BUN S Befichl dem Hennn deine Wege X 96.. 2 Gb 499 в пость P Sz Nürken ZZ. 25" t Das heilige Abendmahl. منه Robe Gelanglich für die Evangelische Kirche Großherzogtum Heffen. Darmstadt. 6. Jonghaus'sche Hofbuchhandlung, Verlag 1889. Das heilige Abendmahl. Gelangbuch für die Evangelische Kirche im Großherzogtum Heffen. Darmstadt. G. Jonghaus'sche Hofbuchhandlung, Verlag. 1889. Gb 499 th: Preis: Ungebunden 60 Pf. 140 L. C. Wittich'sche Hofbuchdruckerei in Darmstadt. Univ.- Bibl. Giessen han Inhalt. Begräbnis Jesu I. Der Tag des Herrn Am Morgen 1-3 Zum Anfang des Gottesdienstes 4-10 Zum Schlusse des Gottesdienstes 11-14 VII. Oftern VIII. Himmelfahrt ● stotiposom II. Advent III. Weihnachten IV. Jahreswechſel V. Darstellung und Erscheinung Jesu Christi. VI. Paffion WHI ● IX. Pfingsten X. Trinitatisfest. 167 Kirchweihe Ausbreitung der Kirche ( Missionslieder) ● 76-92 93-105 106-122 123-127 XI. Allgemeine Lob- und Danklieder 128-147 XII. Kirche und Gnadenmittel 148-210 Kirche ● 73-75 ● Nr. 1- 14 148-176 165-166 167-176 15-30 31-45 46-52 53-57 58-75 IV Gnadenmittel. Wort Gottes Sakramente Heilige Taufe Konfirmation Das heilige Abendmahl Vor und während der Feier Nach der Feier XIII. Wiedergeburt und Heiligung Nachfolge Christi. Liebe Gebet Allgemeine Fürbitte. Friede und Freude Vertrauen Jahreszeiten Frühling Sommer Buße 211-230 Glaube und Rechtfertigung 231-242 Heiligung 243-360 243--267 268-290 291-303 304-305 Herbst Winter Morgen Mittag ↑ Vor Tische. Nach Tische. Abend A Für Kinder XIV. Lieder für besondere Zeiten, Stände und Verhältnisse ♦ Am Schlusse der Woche Beruf The und Hausstand. Obrigkeit Predigtamt Allgemeine Not Krieg und Frieden. 177-210 177-183 184-210 184-187 188-194 195-210 ♦ 195-206 207-210 ● 306-324 325-360 361-364 361 362 363 364 416 417 365-379 380-385 380-382 383-385 386-401 401 402-403 404-407 408-415 ..361-435 Nr. 418-420 421-423 211-360 Mißwachs und Teurung 424 Ernte Wetterlieder Reife Krankheit . ▸ Am Geburtstage Im Alter.. ● XV. Die letzten Dinge Tod • Sterbelieder Begräbnislieder Beim Tode von Eltern Beim Tode von Ehegatten Beim Tode von Kindern Gericht und Ewigkeit. Anhang. 425-427 428-429 430 431-432 433 434 435 ● 436-476 436-457 458-466 467-468 469-471 472-476 477-500 Nr. V 436-500 Gebete zur häuslichen Andacht. Gottesdienstordnung für den Geburtstag Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs. 700--882 PRA TOLA 300-800 der boar 30010171 1 EndN daththat andalendoroste rest10 100 do ARD- SP- d nad dol 003- YTA slight nachilsund any potäiends d af grundroifasidasa popradur 501 ladod pinan ad Jinkit Asted to WE TOY 1004 ardedos flor) dot stist( bi dr 01 1. Der Tag des Herrn. Am Morgen. Mel. Mein Jesu, dem die Seraphinen 2c. 31 Beschwertes Herz, leg ab die Sorgen; er hebe dich, gebeugtes Haupt! Es kommt der angenehme Morgen, da Gott zu ruhen hat erlaubt, da Gott zu ruhen hat befohlen und selbst die Ruhe eingeweiht; auf, auf, die ihm geraubte Zeit in seinem Dienste einzu holen. 2. Auf, laß die Welt aus deinem Sinne, dein irdisch Werk muß stille stehn; du sollst zu höherem Gewinne in deines Gottes Tempel gehn, ihm zu bezahlen deine Pflichten und zur Vermehrung seines Ruhms die Werke deines Priestertums in tief ster Andacht zu verrichten. 3. Mein Gott! ich bin vor dir erschienen nnd gebe auf dein Winken acht; wie kann ich dir gefällig dienen, US3M wenn mich dein Geist nicht tüchtig macht? Wie werde ich in dir erfreuet, wenn er nicht stillt der Sünde Schmerz? Wie bet ich, wenn er nicht das Herz durch seine Gnade mir erneuert? 4. Kann meine Harfe lieblich klingen, wenn sie dein Finger nicht berührt? Kann ich die finstre Nacht durchdringen, wenn mich dein Licht nicht aufwärts führt? Kann ich ein reines Opfer werden, wenn deine Flamm nicht in mich fährt und mich in deiner Lieb verzehrt und hebet von dem Staub der Erden? 5. Mein Jesus hat mein Herz so teuer zu seinem Tempel eingeweiht: hier ist dein Herd, hier ist dein Feuer, die Fülle deiner Herrlichkeit, dein Heiligtum, dein Stuhl der Gnade; dein Licht und Recht, das Himmelsbrot, des Geistes Frucht und dein Gebot erfüllen diese Bundeslade. 6. In deinem Haus will ich mir bauen die 1 Hütte, Der Tag des Herrn. 2 Hütte, bis ich scheid einmal. Indessen gieb mir, dich zu schauen, o Lebenslicht, den Gnadenstrahl! So feir ich recht den Tag der Sonnen, so hab ich meine Ruh in dir; ach, habe du dein Werk in mir! Vollführe, was du haft begonnen! 7. Wenn sich des Lebens Werktag enden, so ruh, von allem Frohndienst los, mein Geist in Gottes Vaterhänden, mein Leib in seiner Mutter Schoß, bis beides feiern wird dort oben, wo man in sicherm Frieden ruht, nichts denket, redet oder thut, als dich zu lieben, dich zu loben. Chr. Wegleiter, † 1706. Mel. Gott des Himmels 20. 2 Großer roßer Gott von alten Seiten, dessen Hand die Welt regiert, dessen Treu auf allen Seiten mich von Jugend auf geführt: heute weckt des Tages Lauf mich zu lauter Andacht auf.a 2. Ach, wie lieb ich diese Stunden, denn sie sind des Herren Fest, das mit so viel Trost verbunden, da mein Gott mich ruhen läßt und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Leben weist. 3. Habe Dank für diesen Morgen, der mir Zeit zum Guten schenkt; das sind unfre besten Sorgen, wenn der Mensch an Gott gedenkt und von Herzen betet, fingt, daß es durch die Wolken dringt 4. Was ist schöner, als Gott loben? Was ist süßer, als sein Wort? Da das Herz zu Gott erhoben, offen sieht des Himmels Pfort! Selig ist wer Tag und Nacht also nach dem Himmel tracht. 5. O mein Gott, sprich selber Amen, denn wir sind dein Eigentum; alles preise deinen Namen, alles mehre deinen Ruhm, bis es fünftig wird geschehen, daß wir dich im Himmel sehn. Casp. Neumann, † 1715. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 2. 3 Licht vom Licht, erleuchte bei neuen Tageslichte; Gnadensonne, zeige dich meinem muntern Angesichte; wohne mir mit Glanze bei, daß mein Sabbat fröhlich sei. Cuptor 2. Brunnquell aller Seliqfeit, laß mir deine Ströme fließen; mache Mund und Herz bereit, deiner Gnade zu genießen; streu das Wort mit Segen ein, laß es hun dertfrüchtig sein! 3. Zünde selbst das Opfer an, das auf meinen Lippen lieget; sei mir Weisheit, Licht und Bahn, daß kein Irrtum mich betrüget und fein frem des Feuer brennt, welches dein Altar nicht kennt. Der Tag des Herrn. 3 4. Laß mich heut und send; mit Hilf und Gnad llezeit heilig, heilig, heilig ngen und mich in die Ewigeit mit des Geistes Flügeln chwingen; gieb mir einen Jorschmack ein, wie es mag n Himmel sein. 5. Ruh in mir und ich 1 dir, bau ein Paradies n Herzen, offenbare dich och mir, sende meiner Anacht Kerzen immer neues Feuer zu, o du Liebesflamme u! 6. Dieser Tag sei dir geDeiht; weg mit allen Eitel eiten! Ich will deiner Herrichkeit einen Tempel zube eiten, nichts sonst wollen, nichts sonst thun, als in einer Liebe ruhn. B. Schmold, † 1737. Zum Anfang des Gottes= dienstes. 4 Komm, heiliger Geist, erfüll die Herzen einer Gläubigen und entünd in ihnen das Feuer einer göttlichen Liebe, der u durch Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der janzen Welt versammelt hast ur Einigkeit des Glaubens. Sallelujah! Hallelujah! Alte Kirche. 5 err Jesu Christ, dich zu uns wend, den Geilgen Geist du zu uns er uns regier und uns den Weg zur Wahrheit führ. 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andacht fein; den Glauben mehr, stärk den Verstand, daß uns dein Nam werd wohl bekannt. 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: heilig, heilig ist Gott der Herr! und schauen dich von Angesicht in ewger Freud und selgem Licht. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron; der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! Herzog Wilhelm II. von Weimar, † 1662. 6 Liebster Jefu, wir find dich und Wort anzuhören; lenke Sinnen und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsternis verhüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, thun und dichten mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht, aus Gott geboren, mach uns allesamt bereit, öffne Herzen, 1* Mund 4 Der Tag des Herrn. Mund und Ohren; unser wie wird an diesem Orte Bitten, Flehn und Singen meine Seele fröhlich sein! laß, Herr Jesu, wohl ge- Hier ist Gottes Angesicht; lingen. Tob. Elauniter,+ 1684. hier ist lauter Trost und Licht. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen 2c. y 7 err, es ist ein Tag erschienen, der mich in den Himmel weist und an Gott gedenken heißt; darum komm ich dir zu dienen; richte du mich selber zu, daß ich deinen Willen thu. 2. Stille selbst an diesem Morgen den verwirrten Lauf der Welt, der uns hier gefangen hält; brich die Nacht der eitlen Sorgen, daß ich heut, von allem frei, dir allein ergeben sei. 3. Kröne mich mit deinen Gaben, zieh mich an mit deiner Kraft, die den neuen Menschen schafft; ach, was Freude werd ich haben, wenn das Herz in meiner Brust sucht am Herren seine Lust. 4. Laß die Predigt wohl gelingen, steh auch deinem Worte bei, daß es in mir träftig sei. Unser Beten, unser Singen, und was sonst noch wird gethan, siehe du mit Gnaden an! C. Neumann, † 1715. 3rdsingifour- 6n Mel. Gott des Himmels zc. 8 Thut mir auf die schöne Pforte, führt in Gottes Haus mich ein; ach, 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, fomme du nun auch zu mir; wo du Wohnung hast genommen, da ist lauter Himmel hier. Beuch in meinem Herzen eir, la es deinen Tempel sein! 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilge du Leib, Seel und Geist, daß mein Singen und mein Beten dir ein lieblich Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, zeug das Herz zu dir empor 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Saattorn auf mich fällt; gieb mir Licht in dem Verstande, und was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn! 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, laß dein teures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen raubenhalte stets dein Wort mir für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille wird erfüllt! Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmelsbrot, tröste mich in aller Not! B. Schmold,+ 1737. G Der Tag Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. 9 Herr, err, vor deinem Angesicht hat die Anacht uns versammelt; ach, erwirf die Bitten nicht, die ein Volk dir, Höchster, ammelt! Hör auf unsre hwachen Lieder und sieh nädig auf uns nieder! 2. Laß dein Wort, das er erschallt, viele gute Früchte bringen, und mit öttlicher Gewalt tief in unsre Seelen dringen. Laß es nsern Sinn erneuen und das erz mit Trost erfreuen! 3. Dein Gebot mach uns des Herrn. 5 werden; lehr uns, wie wir unsre Zeit, diese furze Zeit auf Erden, nüßen für die Ewigkeit. 3. Nun so lege Licht und Liebe, Kraft und Feuer auf dein Wort; laß es mit lebendgem Triebe in uns wirken fort und fort; hilf uns, daß wir treu bewahren, was wir in das Herz gefaßt, und laß andre auch erfahren, daß du Lebensworte haft.id nsre Herzen ein. 2. Sieh, wir sißen dir zu üßen; großer Meister, rede u; sieh, wir hören deiner ißen Rede heilsbegierig zu. ehr uns, wie wir selig R. 3. Ph. Spitta,+ 1859. 90 asid anus, 19 h 150 ekannt, und hilf selbst es Zum Schlusse des Gottesceulich üben, dich und den, en du gesandt, Jesum Chrium, herzlich lieben, daß kein Schmerz und keine Freude dienstes. 09p79 tristfo Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. ns von deiner Liebe scheide! 11 1nfern Ausgang Dan. Schiebeler, † 1771. fegne Gott, unfern Eingang gleichermaßen; segne unser täglich Brot, segne unser Thun und Lassen, Tel. O Durchbrecher aller Bande zc. 10 wie freun wir uns fegne uns mit felgem Sterben und mach uns zu Himmelserben. Hartin. Schent, t 1681. der Stunde, da bir dir, Herr Jesu, nahn, m aus deinem heilgen Runde Lebensworte zu emfahn! Laß uns heute nicht ergebens Hörer deines WorMel. s sein; schreibe selbst das 12 Vater, dir ſei Breis tief gesungen, daß du uns so wohl gelehrt, daß dein Werk an uns gelungen, daß wir jetzt dein Wort gehört; laß die Lehr den Glauben stärken, mach uns reich an guten Werken! Zeuch mich, zeuch mich mit den Armen. 6 2. Jesu, dein Wort ist sehr süße, habe Dank für diese Lehr! Lenke nur auch unsre Füße, daß wir wandeln dir zur Ehr; laß uns deinen Trost erquicken, bis wir deinen Thron erblicken! jussoris 3. Heilger Geist, schreib alle Worte nun in unsre Herzen ein, daß man stets an allem Orte deren eingedenk mag sein, daß wir täglich Früchte bringen und im Himmel Amen singen! id dist Mich. Wiedemann, † 1719. Der Tag des Herrn. TESTUUSID JdGe Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. 13 Höhnten die, daß öchster Gott, wir du uns dein Wort gegeben; hilf uns ferner, daß auch wir nach demselben heilig leben; gieb dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sei im Werfeletti fod teras 2. Uns, o Vater! lehrest du, was wir thun und glauben sollen; schent uns deine Kraft dazu, gieb zum Wissen di usit wit #marley auch das Wollen und zum Wollen das Vollbringen, sc wird alles wohl gelingen.n 3. Gieb uns, eh wir gehr nach haus, deinen väterlicher Segen, breite deine Händ aus, leite uns auf deinen Wegen, laß uns hier in Segen gehen, dort gesegne auferstehen! Opal 191 Joh. Ad. Haßlocher, † 1726. mer. Christus, der ist mein Leben z 14 Ach fei mit deine Gnade bei uns Herr Jesu Christ, daß un fortan nicht schade des böse Feindes List. 2. Ach sei mit deiner Lieb Gott Vater, um uns her denn wenn uns die nich bliebe, fiel uns die Welt schwer. 3 3. Ach heilger Geist, b halte Gemeinschaft alleze mit unserm Geist und wal nun und in Ewigkeit! C. B. Garve, † 1841. II. Advent. 1976.96 101300 10091 15 Macht hoch die Thür, den fingt: gelobet fei me von Rat! die macht Gott, mein rei weit! Es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freu2. Er ist gerecht, e Helfer wert, Sanftmütigt ist sein Gefährt, sein König fron ist Heiligkeit, sein Sce ter ist Barmherzigkeit; un Advent. fre Not zu End er bringt, rhalben jauchzt, mit Freu n fingt: gelobet fei mein ott, mein Heiland, groß von hat! 3. O wohl dem Land, o ohl der Stadt, so diesen Snig bei sich hat; wohl Len Herzen insgemein, da eser König ziehet ein! Er die rechte Freudensonn, ingt mit sich lauter Freud Ed Wonn. Gelobet fei mein ott, mein Tröster früh und at! 4. Macht hoch die Thür, Thore weit, das Herz zum mpel macht bereit; die almen der Gottseligkeit eut hin mit Andacht, Lust d Freud; so kommt der nig auch zu euch, ja Heil d Leben mit zugleich. GeDet sei mein Gott, voll Rat, Il That, voll Gnad! 5. Komm, o mein Heiland, su Christ, des Herzens ür dir offen ist; ach, zeuch t deiner Gnade ein, dein eundlichkeit auch uns er ein. Dein heilger Geist 3 führ und leit den Weg = ewgen Seligkeit! Dem men dein, o Herr, sei ewig eis und Ehr! G. Weißel,+ 1635. 7 Sünder Trost und Rat zu uns hergesendet hat. 2. Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie einst prophezeit, ist erfüllt in Herrlichkeit. 3. Zions Hilf und Abrams Lohn, Jakobs Heil und Davids Sohn, Wunderbar, Rat, Kraft und Held hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil, dir Hosianna, o mein Teil! Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an! 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne thust, rein von aller Sündenlust! 6. Und wie du voll Sanftmut kamst, jedes Armen dich annahmst, also sei auch jederzeit deine Sanftmut mir bereit! 7. Tröfte, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin, daß im Glauben ich fortan treu dir bleibe zugethan; 8. Daß, wenn du, o Lebensfürst, prächtig wieder kommen wirst, ich dir mög entgegen gehn und vor dir gerecht bestehn! H. Held, t um 1660. I. Nun komm, der Heidenheiland 2c. Mel. Von Gott will ich zc. 6 ott sei Dank durch ott alle Welt, der sein 17 Mit Ernst, o Men ort beständig hält und der schenfinder, das Ent Herz Advent. 8 Herz in euch bestellt! Bald wird das Heil der Sünder, der wunderstarke Held, den Gott aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben versprochen hat zu geben, bei allen kehren ein.eader 2. Bereitet doch fein tüch tig den Weg dem großen Gast, macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt; macht eben jeden Pfad, die Thale rings erhöhet, macht niedrig, was hoch stehet, was frumm ist, macht gerad! 5131 3. Ein Herz, das Demut liebet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmut übet, mit Angst zu grunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. Dingen ihm Hosianna finge mit heiliger Begier! Qua 4. Ach, mache du mich Armen in dieser Gnadenzeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! Zeuch in mein Herz hinein, mach es zu deiner Krippen; so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar sein. V. Thilo,+ 1662. 2. Auf, ihr betrübte Herzen! Der König ist nich fern. Hinweg all Angst un Schmerzen! Dort kommt de Morgenstern. Der Herr wi in der Not mit reicher Trost euch speisen; er wi euch Hilf erweisen, ja dämpfe gar den Tod. 3. Frisch auf in Gott, il Armen, der König sorgt fi euch; er will durch sein& barmen euch machen grc und reich; der alles hat be dacht, der wird auch eu begehren, das steht in sein ernähren; was Menschen m Macht. betrübten, der König komr 4. Frisch auf, ihr Hoc mit Macht. An uns, d Herzgeliebten, hat er scho längst gedacht. Nun wi kein Angst, noch Pein, no Zorn hinfür uns schade dieweil uns Gott aus Gnade läßt seine Kinder sein. 5. Auf, auf, mit schnellSchritten den König eilt sehn! Er kommt in uns Mitten start, herrlich, far und schön. Nun tretet c heran, den Heiland zu E Mel. Aus meines Herzens Grunde zc. 18 Auf, auf, ihr Reichs- grüßen, der alles Kreuz ve süßen und uns erlösen fan genossen, der König tommt heran; empfahet unverdrossen den großen Wundermann. Ihr Christen, geht herfür, laßt uns vor allen 6. Der König will bede fen die, so er herzlich liel mit köstlichen Geschenken, c der sich selbst uns giebt dur fet 19 Advent. eine Gnad und Wort. Ja, d 4. Jhr Armen und ElenRönig, hoch erhoben, wir alle vollen loben dich freudig hier and dort.ind. It 7. Nun, Herr, du giebst ns reichlich, wirst selbst doch rm und schwach; du liebest nvergleichlich, du eilft den Sündern nach: drum wolln vir insgemein die Stimmen och erschwingen, dir Hoanna singen und ewig dank ar sein. in 3. Rist, † 1667. den in dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seid dennoch wohlgemut, laßt eure Lieder klingen, dem König lobzusingen, der euer höchstes Gut. imorg 5. Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit und euer Leid und Weinen verwandeln ganz in Freud; er ists, der helfen kann. Macht eure Lampen fertig und seid stets fein gewärtig! Nel. Aus meines Herzens Grunde 2c. 19 Nun jauchzet all, ihr Er ist schon auf der Bahn. Frommen, M. Schirmer, t 1673. er Gnadenzeit, weil unser Seil ist kommen, der Herr Mel. Valet will ich dir geben 2c. er Herrlichkeit; zwar ohne 20 Wie soll ich dich mächtig, empfangen, und wie begegn ich dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seele Zier? O Jesu, Jesu, sebe mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergöße, bewußt und fund mir sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. IN( HING ST 3. Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud? Als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid, als mir das Reich genommen, DA u verheeren und gänzlich zu erstören des Teufels Reich nd Macht.rodilaprind 2. Kein Scepter, feine Trone sucht er auf dieser Belt; im hohen Himmelshrone ist ihm sein Reich betellt. Er will hier seine Nacht und Majestät verüllen, bis er des Vaters Billen im Leiden hat vollracht.sejuml 3. Ihr mächtigen auf Erden, nehmt diesen König n, wollt ihr beraten werden and gehn die rechte Bahn, ie zu dem Himmel führt; onst, wo ihr ihn verachtet and nur nach Hoheit trachtet, es Höchsten Zorn euch rührt. Advent. 10 da Fried und Freude lacht, bist du, mein Heil, gekommen und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß, und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdscher Reichtum thut. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt, als dein getreues Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großer Jammerslaft, die kein Mund aus kann sagen, so fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, du hochbetrübtes Heer, bei welchem Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr; seid unverzagt, ihr habet die Hilfe vor der Thür; der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. 7. Jhr dürft euch nicht bemühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht, er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Not zu stillen, die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken vor eurer Sündenschuld; nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb un Huld. Er kommt, er komi den Sündern zum Trost un wahren Heil, schafft, daß E Gottes Kindern verbleib i Erb und Teil. 9. Was fragt ihr na dem Schreien der Feind un ihrer Tück? Der Herr wisie zerstreuen in einem Auge blick. Er kommt, er komn ein König, dem alle Mac und List der Feinde viel wenig zum Widerstande is 10. Er kommt zum We gerichte, zum Fluch dem, d ihm flucht, mit Gnad ur süßem Lichte dem, der il liebt und sucht. Ach komi ach komm, o Sonne, und h uns allzumal zum Licht, z ewgen Wonne in dein Freudensaal! P. Gerhardt, † 1676. UITO mel. Wie nach einer Wasserquelle 21 Wa W arum willst draußen stehe du Gesegneter des Herrn Laß dir, bei mir einzugehe wohlgefallen, du mein Ster du mein Jesu, meine Freu Helfer in der rechten Zei Hilf, o Heiland, meine Herzen von den Wunde die mich schmerzen. 2. In der Welt ist all nichtig, nichts ist, das ni fraftlos wár. Hab ich F heit, die ist flüchtig, hab Reichtum, was ists mehr, c Advent. n Stäublein armer Erd? ab ich Lust, was ist sie ert? Was ists, das mich eut erfreue, das mich moren nicht gereue? 3. Aller Trost und alle reude ruht in dir, Herr esu Christ; dein Erfreuen die Weide, da man erst cht fröhlich ist. Leuchte ir, o Freudenlicht, ehe mir ein Herze bricht; laß mich, err, an dir erquicken, Jesu, mm, laß dich erblicken! 4. Freu dich, Herz, du st erhöret, jego kommt und ucht er ein; sein Gang ist dir gefehret, heiß ihn nur illkommen sein und bereite ch ihm zu, gieb dich ganz seiner Ruh, öffne dein emüt und Seele, flag ihm, as dich drück und quäle! 5. Alles dient zu deinem commen, auch was bös nd schädlich scheint, weil ch Christus angenommen ad es treulich mit dir eint. Bleibest du dem eder treu, ists gewiß und eibt dabei, daß du mit n Engeln droben ihn dort big werdest loben. P. Gerhardt, † 1676. Nel. Ach, was soll ich Sünder madjen 2c. 11 was uns gebricht. O du starker Trost im Leiden, Jesu, meines Herzens Thür steht dir offen, komm zu mir! 2. Ja, du bist bereits zugegen, du Weltheiland, Gottes Sohn! Meine Sinnen spüren schon deinen gnadenvollen Segen und die Wunder deiner Kraft, welche Frucht und Leben schafft.407 200 3. Adle mich durch deine Liebe, Jesu, nimm mein Flehen hin! Schaffe, daß mein Geist und Sinn sich in deinem Lieben übe; denn zu lieben dich, mein Licht, steht in meiner Kraft sonst nicht. muni bun orig 4. Jesu, rege mein Gemüte, Jesu, öffne mir den Mund, daß dich meines Herzens Grund innig preise für die Güte, die du mir, o Seelengast, lebenslang erwiesen hast. 5. Laß durch deines Geistes Gaben, Liebe, Glauben und Geduld, durch Berenung meiner Schuld, mich dir sein hoch erhaben! Dann so will ich für und für Ho= fianna singen dir. E. Ch. Homburg 1681. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag zc. 2 Kommst du, kommst 23 Nun kommt das du, Licht der Heim? Ja, du kommst und umest nicht, weil du weißt, neue Kirchenjahr, des freut sich alle Christen schar. Dein König kommt, brunt Advent. 12 drum freue dich, du wertes Zion, ewiglich. Hallelujah! 2. Wir hören noch das Gnadenwort, das Wort vom Heiland immerfort, das uns den Weg zum Leben weist; Gott, sei für solche Gnad gepreist. Hallelujah! 3. Gott! was uns deine Wahrheit lehret, die unsern Glauben stärkt und mehrt, das bringe Frucht, auf daß wir dir lobsingen dankbar für und für. Hallelujah. Dr Johann Olearius, † 1684. 24 Sofia Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 1. ofianna! Davids Sohn kommt in Zion eingezogen; ach, bereitet ihm den Thron, setzt ihm tausend Ehrenbogen; streuet Palmen, machet Bahn, daß er Einzug halten kann! hast; ach, so laß uns unver drossen deinem Scepter dienst bar sein; herrsche du in uns allein! OR 8 5. Hosianna, komme bald die Verheißung zu erfüllen Sollte gleich die Knechtsge stalt deine Majestät verhüllen o, so tennet Zion schon Gottes und auch Davids Sohn. 6. Hosianna, steh uns bei Herr, hilf, laß wohl gelingen, daß wir ohne Heu chelei dir das Herz zum Opfe bringen. Du nimmst feiner Jünger an, der dir nich gehorchen kann. 7. Hosianna, nah un fern! Eile bei uns einzu gehen. Du Gesegneter des Herrn, warum willst d draußen stehen? Hosianno bist du da? Ja, du kommst Hallelujah! 2. Hosianna, sei gegrüßt! Komm, wir gehen dir entgegen; unser Herz ist schon gerüst, will sich dir zu Füßen Mel. Meinen Jesum laß ich nicht B. Schmold, † 1737. legen. Zeuch zu unsern Tho 25 Sieh, dein Köni uns willren ein, du kommen sein! 3. Hosianna Friedefürst, Ehrenkönig, Held im Streite! Alles, was du schaffen wirst, das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, und dein Reich allein beſteht. fommt zu dir Seele, das sind frohe Worte Sprich: mein König, komm zu mir, sieh, ich öffne di die Pforte, zeuch mit deine Was dz Sanftmut ein! findest, das ist dein. 4. Hosianna, lieber Gast, wir sind deine Reichsge: nossen, die du dir erwählet 2. Komm, ich bin dei Eigentum schon seit deiner Wasserbade; komm, dei Evangelium werde mir ei Wor Advent. 13 Von seiner Himmel Thron fommt, Rettung vom Verderben uns Sündern zu erwerben, sein eingeborner Sohn. Fatum in 3. Er kommt zu uns auf Erden in tiefer Niedrigfeit, nimmt auf sich die Beschwerden von unsrer ein und gut! Pilgerzeit, enthält sich seiner 4. Komm in deinem Abendmahl, das du uns zum Heil gegeben, daß wir schon im Erdenthal mit dir als im Himmel leben. Komm, Herr Jesu, leb in mir, und mein Leben sei in dir! Wort der Gnade! Du schickst a dein Wort voran, daß nein König kommen kann. 3. Komm und räume alles aus, was du hasfest, was nich reuet: fomm und reinige Dein Haus, das die Sünde gat entweihet. Mache selbst nit deinem Blut alles wieder ORIES 5. Komm und bring den Geist auch mit, deinen Geist, der dich verkläret, der mich im Gebet vertritt und des Königs Willen lehret, daß ich bis auf jenen Tag: komm, Herr Jesu, rufen mag. Phl. B. Hiller, † 1779. Mel. Aus meines Herzens Grunde zc. 26 heb Grhebt den Herrn, ihr Frommen! Er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zum Heil und Leben selbst seinen Sohn gegeben; durch ihn sind wir erlöst. 2. Erlöft! O welche Liebe hat uns der Herr erzeigt, mit welchem Vatertriebe sein Herz zu uns geneigt! Macht, verleugnet Himmelsfreuden, bis er durch Todesleiden sein großes Werk vollbracht. 4. Er hats vollbracht: o bringet Gott euren Lobgefang! Erlöste Menschen, finget dem Mittler ewig Dank! Wo niemand helfen kann, da hilft er aus Erbarmen, wird Licht und Trost uns Armen: o nehmt ihn gläubig an! 5. Du Freund der Menschenkinder, verwirf uns, Jesu, nicht! Dein Name, Heil der Sünder, ist unsre Zuversicht. Gieb unfren Seelen Ruh; hilf jeden Reiz zu Sünden uns glücklich überwinden; gieb Mut und Kraft dazu! 6. Dich wollen wir er= heben hier und in Ewigkeit, wo uns ein beffres Leben vor deinem Thron erfreut. Dann sind wir ewig dein, und nichts wird uns mehr fehlen, dann werden unsre Seelen vollkommen selig sein. 6. Diterich, † 1797. 14 Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern 2c. Advent. und dir und unfrem Nächfter treu, aufrichtig, ohne Heuche lei, zu denken und zu handeln Zu dir flehn wir; hilf uns Schwachen, daß wir wachen beten, ringen und des Fleisches Luft bezwingen.i er Heiland kommt, 27 lobsinget ihm, dem Herrn, dem alle Seraphim das Heilig, Heilig fingen! Er kommt, der eingeborene Sohn, und steigt von seines Himmels Thron, der Welt das Heil zu bringen. Preis dir, daß wir von den Sünden Rettung finden; höchstes Wesen, durch dich werden wir genesen. 5. Laß uns zu unserem ewgen Heil an dir im wahrei Glauben Teil durch deiner Geist erlangen; auch wenn wir leiden, auf dich sehn im Guten immer weite: gehn, nicht an der Erdhangen, bis wir zu di mit den Frommen ewig fommen, dich erheben und in deinem Reiche leben. 2. Willkommen, Friedefürst und Held, Rat, Vater, Kraft und Heil der Welt! willkommen hier auf Erden! Du fleidest dich in Fleische und Blut, wirst Mensch und 60 willst der Welt zu gut selbst unser Bruder werden. Jad S. Diterich, † 1797. El 193 mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet zc. du, Jeſu, kommst uns Armen 28 Was wär ich ohne dich voll Erbarmen nun entgegen, wandelst unsern Fluch in Segen. 3. Du bringst uns Trost, Zufriedenheit, Heil, Leben, ewge Seligkeit; fei hoch dafür gepriesen! O Herr, wie viel zu schwach sind wir, die Treue zu vergelten dir, die du an uns bewiesen! Von dir, da wir im Verder ben müßten sterben, fommt das Leben. O was fannst du Größres geben! 4. Wir bringen dir ein dankbar Herz, gebeugt durch Buße, Reu und Schmerz, bereit, vor dir zu wandeln, Was würd ich ohne dich nicht sein? Zu Furcht und Angsten auserlesen, stäni ich in weiter Welt allein Nichts wüßt ich sicher, das ich liebte; die Zukunft wär ein dunkler Schlund, unt wenn mein Herz sich tie betrübte, wem that ich meine Sorge fund? 2. Einsam verzehrt von Lieb und Sehnen, erschien mir nächtlich jeder Tag ich folgte nur mit heißen Thränen dem wilden Lauf des Lebens nach; ich fände Unruh im Getümmel und boff Advent. hoffnungslosen Gram zu haus; wer hielte ohne Freund im Himmel, wer hielte da auf Erden aus? 13. Hat Chriſtus sich mir fund gegeben, und bin ich feiner erst gewiß, wie schnell verzehrt ein lichtes Leben die bodenlose Finsternis! Durch ihn erhalt ich tausend Gaben, durch ihn bin ich ja Gottes Kind, gewiß, ihn unter uns zu haben, wo zwei auch nur versammelt sind. 4. O geht hinaus auf allen Wegen und holt die Irrenden herein; streckt jedem eure Hand entgegen und ladet froh sie zu uns ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden, im Glauben schauen wir ihn an. Die eines Glau bens mit uns werden, auch denen ist er aufgethan. 5. Das Herz, des Lebens reichste Quelle, ein böses Wesen wohnte drin; und wards in unserm Geiste helle, so war nur Unruh der Gewinn. Ein eisern Band hielt an der Erde die bebenden Gefangnen fest: Furcht vor des Todes Richterschwerte verschlang der Hoffnung Ueberreſt. 6. Da kam ein Heiland, ein Befreier, ein Menschen sohn voll Lieb und macht und hat ein allbelebend Feuer in unserm Innern angefacht. 761 15 Nun sahn wir erst den Himmel offen als unser wahres Vaterland; wir konnten glauben nun und hoffen und fühlten uns mit Gott ver wandt. 7. Noch steht in wundersamem Glanze der heilige Geliebte hier; gerührt von seinem Dornenkranze und seiner Treue, weinen wir. Ein jeder Mensch ist uns willkommen, der seine Hand mit uns ergreift und, in sein Herz mit aufgenommen, zur Frucht des Paradieses reift. dinge Novalis( Fr. v. Hardenberg), † 1801. totisty T 010 Mel. Wachet auf, ruft uns zc. Herr err, wir singen 290 29 deiner Ehre, erbarm dich unser und erhöre, nimm gnädig unser Loblied an! Herr, wir danken voll Entzücken; wo ist ein Gott, der so beglücken, so lieben und so segnen kann? Der Gott, den wir erhöhn, er, dessen Heil wir sehn, ist die Liebe; schon vor der Zeit, in. Ewigkeit war Gott die Liebe, wird sie sein. 2. Um zu dir uns zu erheben, hauchst du in unsre Brust das Leben und schenkest uns der Erde Glück; um zu dir uns zu erheben, entziehſt du unsrer Brust das Leben und schenkest uns des Himmels Advent. re 16 mels Glüd. Du giebst das Leben, Gott! Du sendest uns den Tod nur zum Segen, bist liebevoll; nur unser Wohl, nicht unser Elend schaffest du! 3. Als wir, von der Sünde Plagen gequält, in unserm Elend lagen und Nacht des Todes uns umfing, fern von deiner Wahrheit Pfade, da war es, Gott, als deine Gnade erbarmend vor uns überging. Da rief der Liebe Blick ins Leben uns zurück; von der Sünde, von ihrer Macht sind wir erwacht, erwacht, um Gottes Licht zu sehn. 4. Preiset ihn, ihr Jubellieder! Zur Erde stieg sein Sohn hernieder, ward Mensch und starb der Sünder Tod. Christus hat den Tod bezwungen; ein neues Lied werd ihm gesungen! Uns jegnet und begnadigt Gott. Wir sind mit ihm versöhnt; ihr Lobgesänge, tönt, tönt zum Himmel! Erschallt schon hier! Einst fnieen wir an ſeinem Thron und beten an. I. J. Eschenburg, † 1829. 30 Dein König kommt in niedern Hüllen fanftmütig auf der Eslin Füllen; empfang ihn froh, Jerusalem! Trag ihm entgegen Friedenspalmen, bestreu den Pfad mit grünen Halmen; so ists dem Herren angenehm. aived and 2. O mächtger Herrscher ohne Heere, gewaltger Kämpfer ohne Speere, a Friedensfürst von großer Macht! Es wollen dir der Erde Herren den Weg zu deinem Throne sperren; doch du du gewinnst ihn ohne Schlacht. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden, doch aller Erden Reiche werden dem, das du gründest, unterthanBewaffnet mit des Glaubens Worten zieht deine Schar nach den vier Orten der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Und wo du kommest hergezogen, da ebnen sich des Meeres Wogen, es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Du kommst, auf den empörten Triften des Lebens neuen Bund zu stiften, und fchlägst in Fessel Sünd und Tod. 5. O Herr von großer Huld und Treue, o fomme du auch jetzt aufs neue zu uns, die wir sind schwer verstört! Not ist es, daß du selbst hienieden kommst, zu erneuern deinen Frieden, da gegen sich die Welt empört. 6. laß dein Licht auf Erden siegen, die Macht der Finster Weihnachten. Finsternis erliegen und lösch Der Zwietracht Glimmen aus, paß wir, die Völker und die III. 31 Es s ist ein Ros ent sprungen aus einer Wurzel zart, als uns Die Alten fungen, von Jesse fam- die Art, und hat ein Blümlein bracht mitten im falten Winter, wohl zu der halben Nacht. 2. Das Röslein, das ich meine, davon Jesaias sagt, hat uns gebracht alleine Marie, die reine Magd. Aus Gottes ewgem Rat hat sie ein Kind geboren, wohl zu der halben Nacht. Aus dem 16. Jahrhundert. eihnachten. 115 Ein Kinderlied auf die Weihnachten vom Kindlein Jesu. 900 17 Thronen, vereint als Brüder wieder wohnen in deines großen Vaters Haus. Fr. Rüdert,+ 1866. om 32 Vom Himmel hoch, da komm ich her, ich bring euch gute neue Mär; der guten Mär bring ich so viel, davon ich fingn und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn, von einer Jung frau auserforn, ein Kinde: lein, so zart und fein, das soll eur Freud und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will euch führn aus aller Not; er will eur Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott, der Vater, hat bereit, daß ihr in seinem Himmelreich mit uns sollt leben allzugleich. 5. So merfet nun das Zeichen recht: die Krippen, Windelein so schlecht, da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 6. Des laßt uns alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat bescheert, mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. Sei uns willkommen, edler Gast, den Sünder nicht verschmähet hast, und kommst ins Elend her zu mir: wie soll ich immer danken dir? 8. Ach, Herr, du Schöpfer aller Ding, wie bist du worden fo 18 so gering, daß bu da liegst auf dürrem Gras, der in dem Schoß des Vaters saß! 9. Und wär die Welt viel mal so weit, mit Edelstein und Gold bereit', so wäre sie doch viel zu klein, um eine Wiege dir zu sein. 10. Der Sammet und die Seiden dein, das müssen Heu und Windeln sein, worin du, König, groß und reich, herprangst, als wärs dein Him: melreich. 11. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir, wie aller Welt Macht, Chr und Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft noch thut. 12. Ach, du herzlieber Jesu mein, mach dir ein Bette fanft und rein, zu ruhn in meines Herzens Schrein, daß ich nimmer vergesse dein; concle 13 Davon ich allzeit fröhlich sei, zu springen, singen immer frei zu Ehren dir, o Gottessohn, mit Herzenslust den süßen Ton. Weihnachten. 14. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen eingen Sohn, des freuet sich der Engel Schar und singet uns solch neues Jahr. 33 Gelo des freuet sich der Engel Schar. Hallelujah! 2. Des ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippen findt; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewge Gut. Hallelujah! 3. Den aller Weltfreis nie beschloß, der liegt in Mariens Schoß; er ist ein Kindlein worden flein, der alle Ding erhält allein. Hallelujah! 4. Das ewge Licht geht da herein, giebt der Welt ein neuen Schein; es leucht wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Hallelujah! 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hie ward und führt uns aus dem Jammerthal, macht Erben uns in seinem Saal. Hallelujah! 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm und uns im Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Hallelujah! 7. Das hat er alles uns gethan, sein groß Lieb zu zeigen an; des freu sich alle Christenheit und dank ihm des in Ewigkeit. Hallelujah! CAN- TE! Luther,+ 1546. Luther, † 1546. Gelobet feift du, 34 Lobt Gott, ihr ChriJesu Christ, daß allzugleich, in du Mensch geboren bist von seinem höchsten Thron, der einer Jungfrau, das ist wahr; heut schleußt auf sein Him melreich Weihnachten. melreich und schenkt uns sei nen Sohn. 2. Er kommt aus feines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein; er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein. spus 3. Der Herr begiebt sich der Gewalt, wird niedrig und gering, nimmt an sich eines Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding. 4. Er wechselt mit uns wunderbar, nimmt Fleisch an, wird uns gleich und beut uns Gottes Klarheit dar in feines Vaters Reich. 5. Er wird ein Knecht und ich ein Herr, das mag ein Wechsel sein! Wie könnte doch sein freundlicher das liebe Christkindlein! 6. Heut schleußt er wieder auf die Thür zum schönen Paradeis; der Cherub steht nicht mehr dafür, Gott sei Lob, Ehr und Preis! N Hermann, † 1561. Hadista o Tröhlich soll mein 35 Herze springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören alle Luft jauchzt und ruft: Christus ist geboren! 19 Kind, das verbindt sich mit unserm Blute. THE HO 3. Sollt uns Gott mun können hassen, der uns giebt, was er liebt über alle Maßen? Gott giebt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 4. Nun, er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: lasset fahren, lieben Brüder, was euch quält, was euch) fehlt; ich bring alles wieder. 5. Ei, so fommet ohn Verweilen, stellt euch ein, groß und klein, laßt uns zu ihm eilen! Liebt den, der vor Liebe brennet, schaut den Stern, der uns gern Licht und Labsal gönnet. 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir, Mensch, zu gute; Gottes 6. Die ihr schwebt in großen Leiden, sehet hier ist die Thür zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. 7. Wer sich fühlt beschwert im Herzen, wer empfindt seine Sünd und Gewissensschmer zen, sei getrost: hier wird gefunden, der in Eil machet heil auch die tiefsten Wunden. 8. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände! Hier sind alle guten Gaben und das Gold, dran ihr sollt eure Herzen laben. Weihnachten. 20 9. Süßes Heil! laß dich umfangen, laß mich dir, meine Zier, unverrüdt anhangen! Du bist meines Lebens Leben, nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 10. Ich will dich mit Fleiß bewahren, ich will dir leben hier und mit dir heimfahren; mit dir will ich endlich schweben voller Freud, ohne Zeit dort im andern Leben. P. Gerhardt, † 1676. alle Himmel dein; du liegst an einer Menschenbrust und bist doch aller Engel Lust. Hallelujah! Di Jepa 6. Du bist der Ursprung aller Freud und duldest so viel Herzeleid; du bist der größte Menschenfreund, doch sind dir so viel Menschen feind. Hallelujah! 7. Jch aber, dein geringster Knecht, ich sag es frei und mein es recht: ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich dich gerne lieben will. HalleMel. Erschienen ist der herrlich Tag 2c. 36 Wir fingen dir, Im- lujah! manuel, du Lebensfürst und Gnadenquell, daß du, o lang gewünschter Gast, dich nunmehr eingestellet hast. Hallelujah! 8. Der Will ist da, die Kraft ist klein; doch wird dir nicht zuwider sein mein armes Herz, und was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an. Hallelujah! VERBA GRUDIT 2. Vom Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht; dich hat gehofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schar. Hallelujah! 9. Darum hab ich so guten Mut, du wirst auch halten mich für gut; o Jesu Christ, dein frommer Sinn macht, daß ich so voll Trostes bin. 3. Ach, daß der Herr aus Hallelujah! its timunt Zion käm und unsre Bande 10. Und bin ich gleich der von uns nähm! Ach, daß die Hilfe bräch herein, so würde dein Volk fröhlich sein. Hallelujah! ng for 10119 Sünde voll, hab ich gelebt nicht, wie ich soll, so kommst du doch deswegen her, daß sich der Sünder zu dir fehr. Hallelujah! 4. Nun, du bist hier, da liegeſt du, hältst in dem Kripplein deine Ruh, bist klein und machst doch alles groß, bekleidst die Welt und kommst doch bloß. Hallelujah! 5. Du fehrst in fremde Hausung ein, und sind doch 097 11. So faß ich dich nun ohne Scheu; du machst mich alles Jammers frei; du trägſt die Schuld, erwürgst den Tod, verkehrst in Freud all Angst und Not. Hallelujah! 12. Du bist mein Haupt, bin Weihnachten. 21 hinwiederum bin ich dein satt mich sehen, und weil Glied und Eigentum und ich nun nicht weiter fann, will, soviel dein Geist mir so preis ich, was geschehen. giebt, stets dienen dir, wie O daß mein Sinn ein Abdirs beliebt. Hallelujah! grund wär und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte faffen! 13. Ich will dein Halle Lujah hier mit Freuden singen für und für, und dort in deinem Ehrensaal solls schallen ohne Zeit und Zahl. Hallelujah!. Gerhardt, † 1676. out inst en pohd 5. Wenn oft mein Herz vor Leide meint und feinen Trost kann finden, da ruft ich bin dein mirs zu: Freund, ein Tilger deiner Mel. Nun freut euch, lieben Sünden; was trauerst du, Christen 2c. bodo Bruder mein? Du sollst base 37 ch steh an deiner ja guter Dinge sein, ich zahle Krippe o du mein Leben! Ich stehe, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin, und laß dirs wohl gefallen! 2. Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erforen; eh ich noch war ans Licht gebracht, da hat dein Herze schon bedacht, wie du mein wollest werden. 3. Ich lag in tiefer Todes: nacht, du wurdeft meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht, wie schön sind deine Strahlen! 4. Ich sehe dich mit Freuden an und kann nicht 6. Du frageft nicht nach Lust der Welt, noch nach des Leibes Freuden; du hast dich bei uns eingestellt, an unsrer Statt zu leiden; suchst meiner Seele Trost und Freud durch dein selbsteignes Herzeleid; das will ich dir nicht wehren. 7. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen: daß ich dich möge für und für in meinem Herzen tragen. So laß mich deine Wohnung sein, komm, komm und kehre bei mir ein mit allen deinen Freuden! 8. 3war sollt ich denken, wie gering ich dich bewirten werde; du bist ein Schöpfer aller Ding, ich bin nur Staub und Erde; doch bist du ein so lieber Gast, daß du noch nie verschmähet haft den, der dich gerne fiehet. Gerhardt, † 1676. 22 Weihnachten. Mel. O daß ich tausend Zungen zc. Lichte wandeln soll und sei 38 Dies ist die Nacht, des Weihnachtsglanzes voll. mir. F. Nachtenhöfer, † 1685.p des großen Gottes Freundlichkeit. Das Kind, dem alle Mel. Lobe den Herren, den 2c. Engel bienen, bringt Licht 39 auchzet, ihr Himmel, frohlocket, Engel, in Chören! Singet dem Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren! Sehet doch da, Gott will so freundlich und nah zu den Verlornen sich kehren. in und dieses Welt- und Himmels licht weicht hunderttausend Sonnen nicht. Jist 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gnadenschein! Der Glanz in dieser kleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein; er treibet weg der Höllen Macht, der Sünden und des Todes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der flaren Seligkeit. Wenn Sonne, Mond und Stern vergehen dereinst am Ende dieser Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein Alles sein. 4. Laß nur indeffen helle scheinen dein Glaubens- und dein Liebeslicht; mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht; willst du genießen diesen Schein, so darfst du nicht mehr dunkel sein. 5. Drum, Jesu, schöne Weihnachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst; dein Licht sei meine Weihnachtswonne und lehre mich die Weihnachtskunst, wie ich im 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Erden! Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden. Friede und Freud wird uns verkündiget heut; freuet euch, Hirten und Herden! 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste geneiget! Sehet die Liebe, die ganz sich als Liebe mun zeiget! Sie wird ein Kind, träget und tilget die Sünd; alles anbetet und schweiget. 4. Gott ist im Fleische! wer fann dies Geheimnis verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen. Gehet hinein, eins mit dem Kinde zu sein, die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? Du willst dich selber, dein Herze voll Liebe mir Weihnachten. mir schenken; sollt nicht mein Sinn innigft sich freuen darin und sich in Demut versenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde, du sollst es sein, den ich erwähle allein; ewig entfag ich der Sünde. 7. Treuer Immanuel, werd auch in mir noch ge boren; fomm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger verloren! Wohne in mir, mache ganz eins mich mit dir, in dir zum Leben erforen! 8. Menschenfreund, Jesu, dich lieb ich, dich will ich erheben, laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nun leben! gieb mir auch bald, Jesu, die Kindesgestalt, völlig mich dir zu ergeben! G. Terstegen, † 1769. Mel. Vom Himmel hoch zc. 40 Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht; ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völfer haben den geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward, da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 23 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmſt selbst an unsrer Menschheit teil, erscheinst im Fleisch zu unserm Heil.iolo 15. Dein König, Zion, kommt zu dir. ,, Ich komm, im Buche steht von mir; Gott, deinen Willen thu ich gern." Gelobt sei, der da kommt im Herrn! s0 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedensfürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott, mein Heiland, bet ich an! 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Durch Eines Sünde fiel ists, die Welt, Ein Mittler der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, der in des Vaters Schoße sigt. 9. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt, und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 24 10. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht; ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist.. Chr. F. Gellert, † 1769. Weihnachten. Mel. Kommt her zu mir zc. Mel. Lobe den Herren, den 2c. 41 Brich an, du schönes 42 Ghre sei Gott in der Morgenlicht! Das ist der alte Morgen nicht, der täglich wiederkehret; es ist ein Leuchten aus der Fern, es ist ein Schimmer, ist ein Stern, von dem ich längst gehöret. si Höhe! der Herr ist geboren! Laßt uns ihm fingen, o Christen; auch wir sind erforen, sein uns zu freun und durch ihn selig zu sein; Christen, wir sind nicht verloren. 2. Nun wird ein König aller Welt von Ewigkeit zum Heil bestellt, ein zartes Kind geboren; der Teufel hat sein altes Recht am ganzen menschlichen Geschlecht verspielt und schon verloren. 3. Der Himmel ist jetzt nimmer weit, es naht die felge Gotteszeit der Freiheit und der Liebe; wohlauf, du frohe Christenheit, daß jeder sich nach langem Streit in Friedenswerfen übe. 4. Ein ewig festes Liebesband hält jedes Haus und jedes Land und alle Welt umfangen; wir alle sind ein heilger Stamm, der Löwe spielet mit dem Lamm, das Kind am Nest der Schlangen. der Krippe liegt ein Kind mit lächelnder Geberde. Wir preisen dich du Sternenheld! Willkommen, Heiland aller Welt! Willkommen auf der Erde! M. v. Schenkendorf, † 1817. 5. Wer ist noch, welcher sorgt und sinnt? Hier in 2. Schatten und Dunkel bedecken den Erdkreis; es irrten Völker umher, wie die Herden, verlassen vom Hirten. Jesus erschien, Nächte verschwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. 3. Menschen, berufen, durch Liebe die Gottheit zu ehren, folgten der Zwietracht und haßten sich vor den Altären. Jesus erschien, und es ward Friede durch ihn; finget es laut ihm zu Ehren¡ 4. Ehre sei Gott in der Höhe! Ein ewiges Leben hat er durch ihn, den Geliebten, uns allen gegeben. Bis in das Grab stieg er vom Himmel herab, einst uns zum Himmel zu heben. 5. Selige Aussicht! Wie werd ich im Lichte der Höhe, Retter, Weihnachten. Retter, dich preisen, wenn dort ich dich verherrlicht sehe! Danket schon hier, Christen, o dankt ihm mit mir: Ehre sei Gott in der Höhe! A. H. Niemeyer, † 1827. Mel. Herr Gott, dich loben alle wir 2c. 43 Inlet Lobgesang! Er, dem das Lied der Engel flang, der hohe Freudentag ist da; lobsinget ihm: Hallelujah! 2. Vom Himmel kam in dunkler Nacht, der uns das Lebenslicht gebracht; nun leuchtet uns ein milder Strahl wie Morgenrot im dunklen Thal. i 3. Er kam, des Vaters Ebenbild, von schlichtem Pilgerkleid umhüllt, und führet uns mit sanfter Hand, ein treuer Hirt, ins Vaterland. 4. Er, der jetzt bei dem Vater thront, hat unter uns, ein Mensch, gewohnt, damit auch wir ihm werden gleich auf Erden und im Himmel reich. 5. Einst führet er zur Himmelsbahn uns, seine Brüder, auch hinan und wandelt unser Pilgerkleid in Sternenglanz und Herrlich feit. 6. Empor zu Gott, mein Lobgesang! Er, dem der 25 Engel Lied erklang, der hohe Freudentag ist da; ihr Christen, singt Hallelujah! F. A. Krummacher, † 1845. Mel. Valet will ich dir gebent 2c. 44 Erfüllt find Stund und Zeiten, der neue Tag bricht an; das Licht tritt die Siegesbahn; zur Mitternacht verschwiegen hat es sich ein gestellt; die Engel Gottes fliegen und rufens in die Welt. como materia 2. Hier liegts im Mutterschoße und ist noch schwach und klein; nur zu geringem Lose scheint es bestimmt zu sein, als sollt es sich verlieren in tiefer Dunkelheit, und doch soll es regieren die Welt in Herrlichkeit. 3. Es muß vor diesem Lichte der Erde Glanz vergehn, vor diesem Angesichte die Sonne finster stehn. Sein still verborgnes Wesen hat eine solche Macht, daß Kranke drin genesen und Totes neu erwacht. 4. Es freuen sich die Armen, die Müden in dem Schein; es ladet voll Er barmen die Schwachen zu sich ein. Die Stolzen nur erquicken sich nicht an seinem Strahl; nur den verkehrten Blicken ist dieses Licht zur Qual. 26 5. O Licht, laß uns hie nieden als deine Kinder stehn, bis wir dereinst in Frieden den höhern Aufgang sehn! O Jesu, Stern der Gnade, des Vaters Glanz und Zier, o leucht auf unsre Pfade, damit sie gehn zu dir. tis Chr R. Puchta, † 1858. shopen 190/11 Mel. Aus meines Herzens Grunde ic. 45 Der er heilge Christ ist kommen, der teure Gottessohn; des freun fich alle Frommen am höchsten Himmelsthron. Auch was auf Erden ist, soll preisen hoch und loben mit allen Engeln droben den lieben heilgen Christ. 2. Das Licht ist aufgegangen, die lange Nacht ist hin; die Sünde liegt geWeihnachten. fangen, erlöst ist Herz und Sinn. Die Sündenangst ist weg, der Glaube geht zum Himmel nun aus dem Weltgetümmel auf einem sichern Steg.poprodala 3. Nun sind nicht mehr die Kinder verwaist und vaterlos; Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gnadenschoß, er will, daß alle, rein von ihren alten Schulden, vertrauend seinen Hulden, gehn in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und preifet, ihr Seelen fern und nah! Der euch den Vater weiset, der heilge Christ ist da; er ruft so freundlich drein mit süßen Liebesworten: Ge öffnet sind die Pforten, ihr Kinder, kommt herein! E. M. Arndt, † 1860. 31 IV. Jahreswechſel. 46 Mel. Herr Jesu Christ, dich zc. as alte Jahr vergangen ist; wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du in Not uns und Gefahr behütet hast lang Zeit und Jahr. 4. Hilf, daß wir fliehn 2. Wir bitten dich, den die Sündenbahn und fromm ewgen Sohn des Vaters in zu werden fangen an; der dem höchsten Thron: du Sünd im alten nicht gedent, wollst dein arme Christenheit ein gnadenreich neu Jahr uns bewahren ferner allezeit Univ.- Bibl. schenk! Giessen 3. Entzeuch uns nicht dein heilsam Wort, der Seelen höchsten Trost und Hort; von Irrlehr und Abgötterei behüt uns, Herr, und steh uns bei! Jahreswechsel. 27 5. Hilf christlich leben tetiglich, in dir einst sterben eliglich und darnach fröhlich auferstehn und mit dir in den Himmel gehn. den bemühe, dich zu preisen mehr und mehr. Laß mein Bitten, Flehn und Singen zu dir in den Himmel dringen. dad sa 5. Laß dies sein ein Jahr 6. Zu loben und zu preisen der Gnade, laß bereun mich dich mit allen Engeln ewig- meine Sünd; hilf, daß fie lich. Jesu, unsern Glau- mir nimmer schade und ich ben mehr zu deines Namens bald Verzeihung find, Herr, Lob und Ehr.) radio in dir; denn du, mein Leben, Von 3. Steuerkein und 3. Tapp, kannst die Sünd allein verdum 1620. also geben. 6. Tröste mich mit deiner Hend Mel. Herr, ich habe miß Liebe, nimm, o Gott, mein bgehandelt 2c. Flehen hin, sieh, wie sehr ich 47 Silf, Herr Jefu, laß mich betrübe, ja voll Angit und Zagen bin. Stärke mich in meinen Nöten, daß mich Sünd und Tod nicht töten. gelingen, hilf, das neue Jahr geht an; laß es neue Kräfte bringen, daß aufs neu ich wandeln kann. Neues Glück und nenes Leben wollest du aus Gnaden geben. 7. Herr, du wollest Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig sei, und ich christlich fönne leben, sonder Trug und Heuchelei, daß ich noch allhier auf Erden fromm und selig möge werden. durch dich geraten und ganginnen, Jefu, bleibe ſtets bei 8. Jesu, richte mein Beglücklich gehen fort. Kraft laß mich erfüllen, zu verrichten deinen Willen. 2. Meiner Hände Werk und Thaten, meiner Zunge Red und Wort müssen nur mir; Jesu, zähme mir die Sinnen, Jesu, sei nur mein Begier; Jesu, sei mir in Gedanken, Jesu, lasse nie mich wanten. 2 ad pro 9. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr; trage stets mich auf den Händen, halte bei mir in Gefahr. Freudig will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlassen.spo Joh. Rist, † 1667. 3. Was ich dichte, was ich mache, das gescheh in dir allein; wenn ich schlafe, wenn ich wache, wollest du, Herr, bei mir sein; geh ich aus, wollst du mich leiten, fehr ich heim, steh mir zur Seiten. 12031) son 4. Laß mich beugen meine Kniee nur zu deines Namens Ehr; hilf, daß ich mich stets 28 Met. Nun laßt unsGott, dem Herren: c. 48 Nun laßt uns gehn und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von zum andern, wir leben und gedeihen vom alten bis zum u neuen. baud 3. Denn wie von treuen Müttern in schweren Unge wittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden: midi gas 4. Also auch und nicht minder läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Not und Trübsal blißen, in seinem Schoße sigen. Hi Jahreswechsel. 5. Ach, Hüter unsers Lebens, fürwahr es ist vergebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein Augen machen. 6. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue; 2ob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden! 7. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden, ein Brunnen unsrer Freuden. 8. Gieb uns und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 9. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern We gen, Laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen! 10. Sei der Verlaffnen Vater, der Irrenden Be rater, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe! 11. Hilf gnädig allen Kranten, gieb fröhliche Ge danken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermut quälen! 3000 12. Und endlich, was das meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe! 13. Das alles wollst du geben, o unfres Lebens Leben, uns und der Christenschare zum selgen neuen Jahre! P. Gerhardt, † 1676. Mel. Wie nach einer Wasserquelle 2c. bermals ein Jahr 49 Ab verflossen näher zu der Ewigkeit! Wie ein Pfeil wird abgeschossen, so vergehet meine meine Zeit, Zeit, o Jehovah Zebaoth! unveränderlicher Gott! Ach, was soll, was soll ich bringen, deiner Langmut Dank zu singen? 2. Ich erschrecke, mächtig Wesen! Ich versink in Angst und Not; denn mein Beten, Singen, Jahreswechsel. Singen, Lesen, ach, das ist so träg und tot. Heilig! Heilig! Heiliger! Großer Seraphinen- Herr! Wehe mir! ich muß vergehen; denn wer fann vor dir bestehen? 3. Aber du bist auch sanftmütig, o getreues Vaterherz! In dem Bürgen bist du gütig, der gefühlt des Todes Schmerz. Steh ich nicht in deiner Hand eingezeichnet als ein Pfand, das du ewig willst bewahren vor des bösen Feindes Scharen. 4. Auf, mein Herz, gieb dich nun wieder ganz dem Friedensfürsten dar! Opfre dem des Dankes Lieder, welcher frönet Tag und Fahr. Fang ein neues Leben an, das zum Ziel dich führen kann, wo du durch ein selig Sterben wirst die Himmels frvn ererben. 5. Soll ich denn in dieser Hütten mich ein Zeit lang plagen noch, so wirst du mich überschütten mit Ge duld, das weiß ich doch. Trag auf deinem Herzen mich, Jesu Christe, dir will ich heut von neuem mich verschreiben, dir auf ewig treu zu bleiben. 6. An dem Abend und dem Morgen, Gott, mein Rat, besuche mich! Laß der Heiden Nahrungssorgen nimmer scheiden mich und dich! 29 Prüf mich jeden Augenblick, gieb, daß ich mein Haus beschick, daß ich wache, bet und flehe, ehe denn ich schnell vergehe. I. Neander, † 1680. Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. 50 Durch Trauern und durch Plagen, durch Not, durch Angst und Bein, durch Hoffnung und durch Klagen, durch Sorgen groß und klein bin ich, Gott Lob, gedrungen, dies Jahr ist nun dahin: dir, Gott, fei Lob gesungen! Bewegt ist Herz und Sinn. 1501 2. Der du mich hast erbauet, in dir beſteht mein Heil: dir ist mein Glück vermein Teil. Du hast mich trauet, du bist und bleibst wohl erhalten, du bist mein Trost und Hort; dich laß ich ferner walten; Herr, führ mich fort und fort. 3. Mein Gott, o meine Liebe, was du willst, will auch ich; gieb, daß ich nichts verübe, was irgend wider dich; dir ist mein Will ergeben, ja, er ist nicht mehr mein, dieweil mein ganzes Leben dein eigen wünscht zu sein. 4. Nach dir soll ich mich schicken, und, Herr, ich wills auch thun. Soll mich die Armut drücken? Ich will dabei beruhn. Soll mich Verfolgung plagen? Ja, Herr, Jahreswechsel. 30 Herr, befiehl du mir! Soll ich Verachtung tragen? Ach, ich gehorch auch hier. 5. Soll ich verlassen leben? Herr Gott, dein Wille gilt. Soll ich in Nengsten schweben? Mein Heiland, wie du willt. Soll ich denn Krankheit leiden? Ich will gehorsam sein. Soll ich von hinnen scheiden? Herr, dein Will ist auch mein. 6. Heut ist das Jahr be schlossen; Herr deine Gnade ſei heut auf mich neu ergossen, mein Herze werd auch neu. Laß ich die alten Sün den, so werd ich. Gott, bei dir auch neuen Segen finden, dein Wort verspricht es mir. 171 G. W Sacer, † 1699. es uns zu teil, wird sich täglich bei uns mehren, auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. 4. Unsre Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen; geht uns dieser Leitstern für, so wird alles wohl bestehen, und durch seinen Gnadenschein alles voller Segen sein. 5. Alle Sorgen, alles Leid soll sein Name uns versüßen, so wird alle Bitterfeit uns ein Segen werden müſſen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, welcher allen Kummer stillt. 6. Jesus, aller Bürger Heil, unserm Ort ein Gnadenzeichen, unsres Landes bestes Teil, dem kein Kleinod zu vergleichen, Jesus unser Schutz und Hort, bleib uns Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 2. 51 Jefus foll die Lofung Losung fort und fort.s B Schmold, † 1737. sein, da neues Jahr erschienen: Jesu Name soll allein denen zum Mel. Es ist das Heil uns c. Paniere dienen, die in ſeinem 52 Gott ruft der Sonn den Bunde auf seinen Wegen gehn. 2. Jesu Name, Jesu Wort soll in der Gemeinde schallen, und so oft wir an den Ort, der nach ihm genannt ist, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligtum. 3 Sein Verfühnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren; also wird Mond. das Jahr danach zu teilen; er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen, er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Breis und Dant erteilen! 2. Herr, der da ist und der da war! Von danterfüllten Zungen sei dir für das Jahreswechsel. das verflossne Jahr ein heilig Lied gesungen, für Le ben, Wohlfahrt, Trost und Rat, für Fried und Ruh, für jede That, die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies Jahr ge fegnet sein, das du uns neu gegeben, verleih uns Kraft die Kraft ist dein-, in deiner Furcht zu leben! Du schüßest uns, und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Hilf deinem Volke vä31 terlich in diesem Jahre wieder, erbarme der Verlaffnen dich und der bedrängten Glieder; gieb Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rat auf unsern Fürsten nieder. 5. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle throne, daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu und Liebe bei uns sei: dies, lieber Vater, dies verleih in Christo, deinem Sohne! Chr. F. Gellert, † 1769. V. Darstellung und Erscheinung Jesu Christi. Mel Under Herrscher. unser König. 2c Merde Licht, du 53 Wer Stadt der Hei: den, und du, Salem, werde Licht; schaue, welch ein Glanz mit Freuden über deinem Haupt anbricht! Gott hat derer nicht vergessen, die im Finstern sind gesessen. 2. Dunkelheit, die mußte weichen, als dies Licht kam in die Welt, dem fein andres zu vergleichen, welches alle Ding erhält. Die nach diesem Glanze sehen, dürfen nicht im Finstern gehen. 3. Ach, wie waren wir verblendet, ehe noch dies Licht brach an! Ja, da hatte sich gewendet fich gewendet schier vom Himmel jedermann; unsre Augen und Geberden hingen einzig an der Erden. 4. Gottes Rat war uns verborgen, seine Gnade schien uns nicht, Klein und Große mußten sorgen, jedem fehlt es an dem Licht, das zunt P rechten Himmelsteben seinen Glanz uns sollte geben. 5. Aber wie hervorge gangen ist der Aufgang aus der Höh, haben wir das Licht empfangen, welches so viel Angst und Weh aus der Welt hinweggetrieben, daß nichts Tunkles ist geblieben. 32 Darstellung und Erscheinung Jesu Christi. suchen mit Begier, nach Simeons Erempel, dich, Gottes Sohn, allhier. stel 6. Dieses Licht läßt uns nicht wanten in der rechten Glaubensbahn. Ewig, Herr, will ich dir danken, daß du hast so wohl gethant und uns diesen Schaß ge schenket, der zu deinem Reich uns lenfet.o.m 2. Du wirst von uns gefunden, o Herr, an jedem Ort, dahin du dich verbun den durch dein Verheißungs: wort; vergönnst noch heutzutage, daß man dich gleicherweis auf Glaubensarmen trage, wie hier der fromme Greis. 3. APAC 7. Gieb, Herr Jesu, Kraft und Stärke, daß wir dir zu jeder Zeit durch der Liebe Glaubenswerte folgen in Gerechtigkeit und hernach im Freudenleben heller als die Sterne schweben. 8. Dein Erscheinen müß erfüllen mein Gemüt in aller Not; dein Erscheinen müsse stillen meine Seel auch gar im Tod; Herr, in Freuden und im Weinen müsse mir dein Licht er: scheinen! 9. Jesu, laß mich endlich gehen freudig aus der bösen Welt, dein so helles Licht zu sehen, das mir dort schon ist bestellt, wo wir sollen unter Kronen in der schön sten Klarheit wohnen. Joh. Rist,+ 1667. Mel. Valet will ich dir geben zc. 54 Her err Jesu, Licht der Heiden, der From: men Schatz und Lieb! Wir kommen jetzt mit Freuden durch deines Geistes Trieb in diesem deinem Tempel und 3. Sei unser Glanz in Wonne, ein helles Licht in Bein, in Schrecken unfre Sonne, im Kreuz ein Gnadenschein, in Zagheit Glut und Feuer, in Not ein Freudenstrahl, in Banden ein Befreier, ein Stern in Todesqual! 4. Herr, laß auch uns gelingen, daß einst, wie Simeon, ein jeder Christ kann singen den schönen Schwanenton: mir werden nun mit Frieden die Augen zugedrückt, nachdem ich schon hienieden den Heiland hab erblickt. 5. Ja, ja, ich hab im Glauben, mein Jesu, dich geschaut; kein Feind kann dich mir rauben, dräut er auch noch so laut. Ich wohn in deinem Herzen, und in dem meinen du; uns scheiden keine Schmerzen, kein Angst, kein Tod dazu. Joh Frand, † 1677. Darstellung und Erscheinung Jesu Chrifti. 33 Mel. Lobt Gott, ihr Christen all mit der Engel Schar: ,, Hier zugleich 2c. Hoist Immanuel!" s 55 Auf, Seele, auf und fäume nicht! Es bricht das Licht herfür; der Wunderstern giebt dir Bericht, der Held sei vor der Thür. 2. Geh aus von deinem Vaterland, zu suchen solchen Herrn, laß deine Augen sein gewandt auf diesen Morgenstern! 3. Gieb acht auf diefen hellen Schein, der aufge gangen ist; er führet dich zum Kind hinein, das heißet Jesu Christ. 9. Hier ist das Ziel, hier ist der Ort, wo man zum Leben geht; hier ist des Pas radieses Pfort, die wieder offen steht.deinst 10. Hier fallen alle Sorgen hin, zur Luft wird alle Pein; es wird erfreuet Herz und Sinn; denn Gott ist wieder dein. 20 11. Der zeigt dir einen andern Weg, als du rorher gekannt: den stillen Ruhund Friedenssteg zum ewgen Vaterland. m. Müller, † 1704. 1658 Cariery Er ist der Held aus Davids Stamm, der alle 56, der aus Jakob Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 1. Cefu, großer WunderFeinde schlägt; er ist das teure Gotteslamm, das unsre Sünde trägt. 5. Drum mache dich behende auf, befreit von aller Last, und laß nicht ab von deinem Lauf, bis du dies Kindlein haft. ist erschienen, meine Seele will so gern dir an deinem Feste dienen; nimm doch, nimm doch gnädig an, was ich Armer schenken fann. 6. Halt dich im Glauben an das Wort, das fest. ist und gewiß; das führet dich zum Lichte fort aus aller Finsternis.lt Grillitoo 7. Drum sinke nur vor seinem Glanz in tiefste De: mut ein, und laß dein Herz erleuchten ganz von solchem Freudenschein! 8. Gieb dich ihm selbst zum Opfer dar mit Geist und Leib und Seel und singe 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, wie ichs von dir selber habe und damit beschenfet bin, so ist dirs die liebste Gabe; laß es auch bewährt und rein in dem Trübsalsfeuer sein! 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß denselben zu dir dringen; Herz und Lippen sollen stets ihn als Opfer vor dich bringen; wenn ich bete, nimm es auf, und sprich Ja und Amen drauf! tutole 2 34 Darstellung und Erscheinung Jesu Christi. 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu; ach, mich schmerzet meine Sünde! Aber du bist fromm und treu, daß ich Trost und Gnade finde und nun fröhlich sprechen kann: Jefus nimmt mein Opfer an. E. Neumeister, † 1756. on an id 3. Wer dich begehret, Gottes Sohn, vom Geist erwedt, wie Simeon, zu seinem Heil zu haben, Gott fürchtet, sich der Welt entwöhnt, aus ihr sich nach dem Himmel sehnt, der opfert rechte Gaben. ods ShisG 0912 Un tule 2 Mel. Rommt her zu mir zc. JORIG JATOG TISIA 57 Woblauf mein Herz, verlaß die Welt, dem, der für dich sich dar: gestellt, nun dich auch darzustellen! Er ist das Licht, drum sei gewiß, er wird auch deine Finsternis durch seinen Glanz erhellen. Mads 4. Wer auf die Treue Gottes baut, im Glauben seinen Heiland schaut, der kann im Frieden fahren. Der Heiland hält, was er verspricht, er wird sich ihm in seinem Licht dort herrlich offenbaren. nu And wis mild's 58 Lamm Gottes unschuldig, am Stamm des Kreuzes ge schlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du warest verachtet; all Sünd haft du getragen, sonst müßten wir verzagen; erbarm dich unser, • Jesu! 5. Herr, mache mich gerecht und rein, Herr, laß mich stets voll Glaubens sein, mich stets im Geiste leben, bis du auch mich, wenn dirs gefällt, im Frieden wirst aus dieser Welt zu deiner Wonn er heben. isd nahi insdsp of 2. Ach, du sollst ihm ein Tempel sein! Er selbst macht dich von Sünden rein und hat Lust hier zu wohnen. Doch, finstres Herz, auf, werde Licht! Denn Jesus wohnt in Herzen nicht, die noch der Lüste schonen. im odi pils) tod ad omul These stoon VI. Paffion. nach Laurenti( 1722) von J. A. 19 Schlegel, † 1793. si mai thi flod a pitied de donariad um ofod nobist ng bisa annend 2. O Lamm Gottes unschuldig, am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du wareft verachtet;/ all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir zagen; erbarm dich unser, o Jesu! ver inde ise parPassion. m pulfo 35 3. O Lamm Gottes un4. Ja, für alles, das schuldig, am Stamm des mich fränket, mir dein Leiden Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du warest verachtet; all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen; gieb deinen Frieden, o Jesu! N. v. Hof,+ 1541. sid urn 390 Hilfe schafft; wenn mein Herz hinein sich senket, schöpf ich Deines neue Lebenstraft. Trostes Süßigkeit wendet mir das bittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du bift für mich geſtorben. su nollis nolu 5. Auf dich seß ich all Mel. Wie nach einer Wasser mein Hoffen, du bist meine the queller zc.ist Zuversicht; dein Tod hat 59 delesu, deine tiefen den Tod getroffen, daß er Wunden, deine mich fann töten nicht. Daß Qual und bittrer Tod geben ich an dir habe teil, bringet mir zu allen Stunden Trost Trost mir, Schutz und Heil; in Leibs- und Seelennot; deine Gnade wird mir geben fällt mir etwas Arges ein, Auferstehung, im Licht und dent ich bald an deine Bein, Leben. die verleidet meinem Herzen, mit der Sünde je zu scherzen. 12. Will sich dann in Lüften weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so gedenk ich an dein Leiden: bald wird alles wieder gut. Sebet der Versucher mir heftig zu, halt ich ihm für deine Gnad und Gnaden6. Hab ich dich in meinem Herzen, du Brunns aller Gütigkeit, so empfind ich feine Schmerzen auch im legten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich, kein Feind kann verleben mich; wer vertraut auf deine Wunden, der hat selig überwunden. 3. Heermann,+ 1647. zeichen: bald muß er von Do dannen weichen. 3. Will die Welt mein Herz verführen auf die breite Sündenbahn, wo so viele sich verlieren, alsdann schau ich emsig an deiner Marter Zentnerlast, die du ausgestanden hast; so kann ich in Andacht bleiben, alle böse Lust vertreiben. ry 60 Herzliebster Jefu, was hast du verbrochen, daß man ein solch scharf Urteil hat gesprochen? Was ist die Schuld? In was für Missethaten biſt du geraten? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, ins Angesicht geschlagen und verböhnet, 2* 36 höhnet, du wirst mit Essig und mit Gall getränket, ans Kreuz gehenfet. Passion. 3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen; ich, o Herr Jesu, habe dies verschuldet, was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe: der gute Hirte leidet für die Schafe, die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte. 5. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich ge bracht auf diese Marterstraße; ich lebte mit der Welt mit Lust und Freuden, und du mußt leiden. 6. Ach, großer König, groß zu allen Zeiten, wie fann ich gnugsam solche Treu Kein Menschenherz vermag es auszudenken, was dir zu schenfen. e ausbreiten? 7. Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, womit doch dein Erbarmen zu vergleichen; wie kann ich dir denn deine Liebesthaten im Werk erstatten. 8. Doch ist noch etwas, 8. was dir angenehme: wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, daß sie aufs neue nicht mein Herz entzünden mit alten Sünden. 9. Weil aber es nicht steht in eignen Kräften, fest die Begierden an das Kreuz zu heften, so gieb mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 10. Dann werd ich dir zu Ehren alles wagen, fein Kreuz mehr achten, feine Schmach und Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen. 11. Dies alles, obs für schlecht zwar ist zu schäßen, bei feite setzen, in Gnaden wirst du es doch nicht gar wirst du dies von mir annehmen, mich nicht beschämen. 12. Wenn dort, Herr deinem vor Jesu, wird Throne auf meinem Haupte stehn die Ehrenkrone, da will ich dir, wenn alles wird wohl flingen, Lob und Dank singen. nd140 thin 3. Heermann,+ 1647. Mel. Wie nach einer Wasserquelle 2c. 61 Der am Kreuz ist meine Liebe, meine Lieb ist Jesus Christ! Weg, ihr argen Sündentriebe, Welt und Fleisch mit eurer List! Eure Lieb ist nicht von Gott, eure Lieb ist gar der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. Passion. 37 nila. 2. Der am Kreuz ist 62 Wenn mich mein meine Liebe! Frevler, was befremdets dich, daß ich mich im Glauben übe? Jesus gab sich selbst für mich. So ward er mein Friedeschild, aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe.hu ber 4. Der am Kreuz ist meine Liebe! Keine Not, wie hart und groß, Hunger, Blöße, Geißelhiebe, nichts macht mich von Jesus los; nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstentum. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe! Sünde, du besiegst mich nicht. Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich ging ins Gericht! Kreuzigt ich nicht Gottes d Sohn? Spräch ich seinem Blut nicht Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe! Komm, Tod, komm, mein bester Freund! Wenn ich wie ein Staub zerstiebe, wird mein Jesus mir vereint. Da, da schau ich Gottes Lamm, meiner Seele Bräutigam. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. Sünden o mein Herr Jesu Christ, so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben bist und alle meine Sündenlast am Stamm des heilgen Kreuzes auf dich genommen hast. 1668, 2. Wunder ohne Maßen, wenn mans betrachtet recht! Es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht; selbst seinen eingen Sohn hat Gott für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden; die Schuld ist allzumal bezahlt durch Christi teures Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Hölle Qual und Glut. 4. Drum fag ich dir von Herzen, jetzt und mein Leben lang, für deine Bein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, für deine Not und Angstgeschrei, für dein unfchuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die sündliche Begier, daß mir nie komme aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, sollte auch sein Schmach und Spott, hilf mir geduldig 38 geduldig tragen; gieb, o mein Herr und Gott, daß ich verleugne diese Welt und treu dem Beispiel folge, das du mir vorgestellt.of. Passion. 7. Laß mich an andern üben, was du an mir ge than, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann ohn Eigennuß und Heuchelschein, und, wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein.bid op 8. Laß endlich deine Wun 8. Laß endlich deine Wun den mich trösten kräftiglich in meinen und des versichern mich: weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau. Just. Gesenius, † 1673. uans Dom Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. 63 Haupt voll Blut und voll Schmerz und voller Hohn; o Haupt, zum Spott gebun den mit einer Dornenkron; o Haupt, sonst schön gekrönet mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber höchst verhöhnet, gegrüßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte, davor das Reich der Welt erschrickt und wird zu nichte, wie bist du so entstellt, wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht mehr gleichet, so schändlich zugericht? 3. Nun, was du, Herr, ecduldet, ist alles meine Bast, ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat; gieb mir, 9 mein Erbarmer, den Anblickt deiner Gnad! 4. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts gethan; dein Wort Gnadenkost, dein Geist hat hat mich gelabet mit süßer mich begabet mit reichem Himmelstrost. 5. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht; von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht; wenn dein Haupt wird erblaffen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich faſsen in meinen Arm und Schoß. MIDI 6. Es dient zu meinen Freuden und kommt mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach, möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir! dial unilat 7. Ich danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für deines Todes Schmerzen, da dus so gut gemeint. Ach, gieb, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, Passion. Treu, und, wenn ich nun erfalte, in dir mein Ende sei. 8. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür; wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Nengsten kraft deiner Angst und Bein. a 5199119( 2 Mel. 9. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot; da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. P. Gerhardt, † 1676.6 dato strettes Welt, ich muß dich laffen zc.09 64 Welt, fieh hier og dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben, dein Heil sinkt in den Tod! Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. i 2. Tritt her und schau mit Fleiße, wie er mit Todes: schweiße und Blut ist über füllt; aus seinem edeln Herzen vor unerschöpften Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so ge schlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht? 89 Du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder, von Uebelthaten weißt du nicht. 15 4. Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und deiner Martern ganzes Heer.uni ischichts 5. Du sebeft dich zum Bürgen, ja läsfest dich erwürgen für mich und meine Schuld; mir läsfest du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leideft alles mit Geduld. QUE 6. Ich bin, mein Heil, verbunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr; was Leib und Seel vermögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst 7. Nun, ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben, eins aber will ich thun: es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 8. Ich wills vor Augen sehen, mich stets daran ergößen, ich sei auch, wo ich sei; es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb und unverfälschten Treu. 9. Ich will darin erblicken, wie ich mein Herz foll schmücken Passion. 40 schmücken mit ftillem, sanftem Mut, und wie ich die soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. 90 10. Ich will mich mit dir schlagen ans Kreuz und dem absagen, was meinem Fleisch gefällt; was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. 11. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tausend Thränen, die für mich weintest du, die sollen mich am Ende in deinen Schoß und Hände begleiten zu der ewgen Ruh. P. Gerhardt, † 1676. mai situs de insta Mel. An Wasserflüssen Babylon 2c. in Lämmlein geht 65 Sin und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder; es geht und träget in Geduld die Sünden aller Sünder; es geht dahin, wird matt und krant, ergiebt sich auf die Würgebank, verzicht auf alle Freuden; es nimmt auf sich Schmach, Hohn und Spott, Angst, Striemen, Kreuz und Tod und spricht: ich wills gern leiden. Sühner wollen wählen: geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die von Anfang an verdienet Straf und Ruten; die Straf ist schwer, der Zorn ist groß, du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten. 2.10 Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland unsrer Seelen; den, den hat Gott zum Sündenfeind und whi 3. Ja, Vater, ja, von Herzensgrund, leg auf, ich wills gern tragen! Mein Wollen hängt an deinem Mund, mein Wirken ist dein Sagen. Wunderlieb, o Liebesmacht, du kannst, was nie ein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abdringen; o Liebe, Liebe du bist stark, du streckest den in Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. Wires 4. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen; dich will ich stets, gleich wie du mich, mit Liebesarmen fassen; du sollst sein meines Herzens Licht, und wenn mir auch mein Herz zerbricht, sollst du mein Herze bleiben; ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiermit Wunden, Wunden, zu deinem Eigentum beständiglich verschreiben. 5. Ich will von deiner Lieblichkeit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen. Mein Bach des Lebens soll sich dir und deinem Passion. 41 freigegeben, gabst du hin dein teures Leben; tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 5. Deine Demut hat gebüßet meinen Stolz und Ulebermut, dein Tod meinen Tod versüßet; es kommt alles mir zu gut; dein Verlassensein, dein Schreien muß zu Ehren mir gedeihen; tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 6. Nun, ich danke dir von Herzen, Jesu, für gesamte Not, für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben, bittern Tod; für dein Zittern, für dein Zagen, deine tausendfachen Plagen, für dein Ach und tiefe Bein will ich ewig dankbar sein. G. Chr. Homburg, † 1681. deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen, und was du mir zu gut gethan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächtnis schließen. P. Gerhardt † 1676. 66 efu, meines Lebens Leben, Jesu, mei nes Todes Tod, der du dich für mich gegeben in die tieffte Seelennot, in das äußerste Verderben, nur daß ich nicht möchte sterben; tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 2. Du, ach du hast aus gestanden Lästerreden, Spott und Hohn, haft getragen Strick und Banden, du gerechter Gottessohn, nur mich Armen zu erretten von denies t schweren Sündenketten; tau- disay send liebster Jesu, Dank dafür. en tauſendmal ſei dir, 3. Willig ließest du dich schlagen, mich zu lösen von der Pein, ließest fälschlich dich anklagen, daß ich könnte sicher sein; daß ich möchte trostreich prangen, hast du sonder Trost gehangen; taufend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 4. Du hast dich in Not versenket, wurdest, ach, für meine Schuld mit dem Todes: felch getränket, littest alles mit Geduld; daß ich würde 67 Liebe, du erwünſchte Seligkeit, die du dich höchstem Triebe in jammervolle Leid deines Leidens, mir zu gute, als ein Opfer eingestellt und bezahlt mit deinem Blute alle Missethat der Welt.le 2. Liebe, die mit heißen Thränen an dem Delberg sich betrübt; Liebe, die mit heißem Sehnen unaufhörlich fest geliebt; Liebe, die den eignen Willen in des Vaters Willen legt und, den Fluch der aus das 42 der Welt zu stillen, treu die Last des Kreuzes trägt. 9103. Liebe, die mit starkem Herzen Schmach und Läste rung gehört; Liebe, die in Angst und Schmerzen bis zum Tod blieb unversehrt; Liebe, die sich liebend zeiget, da der Atem geht zu End; Liebe, die sich liebend neiget, da fich Leib und Seele trennt. MISTIE NO Passion. 4. Liebe, die für mich gestorben und ein immer während Gutman dem Kreuzesholz erworben, ach, wie denk ich an dein Blut! Ach, wie dank ich deinen Wunden, du verwundte Liebe du, wenn ich in den letzten Stunden sanft an deinem Herzen ruhasd ml Rad 5. Liebe, die sich tot getränket und für mein er faltet Herz in ein faltes Grab gefenfet, ach, wie dank ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, daß ich ewig leben kann, und der Seelen Heil erworben; nimm mich ewig liebend an! si A. Drese, † 1701. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein 19 si 115 Ende zc. 68 Es ist vollbracht! Er ist verschieden, mein Jesus schließt die Augen zu; der Friedefürft entschläft im Frieden, die Lebenssonne geht zur Ruh und sinkt in stille Todesnacht. O großes Wort: es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! Er hats gesprochen, das ewge Wort muß sprachlos sein; das Herz der Treue wird gebrochen, den Fels des Heils umschließt ein Stein, die höchste Kraft ist nun verschmacht. O wahres Wort: es ist vollbracht! tim d 3. Es ist vollbracht! Jhr, meine Sünden, verdammet nun mein Herz nicht mehr. Vom Himmel her hör ich verkünden: des Sohnes Blut erlangt Gehör; am Kreuz hats Frieden uns gemacht. O süßes Wort: es ist vollbracht! dati mgu 4. Es ist vollbracht! O welch Verlangen zieht mich zu deinem Grabe hin; dich wünschen Engel zu umfangen: ruh auch in meinem Herzen drin, wo dir die Liebe Raum gemacht. O tröstlich Wort: es ist vollbracht! de mise hin 5. Es ist vollbracht! Ich will mich legen zur Ruh auf Christi Grabesstein; die Engel sind allhier zugegen, ich schlummre sanft wie Jakob ein; die Himmelspfort ist aufgemacht. O Lebenswort: es ist vollbracht! id sig Sal. Frant, † 1725, 43 Nach einer Prüfung furzer Tage. 69 D ubgeheste in den Vaterherz ist treu gesinnt. Ich halte mich getrost an dich und rufe: ,, Abba, höre mich!" banh barribad Garten beten, mein treuer Jesu, nimm mich mit; laß mich an deine Seite 6. Du greifft voll Zuvertreten, ich weiche von dir sicht und Liebe dem Vater feinen Schritt; ich will an tief ins treue Herz und rufft dir, mein Lehrer, sehn, wie aus stärfstem Herzenstriebe: mein Gebet soll recht ge- O Vater, Vater!" himmelschehn. Du Passion. 2. Du gehst mit Zittern und mit Zagen und bist bis in den Tod betrübt; ach, dies soll mir ans Herze schlagen, daß ich die Sünde so geliebt; drum willst du, daß mein Herz voll Reu mein Anfang zum Gebete fei. mop my nadars& ind 3. Du reißt dich von der Jünger Seiten, du suchst die stille Einsamkeit; so muß auch ich mich wohl bereiten und fliehen, was mein Herz zerstreut. Sieh mich von aller Welt allein, daß nur wir zwei beisammen sein. 4. Zur Erde beugst du deine Glieder, fällst nieder auf dein Angesicht; so sinkt die stille Demut nieder; drum rühm ich Asch und Staub mich nicht; ich bieg und beuge mich mit dir vor meinem Gott in Demut Bottin hier. doinit 5. Du beteft zu dem lieben Vater und rufeft: ,, Abba!" wie ein Kind; dein Vater ist auch mein Berater, sein wärts. Ach, Glaub und Liebe sind mir not, sonst ist doch all mein Beten tot. 7. Geduldig Lamm, wiehältst du stille und im Ge bete dreimal an! Dabei ist auch für mich dein Wille, daß ich soll thun, wie du gethan. Gott hilft nicht stets aufs erstemal; drum fleh und ruf ich ohne Zahl. 8. Dein Wille senkt sich in den Willen des allerbesten Vaters ein; in ihm muß auch mein Herz sich stillen, wofern ich will erhöret sein; drum bet ich in Gelassenheit: Was mein Gott will, gescheh allzeit." ud and in 969. Du, o Herr, erlangeft auf dein Flehen Trost, Kraft, Sieg, Leben, Herrlichkeit; und so wirds auch mit mir geschehen, daß ich zur ange nehmen Zeit auf ernstlich Beten freudevoll den gleichen Segen ernten soll. is 10. Drum, Jesu, hilf mir stets so beten, wie mich dein heilig Vorbild lehrt; so kann ich frei zum Bater treten und 44 und werde stets von ihm erhört; so bet ich mich zum Himmel ein und will dir ewig dankbar sein. die Passion. up 161 3. Menter,+ 1734. od storage or Met. Sieh, hier bin ich, Ehrenfönig 2c. 190 US le 70 Rube hier, mein Geist, ein wenig und schau an dies Wunder groß, wie dein Herr und Ehrenkönig hängt am Kreuze bleich und bloß, den sein Lieben hat getrieben zu dir aus des Vaters Schoß. 2. Wie dich Jesus liebt von Herzen, kannst du hier am Kreuze sehn; schau, wie bittre Todesschmerzen ihm durch Leib und Seele gehn, Fluch und Schrecken ihn bedecken; höre doch sein Klaggetön! 311910 19 3. Dies sind meiner Sünden Früchte, die, mein Heiland, ängstgen dich; dieser Leiden schwer Gewichte zöge sonst zum Abgrund mich; diese Nöten, die dich töten, follt ich fühlen ewiglich. an 4. Doch du haft für mich besieget Sünde, Tod und Höllenmacht, Gottes ewgem Recht genüget, seinen Willen ganz vollbracht, durch dein Sterben mich zum Erben deines Lebens dort gemacht. 5. Ach, ich Sündenkind auf Erden! Jesu, stirbst du mir zu gut? Soll dein Feind erlöset werden durch dein eigen Herzensblut? Ich muß schweigen und mich beugen für dies unverdiente Gut. 6. Seel und Leben, Leib und Glieder, alles giebst du für mich hin; sollt ich dir nicht schenken wieder alles, was ich hab und bin? Ich bin deine ganz alleine, dir verschreib ich Herz und Sinn. 7. Zeuch durch deines Todes Kräfte mich in deinen Tod hinein; laß mein Fleisch und sein Geschäfte, Herr, mit dir gekreuzigt sein, daß mein Wille sanft und stille und die Liebe werde rein.. 8. Laß in allen Leidenswegen deine Leiden stärken mich, daß mein Leiden mir zum Segen mag gedeihen stetiglich, daß mein Herze auch im Schmerze ohne Wanken liebe dich. 9. Wenn mich schrecken meine Sünden, wenn mich böse Lust ansicht, ich nicht Kraft noch Gnad kann finden, wollst du mich verlassen nicht! Laß dein Sterben mir erwerben Trost im Tod und im Gericht! 10. Jesu, nun will ich ergeben meinen Geist in deine Hand; laß mich dir alleine leben, bis ich nach dem Leidensstand bei dir wohne, in der Krone dich beschau im Vaterland. 15:00 G. Terstegen,+ 1769. Passion. 45 mutsvoll zu preisen, zu 71 erzeiget, die Gnade sehn, wie hoch, wenn Gott Met. Herzliebster Jesu, was hast du zc. err, stärke mich, bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen! 2. Du wolltest, Herr, ein Mensch gleich uns auf Erden und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen. steiget. Ishan on 8. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir bewiesen. Du hast, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 9. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben und stets mit Freuden deinen Willen üben. O gieb du, Herr, zu diesem heilgen Werke mir Kraft und Stärke. 3. Welch wundervoll hochheiliges Vollbringen! Mein Geist fann nicht in seine Tiefe dringen. Mein Herz Chr. F. Gellert, † 1769. erbebt; ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist hoid and it pro die und die erlösen; dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 15. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder, lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. odremus 6. Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebüdt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüte in deine Güte.om/ med 7. Das größt in Gott ist: Gnad und Lieb erweisen. Uns kommt es zu, sie deMel. O Traurigkeit zc. fid 72 Am Kreuz erblaßt, der Todesqualen müde, findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heilger Schmerz durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? nur an meine Brust kann ich tief gebeuget schlagen. 3. Du schützest mich, und über dich gehn aller Trübsal Wetter; sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! 4. Du hasts gethan, dich bet ich an, du König der Erlöften! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll getrösten. din 5. Es ist vollbracht! riefft du mit Macht; du zeigst, daß 46 daß du dein Leben, mein Verföhner, göttlich frei habest hingegeben. Passion. 6. Hochheilge That! Des Höchsten Rat will ich in Demut preisen; mein Erlöser wird mir einst seine Tiefen weisen. 901 9997 190 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Toten; sie erstanden. Leicht entschwingt der Lebensfürst sich des Todes Banden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen; denn durch dich, Erlöser, ists mir der Weg zum Schauen. NO O SIS 9. Ich preife dich, erforsche mich und siehe, wie ichs meine; ja, du siehst es, wenn ich still meinen Dank dir weine. 10. Vergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit vergeffen. Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb ermessen. Chr. F. Neander,+ 1802. 01 0301019 190 thord Begräbnis Jesuallar Met. Nun laßt uns den Leib ic. 73 Der du, Herr Jesu, Ruh und Raft in deinem Grab gehalten haft, gieb, daß wir in dir ruhen all und unser Leben dir gefall. an 2. Verleih, o Herr, uns Stärt und Mut, die du erkauft mit deinem Blut. und führ uns in des Himmels Licht zu deines Vaters Angesicht. oldadasdore mar Promis 3. Wir danken dir, o Got tes Lamm, getötet an des Kreuzes Stamm: laß ja uns Sündern deine Bein den Eingang in das Leben sein. G. Werner, † 1643. Capi 74 Traurigkeit, o Herzeleid! ft das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einger Sohn wird ins Grab getragen. 2. Ogroße Not, der Herr liegt tot! Am Kreuz ist er gestorben, hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb erworben. 3. O Menschenkind, nur deine Sünd hat dieſes angerichtet, da durch die Missethat warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, das Gotteslamm, liegt hie mit Blut begoffen, welches er ganz mildiglich hat für dich vergoffen. 5. O felig ist zu aller Frist, der dieses recht bedentet, wie der Herr der Herrlichkeit wird ins Grab ver sentet. dontistilor 6. O Jesu, du mein Hilf und Ruh, ich bitte dich mit Thränen. hilf, daß ich mich bis ins Grab nach dir möge sehnen! 3. Rift, † 1667, Mel. O Traurigkeit zc. mann Passion. ( o ruhest du, o meine 75 Ruh, in deiner Grabeshöhle und erwedst durch deinen Tod meine tote Seele. RETC 2. Man senkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Leben! Dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. 3. Ach, du bist kalt, mein Hort und Halt! Das macht dein heißes Lieben, das dich in das kalte Grab mir zu gut getrieben. 4. Doch Preis sei dir! Du konntest hier nicht die Verwesung sehen; bald ließ dich des Vaters Macht aus dem Grab erstehen.lmini stichar 6. Sie wird mir sein ein Kämmerlein, da ich im Frieden liege, weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. 7. Nein, nichts verdirbt, der Leib nur stirbt; doch wird er auferstehen und in ganz verklärter Bier aus dem Grabe gehen. 8. Indes will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senten und an deinen bittern Tod bis zum Tod gedenken. 6. Frant, † 1725. arut sor es fait ud di anism 90700129 315 Inn@ stastisit Uilt thi 18 23001501 un difusibinalte spro eoisid ind i affill aid drond b VII. Ofter n. i dopeste or Moigiar ni mm 307501 Himbi g istoimen top.jesbur 76 Christ ist erstanden 77 Christ lag in Todesvon alle. Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost fein. Hallelujah! map Wär er nicht erstanden, die Welt, die wär vergangen; feit daß er erstanden ist, so lobn wir den Herrn Jesum Christ. Hallelujah! wa Hallelujah, Hallelujah! banden, für unsre Sünd gegeben; der ist wie der erstanden und hat uns bracht das Leben; des wir sollen fröhlich sein, Gott loben und ihm bankbar sein und singen: Hallelujah, Hallelujah! 2. Den Tod niemand bezwingen konnt bei allen Menschenkindern; das machte alles unsre Sünd, tein Unschuld war zu finden. Davon tam der Tod sobald und nahm 47 5. O Lebensfürst, ich weiß, du wirst mich wieder aufermeden; sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? Hallelujah, Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Hallelujah! TO& Bor 1300, 48 Oftern. mult; fein Reich hielt uns 78 Fühe Gonn aufgeht, nahm auch über uns Ge- Met. Heut triumphieret Gottes 20. morgens, da die mein Heiland Christus aufersteht. Hallelujah, Hallelujah! Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Hallelujah, Hallelujah! gefangen. Hallelujah! 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, an unsrer statt ist kommen und hat die Sünde abgethan, damit dem Tod genommen all sein Recht und sein Gewalt: da bleibet nichts denn Todsgestalt, den Stachl hat er verloren. Hallelujah! 4. Es war ein wunderlicher Krieg, da Tod und Leben rungen; das Leben, das behielt den Sieg, es hat den Tod verschlungen. Die Schrift uns die Kunde bringt, wie da sein Tod den Tod bezwingt; ein Spott der Tod ist worden. Halle Iujah! 5. Hier ist das rechte Osterlamm, davon wir sollen leben; das ist uns an des Kreuzes Stamm aus heißer Lieb gegeben. Des Blut zeichnet unsre Thür, das hält der Glaub dem Tode für; nicht rührn kann uns der Würger. Hallelujah! 16. So feiern wir das hohe Fest mit Herzensfreud und Wonne, das uns der Herr erscheinen läßt; selber ist die Sonne, der durch seiner Gnade Glanz erleuchtet unsre Herzen ganz; der Sünd Nacht ist vergangen. Hallelujah! er Suther,+ 1546, 2. Nicht mehr als nur drei Tage lang hält meinen Heiland Todeszwang. Hallelujah, Hallelujah! Am dritten Tag durchs Grab er dringt, mit Ehren seine Siegsfahn schwingt. Hallelujah, Hallelujah! 3. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält. Hallelujah, Hallelujah! Drauf folgt der Sabbat in dem Grab, allda ich Ruh und Frieden hab. Hallelujah, Hallelujah! 4. In turzem mach ich fröhlich auf, mein Ostertag ist schon im Lauf. Hallelujah, Hallelujah! Ich wach auf durch des Herren Stimm, veracht den Tod mit seinem Grimm. Hallelujah, Hallelujah! sid 11sas bit 5. Wunder groß, o starker Held, wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Hallelujah, Hallelujah! Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Thür. Hallelujah, Hallelujah! idorul Oftern. 49 6. Lebt Christus, was bin 79 Laffet uns den Herren ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. Halle lujah, Hallelujah! Wenn Wenn mir gleich alle Welt stürb ab, gnug, daß ich Christum bei mir hab. Hallelujah, Hallelujah! preisen, o ihr Christen überall! Kommet, laßt laßt uns Dank erweisen unserm Gott mit frohem Schall! Jauchzet: frei von Todesbanden ist der Held aus Judas Stamm; der zu uns vom Himmel kam, Jesus Christus, ist erstanden! Nun ist aus der lange Streit; freue dich, o Christenheit! 2. Christus hat nun überwunden des ergrimmten Todes Macht; der im Tode lag gebunden, hat das Leben neu gebracht und die Finsternis bezwungen. Die Verwesung schaute nicht, der des Todes Ketten bricht; nun zum Himmelsthron gedrungen, giebt er uns ein frei Geleit; freue dich, o Christenheit! 7. Er nährt, er schützt, er tröstet mich; sterb ich, so nimmt er mich zu sich.. Hallelujah, Hallelujah! Wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil seines Leibes Glied ich bin. Hallelujah, Hallelujah! 8. Durch seiner Aufer stehung Kraft tomm ich zur Engel- Brüderschaft. Salle lujah, Hallelujah! Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, mit Gnad und ewgem Seil gekrönt. Hallelujah, Hallelujah! 9. Mein Herz darf nicht entseßen sich: Gott und die Engel lieben mich. Halle lujah, put Hallelujah! Die Freude, die mir ist bereit, vertreibet Furcht und Traurigkeit. Hallelujah, Halle lujah! 10. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Hallelujah, Hallelujah! Dort wollen wir mit größerm Fleiß er heben deinen Ruhm und Preis. Hallelujah, Halle lujah! Joh. Heermann,+ 1647. 890 3. 3. War er gleich am Kreuz gestorben, war er gleich ins Grab gelegt: dennoch blieb er unverdorben. Als die Erde ward erregt, hat der Lebensfürst erhoben sein verklärtes Angesicht, stirbet nun und nimmer nicht. Ewig werden wir ihn loben; Harf und Pfalter, seid bereit! Freue dich, o Christenheit! 4. Grab, wo sind nun deine Schrecken? Hölle, wo ist dein Triumph? Tod, du kannst kein Graun erwecken, deine Pfeile sind jetzt ſtumpf. Christus ist dein Gift gewesen; 50 wesen; er, der starke Gottes: held, hat dir deinen Trot gefällt, und wir Menschen sind genesen. Nun, vom schweren Joch befreit, freue dich, o Christenheit! 9d 205.1h Sehnsuchtsvoll last uns verlangen nach dem Herrn und seinem Heil; auch wir werden dann empfangen unser teuer er worbnes Teil. Er geht auf in unsern Herzen; laßt uns mit ihm auferstehn, mit ihm ein zum Himmel gehn, wo er stillet alle Schmerzen. Wonne wird dann alles Leid; freue dich, o Christenheit! 6. Meinen Leib wird man begraben, doch er schläft auf ewig nicht; nicht; neues Leben neues Leben wird er haben, schön verflärt im Glanz und Licht. Das Verwesliche muß ster ben, irdisch wird es ausge jät, bis es himmlisch einst ersteht, um das Reich des Herrn zu erben, ihn zu schauen allezeit. Freue dich, o Christenheit! S150 3. Vergiß nur, was dahinten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesu sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt und strebe nach des Himmels Zelt, wo Jesus ist zu finden. 4. Drüdt dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn heben; es fann ein Christ bei Kreuz und Bein in Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn und sorge nicht, er ist nicht fern, weil er ist auferstanden.( 33 mism 5. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil Jesus überwunden; er wird auch überwinden weit in dir, weil er gebunden der 80 Wach auf mein Feinde Macht, daß du aufdie neues Leben gehst und Gott im Glauben dieneſt. 6. Ach, mein Herr Jesu, der du bist vom Tode auf erstanden, bewahr uns vor des Mel. och Nach Joh. Rist,+ 1667. E 91190 1991 Oftern. Nun freut euch, lieben Christen ac. brochen aus dem Grab her vor, der ganzen Welt zur Wonne, nismspêni siin 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf und such ein neues Leben, vollführe deinen Glaubenslauf und laß dein Herz sich heben gen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. Drit en doig ist hin, die Sonn ist aufge: gangen! Ermuntre deinen Geist und Sinn, den Heiland zu empfangen, der heute durch des Todes Thor ge 51 des Feindes List, rett uns aus Todesbanden, damit wir alle insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns haft erworben. Stein wirst 4. Dein Grab schließt und Siegel, und du dennoch frei; auch meines Grabes Riegel bricht deine Hand entzwei. Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt; da werd ich den erblicken, der mich vom Tode weckt. 35d 7. Sei, Herr, gelobt in dieser Zeit von allen Gottes findern, und ewig in der Herrlichkeit von allen lleber windern, die überwunden durch dein Blut! Herr Jesu, gieb uns Kraft und Mut, daß wir auch überwinden! but ihn 2. Laurenti, † 1722. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich; da warten lauter Kronen in deiner Hand auf mich. und Mel. Valet will ich dir geben 2c. 81 ch geh zu deinem Grabe, du großer Ofterfürst, weil ich die Hoff mung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man kann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, auch mit des Himmels Erben ins Land des Lebens gehn. 6. O meines Lebens Leben, o meines Todes Tod, ich will mich dir ergeben in meiner letzten Not; ich will mein Lager machen in deine liebe Gruft, da werd ich schon erwachen, wenn deine Stimme ruft.iu lids! god 2. Du liegeft in der Erde und haft sie eingeweiht, wenn ich begraben werde, daß sich is b B. Schmold, † 1736. d thight 2nd mit adoljus Mel. Chriftus, der ist mein Leben 2c. mein Herz nicht scheut, auch 82 Wi illkommen, Held in den Staub zu legen, was Asch und Staub vermehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört.moradi dun im Streite, aus deines Grabes Kluft! Wir triumphieren heute um deine leere Gruft. 2. Der Feind wird schaugetragen und heißt munmehr ein Spott; wir aber können sagen: mit uns ist unser Gott. tur 3. In der Hütten schallt Siegeslied; du trittst selbſt Traping Gerechten schon das in Oftern. 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe; du schließt die Augen zu, so soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht: ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. Ostern. 52 in die Mitten und bringst den Ofterfried.shant 4. Ach, teile doch die Beute bei deinen Gliedern aus! Wir alle kommen heute deswegen in dein Haus.d 5. Schwing deine Sieges fahne auch über unser Herz, und unsern Weg uns bahne vom Grabe himmelwärts! 6. Laß unser aller Sünden ins Grab verscharret sein, uns einen Schaß hier finden, der ewig fann erfreun! 7. Wir sind mit dir gestorben, so leben wir mit dir. Was uns dein Tod ers worben, das stell uns täglich für! 8. Wir wollen hier ganz fröhlich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir dereinst nur felig mit dir auch auferstehn. 9. Der Tod kann uns nicht schaden, sein Stachel ist mun stumpf; wir stehn bei Gott in Gnaden und rufen schon Triumph! dad B. Schmold, † 1737. 2. Ach, es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Kummer nach, sie bejammern voller Schmerzen ihre Not und Ungemach. Manches wandert ganz alleine, daß es nur zur Gnüge weine; doch mein Jesus ist dabei, fragt, was man so traurig sei. 3. Oft schon hab ichs auch empfunden, Jesus läßt mich nie allein; Jesus stellt zur rechten Stunden sich mit feinem Beistand ein. Wenn ich mich bei ihm beschwere, gleich als ob er ferne wäre, o so ist er mehr als nah und mit seiner Hilfe da. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 83 3wei der Jünger gehn Feld nach Emmaus; ihre Augen sind voll Thränen, ihre Seelen voll Verdruß; man hört ihre Klageworte; doch es ist von ihrem Orte unser Jesus gar nicht weit und vertreibt die Traurig feit, imo 4. Treuster Freund von allen Freunden, bleibe ferner noch bei mir; kommt die Welt, mich anzufeinden, ach, so sei du auch allhier! Wenn mich Trübfalswetter schrecken, wollst du kräftig mich be decken; komm in meinem Geist zu ruhn: was du willst, das will ich thun. 5. Bin ich traurig und betrübet, Herr, so ruf mir in den Sinn, daß mich deine Seele liebet und daß ich mit Sehnen bin. Laß dein Wort mich fester gründen, laß es auch mein Herz entzünden, daß es voller Liebe brennt und dich immer besser fennt! 6. Tröst auch andre, die voll Jammer einsam durch die Fluren gehn, oder in der Oftern. der stillen Kammer tiefbekümmert zu dir flehn. Wenn sie von der Welt sich trennen, daß sie satt sich weinen können, so sprich ihrer Seele zu: liebes Kind, was trauerst du? SPEROL, THE DE 53 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben; reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. 7.00 Hilf, wenn es will Abend werden und der Lebenstag sich neigt, wenn dem dunklen Aug auf Erden nirgends sich ein Helfer zeigt; bleib alsdann in unsrer Mitten, wie dich deine Jünger bitten, bis du sie getröstetic haft; bleibe, bleibe, teurer Gast! 3. Neunherz,+ 1737. se and Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. esus lebt, mit ihm 84 wo find nun deine Schreden? Er, er lebt und wird auch mich von den Toten aufer: wecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zu gleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre; Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich befehre. Gott verstößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsternis, feine Herrlichkeit, kein Leiden. Er giebt selbst mir Kraft und Licht; dies ist meine Zuversicht. od mir der Eingang in das 6. Jesus lebt, nun ist der Leben. Welchen Trost in Todesnot wird er meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Chr. F. Gellert, † 1769. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens 2c. 85 Grinnre dich, mein Geist, erfreut des hohen Tags der Herrlichkeit; balt im Gedächtnis Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 2. Entbrenn in Lieb und Dank für ihn, als ob er heute dir erschien und spräche: Friede sei mit dir!" Go freue dich, mein Geist, in mir! 3. Schau über dich und bet ihn an; er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott ver eint Oftern. 54 eint und ist dein König und - dein Freund. ds adsl 3904. Mein Heiland ist für mich erhöht; was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn er reicht? bisiglopns im 190 11. Sein ist das Reich, fein ist die Kraft; er ists, der alles in uns schafft. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! du Chr. F. Gellert, † 1769. ip sit and schon mening 13 Mel. Lasset uns den Herren preisen 2c.de 5. Vor seinem Thron, in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich und 86 11berwinder, nimm ewig, ewig selig sein: ach, welche Herrlichkeit ist mein! 6. Herr, der du in dem Himmel thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst, und du erfüllest mein Vertraun, dich in der Herrlichkeit zu schaun. die Palmen, die dein Volt dir heute bringt, das mit frohen Osterpfalmen den erkämpften Sieg befingt. Wo ist nun der Feinde Pochen und der Würger Mordgeschrei, da des Todes Nacht vorbei und sein Stachel ist zerbrochen? Tod und Hölle liegen da: Gott sei Dant, Hallelujah. bol use alor 7. Ich soll, wenn du, o Lebensfürst, in Wolfen wiederkommen wirst, verklärt aus meinem Grabe gehn und froh zu deiner Rechten stehn. 2. Stecke nun dein Siegeszeichen aus der dunklen Gruft empor! Was kann deinem Ruhme gleichen? Held und König, tritt hervor! Laß dir tausend Engel dienen; denn nach harter Leidenszeit ist dein Tag der Herrlichkeit, höchste Majestät, erschienen; Erd und Himmel jauchzen da: Gott sei Dank, Hallelujah! 8. Mit deiner beilgen Engel Schar soll ich dich loben immerdar; mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit 9. Nie fomm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin! Gieb Kraft, daß ich in Lieb und Treu mich stets zu deinem Bild erneu! 10. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist und der da war! Sein Name sei gebenedeit von nun an bis in Ewigteit! Cat 3. Teile, großer Fürst, die Beute deiner armen Herde mit, die in froher Sehnsucht heute vor den Thron der Gnade tritt! Deinen Frieden gieb uns allen! O so jauchzet Herz und Mut, weil das Los uns Oftern. 55 uns wundergut und aufs lieblichste gefallen; denn der Delzweig grünet da: Gott sei Dant, Hallelujah! mit do 4. Laß, o Sonne der Gerechten, deinen Strahl ins Herze gehn; gieb Erleuchtung deinen Knechten, daß sie geistlich auferstehn. Hält der Schlaf uns noch gefangen, oso fördre du den Lauf, rufe mächtig: Wachet auf! Denn die Schatten sind vergangen, und der helle Tag 7. Rufe die zerfallnen Glieder endlich aus der dunklen Nacht; wenn der Deinen Asche wieder in verklärtem Glanz erwacht, dann wirst du die Krone geben, dann wird unsre volle Brust, Herr, mit engelgleicher Luſt ewig deinen Sieg erheben, und wir sprechen auch allda: Gott sei Dank, Hallelujah! Chr. L. Taddel, † 1775. Imran i lisibilms@ stblour Mel. Lasset uns den Herren preisen zc. iſt da: Gott sei Dank, Halle 87 Größter Morgen, der die Erde der tiefsten Nacht belebt, der sie nach dem Wort: ,, es werde!" nochmals aus dem Nichts erhebt! Nach der Nacht voll düstrer Sorgen, da man angst- und fummervoll ohne Jesum leben soll, bringt der allerschönste Morgen Jesum aus des Todes Thor, Jesum, unser Licht, hervor. 5. Tilg in uns des Todes Grauen, wenn die lette Stunde schlägt, weil du denen, die dir trauen, schon die Krone beigelegt. Gieb uns in den höchsten Nöten, gieb uns mitten in der Pein deinen Trost und Glauben ein; o so kann der Tod nicht töten, denn die Hoffnung blühet da: Gott sei Dant, Hallelujah! do 6. Zeige, wenn der blöde Kummer über Sarg und Grüften weint, wie wie die Schwachheit nach dem Schlummer dort in voller Kraft erscheint. Sind wir sterblich hier geboren, o so streift das fühle Grab nur, was sterblich heißt, uns ab, und der Staub ist unverloren; unser Hirte hütet da: Gott sei Dank, Hallelujah! 2. Lebt nun auf, ihr stillen Seelen, die in Thränen ihr zerfloßt, die ihr euch in Kummerhöhlen ohne Licht und Kraft verschloßt! Lebt nun auf: er ist erstanden! Er, an den ihr doch geglaubt, iſt vom Tode nicht geraubt, nein, er lebt, ist frei von Banden und mit Klarheit angethan; betet euren König an! 3. Jauchz, o Erde, Himmel tönet, rühme, neu geschaffne Welt! Gott und Menschheit sind 56 find verföhnet! Seht, wie glänzt der große Held, der des Abgrunds und der Höllen und der Himmel Schlüssel führt und, mit Ehr und Schmuck geziert, seine Kirche sicher stellen und nach tiefem Gottesplan ewig selig machen fann! ind 4. Großer Hirte deiner Schafe, von den Toten ausgeführt, dem, nach ganz erlittner Strafe unsrer Schuld, der Preis gebührt! Nimm ihn von den Millionen derer, die das Grab noch deckt, derer, die dein Ruf schon wedt, derer, die im Himmel wohnen, auch von uns hier unten an, wie dich jeder preisen kann. 5. Hilf uns aus den Fesseln gehen, womit uns die Welt bestridt; laß uns geistlich auferstehen, allem Gün Ostern. dendienst entrückt! Schenk uns Kraft zum neuen Wesen, daß es täglich Ostern jei, dann kommt einst der Tag herbei, da du völlig uns er lösen und zu dir erheben wirft, auferstandner Siegesfürst. 3. A. Lehmus, † 1788. Mel. Lasset uns den Herren preisen 2c. 88 Auferstanden, auferstanden ist der Herr, der uns versöhnt; seht, wie hat nach Schmach und Banden Gott mit Ehren ihn getrönt! Dort auf feines Vaters Throne, über Schmerz und Tod erhöht, herrscht er nun in Majestät. Fallet nieder vor dem Sohne, der uns einst zu sich erhebt! Hallelujah! Jesus lebt. G ist Singt dem Herrn! Er erstanden, da er starb auf Golgatha; rühmt es laut in allen Landen: was sein Mund verhieß, geschah. Wer fann ihm noch widerstreben? Mächtig steigt der Held empor, im Triumph bricht er hervor. Seht des Abgrunds Pforten beben, da ihr Sieger sich erhebt! Hallelujah! Jesus lebt. 2. 3. Uns vom Tode zu befreien, sant er in des Grabes Nacht; uns zum Leben zu erneuen, steht er auf durch Gottes Macht. Tod, du bist in Sieg verschlungen; deine Schrecken sind gedämpft, deine das Leben ist errungen; ob Herrschaft ist bekämpft, und man unsern Leib begräbt, Hallelujah! Jesus lebt. 4. Aus dem Grab uns zu erheben, ging er zu dem Vater hin. Laßt uns ihm zur Ehre leben, dann ist Sterben uns Gewinn. Haltet unter Luft und Leiden im Gedächtnis Jesum Christ, der vom Tod erstanden ist; unvergänglich sind die Freuden des, der nach dem Himmel Ostern. mel strebt. Hallelujah! Jesus dedit, asmade argt dad lebt. 39 5. Freut euch seiner, Gottes Kinder! Er sei euer 6. Nun weint auch feiner Lobgesang! Bringt dem Todesüberwinder ewig Ehre, Preis und Dank. Rühmt es in Versuchungsstunden, wenn euch Sünd und Elend droht, rühmt es in der Todes not: unser Herr hat überwunden! Der uns einft zu fich erhebt, Hallelujah! Jesus lebt. Nach 3. F. Danneil( † 1772) von Chr. Sturm,+ 1786, und C. Lavater, † 1801. Mel. Lobt Gott, ihr Christen, all zugleich zc. ch 89 h fag es jedem, daß er lebt und 2. Ich sag es jedem, jeder sagt es seinen Freunden gleich, daß bald an allen Orten tagt das neue Himmel reich. aus und wer nur hört auf seinen Rat, fommt auch ins Vaterhaus. 3. Jetzt scheint die Welt dem neuen Sinn erst wie ein Vaterland; ein neues Leben nimmt man hin entzückt aus seiner Hand. 4. Hinunter in das tiefe Meer versank des Todes Graun, und jeder kann nun leicht und hehr in seine Zukunft schaun. 5. Der dunkle Weg, den er betrat, geht in den Himmel mehr allhie, wenn eins die Augen schließt; vom Wiedersehn, spät oder früh, wird dieser Schmerz versüßt. 7. Es kann zu jeder guten That ein jeder frischer glühn; denn herrlich wird ihm diese Saat in schönern Fluren blühn. 8. Er lebt und wird nun bei uns sein, wenn alles uns verläßt, und so soll dieser Tag uns sein ein Weltverjüngungsfest. standen ist, daß er in unsrer mel. Wie schön leuchtet der MorgenMitte schwebt und ewig beidstern 2c. uns ist. Novalis( Fr. v. Hardenberg), +1801. 90 Erhöhter Siegesfürst und Held! Dir jauchzet die erlöste Welt am Feste deiner Wonne; du gehst aus deines Grabes Thor als wie ein Bräutigam her: vor, schön wie die Morgensonne. Mächtig, prächtig fommst du heute aus dem Streite, fommst mit Segen uns aus deiner Gruft entgegen.cwin. 2. Wie majestätisch baueft du am dritten Tage deiner Ruh den Leibestempel wie der! Troß aller Feinde Lift und macht hast du dein großes Wort vollbracht: Ich sterb Oftern. 58 fterb und lebe wieder. Gehet, Mel. Wachet auf, ruft uns sc. fehet: alle Riegel, Band und 91 Hallelujah! auchst Siegel Jesus 3. zu ist lebt und ist verkläret! Jesu 3.01 Erlöfte, kommt diesem Grab und blicket glaubensvoll hinab; ist dies die Gruft der Schrecken? Seit Jesus hier geschlummert hat, sind Gräber eine Ruhestatt, die Fried und Hoffnung decken. Bagt nicht! Klagt nicht! Diese Glieder werden wieder sich erheben und das Leben Chrifti leben. ihr Chöre, fingt Christo Preis und Ehre! Wie groß und herrlich ist sein Tag! Er, der Held, von den Banden des Todes siegreich auferstanden, er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und macht. Preis ihm, er hats vollbracht! Hallelujah! Er hats vollbracht, er, der die Macht des Todes und des Grabes hat. Uro 2. Glorreich hat der Held jou gerungen, hat mächtig Grab und Tod bezwungen, von ihren Schrecken uns befreit. Wir von Gott gewichne Sünder sind nun mit ihm versöhnte Kinder und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, entschlafen, Christo, dir, ruhn in Frieden die furze Nacht, bis deine Macht das Licht des ewgen Tages ruft. madan, angajar 4. Dann werd ich ihn im Lichte sehn gekrönt vor seinem Throne stehn mit himmlischem Entzücken. Dann ist mein Aug von Thränen leer, dann schreckt mich Sünd und Tod nicht mehr, nichts kann mich ihm entrücken. Ewig selig, ohne Mängel, wie die Engel werd ich leben und ihm Preis und Ehre geben. 80113 5. Indes zerstöre, starter Held, was mich hier noch zurücke hält, daß ich zu dir mich schwinge.O gieb mir deinen Geist, dein Licht, daß ich, wenn Herz und Auge bricht, vom Tod ins Leben dringe! Mach mich mutig in dem Streite und bereite mich bei Zeiten zum Triumph der Ewigkeiten! just 2007 Chr. G. Göt,+ 1809. 0923 3. Unsern Staub mag Staub bedecken, du wirst ihn herrlich auferwecken, der dit des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unvergänglich Leben und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, dem Staube, der dir teuer ist. Wir werden ewig dein, gerecht und selig fein. Hallelujah! Tod und Gericht erschreckt uns nicht; denn Jesus, unser Mittler, lebt. 59 4. Ja, er lebt, uns zu Mel. Lasset uns den Herren preisen ic. erfreuen und alles, alles zu 92 Amen! Deines Gras zerstreuen, was den onsh wird auch unser Grab durchwehn, wann wir, von der Wallfahrt müde, ruhn, um froher aufzustehn. Amen! Fürst der Auferstehung, der des Todes Siegel brach, zeuch durch Tod und Grab uns nach zu der seligen Erhöhung, wo dem Lamm, das uns versöhnt, aller Himmel Loblied tönt. 2. Preis dem Herrn, wir werden leben; weil du auf erstanden bist, muß das Grab uns wieder geben; Preis und Dank dir, Jesu Christ! Du das Haupt und wir die Glieder; weil du lebst, so leben wir. Alle ziehst du nach zu dir, großer Erstling deiner Brüder. Preis und Dank, wir leben hier, leben ewig dort mit dir. honni m Ostern. Lebensfrieden raubt. Groß ist seines Namens Ehre, und ewig gültig seine Lehre, und ewig selig, wer ihm glaubt. Wir gehn an seiner Hand durch dieses Thränenland hin zum Himmel, und dort erhebt er, der da lebt, uns hoch zu Ehren ewiglich. 5. Tag des Lebens, Tag der Wonne, wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne durch unsers Grabes Dunkel bricht! O, was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsternis verschwinden und uns umstrahlt des Himmels Licht! Vollender, führe du uns diesem Tage zu, uns, die Deinen. Die Todesbahn gingst du voran; wir folgen dir in deine Ruh. 90G. Bened. Funt,+ 1814. B. Garve,+ 1841. 1490013 and impill madal di 67901 Ispiry 900 19001 gond du VIII. Simmelfahrt. nd, fund ada um dos mas sdn 93 Christ fuhr gen Him: 94 Auf diesen Tag be mel; da er der armen Christenheit. Hallelujah! 2. Hallelujah! Hallelujah! Hallelujah! Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Hallelujah! S denken wir, daß uns hernieder den Tröster, Christus aufgefahren, und den heiligen Geist, zu Trost flehn mit herzlicher Begier, Gott wolle nun bewahren uns arme Sünder hier auf Erd, die wir, von Not und Tod beschwert, ohn ihn kein Hoffnung haben. Hallelujah! Hallelujah! Eustisfoster and 2.80 Gottlob, nun ist der Weg Aus dem 14. Jahrhundert. 60 Himmelfahrt. Weg gemacht, uns steht der Mel. Erschienen ist der herrlich Tag zc. Himmel offen! Chriftus 95 Auf, Jesu Jünger, schleußt auf mit großer Pracht, vorhin fonnts niemand hoffen. Wers glaubt, des Herz ist freudenvoll, da bei er sich doch rüsten soll, dem Herren nachzufolgen. Hallelujah! Hallelujah! 3. Wer nun nicht seinen Willen thut, dem ists nicht Ernst zum Herren; der aber wird vor Fleisch und Blut sein Himmelreich versperren. Am Glauben liegts, so der ist echt, wird auch gewiß das Leben recht, zum Himmel fein gerichtet. Hallelujah! Hallelujah! 4. Solch Himmelfahrt fäht in uns an, wenn wir den Vater finden und fliehen stets die breite Bahn, thun uns zu Gottes Kindern; wir fehn hinauf, Gott sieht herab, an Treu und Lieb geht uns nichts ab, bis wir zusammen kommen. Hallelujah! Hallelujah! 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, wenn Gott uns zu sich nehmen und seinem Sohn wird machen gleich, den wir hier treu be fennen. Da wird sich finden Freud und Mut in Ewigkeit beim höchsten Gut. Gott woll, daß wirs erleben! Hallelujah! Hallelujah! as Joh. 3wid, † 1542. Bords freuet Herr fährt auf zu seinem Reich. Er triumphiert; lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit lauter Stimm! Hallelujah! 2. Sein Wert auf Erden ist vollbracht; zerstört hat er des Todes Macht. Er hat die Welt mit Gott verföhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. Hallelujah! 0919 3. Weit, über alle Himmel weit, geht seine Macht und Herrlichkeit; ihm dienen selbst die Seraphim; lobsinget ihm mit lauter Stimm! Hallelujah! aller Welt; er herrscht als 4. Sein sind die Völker fieggewohnter Held; er herrscht, bis unter feinen Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. Hallelujah! stenheit, erhält sie bis in 5. Er schüßet seine ChriEwigkeit; er ist ihr Haupt; lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit lauter Stimm! Hallelujah! 6. Ja, Heiland, wir erheben dich, und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, dazu dich Gott, dein Gott, erhöht. HalleLujah! 7. Bereitet hast du schon den Ort, wo wir dich schauen fort Himmelfahrt. 61 fort und fort. Nach treu fahrt spüren, daß mit dem vollbrachtem Glaubenslauf nimmst du uns in den Himmel auf. Hallelujah! wahren Glauben ich mög meine Nachfahrt zieren, und dann einmal, wenn dirs gefällt, mit Freuden scheiden aus der Welt; Herr, höre dies mein Flehen! der 8. Dein Eingang in die Herrlichkeit stärk uns in unsrer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Antlitz schaun. Hallelujah! nach Josua Wegelin(+ 1640) von 3. Gesenius, † 1673. De Apstr 9. Dann werden wir uns mel. Wie schön leuchtet der Morgenewig dein, erhöheter Erlöser, stern 2c. freun. Dann fingen wir 97 Ach, wundergroßer Siegesheld, Sündentilger aller Welt, heut bist du aufgefahren zur Rechten Gottes in der Kraft, haft herrlich dir den Sieg verschafft trotz aller Feinde Scharen: mächtig, prächtig triumphierst du und 96 Auf Christi Himmel regierst du; Tod und Leben Herr Christ, dir unterist, geben. fahrt allein ich meine Nachfahrt gründe und alle Zweifel, Angst und Bein hiermit stets überwinde. Denn weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder Jesus Christ zur rechten Zeit nachholen. 2. Dir dienen alle Cherubim, viel tausend hohe Seraphim dich Siegesfürsten loben: du hast den Segen wieder bracht und dich mit Majestät und macht zur Herrlichkeit erhoben. Singet, bringet Jubellieder, fallet nieder, rühmt und ehret den, der auf zum Himmel fähret. von deinem Ruhm ein neues Lied im Heiligtum. Halle lujah! Ha Nach E. Alberus(+ 1553) von S. Diterich, † 1791. CARRAY JENKOR endi plasman Mel. Nun freut euch, lieben Christen 2c. 2. Weil er gezogen himmelan und große Gab em pfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgends Ruh erlangen. Denn wo mein Schatz gekommen hin, dahin steht auch mein Herz und Sinn; nach ihm mich sehr verlanget. 3. Ach, Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auf3. Du, Herr, bist unser Haupt, und wir sind deine Glieder; nur von dir kommt auf uns Heil und Leben; Trost, Friede, Freude, Licht und Kraft, und was dem Herzen Labsal schafft, wird uns Himmelfahrt. 