigkeit, voll * heiliger Geist, o heiliger Gott Herre Gott, dein göttlich Wort * Herre Gott, Vater Herr Gott, der du deiner Herz des Königs aller Jesu Christ, dein Kripplein ist Jesu Christ, der du mir bist Jesu Christe, Gotteslamm Jesu Christe, wahres Licht Jesu Christ, ich preise dich Jesu Christ, mein schönstes Jesu Christ, meins Lebens Licht Jesu, du bist mein und Jesu, du mein Bräutigam Jesu, einig wahres Haupt Jesu, Gottes Lammelein Jesu, Jesu, Gottes Sohn Jesu, lebre mich * Jesulein süß, o Jesulein Jesu, meiner Seelen Leben Jesu, meines Lebens Licht Jesu, meine Wonne D Jesu, süßes Licht Jesu süß, wer dein gedenkt Jesu, treuster Heiland mein * König aller Ehren Kreuzesstand Lamm Gottes hoch erhaben Lamm Gottes unschuldig Licht vom Licht, o Vaters Glanz * Liebe, die den Himmel hat * O Liebesglut, die Erd und Himmel O meine Seel, erhebe dich O Mensch, bewein dein Sünde O Mensch, wie ist dein Herz bestellt Seite. 230 301 551 703 853 82 243 83 820 149 540 15 150 163 7 249 84 36 484 86 164 171 283 752 647 187 820 753 287 611 802 691 867 188 552 53 873 806 387 94 88 354 803 347 8 88 164 Register. * milder Gott, allerhöchster O reicher Gott von Gütigkeit O so hast du nun dein Leben O starker Gott, o Seelenkraft O starker Zebaoth, du Sündenmensch, bedenk den Tod süßer Stand, o selig Leben teurer Tröster, heilger Geist teures Blut, o rote Flut O Tod, wo ist dein Stachel mun O Traurigkeit, o Herzeleid O treuer Jesu, der du bist O Ursprung des Lebens O Vater aller Frommen * O Bater, allmächtiger Gott * 5 ter der Barmherzigkeit, Bronn O Vater der Barmherzigkeit, der du * Vater der Barmherzigkeit, ich * O Vater der Barmherzigkeit, wir O Vaterherz, o Liebesbrunst Vater, sieh, wie mich Vater, unser Gott, es ift Weisheit aus der Höh O Welt, ich muß dich lassen Welt, sich hier dein Leben * O wie mögen wir doch unser Leben O wie selig seid ihr doch wie selig sind die Seelen Dwir armen Sünder P. Preis, Lob, Ehr, Ruhm R. * Rett, o Herr Jesu, rett * Ninge recht, wenn Gottes Gnade * Rüstet euch, ihr Christenleute Ruhe ist das beste Gut Seite. 6 624 92 Schaffe in mir, Gott, ein reines Herze, und Schaffet, daß ihr selig werdet * Schaffet, schaffet, Menschenkinder 221 485 768 692 151 97 124 97 753 486 577 * Schaff in mir, Gott, ein reines Herz, mein Schatz über alle Schätze Schau, lieber Gott, wie Schmücke dich, o liebe Seele 7 7 708 836 6 288 693 237 265 754 98 894 782 350 99 625 694 654 625 487 413 188 * Schmückt 821 837 399 329 Register. * Schmückt das Fest mit Maien Schönster Bräutgam, soll ich nicht Schönster Immanuel, Herzog der Schütte deines Lichtes Strahlen Schwing dich auf zu deinem Gott * Seele, geh auf Golgatha Seelenbrautigam, Jesu Seelenweide, meine Freude * Seele, was ermüdst du dich Seid zufrieden, liebe Brüder Sei fröhlich alles weit und breit Sei getreu in deinem Leiden Set Gott getreu, halt seinen Sei hochgelobt, barmherzger Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut Sei mir tausendmal gegrüßet Sei mir tausendmal willkommen Sei wohl gegrüßet, guter Hirt Selig sind, die zu dem Abendmahl Seligstes Wesen, unendliche Wonne Selig, wer ihm suchet Raum Siehe, ich gefallner Knecht Siehe mein getreuer Knecht Sieh, bier bin ich, Ehrenkönig Sich, wie lieblich uno wie fein * Sie ist mir lieb, die werte Magd Singen wir aus Herzensgrund Singt dem Herrn nah und fern So bald des großen Sabbaths Sobald, o frommer Chrift So bleibet's denn also So führst du doch recht selig So gehest du, mein Jesu, bin So hab' ich nun vollendet So komm, geliebte Todesstund, * So lange Christus Christus ist Soll ich denn, Jesu, mein Leben Soll ich denn mich täglich Soll ich nach deinem Willen Sollt' es gleich bisweilen scheinen Sollt ich aus Furcht vor Menschenkindern Sollt' ich meinem Gott nicht singen * Sollt' ich meinem Gott nicht trauen So oft ein Blick mich So recht, mein Kind, ergieb * Sorge doch für meine Kinder * So ruhest du, o meine Ruh Seite. 822 723 289 414 440 100 289 613 480 38 125 388 389 291 516 101 390 102 351 9 100 222 102 238 709 823 578 517 126 552 613 303 104 755 757 823 390 616 615 460 166 518 855 648 771 849 808 So Register. So soll ich denn noch mehr So wahr ich lebe, spricht dein So wünsch' ich nun ein' gute Nacht * Speis uns, o Gott, deine Kinder Spiegel aller Tugend * Stark ist meines Jesu Hand * Steht auf ihr lieben Kinderlein Straf mich nicht in deinem Zorn Strahl der Gottheit, Kraft * Such, wer da will, ein ander Ziel Süßes Seelenabendmahl * Teures Wort aus Gottes Munde * Thut mir auf die schöne Pforte Trau auf Gott in allen Trautster Jesu, Ehrenkönig Trener Gott, ich muß dir klagen * Treuer Hirte deiner Herde Treuer Vater, deine Liebe Treuer Wächter Israel Treuster Meister, deine Worte Tritt hin, o Seel, und dank Triumph:: des Herrn Gefalbter Triumph, Triumph, es kommt 算. Unerschaffne Lebenssonne Unser Herrscher, unser König Unser Wandel ist im Himmel Unsre müden Augenlider * Unter Liljen jener Freuden Unveränderliches Wesen Ursprung wahrer Freuden Valet will ich dir geben Vater, ach laß Troft Vater unser im Himmelreich Berleih uns Frieden gnädiglich Bersuchet euch doch selbst Verwundter Heiland Berzage nicht, o Häuflein klein * Viel besser nicht geboren Vom Himmel hoch, da komm' ich Vom Himmel kam der Engel Von Adam her so lange Zeit Von Gott will ich nicht lassen Seite. 391 223 724 875 352 723 868 224 152 481 189 831 831 461 487 415 857 266 254 268 520 520 127 570 521 651 569 485 105 391 758 224 239 256 231 104 256 895 38 39 793 461 Register. Vor deinen Thron tret' ich hiermit Ver G'richt, Herr Jesu, steh' ich W. * Wach auf, du Geist der ersten Zeugen Wach auf, mein Herz, denk Wach auf, mein Herz, die Nacht Wach auf, mein Herz, und singe Wachet auf, ihr faulen Christen Wachet auf, ihr lieben Herzen Wachet auf, ruft uns die Stimme Wacht auf, ihr Menschenkinder War' Gott nicht mit uns Walt's Gott, mein Werk ich Warum betrübst du dich, mein Herz Warum betrübst du dich, und Warum sollt' ich mich denn gråmen Warum willst du doch für morgen Warum willst du draußen stehen Was alle Weisheit in der Welt Was bedeut dies, ihr Jungfrauen * Was betrübst du dich, mein Herze Was frag' ich nach der Welt, fie Was frag' ich nach der Welt und Was fürchtst du, Feind Herodes Was giebst du denn Was Gott gefällt, mein Was Gott thut, das ist wohl * Was habe ich dir gethan * Was hinket ihr, betrogne Seelen Was kann ich doch für Dank Was kann uns kommen an für Not Was lacht ihr, Babelskinder Was Lobes solln wir dir, o Bater Was mein Gott will, das g'scheh' Was mich auf dieser Welt Was willst du, armer Erdenkloß Was willst du dich betrüben Was willst du, mein Herz, anfangen Weg, mein Herz, mit den Gedanken Weg mit allem, was da scheinet Weh mir, daß ich so oft und viel * Weicht, ihr Berge, fallt Weil ich meinen Jesum habe Weil nichts gemeiners ist Welch eine Sorg und Furcht Welt Ade! ich bin dein müde Seite. 540 207 823 587 128 554 695 392 769 793 726 571 305 442 462 306 17 795 106 878 652 652 40 653 618 463 809 656 322 441 443 522 619 655 695 620 555 443 657 226 339 352 758 697 783 Welt Register. Weltlich Ehr und zeitlich Gut Welt, packe dich, ich Welt, tobe, wie du willst Wenn dein herzliebster Sohn * Wenn dich Unglück hat betreten Wenn einer alle Kunst und Wenn ich betracht' mein sündlichs Wenn ich in Todesnoten bin * enn fleine Himmelserben Wenn mein Stündlein vorhanden Wenn meine Sünd' mich kränken Wenn Vernunft von Christi Wenn wir in höchsten Nöten Wer Christum recht will Wer das Kleinod will * Werde licht, du Stadt der Heiden Werde munter, liebe Seele Werde munter, mein Gemüte Wer Gott vertraut, hat wohl Wer in dem Schuß des Höchsten Wer ist wohl wie du Wer nur den lieben Gott läßt * Wer recht die Pfingsten feiern will Wer seinen Jesum hält, so Wer seinen Jesum recht will * Wer sich auf seine Schwachheit steurt Wer sich im Geift beschneidet * Wer sich die vor Gottes Throne Wer überwindet, soll Wer weiß, wie nahe mir mein Wer wohlauf ist und gesund Wie fleugt dahin der Menschen * Wie Gott mich führt, so will ich * Wie herrlich ist's, ein Schäflein Wie ist so groß und schwer Wie nach einer Wasserquelle * Wie schön ist's doch, Herr Jesu Chrift Wie schön leuchtet der Morgenstern voll * Wie schön leucht uns der Morgenstern vom Wie's Gott gefällt Wie soll ich dich empfangen Wie wird doch so gering Wie wohl hast du gelabet Wie wohl ist mir, o Freund Wir Christenleut' Seite. 657 658 659 323 845 710 464 759 892 760 107 107 244 660 417 807 761 572 465 260 55 307 825 445 662 660 583 895 417 762 Wie danken dir, H. Wir danken dir, H. J. C., daß du gen 39** C., daß du für uns 522 763 879 339 256 393 850 353 869 630 16 528 190 331 40 108 136 * Mir Register. * Wir danken dir, H. J. C., daß du unser Wir danken dir, H. J. C., daß du vom * Wir danken Gott für seine Gabn Wirf ab von mir Wir glauben all an einen Gott Wir haben jetzt vernommen Wir Menschen sind zu dem Wir singen dir Immanuel * Wir warten dein, o Gottes Sohn Wo denk' ich armer Mensch doch Wo Gott der Herr nicht bei Wo Gott zum Haus nicht Wohl dem, der Jakobs Gott Wohl dem, der in Gottes Furcht Wohl dem, der sich auf seinen Wohl dem, der sich mit Fleiß Bohl dem Menschen, der nicht Wohl recht wichtig und recht Wo ist der Liebste hingegangen Wo ist meine Sonne blieben Wo ist mein Schäflein Wollt ihr den Herren finden * Wollt ihr wissen, was mein Preis Wo mein Schat liegt Womit soll ich dich wohl Woran fehlt's immer mehr Wo soll ich flichen hin * Wo soll ich bin, wer hilfet mir Wo willst du hin * Wunderanfang, herrlichs Ende * Wunderbarer Gnadenthron Wunderbarer König Wunderlich in Gottes Schicken 3. Zerfließ, mein Geift, in Zeuch ein zu meinen Thoren * Zeuch hin, mein Kind, denn * Zeuch, Israel, zu deiner Ruh Zeuch meinen Geist, o Herr Zeuch mich, zeuch mich * Zeuch uns nach dir, so kommen wir * Zion, gieb dich nur zufrieden 3ton Flagt mit Angst und Zu dir, o Gott, erhebet Zwei Ding, o Herr, bitt' Seite. 874 129 875 226 232 251 167 40 393 419 M 726 308 445 698 465 420 168 355 137 573 489 663 350 490 308 699 228 225 574 286 804 524 394 191 152 893 897 491 491 488 725 727 588 310 Getfireiche Gebete, aus Johann Arnds Paradies- Gärtlein und andern zusammengezogen. dir, und wie du antworteft durch Trost und heilige Gedanken, und daß keine Hülfe Barmherziger, gnädiger, und wahrer Troft ohne Geliebreicher Bater im bet könne erlanget werden; Himmel: du haft mir be- habe dessen so viele Erem fohlen zu beten; dein lie- pel der Heiligen und meiber Sohn hat mich's geleh- nes Herrn Jesu Chrifti. ret, und mit einem teu- Dennoch bin ich so faul ren Eid die Erhörung zu- und träge zum Gebet, vergesaget; dein heiliger Geist lasse mich mehr auf meine erinnert mich oft in mei- Arbeit und Weisheit, denn nem Herzen des Gebets; auf deine Hülfe und Gnaund ich weiß, daß alle gu- de. Ach vergieb mir solche te und alle vollkommene Sicherheit, Thorheit und Gaben von oben herab Verachtung deiner göttlikommen müssen, von dem chen Verheißung! Wende Vater des Lichts, und von mir die schwere Straweiß auch, daß kein wah- fe, die du drauest den Verres, beständiges, gedeihli- ächtern deiner Gnade, daß ches Gut, es sei himmlisch du sie wolleft wieder veroder irdisch, zeitlich oder achten, und daß die, so eiemig, ohne Gebet kann er- nem andern nacheilen, langet werden; weiß auch, groß Herzeleid haben soldaß es deine Ehre betrifft, len, und gieb mir den und meine höchste Not- Geist der Gnade und des durft erfordert; weiß auch, Gebets. Entzünde mein was für ein freundlich Ge- Herz mit inniger und spräch das Gebet ist mit brünstiger Andacht, und mit Um Andacht und die Gnade des Gebets. 2 Um inbrünstige Andacht. mit dem Licht deiner Gna- Ines Herzens still halten, den. Laß mein Gebet vor befestigen und viel besser dir riechen, wie das regieren, denn ich selbir. Opfer Noah. Laß mich Stehe auf, Herr, be= meine Hände zu dir auf- draue den Sturmwind beben, wie Moses. Laß und das unruhige Meer mein Gebet vor dir Elin- meines Herzens, daß es gen, wie die Cymbeln am stille sei, in dir ruhe, Kleide Narons und wie die dich ohn Hindernis anHarfe Davids. Zünde in schaue, und mit dir vermir an den heiligen Durst einigt bleibe. Führe mich nach dir, wie ein Hirsch in die geistlichen Wüsten, da schreiet nach frischem Was ich nichts sehe noch höre ser. Rühre und reinige von der Welt, denn dichy meine unreinen Lippen mit allein, daß du mit mir aldem himmlischen Feuer, lein reden mögest, daß ich wie dem Jesaia; laß mich dich freundlich küssen möge, deine Herrlichkeit im Geist und es niemand sehe und und Glauben sehen, wie mich höhne. Erneure mein Ezechiel; erhöre mich, wie Herz, Sinn und Gemüt; Daniel; öffne mir die zünde in mir an dein Licht, Augen, wie dem Diener daß es in mir leuchte, daß Elisä; laß mich mit Pe- mein Herz brenne und tro und Maria bitterlich entzündet werde in deiner weinen: erleuchte mein Liebe und Andacht. Nimm Hert, wie dem Schächer das steinerne Herz hinam Kreuz; laß mich die weg, daß ich empfinde Knie meines Herzens vor deines Geistes Flamme, dir beugen, wie Manasse; Liebe, Trost und freundthue mir mein Herz auf, liche Antwort. Auch nimm wie der Lydia, daß ich al- weg durch deine Gnade ler zeitlichen Dinge in mei- alles, was meine Andacht nem Gebet vergesse. Ach hindert, es sei die Welt Herr, aller Herzen Kün- oder meines Fleisches Wildiger, der du Herzen le, als Zorn, Rachbeund Nieren prüfest, du gier, Ungeduld, Unglauweißt, wie unbeständig be, Hoffart, Unversöhnmenschliche Herzen und lichkeit, Unbuffertigkeit. Gemüter sind, viel be- Laß deinen heiligen Geift weglicher, denn Wasser, in meinem Herzen seufzen, so vom Winde beweget schreien, rufen, beten, lowird. Ach befestige met- ben, danken, zeugen und ne Andacht, daß ich nicht meinem Geist Zeugnis gedurch so mancherlei Ge- ben der Kindschaft Gotdanken hin und her be- tes. Laß ihn mein falweget werde! Ach du tes Herz mit seinem himmkannst das Schifflein mei- lischen Feuer entzünden, ers Um wahre Andacht. 3 D. Martin Luther. und Um rechte Würdigkeit zu mabeten. err, es ist deine Ehre und dein Gottesdienst, dadurch du gerühmt wirst, daß ich vor dir bettele; erwärmen und mich ver-[ vergieb du uns, lieber Herr, treten bei Gott mit un- und stärke uns den Glauaussprechlichem Seufzen. ben. Amen. Laß deinen heiligen Geist in mir wohnen, und mich zum Tempel Heiligtum Gottes chen, und mich erfüllen mit göttlicher Liebe, Licht Andacht, himmlischen Gedanken, Leben, Trost, Stärke, Freude und Frie- darum, lieber Herr, fieden. Laß deinen heiligen he nicht an, daß ich so Geist den Tempel meines unwürdig bin, sondern daß Herzens mit dem himm- ich deiner Hülfe notdürflischen Weihrauch der gött- tig bin, und du der rechte lichen Andacht lieblich einige Nothelfer bist aller und wohlriechend machen. Sünder. Darum dir ge= Laß uns durch deinen hei- schieht's zu Ehren, daß ich ligen Geist, o Bater, mit dich anrufe; so kann ich deinem lieben Sohn Je- deiner Hülfe nicht ent= su Christo vereinigt wer- raten, und du kannst und den, daß wir in ihm durch willst geben denen, die ihn, mit ihm beten, als dich bitten. Amen. Amen. mit unserm Haupte. Laß D. Martin Luther. uns auch durch den heiligen Geist mit allen glau- Gebet auf Gottes Sefehl und Verheißung. bigen Herzen und der ganzen heiligen Kirche vereini- ieber Herr, du weißt, get werden, daß wir mit daß ich ja nicht von der ganzen Kirche für die mir selbst und aus eige= ganze Kirche und in der nem Vermessen noch auf Kirche, als in deinem meine Würdigkeit vor dich Heiligtum, beten und im komme; denn so ich das Namen Jesu Christi er- wollte ansehen, so dürfte höret werden. Amen. ich die Augen nicht vor dir aufheben, und wüßte nicht, wie ich anfahen sollte zu beten; sondern dardaß wir so fleißig wå- auf komme ich, daß du ren zu beten, zum wenig- selbst geboten hast, und sten mit Seufzen des Her- ernstlich forderst, daß wir zens, als du bist mit Rei- dich sollen anrufen, und jen, Locken und Gebieten, auch Verheißung zugesagt Verheißen und Nötigen hast, dazu deinen eigener: zum Gebet! Ach wir sind Sohn gesandt, der uns faul und undankbar, das gelehret, was wir beten folUm wahre Andacht. Nieber Herr Gott! 4 Täglicher Seufzer zur heil. Dreifaltigkeit. sollen, und die Worte vor- Ich danke dir, mein gesprochen hat; darum himmlischer Bater, durch weiß ich, daß dir solch Ge- Jesum Christum, deinen bet gefällt, und mein Ver- lieben Sohn, daß du mich messen, daß ich mich Gottes diese Nacht vor allem Kind vor dir rühmen darf, Schaden und Gefahr bescheine, wie groß es wolle, hütet hast, und bitte dich, so muß ich dir gehorsam du wollest mich diesen Tag sein, der du es so haben auch behüten vor Sünden willst, damit ich dich nicht und allem Utebel, daß dir alle Lügen strafe, und mich über mein Thun und Leben geandere Sünde noch schwe- falle. Denn ich befehle mich, rer gegen dich verfündige, meinen Leib und Seele, und beides mit Verachtung dei- alles in deine Hände; dein nes Gebots und Unglauben heiliger Engel sei mit mir, an deine Verheißung. daß der böse Feind keine Macht an mir finde, Amn. Und alsdann mit Freuden an dein Werk gegangen, und etwa ein Lied gesungen, als die Zehn Gebote, oder was deine Andacht giebt. D. Martin Luther. Täglicher Seufzer zur heiligen Dreifaltigkeit. ch Gott Vater, gieb uns gnädig, was zu Leib und Leben gehöret! Ach du Sohn Gottes, hilf uns von Sünden, sei uns gnädig, und gieb uns deinen Geist! Ach Gott heiliger Geist, heile, tröste und stärke uns wider den Der Abendfegen. Des Abends, wenn du zu Bette geheft, sollst du dich segnen mit dem heiligen Kreuze und sagen: es Gott Teufel, und gieb uns end- Sohn, heiliger Geift, lich Steg und die Auferweckung vom Tode. Amen. Amen. D. Martin Luther. Darauf knieend oder stehend den Glauben und Der Morgensegen. Vaterunser. Willst du, Des Morgens, so du aus so magst du dies Gebetdem Bette fähreft, sollst lein dazu sprechen: du dich segnen mit dem Ich danke dir, mein heiligenkreuz und sagen: himmlischer Vater, durch Des es walte Gott Va- Jesum Christum, deinen ter, Sohn, heiliger lieben Sohn, daß du mich Geist, Amen. diesen Tag gnädiglich beDarauf knieend oder ste- hütet haft, und bitte dich, hend den Glauben und du wolleft mir vergeben Vaterunser. Willst du, alle meine Sünden, wo so magst du dies Gebet- ich Unrecht gethan habe, lein dazu sprechen: und mich diese Nacht and Das Benedicite. 5 gnädiglich behüten; denn Lust an der Stärke des ich befehle mich, meinen Rosses, nach Gefallen an Leib und Seele und al- Jemandes Beinen. Der les in deine Hände; dein Herr hat Gefallen an beiliger Engel sei mit mir, denen, die ihn fürchten, daß der böse Feind keine und die auf seine Güte Macht an mir finde, Amen. warten. Und alsdann flugs und Darnach das Baterunser fröhlich geschlafen. und dies folgende Gebet: D. Martin Luther. Wir danken dir, Herr Gott Vater, durch JeDas Benedicite. sum Chriftum, unsern Die Kinder und Gefinde Herrn, für alle deine sollen mit gefalteten Wohlthat, der du lebest Händen und züchtig vor und regierest in Ewigkeit, den Tisch treten und Amen. D. Martin Luther. sprechen: Aller Augen warten auf Ein allgemeines Morgengebet. dich, Herr, und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit: du thust deine Hand auf, und såttigest alles, was lebet, mit Wohlgefallen. Es segne mich mein Gott und Vater, und wasche, heilige und reinige mich in dem Blute Jeſu durch seinen Geist. Amen. Darnach das Vaterunser Abba, lieber Vater, ich und Gebet: und preise Das Gratias. Also auch nach dem Essen Herr Gott himmlischer auch für diese Nacht, so Bater, segne uns und du mich überleben, und diese deine Gaben, die wir für diesen Tag, so du mich von deiner milden Güte erleben lassen. Laß das zu uns nehmen durch rechte göttliche, geistliche Jesum Christum unsern und himmlische Leben, das Herrn, Amen. aus dir ist, durch den Geist der Gnaden in mir neu werden, damit ich nicht lebe, sondern Christus in follen sie gleicherweise mir, und ich im Glauben thun, züchtig und mit ge- des Sohnes Gottes stets falteten Händensprechen: erneuert werde als eine anket dem Herrn, denn Pflanze der Gerechtigkeit, er ist freundlich, und zu grünen und zu blühen seine Güte währet ewig- dir zum Preis, und auslich. Der allem Fleische zubrechen in lebendige und Speise giebt, der dem dir wohlgefällige Früchte Vieh sein Futter giebt, des Geistes, meinem Nachden jungen Raben, die sten in Nuk und Dienst. ihn anrufen: er hat nicht Ich ergebe mich dir aufs neue, 6 Erneuerung des Taufbundes. neue, mein Vater: machelgieb ihnen, gleich wie ich mit mir, was dir wohlge- ihnen von Herzen vergebe. fällt; reinige, låutre und Alle meine Anverwandten bewahre mich, daß ich lege ich in deine Liebesein rechtschaffner Christ arme. Kirchen und Schusei, und zu dem Israel len, Obrigkeit und UnterGottes gehöre, über wel- thanen befehle ich dir, chem ist Friede und Barm- mein Gott. Ach siehe an herzigkeit. Ich begehre den elenden Zustand in Feine Ehre, als deine Kind- allen Ständen, mache dich schaft, feinen Reichtum, auf und hilf uns, daß deine als die Gerechtigkeit Jesu Ehre gerettet und des gottChrifti, feine Wollust, als losen Wesens ein Ende die gnadenreiche Beiwoh- werde. Hilf den Armen nung des heiligen Geistes. und Elenden, die zu dir Für mein Leibliches wirst schreien. Herr, mein Gott, du wohl sorgen, denn du verschmåhe mein Gebet haft gesagt: Ich will dich nicht, sondern erhöre mich nicht verlassen noch ver- um deines lieben Sohnes fäumen. Doch bewahre Jesu Christi willen. Amen, mich vor Müßiggang, laß das heißt, ia, ia, es soll mich arbeiten, nicht aus also geschehen! Geiz, sondern in herzlicher Liebe gegen meinen Nachsten. Laß deine Barmhersigkeit sich ausbreiten über alle Menschen, die auf mein Heiland, wie dem Erdboden wohnen, groß ist deine Lieb und deine Güte über und unbeschreiblich deine alle dein Geschöpf. Ge- Treue! Denn du hast mich denke deiner Kinder, die erkauft nicht mit vergångdich kennen und in der lichem Silber oder Golde, Einigkeit des Geistes ver- sondern mit deinem hei= bunden sind als lebendige ligen teuren Blute. Du Glieder an ihrem hochge- bist ein Fluch worden um benedeieten Oberhaupte meinetwillen. Du hast deiJesu Christo. Laß un- nem himmlischen Vater ser aller Gebet ein Gebet für meine Sünden genug sein vor dir durch Chri- gethan, und mich versöhftum, in welchem du uns net mit Gott durch den dir selbst angenehm ge- Tod deines Leibes. Du macht hast. Sei du selbst hast mich verlornen und eine ewige Vergeltung verdammten Menschen erallen denen, die mir Liebe löset vom Tode, vom beweisen. Meine Belei- Teufel, von der Hölle diger fiche mit erbarmen- und ewigen Verdammnis. den Augen an, und ver- Du hast mir erworben Danksagung und Erneuerung des Bundes mit Chrifto. Erneuerung des Taufbundes. 