62 uns durch dich gegeben. Dringe, swinge, ewge Güte, daß es gen Mel. Aus meines Herzens Grunde 2c. 98 Der Herr fährt auf frohem Jubelton aus diesem Weltgetümmel empor zu sei nem Thron. Lobsingt, lobsinget Gott! Lobsingt, lobsingt mit Freuden dem Könige der Heiden, dem Herren Zebaoth! dir Lob, Ehr und Dank er weise. aslo 15da9d1d 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir; hilf, daß wir forthin für und für nach deinem Reiche trachten; laß unsern Wandel himmlisch 2. Der Herr wird auf sein, daß wir der Erde eiten genommen in seines Himmels Schein und üppigkeit ver- Pracht; um ihn stehn alle achten; Unart, Hoffart laß Frommen, die er hat frei uns meiden, christlich leiden, gemacht. Es holen Jesum wohl ergründen, wo die ein die heilgen Cherubinen, Gnade sei zu finden. i den lichten Seraphinen muß er willkommen sein. 5. Sei, Jesu, unser Schirm und Hort und gründ uns auf dein göttlich Wort, dar auf wir uns verlassen. Laß suchen uns, was droben ist; auf Erden wohnet Trug und List und Feinde, die dich haffen. Lügen, Trügen, Angst und Zagen, ach, sie plagen, ach, fie quälen stündlich arme Christenseelen. slaid und 6. Herr Jesut, komm, du Gnadenthron, du Sieges fürst, Held, Davids Sohn, komm, stille das Verlangen! Du, du bist allen uns zu gut, o Jesu, durch dein teures Blut ins Heiligtum gegangen. Dafür soll dir von uns allen Preis er schallen; Herr, am Ende hie nimm uns auf in deine Hände! son 4810 E. Chr. Homburg, † 1681. Stist 3. Wir wissen nun vom Siege, der unser Haupt erhöht, wir wissen zur Genüge, wie man zum Himmel geht; der Heiland geht voran, will uns zurück nicht lassen; er zeiget uns die Straßen, er bricht uns sichre Bahn. 4. Wir sollen himmlisch werden, der Herr macht selbst uns Plaz; wir gehen von der Erden dorthin, wo unser Schatz. Ihr Herzen, macht euch auf! Wo Jesus hingegangen, dahin sei das Verlangen, dahin sei euer Lauf. 5. Laßt uns gen Himmel dringen mit herzlicher Begier; laßt uns einmütig fingen: dich, Jesus, suchen wir! Dich, o du Gottes Sohn, dich Weg, dich wahres and 16 sowe Leben, Himmelfahrt. Leben, dent alle Macht ge: geben, dich, unsers Hauptes Kron! 6. Fahr hin mit deinen Schätzen, du trugesvolle Welt; dein Tand kann nicht ergößen! Weißt du, was uns gefällt? Der Herr ist unser Preis, der Herr ist unsre Freude und köstliches Geschmeide; zu ihm gilt unsre Reif'. ndot ndi non 7. Wann soll es doch ge schehen? Wann kommt die liebe Zeit, daß wir ihn werden sehen in seiner Herrlich feit? Du Tag, wann wirst du sein, daß wir den Heiland grüßen und fallen ihm zu Füßen? Komm, stelle dich doch ein! om in 63 Vater an; denn du sibst zu seiner Rechten; darum hilf uns, deinen Knechten. nism 3. Beuch die Sinne von der Erde über alles Eitle hin, daß ich mit dir himmlisch werde, ob ich gleich noch sterblich bin und im Glauben meine Zeit richte nach der Ewigkeit, bis wir auch zu dir gelangen, wie du bist vorangegangen. dabe 4. Meine Wohnung mache fertig droben in des Vaters Haus, da ich werde gegenwärtig bei dir gehen ein und aus. Dahin bringe mich zur Ruh, denn der Weg dahin bist du, und nimm an dem letzten Ende meinen Geist in deine Hände. our en nothi 8. W. Sacer, † 1699.90 19 19 16 big Mel. Wie nach einer Wasserquelle ic. 99 Herr, err, auf Erden muß ich leiden und bin voller Angst und Weh, warum willst du von mir scheiden, warum fährst du in die Höh? Nimm mich Armen auch mit dir, oder bleibe doch in mir, daß ich dich und deine Gaben täglich möge bei mir haben. 2. Laß dein Herze mir 100 ro zurücke, und nimm meines mit hinauf; wenn ich Seufzer zu dir schicke, thue mir den Himmel auf und, so ich nicht beten tann, rede du den 5. Komme, wenn es Zeit ist, wieder, wie dein Wort uns hoffen lehrt, und erlöse meine Glieder, die das dunkle Grab beschwert; richtest du dann diese Welt, die dein Wort für Lügen hält, dann nach überstandnem Leide führ uns ein zu deiner Freuden 9. Neumann, 1715.0 * Emu nollo fid no@ Mel. Jesu, meines Lebens Leben 1. roßer Mittler, der zur Rechten feines großen Vaters sist und die Schar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaden schüßt, den auf dem erhabnen Throne in der königlichen 64 Himmelfahrt. lichen Krone alles Heer der Sinn, darauf zielt dein Ewigkeit mit verhülltem verhülltem Bitten hin. Antlitz scheut! 2. Dein Erlösungswerk auf Erden und dein Opfer ist vollbracht; was vollendet follte werden, ist geschehn durch deine Macht. Da du bist für uns gestorben, ist uns Gnad und Heil erwor ben, und dein siegreich Auf erstehn läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nun bist du ja Hort und Hüter in des Vaters Heiligtum, die erworbnen Segensgütern durch dein Evangelium allen denen mit zuteilen, die zum Thron der Gnade eilen; nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Volkes teure Namen trägst du stets auf deiner Brust, und die gläubig zu dir famen, sind und bleiben deine Luft. Du vertrittst, die an dich glauben, daß sie nichts dir möge rauben, bittest in des Vaters Haus ihnen eine Wohnung aus. 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt noch dienen, nicht, weil das Herz dir vor Erbarmen über ihrem Elend bricht; daß mein Vater ihrer schone, daß er nicht nach Werken Lohne, daß er ändre ihren 6. Die Verdienste deiner Leiden stellest du dem Vater dar und vertrittst vor ihm mit Freuden deine teur erlöste Schar, daß er wolle Kraft und Leben deinem Volt auf Erden geben und die Seelen zu dir ziehn, die noch deine Freundschaft fliehn. 7. Großer Mittler, sei gepriesen, daß du in dem Heiligtum so viel Treu an uns bewiesen; dir sei Ehre, Dant und Ruhm! Laß uns dein Verdienst vertreten, wenn wir zu dem Vater beten; sprich für uns in letter Not, wenn den Mund verschließt der Tod! 3. 3. Rambach, † 1735. mel. Schmücke dich, o liebe Seele zc101 101 König, dem fein König gleichet, dessen Ruhm kein Mund erreichet, dem als Gott das Reich gebühret, der als Mensch das Scepter führet, dem das Recht gehört zum Throne als des Vaters eingem Sohne, den so viel Vollfommenheiten krönen, zieren und begleiten! 2. Himmel, Erde, Luft und Meere nebst dem ungezählten Heere der Geschöpfe in den Feldern, in den Seeen, in den Wäldern sind, Herr, über Himmelfahrt. 65 über Tod und Leben, dir sam üben; hier mitringen, dulden, streiten, dort mitherrschen dir zu Seiten. scheuen, Menschensohn, dein I. I. Rambach, † 1735. mächtig Dräuen. 3. In des Gnadenreiches Grenzen sieht man dich am schönsten glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen, die durchs Scepter deines Mundes, nach dem Recht des Gnadenbundes, sich von dir regieren lassen und wie du das Unrecht haffen. 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man stets dich Loben hören von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlit schauen, die dich unermüdet preisen und dir Ehr und Dienst er weisen. H 5. Herr in allen diesen Reichen! Dir ist niemand zu vergleichen an dem Ueberfluß der Schäße, an der Ordnung der Geseße, an Vollkommenheit der Gaben, welche deine Bürger haben; du beschüßest deine Freunde, du bezwingest deine Feinde, 6. Herrsche auch in meinem Herzen über Zorn, Lust, Furcht und Schmerzen; laß mich deinen Schuß genießen, gläubig dich ins Herze schlie: Ben, ehren, fürchten, loben lieben und mich im Gehor zum Eigentum gegeben. Tiere, Menschen, Geister mel. Jesu, meines Lebens Leben! 102 Siegesfürst und Ehrenkönig, höchstverklärte Majeſtät! Alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber hoch erhöht. Sollt ich nicht zu Fuß dir fallen und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubensaug entzückt deine Herrlichkeit erblickt? 2. Weit und breit, du beit sich ergießt, daß ein Himmelssonne, deine Klarheit sich ergießt, daß ein Wonne durch die Himmels Strom von Glanz und geister fließt; prächtig wirst heißt man dich willkommen: du aufgenommen, freudig schau, dein armes Kind auch hier rufet Hosianna dir. 3. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klarheit seh? Sollt mein Mut noch wollen sinken, da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt noch Teufel grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 4. Geist und Kraft nun überfließen; drum wirk in uns fräftiglich, bis zum Schemel deinen Füßen alle 3 Feinde Himmelfahrt. 66 Feinde legen sich. Herr, zu deinem Scepter wende alles bis zum Weltenende; mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan. 5. Du kannst alles aller Orten nun erfülln und nahe sein; meines armen Herzens Pforten stehen offen, komm herein! Komm, du König aller Ehren, du mußt auch bei mir einkehren; ewig in mir leb und wohn, als in deinem Himmetsthron! 6. Dein zum Himmel Sicherheben bringt mir Gott und Himmel nah; lehr mich nur im Geifte leben als vor deinen Augen da; fremd der Welt, der Zeit, den Sinnen, bei dir abgeschieden drinnen, in das Himmelreich versett, da mich Jesus nur ergößt. G. Terstegen, † 1769. Mel. Alles ist an Gottes Segen 2c. refus Christus 103 herrscht als König, alles wird ihm unter thänig, alles legt ihm Gott zu Fuß. Jede Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muß. 2. Fürstentümer und Gewalten, Mächte, die die Thronwacht halten, geben ihm die Herrlichkeit. Alle Herrschaft dort im Himmel, hier im irdischen Getümmel, ist zu seinem Dienst bereit. 3. Gott ist Herr, der Herr ist Einer, und demselben gleichet feiner; nur der Sohn, der ist ihm gleich; dessen Stuhl ist unumstößlich, dessen Leben unauflöslich, dessen Reich ein ewig Reich. imering 4. Nur in ihm- o Wundergaben!-fönnen wir Erlösung haben, die Erlösung durch sein Blut. Hörts! das Leben ist erschienen, und ein ewiges Verfühnen kommt in Jesus uns zu gut. 5. Gebt ihr Sünder, ihm die Herzen, klagt, ihr Kranfen, ihm die Schmerzen, sagt, ihr Armen, ihm die Not. Er kann alle Wunden heilen, Reichtum weiß er auszuteilen, Leben schenkt er nach dem Tod. 6. Eil, es ist nicht Zeit zum Schämen! Willst du Gnade? du sollst nehmen! Willst du leben? es soll sein! Willst du erben? du wirsts sehen! Soll der Wunsch aufs höchste gehen, willst du Jesum? er ist dein. 7. Zwar auch Kreuz drückt Christi Glieder hier auf kurze Zeit darnieder, und das Leiden geht zuvor. Nur Geduld! Es folgen Freuden, nichts fann sie von Jesu scheiden, und ihr Haupt zieht sie empor. 8. Ihnen steht ein Him mel offen, welcher über alles Hoffen Himmelfahrt. Hoffen, über alles Wünschen ist. Die gereinigte Gemeine weiß, daß eine Zeit erscheine, wo sie ihren König grüßt. 9. Jauchz ihm, Menge heilger Knechte, rühmt, vollendete Gerechte, und du Schar, die Palmen trägt, und ihr Märtrer mit der Krone, und du Chor vor seinem Throne, der die Gottesharfen schlägt! 10. Ich auch auf der tiefsten Stufen, ich will glauben, reden, rufen, ob ich schon noch Pilgrim bin: Jesus Christus herrschst als König, alles sei ihm unterthänig, ehret, liebet, lobet ihn! Ph. F. Hiller, † 1769. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern 2c. 104 allelujah! Wie lieblich stehn hoch über uns die Himmelshöhn, seit du im Himmel fizest, eit du vom ewgen Zion dort aussendest dein lebendig Wort ind deine Herde schüßest! Fröhlich, selig schaut Glaube von dem Staube auf zum Sohne: meine Seimat ist am Throne! der 2. Die Sterne leuchten ohne Zahl; was ist ihr ausendfacher Strahl? Was ft der Glanz der Sonne? Ein Schatten nur von jenem Zicht, das dir vom holden Ingesicht ausgeht mit ewger Bonne! Spende, sende deine 67 hellen Lebensquellen reichlich nieder, großes Haupt, auf deine Glieder! 3. Verhüllt den Erdkreis düstre Nacht, ich weiß, daß dort ein Auge macht, das einst um uns geweinet, das einst für uns im Tode brach; es ist dein Aug, es bleibet wach, bis neu die Sonne scheinet. O wer nunmehr nimmer. flagte, nimmer zagte, seit du macheft und aus Nächten Tage machest! 4. Wohin wir ziehn durch Land und Meer, ein Himmel neigt sich drüber her, dein Himmel voller Gnaden. Da steigt erhörlich das Gebet, da wallt man sicher früh und spät vor Feindeslist und Schaden. Keiner deiner Auserwählten, Geistbeseelten bleibt verlassen; treu will ihn dein Arm umfassen. 5. Wir fliehn zu dir mit allem Schmerz, zu dir, wenn sich das arme Herz abhärmt in bittrer Reue. Du brichst nicht das zerstoßne Rohr, und wenn der Docht sein Öl verlor, so tränfst du ihn aufs neue. Im Licht soll nicht eine fehlen von den Seelen, die zum Leben dir dein Vater übergeben. 6. felger König Jesu Christ! Wie wundervoll und heilig ist, was uns in dir geschenket! In dir, der Gottes 3* Kinder 68 Kinder schirmt, bleibt unser Anter, wenn es stürmt, auf ewig eingesenfet. Hier, hier find wir festgebunden; unsre Stunden fliehn in Eile; dann hinauf zum ewgen Heile! A. Knapp, † 1864. was dun der Mel. Lobe den Herren, den 2c. 105 Lamm, das gelitten, und Löwe, fiegreich gerungen; blutendes Opfer und Held, der die Hölle bezwungen; brechendes Herz, das sich aus irdischem Schmerz über die Himmel geschwungen! 2. Du hast in schauriger Tiefe das Höchste vollendet, Gott in die Menschheit ge hüllt, daß sein Licht uns nicht blendet. Würdig bist du, jauchzt dir die Ewig feit zu, Preises und Ruhms, der nicht endet. 3. Himmlische Liebe, die Namen der Erde nicht nennen! Fürst deiner Welten, den einst alle Zungen bekennen! Gingest du nicht selbst in der Sünder Gericht, Sünder entlassen zu können? bsy Himmelfahrt. - 4. Über des Todes um nachteten, graunvollen Klüften schwangst du die Palme des Sieges in himmlischen Lüften. Wer an dich glaubt, trägt nun, von Hoffnung umlaubt, ewiges Leben aus Grüften. 5. Menschensohn, Heiland, in dem sich das ewoge Er barmen milde zu eigen gegeben den schuldigen Armen! Dir an der Brust darf nun in Leben und Lust jeder Erstarrte erwarmen. 6. Wahl voller Wunder! Der einzige Reine von allen eint sich mit Seelen, die fündig im Staube hier wallen, trägt ihre Schuld, hebt in unendlicher Huld das, was am tiefsten gefallen. 7. Mir auch ist süß überwindend dein Rufen ertönet; Herr, auch mein feindliches Herz hat dein Lieben verföhnet; ja, deine Hand, zu dem Verirrten gewandt, hat mich mit Gnade gefrönet. 8. Lobe den Herrn, meine Seele! Er hat dir vergeben, heilt dein Gebrechen, legt in dich ein ewiges Leben; Frieden im Streit, Wonnen im irdischen Leid weiß dir dein Heiland zu geben. 9. Hoffnung und Glaube und Liebe, sie tragen auf Flügeln dich in das Land der Verheißung zu ewigen Hügeln, wo deine Wahl, dort in der Herrlichkeit Strahl, Lieb und Erbarmen besiegeln. 10. Jauchze, Natur, in des Frühlings beginnendem Wehen; singe, du Welt, die das Werk der Erlösung gesehen! Jauchze, du Heer dort am frystallenen Meer: ,, Ehre sei Gott in den Höhen!" M. Heußer- Schweizer,+1876. Pfingsten. IX. Pfingsten. dimen TO- spets k -99 napis 22: 380 Imomals mapichool Mel. Herr Gott, dich loben alle wi 2C. 106 Komm heilger Geist, Schöpfer du, sprich deinen armen Seelen zu; erfüll mit Gnaden, süßer Gast, die Brust, die du geschaffen hast. 2. Der du ein Tröster bist genannt, des allerhöchsten Gottes Pfand, du Liebesquell, du Lebensbronn, du Herzenssalbung, Gnaden sonn! adsi 3. Du siebenfaches Gnaden gut, du Hand des Herrn, die Wunder thut, du lösest aller Zungen Band, giebst frei das Wort in alle Land. 4. Zünd uns ein Licht an im Verstand, entflamm das Herz in Liebesbrand, stärt unser schwaches Fleisch und Blut durch deiner Gottheit starken Mut. 5. Den Feind treib von uns fern hinweg und bring uns auf des Friedens Steg, daß wir, durch deine Hand geführt, vom Argen bleiben unberührt. 6. Lehr uns den Vater fennen wohl, und wie den Sohn man ehren soll; im Glauben mache uns bekannt, wie du von beiden wirst gesandt. 69 7. Ehr sei dem Vater, unserm Herrn, und seinem Sohn dem Lebensstern; dem heilgen Geiste gleicherweis sei jetzt und ewig Lob und Preis! Alte Kirche. nettiion 206, ros) 107 Komm, heilger Geist, Herre Gott, erfüll mit deiner Gnaden Gut der Gläubigen Herz, Mut und Sinn, dein brünstig Lieb entzünd in ihn! Herr, durch deines Lichtes Glast* zum Glauben Voll aus aller Welt Zungen. du versammelt haft das Das sei dir, Herr, zu Lob gesungen! Hallelujah! Hallelujah! von Hort, laß uns leuchten des 2. Du heiliges Licht, edler Lebens Wort und lehr Gott uns recht erkennen, Herzen Vater ihn nennen. O Herr, behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr, denn Jesum mit rechtem Glauben, und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Hallelujah! Hallelujah! 3. Du heilige Glut, süßer Trost, nun hilf uns fröhlich und getrost in deinem Dienst beständig bleibn, die Trübfal uns von dir nicht treibn. Durch deine Kraft * Glanz. 70 Pfingsten. Kraft uns, Herr, bereit und 109 Kom stärk des Fleisches Blödigfeit, daß wir hier ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Hallelujah! Hallelujah! V. 1. vorreformatorisch; V. 2. u 3 von Luther, t 1546. 108 un bitten wir den heiligen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahren aus diesem Elende. Erbarm dich, Herr! 2. Du wertes Licht, gieb uns deinen Schein, lehr uns Jesum Christ fennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Erbarm dich, Herr! 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben und im Frieden auf einem Sinn bleiben. Erbarm dich, Herr! 4. Du höchster Tröster in aller Not, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod; daß in uns die Sinne nimmer verzagen, wenn der Feind wird das Leben verflagen. Erbarm, dich, Herr! Luther,+ 1546. V. 1 aus dem 13. Jahrhundert. Domm, o komm, du Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit! Deine Kraft sei nicht vergebens, sie erfüll uns jederzeit, so wird Geist und Licht und Schein in dem dunklen Herzen sein. 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Verstand und Zucht, daß wir anders nicht beginnen, als nur, was dein Wille sucht. Dein Erkenntnis werde groß und mach uns von Irrtum Ios. 3. Zeig uns, Herr, die rechten Stege zu der wahren Wohlfahrt an, räume alles aus dem Wege, was im Lauf uns hindern kann; wirke Reu durch deine Gnad, wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß dein Zeugnis uns empfinden, daß wir Gottes Kinder sind, die auf ihn allein sich gründen, wenn sich Not und Drangsal findt; denn was Vaterliebe thut, ist uns allewege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller Freudigkeit; seufz auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns alle Zeit; so wird unsre Bitt erhört und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch nach Troste bange, daß das Herz oft rufen muß: ach, mein Gott, Pfingsten. Sott, mein Gott, wie lange? Si, so mach du den Beschluß; prich der Seele tröstlich zu and gieb Mut, Geduld und Ruh. 7. O du Geist der Kraft and Stärke, du gewisser, euer Geist, fördre in uns eine Werke, wenn die Welt ins an sich reißt. Schenk ns Waffen in dem Krieg nd erhalt in uns den Sieg. 8. Herr, bewahr auch nsern Glauben, daß kein Feind, kein Tod, noch Spott ns denselben möge rauben; u bist unser Schutz und Sott. Sagt das Fleisch leich immer nein, laß dein Bort gewisser sein! 9. Wenn wir endlich ollen sterben, so versichr uns ehr und mehr, als des immelreiches Erben, jener errlichkeit und Ehr, die Sott giebt durch Jesum hrist und und die unaus prechlich ist. H. Held,+ 1661. 2. Du Quell, braus alle Wahrheit fließt, die sich in fromme Seelen gießt, laß deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubenseinigkeit auch andre in der Christenheit dein wahres Zeugnis lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zum Lob und uns zum Leben. 3. Steh uns stets bei mit deinem Rat und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gieb uns Beständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für auch wenn wir leiden müssen. Schaue, baue, was zerrissen und beflissen, dich zu schauen und auf deinen Trost zu bauen. 4. Olaß uns deine Gotteskraft empfinden und zur Ritterschaft dadurch ge stärket werden; auf daß wir unter deinem Schutz begegnen aller Feinde Truß mit freudigen Geberden. heilger Geist, Laß dich reichlich auf uns fehr bei uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. el. Wie schön leuchtet der Morgen stern 2c. 71 wir beten; zu dir kommen wir getreten. 10 n und laß uns deine Johnung sein; o komm, du erzenssonne! Du Himmelsht, laß deinen Schein bei is und in uns kräftig sein 1 steter Freud und Wonne! onne, Wonne, himmlisch eben willst du geben, wenn 5. O starker Fels und Lebenshort, laß doch dein mildes Himmelswort in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmermehr von deiner weisheitss reichen S Pfingsten. 72 reichen Lehr und reiner Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüte, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du milder Himmels: tau, fent dich in unsre Seelen fräftiglich und schent uns deine Liebe, daß unser Sinn verbunden sei dem Nächsten stets mit Liebes: treu und sich darinnen übe. Kein Neid, kein Streit dich betrübe, Fried und Liebe müß umschweben und durchdringen unser Leben. Ban 7 Gieb, daß in reiner 7. Gieb, daß in reiner Heiligkeit wir führen unsre Lebenszeit, sei unsres Geistes Stärke, daß uns forthin sei unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine toten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. M. Schirmer, † 1673. 111 3euch ein zu dei: FOR nen Thoren, sei meines Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast, o hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleichen Thrones, mit beiden gleich gepreist. 2. Beuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hilf un Errettung schafft; entsünde meinen Sinn, daß ich m reinem Geiste dir Ehr un Dienste leiste, die ich d schuldig bin. Diode 3. Du bist ein Geist, de lehret, wie man recht bete soll; dein Beten wird e höret, dein Singen fling wohl, es steiget himmela es steiget sonder Ende, b der sich zu uns wende, de allen helfen kann.stodited 4. Du bist ein Geist d Freuden, mit Trauern häl Leiden mit deines Trost dus nicht, erleuchtest uns i Licht. Ach ja, wie manche mal hast du mit Worten mir aufgethan E Pforten zum güldnen Fre densaal! süßMid otur s 5. Du bist ein Geist d Liebe, ein Freund der Freun lichkeit, willst nicht, daß us betrübe Zorn, Zant, Ha Neid und Streit. Der Fein schaft Feind du bist, will daß in Liebesflammen f wieder thu zusammen, w voller 8wietracht ist. 6. Du, Herr, hast sel in Händen die ganze we Welt, kannst Menschenherz wenden, wie dir es wohl fällt. So gieb doch dei Gnad zu Fried und Lieb banden, verknüpf in all Landen, was sich getrenn hat. Pfingsten. 7. Beschirm die Obrig feiten, bau unsers Fürsten Thron; gieb Glück zu diesen Beiten; schmück, als mit einer Kron, die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. 8. Erfülle die Gemüter mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für; vertreib den bösen Geist, der dir sich widersetet und, was dein Herz ergößet, aus unsern Herzen reißt. 9. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn, und wenn wirs sollen geben ins Todes Hände hin, wenns mit uns aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus. P. Gerhardt, † 1676. is Verstandes, was geheim ist, 4. Du bist weis' und voll ist dir fund, zählst den Staub bes fleinsten Sandes, gründſt des tiefsten Meeres Grund; nun, du weißt auch zweifels= frei, wie verderbt und blind ich sei; drum gieb Weisheit und vor allen, wie ich möge Gott gefallen. Mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. 112 bu allerfüßte Freude, o du allerschönstes Licht, der du uns in Lieb und Leide unbesuchet läffeft nicht, Geist des Höchsten, höchster Fürst, der du hältst und halten wirst ohn Aufhören alle Dinge, höre, höre, was ich finge! 73 nennen kann; wenn ich dich erwünsch und habe, geb ich alles Wünschen dran. Ach, ergieb dich, komm zu mir in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tempel auserkoren. 3. Du wirst als ein milder Regen ausgegossen von dem Thron, bringst uns nichts als lauter Segen von dem Vater und dem Sohn. Laß doch, o du werter Gast, Gottes Segen, den du hast und verwaltst nach deinem Willen, mich an Leib und Seel erfüllen. IS THE NORTHE 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensch nur 5. Du bist heilig, läßt dich finden, wo man rein und redlich ist, fleuchst hingegen Schand und Sünden, haffest Schlangentrug und List. Mache du, o Gnadenquell, meine Seele rein und hell; laß mich fliehen, was du fliehest, gieb mir, was du gerne fiehest. 6. Deine Huld hat keine Schranken, du bist fromm und sanften Muts, bleibst im Leben ohne Wanten, tbuſt 74 thust uns Bösen alles Guts. Ach, verleihe mir doch auch deinen edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund und Feinde liebe, keinen, den du liebst, betrübe. ore Pfingsten. 7. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, wenn du mich nur nicht verstößt; bleib ich von dir ungeschieden, so bin ich genug getröst. Laß mich sein dein Eigen tum; ich versprech hinwie derum, hier und dort all mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen.enigms in 8. Nur allein, daß du mich stärkest und mir treu lich steheft bei; hilf, mein Helfer, wo du merkest, daß mir Hilfe nöthig sei. Brich des bösen Fleisches Sinn, nimm den alten Willen hin, daß er sich in dir erneue und mein Gott sich meiner freue. 9. Sei mein Retter, führ mich eben; wenn ich sinfe, fei mein Stab; wenn ich sterbe, sei mein Leben; wenn ich liege, sei mein Grab; wenn ich wieder aufersteh, o so hilf mir, daß ich geh hin, wo du in ewgen Freuden wirst die Auserwählten weiden. P. Gerhardt, † 1676. wie Sand; Vater, gieb vom Himmel Segen, tränke du dein dürstend Land! Laß des heilgen Geistes Gab auf mich Armen doch herab wie in starken Strömen fließen und sich in mein Herz ergießen. es domin 2. Jesu, der du hingegangen zu dem Vater, sende mir deinen Geist, den mit Verlangen ich erwarte, Herr, von dir. Laß den Tröster ewiglich bei mir sein und lehren mich, in der Weisheit fest zu stehen und auf dich im Glauben sehen. der Frommen, tehre bei mir 3. Heilger Geist, du Kraft Armen ein und sei tausend deinen Tempel sein. Reinige mal willkommen, laß mich du selbst das Haus meines Herzens, wirf hinaus alles, von den süßen Himmelswas mich hier fann scheiden freuden. 4. Schmücke mich mit deinen Gaben, mache neu mich, rein und schön; laß mich wahre Liebe haben und in deiner Gnade stehn. Gieb mir einen starken Mut, heilige mein Fleisch und Blut, lehre mich vor Gott hintreten und im Geist und Wahrheit beten. Mel. Wie nach einer Wasserquelle 2c. 5. So will ich mich dir 113 Gott, gieb einen ergeben; dir zu Ehren soll milden Regen, denn mein Herz ist dürr mein Sinn dem, was himmlisch ist, nachstreben, bis ich werde Pfingsten. werde kommen hin, da mit Vater und dem Sohn dich im höchsten Himmelsthron ich erheben kann und preisen mit den süßen Engelsweisen. 9 m. Kramrr, † 1702. dr Mel. Wie nach einer Wasserquelle 2c. u 114 Gift eist vom Vater und vom Sohne, der du unser Tröster bist und von unsres Gottes Throne hilfreich auf uns Schwache siehst: stehe mir mächtig bei, daß ich Gott ergeben sei, o so wird mein Herz auf Erden schon ein Tempel Gottes werden. du 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein, wenn ich bange Zweifel hege, deine Wahrheit mich erfreun. Lenke 75 irgend mich verirrt, o so strafe selbst mein Herz, daß ich unter Reu und Schmerz mich vor Gott darüber beuge und mein Herz zur Bessrung neige. träftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlsein hin; lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. mi5. Reize mich, mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nötig ist, zu dem Gnadenstuhl zu treten. Gieb, daß ich auf Jesum Christ als auf meinen Mittler schau und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad um Gnad auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen.colume 6. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Troste bei, daß ich auch als dann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gieb mir ein gelassen Herz; laß mich selbst im Todesschmerz bis zum frohen Überwinden dieses Trostes Kraft empfinden. Nach Gottf. Hoffmann, † 1712. FETES CER Mel. Jesu, meine Freude zc. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über alles treu meinen Gott und Vater 115 Schmückt das Fest Blumen liebe, daß mir nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu stehn; seinen Namen zu erhöhn, seinen Willen zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. mit Maien, lasset streuen, zündet Opfer an, denn der Geist der Gnaden hat sich einge laden; machet ihm die Bahn! Nehmt ihn ein, so wird sein Schein euch mit Licht und Heil erfüllen und den Kum= mer stillen. adges 4. Stärke mich, so oft zur Sünde mein Gemüt versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde; hab ich 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll 76 Pfingsten. voll Rat und That, starter recht erkennen und Gott Gottesfinger, Friedensüber- Vater nennen. i 196 bringer, Licht auf unsrem 7. Mach das Kreuz uns Pfad, gieb uns Kraft zur Pilgrimschaft, laß uns deine teuren Gaben Herz und Seele laben. füße, und durch Finsternisse sei du unser Licht; trag nach Zions Hügeln uns mit Glaubensflügeln und verlaß uns nicht, wenn der Tod, die letzte Not, mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen. 8. Laß uns hier indessen nimmermehr vergessen, daß wir Gott verwandt. Dem laß uns stets dienen, und im Guten grünen, als ein fruchtbar Land, bis wir dort, du werter Hort, bei den grünen Himmelsmaien ewig uns erfreuen. B. Schmold, † 1737. 3. Laß die Zungen brennen, wenn wir Jesum nennen, führ den Geist empor; gieb uns Kraft zu beten und vor Gott zu treten, sprich du selbst uns vor. Gieb uns Mut, du höchstes Gut, tröst uns träftiglich von oben bei der Feinde Toben. 4. Goldner Himmels regen, schütte deinen Segen auf das Kirchenfeld; lasse Ströme fließen, die das Land begießen, wo dein Wort hinfällt, und verleih, daß es gedeih; hundertfältig Mel. Erquide mich, du heil der Frucht zu bringen, laß ihma 20 ftets gelingen. 5. Schlage deine Flammen über uns zusammen, pi heilge Liebesglut; laß dein omfanftes Wehen über uns erSünder ic. On gorenens O D Licht des 116 Gott, o Geiſt, Lebens, das uns im Todesschatten scheint, du scheinst und lockst so lang vergebens, weil Finsternis dem Lichte feind! O Geist, dem feiner kann entgehen, dich laß ich gern mein Herze sehen. 2. Entdecke alles und verzehre, was nicht in deinem Lichte rein; wenn mirs gleich noch so schmerzlich wäre, die Wonne folget nach der Pein; du wirst mich aus dem finstern Alten in Jesu Klarheit umgestalten. gehen, dämpfe Fleisch und Blut; laß uns doch am Sündenjoch mit der Welt nicht ferner ziehen und das Böse fliehen. 6. Gieb zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, führ uns ein und aus; wohn in unsrer Seele, unser Herz erwähle dir zum eignen Haus. Wertes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Jesum Pfingsten. 77 ist da! O Gott, o Geist, o Licht des Lebens, man harret deiner nie vergebens. 3. Ich kann nicht selbst der Sünde steuern, das ist dein Werk, du Quell des Lichts! Du mußt von Grund G. Terstegen,+ 1769. aus mich erneuern, sonstised ent an tiodhl hilft mein eignes Trachten Mel. Kommt her zu mir zc. nichts. O Geift, sei meines THE Geistes Leben; ich kann mir felbst nichts Gutes geben.. 117 Gs faß ein frommes und wollte nach des Herren Häuflein dort Wort einmütig Pfingsten halten. Ach, laß auch jetzt im Christenstand, Herr Jesu, deiner Liebe Band bei frommen Gliedern walten. me ewgen ST 370 4.00 Du Odem aus der Stille, durchwehe fanft der Seele Grund; füll mich mit aller Gottes: fülle, und da, wo Sünd und Greuel stund, laß Glauben, 2. Schnell fiel hernieder Lieb und Ehrfurcht grünen, auf das Haus ein starker in Geist und Wahrheit Gott Wind, der mit Gebraus sich zu dienen. RILES PASTORES Padoue wundersam erhoben. uchasmid 179 5. Mein Wirken, Wollen Gotteshauch, ach, lasse dich und Beginnen sei findlich bei uns auch spüren fräftigfolgsam deinem Trieb; be- lich und weh uns an von wahr mein Herz mit allen oben! disdep.co doo Sinnen untadelig in Gottesdi 3. Er füllete die Wohnung Lieb. Dein in mir Beten, ganz, zerteilter Zungen Feuer& Lehren, Kämpfen laß mich glanz ließ sich auf jedem auf keine Weise dämpfen. spüren. spüren. Ach, nimm auch unsre Kirchen ein, laß feurig unsre Lehrer sein, und deine Sprach uns rühren! 6. Geist, o Strom, der uns vom Sohne eröffnet, und frystallenrein aus Gottes und des Lammes Throne nun quillt in stille Herzen ein, ich öffne meinen Mund und finte hin zu der Quelle, daß ich trinke. 2011 7. Ich laß mich dir und bleib indessen, von allem abhingewandt, dir nah; ich will die Welt und mich vergessen und innigst glauben: Gott 4. Sie wurden all des Geistes voll und fingen an zu reden wohl, wie er gab auszusprechen. Erfüll auch uns mit heilger Glut, daß wir des Herzens blöden Mut mit freier Rede brechen! 5. Das Volk von allen Bungen kann, was Gott zum Heil der Welt gethan, in feiner 78 Pfingsten. feiner Sprache hören. Ach, 2. Schöpfer unfres neuen heb der Zungen Irrsal auf; Lebens, jeder Schritt, jeder laß, Jesu, deinem Wort den Tritt ist ohn dich vergebens. Lauf, daß dich die Völker Mache unser Heil uns wichtig; ehren! donde fawer ist wohl, wie er soll, 6. Die Welt zwar treibt treu zu handeln tüchtig? nur ihren Spott, und wer nicht merkt die Kraft von Gott, spricht leider: ,, Sie find trunken!" Den rechten Freudenwein uns gieb, er quid, o Herr, in deiner Lieb, was noch in Angst versunken! in misi multe 3. Herr, wir fallen dir zu Fuße; eins ist not für den Tod: Buße, wahre Buße. Zeig uns selbst den Greul der Sünde, daß das Herz Angst und Schmerz, Reu und Scham empfinde. didepnut 4. Zeig uns des Erlösers Wunden, ruf uns zu: ihr habt Ruh, ihr habt Heil gefunden! Er hat Gnade euch erworben, Jesu Blut machet gut, was die Welt verdorben. 7. Dein Licht treib in des Herzens Haus mit hellen Strahlen gänzlich aus die alten Finsternisse, daß Blindheit, Irrtum, falscher Wahn und, was uns sonst verlei ten kann, auf ewig weichen müsse. dir tum dm 8.Dein Feuer töt in unsrer Brust, was sich noch regt von Sündenlust; erwecke reine Triebe, auf daß wir schmecken wahre Freud, an statt der schnöden Eitelkeit, in Jesu süßer Liebe. 5. Wed uns auf vom Sündenschlafe, rette doch heute noch die verlornen Schafe. Reiß die Welt aus dem Verderben, laß sie nicht im Gericht der Verstockung sterben. Hier. Annont, † 1770. kalbireasin Mel. Fröhlich soll mein Herze zc. 6. Geist der Weisheit, gieb uns allen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott gefallen. Lehr uns freudig vor Gott treten, fei 118 Höchster Tröster, uns nah, und ſprich: ja! wenn beten. tomm hernieder; Geist des Herrn, sei nicht fern, stärke Christi Glieder. Er hat nie sein Wort gebrochen, Jesus hat deinen Rat seinem Volk versprochen. 7. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen, gieb uns Mut, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu dämpfen. Laß uns Trübsal, Kreuz und Leieden, Angst und Not, Schmerz und Pfingsten. und Tod nicht von Jesu scheiden. 218. Hilf uns nach dem Besten streben, schent uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu leben; gieb, daß wir nie stille stehen, treib uns an, froh die Bahn deines Worts zu gehen. 9. Sei in Schwachheit unfre Stüße, steh uns bei, mach uns treu in der Prüfungshiße. Führ, wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unsern Geist in des Himmels Freude. Mano E. Liebich, 1780. Mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. 119 Der du uns als Vater liebest, treuer Gott, und deinen Geist denen, die dich bitten, giebest, ja, uns um ihn bitten heißt, demutsvoll fleh ich zu dir: Bater, send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue und mich dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit, und mein Herz bleibt dir entriffen und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. 79 3. Emge Quelle wahrer Güter, hochgelobter Gottesgeist, der du menschliche Gemüter heiligst und mit Trost erfreust! Nach dir, Herr, verlangt auch mich, ich ergebe mich an dich; mache mich zu Gottes Preise heilig und zum Himmel weise. brut 4. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit getroſtem Mut seiner Vaterhuld mich freu und mit wahrer Kindestreu stets vor seinen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle. 100%, stilr 5. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb und Sanftmut übe und mirs rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen fann, wenn meine Hand zur Erleichtrung der Beschwerden kann dem Nächsten nützlich werden. Modna ad o 6. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Gewissen niederschlägt, wenn sich in mir Zweifel finden, die mein Herz mit Zittern hegt, wenn mein Aug in Nöten weint und Gott nicht zu hören scheint: o dann laß es meiner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 7. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk #Pfingsten. 80 werk in mir; selbst den Trieb haft du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. O so sebe durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende. Dav. Bruhn,+ 1782. Insonnil Mel. Nun komm, der Heiden Heiland 2c. Mel. O Jesu Christ, meins1 Lebens 2c. TE 907 childe 120 Geift vom Bater 121 Gottes Geist und Chrifti Geift, und vom Sohn, weihe dir mein Herz zum Thron! Schenke dich mir immerdar, so wie einst der Jünger Schar! 2. Geist der Wahrheit, Leite mich! Eigne Leitung täuschet sich, da sie leicht des Wegs verfehlt und den Schein für Wahrheit wählt. 3. Geist des Lichtes, mehr in mir meinen Glauben für und für, der mich Christo einverleibt und durch Liebe Früchte treibt. 4. Geist der Andacht, schenke mir Salbung, Inbrunst, Feur von dir; laß mein Bitten innig rein und vor Gott erhörlich sein. 5. Geist der Liebe, Kraft und Zucht! Wenn mich Welt und Fleisch versucht, o dann unterstüße mich, daß ich ringe; rette mich! mal lich durch den Frieden Gottes mich. Justit 87. Geist der Hoffnung führe du mich dem Himmelserbe zu; laß mein Herz sich deiner freun und in Hoff nung selig sein! 6. Geist der Heiligung, verklär Jesum in mir mehr und mehr und erquicke innerG. J. Tode, † 1797. + 1071 der uns den Weg zum Himmel weist, der uns die dunkle Erdennacht durch seine Lichter helle macht. Gatun 2. Du Hauch, der durch das Weltall weht als Gottes stille Majestät, du aller Lichter reinstes Licht, erleucht uns Herz und Ange sicht. 3. Komm, leuchte mit dem Gnadenschein hell in die weite Welt hinein; komm, mach uns in der Finsternis des lichten Himmelswegs gewiß. TO GODAY 4. Ach, hier ist alles Staub und Nacht, die Wahn und Sünde trübe macht; ach, hier ist alles Not und Tod, geht uns nicht auf dein Morgenrot. 5. Das Morgenrot der bessern Welt, das wie ein Strahl vom Himmel fällt, als Gottes Macht und Gottes Lust durchblißt die franke Menschenbrust. Schlußlied der Weihnacht-, Oster- u. Pfingstzeit. 81 Ehren, dich wolln wir hören; freue, freue dich, o Christenbeit! 6. Gottes Geist und Chrifti Geist, der uns wie Kinder beten heißt, der uns wie Kinder glauben heißt, o fomm, o fomm, du heilger Geift! de 10 19 II. NIO 1980 4. Odu fröhliche, o du selige, gnadenbringende Welt lag in Osterzeit! Banden, Christ ist erstanden; freue, freue dich, o Christenheit! 7. Komm, Gottes Frieden, Gottes Mut! Komm, stille Kraft, die nimmer ruht, fomm, gieße deinen Gnaden schein in Seele, Sinn und Herz mir ein.re. 8. Dann wandl ich, ein Kind des Lichts, im Glanze deines Angesichts schon meinen kurzen Erden lauf stets himmelein und himmelauf. wie E. M. Arndt,+ 1860. toll leds:@blisitu 336 Schlußlied der Weihnacht-, Osterund Pfingstzeit. Affant I. 122 bu fröhliche, o du selige, gnaden bringende Weihnachtszeit! Welt ging verloren, Christ ist geboren; freue, freue dich, o Christenheit! 2. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! 5. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Osterzeit! Tod ist bezwungen, Leben errungen; freue, freue dich, o Christenheit! 6. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Ofterzeit! Kraft ist gegeben, laßt uns ihm leben; freue, freue dich, o Christenheit! III. 7. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingstenzeit! Christ, unser Meister, heiligt die Geiſter; freue, freue dich, o Christenheit; 8. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingstenzeit! Führ, Geist der Gnade, uns deine Pfade; freue, freue dich, o ChristenChrist ist heit! say erschienen, uns zu verfühnen; 9. du fröhliche, o freue, freue dich, o Christen- du selige, gnadenbringende heit! mandolinite- Pfingstenzeit! Uns, die Erdin 3. O du fröhliche, o lösten, Geist, willst du trösten; du selige, gnadenbringende freue, freue dich, o ChristenWeihnachtszeit! König der heit! 3. Daniel Falt, † 1826. 82 Trinitatisfest. iar downs momej( dox. Trinitatisfeft. to immiteisimoy ngong SERAD onur sochielaiming collo dimidiatur alin ni diote sti Mel. Nun dantet alle Gott 2c. 123 Allein Gott in ber Söh sei 124 Gelobet fei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir Leib und Seele hat gegeben, mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an, der jeden Augenblick viel Guts an mir gethan.molly BAHI 15 47 Ehr und Dank für seine Gnade, darum, daß nun und nimmermehr uns rühren kann ein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat, nun ist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir beten an und loben dich, wir bringen Ehr und danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken; ganz ohne Maß ist deine Macht, allzeit geschieht, was du bedacht: wohl uns des starten Herren. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, für uns ein Mensch gehoren, der uns vertritt vor Gottes Thron und rettet, was verloren; Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unsrer Not, erbarm dich unser aller! 4. O heilger Geist, du höchstes Gut, mit deinem uns tröste! Vor Satans Macht nimm uns in Hut, die Jesus Christ erlöste durch Marter groß und bittern Tod, wend unsern Jammer ab und Not; darauf wir uns perlassen! 06 N. v. Hof, † 1541. and Thilpa 2. Gelobet fei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat mit seinem teuren Blut, der mir im Glauben schenkt sich selbst, das höchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werter Geift, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir giebt neue Kraft, der mir in aller Not Rat, Trost und Hilfe schafft. 4. Gelobet fei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles rühmt und lobt, was durch ihn lebt und webet; gelobet sei der Herr, des Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn und Gott der werte Geist. em 5. Dem wir Hallelujah mit Freuden lassen klingen und Trinitatisfest. 83 4. Hallelujah! Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen! Stimmt an mit aller Himmelsschar und finget nun und immerdar mit Freuden: Amen, Amen. Klinget, singet: Gott ist heilig, heilig, heilig! Breis und Ehre 125 Hallelujah! Lob, sei dem Herrn der Himmels= heere. Vor 1698. S Toda wilotsp Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit fei in uns allen ihm bereit Dank, Weisheit, Kraft und Stärke! Klinget, finget: Gott ist heilig, heilig, heilig! Preis und Ehre sei dem Herrn der Himmelsheere.ir god und mit der Engelschar das Heilig! Heilig! singen; den herzlich lobt und preist die ganze Christenheit; gelobet sei mein Gott in alle Ewigkeit! Ho 13. Olearius,+ 1684. છ di don, Jo Mel. Wie schön leuchtet der Morgen. mods wishitern ic. tito dag 2. Hallelujah! Preis, Ehr und macht sei auch dem Gotteslamm gebracht, in dem wir sind erwählet, das uns mit seinem Blut erkauft, da mit besprenget und getauft und sich mit uns vermählet. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben, und darinnen uns erlaben. silno 3. Hallelujah! Gott heilger Geist, sei ewiglich von uns gepreist, durch den wir neu geboren, der uns mit Glauben ausgeziert, dem Bräutigam uns zugeführt, den Hochzeit tag erforen. Heil uns, Heil uns! Da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna und ein ewig Sosianna. met. Wie schön leuchtet der Morgenmustern ic. as freut mich 126 Was noch, wenn dus nicht bist, Herr Gott, der doch mein Alles ist, mein Trost und meine Wonne? Bist du nicht Schild, wer decket mich? Bist du nicht Licht, wo finde ich im Finstern eine Sonne? Keine reine, wahre Freude, auch im Leide, auch für Sünden, ist, Herr, außer dir zu finden. 2. Was freut mich noch, wenn dus nicht bist, mein Herr Erlöser, Jesus Christ, mein Friede und mein Leben? Heilst du mich nicht, wo find ich Heil? Bist du nicht mein, wo ist mein Teil? Giebst du nicht, wer wird geben? Meine eine wahre Freude, wahre Weide, wahre Gabe hab ich, wenn ich Jesum habe. 3. Was freut mich noch, wenn dus nicht bist, o Geist, der 84 Allgemeine Lobder uns gegeben ist zum Führer der Erlösten? Bist du nicht mein, was sucht mein Sinn? Führst du mich nicht, wo tomm ich hin? Hilfst du nicht, wer will trösten? Meine eine wahre Freude, Trost im Leide, Heil für Schaden ist in dir, o Geist der Gnaden. V. 1 u. 2 von Ph. Fr. Hiller, † 1769. V. 3 v. A. Knapp, † 1864. 102030 Mel. Erschienen ist der herrlich Tag 2c. DIST Dank ank und Anbetung bringen wir, Herr, unser Gott und 3100019 JED#opliec od tim 127 Dar und Danklieder. Vater, dir. Du bist es, der dir ganze Welt erschaffen hat und noch erhält. Hallelujah! froad 2 2. Dank und Anbetung bringen wir, Herr, unser Gott und Heiland, dir. Du littst für uns des Todes Pein, uns vom Verderben zu befrein. Hallelujah! 128 an nempi nasisd dru Erster Chor: Herr Gott, dich loben wir, Dich, Vater in Ewigkeit, all Engel und Himmelsheer, auch Cherubim und Seraphim heilig ist unser Gott! 3. Gelobet seist du, Geist des Herrn! Wir waren einst von Christo fern; du hast durch deines Wortes Macht auch uns zum Licht und Heil gebracht. Hallelujah! 3. Christ. Stodhausen, † 1784. mo midad lamang niet dol Manisnied flie lisid: misd per amps du mist thi XI. Allgemeine Lob- und Danklieder. N 100 7790 12: 2( 2 ton Zweiter Chor od. Gemeinde: Herr Gott, wir danken dir! ehrt die Welt weit und breit; und was dienet deiner Ehr, singen immer mit hoher Stimm: heilig ist unser Gott! Beide Chöre: Heilig ist unser Gott! der Herr Zebaoth. Erster Chor: 2. Dein göttlich Macht id odund Herrlichkeit der heiligen zwölf Boten Zahl die teuren Märtrer allzu mal Zweiter Chor od. Gemeinde: geht über Himmel und Erden weit; und die lieben Propheten all, loben dich, Herr, mit großem Schall; Allgemeine Lob- und Danklieder. 85 196 49 Erster Chor: sto die ganze werte Christenheit dich, Gott Vater, im höchsten Thron, Zweiter Chor od. Gemeinde: rühmt dich auf Erden alle Zeit; deinen rechten und eingen doul phin Sohn, di nie mim den heilgen Geist und Tröster mit rechtem Dienst sie lobt mlwerts dar naprinde und ehrt.hind 3. Du König der Ehren, 2900 Jesu Christ, du nahmest an, der Welt zu gut, sp du haft dem Tod zerstört tisfein Macht H3TBC 290 du sibst zur Rechten Gottes Ich gleichtra esmed hard ein Richter du zukünftig bist 4. Nun hilf uns, Herr, aden Dienern dein, laß uns im Himmel haben teil Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, wart und pfleg sein zu aller Zeit Gott Vaters ewger Sohn du biſt; 5. Täglich, Herr Gott, wir duis loben dich) i Behüt uns heut, o treuer Gott, sei uns gnädig, o Herre Gott, zeig uns deine Barmherzig feit, gleich Menschenkindern Fleisch und Blut: und all Christen zum Himmel bracht; mit aller Ehr ins Vaters Reich; pes allem, das tot und lebend ist. die durch dein teur Blut erda löset ſein; a mit den Heilgen am ewgen Heil. und segne, was dein Erbteil ist; und heb es hoch in Ewigkeit. und deinen Namen stetiglich. vor aller Sünd und Missethat; sei uns gnädig in aller Not; wie unsre Hoffnung zu dir steht; auf dich hoffen wir, lieber in Schanden laß uns nimmerHerr, mehr! Beide Chöre: and Amen. anda sinfon0.00 0003 si 129 Nun lob, mein thut er mehren, vergiß es Seel, den Herren, was in mir ist, den Namen sein; sein Wohlthat nicht, o Herze mein; hat dir dein Sünd vergeben, heilt deine Schwachheit groß, erlöft Luther,+ 1546. tx 86 Allgemeine Lob- und Danklieder. Töft dein armes Leben, nimmt Herrn der Ehren und breitet bich in seinen Schoß, mit aus sein Wort; mein Seel Trost dich überschüttet, ver- soll auch vermehren sein Lob jüngt dem Adler gleich; der an allem Ort. Stor Herr schafft Recht, behütet, Joh. Grammann,+ 1541. die leiden für sein Reich. 2. Er hat uns wissen 130 Nun preiset alle Gottes Laffen sein heilig Recht und sein Gericht, dazu sein Güt ohn Maßen; es mangelt an Erbarmung nicht; den Zorn läßt er wohl fahren, straft nicht nach unsrer Schuld; die Gnad thut er nicht sparen, den Blöden ist er hold; sein Güt ist hoch erhaben ob dem, der fürchtet ihn. So fern der Oft vom Abend, ist unsre Sünd dahin. 091 3. Wie Väter sich erbarmen ob ihrer jungen Kinde: lein, so thut der Herr uns Armen, wenn wir ihn findlich fürchten rein; er kennt uns arme Knechte und weiß, wir sind nur Staub, ein bald verwelft Geschlechte, wie Gras und fallend Laub; der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da; also der Mensch vergehet, sein Ende ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine steht fest und bleibt in Ewigfeit; fie bleibt bei der Gemeine, die, stets in seiner Furcht bereit, will seinen Bund bewahren. Er herrscht im Himmelreich; ihr starken Engelscharen, lobt ihn mit uns zugleich, und dient dem herzigkeit; lob ihn mit Schalle, dank ihm, o Christenheit! Er läßt dich freundlich zu sich laden, freue dich, Israel, seiner Gnaden!:: sl 2. Der Herr regieret über die ganze Welt; was sich nur rühret, alles zu Fuß ihm fällt; viel tausend Engel um ihn schweben, Psalter und Harfe ihm Ehre geben.:,: laffet das Trauern sein, zur 3. Wohlauf, ihr Heiden, grünen Weiden stellet euch willig ein; da läßt er uns sein Wort verkünden, machet uns ledig von allen Sünden.:,: 4. Er giebet Speise reichlich und überall, nach Vaters Weise sättigt er allzumal; er schaffet Früh- und späten Regen, füllet uns alle mit seinem Segen.:;: 5. Drum preis und ehre seine Barmherzigkeit, sein Lob vermehre, dank ihm, o Christenheit; uns soll hinfort fein Unfall schaden; freue dich, Israel, seiner Gnaden!;: Math. N. v. Löwenstern,+ 1618, Allgemeine Lob- und Danklieder. 87 un danfet alle mann und deinen Ruhm 131 Nun Gott mit Her vermehren, so lang er lallen kann. zen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindes beinen an unzählich viel zu gut und noch jebund gethan. ad 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort, und uns aus aller Not erlösen hier und dort. 12. Es müsse dein sich freuen, wer deine Macht und Gnade fennt, und deinem Dienst sich weihen, wer dich in Christo Vater nennt. Misipin Soch feist du stets gepriesen; du bists, der Wunder thut, und hast auch mir erwiesen das, was mir nüß und gut. Nun, das ist meine Freude, zu halten fest an dir, daß nichts von dir mich scheide, so lang ich walle hier. 3. Lob, Ehr und Preis fei Gott, dem Vater und dem Sohne, und dem, der beiden gleich, im höchsten Himelsthrone, dem ewig höchsten Gott; als es anfänglich war und ist und bleiben wird jetund und immerdar. M. Rintart, † 1649. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren 2c. Namen sehr herrlich in 3. Herr, du hast deinen der Welt gemacht; wenn Schwache zu dir famen, haft du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad erzeiget; nun, wie vergelt ichs dir? Ach, bleibe mir geneiget, so will ich für und für den Kelch des Heils erheben und preisen alle Zeit dich, Herr Gott, hier im Leben und dort in Ewigkeit. and Joh. Nift,+ 1667. 132 Min der Stille, dich du hocherhabner Zions- Gott! Mel. Nun danket ch Des Rühmens ist die Fülle vor dir, du Du bist doch Herr auf Erden, der Frommen Zuversicht, in Trübsal und Beschwerden läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stündlich ehren mein Mund vor jeder Nel. Nun dantet all und bringet 2c. 133 h finge dir mit Herz und Herr, meines Herzens Luft! Ich sing und mach auf Er. den kund, was mir von dir bewußt.almis n 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle 88 Allgemeine Lob- und Danklieder. Quelle seist, daraus uns uns, was uns hoch erfreut allen früh und spat viel und dir zur Ehr gereicht. Heil und Gutes fleußt. 3. Was sind wir doch, was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd? 11. Du zählst, wie oft ein Christe weint und was sein Kummer sei; kein Zährund Thränlein ist so flein, du hebst und legst es bei. 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Tau und Regen nett? 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht. 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schüßt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Öl und Most zu seinen Zeiten findt? 6. Wer giebt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand den güldnen, edlen, werten Fried in unjerm Vaterland? 7. Ach, Herr, mein Gott, das kommt von dir, und du mußt alles thun! Du hälst die Wacht an unsrer Thür und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nähreft mich von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr geraten, herzlich bei. 9. Du strafft uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzu sehr, ja endlich nimmst du unsre Schuld und wirfft sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze feuft und schreit, wirst du gar leicht erweicht und giebst 13. Wohl auf, mein Herze, sing und spring und habe guten Mut! Dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. non da 14. Er ist dein Schat, dein Erb und Teil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hilf und Heil, schafft Rat und läßt dich nicht. 15. Was fränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht! 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernährt? und manchen schweren Unglückslauf zum Segen dir gekehrt? 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment; nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. Ei nun, so laß ihn thun und red ihm nichts 18. ferner Allgemeine Lob- und Danklieder. 89 nichts darein, so wirst du bemüht, gar ferne von uns hier in Frieden ruhn und stehn.fall dinudut malla ewig fröhlich sein. barp. Gerhardt, † 1676. de mist List 1 st misli ol 8. So lange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil und bleib auch, wenn wir von der Erd abscheiden, unser Teil.not on t 134 Nun banket all 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ewgen Ruh. und bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeldt. aid aer 2. Ermuntert euch und P. Gerhardt, † 1676. fingt mit Schall Gott unnarss rour ferm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große 135 Lobe den Herren, den Dinge 1772) thut.ug#dist 3. Der uns von Mutter leibe an frisch und gesund erhält und, wo kein Mensch mehr helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt. ad 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet gutes Muts, die Straf er läßt, die Schuld vergiebt und thut uns alles Guts. ATST 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf all Angst, 3. 3. Lobe den Herren, der Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin. STS? künstlich und fein dich be reitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet; in wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet? 3934. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe ges regnet; 2000 6. Er laffe seinen Frieden ruhn auf unserm Vaterland; er gebe Glück zu unserm Thun und Heil in allem Stand. König der Ehren; stimme, du Seele, mit ein zu den himmlischen Chören. Kommet zu Hauf; Psalter und Harfe, macht auf, lasset den Lobgesang hören. 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der wie auf Flügeln des Adlers dich sicher führet, der dich erhält, wie es dir selber gefällt; hast du nicht dieses verspüret? 191801 doub 7. Er laffe seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn, was aber ängstet und 90 regnet; denke daran, was der Allmächtige fann, der dir mit Liebe begegnet.d Allgemeine Lob- und Danklieder. 5. Lobe den Herren; was in mir ist, lobe den Namen; alles, was Odem hat, lobe den Heiligen Namen! Er ist dein Licht; Seele, vergiß es ja nicht: lob ihn in Ewigfeit! Amen. 150 120 PA 13. Neander, † 1680.10 Ju9d 190 Jonis 136 Wunderbarer Kö: underbarer Rönig, Herrscher von uns allen, laß dir un ser Lob gefallen; deine Va tergüte hast du lassen flieBen, ob wir schon dich oft verließen; hilf uns noch, stärk uns doch! Laß die Bunge singen, laß die Stimm erklingen! 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Werke, mehr als aller Menschen Werke. Großes Licht der Sonne, lob ihn mit den Strahlen, die das große Rund bemalen. Lobet gern, Mund und Stern, seid be reit, zu ehren einen solchen Herren! duris 3. O du meine Seele, finge fröhlich, finge, finge deine Glaubenslieder! Was da Odem holet, jauchze, preise, flinge; wirf dich in den Staub darnieder. Er ist Gott Zebaoth; er nur ist zu loben hier und ewig droben. nastof 4. Hallelujah bringe, wer den Herren fennet, wer den Herren Jesum liebet; Hallelujah singe, welcher Christum nennet, sich vom Herzen ihm ergiebet. Owohl dir! Glaube mir, endlich wirst du droben ohne Sünd ihn loben. disin, J. Neander, † 1680. Mesa de Mel. Es ist das Heil uns 2c. 137 137 Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüte mit seinem reichen Troft erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt: gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danfen dir die id arall Himmelsheer, 0 Herrscher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfer- se macht, die alles hat so wohl bedacht: gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht, ist alles gleich, gebt unserm Gott die Ehre. 4. Ich rief dem Herrn in meiner Not: ach Gott, vernimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod Allgemeine Lob- und Danklieder. Tod und ließ mir Trost gedeihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir; ach, danket, danket Gott mit mir; gebt unserm Gott die Chreid door sodaidrs 91 9. So kommet vor sein Angesicht, mit Jauchzen Dank zu bringen; bezahlet die gelobte Pflicht, und laßt uns fröhlich fingen: Gott hat es alles wohl bedacht und alles, alles recht gemacht; gebt unserm Gott die Ehre! proto g. 3. Schütz,+ 1690. 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden; er bleibet ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mel. Allein Gott in der Höh zc. Mutterhänden leitet er die 138 Bringt her dem hin und her; gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hilfe mangeln muß, wie sie die Welt erzeiget, so kommt und hilft der Ueberfluß, der Schöpfer selbst und neiget die Vateraugen denen zu, die sonsten nirgends finden 2. Lobt Gott und rühmet Ruh; gebt unserm Gott die allezeit die großen WunderEhre! und Ehr aus freudigem Gemüte! id Ein jeder Gottes Ruhm vermehr und preise seine Güte! Ach, lobet, lobet alle Gott, der uns befreiet aus der Not, und danket seinem Namen! dar od 7. Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren; man soll, Gott, deinen Lobgesang an allen Orten hören; mein ganzes Herz ermuntre fich, mein Geist und Leib erfreue dich; gebt unserm Gott die Ehre! stindischi Fondani's olhowerte, die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt und dadurch alle Ding erhält; drum danket seinem Namen! tudatos d 8. Jhr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Jhr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Gößen macht zu Spott; der Herr ist Gott! 4. Lobt Gott, der uns der Herr ist Gott! schenkt seinen Sohn, der für uns ist gestorben und uns des 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat' Leib, Seele, Geist und Leben aus lauter väterlicher Gnad uns allen hat gegeben, der uns durch seine Engel schützt und täglich giebet, was uns nügt; drum danket seinem Namen! Gebt unserm Gott die Ehre! Allgemeine Lob- und Danklieder. desewgen Lebens Kron werde gepriesen früh und durch seinen Tod erworben, spat. Hallelujah, Hallelujah! der Tod und Hölle macht zum Spott und uns versöhnt mit unserm Gott; drum danfet seinem Namen! in 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet uns alles Gute noch verheißt, uns stärket, fräftigt, gründet; der uns erleuchtet durch sein Wort, regiert und heiligt fort und fort; drum danfet seinem Namen! 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, und sin ten nieder in den Staub; ihre Anschläge sind auch ver loren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil dann kein Mensch uns helfen fann, rufe man Gott um Hilfe an. Hallelujah, Hallelujah! 6. Lobt Gott, der auch das gute Wert, so in uns angefangen, vollführen wird und geben Stärk, das Kleinod zu erlangen, das er hat allen dargestellt und seinen Gläubgen vorbehält; drum danfet feinem Namen! 9 had 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, des Hilfe der Gott Jakobs ist, der sich vom Glauben durch nichts läßt trennen und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer die sen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rat und That. Hallelujah, Halle: lujah! 7. Lobt Gott, ihr starken Seraphim, ihr Fürsten und ihr Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen. Lobt Gott und preist ihn früh und spat! Ja alles, was nur Odem hat, das danke feinem Namen! losrdndod 4. Dieser hat Himmel und Meer und Erden und, was darinnen ist, gemacht; alles muß treulich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Hallelujah, Hallelujah! 92 5. Zeigen sich solche, die C. Günther,+ 1704. Unrecht leiden, er ists, der t ihnen Recht verschafft; Hung139 Robe den Herren, rigen will er zur Speis be o meine Seele! Ich will ihn loben bis zum Tod; weil ich noch Stunden auf Erden zähle, will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, scheiden, was ihnen dient zur Lebenskraft. Die hart Gebundnen macht er frei, und seiner Gnad ist mancherlei. Hallelujah, Hallelujah! Allgemeine Lob- und Danklieder. 93 2. daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang es noch im Laufe geht! Ach, wär ein jeder Puls toeinde Dank und jeder Odem ein Gefang! e tanispao nd 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß und stehet munter im Ge schäfte zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich. 4. Jhr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gräslein in den Feldern, ihr Blumen, laßt Ruhm belebet sein und stimdoch eure Bier zu Gottes 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen des, der den hohen Namen des, der so große Wunder thut! Alles, was Odem hat, rufe Amen und bringe Lob mit frohem Mut. 3hr Kinder met lieblich mit mir ein.000 Gottes, lobt und preift Ba- 5. Ach, alles, alles, was Gottes, lobt und preist Va- ein Leben und einen Odem ter und Sohn und heilgen in sich hat, soll sich mir Geist. Hallelujah, Hallezum Gehülfen geben; denn lujah! mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um de mich stehn. 6. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schüßet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr, Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld! 6. Sehende Augen giebt er den Blinden, erhebt, die tief gebeuget gehn; wo er kann einige Frommen fin den, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsehn ist des Fremden Trut, Witwen und Waisen nimmt er in Schuß. Hallelujah, Halle lujah! am 7. Aber der Gottesvergeffnen Tritte fehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen verkehrte Schritte und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich; Zion, dein Gott sorgt stets für dich. Hallelujah! Hallelujah! 3. D. Herenschmidt, † 1723. sidsthin this monise 140 daß ich tauſend Zungen hätte und einen tausendfachen tausendfachen Mund, so stimmt ich damit um die Wette vom allertiefften Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. Allgemeine Lob- und Danklieder. 94 7. Auch hab ich es mein Lebetage schon so manch liebes Mal gespürt, daß du mich unter vieler Plage zwar wunderbar, doch wohl geführt; denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 8. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem fteten Lobe stehn? Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphierend einhergehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. mein Gott; denn ich kann mit nichts erreichen deine Gnad und Liebeszeichen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 2. Herr, entzünde mein Gemüte, daß ich deine Wundermacht, deine Gnade, Treu und Güte stets erhebe Tag und Nacht; denn von deinen Gnadengüssen Leib und Seele zeugen müſsen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür. 3. Dent ich, wie ich dich verlassen und gehäufet Schuld auf Schuld, so möcht ich vor Scham erblassen vor der Langmut und Geduld, Armen haft getragen voll womit du, o Gott, mich Erbarmen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 13013 4. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, Herr, mein Gott, zu mir, nur mein Herze zu bereiten, ganz sich zu ergeben dir, daß mein gänzliches Verlangen möcht an deinem Willen hangen. Tausend, tauſendiar mal sei dir, großer König, Dank dafür! 5. Wie ein Vater nimmt und giebet, wie's den Kindern nützlich ist, so hast du mich auch geliebet, Herr, mein Gott, zu jeder Frist, und dich meiner angenommen, wenns auch gleich aufs höchste 9. Ich will von deiner Güte fingen, so lange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt; ja, wenn der Mund wird fraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 10. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin; im Himmel foll es besser wer den, wenn ich verklärt und selig bin; da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Hallelujah vor! John Joh. Menter, † 1734. 2119dsdarbi od 16 Mel. Jesu meines Lebens Leben 2. 141 Womit soll ich dich wohl loben, mächtiger Herr Ze baoth? Sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, Allgemeine Lob- und Danklieder. 95) höchste kommen. Tausend, Mel. Wunderbarer König 2c. tausendmal sei dir, großer 142 König, Dank dafür! 6. Mich hast du auf Adlersflügeln oft getragen väterlich, in den Thälern, auf daß sie den Hügeln wunderbar er- deiner rettet mich; wenn schien alles zu zerrinnen, ward doch deiner Hilf ich innen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 7. Fielen tausend mir zu Seiten und zur Rechten zehnmal mehr, ließest du mich doch begleiten durch der Engel starkes Heer, daß den Nöten, die mich drangen, ich bin dennoch stets entgangen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 2 8. Vater, du hast mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit; und du haft zu mir geneiget, Jesu, deine Freundlichkeit; und durch dich, o Geist der Gnaden, werd ich stets noch einge laden. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 9. Tausendmal sei dir gefungen, Herr, mein Gott, Preis, Lob und Dank, daß es mir bisher gelungen; ach, laß meinen Lebensgang ferner doch durch Jesu Leiten nur gehn in die Ewigkeiten; da will ich, Herr, für und für ewig, ewig danken dir. 2. A. Gotter, † 1785. Unumschränkte Liebe, gönne blöden Augen, Augen, die sonst faum auf Erden taugen, in die Strahlen Langmut blicken, die den Erdkreis wärmend schmücken, und zugleich freudenreich Bösen und den Deinen mit der Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplaß deiner Güte; deiner Langmut Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit, über Berg und Hügel streckt sie ihre Flügel! 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag für Tag zu schonen, Tag für Tag zu dulden so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh lieben für das Hassen: Herr, wer kann das fassen? so are 4. Du vergiebest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen; deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder, da man doch, wenn du noch sie kaum weggeleget, dich zum Zorn erreget. 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt 96 Allgemeine Lob- und Danklieder. statt der Gnade Recht em- den Schoß der Erde auf, pfangen. Wer zu deinen mit Vorrat uns zu segnen? Füßen sich mit Thränen O Gott der Macht und senfet, dem wird Straf und Herrlichkeit! Gott, deine Schuld geschenket. Unser Güte reicht so weit, so weit Schmerz rührt dein Herz, die Wolken reichen. und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. König sei gepriesen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken Lohnest; deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret und mit Ruhm das Scepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmut auszuüben und die Welt zu lieben. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht, bringt unserm Schöpfer Ehre! Joh. Jak. Rambach, † 1735. er Mel. Es ist das Heil uns 2c. enn 143 W ich, o 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet, der Mensch, ein Geist, den sein Verstand, dich zu erkennen, leitet, der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. HO Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege, so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater. 2. Mein Auge sieht, wo hin es blickt, die Wunder deiner Werke; der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Wer heißt Himmel regnen? Wer schließt 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreift, und alle Welt sag Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Chr. F. Gellert, † 1769. Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet 2c. 144 Wie groß ift des Güte! Ist der ein Mensch, den Allgemeine Lob- und Danklieder. den mit sie nicht rührt? der verhärtetem Gemüte den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen, vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. MATD 2. Wer hat mich wunder bar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmut mich geleitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Jsts nicht sein Arm, der alles schafft? in du bo 97 lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: ich soll vollkommen sein, wie er. Solang ich dies Gebot erfülle, stell ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht, und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein! Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich ob zur Zeit des Glücks, und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letten Augenblicks. 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Chr. F. Gellert, † 1769. Gott ewig sehn wirst, wie 10 Er der Gott er ist. Du haft ein Recht zu 145 Gott ist mein Lied! diesen Freuden, durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er follte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewig: lich. Gott soll ich über alles der Stärfegu groß ist sein Nam, und groß sind seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 3/ 9/ post 2. Er will und sprichts, so sind und leben Welten, und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste; er herrscht als Gott, und seines 4 Thrones 98 Thrones Veste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. Allgemeine Lob- und Danklieder. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott und Gott in ewgen Zeiten, Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war, im Himmel, Erd und Meere, das fennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 10 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du fißest oder gehest; ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest, so ist er allenthalben da.onetos 8. Er kennt mein Flehn und allen Rat der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre; Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du haft Bong werden laffen, verkündigt feines Schöpfers Macht. 12. Der fleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Psalm. 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Weiden, und Nacht und Tag, und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14 550 106 14. Rein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt ich mein Herz nicht mit dem Trofte stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. Jft Gott mein Schuß, will Gott mein Retter werden: so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete selbst der Hölle Truß. maishant hiont Chr. F. Gellert, † 1769. diy dum 146 ie Himmel rühmen des Ewigen Ehre; ihr Schall pflanzt seinen Namen fort; ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere, vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort. 2. Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne? Wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie fommt und leuchtet und lacht uns von ferne und läuft den Weg gleich wie ein Held. QUOTE Allgemeine Lob- und Danklieder. 99 $ 93. Vernimms und siehe 2. Der Grund der Welt die Wunder der Werke, so war nicht geleget, der Himdie Natur dir aufgestellt. mel war noch nicht gemacht, Verkündigt Weisheit und so hat Gott schon den Trieb Ordnung und Stärke dir geheget, der mir das Beste nicht den Herrn, den Herrn zugedacht; da ich noch nicht der Welt? dydat do geschaffen war, da reicht er mir schon Gnade dar. 4. Kannst du der Wesen unzählbare Heere, den kleinften Staub fühllos beschaun? Durch wen ist alles? O gieb ihm die Ehre! Mir," ruft der Herr, ,, sollst du vertraun!" 5.Mein ist die Kraft, mein ist Himmel und Erde, an meinen Werken kennst du mich. Ich bins, der ich war und der ich sein werde, dein Gott und Vater ewig lich. 16. ,, Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil. Ich bins, mich liebe von ganzem Gemüte und nimm an meiner Gnade teil!" de Chr. F. Gellert, 1769. Mel. O daß ich tausend OG 3ungen 2c. 3. Sein Ratschluß war, ich sollte leben durch seinen eingebornen Sohn; den wollt er mir zum Mittler geben, den macht er mir zum Gnadenthron; in dessen Blute sollt ich rein, geheiliget und selig sein. Ofe 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüte hinauf zu dieser Quelle steigt, von welcher sich ein Strom der Güte zu mir durch alle Zeiten neigt, daß jeder Tag ein Zeugnis giebt: Gott hat mich je und je geliebt! talism 147 Geht hin, ihr 6. Wer bin ich unter Millionen der Kreaturen seiner Macht, die in der Höh und Tiefe wohnen, daß er mich bis hierher gebracht? Ich bin ja nur ein dürres Blatt, ein Staub, der feine Stätte hat. 4* Gedanken, ins weite Feld der Ewigkeit; erhebt euch über alle Schranken der alten und der neuen Zeit; erwägt, daß Gott die Liebe sei, die ewig alt und ewig neu. 4. Wunderliebe, die mich wählte vor allem Anbeginn der Welt und mich zu ihren Kindern zählte, für welche sie das Reich bestellt! O Vaterhand, o Gnadentrieb, der mich ins Buch des Lebens schrieb! 100 7. Ja freilich bin ich zu geringe der herzlichen Barmherzigkeit, womit, o Schöpfer aller Dinge, mich deine Liebe stets erfreut; ich bin, o Vater, selbst nicht mein, dein bin ich, Herr, und bleibe dein. Kirche und Gnadenmittel. 8. Jm sichern Schatten deiner Flügel find ich die ungestörte Ruh. Der feste Grund hat dieses Siegel: wer dein ist, Herr, den fen nest du. Laß Erd und Himmel untergehn, dies Wort der Wahrheit bleibet ftehn. Schatten dieser Zeit; den Glaube schwingt sich durc die Sterne und sieht ins Reich der Ewigkeit; da zeigt mir deine milde Hand mein Erbteil und gelobtes Land. 11. Ach, könnt ich dich nur beffer ehren, welch edles Loblied stimmt ich an! Ea sollten Erd und Himmel hören, was du, mein Gott an mir gethan; nichts ist so köstlich, nichts so schön, als höchster Vater, dich erhöhn. 9. Wenn in dem Kampfe schwerer Leiden der Seele Mut und Kraft gebricht, so salbest du mein Haupt mit Freuden, so tröstet mich dein Angesicht; da spür ich deines Geistes Kraft, die in Schwachheit alles schafft. der 10. Die Hoffnung schauet in die Ferne durch alle mad 3. G. Hermann, † 1791. 12. Doch nur Geduld! Es kommt die Stunde, da mein, durch dich erlöfter Geist im höhern Chor mit frohem Munde dich, schönste Liebe, schöner preist; drum eilt mein Herz aus dieser Zeit und sehnt sich nach der Ewigkeit. XII. Kirche und Gnadenmittel. fein auf grausam Rüstung ist; Erd ist nicht seins Kirche. 148 Gin feste Burg Gleichen. ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen; er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat be: troffen. Der alt böse Feind, mit Ernst ers jetzt meint; groß Macht und viel List 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erforen. Fragst du, wer der ist: er heißt Jesus Christ, der Herr Sebaoth Kirche. 101 Sebaoth, und ist kein andrer bei uns in der letzten Not, Gott; das Feld muß er be- leit uns ins Leben aus dem halten. on had Hadad Tod. Luther, † 1546. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so 150 Ach Gott, vom Himmel sieh fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, thut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht, ein Wörtlein kann ihn fällen. darein und laß dich des erbarmen: wie wenig sind der Heilgen dein, verlassen sind Dein Wort wir Armen. man läßt nicht haben wahr, der Glaub ist auch verloschen gar bei allen Menschenfindern. 2. Sie lehren eitel falsche ist, was eigner Wit erfindet; ihr Herz nicht eines Sinnes der wählet dies, der andre ist, in Gottes Wort gegründet; das, sie trennen uns ohn alles Maß und gleißen schön von außen. 4. Das Wort, fie sollen lassen stan und kein Dant dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: laß fahren dahin, sie habens fein Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben! Luther, † 1546. 149 Grhalt uns, Herr, bei deinem Wort und steur der Feinde Trug und Mord, die Jesum Chriſtum, deinen Sohn, wollen stürzen von deinem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Christ, der du Herr aller Herren bist; be schirm dein arme Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott heilger Geist, du Tröster wert, gieb deim Volk einerlei Sinn auf Erd; steh 3. Gott woll ausrotten aller Lehr, die falschen Schein dem, Wir uns lehren, und sich vermeſsen hoch und sehr: Troß ders uns will wehren! haben Recht und macht allein, was wir seben, gilt allgemein; wer ist, der uns soll meistern? 4. Darum spricht Gott: Ich muß auf sein, die Armen find zerstöret; ihr Seufzen dringt zu mir herein, ich hab ihr Klag erhöret; mein heilsam Wort soll auf den Plan, getroft und frisch sie greifen an, und sein die Kraft der Armen. Kirche und Gnadenmittel. 102 5. Das Silber durchs Feur siebenmal bewährt, wird lauter funden; an Gottes Wort man warten soll desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret sein; da wird sein Kraft erkannt und Schein, und leucht start in die Lande. Hol 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein vor diesem argn Geschlechte; und laß uns dir befohlen sein, daß fichs in uns nicht flechte. Der gottlos Hauf sich um her findt, wo diese losen Leute sind in deinem Volk erhaben. Luther, † 1546. Mel. Erhalt uns, Herr, bei zc. 151 Ah, bleib bei uns, Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden iſt; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns ia bei auslöschen nicht. de 2. In dieser schwerbe trübten Zeit verleih uns, Herr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sakratent behalten rein bis an das End. 3. Gieb Glück und Heil zu deinem Wort, damit es schall an allem Ort; gieb deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Mut und Geduld. Tibia 4. Den stolzen Geistern wehre doch, die mit Gewalt sich heben hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 5. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; darum, so steh du denen bei, die sich auf dich verlassen frei. 6. Dein Wort ist unsers Herzens Truß und deiner Kirche wahrer Schut; dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts andres suchen mehr.modis comme 7. Hilf leben uns in deinem Wort und darauf mutig fahren fort von hinnen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelsfaal. N. Selneder, † 1592. Mel. Christus der ist mein Leben zc. 152 Ah, bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes Lift.d 2. Ach, bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser wert, auf daß uns hier und dorte sei Güt und Heil besch 3. Ach, bleib mit deinem Glanze bei uns, du wertes Licht; dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Ach, bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr; Jon Herr; dein Gnad und all Bermögen in uns reichlich vermehr. ip and Kirche.n 5. Ach, bleib mit deinem Schuße bei uns, du starter Held, daß uns der Feind 6. Ach, bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Not! 13Jofua Stegmann, † 1832. Mel. 3ion tlagt mit Angst tc. s nicht truke, noch fäll die 154 Zion, gieb dich nur Welt. tradito Gustav Adolfs Feldlied. JOM solid 153 Mel. Kommt her zu mir sc. Verz Zerzage nicht, du Häuflein flein, obschon die Feinde willens sein, dich gänzlich zu zer stören, und suchen deinen Untergang, davon dir wird ganz angst und bang; es wird nicht lang mehr währen. 2. Des tröst dich nur, daß deine Sach ist Gottes, dem befiehl die Rach, und laß es ihn nur walten; er wird durch einen Gideon, den er wohl weiß, dir helfen schon, dich und fein Wort erhalten. 103 ist mit uns und wir mit Gott; den Sieg wolln wir erlangen. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, muß Teufel, Welt und Höllen pfort, und was dem thut anhangen, endlich werden zu Sohn und Spott; Gott 980 3. Altenburg, † 1640. ist noch bei dir darin; du bist nicht von ihm geschieden, er hat einen Vatersinn. Wenn er ftraft, so liebt er auch, Dies ist sein geliebter Brauch; Bion, lerne dies bedenken; warum willst du dich so fränken? did 2. Treiben dich die Meereswellen in der wilden, tiefen See; wollen sie dich gar zerschellen, mußt du rufen: Ach und Weh! schweigt dein Heiland still dazu, gleich als schlafend in der Ruh: Zion, laß dich nicht bewegen; diese Flut wird bald sich Legen. railing wisd 3. Berg und Felsen mögen weichen, ob sie noch so feste stehn; ja die ganze Welt desgleichen möchte gar auch untergebn; dennoch hat es keine Not in dem Leben und im Tod: Zion, du kannst doch nicht wanten aus des ewgen Bundes Schranken. 4. Müssen schon allhier die Thränen deine schönsten Perlen sein; stellt sich Seufzen nur und Stöhnen dir statt schöner Lieder ein; iſt der Kirche und Gnadenmittel. 104 der Spott dein täglich Brot und dein Trank die bittre Not: Zion, laß dir doch nicht grauen; du kannst deinem Gott vertrauen. 6. Freue dich, es kommt das Ende und der Abend schon herbei; gieb dich nur in Gottes Hände, der macht dich von allem frei. Für die Trübsal, Spott und Hohn giebt er dir die Freudenkron; Zion, Gott, dein Schuß, wird wachen und die Welt zu schanden machen. 5. Droht man dir mit Schmach und Banden, mit viel Qual und Herzeleid, dennoch wirst du nicht zu Mel. Valet will ich dir geben c. ſchanden, denk nur an die 155 Erhalt uns deine sei getroft und wohlgemut, denn der Herr ists, der es thut; Zion, Gott wird dich schon stärken, dieses mußt du eben merken. Lehre,& Herr, in der letzten Zeit; erhalt dein Reich und mehre dein edle Christenheit; erhalt standhaften Glauben, der Hoffnung hellen Strahl; laß uns dein Wort nicht rauben in diesem Jammerthal. 2. Erhalt dein Ehr und wehre dem, was dir widerspricht; erleuchte und bekehre, allwissend ewges Licht, was dich noch nicht erkennet; entdecke doch der Welt, der du dein Licht gegönnet, was einzig dir gefällt. 7. Hallelujah! Deine Wonne bricht anjeßt mit Macht herfür; denn die schöne Gnadensonne, Jesus Christus, naht zu dir, giebt dir einen Freudengruß und den rechten Friedenskuß; Zion, wo ist jetzt dein Klagen? Jetzt kannst du von Freuden sagen. nicht mehr Angst und Qual in dem schönen Himmelsfaal. Zion, wer will dich nun scheiden von dem Lamm und ewgen Freuden? 8. Freuet euch, ihr Himmelserben, freuet euch mit Zion hier! Die vor Jammer wollten sterben, sollen leben für und für. Dort ist Joachim Pauli, † nach 1674. t bes 3. Erhalt, was du gebauet und durch dein Blut erkauft, was du dir haft vertrauet und mit dem Geist getauft. Ob grimme Feinde stürmen zu deiner Kirche Fall, so wolltest du sie schirmen als Hort und Felsenwall. 4. Erhalt uns, Herr, dein Erbe, dein wertes Heiligtum, zerbrich, zernicht, verderbe, was wider deinen Ruhm; laß dein Geseß uns führen, gönn Jollins Kirche. 105 gönn uns dein Himmels- fern aus dem Getümmel brot; laß deinen Schmuck uns zieren, heil uns durch deinen Tod. men war erhoben Herz und Geist, suchte nicht, was zeitlich heißt. amad 5. Erhalt und laß uns hören dein Wort, das selig macht, den Spiegel deiner Ehren, das Licht in finstrer Nacht; laß diesen Born uns tränken im dürren Thal der Welt; laß diese Stimm uns lenken hinauf zum ewgen Belt. in ple 6. Erhalt in Sturm und Wellen der Kirche heilig Schiff und laß es nicht zerschellen an Sand und Felsenriff; gieb, Herr, daß wir entrinnen der wilden Flut der Zeit, laß uns den Port gewinnen der selgen Ewigkeit. Nach Jof. Stegmann,( † 1632) Av. A. Gryphius, † 1664. og at d 156 Löwen, laßt euch wiederfinden, wie im ersten Christentum, die nichts fonnte überwinden; seht nur an ihr Märtyrtum, wie in Lieb sie glühten, wie sie Feuer sprühten, daß sich vor der Sterbenslust selbst die Hölle fürchten muß.d 2. In Gefahren unerschrocken und von schnöden Lüften rein, die zum Eitlen konnten locken, war damals des Herrn Gemein. Ihr Sinn drang zum Himmel; SCONE 3. Ganz großmütig sie verlachten, was die Welt für Vorteil hält; nach dem Reiche Gottes trachten, darauf war ihr Sinn gestellt. Im Unglück glückselig waren sie und fröhlich, fern von Menschenstlaverei und von ihren Banden frei. 000 OHSH 4. O daß ich, wie diese waren, mich befänd auch in dem Stand! Laß mich doch im Grund erfahren deine starke Helfershand, mein Gott, recht lebendig! Gieb, daß ich beständig bis zum Tod durch deine Kraft übe gute Ritterschaft. 5. Gieb, daß ich mit Geisteswaffen kämpf in meines Jesu Stärk, und ja niemals mög erschlaffen; daß mir dieses große Werk durch dich mög gelingen, und ich tapfer ringen; daß ich in die Luft nicht streich, sondern bald das Ziel erreich. kommen, daß der Feinde tolle 6. Es dürft wieder dazu Wut zu der Schlachtbank deine Frommen führte und vergöß ihr Blut. Nach gemeiner Sage große Trübfalstage werden kommen uns zu Haus und noch ein sehr harter Strauß, Kirche und Gnadenmittel. 106. 7. Ei mohlan, nur fein standhaftig! O ihr Brüder, tapfer drauf! Lasset uns doch recht herzhaftig folgen jener Zeugen Lauf. Steht als Jesu Glieder, wenn der Feind sich wider euren Christenglauben setzt und das Schlachtschwert auf uns wett. 8. Gebt euch in das Leiden wacker! Mit dem Blut der Märtyrer wird getränkt der Kirchenacker, und so treibt er um so mehr; alle Pflanzen sprossen, so damit begossen; o wie trägt er reichlich Frucht, von der Trübsal heimgesucht! 9. Komm, befrucht, o goldner Regen, uns, dein Erb, die dürre Erd, daß wir dir getreu sein mögen und nicht achten Feur und Schwert, als in Liebe trunken und in dir versunken; mach die Kirch an Glauben reich, daß das End dem Anfang gleich! 1712. lesb 157 abre fort, fahre fort, Zion, fahre fort im Licht! Mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Lebensquelle. Sion, dringe durch die enge Pfort! Fahre fort, fahre fort! 2. Leide dich, leide dich, Zion, leide ohne Scheu Trübfal, Angst mit Spott und Hohne! Sei bis in den Tob getreu, siehe auf die Lebens. frone. Zion, fühlest du der Schlange Stich, leide dich, leide dich! 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, wenn sie dich sucht groß zu machen. Achte nichts ihr Gut und Geld, nichts ihr Dräuen, nichts ihr Lachen. Zion, wenn sie dir viel Lust verspricht, folge nicht, folge nicht! House 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; thue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten. Zion, beides, was da gut und schlecht, prüfe recht, prüfe recht! scias) 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott! Stärke dich mit Geist und Leben, sei nicht, wie die andern, tot, sei du gleich den grünen Reben. Zion, in die Kraft, statt in den Schein, dringe ein, dringe ein! 6. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft! Weil die Bruderliebe brennet, zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet. Zion, durch die dir gegebne Thür brich herfür, brich herfür! for unions! 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Freu! Laß Kirche. nicht lau und träg dich finden. Auf, das Kleinod rückt herbei! Auf, verlasse, was dahinten! Sion, in dem legten Kampf und Strauß, halte aus, halte aus. 93. E. Schmidt, † 1745. ON SHO Mel. O Durchbrecher aller Bande zc. 158 erz und Herz vereint zu sammen, sucht in Gottes Herzen Ruh; lasset eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu! Er das Haupt, wir seine Glieder, er das Licht und wir der Schein, er der Meister, wir die Brüder, er ist unser, wir find sein. 107 Herze sehen, der uns so geliebet hat; daß der Vater aller Geister, der der Wunder Abgrund ist, daß du, unsichtbarer Meister, uns so fühlbar nahe biſt! 5. O du treuster Freund, vereine deine dir geweihte Schar, daß sie es so herzlich meine, wies dein letzter Wille war, und daß, wie du eins mit ihnen, also sie auch eines sein, sich in wahrer Liebe dienen und einander gern erfreun. 6. Liebe, hast du es ges boten, daß man Liebe üben soll, o so mache doch die toten, trägen Geister liebesvoll! Zünde an die Lebensflamme, daß ein jeder sehen kann: wir, als die von einem Stamme, stehen auch für einen Mann. 7. Laß uns so vereinigt werden, wie du mit dem Vater bist, bis schon hier auf dieser Erden fein getrenntes Glied mehr ist, und allein von deinem Brennen nehme unser Licht den Schein. Also wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger sein. N. L. v. Zinzendorf, † 1760. euern 2. Kommt, ach kommt, ihr Gnadenkinder, und erneuert Bund! Schwöret unserm Üeberwinder Lieb und Treu von Herzensgrund! Und wenn eurer Liebesfette Festigkeit und Stärke fehlt, o so flehet um die Wette, bis fie Jesus wieder stählt! 3. Legt es unter euch, ihr Glieder, auf so treues Lieben an, daß ein jeder für die Brüder auch das Leben lassen fann. So hat uns der Herr geliebet, so vergoß er dort sein Blut; denkt doch, wie es ihn betrübet, wenn ihr euch ſelbst Eintrag thut. 159 4. Hallelujah! Welche Höhen, welche Tiefen reicher Gnad, daß wir dem ins Mel. Ein feste Burg 2c., und Eigne Melodie. 159 Wen enn Christus seine Kirche schüßt, so mag die Hölle wüten; er, der zur Rechten Gottes 108 Kirche und Gnadenmittel. Gottes sist, hat Macht, ihr mel. Mein Jesu, dem die Sera zu gebieten. Er ist mit phinen 2c. stehts da. Er schütet seinen Ruhm und hält sein Heiligtum; mag doch die Hölle wüten. Hilfe nah; wenn er gebeut, 160 Dein Wort, o Herr, bringt uns zusammen, daß wir in der Gemeinschaft stehn; es läßt an uns die heilgen Flammen des Glaubens und der Liebe sehn. Wir werden durch das Wort der Gnaden auch zur Gemeinschaft jener Schar, die bei dem Herrn ist immerdar, gelockt und kräftig eingeladen. 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören, denn den Gefalbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts des Heilands, unsers Horts; sein Kreuz ist selbst ihr Spott; doch ihrer lachet Gott, fie mögen sich empören. Der 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns fann er fie nicht rauben. Unchrist mag ihr widerstehn, wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem fann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch fein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr Herr Zebaoth hält über sein Gebot, giebt uns Geduld in Not und Kraft 2. Nur Menschen, die von Gott geboren, die unter einem Haupte stehn, die hat der Herr sich auserforen, die läßt er Wunderliebe sehn; Gemeinschaft mit dem Vater haben und mit dem Sohn im heilgen Geist, das ist, was ihre Seelen ſpeiſt; nur das kann sie vollkommen laben. 3. Der Glaubensgrund, auf dem wir stehen, ist Christus und sein teures Blut; das einge Ziel, darauf wir sehen, ist Christus, unser höchstes Gut; sein Wort die Regel, die wir kennen, sein Geist das Band, das uns verbindt; die Seelen all, die er gewinnt, sind, was wir heilge Kirche nennen. 4. Was ist das für ein und Mut im Tod; was will himmlisch Leben, mit Vater, uns denn erschrecken? Chr. F. Gellert, † 1769. Sohn und heilgem Geist in feliger Gemeinschaft schweben, genießen Kirche. genießen das, was Gott verheißt! Wie flammen da die felgen Triebe! Gott ſchüttet in geistlich die ganze Gnadenfülle aus. Hier wohnet Gott, die ewge Liebe. 5. Der Vater liebt und trägt die Kinder und schenkt den Geist, der Abba schreit; des Sohnes Treue schmückt die Sünder mit ewiger Gerechtigkeit; der heilge Geist tritt mit dem Ole des Frie dens und der Freude zu; die Herzen schmecken Gottes Ruh, die Kraft durchdringet Leib und Seele. 6. Die Kinder, so ein Brot gegessen, die stehen auch für einen Mann; macht sich der Feind an eins vermessen, sobald greift er sie alle an. Sie fallen betend Gott zu Füßen und siegen in des Herren Kraft; fie wollen von der Brüderschaft auch das geringste Glied nicht missen. 7. Sie wallen mit verbund nen Herzen durchs Thränenthal ins Vaterland, versüßen sich die bittern Schmerzen; eins reicht dem andern seine Hand; sie wollen sich mit Freuden dienen, mit Herz und Auge, Hand und Fuß bis zu dem völligen Genuß des großen Guts: Ich, ich in ihnen." 3. B. R. Allendorf,+ 1773. 109 Mel. Wenn Christus seine Kirche schützt und Ein feste Burg 2c. 161 Herr, deine Kirche danket dir; wohnt dein Wort im Lande; von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist zum Pfande. Kommt sie in Gefahr durch der Feinde Schar, dann, o Jesu Christ, besiege Macht und List und herrsch in jedem Lande. 2. Sei, Herr, mit uns! Verlaß uns nie, uns, deines Leibes Glieder; hilf deiner Kirch und schüße sie, denn wir sind deine Brüder. Sie, die dir vertraut, hast du selbst erbaut; ach, erhalt sie rein, und die den Bund entweihn, die heilige dir wieder. 3. Eins, Herr, ists, was den Frommen fränkt, daß unter deinen Christen noch mancher deiner nicht gedenkt, beherrscht von seinen Lüften. Vieler Glaub ist schwach, falt die Lieb, und ach, sie bedenken nicht, es wartet ein Gericht auf träge, fichre Christen. 4. Und, du, o Jesu, bist so treu! Ach, daß wir frömmer wären! Mach alle Herzen rein und neu, laß alle sich bekehren. Gieb uns Wissenschaft, Glaube, Lieb und Kraft, gieb Entschluß und Mut, zu wagen Ehr und Blut zum Preise deiner Lehren. Kirche und Gnadenmittel. 110 5. Entferne Zwietracht, Krieg und Mord, erhalt uns Ruh und Frieden. Laß uns, gestärket durch dein Wort, im Guten nie ermüden. Mache leicht, was drückt, gieb uns, was beglückt. Nach der Prüfungszeit ruf uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Freuden. 3. Du wollest deine Herrs schaft noch auf Erden weit verbreiten, und unter deinem sanften Joch zum Heil die Völker leiten. Vom Aufgang bis zum Niedergang bring alle Welt dir Preis und Dank und glaub an deinen Namen. ada di and 6. Herr, deine Kirche streitet noch: Hilf deiner sich Kirche siegen! Wie schwer ihr Kampf ist, müsse doch fein Kämpfer unterliegen. Hör ihr findlich Flehn, eil, ihr beizustehn, daß sie stand haft sei, stets deiner Wahrheit treu, hilf deiner Kirche siegen. Nach Borchward, † 1776, und Cramer, † 1778. Sohn, fannst ihrem Troße wehren. Dein Thron bestehet ewiglich; vergeblich wird sich wider dich die Macht der Hölle rüsten. 2. 4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, die frevelnd empören, laß deiner Gnade Wunder sehn, daß sie sich noch bekehren. Lehr fie mit uns gen Himmel schaun und unerschüttert im Ver traun auf deine Zukunft warten. 5. Uns, deine Gläubgen, mollest du fest in der Wahrheit gründen, daß wir für unfre Seelen Ruh in deiner Mel. Es ist das Heil uns 2c. 162 Die Feinde deines Gnade finden. Mach unsers Kreuzes drohn, dein Reich, Herr, zu zerstören; du aber, Glaubens uns gewiß; vor bewahr uns bis ans Ende. Irrtum und vor Finsterniß NEZA Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Wert von Menschenkindern; drum fonnt auch keine Macht der Welt, Herr, deinen Fortgang hindern. Dein Erbe bleibt dir immerdar und wird selbst durch der Feinde Schar zu deinem Ruhm sich mehren. 6. Dein Geist führ uns auf ebner Bahn und heilge unsern Willen, so wird dein Volk dir unterthan, gern dein Gefeß erfüllen, bis du erscheineft zum Gericht und dann vor deinem Angesicht die Menschenkinder sammelst. 7. Voll Zuversicht erwarten dich, Herr, alle deine From men und freun des großen Tages sich, da du wirst wieder kommen. Dann werden wir, 0 Menschensohn, den uns ver Kirche. 111 ein, die Kirche ohne gleichen wird wohl bewahret sein. Er wohnet bei ihr drinnen und hütet früh und spät; hell glänzen ihre Binnen, 163 Bis hierher und darauf sein Zeichen steht. Chr. A. Bähr, † 1846. verheißnen Gnadenlohn, dein himmelreich, ererben. is Balth. Münter, † 1793. Focu Nel. Valet will ich dir geben zc. Noch lebt der starke Held, der sich, ein rechter Streiter, für seine Kirche stellt. Ihr Feinde möget wüten, euch schon des Sieges freun: uns wird der Herr behüten, euch auseinander streun. 2. Wir stehn auf festem Grunde, wir haben Jesum Christ, der unserm Glaubensbunde ein Fels und Eckstein ist. Wir wandeln in dem Glanze, der von dem Herrn ausgeht, und er ist unsre Schanze, wenn unser Feind aufsteht. 3. Wer will von ihm uns scheiden, der blutend uns erwarb, als er nach schwerem Leiden den Tod am Kreuze starb? Wir bleiben an ihm hangen, in Not und Traurigkeit gebunden und gefangen, mit Christenfreudigkeit. Mel. Wachet auf! ruft uns zc. 164 Gottes Stadt ſteht fest gegründet auf heilgen Bergen; es verbündet sich wider sie die ganze Welt. Dennoch steht sie und wird stehen; man wird an ihr mit Staunen ſehen, wer hier die Hut und Wache hält. Der Hüter Israels ist ihres Heiles Fels. allelujah! Lobsingt und sprecht: wohl dem Geschlecht, das in ihr hat das Bürgerrecht. 2. Zions Thore liebt vor allen der Herr mit gnädgem Wohlgefallen, macht ihre Riegel stark und fest, segnet, die darinnen wohnen, weiß dem zu überschwenglich lohnen, der ihn nur thun 4. Ungläubge, ihr mögt und walten läßt. Wie groß fpotten, erfinden bösen Rat ist seine Huld, wie trägt und euch zusammenrotten er mit Geduld all die zu jeder Frevelthat: Er, Seinen! O Gottes Stadt, Christus ganz alleine, be- du reiche Stadt, die solchen schüßt, die ihm vertraut, die Herrn und König hat! heilige Gemeine, auf ihn, den Fels, gebaut. 5. Und wenn auch Berge weichen und Hügel sinken 3. Große, heilge Dinge werden in dir gepredigt, wie auf Erden sonst unter feinem Volt man hört. Gottes Wort 112 Kirche und Gnadenmittel. Wort ist deine Wahrheit, ein Jubel, wie im Reigen du hast den Geist und hast die Klarheit, die alle Finster nis zerstört. Da hört man fort und fort das teuerwerte Wort ewger Gnade. Wie lieblich tönt, was hier versöhnt und dort mit emgem Leben frönt. 4. Auch die nichts davon vernommen, die fernsten Völker werden kommen und in die Thore Zions gehn. Denen, die im Finstern saßen, wird auch der Herr noch predgen laſſen, was Wo ist der Gottessohn? Wo ist sein Gnadenthron? wird man fragen. Dann tommt die Zeit, wo weit und breit erscheint der Herr der Herrlichkeit. 5. Darum stellet ein die Klagen! Man wird noch einst zu Zion sagen: wie mehrt sich deiner Bürger Zahl! Voll Erstaunens wird man schauen, wie Gott sein Zion mächtig bauen und herrlich weitern wird einmal. Er hebet Herz und Sinn! Es ist die Nacht schier hin für die Heiden; es kommt ihr Tag, sie werden wach, und Israel folgt ihnen nach. wird einst von dir zun Himmel steigen! Die Lebens brunnen sind in dir. In die das Wasser quillt, das alles Dürsten stillt. Hallelujah! Von Sünd und Tod, von aller Not erlöst nur Einer, Zions Gott. K. 3. Ph. Spitta,+ 1859. ration Kirchweihe. der Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 2. 165 Ach, wie heilig iſt A ત્ત geschehn. wie selig ist die Stätte! Hier, hier ist des Himmels Pfort; hier erhöret Gott Gebete; hier erschallt sein teures Wort; o wie heilig ist der Ort! 2. Zöllners Haus, weil er Christum aufgenommen, und hier rufet Jesus aus: selig find, die zu mir kommen! Deren Herzen nimmt er ein, daß sie seine Tempel sein. 3. welch Heil ist bis hierher diesem Hause widerfahren! Wenn der Herr nicht bei uns wär, der sich uns will offenbaren, woher hätten wir den Geist, der den Weg zum Himmel weist? 6. Gottes Stadt, du wirst auf Erden die Mutter aller Völker werden, die ewges Leben fanden hier. Welch dr Heil war war in des 4. O wie lieblich, o wie schön sind des Herren Gottesdienste! Laßt uns froh zu ihnen gehn; hier verlangt man Kirchweihe.in man zum Gewinnste einen Schatz, der ewig währt, den kein Rost noch Raub verzehrt. 5. Bleibe bei uns, liebster Gast; speis uns gnädig mit dem Worte, das du uns gegeben hast, Jesu, stets an diesem Orte! Laß die Kirche feste stehn, bis die Welt wird untergehn! B. Schmold,+ 1737. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern 2c. 166 Gott ott Vater, aller Dinge Grund, gieb deinen Vaternamen fund an diesem heilgen Orte. Wie lieblich ist die Stätte hier! Die Herzen wallen auf zu dir; hier ist des Himmels Pforte. Wohne, throne hier bei Sündern, als bei Kindern, voller Klarheit, heilge uns in deiner Wahrheit! 2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, dies Gottes haus ist dir geweiht, o laß dirs wohlgefallen! Hier schalle dein lebendig Wort, dein Segen walte fort und fort in diesen Friedenshallen. Einheit, Reinheit gieb den Herzen; Angst und Schmerzen tilg in Gnaden, heil uns ganz vom Sündenschaden. 3. Gott, heilger Geist, du wertes Licht, wend her dein göttlich Angesicht, daß wir erleuchtet werden. Geuß über uns und dieses Haus 113 dich mit allmächtgen Flam men aus; mach himmlisch uns auf Erden. Lehrer, Hörer, Kinder, Väter, früher, später gehts zum Sterben. Hilf uns Jesu Reich ererben. 4. Dreieinger Gott, Lob Dank und Preis sei dir von allen gleicherweis für dies dein Haus gesungen! Du hasts geschenkt und auferbaut, dir ists geheiligt und vertraut mit Herzen, Händen, Zungen. Ach, hier sind wir noch in Hütten; Herr, wir bitten: stell uns droben in den Tempel, dich zu loben. A. Knapp, † 1864. 23801 Ausbreitung der Kirche. ( Missionslieder.) 167 Gwolle Gott uns gnädig sein und seinen Segen geben; sein Antlig uns mit hellem Schein erleucht zum ewgen Leben, daß wir erkennen seine Wert und was ihm lieb auf Erden, und Jesus Christus Heil und Stärf bekannt den Heiden werden und sie zu Gott bekehren. 2. Cr) 750 So danten dir und loben dich, o Gott, die Völker alle, und alle Welt die freue sich und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd 114( edal Kirche und Gnadenmittel. Sünd nicht walten; dein sich deiner Kinder Herz und Wort die Hut und Weide Sinn bewegt, dich herzinist, die alles Volt erhalten, brünstig darum anzuflehn; in rechter Bahn zu wallen. drum hör, o Herr, und sprich: es soll geschehn. 3. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in guten Thaten. Das Land bringt Frucht und bessert sich, dein Wort ist wohl geraten. Uns ſegne Vater und der Sohn, uns segne Gott der heilge Geist, dem alle Welt die Ehre thu, vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen. Luther, † 1546. 5. Ach, daß die Hilf aus Bion läme! O daß dein Geist, so wie dein Wort verspricht, Mel. Dir, dir, Jehovah zc. 168 Wach auf, du Geist dein Volk aus dem Gefäng e der ersten Beugen, der Wächter, die auf Zions Mauern stehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen, und die getrost dem Feind entgegengehn, ja deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Scharen zu dir bringt. nis nähme! O würd es doch nur bald vor Abend licht! mel bald entzwei und komm Ach, reiß, o Herr, den Himherab zur Hilf und mach uns frei! 2. O daß doch bald dein Feuer brennte! O möcht es doch in alle Lande gehn! Gieb zu der Ernte doch die Hände! Gieb Knechte, die in treuer Arbeit stehn! Herr der Ernte, siehe doch darein: die Ernt ist groß, die Zahl der Knechte klein. 3. Dein Sohn hat ja mit flaren Worten uns diese Bitte in den Mund gelegt. siehe, wie an allen Orten 4. So gieb dein Wort doch großen Scharen, die in der Kraft Evangelisten sein; laß eilend Hilf uns widerfahren und brich in Satans Reich und macht hinein. breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 6. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen! Es sei tein Ort ohn dessen Glanz und Schein. Ach, führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll zu allen Thoren ein! Ja, wecke doch auch Israel bald auf, und also segne deines Wortes Lauf! 7. O besfre Zions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räume bald aus jedem Wege; vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn, und mach uns bald von jedem Mietling Ausbreitung der Kirche( Missionslieder.) 115 Mietling frei, daß Kirch schon im ewgen Morgenlicht, und Schul ein Garten und die Frühlingsblumen Gottes sei. blühen: Brüder alle, forget nicht! Joh. 3. Jung, gen. Stilling, † 1817. 02k 2nd 1970 un und 8. Laß jede hoh und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geistes sein, ja, site du nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend selber ein, daß treue Lehrer wir und Beter sehn, die kräftig vor dem Riß der Kirche stehn. da R. H. v. Bogatty, † 1774. Mel. O Durchbrecher aller Bande zc. 169 Vateiftes Wehen their herab ſeinen Sohn deines 2. Wort vom Vater, der die Welt schuf und in den Armen hält und aus seinem Schoß zum Heil uns gab. durch die ganze Christenheit läßt uns schon von ferne deines lichkeit; denn dein Wort wird ausgespendet durch die ganze weite Welt, millionenweis versendet auf das große Ackerfeld. 3. Wort von des Erlösers Huld, der der Erde schwere Todes That ewig weggeSchuld durch des heilgen nommen hat. 2. Dieser Samen wird bald blühen allenthalben hoch und hehr; denn Evangelisten ziehen über Inseln, Land und Meer, um die Saaten zu begießen; Geist der Pfingsten, komm herab; laß uns Lebensströme fließen bis zum Grabe tief hinab. Mel. Nun komm, der Heiden is Heiland 20.07 170 Walt alte, walte nah und fern, allgewaltig Wort des Herrn, wo nur seiner Allmacht Ruf Menschen für den Himmel schuf.agh 3. Sei gegrüßt, du ewger Morgen! Steige, Sonne, bald empor; weicht nun, all ihr bangen Sorgen, Tagvertünder, tritt hervor! Seht, der Berge Spißen glühen 4. Kräftig Wort von Gottes Geist, der den Weg zum Himmel weist und durch seine heilge Kraft Wollen und Vollbringen schafft. 5. Wort des Lebens, stark und rein, alle Völfer harren dein. Walte fort, bis aus der Nacht alle Welt zum Tag erwacht. 6. Auf, zur Ernt in alle Welt! Weithin wogt das weiße Feld; klein ist noch der Schnitter Zahl, viel der Garben überall. 7. Herr der Ernte, groß und gut, weck zum Werke Luft Kirche und Gnadenmittel. 116 Luft und Mut; laß die Völker allzumal schauen deines Lichtes Strahl. Jonath. F. Bahnmaier, † 1841. manches Schäffein irrt fern von dir und deiner Herde! Kleine Herde, zage nicht! Jesus hält, was er verspricht. Mel. Lasset uns den Herren preisen 2c. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrotes Helle, und der Sohn 171 mm, o Herr, der Wüste niet dürſtend an der Lebensquelle; ihn umleuchtet Morgenlicht; Jesus hält, was er verspricht. komm bald, du Treuer! Gieb, ach gieb dich allen fund, und entzünd dein heilges Feuer auf dem ganzen Erdenrund. Großes hast du schon begonnen, Großes willst du ferner thun; deine Liebe kann nicht ruhn, bis die ganze Welt gewonnen, bis ein jedes Herz besiegt, Herr, zu deinen Füßen liegt. R. A. Döring, † 1844. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 2. 6. des Tags der Herrlichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und 172 Gine Herde und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf; es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. ein Hirt! Wie wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird! Freue dich, du kleine Herde, mach dich auf und werde Licht; Jesus hält, was er verspricht. F. A. Krummacher, † 1845. 5. Gräber harren aufge: than; rauscht, verdorrete Gebeine! Macht dem Bundesengel Bahn! Großer Tag des Herrn, erscheine! Jesus ruft: es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. Mel. Valet will ich dir geben 2c. er du in Todes= 173 Der nächten erkämpft als 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt das Heil der Welt und dich den Gerechten zum es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des Herrn nahet Bürgen dargestellt, der du dämmernd sich den Heiden; blinde Pilger flehn um Licht: Jesus hält, was er verspricht. den Feind bezwungen, den dir Himmel aufgethan, stimmen unsre Zungen ein Hallelujah an! 3. Komm, o komm, du treuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde! Ach, wie 2. Jm Himmel und auf Erden ist alle Macht nun dein, Ausbreitung der Kirche( Missionslieder). 117 dein, bis alle Völker werden weg die alte Nacht. Zeuch zu deinen Füßen sein, bis die von Süd und Norden, bis die von Oft und West find deine Gäste worden bei deinem Hochzeitsfest. in deinen Wunderschein bald die ganze Welt hinein. 3. Noch werden sie geladen, noch gehn die Boten aus, um mit dem Ruf der Gnaden zu füllen dir dein Haus. Es ist kein Preis zu teuer, es ist kein Weg zu schwer, zu streun dein Lebensfeuer ins weite Völkermeer. 4. So ziehen deine Flammen wie Sonnen um die Welt; Getrenntes fließt zu sammen, das Dunkle wird erhellt, und wo dein Name schallet, du König Jesu Christ, ein selig Häuflein wallet dahin, wo Frieden ist. 5. O sammle deine Herden dir aus der Völker Zahl, daß viele selig werden und ziehn zum Abendmahl! Schleuß auf die hohen Pforten! Es strömt dein Volk heran. Wo's noch nicht Tag geworden, da zünd ein Feuer an! E. G. Bart,+ 1862. SISC Mel. Gott des Himmels 20. 174 Licht, das in Welt gekommen, Sonne voller Glanz und Pracht, Morgenstern, aus Gott entglommen, treib hindie 2. Gieb dem Wort, das von dir zeuget, einen recht gepriesnen Lauf, daß noch manches Knie sich beuget, sich noch manches Herz thut auf, eh die Zeit erfüllet iſt, wo du richtest, Jesu Christ. 3. Heile die zerbrochnen Herzen, baue dir Jerusalem und verbinde unsre Schmerzen; denn so ist dirs angenehm. Herr, thu auf des Wortes Thür, rufe allen: kommt zu mir! 4. 4. Es sei teine Sprach noch Rede, da man nicht die Stimme hört, und kein Land so fern und öde, wo nicht dein Geset sie lehrt. Laß den hellen Freudenschall siegreich ausgehn überall! 7. Geh, du Bräutgam aus der Kammer, der Kammer, laufe deinen Heldenpfad; strahle Tröstung in den Jammer, der die Welt umdunkelt hat. erleuchte, ewges Wort, Oft und West und Süd und Nord! auch die 6. Komm, erquick unsre Seelen; mach Augen hell und klar, daß wir dich zum Lohn erwählen; vor den Stolzen uns bewahr; ja, laß deinen Himmelsschein unsres Fußes Leuchte sein! N. Stier, † 1862, Kirche und Gnadenmittel. 118 Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme tc. 4. Schau auf deine Millionen, die noch im Todes schatten wohnen, von deinem Himmelreiche fern! Seit Jahrtausenden ist ihnen tein Evangelium erschienen, kein gnadenreicher Morgenstern. Glanz der Gerechtigkeit, geh auf, denn es ist Zeit! Komm, Herr Jesu, zeug uns voran, und mach uns Bahn; gieb deine Thüren aufgethan! S Wunden, die uns ein ewges Deine Liebe, deine Heil erfunden, dein treues wollen wir den Seelen preisen uns fleht, und auf dein Kreuz so lange weisen, bis es durch ihre Herzen geht. Denn kräftig ist dein Wort; es richtet und durchbohrt Geist und Seele; dein Joch ist süß, dein Geist gewiß, und offen steht dein Paradies. 175 Giner ists, an dem wir hangen, der für uns in den Tod gegangen und uns erkauft mit seinem Blut. Unsere Leiber, unsre Herzen gehören dir, ó Mann der Schmerzen; in deiner Liebe ruht sichs gut. Nimm uns zum Eigentum, bereite dir zum Ruhm deine Kinder! Verbirg uns nicht das 5. Gnadenlicht von deinem heilgen Angesicht! chimico 2. Nicht wir haben dich erwählet; du selbst hast unsre Zahl gezählet nach deinem ewgen Gnadenrat. Unfre Kraft ist schwach und nichtig, und keiner ist zum Werte tüchtig, der nicht von dir die Stärke den eignen Sinn; denn De mut ist Gewinn für den Himmel. Wer in sich schwach, folgt, Herr, dir nach und trägt mit Ehren deine Schmach. 3. O Herr Jesu, Ehrenfönig! Die Ernt ist groß, der Schnitter wenig, drum sende treue Zeugen aus; send auch uns hinaus in Gnaden, viel frohe Gäste einzuladen zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl beruft zum Abendmahl im Reich Gottes. Da ruht der Streit, da währt die Freud heut, gestern und in Ewigkeit. 6. Heiland, deine größten Dinge beginnest du still und geringe; was sind wir Armen, Serr, vor dir? Aber du wirst für uns streiten und uns mit deinen Augen leiten; auf deine Kraft vertrauen wir. Dein Senfforn, arm und klein, wächst endlich ohne Schein doch zum Baume, weil du, Herr Christ, sein Hüter bist, dem es von Gott vertrauet ist. . Anapp, † 1864. ligg Ausbreitung der Kirche( Missionslieder). 119 Mel. Valet will ich dir geben c. schild, am Brunnquell fie 176 Der bu zum Heil zu laben, der dir vom Herzen erschienen der allerärmsten Welt und von den Cherubinen zu Sündern dich gesellt, den sie mit frechem Stolze verhöhnt für seine Huld, als du am Marterholze versöhntest ihre Schuld: 2. Damit wir Kinder 10ürden, gingst du vom Vater aus, nahmst auf dich unsre Bürden und bautest uns ein Haus. Von Westen und von Süden, von Morgen ohne Zahl sind Gäste nun beschieden zu deinem Abendmahl. 3. Im schönen Hochzeitsfleide, von allen Fleden rein, führst du zu deiner Freude die Völkerscharen ein, und welchen nichts verkündigt, tein Heil verheißen war, die bringen nun entfündigt dir Preis und Ehre dar. 4. Drum kann nicht Ruhe werden, bis deine Liebe siegt, bis dieser Kreis der Erden 6. So sprich dein göttlich Werde!" Laß deinen dem wehn, daß auf der finstern Erde die Toten auferstehn, daß, wo man Greueln fröhnet und vor den Gögen fniet, ein willig Volk versöhnet zu deinem Tempel zieht. hören: wir fassen, was du 7. Wir rufen, du willst sprichst. Dein Wort muß sich bewähren, womit du Fesseln brichst. Wie viele sind zerbrochen! Wie viele sinds noch nicht! Odu, ders uns versprochen, werd aller Heiden Licht! A. Knapp+ 1864. Gnadenmittel. Wort Gottes. zu deinen Füßen liegt, bis Mel. Wie nach einer Wasserquelle ic. du im neuen Leben die aus: geföhnte Welt dem, der sie dir gegeben, vors Angesicht geſtellt. 5. Und siehe, tausend Fürsten mit Völkern ohne Licht stehn in der Nacht und dürsten nach deinem Angesicht. Auch sie hast du ges graben in deinen Priester177 Rebe, liebster Jeſu, denn dein Kind giebt acht darauf. Stärke mich, denn ich bin blöde, daß ich meines Lebens Lauf dir zu Ehren seße fort, Ach, laß stets dein heilig Wort in mein Herze sein verschlossen, dir zu folgen unverdrossen, 120 si Kirche und Gnadenmittel. 18 2. Ach, wer wollte dich Mel. Gott des Himmels 2c. nicht hören, dich, du liebſter 178 Tuettes Munde, Menschenfreund! Sind doch deine Wort und Lehren alle herzlich wohlgemeint. Sie vertreiben alles Leid; aller Freuden Süßigkeit muß vor deinen Worten weichen, nichts ist ihnen zu vergleichen. 3. Deine Worte sind mein Stecken, dessen ich mich trösten kann, will der Feind zurück mich schrecken von der schmalen Lebensbahn; ja, fie führen ohne Qual mich selbst durch des Todes Thal, schirmen mich auf allen Wegen, machen auch das Kreuz zum Segen. 4. Jesu, dein Wort soll mich laben, deine trosterfüllte Lehr will ich in mein Herze graben; ach, nimm sie doch nimmermehr von mir weg in dieser Zeit, bis ich in der Ewigkeit werde kommen zu den Ehren, dich, o Jesu, selbst zu hören. 5. Unterdes vernimm mein Flehen, liebster Jesu, höre mich! Laß bei dir mich feste stehen, so will ich dich ewiglich preisen mit Herz, Sinn und Mund; ich will dir zu jeder Stund Ehr und Dank in Demut bringen und dein hohes Lob befingen. Anna Sophie Landgräfin von Hessen- Darmstadt, † 1688. das mir lauter Segen trägt, dich allein hab ich zum Grunde meiner Seligkeit gelegt. In dir treff ich alles an, was zu Gott mich führen kann. 2. Will ich einen Vorschmack haben von des Himmels Seligkeit, so kannst du mich herrlich laben, weil bei dir ein Tisch bereit, der mir lauter Manna schenkt und mit Lebenswasser tränft. 3. Geist der Gnaden, der im Worte mich an Gottes Herze legt, öffne mir des Himmels Pforte, daß mein Geist hier recht erwägt, was für Schäße Gottes Hand durch sein Wort ihm zugefandt. 4. Gieb dem Samen einen Acker, der die Frucht nicht schuldig bleibt; mache mir die Augen wacker und, was hier dein Finger schreibt, laß den Zweifel ferne fein. präge meinem Herzen ein, 5. Was ich lese, laß mich merken; was du sagest, laß mich thun; wird dein Wort den Glauben stärken, laß es nicht dabei beruhn, sondern gieb, daß auch dabei ihm das Leben ähnlich sei. 6. Hilf, daß alle meine Wege nur nach dieser Richtſchnur schnur gehn; was ich hier zum Grunde lege, müffe wie ein Felsen stehn, daß mein Geist auch Rat und That in den größten Nöten hat. in Matti Wort Gottes.stri 7. Laß dein Wort mir einen Spiegel, Jesu, deines Vorbilds sein; drück darauf dein Gnadensiegel, schließ den Schat im Herzen daß ich fest im steh, bis Schauen geh. ein, Glauben ich dort zum B. Schmold,+ 1737. it id nog 2. Herr, dein Wort ift wie ein Hammer, schlägt und zeigt den Seelenjammer; es erquickt mich wie der Regen, leuchtet mir auf allen Wegen, stärket meines Geistes Kräfte, giebt mir neue Lebenssäfte, 179 Herr, dein Wort, ist ein Stab für matte Glie dem der Feind zuwider. die edle Gabe, diesen Schaß erhalte mir; denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ists nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu thun. Mel. O Durchbrecher aller Bande 2c. 2. Hallelujah, Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, daß ich mög in deinem Namen fest bei deinem Worte stehn! Laß mich eifrig sein beflissen, dir zu dienen früh und spat und zugleich zu deinen Füßen siben, wie Maria that. i mir ist in N 121 mel. Schmücke dich, o liebe Seele zc. 180 Preber der fün rediger süßen Lehre, die ich mit Erstaunen höre, großer Arzt der Menschenkinder, du Prophet des neuen Bundes, Evangelist der Sünder und laß die Worte deines Mun des, deine Stimme an die Herden mir zu Geist und Leben werden! SIQUI 2. Graf v. Zinzendorf. † 1760. bi mu 3. Diesem Worte will ich trauen und darauf beständig schauen; sonst ist doch kein Licht vorhanden, fremde Lehre macht zu schanden; aber dein Geseß und Gnade leiten mich auf rechtem Pfade. Herr, mein Glauben und mein Lieben hat den Grund: es steht geschrieben. 4. Lehre mich dein Wort betrachten, mit Begierde darauf achten; lehre michs im Geist verstehn, laß es mir zu Herzen gehen; mache, daß ichs fröhlich glaube, und kein Sweifel mir es raube, daß ichs mit Gehorsam ehre und fonst feine Stimme höre, Kirche und Gnadenmittel. 122 5. Was die Welt bekennt und lehret, was mein Herz erdenkt und ehret, was der böse Geift erdichtet, wird von Gottes Wort gerichtet. Weg mit euch, ihr falschen Geister! Mir ist gnug an einem Meister. Wißt, daß euch der Fluch verzehret, wenn ihr selbst auch Engel wäret. 6. Selig, selig find die Seelen, die sich sonst kein Licht erwählen, als allein das Wort des Lebens! Diese glauben nicht vergebens, weil fie Gottes Rath ergründen und sein Herz im Worte finden. O ein unschätbares Wissen! Andre Weisheit kann ich missen. Minis 7. Licht und Kraft und Mut und Freude, wahrer Trost im tiefsten Leide, Schuß vor allerlei Gefahren und ein ewiges Bewahren: das find dieses Wortes Früchte. Alles andre wird zu nichte; alles andre muß vergeben; Gottes Wort bleibt ewig stehen. C. G. Woltersdorf, † 1761. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken. SHS 3. Wo hätt ich Licht, wo fern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verständ ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Wert, Unsterblichkeit und Leben; zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. DIES MEE 5. Den ewgen Rat, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt ich nicht, wär dies mein Licht nicht durch dein Wort er schienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihst, lebrit meinen Geist ein gläubig Abba sagen. dir zu weihn, ist meines 7. Mich zu erneun, mich Heils Geschäfte. Durch meine Müh vermag ichs nie; dein Wort giebt mir die Kräfte. Alin abier Mel. Ach Gott und Herr 2c. 181 Gott ist mein Hort, 8. Herr, unser Hort, laß und auf sein Wort soll meine Seele trauen; ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. uns dies Wort; denn du hast es gegeben. Es sei mein Teil, es sei mein Heil und Kraft zum emgen Leben. Chr. F. Gellert, † 1769. Main Wort Gottes. at Mel. Was Gott thut, das ist ic. 182 Dein Wort, o Herr, milder Wort noch fort und fort der Sünde Macht zerscheitern und alle Herzen läutern! 13. Dein Wort ist uns der Wunderstern für unsre Pilgerreise; es führt die Thoren hin zum Herrn und macht die Einfalt weise. Dein Himmelslicht verlösch uns nicht und leucht in jede Seele, daß feine dich verfehle. 4. Ich suchte Troft und fand ihn nicht; da ward das Wort der Gnade mein Labfal, meine Zuversicht, die Fackel meiner Pfade. zeigte mir den Weg zu und leuchtet meinen Schritten bis zu den ewgen Hütten. 5. Auf immer gilt dein Segensbund; dein Wort ist Ja und Amen; nie weich es uns aus Herz und Mund, zu preisen deinen Namen. Laß immerfort dein helles 123 für trostbedürftge Seelen; laß keinem Pflänzchen deiner Au den Himmelsbalsam fehlen. Erquickt durch ihn laß jedes blühn und in der Zukunft Tagen dir Frucht und Samen tragen. 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, ein Bliß, der Felsen splittert, ein Feuer, das im Herzen zehrt und Mark und Bein 183 Nun geb uns auf, dein du Sie dir Wort in allen Lebenszeiten uns trösten, warnen, leiten. 6.O sende bald von Ort zu Ort den Durst nach deinen Lehren, den Hunger aus, dein Lebenswort und deinen Geist zu hören, und send ein Heer von Meer zu Meer, der Herzen Durst zu stillen und dir dein Reich zu füllen. G. B. Garve,+ 1841. C. 1103 dirbord soppalas Mel. Herr Jesu Christ, dich zc. du seligmachend Wort des Herrn, du Pfand des Heils, das uns im Sohn der Vater gab von seinem Thron. 2. Bereitet ist für dich die Bahn, die Herzen sind dir aufgethan; wir sehnen uns nach deinem Licht und seufzen auf: versäum uns nicht! 3. Du Wort der Wahrheit, lautrer Quell, mach unsre dunklen Augen hell, daß wir die Wege Gottes fehn, nicht in der Wahrheit irre gehn. 4. Du Wort der Buße, füll das Herz uns an mit tiefem Reueschmerz, daß unser Flehn und Seufzen sei: Gott steh uns armen Sündern bei! 5. Du Wort der Gnade, tröstend Wort, o bring uns Botschaft fort und fort von ihm 124 Kirche und Gnadenmittel. ihm, der für uns litt und deinem Glanz herfür und starb und uns Gerechtigkeit erzeige dein Erbarmen, daß erwarb. dein Kind es hier auf Erden und im Himmel möge werden. 6. Du Wort des Glaubens, gieb uns Kraft, daß wir, der Eitelkeit entrafft, im gnädig dargebotnen Heil ergreifen unser ewges Teil. 7. So geh uns auf, du Gottesglanz, durchdring uns und verklär uns ganz, du Wort, das noch in Kraft besteht, wenn Erd und Himmel untergeht.band Julius Sturm, geb. 1816. STOME 1816. Die Sakramente. Die heilige Taufe. Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. 184 Liebſter Jeſu, wir sind deinem Kindlein kommt zu dir, weil du den Befehl gegeben, daß man sie zu dir hinführe; denn das Himmelreich ist ihre. 2. Ja, es schallet allermeist dieses Wort zu unsern Ohren: wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neugeboren, wird von dir nicht aufgenommen und in Gottes Reich nicht fom men. 3. Darum eilen wir zu dir, nimm das Pfand von unsern Armen, tritt mit 4. Hirte, nimm dein Schäflein an, Haupt, mach es zu deinem Gliede, Himmelsweg, zeig ihm die Bahn, Friedefürst, sei du sein Friede, Weinstock, hilf, daß diese Rebe auch im Glauben dich umgebe! old and 5. Nun, wir legen an dein Herz, was von Herzen ist gegangen; führ die Seufzer himmelwärts und erfülle das Verlangen; ja, den Namen, den wir geben, schreib ins Lebensbuch zum Leben! B. Schmold, † 1737. 1230 g Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. 185 Nun Gottlob, es und der Bund mit Gott geschlossen; was uns rein und selig macht, ist auf dieses Kind geflossen; Jesus hat es eingesegnet und mit Himmelstau beregnet. 2. du dreimal selig Kind, vom Dreieinigen geliebet, dem der Vater sich verbindt, dem der Sohn das Leben giebet, dem der Geist ist eingeflossen und der Himmel aufgeschlossen! 3. Nun so denk an diesen Bund, weil du einen Odem hegeft, Die heil. Taufe. 125 hegeft, daß auf einen festen Mel. Schmüde dich, o liebe Secle 2c. Grund du stets deinen Glau: 187 du reicher Herr ben Wer sich läßt der Jesum taufen, muß in Jesu Wegen laufen. 4. Werde fromm und wachse groß, werde deiner Eltern Freude, und dein jetzt erlangtes Los tröste dich in allem Leide; deine Taufe sei die Thüre, welche dich zum Himmel führe. B. Schmold, † 1737. 2. Sind wir selbst doch unaussprechlich kraftlos, hilflos und gebrechlich, ja, als Mel. Wer nur den lieben Gott läßt Fleisch vom Fleisch geboren, sündlich, sterblich und verwalten 2c. 186 Barmherziger, laß loren; aber reinigend und heilend, Geist uns erteilend, schenkest du uns reiche Gnade in der Taufe heilgem Bade. bag 3. Und wir glauben deinem Worte. Darum bringen wir zur Pforte deines teuren Gnadenreiches dieses Kind; thu an ihm gleiches! Die Verheißung, die zum Leben deinem Volke du gegeben, geht nach deiner Huld nicht minder über deines Volkes Kinder. grist dobr 4. Sei auch diesem Kinde gnädig, mach es aller Sünde ledig; schenke ihm die reine Seide der Gerechtigkeit zum Kleide; salbe es mit deinem Geiste und ihm alle Hilfe leiste, daß der Segen deiner Hände auf ihm bleibe bis ans Ende! dir A. 3. Ph. Spitta,+ 1859. jetzt dieses Kind empfohlen sein, das wir im heilgen Wasserbade nach deines Sohns Befehl dir weihn; erfülle, was dein Wort verheißt, an ihm, Gott Vater, Sohn und Geist! welch herzlichem Erbarmen bist du uns zuvorgekommen, hast dich unser angenommen! Wie kamst du mit allem Segen uns erbarmungsvoll entgegen schon an deines Reiches Pforte durch das Wasserbad im Worte. 2. Regiere nun das ganze Leben auch dieses Kindes, treuer Gott! Dir sei und bleib es stets ergeben; sei du mit ihm in Glück und Not; ach, führ es selbst auf rechter Bahn, nimm es zulegt in Ehren an! 3. Laß uns die Wohlthat recht ermessen, die uns die Taufe zugewandt, und nie, o Herr, den Bund vergessen, der uns so fest mit dir verband; uns alle stärk zu neuer Treu, daß über uns dein Friede sei! 126 Kirche und Gnadenmittel. 2nd Sh Konfirmation. 