7 Gnade, Vergebung der nach Eitelkeit, und meine Sünden, Gerechtigkeit und Ohren abwenden, daß fie Frieden, ehe ich noch ge- nicht hören nach Narrenboren, und mir die er- teiding. Ich will meine worbenen Güter mitge- Zunge schweigen, daß fie teilt, da ich wiedergebo- nichts Böses rede, und meiren. Für diese und alle nen Füßen wehren, daß fie andere deine Wohlthaten nicht treten auf den Weg sage ich dir von Grund der Sünder. Ich will nicht des Herzens Lob und am Joche ziehen mit den Dank, und übergebe mich Ungläubigen, sondern nehdir mit Seel und Leib men das Kreuz auf mich, und alle dem, was ich und folgen dir nach, in an Seel und Leib Gutes gewisser Zuversicht, daß von dir habe. Du hast deine Stärke mir zu Hülfe über das alles noch mit komme in meiner Schwachmir in der Taufe einen heit, und dein Ueberfluß erstatten meinen Bund gemacht, zu dem wird Ende, daß ich soll dein Mangel. Laß dein Leben eigen sein, und in deinem meiner Füße Leuchte sein. Reich unter dir leben und Denn wer dir nachfolget, dir dienen in ewiger Ge- der wird nicht wandeln in rechtigkeit, Unschuld und Finsternis, sondern wird Seligkeit. Diesen Bund das Licht des Lebens hazu erneuern komme ich ben. Laß mich mit dir im vor dich, und entsage mit Glauben und in der Liebe gutem Bedacht von neu- allezeit verbunden bleiben. em dem Teufel und al- Heilige, was noch in mir len seinen Werken. Ich Unheiliges, und thue gnåfage ab der Welt und al- diglich von mir hinweg, lem Wesen der Welt, als was dir mißfällig ist. Augenluft, Fleischesluft Tdte durch deinen beiliund hoffärtigem Wesen. gen Geist, was ich noch Ich sage ab meinem ei- Eigenes an mir babe, da= genen Fleische, meinem ei- mit ich dir allein lebe und gener Willen, meiner eige- mit der Wahrheit sagen nen Ehre, meinem eigenen kann: Ich lebe nun, doch Ruhm, meinem eigenen nicht ich, sondern Christus Nuken, und was sonsten lebet in mir; denn was an mir, das wider dich, ich icht lebe, das lebe ich meinen Herrn und Hei- im Glauben des Sohnes land ist. Denn wer nicht Gottes, der mich geliebet allem dem abgesaget, der hat, und sich selbst für mich kann nicht dein Jünger dargegeben. Verleihe mir sein. Ich will mit mei- dazu Gnade, mein Heinen Augen einen Bund land, und hilf mir, du machen, daß sie nicht sehen Liebhaber des Lebens, nach dets Algemeines Abendgebet, gebet. überschwenglichen dern von Stesem ende zurückgelegt, und wir kommen immer näher zu unEin allgemeines Abend- serer ewigen Herrlichkeit. Indessen hast du Geduld Es segne mich der dreiei- mit uns, und vergiebesi uns nige und ewige Gott! täglichund reichlich alle unJa, segne du mich, mein sere Sünden; darum habe Bater, mit himmlischen ich auch einen freien ZuGütern in Christo Jesu. gang zu dir, mein Vater, gch lobe und preise dei- in dem Blute Jesu, wel8 deiner Liebe. Amen. daß du mich erhöret und gereiniget hat von allen mein Gebet nicht verschmå- meinen Sünden. Wie groß het hast, das ich heute in ist deine Liebe, daß du mich der Morgenstunde gebracht also aus Gnaden selig gehabe vor dein heilig An- macht hast, mein Vater! gesicht. Zwar ist mir deine Ich werfe deine Gnade rounderbare Gute um mei- nicht weg, ob ich wohl ner Schwachheit willen meine Gebrechen und unnoch am meisten verbor- tugenden an mir erkenne. gen; darum kann ich dich Du weißt, daß es meines nicht so villig und kräftig Herzens Wunsch und Verloben, als ich schuldig bin, langen ist, völlig davon ia als ich durch deine Gna- befreiet zu werden, und de wünsche und verlange daß mich darum die sterbDoch preise ich dich mit liche Hülle am meisten meinen Lippen, wie du mir drůcket, weil ich mich in deine Gnade dazu reichest, derselben nicht recht zu dir mich völlig mit dir vereinigen, sondern immer von beides für die erkannten aufschwingen kann, noch und unerkannten Wohlthaten, bis ich dahin gelange, daß ich sie alle erkennen, ja der Sünde, die mich andich selbst von Angesicht reizet, zurückgehalten werzu Angesicht anschauen de. Doch laß mir nur werde. Weil ich hier bin, diese Gnade widerfahren, will ich dich insonderheit mein Vater, daß mein preisen für das liebe Kreuz, Christentum rechtschaffen welches du mir als einem sei bis ans Ende, und daß Jünger Christi täglich auf- ich deine Gnade nicht verlegest, damit meine Seele geblich empfahe zu meinem von den Lüften dieser Welt täglichen Wachstum, so recht entwöhnet und zu dir genüget mir. Nimm mich gewöhnet werde. Nun ist nun zur Rube, lieber Abja auch die Last dieses Ta- ba, denn ich lege mich in ges überwunden, und also deine Arme, und ergebe ein Schritt nach dem an- mich unter den Schuß und Schirm 9 Morgengebet am Sonntag. Morgengebet am Sonntag. Schirm deiner Flügel, in gläubiger Zuversicht auf Beine Gnade. Schließe du mir meine Augen zu durch du Vater des Lichts, deineVaterliebe, und bleibe der du das natürliche indessen vereinigt mit mei- Licht dieser Welt uns scheinem Geist, daß der Sa- nen läsfest, sende doch auch tan keine Macht an mir heute und allezeit das wahrfinde. Du bist ja der Hů- haftige Licht, Jesum Chriter und Wächter Israel, stum, in mein Herz, und der nicht schläfet noch laß ihn darein leuchten und schlummert. Du wolleft alle Finsternisse vertreiben, nicht allein meinen Leib damit ich dich, o ewiger und Seele, und alles, was Gott, in deinem liebsten du mir gegeben hast, gnå- Sohn erkenne und lieb diglich behüten und be- gewinne. Siehe, ich bin wahren, sondern auch al- durch die Sünde in der ler Menschen in der Welt Finsternis der Eitelkeit geand aller deiner Geschöpfe, fangen und verdunkelt. insonderheit aber aller dei- Darum lehre du mich selber ner Kinder, aller meiner durch deinen heilgen Geist Mitbürger und Mitschwe- aus deinem heiligen Worte, stern in Christo Jesu dich wie ich mich zu dir bekeherbarmen, und sie auch an ren und dir im Glauben diesem Abend meines ar- gehorsam werden könne. men Gebets mit genießen So werde ich mich erst lassen, Deffne mir denn recht mit Lob und Dank wieder an dem morgenden zu dir wenden, und dir in Tag meine Augen, und deinem Lichte dienen und erfülle meinen Mund aufs gefallen können. Herr neue mit deinem Lobe, da- Jesu Christe, du Sonne mit ich dich so lange preise der Gerechtigkeit, gehe du und dir zu Ehren lebe, bis mir auf als ein Morgender Abend dieses zeitlichen stern, und schenke mir dein Lebens, danach ich mich Heil unter deinen Flügeln, herzlich sehne, heran kom- damit mir alle Lage meime, und du mich ins Grab nes Lebens zu rechten zur Ruhe legeft, und mich Sonntagen werden. Lehre aufwachen vom wiederum auferweckest an mich dem rechten Ruhe- und Schlaf meiner natürlichen Freudentage deiner Kinder, Sicherheit, und aufstehen da meine Sonne ewiglich von allen toten Werken nicht untergehen wird, son- und Gesellschaften, damit dern ich in ewiger Wahr- du mich, Jesu, erleuchten heit und Klarheit vor dir mögest. Du bist ja der leben werde. Amen. Glanz der Herrlichkeit, ach so laß mich nicht mir 10 Um wahre Erleuchtung. selber leben, sondern dir, um führe mich aus dem der du für mich gestorben dunklen Kerker meiner eiund heute wieder aufer- genen Einbildungen an das standen bist. O brich an, helle Licht deiner Gnaden, du helles Licht in meinem und eröffne mir das VerHerzen, und herrsche über ständnis, daß ich die Schrift alle deine Feinde in uns, verstehe und recht gebraudie du in deiner Auferste= che. Vertreibe allen Nebel bung bezwungen baft. Und, der Anfechtungen, Begiero beilger Geist, schicke un- den und Verwirrungen, fere Herzen heute zu, daß damit du in deinem Temfie deine Tempel werden, pel selbst ungehindert lehdarin du den ganzen Tag ren könnest, was recht ist. lehren könnest. Heilige alle Sei mein Meister und Gedanken und Sinne, dein Herr, daß du mich in alle Wort zu fassen und zu be- Wahrheit leitest, wie du halten, auch dir ohne durch deinen Geist zu thun Falsch zu gehorchen, und versprochen haft. Aber laß in täglicher Buße diese mich auch hören, wenn du, ganze Woche und allezeit Herr, redest, daß ich dir fortzugehen. Halte selbst folge, und deinem Worte, deinen Sabbath oder Ru- welches Wahrheit ist, nicht hetag in uns, und habe widerstrebe. Flöße mir, dein Werk in unsern Her- als einem unmündigen zen, daß wir dir gefällig Kinde, deine himmlische seien in Zeit und Ewigkeit. Weisheit ein, und leuchte Amen. durch dein Wort und Geist machtig in meinem HerUm wahre Erleuchtung. zen, daß ich nicht straufeit und Ebenbild des mir aus Gnaden den rechgöttlichen Wesens, Jesu ten Unterschied zwischen Christe du Licht der Welt, Bosem und Gutem, jenes wie kann ich dir nachfol- zu verwerfen, dieses aber gen, damit ich das Licht zu erwählen. Hilf mir aus des Lebens habe, wo du allem Zweifelmut, Frrmich nicht selbst erleuch- tum und falschem Weg test? Meines Herzens Fin- allzeit auf deine göttliche sternis ist groß und dick, Bahn, darauf auch die daß ich dein helles Licht da- Thoren nicht irren mögen. durch nicht erblicken kann, Lehre mich genau auf deine es sei denn, daß du meine göttlichen Wirkungen in Unwissenheit und Irrtü- meiner Seele acht haben, mer vertrieben, welche bei daß ich deine süße Herzensallem Ruhm der Religion stimme, o mein Heiland, doch oft sehr groß unter kennen lerne, und von eiden Menschen sind. Dar- ner fremden wohl unterSchei Abendgebet am Sonntag. 11 scheide. O du ewiges Wort| Licht mit in meinen Gedes Vaters, mache mir schäften, und erleuchte meidein Wort süßer als alles. ne Gemütsaugen, zu průSegne mir alle Mittel, fen, was auch unter gudie mich zu dir, meinem ten Dingen das beste sei. Propheten, führen und Reiße weg den Vorhang weisen. Laß dein prophe- des verderbten Fleisches tisches Wort mir den hel- und der Hülle unsers Herlen Tag und dich, den zens, dadurch dein Wille Morgenstern selber, brin- uns verdecket werden will. gen; dein heilsamer Rat, Stelle mir den hellen Spiedein Gebot, dein göttlicher gel deiner himmlischen Wink, dein freundlicher Wahrheit stets vor, mich Zuspruch sei mir allzeit darin zu besehen, und auch lebendig und empfindlich, alle Flecken an mir zu erbevoraus zur Zeit der kennen. Verrate mir durch Not, wenn mir aller deinen heiligen Geist und Trost verschwindet. Laß dessen scharfelleberzeugung mir nicht mehr zu, nach alle meine Ungestalt, Vermeinem Rat zu wandeln. hindernisse, Zerstreuungen Gieb mich nicht zur Strafe und Unordnungen des Gedem eigenen Gutdünken müts. So werde ich endmeines Herzens über, noch lich lernen, beständig in meinen Einbildungen; son- deinem Lichte wandeln, dern laß mich lediglich thun wie du im Licht bist, und und lassen nach deinem Gemeinschaft haben mit vollkommenen Wohlgefal- dem Vater und Sohn im len, und führe mich durch Geist, und mein Gang deinen Geist auf ebener wird gewiß werden auf Bahn. Sprich zu meiner deinen Fußsteigen. Dazu Seele: Es werde Licht! wollest du beharrlich an so wird dein heller Schein mir arbeiten, und nicht in mein Herz kommen zur ablassen, bis ich werde ein Erkenntnis deiner Klar- erleuchteter Mensch nach Amen, heit in dem Angesichte deinem Herzen. des ewigen Lichtes Jesu. durch dein ewiges Licht Durchleuchte alle Winkel und Leben. Amen. meines Herzens, und was sich von natürlicher Fin- Abendgebet am Sonntag. ir und Hernis, Falschheit, Eigen- Dob gebracht, oheiliebe, Vorurteilen und Beliatstücken aufhalten will, liger Herr und Gott, der das treibe du aus mit dei- du mir heute dein Licht nem unbetrüglichen Zeug- haft lassen helle werden, nis, dem nichts widerste- und so viel Gnade an hen kann. Teile mir auch Seel und Leib gegönnet. aus Gnaden Verstand und Ach verwahre du selber in 12 Um ein neues Herz und Leben. in meinem Herzen, was niemand in Gottes Reich dein Geist durch dein Wort kommen, er sei denn von in mich gepflanzet hat, da- neuem geboren: wie wenimit ich viel Frucht bringe ge glauben diesem deinem in Geduld zum ewigen Le- wahren Wort und Eidben. Vergieb mir alles, schwur, ja die meisten wisworin ich deinem vollkom- sen nichts davon. Ich habe menen Willen nicht nach selber mich auch auf meine gelebet haben mag. Laß Taufe verlassen und mich mich auch den neidischen für wiedergeboren gehalFeind diese Nacht oder ten, ob ich gleich nicht den sonst nicht sichten, noch Bund deiner Gnaden habe das Gute, so du mir ge- in mir bestätigen und bezeigest hast, rauben. Auch wahren lassen, sondern viel wollest du sonst aus Gna- fältig gebrochen. O wie den wachen über alles, was hobe Ursache haben wir du mir gegeben und in deiner verderbte Menschen, um heiligen Ordnung anver- deine wahrhaftige Kindtrauet hast. Sei mein Licht schaft zu bitten, wollen in meiner Seele, wenn's wir anders selig sterben. dunkel wird, und meine Ach schenke uns aus GnaKraftbei allerSchwachheit, den deinen heiligen Geift mein Schuß, HeilundLeben. als die rechte heilige SalIn dein liebevolles Herz, bung, der uns neu gebäre, Herr Jesu, ergebe ich mich und deinen heilgen Bund ein, du einiges Heil meiner in und mit uns kräftiglich Seelen. Setze deinen bei- erneuere. Entdecke unsdoch ligen Willen in mir doch be- in unserm Herzen durch ständig fort, und laß mich dein Wort und Zeugnis auch im Schlaf mit dir unsern tiefen Seelenschareden. Erinnere mich des den mit aller unserer Ungehörten Worts stetiglich, art, Thorheit, Arglist, Eidaß alle meine Sinne und genliebe, Hoffart, falschen Gedanken zu dir gerichtet Einbildung Schalkheitund bleiben, damit es immer- Heuchelei, wie wir deiner fort Sonntag und ein hel- göttlichen Natur und Heiler Schein deines Lichts ligkeit so gar entfremdet, in meinem Gemüt bleibe, ia meist schnurstracks zuder du meine ewige Ruhe wider sind, auch wo es oft und Seligkeit sein mußt am besten scheinet, oder ewiglich. Amen, durch dei- worin wir von andern genen heiligen Geist, Amen. lobet und gebilliget werden. Ach wie können wir doch mit solchen UnreinigFeiten in dein Heiligtum err Jesu, der du ge- eingehen! Sollten wir trac Um ein neues Herz und Leben. Um ein neues Herz und Leben. 13 trachten, um als Kinder wegungen und Kräfte. Laß vor dir zu erscheinen? Ach uns nicht länger auf dem Fleisch und Blut und der verführerischen Wege alles irdische Sinn kann ja dein Fleisches bleiben, der zur Reich nimmer erben. Dar- Verdammnis eilet, sondern um erneure uns doch ein- hilf uns gnädiglich, aller mal nach deinem Bilde, Kreatur und der Welt und und setze uns dazu in den uns selbst täglich absterben, rechten Kampf, daß wir alle eigene Wahl, sie sei nach der göttlichen Natur noch so scheinbar, fliehen von nun an ernstlich und und dein Wort, Licht und beständig ringen, derselben Geist unverrückt in acht recht teilhaftig zu werden. nehmen. So laß uns endErtöte uns durch deine lich erwachen nach deinem Güte an dem Sinn des Bilde, und bringe uns ein alten Adam, und zerstöre in deine Ruhe, daraus wir das Alte, daß wir neue in Adam gefallen sind, und Kreaturen und dein Werk aus dem Fleisch in deinen werden, geschaffen in Chri- Geist, der allein in unslebe. fio zu guten Werken, dar- Ziehe uns an den neuen innen zu wandeln. Segne Menschen, der nach dir ge= dazu alle deine göttlichen schaffen sei in GerechtigMittel, und erwecke dei- keit und Heiligkeit der nen heiligen Samen in Wahrheit, dadurch wir dir uns zum wahren Leben in wiederum nach und nach Christo. Laß wachsen das ähnlich werden, die wir zuGewächs der Gerechtigkeit, vor dem Satan ähnlich und gieb uns neuen gött- waren. Ach, Jesu, zie= lichen Verstand, als Kin- he dich mir selbst an in der von ihrem Vater ha- deiner Liebe und Kraft, ben, daß wir allein nach gieb mir den Geist der Kinddir, unserm Vater, uns schaft und erneure deinen sehnen, und nach der Re- heiligenBund mit mir, zum gierung deines Geistes im Pfande des ewigen Erbes. kindlichen Sinn vor dir Laufe mich mit dir in deileben. Zertritt, o Herr nen Lod, und begrabe mich Jesu, der Schlange den darinnen kräftiglich, auf Kopf in unsern verderbten daß ich auch mit dir zum Herzen; stoße aus den neuen Leben wieder aufgrimmigen und eigenwilli- stehe, und in dir in Heiligkeit gen Drachen; mache ein und Gerechtigkeit vor dem Ende des Widerchrists, und Vater ewiglich lebe. Alsverderbe das Kind des Ver- dann werde ich dich mit derbens, nämlich alles Bb- neuer Zunge und reinem se in uns. Schaffe dage- Herzen loben, wenn alles gen ein neues Herz, neue in mir neu sein wird. und heilige Gedanken, Be- Amen. Mor 14 Morgengebet am Montag. Morgengebet am Montag. Jei Anfang der Um göttlichen Beistand in feinem Beruf. Bei B Woche rufe ich zu du Brunnquell alles dir, o heiliger Vater, im Heils und Segens, Namen Jesu Chrifti, du der du mir diese meine Arwollest mein Herz, Mut beit anbefohlen haft, und und Sinn mit deinem hei- deine gefallene Kreatur ſo ligen Geist erfüllen, damit gerne wiederum durch deiich allein das denke, rede nen Sohn aus dem Fluch und thue, was du selber in deinen Segen versehest; in mir willst und wirkest. gieb mir doch Weisheit Ach vereinige meine Ge- und Verstand, in allem danken und Begierden mit recht nach deinem Willen dir durch die Liebe Chrifti, zu handeln, deinem Naund reinige mein Gewissen men zu Liebe und Lob und durch sein Blut, damit ich meinem Nächsten wie auch in deinem heiligen Gehor- mir zu gute. Und weil sam einhergehe. Siehe, ich meine verderbte Natur übergebe mich dir auf die mir an deinem Segen am ganze Woche, ja auf mein meisten hinderlich ist, so Lebenlang; stärke mich mit bewahre mich doch vor deiner Kraft, mache mich allem Mißbrauch deiner aufrichtig, dir und meinem Gaben zum Uebermut, Nächsten in Liebe zu die- Geiz oder Wollust, damit nen. Lehre mich wider alle ich mir selber nichts zuVerführungen meines ver- schreibe, sondern auf dich, derbten Herzens und böser den Ursprung alles GuMenschen streiten. Mache ten, allein sehe. Steure mir die Eitelkeit recht bitter, meinem eigenen Willen, daß du mir desto süßer wer- der deiner Regierung imdest. Hilf mir die Last dieser mer vorläuft, und daß Woche tragen; leite mich, nur dein Wille an und in wie ein lieber Vater, und mir geschehe, und ich dem mache mich kindlich gehor- Exempel meines Heilandes sam. Sprich selbst deinen folge, wie er auf der Welt Segen über meine Arbeit, gewandelt hat. Geuß du und gehe mir mit deiner seine Sanft- und Demut Weisheit vor, damit ich in mein Herze ein, damit fröhlich und getroft darin- ich in seiner Liebe gegen nen, aber auch gewissenhaft alle Menschen stehen könne und treu sei. Ja, werde und du in mir wirkeft, was du selbst in mir und allen du willst, als in deinem meinen Dingen Anfang, armen Gefäß, das du zu Mittel und Ende zu dei- Ehren machest. Ja vernem Preis und meinem einige mein Herz so kråfHeil. Amen. tig mit dir, daß du mich brau Abendgebet am Montag. 15 Das brauchen könneft, wie du meinem Beruf. Lehre mich weißt, daß es mir heilsam erkennen, wie ich ohne dich sei. Ich ergebe dir Leib, unmöglich kann sicher bleiSeel und Gemüte, Hab ben, und wie du hingegen und Gut, und was du mir Macht genug habest, alle gegeben hast. Ich entsage deine Kinder zu erleuchten auch meinem eigenen Wil- und zu schützen. len, denn der ist meine Un- Fleisch laß in Züchten reine ruhe, und senke mich in sein von allen sündlichen die Kraft deines Wohlge- Lüsten. Laß mich dir alle fallens und Segens, dar- das Meine anvertrauen, in mir allein wohl ist. in deinen Namen mich Wirst du mit mir sein, und einergeben, in dir sanfte mir Brot zu essen und ruben, und mit guten GeKleider anzuziehen geben, danken und Begierden wiewie du denn treulich thust, der aufwachen zu einem ſo sollst du mein Gott hellen und fröhlichen Tag sein immer und ewiglich. deiner Gnade in Christo Amen. Jesu, meinem Herrn und Heiland. Amen. Abendgebet am Montag. eiliger und gerechter Um wahre Gottfeligkeit, und gerechtäglicher Buße uns immerdar zu dir wenden, und deine Gnade also von neuem suchen. Darum er innere du mich selber durch den Geist deiner Zucht, worin ich etwa diesen Tag über oder sonst von dir abgewichen sei. Laß mich stets mit dem verlornen ter, heiliger Gott, ich muß leider an meiner gefallenen Natur gewähr werden, wie ungöttlich fie gefinnet ist, wie gerne fie ohne Gott in der Welt lebete und also ohne deine Furcht und Zucht bliebe, wenn nicht dein Geist meiner mächtig würde. Dir Sohn wieder zu dir na- aber klage ich meine Not hen mit zerknirschtem Her- und leugne nicht, sondern zen, und komme mir mit bitte nur um deine beildeiner Erbarmung zuvor same Gnade, daß sie mich in allem meinem Elend, treulich züchtigen wolle, damit mich die Finsternis vor deinem Angesicht gottnicht ungewaffnet über- selig zu wandeln, und falle Nimm mich von fromm oder aufrichtig zu neuem auf in deine heilige werden. Gieb mir einen Vorsorge wider alle Fein- herzlichen Verdruß und de, vornehmlich die unsicht- Schrecken über alles, wobaren, und habe zugleich durch dein Name im geDank für die heutige Be- ringsten beleidiget und gewahrung und Hülfe in schändet wird. Lehre mich, 40 dei 16 Morgengebet am Dienstag. deine unwerte Kreatur, nach meinem Verdienst, wie ich dich recht erkennen, sondern nach deinem guten ehren und anbeten solle. und heiligen Willen in Ach laß mich doch deiner Christo Jesu. Durch desunzähligen Gutthaten nicht selben Gnade und Geift so schändlich und leicht- regiere mich in Gedanken, sinnig vergessen, sondern Worten und Werken, daß gieb mir eine ehrerbietige dir alles in ihm an mir Erkenntlichkeit gegen alle wohlgefalle, und ich dir deine Führungen, und eine durch ihn ein angenehm Sammle fröhliche leberlegung dei- Opfer werde. ner Treue in allen ihren meine Seele aus aller ZerFußstapfen und Merkma- ftreuung in das einige len. Dies müsse mich trei- Notwendige, darin ich ben und verbinden, dir in das beste Teil durch deine allem gehorsam und treu beilige Unterweisung finzu werden, auch ferner den mag. Also zeige mir mich dir aus ganzer Macht kräftiglich, wie ich aus dem zu vertrauen und zu über- Abfall der bösen Natur geben. Verleihe mir aus wieder zu meiner Erlösung Gnaden, daß ich die Lüfte eilen möge, deine ewige der Welt meiden, auch Wahrheit allein suchen, alle Versuchungen treulich und also eines Sinnes und lerne bestreiten, daß ich Willens werde mit meinem thue was du willst, und Heilande und durch ihn mit lasse, was du nicht haben dir, o Vater, und deinem willst. So lehre mich vor ewigen Geist. In dieser dir leben nach deinem und Vereinigung hoffe und nicht nach meinem oder der wünsche ich dich ewig anbösen Welt Willen. Neige zubeten und zu preisen. mein Herz unaufhörlich Amen. zur Niedrigkeit, meinen Sinn zur Lauterkeit und Wahrheit, mein Leben zur Reinigkeit, Keuschheit, An- Betr etreuer Gott und Vadacht und Gehorsam. Aber ter, dir sei Preis für das alles kann ich nicht er- all deine Güte, daß du langen, wo du mir nicht mich unter dem Schatten deinen Sohn selbst in mein deiner Flügel haft ruhen Herz schenkeft, durch den lassen. Desto mehr laß ich allein alles vermag, weil nun auch diese künftige ich ohne ihn nichts Gutes Zeit über mich zu deiner thun kann. Deswegen laß Liebe erwecket werden, mich allezeit in Demut daß ich nicht begehre zu nach ihm verlangen, und leben, ohne nur in dir, laß mich nicht ohne ihn und was ich noch lebe, leben. Führe mich nicht bloß im Glauben deines SubMorgengebet am Dienstag. Wider die zeitlichen Sorgen. 17 Sohnes lebe, ja daß er deinen Frieden gebeft im mein wahres Licht und Namen Jesu, Amen. Leben werde. Hierzu übergebe ich mich dir ganz von neuem zu deiner Reinigung und Regierung. Laß du den lebendigen Glauben und dadurch Chri- trauen nicht auf mich selbst stum in meinem Herzen oder andere Kreaturen wohnen, daß er die Früch- sebe, sondern mich auf te des Glaubens in mir dich allein verlasse. Denn wirke, als Liebe, Hoff- dazu läsfest du jekund nung, Demut, Sanft- solche große Plagen bermut und Geduld. Lehre einbrechen, uns zu prüfen, mich, keine Wollust zu ob wir unsere Zuversicht verlangen, als deine Lie- auf dich allein setzen wolbe, keine Vorteile als die len oder nicht. Also Ing Schätze deiner Gnaden, uns doch durch deinen heis keine Ehre, als deine ligen Geist alles brauchen Kindschaft, wenn ich in zur gesegneten Uebung im dir von neuem geboren Glauben, Geduld und werde. Für das Zeitliche Gebet. Mangelt uns et laß mich ja nicht angstlich was, so erseke du solches sorgen, denn du wirst mich mit deiner Treue und Lie= nicht verlassen noch ver- be, die besser ist als alle säumen. Heilige und be- Schätze in der Welt. nedeie das Werk meiner Fällt uns aber etwas jll, Hånde selbst, und neben so laß uns doch ja dus mir auch alle, die dich Herz nicht daran hängen. suchen. Ja breite deine Dies sei unsre seligste Barmherzigkeit über alle Ruhe, mit deinen heiligen Menschen aus und hole Schickungen zufrieden ut einen jeden herum aus sein, deine Gerechtigkeit seinem Verderben, abson- zu ehren, und auch delt derlich die Feinde deiner Raub der Güter, wo dut Wahrheit. Insbesondere ihn verbingst, mit Freuempfehle ich deiner Gna- den zu erdulden. Die denregierung die Meini- Welt mit ihrem falschen gen, wie auch meine Oberen Trost laß uns nicht beund Vorgesetzten. Erbar- trügen, sondern wenn wir me dich des allgemeinen dich haben, nichts nach Elends in allen Ständen, ihr fragen. Geduld sei und mache der Bosheit unsere Stärke, und unser und den Aergernissen ein Gewinn Gottseligkeit mit Ende. Hilf auch allen Bergnügsamkeit. Unsere Notleidenden und sei uns Notdurft hilf uns mäßigallen gnädig, daß du uns lich gebrauchen, und nicht 40* Wider die zeitlichen Sorgen. Gott, gieb mir doch, daß 18 Abendgebet am Dienstag. mit übermäßiger Begierde auch mit vielem Verschodarein verstricket werden. nen. Laß uns ia deine Ach laß uns von der Gnade nicht wegwerfen, schändlichen Bauchsorge noch auf Mutwillen zienicht verschlungen werden, ben, sondern mache uns und reinige die Herzen von rechtschaffen vor deinem dieser Abgdtterei. Deine Angesicht, und prüfe, wie Hand regiere uns doch in wir's meinen. Ja, laß der rechten Mittelstraße, uns täglich in deiner Lieund erlöse uns von un- be und Erkenntnis wachnötigem Kummer über sen, und was versäumet ist, geringe Dinge, daß wir ersetze du selbst. Nimm sie sowohl als alles für uns nun in deinen Frievergänglich halten, und den ein, und wirke die nonach bessern Gütern stre- tige Zuversicht auf deine ben lernen, die uns kein Bewahrung. Bleibe du Dieb, Rost oder Fall rau- in und bei uns, daß kein ben kann. Ach daran soll Feind einbreche. Erbarme mein Herz ewig genug ha- dich aller deiner Kinder, ben. Amen. ja aller deiner Geschöpfe, und morgen öffne uns Herz und Mund, dich dafür zu loben, und in deiAbendgebet am Dienstag. Um den lebendigen Glauben. du Anfänger und Vollte, o himmlischer Va- hen, bis endlich der Abend ter, nicht völlig erkenne, unsers Lebens kommt, und die ich nur heute, geschwei- dein ewiger Tag einbricht, ge mein Lebelang genos- da keine Nacht und Finsen habe, so wollest du sternis ist. Amen. doch meinen schwachen Dank in Gnaden annehmen, und noch dieses zu deinen vorigen unzähligen Wohlthaten hinzuthun, daß ender unsers Glaudu mich in Chrifto gnå- bens, ich bin zwar in der diglich mit meinem Lob- christlichen Kirche geboren opfer ansehest. Dir sei und erzogen, habe auch insonderheit Dank, daß wohl etwa den Glauben du mir etwa auch heute mit dem Munde bekannt eine Züchtigung und De- und vorgegeben, und mich mütigung zugeschickt haft, einen Christen und Recht= meine Seele von der glaubigen nennen lassen; Welt abzuziehen. Du hilffi allein ob solches alles in ja nun immer eine Last der That und Wahrheit nach der andern überste- an mir eingetroffen, das hen, und trägst dabei weißt du, allwissender viel Geduld, regierst uns Herr, am besten. Deine Au 19 Um den lebendigen Glauben. Augen sehen nach dem ben als ein Gerechter lebe. Glauben, und prüfest auch Laß mich ja nicht im bloeinen jeglichen, ob sein ßen aufblähenden Wissen Glaube rechtschaffen er- beruhen, sondern gieb mir funden werde. Ein jeder eine lebendige Erkenntnis Baum wird an seinen Christi in mein Herz. So Früchten erkannt, und wel- oft ich aber ob demselben cher nichts Gutes bringet, Glauben kämpfen muß und der wird abgehauen und wegen meiner Verderbnis ins Feuer geworfen. Des- Furcht und Zweifel aufwegen bitte ich dich um steiget, wollest du aus Gnaden Geist des Glaubens; den das glimmende Docht du wolleft ihn reichlich über nicht gar auslöschen, sonmich ausgießen, auf daß dern mir helfen überwinich mich von allem Miß- den durch des Lammes trauen, Falschheit, Zwei- Blut, daß Christus durch fel, ungöttlichem Sinn, den Glauben in meinem Irrtum und Aberglauben Herzen bleibe, und durch kräftiglich abkehre zu dem die Liebe ich in ihm einfeligmachenden Licht deiner wurzele und gründe. Und wahren Erkenntnis. Be- wenn mein arges Herz ethüte mich vor dem blo- wa sich auf Kreaturen verBen Wahn- und Heuchel- lassen, und mit dem Verglauben, der ohne Frucht trauen von dir abweichen als tot vor dir nicht be- wollte, so bestrafe und züchstehen kann. O lieber tige du mich alsbald mit Gott und Vater, erleuch- deinem wahren Wort, daß te mich mit deiner göttli- ich nicht am Glauben chen Wahrheit, daß ich von Schiffbruch leide. Ach derselben göttlich überzeu- Herr Jesu, sei du mein get und versichert werde treuer lebendiger Weg im nach deinem wahren Worte. Glauben zum Vater; set Ueberwinde in mir den na- mein Licht in Finsternis, türlichen Unglauben durch mein Stecken und Stab in das lebendige Zeugnis dei- Gefahr, mein Heil und Lenes heiligen Geistes, und ben im Tod, auf daß ich befriedige mein unruhiges durch den Glauben die Herz in deinen unbetrügli- Welt überwinde, und mich chen Verheißungen, daß ich für einen Gast und Fremddadurch neu geboren und ling auf der Welt erkenne. erwecket werde, dir meinem Ja, laß mich nicht mehr himmlischen Vater, unver- aus und nach der unglaurückt im Glauben anzuhan- bigen Vernunft leben und gen, alle Ehre der Wahr- von dir ferne bleiben, sonheit, Gerechtigkeit, Treue dern laß mich, was ich und Liebe dir willigst gebe, noch im Fleische leben muß, und also aus dem Glau- bloß im Glauben an dich, den 20 Morgengebet am Mittwoch. den Sohn Gottes, leben,| Seligkeit, davon bringe. A. und werde du selbst also men, um deiner teuren Vermein Leben. Denn der heißungen willen, Amen. Glaube soll und mag keines andern leben, als deiner allein. Denselben wollest du auch, o mein Herr Morgengebet am Sittwoch. u die, himmlischer Balassen in mir thätig sein, ersten Gedanken anjeto, als dein göttlich Werk in und erhebe mein Herz damir, das mich verwandele zu, damit ich in dir nunund neu gebåre, und den mehr allein leben, stehen alten Adam in mir töte, und gehen möge. Sei du auch aus mir einen ganz ferner meine Burg und andern Menschen mache Zuversicht, wie du es diese von Herz, Mut, Sinn Nacht ia so treulich waund allen Kräften. Sower- reft, dafür dich mein Gede ich erst ein Rechtgläu- mut preisen und anbeten biger in der That werden müsse. Nun wache heute und Abrahams Same, auch ferner über mich, über nach der Verheißung ein meine Sinne und GlieErbe sein des Ziels. wel- der, vornehmlich über mein ches der Glaube mit vor- Herz. Gieb mir eine tägliche hält, daß ich Gemeinschaft Buße über alle meine Verhaben könne mit allen G1 u derbnis und übrige Unreibigen hier und dort ob n. nigkeit. Laß mich in die Alsdann soll mich auch reden und wirken dein nichts von solchem festen Wohlgefallen, in dir essen Grunde Gottes abführen, und trinken, weben und noch von deiner Liebe schei- bewegen. Und weil du deiden, weil du mir höher nen Namen, o Herr, ein bist als alle Schätze Egyp- festes Schloß nennest, fo tens. Also laß mich den laufe ich mit allen, die du Fußstapfen der alten Glau- im Glauben deines Sohnes bigen nachfolgen, und die gerecht machest, dahin. In zeitliche ErgdßungderSün- diesem ergeb. und opfere den im Glauben meiden, ich dir auch alles, was du damit ich deine Herrlichkeit mir geschenkt haft, auch und Belohnung erkenne, alle meine Mitglieder, sie und desto mehr nach dir und seien nahe orer ferne, auf deiner Gerechtigkeit ver- daß wir allesamt dein lange; bis ich endlich in ewig Eigentum werden und deinem Bilde erwache, und bleiben, auch dich also zunach dem Glauben im sammen als Einer mögen Schauen ewig in dir lebe anbeten. Laß deinen Geist und das Ende des Glau- den ganzen Tag an uns bens, nämlich der Seelen( züchtigen und arbeiten, da= mit sht für seinen Beruf. 21 mit wir in den Schranken| Nächsten zu lieben und zu deiner Gebote fort laufen, meinen wie mich selbst, daund der Feind uns nicht mit ich deine Gnade und könne von dir trennen. gut Gewissen behalte. Segne uns in Christo Je- Schenke mir ein genügsu mit allem, was dir ge- sames Herz und Liebe zu fällt, und gieb uns so viel den Armen, weil ich nur Kraft und Weisheit zu dem dein Haushalter sein soll, Stand, darin du uns zu der nichts Eigenes auf der deinen Dienern gesehet hast. Welt, sondern alles von Ach zeige uns die Fußsta- dir hat. Laß mich in deipfen deines Sohnes, ihm ner Liebe essen und trintreulich zu folgen: bewahre ken, arbeiten und ruhen, uns vor allen bösen Leu- schlafen und wachen, daß ten, und laß sie uns we- der Fluch und Neid des der schaden noch verführen. Feindes mich nicht rühre, Dein guter Engel führe auch keine Nachstellung bbuns auf Weg und Steg, ser Menschen. Am allerund hilf uns wandeln auf meisten aber laß mir nicht dem Weg zur Ewigkeit zu, etwas ohne deine Andurch Chriffum in dem rufung um Hülfe anzu= heiligen Geist. Amen. fangen, sonst werde ich fiets zu Schanden und leide Schaden. Allen Stolz uno du Schöpfer aller Neid und Ueberfluß laß Dinge, du hast mich ferne von mir sein. Die zu deinem Erbe und Dienst Lust am Zeitlichen ertite geschaffen, und beweisest in mir durch die Unschuld nun durch deinen heiligen Jesu Christi, daß ich mein Beruf, wie du uns nach Herz an nichts hänge als dem Fall wieder heimsu- an dich, und dich über alles chest und zu dir ziehest, in der Welt hoch und teuer wenn wir uns zu dir be- achte. So wird mich nichts kehren. Durch diese Liebe Zeitliches noch Frdisches in Christo Jesu rufe ich leichtlich können betrüben dich an, du wollest mir noch erfreuen, sondern ich deinen Segen und Bei- werde in dir Ruhe finden, fland nicht entziehen in und mein Tagewerk in diemeiner schweren Arbeit, ser Zeit vollenden, bis der damit ich mich darin nicht ewige Sabbath anbricht, unter dem Zorn verzehre, da wir ruhen sollen von oder durch falsche Absich- unserer Arbeit. Amen. ten Für seinen Beruf. D Abendgebet am Mittwoch. ( ammle, o Gott, alle meine Kräfte und Geverderbe. Ach lag mich nicht meinen Nächften etwa beleidigen oder betrügen, sondern gieb mir ein redlich Herz, meinen 22 Um die Liebe zu Gott u. d. Nächsten. danken nun in dir zusam-| men, als in dem Brun- Um die Liebe zu Gott und nen meines Lebens, damit dem Nächsten. ich dir würdiglich danken Ach du Gott der Liebe des stum, deinen Sohn, weil bitte dich um deiner undu mich heut so gar son- aussprechlichen Liebe wilderbar begnådet und mir len, gieb mir zu erkennen, beigestanden hast. Nun em- wie lieblos und hart metpfehle ich dir auch in sol- ne gefallene Natur ist, dich chem Vertrauen mein gan- oder meinen Nächsten göttzes Wesen und Leben, wie lich zu lieben. Ach ich bin auch alles andere zu deiner von Natur eine zornige, Verwaltung. Ja ich fliche unbarmherzige, widerwärwider alle meine Feinde in tige, eigensinnige Kreatur, dein liebevolles Herz, und die nur sich selbst und das suche meine Befriedigung Ihre liebet und suchet, in dir allein, weil mich nicht aber, was Gottes sonst im Himmel und auf oder des Nächsten ist. Es Erden nichts stillen und wachet wohl gar bisweilen vergnügen kann. So wirke eine Hölle des Zorns, der du nun allein in meinem Rachgier, UnbarmherzigGemüt, damit feine an- keit und Bosheit in meidere Kraft an mir hafte, nem Herzen auf. Ich eifere und weder böse Geister, wohl etwa zuweilen unter noch sonst etwas Feindse- dem Schein des Guten liges zu mir nahen könne. wider meinen unschuldigen Schleuß du selbst deinen Nächsten, und ist zum we= Tempel, mein Herz, mit nigsten keine rechte Treue deinen feurigen Rossen und und Mitleidigkeit in mir Wagen als mit einer Ring- gegen die Elenden, Unwismauer ein, so kann ich senden und Irrenden. Ach wohl sicher ruhen, und ia es mangelt mir an der mit allem zufrieden sein, wahren Liebe allenthalben, wie du mit mir verfahren Herr, das weißt du. Wie willst. Denn ich bin soll ich aber dazu kommen, einmal dein, und dein wenn du, o unerschöpfliSohn hat mich so teuer che Quelle der Liebe, mir erkauft, auf daß ich zu solche nicht schenkest? Ich gleich mit ihm leben soll, komme zu dir als arm, ich mache oder schlafe. bloß und verdorben. Ach Darum lebe, schlafe und gieb mir aus deinem Lieruhe ich nicht mir, sondern besherzen ein Tröpflein dir. Das schaffe du selbst deiner göttlichen Liebe, dain mir durch Chriftum durch mein Herz und Geim beiligen Geift allezeit. mut erweichet, gesänftiAmen. get, durchfüßet und liebreich Um die Liebe zu Gott u. d. Nächsten. 23 reich gemachet werde. Olmich selbst verleugnen und Herr Jesu, du Sohn der aus Liebe dir williglich Liebe, du Herz des Va- nachfolgen möge. Denn ters, gieße deine Liebe das ist die rechte Liebe, aus in mein Herz durch daß ich dein Gebot halte, deinen heiligen Geist, daß die machet mir auch alles ich dich lieben könne mit leicht. O du reine Liebesdeiner eigenen Liebe, die flamme des Vaters und du mir schenkest. O laß des Sohnes, heiliger Geift, dein heißes Blut reichlich entzünde auch mein kaltes, fließen in meine arme liebloses Herz mit deiner Seele! Siehe, ich bringe Mildigkeit, Gütigkeit und dir das leere Gefäß meines Huld, ohne welche ich Herzens dar, gieß das lin- ganz tot bin, dich zu liedernde Del deiner Barm- ben. Vereinige mich in der herzigkeit hinein in meine Wahrheit mit deinem LieWunden, die mir der zor- besleben, daß ich in dir nige Drache durch meine und deiner Liebe bleibe, Eigenliebe so oft geschla- wenn ich einmal mit die gen hat. Heberwinde, o verbunden bin, und nicht Herr Jesu, durch deinen mehr hinaus gehe, oder zur Todeskampf, darin du den Liebe der Kreaturen mich Zorn mit deiner Liebe über- wende. Laß mich alle Menwunden hast, auch mei- schen, vornehmlich deine nen Zorn und alle auch Gläubigen, lieb haben, aber verborgenste Feindseligkei- nur in deiner göttlichen ten meiner Natur. Zer- Liebe und um deinetwillen. brich dessen Macht, lösche Zeuch mich hingegen desto das wilde Feuer durch mehr in deine göttliche Lie deine Liebesfluten aus in be, begegne mir mit det= meiner Seele. Ach Jesu, ner Lieblichkeit. Dagegen ich schreie zu dir in mei- laß mich dir wiederum treunem Elend um die rechte lich entgegen gehen und Nahrung meines Geistes, mit Liebe antworten, dawelche in reiner Liebe be- mit ein ewig Band entsiehet. Schenke mir aus stehe zwischen dir und mir Gnaden dies Brot des durch die Kraft des verLebens; gieb mir diesen goffenen Blutes Jesu himmlischen Saft und Christi in der Einigkeit Trank zur Labung meines der zartesten Liebe des Vain der Natur verschmach- ters. Hilf mir aus Liebe teten Herzens. Durch dei- alles dulden, mit allem zune unschatbare Liebe, da- frieden sein, wie du es mit mit du die Deinigen gelie- mir machest. Doch wenn bet haft bis in den Tod, du mich deine Liebe und erfülle auch mich mit Lie- Süßigkeit läsfestschmecken, be, fraft welcher ich gerne so laß sie mich zu defto 40** grb 24 Morgengebet am Donnerstag. größerer Treue gegen dich sten zu Dienft in deiner bewegen und zu mehrerer Liebe. Wende dagegen von Mildigkeit und Huld gegen mir ab die giftigen Be= meinen Nächsten. Auf daß gierden und Kräfte böser also meine ganze Natur Geister und Menschen. erweichet, gemildert und Gütige auch die Feinde gebessert und ich deiner vor mir wie Esau vor Ja= göttlichen Natur, welche fob, und laß mich in deifauter Liebe ist, ähnlich nem Weinberg treulich arwerde; ja, daß nichts an beiten als ein gehorsam mir zu sehen sei als dein Werkzeug deiner Gnade. liebreicher, friedseliger, Laß mich keine Sicherheit freudenreicher, barmherzi- noch Heuchelei einnehmen. ger und mildester Sinn, Schenke mir ein freudig der sich in Chrifto durch Gemüt in seliger Einunzählige Gutthaten offen- fiimmung mit deinem Wilbaret. Amen, o ewige Lie- len, und halte deine Liebe be, Amen. beständig über mir, daß deine Gnadensonne nicht untergehe, sondern mich von Anfang bis zu Ende un segne mich ferner regiere in Christo Jesu die ewige Liebe des meinem Herrn, Amen. Nun Vaters in dem Blute Jefu Chrifti durch die Kraft des heiligen Geistes. Dank und Lob sei dir, du dreieinige, ewige Gottheit, Betreuester und erbarfür deinen so beständigen mender Vater, unser Schuß, Rat und Trost, verderbtes Wesen hat uns damit du mir noch nie alle diese und andere Not entstanden bist in aller zugezogen, und noch viel Gefahr und auch in die- mehr zum Lohn der irdiser Nacht. Wie sollte ich schen Lüste verdienet. Wir mich nicht weiter dir allein schuldigen uns auch gerne aus ganzer Macht anver- selbst, und beschweren uns trauen, der du so unzäh- nicht über deine gerechten lige Pfänder deiner Treue Schickungen. Aber sei nur mir gegeben! Ich befehle unser inGnaden eingedenk, mich dir billig mit allem, und werde allen Trostlosen worein du mich zum Haus- auf der Welt die wahre balter geordnet hast. Du Hülfe und Zuflucht in wolleft doch meines Sin- Kraft deiner unendlichen nens und Beginnens An- Allmacht, zu welcher wir fang und Ende sein. Laß uns im Glauben wenden. es alles zu deinem Lobe Zeige uns in allen Zustängereichen, und dem Nach- den deine kräftige Gegenwart Morgengebet am Donnerstag. Gebet bei Empfindung innerer und äußerlicher Not, Abendgebet am Donnerstag. 25 wart durch eine gnädige etwa werden möchte, ie Errettung aus dem Ver- näher sei uns, o Gott derben, und bringe uns auf mit deinem Trost, und laß den rechten Weg der Be- uns denselben stets wahrkehrung, damit uns das Lei- nehmen und genießen, bis den heilsam sei zur Selig- wir als Gold und Silber keit. Werde unsern schüch- geläutert und bewähret in ternen Seelen ein Troft im bein Reich einzutreten fåTrauern, und sprich uns hig worden sind, durch unsüßiglich zu, wenn uns sern treuen Vorgänger und das lebel zusetzet und die mitleidigen Hohenpriester Feinde angsten wollen. Be- Amen. schirme uns durch das neue Leben deines Sohnes wiAbendgebet am Donnerstag. in der allen Lod, und laß uns nach der Angst wieder Wo soll ich mi hinwenden, o Gott lebendigmachenden Geist. meines Lebens, als zu dir, Laß uns nicht nach ver- da nun die Finsternis und gånglichem Troft umher- so manches Böse einbricht? gaffen, dadurch wir dei- Deffne mir doch dein ner vergessen und uns das freundlich Herz in Christo Elend größer machen möch- Jesu, und lasse mich in ten. Vielmehr treibe uns seiner offenen Seite ruhen. durch deinen heiligen Geist Denn ich will nun meinen zum Glauben und Gebet, Schlaf nur in deiner Liezu Geduld und Hoffnung. be und Vereinigung vorSo werden wir dem Zorn- nehmen, damit er mir in gericht entgehen, und nur dir gesegnet und müßlich als Kinder zu Nuk gezüch- sei. Berhüte du doch selbtiget werden, deine Heili- sten, daß mich keine falgung zu erlangen. Alsdann sche Kraft berühre, und zerwerden wir mehr Lust und brich alle Pfeile, die etwa Begierde zu dir und dei- auf mich zuschießen möchner Treue bekommen, und ten. Laß auch den Satan die vergånglichen Dinge mich durch keine böse Luft gerne fahren lassen zu un- reizen, sondern das Fleisch frer wahren Besserung und in Züchten reine sein. DaErlösung. Ach so segne uns gegen zünde deine Liebe in alle deine heiligen Schik- mir an, so kann ich die kungen; fege deine Tenne, ganze Nacht mit dir im reinige die Tempel un- Gemüte zu thun haben, jerer Herzen durch das hei- o mein Licht und Heil, wenn lige Feuer deines Kreuzes, gleich der Leib schläft. Desund mache uns würdig um wegen versenke ich mich deinetwillen etwas zu lei- ganz und gar in deine Erden. Ja, ie größer die Not barmung, und begehre nur in 26 Um die Nachfolge Chrifti. Um die Nachfolge Chrifti. in deiner Kraft zu ruhen ich nicht mein Kreuz nebst allen deinen Freun- täglich auf mich nehme. den, an denen du sowohl So tilge doch zu Grund als an mir Armen deine aus in meinem Herzen Barmherzigkeit wollest die schändliche Eigenliebe, groß machen in Zeit und das Eigengesuch und die Ewigkeit. Amen. Falschheit der Natur, die sich selbst zum Gott machet, wie Lucifer that. Mein ein Herr und mein Hingegen lehre mich, wilGott, der du mir liglich entsagen mir selbst, durch dein Exempel den meinem eigenen Wollen, Weg gewiesen, darauf ich können, Haben, Lichten zum Vater kommen soll: und Trachten, welches ich muß bekennen, daß ich von Jugend auf böse gegar keine wahre Lust und wesen ist. Gieb mir scharfe Ernst zu deiner Nachfolge Augen des Geistes, mich in mir finde, sondern viel- selbst alsbald in meiner mehr nach dem Fleisch mei- Eigenliebe zu ergreifen, nem Willen und Fleisches- wo sie herrschen und das trieb gerne folgete. Das Gute vergiften will, damit krånket mich aber schmerz- ich alsdann wider mich lich, daß du, getreuester selbst in großem Ernst Freund, durch alle dein Lei- kämpfe, und um deinetwiiden und Not und durch len gerne mich alles andern deinen unschuldigen Wan- verzeihe und begebe. Dazu del nicht so viel Treue bei wolle dein Geist des Gemir noch erlanget hast. bets mir helfen ringen und Gleichwohl ist kein anderer anhalten, mir selbst abzuWeg zum Leben als der- sterben, dir aber mich selbst jenige, den du uns selbst und alles zu eigen zu gevorgegangen bist. Und nun ben, dessen es auch alles muß es doch endlich ein- ist. Ach dein Leiden, dein mal gewaget nnd ange- Lod, dein abgeschieden Lehoben sein. Darum wende ben wirke auch in mir deiich mich nun mit ganzem nen göttlichen Sinn, der Herzen in deine Gnade und du mich über dich selbst gebitte dich durch eben dein liebet haft bis in den Tod. heilig Vorbild, das du mir Diese Liebe mache mich gelassen haft, gieb mir nun auch dich wieder lieben einen ernsten Haß meiner über mich und alles bis in ſelbst und meines eigenen den Lod. Deine Treue falschen Lebens, welchen sei meine Treue, deine Ardu in täglicher Buße bei mut sei meine Fülle, dein mir wirken wolleft. Sie- vollkommen Opfer bringe be, ich kann ia sonst dein mich dem Vater zum ewiJünger nicht sein, wenn gen Eigentum dar. Dringe Morgengebet am Freitag 27 ge du mich durch deiner diesem Morgen suchen, der Liebe Kraft, dir unverrückt du mir näher bist als ich nachzufolgen. Dein un- selber. Du lebendige Quelschuldiges Bild müsse auch le alles Segens, von die an mir nach und nach her- hole ich nun ferner, was vorkommen und Gestalt ge- mir not thut. Zuvor aber winnen, daß, wie du wa- sage ich dir Dank aus allen rest, auch ich sei in der meinen Kräften in Jesu Welt. Sei du mein eini- Christo durch deinen Geist ger Weg, den ich gehe, das wegen deiner väterlichen Licht, das ich sehe, die Hut und Wacht in dieser Wahrheit, die ich lerne, vergangenen Zeit. Nimm das Leben, das ich ausübe. nun mein elendes, unwerLaß kein ander Leben in mir tes Herz zu einem Morsich bewegen, als deines. genopfer durch eben denMache mich mit dir einen selben Hohenpriester auf, Geist durch unzertrenn- und gieße deine Liebe darliches Anhangen. Versenke ein aus durch deinen Geist, mich in die Gemeinschaft so werde ich den ganzen deines Geistes, pflanze mich Tag in solcher Liebe wanmit dir zu gleichem Tode, deln können. Ich kann ja, und laß deine Auferstehung wie du weißt, nicht einen mich erwecken zum ganz Augenblick ohne dich beneuen Leben in dir. Das stehen; darum vereinige jei allezeit meine Speise, meinen Willen mit dir, daß deinen Willen zu thun. sich nichts in und an mir Mein Eigenwille hingegen ohne dich bewege, geschweimüsse vor dir tot und ver- ge ich außer deiner Regieworfen bleiben, auf daß rung etwas wirke. Was ich mit dir übereinstimme, ich aber versehe, das vergleich wie sich's gebühret bessere du durch deine volleiner Braut gegen ihren kommene Liebe, und hilf Bräutigam. In dir wün- mir in wahrer Buße unsche ich über alle Dinge zu verrückt fortgehen, wie du ruhen, dein ewig zu bleiben es von mir verlangst. Ich und nimmermehr wieder entsage williglich allem um mein eigen zu werden. Argen, und überlasse mich Amen, also geschehe es und alles Andere deinem durch dich selbst, Amen. Regiment und heiliger Ordnung: du wirst's in allem wohl machen und mir endlich durch alle Trübsale und Mühselighelfen in meine Augen sollen auf dich dein Himmelreich. Dir ſei sehen, und in deinem Licht in allem Ehre und Herrdich, das wahre Licht, an lichkeit gegeben. Amen. Um ou Morgengebet am Freitag. u lebendiger, wahrer 28 Um die Kraft des Leidens Chrifti. Schelten, bösen und guten Um die Kraft des Leidens Gerüchten, Lüsten und Chrifti. Schrecken, Vorteilen und Betreuester Immanuel, Beschädigungen. Alles dies dein verdorbenes und mache doch ganz tot in elendes, aber doch durch mir, wie du, allen Dindich erkauftes Geschöpf, gen erstorben, am Kreuz das Werk deiner Hände, hingst. Verwunde, triff wirft sich im Geiste nieder und zeichne mein Herz mit an dein Kreuz und dür- deiner Wunden Kraft so ftet nach der verborgenen tief, so beständig und emGnade und Kraft, die du pfindlich, daß es mir eine in dein Leiden gelegt haft. Qual sei, einen Augenblick Die äußerliche Geschichte ohne deine Gesellschaft zu desselben ist zwar lieblich leben, und ein Himmel, und erbaulich: aber was mit dir zu reden, zu wirhilft fie mir ohne die in- ken und zu leiden. Seße wendige Wirkung? Ich mich durch dein Leiden in finde nicht Ruhe, bis ich eine solche Gnade und Liebe die Frucht genieße: gleich bei deinem Vater, daß ich wie du nicht ruhetest, bis nicht nach meinem Veralles vollbracht war. Also dienst, sondern nach deinem verkläre mir doch deine hei- von ihm angesehen werde, lige Passion in meiner Laß dein Blut für mich Seele, und flöße mir das und in mir schreien, ia Leben ein, das darinnen alle deine Wunden mich verborgen liegt. Ich werfe vertreten wider alle meine mich mit Stihnen und Feinde. Dein Geist maSehnen meines Geiftes in che sie mir zu sichern Felsdeine ausgedehnten Arme, löchern, darein ich zu flieja in deine tiefen Wunden hen mich stets übe und also hinein, und begehre mit bewahret und erhalten werallen Kräften deines To- de. O meine einzige Hoffdes kräftiglich teilhaftig zu nung, gieb mir eine selige werden. Deffne mir doch Nachfolge in allen deinen deine hohle Seite, und zie- heiligen Fußstapfen, die du he dahin all mein Verlan- nach dir gelassen hast. Zeige gen. Denn ich wünschte sie mir in allen meinen gar zu gern aller Dinge Schritten, die ich zur Eüber dir zu vergessen und wigkeit thue, und laß mich müßig zu gehen. Ja ich nicht im geringsten davon kann's nicht aussprechen, ausschweifen, noch die brei wie herzlich gerne ich mich te Bahn der Welt iemals allein rühmen möchte in mehr betreten. Du haft deinem Kreuz, daß mir die mich deinem Vater mit Welt gekreuziget bliebe, und samt deinem Geist zu ich ihr mit allem Loben und treuen Händen empfohlen; all Abendgebet am Freitag. 29 allda verfiegle und zeichne, lieber frommer Gott und färbe und durchdringe mei- Vater, und wir sind allne Seele mit deinem ro- zu schwach uns selbst zu finfarbenen Blut, auf daß helfen oder zu verwahren. er fie darin erkenne und Darum stårke du uns doch aufnehme, wenn ste vom durch die Kraft des GlauLeibe scheidet. Begleite du bens, und widerstehe allen fie vor deines Vaters An- feindlichen Mächten, die geficht. Vertilge in ihr die uns mit List oder Gewalt Luft zur Sünde, die du ge- schaden könnten. Und weil büßet haft. Hilf mir durch uns das äußerliche Licht deine Geduld und Lammes- nun entzogen ist, so blicke natur alle mein Elend über- uns desto mehr inwendig winden, und kämpfe selbst an mit dem ewigen Licht in mir den guten Kampf deiner Gnaden, damit wir des Glaubens in der Kraft in unserer Not und Gedeines letzten Streites. brechlichkeit allzeit Rat Dein ängstliches Seufzen und Zuflucht bei dir suchen unterhalte auch mein Stöh- und finden. Kehre unser nen zu dir bis ans Ende. Herz und Sinn zu dir, daß Unterdessen laß deine brun- wir nicht irre gehen. Haft ftigeLiebe zu mir auch solche du uns aber heute von dir Liebe in mir wirken, dir abweichen gefunden, so zu Liebe alles anzunehmen, rufe uns wieder mit det wie du es fügeft, und alle ner heiligen züchtigenden Anfechtungen in Liebe zu Gnade zu dir, und bringe bestegen. Deswegen du mir alles Verirrte zurecht. Erauch in allem zu Hülfe halte uns wider alles Arge, kommen wolleft, und meine daß wir dir zu Lobe und Begierde mit dir allezeit Dienst leben, so wollen fillen, daß ich unter dei- wir rühmen in dir, und nem Joch bleibe und nach nichts uns selber zuschreinichts anderm mich umsehe. ben, sondern dir allein alle Schreibe deine Striemen Ehre geben. Das wolleft und Nägelmale in meinen Su ups selber lehren, und Sinn, zum Andenken dei- dazu alle deine Gläubigen ner Liebe, die mich auch regieren, ja deine ganze dankbar mache und erleuch- Gemeinde in der Welt dir te, deiner Erlösung ewig befohlen sein lassen, und zu genießen, und zwar durch einem jeden Gliede das die Kraft aller und jeder Maß seines Leidens helfen deiner Leiden und Schmer- überwinden, bis es alles zen. Amen. vollendet werde, und wir zur ewigen Ruhe kommen Abendgebet am Freitag. in Christe, deinem Sohne, er Abend hat uns nun der unser Friede worden überfallen, o rein ist. Amen. Um Um Geduld. Um Geduld. meine forrige, harte Unart; dein Gehorsam breche meigeduldiger Heiland, nen Eigenfinn; deine VerJesu Chrifte, welch leugnung bezwinge meine eine unaussprechliche Ge- Eigenliebe; deine unüberduld und Leidsamkeit haft windliche Geduld in allen du in deinem ganzen Le- deinen Schmerzen zähme ben, sonderlich aber im Lei- meine Ungeduld. Komm, du den und Sterben aller Welt mächtigerSiegesfürst, beubewiesen; was mächtige gemeinen Rücken in Zeiten Fußstapfen hast du gelassen, unter dein Joch, lehre mich's daß ich ihnen nachfolgen bei Zeiten tragen, übe mich solle! Aber ach wie unlei- in wahrer Gelassenheit, und dig, unständig, ungebrochen Uebergabe meines Willens, und ungelassen der natür- daß mein Wille dein Wille liche Sinn dazu sei, Herr, und dein Wille meiner ſei. das weißt du. Ich weiß, Ach wenn ich doch deinem man kann ohne Trubsal leidsamen Lammesbilde so nicht in dein Reich einge- ähnlich möchte werden, o hen; noch dennoch wehre Herr Jesu, daß ich detich mich wider alles Lei- nen Willen gern erduldete den so sehr, und entziehe und mich der Trübsal freumich, wo ich nur weiß und en und rühmen könnte! kann. Bisweilen meine ich Drücke mir doch deinen wohl was Gutes zu thun; Sinn in meine Seele, du aber Leiden und deine liebster Freund. Laß mich Schmach, Kreuz und Not doch gefinnet werden, wie willig zu übernehmen, ge- du auch warest. Laß mich het mir schwer ein. Wo doch lieber das Kreuz ersoll ich aber endlich Ge- dulden und deine Schmach duld herkriegen, entweder erwählen, als eine kurze in gegenwärtiger böser Zeit, Zeit Ergdhung, Lob und oder auch imkünftigen bösen Beifall mit Sünden haben. Stündlein, ja in der letzten Gieb mir, du Brunn aller Todesnot? Ach du leid- Tugenden, ein gutwillig sames Lamm, in dich winde Herz, dem Vater in dir ich mich mit allen meinen ein Opfer zu werden, und Begierden und Kräften ein, dir nicht mehr zu widerund wickle mich in dein Lei- streben, wenn du mich auch den durch einfältigen Glau- zu meinem Besten hart halben. Ja ich will nirgends ten müßtest um meiner Unals in deinen Wunden art willen. Verleihe mir, Kraft suchen wider meine deinen guten und treuen Unart; denn in dir und dei- Willen an mir zu erkennen, nem Herzen finde ich alles, daß ich nimmermehr wider was mir mangelt. Deine dich in langwierigen oder Lammesar überwaceboch großern veiden murre, viel we 30 Morgengeber am Sonnabend. 