3190 Mel. Wer nur den lieben Gottt läßt namin walten 2c. d du 6. Laß diesen Vorsat 188h bin getauft auf nimmer wanten, Gott Bater, Sohn und heilger Geist! Halt mich in deines Bundes Schranken, bis mich dein Wille sterben heißt; so leb ich dir, so sterb ich dir, so lob ich dich dort für und für. 3. J. Rambach, † 1735. #ist ( Gesang der Gemeinde vor der Konfirmation.) Gott Vater, Sohn und heilger Geist! Und so ist alles Ja und Amen, was mir dein teures Wort verheißt; ich bin in Christum eingesenkt, ich bin mit seinem Geist beschenkt. Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen thut. 2. Du haft zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt; du hast die Frucht von deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir gewährt; du willst in aller Not und Pein, o guter Geist, mein Tröster sein. 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt; ich hab, o Herr, aus reinem Triebe dein Eigentum zu sein gewagt; hingegen sagt ich bis ins Grab der Sünde schnöden Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn; wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn; nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall gethan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin; erwecke mich zu neuer Treue, und nimm Besitz von meinem Mel. Den die Hirten lobten sehre zc. olf des Herrn, 189 Vol bring dein Ge schlechte nach dem alten Licht und Rechte her zum König aller Knechte, sprich: ,, Herr, hie ist dein Geschöpf!" 2. Dämpfe Fleisch und Blut in ihnen, laß sie nicht der Sünde dienen! Ziehe ſie durch dein Verfühnen, eh sie sterben, an dein Herz! 13. 3. Kommt, ihr Kinder, die wir haben als viel teure Gottesgaben, nehmt vom Schat, dran wir uns laben, den euch zugedachten Teil. 1 4. Einen Teil am Liebesbande mit dem ewgen Vaterlande, aber auch am Kreuzes= stande und am Weltverleugnungssinn. 5. Wollet ihr euch binden lassen? Jesu Kreuz mit Freuden fassen und die falsche Ruhe Konfirmation.h Ruhe haffen? Willst du, liebes Kindervolt? 6. Ach, die ewig treue Liebe schenk euch ihre selgen Triebe, daß ein jedes Glauben übe, bis ihr seht, was ihr geglaubt! Graf N. v. v. Zinzendorf, † 1760. 5. Den wichtgen Lohn der Ewigkeit, die Herrlichkeit dort oben, zeig ihnen, die auf alle Seit jett Treue dir geloben! Der Blick müß ihnen Kraft verleihn! Herr, segne sie, Mel. Es ist das Heil uns ic. 190 Die hier vor deinem denn sie sind dein; erhalt ſie Antlig stehn, in der Wahrheit! find Jesu Christi Glieder.. b. Qippel,+ 1796. Blick, wenn vereint wir für fie flehn, erbarmend auf sie nieder! Gieb ihnen, Vater, Sohn und Geist, das Gute, das dein Wort verheißt, im Leben und im Sterben! 2. Sie kennen, Vater, deinen Sohn und dessen heilge Lehren. Ist Freude, Gott, vor deinem Thron, wenn Sünder sich befehren, wie groß ist unsre Freude nun, da diese das Gelübde thun, dir treulich anzuhangen. 3. O laß sie nimmer zum Gericht sich dem Altare nahen! Laß sie in Glaubenszuversicht das Bundesmahl empfahen! Dies stärke sie in aller Not; dies reize sie, des Heilands Tod zu preisen durch ihr Leben. 127 sie hinauf auf Jesum sehn, die Welt mit ihrer Lust verschmähn, beharren bis ans Ende! 4. Lacht ihnen bei dem Christenlauf der Reiz der Welt entgegen,-hilf ihrem schwachen Glauben auf, wenn dann sich Lüste regen! Laß ( Gesang der Konfirmanden vor der Einsegnung.) pride Mel. Seelenbräutigam 2c. on des Himmels 191 Von Thron sende, Gottes Sohn, deinen Geist, den Geist der Stärke! Gieb uns Kraft zum heilgen Werke, dir uns ganz zu weihn, ewig dein zu sein. 2. Mach uns selbst bereit, gieb uns Freudigkeit, unsern Glauben zu bekennen und dich unsern Herrn zu nennen, dessen teures Blut floß auch uns zu gut. 3. Richte Herz und Sinn zu dem Himmel hin, wenn wir unsern Bund erneuern und gerührt vor dir beteuern, deine Bahn zu gehn, Weltluft zu verschmähn. 4. Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, wollest du auf unsre Bitten uns mit Gnade Kirche und Gnadenmittel. 128 Gnade überschütten! Licht und Kraft und Ruh ströme dann uns zu. 5. Gieb auch, daß dein Geist, wie dein Wort ver heißt, unauflöslich uns vereine mit der gläubigen Gemeine, bis wir dort dich sehn und dein Lob erhöhn.. S. Marot,+ 1865. ( Gefang der Konfirmanden nach der Einsegnung.) Sollt ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? si 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich, so in Freude, wie in Leid; bei dir bleib ich, dir verschreib ich mich für Zeit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich gewärtig, auch des Rufs aus dieser Welt; denn der ist zum Sterben fertig, der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nur auf Mel. O du Liebe meiner Liebe zc. 192 Bei dir, Jesu, will dieser Erden nahe, bis mein Tag fich neigt! Wenn es einst will Abend werden und die Nacht herniederich bleiben, stets in deinem Dienste stehn; nichts soll mich von dir vertreiben, deine Wege will ich gehn. Du bist meines Lebens Leben, meiner Seele Trieb und Kraft, wie der Weinstod seinen Reben zuströmt Kraft und Lebenssaft. steigt, wenn mein Aug wird dunkler, trüber, dann erleuchte meinen Geist, daß ich fröhlich zieh hinüber, wie man nach der Heimat reist. JUTH R. J. Ph. Spitta, † 1859. APUGED No 560 2. Könnt ichs irgend besser haben, als bei dir, der alle Mel. Mein Glaub ist meines Lebens Ruh 2c. zeit so viel tausend Gnadengaben für mich Armen hat werden, als bei dir, Herr Jesu Christ, dem im Himmel und auf Erden alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, der, was Jesus that, mir thut, mich erkauft von Tod und Sünden mit dem eignen, teuren Blut? Sollt ich dem nicht angehören, der sein Leben für mich gab? 193 ch bin in dir und in mir! Nichts soll mich, ewge Liebe, dir in dieser Welt entreißen! Auf Erden, wo nur Sünder sind, nennst du mich freundlich schon dein Kind, o laß michs ewig heißen und treu mit Wandel, Herz und Mund bewahren deinen Friedensbund! A 2. Ich bin in dir und du in mir; dreieiniger Gott, du Konfirmation. du haft zu dir mich frühe schon berufen. Was mir, dem Kindlein, war bereit, ergreif ich heut voll Innig keit an des Altares Stufen und sag: o Liebe, du bist mein, ich will dein Kind auf ewig sein! 3. Ich bin in dir und du in mir; noch wohn ich völlig nicht bei dir, weil ich auf Erden walle; drum führ mich, Jesu, treuer Hirt, daß mich, was locket, schreckt und irrt, nicht bringe je zu Falle! O daß, was ich dir heut versprach, mir gehe tief und ewig nach! 4. Ich bin in dir und du in mir; komm, Herr, mir deine Tugendzier frühzeitig anzulegen, daß mir des Lebens Glück und Not, ja selbst der letzte Feind, der Tod, nur kommen mög im Segen! Mit dir will ich durchs Leben gehn, dir leiden, sterben, auferstehn! A. Knapp, † 1864. ( Gefang der Gemeinde nach der Konfirmation.) 129 Eigentum, wollen deines Namens Ruhm mit ver dientem Lob erheben und dir Preis und Ehre geben. 2. Herr, wir danken dir einmütig, daß du dir ein Volk erwählt und auch uns Verlorne gütig deiner Kirche zugezählt; wir sind Christen, wir sind dein, laß uns, was wir heißen, sein und aufrichtig darnach streben, wie wir dir zu Dienste leben. 3. Dir sei Dank für deine Gaben, so du in die Kinder legst, die den Bund beſtätigt haben, die du in den Armen trägst. Herr, laß ihnen ewig nicht, was ihr Mund allhier verspricht, was sie heut sich vorgenommen, aus dem Sinn und Herzen kommen. 4. Gieb, daß sie durch deinen Segen, dir, o Heiland, treu gesinnt, beffre Christen werden mögen, als wir lei der alle sind. Durch sie sei dein Reich vermehrt, durch sie werdest du geehrt, bis wir all in Zions Höhen einst dein Jubelfest begehen. Das heilige Abendmahl. Mel. Wie nach einer Wasserquelle 2c. 194 roßer König unsrer Erden, ( Vor und während der Feier.) Jeſu, dem die ganze Welt 195 Chrifte, du Lamm ewiglich muß werden, dessen Hand das Scepter hält, wir, dein Volk und Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! 5 Kirche und Gnadenmittel. 130 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, gieb uns deinen Frieden! Amen. Alte Kirche. 196 Schmücke dich, o liebe Seele, laß die dunkle Sündenhöhle, fomm ans helle Licht gegangen, fange herrlich an zu prangen; denn der Herr voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Gaste laden; der den Himmel fann verwalten, will jetzt Herberg in dir halten. 2. Dürstend nach dem Himmelssegen eile deinem Herrn entgegen, der mit füßen Gnadenworten flopft an deines Herzens Pforten; eile, fie ihm aufzuschließen, wirf dich hin zu seinen Füßen; sprich: o Herr, laß dich umfassen, von dir will ich nimmer laffen! 3. Ach, wie hungert mein Gemüte, Menschenfreund, 4. Jesu, meine Lebenssonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen, hier fall ich zu deinen Füßen! Laß mich würdiglich genießen dieser deiner Himmelsspeise, mir zum Heil und dir zum Preise. 5. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel hergetrieben, daß du willig haft dein Leben in den Tod für uns gegeben und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, das uns jetzt kann fräftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. Lebens, hilf, daß ich doch 6. Jesu, wahres Brot des nicht vergebens, oder mir wohl gar zum Schaden sei laß mich durch dies Seelenzu deinem Tisch geladen; essen deine Liebe recht ermessen, daß ich auch, jetzt auf Erden, mög Gast im Himmel werden! Joh. Frand, † 1677. wie dein pfleg ich oft mit Thränen 197 u höchftes Gut, nach deiner Güte; ach, wie mel. Es ist gewißlich an der Zeit zc. err Jesu Christ, du mich nach deinem Mahl zu sehnen; ach, wie pfleget mich zu dürften nach dem Trank des Lebensfürsten, daß mit diesem Brot und Weine sich mein Heiland mir vereine. du Brunnquell aller Gna den! Wir kommen, deinen Leib und Blut, wie du uns haft geladen, zum Preise deiner Herrlichkeit und unsrer Geelen Das heil. Abendmahl. Seelen Seligkeit zu essen und zu trinken. 131 3. Kann der Herr dem Knechte schenken auch sein eigen Fleisch und Blut: ach, so hilf mir recht bedenken, was hier deine Liebe thut, und verleihe, daß ich nicht eß und trinke zum Gericht, was du, Jesu, für mein Leben zur Erlösung haft gegeben. 4. Wirke heilige Gedanken in der Seel, die dir gehört; halte meinen Sinn in Schranfen, wenn mich Furcht und Zweifel stört. Fühl ich meiner Sünden Not, so erfülle mich dies Brot, dieser Kelch mit neuem Mute; dein Blut floß 2. O Jesu, mach uns felbft bereit zu diesem hohen Werke! Schent uns dein schönes Ehrenkleid durch deines Geistes Stärke; hilf, daß wir würdge Gäste sein und werden dir gepflanzet ein zum ewgen Himmelswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir auch bis ans Ende bleiben; laß Sünd und Not uns für und für von dir nicht wieder treiben, bis dir nicht wieder treiben, bis wir durch deines Nachtmals Kraft in deines Himmels Bürgerschaft dort ewig selig auch mir zu gute. werden. Vor 1698. Mel. Wie nach einer Wasserquelle 2c. 198 Herr err, du haft für alle Sünder einen reichen Tisch gedeckt, wo das Brod der armen Kinder nach des Vaters Liebe schmeckt. Heute nun bin ich dein Gast, wie du mir befohlen haft; aber hilf auch, daß mein Herze deine Wohlthat nicht verscherze. 2. Räume mir aus dem Gemüte alles Arge völlig aus, daß auch meines Herzens Hütte werde dein ge weihtes Haus. Denn ich hoffe nur auf dich, liebster Jesu, liebe mich und laß deinen Tisch auf Erden mir des Himmels Vorschmackt werden. 5. Sind wir doch aus dir geboren, nähr uns auch durch deine Kraft, und weil alles da verloren, wo nicht Jesus Hilfe schafft: ach, so laß dein Brot und Wein meines Herzens Labsal sein, daß die Wirkung dieser Speiſe künftig in der That sich weise. 6. Laß mich deine Liebe schmecken und die Güter jener Welt; oder wenn auch Furcht und Schrecken mich zuweilen überfällt, so verschaffe mir dein Blut einen rechten Freudenmut, daß ich meinen Trost im Glauben mir durch niemand lasse rauben. 7. Hilf mir recht ins Herze faffen deinen herben, bittern Tod: lasse mich auch niemand hassen, der mit mir genießt dein Brot; nimm 5* mich Kirche und Gnadenmittel. 132 mich ganz vollkommen ein, bis ich werde bei dir sein und die Fülle deiner Gaben, meinen Gott und alles haben. K. Neumann, † 1715. Mel. Erquice mich, du Heil der Sünder 2c. 199 Mein Jesu, der du vor dem Scheiden in deiner letten Trauernacht uns hast die Früchte deiner Leiden in einem Testament vermacht: es preisen gläubige Gemüter dich, Stifter dieser hohen Güter! 2. So oft wir dieses Mahl genießen, wird dein Gedächtnis bei uns neu; man kann aus frischen Proben schließen, wie brünstig deine Liebe sei. Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen erneuern sich in unsern Herzen. 3. Es wird dem zitternden Gewissen ein neues Sie gel aufgedrückt, daß unser Schuldbrief sei zerrissen, daß unsre Handschrift sei zerstückt, daß wir Vergebung unsrer Sünden in deinen blutgen Wunden finden. 4. Und fester, als es je gewesen, wird nun das Band, das uns vereint; von allem Seelenschmerz genesen schaun wir in dir den liebsten Freund; wir fühlen uns in solchen Stunden mit dir zu einem Geist verbunden. 5. Dies Brot fann wahre Nahrung geben, und dieser Kelch erquickt den Geist; es mehrt sich unser innres Leben, wenn unser Glaube dich geneußt; wir fühlen neue Kraft und Stärke in unserm Kampf und Glaubenswerte. 6. Wir treten in genaure Bande mit deines Leibes Gliedern ein; wir müssen all in solchem Stande ein Herz und eine Seele sein; der Geist muß mehr zusammenfließen, da wir ein Fleisch und Blut genießen. 7. Dein Leib muß uns zum Pfande dienen, daß unser Fleisch, jetzt schwachheitsvoll, einst herrlich aus dem Staube grünen und unverweslich werden soll; ja daß, du uns ein ewig Leben nach diesem furzen werdest geben. 8. O teures Lamm, so edle Gaben hast du in dieses Mahl gelegt! Da wir dich selbst zur Speise haben, wie wohl ist unser Geist gepflegt! Dies Mahl ist unter allen Leiden ein wahrer Vorschmack jener Freuden. 9. Dir sei Lob, Ehr und Preis gesungen! Ein solcher hoher Liebesschein verdient, daß aller Engel Zungen zu dessen Ruhm geschäftig sein. Wird unser Geist zu dir erhoben, so wird er dich volltommen loben. 3. 3. Rambach, † 1735. Das heil. Abendmahl. 133 Mel. Herr wie du willst, so schics c. hätte! O wäre doch mein 200 Wie heilig ist die Herz der Ort, an welchem Stätte hier, wo ich voll Andacht stehe! Sie ist des Himmels Pforte mir, die nun ich offen sehe. Jesus fort und fort aus Gnaden Wohnung machte! Lebensthor, o Tisch des Herrn! Vom Himmel bin ich nicht mehr fern und fühle Gottes Nähe. 2. Wie heilig ist dies Le bensbrot, dies teure Gnadenzeichen, vor dem des Her zens Angst und Not und alle Qualen weichen. O Brot, das meine Seele nährt, o Manna, das mir beschert, dich will ich jetzt genießen. 3. Wie heilig ist doch dieser Trant, der mein Verlangen stillet, der mein Gemüt mit Lob und Dank und heilger Frend erfüllet! Lebenstrank, o heilges Blut, das einst gefloffen mir zu gut, dich will ich jetzt empfangen! dat 4. Welch unaussprechlich Glück ist mein, welch Heil hab ich gefunden! Mein Jesus fehret bei mir ein; mit ihm werd ich verbunden. Wie ist mein Herz so freudenvoll, daß ich in Jesu leben soll und er in mir will leben! 5. O wär doch auch mein Herz geweiht zu einer heilgen Stätte, damit der Herr der Herrlichkeit an mir Gefallen 6. Mein Jesu, fomm und heile mich, was sündlich ist, vertreibe, damit ich nun und ewiglich dein Tempel sein und bleibe. Von dir sei ganz mein Herz erfüllt; Herr, laß dein heilig Ebenbild beständig in mir leuchten! mich erquidt, du hast dich 7. Nun, du hast himmlisch mir gegeben, in dir, mich so hoch beglückt, der will ich nun stündlich leben. allezeit von nun an bis in Laß mich, mein Heiland, Ewigkeit mit dir vereinigt bleiben! V Löscher, † 1749. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele zc. 201 Komm, mein Herz, aus Jesu Leiden strömt auch dir ein Quell der Freuden. Stille hier dein sehnlich Dürsten aus dem Kelch des Lebensfürsten. Daß ich einen Heiland habe und in seinem Heil mich labe und in sein Verdienst mich kleide, das ist meines Her zens Freude. Surpruelss 2. Darum will ich mit Verlangen nun sein Abendmahl empfangen; hier darf ich mich ihm verbinden, und so werd ichs tief empfinden, daß 134 Kirche und Gnadenmittel. daß ich einen Heiland habe, die dürre Seele labe, muß der am Kreuz und in dem nicht dies mein Dürsten Grabe, wie sein Wort mir stillen und mein Herz mit sagt und schreibet, mein Er- Wonne füllen? löser war und bleibet. 7. Er gebietet mir zu efsen, meines Jammers zu vergessen; er gebietet mir zu trinken und in Freude zu versinken, daß ich einen Heiland habe, der sich selbst als Opfergabe hat für mich dahingegeben, mir zu Speis und Trank und Leben! 8. Will hinfort mich etwas quälen, oder wird mir etwas fehlen, oder wird die Kraft zerrinnen, so will ich mich nur besinnen, daß ich einen Heiland habe, der vom Kripplein bis zum Grabe, bis zum Thron, wo man ihn ehret, mir, dem Sünder, zugehöret! E. G. Woltersdorf,+1761. 3. Ach, wie werd ich oft so müde! Wie entweicht der süße Friede! Sünd und Welt fann mich verwunden, wenn mir dieses Licht entschwunden: daß ich einen Heiland habe, der mit seinem Hirtenstabe, sanft und mild und voll Vergeben, mir nichts ist, als Heil und Leben. 4. Sei gesegnet, ewge Liebe, daß du mir aus treuem Triebe, da das Mißtraun mich vergiftet, solch ein Denkmal selbst gestiftet: daß ich einen Heiland habe, der den Gang zum Kreuz und Grabe gern gethan, mich zu erretten von des ewgen Todes Ketten. 5. Heilges Brot, sei mir gesegnet, weil mir der mit bir begegnet, der mit ſeinen mir erfunden! Daß ich einen Heiland habe, der erblaßt und tot im Grabe auch für meine Schuld gelegen, will ich schmecken und erwägen. 6. Heilger Kelch, sei mir gesegnet, weil mir der mit dir begegnet, dessen Blut mich läffet finden die Vergebung aller Sünden! Daß ich einen Heiland habe, der mel. An Wasserflüssen Babylon c. ( Ein Lämmlein geht.) 202 homme, Serr suche dich, mühselig und beladen; Gott, mein Erbarmer, würdge mich des Wunders deiner Gnaden! Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten; ich fühle meiner Sünden Müh; ich suche Ruh und finde sie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Das heil. Abendmahl. 135 der Sünder, du hast die mich von nun an würdig Handschrift abgethan, und sein, mein ganzes Herz dir, wir sind Gottes Kinder. Ich Herr, zu weihn und deinen denk an deines Leidens Tod zu preisen; laß mich Macht und an dein Wort: den Ernst der Heiligung es ist vollbracht! Du hast durch eine wahre Besserung mein Heil verdienet; du hast mir und der Welt beweisen! für mich dich dargeſtellt; Chr. F. Gellert, † 1769. Gott war in dir und hat die Welt in die mit uns Mel. Schmücke dich, o liebe Seele zc. verfühnet. 3. So freue dich, mein 203 Herz, in mir! Er tilget deine Sünden und läßt in seinem Mahle hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon, spricht liebreich: sei getrost, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben; du bist in meinen Tod getauft, und du wirst dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. Yesu, Freund der Menschenkinder, Heiland der verlornen Sünder, der zur Sühnung unsrer Schulden Kreuzesschmach hat wollen dulden, wer fann fassen das Erbarmen, das du trägest mit uns Armen! In der Schar erlöster Brüder fall ich dankend vor dir nieder. 2. Ja, auch mir strömt Heil und Segen, Herr, aus deiner Füll entgegen; in dem Elend meiner Sünden soll bei dir ich Hilfe finden; meine Schuld willst du be decken, mich befrein von Furcht und Schrecken, willst ein ewig selig Leben als des Glaubens Frucht mir geben. 3. Herr, du kommst, dich mit den Deinen in dem Nachtmahl zu vereinen, du, der Weinstock, giebst den Reben neue Kraft zum neuen Leben. Nun, so steh bei mir und stärke mich zu jedem guten Werke, hilf, daß ich die Luft der Sünde durch dich träftig überwinde. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben, und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir, ich bin der Weinstock, bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, ich will es treu erfüllen und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen Laß Kirche und Gnadenmittel. 136 4. Nun so sei der Bund erneuet, unser Herz dir ganz geweihet! Auf dein Vorbild wolln wir sehen und dir nach, mein Heiland, gehen. Schaff ein neues Herz uns Sündern, mache uns zu Gotteskindern, die dir leben, leiden, sterben, deine Herrlichkeit zu erben. 5. Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen, daß Mel Herzlich thut mich verlangen 2c. wir mit der Engel Chören, 205 Wie könnt ich Herr, dich schaun und ewig ehren? Hallelujah, welche Freuden sind die Früchte deiner Leiden! Danket, dan fet, fromme Herzen, ewig ihm für seine Schmerzen. K. Lavater,+ 1801. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. 204 err, du wollst Herr, uns vollbereiten zu deines Mahles Seligkeiten, sei mitten unter uns, o Gott! Laß uns, Leben zu empfahen, mit glaubensvollen Herzen nahen, und sprich uns los von Sünd und Tod. Wir sind, o Jesu, dein; dein laß uns ewig sein! Amen, Amen! Anbetung dir! Einst feiern wir das große Abendmahl bei dir. Nehmt und trinkt zum ewgen Leben den Kelch des Heils, auch euch gegeben, ererbt, ererbt des Mittlers Reich! Wacht, eure Seele sei bis in den Tod getreu! Amen, Amen! Der Weg ist schmal; flein ist die Zahl, die dort eingeht zum Abendmahl. F.& Klopstod, † 1803. 2. Nehmt und eßt zum ewgen Leben das Brot, das euch der Herr gegeben; die Gnade Jesu sei mit euch! sein vergessen, der mein noch nie vergaß? Kann ich die Lieb ermessen, dadurch mein Herz genas? Jch lag in bittern Schmerzen, er schafft mein Leben neu, und stets quillt aus dem Herzen ihm neue Lieb und Treu! 2. Wie sollt ich ihn nicht lieben, der mir so hold sich zeigt? Wie jemals ihn be trüben, der so zu mir sich neigt? Er, der ans Kreuz erhoben, getragen meine Schmach, ruft er mir nicht von oben: fomm, folge du mir nach! 3. Ich will ihn ewig lieben, der mir aus Todes: nacht, von meinem Schmerz getrieben, Unsterblichkeit ge bracht; der noch zur letzten Stunde mir reicht die treue Hand, daß mich kein Feind verwunde im Lauf zum Heimatland. Das heil. Abendmahl. 4. Er giebt zum heilgen Pfande mir seinen Leib, sein Blut, hebt mich aus Nacht und Schande, füllt mich mit Himmelsmut, will selber in mir thronen mit heilgem Gnadenschein. Sollt ich bei ihm nicht wohnen? in ihm nicht selig sein? 3ds 5. Bei Freuden und bei Schmerzen durchleuchte mich dein Bild, wie du, o Herz der Herzen, geblutet haft so mild! Mein Lieben und mein Hoffen, mein Dulden weih ich dir. Laß mir die Heimat offen und dein Herz für und für! Chr. Kern, † 1835. 137 mählen, der wunderbar be glückt. Kommt, legt auf ewig ab der Sünde bange Säumnis; empfanget das Geheimnis, das Gott vom Himmel gab. 4. Wonne tranfer Herzen, die mir von oben tam! Verschwunden sind die Schmerzen, getröstet ist der Gram; was von dem Himmel fleußt, hat lieblich sich ergoffen; mein Herz ist gar durchflossen vom süßen Liebesgeist. an 5. Drum jauchze, meine Seele, hell aus der Sündennacht; verkünde und erzähle die tiefe Wundermacht, die unermeßlich süß, ein Born der Liebe, quillet und jeden Jammer stillet, der fast verzweifeln ließ. 6. Drum jauchze, meine Seele, drum jauchze deinem Herrn; verkünde und erzähle die Gnade nah und fern, den Wunderborn im Blut, die selge Himmelsspeise, die auf verborgne Weise dir giebt das höchste Gut. E. M. Arndt, f † 1860. Mel. Zeuch ein zu deinen 2c. Dommt her, ihr seid 206 Somm geladen; der Heiland rufet euch, der treue Herr der Gnaden, an Huld und Liebe reich; der Erd und Himmel lenkt, will Gastmahl mit euch halten und wunderbar gestalten, was er in Liebe schenkt. 2. Kommt her, verzagte Sünder, und werft die Ängste weg; kommt her, versöhnte Kinder, hier ist der Lebensfleg! Empfangt die Himmels( Nach der Feier des heiligen Abendmahls.) luft, die heilge Geistesspeise, die auf verborgne Weise erquicket jede Brust. 3. Kommt her, betrübte Seelen, die Not und Jammer drückt, mit Gott euch zu verMel. Nun laßt uns Gott, dem Herren 2c. 207 meiner Seelen Jesu, meine Wonne, du Sonne, du Freund Kirche und Gnadennittel. 138 Freundlichster auf Erden, laß mich dir dankbar werden! 2. Wie kann ich gnugsam schäßen dies himmlische Ergößen und diese teuren Ga ben, die uns gestärket haben? 3. Wie soll ich dirs verdanken, o Herr, daß du mich Kranten gespeiset und getränket, ja selbst dich mir geschenket? 4. Ich lobe dich von Her zen für alle deine Schmerzen; dir dank ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden. 5. Dir dank ich für dein Lieben, das standhaft ist geblieben; dir dank ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 6. Du wollest ja die Sünde, die ich noch in mir finde aus meinem Herzen treiben und träftig in mir bleiben. 7. Laß mich sie ernstlich meiden, laß mich geduldig leiden; laß mich mit Andacht beten, von deinem Weg nie treten.it nere 8. So kann ich nicht verderben, drauf will ich selig sterben und freudig auferstehen, o Jesu, dich zu sehen. Joh. Rist, 1667. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. 208 Danket, danket Gott mit Freuden, danket ihm mit Herz und Mund! Macht die großen Seligkeiten dieses heilgen Mahles kund, was der Herr für Gnaden schenket, da er selbst uns speist und tränket; danket ihm vor dem Altar, daß er uns so freundlich war. Güte, denn sie währet ewig2. Ja, wir preisen Gottes Gemüte, daß der Herr so lich wie freut sich das gnädig sich gegen uns auch lebt erwieſen! Immerdar sei er gepriesen; groß ist seine Huld und Treu; sie war diesesmal auch neu. 3. Heilig, heilig, heilig werde, Gott, dein Nam uns mehr und mehr; alle Himmel samt der Erde zeugen laut von deiner Ehr. Dir, Herr, singen Seraphinen dreimal heilig, die dir dienen; droben in dem Heiligtum schallet deines Namens Ruhm. 4. Gott, der Herr und Bater, fegne uns in ſeinem lieben Sohn; und des Va ters Sohn begegne uns von seinem Gnadenthron; und der Herr, der Geist, bereite uns zur Herrlichkeit und leite uns zu seinem Frieden! Ja! Amen! sprecht Hallelujah! N. Raiser, † 1800. Das heil. Abendmahl. 139 Mel. O daß ich tausend Zungen 2c. 4. Wie jetzt, o Herr, in 209 Nimm hin den deinem Namen dein Volk Dank für deine Liebe, erhöhter Mittler, Jesu Christ! Gieb, daß ich dich nicht mehr betrübe, der du für mich gestorben bist; laß deines Leidens Angst und Bein mir immerdar vor Augen sein. vor dir versammelt war, so bring einst wieder uns zusammen, daß wir mit deiner Engelschar, anbetend als dein Eigentum, ftets preisen deines Namens Ruhm. anst 2. Jm Streite hilf mir überwinden und stärke mich zu jeder Pflicht; bewahre mich vor- neuen Sünden, verlaß mich in Versuchung nicht, und dein für mich vergofsnes Blut schenk mir im Todeskampfe Mut. 3. Hilf, daß ich deines Leibes Glieder, die heut dein Heil, wie mich, erfreut, von Herzen lieb als meine Brüder, als Erben einer Herrlichkeit. Wir haben einen Herrn und Gott, uns speist und tränkt ein Kelch, ein Brot. G. 3. Zollikofer,+ 1788, und 3. C. Lavater,+1801. 610 Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet 20. 210 Vollbracht iſt nun verkündigt ward von uns die heilge Feier; dein Tod. O dein Gedächtnis sei uns teuer und unvergeßlich dein Gebot! Laß nie des Himmels Vorgefühle in uns erkalten und vergehn: laß würdig einst am Kronenziele, Herr, deine Herrlichkeit uns sehn! 3. Ch. Wagner,+ 1825. XIII. Wiedergeburt und Seifigung. Buße. 211 Schaffe in mir, 212 us tiefer Not Gott, ein reines Herze und gieb mir einen neuen, gewissen Geist:,: Verwirf mich nicht:,: von deinem Angesicht:,: und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Pf. 51, D. 12, 13, schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen! Dein gnädig Ohr neig her zu mir und meiner Bitt es öffne; denn so du willst das sehen an, was Sünd und Unrecht ist ge than; Wiedergeburt und Heiligung. 140 than; wer kann, Herr, vor dir bleiben? hin mbi de 12. Bei dir gilt nichts denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben; es ist doch unser Thun umsonst auch in dem besten Leben; vor dir niemand sich rühmen kann; des muß dich fürchten jedermann und deiner Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn allein verlassen mich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein wertes Wort; das ist mein Trost und treuer Hort; des will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht noch sorgen. So thu das Volk von rechter Art, das aus dem Geist er zeuget ward und seines Gottes harre. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnaden; sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schaden. Er ist allein der gute Hirt, der Jsrael erlösen wird aus seinen Sünden allen. S ( on siad Luther, t 1546. 213 Allein zu dir, Herr Jesu Christ, mein Hoffnung steht auf Erden! Ich weiß, daß du mein Tröster bist, kein Trost mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist nichts erforn, auf Erden war kein Mensch ges born, der mir aus Nöten helfen kann: dich ruf ich an, du bist der rechte Helfersmann. 2. Mein Sünd ist schwer und übergroß und reuet mich von Herzen; derselben mach mich frei und los durch deinen Tod und Schmerzen, und nimm dich mein beim Vater an, der du für mich genug gethan, so werd ich los der Sünden Last; mein Glaub erfaßt, was du mir, Herr, versprochen haft. 3. Ach, stärk durch dein Barmherzigkeit in mir ein recht Vertrauen, auf daß ich deine Freundlichkeit mög inniglich anschauen, vor allen Dingen lieben dich und meinen Nächsten gleich als mich; send mir dein Hilf am letzten End, damit behend des Todes Graun sich von mir wend. 4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Jesu Christo, seinem Sohn, der uns allzeit behüte, und seinem werten heilgen Geist, der uns sein Hilfe allzeit leist, daß wir ihm wohlgefällig sein hier in der Zeit und dort hernach in Ewigkeit. C. Huber,+ 1577, oder Joh. Schneefing, † 1567. Buße. Mel. Erhalt uns, Herr, bei zc. 214 frommer und getreuer Gott, ich hab gebrochen dein Gebot und sehr gesündigt wider dich! Das ist mir leid und reuet mich. 2. Weil aber du, o gnädger Gott, nicht Lust hast an des Sünders Tod, so ist dein herz liches Begehr, daß ich mich wieder zu dir kehr. 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm, ich armer Sünder zu dir tomm und bitt durch deines Sohnes Tod: erbarm dich mein in meiner Not! 4. Verschon, o Herr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld, so werd ich arm verLornes Kind ledig und los all meiner Sünd. 5. Ich will, o Herr, nach deinem Wort mich bessern, leben fromm hinfort, damit ich mög nach dieser Zeit gelangen zu der Seligkeit. B. Ringwald,(?), † 1598. 215 Ach Gott und Herr, wie groß und schwer sind mein begangne Sünden! Da ist niemand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit zu dieser Zeit, bis an der Erden Enden, und wollt los sein des Elends mein, würd ich es doch nicht wenden. 141 3. Zu dir flieh ich, ver stoß mich nicht, wie ich wohl hab verdienet. Ach, geh doch nicht, Gott, ins Gericht; dein Sohn hat mich verfühnet. 4. Solls ja so sein, daß Straf und Bein auf Sünde folgen müssen, so fahr hie fort und schone dort, und laß mich hier wohl büßen. 5. Gieb, Herr, Geduld, vergiß die Schuld, schaff ein gehorsam Herze, daß ich durch Murren nicht ver= mein Heil, mein bestes Teil, scherze. 6. Handle mit mir, wie's dünket dir, ich will es gerne leiden; nur wollst du mich nicht ewiglich von deiner Gnade scheiden. M. Rutilius,+ 1618. Radu S00 Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir 2c. 216 Bater der Barmherzigkeit, ich falle dir zu Fuße; verstoß den nicht, der zu dir schreit und thut noch endlich Buße! Was ich begangen wider dich, verzeih mir alles gnädiglich durch deine große Güte. 2. Durch deiner Allmacht Wunderthat nimm von mir, was mich quälet; durch deine Weisheit schaffe Rat in allem, wo mirs fehlet; gieb Willen, Mittel, Kraft und Stärk, daß ich Wiedergeburt und Heiligung. 142 ich mit dir all meine Werk anfange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du hast am Kreuze für mich Armen getragen aller Sünden Last, wollst meiner dich erbarmen! Gottes und des Menschen Sohn, erbarm dich mein und mein verschon, hör auf mein kläglich Rufen! 4. heilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich die Sündenlust ansicht, laß mich von dir nicht wanken; verleih, daß nun und nimmermehr Begierd nach Reichtum, Lust und Ehr in meinem Herzen herrsche! 5. Und wenn mein Stünd lein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Truß und List durch Christi Sieg mag dämpfen, auf daß mir Krankheit, Angst und Not und dann der lette Feind, der Tod, nur sei die Thür zum Leben. bir 6000 Dav. Denide,+ 1680. e Mel. Hüter, wird die Nacht der Sünden 2c. 217 2h, was bin ich, mein Erretter und Vertreter bei dem unsichtbaren Licht? Ich verzag in meinem Mute; denn das Gute, das ich will, das thu ich nicht. 2. Ach, was bin ich, mein Erbarmer? Sieh, ich Armer bin ein schwankes Rohr im Wind; wie ein Weberschifflein schießet, so meines Lebens verfließet Lauf geschwind. 3. Ach, was bin ich, mein Erlöser? Immer böser find ich meiner Seele Stand; drum, mein Helfer, nicht verweile, Jesu, eile, reiche mir die Gnadenhand! 4. Ach, wann wirst du mich erheben zu dem Leben? Komm, ach komm, und hilf mir doch! Demut kann dich bald bewegen, lauter Segen wirst du lassen fließen noch. 5. Trotig ist, o Gott, mein Herze, mir zum Schmerze, ja, es ist mir leid dazu! Höre mich, hör an das Quälen; Arzt der Seelen, schaffe meinem Herzen Ruh! 6. Gieb, daß mir der Tod nicht schade; Herr, gieb Gnade, laß mich sein dein liebes Kind! Ein Demütiger und Kleiner, aber Reiner, endlich Ruh und Gnade findt. 3. Neander, † 1680. Mel. Nun sich der Tag geendet hat 2c. 218 Mein Gott, das Herz ich bringe dir als Gabe und Geschenk; du forderst dieses ja von mir, des bin ich eingedent. me Buße. Todo m 2. Gieb mir, mein Sohn, dein Herz, sprichst du, das ist mir lieb und wert; du findest anders auch nicht Ruh im Himmel und auf Erd. 3. Nun, du, mein Vater, nimm es an, mein Herz, veracht es nicht. Ich gebs, so gut ichs geben kann; fehr zu mir dein Gesicht! 4. Zwar ist es voller Sündenlust und voller Eitelfeit, des Guten aber unbewußt und wahrer Frömmigfeit. 5. Doch aber steht es nun in Reu, fühlt seinen Übel= stand und träget jetzt vor allem Scheu, daran es Lust erst fand. 6. Schenk mir, Herr Christ, nach deiner Huld, Gerechtigkeit und Heil; nimm von mir meine Sündenschuld und meiner Strafe Teil. CARC 7. O heilger Geist, nimm du auch mich in die Gemeinschaft ein; ergieß um Jesu willen dich tief in mein Herz hinein. 8. Dein göttlich Licht ström in mich aus und Glut der reinen Lieb; tilg Finsternis, Haß, Falschheit aus; schenk mir stets deinen Trieb. 9. Hilf, daß ich sei von Herzen treu im Glauben dir, mein Gott, daß mich im 143 Guten nicht mach scheu der Welt List, Macht und Spott. 10. Hilf, daß ich sei von Herzen fest in Hoffen und Geduld, daß, wenn auch alles mich verläßt, mich tröste deine Huld. 11. Hilf, daß ich sei von Herzen rein im Lieben, und erweis, daß mein Thun nicht sei Heuchelschein, durch Werke dir zum Preis. 12. Nimm ganz, o Gott, zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit; ja, laß es deine Wohnung sein auch in der Ewigkeit. Casp. Schade, † 1698. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende zc. 219 Ich charmer Mensch, ich armer Sünder steh hier vor Gottes Angesicht! Ach Gott, ach Gott, verfahr gelinder und geh nicht mit mir ins Gericht! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 2. Wie ist mir doch so angst und bange, wie fränkt mich meine große. Sünd! Hilf, daß ich wieder Gnad erlange, ich armes und verlornes Kind! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 3. Hör, ach erhör mein seufzend Schreien, und neig zu mir dein Vaterherz; wollst Wiedergeburt und Heiligung. 144 wollst alle Sünden mir verzeihen und lindern meines Herzens Schmerz! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 4. Nicht, wie ich hab verschuldet, lohne, und handle nicht nach meiner Sünd; o treuer Vater, schone, schone, erkenn mich wieder als dein Kind! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 5. Sprich nur ein Wort, so werd ich leben; sprich, daß ich armer Sünder hör: geh hin, die Sünd ist dir vergeben; nur fündige hinfort nicht mehr! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 6. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret, erhöret bin ich zweifelsfrei; weil sich der Trost im Herzen mehret, drum will ich enden mein Geschrei. Ich weiß ja, du erbarmest dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Chr. Titius,+ 1703. dir nieder, mein Geist sucht seinen Ursprung Ursprung wieder; Herr, dein erfreuend Angesicht auf meine Armut gnädig richt. in Christi Tode sterben o möchte doch in seiner Bein die Eigenheit ertötet ſein! 3. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe und mich in deinen Wegen übe; jedoch ist von Unlauterfeit die Liebe noch nicht ganz befreit. 4. Ich muß noch mehr auf dieser Erden durch deinen Geist geheiligt werden; der Sinn muß tiefer in dich gehn, der Fuß muß unbeweglich stehn. 5. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu raten, hier gelten nichts der Menschen Thaten; wer macht sein Herz wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket fein. 6. Doch kenn ich wohl dein treues Lieben: du bist noch immer treu geblieben. Ich weiß gewiß, du stehst mir bei und machst mich von mir selber frei. 9er 220 Hinn fich vor fröhlich sagen: Gott hat der Mel. 3euch meinen Geist 2c. ier legt mein 8. In Hoffnung kann ich Hölle Macht geschlagen, Gott führt mich aus dem Kampf und Streit in seine Ruh und Sicherheit. 2. Schau her, ich fühle mein Verderben; laß mich 7. Indessen will ich treulich kämpfen und stets die falsche Regung dämpfen, bis du dir deine Zeit ersiehst und aus der Sünde Net mich ziehst. 9. Drum will die Sorge meiner Seelen ich dir, mein Vater, ganz befehlen. Ach, drücke pups Buße. drücke tief in meinen Sinn, daß ich in dir schon selig bin! Chr. Fr. Richter, † 1711. 145 knirschtem, bangem Geist, der gleichwohl dich noch Vater heißt: Gott, sei mir Sünder gnädig! 4. Mein Vater, schaue Mel. An Wasserflüssen Babylon ic. Jesum an, den Heiland aller 221 Rönig, dessen Majestät weit über alles steiget, dem Erd und Meer zu Dienste steht, vor dem die Welt sich neiget, der Himmel ist dein helles Kleid, du bist voll Macht und Herrlichkeit, sehr groß und wunderthätig. Sünder, der für die Welt genug gethan, durch den wir Gottes Kinder im gläubigen Vertrauen sind: der ists, bei dem ich Ruhe find, sein Herz ist ja gutthätig. Ich fasse ihn und laß ihn nicht, bis dir das Herz mitleidig bricht: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich Armer, ich vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott, sei mir Sünder gnädig! 2. Hier steh ich, wie der Zöllner that, beschämet und von ferne, ich suche deine Hilf und Gnad, o Herr, von Herzen gerne. Doch weil ich voller Fehler bin und, wo ich mich nur wende hin, des Ruhmes vor dir ledig, so schlag ich nieder mein Gesicht vor dir, du reines Himmelslicht: Gott, sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, durchängsten mein Gewissen; drum schlag ich reuig an die Brust und will von Herzen büßen. Ich bin, o Vater, ja nicht wert, daß ich noch wandle auf der Erd; doch, weil du winkst, so bet ich mit ganz zer5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben; du bist mein Gott und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach, heilige mich ganz und gar, laß meinen Glauben immerdar sein durch die Liebe thätig. Und geht es nicht so, wie ich soll, so ruf ich, wie mein Herz ist voll: Gott, sei mir Sünder gnädig! 6. Mein Leben und mein Sterben ruht allein auf deiner Gnade; mir geh es böse oder gut, gieb nur, daß es nicht schade. Kommt dann das letzte Stündlein an, so sei mir auf der Todesbahn, mein Jesu, selbst noch gnädig. Und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letzten Seufzer an: Gott sei mir Sünder gnädig! V. Löscher, † 1749, Wiedergeburt und Heiligung. 146 222 An bir allein, an dir bab ich ge= fündigt und übel oft an dir gethan. Du siehst die Schuld, die mir den Fluch verkündigt, sich, Gott, auch meinen Jammer an. 2. Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht verborgen, und meine Thränen sind vor dir. Ach, Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen. Wie lang entfernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld. Ich suche dich; laß mich dein Antlit finden, du Gott der Langmut und Geduld! 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade füllen, Gott, Vater der Barmherzigteit! Erfreue mich um deines Sohnes willen; du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich wieder freudig wallen und lehre du dein heilig Recht mich täglich thun nach deinem Wohlgefallen; du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Herr, eile du, mein Schuß, mir beizustehen, und leite mich auf ebner Bahn! Er hört mein Schrein, der Herr erhört mein Flehen und nimmt sich meiner Seelen an. Chr. F. Gellert, † 1769. Mel. Wie nach einer Waffeequelle 2c. 223 Gott, vor deſfen Angesichte nur ein reiner Wandel gilt, ewges Licht, aus dessen Lichte nichts als reinste Klarheit quillt, laß uns doch zu jeder Zeit deinen Strahl der Heiligkeit so durch Herz und Seele dringen, daß auch wir nach Heilgung ringen! 2. Du bist rein im Werk und Wesen, und dein unbeflecktes Kleid, das von Ewigkeit gewesen, ist die reinste Heiligkeit. Du bist heilig, aber wir, großer Schöpfer, stehn vor dir, wie in einem Kleid voll Flecken, die wir dir umsonst verstecken. Herze finnet, was dein weiser 3. Was dein Geist und Wille thut, was dein starter Arm beginnet, ist stets heilig, rein und gut. Und so bleibst auf Erden dich durch das du ewiglich, während wir Böse, das wir üben, stets von Jugend auf betrüben. 4. Herr, du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich sein. Es besteht vor dir kein Sünder, denn du bist vollkommen rein; du bist nur der Frommen Freund, Uebelthätern bist du Feind; wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. Buße. 5. Uns von Sünden zu erlösen, giebst du deinen Sohn dahin; o so reinige vom Bösen durch ihn unsern ganzen Sinn. Gieb uns, wie dein Wort verheißt, gieb uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere und zu allem Guten führe. 6. Hilf, o Vater, unsern Seelen, glaubensvoll auf dich zu sehn, deinen ewgen Weg zu wählen und ihn ohne Falsch zu gehn, bis wir mit der selgen Schar der Erlösten immerdar Heilig! Heilig! Heilig! singen und die reinsten Opfer bringen. 3. Chr. Zimmermann, † 1783. Mel. Sieh, hier bin ich, Ehrenfönig 20. 147 Seele! Komm in Eil, laß dich nieder, komme wieder, meines Herzens bestes Teil. 3. Ach, von Herzen und mit Schmerzen such ich dich, mein Trost und Heil. so lange ist es bange meiner Wie 4. Richtig wandeln, weise handeln, wollst du fünftig mir verleihn; gieb die Triebe reiner Liebe voller in mein. Herz hinein. Welch ein Segen ist zugegen, wenn es heißt: du mein, ich dein! 5. Lehre, leite, vollbereite, mich, wie du mich haben willt; gieb mir Klarheit, Geist und Wahrheit, daß ich gleich sei deinem Bild; daß man merke, meine Stärke sei in dir und du mein Schild. 6. Bis im Lichte dein Gefichte mir sich droben völlig zeigt, wenn die Deinen nicht mehr weinen und die Klageftimme schweigt. Drum so zeige mir die Steige, da man auf zum Himmel steigt! Magd. Sib. Rieger, † 1786. 224 Me eine Seele, voller Fehle, suchet in dem Dunkeln Licht; Jesu, neige dich und zeige mir dein tröstlich Angesicht; auf mein Flehen laß dich sehen, und verbirg dich länger nicht. 2. Ich empfinde, meine 225 Höchfter, denk ich an Güte, Sünde sei an allem Kummer schuld; ich gestehe dirs und flehe um Vergebung und Geduld. Du, mein Leben, kannst mir geben neue Hilfe, neue Huld. Mel. Wie nach einer Wassers quelle 2c. die du mir bisher erzeigt, o so wird mein ganz Gemüte zu der tiefsten Scham gebeugt, daß ich dich gering geschäßt, häufig dein Gebot verlegt und dich, der mich so geliebet, mit Vergehungen betrübet. 2. Alle meine SeelenFräfte, meine Glieder sind ja dein, Wiedergeburt und Heiligung. 148 dein, und sie sollten zum Ge: schäfte deines Dienstes fertig sein; doch hab ich der Eitel feit unbedachtsam sie geweiht; ja zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu. Von wie manchen schweren Sorgen machtest du das Herz mir frei! Was mir müßte, gabst du mir; aber, ach, wie dankt ich dir? O wie hab ich so vermessen deines Wohlthuns Zweck vergessen! 5. Ich erkenne meine Sünden, beuge mich, mein Gott, vor dir; laß mich bei dir Gnade finden, neige, Herr, dein Ohr zu mir! Ach, vergieb, was ich gethan! Nimm mich doch erbarmend an! Führe mich vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Gnade! dein Sohn auch mir erwarb, als er für die Sünder starb, Fried und Freude im Ge wissen, ach, das laß auch mich genießen! 6. Dir ergeb ich mich aufs neue; gieb, daß mein gebeugter Geist deiner Vaterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn: gieb, daß mirs an Kraft nicht fehle, folgsam deinem Wort zu sein. Stehe mir stets mächtig bei, mache du mich selbst getreu! Dich zu lieben, dir zu leben, fei mein ernstlichstes Bestreben! 4. Bei so hellem Licht der 226 ch erhebe mein Gnaden sollt ich ja die Sünde Mel. Jefu, meines Lebens Leben ic. fliehn und um Rettung von dem Schaden meiner Seele mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte mich selbst zu verstocken. Gemüte fehnsuchtsvoll, mein Gott, zu dir; ich erkenne deine Güte, o wie teuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, feiner harrt auf dich vergebens; nur Verächter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. Nach Fabricius, † 1703. von S. Diterich, † 1797. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, zeige deinen Willen mir; daß ich richtig wandeln möge, führe du mich selbst zu dir. Gott, du siehest mein Vertrauen; sicher kann ich auf dich bauen; deine Vatertreue ist ewig, wie du selber biſt. 3. Ach, gedenke, Herr, der Sünden meiner Jugendjahre nicht; laß mich Gnade vor dir pumpilisé Buße. dir finden, geh nicht mit mir ins Gericht. Alle Sünden, die uns reuen, willst du, Vater, ja verzeihen. Oso höre denn auch mich! Meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sünders Leben; dir ist seine Seele wert. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du sein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umfehrt, du verwirfst ihn nicht. 5. Allen, die zu dir sich wenden, über ihre Schuld betrübt, willst du Trost und Rettung senden, wenn Herz sich dir ergiebt. Freude fchentet deine Güte dem geängsteten Gemüte, welchem du die Sündenlast liebreich abgenommen hast. bit 149 Freuden? Wann kommt der Richter, Freud und Leid, und Bös und Gut zu scheiden? Er ist nicht fern, er ist uns nah; in unserm Herzen ist er da; du kannst ihn nimmer meiden. 6. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht! Keine schnöde Lust Sünden soll mich ferner überwinden. Ach, bewahr, ich bitte dich, meinen Geist und stärke mich! der A. Lavater,+ 1801. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit zc. ann kommt der 227 W Herr der Herr lichkeit mit seines Reiches 2. In unserm Herzen spricht sein Spruch; wer mag vor ihm bestehen? Frei auf geschlagen ist sein Buch mit jeglichem Vergehen. Sein Blick wie Feuerflamme fährt und teilt, wie ein zweischneidig Schwert, was keine Augen sehen. 3. Was feines Feindes Mund erzählt, erzählt uns das Gewissen, was sich der Heuchler lang verhehlt, wird er sich sagen müssen, wenn Gottes Zeit fommt und ihn schilt, wenn Gottes Zeit tommt und vergilt und läßt den Frevler büßen. 4. Wem kam nicht diese Gotteszeit so oft und oft im Leben? Wer muß nicht die Gerechtigkeit anflehn, ihm zu vergeben? und fühlt in seinem Innern noch viel ſtumme Schuld, ob deren doch er einſt wird müssen beben! 5. Du Herzensrichter, auf, erfahr und prüfe, wie wirs meinen! Mach uns die Fehler offenbar; was nütt es, gut zu scheinen? Dem Ausspruch des Gewissens treu und feind sein jeder Seuchelei, Wiedergeburt und Heiligung. 150 Heuchelei, dies stellt uns zu den Deinen. 6. Denn wen sein eignes Herz beschämt mit innerstem Beschämen, die Schuld, die uns im Innern grämt, wer fönnt uns die entnehmen? Herr, gieb, daß wir der Sünde Schritt und deiner Strafe leisen Tritt, eh sie uns naht, vernehmen! 7. Und wenn die letzte Stunde schlägt, der niemand fann entgehen, so gieb, Herr, daß wir unbewegt auf unser Innres sehen, daß unser Leben uns dann klar und rein erschein, und offenbar auch das geringst Vergehen. 8. Dann sprich in uns, o Richter: ,, Komm! Dein Lohn ist dir beschieden. Was du gethan hast, gut und fromm, dem Dürftigsten hienieden, das hast du deinem Herrn gethan, dem Menschensohne; komm hinan! Genieße Himmelsfrieden!" 3. G. von Herder † 1803. Mel. Sieh, hier bin ich, Ehrentönig 2c. ott der Gnaden! 228 Gott der Gnaden! Schwer beladen neigt sich unser Haupt vor dir; unsre Herzen sind voll Schmerzen, Staub und Asch ist unsre Zier. Hab Er barmen mit uns Armen! Aus der Tiefe rufen wir. 2. Wir verzagen, denn wir tragen auf uns aller Sünden Last, aller Qualen volle Schalen, die du ausgegoffen haft. Hab Erbarmen mit uns Armen! Angst und Not hat uns erfaßt. 3. Wir bekennen, Herr, wir nennen laut vor dir die Missethat; es ist keiner hier ein Reiner, jeder erntet böse Saat. Hab Erbarmen mit uns Armen! Sieh auf ihn, der für uns bat. 4. Herr, verzeihe; Jesu, leihe uns dein priesterlich Gebet! Gott, verschone, wenn vom Sohne das Erbarmen zu dir fleht! Hab Erbarmen mit uns Armen, wenn der Mittler vor dir steht! 5. Jesu rette! Brich die Kette unsrer Finsternis entzwei, daß der Glaube tief im Staube unser Troft und Zuflucht sei. Hab Erbarmen mit uns Armen, Jesu, mach uns wieder frei! 6. Sei uns gnädig, mach uns ledig, führ uns aus dem finstern Thal! Du kannst lindern und vermindern alle Not und Herzensqual. Hab Erbarmen mit uns Armen; Jesu, hilf noch diesesmal. 7. Du mußt fiegen, wir erliegen, du bist frei, wir sind in Haft; du alleine bist der Reine, wir sind schwach, bein ist die Kraft. Hab Er barmen Buße. barmen mit uns Armen; denk an deine Pilgrimschaft! 8. Wenn du Frieden uns beschieden, fürchten wir die Strafe nicht; dein Versöhnen wird uns frönen mit Gerechtigkeit und Licht; dein Erbarmen hilft den Armen; du bist unsre Zuversicht. H. Puchta, 1858. 151 gestreckten Armen winket von des Kreuzes Stamme: fehre wieder, fürchte nicht, daß der. Gnädge dich verdamme, dem sein Herz vor Liebe bricht. 229 ehre wieder, kehre wieder, der du dich verloren haft! Sinke reuig bittend nieder vor dem Herrn mit deiner Laft! Wie du bist, so darfst du kommen und wirst gnädig aufgenommen. Sieh, der Herr kommt dir entgegen, und sein heilig Wort verspricht dir Vergebung, Heil und Segen; fehre wieder, zaudre nicht! 4. Kehre wieder, neues Leben trint in seiner Liebeshuld; bei dem Herrn ist viel Vergeben, große Langmut und Geduld. Faß ein Herz zu seinem Herzen; er hat Trost für alle Schmerzen; er kann alle Wunden heilen, macht von allen Flecken darum tehre ohne Weilen zu ihm um und bei ihm ein. 5. Kehre wieder, endlich kehre in der Liebe Heimat ein, in die Fülle aus der Leere, in das Wesen aus dem Schein; aus der Lüge in die Wahrheit, aus dem Dunkel in die Klarheit, aus dem Tode in das Leben, aus der Welt ins Himmelreich! Doch was Gott dir heut will geben, nimm auch heute: fehre gleich! Ph. Spitta, † 1859. 2. Kehre aus der Welt Zerstreuung in die Einsam feit zurück, wo in geistiger Erneuung deiner harrt ein neues Glück, wo sich bald die Stürme legen, die das Herz so wild bewegen; wo des heilgen Geistes Mahnen du mit stillem Beben hörst und von neuem zu den Fahnen Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Jesu Christi heilig schwörst. Am Bußtage. Herr zc. 3. Kehre wieder, irre 230 Gott, der du unfre Zuflucht bist, Seele! Deines Gottes treues Herz beut Vergebung deinem Fehle, Balsam für den Sündenschmerz; sieh auf den, der voll Erbarmen dir mit ausHerr, unser Mittler, Jesu Christ, Geist Gottes, Geist der Gnaden! Unendlicher. verwirf uns nicht! Wir kommen 152 Wiedergeburt und Heiligung. kommen vor dein Angesicht, In deiner Hut sind wir, und mit Missethat beladen. was du thust, ist gut. Nimm von uns unsre Sündenschuld, du Gott der Lang: mut und Geduld! Erhöre gnädig unser Flehn, daß wir dein Heil, Erbarmer, sehn. Herr, unser Gott, verbirg uns nicht dein Angesicht, und geh mit uns nicht ins Gericht! 2. Ward Recht und Pflicht von uns entweiht, gebrochen unsers Bundes Eid, dein Weg von uns fieh, wir fehren voller Reu zurück zu dir; laß, Herr, aufs neu uns deine Gnade faffen! Sie leit uns auf den ebnen Pfad, den uns dein Wort bezeichnet hat, daß Irrtum und Versuchung nie uns auf die Bahn des Lasters zieh. Herr, unser Gott, groß von Geduld, vor neuer Schuld behüt uns deine Vaterhuld! 3. Dein Segen komm auf unser Land; laß es, beschirmt von deiner Hand, des Friedens Ruh genießen! Wend ab von uns der Flammen Wut und die Verwüstung wilder Flut, des Krieges Blutvergießen; sei unser Retter, wenn uns Not des Mangels und der Seuchen droht. Du, Vater, wollest mit uns sein, daß wir uns deines Schutzes freun. Herr, unser Gott, verleih uns Mut! Zwietracht war; vereine, was 4. Gieb Frieden, wo sonst der Eintracht Segen! Uns getrennet war; schenk uns leite, Gott, dein guter Geist, und was dein teures Wort verheißt, sei Licht auf unsern Wegen! Laß, Herr, in Lehr deines Wortes sein, und und Wandel rein die Diener bringe zu der Wahrheit Glück zu dir die Frrenden zurück! Herr, unser Gott, breit aus gieb Geist und Kraft zu dein Wort an jedem Ort, deinem Wort! 5. Auch die Regenten lenke du, daß weise sie in sichrer Ruh der Völker Wohlstand heben. Dem Fürsten, der uns schützt und liebt, gieb, der in ihm so viel uns giebt, ein frohes, langes Leben. Noch lange sei sein Vaterblick uns, seinen Kindern, Schutz und Glück! O schütt auf ihn und auf sein Haus und seine Räte Segnung aus! Herr, unser Gott, in deiner Hand ist unser Land, beglück es, segne jeden Stand! 6. Vernimm der Leidenden Gebet! Wer in der Not um Rettung fleht, dem hilf aus seinen Nöten; gieb Kranken Linderung und Ruh; die Sterbenden erlöſe du, Glaube und Rechtfertigung. du, erhör ihr letztes Beten! Sei aller Unterdrückten Heil, der Witwen und der Waisen Teil, vereitle der Verfolger Rat und lehre sie den rechten Pfad. Herr, unser Gott, durch alles Leid der Pilgerzeit führ uns zu deiner Herrlichkeit! als 7. Du thust weit mehr, als wir verstehn, fannst mehr gewähren, als wir flehn; laß uns Erhörung finden! Oneig auf unser Flehn dein Ohr, heb unser Herz zu dir empor und mach uns rein von Sünden! Laß uns dir nun geheiligt sein, im Leben und im Tode dein! Wir sind durch Christi Blut erlöst; o du, der Sünder nicht verstößt, Herr, unser Gott, erbarme dich, erbarme dich, vergieb uns, leit uns väterlich! 3. 3. Eschenburg, † 1820. 153 2. Dem Teufel ich ge fangen lag, im Tod war ich verloren; mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, darin ich war geboren; ich auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein, die Sünd hat mich besessen. fiel Glaube und Rechtfertigung. 3. Mein gute Werk, die galten nicht, es war mit ihn verborben; der frei Will haßte Gotts Gericht, zum Guten gar erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn Sterben bei mir blieb, zur Höllen mußt ich sinken. 4. Da jammert Gott in Ewigkeit mein Elend übermaßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen; er wandt zu mir das Vaterherz, es war bei ihm fürwahr kein Scherz, ließ es sein Bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: es ist Zeit, zu erbarmen; fahr hin, meins Herzens werte Kron, und sei das Heil dem Armen, und hilf ihm aus der Sün231 Nun freut euch, den Not, erwürg für ihn den bittern Tod und laß ihn mit dir leben. lieben Christen gmein, und laßt uns fröh lich springen, daß wir getrost und all in ein mit Lust und Liebe singen, was Gott an uns gewendet hat und seine süße Wunderthat; gar teur hat ers erworben. 6. Der Sohn Gott gern gehorsam ward, er kam zu mir auf Erden, von einer Jungfrau rein und zart; er sollt mein Bruder werden. In meiner armen Knechts: geſtalt 154 gestalt ging er einher, um die Gewalt des Teufels zu zerstören. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, es soll dir jest gelingen; ich geb mich felber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn ich bin dein und du bist mein, und wo ich bleib, da sollst du sein; uns soll der Feind nicht scheiden. Wiedergeburt und Heiligung. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben; das leid ich alles dir zu gut, das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, mein Unschuld trägt die Sünde dein, da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein fahr ich von diesem Leben; da will ich sein der Meister dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Trübnis trösten soll und lehren mich erkennen wohl und in der Wahrheit leiten. 10. Was ich gethan hab und gelehrt, das sollst du thun und lehren, daß Gottes Reich hier werd gemehrt zu seinem Lob und Ehren; und hüt dich vor der Menschen Sat, davon verdirbt der edle Schat; das laß ich dir zur Lette. Luther,+ 1546. zum Abschied. Mel. Vater unser im Himmel reich 2c. 002 232 So( o wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod, vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, daß er von Sünden halte still, von seiner Bosheit fehre sich und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedenk, o Menschenkind, nicht in deiner Sünd! Hier verzweifle findest du Trost, Heil und Gnad, die Gott dir zugesaget hat und zwar durch einen teuren Eid. O felig, dem die Sünd ist leid! 3. Doch hüte dich vor noch gute Zeit, ich will erst Sicherheit; denk nicht: es ist fröhlich sein auf Erd, und wenn ich lebensmüde werd, alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl noch erbarmen sich. 4. Wahr ist es, Gott ist ftets bereit dem Sünder mit Barmherzigkeit; doch auf Gnade fündigt hin, fährt fort in seinem bösen Sinn und seiner Seele selbst nicht schont, dem wird mit Ungnad einst gelohnt. 5. Gnad hat dir zugefaget Gott durch Jesu Christi Blut und Tod; doch sagen hat er nicht gewollt, ob du bis morgen leben sollt. Daß du mußt Glaube und Rechtfertigung. mußt sterben, ist dir kund: verborgen ist des Todes Stund. en 6. Heut lebst du, heut befehre dich! Eh morgen fommt, fanns ändern sich. Wer heut ist frisch, gesund und rot, ist morgen frank, ja gar wohl tot. So du nun stirbest ohne Buß, dein Leib und Seel verderben muß. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich noch heut mich wend zu dir und Buße thu den Augenblick, eh mich der schnelle Tod entrück, auf daß ich heut und jeder Zeit zu meiner Heimfahrt sei bereit. 3. Heermann, † 1647. 4. Doch du hast, o weise Liebe, eine Ordnung auch bestimmt, daß sich der darinnen übe, der en übe, der am Segen Anteil nimmt; wer nur an den Mittler gläubt und ihm treu ergeben bleibt, der soll nicht verloren gehen, sondern Heil und Leben sehen. 5. Liebe, dir sei Lob gefungen für den gnadenvollen Schluß, den die Schar verklärter Zungen rühmen und Mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. 233 wge Liebe, mein bewundern muß, den der Gemüte waget einen fühnen Blick in den Abgrund deiner Güte! Send ihm einen Blick zurück, einen Blick voll Heiterkeit, der die Finsternis zerstreut, die mein blödes Auge drücket, wenn es nach dem Lichte blicket. Glaub in Demut ehrt, die Vernunft erstaunet hört und umsonst sich unterwindet, wie sie dessen Tief ergründet. 6. Liebe, laß mich dahin streben, meines Heils gewiß zu sein! richte selbst mein ganzes Leben so nach deinem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir geschafft, mir zum Zeugnis dienen möge, ich sei auf dem Himmelswege. 155 3. ein Ratschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, der so einer Welt voll Armen, Gnade, Trost und Hilfe beut! Liebe, die den Sohn nicht schont, der in ihrem Schoße wohnt, um die Sünder zu erretten aus den schweren Sündenfetten. 2. Jch verehre dich, o Liebe, daß du dich erbarmet haft und aus einem freien Triebe den erwünschten Schluß ge faßt, der im Fluch versenkten Welt durch ein teures Lösegeld, durch des eignen Sohnes Sterben Gnad und Freiheit zu erwerben. 7. Laß mich meinen Namen schauen in dem Buch des Lebens stehn; dann so werd 156 Wiedergeburt und Heiligung. werd ich ohne Grauen selbst Wie streckt es sich nach Zöll- of dem Tod entgegen gehn. nern aus, wie eilt er in Keine Kreatur wird mich, Zächäi Haus, wie sanft ſtillt deinen Liebling, ewiglich dei- er dort Magdalenen den ner Hand entreißen können, Strom der heißen Rente noch von deiner Liebe tren thränen und denkt nicht, nen. 3. I. Rambach, † 1735. was sie sonst gethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an.:,: TOT 4. Wie freundlich blickt er Petrum an, so tief der Jünger auch gefallen. Nun, dies hat er nicht nur gethan, da er auf Erden mußte wallen; nein, er ist immerdar sich gleich, an Liebe, Treu und Gnade reich, und wie er unter Schmach und Leiden, so ist er auf dem Thron der Freuden den Sündern Mein liebreich zugethan. Heiland nimmt die Sünder an.:,: 234 Mein nimmt die Heiland Sünder an; die unter ihrer Last der Sünden kein Mensch, fein Engel trösten kann, die nirgend Ruh und Rettung finden, für deren Angst und Seelenpein die weite Welt ist selbst zu klein, weil über sie der Stab gebrochen, der Himmel ihnen abgesprochen, die sehn die Freistatt aufgethan: mein Heiland nimmt die Sünder an.:,: 2. Sein mehr als mütterliches Herz trieb ihn von seinem Thron auf Erden; ihn drang der Sünder Not und Schmerz, an ihrer statt ein Fluch zu werden; er senkte sich in ihre Not und litt für sie den bittern Tod; nun, da er denn sein eigen Leben für sie als Lösegeld gegeben und seinem Vater gnug gethan, so heißts: er nimmt die Sünder an.:,: 3. O solltest du sein Herze fehn, wie sichs nach armen Sündern sehnet, sowohl wenn sie noch irre gehn, als wenn ihr Auge vor ihm thränet! 5. So komme denn, wer Sünder heißt, wen seine Sündenschuld betrübet, zu dem, der keinen von sich weist und der zerschlagne Herzen liebet. Wie, willst du dir im Lichte stehn und ohne Not verloren gehn? Willst. du der Sünde länger dienen, da, dich zu retten, er erschienen? O nein! verlaß die Sündenbahn! Mein Hei land nimmt die Sünder an.:,: 6. Komm nur mühselig und gebückt, fomm nur, so gut du weißt zu kommen; wenn Glaube und Rechtfertigung. 157 wenn gleich die Last dich Heiland aller Sünder, erfüll niederdrückt, du wirst auch mit sehnender Begier auch so noch angenommen. Sieh, uns und alle Adams- Kinwie sein Herz dir offen steht, der. Zeig uns bei unserm und wie er dir entgegen Seelenschmerz dein aufge geht! Wie lang hat er mit schlossnes Liebesherz, und vielem Flehen sich brünstig wenn wir unser Elend sehen, nach dir umgesehen! So so laß uns ja nicht stille fomm denn, armer Mensch, stehen, bis daß ein jeder heran! Mein Heiland nimmt sagen kann: Gottlob, auch die Sünder an.:,: mich nimmt Jesus an.:,: 2. F. F. Lehr, † 1744. 7. Sprich nicht: ich sündigte zu schwer, ich bin zu sehr mit Schuld beladen, für mich ist keine Rettung Wo mehr, mich nimmt der Herr nicht an zu Gnaden. fern dus jetzt nur redlich meinst und deinen Fall mit Ernst beweinst, so soll ihm nichts die Hände binden, und du sollst seine Gnade finden. Er hilft, wenn sonst nichts helfen kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an.:,: 8. Doch sprich auch nicht: es ist noch Zeit, ich muß erst noch der Welt genießen; Gott wird ja eben nicht gleich heut die offne Gnadenpforte schließen. Nein, weil er ruft, so höre du und tritt zum Gnadenstuhl hinzu; wer seiner Seele Heil verträumet, der hat die Gnadenzeit versäumet, ihm wird hernach nicht aufgethan; heut fomm, heut nimmt dich Jesus an.:,: 9. Ja, zeuch uns selber recht zu dir, holdseliger Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. 235 Jesus nimmt die an! Saget doch dies Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. wert, doch hat er in seinem 2. Keiner Gnade sind wir Worte eidlich sich dazu erflärt; sehet nur, die Gnadenpforte ist hier völlig aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an. stium 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das Verirrte, daß es nicht verderben kann: Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder, Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Wiedergeburt und Heiligung. 158 Gottes Kinder; glaubt es doch und denkt daran: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Jch Betrübter tomme hier und bekenne meine Sünden; laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dies Wort mich trösten fann: Jesus nimmt die Sünder an. 10 id ed 6. Nun so faß ich frohen Mut, auf dich werf ich meine Sünden; dein am Kreuz vergossnes Blut läffet mich Vergebung finden, daß ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Jesus nimmt die Sünder an! Er hat mich auch angenommen und den Himmel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. E. Neumeister, † 1756. 9001 Mel. O daß ich tausend Zungen 2c. ch habe mun den 236 Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält; wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel unter geht. 2. Es ist das ewge Erbarmen, das alles Denken übersteigt, des, der mit off nen Liebesarmen sich zu uns armen Sündern neigt, dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott, will, uns soll geholfen sein; deswegen fam sein Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein; deswegen flopft er für und für so start an unsers Herzens Thür. alle Sünden durch Chriſti 4. O Abgrund, welcher Tod verschlungen har! Das heißt die Wunde recht verbinden; hier findet kein Verdammen statt, weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getrost vertraun, und wenn mich meine Sünden fränken, nur bald nach Gottes Herzen schaun; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre mir entrissen, was Seel und Leib erquicken kann; darf ich von keinem Troste wissen und scheine völlig ausgethan; ist die Errettung noch so weit: mir bleibet doch Barmherzigkeit. 7. Muß ich an meinen besten Werken, darinnen ich gewandelt Glaube und Rechtfertigung. gewandelt bin, viel Unvollkommenheit bemerken, so fällt wohl alles Rühmen hin; doch ist auch hier der Trost bereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 8. Es gehe mir nach deffen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist; er wolle selbst mein Herze stillen, damit es dies nur nicht vergißt; so stehet es in Lieb und Leid in, durch und auf Barmherzigkeit. 9. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so lange mich die Erde trägt; das will ich denken, thun und treiben, so lange noch mein Herze schlägt: so sing ich einst in Ewigkeit: o Abgrund der Barmherzigkeit! 3. A. Rothe, † 1758. Mel. O daß ich tausend Zungen 2c. us Gnaden soll 237 Aus ich selig wer den! Herz, glaubst dus oder glaubst dus nicht? Was willst du dich so blöd ge= berden? Jsts Wahrheit, was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit sein: aus Gnaden ist der Himmel dein! 2. Aus Gnaden! Hier gilt kein Verdienen, die eignen Werke fallen hin. Der Mittler, der im Fleisch erschienen, hat diese Ehre zum Gewinn, 159 daß uns sein Tod das Heil gebracht und uns aus Gnaden selig macht. 3. Aus Gnaden! Merk dies Wort ,, aus Gnaden", so oft dich deine Sünde plagt, so schwer du immer bist beladen, so oft dich dein Gewissen nagt; was die Vernunft nicht fassen kann, das beut dir Gott aus Gnaden an. ForBalitanc 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden und übernahm die Sündenlast; was nötigt ihn, dein Freund zu werden? Sprich, wo du was zu rühmen haft! Wars nicht, und dir aus Gnaden helfen er Bestes wollt follt? 5. Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben, so lange Gott wahrhaftig heißt; was alle Knechte Jesu schreiben, was Gott in seinem Worte preist, worauf all unser Glaube ruht, ist Gnade durch des Sohnes Blut. " 1 6. Aus Gnaden! Doch, du fichrer Sünder, denk nicht: wohlan, ich greif auch zu." Wahr ists, Gott rufet Adams Kinder aus Gnaden zur verheißnen Ruh; doch nimmt er nicht zu Gnaden an, der noch auf Gnaden sündgen kann. 7. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehöret, tret ab von aller Heuchelei; nur wenn Wiedergeburt und Heiligung. 160 wenn der Sünder sich befehret, dann lernt er erst, was Gnade sei; beim Sündgen scheint die Gnad gering, dem Glauben ists ein Wunderding! 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Vaters aufgethan, wenns unter Angst und heißen Schmerzen nichts sieht und nichts mehr hoffen fann. Wo nähm ich oftmals Stärfung her, wenn Gnade nicht mein Anker wär? 9. Aus Gnaden! Hierauf will ich sterben; ich glaube, darum ist mir wohl; ich kenn mein sündliches Ver derben, doch den auch, der mich heilen soll. Mein Geist ist froh, die Seele lacht, weil mich die Gnade selig macht. Chr. L. Scheidt, † 1761. Mel. O daß ich tausend Zungen 2c. 238 Mir ist Erbar mung widerfahren, Erbarmung, deren ich nicht wert; das zähl ich zu dem Wunderbaren, mein stolzes Herz hats nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein; er hat mich mit sich selbst verfühnet, macht durch das Blut des Sohns mich rein. Warum? ich war ja Gottes Feind! Erbarmung hats so treu gemeint! 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Erbarmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzigfeit. 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben, dies soll mein einzig Rühmen sein; auf dies Erbarmen will ich glauben, auf dieses bet ich auch allein, auf dieses duld ich in der Not, auf dieses hoff ich noch im Tod. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, nimm dein Erbarmen nicht von mir und führe durch den Tod mich Armen, durch meines Heilands Tod zu dir; da bin ich ewig hoch erfreut und rühme die Barmherzigfeit. Ph. F. Hiller, † 1769. 239 Ite Mel. Wer nur den lieben Gott zc. ch weiß von feinem andern Grunde, als den der Glaub in Christo hat; ich weiß von feinem andern Bunde, von teinem andern Weg und Rat, als daß man elend arm und bloß sich legt in seines Vaters Schoß. Glaube und Rechtfertigung. 2. Ich bin zu meinem Heiland kommen und eil ihm immer besser zu; ich bin auch von ihm aufgenommen und finde bei ihm wahre Ruh; er ist mein Kleinod und mein Teil, und außer ihm weiß ich kein Heil. 3. Jch bleib in Chrifto nun erfunden und bin in ihm gerecht und rein; bleib ich mit ihm nur stets verbunden, so kann ich immer ficher sein; Gott sieht auch mich- in Christo an, wer ist, der mich verdammen kann? 1 4. Ich fühle noch in mir die Sünde; doch schaden kann sie weil ich 161 7. Ich bleib im tiefsten Demutsgrunde und will von Christo nimmer gehn; ich bleib im allgemeinen Bunde, in allgemeiner Liebe stehn und hang an Christo ganz allein; dies soll mein Grund auf ewig sein! 8. Jesu, laß mich in dir bleiben, o Jesu, bleibe du in mir; laß deinen guten Geist mich treiben, daß ich im Glauben folge dir; laß stets mich fromm und wachsam sein, so reißet nichts den Grund mir ein. R. H. v. Bogatty, † 1774. patate Mel. Herzlich lieb hab ich dich, D Herr 2c. in aber beuget sie mich sehr. Ich halte nichts gering und flein, sonst dringt ein sichres Wesen ein. Christo mich befinde; wohl 240 bensfürst, zu Ich komme, Frie dir; erbarmend rufest du auch mir, den Frieden zu empfangen. Der Sünden Laft ist mir zu schwer: o laß mich nicht vom Troste leer, laß mich zur Ruh gelangen. Sieh an mein tiefgebeugtes Herz! Sieh meiner Seele Angst und Schmerz! Wer tröstet mich, als du allein? wer machet mich von Sünden rein? Herr Jesu Christ, mein Trost, mein Licht, mein Trost, mein Licht, verwirf mein sehnlich Flehen nicht. 2. Du, du bist meine Zuversicht! Durch dich entflieh ich dem Gericht, dem 6 schweren 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben im Glauben und in Christi Kraft; der alte Mensch muß täglich sterben, der noch nicht tot am Kreuze haft; dies aber macht mich rein und klein und lehrt zu Jesu ernstlich schrein. 6. Und da ich so in Christo bleibe, stets vor ihm wandelnd auf ihn seh, das Wort des Friedens fröhlich treibe und unablässig zu ihm fleh, so bleib ich stets im Grunde ftehn, da tann mein Wachs: thum vor sich gehn. Wiedergeburt und Heiligung. 162 schweren Lohn der Sünden. Durch dich kann ich dem Fluch entgehn und mich mit Gott vereinigt sehn, durch dich das Leben finden, Dein Tod ist der Verlornen Heil; sein Segen werd auch mir zu Teil; er sei auch mir Beruhigung und meines Lebens Heiligung. Herr Jesu Christ, ich hoff auf dich, ich hoff auf dich, in dieser Hoffnung stärke mich! 3. Mein ganzes Leben preise dich! Erlöst, mein Mittler, hast du mich, dein Eigentum zu werden. Bin ich nur dein, so fehlt mir nichts, nichts einst am Tage des Gerichts, nichts hier auf dieser Erden. Auf dieser Bahn zum Vaterland ent= zeuch mir niemals deine Hand; zu deinem Dienste stärke mich, und laß mich fiegen einst durch dich. Herr Jesu Christ, erhöre mich; einst preis ich dich für deine Gnade ewiglich. E Chr. Sturm, † 1786. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 2c.don 241 Du sollst glauben, o du Armer, und du zweifelst, zweifle nicht; du sollst beten zum Erbarmer, und du kannst, du fannst es nicht. Du sollst unbedingt vertrauen, dort wirst du den Ausgang schauen. Jesu Ausgang ward erst flar, als er auferstanden war. 2. Glaube giebt der Andacht Flügel, Glaube hebt zu Gott empor, Glaube bricht des Grabes Siegel, selbst der Ewigkeiten Thor; Glaube geht durch Flamm und Fluten, ließ die Zeugen Jesu bluten und sie überwinden weit, sicher ihrer Seligkeit. H 3. Glaube hilft in allem fiegen, macht die schwerste Tugend leicht; alles muß zu Füßen liegen, selbst ge wohnte Sünde weicht. Ob du auch im Kampf erlagest, schon an Glaubenskraft kämpfe mehr, deine Hilfe ist verzageft: kämpfe stärker, der Herr. 4. Hast du nicht des Wunderbaren Wunderausgang oft gesehn? siehst du nicht den Unsichtbaren groß durch Thaten bei dir stehn? mußt du denn ihn immer sehen? bald des Ewgen Rat verstehen? bald dich seiner Hilfe freun? würde dies dein Beftes sein. sa 5. Glaube dann noch, wenn zu glauben fast fein Hoffnungsstrahl mehr Fibt; laß dir nichts fein Machtwort rauben: ,, Selig, felig ist, wer glaubt!" Ach, die ersten dort am Throne glaubten ohne Schaun die Krone, Glaube und Rechtfertigung. Krone, rangen, starben, want ten nie, und- empfingen! - Sei, wie sie! G. Reiber,+1809. 5. Er, den man blutbedecket am Abend einst be ided stür Jundgrub; er, der, von Gott erMel. Valet will ich dir geben 2c. wecket, sich aus dem Grab erhub; der meine Schuld versöhnet, der seinen Geist mir schenkt, der mich mit Gnade frönet und ewig mein ge denkt. Ich weiß, an wen 242 ich glaube, ich weiß, was fest besteht, wenn alles hier im Staube wie Staub und Rauch verweht; ich weiß, was ewig bleibet, wo alles wankt und fällt, wo Wahn die Weisen treibet und Trug die Klugen hält. 3. Auch fenn ich wohl den Meister, der mir die Feste baut: es ist der Herr der Geister, auf den der 2. Ich weiß, was ewig dauert, ich weiß, was nie verläßt; auf ewgen Grund gemauert steht diese Schußwehr feſt. Es sind des Heilands Worte, die Worte fest und klar; an diesem Felsenhorte halt ich unwan- rol delbar.dnu srodadu! Himmel schaut, vor dem die anbetend knien, um den die Heilgen dienen! Ich weiß und kenne ihn. de adul10 163 Gedanken, die leuchtet hier und dort. 4. Das ist das Licht der Höhe, das ist mein Jesus Christ, der Fels, auf dem ich stehe, der diamanten ist, der nimmermehr fann wan: fen, mein Heiland und mein Hort, die Leuchte der - 6. Drum weiß ich, was ich glaube, ich weiß, was fest besteht und in dem Erdenstaube nicht mit als Staub verweht. Es bleibet mir im Grauen des Todes ungeraubt; es schmückt auf Himmelsauen mit Kronen einst mein Haupt. E. M. Arndt,+ 1860. Heiligung. Gua Nachfolge Christi. spind Mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. 243 Sei getreu bis an daß nicht Marter, Angst und Not dich von deinem Jesu wende; sei ihm treu bis in den Tod! Ach, das Leiden dieser Zeit ist nicht wert der Herrlichkeit, die dein Jesus dir will geben dort in jenem Freudenleben. b 2. Sei getreu in deinem Glauben! Laß dir deffen 6* feiten Wiedergeburt und Heiligung. 164 festen Grund ja nicht aus dem Herzen rauben, halte treulich deinen Bund, den dein Gott durchs Wasserbad fest mit dir geschlossen hat. Ach, du gingest ja verloren, wenn du treulos ihm geschworen! 3. Sei getreu in deiner4788 deiner Güt 2c. Liebe gegen Gott, der dich Mel. Machs mit mir, Gott, nach geliebt; auch die Lieb am Nächsten übe, wenn er dich auch oft betrübt. Denke, was dein Heiland that, als er für die Feinde bat! Du mußt, soll dir Gott vergeben, auch verzeihn und liebreich leben. 4. Sei getreu in deinem Leiden! Lasse dich fein Ungemach, laß dich nichts von Jesu scheiden, murre nicht in Weh und Ach! Denn du machest deine Schuld größer nur durch Ungeduld; leichter trägt, wer willig träget, was sein Gott ihm auferleget. 5. Sei getreu in deinem Hoffen! Traue fest auf Gottes Wort; hat dich Kreuz und Not betroffen und Gott hilft nicht alsofort:- hoff auf ihn doch festiglich, sein Herz bricht ihm gegen dich, seine Hilf ist schon vorhanden, Hoffnung machet nie zu schanden. sein bis zum Scheiden, weil mein Gott mich nicht verläßt. Herr, den meine Seele liebt, dem sie sich im Kreuz ergiebt, sieh, ich faffe deine Hände: hilf mir treu sein bis zum Ende! Nach Benj. Prätorius, um 1659. 6. Nun wohlan, so bleib im Leiden, Glauben, Liebe, Hoffnung feft! Ich will treu 244 244 Mir nach, spricht Christus, unser Held, mir nach, ihr Christen alle, verleugnet euch, verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle; nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach! 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für mit heilgem Tugendleben; wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben; ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demütigkeit, voll Liebe mein Gemüte, mein Mund voll Huld und Freundlichkeit, voll Sanftmut und voll Güte; mein Geist und Wille, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Ich zeig euch das, was schädlich ist, zu fliehen und zu meiden, und euer Herz von arger List zu reingen und over Nachfolge Chrifti.daily 165 und zu scheiden; ich bin der recht und leben rein, in der Seelen Fels und Hort und führ euch zu der Himmelspfort. Lieb den Glauben weisen! Treuer Jesu, bleib bei mir; geh voran, ich folge dir. 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, ich steh euch an der Seite, ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still mag stehn, sieht er voran den Feldherrn gehn! G 6. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich verlieren; wer sie hier zu verlieren scheint, wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht wert und meiner Zier. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit Leib und Seel nachgehen und wohlgemut, getrost und gern in allen Leiden stehen. Denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Joh. Scheffler, † 1677. Mel. Lasset uns den Herren preisen 2c. 245 Laffet uns mit Jesu ziehen, seinem Vorbild folgen nach, in der Welt der Welt entfliehen, auf der Bahn, die er uns brach, immerfort zum Himmel reisen, irdisch noch, schon himmlisch sein, glauben 2. Lasset uns mit Jesu leiden, seinem Vorbild werden gleich! Nach dem Leiden folgen Freuden, Armut hier macht droben reich; Thränenfaat, die erntet Wonne, Hoffnung tröstet mit Geduld; denn es scheint durch Gottes Huld nach dem Regen bald die Sonne. Jesu, hier leid ich mit dir; dort teil deine Freud mit mir! op! 3. Lasset uns mit Jesu sterben! Sein Tod rettet uns vom Tod, rettet von der Seel Verderben, von der ewiglichen Not. Laßt uns töten, weil wir leben, unser Fleisch, ihm sterben ab, so wird er uns aus dem Grab in das Himmelsleben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben! Weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt du bist, wir sind deines Leibes Glieder; wo du lebst, da leben wir; ach, erkenn uns für und für, treuer Freund, als deine Brüder! Jesu, dir ich lebe hier, dorten ewig auch bei dir. didiag i Siegmund v. Birken,+ 1681. Wiedergeburt und Heiligung. 166 246 Jefu, hilf fiegen, du Fürste des Lebens! Sieh, wie die Finsternis dringet herein, wie sie ihr drohendes Heer nicht vergebens mächtig auf führet, mir schädlich zu sein! Schau, wie sie sinnet auf allerlei Ränke, daß sie mich fichte, zerstöre und kränke. 2. Jesu, hilf siegen; ach wer muß nicht flagen! Herr, mein Gebrechen ist immer vor mir; hilf, wenn die Sünden der Jugend mich nagen, die mein Gewissen mir täglich hält für! laß mich schmecken dein kräftig Verfühnen und dies zu meiner Demütigung Ach, 5. Jesu, hilf fiegen, das mit auch mein Wille dir, Herr, sei gänzlich zu eigen geschenkt, und ich mich so in dein Wollen verhülle, daß sich die Seele zur Ruhe hinlenkt. Laß mich mir sterben und alle dem Meinen, daß ich mich zählen darf unter die Deinen. 6. Jesu, hilf fiegen und laß mich nicht sinken! Wenn sich die Kräfte der Lügen aufblähn und aufblähn und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken, laß doch viel heller dann deine Kraft sehn. Steh mir zur Rechten, o König und Meister, lehre mich kämpfen und prüfen die Geister. dienen. 210 DEIC 3. Jesu, hilf siegen, wenn in mir die Sünde, Eigen7. Jesu, hilf fiegen im lieb, Hoffart und Mißgunst Wachen und Beten; Hüter, sich regt, wenn ich die Last du schläfst ja und schlumder Begierden empfinde, und merst nicht ein. Laß dein sich mein tiefes Verderben Gebet mich unendlich verdarlegt. Hilf dann, daß ich treten, der du versprochen, vor mir selber erröte und Fürsprecher zu sein. Wenn durch dein Leiden die Sünden- mich die Nacht mit Ermüluft töte. sildung will decken, wollst du id 200 4. Jefu, hilf fiegen und mich, Jesu, ermuntern und lege gefangen in mir die wecken. Lüste des Fleisches und gieb, daß in mir lebe des Geistes Verlangen, aufwärts sich schwingend durch heiligen Trieb. Laß mich eindringen ins göttliche Wesen, so wird der Leib und die Seele genesen. 106 8. Jesu, hilf siegen, wenn alles verschwindet, und ich mein Nichts und Verderben nur seh; wenn kein Vermögen zu beten sich findet, wenn ich muß sein ein ver schüchtertes Reh, ach, Herr, so wollst du im Grunde der Seelen Nachfolge Chrifti. Seelen dich mit dem innersten Seufzen vermählen. 9. Jesu, hilf siegen, wenns nun fommt zum Sterben; mach du uns würdig und stetig bereit, daß ich mich nenne des Himmelreichs Erben dort in der Ewigkeit, hier in der Zeit. Jesu, mein Jesu, dir bleib ich ergeben, hilf du mir siegen, mein Heil, Trost und Leben! in 3. H. Schröder, † 1699. Mel. Eins ist not ac. 247 Hero erzog unsrer Se ligkeiten, zeuch uns in dein Heiligtum, da du uns die Stätt bereiten und zu deines Namens Ruhm als deine Erlösten sieg prächtig willst führen! Laß unsre Bitte dein Herze jetzt rühren; wir wollen dem Vater zum Opfer dastehn und mit dir durch Leiden zur Herrlichkeit gehn. 2. Er hat uns zu dir gezogen, und du wieder zu ihm hin; Liebe hat uns überwogen, daß an dir hängt Herz und Sinn. Nun wollen wir gerne mit dir auch absterben dem ganzen natürlichen Seelenverderben; in deinen Tod, Herr, laß verpflanzet uns sein, sonst drinate Thur, immer ins Le ohne du bei mir; wa rein ist, das treib hinua aus deinem Tempel, deinen Haus. 167 urteil aus: brich entzwei des Mörders Pfeile, wirf die Sünde ganz hinaus! Ach, laß sich dein neues, erstandenes Leben in unsern erstorbenen Herzen erheben; erzeig dich verkläret und herrlich noch hier und bringe ein neues Geschöpfe herfür. 4. Rehre die zerstreuten Ginnen aus der Vielheit in das Ein, daß sie wieder Raum gewinnen, nur von dir erfüllt zu sein! Ach, wirf du die Mächte der Finfternis nieder, erneure die Kräfte des Geistes uns wie der, daß er aus der Fülle der Gnade sich nähr und gegen der Gottheit Verächter sich mehr. 5. Lebe denn und lieb und labe in der neuen Kreatur, Lebensfürft, durch deine Gabe die genesene Na tur! Erwecke dein Paradies wieder im Grunde der Seelen und bringe noch näher die Stunde, da du dich in allen den Deinen verflärst und ihnen das ewige Leben gewährst. 6. Gönne uns noch Frist auf Erden, Zeugen deiner Kraft zu sein, deinem Bilde gleich zu werden, in dem Tod zu nehmen ein des Lebens vollkommene Freiheit und Rechte, als eines voll endeten Heilands Geschlechte! Der Zing 168 Wiedergeburt und Heiligung. Der Unglaub mag denken: so hart bedrückt, ob auch wir bitten zu viel; du hörst schon der Geist in Zeiten sich unsre Bitten, thust über ihr auf etwas Beßres schickt. Biel! G. Arnold, 1714. 248 Durchbrecher aller Bande, der du immer bei uns bist, bei dem Schaden, Spott und Schande lauter Lust und Himmel ist, übe ferner dein Gerichte wider unsern Adamssinn, bis uns dein so treu Gesichte führet aus 6. Herr, zermalme, Herr, dem Kerker hin. zerstöre diese Macht der Finsternis; denn der preist nicht deine Ehre, den sie fort zum Tode riß. Heb uns aus dem Staub der Sünden, wirf die Lust der Welt hinaus; laß uns wahre Freiheit finden, Freiheit in des Vaters Haus! 2. Jsts doch deines Vaters Wille, daß du endest dieses Werk; hierzu wohnt in dir die Fülle aller Weisheit, Lieb und Stärk, daß du nichts von dem verlierest was er dir geschenket hat, und es aus der Unruh führeft zu der selgen Ruheſtatt. 3. Ach, so mußt du uns vollenden, willst und kannst ja anders nicht; denn wir sind in deinen Händen, dein Herz ist auf uns gericht, ob wir wohl von allen Leu ten als gefangen sind geacht, weil des Kreuzes Niedrig feiten uns der Welt zum Spott gemacht. 5. Ach, erheb die matten Kräfte, reiße du das Band entzwei, daß wir, durch die Weltgeschäfte durchgebrochen, stehen frei! Weg mit Menschenfurcht und Zagen, weich, Vernunftbedenklichkeit; fort mit Scheu vor Schmach und Plagen; weg des Fleisches Zärtlichkeit! It had 4. Schau doch aber unsre Ketten, da wir mit der Kreatur feufzen, ringen, schreien, beten um Erlösung der Natur von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns noch 7. Wir verlangen keine Ruhe für das Fleisch in dieser Zeit; wie dus nöthig findest, thue noch vor unsrer Abschiedszeit; aber unser Geist, der bindet dich im Glauben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, die dein treuer Mund verspricht. 8. Herrscher, herrsche, Sieger, fiege; König, brauch dein Regiment, führe deines Reiches Krife sich find. der Stlach muß sein ein ver.die Zahtertes Reh, ach, Herr,", wollst du im Grunde der Seelen Nachfolge Christi. Beig doch nur die ersten Stufen der gebrochnen Freiheitsbahn! 9. Ach, wie teur sind wird erworben, nicht der Menschen Knecht zu sein! Drum, so wahr du bist gestorben, mußt du uns auch machen rein, rein und frei und ganz vollkommen, in dein heilig Bild verklärt; der hat Gnad um Gnad genommen, wer aus deiner Füll sich nährt. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens 2c. 169 3. Laß deines guten Geistes Licht und dein hellglänzend Angesicht erleuchten mein Herz und Gemüt, o Brunnen unerschöpfter Güt! 249 Gin reines Herz, Herr, schaff in mir, schleuß zu der Sünde Thor und Thür, vertreibe sie und laß nicht zu, daß sie in meinem Herzen ruh! 10. Liebe, zeuch uns in dein Sterben, laß mit dir gefreuzigt sein, was dein Reich nicht kann ererben; führ ins Paradies uns ein! mel. Straf mich nicht in deinem 2c. Doch wohlan, du wirst nicht ſäumen, laß nur uns nicht lässig sein; werden wir doch als wie träumen, wenn die Freiheit bricht herein. G. Arnold,+ 1714. 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Thür; ach, komm und wohne du bei mir; was unrein ist, das treib hinaus aus deinem Tempel, deinem Haus, 4. Und mache denn mein Herz zugleich an Himmelsgut und Segen reich; gieb Weisheit, Stärke, Rat, Verstand aus deiner milden Gnadenhand: t 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigentum und dieses achten für Gewinn, wenn ich nur dir ergeben bin. G. H. Neuß, † 1716. 250 mache dich, mein Geist, bereit, wache, fleh und bete, daß dich nicht die böse Zeit unverhofft betrete; denn es ist Satans List über viele Frommen zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe; denn es folget sonst darauf eine lange Strafe, und die Not samt dem Tod möchte dich in Sünden unvermutet finden. unap dioma 3. Wache auf, sonst kannst du nicht Christi Klarheit sehen; wache, sonst wird dir sein Licht ewig ferne stehen; denn Gott will für die Füll seiner Gnadengaben offne Augen haben. Wiedergeburt und Heiligung. 170 4. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt be zwinge, oder, wenn sie sich verstellt, wieder wieder an sich bringe; wach und sieh, daß dich nie falsche Brüder fällen, die dir Nete stellen. 5. Wach, und hab auf dich wohl acht, trau nicht deinem Herzen; leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes Gnad verscherzen; denn es ist voller List, kann sich selber heucheln und in Hoffart schmeicheln. 6. Bete aber mitten in dem Wachen; denn der Herr nur kann dich frei von dem allem machen, was dich drückt und bestridt, daß du schläfrig bleibest und sein Wert nicht treibest. 7. Doch getroft, es muß uns schon alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet anflehen; denn er will alle Füll seiner Gunst ausschütten, wenn wir gläubig bitten. 8. Drum so laßt uns immerdar wachen, flehen, beten, weil die Angst, Not und Gefahr immer näher treten; denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt pernichten. Joh, Burch. Freystein, † 1720, Mel. Wachet auf! ruft uns zc. 251 251 Rüstet euch, ihr Christenleute! Die Feinde suchen euch zur Beute, ja, Satan ſelbst hat eur begehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte und Orte, damit ihr bleibet unkämpfet frisch an jedem versehrt! Ist euch der Feind zu schnell, hier ist ImStarke fällt durch diesen manuel; Hosianna! Der Held, und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren üsten, besieget sie, die ihr seid Christen, und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, daß Lahmen. Wo ist des Glauihr nicht strauchelt wie die bens Ritterschaft? Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel: da ist Freude! Wohlan, so seid zum Kampf bereit, so frönet euch die Ewigkeit. The 3. Streitet recht die wengen Jahre, eh ihr kommt auf die Totenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Toten wecken, und das Gericht die Welt wird schrecken, so stehen wir mit Freuden auf. Gottlob, wir sind versöhnt! Daß uns die Welt noch höhnt, währt nicht lange, und Gottes Sohn hat längstens schon Nachfolge Christi.is schon uns beigelegt die Ehrenfron. 4. Jesu, stärke deine Kinder und mach aus ihnen Üeberwinder, die du erkauft mit deinem Blut; schaff in uns ein neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Mut! Gieß aus auf uns den Geist, dadurch die Liebe fleußt in die Herzen; so halten wir getreu an im getreu an dir im Tod und Leben für und für. As W. C. Arends, † 1721. Mel. Wachet auf! ruft uns 2c. 252 quelle, mehr rein, klar eilger Jesu, Heilgungsals Krystall und helle, du lautrer Strom der Heiligfeit! Aller Glanz der Che rubinen, die Heiligkeit der Seraphinen ist gegen dich nur Dunkelheit. Ein Vorbild bist du mir; ach, bilde mich nach dir, du mein Alles! Hilf, Jesu, du auch mir dazu, daß ich mag heilig sein wie du. plage 171 Jesu, du auch mir dazu, daß ich fein stille sei wie du. 2. Stiller Jesu, wie dein Wille dem Willen deines Vaters stille und bis zum Tod gehorsam war, also mach auch gleichermaßen mein Herz und Willen dir gelassen; ach, stille meinen Willen gar! Mach mich dir gleichgesinnt, wie ein gehor sam Kind stille, stille; hilf, Schlummer, in großer Ur3. Wacher Jesu, ohne beit, Müh und Kummer biſt du gewesen Tag und Nacht; stehen, des Nachts lagst du mußtest täglich viel ausvor Gott mit Flehen und hast mir auch Wachsamkeit, daß gebetet und gemacht. Gieb ich wie du allzeit wach und bete! Hilf, Jesu, du auch mir dazu, daß ich stets wachsam sei wie du. 4. Gütger Jesu, ach, wie gnädig, wie liebreich bist du und gutthätig doch gegen Freund und Feind gesinnt! Deine Sonne scheinet allen, dein Regen muß auf alle fallen, ob sie dir gleich undankbar sind. Mein Herr, ach, lehre mich, damit auch hierin ich dir nacharte! Hilf, Jesu, du auch mir dazu, daß ich so gütig sei wie du. 5. Sanfter Jesu, ganz unschuldig ertrugst du alle Schmach geduldig und übtest niemals Rache aus. Wer kann deine Sanftmut messen, bei der du dennoch nie vergessen den Eifer um des Vaters Haus! Mein Hei land, ach, verleih mir Sanft mut und dabei guten Eifer! Hilf, Jesu, du auch mir dazu, daß ich sanftmütig sei wie du. Wiedergeburt und Heiligung. 172 6. Hoher Jesu, Ehrenkönig, du suchtest deine Ehre wenig und wurdest niedrig und gering; wandeltest ein her auf Erden in Demut und in Knechtsgeberden, erhobst dich selbst in keinem Ding. Herr, solche Demut lehr mich auch je mehr und mehr stetig üben! Hilf, Jesu, du auch mir dazu, daß ich demütig sei wie du. 1 sid mo ns 7. Liebster Jesu, liebstes Leben, mach mich in allem dir ergeben und deinem heilgen Vorbild gleich; gieb, daß mich dein Geist durch dringe, daß ich viel Glaubensfrüchte bringe und tüchtig werd zu deinem Reich. Ach, zeuch mich ganz zu dir, behalt mich für und für, treuer Heiland! Hilf mir dazu, daß ich wie du, und wo du bist, einst finde Ruh. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet! Selig, wer im Kampf besteht und die Sünden in sich dämpfet! Selig, wer die Welt verschmäht! Unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach; wer den Himmel will ererben, muß zuvor mit Chriſto sterben. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern träg 253 Schaffet, fchaffet, und lässig sein, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit und Krieg folget nie ein rechter Sieg. Nur den Siegern wird die Krone beigelegt zum Gnadenlohne. a 6. Mit der Welt nach Lust zu jagen, findet nicht bei Christen statt; an dem Fleisch Gefallen Nach dem Holländ. des Jod. v. Lodenstein, von B. Craffelius,+1724. slaid Mel. Wie nach einer Wasserquelle ic. 2. Daß nun dieses mög geschehen, müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut und nach dessen Neigung gehen, sondern was Gott will und thut, das muß ewig und allein eures Lebens Richtschnur sein, mag es eure schwachen Herzen nun erfreuen oder schmerzen. 3. Ihr habt Ursach zu bekennen, daß in euch noch Sünde ist, daß ihr Fleisch von Fleisch zu nennen, daß ihr fehlt zu jeder Frist, und daß Gottes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft, daß nichts außer seiner Gnade in euch ist als Seelenschade. Menschenkinder, schaffet eure Seligkeit! Bauet nicht, wie freche Sünder, nur auf gegenwärtge Zeit, sondern schauet über euch, ringet nach dem Himmel reich, und bemühet euch auf Erden, wie ihr möget selig werden. sid mi do 90 Nachfolge Chrifti. di Gefallen tragen, macht des Geistes Kräfte matt; unter Christi Kreuzesfahn geht es wahrlich gar nicht an, daß man noch mit frechem Her zen wolle sicher thun und scherzen. Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. 7. Furcht muß herrschen 1401 vor dem Richter, dessen Hand 254 Hin immelan geht das Scepter trägt, der die fichern Bösewichter zur Ver dammnis niederschlägt. Er ists, der, wie's ihm beliebt, Wollen und Vollbringen Vollbringen giebt; o so laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzu flehen! unsre Bahn; wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir dort nach Ranaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimsstand, droben unser Vaterland. 8. Und, zu werden Chrifti Glieder, die sein reiner Geist bewegt, fämpft den alten Menschen nieder, bis ihm seine Macht gelegt. Was euch hindert, werfet ab; was euch ärgert, senkt ins Grab; und denkt stets an Christi Worte: ,, Dringet durch die enge Pforte!" 9. Bittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum sehn, bis ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu be: stehn. Ach, mein Heiland, geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht! Gieb mir deines Geistes Waffen, meine Selig feit zu schaffen. 173 Ende führ. Er verleihe Kraft und Stärt und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe und also zum Himmel dringe. doch 2. A. Gotter, † 1735. 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir, auf daß ich in Jesu Namen meinen Kampf zu 2. Himmelan schwing dich, mein Geist; denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Ziel erleſen; ein von Gott erleuchter Sinn tehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan, ruft Gott mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich eins mal hingehöre. Wenn mich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 4. Himmelan! Mein Glaube zeigt mir das schöne Los von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne, denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 5. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimat führen, Wiedergeburt und Heiligung. 174 führen, da ich über alle Not ewig werde triumphieren. Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 56. Himmelan! Ach, himmelan! Das soll meine Losung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelslust vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bind d $ 10 HOB. Schmold, † 1737. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 255 Was hintet ihr betrognen Seelen noch immerhin auf jeder Seit? Fällts euch zu schwer, das zu erwählen, was euch des Himmels Ruf anbeut? fehts mit offnen Augen an und brecht hindurch auf schmaler Bahn. 2. Bedenkt, es sind nicht Kaisertronen, nicht Reichtum, Ehr und Lust der Welt, womit euch Gott will ewig lohnen, wenn euer Kampf den Sieg erhält: Gott selbst ists und die Ewigkeit, voll Luft und Ruh, voll Selig feit. Ho 3. Es gilt hier nur ein ganzes Leben, Gott krönet fein geteiltes Herz; wer Jesu sich nicht recht ergeben, der macht sich selber Müh und Schmerz und träget zum verdienten Lohn hier Unruh, dort die Qual davon. 4. Wer aber mit Gebet und Ringen auf ewig allem Abschied giebt und Gott, den Herrn, von allen Dingen, von Herzen und allein nur liebt, der wird der Krone wert geschäßt und auf des Königs Stuhl geſetzt. 5. Zerreißt doch die ge legten Schlingen, die euch in diesem schönen Lauf ver hindern und zum Säumen bringen, und rafft euch heut von neuem auf! Auf, auf, verlaßt die falsche Ruh! Auf, auf, es geht dem Himmel zu! 6. Die Allmacht stehet euch zur Seiten; die Weisheit hält bei euch die Wach; die Gottheit selber will euch leiten, folgt nur mit treuen Schritten nach. Wie manchen hat nicht diese Hand schon durchgeführt ins Vaterland! 7. Nur spart es nicht auf andre Zeiten, ihr habt schon jeto viel versäumt; ihr mehrt euch selbst die Schwierigkeiten, wenn ihr das süße Heut verträumt. Eilt, eilet, denn die Gnadenzeit fliegt pfeilgeschwind zur Ewigkeit. 8. Eilt, faßt einander bei den Händen! Seht, wie ist unser Ziel so nah! Wie bald wird unser Kampf sich enden; da steht dann unser König da: Le Nachfolge Chrifti. 175 5. Nun, so wachet, lämpft und ringet, bleibet wacker im Gebet, bis ihr auf der Höhe steht, wo der Sieg die Fahne schwinget! Ist der Erde Werk gethan, hebt des Himmels Sabbat an.a 256 Auf, ihr Streiter, Nach 3. S. Buchka, † 1752. distrige fordelorm Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. 257 Seele, was ermüdft dich in ba: der führt uns ein zur stillen Ruh und urteilt uns das Kleinod zu. L. F. F. Lehr, † 1744. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen 2c. auf und folgt dem Heiland nach, der durch Marter, Tod und Schmach sich zum Himmel aufgeschwungen! Ringt ihm nach in seiner Kraft; er ists, der den Sieg verschafft. 2. Kein Erlöster müsse sagen, ihm gebreche Kraft und Mut zu dem Kampf mit Fleisch und Blut. Alles soll der Jünger wagen, weil der Herr die Wunden heilt und den Schwachen Kraft erteilt. 3. Sind wir schwach: bei ihm ist Stärke; sind wir arm: der Herr ist reich; wer ist unserm Führer gleich? Unser Gott thut Wunderwerfe. Sagt, ob der nicht helfen kann, dem die Himmel unterthan? 4. Ja, Gott kann und will uns schirmen. Drum, so dringet mutig ein; schämt euch, träg und feig zu sein! Mag es drohen, mag es stürmen: nur durch Müh, Geduld und Streit führt der Weg zur Seligkeit. Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott aufschwingen, richt ihn ſtets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringen. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 3. Oft verlangst du Trost und Ruh, dein betrübtes Herz zu laben; eil der Lebensquelle zu, da kannst du fie reichlich haben. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 0912 190 4. Geh in Einfalt stets einher; laß dir nichts das Ziel verrücken; Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 5. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus seinem Geist geboren, bist erlöst durch Wiedergeburt und Heiligung. 176 durch Christi Tod und zu feinem Reich erforen. Suche Jefum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 6. Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmelshöhen; laß, was dich zur Erde reißt, weit von dir entfernet stehen. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 7. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet und auf die, so teusch und fromm, sich in reichem Maß ergießet. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 8. Laß dir seine Majestät immerbar vor Augen schwer ben; laß mit brünstigem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht.938 917 1910 Leib, ein Geist. Wohl dem, der alle Bande voll Heldenmut zerreißt! Mel. Valet will ich dir geben 2c. n unsers Königs 2. Der Weg ist schmal, doch eben, und führt zur Seligkeit; die Straße dort daneben ist zwar bequem und breit, doch wer sie geht, muß sterben, an ihrem Ende droht ein ewiges Verderben, Fluch, Zorn und Qual und Tod. wir die Bahn. So viele von ihm stammen, o schließt euch freudig an! Wir ziehn zum Friedenslande, ein Herz, ein 3. Wir folgen deinem Locken, du ewig treuer Freund! Wer könnte sich verstocken? Du hafts so gut gemeint! Wir wandern abgeſchieden, und eh es geht zur Rast, trägt jeder ftill zufrieden sein Kreuz und seine Last. 9. Sei im übrigen ganzes still, du wirst schon zum Ziel gelangen; glaube, daß sein Liebeswill stillen werde dein Verlangen. Drum such Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht.pid 3. G. Wolf,+ 1754. 4. Der große Hirt der seinem Volk Allmachtswort Herde geht voran; sein werde!" bereitet selbst die Bahn; es lähmt erHerz, zürnten Feinden Zunge, Fuß und Hand, knüpft zwischen frommen Freunden der Liebe Bruderband. 5. So wandeln wir ent schlossen dem Himmelsführer nach und dulden unver258 findrossen und tragen seine stern Thale: O Jeſu, steh uns bei und mach im Hochzeitsaale bald alles, alles neu! Nachfolge Chrifti.d 6. Seht wie die Krone schimmert, die unser Haupt einst schmückt! Und wird der Leib zertrümmert, der Weltenbau zerstückt, erlöschen Sonn und und Sterne: fein Pilger werde matt! Dort glänzt uns schon von ferne des großen Königs Stadt. 7. Hinan, hinan, ihr Frommen, es koste Schweiß und Blut! Hinan, hinan geklommen, mit wahrem Heldenmut! Bald hebt uns unser Sehnen hoch über Tod und Grab; bald trocknet unsre Thränen die Hand der Liebe ab. 3. L. Fridert,+ 1766. 177 hier fremde Gäste und ziehen bald hinaus. Wir gehn ins Ewge ein; mit Gott muß unser Handel, im Himmel unser Wandel und Herz und alles sein. 4. Kommt, Brüder, laßt uns gehen; der Vater gehet mit! Er selbst will bei uns stehen in jedem sauren Tritt. Das Aug dahin gefehrt, wo seine Liebe winket und dem, der folgt und sinket, den wahren Ausgang lehrt. 5. Kommt, Brüder, laßt uns wandern; wir gehen Hand in Hand; eins freuet sich am andern in diesem fremden Land. Kommt, laßt uns findlich sein, uns auf dem Weg nicht streiten; die Mel. 3euch ein zu deinen Thoren 2c. 259 Kommt, Brüder, Engel selbst begleiten als Brüder unsre Reihn. laßt uns gehen, der Abend kommt herbei; es ist gefährlich stehen in dieser Wüstenei. Kommt, ſtärket euren Mut, zur Ewigkeit zu wandern, von einer Kraft zur andern, es ist das Ende gut. 6. Und sollt ein Schwacher fallen, so greif der Stärfre zu; man trag, man helfe allen, man pflanze Fried und Ruh. Kommt, schließt euch fester an! Ein jeder sei der Kleinste, doch wohl auch gern der Reinste auf unsrer Pilgerbahn. Fird ston 2. Es soll uns nicht gereuen der schmale Pilgerpfad; wir fennen ja den Treuen, der uns gerufen hat. Kommt, folgt und trauet dem; ein jeder sein Gesichte mit ganzer Wendung richte fest nach Jerusalem. 3. Schmückt aufs beste, und Leib und Haus; 7. Kommt, laßt uns munter wandern; der Weg nimmt immer ab; ein Tag, der folgt dem andern; bald fällt das Fleisch ins Grab. Nur noch ein wenig Mut, nur noch ein wenig treuer, von allen Dingen freier, gewandt zum ewgen Gut! euer Herz mehr als wir sind Wiedergeburt und Heiligung. 178 8. Es wird nicht lang mehr währen; harrt noch ein wenig aus! Es wird nicht lang mehr währen, so kommen wir nach Haus; da wird man ewig ruhn, wenn wir mit allen From men heim zu dem Vater kommen; wie wohl, wie wohl wirds thun. do 19. Drauf wollen wirs denn wagen, es ist wohl Wagens wert, und gründlich dem absagen, was auf hält und beschwert. Welt, bu bist uns zu klein! Wir gehn durch Jesu Leiten hin in die Ewigkeiten; es soll nur Jesus sein. G. Terstegen, † 1769. Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. sch 8. Serr, auch mich O verlanget, dein treues Kind zu sein, und meine Seele hanget doch nicht an dir allein; ich weiß, ich werde sterben, und liebe doch die Welt; o Herr, welch ein Verderben, das mich gefangen hält! 4. Entsagt hab ich dem Bösen, und doch wird es vollbracht; ach, wer wird mich erlösen aus dieses Todes Nacht! Ich lasse nach zu ringen, und doch ists mein Beruf: ich soll zum Leben dringen, zu welchem Gott mich schuf. 5. Dir seufzt ich anzuhangen, Erbarmer, dir allein! Du hast es angefangen, das gute Werk ist dein! Vollende, Gott dein Wort verheißt; in deine Vaterhände befehl ich meinen Geist. 3. A. Cramer, † 1788. 102 260 was mir dringen, für welches Gott mich schuf, soll nach dem Himmel ringen, das, das ist mein Beruf! In einer Welt von Sünden soll ich nur ihm mich weihn, fie fliehn, sie überwinden, und dann erst selig sein. Mel. Jesu, meines Lebens Leben zc. 19 2. Und wenn der Pilger 261 Unser Wandel iſt Gottes der Sünder Lust verschmäht, wenn er, trot ihres Spottes, auf seinem Pfade geht; was wird ihm nicht zum Lohne, wenn er die kurze Zeit getreu war! Welche Krone! Welch eine Seligkeit! im Himmel! Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Mut und süße Hoffnung zu! Jeder Fußtritt, den ich thue, bringet mich dem Land der Ruhe näher, immer näher zu, Wort, wie hoch erfreuest du! Nachfolge Christi. 179 Brüder, haltets fest, dies 262 Gott, der 2. Saltets fest, ihr treuen Mel. O Ewigkeit du Donnerwort zc. der du werte Wort! Nichts schlag eure Hoffnung nieder, wallet immer mutig fort! Mutig blicket hin zum Ziele; viele schon ergriffens, viele! Wir, so wahr es Gott verhieß, wir ergreifens auch gewiß. 3. Nur, wie fromme Pilger müssen, bleibet wader, feid nie laß! Stets des hohen Zweckts beflissen, wacht und fämpft ohn Unterlaß! Feinde stehn an euren Wegen, Stürme toben euch entgegen, Nebel, Klüfte, Felsen drohn; faßt nur Mut, groß ist der Lohn. 4. Was kein Auge je gesehen, was fein Ohr gehöret hat, was tein Herz hier zu erflehen je sich unterwunden hat: das, das hat Gott dem bereitet, der hier tapfer kämpft und streitet; drum verlaßt nicht eure Bahn, Jesus selbst ging euch voran. 5. Unser Wandel ist im Himmel! Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Mut und süße Hoffnung zu! Auf, mein Geist, ermüde nimmer; schon seh ich des Zieles Schimmer. Wenig, wenig Schritte noch: und getragen ist mein Joch. idag. Ch. Fröbing, † 1805. 3. Herzenskenner bist, Herr, dem die Falschheit Greuel ist und jede Lüg Verbrechen; kein Wort spricht je ein falscher Mund, das dir, Allwissender, nicht fund; du, Heiliger, wirsts rächen! Laß jederzeit mein Ja und Nein, wie's Christen ziemt, aufrichtig sein! 2. Und wenn ich schwörend vor dir steh, dir in dein heilig Antlit seh, die Hand zum Himmel hebe, wenn ich zum Zeugen feierlich anrufe, Hocherhabner, dich, durch den ich bin und lebe: dann sei von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge frei. 3. Wenn Frevler dich da noch schmähn und mit Lügen vor dir stehn, dann laß mein Herz erschrecken! Weh dem, der Gott und Gottes Macht zum Siegel seiner Bosheit macht, sie vor der Welt zu decken! Herz, schau den Gott mit Bittern an, der Seel und Leib verderben kann. auch frech 4. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn mich beim Leiden dieser Zeit kein Trost vom Himmel mehr erfreut, Wiedergeburt und Heiligung. 180 erfreut, kein Troft mehr, wenn ich sterbe; wenn Gott und Jesus nicht mehr mein: dann besser, nie geboren sein! 5. Nein, Ehre nicht, nicht Gut und Geld, kein Fürstentum und keine Welt soll mich so weit verführen; um alle Leiden dieser Zeit will ich doch Gott und Seligkeit mutwillig nicht verlieren! Wie klein mein Glück auch immer sei: nur Gott und reines Herz dabei. 6. Gott, lehre mich bei jedem Eid, aus Furcht vor deiner Heiligkeit die Wahrheit treulich sprechen. Beschwör ich aber Amt und Pflicht, so laß mich auch im fleinsten nicht die teure Zusag brechen! Auch dir, Gott, schwur ich treu zu sein, erhalt mich ewig, ewig dein. 3. K. D. Bidel,+ 1809. Met. Gott des Himmels zc. ört das Wort 263 Liebe, das zu euch der Heiland spricht, hörts und prüft des Herzens Triebe bei des Wortes hellem Licht! Was der Mund des Herrn gebeut, das ist eure Seligkeit. 2. Nicht aus Sinais Ge wittern donnert hier des Herrn Gebot, daß die Herzen bang erzittern, weil es Zorn und Strafe droht; felig preisend thut sein Mund euch den Sinn des Vaters fund: 3. ,, Selig sind die geistr lich Armen, denn das Himmelreich ist ihr! Ihnen öffnet voll Erbarmen Gott der ewgen Gnade Thür; da wird ohne Maß gewährt, was ihr sehnend Herz begehrt." 220 4. ,, Selig sind, die Leid empfinden auf des Lebens schmaler Bahn! Ihre Traurigkeit wird schwinden, reicher Trost wird sie umfahn; denn sie wirkt zur Seligkeit Reue, welche nie gereut." 11 5. ,, Selig sind, die sanf ten Mutes und in Demut milde sind! Sie erfreuen sich des Gutes, das kein Troß und Streit gewinnt. Durch der Sanftmut stille Macht wird das Schwerste leicht vollbracht. 6. mit Selig sind, die hier Schmachten dürften nach Gerechtigkeit, die nach Gottes Reiche trachten, nicht nach Gütern dieser Zeit! der Born des Lebens quillt, wird ihr Seelendurst geſtillt." 7. ,, Selig sind, die voll Erbarmen auf der Brüder Leiden sehn und den Schwachen, Kranken, Armen freudig eilen beizustehn! Noch vor Gottes Thron erfreut einst auch sie Barmherzigkeit." 8. ,, Selig sind, die reinen Herzen, die nicht Sünd und Welt Nachfolge Chrifti.deilig 181 Welt umstrickt, die mit Leben? Der Weg heißt schnöder Lust nicht scherzen, Jesus Christ. weil nur Heilges sie entzückt! Einst im reinen Himmelslicht schaun sie Gottes Angesicht." srds) La Hau 2. Hier irren wir und fehlen, gehüllt in tiefe Nacht; durch wen wird unsern Seelen ein wahres Licht ge= bracht? Von oben kommt die Klarheit, die alles uns erhellt; denn Christus ift die Wahrheit, er ist das Licht der Welt. 3. 9. Selig sind, die Frieden bringen, Schuld und Kränkung übersehn, Feindeshaß mit Huld bezwingen, für Verfolger segnend flehn! Trifft sie auch der Menschen Spott, seine Kinder nennt fie Gott." 10. ,, Selig find, die als Gerechte dulden Kreuz, Ver folgung, Schmach, als des Herrn getreue Knechte bis zum Tod ihm folgen nach! Groß ist dort vor Gottes Thron seiner Überwinder Lohn." Wer giebt uns hier schon Freuden, die niemand rauben kann? Wer zeiget uns im Leiden den Himmel aufgethan? Wenn vor dem Tod wir beben, wer giebt dem Herzen Ruh? Heil! Christus ist das Leben, führt uns dem Vater zu. R. 3. Aschenfeld, † 1856. Mel. Valet will ich dir geben 2c. 11. Seid ein Salz, ein 265 Gs kennt der Herr die Licht der Erde, laßt der Wahrheit Früchte sehn, daß durch euch verherrlicht werde euer Vater in den Höhn. Ob der Erdball untergeht, sein Gebot, sein Wort beſteht!" R. L. Garve, † 1841. hat sie stets gekannt, die Großen und die Kleinen in jedem Volk und Land; er läßt sie nicht verderben, er führt sie aus und ein; im Leben und im Sterben find sie und bleiben sein. Mel. Valet will ich dir geben 2c. 2. Er fennet seine Scharen 264 Aus irdischem Ge- am Glauben, der nicht tümmel, wo nichts das Herz erquicft, wer zeigt den Weg zum Himmel, dahin die Hoffnung blickt? Wer leitet uuser Streben, wenn es das Ziel vergißt? Wer führt durch Tod zum schaut und doch dem Unsicht= baren, als säh er ihn, vertraut; der aus dem Wort gezeuget und durch das Wort sich nährt und vor dem Wort sich beuget und mit dem Wort sich wehrt. Wiedergeburt und Heiligung. 182 3. Er fennt sie als die Seinen an ihrer Hoffnung Mut, die fröhlich auf dem Einen, daß er der Herr ist, ruht, in seiner Wahrheit Glanze sich sonnet frei und fühn, die wunderbare Pflanze, die immerdar ist grün. 4. Er kennt sie an der Liebe, die seiner Liebe Frucht, und die mit lauterm Triebe ihm zu gefallen sucht; die andern so begegnet, wie er das Herz bewegt; die segnet, wie er segnet, und trägt, wie er sie trägt. 5. So kennt der Herr die Seinen, wie er sie stets gekannt, die Großen und die Kleinen in jedem Volk und Land: am Werk der Gnadentriebe durch seines Geistes Stärt' an Glauben, Hoffnung, Liebe, als seiner Gnade Werk. 6. So hilf uns, Herr, zum Glauben, und halt uns fest dabei; laß nichts die Hoffnung rauben; die Liebe herzlich sei! Und wird der Tag erscheinen, da dich die Welt wird sehn, so laß uns als die Deinen zu deiner Rechten stehn! R. 3. Ph. Spitta, † 1859. Mel. O Durchbrecher aller Bande sc. 266 Bleibt bei dem, der euretwillen auf die Erde nieder kam, der, um euren Schmerz zu stillen, tausend Schmerzen auf sich nahm! Bleibt bei dem, der einzig bleibet, wenn auch alles untergeht, der, wenn alles auch zerstäubet, siegend überm Staube steht. 2. Alles schwindet, Herzen brechen, denen ihr euch hier ergabt, und der Mund hört auf zu sprechen, der euch oft mit Trost gelabt, und der Arm, der euch zum Stabe und zum Schilde ward, erstarrt, und das Auge schläft im Grabe, das euch sorgsam einst bewahrt. 3. Alles stirbt, das Jrdsche findet in dem Irdischen sein Grab; alle Lust der Welt verschwindet, und das Herz stirbt selber ab. Irdsches Wesen muß verwesen, irdsche Flamme muß verglühn, irdsche Fessel muß sich lösen, irdsche Blüte muß verblühn. 4. Doch der Herr steht überm Staube alles Jrdischen und spricht: stüße dich auf mich und glaube, hoffe, lieb und fürchte nicht! Darum bleibt bei dem, der bleibet, und der geben kann, was bleibt, der, wenn ihr euch ihm verschreibet, euch ins Buch des Lebens schreibt. K. J. Ph. Spitta,+ 1859. Mel. O Durchbrecher aller Bande ic. 267 Volt des Herrn! du hast hienie: den einen langen, schweren Streit; Liebe.dsproda Liebe. 183 doch meine Zuversicht, mein Trost und meines Herzens Teil, durch dessen Wunden ich werd heil. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmermehr! 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab mein Leib und Seel und, was ich hab in diesem armen Leben; damit ichs brauch zum Lobe dein, zu Nuß und Dienst des Nächsten mein, wollst deine Gnad mir geben! Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, des Satans Mord und Lügen wehr, in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag geduldiglich! Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Seel in Todesnot! 3. Ach, Herr, laß einst die Engel dein am letzten End die Seele mein in Abrahams Schoß tragen, den Leib in seinem Kämmerlein gar sanft ohn einge Qual und Bein ruhn bis vom daß zum jüngsten Tage; alsdann meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottessohn, mein Heiland und mein Gnadenthron! Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich! Ich will dich preisen ewiglich. Mart. Scalling, † 1608. Streit; Kämpfe sind dir hier beschieden, Friede in der Ewigkeit. Lege an die rechte Wehre, stehe auf dem ewgen Fels, daß dir Sieg und Heil beschere er, der Heiland Israels! 2. Träumest du von guten Tagen, oder wachst du auf zum Streit? Wiegst du dich in alten Sagen, oder kennst du deine Zeit? Hörest du den Ruf der Wächter: Glaubet ihr, so bleibt ihr ftehn! Aber wehe dem Verächter, denn sein Trost wird untergehn!" 1700-511 3. Volt des Herrn! du haft hinieden einen langen, fchweren Streit; nun, so suche keinen Frieden in der bösen Zeitlichkeit. Führe deines Gottes Kriege; Jesu Kreuz ist das Panier, unter diesem Zeichen siege! Seine Schmach sei deine Zier! S. Preiswert, † 1871. Liebe. erzlich lieb hab ich 268 ich bitt, wollst sein von mir nicht fern mit deiner Hilf und Gaben! Die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Erd und Himmel frag ich nicht, wenn ich nur dich kann haben, und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, bist du 184 Wiedergeburt und Heiligung. 269 Wie schön leuchtet und Blut mich innerlich erder Morgenstern, voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn, aus Juda aufgegangen! Du Davids Sohn, aus Jakobs Stamm, du Gottessohn und Gotteslamm, erfüllst mich mit quicken! Tröst mich freundlich, hilf mir Armen aus Erbarmen, hilf in Gnaden! Auf dein Wort komm ich geladen. Verlangen, lieblich, freundlich, schön und mächtig, groß und prächtig, reich an Gaben, über alles hoch erhaben. 5. Gott Vater, o mein starker Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet; dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut, auf ihn mein Herz mit Freuden schaut, drum mich auch nichts betrübet. Heil mir, Heil mir! Himmlisch Leben wird er geben mir dort oben; ewig soll mein Herz ihn loben. 2. O meine Perl, du werte Kron, Sohn Gottes und Marien Sohn, ein hochgeborner König! Du meines Herzens schönste Blum, dein füßes Evangelium ist lauter Milch und Honig. Jesu, Jesu, Hosianna! Himmlisch Manna, das wir effen, deiner kann ich nicht vergessen. und 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, du helles Licht Himmelsschein, die Flamme deiner Liebe, und stärt mich, daß ich ewig bleib an deinem auserwählten Leib ein Glied voll Lebenstriebe. In dir laß mir, ohn Aufhören, sich vermehren Lieb und Freude, daß uns selbst der Tod nicht scheide. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenschein, wenn mich die heilgen Augen dein so mildiglich anblicken. O Jesu, du mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib 6. Spielt unserm Gott mit Saitentlang, und laßt den süßesten Gesang ganz freudenreich erschallen; ich will mit meinem Jesus Christ, der mir mein Eins und Alles ist, in steter Liebe wallen. Singet, flinget, jubilieret, triumphieret, dankt dem Herren; groß ist der König der Ehren. 7. Wie freu ich mich, Herr Jesu Christ, daß du der erst und letzte bist, der Anfang und das Ende! Du wirst mich einst zu deinem Preis aufnehmen in dein Paradeis; drauf faß ich deine Hände. Amen, Amen, fomm, du schöne Freudenfrone, bleib nicht lange; deiner wart ich mit Verlangen. Ph. Nitolai,+ 1608, Liebe. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit zc. 93 270 Ziel, die Seligkeit zu finden, mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr, sein Werk ist klar; sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden. ( uch, wer da Such, will, ein ander 2. Such, wer da will, Nothelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu Teil; uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 3. Ach, sucht doch den, laßt alles stehn, die ihr das Seil begehret! Er ist der Herr und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund aus Herzensgrund, sucht ihn allein; denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. 185 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich in Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir, mein höchste Bier, hilf mir mein Leiden tragen; hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dir ewig dort Lob sagen. G. Weißel, † 1635. 4. Mein Herzenstron, mein Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben; bleib du mein Preis, dein Wort mich speis; bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu glauben. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 1. einen Jesum 271 Me laß ich nicht! Weil er sich für mich gegeben, so erfordert meine Pflicht, unverrückt nur ihm zu leben; er ist meines Lebens Licht, meinen Jesum laß ich nicht. b) sa 2. Jesum laß ich ewig nicht, weil ich soll auf Erden leben; ihm hab ich voll Bu versicht, was ich bin und hab, ergeben; alles ist auf ihn gericht, meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, alle Sinne mir entweichen; laß das letzte Tages= licht mich auf dieser Welt erreichen: wenn der Lebensfaden bricht, meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor seinem Angesicht meiner Väter Glaube pranget; mich erfreut sein Angesicht, meinen Jesum laß ich nicht. 186 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seel in mir sich sehnet; Jesum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott verföhnet und befreiet vom Gericht; meinen Jesum laß ich nicht. Wiedergeburt und Heiligung. Mel. Komm, o tomm, du Geift des Lebens 2c. 11909 diner 6. Jesum laß ich nicht von mir, geh ihm ewig an der Seiten; Christus läßt mich für und für zu den Lebensbächen leiten. Selig, wer mit mir so spricht: meinen Jesum laß ich nicht! Chr. Keymann, † 1662. 272 Jefus, Jefus, nichts als mein Wunsch sein und mein mein Wunsch sein und mein Ziel! mach Verbündnis, daß ich will, was Jesus will; denn mein Herz, mit ihm erfüllt, rufet nur: Herr, wie du willt. 2. Einer ist es, dem ich lebe, den ich liebe früh und spat: Jesus ist es, dem ich gebe, was er mir gegeben hat; ich bin in dein Blut verhüllt, führe mich, Herr, wie du willt. 4. Und vollbringe deinen Willen in und an mir, o mein Gott; deinen Willen laß erfüllen mich im Leben, Freud und Not, sterben als dein Ebenbild, Herr, wann, wie und wo du willt. dsR 3. Scheinet was, es sei mein Glücke, und ist doch zu wider dir, ach, so nimm es bald zurücke, Jesu, gieb, was nübet mir; gieb dich mir, mein Jefu mild; nimm mich dir, Herr, wie du willt. thic Sot 5. Sei auch, Jesu, stetsd gepriesen, der du dich und viel dazu hast geschenkt und mir erwiesen, daß ich fröh lich singe nu: mir geschehe, Gott, mein Schild, wie du willt, Herr, wie du willt! d Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu d Schwarzburg- Rudolstadt, † 1672. meine 273 Ich will dich lieben, ich will dich lieben, meine Bier; ich will dich lieben mit dem Werke und immers währender Begier; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. 2. Ich will dich lieben, om mein Leben, als meinen allerbesten Freund; ich will dich lieben und erheben, so lange mir dein Glanz erscheint; ich will mit reiner Liebesflamm dich lieben, GottesIamm. 3. Ach, daß ich dich so spät erkannte, du hochgelobte Liebe du, daß ich nicht eher mein dich nannte, du höchstes Gut und wahre Ruh! Es ist mir leid, ich bin betrübt, daß ich so spät geliebt. und sid Liebe. Beggedorit 187 4. Ich lief verirrt und dem Fall zurück gebracht; war verblendet, ich suchte Liebe, dir ergeb ich mich, dich und fand dich nicht; ich dein zu bleiben ewiglich.. ni hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht; nun aber ists durch dich geschehn, daß ich dich hab gesehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; ich danke dir, du Himmels wonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du güldner Mund, daß du mich machst gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stégen, und laß mich nicht mehr irre gehn; laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn; erleucht mir Leib und Seele ganz, du starker Himmels glanz. 7. Ich will dich lieben, meine Krone, ich will dich lieben, meinen Gott, dich lieben auch bei Schmach und Hohne, auch in der aller größten Not; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. MEUTO 3. Scheffler, † 1677. Mel. Komm, o tomm, du Geist des Lebens 2c. and 274 Liebe, die du mich zum Bilde deiner Gottheit haft gemacht; Liebe, die du mich so milde nach 2. Liebe, die du mich erforen, eh denn ich geschaffen war; Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelitten und gestorben in der Zeit; Liebe, die mir hat erstritten ewge Lust und Seligfeit; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort; Liebe, die sich ganz ergeben mir zum Heil und Seelenhort; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich hat gebunden an ihr Joch mit Leib und Sinn; Liebe, die mich überwunden und mein Herz hat ganz dahin; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 6. Liebe, die mich ewig liebet, die für meine Seele litt; Liebe, die das Lösgeld giebet und mich fräftiglich vertritt; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewigHabibur diad lich. 7. Liebe, die mich wird entrücken aus dem Grab der Sterblichkeit; Liebe, die mich einst Wiedergeburt und Heiligung. 188 einst wird schmücken mit der Kron der Herrlichkeit; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. flier thi Min hul 3. Scheffler, † 1677. wird bi Alat adei? salad Mel. Jesu, meines Lebens Leben zc. 275 esus schwebt mir in Gedanken, Jesus liegt mir stets im Sinn, von ihm will ich nimmer wanken, weil ich hier im Leben bin. Er ist meiner Augen Weide, meines Herzens höchste Freude, meiner Seele schönste Zier; Jesum lieb ich für und für. bide dosisniad 2. Jesus funkelt mir im Herzen, wie ein Stern mit goldnem Schein; er vertreibt mir Angst und Schmerzen, er ist mein und ich bin sein. Drum ergreif ich ihn mit Freuden, wenn ich soll von hinnen scheiden; er ist meines Lebens Licht; Jesum laß ich von mir nicht. minimanish om 3. Jesum will ich bei mir haben, wenn ich gehe aus und ein; seines Geistes Trost und Gaben ruhn in meines Herzens Schrein. Wenn ich mich zur Ruh begebe, oder mich vom Schlaf erhebe, bleibt doch Jesus früh und spat meiner Seelen Schuß und Rat. 4. Jesum will ich lasſen raten, der am besten raten fann; er gesegne meine Thaten, die ich fröhlich fange an, daß in seinem teuren Namen alles glücklich sei und Amen; so wird alles werden gut, wenn nur Jesus Hilfe és thut. minden 5. Jesus, meiner Jugend Leiter von des Lebens Anbeginn, wird auch sein mein Trostbereiter, wenn ich alt und kraftlos bin; wenn sich frümmen meine Glieder und die Lebenssonn geht nieder, wenn verdunkelt mein Ge sicht: meinen Jesum laß ich nicht! Sa fid 6. Jesus soll in allen Leiden mein getreuer Beistand sein; nichts, nichts foll mich von ihm scheiden; keine Angst und Herzenspein, feine Trübsal, feine Schmerzen reißen ihn aus meinem Herzen; ob mir gleich das Herze bricht, laß ich dennoch Jesum nicht. TISANG 7. Jesu leben, Jesu sterben, Jesu einzig eigen sein und mit Jesu dorten erben: dies ist mein Gewinn allein. Jesu will ich sein und bleiben, nichts, nichts soll mich von ihm treiben; laß ich gleich Gut, Blut und Ehr: Jesum laß ich nimmermehr. Vor 1692. nog Mel. Jesu, meines Lebens Leben zc. Yesu, Seele 276 ben, meines Herzens höchste Freud, dir will Liebe. 189 will ich mich ganz ergeben, Güt, die täglich währet, hat jego und in Ewigkeit; meinen Herrn will ich dich nennen, und vor aller Welt bekennen, daß ich dein bin und du mein; ich will feines andern fein. mich immerdar ernähret: ich bin dein und du bist mein; ich will feines andern sein. 2. Deine Güt hat mich umfangen, eh mich noch die Welt empfing; du bist mir schon nachgegangen, als ich noch nach dir nicht ging, und du hast mich aufgenommen, da ich an das Licht gekomekommen: ich bin dein und du bist mein; ich will feines andern sein. 3. Auf der Kindheit wilden Wegen folgte mir stets deine Güt; deines Geistes Trieb und Segen regte mir oft mein Gemüt, wenn ich etwa über treten, daß ich wiederkäm mit Beten: ich bin dein und du bist mein; ich will feines andern sein. 6. Jrr ich, sucht mich deine Liebe; fall ich, hilfet sie mir auf; ist es, daß ich mich betrübe, stärkt sie mich in meinem Lauf; bin ich arm, sie giebt mir Güter; schlaf ich ein, sie ist mein Hüter: ich bin dein, und du bist mein; ich will feines andern sein.dis das Erbe, das mir droben 7. Dein Geift zeiget mir beigelegt; ich weiß, wenn ich heute sterbe, wo man meine Seel hinträgt: zu dir, Jesu, in die Freude, daß mich nichts mehr von dir scheide! Ich bin dein, und du biſt mein; ich will feines andern fein. 4171901 8. Drum ich sterbe oder lebe, bleib ich doch dein Eigentum; dir allein ich mich ergebe, du bist meiner Seelen Ruhm, meine Zuversicht und Freude, meines Herzens Trost im Leide: ich bin dein und du bist mein; ich will feines andern sein. des Ch. Scriver,+ 1693. Chat dit the 4. Ach, wie oft hat meine Jugend deine Gnadenhand gefaßt, wenn die Frömmigfeit und Tugend war in meinem Sinn verhaßt. Ach, ich wäre längst gestorben ohne dich, und längst verdorben! Ich bin dein, und du bist mein; ich will feines andern sein. 5. Ja, in meinem ganzen 277 Sins ist not, Leben hat mich stets dein Licht geführt; du hast, was ich hab, gegeben, du hast meinen Lauf regiert; deine ach, Herr, dies eine Lehre mich erkennen doch! Alles andre, wie's auch scheine, ist ja nur ein schweres Wiedergeburt und Heiligung. 190 schweres Joch, darunter das Herze sich naget und plaget und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang ich dies eine, das alles ersetzt, so werd ich mit einem in allem ergößt. Se os 2. Seele, willst du dieses finden, suchs bei keiner Kreatur; laß, was irdisch ist, da hinten, schwing dich über die Natur. Wo Gott und die Menschheit in einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste, notwendigste Teil, mein ein und mein alles, mein feligstes Heil. 3. Darum ist auch mein Verlangen, liebster Jefu, nur bei dir; laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir. Wie viele dich auch mit der Menge ver lassen, so will ich in Liebe dich dennoch umfassen; denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist, der einzig den Weg uns zur Seligkeit weist. 4. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt; gieb nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, worinnen die Demut und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach, wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab ich der Weisheit vollkommenen Preis. iom ola 5. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut; Jesu, es muß mir gelingen durch dein heilig teures Blut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, da du biſt am Stamme des Kreuzes gestorben; da hab ich die Kleider des Heiles erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 103 6. Nun so gieb, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht; du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; entreiße mich aller vergäng lichen Lust; dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 7. Ja, was soll ich mehr verlangen? Auf mich strömt die Gnadenflut; du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut; du haft mir die ewge ErLösung erfunden, daß ich nun von Tod und Verdammnis entbunden; dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt; im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. od 8. Volles Gnügen, Fried und Freude jeho meine Seel ergößt, weil auf eine frische Weide mein Hirt Jesus mich geſetzt. Liebe. dagsins 191 pumping Liebe. gefett. Nichts Süßres kann 4. Meines Glaubens Licht also mein Herze erlaben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben er blickt. BUCH laß verlöschen nicht! Salbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. 6. So werd ich in dir bleiben für und für; deine Liebe will ich ehren und in mir dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. april 6. Held aus Davids Stamm, deine Liebesflamm mich ernähre, und verwehre, daß die Welt mich nicht verfehre, ob sie mir auch gram, Held aus Davids Stamm! Mine 7. Deinen Frieden gieb aus so großer Lieb uns, den Deinen, die dich kennen, und nach dir sich Christen nennen; denen du bist lieb, deinen Frieden gieb. 8. Wer der Welt abftirbt, sich mit Ernst bewirbt, dir zu leben und zu trauen, der wird bald mit Freude schauen, daß niemand verdirbt, der der Welt abftirbt. 9. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein ein und alles sein; prüf, erfahre, wie ichs meine, tilge allen Heuchelschein; sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege; laß Schmach mich nicht achten, nicht Leiden noch Tod, und Jesum gewinnen; dies eine ist not. stu 5 3. H. Schröder,+ 1728. 278 Seelenbräutigam, Jesu, Gottes Lamm! Habe Dank für deine Liebe, die für mich aus reinem Triebe starb am Kreuzesstamm, Jesu, Gottes Lamm. DSC0 spino 2. Deine Liebesglut stärket Mut und Blut; wenn du freundlich mich anblickest und mit deinem Geist erquickest, macht mich wohlgemut dei ner Liebe Glut. por 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Not und Tod! Du bist darum Mensch geboren, zu ersehen, was verloren, durch den Kreuzes tod, wahrer Mensch und Gott. 32491 9. Nund ergreif ich dich, du mein ganzes Ich; ich will nimmermehr dich lassen, sondern gläubig dich um fassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich. 10. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron; hier im Hoffen und Vers trauen, dort im Haben und im Wiedergeburt und Heiligung. 192 im Schauen; denn die Ehrenkron folgt auf Spott und Hohn. 11. Jesu, hilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich überwinde und in deinem Sieg empfinde, wie so ritterlich du gekämpft für mich. 12. Du mein Preis und Ruhm, werte Himmelsblum! In mir soll nun nichts er schallen, als was dir nur kann gefallen, werte Himmelsblum, du, mein Preis und Ruhm! 2. Drese, t 1701. Tod erstanden ist, befreit von Not und Plage; bedenke, daß er Fried gemacht, das Leben wieder hat gebracht; dank ihm für diese Liebe! 4. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der nach den Leidenszeiten gen Himmel aufgefahren ist, die Stätt dir zu bereiten, da du sollst bleiben allezeit und sehen seine Herrlichkeit; dank ihm für diese Liebe! 5. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der einst wird wiederkommen und sich, was tot und lebend ist, zu richten vorgenommen. O sorge, daß du da bestehst und mit ihm Mel. Es ist das Heil uns zc. 279 Halt im Gedächt in fein Reich eingehst, ihm zu 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der auch am dritten Tage siegreich vom Christ, den Heiland, der auf Erden vom vom Thron des Himmels kommen ist, dein Bruder da zu werden; ver giß nicht, daß er dir zu gut hat angenommen Fleisch und Blut; dank ihm für diese Liebe! 2. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der für dich hat gelitten und dir, da er gestorben ist, am Kreuz das Heil erstritten. Besieget hat er Sünd und Tod und dich erlöst aus aller Not; dant 280 Liebesglut, wie ihm für diese Liebe! soll ich dich mit Lobe würdig zieren? In deine Tiefen will ich mich, o volle See, verlieren. Es flammet Gottes Herrlichkeit, 6. Gieb, Jesu, gieb, daß ich dich kann mit wahrem Glauben faffen, und nie, was du an mir gethan, mög aus dem Herzen lassen, daß dessen ich in aller Not mich trösten mag und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. Cyriat. Günther, † 1704. Mel. Nun freut euch, lieben Christen 2c. es sd Liebe. es brennt die ganze Ewigfeit: bleibt noch mein Herz erfaltet? 2. Liebe, die Gott seinen Sohn aus seinem Schoß genommen! Er ist von dem gestirnten Thron zu uns herabgekommen; sein Mangel, Knechtschaft, Kreuz und Grab sind uns ein Bild, zu malen ab, wie stark Gott lieben könne. 3. Hör auf zu grübeln, glaub allein! Kannst du dies Meer nicht gründen, so wirf dich blindlings nur hinein mit allen deinen Sünden; laß dem das Herze sein ge währt, der dir dein Herz hat ausgeleert; gieb Herz für Herz zum Opfer. 4. O liebster Vater, nimm es hin! Gieb Kraft, um dich zu lieben; Herz und Begier den, Mut und Sinn sei dir hiermit verschrieben; brenn aus das Feuer böser Lust, laß ewig nichts in dieser Brust als deine Liebe glühen. F. A. Lampe, † 1729. Mel. O fröhliche Stunden zc. 281 ben ewiges Licht, da niemand vergebens sucht, was ihm gebricht! Lebendige Quelle, die lauter und helle sich aus seinem heiligen Tempel ergießt und in die begierigen Seelen ein fließt. 193 2. Du sprichst: wer begehret zu trinken von mir, was ewiglich nähret, der tomme; allhier sind himmlische Gaben, die kräftiglich laben; er trete im Glauben zur Quelle heran; hier ist, was ihn ewig beseligen kann. 3. Mein Hirt und mein Hüter, ich komme zu dir, gewähre die Güter des Heiles auch mir; du kannst dein Versprechen mir Armem nicht brechen; du siehest, wie elend und dürftig ich bin, drum gieb deine Gaben aus Gnaden nur hin. 4. O Brunnquell, du labest Geist, Seele und Mut, und wen du begabest, hat ewiges Gut; wenn man dich genießet, wird alles versüßet; und das fröhliche Herz, es weichet zurücke der bittere Schmerz. 5. Drum gieb mir zu trinken, wie dein Wort verheißt, laß gänzlich versinken den sehnenden Geist im Meer deiner Liebe, laß heilige Triebe immerfort treiben zum Himmlischen hin; es werde mein Herze ganz selig darin. 6. Wenn du auch vom Leiden was schenkest mit ein, so laß mich mit Freuden gehorsam dir sein; denn alle die, welche mittrinken vom 194 Wiedergeburt und Heiligung. vom Kelche, den du hast ge- beugt zu dir gekommen? O trunken im Leiden allhier, wie ist dein Herz gebrochen, die werden dort ewig sich wenn dich Kranke ange= freuen mit dir. dursprochen! O wie pflegtest du 7. Drum laß mich auch zu eilen, das Erbetne mitwerden, mein Jesu, erquict, zuteilen! da, wo deine Herden kein Leiden mehr drückt, wo Freude die Fülle, wo lieb liche Stille, wo Wonne und Jauchzen, wo Herrlichkeit wohnt, wo heiliges Leben wird ewig belohnt. 4. Die Betrübten zu er quicken, zu den Kleinen sich zu bücken, die Unwissenden zu lehren, die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, täglich liebreich zu sich locken: das war deines Werkes Weise, Herr, und deine liebſte Speise.d Ch. 3. Koitsch, † 1735. Mel. Schmüde dich, o liebe Seele zc. 282 Seila eiland, deine Menschenliebe war die Quelle deiner Triebe, die dein treues Herz bewogen, dich in unser Fleisch gezogen, dich mit Schwachheit überdecket, dich vom Kreuz ins Grab gestrecket. Oder ungemeinen Triebe deiner treuen Menschenliebe! 2. Ueber seine Feinde weinen, jedermann mit Hilf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klagen hören, sich in andrer Dienst verzehren, sterben für die ärgsten Sünder, das ist Lieb, o Menschen finder! 3. du Zuflucht der Elenden, wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hilf und Heil genommen, der ge 5. Deine Lieb hat dich getrieben, Sanftmut und Ge duld zu üben, ohne Schelten, Schmach und Last zu tragen, Drohen, Klagen andrer allen freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu fegnen, für der Feinde Schar zu beten und die Mörder zu vertreten. CROS 6. O wie hoch stieg dein Erbarmen, da du für die ärmsten Armen dein unschäßbar teures Leben in den ärgsten Tod gegeben; da du in der Sünder Händen, alle Leiden zu vollenden, und den Segen zu erwerben, als ein Fluch haft wollen sterben! decken meiner Sünden Meng 7. Herr, laß deine Liebe und Flecken; du hast das Gesetz erfüllet, seinen Fluch hast du gestillet; laß mich wider dessen Stürmen deiner Liebe Schild beschirmen; in heilge Liebe.de heilge meines Herzens Triebe, falbe sie mit deiner Liebe. ud 3. 3. Rambach), † 1735. chiste saiad dopapo mos i smis Mel. Wie wohl ist mir, o Freund zc. dsprodaju 3. Zünd auch in mir die Liebesflammen zum Dienste deiner Glieder an; bind mich und ihre Not zusammen, da mit ich mich versichern kann, ich sei also wie du gesinnet, wenn mein Geist die Gestalt gewinnet, die deinem Sinn recht ähnlich ist; so werd ich 195 sbisit 100 Freund und Feinde lieben, so wird ihr Kummer mich betrüben, wie du mir vorgegangen bist. 4. Gieb mir des Glaubens 283 Lebst du in mir, Licht und Kräfte, damit er Leben, O o wahres so sterbe nur, was du nicht bist; ein Blick von dir kann mehr mir geben, als was der Welt das liebste ist. D Jesu, du sollst mein verbleiben, nichts wird mich von der Liebe treiben, die du mir zugesaget hast. O süße Wonne, die mich tränket, wenn sich die Seel in dich versenket und dich, o Seelenfreund, umfaßt! ba wahre Früchte zeigt; mach mich zur Rebe voller Säfte, die sich nach dir, dem Weinstock, neigt; du bist der Fels, auf den ich baue, du bist mein Heiland, dem ich traue, du bist des Glaubens fester Grund. Wenn sich die Zweifelsstunden finden, so laß die Hilfe nicht verschwinden, und mach den franken Geist gesund. S16 Fot 12. Herz, das in Liebesglut gestorben, ach laß mein Herz in Flammen stehn; entzünd das Herz, das du erworben, und laß darinnen untergehn, was du nicht bist, o mein Vergnügen; laß mich in deiner Liebe siegen, ja, siege du nur selbst in mir: so werd ich fröhlich triumphieren, so wird dein Todessieg mich zieren, so leb und leid und sterb ich dir. 5. Hilf, daß die Hoffnung nicht erlieget, und daß dein Kreuz ihr Anker ist; gieb, daß sie alle Angst besieget durch dich, der du mein Alles bist. Die Welt mag auf das Eitle bauen, ich aber will auf dich nur schauen, o Jesu, meiner Hoffnung Licht; ich will dich stets in Lieb umfassen, dich, der du mich nicht wirst verlassen, denn meine Liebe wantet nicht. 6. Willst du mich noch im Leben wissen, so leb ich, weil es dir beliebt; werd ich vom Tode hingerissen, so bin ich gleichfalls nicht betrübt; dein Leben laß stets in mir leben, dein Sterben laß mir Stärfe geben, wenn meines Lebens Ziel erscheint. Ich 7* will Wiedergeburt und Heiligung. 196 will dir meinen Willen schen fen, ich will im Tod und Leben denken, daß du es gut mit mir gemeint. Ph. Balth. Sinold, † 1742. LADIN Mel. Nun sich der Tag geendet hat zc. 284 Der er du noch in der letzten Nacht, eh du für uns erblaßt, den Deinen von der Liebe Macht so schön gepredigt haft: 2. Erinnre deine kleine Schar, die sich so leicht ent zweit, daß deine letzte Sorge war: der Glieder Einigkeit. Graf N. L. v. Zinzendorf, † 1760. Mel. Alles ist an Gottes Segen 2c. 285 Nun un so will ich 313 denn mein Leben völlig meinem Gott ergeben; nun wohlan, es ist geschehn; Sünd, ich will von dir nicht hören; Welt, ich will mich von dir kehren, ohne je zurück zu sehn. 2. Hab ich sonst mein Herz geteilet, hab ich hie und da verweilet: endlich sei der Schluß gemacht, meinen Willen ganz zu geben, meinem Gott allein zu leben, ihm zu dienen Tag und Nacht. 3. Herr, ich opfre dir zur Gabe all mein Liebstes, das ich habe; schau, ich halte nichts zurück; schau und prüfe Herz und Nieren; solltest dut was Falsches spüren, nimm es diesen Augenblick. Sid 4. Ich scheu feine Müh und Schmerzen; gründlich und von ganzem Herzen will ich folgen deinem Zug. Kann ich stetig und in allem deinen Augen nur gefallen, ach, so hab ich ewig gnug. b 4. Eines will ich nur betrachten, und nicht wisſen, noch drauf achten, was sonst draußen mag geschehn: fremd der Welt und ihren Sorgen, will ich hier in dir verborgen, als ein wahrer Pilger gehn. AV 6. Dich allein will ich erwählen; alle Kräfte meiner Seelen nimm nur ganz in deine Macht; ja, ich will mich dir verschreiben; laß es ewig feste bleiben, was ich dir hab zugesagt. G. Terstegen, † 1769. Mel. Was Gott thut, das ist ic. 286 Dich, Jefum, laß ich ewig nicht; dir bleibt mein Herz ergeben; du kennst dies Herz, das redlich spricht: nur Einem will ich leben. Du, du allein, du sollst es sein; du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Himmel werden. 2. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; ich halte dich im Glauben! Nichts fann mir meine Zuversicht und deine Gnade Liebe.dagdage 197 Gnade rauben. Der Glau- Mel. Herr, ich habe miggehandelt ic. bensbund hat festen Grund; on die deiner sich nicht schämen, die kann dir niemand nehmen. 3. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder ins Gericht und büßtest für mich Armen. Aus Dankbarkeit will ich allzeit um deines Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen. HOTE 4. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; du stärkest mich von oben. Auf dir steht meine Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich flieh zu dir, du eilst zu mir; wenn mich die Feinde hassen, wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; nichts soll von dir mich scheiden. Es bleibet jedes Gliedes Pflicht, mit seinem Haupt zu leiden. Doch all mein Leid währt turze Zeit; bald ist es über standen, und Ruh ist dann vorhanden. fik 6. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; nie soll mein Glaube wanken; und wenn des Leibes Hütte bricht, sterb bor ich mit dem Gedanken: mein Freund ist mein und ich bin fein; er ist mein Schuß und Tröster, und ich bin sein ErLöster. siis Ehrenfried Liebich, † 1780. 287 Seid barmherzig, Menschen, höret, hört das heiligste Gebot, das uns Jesus Christus lehret: seid barmherzig, seids wie Gott; gebt, so wird auch euch gegeben, was euch not ist, Heil und Leben. 2. So viel Menschen, so viel Brüder! Ein Gott ists, der uns erschuf. Wir sind alle Christi Glieder; allgemein ist Gottes Ruf. Šo den Bösen, wie den Seinen läßt der Herr die Sonne scheinen. 3. Gottes Bild in euch zu sehen, seid barmherzig, so wie er; eilt, den Armen beizustehen; was ihr gebt, empfängt der Herr. Weiß es Gott und dein Gewissen, darfs die linke Hand nicht wissen. 4. Was ihr habt, mit Armern teilen, sehn, was jedem frommt und nüßt, des Verlaffnen Wunden heilen, schüßen den, den niemand schüßt, ohne Stolz, von Pflicht gedrungen, heißt: nach Ruhm bei Gott gerungen. 5. Herr, wir geben von dem Deinen, Geber, dem der Dank gebührt! Laß, wenn unsre Brüder weinen, unser Herz nie ungerührt; daß, wenn wir zu dir uns nahen, Wiedergeburt und Heiligung. 198 nahen, wir auch Hilf und Trost empfahen! Th. G. v. Hippel, † 1796. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 288 Du Bater deiner Menschenfinder, der du die Liebe selber bist, und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist, laß mich von ganzem Herzen dein, laß michs mit allen Kräften sein! 2. Gieb, daß ich als dein 2. Gieb, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu sein mich übe, wie du mir selbst die Vorschrift giebst! Was dir gefällt, gefall auch mir; nichts scheide mich, mein Gott, von dir! 3. Vertilg in mir durch deine Liebe den Hang zur Liebe dieser Welt, und gieb, daß ich Verleugnung übe, wenn mir was eitles noch gefällt. Wie sollte ich die Kreatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, miß fällt; drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel es auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde ſelbſt zut scheun, laß, Vater, mich beflissen sein. 6. Aus Liebe laß mich alles leiden, was mir dein weiser Rat bestimmt; du führst durch Trübfal den zu Freuden, der seine Last gern auf sich nimmt; und wer sein Leiden weislich nüßt, wird mächtig von dir unterſtüßt. 4. Laß mich um deiner Liebe willen gern thun, was mir dein Wort gebeut! Kann ichs nicht, wie ich foll, erfüllen, so sich auf meine Willigkeit und rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld! mich sterben, dann wird deiner Liebe laß selbst Sterben mein Gewinn; mel erben, wo ich dir ewig werd ich deinen Him nahe bin. Da lieb ich in Vollkommenheit dich, Vater der Barmherzigkeit. Nach B. Schmold,+ 1737, 16 von S. Diterich, 1797. dideli stade 3200 10 cor Mel. Nun sich der Tag geendet hat zc. 289 Christ, wenn Arme manchesmal vor deiner Thüre stehn, mert auf, ob nicht in ihrer Zahl der Herr sei ungeſehn. TRIE 2. Und wenn ihr matter Ruf so bang erschallt zu dir herein, horch auf, ob seiner Stimme Klang nicht möchte drunter sein. d HR Liebe. 3. O nicht so fest und eng verschließ die Thüren und das Herz; ach, wer den Heiland von sich stieß, was träfe den für Schmerz! 4. Drum reiche mild der Liebe Zoll dem Dürftigen hinaus, und öffne gern und mitleidsvoll dem Flehenden dein Haus. 5. Denn ehe du dich wirst versehn, wird dein Herr Jesus Christ hinein zu deiner Thüre gehn, weil sie so gast lich ist. 6. Und ehe du ihn noch erkannt, der arm erschien vor dir, erhebt er seine heilge Hand zum Segen für und für; 7. 3um Segen über deinen 7. 3um Segen über deinen Tisch und über all dein Gut, und über deine Kinder frisch und deinen frohen Mut; 199 fänge Engeln gleich in Himmelshöhn: hätt ich feine Lieb im Herzen, ach, so wär ich gleich den Erzen, gleich der Schelle, die erklingt, doch kein Leben hat noch bringt. 8. 3um Segen über deine Beit, die du hienieden gehst, und über deine Ewigkeit, wo du dort oben stehst: 9. Dort oben, wo er dann die Thür dir auf mit Freuden thut, wie ihm und sei nen Brüdern hier du thatst mit frommem Mut. W. Hey, † 1854. Mel. Jesu, meines Lebens Leben zc. 290 Wenn auch wie ein Pfalter flänge meine Rede fromm und schön; ja, wenn meine Zunge 2. Wenn ich mit Prophetentlarheit schon die Zufunft säh erfüllt; wenn mir fund wär alle Wahrheit, fein Geheimnis mehr verhüllt; wenn ich jenen Glauben hätte, der versetzt der hilft mir nicht, wenns an Berge Stätte: ach, das alles Liebe mir gebricht. 3. Wenn ich alle meine Habe teilte den Bedürftgen aus, und den Greis am Bettelstabe gastlich führte in mein Haus; wenn ich, ChriLeib felbst ließe brennen: ftum zu bekennen, meinen ach, das alles hilft mir nicht, wenns an Liebe mir gebricht. 4. Liebe, Liebe iſt die Krone, die den Baum des Glaubens schmückt, dran man, Dank dem Gottessohne, seiner Liebe Früchte pflückt. welch edle Tugendblüte ziert das liebende Gemüte: Langmut, Freundlichkeit, Geduld, Demut, Sanftmut, Güt und Huld! 5. Und wie herrlich ist die Liebe! Ewig hört sie nimmer auf; da sonst nichts ist, das da bliebe, das nicht schlöffe 200 Wiedergeburt und Heiligung. schlöffe seinen Lauf. Sprach seinen Gaben mancherlei; und Weissagung vergehen, des Satans Zorn und groß Glaub und Hoffnung wird Gewalt zerbrich; vor ihm zum Sehen; alles währet dein Kirch erhalt. feine Zeit, Liebe bleibt in Ewigkeit. thout that 6. Herr, mein Gott, du bist die Liebe, bist der Liebe Quell allein! Hauche deines Geistes Triebe mir auch tief ins Herz hinein. O daß ich doch in der Liebe bis zum letten Atem bliebe; Jesu, so bleib ich in dir, und du ewiglich in mir! 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich auf Erden wie im Himmelreich; gieb uns Geduld in Leidenszeit, gehorsam sein in Lieb und Leid, und a wehre allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut.000 37000 2. Stöber, geb. 1810. sbmunte the allo 5. Gieb uns heut unser täglich Brot, und was man braucht zur Leibesnot; be hüt uns vor Unfried und Streit, vor Seuchen und iso mol vor teurer Zeit, daß wir 16 in gutem Frieden stehn, der og Sorg und Geizes müßig gehn. Gebet. 291 Vater unfer im Himmelreich, der du uns alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an und willst, daß werd Gebet gethan; daß nicht bet allein der Mund, hilf, daß es geh von Herzens Grund. gieb, 2. Geheiligt werd der Name dein; dein Wort bei uns hilf halten rein, daß wir auch leben heiliglich, nach deinem Namen würdig: lich; behüt uns, Herr, vor falscher Lehr, das arm verführte Volk bekehr. 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort her nach in Ewigkeit; der heilge Geist uns wohne bei mit 6. All unsre Schuld vers gieb uns, Herr, daß sie uns nicht betrübe mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern; zu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit. sie untio Cur 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht, wenn uns der böse Geist ansicht; zur linken und zur rechten Hand hilf uns thun starten Wider stand, im Glauben fest und wohl gerüst, und durch des heilgen Geistes Troft.gome 8. Von allem Übel uns erlös, es sind die Zeit und Tage bös; erlös uns von dem ewgen Tod, und tröst uns Gebet.depo uns in der letzten Not; bescher uns auch ein selig End, nimm unsre Seel in deine Händ. Tebintenis 6. Amen, das ist, es werde wahr! Stärt unsern Glanben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, es sei die Bitte wohl gethan; auf dein Wort, in dem Namen dein: so sprechen wir das Amen fein. Luther,+ 1546. ch zu 201 zu nähren, mich zu wehren, wenn Unglück geht daher, das mich möcht von dir kehren. odber jug 39hme tund 292 err Jefu Chrift, D 4. Laß mich nicht Luft noch Furcht von dir in dies ser Welt abwenden; Getreusein bis ans End gieb mir, du hasts allein in Händen, und wem du's giebſst, der hats umsonst; es mag niemand ererben noch erwerben durch Werke deine Gnad, die uns erlöst vom Sterben. 5. Ich lieg im Streit und widerstreb; hilf, Herr ich bitt, erhör mein Klagen! Verleih mir Gnad zu dieser Von deiner Gnad allein ich Christ, dem Schwachen! Frist, laß mich doch nicht leb, du kannst mich stärker verzagen. Den rechten Weg, machen. Kommt nun Ano Herr, allein, den wolleft fechtung und Gefahr, wollst du mir geben, dir zu leben, du mich nicht verlassen, fest dem Nächsten nüß zu sein, mich fassen, hehüten immernach deinem Reich zu streben. dar; ich weiß, du wirsts 22. Jch bitt noch mehr, o Herre Gott, du fannst esp. Speratus,+ 1551,(?), oder nicht laffen.nl to najtr mir wohl geben: daß ich nicht wieder werd zu Spott; die Hoffnung gieb daneben; voraus, wenn ich muß hie davon, daß ich dir mög verso 3. Agricola,+ 1566. trauen und nicht bauen auf all mein eignes Thun, sonst wirds mich ewig reuen.d 3. Verleih, daß ich aus Herzensgrund den Feinden mög pergeben; verzeih mir auch zu dieser Stund, schaff mir ein neues Leben. Dein Wort mein Speis laß allweg sein, damit mein Seel bald mich zu erretten. Mel. In dich hab ich gehoffet zc. 293 Auf dich hab ich gehoffet, Herr, hilf, daß ich nicht zu schanden werd, noch ewiglich zu Spotte. Das bitt ich dich: erhalte mich dir treu, dir, meinem Gotte. 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, erhör mein Bitt, tritt du herfür, eil, In Ungit Wiedergeburt und Heiligung. meden anlyn 202 no mut bigl Angst und Weh ich lieg und 294 Herr, wie built, du willst, steh; hilf mir in meinen Nöten.19m 3. Mein Gott und Schir, mer, steh mir bei, sei meine Burg, darin ich frei und ritterlich mögstreiten, ob mich bedräng der Feinde Meng hier und auf allen Seiten. Godt bi tu mir im Leben und im Sterben! Allein zu dir ſteht mein Begier, laß mich, Herr,- nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld, sonst wie du willst; gieb mir Geduld, denn dein Will ist der beste. Giet schior 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein Kraft, sagt mir aft, fagt mir dein Wort, mein Hilf, mein Heil, mein Leben, mein starfer Gott in aller Not: wer mag mir widerstreben? 5. Mir hat die Welt oft zugericht viel Lug und Trug und falsch Gedicht, viel Net und heimlich Stricke; nimm meiner wahr, Herr, in Gefahr; behüt vor falscher Tücke. 3. Soll ich einmal nach deinem Rat von dieser Welt abscheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir; 6. Herr, meinen Geisto Herr, ein selig End gieb befehl ich dir; mein Gott, mir durch Jesum Chriftum. mein Gott, weich nicht von Amen. 19 mir, nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, aus aller Not hilf mir am letten Ende. Kaspar Bienemann, † 1591. Jampols CL- 019011 stappe Mel. Herzlich thut mich vers verand langen zc. oudsig start 295 Laß mich dein ſein du 7. Lob, Ehre, Preis und Herrlichkeit sei Vater, Sohn und Geist bereit! Lobt Got tes heilgen Namen! Die göttlich Kraft mach uns sieghaft durch Jesum Christum! Amen. zu 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte; behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gieb mir hier und dorte, was dient zu meiner wend ab all Geligkeit: Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben! 93 . Reißner, † um 1575: treuer Gott und Herr! Von dir laß mich nichts treiben, halt mich bei deiner Lehr. Herr, laß mich nur nicht wanken, gieb mir Beständig feit; Gebet. feit; dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit! tim shid N. Selnecker,+ 1592. miay dapo madal 2969 Gott, du frommer Gott, du Brunnquell guter Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben, gesunden Leib gieb mir, und daß in solchem Leib ein unverlegte Seel und rein Gewissen bleib. 2. Gieb, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet; gieb, daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs thu, so gieb, daß es gerate wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen, laß fein unnützes Wort aus meinem Munde gehen; und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gieb den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. 203 geben an Reichtum, Gut und Geld, so gieb auch dies dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen, so gieb Geduld, vor Sünd und Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod abscheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; dem Leib ein RäumLein gönn bei seiner Eltern Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seite hab. 8. Wenn du die Toten wirst an jenem Tag erwecken, so woll auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken; laß hören deine Stimm, erwecke mein Gebein und führ mich schön verklärt in deinen Himmel ein. 4. Findt sich Gefährlich: feit, so laß mich nicht vers zagen, gieb einen Heldenmut, das Kreuz hilf ſelber tragen; 297 3weierlei bittich von dir, zweiergieb, daß meinen Feind mit Sanftmut überwind und, wenn ich Rat bedarf, auch guten Rat erfind. 1991 1997 15. Laß mich mit jeder mann in Fried und Freundschaft leben, so weit es christ lich ist; willst du mir etwas na 13. Heermann, † 1647. ssa, ni corice, nem ha mel. Da Christus geboren war ic. lei trag ich dir für, dir, der alles reichlich giebt, was uns dient und dir beliebt; gieb mein Bitten, das du weißt, eb ich sterb und sich mein Geift aus des Leibes Banden reißt. Wiedergeburt und Heiligung. 204 2. Gieb, daß ferne von mir sei Lügen und Abgötterei; Armut, so die Maße bricht, großen Reichtum gieb mir nicht; allzu arm und allzu reich ist nicht gut, ſtürzt 298 Sieh, hier bin ich, ins Füll also, wie dein Herze will, nicht zu wenig, nicht zu viel.mdhi- 1100 1980 0801 P. Gerhardt, † 1676. Sündenreich.mich vor deinen Thron; 13. Laß mich aber, o mein Heil, nehmen mein bescheiden Teil und beschere mir zur Not hier mein täglich Bißlein Brot, ein klein wenig, da der Mut und ein gut Gewissen ruht, ist führwahr ein großes Gut. schwache Thränen, kindlich Sehnen bring ich dir, du Menschensohn. Laß dich finden, laß dich finden, bin ich gleich nur Asch und Thon. 4. Sonst wohl möcht im Überfluß ich empfinden Über druß, dich verleugnen, dir zum Spott fragen: wer ift Herr und Gott? Denn das Herz ist Frechheit voll, weiß oft nicht, wenn ihm ist wohl, wie es sich erheben soll. A6 997 and 5. Wiederum, wenns ftehet bloß und die Armut wird zu groß, wirds leicht untreu, stiehlt und stellt nach des Nächsten Gut und Geld, thut Gewalt, braucht Ränk und List, ist mit Unrecht ausgerüst, fragt gar nicht, was christlich iſt. 6. Ach, mein Gott, mein Schat, mein Licht! Dieses beides ziemt mir nicht; bei des schändet deine Ehr, beides stürzt ins Höllenmeer; drum so gieb mir Hüll und 2. Sieh doch auf mich, ich bitt dich, lenke nach deinem Sinn. Dich alleine ich nur meine, dein erkaufter Erb ich bin.. Laß dich finden, laß dich finden; gieb dich mir und nimm mich hin! 800 Herr, mich 3. Herr, erhöre, ich begehre nichts als deine freie Gnad, die du giebest, wo du liebest, und man dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden; der hat alles, wer dich hat. 4. Hör, wie kläglich, wie beweglich dir die treue Seele singt, wie demütig und wehmütig deines Kindes Stimme klingt. Laß dich finden, laß dich finden; denn mein Herze zu dir dringt. 5. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichtum, Wollust, Ehr und Freud sind nur Schmerzen meinem Herzen, welches fucht Gebet. fucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden! Großer Gott, ich bin bereit. 3. Neander, † 1680. 299 Dir, bir, Jehovah, will ich fingen; denn wo ist doch ein solcher Gott wie du? Dir will ich meine Lieder bringen; ach, gieb mir deines Geiftes Kraft dazu, daß ich es thu im Namen Jesu Christ, so wie es dir durch ihn gefällig ist. 2. 3euch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir; dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinnen und Verstand regier, daß ich den Frieden Gottes schmeckt und fühl und dir darob im Herzen sing und fpiel. 205 erbe Jesu Christi sei, daher ich Abba, lieber Vater, schrei. 5. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, dem neiget sich dein gnädger Wille zu, das wird gewiß von dir erhöret, weil ichs im Namen deines Sohnes thu, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin, und nehme von dir Gnad um Gnade hin. mid: 2054 6. Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe; drum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß es, alle gute Gabe, die ich von dir verlanget jederzeit, die giebst du und thuft überschwenglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr. Ste How do Wied 7. Wohl mir! Ich bitt in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt; in ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir! Lob dir jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit! Barthol. Crasselius,+ 1724. gill Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. 3. Verleih mir, Höchster, folche Güte, so wird gewiß mein Singen recht gethan, so klingt es schön in meinem Liede, und ich bet dich im Geist und Wahrheit an; so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor. In 4. Dein Geist kann mich 300 Ach, Gott, verlaß bei dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; der lehret mich recht gläubig beten, giebt Beugnis meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Mit RTU pit Met. Reich mir die Gnadenhände; ach, führe mich, dein Kind, daß ich den Lauf vollende zu meiner Seligkeit; sei du mein Lebenslicht, mein Stab, mein Wiedergeburt und Heiligung. 206 mein Hort, mein Schuß; ach, Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach, Gott, verlaß mich nicht! Regiere du mein WalIen; ach, laß mich nimmermehr in Sünd und Schande fallen; gieb mir den guten Geist, gieb Glaubens- Zuverficht, fei meine Stärt und Kraft; ach Gott, verlaß mich nicht. the big as 3. Ach, Gott, verlaß mich nicht! Ich ruf aus Herzens grunde: ach, Höchster, stärke mich in jeder bösen Stunde; wenn mich Versuchung plagt und meine Seel ansicht, so weiche nicht von mir; Gott, verlaß mich nicht! ach, 4. Ach, Gott, verlaß mich nicht! Ach, laß dich doch be: wegen, ach, Vater, fröne doch mit reichem Himmelssegen die Werke meines Amts, die Werte meiner Pflicht, zu thun, was dir gefällt; ach, Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach, Gott, verlaß mich nicht! Ich bleibe dir ergeben, hilf mir, o großer Gott, recht glauben, christlich leben und selig scheiden ab, zu sehn dein Angesicht, hilf mir in Not und Tod; ach, Gott, verlaß mich nicht! S. Frant,+ 1724. Mel. Wunderbarer König 1. 301 Gott ott ist gegenwärtig; lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten. Gott ist in der Mitten! Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn fennt, wer ihn nennt, schlag die Augen nieder; gebt das Herz ihm wieder. 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht in Demut dienen Heilig, heilig, heilig, singen ihm zur Ehre aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm unsre Stimm, da auch wir Geringen unsre Opfer brin 31030 gen. 3. Wir entsagen willig allen Eitelkeiten, dieser Erden Lust und Freuden; da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben, dir zum Eigentum ergeben; du allein sollst es sein, unser Gott und Herre, dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, möcht ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst er weiſen! Möcht ich, wie die Engel, immer vor dir ſtehen und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir für und für trachten zu gefallen, liebster Gott, in allen. SUC 6. Geift, der alles füllet, drin wir sind und weben, aller Dinge Grund und Leben! Meer ohn Grund und Ende, Wunder aller Wunder, ich sent mich in dich hinunter; ich in dir, du in mir, laß mich Gebet. mich ganz verschwinden, dich nur sehn und finden. 6. Du durchdringest alles; laß mit deinem Lichte, Herr, berühren mein Gesichte; wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten, laß mich so still und froh deine Strahlen fassen und dich wirken lassen. 7. Mache mich einfältig, innig abgeschieden, sanft und still in deinem Frieden; mach mich reines Herzens, daß ich deine Klarheit schauen mag in Geist und Wahrheit; laß mein Herz himmelwärts wie ein Adler schweben und in dir nur leben. 8. Herr, fomm in mir wohnen, laß den Geist auf Erden dir ein Heiligtum noch werden; komm, du nahes Wesen, dich in mir verkläre, daß ich dich stets lieb und ehre; wo ich geh, sig und steh, laß mich dein gedenken, mich in dich verfenten. G. Terstegen, † 1769. 302 Mel. Es ist das Heil uns ic. deine Güte ott reicht so weit, so weit die Wolken gehen; du frönft uns mit Barmherzigkeit und eilft uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, mert auf mein Wort; denn ich will vor dir beten. 207 2. Jch bitte nicht um Überfluß und Schätze dieser Erden; laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gieb mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Chr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Namens Eigentum laß mich nur nicht verlieren; mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, mein Herr und Gott, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demut, Mut in Not, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit, laß du mich nur Barmherzigfeit vor dir im Tode finden. Chr. F. Gellert, † 1769. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten zc. 303 Bedent ich deine große Treue, bedenk ich meine tiefe Schuld, dann fühl ich heiße Scham ich und Reue und preis in Demut deine Huld. 2. Ich bin nur Staub, aus Staub geboren, bin irdisch und verweslich noch, und bin zur Herrlichkeit erkoren, bin himmlisch auch und ewig doch. Wiedergeburt und Heiligung. 208 3. O Vater, deine große Liebe, wie kann ein Mensch sie hier verstehn? Gieb, daß ich mich in Einfalt übe, den Weg, den du mich führst, zu gehn. 4. Gieb, daß ich dir nicht widerstrebe, wenn Dornen meinen Pfad umziehn, und daß ich dir im Glauben lebe und nicht von dieser Erde bin. 5. Gieb, daß der Erde Eitelkeiten mir unbewußt vorübergehn, und daß ich mag zu allen Beiten auf Jesu Kreuz und Sterben sehn. 2. Ach, laß dein Wort uns allen noch ferner reichlich schallen, zu unsrer Seelen Nut! Bewahr uns vor den Rotten, die deiner Wahrheit spotten, beut allen deinen Feinden Truß. 3. Gieb du getreue Lehrer und unverdröffne Hörer, die beide Thäter sein: auf Pflanzen und Begießen laß dein Gedeihen fließen und Früchte reichlich ernten ein. 4. Du wollst uns hoch beglücken, mit hellen Gnaden blicken auf unsern Fürsten sehn, ihn schüßen auf dem Throne, auf seinem Haupt die Krone in vollem Glanze laffen stehn. im 5. Laß alle, die regieren, ihr Amt getreulich führen, schaff jedermann sein Recht, daß Fried und Treu sich müssen in unserm Bunde küssen; segn uns als dein erwählt Geschlecht. 6. Erhalt in jeder Ehe beim Glücke wie beim Wehe rechtschaffne Frömmigkeit; in Unschuld und in Tugend gedeihe unsre Jugend, zu 38 57796911 dillendeines Reiches Dienst bereit. Mel. Welt, ich muß dich lassen ze. 7. O Vater, wend in Gnade sig ind so otio Allgemeine Fürbitte. D 304 Herr, böre! Herr, den Krieg, Seuche und den Breit deines Namens Ehre an allen Orten aus! Behüte alle Stände durch deiner Schaden Elemente ab! Bewahr des Landes Früchte und mache nicht zu nichte, was deine milde Hand uns gab. 6. Gieb, daß ich nimmer möge schwanken, wenn mir der Erde Reichtum blinkt; laß mich von deinem Weg nicht wanten, wo mir am Ziel die Palme winkt. Allmacht Hände, beschüße Kirche, Land und Haus. 7. Gieb, daß ich dulden mag und hoffen, und gieb mir deinen heilgen Geist, und zeige mir den Himmel offen, wenn mir der Tod das Herz zerreißt. 2. Heufel, 1876. Allgemeine Fürbitte. 8. Gedente voll Erbarmen der Leidenden und Armen; Verirrte bring herein; die Witwen und die Waisen wollst du mit Troste speisen, wenn sie zu dir um Hilfe schrein. 9. Hilf als ein Arzt den Kranken, und die im Glauben wanken, laß nicht zu Grunde gehn; die Alten heb und trage, damit sie ihre Plage geduldig mögen überstehn. 10. Die Reisenden beschüße, bleib den Verfolgten Stüße, die Sterbenden geleit mit deinen Engelscharen, daß sie in Frieden fahren zu Zions Freud und Herr lichkeit. llog 11. Nun, Herr, du wirst erfüllen, was wir nach dei nem Willen in Demut jetzt begehrt; wir sprechen gläubig Amen, in unsers Jesu Namen, so ist gewiß der Wunsch gewährt! B. Schmold, † 1737. 209 und Segen bringe deinen Gliedern allzumal, wo sie hier zerstreuet wohnen unter allen Nationen, die du kenneſt überall. 3. wie lieb ich, Herr, die Deinen, die dich suchen, die dich meinen; o wie föstlich sind sie mir! Du weißt, wie michs oft erquicket, wenn ich Seelen hab erblicket, die sich ganz ergeben dir. Mel. Alles ist an Gottes Segen 2c. 305efu, der du bist und König der Gemeine, fegne mich, dein armes Glied! Wollst mir neuen Einfluß geben deines Geistes, dir zu leben; stärke mich durch deine Güt. 2. Ach, dein Lebensgeist durchdringe, Gnade, Kraft 4. Ich umfasse, die dir dienen, ich vereinige mich mit ihnen, und vor deinem Angesicht wünsch ich allen tausend Segen; stärke sie in deinen Wegen, führ sie selbst zu deiner Pflicht. 5. Die in Kreuz und Leiden leben, stärke, daß sie ganz ergeben ihre Seel in deine Hand; laß sie dadurch werden kleiner und von allen Schlacken reiner, ganz allein in dich gewandt. 6. Laß die Deinen noch auf Erden ganz nach deinem Herzen werden; mache deine Kinder schön, abgeschieden, klein und ſtille, fanft, ein wie du sie gern willst sehn. 7. Sonderlich gedenke deren, die es, Herr, von mir begehren, daß ich für sie beten soll. Auf dein Herz will ich sie legen; gieb du jedem solchen Eegen, wie es not; du tennst sie wohl, 210 8. Ach, besuch zu dieser Stunde ihre Herzen, und im Grunde sie erfreu in dir allein; zeuch mit deinen Liebeszügen ihre Lust und ganz Vergnügen wesentlich in dich hinein.surb 9. Ach, du haft uns teur erworben, da du bist am Kreuz gestorben; denke, Jesu, wir sind dein! Halt uns fest, so lang wir leben und in dieser Wüste schweben; laß uns nimmermehr allein. Wiedergeburt und Heiligung. 10. Bis wir einst mit allen Frommen dort bei dir zusammen kommen und, von allen Flecken rein, dort vor deinem Throne stehen, uns in dir, dich in uns sehen, ewig eins in dir zu sein. 6. Terstegen, † 1769. 90 Friede und Freude. ist wispatbloid est Mel. Lasset uns den Herren 256 preisen 2c. 306 i ( ollt ich meinem Gott nicht fingen, sollt ich ihm nicht fröhlich sein? Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut ers mit mir mein. Ists doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, also hat auch immer wieder mich des Höchsten Arm gedeckt, alsobald im Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer, nein, er giebt ihn für mich hin, daß er mich vom ewgen Feuer durch sein teures Blut gewinn; o du Brunnen ohn Ergründen, wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, deines Grundes Tiefe finden? Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geiſt, den edlen Führer, giebt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmelspfort, daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Reich zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 5. Meiner Seelen Wohl= ergehen hat er ja recht wohl bedacht; will dem Leibe Not entstehen, nimmt ers gleichfalls wohl in acht; wenn mein Können, mein Vermögen Friede und Freude. 211 Vermögen nichts vermag, Herz entzeucht, ob es wohl nichts helfen fann, tommt mein Gott und hebt mir an, sein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. bisweilen Sünde thut und von der Bahn abweicht, also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, will mein Fehlen mit der Rut und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt; wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält: Tier und Kräuter und Getreide, in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See: überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüt, daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb und Güt. Wäre nicht mein Gott gewesen, hätte nicht sein Angesicht mich geleitet, wär ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 8. An wie mancher schweren Plage hat er mich vor beigeführt, daß sie mich mein Lebetage niemals noch bis her berührt; und der Engel, den er sendet, hat das Böse, das der Feind anzurichten war gemeint, in die Ferne weggewendet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 9. Wie ein Vater seinem Kinde niemals ganz sein 10. Seine Strafe, seine Schläge, ob es mir gleich bitter scheint, sind, wenn ich es recht erwäge, dennoch Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der schnöden Welt, die uns hart gefangen hält, durch das Kreuze zu sich lente. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 11. Das weiß ich fürwahr und lasse mirs nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine Maße und muß endlich stille stehn; wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein: also wird auch nach der Pein, mers erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.hu no sist 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe findt, ei, so heb ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind, bitte: wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu um fangen 212 Wiedergeburt und Heiligung. fangen Tag und Nacht, hier viel muß leiden, nicht von in meinem ganzen Leben, bis Jesu scheiden.adius du ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit. sd P. Gerhardt,+ 1676. hal teatasodio deg The maining and efu, meine Freude, 307 eu, meine Freude, 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst du nicht; gute Nacht, ihr Sünden, bleibet meit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht; gute Nacht, du Stolz und Pracht; dir sei ganz, du Sündenleben, gute Nacht gegeben. 6. Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Freude sein; duld ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Weide, Jesu, meine Zier! Ach, wie lang, ach, lange ist dem Herzen bange und ver langt nach dir! Hab ich dich, wie reich bin ich! Außer dir soll mir auf Erden nichts sonst lieber werden. 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei; laß von Ungewittern rings die Welt erzittern, mir steht Jesus bei. Wenn die Welt in Trümmer fällt, wenn gleich Sünd und Hölle schrecken: Jesus will mich decken. 3. Troß des Feindes Lauern, troß des Todes Schauern, troß der Furcht dazu! Tobe, Welt, geringe halt ich dich und finge in gar fichrer Ruh; Gottes Macht hält mich in acht; Erd und Abgrund muß sich scheuen, ob sie noch so dräuen. 4. Weg mit allen Schäßen; du bist mein Ergößen, Jesu, meine Lust! Weg, ihr eiteln Ehren, ich mag euch nicht hören, bleibt mir unbewußt! Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich Joh. Frand, † 1677. 400 1145( 1) 19 TIRGOS 490 308 Gs glänzet der Christen inwendiges Leben, obgleich fie von außen die Sonne verbrannt; was ihnen der König des Himmels gegeben, iſt feinem, als ihnen nur selber bekannt; was niemand verspüret, was niemand bea rühret, hat ihre erleuchteten Sinne gezieret und sie zu der göttlichen Würde geführet. 2. Denn innerlich find sie von göttlichem Stamme, geboren aus Gott durch sein mächtiges Wort; es lodert in ihnen die himmlische Flamme, entzündet von oben, genähret Friede und Freude. genähret von dort; die Engel find Brüder, die ihre Loblieder mit ihnen holdselig und inniglich singen; das muß denn ganz herrlich und prächtig erklingen. dil 213 scheinet, wonach sich eur Seufzen mit ihnen vereinet. 6. Jesu, verborgenes Leben der Seelen, du heimliche Zierde der inneren Welt! Laß deinen verborgenen Weg uns erwählen, wenn gleich uns die Schmach deines Kreuzes entstellt. Hier übel genennet und ewig erfennet, hier heimlich mit Christo im Vater gelebet, dort öffentlich mit ihm im Himmel geschwebet. 10100 Chr. F. Richter, † 1711. 3. Sie wandeln auf Erden, und leben im Himmel; sie bleiben ohnmächtig, und schüßen die Welt; sie schmecken den Frieden bei allem Getümmel, sie haben, die Ärmften, was ihnen gefällt. Sie stehen in Leiden, und blei ben in Freuden; sie scheinen ertötet den äußeren Sinnen, omrids und führen das Leben des 309 Wie wohl iſt mir, Glaubens nach innen. ld bon 4. Wenn Christus, ihr Leben, wird offenbar werden, wenn er sich einst dar in der Herrlichkeit stellt, so werden fie mit ihm als Fürsten der Erden auch herrlich erscheinen zum Wunder der Welt. Sie werden regieren, mit ihm triumphieren, den Himmel als prächtige Lichtermaus zieren; das wird man die Freude gar offenbar spüren. 5. Froblocke, du Erde, und jauchzet, ihr Hügel, die weil ihr solch göttlichen Samen geneußt; denn das ist des Ewigen göttliches Siegel, zum Beugnis, daß er euch noch Segen verheißt; ihr sollt noch mit ihnen aufs prächtigste grünen, wenn erst ihr verborgenes Leben er ie Freund Seele, wenn ich in deiner Liebe ruh; ich steige aus der Schwermutshöhle und eile deinen Armen zu; da muß die Nacht des Trauerns scheiden, wenn mit der Fülle selger Freuden die Liebe strahlt aus deiner Brust. Sier ist mein Himmel schon auf Erden; wer sollte nicht beseligt werden, der in dir suchet Ruh und Lust? 2. Die Welt mag meine Feindin heißen: es sei also! ich trau ihr nicht, wenn sie mir gleich will Lieb erweisen bei einem freundlichen Gesicht. In dir vergnügt sich meine Seele, du bist mein Freund, den ich erwähle, du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht; der Welt Haß tann mich doch nicht Wiedergeburt und Heiligung. 214 nicht fällen, weil in den stärksten Unglückswellen mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich der Sünde Last erdrücken, blitt auf mich des Gesetzes Weh, droht mir die Strafe schon im Rücken, so steig ich gläubig in die Höb und flieh zu deinen heilgen Wunden, da hab ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluchstrahl treffen fann. Tritt alles wider mich zusammen, du bist mein Heil, wer will Die Liebe nimmt sich meiner an. verdammen? 4. Lenkst du durch Wüsten meine Reise, ich folg und lehne mich auf dich; du giebst aus Wolfen mir die Speiſe und labest aus den Felsen mich. Ich traue deinen Wunderwegen, sie enden sich in Lieb und Segen: genug, wenn ich dich bei mir hab! Ich weiß, wen du willst herrlich zieren und über Sonn und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. 5. Der Tod mag andern düster scheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Mut in dir, der du verläsfest keinen, in dir, mein liebstes Leben, ruht. Wen macht des Weges End erzittern, wenn aus Gefahr und Ungewittern er eingeht in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden aus dieser finstern Wildnis scheiden zu deiner Ruh der Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich mich lehn auf dich! Mich kann Welt, Not und Tod nicht quälen, weil du, mein Gott, vergnügest mich. Laß solche Ruh in dem Gemüte nach deiner unumschränkten Güte des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt, mit allen Schmeicheleien! Nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. O reicher Trost: mein Freund ist mein! Wolfg. Chr. Deßler, f 1722. und dip dy 310 göttlicher riede, Friede, Friede ach, Friede, vom Vater durch Christum im heiligen Geist, welcher der Frommen Herz, Sinn und Gemüte in Christo zum ewigen Leben aufschleußt! Den sollen die gläubigen Seelen erlangen, die alles verleugnen und Christo anhangen. und sid 2. Richte deswegen, friedliebende Seele, dein Herze im Glauben zu Jesu hinan! Was da ist droben bei Christo, erwähle, verleugne dich selbst und den irdischen Wahn; nimm auf dich das sanfte Joch Christi hienieden, so findest du Ruhe und göttlichen Frieden. Friede und Freude. 3. Nahm doch der Mittler des Friedens viel Schmerzen, die Sünder mit Gott zu versöhnen, auf sich. Nimm dies, o Seele, recht fleißig zu Herzen, und siehe, was thut nicht dein Jesus für dich! Am Kreuze dort bringt er dir Frieden zuwege und hilft dir, daß Jammer und Unruh sich lege. B. Craffelius,+ 1724. 4. Nun, dafür bist du ihm ewig verbunden, du sollst dafür gänzlich sein Mel. Unser Herrscher, unser König zc. Eigentum ſein; er hat die 311 Weicht, ihr Berge, fallt, ewge schließt in den Bund seines Friedens dich ein; drum siehe, daß du dich ihm gänzlich ergiebest und immer beständig von Herzen ihn liebest. 5. Siehe, von all seinen Friedensgenossen erfordert er herzliche Liebe und Treu; drum sollst du treulich und tapfer ausstoßen, was Jesus dir zeiget, das wider ihn sei. Welt, Satan und Sünde, die mußt du bestreiten, was Jesu zuwider ist, fliehen und meiden. e punetort 215 7. Jesu, bu Herzog der Frie densheerscharen, o König des Friedens, ach, zeuch uns nach dir, daß wir den Friedensbund treulich bewahren, im Wege des Friedens dir folgen allhier; ach, laß uns doch deinen Geist kräftig regieren und dir nach im Frieden zum Vater hin führen! 6. Liebe und übe, was Jesus dich lehret, und was er dir saget, dasselbige thu; haffe und lasse, was sein Wort verwehret, so findest du Frieden und ewige Ruh. Ja, selig, die also sich Jesu ergeben und gläubig und heilig nach seinem Wort leben. alle Felsen, brechet ein! Gottes Gnade hat das Siegel, sie will unverändert sein; laßt die Welt zu Trümmern gehn, Gottes Gnade wird bestehn. sit tint 2. Gott hat Gnade mir versprochen, Gott hat einen Bund gemacht, der wird nimmermehr gebrochen, bis er alles hat vollbracht; er, die Wahrheit, trüget nicht; es geschieht, was er verspricht. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenn gleich alles bricht und fällt, sondern ihren Zweck erreichen, bis sie mich zufrieden stellt. Iſt die Welt voll Heuchelei, Gott ist fromm und gut und treu. 4. Will die Welt den Frieden brechen, hat sie lauter Krieg im Sinn, Gott hält immer Wiedergeburt und Heiligung. Boursty Citr 216 immer sein Versprechen; so fällt aller Zweifel hin, als wär er nicht immerdar, was er ist und was er war. 5. Laßt sein Antlitz sich verstellen, ist sein Herz doch treu gesinnt und bezeugt in allen Fällen, daß ich sein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch Grund und Boden weicht. 200 6. Er will Friede mit mir halten, wenn die Welt sich auch empört; ihre Liebe mag erfalten, achtet doch mein Gott mich wert; ob die Sonne sich verhüllt, bleibt er mir doch Sonn und Schild. 690. Vic 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer, so hat er sich felbft genennt; das ist Trost: so werd ich Armer nimmermehr von ihm getrennt; fein Erbarmen läßt nicht zu, daß er mir was Leides thu. 8. Nun, so soll mein ganz Vertrauen anterfest auf ihm beruhn: Felsen will ich auf ihn bauen, was er faget, will er thun. Erd und Him mel kann vergehn, sein Bund bleibet feste stehn. ssd B. Schmold, † 1737. geben; denn er beut dir treulich an, was dein Herz nur wünschen kann. 196 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich verkehret; wer das Herz in- seiner Brust Gott allein zur Lust bewähret, dieser trifft in allem an, was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust an Gott erfüllt mit Licht, wenn man ihn durchs Wort erkennet; Luft am Herrn stärkt den zur Pflicht, der in seiner Liebe brennet! Lust am Herrn beut alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer nur Lust am Herren hat, hat auch Lust an seinem Willen und be müht sich früh und spat, solchen Willen zu erfüllen; und so wird er auch empfahn, was das Herz nur wünschen kann. 5. Ist die Lust nicht ohne Last, trag geduldig die Beschwerden; wenn du wohl gelitten hast, wirst du erst recht fröhlich werden und triffft dort im Himmel an, was dein Herz nur wünschen kann. B. Schmold,+ 1737. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 2. abe deine Lust Mel. Seelenbräutigam zc. 312 m Herrn, ber 313 Wer ist wohl wie am dir schenket Lust und Leben, so wird dir dein Gnaden stern tausend holde Strahlen du, Ruh? Für uns alle auserforen, Leben derer, die verloren. 217 Ahmadharasack mit 39mm den Schranken; sei du mein Gewinn, gieb mir deinen Sinn! Our aim 69. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt zu dir fortsetze und die Sünd in ihrem Nebe mich nicht halte auf; fördre meinen Lauf!' s 10. Deines Geistes Trieb in die Seele gieb, daß ich machen mög und beten, freudig vor dein Antlit treten; ungefärbte Lieb in die Seele gieb! m fa mism 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken; habe auf mich acht, Hüter in der Nacht! salud Friede und Freude. mad sed foren, und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh! bor 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Not zu erlösen, hat geschmecket, meine Schuld hat zugedecket und mich aus der Not hat geführt zu Gott! 3. Glanz der Herrlichkeit! Du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4.- Großer Siegesheld! Tod, Sünd, Höll und Welt hast du mächtig überwunden und ein ewges Heil erfunden durch das Lösegeld deines Bluts, o Held! 5. Höchste Majestät, König und Prophet! Deinen Scepter will ich füssen, wie Maria dir zu Füßen sitzen früh und spät, höchste Majestät! 12. Einen Heldenmut, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüfte haffe, gieb mir, höchstes Gut, durch dein teures Blut! sa pag 6. Laß mich deinen Ruhm, als dein Eigentum, durch des Geistes Licht erkennen, stets 13. Gollsz 13. Solls zum Sterben in deiner Liebe brennen, als gehn, wollst du bei mir stehn, dein Eigentum, allerschönster mich durchs Todesthal beRuhm! tid gleiten und zur Herrlichkeit 7. Deiner Sanftmut Schild, deiner Demut Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz sich rege; vor dir sonst nichts gilt, als dein eigen Bild. bereiten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn. 3. A. Freylinghausen, † 1739. Mel. O du Hüter Israel ic. 8. Steure meinem Sinn, 314 Christen sind ein göttlich der zur Welt will hin, daß ich nicht mög von dir aus dem Geist des Herrn wanken, sondern bleiben in gezeuget, ihm gebeuget und von 218 Wiedergeburt und Heiligung. von seiner Flammenmacht und du meine heißen könnteft; angefacht; vor des Bräut- wenn du nicht von Liebe gams Augen schweben, das brenntest, hätte das nicht ist ihrer Seelen Leben, und können sein. afins sein Blut ist ihre Pracht. 2. Königskronen sind zu bleich für der Gottverlobten Würde; ein Hürde wird zum himmlischen Palast; und die Last, drunter sich die Helden plagen, wird den Kindern leicht zu tragen, die des Kreuzes Kraft gefaßt. 3. Ehe Jesus unser wird, ehe wir uns selbst vergessen und gesessen zu den Füßen unsers Herrn, sind wir fern von der ewgen Bundesgnade, von dem schmalen Lebenspfade, von dem hellen Morgenstern. 4. Pilgrimschaft zur Ewigfeit bleibet immerdar bes schwerlich, ja gefährlich, bis man ringt und dringt zu dir, einge Thür, einge Ursach der Vergebung, Glut der göttlichen Belebung, Jesu, unser Liebspanier! 5. Zeuch uns hin, erhöhter Freund, zeuch uns an dein Herz der Liebe! Deine Triebe führen mich, du Siegesheld, durch die Welt, daß ich deine Seele bleibe und so lange an dich glaube, bis ich lieb im innern Zelt. 6. Da ist meine Hand und Herz! Du haft deine Seel gewaget, unverzaget und das alles blos allein, daß ich dein 10 900 7. Nun, ihr Kronen, 1901 fahret hin, fahre hin, erlaubte Freude! Meine Weide sei des Herren lettes Mahl vor der Qual, meine Ehre seine Schande, meine Freiheit seine Bande, meine Zier die Ros im Thal. N. L. Graf v. Zinzendorf, † 1760. Jalad Mel. Jesu, meine Freude zc. surs das ich hab er315 Allgenugſam Weſen, lesen mir zum höchsten Gut, du vergnügst alleine völlig, innig, reine, Seele, Geist und und satt; wer dir kann im Mut. Wer dich hat, ist still Geist anhangen, darf nichts mehr verlangen. 18 2. Wem du dich gegeben, fann in Frieden leben; er hat, was er will; wer im Herzensgrunde lebt mit dir im Bunde, liebet und ist still. Bist du da und innig nah, muß das Schönste bald erbleichen und das Beſte weichen. D19 3. Höchstes Gut der Güter, Ruhe der Gemüter, Trost in aller Pein; was Geschöpfe haben, fann den Geist nicht laben; du vergnügst allein. Was ich mehr als dich begehr, kann mein Geliga Friede und Freude. 219 Matan to dri bin, ist dieses Gewinn. Leibes Tod sisse Seligsein nur hindern und Mir, der ich dein Erlöster den Frieden mindern.n 4. Was genannt fann werden droben und auf Erden, alles reicht nicht zu; einer kann nur geben Freude, Ruh und Leben, eins ist not: nur du! Hab ich dich nur wesentlich, so mag Leib und Seel verschmachten: will ichs doch nicht achten. 3. Ich bin erlöst und bin ein Christ! Mein Herz ist ruhig und vergißt die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, und bin des hohen Trostes voll: ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein Teil mir zu, hier kurzen Schmerz, dort ewge Ruh. 5. Komm, du selges Wesen, das ich mir erlesen, werd mir offenbar! Meinen Hunger stille, und mein Herz erfülle mit dir selber gar! Bleib nur du mein Gut und Ruh, bis du wirst in jenem Leben dich mir völlig geben. 600 G. Terstegen, † 1769. 316 Mein Glaub ist meines Lebens Ruh und führt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich glaube! Ach, gieb mir, Herr, Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterblichkeit nichts meiner Seele raube! Tief präg es meinem Herzen ein, welch Glück es ist, ein Christ zu sein! 2. Du haft dem sterblichen Geschlecht zur selgen Ewigkeit ein Recht durch deinen Tod erworben; zum Staube kehrt zurück der Staub, der Geist wird nicht des Todes Raub; du bist für mich gestorben. 4. Was seid ihr, Leiden dieser Zeit, mir, der ich jener Herrlichkeit mit Ruh entgegen schaue? Bald ruft mich Gott, und ewiglich erquickt er belohnet und mich, weil ich ihm hier vertraue. Bald, bald verschwindet aller Schmerz, und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag ich doch nicht mehr der Sünde schmählich Joch in meinem Lauf auf Erden; mit Freuden üb ich meine Pflicht; doch fühl ich wohl, ich bin noch nicht, was ich dereinst soll werden. Mein Trost ist dies: Gott hat Geduld und straft mich nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, du hast mich, Mittler, aus der Angst, in der ich lag, gerissen! Dir, dir 220 dir verdank ich meine Ruh; denn meine Wunden heiltest du und stilltest mein Gewissen; und fall ich noch in meinem Lauf, so richtest du mich wieder auf. Wiedergeburt und Heiligung. 7. Dank sei dir, Vater, Dank und Ruhm, daß mich dein Evangelium lehrt glau ben, hoffen, lieben. Was mir schon jetzt in dieser Zeit den Vorschmack giebt der Seligkeit, wie soll ich das nicht üben? Gott, präg es meinem Herzen ein, welch Glück es sei, ein Christ zu sein! smis Balth. Münter, † 1793. nup fr fillior Nun bitten wir den heiligen 2c. 20.5 mi disfirs 317 Ah, mein Herr atching Mel. Nahesein bringt großen Frieden ins Herz hinein, und dein Gnadenanblick macht uns so selig, daß Leib und Seele darüber fröhlich und dankbar wird. lo di amor 2. Wir sehn dein freundliches Angesicht voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht; aber unsre Seele kanns schon gewahren, du kannst ihr fühlbar dich offenbaren, auch ungesehn. edit thi bod 3. O, wer nur immer bei Tag und Nacht dein zu genießen recht wär bedacht! Der hätt ohne Ende von Glück zu sagen, und seine sesnisd Seele müßt immer fragen: wer ist wie du? spurte 4. Barmherzig, gnädig, geduldig sein, uns täglich reichlich die Schuld verzeihn, heilen, trösten, stillen, erfreun und segnen und unsrer Seel als Freund begegnen, ist deine Lust. 5. Ach, gieb an deinem kostbaren Heil uns alle Tage vollkommenen Teil, und laß unsre Seelen sich immer schicken, aus Not und Liebe nach dir zu blicken ohn Unterlaß. sann 6. Und wenn wir weinen, so tröst uns bald mit deiner heiligen Todsgeſtalt; ja, laß fie uns immer vor Augen schweben und dein wahrhaftiges Inunsleben zu ſpüren 7. Ein herzlich Wesen und Kindlichkeit ſei unfre Zierde zu aller Zeit, und die Tröstung aus deinen Todeswunden erhalt uns Frieden zu allen Stunden, bei Freud und Leid. binad 18. 8. So werden wir in Himmel hinein in dir vergnügt wie die Kinder sein. Muß gleich unser Aug sich noch einmal neten, wenn fich das Herz nur an dir ergößen und stillen kann. 9. Du reichst uns deine durchgrabene Hand, die so viel Treue an uns gewandt, daß wir, daran denkend, be schämt Friede und Freude. 221 schämt dastehen, und unser nun in seinen Jüngern Auge muß übergehen vor Lob und Dank. wieder. bilgiChr. Gregor, † 1801. attisgase genellift 198 Mel. Jesu, meine Freude zc. 318 W enn ich ihn nur 319 Wie getroft und heiter, habe, wenn er mein nur ist, wenn mein Herz bis hin zum Grabe seine Treue nie vergißt; weiß ich nichts von Leide, fühle nichts, als Andacht, Lieb und Freude a mein Licht und Leiter, machst du meinen Geist! Der du, die dir trauen, führst zu grünen Auen und so gern erfreust! Niemals wird bei dir, o Hirt und Beruhiger der Seelen, mir Erquichung fehlen. 2. Wenn ich ihn nur habe, laß ich alles gern, folg an meinem Wanderstabe treu gesinnt nur meinem Herrn, lasse still die andern breite, lichte, volle Straßen wandern. 2. Deinem Rat ergeben, freu ich mich zu leben; was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher; du, mein Seligmacher, rüstest mich mit Mut. Wenn die Gericht und Hölle schrecken, Welt erbebt und fällt, wenn willst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen; mein Erlöser lebt; ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag eines Frevlers Herz erschüttern: was brauch ich zu zittern? orbl 3. Wenn ich ihn nur habe, schlaf ich fröhlich ein; ewig wird zu süßer Labe seines Herzens Flut mir sein, die mit sanftem Zwingen alles wird erreichen und durchdringen. 4. Wenn ich ihn nur habe, hab ich auch die Welt, weil des Himmels schönste Gabe meinen Blick nach oben hält; hingesenkt im Schauen kann mir vor dem Irdischen nicht grauen. di Novalis( Fr. v. Hardenberg), +1801. 5. Wo ich ihn nur habe, ist mein Vaterland, und es fällt mir jede Gabe wie ein Erbteil in die Hand. Längst vermißte Brüder find ich 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich überwinde sie, mein Hort, durch dich. Sink ich oft noch nieder, du erhebst mich wieder, du begnadigst mich. Deine Huld tilgt meine Schuld; nie entziehst du deinem odmor, dr Wiedergeburt und Heiligung. 222 hun sthine hood spand deinem Knechte der Erlöften Rechte. Tour allir con 5. Daß ich Gott erkenne und ihn Vater nenne und mich ewig sein, daß ich hier am Grabe Trost und Hoffmung habe, dank ich dir allein. Daß dein Geist mich unterweist und mich führt auf deinem Pfade, das ist deine Gnade. Seligkeiten hoff ich auf dein Wort. Sie sind mein durch dich allein. Bleib ich dir getreu im Glauben! wer kann sie mir rauben? 10. Voll von deiner Güte frohlockt mein Gemüte, Gott, mein Heiland, dir. Dieser Geist der Freuden stärke mich im Leiden, weiche nie von mir! Laß mich so beherzt und froh einst durchs Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen. Chr. F. Neander, † 1802. 6. Der du Blut und Leben für mich hingegeben, daß in meiner Not ich nicht hilflos bliebe, groß ist deine Liebe, stärker als der Tod! Herr, und ich, ich sollte mich deiner Mel. Schmücke dich, o liebe Seele zc. om Geräusch der huld nicht dankbar freuen, 320 V Welt geschieden, dir mein Herz nicht weihen? 7. Würdig dir zu leben, dies sei mein Bestreben, meine Lust und Pflicht! Was die Welt vergnüget, o mein Heil, das genüget meiner Seele nicht. Hab ich dich, wie gern will ich das, wonach die Heiden trachten, reich in dir, verachten! schmeck ich des Erlöfers Frieden und die Freude schon auf Erden, Gott, mit dir vereint zu werden; sehe diese Welt der Sünden unter meinen Füßen schwinden und das Glück von jenem Leben den entzückten Geist 29 200 umgeben. 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde durch Zufriedenheit? Sind nicht auch die Ehren, die die Welt bethören, Traum und Eitelkeit? Du erfreust des Menschen Geist; Herr, du willst, die dich verehren, ewig wieder ehren.m 60 9. Deinen hohen Frieden, schmeck ich schon hinieden, und was hoff ich dort? Unbegrenzte Beiten voller 13/0 2. Was ist aller Reiz von Lüsten über sie erhabnen Christen? Was der Glanz der eiteln Freuden? Was des Lebens furze Leiden? Wenn sie deinen Lohn erblicken, der fie ewig wird beglücken, und des Kranzes Wert empfinden, den dort Engel für sie winden? isip. 3. Nun mag Trübsal auf mich stürmen! Gottes Trost wird mich beschirmen. Kurz sind Friede und Freude. find dieses Lebens Pfade; Gnüge haben. ewig währt der Lohn der mein ganzes Gnade. Mit des Dankes Gnadenfülle aus! stillen Zähren will ich Gottes Rat verehren, unter feiner Plage sinken und den Kelch der Leiden trinken. 4. Du hast selbst der Menschen Plagen, Heiland, voll Geduld ertragen, mit dem schwersten Tod geſtritten, tausendfaches Leid erlitten! Laß mich deine Kraft beleben, wenn die matten Hände beben! Hilf mir machen, kämpfen, fiegen! Friede lohnet nach den Kriegen. el 3. 3. Eschenburg, † 1820. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 2. einen Frieden 321 Me geb ich euch! Also hat der Herr verheißen. Auf, mein Herz, die Sorgen fleuch! Er wird aus der Angst dich reißen. Sei getrost und unverzagt, glaube, was er zugesagt. prits 2. Herr, du hältst, was du versprichst, giebst noch immer deinen Frieden, wenn du in die Herzen brichst mit dem Wahrheitsglanz hie nieden. Kehre eilig bei mir ein, laß in dir mich selig sein! 3. Güter, die die Erde giebt, sind nur mangelhafte Gaben; ewig, Herr, wird, per dich liebt, in dir volle 223 Schütte auf Haus deine 4. Ohne dich vermag ich nichts; eignes Ringen ist vergebens; du allein, o Quell des Lichts, bist der Grund des neuen Lebens. Rühre mich mit deiner Kraft, die den neuen Menschen schafft! 5. Führe du mein Glaubensschiff durch die sturmbewegten Wellen, daß es nicht am Felsenriff harter Zweifel mög zerschellen! Wenn ichs nicht mehr lenken kann, ſo sei du der Steuermann. 6. Rette mich in jenen Port, wo die Erdenstürme schweigen und vor dir, p Gnadenhort, alle Seligen sich neigen! Dann in deines Vaters Haus werf ich meinen Anker aus. do Chr. A. Bähr, † 1846. mel. Valet will ich dir geben 2c. 322 Jesu, meine Sonne, vor der die Nacht entfleucht, o Jesu, meine Wonne, die alle Not verscheucht! Im Herzen flingt mir täglich der eine helle Ton: wie hast du so unsäglich geliebt, o Gottes Sohn! 1919 1910 APHIE 2. Es faßt mich so ein tiefes, ein himmlisches Gefühl; es ist mir stets, als rief es: hier ist dein einzig Biel! 978 Wiedergeburt und Heiligung. 224 Riel! Ja, wenn mir gar nichts bliebe, ich gäb mit frohem Sinn um Jesu Christi Liebe auch noch das Letzte hin. 3. Um diese Perle wäre mir alles andre feil, selbst Hab und Gut und Ehre, mein ganzes Erdenteil. Wie gerne will ich meiden das alles froh und still, wenns von dem Herrn mich scheiden und ihn mir rauben will! 4. Ich kenn auch gar kein Leben, von dir, mein Herr, getrennt; du bist mein einzig Leben und Lebenselement. Ich kenne gar kein Sterben, seitdem ich leb in dir; denn was mich konnt verderben, die Sünde, nahmft du mir. 5. Ich weiß nichts mehr von Leiden, denn alles Kreuz und Leid kann mich von dir nicht scheiden, du Born der Seligkeit; ja, wenn ich dich nur habe, dann gilt mir alles gleich, ich bin am Bettelstabe noch wie ein König reich. 6. Ich bin schon hier auf Erden so selig und so leicht, und was wird dort erst werden, wo alle Schwachheit weicht! Das macht ein felig Sterben, daß ich als Gnadenlohn ein Königreich soll erben und eine ewge Kron. 7. O lieber Herr, fo präg es recht meinen Sinnen ein; o lieber Herr, so leg es mir tief ins Herz hinein, daß ohne deine Liebe ich ganz verloren wär und ohne Hoffnung triebe auf wüstem Meer umher; 8. Doch daß du mich allmählich zum Hafen hast gebracht und mich so über selig aus Gnaden haft gemacht, daß ich vor nichts erschrecke, was andern schrecklich ist, weil ich es seh und schmecke, wie du mein Heiz land bist. R. J. Ph. Spitta,+ 1859. mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. 323 323 Gin Wohlstand ohnegleichen ist eines Christen Stand, wie er bei teinem Reichen von dieser Welt bekannt. Den fann auch niemand rauben, wie feindlich er gefinnt; ein Christ ist durch den Glauben des reichsten Vaters Kind. 2. Er kann mit Freuden kommen vor Gottes Angesicht; da wird er angenommen, und niemand widerspricht. Was alles ihn betroffen, seis Freude oder Leid: ihm steht der Zugang offen zum Vater allezeit. 3. Er kann in großen Scharen als Diener um sich sehn, die einst ihm Herren waren Friede und Freude. 225 waren und nun zu Dienste such das Glück! Glaube, stehn. Er ist umringt von liebe, hoffe, leide, und kehr ihnen den ganzen Lebenstag; in dich selbst zurück! denn ihm muß alles dienen, was ihm begegnen mag. 3. Sturm, geb. 1816. 4. Und geht einmal auf Erden die Kindeszeit zu End, Bertrauen. 37001 er weiß, was ihm muß werden 325 Was mein Gott nach ein Erbteil in dem reichen, geliebten Vaterland. Solch Wohlstand ohnegleichen ist eines Christen Stand. will, gescheh allzeit, sein Will ist stets der beste; zu helfen dem er ist bereit, der an ihn glaubet feſte. Er hilft aus Not, der fromme Gott, er züchtiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den will er nicht verlassen. R. 3. Ph. Spitta, † 1859. Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade 2c. 324 erz, mein Herz, nicht in der Weite, in der Nähe wohnt das Glück! Glaube, liebe, hoffe, leide, und kehr in dich felbst zurück! 2. Wüchsen über Nacht dir Flügel, schneller als der Sonne Strahl, trügst doch über Berg und Hügel rast los deiner Sehnsucht Qual. 3. Denn die Welt kann dir nicht bieten das, wonach du heiß verlangst; denn die Welt hat keinen Frieden, hat nur Streit und Not und Angst. 4. Ewig wechselnd ist ihr Streben, ewig wechselnd ist ihr Ziel; was ihr heute Raft gegeben, morgen ists der Winde Spiel. 5. Drum, mein Herz, nicht in der Weite, in der Nähe 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht, mein Hoffnung und mein Leben; was mein Gott will, das mir geschieht, will ich nicht widerstreben. Sein Wort ist wahr; denn all mein Haar er selber hat gezählet. Er schützt und macht, nimmt uns in acht, auf daß uns gar nichts fehlet. 3. Nun muß ich Sünder von der Welt hinfahrn nach Gottes Willen zu meinem Gott, wenns ihm gefällt, ich will ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl in meiner letzten Stunden; du frommer Gott, Sünd, Höll und Tod hast du mir überwunden. 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, du wirst mirs nicht versagen: wenn 8 mich Wiedergeburt und Heiligung. 226 aras mich der böse Geift anficht, laß mich, Herr, nicht verzagen; hilf und auch wehr, ach Gott, mein Herr, zu ehren deinen Namen. Wer das begehrt, dem wirds gewährt; drauf sprech ich fröh lich Amen. warst von Ewigkeit, zu dir steht mein Vertraun; mach reich an meiner Seele mich, so gnügt mir hier und ewiglich. 6. Der eitlen Ehr ich gern entbehr; das Ewige mir nur gewähr, das du erworben hast durch deinen herben, bittern Tod; das bitt ich dich, mein Herr und Gott. 7. Denn alles, was auf 326 du dich, mein dieser Welt, es ſei Gold, Warum Silber oder Geld, Reichtum und zeitlich Gut, das währt nur eine kleine Zeit und hilft doch nichts zur Seligkeit. 8. Ich danke dir, Herr Jesu Christ, daß solches fund mir worden ist durch dein göttliches Wort; verleih mir auch Beständigkeit zu meiner Seelen Seligkeit. 9. Lob, Ehr und Preis sei dir gebracht, daß du hast alles wohlgemacht; ich bitt demütig dich, du wollst von deinem Angesicht mich ewiglich verstoßen nicht. Hans Sachs, † 1576. Markgraf Albrecht von Brandentun burg(?) † 1557. Herz, bekümmerst dich und trägest Schmerz nur um das zeitlich Gut? Vertrau du deinem Herrn und Gott, der alle Ding erschaffen hat. 2. Er kann und will dich lassen nicht, er weiß gar wohl, was dir gebricht; Himmel und Erd ist sein; er ist mein Vater und mein Gott, der mir beisteht in aller Not. 3. Weil du mein Gott und Vater bist, dein Kind du nimmermehr vergißt, du väterliches Herz. Ich bin nur Erd und weiß ohn dich auf Erden keinen Trost für d mich. Hook Inventory Mel. Mag ich Unglück nicht zc. weiß, daß 4. Der Reiche troßt auf 327 mein Erlöser auf zeitlich Gut, ich trau dich mit festem Mut, ob ich gleich werd veracht; ich weiß und glaube festiglich, wer dir vertraut, dem mangelts nicht. dead sobre 5. Du bist, o Gott, so reich noch heut, als du es MAUN lebt; was widerstrebt die Welt denn meinem Glauben? Ohn meinen Gott frümmt sie fürwahr mir nicht ein Haar, er woll es denn erlauben. Führt mich sein Rat auf rauhem Pfad durch diese Welt: Vertrauen. 227 Welt: wie's ihm gefällt! den Abend wie den Morgen Nur daß ichs mög ertragen. will er mich wohl versorgen, wo ich auch sei im Land. 2. Wenn sich der Menschen Treue und Wohlthat all verfehrt, wird bald an mir aufs neue die Huld des Herrn bewährt; er hilft aus aller Not, befreit von Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden, und wenns auch wär der Tod. 2. Ich weiß, daß mein Herr Jesus Christ viel größer ist, als alle Macht der Erden. Oliebe Seel, was zagest du? Gieb dich zur Ruh! Es kann bald besser werden. Aus aller Not hilft dir dein Gott, das ist gewiß; trau fest auf dies! Im Glauben muß mans fassen. 3. Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit; so kann mir gar nicht grauen, er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgemein stellt; mein Leib, Seel, mein Leben sei Gott, dem Herrn, ergeben, er machs, wie's ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, denn was mir nüßlich ist; er meints gut mit uns allen, schenkt uns den Herren Christ, den eingebornen Sohn; durch ihn er uns bescheret, was Leib und Seele nähret; lobt ihn im Himmelsthron! 3. Von Herzen, Herr, vertrau ich dir; bleib stets bei mir, du König aller Ehren! Mein Hoffen steht zu dir allein; laß ferne sein, was mich von dir möcht fehren, daß ich dein Wort, du treuer Hort, bekenne frei, ohne alle Scheu, auch in den größten Nöten. 4. Ich weiß, daß du mein Heiland bist, o Jesu Christ, drum laß ich mir nicht grauen. Mein Helfer ist des Höchsten Sohn auf Gottes Thron; auf den will ich fest bauen. Lebt er doch noch im Himmel hoch! Er wird mich wohl, wenns werden soll, nach meinem Leid ergößen. 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, die er uns beide schenkt; das ist ein selge Stunde, darin man sein gedenkt; sonst ist all unfre K. Bienemann, † 1591. astoladnom 328 Von Gott will ich Zeit verloren hier auf Erden; wir sollen selig werden und sein in Ewigkeit. dus nicht lassen, denn er läßt nicht von mir, führt mich auf rechter Straßen, sonst ging ich in der Irr; er reicht mir seine Hand, S 6. Darum, ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, wie ichs auch wohl ver8* us on schulde. Wiedergeburt und Heiligung. 228 schulde, kommt doch die Ewigkeit, die, aller Freuden voll, dieweil ich Christum kenne und mich von ihm nicht trenne, mein Erbteil werden soll. E 7. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat; sein Sohn giebt uns die Fülle der Wahrheit und der Gnad; auch Gott, der heilge Geist, im Glauben uns regieret, zum Reich der Himmel führet; drum sei er hoch gepreist! 2. Helmbold,+ 1598. 201327 329 [ uf meinen lieben Gott trau ich in Angst und Not; er kann mich allzeit retten aus und Nöten; mein Unglüd kann er wen den: es steht in seinen Händen. 2. Ob mich die Sünd anficht, will ich verzagen nicht; auf Christum will ich verbauen und ihm allein trauen; ihm will ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Gewinn, und Christus ist mein Leben; dem will ich mich ergeben. Ich sterb heut oder morgen, mein Seel wird er versorgen. 4. mein Herr Jesu O Christ, der du geduldig bist für mich am Kreuz gestorben, hast mir das Heil erworben, uns allen auch beschieden den ewgen Himmelsfrieden: 5. Erhöre gnädig mich, mein Trost, das bitt ich dich; hilf mir am letzten Ende, nimm mich in deine Hände, daß selig ich abscheide zur ewgen Himmelsfreude. sprech ich aus Herzensgrund. 6. Amen zu aller Stund Du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, auf daß wir deinen Namen ohn Ende preisen. Amen. F. Beurhaus, † 1609. tonejbo Mel. O Welt, ich muß dich lassen sc. 330 baten laß ich en meinen od den Höchsten raten, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, solls anders wohl gelingen, selbst geben Segen, Rat und That. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stells in seine Vatergunſt. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er ausersehen, und was mir selig ist. Ich nehm es, wie ers giebet; was ihm von mir beliebet, Vertrauen. beliebet, das hab ich willig auch erfiest. 4. Jch traue seiner Gnaden, die mich vor allem ſchüßt. Leb ich nach seinen Säßen, so wird mich nichts verlegen, nichts fehlen, was wir ewig nüßt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld. Er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urteil sprechen und mit mir haben noch Geduld. 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in Banden, und was mir stößt zu handen, ſo tröstet mich sein göttlich Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdroffen an mein Verhängnis gehn; kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen, ich will mit Gott ihn überſtehn. in od 8. Jhm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen; er weiß. allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine, und traue dem alleine, der dich geschaffen hat! Es gehe, wie es gehe, dein 229 Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen rat. P. Flemming, † 1640. 331 Gieb dich zufrieden und sei stille in dem Gotte deines Lebens; in ihm ruht aller Freuden Fülle, ohn ihn mühst du dich vergebens; er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne; gieb dich zufrieden. 2. Er ist voll Lichtes, Trost und Gnaden, unge= färbten treuen Herzens; wo er steht, thut dir keinen Schaden auch die Pein des größten Schmerzens: Kreuz, Angst und Not fann er bald wenden, ja, auch den Tod hat er in Händen; gieb dich 3. Wie dirs und andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen; er sieht und tennet aus der Höhe der betrübten Herzen Sorgen; er zählt den Lauf der heißen Thränen und faßt zu hauf all unser Sehnen; gieb dich zufrieden. 4. Wenn gar kein Einger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er dein Treuster werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen, auch weiß er Zeit, dirs zu benehmen; gieb dich zufrieden. 230 Wiedergeburt und Heiligung. 45. Er hört die Seufzer ist dein Frommen. Was deiner Seelen und des Her- langsam schleicht, faßt man zens stilles Klagen, und was gewisser, und was verzeucht, du feinem darfst erzählen, ist desto süßer; gieb dich zu magst du Gott gar fühnlich frieden.no sagen; er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten; gieb dich zufrieden. 90 10. Es kann und mag nicht anders werden: alle Menschen müssen leiden; was lebt und webet auf der Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden bis in das Grab, dann wird sichs enden; gieb dich zu frieden. 11. Es ist ein Ruhetag vorhanden, da uns unser Gott wird lösen; er wird uns reißen aus den Banden dieses Leibes und vom Bösen: es wird einmal der Tod herdringen und aus der Qual uns sämtlich bringen; gieb dich zufrieden. an 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen; halt Gott, so wirst du siegen; ob alle Fluten dich um ringen, sollst du doch nicht unterliegen; denn wenn du wirst zu hoch beschweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret; gieb dich zufrieden. 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie dus halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt bescheren. Er hat die Hand voll aller Gaben, davon sich Land und See muß laben; gieb dich zufrieden.old 8. Sprich nicht: ich sehe feine Mittel; wo ich such, ist nichts zum besten; denn das ist Gottes Ehrentitel: helfen, wenn die Not am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, tritt er herzu, uns wohl zu füh12. Er wird uns bringen zu den Scharen der Erwählten und Getreuen, die hier mit Frieden heimgefahren, sich auch nun in Frieden freuen, da sie den Grund, der nicht fann brechen, den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gieb dich zufrieden. in etwas lange, wird sie dennoch endlich kommen; macht dir das Harren angst und bange, glaube mir, es mith P. Gerhardt, † 1676. un dosd burn id illood ren; gieb dich zufrieden. 332 Warum ſollt ich 9. Bleibt mich grämen? Hab ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir 231 mir schon Gottes Sohn beibittern Leiden und macht gelegt im Glauben? Bahn, da man kann gehnt zu Himmelsfreuden. 2. Arm und bloß kam ich ins Leben, da es mir, Herr, von dir ward zuerst gegeben. Arm und bloß werd ich hinziehen, wenn ich werd von der Erd als ein Schatten fliehen. dan ut Vertrauen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein, Gott allein ist es, ders gegeben. Will ers wieder zu sich kehren, nehm ers hin, ich will ihn dennoch fröhlich ehren. TYC 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden, er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergött, sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und übt mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. ad 8. Allda will in süßen Schäßen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergötzen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß wie Rauch verschwinden. 7. Kann ja doch kein Tod uns töten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Röten, schleußt das Thor der 9. Was sind dieses Lebens Güter? eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüter. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt Christus wird mich ohn Ende laben. 10. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, niemand kann uns scheiden. ch bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben. 11. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hin gelangen, wo du mich und ich dich ewig werd umfangen. D P. Gerhardt, † 1676. 6.ad Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen; vollt ihn auch der Tod aufseiben, ſoll der Mut dennoch 333 Befiehl du deine ut und stille Wege, was dein Herze fränkt, der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt; der Wolken, Luft und Winden giebt Wege, Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. 232 Wiedergeburt und Heiligung. Wege, Lauf und Bahn, der zagt! Gott wird dich aus wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte mur die Zeit, so wirst du schort erblicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf, gieb deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht; bist du doch nicht Regente, der alles führen soll: Gott sitt im Regimente und führet alles wohl. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rat ge8. Jhn, ihn laß thun und walten; er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gefällt. is in the debühret, mit wunderbarem 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohlergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott sich gar nichts nehmen: es muß erbeten sein. 4. Weg hast du aller wegen, an Mitteln fehlts dir nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht; dein Werk kann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn; was er sich vorge nommen und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweckt und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverRat das Werk hinausgeführet, das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Troft verziehn und thun an seinem Teile, als hätt in feinem Sinn er deiner sich begeben und solltst du für und für in Angst und Nöten schwes ben, als fragt er nichts nach dir; 10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wirst du Hilfe finden, da dus am mindsten gläubst; er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu keinem Böser bisher getragen hast. Vertrauen. Mie 11. Wohl dir, du Kind der Treue, du hast und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron! Gott giebt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du fingst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende mit aller unsrer Not; stark unsre Füß und Hände, und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. P. Gerhardt, † 1676. Mel. Da Christus geboren war 2c. 334 Auf den Nebel folgt die Sonn, auf das Trauern Freud und Wonn, auf die schwere, bittre Bein stellt sich Trost und Labsal ein. Meine Seele, die zuvor sant bis zu des Todes Thor, steigt mun bis zum Himmelschor. 2. Gott läßt feinen trau rig stehn, noch mit Schimpf zurücke gehn, der sich ihm zu eigen schenkt und ihn in sein Herze senkt; wer auf Gott sein Hoffnung sebt, findet endlich und zuletzt, was ihm Leib und Seel ergött. 3. Kommts nicht heute, wie man will, sei man nur ein wenig still: ist doch 233 Mode us morgen auch ein Tag, da die Wohlfahrt kommen mag. Gottes Zeit hält ihren Schritt; wenn die kommt, kommt unsre Bitt und die Freude reichlich mit. 4. Als ich furchtsam und verzagt mich mit schwerem Gram geplagt, als ich manche liebe Nacht mich mit Wachen krant gemacht, als mir aller Mut entfiel, tratst, mein Gott, du selbst ins Spiel, gabst dem Unfall Maß und Ziel. 5. Nun, so lang ich in der Welt haben werde Haus und Zelt, soll mir dieser Wunderschein stets vor meinen Augen sein; ich will all mein Leben lang meinem Gott mit Lobgesang hierfür bringen Preis und Dant. id elust 6. Allen Jammer, allen Schmerz, den des ewgen Vaters Herz mir schon jeto zugezählt oder fünftig auserwählt, will ich hier in diesem Lauf meines Lebens allzuhauf frisch und freudig nehmen auf. sidste? 7. Ich will gehn in Angst und Not, ich will gehn bis in den Tod, ich will gehn ins Grab hinein, und doch allzeit fröhlich sein. Wem der Stärfste bei will stehn, wen der Höchste will erhöhn, kann nicht ganz zu grunde gehn. od 5:05 P. Gerhardt, † 1676, Wiedergeburt und Heiligung. Kummer hin, giebt Segen ft für und dem, was er 335 fotrete gleich in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft.2001 1990 234 Mel. Valet will ich dir geben zc. alles wider mich; so oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab ich das 6. Und wenn an meiHaupt zum Freunde und bin nem Orte sich Furcht und geliebt bei Gott, was kann Schwachheit findt, so seufzt mir thun der Feinde und und spricht er Worte, die Wiedersacher Rott? sunaussprechlich sind mir 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sei, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, drauf ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, daß ich finde das ewge wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd: was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert. 4. Mein Christus ist mein Ehre, mein Glanz und helles Licht; wenn der nicht in mir wäre, könnt ich bestehen nicht. In ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmut, darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder thut.psd 5. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibt mir Sorg und Schmerzen, nimmt allen zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde ersiehet seine Lust. meinem Geiste manch süßes 7. Sein Geist spricht Trostwort zu, wie Gott dem Hilfe leiste, der bei ihm ſuchet ein edle neue Stadt, da Aug Ruh, und wie er hab erbauet und Herze schauet, was es geglaubet hat. 8. Da ist mein Teil, mein Erbe mir prächtig zugericht; wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Thränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchfüßet alles Leid. 9. Die Welt, die mag zerbrechen, du stehst mir ewiglich; nicht Feur und Schwert der Frechen soll trennen mich und dich; kein Hunger und kein Dürsten, kein Armut, keine Pein, kein Zorn der großen Fürsten soll mir ein Hindrung sein. Vertrauen. 10. Kein Engel, feine Freuden, kein Thron, kein Herrlichkeit, kein Lieben und fein Leiden, kein Angst, fein Herzeleid, was man nur kann erdenken, es sei flein oder groß, der feines soll mich lenten aus deinem Arm und Schoß. 11. Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sternenschein: die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ; das, was mich fingen machet, ist, was imt Himmel ist. 100001 P. Gerhardt, † 1676. 336 Schwing dich auf zu deinem Gott, du betrübte Seele! Warum liegst du, Gott zum Spott, in der Schwermutshöhle? Merkst du nicht des Feindes List? Er will durch sein Kämpfen deinen Trost, den Jesus Christ dir erworben, dämpfen. bod im 2. Stürme, Feind und Welt und Tod, was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Not Gott mit seinen Gnaden, der Gott, der mir seinen Sohn selbst geschenkt aus Liebe, daß der ewge Spott und Hohn mich dort nicht betrübe.is 3. Spreche alle Welt, es sei mir Gott nicht gewogen; 235 weiß ich doch, er bleibt ge treu, hat mich nie betrogen. Wär er gnädig nicht gesinnt, würd er seine Gaben, die mein eigen worden sind, wohl behalten haben.hand 4. Was ist unterm Himmelszeltui was im tiefen Meere, was ist Gutes in der Welt, das nicht mir gut wäre? Wem erglänzt das Sonnenlicht? Wozu ist ge geben Luft und Wasser? Dient es nicht mir und meinem Leben? i s 101025 5. Meine Seele lebt in mir durch die heilgen Lehren, so die Christen mit Begier alle Tage hören. Gott eröffnet früh und spat meinen Geist und Sinne, daß sie seines Geistes Gnad freudig werden inne. spus 6. Nun, auf diesen heilgen Grund bau ich mein Gemüte, sehe, wie der Feind zur Stund zwar dawider wüte; gleichwohl muß er laffen stehn, was Gott aufgerichtet, aber schmählich muß vergehn, was er selber dichtet. 7. Ich bin Gottes, Gott ist mein; wer ist, der uns scheide? Dringt auch schweres Kreuz herein mit dem bittern Leide: laß es dringen, kommt es doch von geliebten Hän den; schnell zerbricht des Kreuzes Joch, wenn es Gott will wenden. se dine 236 8. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die gedeihen selten wohl ohne Zucht und Ruten. Bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd will zum Guten ziehen. 9. Es ist herzlich gut gemeint mit der Christen Plagen; wer hier zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig tlagen, sondern hat vollkommne Lust dort in Chrifti Garten, dem sein Leiden ist bewußt, endlich zu Wiedergeburt und Heiligung. mehr will töten, euch schnei det in das Herz. O auser wählte Schar! Soll euch kein Tod je töten, ist euch Geduld von nöten; das ist gewißlich wahr. 2. Geduld ist Gottes Gabe und seines Geistes Gut; er schenkt sie uns zum Stabe, sobald er in uns ruht. Der edle werte Gast erlöst uns von dem Zagen und hilft uns treulich tragen die größte Bürd und Last. 10 erwarten. GISE 3. Geduld fommt aus dem Glauben und hängt 10. Gottes Kinder säen sie sich nicht rauben, das ist an Gottes Wort; das läßt zwar traurig und mit Thränen, aber endlich bringt ihr hoher Wall, da hält sie ihr Heil und Hort; das ist das Jahr, wonach sie sich sehnen; denn es kommt die sich verborgen, läßt Gott, den ſehnen; denn es kommt die Bater, sorgen und fürchtet Erntezeit, da sie Garben keinen Fall. binden, da wird Gram und Leid verschwinden. FATH 11. Ei, so faß, o Christenherz, alle deine Schmerzen; wirf fie fröhlich hinterwärts, laß des Trostes Kerzen dich entzünden mehr und mehr; gieb dem großen Namen deines Gottes Preis und Ehr! Er wird helfen! Amen. P. Gerhardt † 1676. all ihr BULDO ewiglich mig 4. Geduld ist wohl zufrieden mit Gottes weisem Rat, läßt sich nicht leicht ermüden durch Aufschub seiner Gnad, hält frisch und fröhlich aus, läßt sich getroſt beschweren und denkt: wer wills ihm wehren? Ist er doch Herr im Haus. 30013 5. Geduld dient Gott zu Ehren und läßt sich nimmermehr von seiner Liebe kehren; und schlüg er noch so sehr, so ist sie doch bedacht, die heilge Hand zu loben, spricht: Gott, der hoch erhoben, hat Mel. Von Gott will ich zc. eduld ist euch von nöten, wenn Sorge, Gram und 337 Schmerz und, was euch alles wohlgemacht. Vertrauen. 6. Geduld macht große Freude, bringt aus dem Himmelsthron ein schönes Halsgeschmeide, dem Haupt ein edle Kron, ist wie ein schönes Licht, davon, wer an ihr hanget, mit Gottes Hilf erlanget ein fröhlich Angeficht. 7. Geduld ist mein Verlangen und meines Herzens Lust, nach der ich oft ge gangen: das ist mir wohl bewußt. Herr, voller Gnad und Huld! Ach, gieb mir und gewähre mein Bitten: ich begehre nichts anders, als Geduld. 8. Geduld ist meine Bitte, die ich sehr oft und viel aus dieser Leibeshütte zu dir, Herr, schicken will. Kommt dann der letzte Zug, so gieb durch deine Hände auch ein geduldig Ende, so hab ich alles gnug. 9. Gerharbt,+ 1676. 338 Alles ist an Gottes Segen und an seiner Gnad gelegen, über alles Geld alles Geld und Gut. Wer Gott sein Hoffnung auf sebet, der behält ganz unverlebet einen freien Heldenmut. 237 wunderbar geführet und noch leitet und regieret, wird hinfort mein Helfer sein. 3. Viele mühen sich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen und ganz unbeständig sind; ich begehr, nach dem zu ringen, was den Frieden pflegt zu bringen, und man jetzt gar selten findt. Juriso19) 4. Hoffnung kann das Herz erquicken; was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben hab ich seiner Gnad ergeben und ihm alles heimgestellt.org tom 5. Er weiß schon nach th seinem Willen mein Verlangen zu erfüllen; es hat alles seine Zeit. Ich hab ihm nichts vorzuschreiben; wie Gott will, so muß es bleiben; wann Gott will, ich bin bereit. 6. Soll ich länger allhier leben, will ich ihm nicht ich verlasse widerstreben; mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang bestehet, alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. Vor 1676. er nur den lie: 2. Der mich hat bisher 339 Wer ben Gott läßt do ernähret und so manches Glück bescheret, ist und blei bet ewig mein; der mich walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Not und Wiedergeburt und Heiligung. 238 und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut. COTIES Reichen flein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich; Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen fann. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen befeufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein menig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unfers Gottes Gottes Gnadenwille, wie sein Allwissenheit es 340 Sollt es gleich bisfügt. Gott, der ihm hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. Semt 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, wann es nüßlich sei; wenn er uns nur hat treu erfunden und merket feine Heuchelei, so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und läffet uns viel Guts geſchehn. olen 5. Denk nicht in deiner Drangsalshibe, daß du von Gott verlassen seist, und daß ihm der im Schoße size, der sich mit stetem Glücke speist; die Folgezeit verändert viel und sehet jeglichem sein Ziel. 6. Es find ja Gott sehr leichte Sachen und ist dem Höchsten alles gleich, den 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er werden bei dir neu; denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. G. Neumark,+ 1681. als verließe Gott die Seinen, o so glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hilfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wanns nötig ist. 3. Wie oft Väter nicht gleich geben, wonach ihre Kinder streben, so hält Gott auch Maß und Ziel; er giebt, wem und wann er will. dontie ohi, o'rin 4. Seiner kann ich mich getrösten, wenn die Not am allergrößten, er iſt gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 5. Will der Feind mir bange machen, ich fann seine Macht verlachen; drückt mich Vertrauen. mich schwer des Kreuzes Joch, Gott, mein Vater, lebet noch. 30 coin 6. Mögen mich die Menfchen fränken, mag auf mein Verderben denten, wer mir ohne Ursach feind! Gott im Himmel ist mein Freund. 7. Laß die Welt nur immer neiden! Will sie mich nicht länger leiden, ei, so frag ich nichts danach; Gott ist Richter meiner Sach. 8. Will sie mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben; ist der Himmel mein Gewinn, geb ich alles andre hin. 9. Herr, kann ich nur dich umfassen, will ich alles andre lassen; legt man mich dereinst ins Grab, genug, Herr, wenn ich dich nur hab! Ch. Titius,+ 1703. www Mel. Jesu, meine Freude: c. gefus ist mein 341 Leben, dem ich mich ergeben fest bis in den Tod; er ist meine Sonne, meine Freud und Wonne in der größten Not. Leid ich gleich in seinem Reich, so werd ich mit ihm regieren und dort triumphieren. 239 170091 Siegeslohn sind, wo Gott die Engel loben, sicher auf gehoben. 3. Die mit Thränen säen, wenn die Winde wehen, die der Feind erweckt, werden dort mit Freuden ernten nach dem Leiden, wo kein Feind mehr schreckt. Nach der Müh, die sie allhie dulden, wird sie Gott ergößen mit des Himmels Schätzen. 4. O ihr frommen Seelen, die ihr euch mit Quälen bringet durch die Welt, die ihr öfters weinet, wenn kein Trost erscheinet, wenn euch Kreuz befällt, denket doch bei diesem Joch an die Kron in jenem Leben, die euch Gott wird geben. JETT 5. Wenn uns Sünden fränken, lasset uns bedenken Gottes Gnadenrat! Jesus hat erduldet, was wir hier verschuldet; er giebt Gnad um Gnad. Kämpfen wir mit ihm allhier, so wird er uns helfen tämpfen und die Sünde dämpfen. 6. Seid getreu, ihr Herzen, bei des Kreuzes Schmerzen, treu bis in den Tod! Jesus wird euch trösten, wenn er die Erlösten führt aus aller Not. Auf das Leid folgt Fried und Freud; Gott wird laffen nach dem Weinen euch die Sonne scheinen. 33 7. Nun, Herr Jesu, stärke uns zum guten Werke, hilf bisin Sillo uns 2. Die mit Jesu leiden, werden mit ihm weiden in dem Sternenzelt; die mit Jesu sterben, werden mit ihm erben, wo ihr Reich bestellt. Ihre Kron und 240 Wiedergeburt und Heiligung. uns durch die Welt! Komm, 4. Es sind wahrlich alle du Herr der Ehren, unser Frommen, die des Himmels Herz zu kehren nach dem Klarheit sehn, aus viel Trüb Himmelszelt. Sei uns Schuß sal her gekommen; darum und starker Trub, jeßt im siehet man sie stehn vor des Leben, dort im Sterben, daß Lammes Stuhl und Thron, wir alles erben. soon noppt prangend in der Ehrenkron Freylingshausens Gesangbuch, 1704. und mit Palmen is ausgeBlon sljed, Hisarzieret, weil sie glücklich trium Mel. Wie nach einer Wasser- phieret. doial pe no 5. Gottes Ordnung stehet feste und bleibt ewig unver rückt: seine Freund und Hochzeitsgäste werden nach dem Streit beglückt; Israel behält den Sieg nachtsges führtem Kampf und Krieg; Kanaan wird nicht gefunden, wenn man nicht hat überwunden.mondogt niet 342 Mei quelle 2c. Peine Sorgen, Angst und Plagen laufen mit der Zeit zu End; alles Seufzen, alles Klagen, das der Herr alleine fennt, wird Gottlob nicht ewig sein; nach dem Regen wird ein Schein von viel tausend Sonnenblicken meis nen matten Geist erquicken. 6. Darum trage deine Retten, meine Seel, und dulde dich! Gott wird dich gewiß erretten, das Gewitter leget sich; nach dem Blizz und Donnerschlag folgt ein angenehmer Tag; auf den Abend folgt der Morgen, und die Freude nach den Sorgen.sdsalfradio Freylingshausens Gesangbuch, 1704. 3. Unser Weg geht nach Juist ng tenho que den Sternen, der mit Kreu Mel. Zu Gott im Himmel zen ist besetzt; hier muß man 2C194 2. Meine Saat, die ich gesäet, wird zur Freude wachsen aus; wenn die Dornen ab gemähet, so trägt man die Frucht nach haus; wenn ein Wetter ist vorbei, wird der Himmel wieder frei; nach dem Kämpfen, nach dem Streiten kommen die Erquichungszeiten. Hopice droben 2c. 343 Soll ich denn mich sich nicht entfernen, ob er dem Schloß der Ewigkeit kommt kein Mensch hin ohne Streit; to died in Salems Mauern wohnen, zeigen ihre Dornenfronen. ängstlich an bas Künftge denken? Soll ich abends nie mit Ruh meine Augen schließen zu? Soll es immer vor mir stehen: wie wirds einst 241 2. Gott, der mich bisher erhalten, höret nimmer auf zu walten; oder sollt er jetzt allein seines Waltens müde sein? Wohl, ich will das Sorgen lassen und zu ihm Vertrauen fassen; wie er mich auch führen will, meine Seele bleibe still.is 6. Wird mir Gott Ge sundheit geben, will ich eifrig darnach streben, daß ich fördre mehr und mehr meines Gottes Ruhm und Ehr. Aber auch in Krankheitstagen möge Gottes Geist mir sagen, daß solch herbe Arzenei mir zum Heile nötig sei.and 3. Wies auch in der Welt mir gehet, er ists, der allein verstehet, was mir heilsam ist und gut, oder was mir Schaden thut. Laß ich ihn für mich nur wählen, wird tein wahres Gut mir fehlen; aber eigner Will und Rat wählt oft einen falschen Pfad. 7. Soll ich noch viel Jahre zählen, mit des Lebens Not mich quälen, kommt doch auch wohl mancher Tag, daß mein Herz sich freuen mag. Aber käm ich bald hinüber, wär mir solches desto lieber, weil ich täm aus aller Not hin zu meinem Herrn und Gott.Cum 4. Bleib ich stehn auf niedern Stufen, will ich in das Herz mir rufen, daß ich, vieler Sorgen frei, vor dem Sturz gesichert sei. Doch, wenn Gott mich wollt er heben, will ich ihm nicht widerstreben; er wird mir die Kraft verleihn, im Beruf getreu zu sein. 8. Alles sei Gott heimgegeben, Freud und Trübsal, Tod und Leben; es geschehe, was sein Rat über mich beschlossen hat. Ich will mich nicht länger fränken, sondern dies allein bedenken, daß nach Gottes Gnadenschluß Christen alles frommen muß. diame TINK 19 Ph. Jat. Spener, † 1705. on 197 Tsinki 5. Will die Armut mei= 344 Was Gott thut, ist wohl ner Hütten er mit Segen überschütten, so verleih er nur zugleich, daß die Seele werde reich. Doch ist Armut mir beschieden, bin ich auch damit zufrieden; denn auf diefe arme Beit folgt die reiche Ewigkeit. Vertrauen. einst noch mir ergehen? Da die Sorge mich nur quält, und doch ihres Biels verfehlt? C's gethan, es bleibt gerecht sein Wille; wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Not mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. 242 Wiedergeburt und Heiligung. 2. Was Gott thut, das ist wohl gethan; er fann ja nimmer trügen, er führet mich auf rechter Bahn; so laß ich mir genügen seiner Huld und hab Ge- Mel. Alles ist an Gottes Segen zc. an duld, er wird mein Unglück 345 W underanfang, herrlichs wenden; es steht in seinen Händen. s 3. Was Gott thut, das ist wohl gethan; er wird mich wohl bedenken; er, als mein Arzt, der helfen kann, wird mir nicht Gift ein schenken für Arzenei, Gott ist getreu; drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohl gethan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen fann; ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid, es kommt die Zeit, da öffent lich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohl gethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil doch zu letzt ich werd ergößt mit füßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohl gethan; dabei will ich verbleiben; es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. S. Rodigast, † 1708. Ende, wo die wunderweisen Hände Gottes führen ein und aus! Wunderweislich ist sein Raten, wunderreich sind seine Thaten, und du sprichst: wo wills hinaus? 2. Denke doch: es muß so gehn, was Gott weislich heißt geschehen ihm und dir zur Herrlichkeit; ob der Anfang seltsam scheinet, ist das Ende gut gemeinet; Friede folget nach dem Streit. 3. Gottes Weg ist wie in Flüssen und in großen Wassergüssen, und du spürst nicht seinen Fuß; so auch in dem Meer der Sorgen hält Gott seinen Pfad verborgen, daß man nach ihm suchen muß. TAS 4. Kein Besinnen mag erfinnen, wo man Hilfe kann gewinnen, die Vernunft ist hier zu blind; nicht für das Verborgne taugen ihre halbgebrochnen Augen, weil sie allzu blöde sind. So 5. Gott muß man in allen Sachen, weil er alles wohl kann machen, End und Anfang geben frei. Er läßt, was er angefangen, so zum dhe Ende Vertrauen. Ende stets gelangen, daß es wunderherrlich sei. id 6. Drum laß dir doch nimmer grauen, lerne deinem Gott vertrauen, sei getroft und gutes Muts. Er, für wahr, er wird es führen, daß du wirst am Ende spüren, wie er dir thut lauter Guts. Dort 7. Deinem Glauben wirds nicht fehlen; du wirst noch der Welt erzählen, was die blinde Welt nicht fennt. 243 hock an Frommen weh geschiehet. Seele, so bedente doch: lebt doch unser Herr- Gott noch. 346 Gott ott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen alle Hilf auf Erden thut, der starken mit Kraft und Armen machet alles wohl und gut; Gott kann besser, als wir denken, alle Not zum besten lenfen. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr- Gott noch. 32. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Sollt der schlummern oder schlafen, der das Aug hat zu gericht? Der die Ohren hat erschaffen, sollte dieser hören nicht? Gott ist Gott, der hört und siehet, wo den den Iris 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erdenkreis verhüllet mit den Wolken weit und breit, der die ganze Welt erfüllet, ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hilf und Trost an allen Enden. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr- Gott noch.ustracj Wunder Er wird dir dein Kreuz ver- 4. Gott lebet noch! Seele, süßen, daß du wirst be was verzagst du doch? Bist tennen müssen: du schwer mit Kreuz be laden, nimm zu Gott nur anfang, herrlichs End! deinen Lauf. Gott ist groß und reich von Gnaden, hilft den Schwachen gnädig auf. Gottes Gnade währet immer, seine Treu vergehet nimmer. Seele, so bedente doch: lebt doch unser Herr- Gott noch. H. A. Stockfleth, † 1708. plot 5. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden fränken, dein Verbrechen quält dich sehr: fomm zu Gott, er wird versenken deine Sünden in das Meer; mitten in der Angst der Höllen kann er dich zufrieden stellen. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr- Gott noch. 6. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, weißt du weder aus noch ein, 244 ein, Gott wird dennoch dich umfassen und im Leiden bei dir sein. Gott ists, der es herzlich meinet, wo die Not am größten scheinet. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr- Gott noch. Wiedergeburt und Heiligung. laß dich nicht, ich laß dich nicht! 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Must du schon geängstigt wallen auf der harten Dornenbahn: es ist Gottes Wohlgefallen, dich zu führen himmelan; Gott will nach dem Jammerleben Fried und Freud und Himmel geben. Drum, o 3. Ich laß dich nicht, mein Gott, mein Herr, mein Leben! Mich reißt das Grab von dir nicht ab, der du dich haft für mich in Tod gegeben. Du starbst aus Liebe mir; ich sag in Liebe dir, auch wenn das Herz zerbricht: mein Gott, mein Herr, mein Leben, ich laß dich nicht, ich laß dich nicht! M. Ch. Değler, † 1722. hoo Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 2. Seel, bedenke doch: lebt doch 348 Meine Seele ſenunser Herr- Gott noch! Joh. Fr. Zihn, † 1719. hin in Gottes Herz und Hände und erwartet ruhiglich seiner Wege Ziel nnd Ende, liegt 347 Schlaß dich nicht, fein ſtille, arm und bloß in du Schoß. allen Nöten; leg Joch auf Joch, ich hoffe doch, auch wenn es scheint, als wolltest du mich töten. Machs, wie du willst, mit mir: ich weiche nicht von dir; verstelle dein Gesicht: du Silf in allen Nöten, ich laß dich nicht, ich laß dich nicht! 2. Ich laß dich nicht! Sollt ich den Segen lassen? Mein Jesu, nein, du bleibest mein, dich halt ich noch, wenn ich nichts mehr fann fassen. Nach kurzer Nächte Lauf geht mir der Segen auf von dir, dem Segenslicht: sollt ich den Segen lassen? Ich 2. Meine Seele murret nicht, ist mit allem wohl zufrieden; was der eigne Wille spricht, ist zum Tode schon beschieden; was die Ungeduld erregt, ist in Christi Grab gelegt. List 3. Meine Seele forget nicht, will vielmehr an nichts gedenken, was gleich spißen Dornen sticht und den Frieden nur kann fränken; Sorgen kommt dem Schöpfer zu: meine Seele sucht nur Ruh. 4. Meine Seele grämt sich nicht, liebt hingegen Gott im Leiden; Kummer, der Vertrauen. der das Herze trifft und ängstet nur die Heiden. Wer Gott in dem Schoße liegt, bleibt in aller Not vergnügt. 5. Meine Seele klaget nicht; denn sie weiß von feinen Nöten, hängt an Gottes Angesicht auch alsdann, wenn er will töten. Wo fich Fleisch und Blut beklagt, wird der Freudengeist verjagt. 6. Meine Seel ist still zu Gott, und die Zunge bleibt gebunden; also hab ich allen Spott, alle Schmerzen überwunden, bin gleich wie ein stilles Meer voll von Gottes Preis und Ehr.posin igail 90 3. 3. Winkler, † 1722. ni gold anu AS 21. TA Mel. Ringe recht, wenn Gottes 19TNIN Gnade 2c. 349 Gott wills machen, daß die gehen wie es heilsam ist; laß die Wellen ringsum schwellen, wenn du nur bei Jesu bist! g dove 1902. Wer sich fränket, weil er denket, Jesus liege in dem Schlaf, wird mit Klagen nur sich plagen, daß der Unglaub leide Straf. 245 4. Im Verweilen und im Eilen bleibt er stets ein Vaterherz; laß dein Weinen bitter scheinen, dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 3. Du Berächter! Gott, dein Wächter, schläfet ja noch schlummert nicht; zu den Höhen aufzusehen, wäre deine Glaubenspflicht. 5. Glaub nur feste, daß das Beste über dich beschlossen sei; wenn dein Wille nur ist stille, wirst du von dem Kummer frei. 6. Willst du wanken in Gedanken, faß dich in Gelassenheit; laß den sorgen, der auch morgen Herr ist über Leid und Freud. 7. Gottes Hände sind ohn Ende, sein Vermögen hat kein Ziel; ist beschwerlich, scheints gefährlich, deinem Gott ist nichts zu viel. 8. Wenn die Stunden sich gefunden, bricht die Hilf mit Macht herein, und dein Grämen zu beschämen, wird es unversehens sein. 9. Drum wohl denen, die fich sehnen nach der stillen Willensruh! Auf das Wollen fällt dem Sollen bald auch das Vollbringen zu. 10. Nun so trage deine Plage fein getroft und mit Geduld! Wer das Leiden will vermeiden, häufet seine Sündenschuld. 11. Aber denen, die mit Thränen tüssen ihres Jesu Joch, wird die Krone vor dem Throne ihres Heilands werden noch. Wiedergeburt und Heiligung. 246 12. Amen, Amen! In dem Namen meines Jesu halt ich still; es geschehe und ergehe, wie und wann und was er will. mon J. D. Herrnschmidt, † 1723. Mel. Jesu, meine Freude 2c. 350 Keele, sei zufrie den! Was dir Gott beschieden, das ist alles gut; treib aus deinem Herzen Ungeduld und Schmerzen, fasse frischen Mut. Ist die Not dein täglich Brot, mußt du weinen mehr als lachen: Gott wirds doch wohl machen. 2. Scheint der Himmel trübe und der Menschen Liebe stirbt dir ganz dahin; kommt das Mißgeschicke fast all Augenblicke und quält deinen Sinn: nur Geduld! Des Himmels Huld sieht auf alle deine Sachen: Gott wirds doch wohl machen. 3. Ungeduld und Grämen fann nichts von uns nehmen, macht nur größern Schmerz. Wer sich widerseket, wird nur mehr verletet; drum Geduld, mein Herz! Aus dem Sinn die Sorgen hin! Drücket gleich die Last die Schwachen: Gott wirds doch wohl machen. 4. Auf die Wasserwogen folgt ein Regenbogen, und die Sonne blidt; so muß auf das Weinen lauter Freude scheinen, die das Herz er quickt. Laß es sein, wenn Angst und Bein mit dir schlafen, mit dir wachen: Gott wirds doch wohl machen. 5. Kronen sollen tragen, die des Kreuzes Plagen in Geduld besiegt; fröhlich auszuhalten und Gott lassen walten, das macht recht vergnügt; drum nimm dir, o Seele, für, stets zu beten und zu wachen: Gott wirds doch wohl machen. 6. Also soll es bleiben! Ich will mich verschreiben, Gott getreu zu sein; beides, Tod und Leben, bleibe ihm ergeben, ich bin sein, er mein; denn mein Ziel ist: wie Gott will! Drum sag ich in allen Sachen: Gott wirds doch wohl machen. B. Schmold, † 1737. ISO JL JINS Mel. Nach einer Prüfung kurzer Tage zc. HISOL 351 e größer Kreuz, je näher Himmel; wer ohne Kreuz, ist ohne Gott, denn bei dem eitlen Weltgetümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod. O selig ist der Mann geschätzt, den Gott in Kreuz und Trübsal setzt. ds spon 02. Je größer Kreuz, je bessre Christen; Gott prüft uns mit dem Probestein. Wie mancher Garten muß gleich Wüsten, weil ohne Thränen Vertrauen. Thränenregen, sein! Das Gold wird auf dem Feuerherd, ein Christ in mancher Not bewährt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube; die Palm erstartet durch die Last; die Süßigkeit fließt aus der Traube erst, wenn du sie gefeltert haft; und wie die Perl in Salzesflut, so wächst im Kreuz der Glaubensmut. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe; der Sturm facht nur die Flammen auf; scheint auch der Himmel noch so trübe, so lacht doch bald die Sonne drauf, und gleich wie Öl das Feuer nährt, wird Liebesglut durch Kreuz vermehrt. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete, sie strömen aus dem Herzen fort; wenn um das Schiff fein Sturmwind wehte, so fragte man nicht nach dem Port. Wo kämen Davids Psalmen her, wenn Kreuz ihm ferngeblieben ferngeblieben wär? mid 90 m 106. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen; im Thale steiget man bergan; wer durch die Wüsten oft ge gangen, der sehnet sich nach Kanaan. Die Seele findet hier nicht Ruh, drum eilt fie Zions Hütten zu. 247 sich recht auf seinen Tod, denn man entgehet dem Verderben; es stirbt auf einmal alle Note Das Kreuz, das unsre Gräber ziert, bezeugt, man habe triumphiert. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben; man freut 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gott den Seinen beigelegt, und die einmal vor seinem Throne der Überwinder Scheitel trägt; ach, dieses teure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 9. Gefreuzigter! laß mir dein Kreuze je länger desto lieber sein; daß mich die Ungeduld nicht reize, fo pflanz ein solches Herz mir ein, das Glaube, Liebe, Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. our B. Schmold, † 1737. Mel. Was Gott thut, das ist zc. 352 Gott lebt! Wie kann ich traurig sein, als wär kein Gott zu finden? Er weiß ja wohl von meiner Pein, die ich hier muß empfinden; er fennt mein Herz und meinen Schmerz, so darf ich nicht verzagen und ihm nur alles klagen.ord batorities 2. Gott hört! Wenn niemand hören will: wie soll ich lange sorgen, mein Seufzen dringe nicht zum Ziel und bleibe Gott verborgen? T 248 borgen? Schrei ich empor, Mel. Was Gott thut, das ist zc. ſo hört sein Ohr, so steigt 353 Gott iſt mein schallt die nieder, das Amen wieder. er für mich, was soll ich mich denn grämen? Will er doch alle Laft auf sich von meinen Schultern nehmen. Wenn noch so schwer mein Kreuz auch wär, es soll mich nicht erdrücken; er will mich stets erquicken. Wiedergeburt und Heiligung. 3. Gott sieht! Wie klaget denn mein Herz, als säh er nicht mein Weinen! Vor ihm muß auch der tiefste Schmerz ganz offenbar er scheinen; kein Thränlein fällt, so er nicht zählt und sich vor Augen sebet, bis er uns drauf ergößet. 4. Gott führt! So geh ich ruhig fort auf allen meinen Wegen; und wenn die Welt bald hier, bald dort will ihre Strice legen, so pflegt er mich zwar wunderlich, doch selig auch zu führen, daß mich kein Fall fann rühren.begin 5. Gott giebt! Und wär ich noch so arm, doch soll ich nicht verderben; was hilft mir denn mein steter Harm, als müßt ich Hungers sterben; er hat ja Brot und wenn die Not uns nach der Wüste weiset, doch werden wir gespeiset. 6. Gott lebt, mohlan, ich merke das; Gott hört, ich wills ihm sagen; Gott sieht, er setzt den Thränen Maß; Gott führt, ich darf nicht klagen; Gott giebt und liebt, nur unbetrübt! Er wird mir endlich geben, auch dort mit ihm zu leben. B. Smold,+ 1737. FUMB naine, jour 2. Gott ist mein Schild, er decket mich bei allen Ungewittern, auch wenn der Hölle Pforten sich mit aller macht erbittern; ist sein Panier nur über mir, so kann ihr blinder Schrecken mir keine Furcht erwecken. 3. Gott ist mein Licht, er leitet mich auf allen meinen Wegen und führet mich ganz wunderlich bei Sonnenschein und Regen; sein Wort geht mir als Leitstern für und leuchtet meinen Füßen bei allen Finsternissen.de 4. Gott ist mein Fels, er träget mich; laßt alle Berge sinken, so steh ich unveränderlich und werde nicht ertrinken; obgleich die Flut mit aller Wut an meinen Anker schläget: doch werd ich nicht beweget. PAGAS 5. Gott ist mein Teil, er sättigt mich; mir wird fein Gutes fehlen; was sollte denn mein Herze sich mit vielen Sorgen quälen? Wer Bugilis Vertrauent. Wer Gott nur hat, ist in der That der reichste Mensch auf Erden, ihm muß der Himmel werden. 6. Gott ist mein Heil, er fegnet mich; ich soll in Christo leben; mein Heiland hat aus Liebe sich für mich in Tod gegeben. So fiel mein Los in Gottes Schoß; wer fann bei diesem Glauben mir Gott und Himmel rauben? 7. Gott ist mein Hirt, er weidet mich auf reinen, grünen Auen, und seiner treuen Hut fann ich mich ohne Furcht vertrauen; zeigt hier und da sich auch Gefahr, er gehet mir zur Seiten, sein Auge muß mich leiten. 249 Gute preisen, so du, Herr, an mir gethan? mein Leben, wie fann ich dich gnug erheben? Was für Lieder stimm ich an? Was soll ich für Dank erweisen? Wie soll ich das G 2. Zwar du hattest mich gebeuget, aber auch dabei gezeiget, wie du feist mit Hilfe nah. In der Nacht warst du verborgen, doch kam bald ein froher Morgen, da ich, Herr, dein Antlig sah. 3. Also hast du mich geführet, wie ichs tausendmal verspüret, selbst von meiner Jugend an, mit Ge duld und Liebesarmen, mit viel Gnade und Erbarmen, daß ichs nicht verdanken fann. Chr 11900 8. Gott ist mein Alles hier und dort, im Himmel und auf Erden; es soll mir auch mein Gott hinfort noch immer lieber werden, bis ich dorthin gelanget bin, wo ich, mit Gott verbunden, das höchste Gut gefunden. bin 16 B. Schmold,+ 1737. And did Mel. Alles ist an Gottes Segen ic. 354 Herr, mein Licht, erquict. Heil, 4. Dich recht lieben, heißt dich loben, dich recht loben, führt nach oben, wo du ewig wirst verklärt. O, so laß denn alle Sinnen, Reden, Schweigen und Beginnen nach dem Himmel sein gefehrt.olator o his CH 5. Hier will ich dir fest vertrauen und auf deine Gnade schauen, wenn des Kreuzes Last mich drückt; ich will in der Stille hoffen, bis mein Glaub dich angetroffen und dein Antlit 6. Willst du mit der Hilf verziehen, eine Zeit lang von mir fliehen? Herr, ich bin ein sündger Knecht. Willst du strafen, willst du schlagen? Willst du züchtgen, willst 250 Wiedergeburt willst du plagen? Herr, du bleibest stets gerecht. 