31 weniger deiner Hand zu ent-| mich dir auch in der größgehen trachte. Deine Lie- ten Gefahr erhalte, und be müsse mich in allen Zu- wie die drei Männer im fållen zufrieden sprechen Ofen oder Daniel unter und überzeugen, wie mir den Löwen bewahre. Ja, ohne deinen Willen nichts Herr Jesu, vereinige all begegnen kann, ja wie ich mein Elend mit deinem noch viel mehr nötig hätte, heiligen Leiden, und betteund dir zu größern Züch- deie es mir durch dessen tigungen so manchen An- Kraft zu meinem Besten laß gegeben. Dein williger und Seligkeit, auf daß du Geift wirke in mir freu- an mir allezeit hochgepreis dige Hoffnung, Lust zum set werdest in Lieb und Leid, Leiden, Treue und Bestän- im Leben und Tod, ja in digkeit, Demut und Ver- die Ewigkeit der Ewigkeiurteilung meiner selbst. ten. Amen. So wirst du mich nicht dürfen nach der Schärfe richten, sondern nur våterMorgengebet am Sonnabend. lich züchtigen, und zwar zu Abba, mein lieber Bater, hilf, daß ich diegung gewiß erlange. Osen Morgen und allezeit im so heilige und segne alles Geist und in der Wahrheit Widrige zu meiner Beffe- anbete, aber auch nichts berung. Bewahre meinen gehre, als was dein Wille ist. Glauben wie Gold im Erleuchte mich mit deinem Feuer der Leiden, entzün- heiligen Geist, und reinige de desto mehr Liebe in mir, mein Gewissen von allen und befestige die Hoffnung. toten Werken, dir, dem Vor allen Dingen aber gieb lebendigen Gott, heut und mir den Geist der Gnaden allezeit zu dienen durch das und des Gebots, daß ich Verdienst deines Sohnes nie veroronen oder müde Jesu Christi. Gieb, daß werde, dich in der Not an- ich nichts in mein Gemüt zurufen. Dein heilig Leiden fasse, als was dir gefällt. stärke mich in allem An- Siehe, ich bin dein, und liegen, und dein Geist wolle du hast mich deinem Sohn mir solches stets lebendig in der Buße gegeben; sehe und mich dadurch stark du solche täglich in mir machen, wie du von einem fort durch deinen heiligent Engel gestårket wurdest. Geist, daß ich wider alles Wehre dem Geist der Trau- Böse ernstlich streite, und rigkeit, daß er mich nicht mir mein Christentum ei fichte in Leidenszeit oder nen rechten Ernst sein laffe. in Kleinmut stürze: son- Wende von mir ab alle dern gieb mir deinen freu- unnüße un böse Worte digen willigen Geist, der und Werke, ei durch dein Wort 32 Bußgebet. ne Seele von den schweren Sündenbanden erlösen und befreien. Nimm mich auf Wort ein Richter der Ge-| Und was soll ich vor dir danken und der Sinne des sagent, o du Richter alles Herzens. Auch bewahre Fleisches? Hier stehe ich vor meinen Fuß, daß ich nicht dir nackend und bloß, und auf verbotnen Wegen ge- weiß von nichts, als von he; denn du weißt, lieber deiner unergründlichen Vater, wie viel Feinde um Barmherzigkeit, die sich in und nach meiner Seele ste- dem Tode deines Sohnes hen, und wie leich: ich be- offenbaret hat. In demselrücket und befleckt werde. ben Leiden und Sterben Herr, es soll auch dein Jesu Christi wollest du dich Ruhm alleine sein, wenn meiner erbarmen, und meidu meine Hülfe wider das Straucheln sein wirst, und mein Glaube wird dadurch gestärket werden, daß ich in deine unergründliche dir ewiglich anhange und Barmherzigkeit, darein du nicht von dir weiche. Ich alle bußfertigen Sünder will auch deine Wunder eingelassen hast, und erlöse andern erzählen, die du auch mich aus der Hölle; errette sowohl als mich zu dir zie- mich vom Tode, absonderhen und in Seilen deiner lich von meinem eigenen Liebe leiten wolleft durch Willen, der mich von dir den Sohn deiner Liebe in getrennet hat. Ich kann Kraft des heiligen Geistes. mich selber weder bekehren Amen. noch bessern, darum hilf du mir meine Sünden durch dein Verdienst überwinden, großer, unermeßlicher und ziehe mich zu deinem Herr und Gott, ich Sohne, der sich selbst für komme vor dein Angesicht, mich gegeben hat, auf daß ob ich's wohl nicht würdig bin, und bitte dich, du wolleft mich selber bekehren und überzeugen, wie treulos ich an deiner Gnade worden bin. Denn ich liege im Schlamm der Sünden und bin gleich dem verlornen Sohn, der sein väterlich Erbe verpraffet hat. Ich nehme aber dennoch in meiner Not Zuflucht zu dir, und leugne nicht, daß ich vor dir gesündigt habe, und dadurch tot und blind bin worden am Reiche Gottes. Bußgebet. ich von den Stricken des Feindes erlöset werde, und dein Heil in Chrifto erfahre. Ach erwecke mich selber aus meinem Tode zum wahren neuen Leben, und wende mein Herz, Mut und Sinn ganz zu dir, daß ich diesen Augenblick die Eitelkeit verlasse, und mich bekehre, damit ich lebe. Erleuchte mich selbst zu einem neuen Leben, das in Christo ist, und schenke meiner armen hungrigen Seele deine verborgene Kraft, die da mit Abendgebet am Sonnabend. 33 threr heilsamen Gnade alle dige meinen Leib und Seele Menschen züchtiget, daß ich durch deine unverdiente von dir gesättiget, getröstet, Barmherzigkeit, die mir gereiniget und selig gema- besser ist, denn das Leben. chet werde. Durch dein Thuemir auf deinen erbarBlut und Tod hilf mir, menden Schoß der Gnalieber Herr Gott! Dar- den, und bedecke mich in deiein ergebe ich mich zu meiner Hütten zur bösen Zeit. ner Erlösung, ia ich lasse Ja wenn mir mein Feind dich nicht, du segnest mich am nächsten sein möchte, denn. Amen. so sei du mir doch noch viel näher, und beweise, daß du der Hüter Israels bist, der nicht schläft noch Abendgebet am Sonnabend. un Lob des dreieinigen. Gottes. immlischer Bater, ich Himmel, alle Ehre al- auch nicht sicher werden, lein gegeben, daß du mich sondern erwecke meinen bis hieher geführet, und so- Geist, zu dir zu seufzen und wohl den Tag, als die ganze auch beim Schlaf an dir Woche vollenden lassen. Ich zu hangen. So soll mich bekenne dir zum Preis, daß nichts von dir trennen, ich nicht einmal bei Leben denn ich lasse dich nicht, bleiben, geschweige ruhig du segnest denn mich und leben können, wo dein Auf- alle die es mit mir besehen nicht meinen Odem gehren. Amen. bewahret hätte. Wer sollte sich nun einem solchen holdfeligen Herrn und Vater nicht weiter anvertrauen? Ach so fiche alle mein In- danke dir durch deinen nerstes nach dir, daß ich in Sohn in dem heiligen Geift, dir und du in mir bleibest, und bete dich an in meiund ich ohne dich, Herr nem Herzen, wollte auch Jesu, nichts thue, ja nicht nicht gerne etwas anders ruhe, bis ich dich lebendig denken oder sagen, als was in mir wohnend und wir dein Wille ist. Dich preise kend habe. O beruhige ich, Vater und Herr Himmein Herz in dir durch wah mels und der Erden, daß re Bekehrung zu dir, laß du mich nicht nur geschafdeine Liebe stärker sein als fent, denn das wäre mir meinen Tod der Eitelkeit und als alles in der Welt, damit ich durch dich in allem weit überwinde, was mich ansicht und verunrubiget. Lege deine Linke unter meine Rechte und befrienach dem Fall noch keine Seligkeit, sondern auch in Christo zur Herwiederbringung verordnet und erwählet, und durch den heiligen Geist berufen und zu deinem Reich eingeladen baft. 34 Gebet eines bußfertigen Sünders. haft. Ach laß mich dich neu gebiereft. Dein Trost für diese unzähligen Wohl- hat mich immerzu aufgethaten jetzt und allezeit richtet, deine Wahrheit würdiglich anbeten, ehren treulich gelehret, deine und lieben, damit ich auch Kraft unterstützet, deine eine neue Kreatur werde, Liebe erquicket, dein Leben geschaffen in Chrifto zu gu- erwecket. So nimm dafür ten Werken. Ich danke meinen ganzen Willen mit dir, o ewiger Sohn Got- deinem Lobe ein, und betes, der du von deinem Va- size, brauche und regiere ter mir gemacht bist zur mich, wie du willst. Laß Weisheit, Gerechtigkeit, mein Herz und Mund deines Heiligung und Erlösung. Ruhms voll werden, und Du bist um meinetwillen mache mich zu einem heiltMensch worden, und haft gen Werkzeug deines Lobes mich von meinen Feinden hier und ewiglich. Amen. dadurch wollen frei machen, auf daß ich dir dienete ohne Furcht mein Leben lang. So ergebe und widme ich mich nun kraft dieser deiner Erlösung zu deinem Lobe und Dienft, damit Barmherziger Gott, un= ich alles bloß zu dein Lob und Gefallen hinfort welchen du allen mutwilthue, wolle und rede. Ich ligen Sündern draueft; bin dir allzu teuer erkauft, aber unermeßlich ist deine wie sollte ich mir selbst le- Gnade, welche du allen ben oder meine Ehre su- busfertigen Sündern ver= chen? Nein dir, o du heißen hast. Darum rufe Lamm, das für mich er- ich aus der Liefe, Herr, würget ist, gebührt Preis zu dir: erhöre meine Stim= und Ehre, Weisheit und me, laß mein Fleben vor Stärke, Heil und Sieg in dich kommen, und vergieb Ewigkeit. Denn du haft mir alle meine Sünden. uns erkauft mit deinem Denn du bist gnädig, barmBlute, und willst uns zu berzig, geduldig und von Königen und Priestern ma- großer Güte. Du hast keichen vor deinem Vater. nen Gefallen am Tode des Auch sage ich dir Dank Gottlosen, sondern und Lob, o heiliger Geist, daß er sich bekehre und lebe. weil du mich durch deine Darum sei mir gnädig, der Güte, Kraft und Weisheit ich mich durch deine Gnade bis anhero so treulich ge- zu dir bekehre, und laß wonnen, regieret, geleitet mich nicht sterben, sondern und erhalten haft, und mich leben. Du willst nicht, daß ur lebendigen Hoffnung einer soll verloren werden, touVor der Beichte. Gebet eines bufferligen Sünders um Vergebung feiner Sünden. Gebet eines bekehrten Sünders. 35 sondern daß sich jedermann und Vollbringung des Bzur Buße bekehre. Dar- sen Sündliches begangen. um erbarme dich meiner, Heilige meinen Willen, daß mein Gott, und vergieb ich ie långer je mehr das mir alle meine Sünden, Böse hasse und das Gute der ich mich in wahrer Bu- liebe. Zerschlage mein Herz, ße von der Finsternis zum daß ich meine Sünden Licht und von der Gewalt ernftlich bereue, und stärke des Satans zu dir bekehre. meinen Glauben, den du Handle nicht mit mir nach durch die bekehrende Gnade meinen Sünden, sondern in meinem Herzen gewirnach dem Reichtum dei- ket hast. Und weil ich mir ner Gnade in Christo Jesu. beständig vorgenommen, Sei mir gnädig nach dei- die reizenden Lüfte meiner ner Güte, und tilge alle verderbten Natur zu dâmmeine Sünden nach deiner pfen, wissentlich in keine großen Barmherzigkeit. Sünde zu willigen, sonWasche mich wohl von mei- dern züchtig, gerecht und ner Missethat, und reinige gottselig zu leben, so bilf, mich von meinen Sünden daß ich durch deine Kraft um Jesu Christi, deines vollbringe, was ich mir lieben Sohnes, meines durch deine Gnade vorgeHeilandes willen. So will nommen zu deines herrich deinen Namen rühmen lichen Namens Ehre und hier in der Zeit und dort meiner Seelen Seligkeit, in Ewigkeit. Amen. um Jesu Chrifti meines Erldsers willen. Amen. Gebet eines bekehrten Sünders. nädiger Gott, ich weiß, daß ohne dich und deine gnädigen Wirkungen niemand seine Sünden weder so erkennen, noch Gebet eines Wiedergebornen um Vergebung seiner fündlichen Schwachheiten. achdem ich lieber himmlischer Vater, mir vorNach so herzlich bereuen kann, genommen, zum Tische des wie es dein heiliger Wille Herrn zu gehen, so komme genugsam erfordert: darum ich zu dir, und bitte des bitte ich demütig, verleihe můtigft um Bergebung mir Gnade und Kraft, da- aller meiner Sünden. mit beides nach deinem Denn ob ich gleich nach Wohlgefallen geschehen geschehener Prüfung mich möge. Erleuchte meinen durch deine Gnade frei von Verstand, daß ich erkenne, der Sünden Herrschaft bewas ich wider dich mit Ge- finde; so bin ich doch von danken, Worten und Wer- dem einwohnenden Uebel ken gesündigt oder durch und was aus demselben Unterlassung des Guten ohne meinen Willen und Wohl= Seufzerlein beim Beichten. Wohlgefallen entstehet, so ken das Blut Chrifti, zu gar nicht frei, daß ich viel- deines allerheiligsten Namehr zu sagen habe: In mens Ehre und meinem mir, das ist, in meinem ewigen Heil. Amen. Fleische wohnet nichts Gutes, und zu klagen: Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes! Denn wie Mein Gott! ch bitte von ganzem gnägen und Bewegungen finde Jersen, fei mit ich in meinem Herzen. Wie dig, und vergieb mir alle oft wird aus einem bloßen meine Sünden, um des Gedanken eine böse Be- teuren Verdienstes Jeju glerde, und aus einer bb- Christi, meines Heilandes sen Begierde eine sündliche willen. Amen. Ergohung. Wie oft seket Mein Heiland! Du hast gesagt: wer zu mir die böse Luft so zu, daß zwischen mir und dem geistlichen Tode nichts mehr dir kommet, den wolleft übrig ist, als die Einwil- du nicht hinausstoßen. Auf ligung und Bollbringung. Diese deine triftliche VerDaß aber diese nicht er- heißung komme ich und folget, solches habe ich bitte, laß mich Gnade findeiner Gnade einzig und den vor deinen Augen, und allein zu danken. Wie vertritt mich bei deinem vielmals fündige ich, daß himmlischen Vater zu meiich's nicht weiß, wie ner Seelen Heil und Sevielmals geschieht's aus ligkeit. Amen. Schwachheit mit GedanHeiliger Geist! ken, Worten und Werken. Darum bitte ich herzlich, Erwecke mein Herz, daß vergieb mir, lieber Vater ich nicht allein in wahrer im Himmel, alle meine Bußfertigkeit mit Mund Sünden, um deiner Güte und Herzen beichte, sonwillen. Vergieb mir, was dern auch die Stimme ich ohne Vorsatz, aus Un- deines Dieners annehme bedacht oder Üebereilung als deine Stimme, zur Sündliches geredet oder Stärkung meines Glaugethan, um deiner Barm- bens und zu mehrer Berherzigkeit willen; verzeihe ficherung der gnädigen mir alle verborgene Fehle. Vergebung meiner SunDu bist ia treu und gerecht; den um Chrifti willen. darum vergieb mir nach Amen. deiner Verheißung, und mache mich würdig zu esſen den Leib und zu trin36 Seufzerlein, indem man beichten will. ( Siehe die Buslieder, und betrachte eins nach dem andern andächtig.) Rach Dank nach erlangter Sündenvergebung. 37 Seele, und was in mir ift Nach der Beichte. seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, Danksagung eines Buß- und vergiß nicht, was er fertigen, nach erlangter dir Gutes gethan hat; der Vergebung der Sünden. dir alle deine Sünde verfage dir von Herzen Dank, daß du mein Gebet erhöret, und mir um Chrifti willen alle meine Sünden vergeben hast. Nun erfahre ich in der That, daß du feinen Gefallen habeft am Tode des Gottlosen, sondern wollest, daß er sich bekehre und lebe. Denn nädiger Gott, barm- giebt, und krönet dich mit herziger Vater, ich Gnade und Barmherzigkeit. Laß mich ferner Gnade finden, und bereite mich durch deinen heiligen Geist, damit ich im heiligen Abendmahl würdig esse den Leib und trinke das Blut Chrifti zu mehrer Versicherung deiner Gnade und der gnddigen Vergebung meiner Sünden, um Jesu Chrifti, du hast meine Seele vom deines liebsten Sohnes, meines Heilandes willen. Tode und mein Leben vom Verderben errettet. Nun Amen. empfinde ich in der Wahrheit, daß du bist nahe denen, die zerbrochnes Hergens find, und hilft denen, die Danksagung eines wiedergebornen Kindes Gottes Mein Bater, wie kann ich alle haben. Denn da ich rief, börtest du es, und halfest adr aus meiner Not. Nun kann ich aus eigener Erfahrung sagen, daß deine Barmherzigkeit groß und du dich gnädig finden låsseft denen, die sich zu dir befehren. Nun merke ich, daß du nicht handelst mit uns nach unsern Sünden, und vergiltst uns nicht nach unserer Missethat; sondern, so fern der Morgen ist vom Abend, läsfest du unsere Uebertretung von uns sein; und wie sich ein Vater erbarmet über seine Kinder, ſo erbarmest du dich über die, so dich fürchten. Darum lobe den Herrn, meine des Satans errettet, und Wohlthaten, die du mir lebenslang erwiesen hast und noch täglich erweisest? Denn du hast mir gegeben Seel und Leib, und was ich an Seel und Leib Gutes habe, das habe ich von dir. Du hast durch das Blut deines lieben Sohnes mir erworben Gnade, Gerechtigkeit, Frieden, Leben und Seligkeit. Du hast durch die Heiligung des Geistes mich aller der erworbenen Güter teilhaftig gemacht. Denn du hast mich vom geistlichen Lode befreiet, und zum geistlichen Leben wiedergeboren. Du hast mich von der Gewalt in 38 Gebet um die Gnade der Heiligung. in das Gnaderreich Jesu ließt mir aus Gnaden alle Christi verseker. Du hast Sünden vergeben hast. mir gegeben den Glauben, Darum lobe den Herrn, und durch denselben alle meine Seele, und was in meine Sünden vergeben. mir ift, seinen heiligen Du hast mich zum Kinde Namen. Lobe den Herrn, angenommen, und zu meh- meine Seele, und vergiß rer Versicherung des ewi- nicht, was er dir Gutes gen Erbes den Geist der gethan hat; der dir alle deiKindschaft geschenket. Du ne Sünden vergiebt, und hast dich mit mir im Glau- heilet alle deine Gebrechen; ben vereiniget, und ver- der dein Leben vom Vermöge der Vereinigung mit derben erlöset, der dich krdgeteilet allen Reichtum net mit Gnade und Barmdeiner Gute in Christo Je- herzigkeit. Laß mich ferner fu. Du hast durch den heili- Gnade finden vor deinen gen Geist meinen Verstand Augen. Lehre mich thun erleuchtet, meinen Willen nach deinem Wohlgefallen; geheiliget, meine Begier- denn du bist mein Gott den gezähmet, und meine Dein guter Geist führe Glieder zu Waffen der Ge- mich auf ebener Bahn. Errechtigkeit gemacht. Du halte mein Herz bei dem haft mich durch die Gnade Einigen, daß ich deinen der Heiligung befreiet von Namen fürchte; so will ich der Herrschaft der Sünde, deinen Namen preisen hier und Kräfte gegeben, zu im Reich der Gnaden und leben in Gerechtigkeit und dort im Reich der HerrHeiligkeit. Du hast mich lichkeit. Amen. im wahren Glauben erhalten, und durch denselben Gebet eines Gerechtferin deiner Gnade behalten. tigten um die Gnade der Du hast mich mit vielem Heiligung. Verschonen regieret, und Gnädiger Gott, nachdem mit du alle großer Geduld ertragen. den vergeben, und mich Du haft mir vergeben alle zum Kinde angenommen meine Sünden, da ich zum haft, so bitte ich demütig: Kinde von dir angenom- Schaffe in mir ein reines men wurde, und was ich Herz, und gieb mir einen hernach aus Unwissenheit neuen gewissen Geist. Eroder Schwachheit gesündi- leuchte meinen Verstand get, das hast du mir nicht mehr und mehr, zu erkenzugerechnet; sondern wie nen deinen Willen, und heiein Vater fich erbarmet lige meinen Willen, zu thun über seine Kinder, so bast nach deinem Wohlgefallen. du dich über mich erbar- Gieb mir Kraft, zu freuzimet; wie du denn noch gen mein Fleisch, samt den bb= Vor dem heiligen Abendmahl. 39 bösen Lüsten und Begier- würdig macheft. Darum den, damit ich, der Sünde komm mir zuvor mit deiabgestorben, der Gerechtig- ner Gnade, und bereite Feit lebe. Laß mich wach- mich. Nimm dich meiner sen an dem geistlichen Leibe, Seelen an nach deiner groda Jesus Christus das ßen Liebe. Gedenke, daß Haupt ist, und täglich zu- ich von mir selber zwar nehmen an dem inwendi- viel Böses, aber nichts gen Menschen. Mache aus Gutes habe, und hilf mir meinen Gliedern Waffen um deiner Güte willen. der Gerechtigkeit, daß fie Siehe doch, wie arm und heilig werden. Mache mich elend ich bin ohne dich. fruchtbar in allen guten Gedenk an deine Treue, Werken. Leite mich in alle du Heiland der Welt, und Wahrheit. Erhalte mich im erfülle mein Herz mit Gnawahren Glauben und durch de. Wie gern wollt' ich denselben in deiner Gnade. Nimm gnädig von mir, was mich unwürdig macht des Tisches, welchen du für deine Kinder bereitet hast, und gieb mir nach deiner Güte, was zur würdigen Genießung nötig ist. So will ich deinen Namen rühmen hier zeitlich und dort ewiglich. Amen. mit brünstiger Andacht in völligem Glauben hingehen; aber das Vollbringen fehlet mir, wenn ich's von dir nicht erlange, du Anfänger und Vollender des Glaubens. Darum nimm gnädig von mir, was dir mißfällt, oder bedecke es mit dem Rocke deiner Ges rechtigkeit, und gieb mir, was dir wohlgefällt. Wohl der Seele, die dir angenehm ist! Entledige mein Herz von allen fremden Gedanken, und mein Gemit von aller Zerstörung und Zerstreuung. Du hast deinen Jüngern die Füße gewaschen, ehe sie das heilige Abendmahl genommen. Wasche mich auch, daß ( Befiehe ferner die Dank lieder und betrachte eins nach dem andern.) Vor dem heiligen Abendmahl. Gebet um die Gaben, welche zum würdigen Genusse nötig sind. ier komme ich, mein freundliche Einladung. Laß Unreinigkeit. Stärke meimich Gnade finden vor dei- nen Glauben, entzünde nen Augen, du Liebhaber meine Liebe, vermehre meides Lebens. Wäre ich gleich ne Hoffnung, erwecke meiheiliger als die Engel, so ne Andacht. Heilige mich wäre ich doch deswegen durch und durch, auf daß nicht würdig deines Tisches, ich in herzlicher Zuver= es sei denn, daß du mich sicht hinzutrete, mit reinem 41 mun 40 Sehnl. Verlangen nach d. heil. Abendm. Munde und heiligem Her- Arznei wider alle Seelenzen nehme, esse und trinke krankheit, ein heilsames zu meiner Seelen Leben, Mittel wider den geistlichen Heil und Segen. Amen. und ewigen Lod. Erhebe meine Seele über alle menschliche Vernunft und über alle leiblichen Sinne. Du bist meiner Seelen ewiges Leben und meines Lebens einiger Aufenthalt. In Sehnliches Verlangen einer gläubigen Seele nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. Mein Heiland, wie groß und volles wie unaussprechlich deine Zeuch mich nach dir. ErTreue! Wer kann dich ge- quicke mich nach deiner gnå= nugsam lieben und nach digen Verheißung. Stärke Würden loben? Sollte ich meinen Geist nach allen gleich in Gegenliebe ganz seinen Kräften um deiner jerfließen, so würde es doch, Gute willen. Laß mich se= mein Lieber, gegen deine hen deine Freundlichkeit Liebe weniger zu achten und schmecken deineSüßigsein, als ein Tropfen ge- feit. Laß mich spüren deine gen das große Meer. Denn Gnade und empfinden deidu bist die ewige Liebe ne Güte. Speise meinte selbst. Was ist aber das Seele mit deinem Leibe, Endliche gegen das Unend- und tränke sie mit deinem liche? Selig sind, die dei- Blute, damit sie weder ner Liebe wirklich genießen. hungern noch dursten möSelig sind, die duimAbend- ge in Ewigkeit, zu deines mahl speisest und tränkest. heiligen Namens Ehre und Denn was ist dieses Mahl meiner ewigen Seligkeit. anders, als ein Beweis dei- Amen. ner Liebe, ein Pfand deiDanksagung für die ner beständigen Treue, ein Einsehung und Stiftung Band der geistlichen Ver- des heiligen Abendmahls, einigung, ein Zeugnis dei- nebst Anrufung um würner gnädigen Gegenwart, dige Bereitung und heilein Gedächtnis deines Leifamen Gebrauch. dens, ein Siegel der Auferstehung zum ewigen Le= Ach du holdseliger, liebund der ewigen Seligkeit. Dar- freundlicher Herr Jesu um verlanget und sehnet Christe, welch eine große sich meine Seele. Laß mich Liebe hast du uns durch in der That erfahren, daß die Stiftung des heiligen diese Speise sei eine Stärke Abendmahls erzeigt, daß in Schwachheit, ein Trost du uns mit deinem heiliin Traurigkeit, eine Freude gen Leib und Blut speiseft in Leiden, eine bewährte und tranfest! Was kann Trift Danksagung f. d. Einsetzung d. h. Abendm. 41 Triftlichers gesagt werden, unserer Erldsung, nämlich denn dies Wort: Wer mein dein Blut, welches auch Fleisch isset, und mein Blut cuget und rufet in unserm trinket, der bleibet in mir Herzen; dadurch hast du und ich in ihm? Was ist wollen zu Hülfe kommen Triftlichers, denn inChristo unserm schwachen Glaubleiben? Was ist Freundlichers, denn daß du in uns bleibest? Wenn wir in dir und du in uns bleibest, was kann uns Tod und Teufel schaden? In dir sind wir ja sicher vor allem Unglück. Ach mein Gott und Herr, was bin ich, daß du mir ich giebest zur Speise und Trank? Ich bin Erde und Asche, ein stinkend Gefäß, und du legst einen so edlen Schatz in mich; daran Berdammnis? Ist doch erkenne ich deine große Lie- dein Herr und Erlöser für be, weil du mir ein so gro- dich gestorben, und giebt Bes Pfand der Liebe giebst, dir zum Pfande deiner Erdas ja nicht größer sein lösung seinen heiligen Leib kann im Himmel und auf und Blut, auch zum Pfande Erden. Das Pfand des seiner herzlichen Liebe und Geistes hast du mir zwar der Vereinigung mit dir, gegeben, daran ich erkenne, daß dich weder Tod noch daß ich ein Kind Gottes Leben von ihm scheiden. bin; aber im Abendmahl soll. Ach mein Gott und giebst du mir das Pfand Herr, lehre mich bedendeines Leibes und Blutes: ken, mit was demütigem daran erkenne ich, daß du Herzen ich diesen edlen mein Bruder bist, mein Schak empfangen solle. Fleisch und Blut. Welch Ach ich Unreiner komme einen herrlichen und gro- zu dem Brunnen aller ReiBen Zeugen meiner Erlb- nigkeit; ich Elender und sung giebst du mir im bei- Dürftiger komme zu dem ligen Abendmahl! nämlich Reichen; ich Sünder zu dein Blut, welches auf dem Gnadenbrünnlein; ich Erden zeuget von unserer Kranker komme zu dem Erldsung; denn obwohl der rechten Arzt; ich Hungriheilige Geist auch dein Zeu- ger und Durstiger zum ge ist in unserm Herzen, rechten Himmelsbrot und so bast du doch auch uns Brunnen des Lebens. Du einen äußerlichen Zeugen aber, du Allerheiligster, und Siegel geben wollen kommst zu demUnheiligsten. 