7. Nun, so stärke mir den Glauben; laß mir nichts denselben rauben, keine Weltluft, feine Bein. Deine Liebe laß mich schmecken, deine Gnade mich erwecken, immer dankbar dir zu sein. S ise 3. G. Wolf, † 1754. 5. An dent, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es feinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rat vor Augen hat, dem wird ein gut Ge wissen die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist fie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn, er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten; der Herr hilft seinen Knechten. 2. Er sah von aller Ewigfeit, wie viel mir nüßen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des GlauHom Mel. Was Gott thut, das ist zc. bens Ehre nicht zu besiegen 356 Der Herr iſt meine wäre? showbi Zuversicht, mein bester Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Heil und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist mein Gott; auf sein Gebot wird meine Seele stille; mir gnügt des Vaters Wille.udi ug 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärfe; die Augen, die auf dich nuc Mel. Was Gott thut, das ist ic. 355 Auf Gott und nicht auf meinen Rat will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 3. Gott fennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich; nicht, was ich mir ersehe, sein Wille, der geschehe! und Heiligung. oft zu tragen, als selbst das widrige Geschickt, bei deffen Last wir flagen? Die größte Not hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 4. Ist nicht ein unge: störtes Glück weit schwerer Hod Chr. F. Gellert, † 1769. unic Vertrauen. 251 schaun, sehn deine Wunder- 7. Herr, du bist meine Zuversicht; auf dich hofft Du weißt, meine Seele. werke. Herr, groß von Rat und stark von That, mit gnadenvollen Händen wirst du dein Wert vollenden.d was meinem Glück gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen und sich im Kummer lo des faffen? 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen müssen; du läßt ihn, wenn ihn Not umgiebt, doch dei nen Trost genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eitles Dichten wird einst dein Rat vernichten. 8. In deine Hand befehl ich mich, mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich, dir will ich mich ergeben; sei du mein Gott und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlig schaue. 4. Drum hoff, o Scele, hoff auf Gott; der Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Notichelin Ch. Sturm, † 1786. Hilf und Erbarmung findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn smiser sit bir orientie ma. alles ist an Gottes Segen zc. Sünder zittern, ein Fels in 357 Fortgekämpft und 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet. Weh denen, die zu Menschen fliehn; weh dem, der von Gott weichet! Dein Heiland starb; ja, er erwarb auf ſeinem Todeshügel dir deines Glaubens Siegel. Nos 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Wetterwol ten sammeln; Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade sfammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er, er wägt die Schmerzen und wälzt sie weg vom Herzen. fortgerungen, bis zum Lichte durchgedrungen muß es, bange Seele, fein. Durch die tiefsten Dunkelheiten kann dich Jesus hinbegleiten: Mut spricht er den Schwachen ein.ch 2. Bei der Hand will er dich faffen; scheinst du gleich von ihm verlassen, glaube nur und zweifle nicht! Bete, fämpfe sonder Wanten: bald wirst du voll Freude danken, bald umgiebt dich Kraft und Licht. hilar$ ISH 570 3. Bald wird dir sein Antlit funkeln: hoffe, harre, glaub im Dunkeln! Nie gereut ihn seine Wahl. Er will 252 Wiedergeburt und Heiligung. will dich im Glauben üben; ich werde überwinden; wer Gott, die Liebe, kann nur ihn sucht, der wird ihn lieben; Wonne wird bald finden, wird ihn haben hier deine Qual. Se und dort. J.R. Lavater,+1801. Med mellou! purch 1998 358 Wenn der Herr einst die Ge fangnen ihrer Bande ledig of macht, o dann schwinden die vergangnen Leiden, wie ein Traum der Nacht. Dann wird unser Herz sich freun, sein; jauchzend werden wir unser Mund voll Dankes d erheben ihn, der Freiheit ist uns gegeben.m 371-19 210 4. Weg von aller Welt die Blicke! Schau nicht seitwärts, nicht zurücke, nur auf Gott und Ewigkeit; nur zu deinem wende und Herz und Sinn ung Hände, bis er himmlisch dich erfreut. Mel. Wie nach einer Wasserquelle 2c. 5. Aus des Jammers wilden Wogen hat dich oft herausgezogen seiner All macht treue Hand. Nie zu furz ist seine Rechte; wo ist einer seiner Knechte, der bei ihm nicht Rettung fand? I 2. Herr, erhebe deine 6. Schließ dich ein in Rechte, gieb uns einen Vaterdeine Kammer, geh und blick, aus der Fremde ruf schütte deinen Jammer aus die Knechte in die Heimat in Gottes Vaterherz; fannst bald zurück! Ach, der Pfad du gleich ihn nicht empfin- ist steil und weit! Kürze den, Worte nicht, nicht unsre Prüfungszeit; führ Thränen finden, flag ihm schweigend deinen Schmerz! 7. Kräftig ist dein tiefes Schweigen. Gott wird sich als Vater zeigen; glaube nur, daß er dich hört! Glaub, daß Jesus dich vertreten, glaube, daß, was er ge beten, Gott, sein Vater, ihm gewährt. uns, wenn wir treu gestritain ten, in des Friedens stille Hütten. thim spric 100 3. Ernten werden wir mit Freuden, was wir weinend ausgesät; jenseits reift die Frucht der Leiden, und des Sieges Palme weht. Unser Gott auf seinem megs? Thron, er, er selbst ist unser Lohn; die ihm lebten, die ihm starben, bringen jauchzend ihre Garben.non omis S. G. Bürde,+ 1831. 8. Drum, so will ich nicht verzagen, mich vor Gottes Antlig wagen, flehen, ringen fort und fort; ja, Vertrauen. Mel. O Jesu Chrift, meins Lebens Licht 2c. 359 D er Himmel hängt voll Wolken schwer, ich seh das blaue Zelt faum mehr; doch über Wolfen hell und klar nehm ich ein freundlich Auge wahr. OH. Möwes, † 1834. were alla polul of the Mel. Wie nach einer Wasserquelle 2c. O 2. Es tobt der Sturm 360 mein Herz, gieb dich zufrieden! mit wilder Macht, sie wird so dunkel oft, die Nacht; doch wenn auch meine Seele bebt, sie weiß, daß dort mein Heiland lebt. 3838 O verzage nicht so bald! Was dein Gott dir hat beschieden, nimmt dir keiner Welt Gewalt. Keiner hindert, was er will; harre nur, ver= traue still; geh des Wegs, den er dich fendet; er begann und er vollendet. 2. Hüllt er dich in Dunkelheiten, so lobsing ihm aus Licht bereiten, wo dus nimder Nacht; sieh, er wird dir mermehr gedacht. Häuft sich not und Sorg umher, wird die Last dir allzu schwer, faßt er plößlich deine Hände und führt selber dich ans Ende. 3. Wär auch alle Welt dir feindlich, rottete sich wider dich: dank ihm! O, der Herr ist freundlich, seine Huld währt ewiglich. Sind auch Trauer, Angst und Leid seines Segens dunkles Kleid: dank ihm! Er schickt seinen Segen auf geheimnisvollen Wegen. HODO siderado@ 4. Endlich wird dein Morgen grauen; kennst du nicht sein Morgenrot? Darfst du zagend rückwärts schauen, wenn 3. Sie zöge gar zu gern hinaus ins große, weite Vaterhaus; doch hält in seiner Kraft sie still, bis er, bis er sie lösen will.disn sem 4. Die Erd ist mir ein morsches Boot, das unter mir zu finken droht; ich steh, nach oben hingewandt, mit einem Fuß auf seinem Rand. Gre 253 rufft: Nun ist mirs recht, nun kannst du kommen, treuer Knecht!" moops 50 Gebeutst du, Herr, mit einem Blick, so schleudr ichs hinter mich zurück und schwinge mich an deiner Hand hinauf, hinauf und jauchze: Land! 6. Jch ginge gern, fo gern zu dir! Doch wenn du mich noch länger hier in Sturm und dunklen Nächten läßt, so halt du meine Seele feft: 7. Daß sie in Sturm und Nächten treu, zu deiner Ehre wacker sei, bis du mir 254 Lieder für besondere Zeiten. wenn dich Glut und Sturm mutig aus! Was mit ihm bedroht? Denn auch Feuer- du angefangen, führet er flamm und Wind Boten mit dir hinaus. Und ob feines Willens find; und alles widersteht: in Verfanns nur ein Wunder traun und in Gebet bleib wenden: auch ein Wunder am Werke deiner Hände, so fann er senden. führt ers zum schönsten Ende. 5. O so laß denn alles Bangen! Wirte frisch, halt B. v. Strauß, geb. 1809. XIV. Sieder 200 Lieder für besondere Seiten, 906 dosti 13 la e Jahreszeiten. Frühling. Mel. Lobe den Herren, den 2c. 361 Hör ör ich euch wie der, ihr Töne des Frühlings, jubelnde erklingen, Stimmen des Preises sich himmelwärts schwingen? Tief in der Brust regt sich die sehnende Lust, mit euch ein Loblied zu fingen. 2. Soll mich die Amsel und soll mich die Lerche beschämen? Sang ist ihr Leben und freudiges Lob ohne Grämen. Schweigest nur du, Seele, berufen dazu, Gnade um Gnade zu nehmen? 3. Ist nicht dein Frühling, der himmlische, dir auch erschienen? Sahst du die Auen der Hoffnung in ihm nicht ergrünen, der bis ins Stände und Berhältnisse. tibelt Grab stieg aus dem Himmel herab, all deinen Jammer zu fühnen? pitidirend 4. König des Himmels und Freund einer fündigen Seele, jeder Gedanke und was du mir bist; aus dir jede Empfindung erzähle, ein Lebensstrom fließt, daß ich mich nimmermehr quäle. 5. Laß mich dich loben! Ich weinte dir lange nur Klagen, wähnte dich hart, wenn aus Liebe du Wunden geschlagen, habe die Hand ewiger Güte verkannt, irre von Sorgen und Zagen. 6. Doch wie der Winter von starrenden schneeigen Höhen spurlos zerrinnt, wenn sie Lüfte des Frühlings umwehen, also entfliehn, giebst du dem Herzen dich hin, all seine starrenden Wehen. tobao MAR 09 7. Gieb mir die Harfe und laß mich die himmlischen Lieder fernher vernehmen! Sie hallen im Thränenthal wieder. Engelgefang und der Erlöseten Dank schwebe hinauf und hernieder! 8. Schön ist die Schöpfung die, ewiges Wort, du gegründet; wundervoll hast du die Berge und Thäler geründet; Frühlinges Pracht hat, wie der Tag und die Nacht, längst deinen Namen verkündet. Jahreszeiten. 9. Jauchze, Natur, in des Frühlings beginnendem Wehen! Singe, du Welt, die das Werk der Erlösung gesehen! Jauchze, du Heer, dort am krystallenen Meer: Ehre sei Gott in den Höhen!" In Meta Heußer- Schweizer, † 1876. 9713 Sommer. 362 eh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben, schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie fie mir und dir sich ausgeschmücket haben. 255 Blümlein auf dem Wiesenplan, die ziehen sich viel schöner an, als Salomonis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täubchen fleucht aus seiner Kluft und macht sich in die Wälder; die hochbegabte Nachtigall ergößt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Thal und Felder. 2. Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decet seinen Staub mit einem grünen Kleide; die 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, der Storch baut und bewohnt sein Haus, das Schwälblein speist die Jungen; der schnelle Hirsch, das leichte Reh ist froh und kommt aus seiner Höh ins tiefe Gras gesprungen. 65. Die unverdrossne Bienenschar fleugt hin und her, sucht hier und da sich edle Honigspeise; des süßen Weinstocks starter Saft bringt täglich neue Stärk und Kraft in seinem schwachen Reise. 6. Der Weizen wächset mit Gewalt: darüber jauchzet Jung und Alt und rühmt die große Güte des, der so überflüssig labt und mit so manchem Gut begabt das menschliche Gemüte. 7. Ich selber kann und mag nicht ruhn; des großen Gottes großes Thun erweckt mir alle Sinnen; ich finge mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten flingt, Lieder für besondere Seiten. 256 klingt, aus meinem Herzen rinnen. 8. Ach, denk ich, bist du hier so schön, und läßt dus uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden: was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Himmelszelt und güldnen Schlosse werden! long 140mir 2014 9. Welch hohe Luft, welchp. Gerhardt, † 1676. heller Schein wird wohl in Christi Garten sein! Wie muß es da wohl klingen, da so viel tausend Seraphim aus einem Mund mit heller Mel. Kommt her zu mir 2c. Herbst. Stimm, ihr Hallelujah fingen! 10. Owär ich da, o stünd ich schon, ach, lieber Gott, vor deinem Thron und trüge meine Palmen! So wollt ich nach der Engel Weis erhöhen deines Namens Preis mit tausend schönen Psalmen. 11. Doch will ich gleich wohl, weil ich noch hier trage dieses Leibes Joch, auch nicht gar stille schweiz gen; mein Herze soll sich fort und fort an diesem und an allem Ort zu deinem Lobe neigen. und spat viel Glaubensfrücht erziehe. am 13. Mach in mir deinem Geiste Raum, laß mich als einen guten Baum Lebenswasser grünen; so will ich dir und deiner Ehr allein und keinem andern mehr, hier und dort ewig dienen. Hosted 12. Hilf nur und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himmel fleußt, daß ich dir stetig blühe; gieb, daß der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh da am duny 363 Des Jahres schöner Schmuck ent weicht, die Flur wird kahl, der Wald erbleicht, der Vöglein Lieder schweigen. Ihr Gottestinder, schweiget nicht und laßt hinauf zum ewgen Licht des Herzens Opfer steigen! 2. Gott ließ der Erde Frucht gedeihn; wir greifen zu, wir holen ein, wir sammeln seinen Segen. Herr Jesu, laß uns gleichen Fleiß an deiner Liebe Ruhm und Preis mit Herzensfreude legen. 3. Was Gottes Hand für uns gemacht, das ist nun alles eingebracht, hat Dach und Raum gefunden. So fammle dir zur Gnadenzeit, o Seele, was dein Herr dir beut, für deine Kreuzes: stunden. Jahreszeiten. Winter. 4. Denn wie die Felder öde stehn, die Nebel talt darüber wehn und Reif ent- Mel. Gott sei Dank in aller Welt zc. färbt die Matten: ſo endet 364 Großer Schöpfer, alle der Welt, des Lebens Glanz und Kraft zerfällt; schnell wachsen seine Schatten. Welt, dessen Hand die Himmel hält! Zu der Sonne sprichst du: lauf, gehe unter, gehe auf! 2. Ship tolli 5. Es braust der Sturm, der Wald erkracht, der Wandrer eilt, um noch vor Nacht zu flüchten aus den Wettern. O Jesu, sei uns Dach und Thurm, wenn oft des Lebens rauher Sturm uns will zu Boden schmettern. 6. Es fällt der höchsten Bäume Laub und mischt sich wieder mit dem Staub, von dannen es gekommen. Ach, Mensch, sei noch so hoch und wert: du mußt hinunter in die Erd, davon du bist at 15k genommen! 7. Doch wie der Landmann seine Saat ausstreuet, eh der Winter naht, um tünftige Frucht zu sehen: so treuer Vater, deckest du auch unsern Leib mit Erde zu, daß er soll auferstehen. 257 8. Indes, wie über Land und Meer der Störche Zug, der Schwalben Heer der Sonn entgegen streben: so laß zu dir die Seele fliehn, zu deinem Paradiese ziehn, an deiner Sonne leben! B. v. Strauß, geb. 1809, Deine Macht und Herrlichkeit leuchtet auch zur Winterszeit in der wolfenvollen Luft, in den Flocken, in dem Duft. MATICE 3. Alles ruht; auf dein Geheiß wird der Wasserstrom zu Eis. Du giebst, was der Landmann bat, deckst und wärmest seine Saat. 4. nicht Der des Sperlings sorgt noch vergißt, mehr für dich, o Christ! Gott sei dir in Hiß und Frost Freude, Zuversicht und Troft. 5. Bleibe du, mein Herz, nur warm! Ist ein Bruder nackt und arm, brich ihm liebevoll dein Brot, lindre freundlich seine Not. 6. Nach des Winters falter Nacht lebet alles, alles lacht; Bäume, Wiesen, Wälder blühn, und die dürre Welt wird grün. 7. Also blüht nach kurzer Zeit aus dem Staub Unsterblichkeit; neu und umge schaffen einst sind wir, wenn du, Herr, erscheinst. 9 258 Lieder für besondere Zeiten. 8. Eile, Freudentag, heran, wandten, Geschwister und dem kein Winter folgen Bekannten und alles, was fann! Sonne, die nie unter ich hab. no 19 and geht, sei gelobet und erhöht! 3. K. Lavater,+1801. 5. Gott will ich laffen raten, der alle Ding ver mag; er segne meine Thaten auch an dem heutgen Tag. Ihm hab ich heimgestellt Leib, Seele, Gut und Leben, und was er sonst gegeben; er machs, wies ihm gefällt. Darauf so sprech ich Amen und zweifle nicht dar Namen mein Flehen gnädig an, Gott nimmt in Jesu an. Nun streck ich aus die an. Nun streck ich aus die Hand, greif an mein Wert will bescheiden in meinem mit Freuden, was Gott mir Amt und Stand. Joh. Mattheftus(?),+ 1565. Morgen. Morgen. da Entry 20gr amig a [ us meines Her365 Aus fag ich dir Lob und Dank fag ich dir Lob und Dank 6. in dieser Morgenstunde und all mein Leben lang, Herr Gott, auf diesem Thron, zu Lob dir, Preis und Ehren durch Christum unsern Her ren, dein eingebornen Sohn; 2. Daß du mich haft aus Gnaden in der vergangnen Nacht vor Not, Gefahr und Schaden behütet und be wacht. Ich bitt demütiglich, 261 wollst mir mein Sünd verz 366 Gott des Himmels geben, womit in diesem Leben ich hab erzürnet dich. und Vater, Sohn und heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und, was drinnen iſt, erhält: 3. Du wolleft auch behüten mich gnädig diesen Tag vor Satans List und Wüten, vor Sünden und vor Schmach, vor Feuer und Wassersnot, vor Armut und vor Schanden, vor Ketten und vor Banden, vor bösem schnellen Tod. TOCKINO FORM 4. Mein Leib und Seel, mein Leben, mein Weib, Gut, Ehr und Kind sei dir, Herr, übergeben, dazu mein Hausgesind, als dein Geschenk und Gab, die Eltern und Ver o is loo 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen hast behütet und bewacht und bei aller meiner Schuld mich noch trägst in Vaterhuld. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser da 259 von aller Plag gefund läßt sehen jeden Tag. 193ms 2. Wir bitten dich, du Gnadenstrahl, leucht uns in or diesem Erdenthal; beschirm uns täglich und auch heut, bewahr uns ferner allezeit. 3. Daneben gieb uns Fried und Ruh und, was uns nötig ist, dazu; durch deine starke Gnadenhand beschüße uns und unser Land. De 4. All Sünd und Schwachheit uns verzeih, ein gut Gewissen stets verleih; gieb, daß wir deines Namens Ehr ausbreiten immer mehr und STG 69039 1730 $ 11901-1197 mehr. 5. Und wenn es dir, o Herr, gefällt, uns abzufordern aus der Welt, so gieb ein selig Ende hier, daß wir dort ewig sein bei dir. bour 6. O Jesu Christ, erbarme dich, hör unsre Bitten gnä- 0 diglich; durch dein Verdienst, durch deinen Tod erlöse uns aus aller Not. Vor 1664. tento rou 120 dne Morgen. dieser Nacht vergehn; o Herr Jesu, laß dich finden und dein Herz mir offen stehn, da alleine Hilf und Rat ist für meine Missethat. 4. Hilf, daß ich mit die sem Morgen geistlich auf erstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschüßer und mein Hort! Nirgends, als von dir allein, kann ich recht bewahret sein. No 6. Meinen Leib und meine Seele samt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand; Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigentum! 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, ist und Anschlag 368 Die güldne Sonne, von wende und mich halt in guter Acht; der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu! Karpal Wonne, bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen ein herzerquickendes, liebliches Mein Haupt und Glieder, die lagen darnieder, aber nun steh ich, bin munLicht. H. Alberti, † 1651. Hod negramdr IKE to Mel. Herr Jesu Christ, dich zc. 367 Die Nacht nun- ter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. mehr vergangen ist; wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du uns frei 2. Mein Auge schauet, was Gott gebauet zu seinen Ehren, 9* 260 Lieder für besondere Zeiten. Ehren, und uns zu lehren, nen nach Gut mit Sünde, wie sein Vermögen sei mäch das tilge geschwinde von tig und groß, und wo die meinem Herzen und wirf es Frommen dann sollen hin- hinaus. fommen, wenn sie mit Fried 7. Menschliches Wesen, den vom Himmel geschieden aus dieser Erden vergänglichem Schoß. was ists gewesen? In einer Stunde geht es zu grunde, sobald die Lüfte des Todes drein wehn. Alles in allen muß brechen und fallen; Himmel und Erden, die müssen das werden, was sie gewesen vor ihrem Bestehn. 8. Alles vergehet, Gott aber stehet ohn alles Wanken; seine Gedanken, sein Wort und Willen hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden, die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tötlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone, vergieb und schone! Laß meine Schulden in Gnad und Hulden von deinen Augen sein ferne gewandt! Sonsten regiere, mich lenke und führe, wie dirs gefället: ich habe gestellet alles in deine Beliebung und Hand. 10. Willst du mir geben, womit mein Leben ich kann ernähren, so laß mich hören allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste, das Beste, Gott ist das Süßte und Allergewißte, aus allen Schätzen der edelste Hort. nos ANE 3. Laffet uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben; was wir nur haben, alles das sei Gott zum Opfer gesett. Die besten Güter sind unsre Gemüter; vor ihn zu treten mit Singen und Beten, das ist ein Opfer, dran er sich ergött. 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen; segnen und mehren, Unglück verwehren, sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein.js 5. Jch bab erhoben zu dir hoch droben mein ganzes Sinnen; laß mein Beginnen ohn allen Anstoß und glück lich ergehn. Laster und Schande, der Finsternis Bande, Fallen und Tücke treib ferne zurücke, laß mich auf deinen Geboten bestehn. 6. Laß mich mit Freuden, ohn alles Neiden, sehen orden Segen, den du wirst legen in meines Nächsten und Mitbruders Haus. Geiziges Brennen, unchristliches Ren Morgen. dms 11. Willst du mich kränofen, mit Galle tränken, und Es soll von Plagen ich auch was tragen, wohlan, so mach es, wie dir es beliebt! Was 29 gut und tüchtig, was schädsolich und nichtig meinem Gebeine, das weißt du alleine, 315 hast niemals einen zu sehr noch betrübt. the 3rd Sit HO 12. Kreuz und Elende, das nimmt ein Ende; nach Meeresbrausen und Windes fausen leuchtet der Sonne erwünschtes Gesicht. Freude die Fülle und selige Stille darf ich erwarten im himmtolischen Garten; dahin sind meine Gedanken gericht. Jah P. Gerhardt, † 1676. 1676. pions du piltige sind 1791 ITS Mel. Nun laßt uns Gott, dem 190 90 Herren zc. 261 4. Dein Wort, das ist geschehen, ich kann das Licht noch sehen; von Not blieb ich befreiet, dein Schuß hat mich erneuet.com demolit 3. Du sprachst: mein Kind, tomun liege, fein Schrecken dich besiege; schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. Statio 5. Du willst ein Opfer haben: hier bring ich meine Gaben und opfere dir wieder mein Herz und meine Lieder. 1193 7. So wollst du nun vollenden dein Werk an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage.is ziet 8. Sprich Ja zu meinen Thaten, hilf felbst das Beste raten, den Anfang, Mitt 369 Wach auf, mein und Ende, ach, Herr, zum und 202 Sfinge dem Schöpfer aller $ 92Dinge, dem Geber aller Güter, dem treuen Menschen sd hüter. ats amis 1940130 210 910 2. Heut, als die dunklen Schatten mich ganz umfan19 gen hatten, bedecktest du mich Mel. O Herr, dein Ohren zu mir Armen, o Vater, mit Erol on fehre 2c. 5 barmen. 6. Die wirst du nicht verschmähen; du kannst ins Herze sehen und weißt wohl, daß zur Gabe ich ja nichts Beffres habe. 9. Mit Segen mich beschütte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel P. Gerhardt, † 1676. reise. 370 Menschenhüter, du unbegreiflich großes Gut, ich will dir opfern Herz und Mut; stimmt an mit mir, gedenkt der Güter, all ihr Gemüter! Lieder für besondere Zeiten. 262 2. Herr, deiner Kraft ichs nur zuschreibe, daß ich noch Odem schöpfen kann; ach, nimm dich meiner gnä dig an, du Vaterherz, mich nicht vertreibe, heut bei mir bleibe! uits 3. Jsraels Gott, da ist mein Wille, der sich dir wil lig untergiebt, dich über alles gerne liebt; das ist mein Wunsch in früher Stille, o Gnadenfülle! 4. Dein Angesicht mich heilig leite, dein Auge träf tig auf mich seh; ich reise, fiz, geh oder steh, mich zu der Ewigkeit begleite; Herr, mich bereite! 5. Laß Seel und Leib, so du gegeben, stets sein in deiner Furcht bereit, als Glieder der Gerechtigkeit bis in den Tod dir sein ergeben, o Seelenleben! 2. Deiner Güte Morgentau fall auf unser matt Gewissen; laß die dürre Lebensau lauter süßen Trost genießen, und erquick uns, deine Schar, immerdar. 3. Gieb, daß deiner Liebe Glut unsre falten Werke töte, und erweck uns Herz und Mut bei erstandner Morgenröte, daß wir, eh wir gar vergehn, recht auf stehn. ordini der Höh, gieb, daß auch am 4. Ach, du Aufgang aus jüngsten Tage unser verklärt ersteh und, entfernt Leib 36 verklärte von aller Plage, sich auf jener Freudenbahn freuen kann. 5. Leucht uns selbst in jene Welt, du Gnadensonne, führ uns durch das Thränenfeld in das Land der süßen Wonne, wo die Lust, die uns erhöht, nie vergeht. 10 Hu 190 bom Chr. Knorr v. Rosenroth, † 1689. 6. Gesegne mich auf meinen Wegen, mein Thun und Lassen lenke du; in Unruh bleibe meine Ruh, bis ich zuletzt mich werde legen in 372 Seele, du mußt JESTR Fried und Segen. S Joach. Neander, † 1680. munter werden, denn der Erden blickt her- 19 vor ein neuer Tag; komm, dem Schöpfer dieser Strahlen zu bezahlen, was dein schwacher Trieb vermag. 2. Deine Pflicht, die kannst du lernen von den Sternen, deren Gold der Sonne weicht: ODI so laß auch vor Gott zerming rinnen, 371 Mo orgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte, schick uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte, und vertreib durch deine Macht unsre Nacht. nosilt amabia Mel. Hülter, wird die Nacht der Sünden 2c. Al 1940 Morgen. 263 rinnen, was den Sinnen 9. Drum, so seufz ich, hier im Finstern schöne däucht. 3. Schau, wie das, was Odem ziehet, sich bemühet um der Sonne holdes Licht, wie sich, was nur Wachstum spüret, freudig rühret, wenn ihr Glanz die Schatten bricht. daß mein Scheiden nicht ein Leiden, sondern sanftes Schlafen sei, und daß ich mit Lust und Wonne seh die Sonne, wenn des Todes Nacht vorbei. F. R. L. v. Canit,+ 1699. 4. So laß dich auch fertig 373 Hüter, wird die finden, anzuzünden deinen Weihrauch, weil die Nacht, da dich Gott vor Unglücksstürmen wollen schirmen, ist so glücklich hingebracht. Nacht der Sünden nicht verschwinden? Hüter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finsternis der Sinnen bald zerrinnen, darein ich verhüllet bin? 5. Bitte, daß er dir Gedeihen mag verleihen, wenn du auf was Gutes zielst, aber daß er dich mag stören und befehren, wenn du böse Regung fühlst. 6. Kränkt dich etwas diesen Morgen, laß ihn sorgen, der es wie die Sonne macht, welche welche freundlich pflegt die Höhen anzusehen, und auch in die Thäler lacht. 7. Denk, daß er auf dei nen Wegen ist zugegen und erkennet, was du thust; daß er auch verborgne Flecken kann entdecken und die tiefste Sündenluft. 8. Wir sind an den Lauf der Stunden festgebunden, der entführt, was eitel heißt, und der dein Gefäß, o Seele, nach der Höhle eines Sterba gewölbes reißt. 2. Möcht ich wie das Rund der Erden lichte wer den! Seelensonne, gehe auf! Ich bin finster, falt und trübe; Jesu, Liebe, komm, beeile deinen Lauf! Bunde, da die Stunde der 3. Wir sind ja im neuen Erscheinung kommen ist; Schatten so ermatten, weil und ich muß mich stets im du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, weil du kommen; aber ich bin lauter Nacht; darum wollst du mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach Licht und Rechte tracht. 5. Wie kann ich des Lich- 00 tes Werke ohne Stärke in der Finsternis vollziehn? Wie kann ich die Liebe üben, Demut lieben und der Nacht Geschäfte fliehn? 264 Lieder für besondere Zeiten. 6. Ach, daß länger meine immer älter werde und nies Seele sich nicht quäle, zünd mals rein von Missethat. dein Feuer in mir an! Laß O Gott, der täglich mich mich finstres Kind der Erden ernährt, wär ich doch deiner helle werden, daß ich Gutes Gnad auch wert! wirken kann. 3. Du siehst am Morgen mich aufstehen, regier mich auch in dieser Welt; ich weiß nicht, wie mirs heut wird gehen, mach alles so, wie dirs gefällt; schließ mich in deine Vorsicht ein; dein will ich tot und lebend fein. 1910 7. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben; Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz anblicken und erquicken, Jesus muß die Sonne sein. 8. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, feine Klarheit kann nicht ein; wenn sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine sein. 4. Vergieb mir, Vater, meine Sünden, die ich bei Tag und Nacht beging, und laß mich vor dir Gnade finden, erhöre, was ich bet und sing; denn wenn ich nur bei dir wohl steh, fo acht ich gar nicht, wie es geh. 5. Hilf du in allen Sachen raten, denn ich bin selber mir nicht flug; behüte mich vor Missethaten, vor böser Menschen ist und Trug; laß mich den Tag wohl legen 374 Mein Gott, nun an und Gutes schaffen, wo ich kann. es wieder Morgen, die Nacht vollendet ihren Lauf; nun machen alle meine Sorgen auf ein mal wieder mit mir auf. Die Ruh ist aus, der Schlaf dahin; ich sehe wieder, wo ich bin. 9. Jesu, gieb gesunde Augen, die was taugen, rühre meine Augen an! Denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Chr. Fr. Richter, † 1711. Mel. Wer nur den lieben Gottt läßt walten 2c. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, wo jeder Tag sein Elend hat, wo ich nur 6. Behüte mir mein Leib und Leben, mein Weib und Kind, mein Hab und Gut, und laß den Himmel Segen geben, wenn meine Hand das Ihre thut; hilf, daß ich alles wohl verricht! Du wirst es thun, ich zweifle nicht. C. Neumann, † 1715, Morgen. the sale Mel. Wie nach einer Wassers quelle 2c. 375 Gott, du Licht, das ewig bleibet, das ohn allen Wechsel ist, das die Finsternis vertreibet, der du bleibest, wie du bist, ich verlaffe meine Ruh; rufe: werde Licht! mir zu, daß ich, der ich Nacht und Erde, durch dein Licht verkläret werde. 265 5. Führ mich einft zu jenem Lichte deiner höchsten Majestät, wo vor deinem Angesichte die verklärte Seele steht, heller als der Sonnens schein, schön, unsterblich, engelrein laß sie sein mit dir vereinet, wenn mein letter Tag erscheinet.d pon Sal. Frand,+ 1725. 3. Schenke mir, Herr, und gewähre, was die arme Seele stillt; ach, erneure und vertläre stets in mir dein Ebenbild! Sende mir den Geist der Kraft, der ein neues Leben schafft, daß ich himmlisch auf der Erde und ein Geist mit Christo werde. 2. Wecke, da der Leib geſchlafen, auch die Seele 376 Früh am Morgen gieb ihr deines Lichtes Waffen, richt und leite ihren Lauf; laß mich sein des Lichtes Kind, hilf mir, da ich geistlich blind, Jesu, daß ich wieder sehe und in deinem Lichte gehe. 4. Segne meiner Hände Werke, fördre mich in meiner Pflicht; bleibe meiner Schwachheit Stärke, meines Lebens Kraft und Licht; laß mein Lebensziel allein deines Namens Ehre sein; hilf, daß ich stets wahre Liebe gegen meinen Nächsten übe, Mel. Den die Hirten lobten sehre 2c. vor allen Thüren stehet, klopfet an, wo man geflehet: komm, Herr Jesu, unser Gaft! 2. Nun, so lasset ihn nicht dorten, thut ihm auf des Herzens Pforten und ruft ihn mit süßen Worten: eile, Jesu, fehre ein! app 3. Wollest täglich bei uns bleiben, alle Feinde von uns treiben, uns ins Buch des Lebens schreiben und der gute Hirte sein; 4. Weiden uns auf grünen Auen, daß wir deine Fülle schauen und auf deinen Reichtum bauen, mit dir gehen aus und ein. 5. Amen, ja, es soll ge= schehen! Jesus wird heut mit uns gehen, und wir werden fröhlich sehen, daß er uns nicht läßt allein. Lieder für besondere Zeiten. 266 Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. nur gescheh zu deines Na 377 Jefu, füßes Licht, mens Ruhm, und daß ich unverrückt verbleib dein Eigentum. nun ist die Nacht vergangen; nun hat dein Gnadenglanz aufs neue mich umfangen; nun ist, was an mir ist, vom Schlafe auf3. Lange,+ 1744. Mel. Ich dant dir schon 2c. geweckt und hat sich, Herr, 378 Mein erst Gefühl und nach dir streckt. 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnade senfen mit Leib, mit Seel, mit Geist, heut diesen ganzen Tag; das soll mein Opfer sein, weil ich sonst nichts vermag. dusor Joh 3. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit und Geduld durch deines Geistes Triebe; auch mit der De mut mich vor allem fleide an, so bin ich wohl geschmückt und köstlich angethan. 4. Gieb, daß mir diesen Tag stets vor den Augen schwebe, daß dein Allgegenwart mich wie die Luft um gebe, auf daß mein ganzes Thun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe inniglich, mein Gott, zu aller Stund! 5. Ach, segne, was ich thu, ja rede und gedenke; durch deines Geistes Kraft es also führ und lenke, daß alles Dank; erheb ihn, meine Seele! Der Herr hört deinen Lobgefang; lobsing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? he für 3. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben; du bist es, der es uns erhält und mirs jetzt neu gegeben. 4. Gelobet feist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. Wachs 19 5. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 6. Nimm meines Lebens gnädig wahr, auf dich hofft meine Seele; sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. Snutria 7. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Morgen. und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue; 8. Daß ich als ein ge treuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe; 1 9. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf d mit Freudigkeit, wenn duo C gebeutst, beschließe. Chr. F. Gellert, † 1769. du chi op 267 von den Meinigen beweint, lindre dann des Todes Pein, laß mich stark und freudig sein, daß ich sie zum Himmel weise und dich, Herr des Todes, preise. Mel. Wie nach einer Wasser350 Tiado quelle zc. F. G. Klopstod, † 1803. G dusanvi alto dis Mittag. Vor Tische. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens Licht 2c. 380 Gelegn uns, Herr, die Gaben dein, die Speis laß unsre Nah379 Wenn ich einst rung sein; hilf, daß dadurch erquicket werd der dürftge Leib auf dieser Erd! von jenem Schlummer, welcher Tod heißt, aufersteh und, erlöst von allem Rummer, jenen schönren Morgen seh: o dann wach ich anders auf. Schon am Ziel ist dann mein Lauf; Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen! 2. Hilf, daß keiner meiner Tage, Geber der Unsterblichkeit, einst mich im Gericht verklage, daß ich frevelnd ihn entweiht. Auch noch heute wacht ich auf; Dank sei dir! Zu dir hinauf führ mich jeder meiner Tage, jede Freude, jede Plage: 2. Doch dieses zeitlich Brot allein kann uns nicht gnug zum Leben sein; dein göttlich Wort die Seele speist, hilft uns zum Leben allermeist. 45 3. Drum gieb uns beides, Herr und Gott, hilf endlich auch aus aller Not: so preisen wir dein Gütigkeit hier und auch dort in Ewigfeit. Vor 1562. Mel. Schmüde dich, o liebe Seele zc. 381 peis, o Gott, uns, deine Kinder, tröste die betrübten 3. Daß ich froh gen Sünder, sprich den Segen Himmel sehe, wenn mein zu den Gaben, die wir jeto letter Tag erscheint. Wenn vor uns haben, daß sie uns zum dunklen Thal ich gehe, zu diesem Leben Stärke, Kraft und Lieder für besondere Zeiten. 268 und Nahrung geben, bis wir endlich mit den Frommen zu dem Himmelsmahle kommen. 3. Heermann, † 1647. Mel. Jesu, als du erstlich kamest zc. 382 Herr, Herr, wir kommen des Herrn! laß uns deiner nicht vergessen, denn du bist das Himmelsbrot; ſpeis die Leiber, stärk die Seelen, die wir dir jetzt anbefehlen, steh uns bei in aller Not; uns, daß wir nach der den deine Gäst im Himmel werden. hilf 3. K. Lavater, † 1801. dam 512 o Abend.al hitro ROGS ID Tobin Honi! Nach Tische. Tort Mel. Nun lobt und dankt Gott all. 386 Hinten Schein, Mel. Erhalt uns, Herr, bei 2c. ist der zusammen 2c. Sonnen ir danken Gott 383 Wit für seine Gaben, die wir von ihm empfangen haben, wir bitten unsern lieben Herrn, er woll auch ferner sie beschern und speisen uns mit seinem Wort, daß wir satt werden hier und dort; ach, lieber Gott, du wollst uns geben nach dieser Welt das ewge Leben. Vor 1588. On gab auch jetzt uns Speisd und Trank; lobt ihn, fagt ihm frohen Dank. Aller Segen kommt vom Herrn; dankt ihm und gehorcht ihm gern, liebt ihn, freuet euch In org me thi 0 Mel. Gott sei Dant in aller Welt 2c.on fud 385 Guter Geber, Dank sei drum leben wir; du giebst Speise uns und Trank, dir sei ewig Lob und Dank! Amen. Mel. Da Christus geboren war ic. ( Um Erbarmen flehen wir.) 384 1nfer Bater, der uns liebt, der uns, was uns gut ist, giebt, die finstre Nacht bricht start herein; leucht uns, o Herr, du wahres Licht, laß uns im Finstern straucheln nicht. 2. Dank sei dir, daß du uns den Tag vor Schaden, Angst und mancher Plag durch deine Engel haft behüt aus Gnad und väterlicher Güt.is on ant 3. Womit wir heutherzürnet dich, das, Herr, verzeih uns gnädiglich und rechn es unsrer Seel nicht zu; laß schlafen uns in Fried und in Frie C Ruh. 4. Die Engel dein zur Wach bestell, daß uns der böse Abend. böse Feind nicht fäll; vor Schrecken, Angst und Feuersnot behüt uns diese Nacht, o Gott! din. Hermann, † 1561. 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit, daß mir ist mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so getreulich haft bewahrt, auch in die Feinde weggetrieben, daß ich unversehrt geblieben. 3. Herr, ich bin von dir gewichen, doch ich stell mich wieder ein; denn dein Sohn meine hat ausgeglichen Schuld durch seine Pein. Ich verleugne nicht die Schuld; aber deine Gnad und Huld ist viel größer, als die Sünde, die ich täglich in mir finde. Mel. In dich hab ich gehoffet 2c. 387 Mein schöne Bier und Kleinod bist auf Erden du, Herr Jesu Christ; dich will ich lassen walten und allezeit, in Lieb und Leid, in meinem Herz behalten. 269 die er hat gethan an mir, da er mich den ganzen Tag vor so mancher schweren Plag durch sein gnadenreiches Walten hat beschirmet und erhalten. 2. Dein Lieb und Treu für alles geht, kein Ding auf Erd so fest besteht: das muß ich ich frei bekennen; drum soll nicht Tod, nicht Angst, nicht not von deiner Lieb mich trennen. 193. Dein Wort ist wahr und trüget nicht und hält gewiß, was es perspricht, im Tod und auch im Leben. Du bist nun mein, und ich bin dein; dir hab ich mich ergeben. nd and imp 4. Der Tag nimmt ab; ach, schönste Zier, Herr Jesu Christ, bleib du bei mir; es will nun Abend werden; laß doch dein Licht auslöschen nicht bei uns allhier auf Erden. Aus dem 16. Jahrhundert. erde munter, 388 We mein Gemüte, und ihr Sinne, geht herfür, daß ihr preiset Gottes Güte, 4. O du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewigkeit, dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und alle Zeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, weil es nunmehr dunkel hier; daß kein Unfall mich betrübe, tröste mich mit deiner Liebe. 5. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanfte, süße Ruh; alles Übel laß ver schwinden, decke mich mit Segen zu; Leib und Seele, Mut und Blut, Weib und Kinder, Sab und Gut, Freunde, 270 Lieder für besondere Zeiten. Freunde, Feind und Haus- 3. Der Tag ist nun vergenossen fein in deinen Schuß geschlossen. mid gangen; die güldnen Stern-/ lein prangen am blauen Himmelssaal; also werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammerthal.id 4. Der Leib, der eilt zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit; die zieh ich aus; dagegen wird Christus mir anlegen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. mush 6. Ach, bewahre mich vor Schrecken, schüße mich vor Überfall; laß mich Krankheit nicht aufwecken, halte fern des Krieges Schall; wend ab Feur und Wassersnot, Pestilenz und schnellen Tod; laß mich nicht in Sünden sterben, noch an Leib und Seel verderben. 7. O du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat; Jesu, den ich stets verehre, bleibe du mein Schuß und Rat; und mein Hort, du werter Geist, der du Freund und Tröster heißt, höre doch mein sehnlich Flehen! Amen, ja es soll geschehen. Die Joh. Rift, † 1667. Mel. O Welt, ich muß dich lassen 2c.. 389 Nun ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder, es schläft die ganze Welt; ihr aber, meine Sinnen, auf, auf, ihr sollt beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind. Fahr hin, ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. 5. Das Haupt, die Füß, die Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei; Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin nnd legt euch nieder, der Betten ihr begehrt; es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 7. Mein Augen stehn verdrossen, im Nu sind sie geschlossen, wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel! diety 19.8. Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein! Will mich der Feind verschlingen, so laß die Englein Abend. lein fingen: dies Kind soll unverletet sein. Spilog 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht be trüben ein Unfall noch Gefahr; Gott laß euch ruhig schlafen, stell euch die güldnen Waffen ums Bett und feiner Helden Schar. 190 p. Gerhardt, † 1676. doi doi 910 271 so hat mich heut geführet, mit manchem Gut gezieret, der Hirt in aller Welt. 390 fleucht hin nichte, Der Tag mit feinem Lichte und wird zu die Nacht kommt angegangen, mit Ruhe zu umfangen den matten Erden treis. Der Tag, der ist ge= endet; mein Herz zu dir sich wendet, der Tag und Nacht geschaffen zum Wachen und zum Schlafen, will singen deinen Preis. 2. Wohlauf, wohlauf, mein Psalter! Erhebe den Erhalter, der mir an Leib und Seelen viel mehr, als ich kann zählen, hat heute Guts gethan. All Augenblick und Stunden hat sich gar viel gefunden, womit er sein Gemüte und unerschöpfte Güte mir klar gebüte mix zeiget an. 3. Gleich wie des Hirten Freude, ein Schäflein auf der Weide, sich unter seiner Treue ohn alle Furcht und Scheue ergößet in dem Feld und sich mit Blumen füllet, den Durst mit Quellen stillet, PTST 4. Gott hat mich nicht verlassen, ich aber hab ohn Maßen mich nicht gescheut, mit Sünden und Unrecht zu entzünden das treue Vaterherz. Ach, Vater, laß nicht brennen den Eifer, noch mich trennen von deiner Hand und Seiten; mein Thun und überschreiten erweckt mir Reu und Schmerz. 5. Erhöre, Herr, mein Beten und laß mein Übertreten zur Rechten und zur Linken ins Meeres Tiefe sinken und ewig untergehn. Laß aber, laß hingegen sich deine Engel legen um mich mit ihren Waffen; mit dir will ich entschlafen, mit dir auch auferstehn. 6. Darauf so laß ich nieder mein Haupt und Augenlider, will ruhen ohne Sorgen, bis daß der güldne Morgen mich wieder munter macht. Dein Flügel wird mich decken, so wird mich nicht erschrecken der Feind mit tausend Liſten, der mich und alle Christen verfolget Tag und Nacht. 7. Ich lieg hier oder stehe, ich sit auch oder gehe, so bleib ich dir ergeben, und du bist auch mein Leben, das ist ein wahres Wort. Was ich beginn und mache, ich 272 Lieder für besondere Zeiten. ich schlaf ein oder wache, fieh an deinen lieben Sohn, wohn ich, als wie im der für mich genug gethan; Schlosse, in deinem Arm Vater, nimm den Bürgen und Schoße, bin selig hier an! Dieser hat für mich erund dort. duldet, was ich Sünder hab verschuldet. P. Gerhardt, † 1676. Mel. Werde munter, mein 2c. 391 Unre müden Angenlider schlie ßen sich jetzt schläfrig zu, und des Leibes matte Glieder grüßen schon die Abendruh; denn die dunkle, finstre Nacht hat des hellen Tages Pracht nun versenkt im tiefen Meere und entflammt der Sterne Heere. Boris 2. Ach, bedenk, eh du gehst schlafen, du, o meines Leibes Gast, ob du den, der dich erschaffen, heute nicht erzürnet haft; thu, ach, thu beizeiten Buß, geh und falle ihm zu Fuß und bitt ihn, daß er aus Gnaden dich der Strafe woll entladen. 3. Sprich: Herr, dir ist unverhohlen, daß ich diesen Mel. O höchster Gott, o unser lieber Tag verbracht anders, als Herre 2c. du mir befohlen; ja, ich habe 392 Der Tag ist hin mein Jesu, bei nicht bedacht des Berufes schmalen Steg, deinen vor mir bleibe! Seelenlicht, geschriebnen Weg, sondern der Sünden Nacht vertreibe; dich, mein Gott, verlassen, geh auf in mir, Glanz der bin gefolgt der Weltluft Gerechtigkeit, erleuchte mich, Straßen. did do Herr, denn es ist Zeit! 4. Ach, Herr, laß mich Gnad erlangen, gieb mir nicht verdienten Lohn, laß mich deine Huld umfangen, 5. Laß mich, Herr, von dir nicht wanken; in dir schlaf ich fanft und wohl; gieb mir heilige Gedanken, und bin ich gleich Schlafes voll, so laß doch den Geist in mir zu dir machen für und für, bis die Morgenröt angehet und die Sonn am Himmel stehet. 6. Vater droben in der Höhe, dessen Nam uns teuer wert, dein Reich komm, dein Will geschehe, unser Brot werd uns beschert, und vergieb uns unsre Schuld, schenk uns deine Gnad und Huld; laß uns nicht Versuchung töten, hilf uns, Herr, aus allen Nöten. $ 123976 Joh. Frand, † 1677. 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen; dir sei die Ehr, wenn alles wohl gelungen nach deinem Rat, at Rat, ob ichs gleich nicht versteh; du bist gerecht, es gehe, wie es geh. Abend. 3. Nur eines ist, das mich empfindlich quälet: Beständigkeit im Guten mir noch fehlet: das weißt du wohl, o Herzenskündiger, ich strauchle noch wie ein Unmündiger. 4. Vergieb mir, Herr! Es sagt mir mein Gewissen: der Sünde Luft hat mich von dir gerissen; es ist mir leid, ich stell mich wieder ein; hier ist mein Herz, ich dein, Herr, und du mein! 5. Mein Herr und Gott, mein Hüter und mein Hirte, meinem haft Schwert umgürte; bewahre mich durch deine große Macht, wenn mir der Feind nach meiner Seele tracht. 273 matt, und was zuvor ge weint. 5. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schla: fen: ach, laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen; o Lebenssonn, erquide mei nen Sinn; dich laß ich nicht, mein Fels; der Tag ist hin! 394 3. Neander, † 1680. 2. Nur du, mein Gott, hast keine Raft, du schläfft noch schlummerst nicht; die Finsternis dich nicht umfaßt, weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser finstern Nacht, und schirme du mich gnädiglich mit deiner Engel Wacht. 4. 3war fühl ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir flagt an; doch deines lieben Sohnes Huld hat gnug für mich gethan. 5. Drauf thu ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein; mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollte traurig sein? corred 6. Weicht, nichtige Gedanken, hin, hemmt nicht der Andacht Lauf! Ich baue iegt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 6. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Jammerthal, fo führ mich, Herr, zum Himmel ein zur auserwählten Zahl. 8. Und also leb und sterb ich dir, du Herr Gott Ze( 1119 30 393 Nun sich der Tag baoth; im Tod und Leben hilfst du mir aus aller Angst und Not. geendet hat und feine Sonn mehr scheint, schläft alles, was von Arbeit ure 3. F. Herzog, † 1699. 274 Lieder für besondere Zeiten. Mel. Werde munter, mein 2c. 5. Steure den gottlosen err, es ist von die im 394 Heinem Leben Böses thun; sollte man gleich was bereiten, uns zu schaden, wenn wir ruhn, so zerstöre du den Rat und verhindre die That; wend auch allen andern Schrecken, den die Bosheit kann er wecken. wiederum ein Tag dahin; lehre mich nun Achtung geben, ob ich fromm gewesen bin; zeige mir auch selber an, so ich was nicht recht gethan, und hilf jetzt in allen Sachen guten Feierabend machen. 2. Freilich wirst du man ches finden, das dir nicht gefallen hat; denn ich bin noch voller Sünden in Ge danken, Wort und That, und zu jeder Tagesstund pfleget Herz und Hand und Mund so geschwind und oft zu fehlen, daß ichs selber nicht kann zählen. UC 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch einmal Geduld! Ich bin freilich schwer beladen, doch vergieb mir alle Schuld! Deine große Vatertreu werde diesen Abend neu; so will künftig deinen Willen ich noch mehr als heut erfüllen. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns Abend wird; denn du bleibest ewig munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Herde wacht; darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir alle sicher schlafen. 7. Laß mich dann gesund erwachen, wenn es rechte Zeit wird sein, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein; oder hast du, lieber Gott, heut bestimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Casp. Neumann, † 1715. 4. Heilige mir das Geldin. müte, daß der Schlaf nicht Mel. Ach, was soll ich Sünder zc. fündlich ſei; decke mich mit 395 Ach, mein Jeſu, ich trete, deiner Güte, und dein Engel steh mir bei. Lösche Licht und Feuer aus, und be: wahre selbst das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht im Unglück müsse weinen, bid dim eithin tbi da der Tag nunmehr sich neigt und die Finsternis sich zeigt, hin zu deinem Thron und bete: neige du zu deinem Sinn auch mein Herz und Sinnen hin. arolibe & Abend. 2. Meine Tage gehn geschwinde wie ein Pfeil zur Swigkeit; auch die aller längste Zeit rauscht vorüber wie die Winde, fließt dahin als wie ein Fluß mit dem schnellsten Wasserguß. 53. Aber, Jesu, sieh, ich Armer nehme mich doch nicht in acht, daß ich dich bei Tag und Nacht herzlich suchte, mein Erbarmer; o wie mancher Tag geht hin, daß ich kalt und träge bin. 4. Ach, ich muß mich Herzlich schämen; du erhältst und schüßest mich Tag und Nacht so gnädiglich, und ich will mich nicht bequemen, daß ich ohne Heuchelei dir dafür recht dankbar sei. 275 deine Treu und Milde diente mir zum Schilde den vergangnen Tag; sei die Nacht auch auf der Wacht und laß mich von deinen Scharen um und um bewahren. 5. Nun ich komme mit Verlangen, o mein Herzensfreund, zu dir: neige du dein Licht zu mir, da der Tag nunmehr vergangen; sei du felbst mein Sonnenlicht, das durch alles Finstre bricht. 6. Laß mich meine Tage zählen, die du mir noch gönnen willt; von dir sei mein Herz erfüllt, so wird mich nichts können quälen; denn wo du bist, Tag und Licht, schaden uns die Nächte nicht. 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vaterhuld; ein versöhnt Gewissen sei mein Ruhelissen, drum vergieb die Schuld! Denn dein Sohn hat mich davon durch die tiefgeschlagnen Wunden gnädiglich entbunden. d keine Not betrüben; sie sind 3. Laß auch meine Lieben mein und dein. Schließ uns mit Erbarmen in den Vaterarmen wohlgeborgen ein. Du bei mir und ich bei dir; also sind wir ungeschieden, und ich schlaf in Frieden. 4. Komm, verschließ die Kammer und laß allen Jammer ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel, unter deine Flügel nimm dein Rüchlein ein; deck uns zu mit Schuß und Ruh, so wird uns fein Grauen wecken, noch der Feind uns schrecken. Lev. Joh. Schlicht, † 1723. bit simonit si domn nomel. Jefu, meine Freude zc. 5. Wie, wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? Wie bald rot, bald tot! Doch, hast du beschlossen, 396 Hirte deiner Schafe, daß mein Ziel verfloſſen, von feinem die Todesnot, will Schlafe etwas wissen mag, ich nichts wider dich. Gerne, weil JUST Lieder für besondere Zeiten. 276 weil ich dich gefunden, sterb ich alle Stunden.nl prout 6. Nun wohlan! ich thue in vergnügter Ruhe meine Augen zu. Seele, Leib und Leben hab ich dir ergeben, treuer Hüteria du! Gute Nacht, nimm mich in acht; und erleb ich ja den Morgen, wirst du weiter sorgen.no B. Schmold,+ 1737. atbistimoni Mel. Herzlich thut mich vers langen 2c. 397 Herr, err, es gescheh dein Wille! Der Körper eilt zur Ruh, es fallen in der Stille die müden Augen zu. Vergieb der Schwachheit Sünden, verschon mit Born und Straf; laß mich bereitet finden zum Tode wie zum Schlaf. 2. ge seben; in Frieden fahr ich hin, weil ich beim Auferstehen in deinem Reiche bin. Wohl dem, der bis ans Ende sich als ein Christ erweist! Mein als ein Christ erweist! Mein Gott, in deine Hände befehl ich meinen Geist. 2. Ich schließe mich aufs neue in deine Vatertreue und Schutz und Herze ein; die fleischlichen Geschäfte und alle finstren Kräfte vertreibe durch dein Nahesein. 3. Daß du mich stets umgiebest, daß du mich herz lich liebest und rufft zu dir empor, daß du allein den Frieden mir geben kannst hienieden, das stelle früh und spät mir vor. spee 4. Ein Tag der sagts dem andern, mein Leben sei ein Wandern zur großen Ewigteit. Ewigkeit, du schöne, O mein Herz an dich gewöhne! Mein Heim ist nicht in dieser Beit. olol 6. Terstegen, † 1769. Mel. O Welt, ich muß dich laffen ic. err, der du mir 399 Has Leben bis Herr, diesen Tag gegeben, dich bet ich findlich an. Ich bin viel finge und die du heut an zu geringe der Treue, die ich mir gethan. 109180 3. F. v. Cronegt, † 1758. uted Mel. O Welt, ich muß dich lassen 2c. 398 Nun fich der Tag geendet, mein Herz zu dir sich wendet und danket inniglich; dein holdes Angesichte zum Segen auf 3. Gott, welche Ruh der mich richte, erleuchte und entzünde mich. no 2. Mit dankendem Ge müte freu ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, Abend. gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Teil. 5. Bedeckt mit deinem Segen eil ich der Ruh entgegen; dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist. dan Chr. F. Gellert,+ 1769. 277 wohl manche Sachen, die wir getroft belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn. 18 Mel. O Welt, ich muß dich lassen 2c. 4. Wir stolzen Menschenfinder sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht Luftviel; wir spinnen gespinste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel. Haio 5. Gott, laß dein Heil uns schauen, auf nichts nicht laß Vergänglichs trauen, Eitelkeit uns freun; Eitelkeit uns uns einfältig werden und vor dir hier auf Erden wie Kinder fromm und fröhlich sein! Sal 6. Wollst endlich sonder Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen 400 Der Mond ist auf sanften Tod; und wenn du genommen, laß uns in Himmel kommen, du unser Herr und unser Gott! goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar. Der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar. ard sig dadi sp 2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold, als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen follt. Grupi 3. Seht ihr den Monddfod wisdibil dort stehen? Er ist nur Er ist nur 401 Müde bin ich, geh halb zu sehen und ist doch zu rund und schön. So sind beide Äuglein zu. Bater, laß bie 7. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder; falt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und unsern kranten Nachbar auch. in M. Claudius,+ 1815.0 808 90 Chit Jouse mesn Für Kinder. 2100) 278 Lieder für besondere Zeiten. die Augen dein über meinem 3. Doch sei dir ganz anBette sein! tomt heim gestellt die rechte Zeit und Stunde, wie wohl ich weiß, daß dirs gefällt, wenn ich mit Herz und Munde dich kommen heiße und darauf von nun an richte meinen Lauf, daß ich dir komm entgegen. laß ruhn 4. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner trennen und daß ich frei vor jedermann dich meinen Freund darf nennen, und daß du dort, o Lebensfürst, dich ganz mit mir vereinen wirst und mir dein Erbe schenken. schenken. 9 un Erbe 5. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit, daß sich die Woch geendet, und also auch von dieser Zeit ein neuer Schritt vollendet, und freudig schreit ich weiter fort, bis ich gelange an die Pfort Jerusalems dort oben. dr 6. Wenn meine Hände lässig sind und meine Kniee beben, so biet mir deine Hand geschwind, mich wieder zu erheben; erfüll mit deiner Kraft mein Herz, damit ich fre freudig himmelwärts ohn 2. Jch zähle Stunden, Tag Unterlaß aufsteige. 30€ und Jahr und wird mir fast 7. Geh, Seele, frisch im zu lange, bis es erscheine, daß ich gar, o Leben, dich umfange, damit, was sterblich ist an mir, verschlungen werde ganz in dir und ich unsterblich werde. Glauben dran und sei nur unerschrocken; laß dich nicht von der rechten Bahn die Lust der Welt ablocken; so dir der Lauf zu langsam deucht, so eile, wie ein Adler fleugt, 2. Hab ich Unrecht heut gethan, sieh es, lieber Gott, nicht an! Deine Gnad und Jesu Blut macht ja allen Schaden gut. 3. Alle, die mir sind verwandt, Gott, lasind in deiner Hand; alle Menschen, groß und klein, sollen dir befohlen sein. 4. Kranken Herzen sende Ruh, nasse Augen schließe zu; laß den Mond am Himmel stehn und die stille Welt besehn. the the Louise Hensel, † 1876. FD 64 fed rati chisin Aunt droddo iso di Am Schlusse der Woche. lloc aisia th Mel. Du Lebensbrot zc. 402 ott ott Lob, ein Schritt zur Ewigkeit ist abermals vollendet; zu dir im Fortgang dieser Zeit mein Herz sich fehnlich wendet, o Quell, daraus mein Leben fließt und alle Gnade sich ergießt zu meiner Seele Leben. Am Schlusse der Woche.12 279 dich, mein Gott, gekränkt; s drum ruf ich: Herr, erbarme, erbarm dich über mich! Ich fall dir in die Arme: ach, schone gnädiglich. 5. fleugt, mit Flitgeln süßer Liebe. thi 8. D Jesu, meine Seele ist zu dir schon aufgeflogen; du hast, weil du voll Liebe bist, mich ganz zu dir gezogen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeit! Ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in Jesu lebe. 151090 A. H. Frande, † 1727. di fod idih manichidsig Mel. Valet will ich dir geben ic. 403 Die Woche geht zu Ende, nicht aber Gottes Treu; denn wo ich mich hinwende, da ist sie immer neu. Die Zeit fann wohl verschwinden, nur Gottes Güte nicht, sie läßt sich täglich finden und giebt mir Trost und Licht. 2. Du gnädigster Erhalter von allem, was ich bin, hör meines Mundes Psalter und nimm mein Opfer hin. Unzählbar sind die Gaben, die du geschenket mir, und was ich nur kann haben, ist alles ja von dir. 3. Die ganze Woche zeuget von deiner Gütigkeit, die du zu mir geneiget, getreu Mein Glaube heißt mich hoffen, es sei durch Christi Blut ein neuer Bund getroffen und alles wieder gut, drum will ich dir geloben, auf ewig treu zu sein; dein guter Geist von oben wird mir die Kraft eing verleihn. 6. Ich bin dein Kind aufs neue; drum gieb, daß diese Nacht mich auch dein Schutz erfreue, der alles sicher macht. Ich werde gleichsam sterben; der Schlaf ist wie ein Tod; doch kann ich nicht verderben: du lebst in mir, mein Gott. 7. Soll das in diesem Leben die letzte Woche sein, will ich nicht widerstreben, nein, mich im Geiste freun auf jenen Feierabend, den Christi Tod gemacht, und diese Hoffnung habend sprech ich nun: gute Nacht! in B. Schmold, † 1737. sistemi 8 zu jeder Zeit. Auf meines postale DC S Lebens Pfade rühmt jeder Beruf., dy Augenblick die Wunder deinigibirs ner Gnade im Unglück, wie Mel. O Welt, ich muß dich d im Glück.sbs. 10 ned dreff per laffen 2c. 4. Allein mein Herze bebet, wenn es zurüde dentt, 404 Du sollſt in allen Sachen mit wie übel ich gelebet und Gott den Anfang machen muer auß Lieder für besondere Stände. 280 aus treuer Schuld und Pflicht. Wem hast du Dank zu geben, als ihm, für Heil und Leben? Von dir, o Mensch, entspringt es nicht. 2. Was will dein kaltes Sinnen, du Staub der Zeit, beginnen, legt er nicht Hilfe bei? Der Mensch mit seinem Dichten weiß wenig auszu richten, das wahrhaft gut zu heißen sei. 3. Drum sei nicht zu verwegen auf des Berufes Stegen und bilde dir nicht ein, als tönntest du Ver= trauen auf deine Kräfte bauen; denn sie sind Gottes und nicht dein. 4. Wo Gottes Hand sich reget, den Grund zur Arbeit leget, da zieht der Segen ein; verkehrt er sein Gesichte, so wird ein Wert zunichte, wie trefflich auch die Meister sein. 5. Schlag an die Himmelspforten mit starken Glaubensworten, da bitte Beistand aus. Daher wird Segen fließen und reichlich sich ergießen auf dich und auf dein ganzes Haus. mis A. Tscherning,+ 1659. than. Auf dein Wort, zu deiner Ehre, will mein Net ich senten ein; einen guten Zug beschere, laß es voller Segen sein. 2. Ohne dich macht nichts mein Machen, nichts fann alle meine Kunst; ohne dich in allen Sachen alle Müh ist ganz umsonst. Ach, du mußt mit Hand anlegen, meine Hand ist viel zu schwach. Nun so komm mit Hilf und Segen, meine Ohnmacht mächtig mach! 3. Gerne will ich thun das Meine, will es thun auf dein Geheiß; thu auch du dabei das Deine und beglücke meinen Fleiß. Laß mich und mein Haus erfreuen einen reichen guten Zug; doch sollt es nicht gleich gedeihen, hab ich dich, hab ich genug. 4. 3war, wie sollt es mir nicht glücken, da du selbst mithelfer bist? Ach, du kannst und willst erquicken, wenn man fromm und gläubig ist. Ist nur Gott, so ist daneben alles andre auch im Haus; du wirst segnen, du wirst geben, der du allen teilest aus. Mel. O Durchbrecher aller Bande zc. 5. Ich verseh mich deiner 405 eu, tomm, fei Gnaden, ob ich keines Segens eingebeten. Meine Hände leg ich an; wollest mir zur Seite treten, daß mein Thun sei wohlge Netz beladen, sollst du sein mit Dank verehrt; giebst du, will ich wieder geben; ja, ein Beruf. cli) 281 5. Regiere mich durch deinen Geist, den Müßiggang zu meiden, daß das, was du mich schaffen heißt, gescheh mit lauter Freudent, auf daß ich dir mit aller Treu auf dein Gebot geMel. Es ist das Heil uns ic. yn Gottes Namen 406 an, was und meinem ein Teil davon soll dein, dein o Gott, und auch daneben meines armen Nächsten sein. S. v. Birken,+ 1681. mir zu thun gebühret; mit Gott wird alles wohlgethan und glücklich ausgeführet. Was man in Gottes Namen thut, ist allenthalben recht und gut und muß uns auch gedeihen. 2. Gott ists, der das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen, er giebt uns Segen, Mut und Kraft und läßt das Werk gelingen, daß uns ein reicher Zug entsteht und Gottes Gab in Fülle geht, daß wir zur gnüge haben. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, er frönet sie mit Gnaden; der bösen Welt Haß, Neid und Hohn kann ihnen gar nicht schaden. Gott decet sie mit seiner Hand, er segnet ihren Weg und Stand und füllet fie mit Freuden. 4. Drum fomm, Herr Jesu, stärke mich, hilf mir in meinen Werken; laß du mit deiner Gnade dich bei meiner Arbeit merken. Gieb dein Gedeihen selbst dazu, daß ich in allem, was ich thu, erfahre deinen Segen. Nächsten diene. 6. Nun, Jesu, komm und bleib bei mir; die Werke meiner Hände befehl ich, liebster Seiland, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines Namens Herrlichkeit, und gieb, daß ich zur Abendzeit erwünschten Lohn empfange! S. Liscow, † 1698. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag 2c. 407 Das walte Gott, der helfen kann! Mit Gott fang ich die Arbeit an, mit Gott nur geht es glücklich fort; drum ist auch dies mein erstes Wort: das walte Gott! 12. 2.5 All mein Beginnen, Thun und Werk erfordert Gottes Kraft und Stärk; mein Herz sucht Gottes Angesicht; drum auch mein Mund mit Freuden spricht: das walte Gott! 3. Wenn Gott nicht hilft, so kann ich nichts; wo Gott nicht giebet da gebrichts; Gott giebt und thut mir alles Guts; drum sprech ich nun Lieder für besondere Stände. 282 nun auch gutes Muts: das walte Gott! call 4. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dank bar sein dafür; auf sein Wort werf ich aus mein Net und sag in meiner Arbeit stets: das walte Gott! 1000 5. Anfang und Mitte samt dem End ftell ich allein in Gottes Händ; er gebe, was mir nüßlich ist; drum sprech ich auch zu jeder Frist: das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, bis all mein Thun ein Ende hat; er giebt und nimmt, machts, wie er will; drum sprech ich auch fein in der Still: das walte Gott! d'alchil fiber a 9. Gott steht mir bei in aller Not und giebt mir auch mein täglich Brot; nach seinem alten Vaterbrauch thut er mir Guts; drum sprech ich auch: das walte Gott! 11. Nichts glücket ohne Gottes Gunst, nichts hilft Verstand, Wit oder Kunst; mit Gott gehts fort, gerät auch wohl, daß ich kann sagen glaubensvoll: das walte Gott! trend 6. Legt Gott mir seinen Segen bei nach seiner großen Güt und Treu, so gnügets mir zu jeder Stund; drum sprech ich auch von Herzensgrund: das malte Gott! Joenperado 7. Trifft mich ein Un- Gott! glück: unverzagt! Ift doch mein Werk mit Gott gewagt; er wird mir gnädig stehen bei; drum dies auch meine Losung sei: das walte Gott! * 11. Teilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht ich keiner Feinde Neid; laß hassen, wers nicht lassen kann, ich stimme doch mit Freuden an: das walte Gott: 29110 gflict 12. Thu ich dann was mit Gottes Rat, der mir beistehet früh und spat, dann alles wohl geraten muß; drum sprech ich nochmals zum Beschluß: das walte 3. Betichius, † 1722, 180 in boc Ehe und Hausstand. th 10 Mel. Nicht so traurig, nicht so sehr ic. 408 Voller Wunder, voll von hoher Weisheita Preis, voller Hulde, Gnad und Gunst, Labsal bei des Schweiß, voller Lebens Wunder sag ich noch, ist der keuschen Liebe Joch. 2. Die sich nach dem Angesicht niemals je zuvor gekannt, auch sonst im gen ringsten nicht mit Gedanken zugewandt, derer Herzen, derer The und Hausstand. derer Hand knüpft Gott in ein Liebesband.m 3. Dieser Vater zieht sein Kind, jener seins dagegen auf, beide treibt ihr sondrer Wind, ihre sondre Bahn und Lauf; aber wenn die Zeit nun dar, wirds ein wohl geratnes Paar. 4. Hier wächst ein geschickter Sohn, dort ein edle Tochter zu; eines ist des andern Kron, eines ist des andern Ruh, eines ist des andern Licht, wissens aber beide nicht. 5. Bis solang es dem beliebt, der die Welt im Schoße hält und zur rechten Stunde giebt jedem, was ihm wohlgefällt, da erscheint im Werk und That der so tief verborgne Rat. 6. Jeder findet, jeder nimmt, was der Höchst ihm ausersehn; was im Himmel ist bestimmt, pflegt auf Erden zu geschehn, und was dann nun so geschicht, das ist sehr wohl ausgericht. 7. Ofters denkt man: das und dies hätte können beffer fein; aber wie die Finsternis nicht erreicht den Sonnenschein, also geht auch Menschensinn hinter Gottes Weisheit hin. 8.90 Laß zusammen, was Gott fügt; der weiß, wies am besten sei; unser Denken fehlt und trügt, sein Gedank ist mangelfrei; Gottes Werk 283 hat feften Fuß, wenn sonst alles fallen muß. 9. Siehe frommen Kindern zu, die im heilgen Stande stehn, wie so wohl Gott ihnen thu, wie so schön er lasse gehn alle Thaten ihrer Händ auf ein gutes ann selges End. pros 10. Jhrer Tugend werter Ruhm steht in steter voller Blüt; wenn sonstumaller Liebe Blum als ein Schatten sich verzieht, und wenn auf hört alle Treu, ist doch ihre Treue neu. Traged 11. Jhre Lieb ist immer frisch und verjüngt sich fort und fort; Liebe zieret ihren Tisch und versüßet alle Wort; Liebe giebt dem Herzen Rast in der Müh und Sorgenlaſt. 12. Gehts nicht allzeit wie es soll, ist doch diese Liebe still, hält sich in dem Kreuze wohl, denkt, es sei des Herren Will, und versichert sich mit Freud einer fünftig bessern Zeit. STIRER 13. Unterdessen geht und fleußt Gottes reicher Segensbach, speißt die Leiber, tränkt den Geist, stärkt des Hauses Grund und Dach, und was flein, gering und bloß, macht er mächtig, viel und groß. AUSTIS 14. Endlich, wenn nun ganz vollbracht, was Gott hier in dieser Welt frommen Kindern 284 Lieder für besondere Stände. Kindern zugedacht, nimmt 3. Der Mann wird einem er sie ins Himmelszelt und Baume gleich, an Ästen drückt sie mit großer Luft schön, an Zweigen reich, das felbst an seinen Mund und Weib gleich einem Reben, Brust. madrell, nu bil der seine Träublein trägt de 15. Nun so bleib ja und nährt und sich je mehr voller Gunst, voll von hoher und mehr vermehrt mit Weisheit Preis, voller Wun- Früchten, die das leben. der, voller Kunst, Labsal bei Wohl dir, o Zier, Mannesdes Lebens Schweiß, voller wonne, Hausessonne, EhrenWunder, sag ich noch, bleibt frone! Gott denkt dein auf der keuschen Liebe Joch. feinem Throne. pim sit. P. Gerhardt,+ 1676. od od mad on siamo Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern 2c. Sei gutes Muts! 4. Sei gutes Nicht Menschenhand hat aufgerichtet solchen Stand: es ist ein höhrer Vater; der 409 Wie schön ists doch, hat uns je und je geliebt Herr Jesu Chrift, im Stande, da dein Segen ist, im Stande heilger Che! Wie steigt und neigt sich deine Gab und alles Gut so mild herab aus deiner heilgen Höhe, wenn fich an dich fleißig halten Jung und Alten, die im Orden eines Lebens einig worden. 2. und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, der beste Freund und Rater. Anfang, Ausgang aller Sachen, die zu machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenken. Wenn Mann und Weib sich wohl verstehn und Hand in Hand durchs Leben gehn im Bunde reiner Treue, da blüht das Glück von Jahr zu Jahr, da sieht sman, wie der Engel Schar 5. Zwar bleibts nicht aus, es kommt ja wohl ein Stündlein, da man Leides voll die Thränen läffet fließen; doch wer sich still und in Geduld ergiebt, des Leid wird Gottes Huld in großen Freuden schließen. Bage, trage nur ein wenig! Unser König wird behende machen, daß die Angst sich wende. im Himmel selbst sich freue. 736 6. Wohl denn, mein Kein Sturm, kein Wurm kann zerschlagen, kann zersinagen, was Gott giebet dem Paar, das in ihm sich liebet. König, nah herzu! Gieb Rat in Kreuz, in Nöten Ruh, in Angsten Trost und Freude! Des sollst du haben Ruhm und Preis; wir wollen singen bester Ehe und Hausstand. bester Weis und danken alle beide, bis wir bei dir, deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen ewig loben werden. Je Amen! x 285 einzig Teil. Bleib auch meiner Kinder Gott, lasse sie in keiner Not und in keinem Kreuz verderben, bis sie endlich selig sterben. 3. P. Gerhardt, † 1676. dist Mel. Werde munter, mein 2c. 410 Sorge doch für meine Vater, nimm dich ihrer an; ob sie gleich vor dir sind Sünder, sind sie dir doch zugethan, und du hast sie in der Tauf väterlich ge nommen auf, daß sie, wenn idfie sollten sterben, wären deines Reiches Erben. Gug 2. Du hast sie bisher er nähret und so manchem Unglücksfall mehr als väterlich gewehret, der sie hier und überall hätt in Angst und Not gestürzt, ja das Leben abgekürzt; aber deine Vater- mo treue bleibt bei ihnen täglich 101 102 5. Der du sie bisher erhalten, wollest stets ihr Schüber sein, wollst in Gnaden ihrer walten, bricht 4. Sammeln andre große Schäße, suchen in der Welt ihr Heil, daß sie Geld und Gut ergöße, so bist du mein in ihrer eignen Bruft sich mit Macht die böse Lust: gieb dann, daß sie mutig kämpfen und den Reiz der Sünde dämpfen. Beuten und vor der Ver sie vor bösen nicht möge gleiten, laß fie führer Schar, daß ihr Fuß ihre Lebensjahr in der Gnade bringen zu, bis du sie, wie mich, zur Ruh wirst ins fühle Grab versenken und die Seligkeit uns schenken. 7. Können sie in dieſem Leben hier und wo es dir neue. gir 3. Sollt ich nicht für gefällt, was zu deiner Ehre 2 folche Güte immer dir vergeben, so laß in der ganzen pflichtet sein und mit dankbarem Gemüte solchen Glücksund Gegensschein rühmen 907 und vor jedermann deine Wohlthat zeigen an, ach, so müßt ich ganz vermessen Gottes, meines Heils, veringeffen. Welt ihnen, wo sie immer gehn, deine deine Furcht vor Augen stehn, daß sie dich im Thun und lassen stets in ihre Herzen fassen. 8. Gönne mir die große Freude, daß einst an dem god dan gigs no jüngsten Tag, nach so vielem Kreuz und Leide, ich mit Jauchzen sagen mag: liebster Vater, ich bin hier und die Kinder, die du mir hast in jener 286 Lieder für besondere Stände. jener Welt bescheret; ewig rechten Glauben einig sind, ſei dein Nam geehret! zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot. 2. H. Schlosser,+ 1723. L. 8974 Mel. Seelenbräutigam zc. 411 esu, geh voran auf der Lebensbahn, und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nach zueilen; führ uns an der Hand bis ins Vaterland. 2. Solls uns hart ergehn, laß uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o so gieb Geduld zu beiden; richte unsern Sinn auf das Ende hin. 291D S 4. Ordne unsern Gang Jesu, lebenslang; führst du uns durch rauhe Wege; gieb uns auch die nötge Pflege; thu uns nach dem Lauf deine Thüre auf. Graf N. L. v. 3inzendorf,+ 1760. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens itallo Licht zc. 412 Wefus Chrift ohl einem Haus, da Jesus Christ allein das All in allem ist! Ja, wenn er nicht darinnen wär, so stünd es öd und wüst und leer. oor 2. Wohl ihm, wenn mann und Weib und Kind im 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist, noch heißt. 4. Wohl, wenn der Herzen fromm Gebet beſtändig in die Höhe geht, und man nichts treibet fort und fort, als Gottes Werk und Gottes Wort. htt 5. Wohl, wenn im äußerst lichen Stand mit fleißiger getreuer Hand ein jegliches nach seiner Art im Glauben seine Pflicht bewahrt. 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind, und wenn sie Kind und Kindeskind versäumen nicht am ewgen Glück, so bleibet ihrer feins zurück. enu Rad 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht; die Eltern werden hoch erfreut, und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen so that fegnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund samt meinem Hause diesen Bund: Wenn alles Bolt vom Herren wich, so dienen wir ihm ewiglich. Ch. E. L. v. Pfeil, † 1784. Ehe und Hausstand. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern 2c. 287 lichem Gemüte; felig, fröh lich, selbst mit Schmerzen in dem Herzen dir uns lassen und dann in Geduld uns faffen. nissal, bie 5. Giebst du uns irdisch Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Weltlust aus, des Reichtums böse Gäste; denn wenn das Herz an Demut leer und voll von eitler Weltluft wär, so fehlte uns das Beste: jene schöne, tiefe, stille Gnadenfülle, die mit Schäßen einer Welt nicht zu ersehen. HTT 413 Joh ch und mein Haus, wir sind bereit, dir, Herr, die ganze Lebenszeit mit Seel und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein; gieb deinen Segen nur darein, daß wir dir willig dienen. Eine kleine, fromme, reine Hausgemeine mach aus allen. Dir nur soll sie wohlge fallen. d stasid 2. Es wirke durch dein träftig Wort dein guter Geist stets fort und fort an unser aller Seelen; es leucht uns wie das Sonnenlicht, damits am rechten Lichte nicht im Hause möge fehlen. Reiche gleiche Seelenspeise auch zur Reise durch dies Leben uns, die wir uns dir ergeben. bie wir uns b 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus und alle, die drin wohnen, aus, im Glauben uns verbinde; laß uns in Liebe allezeit zum Dulden, 414 felig Haus, wo Tragen sein bereit, demütig, sanft und linde. Liebe übe jede Seele; feinem fehle, dran man fennet den, der sich den Deinen nennet. man dich auf genommen, du wahrer Seelenfreund, Herr Jesu Chrift! wo unter allen Gästen, die da kommen, du der gefeiertste und liebſte bist; wo aller Herzen dir entgegenschlagen und aller Augen freudig auf dich sehn; wo aller Lippen dein Gebot erfragen und alle deines 6. Und endlich flehn wir allermeist, daß in dem Haus fein andrer Geist, als nur dein Geist regiere; daß er, der alles wohl bestellt und gute Zucht und Ordnung hält, uns alles lieblich ziere. Sende, spende ihn uns allen, bis wir wallen heim und droben dich in deinem Hause loben. R. 3. Ph. Spitta, † 1859. 311130 m 2 4. Laß unser Haus gegründet sein auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte. Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hilfe schaun mit find- Winks gewärtig stehn. Lieder für besondere Stände. 288 2. O felig Haus, wo Mann und Weib in einer, in deiner Liebe eines Geistes sind, als beide eines Heils gewürdigt, keiner im Glaubensgrunde anders ist ge sinnt; wo beide unzertrennbar an dir hangen in Lieb und Leid, Gemach und Un gemach, und nur bei dir zu bleiben stets verlangen, an jedem guten, wie am hösen Tag! 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, du Freund der Kinder, der sie als die Seinen mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt: wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln und horchen deiner süßen Rede zu und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, sich deiner freun, du lieber Heiland, du! 4. Oselig Haus wo Knecht und Magd dich kennen und wissen, wessen Augen auf dich sehn, bei allem Werk in einem Eifer brennen, daß es nach deinem Willen mag geschehn; als deine Diener, deine Hausgenossen, in Demut willig und in Liebe frei, das Ihre schaffen, froh und unverdrossen, in fleinen Dingen zeigen große Treu! 5. O felig Haus, wo du die Freude teilest, wo man bei feiner Freude dein vergißt! O selig Haus, wo du die Wunden heileft und aller Arzt und aller Tröster bist; bis jeder einst sein Tagewerk vollendet, und bis sie endlich alle ziehen aus dahin, woher der Vater dich gesendet, ins große, freie, schöne Vaterhaus. R. J. Ph. Spitta, † 1859. Vor der Trauung. Mel. Wie schön leuchtet zc. 415 Von dir, du Gott der Einigkeit, ward einst der Ehebund ge= weiht; von dir kommt auch der Segen. O segn auch jetzt von deinen Höhn, die hier vor deinem Antlitz stehn, um Hand in Hand zu legen. Laß sie, Vater, dir ergeben einig leben, treu fich lieben und in deinem Wort sich üben. Nach der Trauung. Mel. Wie schön leuchtet zc. Nimm sie in deine Vaterhut, halt ihren Sinn bei frohem. Mut, ihr Herz dem Himmel offen, und lehre sie, fich deiner freun, ein Herz und eine Seele sein im Glauben, Lieben, Hoffen! Laß sie, Vater, dir ergeben, glück Obrigkeit. glücklich leben, freudig sterben und vereint den Himmel erben! sus? Smit 396 G. E. Waldau, † 1817. nau Tra Per Tio relin Obrigkeit. 416 Jo Mel. Aus meines Herzens Grunde ic. Yehova, Herr und König der Könige und Herrn, dir sind wir unterthänig, du herrschest nah und fern; du Herr im Himmelszelt, laß unter deinem Leiten bestehn die Obrigfeiten, zu herrschen in der Welt. 2. Es zeugen deine Knechte, daß keine Obrigkeit, als nur durch deine Rechte und deine Macht gebeut. Du haft sie hoch geschäßt; wer ihr zuwider lebet, der trott und widerstrebet dem, was du gesetzt. 3. Du Gott der Ordnung, lehre mich selbst durch deinen Geist, daß ich die Obern ehre, wie uns dein Wort es heißt. Sie tragen ja dein Bild; gieb, daß ich Demut übe und sie mit Ehrfurcht liebe, so wird dein Wort erfüllt. 4. Verleihe deine Güte und sende Recht und Licht; gieb ihnen ins Gemüte viel Weisheit zum Gericht. Du herrschest selbst im Land; das Herz der Obrigkeiten Predigtamt. 289 kannst du wie Bäche leiten; es steht in deiner Hand. 5. Gieb, daß durch ihr Regieren wir mit Zufriedenheit ein ruhig Leben führen in wahrer Frömmigkeit. Laß sie die Pfleger sein der gläubigen Gemeinde und als getreue Freunde ihr heilge Sorgfalt weihn. 6. Die uns allhier regieren, Herr, die regiere du; laß deinen Geist sie führen, dein Rat sprech ihnen zu. Herr Gott, du segnest gern; o, walte du hinieden, gieb deinem Volke Frieden durch Jesum, unsern Herrn. Nach Ph. Frd. Hiller, † 1769. Predigtamt. Mel. Wie schön leuchtet der zc. 417 Jeju, Herr der König deiner Christenheit, du Hirte deiner Herde, du siehst auf die erlöste Welt, regierst sie, wie es dir gefällt, sorgst, daß sie selig werde. Von dir sind wir auch erwählet, zugezählet den Er lösten, die du segnen willst Ab und trösten. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, nach deinem Sinn ihm Hirten giebst, die es zum Himmel führen, und die voll Eifer, Geist und Kraft, voll Glauben, Liebe, 10 Wissens 290 Lieder für besondere Verhältnisse. Wissenschaft das Herz der Sünder rühren. Treue Hir: ten laß den Seelen niemals fehlen, daß die Herden mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, den du uns gesandt; Herr, segne sein Geschäfte! Die Seelen, die sich ihm vertraun, durch Lehr und Leben zu erbaun, gieb Weisheit ihm und Kräfte. Lehr ihn, hilf ihm thun und leiten, dulden, beten, wachen, selig sich und uns 418 Whöchsten Nöten wir in zu machen. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; nichts sei, das ihn betrübe! Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, gieb uns ein Herz, das folgsam hört, ein Herz voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer, laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste stehen und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unsern Lehrer, unsern Freund uns dir entgegen führen. Du giebst ihm unter seine Hand die Seelen als ein teures Pfand; laß keine ihn verlieren. Jesu, hilf du, beut die Hände, daß am Ende Hirt und Herde treu vor dir erfunden werde. 6. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn! Wir heißen dich willkommen gern in Jesu Christi Namen. O Hirte, nimm uns bei der Hand, führ uns zum ewgen Vaterland. Gott mit dir! Amen! Amen! Mit dir gehn wir durch die Leiden dieser Zeiten zu dem Leben, das uns unser Gott will geben. 3. D. K. Bidel, † 1809. Allgemeine Not. sein und wissen nicht, wo aus noch ein, und finden weder Hilf noch Rat, ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein anrufen dich, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Not, 3. Und heben unser Aug und Herz zu dir in wahrer Reu und Schmerz und bitten um Begnadigung und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißest gnädiglich all denen, die drum bitten dich im Namen des Herrn Jesu Christ, der unser Heil und Mittler iſt. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, und klagen dir all unsre Not, weil wir jetzt stehn verlassen gar in großer Trübsal und Gefahr. Allgemeine Not. 291 6. Sieh nicht an unsre 4. Jesu, der du Jesus Sünden groß, sprich uns davon in Gnaden los, steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei: heißt, als ein Jesus Hilfe leift! Hilf mit deiner starten Hand, Menschenhilf hat sich gewandt; eine Mauer um uns bau, daß dem Feinde davor grau, er mit Bittern sie anschau. 5. Höchster Hort, Immanuel, du Beschüber meiner Seel, Gott mit uns in aller Not, Gott um uns und in uns Gott, Gott für uns zu aller Zeit! Troß dem, der Mel. Da Christus geboren 2c. 419 Treuer Wächter uns thut ein Leid; Gottes Straf ist ihm bereit. Israel, des fich freuet Leib und Seel, der du kennest alles Leid deiner armen Christenheit; o du Wächter, der du nicht schläfft noch schlummerst, zu uns richt jetzt dein hilfreich Angeficht! 7. Auf daß von Herzen fönnen wir nachmals mit Freuden danken dir, gehorsam sein nach deinem Wort, dich allzeit preisen hier und dort. P. Eber, † 1569. en 2. Schau, wie große Not und Qual trifft dein Volk jeßt überall! Täglich wird der Trübsal mehr: hilf, ach hilf, schüß deine Ehr! Ach, wir Armen, wir vergehn, Trost wir nicht vor Augen sehn, wo du nicht bei uns wirst stehn. 3. Kläglich schrein wir zu dir, klopfen an die Gnaden thür, wir, die du mit höchstem Ruhm haft erkauft zum Eigentum. Dein Erbarmen hat fein End, deines Vaters Zorn abwend, der jetzt wie ein Feuer brennt. 6. Du, des Vaters starker Arm, komm und unser dich erbarm; laß jetzt sehen deine macht, drauf wir hoffen Tag und Nacht; aller Feinde Rotten trenn, daß dich alle Welt erfenn, aller Herren Herrn dich nenn. 7. Du bist ja der Held und Mann, der den Kriegen steuern kann, der da Spieß und Schwert zerbricht, der die Bogen macht zunicht, der die Wagen gar verbrennt, der der Menschen Herzen wendt, daß der Krieg ge winnt ein End. 8. O du mahrer Friedensfürst, der der Schlange Kopf zerknirscht und durch seinen Kreuzestod Frieden wiederbracht bei Gott, gieb uns Frieden gnädiglich! So wird dein Volk freuen sich und dich preisen ewiglich. 10* 3. Heermann, † 1647. 292 Lieder für besondere Verhältnisse. Kinder in Christo dennoch lieb! Gieb uns, daß wir dich 3 gefällt! Komm, komm uns zu erhören, Erbarmer aller Welt! 3. G. Schöner,+ 1818. 420 n tiefen Ängsten ehren, den Sinn, der dir schreien wir dich, Erbarmer, an, dich, der allein befreien, allein erhören kann. Hast du denn ganz verbor gen dein Vaterangeficht? Kommt uns in finstern Sorgen nicht mehr ein Strahl von Licht? 98391 161 421 Verleih Mel. Herzlich thut mich verlangen zc. TOYOT 2. Die Not von so viel Seiten beraubt uns aller Ruh; wir sehn dem Sturm der Zeiten mit bangem Her zen zu. Die Hilfe im Gedränge, wonach das Auge thränt, verzieht sich in die Länge und ist noch nicht ersehnt. 4. Willst du noch länger schweigen zu unserm Kummerstand, nicht uns Verlaffnen zeigen die Allmacht deiner Hand? Laß endlich dich bewegen! Errett uns dir zum Ruhm! Kehr doch den Fluch in Segen, das Leid in Freuden um! osmos 5. Verdienten wir als Sünder die Rut, ach, so vergieb; hab uns und unsre Krieg und Frieden. Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten; es ist ja doch kein andrer nicht, der für uns fönnte streiten, denn du, unser Gott, alleine. Luther, † 1546. 3. Wir fallen, müd im Herzen, nachts auf die Lagerſtatt und träumen, was 422 Gottlob, nun iſt mit Schmerzen uns tags gefoltert hat; erwachen wir, so beben wir vor der neuen Last. Wie qualpoll ist dies Leben! Herr, wir erliegen faſt! erschollen das edle Fried- und Freudenwort, daß nunmehr ruhen sollen die Spieß und Schwerter und ihr Mord! Wohlauf! und nimm nun wieder dein Saitenspiel hervor, o Deutschland, und sing Lieder im hohen vollen Chor; erhebe dein Gemüte zu deinem Gott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte bleibt dennoch ewiglich! 2. Sei tausendmal willkommen, du teure werte Friedensgab! Jetzt sehn wir, was für Frommen dein Beiunswohnen in sich hab. In dich hat Gott versenket all unser Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren 2c. Krieg und Frieden. 293 unser Glück und Heil; wer Jahren der Waffen schweres dich betrübt und kränket, der drückt sich selbst den Pfeil des Herzleids in das Herze und löscht aus Unverstand die güldne Freudenterze mit seiner eignen Hand. Joch und frechen Grimm erfahren; jest rühmet unser Mund mit herzlicher Begier: Gottlob wir sind in Ruh! Herr Gott, wir danken dir! 3. Ach, laß dich doch er wecken! Wach auf, wach auf, du harte Welt, eh, als das letzte Schrecken dich schnell und plößlich überfällt. Wer aber Christum liebet, sei unerschrocknen Muts; der Friede, den er giebet, bedeutet alles Guts. Er will die Lehre geben: das Ende naht herzu, da sollt ihr bei Gott leben in Fried und ewger Ruh. P. Gerhardt, † 1676. 4. Herr Gott, dich loben wir, daß du uns zwar gestrafet, jedoch in deinem Zorn nicht gar haft weggeraffet. Es hat die Vaterhand uns deine Gnadenthür jetzt wieder aufgethan; Herr ott, wir danken dir! Mel. Nun danket alle Gott 2c. 423 Her err Gott, dich loben wir, 5. Herr Gott, wir danken dir und bitten, du wollst geben, daß wir auch künftig stets in guter Ruhe leben. Krön uns mit deinem Gut, erfülle für und für, o Vater, unsern Wunsch; Herr Gott, wir danken dir! Joh. Frand, † 1677. wir preisen deine Güte, wir rühmen deine Macht mit herzlichem Gemüte; es steiget unser Lied bis an des Himmels Thür und tönt mit großen Schall: Herr Gott, 424 Ch dich loben wir! 2. Herr Gott, dich loben wir für deine großen Gnaden, daß du das Vaterland von Kriegeslast entladen, daß du uns blicken läßt des güldnen Friedens Zier; drum jauchzet alles Volt: Herr Gott, dich loben wir! 3. Herr Gott, dich loben wir, die wir in langen Mißwachs und Teurung. mel. Jesu, hilf siegen, du Fürste des Lebens 2c. 424 Christen erwarten in allerlei Fällen Jesum mit seiner allmächtigen Hand; mitten in Stürmen und tobenden Wellen sind sie gebauet auf felsiges Land. Wenn sie die Nächte der Trübsal bedecken, fann doch ihr Grauen sie wenig erschrecken. 2. Jauchzen die Feinde zur Rechten und Linken, drohet 294 Lieder für besondere Verhältniffe. drohet und hauet ihr blin- ja, du wirst selber den Himtendes Schwert, lassen doch mel noch haben; ei, warum Christen die Häupter nicht sagst du den Sorgen nicht finken, denen sich Jesus im ab? Werde doch in dir recht Herzen verklärt. Wüten die ruhig und stille! Das ist des Feinde mit Schnauben und Vaters, des ewigen, Wille. Toben, schaun doch die Chri- 7. Völlige Wonne, verften voll Trostes nach oben. flärete Freude, himmlische Güter, undenkliches Heil werden dir dort auf der ewigen Weide unter den Menschen und Engeln zu teil, wenn einst in Herrlichkeit Chriftus wird kommen und zu sich sammeln die Herde der Frommen. 8. Seine allmächtige Stärke beweiset in den Ohnmächtigen mächtige Kraft; dann wird alleine sein Name gepreiset, wenn er den Zagenden Freudigkeit schafft. Darum, o Jesu, gieb, daß ich dir traue, wenn ich die Hilfe nicht sichtbarlich schaue. Ch. 2. Edeling, † 1742. 3. Geben die Felder den Samen nicht wieder, bringen die Gärten und Auen nichts ein, schlagen die Schloßen die Früchte darnieder, brennen die Berge von hißigem Schein: kann doch ihr Herze den Frieden erhalten, weil es den Schöpfer in allem läßt walten. 4. Viele verzehren in ängstlichen Sorgen Kräfte, Gesundheit und Kürze der Zeit, da doch im Rate des Höchsten verborgen, wann und wo jedem sein Ende bereit. Sind es nicht alles unnötige Schmerzen, die ihr euch machet, ihr thörich- dim ten Herzen? 5. Zweifel und Schmerzen verderben die Frommen; Ernte. Mel. O daß ich tausend zc. Glauben und Hoffen bringt 425 Gott, von dem Ehre bei Gott; Seele, verlangst du zur Ruhe zu kommen, hoffe geduldig in Jammer und Not! Ob auch die göttliche Hilfe verborgen, traue dem Höchsten und meide die Sorgen! wir alles haben, die Welt ist ein sehr großes Haus; du aber teilest deine Gaben recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich; ach, lieber Gott, wer ist dir er Gott, n gleich? 6. Gutes und alle erbetenen Gaben folgen dir, bis man dich leget ins Grab, 2. Wer kann die Menschen alle zählen, die heut bei 295 bei dir zu Tische gehn? Doch ef die Notdurft feinem 426 ott auf Erden, Mel. 3euch mich, zeuch mich zc. err darf fehlen; denn du weißt allen vorzustehn und schaffest, daß ein jedes Land sein Brot empfängt aus deiner Hand. Herrscher dieser ganzen Welt! Laß den Mund voll Lobes werden, da man dir zu Füßen fällt, für den reichen Erntesegen Dank und Opfer darzulegen. 2. Vater, du hast aus Erbarmen uns Unwürdige genährt, du hast Reichen, du haft Armen milder Gaben piel gewährt. Sei gelobt und hochgepriesen, daß du so viel Guts erwiesen. Ernte. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung fäet und endlich auch die Frucht genießt. Der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolfe, so das Land begießt, des Him mels Tau, der Sonne Strahl sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Menschen Speise, der Acker selbst wird ihm zu Brot, es mehret sich vielfältger Weise, was anfangs schien, als war es tot, bis in der Ernte Jung und Alt erlanget seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, wer kanns genug bedenken? Der Wunder sind hier gar zu viel. So viel, als du, fann niemand schenken, und dein Erbarmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr beschert, als wir zusammen alle wert. 6. Wir wollen es auch nie vergessen, was uns dein Segen träget ein; ein jeder Bissen, den wir essen, soll deines Namens Denkmal sein, und Herz und Mund joll lebenslang für unsre Nahrung sagen Dank. 6. Neumann, † 1715. und Regen uns zu rechter 3. Du hast Sonnenschein eit geschickt, und so hat man allerwegen Auen voller Korn Tiefen, Höhen sahen wir im und Thäler, Segen stehen. 4. Ach, wer ist, der solche Güte dir genug verdanken tann? Nimm ein dankbares Gemüte für die große Wohlthat an! Alle Felder sollen schallen: du machst satt mit Wohlgefallen. 5. Lehr uns auch wohl anzuwenden, was uns deine Huld gewährt; nie zur Sünd es zu verschwenden, daß es nicht der Fluch verzehrt. Bleiben wir in alten Sün= den, kann der Segen leicht verschwinden. 6. Schent uns auch zufriedne Herzen, Stolz und Geiz laß ferne sein; laß den Undank 296 Lieder für besondere Verhältniffe. Undank nichts verscherzen, er allein der Schaß will sein, streu das Samkorn wieder so nimmt er andre Güter ein, daß wir jetzt und fünftig zum Heile der Gemüter. haben, auch die Dürftigen zu laben. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Es geh nach seinem Willen, und läßt sichs auch zum Mangel an, so weiß er ihn zu stillen. Obgleich das Feld nicht viel enthält, man kann bei wenig Gaben satt werden und sich laben. 7. Laß dein Wort auch Früchte bringen, daß man reichlich ernten kann, so wird man hier jährlich singen, wie du uns so wohl gethan. Gieb uns nach dem Thränensamen Freudenernt im Himmel. Amen. B. Schmold, † 1737. Mel. Was Gott thut, das ist wohl. gethan! Es bleibt zc. 427 Wa as Gott thut, das ist wohlgethan! So denken Gottes Kinder. Wenn man nicht reichlich ernten kann, liebt er uns doch nicht minder. Er zieht das Herz nur himmelwärts, wenn er uns läßt auf Erden ein Ziel der Plagen werden. A 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Im Nehmen und im Geben sind wir bei ihm stets wohl daran und können ruhig leben. Er nimmt und giebt, weil er uns liebt, und seine Hände müssen wir stets in Demut küssen. 3000 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan! zeigt uns oft den Segen, und ehe man ihn ernten kann, muß sich die Hoffnung legen; weil 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Das Feld mag traurig stehen; wir gehn getroft auf seiner Bahn und Sein wollen ihn erhöhen. Wort verschafft uns Lebensfraft, es nennt uns Gottes Erben; wie können wir verderben? 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan! So wollen wir stets schließen; ist gleich bei uns kein Kanaan, wo Milch und Honig fließen: er, unser Gott, weiß, was uns not, und wird es gern uns geben; fommt, laßt uns ihn erheben! B. Schmold, † 1737. Wetterlieder. y mel. Wo Gott der Herr nicht bei uns hält zc. 428 Gott, der du das Firmament mit Wolken heißt sich decken, der du ingleichen fannst behend das Sonnenlicht erwecken Wetterlieder. 297 weden, halt doch mit vielem Mel. Auf meinen lieben Gott 2c. Regen ein, und gieb uns 429 Gin Wetter ſteiget daß mein Herz, zu Gott hinauf! Fall findlich ihm zu Fuße durch wahre Reu und Buße, da mit gleich deine Sünden durch Christi Tod entschwinden. unser Land sich freue. 2. Die Felder trauern weit und breit, die Früchte leiden Schaden, weil sie von vieler Feuchtigkeit und Nässe sind beladen; dein Segen, Herr, den du gezeigt uns Armen, sich zur Erde neigt und will fast gar verschwinden. 3. Das machet unsre Missethat und ganz verfehrtes Leben, so deinen Zorn entzündet hat, daß wir in Nöten schweben. Wir müssen zeigen unsre Schuld; weil wir die Buße nicht gewollt, so muß der Himmel weinen. 4. Doch denke wieder an die Treu, die du uns hafſt versprochen, und wohne uns in Gnaden bei, die wir dich findlich suchen. Wie hält so hart sich diese Zeit dein Herz und sanfte Freund lichkeit? Du bist ja unser Vater! Sin 5. Gieb uns von deinem Himmelssaal dein klares Licht und Sonne, und laß uns wieder überall empfin den Freud und Wonne, daß alle Welt erkenne frei, daß außer dir kein Segen sei im Himmel wie auf Erden. M. Schirmer,+ 1673, 2. Herr, der du gut und fromm, zu dir ich gläubig komm, ich bitt um dein Erbarmen, sieh Chriftum in mir Armen; um dessenwillen schone, mir nicht nach Sünden lohne. 3. Durch Christi teures Blut mach mir ein Herz und Mut, das sich nicht knechtisch scheue, vielmehr auf deine Treue in allem findlich traue und auf dein Helfen baue. 4. Ich will mit dem, was mein, dir ganz gelassen sein; dein Flügel wird uns decken, verjagen allen Schrecken, und lassen uns aus Gnaden das Wetter gar nicht schaden. 5. Wohlan! Verlaß uns nicht; bleib unsre Zuversicht, und laß dein Vaterlieben auch jetzt an uns sich üben, so wolln wir, weil wir leben, dir Preis und Ehre geben. Aemilie Juliane, Gräfin v. Schwarzburg- Rudolstadt, † 1706. Lieder für besondere Verhältnisse. Reife. biory leben, sobald er mir gebeut; 1 desta8 es sei heut oder morgen, Mel. O Welt, ich muß dich lassen zc. dafür laß ihn nur sorgen, dalla BAKING 430 sieh in ferne ஒரு Lande, zu er weiß allein die rechte Zeit. einem Stande, zu dem mich Gott bestellt; sein Segen wird mich lassen, was gut und recht ist, faffen, zu dienen treulich seiner Welt. 7. Gefällt es seiner Güte, und sagt mir mein Gemüte nicht was Vergeblichs zu: so werd ich Gott noch preisen mit manchen schönen Weisen daheim in meiner stillen Ruh. HG SHJEN 8. Indes wird er den meinen mit Segen auch erscheinen, ihr Schuß wie meiner sein; wird beiderseits gewähren, was unser Wunsch und Zähren ihn bitten mögen insgemein. 298 nes 2. Gott wird zu diesen Reisen gewünschten Fortgang weisen, wohl helfen hin und her; Gesundheit, Heil und Leben, Zeit, Wind und Wetter geben, und was in Demut ich begehr. then 3. Sein Engel, der getreue, macht meine Feinde scheue, tritt zwischen mich und sie; durch seinen Schuß, den frommen, bin ich so weit gekommen, und weiß doch felber fast nicht wie. 84. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in Banden, und was mir stößt zu handen, so tröstet mich sein göttlich Wort. 5. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängnis gehn; kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen: ich will mit Gott ihn überstehn. 6. Ihm hab ich mich er geben, zu sterben und zu 9. So sei nun, Seele, seine und traue dem alleine, der dich erschaffen hat! Es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rat. irist ist P. Flemming, † 1640 30 dan Krankheit. mel, O Welt, ich muß dich lassen 2c. ch 431 h hab in guten Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl; so will ich denn gelassen mich auch in Leiden fassen: welch Leben hat nicht seine Qual? G sin 2. di Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch perdient. Krankheit. verdient. Sollt ich, beschwert mit Schulden, fein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben als den Herrn; dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfft und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Chrifto sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Not. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenten, der Herr wird alles lenten, und was mir gut ist, wird geschehn. 90 Chr. F. Gellert, † 1769. # 1901 Tanggal Mel. Schwing dich auf zu deinem ROUD( Gott 2c. 299 hab ich empfunden. Wie gebrechlich ist die Kraft, wie verzagt der Glaube! Wenn der Herr nicht Hilfe schafft, liegen wir im Staube. 2. Ach, wie könnt ich diese Nacht ohne dich bestehen? Ohne deine Huld und Macht müßt ich ganz vergehen. Trübe fällt der Abend ein, stille wirds auf Erden; doch in diesem Kämmerlein wirds so still nicht werden. ( 1009 3. Jedes Auge thut sich zu, alles sucht den Schlummer; doch hier ist noch keine Ruh, denn es wacht der Kummer. O so komm und bleibe hier bei dem armen Kranken; liebster Jesu, schenfe mir tröstliche Gedanken! 432 err! Ein ganzer Leidenstag ist mun überwunden. Ach, wie piel der Mensch vermag, das Con 790 65 61 Angi 4. Beuch empor das matte Herz aus der finstern Höhle; salbe diesen Leib voll Schmerz mit dem Lebensöle! Herr, du kannst die Furcht und Bein in der Seele stillen. Laß mich ganz ergeben sein in des Vaters Willen! 5. Wenn ich diese ganze Nacht wachen muß und weinen: Herr, du bists, der bei mir wacht, du wirst mir erscheinen. Du wirst in der Dunkelheit freundlich mit mir sprechen, sollte gleich vor Traurigkeit mir das Wort gebrechen. 10020 Lieder für besondere Verhältnisse. 300 6. Wo ich auch gebettet bin, lieg ich dir in Händen; wo mein Auge fiehet hin, wirds zu dir sich wenden. Mein Gebet bestärfe du, laß Mein Gebet bestärke du, laß es nicht ermatten; laß mich finden sanfte Ruh unter deinem Schatten. H. Puchta,+ 1858. Am Geburtstage. Mel. Welt, ich muß dich lassen 2c. ir dank ich für 433 Dir mein Leben, Gott, der du mirs gegeben, ich danke dir dafür. Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen, durch deine Güte bin ich hier. 2. Du, Herr, hast mich bereitet, mich väterlich geleitet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage und wandtest auch die Plage zu meiner Seelen wahrem Glück.unspot lenken, da wogst du schon mein Teil mir dar. 4. Du kanntest schon mein Sehnen und zähltest meine Thränen, eh ich bereitet war; noch konnt ich dich nicht denken, zu dir das Herz nicht 4. Für alle meine Sünden, Herr, ließest du mich finden in Christo Gnad und Huld. Höchster, welch Erbarmen! Du nahmest an mich Armen und tilgteft alle meine Schuld. 6. Daß du mich liebreich führest, mit deinem Geist regierest, dies, Vater, dank ich dir. Daß du mein Leben fristest, mit deiner Kraft mich rüstest, dies alles, Vater, dank ich dir. isd 7. Was noch in diesem Leben mir frommt, wirst du mir geben. Du giebsts, ich hoff auf dich. Ja, Vater, ich befehle dir findlich Leib und Seele; Herr, segne und behüte mich! p 109, and Nach Chr. F. Gellert,+ 1769. Im Alter. 3. Ich bin nicht wert der Treue, der ich mich täglich Mel. Jesu, meines Lebens Leben 1. freue, der Huld, die mich bewacht. Damit ich Staub und Erde auf ewig glücklich werde, hast du schon ewig mein gedacht. 200 434 Höchfter Helfer, sei Mein Beschirmer, steh mir bei, hilf mir, daß ich thu und lerne, was dein heilger Wille sei. Leite mich nach deiner Güte und erleuchte mein Gemüte; laß mir deine Vatertreu alle Morgen wers den neu. Im Alter. darce 301 Erhalter! mein Führer, 435 Gott hat in meinen Tagen mich väterlich getragen von meiner Jugenb auf; ich sah auf meinen Wegen des Höchsten Huld und Segen: er lenkte meines Lebens Lauf. ambul 2. Halte mich, o mein Mel. O Welt, ich muß dich lassen zc. O weiche nicht; führe mich in meinem Alter, wenn mir Lebenstraft gebricht. Gieb, daß ich recht christlich lebe und stets nach dem Himmel strebe; hilf mir durch, wenn Qual und Schmerz bricht mein halb zerbrochnes Herz. 3. Stoß mich nicht von deiner Seiten, wenn sich Angst und Ohnmacht häuft, wenn die schwachen Tritte gleiten und man nach dem Stabe greift; faffe du mich bei dem Arme, o mein Heiland, und umarme mich auch in der letzten Not, bis er folgt ein selger Tod. 4. 2. Sein Weg war oft verborgen; doch wie der helle Morgen aus dunkeln Nächten bricht, so hab ich stets gespüret: der Weg, den Gott mich führet, bringt durchs finstere Thal Herrscher über Tod und Leben, höchster Tröster, tritt herbei! Wenn ich soll den Geist aufgeben, so ver nimm mein Angstgeschrei; wenn mein Auge wird erblinden und die Lebensgeister schwinden, o so sei du selbst mein Licht, daß ich seh dein Angesicht. 5. Meine Seele foll er heben dich, o Herr der Herrlichkeit, dort in jenem Freu denleben, wenn ich nach vollbrachtem Streit dir mein Danklied werde bringen und vor deinem Throne singen, daß du mich so wohl be dacht und zum Himmel haft gebracht. Bach. Hensel, t vor 1736, mich zum Licht. 3. War Menschenhilf vergebens, so kam der Herr des Lebens und half und machte Bahn; wußt ich mir nicht zu raten, so that große Thaten und sich meiner mächtig an. Gott nahm 4. Bis zu des Alters11 Tagen will ich dich heben, tragen und dein Erretter sein": dies hat mir, Gott versprochen, der nie sein Wort gebrochen; ich werde sein mich ewig freun.ured 5. Er wird mir schwachem Alten, was er verheißen, halten; denn er ist fromm und treu. Bin ich gleich matt und müde, er giebt mir Trost und Friede und steht mit Mut und Kraft mir bei. ME Die letzten Dinge. 302 6. Noch wenig bange Stunden, dann hab ich überwunden: ich bin vom Ziel nicht weit. O welche große Freuden sind nach dem letzten Leiden vor Gottes Thron für mich bereit! 7. Ich harre froh und stille, bis meines Gottes Wille mich nach dem Kampfe krönt. An meiner Laufbahn Ende sink ich in Jesu Hände, der mich dem Vater hat versöhnt. 3. F. Feddersen,+ 1788. Jiral of Dinge.se Claasid 2000 xv. Die letzten Dinge. XV. Tod. Sterbelieder. du mir mit deinem Tod erworben. enn mein Stünd W 436 lein vorhanden ist, und ich soll fahrn mein Straße, geleit du mich, Herr Jesu Christ, mit Hilf mich nicht verlasse! Mein Seel an meinem letzten End be fehl ich dir in deine Händ, du wollst sie mir bewahren! 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich im Grab nicht bleiben; mein höchster Trost dein Auffahrt ist, kann Todesfurcht ver treiben; denn wo du bist, da komm ich hin, daß ich stets bei dir leb und bin: drum fahr ich hin mit Freuden. N. Hermann, † 1561. 99090 2. Mein Sünde wird mich fränken sehr und mein Ge4 ORU Mel. Vater unser im Himmelreich 2c. wiſſen nagen; denn ihr ist 734 Herr Shrifte, mah 104 viel, am Meer, doch will ich nicht verzagen; will denken in der letzten Not, Herr Jesu Christ, an deinen Tod, der wird mich wohl erhalten. nens 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, des tröst ich mich von Herzen! Von dir ich ungeschieden bleib in Todesnot und Schmerzen; wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir: ein ewig Leben haft Mensch und Gott, der du littst Marter, Angst und Spott, für mich am Kreuz auch endlich starbit und mir des Vaters Huld erwarbst: ich bitt durchs bittre Leiden dein, du wollst mir Sünder gnädig sein. 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnot und ringen werde mit dem Tod, wenn mir vergeht all mein Gesicht und meine Ohren hören nicht, Sterbelieber. nicht, wenn meine Zunge nicht mehr spricht und mir vor Angst mein Herz zer bricht; 3. Wenn mein Verstand fich nichts besinnt und mir all menschlich Hilf zerrinnt: so komm, Herr Christe, mir behend zu Hilf an meinem letten End und führ mich aus dem Jammerthal, verkürz mir auch des Todes Qual! 204. Die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist ftets bei mir bleib, bis sich die Seel vom Leibe trennt; dann nimm sie, Herr, in deine Händ! Der Leib hab in der Erde Ruh, bis naht der jüngste Tag herzu. 5. Ein fröhlich Auferstehn verleih, in dem Gericht mein Fürsprech sei, und meiner Sünd nicht mehr gedenk; aus Gnaden mir das Leben schent, wie du haft zugesaget mir in deinem Wort, das trau ich dir: 6. Fürwahr, fürwahr, euch fage ich, wer mein Wort hält und glaubt an mich, der wird nicht kommen ins Gericht, den Tod auch ewig schmecken nicht; und ob er gleich hie zeitlich stirbt, mit nichten er drum gar verdirbt. 7. Vielmehr will ich mit starker Hand ihn reißen aus des Todes Band und zu 303 mir nehmen in mein Reich; da soll er denn mit mir zugleich in Freuden leben ewiglich. Dazu hilf uns ja gnädiglich! 8. Ach, Herr, vergieb all unsre Schuld; hilf, daß wir warten mit Geduld, bis unser Stündlein kommt herbei; auch unser Glaub ſtets wacker sei, aufs Wort zu trauen festiglich, bis wir entschlafen seliglich. P. Eber, † 1569. 438 h hab mein Sach stellt; er machs mit mir, wies ihm gefällt! Lang oder kurz sei meine Zeit, ich bin bereit zu allem, was mein Herr gebeut. 2. Mein Zeit und Stund ist, wann Gott will; ich schreib ihm vor nicht maß und Ziel; es sind gezählt all Härlein mein, groß oder klein, fällt feines ohn den Willen sein. 3. Es ist allhier ein Jammerthal, Angst, Not und Trübsal überall: des Bleibens ist nur kurze Zeit, voll Müh und Leid, und wers bedenkt, ist stets im Streit. 4. Heut sind wir frisch, gesund und stark, schon morgen liegen wir im Sarg; heut blühn wir wie die Rosen rot, bald frank und tot; Die letzten Dinge. 304 tot; ist allenthalben Müh und Not. 5. Man trägt eins nach dem andern hin; wohl aus den Augen, aus dem Sinn! Die Welt vergisset unser bald, jung oder alt, auch unsrer 439 Christus, der ift mein Ehren 6. mannigfalt. Das macht die Sünd, du treuer Gott, dadurch kam uns der bittre Tod, der reißt dahin all Menschenfind, wie er sie findt, fragt nicht, von welchem Stand fie find. 7. Doch ob mich schon mein Sünd ansicht, dennoch will ich verzagen nicht; ich weiß, daß mein getreuer Gott für mich in Tod den eingen Sohn gegeben hat. 8. Dem leb und sterb ich allezeit, von ihm der Tod mich nimmer scheidt; leb oder sterb ich, bin ich sein; er ist allein der einge Trost und Helfer mein. 9. Das ist mein Trost zu aller Zeit, in aller Not und Traurigkeit; ich weiß, daß ich am jüngsten Tag ohn alle Klag werd auferstehn aus meinem Grab. einen felgen Tod; hilf, daß wir deinen Engeln gleich in deinem Reich mit dir dann leben allzugleich. Nach 3. Leon,+ um 1597. 10. Den lieben Gott von Angesicht werd ich dann schaun, dran zweifl ich nicht, in ewger Freud und Seligfeit, die mir bereit; ihm sei Lob, Preis in Ewigkeit! 11. Amen, mein lieber frommer Gott, bescher uns und Sterben mein Gewinn; dem hab ich mich ergeben, mit Fried fahr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, daß ich mög zu ihm kommen und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Not, durch seine heilgen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, ich kaum mehr atmen kann und kann kein Wort mehr sprechen, nimm, Herr, mein Seufzen an. 5. Wenn Sinne und Gedanken zergehn als wie ein Licht, das hin und her muß wanten, wenn ihm die Flamm gebricht: 6. Alsdann fein sanft und stille laß mich, Herr, schlafen ein, wie es dein Rat und Wille, wenn kommt mein Stündelein.co 7. Laß mich gleich einem Reben anhangen dir allzeit und ewig bei dir leben in Himmelswonn und Freud. Vor 1608.18 Sterbelieder. Mel. Wie nach einer Wasserquelle 2c. Creu dich sehr, o 440 Femeine Seele, und vergiß all Not und Qual, weil dich Christus nun, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal. Aus der Trübfal, Angst und Leid sollst du fahren in die Freud, die kein Ohr hat je gehöret, die in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Not. Wie sich sehnt ein Wandersmann nach dem Ende seiner Bahn, so hab ich gewünscht mein Leben hin in Gottes Händ zu geben. 305 doch nicht auf Klag und Weinen. 3. Denn gleich wie die Rosen stehen unter einer Dornenschar, also auch die Christen gehen stets in Angsten und Gefahr. Wie die Meereswellen sind und der ungestüme Wind, also ist allhier auf Erden unser Lauf voll von Beschwerden. 5. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, der du ewiglich aufgehst, sei du mir nicht ferne, weil Blut mich hat erlöst. jetzt von dein Hilf, daß ich mit Fried und Freud mög hinfahren aus der Zeit; Straße, mich mit Beistand du mir Licht und nicht verlasse! se surat hid 6. Ob mir schon die Augen brechen, ob mir das Gehör verschwindt, meine Zung mehr fann sprechen, mein Verstand sich nichts besinnt, bist du doch mein Licht, mein Hort, Leben, Weg und Himmelspfort; du wirst selig mich regieren und die Bahn zum Himmel führen. nicht nicht 7. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Not und Qual, weil dich Christus nun, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal. Seine Freud und Herrlichkeit sollst du sehn in Ewigkeit, mit den Engeln jubilieren und auf ewig triumphieren. K. v. Warnberg, † bor 1620. 4. Wenn die Morgenröt aufgehet und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Kummer uns umstehet, Müh fich findt an allem 441 verlangen nach erzlich thut End; unsre Thränen sind das Brot, so wir efsen früh und spat; wenn die Sonn aufhört zu scheinen, hört einem selgen End, weil ich hier bin umfangen mit Trübsal und Elend. Ich hab Lust 306 Die letzten Dinge. Lust abzuscheiden von dieser sie zum Leide: doch tröstet argen Welt, fehn mich nach meinen Mut, daß wir in ewgen Freuden; o Jesu, größern Freuden zusammen komm nur bald! kommen schon, wo nichts uns mehr wird scheiden, dort an des Himmels Thron. 2. Du hast mich ja erlöset von Sünde, Tod und Höll; es hat dein Blut getoftet, drauf ich mein Hoffnung stell; warum sollt mir denn grauen vor Hölle, Tod und Sünd? Weil ich auf dich kann bauen, bin ich ein selig Kind. 7. Muß ich auch hinterlassen betrübte Waiselein, dern Not mich über Maßen jammert im Herzen mein, will ich doch gerne sterben und trauen meinem Gott; pider läßt sie nicht verderben, 3. Wenn gleich süß ist er hilft aus aller Not. das Leben, der Tod sehr bitter mir, will ich mich doch ergeben, zu sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, da meine Seel fährt hin: des freu ich mich gar eben; Sterben ist mein Gewinn. 4. Der Leib zwar in der Erden zum Staube wieder kehrt, doch auferweckt wird werden durch Christum, schön verklärt, wird leuchten als die Sonne und leben ohne Not in ewger Freud und Wonne; was schadet mir der Tod? 5. Ob mich die Welt auch reizet, zu leben länger hier, und mir auch immer zeiget Ehr, Gut und all ihr Zier: doch ich das gar nicht achte, es währt nur furze Zeit; nach Himmlischem ich trachte, das bleibt in Ewigkeit. 6. Wenn ich auch gleich nun scheide von meinen Freunden gut, für mich und 8. Gesegn euch Gott, der Herre, ihr Vielgeliebten mein! Trauert nicht allzu sehre über den Abschied mein! Beständig bleibt im Glauben! Wir werdn in kurzer Zeit einander wieder schauen dort in der Ewigkeit.ne 9. Nun will ich mich ganz wenden zu dir, Herr Christ, allein; gieb mir ein felig Ende, send mir die Engel dein; führ mich ins ewge Leben, das du erworben hast, als du dich hingegeben für meine Sün denlaſt. 10. Hilf, daß ich ja nicht wanke von dir, Herr Jesu Chrift; den schwachen Glauben stärke in mir zu aller Frist! Hilf ritterlich mir ringen, dein Hand mich halt mit Macht, daß ich mög fröhlich singen: Gottlob, es ist vollbracht! Chr. Kuoll, † 1621, Sterbelieder. 442 Valet will ich dir geben, du arge falsche Welt; dein sündlich böses Leben durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen, hinauf steht mein Begier, da wird Gott herrlich lohnen dem, der ihm dient allhier. 0 2. Rat mir nach deinem Herzen, o Jesu, Gottes Sohn! Sollt ich ja dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Christ, davon; verkürz mir alles Leiden, stärk meinen blöden Mut, laß selig mich abscheiden, schent mir dein ewig Gut. 3. In meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein funkelt all Zeit und Stunde; drauf kann ich fröhlich sein. Erschein mir in dem Bilde, zum Trost in meiner Not, wie du dich, Herr, so milde geblutet haft zu Tod. 4. Herr, meinen Namen schreibe ins Buch des Lebens ein; laß mich an deinem Leibe ein Glied mit jenen sein, die in dem Himmel grünen und vor dir leben frei: so will ich ewig rühmen, daß treu dein Herze ſei. V. Herberger, † 1627. 307 Leiden! Versag mir nicht, was ich dich bitt: wenn meine Seel will scheiden, so nimm sie, Herr, in deine Händ!' s ist alles gut, wenn gut das End. 443 Machs mit mir, Gott, nach dei ner Güt, hilf mir in meinem what 2. Gern will ich folgen, liebster Herr, du läßt mich nicht verderben; ach, du bist doch von mir nicht fern, ob ich gleich hie muß sterben und lassen meine lieben Freund, dies mit mir herzlich gut gemeint. 3. Ruht doch der Leib sanft in der Erd, die Seel sich zu dir schwinget, in deiner Hand sie unversehrt durch Tod ins Leben dringet. Hier ist doch nur ein Thränenthal, Angst, not und Mühe überall. 4. Der Tod, die Hölle, Welt und Sünd mir können nichts mehr schaden; an dir, o Herr, ich Rettung find, ich tröst mich deiner Gnaden; dein einger Sohn aus Lieb und Huld für mich bezahlt hat alle Schuld. at alle Sch 5. Was sollt ich denn nun traurig sein, weil ich fann wohl bestehen, geschmückt mit Christi Unschuld rein zu meinem Gotte gehen? Gehab dich wohl, du schnöde Welt! Bei Gott zu leben mir gefällt. 3. H. Schein, † 1690. Die letzten Dinge. 308 Mel. Herzlich thut mich vers 031007 langen 2c. 444 geben, dem h hab mich Gott liebsten Vater mein; hier ist fein Immerleben, es muß geschieden sein. Der Tod fann mir nicht schaden, er ist nur mein Gewinn; in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud da hin. 2. Mein Weg geht jett vorüber; o Welt, was acht ich dein? Der Himmel ist mir lieber, da muß ich gehen ein und mich nicht mehr beladen, weil ich wegfertig bin; in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 3. Ach, selge Freud und Wonne hält mir der Herr bereit, da Christus ist die Sonne der ewgen Seligkeit. Was kann mir doch nun schaden, weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und Gnaden fahr ich in Freud dahin. 4. Gesegn euch Gott, ihr Meinen, ihr Liebsten allzu mal! Um mich sollt ihr nicht weinen, ich weiß von teiner Qual. Was Christus euch beschieden, laßt nicht aus eurem Sinn; in Gottes Gnad und Frieden fahrt dann auch ihr dahin. 27341208 Antar 3. Siegfried, † 1686. Mel. O Welt, ich muß dich lassen 2c. 445 Die ie Herrlichkeit Rauch und Asche werden, 445 der Erden muß kein Fels, kein Erz bestehn. Was uns hier mag ergößen, was wir für ewig schäßen, wird als ein leichter Traum vergehn. fore 2. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir unsterblich achten, ist nur ein falscher Wahn; sobald der Geist gewichen und dieser Mund erblichen, fragt feiner, was man hier gethan. 3. Es hilft nicht Kunst noch Wissen; wir werden hingerissen, der morgen, dieser heut. Was nüßt der Güter Menge? Dem hier die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 4. Dies alles wird zerrinnen, was Müh und Fleiß gewinnen und saurer Schweiß erwirbt; was Menschen hier besitzen, fann vor dem Tod nicht schüßen: dies alles stirbt uns, wenn man stirbt. 5. Ist eine Lust, ein Scherzen, die nicht ein heimlich Schmerzen mit Herzensangst vergällt? Was ists, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, die nicht in Hohn und Schmach verfällt? 6. Was pocht man auf die Throne, da keine Macht noch Krone tann unver gänglich gänglich sein? Es mag vom Totenreihen fein Scepter dich befreien, fein Purpur, Gold noch Edelſtein. 7. Wir rechnen Jahr auf Jahre, indessen wird die Bahre uns vor die Thür gebracht; drauf müssen wir von hinnen und, eh wir uns befinnen, der Erde sagen gute Nacht. Sterbelieder. 8. Wach auf, Herz, und bedenke, daß dieser Zeit Geschenke den Augenblick nur dein; was du zuvor genossen, ist als ein Strom verflossen; was fünftig, wessen wird es sein? P 9. Trau nicht auf Men schenlehre, auf Weltgunst, Macht und Ehre, und fleh den Herren an, der immer König bleibet, den keine Zeit vertreibet, der einzig ewig machen kann. a. Gryphius,+ 1664.5/ Binnenstad Mel. Herzlich thut mich vers BILDSK en Christo will 40 Thin 309 ist ein elend Leben in dieser schnöden Zeit; dort wird ein besfres geben Gott in der Ewigkeit. 4. Bei Christo will ich bleiben in alle Ewigkeit und ohn Aufhören treiben sein 10. Wohl dem, der auf Lob mit höchster Freud: mit ihn trauet! Er hat recht Jauchzen und mit Singen fest gebauet, und ob er hier will ich ihm dankbar sein; gleich fällt, wird er doch nun laß mirs, Herr, gelingen dort bestehen und nimmer zu deinem Preis allein.png mehr vergehen, weil ihn diep. Frant, † 1675. Stärke selbst erhält.adit dus insis@ mid 2. Mit Christo will ich scheiden von dieser Erdenqual, der wird mich selber leiten durchs finstre Todesthal; drum laß ich mir nicht grauen vor diesem Augenblick: bald werd ich ewig schauen mein einzig wahres Glück. wenns meinem Gott gefällt: hier ist nichts zu erwerben in dieser argen Welt. Es 3. Bu Christo will ich fah= ren in das gelobte Land, der wird mich wohl bewahren in seiner starken Hand. Troß sei dem Feind geboten, daß er mich reiß heraus: dort will ich seiner spotten im schönen Friedenshaus. 7000 447 ch bin ein Gast auf Erden und feinen Stand; der 446 ſoll mir da hab hier ist mein Vaterland. Hier muß ich Unruh haben, hier reis ich ab und zu, dort wird Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. Die letzten Dinge. WE 310 wird mein Gott mich laben für und für erhält, auch in seiner emgen Ruh. alles hebt und leget, nach dems ihm wohlgefällt. Gu 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an, als Müh und Not gewesen? So lang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. 7. Zu dem steht mein Verlangen, da wollt ich gerne hin; die Welt bin ich durchgangen, daß ichs faſt müde bin; je länger ich hier walle, je wenger find ich Freud, die meinem Geist gefalle; das meist ist Eitelkeit. 3. So gings den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenns fehlt an gutem Rat. Sie zogen hin und wieder, ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod sie nieder legt in des Grabes Schoß. 4. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid; was will ich besser leben in dieser Zeitlichkeit? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten sein; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freude ein. 5. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt; ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt, da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird. 6. Mein Heimat ist dort oben, da aller Engel Schar den großen Herrscher loben, der alles ganz und gar in seinen Händen träget und 8. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel; ach, fomm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn dein Herz will! Komm, mach ein selig Ende mit meiner Wanderschaft, und was mich fränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft. 9. Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus; wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich dann hinaus, und was ich hier gebrauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so legt man mich ins Grab. 10. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du zeuchst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll, gleich als die helle Sonne, nächst andern leuchten soll. 11. Da will ich immer wohnen und nicht nur als ein Gast, bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket bast; da will ich herrlich fingen Sterbelieder. UUE fingen von deinem großen Thun und, frei von schnöden Dingen, in meinem Erbteil ruhn. P. Gerhardt, † 1676. 448 Wer weiß, wie nahe mir mein Ende! Hin geht die Zeit, her kommt der Tod: ach, wie geschwinde und behende fann kommen meine Todes not! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; dieweil ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Tods gefahr. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken und, wenn ich einmal sterben muß, die Seel in Jesu Tod versenken und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 1901917 311 machs nur mit meinem Ende gut! * 0801 5. Ach, Herr, mach süße mir den Himmel und bitter mir die Lust der Welt; gieb, daß mir in dem Weltgetümmel die Ewigkeit sei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und fage frisch in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schids mit mir! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: 6. Ach, Vater, deck all meine Sünde mit dem Verdienste Jesu zu, darauf ich mich festgläubig gründe, das giebt mir die ersehnte Ruh. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sei Leben oder Tod; ich leg die Hand in seine Seite und sage: o, mein Herr und Gott! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 8. Ich habe Jesum angezogen schon längst in meiner heilgen Tauf; du biſt mir daher auch gewogen, haft mich zum Kind genommen auf. Mein meinem auf. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 9. Ich habe Jesu Leib gegessen, ich hab sein Blut getrunken hier; nun kannst du meiner nicht vergessen; ich bleib in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt durch Die letzten Dinge. 312 durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 10. So tomm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt; ich bin und bleib in deinen Sorgen, mit Jesu Gnaden schön geschmückt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 11. Jch leb indes in dir vergnüget und sterb ohn alle Rümmernis; mir gnü get, wie mein Gott es füget; ich glaub und bin es ganz gewiß: durch deine Gnad und Christi Blut machst dus mit meinem Ende gut! Aemilie Juliane, Gräfin von Schwarzburg- Rudolstadt, † 1706. 3. Jugend, die den Ro sen gleicht, die verbleicht; ihre Schönheit muß verschwinden: es vergeht durch Todesmacht alle Pracht, die wir an dem Menschen finden. Unser Leben fleucht behende: Mensch bedenke doch das Ende! 4. Menschen sind der Zeiten Spiel und ein Ziel, drauf die Todespfeile flie gen; die wie schlanke Cedern fen durch den Tod erliegen. stehn, groß und schön, müsUnser Leben fleucht behende: mensch, bedenke doch das Ende! iots nor h 5. Ach, der Tod ist dir gewiß, drum vergiß alles Eitle dieser Erden; lente dich zur Ewigkeit jederzeit, willst du dort unsterblich werden. Unser Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! 6. Schwinge dein Gemüt und Herz himmelwärts, wo nicht Tod, nicht Not, nicht Leiden; denk an das, was ewig ist, lieber Christ, soll dich einst der Himmel weiden. Unser Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! 2. Menschen sind zerbrechlich Glas, nichtig Gras, Blumen, die nicht lange stehen; Sal. Frand, † 1725. ach wie bald wird ihre Kraft hingerafft, wenn die Todes449 Ach, was ist doch unsre Zeit? Flüchtigkeit, Nebel, Rauch und Wind und Schatten; Menschen können nicht be stehn; sie vergehn wie die Blumen auf den Matten. Unser Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! ordin Mel. O Gott, der du ein Heerfürft zc. lüfte wehen. Unser Leben 450 Mein Leben iſt fleucht behende: Mensch, bedente doch das Ende! Bilgrimstand; ich reise nach dem Vaterland, Sterbelieber. 313 Vaterland, nach dem Jeru- Geduld Beständigkeit, vok salem dort oben, wo eine Straucheln meinen Fuß be ewge Ruhestatt Gott selber schüße. Ich falle stündlich, mir gegründet hat; da werd hilf mir auf und richte zu ich o ne End ihn loben. dir meinen Lauf; sei mir Mein Leben ist ein Bilgrim- ein Schirm in Trübsalshite; stand: ich reise nach dem laß deinen milden GnadenVaterland.schein in Finsternis nie ferne 2. Wie Schatten vor der sein. Sonne fliehn, so flieht mein Leben schnell dahin, und was vorbei ist, kommt nicht wie der; ich eile zu der Ewigkeit; Herr Jesu, mach mich nur bereit und öffne meine Augenlider, daß ich, was zeit lich ist, veracht und nur nach dem, was ewig, tracht. 