41* ben. Denn ob uns wohl dein Wort kräftiglich im Glauben stårkt, so wird doch der Trost kräftiger, wenn wir dies Wort hbren: Das ist mein Leib für euch gegeben; das ist mein Blut, welches für euch vergossen ist, zur Vergebung der Sünden. Darum, o mein Herz, was trauerst du? was zagest du? was fürchtest du Tod und Wo 42 Danksagung f.d. Einsehung d. h. Abendm. Wo hat man je so eine Gottes und meines NächWunderliebe gehört, daß sten vermehrt werden, denn der Herr aller Herren zu daß mich mein Herr Chrieinem armen Bettler ftus durch seinen Leib und kommt; ja daß ein solcher Blut mit ihm und allen armer, elender Mensch den Gläubigen vereiniget und Herrn Himmels und der Einen Leib aus uns maErden zu eigen haben solle, chet? Wie kannst du mir, zur himmlischen Speise und o lieber Herr, meine HoffTrank. Ach laß mich ja nung besser stärken und dieser Liebe nimmermehr kräftigen, denn daß du mich vergessen, laß mich deines mit einer unsterblichen Leidens und Todes ohn Speise ins ewige Leben Unterlaß eingedenk sein, speisest? Ach mein Herr auf daß meine Seele da- und Gott, ich bitte dich durch gespeiset und geträn- demütiglich, weil du mein fet werde geistlicher und Fleisch und Blut worden himmlischer Weise ins ewi- bist, laß mich auch alles, ge Leben. Denn in deinem was dir wohlgefällt, lieLeiden und Tod ist alles, ben; deinen Willen laß was meine Seele erquik meinen Willen sein; was ken und wonach sie hun- dir zuwider ist, laß auchy gern und dürsten kann. Ach mir zuwider sein; mein bereite mein Herz würdig- Fleisch und Blut ist dein lich durch wahren Glauben, Fleisch und Blut, und dein durch wahre Buße, Liebe Fleisch und Blut ist mein und Demut, zu empfahen Fleisch und Blut; darum diesen großenSchatz. Welch laß mich's nicht zur Sünde einen schönen Tabernakel mißbrauchen, sondern dir und Tempel bereitete Mo- allein zu Ehren und Wohlses und Salomon dem gefallen. Laß mich auch Gnadenstuhl! Ach schmücke hinfüro durch Kraft deimeine Seele mit dem Licht nes Fleisches und Blutes der Andacht, mit dem williger und stärker werden, Gold und Glanz des Glau- mein Kreuz zu tragen, ges bens, mit den schönen Tep- duldig sein in Trubsal, pichen derLiebe und Demut, demütig in Verachtung, mit der Krone der Hoff sanftmutig in Beleidigung, nung, vermehre und stärke brünstig und beständig in in mir alle geistlichen Ga- der Liebe, andächtig im ben. Denn wie kann mein Gebet, daß ich die Kraft Glaube besser gestärket deines Leibes und Bluwerden, als wenn die Ver- tes in meinem Leben und gebung der Sünden durch die Frucht deiner Erldsung Christi Blut versiegelt und in meinem Glauben allins Herz geschrieben wird? zeit fruchtbarlich empfinden Wie kann in mir die Liebe möge. Amen. Gebet vor Empfahung des heil. Abendm. 43 liche Kleid des Glaubens, durch welchen ich dein heilig Verdienst ergreife, und dasselbe mein schönes Kleid feſthalte und bewahre, damit ich Gebet vor Empfahung des heiligen Abendmahls. Herr Jefu Chrifte, mein getreuer schof meiner Seelen, der diger Gaft bin. Gieb mir du gesagt haft: Ich bin ein demütiges, versöhndas Brot des Lebens, wer liches Herz, daß ich meivon mir isset, den wird nen Feinden von Herzensnicht hungern, und wer grund vergebe. Tilge aus an mich glaubet, den wird meinem Herzen die Wurzel nimmermehr dürften. Ich aller Bitterkeit und Feindkomme zu dir, und bitte seligkeit; pflanze dagegen dich demütiglich, du wol- in meine Seele Liebe und lest mich durch wahren Barmherzigkeit, daß ich Glauben bereiten, und zum meinen Nächsten, ia alle würdigen Gaste machen Menschen in die lieb dieser himmlischen Mahl- habe. Ach duwahres Ofterzeit; wollest mich, dein ar- lämmlein, sei du meine mes Schäflein, heute wei- Speise, laß mich dich genieden auf deiner grünen Au- sien und essen mit bittern en, und zum frischen Was- Salzen der herzlichen Reue ser des Lebens führen. Du und mit dem ungesäuerten wollest meine Seele er- Brote eines heiligen bußquicken, und mich auf rech- fertigen Lebens. Ach ich ter Straße führen um dei- komme zu dir mit vieler nes Namens willen. Du großen Unsauberkeit belawollest mich würdig ma- den: ich bringe zu dir einen chen zu deinem Tisch, und unreinen Leib und Seele, mir voll einschenken den voller Aussak und Gräuel. Becher deiner Liebe und Ach reinige mich, du höchste Gnade. Ich armes Schäf- Reinigkeit. Dein heiliger lein komme zu deiner Wei- Leib, als er vom Kreuz de, zum Brot des Lebens, abgenommen ward, wurde zum lebendigen Brunnen. in eine reine Leinwand geAch du wahres süßes Him- wickelt. Ach wollte Gott, melsbrot, erwecke in mir ei- ich möchte dich mit so reinen geistlichen Hunger und nem Herzen aufnehmen, beiligen Durst, daß ich nach als es dir wohlgefällig. dir schreie, wie ein Hirsch Ach daß ich dich mit heischreiet nach frischem Was- liger Andacht umfahen und ser. Vor allen Dingen in meine Liebe einwickeln, aber gieb mir wahre herz- und mit den Myrrhen des liche Reue und Leid über zerbrochnen Herzens und meine Sünde, und lege Geistes salben sollte. Das mir an das rechte hochzeit- Himmelbrot mußte in einem 44 Danksagung nach dem heil. Abendmahl. nem güldenen Gefäß auf deiner Liebe, den Geruch gehoben werden zum Ge- deines seligen, ewigen Ledächtnis in der Lade des bens, den Geschmack deiBundes. Ach wollte Gott, ner Gerechtigkeit, die ich möchte dich in einem Schönheit deiner Freundganz reinen Herzen bewah- lichkeit, die Lieblichkeit deiren. Ach mein Herr, du ner Güte, die Zierde deibast ja selbst gesagt: Die ner Demut, die Frucht Starken bedürfen des Arz- deiner Barmherzigkeit. Ach tes nicht, sondern die mein himmlischer Arzt, ich Kranken: ach ich bin krank, bringe zu dir eine tote ich bedarf deiner, als mei- Seele: mache sie lebendig; nes himmlischen Seelen- eine kranke Seele: heile arztes. Du hast ja gesagt: fie; ein Herz, das leer ist Kommet her zu mir alle, von allen wahren gründ= die ihr mühselig und be- lichen Tugenden: erfülle es laden seid, ich will euch mit deiner Gnade, mit deierquicken. Ach Herr, ich nem Geiste, mit deiner komme mit vielen Sünden Liebe, mit deiner Sanft= beladen; nimm sie von mir, mut, mit deiner Demut, entledige mich dieser gro- mit deiner Geduld. Ach Ben Bürde. Ich komme du wahres Brot des Leals ein Unreiner: reinige bens, speise mich ins ewige mich! als ein Blinder: er- Leben, daß mich in Ewigleuchte mich! als ein Ar- keit nicht hungere noch mer: mache mich an mei- dürste; in dir habe ich volle ner Seele reich! als ein Genüge, du bist mir alles, Verlorner: suche mich! als bleibe ewig in mir, und ein Verdammter: mache laß mich ewig in dir bleimich selig! Ach Jesu, ben, wie du gesagt haft: mein liebster Seelenbräu- Wer mein Fleisch isset und tigam, führe mich von mir mein Blut trinket, der selbst ab, und nimm mich bleibet in mir, und ich in auf zu dir, ja in dich; denn ihm, und ich werde ihn in dir lebe ich, in mir sel- auferwecken am jüngsten ber sterbe ich; in dir bin Lage. Amen. ich gerecht, in mir bin ich eitel Sünde; in dir bin ich selig, in mir bin ich lauter Berdammnis. Ach Nach dem heiligen Abendmahl. du mein himmlischerBräu- Danksagung nach dem tigam, komm zu mir, ich heiligen Abendmahl. will dich führen in die Kam- Allerteuerster Heiland, mer meines Herzens, da groß sind deine Wunwill ich dich küssen, auf der und deine Gedanken, daß mich niemand höhne. die du an uns beweiseft. Bringe mir die Süßigkeit Dir ist nichts gleich, ich will Danksagung nach dem heil. Abendmahl. 45 will sie verkündigen und gegeben deinen Leib und davon sagen, wiewohl fie Blut zu mehrer Versichenicht zu zählen sind. Denn rung deiner Gnaden und du hast dich erniedriget, meiner geistlichen Erlösung. mich zu erhöhen. Du hast Darum freuet sich mein menschliche Natur an dich Herz und meine Seele ist genommen, damit ich der fröhlich; denn was hätte göttlichen möchte teilhaf- ich wohl Besseres begehren, tig werden. Du hast dich und was hättest du mir gefangen nehmen und bin- wohl Heilsamers geben den lassen, damit ich von können, als daß du mich den Stricken des Satans mit deinem Leibe gespeiſet und Banden der Sünden und mit deinem Blut gelos würde. Du hast be- trånket hast, über aller zahlet, was du nicht ge- Menschen Vernunft ganz raubet, mich von aller wunderbarer Weise. Nun Schuld zu befreien. Du erfahre ich in der That, daß bist um meiner Sünde wil- dein Fleisch sei die rechte len gestorben, und um mei- Speise und dein Blut ſei ner Gerechtigkeit willen der rechte Trank. Denn auferwecket. Wie kann ich wie ich von dem sündlichen dir vergelten alle deine Fleischedes Adams habeden Treue, die du mir erwie- Lod, so habe ich von deisen haft? Wer kann die nem allerheiligsten Fleische Breite und die Länge, die das Leben. Dadurch wird Tiefe und die Höhe deiner meine Seele dermaßen erLiebe begreifen? Du hast quicket, daß ich mit Recht es aber hieran nicht lassen sagen kann: Sei nun wiegenug sein, sondern haft der zufrieden, meine Seele, mich überdies noch zu ei- denn der Herr thut dir Gunem unvergånglichenleben tes. Dadurch finde ich mich wiedergeboren. Du hast nach dem inwendigen Menmich durch dein Blut ge- schen so gestärkt, daß ich reiniget von aller Sünde. in Ansehung meiner geistDu hast mich zum Erben lichen Feinde unerschrocken und Miterben des Himmel- sagen kann: Der Herr ist reichs gemacht. Du hast mein Licht und mein Heil, dich mit mir vereiniget, und vor wem sollte ich mich vermöge der Vereinigung fürchten? Der Herr ist alle erworbenen Schätze meines Lebens Kraft, vor mitgeteilt. Du hast mich wem sollte mir grauen? angezogen mit den Klei- Dadurch ist meiner Seele dern des Heils und mit so viel Gutes widerfahren, dem Rock der Gerechtig- daß ich billig sage: Wie feit bekleidet. du nichts für Und damit groß ist deine Gute, die dich behal- du verborgen haft denen, ten mögest, so hast du mir die dich fürchten, und erget= 46 Um die Erhaltung der Gnade. zeigest denen, die vor den müde werde. Gieb, daß ich Leuten auf dich trauen! die Welt immer mehr und Darum erhebe den Herrn, mehr verschmähe, mich selmeine Seele, und mein ber verleugne, mein Kreuz Geist freue sich Gottes, auf mich nehme, und dir meines Heilandes. Denn beständig nachfolge. Gieb er hat große Dinge an mir Mut und Stärke, zu wigethan, der da mächtig ist, derstehen meinen geistlichen und des Name heilig ist. Feinden, zu töten in mir Danket dem Herrn, denn die Werke des Teufels, er ist freundlich, und sei- und zu untertreten der ne Güte währet ewiglich. Welt Augenlust, FleischesLobe den Herrn, meine lust und hoffärtiges WeSeele! Amen. Nu sen. Laß meine Seele zunehmen an geistlichen und übernatürlichen Kräftent. Laß mich reich sein an den innern Kräften des Geiun in dieser deiner stes. Laß mich zunehmen Kraft will ich hinge- am Glauben und an der hen, mein Heiland, und Liebe. Laß mich wachsen was noch übrig im Fleisch zu einem unbefleckten Leibe. zu leben ist, nach deinem Laß mich wachsen in allen Willen zubringen. Weil Stücken an dir, meinem es aber in eines Men- Haupte, bis ich gelange an schen Kraft nicht stehet, das Maß deines vollkomwie er wandle und seinen menen Alters. Laß mich Gang richte, so gieb mir im Glauben bringen Tudas Vollbringen. Regiere gend, in der Tugend Bemich mit deinem heiligen scheidenheit, in der BeGeiste. Laß deine Güte scheidenheit Mäßigkeit, in und Treue mich allewege der Mäßigkeit Geduld, in behüten. Laß mich empfin- der Geduld Gottseligkeit, den, daß du durch den in der Gottseligkeit brůGlauben in mir wohnest, derliche Liebe und in der durch die Liebe in mir brüderlichen Liebe gemeine lebest und durch die Hoff- Liebe. Vollführe das gute nung mich täglich stärkest. Werk, welches du in mir Gieb, daß ich ohne Heu- angefangen hast. Bleibe chelei in Sanftmut und in mir, und laß mich in Demut beständig einher- dir bleiben; denn wenn gehe, damit dein Leben an ich nur dich habe, so habe mir immer mehr und mehr ich alles. Laß mich in deioffenbar werde. Gieb mir ner Liebe und in deiner alle Tage neue Kraft, daß Erkenntnis zunehmen. Laß ich wandle den Weg mei- mich bleiben im Glauben nes Berufes, und nicht und in der Heiligung. Gieb, daß Gebet um die Erhaltung und Vermehrung der Gnade. Um den heil. Geist und die Heiligung. 47 daß ich am Ende meines Sohnes, da er spricht: Lebens mit freudigem Ge- Weil ihr, die ihr böse ſeid, wissen sagen kann: Ich euren Kindern könnet gute habe einen guten Kampf Gaben geben, wie vielmehr gekämpfet, ich habe den wird mein himmlischer VaLauf vollendet; hinfort ist ter den heiligen Geist gemir beigelegt die Krone ben allen, die ihn darum der Gerechtigkeit. Und zu bitten. Laß denselben deidem Ende ruste mich aus nen werten heiligen Geift mit Kraft aus der Höhe, meinen Leib, Geist und daß ich hier ritterlich streite Seele heiligen zum Gebet, und siege, damit ich dort und den Tempel meines in der triumphierenden Herzens reinigen von aller Kirche mit allen Engeln Unsauberkeit, und darin anund Auserwählten singen zünden das Feuer der göttmöge: Lob und Preis und lichen Liebe und brünstiDank und Weisheit und gen Andacht, das Licht Stärke sei unserm Gott deiner göttlichen Erkenntvon Ewigkeit zu Ewigkeit. nis, das Böse zu meiden, Amen. die Gnade des Verstandes, meines Berufes treulich zu warten, die himmlische göttliche Weisheit, das höchste Gut zn lieben, die Ach ch heiliger, himmlischer, Heiligkeit der Furcht Gotlieber Bater, ich klage tes, dir wohl zu gefallen, und bekenne dir, daß ich die Herzhaftigkeit der Kraft von Natur ungeistlich, un- Gottes, mein Kreuz ges heilig, ungöttlich bin, und duldig zu tragen, die Lamich mehr mein Fleisch pferkeit der göttlichen Stärund Blut und des bösen ke, zu überwinden den TeuGeiftes Betrieb habe füh- fel, die Welt und alle Menren lassen, denn deinen hei- schenfurcht. Gieb mir den ligen Geist. Ach vergieb Geist der Wahrheit, der mir diese Sünde und er- mich lehre, den Geift des barme dich mein. Wende Trostes, der mich erquicke, von mir die Strafe, die den Geist der Freudigkeit, du drauest allen denen, so der mich erfreue, den Geist deinem heiligen Geiste wi- der Wiedergeburt, der mich derstreben: denn die den erneure, das Siegel GotGeift Chrifti nicht haben, tes, durch welches ich bedie sind nicht sein. Und kräftiget werde im Glaus die find Gottes Kinder, ben, das Pfand des ewidie der Geist Gottes trei- gen Erbes, welches meine bet. Darum gieb mir deis Hoffnung stärke. Schreibe nen heiligen Geist nach der durch deinen göttlichen Verheißung deines lieben Finger dein Gesek in die 41** Ta Um den heiligen Geist und seine Gaben, und um die Heiligung. 48 Um die Ruhe der Seele in Chrifto. Tafel meines Herzens, dei- mich. O eine felige Seele, nen Willen in Lieb und die dich hat zum EinwohLeid zu vollbringen. Gieb ner! Denn du erleuchtest mir den Geist der Kind- der Seelen Finsternis, du schaft Gottes, der in mei- heilest die verwundete Seenem Herzen zeuge, daß ich le, du trösteft die traurige Gottes Kind bin. Geuß Seele, du stärkest die schwaaus deine Liebe in mein che Seele, du erhältst die Herz durch deinen heiligen strauchelnde Seele, du lehGeift. Zünde durch den- rest die demütige Seele, du selben in mir an eine hei- erquickest die müde Seele, lige Begierde und Verlan- du- giebst Kraft den Stergen nach himmlischen Din- benden, wenn Leib und gen und nach dem ewigen Seele fich scheiden, du Leben. Gott heiliger bleibest ewiglich bei der Geist, der du fliehest die gläubigen Seele. Amen. Ruchlosen für und für, aber dich giebst in die hei- Um die Ruhe der Seele ligen Seelen, und machest in Chrifto. Propheten und Gottes Ach du ewiger Friedezu einem lebendigen Opfer, du allerheiligste und höchste das im Feuer deiner Liebe Ruhe aller gläubigen Seebrenne und aufgeopfert len, du hast gesagt: Komwerde, daß alle meine met her zu mir, so werTeischliche Begierde durch det ihr Ruhe finden für Sas heilige Feuer verzehret eure Seelen; in der Welt werde. Komm in mein Herz, habt ihr Angst, in mir du göttliches Feuer, du habt ihr Friede. Ach wie göttliche Liebe, du himm- oft habe ich Ruhe gesucht ischer Trost, du süßer Gast in dieser Welt und im meiner Seele, du göttliche Zeitlichen, habe sie aber Zierde, du göttliche Kraft! nicht gefunden; denn es Treib von mir alles, was kann die unsterbliche Seele fleischlich ist, und gieb mir nicht gesättiget noch gedagegen, was göttlich ist, stillet noch besänftiget wermache mich zur Wohnung den, denn mit unsterblichett und Heiligtum Gottes. Dingen, nämlich in die Du himmlisches Täublein, und mit dir. O du undas du über meinem Herrn sterblicher Gott, wo du Chrifto in seiner Laufe ge- nicht bist, da ist keine Ruhe ruhet hast, gieb mir hei- der Seele; denn alles Zeitlige findliche Einfalt des liche eilet zum Untergang Herzens, daß mich schlecht und verschleißet wie ein und recht behüte. Du gött- Kleid. Die Erde veraltet liche Salbung und Freu- wie ein Gewand, sie verdendl, lehre und tröste wandelt sich, und du, unwant Für die Lehrer der Kirche. 49 flüchtigen wandelbarer Gott, wirft der Welt, auf daß du mich fie verwandeln. Wie sollte mit himmlischen Gaben erdenn meine unsterbliche fülleft. O Jesu, meines Seele in den sterblichen Herzens Ruhe, du heiliger wandelbaren, Sabbath meiner Seelen, Dingen Ruhe finden? bringe mich in die Ruhe Denn gleich wie du, lie- der ewigen Seligkeit, da ber Gott, unser Schöpfer, Freude die Fülle ist und in keiner Kreatur ruhen lieblich Wesen zu deiner wolltest, ohne in dem Men- Rechten ewiglich. Amen. schen( denn als du den Menschen geschaffen battest, ruhtest du von deiFür die Lehrer der Kirche. nen Werken): also kann Ach Herr Jeſu Chrifte, des in keiner Kreatur ruhen, denn ster und Haupt deiner allein in dir, o Gott. Kirche! Du bist aufgefahMeine Seele kann nicht ren in die Höhe, und haft gesättiget werden, denn etliche unter deinen Diemit dir, o Gott, der du nern gesetzt zu Aposteln, alles Gut bist. Darum etliche zu Propheten, ethungert und durftet meine liche zu Evangelisten, et Seele nach dir, und kann liche zu Hirten und Lehnicht eher ruhen noch ge- rern, daß durch sie dein sättigt werden, sie habe geistlicher Leib erbauet dich denn selbst. Derhal werde, bis wir alle hinar ben du, mein Herr Christe, kommen zu einerlei Glaufomm zu mir und stille ben und Erkenntnis. Ich mein Herz; halt in mir klage und bekenne dir, daß deinen Sabbath; laß mich ich diese große Wohlthat hören, was du in mir re- und Gaben hiebevor nicht dest; laß mich empfinden, recht erkannt habe, die, daß du in mir lebeft, o welche du gesandt haft, mein Leben; wie du mich nicht gehalten für deine liebest, o meine Liebe; wie Diener und für Haushaldu mich trößteft, erquickest, ter über deine Geheimnisſe, erfreuest und erleuchteft, habe sie auch ihres Amo mein Trost, o meine Er- tes halben nicht desto liequickung, o meine Freude, bet gehabt, und nicht beo mein Licht! Laß mich dacht, was du sageft: Wer dir mein ganzes Herz ge- euch höret, der höret mich; ben, dieweil du mir dein wer euch verachtet, der ganzes Herz gegeben haft. verachtet mich. Vergieb Laß mich von mir selbst mir diese Sünde, und rechausgehen, auf daß du zu ne mir dieselbe nicht zu. mir eingehefst; laß mich Wende die Strafe von mein Herz ausleeren von mir, die du draueft denen, die 50 Für die Lehrer der Kirche. die deine Diener höhnen.| ihnen, die unvergängliche Ich sage dir aber herzlich Krone der Ehre empfahen, Dank für deine getreuen wenn du als der Erzhirte Boten, die dein Heil ver- erscheinen wirst. Gieb, liekündigen, Gutes predigen, ber Gott, deinem Don= Frieden verkündigen. Und ner Kraft, und dein Wort bitte dich, du wolleft an mit großen Scharen E= allen getreuen Dienern der vangelisten, daß sie ihre Kirche und Lehrern deines Stimmen erheben wie die Wortes deine Verheißung Posaunen, und nicht schoerfüllen, da du sprichst: nen, sondern uns unsere Ich lege mein Wort in Uebertretung verkündigen, deinen Mund, und bedecke und daß sie mächtig sind, dich unter dem Schatten zu strafen und kräftig zu meiner Hände, auf daß trösten. Hilf, daß sie die ich den Himmel pflanze und verlornen Schäflein ſudie Erde gründe. Pflanze chen, die Verwundeten heideinen geistlichen Himmel, len, die Schwachen verbinlieber Gott, mit gläubi- den und die Fetten warten. gen, leuchtenden Sternen, Hilf, daß fie mit feurigen und ziere die Erde mit Zungen reden, daß es durchs Pflanzen der Gerechtigkeit Herz gehe, daß unsere Herzu deinem Lob und Preis. zen zu dir bekehret und Schmücke die Lehrer der von der Welt abgewandt Kirche mit vielem Segen, werden, und von der Audaß sie einen Sieg nach genluft, Fleischesluft und dem andern erhalten wider von dem hoffärtigen LeSünde, Tod, Teufel, Hölle ben; daß durch ihre Bußund Welt, daß man sehe, predigten in uns heilsame der rechte Gott sei zu Traurigkeit erwecket wer= Zion. Gieb auch, daß wir de, die eine Reue wirke zur unsern Lehrern gehorchen Seligkeit, die niemand geund ihnen folgen, als die reuet. Thue unsere Herzen da wachen für unsere auf, wie der Lydia, daß Seele, und dafür Rech- wir hören und verstehen, nung geben müssen, daß was sie uns in deinem Nafie ihr Amt mit Freuden men predigen. Sei durchs thun, und nicht mit Seuf- Wort kräftig. Gieb uns zen; denn das ist uns nicht den heiligen Geist, der uns gut. Gieb ihnen auch, daß lehre und in alle Weisheit fie ihr Amt williglich thun, leite. Lehre du inwendig. und die Herde weiden, und erleuchte unsern Vernicht gezwungen, sondern stand. Triste du inwenwilliglich, nicht um schånd- dig im Herzen. Denn so liches Gewinnstes willen, du inwendig nicht lehrest, sondern von Herzensgrund, so ist alle auswendige Lehre daß beide, sie und wir mit unfruchtbar. Darum, wenn Paus Fürbitte für die christliche Ingend. 51 Mütter, Schul- und Lehrmeister ihre Kinder, Gefinde und alle Jugend fleißig auferziehn in heilsamer Lehre und Erkenntnis Paulus pflanzet und Apollo begießt, so gieb du das Gebeihen dazu. Wehre und steure dem bösen Feinde, daß er nicht Unkraut unter den Weizen säe. Wecke deines Willens, in guten uns auf, daß wir nicht freien Künsten und Tuschlafen und sicher seien. genden, zu Ehren deiner Heiliger Vater, heilige uns göttlichen Majestät und zu in deiner Wahrheit. Dein ihrer Seelen Seligkeit, in Wort ist die Wahrheit. Dein aller Zucht und Ehrbarkeit, Wort ist die rechte Lehre, auf daß fie von Kindheit und Heiligkeit ist die Zierde auf dich ihren Gott, Schödeines Hauses ewiglich. Laß pfer und Erlöser lernen uns das Himmelsbrot dei- von ganzem Herzen fürchnes Wortes aufsammeln ten, lieben, über alle DinBa armherziger Gott, ewiin das Gefäßlein unserer ge vertrauen und in deinen Seele, daß wir ewig satt Geboten wandeln. Verund selig werden. Amen. hüte auch, daß die liebe Jugend nicht etwa durch falsche Lehre und unrechten Gottesdienst oder durch unchristlichen Wandel verführet werde. Behüte fie ger Vater, der du die vor böser Gesellschaft und Kinder liebest und sie durch Trunkenheit, vor Unzucht deinen Sohn zu dir heißest und Müßiggang, und daß bringen, denn aus dem sie durch böse Exempel Munde der Unmündigen nicht geärgert werde. Gieb und Säuglinge willst du auch Gnade allen Kindern, dir ein Lob zurichten und daß fie sich züchtigen und bereiten. Darum hast du ziehen lassen, ihren Eltern, auch geboten, daß man die Oberherren und LehrmeiJugend in deiner Furcht fiern gehorsam seien, in und Erkenntnis soll auf- Einfältigkeit des Herzens erziehen und sie nicht ver- annehmen Weisheit und faumen. Ich bitte dich Verstand, klug zu werden um deines Sohnes willen, in der Furcht Gottes. der ein Kind und uns zu Weil aber das menschliche gute geboren und sein teu- Herz durch den Fall unres Blut am Stamme des serer ersten Eltern verderbet Kreuzes für die Kinder, als und von Jugend auf nur auch miterben der Gna- zum Bösen geneiget ist, so den, sowohl als für die nimm hinweg die Thorheit, Alten vergossen hat, du welche den jungen Leuten wolleft Gnade verleihen, im Herzen steckt, daß fie daß alle Hausväter und nicht der angebornen Seuche Fürbitte für die chriftliche Jugend. 52 Gebet d. Unterthanen für die Obrigkeit. che und dem Erbschaden von ihnen Schuß habe, daß zu viel einräumen, in ihrem ich unter ihnen ein stilles, Mutwillen und eigenen geruhiges Leben führen Sinnen aufwachsen, wider- möge in aller Gottseligkeit spenstig und halsstarrig und Ehrbarkeit. Und weil werden. Darum, o du du, lieber Bater, der Könige heiliger Gott, pflanze in Herzen in deiner Hand bast die Herzen aller Jugend und leiteft dieselben wie die die Furcht deines göttlichen Wasserbäche, so regiereauch Namens, und der heilige unsere liebe Obrigkeit mit Geist, welchen sie in ihrer deinem heiligen Geist, daß Taufe empfangen haben, sie vor allen Dingen Gotregiere und treibe sie zu tes Wort lieb haben, ihre allem Guten, daß fie dein Thore weit machen und Wort, dein Gesetz und die Thüren in der Welt Gebote lernen, dasselbige hoch, daß bei ihnen und auf ihr Herz binden und in ihren Landen der König an ihren Hals hängen als der Ehren einziehe, der Herr ihren Schmuck, damit sie Zebaoth stark und mächtig dir dienen in rechtschaffe- im Streit; daß fie Pfleger nem Glauben und christ- und Säugammen seien deilichem Gehorsam, hier zeit- ner heiligen christlichenkirlich und dort ewiglich. che; daß fie deinen lieben Umen. Habermann. Sohn küssen, daß er nicht zürne; daß sie dem Herrn Gebet der Unterthanen dienen mit Furcht und sich für die Obrigkeit. freuen mit Zittern. Gieb Ach Gott, du Herr al- ihnen deine himmlische ler Herren und König Weisheit, die um deinen aller Könige, du Herrscher Thron ist. Denn durch über den ganzen Erdkreis, dieselbe regieren die Könige, oer du alle Obrigkeit haft und die Ratsherren sehen eingesetzt und gesagt durch das Recht. Gieb, daß fie deinen werten Apostel: hören das Geschrei der ArEs ist keine Obrigkeit, sie men, und der Witwen und ist von Gott geordnet; Waisen Recht nicht beugen. und wer der Obrigkeit wi- Laß fie fürstliche Gedanderstrebet, der widerstrebet ken haben und darüber halGottes Ordnung. Gieb ten. Gieb ihnen die Glückmir, lieber Vater, und lehre seligkeit Davids, die Weismich, daß ich die Obrigkeit heit Salomonis, die Siegfür deine Ordnung erkenne, haftigkeit Josua, dieStärke dieselbe fürchte, liebe und Simsons. Gieb ihnen die chre; und verleihe Gnade, Liebe der Gerechtigkeit, bedaß ich und alle Untertha- ständigen Mut und Tanen durch sie mit Gerech- pferkeit wider alle ingetigkeit regieret werde und rechtigkeit, glücklichen Fortgang Gebet eines Hansvaters. 53 gang ihrer Anschläge, ge- dem Segen, daß er bei mir treue, verständige, Eluge sei in allem, das ich vorRåte, gesundes und langes nehme. Gieb mir von dem Leben. Behüte fie vor Tau des Himmels und Heuchlern und Fuchs- von der Fettigkeit der Erde schwänzern, vor Kriegen und laß mich die Ströme und Blutvergießen. Schüt- und Wasserbäche, so mit ze sie durch deine heiligen Milch und Honig fließen, Engel. Segne das ganze sehen. Der Heiden Götter Land und schaffe unsern können nicht Güter geben, Grenzen Frieden, durch du aber füllest die Erde Jesum Christum unsern mit deinen Gütern und seg= Herrn. Amen. Joh. Arnd. nest uns allenthalben, daß wir des Landes Gut genießen; dein Segen mas chet reich ohne Mühe und giebst es den Deinen im Schlaf. Thue uns deinen Gebet eines Hausvaters um Segen und Gedeihen zur Nahrung. err, allmächtiger Gott, Menschen giebst, wie es baftige Güter, die da bleis dich gut dunkt, du hast ben und immerdar gedeiAdam den ersten Menschen hen. Laß uns ordentlich vor dem Fall zum Erben, haushalten, vorsichtig und Herrn und Hausvater der weislich handeln und unWelt gemacht und in sere Sachen so verrichte, den Garten des Paradieses daß wir memand Schaden gesetzet, daß er den bauen thun und eine Last seien. und bewahren soll, auch Laß uns nicht Wein und nach dem Fall auferleget, Del lieben, in Wollust und im Schweiß seines Unge- Müßiggang leben, unsere fichtes und seiner Hände Nahrung gering achten, Arbeit sein Brot zu essen; deine Güter verprassen und durch deinen Segen babe übel verbringen, daß uns ich auch eine Haushaltung nicht not und Armut und Nahrung, Acker und übereile. Lieber Vater, der Feldbau und nähre mich du der rechte Hausvater mit meiner Hände Arbeit. im Himmel und auf Erden Lieber Vater, der du uns ge- bist, laß mich dein Wort segnet haft mit allerlei geist- und Befehl an alle Hauslichem Segen in himmli- väter zuHerzen nehmen und schen Gütern durch Chri- meine Sachen darnach richftum, gereichet es zu dei- ten, daß ich meinen Kindern ner Ehren und meiner See- und Gesinde und allen, die len Seligkeit, so ieque auch mir angehören, deine Gemeine zeitlichen Güter, daß bote schärfe und zu Haus meine Nahrung zunehme und Feld, wenn ich mich und sich ausbreite, gebeut niederlege und aufstehe, mit 54 Gebet christlicher Eheleute. ihnen davon rede, daß sie geerntet haben, wider mich Herr, deine Wege halten gen Himmel schreie und und thun, was recht und mir Sünde sei, sondern gut ist, auf daß ihnen alles des Tages gebe, daß die das Gute widerfahre, das Sonne nicht darüber undu uns geredet hast, daß tergehe. Laß mich nicht ich den Herren ehre, von Wucher und Uebersatz von meinem Einkommen den meinem Nächsten nehmen Armen und Dürftigen Gu- und ihn beleidigen, daß mein tes thue, auf daß der Se- Segen nicht verfluchtwerde gen in meinem Hause bleibe und mir alles unter den und ein bleibend Wesen Händen zerrinne, daß ich habe. Laß mich des gegen- mir genügen lasse an dem, wärtigen Gutes zum Le- das da ist, und gefallen, ich ben und nicht zur Sünde habe wenig oder viel; auch brauchen, daß ich von dei- thue mir deine Gnade, daß nemSegen in deiner Furcht ich mich in allem meinem esse und trinke, meiner sau- Thun und Leben als ein ren Arbeit genieße und nicht christlicher Hausvater erzeiein anderer sie verzehre. ge und in deinen Gütern O reicher Gott im Thron! treu beweise, damit ich in Armut und Reichtum gieb der Rechnung wohl bestehe mir nicht, laß mich aber und als ein frommer und mein bescheiden Teil Spei- treuer Knecht über viel gese dahin nehmen, ich möch- setet werde, zu meines te sonsten, wo ich zu satt Herrn Freude eingehe und würde, verleugnen und selig werde, um Christi sagen: Wer ist der Herr? willen: so will ich dir hier ich habe genug, wie kann zeitlich danken, daß du mich mir's fehlen? Oder wo ich mit deinen Gütern gefåt= zu arm würde, möchte ich tiget hast, und dort mit stehlen und mich an dem Abraham, Isaak und JaNamen Gottes vergreifen, kob, deinen Dienern, im zürnen Gott und meinem Himmelreich dich ewig preiKönige fluchen. Lieber sen. Amen. 3. Heermanu. Herr und Meister, der du alles mit Lindigkeit und vie- Gebet chriftlicher Ehelem Verschonen regiereft, leute. laß mich meinem eigenen Barmherziger, gnädiger Vater, der und Gesinde christlich du hast uns nach deinem regieren, Arbeitern und gnädigen Willen und gåttTagelöhnern nicht unrechtlicher Vorsehung in den thun, damit nicht der ab- heiligen Ehestant gefeßt, gebrochene Lohn der Ar- daß wir nach deiner Setbeits- und Ackersleute und nung darin leben sollen. derer, die unser Land ein- Darum trösten wir uns auch Gebet chriftlicher Eheleute. 55 auch deines Segens, da nen ein gehorsames Herz, dein Wort sagt: Wer eine daß es ihnen möge wohl Ehefrau findet, der findet gehen, und sie lange leben was Gutes und schöpfet auf Erden. Gieb uns auch Segen vom Herrn. Ach das tägliche Brot, und lieber Gott, laß uns ja segne unsere Nahrung. in deiner göttlichen Furcht Verzäune unser Haus und bei einander leben. Denn Güterlein wie des heiligen wohl dem, der den Herrn Hiobs, daß der böse Feind fürchtet, und große Lust und seine Werkzeuge keihat an seinen Geboten; nen Eingriff thun können. des Same wird gewaltig Behüte unser Haus, Habe sein auf Erden. Das Ge- und Gut vor Feuer und schlecht der Frommen wird Wasser, vor Hagel und gesegnet sein. Laß uns vor Ungewitter, vor Dieben allen Dingen dein Wort und Mördern. Denn allieb haben, und gern hören les, was wir haben, das und lernen, daß wir sein hast du uns gegeben. Darmögen wie ein Baum am umwollest du es auch machWasser gepflanzet, der sei- tiglich bewahren. Denn ne Frucht bringet zu seiner wo du nicht das Haus Zeit, und seine Blätter bauest, so arbeiten umsonst, verwelken nicht, und alles, die daran bauen. Wo du, was er macht, das geråt Herr, die Stadt nicht bewohl. Laß uns auch in wahrest, so wachet der Friede und Einigkeit leben, Wächter umsonst. Deinen daß wir der dreien schönen Freunden giebst du es schlaDinge eines, so Gott und fend. Gieb uns auch, lieMenschen wohlgefällt, bei ber Gott, fromm, getreu uns haben und behalten und gehorsam Gesinde, und mögen. Denn daselbst hat bewahre uns vor ungeder Herr auch verheißen treuen Dienstboten. Denn Segen und Leben immer du ordnest und regierest alund ewiglich. Laß uns in les, und bist ein Herr unserm Ehestande Zucht über alles, belohnest auch und Ehrbarkeit lieb haben, alle Treue und Liebe, und und dawider nicht handeln, firafest alle Untreue. Und auf daß in unserm Hause wenn du uns ja, lieber Ehre wohne, und wir einen Gott, Kreuz und Trübehrlichen Namen haben sal zusenden willst, so gieb mögen. Gieb Gnade, daß uns Geduld, daß wir uns wir unsere Kinder in der gehorsamlich deiner våterFurcht und Ermahnung zu lichen Rute unterwerfen, deinen göttlichen Ehren und mache es gnädig mit auferziehen, daß du aus uns. Laß von dem Herrnt ihrem Munde dir ein Lob unsern Gang gefördert werbereiten mögest. Gieb ih- den, und habe du Lust an un 56 Gebet der Eltern für ihre Kinder. unsern Wegen. Fallen wir ten, begnade auch meine dann, so wirf uns nicht armen Kinder mit deinem weg, sondern halt uns bei heiligen Geift, der in ih= der Hand, und richte uns nen die wahre Furcht wieder auf. Lindere uns Gottes anzünde, welche unser Kreuz, und tröste uns ist der Weisheit Anfang wieder, und verlaß uns und die rechte Klugheit; nicht in unserer Not. Gieb wer darnach thut, des Lob auch, daß wir das Zeit- bleibet ewiglich. Beselige liche nicht lieber haben, sie auch mit deiner wahdenn das Ewige. Denn ren Erkenntnis, behüte fie wir haben ja nichts in die vor aller Abgötterei und Welt gebracht, werden auch falscher Lehre, laß sie in nichts mit hinaus bringen. Dem wahren seligmachenDarum laß uns nicht dem den Glauben und in aller leidigen Geiz, der Wurzel Gottseligkeit aufwachsen alles lebels, nachhängen, und darin bis ans Ende sondern nachjagen dem verharren. Gieb ihnen ein Glauben und der Liebe, gläubiges, gehorsames, deund ergreifen das ewige Le- mutiges Herz, auch die ben, dazu wir berufen sind. rechte Weisheit und VerGott der Vater segne uns stand, daß sie wachsen und und behüte uns! Gott zunehmen an Alter und der Sohn erleuchte sein Gnade bei Gott und den Angesicht über uns und Menschen. Pflanze in ihr sei uns gnädig! Gott der Herz die Liebe deines göttheilige Geist erhebe sein lichen Wortes, daß fie feien Angesicht auf uns und gebe andächtig im Gebet und uns Frieden! Die heilige Gottesdienst, ehrerbietig Dreieinigkeit bewahre un- gegen die Diener des Worsern Eingang und Ausgang tes und gegen jedermann, von nun an bis in Ewig- aufrichtig in Handlung, feit. Amen. Joh. Arnd. schamhaftig in Geberden, zuchtig in Sitten, wahrhaftig in Worten, treu in Werken, fleißig in Geschäften, glückselig in Verrichund Vater, Schöpfer tungen ihres Berufes und und Erhalter aller Krea- Amtes, verständig in Saturen! Ich danke dir von chen, richtig in allen Herzen für die Leibesfrüch- Dingen, sanftmütig und te, so du mir durch deinen freundlich gegen alle MenSegen gegeben hast; und schen. Behüte sie vor albitte dich herzlich, weil du len ergernissen dieser gesagt baft, du wolleft dei- Welt, daß sie nicht vernen heiligen Geist geben führet werden durch böſe allen, die dich darum bit- Gesellschaft. Laß sie nicht in Ach getreuer, lieber Gott Gebet der Eltern für ihre Kinder. Gebet frommer Kinder für ihre Eltern. 57 in Schlemmen und Un- mir abwenden, die du im zucht geraten, daß sie sich vierten Gebot drauest. Gieb thr Leben nicht selbst ver- mir aber ein gehorsames kürzen, auch andere nicht und dankbares Herz gegen beleidigen. Sei ihr Schutz sie, daß ich sie ehre, fürchte, in allerlei Gefahr, daß fie liebe, mit meinem Gehornicht plößlich umkommen. sam und deiner göttlichen Laß mich ja nicht Unehre Furcht erfreue, daß ich fie und Schande, sondern für Gottes Ordnung erFreude und Ehre an ihnen kenne, und ihre väterlichen erleben, daß durch sie auch wohlmeinenden Strafett dein Reich vermehret, und geduldig annehme. Lehre die Zahl der Gläubigen mich auch bedenken, wie groß werde, daß sie auch sauer ich meiner Mutim Himmel um deinen ter worden bin, und mit Tisch her sitzen mögen, was großer Mühe und als die himmlischen Sel- Arbeit sie mich erzogen. zweige, und dich mit allen Laß mich dieselbe wieder Auserwählten ehren, loben ehren mit Gehorsam, Lieund preisen mögen, durch be, Demut, Furcht in Jesum Chriftum, unsern Worten und Werken, auf Herrn. Amen. Joh. Arnd. daß ich den Segen und Darauf bete den 127. und nicht den Fluch ererbe, 128. Psalm. sondern ein langes Leben. Laß das Exempel des GeGebet frommer Kinder horsams meines Herrn für ihre Eltern. Jesu Chrifti immer vor ch gnädiger, barmher- meinen Augen stehen, welziger Gott, lieber Va- cher seinem Vater gehorter, der du bist der rechte sam gewesen bis zum Tode, Vater über alles, das Kin- ia zum Tode am Kreuz. der heißet im Himmel und Gieb mir den Gehorsam auf Erden! Ich danke dir Isaaks, die Furcht Jakobs, herzlich, daß du mir meine die Zucht Josephs, die lieben Eltern, Vater und Gottesfurcht des jungen Mutter gegeben und bis Tobia; und gieb meinen daher in guter Gesundheit lieben Eltern den Glauund Wohlstand erhalten ben Abrahams, den Sehaft. Dir sei Lob, Ehre gen Isaaks, den Schuß und Dank für diese deine Jakobs, die Glückseligkeit große Wohlthat. Und bitte Josephs und die Barmherdich, du wolleft mir mei- zigkeit des alten Tobia. nen Ungehorsam, damit Laß sie in einem feinen ge= ich mich gegen meine lie- ruhigen Leben, in Frieden ben Eltern oft versündiget und Einigkeit alt werden. habe, aus Gnaden verge- Lindere ihnen ihr Kreuz ben, und die Strafe von und hilf's ihnen tragen. 58 Gebet einer Waise. Erhöre ihr Gebet und segne| allen Lüsten des Fleisches ihre Nahrung. Behüte sie widerstehn, damit ich dir vor allem Uebel Leibes und sowohl jetzt in meinen under Seele. Und wenn ihre mündigen Jahren, Zeit vorhanden ist, so laß fie sanft und stille einschlafen, und nimm sie zu dir ins ewige Vaterland, durch Jesum Christum. Amen. Joh. Arnd. als künftig in meinem vollståndigen Älter, in meinem Beruf, mit unbeflecktem Gewissen diene, und endlich dein ewiges Reich ererbe um meines liebenHeilandes willen. Amen. Nambach. Gebet einer Waife. Lieber himmlischer Vater, Gebet zur Zeit des Aufruhrs und Krieges. da du mir meine irdischen Eltern durch den Tod Allmächtiger, ewiger hinweggenommen, so balte Gott, barmherziger ich mich desto genauer zu himmlischer Vater, wiedir, dem Vater über alles, wohl wir durch unsere was Kinder heißt im Him- mannigfaltige Bosheit, unmel und auf Erden. Du züchtig Leben und schwere hast mich ia in der heili- Laster nicht allein den äugen Taufe zu deinem Kin- ßerlichen Krieg, sondern de angenommen, auch be- den ewigen Tod und Versonders in deinem Wort derben ganz wohl verdieversprochen, ein Vater und net haben: ach Herr, so Erretter der Watsen zu sein. bekennen wir uns vor deiAch bewahre mich, daß ich ner göttlichen Majestät als mich deiner Fürsorge nicht arme Schuldige, und bedurch mutwillige Sünden gehren Gnade und Barmverlustig mache, sondern herzigkeit, bitten und bevielmehr in meinem gan- gehren auch, o gütiger zen Leben sie reichlich er- Gott, du wollest zu diefahren möge. Erwecke mir ser Zeit rechte Mittel und gute Gönner und Freunde, Wege gnädiglich verschafdie sich meiner erbarmen. fen und schicken, daß der Gieb, daß meine Vormün- Krieg, daraus alles tebel, der und Pfleger sich mei- Jammer und Elend, beide ner treulich annehmen und an Leib und Seel, durch mich zu allem Guten er des Feindes Anstiftung erziehen; ich aber ihnen eben folget, niedergeleget und den Gehorsam, den ich letb- gemeiner Friede und Einiglichen Eltern schuldig bin, keit gemacht werde, daß erweise, ihrem Rat folge wir in Stille und rechter und ihrer Strafe mich un- Ruhe des Gemüts und terwerfe. Laß mich in dei- der Zeit mögen deinen herrner Furcht wandeln, böse lichen Namen preisen, in Gesellschaft vermeiden, und deinem Beruf und Willen wan= Gebet in Pestzeiten. 59 wandeln und die ewige Se- diglich abwenden, auf daß ligkeit erwerben durch Fe- wir in Gesundheit unseres sum Christum, deinen lie- Lebens eine gnädige Buße ben Sohn, unsern Herrn mögen thun, und mit dir und Heiland. Amen. ewiglich in seliger Freude leben durch das bittere Leiden und Sterben Jesu Christi, deines lieben Sohnes, unsers Herrn. Amen. Gebet in Pestzeiten. Gott in Ewigkeit, ein Vater aller Barmherzigkeit und Gerechtig- Gebet in teurer Seit und keit! wie du den erleuchteHungersnot. ten König und Propheten David um ſeiner Sünde Allmächtiger, barmherziin mit einer so grausamen Pesti- Schöpfer Himmels und der lenz gestrafet und geplaget Erde! du erhörest Gebet, hast, daß in dreien Tagen darum kommt alles Fleisch von früh an bis zu der zu dir. Ach Herr, wir bestimmten Zeit aus dem haben diese teure Zeit ſehr Volk von Dan zu Bersa- wohl verdienet, denn du ba siebzig tausend Mann hast gedräuet, es soll ein gestorben sind, und du auf fruchtbar Land nichts tradie Beichte seiner Sünde gen, um der Sünden wilund auf sein inniges Ge- len derer, die darauf wohbet das Sterben und Pe- nen. Ach Herr, unsere stilen; haft lassen aufhören: Missethat drucket uns hart, o Herr, so müssen wir be- du wolleft uns unsere Sünkennen, daß du uns diese de vergeben. Erhöre uns grausame Pestilenz allein nach deiner wunderlichen geschickt baft zu einer Stra- Gerechtigkeit, Gott, unfe unserer unzähligen Sün- ser Heil, der du bist die den, mit denen wir dich Zuversicht aller auf Erden auf das höchste und ohne und ferne am Meer. Ach Unterlaß zu Zorn beweget Herr, thue auf deine milde und beleidiget haben. Und allmächtige Hand und såt= darum, o barmherziger tige alles, was lebet, mit Gott und Vater, bitten Wohlgefallen. Du kannst wir dich mit innigem Her- ia rufen dem, das nichts zen in Bekenntnis unserer ist, auf daß es etwas set, Sünden, daß du uns die- zu Lobe deinem Namen und felbigen wollest gnädiglich deiner tröstlichen Gnade, verzeihen und deines gött- denn deine Brünnlein halichen billigen Zornes ver- ben Wasser die Fülle. Ach gessen, und diese schreck- Herr, suche das Land heim liche Plage der Pestilenz und wässere es und mache und des jähen Todes gnd- es sehr reich. Laß das Ge 60 Gebet in teurer Beit und Hungersnot. Getreide wohl geraten wie find deine Werke so und baue selbst das Land. groß und viel! Du hast Tränke seine Furchen und sie alle weislich geordnet, segne sein Gepflügtes, ma- und die Erde ist voll detche es weich mit Regen ner Güte. Ach Herr, thue und segne sein Gewächs. auf die Fenster des HimKröne das Jahr mit dei- mels und schütte herab Senem Gute, laß deine Fuß- gen die Fülle. Ach Herr stapfen triefen vom Fett. Jesu, du speistest ja in Mache fröhlich alles, was der Wüste etliche tausend da lebet, beide des Mor- Mann mit wenig Broten gends und Abends. Denn und ließeft die übrigen du, Herr, unser Gott, bist Brocken aufheben; ach groß und von großer Kraft, Herr, teile nun die übriund ist unbegreiflich, wie gen Bricklein aus unter du regierest. Du kannst den die Hungrigen, deine Hand Himmel mit Wolken be- ist ja nicht verkürzet. Es decken, du giebst Regen auf wartet alles auf dich, daß Erden. Du läsfest Gras du ihnen Speise gebeft zu wachsen auf den Bergen. seiner Zeit. Wenn du ihDu giebst dem Vieh sein nen giebest, so sammeln sie; Futter, den jungen Raben, wenn du deine Hand aufdie dich anrufen. Herr, du thuft, so werden sie mit hilfest beiden, Menschen Güte gesättiget. Verbirund Vich. Du läsfest gest du dein Antlik, so erBrunnen quellen in den schrecken fie. Du nimmst Gründen, daß die Wasser weg ihren Odem, so verzwischen den Bergen hin- gehen sie und werden zu fließen, daß alle Thiere auf Staub. Du läsfest aus dem Felde trinken und das deinen Odem, so werdett Wild seinen Durst lösche. sie geschaffen, und verneus An denselben sizzen die erst die Gestalt der Erde. Vögel des Himmels und Darum, o Herr, stärke fingen unter den Zweigen. und speise uns mit deiner Du feuchtest die Berge von lebendigen Kraft, als mit oben her, du machest das dem rechten Himmelsbrot. Land voll Früchte, die du Denn der Mensch lebet schaffest. Du läsfest Gras nicht vom Brot allein, wachsen für das Vieh, und sondern von einem jegliSaat zu Nuß den Men- chen Wort, das aus deischen, daß du Brot aus nem Munde gehet. Nimm der Erde bringest und daß deine Kraft und Segent der Wein erfreue des Men- nicht hinweg vom Brot, schen Herz, und seine Ge- sondern segne unsere Speise stalt schön werde vom Del, und sättige unsern Leib mit und das Brot des Men- wenigem, wie Elisa hun" chen Herz stärke. Herr, dert Mann speisete mit zwan Gebet um Gesundheit des Leibes. 61 zwanzig Broten. Triste Gesundheit, lange zu leben, und speise alle Hungrigen und erbarme dich über mich, und ernähre sie in der daß ich gesund mein Alter Leurung, der du die Vög- erlange. Lege der Kranklein des Himmels speisest heiten keine auf mich, die und keinen läsfest Hungers du auf die Egypter gelefterben. Gieb allen Ar- get, denn du bist der Herr, men Geduld, Herr, und mein Arzt. Behüte mich laß sie an deiner allmäch- vor einem schnellen Tod. tigen Hülfe nicht verzagen. Strafe mich nicht in deiVermehre ihr Brot wie nem Zorn, und züchtige das Mehl der Witwe zu mich nicht in deinem Sarepta. Speise auch un- Grimm. Behüte mich vor fere Seele mit deinem gött- Pestilenz, Schlag, schwelichen Wort, laß uns das- ren Gebrechen, Unsinnigfelbe süßer sein denn Ho- keit und dergleichen. Ach Gott, der du bist nig und Honigseim, bis Ich erkenne wohl, liewir endlich in deinem Reich ber himmlischer Vater, daß über deinem Tisch mit dir ich dergleichenStrafen mei essen und trinken, das ist, ner Sünden wegen sowohl dein Antlitz schauen in Ge- als andere, verdienet. Ich rechtigkeit und satt werden, bitte aber um deines Nawenn wir erwachen nach mens willen, sei mir gnådeinem Bilde. Joh. Arnd. dig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach deiner großen BarmherzigFeit, und behüte mich gnådiglich vor dergleichent ein Herr über Leben schrecklichen Strafen; hilf und Geist und ein Gott mir aber, daß ich meine alles Fleisches, der du gie- Gesundheit auch nicht selbst beft Gesundheit, Leben und verwahrlose mit Freffett Segen. Ein gesunder Leib und Saufen, daraus eint ist ia besser denn groß Gut, unordentliches Leben fol= der Tod ist besser als ein get; gieb mir dagegen, daß fieches Leben und stete ich mich nüchtern und Krankheit. Ich lobfinge dir, mäßig balte. Hilf, daß ich mein Schuß und mein mir genügen lasse. Wende Gott, daß du bishero Le- von mir den falschen Weg, ben und Wohlthat an mir und gönne mir dein Gesetz. gethan, und dein Aufsehen Erhalte mein Herz bei dem meinen Odem bewahret, Einigen, daß ich deinen auch meinen Leib durch Namen fürchte, daß ich deine große Barmherzig- dich lobe, weil ich lebe und feit gesund erhalten. Gieb gesund bin. Laß meinen mir auch hinfüro nach Gang gewiß sein in deinem deinem väterlichen Willen Wort, und laß kein Unrecht Gebet um Gesundheit des Leibes. 62 Morgengebet eines Kranken. recht über mich herrschen. Lob und Dank, daß du michy Erhalte mich bei Leibes- diese vergangene Nacht in kräften, wie deinen Knecht meiner schweren Krankheit Kaleb, Verlaß mich auch so väterlich bewachet und nicht im Alter, wenn ich bewahret hast, und bitte grau werde, daß ich deinen dich demütiglich, du wolArm verkündige Kindes- lest mir aus Gnade um Findern, und deine Werke Chrifti Jesu willen meine preise, auch ie mehr und Sünde gnädiglich verzeimehr reich werde in aller- ben, wo ich sonderlich wählei Erkenntnis und Erfah- rend dieser Krankheit, wie rung, daß ich wandele Fleisches und Blutes Art würdiglich, dir, meinem ift, ungeduldig gewesen, und Herrn, zu allem Gefal- diesen angehenden Tag auch len, und fruchtbar sei in bei mir stehen, und mich in allen guten Werken, und meiner Krankheit stärken, geschickt werde mit aller trösten, Geduld und BeKraft nach deiner herrli- ständigkeit verleihen, die chen Macht; daß ich eine Schmerzen mildern und gute Ritterschaft übe, mir endlich helfen, es sei Glauben und gut Gewis zu dem gegenwärtigen oder sent bewahre, mein Amt ewigen Leben, wie es dein treulich ausrichte, und des göttlicher Wille, welches sen, was du mir befohlen allezeit der beste ist. Dein haft, mich stets annehme, heiliger Engel sei mit mir, und endlich zu meinen Vå- auf daß der böse Feind und tern hinfahre mit Freuden, all sein Anhang und teufliund in gutem Frieden, in sche Ungeheuer keine Macht gutem und ruhigem Alter noch Gewalt an mir und begraben werde. Alsdann allem dem Meinen findes. nimm, Vater, meine Amen. Seele in deine Hände, und erwecke dermaleinst meinen Leib zum ewigen Leben. Erhöre mich gütigster Gott, um Jesu deines Sohnes willen, und ge- diesen Tag so gnädig ge= wahre mich meines Ge- holfen, und bitte dich von bets, daß ich in kindlichem Grund meines Herzens, Vertrauen auf deine große hilf mir schwachen und und unendliche Barmher- Franken Menschen auch Abendgebet eines Kranken. Gott und Vater, ich danke dir, daß du durch durch diese Nacht mit detner Gnade, mit deiner Kraft, mit deinem Trost und mit deinem Geiste. Jch befehle dir meinen Gott, ich sage dir schwachen kranken Leib und meigigkeit vor dir gethan habe. Amen. Morgengebet eines Kranken. D allmächtiger, ewiger Um Linderung der Schmerzen. 