3. Der Sonne Glanz mir oft gebricht, der Sonne, die lr Gnadenlicht in unverJälschte Herzen strahlet. Wind, Regen stürmen auf mich zu, mein matter Geist find nir gends Ruh; doch alle Müh ist schon bezahlet, wenn ich die güldne Himmelsthür mir stell im festen Glauben für. 4. Du treuer Hüter, Jesu Chrift, der du ein Bilgrim worden bist, der du mein Fleisch haft angenommen, zeig mir im Worte deine Tritt, laß mich bei einem jeden Schritt zu deinem Heil ſtets näher kommen. Mein Leben fleucht; ach, eile du, und fleuch mit Gnad und Hilf herzu. 15. Durch deinen Geist mich heilig leit, gieb in 6. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll, vor Durst nach dir verschmachten will, so laß mich dich zum Labsal finden; und schließ ich meine Augen zu, so bring mich zu der Siegesruh, wo Streit und alle Müh verschwinden, und wo ich kann, von Sünden rein, dein Freund und Hausgenosse sein. 7. Bin ich denn hier, im fremden Land, der blinden Welt gleich unbekannt: dort sind die Freunde, die mich kennen; dort werd ich mit der Himmelsschar dir jauchzend dienen immerdar und in der reinsten Liebe brennen. Mein Heiland, komm, ach, bleib nicht lang! Hier in der Fremde wird mir bang. F. A. Lampe, † 1729. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende zc. 451 ch sterbe täglich, Ich und mein Le ben eilt immerfort zum Grabe hin. Wer kann mir einen Bürgen geben, ob ich noch morgen lebend bin? Die Die letzten Dinge. 314 Die Zeit geht hin, der Tod fommt her: ach, wer nur immer fertig wär! 2. Es schickt der Tod nicht immer Boten; er kommet oft unangemeldt und fordert uns ins Reich der Toten; wohl dem, der Haus und Herz bestellt! Denn ewig Unglück oder Glück hängt nur an einem Augenblick. 3. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in deiner Hand. Wie lange du mir Frist willst geben, das ist bleibt mir hilf, daß ich jeden Glockenschlag an meinen Abschied denken mag. 3ood del 4. Es kann vor Abend anders werden, als es am anders werden, als es am Morgen mit mir war; den einen Fuß hab ich auf Erden, den andern auf der Totenbahr; ein fleiner Schritt ist nur dahin, wo ich der Wür mer Speise bin. 5. Ein einzger Schlag fann alles enden und Fall und Tod beisammen sein; doch schlage nur mit Vater händen und schließ in Christi Tod mich ein, daß, wenn der Leib zu Boden fällt, die Seel an Jesu Kreuz sich hält. dich und lasse der Verlaffnen Schrein durch deinen Trost erhörlich sein. 7. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf; verkürze mir des Todes Schmerzen und hole mich zu dir hinauf; so wird mein Abschied keine Bein, zwar eilig, dennoch selig sein. B. Schmold, † 1737. rod Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 452 Mein Gott, ich daß ich sterbe; ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches Erbe, das unveränderlich beſteht; drum zeige mir in Gnaden an, wie ich recht selig sterben kann. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe, kein Augenbick geht sicher hin; wie bald zerbricht doch eine Scherbe! Wie kann die Blume schnell verblühn! Drum mache mich nur stets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, dieweil der Tod viel Wege hält; dem einen wird das Scheiden herbe, ein andrer sanft in Schlummer fällt. Doch wie du willst; gieb nur dabei, daß mir mein Ende selig 6. Kann ich die Meinen nicht mehr segnen, so segne du sie mehr als ich; wenn lauter Thränen um mich regnen, o Tröster, so erbarme sei. Sterbelieder. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welche Erde mich einst deckt; doch wenn ich nur den Trost erwerbe, daß mich dein Ruf zum Leben weckt, so nehm ich jede Stelle ein; die Erd ist allenthalben dein. 5. Nun, liebster Gott, wenn ich einst sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir, auf daß ich dort mit Chrifto erbe; hab ich nur den im Glauben hier, so gilt mirs gleich und mir wohl, wann, wie ich sterben soll. geht wo und B. Schmold, † 1737. Mel. O du Liebe meiner Liebe zc. 453 11nfer feiner lebt ihm selber, feiner stirbt ihm selber hier; was wir leben, was wir sterben, fommt, o Herr, o Herr, allein von dir. Du mußt helfen, tragen, heben, du bist unser bestes Teil, bleibst im Tode, bleibst im Leben unser Trost und unser Heil. 2. Glauben, schauen, leben, sterben, gilt mit dir uns alles gleich; wenn wir nur mit Christo erben, macht der Tod uns ewig reich. Dann erst fängt des Christen Leben und das rechte Wohlfein an, wenn er sich zu dir erheben und dein Äntlig schauen kann. 1 315 3. Nun, es scheiden oder bleiben unsre Lieben oder wir: Jesu, dir uns einverleiben, das sei unsre Sorge hier! Selig, wer entschläft in Frieden, selig wir, die noch nicht tot! Sind die Leiber auch geschieden, sind die Geister doch in Gott. 4. Heil und Wahrheit, Kraft und Stärke giebt Jehovah mehr und mehr. Alle seine Weg und Werke find voll Herrlichkeit und Ehr. Singet ihm, ihr Got testinder, der uns liebt am Kreuzesstamm! Bringet Ruhm, ihr Überwinder, Gott, dem Vater, und dem Lamm! 10 anni MD Ph. H. Weissensee,+ 1767. in tim magsalik Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 454 Meine Lebenszeit stündlich eil ich zu dem Grabe, und wie wenig ifts vielleicht, daß ich noch zu leben habe! Dent, o Mensch, an deinen Tod, säume nicht; denn eins ist not. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben! Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, nur ein ruhiges Gewissen, Die letzten Dinge. 316 Gewissen, das vor Gott dir Zeugnis giebt, wird dir dei nen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, giebt im Tode Freudigkeit. 4. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott und bet und wache; sorge nicht, wie früh du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht scheun, lern auch seiner dich erfreun. Bedintre 5. Überwind ihn durch Vertraun, sprich: ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd ihn schaun, denn er weckt mich aus dem Staube; er, der rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 6. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich stets bedenken; lehre du mich jeden Tag, daß ich weiser werden mag. Chr. F. Gellert, † 1769. Mel. Erhalt uns, Herr, bei 2c. 455 Wie ficher lebt der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub, und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrtum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk in Glück und Not im Herzen oft an meinen Tod; der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun was uns der Herr gebeut, und unfres Lebens kleinster Teil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vor Gericht; da bringt, Gott alles an das Licht und macht, was hier verborgen war, den Rat des Herzens, offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, so sei doch wacker und bereit, prüf deinen Glauben als ein Chrift, ob er durch Liebe thätig iſt. 7. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt und sich vom Bösen kehrt, ein gläubig Herz, von Lieb erfüllt, dies ist es, was vor Gott nur gilt. 8. Gieb, Herr, daß ich mit jedem Tag vor dir mein Herz erforschen mag, ob Liebe, Demut, Fried und Treu die Frucht des Geistes in mir sei: 9. Daß ich zu dir um Gnade fleh, stets meiner Schwachheit widersteh und einstens Sterbelieder. 317 einstens in des Glaubens 5. Des Himmels Wonn Macht mit Freuden ruf: es und Freuden ermißt fein ist vollbracht.mod fterblich Herz; o Troft für Inso Chr. F. Gellert,+ 1769. kurze Leiden, für kurzen -190 mil toit onu bule Todesschmerz! Dem TodesMel. Herzlich thut mich bere überwinder sei ewig Preis 957isor 20 Langen 2c. und Dank; Preis ihm, der 456 Die auf der Erde für uns Sünder den Kelch wallen, die Sterblichen, sind Staub; sie blühen auf und fallen, des Todes sichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft; doch jede, jede Stunde bringt näher uns der Gruft. des Todes trant! si 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Himmel weihn, die aufgelöst zu werden, mit heilger Furcht sich freun! Bereit, es Gott zu geben, wenn er, ihr Herr, 2. Getrost gehn Gottes gebeut, gehn sie getrost durchs Leben hin zur Unsterblichkeit. Kinder die öde dunkle Bahn, 196 G. Bened. Fund, † 1814. zu der verstockte Sünder verzweiflungsvoll sich nahn, mel. Christus, der ist mein Leben 2c. freche Spötter nicht mehr zu ſpotten magt, 457 h weiß, de men d vor dir, Gott, seinem Retter, erzittert und verzagt. ich glaube und daß mein Heiland lebt, der aus dem Todesstaube den Geist zu sich erhebt. 3. Wenn diese Bahn zu gehen, dein Will einst mir gebeut, wenn nahe vor mir stehen Gericht und Ewigkeit, wenn meine Kräfte beben und schon das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, o dann verlaß mich nicht! 4. Hilf, Todesüberwinder, hilf mir in dieser Angst, der du zum Heil der Sünder selbst mit dem Tode rangst; und wenn des Kampfes Ende gewaltiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du erlöset haſt. V 2. Ich weiß, an wem ich und weicht, der, wenn dem hange, wenn alles wanft Herzen bange, die Retterhand mir reicht. 3. Ich weiß, wem ich vertraue, und, wenn mein Auge bricht, daß ich ihn ewig schaue, ihn selbst von Angesicht. sic 4. Er trocknet alle Thränen so tröstend und so mild, und mein unendlich Sehnen wird nur durch ihn gestillt. 318 Die letzten Dinge. 5. Ich weiß beim Auf die Erde nieder; schaut, die erstehen, wenn ich verfläret Sonne geht zur Ruh, kommt bin, werd ich mit Jesu gehen doch morgen wieder. durch Ewigkeiten hin. H. Alberti,+ 1651. Vers 1-4 von A. H. Niemeyer, † 1828. Vers 5 von A. Knapp, ut 1864. 1929 medsparad $ 1.10 Begräbnislieder. ADJE Mel. Schwing dich auf zu 2c. 458 Ginen guten Kampf hab ich auf de Welt gekämpfet; denn Gott hat mir gnädiglich all mein Leid gedämpfet, daß ich meines Lebens Lauf seliglich vollendet und die Seele himmelauf Chrifto zugesendet. 2. Forthin ist mir bei gelegt der Gerechten Krone, die mir wahre Freud erregt vor des Himmels Throne; forthin meines Lebens Licht, dem ich hier vertrauet; dem ich hier vertrauet; mei nes Gottes Angesicht meine Seele schauet. 3. Diese gar verderbte Welt ist, was meinem Leben munmehr gänzlich nicht gefällt; drum ich mich ergeben meinem Jesu, da ich bin jetzt in lauter Freuden; denn sein Tod ist mein Gewinn, mein Verdienst sein Leiden. dnol 4. Gute Nacht, ihr meine Freund, ihr, o meine Lieben! Alle, die ihr um mich weint, laßt euch nicht betrüben diesen Schritt, den ich nun thu in 459 Ruhet wohl, ihr Totenbeine, in der stillen Einsamkeit! Ruhet bis das End erscheine, da der Herr euch zu der Freud rufen wird aus euren Grüften zu den freien Himmelslüften. 2. Nur getrost, ihr werdet leben, weil das Leben, euer Hort, die Verheißung hat gegeben durch sein teuer wertes Wort: die in seinem Namen sterben, sollen nicht im Tod verderben. 3. Und wie sollt im Grabe bleiben, der ein Tempel Gottes war, den der Herr ließ einverleiben seiner auserwählten Schar, die er felbft mit seinem Sterben ſelbst hat gemacht zu Himmelserben? 4. Nein, die kann der Tod nicht halten, die des Herren Glieder sind. Muß der Leib im Grab erkalten, da man nichts als Asche findt: wenn des Herren Hauch drein bläset, grünet neu, was hier verweset. 5. Jesus wird, wie er erstanden, auch die Seinen einst mit Macht führen aus des Todes Banden, führen aus des Grabes Nacht zu dem Begräbnislieder. 319 dem ewgen Himmelsfrieden, so herbe. Rüste mich dazu, den er seinem Volk be schieden. mein Gott! Ach, wer weiß, wie nah mein Tod! 6. Ruhet wohl, ihr Totenbeine, in des Grabes Dunfelheit! Ruhet bis der Herr erscheine an dem Ende die fer Beit! Da sollt ihr mit neuem Leben herrlich ihm entgegen schweben. F. C. Hiller, † 1726. 5. Selig, wer in Christo ftirbt! denn ihm wird der Tod zum Leben; wer das Leben hier erwirbt, dem nur wird es dort gegeben. Wer nicht lebet, der verdirbt; ſe lig, wer in Christo stirbt! B. Schmold, † 1737. Mel. Der lieben Sonne Licht und ic. 460 morgen dir! So 461 Die Christen gebn von Ort zu Ort durch mannigfaltgen Jammer, und kommen in den Friedensport und ruhn in ihrer Kammer. Gott nimmt sie nach dem Lauf in seinen Armen auf; das Weizenforn wird in sein Beet auf Hoffnung reicher Frucht geſät. Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. eute mir und hört man die Glocken flingen, wenn wir die Ver= ftorbnen hier auf den Todes acter bringen. Aus den Gräbern rufts herfür: heute mir und morgen dir! 2. Heute rot und morgen tot! Unser Leben eilt auf Flügeln, und wir habens täglich not, daß wir uns an andern spiegeln; wie bald ruft des Herrn Gebot: heute rot und morgen tot! 3. Mensch, es ist der alte Bund, und der Tod zählt teine Jahre; bist du heute noch gesund, denk an deine Totenbahre; jedem fommt die letzte Stund: Mensch, das ist der alte Bund. 4. Ach, wer weiß, wie nah mein Tod! Ich will sterben, eh ich sterbe; so wird mir die letzte Not, wenn sie kommt, doch nicht 2. Wie seid ihr doch so wohl gereist! Gelobt sein eure Schritte, du allbereits befreiter Geist, du jest verlaßne Hütte! Du, Seele, bist beim Herrn, dir glänzt der Morgenstern; euch Glieder deckt mit sanfter Rub der Liebe stiller Schatten zu. 3. Wir freun uns in Gelassenheit der großen Of fenbarung; indessen bleibt das Pilgrimkleid in heiliger Verwahrung. Wie ist das Glück so groß: in Jesu Arm und Schoß! Die Liebe führ Die letzten Dinge. 320 führ uns gleiche Bahn, so tief hinab, so hoch hinan. N. L. Graf v. 3inzendorf, † 1760. Mel. Jesu komm doch selbst zu mir zc. 462 Aller Gläubgen Sammelplatz ist da, wo ihr Herz und Schaß, wo ihr Heiland Jesus Christ und ihr Leben hier schon ist. 2. Eins geht da, das andre dort in die ewge Heimat fort, ungefragt, ob die und der uns nicht hier noch nüßlich wär. hent 3. Doch der Herr fann nichts versehn; und wenn es nun doch geschehn, hat man nichts dabei zu thun, als zu schweigen und zu ruhn. 4. Manches Herz, das nicht mehr da, geht uns freilich innig nah; doch, o Liebe, wir sind dein, und du willst uns alles sein. er wird, wenn Christus einst erscheint, mit seiner Seele neu vereint. arschid 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist, lern hier, was unser Leben ist. Nach Sorge, Furcht und mancher Not fommt endlich noch zuletzt der Tod. 4. Schnell schwindet unsre Lebenszeit; auf Sterben folgt die Ewigkeit. Wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. Nach N. L. Graf v. 3inzendorf, † 1760, und Chr. Gregor, † 1801. 5. So währen Reichtum, Ehr und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; so währt auch Kreuz und Traurigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. 6. O sichrer Mensch, besinne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich. In allem, was du denkst und thust, bedenke, daß du sterben mußt. 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, soll jeder zu dem Vater flehn: ich bitt, o Gott, durch Christi Blut, Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. 463 Nun bringen wir machs einst mit meinem Ende gut! zur Ruh und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Erde werden muß. ni disting and 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub, nicht im mer der Verwesung Raub; 8. Laßt alle Sünden uns bereun, vor unserm Gott uns findlich scheun. Wir sind hier immer in Gefahr; nehm jeder seine Seele wahr! odral 9. Wenn unser Lauf voll endet ist, so sei uns nah, Herr Begräbnislieder. 321 Herr Jesu Christ! Mach Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. uns das Sterben zum Ge- 465 Geht nun hin und winn; zieh unsre Seelen zu dir hin! que 10. Und wenn du einst, du Lebensfürst, die Gräber mächtig öffnen wirst, dann laß uns fröhlich auferstehn und dort dein Antliß ewig sehn!( h Ehrenf. Liebich, † 1780. 464 Auferstehn, ja, auf erstehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh! Unsterblichs Leben wird, der dich schuf, die geben! Hallelujah! 2. Wieder aufzublühn, werd ich gesät! Der Herr der Ernte geht und sammelt Garben uns ein, uns ein, die starben! sue 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag! du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckſt du mich! 4. Wie den Träumenden wirds dann uns sein; mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden! Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann, lebt ich im Heiligtume zu deines Namens Ruhme. Hallelujah! F. G. Klopstod, † 1803. Grab, denn ich bin des Wanderns müde; von der Erde scheid ich ab, denn mir ruft des Himmels Friede, denn mir ruft die süße Ruh von den Engeln droben zuidenbad 20 2. Geht nun hin und grabt mein Grab; meinen Lauf hab ich vollendet, lege nun den Wanderstab wo alles Jrdsche lege selbst mich nun hinein in das Bette sonder Pein. hin, endet; 3. Was soll ich hienieden noch in dem dunkeln Thale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch wir auch stellen unsre Sachen, muß es doch wie Sand zergehn, wenn die Winde drüber wehn. to det dans Deine wohl, laß mich nun in 4. Darum, Erde, fahre Frieden scheiden! Hoffnung, ach, ist hohl, deine Freuden selber Leiden, deine Schönheit Unbestand, eitel Wahn und Trug und Tand. 5. Darum legte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne, fahret wohl mit eurer Pracht! Denn ich reis in weite Ferne, reise hin zu jenem Glanz, worin ihr verschwindet ganz. 6. Die ihr nun in Trauern geht, fahret wohl, ihr lieben 11 Freunde; Die letzten Dinge. 322 Freunde; was von oben niederweht, tröstet ja des Herrn Gemeinde; weint nicht ob dem eitlen Schein, droben nur fann ewig sein. 7. Weinet nicht, daß ich nun will von der Welt den Abschied nehmen, daß ich aus dem Irrtum will, aus dem Schatten, aus dem Schemen, aus dem Eiteln, aus dem Nichts hin ins Land des ewgen Lichts. Mein 8. Weinet nicht! füßes Heil, meinen Heiland hab ich funden, und ich habe auch mein Teil in den warmen Herzenswunden, woraus einst sein heilges Blut floß der ganzen Welt zu gut. 9. Weint nicht, mein Erlöser lebt! Hoch vom finstern Erdenstaube hell empor die Hoffnung schwebt, und der Himmelsheld, der Glaube, und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! E. M. Arndt, † 1860. Mel. Ich hab mein Sach zc. a. na 466 Wohlauf, wohlan, zum letzten Gang! Kurz ist der Weg, die Ruh ist lang. Gott führet ein, Gott führet aus: wohlan, hinaus! Kein Blei ben ist im Erdenhaus. 2. Du Herberg in der Wanderzeit, gehab dich wohl und laß dein Leid! Schleuß nur getroft die Pforte zu! Was trauerst du? Dein Geiſt geht hin zur ewgen Ruh. 3. Tragt ihn fein sanft ins Schlafgemach, ihr Lieben, folgt ihm segnend nach! Hab gute Nacht! Der Tag war schwül im Erdgewühl: hab gute Nacht, die Nacht ist kühl. 4. Ein Festschmuck ist des Sarges Tuch, ein Siegeszug der Leichenzug. Triumph, der Herr macht gute Bahn: das sein Kreuz voran, winkt und deutet himmelan. 5. Jhr Glocken, tönt hochfestlich drein und läutet hell den Sabbat ein, der nach des Werktags kurzer Frist durch Jesum Christ für Gottes Volk vorhanden ist. - b. 6. O felig, wer das Heil erwirbt, daß er im Herrn, in Christo stirbt! O selig, wer, vom Laufe matt, die Gottesstadt, die droben ist, gefunden hat! 7. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst so viel, und eins ist not! Die Welt beut ihre Güter feil; denk an dein Heil, und wähl in Gott das beste Teil. Begräbnislieder. 323 14. Wohl dem, der, Herr, mit dir vertraut, schon hier die ewgen Hütten baut! Er sieht das Kleinod in der Fern und kämpfet gern und harrt der Zukunft seines Herrn. 8. Was sorgft du bis zum letzten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Lust und Schmerz; schau himmelwärts! Da, wo dein Schaß ist, sei dein Herz. 9. Mit Gott bestell dein Haus bei Zeit, eh dich der Tod an Tote reiht; sie rufen: gestern wars an mir, heut ists an dir! Hier ist kein Stand, kein Bleiben hier. 10. Vom Freudenmahl zum Wanderstab, aus Wieg und Bett in Sarg und Grab! Wann, wie und wo, ist Gott bewußt. Schlag an die Brust! Du mußt von dannen, Mensch, du mußt! 11. Da ist kein Siß zu reich, zu arm, kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm, da blüht zu schön fein Wangenrot; im Finstern droht der Tod und überall der Tod. C. 15. Nun, Thor des Friedens, öffne dich! Hinein! hier schließt die Wallfahrt sich. Ihr Schlummernden im Friedensreich, gönnt allzugleich auch ihm( ihr) ein Räumlein neben euch. 16. Viel Gräber sind an diesem Ort, viel Wohnungen im Himmel dort; bereitet ist die Stätte schon am Gnadenthron, bereitet ihm ( ihr) durch Gottes Sohn. 17. Sein ist das Reich mit Allgewalt; er zeugt und spricht: Ich komme bald! Ja, fomm, Herr Jesu, führ uns ein! Wir harren dein; Amen, dein laß uns ewig sein! Chr. Fr. H. Sachse,+ 1860 12. Ach, banges Herz im Leichenthal, wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? Du bist es, Jesu, der mit Macht aus Gräbernacht das Leben hat ans Licht gebracht. Beim Tode von Eltern. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt zc. 13. Dein Trostwort klingt 467 Vater, 467 Vater, hier im walle so hoch und hehr: ,, Wer an mich glaubt, stirbt nimmermehr!" Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, dein Himmelgehn läßt uns den Himmel offen sehn. Erdenschoße ruhst du lange nun forthin; bald wird auch mit grünem Moose sich dein stilles Grab umziehn; Stürme werden drüber fliegen, Schnee auf deinem Bette liegen, 11* Die letzten Dinge. 324 2. Doch in unsern treuen Herzen wird dein Geist, dein Bild, dein Wort unter tiefen Liebesschmerzen unvergänglich leben fort, wie du liebend uns umfangen und in Frieden hingegangen. 3. O wie heilig ist dies Bette, wo der Herr dich hingelegt! wie teuer diese Stätte, die nun dein Gebeine hegt, das im ewgen Osterwehen himmlisch klar soll auferstehen! 4. Schlafe wohl, o Vater, schlafe deiner Wallfahrt Leiden aus, bis der Hirte seine Schafe sammelt in des Vaters Haus! Sanft sei dir der letzte Schlummer, dein Erwachen ohne Kummer! 5. Jesus Christus, Herr der Toten! der du nichts von dem verlierst, was dein Vater dir geboten, daß dus zur Vollendung führst: dieses Vaters Geist und Ende legen wir in deine Hände! 6. Komm in unser Herz zu geben deiner Wahrheit hellen Schein, daß, wenn sich die Toten heben, unser Vater ohne Pein spreche bei des Herrn Erscheinen: ,, Sieh, hier bin ich und die Meinen!" A. Knapp,+ 1864. Mel. Wie nach einer Wasserquelle zc. 468 Gingefargt zum legten Schlummer, blaß, in weißem ( schwarzem) Sterbekleid, ohne Schmerzen, ohne Kummer, seh ich dich mit stillem Leid, vielgetreue Mutter du! Jeho trägt man dich zur Ruh: schlummre süß im fühlen Grunde bis zur Auferstehungsstunde! 2. Auge, das mit Lieb und Sehnen oft die Seinen angeblickt, segnend, mit viel tausend Thränen haben wir dich zugedeckt. Nie auf dieser Erde mehr blickst du zärtlich auf uns her; doch zu Wiedersehens Grüßen wirst du heller dich er= schließen. 3. Hand, die treulich uns geleitet, die uns nichts als Liebe gab, Freud und Troft um uns verbreitet, ruhe nun im stillen Grab! Unermüdet war dein Fleiß, und dein Tagewerk war heiß. Wenn die Toten auferstehen, wird in dir die Palme wehen. 4. Edler Mund, zum Reinen, Großen, und zu Lieb und mildem Wort freundlich, lieblich aufgeschlossen, nimmer tönest du hinfort; aber was die Lippe sprach, tönt in unserm Herzen nach, bis du, wenn die Gräber springen, Gott wirst Hallelujah singen. 5. Herz, das ohne Falsch geschlagen, das in Liebe nie geruht, das uns sterbend noch Beim Tode von Ehegatten. noch getragen, ruhe sanft in Gottes Hut! Weinend dankend rufen wir: ewger Segen folge dir! Wenn die Grüfte sich bewegen, schlage wieder uns entgegen! 6. Dann wird froh die Thräne fließen, wie sie jetzt in Trauer fließt; froh wird dich dein Kind begrüßen, das dich heut in Thränen grüßt; dann, dann wird der schwere Stein weg von deinem Grabe sein. Christus war im Tod dein Leben; ewig darfst du vor ihm schweben. 2. Knapp,+ 1864. Die armen Waisen stehn verlassen, wie Schäflein, wenn der Hirte fehlt; ihr Herze weiß sich nicht zu fassen, indem es sieht, was deines quält; ihr fragend Wort, ihr Schmerzensblick ruft dir, was du verlorst, zurück. 5. So weine nur, betrübtes Herze, und klage Gott dein schweres Leid; er ist auch in dem größten Schmerze mit seiner Hilf und 469 Betrübtes Herze, Troft bereit; er ists, der, sei zufrieden, ob dich schon schwerer Kummer plagt; der Himmel was dich jetzt erfüllt, er ists, der deinen Jammer stillt. bleibt dir doch beschieden, den dir dein Jesus zugesagt; kein Kummer, keine Not und Pein kann dir, mein Herz, im Wege sein. Beim Tode von Ehedi dugatten. Mel. Nach einer Prüfung furzer Tage zc. 325 3. Die Krone fiel von deinem Haupte, der Baum starb, so dir Schatten gab; die Sonne, die kein Nebel raubte, geht unter und sinkt in ihr Grab. welch ein Schmerz, welch eine Nacht, in welche dich der Tod gebracht! 4. 2. 3war schwimmest du in heißen Thränen, das ist der Witwen täglich Brot; du quälest dich mit bangem Sehnen, denn dein Geliebter iſt ja tot. Ists möglich, wenn das Herz entzwei, daß noch der Mensch lebendig fei? 6. Drum halte ein mit deinen Thränen, versinke nicht in ihrem Meer; es bringt kein Klagen und kein Sehnen dir, was du wünschest, wieder her; doch wirst du, glaub, es wird geschehn, einst, den du liebest, wiedersehn. 7. Da wird kein Tod die Herzen scheiden, kein Kummer um das Lager stehn; da werdet ihr in tausend Freuden auf Salems schönen Höhen gehn und, heller als der Sterne Schein, Mann 326 Die letzten Dinge. Mann, Weib und Kinder und durch meine Seele, die ewig sein. abzuscheiden oft begehrt aus 8. Indessen stille dein ihres Leibes Höhle. Wo du Gemüte, dein Jefus forget nicht, o Herr Jesu Christ, in selbst für dich; er hört der solchem Kreuz mein Tröster frommen Witwen Bitte, bist, muß ich vor Leid versein treues Herz erbarmet zagen. fich; er ist und bleibet allezeit auch dir mit Hilf und Trost bereit. G. B. Scharf, † 1744. 5. O treugeliebtes felig Herz, zu dir will ich mich wenden in diesem meinem großen Schmerz, ob sich mein Angst wollt wenden; ich will betrachten deinen Stand, wie Gott dir alles Kreuz gewandt in höchste Freud und Wonne. 6. Kein Angst, kein Trübsal, Weh und Not kann dich jetund verletzen; im Himmel will der fromme Gott mit Liebe dich ergößen. Die Seele schaut mit Lust und Freud den Herrn in seiner Herrlichkeit mit allen Auserwählten. Mel. Wenn mein Stündlein c. 470 Ah Gott, ich muß in Traurigkeit mein Leben nun beschließen, dieweil der Tod von meiner Seit so eilends hat gerissen mein treues Herz, der Tugend Schein; des muß ich jetzt beraubet sein. Wer kann Wer kann mein Elend wenden? 2. Wenn ich an ihre Freundlichkeit gedenk in meinem Herzen, die sie mir hat zu jeder Zeit, in Freud und auch in Schmerzen, erwiefen ganz beständiglich, mein Kreuz und Weinen mehret sich, vor Angst möcht ich vergehen. G 3. Bei wem soll ich auf dieser Welt rechtschaffne Liebe finden? Der meiste Teil nicht Glauben hält, die Treu will gar verschwinden. Ich glaub und red es ohne Scheu: die best ist doch getraute Treu; der muß ich jetzt entraten. 4. Führwahr, mir geht ein scharfes Schwert jetz2009 7. Du Du kommst nicht wieder her zu mir in dies betrübte Leben, ich aber komm hinauf zu dir; da werd ich mit dir schweben in höchster Freude, Wonn und Lust, die deine Seele täglich fost, drauf ich mich herzlich freue. 8. wie mit großer Freudigkeit wolln wir einander kennen; da wird uns dann zu keiner Zeit der bittre Tod mehr trennen. Ach, welche Freude wird dann sein, wenn ich dich, die Beim Tode von Ehegatten. 327 die ich jetzt bewein, mit Liebe dann, deren Zähre Freuden werd umfangen. 9. Dies will ich stets in meinem Leid mir zu Gemüte führen, erwarten in Geduld die Zeit, wie Christen will gebühren. Gott alles Trostes steh bei mir und mich durch seinen Geist regier zu feines Namens Ehren. Joh. Heermann, † 1647. 9011907 mantrad Mel. Sieh, hier bin ich, Ehrenfönig 2c. 471 Geh zum Schlummer ohne Kum= Hülle schläft hier aus den letten Schmerz, und die Liebe, wenn auch trübe, schaut durch Thränen himmelwärts. Mel. Ermuntre dich, mein zc. 119 000 mer, teures, gottvertrautes 472 Du bist zwar mein und 2. Geh zur Ruhe, thu, o thue friedevoll die Augen zu! Vielgeliebte, Vielgeübte, deines Gatten Wonne du! All die Deinen, die hier weinen, gönnen doch dir deine Ruh! 3. Schlafe, schlafe! Seine Schafe fennt auch hier der treue Hirt. O hier schwindet, was da bindet, was die Seelen quält und irrt! Dies Verwesen schafft Genesen, das dich ewig freuen wird. 4. Gott zur Ehre bitter, doch im Glauben rann. Dann beim Krönen wird ertönen, was die ewge Liebe kann. Jauchzend stehen, wiedersehen wird dich unsre BIGN 5. Herr, umfaffe uns und lasse leuchten hell dein Angesicht; stets behüte deine Güte dieſes Grab mit Freudenlicht! Laß dich loben hier und droben; denn die Liebe stirbet nicht! dalam 2. Knapp, † 1864. Beim Tode von Kindern. mein; wer will mirs anders sagen? Doch bist du nicht nur mein allein; der Herr von ewgen Tagen, der hat das meiste Recht an dir, der fordert und erhebt von mir dich, o mein Kind, mein Wille, mein Herz und Wunsches Fülle. - 2. Ach, gält es wünschen, wollt ich dich, du Sternlein meiner Seelen, vor allemt Weltgut ewiglich mir wünschen und erwählen; ich wollte sagen: ,, Bleib bei mir; du sollst sein meines Hauses Zier; an dir will ich mein Lieben bis in mein Sterben üben." 3. So sagt mein Herz und meint es gut; Gott aber meints noch beffer; groß 328 Die letzten Dinge. groß ist die Lieb in meinem um dich weinen; du lebſt Mut; in Gott ist sie noch und bist von Herzen froh, größer. Ich bin ein Vater siehst lauter Sonnen scheinen, und nichts mehr, Gott die Sonnen ewger Freud und Ruh: da leb und bleib nur immer zu; wills Gott, will ich mit andern auch bald hinüber wandern. ist der Väter Haupt und Ehr, ein Quell, daraus die Jungen und Alten sind entsprungen. P. Gerhardt, † 1676. 4. Ich sehne mich nach meinem Sohn, und der mir ihn gegeben, will, daß er nah an seinem Thron im Himmel folle leben. Ich 473 So geh nun hin, dem Grabe sprech: Ach weh, mein Licht verschwindt! Gott spricht; Willkommen, liebes Kind, dich will ich bei mir haben und ewig reichlich laben. du liebes Kind so hold und fein! Geh hin und schlaf in stiller Ruh in deinem engen Kämmerlein! Schlaf, bis der Toten Schar erwacht, schlaf sanft! Viel tausend gute Nacht! 5. O süßer Rat, o schönes Wort und heilger, als wir denken! Bei Gott ist ja fein böser Ort, kein Unglück und kein Kränken, kein Angst, kein Mangel, fein Versehn; bei Gott fann keinem Leid geschehn; wen Gott versorgt und liebet, wird nimmer mehr betrübet. 6. Ach, dürft ich doch von ferne stehn und nur ein wenig hören, wenn deine Sinne sich erhöhn und Gottes Namen ehren, der heilig, heilig, heilig ist, durch den du auch geheiligt bist; ich weiß, ich würde müssen vor Freuden Thränen gießen. Imity AIT 7. Nun denn, es sei und bleib also! Ich will nicht Mel. Vater unser im HimmelIMPOR reich 2c. 2. Wohl dir, du schlosseft früh den Lauf in diesem armen Fremdlingsland; die Seele eilte himmelauf, zu ruhen in des Herren Hand. Schlaf, bis der Toten Schar erwacht, schlaf sanft! Viel tausend gute Nacht! and 3. Dich hat noch nie die Welt betrübt mit ihrer falschen Sündenlust; nun haft du, was die Wonne giebt, du ruhst an deines Jesu Brust und schläfft, bis alle Welt erwacht. Schlaf sanft! Viel tausend gute Nacht. 4. Dich hat des Vaters Herz versorgt, du lebst in seinem Himmelshaus; hier hat Beim Tode von Kindern. 329 hat er deinen Leib geborgt send Freuden in meines der Erd, daß sie ihn geb Schöpfers Hand; mich trifft heraus, wenn wieder alle und rührt kein Leiden, so Welt erwacht. Schlaf sanft! dieser Welt bekannt. Viel tausend gute Nacht! 5. Jhr Engel, stehet um die Gruft, bewahret freund lich dies Gebein, bis dermaleinst die Stimme ruft: Komm her, mein Kind, ach, fomm herein!"- Nun schlaf, bis alle Welt erwacht. Schlaf sanft! Viel tausend gute Nacht. 6. Geh hin! Ich folge dieser Bahn, die Seligkeit mit dir zu sehn; da werd ich, nur dir zugethan, erfreut vor meinem Heiland stehn. Wohl mir, wenn ich, dir gleich gemacht, der Welt darf geben gute Nacht! S. Bornmeister. † 1688. Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. 474 So hab ich obgefieget, mein Lauf ist nun vollbracht; ich bin gar wohl vergnüget und sag euch gute Nacht! Ihr aber, meine Lieben, flagt nicht so ängstiglich. Was wollt ihr euch betrüben? Stehts doch sehr gut um mich. pon 2. Fahrt hin, o Angst und Schmerzen, fahrt immer, immer hin! Ich freue mich von Herzen, daß ich erlöset bin. Ich leb in tau3. Die noch auf Erden wallen in irrtumsvoller Zeit, vermögen kaum zu lallen von froher Ewigkeit. Viel besser wohl gestorben, als in der Welt gelebt; die Schwachheit ist verdorben, worinnen ich geschwebt. aus hat 4. Zum Schmucke bringt mir Kränze, damit mein Sarg noch prangt; jenem Himmelslenze meine Seel erlangt die ewig grüne Krone; die werte Siegespracht rührt her von Gottes Sohne, der hat mich so bedacht. das 5. Noch neßet ihr die Wangen, ihr Eltern, über mir; euch hat das Leid umfangen, Herze bricht Des Vaters euch schier. treue Liebe sieht sehnlich in mein Grab, die Mutter ſtehet trübe und kehrt die Augen ab. rasorigined sis01/ 309 6. Ich war euch nur geliehen auf eine kurze Zeit; Gott will mich zu sich ziehen, drum werfet hin das Leid und sprecht: Gott hats gegeben, Gott hats zu nehmen Macht; er nimmts zum ewgen Leben, er hat es wohl gemacht. 6.. Sacer, † 1699, Die letzten Dinge. Neg 330 Mel. Es ist genug, so nimm, Herr 2c. SHSIA PE 475 Deuch hin, mein Kind! Gott selber fordert dich aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, dein Tod betrübet mich; doch weil es Gott gefällt, so unterlaß ich alles Klagen und will mit stillem Geiste sagen: Zeuch hin, mein Kind!:,: 5. 3euch hin, mein Kind! Die Engel warten schon auf deinen frommen Geist; nun siehest du, wie Gottes lieber Sohn dir selbst die Krone weist. Nun wohl, die Seele ist entbunden, du hast durch Jesum überwunden; zeuch hin, mein Kind!:,: sa G. Hoffmann, † 1712. db] 500-110min debit aut Mel. O Welt, ich muß dich lassen zc. 2. Beuch hin, mein Kind! 476 Wenn kleine HimDer mir nur in der Welt geliehn; die Zeit ist aus, darum befiehlt er dir, nun wieder fortzuziehn. Zeuch hin, Gott hat es so versehen, was dieser will, das muß ge schehen; zeuch hin, mein Kind!:: mnd sid 3. Beuch hin, mein Kind! Im Himmel findest du, was dir die Welt versagt; denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, kein Schmerz, der Seelen plagt. Hier müssen wir in Ängsten schweben, dort fannst du ewig fröhlich leben; zeuch hin, mein Kind!:,: 4. 3euch hin, mein Kind! Wir folgen alle nach, sobald es Gott gefällt; du eilest fort, eh dir das Ungemach verbittert diese Welt. Wer ihrer Unschuld sterben, so büßt man sie nicht ein; fie werden nur dort oben vom Vater aufgehoben, damit sie unverloren sein. 2. Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christenlaufe für Jesum eingeweiht; sie sind bei Gott in Gnaden; was soll es ihnen schaden, wenn er nun über sie gebeut? 3. wohl auch diesem Kinde; es stirbt nicht zu geschwinde. Zeuch hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen und bleibest bei den Schafen, die ewig unsers Jesu sind. 2. Rothe, † 1758. bim Gericht und Ewigkeit. lange lebt, ſteht lang im 477 An dem Zorntag, Leide, wer an dem hohen, bald zur Freude; zeuch hin, stürzt die Welt in Feuermein Kind!:,: lohen, wie Prophetenschwüre drohen. Gericht und Ewigkeit. 3151891 TO 2. Welch ein Graun wird sein zur Stunde, wenn der Richter kommt und Kunde nimmt von allem bis zum Grunde! ad FICKARD 3. Die Posaun im Wundertone dröhnt durch Grüfte jeder Zone, sammelt alle vor dem Throne. F100907 331 12. Sieh, Sieh, ich ich seufze schuldbeladen, schamrot über schweren Schaden! Hör mein Flehen, Gott, in Gnaden! - 13. Du, der schuldfrei sprach Marien und dem Schächer noch verziehen, haft auch Hoffnung mir verliehen. 14. Mein Gebet gilt nicht so teuer, aber laß mich, o du Treuer, nicht vergehn im ewgen Feuer! 4. Erd und Tod wird schaun mit Beben alle Kreaschaun mit Beben alle Kreatur sich heben, Antwort vor Gericht zu geben. 5. Und ein Buch wird aufgeschlagen, drin steht alles eingetragen, des die Welt ist anzuflagen.com em 6. Wenn der Richter also sibet, wird, was dunkel war, durchbliget, vor der Rache nichts beschüßet. 7. Ach, wie werd ich Armer stehen? wen zum Anwalt mir erflehen, wenn Gerechte schier vergehen? 8. König voll erhabner Schrecken! Gnade nur deckt unsre Flecken, Gnade, Gnade laß mich decken! 9. Jesu, milder Heiland, 478 siehe, wie ich Ziel war deiner Mühe, daß ich jenem Zorn entfliehe! 10. Hast dich matt um mich geschritten, haft am Kreuze mich erstritten; das sei nicht umsonst gelitten. 11. Richter mit der heilgen Wage, tilge wider mich die Klage vor dem großen Rachetage. 15. Zu den Schafen mich geleite, von den Böcken in die Weite stelle mich zur rechten Seite. 16. Wenn Verworfne sich entfärben, die du hinsprichst ins Verderben, rufe mich mit deinen Erben. 17. Tief im Staub ring ich die Hände; zum zerknirschten Geist dich wende; Herr, verwalte du mein Ende! Nach dem Lateinischen( dies irae) des Thomas von Celano( † um 1255) von A. Knapp, † 1864. Mit Bitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen. Wer ist, der uns Hilfe thu, daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unsre Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott, heiliger starter Gott, heiliger barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht versinken in des bittern Die letzten Dinge. 332 bittern Todes Not! Erbarm dich unser! 2. Mitten in dem Tod anficht uns der Höllen Rachen. Wer will uns aus solcher Not frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine. Es jammert dein Barmherzigkeit unsre Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllen Glut! Erbarm dich unser! 3. Mitten in der Höllen Angst unsre Sünd uns trei ben. Wo solln wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine! Vergossen ist dein teures Blut, das gnug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost! Erbarm dich unser! Luther,+ 1546. 479 Machet auf! ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Sinne, wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde: fie rufen uns mit hellem Munde: ,, Wo seid ihr tlugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräutgam kömmt! Steht auf, die Lampen nehmt! Hallelujah! Macht euch bereit zu der Hochzeit; ihr müsset ihm entgegen gehn." 11 2. Zion hört die Wächter singen, das Herz will ihr vor Freude springen, sie wachet und steht eilend auf. Jhr Freund kommt vont Himmel prächtig, von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werte Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 3. Ehr und Preis sei dir gesungen mit Menschen- und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Cymbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Thore an deiner Stadt; wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gefehn, kein Ohr hat je gehört solche Freude; drum jauchzen wir und singen dir das Hallelujah für und für. Ph Nicolai,+ 1608. 480 Je Yerusalem, du hochgebaute Stadt, wollt Gott ich wär in dir! Mein sehnlich Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg und Thale, weit über blaches Feld schwingt es Gericht und Ewigkeit. es sich über alle und eilt aus dieser Welt. 2. O schöner Tag und noch viel schönre Stund, wann bist du endlich hier, da ich mit Luft und freiem Freudenmund die Seele geb von mir in Gottes treue Hände, zum auserwählten Pfand, daß sie mit Heil an lände in jenem Vaterland! 3. O Ehrenburg, sei nun gegrüßet mir, thu auf der Gnaden Pfort! Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh ich bin kommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit, und mir hat Gott gegeben das Erb der Ewigkeit! 4. Was für ein Volk, was für ein edle Schar fommt dort gezogen schon? Was in der Welt von Auserwählten war, seh ich, die beste Kron, die Jesus mir, der Herre, entgegen hat gesandt, da ich noch war so ferne in meinem Thränenland. 5. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch Christen insgemein, die weiland dort trugen des Kreuzes Joch und der Tyrannen Bein, schau ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klarheit hell umgeben, mit son nenlichtem Strahl. 6. Wenn dann zuletzt ich angelanget bin im schönen Paradeis, von höchster Freud 333 erfüllet wird der Sinn, der Mund von Lob und Preis; das Hallelujah reine man singt in Heiligkeit, das Hofianna feine ohn End in Ewigkeit: 7. Mit Jubelklang, mit Instrumenten schön, in Chören ohne Zahl, daß von dem Schall und lieblichen Getön sich regt der Freudensaal, mit hunderttausend Zungen, mit Stimmen noch viel mehr, als von Anfang gesungen das selge Himmelsheer. 3. M. Meyfart, † 1642. 481 Schöner Himmelssaal, Vaterland der Frommen, die aus großer Qual dieses Lebens fommen, und von keiner Lust in der Welt gewußt! 2. Sei mir hoch gegrüßt; dich such ich vor allen, weil ich öd und wüst in der Welt muß wallen und von Kreuz und Bein nie befreit kann sein. 3. Deinetwegen bloß trag ich dies mein Leiden, diesen Herzensstoß willig und mit Freuden: du versüßeſt mir alles Bittre hier. 4. Trüg mein armes Herz nicht nach dir Verlangen, o, in meinem Schmerz wär ich längst vergangen; du bist, einzig du, nichts sonst meine Ruh. 334 5. Gott, du kennst vorhin alles, was mich fränket, und woran mein Sinn Tag und Nacht gedenket; niemand weiß um mich, als nur du und ich. Die letzten Dinge. $ 1900/ 1900 6. wie werd ich mich dort an dir erquicken! Du wirst mich, und ich werde dich erblicken, ewig herrlich, reich und den Engeln gleich. 7. Schöner Himmelssaal, Vaterland der Frommen, Ende meiner Qual, heiß mich zu dir kommen! Denn ich 483 allein bald bei dir S. Dach, † 1659. wünsch zu sein. 482 wie felig seid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr feid entgangen aller Not, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man hier doch wie im Kerfer leben, da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben; was wir hier kennen, ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 3. Ihr dagegen ruht in eurer Kammer, sicher und befreit von allem Jammer; kein Kreuz und Leiden ist euch hinderlich in euren Freuden. 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt er werben? Wer wollt hier bleiben, sich vom Jammer länger lassen treiben? ADC 6. Komm, o Herr, uns aus dem Joch zu spannen, lös uns auf und führ uns bald von dannen! Bei dir, o Sonne, ist der frommen Seelen Freud und Wonne. S. Dach, † 1659. 4. Christus wischet ab euch alle Thränen; ihr habt das schon, wonach wir uns sehnen; euch wird gesungen, was in feines Ohr allhier gedrungen. un 483 Yesus, meine Zuversicht und mein Heiland, ist im Leben. Dieses weiß ich, sollt ich nicht darum mich zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er mein Heiland, lebt, ich werd auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser schwebt, warum sollte mir mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden; meine starke Glaubenshand wird in ihn gelegt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche werden. Dieses weiß ich; doch wird er mich erwecken Gericht und Ewigkeit. wecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög allezeit. 5. Dann wird meiner Augen Licht diesen meinen Heiland tennen, und ich selbst, ich zweifle nicht, werd in seiner Liebe brennen; nur die Schwachheit um und an wird von mir sein abgethan. 6. Seid getroft und hocherfreut, Jesus trägt euch, feine Glieder; gebt nicht statt der Traurigkeit! Sterbt ihr, Christus ruft euch wie der, wenn einst die Posaun erklingt, die auch durch die Gräber dringt. 7. Nur, daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden, und euch dem schon jest ergebt, dem ihr dort vereint follt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. 335 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt, nicht endlich muß vergehen: nur die unselge Ewigkeit ist ohne Maße, Ziel und Zeit, bleibt unverändert stehen: ja, wie mein Heiland selber spricht: ihr Wurm und Feuer stirbet nicht. Luise Henriette, Churfürstin von Brandenburg, † 1667. 3. Ewigkeit, du machst mir bang! O ewig, ewig ist zu lang! Hier gilt fürwahr fein Scherzen. Drum wenn. ich diese lange Nacht zuſamt der großen Pein betracht, erschreck ich recht von Herzen. Nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich, als die Ewigkeit. 4. Ach, Gott, wie bist du so gerecht, wie strafeſt du den bösen Knecht so hart mit ewgen Schmerzen! Auf kurze Sünden dieser Welt hast du solange Bein be stellt. Ach, nimm es wohl zu Herzen, bedenk es oft, o Menschenkind: kurz ist die 484 Ewigkeit, du Zeit, der Tod geſchwind! Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende; mein ganz erschrocknes Herz erbebt, wenn mir dies Wort im Sinne schwebt. 5. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf, ermuntre dich, verlornes Schaf, und beffre bald dein Leben! Wach auf, es ist sehr hohe Zeit, es kommt heran die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte Tag; wer weiß doch, wie er sterben mag!. Die letzten Dinge. 336 6. Ewigkeit, du Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang fonder Ende! Ewigkeit, Beit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wenn es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt! Joh. Rift, † 1667. 4. Im Himmel lebt der Christen Schar bei Gott viel tausend, tausend Jahr und werden des nicht müde; sie haben mehr als Sonnenlicht, sie sehen Gottes Angesicht, sie haben goldnen Frieden, wo Christus giebt, wie er verheißt, das Manna, so die Engel speist. 5. Ach, wie verlanget doch nach dir mein mattes Herze mit Begier, du überselig Leben! Ach, bringe mich, mein Gott, dahin, wonach jett Seele, Mut und Sinn mit allen Kräften streben. Der schnöden Welt vergeß ich ganz und sehn mich nach des Himmels Glanz. endotust 6. Ewigkeit, du Freudenwort, das mich erquicket fort und fort, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Freud ohne Leid, ich weiß von keiner Traurigkeit, wenn ich mich zu dir wende. Herr Jesu, gieb mir solchen Sinn, bis ich dort ewig bei dir bin. Nach C. Heunisch, † 1690. 485 Mel. Ewigkeit, du Donnerwort zc. Ewigkeit, du Freudenwort, das mich erquicket fort und fort, o Anfang sonder Ende! OEwigkeit, Freud ohne Leid, ich weiß vor Herzensfröhlichkeit nichts mehr vom Weltelende, das uns in die sem Lebeu quält, weil ich die Ewigkeit erwählt. 2. Kein Herrlichkeit ist in der Welt, die endlich mit der Zeit nicht fällt und gänzlich muß vergehen; allein die selge Ewigkeit bleibt ohne Jahre, Ziel und Zeit, bleibt unverändert stehen; ja, wie das Wort des Herren spricht, sie welfet und vergehet nicht. 3. Ewigkeit, du währest lang! Wenn mir auf Erden gleich ist bang, weiß ich, daß 486 Alle Menſchen müſ aufhöret; wenn ich diese junge Zeit erwäge samt der Seligkeit, die ewig nichts zerstöret, so acht ich alles Leiden kaum als einen ängstlich bösen Traum. sterben, alles Fleisch vergeht wie Heu; was da lebet, muß verderben, soll es anders werden neu. Dieser Leib, der muß verwesen, wenn er anders soll genesen zu Eigne Mel. u. Jesu, meines Lebens Leben 2c. Gericht und Ewigkeit. zu der großen Herrlichkeit, die den Frommen ist bereit. 2. Drum, so will ich dieses Leben, weil es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt; denn in mei nes Jesu Wunden hab ich schon Erlösung funden, und mein Trost in Todesnot ist des Herren Jesu Tod. 3. Christus ist für mich gestorben, und sein Tod ist mein Gewinn; er hat mir das Heil erworben; drum fahr ich mit Freuden hin, hin aus diesem Weltgetüm mel in den schönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen Gottes Herrlichkeit. 4. Da wird sein das Freudenleben, da viel tau send Seelen schon sind mit Himmelsglanz umgeben, die nen Gott vor seinem Thron, da die Seraphinen prangen und das hohe Lied anfangen; Heilig, heilig, heilig heißt Gott, der Vater, Sohn und Geist! 337 6. O Jerusalem, du schöne, ach, wie helle glänzest du! hört man da in fanfter Ruh! Ach, wie lieblich Lobgetöne der großen Freud und Wonne! Jebo gehet auf die Sonne, jebo gehet an der Tag, der fein Ende nehmen 5. Da die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal; wo auf ihren Ehrenthronen sitet der Apostel Zahl; wo in so viel tausend Jahren alle Frommen hingefahren, wo dem Herrn, der uns versöhnt, ewig Halle lujah tönt. mag. erblicet alle diese Herrlich7. Ach, ich habe schon feit; jetzo werd ich schön geschmücket mit dem weißen Himmelskleid, mit der güldnen Ehrenkrone, stehe da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. 3. G. Albinus, † 1679. Mel. Ich hab mein Sach Gott heimturligt gestellt 2c. 487 Wie fleucht dahin Zeit, wie eilet man zur an die Stund von HerzensEwigkeit! Wie wenig denken grund, wie schweigt davon der träge Mund!!! wie ein Traum, ein nichtger 2. Das Leben ist gleich leerer Wasserschaum, ein Augenblick, der schnell vergeht und nicht besteht, wie ihr dies täglich vor euch seht. 3. Nur du, Jehovah, bleibest mir das, was du bist; ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin, mir ists Gewinn, wenn ich allein bei Jefu bin, Die letzten Dinge. 338 4. So lang ich in der Hütte wohn, so lehre mich, o Gottes Sohn! Gieb, daß ich zähle meine Tag und munter wach, daß, eh ich sterb, ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letter Not? Lust, Ehr und Reichtum in dem Tod? und Reichtum in dem Tod? O Mensch, du läufft dem Schatten zu! Das merke du; du kommst sonst nicht zu wahrer Ruh. 6. Weg, Eitelkeit, der Thoren Lust! Mir ist das höchste Gut bewußt; das such ich nur, das bleibet mir, so dort, wie hier; Herr Jesu, zeuch mein Herz nach 10 dir! 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh und bald vor deinem Throne steh? Du unterdessen lehre mich, daß stetig ich mit flugem Herzen suche dich. madar 3. Neander, † 1680. 19 and 30 1966639 Mel. Herzlich thut mich vers 1919 langen 2c. die Mensch, 488 Bedente, das Ende, be denke deinen Tod! Der Tod fommt oft behende; der heute frisch und rot, kann morgen und geschwinder hinweggestorben sein; drum bilde dir, o Sünder, ein täglich Sterben ein. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht! Es müssen alle Stände vor Jesu Angesicht; kein Mensch ist ausgenommen, dort muß ein jeder nahn und wird den Lohn bekommen, nachdem er hier gethan. 3. Bedenke, Mensch, das Leid, daß dich die Welt nicht Ende, der Hölle Angst und blende mit ihrer Eitelkeit. dort aber ewiglich ein flägHier ist ein kurzes Freuen, lich, schmerzlich Schreien; ach, Sünder, hüte dich! 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke doch die Zeit, daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, womit vor Gottes Throne die Seele wird gepflegt; dort ist die Lebenskrone den Frommen beigelegt. 9102 5. Herr, lehre mich bedenten der Zeiten letzte Beit, daß, sich nach dir zu lenken, mein Herze sei bereit. Laß mich den Tod betrachten und deinen Richterthron, laß mich auch nicht verachten der Hölle Sündenlohn! SETHNO 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten auf meinen letzten Tag mit Buße mich bereiten und täglich sterben mag. Jm Tod und vor Gerichte steh mir, o Jesu, bei, daß ich im Himmelslichte zu wohnen würdig sei. Sam, Liscov(?), † 1689, Gericht und Ewigkeit. 339 Mel. Erquide mich, du heil der ic. ch ihr mit Freuden sehen, wie 489 hrube nun in wohl mir durch den Tod Gottes geschehen. Vor 1694. mein Leib schläft sanft und selig ein; die Liebe läffet mich erwarmen bei ewig gnadenreichem Schein. Dort hatt ich wenig Ruhestunden, hier hab ich sie in Gott gefunden. 2. Hier hab ich alles zu genießen, worauf mein Glaube sich gefreut; der Lebensquell läßt auf mich fließen die Ströme feiner Seligkeit. Mein Freudenmeer ist Gottes Fülle; bei dem ist meine Seele stille. 3. Mein matter Leib schläft in der Erden, er schläft, bis ihn mein Freund erwedt. Die Asche wird zur Sonne werden, ob sie gleich finstre Nacht jetzt deckt; er wird mit Freuden auferstehen, mit mir vereint zur Hochzeit gehen. 4. Da wird das Lamm mich ewig weiden auf Auen selger Sicherheit; da ist das Himmelsbrot der Freuden in Ewigkeit für mich bereit; das hab ich schon von Gott empfangen mit denen, die vor angegangen. mel. Valet will ich dir geben zc. 490 Grmuntert euch, ihr Frommen! Zeigt eurer Lampen Schein; der Abend ist gekommen, die finstre Nacht bricht ein; es hat sich aufgemachet der Bräutigam mit Pracht. Auf, betet, kämpft und wachet! Bald ist es Mitternacht. 2. Macht eure Lampen. fertig und füllet sie mit Öl und seid des Herrn gewärtig; bereitet Leib und Seel. Die Wächter Zions schreien: der Bräutigam ist nah. Begegnet ihm in Reihen und singt Hallelujah! 3. Ihr klugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und mit Schalle zum frohen Engelchor! Die Thür ist aufgeschlossen, die Hochzeit ist bereit; auf, auf, ihr Reichsgenossen! Der Bräutgam ist nicht weit. 4. Er wird nicht lang verziehen; drum schlafet nicht mehr ein! Man sieht die Bäume blühen, der schönste Frühlingsschein verheißt Erquickungszeiten; die Abendröte zeigt den schönen Tag von weitem, davor das 5. Jhr, die ihr jebo Thränen speiset, denkt an des Himmels Freudenmahl; ob ihr noch durch die Wüste reiset, Gott bringt euch in den Ehrensaal: da werdet Dunkel weicht. 340 5. Begegnet ihm auf ErMel. Gott des Himmels 2c. den, ihr, die ihr Zion liebt, 491 Wer sind die vor mit freudigen Gottes Geberden und seid nicht mehr betrübt! Es sind die Freudenstunden gekommen, und der Braut wird, weil sie überwunden, die Krone nun vertraut. Die letzten Dinge. 6. Die ihr Geduld getragen und mit gestorben seid, sollt nun nach Kreuz und Klagen in Freuden sonder Leid mit leben und regieren und vor des Lammes Thron mit Jauchzen triumphieren in eurer Siegeskron. 7. Hier sind die Sieges palmen, hier ist das weiße Kleid; hier stehn die Weizenhalmen in Frieden nach dem Streit und nach den Winter tagen hier grünen die Gebein, die dort der Tod erschlagen; hier quillt der Freudenwein. 8. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, wo die Erlösten weiden: hier ist die sichre Pfort, hier sind die güldnen Gassen; hier ist der Freudensaal, da wir uns niederlassen zum ewgen Hochzeitsmahl. 9. O Jesu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf! Geh auf, ersehnte Sonne, und fördre deinen Lauf! O Jesu, mach ein Ende und führ uns aus dem Streit; wir heben Haupt und Hände nach der Erlösungszeit. 2. Laurenti, † 1722. was ist das für eine Schar? Jeder träget eine Krone, glänzet gleich den Sternen flar; Hallelujah singen all, loben Gott mit hohem Schall. 2. Wer sind die, so Palmen tragen, wie ein Sieger in der Hand, wenn er seinen Feind erschlagen, hingestrecket in den Sand? Welcher Streit und welcher Krieg hat erzeuget diesen Sieg? 3. Wer sind die in reiner Seide göttlicher Gerechtigkeit, angethan mit weißem Kleide, das bestäubet teine Zeit und veraltet nimmermehr? Wo sind diese kommen her? 4. Es sind die, so wohl gekämpfet für des großen Gottes Ehr, haben Fleisch und Blut gedämpfet, folgend nicht dem Sünderheer; die erlanget auf den Krieg durch des Herren Arm den Sieg. 5. Es sind die, so durchgedrungen durch viel Trübsal, Angst und Not, im Gebet auch oft gerungen mit dem hochgelobten Gott; nun hat dieser Kampf ein End, Gott hat all ihr Leid gewendt. 6. Es sind die, so stets erschienen hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Gericht und Ewigkeit. 341 und Seel geopfert gern; unsre Freudengarben ein. nunmehr stehn sie all herum vor dem Stuhl im Heiligtum. Gehen wir hier hin und weinen, dorten wird die Sonne scheinen; dort ist Tag und keine Nacht, dort, wo man nach Thränen lacht. 7. Dahin streck auch ich die Hände, o Herr Jesu, zu dir aus; mein Gebet zu dir ich wende, der ich noch in deinem Haus hier auf Erden steh im Streit: treibe, Herr, die Feinde weit! 8. Hilf mir in dem Kampfe siegen wider Sünde, Höll und Welt; laß mich nicht darnieder liegen, wenn ein Sturm mich überfällt; führe mich aus aller Not, Herr, mein Fels, mein mein treuer Gott! son 9. Daß mein Teil sei bei den Frommen, welche, Herr, dir ähnlich sind, und aus großer Trübsal kommen; hilf, daß ich auch überwind alle Trübsal, Not unb Tod, bis ich komm zu meinem Gott. ib. 10. O wie groß wird sein die Wonne, wenn ich mit der heilgen Schar in dem Strahl der reinen Sonne leuchte wie die Sterne flar! Amen, Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Th. Schend, † 1727. Mel. Sesu, meines Lebens Leben 1. 492 wie fröhlich, o wie selig werden wir im Himmel sein! ben ernten wir unzählich Dro2. Ach, wer wollte sich nicht sehnen, dort in Zion bald zu stehn und aus diesem Thal der Thränen an den Freudenort zu gehn, mo sich unser Kreuz in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Last in Lust verkehrt und das Jauchzen ewig währt! 3. Dwie werden wir so schöne bei der Klarheit Gottes sein! Wie wird uns das Lobgetöne seiner Engelschar erfreun! Wie wird unsre Krone glänzen bei so vielen Siegeskränzen! Wie wird unser Kleid so rein, heller als die Sonne sein! 4. Ach, wann werd ich dahin kommen, daß ich Gottes Antlig schau? Werd ich nicht bald aufgenommen in den schönen Himmelsbau, dessen Grund den Perlen gleichet, dessen Glanz die Sonne weichet, dessen wundervolle Pracht alles Gold beschämet macht? 5. Nun, so stille mein Verlangen, o du großer Lebensfürst! Laß mich bald dahin gelangen, wo du mich recht trösten wirst. Unterdessen laß auf Erden schon mein Herz Die letzten Dinge. 342 Herz recht himmlisch werden, bis mein Los auf jener Welt auf das Allerhöchste fällt. B. Schmold, † 1737. 493 Nach einer Prüfung kurzer Tage er wartet uns die Ewigkeit! Dort, dort verwandelt sich die Klage in göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ists, der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen selgen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvoll kommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt, bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter fiegt, als fällt; bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend oftmals leidet, das Laster oftmals glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet und des Bekümmerten vergißt, hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit sein. 35. Hier such ichs nur, dort werd ichs finden; dort werd ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Wert empfinden, den unaussprechlich großen Wert; den Gott der Liebe werd ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 004 6. Da wird des Vaters heilger Wille mein Will und meine Wohlfahrt sein und lieblich Wesen, Heil die Fülle am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah, das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammenhang. Hameri dille 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart, ein Heilig, Heilig, Heilig! singen dem Lamme, das erwürget ward, und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Scharen mich ihnen gleich und heilig sehn, das nie gestörte Glück erfahren, stets fromm mit Frommen umzugehn. Da wird durch je den Augenblick ihr Heil mein Heil, ihr Glück mein Glück. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn Gericht und Ewigkeit. 343 ihn zu millionen Malen noch ist zur Freudenkrone kommen, segnen, daß er ihn mir wies; da find ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. sie steht als Braut und Königin im Golde ewger Herrlichkeiten dem großen König an der Seiten; sie sieht sein flares Angesicht. Sein freulieblich Wesen denvolles 11. Da ruft, o möchte Gott es geben, vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil sei dir; denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß dies Glück erfreun, der Retter einer Seele sein! 12. Was seid ihr, Leiden dieser Erden, doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbar an uns soll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh! Chr. F. Gellert,+ 1769. dusur Mel. Zu dir erhebt sich zc. 494 Die Seele ruht in Jesu Armen, der Leib schläft sanft im Erden schoß; nun kann sich Herz an Herz erwarmen; die Ruh ist unaussprechlich groß, die sie nach wenig Kampfesstunden bei ihrem holden Freund gefunden; sie schwimmt im ftillen Friedensmeer. Gott hat die Thränen abgewischet, ihr Geist wird durch und durch erfrischet, des Herren Glanz ist um sie her. 2. Sie ist nun aller Not entnommen, ihr Schmerz und Seufzen ist dahin: sie macht sie nun durch und durch genesen; sie ist ein Licht im großen Licht. 3. Sie jauchzt dem Sterblichen entgegen: Ja, ja, nun ist mir ewig wohl! Ich bin durch meines Mittlers Segen des Lebens, Lichts und Freuden voll! Mein schönes Erbteil ist mir worden; viel tausend aus der der Selgen Orden bewundern jauchzend meine Pracht. Man kann in allen Himmelschören gleichwie mit Donnerstimmen hören: der Herr hat alles wohl gemacht. 4. Ja wohl gemacht durchs ganze Leben, recht wohl in meiner Todespein! Sein mütterliches Tragen, Heben bracht mich heraus, hindurch, hinein: heraus aus dieser Erde Lüsten, hindurch durch die Versuchungswüsten, hinein ins schöne Kanaan. Da darf ich auf den grünen Auen den Helden, der mich führte, schauen, der große Ding an mir gethan. 5. Nun kann das Kind den Vater sehen, es fühlt den sanften Liebestrieb; nun kann es Jesu Wort verstehen: er Die letzten Dinge. 344 er selbst, der Vater, hat mich lieb! Ein unergründlich Meer des Guten, ein Abgrund emger Segensfluten entdeckt sich dem verklärten Geist; er schauet Gott von Angefichte und weiß, was Gottes Erb im Lichte und ein Mit erbe Christi heißt. 6. Der matte Leib ruht in der Erden, er schläft, bis Christus ihn erweckt; dann wird der Staub zur Sonne werden, den jetzt die finstre Gruft bedeckt; dann werden wir mit allen Frommen, wer weiß, wie bald, zusam menkommen und bei dem Herrn sein allezeit; dann werden wir ihn ewig sehen. Wie wohl, wie wohl wird uns geschehen! Herr Jesu, fomm, mach uns bereit! J. B. E. Allendorf,+ 1773. Mel. Zu dir erhebt sich zc. 495 Gift noch eine Ruh vorhanden; auf, müdes Herz, und werde Licht! Du seufzest hier in deinen Banden und deine Sonne scheinet nicht. Sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden dort wird vor seinem Stuhle weiden; wirf hin die Last und eil herzu! Bald ist der heiße Kampf geendet, bald, bald der saure Lauf vollendet; so gehst gehst du ein zu deiner Ruh. 2. Die Ruhe hat Gott: auserforen, die Ruhe, die kein Ende nimmt; es hat, da noch kein Mensch geboren, die Liebe sie uns schon bestimmt. Der gute Hirte wollte sterben, uns diese Ruhe zu erwerben; er ruft, er locket weit und breit: Ihr müden Seelen, und ihr Frommen, versäumet nicht, heut einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit! 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, die manche Last und Bürde drückt; eilt, eilt aus euren Kummerhöhlen, geht nicht mehr müde und gebückt. Ihr habt des Tages Last getragen, dafür läßt euch der Heiland sagen: Jch selbst will eure Ruhstatt sein! Ihr seid sein Volk, gezeugt von oben; ob Sünde, Welt und Hölle toben, seid nur getroft und gehet ein! 4. Da wird man Freudengarben bringen, denn unsre Thränensaat ist aus. welch ein Jubel wird erklingen und süßer Ton im Vaterhaus! Schmerz, Seufzen, Leid wird ferne weichen, es wird fein Tod uns mehr erreichen, wir werden den Erlöser sehn; die Thräne wird vom Aug er wischen, sein Lebensstrom wird uns erfrischen. Wer weiß, was sonst noch soll geschehn! Gericht und Ewigkeit. 345 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, zum fröhlichen Empfinden; doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben; dort mur ist vollfommnes Leben. 5. Kein Durst, noch Hunger zum Leben, das dort ist, wird uns schwächen, denn mich will erheben. die Erquichungszeit ist da; die Sonne wird uns nicht mehr stechen; der Herr ist seinem Volke nah. Er selbst will über ihnen wohnen und ihre Treue wohl belohnen mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis. Es werden die Gebeine grünen, der große Sabbat ist erschienen, da man von feiner Arbeit weiß. 6. Da ruhen wir und oir und find in Frieden und leben ewig sorgenlos. Ach, fasset dieses Wort, ihr Müden! Legt euch dem Heiland in den Schoß! Ach, Flügel her! Wir müssen eilen und uns nicht länger hier ver weilen, dort wartet schon die frohe Schar. Fort, fort, mein Geist, zum Jubilieren, auf, gürte dich zum Triumphieren! Auf, auf, es kommt das Ruhejahr! 3. S. Kunth, † 1779. 19) Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern 2c. ein 496 Mein Geist, o Gott, wird ganz entzückt, wenn er hinauf gen Himmel blickt, dahin dein Rat uns leitet; wo deine milde Vaterhand aus neuen Wundern wird erfannt, die du daselbst verbreitet. Mächtig fühl ich mich erhoben, dich zu loben, der 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab; dort wischest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei; denn du, o Herr, machst alles neu, das Alte ist vergangen; hinfort sind dort von gerechten Gottesknechten keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In unsres Gottes Heiligtum Heiligtum schallt seines Namens hoher Ruhm von lauter frohen Zungen. Hier strahlt die Herrlichkeit des Herrn; hier schaut man sie nicht mehr von fern, hier wird sie neu befungen. Völlig giebt sich, sie zu trösten, den Erlösten zu erkennen der, den sie schon Vater nennen. 5. Vor seinem Antlitz wandeln sie, auf ewig frei von aller Müh, und schmecken seine Güte. Hier stört den Frieden ihrer Brust und ihre tausendfache Lust kein feindliches 346 Die letzten Dinge. liches Gemüte; kein Neid, Mel. Es ist gewißlich an der Zeit zc. kein Streit hemmt die Triebe 497 Schon ist der Tag reiner die hinfüro nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schar ist dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, die find ich ewig wieder. Dort sammelt deine Baterhand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd ich, frei von Mängeln, selbst mit Engeln Freundschaft pflegen; o ein Umgang voller Segen! 7. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn, der mich geliebt? Wo glänzt sein Thron? In jenen Himmels höhen, da werd ich dich, Herr Jesu Christ, so menschen freundlich als du bist, auch mit Entzücken sehen; da wird, mein Hirt, von den Freuden nichts mich scheiden, die du droben deinen Freunden auf gehoben. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehält! Kein Mensch kann sie erwerben. O Jesu, Herr der Herrlich feit, du hast die Stätt auch mir bereit; hilf sie mir auch ererben! Laß mich eifrig darnach streben und so leben auf der Erde, daß ich dort dein Erbe werde. stimmt, da, wer auf Erden, wandelt, sein Los aus Gottes Händen nimmt, nachdem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt, des Menschen Sohn; er kommt, und Wolken sind sein Thron, der Erde Kreis zu richten. 2. Hier, an dem Rand der Ewigkeit, versammeln sich die Scharen, die feit dem ersten Tag der Zeit der Erde Bürger waren, nur dem Allwissenden bekannt, unzählbar, wie des Meeres Sand; hier stehn sie vor dem Richter. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrheit unterliegen. Hier, wo das Recht die Wage hält, wird feine Sünde siegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist, hier gilt nicht mehr Betrug und List, hier gilt tein falscher Zeuge. 201 4. Der Richter spricht; der Himmel schweigt, und alle Völker hören erwartungsvoll und tief gebeugt: Kommt, erbt das Reich der Ehren! So spricht er zu der frommen Schar; zu der, die ihm nicht folgsam war: Hinweg von mir, Verbrecher! 5. Sie gehn verzweifelnd, nos Ahasverus Frits,+ 1701). jammern, flehn: Stürzt über 3. S. Diterich, † 1797( nach uns Gericht und Ewigkeit. uns zusammen, ihr Welten, fallt, daß wir vergehn, die wir uns selbst verdammen! Die Frommen aber stehn im Licht des Friedens, und ihr Angesicht strahlt seliges Entzücken. 6. Frohlockend ziehn sie in das Reich, das Gott für fie bereitet, wo er sie, seinen Engeln gleich, von Licht zu Lichte leitet. Das Stück werk wird Vollkommenheit; fein Kummer, feine Trau rigkeit stört ihre felgen Freuden. 347 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit ewig, ewig Ehre sei dir, Verföhner Jesu Chrift! Ihr, Überwinder Chöre, der bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre dem Lamme, Er fant das geopfert ist! wie wir ins Grab, wischt unsre Thränen ab, alle Thränen! Er hats vollbracht! Nicht Tag, nicht Nacht wird des Lammes Throne 7. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! Es stärke mich mit Zuversicht, so oft mich Leiden fränken! Es reize mich, gewissenhaft und, eingedenk der Rechenschaft, nach deinem Wort zu wandeln. S. Diterich, † 1797. an sein. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann; er ist uns Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, nun bist du, Heil, uns aufge= gangen, nicht mehr mehr int Dunkeln, nicht von fern! Nun weinen wir nicht mehr; das Alte ist nicht mehr. Hallelujah! Er sank hinab, wie wir, ins Grab; er ging zu Gott, wir folgen ihm. F. G. Klopstod, † 1803. Mel. Wachet auf, ruft uns? c. 498 Selig find des Though Himmels ErFilods ben, die Toten, die im Herren sterben, zur AuferMel. Nun preiset alle 2c. ftehung eingeweiht! Nach den 499 h hab von ferne, letzten des Todesschlummers folgt Entzücken, folgt Wonne und Unsterblichkeit! Im Frieden ruhen sie, frei von der Erde Müh, Hosianna! Bor Gottes Thron zu seinem Sohn begleiten ihre Werte sie. IS20 A Thron erblickt, und hätte gerne mein Herz vorausgeschickt und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hingegeben!:,: 2. Das war so prächtig, was ich im Geist gesehn! Du 348 Die letzten Dinge. Du bist allmächtig: drum aus von ihrer Irrfahrt ist dein Licht so schön! Schmerzen. Der langen Könnt ich an diesen hellen Sehnsucht Ziel, das höchste Thronen doch schon von Gut, der Herzen Heimat heut an ewig wohnen!:,: ist in seinem Herzen; er ging voran, die Stätte ſteht bereit; wir werden bei dem Herrn sein allezeit! 3. Nur bin ich fündig, der Erde noch geneigt; das hat mir bündig dein heilger Geist gezeigt; ich bin noch nicht genug gereinigt, noch nicht ganz innig mit dir vereinigt.:,: 4. Doch bin ich fröhlich, daß mich kein Bann er schreckt; ich bin schon selig, seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben und dich zeitlebens inbrünstig lieben.:: 5. Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt gesehn, und ohn Ermüden will ich ihr näher gehn und ihre hellen, goldnen Gassen lebenslang nicht aus den Augen lassen.:: 1903. Timoth. Hermes,+ 1821. Wir 500 werden bei dem Herrn sein allezeit! Du Heimatlaut in fremden Pilgerthalen! Tiefdunkel ist die ernste Ewigkeit, doch wie durch Nachtgewölf des Mondes Strahlen, glänzt der Verheißung Licht durch Todesleid: wir werden bei dem Herrn sein allezeit! 2. Bei ihm daheim! In seiner Liebe ruht die Seele 3. Bei ihm versammelt! Seinem Salem geht die Wallfahrt zu. Wie oft in guten Stunden, wenn seiner Nähe Odem uns umweht, hat es sein Volk vor ihm vereint empfunden; das ist die Fülle aller Seligkeit: wir werden bei dem Herrn sein allezeit! 4. Hier trennt die Welt; was heut sich liebend fand, sehnt morgen sich nach Blick und Wort vergebens; es drängt sich zwischen Seelen Meer und Land, und starrer noch das Machtgebot des Lebens. Der Himmel sammelt, was die Welt zerstreut; wir werden bei dem Herrn sein allezeit! 5. Und waren wir hier jemals ganz vereint? Ach, nur das Reine eint sich mit dem Reinen! Die Schuld, die täglich noch das Herz beweint, sie scheidet es von den geliebten Seinen. Der Fürst des Friedens tilgt, was uns entzweit; wir werden bei dem Herrn sein allezeit! Anhang. 6. Wir irren alle, find erlöst noch nicht von alter Sinnverwirrung schweren Banden; die Sprache, die ein Kind des Hauses spricht, wird von dem andern Kinde nicht verstanden. Das Wort des Vaters löst der Rede Streit: wir werden bei dem Herrn sein alle zeit. 1031 190, and 349 7. Du Gotteswort, dem froh der Glaube traut, wohl magst du allen Erdenjammer stillen, das finstre Thal, vor dem der Seele graut, mit Morgenrot nnd heilgem Frieden füllen! Heimatlicht aus dunkler Ewigkeit: wir werden bei dem Herrn sein allezeit! najn ab acht auf mich in aller Not, o großer Gott, Herr aller Herren, wann Satans Wut, die Höllenrott den Rachen gegen mich auf sperren, wann sie mich suchen zu verschlingen und in die höchste Not zu bringen, so bitt ich dich herzinniglich, mein Vater, so hab acht auf mich. 921 HOT STI 2. Hab acht auf mich; wann mich die Sünd will von dem höchsten Gut abwenden, so halte mich, Herr, als dein Kind mit deinen treuen Vatershänden; bleib du mir stets in dem Gedanken, laß mich von deinem Wort nicht wanten; wann Sünden in mir regen sich, mein Vater, so hab acht auf mich. Meta Heußer- Schweizer,+1876, 190 Anhang. 3. Hab acht auf mich, wanns gehet wohl; wann mir die Glückessonn will scheinen, die meine Seel macht freudenvoll, daß fie nichts wissen mag von Weinen, daß ich dem blinden Glück nicht traue, vielmehr auf deine Güte schaue, weil oft das Glücksrad wendet fich: mein Vater, so hab acht auf mich. 4. 4. Hab acht auf mich und steh mir bei, wann mir das Unglück braust entgegen, daß ich nicht zu verzaget sei und weichen mög von deinen Wegen, die mir zu wandeln sind befohlen; und wann mir auch des Kreuzes Kohlen mein Herze brennen bitterlich, mein Vater, so hab acht auf mich. 350 5. Hab acht auf mich, wann ich gesund, wann ich empfinde keine Schmerzen, wann keine Klag in meinem Mund noch Trauern ist in meinem Herzen; damit ich bei gesundem Leibe dir dank bar und gehorsam bleibe; auf daß ich nie vergesse dich, mein Vater, so hab acht auf mich.. 6. Hab acht auf mich, auch wann ich frank, wann die Gesundheit will verschwinden, daß ich geduldig und mit Dank annehme die Arznei der Sünden; laß mich nicht ungeduldig werden und denke, daß ich Staub und Erden; auch wann die Schmerzen mehren sich, mein Vater, so hab acht auf mich. 1251168 31n and. this tost Stus? aid me and Anhang. lap pinti. 7. Hab endlich dann auch acht auf mich, wann ich der Welt Valet soll geben, daß ich im Glauben halte dich, bis ich komm in ein ander Leben, da mir das frohe Glaubensende erteilen werden deine Hände; daß ich bei dir leb ewiglich, mein Vater, so hab acht auf mich. adid ist dsip di 591168 1960191160 500 3inad 29 17809 an empat 20 to remetielami DES 295043 hinde stibain So HE 468 WOTE ima M 844.616 8. Ach, laß mich doch nicht aus der Acht, wann uns dein jüngster Tag erscheinet, der Tag, da vor Gericht wird bracht auch das, so man hier nicht gemeinet; laß mich zu deiner Rechten stehn und zu des Lammes Hochzeit gehn; mein Jesu, dann hab acht auf mich, so will ich ewig preisen dich. H. L. Schlosser, † 1723. ests and tad adat sitter strafn stralanish Sus Boc 1901 ma DUD uo Ara to the hot di wise diju, atsted. arg ETS 0 156156 BISH OPhase led 29gdoor 390, di sfratr done in and maden let 19/0 ord sind so 39550 7501$ 19115139s 30se tbl. 206 IND- Jobe 371943 302 be bodo r Gebete zur bit häuslichen Andacht. I. Allgemeine Gebete. Gebete. 90 1960 JUSTI TESDA 95 0107 amptrodan pup dipe korter $ 50 amade Join our and dat d 1. Pfalm 67. Gott sei uns gnädig und segne uns; er lasse uns sein Antlitz leuchten, daß wir auf Erden erkennen seinen Weg, unter allen Heiden sein Heil. Es danken dir, Gott, die Völker; es danken dir alle Völker. Die Völker freuen sich und jauchzen, daß du die Leute recht richtest und regiereft die Leute auf Erden. Es danken dir, Gott, die Völker, es danken dir alle Völker. Das Land giebt sein Gewächs; es segne uns Gott, unser Gott. Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn! Amen. 2. Bitte um die Gabe des Gebets. St Herr, höre meine Worte, merke auf meine Rede, ver nimm mein Schreien, mein König und mein Gott, denn ich will vor dir beten. Pf. 5, 1. 2. Gnädiger, liebreicher Vater! Du hast mir befohlen zu beten, und dein lieber Sohn hat es mich gelehrt; dein heiliger Geist erinnert mich oft in meinem Herzen des Gebets. Ich weiß auch, daß alle vollkommenen Gaben von dir, Vater des Lichtes, kommen müssen, und daß kein wahres beständiges Gut, teine Hilfe und kein rechter Trost ohne Gebet erlangt werden können. Dennoch bin 2 Allgemeine Gebete. ich so lässig und träge zum Gebet und rechne mehr auf meine Arbeit und Klugheit, als auf deine Hilfe und Gnade. Ach, vergieb mir diese Sicherheit und Thorheit! Wende von mir die Strafe, womit du den Verächtern deiner Gnade drohest, und gieb mir den Geist der Gnade und des Gebets. Laß mich deine tröstliche Verheißung bedenken: daß selig werden soll, wer deinen Namen an ruft; daß du antworten willst, wenn wir zu dir reden; daß du nahe bist denen, die dich anrufen. Entzünde mein Herz mit inniger Andacht, damit mein Gebet dir angenehm sei. Erfreue mein Gemüt mit dem Lichte deiner Gnade und reinige meine Lippen durch das Feuer deines Geistes. Erhöre mein Gebet und laß es dir wohlgefallen, wenn ich meine Hände zu dir aufhebe. Erwecke in mir einen heiligen Durst nach deiner Gnade und laß mich deine Herrlichkeit im Glauben sehen, wenn mein eignes Elend mich niederbeugt und meine Augen mit Thränen füllt. Ach, Herr, der du die Herzen kennst, du weißt, wie unbeständig menschliche Gemüter sind, viel beweglicher als die Welle vom Winde. Befestige selbst meine Seele und nimm von mir den zerstreuten Sinn, daß ich nicht durch mancherlei Gedanken hin und herbewegt werde. Regiere du das Schifflein meines Herzens mit dem Hauche deines Geistes und bezwinge den Sturm, daß es ruhig in mir werde, um dich ohne Hindernisse anzuschauen und in himmlischer Stille mit dir vereinigt zu bleiben. Führe mich in die Einsamkeit, wo ich die Welt vergesse und du dich mir offenbarst. Erneure mir Herz und Sinn und entferne alles, was die Liebe zu dir hindert, jegliche Neigung des sündigen Willens und des Unglaubens. Laß mein Gemüt eine Wohnung deines heiligen Geistes sein, daß ich dich anrufe, dich lobe und dir danke und damit ein Zeugnis meiner Kindschaft bei dir empfange. Erfülle mich mit Liebe, Trost und Stärke; gieb mir den Frieden, der von dir kommt, die Andacht, die dich überall sucht und findet, und die Freude, die nie von mir fann genommen werden. Laß mich mit dir, mein Vater, und mit deinem Sohne, als meinem Herrn und Haupte, durch die Wirkung deines Geistes immer mehr vereinigt werden, und mache mich zu einem lebendigen Gliede der Allgemeine Gebete. 3 Gemeinde auf Erden und im Himmel, die deinen Willen thut und dich mit gläubiger Zuversicht der Erhörung im Namen Jesu Christi anruft. Lied Nr. 301: Gott ist gegenwärtig. 3. Allgemeine Fürbitte. Du erhörest Gebet, darum kommt alles Fleisch zu dir. Pf. 65, 3. Herr Gott, dreieiniger Gott, du hast in deinem heiligen Worte uns geboten, daß wir für einander beten sollen. Darum unterwinden wir uns, mit dir zu reden und dir unseres Herzens Anliegen porzutragen. Du wollest unser Flehen nicht verwerfen, sondern gnädiglich annehmen und erhören. Wir bitten dich, du getreuer Gott und Heiland, für deine Kirche; erhalte, schüße, regiere und führe sie; schenke ihr allezeit treue Hirten und Lehrer und salbe dieselben mit deinem Geiste und segne ihre Arbeit; wehre allen Feinden, dämpfe alle Irrlehren, bewahre deine Gemeinde vor Ärgernis und Spaltung und laß die Ehre deines heiligen Namens in der Welt immer mehr ausgebreitet werden. Erleuchte die Irrenden, bekehre die Gottlosen, habe Langmut mit uns armen Sündern, vergieb den Bußfertigen und züchtige die losen Verächter zu ihrem Heil. Erbarme dich aller Heiden und segne die Boten des Friedens, welche du zu ihnen sendest, daß sie dir ein großes Volk gewinnen und dein Name an allen Enden der Erde geheiligt werde. Segne die christlichen Schulen, alle Lehrer und die liebe Jugend, damit dieselbe aufwachse in wahrhaftiger Gottesfurcht und rechtschaffenem Glauben. Nimm in deine gnädige Obhut alle Anstalten, die zur Förderung deines Reiches und zur Ausbreitung deines Evangeliums dienen, und erfülle mit deinem Geiste alle, die daran arbeiten. Beschüße auch, du starker, allmächtiger Gott, unser Regiment und gemeines Wesen und gieb allen Fürsten und Obrigkeiten rechte Weisheit und Gottseligkeit. Hilf, daß sie deiner Kirche, des ganzen Vaterlandes und aller Unterthanen sich treulich annehmen, und segne ihr Thun reichlich. Insbesondere befehlen wir in deine Gnadenhand 12 4 Allgemeine Gebete. den deutschen Kaiser und unsern Großherzog samt dem ganzen Großherzoglichen Hause. Pflanze in die Herzen aller Gewaltigen Gedanken des Friedens; gieb. allen Räten heilsame Ratschläge; verleihe allen Richtern Gerechtigkeit, allen Beamten Barmherzigkeit, auf daß bei uns und überall das Böse bestraft, das Gute belohnt, dem übel gesteuert und, was löblich ist, erhalten und gefördert werde. Sei mit allem Volke, daß es die Obrigkeit liebe, ihre Herrschaft ehre und den Gesetzen folge. Segne einen jeden in seinem Stande und Berufe; walte gnädig über unserer Gemeinde und unserem ganzen Vaterlande. Segne auch den Hausstand und verleihe allen Hausvätern und Hausmüttern Frieden in ihrer Ehe, Glück in ihrer Nahrung und ihrem Gewerbe und Freude an ihren Kindern. Den Kindern gieb willigen Gehorsam, kindliche Furcht, rechtschaffene Demut und Ehrerbietung und laß allen Segen ihrer Eltern reichlich an ihnen erfüllt werden. Beschere allen Hausherren und Hausfrauen gute Dienstboten; allem Gesinde aber verleihe herzliche Liebe und Gehorsam, Treue und Redlichkeit. Laß dir, o Herr, alle Menschen befohlen sein und gieb einem jeden, was er bedarf. Insbesondere erbarme dich aller Armen und Elenden; tröste alle Traurigen und Betrübten; nimm dich der Kranken an; bekehre alle Verbrecher und erlöse alle unschuldig Gefangenen. Versorge die Witwen und Waisen, trage die Alten, stärke und tröste die Sterbenden. Sei gnädig allen, die uns feind sind, und mache sie uns freundlich gesinnt. Halte in deiner Gnade alle, die sich unserem Gebet befohlen haben und die du gar wohl kennst.( Jnsbesondere bitten wir dich für u. s. w. Hier sind etwaige besondere Fürbitten einzuschalten.) Zuletzt aber laß dir, lieber Gott, noch besonders befohlen sein alle unsere Angehörigen in der Nähe und in der Ferne: behüte sie vor allem übel, gieb ihnen alles Gute und regiere sie mit deinem heiligen Geiste. Sei mit ihnen und uns allen heute und alle Tage, und hilf uns endlich, wenn unser Stündlein kommt, aus zum ewigen Leben. Amen. Lied Nr. 304: Herr, höre! Herr, erhöre! Allgemeine Gebete. FRAD 13 4. Luthers Morgensegen. Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich; wenn ich erwache, so rede ich von dir. Ps. 63, 7. Das walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist! Amen. Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem übel, auf daß dir all mein Thun und Leben gefalle. Ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Lied Nr. 291: Vater unser im Himmelreich. 5 CHASAN 5. Luthers Abendsegen. Herr, ich gedenke des Nachts an deinen Namen. Pf. 119, 55. Das walte Gott Vater, Sohn und heilger Geist! Amen. Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag so gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünden, wo ich Unrecht gethan und dich beleidigt habe, und mich diese Nacht auch so gnädiglich behüten. Ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Lied Nr. 386: Hinunter ist der Sonnenschein. 1 acus 1 201 II. Morgen- und Abendgebete auf die Tage der Woche. TO 6. Morgengebet am Sonntage. Eins bitte ich vom Herrn, das hätte ich gern, daß ich im Hause des Herrn bleiben möge mein Leben lang, zu schauen die schönen Gottesdienste des Herrn und seinen Tempel zu besuchen. Pf. 27, 4. 12* Morgen- und Abendgebete." Vater des Lichts, der du das natürliche Licht dieser Welt uns scheinen läsfest, sende doch auch heute und alle Zeit das wahrhaftige Licht, Jesum Christum, in unsere Herzen und lasse ihn darin leuchten und alle Finsternis vertreiben, damit wir dich, ewiger Gott, in deinem lieben Sohne erkennen und liebgewinnen mögen. Siehe, wir sind durch die Sünde in der Finsternis der Eitelkeit dieser Welt gefangen; darum lehre uns selber durch deinen heiligen Geist aus deinem Worte, wie wir uns zu dir bekehren und dir im Glauben gehorsam werden können. Lieber himmlischer Vater, wir danken dir im Namen Jesu Christi, daß du uns in der vergangenen Nacht vor jedem Unfall so väterlich bewahrt und gesund zu diesem Tag haft kommen lassen. 6 O getreue Liebe, laß doch mit der vergangenen Nacht auch das Gedächtnis unserer Sünden vor deinem Angesicht vergangen sein. Und weil heute der Tag der Auferstehung deines Sohnes ist, so erwecke uns vom Schlaf der Thorheit und Trägheit unserer Herzen zu einem neuen Leben in dir. Vater des Lichts und Geber aller guten und vollkommnen Gaben, gönne uns heute dein heiliges Wort und laß es unseres Herzens höchste Freude und Wonne sein. Lehre uns durch dasselbige den alten Menschen aus- und den neuen anziehen, der nach dir ge schaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Gieb uns zu diesem Ende reichlich die Gabe deines heiligen Geistes, daß wir schnell und aufmerksam seien am heutigen Tage dein köstliches Wort zu hören, langsam aber zu reden allerlei eitle Dinge und faule Geschwätze, die nicht zur Besserung dienen und nicht holdselig sind zu hören. Stärke uns, alles zu meiden, was deinen heiligen Tag entheiligt, und schenke uns sehende Augen, hörende Ohren, verständige Herzen, zu merken, wo es uns fehlt. Pflanze dein Wort selbst in uns, daß es unsere Seelen selig mache. Gieb auch allen denen, die hier und an andern Orten der ganzen Christenheit heute dein Wort verkündigen, die Gabe des heiligen Geistes, daß sie deine und nicht ihre Worte predigen, und daß sie solches thun mit fröhlichem Aufthun ihres Mundes zum Heile derer, die sie hören. Ja komme selbst mit deinem heiligen Geiste zu uns und halte deinen Sabbath und Feiertag in unsern Seelen. Morgen- und Abendgebete. 7 Laß unser Herz deinen Tempel sein, in welchem dein Geist durch wahren Glauben das Verdienst deines Sohnes uns zueigne, uns in rechter Liebe gegen dich entzünde, zu dankbarem Gehorsam führe, und wir also einen dir gefälligen Gottesdienst alle Tage verrichten. Führe uns aus Glauben in Glauben, aus Liebe in Liebe, aus Kraft in Kraft, aus Leben in Leben, aus Licht in Licht, bis an das Ende unserer Wallfahrt; bis wir würdig werden, jene Welt zu erlangen und den ewigen Sabbat mit dent Volte Gottes in den sicheren Wohnungen des Friedens zu feiern; dann wollen wir dich für alle deine Liebe und deine Wohlthaten herzlich lieben, loben und preisen ewiglich, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Lied Nr. 3: Licht vom Licht, erleuchte mich. sprile 150 7. Abendgebet am Sonntage. Das ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken und Lobsingen deinem Namen, du Höchster, des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkündigen. Pf. 92, 2, 3. Herr, allmächtiger Gott und himmlischer Vater, wir danken dir von Grund unserer Herzen für deine Güte und Wohlthat, die du uns an diesem heiligen Tag so väterlich erzeigt hast. Insbesondere sagen wir dir Lob und Dank für dein göttliches Wort, welches du uns auch heute hast verkündigen lassen, und bitten dich, du mollest uns solches allezeit rein und lauter erhalten, auch dasselbe immer weiter ausbreiten und deine Kirche mehren und gnädiglich schützen und bewahren. Wir bitten dich auch, du treuer Gott, als deine lieben Kinder, du wollest uns bei deinem allein seligmachenden Wort bis an unser letztes Seufzen erhalten und unsre Herzen mit deinem heiligen Geist erleuchten, daß wir mögen erkennen, was gut und böse ist. Du wollest auch alle Sünden, die wir heute wissentlich oder unwissentlich gethan haben, auch die verborgenen Fehler, durch deine Barmherzigkeit uns vergeben, und in der kommenden Nacht uns eine christliche Ruhe ver= leihen, daß wir frisch und gesund zu deinem Lobe morgen wieder aufstehen. Hilf endlich, lieber Vater, daß wir durch deine Gnade ein neues, dir wohlgefälliges Leben anfangen Morgen- und Abendgebete. zu unserer Seelen Seligkeit, in Christo Jesu, deinem lieben Sohn, unserem einigen Helfer. Amen. Lied Nr. 151: Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ. 8 8. Morgengebet am Montag. Der Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unserer Hände bei uns; ja das Werk unserer Hände wolle er fördern. Ps. 90, 17. D Herr! Durch deine Güte fangen wir mit diesem Morgen unsere Wochenarbeit von neuem an. Laß deshalb deine ewige Liebe und Treue, die uns mit deinem Gegen bisher überschüttet hat, auch heute uns abermals aufgehen. Wer sind wir, o Gott, daß du uns bis hierher gebracht hast? Wir sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhms, den wir an dir haben sollten. Ach, so gedenke denn auch heute unser nach deiner großen BarmHerzigkeit und nach deiner Verheißung, daß alle, die an deinen Sohn glauben und nach diesem Glauben leben, nicht sollen verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Verlaß uns nicht und ziehe deine Hand nicht von uns ab, Gott unser Heil! Lehre uns heute und die ganze Woche thun nach deinem Wohlgefallen; dein guter Geist führe uns auf ebner Bahn. Wir wissen nicht, was uns in dieser angefangenen Woche begegnen kann. Ach, ber hüte uns vor allem übel, behüte unsere Seele und unseren Leib, unseren Eingang und Ausgang. Wehre allem Bösen, welches uns das Ziel unseres Christenlaufs verrücken könnte. Laß uns aufsehen auf Jesum, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens, damit alles, was wir thun, in dir gethan sei! Gieb zu unserer Arbeit dem Leibe Kraft und Gesundheit, dem Gemüte Ruhe und Zufriedenheit und erhalte uns den Segen, den du seither uns hast zufließen lassen. Ernähre, versorge, beschüße uns. Gieb uns Weisheit, unsere Zeit wohl anzuwenden. Legest du uns eine Last auf, so hilf sie uns auch tragen, und laß uns allezeit erfahren, daß du ein Gott seiest, der uns von allem übel erlösen will. Sei mit uns und zeige uns dein Heil. Und wie alles auf dich wartet, so segne auch heute und in dieser Woche alle dir wohlgefällige Arbeit und gieb, daß ein jeder sich Morgen- und Abendgebete. ( 9 redlich nähre und mit gutem Gewissen vor dir wandle. Ja denke an uns und segne uns! Segne, die dich lieben, beide, Große und Kleine! Segne uns je mehr und mehr um deines lieben Sohnes Jesu Christi willen. Amen. Lied Nr. 365: Aus meines Herzens Grunde. Olet Gr 191 9. Abendgebet am Montag. Ich liege und schlafe ganz in Frieden; denn du allein, Herr, hilfst mir, daß ich sicher wohne. Ps. 4, 9. Ich lobe und preise deinen heiligen Namen, ewiger Gott, daß du mich erhört und mein Gebet nicht verschmäht hast, das ich heute in der Morgenstunde vor dein heiliges Angesicht gebracht habe. Ich preise dich mit Herz und Mund nach dem Maße deiner Gnade, die du mir dazu darreichest, beides für die erkannten und unerkannten Wohlthaten, die ich heute wieder von dir empfangen habe. Ich preise dich auch für das Kreuz, welches du mir, als einem Jünger Jesu, täglich auflegst, um meine Seele von den Lüsten dieser Welt zu entwöhnen und zu dir zu ziehen. So nimm mich denn jetzt zur Ruhe, lieber Vater! Ich lege mich in deine Arme, in gläubigem Vertrauen auf deine Gnade. Schließe du mir mit deiner segnenden Vaterhand die Augen zu und bleibe indessen vereinigt mit meinem Geiste. Behüte gnädiglich meinen Leib und meine Seele und alles, was du mir gegeben haft. Behüte insbesondere auch alle meine Lieben und laß sie niemand aus deiner Hand reißen. Erbarme dich aller Menschen in der Welt, vornehmlich meiner Mitbrüder und Mitschwestern in Christo Jesu, und laß sie auch einer Frucht aus meinem armen Gebet teilhaftig werden.- An dem morgenden Tag aber öffne wieder meine Augen und erfülle meinen Mund aufs neue mit deinem Lobe, damit ich so lange dich preise und dir zur Ehre lebe, bis mein Abend dieses zeitlichen Lebens herankommt, du meinen Leib ins Grab zur Ruhe legst und mich aufweckst zum großen Freudentag deiner Kinder, da meine Sonne ewiglich nicht untergehen wird, sondern ich immerdar in Wahrheit und Klarheit vor dir leben werde! Amen. Lied Nr. 300: Ach, Gott, verlaß mich nicht. Morgen- und Abendgebete. 10. Morgengebet am Dienstag. Bei dir ist die lebendige Quelle und in deinem Licht sehen wir das Licht. Breite deine Güte aus über die, die dich kennen, und deine Gerechtigkeit über die Frommen. Pf. 36, 10, 11. 10 O du allmächtiger Gott und Vater des Lichts, der du wohnest in einem Lichte, da niemand zukommen kann, der du aus der Finsternis den Morgen machst und die Sonne dem Tage zum Lichte giebst, dir bringe ich das frühe Dankopfer meines Mundes dar, weil du mich das Sonnenlicht nach der Finsternis wieder hast erblicken und den Tag gesund antreten lassen. Ach, Herr, laß mit dem Tageslicht mir und den Meinen, allen Christen und allen Menschen, meinen Freunden und denen, die mir feind sind, auch deine Gnade neu aufgehen. Gieb allenthalben neues Licht, neue Freudigkeit, neues Leben und neue Seligkeit! Laß mein Glück und meine Wohlfahrt hervorbrechen, wie die schöne Morgenröte, und wenn ich in Finsternis und Schatten des Todes wandle, so sei du mein Licht. O Herr Jesu Christe, du Sonne der Gerechtigkeit, gehe auf mit deiner Gnade in meinem Herzen. Erleuchte, erwärme und erfreue dasselbe. Lehre mich denken an dein Gericht, bewahre mich vor den Werken der Finsternis, laß mich in deinem Lichte wandeln, dir folgen, immer frommer werden und dereinst gelangen zu deiner himmlischen Klarheit um deines Verdienstes willen. Amen. Lied Nr. 373: Hüter, wird die Nacht der Sünden. 11. Abendgebet am Dienstag. Gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht. Pf. 143, 2. Herr, du Hüter Israels, der du weder schläfst noch schlummerst, gedenke unser und wache über uns mit deinem Vaterauge auch in dieser Nacht. Deine Hand decke alles, was da lebet! Erhöre in dieser Abendzeit, o barmherziger Vater, aller frommen Christen Abbaruf. Schone nach deiner großen Güte derer, die heute wider dich ges sündigt haben. Laß niemand unter uns deiner Gerichte Morgen- und Abendgebete. 11 vergessen und daß wir offenbar werden müssen vor dem Richterstuhl Christi, auf daß ein jeglicher empfange, nach dem er gehandelt hat bei Leibes Leben, es sei gut oder böse. Laß uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir flug werden; denn es ist uns gesetzt einmal zu sterben und dann das Gericht!- Gieb, daß alle, die heute uneins mit einander geworden sind, die Sonne nicht über ihrem Zorn untergehen lassen. Ach, erbarme dich auch derer, die ohne Andacht und Gebet sich niederlegen. Erquicke mit sanfter Ruhe alle Menschen, welche diesen Tag über müde geworden sind. Stärke die, welche aus Not auch in dieser Nacht arbeiten müssen. Hilf den Reisenden zurecht, die jetzt noch auf der Straße wallen. Schaffe denen ihr Unterkommen, welche heute keine Herberge fanden. Labe, die sich hungrig niederlegen müssen. Wache selbst über den Kranken, pflege der Kinder und Säuglinge, kürze die Zeit denen, die nicht schlafen können, und stehe mit deinem Trost allen Notleidenden bei, die heute eine elende Nacht haben werden. Behüte unsere ganze Gemeinde in dieser Nacht vor Lärm und Aufruhr, vor Not und Gewalt, vor Feuers- und Wassersgefahr, vor Mord und Totschlag, vor allem Schaden und Unglück. Hilf, daß alle, die für uns machen, treulich auf ihrer Hut stehen, und erhalte einem jeden das Seine in Ruhe und Frieden, bis wir endlich aus der Finsternis dieser Welt kommen zu deinem ewigen Licht! Amen. Lied Nr. 296: O Gott, du frommer Gott. - 30 12. Morgengebet am Mittwoch. Herr, lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn. Pf. 143, 10. Lieber himmlischer Vater, durch deine Gnade bin ich wieder in die Mitte einer Woche eingetreten und preise dafür deinen heiligen Namen. Deine Güte ists, daß wir nicht gar aus sind, deine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen über uns neu, und deine Treue ist groß. So laß auch an diesem neuen Morgen und immerdar das rechte göttliche, geistliche und Morgen- und Abendgebete. Himmlische Leben, das aus dir ist, durch den Geist der Gnade in mir neu werden, damit nicht ich lebe, sondern Christus in mir. Dir ergebe ich mich aufs neue, o Vater; mache mit mir, was dir wohlgefällt. Reinige, läutere und bewähre mich, daß ich ein rechtschaffener Christ sei; denn ich begehre keine Ehre, als deine Kindschaft, feinen Reichtum, als die Gerechtigkeit Christi, keine Freude, als die gnadenreiche Einwohnung deines heiligen Geistes. Für meine leibliche Notdurft wirst du wohl sorgen; denn du hast gesagt: ich will dich nicht verlassen noch versäumen. Doch bewahre mich vor Müßiggang nnd laß mich arbeiten, nicht aus Geiz, sondern weil es dein Wille ist, und aus herzlicher Liebe gegen meinen Nächsten. 12 Laß deine Barmherzigkeit sich ausbreiten über alle Menschen und deine Güte über alle deine Geschöpfe. Gedenke deiner Kinder, die dich kennen und in der Einigkeit des Geistes verbunden sind, als lebendige Glieder an ihrem hochgelobten Haupte, Jesu Christo. Laß unser aller Gebet Ein Gebet sein vor dir durch Christum, in welchem du uns dir selbst angenehm gemacht hast. Sei du eine ewige Vergeltung denen, die mir Liebe beweisen. Meine Beleidiger siehe mit erbarmendem Auge an und vergieb ihnen, gleichwie ich ihnen von Herzen vergebe. Alle meine Anverwandten lege ich in deine Liebesarme. Kirchen und Schulen, Obrigkeiten und Unterthanen befehle ich dir, mein Gott. Ach, siehe an das Sündenelend in allen Ständen; mache dich auf und hilf uns, daß deine Ehre gerettet und des gottlosen Wesens ein Ende werde. Hilf den Armen und Elenden, die zu dir schreien. Herr, mein Gott, verschmähe mein Gebet nicht, sondern erhöre mich um Jesu Christi willen! Amen. Lied Nr. 111: Zeuch ein zu deinen Thoren. 130 13. Abendgebet am Mittwoch. Gott, höre mein Gebet und verbirg dich nicht vor meinem Flehen; merke auf mich und erhöre mich. P₁.55, 1, 2, Barmherziger Gott, lieber himmlischer Vater! Ich fage dir Lob und Dank für alles Gute, das du mir in meinem bisherigen Leben erwiesen hast, für allen Segen, Morgen- und Abendgebete. mit welchem du mich im Leiblichen, wie im Geistlichen gekrönt, für alle Hilfe und allen Beistand, den du mich immer wieder erfahren, und alle Rettungen, welche du mir ohne mein Verdienst und Würdigkeit hast zu teil werden lassen. Insbesondere danke ich dir von ganzem Herzen für deine Gnade und Wohlthat, die du mir, o Gott, an dem vergangenen Tage erzeigt, für die Freude, die du mir geschenkt, für den Schutz gegen alle übel des Leibes und der Seele, den du mir gewährt, und für die Langmut und Geduld, womit du meine Fehler getragen hast. Ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die du an mir gethan hast, und bitte dich mit herzlicher Reue um Vergebung alles Bösen, das ich begangen und womit ich bis heute und auch diesen Tag deine Gnade mißbraucht habe. Herr, gehe nicht ins Gericht mit mir, sondern erbarme dich mein, und laß deine Güte und Treue mich auch diese Nacht und ferner behüten. In deine Hand befehle ich meinen Leib und meine Seele, mein Gut und Vermögen, mein Wachen und Schlafen, mein Leben und Sterben. Decke mich mit deinem Schilde und bewahre mich vor allem übel und vor aller Gefahr. Laß mich morgen wieder fröhlich erwachen, damit ich aufs neue dir die Opfer meines Dankes bringe und meinen Christenlauf zu deinem Preise fortsete. Und wenn einst die Nacht auch für mich kommt, da niemand mehr wirken kann, dann reiche mir deine allmächtige Hand und nimm mich auf zu dir in dein himmlisches Reich. Amen. Lied Nr. 298: Sieh, hier bin ich, Chrenkönig. 13 bu Be 14. Morgengebet am Donnerstag. Herr, höre meine Worte, merke auf meine Rede, vernimm mein Schreien, mein König und mein Gott, denn ich will vor dir beten! Herr, frühe wollest du meine Stimme hören, frühe will ich mich zu dir schicken. Pf. 5, 2-4. od rathory O allmächtiger, starker und gewaltiger Gott, lieber himmlischer Vater, der du uns bis auf diese Stunde lebendig erhalten hast, wir kommen vor dein heiliges Angesicht an diesem Morgen und preisen dich um alle deine Morgen- und Abendgebete. Barmherzigkeit, die du wiederum in dieser Nacht an uns erwiesen hast. Du hast uns sicher ruhen lassen, unseren Leib und alle unsere Kräfte neu erquickt und uns fröhlich gemacht im Anschauen deines freundlichen Lichtes. Du, unser Gott und Herr, erforschest und kennest uns; du siehest auf unsere geheimsten Gedanken; wir aber müssen mit herzlichem Leid bekennen, daß wir nicht also vor dir wandeln, wie sichs gebührt, und des Ruhmes mangeln, den wir vor dir haben sollten. Wir fündigen oft und werden übereilt von unsrem eignen Fleisch und Blut. Es ist uns leid, ja es ist uns leid, daß wir dich so oft versuchen. Ach, Vater, vergieb uns doch um deines Namens willen unsere übertretungen! Gedenke der Fürbitte deines Sohnes, unseres gekreuzigten Heilands, und nimm uns wieder zu Gnaden an. Du bist ja unser Vater; von Ewigkeit her ist das dein Name. Dein heiliger Geist regiere uns zu allem Guten. Siehe, o Herr, unseren Leib und unsere Seele und alles, was uns deine Gnadenhand gegeben hat, befehlen wir in deine treuen Vaterhände. Sei du unser und aller Menschen, die dich erkennen und fürchten, Licht und Heil. Sei mit uns in all unserem Thun; gieb, daß wir mit aller Treue warten des Berufes, in den du uns gesetzt hast. Laß alles wohlgelingen; laß uns auch heute unser täglich Brot nach deiner Zusage von deiner Hand mit Danksagung empfangen. Ach, Herr, bewahre unsere Zunge und alle unsere Glieder vor dem Bösen. Laß uns diesen Tag in deiner Furcht zubringen, dir zur Ehre und uns zur Seligkeit, um Jesu Christi, unseres Heilands willen. Amen. Lied Nr. 369: Wach auf, mein Herz, und singe. arded Sinasif 15. Abendgebet am Donnerstag. Behüte mich, wie einen Augapfel im Auge; beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel. Ps. 17, 8. 66 Lieber, barmherziger Gott und Vater! Wir kommen vor dein Angesicht, um dir zu danken, daß du uns auch diesen Tag wieder durch deinen Schutz vor Schaden und Gefahr gnädiglich behütet hast. Wir sind nicht wert aller der Güte und Treue, die du auch heute wieder an uns 14 tong Morgen- und Abendgebete. 15 gethan hast. So du, Herr, wolltest Sünde zurechnen, wer wird bestehen? Aber du bist langmütig und freunds lich und läsfest dich gnädig finden denen, die dich suchen. Tarum bitten wir dich, du wollest uns alle Sünden vers geben, welche wir in Gedanken, Worten und Werken begangen haben, und uns auch jetzt in dieser Nacht und alle Zeit unseres Lebens vor aller Gefahr und allem Schaden des Leibes und der Seele gnädiglich beschirmen. Zu dir steht unsre Hoffnung; denn du bist unser Sott, der Hort, auf den wir bauen. Darum laß deine Augen offen stehen über uns und decke uns mit deinem Schilde. Laß uns heute in Frieden entschlafen und morgen fröhlich zu deinem Preise wieder erwachen. Führe uns durch Nacht zum Licht, bis endlich der letzte Tag unseres Lebens kommt und ein Tag anbricht, der kein Ende nimmt; dann führe uns gnädig in die ewigen Hütten. Amen. Lied Nr. 396: Hirte deiner Schafe. 16. Morgengebet am Freitag. Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Wasche mich wohl von meiner Missethat und reinige mich von meiner Sünde; denn ich erkenne meine Missethat, und meine Sünde ist immer vor mir. Pf. 51, 3-5. Gnädiger und liebreicher Gott! Ich erhebe in dieser Morgenstunde mein Herz und meine Hände auf zu dem Thron deiner göttlichen Majestät, von welchem mir Zeit meines Lebens und auch wieder in der vergangenen Nacht so viele Wohlthaten zugeflossen sind. Du bist in derselben meine Stärke und meine Burg, mein Schuß und Schirm gewesen. Mitten in der Finsternis hast du an mich ges dacht und, da mich die dunkeln Schatten umgaben, mir Leib und Seele vor Gefahr und Schaden bewahrt. Darum danke ich dir und preise deinen heiligen Namen; du hast Großes an mir gethan, des bin ich fröhlich. Sei, o liebreicher Gott, auch heute mein Beistand, leite mich nach deinem Rat und nimm mich endlich mit Ehren an. Gieb mir heute und allezeit ein, was ich reden soll, daß ich nichts übles rede; lehre mich, was ich thun soll, daß ich nichts Böses thue. Laß deines Geistes Zucht an mein Morgen- und Abendgebete. 300 d HELLISD 16 Herz lopfen, wenn meine Gedanken sich von dir verirren wollen. Und da der heutige Tag ein Gedenktag des Leidens und Sterbens meines Herrn und Heilands ist, so stelle sein Kreuz vor meine Augen, damit ich schaue, was er für mich gelitten hat, und alle Lust meines Herzens zur Sünde erlösche. Laß mir diesen Freitag einen rechten Freiheitstag von allem Bösen werden und einen Wegweiser zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Gedenke auch im Leiblichen an mich und segne mich; laß mich aber auch alles Irdische als ein vergängliches Gut ansehen, daß ich meine Seele nicht daran hänge, sondern nach dem Ewigen trachte. Wenn ich arbeite, so stärke mich; wenn ich bete, so erhöre mich; wenn ich ausgehe, so begleite mich; wenn ich heimkehre, so weiche nicht von mir. Umgieb mich und die Meinen mit deinem Schube, daß wir den Abend fröhlich erleben. Halte traurige Botschaft fern und laß uns hören Freude und Wonne. Amen. Lied Nr. 62: Wenn mich mein Sünden fränken. 17. Abendgebet am Freitag. Herr, auf dich traue ich; laß mich nimmermehr zu Schanden werden; errette mich durch deine Gerechtigkeit. Pf. 31, 2. Wir danken dir, Herr, unser Gott, für die wunderbare Liebe, mit welcher du uns Unwürdige durch deinen geliebten Sohn errettet hast. Also hast du die Welt geliebt, daß du deinen Eingebornen dahin gabst, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. D unermeßliche Liebe, du gabst den Sohn dahin, um den Knecht zu erlösen und jeder Gewalt des Bösen zu entreißen. Wie sollen wir dich loben und dir Dank sagen für diese deine Barmherzigkeit? Laß dir wohlgefallen das Stammeln unseres Mundes und den findlichen Dank unseres Herzens. Vernimm in deiner Herrlichkeit die schwachen Seufzer unserer Seelen, die wir dir darbringen für alle Erbarmungen, womit du uns in deinem Sohne, unserem Heiland, zu Hilfe kamst. Er starb für unsere Sünden und stand auf zu unserer Gerechtigkeit und herrschet nun in Ewigkeit zu deiner Rechten und bittet für uns. Du hast ihm alle Macht Morgen- und Abendgebete. 17 gegeben, daß in seinem Namen sich unsere Kniee beugen und alle Zungen bekennen sollen, daß er der Herr sei zu deiner Ehre. Gott, allmächtiger Vater, gelobet sei dein heiliger Name in Ewigkeit! O mache uns würdig, himmlischer Vater, der großen Verheißung deines Sohnes, daß wir in ihm Leben und Seligkeit haben sollen. Vollende, was du begonnen hast, und laß uns immer reichlicher zum Genusse deiner Gnade gelangen. Würdige uns tieferer Blicke in das Geheimnis deiner Erbarmungen und zerstreue alle Finsternisse unseres Herzens durch die Strahlen deines ewigen Lichtes. Stärke, kräftige, gründe uns durch die helle Erkenntnis unseres Erlösers. Siehe, wir lieben ihn, hilf uns stärker ihn lieben. Siehe, wir glauben, hilf unserem Unglauben. Amen. Lied Nr. 387: Mein schönste Zier und Kleinod bist. 20ERS 18. Norgengebet am Samstag. Herr Gott, du bist unsere Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge worden und die Erde und die Welt geschaffen worden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Pf. 90, 2. 10 Rühmet den Herrn, die ihr ihn fürchtet; denn er hat nicht verachtet noch verschmäht das Elend der Armen und sein Antlitz vor ihnen nicht verborgen! Ja, du erhörst das Gebet, du getreuer Gott; darum kommt alles Fleisch zu dir. Du machst fröhlich, was da lebt, beides des Morgens und des Abends. Auch in dieser Nacht hast du uns wieder geholfen und läsfest uns heute unter deinem Schutze den Schluß einer Woche erleben. D Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Darum danken wir dir für alle deine Gnade und lobsingen deinem Namen, du Höchster. Ach, gieb doch, daß wir ohne Unterlaß deiner Treue gedenken und des Morgens deine Gnade, des Nachts deine Wahrheit verkündigen. Und hilf uns, daß auch all unser Wandel dich preise und unser Thun und Lassen dich ehre. Heilige du uns zu Opfern, die dir angehören und die da lebendig, heilig, unsträflich und dir wohlgefällig sind. Dazu erwecke uns alle Morgen; wirke beständig in unseren Herzen durch deinen heiligen Geist und mache uns zu neuen Menschen, auf daß wir in dir bleiben und einen 18 Morgen- und Abendgebete. Fels des Heils haben mögen, wenn auch eine Woche um die andere dahinflieht. Es ist ja alles eitel; alles Fleisch ist wie Gras und alle Herrlichkeit des Menschen wie des Grases Blume. Das Gras verdorrt, die Blume fällt ab, du allein bleibst, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende. Darum nehmen wir unsere Zuflucht zu dir und bitten dich: sei unser allmächtiger Schutz und leite uns an deiner Hand, daß wir nicht von deinen Weger abweichen. Hilf uns zu einem gesegneten Schlusse dieser Woche; segne uns zu ernstlicher Selbstprüfung, damit wir unsere Gedanken und Werke dieser Woche überschauen und merken, wo wir gefehlt haben, und uns demütigen vor dir. O Herr, wirke du selbst in uns eine wahre Buße an Herz und Sinn. Bereite uns zu, daß du unter uns wohnen könnest; mache uns den heutigen Tag zu einem stillen Vorsabbat unserer Seelen, damit wir morgen deinen heiligen Sabbattag im rechten Segen feiern mögen. O treuer Vater, schenke uns heute deine Hilfe unter allen Umständen und laß nichts Böses über uns herrschen. Sei uns gnädig und erfülle an uns deine Verheißung: es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von euch weichen und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen. Ja, offenbare an uns deine Treue, Vater, Sohn und heiliger Geist. Hilf, o Herr, und laß alles wohlgelingen. Erhebe dein Angesicht über uns und gieb uns deinen zeitlichen und ewigen Frieden! Amen. Lied Nr. 375: Gott, du Licht. 19. Abendgebet am Samstag. Herr, lehre mich, daß es ein Ende mit mir haben muß und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß. Siehe, meine Tage sind einer Hand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! Sie gehen daher wie ein Schatten and machen sich viel vergebliche Unruhe; sie sammeln und wissen nicht, wer es friegen wird. Nun, Herr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. Pf. 39, 5-8. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich! Ich lobe dich täglich und preise auch jeßt, am letzten Abend dieser Woche, deinen heiligen Morgen- und Abendgebete. 19 Namen. Denn wer bin ich, Herr, und was ist mein Haus, daß du mich bis hierher gebracht hast? Du hast in dieser Woche nicht mit mir gehandelt nach meinen Sünden und mir nicht vergolten nach meiner Missethat, haft mir Leben und Wohlthat erzeigt und durch dein Aufsehen meinen Odem bewahrt; des Tages bin ich unter deinem Schatten gesessen und des Nachts durfte ich unter deinem Schirm ruhen. Du warst und bist meine 3uversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich traue. Darum danke ich dir von Grund meines Herzens, und wenn du auch mich und die Meinen mit allerlei Leiden dieser Welt heimsuchst, so lobe ich doch deine Güte, die durch Trübsul uns in dein Reich führen will. Ach, vergieb mir um Jesu Christi willen meine Sünden, welche ich wider dich, meinen Nächsten und mich selbst in dieser Woche begangen habe. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz durch das Blut deines Sohnes und einen neuen Geist durch deinen heiligen Geist. Und wie du aus Gnaden mir meine Sünden erläsfest, so neige auch mein Herz, daß ich denen vergebe, die sich wider mich verfündigt haben. Ich weiß ja nicht, ob du nicht mit dem Ende dieser Woche und in dieser Nacht mich aus dem zeitlichen Leben abrufft. Darum laß mich weder in der Sünde des Zornes und der Unversöhnlichkeit, noch sonst in einem Laster sterben oder verderben, sondern in Jesu Christo, meinem Heiland, erfunden werden. Herr, du bist unsre Zuflucht für und für! Sei mit mir, mit den Meinen, mit allen Menschen, schüße und schirme sie und laß sie immerdar deine Wege gehen. Durch deine Kraft bereite alle, die nach dir fragen und dein Heil lieb haben, daß ein jeder das Werk, das du ihm befohlen hast, von Tag zu Tag treulich ausrichte und am Ende seines Lebens mit Freuden vollendet habe, damit das Ende, es komme heut oder morgen, eine Befreiung von dem Dienst des vergänglichen Wesens und ein Anfang der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes in jener Welt sei. Bereite uns zum ewigen Sabbat, da nicht Leid noch Geschrei noch Schmerz mehr ist, sondern Freude in Fülle und liebliches Wesen zu deiner Rechten. Das thue, lieber Bater, um Jesu Christi, deines Sohnes, willen. Amen. Lied Nr. 402: Gott Lob, ein Schritt zur Ewigkeit, Festgebete. III. Festgebete. 20. Auf Weihnachten. Laß dir wohlgefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens vor dir, Herr, mein Hort und mein Erlöser. Ps. 19, 15. 20 S Ewiger und allmächtiger Gott, du hast also die Welt geliebt, daß du deinen eingeborenen Sohn sandtest, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Wir danken dir dafür von Grund unserer Herzen und loben deine große Barmherzigkeit, daß uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe, dein Sohn Jesus Christus, und unser Fleisch und Blut angenommen, damit er durch sein Leben unser Leben heilige und durch seinen Tod dem Tode die Macht nähme und Leben und unvergängliches Wesen an das Licht bringe durch das Evangelium. Wir bitten dich herzlich, verleihe uns die Gnade, daß wir dir unser Leben lang danken und von Tag zu Tag mehr erkennen, wie uns dein Sohn gemacht ist zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und Erlösung, daß wir alles für Schaden achten gegen die überschwengliche Erkenntnis Jesu Christi. Gieb, daß wir an ihn, unsern Heiland, aufrichtig glauben, uns ihm gänzlich ergeben, ihm willig dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit, und durch ihn deine Kinder und Miterben sein mögen deiner ewigen Herrlichkeit. Ehre sei dir in der Höhe, Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Amen. Lied Nr. 37: Ich steh an deiner Krippe hier. - 21. 3um Jahreswechſel. Mein Gott, nimm mich nicht weg in der Hälfte meiner Tage. Deine Jahre währen für und für. Du hast vorhin die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk. Sie werden vergehen, aber du bleibest. Sie werden alle veralten, wie ein Gewand; sie werden verwandelt, wie ein Kleid, wenn du sie per Festgebete. 21 wandeln wirst. Du aber bleibest, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende. Ps. 102, 25-28. Allmächtiger, ewiger Gott, barmherziger Vater, wir haben jetzt abermals ein Jahr unserer Pilgerschaft auf Erden zu Ende gebracht und fangen in deinem Namen ein neues an. Ach, Herr und Gott, wie groß ist deine Gnade, die du uns seither erzeigt hast, da wir doch durch unsere Sünden so viel Strafen verdient hätten. Wir rühmen und preisen deine große Barmherzigkeit und danken dir für alle deine Güte und Treue.- Wir bitten dich aber auch durch deinen Sohn, unsern Heiland, gehe nicht mit uns ins Gericht und vergilt uns nicht nach unserer Missethat, sondern vergieb uns unsere Sünden und führe uns auf deinen Wegen. Regiere uns, daß wir keine alte Unreinigkeit in das neue Jahr bringen, sondern den alten Menschen aus- und den neuen anziehen, der nach dir geschaffen ist. Fange an, o Vater, uns aufs neue zu segnen. Gieb uns rechten Mut, rechten Glauben und rechte Werke. Nimm von uns alles Herzeleid, und weil wir im fünftigen Jahre, wie in unserer ganzen Lebenszeit, vor allem deines Schußes bedürftig sind, so halte deine Gnadenhand väterlich über uns.- Getreuer Gott, erhöre unser Gebet und erbarme dich aller Menschen; erhalte uns dein reines Wort, heilige alle Lehrer und Prediger; erbaue Kirchen und Schulen. Behüte uns vor falscher Lehre. Stärke alle Regenten, fördere jeden guten Rat und jede gute That. Segne Väter und Mütter, regiere Kinder und Gesinde. Bewahre uns vor Krieg und Blutvergießen, vor Feuers- und Wassersnot, vor Teurung und Krankheiten. Kröne das Jahr mit deinem Gut; gieb Frieden im Lande, unseren Herzen Frieden, unserem Leibe Gesundheit. Segne unsere Nahrung und fördere das Werk unserer Hände. Bekehre die Sünder, stärke die Frommen, bringe zurecht die Irrenden, erleuchte unsere Feinde, wehre allen Verfolgern, schüße Witwen und Waisen, versorge die Armen, tröste die Elenden, errette die Bedrängten, pflege die Kranken, sei bei den Sterbenden, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unseren Heiland und Erlöser. Amen. Lied Nr. 48: Nun laßt uns gehn und treten. Festgebete. 22. Auf Charfreitag. 1001 Der Gerechte muß viel leiden, aber der Herr hilft ihm aus dem allen. Ps. 34, 20. 22 Herr Gott, heiliger, barmherziger Vater, der du fein Gefallen hast an unserem Tode, sondern willst, daß wir uns bekehren und leben: in tiefer Demut preisen wir deine Gnade, daß du deines eingeborenen Sohnes nicht verschont, sondern ihn für uns alle dahingegeben hast zum Opfer und Lösegeld für unsere Sünden.- Herr Jesus Christus, du Mittler des neuen Bundes, demütige uns heute durch den Anblick deines Leidens und Sterbens, Wir, wir haben dir Mühe und Arbeit gemacht mit unseren Sünden, und um unserer Missethat willen bist du verwundet. O laß es uns nie vergessen, wie schwer die Strafe auf dir lag, damit wir Friede hätten für unsere Seelen. Treuer Heiland und Versöhner! Du hast das große Wert unserer Erlösung vollbracht. O laß dein Sterben unser Leben, deine Gerechtigkeit unser Heil, deinen Todeskampf unsern Sieg und ewigen Frieden werden. Ergreife uns mit der Hand deines heiligen Geistes und versetze uns in die Gemeinschaft deines Lebens, daß von heute an unser alter Mensch samt dir gekreuzigt und begraben werde in den Tod, und wir zu einem neuen Leben mit dir auferstehen. Entzünde unsere Herzen durch die Liebe, damit du uns geliebt hast bis in den Tod, daß wir dich wiederum lieben mit rechter Inbrunst des Geistes und dir dein Kreuz nachtragen im Glauben und in Geduld. Herr Jesu, wie du selbst deinen Geist befohlen hast in die Hände deines himmlischen Vaters, so befehlen auch wir im festen Vertrauen auf die Kraft deiner Erlösung unsern Geist ganz samt Seele und Leib in deine allmächtige Hand.- Laß, Herr, das Wort vom Kreuz eine Gotteskraft und Friedensbotschaft werden bei allen Menschen und unter allen Völkern, damit auch die, welche noch ferne stehen, erlöst werden von ihren Sünden und samt uns deine Gnade und Herrlichkeit rühmen. Denn du, Herr, hast uns erkauft mit deinem Blute; du bist würdig zu nehmen Preis und Ehre und Kraft und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Lieb Nr. 63: D Haupt voll Blut und Wunden, 23 Festgebete. 23. Auf Offern. Alles, was Odem hat, lobe den Herrn! Ps. 150, 6. Wir loben und preisen dich, allbarmherziger Gott, und danken dir von Herzen, daß du deinen Sohn, Jesum Christum, den großen Hirten der Schafe, ausgeführt hast von den Toten und ihm die Herrlichkeit gegeben, welche er hatte, ehe denn die Welt war. Und dir, du großer Siegesfürst, sei ewig Ehre und Preis gebracht für deine unaussprechliche Liebe und den Segen deiner Auferstehung. Stärke und mehre nun unseren schwachen Glauben, daß wir gewiß werden, du seiest um unserer Sünden willen gestorben und um unserer Gerechtigkeit willen auferweckt. Wirke in uns durch deine Gnade, daß wir die Frucht und Kraft deiner herrlichen Auferstehung recht an unseren Seelen fühlen und den beständigen Trost empfinden, daß weder Tod noch Hölle uns schrecken können. Erwecke uns durch deinen Geist zu einem neuen Leben in dir und stärke uns, die Lüste des Fleisches zu besiegen und die Werke des Geistes zu vollbringen. Erhalte uns und unseren Nachkommen die Predigt von deiner Auferstehung. Sei mit allen, die für dein Reich arbeiten, damit das Reich dieser Welt seine Macht verliere auf Erden. Kehre ein mit dem Segen deiner Auferstehung in alle Häuser und gieb, daß in unserem Lande Ehre wohne, Güte und Trene einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen. Komme zu Hilfe deiner bedrängten Kirche und erwecke auch sie zu neuem Leben und neuer Kraft; gieb ihr Sieg gegen ihre Feinde. Tröste mit deiner Osterbotschaft alle betrübten Herzen und errette alle, die in Not und Gefahr sind. Beschere uns durch die Kraft deiner Auferstehung einen seligen Heimgang zu deinem und unserem Vater und gieb, daß wir an jenem Tage fröhlich von den Toten auferstehen und mit dir in himmlischer Freude und Herrlichkeit ewig leben mögen. Amen. Lied Nr. 86: überwinder, nimm die Palmen. 9301 000 helhed 24. Auf Simmelfahrt. Du bist in die Höhe gefahren und hast das Gefängnis gefangen; du hast Gaben empfangen für die Menschen, auch die Abtrünnigen. Gelobet sei der Herr täglich! Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch. 24 Festgebete. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet. Pf. 68, 19-21. Allmächtiger Gott, Vater unseres Herrn Jesu Christi, ich sage dir von Herzen Dank für deine große Gnade, die du uns armen Sündern erzeigt hast durch deinen Sohn, unseren Herrn, welcher auferstanden ist von den Toten, aufgefahren gen Himmel, siket zu deiner Rechten und vertritt uns. Ich bitte dich, du wollest auch mich erwecken aus dem Grabe aller Sünden und zu dir hinauf ziehen, daß ich allein Lust, Liebe und Verlangen habe nach den himmlischen Gütern. Laß meinen Leib auf Erden leben und seines Berufes warten, mein Herz aber, Gedanken und Sinne laß bei dir im Himmel sein. Behüte und bewahre mich vor Sünden und allem übel, erhalte mich in deiner wahren Erkenntnis, so lange ich noch hier auf Erden zu leben habe, bis ich einst ganz zu dir komme, dich von Angesicht zu Angesicht sehe und ewig bei dir bleibe in deiner Herrlichkeit. Amen. Lied Nr. 96: Auf Christi Himmelfahrt allein. 25. Auf Pfingsten. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gieb mir einen neuen, gewissen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Tröste mich wieder mit deiner Hilfe, und der freudige Geist enthalte mich. Pf. 51, 12-14. O Gott, der du die Herzen deiner Gläubigen so gnädig und reichlich mit deinem heiligen Geist am heiligen Pfingstfest besucht und begabt hast: ach, gieße diesen deinen Geist auch über unsere dürren, verschmachteten Herzen aus; erquicke doch dein Erbteil und labe die Elenden. Komm, o heiliger Geist, und ziere uns mit deinen so vielfältigen Gaben, daß wir die großen Thaten Gottes, welche durch Jesum Christum geschehen, wahrhaftig erkennen und preisen und mit neuen Zungen dein Wort reden, rühmen und ausbreiten. Komme in deiner Fülle in die Kirche, welche durch dich gegründet ist, und laß sie immerdar deine Wohnung sein. Entzünde uns mit dem Feuer deiner göttlichen Liebe, brenne aus alle innerliche Festgebete. 25 Bosheit, samt allen anderen fleischlichen Lüften und Be gierden. Zünde an das Licht deiner Wahrheit, daß wir inbrünstig mit rechtem Ernst und Eifer unserem Gotte dienen. du Geist des Friedens, verbinde unsere Herzen mit deinem Bande des Friedens, daß wir in Sanftmut und Demut, in Friede und Einigkeit bei einander bleiben und leben. O du Geist der Geduld, gieb uns Geduld in Leidenszeit und bis ans Ende Beständigkeit. O du Geist des Gebets, erwecke unsere Herzen, damit wir sie samt heiligen Händen zu Gott erheben und ihn in allen Nöten anrufen. Und da wir nicht wissen, was wir bitten sollen, noch wie es sich gebührt, so vertritt du uns mit unaussprechlichem Seufzen. Sei unser Schutz in der Not, unsere Hilfe in Trübsal, unser Trost in aller Widerwärtigkeit. Komm, du starker Gott, und stärke die Schwachen, lehre die Elenden deinen Weg, hilf den Gefallenen auf, bringe die Irrenden zurecht und erhalte fie bei deiner treuen Hand. Komm, o du ewiges Licht, sei unser Licht im Finstern, unser Heil im Leben, unser Trost im Sterben und führ uns auf ebner Bahn zum ewigen Leben, damit wir dich, heiliger Geist, samt dem Vater und dem Sohne mit allen Engeln und Auserwählten dort in deinem Reiche am rechten Pfingsttag rühmen und preisen immer und ewiglich. Amen. 1911921 Lied Nr. 110: O heilger Geist, kehr bei uns ein. 26. Am Bußtage. Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir. Herr, höre meine Stimme, laß deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens. So du willst, Herr, Sünde zurechnen: Herr, wer wird bestehen? Denn bei dir ist Vergebung, daß man dich fürchte. Ps. 130, 1-3. Herr der Weiten, Richter der Seelen, Vater in Christo! Heute bekennen wir dir unsere Sünden, und ein Volk von vielen tausenden bekennt sie dir mit uns. Wir sind ja allzumal Sünder und mangeln des Ruhms, den wir an dir haben sollten, und wenn unsere Lippen hiervon schwiegen, so würden unsere Thaten reden. Bei dir, Herr, aber ist Gnade und Erbarmung, darum sinken wir vor dir nieder und bitten dich: Herr, gehe nicht mit uns ins 26 Festgebete. Gericht und vergilt uns nicht nach unserer Missethat. Barmherzig und gnädig bist du, geduldig und von großer Güte, und kein Wechsel des Lichts und der Finsternis ist in dir. O lege das Gefühl davon recht tief in unsere kranken, verwundeten Herzen; laß uns nicht erliegen unter der Last unserer Schuld. Siehe an unsere Trauer und unser Heimweh nach deinem Himmel. Siehe auch an unser Vertrauen auf die Gnade, die du uns angeboten hast in Christo. Um Jesu Christi willen vergieb uns unsere Sünden. Verstoße uns nicht von deinem Angesicht und laß es nicht mit uns gar aus sein, sondern wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmt, also erbarme dich auch über uns. Siehe an, Herr, unseren Entschluß, der Sünde abzusterben und der Gerechtigkeit zu leben; gründe ihn, stärke ihn, vollbereite ihn, damit der Zustand unserer Seelen und unserer Werke zu deinem Preise und zu unserer Seligkeit erneuert werde. O erleuchte unsere Herzen, daß wir rechtschaffene, wahre Buße thun, alle wissentlichen, vorsäßlichen Sünden fliehen und meiden, hingegen dich und dein heiliges Wort stets vor Augen haben und durch deine Gnade dem wohlverdienten Verderben zeitlich und ewiglich entgehen mögen. Erbarme dich deines Christenvolkes und aller Völker, daß sie suchen und finden dein Heil. Weihe uns zu deinen Tempeln. Sei bei uns in all unserer Not und höre auf unser Flehen in unserer Trübsal. Das alles wollest du thun, o treuer und barmherziger Gott, um des teuern Verdienstes und der träftigen Fürbitte deines geliebten Sohnes, Jesu Christi, unseres Herrn und Heilands, willen. Amen. Lied Nr. 230: Gott, der du unsere Zuflucht bist. IV. Gebete in besonderen Lebenslagen und Verhältnissen. 27. Am Beichtfage( Vorbereitung zum h. Abendmahl). a. Anleitung zur Selbstprüfung. Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz; prüfe mich und erfahre, wie ich es meine, und siche, ob ich Gebete in besonderen Lebenslagen. 27 auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege. Pf. 139, 23-24. Erforsche und frage dich, ob du nicht immer noch: so fleischlich und weltlich gesinnt bist, so wenig frei von Leidenschaften, so voll von Regungen der bösen Lust, so unbewacht in Rücksicht auf das, was den Sinnen schmeichelt, so ergeben vielen eitlen Träumereien,- so sehr geneigt zum Äußeren, so nachlässig in Rücksicht auf das Innere,- so schnell aufgelegt zur Freude und Zerstreuung, so schwer zu bewegen zur so bereit zur Gemächlichkeit Reue und Zerknirschung, und Unthätigkeit,- so träge zur Verleugnung deiner selbst und zur Tugendübung,- so begierig, Neues zu hören und Schönes zu sehen,- so wenig bereit, das Geringe und Verachtete dir gefallen zu lassen, so begierig zu haben, so karg im Geben, so hartnäckig im Behalten,- so unvorsichtig im Reden, so unenthaltsam im Schweigen, so unordentlich im Betragen, so heftig im Handeln, so unmäßig in Speise und Trank, taub gegen Gottes Wort, so schnell zur Ruhe, so langsam zur Arbeit, so munter zu unnüßem Geschwät, so schläfrig zu frommen Betrachtungen,- so nachlässig im Gebet, so lau im Gottesdienst, so falt beim Abendmahl, so schnell zerstreut, so selten ganz gesammelt, so plötzlich zum Zorn bewegt, so leicht bereit, andern wehe zu thun, so streng im Tadel, so vorschnell zum Verdammen, so wenig treu den Freunden, so unversöhnlich gegen die Feinde, so fröhlich im Glück, so verzagt im Unglück, so voll frommer Entschlüsse und so arm an guten Werken. ( DieSelbstprüfung kann auch nach den 10 Geboten geschehen.) so - - - _ - - P - - - - - P - — — Der Mensch prüfe sich selbst und also esse er von diesem Brot und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig isset und trinket, der isset und trinket sich selber das Gericht. 1. Cor. 11, 28. 29. N b. Sündenbekenntnis. Ich bekenne dir meine Sünde und verhehle dir meine Missethat nicht. Ich sprach: ich will dem Herrn meine übertretung bekennen; da vergabst du mir die Missethat meiner Sünde. Ps. 32, 5. Gebete in besonderen Lebenslagen. Dallmächtiger Gott, barmherziger Vater! Ich armer, elender Sünder bekenne vor deinem Angesicht alle meine Missethat und Sünde, womit ich dich erzürnt und deine Strafe zeitlich und ewig wohl verdient habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr. Darum bitte ich um deiner unergründlichen Barmherzigkeit und des unschuldigen, bitteren Leidens und Sterbens deines lieben Sohnes, Jesu Christi, meines Heilands, willen, du wollest mir meine Sünden verzeihen und deinen heiligen Geist geben, daß ich durch sein Eingeben mein Leben bessere und von Herzen fromm werde. Ach, Gott, sei mir Sünder gnädig! Amen. 28 c. Gebet um Vergebung der Sünden. Die Angst meines Herzens ist groß, führe mich aus meinen Nöten. Siehe an meinen Jammer und Elend und vergieb mir alle meine Sünden. Ps. 25, 17. 18. Mein Gott und Herr! Meine Seele ist betrübt, mein Herz voll Angst und mein Gewissen voll Traurigkeit um meiner Sünden willen. Sie gehen über mein Haupt und sind mir wie eine schwere Last. Du aber bist voll Gnade. Darum komme ich zu dir und flehe: gedenke nicht meiner Sünden, gedenke aber an deine Barmherzigkeit, die von der Welt her gewesen ist. Vergieb mir um deines Sohnes willen, der gekommen ist, das Verlorene zu suchen und die Sünder selig zu machen. Hier bin ich als verlorenes Kind; nimm mich in Gnaden an und schenke mir deine Barmherzigkeit. Hilf mir meine Sünden herzlich bereuen und deine Verzeihung mit gläubigem Herzen ergreifen. Stärke mich durch deinen heiligen Geist, daß ich hinfort ein christliches und gottseliges Leben führe und dir allezeit diene in Heiligkeit und Gerechtigkeit, wie es dir wohlgefällig ist. Laß mir den Genuß des heiligen Mahles deines lieben Sohnes gereichen zur Kräftigung meines schwachen Glaubens, zur Besserung meines sündlichen Lebens und zum Pfand meiner ewigen Seligkeit. Und sollte ich wieder straucheln und fallen, dann, Herr, richte mich auf um deines heiligen Namens willen. Hilf, daß mein Leben eine stete Buße sei, daß ich mich allezeit nach deinem Wort und Willen richte, bis ich endlich in dein Gebete in besonderen Lebenslagen. 29 Reich komme, wo alle Schwachheit aufhört und keine Sünde mehr begangen wird, wo man dich anschaut und dir dient in vollkommener Liebe und Freude von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 224: Meine Seele, voller Fehle. 28. Am Abendmahlstag. a. Vor dem Abendmahl. Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicktet meine Seele; er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. P₁. 23, 1-3. Herr Jesus Christus, mein getreuer Hirte und Bischof meiner Seele, du hast gesagt: ich bin das Brot des Lebens, wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten. Siehe, ich komme zu dir und bitte dich, du selbst wollest mich recht bereiten und zum würdigen Gast deines himmlischen Mahles machen. Bewahre mich vor dem einen, daß ich unwürdig von dem heiligen Brot esse und von dem heiligen Kelche trinke und damit mir selbst esse und trinke das Gericht. Gieb rechte Reue über meine Sünden in mein Herz und festen Glauben an dein heiliges Verdienst zum Trost in meine Seele. Gieb mir auch einen demütigen und versöhnlichen Sinn, daß ich meinen Feinden vergebe, und tilge in mir die Wurzel aller Bitterfeit und Feindseligkeit. Pflanze in mein Gemüt herzliche Liebe und Barmherzigkeit, daß ich meinen Bruder und Nächsten, ja alle Menschen, wie mich selber in dir lieb habe. Ach, Herr, ich komme zu dir mit Sünden beladen, nimm die Last von mir; ich komme als Unreiner, reinige mich; als Blinder, erleuchte mich; als Armer, mache meine Seele reich; als Verirrter, suche mich; als Verlorener, mache mich felig. Mein himmlischer Arzt, ich bringe zu dir eine franke Seele, heile sie; ein Herz, das Mangel hat an wahrer Gottseligkeit, Heiligkeit und Gerechtigkeit, erfülle es mit deiner Gnade, mit deinem Geiste, deiner Liebe, deiner Demut und Sanftmut, deiner Geduld und deinem Frieden. Du wahrhaftiges Brot des 30 Gebete in besonderen Lebenslagen. Lebens, speise mich zum ewigen Leben. Nur in dir habe ich volles Genüge, darum bleibe ewig in mir und laß mich ewig in dir bleiben, wie du gesagt hast: wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der bleibt in mir und ich in ihm, und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage. Amen. Lied Nr. 202: Ich komme, Herr, und suche dich. b. Vor dem Hintritt zum Tische des Herrn. O Gott, sei mir armem Sünder gnädig; gieb deinen heiligen Geist in mein Herz, daß ich das heilige Sakrament würdiglich empfangen, meinen schwachen Glauben stärken, mein blödes Gewissen trösten, mein Leben bessern und ewig selig werden möge. Solches verleihe mir, o Gott, to dul um Jesu Christi willen. Amen. c. Nach dem Abendmahl. 52 gad Ich danke dir, Herr, mein Gott, von ganzem Herzen und ehre deinen Namen ewiglich. Pf. 86, 12. bin bi Barmherziger Gott und Vater, ich lobe und preise deinen heiligen Namen und danke dir für deine unaussprechliche Güte, daß du mich armen, unwürdigen Sünder mit dem Leibe und Blute deines Sohnes Jesu Christi gespeist und getränkt hast. Ach, Herr, ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die du an mir thust. So hilf mir denn, getreuer Gott, daß an mir dieses Mahl gedeihen möge zur Stärkung meines Glaubens und zur Liebe gegen die Brüder, zum Wachstum in der Gottfeligkeit, zur Geduld in Leiden und dereinst zu einem freudigen, seligen Sterben. Mache mich brünstig im Geist, fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, laß mich an halten am Gebet, auf daß ich die guten Vorsätze, welche ich durch deine Gnade gefaßt habe, durch deine Kraft nun auch ins Werk setzen und alle Anfechtungen der Welt und des Fleisches überwinden möge. Erhalte deine Kirche im rechten Glauben und in wahrer Einigkeit des Geistes und hilf uns allesamt aus zu deinem himmlischen Reiche, das du aufgerichtet hast durch Jesum Christum, welchem. sei samt dir und dem heiligen Geiste Dant, Lob, Ehre, Preis und Herrlichkeit von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 207: D Jesu, meine Wonne. Gebete in besonderen Lebenslagen. d. Gebet eines Kranken vor dem Abendmahl. Ich will zu Gott rufen, und der Herr wird mir helfen. Pf. 55, 17. Mein Herr und Heiland, der du das Seufzen der Elenden hörst und ein geängstetes und zerschlagenes Herz nicht verachtest, blicke auf mich in meiner Trübsal und Anfechtung in Gnaden herab und erquicke meine Seele, die nach deiner Erbarmung dürftet, mit himmlischem Troste. Nahe dich zu mir in deinem heiligen Mahle und stärke mich durch den Genuß deines Leibes und Blutes. Gieb mir Kraft, daß auch Krankheit und Schmerz mein Vorhaben nicht hindern, mich mit dir zu vereinigen. Lehre du selbst mich deinen Tod auf rechte Art verkündige und an dein Leiden und Sterben, deine Marter und Bein und alles gedenken, was du für mich gethan und gelitten hast. Ich weiß, daß ich in deinem Mahle dich selbst empfange zur Versöhnung mit Gott, und bin gewiß, daß ich nicht soll verloren gehen, sondern das ewige Leben haben. Erhalte mich bei diesem beseligenden Glauben und stärke ihn durch deine Kraft. Mein Herr und mein Gott, tröste mich in meinem Leide und sei bei mir in meiner Trübsal, und hast du bestimmt, daß ich abscheiden soll von dieser Erde, so scheide nicht von mir. Stehe mir bei im letzten Kampfe und laß deinen Tod mein Leben sein. Ists aber dein gnädiger Ratschluß, daß ich noch länger ein Pilgrim sein soll in dieser argen Welt, dann reinige mir Herz und Sinn, daß ich nach deinem Wohlgefallen meine Wege gehe. Herr, wie du willst, so schicks mit mir im Leben und im Sterben. Amen. Lied Nr. 294: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. 31 e. Gebet eines Kranken nach dem Abendmahl. Ich danke dir, Gott, denn du kannst es wohl machen, und will harren auf deinen Namen. Ps. 52, 11. O du gnädiger und getreuer Gott und Vater, ich fage dir Lob und Dank, daß du mich durch dieses heilige Mahl erquickt und gestärkt hast. Ich bitte dich um deiner Barmherzigkeit willen, du wollest durch diese himmlische Speise und durch diesen Trant des Lebens meine Seele 32 Gebete in besonderen Lebenslagen. heiligen, damit ich meinen Lauf im Glauben vollende, deinem väterlichen Willen mich demütig unterwerfe und auch unter Kreuz und Trübsal deinen Namen preise. Gieb, daß ich ewig dein Eigentum bleibe, und daß weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Leben noch Tod mich scheiden möge von deiner Liebe in Christo. Amen. Lied Nr. 295: Laß mich dein sein und bleiben. S 29. Gebete in Krankheit. a. Herr, sei mir gnädig, heile meine Seele, denn ich habe an dir gefündigt. Ps. 41, 5. Es hat dir gefallen, mein Schöpfer und Vater, mich mit Krankheit heimzusuchen. Meine Kraft hat mich verlassen, mein Odem ist schwach, meine Heiterkeit dahin; Mattigkeit und Schmerzen haben meine Glieder befallen, und mein natürliches Leben ist dem Grabe nahe. Allmächtiger, der du gesagt hast: Ich bin der Herr, dein Gott", zu dir nehme ich meine Zuflucht, auf dich sehe ich auch in dieser Prüfung mein Vertrauen. Vor allen Dingen bitte ich dich, daß du dich gnädig meiner Seele annehmen, mir um Christi willen meine Sünden vergeben und mir Hoffnung und Glaubensfreudigkeit im Tode schenken wollest. Laß die Krankheit meines Leibes zur Gesundheit meiner Seele gereichen, daß das Gefühl meiner Schwachheit den Glauben an dich stärke und meine Buße aufrichtiger und ernsthaft mache. Sei mir freundlich, mein Gott, in diesem Leiden, und laß die Gebeine, die du zerschlagen hast, wieder Freude und Wonne fühlen; denn ich habe niemand im Himmel und auf Erden, der mir helfen, mich stärken und beruhigen könnte, als dich, den treuen Helfer in aller Not. O mein Vater, du hast mir eine Last aufgelegt, hilf sie mir auch tragen; lindere meine Schmerzen; erquicke meine matte Seele mit deinem himmlischen Troste; schenke mir christliche Geduld und Gelassenheit; läutere meinen Glauben in der Hitze der Trübsal und segne den Gebrauch der Arzneimittel zur Wiederherstellung meiner verlorenen Gesundheit. Herr, Gebete in besonderen Lebenslagen. 33 du Allmächtiger, bei dir ist kein Ding unmöglich; wenn du willst, kannst du mich wieder gesund machen. Bin ich noch nicht bereit zum Sterben, noch nicht reif für die Ewigkeit, o so verlängere noch meine Gnadenzeit. Reiß mich nicht weg aus dem Lande der Lebendigen, sondern stärke mich noch ferner durch deinen Geist, daß ich künftig als ein fruchtbarer Baum dir wohlgefällige Früchte bringen möge. Ja, Herr, ich gelobe es, daß ich mit Leib und Seele mich dir heiligen will, wenn du mich wieder aufkommen läsfest. Sollte aber in deinem heiligen Rat mein Ende beschlossen sein, so bitte ich dich flehentlich um die Gnade, selig sterben zu dürfen. Ach, nur selig, welchen Ausgang auch die Krankheit nehmen wird; sie mag zum Leben oder zum Tode sein, laß sie nur zu deiner Ehre und zu meinem wahren Besten dienen. Vater, nicht mein, sondern dein Wille geschehe. Herr, dir lebe ich; Herr, dir sterbe ich; Herr, dein bin ich tot und lebendig. Amen. Lied Nr. 293: Auf dich hab ich gehoffet. b. *** Die Angst meines Herzens ist groß; führe mich aus meinen Nöten. Ps. 25, 17. Thema Du frommer und getreuer Gott und Vater unseres Herrn Jesu Christi, ich bitte dich von Herzen, du wollest mich in meiner Not nicht verlassen, sondern mit dem Licht deiner wahren Erkenntnis erleuchten, daß ich in demselben aus der Finsternis dieser Welt und meiner schweren Krankheit zu dir, dem ewigen Lichte, möge wandeln. Herr, sei du bei mir, wenn ich sterben soll; stehe du mir zur rechten Hand, wenn ich meinen Geist auf geben muß; errette mich aus der Hand des Feindes unserer Seelen, tröste und stärke mich, erhalte mich in deiner Erkennt nis und im festen, starken Vertrauen auf deine große Gnade und Barmherzigkeit. Ach, Herr, laß das letzte Wort deines lieben Sohnes am Stamme des Kreuzes auch mein letztes Wort sein, daß ich mit gläubiger Zuversicht im Herzen sagen darf: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist; denn du hast mich erlöset, du getreuer Gott. Und wenn ich aus Schwachheit und Größe meiner Krankheit solches 34 Gebete in besonderen Lebenslagen. nicht mehr könnte mit dem Munde reden, so laß doch mein Herz also in der Stille zu dir rufen und seufzen. Amen. Lied Nr. 439: Christus, der ist mein Leben. dotal sh c. Morgengebet eines Kranken. Ich komme frühe und schreie; auf dein Wort hoffe ich. Pf. 119, 17. Herr, du Vater des Lebens, dessen Güte alle Morgen neu ist, sei gelobt und gepriesen, daß du mich armen Kranten in dieser Nacht so gnädig bewahrt und erhalten hast. Noch kann ich das Licht schauen im Lande der Lebendigen und deine über mich erneuerte Güte preisen. Sollte aber dieser Tag mein letter auf Erden sein, ach, so bewahre doch in meinem Herzen das Licht des Glaubens und laß Jesum Christum, das ewige Licht, mit seiner Gnade mir leuchten bis ans Ende, daß ich selig einschlafen möge in seiner selig machenden Erkenntnis. Nun, Herr, dein Wille geschehe! Nimm dich meiner Seele treulich an, daß sie nicht verderbe. Mein Gott und Vater, erbarme dich über mich! Mein treuer Heiland, Herr Jesu, erbarme dich meiner! O heiliger Geist, du Tröster in aller Not, erbarme dich über mich und gieb mir deinen Frieden! Amen. Lied Nr. 371: Morgenglanz der Ewigkeit. d. Abendgebet eines Kranten. Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Ps. 27, 1. Deinem Namen, mein treuer Gott und Heiland, sage ich von Herzen Dank und Lob, daß du mir diesen Tag hast überwinden helfen, und daß deine Kraft in mir Schwachem mächtig war. Aber siehe, hier liege ich noch unter deiner Heimsuchung und seufze zu dir: ach, Herr, mein Gott, wie lange verziehst du mit deiner Hilfe! Siehe doch an meinen Jammer und mein Elend, vergieb mir alle meine Sünden und errette mich! Dir befehle ich meinen hinfälligen Leib und meine so teuer erkaufte Seele. Laß meinen Leib ruhen, die Seele aber stets zu dir machen, damit ich deine herrliche Ankunft mit Verlangen erwarte. Stärke mich im Glauben und in der Gebete in besonderen Lebenslagen. 35 Geduld also, daß ich vor dir bestehen und das himmlische Erbe durch deine Gnade erlangen möge. Dazu hilf mir, mein Heiland und Erlöser, um deines bitteren Leidens und Sterbens willen. Amen. Lied Nr. 397: Herr, es gescheh dein Wille. e. Gebet der Eltern bei Erkrankung eines Kindes. Erhöre mich, wenn ich rufe, Gott meiner Gerechtigkeit, der du mich tröstest in der Angst; sei mir gnädig und erhöre mein Gebet. Pf. 4, 2. Barmherziger, gnädiger Gott und Vater, du siehst, welcher Jammer unser Herz erfüllt. Die Freude an unserem lieben Kinde ist in schwere Sorge und großes Herzeleid verwandelt. Da liegt es vor unseren Augen, und jeder Zug seines Antlikes bricht unser Herz. Wir möchten gern helfen und können doch nicht. Darum ers barme du dich, allmächtiger Helfer, denn bei dir ist tein Ding unmöglich. Gebiete du, dann wird die Krankheit weichen; laß es dein Wohlgefallen sein, so werden wir die heißersehnte Freude haben, unser Kind genesen zu sehen. Doch es ist dein Kind, du bist sein rechter Vater, denn du hast es geschaffen und in der heiligen Taufe als dein Kind aufgenommen. So hast du ein größeres Anrecht an es, als wir. Deshalb, dein Wille geschehe. Wir wollen nicht murren, wenn du es uns nimmst aus unseren Armen in deine treuen Vaterarme. Vor dir liegt ja alle Zukunft, wie ein aufgeschlagenes Buch, und du weißt am besten, was unserem treuen Kinde heilsam ist, Leben oder Sterben. Gedenkst du es zu versehen als Pflanze in dein Paradies, dann wollen wir uns trösten, daß du es auch bewahrst vor den Sünden dieser Welt und es frühe führest zu deinem ewigen Heile. Willst du unser liebes Kind uns aber noch lassen, dann, o Herr, wollen wir es von neuem freudig aus deiner Vaterhand nehmen als lebendigen Zeugen deiner Macht und deiner Gnade. Dann aber schenke uns auch Kraft und Weisheit, es für dich und dein himmlisches Reich zu erziehen. Endlich, getreuer Gott, laß uns wieder vereinigt werden in dem Himmelreich unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi, da, wo 13 36 Gebete in besonderen Lebenslagen. tein Leid, kein Schmerz, kein Tod mehr unsere Freude stört und wo wir in vollkommener Seligkeit dich ewig loben und preisen werden. Amen. Lied Nr. 333: Befiehl du deine Wege. 1. Frbitte der Angehörigen für einen Kranken. Hilf uns, Gott, unser Helfer, um deines Namens Ehre willen! Ps. 79, 9. Vater, wir flehen zu dir für den Kranken, der uns so wert und teuer ist. Kann es nach deiner Weisheit, die höher ist als alle Weisheit dieser Welt, geschehen, so laß ihn genesen und erhalte uns ihn, den wir so innig lieben. Doch wir unterwerfen uns mit Demut deinem heiligen Willen, wenn auch mit banger Besorgnis und mit Thränen. Ach, verwandle unsere Angst und Traurigkeit durch Erhörung unseres heißen Gebetes in Freude und Wonne. Hilf, Helfer, hilf, denn wenn du willst, so kannst du uns wohl helfen. In deinem heiligen Worte hast du uns ja gesagt: rufe mich an in der Not, so will ich dich erreften, so sollst du mich preisen. Vater, wir rufen dich an: ist es möglich, so laß uns den bittern Kelch der Trennung nicht trinken, gieb vielmehr, daß wir für Rettung und Erhaltung dich preisen und dir danken können. Mildere, o Gott, die Schmerzen unseres lieben Kranten und tröste, beruhige, stärke ihn durch deinen Geist. Und soll, o Herr über Leben und Tod, nach deinem väterlichen Ratschluß seine Todesstunde herannahen, ach, so mache sie ihm sanft und selig. Stärke dann mit Kraft aus der Höhe den Scheidenden und uns, die Zurückbleibenden. Laß ihn und uns im Geiste hinüberblicken in die ewigen Wohnungen, wohin diejenigen, die vor uns sterben, vorangehen und wohin wir ihnen folgen werden. Laß ihn und uns alle feststehen im Glauben an unseren Er löser und Heiland, der dem Tode die Macht genommen und Leben und unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat. In solchem Glauben laß uns leben, leiden und sterben. Amen. Lied Nr. 344; Was Gott thut, das ist wohlgethan. Gebete in besonderen Lebenslagen. 37 g. Fürbitte der Angehörigen für einen Sterbenden. Wo ist jemand, der da lebet und den Tod nicht fehe? Ps. 89, 40. Heiliger, barmherziger Vater, siehe in Gnaden an unseren Miterlösten, der mit dem Tode ringt. Erbarme dich seiner in seiner letzten Angst. Erbarme dich seiner im Gerichte. Wir empfehlen dir seine Seele, die du zum ewigen Leben erschaffen hast; erlöse sie von allem Übel und nimm sie auf in deine Hände. Göttlicher Erlöser, Jesus Christus, auch für diesen Sterbenden hast du dein Blut vergossen, auch für ihn die heißen Todeskämpfe gekämpft. Stehe ihm bei in seiner legten Not. Du hast seine unsterbliche Seele erlöst zum ewigen Leben. Rufe den scheidenden Geist in die Heimat zu dir, auf daß er deine Herrlichkeit schaue. Heiliger Geist, göttlicher Tröster, sei Licht, Trost und Kraft diesem Sterbenden, dessen Auge jetzt bricht. Stärke ihn in seinem letzten Kampfe; hilf ihm durchdringen durch die enge Pforte zum ewigen Leben. Bringe seine Seele zum ewigen Frieden. Amen. Lied Nr. 453: Unser keiner lebt ihm selber. h. Kurze Sprüche, Sterbenden vorzusprechen. O Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände! Du hast mich erlöset und wirst mich auch jetzt erlösen, o Herr, du getreuer Gott. Amen. Ach Herr, erlöse mich von allem Übel und hilf mir zu deinem himmlischen Reiche. Amen. Herr Jesu, dein bitteres Leiden und Sterben komme mir zu Hilfe in meiner Todesnot und vor deinem Gerichte. Amen. Herr, ich warte auf dein Heil! Führe mich nach deinem Worte ins rechte Vaterland. Herr Jesu, dir leb ich, Herr Jesu, dir sterb ich; dein bin ich tot und lebendig. Amen. Gebete in besonderen Lebenslagen. Ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch keine andere Kreatur mich scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserem Herrn. Amen. 38 Erlöse mich, o mein Gott, von meinen Leiden; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst; Herr, dein Wille geschehe. Amen." 30. Gebet nach dem Berscheiden eines Kranken. Nun, Herr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. Pf. 39, 8. Herr, allmächtiger Gott und Vater, verleihe unserem Dahingeschiedenen um deines lieben Sohnes willen die ewige Freude und Ruhe; laß ihm leuchten dein ewiges Licht und gieb ihm das ewige Leben! Uns aber, die wir hienieden bleiben und dem Ent schlafenen nachschauen, tröste aus der Fülle deiner Barmherzigkeit! Sei unser aller Pfleger, Helfer und Beistand und laß uns deine Güte und Gnade reichlich erfahren, bis auch unser Stündlein kommt und wir selig dahinfahren. O getreuer Herr und Heiland, geleite die Seele unseres Entschlafenen, die du selber durch dein Blut erkauft hast, in die Herrlichkeit Gottes um deiner Liebe willen. Amen. Lied Nr. 242: Ich weiß, an wen ich glaube. 31. Dankgebet nach erlangter Genesung. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat; der dir alle deine Sünde vergiebt und heilet alle deine Gebrechen; der dein Leben vom Verderben erlöst; der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Ps. 103, 1-4. Ich preise dich, Herr, denn du hast mich erhöret; da ich schrie zu dir, machtest du mich gesund. Du hast mein Herzeleid in Herzensfreude verwandelt. Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit. Siehe, um Trost war mir sehr bange, aber du, Herr, hast dich meiner Seele Gebete in besonderen Lebenslagen. 39 angenommen, daß sie nicht verdürbe. Stricke des Todes umfingen mich und ich dachte: nun bin ich gar dahin. Aber du hast mein Flehen erhört und meine Seele vom Tode errettet. Herr, mein Gott, wie groß sind deine Wunder, die du an mir bewiesen hast! Ich will sie verkündigen, so lange ich lebe. Gelobt seist du, Herr, täglich, und gerühmt sei dein herrlicher Name immer und ewiglich. Getreuer Vater, wende nun deine Barmherzigkeit nicht von mir, sondern vollführe das gute Werk, das du in mir angefangen hast, und stärke mich von Tag zu Tag mehr und mehr; leite mich durch deinen guten Geist, daß ich hinfort nicht mehr fündige, damit mir nicht Ärgeres widerfahre, sondern daß ich dir mein Lebenlang diene in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefällig ist. Laß deine Güte und Treue allewege mich behüten und befiehl deinen heiligen Engeln, deinen starken Helden, über mir, daß sie mich auf meiner Lebensreise begleiten und auf den Händen tragen, damit ich meinen Fuß nicht an einen Stein stoße. Verlaß mich nicht, Herr, mein Gott; sei nicht fern von mir; eile, mir immerdar beizustehen, Herr, meine Hilfe, auf daß ich allezeit deinen heiligen Namen lobe und deine Erbarmung und Gnade preise. Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 137: Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut. 32. Gebet in innerer Anfechtung. Siehe mein Elend und errette mich; hilf mir aus, denn ich vergesse deines Gesetzes nicht. Führe meine Sache und erlöse mich; erquicke mich durch dein Wort. Ps. 119, 153. 154. Lieber himmlischer Vater, ich danke dir, daß du mich in der heiligen Taufe zu deinem Kinde aufgenommen und durch dein Wort geheiligt und bisher in demselben erhalten hast. Weil ich aber mit großer Traurigkeit meines Herzens 1 beladen bin und täglich geängstigt werde, so daß ich meine Betrübnis nicht aussagen noch beschreiben kann, so bitte ich dich, treuer Gott, verlaß mich doch nicht, und 40 Gebete in besonderen Lebenslagen. halte mich fest bei deiner Hand, daß ich nimmermehr finke, noch von dir geschieden werde. Mit traurigem Herzen stehe ich des Morgens auf, mit betrübtem Geiste esse ich meine Speise, mit Angst lege ich mich nieder und habe keine Ruhe in mir. Ach Gott, siehe an meinen Kummer! Ich wollte dir gerne mit fröhlichem Herzen dienen, aber ich vermag es nicht; wie stark ich mich wehre und wider das Elend meines Herzens streite, ich bin zu schwach zu diesem großen Kampfe. Darum hilf mir Schwachem, o du starker Gott, und gieb mir deinen heiligen Geist, daß er mich tröste und erfreue in aller meiner Traurigkeit. Ich bin ja dein im Tode und im Leben, und weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Trübsal noch Angst kann mich scheiden von dir und deiner Liebe, obgleich ich jetzt in Angst und Kummer schwebe. Herr, ich hoffe auf deine Gnade, du wirst mich nicht unerhört lassen, sondern alle Angst aus meinem Herzen nehmen. Darum will ich dich für deine Güte rühmen, Loben, preisen, dir danken und dienen hier und in Ewigfeit. Amen. Lied Nr. 334: Auf den Nebel folgt die Sonn. 33. Gebet in äußerer Armut. Ich bin arm und elend; der Herr aber forget für mich; du bist mein Helfer und Erretter; mein Gott, verz ziehe nicht. B₁. 40, 18. Allmächtiger, allbarmherziger Gott und Vater, der du die Schicksale der Menschen in deiner Hand trägst und jedem das seine zuteilst nach deinem Wohlgefallen, von dir kommt Armut und Reichtum, Mangel und Überfluß. Ich preise deine Güte für alle deine Gaben und danke dir für alle deine Geschenke, selbst für die in den Augen der Menschen kleinsten und geringsten. Ich danke dir auch für die Armut, die du mir beschieden hast, denn du weißt am besten, was deinen Menschenkindern zum Frieden dient, das große Gut des Reichen oder die Arbeit, Sorge und Bangigkeit des Armen. Du hast ja Gedanken des Friedens mit mir mitten in meiner Armut Gebete in besonderen Lebenslagen. 41 und Not; nur mein schwaches Herz will nicht tragen, was du mir auferlegtest. Darum bitte ich dich, stärke und tröste mich und laß an mir wahr werden das Wort deiner Verheißung: rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen. Erhalte und mehre in mir den tröstlichen Glauben an deine väterliche Güte und Erbarmung und an die Gewißheit, daß denen, die dich lieben, alle Dinge müssen zum besten dienen. Es ist ein köstlich Ding, daß das Herz fest werde; so mache denn mein Herz fest, im Aufsehen auf dich treulich auszuharren in meinem Elend, aber auch treu und fleißig zu wirken und zu arbeiten, daß ich mein bescheiden Teil Speise dahinnehme. Bewahre mich durch deine Kraft vor aller Trägheit, vor aller Untreue, vor allem Verzagen und allem Murren. Lehre mich in Geduld leiden, was ich nach deinem Ratschluß leiden soll, immerdar aber auch auf dich hoffen und dir vertrauen. Und da du die Herzen der Menschen lenkest, wie Wasserbäche, so erwecke mir liebreiche Freunde, die sich meiner Not annehmen und als deine Boten an mir Barmherzigkeit thun, wie du sie an ihnen gethan hast.- Gieb mir ein dankbares Herz, daß jede Gabe der Menschen mich bereit mache zum Lobe gegen sie und gegen dich, den Geber aller guten und vollkommenen Gaben.- Vor allem aber stehe mir bei durch deinen heiligen Geist, daß ich mich nicht gegen dich verfündige in meiner Armut, und daß meine Not mich nicht errege, deine und der Menschen Gesetze zu übertreten. Laß mir vielmehr mein Elend zur Besserung dienen und lehre mich erkennen, daß, gleich wie Gold durchs Feuer, also werden die, so dir gefallen, durchs Feuer der Trübsal bewährt. Lehre mich, daß Trübsal bringt Geduld, Geduld aber bringt Erfahrung, Erfahrung bringt Hoffnung, und Hoffnung läßt nicht zu schanden werden. Ja, Herr, laß mich nicht zu schanden werden; sende den Armen wieder bessere Zeit und gieb meiner Seele die rechte Kraft, auch das Ärgste zu überwinden und das Feld zu behalten. In deine treue Vaterhand befehle ich mein Leben; du bist der Armen Schuß und Zuversicht. Amen. Lied Nr. 328: Von Gott will ich nicht lassen. - Gebete in besonderen Lebenslagen. 34. Gebete in allgemeiner Rot. Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben; darum fürchten wir uns nicht, wenn gleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken. Ps. 46, 2. 3. O du Richter alles Fleisches, der du nicht nach dem richtest, was vor Augen ist, sondern das Herz ansiehst, erwecke unsere Herzen, daß wir uns freiwillig richten, damit wir nicht von dir gerichtet werden. Wir wissen und fühlen es, daß wir die große Not, welche du uns gesandt hast, wohl verdient haben durch unsere mannigfaltigen und großen Sünden. Aber dennoch bringen wir unsere Klagen vor dich, weil die dringende Gefahr uns antreibt, vor dir niederzufallen mit Bitten und Flehen. Ach, räche nicht die Untreue und Falschheit des menschlichen Herzens, sondern erwecke uns aus dem Schlafe der Sicherheit, damit wir uns nicht mehr versündigen, und erlöse uns von Schuld und Strafe um deines Sohnes willen! Beweise also an deinen Geschöpfen anstatt des gedrohten Untergangs deine große Geduld und Erbarmung, auf daß wir Vertrauen zu dir schöpfen, uns in der Not an dich halten und nach ihr beständig an dir hangen. Hilf uns aus unseren Trübsalen! Ergreife die Deinigen durch deine starke Rechte, reiße sie aus der Gefähr und laß sie deine Kraft und Gnade erfahren. Den Blöden und Schwachen sende Rettung, daß sie im Elend nicht verzagen, und den Trostlosen komme zu Hilfe, daß sie ihre Trübsal überwinden. Segne uns die jetzige Gefahr zur rechten Buße, und leite die Feinde deines Wortes zur Umkehr, daß ihr Gewissen aufwache und sie die Zeit der Gnade recht anwenden. Mache allen fleischlichen Trost zu nichte, hinter welchen sich so viele verstecken möchten, und füge es also, daß wir nur auf dich trauen und bauen, denn deiner Hand können wir nicht entfliehen. Verlaß an den heimgesuchten Orten die Deinen nicht und erbarme dich auch derer, die wider dich sind. Und weil so manche dir bisher nur wenig gedient haben und gehorsam waren, so lehre sie auf dein Wort merken, deine Stimme in ihrem Gewissen wahrnehmen und so ihr ewiges Heil suchen. Ach Herr, laß alle Gnade 42 - - Gebete in besonderen Lebenslagen. 43 finden, die im Namen Jesu Christi vor dich kommen. Sei barmherzig gegen dein armes Volk und schone deiner Geschöpfe, die du gemacht hast. Gieb allen Seelen Buße und Vergebung der Sünden, erhöre diejenigen, welche mit dem Tode ringen, und erzeige dich ihnen gnädig und freundlich. Wir trauen auf dich, denn wir haben einen Gott, der da hilft, einen Herrn, Herrn, der vom Tode errettet. Amen. Lied Nr. 418: Wenn wir in höchsten Nöten sein. 35. Dankgebet für Errettung aus der Not. P₁. 103. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, feinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. Der dir alle deine Sünden vergiebt und heilet alle deine Gebrechen; der dein Leben vom Verderben erlöset; der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit; der deinen Mund fröhlich macht, und du wieder jung wirst, wie ein Adler. Der Herr schafft Gerechtigkeit und Gericht allen, die Unrecht leiden. Er hat seine Wege Mosen wissen lassen, die Kinder Israels sein Thun. Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Er wird nicht immer Hadern, noch ewiglich Zorn halten. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unserer Missethat. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, läßt er seine Gnade walten über die, so ihn fürchten. So fern der Morgen ist vom Abend, läßt er unsere übertretungen von uns sein. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmet, so erbarmet sich der Herr über die, so ihn fürchten. Denn er kennet, was für ein Gemächte wir sind: er gedenkt daran, daß wir Staub sind. Der Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blühet wie eine Blume auf dem Felde. Wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da und ihre Stätte kennt sie nicht mehr. Die Gnade aber des Herrn währet von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, so ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit auf Kindeskind, bei denen, die seinen Bund halten und gedenken an seine Gebote, daß sie darnach thun. Der Herr hat seinen Stuhl im Himmel bereitet, und sein 44 Gebete in besonderen Lebenslagen. Reich herrschet über alles. Lobet den Herrn, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausrichtet, daß man höre die Stimme seines Wortes. Lobet den Herrn lle seine Heerscharen, seine Diener, die ihr seinen Willen thut. Lobet den Herrn, alle seine Werke an allen Orten seiner Herrschaft. Lobe den Herrn, meine Seele! Amen. Gottesdienstordnung für den Geburtstag Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs von Hessen. Lied der Gemeinde. Komm, heiliger Geist," oder ein anderes passendes Einz gangslied. Der Geistliche: Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Lasset uns zu dem allheiligen Gott also beten: Allmächtiger Gott, barmherziger Vater! In tiefer Demut erkennen und bekennen wir vor dir, daß wir durch Gedanken, Worte und Werke deine heiligen Gebote vielfach übertreten haben. Wir haben dich nicht geliebt von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte, auch nicht unsern Nächsten wie uns selbst, und sind abgewichen von deinen Wegen. Aber unsere Sünden sind uns von Herzen leid, und mit reuigem Gemüte suchen wir deine Gnade.- Siehe erbarmend auf uns herab, vergieb uns um deines lieben Sohnes, unseres Herrn und Heilandes, willen und sende uns deinen heiligen Geist, damit wir allem Bösen von ganzem Herzen entsagen und dir dienen mögen in der Gerechtigkeit, welche dir wohlgefällt. Chor: Amen. Amen. Amen. 46 Gottesdienstordnung. Der Geistliche: Der allmächtige Gott erbarmt sich über uns und vergiebt uns alle unsere Sünden, so wir Buße thun und glauben an den Namen seines eingeborenen Sohnes, der um unserer Sünden willen gestorben und um unserer Gerechtigkeit willen auferwecket ist. Darum sei gelobet der Herr, der Gott aller Gnade, denn er hat besuchet und erlöset sein Volk, hat uns aufgerichtet einen Fels des Heils und unsere Füße gesetzt auf den Weg des Friedens. Amen. Chor: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war von Anfang, jetzt und immerdar, von Ewigkeit zu Ewigkeit.--Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah. Der Geistliche: Ehre sei Gott in der Höhe! Chor: Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Der Geistliche: Der Herr sei mit euch! Chor: Und mit deinem Geiste. Der Geistliche: Allmächtiger Gott, der du durch deinen heiligen Geist die ganze Christenheit heiligest und regierest, erhöre unser Gebet und gieb gnädiglich, daß wir dein Wort mit Andacht vernehmen, und alle, die den Namen deines eingeborenen Sohnes bekennen, in reinem Glauben durch deine Gnade dir dienen, durch Jesum Christum, unseren Heiland und Herrn. Chor: Meine Seele erhebe den Herrn, und mein Geist freue sich Gottes, meines Heilands! Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht, was geschrieben steht Psalm 21, 2-8: Herr, der König freuet sich in deiner Kraft, und wie sehr fröhlich ist er über deine Hilfe! Du giebst ihm seines Herzens Wunsch und weigerst nicht, was sein Mund bittet. Denn du überschüttest ihn mit gutem Segen, du sehest eine goldne Krone auf sein Haupt. Er bittet dich um das Leben, so giebst du ihm langes Leben immer und ewiglich. Er hat große Ehre an deiner Hilfe, du legest Lob und Schmuck auf ihn. Denn du Gottesdienstordnung. 47 sebest ihn zum Segen ewiglich, du erfreuest ihn mit Freuden deines Antlikes. Denn der König hoffet auf den Herrn und wird durch die Güte des Höchsten fest bleiben. Chor: Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah. Oder: 1. Petr. 2, 13-17: Seid unterthan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Rache über die übelthäter und zu Lobe der Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwissenheit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott, ehret den König. Sauptlied der Gemeinde. 1. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum, daß nun und nimmermehr uns rühren kann ein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat, nun ist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir beten an und loben dich, wir bringen Ehr und danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken; ganz ohne Maß ist deine Macht, allzeit geschieht, was dit bedacht; wohl uns des starken Herren. 3. D Jesu Christe, Gottes Sohn, für uns ein Mensch geboren, der uns vertritt vor Gottes Thron und rettet, was verloren; Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unsrer Not, erbarm dich unser oller! Predigt. V. U. Fr. G. 4. O heilger Geist, du höchstes Gut, mit deinem Heil uns tröste! Vor Satans Macht nimm uns in Hut, die Jesus Christ erlöste durch Marter groß und bittern Tod, wend unsern Jammer ab und Not; darauf wir uns verlassen! Gottesdienstordnung. Gebet an dem Altar. Allmächtiger Gott, himmlischer Vater! Wir stehen vor deinem Angesicht, um deine Gnade zu preisen, die du verherrlicht hast an unserem Großherzoge und seinem ganzen Hause. Nimm heute, wo wir des Tages gedenken, an dem du unseren Landesfürsten das Licht der Welt haft erblicken lassen, die Opfer unseres Dankes für all den Segen, womit du ihn kröntest, gnädig an. Unzählige Wohlthaten hast du ihm vom Anfange seines Lebens bis auf diese Stunde erwiesen. Du hast deine allmächtige Hand über sein teures Leben gehalten und bist ihm in allen Gefahren nahe gewesen mit deinem himmlischen Schuße. Du hast auf sein Haupt die Krone gesetzt und ihn auf den Thron seiner Väter erhöht. Schütze ihn auch ferner, du treuer Gott. Erleuchte ihn mit deinem Geiste, daß er sich halte in deinen Wegen und seinen Wandel führe in deiner Furcht. Rüste ihn aus mit Weisheit, Mut und Kraft, daß er sein Volk zu deinem Preise regiere. Laß ihn ein rechter Schuß und Schirm deiner Kirche sein, damit auch durch ihn ihr heiliges Werk gefördert werde. Verbreite die Erweisungen deiner Güte über die Großherzogin, seine Gemahlin, über den Erbgroßherzog, über das ganze Großherzogliche Haus und alle, die ihm anverwandt sind. Gieb unserem Fürsten allezeit treue Diener, die mit Weisheit, Gerechtigkeit und Liebe ihres Amtes warten, und laß ihre Dienste gesegnet sein. Gieße deinen Geist aus in alle Kirchen und Schulen, in alle Herzen, Familien und Gemeinden, damit ein lebendiger Glaube und eine thatkräftige Liebe wachse und sich mehre in unserem ganzen Volke. Vereinige Fürst und Volk durch das Band der Liebe und des Friedens. Beschüße unser ganzes deutsches Vaterland und wende gnädig alles ab, was seine Ruhe und seinen Wohlstand stört. Segne den Kaiser und laß wohl gelingen, was er zu Deutschlands Ehre und Wohlfahrt unternimmt. Hilf einem jeden in seiner Not und sei ein Heiland aller Menschen, vorzüglich deiner Gläubigen. Herr unser Gott, dir befehlen wir unsern Großherzog und sein Haus, unser Volk und alle Menschen. Herr, wir bauen auf dich; gelobt sei dein Hochheiliger Name. Amen. 48 Gottesdienstordnung. Lied der Gemeinde. 1. Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut und noch jetzund gethan. 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edeln Frieden geben, und uns in seiner Guad erhalten fort und fort, und uns aus aller Not erlösen hier und dort. 49 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und dem, der beiden gleich, im höchsten Himmelsthrone, dem ewig höchsten Gott, als es anfänglich war und ist und bleiben wird jetzund und immerdar! Segen. EXO Register. Nr. 95 Auf, Jesu Jünger, fr. Auf meinen lieben Gott 329 Auf, Seele, auf, und 55 Aus Gnaden soll ich Aus irdischem Getümm. 264 Aus meines Herzens Aus tiefer Not schrei 365 212 Nr. 152 Abermals ein Jahr verfl. 49 Ach bleib bei uns, Herr 151 Ach bleib mit deiner Ach Gott, ich muß in 470 Ach Gott und Herr, wie 215 Ach Gott, verlaß mich n. 300 Ach Gott, vom Himmel 150 Ach, mein Herr Jesu 317 Ach, mein Jesu, sieh, ich 395 Ach sei mit deiner Gnade 14 00 186488 b Befiehl du deine Wege 333 Bei dir, Jesu, will ich 192 Beschwertes Herz, leg ab 1 Betrübtes Herze, sei zuf. 469 Bis hierher und nicht w. 163g Bleibt bei dem, der 266 Brich an, du schönes 41 Bringt her dem Herren 138 315 Barmherziger, laß d. Bedenke, Mensch, das Ach, was bin ich, mein 217Bedenk ich deine große 303 Ach, was ist doch unsre 449 Ach, wie heilig ist der 165 Ach wundergroßer Sieg. 97 Allein Gott in der Höh s. 123 Allein zu dir, Herr Jesu 213 Alle Menschen müssen 486 Aller Gläubgen Samm. 462 Alles ist an Gottes S. 338 Allgenugsam Wesen Amen, deines Grabes Am Kreuz erblaßter An dem Zorntag, an An dir allein, an dir 222 Auf, auf, ihr Reichsgen. 18 Auf Christi Himmelfahrt 96 Auf den Nebel folgt d. 334 Auf dich hab ich gehoffet 293 Auf diesen Tag bedenken 94 Auferstanden, auferst. 88 Auferstehn, ja auferst. 464 Auf Gott und nicht auf 355 Auf, ihr Streiter, durchg. 256 92 72 477 bis 237 13 Christe, du Lamm G. 195 Christen erwarten in 424 Christen sind ein göttl. 314 Christ fuhr gen Himmel 93 Christ ist erstanden von 76 Christ lag in Todesb. 77 Christus der ist mein 439 Danket, danket Gott m. 208 Dank und Anbetung 127 Das alte Jahr verg. Das walte Gott, der Dein König kommt in 46 407 30 13 WIR 2 Nr. Dein Wort, o Herr, br. 160 Dein Wort,& Herr, ist 182 Der am Kreuz ist meine 61 Der du, Herr Jesu, Ruh 73 Der du in Todesnächten 173 Der du noch in der I. 284 Der du uns als Vater 119 Der du zum Heil ersch. 176 Der Heiland fommt Register. 27 Der heilge Christ ist t. 45 Der Herr fährt auf gen 98 Der Herr ist meine 3. 356 Der Himmel hängt voll 359 Der Mond ist aufgeg. 400 Der Tag ist hin, mein 392 Der Tag mit seinem 390 Des Jahres schöner S. 363 Dich Jefum laß ich emig 286 Die auf der Erde wallen 456 Die Christen gehn von 461 Die Feinde deines R. 162 Die güldne Sonne, voll 368 Die Herrlichkeit der G. 445 Die hier vor deinem A. 190 Die Himmel rühmen des 146 Die Nacht nunmehr ver. 367 Die Seele ruht in Jesu 494 Dies ist der Tag, den G. 40 Dies ist die Nacht, da 38 Die Woche geht zu E. 403 Dir dank ich für m. 2. 433 Dir, dir, Jehovah, will 299 Du bist zwar mein und 472 Du gehest in den Garten 69 Durch Trauern und d. 50 Du sollst glauben, o du 241 Du sollst in allen Sach. 404 Du Vater deiner Men. 288 böd 42 172 Ehre sei Gott in der Eine Herde und ein Nr. 31 495 Einen guten Kampf hab 458 Einer ists, an dem wir 175 Ein feste Burg ist unser 148 Eingesargt zum letzten 468 Ein Lämmlein geht und 65 Ein reines Herz, Herr 249 Eins ist not, ach Herr 277 Ein Wetter steiget auf 429 Ein Wohlstand ohne G. 323 Empor zu Gott, mein 43 Erfüllt sind Stund und 44 Erhalt uns deine Lehre 155 Erhalt uns, Herr, bei 149 Erhebt den Herrn, ihr F. 26 Erhöhter Siegesfürst u. 90 Erinnre dich, mein Geist 85 Ermuntert euch, ihr F. 490 Es glänzet der Christen 308 Es ist ein Ros entspr. Es ist noch eine Ruh Es ist vollbracht! Er Es kennt der Herr die 265 Es saß ein frommes+ 117 Es wolle Gott uns a. 167 Ewge Liebe, mein Gem. 233 e mod bom Ellia Ita Fahre fort, fahre fort 157 Fortgekämpft und fortg. 357 Freu dich sehr, o meine 440 Friede, ach Friede, ach 310 Fröhlich soll mein H. 35 Früh am Morgen Jesus 376 Früh morgens, da die 78 toint in thn ang ( toa) Geduld ist euch vond 337 Geh aus, mein Herz, u. 362 Geht hin, ihr gläubigen 147 Geht nun hin und grabt 465 Geh zum Schlummer 471 Geist voin Vater und 114 Geist v. Vater u. v. S. 120 68 3 Nr. Herr, auf Erden muß ich 99 Herr Christe, wahrer M. 437 Herr, deine Kirche dank. 161 Herr, dein Wort, die 179 Herr, der du mir das 399 Herr, du haft für alle 198 Herr, du wollst uns vollb. 204 Herr, ein ganzer Leid. 432 Herr, es gescheh dein 397 Herr, es ist ein Tag ersch. 7 Herr, es ist von meinem 394 Herr Gott, dich loben 19 .758 Register. Nr. Gelobet sei der Herr 124 Gelobet feist du, Jesu 33 Gesegn uns, Herr, die 380 Gieb dich zufrieden und 331 Gott, deine Güte reicht 302 Gott, der du Herzenst. 262 Gott, der du unsre Zufl. 230 Gott der Gnaden, schw. 228 Gott des Himmels und 366 Gott, du Licht, das ewig 375 Gottes Stadt steht festg. 164 Gott, gieb einen milden 113 Gott hat in meinen T. 435 Gott ist gegenwärtig 301 Gott ist mein Gott, er 353 Gott ist mein Hort, u. 181 Gott ist mein Lied145 Gott lebet noch! Seele 346 Gott lebt, wie kann ich 352 Gott Lob, ein Schritt 402 Gott Lob, nun ist ersch. 422 Gott ruft der Sonn u. 52 Gott sei Dank durch 16 Gott Vater, aller Dinge 166 Gott, vor dessen Anges. 223 Gott wills machen, daß 349 Größter Morgen, der die 87 Großer Gott von alten Großer König unsrer Großer Mittler, der zur 100 Großer Schöpfer, Herr 364 Guter Geber, Dank sei 385 87 sid nd ansprent dis Sab acht auf mich( 501) Habe deine Lust am 312 Hallelujah! jauchzt, ihr Hallelujah! Lob, Preis 125 Hallelujah! wie lieblich 104 Halt im Gedächtnis J. 279 Heiland, deine Menschenl. 282 Heilger Jesu, Heilgungs. 252 2 194 ( 501) 91 wir, Herr Gott, wir 128 Herr Gott, dich loben w. 423 Herr, höre, Herr, erhöve 304 Herr im Himmel, Gott 426 Herr Jesu Christ, dich 25 Herr Jesu Christ, du 197 Herr Jesu, Licht der H. 54 Herr, mein Licht, mein 354 Herr, stärke mich, dein 71 Herr, vor deinem Anges. 19 Herr, wie du willst, so 294 Herr, wir kommen zu 382 Herr, wir singen deiner 29 Herzlich lieb hab ich d. 268. Herzlich thut mich verl. 441 Herzliebster Jesu, was 60 Herz, mein Herz, nicht 324 Herzog unsrer Seligt. 247 Herz und Herz vereint 158 Heute mir und morgen 460 Hier legt mein Sinn sich 220 Hilf, Herr Jesu, laß 47 Himmelan geht unsre 254 Hinunter ist der Sonn. 386 Hirte deiner Schafe, d. 396 Höchster, dent ich an 225 Höchster Gott, wir d. 13 Höchster Helfer, sei n. 434 Höchster Tröster, komm 118 Register. 4 Nr. Hör ich euch wieder 361 Hört das Wort voll E. 263 Hosianna! Davids Sohn 24 Hüter, wird die Nacht 373 dan men nu til Jauchzet, ihr Himmel 39 Ich armer Mensch, ich 219 Ich bin ein Gast auf 447 Ich bin getauft auf d. 188 Ich bin in dir und du 193 Ich erhebe mein Gem. 226 Ich geh zu deinem Grabe 81 Ich habe nun den Grund 236 Ich hab in guten St. 431 Ich hab mein Sach G. 438 Ich hab mich Gott erg. 444 Ich hab von fernede 499 Ich komme, Friedensf. 240 Ich komme, Herr, und 202 Ich laß dich nicht, du 347 Ich ruf zu dir, Herr 292 Ich ruhe nun in Gottes 489 Ich sag es jedem, daß 89 Ich singe dir mit Herz 133 Ich soll zum Leben dring. 260 Ich steh an deiner Krippe 37 Ich sterbe täglich und 451 Ich und mein Haus, w. 413 Ich weiß, an wen ich gl. 242 Ich weiß, an wen ich gl.u.457 Ich weiß, daß mein Erl. 327 Ich weiß von keinem a. 239 Ich will dich lieben, m. 273 Ich zieh in ferne Lande 430 Je größer Kreuz, je 351 Jehovah, Herr u. Kön. 416 Jerusalem, du hochgeb. 480 Jesu, deine tiefen Wunden 59 Jesu, der du bist allein 305 Jesu, Freund der Men. 203 Jesu, geh voran 411 p Nr. 56 Jesu, großer Wunderst. Jesu, hilf siegen, du F. 246 Jesu, komm, sei eingeb. 405 Jesu, meine Freude 307 do Jesu, meiner Seele Leb. 276 de Jesu, meines Lebens L. 66 do Jesus Christus herrscht 103 Jesus, Jesus, nichts als 272 Jesus ist mein Leben 341 Jesus lebt, mit ihm 84 Jesus, meine Zuversicht 483 Jesus nimmt die Sünder 235 Jesus schwebt mir off 2759f 1915 Jesus soll die Losung s. 51 In allen meinen Thaten 330 In Christo will ich st. 446 In Gottes Namen fang 406 In tiefen Ängsten schr. 420 In unsers Königs Nam. 258 Ist Gott für mich, so 335 2SHISH UND INST Off 229 Kehre wieder, fehre König, dem kein König 101 Komm, heiliger Geist, erf. 4 Komm, heiliger Geist 107 Komm, heilger Geist, o 106 Komm, mein Herz, aus 201 Toff Komm, o Herr, komm 171 109 Komm, o komm, du Rommst du, kommst du 22 Kommt, Brüder, laßt 259 Kommt her, ihr seid 206 topol Lamm, das gelitten, u. 105 Laffet uns den Herrenis 79 Lasset uns mit Jesu z. 2455 Laß mich dein sein und 295 Lebst du in mir, o w. 283 Licht, das in die Welt 174 Licht vom Licht, erleuchtend 3 Siebe, die du mich zum 274 Register. Nr. Liebster Jesu, w. f. hier, deinem d90184 Liebster Jesu, wir sind 6 Lobe den Herren, den 135 Lobe den Herrn, o m. 139 Lobt Gott, ihr Christen 34 Löwen, laßt euch wieder 156 15 342 Mache dich, mein Geist 250 Machs mit mir, Gott 443 Machs mit mir, Gott 443 Macht hoch die Thür Man lobt dich in der 132 Mein erst Gefühl sei P. 378 Meine Lebenszeit verstr. 454 Meinen Frieden geb ich 321 Meinen Jesum laß ich 271 Meine Seele senket sich 348 Meine Seele, voller F. 224 Meine Sorgen, Angst Mein Geist, o Gott, w. 496 Mein Glaub ist meines 316 Mein Gott, das Herz 218 Mein Gott, ich weiß w. 452 Mein Gott, nun ist es 374 Mein Heiland nimmt 234 Mein Jesu, der du vor 199 Mein Leben ist ein P. 450 Mein schönste Bier und 387 Mir ist Erbarmung w. 238 Mir nach, spricht Christ. 244 Mit Ernst, o Menschent. 17 Mitten wir im Leben 478 5 Nr. 183 185 Nun geh uns auf, du Nun Gott Lob! Es ist Nun jauchzet, all ihr Nun kommt das neue Nun laßt uns gehn und 48 129 Nun lob, mein Seel Nun preiset alle Gottes 130 Nun ruhen alle Wälder 389 Nun sich der Tag geendet 393 Nun sich der Tag g., m. 398 nun so will ich denn 285 600 manis 18 19 23 O O O D D 121 allerhöchster Mensch. 370 Arme 289 daß ich tausend 3. 140 daß ich tausend 3. 140 du allersüßte Freude 112 du fröhliche, o du 122 du Liebe meiner 2.67 du reicher Herr der Durchbrecher aller du reicher Herr der Ewigkeit, du F. Ewigkeit, du D. frommer und getr. 214 Gott, der du das F. 428 O Gott, du frommer 296 O Gottes Geist und D Gott, o Geist, o 2. D Gott, von dem wir Haupt voll Blut u. heilger Geist, kehr bei Jesu, Herr der H. Jesu, meine Sonne 322 Morgenglanz der Ewigk. 371 Jesu, meine Wonne 207 Müde bin ich, geh and Nach einer Prüfung f. 493 Nimm hin den Dank 209 Nun bitten wir den h. 108 Nun bringen wir den 463 Nun danket alle Gott 131 Nun danket all und br. 134 Nun freut euch, lieben 231 O Ursprung des Lebens 281 116 425 D 00 63 110 417 O 401 O Jesu, süßes Licht 377 D König, dessen Majest. 221 D Lamm Gottes, unsch. 58 D Liebesglut, wie soll 280 O mein Herz, gieb dich 360 D selig Haus, wo man 414 D Traurigkeit, o Herzel. 74 248 187 187 484 485 6 Register. Nr. O Vater der Barmherz. 216 O Welt, sieh hier dein 64 O wie freun wir uns 10 O wie fröhlich, o w. s. 492 O wie selig seid ihr d. 482 Prediger der süßen 2. 180 211 253 Rede, liebster Jesu, r. 177 Rüstet euch, ihr Chr. 251 Ruhe hier, mein Geist 70 Ruhet wohl, ihr Totenb. 459 e mara moldogs Schaffe in mir, Gott Schaffet, schaffet, M. Schmücke dich, o liebe 196 Schmückt das Fest mit 115 Schöner Himmelssaal 481 Schon ist der Tag von 497 Schwing dich auf zu Seele, du mußt munter 372 Seelenbräutigam, Jesu 278 Seele, sei zufrieden 350 336 Seele, was ermüdst du 257 Seid barmherzig, M. 287 Sei getreu bis an das 243 Sei Lob und Ehr dem 137 Selig sind des Himmels 498 Siegesfürst und Ehrent. 102 Sieh, dein König kommt 25 Sieh, hier bin ich 298 So geh nun hin, dem 473 So hab ich obgesieget 474 Soll ich denn mich tägl. 343 Sollt es gleich bisweil. 340 Sollt ich meinem Gott 306 Sorge doch für meine 410 So ruhest du, o meine 75 So wahr ich lebe, spr. 232 Speis, o Gott, uns 381 Such, wer da will, ein 270 Nr. Teures Wort aus 178 Thut mir auf die schöne 8 Treuer Wächter Israel 419 384 261 391 lleberwinder, nimm die 86 Unser feiner lebt ihm( 453 Unsern Ausgang segne 11 Unser Vater, der uns Unser Wandel ist im Unfre müden Augent. Unumschränkte Liebe 142 8 gobe a bi mu Valet will ich dir geben 442 Vater, deines Geistes# 169 Vater, dir sei Preist 12 Vater, hier im Erdensch. 467 Vater unser im Himm. 291 Verleih uns Frieden 30421 Verzage nicht, du Häufl. 153 Volt des Herrn, bring 189 Volk des Herrn, du h. 267 Vollbracht ist nun die 210 Voller Wunder, voller 408 Vom Geräusch der W. 320 Vom Himmel hoch, da 32 Von des Himmels Thron 191 Von dir, du Gott der G. 415 Von Gott will ich nicht 328 Wach auf, du Geist der 168 Wach auf, mein Herz, die 80 Wach auf, mein Herz, u. 369 Wachet auf, ruft uns 479 Walte, walte nah und 170 Wann kommt der Herr 227 Warum betrübst du dich 326 Warum sollt ich mich 332 Warum willst du dr. Was freut mich noch Was Gott thut, das ist wohlgethan 21 126 344 Register. Nr. 7 Nr. 309 Wie groß ist des Allm. 144 Wie heilig ist die Stätte 200 Wie könnt ich sein verg. 205 Wie schön ists doch, Herr 409 Wie schön leuchtet der 269 Wie sicher lebt der M, 455 Wie soll ich dich empf. 20 Wie wohl ist mir, o Willkommen, Held im Wir danken Gott für Wir singen dir, Imm. Wir werden bei dem 1500 57 Wohlauf, mein Herz Wohlauf, wohlan zum 466 Wohl einem Haus, da 412 Womit soll ich dich 141 Wunderanfang, herrlichs 345 Wunderbarer König 136 Was Gott thut, das ist wohlgethan, so denken 427 Was hinket ihr betrog. 255 Was mein Gott will 325 Was wär ich ohne dich 28 Weicht ihr Berge, fallt 311 Wenn auch wie ein Ps. 290 Wenn Christus seine 159 Wenn der Herr einst 358 Wenn ich einst von jenem 379 Wenn ich ihn nur habe 318 Wenn ich, o Schöpfer 143 Wenn kleine Himmelserb.476 Wenn mich mein Sünden 62 Wenn mein Stündlein 436 Wenn wir in höchsten 418 Werde Licht, du Stadt 53 Werde munter, mein G. 388 Wer ist wohl wie du 313 Wer nur den lieben Wer sind die vor Gottes 491 Wer weiß, wie nahe m. 448 Wie fleucht dahin der 487 Wie getrost und heiter 319 SE od bod Immid mo ter Hard? Sloruntidad no 339 109dito did not 888 ibin bi lior Homok 111 475 154 83 Te ou pad ft note Beuch ein zu deinen Zeuch hin, mein Kind 3ion, gieb dich nur zufr. 3wei der Jünger gehn 3weierlei bitt ich von 297 T8S 02 graduand dis 849 Snd no id in 196 ret med 100 dan od 132 804 2lammid asd out piles) Traspore tot pinost sind die 881 19d is ud. Jun ons 08 sid prac nism; tun bo Bes e38 pred mismuo bo STF PTA E Hur un tone ATA OVI da don stlour stinge 848 TSS 3790 790 tot un ass bid ad ndiried od S88 bim bi tlal murine ad ud fillim u dort din ost i End Judi 100 of modispldoor 82 383 36 did som deg o tapsispod i det o lopt dit mad bi la 018 Jisbrard chisip 81102 808 1100 mans bille od 50160 014 5nism ut nismo in od 01 dal bi sdour o 188 an 100 o abste Oors mis lind nur bus 71 FOUR SEB 31 Episteln und Evangelien auf die Sonn- und Lefttage des Kirchenjahres. > 803 Darmstadt. 6. Jonghaus'sche Hofbuchhandlung, Verlag. 1886. ENCEIC * 6 alin - motor Baby Tales of tason and sunbumo2 3.2 11 Preis 15 Pfennige. crist, bidinis dhist sowhun.2) MORA retinend be all this siur, dudar 077> 1002 Tood thoting ond had a arimit stan Fuir Penis or 100 hod to dir di der died di 30149 5/ 12hatthard duit und dar Jumyndt dit hor Farmas PRI eatrin 97/ nr sandid pud pa- 109: 41 La Senda vinchtop- Po2 Custo feriked thord It Inn and de 10 d tot 00: Episkeln und Evangelien auf alle Sonntage und hohen Feste. Am I. Sonntage des Advents. Epistel, Röm. 13, b. 11-14. Lieben Brüder, weil wir solches wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf,( fintemal unser Heil jetzt näher ist, denn da wir's glaubten,) die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbei kommen: so lasset uns ablegen die Werke der Finsternis, und anlegen die Waffen des Lichts. Lasset uns ehrbarlich wandeln als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid: Son= dern ziehet an den Herrn Jesum Christ, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Evangelium, Matth. 21. v. 1-9. Da ja sie nun nahe bei Jerusalem tamen, gen Betphage an den Delberg, sandte Jesus seiner Jünger zween, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Efelin finden angebunden, und ein Füllen bei ihr, löset sie auf und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprecht: Der Herr bedarf ihr; sobald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig, und reitet auf einem Esel, und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin, und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte. Ind brachten die Eselin und das Füllen, und legten ihre Kleider darauf, und 1* Episteln sekten ihn darauf. Aber viel Volts breitete die Kleider auf den Weg. Die andern hieben die Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna, dem Sohn David. Gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! or in doll of spa linterin 1891 d 19791 Am II. Sonntage des Advents. 4 on 1980 Stande Epistel, Röm. 15, v. 4-13. Nieben Brüder, was aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben. Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gefinnet seid unter einander nach Jesu Christo, auf daß ihr einmütiglich mit einem Munde lobet Gott und den Vater unsers Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sei ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung, den Vätern geschehen; daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, die geschrieben stehet: Darum will ich dich loben unter den Heiden und deinem Namen singen. Und abermal spricht er: Freuet euch, ihr Heiden, mit seinem Volk. Und abermal: Lobet den Herrn, alle Heiden, und preiset ihn, alle Völker. Und abermal spricht Jesaias: Es wird sein die Wurzel Jesse, und der auferstehen wird zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Friede im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habt durch die Kraft des heiligen Geistes. thim JANOT rock and kid sun rod Evangelium, Luc. 21, b. 25-36. h3 v. this 5010( 19) Jefus esus sprach zu seinen Jüngern: Es werden Zeichen geschehen an der Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Leuten bange sein, und werden zagen, und das Meer, und die Wasserwogen werden brausen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und Warten der Dinge, die da kommen sollen auf 5 und Evangelien. Erden; denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen. in den Wolken mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, so sehet auf und hebet eure Häupter auf, darum, daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume. Wenn sie jetzt ausschlagen, so fehet ihrs an ihnen, und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch: Dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erden werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. Aber hütet euch, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung, und komme dieser Tag schnell über euch. Denn wie ein Fallstrick wird er kommen über alle, die auf Erden wohnen. So seid nun wacker allezeit, und betet, daß ihr würdig werden möget, zu entfliehen diesem allen, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn. Am III. Sonntage des Advents. TOHEJ Epistel, 1. Cor. 4, v. 1-5. Jon Bon Dafür halte uns jedermann, nämlich für Christi Diener und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun suchet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Mir aber ist's ein geringes, daß ich von euch gerichtet werde, oder von einem menschlichen Tage, auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewußt, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget. Der Herr aber ist's, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr fommt, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rat der Herzen offenbaren; alsdann wird einem jeglichen von Gott Lob widerfahren. des Evangelium, Matth. 11, b. 2-10. Da a aber Johannes im Gefängnis die Werke Christi hörete, sandte er seiner Jünger zween, und ließ ihm 6 God Episteln sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin, und faget Johanni wieder, was ihr sehet und höret. Die Blinden sehen, und die Lahmen gehen, die Aussäßigen werden rein, und die Tauben hören, die Toten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium gepredigt. Und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da sie hingingen, fing Jesus an zu reden zu dem Volk von Johanne: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder, was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern ſehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder, was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist denn ein Prophet. Denn dieser ist's, von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. HRT 11935 20 Am IV. Sonntage des Advents. de Epistel, Philipp. 4, v. 4-7. Lieben ieben Brüder! Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: Freuet euch. Eure Lindigkeit lasset fund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget nichts, sondern in allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist, denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. nicip Evangelium, Joh. 1, v. 19-28. Und nd dies ist das Zeugnis Johannis, da die Juden sandten von Jerusalem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten: Wer bist du? Und er bekannte und leugnete nicht. Und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elias? Er sprach: Ich bins nicht. Bist du ein Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben, was sagest du von dir selbst? Er sprach: Ich und Evangelien. bin eine Stimme eines Predigers in der Wüsten: Richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Jesaias gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern, und fragten ihn, und sprachen zu ihm: Warum taufeft du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen, und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der ist's, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht wert bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies geschah zu Bethatadsus bara, jenseits des Jordans, da Johannes taufete. Sindi mpidislike THE PISETTS ohne din Am heiligen Chrifttage. ad id de 7 Epistel, Titum 2, b. 11-14. hamark Es ist erschienen die heilſame Gnade Gottes allen Menschen und züchtigt uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unsers Heilandes Jesu Christi, der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigentum, das fleißig wäre zu guten Werken. Inicio molle ist Evangelium Luc. 2, v. 1-14. s begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augusto ausging, daß alle Welt geschätzet würde. Und diese Schäßung war die allererste und geschah zur Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war, und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißet Bethlehem, darum, daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf daß er sich schäßen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Her Episteln berge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Heerde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht; siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird. Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt, und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerschaaren, die lobeten Gott, und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen. AND 8 Am Tage St. Stephani des ersten Märtyrers neuen Testaments. mu Epistel, Ap.- Gesch. 6. u. 7. Kap. tephanus aber, voll Glaubens und Kräften, that Wunder und große Zeichen unter dem Volk. Da standen etliche auf von der Schule, die da heißet der Libertiner, und der Cyrener, und der Alexanderer, und derer, die aus Cilicia und Asia waren, und befragten sich mit Stephano. Und sie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geiste, der da redete. Da richteten sie zu etliche Männer, die sprachen: Wir haben ihn gehöret Västerworte reden wider Mosen und wider Gott. Und bewegten das Volk und die Ältesten, und die Schriftgelehrten, und traten herzu und rissen ihn hin, und führten ihn vor den Rat, und stellten falsche Zeugen dar, die sprachen: Dieser Mensch höret nicht auf, zu reden Lästerworte wider diese heilige Stätte und das Geset. Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören, und ändern die Sitten, die uns Moses gegeben hat. Und sie sahen auf ihn alle, die im Rat saßen, und sahen sein Angesicht, wie eines Engels Angesicht. Als er aber voll heiligen Geistes war, sah er auf gen Himmel, und sah die Herrlichkeit Gottes, und Jesum stehen zur Rechten Gottes, und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen, und des 17180 und Evangelien. Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen. Sie schrieen aber laut, und hielten ihre Ohren zu, und stürmeten einmütiglich zu ihm ein, stießen ihn zur Stadt hinaus, und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings, der hieß Saulus, und steinigten Stephanum, der anrief und sprach: Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Er knieete aber nieder, und schrie laut: Herr, behalte ihnen diese Sünde nicht. Und dait adiung als er das gesagt, entschlief er. Inspil betish The dimr 9 810 Evangelium, Matth. 23, v. 34-39. D er Herr sprach zu den Pharisäern und Schriftgelehrten und Obersten der Juden: Siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte, und derselben werdet ihr etliche töten und freuzigen, und etliche werdet ihr geißeln in euren Schulen, und werdet sie verfolgen von einer Stadt zu der andern. Auf daß über euch komme alles das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden, von dem Blut an des gerechten Abels, bis auf das Blut Zacharias, Barachiä Sohn, welchen ihr getötet habt zwischen dem Tempel und Altar. Wahrlich, ich sage euch, daß solches alles wird über dies Geschlecht kommen. Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten, und steinigest, die zu dir gefandt sind, wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt! Sehet, euer Haus soll euch wüste gelassen werden. Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: Gelobet jei, der da kommt in dem Namen des Herrn. LIG 1103 111 119 Am Tage St. Johannis des Apostels und apilisa, 31962 1 The 39100 Evangelisten. Islar) and drila oriöte Iroda que orgolt nad auto note Epistel, Sirach 15, v. 1 8. utile str olches thut niemand, denn der den Herrn fürchtet, und wer sich an Gottes Wort hält, der findet sie. Und fie wird ihm begegnen, wie eine Mutter, und wird ihn empfahen, wie eine junge Braut. Sie wird ihn speisen mit Brot des Verstandes, und wird ihn tränken mit Wasser 10 Episteln der Weisheit. Dadurch wird er stark werden, daß er feſt stehen kann, und wird sich an sie halten, daß er nicht zu Schanden wird. Sie wird ihn erhöhen über seinen Nächsten, und wird ihm seinen Mund aufthun in der Gemeinde. Sie wird ihn krönen mit Freude und Wonne, und mit ewigem Namen begaben. Aber die Narren finden sie nicht, und die Gottlosen können sie nicht ersehen. Denn sie ist ferne von den Hoffärtigen und die Heuchler wissen nichts von ihr. A ma Evangelium, Joh. 21, v. 15-24. DIM Tove VEIDIDE NIM ja sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petro: Simon Johanna, hast du mich lieber, denn mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmer. Spricht er zum andern Mal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Schafe. Spricht er zum dritten Mal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Petrus ward traurig, daß er zum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb? und sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe. Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, da du jünger warest, gürtetest du dich selbst, und wandeltest, wohin du wolltest. Wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber zu deuten, mit welchem Tode er Gott preisen würde. Da er aber das gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach. Petrus aber wandte sich um, und sah den Jünger folgen, welchen Jesus lieb hatte, der auch an seiner Brust am Abendessen gelegen war, und gesagt hatte: Herr, wer ist's, der dich verrät? Da Petrus diesen sah, sprach er zu Jesu: Herr, was soll aber dieser? Jesus spricht zu ihm: So ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? Folge du mir nach. Da ging eine Rede aus unter den Brüdern: Dieser Jünger stirbet nicht. Und Jesus sprach nicht zu ihm: er stirbet nicht; sondern: so ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es und Evangelien. 11 dich an? Dies ist der Jünger, der von diesen Dingen. zeuget, und hat dies geschrieben, und wir wissen, daß sein Zeugnis wahrhaftig ist. Am Sonntage nach dem Chrifttage. Epistel, Galat. 4, v. 1-7. ch sage aber, so lange der Erbe ein Kind ist, ſo ist unter ihm und einem Knechte fein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern bis auf die bestimmte Zeit vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Sagungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe, und unter das Gesetz gethan, auf daß er die, so unter dem Gesetz waren, erlösete, daß wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gefandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater. Also ist nun hie fein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sinds aber Kinder, so sinds auch Erben Gottes durch Christum. Evangelium, Luc. 2, v. 33-40. Und nd sein Vater und Mutter wunderten sich deß, das von ihm geredet ward. Und Simeon segnete sie, und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird gesetzt zu einem Fall und Auferstehen vieler in Jsrael, und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein Schwert durch deine Seele dringen, auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuel, vom Geschlechte Affer, die war wohl betaget, und hatte gelebet sieben Jahre mit ihrem Manne nach ihrer Jungfrauschaft. Und war nun eine Witwe bei vier und achtzig Jahren, die kam nimmer vom Tempel, dienete Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbige trat auch hinzu zu derselben Stunde, und pries den Herrn und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da fie alles vollendet hatten nach dem Geseße des Herrn, kehreten sie wieder in Galiläam, zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das 12 Episteln Kind wuchs und ward stark im Geist, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. Am neuen Jahrstage. Epistel, Galat. 3, v. 23-29. dil She denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahret und verschlossen auf den Glauben, der da sollte offenbaret werden. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denu ihr seid alle Gottes Kinder, durch den Glauben an Christum Jesum. Denn wie viele euer getauft sind, die haben Christum angezogen. Sie ist kein Jude noch Grieche, hie ist kein Knecht noch Freier, hie ist kein Mann noch Weib; denn ihr seid allzumal Einer in Christo Jesu. aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Samen, der Verheißung Erben. Evangelium, Luc. 2, v. 21. Seid ihr und nach Und nd da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genennet Jesus, welcher genennet war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen ward. Am Sonntage nach dem neuen Jahre. Epistel, Tit. 3, b. 4-7. a aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes, unseres Heilandes. Nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan hatten; sondern nach seiner Barmherzigkeit macht er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum, unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens, nach der Hoffmung; das ist gewißlich wahr. 04.01 Evangelium, Matth. 2, v. 13-15. a die Weisen aus Morgenland hinweggezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph und Evangelien. 13 im Traum, und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und flieh in Ägyptenland, und bleib allda, bis ich dir sage. Denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stand auf und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht, und entwich in Ägyptenland, und blieb allda bis nach dem Tode Herodis, auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten geſagt hat, der da spricht: Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen. Am Feste Epiphaniä oder der Erscheinung Chrifti. indbd in Epistel, Jesaias 60, v. 1-6. Mache Bache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedecket das Erdreich, und Dunkel die Völker. Aber über dir gehet auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheinet über dir. Und die Heiden werden in deinem Lichte wandeln und die Könige im Glanz, der über dir aufgehet. Hebe deine Augen auf, und siehe umher, diese alle versammelt kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen, und deine Töchter zur Seiten erzogen werden, Dann wirst du deine Lust sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wann sich die Menge am Meer zu dir bekehret, und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Kameele wird dich bedecken, die Läufer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen und des Herrn Lob verkündigen. hylled todisni Evangelium, Matth. 2, v. 1-12. Da a aber Jesus geboren war zu Bethlehem, im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenlande gen Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande, und sind gekommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörete, erschrak er, und mit ihm das ganze Jerusalem, und lies versammeln alle Hohenpriester und Schriftgelehrten unter 14 Episteln dem Volk, und erforschete von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande. Denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Juda, denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sei. Da berief Herodes die Weisen heimlich, und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre. Und wies sie gen Bethlehem, und sprach: Ziehet hin, und forschet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihr findet, so saget mirs wieder, daß ich auch komme und es anbete. Als sie nun den König gehöret hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis daß er kam, und stand oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreuet, und gingen in das Haus, und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder, und beteten es an, und thaten ihre Schäße auf, und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß fie fich nicht sollten wieder zu Herodes lenken. Und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Band. Am I. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, Röm. 12, v. 1-6. ch ermahne euch, lieben Brüder, durch die begebet Barmherzigdas da lebendig, heilig, und Gott wohlgefällig sei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Verneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, der wohlgefällige und der vollkommene Gotteswille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von ihm halte, denn sichs gebühret zu halten, sondern, daß er von ihm mäßiglich halte, ein jeglicher, nach dem Gott ausgeteilet hat das Maß des Glaubens. Denn gleicher Weise, als wir in einem Leibe viele Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben: also sind wir viele Ein Leib in Christo, aber untereinander ist einer des und Evangelien. 15 andern Glied, und haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Evangelium, Luc. 2, v. 42-52. a Jesus zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem, nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine Eltern wußtens nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagreise, und suchten ihn unter den Gefreundeten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wiederum gen Jerusalem und suchten ihn. Und es begab sich, nach dreien Tagen fanden sie ihn im Tempel sizzen mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete, und sie fragte. Und alle, die ihm zuhöreten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antwort. Und da sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ist's, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab, und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. Am II. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, Röm. 12, v. 6-16. GEN Nieben Brüder! Wir haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Hat jemand Weissagung, so sei sie dem Glauben ähnlich. Hat jemand ein Amt, so warte er des Amts. Lehret jemand, so warte er der Lehre. Ermahnet jemand, so warte er des Ermahnens. Gibt Jemand, so gebe er einfältiglich. Regieret jemand, so sei er sorgfältig. Übet jemand Barmherzigkeit, so thue er's mit Lust. Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe 16 Episteln unter einander sei herzlich. Einer komme dem Andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge, was ihr thun sollt. Seid brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal. Haltet an am Gebet. Nehmet euch der heiligen Notdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen, segnet und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Evangelium, Joh. 2, v. 1-11. Und nd am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Cana in Galiläa! und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu thm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, das thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gesetzt, nach der Weise der jüdischen Reinigung, und gingen je in einen zwei oder drei Maß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie füllten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun, und bringets dem Speisemeister, und sie brachtens. Als aber der Speisemeister fostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er kam, die Diener aber wußtens, die das Wasser ge= schöpfet hatten, rufet der Speisemeister den Bräutigam und spricht zu ihm: Jedermann gibt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunfen worden sind, alsdann den geringeren, du hast den guten Wein bisher behalten. Das ist das rste Zeichen, das Jesus that, geschehen zu Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn. on- armet modsat steis Ubi ( 19 mai do Am III. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Apson CE HU0920 Epistel, Röm. 12, b. 17-21. odgolindo Nieben Brüder! Haltet euch nicht selbst für flug. Vergeltet niemand Böses mit Bösem, fleißiget euch der und Evangelien. 17 Ehrbarkeit gegen jedermann. Ist es möglich, so viel an euch ist, so habt mit allen Menschen Friede. Rächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn. Denn es steht geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. So mun deinen Feind hungert, so speise ihn; dürftet ihn, so tränke ihn: wenn du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Evangelium, Matth. 8, v. 1-13. Da ja Jesus vom Berge herab ging, folgete ihm viel Volks nach. Und siehe, ein Aussäßiger kam, und betete ihn an, und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührete ihn an, und sprach zu ihm: Ich wills thun, sei gereiniget. Und alsbald ward er von seinem Aussak rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sags niemand, sondern gehe hin, und zeige dich dem Priester und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat zu einem Zeugnis über sie. Da aber Jesus einging zu Kapernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hanse, und ist gichtbrüchig, und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen, und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete, und sprach: Herr, ich bin nicht wert, daß du unter mein Dach gehest; sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsknechte; doch wenn ich sage zu einem: Gehe hin, so geht er, und zum andern: Komme her, so kommt er, und zu meinem Knechte: Thue das, so thut ers. Da das Jesus hörte, verwunderte er sich, und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden. Aber ich sage euch: Viele werden kommen vom Morgen und vom Abend, und mit Abraham und Isaat und Jakob im Himmelreich sizzen. Aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die äußerste Finsternis hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir geschehe, wie du geglaubt hast. Und sein Knecht ward gesund zu derselben Stunde. 18 Episteln Am IV. Sonntage nach der Erscheinung Chrifti. Epistel, Röm. 13, v. 8-10.$ 20 Tolm Seid ( eid niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch unter einander liebet. Denn wer den andern liebt, der hat das Geset erfüllet. Denn das da gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen; Du sollst nicht töten; Du sollst nicht stehlen; Du sollst nicht falsch Zeugnis geben; Dich soll nichts gelüsten, und so ein ander Gebot mehr ist; das wird in diesem Worte verfasset: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Evangelium, Matth. 8, v. 23-27. 2015070 bin A Jen esus trat in das Schiff, und seine Jünger folgeten ihm. Und siehe, da erhob sich ein groß Ungestüm im Meere, also, daß auch das Schifflein mit Wellen bedeckt ward, und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm, und weckten ihn auf und sprachen: Herr, hilf uns, wir verderben. Da sagte er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam? Und stand auf, und bedrohete den Wind und das Meer, da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich, und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer ge= horsam ist? how Am V. Sonntage nach der Erscheinung Chrifti. Epistel, Kolosser 3, v. 12-17. 1.450 ( o ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Heilige, und Geliebte, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut und Geduld. Und vertrage einer den andern, und vergebet euch unter einander, so jemand Klage hat wider den andern, gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. Uber alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euern Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in einem Leibe, und seid dankbar. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen, und Evangelien. 19 in aller Weisheit. Sehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in eurem Herzen. Und alles, was ihr thut mit Worten oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. Evangelium, Matth. 13, v. 24-30. Jefus esus legte ihnen ein ander Gleichnis vor, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säete. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säete Unfraut zwischen den Weizen, und ging davon. Da nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater, und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesäet? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hingehen und es ausgäten? Er sprach: Nein, auf daß ihr nicht zugleich den Weizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausgätet. Lasset beides mit einander wachsen bis zu der Ernte, und um die Erntezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammlet zuvor das Unkraut, und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheuern. Am VI. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, 2. Petri 1, v. 16-21. Wir ir haben nicht den klugen Fabeln gefolget, da wir euch fund gethan haben die Kraft und Zukunft unseres Herrn Jesu Christi; sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen, da er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis, durch eine Stimme, die zu ihm geschah von der großen Herrlichkeit, dermaßen: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme haben wir gehöret vom Himmel gebracht, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Wir haben ein festes prophetisches Wort, und ihr thut wohl, daß ihr darauf achtet, als auf ein Licht, das da scheinet in einem Episteln dunkeln Ort, bis der Tag anbreche, und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen. Und das sollt ihr für das erste wissen, daß keine Weissagung in der Schrift geschieht aus eigner Auslegung. Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht: sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem heiligen Geist. 20 Evangelium, Matth. 17, v. 1-9. 11nd nd nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrum und Jakobum und Johannem, seinen Bruder, und führete sie beiseits auf einen hohen Berg. Und ward verkläret vor ihnen und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß als ein Licht. Und siehe, da erschien ihnen Moses und Elias, die redeten mit ihm. Petrus aber antwortete, und sprach zu Jesu: Herr! hier ist gut sein; willst du, so wollen wir hier drei Hütten machen, dir eine, Mosi eine und Elias eine. Da er noch also redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolfe, und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe, den follt ihr hören. Da das die Jünger höreten, fielen fie auf ihr Angesicht, und erschraken sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührete sie an, und sprach: Stehet auf, und fürchtet euch nicht. Da sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand, denn Jesum allein. Und da sie vom Berge herab gingen, gebot ihnen Jesus, und sprach: Ihr sollt dieses Gesicht niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Toten auferstanden ist. Am Sonntage Septuagesimä. Epistel, 1. Cor. 9, b. 24-27 u. 10, v. 1-5. Misset ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen alle, aber einer erlanget das Kleinod. Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges, jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfahen, wir aber eine unbergängliche. Ich laufe aber also, nicht als aufs Ungewisse. Ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet, sondern ich betäube meinen Leib, und zähme und Evangelien. ihn, daß ich nicht andern predige, und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Väter sind alle unter der Wolfe gewesen, und sind alle durchs Meer gegangen, und sind alle unter Mose getauft mit der Wolke, und mit dem Meer, und haben alle einerlei geistliche Speise gegessen, und haben alle einerlei geistlichen Trant getrunken; sie tranten aber von dem geistlichen Fels, der mit folgete, welcher war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gott keinen Wohlgefallen, denn sie sind niedergeschlagen in der Wüste. 21 Evangelium, Matth. 20, v. 1-16. Jesus esus sprach zu seinen Jüngern: Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am Morgen ausging, Arbeiter zu mieten in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus um die dritte Stunde, und sah andere an dem Markt müßig stehen, und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen hin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die elfte Stunde aber ging er aus, und fand andere müßig stehen, und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag müßig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand ge= dinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht sein wird, soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinberges zu feinem Schaffner: Rufe die Arbeiter, und gieb ihnen den Lohn, und hebe an an den letzten bis zu den ersten. Da kamen, die um die eilfte Stunde gedinget waren, und empfing ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die ersten tamen, meineten fie, sie würden mehr empfangen, und sie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, murreten sie wider den Hausvater, und sprachen: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben. Er antwortete aber, und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir eins Episteln geworden um einen Groschen? Nimm, was dein ist, und gehe hin. Ich will aber diesen letzten geben, gleich wie dir. Oder habe ich nicht macht zu thun, was ich will, mit dem Meinen? Siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Lehten die Ersten, und die Ersten die Lehten sein. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. 22 Am Sonntage Sexagesimä. Epistel, 2. Kor. 11, b. 19-33 u. 12, b. 1-9. Lieben Brüder! Ihr vertraget gern die Narren, dieweil ihr flug seid. Ihr vertraget, so euch jemand zu Knechten macht, so euch jemand schindet, so euch jemand nimmt, so euch jemand troket, so euch jemand ins Angesicht streichet. Das sage ich nach der Unehre, als wären wir schwach geworden. Worauf nun jemand kühn ist, ( ich rede in Thorheit) darauf bin ich auch fühn. Sie sind Hebräer, ich auch. Sie sind Israeliten, ich auch. Sie sind Abrahams Samen, ich auch. Sie sind Diener Christi; ( ich rede thöricht) ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin öfter gefangen, oft in Todesnöten gewesen. Von den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzig Streiche, weniger eins. Ich bin dreimal gestäupet, einmal gesteiniget, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zugebracht in der Tiefe des Meers. Ich habe oft gereiset; ich bin in Fährlichkeit gewesen zu Wasser, in Fährlichkeit unter den Mördern, in Fährlichkeit unter den Juden, in Fährlichkeit unter den Heiden, in Fährlichkeit in Städten, in Fährlichkeit in der Wüste, in Fährlichkeit auf dem Meer, in Fährlichkeit unter den falschen Brüdern. In Mühe und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße, ohne was sich sonst zuträgt, nämlich, daß ich täglich werde angelaufen, und trage Sorge für alle Gemeinen. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, will ich mich meiner Schwachheit rühmen. Gott und der Vater unseres Herrn Jesu Chrifti, welcher sei gelobet in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht lüge. Zu Da und Evangelien. 23 mastus der Landpfleger des Königs Aretä verwahrete die Stadt der Damasker, und wollte mich greifen, und ich ward in einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen, und entrann aus seinen Händen. Es ist mir ja das Rühmen nichts nüße, doch will ich kommen auf die Gefichte und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christo, vor vierzehn Jahren,( ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ichs nicht; oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ichs auch nicht; Gott weiß es) derselbige ward entzückt bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselbigen Menschen( ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht; Gott weiß es). Er ward entzückt in das Paradies und hörte unaussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen; von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen, ohne meiner Schwachheit. Und so ich mich rühmen wollte, thäte ich darum nicht thöricht; denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber deß, auf daß nicht jemand mich höher achte, denn er an mir siehet, oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe. Dafür ich dreimal dem Herrn geflehet habe, daß er von mir weiche. Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi in mir wohne. Evangelium, Luc. 8, v. 4-15. a nun viel Volts bei einander war, und aus den Da Städten zu Jesu eileten, sprach er durch ein Gleichnis: Es ging ein Säemann aus, zu säen seinen Samen; und indem er säete, fiel etliches an den Weg, und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel sraßen es auf. Und etliches fiel auf den Fels, und da es aufging, verdorrte es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen gingen mit auf und erstickten es. Und etliches fiel auf ein gut Land, und es ging auf, und trug hundertfältige Frucht. 24 Episteln Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre. Es fragten ihn aber seine Jünger und sprachen, was dieses Gleichnis wäre? Er aber sprach: Euch ist gegeben, zu wissen das Geheimnis des Reiches Gottes; den andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen; und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber das Gleichnis: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; darnach kommt der Teufel, und nimmt das Wort von ihren Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels, sind die, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an, und die haben nicht Wurzel; eine Zeit lang glauben sie, und zur Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es hören, und gehen hin unter den Sorgen, Reichthum und Wollust dieses Lebens, und ersticken und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Lande, sind, die das Wort hören und behalten in einem feinen guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. Am Sonntage vor der Fasten, Estomihi. Epistel, 1. Cor. 13, v. 1-13. Lieben Brüder! Wenn ich mit Menschen und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz, oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte, und müßte alle Geheimnisse, und alle Erkenntnisse, und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe, und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mirs nichts nüße. Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie blähet sich nicht, sie stellet sich nicht ungeberdig, sie suchet nicht das Ihre, sie läffet sich nicht erbittern, sie trachtet nicht nach Schaden. Sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freuet sich aber der Wahrheit, sie verträget alles, fie glaubet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles. Die Liebe höret nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden und das Erkenntnis und Evangelien. 25 aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und war flug wie ein Kind, und hatte kindische Anschläge. Da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was findisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich es stückweise; dann aber werde ichs erkennen, gleichwie ich erfennet bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei, aber die Liebe ist die größte unter ihnen. Hat, onbesky Evangelium, Luc. 18, v. 31-43. Jefu esus nahm zu sich die Zwölfe, und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden den Heiden, und er wird verspottet und geschmähet und verspeiet werden. Und sie werden ihn geißeln und töten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der keines, und die Rede war ihnen verborgen, und wußten nicht, was da gefaget war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho fam, saß ein Blinder am Wege und bettelte. Da er aber hörete das Volk, das durchhin ging, forschete er, was das wäre? Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Die aber vorne an gingen, bedroheten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Jesus aber stand stille, und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihm brachten, fragte er ihn, und sprach: Was willst du, das ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend, dein Glaube hat dir geholfen. Und alsbald ward er sehend er sehend, und folgte ihm nach, und preisete Gott. Und alles Volk, das solches sah, lobete Gott. 2 Episteln Am I. Sonntage in der Fasten, Invocavit. Epistel, 2. Cor. 6, v. 1-10. Lieben Brüder, wir ermahnen euch als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfahet. Denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. Lasset uns aber niemand irgend ein Ärgernis geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde, sondern in allen Dingen lasset uns beweisen, als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trübsal, in Nöten, in Ängsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntnis, in Bangmut, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geist, in ungefärbter Liebe, in dem Worte der Wahrheit, in der Kraft Gottes; durch Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken, durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte; als die Verführer, und doch wahrhaftig; als die Unbekannten, und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchteten, und doch nicht ertötet; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts inne haben, und doch alles haben. 26 Evangelium, Matth. 4, v. 1-11. Da a ward Jesus vom Geiste in die Wüste geführt, auf Und da er daß er vom Teufel versuchet würde. vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm, und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden. Und er antwortete und sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebet nicht von Brot allein, sondern von einem jeden Worte, das durch den Mund Gottes gehet. Da führete ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, und stellete ihn auf die Zinne des Tempels, und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab, denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Händen tragen, 27 und Evangelien. auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führete ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit, und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan, denn es stehet geschrieben: Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel, und siehe, da traten die Engel zu ihm, und dieneten ihm. Am II. Sonntage in der Fasten, Reminiscere. Epistel, 1. Thess. 4, v. 1-7. W eiter, lieben Brüder, bitten wir euch, und ermahnen in dem Herrn Jesu, nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollt wandeln, und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben, durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein jeglicher unter euch wisse, sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Luftseuche, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen. Und daß niemand zu weit greife, noch vervorteile seinen Bruder im Handel, denn der Herr ist Rächer über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Evangelium, Matth. 15, v. 21-28. Und nd Jesus ging aus von dannen, und entwich in die Gegend von Tyrus und Sidon. Und siehe, ein kananäisches Weib ging aus derselbigen Grenze, und schrie ihm nach, und sprach: Ach Herr, du Sohn Davids! erbarme dich meiner, meine Tochter wird vom Teufel übel geplaget. Und er antwortete ihr fein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und Episteln sprach: Ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verlorenen Schafen von dem Hause Israel. Sie kam aber, und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir. Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht sein, daß man den Kindern ihr Brot nehme, und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr! aber doch essen die Hündlein von den Brosamen, die von ihrer Herren Tische fallen. Da antwortete Jesus, und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ist groß! dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde. 28 Am III. Sonntage in der Fasten, Oculi. Epistel, Ephes. 5, v. 1-9. o seid nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns geliebet hat, und sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber, und alle Unreinigteit, oder Geiz lasset nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zustehet. Auch schandbare Worte und Narreteidinge, oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer, oder Unreiner, oder Geiziger ( welcher ist ein Gößendiener) Erbe hat an dem Reich Christi und Gottes. Basset euch niemand verführen mit vergeblichen Worten, denn um dieser willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seid nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weiland Finsternis, nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. Evangelium, Luc. 11, b. 14-28. Jesus gefus trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme, und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibet die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber verſuchten ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken, und sprach zu ihnen: Ein und Evangelien. 29 jegliches Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fällt über das andere. Ift denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? Dieweil ihr saget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So ich aber die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kommt ja das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewappneter seinen Palast bewahret, so bleibet das Seine mit Frieden. Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt, und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ, und teilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubre Geist von dem Menschen ausfähret, so durchwandelt er dürre Stätten, sucht Ruhe, und findet sie nicht, so spricht er: Ich will wieder um= kehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wann er fommt, so findet er's mit Besen gefehret und geschmücket. Dann gehet er hin, und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind, denn er selbſt. Und wenn sie hinein kommen, wohnen sie da, und wird hernach mit demselbigen Menschen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhob ein Weib im Volk die Stimme, und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast! Er aber sprach: Ja, selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren! Am IV. Sonntage in der Faften, Lätare. Epistel, Galat. 4, v. 21-31. aget mir, die ihr unter dem Gesetz sein wollt, habt ihr das Gesetz nicht gehöret? Denn es stehet geschrieben, daß Abraham zween Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freien. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren; der aber Die von der Freien ist durch die Verheißung geboren. Worte bedeuten etwas. Denn das sind die zwei Teſtamente eins von dem Berg Sinai, das zur Knechtschaft gebieret, welches ist die Agar. Denn Agar heißt in Arabia 30 Epiſteln der Berg Sinai, und langet bis gen Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie, die ist unser aller Mutter. Denn es steht geschrieben: Sei fröhlich, du Unfruchtbare, die du nicht gebierst, und brich hervor, und rufe, die du nicht schwanger bist; denn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn die den Mann hat. Wir aber, lieben Brüder, sind Isaats nach der Verheißung Kinder. Aber gleichwie zu der Zeit der nach dem Fleisch geboren war, verfolgte den, der nach dem Geist geboren war, also gehet es jetzt auch. Aber was spricht die Schrift? Stoße die Magd hinaus mit ihrem Sohn, denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohn der Freien. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien. band Evangelium, Joh. 6, v. 1-15. in Darnach fuhr Jeſus weg über das Meer an der Stadt Und es zog ihm viel Volks nach, darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranten that. Jesus aber ging hinauf auf einen Berg, und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hob Jesus seine Augen auf und siehet, daß viel Volks zu ihm fommt, und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brot, daß diese essen?( Das sagte er aber, ihn zu versuchen, denn er wußte wohl, was er thun wollte.) Philippus antwortete ihm: 3weihundert Pfennige wert Brots ist nicht genug unter fie, daß ein jeder unter ihnen ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Simons Petri: Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gerstenbrode und zween Fische, aber was ist das unter so viele? Jesus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei fünftausend Mann. Jesus aber nahm die Brote, dankete und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten. Desselbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. Da sammelten fie und fülleten zwölf Körbe mit Brocken, von den fünf und Evangelien. 31 Gerstenbroden, die überblieben denen, die geſpeiset wor= den. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da Jesus nun merkete, daß sie kommen würden, und ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten, entwich er abermal auf den Berg, er selbst allein. Am V. Sonntage in der Faften, Budica. Epistel, Ebräer 9, v. 11-15. Christus aber ist gekommen, daß er sei ein Hoherpriester der zukünftigen Güter, durch eine größere und vollkommenere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist; auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigenes Blut einmal in das Heilige eingegangen, und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so der Ochsen und der Böcke Blut, und die Asche von der Kuh gesprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit; wie viel mehr wird das Blut Chrifti, der sich selbst ohne allen Wandel durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott? Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Uebertretungen( die unter dem ersten Testament waren) die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. Evangelium, Joh. 8, v. 46-59. Jefus Yesus sprach zu den Juden: Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? heit fage, warum glaubt ihr ist, der höret Gottes Wort. ihr seid nicht von Gott. So ich euch aber die Wahrmir nicht? Wer von Gott Darum höret ihr nicht, denn Da antworteten die Juden, und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und hast den Teufel? Jesus ant= wortete: Ich habe keinen Teufel, fodern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre, es ist aber Einer, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So jemand mein Wort wird 32 Episteln halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sprichst: So jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr denn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist, und die Propheten sind gestorben, was machst du aus dir ſelbst? Jesus antwortete: So ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprechet, er sei euer Gott, und fennet ihn nicht: ich aber kenne ihn. Und so ich würde sagen: Ich fenne sein nicht, so würde ich ein Lügner, gleich wie ihr ſeid. Aber ich kenne ihn, und halte sein Wort. Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freuete sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt, und hast Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Abraham war, bin ich. Da hoben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich und ging zum Tempel hinaus, mitten durch sie hinstreichend. into on busing on S head Sour CHRY 7020 Am VI. Sonntage in der Fasten, Palmarum. Epistel, Phil. 2, b. 5-11. in jeglicher ſei gesinnet, wie Jesus Christus auch war. Welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er's nicht für einen Raub, Gott, gleich sein, sondern äußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch, und an Geberden als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst, und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist: daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Kniee, die im Himmel und auf Erden, und unter der Erde find, und alle 3ungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei zur Ehre er Herr je Gottes des Vaters. radn Siehe das Evangelium am ersten Sonntage des Advents Matth. 21, v. 1-9, thig und Evangelien. Am heiligen Ostertage. Epistel, 1. Cor. 5, v. 6-8. 33 Da= Guer Cuer Ruhm ist nicht sein. Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig versäuert? rum feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seid, gleich wie ihr ungesäutert seid. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum lasset uns Ostern halten, nicht in dem alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schaltheit, sondern in dem Süßteig der Lauterkeit und der Wahrheit. THE ndit Trave Evangelium, Marc. 16, v. 1-8. Und nd da der Sabbath vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria Jacobi und Salome Spe= zerei, auf daß sie kämen und Jesum salbeten. Und sie tamen zum Grabe an einem Sabbather sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin, und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war, denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sizen, der hatte ein langes weißes Kleid an, und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetet euch nicht. Ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden, und ist nicht hier. Siehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin, und saget es seinen Jüngern und Petro, daß er vor euch hingehen wird in Galiläam, da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen schnell heraus, und flohen von dem Grabe, denn es war sie Zittern und Entsetzen angekommen, und sagten niemand nichts, denn sie fürchteten sich.mnd, tired also soulf End Datin Am Oftermontage. una Epistel, Apostelgesch. 10, v. 34-41. Petrus Petrus aber that seinen Mund auf, und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansiehet, sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet 34 Episteln und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israel gesandt hat, und verkündigen lassen den Frieden durch Jesum Christum( welcher ist ein Herr über alles), die durch das ganze jüdische Land geschehen ist, und angegangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes predigte, wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth gesalbet hat mit dem heiligen Geist und Kraft, der umhergezogen ist, und hat wohlgethan und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwältiget waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles dessen, das er gethan hat im jüdischen Lande und zu Jerusalem. Den haben fie getötet und an ein Holz gehänget. Denselbigen hat Gott auferwecket am dritten Tage, und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Volt, sondern uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden ist von den Toten. Evangelium, Luc. 24, v. 13-35. Und nd siehe, zwei aus den Jüngern des Herrn gingen an demselbigen Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechzig Feldweges weit, deß Name heißet Emmahus, und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, da sie so redeten, und befragten sich mit einander, nahete Jesus zu ihnen, und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er aber sprach zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterweges, und seid traurig? Da antwortete einer, mit Namen Cleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten, vor Gott und allem Volk; wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammnis des Todes und gekreuziget. Wir aber hofften, er sollte Israel erlösen. Und über das Alles ist heute der dritte Tag, daß solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unsern, die sind frühe und Evangelien. bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe, und fanden es also, wie die Weiber sagten, aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Thoren und träges Herzens, zu glauben alle dem, das die Propheten geredet haben. Mußte nicht Christus solches leiden, und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und fing an von Mose und allen Propheten, und legte ihnen alle Schrift aus, die von ihm gesagt war. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen, und er stellete sich, als wollte er fürder gehen. Und sie nötigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brod, dankete, brachs, und gabs ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und erkannten ihn, und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu derselbigen Stunde, kehrten wieder gen Jerusalem, und fanden die Elfe versammelt, und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden, und Simoni erschienen. Und sie erzähleten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, da er das Brod brach. 35 Am Ofterdienstage. Epistel, Ap.- Gesch. 13, v. 26-33. hr Männer, lieben Brüder, ihr Kinder des Geschlechts Abraham, und die unter euch Gott fürchten, euch ist das Wort dieses Heils gesandt. Denn die zu Jerusalem wohnen, und ihre Obersten, dieweil sie diesen nicht kann= ten, noch die Stimme der Propheten, welche auf alle Sabbather gelesen werden, haben sie dieselben mit ihren Urteilen erfüllet. Und wiewohl sie keine Ursache des Todes an ihm fanden, baten sie doch Pilatum, ihn zu töten. Und als sie alles vollendet hatten, was von ihm geschrieben ist, nahmen sie ihn von dem Holz, und legten ihn in ein Grab. Aber Gott hat ihn auferwecket von 2* int is 36 Episteln den Toten, und er ist erschienen viele Tage denen, die mit ihm hinauf von Galiläa gen Jerusalem gegangen waren, welche sind seine Zeugen an das Volk. Und wir auch verkündigen euch die Verheißung, die zu unsern Vätern geschehen ist, daß dieselbige Gott uns, ihren Kindern, erfüllet hat, in dem, daß er Jesum auferwecket hat. Evangelium, Luc. 24, v. 36-47. D a fie aber davon redeten, trat er selbst, Jesus, miteuch. ten unter sie, und sprach zu ihnen: Friede ſei mit Sie erschrafen aber, und fürchteten sich, meineten, sie sähen einen Geist. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken, und warum kommen solche Gedanken in eure Herzen? Sehet meine Hände und meine Füße, ich bins selber; fühlet mich, und sehet, denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, daß ich habe. Und da er das sagte, zeigte er ihnen Hände und Füße. Da sie aber noch nicht glaubeten vor Freuden, und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen? Und sie legten ihm vor ein Stück von gebratenem Fisch und Honigseim, und er nahm es und aß vor ihnen. Er aber sprach zu ihnen: Das sind die Reden, die ich zu euch sagte, da ich noch bei euch war; denn es muß alles erfüllet werden, was von mir geschrieben ist im Gesetz Mosis, in den Propheten und in den Psalmen. Da öffnete er ihnen das Verständnis, daß fie die Schrift verstanden. Und er sprach zu ihnen: Also ist's geschrieben, und also mußte Christus leiden, und auf= erstehen von den Toten an dem dritten Tage, und predigen lassen in seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden unter allen Völkern, und anheben zu Jerusalem. Am I. Sonntage nach Ostern, Quasimodogeniti. Epistel, 1. Joh. 5, v. 4-10. Alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt, und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser ist's, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Chri und Evangelien. 37 ftus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ist's, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort und der heilige Geist, und diese drei sind Eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden: der Geist, das Wasser, und das Blut, und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugnis annehmen, so ist Gottes Zeugnis größer. Denn Gottes Zeugnis ist das, das er gezeuget hat von seinem Sohn. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugnis bei ihm. Evangelium, Joh. 20, v. 19-23. Am m Abend aber desselbigen Sabbaths, da die Jünger versammelt, und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten ein, und spricht zu ihnen: Friede set mit euch! Und als er das sagte, zeigete er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an, und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist, welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Am II. Sonntage nach Ostern, Misericordias Domini genannt. Epistel, 1. Petri 2, v. 21-25. De enn dazu seid ihr berufen. Sintemal auch Christus gelitten hat für uns, und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen. Welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden. Welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drohte, da er litte; er stellte es aber dem heim, der da recht richtet. Welcher unsere Sünden selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seid heil worden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe, aber ihr seid nun bekehret zu dem Hirten und Bischofe eurer Seele. 38 Episteln Evangelium, Joh. 10, v. 12-16. ch bin ein guter Hirte. Ein guter Hirte läffet sein der Hirte ist, deß die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kommen, und verläßt die Schafe und fliehet, und der Wolf erhaschet und zerstreuet die Schafe. Der Mietling aber flieht, denn er ist ein Mietling, und achtet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Hirt, und erkenne die Meinen und bin bekannt den Meinen; wie mich mein Vater fennet, und ich fenne den Vater, und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andre Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle, und dieselben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird Eine Heerde und Ein Hirte werden. Am III. Sonntage nach Ostern, Jubilate. Epistel, 1. Petri 2, v. 11-20. Lieben Brüder, ich ermahne euch, als die Fremdlinge und Pilgrimme, enthaltet euch von den fleischlichen Lüften, welche wider die Seele streiten. Und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden, als von Übelthätern, eure guten Werke sehen, und Gott preisen, wenn es nun an den Tag kommen wird. Seid unterthan aller menschlichen Ordnung, um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Rache über die Uebelthäter, und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwissenheit der thörichten Menschen; als die Freien und nicht, als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Ihr Knechte, seid unterthan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. Denn das ist die Gnade, so Jemand um des Gewissens willen zu Gott das Übel verträgt und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Missethat willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohlthat willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei Gott. 31 und Evangelien. Evangelium, Joh. 16, v. 16-23. Übe ber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, was er saget zu uns: Über ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß er zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, daß er faget über ein kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr unter einander, daß ich gesagt habe: Über ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen. Ihr aber werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wenn sie gebieret, so hat sie Traurigkeit, denn ihre Stunde ist gekommen. Wenn sie aber das Kind geboren hat, denket sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wieder sehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. Und an demselbigen Tag werdet ihr mich nichts fragen. Am IV. Sonntage nach Ostern, Cantate. Epistel, Jacobi 1, v. 17-21. Alle [ lle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung, noch Wechsel des Lichts und der Finsternis. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen, durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Kreaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sei schnell zu hören, langsam aber zu reden, und langsam zum 3orn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum, so Leget ab alle Unsauberfeit und alle Bosheit, und nehmet das Wort an mit Sanftmut, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seelen selig machen. Episteln Evangelium, Joh. 16, v. 5-15. Nun un aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und niemand unter euch fraget mich: Wo gehest du hin? Sondern, dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauerns geworden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch. So ich aber hingehe, so will ich ihn zu euch senden. Und wenn derselbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde, und um die Gerechtigkeit, und um das Gericht. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich hinfort nicht sehet. Um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnet es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit Leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Derselbige wird mich verklären, denn von dem Meinen wird er's nehmen, und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein, darum habe ich gesagt: Er wird's von dem Meinen nehmen, und euch verkündigen. 40 Am V. Sonntage nach Ostern, Rogate. Epistel, Jacobi 1, b. 22-27. eid aber Thäter des Worts, und nicht Hörer allein, damit ihr euch selbst betrüget. Denn so Jemand ist ein Hörer des Worts und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Manne, der sein leibliches Angesicht im Spiegel beschauet. Denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er von Stunde an davon, und vergiffet, wie er gestaltet war. Wer aber durchschauet in das vollkommene Gesetz der Freiheit, und darinnen beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thäter, derselbige wird selig sein in seiner That. So aber sich jemand unter euch lässet dünken, er diene Gott, und hält seine 3unge nicht im Zaum, sondern verführet sein Herz, deß und Evangelien. 41 Gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Vater, ist der: die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen, und sich von der Welt unbefleckt erhalten. Evangelium, Joh. 16, v. 23-30. ahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er es euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Solches habe ich zu euch durch Sprüchwort geredet. Es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprüchwort mit euch reden werde, sondern An euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will. Denn er selbst, der Vater hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet, und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen, und gekommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt, und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus, und sagest kein Sprüchwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißt, und bedarfst nicht, daß dich jemand frage. Darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Am Tage der Himmelfahrt Chrifti. Epistel, Ap.- Gesch. 1, v. 1-11. Die erſte Rede habe ich zwar gethan, lieber Theophile, von allem dem, das Jesus anfing, beides, zu thun und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln( welche er hatte auser= wählet) durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte. Welchen er sich nach seinem Leiden lebendig gezeiget hatte durch mancherlei Erweisungen, und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang, und redete mit ihnen vom Reich Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehöret ( sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Wasser 42 Episteln getauft, ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden, nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen gekommen waren, fragten ihn, und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er aber sprach zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit und Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat, sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfahen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem, und in ganz Judäa und Samaria, und bis an das Ende der Erde. Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen gen Himmel fahren, siehe, da standen bei ihnen zween Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Evangelium, Marci 16, v. 14-20. Julegt, da die Elfe zu Tische saßen, offenbarte sich der Herr, und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubet hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden. Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt, und prediget das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden fie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden. Auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wird es besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel, und siket zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus und predigten an allen Orten, und der Herr wirkete mit ihnen, und bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. und Evangelien. Am VI. Sonntage nach Ostern, Exaudi. Epistel, 1. Petri 4, v. 8-11. 43 o seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünftige Liebe, Seid denn die Liebe decket auch der Sünden Menge. Und dienet gastfrei unter einander ohne Murmeln. einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes. So jemand redet, daß er es rede, als Gottes Wort. So jemand ein Amt hat, daß er es thue, als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Jesum Christum, welchem sei Ehre und Gewalt, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evangelium, Joh. 15, v. 26-16, 4. enn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen, denn ihr seid von Anfang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tötet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater, noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch ge= redet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, ihr daran gedentet, daß ich es euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt, denn ich war bei euch. Am heiligen Pfingsttage. Epistel, Ap.- Gesch. 2, v. 1-13. Und [ nd als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie alle einmütig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen. Und man sah an ihnen die Zungen zerteilet, als wären sie feurig, und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen, und wurden alle voll des heiligen Geistes und fingen an zu 44 Episteln predigen mit andern Zungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer, aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschah, kam die Menge zusammen, und wurden verstürzt; denn es hörete ein jeglicher, daß sie mit seiner. Sprache redeten. Sie entsetzten sich aber alle, verwunderten sich und sprachen unter einander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn ein jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren find? Parther und Meder, und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamia, und in Judäa, und Capadocia, Ponto und Asia, Phrygia und Phamphylia, Ägypten und an den Enden der Sybien bei Cyrene, und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Creter und Araber. Wir hören sie mit unsern Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entsetzten sich aber alle und wurden irre, und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hatten es ihren Spott und sprachen: Sie sind voll füßen Weins. Evangelium, Joh. 14, v. 23-31. Wer er mich liebet, der wird mein Wort halten, und mein werden zu ihm Wer aber mich Vater wird ihn lieben, und wir kommen und Wohnung bei ihm machen. nicht liebet, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbige wird es euch alles lehren, und euch erinnern alles deß, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht, und fürchte sich nicht. Ihr habt gehöret, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehe zum Vater; denn der Vater ist größer denn ich, und nun habe ich es euch gesagt, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde hinfort nicht mehr viel mit euch und Evangelien. 45 reden, denn es nichts an mir. kommt der Fürst dieser Welt, und hat Aber, auf daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat, stehet auf, und lasset uns von hinnen gehen. Am Pfingstmontage. Epistel, Ap.- Gesch. 10, v. 42-46. D er Herr hat uns geboten zu predigen dem Volk, und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott, ein Richter der Lebendigen und der Toten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfahen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Worte zuhöreten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petro gekommen waren, entsetzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen ward. Denn sie höreten, daß sie mit 3ungen redeten, und Gott hoch preiseten. Da antwortete Petrus: Mag auch jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleichwie auch wir? Und befahl fie zu taufen in dem Namen des Herrn. Evangelium, Joh. 3, v. 16-21. Jer esus sprach zu Nikodemo: Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gefandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der iſt schon gerichtet, denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr, denn das Licht; denn ihre Werke waren böse. Wer Arges thut, der hasset das Licht, und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden, denn sie sind in Gott gethan. Episteln Am Pfingstdienstage. Epistel, Ap.- Gesch. 8, v. 14-17. ja aber die Apostel höreten zu Jerusalem, daß Samaria das Wort Gottes angenommen hatte, fandten sie zu ihnen Petrum und Johannem, welche, da sie hinab tamen, beteten sie über sie, daß sie den heiligen Geist empfingen. Denn er war noch auf keinen gefallen, sondern waren allein getauft in dem Namen Christi Jesu. Da legten sie die Hände auf sie, und sie empfingen den heiligen Geist. 46 Evangelium, Joh. 10, v. 1-11. Jejus esus sprach zu den Juden: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Thüre hinein gehet in den Schafstall, sondern steiget anderswo hinein, der ist ein Dieb und ein Mörder. Der aber zur Thüre hinein gehet, der ist ein Hirte der Schafe. Demselben thut der Thürhüter auf, und die Schafe hören seine Stimme, und er rufet seine Schafe mit Namen, und führet sie aus. Und wenn er seine Schafe hat ausgelassen, gehet er vor ihnen hin, und die Schafe folgen ihm nach, denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen von ihm, denn sie kennen der Fremden Stimme nicht. Diesen Spruch sagte Jesus zu ihnen; sie vernahmen aber nicht, was es war, das er zu ihnen sagte. Da sprach Jesus wieder zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Thüre zu den Schafen. Alle, die vor mir gekommen sind, die sind Diebe und Mörder gewesen, aber die Schafe haben ihnen nicht gehorchet. Ich bin die Thüre; so Jemand durch mich eingehet, der wird selig werden, und wird ein- und ausgehen, und Weide finden. Ein Dieb kommt nicht, denn daß er stehle, würge und umbringe. Ich bin gekommen, daß sie das Leben und volle Genüge haben sollen. Am Sonntage Trinitatis. Epistel, Röm. 11, b. 33-36. welch eine Tiefe des Reichtums, beides der Weisheit und Erkenntnis Gottes! Wie gar unbegreiflich sind und Evangelien. 47 seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Oder wer ist sein Ratgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, daß ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm, und durch ihn, und in ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit. Amen. Evangelium, Joh. 3, b. 1-15. Nikodemus spricht zu ihm: werden, wenn er alt ist? seiner Mutter Leib gehen, Wahrlich, antwortete: 3 war aber ein Mensch unter den Pharisäern, mit Namen Nikodemus, ein Oberster unter den Juden, der kam zu Jesu bei der Nacht und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott gekommen, denn niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Wie kann ein Mensch geboren Kann er auch wiederum in und geboren werden? Jesus wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so fann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dich's nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsset von neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will, und du hörest sein Sausen wohl, aber du weißt nicht, von kommt und wohin er fähret. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir. Wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben, und ihr nehmet unser Zeugnis nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch Und niemand von himmlischen Dingen sagen würde? fähret gen Himmel, denn vom Himmel hernieder gekommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange wannen er der 48 Episteln erhöhet hat: also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Am I. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1. Joh. 4, v. 16--21. ott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott, und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleich wie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Siebe treibet die Furcht aus; denn die Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns erst geliebet. So jemand spricht: Ich liebe Gott, und hafset seinen Bruder, der ist ein Lügner; denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie fann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebe. Evangelium, Luc. 16, b. 19-31. Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein armer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thüre voller Schwären, und begehrte sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen. Doch kamen die Hunde, und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch, und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf, und sah Abraham von ferne, und Lazarus in seinem Schoß, rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich mein, und sende Lazarum, daß er das Äußerste seines Fingers ins Wasser tauche, und fühle meine Zunge, denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, daß du dein Gutes empfangen haft in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun aber und Evangelien. 49 wird er getröstet, und du wirst gepeiniget. Und über das Alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß, die da wollten von hinnen hinab fahren zu euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus. Denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die Propheten, laß sie dieselbigen hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob jemand von den Toten auferstünde. Am II. Sonntag nach Trinitatis. Epistel, 1. Joh. 3, v. 13-18. Ve erwundert euch nicht, meine Brüder, ob euch die Welt hasset. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben gekommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Totschläger, und ihr wisset, daß ein Totschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat, und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat, und siehet seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibt die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern mit der That und mit der Wahrheit. Evangelium, Luc. 14, v. 16-24. Es war ein Mensch, der machte ein großes Abendmahl, und lud viele dazu. Und sandte seinen Knecht aus zu der Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommet; denn es ist alles bereit. Und sie fingen an alle nach einander sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft, und 3 50 Episteln muß hinausgehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht fam und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig, und er sprach zu seinem Knecht: Gehe aus bald auf die StraBen und Gassen der Stadt, und führe die Armen, und Krüppel, und Lahmen, und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen haft; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knecht: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune, und nötige sie herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. douce giapne Strip Am III. Sonntag nach Trinitatis. Epistel, 1. Petri 5, v. 6-11. ( o demütiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werfet auf ihn, denn er forget für euch. Seid nüchtern und wachet, denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Löwe, und suchet, welchen er verschlinge. Dem widerstehet fest im Glauben, und wisset, daß eben dieselbigen Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit, in Christo Jesu, derselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen und gründen. Demselbigen sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evangelium, Luc. 15, v. 1-10. & s naheten aber zu Jesu allerlei Zöllner und Sünder, daß sie ihn höreten. Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murreten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isset mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er der eins und Evangelien. 51 verlieret, der nicht lasse die neun und neunzig in der Wüste, und hingehe nach dem verlornen, bis daß er es finde? Und wenn er es gefunden hat, so leget er es auf die Achseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude sein im Himmel über einen Sünder, der Buße thut, vor neun und neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder, welches Weib ist, das zehn Groschen hat, so sie der einen verlieret, die nicht ein Licht anzünde, und kehre das Haus, und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde! Und wenn sie ihn gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen gefunden, den ich verloren hatte. Also auch sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße thut. Am IV. Sonntag nach Trinitatis. Epistel, Röm. 8, b. 18-23. De enn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht wert sei, die an uns soll geoffen= bart werden. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Kreatur unterworfen ist der Eitelkeit ohne ihren Willen, sondern um deß willen, der sie unterworfen hat auf Hoffnung. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des vergänglichen Wesens, zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnet sich mit uns, und ängstiget sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft, und warten auf unsers Leibes Erlösung. Evangelium, Luc. 6, v. 36-42. jarum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht Episteln verdammet. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und überflüssig Maß wird man in euren Schooß geben, denn eben mit dem Maß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder, wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen! und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler! ziehe zuvor den Balken aus deinem Auge, und befiehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. 52 015 Am V. Sonntag nach Trinitatis. 2011 Epistel, 1. Petri 3, b. 8-15.nurdony, Endlich aber seid alleſamt gleich gefinnet, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich. Vergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern dagegen segnet, und wisset, daß ihr dazu berufen seid, daß ihr den Segen beerbet. Denn wer leben will, und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß sie nichts Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen und thue Gutes, er suche Frieden und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Gebet. Das Angesicht aber des Herrn siehet auf die, so Böses thun. Und wer ist, der euch schaden könnte, so ihr dem Guten nachkommt? Und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Troßen nicht, und erschrecket nicht. Heiliget aber Gott, den Herrn, in eurem Herzen. 1 and Theftal Evangelium, Luc. 5, v. 1-11. godtud s begab sich aber, daß sich das Volk zu Jesu drang, zu hören das Wort Gottes, und er stand am See und Evangelien. 53 Genezareth, und sah zwei Schiffe am See stehen; die Fischer ab r waren ausgetreten, und wuschen ihre Neke: trat er in der Schiffe eines, welches Simonis war, und bat ihn, daß er es ein wenig vom Lande führete. Und er setzte sich, und lehrete das Volk aus dem Schiff. Und als er hatte aufgehöret zu reden, sprach er zu Simon: Fahret auf die Höhe, und werfet eure Netze aus, daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet, und nichts gefangen, aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Und da sie das thaten, beschlossen fie eine große Menge Fische, und ihr Netz zerriß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im andern Schiffe waren, daß sie fämen und hülfen ihnen ziehen. Und sie famen und fülleten beide Schiffe voll, also daß fie fanten. Da das Simon Petrus sah, fiel er Jesu zu den Knieen, und sprach: Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein sündiger Mensch. Denn es war ihm ein Schrecken angekommen, und alle, die mit ihm waren, über diesen Fischzug, den sie mit einander gethan hatten. Desselbigen gleichen auch Jacobum und Johannem, die Söhne Zebedäi, Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, denn von nun an wirst du Menschen fahen. Und sie führeten die Schiffe zu Lande, und verließen alles, und folgten ihm nach. Am VI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Röm. 6, v. 3-11. isset ihr nicht, daß alle, die wir in Jesum Chriftum getaufet sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir je mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist auferwecket von den Toten, durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen. auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber samt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich sein; dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch samt ihm gekreuziget ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertigt von der Sünde, Sind wir aber mit Christo Episteln gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden; und wissen, daß Christus, von den Toten erweckt, hinfort nicht stirbt; der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn, daß er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben, zu einem Mal; daß er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid, und lebet Gott in Christo Jesu, unserm Herrn. Evangelium, Matth. 5, v. 20-26. De enn ich sage euch: Es sei denn eure Gerechtigkeit besser, denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehöret, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht töten; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha, der ist des Rats schuldig. Wer aber sagt: Du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst, und wirst allda eingedenk, daß dein Bruder etwas wider dich habe, ſo laß allda vor dem Altar deine Gabe, und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfere deine Gabe. Sei willfährig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleinst überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir: Wahrlich, du wirst nicht von dannen heraus kommen, bis daß du den letzten Heller bezahlest. 54 Am VII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Röm. 6, v. 19-23. menschlich davon reden, um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habt zum Dienst der Unreinigkeit, und von einer Ungerechtigkeit zu der andern: also begebet nun auch eure Glieder zum Dienst der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu ch muß Joh 55 und Evangelien. der Zeit für Frucht? Welcher ihr euch jetzt schämet: denn das Ende derselbigen ist der Tod. Nun ihr aber seid von der Sünde frei, und Gottes Knechte worden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet; das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Sold; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben, in Christo Jesu, unserm Herrn. Evangelium, Marc. 8, 1-9. 3u der Zeit, da viel Volks da war, und hatten nichts zu essen, rief Jesus seine Jünger zu sich, und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharret, und haben nichts zu essen, und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten, denn etliche waren von ferne gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brot hier in der Wüste, daß wir sie sättigen? Und er fragte sie: Wie viel habt ihr Brote? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volt, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brote und dankete, und brach sie, und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselbigen vorlegten. Und sie legten dem Volke vor. Und hatten ein wenig Fischlein, und er dankete, und hieß dieselbigen auch vortragen. Sie aßen aber, und wurden satt, und hoben die übrigen Brote auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei vier tausend, die da gegessen hatten. Und er ließ sie von sich. Am VIII. Sonntage nach Trinitatis. 049 Epistel, Röm. 8, v. 12-17. o sind wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müſſen. Wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tötet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die find Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müsset, sondern ihr habt einen findlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba! lieber Vater! Derselbige Geist gibt Zeugnis unserm Geist, daß wir Gottes Kinder 56 Episteln find. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben, und Miterben Christi, so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Evangelium, Matth. 7, v. 15-23. ( ehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr! Herr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen thun meines Baters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr! Herr! haben wir nicht in deinem Namen geweissaget? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt; weichet alle von mir, ihr Uebelthäter. tik manis yang ha and id Am IX. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1. Cor. 10, v. 6-13. Das as ist aber uns zum Vorbilde geschehen, daß wir uns nicht gelüsten lassen des Bösen, gleichwie jene gelüftet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleichwie jener etliche wurden, als geschrieben stehet: Das Volk setzte sich nieder, zu essen und zu trinken, und stand auf zu spielen. Auch lasset uns nicht Hurerei treiben, wie etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf einen Tag drei und zwanzig tausend. Lasset uns aber auch Christum nicht versuchen, wie etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleichwie jener etliche murreten, und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr TORES und Evangelien. 57 ihnen zum Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt gekommen ist. Darum, wer sich lässet dünken, er stehe, mag wohl zu= sehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine denn menschliche Versuchung betreten. Aber Gott ist getreu, der euch nicht läßt versuchen über euer Vermögen, sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es fönnet ertragen. Evangelium, Luc. 16, v. 1-9. Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter, der ward vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm seine Güter umgebracht. Und er forderte ihn und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalt, denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter sein. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir. Graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzet werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn, und ſprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn Und er schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Del. sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, setze dich, und schreibe flugs fünfzig. Darnach sprach er zu dem andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief und schreibe achtzig. Und der Herr lobte den ungerechten Haushalter, daß er flüglich gethan hätte. Denn die Kinder dieser Welt sind flüger, denn die Kinder des Lichtes in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. si 1913? 1055 m rith 53023 us Am X. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1. Cor. 12, b. 1-11. Vo on den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden 58 Episteln seid gewesen und hingegangen zu den stummen Götzen, wie ihr geführet wurdet. Darum thue ich euch kund, daß niemand Jesum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet. Und niemand kann Jesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist Ein Geist. Und es sind mancherlei Ämter, aber es ist Ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist Ein Gott, der da wirket alles in allem. In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nußen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem Andern wird gegeben zu reden von der Erkenntnis, nach demselbigen Geist; einemt andern der Glaube in demselbigen Geist; einem andern die Gabe gesund zu machen, in demselbigen Geist; einem andern Wunder zu thun; einem andern Weissagung; einem andern Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Sprachen; einem andern die Sprachen auszulegen. Dies aber alles wirket derselbige einige Geist, und teilet einem jeglichen seines zu, nachdem er will. Evangelium, Luc. 19, v. 41-48. p Und Ind als er, der Herr Jesus, nahe hinzukam, sah er die Stadt an, und weinete über sie, und sprach: Wenn du es wüßtest, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dient. Aber nun ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich, und deine Kinder mit dir, eine Wagenburg schlagen, dich belagern, und an allen Orten ängsten. Und werden dich schleifen, und keinen Stein auf dem andern lassen, darum, daß du nicht erkannt hast die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel, und fing an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften, und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus, ihr aber habt es gemacht zur Mördergrube. Und er lehrte täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und die Vornehmsten im Volk trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten. Und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten, denn alles Volk hing ihm an, und hörete ihn. 59 und Evangelien. Am XI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1. Cor. 15, b. 1-10. 3% herinnere euch aber, lieben Brüder, des Evangelii, das ich euch verkündet habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet, durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch verfün= diget habe, so ihr es behalten habt, es wäre denn, daß ihr's umsonst geglaubt hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsere Sünden, nach der Schrift. Und daß er begraben sei, und daß er auferstanden sei am dritten Tage, nach der Schrift. Und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünfhundert Brüdern auf einmal, derer noch viele leben, etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jakobo, darnach von allen Aposteln. Am letzten nach allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt gesehen worden. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, als der ich nicht wert bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeinde Gottes verfolget habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle, nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Evangelium, Luc. 18, v. 9-14. D er Herr sagte zu etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm wären, und verachteten die andern, ein solch Gleichnis: Es gingen zween Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von allem, was ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott sei mir Sünder gnädig. Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertigt in sein Haus 3* 60 Episteln vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden, und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Am XII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 2. Cor. 3, v. 4-11. in solches Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken, als von uns selber, sondern, daß wir tüchtig sind, ist von Gott. Welcher auch uns tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des Neuen Testamentes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tötet, und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also, daß die Kinder Israel nicht konnten ansehen das Angesicht Mosis, um der Klarheit willen seines Angesichts, die doch aufhöret; wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist giebt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Verdammnis prediget, Klarheit hat, vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit prediget, überschwängliche Klarheit. Evangelium, Marc. 7, v. 31-37. Und [ nd da der Herr Jesus wieder ausging von den Grenzen Tyrus und Sidon, kam er an das Galiläische Meer, mitten unter die Grenze der zehn Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volk besonders, und er legte ihm die Finger in die Ohren, und spükete und rührete seine Zunge, und sah auf gen Himmel, seufzte und sprach zu ihm: Hephata, das ist: Thue dich auf. Und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und er redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten. Und verwunderten sich über die Maße, und sprachen: Er hat alles wohl gemacht, die Tauben macht er hörend, und die Sprachlosen redend. 61 und Evangelien. Am XIII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Galater 3, v. 15-22. Lieben Brüder, ich will nach menschlicher Weise reden. Verachtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätigt ist, und thut auch nichts dazu. Nun ist ja die Verheißung Abraham und seinem Samen zugesagt. Er spricht nicht: Durch die Samen, als durch viele, sondern als durch einen: durch deinen Samen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon: Das Testament, das von Gott zuvor bestätigt ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung sollte durchs Gesek aufhören, welches gegeben ist über vier hundert und dreißig Jahre hernach. Denn so das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch die Verheißung gegeben. Gott aber hat es Abraham durch Verheißung frei ge= schenkt. Was soll denn das Gesetz? Es ist dazu gekommen um der Sünde willen, bis der Same käme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist geſtellet von den Engeln, durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines Einzigen Mittler; Gott aber ist einig. Wie? Ist denn das Gesetz wider Gottes Verheißung? Das sei ferne. Wenn aber ein Gesetz gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so käme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Geset. Aber die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheißung käme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. Evangelium. Luc. 10, v. 23-37. Jefus esus wandte sich zu seinen Jüngern, und sprach insonderheit: Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, das ihr sehet, und haben es nicht gesehen, und hören, das ihr höret, und haben es nicht gehöret. Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn, und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz geschrieben? Wie liefest du? Er antwortete, und sprach: Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen 62 Episteln Kräften, und von ganzem Gemüte, und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen, und sprach zu Jesu: wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus, und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho, und fiel unter die Mörder, die zogen ihn aus, und schlugen ihn, und gingen davon, und ließen ihn halb tot liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinab zog, und da er ihn sah, ging er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Zevit, da er fam bei die Stätte, und sah ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reisete, und kam dahin, und da er ihn sah, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden, und goß darein Del und Wein, und hob ihn auf sein Tier, und führete ihn in die Herberge, und pflegte sein. Des andern Tags reisete er, und zog heraus zween Groschen, und gab sie dem Wirt, und sprach zu ihm: Pflege sein, und so du was mehr wirst darthun, will ich dir's bezahlen, wenn ich wieder komme. Welcher dünket dich, der unter diesen dreien der nächste sei gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und thue desgleichen. VXme Am XIV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Gal. 5, v. 16-25. Lieben Brüder, wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüftet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch. Dieselbigen sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wolle Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesek. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigfeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, 3ant, 3wietracht, Rotten, Haß, Mord, Fressen, Saufen, und dergleichen. Von welchen ich euch habe zuvor gesagt, und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, und Evangelien. Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuschheit. Wieder solche ist das Gesetz nicht. Welche aber Christo angehören, die freuzigen ihr Fleisch samt den Lüften und Begierden. 63 Evangelium, Luc. 17, v. 11-19. nd es begab sich, da Jesus reisete gen Jerusalem, zog er mitten durch Samariam und Galiläam. Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn aussäßige Männer, die standen von ferne, und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser! Und da er sie sah, sprach er zu ihnen: Gehet hin und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, da sie hingingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er sah, daß er gesund geworden war, kehrete er um, und preisete Gott mit lauter Stimme, und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen und dankete ihm. Und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein worden? Wo sind aber die neune? Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umfehre, und gebe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen. Am XV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Gal. 5, v. 25, bis 6, v. 10. ( o wir im Geist leben, so lasset uns auch im Geist wandeln. Lasset uns nicht eitler Ehre geizig sein, unter einander zu entrüsten und zu hassen. Lieben Brütder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilet würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanftmüthigem Geist, die ihr geistlich seid. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versucht werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Geset Christi erfüllen. So aber sich jemand läßt dünken, er sei etwas, so er doch nichts ist, der betrüget sich selbst. Ein jeglicher aber prüfe sein selbst Werk, und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben, und nicht an einem andern. Denn ein jeglicher wird seine Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der teile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht, Gott lässet sich nicht 64 Episteln spotten, denn was der Mensch säet, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten. Wer aber auf den Geist jäet, der wird von dem Geiste das ewige Leben ernten. Lasset uns aber Gutes thun und nicht müde werden, denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes thun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. Evangelium, Matth. 6, v. 24-34.medisin Niem iemand kann zweien Herren dienen, entweder er wird einen hassen und den oder er wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euern Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr, denn die Speise? Und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an. Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in den Scheunen, und euer himmlischer Vater nähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum forget? Und warum forget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen, sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derselben eins. Šo denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet, und morgen in den Ofen geworfen wird, sollte er das nicht vielmehr euch thun? ihr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Wo= mit werden wir uns fleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden; denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr des alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes, und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum forget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. und Evangelien. Am XVI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Epheser 3, v. 13-21. Nieben Brüder, darum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet, um meiner Trübsale willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derohalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unseres Herrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißet im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe, nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, und Christum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Breite und die Länge, die Tiefe und die Höhe; auch erfennen, daß Christum lieb haben, viel besser ist, denn alles wissen, auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwänglich thun kann über alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sei Ehre in der Gemeinde, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 65 Evangelium, Luc. 7, v. 11-17. Und nd es begab sich darnach, daß Jesus in eine Stadt mit Namen Nain ging, und seiner Jünger gingen viele mit ihm, und viel Volts. Als er aber nahe an das Stadtthor fam, siehe, da trug man einen Toten heraus, der ein einziger Sohn seiner Mutter war, und sie war eine Witwe, und viel Volks aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sah, jammerte ihn derselbigen, und sprach zu ihr Weine nicht! Und trat hinzu, rührete den Sarg an, und die Träger standen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf. Und der Tote richtete sich auf, und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es fam sie alle eine Furcht an, und preiseten Gett und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land, und in alle umliegende Länder. 66 Episteln Am XVII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephes. 4. v. 1-6. ( o ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie sich's gebühret eurem Beruf, darinnen ihr berufen seid, mit aller Demut und Sanftmut, mit Geduld, und vertraget einer den andern in der Liebe, und seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geist, durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater( unser) aller, der da ist über euch alle, und durch euch alle, und in euch allen.ind 101 0 m2 FOTO Evangelium, Luc. 14, v. 1-11. 1933 Und nd es begab sich, daß er kam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer, auf einen Sabbath das Brot zu essen, und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig. Und Jesus antwortete, und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern, und sprach: Ist es auch recht, auf den Sabbath heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an, und heilete ihn, und ließ ihn gehen. Und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochs oder Esel in den Brunnen fällt und er nicht alsobald ihn herauszieht am Sabbathtage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichnis zu den Gästen, da er merkete, wie sie erwählten, oben an zu sitzen, und sprach zu ihnen: Wenn du von jemand geladen wirst zur Hochzeit, so sebe dich nicht oben an, daß nicht etwa ein ehrlicherer, denn du von ihm geladen sei; und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem; und du müsseft dann mit Scham unten an sizen. Sondern wenn du geladen wirst, so gehe hin und sebe dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf. Dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische fißen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden, und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden. 67 und Evangelien. Am XVIII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1. Cor. 1, v. 4-9. diban ch danke meinem Gott allezeit eurethalben für die Gnade Jeſu, daß ihr seid durch ihn in allen Stücken reich gemacht an aller Lehre und in aller Erkenntnis. Wie denn die Predigt bon Christo in euch kräftig geworden ist, also, daß ihr feinen Mangel habt an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung unsers Herrn Jesu Christi, welcher auch wird euch fest behalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich seid auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn. Evangelium, Matth. 22, v. 34-46. 101 Da a aber die Pharisäer höreten, daß Jesus den Sadducäern das Maul gestopfet hatte, versammelten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn, und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst Lieben Gott, deinen Herrn von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte. Das ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. In diesen zwei Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pharisäer bei einander waren, fragte sie Jesus und sprach: Wie dünket euch um Christo? Weß Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geiste einen Herrn, da er sagt: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße? So nun Da= vid ihn einen Herrn nennet wie ist er denn sein Sohn? Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen, 68 Episteln Am XIX. Sonntage nach Trinitatis. o Epistel, Ephef. 4, v. 22-28. o leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, den alten Menschen, der durch Lüsten in Irrtum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geiste eures Gemüts, und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist, in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lügen ab, und redet die Wahrheit, ein jeglicher mit seinem Nächsten, sintemalen wir unter einander Glieder find. Zürnet und fündiget nicht, lasset die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite, und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. sibu zde Evangelium, Matth. 9, v. 1-8. a trat er, der Herr Jesus, in das Schiff und fuhr wieder herüber und kam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getrost, mein Sohn; deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denket ihr so Arges in euren Herzen? Welches ist leichter zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben; oder zu sagen: Stehe auf und wandele? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden, die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, hebe dein Bett auf, und gehe heim. Und er stand auf, und ging heim. Da das Volk das sah, verwunderte es sich, und preisete Gott, der solche Macht den Menschen gegegeben hat. niot Hot hind 0 HCP Hents Adillo Am XX. Sonntage nach Trinitatis. mis Epistel, Epistel, Ephef. 5, v. 15-21. S o sehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht Und als die Unweisen, sondern als die Weisen. schickt euch in die Zeit, denn es ist böse Zeit. Darum und Evangelien. 69 werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da sei des Herrn Wille. Und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentlich Wesen folgt, sondern werdet voll Geistes. Und redet unter einander von Psalmen und Lobgesängen, und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in eurem Herzen. Und saget Dank allezeit für alles Gott und dem Vater, in dem Namen unsers Herrn Jesu Christ; und seid unter einander unterthan in der Furcht Gottes. traditants of JOCH Burt Evangelium, Matth. 22, b. 1-14. v. it and dont but Und nd Jesus antwortete, und redete abermal durch Gleichnisse zu ihnen, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohne Hochzeit machte. Und sandte seine Knechte aus, daß sie die Gäste zur Hochzeit riefen, und sie wollten nicht kommen. Abermal sandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet, und alles bereit; kommt zur Hochzeit. Aber sie verachteten das, und gingen hin, einer auf seinen Acker, der andere zu seiner Handtierung. Etliche aber griffen seine Knechte, höhnten und töteten sie. Da das der König hörete, ward er zornig, und schickte seine Heere aus, und brachte die Mörder um, und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste waren es nicht wert. Darum gehet hin auf die Straßen, Und die Knechte und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. gingen aus auf die Straßen, und brachten zusammen, wen sie fanden, Böse und Gute, und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen, und sah allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitliches Kleid an; und sprach zu ihm: Freund, wie bist du herein gekommen, und hast doch kein hochzeitliches Kleid an? Er aber verstummete. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werfet ihn in die äußerste Finsternis hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappen. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. theo Episteln Am XXI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephes. 6, v. 10-17. uletzt, meine Brüder, seid stark in dem Herrn, und in der Macht seiner Stärke. 3iehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen die listigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, näm= lich mit den Herren der Welt, die in der Finsternis dieſer. Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deswillen so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem bösen Tage Widerstand thun, und alles wohl ausrichten, und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit, und an Beinen geſtiefelt, als fertig zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet seid. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnet alle feurige Pfeile des Bösewichts. Und nehmet den Helm des Heils, und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. 70 Evangelium, Joh. 4, v. 47-54. Und nd es war ein Königischer, deß Sohn lag krank zu Capernaum. Dieser hörete, daß Jesus kam aus Judäa in Galiläam, und ging hin zu ihm, und bat ihn, daß er hinab käme, und hilfe seinem Sohn; denn er war todkrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr, komme hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus sprach zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und indem er hinab ging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm, und sprachen: Dein Kind lebet. Da forschete er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkete der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt und Evangelien. 71 hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus that, da er aus Judäa in Galiläam kam. Am XXII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Phil. 1, v. 3-11. 26th ch danke meinem Gott, so oft ich eurer gedente, euch alle, und thue das Gebet mit Freuden) über eurer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bis hieher. Und bin desselbigen in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird es auch Wie es denn vollführen, bis an den Tag Jesu Christi. mir billig ist, daß ich dermaßen von euch allen halte, darum, daß ich euch in meinem Herzen habe, in diesem meinem Gefängnis, darinnen ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr alle mit mir der Gnade teilhaftig seid. Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen verlanget von Herzensgrunde, in Christo Jesu. Und darum bete ich, daß eure Biebe je mehr und mehr reich werde, in allerlei Erkenntnis und Erfahrung, daß ihr prüfen möget, was das Beste sei, auf daß ihr seid lauter und unanstößig, bis auf den Tag Christi, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum geschehen( in euch) zur Ehre und Lobe Gottes. KATA Evangelium, Matth. 18, b. 23-35. as Himmelreich ist gleich einem Könige, der mit ſeinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehn tausend Pfund schuldig. Da er es nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn, und sein Weib, und seine Kinder, und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder, und betete ihn an, und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbige Knecht hinaus, und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig; und er griff ihn an, 72 Episteln und würgete ihn, und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder, und bat ihn, und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin, und warf ihn ins Gefängnis, bis daß er bezahlete, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt, und kamen und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich, und sprach zu ihm: Du Schalts= knecht, alle diese Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest. Solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig, und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlete alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von euren Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehler. Am XXIII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Phil. 3, b. 17-21. v. olget mir, lieben Brüder, und sehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habet zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, mun aber sage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Christi, welcher Ende ist die Verdammnis, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gesinnet sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi, des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Evangelium, Matth. 22, v. 15-22. ja gingen die Pharisäer hin und hielten einen Rat, wie sie Jesum fingen in seiner Rede. Und sandten zu ihm ihre Jünger, samt Herodis Dienern, und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg Gottes recht, und fragest nach niemand, denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum sage und Evangelien. 73 uns, was dünket dich? Ist es recht, daß man dem Kaiser 3ins gebe, oder nicht? Da nun Jesus merkete ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versucht ihr mich? Weiset mir die Zinsmünze. Und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Da sie das höreten, verwunderten sie sich, und ließen ihn, und gingen davon. Am XXIV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Colosser 1, v. 9-14. von dem da wir es höret haben, hören wir nicht auf für euch zu beten, und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntnis seines Willens, in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand; daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn, zu allem Gefallen, und fruchtbar seid in allen guten Werken. Und wachſet in der Erkenntnis Gottes, und gestärket werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Macht, in aller Geduld und Langmütigkeit mit Freuden. Und danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht; welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsternis, und hat uns verseket in das Reich seines lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. Evangelium, Matth. 9, v. 18-26. Da a Jesus solches mit ihnen redete, siehe, da kam der Obersten einer, und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben; aber komm, und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stand auf, und folgete ihm nach, und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang ge= habt, trat von hinten zu ihm, und rührete seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei sich selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wendete sich Jesus um, und sah sie, und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam, und sah die Pfeifer und das Ge4 74 Episteln tümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet! denn das Mägdlein ist nicht tot, sondern es schläft. Und sie ver= lachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein, und ergriff fie bei der Hand; da stand das Mägdlein auf. Und dies Gerücht erscholl in dasselbige ganze Land. Am XXV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1. Thess. 4, v. 13-18. Wir ir wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seid, wie die andern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels, und mit der Posaune Gottes hernieder kommen vom Himmel, und die Toten in Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit den= selbigen hingerückt werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten unter einander. Evangelium, Matth. 24, v. 15-28. We enn ihr nun sehen werdet den Gräuel der Verwüstung, davon gesaget ist durch den Propheten Daniel, daß er stehe an der heiligen Stätte( wer das liefet, der merke darauf!), alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist, und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Haus zu holen. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit. Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter, oder am Sabbath. Denn es wird alsdann eine große Trübsal sein, als nicht gewesen ist von anfang der Welt bisher, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkürzet, so würde kein Mensch selig. Aber um der Auserwählten willen werden die Tage ver und Evangelien. 75 kürzet. So alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus, oder da; so sollt ihr es nicht glauben. Denn es werden falsche Christi, und falsche Propheten auf= stehen, und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet werden in den Irrtum( wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Siehe, ich habe es euch zuvor gesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste, so gehet nicht hinaus. Siehe, er ist in der Kammer, so glaubet es nicht. Denn gleich wie der Blitz ausgehet vom Aufgang, und scheinet bis zum Niedergang: also wird auch sein die Zukunft des Menschensohns. Wo aber ein Aas ist, da sammeln sich die Adler. Am XXVI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 2. Thess. 1, v. 3-10. Mir sollen Gott danken allezeit um euch, lieben Brüder, wie es billig ist. Denn euer Glaube wächset sehr, und die Liebe eines jeglichen unter euch allen nimmt zu gegen einander; also, daß wir uns eurer rühmen unter den Gemeinen Gottes von eurer Geduld und Glauben, in allen euren Verfolgungen und Trübsalen, die ihr duldet; welches anzeigt, daß Gott recht richten wird, und ihr würdig werdet zum Reiche Gottes, über welchem ihr auch leidet; nachdem es recht ist bei Gott, zu vergelten Trüb= sal denen, die euch Trübsal anlegen. Euch aber, die ihr Trübsal leidet, Ruhe mit uns, wenn nun der Herr Jesus wird offenbaret werden vom Himmel, samt den Engeln seiner Kraft, und mit Feuerflammen, Rache zu geben über die, so Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehorsam sind dem Evangelio unsers Herrn Jesus Christi; welche werden Pein leiden, das ewige Verderben von dem Angesichte des Herrn und von seiner herrlichen Macht; wenn er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit seinen Heiligen, und wunderbar mit allen Gläubigen. Denn unser Zeugnis an euch von demselbigen Tage habt ihr geglaubet. Evangelium, Matth. 25, v. 31-46. We enn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heiligen Engel mit ihm, dann 76 Episteln wird er sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit; und werden vor ihm alle Völker versammelt werden; und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet; und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, und die Böcke zur Linken. Da wird denn der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommet her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereit ist von Anbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich geſpeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin frank gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen und ihr seid zu mir kommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen, und haben dich gespeiset? oder durftig, und haben dich getränket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen, und beherberget? oder nackend, und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder gefangen gesehen, und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten, und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr gethan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beherberget. Sch bin nackend gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin frank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Dann werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig, oder durstig, oder einen Gast, oder nackend, oder krank, oder gefangen, und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen; aber die Gerechten in das ewige Leben. und Evangelien. Am XXVII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 2. Petri 3, v. 3-14. 77 Rieben Brüder, wisset das aufs erste, daß in den letzten Tagen kommen werden Spötter, die nach ihren eigenen Büsten wandeln, und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Zukunft? Denn nachdem die Väter entschlafen sind, bleibet es alles, wie es von Anfang der Kreatur gewesen ist. Aber Mutwillens wollen sie nicht wissen, daß der Himmel vor Zeiten auch war, dazu die Erde aus Wasser, und im Wasser bestanden durch Gottes Wort. Dennoch ward zu der Zeit die Welt durch dieselbigen mit der Sündflut verderbet. Also auch der Himmel jekund und die Erde werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden am Tage des Gerichts und der Verdammnis der gottlosen Menschen. Eines aber sei euch unverhalten, ihr Lieben, daß ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie ein Tag. Der Herr verziehet nicht die Verheißung, wie es etliche für einen Verzug achten, sondern er hat Geduld mit uns, und will nicht, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße bekehre. Es wird aber des Herrn Tag kommen als ein Dieb in der Nacht, in welchem die Himmel zer= gehen werden mit großem Krachen, die Elemente aber werden vor Hitze zerschmelzen, und die Erde, und die Werke, die darinnen sind, werden verbrennen. So mun das alles soll zergehen, wie sollt ihr dann geschickt sein mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen, daß ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn, in welchem die Himmel vom Feuer zergehen, und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden. Wir warten aber eines neuen Himmels, und einer neuen Erde, nach seiner. Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet. Darum, meine Lieben, dieweil ihr darauf warten sollet, so thut Fleiß, daß ihr vor ihm unbefleckt und unsträflich im Frieden erfunden werdet. Evangelium, Matth. 8, v. 23-27. Siehe das Evangelium am vierten Sonntage nach der Erscheinung Christi. Seite 18. Episkeln und Evangelien auf die Aposteltage und einige andere firchliche Feste. Lah Am Tage St. Andreä. Epistel, Röm. 10, b. 10-18. Mima a ins! o man von Herzen glaubet, so wird man gerecht, und so man mit dem Munde bekennet, so wird man felig. Denn die Schrift spricht: Wer an ihn glaubet, wird nicht zu Schanden werden. Es ist hier kein Unterschied unter Juden und Griechen, es ist aller zumal ein Herr, reich über alle, die ihn anrufen. Denn wer den Namen des Herrn wird anrufen, soll selig werden. Wie sollen sie aber anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie aber glauben, von dem sie nichts gehöret haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger? Wie sollen sie aber predigen, wo sie nicht gesandt werden? Wie denn geschrieben stehet: Wie lieblich sind die Füße derer, die den Frieden verkündigen, die das Gute verfündigen. Aber sie sind nicht alle dem Evangelium gehorsam. Denn Jesaias spricht: Herr, wer glaubet unserm Predigen? So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Gottes. Ich sage aber: Haben sie es nicht gehöret? 3war es ist je in alle Lande ausgegangen ihr Schall, und in alle Welt ihre Worte. Evangelium, Matth. 4, v. 18-22. A. Is nun Jesum an dem galiläischen Meer ging, sah er zween Brüder, Simon, der da heißt Petrus und und Evangelien. 79 Andream, seinen Bruder; die warfen ihre Neße ins Meer, denn sie waren Fischer. Und er sprach zu ihnen: Folget mir nach, ich will euch zu Menschenfischern machen. Bald verließen sie ihre Netze, und folgeten ihm nach. Und da er von dannen fürbaß ging, sah er zween andere Brüder, Jacobum, den Sohn Zebedäi, und Jo= hannem, seinen Bruder, im Schiff, mit ihrem Vater Zebedão, daß sie ihre Netze flicketen, und er rief sie. Bald verließen sie das Schiff und ihren Vater, und folgeten ihm nach. Am Tage St. Thomä. Epistel, Eph. 1, b. 3-6. Lelobet sei Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern durch Christum. Wie er uns dann erwählet hat durch denselbigen, ehe der Welt Grund gelegt war, daß wir sollten sein heilig und unsträflich vor ihm in der Liebe. Und hat uns verordnet zur Kindschaft gegen ihn selbst durch Jesum Christum, nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lobe seiner herrlichen Gnade, durch welche er uns hat angenehm ge= macht in dem Geliebten. Evangelium, Joh. 20, b. 24-29. T homas aber, der Zwölfen einer, der da heißet Zwilling, war nicht bei ihnen, da Jesus kam. Da sag= ten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, daß ich in seinen Händen sehe die Nägelmale, und lege meinen Finger in die Nägelmale, und lege meine Hand in seine Seite, will ich's nicht glauben. Und über acht Tage waren abermal seine Jünger darinnen und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Thüren verschlossen waren, und tritt mitten ein, und spricht: Friede sei mit euch. Darnach spricht er zu Thoma: Reiche deinen Finger her, und siehe meine Hände, und reiche deine Hand her, und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig. Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott. Spricht Jesus zu ihm: Dieweil 80 Episteln du mich gesehen hast, Thoma, so glaubest du. Selig find, die nicht sehen, und doch glauben. Am Tage Pauli Bekehrung. Epistel, Ap.- Gesch. 9, v. 1-22. ( aulus aber schnaubete noch mit Dräuen und Morden wider die Jünger des Herrn, und ging zum Hohenpriester und bat ihn um Briefe gen Damaskus an die Schulen, auf daß, so er etliche dieses Weges fände, Männer und Weiber, er sie gebunden führete gen Jerusalem. Und da er auf dem Wege war, und nahe bei Damaskus kam, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel, und er fiel auf die Erde, und hörete eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgest du mich? Er aber sprach: Herr, wer bist du? Der Herr sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgest. Es wird dir schwer werden, wider den Stachel zu lecken. Und er sprach mit 3ittern und Zagen: Herr, was willst du, daß ich thun soll? Der Herr sprach zu ihm: Stehe auf, und gehe in die Stadt, da wird man dir sagen, was du thun ſollst. Die Männer aber, die seine Gefährten waren, standen und waren erstarret, denn sie höreten eine Stimme, und sahen niemand. Saulus aber richtete sich auf von der Erde, und als er seine Augen aufthat, sah er niemand. Sie nahmen ihn aber bei der Hand, und führeten ihn gen Damaskus, und er war drei Tage nicht sehend, und aß nicht, und trank nicht. Es war aber ein Jünger zu Damaskus, mit Namen Ananias, zu dem sprach der Herr im Gesichte: Anania! Und er sprach: Hier bin ich, Herr. Der Herr sprach zu ihm: Stehe auf, und gehe hin in die Gasse, die da heißet die richtige, und frage in dem Hause Juda nach Saulo mit Namen von Tarsen, denn siehe, er betet, und hat gesehen im Gesichte einen Mann, mit Namen Ananias, zu ihm hineinkommen, und die Hand auf ihn legen, daß er wieder sehend werde. Ananias aber antwortete: Herr, ich habe von vielen gehöret von diesem Manne, wie viel Übels er deinen Heiligen gethan hat zu Jerusalem, und er hat allhier Macht von den Hohenpriestern, zu binden alle, die deinen Namen an und Evangelien. 81 rufen. Der Herr sprach zu ihm: Gehe hin, denn dieser ist mir ein auserwähltes Rüstzeug, daß er meinen Namen trage vor den Heiden, und vor den Königen und vor den Kindern von Israel. Ich will ihm zeigen, wie viel er leiden muß um meines Namens willen. Und Ananias ging hin, und kam in das Haus, und legte die Hände auf ihn, und sprach: Lieber Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt( der dir erschienen ist auf dem Wege, da du herfamest), daß du wieder sehend und mit dem heiligen Geist erfüllet werdest. Und alsobald fiel es von seinen Augen wie Schuppen, und er ward wieder sehend, und stand auf, ließ sich taufen, und nahm Speise zu sich und stärkete sich. Saulus aber war etliche Tage bei den Jüngern zu DaUnd alsbald predigte er Christum in den Sie entsetzten Schulen, daß derselbige Gottes Sohn sei. sich aber alle, die es höreten, und sprachen: Ist das nicht, der zu Jerusalem zerstörete alle, die diesen Namen anrufen, und darum hergekommen, daß er sie gebunden Saulus aber ward je führe zu den Hohenpriestern? mehr kräftiger, und trieb die Juden ein, die zu Damasfus wohneten, und bewährte es, daß dieser ist der Chriſt. mascus. Evangelium, Matth. 19, v. 23-30. Jejus esus aber sprach zu seinen Jüngern: Wahrlich, ich sage euch, ein Reicher wird schwerlich ins Himmelreich kommen. Und weiter sage ich euch: Es ist leichter, daß ein Kameel durch ein Nadelöhr gehe, denn daß ein Reicher ins Reich Gottes komme. Da das seine Jünger höreten, entsetzten sie sich sehr, und sprachen: Je! Wer kann denn selig werden? Jesus aber sah sie an, und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ists unmöglich, aber Da antwortete Bebei Gott find alle Dinge möglich. trus, und sprach zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen, und sind dir nachgefolget, was wird uns dafür? Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, daß ihr, die ihr mir seid nachgefolget, in der Wiedergeburt, da des Menschen Sohn wird sizen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit, werdet ihr auch sitzen auf zwölf Stühlen, und richten die zwölf Geschlechter Israel. Und wer verlässet Häuser, oder Brüder, oder Schwestern, oder Vater, 82 Episteln oder Mutter, oder Weib, oder Kinder, oder Necker um meines Namens willen, der wird es hundertfältig nehmen, und das ewige Leben ererben. Aber viele, die da sind die ersten, werden die letzten, und die letzten werden die ersten sein. Am Tage Mariä Reinigung. Epistel, Maleachi 3, v. 1-4. Ziehe, ich will meinen Engel senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr suchet, und der Engel des Bundes, deß ihr begehret. Siehe, er kommt, spricht der Herr Zebaoth. Wer wird aber den Tag seiner Zukunft erleiden mögen? Und wer wird bestehen wenn er wird erscheinen, denn er ist wie das Feuer eines Goldschmiedes, und wie die Seife der Wäscher. Er wird sitzen und schmelzen, und das Wasser reinigen, er wird die Kinder Levi reinigen, und läutern wie Gold und Silber; dann werden sie dem Herrn Speisopfer bringen in Gerechtigkeit, und wird dem Herrn wohlgefallen das Speisopfer Juda und Jerusalems, wie vorhin und vor langen Jahren. Evangelium, Luc. 2, v. 22-32. Und nd da die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz Mosis tamen, brachten sie das Kind Jesum gen Jerusalem, auf daß sie ihn darstellten dem Herrn( wie denn geschrieben stehet in dem Gesetz des Herrn: Allerlei Männlein, das zum ersten die Mutter bricht, soll dem Herrn geheiliget heißen) und daß sie gäben das Opfer, nachdem gesagt ist in dem Gesetz des Herrn: ein Paar Turteltauben, oder zwei junge Tauben. Und siehe, ein Mensch war zu Jerusalem mit Namen Simeon; und derselbige Mensch war fromm und gottesfürchtig, und wartete auf den Trost Israel, und der heilige Geist war in ihm. Und ihm war eine Antwort geworden von dem heiligen Geist, er sollte den Tod nicht sehen, er hätte denn zuvor den Christ des Herrn gesehen, und kam aus Anregen des Geistes in den Tempel. Und da die Eltern das Kind Jesum in den Tempel brachten, daß sie für ihn thäten, und Evangelien. 83 wie man pfleget nach dem Gesetz, da nahm er ihn auf seine Arme, und Lobete Gott, und sprach: Herr, nun läsfest du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast. Denn meine Augen haben deinen Heiland gejehen, welchen du bereitet hast vor allen Völkern ein Licht zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volkes Israel. Am Tage Matthäi. Epistel, Ap.- Gesch. 1, v. 15-26. 11nd nd in den Tagen trat auf Petrus unter die Jünger, und sprach( es war aber die Schar der Namen zu Haufe bei hundert und zwanzig): Ihr Männer und Brüder, es mußte die Schrift erfüllet werden, welche zuvor gesagt hat der heilige Geist, durch den Mund Davids, von Juda, der ein Vorgänger war derer, die Jesum fingen. Denn er war mit uns gezählet, und hatte dies Amt mit uns überkommen. Dieser hat erworben den Acker um den ungerechten Lohn, und sich erhentet, und ist mitten entzwei geborsten, und alle seine Einge= weide ausgeschüttet. Und es ist fund geworden allen, die zu Jerusalem wohnen, also, daß derselbige Acker genennet wird auf ihre Sprache: Hakeldama, das ist, ein Blutacker. Denn es stehet geschrieben im Pfalmbuch: Ihre Behausung müsse wüste werden, und sei niemand, der darinnen wohne. Und sein Bistum empfahe ein anderer. So muß nun einer unter diesen Männern, die bei uns gewesen sind die ganze Zeit über, welche der Herr Jesus unter uns ist aus- und eingegangen, von der Taufe Johannis an, bis auf den Tag, da er von uns genommen ist, ein Zeuge seiner Auferstehung mit uns werden. Und sie stelleten zween, Joseph, genannt Barsabas, mit dem Zunamen Just, und Matthiam, beteten und sprachen: Herr! aller Herzen Kündiger, zeige an, welchen du erwählet hast unter diesen zweien, daß einer empfange diesen Dienst und Apostelamt, davon Judas Und abgewichen ist, daß er hinginge an seinen Ort. sie warfen das Loos über sie; und das Loos fiel auf Matthiam, und er ward zugeordnet zu den elf Aposteln. 4* Episteln Evangelium, Matth. 11, v. 25-30. Qu derselbigen Zeit antwortete Jesus und sprach: Ich preise dich, Vater, und Herr Himmels und der Erde, daß du solches den Weisen und Klugen verborgen hast, und hast es den Unmündigen offenbaret. Ja, Vater, denn es ist also wohlgefällig gewesen vor dir. Alle Dinge sind mir übergeben von meinem Vater. Und niemand fennet den Sohn, denn nur der Vater; und niemand fennet den Vater, denn nur der Sohn, und wem es der Sohn will offenbaren. Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid: ich will euch erquicken. Nehmet auf euch mein Joch, und lernet von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht. 84 Am Tage der Verkündigung Mariä. Epistel, Jesaias 7, v. 10-16. 201 Und nd der Herr redete abermals zu Ahas, und sprach: Fordere dir ein Zeichen von dem Herrn deinem Gott, es sei unten in der Hölle, oder droben in der Höhe. Aber Ahas sprach: Ich will es nicht fordern, daß ich den Herrn nicht versuche. Da sprach er: Wohlan, so höret ihr vom Hause Davids: Ists euch zu wenig, daß ihr die Leute beleidiget, ihr müsset auch meinen Gott beleidigen? Darum so wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger, und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel. Butter und Honig wird er essen, daß er wisse, Böses zu verwerfen, und Gutes zu erwählen. Denn ehe der Knabe lernet Böses verwerfen, und Gutes erwählen, wird das Land, davor dir grauet, verlassen sein von seinen zween Königen. Evangelium, Luc. 1, v. 26-38. Und nd im sechsten Monat ward der Engel Gabriel gesandt von Gott in eine Stadt in Galiläa, die heißet Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertrauet war einem Manne, mit Namen Joseph, vom Hause David, und die Jung und Evangelien. 85 frau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein, und sprach: Gegrüßet seist du, Holdselige, der Herr ist mit dir, du Gebenedeite unter den Weibern. Da sie aber ihn sah, erschrat sie über seine Rede, und gedachte: Welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden im Leibe, und einen Sohn gebären, deß Name sollst du Jesus heißen. Der wird groß und ein Sohn des Höchsten genannt werden. Und Gott, der Herr, wird ihm den Stuhl seines Vaters Davids geben. Und er wird ein König sein über das Haus Jakob ewiglich, und seines Königreichs wird kein Ende sein. Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen? Sintemal ich von feinem Manne weiß. Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten, darum auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn genannt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Gefreundete, ist auch schwanger mit einem Sohn in ihrem Alter, und gehet jetzt im sechsten Mond, die im Geschrei ist, daß sie unfruchtbar sei. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt haft. Und der Engel schied von ihr. Am Tage Philippi und Jacobi. Epistel, Eph. 2, v. 19-22. Rieben Brüder, so seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Brüder mit den Heiligen, und Gottes Hausgenossen, erbauet auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau in einander gefüget wächset zu einem heiligen Tempel in dem Herrn. Auf welchem auch ihr mit erbauet werdet, zu einer Behausung Gottes im Geist. Evangelium, Joh. 14, v. 1-14. Jefus us sprach zu seinen Jüngern: Euer Herz erschrecke nicht. Glaubet ihr an Gott, so glaubet ihr auch an mich. In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, so wollte ich zu euch sagen: Ich 86 Episteln Und ob ich hingehe hin, euch die Stätte zu bereiten. ginge, euch die Stätte zu bereiten, will ich doch wieder fommen, und euch zu mir nehmen, auf daß ihr seid wo ich bin. Und wo ich hingehe, das wisset ihr, und den Weg wisset ihr auch. Spricht zu ihm Thomas: Herr, wir wissen nicht, wo du hingehest, und wie können wir den Weg wissen? Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, denn durch mich. Wenn ihr mich kennetet, so fennetet ihr auch meinen Vater. Und von nun an fennet ihr ihn, und habt ihn gesehen. Spricht zu ihm Philippus: Herr, zeige uns den Vater, so genüget uns. Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch, und du kennest mich nicht? Philippe, wer mich siehet, der siehet den Vater. Wie sprichst du denn: Zeige uns den Vater? Glaubest du nicht, daß ich im Vater, und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, die rede ich nicht von mir selbst. Der Vater aber, der in mir wohnet, derselbige thut die Werke. Glaubet mir, daß ich im Vater, und der Vater in mir ist; wo nicht, so glaubet mir doch um der Werte willen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubet, der wird die Werke auch thun, die ich thue, und wird größere denn diese thun, denn ich gehe zum Vater. Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich thun, auf daß der Vater geehret werde in dem Sohn. Was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich thun. Am Tage Johannis des Täufers. Epistel, Jesaias 40, v. 1-5. Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott. Redet mit Jerusalem freundlich, und prediget ihr, daß ihre Ritterschaft ein Ende hat; denn ihre Missetat ist vergeben; denn sie hat 3weifältiges empfangen von der Hand des Herrn, um all ihre Sünde. Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg, machet auf dem Gefilde eine ebene Bahn unserm Gott. Alle Thale sollen erhöhet werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedriget werden, und was ungleich ist, soll eben, und was höckericht ist, soll schlecht werden. Denn die Herr und Evangelien. 87 lichkeit des Herrn soll offenbaret werden, und alles Fleisch mit einander wird sehen, daß des Herrn Mund redet. Evangelium, Luc. 1, v. 57-80. Und nd Elisabeth tam ihre Zeit, daß sie gebären sollte, und sie gebar einen Sohn. Und ihre Nachbarn und Gefreundeten höreten, daß der Herr große Barmherzigkeit an ihr gethan hatte, und freueten sich mit ihr. Und es begab sich, am achten Tage kamen sie zu beschneiden. das Kindlein, und hießen ihn nach seinem Vater Zacharias. Aber seine Mutter antwortete und sprach: Mit nichten, sondern er soll Johannes heißen. Und sie sprachen zu ihr: Ist doch niemand in deiner Freund= schaft, der also heiße. Und sie winkten seinem Vater, wie er ihn wollte heißen lassen? Und er forderte ein Täflein, schrieb und sprach: Er heißt Johannes. Und sie verwunderten sich alle. Und alsbald ward sein Mund und seine Zunge aufgethan, und redete, und lobete Gott. Und es kam eine Furcht über alle Nachbarn, und dieſe Geschichte ward allen ruchbar auf dem ganzen jüdischen Gebirge. Und alle, die es höreten, nahmen es zu Herzen, und sprachen: Was, meinest du, will aus dem Kindlein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm. Und sein Vater Zacharias ward des heiligen Geistes voll, weissagete und sprach: Gelobet sei der Herr, der Gott Jsrael, denn er hat besuchet und erlöset sein Volk. Uud hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils, in dem Hause seines Dieners David. Als er vor Zeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten, daß er uns errettete von unsern Feinden, und von der Hand aller, die uns hassen; und die Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern, und gedächte an seinen heiligen Bund, und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, daß wir, erlöset aus der Hand unserer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Leben lang, in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist. Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen, du wirst vor dem Herrn hergehen, daß du seinen Weg bereitest, und Erkenntnis des Heils gebeft seinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Sünden; durch die 88 Episteln herzliche Barmherzigkeit unsers Gottes, durch welche uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe; auf daß er erscheine denen, die da sizen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. Und das Kindlein wuchs, und ward stark im Geist, und war in der Wüste, bis daß er sollte hervortreten vor das Volk Israel. Am Tage Petri und Pauli. Epistel, Ap.- Gesch. 12, v. 1-11. m dieselbige Zeit legte der König Herodes die Hände an etliche von der Gemeine, zu peinigen. Er tötete aber Jakobum, Johannis Bruder, mit dem Schwert. Und da er sah, daß es den Juden gefiel, fuhr er fort, und fing Petrum auch. Es waren aber eben die Tage der süßen Brote. Da er ihn nun griff, legte er ihn ins Gefängnis, und überantwortete ihn vier Vierteilen Kriegsknechten, ihn zu bewahren, und gedachte ihn nach den Ostern dem Volk vorzustellen. Und Petrus ward zwar im Gefängnis gehalten, aber die Gemeine betete ohne Aufhören für ihn zu Gott. Und da ihn Herodes wollte vor= stellen, in derselbigen Nacht schlief Petrus zwischen zween Kriegsknechten, gebunden mit zwo Ketten, und die Hüter vor der Thür hüteten des Gefängnisses. Und siehe der Engel des Herrn tam daher, und ein Licht schien in dem Gemach, und schlug Petrum an die Seite, und wecket ihn auf, und sprach: Stehe behend auf. Und die Ketten fielen ihm von seinen Händen. Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich, und thue deine Schuhe an. Und er that also. Und er sprach zu ihm: Wirf deinen Mantel um dich, und folge mir nach. Und er ging hinaus und folgete ihm, und wußte nicht, daß ihm wahrhaftig solches geschähe durch den Engel; sondern es däuchte ihn, er sähe ein Gesicht. Sie gingen aber durch die erste und andere Hut, und kamen zu der eisernen Thür, welche zur Stadt führet, die that sich ihnen von ihr selber auf. Und traten hinaus, und gingen hin eine Gasse lang, und alsobald schied der Engel von ihm. Und da Petrus zu sich selber kam, sprach er: Nun weiß ich wahrhaftig, daß der Herr seinen und Evangelien. 89 Engel gesandt hat, und mich errettet aus der Hand Herodis, und von allem Warten des jüdischen Volks. Evangelium, Matth. 16, v. 13-19. Da a tam Jesus in die Gegend der Stadt Cäsaria Philippi, und fragte seine Jünger, und sprach: Wer sagen die Leute, daß des Menschen Sohn sei? Sie sprachen: Etliche sagen, du seiest Johannes der Täufer; die andern, du seiest Elias; etliche, du seiest Jeremias, oder. der Propheten einer. Er sprach zu ihnen: Wer saget denn ihr, daß ich sei? Da antwortete Simon Petrus, und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn. Und Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn, denn Fleisch und Blut hat dir das nicht geoffenbaret, sondern mein Vater im Himmel. Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felfen will ich bauen meine Gemeine, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Und ich will dir des Himmelreichs Schlüssel geben. Alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel los sein. Am Tage Mariä Heimsuchung. Epistel, Röm. 12, v. 9-18. ie Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter einander sei herzlich, einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge, was ihr thun sollt. Seid brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübfal. Haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Notdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen; segnet, und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Haltet euch nicht selbst für flug. Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen jedermann. Ist es möglich, so viel an euch ist, so habt mit allen Menschen Frieden. Episteln Evangelium, Luc. 1, v. 39-56. Maria aria aber stand auf in den Tagen, und ging auf das Gebirge endelich, zu der Stadt Juda. Und kam in das Haus Zacharias, und grüßete Elisabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Mariä hörete, hüpfete das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth ward des heiligen Geistes voll und rief laut und sprach: Gebenedeit bist du unter den Weibern, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes. Und woher kommt mir das, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Siehe, da ich die Stimme deines Grußes hörete, hüpfete mit Freuden das Kind in meinem Leibe. Und o selig bist du, die du geglaubet hast, denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn. Und Maria sprach: Meine Seele erhebet den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. Denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder. Denn er hat große Dinge an mir gethan, der da mächtig ist, und deß Name heilig ist. Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für, bei denen, die ihn fürchten. Er übet Gewalt mit seinem Arm, und zerstreuet, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl, und erhebet die Niedrigen. Die Hungrigen erfüllet er mit Gütern, und läffet die Reichen leer. Er denket der Barmherzigkeit, und hilft seinem Diener Israel auf. Wie er geredet hat unsern Vätern, Arbaham und seinem Samen ewiglich. Und Maria blieb bei ihr drei Monden, darnach fehrete sie wiederum heim. 90 Am Tage St. Jacobi. Epistel, Röm. 8, b. 28-39. Wir ir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, die nach dem Vorsatz berufen sind. Denn welche er zuvor berufen hat, die hat er auch verordnet, daß sie gleich sein sollen dem Ebenbilde seines Sohnes, auf daß derselbige der Erstgeborne sei unter vielen Brüdern. Welche er aber verordnet hat, die hat er auch berufen; welche er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; welche er aber gerecht ge= und Evangelien. 91 macht, die hat er auch herrlich gemacht. Was wollen wir hiezu sagen? Ist Gott für uns, wer mag wieder uns sein? Welcher auch seines eigenen Sohnes nicht hat verschonet, sondern hat ihn für uns alle dahin gegeben: wie follte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der da gerecht machet. Wer will verdammen? Ehristus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten Gottes, und vertritt uns. Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Trübfal, oder Angst, oder Verfolgung, oder Hunger, oder Blöße, oder Fährlichfeit, oder Schwert? Wie geschrieben stehet: Um deinet= willen werden wir getötet den ganzen Tag, wir sind geachtet wie Schlachtschafe. Aber in dem allen überwinden wir weit, um deswillen, der uns geliebet hat. Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstenthum, noch Gewalt, weder Gegenwärtiges noch Zufünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch keine andere Kreatur mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Chrifto Jesu ist, unserm Herrn. Evangelium, Matth. 20, v. 20-23. Do a trat zu Jesu die Mutter der Kinder Zebedäi, mit ihren Söhnen, fiel vor ihm nieder und bat etwas von ihm. Und er sprach zu ihr: Was willst du? Sie sprach zu ihm: Laß diese meine zween Söhne siken in deinem Reiche, einen zu deiner Rechten, und den andern zu deiner Linken. Aber Jesus antwortete und sprach: Ihr wisset nicht, was ihr bittet. Könnet ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde, und euch taufen lassen mit der Taufe, da ich mit getauft werde? Sie sprachen zu ihm: Ja wohl. Und er sprach zu ihnen: Meinen Kelch sollt ihr zwar trinken, und mit der Taufe, da ich mit getauft werde, follt ihr getauft werden. Aber das Sißen zu meiner Rechten und Linken zu geben, steht mir nicht zu, sondern denen es bereitet ist von meinem Vater. Am Tage Bartholomäi. Epistel, 2. Cor. 4, v. 7-10. Wi ir haben aber solchen Schak in irdischen Gefäßen, auf daß die überschwengliche Kraft sei Gottes, und Epiſteln nicht von uns. Wir haben allenthalben Trübsal, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. Und tragen um allezeit das Sterben des Herrn Jesu an unserm Leibe, auf daß auch das Leben des Herrn Jesu an unserm Leibe offenbar werde. 92 Evangelium, Luc. 22, v. 24-30. aber ein unter den unter ihnen sollte für den größten gehalten werden? Er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Könige herrschen und die Gewaltigen heißet man gnädige Herren. Ihr aber nicht also; sondern der Größeste unter euch soll sein wie der Jüngste, und der Vornehmste wie ein Diener. Denn welcher ist der Größeste, der zu Tische sitet, oder der da dienet? Sft's nicht also, daß der zu Tische fizet? Ich aber bin unter euch wie ein Diener. Ihr aber seid es, die ihr beharret habt bei mir in meinen Anfechtungen. Und ich will euch das Reich bescheiden, wie mir es mein Vater beschieden hat, daß ihr essen und trinken sollt über meinem Tische in meinem Reich, und sizzen auf Stühlen und richten die zwölf Geschlechter Israel. Am Tage St. Matthäi. Epistel, 1. Cor. 12, b. 4-11. & find mancherlei Gaben, aber es ist Ein Geist. Und es find mancherlei Ämter, aber es ist Ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist Ein Gott, der da wirket alles in allem. In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes, zum gemeinen Nutzen. Einem wird ge= geben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben zu reden von der Erkenntnis, nach demselbigen Geist; einem andern der Glaube, in demselbi= gen Geist; einem andern die Gabe gesund zu machen, in demselbigen Geist; einem andern Wunder zu thun; einem andern Weissagung; einem andern Geister zu unter= scheiden; einem andern mancherlei Sprachen; einem andern Die Sprachen auszulegen. Dies aber alles wirket der und Evangelien. 93 felbige einige Geist, und teilt einem jeglichen Seines zu, nachdem er will. Evangelium, Matth. 9, v. 9-13. Und nd da Jesus von dannen ging, sah er einen Menschen am Zoll sigen, der hieß Matthäus, und sprach zu ihm: Folge mir. Und er stand auf und folgte ihm. Und es begab sich, da er zu Tische saß im Hause, siehe, da famen viel Zöllner und Sünder, und saßen zu Tische mit Jesu und seinen Jüngern. Da das die Pharisäer sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum isset euer Meister mit den Zöllnern und Sündern? Da das Jesus hörete, sprach er zu ihnen: Die Starfen bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Gehet aber hin, und lernet, was das sei: Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit, und nicht am Opfer. Ich bin gekommen, die Sünder zur Buße zu rufen und nicht die Frommen. Am Tage St. Michaelis. Epistel, Offenb. Joh. 12, b. 7-12. 11nd Ind es erhob sich ein Streit im Himmel: Michael und seine Engel stritten mit dem Drachen, und der Drache stritt und seine Engel, und siegten nicht, auch ward ihrer Stätte nicht mehr gefunden im Himmel. Und es ward ausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißet der Teufel und Satanas, der die ganze Welt verführet, und ward geworfen auf die Erde, und seine Engel wurden auch dahin geworfen. Und ich hörete eine große Stimme, die sprach im Himmel: Nun ist das Heil, und die Kraft, und das Reich, und die Macht unseres Gottes seines Christus geworden, weil der Verkläger unserer Brüder verworfen ist, der sie verklaget Tag und Nacht vor Gott. Und sie haben ihn überwunden durch des Lammes Blut, und durch das Wort ihres Zeugnisses; und haben ihr Leben nicht geliebet, bis an den Tod. Darum freuet euch, ihr Himmel, und die darinnen wohnen. 3₁ u Evangelium, Matth. 18, v. 1-11. derselbigen Stunde traten die Jünger zu Jesu, und sprachen: Wer ist der Größeste im Himmelreich? 94 Episteln Jesus rief ein Kind zu sich und stellte es mitten unter sie und sprach: Wahrlich, ich sage euch, es sei denn, daß ihr euch umkehrt, und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Wer sich nun selbst erniedriget, wie das Kind, der ist der Größeste im Himmelreich. Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. Wer aber ärgert dieser Geringsten einen, die an mich glauben, dem wäre besser, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehänget würde, und er ersäufet würde im Meer, da es am tiefsten ist. Wehe der Welt der Ärgernis halber! Es muß ja Ärgernis komDoch wehe dem Menschen, durch welchen Argernis kommt! So aber deine Hand oder dein Fuß dich ärgert, so haue ihn ab und wirf ihn von dir. Es ist dir besser, daß du zum Leben lahm, oder ein Krüppel eingehest, denn daß du zwei Hände oder zween Füße habest, und werdest in das ewige Feuer geworfen. Und so dich dein Auge ärgert, reiße es aus, und wirf es von dir. Es ist dir besser, daß du einäugig zum Leben eingehest, denn daß du zwei Augen habest und werdest in das höllische Feuer ge= worfen. Sehet zu, daß ihr nicht jemand von diesen Kleinen verachtet; denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel. Denn des Menschen Sohn ist gekommen, selig zu machen, das verloren ist. Am Tage Simonis und Judä. Epistel, 1. Petri 1, v. 3-9. Belobet fei Gott und der Vater unsers Herrn Jeſu Chriſti, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wieder geboren hat zu einer lebendigen Hoffnung, durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverweltlichen Erbe, das behalten wird im Himmel. Euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahret werdet zur Seligkeit, welche zubereitet ist, daß sie offenbar werde zu der letzten Zeit, in welcher ihr euch freuen werdet, die ihr jetzt eine kleine Zeit( wo es sein soll) traurig seid in mancherlei Anfechtungen, auf daß euer Glaube rechtschaffen und viel köstlicher erfunden werde, denn das vergängliche Gold, und Evangelien. 95 das durch's Feuer bewähret wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn nun offenbaret wird Jesus Christus, welchen ihr nicht gesehen, und doch lieb habt, und nun an ihn glaubet, wiewohl ihr ihn nicht sehet, so werdet ihr euch freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude. Und das Ende eures Glaubens davon bringen, nämlich der Seelen Seligkeit. Evangelium, Joh. 15, v. 17-21. esus sprach zu seinen Jüngern: Das gebiete ich euch, hasset, so wisset, daß sie mich vor euch gehasset hat. Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb. Dieweil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich habe euch von der Welt erwählet, darum hasset euch die Welt. Gedenket an mein Wort, das ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer, denn sein Herr. Haben sie mich verfolget, sie werden euch auch verfolgen. Haben sie mein Wort gehalten, so werden sie eures auch halten. Aber das alles werden sie euch thun um meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat. Am Tage der Kirchweihung. Epistel, Offenb. Joh. 21, v. 1-5. Und nd ich sahe einen neuen Himmel, und eine neue Erde. Denn der erste Himmel und die erste Erde verging, und das Meer ist nicht mehr. Und ich Johannes sahe die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herab fahren, zubereitet als eine geschmückte Braut ihrem Manne. Und hörete eine große Stimme von dem Stuhl, die sprach: Siehe da, eine Hütte Gottes bei den Menschen; und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein. Und Gott wird abwischen alle Thränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerzen wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Stuhl Und er spricht saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. zu mir: Schreibe; denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiß. Episteln Evangelium, Luc. 19, v. 1-10. Und nd Jesus zog hinein, und ging durch Jericho. Und siehe, da war ein Mann, genannt Zachäus, der war ein Oberster der Zöllner, und war reich. Und begehrete Jesum zu sehen, wer er wäre, und konnte nicht vor dem Volk, denn er war klein von Person. Und er lief vorhin, und stieg auf einen Maulbeerbaum, auf daß er ihn sähe; denn allda sollte er durchkommen. Und als Jesus kam an dieſelbige Stätte, sah er auf, und ward sein gewahr, und sprach zu ihm: Zachäe, steig eilend hernieder, denn ich muß heute in deinem Hause einkehren. Und er stieg eilend hernieder, und nahm ihn auf mit Freuden. Da sie das sahen, murreten sie alle, daß er bei einem Sünder einkehrete. Zachäus aber trat dar, und sprach zu dem Herrn: Siehe, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und so ich jemand betrogen habe, das gebe ich vierfältig wieder. Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil wiederfahren, sintemal er auch Abrahams Sohn ist. Denn des Menschen Sohn ist gekommen zu suchen und selig zu machen, das verloren ist. 96 2. C. Wittich'sche Hofbuchdruckerei in Darmstadt. Der kleine Katechismus Dr. M. Luthers, nebst den mit* bezeichneten hessischen Frageſtücken. * Bist du ein Christ? Ja, Herr. * Woher weißt du das? $ 700 Daher, daß ich getauft bin auf den Namen unsers Herrn Jesu Christi, und die christliche Lehre weiß und glaube. stol* Welches ist denn die christliche Lehre? Die in den Schriften Mofis, der Propheten und Apostel verfasset und begriffen iſt. Wie viel Hauptstücke hat die christliche Lehre? Fünf. * Das erste? Hull Die zehn Gebote Gottes. sont bin, rentni ras USH Das andere? Die Artikel des christlichen Glaubens. Das dritte? Das Gebet des Herrn. Das Das erste Hauptstück. Das vierte? Das Sakrament der heiligen Taufe. Das fünfte? p Das Abendmahl des Herrn oder das Sakrament des Leibes und Blutes unsers Herrn Jesu Christi. 2 * Wozu dienen uns diese allesamt insgemein? Daß wir erkennen: erstlich, wer wir seien, und wie wir mit unserm Herr Gott stehen. Darnach, wer unser Herr Gott sei, und wie wir mit ihm mögen versöhnet und vereiniget werden. Das erste Hauptstück. Txo Die zehn Gebote. NUONIAL. Du sollst nicht wordt tom pol je Das erste Gebot. andere Götter haben neben mir. jual day( on Was ist das? MILA Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen.off. disk 2 Das zweite Gebot. b Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes nicht unnützlich führen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht. Wil Tatar Was ist das? Logo Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen, sondern denselben in allen Nöten anrufen, beten, loben und danken. 60 de NERG objini di( bon Das dritte Gebot. 131- midi Du sollst den Feiertag heiligen. ACE Was Das erste Hauptstück. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten, sondern dasselbe heilig halten, gerne hören und lernen. Das vierte Gebot. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß dirs wohl gehe und du lange lebest auf Erden. 140 1190 Dipujinchogen Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsere Eltern und Herren nicht verachten, noch erzürnen, sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb ten o und wert haben. Das fünfte Gebot.c Das fin 17 Du sollst nicht töten. 3 Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid thun, sondern ihm helfen und fördern in allen Leibesnöten. helfen Das sechste Gebot. Du sollst nicht ehebrechen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir keusch und züchtig leben in Worten und Werken und ein jeglicher sein Gemahl lieben und ehren. Das siebente Gebot. Du sollst nicht stehlen. NGU ad Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsers Nächsten Geld oder Gut nicht nehmen, noch mit falscher Ware oder Handel an uns bringen, sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten. Das 4 Das erste Hauptstück. und erste Das achte Gebot. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. Was ist das? sufur doute) Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verraten, afterreden, oder bösen Leumund machen, sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden, und alles zum Besten kehren. SITET 3rd Das neunte Gebot. Indp Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. The Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht mit Lift nach seinem Erbe oder Hause stehen und mit einem Schein des Rechts an uns bringen, sondern ihm dasselbe zu behalten förderlich und dienstlich sein. Das zehnte Gebot. man Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh, oder alles, was sein ist. had zini Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht sein Weib, Gesind oder Vieh abspannen, abdringen, oder abwendig machen, sondern dieselben anhalten, daß sie bleiben und thun, was sie schuldig sind. Was sagt nun Gott von diesen Geboten allen? Er sagt also: Ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der über die, so mich hassen, die Sünde der Väter heimsucht an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied, aber denen, so mich lieben und meine Gebote halten, thue ich wohl in tausend Glied. ab Was 5 Das erste Hauptstück. Was ist das? Gott dräuet zu strafen alle, die diese Gebote übertreten; darum sollen wir uns fürchten vor seinem Zorn und nicht wider solche Gebote thun. Er verheißet aber Gnade und alles Gute allen, die solche Gebote halten. Darum sollen wir ihn auch lieben und vertrauen und gerne thun nach seinen Geboten. * Wozu sind uns die zehn Gebote nüke? 3u zweierlei: Erstlich zeigen sie die Sünde an und offenbaren Gottes Zorn über die Sünde, dadurch wir verursacht werden, Vergebung der Sünden und Trost wider Gottes Zorn und den ewigen Tod bei unserm Herrn und Heiland Jesu Christo zu suchen. Zum andern lehren sie, welches die guten Werke seien, so die Gläubigen und Neugebornen zu thun schuldig find, ihren Gehorsam und Dankbarkeit gegen den gnädigen Vater im Himmel damit zu beweisen. * Können wir denn auch mit unsern guten Werken Gottes Gebot und Gesetz erfüllen? 40 Ore imig Ach nein! denn unsere guten Werke sind nicht vollkommen gut, dieweil wir arme Sünder sind, und wenn wir schon wollen Gutes thun, so liegt uns doch das Böse an. Röm. 7. * Wer hat denn das Gesetz und die zehn Gebote Gottes erfüllet? Christus Jesus, Gottes und Marien Sohn, der ist ganz heilig und gerecht, der hat für uns dem Gesetz genuggethan, anders nicht, als ob wir selbst das Gesetz gehalten hätten; um desselben willen gefallen Gott auch unsere guten Werke, die wir durch Gottes Gnade im Glauben thun, ihm zu seinem Lob und Ehren und unserm Nächsten zu Dienst, obschon Mangel an denselben ist. 6 By Das zweite Hauptstück. Das zweite Hauptstück. Der Glaube. WHOEST JED non * Welches sind die Artikel des christlichen Glaubens? Dies sind fie: Der erste von der Schöpfung. Der zweite von der Erlösung. Der dritte von der Heiligung. 5911 Ind natio Der erste Artikel. Von der Schöpfung. Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erde. Was ist das? Ich glaube, daß mich Gott geschaffen hat, samt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält; dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Acker, Vieh und alle Güter; mit aller Notdurft und Nahrung dieses Leibes und Lebens reichlich und täglich versorget, wider alle Fährlichkeit beschirmet und vor allem Übel behütet und bewahret, und das alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohne all mein Verdienst und Würdigkeit, des alles ich ihm zu danken und zu loben und dafür zu dienen und gehorsam zu sein schuldig bin. Das ist gewißlich wahr. 5111081 Der zweite Artikel. Von der Erlösung. Und an Jesum Christum, seinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom heiligen Das zweite Hauptstück. heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle; am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten; aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. 7 triduan Was ist das? JESTA Ich glaube, daß Jesus Christus wahrhaftiger Gott, vom Vater in Ewigkeit geboren, und auch wahrhaftiger Mensch, von der Jungfrau Maria geboren, sei mein Herr, der mich verlornen und verdammten Menschen erlöset hat, erworben, gewonnen, von allen Sünden, vom Tod und von der Gewalt des Teufels; nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen teuren Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben, auf daß ich sein eigen sei, und in seinem Reich unter ihm lebe, und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit, gleichwie er ist auferstanden vom Tode, lebet und regieret in Ewigkeit. Das ist gewißlich wahr. all and IGER Der dritte Artikel. Von der Heiligung. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. Was ist das? Ich glaube, daß ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesum Christum, meinen Herrn, glauben, oder zu ihm kommen kann; sondern der heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben ererleuchtet, 8 Das zweite Hauptstück. leuchtet, im rechten Glauben geheiliget und erhalten; gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden berufet, ſammelt, erleuchtet, heiliget und bei Jesu Christo erhält im rechten einigen Glauben; in welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünden reichlich vergiebt, und am jüngsten Tag mich und alle Toten auferwecken wird, und mir samt allen Gläubigen in Christo ein ewiges Leben geben wird. Das ist gewißlich wahr. Wozu dienen uns die Artikel des christlichen Glaubens? Daß wir unsern Gott daraus erkennen lernen, wer er sei in seinem Wesen, und was sein gnädiger Wille gegen uns sei. Thur * minis* Wer ist nun Gott in seinem Wesen? Er ist Gott der Vater, und der Sohn und der heilige Geist, drei unterschiedliche Personen, in einem einigen, ewigen, unzertrennlichen Wesen. * Sind denn drei Götter? Nein: es ist nur ein einiger Gott, welcher sich in dreien unterschiedlichen Personen geoffenbaret hat. * Was ist der gnädige Wille Gottes? Daß er uns will unsere Sünden vergeben und mitteilen das ewige selige Leben. * Wozu nükt uns die Erkenntnis des göttlichen Wesens und Willens? Daß wir daraus einen rechten Glauben überkommen und durch den Glauben selig werden. siis * Welche unter den dreien Personen ist Mensch worden? Die andere Person, als nämlich der ewige Sohn Gottes. * Wer ist nun Christus, unser Erlöser in seiner Person? Er ist wahrhaftiger Gott, vom Vater in Ewigkeit geboren, und auch wahrhaftiger Mensch, von der Jungfrau Maria geboren, mein Herr. Oder Das zweite Hauptstück. Oder kürzer: Er ist wahrhaftiger Gott und Mensch. Oder: Gottes und Mariens Sohn. thu Welches ist denn die große Wohlthat dieses deines Erlösers Jesu Christi? 9 Maletine Er hat mich armen, verlornen und verdammten Mena schen erlöset, erworben und gewonnen von allen Sünden, vom Tod und von der Gewalt des Teufels. * Warum hat er dich erlöset? 500g Auf daß ich sein eigen sei und in seinem Reich unter ihm lebe und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit. * Glaubst du auch, daß Christus, dein Herr, bei seiner lieben Kirche allhier auf Erden und auch bei dir sei? 090 Ja, mein lieber Herr Christus, wahrer Gott und Mensch, ein Herr über alles, ist nach seiner Verheißung bei mir und allen seinen Gläubigen, der ist mein Herr und König, welcher, wie er mich erlöset, also schützet und schirmet er mich auch und will mich endlich in sein herrliches Reich nach diesem Leben aufnehmen. PEC 0917 * Wodurch wirst du vor Gott gerecht und selig? Durch kein anderes Wert, als durch den ganzen allerheiligsten Gehorsam meines Herrn und Erlösers Jesu Christi, und durch sein allerbitterstes Seiden und Sterben, das halt ich mit festem Glauben und darauf stehet all meines Herzens Vertrauen und Zuversicht. * Woher kommt die Bekehrung zu Gott und der Glaube an Jesum Christum? hab Es ist eine Gabe des heiligen Geistes, der wirket und giebt mir sie durch sein heiliges Wort und Evangelium und die heiligen Sakramente. 13 mm th 10 Das dritte Hauptſtück. Pro C Das dritte Hauptstück. Das Vaterunser. Vater unser, der du bist im Himmel. Was ist das? selur Gott will uns damit locken, daß wir glauben sollen, er sei unser rechter Vater, und wir seine rechten Kinder, auf daß wir getrost und mit aller Zuversicht ihn bitten sollen, wie die lieben Kinder ihren lieben Vater. in mod monon lentotasime und den 11 Die erste Bitte. Geheiliget werde dein Name. hun Was ist das? Gottes Name ist zwar an ihm selbst heilig; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns heilig werde. to kn Slaa Wie geschieht das? Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehrt wird, und wir auch heilig, als die Kinder Gottes, darnach leben. Das hilf uns, lieber Vater im Himmel. Wer aber anders lehret und lebet, denn das Wort Gottes lehret, der entheiliget unter uns den Namen Gottes; davor behüte uns, himmlischer Vater. Die zweite Bitte. Dein Reich komme. Was ist das? Gottes Reich kommt wohl ohne unser Gebet von ihm selbst; aber wir bitten in diesem Gebet, daß es auch zu uns komme. Wie geschieht das? Wenn der himmlische Vater uns seinen heiligen Geist giebt, daß wir seinem heiligen Wort durch seine Gnade glauben und göttlich leben, hier zeitlich und dort ewiglich. Die 11 Das dritte Hauptstück. Die dritte Bitte. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Was ist das? Gottes guter gnädiger Wille geschieht wohl ohne unser Gebet; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geschehe. Wie geschieht das? Wenn Gott allen bösen Rat und Willen bricht und hindert, so uns den Namen Gottes nicht heiligen und sein Reich nicht kommen lassen wollen, als da ist des Teufels, der Welt und unsers Fleisches Wille, sondern stärket und behält uns fest in seinem Wort und Glauben bis an unser Ende. Das ist sein gnädiger und guter Wille. Masidm pod Die vierte Bitte. Unser täglich Brot gieb uns heute. Was ist das? Gott giebt täglich Brot auch wohl ohne unsere Bitte, allen bösen Menschen; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er's uns erkennen lasse, und mit Danksagung empfangen unser täglich Brot. Ghid Was heißt denn täglich Brot? Alles, was zur Leibes- Nahrung und Notdurft gehört, als Essen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromm Gemahl, fromme Kinder, fromm Gefinde, fromme und getreue Oberherrn, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen. Die fünfte Bitte. Und vergieb uns unsere Schuld, wie wir vergeben unsern Schuldigern. use Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet, daß der Vater im Himmel nicht ansehen wolle unsere Sünden und um derselben willen solche 12 Das dritte Hauptstück. solche Bitte nicht versagen, denn wir sind der keines wert, das wir bitten, habens auch nicht verdient, sondern er wolle es uns alles aus Gnaden geben, denn wir täglich viel sündigen und wohl eitel Strafe verdienen. So wollen wir wiederum auch herzlich vergeben und gerne wohlthun denen, die sich an uns verfündigen. Hote Die sechste Bitte. Und führe uns nicht in Versuchung. Was ist das? Gott versucht zwar niemand; aber wir bitten in diesem Gebet, daß uns Gott wolle behüten und erhalten, auf daß uns der Teufel, die Welt und unser eigen Fleisch nicht betrüge und verführe in Mißglauben, Verzweiflung und andere große Schande und Laster; und ob wir da= mit angefochten würden, daß wir doch endlich gewinnen und den Sieg behalten. Die siebente Bitte. Sondern erlöse uns von dem Übel. Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet, als in der Summa, daß uns der Vater im Himmel von allerlei Übel Leibes und der Seele, Gutes und Ehre erlöse und zuletzt, wenn unser Stündlein kommt, ein seliges Ende beschere und mit Gnaden von diesem Jammerthale zu sich nehme in den Himmel. Amen. TOATE VED Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. DAN Was heißt Amen? Daß ich soll gewiß sein, solche Bitten sind dem Vater im Himmel angenehm und erhöret; denn er selbst hat uns geboten, also zu beten, und verheißen, daß er uns will erhören. Amen, Amen, das heißt: Ja, Ja, es soll also geschehen. * Wozu dienet uns das Gebet des Herrn? Daß wir erkennen: alles, was zur Aufenthaltung dieses zeitlichen und Erlangung des ewigen Lebens ge= höret, Das vierte Hauptstück. 13 höret, könne man nirgends anders woher haben, denn von Gott, und es derhalben von ihm mit gläubigem Herzen bitten und erlangen. Pastion Das vierte Hauptstück. Das Sakrament der heiligen Taufe. ord* Was sind die heiligen Satramente? Es sind göttliche Handlungen, darinnen Gott mit sichtbaren Zeichen( oder in seinem Worte verfaßten Ele= menten) die unsichtbaren verheißenen Gnadengüter versiegelt und übergiebt. IND sotilde* Wozu find die Sakramente eingeſetzt? Zur Bestätigung unseres Glaubens an die göttlichen Verheißungen. * Wie viel sind Sakramente im neuen Testament? Zwei: die Taufe und das Abendmahl des Herrn. 3901129 100 Zum ersten: Was ist die Taufe? * Die Taufe ist eine göttliche Handlung, in welcher uns Gott durch das Wasserbad und Wort unsere Sünde gnädiglich um Jesu Christi willen vergiebt, nimmt uns an zu seinen Kindern und macht uns zu Erben aller seiner himmlischen Güter. por prise Oder: n Die Taufe ist nicht allein schlecht Wasser, sondern sie ist das Wasser in Gottes Gebot gefasset und mit Gottes Wort verbunden. and in Welches ist denn solch Wort Gottes? Da unser Herr Christus spricht Matthäi am letzten: Gehet hin in alle Welt, lehret alle Völker und taufet sie im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. 30 jun Zum Das vierte Hauptstück. Ada 3um andern: Was giebt oder nüßt die Taufe? Sie wirkt Vergebung der Sünden, erlöset vom Tod und Teufel und giebt die ewige Seligkeit allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißung Gottes lauten. Welches sind solche Worte und Verheißung Gottes? Da unser Herr Christus spricht Marci am letzten: Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt werden. 3um dritten: 14 Wie kann Wasser solche große Dinge thun? ind Wasser thuts freilich nicht, sondern das Wort Gottes, so mit und bei dem Wasser ist, und der Glaube, so solchem Worte Gottes im Wasser trauet; denn ohne Gottes Wort ist das Wasser schlecht, Wasser und keine aber mit dem Worte Gottes ist's eine Taufe, das ist ein gnadenreich Wasser des Lebens, und ein Bad der neuen Geburt im heiligen Geist, wie St. Paulus sagt zu Tito im dritten Kapitel: Gott macht uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum, unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens, nach der Hoffnung. Das ist gewißlich wahr. 3um vierten: Was bedeutet denn solch Wassertaufen? Es bedeutet, daß der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße soll ersäuft werden und sterben mit allen Sünden und bösen Lüsten und wiederum täglich herauskommen, und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit vor Gott ewiglich lebe. Wo stehet das geschrieben? Sankt Paulus zu den Römern am sechsten spricht: Wir sind samt Christo durch die Taufe begraben in den Tod, daß, gleichwie Christus ist von den Toten auferwecket durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. 19/19 Wozu Das fünfte Hauptstück. * Wozu nükt uns die Taufe? Daß wir damit versichert werden, Gott habe uns zu seinen Kindern angenommen und wolle sich in allen Dingen als ein gnädiger Vater gegen uns erzeigen.no * Warum sprichst du in der Auslegung des Katechismus: Die Taufe wirket Vergebung der Sünden, erlöset vom Tod und Teufel und giebt die ewige Seligkeit, so doch allein der Herr Christus solches gethan hat? folches Der Herr Christus hat uns dieses alles erworben in seinem Leiden und Sterben, aber mit der heiligen Taufe hat ers uns geschenket und zugeeignet. 291100 trook and one in 15 und ARMA 1131111 Das fünfte Hauptstück. anal gape Das Sakrament des Altars, oder das heilige Abendmahl. hittany* Was ist das Abendmahl des Herrn? Das Abendmahl des Herrn ist ein Sakrament oder göttliche Handlung, da der Herr Christus selbst gegenwärtig ist, und übergiebt uns mit Brot und Wein seinen wahren Leib und Blut, zur gewissen Versicherung, daß wir Vergebung der Sünden haben und mit ihm in Ewigkeit leben sollen. Was ist das Sakrament des Altars? Es ist der wahre Leib und Blut unseres Herrn Jesu Christi, unter dem Brot und Wein, uns Christen zu eſſen nd zu trinken, von Christo selbst eingesetzt. Wo stehet das geschrieben? So schreiben die heiligen Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Sankt Paulus: Unser Herr Jesus Christus in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte, und 16 Das fünfte Hauptstück. und brachs, und gabs seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; solches thut zu meinem Gedächtnis. Desselbigengleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankte und gab ihnen den und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus; dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden; solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtnis. de mural Was nüket denn solch Essen und Trinken?@ Das zeigen uns diese Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden; nämlich, daß uns im Sakrament Vergebung der Sünden, Leben und Seligfeit durch solche Worte gegeben wird: denn wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. Wie kann leiblich Essen und Trinken solche große Dinge thun? Essen und Trinken thuts freilich nicht, sondern die Worte, so da stehen: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden, welche Worte sind neben dem leiblichen Essen und Trinken als das Hauptstück im Sakrament, und wer denselben Worten glaubet, der hat, was sie sagen und wie sie lauten, nämlich Vergebung der Sünden. Wer empfängt denn solch Sakrament würdiglich? Fasten und leiblich sich bereiten ist wohl eine feine äußerliche Zucht; aber der ist recht würdig und wohl geschickt, wer den Glauben hat an diese Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden. Wer aber diesen Worten nicht glaubt, oder zweifelt, der ist unwürdig und ungeschickt, denn das Wort für euch" erfordert eitel gläubige Herzen. 11 Wozu $ 500 Von der Beichte. * Wozu ist uns das Abendmahl des Herrn nüße? Wir werden damit versichert, daß, ob wir gleich unsern Vater im Himmel erzürnet haben, will er uns doch solches verzeihen und unser gnädiger Vater sein und bleiben; und ist also die Taufe eine gewisse Versicherung, daß uns Gott zu Kindern angenommen hat; das Abendmahl aber, daß er uns unseres Ungehorsams nicht will entgelten lassen. * Was empfängst du nun im heiligen Abendmahl? Den wahren Leib und Blut meines Herrn Jesu Christi, unter dem Brot und Wein. * Warum gehest du zum Tisch des Herrn? Daß ich meinen Glauben an den Herrn Christum durch die Nießung seines Leibes und Blutes stärke und meine arme Seele tröste. noe som red. 400 17 Stonfirmationsfragen. * Glaubest du und bekennest dieses alles von Herzen, was du von der christlichen Lehre jetzund gesagt haft? Ja, Herr. 銀 Willst du denn auch dich in den Gehorsam der christlichen Kirche ergeben, und nachdem du glaubest und betennest, hinfort thun und leben, und was du allhier zusagest, thun und getreulich halten? In ASC * 200 00 doar 0 Von der Beichte. Was ist die Beichte? FOR Ja, Herr, durch die Gnade und Hilfe unsers Herrn Jesu Chrifti. Die Beichte begreift zwei Stücke in sich: eins, daß man die Sünden bekenne; das andere, daß man die Absolution oder Vergebung vom Beichtiger empfahe, als von 18 Von der Beichte. von Gott selbst, und ja nicht daran zweifle, sondern fest glaube, die Sünden seien dadurch vergeben vor Gott im Himmel. Welche Sünden soll man beichten? Vor Gott soll man aller Sünden sich schuldig geben, auch die wir nicht erkennen, wie wir im Vater Unser thun. Aber vor dem Beichtiger sollen wir allein die Sünden bekennen, die wir wissen und fühlen im Herzen. TOTS S0 Welche sind die? do kont Da siehe deinen Stand an nach den zehn Geboten: ob du Vater, Mutter, Sohn, Tochter, Herr, Frau, Knecht oder Magd seiest; ob du ungehorsam, untreu, unfleißig, zornig, unzüchtig, gehässig gewesen seieft; ob du jemand Leid gethan habeft mit Worten oder Werken; ob du gestohlen, versäumet, verwahrloset, oder sonst Schaden gethan habest? med dobbed the king, handed the po Allgemeine Beichte. 100 UNIROY Ich armer Sünder erkenne in meinem Herzen und bekenne mit meinem Munde, daß ich nicht allein in Sünden empfangen und geboren, sondern auch mit allerlei wirklichen Sünden, bösen Gedanken, Worten und Werken gegen Gott, meinen Herrn, gröblich gefehlt habe und hiermit zeitlicher und ewiger Strafe schuldig worden bin. Solches nun ist mir von Grund meines Herzens leid; habe aber Zuflucht zu seiner Gnade und Barmherzigkeit und bitte ihn demütig, daß er, um des Todes Jesu Christi, seines lieben Sohnes und meines Erlösers, willen mir meine Sünden verzeihen wolle. Voor en do Ich will inskünftige, durch die Gnade Gottes und den Beistand des heiligen Geistes, mein Leben bessern und frömmer werden. 16012 MOR id Gebete. 314 Anhang. I. Wie ein Hausvater sein Gesinde soll lehren morgens und abends sich segnen. 19 Das walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Amen. Darauf sprich den Glauben und das Vater Unser, und, so du willst, noch eins der nachfolgenden Gebete: 2009 misi 1. Morgengebet. I. Ich danke dir, mein lieber himmlischer Bater, durch Jesum Chriftum deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, auf daß dir all mein Thun und Leben wohlgefalle; ich befehle mich, mein Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. II. Tischgebet. Vor dem Essen: 260 Aller Augen warten auf dich, Herr, und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit, du thust deine milde Hand auf und sättigest alles, was da lebet, mit Wohl= gefallen. Darnach das Vater Unser und dies folgende Gebet: Herr Gott, himmlischer Vater, segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen, durch Jesum Chriftum, unsern Herrn. Amen. Nach dem Essen: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich, der allem Fleische seine Speise giebt, 20 Die Haustafel. FAUL giebt, der dem Vieh sein Futter giebt, den jungen Raben, die ihn anrufen. Er hat nicht Lust an der Stärke des Rosses, noch Gefallen an jemandes Beinen; der Herr hat Gefallen an denen, die ihn fürchten und auf seine Güte warten. Darnach das Vaterunser und dies folgende Gebet: Wir danken dir, Herr Gott Vater, durch Jesum Chriftum, unsern Herrn, für alle deine Gaben und Wohlthat, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. III. Abendgebet. Hrant Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünden, wo ich unrecht gethan habe, und mich diese Nacht gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, mein Leib und Seele, und alles in deine Hände; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. [ 5] Z[< 19 II. Die Haustafel. Etliche Sprüche für allerlei heilige Orden und Stände, dadurch dieselbigen, als durch eigene Lektion, ihres Amts und Diensts zu ermahnen. Den Bischöfen, Pfarrherren und Predigern. Ein Bischof soll unsträflich sein, Eines Weibes Mann, nüchtern, mäßig, sittig, gastfrei, lehrhaftig, als ein Haushalter Gottes, nicht ein Weinsäufer, nicht gehässig, nicht unehrliche Hantierung treiben, sondern gelinde, nicht haderhaftig, nicht geizig, der seinem eigenen Haus wohl vorstehe, der gehorsame Kinder habe, mit aller Ehrbarkeit, nicht ein Neuling, der ob dem Wort halte, das gewiß ist, und lehren kann, auf daß er mächtig sei zu ermahnen durch die heilsame Lehre und zu strafen die Widersprecher. 1 Tim. 3. Tit. 1. Was Die Haustafel. 19701 21 wunderl Was die Zuhörer ihren Lehrern und Seelsorgern zu thun schuldig sind. Effet und trinket, was sie haben, denn ein Arbeiter ist seines Lohnes wert. But. 10, 7. Der Herr hat befohlen, daß die, so das Evangelium verkündigen, sollen sich vom Evangelio nähren. 1. Kor. 9, 14. GILER tout s Der unterrichtet wird mit dem Wort, der teile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Jrret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Gal. 6, 6. 7. IRON Die Ältesten, die wohl vorstehen, die halte man zwie= facher Ehre wert, sonderlich die da arbeiten im Wort und in der Lehre. Denn es spricht die Schrift: Du sollst dem Ochsen, der da drischet, nicht das Maul verbinden. Stem, ein Arbeiter ist seines Lohnes wert. 1. Timoth. 5, 17. 18. Suf. 10. 1900 upit Wir bitten euch, lieben Brüder, daß ihr erkennet, die an euch arbeiten und euch vorstehen in dem Herrn, und euch ermahnen. Habt sie desto lieber, um ihres Werks willen, und seid friedsam mit ihnen. 1. Theff. 5, 12. 13. Gehorchet euren Lehrern und folget ihnen, denn sie wachen über eure Seelen, als die da Rechenschaft dafür geben sollen, auf daß sie es mit Freuden thun und nicht mit Seufzen, denn das ist euch nicht gut. Hebr. 13, 17. Von der weltlichen Obrigkeit. Tarik min Jedermann sei unterthan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit ohne von Gott. Wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott geordnet. Wer sich nun wider die Obrigkeit setzet, der widerstrebet Gottes Ordnung. Die aber widerstreben, werden über sich ein Urteil empfahen. Denn sie trägt das Schwert nicht umsonst, sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe über den, der Böses thut. Röm. 13, 1. 2. 4. Von SPAC Die Haustafel. Von den Unterthanen. Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Matth. 22, 21. 22 So seid nun aus Not unterthan, nicht allein um der Strafe willen, sondern auch um des Gewissens willen; derohalben müsset ihr auch Schoß geben, denn sie sind Gottes Diener, die solchen Schoß sollen handhaben. So gebet nun jedermann, was ihr schuldig seid: Schoß, dem der Schoß gebühret, Zoll, dem der Zoll gebühret, Furcht, dem die Furcht gebühret, Ehre, dem die Ehre gebühret. Röm. 13, 5. 6. 7. So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen zuerst thue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, auf daß wir ein geruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit; denn solches ist gut, dazu auch angenehm vor Gott, unserem Heiland. 1. Tim. 2, 1. 2. 3. then tullen offird? Erinnere fie, daß sie den Fürsten und der Obrigkeit 20 900 1000 unterthan und gehorsam seien. Tit. 3, 1. TE- LAPS NOTE Seid unterthan aller menschlichen Ordnung, um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Rache über die Übelthäter, und zu Lobe der Frommen. 1. Petri 2, 13. 14. FONTRA Den Ehemännern. Ihr Männer, wohnet bei euren Weibern mit Vernunft und gebet dem weiblichen, als dem schwächsten Werkzeug seine Ehre, als Miterben der Gnade des Lebens, auf daß euer Gebet nicht verhindert werde. 1. Petri 3, 7. Und feid nicht bitter gegen sie. Koloff. 3, 19. Den Ehefrauen. Die Weiber seien unterthan ihren Männern, als den Herren, wie Sara Abraham gehorsam war und hieß ihn Herr, welcher Töchter ihr worden seid. 1. Petri 3, 6. Den Die Haustafel. Den Eltern. Ihr Väter, reizet eure Kinder nicht zum Zorn, daß sie nicht scheut werden, sondern ziehet fie auf in der Zucht und Vermahnung zum Herrn. Ephes. 6, 4. RDC Den Kindern. Den Knechten, Hjalpin 23 Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn, denn das ist billig. Ehre Vater und Mutter, das ist das erste Gebot, das Verheißung hat, nämlich, daß dir es wohl gehe und du lange lebest auf Erden. Ephes. 6, 1. 2. 3. mist omast w that I HE WELLYS Mägden, Taglöhnern und Arbeitern. Ihr Knechte, seid gehorsam euren leiblichen Herren mit Furcht und Zittern, in Einfältigkeit eures Herzens, als Christo selbst, nicht mit Dienst allein vor Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern als die Knechte Christi, daß ihr solchen Willen Gottes thut von Herzen, mit gutem Willen. Lasset euch dünken, daß ihr dem Herrn und nicht den Menschen dienet, und wisset, was ein jeglicher Gutes thut, das wird er von dem Herrn empfahen, er sei Knecht oder Freier. Ephes. 6, 5. 6. 7. 8. 121 134 3682 1 GH sotadiigds Den Hausherren und Hausfrauen. Ihr Herren, thut auch dasselbige gegen sie und laſſet das Drauen und wisset, daß ihr auch einen Herrn im Himmel habt, und ist bei ihm kein Ansehen der Person. Ephes. 6, 9.des sont rad potente al 3700 ontot 8. I sdigut dramaridrag the 1909 1913 dnila Der gemeinen Jugend. then die Ihr Jungen, seit den Alten unterthan und beweiset darinnen die Demut; denn Gott widerstehet den Hoffärtigen, aber den Demütigen giebt er Gnade. So demütiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. 1. Petri 5, 5. 6. Den Die Haustafel. Den Witwen. Welche eine rechte Witwe und einsam ist, die stellet ihre Hoffnung auf Gott und bleibet am Gebet Tag und Nacht. Welche aber in Wollüsten lebet, die ist lebendig tot. 1. Tim. 5, 5. 6. Der Gemeine. Liebe deinen Nächsten, als dich selbst; in dem Worte find alle Gebote verfasset. Röm. 13, 9. Und haltet an mit Beten für alle Menschen. 1. Tim. 2, 1. 1. Tim. spind 24 Ein jeder lerne sein Lektion, So wird es wohl im Hause stohn. 199 diri ini 01 pp- 2 3881 that mors no hd is nors jacise dilatack v02 in sicheusid Smallinian ustabirit intrackrad- indlaltd@ milje shfor sdi 804 mis anot junior die Hansid gebinte had join dun fail dr sit mapag spleistond bin judi ne 12 128 12010 dunswisie va dalisored drur andlasir t ad dist 2 fra 21,340 15 109 And cotto and pillon sissim( 5 min $ 385X Otto Mäser, 9 1898. TOM A Inches 1 Centimetres Blue 2 3 Cyan 4 X her 2 15 444, 6 Farbkarte# 13 Green 3 8 Yellow 9 CO 4 10 Red 5 11 12 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8