63 meine Seele in deine Hån-| so wollest du mir helde, dein heiliger Engel sei fen. O du gütiger Gott, mit mir, daß der böse Feind so komme mir zu Hülfe, keine Macht an mir finde, und wo ich ja mein Ledurch Jesum Christum, ben mit solchem Schmerz deinen lieben Sohn, unsern und großer Not beschließen Herrn, in Kraft des hei- soll, so wende doch dein våligen Geiftes. Amen. terliches, freundliches und gnädiges Angesicht nicht von mir, sondern hilf mir durch den heiligen Ach Ich lieber Vater im Him- Geist in solcher meiner mel, wie große Schmer- Not, daß ich das unauszen, Angst und Not babe sprechliche große Leiden ich an meinem Leibe, die und die große Qual meiich leider mit meinen Sün- nes Herrn Christi vor Auden wohl verdienet habe. gen habe und ihm nach Lieber Vater, schaue an, mein Leiden mit Geduld wie meine Krankheit reißt, ertrage, damit ich nicht tøbt, wütet, peiniget und solcher Leibesnot halber bißt und so gar anhält, mich verfündige, sondern und laß dich erbarmen; beständig bleibe im Glau-. denn ich bin ja dein liebes ben und Anrufung bis an Kind und ein Bruder dei- mein Ende, wie die lieben nes geliebten Sohnes Je- Märtyrer, um Jesu Chrisu Christi. Thut's doch ei- fti, deines lieben Sohnes nem irdischen Vater wehe willen. Amen. Um Linderung der Schmerzen. und geht ihm ins Herz, wenn er sein Kind sieht Ergebung in Krankheit. Not und Schmerzen lei- llmächtiger gütiger den: das wollest du viel- Gott, ich sage dir von mehr an mir thun und aus Herzen Dank für deine folcher Erbarmung mir zu väterliche Züchtigung, daHülfe kommen in dieser mit du mir zu erkennen großen Leibesnot. Lindere giebst, daß ich auch dein meine Schmerzen, und Kind bin, dieweil du meiwenn dir's gefällt, so nimm nem Geist helfen willst, wifie gar weg. Ach Herr, der das mutwillige Fleisch wie willst du mein so gar zu streiten, welches mich vergessen; eile mir zu hel- oft verführt und überwunfen, ich verzage sonst in den hat. dieser Angst. Hast du mich Aber ich bitte dich, barmherziger Gott, doch heißen dich um Hülfe um Gnade und Geduld, anrufen in der Not, und daß ich diese deine Züchtiversprochen, daß du daraus erretten willst, und gesagt, gung nach deinem Willen möge annehmen und erleiweil ich deiner begehre, den, und daß ich in der 42 Wahr 64 Danksagung u. wiedererhalt. Gesundheit. Wahrheit mit dem lieben Herzen ist. Du hast mich David mdge sprechen: gezüchtiget, aber dem Tode Wohl mir, daß du mich nicht übergeben. Herr, du gedemütigt hast." Herr, Liebhaber des Lebens, du ich bin deine Kreatur, hast mich als ein Vater mache es mit mir, wie du gezüchtiget, mit Lindigkeit willst. Da liege ich und gerichtet und mit viel Berbin bereit, nach deinem schonen regieret.Ichsprach: Willen zu leben oder zu Nun muß ich zur Höllensterben. Ich kann mir pforten fahren; ich muß selber nicht helfen, habe nicht mehr sehen den auch nicht verdient, daß Herrn, ja den Herrn im mir geholfen werde, aber Lande der Lebendigen; nun ich versehe mich alles Gu- muß ich nicht mehr schauen ten zu dir. O gütiger Va- die Menschen bei denen, ter, du wirst mich nicht die ihre Zeit leben. Da ich verlassen, sondern gnädig- aber mitten in der Angst lich erretten durch deinen wandelte, erquicktest du lieben Sohn, unsern lie- mich. Ich sprach in meiben Herra, Jesum Chri- nem Zagen: Ich bin von stum. Amen. deinem Angesicht verstoßen, du aber erhörteft meines Danksagung nach wie- FlebensStimme; du machdererhaltener Gesund- test mich gesund, und haft heit. meine Seele aus der Höllen geführet. Dein Zorn in der Stille zu Zion, währet einen Augenblick, und dir bezahlet man Ge- und du haft Lust zum Lelübde; du erhöreft Gebete, ben; den Abend lang wahdarum kommet alles Fleisch ret das Weinen, aber des zu dir. Ich danke dir, Herr, Morgens die Freude. Du von ganzem Herzen, daß haft mein Klagen verwandu mich gedemütiget haft, delt in einen Reigen, du daß ich deine Rechte ler- haft meine Trauer ausgenete. Herr, du bist ge- zogen, und mich mit Freurecht, ich aber muß mich den gegürtet, auf daß dir schämen, und erkenne, daß lobsinge meine Ehre und du mich nach aller deiner nicht stille werde. Herr, Gerechtigkeit mit Krank- mein Gott, ich will dir beit beimgesuchet. Du haft danken in Ewigkeit. Du mir solches zugeschicket, hast mein Gebet gehört, um meiner großen Misse- meine Thränen gesehen und that und um meiner star- mich gesund gemacht. Du Fen Sünde willen. Du hast mich errettet, daß ich haft mich gedemütiget und nicht stürbe. Darum danke verfuchet, auf daß kund ich dir um deine Güte und würde, was in meinem um deine Wunder, die du Gott, man lobet dich AR Gebet, wenn man verreisen will. 65 an den Menschenkindern meinem Liede. Ich will thust. Ich opfre dir Dank, dir mein Gelübde bezahlen und erzähle deine Werke vor allem deinem Volk. mit Freuden. Es hat mich Ach Herr, hilf, daß ich weder Kraut noch Pflaster nicht mehr fündige, daß geheilet, aber dein Wort, mir nicht was ergeres welches alles heilet; denn widerfahre. Hilf, spert, du haft Gewalt, beides daß ich mein Heet reinige über Leben und Tod. Du von aller Missethat, mein führest in die Hölle, und Herz keusch mache, und wieder heraus. Ich danke dir diene in Heiligkeit und dir, daß du zornig gewesen Gerechtigkeit, die dir gebist über mich, und dein Fällig ist. Behüte mich Zorn sich gewendet at, hinfüro vor allen bösen und tröstest mich. Stehe, Krankheiten, insonderheit Gott ist mein Heil, ich vor einem bösen schnellen bin sicher and fürchte mich Tod. Und wenn mein nicht; denn Gott der Stündlein vorhanden ist, Serr ist meine Stärke laß meine Seele mit Freuund mein Helm und mein den ausziehen und im FrieHeil; ich bin sicher und den geleitet werden zu der fürchte mich nicht. Du ewigen Seligkeit und Gehast mich erquicket auf sellschaft aller Auserwählmeinem Stechbette, und ten und Heiligen im Himmir von aller Krankheit mel. Erhöre mich, o Gott, geholfen. Stricke des Lo- um Jesu Christi, deines des hatten mich umfangen, geliebten Sohnes willen. und Angst der Hille hatte Dir samt ihm und dem mich betroffen: ich kam in heiligen Geifte sei Ehre, Jammer und Not; aber Lob und Preis in Ewigkeit. ich rief an den Namen des Amen. Herrn, und du hast meine Augen von den ThraReisegebete. nen, meinen Fuß vom Gleiten und meine Seele Gebet, wenn man vervom Tode gerissen. Meine reisen will. Krankheit ist nicht zum du vor Lode gewesen, sondern zu ten dein Volk Israel deiner Ehre. Gelobt seiest durch wunderliche Wege du, Herr, denn du hast er- und durch eine wunderliche hdret die Stimme meines Wüste mit einer Wolke Flehens; du, Herr, bist und hellem Feuer geleitet, meine Stärke und mein und ihnen des Tages ein Schild, auf dich hofft mein Schirm, des Nachts eine Herz und mir ist geholfen. Flamme gewesen: weil ich Mein Herz ist fröhlich, und meines Berufs balber reiich will dir danken mit sen muß, so bitte ich dich 42* von 66 Danksagung nach der Reise. von Herzen, du wollest mit Engel Raphael frisch und mir und vor mir herziehen, gesund hin und her bin und mich den rechten Weg geleitet worden. Dieses führen, auch zu rechter alles habe ich deiner våterZeit gesund wieder heim- lichen Fürsorge und allbringen. Trage mich, wie mächtigem Schuhe zu danein Mann seinen Sohn ken, und bitte dich von trågt, durch alle Wege, Herzen, du wollest mich dahin ich wandern muß. und die Meinigen fortan Decke mich mit deiner auch gnädiglich behüten Hand, und errette mich und in deinen Schuß nehvon der Hand der Feinde. men, und an Leib und Laß mich deine Engel be- Seele bis zum ewigen Legleiten, und alles wohl ben seliglich erhalten, um schicken, was ich vorhabe; Jesu Christi willen. Amen. also, daß ich mit Freuden wieder heim fomme, Um Bereitung zum feliflüglich handele, und mir ligen Sterben. alles wohl gelinge. Be- Ach du lieber Gott und und Herr! lebe, Eingang von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Danksagung nach der Reife. ich weiß nicht wie lange. Ich muß sierben, und weiß nicht wann. Du, mein himmlischer Vater, weißt es. Wohlan, soll dieser Tag nådiger Gott, himm=( diese Nacht) oder dieſe lischer Vater, ich Stunde die letzte meines danke dir von Grund mei- Lebens sein, Herr, dein nes Herzens, daß du mich Wille geschehe, der ja allemeine vorgehabte Reise zeit und allewege allein der haft glücklich lassen voll- beste ist. Nach demselben bringen, und mich durch deinem heiligen Willen bin deiner lieben Engel Schuß ich allezeit bereit, in wahmit Freuden wiederum zu rem Glauben an Jesum den Meinigen gebracht, und Christum, meinen Erlöser, vor allem Uebel, Irrtum und Feindschaft väterlich Allein, mein frommer bewahret, daß ich nicht von Gott, gewähre mir nur Räubern und Mördern diese Bitte, daß ich nicht bin umgebracht oder in möge plößlich in meinen Wassernot und andere Sünden sterben und verFährlichkeiten geraten, daß derben. Gieb mir rechtich auch keinen Arm oder schaffene Erkenntnis, Reue Bein gebrochen, noch sonst und Leid über meine bebeschädigt bin: in Sum- gangenen Sünden, und ma, daß ich wie der stelle sie mir noch in diejunge Lobias durch den sem Leben unter Augen, dazu leben und zu sterben. Gebet in Todesnöten. 67 damit sie mir hier verge- mich aus der Hand des ben und nicht am jung- Feindes, tröste und stärke sten Tage zu meiner Ver- mich, erhalte mich in deidammung vorgestellt und ner Erkenntnis und festem zugerechnet werden. Ver- starkem Vertrauen auf detleihe mir so viel Zeit und ne große Gnade undBarmNaum zur Buße, daß ich herzigkeit. Ach Herr Gott, meine Üebertretung recht laß das letzte Wort deines erkenne und bekenne, von lieben Sohnes am StamHerzen bereue und be- me des Kreuzes auch mein weine, und derselben Ver- lehtes Wort sein, daß ich gebung und Trost aus dei- mit starkem und gläubigem nem seligmachenden Wort Vertrauen in dem Herzen erlangen möge. darf fagen: Vater, in deine Hande befehle ich meiner Geist, denn du hast mich erlöset, du getreuer Gott. Im Fall aber, da ich aus Schwachheit und Größe meiner Krankheit solches mit dem Munde nicht Fönnte ausreden, so laß doch mein Herz also in der Stille zu dir rufen und seufzen. Amen. A. Muceulus. Ach barmherziger Vater, verlaß mich ja nicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir; mein Herz und meines Herzens Zuversicht ist allein zu dir. Laß mich sterben, wenn es dir gefällt; nur verleihe mir ein vernünftiges, sanftes und seliges Ende. Ach Herr Jesu, nimm meine Seele in deine Hände, und laß fie dir befohlen sein. Amen. Amen. Sehnsucht, daheim zu sein bei dem Herrn, Gebet in Todesnöten. Herft und meine Mon Jesu Christe, mein Du frommer getreuer ne, wie verlangt meine unfers lieben Herrn Jesu Hirsch schreit nach frischem Chrifti, dich bitte ich von Wasser, also schreit auch Herzen, du wollest mich meine Seele nach dir; meis in meiner Not nicht ver- ne Seele dürftet nach dir. laffen, sondern mit dem meinem lebendigen Gott. Licht deiner wahren Er- Wann werde ich dahin fenntnis erleuchten, daß kommen, daß ich dein Anich in demselbigen aus die- gesicht schaue? Herr Jefer Finsternis zu dir, dem su, du ewige Wahrheit, ewigen Licht, möge wan- du weißt, meine Zeit, meideln. Herr, sei du bei ne Tage stehen in deinen mir, wenn ich sterben soll, Hånden. Ach wann? Sostehe du zu meiner rechten bald du willst, Herr Jesu: Hand, wenn ich soll mei- Mein Herz sehnt sich zur nen Geist aufgeben, errette Ruhe, zur ewigen, lebendis 68 Seufzer in Sterbensnot. digen Ruhe, aus dieser Gott, nicht von deinem Finsternis zum Lichte, aus Angesicht, und nimm deidem Trauern zur Freude, nen heiligen Geist nicht aus der Unruhe zum Frie- von mir; erhalte mich im den, aus der Mühseligkeit rechten Glauben und trifte zur Herrlichkeit, aus der mich mit deinem Geiste am Schwachheit zur Vollkom- letzten Ende, daß ich im menheit. Herr Jesu, du Tode von dir nicht abgeweißt alle Dinge, du weißt schieden werde. Ach Herr, auch, daß dich meine Seele laß dir befohlen sein meine Herzlich lieb hat und trägt arme Seele, welche du mit ein sehnliches Verlangen, deinem teuren rosinfarbdein Angesicht zu schauen. nen Blut erworben und erSieh doch, allerliebsterHei- kaufet hast. O treuer Gott, land, wie fließen die Thrä- verkürze mir die Todesnen der Liebe aus meinen qual und gieb mir ein sanfAugen. Merke doch, daß tes, seliges Ende, um deimeine Augen vor Freude ner großen Gnade und Güweinen, und mein Herz vor te willen, die von der Welt Liebe krank ist, seufzt, dür- her gewesen ist, daß ich die ftet, verlangt und wünscht, dafür danke immer und bei dir daheim zu sein und ewiglich. Amen. Embdenius. auf deinem Schoße, in benden. deinen Armen zu ruhen. Fürbitte für einen SterMein Herr und Gott, wie wohl wird mir da sein! Seele Herr Jesu Chrifte, Seufzer in Sterbensnot. höchsten, unser einiger Heiz land, Erlöser und Seligmacher! wir bitten dich demütiglich: erlöse diesent sterbenden Menschen von allen gräulichen und erschrecklichen Bildern und Anblicken des Teufels, der Sünden und der Höllen. ilf, o Herr Jesu Chri- Erlöse ihn, wie du gnädigste, daß ich durch deine lich erlöset hast Noah von Gnade in dieser meiner der Sündflut, Lot von letten Not möge fröhlich dem Verderben Sodoma, überwinden! Gedenke, o die Kinder Israels von der Herr, nicht der Sünden Gewalt Pharaonis. Also meiner Jugend und mei- erlöse auch, o Herr Gott, tter Uebertretung, geden- die Seele dieses sterbenke aber meiner nach dei- den Menschen von aller ner großen Barmherzig- Fährlichkeit. Eröffne ihm teit. Berwirf mich, o heut zu Tage die Thür des und mit großen Freuden ausrufen: Hier ist gut sein! Herr Jesu, gedenke an mich in deinem Reich und sprich zu meiner Seele: Heute sollst du mit mir im Paradiese sein. Amen. Kirchen- Gebete. 69 des Paradieses, die Pfor- wir uns getroffen: wir haten des ewigen Vaterlan ben die Person gar nicht des und den Eingang des verloren, sondern nur vorewigen Lebens. Herr angesendet, der ungezweiJesu Christe, verzeihe ihm felten Hoffnung, daß du alle seine Sünden, und den verstorbenen Leichnam, führe ihn mit Freuden in der allhier in Schwachheit das Reich deines himm- vor uns liegt, am jüngsten lischen Vaters zur ewigen Tage mit großer Kraft Ruhe und Freude, auf daß und Herrlichkeit auferweker dich samt allen aus- ken wirst und wir einanerwählten Kindern Gottes der bei dir im ewigen Lemit ewigen Freuden lobe, ben wiederfinden werden. ehre und preise von Ewig- Wolleft uns auch sämtkeit zu Ewigkeit. Amen. lich deines heiligen Geistes Gnade verleihen, daß wir uns an diesem Totenbette erinnern, wie bald es um danken dir, Herr einen Menschen geschehen Jesu Christe, daß sei, und daß, wie es du unser armes Gebet und heute an diesem MenFlehen nicht verachtet, son- schen gewesen, es morgen dern gnädiglich erhört haft. an uns sein könne, damit Du hast unsern Bruder wir in stetiger und immeraus der Angst gerissen und währender christlicher Beeingeführt in die ewige reitschaft erfunden werden, Ruhe. Ach lieber Heiland, dir, wenn das Stündlein wir sprechen mit Hiob: kommt, durch das finstere Der Herr hat's gegeben, Thal des Todes mit Freuder Herr hat's genommen, den zu folgen in dein Reich, der Name des Herrn sei der du samt dem Vater gelobet! und mit dem Volke und heiligen Geiste lebst im Evangelio: Er hat alles und regierst in Ewigkeit. wohl gemacht! Hilf, daß Amen. Gebet, wenn ein Christ verschieden ist. Kirchen- Gebete an Sonn- und Festtagen. kommt. | aller, die auf dich hoffen, Wenn man in die Kirche ohne welches Gnade niemand nichts vermag, noch Allmächtiger Gott, der etwas vor dir gilt, laß du bist ein Beschüßer deine Barmherzigkeit uns reich 70 Vor und nach der Predigt. reichlich widerfahren, auf auch mutwillig verachten, daß wir, durch dein heilig verfolgen und lästern. Eingeben, denken, was recht ist, und durch deine WirLuther. kungdasselbige vollbringen, Liebster Gott, gieb uns deines deinen der Sohnes, unsers Herrn das gehörte Wort in unwillen. Amen. Luther. ser Herz schreibe, also, daß wir annehmen, glauben, und uns dessen in EwigVor der Predigt. Lieber Gott, du spricht keit erfreuen und trösten mögen. Amen. Luther. Nach der Predigt. durch deinen lieben Sohn die selig, so dein Wort hören. Wie viel billiger wäre es, daß wir dich, ieber Herr Christe, der o ewiger, barmherziger Ba- du mein Herz mit deiter, ohne Unterlaß mit ner Wahrheit erleuchtet fröhlichem Herzen selig bast, wollest mir auch deipreiseten, dir dankten und nen Geist und Kraft gedich lobten, daß du dich so ben zu thun und zu lassen, freundlich, ia väterlich ge- was deinem gnädigen Wil gen uns arme Würmlein len wohl gefällt. Amen. erzeigest, und mit uns von Luther. der größten und höchsten Sache, nämlich vom ewi- ieber Herr Jesu Chris gen Leben und Seligkeit, fie, bereite, stärke und redest. Gleichwohl unter- befestige uns vollends zu läsfest du es nicht, uns deinem ewigen Reich, mit freundlich zu locken durch aller Fülle deiner Weisdeinen Sohn, dein Wort heit und Erkenntnis. Dir zu hören, da er spricht: sei Lob und Dank in EwigSelig sind, die Gottes feit. Amen. Luther. Wort hören und behalten; als könntest du unsers Ge- Danksagung für das gehörs nicht entbehren, und hörte Wort Gottes. wir, die wir Erd und Asche Barmherzigkeit, wir sind, nicht viel tausendmal Gott, aller mehr deines seligen Wor- danken dir höchlich und alletes bedürften. O wie un- zeit, daß du uns, nach dem aussprechlich groß und überschwenglichen Reichwundersam ist deine Güte tum deiner Gnaden, haſt und Geduld! Wiederum gebracht zu dem Schak Ach und Wehe über die deines Wortes, darinnen Undankbarkeit und Staar- wir haben Erkenntnis deiblindheit derer, die dein nes lieben Sohnes, das ist Wort nicht allein nicht ein sicher Pfand unsers bören wollen, sondern es Lebens und Seligkeit, die Im Advent. 71 im Himmel zukünftig ist, nen Sohn Jesum Chriund bereitet allen, die in stum, unsern Herrn. Amen. reinem Glauben und brünLuther. figer Liebe beständig bis ans Ende beharren; wir denn hoffen und bitten, du werdest uns, barmherziger Vater, erhalten und vollkommen machen mit allen Auserwählten, in einem Sinne, zu gleichem Bild deines lieben Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn. Amen. Luther. wie Am Tage der Reinigung Maria, mächtiger, ewiger Gott, wir bitten dich herzlich, gieb uns, daß wir deinen lieben Sohn erkennen und preisen, wie der heilige Simeon ihn leiblich in die Arme ge= nommen, und geistlich gesehen und bekannt hat, durch denselbigen deinen Im Advent. Ach du lieber Gott, Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. himmlischer Vater, gieb Glück und Heil dem Sohne Davids, deinem lieben Sohn Christo Jesu, Luther. 3u Epiphanias. zu seinem Königreich. Laß Dieber Gott, führe uns ihn auch bei uns eintreten in deinem Namen, daß es gebenedeiet sei und wohl gehe. Amen. Luther. mit den Weisen durch den Stern deines heiligen Worts zu deinem Sohn Christo Jesu, und bewahre uns vor allem Anstoß in Lieber Herr Gott, wecke Ewigkeit, so kommen wir uns auf, daß wir berecht in unser Vaterland, reit seien, wenn dein da wir herkommen sind, Sohn kömmt, ihn mit das ist zu Gott, von dem Freuden zu empfahen, und wir geschaffen sind, und dir mit reinem Herzen zu kommt das Ende mit dem dienen, durch denselbigen Ursprung wieder zusammen deinen Sohn Jesum Christum, Amen. unsern Herrn. Luther. wie ein güldener Ring; das helf uns Gott durch Christum, unsern König und Priester in Ewigkeit. Amen. Luther. Su Weihnachten. ilf, lieber Gott, baß wir der netten Ewiger Gott, lieber der du uns leiblichen Geburt deines lieben Sohnes teilhaftig durch deinen lieben Sohn, werden und bleiben, und unsern Herrn und Het von unsrer alten sündlichen Geburt erledigt werland Jesum Chriftum, so reichlich erleuchtet hast, den, durch denselben dei- ftärke uns auch durch deixen 72 Bur Passionszeit. nen heiligen Geist mit schonet haft, sondern für völligem Glauben, und gieb uns alle dahingegeben, daß uns Kraft, daß wir sol- er unsere Sünde am Kreuz chem Licht treulich und tragen sollte: verleihe, daß fleißig folgen, und dich unser Herz in solchem samt allen Heiligen prei- Glauben nimmermehr ersen und loben, beide, mit schrecke noch verzage, durch Lehren und Leben. Dir denselben deinen Sohn, sei Dank und Ehre für Jesum Christum, unsern alle deine unaussprechliche Herrn. Amen. Luther. Gnade und Gaben in Ewigkeit. Amen. Luther. Sur Paffionszeit. Am Osterfeste.. du durch den Tod deiAlmachtiger Gott, der die Sünde ger Gott, der du für und den Tod zunichte ges uns haft deinen Sohn des macht, und durch sein AufKreuzes Pein lassen leiden, erstehen Unschuld und ewiauf daß du von uns des ges Leben wieder gebracht Feindes Gewalt treibest: haft, auf daß wir, von der verleihe uns also zu be- Gewalt des Teufels erldgehen und danken seinem set, in deinem Reich leben: Leiden, daß wir dadurch verleihe uns, daß wir solder Sünden Vergebung ches von ganzem Herzen und vom ewigen Lod Er- glauben, und in solchem Idfung erlangen, durch Glauben beständig dich alle denselben deinen Sohn zeit loben und dir danken Jesum Christum, unsern durch denselbigen deinen Herrn. Amen. Sohn, Jesum Christum, Am Grün- Donnerstag. unsern Herrn. Amen. du lieber Gott, der Luther. Luther. Ach wunderbarlichen Sakra- Lieber Gott verleihe uns durch Jesum Christum ment deines Leidens zu gedenken und zu predigen deinen heiligen Geist, daß befohlen hast, verleihe uns, wir solcher deiner Auferdaß wir solch deines Lei- ftehung uns recht trösten, bes und Blutes Sakra- und in solchem Glauben ment also mögen brauchen, und Zuversicht und Hoffdaß wir deine Erlösung nung von Tage zu Tage in uns täglich fruchtbarlich zunehmen, und endlich daempfinden. Amen. Luther. durch selig werden. Amen. Luther. Am Karfreitag. Barmherziger, ewiger ewiger Gott, du deines einigen Sohnes nicht verAm Himmelfahrtsfefte. Allmächtiger Herr Gott, verleihe uns, die Bu Pfingsten. die wir glauben, daß dein einiger Sohn, unser Hei73 eiliger Gott, himmfreuen uns über unsere Pfingsten von Herzen, weil dieselben weit herrlicher sind, denn der Juden Pfingsten; sintemal der heilige sum Christum unsern Geist durch Christum über Herrn. Amen. alles Fleisch ist ausgegossen Luther. worden, daß wir durch das Evangelium Gott erkennen und durch den heiligen ser gnädiger Vater im Geist heilig und fromm Himmel, wir sehen, wie ein werden an Seele und Leib, triftlich und freudenreich so wir uns anders recht Fest wir an der Himmel- christlich mit Beten, Prefahrt unsers lieben Herren digthören und einen unårChrifti haben; derhalben gerlichen Wandel loben, danken und preisen schicken wollen. Lieber Herr Gott, undazu Darum, wir dich und bitten, du gnädiger Vater, verleihe wollest uns in solcher Gna- uns solche deine Gnade, de erhalten, und endlich um daß wir Christum lieben Jesu Christi, deines Soh- und an seinen Worten bleines willen ein selig Stünd- ben, dasselbe durch seinen lein bescheren, daß wir ihm heiligen Geist behalten, selig nachfahren und das und also mögen selig werewige Leben und Seligkeit den; dazu helfe uns durch samt ihm besitzen; das Christum der heilige Geist. verleihe uns, lieber Herr. Amen. Luther. Amen. Luther. mel gefahren, daß auch wir mit ihm geistlich im geistlichen Wesen wandeln und wohnen, durch denselben deinen lieben Sohn, JeBu Pfingsten. Herr Am Feste der heiligen Dreieinigkeit, err Gott, lieber Vamächtiger, ewiger ter, der du an diesem Gott, der du uns Tage deiner Gläubigen gelehret hast, im rechten Herzen durch deinen heili- Glauben zu wissen und begen Geist erleuchtet und kennen, daß du in drei Pergelehret haft: gieb uns, daß sonen, gleicher Macht und wir auch durch denselbigen Ehren, ein einiger ewiger Geist rechten Verstand ha- Gott, und dafür anzubeben, und zu aller Zeit sei- ten bist: wir bitten dich, du nes Trostes und Kraft uns wolleft uns bei solchem freuen, durch denselbigen Glauben allezeit fest erhaldeinen Sohn, Jesum ten wider alles, was das Christum, unsern Herrn. gegen uns mag anfechten, Amen. Luther. der du lebest und regiereft vont 74 Am Kirchweih-( Reformations-) Feft. von Ewigkeit zu Ewig- schaue vom Himmel, und Feit. Amen. fiche an und suche heim deinen Weinstock, und halte Luther. ir an Gott im Bau, den W Bater, Gott, Sohn Rechte gepflanzet hat, und und Gott den heiligen den du dir festiglich erwähGeift. Gott helfe uns let hast, auf daß sein Geallen, daß wir in solcher wächs ausgebreitet und Lehre und Glauben bis an seine Zweige groß werden; unser Ende beständig und verzäune ihn mit deinem rein erfunden werden. Schilde. Nimm uns, deine Amen. Luther. Schafe, in deinen Schuß, daß uns niemand aus deiner Hand reiße. Behüte uns vor allen denjenigen, Bater aller Barmher- so da suchen Bertilgung zigkeit, der du dir eine rechter Lehre, Aufrichtung beilige Gemeine und Kirche und Bestätigung ihrer auf Erden durch dein Wort schändlichen Abgötterei. Laß und heiligen Geist sammelft dein liebes Wort, das helle und erhältst: ich bitte dich, und unwandelbare Licht, du wollest deine kleine so uns jetzt scheinet, nicht Herde, das arm Hauflein, unterdrücket oder ausgeso dein Wort durch deine löschet werden, sondern Gnade angenommen, ehret thue Hülfe durch deinen und fördert, bei der rechten, großen ausgestreckten Arm, erkannten, reinen und allein und erhalte deine Kirche seligmachenden Lehre, auch und Gemeine unter so viebei rechtem Gebrauche der len Anstößen in der Welt, hochwürdigen Sakramente auf daß du unter uns hier stets und fest erhalten, wi- auf Erden auch habeft ein der alle Pforten der Hölle, Volk, das dich erkenne, ehre wider alles Wüten und und anbete, und deinem heiToben des leidigen Teu- ligen Namen diene. Ach fels, wider alle Bosheit Herr, schone deines Volks, und Tyrannei der argen und laß dein Erbteil nicht Welt. Erhalte dein Schiff- zu Schanden werden, las lein samt deinen Christen uns nicht entgelten unsere mitten auf dem ungestů- Sünden, der du die Misſemen Meere unter allen that vormals vergeben haft Wellen und Wasserwogen, deinem Volk, und alle ihre daß es nicht sinke noch un- Sünde bedecket, der du vortergehe. Laß deine Kirche mals haft allen deinen Zorn rest und unbeweglich stehen aufgehoben und dich geauf dem Grundfelsen, dar- wendet von dem Grimm auf fie erbauet ift. Gott deines Zorns. Triste uns, Zebaoth, wende dich doch, Gott, unser Heiland, und las Am Kirchweih-( Reformations-) Fest. Beschluß und täglicher Seufzer. 75 laß ab von deiner Ungnade] Gott, der bald Hülfe über uns. Beschüße deine schaffen kann, da keine ist. arme Christenheit, welche Du kannst aus nichts etwas sich auf dich allein verlåsset, machen; denn alles, was daß die Pforten der Höllen du willst, das thust du im sie nicht überwältigen. Sei Himmel und auf Erden, und bleibe du mitten unter und ist niemand, der dir wns, und weiche nicht von kann und darf widerstreben, deiner Gemeine. Thue sol- oder der dich hindern kann, ches um deines Namens uns zu helfen. willen, daß er nicht entheiliget werde, ia thue es um Jesu Chrifti, deines lieben Sohnes willen. Amen. Habermann. Beschluß und täglicher Seufzer. Darum, mein Gott und Helfer, bilf mir um deines Namens willen, wie du weißt, daß mir nach deinem gnädigen Willen nuk und felig ist. Herr, nicht mein, sondern dein Wille geschehe. Ich bin gewiß, es gehe mir, wie es wolle, wohl oder übel, daß mir alles muß zum Besten gereichen. mein gütiger Gott, himmlischer Vater, dir ift meines Herzens Anliegen besser bekannt, als mir sel- Leb' ich, so leb' ich dein, ber. Du bist ja unser Gott, sterb' ich, so sterb' ich auch der uns bereitet hat, unser dein. Nur allein gieb mir Bater, der Tag und Nacht Geduld, dir in allem Kreuimmer fort und fort Sorge ze still zu halten, und deifür uns tråget, der du nicht nem Willen, der allewege schläfest, sondern deine vå- der beste ist, in allem willig terlichen Augen stets auf und gerne zu folgen, und uns wendest, daß auch nicht ungezweifelt zu glauben, ein Härlein von unserm du werdest es mit mir so Haupte wider deinen Wil- wohl machen, daß ich mit len fallen mag. herzlichem Seuffen: Der Ach mein Herr und mein Herr hat alles wohlgeGott, so hilf mir doch nun, macht! dich werde loben, wie du am besten weißt, rühmen und preisen. Hilf wie mir zu helfen stehet; mir, mein Jesu, zu der du bist ja der allmächtige ewigen Seligkeit. Amen. Drud von Otto Drewiß, Berlin N., Monbijouplag 10. Alphabetisches Register der Grundmelodieen, welche, samt den Liedern, die darnach gehen, unter einander vertauscht werden können. Mel. 1. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Chrift. Allein auf Gott seß dein Vertraun. Chrift, der du bist der helle Tag. Christe, der du bist Tag und Licht. Christum wir sollen loben schon. Der du bist drei in Einigkeit. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. Herr Gott dich loben alle wir. Herr Jesu Chrift, dich zu uns wend. Herr( D) Jesu Christ, meins Lebens Licht. Herr Jesu Christ, wahr Mensch und Gott. Komm, Gott Schöpfer, heiliger Geist. Nun laßt uns den Leib begraben. Vom Himmel hoch da komm' ich her. Von Adam her so lange Zeit. Vor deinen Thron tret' ich hiermit. Wenn wir in höchsten Nöten sein. Wo Gott zum Haus nicht giebt sein' Gunst. Mel. 2. Ach Gott und Herr, wie groß und schwer. Ich dank' dir schon durch deinen Sohn. Mel. 3. Ach Gott, vom Himmel sich darein. Allein Gott in der Höh sei Ehr. Aus tiefer Not schrei' ich zu dir. Es ist das Heil uns kommen her. Es ist gewißlich an der Zeit. Es spricht der Unweisen Mund wohl. C Herr Jesu Christ, du höchstes Gut. Herr Jesu Christ, ich weiß gar wohl. Herr, straf mich nicht in deinem Zorn. Mein Herzens- Jesu, meine Lust. Nun freut euch, lieben Christen, g'mein. War Gott nicht mit uns diese Zeit. # 12 Alphabetisches Register Wenn mein Stündlein vorhanden ist. Wo Gott der Herr nicht bei uns hält. mel. 4. Ach laß dich jetzt finden, komm, Jesu, komm fort. O Jesu, mein Bräutgam, wie ist mir so wohl. Mel. 5. Ach mein Herr Jesu, dein Nahesein. Stun bitten wir den heiligen Geist. Me I. 6. Ach sagt mir nicht von Gold und Schäßen O daß ich tausend Zungen hätte. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. Mel. 6a. Ach was ist doch unser Leb'n. Höchster Priester, der du dich. Jesu, komm doch selbst zu mir. Laßt uns alle fröhlich sein. Run komm, der Heiden Heiland. Mel. 7. Allein auf Gott set dein Vertraun. ( vergl. Mel. 1.) Mel. 8. Allein Gott in der Höh set Ehr. ( vergl. Mel. 3.) Mel. 9. Alle Menschen müssen sterben. Du, o schönes Weltgebäude. Jesu, der du meine Seele. Jesu, meines Lebens Leben. mel. 10. llenthalben, wo ich gebe. Sollt' es gleich bisweilen scheinen. ( wobei die Melodie zu wiederholen ift.) Mel. 11. Alles ist an Gottes Segen. O wie selig find die Seelen. mel. 12. Auf, auf, mein Herz, und du mein ganzer Sinn. Du Geist des Herrn, der du von Gott ausgebst. mel. 13. Aus meines Herzens Grunde Helft mir Gotts Gute preisen. der Grundmelodieen. Von Gott will ich nicht laffen. Zeuch ein zu meinen Thoren. Mel. 14. Aus tiefer Not schrei' ich zu dir. ( vergl. Mel. 3.) Mel. 15. Befiehl du deine Wege. Dank sei Gott in der Höhe. Herzlich thut mich verlangen. Ich dank' dir, lieber Herre. Keinen hat Gott verlassen. Valet will ich dir geben. Mel, 16. Christ, der du bist der helle Tag. ( vergl. Mel. 1.) Mel. 17. Christe, der du bist Tag und Licht. ( vergl. Mel. 1.) fodie Mel. 18. Chriftum wir sollen loben schon. ( vergl. Mel. 1.) mel, 19. Chrift, unser Herr, zum Jordan kam. Es woll' uns Gott genådig sein. Mel. 20. Christus, der uns selig macht. Einen guten Kampf hab' ich. Schwing dich auf zu deinem Gott. Mel. 21. Da Jesus an dem Kreuze stund. Ich weiß, mein Gott, daß all mein Thun. In dich hab' ich gehoffet, Herr. Mel. 22. Dank sei Gott in der Höhe. ( vergl. Mel. 15.) mel. 23. Der du bist drei in Einigkeit. ( vergl. Mel. 1.) Mel. 24. Die Nacht ist kommen, drin wir ruhen sollen. Gott, der du für uns deinen Sohn gegeben. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. Lobet den Herren alle, die ihn ehren. Alphabetisches Register Mel. 25. Dies sind die heil'gen zehn Gebot. Erschienen ist der herrlich Tag. Gelobet seift du, Jesu Christ. Heut triumphieret Gottes Sohn. Mel. 26. Du Geift des Herrn, der du von Gott aus( vergl. Mel. 12.) gehf. mel, 27. Du, o schönes Weltgebäude. ( vergl. Mel. 9.) Mel. 28. Durch Adams Fall ist ganz verderbt. Herre Gott, dein göttlich Wort. So gebeft du, mein Jesu, hin. Was mein Gott will, das g'scheh' allzeit. Mel. 29. Einen guten Kampf hab ich. ( vergl. Mel. 20.) mel. 30. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. ( vergl. Mel. 1.) GRAT mel. 32. Es ist das Heil uns kommen her. ( vergl. Mel. 3.) the thing mel. 30a. Erquicke mich, du heil der Sünder. Mein Jesu, hier sind deine Brüder. mel, 31. Erschienen ist der herrlich Tag. ( vergl. Mel. 25.) Mel. 33. Es ist gewißlich an der Zeit. ( vergl. Mel. 3.) pione Mel. 34. Es spricht der Unweisen Mund. ( vergl. Mel. 3.) Mel. 35. Es woll' uns Gott genädig sein. ( vergl. Mel. 19.) Mel. 36. Freu dich sehr, o meine Seele. SHY der Grundmelodieen. Wie nach einer Wasserquelle. Jesu, deine tiefen Wunden. 100# 12( 0) tsd Werde munter, mein Gemüte. Zion Flagt mit Angst und Schmerzen. mel. 37. Fröhlich soll mein Herze springen. Warum sollt' ich mich denn gråmen. mel. 38. Gelobet fei der Herr, der Gott Israel. Meine Seele erhebet den Herrn. Mel. 39. Gelobet seift du, Jesu Chrift. ( vergl. Mel. 25.) 11 Mel. 40. Gott, der du für uns deinen Sohn gegeben. # 55010130( vergl. Mel. 24.) syss mel. 41. Gott des Himmels und der Erden. Komm, o komm, du Geist des Lebens. Liebe, die du mich zum Bilde. Meine Hoffnung stehet feste. Mel. 42. Gott will's machen, daß die Sachen. Ringe recht, wenn Gottes Gnade. Seelenweide, meine Freude. mel. 43. Helft mir Gotts Gute preisen. ( vergl. Mel. 13.) mel. 44. Herr Gott, dich loben alle wir. ( vergl. Mel. 1.) Mel. 45. Herr ich habe mißgehandelt. Jesu, Kraft der blöden Herzen. Unser Herrscher, unser König. mel. 46. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. ( vergl. Mel. 1.) mel, 47, Herr Jesu Chrift, du böchftes Gut. ( vergl. Mel. 3.) mel. 48. Herr Jesu Chrift, ich weiß gar wobl ( vergl. Mel. 3.) Alphabetisches Register Mel. 49. Herr( D) Jesu Christ, meins Lebens Licht. ( vergl. Mel. 1.) Mel. 50. Herr Jesu Christ, wahr Mensch und Gott. ( vergl. Mel. 1.) bi Mel. 51. Herr, ftraf mich nicht in deinem Born. ( vergl. Mel. 3.) mel. 52. Herzlich thut mich verlangen. ( vergl. Mel. 15.), Mel. 53. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. ( vergl. Mel. 24.) Mel. 54. Heut triumphieret Gottes Sohn. ( vergl. Mel. 25.) Mel. 55. Hilf Gott, daß mir's gelinge. ( Wenn meine Sünd mich krånken.) mel. 56. Hochster Priester, der du dich. ( vergl. Mel. 6a.) mel. 57. Hüter, wird die Nacht der Sünden. Meine Armut macht mich schreien. mel. 58. Ich dank' dir lieber Herre. ( vergl. Mel. 15.) 17: 0 mel. 59. Ich dank' dir schon durch deinen Sohn. ( vergl. Mel. 2.) Mel. 60. Ich finge dir mit Herz und Mund. Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich. Nun sich der Tag geendet hat. Mel. 61. Ich weiß, mein Gott, daß all mein Thun, ( vergl. Mel. 21.) der Grundmelodieen. mel. 62. Jesu, der du meine Seele. ( vergl. Mel. 9.) mel. 63. Jesu, deine tiefen Wunden. ( vergl. Mel. 36.) mel. 64. Jesu, komm doch selbst zu mir. ( vergl. Mel. 6a.) Mel. 65. Jesu, Kraft der blöden Herzen. ( vergl. Mel. 45.) mel. 66. Jesu, meines Lebens Leben. ( vergl. Mel. 9.) mel. 67. Jesus meine Zuversicht. Meinen Jesum laff' ich nicht. mel. 67a. Welt, ich muß dich lassen. In allen meinen Thaten. Nun ruhen alle Wälder. mel. 68. In dich hab' ich gehoffet, Herr. ( vergl. Mel. 21.) mel. 69. Keinen hat Gott verlassen. ( vergl. Mel. 15.) Mel. 70. Komm, Gott Schöpfer, heiliger Geist ( vergl. Mel. 1.) mel. 71. Komm, o komm, du Geift des Lebens. ( vergl. Mel. 41.) mel. 71a. Lasset uns den Herren preisen. Sollt' ich meinem Gott nicht fingen. mel. 72. Laßt uns alle fröhlich sein. ( vergl. Mel. 6a.) Niel. 73. Liebe, die du mich zum Bilde ( vergl. Mel. 41.) Alphabetisches Register mel. 74. Lobet den Herren alle, die ihn ebren. ( vergl. Mel. 24.) mel. 75. Lobt Gott, ihr Chriften, alle gleich. ( vergl. Mel. 60.) mel. 76. mache dich, mein Geist, berett. mets Straf mich nicht in deinem 3orn. mel. 77. Meine Armut macht mich schreien.# ( vergi. Mel. 57.) Mel. 78. Meine Hoffnung stehet feste.niam 0752 ( vergl. Mel. 41.) Mel. 79. Meinen Jesum lass' ich nicht. ( vergl. Mel. 67.) mel. 80. Meine Seele erbebet den Herrn. ( vergl. Mel. 38.) Mel. 81. Mein Herzens- Jesu, meine Luft.: 16 2 ( vergl. Mel. 3.) Mel. 82. Mein Jesu, hier sind deine Brüder is 2 ( vergl. Mel. 30a,) mel. 83. Run bitten wir den heiligen Geist. ( vergl. Mel. 5.) mel. 84. Nun danket alle Gott. O Gott, du frommer Gott. Mel. 85. Run freut euch, lieben Christen, g'mein ( vergl. Mel. 3.) Mel. 86. Nun komm, der Heiden Heiland. ang ta ( vergl. Mel. 6a,) Mel. 87. Run laßt uns den Leib begraben. ( vergl. Mel. 1.) der Grundmelodieen. Mel. 88. Nun sich der Tag geendet hat. ( vergl. mel. 60.) Mel. 89. O daß ich tausend Zungen hätte. ( vergl. Mel. 6.) Mel. 90. O du Liebe meiner Liebe. D Durchbrecher aller Bande Mel. 91. D Gott, du frommer Gott. ( vergl. Mel. 84.) mel. 92. O Herre Gott, dein göttlich Wort. ( vergl. Mel. 28.) mel. 93. O Jesu Chrift, dein Kripplein ist. Wir Christenleut habn ieko Freud. mel. 94. O Jesu, mein Bräutgam, wie ist mit. ( vergl. Mel. 4.) mel. 95. D Welt, ich muß dich lassen. ( vergl. Mel. 67a.) Mel. 96. O wie selig sind die Seelen. ( vergl. Mel. 11.) Me I. 97. Ringe recht, wenn Gottes Gnade. ( vergl. Mel. 42.) mel. 98. Schwing dich auf zu deinem Gott. ( vergl. Mel. 20.) mel. 99. Seelenweide, meine Freude. ( vergl. Mel. 42.) Mel, 100. So gehest du, mein Jesu, hin. ( vergl. Mel. 28.) mel. 101. Sollt es gleich bisweilen scheinen. ( vergl. Mel. 10.) Alphabetisches Register Mel. 102. Sollt ich meinem Gott nicht singen. ( vergl. Mel. 71a.) mel, 103. Straf mich nicht in deinem Zorn. ( vergl. Mel. 76.) Mel. 104. Unser Herrscher, unser Konig. ( vergl. Mel. 45.) Mel. 105. Balet will ich dir geben. ( vergl. Mel. 15.) mel. 106. Vom Himmel hoch da komm' ich her. ( vergl. Mel. 1.) Mel. 107. Von Gott will ich nicht lassen. ( vergl. Mel. 13.) Mel, 107a. Von Adam her so lange Zeit. ( vergl. Mel. 1.) mel, 108. Vor deinen Thron tret' ich hiermit. ( vergl. Mel. 1.) mel. 109. Bar Gott nicht mit uns diese Zeit. ( vergl. Mel. 3.) Mel. 110. Warum sollt ich mich denn grämen. ( vergl. Mel. 37.) Mel, 111. Was mein Gott will, das g'scheb' allzeit. ( vergl. Mel. 28.) mel, 111a. Wenn meine Sünd mich kränken. ( vergl. Mel. 55.) Mel. 112. Benn mein Stündlein vorhanden ist. ( vergl. Mel. 3.) mel. 113. Wenn wir in höchsten Nöten sein. ( vergl. Mel. 1.) der Grundmelodieen. Mel. 114. Werde munter mein Gemüte. ( vergl. Mel. 36.) Mel, 115. Wer nur den lieben Gott läßt walten. ( vergl. Mel. 6.) Mel, 116. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. ( vergl. Mel. 6.) Mel. 117. Wie nach einer Wasserquelle. ( vergl. Mel. 36.) Mel, 118. Wir Christenleut' hab'n jebo Freud. ( vergl. Mel. 93.) Mel. 119. Wo Gott der Herr nicht bei uns hält. ( vergl. Mel. 3.) Mel. 120. Wo Gott zum Haus nicht giebt sein' Guns. ( vergl. Mel. 1.) Mel. 121. 3euch ein zu meinen Thoren. ( vergl. Mel. 13.) Mel. 122. 3ion Flagt mit Angst und Schmerzen. ( vergl. Mel. 36.) Lieder zu den Evangelien und Episteln Lieder zu den Evangelien und Episteln der Sonn- und Fest- Tage. 1. Udvent. Ev. Matth. 21, 1-9. Nun kommt das neue Kirchenjahr Wie soll ich dich empfangen Ep. Rom. 13, 11-14. Chrifte, wahres Seelenlicht Schaffet, schaffet, Menschenkinder 2. Udvent. Ev. Luc. 21, 25-36. Gottes Sohn ift kommen Run jauchzet all, ihr Frommen Ep. Rim. 15, 4—13. Es woll' uns Gott genådig sein Singt dem Herrn nah und fern 3. Udvent. Ev. Matth. 11, 2-10. Auf, auf, ihr Reichsgenossen Nun freut euch, lieben Christen, g'mein Ep. 1. Cor. 4, 1-5. Es ist gewißlich an der Zeit D Herre Gott, dein göttlich Wort 1. heil. Chrifttag. Ev. Luc. 2, 1-14. Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich Vom Himmel hoch da komm' ich her Ep. Tit. 2, 11-14. Rt. 929 20 Adam hat im Paradies Herr Chrift, der einig Gotts Sohn 619 767 14 17 194 601 4. Udvent. Ev. Joh. 1, 19-28. Mit Ernfi, o Menschenkinder Warum willst du draußen stehen Ep. Phil. 4, 4-7. Freuet euch, ihr Christen alle 31 Macht boch die Thür, die Thor' macht weit 928 13 344 891 202 16 21 45 50 930 35 der Sonn- und Festtage. 2. heil. Chrifttag. Ev. Luc. 2, 15-20. Fröhlich soll mein Herze springen Ich steh' an deiner Krippen hier Ep. Apostelg. 6, 8 ff. oder Tit. 3, 4-7. Durch Adams Fall ist ganz verderbt Schak über alle Schätze Sonntag nach dem Chriftfest. Ev. Luc. 2, 33-40. Herr Jesu, Licht der Heidett Mit Fried und Freud fahr' ich dahin Ep. Gal. 4, 1-7. Also hat Gott die Welt geliebt Fauchzet, ihr Himmel, frohlocket Neujahr. Ev. Luc. 2, 21. Helft mir Gotts Gute preisen Nun laßt uns gehn und tretett Ep. Gal. 3, 23-29. In dich hab' ich gehoffet, Herr Wenn dein herzliebster Sohn, o Gott Sonntag nach Neujahr. Ev. Matth. 2, 13-23. So führst du doch recht selig Wo Gott der Herr nicht bei uns hält Ep. 1. Petri 4, 12-19. Befiehl du deine Wege Welch eine Sorg und Furcht Auf, Seele, auf und säume nicht Christ, unser Herr, zum Jordan kam Ich bin getauft auf deinen Namen Jesu, größer Wunderstern Ep. Jes. 60, 1-6. Gelobet seist du, Jesu Christ Wie schon leuchtet der Morgenstern 1. Sonntag nach Epiphanias. Ev. Luc. 2, 41-52. Dies sind die heilgen zehn Gebot' Wollt ihr den Herren finden Ep. Rom. 12, 1-6. Nr. 32 38 Herr Jesu, Gnadensonne Mein Gott, das Herz ich bringe dir 191 568 1020 872 327 933 685 689 Epiphanias- Seft. Ev. Matth. 2, 1-12 und Matth. 3, 13-17. 478 382 363 841 353 810 23 210 983 940 33 417 190 777 793 709 Lieder zu den Evangelien und Episteln 2. Sonntag nach Epiphanias. Ev. Joh. 2, 1-11. Der Herr ist mein getreuer Hirt Wie schön ist's doch, Herr Jesu Christ Ep. Rom. 12, 7-16. Hilf mir, mein Gott, hilf, daß nach dir O Gott, du frommer Gott 3. Sonntag nach Epiphanias. Ev. Matth. 8, 1-13. Allein zu dir, Herr Jesu Christ O Gottes Sohn, Herr Jesu Christ Ep. Rom. 12, 17-21. Heiligster Jesu, Heilgungsquelle Vater unser im Himmelreich 4. Sonntag nach Epiphanias. Ev. Matth. 8, 23-27. Wenn wir in höchsten Nöten sein Wer ist wohl wie du Ep. Rom. 13, 8-10. Ihr Kinder des Höchsten, wie sieht's Nun bitten wir den heiligen Geist 5. Sonntag nach Epiphanias. Ev. Matth. 13, 24-30. Ach Gott, vom Himmel sieh darein Mache dich, mein Geift, bereit Ep. Kol. 3, 12-17. Dir, dir, Jehovah, will ich singen Kommt, laßt euch den Herren lehren 6. Sonntag nach Epiphanias. Ev. Matth. 17, 1-9. Herzlich lieb hab' ich dich, o Herr Jesu, Jesu, Gottes Sohn Ep. 2. Petri 1, 16-21. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort Großer Prophete, mein Herze begehret Maria Reinigung. Ev. Luc. 2, 22-32. Gott Lob, mein Jesus macht mich rein Herr, nun laß im Friede Ep. Maleachi 3, 1-4. Herzog unsrer Seligkeiten Wie wird doch so gering Nr. 490 1003 795 803 248 282 789 292 297 68 817 180 188 288 286 322 332 348 192 57 1019 881 748 614 der Sonn- und Feſttage. Sonntag Septuagefimä. Ev. Matth. 20, 1-16. Es ist das Heil uns kommen her Schaffet, daß ihr selig werdet Ep. 1. Cor. 9, 24-10, 5. Auf, Christenmensch, auf, auf zum Streit Jesu, bilf siegen, du Fürfte des Lebens Sonntag Seragefimä. Ev. Luc. 8, 4-15. O Mensch, wie ist dein Herz bestellt Wir Menschen sind zu dem, o Gott Ep. 2. Cor. 11, 19 ff. Uch Gott, wie manches Herzeleid Weicht, ihr Berge, fallt ihr Hügel Sonntag Quinquagefimä. Ev. Luc. 18, 31-43. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken Ep. 1. Cor. 13, 1-13. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Chrift Wenn Einer alle Kunst Sonntag Invocavit. Ev. Matth. 4, 1-11. Auf, ihr Christen, Christi Glieder Nüftet euch, ihr Christenleute Ep. 2. Cor. 6, 1-10. Ringe recht, wenn Gottes Gnade Warum sollt' ich mich denn gråmen Sonntag Reminiscere. Ev. Matth. 15, 21-28. Ach was soll ich Sünder machen Sollt es gleich bisweilen scheinen Ep. 1. Thess. 4, 1-7. Ein reines Herz, Herr, schaff in mir Keuscher Jesu, hoch von Adel Sonntag Oculi. Ev. Luc. 11, 14-28. Gott der Vater wohn' uns bei D Durchbrecher aller Bande Ep. Eph. 5, 1-9. Herr Jesu, ew'ges Licht Wenn meine Sünd mich kränken Nr. 375 807 463 477 204 208 421 399 78 87 476 821 464 466 989 533 244 530 813 814 4 802 1033 126 Lieder zu den Evangelien und Episteln Sonntag Lätare. Ev. Joh. 6, 1-15. Der Herr, der aller Enden 3wei Ding', o Herr, bitt' ich von dir Ep. Gal. 4, 21-31. Es spricht der Unweisen Mund wohl Mein Vater, zeuge mich Sonntag Judica. Ev. Joh. 8, 46-59. Herr, deine Treue ist so groß Herr Jesu Christ, wahr Mensch und Gott Ep. Hebr. 9, 11-15. Die Seele Christi heilge mich Jesu, deine tiefen Wunden Mariä Verkündigung. Ev. Luc. 1, 26-38. Christum wir sollen loben scho'z Lob sei dem allerhöchsten Gott Ep. Jef. 7, 10-16. Kommst du nun, Jesu, vom Lasset uns den Herren preisen, und Palmsonntag. Ev. Matth. 21, 1-9. Hofiannah! Davids Sohn Lasset uns mit Jesu ziehen Ep. Phil. 2, 5-11. Folget mir, ruft uns das Leben Preis, Lob, Ehr Ruhm, Dank, Kraft Gründonnerstag. Ev. Joh. 13, 1-15. Erbarm dich mein, o Herre Gott Ich komme, Herr, und suche dich Ep. 1. Cor. 11, 23-32. Gott sei gelobet und gebenedeiet Schmücke dich, o liebe Seele Rar- Freitag. Die Leidensgeschichte und Jes. 53. Siehe die Passionslieder Nr. 69-128. 1. heil. Oftertag. Ev. Marc. 16, 1-8. Christ ist erstanden von der Marter alle Früh morgens, da die Sonn' aufgebt Ep. 1. Cor. 5, 6-8. Christ lag in Todesbanden Höchster Priester, der du dich Nr. 189 369 193 65 499 858 75 93 24 15 42 590 926 98 788 599 254 231 224 235 132 du 136 133 shpur 751 der Sonn- und Festtage. 2. heil. Oftertag. Ev. Luc. 24, 13-35. Erschienen ist der herrlich Tag Sei fröhlich alles weit und breit Ep. Apostelg. 10, 34-41. Lasset uns den Herren preisen, o ihr Lebt Chriftus, was bin ich betrübt Sonntag Quasimodogeniti. Ev. Job. 20, 19-31. Erinnre dich, mein Geist, erfreut Go wahr ich lebe, spricht dein Gott Ep. 1. Joh. 5, 4-10. Das Leben unsers Königs siegt Der Glaub ist eine Zuversicht Jesu, frommer Menschenherden Ihr armen Sünder, kommt zu Hauf Ep. 1. Petri 2, 21-25. Geduldigs Lämmlein, Jesu Chrift Mir nach, spricht Christus, unser Held Sonntag Misericordias Domini. Ev. Joh. 10, 12-16. Sonntag Jubilate. Ev. Joh. 16, 16-23. Um Bustage. Siehe die Lieder Nr. 239-280. Sonntag Cantate. Ev. Joh. 16, 5-15. Du Geift des Herrn, der du von Gott Vater, sende deinen Geist Ep. Jac. 1, 16-21. Ach Gott, gieb du uns deine Gnad Mensch, willst du leben seliglich Jesu, meine Freude Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn Ep. 1. Petri 2, 11-20. Ach, höchster Gott, verleihe mir Chrifti Tod ist Adams Leben Sonntag Rogate. Ev. Joh. 19, 23-30. Nr. de 135 148 Betgemeinde, beilge dich Sieb, bier bin ich, Ehrenkönig 141 20142 Ev. Jac. 1, 22-27. 949 274 465 991 00mm Du sagst, ich bin ein Chriftusid D Weisheit aus der Höh 58 379 83 758 755 443 780 738 169 171 Tables 777 200 995 291 320 328 Lieder zu den Evangelien und Episteln Um immelfahrtsfefte. Ev. Marc. 16, 14-20. Ach wundergroßer Siegesheld Auf Chrifti Himmelfahrt allein Ep. Apostelg. 1, 1-11. Wir danken dir, Herr Jesu Chrift Zeuch uns nach dir, so kommen wir in Sonntag Eraudi. Ev. Joh. 15, 26-16, 4. Komm, o komm, du Geist des Lebens O heilger Geist, kehr bei uns ein Ep. 1. Petri 4, 8-11. Gott, gieb einen milden Regen O Vater, unser Gott, es iff 1. heil. Pfingsttag. Ev. Joh. 14, 23-31. Jesu, komm mit deinem Vater Komm, Gott Schöpfer, heiliger Geist Ep. Apostelg. 2, 1-13. Gott, du haft in deinem Sohn Komm, Tröster, komm hernieder 2. heil. Pfingsttag. Ev. Joh. 3, 16-21. Heut ist das rechte Jubelfest Komm, heiliger Geist, Herre Gott Ep. Apostelg. 10, 42-48. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend Beuch ein zu meinen Thoren Trinitatisfeft. Ev. Joh. 3, 1-15. Allein Gott in der Höh sei Ehr Hochheilige Dreifaltigkeit Ep. Rom. 11, 33-36. Du dreimal großer Gott Seligstes Wesen, unendliche Wonne 1. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Luc. 16, 19-31. Du, o schönes Weltgebäude DEwigkeit, du Donnerwort Ep. 1. Joh. 4, 16-21. Liebe, die du mich zum Bilde O Vaterherz, o Liebesbrunst Nr. 153 154 165 570 178 182 961 290 197 174 960 179 173 177 172 186 1 8 3 12 827 894 341 349 alsh der Sonn- und Festtage. 2. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Luc. 14, 16-24. Der Gnadenbrunn fleußt noch Eins ist not, ach Herr, dies Eine Ep. 1. Joh. 3, 13-18. Herz und Herz vereint zusammen Jesu Christ, mein schönstes Licht 3. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Luc. 15, 1-10. Ach ein Wort von großer Treue Jesus nimmt die Sünder an Ep. 1. Petri 5, 6-11. Befiehl dem Herren deine Wege Hier legt mein Sinn sich vor dir nieder Um Tage Johannis des Täufers. Ev. Luc. 1, 57-80. Ach Gott, ich muß dir's klagen Hallelujah, Lob, Preis und Ehr Ep. Jes. 40, 1-3. Froblocket mit Händen, ihr Völker Geht, ihr traurigen Gedanken 4. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Luc. 6, 36-42. Gott ist die wahre Liebe Wohl dem Menschen, der nicht wandelt Ep. Rom. 8, 18-23. Es ist noch eine Ruh vorhanden Sei getreu in deinem Leiden and and 57 Maria Zeimsuchung. Ev. Luc. 1, 39-56. Gott sei Dank durch alle Welt Wir singen dir, Immanuel Ep. Jes. 11, 1-5. Ewig sei dir Lob gesungen Kommt und laßt uns Christum ehren It Gott für mich, so trete D Gott, mein Schöpfer, edler Fürst 5. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Luc. 5, 1-11. Du bist ein Mensch, das weißt du wohl Wo Gott zum Haus nicht giebt sein' Gunst Ep. 1. Petri 3, 8-15. Nr. 374 741 1054 345 370 994 699 474 371 583 159 498 1053 209 823 452 34 54 30 643 354 367 527 815 Lieder zu den Evangelien und Episteln 6. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matth. 5, 20-26. Ach, Abba, schenk in Jesu Namen Erleucht mich, Herr, mein Licht Ep. Rom. 6, 3-11. Gott Vater, Sohn und heilger Geift O Gott, da ich gar keinen Rat 7. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Marc. 8, 1-9. Nun lob, mein Seel, den Herren Wer nur den lieben Gott läßt walten Ep. Rom. 6, 19-23. Schaff in mir, Gott, ein reines Herz Treuer Vater, deine Liebe 8. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matth. 7, 15-23. Gott hat das Evangelium Versuchet euch doch selbst Nr. 778 do 321 Ep. Rom. 8, 12-17. Entfernet euch, ihr matten Kräfte O du allersüßte Freude Ach Gott und Herr 9. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Luc. 16, 1-9. dan 211 212 Mor 918 002 Adrial 283 Wachet auf, ihr faulen Christen Ep. 1. Cor. 10, 6-13. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet ot Gott ist getreu, der über meine Kräfte 10. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Luc. 19, 41-48. An Wasserflüssen Babylon Nimm von uns, Herr, du treuer Gott Ep. 1. Cor. 12, 1-11. Komm, heilger Geist, du höchstes Gut Sollt' ich meinem Gott nicht fingent dan 1735 11. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Luc. 18, 9-14. 597 366 221 324 742 181 240 808 467 705 825 295 176 602 Aus tiefer Not schrei' ich zu dir 250 O Jesu Christ, du höchstes Gut zc. sieh doch 271 Ep. 1. Cor. 15, 1-10. Aus Gnaden soll ich selig werden Halt im Gedächtnis Jesum Chrift 307 1100 900 1993 der Sonn- und Festtage. 12. Sonntag nach Trinitatis.. Ev. Marc. 7, 31-37. Ach, mein Jesu, welch Verderben Jesu, Kraft der blöden Herzen Ep. 2. Cor. 3, 4-11. Ach was sind wir ohne Jesum Teures Wort aus Gottes Munde Meines Lebens beste Freude Seelenbräutigam 13. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Luc. 10, 23-37. Ep. Gal. 3, 15-22. Der Herr hat alles wohlgemacht Geht bin, ihr gläubigen Gedanken 14. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Luc. 17, 11-19. Ich armer Mensch, ich armer Sünder D, daß ich tausend Zungen hätte Ep. Gal. 5, 16-24. Ein Chrift, ein tapfrer Kriegesheld Hier ist mein Herz, Herr, nimm es hin Seele, was ermüdst du dich Warum willst du doch für morgen 15. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matth. 6, 24-34. Nr. 242 bed 378 ut 372 0979 Ep. Gal. 5, 25-6, 10. O du allertiefste Liebe O wie mögen wir doch unser Leben Jesus, meine Zuversicht Mitten wir im Leben sind 16. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Luc. 7, 11-17. Ep. Eph. 3, 13-21. Ich habe nun den Grund gefunden Jesus, Jesus, nichts als Jesus 1 A michaelisfeft. Ev. Matth. 18, 1-11. Herr Gott, dich loben alle wir Gott, der du aus Herzensgrund Ep. Offenb. 12, 7-12. Gewonnen, gewonnen, der Satanas lieget Wer überwindet, soll 906 351 578 992 262 598 469 749 557 365 801 1069 138 873 397 336 612 613 611 485 Lieder zu den Evangelien und Episteln 17. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Luc. 14, 1-11. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Chrift Heut ist des Herren Ruhetag Ep. Eph. 4, 1-6. Kommt ins Reich der Liebed Sich, wie lieblich und wie fein 18. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matth. 22, 34-46. König, dem kein König gleichet D Licht vom Licht, o Vaters Glanz Ep. 1. Cor. 1, 4-9. Herr, wenn ich dich nur werde haben Man lobt dich in der Stille 19. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matth. 9, 1-8. Mein Jesu, dem die Seraphinen O Ursprung des Lebens, o ewiges Licht Ep. Eph. 4, 22-28. Erneure mich, o ewges Licht Es glänzet der Christen twendiges Leben 20. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matth. 22, 1--14. Hilf, Gott, wie geht's doch jeho zu Such, wer da will, ein ander Ziel Ep. Eph. 5, 15-21. Herr, aller Weisheit Quell und Grund Ich finge dir mit Herz und Mund 21. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Joh. 4, 47-54. Auf meinen lieben Gott Von Gott will ich nicht lasſen Ep. Eph. 6, 10-17. Es kostet viel, ein Christ zu sein Fahre fort, Zion, fahre fort im Licht 22. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matth. 18, 23-35. Ich will von meiner Missethat Wo soll ich fliehen hin Ep. Phil. 1, 3-11 Unser Herrscher, unser König Was kann ich doch für Dant Nr. 187 195 1055 820 405 418 550 594 281 567 786 787 750 559 790 588 517 532 471 472 264 280 605 or 381 der Sonn- und Festtage. 23. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matth. 22, 15-22. Gott, der du Herzenskenner bist Was giebst du denn, o meine Seele Ep. Phil. 3, 17-21. Himmelan geht unsre Bahn Laß uns doch nicht begehren 24. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matth. 9, 18-26. Du unbegreiflich höchstes Gut Ich weiß, daß mein Erlöser lebt Ep. Col. 1, 9-14. Jesu, der du meine Seele Womit soll ich dich wohl loben 25. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matth. 24, 15-28. Ach Gott, thu dich erbarmen Bedenke, Mensch, das Ende Ep. 1. Thess. 4, 13-18. Alle Menschen müssen sterben O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen 26. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matth. 25, 31-46. Es wird schier der letzte Tag berkommen O Sündenmensch, bedenk den Lod Ep. 2. Petri 3, 3-14. Du siehest, Mensch, wie fort und fort Fürft der Fürften, Jesu Christ 27. Sonntag nach Trinitatis. Ev. Matth. 25, 1-13. Ermuntert euch, ihr Frommen Wachet auf, ruft uns die Stimme Ep. 1. Theff. 5, 1-11. Ein Tropflein von den Reben Beuch, Israel, zu deiner Ruh Reformationsfeft. Ein feste Burg ist unser Gott Verzage nicht, o Häuflein klein War Gott nicht mit uns diese Zeit 3ion Flagt mit Angst und Schmerzen Por. 1051 766 747 756 547 1061 265 368 912 846 898 909 892 895 890 893 904 896 903 1072 519 314 840 842 Lieder zu den Ev. nu. Ep. d. Sonn- u. Festtage. 02 Totenfeft. Chriftus der ist mein Leben AG Der Tod führet uns zum Leben Ich bin ia, Herr, in deiner Macht Ich hab' mein' Sach Gott heimgestellt Ift's, oder ist mein Geist entzückt Wie fleugt dahin der Menschen Zeit 38 $ 185 dos dad S soncitasoi Nr. 849 901 862 864 10 rolo 905 889 49 100 Gibson G in bombust nith nibudo thin sepse tis spid any thin this 1100 SER #spoo 1 ftont? tim apoli, nal Inches 956 1 Centimetres Blue 2 1 3 4 Cyan 2 15 144 6 7 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 19 110 ₁1 11 Red 12 5 13 Magenta 14 CO 6 15 White T 7 16 T17 18 3/ Color 8 118 19 B.I.G. Black